,en. Bei dieser Gelegenheit fand man im Geabe eine
derne Uht. Dem Grabwächter wurde von seinen Vor⸗
ssetten gestattet. dieselbe zu behalten. Selbstredend
agi die Uhr die Spuren ihres langen Liegens
n der Erde. Die Zahl derselben ist 8,024, und
un Dedel ist mit den Buchstaben P. P. 8., Über
nem Anker befindlich, versehen. Diese Angaben
ragen vielleicht, dazu bei. den Namen ihres früheren
hesigers zu ermitteln für dessen Angehörige die
uͤhr gewiß ein lostbares Andenken sein würde.
Ein Fleiver in Sutzl hat solgendes
plakat in Reimen in seinem Laden zur Beherzig
mng seiner Kundschaft angebrach:
Dchsen, Kälber, Hammel, Schweine.
haben Glieder und Gebeine,
derum muß auch beim Fleischverwiegen,
Jeder einen Knochen kriegen.
pKAKoln. Die Antisklaverei⸗Bewegung hat
ereus eine eigenthümliche Industrie gezeigt. Zwei
düsseldorfer Maler, die Herren M. Seyppel und
Jakobus Leisten. ziehen mit sechs, das Sklaven⸗
darstellenden lebenden Bildern in jene Stadte.,
do ein Kolonialverein besteht, um dort zum Besten
xr auf Unterdrüdung der Sklavenjagden in Afrika
erichteten Bestrebungen Vorstellungen zu geben.
die Dekorationen und Kostüme bringen die Herren
nit, für alles Andere, Lokal, Mitwirkende, Musik,
hesang. Annoncen und für das zahlende Publi⸗
um muß der betr. Verein sorgen, welcher dafür
e Halfle der Einnahme erhält. Die hier stattge⸗
jabte erste Vorstellung ergab einen Bruttobetrag
jon M. 4000.
pSolingen, 24. Dez. Von der italieni⸗
chen Regierung ist ein Auftrag von 60,000 Klingen
Infanterie · Seitengewehre) hierher gelangt. Die⸗
Aben massen innerhalb eines Jahres geliefert
verden. Weitere bedeutende Aufträge der italieni⸗
schen Regierung sollen noch in Aussicht stehen.
Wesel. Das Schöffen gericht hat die vor
niger Zeit durch die Presse gelaufene Frage:
Ist das Krähen eines Hahnes während
— Larm zu bestrafen“,
raniwortet. Die Polizeibehörde hat einen hiesigen
zurger wegen „Erregung von Larm und Ungebühr“
n Sirafe genommen, weil durch das Krähen eines
hahnes jenes Mannes eine Familie im Schlafe
jestört worden war. Das Schöffengericht erkannte
iuf Freisprechung und der Hahn kann nun wieder
sine Summe nach Herzenslust erschallen lassen.
p In einer Erfurter Chronik vom Jahre
586 lesen wir: „Die Weiber haben von Welsch-
and herübergekommene kleine sammtne Hütlein,
nicht zu bedecken das Haupt, sondern so klein, daß
—XVV Kopfes bedecken,
md sehen aus, als wenn die Weiber Aepfel auf
ie Kopfe setzten: das ist ein Hut. Und dann die
lufplusterung (Aufpolsterung) des Theiles an dero
dörper, so Gott zum Hinsetzen darauf allein ge⸗
jeben. Der Weiber Hoffahrt hilft aber den Män⸗-
jern übel Haus halten und bringt sie an den Bet⸗
elstab.“
RangeuUnterschiede. Eine schlichte
zurgersfrau wurde in einem Berliner Modewaaren⸗
heschaft gnädige Frau“ angeredet, und als sie
jegen diese Titulatur aus Bescheidenheit protestirte,
röffnete ihr der sie bedienende Commis Folgendes:
stach Insttuktion des Prinzipals wird jedes er-
vachsene weibliche Wesen, welches mit Hut im
zokal erscheint, „gnädige Frau“ titulirt, ohne Hut
Madame“ und diejenigen, welche ohne Kopfbeded -
ang kommen, werden „Frauchen“ angeredet
