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190 ichnait —» iti ilitisthtn — Urestitd sat te —DV——
l 1L 7 —3——— 7533 αα— 44 9* Se. Faeet te
der s 17 Ixaberteß Ahz di g chaünt sinem Unlerhallungsblatle erscheint wochentlůch breinialun Dien taͤg Vonners ffag
und Samstag. Abounemeniahreiz pierkeljaͤhrig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3.Krzr. die dreispaltige Zeilt Vhothchrift bdet deren

31. i cu Raum berechnet. 53 11 — ⸗

Nro. 2.* ,7) . 2049 Donnerstag, den 3. Januate α TDen —— 4867.

—X

e . iet 27 —— nd 61* 4 24—3 —
1.Bestellungen Auf den St. Jugberter in sehl sodalin ber Fotftgehilfe Waldemar“ Wolf gu Kulmbach, zwn
seiger“ für das 1. Quartal 1867 werden fortiwäh⸗ hie in Vahm, Forstamts —
rend bei allen k. Postämtern, sowie in der Expe— rh rin he 27. Dezen Der Allg F Ichteiht man
ditipu d. Blattes Augenommen. nente noee von hiey 8 beborstchende Rast der Prinzen Wishelmnnach

— — ain n den aeig gon —
. ο Deutschlaudann curnd donuss not A — ußg Feiel seinz sechzigihtgen Militdt. Jubi,
n chen 30 Dete Din Ennenmung des, Fürsten, Hohent uins daizubringen, wirde me Verhending gebraͤcht mit. erneuten
— —— —
der Fürst hat gestern und heuter sich min don un dermaligen Stauts zieten. Waͤhrscheinlich erhalt die Vermuthung besonders dadurch,
ministern ins Benehmengejetzt: und,aenmien ich / vonugutexe Hand ar⸗ daß sußz ur dent Gefolge des Prin en ein hoheret ——
ahredie möthige Verständigung. überinneren umd ämßere Verhült welcher schon setr langererZeit aug zukünftiger Muitätbevollmäche
hene aen In Bentg duf die von dem Fstcn Mohenn idter auk Betliner Hof bezeichnet pird und horerst alß In Ur-
bhenga befolgende-Politil hört auan? / daßt defsen Programm Asich guth. befindlich·. in Berlin herbleiben soll, um die dortigen milie
i don dem semnes Vorgangers, michtender. wenigstenss nicht S zu lernen. So. wenig Aus⸗
wvefentuch umerjcheideti Bermuthlich hate derselbe bei mäherer Prün sicht für gen Abschluß einer Militarcondention gegenwärtig auch
sung gefanden,dah die (vomn dem Vandton vor und uach dem urleg oorhanden sein miag, sbeswäre ine solche den jüngeren militarischen
ebilligte) bisherige Politit den Wunschen des Landes entspricht Kreisen doch sehr erwünscht, indem man dann ein Ende der ewi⸗
Irhr. dend. Piordten hatedie Geschäte njeines? Ministeriumge moch en Schwankungen hofft. walche rint den. letzten Decennium die mi⸗
gestern Abends übergeben⸗undasie- werden-nach furzem Iutorim wohl jtärlschen Verhaltnisse Badens charalterisirten. Aund erkennen ließen,
ch vor dem, Landiog in die Hünde des, ubucmn— Staatsministers aß bald/ die pryoußische- batd die osterre ichische. balde ditufranzösig
Friegt werden. Mit einiger Sichetheit, undi ziemlich allgemein, wird cher Armer an maßgebender Stelle als Vorbild dienten, oi ο
behuuptot, daß der Stadtrichter Graf Tauffkirchen:bestimmt⸗sein g Fmiramtfau vu ZO.. Dezi. Ju einem qusGerlin an a seine⸗
dil, als Ministeriatrath ins Ministeriumdss Aeußern einzutreten! Hesigen. Freundermerichteten Briefe setzt Herr Classen Nappehnoun
Frhr! w. der Pfordtemn wird baldedit Reise- nucheun Ftaliens aui diq Gründe auseinnnderen wwelche ahn möthigen; uf je de Kandidatur
— — —— izrm mor ddentschen Parl amont i ¶wverhicht u Dien
Mürncch ein, —3b. Dez. Mie Ernuennungudeg: Fürston vou: Hof Pflichten.rwehche ihuu, seine Sitellung ala Abgeordneter inn Bexlint
henlohe zum⸗Stnatsminister'des königl. Hausesmnd dez Llermeru berets nuferlegen⸗ neutzogen ihn schon jetzt zu sehr seinnen; Geschäfe,
din Fe Jauumr ab:ist am henkigen Abend, erfolgtenerzi AuZ. Mu eneinala daßerer es Rexantwarten könneamhch cige gneue chinzuzuei
—— d n Dienstes⸗ Nachrichteunt? 19 win aanne vee tren nietn ee
sSeine! Majestͤt' dex Eoönig haben altet nädigst zu geüehmigen arehh xn ud Diltet ugleche doß n uedachtenr Wirene
geruht, daß J. xn Sleuer⸗ e eren de — ——— —V —— *
daas von Muͤnsterappet, seinem Ansuchen eutsprechend, auf dje *5 Bevlin ꝓv0. Deßz. Von Wien aus ift dis · Bemerkung · geen
erledigte Steuere und GeineindeEiunchmerei Iggekheim verseßt nht woden de, Bayern Ausficht habe hu deun Verhandlungen
ud 200 die hienach sich— erledigende! Steuert undGemein⸗ — Preußen und Oesterre ich⸗
de Einnehmerei Münsterappel dem geprüften Einnehmeren Candida⸗ * egen Abjchlußes elnts Joll⸗ nd Handelsvertrags gepflogen merden
ten undderzeitigen Gemeindeschrebber Geoͤrg Petrienin⸗ Mußbach Ven hat sich zu der Ansicht verleiten lassenBahern habe ein⸗
übertragen werde Unbr 3. vaß die! — an recht — diesem · Verhamdlusngen Theil zu nehmen, und bisher
übere eee eeeeeeeen en duch innmen hrtanter untzanolen Unterhnndlungen die Nachbar·
Philipp Lahm ?aus ehbrrn,zur Gritz inn Sippersfeld, überkragen tanten au⸗ dem Jnlverem · vei v Unergandungen mit Oester
—— S ere
Vom Ic JamoI867uun wurde Postassistent Christian von diauüch auf daß die jetigen Verhandlungen in Wien
Schuceceß von Lubwigehofen —88 Iu ge nen ediglich auf Grund des Art. 18 des Prager Friedens, also nur
— D————— wischen Preußen mnd Oesterreich geflogenaderden.q.Sollten jedoch
hafen ernannt. ol innα e Desterreich wden Bayern din Zuzirhung eines.wanerischen. Vedollon

Durch Regierungsbeschluß yehn 209. Dez. wurde das Gemein⸗ nathtigton augdrumich notrmsthene so wird Prauumen hne irgend
derathsmitglied Valentin Vluͤnin —— ene velche Gefahr · diesem· Wunsche um! soneher⸗ willsahten konnen. als

nugütt en ñ e enn!ids nst michtn unnergessenn daß⸗ dero J—
Se. Maj. der König habei A —— ——— Friedendenuch“ fut⸗
funden, unterm 24. Dez. dem ordentlichen Profeffor in der phit Bayern ach sechs M Rckunt —
—
in wohlgefalüger Anerkennung seiner vorzüglichen Listungen auf den α sanheit ener doperporn itten, von diesent vder
dem Gebiete der Wissenschaft, jJowie als —B Tuͤel und eit deed n e —— AeSmroffo
Rang eincs königlichen Hofrathes kostenfrei zu verleihen, und un⸗ eumnn 8 3 grnnhn ndehinere re
vn gihen Jan dr. Robect der dueczen —3—3

itter v. Welz zum ordentlichen Professor der Au ilkunde ju nr e e
— Fakultat g ne et nher e eee ree ider
und unterm 26. Dezember die protestantische Pfarstelse zu Mühlhejm ee nechehr 6 en 33
Decanats Frankenthal, den derzeitjgen Verweser dieser Stelle, Pfarr— eene mint innr demn Ber e — —
aintscaudidaten Wilhelmi Leweren vou Neustadk aH.zu verleihen —— pehschen herendier hwer zu taberlisten sind und daß er.

a Lhreälpessor Gerg Kan in Se — . das, was Oesterreich bei den letzten; Uutechandlungen im Berlin
neeiresge Georg. Rau in Spbeyer wonde in Ruhe⸗ — n e n bat,nux d in: Schönbrunn
r ene ru e. e Grafen Bis Zusage Da⸗
un Der igl. Forstwart Konrad Baier zu Beuleheu h — — ——— 3 —5335—
i ine pre eeteper wegege 50 hen Bepoumächtigten damalsgroße Hindernisse in den Weg legeg
an p eden X ar — aner zu Lahm.in hertetügenauf. urro BZur: Dotationsnagelegenheit ej lurz moch Folæ9
9 Zeigeuschaft. Beide ihram Anmsuchen Fntfheechend vere dendes angeflihrt— Der Gesetzentwurf ist von der Vandeshertrotung
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        xnehmigt, er ist aber sozlange noch nicht. Perfecher als er der k. tes gleichmäßig ergeben ist. Der Kaiser welcher den Prälaten allent—
Sanction entbehrt und in der Gesetzsammlung noch nicht veräffent- halben die Principien des Glaubens, der Milde und Versohnlichkeit
licht ist.“ Nun steht a vᷣ. daß jetzt erst dag Staais mn aufrechterhalten sieht, glaubt, daß dessen Gebete erhört-werden.
sterium seinen Bericht übrer den Entwurf dem Konige abgestattet Diese Gebete sind für Frankreich eine Wohlthat, für. den Kaiser
hat. So fang&amp;also die oben erwähnten Formaluufen nicht“ er⸗ hein Trost und eine Hoffnung. J
füllt sind, kann das Besetz nicht nusgeführt werden und alle Ge Enaland.
rüchte mit ihren Einzelnheiten sind verfrüht. GPf. K.) g
Wien, 31. Dez. Die „Amtsztg.“ enthält ein kaiserliches Lon domn, 28. Dez. Augenscheinlich in der Absicht, den
Handschreiben an den Kriegswinister, welches den Wehrgesehent Verdacht, politischer Motive fern zu halten- bringt der Correspon⸗
wurf billigt, jedoch,die versassungsmäßige Behandlung.vorbehält dent der „Times“ in einem Briefe aus Athen 20 Dezember eine
ind einige Aenderungen in dem bisherigen Ergämzungsgesehe des Darstellung der Aufnahme candiotischer Flüchtlinge, für die jetzt
Heeres genehmigt. Die wichtigsten Äenderungen sind: Die Ein- hier gesammelt wird, durch das englische Kriegsschiff „Assurance“.
sriftspfli ht in das Heer ist auf, drei Jahre herghoesetz. Dit, tquge Nach Schilderung der vorhergegangenen Creignisse beiß es Da
lich Befundenen der ersten drei Altersklassen su ünbeditigt einzu⸗ die tlirkischen Truppen, bevor sie Canen verließen. die Absicht· zu
reihen. Die Dienstpflicht ist auf sechs Jahre bei der Linie und auf erkennen gaben, keinen Pardon mehr zu ertheilen/ so ersuchte der
sechs Jahre beij der Reserve, wovon drei Jahre zur ersten und drei zritische Lonsul in Canea, Hr. Dickson, um den unter diesen Um⸗
Jahre zur zweifen Reserve, festgeseht. Dje Vefrelung . durch Linen standen zju erwartenden Grausamkeiten wo mbglich in etwa zuwor«
Befreiungstaxe-Erlag ist nicht eee Regelung zufommen den Commandeur der .. Affurance“, Cabita· Pymm/ nach
des Heeresergünzungswesens bleibt auch die Fesislellimg ung ge der Westküste abzugehen und Flüchtlinge, die nicht die Waffen —
setzliche Durchführung des Grundsatzes vorbehalten, Die eit hehe tragen hätten und dem Gemetzel zu entrinnen suchten, aufzunehmen
ws ist durch die Errichtung eines allgemeinen, zut Vertheidiguncg Capitän Pym kreuzte an der üsie —A
des Landes bestinmtenn Wehraufgebots auf die den Zeitverhautnif von Selinos erreichte, bemerlie er einen Mann, der Signale gab.
en entsprechende Höhe zu bringen. n e Sofort ging er an's Land, um sich von dem Stande der Dinge
Winen, 1. Jan. Sicherem Vernehmen nach . wirdeüber⸗ zu überzeugen und hörte nach den gewöhnlichen Schwierigkeiten
morgen ein kaiserliches Patent. erscheinen welcheg die sechsjahrige der Wahrheit auf den Grund zu kommen, daß die⸗ Türken dis zut
Landtags⸗ un Reichsrathsperiode schließt und NReuwahlen sür alie den ueun Dörfern van Kissamos vorgedrungen seien und die Ein⸗
nichtungarischen Provinzen des Reichs ausschreibi Die andtag⸗ wohner um ihr Leben zu retten Haus und Hof und ihr Eigen⸗
treten am 15. Februat zusammen. Die außerordenmliche Reichä thum im Stich gelassen hätten, die Männer waren größtentheils
rathsversammlung— welche am 25, Febraar zusammentritt, hat zum im Lager von Zuroa. Den Einwohnern der Dörfer von Selinos
Zweck: Die Berufung des Reichsralhs, den Ausgleich mit Ungarn; fehlte es an den nöthigsten Lebensmitteln und Schaaren Weiber
und die Constituirung detr Gesammtnionarchie, Ver ungarische und Kinder, halbtod vor Schrecken und Hunger, trafen fortwäh⸗
Landtag wird nicht vertagt. * rend ein. Die Türken standen nur neun Meilen von dem Orte,
α und wenn sie auch die Flüchtige verschont hätten, so war doch
Franukreich⸗ z vorauszusehen, daß Hunger und Kälte sie bald hinwegraffen wür—
ndn Var igsug0 Dez Alle großen Fragen der niiswärtigen den. Die Scenen bes Jammers, die der Kapitän mit ansehen
Politit ruhen montentanvollständig.“ Daher serkart sich wohl eine mußte, waren schrecklich, von allen Seiten wurde er mit Bitlen
oder die andete aufregende Nachricht. aus dunkeln: Quellemon Als umd Flehen bestürmt, wenigstens die Kinder zu retten, und er
eine solche von wenig Glaubhaftigkeit · vetrachten wir auch die konnte nicht umhin was in seinen Kräften stand, zu thun, um den
folgende: welche die Franzosischee Corresp.“bringt. Dieselbe Unglücklichen beizuspringen. Englische Seeleute warten nicht lang—
chreibt un Bon vertrauungswürdiger Seite geht uns die Anden mit einen Entschluße gewöhnlich lühm das zu thun, was ihnen
ung zu daß der Kaiset Rapoleon sich sehr ernsthaft mit der Ider der gesunde Menschenverstand als dringend noͤthig eingibt. Ohne
tage,die Souberäne . vonn. Preußen, NRußland- Oestetreich imd Zogerus schiffle Cunan Pym 8340 Fluͤchtige ein worunter 192
Italien zu⸗einem Congreß Nach Paris einzuladen, Sollte der Waber ud gy ae nant wehrlose Maͤnner waren, denn die be⸗
jelbe auch imdieser testringirten Form nicht zu Stande kommen. waffneten Griechen, die das Dorj besetzt hielten, wehrten waffenfühige
sor wünsche Napoleon III, die genannten Sonveräue während der Mäanmer deun d Boote gelangen wollten ab. Der Rest be—
Ausstellung nuche inander in Der französischen Hauptstadt zit sehem. ffand aus Kindern, Man glaubt, daß bei dem großen Mangel
— Die Ereignisse welche auf ver Insell Treta- vori sich gehen, san an Lebensinitteln, die Wegführung dieser 340 Personen den Fi
gen an, die Besorgnisjer der Presse mehr. usd mehr xege zu ma— rückgehliebenen noch für einige Tage das Leben fristen wird. UAm
machen. gu Der⸗ Anonir national“ nteint, rnea sei nicht mehr daran 12.d. verließ Cap Pon die Insel und langte daxquf in Athen
zu zweifeln, daß wir jetzt wieder vor der orientalischen Frage stehen. im, wo Niemanv hue hreüber, Jeine Ankunft ersiaunte, als der dor—
Der Alarm sagt er, ist um so hitziger, als die wahre oder falsche —I—
Sicherheit größenr warr Es ist eine gerinfügige Sache, sagte der 881n don, 31. Dez. Eiue Feuersbrunsi zerstorte den nörd⸗
„Montteur“. geringfügiger / als zichts fagte die Patrie. ganz lichen und nordwestlichen Theil und den Wasserthurm des Syhden-
und gar nichts, sagte der Constitutionnel.“ Wären die liberalen hamer Krystal⸗Palastes. Der Schaden ist großentheils versichert.
Blatter nicht gewesen, so würe die vffentliche Meinung ganz ein⸗ 7ꝑ DePane: ahr durg ——— 7 —
Vden Seit gestern aber amndert aih der Londer Remerunch —* —A —— da e des bei
Baris 31.3 Es beißte die Haiierin Fanea (Insel Candia) stationirenden Canonenbooles ergriffen wor⸗
R I — 3 heitt. de e fsren abepu den ist, die englische Regierung das Verfahren ihres Gesandten
mit ihren Reiseplänen hervor. Dier Nachrichten aus Rom lauten — 9 Cern eee
nämlich nicht so optimistisch, wie die heule im , Momleur⸗er. in Athen und pe perschiedenen Consularagenten im grichischen Ar
schienene Correspondenz.Die Nachrichten aus Spanien sind cbibel desavouirt hat
sehr ernster Natur und erregen hier nicht wenig Aufsehen. Das
Cabinet Narvaez vermeidet zwar den eigenilich absolutistischen Staats⸗
streich, den seine ultramonianen Gegner im Sinne hatten, jedoch
bleibt es auch nux der blosen Form nach auf dem Boden der Com.
stitution. Die verhafteten Deputirten gehören der Mehrzahl nach
zu den Moderado, also nach europäischem Sprachgebrauch zu den
Reactionären. Sie sind bereits größtentheiis nach den canarischen
Inseln und Portorico eingeschifft worden. General Pezuela stehi
Nardaez jetzt treulich zur Seite, da es sich um gemeinschaftlicht
Gewaltmaßregeln gegen allo auch nur, halb gemäßigten Parteien
handelt. Nach den letzten Nachrichten war Madrid ruhig, aber
Niemand vermag noch den endlichen Ausgang abzusehen.
Paris, 1. Jan. Die im „Abend-Moniteur“ enthaltene
Autwort des Kaisers an das diplomatische Corps drücki seine
Wünsche für die Stabilität der Throne und das Glück der Völ—
ler aus. Der Kaiser hofft, daß für Alle eine neue Aera des
Friedens und der Versoöhnung eintreten und daß die allgemelne
Weltausstellung dazu beitragen werde, die Leidenschaften zu beru—
higen und die allgemeinen Interessen einander naͤher zu bringen
In der Antwort des Kaisers an den Erzbischof von Paris spricht
er seine Befriedigung aus, an der Spitze des Klerus von Parie
einen Prälaten zu sehen, der den Interessen der Religion wie des Staa—

cn hiu

—1141

— Italien.

Slorenz. Die „Perseveranza“ veroͤffentlicht, als Beitrag
zur Zeitgeschichte, einige noch nicht bekannte Documente. welche
bei den schwebenden Verhandlungen gegen Admiral Persano be—
sonders interessant sind. Bekantlich hatie Lamarmora den Plan,
den Krieg mit einer combinirten Action der Land⸗ und Seearmee
zu beginnen; Garibaldi sollte ursprünglich eine wichtige Diversion
in Dalmatien oder Istrien machen. Diesen Plan vereitelte die
Behauptung des Marineministers, daß die italienische Flotte noch
nicht im Stande sei auszulaufen und etwas Bedeutendes zu un⸗
ternehhmen. Nach der Schlacht von Custozza drang Lamarmora
darauf, daß die öffentliche Meinung durch einen Erfolg zur See
beruhigt werde, und telegraphirte an Persano, welcher aber erklär⸗
te, daß er noch einige Zeit zur Rüstung bedürfe. Unterdessen war
die Flotte von Taranto nach Ancona gegangen, wo 26 Schiffe ver⸗
einigt waren. Am 30. Juni antwortet der Marineminister Larmar⸗
mora auf sein Drängen: daß es immer noch an Artilleriemaschinisien
u. s. w. für die Flotte fehle. Doch sei durch die Vereinigung derselben
in Ancona dies erreicht. daß die mangelnden Gegenstände leichter
herbeigeschafft werden könnten, daß Triest und Pola im Schach
zehalten und alle Punkte des Litiorals in wenigen Stunden zu
erreichen seien. Da aber im Arsenal von Ancona noch nicht vor⸗
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        gesorgt war, um Hayatien schnell Ausbesseyn zu lonnenj umd die Welz giach Berlin abzuberufen —
zroßen Schiffe der DOesterreicher Ichneller waren als die italieni⸗ Klang, durch Schweiß und —* auf hiesiger· Muůnze deboren and
shen, so glaublel Deprets, daßß och kurze Beit zuzuwarten sei siarben⸗ gestärkt dirrch die Hingebung eines guten Volls. stil⸗
Doch solle Lamarmora seinen Plan zu einer comhinirten Action les Beileid bitiend (denn jeder Leser wird wissen, wie werthvoll
mittheilenHierauf erwiderle Lamarmora amn e Juliheg laffe, ein Gulden“ist und wie viel werthvoller en Gulden find),
sich jetzt eine solche Action nicht ausführen, vor Allem müsse sich ersuchen wir dennochdie weitere und noch immer große Verwandi⸗
die Flotte die Beherrschung des adriatischen Meexes sichern undschafi, den vielen verstorbenen Willionen nicht zur Beerdigung fol⸗
die feindliche Flotie entweder zersthren oder ee einzelne Lane gen zu wollen, da sie so in a gd zur Erde bestattet wur⸗
dungen und Vergl·selen orlaufige Jange werthl Sdbald die den. München im Jahre des Unheils I866... Die fieftrauende
Vordereilungen vollendet seien, solle die Flotte sofort agiren. Triest Münze. Die tieftrauernde Kunst und, Wissenschaft. Die leidende
sei Jeicht anzugreifen, aber es entstehe dabei ejne ipolitische Frage Judustris, Die Landwirthschaft. Die langst schon beschäftigungslo
eeee deutsche Slagten, namentlich. Bahern Zertlart hätten sen Proletarie F, Be Die Beerdigung fand jin Berliner Münge
sie wuͤrden sich nicht in den vsterteichisch⸗ lalienischein Krieg mischein —B —— mird, später pekaunt gemacht.
en micht deutsches Bundesgebiel angegriffen werde. Am 9. Juli an Berin.“ Acz dieser Tagenam Wallner- Jheater. der Ge⸗
konnte Depretis ankündigen, daß Persano nur noch zwei Tage ver⸗ legenheitsscherz Einberufen“ in Scene ging, erregte folgende Ein⸗
saͤnge, um' sich in Bewegung sehen zu können. Aber bis zum 14 lageeinen wahrhaft ftürmischen Jubel und Applaus.
Jun kam noch imner keinx Rachricht von irgend einer Unterneh⸗ Wenn zwei Nationen sich bekriegen, J——
mung der Flaͤtte, und nach einem Ministerialrath in Ferrara un⸗ So wenden sie sich himmelam; l
ter dem Vorsitze des Königs wurde einmüthig beschlossen ʒan Per⸗ „O — hilf· uns! siegen!⸗
iano den peremtorischen, Befehl zu schicken, endlich zu handeln. Wem macht's der Vater recht alsdann?
Lamarmora schrieb sehr scharf, selbst ünter dd det Absetz⸗ Es wendet sich mit rübemBlickereet: *
ung, an Persano, daß sofort nach dem Eintreffen des „Affonda⸗ Der Gott der Lieber ab und spricht J
lore“ entweder gegen die Festungen, das Littoral oder die feind⸗ Zur Eintracht schuf ich ch zum Glucke * *
liche Flotts etwag Geeignetes unternommen werden müsse. Nach 37 Wenn ihr euch würgt so ruft mich nicht.
Erhaltung dieser — sfe Wie n. uuEin drolliges Malheur Rpassirte zeinem unserer
laufen. Er verließ Ancona. wie mehrere Officiere versichern. init Zunsienthusiasten, der in heißer/ aber wenig, beglückter Leidenschaft
den traurigsten Vorähmumgen. Der Admiral Persano ist vielleicht ur zine, oft, genannte Künstlerin erglüht ist. Im n einer achtbaren
Ser eingige Ilaliener .welchen die Niederlage von“ Lissa ziicht in Fammtie, in dereit Mitte er seit Jahren den Weinachtsabend zu⸗
Erstaunen versetzte ee h Morshikhatttntzgz Lringt. wird heuer gleichzeitig mit dem Christfeste auch die Feier
F lor enz, 81. Dez. DerTempo von Venedig laht sich der sübernen Hochzen begangen, Zu diesem Zwede soll der Weihe
aus Treviso melden. daß die, zur Ruhe mahnenden Proclamatiomen nachtsbaum, mit breiten weißen Baͤndern behaͤngt werden, an denen
nügerissen worden sind.. sonst aber die Ruhe nicht weiter gestott die Geschenle befestigt sind, und jedes Band hat außerdem eine In⸗—
wurde. Das Volt verlangt die Entfernung des Bischofs. Mehrere schrift In erhalten. Unsern Theaterenthusiast hatte als Geschent ein
Behoörden und angesehene Personlichleiten haben denselben Antrag photogcaphie⸗Album mit den Portraits aller Familienglieder ge—
at den Prafecten gestellt, dor jeinerseits von der⸗ Regierung· Ver- waͤhlt und auf das Band die Woerte stien lassen: «Der glücklichen
haltungsmaßregeln erbeten Muͤtter dreizehn geliebter Kinder.“ — Alles lag fix und fertig
rur un Uebergabe bereit in seinerWohnuug.e inige Tage vor
Weihnachten tritt die Flamme seines Herzens nach kurzer Abwesen⸗e
seit bon der Bühne in einer, Glanzrolle wiedern auf auib⸗ uner
knthuasiast bestelit selbstverständlich einen. prachtvossene Kranz und
dazu weiße Bänder; mit der Inschrift: „Der großen. Künstlerin
ihr unbekannter Vexehrer.“ Der Bediente wird beauftragt, den;
tranz beim ersten · Erscheinen der Gefeierten von der Gallerie he⸗
rab kunstgerecht auf die Bühne zu schleudern, Allez geht gut, der
stranz wird; dankend in Enpfang genommen, das Puhlikum klatscht,
der eiste All ist zu Ende. Man denke sich nun die maßlose Heiter?“
leit der Collegen und Colleginnen, als sie rauf der Schleife in riesi⸗
gen Lettern die-Worte lesen:“, Der glücklichen Mutter dreizehn ge⸗—
ebter Kinder.“ ... Der unglüchselige? Bediente hatte die Bänder
derwechselt.
Eif Tage lang lebendig begryben und doch gerettet. Man
schreibt uns aus Sachseng Im Ponitauer Pfarrhofe bei Großen⸗
hahn wurden am 8. Dez, die. Gebrüder Muschter beim Graben
ines nefen Brunnens ploößlich verschüttet. Der dritte Bruder, ein
beurlaubter Soldat, der zur Zeit der schredlichen Katastrophe nicht⸗
mit im Brunnen gewesen war, wagt sich hinunter, aber ver
mag keinen Laut, keinen Ruf, leinen Seufzer zu vernehmen. Na—
türuͤch veranstaltete er sofort Reltungsversuche, jedoch ohne Erfolg
und da selbst die reqirirten Bergleute in der Meinung, die Un⸗
glückichen seien gewiß todt, ihr kagelanges Arbeiten zum Behuf
iner noch möglichen Rettung schließlich wieder einstellten, so be—
limmie bereiis das Gerichtsamte, den Brunnen, falls die Angehö⸗
rigen die Ausgrabung der Verschüttelen nicht ansdrücklich fordern
souten, wieder zuzuschütten, zu umzäunen und mit einem Denk⸗
mal zu versehen. Darüber waren acht Tage vergangen, aber die
trostlose Mutier der Unglücklichen ruhte nicht; sie wollte ihre Kin⸗
der sehen, wenn auch todt und vielleicht auch verstummelt. Da
machten sich denn ein Maurermeister, ein anderer Brunnengraber
und mehrere Arbeiter nochmals an das Ausgraben. Die muthigen
Manner glaubten natürlich. gleichfalls, die Verschütteten nur als
Leichen zu finden, und waren daher nicht wenig erstaunt, als sie
Hhon unten die Worte hörten: „Stoßt nicht so derb!“ Von nun
an begann eine förmliche Correspondenz zwischen den Arbeitern
und den zu Rettenden, wodurch die edle Arbeit bedeutend geför⸗
dert wurde. Am 19. Dez. endlich, Abends gegen 7 Uhr, also
nach Verlauf von 11 Tagen 4 Stunden, wurden die Verschütte⸗
sen zur unbeschreiblichen Freude der anwesenden Menge zu Tage
gefördert. Welche Qualen mögen die Unglücklichen, die sich haupi⸗
sächlich von dem oben in die Tiefe des VBrunuens dringenden Re⸗
genwasser erhalten hatten, ausgestanden haben, wenn man nament⸗
uͤch bedenkt, daß sie in ihrem Grabe gar wohl gehört haben, wie
die Beraleute den Rettungsplan aufzugeben beabsichtigten!

*—

—Vermischtes.

München, 26. Dez. Die Mitglieder des Ausschusses⸗
der Turnvereine Deutschlands sind zu einer Sitzung auf den 28.
d. M. nach Eisenach berufen. Die für diesen Ausschuß erwählter
Abgeordneten der Turnvereine in Bahern find' Studienlehrer Hoff
mann in Zweibrücken und Fabrikant Stark in Nürnberg.

7 In Haßloch wurde in der Neujahrsnacht einem Gendarm
das Schulterblatt durchgehauen und eine Schnittwunde in der Hand
beigebracht. Etwa zwoͤlf Burschen, die wegen verbotenen Schie⸗
zen proiokolirt werden sollten, widersetzten sich nämlich den beider
Gendarmen, wobei jene schwere Verwundung vorfiel, die wahr
scheinlich die Dienstunfähigkeit des Verletzten zur Folge haber
wird.

fDer Chr. Pilger enthält folgende Todes-Anzeige Trot
unseres Heldenmuthes wird nur der Aufgebung eines unglücklichen
Obergenral⸗Arztes ist es zuzuschreiben, daß es laut Rathschluß
Wilhelms von „Gottes Gnaden“, Koͤnig von Preußen gefallen
hat nach kurzem Leiden — 30,000.000 Gulden — in die andere
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        EA. .....
Bekanntmachung.
Am 8. Jan“ nachsthin des ¶Morgens
von 8210 Uhr, dahier in dem“ gewöhn⸗
ichen Lotale wird die Bisitation der Hun⸗
de durch den Bezirksthierarzt vorgenommen:
zit welcher saämmtliche Hunde — mit Aus-
aahme jener, welche das Alter von drei
Monaten nicht erreicht haben und? noch
nicht aus dem Haufe gelafsen werden“—
rechtzeitig vorzusihren sind.
Wer Hunde dieser“ Visitation e
vird nach Art. 148 Ziff. 1 des Polizei⸗
trafgesetzbuches an! Geld bis zu 10 fl. ge⸗
traff. ⏑⏑ .
St. Ingbert den 2b. Dezember I1866
Kal. Polizeitonzmissariah 4
J. Krieger.n —J—
Samstag Abende nin bei
—a ⏑—. 130
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323
Bier
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gel Ferd. Oberhaufer en
Soeben beginnt oder vielmehr hat schon
»egonnen?: ung
Des Lahrer hinkenden! Boten
IIVSSFüre ui b αα Di W 53 —X
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D D r e 1 t u n ung —E 9 —VX s wer Le —
a J A A y n zndgit . —— —— ——————
Jahrgang 1867. tea Ilij von HDran Lang in 8w eibrücken
Monatlich in Heften · don 423.Wogen Ju berunnmnmt stets r v he Wolle zu edef Kaugninütt zummesch hurmi lem, IpUn dih de und⸗
dem billigen Preise von 3e Sgr. 12 J netninunacuu —D —
kr.“ Die Dorsogt kann zu gleichem Preise FZerner venibfiehtt derselbe sein voistäͤndigehz. Lager, in den besten und solidesten menh i
nuch in Wochennummern bezogen werden., ig . — 63 L,
Alle Abnehmer erhallten eiue Prämie in m, e 210 d U. x 1 u 8
Farbendruck.. n * —
e puasehrnbilligen Preisen. 1 — ι
tellu n d 8 b s 9 *. . ur — 7,59 . 8 i 2 * * — —— ια 4* n
aSetenuugen * e e Dohne A Lokal gleich über der Brüche nehen dem Goldenen Hirsch.u9

—8 Anser Lager in Choeolade bei Herrn
u— —8* S UM ιι—
Joh. Friedrieh in St. Ingbert
GG GCA. GNMLVI. . . Sů-M.
i wiedet assortirt ünd enipfehleunsolche. zur geneigten Abe
rahme. igt uen ιιν α νν ι B „ιανR Sιιν u
I ν αMNeniz im Dezember 1866338n: errrru naln »vig
if h.αοα n
mi nιp rad ais Die Compagnis Franoaiso D—
guun Anterzeichneter macht hiermitdien ergebene Anzeige; daß er sich inn hiesigen'
2 2* — 44 AA1.44114 6* 3 2x— —
Sladt als Dattlermeister üniedetgelassen ¶hat. .umd .empfiehlt sich zu Allen in
ieses Geschäft xinschlagenden; Arbeiten, untet Zusicherung prompter . und. reellet
Ausgführunige nn — —
nNnotuudut Sta Inghert 129. Dezember 1866. 13 n nueuit ni eif un n
l nus — tιν αιν p ink., zitut ,
uuu 42 uu —D————— August X n ι
— — —— — — ⸗*

—X ——— Warnung. ———
Ich ersuche hiermit Jedermann¶ mieinem
Sohne' Peter Bauer weder Getrünke auf!
Borg zu verabreichen, noch Geld zu leihen,
ndem ich für denselben nichts mehr bezahle.
Schnappbach den 29. Dez 1866. 9
Peter Bauer, Vater.“
grucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ ic. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 83. Jau.n,
Weizen 7. fl. 27 fr. Kornih 9—
gerste Lreihige; —1n fl dr.) Gerste:? 4
reihige, 6fl 6tr. Spelz Afl 846 tr
Zpeigtern fl. sr. Dinlel8 si. 80
Mischfrucht f. ir, Hafer 4fl. 4 kri,,
Erbsen ä fl.ut —A
Zartoffeln 1fl.n 1.kre, Heu 1fl. 45.ken
Stroh 1fl 24 tr. per Zentner. Weißbrod
Ap Kgr. 19 kr Kornbrod 3 Kgr. 2a ir.
itto 2 KgraAGönr., dittg i ei
Bemischtbrod, 8. Kgri, 31 krnnl Paat Weg,!
3Loth, 2kre, Rindfleisch! IleQual. 10 kr.
Quat. 15t.) Kalbfleisch 12 tx.Ham⸗
nelsleisch 14 — Schieinefleisch 16 1r,
er ‚Pfd, Wein 24 kr., Bier.6 kraper Liter,.
Buttet 28 kr. pede Pfund. 15
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— —— ——— *850
rpen m gue Bic tes aue r diech decu puulnud
Erpeditionfür ßSesturazzAnnoncen

4 p J — — — J * 5
vore ν VSler—
inFrankfurta. M. Hamburg, Wien, Berlin, Basehu. Paris
anter Berechnung nach den Originalpreisen stets prompt unddirekt besorgi, Das
Bureau bielet deu Inserirenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung, aͤuch
zei größeren Aufträgen den üblichen Rabatt. Rel'egblatter werden geliesert.
Zeitungsverzeichnisse, mitngeder neuen Auflage nach den? in zwischen eingelre⸗
tenen Veränderungen vervollständigt und«rectifizirt gqratis und fFranch. usi?

Der. Anterzeichnete hat schönes Kie⸗ J— ve
tern Bauholz zu berkaufen.e i — 9— 1 J. M W P — d s.
hreiler Wiuchle derr Nitderwhüürhachn —* ag laier g
———— B. Höhr IIw —
— —3 33 — in Siutigart e
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nu Bank⸗ und WechsfeleGeschäftennnnt c. Silherburssträsze 65. 5
oon Gebr. soĩ iu Frantfurt ac »czopgb unserute unter strenger Ixs
Comptoir: Bleidenstraße Nr.n S. . brstion-inlei Leitimgen, Tagoca
An und Verkaufnallec-Axfen Staatsr 4— blattor undintütsehriften, ünerninment
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Lemetß ingt. Ingbdertet de.
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        Sl. Ingberler Ncnzeiger.
Der „St. Ing berter An zeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal:“ Dienstag, Donnersstag—
und Samsiag. Abonnementsbreis vierteljährig 485 Krzr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

Naum berechnet.
Nro. J D—— Samstag, den 5. Januar IJ 1867
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— —— —

—

Bestellungen auf den St. Ingberter An⸗ Stuttgart, 1. Jan. Der König hat am Weihnachtsfest
eiger“ für das J. Quartal 1867 werden fortwäh⸗ unter dem Namen „Württembergische Invalidenstiftung“ ein In—
end bei allen k. Postämtern, sowie in der Erpe— situt gegründet, das ausschließlich dem Zwecke dienen soll die durch
dition d. Blattes angenommen. den Krieg geschlagenen Wunden zu heilen oder wo immer möglich

Linderung zu schaffen, das Loos der verwundeten, in ihrem Er—
werbe beeinträchtigten Krieger zu verbessern, sowie den ihrer Stütz
beraubten Familien Trost und Hilfe zu gewähren. Der König
hat dieser Stiftung die Gabe von 1000 fl. zugehen lassen, und
mit der gleichen Summe hat die Königin sich den hochherzigen
Absichten ihres Gemahls angeschlossen.

Kassel, 1. Jan. Der „Hess. Morgenztg. schreibt man aus
Bölkershausen, 28. Dez. „Die Spannung zwischen dem Prinzen
Moritz von Hanau 'und dem Kurfürsten hat für unsere Gemeinde
bedauerliche Folgen. Das hiesige Lehngut, welches schon seit län—
ger dem in preußischen Dienst getretenen Prinzen zugedacht war,
hat jetzt dem Anscheine nach zwei Herren; denn bald treiben die
vrinzlichen Forstschutzdiener die fürstlichen, bald diese jene mit
dnüppeln aus dem Gutswalde. Die Minderzahl muß jedes Mal
Reißaus nehmen. Die blauen Augen und die blutigen Köpfe
sind bald nach Dutzenden zu zählen. Die hiesigen Holzhauer lassen
sich auch in den Streit derwickeln.“ Achtbare Männer im Dorfe
vünschen, daß diesem Scandale, der, nun schon über ein halbes
Jahr gedauert hat, von irgend einer Seite her, bald ein Ende
gemacht werde.

Berlin.“8Zum neuen Jahr-sagt dien, Volksztg,“. Das Ziel,
vonach das deutsche Volk zu streben hat, ist in vollendeter und
ibgerundeter Formirung in der Reichsverfassung des Jahres 1849
zorgezeichnet. Es wird keine bessere Einheit der deutschen Nation
die der staatsbürgerlichen Freiheit ihren vollen Spielraum gibt,
jeschaffen werden können. Es wird auch keine Form der staats—
zürgerlichen Freiheit in so hohem Grade die Einheit ermöglichen,
wie sie das vorzügliche Werk des deutschen Volksgeistes im Jahre
des Volkes vorgezeichnet. So wie es vergeblich war nach ande⸗
ren Formen eins Wahlgesetzes als das der Reichsverfassung zu
uchen, um das Volk zur Mitwirkung eines Neubaues deutscher
Zustände herbeizurufen, so wird es vergeblich sein, eine andere
herfassung als die von 1849 zu schaffen, die das deutsche Volk
hefriedigt und dem Vaterlande eine dauernde Grundlage seiner
nneren Gestaltung und eine gesicherte Stellung in Europa schafft.
Das Jahr 1867 tritt mit einer schwerwiegenden Frage der Ent—
cheidung an einen großen Theil des deutschen Volkes heran. In
die Hand dieses Theiles der Nation ist es gelegt, ob eine Epoche
des Rechtsstaates begründet werden soll, dem sich ganz Deutschland
freudig anschließt, oder oh es in Verleugnung des großen: Volkst
werkes den Riß in der deutschen Nation für die kommenden Jahre
derewigen will, der wiederum nur durch Blut und Eisen überbrückt
werden kann. In die Hand dieses Theiles der Nation ist es ge⸗—
legt, zu entscheiden, ob wir, geschwächt an Zahl, genöthigt sein
ollen, durch fortschreitende Verstärlung der Wehrkraft zu ersetzen,
was wir am nationalen Zusammenhang einbüßen, oder ob wir
»as Werk der Einheit durchsetzen, in welchem eine sehr mäßige
rraftanstrengung hinreicht, um uns eine Epoche des Friedens zu—
zerbürgen. In die Hand dieses Theiles der Nation ist es gege—
hen zu entscheiden, ob das Ausland gegenüber der leicht zu ge—
vinnenden Einheit der deutschen Nation jeden Kriegsgedanken
zegen dieselbe aufgibt und den Werken des Friedens sich widmet,
»der ob Angesichts der fortgesetzten Spaltung Deutschlands die
ẽpoche des Hinterladungsgewehrs und der verstärkten Kriegsbes,
reitschaften in ganz Europa eintritt, welche neue Krisen unabseh—
haren Ausganges zu den alten schafft! I
Wieen, 31. Dez. Die jüngsten Nachrichten aus Mexico
neldeten, daß Kaiser Marimilian von Orizaba nach Mexico zu—
rückgekehrt sei und die Absicht habe, mit Hilfe Miramon's, Mendez's
und der Klericalen das Kaiserreich bis zum Aeußersten zu verthei⸗
digen. Von verläßlicher Seite geht uns nun die Nachricht zu,
daß die Ver. Staaten-Regierung dem General Bazaine mitgetheilt
habe, eine Wiederaufnabme der kaiserlichen Regierung sjeitens Ma—

Deutschland.

