die Thuͤre verschlossen war, lonnte das Kind nicht
zus dem Zimmer. So ohne Hilfe verbrannte das
seind am ganzen Korper, ehe die Leute hinzu
tamen und es nach dem Hospital Bonsecours ver ⸗
zrachten. An dem Anfkommen des Kindes wird
gezweifelt.
pAus dem Elsaß. Daß das sog. Jäger-
arein unter Umständen auch gefährlich, wenigstens
rostsptelig werden kann, davon weiß die „Th. 3.“
joigende Geschichte, über welche hierorts viel gelach!
wird, zu berichten. In einer Wirthschaft sitzen,
Jachdem des Tages Last und Muhen beendet,
nehrere dem edlen Jagdsport fröhnende Bürger
ind urterhalten sich bei einem Glase Straßburger
Zier über die heutigen schlechten Jagdzustände.
stur einer lobt den Erfolg seiner Jagdzüge. „Am
Mittwoch Abend“, erzählte er, „habe ich an dem
ind dem Orte einen Hasen geschossen, am Donners⸗
ag habe ich an demselben Orte einem das Lichl
usgeblasen und gestern habe ich den dritten von
zerselben Stelle in die Stadt gebracht.“ Allgemeine
Berwunderung und ftarker Zweifel. „Es ist meiner
Seel' wahr!“ bestätigte unser Jäger. Unter den
Zuhbrern befand sich auch der Octroidirektor. Da
zJuch ihm dieses Jagdglück ein wenig wunderbar
„orlommt, sieht er anderen Tages die Liste der
vetreffenden Octroistelle durch und findet, daß von
ꝛen drei geschossenen Hasen nur einer eingetragen
ind besteuert ist, ganz naturgemäß, weil nur einer
geschossen und hereingebracht ist. Seiner Pflicht
jemäß erstattete er Anzeige und unser glücklicher
Fäger soll nun für die beiden nicht geschossenen
dasen je 40 Mtk. Strafe für die Octroi⸗Hinter⸗
siehung bezahlen.
Merzig. Gleich, nachdem der Beschluß
zjefaßt worden, daß die Vorarbeiten zur Hoch⸗
waldbahn in Angriff genommen werden sollten,
wird auch schon damit begonnen. Dieser Tagt
st ein ganzer Waggon Meßinstrumente und Uten
filien hier angekommen und haben die eingetroffenen
Beamten bereits ihre Thätigkeit begonnen.
fMeisenheim. Auf die an den Reichs—
ags⸗Abgeordneten Freiherrn von Stumm nach
»em „A. Anz.“ gerichtete Anfrage betreffs des
Standes der Glanthalbahnfrage raf die
Antwort ein, der Staatsvertrag zwischen Bahyern
ind Preußen sei bis jetzt noch nicht endgültig ab—
jeschlossen, und es sei daher fraglich, ob die Ange⸗
jegenheit in dem nächstjährigen Landtage noch zur
Vorlage kommme. Preußen hätte gilitärischerseits
den Antrag auf Weiterbau von Meisenheim
nach Lauferecken gestellt, dem aber Bayern nicht
entgegenkam. In der Lage, wie angedeutet, gelte
3 vor allem, den Plan Staudernheim⸗Meisenheim
m Auge zu behalten. Es wäre jetzt die Aufgab⸗
der Gemeinden des unteren Glanthals, Zuschüsse
für diesen Plan zu zeichnen, auf dessen Genehmig—⸗
ung in erster Linie Aussicht sei. Tie preußische Re—
gierung sei einer Glanthalbahn geneigt. Im Falle
jun die Angelegenheit wiederum Aufschub erleide,
o könne solcher nur der bayerischen Regierung zu—
geschoben werden.
F Nürnberg. Der Magistrat beschloß einen
Zuschuß von 1000 Mark für das Kaiser Frie d⸗
cich⸗Denkmal bei Wörth.
