Full text: St. Ingberter Anzeiger

m de Siubbe drin und da hatte ick denn die Be⸗ 
scheerung. — Präs.: Haben Sie den Angellagten 
nva zuerst angegriffen? — Zeuge: Aber ooch nich 
ne Idee. — Präs.: Haben Sie nach dem Schlage 
sehr geblutet? — Zeuge: Ick sah aus, als wenn 
ck eben Wurschtsuppe gelkocht hätte. Det Blut 
pritzte bis an de Dece, wo ja voch det aärztliche 
Attest da is, daß ick jenäht werden mußte un daß 
meine Nase vierzehn Tage lang ausjesehn hat wie 
n Löthkolben. — Durch die Zeugenaussagen und 
namenilich durch die Bekundung des doppelt um⸗ 
worbenen Fräulein Henschel, die noch nicht recht 
zu wissen schien, wem sie ihre Gunst eigentlich zu⸗ 
wenden sollte, wurde die Darstellung des Zeugen 
im Allgemeinen bestätigt und der Gerichtshof ver⸗ 
urtheilte deßhalb den Angeklagten zu sechs Wochen 
Gefangniß. Derselbe war darob sehr ungehalten 
und gab wiederholt die bündige Versicherung ab, 
daß er „nu aber keen Frauenzimmer mehr ankielt.“ 
Von den an der russischen Grenze 
herrschenden Zuständen entwirft die „Thorner Pr.“ 
in eigenthümliches Bild. So wurde vor Kurzem 
in der Nacht bei dem Gute Maciejewo ein russischer 
Grenzsoldat von zwei preußischen Grenzbeamten 
dabei ertappt, als er aus Polen 61 Kilogr. Roggen 
nach Preußen schmuggelte. Er wurde festgenommen, 
aber am nächsten Morgen durch Zahlung der De— 
fraudationsstrafe seitens seiner Vorgesetzten bei dem 
Zollamte ausgelöst und entlassen. — In der ver⸗ 
Jangenen Woche ging früh Morgens ein Schmugg⸗ 
ler mit einem großen Pack Kleiderstoffe auf dem 
Wege von der preußischen Grenze nach Sluszewo 
in Polen. Als er vorsichtig einen Hügel erstiegen 
hatte, sieht er einen russischen Grenzwächter vor 
sich, welcher — Mohrrüben aus einem Acker nimmt. 
Er ruft den Soldaten barsch an. der die Flucht 
ergreift, ohne umzusehen. Das wollte der Schmugg⸗ 
ler, der nun unangefochten mit seiner Waare nach 
Sluszewo zog. Recht gewissenhafte Beamte das! 
4 Wien, 4. August. Die Gräfin Anna 
von Meran, Wittwwe des Erzherzogs Johann, 
darb heute früh in ihrem Geburtshause in Aufsee 
z2 Jahre alt. (Die Graäfin Anna von WMeran 
und Freiin von Brandofen hatte sich 1827 mit 
dem Erzherzog Johann, späteren Reichsverweser von 
Deuischland, vermählt. Anna Plochel — dies der 
Maädchenname der Graͤfin — war die Tochter des 
Postmeisters von Aussee. Erzherzog Johann starb 
schon 1859 und hinterließ aus seiner morganatischen 
Ehe einen Sohn, Franz Grafen von Meran und 
Freiherrn von Brandofen, geboren 1839, der Mit⸗ 
slied des österreichischen Herrenhauses wurde). 
Marseille, 4. August. Die Cholera⸗ 
Fpidemie herrscht vollstandig. Heute zählt man 
ichtundachtzig Todte. 
Neuerdings macht durch die Tagespresse die 
Nachricht die Runde, man suche nach den Erben 
einer in England mit Hinterlassung eines Ver⸗ 
mögens von fabelhafter Höhe verstorbenen Frau 
Rosa Levy, geb. Weil. Diese Notiz konnte 
nicht verfehlen, bei den in Deutschland und Amerika 
ahlreichen Trägern der genannten Namen lebhafte 
doffnungen zu erweden, und hat schon jetzt eine 
steihe von Personen zu erheblichen Geldopfern für 
Beschaffung von Stammbäumen, Anstellung von 
krmittelungen und dergleichen mehr veranlaßt, an⸗ 
cheinend auch bereits zu betrügerischen Manipula⸗ 
ionen die Handhabe geboten. Dem gegenüber wird 
2s, wie die „Nordd. Allg. Ztg.“ offiziös ausführt, 
gjenügen, darauf hinzuweisen, daß die seitens des 
aiseriichen Generalkonsulats in London, auf Grund 
nehrfacher in dieser Angelegenheit an dasselbe ge⸗ 
richteter Anfragen, angestellten Ermittelungen völlig 
erfolglos geblieben sind. Es kann daher keinem 
Zweifel unterliegen, daß es sich auch im vorliegen⸗ 
ʒen Falle um eine der bekannten, in Wirklichkeit 
zar nicht vorhandenen englischen Millionenerbschaften 
jandelt. 