München, 31. Dez. Gestern begab sich der Ministerial—
rath imek. Staatsministerium des Handels und der öffentlichen
Arbeiten, Hr. Braun, nach Nördlingen, um dorfselbst einer Con—
ferenz der Vertreter der süddeutschen Stäaten für die im Jahre
1867 zu Paris stattfindenden Welt⸗Industrie-Ausstellung beizu—
wohnen. — ————

München, 31. Dez. Staatgrath v. Pfistermeister und
sein Bruder, Gendarmeriehauptmann und Adjutant des Gendar—
nmeriecorpscommandanten, Generallieutenants von Merkel sind beide
in den erblichen Adelsstand erhoben wordenun.

München, 2. Jan. In Betreff der Regierungsvorlagen
für den Landtag vernehme ich, das der Kammer der Reichsräthe
aur ein Gesetzentwurf, das Ungehorsamsverfahren in Strafsachen
hetr, und der Kammer der Abgeordneten die Gesetzentwürfe be—
—
Kriegslasten vorgelegt werden sollen. Die Socialgesetzentwürfe wel—
hhe gleichfalls in der zweiten Kammer zur Vorlage kommen, wer—
den von derselben jedenfalls in der bevorstehenden Landtagsdiät
nicht in Berathurg gezogen werden koͤnnen, da die Berathung
derselben indem hierfür schon gewählten, aus 15 Mitglieder be—
stehenden Ausschusse schon ß—6Monate in Anspruch nehmen
wird. Die Kammern haben außerdem die bexeits vor jelegten Rech⸗
nungsnachweisungen zu erledigen; ein Theil der desfallsigen Aus—
chußreferate ist bis zur Berathung im Ausschuß schon bereift.

38.7 . C..

— DrienfteseNachrichten.

. Seine Majestät der Koͤnig haben Sich allergnädigst bewogen
gefunden, unterm 26. Dez. v. Is. den Forstmeister Konrad Schuell
u Orb und den Revierförster Joseph Gaul zu Batten in tempo—
räre Quiescenz, dann den Revierförster Karl Vill zu Orb in den
bleibenden Ruhestand zu versetzen; ferner unterm nämlichen Tage
den Actuar des Forstamtes Neustadt a /S. und gegenwärtigen Ver—
weser des Reviers Burgjoß, August Heymüller, zum provisorischen
Revierförster nach Geroldsgrün, II, Forstamts Konach, zu ernennen;
— unterm 31. Dez. zum ersten Director am Apellationsgerichte
don Oberbayern den zweiten Director des Apellationsgerichts von
Niederbayern, Dr. Friedrich Steppes, zu befördern.

München, 1. Jan. Se. Maj. der König hat dem Ver—
nehmen nach dem bisherigen Präsidenten des Appellationsgerichts
don Oberpfalz und Regensburg Dr. Franz v. Vogt die durch
den Todt des Herrn v. Dallarmi erlegte Stelle eines Präsidenten
des kgl. BRpellationsgerichts von Oberfranken zu verleihen, und
zum Präsidenten des Appellationsgerichts von Oberpfalz und Re—
gensburg den bisherigen Director des Appellationsgerichts von
Oberbayern Franz Joseph von Schab zu ernennen geruht.

Darmstadt, 30. Dez. Der größte Theil der oberhessischen
Standesherren, nämlichdie Fürsten Solms-Lich und Solms-Brann—
fels, diesüörafen Solms-Rödelheim, Solms-Laubach, Isenburg Wäch
jerbbach Isenburg⸗Merholz; Stolberg und Leiningen werden auf dem
diesmaligen Landtag nicht erscheinen und haben dieses dem Verneh
men nach förmlich dem Bureau der ersten Kammer angezeigt. Ob diese
Herren überhaupt den kleinstaatlichen Landtagen kein Gewicht
mehr beilegen, oder ob sie der Politik unseres dermaligen Mini-
steriums keinen Beifall zollen, demselben eine offene Opposition
aber doch nicht machen wollen, ist uns nicht bekannt; jedenfalls
hat ihr Verhalten in der eigenthümlichen Lage unserer Provinz
und den Umstand, daß ein Theil genannter Herren in Preußen
begütert ist, seinen Grund. Das Wegbleiben derselben kann auf
die ohnehin schon höchst einförmigen Verhandlungen der erster
Nammer nur nachtbheilig wirken.
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        rimilians unter keinen Amständen dulden gu wollen, ind daß die chen Staaten, deren Throne und Throͤnchen noch voncdem preu⸗
Regierung zu Washington angesichts binet ferneren Opposition zischen Ehrgeiz bedroht scheinen. Wenn aber der Kaiser die Hoff⸗
Jegen die Wiederherstellung der von ihr allein auerlannten Auto⸗ nung ausspricht, daß die Ausstellung die Besanftigung der Leiden
rität des Präsidenten Juarez nicht gesonnen sei, Langer unthätig schaflen fordern werde, so denkt er ohne Zweifel an die oppositi⸗
zu bleiben. onelle Aufregung des altfranzösischen Patriotismus, die ihm seine
Wien, 2. Jan Heute ist ein kaiserliches Patent erschienen, Neutralitätspolitik so bitter zum Vorwurf macht. Der Wunsch
welches die Auflöfuug aller bisherigen nichtungarischen Landtage, Rapoleons, daß für Europa jetzt eine neue Aera des Friedens um
deren sechsjährige Wahlperiode demnächst abläuft, ferner die Neu— des Wohlergehens beginne, ist gewiß aufrichtig gemeint, und hof⸗
wahlen zum Landtage und die Einberufung der neugewählten Land ientlich wird er sich besser erfüllen als eine ähnliche Verheißung
lage auf den 11, Februar anordnet. Die Wahlen für die außer in der Anrede des vorigen Neujahrstages, Die besondere Auszeiche
ordentliche Versammlung des Reichsraths sollen alleiniger Gegen⸗ aung des Erzbischofs von Paris und die Hervorhebung seiner maͤ—
stand der Wirksamkeit der Einberufenen Landtage sein. Der au— kigen und versoöͤhnlichen Gesinnungen ist eine Antwort auf die
bexordentliche Reichsrath ist auf den 25. Februar nach Wien eꝛ be⸗ große Menge der neuesten Hirtenbriefe der französischeit Bischoͤfe
rufen. Die Beraihung der Verfassungsfrage wird den alleinigen und vielleicht auch ein indirelter Wink an die Adresse des Vati⸗
Begenstand der Thätigkeit dieser Versammlung des Reichsralhs kans. Veim Empfang der Deputirten sprach der Kaiser einige
bilden. VV00 J Worte, die indeß etwas meniger Zuversicht. in die friedliche Ent⸗
BPrag, 30. Dez. Die Gerüchte betreffs Einberufung des wikelung der neuen Aera zu ertennen gaben. Er drückte näm⸗
engern Reichsraths haben hier sowohl in deutschen als in czechi⸗ lich die Erwartung aus, daß der gesetzgebende Körper mit Rückfichl
chen Kreisen zu ernsten Erwaägungen Veranlassung gegeben. Die auf die Gesammtlage Europas und in Patriotischer Gesinnung
Czechen, sowohl die conserbative Ils demokratische Partei, habenteinen Anstand nehmen werde, die von der Regierung für noth—
iich darüber verständigt, einen Reichsrath, welchem entscheidende wendig erachtete Armeereform zu votiren. Diese Erwartung wird
Vollmacht zukäme, keinenfalls zu beschicken; hingegen würden sie jetzt ohne Zweifel in Erfüllung gehen. Alle imperialistischen Blät⸗
zu einer Delegatenversammlung für consultative Verhandlungenter, welche sich bisher bedenklich gezeigt, sind mit dem abgeander—
der Verfassungsfrage Abgeordnete senden. Die Deutschen sind wie- ten Entwurfe vollkommen einverstanden und die Deputirten der
derum ganz entschieden gegen die Beschickung einer solchen Dele— Majorität werden keinen ernstlichen Einspruch mehr wagen. Der
zatenversammlung. Die Verwirrung scheint sich nur noch mehr Tiers-Parti wird sich freilich weniger gefügig zeigen. Die orien-
zu steigern. — Man scheint in neuester Zeit in Wien an maß kalischen Ereignisse verfolgt man mit steigender Besorgniß. Der
zgebender Stelle viel Grund zur Vermuthung zu haben, daß sich Umstand daß Preußen eine Intervention der Großmächte im Sinne
während der preußischen Inbasion der Er⸗Gouverneur Ungarns des Pariser Vertrags von 1856 durch die kandiotischen Ereignisse
Ludwig Kossuth, in Prag aufgehalten hat. Wenigstens haben, wienicht für geboten erklürt, wird als ein, neuer Beweis eines preu—
gemeldet wird, die Mitglieder des hiesigen Sicher heits-Departe⸗ hßisch⸗russischen Einvernehmens augesehen. 9—
ments von der Prager Polizeidirektion den Auftrag erhalten, Paris, 3. Jan. Der „Pairie“ gehen Nachrichten aus Lon⸗
alles Moͤgliche aufzubieten, um über die au gebliche Anwejenheit! don zu, welche melden daß die am Neujahrstage vom Kaiser ge—
des Agitakors in der bößpmischen Haupistadt Sicheres in Erfahe sprochenen Worte in den dortigen Kreisen der“ Politi“ und der
rung zu bringem insbesondere, im Falle die Nachricht sich bewahrhei⸗ Finanzen die beste Anfnahme gefunden haben. Privatdepeschen die
ten sollte, mit welchen Pirsonen er hier Umgang gepflogen hat. diefem Vlatte zugehenmelden, dauß diese Worte auch in Berlin
Fraukreich . und Wien sehr günstig aufgenommen worden sind, namentlich ihe
Paris, L Jan. . de Girardin behauptet in seinen curio⸗nres friedlichen Charaklers mege.. ———
sen Neujahrsbetrachtungen u. A.: die ganzel Existens ——— J Italien. ——
habe von dem Gutdunken Frankreichs abgehangen und er konne Florenz, 23. Dez.u Die von hier nach Romsan“ Tonello
zaher die Tollkühnheit Bismarks und des Königs Wilhelm. nicht gesanden Cabsnen suee find, sowie sie die römische Greme
egreifen. Wie Italien, so verdanke auch Deutschland seine Ein⸗ Aberschritten hatten, polizeilich überwacht und waͤhrend ihres gan⸗
heit unbestritten Frankreich; Preußen aber derdante ihn noch mehr zeu Aufenthaltes in deon ben der Polizei wicht aus denAugen
als die Ausdehnung seines Gebiets, es verdante ihm die! Erhal⸗ jelassen worden.“ 1 t—
rung seiner Existenz und seiner Nationalität,/ da es in Frankreichs Floremz 1. Jan.n Der Koͤnig,! als er dier Deputation des
Macht gelegen⸗ ihm dieselbe zu rauben. Was die Verwegendeit Parlaments empfangeun hatte, dankte den Senatoren wd Deputir⸗
Preußens hetrifft. so war sie nicht so groß. als sie aussah. In ge für die Gefühle der Treue und Ergebenheit, welche sie a ih⸗
Berlin hatte man wahrscheinlich genauere Auslunft über den wah eigenen Namen und jn dem. des Landes ausgesprochen hatten.
en Ztand des franzosischen Heerwesens als sie das franzosische Z Maj. fügte hinzu: „Das neue Jahr erinnert die Italiener
Publikum besitzt. Man war dort mit den Rüstungen weit vorauis darun, daß sie forin der Unabhanghieu des Voterlandes der
and wußte. daß die franzosischen Kassen leer. daß kemerlei Vorbe- Verbesserung der inneren Ordnung und Zunahme des öffemlichen
ritungen getroffen waren, und daß also ddie Aufstelung ues Wohlergehens versichert sein können. Wahrend des Zeitraums des
cziagfertigen Heeres von 150000 Mann am Rhein ——— eintreten, werden · wir nicht aufhoren, der
An paat, Monate erfordert hätte. Preußen wußte also. daß es Irne unsere Sorgfalt zu widmen. Die Armee ist micht allein
sür den Anfang freie Hand hatte, und abs such die Ueberlegenheit dazu ·nothwendig, diese Unabhangigkeit zu beschüten welche zu e
der Zundnadelgewehrs so Offenbar herausgestelt, wurde die Mog bvern sie so jehr beigetragen hat, sondern sie ist auch ein dauer-
hhteit einer franzosischen Einmischumg noch weiter hinausgerückt. jaftes Mittel der inneren Sicherheit, ein Element dieser morauschen
Daß sie aber keineswegs völlig beseitigt war, hat Graf Bismarck Sin * ß I— I356 35
ꝓreing Sinigung und dieser Bürgererziehung, welche die Volker discipli⸗
in seiner Rede vom 26. Dez. sehr bestimmt angedeutet. Das Jour⸗ nirt, sark und zu großen Sathen faͤhig macht
nal widmet dieser Rede heuie noch einen! langen Artikel, und es F
n A b Florenz, 2.Jan. Menabrea ist zum ersten Adjutanten
hebt unter anderm das Zusammentreffen hervor, daß der preußi· des Konigs iVTood
gs ernannnt worden. —
sche Minister eben sowenig wie Hr. v. Lavalette England auch nur
nit einem Worte Erwähnung thut. Spanien. w— *
Patis, 1. Jan. Der Bewegung auf Kandia kommt der Madrid, 2. Jan. Marschall Serrano ist verhaftet wor⸗
Imstand sehr zu Statten daß sie viel Geld zur Verfügung hat. den. Die „Opinion“ versichert, die Verhafteten würden nach Fer⸗
Die reichen, im Auslande etablirlen Griechen, und deren gibt es nandodbo transportirt.
eine große Anzahl, unterslützen nämlich die Insurgenten mit Allem
aufs reichlichste, und die Tausende von Freischärlern, die sich nach
dandia begeben, wurden von ihnen ausgerüstet und bezahlt. Ein
Vorgehen Griechenlands selbst würde auch auf deren mächtige
inanzielle Unterstützung zühlen können.
Der „Moniteuͤr“ meldet; „Laut einem aus New⸗ York einge⸗
roffenen Telegramme hat Präsident Johnson den französischen
Fahrzeugen im Gebiete der Vereinigten Staaten dieselben Vor—
cechte, wie den Schiffen det Union bewilligt. In Gemaßheit des
am 28. v. Mts. im „Moniteur“ veröffentlichten Dekreies bleibt
die amerikanische Flagge in Zukunft von allen Schifffahrtsab ga⸗
ven frei.
Paris, 2. Jan. Die Neujahrsrede des Kaisers sollte der
Armeereform als Deckung dienen und laäutet daher so friedlich wie
nöglich. Der Wunsch fuͤr die Siabilitat der Throne zielt schwer⸗
ich auf den Kaiser Maximilian, sondern wohl eher auf die deut⸗

7

Griechenland. I
Athen, 31 Dez. Das Programm des neu ernannten Ca—
binets wird ans der großgriechischen Idee günstig bezeichnet und
die Verfolgung einer enischiedeneren Politik gegenüber der Türkei
erwartet. UVVVVD———
Türkei. J
Die Insel Handia wird von West nach Ost von einer in 4
»der 7 Theile gesonderten Bergkette durchzogen, welche, nach Nord
zu steiler abfallend, hier eine Menge Felsenvorgebirge und Buch⸗
—A geräumige Häfen, bildet,
vährend längs der Südküste kaum eine sichere Landungsstelle zu
inden ist. Die zahlreichen Gewässer der Insel haben einen kur—
en Lauf und sind Waldströme, deren Beit im Sommet meist
nistrochnel. Das Klima ist sehr mild und gesund; nur bei der
irmeren Classe der Christen tritt der Aussatßz als heftige Plage
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        auf und die Gegend; unt Canes leidet durch den 8 afrilani
chen Wüstenwinte Das Erdreich bleidt wahrend des ganzen Jah—
les grun und Oxrangenbäume, Rosen, Hyacinthen Rarcissen ꝛc.
hluͤhen bestänbdig Außerdeni fetichtbar ist die sseben Meilen lange
Ebene von Messara; der im Allgemeinen mehr felsige und san⸗
dige Boden lohnt die Cultur in hohem Grade, wie schon im Alter⸗
shum der Wein, der Honig und das Oel von Kreta berühmt
waren. Gegenwärtig ist Jedoch der Anbau pernachlässigt.“ Getreide
und Baumwolle, werden eingeführt. und die einzigen Ausfuhrar⸗
uͤtel dilden Oel, Wein und der vortreffliche Sphakiakäse, welcher
in der Levante allgemein gesucht ist, sowie Seife, die besonders
nach Salonich undKonstantinopel, sowie nach Albanien geht
Das Vflanzenreich liefert, außer wohlriechenden Sträuchern, Ci⸗
ronen⸗ und Mandelbäumen ganze Wälder von Oliven, das Thier⸗
teich kleine lebhafte Pferde, Rindvieh und zahlreiche Schafe. Die
Insel 185 deuͤtsche Ouadratmeilen groß, soll nach Spratts Schä⸗
zung eine Bevöllerung von ungefähr 210,000 Seelen haben, wo
don'“1 Muhammedaner, welche vorwiegend in den 3. Hauptstäd⸗
ten der Insei Caneg, Rithyemo (Retimo) und Megalokastron (oder
wie es neuerdings von den die alten Bezeichnungen anwendenden
Briechen genannt wird, Hieraclion), früher Kandia (von den Ve—⸗
etianern aus dem arabischen Worte,“ Rhabeel-Khandak S Gra
henburg, vererbt), sowie im Mittelpunte der Insel zusammen
wohnen. J P — —
Nach andern Quellen betrüge die Bevölkerung 324,000
Seelen, wovon 106,8585 Muhammedaner und 217, 145 Griechen.
Das Bevölkerungsverhältniß hat sich allmählig zu Gunsten der
Zriechen geandert, die ftärker zunehmen, als die Türken.
Zoustantinobel, AJan. Der neue franzosische Bot⸗
schafter überreichte seine Creditive. Die Pforte gestattete den fran⸗
zösischen, englischen und russischen Kriegsschiffen die Ueberführung
qduswandernder kandiotischer Familien nach Griechenland.
Amerika. —7—
New⸗York,!31. Dez. Nachrichten aus Mexico melden, daß
Marschall Bazaine, so lange als die Franzosen in Mexiko bleiben
seine Mitwirkung an der Regierung des Kaisers, Maximilian fori⸗
setzen wird.

Fe Speier, 8. Jan⸗ HraNegierungspräsident v. Höhe
hid den Vernehmen nach am 10. d. M. nach seinem neuen
Bestimmumgsort Landshut abgehen. A ——
Otterberg, 1. Jan. In der Sylvesternacht wurde das
Lompioir der hiesigen Zwirnerei erbrochen und die darin befind⸗
siche eiserne Geldkiste mit einem ziemlich hohen Baarbetrage da—
rin gestohlen. 21 B6
zZweibrücken, 2. Jangu⸗ Horndach starb ame Montag,
ven 31. v. Mis., Herr Notär Walßz in dem hohenna Altev avon
94 Jahren. 4 M

Mainz, 2. Jan. Gestern Mittag schwamm der Gesund⸗

eiisApostel Ernst Mahner unter der Rheinbrücke durch an den
Muhlen vorbei und stieg unterhalb der Stadt wieder an's Land.
Es sind nun zwei Jahre, daß derselbe mit einem Kranze bon Eis
henlaub auf dem Kopfe durch die Brüche geschwommen ist, in⸗
em er dos Lied sang: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien
deutschen Rhein“ —
7 Siuligart, 31. Dez. Heute Nacht starb die Frau Gräfin
Marie pon Taubenheim, geborne Grafin von Württemberg, eine,
Fousine des Königs, Gemahlin des Oberstallmeisters· Grafen v.
Taubenheim. Sie war geboren den 29. Mai 1815) Die Neu⸗
sahrsfestlichkeiten sind abbestellt.

Ein Glarner Jäger jchoß einen Steinadler, der von einer
Flügelspitze zur andern 8 Fuß mißt und Glauen wie kleine Gems-
Jörner hat, der Räuber vieler Ziegen, Lammer und Hasen. F

7 London, 2. Jan. Das Steltiner Schiff, Maria“, Ca⸗
Fitän Grunen, mit Bauholz beladen, scheiterte gestern bei Lowes
toft; fünf, Leute ertranken, zwei.n wurdent gerettetrn Starler
Zchneefall.

p Auf der Fahrt von Vortrecht mach Amfterdam ist am 29.
Dez. ein uit Petroleum beladenes Dampfschiff in Brand gerathen;
ez hatteumngefuüͤhr 300 Fässer davon an Bord und es scheint, daß
ein Faß geplatzt ist und das Petroleum sich am Feuer der Ma—
schine entzündet hat. Der Schiffer hatte zum Glück die -Geistesge
genwart, das Schiff sofort auf“ die entgegengesetzte · Seite der Am⸗
kel zu führen, und dadurche die Gebaulichkeiten am Ufer von der
)ringendsten Gefahr zu befreien. Vier bis fünf Stunden lang
blugen Flammen und Rauch, aus dem Schiffe, bis dann auch der
eiserne Rinnpf desselben glühend ward und endlich aus einander
ging und der hintere Theil desselben mit Zischen untersank. Nun
degann aber ein Kampf zwischen Feuer —V
nende Oel verbreitete sich über den Fluß und steckte das Rieth
ind Gras am Ufercund auf den Dämmen an, Jo daß die Flam—
men in der inzwischen eingetretenen Dunkelheit die Gegend weit
unher beleuchteten. Dieser Brand ward jedoch durch die herangekom—
menen Brandspritzen gelöscht während. der Vordertheil des Schif⸗
fes noch bis spät Abends wie ein ungeheurer Feuertopf flammte,

Vermischtes. 1
S Ingbert. Seit dem 8. d. M. ist die dlrecte Te—
legraphenverbindung Wwischen St. Ingbert und Saarbrücken —
Fortsetzung der Linie Ludwigshafen St. Ingbernn inBetrieb
gesetzt, wodurch die Beförderung der telegraphischen Correspondenz
aͤus der Pfalz' nach dem füdwesilichen Theile der preußischen Rhein—
provinz und umgekehrtkꝰ vrner· wesentliche Beschleunigung erfahren
dürfte. 5

Verpachtung auf 6 Jahre.
Samstag den 12. Januar 1867, des
Nachmitiagß um 2 Uhr zu St. Ingbert
im Stadthause, läßt Herr Peter Euster,
Berber daselst sein fämmiliches Ackerland
diesigen Bannes öffentlich verpachten nämlich:;
66 Ruthen rechts der sapelle
50 Ruthen daselbste
72 Ruthen in den obersten Seyen
1 Morgen am Seyenrech
33 Ruthen in den Seyengärten
19 Ruthen auf dem Gerstbusch
Iu2 Morgen in der 2ten Pfuhlwieser⸗
ahnung —
»u Morgen in der untersten Dreispitz
1 Morgen auf Mühlenthal.
St. Ingbert den 4. Januar 1863.
Horn, Kgl. Notar.

II. Dem Jakob Kennerknecht Tun⸗
chex in Schaidt gehörend, .
ein an der Haide am Blieskasteler Weg
gelegenes Wohnhaus mit Hof und Gärt⸗
chen, 3 Dez. Fläche neben Joh. Wagner
und Peter Schmit IV. α6

iII. Dem Johann Gries, Schmelzar

beiter hier angehörig—;
ein zweistoͤckges auf dem Hahnacdeer stet-
zhendes Wohnhaus mit Stall, Hof und
Zugehör, 2Dez. Fläche neben Johann
Jofeph Menges und Addlph Jungfleisch.
SBorn, Kgl. NRotar.
— Holzversteigerung
in Ballweiler.
Donnerstag den 10. Januar l. J., Nach⸗
nittags 1JUhr:
0 eichen Baustämme 4 Kl.
2 buchen Nuzßholzabschnitte,
weichen und 6 buchen Wagnerstangen,
aspen Sparren,
1 Klafter buchen Scheitholz,
[414 Klafter buchen und gemischtes Prü—
gelholbz.
725 gemischte Reiserwellen, —
24 Klafter aspen Prügel.
Blieskastel 2. Januar 1867.
Das Bürgermeisteramt
B. Knapps.

...Aufforderung.
Alle- welche Forderungen
ii die fuehdisige deuerwehr
zu St. Ingbert zu haben
*47 8C. 4
meinen, werden audurch auf⸗
gefordert, ihre Rechnungen
bis zum 9. Januar bei dem
Cassier derselben, Herrn J.
Grewenig (über d. Brücke),
einzureichen.
Dos Commando der freiwil. Feuerwehr.
J. A. der Secretär
Fr. Panzerbieter.
Empfehlung.
Getrocknete italienische Zara -ir-
uchen, Taselfeigen, Ta sfelrosi-
nem, feinste VamiIle-Chocolade,
grümen —Marrzen Thee
empfielt
EPritæ αν ιν.
(E einspänniger ganz neuer har-
A-hanc mit zwei gepolsterten
Sitzen ist zu verkaufen bei
Wittwe Thiery.

—
* *
Häuserversteigerung.
Samstag den 19. Jan. 1867, Nachmit⸗
tags 2 Uhr zu St. Ingbert bei Joh. Ad.
Beck, werden die nachbezeichneten Wohn⸗
häuser, in der Stadt St. Ingbert gelegen
in Eigenthum versteiger:
J. Dem Anton Seel, Nagelschmied
hier gehörig: J
2 an der Blieskasteler Straße gelegene
Wohnhäuser mit Zugehör, neben Nagel—
schmied Lindemann.
        <pb n="8" />
        Der Interzeichnete hat schönes Kie⸗

fern Bug zu verkaufen .

Breiter⸗Mühle bei Niederwürzbach.
V. Höh.

Die Wollspinnerei
von FEranz Lang in Zweibrücke
iernünmt stets rohe Wolle in jeder Quantität zum schlumpen, spinnen und
—— derselbe sein vollständiges Lager in den besten und solidesten —

Annonceæ

Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft

oon Gebr. Pfeisser in Frankfurt a.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An- und Verkauf aller Arten Staats
apiere, Anlehensloose, Eisenbahn-⸗, Vank
und industriellen Actien, Incasso von Cou
dons/ Banknoten, Wechsel ꝛc. unfer Zu⸗
icherung prompter und reellet Bedienung
Brovision 1 per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.

uu sehr billigen Preisen.
77 Lokal gleich über der Brücke, nehen dem „Goldenen Hirsch

7
9 0 104 7 und den folgenden Tagen findet die
* Am m 9. Januar 1867 Ziehung der Kölner Dombau—
Lotterie bestimmt Statt.
Hauptgewinne Thlr. 25.000, 10,000, 5000,
ferner viele Geldgewinne von Thlr. 2000, 1000, 300, 200, 100, 30 20 und
außerdem eine Anzahl Kunstwerke im Gesammtwerthe von Thlr. 20,000.
zu einem er per Stück sind noch von den Unterzeich⸗
Loose zu emem Thal per e ck mneten zu beziehen. J
ur Ausführung aller Aufträge in der kurzen, noch vor der Ziehungli den Zeit,
dur usführung a wird estenche — n gucgen ẽ
Die General⸗ Agenten der Kolner Dombau⸗Lotterie
Albert Heimann D. Löwenwarter,
Bischofsgartengasse 29 in Köln. Weisenhausgasse 38 in Köln
R. Kamm, in Zweibruue

Da seit Neujahr andere

Personen die Abgabe des

Ingberter Anzeigers an die ver⸗
ehrl. Abonennten in hiesiger Stadt be—
jorgen, so bitte ich höflichst, wenn ein
oder der andere derselben das Blatt
nicht erhalten sollte, mich gefälligst da—
von in Kenntniß zu setzen, da bei der
früheren Besorgung viele Klagen ein—
gelaufen waren und ich dieses zu ver⸗
meiden wünsche.

Die Redaction.
Civilstands⸗Register
der Stadit S. IDe.

— * ——— F 9
Im Monat Dez. 1886wurden
geboren;
3. Dez. Katharina, T. v. Katharina Best,
ledig.
Jacob, S. b. Joh. Jos. Kempf,
Bergm. —
Elisabetha, T. v. Joh. Metz, Bgm.
Larl Philipp, S. v. Carl Kayser,
Schlosser...
Louise. T. v. Carl. Schwarz,
Metzger.
Anna, T. b. Pet. Wagner, Bgm.
Babette, T. v. Joh. Jos. Hager,
Metzger. 5
Magdalena, T. v. Joh. Schwarz.
Maria, T. v. Joh. Greß, Schmelz
arbeierrr. —
Valentin, S. v, Carl Beck, Bgm.
doseph Sv. Johr des un
Bergm. —7—
Joseph, S. v. Georg Miedel,
Bergm.. 444
Nicolaus, S. v. Nicolaus Brud-
mann, Bergm.
Helena T.b) Georg Deffland
Bergm. 2 ns
Auguste Maria, T.d. Johann 14. F
Stehert; Tagner.
Tarolina, T. v. Carl Jung⸗16. F
leisch, Maschinenwärter. *
Joh. Jacob, S. v. Jacob alein,! 17.,
Bergmm.
Maria,“ T. v. Jacob Schmitt. 17. F
Puddler.
Maria Ochs, T. v. Maria Ochs, 18. *,
ledig... 55
Tarolina Louife, T.v. Jacob
Sonn, Bergm.
Maria, T.“ v. Caspar Wachs,
Bergm.
August, S. v. Valentin Schwaan,
Schneider. n

— — — — ATITT T— — —
24., Ludwig Wilhelm. S. v. Wilhelm 5 29., Peter Stief, 52 Jahre alt Berg⸗
Schmitt, Bergm. 9J mann.
258., S. v. Wilhelm Berehlicht haben sich im De—
Ppo
25. Paria, T. v. Adolph Ehrhardt, J zem ber 1866.
* däder* 79 6. Dez. Jocob Eisel, und Anna genannt
27.., Lronrad, S. v. Georg Landshu. Henriette Schwarz, von St. Ing⸗
er Taglohner. J berter Grube. —
Johann, S. v. Jacob Zimmer, St. Jugbert, den 3. Januar 1867.
Schmelzarbeiter. Der Civilstandsbeamte
Heinrich Reidelstürzz;; umt
—
Georg, S. v. Nicolaus Schwan, * Bürgermeister. J
e era gotraf.en —D—— — [[üVüü— — —
Itrm A
Verim —— Stadt Homburg vom. 2 Januar.
Weizen 7 fl. 34 tr. Korn 5 fl. 24 ir
Spelz — fl. — tr. Gerste, — reihige, — fl.
—kr.Mischfrucht 5 jl. 30 tr., Hafer
fl. 2btr., Erbsen sl. kr., Kartof⸗
jeln 1fl 12kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgri,
24 kr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditto 1 Kgr.
3.kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Qual.
13 kr., Kalbfleisch 12 ir., Hammehfleisch
14 kr., Schweinefleisch 16 kr., Butter 80 ir.
—X—

28. —
128. *
130.,
31.,
Im Monat Dezember 1866 sind
7 gestorbeu: — 24
2. Dez. Carl, 1J Jahr 8 Monat alt. S.
d. Franz Schwarz.
Michael Buchheit, Bergmann, 41
Jahre alt.
Beter Stachel, 30 Jahre alt,
düncher. ——
Magdalena, 1 Jahr 1 Monat
ilt, T. v. Johann Collisi.
Tarolina, 9. Monat 14 Tage
alt, T. v. Christian Foos.
Peter, 2 Monat alt, S. v. Ja⸗
ob Baumann. 5
Michael Menges, 64 Jahre alt,
Bergmann. —
MNagdalenn, 4 Tage alt, T. b.
Balentin Schwarz. 71
donise, 20 Jahre alt, T. p.
deinrich Jung. —
darl Zintel, 42 Jahre alt, Berg⸗
nann. 54
Jacob, 5 Jahr 4 Monat alt, S.
d. Johann Schwarz.
Franz, 1 Jahr 8 Monat 'alt,
S. v, Johann Klam. —
Joseph, 2 Jahr 11 Monat! alt,
S. v. Joseph Menges. 61
Johann Greil, 217 Jahre alt,
Bergmann . 572*
Jacob, 16 Jahre alt, S. v Jo⸗
jann Ricolay.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Dem etz in St. Inabert.

J ruchtpreife der Stadt —
Kaiserslautern vom 2. Jan.“
Weizen 7 fl. 43 kr. Korn 5 fl. 32 kr.
Spelzkern7 fl. 36 kr., Spelz 50fl.
i5 kr. Gerste 5 fl. 7kr. Hafer 4 fl.
I kr., Erbsen 4 fl. 10 kr., Wicken 4fl
12 kr., Linsen — fl. — tr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 25 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1314 fr. und 2 Pfd.
Weißbrod 15 1x

15. u
1785,

”

Ferrurter Börce
Geldsorten

vom 3. Januar 1867.
Pistolen — fla 9 41 43 *
holländische 10 fl.-Stücke 9 48—30
ucaten.. . 7 53 33 —433
dussische Imperialhs..
0 Francs⸗Stücke 9 25226
Engl. Souvereings..1. 11 18252
Hreußische Kaffenscheine. 45.
hold per Pfund feiin ——
dochh. Silber per Zoll-Pfunde — —
Dollars in Gold226-274

2
*

4
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        Slt. Ingberler AAnzeiger.

Der „St. Ing berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag,
and Samst ag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreijpaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

A B. Jannar
Nro. J4.

Diens?
—

1ör.

Bestellungen auf den St. Ingberter An—
zeiger“ für das J. Quartal 1867 werden fortwäb—
rend bei allen k. Postämtern, sowie in der Expe
dition d. Blattes angenommen.

München, 3. Jan. Durch den allerhöchsten Landtagsab⸗
chied vom 10. Juli 1865 wurden der Staatsregierung bekannt⸗
lich die nöthigen Mittel zur Erwerbung des seither unter dem
Titel Maximilianskirche als katholis ches Gotteshaus verwendeten
ehemaligen Herzogs⸗Schlosses zu Zweib rücken und zu dessen In⸗
standsetzung als Justizpalast zur Verfügung gestellt. Dem Ver⸗
nehmen nach ist es den eingreifenden Bemühungen der Justizver⸗
waltung und der betheiligten Administrativstellen nunmehr geluu⸗
gen, die der Erwerbung der gedachten Kirche zu Justizzwecken und
der Erbaung einer neuen latholischen Kirche bieher entgegen ge⸗
ttandenen vielfachen Schwierigkeiten zu beseitigen, so daß mit der
zꝛeabsichtigten Instandsetzung des Schlosses als Gerichts- und Ge⸗
ängnißgebäude wahrscheinlich sofort mit Eintritt der günstigen Bau⸗
zeit begonnen werden kann.

Die Pfalz wird dieses entscheidende Fortschreiten der schon
lange schwebenden Angelegenheit mit um so größerer Freude be—
grüßen, als dadurch nicht blos für den Gottesdienst der Katholi⸗
ken in Zweibrücken zweckentsprechendere neue Räume gewonnen wer⸗
den können, sondern auch mit verhältnißmäßig geringen Kosten
ein großartiges, für alle Zwecke des Gerichtshofes und der Gerichte
zu Zweibrücken ausreichendes Justizgebäude geschaffen wird. wel⸗
sches in Deutschland wenige seines Gleichen haben dürfte. (Pf. Z.)

München, 4. Jan. Hr. v. Alvensleben ist det k. preu⸗
zischen Gesandschaft wieder als Legationsrath zugetheilt. Mit die⸗
ser Bestimmung ist die preußische Gesandschaft genau wieder auf
dem Stand vor dem Krieg. Prinz Reuß, der als Gesandter nach
St. Petersburg bestimmt sein soll, und der — nebenbei bemerlkt
— auf vertrautem Fuße mit dem Fürsten Hohenlohe von jeher
jestanden, wird vorläufig noch auf dem hiesigen Gesandschafts-
posten zu bleiben haben. — Hr. v. d. Pfordten hat das Mini⸗
terialpalais bereits gestern verlassen und für die wenigen Tage
seines Hierseins noch eine Privatwohnung bezogen.

München, 4. Jan. Die Durchführung der projectirten
neuen Heeresverfassung wird, wie der „Nürnb. Corr.“ vernimmt,
einen Mehraufwand für die Armee von jährlich 62 Millionen
Gulden verursachen. Da in der laufenden VIII. Finanzperiode
der Militäretat auf 11,415,000 fl. festgesetzt ist, so würde sonach
in Zukunft der Militäretat 17,915,000 fl. im ordentlichen Büdget
betragen, welch' sehr hohe Summe sich, wie man versichert, nicht
oder jedenfalls nicht bedeutend, vermindern läßt. (Pf. K.)

Dienstes⸗Nachrichten.

Durch Finanzministerialrescript vom 3. Januar l. J. wurde
der Assistent des Kreisobergeometers der k. Regierung der Pfalz,
Aloys Huber, auf sein Ansuchen wieder zur Steuercatastercom⸗
mision einberufen und die hiernach in Erledigung kommende Stelle
eines technischen Revisors bei der k. Regierung der Pfalz dem ge⸗
prüften Messungs-Praktikanten Gustad Schaaf, zur Zeit bei der
k. Steuercatastercommission verwendet, übertragen.

Durch Regierungsbeschluß vom 5. Januar wurde im Ein⸗
vernehmen mit dem k. General Staatsprocurator der Pfalz der
bisherige Polizei⸗Commissär zu Waldmohr, Georg Jakob Becker
zum Polizei⸗Commissär in Bergzabern und der geprüfte Rechts⸗
candidat Eduard Maurer von Homburg zum Polizei-Commissär
in Waldmohr; ferner wurde der Protestantische Schullehrer Jacob
Hornberger in Kandel zum Lehrer an der fünften protest. Mäd⸗
henschule zu Speyer voin 16. Januar l. J. an ernannt.

Mannheim, 4. Jan. Die Volksversammlung der groß⸗
deutsch liberal gesinnten Partei ist nunmehr auf den 13. d. M.
festgesetzt und wird in der Aula dahier abgehalten werden. Der
Abg. v. Feder, welcher durch entstellte Berichte von hier und aus
Heidelberg der früher auberaumten Versammlung beizuwohnen
Anstand nahm, hat zugesagt, zu erscheinen und wird das von
ihm aufgestellte Programm über die inneren badischen Fragen er⸗
läutern. Wahrscheinlich wird auch Venedey kommen und einen be⸗
sonderen Vorschlag begründen, der dahin geht im Laufe dieses J.
eine Nersammlung alser Deutschen — jseien sie aus Rord oder Süd

—ü
Deui schland.