Hamburg, 28. Dez. Noch ist die Unter⸗
uchung gegen den Morder Dauth nicht beendet
ind schon wird unsere Stadt durch eine neue
chreckliche Blutthat in Aufregung versetzt. Eine
m Zeughausmarkt gelegene Wirthschaft wurde um
2 Ühr vom Kellnet geschlossen; derselbe nahm
ie Tageskasse an fich und schickte sich an, die
rreppe hinaufzugehen, wobei er an der Kellerthür
oruber mußle. Hier erhielt er plötzlich einen
irchtbaren Schlag auf den Hinterkopf, dem bald
in zweiter auf die Schlafe folgte. Blutüberströmt
rach er zusammen, hatte jedoch noch Kraft genug,
nie Treppe ein Stück sich hinaufzuschleppen und
urch sein Stöhnen den Oberkellner zu wecken;
nieser eilte mit einem Lichte herbei, und während
rzu seinem Schrecken den Genossen in seinem
Zlute liegend fand, hörte er nur noch, wie die
)austhür zugeschlagen wurde. Er stürzte hinunter,
ermochte von dem Thäter jedoch keine Spur mehr
u entdecken. Inzwischen kamen mehrere Polizisten
ind die Hausbewohner hinzu. Man fand am
khatort einen schweren Zuckerhammer, mit welchem
ie Schläge geführt worden waten, und den Beutel
ntt dem Cassenbestande, den der Verbrecher in der
file im Stich gelassen. Sehr bald wurde mit
iller Bestimmtheit festgestellt, daß derselbe ein ge-
visser Heinrich Heidelmaun ist, der, im Jahre
869 in Bergedorf geboren, vor kurzem noch in
der betreffenden Wirtschaft als Hausknecht angestellt
var. Der unglückliche Kellner wurde schwer, wahr⸗
cheinlich iodtuͤch verletzt, ins Hospital gebracht.
FVon denSchlachtfeldernhei König—
rsatz. In Oesterreich hat sich ein Ausschuß ge⸗
ildei, welcher sich die Aufgabe gestell hat, über
zen baulichen Zustand der auf dem Schlachtfelde
„on Koniggräß bestehenden Denkmale für die
866 gefallenen Kameraden den betr. Truppen-
orpern zu berichten und die Erhallungsarbeiten
u überwachen. Derselbe nennt sich „Komits zur
xFrhaltung der auf dem Schlachtfelde von Köͤnig-
rrätz besiehenden Denkmale“ und hat seinen be—
ändigen Sitz in Cerekvitz bei Horic in Böhmen.
bmann desselben ist Johann Steinsky, k. k.
auptmann des Landwehr ; Ruhestandes.
7 CGEin billiges Berguul gen.), Von
er ersten Keise Kaiser Franz Josef's durch Ungarn
rzaͤhlt die „Neue Freie Preffe“ solgende Anekdote:
der damalige Bürgermeister von Pest, der außer⸗
rdentlich unbeliebt war, hatte in einer Berathung
iber die Empfangsfeierlichkeiten den Vetsammelten
ahegelegt, über eine „Odation“ schlüssig zu werden.
ie 1) den Kaiser überraschen, 2) nicht viel kosten
ind 8) auch dem Volke ein Vergnügen bereiten
ollte. Nächsten Tages erhielt der Bürgermeister
inen artigen Brief, in welchem der Schreiber ans⸗
ührt, er erlaube sich nach reiflicher Ueberlegung
en Vorschlag zu machen, den sehr geehrten Herrn
zürgermeister vor dem zu Ehren des Herrschers
rrichteten Triumphbogen aufzuknüpfen, das würde
) den Kaiser sehr überraschen, 2) nicht viel kosten
ind 83) dem Volke auch ein ungeheures Vecgnügen
ereiten.
Gen A
An Hölzern den Zeitpunkt ihret
fällung zu erken nen. Beim Ankauf des
holzes fur Hauten c. wäre es für den Käufer oft
on großem Nutzen, wenn et den Zeiwpunkt, an
em dölzer gefällt sind, zu erkennen vermöchte. da
r sich dann leichter vor Schaden bewahren koͤnnte.