4 neber das räthselhafte Verschwinden deuischer 
Finwanderer meldet ein Telegramm aus Daven⸗ 
wort (Staat Jowa) vom 19. Juli die folgenden 
cinzelheiten: Auf räthselhafte Weise ist die Spur 
‚on sechs deutschen Einwanderern verloren gegangen. 
Für die Auffindung derselben ist von dem vor 8 
Nonaten aus Schleswig⸗Holstein hier eingewan⸗ 
erten Christian⸗Paulsen eine Belohnung von 200 
Dollar geboten worden. Paulsen kaufte fich in der 
stähe von hier eine Farm, und es gefiel ihm so 
zut, daß er vor sechs Wochen seiner Braut, Niko⸗ 
ina Wacker, schrieb, sie möge sofort zu ihm kommen. 
Die Braut machte sich auch unverzüglich auf den 
Weg. Mit ihr kamen Peter Behrens, Johann 
Junge, Anna Roß, Anna Hansen, Marie Haß und 
Nargarethe Ellessen, sämmtlich junge Leute. Ende 
zuni landeten dieselben in Newyork, wo sie Fahr⸗ 
karten nach Davenport kauften. Am Montag des 
2. Juli kamen sie in Chicago an, und zwar 
der Pitisburg und Fort Wayne Bahn. gen 
Bahnhofe engagirten sie Kutschen, um nach 
Bahnhofe der Rock Island-Bahn zu fahren 
welcher sie die Reise nach Davenport sohiset 
hatten. Behrens bestieg eine Kutsche, Jung — 
den funf Mädchen eine andere. Behrens an 
den Rod Island⸗Bahnhof, aber von seinen ad 
gefaͤhrten war nichts zu sehen. Er wartete eine 
geraume Weile, und als sie auch dann nicht ain 
trafen, trieb er sich in den Straßen herum, * 
ie zu suchen. Am Abend setzte er, ohne dieselben 
zefunden zu haben, allein die Reise nach Daden 
port fort, wo er auch wohlbehalten ankam. E 
iuchte sofort Paulsen auf und erzählte ihm du 
räthselhaften Vorfall. Paulsen wartete eine Wohe 
in der Hoffnung, daß die Vermißten doch noch auf. 
auchen würden. Als sie aber auch dann mi 
samen, sandte er einen der englischen Sprache maq 
tigen Bekannten nach Chicago, um dort nach den 
Vermißten, die sämmtlich kein Englisch verslehm 
zu forschen, und die Polizei von ihrem Verschwin— 
den in Kenntniß zu setzen. Bis jetzt ist es noch 
nicht gelungen, eine Spur von denselben zu finden 
Marktberichte. — 
e Ensheim, 6. Augnst. (Viktualienmarkt.) VButter 
ver 3/3 Kilo 1M. 15 Pf., Eier per Dutzend 70 9 
Zraui 15—20 Pf. per Kopf, Kartoffeln per Kilo3 Mi. — g 
Zweibrücken, 6. August. (Fruchtmittelpreis und Vij 
ualienmartt.) Weizen 8 M. 50 Pf. Korn 7 M. 48 J 
Derste zweircihige dO M. — Pf., vierreihige O M. — *. 
Spelz 6 M. — pPf., Spelzlern — M. — Pji., Dine 
— Mi. — Pf. Mischfrucht 7 M. 50 Pf., Hafer 6 9 
94 Pf. Erbsen O M. — Pfj, Wicden 0M. — P 
Heu 3 M. — Pf. Stroh JQual. 2 M. 40 Pf., I. Qual 
J M. 80 Pf., Kartoffeln ß3 M— Pf., Weißbrod I/, gill 
50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kile 
75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual 
80 pf., I. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Psf. Hammel⸗ 
fleisch 60 Pf, Schweinefleisch 80 Pf., Wein J Liter 8o vf. 
Bier J Liter 24 Pf., Butter 2/3 Kilogr. O M. 98 vj. 
Homburg, 5. August. (Fruchtmittelpreis und Viktus⸗ 
enmarkt.) Weizen O M. — Pij., Korn 7 M. Mgyj. 
Spelzlern — M. — Pf. Spelz O M. — FPf., Gerh 
dreihige O M. — Pf. Gerste, 4reihige O M. — Pj, 
dafer 7 M. 92 pf. Mischfrucht 0 M. — Pf., Erbsen 
— M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf. Bohnen 0M 
— Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 
532 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch — 9. 
Rindfleisch 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 9f. 
Schweinefleisch 530 Pf, Butter 1 Pfund 0 M. 9d pi. 
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