Full text: St. Ingberter Anzeiger

die Brauerei in Zweibrücken von Herrn Direktor 
Philipp Jakoby geleitet wird. Das Inventar der 
»on Herrn Seitz erworbenen Koönig'schen Brauerei 
geht an die neue Gesellschaft über, während die 
Bebäude und der Grundbesitz Herrn Seitz ver⸗ 
hleiben, ebenso wie die von diesem in letzterer Zeit 
erworbenen Wirthschaften. 
— Pirmasens, 17. Dez. (Anfall.) 
Gestern Morgen um dreeiviertel 7 Uhr hatte die 
b7jährige Wittwe Katharina Kalkenbrenner, Haus 
hälterin bei Herrn Fabrikant Heinrich Preißer, das 
dedauerliche Unglück, auf der Treppe auszugleiten 
und mehrere Stufen hinabzustürzen. Dabei zog sich 
die alte Frau einen Schenkelbruch und eine Arm- 
berletzung zu, welche ihre Verbringung in's Kranken⸗ 
haus nötig machten. wo sie sich jetzt in einem wenig 
hoffnungsvollen Zustand befindet. — (Unthat.) 
An der Straße zwischen Staffelhof und Petersberg 
vurden in einer der letzten Nächte von ruchloser 
Hand etwa 50 Bäumchen abgebrochen. Der Thäter 
ist noch unentdeckt. 
— Pirmasens, 17. Der Vogelschutz⸗ 
und Geflügelzucht-Vecrein dahier veranstaltet 
am Sonntag, den 12. Januar 1889, im A. Koch' 
schen Saale eine Geflügel-Ausstellung. 
(Ztg) 
— Bergzabern, 15. Dez. Der Verwal⸗ 
zungsausschuß der hiesigen Töchterschule beschloß, 
mit Beginn des nächsten Schuljahres (1. Mai 1889) 
eine zweite Lehrerin anzustellen. 
— Neustadt, 17. Dez. Das gestrige Woh l⸗ 
thätigkeits Concert zum Besten armer 
Schulkinder, das im großen Saale des Saalbaues 
tattfand, erfreute sich eines sehr zahlreichen Be— 
sjuchs. Wie die N. B. Zig, hört, ergab das 
Toncert mit einer vorgenommenen Sammlung 
300 Mk. 
— Neustadt, 17. Dez. Gestern Morgen 
um 11 Uhr beginnend, fand dahier im Gasthaus 
„Zur Postmühle“ die jährliche Generalversammlung 
des Pferdezuchtvereins der Pfalz statt. Das Wesent⸗ 
lichste, welches beschlossen wurde, war die Gründung 
ines Fohlenhofes in Kandel, die Bewilligung der 
Mittel zur Herstellung und Unterhaltung der Ver⸗ 
eins⸗Zeitschrift und die Genehmigung des Rechen⸗ 
jchaftsberichtes pro 1887, sowie des Voranschlages 
pro 1889. Die Subbentionirung einer Schmiede 
auf dem Eichelscheiderhofe, sowie die Abhaltung der 
jährlichen Verloosungen bei Gelegenheit der General- 
dersammlungen wurden ebenfalls beschlossen. Die 
Abhaltung eines Pferde und Fohlenmarktes in Rohr⸗ 
ach(Bez. Bergzabern) wurde gutgeheißen, nachdem be⸗ 
reits im Herbstlin Winden bei Gelegenheit einer dort 
abgehaltenen Bezirksversammlung diese Angelegenheit 
zum Beschluß erhoben worden. Unter anderen An— 
rägen minderwerthiger Natur wurden noch 2 
angenommen, betr. die Sicherheit auf den Distrikts⸗ 
straßen, welche Anträge durch eine Deputation der 
kgl. Kreisregierung zur Genehmigung überbracht 
verden sollen. Der Verein, welcher nahezu 1100 
Mitglieder zahlt, hat sich die rationelle Durchführung 
der Pferdezucht zum Ziele gesetzt und erfreut sich 
des Entgegenkommens der Regierung, obwohl der 
Landrath der Pfalz in seinen jüngsten Sißungen 
die Mittel zu genanntem Zweck bedeutend ge— 
schmälert hat. Man war der Ansicht, daß ein⸗ 
Jjeimisches gutes Zuchtmaterial zu erwerben und 
mit Genehmigung des Vereins und unter besonde⸗ 
ren Bedingungen abzugeben sei. Zu diesem Zwecke 
wurde eine Pfälzer Stute „Prima“ nach der 
Generalversammlung zur Versteigerung gebracht; 
die gebotene Kaufsumme wurde kaum zur Hälfte 
erreicht und in Folge dessen „Prima“ wieder nach 
Zweibrücken zurückgebracht. Die Versammlung 
endete mit einem Festessen. 