denn der Zeitpunkt der Fallung übt einen großen
zinfluß auf die Dauerhaftigkeit derselben aus, was
hei der Verwendung derselben zu Bauten die
auptbedingung ist. Das Gebälke von Baͤumen,
delche im Safte gefällt wurden, wird haäufiger von
Fäuiniß ergriffen als jenes, welches von Winter⸗
aͤllungen herrührt. Bis jetzt kannte man kein
Zerfahren, um den Zeitpunkt der Fällung zu er⸗
ennen. Dies kann aber erreicht werden, wenn
nan die Abzeichen der vegetabilischen Anatomie
ind Physiologie verfolgt. Das außerhalb der Saft⸗
eit in der winterlichen Ruhe gefällte Holz enthält
zämlich im Ueberfluß ein in Gestalt von Koͤrnern
n den Zellen angesammeltes Mark entweder als
narkige Strahlen oder als holziges Zellengewebe,
vogegen bei dem im Saft gefällten Holz dies nie
er Fall ist. Die Eigenschaft, welche das Mark
esitzt, unter der Einwirkung von Jod eine violette
zärbung anzunehmen, gestattet mit Leichtigkeit, sein
Zorhandensein anzugeben, und beim Eichenholz be⸗
onders, wo breite markige Streifen sich leicht mit
loßem Auge erkennen lassen, kann das Vorhan⸗
ensein von Mark in dem Holze sogar ohne Wei⸗
eres wahrgenommen werden. Wenn man eine
Zuerschnitiflache von im Winter gefälltem Holze
i einer Jodidsung behandelt, so sieht man die
narkigen Strahlen in Gestalt dunkler, fast tinten⸗
arbiger Lmien erscheinen, welche sich auf dem durch
ie Färbung mit Jod verursachten gelben Unter-
runde von Holzfasera, Zellen und Geweben her⸗
‚orheben. Nichts ähnliches zeigt sich dagegen bei
inem im Safte gehauenen Holze; die ganze Schnitt⸗
läche färbt sich gleichmätzig gelb und die markigen
Ztrahlen unterscheiden sich von dem übrigen Theile
iur durch ihre ein wenig blässere Färbugg. Dieses
infachen und leicht anzuwendenden Mittels kann
ich jeder Käufer bedienen, dem beim Einkauf un
auerhaftem, irocknem Holze gelegen ist.
enstesnach richten.
Der geprufte Rechtspraktikant Amtsanwalt K. August
Dehlert in Kusel wurde auf Ansuchen in gleicher Eigen⸗
chaft an das Amtsgericht Kaiserslautern und der geprufte
dechtspraktikant Amisanwalt Chr. Berdel in Wolfstein auf
nsuchen in gleicher Eigenschaft an das Amtsaeicht Kusel,
dieser unter gleichzeitiger Uebertragung der Geschaäfte des
Anilsanwalls am AÄmtsgerichte Landstuhl, versetzt.
Der Assistent an der Landwirtschaftsschule Lichtenhof,
gindel aus Speyer, wurde zum Reallehrer in Kronach er⸗
dannt und die protestantische Pfarrstelle Bosenbach dem
dandidaten Lenz in Weisenheim verliehen.
VBeginnend mit dem 1. Januar 1889 werden die Ober⸗
orster bezw Titular⸗Forstmeister; Ish. Schäfer zu Neu⸗
ausel. B. Zahn zu Hoheneden, Ph. Hopfner zu Ramsen,
. Gumbel zu Dahn, W. Höpffner zu Eppenbrunn, Rob.
Fischof zu Waldmohr, Andr. Abell zu Wolfstein, G.
dessert zu Kriegsfeld, Herm. Gumbel zu Trippstadt, zu
forstmeistern besördert.
Eriedigt fur Militäranwärter im Bezirk
des 2. Armeckorps: die dritte Bezirksamtsschreibersstelle
a Begirksamn zZweitbrücen; 720 WMark Gehalt
uns 51 Ne. Zulage; dann die Gefängnißwärters⸗ uud
Amtsgerichs dienersgehilfenstelle beim kgl. Amlsgerichte Bad
Zissingen; 540 Mt. Gehalt und kleine Nebenbezüge,
freie heizbare Wohnung.
ESe. a jesat der Kaiser haben im Ramen des
Reiches allergnädigst geruht: den RKeichsanwalt bei dem
Reichsgericht Stengle in zu Leipzig. zum Reichsge⸗
ichtsrath, sowie den k. bayer. Ersten Staatsanwalt am
dandgericht Munchen II, Dr. Sippmann au Munchen⸗
um Reichsanwalt zu erneunen.
Familiennachrichten.