München. Die „Allg. Z.“ schreibt über die Ernennung
des Fürsten v. Hohenlohe zum Minifter des Aeußern: „Im Nov.
1866 erhielt der Fürst den ehrenvollen Auftrag, seine Ansicht
über die Stellung Bayerns in der deutschen Frage dem Koͤnig
darzulegen. Er that dies in einem Memorandunmi, welches, unter
ausdrücklicher Verwahrung gegen bedingungslosen Eintritt in den
nordeutschen Bund, den Versuch befürwortete, ein Verfassungsbünd-
niß mit Preußen anzubahnen, Der Fürst war unmittelbar da⸗
rauf veranlaßt, sich in Familienangelegenheiten nach Schlesien und
Polen zu begeben. Bei seiner Rückkehr. Mitte Dezembers, wurde
ihm der Auftrag, sein Programm aufzustellen und einzureichen.
Wenn dies nach Berathung mit einem Gesinnungsgenossen vom
Fürsten am 17. Dez. 1866 formulirte Programm von der früher
betonten Anbahnung eines Verfassungsbündnisses mit Preußen zur
Zeit absieht, so war diese Aenderung nicht eine Conzession nach
irgendwelcher Seite, sondern sie war der ehrliche Ausdruck der in
der Zwischenzeit erlangten Ueberzeugung von der momentanen Un—
durchsührbarkeit dieses nach wie vor als wünschenswerth erklärten
Schrittes. Ueber den Inhalt dieses einen und einzigen vom Für⸗
sten eingerichten Programms nur sor viel, daß dasselbe die äuße—
re und innere Politik umfaßt, bezüglich der ersteren Allianz Bay⸗
erns und der füdwestdeutschen Staaten mit Preußen und Stellung
unter dessen Führung im Kriegsfall unter Aufrechthaltung der
bayerischen Souverünetät — bezüglich der letzteren entsprechende
Heeresorganisation, Aufhebung der mititärischen Aburtheilung ge—
meiner Vergehen und Verbrechen, Stellung des gesammten Sicher⸗
heitsdienstes unter die Verwaltung, energischen Angriff der Boden
und Handelskreditfrage, Erweiterung der Reichsrat skammer, end⸗
lich Regelung der Zuständigkeit des Ministerraths, zum Zweck der
Ermoͤglichung eines einheitlichen Gesammtministeriums verlangt.

München, 8. Jan. Der König hat dem k. Staatsminisse
des kgl. Hauses und des Aeußeren, Fürsten v. Hohenlohe, den
Vorfitz im Ministerrath übertragen. Die Motive zu dieser aller⸗
höchsten Entschließung sind dem Vernehmen nach ganz die näm
lichen wie 1849, als der damalige k. Staatsminister des k.
Hauses und des Aeußeren, Freiher v. d. Pfordten, gleichfalls zum Vorsitz
im Ministerrathe berufen wurde, und liegen in dem jetzt wie da⸗
mals vorwiegenden Einfluß der deutschen Frage auf die ganze Po⸗
litik des Staats. Von Belang ist es nun, nachdem das Ministe⸗
rium durch den Eintritt des Herrn v. Hohenlohe wieder vervoll⸗
ständigt ist, zwei Thatsachen zu constatiren, die man als unzwei⸗
felhaft betrachten darf: in erster Linie, daß über alle wesentlüchen
Punkte der inneren wie der äußeren Politik volle Einigung im
Gesammtministerium erzielt ist und in der letzteren keine Aende⸗
cung gegen die bisherige eintritt; dann folgerecht damit, daß auch
jetzt, am Vorabend des Wiederzusammentritts der beiden Kammern
des Landtags, an weitere Veränderungen in der Zusammensetzung
des Gesammtministeriums nicht zu denken ist.

München, 3. Jan. Bei dem bevorstehenden Landtage
wird dem Vernehmen nach auch ein Gesetz über Einführung eines
neuen Maßes und Gewichtes, dann über die Ablösung der gewerb⸗
lichen Ehehaften zur Vorlage kommen. Die Grundlage des neuen
Gewichts- und Maß-Systems wird das Meter bilden. Die Ein—
bringung eines die Ablösbarkeit der gewerblichen Ehehaften fest⸗
setzenden Gesetzentwurfes ist durch die Kammer der Abgeordneten
bekanntlich schon wiederholt in Anschlag gebracht worden

München, 3. Jan. Freiherr v. Kübeck ist gestern Abends
von Baden kommend, hier eingetroffen, alsbald nach Wien weiter
gereist, um sich nach sehr kurzem Aufenthalte daselbst als erster
VHesandter am könialich italienischen Hee nach Florenz zu begeben.

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        Idni de

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r ι puutattreine ne nulteet, e
ι ιιιι α
ι_ι ιιιιιιν ι ι ι αν
lett ιι , ασ ι_ι α,
ιιν ι ) ια α,
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a ι ν — ie, ee
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t ιιq— ιιινι ν 2.27
ö ι nu timn ι_α ιν
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⁊ It ιι_—ιο ι ι ι ι
ι ,eun vin atiy r,u J
ruWιιν ιι ι ι n. ,
laut Caim -Ê α m
ν ι ιι να ιι ιι — ni u,
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ι ιιιν ι ι α
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ndti nu dirn noftultot iα ν rs
ιν ν»ιιαιιιι ιι ο
nlun ι ινι O ι xν—
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ν ι ι ι α α.
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U ιιν ιν H »— n e

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it ιαν ι ιι νιν α ,

ι ι_ — n

V ιν α νι ιιν

nil nanαιιν α ιιul ua , ,” e

aι αιια . ααα

ν ιαο ινι9 u ν ,l nurte

v ν ισ u _ u ιαν ιινια. —

m uι i un,

nu! anu uv — p ,

piutldinte nn mi n e .

—ADDDD

piulinen ttinn r , —

naι ν

ν ιι ν ,

o αn ι e ι αι —

doi, mut α enu e e

ιινν ιιιιια_Bl ιαι ι αια

— unsd pa in

atact . du 9 3230 Cuu d
ο ο ι ι ν q αν

ινν chint mtinrete pd n räιι ι M,

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        gen Ziffern nicht mit einbegriffen. Die Zahl der Invaliden aus
hem letzten Kriege, welche auf die Verwundungszulage Anspruch
machen können. wird in den Motiven auf 83730 geschätt, die Zahi

der Verstümmelten und Erblindeten aus diesem Kriege auf eiwa

300. Die Zahl der noch lebenden Invaliden aus ben Kriegen

don 1806 bis 1863, welche auf die Verwundungszulage Ansprud

machen, beträgt mehr als 8000.

Das Adreßbuch der Riesen-Stadt London ist selbstredend
auch ein RiesenUnternehmen. Das 8i, Pfund wiegende Buch
besteht aus 2812 Columnen, deren jede ungefähr 10,000 Lettern
enthält also 20,000,000 für das ganze Werk. Das zur jährli-
hen Herstellung dieses Adreßbuchs noöthige Material erfordert das
jür eine Privat⸗Firma (Gebr. Kelly) bedeutende Capital von mehr
als 20,000 Pfd. Sterling, wozu für Arbeitslohn, laufende Kosten
u. s. w. weitere 12,000 Pfd. jiommen. Du⸗ riesige Buch ist am
Tage seines Erscheinens fast bis in die kleinsten Details correct
und bringt bis auf den Tag zuvor Namen und Wohnung der
mnehr als 8 Millionen Einwohner, welche London hat, was ge⸗
wiß bewundernswerth ist.

F (Amerikanisches.) Mrs. Jones rückte kürzlich folgende An⸗

zeige in ein öffentliches Blatt: Verloren, verlaufen oder gestoh⸗
en, ein Individuum, das ich im Momente gänzlicher Verlassen
jeit als meinen Mann adoplirte. Es ift von gutem Aussehen
aber simpel und nicht mehr in den Jugendjahren. Es horit —X
den Namen Jim und wurde zuletzt mit der Julie Harris gesehen
und zwar auf dem Wege nach dem Walde Hundertellen Creet.
Wer den Tropf einfängi und ihn mir wohlbehalten zum Abschmie⸗
ren zurücbringt, wird zum Abendessen eingeladen. Ophelia C.
Jones.“
fEin nener Handelsartikel besteht in Hobelspünen, deren man

sich jetzt in Amerila fasi allgemein zur Fuͤllung von Matratzen
und zur Auspolsterung der Möbel bedient. Durch eine einfache
und sehr sinnreich construirte Maschine wird das Holz in Fäaden
von der Dicke und Länge eines Roßhaares geschlitzi. Man nimmt
azu vorzüglich Ahorn, Espen und andere in Amerila X

Hölzer, welche einen leichten Geruch haben und zur Abhaltung
der Insecten beitragen. Die mit diesen feinen Holzfäden ausgepol ·
sterten Matratzen und Moͤbel sind viel weicher und elaftischer als
»on Seegras, und lommen doch wohlfeiler zu stehen als von je⸗
dem anderen Material und sind noch überdies dauerhafter.
*
Ausschreiben.
Für die Gemarkung von Sti. Ingbert
wird ein dritter Feldschütz angesellt.
Der Gehalt beträgt baar 300 i.
Allenfallsige Bewerber um diese Sielle,
jaben ihre Gesuche binnen 14 Tagen auf
unterfertigtem Amte einzureichen.
St. Ingbert den 6. Januar 1867.
Das Bürgermeisteramt:
Ehandon.

—
* und den folgenden Tagen findet die
Am 9. Januar 1867 Ziehung der Kölner Dombau—
Lotterie bestimmt Statt.
Hauptgewinne Chlr. 25,000. 10,000, 5000.
jerner viele Geldgewinne von Thlr. 2000. 1000, 300, 200, 100, 30 20 und
außerdem eine Anzahl Kunsiwerke im Gesammtwerthe von Thlr. 20,000.
Loose zu einem Thaler per Stück uind nech ven den Unterzeich
neten zu beziehen.
Zur Ausführung aller Aufträge in der kurzen, noch vor der Ziehung liegenden Zeit,
wird um schleunige Bestellung gebeten.
Die General-Agenten der Kölner Dombau-Lotterie
Albert Heimann, D. Löwenwarter,
Bischofsgartengafse 29 in Köln. Weisenhausgasse 33 in Koln.
N. Kamm, in Aweibrue

Bekanntmachung.
Diejenigen Gläubiger des Falliten Karl
Burkardt von St Ingbert deren For⸗
derungen zum Passivstatus der Fallitmusse
zugelassen worden sind, werden andurch ein⸗
geladen, sich Montag den 4. Februar nächst—
hin, des Morgens um 10 Uhr, in Person
oder durch Bevollmächtigte im igl. Bezirks⸗
gerichtsgebäude dahier einzufinden, um der
Rechnungsablage des probisorischen Syn⸗
dils beizuwohnen und mit dem Falliten Lin
Konlordat abzuschließen, oder aber, falls
ein solches nicht zu Stande kommen sollte,
mit den übrigen Gläubigern in eine Umon
u treten und sodann das Weitere zu ver⸗
ügen.
Zweibrücken den 5. Januar 1867.
Die kal. Bezirksgerichtskanzlei.

ww
CeItungs-Inserate
werden in alle Blaͤtter aller Länder durch die
Erpedition für Zeitungs-—Annoneen
von HIAansee Vogler

in Frankfurt a. M., Hamburg, Wien, Berlin, Basel u. Paris
unter Berechnung nach den Originalpreisen stets prompt und direkt besorgt. Das
Bureau bietet den Inserirenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung. auch
ei größeren Aufträgen den üblichen Rabatt. Behegblätter werden geliefert.
Zeitungsverzeichnisse, mi jeder neuen Auflage nach den in zwischen eingetre⸗
tenen Veränderungen vervollständigt und rectifizirt Aratis und fFranes

Holzversteigerung
in Ballweiler.
Donnerstag den 10. Januar l. J., Nach
mittags 1 Uhr:
10 eichen Baustamme 4 41.
2 buchen Nußtzholza bschnitte,
eichen und ö buchen Wagnerstangen
aspen Sparren,
Klafter buchen Scheitholz,
414 Klafter buchen und gemischtes Prü
gelholz,
725 gemischte Reiserwellen,
24 Klafter aspen Prügel.
Blieskastel ꝰ Januar 1867.
Bürgermeisteramt
Knaups.
Der Unter eichnete hat schönes Kie
fern —8 zu verkaufen.
Breiter⸗Mühle bei Niederwürzbach.
V. Höh.

*32»022 er.
Eine Parthie rohe
Schaafwolle
ist zu verkaufen das Pfd.
zu 1 Gulden bei
RNet⸗r Schwarz iox.

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Bank⸗ und Wechsel⸗Seschaft

von Gebr. Pseimrer in Frankfurt a.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

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papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
und industriellen Actien, Incasso von Cou⸗
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
sicherung prompter und reeller Bedienung.

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jegliche sonstige Spesen.

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3 dene Broche

nit einem schwarzen Stein in

r Mitte wurde am Sonn⸗

aig Mittag vom Kaffee Sei—

er bis ans Hotel Laur ver—⸗

oren. Der redliche Finder wird gebeten,

olche in der Redaction dieses Blaties ge—
en angemessene Belohnung abzugeben.

Maini, 4. Januar.

GSruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund 14fl. — ir. — Rog⸗
zenmehl ditto 11fl. 30 kr. — Weizen (200
pfd.) 16 fl. — kr. — 16 fl. 30 kiꝛ. 7
Korn (180 Pfd.) 11 fl. 20 jr. — 11 fl
30 kr. — Gerste (100 Pfd.) 10 fl. 45 kr.
— 1uf. — tr. — Hafer (120. Pfd.
5 fl. — kr. — fll. — kr.

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Kedaltion, Druck und Verlag von F. X. Dem eß in St. Inabert.
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        Ingberler Anzeiger.
der „St. Jugberter An zeig er“ mit seinem unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal . Dienstag, Donner sstag—

nd Samst ag. Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Donnerstag, den 10. Januar — * — 7 1867.
—

Deutschland.
— München, 3. Jan. Bis diesen Mittag waren bereits ge⸗
gen 90 Mitglieder der Kammer der Abgeordneten als hier anwe—
send angemeldet, zu denen diesen Nachmittag und Abend noch eine
zroße Anzahl hinzukommen wird, so daß die Constituirung der
Facnmer unverweilt wird staitfinden können. Am Dienstag den
Jd. soll die erste offentliche Sitzung sein. (¶ullg. Ztg.)

Münschen, 6. Jan. Die Enthebung des Frhrn. v. d
Pfordten wird in dem heute ausgegebenen Regierungsblatt in fol⸗
jender Form publicirt: „Se, Maj. der König haben unterm 29.
Dez. v. J. dem wiederholten Gesuche des k. Staatsraths im or⸗
dentlichen Dienst und Staatsminister des k. Hauses und des Aeu—
heren, Frhrn. Dr. Ludwig v. d. Pfordten, um Versetzung in den
zeitlichen Ruhestand, in Ünbetracht seiner Gesundheitsverhältnisse
dom 29. Dez. v. J. an, unter gleichzeitiger Einreihung desselben
in die Zahl der Staatsräthe im außerordentlichen Dienst allergnä—
digst stattzugeben, und demselben dabei die vollste Anerkennung
seiner ausgezeichneten Dienstleistungen, der von ihm bewährten
reichen Fülle von Kenntnissen und Erfahrungen, sowie seiner Opfer—
villigkeit und der Sr. Majestät dem König und dem k. Hause be⸗
viesenen Anhänglichkeit auszudrücken geruht.

München, 6. Jan. Un die bayerische Kunst würdig in
Paris vertreten zu lassen, hat die bayer. Regierung nach Profes⸗
dor Lange's Plan einen eigenen Pavillon hier bauen lassen, der
erlegt werden kann. Dieser wird nach Paris geschickt, dort auf⸗
geschlagen und in ihm werden die bayerischen Kunstwerke aufge—
Felli. Alles rüstet sich hier in der Kunstwelt, um auch Tüch—
tiges dahin zu senden. — Dr. Hans von Bülow soll gutem Ver—
jehmen nach zum J. Capellmeister der Hofcapelle ernannt worden
ein.

München, 8. Januar. In der heutigen Sitzung der
Abgeordnetenkammer widmete der Präsident dem verstorbenen Frhrn.
„derchenfeld und dem austretenden Grafen v. Hegnenberg einen
Rachruf. Folgende Gesetzentwürfe. wurden vorgelegt: Ein Gesetz
iber Ausgleichung der Kriegslasten, ein Gemeindegesetz, ein Ansäs—⸗
sigmachungsæ und Verehelichungsgesetz, ein Heimathsgesetz, ein Ge—
verbegesetz, die Rechnungsnachweisungen pro 186465. Der Kriegs⸗
minister verlangte einen Credit für außerordentliche Militärbedürf⸗
usse, zu decken aus den Erübrigungen des vorigjahrigen Credits.
Fiun Armengesetz wird demnächst vorgelegt werden.

Kaiserslautern, 5. Jan. Dieser Tage wurde von
zier aus bei den pfälzischen Lehrern eine Adresse an die Kammer
zer Abgeordneten zur Unterschrift in Circulation gesetzt, die um Be⸗
ürwortung folgender Wunsche bittet:

1. daß der durch die Gemeinde zu leistende Minimalgehalt
— wenigstens auf
150, 550 und 600 fl. und auch der Schulverweser in ange⸗
messener Weise erhoͤht werde; 2. daß arme Gemeinden, denen die
lufbringung des Minimalgehaltes unmöoͤglich ist, sowie bisher, aus
dreismitteln angemessene Unterstützungen erhalten; 3. daß die aus
Staatsunteln bewilligten Summen für das Volksschulwesen nicht
vie bisher zur Unterstützung der Kreiskassen. sondern zu Alterszu⸗
jagen der Lehrer in der Art verwendet werden, daß etwa von 6
zu 6 Jahren, wie bei den Lehrern der hoͤheren Lehranstalten,
zuch ohne einen Wechsel der Sielle ein Aufsteigen in eine höhere
Besoldungsklasse zu erfolgen habe, und 4. daß aus Staats⸗ oder
Zreisfonds die Lehrer⸗Wittwen und Waisenanstalten einen Zuschuß
erhalten, der die Erhöhung der Pensionen der Witiwen mindestens
zuf 100 fl., die der einfachen Waisen auf 20 fl. und die der
Doppelwaisen auf 40 fl. moͤglich mache. JF
J Dienstes⸗ Rachrichten.

Se. Maj. der Koönig haben Sich allergnödigst bewogen ge⸗
funden, die Function des Gerichtsschreibers am Cassationshofe
rür die Pfalz dem bisherigen Stellvertreter des Gerichtsschreibers
im genannten Gerichtshofe, Oberappellationsgerichtssecretäͤr Dr.
Tlemens Hellmuib. zu übertragen

Durch Regierungsbeschluß vom . Jan. wurde gestattet, daß
der bisherige Lehrer Wendelin Häge an der protest.⸗ mittleren
Schule zu St. Lambrecht an die obere protest. Schule daselbst
sin an die dadurch erledigte Stelle der bisherige Lehrer. der Vor⸗
zereitungsschule Philipp Born vorrücke. Zum Lehrer an der Vor—
zereitungsschule daselbst wurde der Schulverweser Jakob Gutwein
som 160 1. Mis. ernannt; ferner wurde der Verweser Andreas
Zee in Lachen⸗Speyerdorf zum Lehrer an der obern prot. Kna—
venschule daselbst vom 16. Januar l. Is. an. ernannt.
Mainz, 7. Jan. Die Landwehrmänner des 32. Inf.⸗Reg.
ind nunmehr wirklich in ihre Heimath entlassen und ist der Eine
erselben, der zum Tode verurtheilt war, zu längerer Festungshaft
hegnadigt worden. — Am Neujahrstage sind 2 Artilleriegefreite
ni der zur Löhnung bestimmten Summe von 500 Thlrn. hier
msichtbar geworden, und es ist bis jetzt noch nicht gelungen, der⸗
Alben wieder habhaft zu werden. — In der verwichenen Nacht
rannte die große Bembe'sche Möbel- und Parquetboden-Fabrik
1b. Ein Feuerwehrmann wurde von einer einstürzenden Mauer
'o verletzt, daß er schon ouf dem Transporte zum Hospital den
Heist aufgab, vier andere sind bedeutend verletzi. Unter dem
Schutte eines nachbarlichen Hinterhauses hat man den Burschen
eines Meßgers ebenfalls als zerquetschte Leiche gfunden. Der Un⸗
lückliche scheint beim Retten seiner kieinen Habe begraben worden
zu sein. Der Schaden wird auf 100,000 fl. geschätzt. —
Dresden, J. Jan. Der König von Preußen wird, wie
der „N. fr. Pr.“ telegraphisch gemeldet wird, nächste Woche dem
rächsischen Hofe seinen Gegenbesuch abstatten. n
Berlin. Ein Pariser Kreuzzeitungs-Correspondent meint,
daß das Jahr 1867 dem Tuilerien⸗Cabinette vielfache Sorgen
und Schwierigkeiten in Aussicht stelle: Rom, der Orient, Mexico
und Deutschland. In Betreff des letzteren schreibt der Corre—
spondent: J
Was die deutschen Angelegenheiten betrifft, so versteht es
ich von selbst, daß man in unseren höheren Regionen der Eröff⸗
rung und den Sitzungen des Norddeutschen Reichsstages nicht mit
Bleichgültigkeit euigegensieht. Je nach den Umständen koönnte er
Wirkuͤng eines Magneten auf das übrige Deutschland ausüben.
Diese kritische Eventualitat wird in engeren Kreisen mit Schärfe
ind Besorguͤng ins Auge gefaßt. Und der geseßgebende Körper
n Frankreich? An Stoff fehlt es der Opposition nicht und an
Inklang im Lande wird es ihren Reden auch nicht fehlen. Die
hewerbe⸗Ausstellung ist zwar eine vielversprechende Sache, aber
chließlich bringt sie doch nur den Specutationen aller Art in Paris
Vortheile. Die Departements freuen sich viel weniger über diese
ogenannte Weltausstellung, als sie sich über die Heeres Reform
irgern. Unterdessen klagt der Handel bitterlich, und man sieht
ꝛs der Physiognomie der Stadt Paris in diesen Tagen an, daß
nan verstimmt und gedrückt ist. Die Feuilletonisten schildern zwar
m der herkommlichen Weise den Glanz, die Pracht, das Leben
ind Treiben — aͤber es läßt sich nicht laäugnen, daß es in den
rüheren Jahren ungleich lebendiger in den Straßen und den
MNagazinen der Haupistadt war, als heuer der Fall — obgleich
je Witterung ungewöhnlich günstig ist. Diese Thatsache ist nicht
eicht anzuklagen. Sie beweist, daß das Publikum, ohne sich selbft
ine genaue Rechenschaft über die Motive abzulegen, der nächsten
Zukunft nicht mit allzugroßer Zuversicht entgegenschaut. 13*
Berlin, 7. Jan. Durch eine Bekanntmachung des Mini⸗
jers des Imnern ist die Auslegung der Wahllisten zum norddeut⸗
chen Parlament auf den 15. Jan. und für die Wahlen selbst
nuif den 12. Februar für den ganzen Monarchieumfang festge⸗
etzt.
Berlin, 9. Jan. Von der Forischrittspartei wird die
kinbringung eines Gesetzentwurfs vorbereitet, welcher den Mit⸗
zliedern des norddeutschen Parlaments Reisekosten und Diäten ge⸗
dähren soll. Herr v. Bethmann⸗Hollweg hat die Beseitigung der
Beschränkung des Hypothekenzinsfußes zur Berathung für die näch⸗
te Session beantragt.
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        Wien, 3. Jan. 4Die officisse „Zeidler'sche Coprespondenz“ betrunkener Lancier auf der Straße um sich, verwundete mehrere
schreibt: „Nach den uns zugehenden Nachrichten scheint die orien⸗ vpre und morbete einen Knaben von 12 Jahren ; dieß frühte
talische Frage größere Dimensisnen“ anzunehmen, womit sekbftre; dann zu kiner Zusammenrottung bes Volkes. ———
dend indeß noch nichte gesagt sein soll, daß sie schon vor ude Paris. Aus Spanien treffen täglich über Bahonne ganze
gung cher diesjaͤhrigen Welt-Ausstellimg in Paris“ dine brennende Schaaren von Deputirten hier-ein dier sich ic ihren Vaterlande
werden dürfte. Jedenfalls steht so viel fest, daß die Veründerung seit den letzten Vorgängen nicht mehr ficher fühlen. —
des griechischen Cabinets in Athen im kriegerischen Sinne erfolgi Paruͤs, 6. Jan. Nach einem Briefe des „Monde“ aus
ist, und daß die Großmächte beginnen, sich gegenseitig zu sondi Rom bom 2. Jan. kommen aus Frankreich, Belgien und Holland
ren. In letzterer Hinsicht geht uns von kundiger Seite aus Dres ortwährend Freiwillige an. Demselben Blatte zufolge ist eines
den, wo man über die Pläne des ͤsterreichischen Cabinets gut her Häupter des geheimen rbmischen Comite's Montanucei, ver⸗
unterrichtet zu sein pflegt, die Andeutung zu. daß in Wien 'an jaftet worden.Man soll viele compromittirende Briefe und Na⸗
einer Allianz zwischen Jialien und Griechenland gearbeitet werde, nenslisten bei ihm gefunden haben.

ein Bund, dem Oesterreich sodann in der Rolle einer Protektions; England
macht beizutreten gedenke. Oesterreich sehe ein/ daß es in seiner Lond * 3.0 g *4 Betracht a' über di
guswärtigen Politik sich nicht länger gegen die Folgernngen vder p n. 8. Jan. In seinen a ungen über 3.
NJationalitätentheorie sträuben dürse und daß diese Thete ihen wrientalische grage dusert der „Herald. große Besorgniß für das
Vortheile sichere, sobald es auf Grund derjfelben einerseits den Shicksal der Tuͤrken im Jahre 1867. Er wünscht und hofft, daß
Bestrebungen“d iste, andererseits eine ille europäischen Mächte (v. h. ohne Ausschluß Rußlands) sich
gen des Hellenismus Vorschub leiste, andererfeits eine bar die e Faneiet —5
Allianz der beiden rührigften mediterranischen Nationen, der Jtae iüber die Behandlung aller moglichen Fälle im Orient verf
liener und Griechen, begründe, welche es durch die Ueberlegenheit geu mögen, damit anct wieder jener Autagonismus bezpor n e
seiner Flotte an seine Interessen zu knüpfen gedenke. Jedenfallz en die Ungeschi ichkeit unserer Staatmaͤnner zum Krimkrieg
sei man in Wien entschlossen, den Trabilinen der habsburgischen anwielie 8 * —
Politik. wenn noch nicht gänzlich den Rücken zu fehren doch die e n don, 8. Jan, England hat Amerika angeboten, r
Geltung derselben anf neuen Bahnen und mit modernen hüttehe ——— Differenzfragen einem Schiedsgerichte zuzuweisen, vor⸗
durchzusetzen. Von Herrn v. Beust erzählt man sich in Dresden usgesetzt, daß eine Einigung über die Differenzpun kte zu er⸗
den Ausspruch, er wolle die Welt durch seine Dautkarkeit in Er— reichen ist. ——
staunen setzen — in sofern er nämlich dafür dankbar sein müsse, Italien.
daß der vreußische Krieg den österreichischen Slaat von überliefer. Man schreibt dem , Moniteur““ aus Florenz, 31 Dez., daß
en rinen befreit und n r Stand gesetzt habe, vielseitiger die Nachrichten aus Rom ein günstiges Ende * Unterhandlungen
in seinen Manðvern zu sein. Der Dank des Herrn v. Beust muß Herren Tonello in Aussicht stelem Die Grundlage, die, un⸗
ja auch ume größer sein als er schwerlich ohue den Krieg Mi⸗ ter den gegenwärtigen Verhältnissen wenigftens beiden Parteien
nister in Wien geworden wͤre. —8 Ita, die beste Auͤssicht fuͤr das Zustandekvmmen eincs Ausgleichs dar—⸗
Wisen, 3. Jan. Dem Vernehmen nach ist der französische ubieten scheint, ist die der gegenseiligen Unabhängigkeit der Kirche
Botschafter angewiesen, um auch die betreffende Mitwirkung Oe- und des Staates, und man erinnert fich, daß dieß das Pro⸗
terreichs zu sichern, die Grundzüge eines zwischen Frankreich und Jramm wor, welchez „Graf Caaour in seiner berühmten Formeh:
England im Wesentlichen bereits Lombimren dlctes hier vorzule⸗ ihora Chiesea in ea 8Stato“ aufgestellt hatte. Aus dem
zen, der darauf berechnet sein würde, unter heftimmten Voraus- Zriefe, den kürzlich verschiedene, größtemheils den jüdlichen Pro—
setzungen, welche sich auf die Lage der christlichen Vevölkerungen vinzen angehörige Bischöfe von stom aus an Hrn. Ricasoli ge⸗
der Türkei beziehen, der Pforte eine ausdrückliche Garantie ihres richtet haben, schließt der Correspondent, daß ein großer Theil
gesammten Besitzstandes eventuell durch die sämntlichen Großmäch hes italienischen Kledus nicht aleh bereit, sondern auch bestrebt
ne anzubieten, und gleichzeitig speciell in Athen den ganzen Ein ste zu einer Trennung zwischen Kirche und Staat, sowelt sie
Juß dieser Mächte zur Hintanhaltung jeder materiellen oder mora überhaupt durchführbar ist, zu gelangen“ Gehdiß ist, daß die ita—
iischen Agitation zu „nationalen“ Zwecken innerhalb, des vttoma lienische Regieruug bereit ist diese Trennung in geneissen Punkten,
nischen Reiches einzusetzen fich anheischig macht. — J „bo sie ihr vor kurzer Zeit noch störend bder verdächtig erschien,
Wien, 8. Jan. Ein Artikel der „Wiener Abdpost.“ sagt setzt zuzulassen. So würde sie seht, da die Geistlichen iu Folge
Die Angaben des „Memorial diplomatique“ sind falsch. Es han Einführung der Civilehe und der Civilstandsregister keine Be—
delt sich nicht um einen Vorschlag an die Unterzeichner des Pa annendienste mehr versehen, auf den von deu Klerus zu leistenden
riser Bertrags sondern um eine bertrauliche Depeshe an den Für- Eid und das ihm zu verleihende Erxequatur Verzicht, leisten nud
sten Metternich, welche beftimmt ist, einen Austauschder Ansichten dem Papst die Ernennung der Bischöfe gegenvorher erfolgte
des vosterreichischen und des französischen Cabinets auzubahnen. Milthemnng ihrer Einsetzung überlassen. Vie Verwendung der
Der Artikel schließt: Nicht eine Theilung des türkischen Reichs. geistlichen Güter ist noch ein wichtiger Gegenstand der Erorierung
sondern die Erhaltung des Statusquo durch Befriedignng der ge⸗ und Erledigung. Die Räumung der Kloster, die den Gesetze
rechten Forderungen der christlichen Bevölkerung liegt in der Abd zufolge bereits amm 81. Dez. 1866 vollzogen sein sollte, geht
icht der kaiserlichen Regierung. hrem Ende entgegen, bei aller Schonungmi der sie vorgenonis
esttz, 6. Jan. Man erwartet hier den Kaiser gegen den nen Wwird Allein die Vertheilung des auf diese Weise verfüg⸗
15. Jan. Alexander Tesetie“ hate dir Ermachtigung erhalten, nach bat gewordenen Vermögens wird in mehr oder wemiger strenger
Angarn zurückzukehren. az are A din an 4 Beise stattfinden müfssen. Immerhin hofft man noch, daß die
Fraukreich. . eeee ha* Agierns in 83 wie ze —r eun
varis, 8. Jan, Der Andrang von Restaurants. gu der r Zelihen Juteressen geeignetste Verfahren Inhalsten wird. Im
Ausstellung ist so groß daß man die Zag —V darf man annehmen, daß die versöhnlichen Ideen mit
raglich dort gespeist werdeahhn auf Ido dos bereget Ni edem Tage reifer werden nnd daß man nunmehr voraussetzen
nur alle europeischen Nüchen sondern auch die eulinarischon Kimsie ann, es werde die Pission des Herrn Tonello die Grundlagen
der Aeghpler, der Lunesch un des himmlischen Reiches werben einer vorbereitenden Combination abgeben, aus der man fernerhin
bertreten sein Vor b Pavillon der Raisetine mi laͤglich an zu den Grundlagen eines definitiven Abkommens gelangen wird.
Militärconcert stattfinden. Es ist auch dabon die Rede, daß ESypanien.
die Musikbanden verschiedener fremder Armeen im Gesolge ihrer 38 6Voan“ Vie sßeilae Rn
Souverüne nach Puris kommen und sich auf dem Marsfeide pro— 9 5 De eer e Auehien en
J 5 2 2 9
ouciren sollen. — entwirft man in diesem Augenblick auch s Dezember die mexicanische Grenge überschriten, fich mit
die Pläne zu einem in den Park zu exrichtenden Saale für Vor⸗ n Truppen von Cortina und Cangles vereinigt und, nachdem
lesungen, kechnische Demonstrationen und Erberimente. Die hohen er die Juaristen geschiugen, Malcnera; genommen halte.
Pfeiler an der Außenseile des Palais werden von Masten gekroͤnt — —
jein, welche in Oriflamme die Farben des Landes zeigen werden, Türkei.
dessen Producte darunter zausgestellt sind. Die Außenseite des Konstantinopel, 5. Jan. In dem bei Phonia stattge⸗
Palais soll in Isabellenfarbe augestrichen werden, Vo der Span⸗ jabten Gefechte sind 800 Aufstandige gefallen. Ein rufsisches
nung eines riesigen Segeltuches über den Garten hat man aus riegsschiff hat 4300 nach der Meeresküste hingedrangte Insurgen⸗
Svarsamkeitsrücksichten, die sich überall geltend machen abgesehen. len, voruutet viele Frauen und Kinder, nach dem Phräus ge⸗
Paris. Mehrere hhiesige Zeitungen dringen auf die Roth⸗ ührt. — Ein kaiserlicher Commissär wurde zu Selinos vom grie⸗
vendigkeit, den Soldaten das Waffentragen / außer Dienst zu der⸗ hischen Klerus und der Bevolkerung freudig enpfangen. — Die
hieten. Die Excesse mehren sich wieder in neuester Zeit. Im Bou— Nachrichten der ausländischen Zeitungen über den Aufstand in
logner Wäldchen überfielen zwei betrunkene Husoren mehrere Frauen Thessalien sind sehr überirieben.
und mordeten eine derselben; sie sind nun vom Kriegsgericht zum Kon stantinopel, 7. Jan.: Die Bulgarien überreichten
Tod verurtheilt worden. Zu Nanies bieb am Neuiahrstag ein dem Sultan eine Vertrauensadresse, dqrin die Emancipirung vom
        <pb n="15" />
        lästigen Drucke der griechischen Kirche betonend. In allen Schich⸗
len der türkischen Bevölkerung herrscht eine zunehmende Erbitte⸗
ung gegen Griechenland. Die Beziehungen der Pforte zu Frank—
eich find die innigsten. —7* e
— 33 76117464

Eine Rürnberger Anzeige; von 1640 lautet also:

Jsak Makerl, Barbier, Perrückenmachet, Beorgus, Färrschreiber,
Schulmeister, Huefschmidt und Geburtshelfer, Rasirt vor ein Krü—
jer, schneidt die Haar für zwei Krüzer und Putter und Pomade
endrein die jungen artigen ee stigt die Laternen an
Jahr oder eehe jungen Edelleute lernt ihre Mutter⸗
yrage gramadickolisch und' ganz leicht, sorgt ihren Sitten und
ernis buchltabyirn. Beschlägt die Ferste meisterhaft, magd und
ickt Schuh und Stiefel, lernts Hobo, Flaut, last Aater, setzt
v„chropflopf ganz gering, gibt lzun Borchirn sot ein Kreuzer 8
Stück, lernt in die Häuser die Kodiljons und andere Tanz, ver⸗
auft Parfimery aller Art, Pabier, Stiffelwichs, gesalzene Härink,
donigkung, Pürschten, Meusefallen und andere Konfeks, Herz ster⸗
end Wurzel, Kartoffel, Brahdwürst und anderes. Gemiße MNB.
ernt auch die Chograpsiee und-fremde Wahren alle Mitwogund
Zonnabend. Isaak Makerl.
1744. Paris, 32 Jan. Heute ist eine neue, aus zehn hexbor⸗
ragenden Perfönlichkeiten bestehende japanische Gesandtschaft in Mar⸗
eile angelangt. Sie wird am Montag in Paris erwartet, aber
aur kurze Zeit hier verweilen. Zur Ausstellung kommt. sie wieder
nach Paris zurück. — Die chinesische Regierung hat sich nicht
zirect an der Ausstellung von 1867 betheiligt. China wird aber
doch repräsentirt sein, da eine Gesellschaft sich mit der Ausstellung
der chinesischen Producte befassen wird.

(Mahnung für Junggesellen,) Die Engländer sind bekannt⸗
ich stark in der Statistik. Eben hat ein Dr. Stark in Edinburg
rusgerechnet, daß verheirathete Männer durchschnittlich um nichi
veniger als 1943 Jahre länger leben als Altjunggefellen. Eine
urchtbar ernste Warnung gegen das Ledigbleiben. Bei den un—
derheiratheten Frauenzimmern ist der Unterschied in der Sterblich⸗

leit weniger auffallend und tritt zumeist nur in den Lebensjahren
von 20— 30 hervor. Später, in den Jahren der Resignation und
des immer sanfter werdenden Gemüths, gleicht sich das Verhäliniß
fast aus.

Nußianda
Pestz as sur g, V. Jan. Die Staatszeitumg publicirt einen
Atkas vom 19. Dezember, welcher die Postverwallung des Konig-
reichs Polen. dem russischen Postministerium unterordnet, um eine
nessere- Postverbindung zwischen Rußland unb Polen herzustellen;
desgleichen einen Ukas, der pvom 18./1. Januar an Polen in 16
(stalt wie bisher in 5) Gouvernements und 85. Kreise eintheilt,
die Verwaltungspraxis vereinfacht, den Gouverneuren ausgedehnte
Befugnisse, gleich den russischen, überträgt und die Bildung von
Localgarden anbefiehlt; desgleichen einen dritten Ukas, der für
die polnische Finanzverwaltung russisches Reglement einführt,
eine provisorische (permanente vorbehalten) Schaßdireckion in War⸗
schau, die vom russischen Finanzministerium ressortiren soll, einsetzt
und die Errichtung von Gouvernements- und Bezirks-Zahlämtern
anordnet. — Der russische „Invalide“ sagt, die neuesten Ukase in
Betreff der im Königreiche Polen vorzunehmenden Reformen hät—
ten den Zwech, Polen und Rußland einander zu nähern und
gleichzustellen; die Einheit der Verwaltung werde es möglich ma—
hen, alle in Rußland eingeführten Verbesserungen nun auch in
Polen einzuführen. — Der Kaiser hat das gerichtliche Strafur—
theil, das in Irkutzk über die bei der sibirischen Polen-Meuterei
betheiligt gewefenen Personen gefällt worden ist, dahin bestätigt,
daß von den sieben zum Tode verurtheilten Rädelsführern vier
erschossen, alle übrigen aber (von 194 Angeklagten der zweiten
Gruppe sollte eigentlich auch immer der zehnte Mann füssilirt
werden) zur Zwaugsarbeit abgeführt, kein einziger aber korperlich
gezüchtigt werde solle.
Amerika.

