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St. Insherter Amziger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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* St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗
glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 M 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 H, einschließlich
d Zustellungsgebühhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —Z, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 15., bei Reclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
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M 85.
Montag, 1. Mai 1882.
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Politische Uebersicht.
Bulgarien ist gestern Nachmittag eingetroffen,
berweilt hier einige Tage und geht sodann nach
Darmftadt, seine Verwandten zu besuchen.
Prag, 360. April. Nach den vorliegenden
Meldungen dauert die Strike fort, ohne daß
Excesse stattfinden. Das energische Vorgehen der
Behörde verbürgt die Sicherheit der Einwohner. In
Karbitz war eine Versammlung, an der über tausend
Arbeiter theilnahmen, und eine ihre Forderungen
estsetzende Resolution faßten. Mit Stöcken bewaff⸗
nete Weiber durchziehen die Stadt, die auf Schicht
Arbeitenden an der Arbeit hindernd; nur im Brüxer
Segengottesschachte wird noch gearbeitet. Die dor⸗
sigen Arbeiter wiesen die Agitatoren auf das Ent⸗
chiedenste zurück und arbeiten unker dem Schutz
»es Militärs weiter. Die Folge des Strikes bei
zen betreffenden Bahnen ist ein Betriebsausfall von
2000 bis 6000 Gulden per Tag.
Paris, 29. April. Der „Agence Havas“
vird aus Oran gemeldet: Zwei Compagnien der
Fremdenlegion unter dem Commandanten Castriass
sᷣcortirten die topographische Recognoscirungs⸗Ab⸗
heilung mit zweitägigem Lebensmittel⸗Transport.
Bei Tigri wourden dieselben von 6000 von Frauen
egleiteten Fußgängern und 1800 Reitern ange⸗
Jriffen, kämpften heldenmüthig und tödteten mehrere
jundert Angreifer. Sie behaupteten das Kampffeld,
nußten aber, da die Begleitungs-Mannschaften ge⸗
lohen, den Transport zurücklassen. Der Verlust
zetrug 37 Todte und 30 Verwundete.
Der „Nordd. Allg, Zig.“ wird aus Paris
geschrieben: Frankreich hat auch seinen Skobelew,
»en bekannten General Gallifet, den Freund Gam⸗
hettas. Gallifet erzählte bei einem großen Diner,
daß der Botschafter Fürst Hohenlohe bestrebt sei,
Freycinet zur Unterzeichnung eines Verirages zu
dewegen, durch welchen Deutschland Frankreich sei⸗
nen Territorialbestand in Europa und Afrika ga—
rantiren wolle, wogegen Frankreich sich verpflichten
nüsse, den Effektivbestand seines Heeres zu ber⸗
ringern und mit keiner anderen Großmacht eine
Allianz abzuschließen. Gallifet will diese Mit—
heilung von Gambetta erhalten haben, der nach
der Korrespondenz darauf hinarbeite. das Kabinei
Freycinet zu diskreditiren.
London, 29. April. Heute wurde in Don⸗
raster ein junger Mann, Namens PYoung verhaftet,
velcher angeschuldigt ist, einen Brief an die Koͤnigin
zeschrieben und darin ihr Leben bedroht zu haben.
Joung wurde nach London gebracht und vor den
Kichter geführt, welcher die Sache auf acht Tage
ertagte. Der Brief enthielt: Angeschuldigter sei
rischer katholischer Priester und verlange 2000 Lstr.
damit fünfzig Arbeiter seiner Gemeinde nach Amerika
nuswandern könnten, sonst würden sich dieselben
zerbinden und die Königin tödten. Der Angeklagte
st in Wirklichkeit ein Eisenbahn-Bureauarbeiter bei
Doncaster. (Frankf. Journ.)
Krönung des Czaren.) Ueber die Krönung
ʒes Czaren ist bis jetzt trotz aller von Zeit zu Zeü
arüber verbreiteten Nachrichten noch nichts bestimmt
und unter den jetzigen Verhältnissen soll kaum
daran zu denken sein, daß fie stattsindet; trotzdem
neldet eine Petersburger Depesche, einer außeror⸗
entlichen Adelsversammlung des Petersburger Gou⸗
hernements hat der Adelsmarschall bereits eine Vor⸗
age über die Feierlichkeiten gemacht, die gelegentlich
der Krönung zu veranstalten wären.
dateinschule hier durch Herrn geistlichen Rath Dahl
uus Speyer die Religionsprüfung der katholischen
Schüler statt.