— Neustadt, 17. Dez. In der vergangenen 
Nacht wurde bei Herrn Metzgermeister L. Weil in 
der Kellereistraße in dessen Rauchkammer einge— 
brochen und eine Anzahl von Würsten und sonst⸗ 
gen wohlschmeckenden Fleischwaaren entwendet. 
Die Gendarmerie, welche im Lause des heutigen 
Vormittages die Untersuchung energisch aufnahm, 
soll nach der Nst. Z. dem Diebe auf der Spur 
ein. 
— Musßbach, 14. Dez. Vor Kurzem hat 
sich in unserem Kriegervein eine Gesangsab— 
theilung gebildet, die unter der Leitung des Herrn 
dehrer Rust, des langjährigen Dirigenten des 
hiesigen Gesangvereins, an den Samstag Abenden, 
yorerst die zweistimmigen Soldatenlieder des Lieder 
kranzes von Lüttzel einübt und recht schöne Er— 
folge verspricht. wie jetzt schon wahrzunehmen ist. 
zisher hat sich der Verein haupisächlich mit der 
Anterstützung seiner Mitglieder und deren Ange⸗ 
yörigen in Krankheits- und bei Todesfällen befaßt 
und hierin ganz hervorragendes geleistet; dies soll 
aatürlich auch ferner so bleiben, allein es muß doch 
auch dafür gesorgt werden, daß der Verein bei 
einen seltenen Vergnügungen und Zusammenkünften 
ꝛinen passenden Unterhalfungsstoff hat. und einen 
choöneren gibt es wohl nicht leicht, als so ein kern⸗ 
eutsches Lied. (Nst. Ztg. 
— Speyer. Die kgl. Regierung der Pfalz. 
Forstabteilung, gibt soeben die Wert bestimm⸗ 
ungstabelle der verschiedenen Forstproduk— 
e (ausschließlich Fabrikations- und Transport⸗ 
'osten) bekannt, welche für den Zeitabs hnitt von 
1889 bis inkl. 1891 in Berechnung zukommen 
aben. 
— Forst. Ein seltener Wintergaft⸗ 
Von den jangen Störchen die auf dem 
dause des Herrn Werle ihre Geburtsstätte hatten, 
derunglückte einer auf seinem ersten Ausfluge, wo⸗ 
zei ihm auch noch die Flügel gestutzt wurden. Mit 
dem Fliegen war es jetzt natürlich vorbei. Langbein, 
jon seinem Hausherrn in Pflege genommen, schien 
ich in dem Hofe recht gut zu gefallen. Anfangs 
lugust brachte er es bis zu einem Fluge in sein 
Geburtshaus“. Aber seine Eltern verstießen den 
Anglücklichen und pickten ihn zur „Thüre“ hinaus. 
zur weiten Herbsiwanderung nicht befähigt, mußte 
zer Aermste wohl oder übel mit unserem Klima 
ürlieb nehmen. „Friedrich“, so ist jetzt sein Name, 
ühlt sich recht wohl bei Brod, Kartoffeln mit 
Zauermilch ⁊c.; selbst vor Fleisch und Wurst schreckt 
er nicht zurück. Wollen wir sehen, wie es „Fried⸗ 
rich“ noch weiter ergeht! 
— Wachenheim, 16. Dez. Gestern ver- 
inglückte dahier der Zimmermeister Christian Werner 
eim Niederlegen alter Gebäulichkeiten des Herrn 
Dr. Bürklin durch einen Sturz auf den Kopf so 
chwer, daß er in Folge dieses Falles heute Morgen 
derschied. Der Verstorbene hinterläßt eine kränkliche 
Frau und 3 unversorgte Kinder. Auch war er 
die einzige Stütze eines alten Schwiegervaters. 