Schüler russischer Gymnasien zu Moskau, Petersburg.
iew uud Kasan' haben nach der Kreuzztg. unter dem 5. d. an
»en Ministerpräsidenten Grafen v. Bismarck einen Brief gerichtet,
n welchem sie demselben in jugendlichem Frohsinn, „aus ganzer
Seele“ für die bedeutende Exleichterung danken, welche er ihnen
n dem „schwierigsten Theile der Geogtaphie Europa's, den die
vymnasiasten in der politischen Geographie Deutschlands erblicken,
verschafft habe.““ V
Die Goldlager in Canada find jetzt von der Regierung
intersucht worden. Die Commissäre berichten, daß in dem ganzen
Districte um Mados herum Gold in bedeutenden Duamlitäten
»orhanden sei und haben der Regierung Proben von goldhaltigem
ZQuarz und Goldkörnern zugeschickt. Das Lager ist auͤgenscheinlich
ehr reich. Man fand Gold in einer Tiefe von 53 Fuß. Der un—
ersuchende Commissär sagt, daß an einer Stelle Gold im Werthe
»on 100--2500 Dollarz aus einem Schachte gefördert wurde.
Bermi te« Der Boden des Golddistricks gehört größtentheils der Regierung,
rmischtes. zoch sind einzelne Striche im Besitze von Bauern, die für ihr
VöIn Zwelbrücken ist das auf dem Kohlenhof stehende Comp- Figenhum uhgeheuere Vreise verlangen. Die Goldader soll sich
wir der Hrn. Gebr. Doörr vollstandig niedergebrann . rach dem Berichte, der Commiffäre uüͤber einen Flächenxaum von
rLandau, 8. Jan. An dem in den beiden letzten Jah⸗ 10 Quadratmeilen erstrecken und die Ausbeute in der Qualität
ren neuerbauten Vorwerke unserer Festung auf der Wollmesheimer weicher sein als das Gold in Australien oder dem britischen Co⸗
Hoͤhe ereignete sich am 3. Jan. der Unfall, daß ein Theil der lumbiaaa.
rechten Kehlmauer von der Breite des Brustwehrkörpers bis zun7 In San Frastzisco ist der deutsche Reisende C. F. Schae—
Haupteingange mit der hinter derselben befindlichen Infanterie— er angekommen, um von dort aus nach Mexieo und durch Süd⸗
Galerie einstürzte. Derselbe Fall wiederholte sich am 5. d. Mis. mnerikabis nach Chili hinab zu gehen. Zu gehen.“ denn so—
in der linken Profilmauer. Die Ursachen dieser Unfälle sind in in— prit der feste Boden es ihm ermöglicht, macht er seine beabsich—
nigem Zusammenhange mit den letzten kriegerischen Ereignissen zu igte Wanderung über die ganze Erde zu Fuße. Von Chili wird
uchen, indem durch den beschleunigten Betrieb des Baues, welches er nach Japan übersegeln, um darauf China und das übrige
oon höheren Stellen anbefohien war, die Hinterfüllung der Erde Afien, zu besuchen. Ehen er nach Californien kam, hatte er schon
zu schnell vor sich gehen mußte, ehe das noch ganz frische Mauer⸗ den größten Theil Europa's und Africa's durchreist; während
werk die gehörige Festigkeit erlangt hatte. Durch die anhaltende »er 19. Monate, welche er jetzt schon auft der westlichen Hemif⸗
Nässe in letzter Zeit, welche haupisächlich auf den frisch angefüllten phäre zugebracht hat, durchwänderie er Amerika von der öflichen
Boden ganz besonders einwirken mußte, war diese Katastrophe zur weslichen Küste und besuchte 28 Staaten und Terxitoxien.
mit Gewißheit vorauszusehen, ohne sie aufhalten zu können. Der f Ueber das verheerende · Erdbeben in⸗Algier liegen im
dadurch entstandene Schaden (man spricht von 25, 00 Gulden) Etendarde einige nähere Nachrichten vor. Es fand am 2. Jan. zwi⸗
ist nicht fo bedeutend, wie er von verschiedenen Seiten deschahl chen 7 und 8 Uhr Morgens ftatt. Der erste Stoß um 739. Uhr war
vird, und es dürsten die betreffenden Uebernehmer von aller Bere gewalsamste. Er hat in Blidah umd in den westlich von Chiffa
antwortlichteit freigesprochen werden. (A. W.) jelegenen Dorfern großen Schaden angerichtet. Ein große An⸗
fHeid elberg, 7. Jan. Der Nachtzug Nr. 42, welcher sahl Häuser sind erschüttert und unbewohnbar gemacht; die Caser⸗
n der letzten Nacht 11 Uhr 40 Minuten von Würzburg abging, jen haben geräumt werden müssen und die Truppen campiren
st bei Auerhach (zwischen Mosbach und Osterburken) von einem inter Zelten, Ein einziger Mann ist dort verwundet worden.
Anfall betroffen worden. Der Tender der Lokomolibe und die die Dorfer la Chiffa, Monzaiaville, Ben⸗Komni, El⸗Affronn, El—
neistens Waggons kamen aus dem Geleise, der Gepäckwagen Umuer, Al-Aior find fast gänzlich zerstört. In Monzaiaville 37
türzte über den Damm und der Gepäckkondukteur wurde am Todie, 100 Vermundeie; in Ben⸗Komni 4 Todte, mehrere Ver—
opf verwundet, sonst ist Niemand beschädigt. An der Wieder-⸗ vundete; in El⸗Affronn 12 Todte 69 Verwundeie. Die Stoͤße
erstellung der Bahn wird eifrig gearbeitet und' vorläufig müssen ind in allen Städten des Tell der Provinz Algier verspuürt
ie Züge diesseits und jenseits der beschädigten Strede haltegß wörden —“

New-York, 26. Dez. Der Präsident erkannte die Neu—
gestaltung Deutschlands durch Zurücknahme des Exequaturs der
Gonsuln der von Preußen annectirten Lünder an. Der Präsident
hält an der Recoustructionspolitik angeblich fest. Als Johuson
den französischen Gesandten Berthemy empfing, wurden Hoffnungen
dauernder Freundschaft zwischen Frankreich und Amerika ausge⸗
sauscht. Ortega kommt gegen Juarez in Vortheil. Die Franzo—
sen occupirten das Veracruzer Zollamt, das 24 Million Dollars
euthielt. 1000 Franzosen haben sich zur Heimkehr eingeschifft.

Aus Washington, 8. Jan., kommt die wichtige Nachricht,
daß das Repräsentantenhaus des Conqgresses mit 108 gegen 88
Stimmen die Einleituing einer Untersuchung über die Gesetzüber—
tretungen des Präsidenten Johnson beschlossen hat. Damit ist der
erste Schritt zu der Anklage gegen denselben geschehen und wahr—
ccheinlich eine Quelle neuer Verwicklungen für die große Republik
eröffnet. Auf die Nachricht hin sind auch an der Frauffurter
Börse die nordamerikanischen Paviere gefallen. (Pf. Ztg.)
        <pb n="16" />
        Ausschreiben.
Fur die Gemarkung von St. Ingber!
vird ein dritter Feldschütz angestellt
Der Gehalt beträgt baar 8300 f.
Allenfallsige Bewerber um diese Stelle,
haben ihre Gesuche binnen 14 Tagen au
anterfertigtem Amie einzureichen.
St. Ingbert den 6. Januar 1867.
u.nu Das Bürgermeisteramt:
Chandon.
Bekanntmachung.
Diejenigen Gläubiger des Falliten Karl
Burkardt von St. Ingbert deren For⸗
zerungen zum Passiostatus der Fallitmasse
zugelassen worden sind, werden andurch ein⸗
zeladen, sich Montag den 4. Februar nächst⸗
hin, des Morgens um 10 Uhr, in Person
der durch Bevollmächtigte im kgl. Bezirks-
gerichtsgebäude dahier einzufinden, um der
jdechnungsablage des provisorischen Syn⸗
diks beizuwohnen und mit dem Falliten ein
Konkordat abzuschließen, oder aber, falls
ein solches nicht zu Stande kommen sollte,
mit den übrigen Gläubigern in eine umon
zu treten und sodann das Weitere zu ver⸗
fügen. *— e
Zweibrücken den 5. Januar 1867.
Die kgl. Bezirksgerichtskanzlei,
Srieger.
Versteigerung.
Samstag den 26. Jauuar nächsthin Nach—
nittags 2Uhr, läßt Herr Ferdinand
Oberhauser, Wirth und Caffetier dahier,
in seiner Behausung allda unter günstigen
Bedingungen auf mehrjährige Zahlungster—
mine, durch den k. Notar Horn dahier
versteigern:
I. auf den Abriß:
Das hinter; seinem Wohnhause befind⸗
liche fruͤher Kuhn'sche Haus, mit Scheuer
und Stallung.
Bemerkt wird, daß Steigerer de
enige was ihnn dienlich erscheint, zu ent—
ernen braucht, alles Uebrige aber auf dem
Platze belassen kann.
2., zu Eigenthum:
Pl. Nro. 951 — 21 Dezimalen Pflanz
garten in den Dillmesgärten, auch Groß⸗
ärten, neben Joh. Schmelzer und Joh.
Baptist Thiery, — hat am obern und
untern Theile starle Umfassungsmauern.
Sodann ein Kronleuchter mit 8 Arm⸗
ieuchter, ferner 8 Hänglämpen — alle
für Petroleum, — und in bestem Zu—⸗
stande; schließlich eine kupferne gut er⸗
haltene Wasserpumpe.
Vorbezeichnete Steigobjecte können
auch bis zur Versteigerung aus freier
Hand gekauft werden; durch das
Geschäfts— u. Consultations-Büreau
S. Scherpf.
St. Ingbert 8. Januar 1867

Zate
verden in alle Blätter aller Länder durch die
Erpedition für Zeitungs-⸗Annoncen

von Te —n gler
in Frankfurta. M. Hamburg, Wien, Berlin, Basel u. Paris
unter Berechnung nach den Originalpreisen stets prompt und direkt besorgt. Das

Bureau bieiet deu Inserirenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung, auch
bei größeren Aufträgen den üblichen Rabatt. Belhegblätter werden geliefert.
Deitungsverzeichnisse, mit jeder neuen Auflage nach den in zwischen eingetre—

tenen Veränderungen verbvollständigt und rectifizirt gratis und franco.
Holzversteigerung
zu Lautzkirchen.
Montag den 14. 1. Mts. Morgens9

Ahr:

1 Klafter buchen Scheitholz J. Classe.
34 — u I. Classe.
—5 —— anbruch
20854,, Krappe.
1984, „geschnittene Prügel.

— „Prügel.
1025 buchen Reiser⸗Wellen.
4 Klafter 5“ lange kieferne Prügel.
41 Stück kieferne Sparren⸗
Zglieskastel den 7. Januar 1867.
Das Bürgermeisteramt,
P. Knaps.

Der Unterzeichnete hat schönes Ki⸗
fern Bauholz zu verkaufen.
Breiter⸗Mühle bei Niederwürzbach.
V. Höh.
Anroneæ
Bank- und Wechsel-Geschäft
von Gebr. Pfeiffer in Frankfurt a.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An⸗und Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn-⸗, Bant⸗
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1 per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.

Holzversteigerung
Freitag den 18. 1I. Mts. Mittags 1
hr:
90 Stück Kieferstämme worunter 16
Abbschnitte.
5 , birkene Leiterbäume.
84 Klafter kiefern Scheitholz

2 „Prügel.

2 „birkene,
475 Stück keferne u. gemischte Wellen.

5 buchen Langwidden.

81. Klafter buchen Scheitholz II. Cl.
33 Prügel
225 Stück buchen Wellen mit Prügel.

1eichen Klotz.
49 Stück Sparren u. Nutzstangen.
100 ,„ Hopfenstangen u. Fachgerten.

28,. Klafler kiefern Prügel, 4 lang.

284 V ⸗ 598,

2eichen Scheitholbz.
Blieskastel 7. Januar 1863..
Das Bürgermeisteramt
P. Knaps. J

⸗ q

V. Maior's
LSOTACLOTM -IRUVMEA I
v E
Silhborburgstrasso 165,
besorgt Inserato unter strenger Dis-
kretion in alle Zeitungen, Tages-
blatter und Leitschriften, übernimmt
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fassung der Inserate, berechnet die
Originalkosten und besorgt die Pr-
theilung der Auskunft.
— — —

—
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise de
Stadt Zweibrücken vom 10. Jan.
Weizen 7 fl. 48 kr., Korn 5 fl. 44 fr.
Herste Areihige, — fl. — kr., Gerste, 4
reihige, 4 fl. 6 kr., Spelz 4 fl. 24 kr.,
Zpelzkern — fl. — kr. Dinkel — fl. — kr.,
Mischfrucht — fl. — kr. Hafer 4fl. 7 kr.,
Erbsen 4 fl. 33 kr., Wicken 3 fl. 52 kr.
dartoffeln 1fl. 12 kr., Heu Efl. 45 kr.,
Stroh 1fl. 24 kr. pber Zentner. Weißbrod
1uj3 Kgr. 19 kr. Kornbrod 3 Kgr. 27 tr.
zitlo 2 Kgr., 18 kr., ditto 1 Kgr. 9 kr.,
Hemischtbrod, 3 Kgr., 88 kr., 1 Paar Weck,
Z Loth, 2 kr., Rindfleisch, 1. Qual. 16 kr.,
2. Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr, Ham⸗
melfleisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr.,
per Pfd, Wein 24 kr., Bier 6 kr. per Liter,
Butter 24 kr. per Pfund.
Fruüuchtpreise der Stadt —
— Kaiserslautern vom 8. Jan. *
Weizen 8 fl. 6 tr., Korn S5 fl. 42 ir.,
Spelzkern — fl. — ir., Spelz 5 fl.
24 kr., Gerste 5 fl. 25 kr. Hafer 4 fI.
11 tx., Erbsen 4 fl. 37 kr. Wicken 4 fl,
22 kr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26 kr
3 Ppfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2Pfd.
Weißbrod 15 kr.

Ein braves fleißiges
2 .268 *
Dienstmädchen
wird zu sofortigem Eintritt
zesucht.
So? sagt die Expedition d. Blattes.
Ein solides, tüchtiges Dienstmädchen
nird gesucht, um gleich einzutreten; bei wem,
Ju erfragen in der Erpedition dieses
BZlattes.

J— —7
Versteigerung
von Pappelstämmen.
Mittwoch den 16. Januar, Nachmittags
Uhr werden in der Wohnung des Ad⸗
unkten zu Neuhäusel 280 Stück Pappel⸗
tämme und Abschnitte von 7 bis zu 15
Zoll Stärke, an der Straße von Neuhäu⸗
el nach Kirkel lagernd, versteigert.

—

En einspänniger ganz neuer Char-

SaaA⸗bhane mit zwei gepolsterten

Sitzen ist zu verkaufen bei —
Wittwe Thiery.

Redattion, Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ina.

LE43
        <pb n="17" />
        nime, ι — —E ———— —
An ————17 17121388 SR A —555
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J —A—— ια cutsorreh 3 7*. l. uu MN — —* — ,
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— eet 2 ν ιWτV /ν — ,,,e r —
—— .JusFherher Auze iger? ing seinem Unterhaltungsblatte erscheint wochentlich dreimab: Dren st a Donsiers stag
Ind Sanmist a g. Abonnementspreis vierteljuhrig 48 Krzr. Anzeigen werden mite3 Kigr, die dreispalt — ——
J Raunmt berechnet. u ver een
———— ——— —— —8*

e , 2

VJanuar9 α Wα 7

J — — 1867

— — — — ——— — — * — —

— e eet ——— * “ Samstag, den 1
Nro. —
—, tzt10¡mi — —tJ— — — —
u ννι IS re Deutschland. iuult Berlin, 9. Jan“ Mam berfichert, Hren v. Savigüytberbe
Wiünmch en,7 Jann Konig. Lurwig J. in Rocnhat / den eminächst zum Bundesrath Präsidenen ernanut werden.
ersten · Tag des neuen Jahrs durch einen Alt wahrhaft königliche B erl in, Jan. Die heutige Prov.⸗Corresponden be⸗
Wohithangten begeichnen, ndem er dem Kinmftlerumterstutzungsverein kätigt, daß die Wahl. zuni Norddeutschen Parlamente auch auf
n Manchen die Summe von 10, 000 Gulben im,; 4jn procentigen Beamte gerichtet werden kann, daß die Verufung des Feichstags
Staalsbapieren als Schentung uͤberwiesz · In⸗der daruber ausge- rst gegen den 24. Februar statthaben wird und daß deffen Sitz⸗
eruiglen Schentungsurkunde, weiche bereits heute an den derzeite mgen, in den Raumen des Hertenhauses stattfinden werden · —
gen Vorftanv des Vereins Prof Widnman ubermacht wurde, ist Den Zeitungsgerüchten gegenüber als sei die Reise des Monigs
igeseht daß dieses Capiial ein immerwährender Vestandiheil des ach den neuen Landestheilen beschlossen .lann ich die Versicherung
hrunddermonens des Vereins zu bilden habe, daß das Zinsener⸗ bgeben, daß die Reise wahrscheinlich stattsinden wirdel daß aber
agniß dabon sowohl den Relicten armer Fruüntler, als, jolchen ioch nichts entschieden ist. — Das Gerlicht, daß Herr v Savi-
euͤst. ugewenden werden dürfe wenn fie in Roth gerathen und Iny zum Präsidenten des Bundesrathsernannt werden .werde⸗
ruglieder des Vereins finde e auz gunbegründet. Es besteht jt moch gar tein Bundesrath.
ün hem j0.. Jam, Das Regierungeblatt deröffentlicht ind es ist ja noch gar nicht beftinimt, daß ein solcher geschaffen
in koͤnigliches Patent, durch welches die Bewohner der: an Preu⸗ vĩrdez da kann man doch nicht schon einen Präsidenten ernennen.
zen abgelreienen Gebietstheile aus dem bayerischen Staatsverband 9Waen; 4.. Jan. Man sbricht mit vieler Bestämintheit vu⸗
eatlassen werden. nn α Pf. 3. αν u don, es würden alle jene Offiziere der hannoverschen⸗hessischen
Aschaffenbrrg, 5. Janen Nachrichten aus Orb zufolge ind nassänischenn Armee, welchen die Bedingungen; zum Eintritt
war zu dem auf heute RFestgesetzten Act der Besitzergreifung der n den preußischen Dienst nicht Inehmbar erscheinen, dhne Weis
non Bayernunn Preußenaögetretenen bayerischen Gebietstheile be⸗ eres im die österreichische Arnreel aufgestosmen · werden. Auch! aurs/
reits gestern eine Abtheilung preußischer Truppen; daselbst einge⸗ der sächsischen Armeé soll eine größere Anzahl“ von Offizieren im
rroffen und bei den Bürgern einquartirt worden. mfer Heer auf diese Weise überzutreten gesonnen sein. Nach einer
Mannheim. 10. Jani, Die Volksversammlung ist aber- Rittheilung des „Neuen Fremdenblattet sunde —VV
nals verschoben; sie soll nun Sonmag den 27. Januar abgehal⸗ jevor. Bekanntlich sind in Oesterreich diez“diesethalb Verurtheil
ten werdei·c.. 17 en vom activen und passiven Wahlrecht ausgeschlossen. in us
Karl sruhr, 10. Jan. Heute Nachmittag ist Se. königh. Wien,!8. Jan.“ Heute? Mittag kinpfingen der Kaiset und
Hoheit der Kronprinz. don Preußen' hier eingetroffen undist zie Kaiserin eine zahlreiche Deputation des ungarischen Laudtages-
im grotzh. Schloß abgestiegen. .vbeclche den Majestaͤten ihre Glückwünsche bei Gelegenheit des Ja⸗
Frauffurt q/ M., 6. Jan. Gestern fand die Beeidigung eswechsels darbrachte.“ Der Kaiser“ erwiedetiẽ auf die Ansprache
der Reservisten aus Kurhessen und Nassau statt. Wie wir ver⸗ zes Fuührers ·der Deputation, er wünsche, daß das neue Jahr
nehmen, follenn die meisten Kurhessen sich renitent erwiesen und die durch Segnungen des Friedens für die Verluste des vorigen einige
Beeidigung in den beleidigendsten Ausdrücken von sich gewiesen entschädigung gewähren, und es dem wechselseitigen Vertrauen ge⸗
uben. Diesem Beispiel folgten auch die Rassauer. Auf der ingen moöͤge, die Wohlfahrt und die konstitkutionelle Entwiclung
Straße hörte man vielfach die Rufe: „Es lebe der Kurfürst von zuch in Ungagrn auf sicheren Grundlagen dauernd zu befestigen.
Pessen, und der Herzog von- Nassau immd die freie Stadt Frank Wien, 8. Jan. Die heutige Amtsztg.“ enthält ein kaist
urt Mit den einschreitenden Gendarmen und Schutzleuten fin⸗ Zandschreiben, welches für die cisleithanischen Länder eine voll-
jen die unruhigen und erhitzten Lundwehrlzute Häudel an, die in fändige Presse⸗Amnestie imd die Nachsicht, aller aus den, bereits
nexetin Dithchagren sogar cinen blutigen Charakter annahmen. bgebuͤßten Strafen erwachsenden Rechisfolgen erläßt, 18
Frankfurt,9. Jan- Bei der heute auf dem Heiligen⸗g6141.10. — ig erfahrt der tür.
dock (Wirthshaus zwischen der Friedberger Warte aen 9 Jan. De hennge zrese ihrt —
— —ree Vi äfche Minister des Auswärtigen, Aali Pascha, habe am 26. Dez.
tattgehabten Control-Versammlung der kurhessischen Reservisten „ ——36
h n an die Schutzmächte Griechenlands eine Circularnote gerichtet,
Landwehrmänner) kam es zu ernsten Ruhestörungen. Infanterie welche das dungend earse
uiet ut d s IXdle gende Ersuchen stellt, die griechische Regierung auf
ind Dragoner⸗ rückten von hier auf den Platz des Tumultes. 3 —6 3
ui Zumiutes. die tractatmäßigen Verpflichtungen rxnstlich hinzuweisen und in
Mehrere Verhaftungen so wie Verwundungen fanden statt.“ 21. RIXERRX 9 ie ii
htere Serhafiungen jo wie . Athen energische Vorstellnngen zu erheben⸗“Wenn' die! Schritte
Leipzig, 535Jan. In der vorigen Woche fand hierselbst 66 ihn soñre pie Wifrrlen
L 113 selbn der“ Schntzmächte bhne Erfolg bleiben, so wäre die Pforten genö⸗—
hei dem Prof. Wunderlich eine Conferenz der Professoren Grie⸗ higt die gerigneten⸗ Mittel zure Vertheidigung!n ihrerd Rechtei
inger aus Berlim, Petenkoffer dus Munchen und des Dr. Mac⸗ iee 38 ianeten, —2 xtheidig 1342 o n ”ν
— — ite nzuwenden.“ * ————
oherson aus London, Verfasser kines (früher von Pettenkoffer in ασ : A ο i dνν
der Allg⸗ Zig. besprochenen) ausgezeichneten Werkes“ über die Cho⸗ ιιιι α Frankreich. — —
era⸗ stait Es handelt sich um Entwerfung eines Planes zu un Prarirs, 8. Jan. Dig „France“ will bis zu einem gewis⸗
zleichmäßigen Vorbeugungsmaßregeln gegen die CholerasEpidemie, en Grade die preußische-Regierung für die von Rußland im Kö⸗
Die defaßlen Beschlüsse sollen in der Osterwoche einer größeren uigreich Polen ausgenbten Gewaltmaßregeln verantwortlich; machen,
Fonferenz Sachverständiger vorg legt werden. .4 und zwar wegen, des bösen Beispiels, das, sie dunch ihre gewalt-
u Coburg, 10. Jan. Die Coburger Zeitung dementirt:; of⸗ hätige Politik gegeben habe. Frankreich dagegen hat der France!
iiciss die Zeitungs-Nachricht, daß die thüringischen Fürsten beab- zufolge Polen gegenüber, ein ganz reines Gewissen. Was es ohne
achtigten/ zu Gunsten des Großherzogs von Weimar 'abzudanken. die Mitwirkung der ührigen cibilisirten. Staaten für. das unglücks
—Berlin 55 Jan. Aus Petersburg wird der Spener'schen iche Vand habe thun konnen, hahe es redlich gethan, und man
Ztg:* folgendes Project zur Lösung der orientalischend Frage mit- ünne ihm keine Schuld jan dem jetzigen Loose Polens beimessen.
zetheilt: Ablöfung Aegyptens unter erblicher Herrschaft. des Vice⸗ da es nicht allein unternehmen könnte, was das gemeinsame Werh
uige Befreiung der Inseln, die sich entweder lbstständig kons aller sein sollte. In den öfficiellen Kreisen wird übrigens eben«
tituren?oder⸗ Griechenland anschließen können; Vereinigung von dalls vielfach die Besorgniß ausgesprochen, daß das Vorgehen-
Thessalien und Epirus mit Griechenland;; Unabhängigkeit Mon⸗ Rußlands in Polen mit der angeblichen russisch-preußischen Allianz
enegros und der rumänischen Fürstenthümer; Errichtung eines in einer gewissen Beziehung' stehe' — Der „Moniteur“ bringt
herzogthums Bosnien mit der erzogewing unter einem österreis Rachrichten aus Koreaz welche wenigstens bis zu einem egewissen
hischen Erzherzog; Unabhängigkeit Serbiens; Herstellung“ eines Gradeé erklären, wie in den englischen Blättern die Nachricht von!
hulgarischen Staates unter einem russischen Großfürsten eere Mißzerfolge der Franzosen auftauchen konute. Dier Opera⸗
ung des türkischen Reiches in Eurobha auf Rumelien und Alhanien Ainnen des franzöfischen Geschwaders shienent nämlich nachden
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        Berichten des Admirals Roze in der That kein eigentliches posi⸗ äten des Exequatur auf. Bis jetzt ist die Frage wegen Vermin⸗
ives Resultat ergeben zu haben, da der Admiral schon sehr bald derung der Diocesen nicht verhandelt worden. 2
„der vorgerückten Jahreszeit wegen“ die besetzte Stadt Kang⸗ Hoo Florenz, 8. Jan. Die „Gazetta di Genova meldet daß
eee e eeeed ee e eee
r hofft, daß die Koreaner, durch die bon den Franzosen ange- liche u sind.
ade Zerstörungen und durch den Verlust einiger Kisten voll umringte das Gemeindehans und stieß Verwünschungen gegen den
Silberbarren gewitzigt sich der nützlichen Reflexion ergeben werden, Bemeinderath aus wegen der Erhöhung der Accise. Man ver⸗
daß Frankreich seine Missionare nicht ungestraft massacrieren läßt. uchte die Thüren zu erbrechen und es mußte Militär requirirt
de e gud Ipennunggehnd warnt pude Wicedmsue de deppenstanrn hehennnt gudunse
der Krieg wieder anfgenommen werden solle. — Das Ar ⸗ a mit
—— ne und heute von den betreffenden Sectionen iach diefem Ort abgesandt und Abends begaben fich der Präfeci
des Staatsraths berathen und in seinen Grundzügen festgestellt von Chiavari und der königl. Procurator auch dahin. Es find fehr
vorden.“ Man weiß noch nicht ob es bei dieser Gelegenheit neue zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Nach dem Mo⸗
Nodificationen ersahren hat; wenn nicht, so wird sich die Regie- vimento“ vom 5. 1l. Mts. ist die Ruhe wieder hergestellt
rung darauf gefaßt machen müssen, daß ihre besten Freunde sich Spanien.
bei der Diseussion des Gesetzes in der Kammer mit Amendements . TIXX
re
ufriedenheit wegen der theueren Brodpreise. ollen sogar eini⸗— e aus; ls h eines,
— Veie den Bäderladen vorgelommen sein. Den n denPerene in uh re een
landwirhschaftlichen Schutzzoͤllnern welche noch jetzt eine Erhöhung we assen um es nach en Phi — in die * nuns
⏑⏑ —
Lehre sein. sich übe
444 —F san estern atte und Narvaez, der sich dazumal mit; geborgtein Haare
„Paris, 8 Jan. Die jabanische esandtihaft⸗ weloe 88 chmückte, dariu —* Verhönung Anee eigenen ee So
e e
Aen Ve e wird sich bon hier ůber Berun nach St Beschwoörung der von ihm selbst entworfenen Verfassung in deren
53 d Ame: 'rxstem Paragraphen jedem Staatsbürger seine personliche Freiheit
Penhuge dem Daudgiel rer Reise. mnd ven dDost “ t »erbürgt wurde.ßum Glück für die gefangene Redaktion lag
rila begeben. Binnen Kurzem sollen in London und Paris blei⸗ — gif d * hhlubben ar e
dende. abanich Gesandschaftenerrichtet werden 6 düfen bereit, und nachdem sie mehre Monate in Cadir gefangen
Baris. 8 Jan. Man liest in det „Opinione nationale“, Jesessen hatte, wurde sie; Dank einflußreicher Verwendung, wieder
datz Marschal Bazaine. nach dem Erscheinen der Proclamation Freiheit gesetzt. Was Narvaez dazumal wegen eines Feuille-
des Kaisers. Maximilian eine Gegenproclamation erlassen hat, der on⸗ that moag er heule wohl wegen einer ßlebigen ——**
uun Folge die franzosischen Truppen fortan sich nicht mehr au den vagen Porleries un die canarijchen Inseln find als Verbau-
nerikanischen Angelegenheiten betheiligen und die streugste Reutra⸗ mungsorte allerdings nicht so unangenehm als die Philippinen
lität beobachten werden. Kaiser Maximilian befestigt sich in Ori⸗ dafür ist unsere Zeit für die Minister von der Denkun *
en 9 gsart eines
jaba. Allein in der Nacht vom 4. Dez. fiel ein 300 Mann star⸗ Narbaes nicht so angenehm, als die dor 21 Jahren ir
len Haufen von Liberalen unter General Rodiguez in Orizaba
ein. Sie hätten, wie es heißt, sehr leicht Maximilian gefangen
nehmen können, sich aber damit begnügt, 300 Maulesel mit sort
zu nehmen.
Paris, 9. Jan., Die Pforte hat ein Rundschreiben vom
26. v. M. erlassen, worin sie das energischste Einschreiten der
Schutzmächte gegen die aggressiven Tendenzen Griechenlands for⸗
dert, widrigenfalls die türkische Regierung sich zu den ernstlichsten
Maßregeln der Vertheidigung gezwungen sehen werde.
Velgien. ·
BVrüsfess. Jan. Die bekannten Aenßerungen der hollän⸗
—X Minister gegen Herrn Rogier haben auf die auswärtigen
Regierungen, einen für Holland üngünstigen Eindruck 'gemacht.
Mehrere derselben haben in Brüssel gerathen, der Sache deine zu“
zroße Bedeutung zu geben. England besteht mehr als je auf
zründlicher Prüfung des Sachverhältnisses. Belgischerseits wird
auch noch daran erinnert, daß zwischen Köln und' Antwerpen slets
ine commercielle Solidarität bestand und die belgische Regierung,
um seiner Zeit die Rheinische Eisenbahn zu fördern, für drei Miü.
Actien genommen habe.

Türkel.

Konstinopel, 9. Jan. Nach, dem Epirus sind fünf
Infanterie-Bataillone abgerüdt und weilere fünf haben, Marsch⸗
ordre erhalten. Die dortige christliche Bevoöllerung verweigert
)en eingefallenen hellenischen Banden Lebensmittel. — Nachrichten
ius Kandia vom 8. Jan. melden. daß sich der Infurgenten⸗Chef
Zimbrakaki mit einer Freiwilligenabtheilung nach Griechenlaud
ingeschifft habe..

Konstantinopel, 9. Jan. Die Pforte hat Kenntniß
davon erlangt, daß die griechische Actionspartei die Insurgirung
roch anderer Archipel-Inseln babsichtigt. Der türkische Gesandie
in Florenz, Rustem Bey ist für Washington designirt.

Rußland. — pee

Petersburg, 9. Jan. Die „Senats-⸗Ztg.“ veroͤffentlicht
ꝛinen Ukas, betreffend des Einfuhrverbot von Schweinefleisch und
Schweinefleisch⸗Fabrikaten nach Rußland und Polen, welches Ver—
jot durch das häufige Auftreten der Trichinen Krankheit in Deutsch⸗
iand motivirt wird.

Amerika.

New-⸗PYork, 9. Jan. Das aus Rechtsderständigen beste-

jende Comite ist mit der Untersuchung der für die Versetzung des

Iräsidenten Johnson in Anklagestand vorhandenen Gründe beschaäf⸗
igt. (Fr. J.)

England.

London, 8. Jan. Die Stürme, welche die Vorläufer des
zun eingetretenen Thauwetters waren, haben an den Küsten diel
Unheil angerichtet. Schiffbrüche werden aus Peuzance, aus Rams—
jate und von den Schilds gemeldet; bei Yarmouth gingen zwei
Briggs mit den Mannschaften zu Grunde; in dem heftigen Schnee⸗
sturme war Tags zuvor das eiserne Schiff, James Crossfield,
000 Tonnen, welches mit 1700 Ballen Baumwolle fast am
Endziele seiner Fahrt don Calcutta nach Liverpool angelangt war,
an den südlichen Klippen der Insel Man gescheitert, ohne daß
ine Seele gerettet werden konnte. In Nord Wales wüthele der
Sturm mit so furchtbarer Gewalt, daß er zwischen Bangor und
Aber, wo die Eisenbahn sich der Insel Anglefea gegenüber zwi⸗
schen den hohen Küstengebirgen hinzieht, den ersten Wagen eines
Zuges von der Maschine losriß und von dem Damme herabwarf;
die anderen Wagen geriethen ebenfalls aus dem Geleise und fast
lein Passagier bueb ohne Verletzung. Die Locomoltive schoß weiter
'ort, bis fie sich in dem Schnee fesigefahren hatte. Auf derselben
Linie kamen dazu noch mehrere Collisionen vor.

Italien.

Florenz, 8. Jan. Die Journale melden, daß die Ver⸗
jandlungen für die Ernennung der Bischöfe beendigt sind. Die
Bischöfe werden vom Papft ernannt in Uebereinstimmung mit der
talienischen Regierung. Auf diese Weise gibt man die Fotmali-

Vermi sschtes.
»München, 8. Jan. Das oöffizielle Preßbüreau, von wel⸗
hem vor geraumer Zeit vielfach die Rede war, ist nunmehr con⸗
tituirt und eine Thatsache geworden. I

. München, 6. Jan. Im Kreise Oberbahern können zur
Zeit nicht weniger als 61 Schulstellen aus dem Grund nicht be—
etzt werden, weil der Regierung keine Kandidaten zur Verfügung
tehen . 4

. Vom 15. Mai an gehen von München aus Ertra züge
erster Classe nach Paris zur Industrie⸗Ausstellung. Der
breis für Hin- und Rückfahrt und 10tägigen Aufenthalt in Paris
st 150 Gulden. Veransialter sind der Buchhändler Manz in
Augsburg und ein Pariser Haus.

fFLambrecht 6 Jan. Heute hat sich auch hier ein Vor-
schußverein constituirt, zu dessen Gründung sich, in Folge erhal⸗
ener. Einladung der Vorstand des Landauer Vorschußvereins,
derr L. Löb, in der Generalversammlung eingefunden hatte. Die
zersammlung war von etwa 100 Personen besucht, von denen
ich sofort 60 als Mitglieder in die aufgelegte Liste TA

(A. W)
        <pb n="19" />
        Agrankfurt, 9. Jan. Heute verließen die letzten Dester⸗
zeicher, welche schwer⸗verwundet seither hiet in dem Lazareth la⸗
gen, die Stadt, um sich nach Prag in das dortige Militaärspital

be eben. — * 7 — 1122
u 8 ut rwell er, 8. Jan. Heute Morgen wurdel auf hie⸗
igem Bahnhofe ein junger Grubenarbeiter von 19 Jahren todt,
id zu sagen enthauptet, gefundeit. Abends vorher kam er⸗mit
dem Zuge Neunkirchen und ist, wahrscheinlich während derfelbe
im Gange war, ausgestiegen und von einem Rade erfaßt worden
736ln, 10. Jan. In der heute begonnenen Ziehung der
Dombau⸗Lotterie fiel det Hauptgewinn von 25,000 Thaler auf
Nr. 244,632. Die Loose 99,325 und 234,658 je 1000 Tha—
fer. Nr. 308,7 45, Landschaft von Graf von Kaldreuth; 241,537
Zleine Raucher von Werder; 144 694 Sonntag-Nachmittag von
Toussaint; 284,588, Gretchen im Kerker, von Hamm; 172,326
Broßmuttet von Geselschap; 328,283, Landschaft ann Bodensee.
don Kesseler; 80,175, Rückkehr vom Schüßenfeste, von Schlesim
ger; 300,098, Waldlandschaft, von Maurer 242, 8340, Kolner
Dom, von Wegelin; 326,753, Am Wallensee, Gemölde von Graf
Zaldreuth; 20,724, Schulausgang. von Böker; 262. 818, 6
Aquarelle von Bresser; 52,970, Fechtende Handwerksburschen von
Schlefinger; 88,690, Scharzach, in Tyrol, Gemälde von W.
Brandenburg.

Königsberg, 5. Jan. Nach den letzten Stürmen
ist dor einigen Tagen bei Nidden ein russisches Schiff ohne Steuer
ind Mast in dem elendesten Zustande mit noch zwei Leuten; und
dem Leichnam eines Matrosen an Bord geborgen worden. Die—
selben erzühlten, daß sie 14 Tage hindurch auf der See umherge—
rieben wurden, daß sich täglich die Schiffsmannschaft lichtete und
auch für die noch Lebenden bereits die höchste Noth angebrochen
ei, zumal die Nahrungsmittel gänzlich ausgegangen. Vier Mann
waren noch auf dem Schiffe, als eines Tages der Matrose, dessen
Leiche noch nach Nidden mitgebracht wurde, durch das Herunter⸗
jallen von Ketien getödtet wurde. Der Hunger der Leute hatte
Fereits den Culminationspunkt erreicht, und zweimachten sich an
den menschlichen Leichnam, indem sie aus demselben Stücke Fleisch
ausschnitten und verzehrten. Den dritten noch Lebenden erfaßte
dabei ein solches Grauen, daß er, um dem Hungertode zu ent⸗
gzehen, sich vom Fahrzeuge herab in die See stürzte und den Tod
sand. Die Leiche des Matrosen, welche den lebenden Lenten zur
NRahrung gedient hatte, wurde in diesen Tagen in Nidden beer—
digt.

Ein fenerspeiender Berg. Aus Welschthrok wird
von einer merkwürdigen Naturerscheinung berichte. Der Monte—
Baldo macht nämlich alle Anstrengungen, sich zu einem feuerspei⸗
enden Berg zu qualificiren. Seit Ende November schon bemerkte
man auf und um den Berg Erschütterungen, namentlich aber vom
2. bis 5. Dezember. Auf der halben Höͤhe des Verges erblickte
man bei Nachit leuchtende Phänomen, welche vulkanische Ausbrüche
befürchten ließen. Man wollte bereits von einem solchen auf der
gegen Cassano liegenden Seite des Berges wissen, doch hat sich
die Nachricht nicht bestätigt. Die zeitweiligen Erdstöße dauern
jedoch noch fort.

F Bei der diesjährigen großen Pariser Ausstellung soll
auch das ba yer. Bier in der Restauration um die ihm gebüh—
rende Anerkennung werben, doch wird ihm dabei bedeutende Con⸗
urrenz gemacht werden. Die Landshuter Zig. erfährt darüber
Folgendes: Das bayer. Bier wird durch das Fabricat des hie;
igen Spatenbräu vertreten sein, welcher für den hiezu nöthigen
Raum gegen 30,000 fl. zu zahlen hat. Die Dreher'sche Brau⸗
zrei in Schwechat bei Wien hat dagegen einen Platz genommen,
velcher 100,000 fl, kostet, und endlich hat eine einzige Londoner
Bierfirma einen Raum beansprucht, für den sie 500.000 fl. zah⸗
jen muß.

Paris. Der pariser Rationalgarde ist durch einen
Tagesbefehl ihres Commandanten, des Generals Mellinet, ange⸗
tündigt worden, daß das schönst uniformirte Nationalgarde⸗Corps
der Welt, das von New-York nämlich, in der Stärke von vier
Bataillonen d. i. mit 2000 Mann während der Ausstellung in
Paris einen Besuch zu machen gedenkt. General Dir hat die Ini—
iative für diese Art Verbrüderung ergriffen, mit der ein Flotten⸗
iest, wie das frühere in Cherbourg, verbunden werden soll.

F In den letzten Tagen waren mehr als 20 Schiffe, welche
Petroleum geladen haben, vor Antwerpen angekommen. Die Ge—
sammtmasse der Ladungen betrug etwa 70,000 Fässer.

Dem „Bund“ wird folgende Warnung mitgetheilt: Der
ichweizerische Handel, der nach den Vereinigten Staaten importirt,
wird hiermit aufmerksam gemacht, daß der bekannte J. B. Far⸗
wvell, durch dessen Denunciationen im laufenden Jahre eine große
Zahl von Häusern in weit tragende Prozesse mit dem Newyorker
Zollamte verwickelt wurde, wieder in Europa angekommen ist und
zegenwärtig in Frankfurk a. M. weilt. Das amerikanische Ge⸗
etz spricht dem Denuncianten einen Viertheil des Produktes der

Zollstrafen und Confiscationen zu. Nach einer Schrift des ame⸗
tanischen Congreßmitgliedes Hooper hat der genannte Farwell
nus einem einzigen gegen einen Weinhändler in Boston gerichte—
en Zollprozesse 25. 000 Dollars für sich gezogen. Den oberen
dollbeainten gehört ein weiterer Viertheil der Bußen. Der vage
Zegriff des Marktpreises, auf welchen hin die Zolldeclarationen
aulen, gibt jeder Beanstandung den weitesten Spielraum. Es
verden deshalb alle Fabrikanten und Kaufleute, an welche sich
Farmer wenden sollte, wohlmeinend gewarnt, demselben weder
nündlichen noch schriftlichen Bescheid zu geben. Wir fügen zur
Warnung des Handelsstandels hinzu: Dieser J. B. Farwell er⸗
chien in Begleitung eines Anderen im Juni v. J. bei den grö⸗
zeren Fabrikanten der Schweiz, gab sich für einen Kanadier aus
ind ließ sich Muster und Preise ihrer Fabrikate geben, um Ord-
es zu ertheilen. Da der Gang des Geschäftes und der Stand
»er Seidenpreise es bedingte, so stellten sie diesem angeblichen
Zäufer 10 12*3 pCt. hoͤhe Forderungen als sie ihre im Mai
emachten Aussendungen“ nach New-Yort declarnt hatten. Sehr
ald entpuppte sich dieser Farwell als Spion der amerilanischen
Douane und bewirkte durch seine betreffenden Mitheilungen, daß
ämmlich ungeblich zu miedrig declarirte Kisten Seidenwaaren im
5ntrepot New-NYorls confiscirt wurden. Der Gesammtwerth, der
onfiscirten Seidenbänder und Stoffe soll 2*4 Millionen Fres.
zetragen und einzelne Schweizer Häuser dabei mit circa 200,000
FIrcs. betheiligt sein,.

