e Anwesenden kief ergreisende Ansprache und brachte am Schlusse
iner Rede dem letzten Verwundeten von Spichern ein dreimaliges
doch, ia das Alle freudig einstimmten; dann spielte die Musik
Ddie Wacht am Rhein“.“ Der Brodherr der alien Frau Fender
Her Mühlenbesitzer Leiterdirg, war mit einem bekrünzten Wagen
Ir Stelle erschienen, um den Sohn seiner Arbeiterin, der von der
zaͤse ziemlich erschöpft war, uach Haufe zu fahren. Bei der
Utunft in der Stadt Rippen, die vom Bahnhofe wohl eine
albe Meile entfernt liegt, wurde der Heimgelehrte von fast der
esammten Bürgerschaft empfangen; überall, wo der festliche Zug
assirte, wurden Erfrischungen angeboten, Bouquets und Kränze
espendet ꝛc. Endlich vereinigte ein festliches Mahl, gewürzt
ait heiteren und patriotischen Reden, den Heimgekehrten, seine
omilie und seine früheren Waffengenossen im Schüzenhause zu
ippen. Ein herzl'ches Wiedersehen fand bei dem Mahle zwischen
fender und dem Füsiliet August Kleemann aus Reppen statt,
helcher bis zu seiner Verwundung der Nebenmann des Gef ierten
jat: Nach einer Stunde fröhlichen Veisammenseins vergbschiedete
—
errn Leiterding den bekränzten Wagen und fuhr der noch eine
ertel Meile entfernten Heimath, Friedrichswille, zu, wo Ehren⸗
forten errichtet waren und Freudenrufe der Bewohner den
Feimkehrenden empfingen. Jetzt weilt derselbe bei seiner Mutter
mder Heimath; für die Sicherung seiner Zulunft hat die
dankbarkeit des deutschen Volkes in reichem Maße gesorgt.
Greifswald, 24. Sept. Der wegen des an Anna
göckler begangenen Mordes zu 15 Jahren verurtheilte Fuhrknecht
zritz Schütt aus Loitz ist vor einigen Tagen in dem Gefängnisse
u Hannover, wohin er übergeführt worden war, verstorben;
in Geftändniß soll er vor seiner That nicht abgelegt haben.
F'In der Kasse der Bergisch-⸗Markischen Eisenbahn soll ein
Ociziit von 67,000 Thalern entdectt worden sein. In Zusammen⸗
ang mit demselben wird ein kürzlich dverstorbener Kasseubeamte der
enannten Vahn gebracht.
4 Vom deuischen Reichsapfel' sang man am Sedanfeste in
ßroßlarlbach:
Es war einmal ein Apfel,
Reichsapfel ward er genannt,
Es irug ihn stolz der Kaiser
In seiner starken Hand.
Der Apfel ward zerschnitten
In mehr als dreißig Schm'tz,
MNit den verschrumpften Hutzeln
Trieb jeder seinen Witz.
Der Franzmann und der Wälsche.
Der Däne selbst griff zu; —
Doch jetzt ist ganz der Apfel—
Sie lassen ihn in Ruh.
p Nach amtlichen Ausweisen des Mont de pietre, der groß⸗
rugen, seit 1717 besthenden Leihanstalt in Paris, sind im Jahre
860 dort 2,206,956 Gegenstände im Gefammtwerth von
8,923,547 Fr. ve pfändet worden. 78,634 Artikel weniger als
8ös. — da die jahlreichsten Darlehen, die von 8 bis 5 Fr.
nämlich 9351,147), und die von 6—-10 Fr. (576,981) sind, so
aßt sich daraus abnehmen, wie groß in jener Stadt des Prunks
ind der Verschwendung. die Noth der unteren Klassen und der
erschämten Hausarmen ist.
ppPerpingnan, 28. Sept. Die Weinlese hat in der
zrafschaft Roufsillon begonnen und ist man äußerst zufrieden;
nauptsächlich sollen die Weingärten der Ebenen einen herrlichen
ertrag abwerfen. Quantitaliv und qualitativ übertrifft der Herbst
“ Erwarmngen. Es fehlt an Fassern um all den neuen Wein
u füllen.
Das Genossenschaftssystem soll nun auf einen neu en
Industriezweig in England Anwendung finden. In einer Ver
mmiung von Wolverhamptoner Eisenbahnarbeitern wurde beschlossen,
üttenwerke käuflich zu erwerben oder zu errichten, um sie nach
iesem Plane in Belrieb zu setzen.
— —
——
Dienstesnachrichten.
Pfarrverweser Jak, Schramm von Heßheim wurde als solcher
uch Godramsteim, Caplan Raufer von Frankenthal zum Pfarr⸗
erweser nach Annweiler, Caplan Kunkel von St. Ingbert zum
dfarrderweser nach Großkarlbach und Caplan Schwienhorst von
)dahn zum Pfarrverweser nach Albersweiler ernannt.