Ldetzterer hat überhaupt nicht viele glückliche Tage 
sesehen. Seine Frau war ihm 20 Jahre krank. 
don seinen 3 Kindern starb ihm ein Sohn als 
zdiot im Krankenhaus zu Frankenthal. Ein 
S„ohn machte den Feldzug von 1870 mit und 
ählte nach Beendigung desselben zu den Vermißten. 
In dem verunglückten Schwiegersohn wurde ihm 
iun noch der letzte Trost in seinem hohen Alter 
jeraubt. Allüberall bekundet sich daher das tiefste 
Mitleid für die unglückliche Familie. 
— Ludwigshafen, 17. Dez. Herrn 
seichstagsabgeordneten Kommerzienrath Dr. Karl 
Flemm dahier wurde vom Großherzog von 
Baden das Ritterkreuz J. Klasse mit Eichenlaub 
yerliehen. 
— Ludwigshafen, 17. Dez. Von Seiten 
nehrerer hiesigen protestantischen Einwohner erging 
ekanntlich vorige Woche eine Einladung an die 
rotestantischen Glaubensgenossen zu einer Versamm⸗ 
ung auf gestern, Sonntag Nachmittag in den 
zartensaal des Gesellschaftshauses. Die Herren 
vonsistorialraih Risch und Professor Gümbel aus 
5peyer beehrten die Versammlung durch ihren Be⸗ 
uch, und traten in längeren Reden für die beab— 
chtigte Grüundung von Sammelstellen in den 
-tädten der Pfalz sewie auch für die nicht allein 
anz Deutschland, sondern auch England, Oester- 
eich, Rußland ꝛc. ꝛ⁊c. berührende Lawinen-Collekte 
ebhaft ein. An der sich anschließenden Debatte be—⸗ 
heiligten sich die Herren Apotheker Dr. Bernbeck, 
direktionsrath Becker, Pfarrer Bickes und Bürger⸗ 
neister Kutterer, welche mit der von Speher er⸗ 
jJangenen Anregung sympathisirlten. Mit der Samm⸗ 
ung dahier soll sobald als möglich begonnen werden. 
—XR einstimmig gefaßtem Beschluß der Versamm⸗ 
lung sollen diejenigen Herren, welche die Einladung 
zu derselben unterzeichnet, nächsten Dienstag Abend 
'm selben Lokale zusammentreten, sich als provi⸗ 
orisches Komitee kenstituiren und darnach das 
Weitere veranlassen. (G. A.) 
— Von der Generalversammlung der Aktlionäre 
der Aktienbrauerei Frankenthal wurde der 
heschluß gefaßt, das Anwesen um den Preis von 
60,000 Mark an die Metznersche Brauereigesell- 
daft zu überlassen. 
— In der Sitzung des Gewerbevereins 
dirchheimbosanden am 18. dss Mis. be— 
ichtete nach der Npf. B. Herr Beckmann über das 
Ergebniß derZeichnenschule daselbst. Dieselbe wurde am 
2. NRovembet 1887 mit 26 Schuͤlern erztzh 
Zahl auf 40 *241 in der en *. 
Wintersaison habe sich die Einrichtung aut n 
und die Eroͤffnung von zwei Cursen als nor 
rwiesen. Das letzte Wintersemester habe wenr 
—A heute 44 ue 
ieser bedeutenden Schülerzahl habe sich d deh 
vendigkeit der Einstellung einer weiteren ann 
rwiesen und sei es gelungen, hierfut Hern du 
lohe zu gewinnen. Dies —XXX —* 
neue Kosten, doch sei hierfür ein Zuschuß de zn 
in Aussicht gestellt. Der Erfolg der Schul⸗ 
iei ein guter. n 
Vermischtes. 