—(Goch m̃ den Lüften geboren). Der berühmte Luftschiffer
Hillot ssieg am 9. Juli v. J. einem heiteren, windstillen Tage
mit seinem Riesenballon „New-Orleans“, welchem er schon so
manches Mal sein Leben anvertrant hatte, von der Stadt Boston
im Staate Lonisiana aus, unter dem' Inbel einer uneundlichen
Volksmenge. Begleiter war Mr. Gillot von seiner jungen Ge—
nahlin Mary, einer muthigen Kreolin, welche schon mehrmals die
zefähtlichen Reisen mitgemacht hatte. Bei dieser letzten Auffahrt
Hefand sich dieselbe in interessanten Umständen, jedoch nicht ahnend,
daß die Katastrophe so nahe bevorstehend sein könnte. Was man
nicht erwartet hatie geschah; in einer Höhe von 21,000 Fuß wurde
Mrs. Gillot Mutter eines gesunden Knäbleins. Man kann sich
zie tragische Situation des Luftschiffers denken; seine Geistesge—
genwart verließ ihn aber auch in diesem, in den Regeln der Ae—
onautik wohl nicht vorgesehenen Falle keineswegs, sondern er tras
ofort die nöthigen Vorbereitungen zur Niederfahrt, welche auch
nach Verlauf von anderthalb Stunden glücklich von statten ging.
Nr. Gillot befand sich mit seinem Ballon und dessen Insassen 22
nglische Meilen westlich von Boston im einer ziemlich angebauten
Hegend, wo ihm die zur Ernte auf dem Feldt beschäftigten Arbeiter sehr
nrüßzlich waren, indem sie die ausgeworfenen Taue faßten und den
zurch das entleerte Gas schon zusammengesunlenen Ballon vollends
anft zur Erde geleiteten, Bei einem in der Nähe wohnenden
Farmer fand die Gemahlin Gillot's mit ihrem Luftknaben die
reundlichste Aufnahme und liebevollste Pflege, und wächst der
Funge fröhlich heran zur Freude seiner Eltern. Als freier ame⸗
itanischer Bürger kann derselbe einstens wohl jedem Potentaten
gegenüber behaupten, daß er der hochwohlgeborenste Mensch dieser
Erde sei.

4 Die Stadt Coburg im westlichen Canada wird gegenwär⸗
lig mit einem neuen, aus Tannenholz, Knochen, vegetabilischen
und animalischen Ueberresten gewonnenen Gase erleuchtet. Das
ieue Licht soll äußerst hell brennen und in dieser Beziehung, so⸗
vie an Billigkeit dem früher dort gebrauchten Kohlengas den Rang
ablaufen.

7 (Alligatoren als Hausthiere) In vielen Theilen der süd⸗
lichen Staaten Amerikas haben die Menschen ihren Widerwillen
zegen diese Reptilien so weit besiegt, daß sie dieselben zähmen
ind in geschlossenem Raum unterhalten. In diesem halbhäuslichen
Zustande soll das Thier mehr Verstand zeigen, als man seinem
Aussehen nach erwrten würde. Ein solcher Alligator war einmal
die Ursache eines in New⸗Orleans zur Verhandlung gelangten
sehr merkwürdigen Rechtsfalls. Eine junge Dame brachte eine
Ziage ein gegen einen Nachbar, welcher in seinem Hof einen Al⸗
igator unterhielt, behauptend, daß das Thier von außerordentli⸗
her Größe und Wildheit sei; daß sie häufig in des Nachbars Neben⸗
jebäude gehen müsse, und daß sie, so oft sie genöthigt sei dies zu thun,
ür ihr Leben fürchte. Der Beklagte, welcher verhaftet worden,
jab, zur Vertheidinung aufgefordert, an: er unterhalte das Thier
ils eine Art Haushund oder Nachtwächter; es sei, wenn man es
nicht reize, ein ruhiges und friedliches Geschöpf; die Klägerin
jabe aber die Gewohnheit, den Alligator zu necken und den Zorn
esselben dadurch zu erregen, daß sie ihn mit einem langen Pfahl
n den Rippen kitzele, Backsteinstücke nach ihm werfe, und einmal
o weit gegangen sie, seinen Rücken mit einem rothglühenden
Fisen zu verwunden. Auf diese Gründe hin wurde der Beklagte
reigesprochen, der Dame auferlegt, mit dem Alligator und dessen
Figenthümee Srieden au hasten
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        EAC. 12 442
Häuserversteigerung.
ESamstag den 19.“ Jan. 1867, Nachtit
tagsz 2 Uhr zu St. Ingbert bei Joh. Ad.
Bech, werden die nachbezeichneten Wohn⸗
häuser, in der Stadt St. Ingbett gelegen
in Eigenthum versteigert?· J J——
I. Dem Anton Seel, Nagelschmied

hier gehörig:

2 an der Blieskastelet Straße gelegene
Wohnhauser/ mit Zugehör, neben Nagel⸗
schmied Lindemann.
II.Dem Jakob Kennerknecht Tün⸗
cher in Schaidt gehbrend:
ein an der Haide am Blieskasteler Weg
zelegenes Wohnhaus mit Hof und Gärt—
hen, 3.Dez. Flache neben Joh. Wagner
und, Peter Schmit VB. 7.
II. Dem Johann Gries, Schmelzar⸗
beiter hier angehörig! — J
ein zweistöckiges auf dem Hahnacker ste⸗—
hjendes Wohnhaus mit Stall, Hof und
Zugehoͤr, 2 Dez. Fläche neben Johann
Joseph Menges und Adolph Jungfleisch
Horn, Kal. Notar.

ritunugz8·serate
werden in alle Blätter aller Länder durch die ———
Erpedition für Zeitungs-Annoncen

——2 —.. —

vomn HEaasentein Vogler

in Frankfurta. M.Hamburg, Wien, Berlin, Baf elu Paris
unter Berechnung nach den Originalpreisen stets prompt und direkt besorgt. Das
Bureau bietet deu Inserirenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung, auch
hei größeren Aufträgen den, üblichen Rabatt. Belegblätter werden geliefert.
Zeitungsverzeichnisse, mit jeder neuen Auflage nach den in zwischen eingetre⸗
tenen Veränderungen vervollständigt und rectifizirt Aaratis und franeo..
Ein Conwversotions⸗Le⸗ * Ein solides, tüchtiges Dienstmädchen
rikon (16. Bände) von wird gesucht, um gleich einzutreten bei wem,
re sehrschon gebunden Kot- ist gu“ efragen ades Erpedition. dieses
beelas Allgemeine Weltgeschichte, (d Bande,) Blastesta ,— 7
ritus aIvν. Romische Geschichte (8 —
Bände,) jaämmtliche fast neu, werden billigst I rinspanniger ganz —REX
»ertauft. 42 bane mit zwei gepolsterten

Die Erped d. Bl. sagt wo. Sitzen ist zu verkaufen bei *

J t 5 v Wittwe Thiery.

Holzversteigerung — —

Zu Lautzkirchen. 4, Maierit

Montag den 14.1. Mis. Morgens d M 77 9
— ——

Alafter buchen Scheitholz J. Clase. 61im 8tutigart i

34 ι α α—I. Classe. dilhorburgstrasso· 163, ——
ιινα nlt anhruth ghhrget lugerute me strenger Dis⸗

202 u Krappe. hretion“ in alle“ Zeitungen, Tages-
— — geschnittene Prügel.. biuttor ung deitscnneer
2 u, Brügelnu— mι in Ptllen die Ilustrirung und Ah-

1025 buchen Reiser Wellen. 33* fassungder Inserate, berechneb die

31 Klafter 8* lange kieferne Prügel, Originalkosten · md hesorgt die Un

41 Stück lieferne Sparrenn tmheilung der Ailskunfte n

Blieskastel den 7. Januar 1867. ν u u e * —

— Das Bürgermeisterami, umuνινι v
— 8*— e MP. Knavs. a—73 A nnon⏑ * in
TTA *— * 7742 3 Bank⸗ und Wechsel⸗Geschaͤft 237*

* Versteigerung von Gehbr. Preisfser in Frantfurt a.

20 42 rün Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8. *2
von Pappelstämmen. An⸗ und Verkauf allet Arien Staats

Mittwoch den 16. Januar, Nachmittags papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bant⸗
buUhr werden in der Wohnung des Ade und induftriellen Actien, Incasso von Cou⸗
unkten zu Neuhäusel 250 Stück Pappel⸗ hons/ Banknoten Werhsel ꝛc.“ unter Iu⸗
tämme und Abschnitte von7 bis zu“ 13 cherung prompter 'ünd recller Bedienunge
zoll Stärle, an der Straßt von Neuhäu⸗ BProvision Iper mills o huel
el nach Kirkel lagernd, versteigert. 98 — ——

—345. —7T* — — —
Holzversteigerung α,
Stadt Homburg vom. 9 Januar

»**7 —* zu Alschb ach. 4 J Weizen 7 fl. 48 kr. Korn 5. fl. 36 tr
itd itag den 18. 1. Mis. Mittags —1 Spelz ofl. 8 it.Gerste, — —

Zzieserstanme / worn — Mirücht 8 sl. 9 he hee;
90 Stuck Kieferstamme worunter 16 —.krx. „Mischfrucht 58fl. 40 tr.Hafer
5 ry Abschnitte. fl.4 fr., Erbsen4 48 ru Kartose
53 hirlene Leiterbaume. feln Anfl 12kr. per ZtrunKornbrod, 3 Kgrete
n Klafter kiefern Scheitholz 25 kr. ditto 2 Kgr. 17 tr., ditto IKgr.

n brin sonsee ie
173 Stid teserne ¶ geninischte Wellen. 12tt. Kalbfteish. 12. tr.. Haminelteisch

5 buchen Langwidden. 1123 kr., Schweinefleisch 16 kx., Butter 30 kr.

814 Klafter buchen Scheitholz I. Ch ——

3, Pruͤgelunvn —

225 Stüd buchen Wellen mit Prügel.
IL eichen Klotz. —DB — —
49 Stück Sparren u. Nutzstangen.“
100 Hopfenstangen u. Fachgerten.
228644 Klafler kiefern Prügel, 40 lang.
24 —EV— 53
α— eichen Scheitholz.
Blieskastel . Jannar 1867.5
u * Das Burgermeisteramt 75
u J F * P. Knaps. ———14

Hausversteigerung.
Sainstag den 19. Januar 1867, Rach—
mittags um 8 Uhr in der Wirthsbehauͤ—
sung von Johann Adam Beck lassen die
Wittwe und, Kinder des dahier verlebten
Schneides Joseph Bastian, ihr an
der Blieskasteler Straße gelegenes Wohn
haus mit Anbau, Pflanzgarteit. Platz ne—
ben dem Hause, neben Bäcker Schuͤeider,
rüher Wittwe Uhl, in“ Eigeuthumvet—
seigen e et
St. Ingbert den 19. Jauuar 1867
Born Kgl. Nola
Mobilienversteigerung.
Montag den 27. Jannar 1867, Rach⸗
mittags IUdr, zu St. Jugbert in iner
Behausung läßt Herr Peter Vin-
tayr.Wirth allda auf Zahlumgstermine
—X— —V ——
a. Mobilien::
LKleiderschrank, 6 Tische/ 80 Stühle,
7. Bänke, 1. Nachttisch, 40 eiserne Bab⸗
kenwaage, 1 Mehlkasten, 1 Kinderwä—
gelchen, mehrere Hausuhren, 8 Oefen,
1 Schweinstrog. 20 Zentner auserlese-
ne Kartoffeln, 5 vollständige Betten mit
Bettladen, verschiedenes Getüch, Küchen⸗
geräthschaften und Schüsselschaft, 1 Gru⸗
bde Dung und sonstige Gegenstände.
ESt. Ingberter Bannes:
br 26. Dez. Acker rechts der Kapelle,
neben Joseyh Buhmanns Erben und
Peler Guet
St. Jugbert den 7. Januar 1867.
SGorn, Kgl. Noiar.

25

Musik

Bensral-Versainmlumg.
Dienstag den 15. Januar,
Abends 8 Uhr

lim Locale des Herrn Seiter.)
Tagesordnung: Abschluß der Jahres—
rechnung, Inventariums ꝛc. Wahl des Vor—
tandes, Bereinslocals ꝛc. (d 26 und 20.)
St. Jugbert den 11. Januar 1867.
Der Vorsataud.

Jerein

— — —
n Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 9. Januar 1867. 5
zistolen . I . 9 41 xö4
olländische 20 ft. Stücke 9 48 50 **
ducaten —2 * 5 33 —2835.
Nussische Imperialset —7
Francs-Stücke aν—2αα
Ingl, Souvereings . 1148 -52
Kreußische Kassenscheine 115
hold per Pfund fein jenα
dochh. Silber per Zoll⸗Pfund
Dollars in Gold 2M» — 2 26-27 e
— ⸗
edaltion, Drug und Mernnig donn,
J.!Demeg in St. Ingbenu.

24*288—
        <pb n="21" />
        —D ιν öν rιναι 9αν nανν
non An cnenr VV——— —D —5 e in 277 —
J. M. . de
p 28 * —A 14* ⸗ a F — 2214
ud Ie e er — n
— * —9 “ J — WMPVMW 0 6
—E—— να rrttut iut J — ——— — . —
——— ν e — 28
cnut aι onn σ α —D ——
F — 334 5 —VV — —V 144
der „St. Ingberter An zeig ex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal; Dienstag, Donners —XR
ind Samstag. Abonnementspreis vierieliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder, deren
Raum berechnet.
27 . ..T. DVT. F
2ruar ιXι n 1867

— —
ι ι. u α 7
Nro⸗ 7.“ p e rer ver e e Dienstae. 2 L
—
J —N ν q, —LLS.....—
Deutschland. — — nehe berbinden, gefördert werden solle, daß aber die Staatsregien;
München, 9. Jan., Von den neu; in die Kammer getre⸗ ung zum Bau einer solchen Eisenbahn nur dann mitwirken weren
enen Abgeoroneten ha sich Frhr. v. Stauffenderg. der Fraction,de, wenn von den betreffenden Districten das für die Bahn nöthie
iden sie neant sich nichl giehr vereinige“ Linke —an⸗- Je Tertain abgetreten und die Kosten ffür. die Dammschüttungen
eschiosfen. wahrend über die Abfichten der übrigen neuen Kam— jetragen werden. Belanntlich besteht adieser Grundsatz auch in
nermiglieder nichts derlgutet. Nur von dem Abgeordneten für preußen, und hat sich auch als sehr, xortheil haft bewührt. —
Schweinfurt. Bürgermeister Schultes, vermuthet man, daß er gleich— hie man sich erzählt/ ist in der Kammer der Reichsrathe ein hefe
aus der Linken beitreten wird, da er; im Jahre 1863 Caie iger Sturm auf die vorigjährige Kriegführung beabsichtigt, man
n e dealranischen Parlei bei den Landtagswahlen war. Die Hreibt in derselben nämslich die beabsfichtigte (aber unterlafsene)
Bersammlungen der Linken finden diesmal im Hotel Leinfelder Juiescirung des Präsidenten pon Unterfranken, Freihertn von
sait, die Fraction besteht aus den Mitgliedern der Fortjchritts- zZu Rhein, dem Einflusse des Generals zu, welcher während des
larlei einschließlich Crämers, und aus saͤmmtlichen Pfälzer Abg. etzten Krieges an der Spitze des Generalstabs stand. — Die
mit alleiniger Ansnahme, Kolbs. Die Fraction Schlör⸗Pozl-Ho⸗ Wahl des Freiherrn von Thüngen wird allgemein als ein Act
henabel hat ihre Sitzung wie früher beĩ Abenthum. 1* Opposilion gegen Minister Furst v. Hohenlohe betrachtet. Frhr.
Mün chen, 10. Jan. Die Gesammtsumme des vom Kriegs- ⸗on Thüngen wohnte. bekanntlich der von Roͤckel und Consprten
ministerinm derlangten außerordentlichen Militaͤreredits für die verufenen Versammlung in Stuttgart an. ν
Zeit vom b. Olt. 1866 bis Ende Dez. 1867 beträgt 4,211,000 . Dienstes-⸗Nachrichten. i ree
CeDabon sreffen nach den Motiven zu der betreffenden Vorlage Se. Maj. der König haben allergnädigst geruht unterm 7.
an den Landtag? auf den laufenden Ünterhalt des höheren Stan⸗ Jan. dem k. Kämmerer, Stadtrichter und Vorstand des Stadt-
ez an Mannschaften und Pferden der activen Armee 922,500 Jerichts München, Carl Graf von Tauffkirchen, zum Ministeriab-
T5 auf die Mehrausgaben für den Invalidenfond 87,500 fl. auf cathe oxtra statum des t. Staatsministeriums des kgl. Hauses
vlusarustungsbedürfnisse der activen Armee 2.571,000 fle; auf Gar— und des Aeußern zu befoͤrdern, unter gleichem Datum auf das
msonsneubauten 40, 000 fl.; auf Festungsdotationen 640,000 fl. im Regierungsbezirle der Oberpfalz und von Regensbutg in Err-
Außer dem durch die Zeitverhaltnisse gebotenen höheren Stand edigung gekonunene Forstamt Waldmünchen den temporär quiesae
der Reit und Zugpferde wurde für nothwendig erkannt, 6 fah⸗irten Forstimneister Konrad Schnell von Orb zu reactiviren. —
tende Feldbatterien über den früheren Friedensstand beizubehalten, Der Forsiamtsactuar Joseph Anton Richter zu Aschaffenburg
a Vie Zahl der bisherigen Baiterien nicht im richtigen Verhält- purde, seinem Ansuchen entsprechend. an das k. Forstamt Neu⸗
znisse zur Heeresstärke steht. Um aber das Heer eintretenden Falls tadt a/S. in gleicher Diensteseigenschaft versetzt ·. 454331]
türzerer Zeit, als es nach bisheriger Einrichtung möglich war, Durch Regierungsbeschluß vom 8. Jan. wurde die kathol.
m kriegsmäßiger Stärke aufstellen zu koönnen, sollen vom Jahre Madchenschule zn Wattenheim der armen Schulschwester Marin
18367 ab an n Zugang iomnmenden, Militarpflichtigen — auch Freiburger daselbst übertragen. 6 13
di bisherigen Unmnenini-issemirten in den Waffen deübt werden. Se, Masj. der König haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
Auch die Ersahrungen des letzten Krieges haben die unbedingte 'unden, den Bezirksgerichts-Afseffotr Adolph Keller in Landau, seie
Nothwendigkeit dargethan, die in der Feldartillerie noch verwen- lem allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend, zum Staatsbrotku—
»elen glatten Geschuze durch gezogene zu ersetzen und die Infan— ator-⸗Substituten in Frankenthal zu beforden, den Landerichts-
—oDDD——— Assessor Eugen Schmidt in Kaiserslautern auf sein allerunterhäc
ieser Abacher mgen beheisce die Sumnme von 2.37 1000fi Die uigstes Ansuchen zum Assessor am Bezixlsgerichte in Landau den
Heiden letzten Possen der Creditforderung, für Garnisons-Neubau— Rechtscandidaten und Polizeicommissär Daniel Fahr in Kirchheim-
en and Festungedotationen, find mit der NRothwendigkeit der Un- bolauden zum Assessor bei dem Landgerichte Kaiserslautern und
serbringung der durch den Krieg zugewachsenen Versorgungsberech⸗ den Rechtscandidaten und Hilfsarb eiter im k. Staatsministerium
igten und der Vervollständigung der Artillerie- Ausrüstung der der Justiz, Ludwig Weis in München, zum Assessor außer demn
dandesfestungen Germersheim und Ingolstadt motivirt. Status bei dem Bezirlsgerichte in Landan zu ernennen
Die Suͤmme soll aus den Erudrigungen der laut Gesetz vom unterm 9. Jan. l. Is, die protestantische Pfarrstelle zu Hin⸗
24. Juni b. J. bewilligten 81,812, 000 fi. genommen werden terweidenthal, Decanats Pirmasens, dem Pfarramts-Condidaten,
— — EPf. 3tg.) J und bisherigen Religions⸗ und Geschichtsprofessor an dem kgl.n
Müncchen, 10. Jan. Der Entwurf einer Reorganisation Gymnasium zu Speyer, Philipp Siegmeyer zu vrrleihen. 3
des Heerwesens unterliegt noch der Berathung des Ministers⸗ dann Bexslin, 10. Jan. Mit den hier derweilenden Bevollmäch⸗
zer des Staatsrathes.“ Was man über den Inhalt des Planes igten finden gleichzeiig Verhandlungen wegen Ueberlassung ader
erfährt, ist wenig geeignet den gehegten Wuünschen zu enisprechen. hostverwaltung an Preußen statt, welche einen günstigen Fortgang
xEs handelt sich im Wesentlichen um Annahme des preußischen iehmen. Einige Staaten stellen allerdings wegen Ablösung der
Systems mit geringen Modifikationen: zweijähriger statt dreijähri⸗ ufzugebenden Vortheile Forderungen an Preußen,doch find
ger Präsenz, uünd selbst dies nur bedingungsweise und dann Be⸗ unieselben so mäßig gehalten, daß einer Einigung besondere Schwie⸗
sreiung der verheiratheten Reservisten von der Verpflichtung zum igkeiten nicht entgegenstehen. Die Verhandlungen mit dem Für⸗n
Ausmarsche, außer mit der Landwehr. Zur Verwirklichung des sen von Thurn und Tarxis wegen Ueberlassung seines Postmonoe
Planes wurden für die ersten Anschaffungen und Eiurichtungen ‚ols werden von Seiten Preußens mit großem Eifer betriebenz
iußerordentlichen Weise 134 Millionen, und außerdem für die denn die Regierung möchte den mit dem Fürsten abgeschlossenen—
aufeuden Ausgaben 5*3 Millionen mehr als bisher erforderlich Bertrag wo moͤglich noch in dieser Session der Landesvertretung
ein und inskuͤnftige alle gesunden jungen Manner ohne Aus- vorlegen. Es irifft in diesen Tagen ein Bevollmächtigter des
rahme eine Reihe von Jahren hindurch in ihrem bürgerlichen Be— Fürsten zum Abschlusse des Vertrages hier ein. — Graf Bismarck
rufe gestoört sein Ob Bahern eine solche kolossale Vergrößerung ehnt, wie bestimmt verlautet, jedes Mandat zum norddeutschen
siner Militärlast ohne Zerrüttung seines Wohlstandes tragen kann, Parlament ab, theils aus Rüchssicht auf seine Gesundheit als auf
und ob es dieselbe auf sich nehmen-will (denn eine Nöthigung eine überhäuften Geschäfte. — Die Publikation der Besitzergreie
zesteht nirgends), wird die Volisvertretung ernstlich zu erwägen ungspatente für Schleswig-Holstein steht in den nächsten Tagen
haben. 226 evor. — Wie die Zeidl. Corr.“ meldet, ist es gelungen, den
Mäünchen, 11. Jan. Im Handelsmiuisterium wurde jüngst Staatshaushaltsetat pro 1867 für das frühere Koönigreich Hannos
ꝛer Beschluß gefaßt, daß die Erbauung von Zweig-Eisenbahnen er so aufzustellen, daß ohne Erhöhung irgend einer Steuer und
helche ejnzeine Districte oder Orte niil dem allgemeinen Eisenbahn. mit Einschluß der Mehrausgaben für das Militär, der Etat noch
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        einen nahmhaften Uebezichuß für außerordentli 3 i ändlich ist di
Anlagen —3 — — 55 — — e die 3 3 —— e
ionsmittel gegen Preußen is xes alsey wieder nichts 8— Die im⸗ ne —* * 0 5 d ee 7 —*
ner mehr ervortretende Hybothekennoth der. Grundbesitzer wird mnd“e s —* e rinniß endhuut NRuß ·
o 5 die · Kei Corr⸗⸗ei der Regieruugdie enge Ber dollen 75 mr — een oeeenhe 38
e gwvelche unumgãnglich nothwendig ist, wenn ranken Mannes die —8* een nn. e
——— nicht in der Kürze der ernstesten Krisis entgegen 8R en N cnase eines 3 das zur Ver
J ollständigung Griechenlands dienen würde, un reußen würde
Wien, 11. Jan. In Folge der hier i ür sei itwi i i
lattgefundenen Vdeege 8 —3 * 22— — nie g end ——
Beleredi mit den verschiedenen Mitgliedern der jüngst nach Wien hin —* — * e i wvg *
zekommenen ungarischen Deputation hat eine wesenttsche Annähe agegen zeigt sich sehr b t 8 —3—84.
rung zwischen der Regierung und der ungarischen liberglen Partei! — —* —2 e rbe
A— — irictng sich schon demnachst im undas hätigen ¶ Revolutionspartei zu nichte machen wird uͤnd · Im besten
enaee peni en Zig. derdfenticht hent * —— vder der Türkei vorgeschlagen werden sollte Selbst
m tusete en düehnmng n ae en ugee d hrethens Drut su dann ehhern da dien di
—
und Krakau Amneftirten, sowie Denjenigen, welche die Strafe doi n eege * ir 8eint.
aidahen und ne r et dene hretenn der Dene det utcern üuatnn Seue aen
ben Folgen nachgesehen werden.d don der luͤctihen Lage ver dehe alten . Behauptungen⸗
Pesth, 12, Jan. Im Unterhaus haben drei Mitglieder B n r ve ne ve —
welche Regierungsämter angenommen ihre Demission angezeigt —— e dz nrienchrr ——
die Hammererklärte, daß sie von allen Deputirten, die sich in der Staatsrath wird s von * ———
ähnlichem⸗ Falle befinden, das“ gleiche · erwarten Deak legte den ichtlich sür die Dauer von A 28858 8
ideheniwun dot miaddraß sclage vor das Ardee Patce ut neee eaer r de en.une der Wrufumg
nichtig zu erklären und alle, ẽdie es ausführen helfen, als Ver⸗ ei Nach Beendi * * * h n
räther zu bestrafen. Dienstag soll die Debatte ftatfinden Meh⸗ ruar ist ———— * en —*28*
88 i — heben zu wollen, wenn Th mprigt dürfte dem Staatsrath jpatermoch einmat vorgelegtn
re in he ahehien ans Mexich zufolge haben auchteurt datetbe n enrcungereg Wonscuen..den⸗
sich die Parteien so gestaltet, daß das Votum über die Erhaitung Adhen r r —— e 8
des Kaiserreichs für unzweifelhaft erachtrt wird. Es herrscht alte tärke vo voo 8* Pe 8 en
jemeiner Widerwille gegen die amerikanische Interventivn. —— n li I rend n wne paure den
Lübeck, LL. Janit Die hiesige ¶ Kaufmannschaft hat“ mit * Patis a Wp — 3 — w
116 gegen 108Stimmen denAntrag von Dugge! auf unbeding⸗ hehr und he aeen v B8 8 nz
eee e rn ungenommen. us I nd mehe wahe shernddon der geeraebend g Awpee ninnr
onn Kiel, 79. Janeo Das “heutigen, n ianne “ nile de e e ee
in Verbot zu ineee 5 —eS e ene —xES
Frankreich, , 9* Id Ichließt Girardin es gibt für uns in⸗ Europa keine
Pavis Der aronee esne in vot dexiefolgten and. one west, gie munr der Sodmanng Hner Dtheraunin.
des Präsidenten Johnson in Anklagezustand v, —* ee e e e reee
schluß des Congresses keineswegs überrascht. — —— bir würden in Fricden en —*
— — 8 eeee — Nan nruneneg — 2333 — —8* —338
iederherstellung des socialen Regimes, welches 1861 de 18 L
jerrschender war erniuthigt bune —S üsst Peni Im n Pays ¶perrãth forkwährend seine
verletzen sie. die Bundesgesee und machen Alleg iMusorisch was I e ee Degenn Peute verhohn es die
ois jeßt gethan?! worden ist, um die Freiheit der Facbigen Rac⸗ — en * 3— Vspetsane dunut wne
ut sichern. Nocht ein Jahr ein „solches Regierungssystem umd der un flamischen Bentrehungen. vaß Blatt wil heine niederlandische
Suden wird Dauf der Mitshund des u eeneett atignatunut in. Belgien anertennen.es artlart sammtiche velgiet
pewwicht wieder geminnan. das Zinn Lincoitshahehe vnee he, un Jolnwtfennzesen mid sht im der Rewolution von 830 e
yrer wird umsonst geflossen und der Boden der großen Repubuüd de Feactien gegen dte /Bestrebungen Hollands zur Verdrängnug?
auf's Neue durch die Seclaverei befleckt sein.“ Nach der „Patrie“ er srmostschen Sprec 7 — — — *
vären die drei Hauptanklagepunkie gegen gohnson folgende 1) b sin denge J Begten 55 e e
oaß er Vundesoff dere. welhe.seimer holnt dhehen etene retet, oodn dieser Fenntnigß Jeinen fränzostschen Lesetn gegene
zescht hat. D. daß er den Zriede und den Sudet Dhee Gnte, über Gebrauch zu inachen 7
nung des Congresses gezeichnel hat, 8) daß er ohne die desagte 1, Jan. Marquig Montholon bisher Veriretet
Zustimmung über zu Lande und zut Se— gemachte Prisen der⸗ gnantrerde in Washingtan, ist diet angelommen, und hat dereis
ün han Die Pahrie eiete dan deg oee — * estern eine Audienz bei dem Kuiser und eine Unterredung mit
m Falle der Verfehung der höchste ecnnen ug — — Marquis Moustier gehabt. Er geht nächsteng an, seinen heuen
Vge nustand der perste Genigtsf dunt den Sen gebider ad bon pad wisaton ab Die Vertolung. degt Grahen vog
»on dem Oberrichler präsidirt wird. Der gegenwärne Oberrich- Flandern. Bruders dez Eonigs von Belgien. mnit. der vrinzessig,
er Hr. Chase sei aher ein Todfeind⸗ Johnson's und der an, Laria von Hohenzollern soll, nach dem Etendard wahrscheinlich
Tandidat · der radikalen Partei für die Prafidentschaft. n ein. ν , 5 n Ig
lich — — „358 es dem Congreßcommitee schwer⸗ 9— s. Italien. *88 21 dad *
“ dem Präsidenten die zwei ei Berbre Vieine dag, Gzugan. 0 sich ime gebiln
jür welche er nach den amerikanischen een ʒet * b d ß Iun. Auh Hier Hnn sich ein Comite gebitn
önme, Verrath oder, Besiehlichkein nachzuweifen Richter Stor —* tij —— du nee
zie höchste rechtskundige Autotität der Vereinigten Staaten * Vae — — e , erie Raffe
iee t dee ———— ne ofe une mamentlich eine: Menge hungerndes
itel der Verfassung nach dem gemeinen Rech ausgelege werven ey gidt so blieben die Bemühungen des CTomite's nichtn
nüsse; dem juristischen Comite des Congresses 8* es * en 8 dr eee itr Dinene
e Perie Anklagerakte aufzustellenDamit solle — een ee
aber nicht gesagt sein, daß. der Präsi “ soi gnern r — —
4J n wert de, da ihm bon Ij Fr. vollständiger Nakutalb⸗Vert
ne Sedohe stehe, sich einer Congreßmasorität entgegenzu⸗ 858 w * 38 Dienstleistuug —— gestellt. Ein
Fatis, 10. Jan. Eine Pet . F Agent der griechischen Regierung — wir unterlassen es vorläufige
deter Weise als neueste Enthullung über die russischen Pläne be⸗ ind wird — —* Wee D Vreeddhehe —*
jüglich der Türlei in Form eines Auszuas aus einer Rele p naribaldianern auf den Schauplatz des Anfftandes abgehen 8

27
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        Schweizo vrrrs a e
ↄ grm g. Jan. Genedat Dufspr It feines hohen Alters
wegen gven Vigend shen Genecastabtansseletten go dem
er schon seit dem Jahre 1807 gehörte. Als Oberst in demselben
dard er im Zahrs 1827 Ftnaͤnnt 7y. Der⸗ ingUrl wegen elnes,
preßvergehens debrügeltẽ Typograph vRinycer, welcher von den
idgenossischen Räthen mit seinem Recurs abgewiesen wurde, hat
vem Bundesrathe erklärt, er werde jegte dej dem Bundesgerichte
dlage erheben. Er denlt; Nicht nachlassen⸗ gewinni.
DM TARDGSGO νO. Türkei — . e1 27
—224248 ——
stonkantinopẽ. Jan. Den im Orient und an
europäischen Ortet bevort Jenden Eventualitäten gegenüher beab⸗
ichtigt die türkische Regierung vorläufig 180, 000 Redifs einzube⸗
rufen. Dern hier, eingetroffene Kommandante ai
Thessalien und in Epirus, Meuschite Abdulke
iige Conferenzen im Kriegstoinister“
α
Mew⸗Yorke 28Veg Man saͤgte in hohen Regionen? daß
zei Gelegenheit einer Fusammenkunft zwischen den Präsidenten
Johnson und dem Oberst Whiterbeer Kommissär ( dye Marine des
Zudens Hr. Johnson formlich erttart haben folld“et setentschlos⸗
len, die Äbsichten der Radicalen zu nichte zur machen er rechnet
eht stark⸗ auf! bie Unterstützung des höchsten Gerichtshofes der Ver⸗
inigien Staaten, da er“ der Verantwortlichkeit bewußt sein müsse
wvelche unter solchen Umständen kraft der Verfassung ihm an⸗
beimfalleaιιι Ês —
New⸗York, 1. Januar. Der New⸗ York⸗ Herald sagt,
Hr. Cambell habe Befehl erhalten, einen neuen Versuch 'zu ma—
hen, um zuim Megierungsfitze des Juarez' Iul Jelangen, — Ein
Dampfschiff, welches den Staatssecrettr ind andere
Beamte an Bord hat, steht auf, dem Puulkn ꝛin riner? geheimen
Mission fortzugehen. Man versichert, daß es 7nach «Merico be⸗
stimmt ist. General Grant soll an dieser Missiown Theis mehmeun.
— Die „Tribune“ constatirt, daß der Feniansch ef⸗ Stephenssich
augenblicklich in New-Nork aufhält.
.ehe J
t Nach einer, Bekanntmachung Yer. General- Direktion der⸗J.
boner, Verkehrsanstalten hat von nun. au auf Verlangen des Abe⸗
erderd died Bestellung von Fahrpostsendungen durch Erpressein zu,
ges hehen Sendungen g deren beschleunigte Zustellung auf diesem
Wege vom Aufgebet“gewünscht wird, sinb von diesem init der
R richnumge pere Expreßtir werfehen.Fun dit Etpresse Be—
urng. einer Fahrpostsendung ist a) im Orle der Abgabepost das
ypelte der für Expresbriefe fest esetzten Gebühr von Ynkr.h)
Lundbezirke außer, dem dafüt an' den Voten zu zahlenden
—D——
ffung des Boten zu entrichten., Die Absendung voun expreß zu
ellenden Fahrpoststücken kann enlweder frankirt oder unfrankirt
r,olgen. Die bezeichneten Gebühren und der Botenlohn sind
ederzeit zugleich mit dem⸗ Porto einzuheben.“ Ver Aufgebetr ift
ür die Entrichttug dieser Gebühren: und des Botenlohns haftbar,
und die Postanstalten sind daherbefugt, die Expreßbehandlung
von Sendungen nach dem Landbefsitellbezirke bei der Aufgabe von
der Hinterlegung eines dem Botenlohn eutsprechenden Betrages
abhängig zu machen. Für Expreß⸗Fahrpostsendungen wird Sei⸗
ens der Postnermalinng nur in demselben Umfange Garantie ge—
lejstet, wie Rür allas übrigewn Fahrpostsen dungen. Ungerechtfertigte
Berzoögerung in Dern Zustellung solcher! Sendungen hat, strengste
Steafeinschreilung gegen drue betreffenden Bedienstekten zur Foige.
4 Speyer, LO. Fan⸗ DOer bisherige Regierungspräsident der
Pfalz. Herr x. Hohenist heuute nach seinem neuen Bestimmungsorte
dandshut abgereist; er-verabschiedet sich in der heutigen „Pf.
3tg.“ mit solgenden Wortennu, Da es mir nicht moͤglich war, von
illen lieben Freunden und Bekannten in der Pfalz persönlich Ab—
schied zu nehmen, jd sage ich denselben hiermit ein herzlich Lebe⸗
vohl mit der Hitte, ir auch in der Ferne ihr Wohlwollen zu
erhalten: Speyer, den 10. Jan. 1867. v. Hohe, Regierungs—
brasident.. ä..
fLandau, 10. Jan. 1Da sich der Projectirung der Lan⸗
dan⸗Pirmafens⸗Zweibrücker Eisenbahn mit Berührung der Stadt
birmasens sowohl in der Richtung über Contwige wie in je
ner über Hornbach — ungünstige Elevationsverhältnisse darboten.
velche umfangreiche Kunstbauken und Grundarbeiten, in Folge
dessen aber einen allzu großen Kostenaufwand (über 13 Millionen
Bulden) verursacht hätten, so war eine Kevision des Projects mit
Aufsuchung einer günstigeren Linie abfolut angezeigt, um für
dandan die Vortheue kiner Eisenbahnverbindung mit dem Westen
der Pfalz zu sichert und damtt der drohenden Gefahr der Ver⸗
kehrsablenkung durch das Dahner Thal zu begegnen.
Diese neue Linie ist m NRodablthat · anfgefunden · worden; sie
hietet sehr annehmbare. befriedigende Steiannasverhältnisse, wo⸗

durch der Kostenpunkt erheblich gemindert —
der Bahn wicht. 3 in Frage geftellt werden Annn.
eeeee e Gesern Rotgmittag sand die
erstmalige Belastungsprobe der stehenden Rheinbrücke zwischen Mann⸗
heim und hier statt, indem zwei Locomotiven mit Tender die erste
Spannung vom diesseitigen Ufert bisß zum ersten.Strompfeiler
befuhren. Die Probe ist zurvollständigen Zufriedenheit ausgefallen,
4 Das tgi. Oberpostamt für die Pfalz macht Heben btlannt
daß der Postschalter zu Kaiserslautern von 8 I früh biz 12
Ahr Mittags dann von 1 Uhr Nachmittags, hig 7 Uhr Abends
offon zu hleiben habe l 43 — ,
Worms 3. Jan.! In diesen Tagenist der seither Vem
igl bahen Aerar gehorige! Nin der Gemarkung vonl Bebenheim
gelegene Walddistrilt· Ronnenhufch: ra —
Sunime von 250,000 fl. in den Besitz der Frau Cornelis Heyl,
Ww. dahier, Eigenthümerin der hei Ludwigshafen gelegenen Hof⸗
güter Mundenheim und WFriesenheint. übergegangeznn uund, INomit
deren Grundbesitz in der haherischen Ffolz quf, bejnahe 2000 Mor⸗
jen geftegen.3 3
IWie verlautel wirb am Il. Jahd d. J. veni) Todestage
Friedrich Rückert's, an mehrkrete Orten unseres Vaterlandes eine
vürdige Todesfeier vorbereitet umd, ist mehrfach, daran, gedacht
vorden,! derem Ertrag der von⸗ Koburg aiz ungeregten Summlung
rur ein Rücert Dentmal zugliwenden Eb it zu wünschen daß
das petriotische Borhaben in recht dielen, gejelligen,wissenstchaft⸗
lchen und künstlerischen Bereine Anklang und Nachahmung finde
npeen, 110 Jano Der! gestern herausgekommene Haupt⸗
zjewinn der Dombauloose ist von einem 3—
aitzers Harzheim Jewonnen. Das Loos war für, denselben durch
eine Arbeitsfrau dei den Hexren Nakatenus“ um Ridarz gekauft.
4F Mühlheim 1 d, Rea J. Jani.Oer. —— —
rein zu Saarn war vor vinda 3 Wochen von einem Hundel er
bissen, der nach 5 Tagen crepirien und nach den Symtomen⸗ an
der sogenannten stillen Wuth erkrankt war.“ Bei“ dem Fallenslein
zeigten sich am Samstag die ersten Spuren derselben Krankheit:
Angstgefühl, Unmöglichkelt, Ffüssigkeiten herunterzuschlucken, Kramf-
erscheinungen beim' Anblick von Wasser ꝛc. In der Nacht vom 30.
muf den 81. v. M. rccte Der Unglückliche ndeerkag an⸗-Tletzterem
Tage unter furchtbarer Convulssonen seinein Leiden, indem« kr bis
zuzn jleten Augenbhick voll r Besinnung blieb. r*
Apuhembdr Fan«. Die, Choiera br 25 ver·
Keng dahig Vieft us de Stadt 19, 800- Fr gekostet
Der Sohn det chwwerstorbenen preußischen Generals
— Hans pgPfuel, gewesener preutischere Kammatherr, der
unter falschen Vorspiedelungen jeinem Pariser Inwelier-10.900
FIrs. abgelockt hatte und. en steckbrieflich versolgt wurde, hat
ich durch einen Eisenbahnzug tödten lassen, nachdem er erfahren daß
ex. durch seine Aufführung seinem alten Vater das Hetz gebrochen.
—* Rothschild in Paris wurde am 43. ds. ausgepfündet. Die
Zache verhält sich so.“ Die Interessencoupons der Cavour-Kanal⸗
Obligationen tragen als Bürgschaft die Unterschrift eines italieni⸗
chew Regierungrcommissärs. Deer großtkentheilse französisches Be⸗
sitzer drefer Papiere dveren — — je⸗
nes Kanals zahlungsnnfähig ist, zurbezahit bleiben, haben den Ge⸗
andten; Italiens⸗velnt Poariser —— eingellagt. Ern
vurde⸗ zut Fahltnge derurtheill, Nuf Grund dieses Urtheils bez
villigte das Gericht auch die Pfändung der Sinnmen welchedit
alienische Regierung bei Roihschild zut Zahlung des JanuarKoit
ydns der italieuischen Rente beüzt. Die Pfaändung wurden nuch in
gorgenommen. ⸗ —D————
2 Pariß 10 Jan. Die in Paris. in der Bronce⸗ Indu⸗
trie beschäftigtent 18, 000 Arbeiter haben die Arbeit eingeftellt,
veil bot · den erhöhten Brod⸗ und Fleischpreisen ihre Löhne nicht
ausreichend seien. In der gestrigen Versanmkuig der Bronce⸗
ienhen wurde veschlosfen. auf die Lohnerhöhung nicht einzu⸗
gehen. tt —
Icn P Die“ Warschauer Polizei hat jüngst den Damen- das Tra⸗
gen von rothen Unterröcken, die mit schwarzem Ansatz geziert sind,
derboten. Unterröcke werden dort aus dem Auslande eingeführt,
ind nun, da die schwarz⸗ röthen ver Polizer nicht gefallen, sind
alle eee den Kaufleuten abgenommen worden. Von
einer Vergütung für dieselben oder auch nucr vou Zurückerstattung
der dafür ertegten Zolle ist selbstverständlich keine Rde. 537
f Vor Kurzen ist in“ Kairs der Nachlaß Scheriff Pascha's
rüheren Gouverneurs von: Said. und Syrien, geregelt worden,
Derselbe beträgt nicht weniger alz 60 Mill. F., worunter 171
Mill. in Baurgeld, das im Cassen aufbewahrt war. Die Erben
ind 3Söhne des Verstorbenen, pon denen riner⸗, Alli; Pascha.
Präfident: des Rathes in Caird, der zweite, Halil Bey, türkischer
Besandter in Petersburg ist. Wenn man die riesigen Vermoͤgen
betrachtet, welche orientälischen Wurdenträgere zu? hinterlassen pfle—
gen so begreiftmanz warum dieProbinzenwelche iie verwalten,
Rrormen und versden
        <pb n="24" />
        Berichtigung.
Die in Nrinzu. 6 des St. Ing—
herter Anzeigers publicirte Holzverstei—
zerung in Lautzkirchen hatte nicht ge—
tern am 14. d. statt, sondern wird mor⸗
gen Mitwoch den 16. 1. Mtis.
Morgens 9 Uhr abgehalten·
Durch vortheilhaften Ein⸗
kauf besitze ich eine beträcht⸗
liche Quantität von dem re⸗
nomirten Dirmsteiner 1866er
Wein, erste Qualität, in den
besten Lagen und an jungen
Reben erzielt, auf meinen
Lagern; in meiner Wirth⸗
schaft wird derselbe verkauft
zu 142416 und 18 Kreuzer
er Schoppen, über die Stra⸗
in ee Quantitäten
ihaht net 22*
Westphlinger.
Freiwillige Feuerwehbt.
General · ersammlung
Montag, den 28. Januar 186 —
— ——
755