FBlutvergiftung. Das Scheuern mit
Anwendung von Oleum hat in Berlin ein
Opfer gefordert. Die bei einer Familie in der
Alexanderstraße bedienstete Anna K. hatte am
Sonntag die Kupfersachen in der Küche mit dieser
gesährlichen Flüssigkeit gescheuert. Gleich darauf schwoll
zer K. der rechte Arm unter furchtbarsten Schmer—
zen an, so daß der zu Rathe gezogene Arzt die
schleunigste Ueberführung des Mädchens nach einem
Krankenhause anordnete. Wenige Stunden nach
hrer Einlieferung daselbst hat man dem Dienst⸗
nädchen den Arm abnehmen müssen, da die Blut—
dergiftung bereits so weit vorgeschritten war, daß
aur die sofortige Amputation noch Rettung bringen
konnte. Die Unglückliche hatte am Mittelfinger
der rechten Hand einen Nietnagel sich abgerissen,
n die unbedeutende Hautwunde war das Oleum
jedrungen und hatte die von so schrecklichen Folgen
yegleitete Blutvergiftung herbeigeführt.
Eine Tochter des Herrn Eiffel
n Parris, welche während der Ausst llung mit
arer Schwester, Frau Salles, den fürstlichen Be—
uchern des Eiff lthurmes die Honneurs machte,
sat sich mit dem Gesandischaftsseltetär und Attaché
yes Ministeriums des Aeußern, Herrn Camille
Ziecioni, verlobt, Die 19jährige Braut hat also
uren Bräutigam in den höchsten Regionen ge—
iunden und wird ihm schon in vier Wochen die
Hand zum ewigen Bunde reichen.
FStiller Kongreß. Vor einigen Tagen
hielten in Paris zweihundert Taubstumme eine
Iffentliche Versammlung ab. Man beschloß, den
100jährigen Todestag des Abbé de l'Epée am 28,
Dez. in großartiger Weise zu feiern. Ein Mitglied
stellte den Antrag, von der Kammer zu verlangen,
daß die Reste des Abbéé de l'Epée nach dem
Pantheon überführt werden. Der Vorschlag wurde
mit großer Begeisterung aufgenommen. Alle Arme
erhoben sich, die Hände beschrieben rasche Ziczack⸗
bewegungen in der Luft und die Finger bewegten
sich mit überraschender Geschwindigkeit.
F Wien, 9. Dez. In Krakau und Lob⸗
zow sind in den Kasernen einige Influenza—
fällle vorgekommen, auch hier im Allgemeinen
srankenhaus dreizehn Fälle. Es herrscht Besorg—
niß, daß die Epidemie hier stäcker auftreten könnte.
FHerr Gladstone durfte gegenwärtig wohl
der bestbezahlte Journalist sein. Er erhält von
der amerikanischen Zeitschrift „‚Ninethenth⸗Centur⸗.“
in der er des oͤfteren Beiträge publiziert, für
einen 1500 Worte nicht übersteigenden Artikel
ein Honorar von 200 Mk., oder pro Wort etwa
1,40 Mk.