* St. Ingbert, 1. Mai. Gestern Nach—
mittag war das vermeintliche Römergrab
auf sechs Eichen von Leuten von hier und Schnapp⸗
bach förmlich umlagert. Wir sagen das vermeint⸗
liche Römergrab; denn bis jetzt läßt sich nach den
Ausgrabungen nicht bestimmen, welchem Zwecke der
ainterirdische Bau diente.
ISchnappbach, 30. April. Heute Nach—
mittag fand in Sulzbach unter dem Vorsizze des
igl. Superintendenten aus St. Arnual die Wahl
eines protest. Hilfsgeistlichen für Sulzbach, neben
Pfarrer König von da statt. Gewählt wurde
mit Einstimmigeit Pfarrer Wagner aus Herrchen.
Es hatte fich nur dieser eine Geistliche gemeldet.
ô Blieskastel, 29. April. In Weben—
deim sind kürzlich wieder zwei Familien ausge⸗
vandert, um jenseits des Ozeans ihr Glück zu suchen.
Möge ihnen bescheert werden, was sie dort zu finden
Jlauben. — Die Einweihung der „Prinz Lud—
vigs⸗Allee“ in Wolfersheim (siehe Nr.
78 ds. Bl.) wird, wie ich vernehme, am Pfingst⸗
nontag nächsthin stattfinden. Die Gemeinde trifft
zereits in umfassender Weise Vorbereitung hierzu,
ind wird auch voraussichtlich ein zahlreicher Besuch
von Auswärtis nicht fehlen.
— Der Beginn der pfälzischen Schwur—
zerichtsverhandlungen für das II. Quartal
882 wurde auf Montag, den 12. Juni festgesetzt,
um Vorsitzenden Oberlandesgerichtsrath Wolff, zu
»essen Stellvertreter Landgerichtsdirektor Herfeldt
ꝛrnannt.
— Das allgemeine pfälzische Missionsfest wird
im 7. Juni in Zweibrücken abgehalten. Fest⸗
zrediger ist Missionsinspektor Prätorius aus Basel.
— Kaiserslautern, 28. April. Gestern
raf die erste Locomotive für die Lauterthalbahn
in; dieselbe soll baldigst Verwendung für Material⸗
ahrten am Badeweiher finden. (Ksrsl. 3.)
— Speyer, 29. April. Die Abhaltung der
für Sonntag vorgesehenen Volksversammlung, in
welcher die sozialdemokratischen Agitatoren Grillen⸗
herger und Dreesbach gegen das Tabakmonopol
prechen sollter, wurde von der zuständischeu Be⸗—
hörde auf Grund des Socialistengesetzes verboten.
(Sp. 3.)
Deutsches Reich.
München, 29. April. Der Landtag wurde
eute Mittag 1 Uhr durch den Prinzen Luitpold
eschlossen. Der Landtagsabschied enthält keinen
plitischen Passus; nur bezüglich des Gesetzentwurfs
iber die Casernenbauten wird die Ablehnung des
heeres halber lebhaft bedauert.
Das mit dem bayer. Landtag vereinbarte
zudget für die laufende Finanzperiode bilancirt
n Einnahmen und Ausgaben mit je 228,705,333
M. brutto per Jahr; im Entwurf des Budgets
waren dieselben auf je 231,089,885 M., danach
im 23384,552 M. höher veranschlagt worden.
Nach dem Voranschlag für 1882/83 ist die
Stärke des bayerischen Heeres folgende: 2211
Ifiziere, 6366 Unteroffiziere, 90 Zahlmeisterad⸗
piranten. 1855 Spielleute (611 Unteroffiziere und
44 Gemeine), 40,256 Gefreite und Gemeine, 794
dazarethgehilfen resp. Sanitätstruppen, 1169 Oe—
onomiehandwerker, in Summa 50,224. Dazu
ommen noch 203 Militärärzte, 92 Zahlmeister,
48 Veterinäre, 77 Büchsenmacher, 10 Sattler.
Die Zahl der Pferde beträgt 8855.