VdVas Allgeme ineic I

ν ιαν 7* I VO. — — s * — 77
44i F — — 133 79 Eye;
Heinrieh estphalinger
ιιν α —A— ———— j tim u ινν
i νν“ ———— St. »Ingbert nultiy Mtiιι να
werrimmt Vermittiung von An- und Vormcauten von Iaibgebhelatten, bororgi alis
Arbsohasts· Rechts-⸗Geld· und Vermõgens-Angelegenheiton, Vertritt die Farthien. vor
lon Gerichten, Notarien u. Beliörden, fertigt Urkunden, Rochn men und besorgt
werhaupt alle sohriftlichen Arbe iten, ete vtee
3 5
ιuitit ru
—A ——— —
i —S——
Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbank: für Deutschlande zu Goiha⸗ wird
ieselbe nach vorlaufiger Verechnung ihren Theinehmern für i8 —VD———
,⏑ 70 00⏑ α u ιιι—
— — 70 Prodent n t a
hrer Prämieneinlagen als. Ersparniß zurüdgeben.
„Die genaue Berechnung des Antheils für jeden Theilnehmer der Bant, so wie der doll⸗
tandige Rechnungsabschluß derselben für 1866 wird am Ende des Monais Mai d. Jt
exfolgen. 3 — —— B, Iet
Zur Annahme yon Versicherungen für die Feuerdersicheruͤngsbank find die Unterzeichneten
ederzeit bereit. 368 — — 4 —
Landau den U. Januat 1867. A —
—6 Lonis Mayer, SHauptagent.
n p,ee ⸗ 4 nI ien *
eee Die Agenten: ν σ atzan üeteeantee
ν Fritz⸗Panzerbieter in St. Ingbert, Ahul r iri ——
g3. Neubecker in Hornbach, 7un u itt i ναιαι
α J. Pracht in Zweibrücken, U uuzie — — ι
Vt. Sal a ege
— — — —— — — — — ——

21

ui

,

J tha. ————

, ] XVVREXE

——— * 31: werden in alle Blatter aller Länder durch bie u ar J
Erpedition für Zettungs-Annoncen
in Frankfurta. M. Hamburg, Wien, Berlin, Basel u. Paris
inter Berechnung nach den —A prompt und direkt besorgt. Das
Bureau bietet deu Inserirenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung, auch
zei größeren Aufträgen den üblichen Rabatt. Belegblätter werden geliefert.
Aungsverzeichnisse, mit jeder neuen Auflage nach den in zwischen eingetre⸗
senen Veränderungen vervollständigt und rectifizirt gratis und frauneb

*
nn

21
Abschluß der Rechnungen, Wahl des
Vorstandes, Verwaltungsrathes,
Eintheilung der Mannschaft, .
St. Jugbert den 14. Januar 18670
Das Commandb
— V —⏑— — —
Häuserverkauf.
Das Haus des Herrn Georg Klein,
WBirth und Bergmann dahier, worin
beliebige Geschäfte betrieben werden
können, ist zu verkaufen oder zu ver—
miethen durch das Geschäftsbureau
Westphälinger.
Auch sonstige Häuser sind fortwäh—
rend zu verkaufen durch
Westukälingerentuu
Hausplätze, Gärten, Aecker und
Wiesen sind fortwährend zu verkaufen
zurch das Geschäfts-Büreau von
Veatn hü limger
Meine eigene Güter im
Distrilt Hobelsahnung, an
der Rohrbacherstraße, da⸗
runter 8Morgen junger
Klee, verpachte ich auf8
Vent phä limger.

7

MnM

Ein EConversations⸗Le⸗
rikon (16 Bände) von
sroer aus, sehr schͤn gebunden Rot-
eeIca Allgemeine Weltgeschichte, (õ Bände,)
Titus Lävius, Romische Geschichte (8
Bände,) sämmtliche fast neu, werden billigst
oerlauft.... ν,
Die Erped. d. Bl. sagt wo.
NAecker, Wiesen &amp; Gärten sind zu ver⸗
zacht en durch α ιιιννιαα
a ει—Hhlimgerr..
Feiues pfalzer Blum⸗ und Schwing⸗
nehl ist zu haben bieeei **
AMichaeæl Haas Bäcker.,
Ein fleißiger, tüchtige Schuhma⸗
hergeselle findet dauernde Beschäfti—
jung bee J
soh. Jos. Sehwoitaer, Schuhmacher. —
ES — — — — A.
„GCin—— 33 — — X p Mainz, 11. Januar. ιι.
,Fin, braver, fleißiger Bat eGSructoreise Beinee Maie
b u r sIch kann sogleich eintreten bei —
Michael Haas Bader. hi dunnnge it. Weißen 200
Der Unterzeichnete hat schönes F 6 il. — ir. .IG f. 30 ha. —
fern Baubolz zu berlaufen 180 Ho 37 —*—
Breiter⸗Mühle bei Niederwürzbach— —— Fy oe
V. Höh. e e t e pide

vornmus den 11. Jan. 6
Wir notiren heute Weizen 14 fl. 80 ir
bis 16 fl. 458 krenm Roghen 11 fla 45 kr
bis — sl. — krun Gerste 11 f.15 kr.
»is — fl. — kro per 100 Kilon, Hafer
õ fl. 20 kr. bis 5 fl. 80 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 13. fl. 30 kr bis 14 fl.⸗
— alx. Roggenmehl — fl. — ir bis fu—
— kr.Roggenvorschuß 12 fi. — r. bis⸗
* flere Weizenvorschuß 17 fl. wo
bis — fl—kr. Blumenmhien fll r.
bis — fl. tri per 70 Kilo. Reps
Tfl. fr. bis — fl. ir. per u32
Kilo, Rüböl ohne Faß fl. -r. bis!.
— fl. Xir. Leinöhl vhne Faß f.
-okr. bis — fl. dr. Mohnolrohne
Faß — fll. — tr. bis — fl. ir per
20 Kilo. Repskuchen 388 fl. — lx. bis
70 fl. — kr. Braͤnntwein — fl.— tkr
is ⸗— f. — kr. ier ie *

Redaktion, Druck und Verlag von Fg.

Demeeg in St. Ingabert.“ 15
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        diiun i —X 7 ι ννια R ι—αι —x eg niöαια . ι thtünn ruf
—— J 74 3 IICSR 4—2— 1145 3— — * F 723 *. 3* — — 20 n150
airucn 4 en pee — * i 10750
—D * 414144 I 4J — * 3 —— —
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aind e onn uno te ι — nopuen
ιιν ι »— nll rt II —τσαα ι ,
Selb , M Vate Al 5 38
he Siedug berter Anzeiger“ zmitfeinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchenklich dreimal Viensiagg!D —DD——
ind Sa —— Abonnementspreis vierteljahrig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Hrzt. die drepaltsge Zeite Vtatnschrift odet deren
7 —— 4 * A 0* Raumn berechnet ie , y — — 757
Nro!“8 — —AI CVEAMNBMMId F *8
9* nNrnan Donne otag· Januarn νι ι I867
— ————66

12
7äö
ntä nie ι . ι : ,
u .Deutschland. u i σ
n München, 11. Jan. Dem aus der Abgeordnetenkammer
ausgeschiedenen Grafen V.n Hegnenberg Dur, wurde vom Khnig
zag Ritterkreuz des Kronordens verliehen, das von einem sch mei⸗
helhaften Handschreiben, degleitet waf⸗nn Mit dem Grafen Heg
nenberg / verliert die Kammer einen zweiten Veteranen: ernavgg
mit Lerchenfeld persönlich ,unde politisch aufs innigste werbunden
und dessen Vexluft, jowie, der entmuthigende Verlauf der deutschen
und baherischen Dinge mag, mehr als seinkörperliches Unwohlsein,
uf seinen Entschluß „eingewirlt haben ESezinn Zuxückzie hen aus
er Kampfbahn st in großer, Verlust fürn die, Sache, gwelche er
dertrat. ali ν
ia München, 13. „Janin Der Regierungoprasident. v.nHohe
iiaugder Pfalz hier eingetroffen und wird sich mnächstere Tage
ur ebernohme; deß Regierungspräsidiums Hom Ricderbahern, nach
vbandshut hegeben. O ιιιν grin æ—
am Mijcuche hen B.Van Der —D — —
nihutt in seiner.jiebenten Ahtheilung die nhoruͤbergehenden und
Schlußbestimmungen - Mrf. HOp 208).4ven welchen, itt. die, Nfalz
solgende von besouderem Interesse sind «n, o ,
dlxig 198. Dag Inssut der Polizeicoinnnissre in der Pfal⸗
ist aufgehoden zudie denfelben durch desondere Gesetzennamentlich
durch ben Code jd'jnstructi on Arte . IIX. und.- 144. zuge⸗
wiesenen; Functionen gehen an die Bürgermeister oder deren gesetz⸗
uche Stellvertreter über. Die in der Pfalz giltige Bestimmung des d
73 den Oonstit 28. Rrimaire Jahn S8. frdet auf . der uach
dem gegenwärtigeunGesetze hestellten Gemeiudebediensteten kein
Anwendung. Art. 202. Unmittelbax nach Verklündung des Gesetzes
hat die Feststellung der Verwaltungsreform der einzelnen Gemein⸗
den und die Bildung der' Bürgermeistereien J Nn Den
Ztudten ünd' Markten der — freigestellt, die!stüdlische oder
sih! Landgmeindeverfassung!? aͤnzunehmen, fie haben jedoch Ahte Er
tärung. hierübet bis gzgen 18. Qliober abageben.dlet 203
hegenwartiges Gesetz iit mil den 4. Januar du im? ganzen
des Konigsreichs in Wirksamkeite Die Wahlen zu den
hietin angeordneten Gemeindestellen haben jedoch schon' inden
anmitlelbar vorausgehhenden Monaten Noveniher umnd Dez. nach
den Vorschtiften des Gegenwärtigen Gesetzes stattzufinden. Die
ʒestehenden Gemeindederwaltungen und Gemeindebevolluichtigten,
ig der Pfalz die Burgermeister und Gemeinderaͤthe, haben die er—
otderlichen Vorbereitungen umd Verrichtungen zu vollziehen.“ Die—
jelben find' befugt, fur das erste Mal die Erklarungen bezuͤglich
der Wahl der Paneees ee wo es sich nm
Annahme oder Fortführung der ane Verfassung handelt, die
Zahl der bürgerlichen Gemeinderathsmitglieder innerhaib det get
setzuichen Grenzen zu bestiminen. 57
Muünchen 183. Jan. Was den die mene Heere zorganisation
hetreffenden Gesetzentwurf anlangt, welcher,“ 18 Artikel umfassen
——
langer Berathungen bedurft, von denen die eine nahe an 6 Stun⸗
den die andere ebenfallz Uher 90Stunden dauerte.Es ist da⸗
ser mit ziemlicher Gewißheit vorauszusehen, daß auch die Vor
herathung im Staatsrathe nicht in einer Sitzung wird abgemacht
werden onnen, sondern daß g elne zweite erforderlich werden
wird. Es deriautet, daß es in der Absicht S. k. Poh. des Prin⸗
jen Luitpold (welcher bekanntlich den Vorsitz in den großen Sitz⸗
ingen des Staatsrathes führh) Aegk, persönlich an der Verhand⸗
ung · dieses wichtigen Gesezeniwurss als Sachlenner sich zu bethei⸗
ligen. Der Prinz ist micht blos mib allen Fragen; welche die
Heeresorganisation /und die Theorie dex⸗ Militärwissenschaften be⸗
rreffen, durch langjährige eifrige und gewissenhafte Studien son⸗
auqy bermägen seiner praktischen Erfahrungen in seiner langen dienst⸗
ichen Laufbahn in nicht: gemöhnlichem Maße vertraut, sondern
du auch im letzten Kriege. als er aach dem Tode des Generals
dꝛu Zoller bei Kissingen dae Commando über die 3. Armeedivision
abernommen und geführt hat, uamentlich in dem blutigen Kampfe
am 25. Juli beinHelmitadt, eine Umsicht, Ruhe Fesßligkeit und

hersönliche Bravour vor, ven Ffinde bewiesenn. die jhui die Hoch
chiung uund das Berftugn der Fruppen unter seinem Befehle in
eltenein Maße gewann. Eri — b
cufen und befähigt, bei der Bexathung, dhen die neue Heeresorgar
usation xin gewichtigez Wort mitzusprechenpqs sicheplich dem all-
zemeinen, Inlexesse nuit zum Vortheile gereichen wird. ing
». München, 13. Jan.“ Wie man hört, soll Kigleich wmit
der Heeresreorganisation auch der Gedanke angeregt worden sein.
ür die Besetzung der Stabsoffiziersstellen das jeßt jn Geltung
tehende Syslem des Avancements nach dem Dienstalter aufzugeben
ind an dessen Stelle Eramina treten zu lassen, ahnlich wie es in
Preußen gehalten wird.“ Das System des Vorrückens uach dem
dienftalter. dessen traurig, Früchte sm Jetzten. Krieg sich leider nur
fühlbar Machtenn, herdiente v eher ze besser zu. fallen,
ud wann der Pig es durch cig pesseres zuseten.beste ht. so
ollte zan. nicht zoͤgern ihr en pudin denn mit der
Bermehrung der Maunschaft. welcher die allgemeine Woehrpflicht
briggt. atteineist ce surht gehan.es mutßz auch fuf hössere Fut
nin gesorgt werden. pe ten Ipf. Bigh iete
Der „Rüuͤrnb. Anz. dehichtet folgendes auͤs de Pfalz: In
üngster Jeit verbreitet sich mehr und iehr das Gerücht, es sei
Bezirksamtmann Beer in Pixmasens zum künftigen Regierungs⸗
räsidenten dex, Pfalz hestienmt.Fine glücklichere Wahl thunte
aum getroffen perden. ee Beer selbst unler
en tüchtiaste. Rerwaltungsbegmten herporxagende Stelle
iunimmist Ir so durch 3 Ehrenmann. weeh
deind allem Servilis mus.und jeder. Byeinflußung, Daß der Pfalz
ur diese Wahl wut, Gluck zu ünschen. wäte, üeberdies ist der-
elbe, bin ich recht zuuterrichtet, zin geboruer pfalzer, aund sohin
in speitereʒ Wunsch der Proyin⸗ rfut(Kalserl v.s St. u. L)
ige Auß der Pfalz, 18. Jannar⸗ Die „Allgem. Zeitung des
Fudenthums“, hexausgegeben von, Dr. Philippson in Bonn mel⸗
et u Nri- 2.daß Dr. Fuͤrst, Kahbiner in Bayreuth, eine Petition
in die bayerische Kroue verfaßt.Ibezüglich der vollen bürgerlichen
Bleichstellung.der Israeliten Bayernz. Da jedoch die Angaben in
ener Petition für die Pfalz nicht ganz gnwendbar ae ford ert
zer Verfasser jener Adresse auf, daß in der, Pfalz eine ähnliche
den pfälzischen Verhältnissen entsprechende Petition en wer ·
»en inöge. Natch unserer unmaßgeblichen Meinung sollte, sich Hr.
Bezirksrabbiner Dr. Grünebaum in Landau gleich seinem Hrn.
Tollegen in Bayreuth dieser gewiß dankbarenArbeit unterziehen
ind sämmtliche Gemeinden der Aan denaca eine Petition an
die bayerische Krone zu unterzeichnen und te bald abzusenden.
Bewiß alle pfälzischen Israeliten werden hierfür dem Hrn. Beiirkaʒ
rabiner dankbar sein. —V ——
7 Diensies⸗NMachrichtenc..
Durch, hochste Entschließung des lgl. Stgatsmijustet uche be⸗
Juünern fur Kirchen und Schulangelegenheilen vom 4. L Mis
ndie Errichtung einer vierten Lehrerstelle an der lateinischen EImn
u Kusel genehmigt worden. Bewerber um diese Stelle hahen ihre
Besuche nebst Zeugnissen binnen 14 Taäge 4 dato bej dem J. Sub
ektorate der sieiem Schu de Kusel einzureichen.
Maunz, 14. Jan., Die 1100 32er Landwehrmänner. sind
uunmehr entlassen bis auf fünf, welche zu Festungsstrafen bis zuz
Dauer von zwei Jahren verurtheilt und nach Ehrenbreitflein ah,
zeführt worden sind. 1 35
Frankfurt, 11. Jan. lieber bedauernswerihe Vorlomm⸗
nisse auf dem sogenannten Heiligenstöck (b. Vilbel) werden in den
Frankfurter Blatter nachstehende Thatsachen mitgetheilt dr Die Zahl
zer zur Kontrolversammlung berufenen Landwehrmänner (Nassauri
ind Curhessen) betrug etwa 1000; von diesen awollte die üben
viegende Mehrzahl (G800) den Eid michtnnleisten. etwa 2060
varen bereit zu schworen: Die Beeidigung sollte uuf freiem Fel⸗
de vorgenommen werden, worauf dann die Weigerung“ersotgtt
id die Unruhen begannen. gZunachft: entsianden zwischen“ den
ridesweigerern und den Gefügigen Wortkümpfe, die dann bis zu
Tdatlichkeiten ausarteten, welche zu schlichten⸗ Militart von Frank⸗
        <pb n="26" />
        furt aufgeboten wurde. o Vorgestern Nachte sollen in den betreffen⸗ Napoleon wirklicheinen Brief geschueben, der an Heftigkeit und
den Ortschaften die Betheil igten aufgegriffen und' nach Hanau an Figged erg die ꝓon Frankreich befolgte Politik in d Mexico
erbrach! worwden sein, Wwoseloͤst⸗ fien nach amtliches Vernehmung Alles J — 2 bs hn den einer kaiserlichen? Feder rwarten
bor ——— „pieder ilafsen wurden. . ann. Augen e Knderen Hofe soll eine Denhschrift über die
Dros den I2. Jan“ Bei der zweiten⸗ Nammer ift eine mericansche Verhalghuifse gerichtet worden seind — Dir Mehipreife
Petition von 514Abvocaten auß. Abschaffung der Todesstrafe ein— sind, wie man sagt, in Foige bon starken Verkäufen, die der rei—
zegangen. che Mehlhändler Darblay bewerkstelligt, gesunken, und es heißt,
Berlin, 14. Jan. Wie die „Kreuzzeitung“ meldet; werde dieser Herr soll nun zum Senator ernannt werden.
von den gesondert aufgestellten Etats der neuen Landestheile nur, en Peaxis, 1an Der „Patrie“ geht, fben vor Schluß
her massauische mite einem Deficit abschließen. Dem Konig liegt olgenhe Paee Ai. Der Rarschall Serrane dessen uuwsteri dst
ine Verordnung betreffs der Vereidung der Beamten zur Vollzie⸗ Ahreise von Mahot vihiges Aufsehen erregte wirde in Hacis en
hung vr. J wartet. Der Marschall hat den ihm angewiesenen Aufenthalts⸗
75SBæerlin, 14. Jan. Die Morgenblätter, melden In per, ort in Begleitung seines Neffen verlassen, der bei ihmdas Inn
Zah steuerfrage ist eine allseitige Verständigung“ mit“ ben süddeint⸗ eitres Adjutamen versah. E —*
schen Regierungen zu Stande gekommen.“ Die „Liberte“ bringt üUber Marschallt Serrand folgende Nach⸗
„Berlin 14. Jan, Mehrere kleinere norddeutsche Fürsten icht: „Man versichert, Marschall, Serrano, den ein Cavallerie—
wollen fich nöthigenfaͤlls üin den König wegen finanzieller Erleich Detachement nach dem Orie selner Internirung absührte, sei es
erung der militaͤrischen Organisation venden. —Die Westmächte zelungen, seine Escorte zu bestechen. Man sagt micht · was aus
lͤbergeben shier den Entwurf einer ĩdentischen Note in dex rumäni⸗ dem Narschall und seinen neuen Anhängern geworden ist.“Hsli
rhen Angelegeicheit hoffend, Preußen werde zustimmen. a ris I4. Jan.DereConstitutionell warnt wieder vor
A S er lin Is. Jan. Eine Verständigung mit den norde den journaliftischen Phantafieen über angebliche Combinanonen zur
deutschen Regierungen wegen des Verfassungsentwurfes wird als Regelung der vrientalischen Frage Was jedoch die Meldung der
bevorftehenb angefehen· Neuen Freien Presse“ über die Verhandiungem zwischen Oester
Das General⸗Gouverneinent hon Hannoder Deparlement des eich und Frankreich Betrifft,nnshen will er zwar nicht die Veram⸗
Innern, hat ünter dem 10. d. MRfolgenden Erlaß an die Obrig vortlichkeit dafür übernehmen aber sieht darin wenigi ens ein Ge⸗
eiten gelangen hassen Ai— 7 eücht, über das sich vernunftigetr Weife reben läßt.Frankreichist
Beider amn4 *. Rul DasselnStatt gehabten Controlverr in der Thabenbollige damm Anverstanden vaß die Müchie der
sümmluiig hareine größere zatt von Soldaten der vormaligen Pforte in gleichem Sinne Vorstellungen zu Gunsten der christlithen
jannover schen Armee, arge Wid⸗rsetzlichkeiten und Ruhestörungen Unterthanen machen 30 dhgegen ist man hier weniger geneigt, die⸗
degangen. Es ist in Folge dessen vom commandirenden vn em Schritte den“ Charakter einer'eigentlichen Collertiv Maßregel
General angeordnet?n. I daß am 18 deM. in vassel untet Zu⸗ eizulegen. Man fürchtet eben vaß die⸗ vorliegenden orientalischen
ziehung einer Compagnie Infanterie abernals eine Controlver- Schwierigkeiten durch die Anwendung eines so großen offiziellen
ammlung Stiatt zit finden hat;“ 2. daß dabei degen seden, der Apparats erst recht did Bedeutung gewinnen konnten, welche man
auch nur im mindestendie Grenze der Disciplin und Ordnung hnen bisher absprechen will. Die Ailrkischer Note an Die Schutz
zu überschreiten verfuchen würde, mit der größten Energie einge⸗ nächte Griechenlands ift hier angekotnmen uind wird wahrscheinlich
schritten werden soll: 8. daß die Excedenten vom 5: d., außer chon bald zuͤr Veröffentlichumg gelangen. sανι ulq
der kriegsrechtlichen Bestrafung der“ Rädelsführer, sofort, auf BParus, 14. Jan.Heute morgen istIngres, der bedeu⸗
nehrere Wochen zum activen Dienste einzustellen sind 4. daß mil endste Vertreter derneueren klossischen Malerschulen Frankreichs
Leuten, welche bei der Versammlung am 12. d. etwa einen Erx⸗in seinem 86.Lebensjahre gestorben:.Er wur 1781 n Montau⸗
reß begehen sollten, eben so verfahren, und 8. daß bei der! Wie⸗ ban geboren und erhielt schon mit zwanzig Jahren“deu“ großen
derholung großeren Tumültetz am 12 ds. die ganze, Menge der Preis.Einen guten· Theil seines Ledens brachie er in Rom zu.
bersammelten Leute —S—— Nine Einstelhung Auch Victor Consin der berühmte Dtademiker und einer der be
zuint gttlven Dienste feftzuhalten isten pf.g)9 nun deutendsten philosophischen Gelehrten Frankreichs, isi in seinem 75
Wirmn 12. Jant Von sehr achtenswerther Seite wird uns Lebensfjahre zu Cannes gestorben. n
berihuen. daß der. Ddett ¶ gitnan omiin set. Graf, varsh, esetn et Englaud. n
nem /Anite zurlichzuzlahen Ddaß jedoch feinen Collegen ihn·bestimmt m der Vereinigun —2 Pacht geseßter Hansmethetpu
habennauf dem Poften Ju bleiben“ bis sich. durch . die Entwicte. In er Veremigung aug der Jaqcht gesetzter Hausmiethet “ proͤ—
— —„ * t enürte sich, gestern inde Amtswohnung des Premierministers
nmgiohes inßersrdentlichen Reichsruths die Stellung bes Gesammt· *8 e *
* 7 eng ver un Lord, Dexby um das Elen nd dje, Noth der Londoner Armen
ministeriums⸗n tiber hautzt geklärt haben werde⸗2un 3uJ.mu— dei der Ueberfüllung det, Die D Regierung vorzuftell
Bieh,Fe IcheWie verläütet, dürfte der rönbrun von F dhetersn ng DettWohn ungen det. degienunge vorzuste len.
Buen. n ee derlauten, urfre der Fronprinz von Lin Memorandum, dasder Secretär der Gesellschaft dem Mini-
Yolien Am 3 oder 6 bes igchsteng Mornals hier eintteffen Es jer voͤrlegte, weist hanpisachlig auf den, Nachtheil hin, den die
temoglich dde een i e ete Graʒ Slation jeuen Eisenbahnanlagen im Jimerzi, der Haupistadtejn dieser Be⸗
digcht um dotrt einen Onfet ven Sitherzog Ernst, zit besuchen. iehung herbeigeführt haben. In London leben gegenwärtig 300, 000
— —— Arbeiger mit ihren Foamilienunde gOd, 00. detselhen sind in den
— Stagtsschudenedhtrottonnimijflen fügh nüetd r cten ——
Inferligung! unde Hluausgabo hn bSroaͤutzndten Gezüglichtne uen be ind ceet
—— Jigben und, iun Stadtpiertel verdräugt wor
lgungen des Finnzmin serin, behuf hter Giluigkeit 25 Rn die aschon ohunehin, ne übermaͤßige Fiumohnerzahl hauen. Ju
7 Wienag Jan. Das heinigenWicnet Journgkohadess andeee — J cuade Per⸗
V —, 3 v hfoen Menqenrzunt 3 hmende Per
— — —— — 00. Menscheng sieue und bessere
ʒekämpft Asagtt Die Regjerung verlasse den Voden der Februar— Vohn mgen hergeseiu aber die droße Anzah beenesr die noch
derfassung nur deshalb!weit die thatfächlichen Umstände blos nicht gesorgt.ist. zeigt. daß dieg Ünmoglichteit parlseglt, auf pri
ziẽ kheoretische Nufrechthaltung derselben gestaen, Fust die Februar⸗ ʒasmegen und mit Pfivatmuteln dem ——— dß Deputq
n 2464 1 *34 ——x J. 372* —— * —1 — 8
»erfasfung duttgen heißt die Verthesdihung deß werkleideten —— sich dringend dafür aus, dasz Parlament müsse die Eisen⸗
Ibsolutis mus We die Regierung ncht den Absolutismus will sahngejellschaflen, vor Ertheilung bon —— ure Herste⸗
ondern ·einen eee eee n fürzestet Zeit Ig von Wohnungen für die aussgesetzien Mie her anhalten, Lord
veshatberfolgtedie Verufnn es außerordentlichen“ Reichsraihs dehh inn sne et 6
deee eeeeent d ietepornn hen Reherhere Doerbd ertigrie seine Shmpatten i eh Zoeden der Geselschast
Begenüber dem Wiberstande · der wolinischen 3 —A——— Deputatjgu anwesenden Inin
vese die ¶ Februatverfing fut — Foetamirten, dit Ritglder, Me. ochten, Bs Toͤm, Hugheß. sund Anderenum
ennoch aͤber verlangenwas nachhrem kigenen dlusspruchennichte ce Unestüßnnn un 33 achsten Seasin oihslan
6 Whe a3 uche mhn hre Unterstüung, J iaift der zuächsteii Sessipnn deng Rothstande
jeeignet dent Volle das ronstitutionelle Rehht A gehen, cxübrigt u Jeern 7 9
aur ie Appeslation an das Volt.“ 11 Naa adi 1TBA e ge 160 ui digo 7n ν Mtin 12
me —VVVVVDD——— annddask7156 tuo ilnfrsd Italien. —! ο uten
20 ni nsotιν d Frankreich.ne in —DD versichert, daß die fvanzosische Re⸗
ub Pu ri 833ν Janu-Aus der — sehrvafürr verwendety daß zwischen Rom uird Italien
xunxruhigenden Rachrichten eing man bespricht Dortribereitsganz ine uinigung ber!ZollenPoftennd oBankwef ein gurStande
nffen den Sturze der⸗ spanischen: Herrschaft. Progressisten findebei vinmoioνα. )nÄ,un dtiu zpirnin u αιιιι.
hieser Agitation auch: thätig: Wührendesd —wiels Blüuer, —— — Jan;u Der. Fial idszzufolgri hat der König
nicht genug auf Spanienchimpfen Lonnen öhich zut Nerlamenjinr vrre Adreßdeputatlon Jesagtura seien noch: zwwe iznsragewe zu Adfen
die Neuen spanische Anleihen hergeben⸗t bringt⸗ eriet Pharen de so rilmlich die Finanziellenmnd womischecFruge⸗ Be zügl ich derronui⸗
Loire kreinen scharfen:Artikel von Ehruhabenech deri das »gamz⸗ rheni Finmizen. hoffe ver Daßzdie betoe ffen de nSchwierigleiten
Anternehmen als Schwindel brandmadlit n90 onn n jalda überwundenn ein werden und daß die VBorlage des Rinanz⸗
— CLLII— arnisterb Seialoju das düftere ⸗Gewöll um⸗ finanziellen. Horizont

— —
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        aufhellen werde. Dagegen vage *Zeit ndkunft fahig werden kann. Durch het zur Freiheit. 2) Ein⸗
88 werde fie im 5 lanj in din et onalen 135 führung des allgemeinen gleichen und. seclen —— mit ge⸗
loͤsen. — Ferner melde dye — eh 7— E el heimer Abstimmung und Diaienzahlungen für. ie, stagtlichen Volks⸗
rürtischen Regierung scuͤn“ m rincp Jeordner zu drei⸗ 8 — S — —————
id ädi X welc⸗ die derx, freiheitlicher Volksrechte. 8) Forderung, daß dem jet zusam⸗
enn * — ee menberufeneir · Parlamente das dee beschließenden undnicht
Spanier blos berathenden Stimime in allen“ Angelegenheiten zustehe. ) An⸗
Madrid, 11. Jan. aigten bahnung der Losung der Heosglen grage durg freie Arbeiter affe
Staaten zwischen Spanen und den südamerikanischen Republicken ciationen mit Staaishülfe In ver laͤngeren hierüher stattgehabe
al den driebeg7 eigea d * Ffatte wurde die Fotziehung der Diãten für dien Ibgeorde
d hre phen evatal e ee Gatsen hartt inende en un n heen—
habe die Insel Taprera verlaffem wabrsweintich um nach Kandig sadde der Arbeiter trot ihret gedructen Lage erllart denienigen
A vehen Abgeordneten, welche qus den Kreisen der Arbeiter hervorgehen
ι ννTürkei. Vin urιιι_νι αν X z⸗ e zu aten. want munden wn wun dor
æ bier cie über feinig der: Schwerpunkt des Parlaments in dieses selbst/
—3— auttuo eh h —88 Seit elteniendet tier. eige .nbn nd Abgeordnetenhausnzu, legen sel, was Nur da⸗
Minifterkrisis siatt.“ Die Abberufung des fuüͤrkischen Gefandten in 9 A
* aee ide eidet. wei durch geschehen koͤnmen daß dem Paflament ein befchließender Cha
Athen Jei beschlossen. Z Der Levante-Heratd. mneldetwei her deigeiogt werde. Viit Schmerz wurde gerner der Spaltung
griechische Schiffe landeten neuerlich 800 Freiwillige auf Kandien. * um sltett
Die umerworfenen, Sphakioten sind abermals aufgestanden Deutschlands gedacht. vund schließlich.das bagerschlogene Programm
Die unterworsenen, Sphalioten sn ahermnals aagesnanden Ide Ae einstimmignongenommen.
Amerika. Aus autentischer —A— Ay 385 bere
New-⸗PYork, 14. Jan. Die republikanische; Parteingdes eichtigung zu: . Amerikani che Blaͤttetbro —* un ins rine· Notiz
Repräsentantenhauses dringt eifrig auf die Durchführung: der Ane (welche auch in die „Vermischten Nachrichtzyrf YRes St. Ingberter
tlageerhebung gegen den Vräsidenten. Anzeigers übergegangen istn wonach ein, auf dem amerikanischen
driegsdampfer Madawasca! beschäfligker⸗ Lainbenpuhzer? elcher bis
aͤhin den Namen Georg Alson fuhrte. sich kützlich alse Sohn u.
7 München ich per zollfreien dnendnerden dezeim Jahre 1848 hingerichteten GetrfenniAudwig Batthy⸗
der nach Paris mgenten Aund Von Voͤrk zuruck anhte Sard geskdiesen hätté. i23ward hinzulgefügt /r daß deme jungen
tehrenden Gegenstände — Bestimmungen Hetroffeun, Manne bereits cine Sumnie von Sb000ßDoοllars ausbezahlt sri
hon denen die ausstellenden' bayerischen Künftler und Gewerbetrei und er unter dem Schutze des oͤsterreichischone: Gesanrdter ir Waßs
hende vorzugsweise, folgende interessiren, Alle. Gegenstände einhei dington seine Entlassung dud Wenn Dienster der Mnibit betreibeß: Ln
mischer Aussteller müssen, an den hayerischen Commissar abressirt der Erzählung ist fein wahrss uWorti WeGrtesa Vadwigh Bathyunhi
werden. Das Ausstellungsgebaͤude wird von der französischen Re- hatte nur einen Sohn, der hei dem Tode des Waters zwei Fahre
erung als ein ontropot roel ur Dorane augesehen, ünd werden ilt war, seitdem bei seinde' Moutter weilte urophdiancht mie dewn
die umer Verschluß in dasselbe eingebrachten Güter während deee sich Graff · Elemir cBonthyanyirind Brüssel
Ausstellungsdauer sowohlz von ihr überwacht, als auch von dem auf, wo er seine Mniverfitans Studien: —X—
zaherischem Commissaͤr, welcher die Güten bei der Ankunft mit den Fu In den. Ardennen und im Luxembuͤrgischen zeigen sichin
Specialdeclarationen zu vergleichen hat, damit keine Unterschiebung diesem Winter idie Wildschweine diund vis Woͤlfe in ungewöhnlicher
nicht zollvereinsländischer Gegenstände stattfinden kannz beinder Anzahl. In der Gegend von Arlon hat Eman vin⸗ diesen.Tagen
Auspadung prüft die französische Zollverwaltung übrigens auch ein Rudel von 117. Wildschweinqm geseheat⸗ Im Hen Wäldern der
die Uebereinstimmung des Inhaltes mit der Declaration und der Provinz Lüttich hat man gegen die Woölse Gift angewendet, und
hayerische Commissan etannfängi ein aberidiziries Eremplar der Dec⸗ nit Erfolg. Bei dieser Gelegenheit bringt die Meuse“ folgende
iaration. Die bayerischen zur Abfextigung auf Ansage Zettel oder Betrachtung: „Seit langen aren —e
Begleitscheine befugten e sind ermächtigt, die für die Ver⸗ ucht in so großer Zahl in den Uddenne b 9 Wen⸗Man
sendung nach Paris chreibt diese Auswanderung rdem, Kriegen izwischegg Preußen und
schluß zu legen; die zur Rücksendung nit demi e, e Desterreich zu. Die Wolfe. periagt aus dem Maldern. von Deulsche
reie Einlafsung bestimmten Gegenstänthe werden im Pariser Kus- and und Böhmen durchdie Bewegung e e de
tellungsgebaude selbst mit einer Rücksenduligs Declaratlon' niige- Donner der Schlachten, —BE —— gekommen!!d unt!hier
meldet, auf welcher F bayer. re die gr Ordnung, Frieden und guge nunn Jur fiuden. Schoͤnen
stammijng der Gegenstände. Ausy dein Hollpereine und, ihrz Aust dank an Herrne Pismars Ir, das Geschent Ia rue ge,
tellung in Gebaudie — ————— Paris u — ginge der englische Dampfen Faleon“ im Kanal
Abfertigung gesandten bayerischen oepen D Verschluß zur zu Grunde; 20 Mann ven de Besatng ——
Rüchsendung, qch, Boyerng gulggen. wo sig, nachs der Ankunft apggiexe prtranken. Außer dengiFalconist, alleim Anscheine na
der Grenze Ad g h * ee Au —2 voa zwischen ng —
Verlangen des Eigenthumers, unverletzten Virschluß vorausgesetzt, Sicilia mit der Mannschüfilf Köpfe) An en irifchein Gewassern
wieder in freien Verkehr gesetzt wden74 3 su Grunde gegangen. Dus pidtztich Gugctreensohauwetter/u wer
F München, 13. Jan. — n wir, daß' bunden mit Regengüssen,5 hat in perscederen Theileng Fuglands
Cornesus deoo igechouchenascheio Malbern in Bebtiu goelse geführldehUeberschswerentnggencherbeigefuüͤhrn J
exdrantt sijtea sib dpäitsν oisnlι—ιν huο esee e doshezeMetohlcatenec üchl
a Ii Ihe gFnnd en Inn. AHente wurde daß chemaliger Egffte, PostzugnetuigeoHilpimeters hinter Calais aus den Schienen und
Fuchs an der Haupistraße um 28,400 jl. versteigert. Der sse et gpel — lan phnes Fchiegen puin dem Erd⸗
sehrige Besitzer ist' Herr Wirth und Wemhamdler Kern“ dahier welt 33 o war Racht, auxhe ndall paffirte.VDie Passa⸗
— Ih den Jeit 3wehi Lagenneisigetretenen Kälte hat ANiemande giere wurbbn Fgelbsanexstündlicht von reinem panischen — 5 —
im Rheine gebgdgt. Satz Juͤngt- zwar kurios, ist gber. deng.griffenz,und qug ullen Wagen ernaudtun iislemtss6Lschen schrechli⸗
noch —S ——— Georg iae eeun Waggons, nvon demm n der größte Sheil
namlich ame Sointag Rauchmiktagin voller Feuerwehruniforri bon uinrt wurde, sprangen mit furchtbarenSätzewmiuf dem /Erdwall
der Schiffbrücke bib au dseitt nd wden Stain dentheshipommenesdahin Vnd es iftezu verwundernl daß: ich beint großeresne Unglück
Zuichauor / waren it Masse cherbeigestroambe (Pf.n Ztghn ellete und Niem and getaden nder yceplndet rde Ea hatie
uk h. Die —B——————— Bader beginnt am 11.Febr shr unglücklich ablaufen konnen, da sich an dieser Stelle der Bahn
in dit Beʒ B daisetzlgutern! nidngebrdauf, der einen Settenein Sumpf befindteaa BS.
—— Landdu,“jedezinnt nn b0 , nd Spitat 1 Parfs RA. Jan. Goserw sandec Paisyida Beerdi⸗
— 4 l 5 Rguün ded Mlle Weorges dern großeln me Schtatspeltrin«stathdie
mir F Fnankfab tacta, gaud) Deu — ———— Schonhtit! ünde Talent in der klassischen. Tragödie, Awie in
gehaltene Arbeitertag war; dawzugswejsenr von hieftgen Arbeitere vem · rornantischen e.Vrama während. des ersten Kasexreichs der“
besucht, und sprachen sich bieselben übereinstimmende mit kiner. vor Resteitxatiun urnd berJuliimonarchie geglänzk. Ihr Lebensalier wird⸗
mrhreren· Ionatri aut eiea Ak Merxlage dethchiedetgiigegeben nach don inn ihrer Geburtsst adt Frjcheintne
Vetheiligung gu den nghlenint das Maxlamen —
Prseudede nvun Hildete jolgen deg wonniwem· ANtlgemeinen boren?! Sie Aedte die letzten —9* In ziemlich vbesgräitine ver
deuischen Arbeilerdereim sgehenvee Progrannn: on yo Ganzliche hältnifsen* ¶ Vie Enden ·ded Brtu he ——
Beseitigung jeder Id ernonncdes Sicat· nbeame · vniet —X — i eeet Mimisterini.* Eduard
Foem ea Auch Fa, Wereinigung aller deutschen Stämme zu einer Thierty,? Diveckor'hes ThutraoFrimonis] Waron Tahybor und Ale⸗
nnerlich nde orgemisch· drrrcheus verchmotzerrere· Stwatserrcheit: vrerch
welche alldin das deuische Volk eneνorräche nlen at- bewraurigen Ereidnissenn die impropisfirte Veichenrede
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        21 ——— u“
zaj rint u Anzeige —
—2 — e G. e Fse ———
Da die G. L. Lang sche Buchhand-
lung in Speyer die Vermittlung ihres
Berlehrs —J— und Umgebung mir ubertra⸗
gen hat, so sperde ich von heute an Juse
iats n dene, Pfalgischen Platat Anze her
und in dig Reuesten Nachrichten“sowie
Bestellungen auf alle Erzeugnifse der Lite
ratur schleunigst besorgen. Zugleich lade
ich zur lebhaften Subscription auf die die—
ser. Tage zur Ansicht mitgetheilt werdeiden
Probenunimern der borzüglichsten illustrixten
Zeitschrifteug ergebentz ein .
Ethnn Ingbert den 15. Januar. I867.
ch err prr
annunas ꝓre GeschaftsagentenS tißlt
usnine enüber Gafée Dborbausert