F Ueber eine Influenza-Epidemie,
die gegenwärtig in St. Petersburg herrscht,
berichten die „Wiener Medizinischen Blätter“ auf
Brund der Mittheilungen der „Petersburger Medi—
inisch n Wochenschrift'. Die zur Zeit in Peters—
burg herrschende Jufluenza-Epidemie hut in wenig
Wochen eine Ausdehnung und Hefftigkeit erreicht,
wie sie von der j tzigen Generation noch nicht erleb⸗
worden ist. Nachdem in der letzten Okloberwoche
die ersten Fälle konstatiert worden waren, die schon
manche Vorläufer gehabt haben mögen, entwickelte
ich die Epidewie in den ersten Tagen des Aovem⸗—
der bei ungewöhnlich warmer, feuchter, nebeliger
Witterung und vorherrschenden Westwinden mit
ingeheuerer Schnelligkeit zuerst, so viel bekannt, im
Stadttheil Wassili Ostrow und Kolomna und ver—
zreitete sich rasch über die ganze Stadt. Bald
varen alle Hospitäler überfüllt. Wir glauben nach
Allem, was wir in Erfahrung gebracht haben, an⸗
ehmen zu können, daß ein Drittel oder gar die
Halfte aller Einwohner Petersburgs bereits von
zer Epidemie heimgesucht worden ist. Dieselbe
„reitete sich mit gleicher Stärke über alle Klassen
der Bebvölkerung aus, die höchsten wie die niedrigsten,
offenbar völlig unabhängig von den hygienischen
hedingungen, unter denen die Betroffenen lebten
Es giebt wenige Familien, in denen nicht ein oder
mehrere Influenza-Kranke waren oder sind. Der
Anierricht in den Schulen geräth ins Stocken, weil
in manchen derselben 25 bis 50 Prozent der
Schüler und Lehrer fehlen. Einzelne Fabriken
mußten zeitweilig geschlossen werden, andere setzen
die Arbeit nur mühsam fort, weil die Hälfte der
Arbeitskräfte fehlt. Die Militär⸗Hospitäler sind
Aberfüllt, die Ktanken müssen schließlich aus Raum
mangel in den Kasernen liegen bleiben. Die Ent⸗
tehung der Epidemie ist vielleicht mit dem längere
deit hindurch niedrig gewesenen Wasserstand in
usammenkang zu bringen.
Dienstesnachrichten.
Kathol. Kulhtus. Der Superior des Diöcesan⸗
Waisenhauses in Landstuhl Otto Bach wurde zum
bischöflichen geistlichen Rathe, der Adminisirator
der Pfarrei Kirrweiler G. Hörner in gleicher
Figenschaft nach Lingenfeld ernannt und der
Administrator J. Lebon in Hordach als solcher
ür die Pfarrei Maßweiler angewiesen.
Der Polizeirat der Palizeidirektion zu München
Fresbeck wurde zum Bezirksamtmann in Speyer
rnannt. Der Bauomtsassessor Kahm in Kaisers—
autern wurde auf sein Ansuchen an das Bauamt
jach München versetzt. Ferner wurde der Bauamts-
issistent Böhring zu Kempten zum Assssor an
»as Bauamt Kaiserslautern ernannt.
Der Präsideut des kgl. Osderlandesgerichts
Zweibrücken Herr v. Kieffer, wurde auf
ein Ansuchen vom 1. Januar künftigen
zahres ab in den Ruhestand versetzt; demselhen das
domkurkreuz zum Verdienstorden der bay'r. Krone
»erliehen, in Anerkennung seiner langjährigen, in
Treue geleisteten vorzüglichen Dienste, und an dissen
Stelle Herr Senaispfäsident v. Zoeller zum
Dberlandesgerichtsprasidenten ernannt.
Der geprüite Rechtepraktikant Thomas von
Kaiserslautern wurde an die kzl. Regierung
der Pfalz, Kammer des Innern einberufen.
Pfalz. Eisenbahnen. Aufgenommen
vurden: der Techniker Franz Weber von Winn⸗
weiler als Bahnmeisterkandidat beim Ingenieurbe⸗
ziirk Kaiserslautern II und der geprüfte Bahndienst⸗
idspirant Friedrich Göppel von Medhlingen als
Diätar bei der Kontrolle. — Versetzt wurden:
Diätar Ernst Kieffer von der Kontrolle zur Güter⸗
xpedition Kaiserslautern, die als G päck⸗Erpedien⸗
en verwendeten Assistenten Karl Klee von Kaisers⸗
autern nach Neustadt und Ludwig Sturm von
Neustadt nach Kaiserslautern, beide auf Ansuchen;
Assistent Karl Briam von Frankenthal und Diätar
Alois Laux von der Kontrolle zur Haupikasse;
die Diätare Ludwig Keller von der Haupitasse
zur Güterexpedition Frankenthal, Jalob Klaus
don der Kontrolle zur. Gütere xpedition Ludwigs-
hafen, Karl Friedrtich Umbehr von Bruchmühl—⸗
hach zur Güterexpedition Kaiserslautern und Otto
Schneider von letzterer zur Station Bruchmühl ⸗
bdach; Schaffner Michäel Gimmy von NMustadt
nach Landau. — Ausgetreten ist Brückenmeister
Michael Pülz in Speyer. — Die Funktionen des
Brückenmeisters in Speyer wurden dem Brücken⸗
meisterafsistenten Ludwig Spatz uad jene des
Brückenmeisterassistenten dem bisherigen Bauaufseher
VYeichael Rienecker übertragen
nachrichten.