Gestorben in Saarbtücken Nigolaus Beder,
39 3. 6., in Irheim Margaretha Mayer, Wittwe,
37 3. a. in Neustadt Karl Wisser, in Lud-
vigshafen Wendelin Hengrich, 46 J. a., in
Frankenthal Abraham Schatz, 37 J. a., in Kaisers⸗
autern Fr. Maria Lenz geb. Wildt, 62 J. a.
.Reueite Nachrichten.
Berlin, 27. Dez. Der Staatsminister v.
BZötticher hat sich gestern nach Friedrich s⸗
ruh begeben, von wo er heute Abend zurüdkehrt.
Die “Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt heute: Wer in
Deuischland ein richtiges Verstandniß für die poli-
ijche Situation habe, koͤnne nur wünschen. daß
ie Curse sichmit Rußland über die streitigen
„olnischen Gebiete dauernd v.erständige. Es koͤnne
vohl richtig sein, daß der Beginn des günstigen
Fortganges der Verhandlungen Rußlands mit dem
hapsie mit der Anwesenheit Kaiser Wil⸗
helms in Rom zusammenfalle.
Rom, 27. Dez. In Messina und Jago⸗
Regro wurde ein heftiger Erdstoß verspürt, in
—— besonders
Jeftig. Es wurde keinerlei Schaden angerichtet.
Rew HYork, 26. Dez. Ein fürchter⸗
iches Sqchiffsunglüc hat fich am Tage vor
Weihnachten auf dem Mississippi bei Plaquemines
St. Louisiana) zugetragen. Der Dampfer „John
hanna“, mit Baumwolle beladen, gerieth bei einer
Handbank in Brand. Die Rettungsboote fingen
Feuer, ehe man sie in's Wasser lassen konnte.
Furchibare Szenen spielten sich an Bord ab; viele
dersonen wurden durch die Hitze ohnmaͤchtig und
ind buchstäblich geröstet worden. Andere sprangen,
zurch die Flammen bedrängt, über Bord und sind
rtrunker. Nur einige, darunter der Kapitän und
er Steuermann, relteten sich durch Schwimmen
in das Ufer; die letzteren zwei wurden wahnsinnig
ind sind in Raserei einige Stunden ppater gestor⸗
Fen.“ Die Gesammtzahl der Todten beträgt 75.
Diese Katastrophe ist die schrecklichste, welche sich bis
cyt auf dem Missisüippi exeignet hat hö·—
Vrotestantischer Gottesdienst
Sonntag den 30. Dezember 1888. 10 Uhr
»ormittags. Text: Apostelgesch. 21, 8 — 14;
died: 8831.
Nachm. 2 uhr Christenlehre
Te be iiworttich F. X. Demes.
Für den Arbeiter und die Arbeiterin, werpy
ich das tägliche Brod durch ihrer Hände Arbeit verdienen
nüssen, sind Storungen der Gesundheit von großem Nachteil,
ind fie müssen daher angstlich bedacht sein, dieselben zu ver⸗
süten und wenn sie sich einstellen, sofort zu belampfen Ein
Mittel nun, das bei den Arbeitern wegen feines billigen
zreises (die täglichen Kosten betragen nur 85 Pfenige) dabei
ngenehmer, sicherer Wirkung fast allgemein als Hausmittel
ringaug gefunden hat, sind die Apotheker Rich. Brandt's
Schwe izerpillen. Dieselben sind in den Apotheken à. 1M.
ie Schaͤchtel erhaͤltlich und haben sich in all den Fällen,
vo sich in Folge einer gestörten Verdauung und Ernährung,
MRudigkeit der Glieder, Unlust. Mangel an Appetit, Schwindel⸗
infälle, Verstopfung mit Vitagendruden eic, etc. eingestellt
sat, als ein vorzügliches Hausmittel seit 10 Jahren bewährt,
Nan verlange aber stets unter besonderer Beachtung des
gornamens Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen,
a viele tuuschend ahnliche und mit gleichem Namen ver⸗
chene Pillen verkauft werden. Halte man daran fest, daß
Ze echte Schachtel als Etiquette ein weißes Kreuz in rohhem
eld hat und die Bezeichnung Aptheker Rich. Brandt's
hweizerpillen trägt. Alle anders aussehenden Schachteln
nd zurückzuweisen.
Dieser Nummer unseres Blattes
iegt das illustrirte Sonntagsblatt
Gute Geister“ Nr. 39 bei.