iur ——— IIA — dαιν ιHιν
iiινBn e ιν w —r uni n ειν αιι.
u punund 1h14 lattt 11νρν ια
öε m ι_ι Al T v MiSy nothtittin
Ha lœIa an
Schweirerische Feuerversicher as Gelellschafte
Hitꝰ monalitrud sbald, — z2
A
— D—— Ie , 62026
iit ,ι ααα: —V
—D—— 3 5 5 50 ꝑ
—D — und⸗ nwit al 10,000, 060 raut e u t
tu ntiagee ng ι ιια , v fν
——— A ——
Die Gesellfchaft versichert gegen Feuerschaden und Plitzschtag (gegen letzteren selbst dann
vennn derselbekeinen ¶ Brand dur Folge hat) hä uslicheg Mobisar „Waaren
Paschinen Fabraitg ar zihs haftran, Vieh Er ngekrzeugnisfsen didexgeratha
uberhaupt alle beweglichen Gegenstände —
Aunf Betlangem versichert die Geselschaft auch vegen bie, Gefahr det Gas und Dampff
rplosiom. Snbic i 3
ain Die Prümiennfind Fest, so daß ünter keinen Um standen Nachzahlung en
—XE 4 J —0 *
umn Zu Versicheringen ladete hiermit )ineou —ö σI)t
— ni ESt. VZugbert“ denꝰ GhItinuat I867 jun bin —J XO”—ννν
ee eee 9 Die Acentur —
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— für xutulan n nn ö
A epe de Duthenuntder geutedern heruunina dant nnr. Deütschtaudenggen Grtha osoltes
gziestibe näch vorlbufiger Verechnung ihrbn Theilnehmern fürn“n 86 —
α ι ν — 70. Pr ————
νν ιν αινι C. .n O rodent —DDDD———
hred Prauuieneinbageul als Ersparuiß zeclickgeben.uu α —D— uuj anlcafra — —
unDier genaue Berechnungodes DMistthoils hür seden Theilnehmer der Bank⸗nfo wie der voll⸗
stndigeneMerhnungsabschluß derselbemn jreD8os wirdeamo Ende des Möonats Min —
erfolgen. insuag m vlt au tiiubo a , ——
v Zur Annahme von! Wersicherungewrscfürudde: Fonerversicherungsbaut sind die Unterzeichneten
— — ua pto,ι
it 120 Lnidan deiunb Fäntiat 1IBBIIT ι in — αο puminli
srio n — ͥJ sr. Dauptagent. vh in
ie ν ια art Die genten; rut α e niιν
u, ñιν 6 idi J —X Panzerbieter in St Ingben nau * ααιννιινν
t Zeeubecker in b dn an e Wnn
9 aatenr * * Vꝛ en eee aer ——* ,
— danvach In Venwrge —
_ν ιαα D s ι ο νια u”ν
ut * — —
GISOLAÆIS &amp; CONSDLTATIONS BVRBEAG.
tne ι* H, ιααιν
quse ne —⏑2 —ν
ie ——einrich veset uhüâ Unger ιιν 5νσ—
nö α νιαο ιn aα α
u uee ιιL ni 5350α
BA St. Ingbert —— —
bernimnt Vermittlung von. An- und Verkausen von Liegensehaften, besorgt: alle
Tbhachasts·Rechts·Geld- und Vermõgens-Angolegenheiten, vortritt dio Parthien vor
len deriehten. Notarieu u. Behordem, ertigt ¶ Urkmden, Reehmungen,! nud besorgt
werdanpt Ne ohrittlichen Arboiten, bie —777— —2
C ιααα
Fruchta, Brod⸗, Fleisch· ¶ac. Preise der⸗ n Fruchtpreise der Stadt
Sutdt Zweivrucken dom 17. Jat.e Kaiferslautern bom is. ganten
n —77 —
Weizen? fl, 48 kr. Korn d fl. 44 kr., .Weizen 8 fl. 6 ir. Korn 5 fs. 46 lr.
Gerste 2reihige — N te, Gerste “. Spelzlern 7 fU. 44 r., Speig *in
eidise igeh tr.n Speig f 2i tr Gerstes 28 r Dafet·a st.
ãAA . να 43 Mie
e *4 Mf 44671 8 kt. Erbsen 4 fl. 48 tr. Wicken 4 fl.
Mischfrucht ⸗ fl. IM, kr., Hafer Efl. 7 kr. ITIuIX. — D
verbsen4 sP. 83 tr. Wigen 8 fu. 32 tri. 3 15. Linsen 6 f. 15 kr. per Zeninen
dartoffeln les. 18 ir. Heu Ufl. 48ß ktr. Brodpreife: 6 Pfd. Kornbrod 26 i
Swrohl . 2 ir, per Zentner, Weißbrod 8Pfor Gemischtbrode 14 irn nn pfre
—X Kgr. 19 tr., Kornbrod 8 Kgr. 27 kr. Weißbrod 15 ke de r 3
Bemischtbrod, 8 Kgr., 88 kiri Paar Wech Die heutigen Aweibrucer
2Loth, 2kr,Rindfleisch, J. Qual. 16 kx. Prod⸗ Flei VPreife sins
2 eh e ve, uot Dod⸗ Fleische x. Preise sins
mificsch 14 kRe. Schnemefleisch is te. Wverändert aara dieselben“ wien aut
e: Pfd, Wein 24 ir., Bier 6 ir. per Liter, vorigen Dop renn
Vutier 24 ir. per Pfund. ä y—?d retion.
—

Pariser weißer jlüßiger
————— Leim A ιι
Atttut ,ãAn teneu Ani
34 Geueral⸗Depotsvon Earle
BHohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlofe Leim wird kalt
angewendet; er versetzt volllommen den Klei⸗
ter, den KLeim und den Mundleimeg Man
gebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, Porzellan, Glas, Mar
mor, SolzenLeder, Korkeu. sa w
zu leim m Derselbe sollte daher bei; keinem
Hanwerksmannm, auf leinem Bureau
uind in keiner Haushaltung fehlen
Für den Erfolgu wirn garau
tirt n in anuen
Preis ger Flacon IN und 20 iroun
Allein echt zu chaben herb nd
Sritz Panzerbieter
zt — ijn SiIngbert nen
84 314 n
l Empfehlung. ni
Ich beehre mich einent hiesigen und
auswärtigen Publikum, die ergebenste
Anzeige zu inachen, daß ich mein Ge
schäft jetzt der Art eingerichtet hahe
um neue Feuerspritzen Wasser
pn mpen / Bierpumpen Pfuhlpum;
pen re. 2e. in allen Costruktionen an⸗
sertigen zu kdnnen, und, werden aud
alle Reparaturen an Pumpen ꝛe. uber
nommen, und bestens ausgeführt.
St. Ingbert den 17.“ Januar 1867
Johanm Welland, Schmiedmeisten
—ã ⏑———
gur Beachtunge
Ich warne — —2
Stiefsohne Adam Nupertus, weder
ꝛAwas zu borgen noch mu leihen, indem ich
jür denselben keine Zahlung leistenunmn
Altenwalde den 16. Januat 18667 61
a PE; οeν
AHODG ν&amp;
Wechsel⸗Geschaͤft nu,
IoAMer in Frantfurt a
Eombtoirt¶ Bleidenstraße Nt. 18. nrnn.
Ankẽ und Verkauf aller Arten Staats
apiere, Anlehensloose, Eisenhahn.Bank
und induftriellen Actien, Incasso von Cou⸗
Fons Banknoten! Wechsel ꝛc. untet Zu⸗
ůcherung prompter und, reeller Bedienung
atng⸗ Prodision L.per mille ohne,
rann vegliche som stige Spesen.

— 14—

—

LMA 3ITIq,
Redaltion Druck und Verlag von

OD- 5 in Et Inabert. h

ilGir.
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        — DV uia 4— motie n yi t re iu ινα—
je uob acit 6 5 , ν
nodo I V — 4 — J i⸗ J PR
u 4 —E n berler — * n cq1 cr. ue
1hici⸗ ——* II J. V n 2 Edial
. * αν ο ανσ iintun uo
qtius —!e e tuiibt — ι νιννN—i —B
nr—ο 13 i pt uν ιιι — 13 olt inn
in — —Ana cuin . 2 —DVV —— —V nof el
der 28 t. Ingbert er Anzeigexnn mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalz Diensag, Donneres st ag,
und Samsag Abonnementsbreis vierleljährig 45, Krzr. Anzeigen werden — —
— 4 —2*&amp; Raum berechnet. u —— 121t 645 I 1*
Nro 9. —8 * —— Samstag, den 19. Januar ν ——— 486 *

53111

M
AMyete ah — ——
————— — Deut schland. — ν 104
. Munchen, 14. Jan. Fürst Hohenhenlohe beantwortete
in gestriger Sitzung die vom Abgeordneten Ruland eingereichte
Interpellation bezüglich der unterfränlischen Stifter u. A. dahin,
daß er jede Zumuthung, welche mit der lohalen Ausführung des
letzten Friedensvertrags in Widerspruch stände, energisch zurlickwies;
über diese Antwortging er nicht hinaus,die Erwartung, daß
der Fürst sein Programm darlegen werde, ging demnach nicht in
Erfüllung. »Dem Vernehmen nach wird nun von Seiten der Lin⸗
len in der nächsten Sitzung ein Antrag an die Kammer gebracht
—D— ein bestimmter
Ausspruch über die alle Verhältnisse beherrschende deutsche Frage
berlangt wird .. 2
Näünchen, 14. Jan.“ Zur Berathung der künftigen For⸗
mation der bayer. Armee, wie sich dieselbemach ider eventuellen
Einführungder allgemeinen Wehrpflicht zu gestalten haben würde,
ist voin koͤniglichen Kriegsministerium eine höhere militärische Com⸗
mussion niedergefetzt, und zu derselben sind auch die auswärtigen
Generalcommandasuen berufen worden. Die Commission wird
bereits morgen ihre Thütigkeit beginnen 34
Muünchen, 14. Jan. Nach dem /eben erschienenen Bericht
des Schuldeutilgungs⸗Commissärs der Kammer, der Abgeordneten
(Grafen v. Hegnenberg⸗ Dur); betrug die bayerische Staatsschuld:
Alter Schuld 70,013.379 fl; neue Schuld 10, 166,079 fl. I1 fr.;
Hiilitarshuld 86 706,800 fl. Eisenbahnschuld. 146, 156,600 fl.;
Grundreutenschuld 97,687,975 fl. Die Verzinsung dieser Schuld
erfordert 18,556,876 fl. Hiermit ist es jedoch leider nicht gethan.
Durch den Krieg mit Preußen und den Friedensvertrag vom 22.
Aug. v. J. wird sich die bayerische Staatsschuld um circa 68
Millionen vermehren, wozu durch das bei Aufnahme der Anlehen
unvermeidliche Disagio noch 4 Millionen kommen worden. Zu eini—
gem Troste inüpft sich für den Referenten an den Umstand, daß die
Verschlimmerung der finanziellen Lage nicht bloß in Bayern, son⸗
dern am ganzen Coniinent gleichzeitig und mitunter in erschrecken⸗
der Form auftritt, die leise Hoffnung an,„ daß die Erkenntniß dieser,
den financiellen fittlichen und politischen Verfall allerStaaten noth⸗
wendig nach sich ziehenden Zustände, vielleicht noch in der zwölften
Stunde dahin führt, den überall hervortretenden fieberhaften Be—
strebungen Einhalt zu thun, welche sich mit der verdienstlichen Auf⸗
gabo beschüftigten, die Volker in Armeen umzuwandeln, der Wissen⸗
schaft und Industrie die Anfertigung des gelungensten Hinterla
dungsgewehres als letzten Zielpunkt anzuweisen, und das Vater—
land vorerst gründlich zu ruiniren, um es dann wirhsam schützen
undi einer unbekunuten Größe entgegen führen zu können.“
an München, Id. Jan, Die Rachricht, daß die Linke der
Abgeyrdnetenkammer den Antrag auf Erlassung einer Adresse an
den Koönig-einbringen werde, hat sich bestätigt. Die Linke hatte
zurFeststellung des Wortlauts des Antrass eine Commijfiontbe⸗
stehend aus den Abgeordneten Dr. Marquard Barth, Umbscheiden
und Dreu Völk niedergesetzt und sie hat in ihrer gestrigen Ver
sammlung den Antrag selbst nach den-Vorschlögen dieser Commi
sion angenommen. Der Antrag selbst lautet: J
2d, Ein unter Parlament und einheitlicher Kentral-Gewalt ge—
einigtes Vaterland mit Autonomie seiner Glieder in ihren beson⸗
deren Angelegenheiten und mit gesicherten Freiheiten des Volkes
ist unser Ziel. Damit dieses Ziel erreicht werde, muß der nord⸗
deutsche Bund, den die Ereignisse des verwichenen Jahres hervor⸗
gerufen haben, zu einer wirklichen nationalen Verbindung sich er—
— DD
deut schen Staaten erfolge,noch ehe die Verfassung des Buudes
endgiltig festgestellt ist, damit Regierungen und- Volk der Süd⸗
ftaalen auf diese Feststellung nicht ohne Einfluß bleiben. Unter
den Gründen, welcheim Norden gegen jene Erweiterung geltend
gemacht werden, verlautet jetzt auch der, daß inSüddeutschland
selbst leine Neigung zum Beitritt bestehe.Deßhalbeist es Pflicht
der Volksvertrelungen im Süden geworden, wenigstens diesen Vor⸗
dand it seine reitmeise Ausschliekincge pon dem Reuhbau des Va—

4 tt 8s ⏑⏑
terlandes durch unzweideutige Erklärung zu beseitigen.mi In ihrer
Zitzung vom 39. August v. Is. hat sich die bayerische Kammer
der Abgeordneten für engen Anschluß an Preußen erklärt: MDiefer
Anschluß bildet auch heule noch, und so lange die organische Ver⸗
bindung nicht erreicht ist, ein nothwendiges Postulat. Seine Mo⸗
haliläten zu präcisiren, fehlte damals die Zeit. Diese Präcisirung
muß jetzt nachgeholt werden, damit kein“ Bmeifeln darüber— bleibe⸗
wie dieses hohe Haus zu der wichtigsten Frage der Gegenwart
sich herhält. Allianz mit Preußen, als dem Führer des Nordens
zur ungeschmälerten &amp;— des deutschen Gebiets,Anschluß
Bwayherns an die norddeutsche Kriegsmacht, behufs gemeinschaftlicher
Bertheidigung uͤnter preußischer Fuͤhrung im Kriegsfalle und einq
Einrichtung des bayerischen Heeres, welche jm angeregten Falle
die sofortige Cooperation sichert, fallen in den verlangten Anschlußz
Der Anschluß selbst wird eine Reorganisation des Hollvereins ber,
rünstigen, die aus der forwährenden Gefahr der, Kündigung auf,
furze Frist entzieht und, wenigstens für Zolle und Handelsfragen,
sowie für die damit verwandten Gegenstände eine-Mitwirkung der,
Südstaaten im Bundesrathe uud im Parlamente gewährt.Auch
hierüber ist diesa hohe Haus sich auszusprechen veranlaßt. Uebex,
alles dieses, seine detaillirten Anschauungen bor den Thron zu
hringen, bietet sich dem hohen Hause der Weg der Adresse dar
der um so deg zu betreten sein wird, als kein anderer in gleich,
usreichender Weise sich wirksam zeigen dürfte. Sollte, wie wir
hoffen, die königliche Staatsregierung die Anschauungen, welche
wix bei dem hohen Hause voraussetzen, theilen, so wird die Adresse
dazu dienen, den diplomatischen Verhandlungen Nachdruck zu vern
eihen, und daher auch in digsem Falle angezeigt sein. Aus allen
dieh Gründen stellen wir den Untrag: „„Hohe Kammer wolle
in Betreff des in der Sitzung vom 80 August vorigen Jahres
im Princip bereits als noͤtwendig erkannten engen Anschlusses un
Preußen, dann in Betreff der Reorganisation des Zollvereins die
krlassung einer Adresse an ae den Konig beschließen
und zur Entwerfung der Adresse einen besonderen Ausschuß von
ünfzehn Miigliedern bestellen.““ Muünchen, den 14. Januar 1667.
Fr. Adt, Alwens, Dr. Barth bon Kaufbeuern, Beer, Benzino,
Brandenburg, Beh inger, Crämer, Christmann, Dingler, Echart,
Fischer, Foderer, Gelbert, Golsen, Dr. v. Hoffmann, Hartmann,
Henfolt, L. A. Jordan, Kraußold, J. G. Langguth, L. Leyrer,
Dr. Mayer, Pasquay, v. Paur, Pfäffinger, Pohlmann, Sing,
A. Stadier, Spiegel, v. Soyher, Tillmann, Tafel, Frhr. v. Stauf—
fenberg, Umbscheiden, Dr. Voöͤlk, Vogt, Waldbauer, Wolf.“ ..5

Mäünchen, 15. Jan. Durdh Entschließung des k. Staate-
ninisteriums des Innern für Kirchen: und Schulangelegenheiten
vom 6. d. M. labgedruckt im Cultusministerialblatte Nr. 1)
vurde ausgesprochen, daß Schuldiensterspectanten und Schullehrer
zezüglich jhrer Anstellung und Verwendung nicht auf den Kegie-
ungsbezirk, dem sie angehören, beschränkt seien, vielmehr mit
** auf die Gleichmäßigkeit ihrer Heranbildung und Borbes
reitung für das —8 sich um jede geeignete Stelle ihres Fa-
hes im ganzen Königreiche bewerben können.

— In Hofkreisen will man wieder sichere Andeutungen hae
zen von einer in nicht ferner Zeit bevorstehenden Vexmählung
Sr. Maj. des Königs.—

München, 18. Jan.. Nach Briefen aus Wien waͤre ein
ʒsterreichisch-französisches Bündniß entweder schon abgeschlossen oder
em Abschlusse nahe. (2) Die Ernennung des Fürsten Hohenlohe zum
‚ayerischen Minister wurde in Wien, auch in der Hofburg, bei—
iahe als offene Kriegserklärung an Oesterreich aufgefaßt; die
Stimmung dort 'ist seitdem eine sehr gereizte, die selbst von einer
ehr hohen Person getheilt wird, welche derselben in einem hier—
her gelangten Briefe Ausdruck gegeben haben soll. Anunferem
dofẽ, und in der Diplomatie hat es an Reclamationen und Er—
zIrteruugen nicht gefehlt iund dieselben ·sollen sogar sehr ernster
Natur gewesen sein. So viel scheint ficher zu sein, daß der Kt
nig dem absoluten Preußenthum zur Zeit ziemlich entschieden abe
z1d.· ist und Gegner einer allzu preußenfreundlichen Politik
        <pb n="30" />
        gegebenen Falls bei der Krone selbst einen mächtigen Rückhalt finden den Parlamentarismus in Preußen und die Verfassung für immer
werden. — Prof. Semper von Zurich ist mit dem Modell ** Frieden zu begraben, wörtlich abdrucken lassen und als Agi-
dem neilen Theater bereits nugekommen und es soll mit dem Bau' tationsmitiel benugen Die Verhandlungen mit dem Herzog von
von Theater und Straße schon im nächsten Frühsjahr begonnen Raffau über seine persöulichen und Vermögensverhältnisse gehen
werden, wenn nicht in München, so doch in Nürnberg, vorausge- einem raschen Abschlusse enigegen. Dem Herzog verbleibt zwar
setzt nämlich, daß dez Stand der koͤnigl. Cabinetskasse die Aus- der größere Theil des früheren Domanialgutes als Privatbesitz,
führung so kostspieliger Unternehmungen gestattet. (Pf. Ztg.) doch ist bei den getroffenen Abmachungen dus Staatsinteresse und
Muünmchen. In der Periode vomn 1. Oktober 1866 bis 31. das Interesse der nassauischen Vevölkerung an der vollstandigen
Dec. 1867 soll die Abänderung von 100,000 Stück Gewehren Beseitigung der früheren persönlichen und volkswirthschaflichen
in Hinterlader mit einem Aufwande bon 8 fl. pr. Stück und die Hemnisse vor allem maßgebend gewesen. — Der Konig hat das
Anfertigung von 10,000 Stüuͤck neuer Hinterladungsgewehren mit Patent wegen Einverleibung Schleswig⸗Holsteins nunmehrvollzo⸗
einem Aufwande von 30 fl. per Stüg erfolgen, und es werden jen und wird dasselbe sofort verkündet werden. Bis die Abstim-
hierzu, wie zur Umänderung von 22 Millionen Gewehrpatronen a 6 mung in Nordschleswig erfolgt ist, haben die Bewohner von ganz
A. per 1000 Stück, im Ganzen 1,600,000 Gulben von dven Kan— Schleswig 'alle Rechte nnd Pflichten der Preußen, mithin“ auch
mern verlangt. —Mit der erwähnten Umänderung der Gewehre das Recht der Theilnahme an den Wahlen zum norddeutschen
ist bereits begonnen und wird dieselbe so rasch betrieben, daß bis Reichtstage. — Es sollen Provinzialsynoden in Wirksamkeit treten
zum Sommer dergrößte Theil der Infanterie mit den Hinter⸗ und die bezüglichen Vorbereitungen so getroffen werden, daß die
ladungsgewehren bewaffnet sein wird. Gleichzeitig wird die Um Vorlagen womöglich noch auf den diessährigen Kreissynoden zur
ünderung der noch vorhandenen glatten Kanonen in gezogene Ge verfassungsmäßigen Berathung gelangen können.
schütze, wozu 1,056, 000 fl. erforderlich sind, zur Ausführung ge Berlim 15. Jan, Das Abgeordnetenhaus hatin seiner
langen, und wird dunn die baherische Armee mit228 solcher heutigen Sitzung den Gesetzentwurf über Diätengewährung an die
Feldgeschütze, d. i. 24, Batterien ä8 und 6 Batterien * Ge- Mitglieder des Parlamenis mit 178 gegen 106 Stimmen ange-
ichütze als erste augrückende. Zahl versehen sein 5 nommen.Die Regierung lehnte zuvor den Eutwurf ab, weil er
7DDienstes⸗Nachrichten. — vor den Reichstag gehöre. Gr. 3tg.)d.
Se. Maj. der Konig haben Sich allergnädigft bewogen ge Wien, 1308an. In einer Reihe von Blattern ist zule⸗
fünden, untermi 12. Jan. den Revierfoͤrster Withelm Weber vu, sen, daß Rußland von den Mächten die Abberufung. ihrer polie
Stahlberg, se iner Bitte entsprechend auf Grund des g28 lischen Genercleonfuln aus Warfschau und deren eventuelle Ersetzung
H. der IX. Beilage zut Verfasfungs Urkunde in den dleibenven durch blose Handelsconsuln verlangt habe. Man muß allerdings
Fuhestand zu verfetzen und das hierdurch in Erledigung kommende einen solchen Schritt erwarten, deun er liegt einfach in der Con⸗
Revier Stahlberg. Forstamts Lauterecken, dem Revierforster Franz Cquenz der Ulase, welche für das Königreich Polen eine neue
Gaul in Iggelbach, gleichfalls auf sein Ansuchen, in gleicher Dien- Stellung geschaffen, und man erwartet ihn deshalb auch. Bis
steseigenschaft zu uͤbertragen. jetzt aber ist, wenigstens nach Wien, eine desfallsige amtliche Noti⸗
Durch Negierungsbeschluß vom 14. Januar wurde der Schul fication noch nicht ergangen. — Die Meldungen, welche den Kron ⸗
verweser Franz Lieb von Kindsbach zum Verweser an der lath. prinzen Humbert von Jiolien schon für die ersten Tage des Fet
Vorbhereitungsschule in Landstuhl vom I. Februar I. Is. an, ec bruar in Wien erwerta sein lassen, werden mir als unrichtig be⸗
nannt. u zeichnet. Es ist vielmehr hier ausdrücklich angezeigt, daß der Prinz
Aus Baden, 15. Jan. In den nächsten Tagen wird die serst Ende Februar Florenz verlassen werde. h
Verlegung eines großen Theils der badischen Truppen ausgespro⸗ Wien 14. Jan.“ Die heute hier stattgefundene Conferenz
chen werden. Die Veranlaffung hierzu liegt in den Zufiänden deutsch⸗österreichischer Abgeordneien, gelangte einstimmig zu dem
der Festung Rastatt. Nachdem die Gewißheit darüber erlangt ist Beschlusse: „es sei mit aͤllen gesetzlichen Mitteln dahin zu wirken;
daß die preußische Regierung einen Theil der Besatzung nicht abe daß die Landtage erstens die Wahl für die mit Patent vom2.
geben wird, verlangt nicht allein die strategische Bedeutung dee Januar 1867 einberufene außerordentliche Reichsrathsversammlung
Platzes, sondern auch der Zustand der Gewerbeverhältnisse Feble ablehnen; hingegen zweitens auf Grund und nach Vorschrift des
terisch, daß eine verstärkte Besatzung hinein verlegt wird. Demge Reichsraths- Statuts und der Landesordnungen vom 26. Febr.
mäß werden die beiden Regimenter von Freiburg nach Constanz 1861 die Wahlen in das Abgeordnetenhans des legalen Reichs
don dort abberufen nnd in' jene Städten nur die Bataillone don raths und! jene der Landesausschüsse vornehmen.u
Füssiliren und Jäger derlegt, auch die Garnison von Dürlach Pesth, 15. Jan Die Deputirtenfafel hat einstimmig die
wird abziehen. Dadirch werden sich die Nahrungsverhältniss⸗ Deak'sche Adresfe gegen die Verordnung übet die Heeresergänzung
von Rastatt voraussichtlich wieder besser gestalten! 3* angenommen.Die Adrefse wird der Magnateniafel zugesendei
Karlsruhe, 13. Jan.“ Zur“ einmaligen Ausbesferung werden.. 7 i
des Diensteinklommens der geringer besoldeten Volksschullehrer ist Hambürg, 18. Jan. Unter den Kauflenten hat sich ein
dem Ministerium des Innern ein Administratid⸗-Eredit von 80.000 Verein gebildet, um für den Anschluß an den Zollverein zu wir⸗
l. eroffnet worden. len. Morgen wird ein Aufruf zum Beitritt erscheinen.
Frankfurt, 16. Jan. Die Bundesliquidations-Commis Frankreich.
sion hat in ihrer ersten Sitzung h. J. bezüglich der Ansprache, 9— 25 4
welche die Einwohner von Mamz— — ——— Gonfenheim ir. Paris, 15. Jan. Der „Patrie“ gehen über ———
und Bretzenheim für die auf Befehl des damaligen k. bayerischen Privatnachrichten aus Merxico zu, welche melden daß die Truppen
Festungsgouverneurs, Grafen v. Rechberg. wahrend der vorjähri⸗ des Generals Mesia, von drei Jagerbataillons verstärlt. die Of-
gen KHriegszeit gefällten Obstbäume ꝛc. erhoben eine Entjchadigung ensive vor San Luis Potosi ergriffenn haben. Die Disfidenten
von 906353 Gulden beantragt. Ueber die Rechtsfrage, vas heißf, vurden unfern Banos geschlagen und verloren ihre Artillerie und
die Verpflichtung zur Vergütung des Schadens der utsprungutt hr Kriegsmater ial. — General Miramon hatte das Commando
auf 146,000 Gulden abgeschäbt war, hetrschte in der Commifsion ines kaiserl. Truppencorps übernommen mit dem er im Staate
nicht der geringste Zweifel; nur über die Summe waren nahere Dajaea operiren sollte. — Der von Merxico bommende · General
Erhebungen angeordnet worden, in Folge deren die Anspruche Jon Douay war in Puebla angelommen wo sich ein Theil des frane
—A— Obigen dosischen Expeditionscorps sammeln sollte. Er sollte diese Stadt
Beirag von 90,685 sP. so densenigen Regierungen in Änrechnmg bis Ende Januar besetzt halten. — Die Festungswerke von Ori⸗
gebracht werden, welche ihn nach den von der Tommission ange⸗ —A unter Leitung des französischen Genies vollendet
nommenen allgemeinen Grundsähen bezüglich der durch die Kriegs 3. WM
operationen entstandenen Ausgaben und Focderungen —*—— Patzs 16. Jan. Der Etendard“ will erfahren haben,
mäßig zu tragen haben. — In derselben Sitzung wurde Seutens daß in Folge des Aufenthalts des Prinzen von Wales in St.
Oesterreichs und Badens die Zustimmung zu den Anträgen wegen Petersburg eine Annäherung in der orientalischen Frage zwischen
der Pensionsverhältnisse der Bundesbeamten erklärt. dem englischen und dem russischen Cabinet statt gefunden habe. J
Oldenburg. 12. Jan. In der Diütenfrage hat die Re— Italien.
gierung die Initiative ergriffen und den Landtag ersucht, sich da— Florenz, 16. Jan. Der der Abgeordnetenkammer vorge⸗
mit einverstanden zu erklären, daß dem Abgeordneten zum Par⸗ legte Zusatz zum Büdget für 1867 constatirt eine Verminderung
lamente die verausgabten Transporttosten ersetzt und Tagegelder e Ausgaben um 27 Millionen gegen die im Dezember gemachte
uun dem „für den Äufenthalt in Berlin maßigen Soahe ben Vorlage. Die Einnahmen sind zu 865 Millionen die Ausgaben
Tbalern bewilligt werden. zu 1024 Millionen veranschlagt. Das Desicit wird demnach 139
Berlin, 16. Jan. Die liberalen Wahlcomites werden Millionen betragen. Die Abgeordnetenkammer hat mit 147 ge⸗
den im amtlichen Hirschberger „Kreisblatt“, welches unter der gen 79 Stimmen die modificrte Vorlage über die parlamentarie
Leitung des Landraths v. Grävenizz erscheint, veröffentlichten Auf chen Incompatibilitäten angenommen.5 —
ruf, worin gesagt, das norddeutsche Parlament habe den Zweck Florenz, 17..Jan. Wie die „Opinione“ meldet, sind die
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        Amnterhandlungen mit Rom wegen der Besetzung der Bisthümer rnschi worden x die Contre⸗ Escarbe, d. i, die außere. Grabenbo⸗
eendet. Der papft und der Cardinal Antonelli — werden den schung des Werls Nr. 100 nächst der Eisenbahn,“ ist“ nämlich
Slaaisrath Tonello nächstens in einer Abschiedsaudienz empfan; in einer Länge von circa 90 Fuß eingestürzt.. *
gen. — Das neue , Diritto“ meldet, daß der König dem GraBildhauer Renn, dessen sechs Sculpturen an den drei
n Bismard das Collier des Annunciataorden 8 gesandt und daß Poxtalen des Speyerer Doms jüngft verstümmelt wurden, befindet
Baron Ricasoli und Marquis Venosta vom Konig von Preußen sich gugenblicklich in Frankfurt und hat sein Atelier im Städel's
den schwarzen Adlerorden erhalten haben. — chen Institut — dem Modelliren
Die Hungersnoth auf der Insel Sardinien nimmt auf's be- 'iner für die Maunnheimer Brücke bestimmten Bruppe: Germania
rübendste Aberhand. Der,Corriere di Sardegna“ schreibt: „Die der Palatia die Hand reichend. deschäftigt ist 145334*
Theuerungen, welche in früheren Zeiten diese sonst so. fruchtbare , Die Rhein. Eisenbahn hate in der letzten Zeit viel Pech.
Jufel heimgesucht haben, wie die bvon 1812, 1816 ünd 1818 Harbn b. Los, welcher bei dem vorigen Unglück beide Beine brach,
An be lchen noch lebende Augenzeugen viele Menschen vor ordert eine Entschädigung von 70,000 und ein Bürgermeister,
Mangel sterben jahen werden von der diesjahrigen noch, übertrof- velchet ein Bein brach, 80,000 Thlt. von dieser Bahn.
fen. Jene traten erst im März oder April ein, diese schon ime 4In Lon d'on sind am 15.Abends ungefähr 200 Schlitt⸗
Dezemder, was zu den schlimmsten Befürchtnngen Anlaß gibt; und chuhläufer im Regent-Park durch das Eis gebrochen, es sind ge⸗
nuf dem Lande ist es noch schlimmer wie in den Städten, und zen 20 ertrunken. Der Frost hält im ganzen Lande an.
zroößeren Flecken — zu Haufen wird man jeden ugenblick von Das englische Blatt, Sun“ berichtet über die näheren Deitails
Leuten überlaufen, welche Arbeit suchen, oder ein Darlehen in des schreckllichen Unglücks im Regents-Park. Im Augenblick, als
Korn oder Geld erbitten, oder welche ein Stück Landes · im jeden die Katastrophe paffirte, spazterte eine Menge fein gekleideter Her⸗
Preis verkaufen-wollen, oder welche ihre Ackergeräthe, ihr Küchen- ren und Damen auf dem Eise, ploͤtzlich, gegen 4 Uhr brach ein
geschirr, Kleider oder alle möglichen, sonstigen Dinge zum Verkaufe großer Theil des Eises und etwa 200 Personen brachen ein. Es
inbieten. Auf den Landsteaßen begegnet man auf jedem Schritte ist noch nicht möglich, genau die Anzuhl der Personen anzugeben,
Leuten, welche die bittende Hand ausstrecken, und man sieht ganze welche ins Wasser gestürzt wurdeni Das Geschrei der Unglück⸗
Züge von Männern und Frauen, welche ihre Sachen zum Berkauf lichen war herzzerreißend, faft noch ‚mehr aber daß Derjenigen,
ragen, aber oft verge lich den ganzen Ort durchlaufen und ihre welche zu Tausenden um das Bassin herumstanden und ihre Freunde
Zeit verlieren, weil es überall an Geld fehlt. Die Noth perleitet und Angehörigen vermißten. Man rief sofort die königl. Huma⸗
die Armen zum Diebstahl, und in Gegenden, welche früher durch ritäts Gesellschaft zu Hülfe und die Mit lieder derselben entfalte⸗
hre sprichwoöͤrtliche Ehrlichkeit berühmt waren, werden Diebereien en einen bewunderungswuͤrdigen, Muth, auch gelang es ihnen
zei hellem Tage begangen.“ Auf der Rhede von Orosei waren 10 Personen vom nahenden Tode zu erretten. Ein Herr reitete
»inige Schiffe mit Korn angekonimen. Der Zulquf war groß. wei kleine Mädchen im Augenblick, als man bereis ihre Rettung
aber es wurden wenig Käufe abgeschlossen, da es an Geld fehlte. wifgegehen hatte. Man glaubt, daß wenigstens fünfzig Menschen
Die armen Leute von Orosei sind mit ihren Karren bis Gavoi, ttrunken sind. Zwanzig Leichen hatte man bereits, aus dem
wei starke Tagereisen, gezogen, um Salz gegen Kartoffeln einzu- Wasser gezogen, vermuthethete aberx, paß noch, dreißig unterm Eise
auschen. Und dabei belästigt der Steuerempfanger diese. Arnen ich befindenHeizit) J
bald um diese Steuer, bald um jene; freilich ohne Rutzen und —7Aus Nom schreibt man der“ Italie“: “Im Theater Ar⸗
nur zu ihrer Qual. Es wird gehofft, daß die Regierung wenig jenting hat am verflossenen Mittwoch der Lijeutenant des päpstli—
tens diese Tribulation abstellen werde Das Movimento von Ge⸗ hen Vikaͤriats die erste Tänzerin Frlu Salvißni⸗ bon vier Gen⸗
iua hat eine Subcription eröffnet und fordert alle italienische Jonre sarmen:; umringen und nach ihrer Wohnung hringen lassen, wo sie
nale zu Gleichem auf. In diesen Zuständen liegt ein schwerer unter der Bewachung dieser Mannschaft. verbleiben miuͤßte. Sie
Vorwurf für die frühere piemontesische, wie füüridie, jebige italienische atte nämlich in Linem Ballet „la Contessa de Egwont“. ihren Ge⸗
Regierung. Ef. Ztg.) qjebten, wie es die Rolle vorschrieb, geküßt, obgleich es der päpste
liche Sittenrichter ihr streng untersagt hatte. Derx mildernde Um⸗
dand, auf. den die Tänzerin sich stützte, daß die Rolle des Ge⸗
liebten von einer Tanzerin und, nicht von einer männlichen Per—
son dargestellt wurde, fand keine Berüchsichtigung bei dem gestren⸗
jen Herrn. Am folgenden Tag ward Frln. Salvioni von ihren
Wächlern nach dem Theater. begleitet. Während. ie tanzte, waren
die Gendarmen hinter den Coulissen aufgepflanzt, Das Publikum,
dem dieser Vorfall“in ungernejnes Perghügen. bereitgte, empfing
die Tänzerin mit einem eea e
In Nord⸗-Amerika sind im verflossenen Jahre über 300,000
xLinwanderer angelangt, dapun 280.090 pulein Rewyort.
.x. Geistesgegenwart und' Muth. Dem Calif. „Demokrat“
vird aus Tehama, vom Dez. berichtet: Li Hessing, welcher einen
Hacktrain zwischen Red Bluff und Hayfort Trinity hat, erzählt
olgendes über den Muth und; die Geistesgegenwart einer Frau.
Mrs, Sarah Dennison, früher in Red Bluff wohnhaft, lebt ge—
—X
in dem övezeichneten. Wege. Vor einigen Tagen befand sich ihr
Vater auf der Jagd und Mrs. Deunison eine Strecke vom Hause,
um nach den Hühnern zu sehen, als plötzlich fünf Indianer er⸗
schienen. Mrs. Dennison raͤnnte dem Hause zu, was zwei India—
ner zu verhindern suchten. Sie stieß diese bei Seite und ein
Dritter faßte sie an der Schulter. Diefen schlug sie nieder, er⸗
eichte das Haus und verbarrikadirte die Thüre. Die Indianer
chossen noch durch das Fenster während sie ihres Vaters Büchse
von'der Wand herunternahm, und sie erwiederte das Feuer durch
ie Ritzen des Loghäuses. Als sie den Hahn der Büchse wieder
pannen wollte, fand sie, daß ihr der Daumen weggeschossen war,
ind unerschrocken benutzte sie die linke Hand, um den Indianern
nit Pulver und Blei zu antworten. Die Indianer wurden ver⸗
rieben, ob mit heiler Haut bleibt dahingestellt. Durch den Muth
ind die Geistesgegenwaͤrt einer Frau wurde sie selbst und die
Ihrigen vor einem furchtbaren Schicksal bewahrt.
FMexiko. Wenn auch die Franzosen im Allgemeinen in
Mercio keine Eroberungen an sich gemacht haben, so gelang dies
einzelnen Glücklichen doch. So hal sich Marschall Bazaine eine
eiche Creolin erobert, und nun hört man auch. daß demnächst der
ranzösische Gesandte dahier, Herr Dans, eine Bestegui heirathen
dird, weiche als Mitgift nur 10 Millionen Silbertholer mitbringt.
Ddie Familie Bestegui ist im Besitz der einträglichen Silbermine
Keal del Monde.