Berlin, 29. April. (JZolltarifgesetzgebung.)
Dem Reichstage ist nunmehr der Entwurf eines
Gesetzes betr. die Abänderung des Zolltarifgesetzes
vom 15. Juli 1879 zugegangen. Die beigegebene
Begründung erstreckt sich, ohne allgemeine Princi⸗
hien zu berühren, nur auf die einzelnen Positionen.
Das Stärkeverhältniß der einzelnen Fraktionen
es Reichstags ist augenblicklich (unter Berück
ichtigung der vier erloschenen Mandate) folgendes:
Deutscheonservative 48, Deutsche Reichspartei 26
Lentrum 96, Welfen 9, Polen 18, Na—
ionallieberale 45, Secessionisten 47, Fortschritts⸗
artei 59, Volkspartei 8, Sozialdemokraten 12,
Wilde“ 25, darunter 15 Elsaß⸗Lothringer.
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rür Freigesprochene) Die Fortschrittspartei hat
einen Gesetzentwurf im Reichstag eingebracht,
dem Art. 413 des Strafgesetzbuches folgendes Alinea
uzufügen: Ist in Folge der Neuaufnahme des Ver⸗
ahtens auf Grund 8 299 Nr. 5 eine Freisprechung
rfolgt, so ist dem Verurtheilten für die Strafhast
owie die sonstigen Nachtheile, die er erlitten, aus
ꝛer Staatskasse eine Entschädigung zu leisten. Der
—X darauf ist unzulässig, wenn der Verur⸗
heilte durch sein Verhalten doder absichtlich seine
berurtheilung herbeigesührt hat. Die Höhe der
kntschädigung bestimmt der Richter unter Wuͤrbigung
illet Umstände nach seinem Ermessen. Ferner soll
em 8 499 der Zusatz gegeben werden, daß dem Frei—
esprochenen oder außer Verfolgung gesetzten Ange—⸗
chuldigten auf seinen Antrag für die Untersuch⸗
ingshaft und die erlittenen —Nachtheile aus der
Staatstasse Entschadigung zuerkannt werden kann.
Unfallgesetz.) Dem Bundesrath ist jehz
der Rest der Rotive zum Unfaligeseh zugegangen,
Dentschrift soll noch foigen. Das Inkrafi⸗
reten des Gesetzes soll einer laiserlichen Verordnung
vrbehalten bleiben Da die Zwangsdersicherung
ust in Kraft treten kann, wenn die Gefahrenklassen
— und die Betriebsverbände organisirt sind,
neeer Zeiwunkt hierfür im Voraus nicht zu
Vermischtes.
F Wie aus Frankfurt a. M. mitgetheilt
vird, sind für die Gläubiger der Patent⸗ und
Musterschutz⸗Ausstellung noch nicht volle 50 pCt.
vorhanden, die indeß zusammengebracht werden
ürften. Sind sie erlangt, so wird eine Gläubiger⸗
dersammlung zusammenberufen, und einer friedlichen
rösung steht dann wohl Nichts mehr entgegen.
F In Frankfurt fand vor dem Landgericht
Berhandlung in der Klage des verkrachten „Hilfs-
dereins für Gewerbtreibende“ gegen die Vorstands—
mitglieder desselben, von denen eine Entschädigung
im Betrag von 700,000 M. verlangt wird, stati.
Der Gerichtshof erklärte schließlich, daß zur Fort⸗
etzung der Verhandlung eventuell zur Verlündigung
der Entscheidung Termin auf Montiag den 22.
Mai, stattfinden solle. (Fr. 3.)
F Ludwigsburg, 30. April. Die Ge⸗—
nahlin des Thronfolgers, Prinzessin Wil—⸗
Jelm von Württemberg, ist heute früh 672
Ihr gestorben.
F Zu Reutlingen ist am 25. April der
Ausland.
Wien, 30. April. Fürst Alexander von
Lokale und pfälzische Nachrichten.
* St. Inabert,. 1. Mai. Heuite fand in der