f Neunkirchen, 16. Dez. Geste 
wagte sich der 12jährige Sohn * nn n 
in eine Stelle des zugefrorenen Henerahee 
vo einige Quellen munden, um Schilfrohr zu 9— 
als er einbrach und zweimal unterging, diß 
der 15jährige Barbierlehrling Ph. Jung —— 
sam und eine Stange zuschob, an der xX 
zrstere dann wieder herausarbeiten konnte Da 
kalte Bad hat glücklicherweise keine nachteilien 
Folgen gehabt, es wird aber dem Vorwitzigen wohl 
ꝛine Warnung bleiben. — Ein Bergmann, wie 
agte, von Schwalbach kommend, der mil einem 
dollegen zu Grube Heinitz die Arbeilt getausch 
jaben wollte, mietete sich auf der Scheib als sKos 
zänger ein, schlief daselbst eine Nacht, ging obe 
im andern Morgen fort, um angeblich seine Kie 
ingsfiücke zuholen. Später stellte sich herau 
zaß er einem andern Kostgänger, der in demjelhe 
zimmer schlief, Sackuhr, seidenes Halstuch un 
hdortemonnaie mit Geld gestohlen. — Das Con 
ert, welches gestern Abend der ebang. Kirchenchui 
m Kramb'schen Saale zum Besten der Bekleidung 
armer Kinder an Weihnachten gab, erfreute J 
ebhaftem Veifalls und ergab gegen 50 M. u 
kintrittsgeld. (S. Bl.⸗3) 
St. Johann, 17. Dez. In der hiefigen 
vangelischen Pfarekirche fand gesiem 
Abend 5 Uhr eine Bescheerung der Kinder, welche 
die sog. Sonntagsschule besuchen, statt. An dem 
Altar war ein geschmückter grüner Tannenbaum 
aufgestellt, der im hellen Glanze der Kerzenlichtet 
trahlte. Nach dem Gesange einiger Lieder und 
)em Hersagen von Sprüchen wurde die Weihnacht- 
geschichte vorgetragen. Herr Oberpfarrer Ilse hiel 
zine innige Ansprache; ein gemeinschaftlicher Ge— 
'ang schloß sich derselben an. Die glüdhseligen 
dinder empfingen sodann ihre Geschenke. Nach 
iner kurzen Ansprache des Herrn Oberpfarrer Ise 
vurden die Beschenkten entlassen. 
Die Loge beschenkte gestern Abend in ihrem 
Vereinshause an der Gerberstraße eine Anzehl 
dinder unbemittelter Eltern von St. Johann und 
-„aarbrücken; die Gaben bestanden in Kleidungs⸗ 
tücken, Badwaaren und Obsi. 
.St. Johann, 17. Dez. Der Hafen an 
der Malstatter Kohlenhalde ist zugefroren; täglich 
vird morgens ein Theil des Eises durch Schiffer 
jeseitigt, um fur die Schiffe einen Durchgang her⸗ 
ustellen; der Kohlenversandt per Schiff war dem 
St. J.S. A. zufolge in der letzten Zeit ein seht 
hedeutender; die großen Mengen Kohlen, die an 
er Halde lagerten, sind verladen, nach Ankunft der 
Züge auf der Malstatter Halbinsel werden die 
dohlen jetzt sofort an der Sturzmauer von den 
Baggons in die Schiffe geladen. 
Saarbrücken. Augenblicllich ist man 
‚amit beschäftigt, in der hiesigen jüngst restaurirten 
udwigskuͤrche eine Heizung mittelf 
8as einzurichten. Die Lieferung der betr. Gat 
fen, sowie die Ausführung der nötigen Leitung 
st dem Installations Geschäft H. Labbé in St 
johann uͤbertragen. Die Heizanlage soll schon bis 
Beihnachten fertig sein. 
FMalsiatBurbach, 17. Dez. In Ver⸗ 
indung mit den Bürgermeistereien unserer Rach— 
atstädse Saarbrücken und St. Johann hat der 
jiesige Magistrat den in Anbetracht seines edlen 
Zweckes nachahmenswerthen Beschluß gefaßt, mittels 
Anzeigen ia den betr. Zeitungen ihre Eingesessenen 
zu ersuchen, von jetzt ab von der Darbringung 
von Glückwünschen durch Neujahrskarten abzusehen. 
ind damit zugleich die Bitte derbindend, an deten 
Stelle Neüjahrswunschenthebungskar— 
en zum Preise von 1 Mark zu lösen. Diese 
rarten sind auf der hiefigen Stadtkasse zu ban 
ind werden sowohl den Namen der — 
ehmer als auch die eingegangenen Beträge, welch