Bersetzt wurden die Kapiäne: Volkmann von Hambach nach
Oberlusiadt, Günther don Ruppertsberg nach Hambach, Deppisch
von Obetlustadt nach Mittelbexbach, Bös von Homburg nach Erf⸗
veiler, Burkhardt von Maikammer nach St. Ingbert, Klein von
Zell nach Forst, Klang von Kirchbeimbolunden nach Germersheim,
haum von Steinfeld nach Dahn. Angewiesen wurden die Neo⸗
resbyter als Kapläne: Boßle nach St. Ingbert, Breitlinger nach
Frankenkhal, Büͤhler nach Maikammer, Crönlein nach Ludwigs⸗
jafen, Ingermann nach Honiburg, Kompter nach St. Martin,
Zuͤhn nach Zell, Kuntz nach Kirchheimbolanden, Langhaufer nach
daiserslauiern, Matheis nach Steinfeld, Schneider nach Dürkheim,
Stadtmüller nach Ruppertsberg.
Volkswirthschaft, Handel und Verkehr⸗
Nailsruhe, 30. Sept. Bei der heutigen Gewinnziehung der
zadischen fl. 88 Loose fielen 88,000 fl. auf Nr. 2009587, 109000
J.auf Rr. 375123, 5000 fl. auf Nr. 398677, je 2000 fl.
auf Nt. 184996, Nr. 71538, Pr. 107667, Nr. 398696 und
str. 283814, je 1000 fl. auf Nr. 184969, 105172, 70788,
i1080, 278260, 200545, 36860, 375128, 297266, 382374,
07668 und 6670.
4Die Coburger Ein⸗Thaler⸗Scheine vom 22. Januar 1849
ind vom 1. October völlig werthlos. Es sollen noch über; 15,000
Thaler davon im Umlauf sein. Wir halten es deßhalb für. Pflicht
arauf aufmerksam zu machen.
Landwirthschaftliches.
Verminderung der Maulwurfshaufen.
Ziemlich allgemein anerkannt ist heutzutage der Nutzen des Maul⸗
vunfs, der uns durch die massenhafte Vertilgung sonst nur schwer
ry ihren geschützten Aufenthallsorten augreifbarer schädlicher Inselten
ft die besten Dienste leistet. Nichts desio weniger wird er uns häufig
urch das Aufwerfen zablreicher, oft nicht unbeträchtlicher Hügel
wvußerst unangenehm und dies um so mehr, in je sorgfältigerer
Fultur ein Stuck Land sich befindet, so daß man in solchen Fällen
chwer die Frage entscheiden könnte: Ob der Schaden oder der
Nußen größer sei ? Auf Wiesen nun sind diese Hügel weniger
deßhalb nachtheilig, weil, an deren Stelle im laufenden Jahre
nichts wächsi, als vielmehr aus dem Grunde, weil sie regelmäßiges
Abmahen sehr er chweren, die Schneide der verwendeten Instru⸗
nente stunmpf machen u. einen Theil des gemähten Grases verunrei⸗
nigen. Könnte man nun einerseits die Vortheile, die der Maul⸗
vuͤrf uns bietet, genießen, ohne andererseits auch die Nachtheile
ragen zu müssen, so dürfte dies gewiß als großer Fortschritt
euutzt werden. Bekannt ist, daß dieses Thier am liebsten in
Hertiefungen des Bodens Furchen ⁊c. auszustoßen pflegt. Diese
Figenhümlichkeit hat auf die Vermuthung geführt, daß man
dadurch ein Mittel an der Hand habe die Thätigkeit des Maul⸗
wurfs zu reguliren und deren Nachtheile unschädlich zu machen.
—D00 diese Idee
dadurch zur Verwirklichung brachten, daß sie ihre Wiesen mit
ichmalen, und nach unten zu erweiterten Rinnen durchzogen, das
Vergnügen, zu sehen, daß dieselben nach Berlauf eines Jahres mit
augefwuͤhlter Erde -angefüllt waren, während die übrige Wiese
dadon frei blieb. Nach den Mittheilungen des landw. Cenlral⸗
Fereins f. d. Pr. Sachsen sollen die Ltinnen oben 15, an der
A 7—8 “ tief und je eine Ruthe von
einander entfernt sein.
Literarisches.
Illustrirte Wochenschrift „Deutscher Kriegerbund.“
str. 40,41 derselben enthält; „Soldatenliebchen“, hisorische Er⸗
hlung aus den Jahren 18132 15 von Fr. Lubojatzlv, Skizzen
us dem leßzten Kriege, Verschiedenes, Vereinsnachrichten, Ueber
aniformirte Vercine, Äntworten auf Fragen, Aufruf zur Unter—
dützung der mit Abgebrannten ehemaligen Kameraden in Mei—-
ningen ꝛc.
Wir erlauben uns, auf das heutige Inserat der Herren
Ztrauft u. Cie. in Hamburg ganz besonders aufmerlfam zu
nachen und dasselbe bestens zu empfehlen.
Verantwortlicher Redackeur F. X. Demetz in St. Ingbert.