Gestornen: in Homdurg, Johann Gummel,
67 J. a.; in Kaiserslauiern Konrad Schöffler;
in Frankelbach Katharina Jung, geb., Theisinger,
39 J. a.
egrer tscher Schifssbericht
der „Red Star Linie“ Anwwerpen.
Der Postdampfer „Nederland“ der „Red Star
Linie,“ ir Antwerpen, ist laut Telegramm am
6. Dezember wohlbehalten in Philadelphia
angekommen.
Neueste Nachrichten.
Worms, 9. Dez. Bei seiner Ankunft in
Rosengorten empfing gestern der Kaiser eine
Arbeiter-Deputation allein im Fürsten—
zimmer. Nach der „Irkf. Zig.“ überreichte
Schlosser Weigel eine Adresse mit den Worten:
.Ew. Majestät geruhen das Zeichen der ehr⸗
furchtsvollen Dankbarkeit der getreuen Arbeiter
der Stadt Worms in dieser Adresse huldvoll ent⸗
gegen zu nehmen.“ Der Kaiser antwortete: „Ich
diite den Arbeitern meinen herzlichen Dank zu
sagen. Die Begrüßung der Arbeiter hat Mir
hesondere Freude gemacht. Ich weiß, daß die
Arbeiter von Worms stets treu ihre Pflicht ge—
han haben, ohne sich beirren zu lassen ducch
Finflüsterungen von anderer Seite. Ich hoffe,
daß Ihr auch in Zulkunft dies thun werdet.“
Diesen Satz hat der Kaiser wiederholt.“
Frankfurt a. M., 9. Dez. Fünf Mi—⸗
auten nach i Uhr traf der kaiserliche Sonderzug
in dem festlich geschmückten Hauptbahnhof ein. Die
auf dem Perron aufgestellte Ehren Kompagni?
präsentirte, die Musik intonirte die Nationalhymne.
Das in Folge der wiederholten Absperrungsmaß⸗
regelp nur wenig zahlreich versammelte Publikum
brach in Hochrusen aus. Nach dem Vorbeimarsch
der Ehrentompagnie, bestieg der Kaiser, welcher
die hessisch. Generalsuniform unter dem —A
manlel'trug, die bereitstehende Hofequipaze und fuhr
iodann, von einer Husarenschwadron eskortirt,
iach dem Triumphbogen, woselest der Kaiser vom
Oderbürgermeistet Dr. Miquel Namens der alten
Zaiserstadt willlommen geheißen wurde. Von den
Zinnen der Ehrenpforte ertönten Fanfaren und
don sämmtilichen Kirchen erschallte Glockengeläute.
In Hen Straßen stand unter den Spalier bildenden
Bexcaͤnen und Schulen ein vielköpfiges Pudlikum,
welches den Monarchen ehrerbietigst begrüßte. Als
sich der Kaiser gegen 3 Uhr nach dem Hafen be—s
gab, drängte sich beim Verlassen der Post ein
Mann im Arbeiterkittel an den kaiserlichen Wagen
heran und warf anscheinend eine Bittschrift in den—
selben; der Betriffende wurde sofort arrelirt.
(Pf. K.)
Für die R.daktion verantwortlich: F. X. Demeß.
Schwarze Seidenstosse von 95 Pige.
bis 18 65 p. Ptet. — glatt, gestreift u. gemunert
(ca. 180 versch Qual.) — vers-roben u. suück⸗
weise porto⸗ und zollfcei das Fadril⸗Dépõ: G.
Henneberg EK. u. K. Hofli) Zürich.
Muster umgehend. Bricfe kosten 20 Mi Vorio.