Vermin ch t —A
München, 14. Jan.Wie sehr die Mitglieder? des koönigli⸗
chen Hauses mit Bitt- und, Unterstützungsgesuchen allet? Art be—
ttürmt werden, mag man daraus entnehmen, daß bei der Königim
Mutter während des abgelaufenen Jahres allein 80,000 jolcher
Gesuche eingegangen sind, von denen nätürlich die Mehrzahl, un⸗
geachtet ihrer Mildthätigkeit, nicht berücksichtigt werden konnte. —
Zon den kgl. Postbeamsen in den an Preußen abgetreteten Pah⸗
erischen Landestheilen ist die weitaus größte Mehrzahl in preußi—
chen Dienst übergegangen. Der Schaden, welchen die kgl. Post
durch den während der Kriegsmonate gehemmten Verkehr an Porto
ür Briefe und Packete erlitten, Läßt sich aus einem Vergleich mit
dem Vorjahre erkennen, welcher hierin ein Deficit von 93,000 fl.
jeigt. Das Institut der Postanweisungen nimmt dagegen immer
größere Dimensionen an; so wurde für solche allein bei der hie—
sigen Post vom 1. Dezember bis vorgestern der Betrag von einet
ziertel Million Gulden ausbezahlt. ee
fMünchen, 15. Jan. Am Sonnabend hat' zwischen einem
Studenten und einem Ossfizier ein Pistolenduell stattgefunden, wo⸗
zei der Offizier einen nicht unbedeutenden Schuß in den Unter—
eib erhielt. Von den näheren Umständen können wir soviel sagen,
daß die Streitursache eine sehr geringfügige war und der Student
ich zu jeder Satisfaction bereit erklärte, um die Sache in Güte
zu schlichten; an dem starren Beharren des Offiziers, die Geschichte
mit den Waffen in der Hand auszumacheu, scheiterten des Stu—
denten Bemühungen. Als der Offizier beim ersten Kugelwechsel
ehlte, fchoß auch der Student in die Luft; als aber vom Offizier
ꝛein zweiter Gang gefordert wurde und er wieder fehlgeschossen
jatte, wollte der Student ihm in die Füße schießen, traf aber
vider Willen zu hoch und in den Unterleib. Der Offizier, Chevaux⸗
legerlieutenant Otto v. Baur-Breitenfeld ward Samstag Nachmittags
ins allgemeine hiesige Krankenhans verbracht: der Name seines
Gegners ist bis jetzt noch nicht bekannt.

f München, 15. Jan. General der Cavalerie v. Flotow
einer der tapfersten Veteranen der alten Armee, der schon nach
»er Schlacht an der Moskwa im Tagesbefehle wegen ausgezeich⸗
ieter Tapferkeit ausdrücklich erwähnt wurde, ist heute Mittags
anft verschieden.

fLandan, 13. Jan. Heute sind wir abermals durch
den Einsturz an einem größeren Vorwerke rechts der Queich über⸗
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        2y — — 12 — — —R
Mobiliarversteigerung.
Mittwoch den 30. Januar 1867, Rach-

mittugs⸗ A Uhr, zu ESte Ingbert in der

Behausung des Puddlers Schmidt auf dem
großen Flur, werden? von Herrn kgl. Notar
Hwonndahier die zur Verlassenschaft der
aerlebten Maria Klemmer, gewesene
Ehefrau von Heinrich Wagner, Pudd⸗
ler Zahlern gehbrige Mobilien üöffentlich ber—
steigern, als: u.,.

AIaSchrank, 1runder Tisch, Stühle,
Bettladen, Küchengeräthe, Bettung, Getüch
Kleider, 1.Wanduhr, 1 Spiegel. 1Ofen
und sonstiges Hausmobiliar. n e

Westphälinger,

A ννι. Geschaftsagent. J—
I e eren Haringe. neue Sar⸗
ellen, bie

.— Frit Pangerbietern

d ned —2 2

386 Verkaufen. .

Vier Hausplätze, jerder ha More
zen groß, vom ˖Berg bis an den Mühlweg
dahier gelegen, sind unter sehr günstigen
Bedingungenzir verkaufen. Diese Plaͤtze
gewähren noch den Vortheil,' daß aus ihnen

die nothigen Bausteine gewonnen werden4.
können . ! ——

nNäheres im Geschäfts⸗ umd Confultat

tionz · Bureau von J
H. S ch e rpff —2

, vis - a-vis Café Oberhauser.
—ED — — — A 342 in nnt. 71

35 nzeige.

MNorrezebnen deehr sich zus Kennt⸗

88 niß zu bringen, daß er auf der
Schnappbach im Hause von Wendel Schwarz
eine Werkstätte errichtet hat won zu jeder
Zeit⸗ lle in sein Fach einschlagenden Arbei⸗
ten prompt und billigst angesertigt werden
tonnen und bittet derselbe um geneigten
Zuspruch. — J * — h —*

c 29 sind immer fertige Sees⸗
sbra S Federmatrazen nebs Bett⸗
aden, auf Lager. en
ai V Stiutæ mι
Sattler u. Tapezierer.
—— —— 7 7æ—æ—
Pariser weißer flüßiger⸗
J 6
AIn v Leim — —
des General⸗Depots von ECarl
SGohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlose Leim wird kalt
angewendet; er ersetzt vollkommen den Klei⸗—
ster, den Leim und den Mundleim. Man
gebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, Porzellan, Glas, Mar
mor, Holz, Leder, Kork u. s. w.
zu leimen. Derselbe sollte daher bei keinem
Handwerksmann, auf keinem Bure;
au imnd in keiner Haus haltung fehlen.
Für den Erfolg wird garan—
tirt. — —— I
Preit per Flacon 12 und 20 ir
Allein echt zu haben bei
Fritz Panzerbieter
in St. Ingbert.
KZur Beaochtung.
Ich warne hiermit Jedermann meinem
Stiefsohne Adam Nupertus, weder
etwas zu borgen noch zu leihen, indem ich
'ür denselben keine Zahlung leiste
Altenwald den 16. Januar 18677
Reomeoclĩet· Reĩ im re o fer.
—

44 ——A
Versteigerung.
Samstag d e nachsthin Nach
nüttags 2.uUhr läßte Hero Ferdinand
Oberhauser, Wirth nd Caffetier dahier,
in seiner Behausung, alldun imier!gllnstigen
Bedingungen auf mehrjährige Zahlungster⸗
mine, durch den k. Notar? Horndahier
hersteigern ·
— A auf den Abriß z J —
Das hinter seinem Wohnhäuufe befind
liche früher Kuhnsche Haus, mit Scheuer
und Stallung. 5. J
Bemers hird de Sieigeret ¶ nut. das
enige was ihm dienlich erscheint, zu ente
ernen braucht, alles Uzbrige, ghex guf dem
— J
4 ., zu Eigenthunm:
Pl. Rro. 951 21. Deʒimalen Pflanz⸗
garten in den Dillmesgürten, auch Groß⸗
—
Baptist Thiery, „—— hat am oberne und
untern Theile starke Umfafssumgsmauern.
Sodann ein Kronleuchter mil 8 Arm ⸗
euchter, ferner BiHänglämpen ülle
sür Petroleum, — und in bestem Zu
stande; schließlich eine kupfernegut⸗er⸗
haltene · Wasserpumper i
Vorbezeichnete Steigobjecte können
wich bis zur Versteigerung. aus freier
Hand gekauft werden durchh, das
Geschäfts- U.Con sultations⸗Bürean
poste uu G. Scherpf. —
asfuug St. Ingbert 8. Januar 1867.
Häuserverkauf
Daß Haus des Herrn Georg Klein,
Wirth und Bergmann dahier, worin
deliebige Geschäfte betrleben werden
dnnen/ist zu verkaufen oder zu ver—
miethen durch das Geschäftsbureau
Westphälinger.
3— Anch sonstige Haͤufer sind fortwäh⸗
kend zu verlaufen durch 3
Westphälinger.
n Ichlempfing wieder eine Parthie gut
geraͤucherter —2* Schiuken.
t Paναι_αν. J
— T. J 7 7
nIch beehre mich einemhiefigen und
auswärtigen Publikum, die ergebenste
Anzeige zu machen, daß ich mein Ge—
chäft jetzt der Art eingerichtet habe,
um neue Feuerspritzen. Wasser⸗
pumpen, Bierpumpen Pfuhlpum⸗
zen ꝛe. ee. in allen Costruktionen an⸗
ertigen“ zu konnen, und werden auch
alle Reparaturen an Pumpen ꝛc. über
wmnmen, und beftens ausgeführt.
St. Ingbert den 17. Januar“ 1867.
Johann Weilanc, 6 chmiedmeister
wohnhaft an der Grubenstraße
Bekanntmachung.
Am Samstag den 26. Januar 6., Nach⸗
mistags, 2 Uhr, werden zu Neunkirchen in
der Restauration des Herrn Kausch die Ar⸗
heiten und, Lieferungen zum Bau eines
Schlafhauses, für die Beraleute bei

drk Grübe Ziehwalb offentlichn mindestfor
dernd verdungen. nu Ntel —9
ινα—
— 4. Ar6 e —— — ns
—D — r lc Thlr. SgrIAPf.
tt3 nn aitrin n
—— Frdarbeiten ith nittittet us
Hersiellung einet Zu 7*
fuhrweges, veranschluetnnte 7 J
u ———— 22. —J il NGsneueg
Maurerarbeiten/ ber _ν.
anschlagk zu! ——9 ig
Sieinmetzarbeiten,n e 49 —7*
veranschlagt zu —— 267 2ι
Zimmerarbeit,! vere ιι ν
anschl. czu 3683. 1812
Dachdeckerarbeit, ver⸗n noeo un
anschl. zu u.t — 10812
Klempnerarbeit/ ichennnn u Aven J
Naterial⸗vschlʒu 7u
7 Lischlerarb. deßgltuc 7g38 11
8)Schlosserarb! 54ö
Glaferarbeitp g67 149
10 Anstreicherarbitia 174 ͤ
114 Eisengußarte ιι—
Beeerruugenz
1) 227. Schachtruthen Vruchsteine,ne
nig u gu, Schachtruth, Mollons
83) 1134 ausend Stück mittel und harb⸗
gebrannte Bachsteinennibio
4)630 Tonnen Kalt — *5 u
5) 1673 Kummen Sand.uo en 2 *
6) 1438235 Cupikfuß Haufteine —— —
7) 375Quadratfuß 4 hearbeitete
Sandsteinplatten, un su
8) 15100Eubilfuß Tannenhaitholz,ne 22
9), 883811. Fuß 2 XILVä starke Tan⸗
Nr ß An nendachlatten,
1oJ Izu Reis Dochschtefer?et alhen
rIy d Schachtrüthen zugerichtete Pfla⸗
Dun Aüstersteine, αν
I), T ESchachtruthen Gestücksteine
13)3 W 1 Schachtruthen Dioritkleinschlag
145 104 8 Kummen hereinigter Kies
Zeichnungen und Kostenanschlag liegen
bei dem Baiwerkmeister Herrn Willem s
hierselbst und die Bedingungen bei dem
Unterze hneten zur Einsicht offen.
Neunlirchen, den 14. Januar 1867 vn
νιι ,Der Oberschichtmeistep
μ . Fricke Net
Frucht⸗, Brod⸗, Fleische⸗ ꝛtc. Preise der
Staht Somburg von 16. Janüiar.un.
Weigen. fl. —kr. Korn deft 86 ir
Spelz/ DVfl.v kr., Gerste,—Anreihige, — fl.
— kr.Mischftucht —fle Acntri Hafet
4 st. Gotr., Erbsen 4 ifl. 18 tkro kartos-
feln Infl 10tr. per Zir. Kornbrod, 8 Kgr
26 tr., ditto 2. Kor. 17 tr., dittoJ Kar,
— tx., Kuühfleisch L Qual. 14 kr. 2. Qual.⸗
12 Ar.Kalbfleisch 12kr.,“ Hamimelfleisch
14 trl, Schweinefleisch 16 kriButter 26tr
per Pfd. 24 — 7

1*

Frankfurter Börfe *
SGeldsorten5
vom 16. Januar 1867. ——
Pistolen 244 fsAO 41243 5 9
Zolländische 10 jl.eStucke 9 480
Ducaten 3 —
Russische Iiuperialßi e
20 Fraucs⸗Stücke.9 2326
Ingl. Souvereings.. 448 -58323
hreußische Kassenscheine . 1i 4857/4 -4836
hold per Pfund fein .
dochh. Silber per Zoll-Pfund 1ν—
Dollars in Gold., 2 äι ”ι
Kedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.. , α.
        <pb n="33" />
        — ), —DVVV VVVV — ι νι v eιν Quα
— —224 44 5 — , —

s a n herler n N —
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Bea Si In gberter Anzeig ex“, mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersftag—
A S nsag Abonnementsbreis vierteliahrig 40 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

e ee Raum berechnet.
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Nro 10. ιν ,
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Lιι Deun techland. 2*
an München, 17. Jan, Auf dem gestrigen Hofballe, der
wie vorauszusehen war, sehr glänzend ausgefallen ist, waren auch
die sämmlichen k. Staatsminister anwesend.Der Konig eröffnete
denfelben mit der Gemahlin des französijchen Gesandten, tanzte
diederholt und blieb bis nah Mitternacht. — Heute wurde die
dische Hulle des verstorbenen Generals der Cavalerie Frhrn. v.
Flotow mit allen seinem hohen Range gebührenden militärischen
Ehrenbezeugungen du Grabe gebracht. Die Truppen aller Waffen⸗
zattungen unserer Garnison bildeten unter dem Befehle des Feld⸗
eugmeisters Sr. k. Hohe des [ Luitpold den Leichencondukt.
And der greise Generai der Cavalerie Generalcapitän der Leib⸗
garde der Harischiere und Generaladjutant Sr. Maj. des Konigs,
Frhr. v. Hohenhausen, ist bettlägerig; ebenfo liegt der General
majer Hanser (Commandant der 4. Infanteriebrigade zu Ingol⸗
stadt) faͤst tettungslos krank hier darnieder.
Rünchen, 19. Jan. Die Erwartung wichtiger Debatten
hatte heute alle Gallerien der Kammer gefüllt. Sämmtliche Minister
vohnten der Sißzung an. Nachdem ein Abgeordneter (als Ersatz⸗
mann) vereidet, ein anderer beurlaubt worden, nach vieschiedenen
Vorlagen und Interpellationen, erklärte der Ahgeordnete Marq.
harth! (der Vertreter der Autragsteller) — die Berathung über
den Antrag der Linken die Erlafsfung einer Adressean den König
betr. —, daß er sich zur Begründung des Antrages lediglich auf
die demselben beigegebenen Motive berufe . Staatsminister des
Aenßern, Furft v. Hohenlohe gab hierauf von der Rednertribünt
aus folgende Erklärung 4 U
Meeine Herren! Der —VVD
die erwüuschte Gelegenheit, die Stellung zu bezeichnen- welche die
Staatsregierung der deutschen Frage gegenüber einzunehmen be⸗
rbsichtigt. Ich werde versuchen, dieses int möglichster Bestimmheit
— Bundes und mit dem
usiritt Oesterreichs aus Deutschland jst die Stellung der deut⸗
schen Mittelstaaten vollkommen verändert und unläugbar gefährdet.
Ich unterlasse es. einen Rückblick auf.“ diebayerische Politit der
etien Jahre zu werfen und zu untersuchen, ob Bayern? Mittel
und Geiegenheit geboten waren, dieser gefahrvollen Wendung der
Dinge vorzubeugen. Die praktische Politik ist angewiesen auf die
Thaifachen der Gegenwart; die Vergangenheit kann sie der Beur⸗
theilung der Geschichte überlassen. Meine Herren!““ Ich habe zu
verschiedenen Zeiten die Gelegenheit gehabt, mich übet das Bünd⸗
niß Bayerns zu Deutschland auszusprechen und habe dies stets
mit größter Offenheit gethan. Ich bezeichne aͤuch heute noch als
den Zielpunkt der bayerischen Politik: „„Die Erhaltung Deutsch-
lands, Einigung der Gesammtzahl der deutschen Stämme und, so⸗
weit dies miht inoglich ist, des größeren Zahl derselben zu einem
Bunde, geschützt nach Außen durch eine kräftige Centralgewalt und
im Juneren durch eine parlamentarische Verfassung unter gleichzei⸗
riger Wahrung der Integrität des Staates undder Krone Bay⸗
An.Wenn ich nun. M. HH.! diesen Bund als den Kielpunkt der
bayerischen Politik anerkenne, so darf ich mich doch der Wahrnehmung
nicht berschließen, daß ein solches Ziel jetzt und unmittelbar nicht⸗
zu erreichen ist. Preußen war beim Äbschlusse deß Prager Frie⸗
dens veranlaßt, sich auf die Bildung eines engeren Bundesberhält⸗
nisses nördlich von der Linie des Mains zu beschränken, und hat
diese Beschränkung durch Unterzeichuung des Friedensvertrages als
für sich bindend anerkannt. Sie können diese Thatsache beklagen
Sie werden aber die Folgen nicht bestreiten konnen. welche
sich daran knüpfen. Es folgt daraus, daß Preußen jeden Ver—
such der süddeutschen Staaten, der auf den Einmtr.tt inn den
norddeutschen Bund gerichtet war, zurückweisen muß, Es folgt
daraus ferner, daß die Siaatsregierung nicht versuchen kann, über
die Vereinigung Bayerns mit dem norddeutschen Bund in Unter⸗
handlungen zu treten. Ich muß über dies eben so offen aussprechen,
daß die Entwickelung der norddeutschen Bundesverhaltnisse wie sie
fich jetzt gestaltet, eine so entschiedene Hinneigung zum Einheits⸗
staate belundet. daß ich es mit der Wuͤrde des Landes und den

Pflichten der Staatsregierung nicht vereinbar halte, den bedin⸗
zungslosen Eintritt in diesen norddeutschen Bund anzustreben. Ich
venigstens würde einem solchen bedingungslosen Eintritt meine
Stimme nicht geben und die Veranwortung desselben nicht über⸗
nehmen. Auch glaube ich nicht, daz man sich bei der Bildung des
norddeutschen Bundes durch die Rücksicht auf den Süden von
Deuschland aufhalten lassen wird. Ebenso wenig wird man im
gegenwaärtigen Augenblick zu Gunsten des Eintritts der süd⸗
deutschen Staaten Modificationen in der“ Gestaltung des nord⸗
dentschen Bundes vornehmen. Witn dürfen uns nicht täuschen,
hie Entwickelung Deutschlands auf dem Wege der Einigung schrei⸗
et nur langsam vorwäris. Wenm ich nun die Schwierigkeiten
merlenne, die der organischen Wiedervereinigung der deutschen
Stamme in den Weg kreten, so bin ich doch andererseits fest ent⸗
chlossen, mich jedem Schritt entgegenzustellen, der die Erreichung
es bon mir bezeichneten Zieles verhindern könnte. M. HH.Die
Slaatsregierung wird keinen süldwestdeutschen Bund unter dem
Protectorate einer nichtdeutschen Macht schließen. Ein solches Bünde
niß ist in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts eine
fach eine Unmoͤglichkeit. Ebenso ist Bayern nicht in der Vage, eiu.
Bercfassungsbündnißß süddeutscher, Staaten unter der Führung
Desterreichs abzuschließen. Wenn ich den Gang der Entwidelung
der inneren Zustände Oesierreichs, richtig beurtheile, so scheint mir
das deutsche Element mehr aͤn deu Hintergrund zu treten und dier
Regierung nmehr ihre Stütze in den außerdeuischen Elementen dex
Moͤnarchie zu suchen. Ein Verfaffungsbündniß mit einem so gee
halteten Oesterreich erscheint weder pünschenswerthNoch aus⸗
ührbar. 5
Wohl aber werde ich As mit Freuden begrüßen, wenn die doster⸗
reichische Monarchie aus den inneren Kämpfen, in welchen sie de⸗
griffen ist, gekräftigt und gestärkt hervorgeht, damit sie ihre rivili⸗
atorische Mission als östliche Grenzmacht erfüllen könne. Ich wer⸗
de mich bemühen, darauf hinzuwirken; daß die frenndschaftlichen
Beziehungen Bayerns zu Oesterreich erhalien und gefördert wer⸗
sen. Meine Herren! Die Staatsregierung wird auch Acht die Hand
bieten zur Bildung eines in fich abgeschlossenen südwestdeutschen Bun⸗
desftaates, weil unzweifelhaft eine Ueberein immung der Regierungen
und Bevölkerungen in dieser Beziehung nicht zu erreichen ist und
veil ein solcher Bundesstaat die Kluft zwischen dem Süden und
sorden von Deutschland noch erweilern würde. Wenn ich aber
erklärt habe, daß die Staatsregierung keinen Schritt zu thun ge⸗
denkt, der uns bom Fiele der deutschen Gesammipolitik entfernt,
so darf ich mich auf, diesen negativen Standpunkt nicht beschranken
Es wuͤrde dies die Proclamirung der Isolirungspolitik sein. Bay⸗
ern als Staat zweiten Ranges kann mcht ohne Allianz mit einer
zuropäischen Großmacht bestehen. Es bedarf einer solchen Stütze
namentlich im gegenwärtigen. Augenblick, in welchem die Versassung
des deutschen Bundes zerrissen ist und die Moͤglichkeit europäischer
Conflicte nicht bestritten werden. kann. Der Groß taat aber, an
velchen sich Bayern anzuschließen und als dessen Bundesgenosse
es im Falie eines Krieges gegen das Ausland sich offen zu erklä⸗
ren hat, ist Preußen. Diese Bundesgenossenschaft, die in der Auf⸗
zabe der bayerischen Regierung liegt, bringt es mit sich, daß Bay⸗
ern gegen bestimmte Garantie der Souveränität des Konigs im
Falle eines Krieges gegen das Ausland sich der Führung Preu⸗
hens unterstelle; fie bringt es mit sich, daß das bayerische Heer
a iner Art und Weise organnisirt wird, die eine gemeinschaft⸗
liche Kriegführung ermöglicht. Diese Bundesgenossenschaft wird
an Werth gewinnen, wenn es gelingt, nicht nur die Wehrkraft
Bayerns zu erhöhen, sondern auuch die übrigen füdwestdeutschen
Staaten zur Einrichtung einer gleichmaͤßigen und kräftigen Heeres—
organisotion zu bestimmen. Die Staatsregierung ist bestrebt, diese
Aebereinstimmung herbeizuführen und damit die Annähetung des
Sudens bon Veulschland an den Norden zu fordern, zugleich
aber auch die eigene Unab ängigkeit, so weit dies an uns liegt
dor Annexionsgefüsten von welcher Seite sie auch kommen mögen,
wahren Erlauben Sie mir nun, meine Herren! zum Schlusse

—B4
        <pb n="34" />
        noch einmal die Aufgabso der baherischen Jrunn n wwigen Wor⸗bewilligt sein. J „Presse“ mach⸗ den Zusatz als 4uverlässiq
en zusammen zu fafsen. —A ———— daß diese Nachricht zur Stunde noch verfrühl sei.n
bündnisses mit den uͤbrigen Stagten Deuischlamds, dyso balb ünde Pefeha 174 Jant »Die Magnateniafel nahn Hie Ahr von
so weit dies unter Wahrung der baherischen Souveränitätsrechte berWTafel *. Ahgeordneten? übermittelte Adreße bezüglich der Ver⸗
—XR Nnabhängigkeit des Landes moglich ist *bis zur“ Er⸗ werfung des“ Heerergänzungsgesetzes einhelligam⸗ Graf Czirakn
reichung dieses Zieles die Schaffung einer Achtuug gebietenden prach für die Revision ver achtundvierziger Gesetze..
Macht, nicht durch die Organisalion des Heeres allein, sondern Frankreich
auch durch den Ausbau unserer inneren Staatseinrichtungen auf is, 16 * *. de gest
ireisinniger Grundlage. durch Hebung des Selbstbewußtseins und Sari 8..16. Jan. An St. Jeelet — e ern peng,
des Vertrauens in unsere, eigene staailiche Eristenz Wenn un det. daß die ersten Zruphen us Mexico, 936. Mann. mit dem
dies gelingt, so wird man uͤnser Bündniß fuchen unß wu werden Petetboot Florida, welches am . Deʒ. von Veraeruz . abfuhr
nicht nöthig haben, uns ängstlich nach einem schirmenden Dach angetommen sind; der Gesundheits zustand der Passagiere ist vor
umzusehen, dann wird es auqch gelingen für di wichtige Frage über refflich. Die France glaubt zu wissen, daß auch die —
zie Reorganisation des Zollvereins eine würdige und den Interes⸗ ransatlautischen Dambfer Truppen nach Frankreich gurudbringen
en des Landes entsprecheude Losung ju erzielenr Ob ein⸗ solche berden, so daß theilweise rausporte der · allgemeinen Heimfahrt.
Losung 3 Besprechung dieser Frage in diesem hohen Hause ge⸗ velche im Monat März stattfinden wird, vorhergehen würden.
drdert wird gebe pich Ihrer patriotishen Wurdigung anheim. Paris, 17. Jan. an spricht auch wieder vom Wechsel
iguug anyeim.. In ger inneren Politik. Gewiß ist esdaß einige. Minister sich
gh. Rach dieser hochwichtigen Rede stellte der⸗ Abg. Dr: Streit ich recht sattelfest fühlen und daß sich sehr verschiedene Stro⸗
en Antrag, auf Vertagung der Debatte über den Antrag der Lin⸗ nngen in der Umgebung des Kaisers bekampfen, Es ill sogat
en auf eine Adresse anSe.. Maj⸗ den Konigebis zurnächsten die Rede von Olivier's Berufung in das Cabinet; man hofft
offentlichen Sitzung⸗bis man den Wortlaut der eben wernomme— auf diese Weise, den. Tiers- Parti bis zu einem gewissen · Grade
jen Erklaärungen von so großer Tragweite vor Augen hahe, Da u firren Richt miuder hedentsam wärt es, wenn Herr ve Ladalette
in inmaliges Anhören derselben micht / genüge, um sich ein Urtheil ein Vortefeuille iederlegte / um als Großreferendar des Senats
darüber bilden zu konnen Dieser· pom Abg. Stenglein. Namens whhe activen Politik ier Der auf gestern anbe⸗
der MNechten unterstützte ¶An krag wude intinemig angenommen. nm. ainnte Ministerraih fand erst heute stalt. Gegenstand der Vera⸗
Ka vls ru he,I8.2Jamn,d Die Ausstellungscommissare von chung war die Armeereform, gegen (welche auch einige Mitglieder“
Baden, Bayern, Württemberg und Großherzogthum Hessen bege⸗ des Staatsraths gewichtige Bedenken erhoͤben. — Die Abschaͤffung,
ben sich in diesen Tagen nach Paris, um den Vollzug der inzwischen der schweren Cavalerie scheint definilid beschlossen. zu sein. Die
ereinbarten gemeinschaftlichen Arrangements an Ort und Stelle Berüchte, von einer noch weitergehenden, Reduction der Reiterei
anzuordnen. ind jedoch unbegründet. Man, wird aber diese Waffengattung
ZJeräan kfürrtea. M. 17. Jan ? Als die erste öffentliche Au⸗ nach dem jetzigen Standpunkt der Kriegswissenschaft neu foruiren.
egung zur bevorstehenden Wahl fu den norddentschen ReichstagParis, 17. Jan Der, Tempoͤ— perninimt, daß mehrere
st ein heute erschienenes Wahiprogramm zu bezeichnen, welches Großmächte bei der Zürlei darauf bejtehen daß diese die Initiae
olgende 3 Haupipunlte aufsteilt· . daß Preußen die militärische ibe zur Einberufung einer Conferenz ergreife Die Diplomatie
Hoheit zue Land nnd zur See im bolfen Sinne des Woelaeee hofft auf. diesem Wege jü einer friedlichen Behandlung und einer
zalte, den Bund und jeden einzelnen Bundesstaat nach Außen ver⸗ Bertagung der orientalischen Frage ou gelangen. 7 Man ver⸗
— Liberte, daß die Regierung beabsichtige. vor der Kaim⸗
Schifffahrt, sowie die Anstalten des Vertehrs leite daß 2. der nerervffuung im Moniteur“ eine Art Erpose der Auswärtigen
steichstag (das norddeutsche Parlament) als eine ständige Gewalt Lolitik ähnlich wie das übex die Armeereorganisation veröffentlichte
regelmaßig zufammentrete, beschließende Befugniß mid entscheidende Erpose, erscheinen zu lassen. — Nach einem Telegramm des: Eten-
Bestimmung bei Festsetzung des Budgets und der Gesetzgebung des »ard!“ wären die Unterhaudlungen zwischen Hrn, Scialoja und
Bundes erhalte datßz 8. zum Schutze gegen Rechlsverlegemngen ung Im. Langrand- Dumanceau um einen wichtigen Schritt vorge—
ↄerweigerte Rechtshilfe ein höchstes Vundesgericht bestellt werde, angen: Der belgische Finanzmann würde gegen jährliche Zah—
dessen Zusammensetzung feine Unabhangigkeit derbuͤrgte Die Unter ing bon o0 Mill. (sechs Jahre lang). in die Rechte des italieni—
zeichner, die sich als . wahlberechtigle hie ige Bürger und Einwoh⸗ chen Staates treten und den Verkauf der Kirchengüter inuer-
nerv darstellen. fordern dieWähler auf im diesem Siune zu jalb 19 Jahren bewertstelligen. Es wäre ihm dann anheimgegeben,
wählen.“ Sie machen aber keine bestimmten Candibaten namhaft ich mit dem Klerus in irgend welcher Weise immer zu verstän⸗
ind sagen in dieser Beziehung blos: Sich auch über Personen digen. . —5*
zu einigen, dazu hoffen wir bald⸗ Gelegenheit zu haben.“Unter Baris, 2i Jan. Der gestrige „Abend· Moniteur“ meldet:
den Unterschriften findet man von bekannten Frankfurtern Dr. Dder Kaiser hat die Demission des Staatsmisters, des Justizmini⸗
XRE Jucho (beide zur altegothaischen Partei geho⸗ Lers, des Ministers des laiserlichen Hauses. des Unterrichtsmini⸗
ighn Dr. Lorei. Professor Dr. Lucae, J. B. Clemens. Dr Lutiue, WDihn —æSeS des Aenhern ud
BerlkinIgtRap!i eie saebeine 3 des Ministerpräsiden en des Staatsraths nicht angenommen. Neu—
* 8 etli w I8. Jan⸗ Die speclelen Elats bro 186 J für rnannt wurden: Rouher zum Finanzminister, Admiral Rigault
Hannover; Kurhessen, die Elbhet ogthümer und Homburg sind e Genoniuv in Mi *
AAgestaln und sllchen e erzegrumer und Hom E Genouilly zum Marineminister, Marschall Niel zum Kriegsmi⸗
efgestellt ünd schließen ohne ein Ve ab.—Heute hal eine 7 * S— 3
* 98 —— 5.7 uster und, Forcade de la Roquette zum Minister der oͤffentlichen,
Sitzung der Bevollmaͤchtigten der Nordstaaten stattgefunden — Arbeiten. Der heutige Morgen-Monileur iheilt mit, die Ketc
Ddie Rordd. Allg. Ztg.“ ertlärt sich' bereit, Unterftüßzungen in vane nge VNorg ie tet ———
8 — ierung habe eschlossen, daß krotz des Wegfalls der Adreßdebatte
Geld für die Familien der Kandioten anzunehmen. Das Abge⸗ hon von Beginn der Sesfionin Inlerpel nionen uͤber —
ordnetenhaus nahm in seiner heutigen Sitzung den Hypothekenent⸗ e he u e ——* p lenn e e
purf des Abgerordnetett Lasker an welchet die Aufhebungen der nelegenheiren en hegengenopen eden —8 — —
Beschränkungen des gesetzlichen Zinsfußes für Immobilien zur Et⸗ J Italien. ,— Mwan
eichterung der Beschaffung von Capitalien fur Grundbesitz bee nGenu'a, 121 Jan: Die der Regierung nahestehende Gaze
wect. ¶Die Regierung gab dem Gesetzesentwurfeihr⸗ Zustimmung etta di Firenze .erführt aus angeblich sehr guter Quelle, daß de
und erklrte, sie werde suchen, die Fuftimmung des Herrenhees genseitigen Neujahrswünsche zwischen Paris Flotenz und Wien
mu erwirken. ich auf ercugamngene Itinbaun e
Wicein, 15* Jan. Es ist Gefahe borhanden, daß die Ver- 'en curopcischen rage beziehen * ach Aner Zusammenstellung?
handlungen 5* Wscit Dente henden du zwischen er europaischen Lander nimmt Bayccu in Bezug auf die Verbrei⸗a
Desterreich „und Preußen vollig ins Slockn gerathen. Preußen ung des Bollsumerrichts die deste Stelle ein⸗ Jiatien die letzten
vill namlich von einer Reduchion der Weinzoͤlle nichts wissen, udem es noch um ein paar Procent tiefer stehn als Oesterreich
und die Herren v. Philippsborn und Delbrück verzögern die Ver— ind Spanien. Rach den neuesten Zusammenstellungen des —7—
jandlungen, indem sie vorgeben, uüͤber diesen Punkt ohne Instrucz Krichtsministeriums ist— zwar in Italien seit 1862 ein stetiger
ion zu sein, Oesterreich dagegen macht die Fortsetzung der, Un- dortschritt zu bemerken, der aber vielleicht noch rascher sein lonnte
erhandlungen von der Herabsehung der Weinzolle abhaͤngig und Rgen 30163 Schulen . J. I862 hatten wir i J. 1864 deren
st dagegen zu den weitesigehenden Zugestündnissen bercit. Wenn 38,080. Die Zahl der Zoglinge und Schüler ¶ war unmunge
ich also die einigermaßen hoffnungsvoll begonnenen Verhandlun— öhr 0 000 gestiegen. und d Gesammtzahl derseden beirug
En mit Preußen am Ende doch zerschlagen solten, so wun die. 450, 828, die der vehrer —I3 — —
Schuld hauptsachlich dem Standpunkt beigemessen werden, welchen Griechenland. 7
Preußen in der Wei ollfrage hartnäckig einnimmt. Athen— 18., Jan. Die Jusurgenten haben einen Sieg
Wien, 18. Jan.. Die— heutige „Presse“ enthält die Nach⸗ jegen 5000 Türken bei Radia, Provinz Herallion, errungen; der
icht: Umlaufenden Gerüchten aus Pesth zufolge soll. das ungae Angriff der Türken auf Agia Roumelis, Zrovinz Sphakia, wurde
ische Ministerium aus der Dealt sschen Partei ohne Altconferbade zurückgewiesen.
45 *

27*
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        α α Lurtei 767 6*5* . *
Konsi — 2.gam I n fehnte den Vor⸗
—XD Errichtůng von neutralen Spi—
salern auf der Insel Creta ab. Der Gouverneur von Thessalien
Ethem Pascha vertheilt Waffen unter die dortige muẽelmännische
Bevoölkerung. ö— ꝛ
Ruftland, . 5

Petersburg. 17. Jan. Das verschiedentlich mitgetheilte
Gerücht⸗ England habe an Rußland eine Rote mit Reclamationen
wegen des letzten, Polen betreffeuden kaiserlichen Ukas ergehen las⸗
sen, ist volllommen unbegründet. — Der russische „Invalide“
sagt in seiner: militärischent Jahresrundschau, die. Friedensstärle
der Armee sei 700,000 Mann, mithin gegen früher um 100,000
Mann vermindert. Die Completirung zur Kriegsstärke könne, er⸗
forderlichen ·Falls binnen'⸗6. Wochen?erfolgen, binnen 2 Jahren
werden die Artillerie vollständig mit neuen Geschützen versehen und
1867 bereits 300,000 Hiuterladungsgewehrz ind, 300 gezogen⸗
Geschühe vollendet sein. 3 J i

Vonder polnischen Gren zen 18. Jan, Wie ver⸗
lautet, ist am 1. Mai der Termin, au deni die beurlaubten Sol⸗
daten sich wieder zu stellen haben. Wie es scheint, will die ruß
fische Polnik bis dahim. wo die orientalissche sichmehr gellärt ha⸗
hen wird, die Rolle des Zuwartens übernehmenan zut an

—

— ⸗
Ber mischtes. —
ꝓMitu ch en: König Ludwig besuchte am 15. d. das Etab⸗
lissement des Hrn: v. Maffei in der Hirschau, verweilte daselbst
uüͤber eine Stunde besichtigte den größten Theil der Werkstätten
und richtete gan viele/ Arbeiter freundliche Worte, sich um ihre
Verhältnissez erlun digend. Wie man weiter mittheilt, hat der Kö—
nig dem Arbeiterunterstützungsverein der Fabrik 3907.b0 pfschenkt
pPRegensbuerg, 15. Jan. Dieser Tage wuͤrde der Her—
zog von rensa woelcher hier größere Jagdbezirke hat, voii Wild
dieben geschossen, iind ist einer bedeutenden Verwundung nur durch
Dichtheit der Kleidung entgangen?. Die Schrote konnten leicht
ausgeschnitten werden und befindet fich der Herzog gänzlich außer
Gefahr. —
Zweibrücken 17.Jan.“ Wie wir von glaubwürdiger
Seite vernehmen, hat das kgl. Ministerium den Verkauf der hie⸗
sigen Maximilianskirche an das Justizärar genehmigt undesoll nur
sofort mit der Räumung der Kirche begonnen werden.

F Ludwigshafen, 20. Jan. In Worms und Mainz mußten
die Schiffbrücken in Folge des Treibeises abgefahren werden. Hier
ist der Rhein noch eisfreic

FMainz. 16. Jan. Die erste Schiffmühle, in der Reihe
vom. Mainzer Rheinufer? aus, begann heute Morgen kurz vor Ta⸗
gesanbruch zu sinken. Es wurden sofort die nöthigen Rettungs-
vorkehcungen getroffen. Mühlnachen eilten herbei, um den auf der
Mühle befindlichen Fruchtvorrath zu retten. Schiffspumpen wurden
angesetzt, aber Alles vergebens. Gegen 9 Uhr hin sank die Müh—
le dollständig und trieh, kaum mit der Dachspitze noch aus dem
Wasser hervorstehend in dem hochangeschwollenen Strome sort. Die
auf der Mühle beschäftigten Arbeiter mußten sich bei dem schnellen
Sinken der Mühle eiligft. retten, und ijt glücklicher Weise kein
Menschenleben, zu beklagen. Bei dem Sinken wurde auch die
neben haltende zwelte Schiffmühle losgerissen und trieb eine Strecke
stromabwärts; es gelang jedoch, dieselbe am sogenannten Schar⸗
fenech wieder ohne weitere Beschädigung vor Anker zu legen.

Berlin, 14. Jan. Am 8. d. früh wurden hier fünf
Personen vom Kohlendunste betäubt in ihren Wohnungen gefun—
den. Zwei von ihnen, zwei Dienstmädchen waren schon erstickt; sie
hatten den Ofen ihrer Schlafkammer mit Steinkohlen geheizt,“dund
unvorsichtigerweise die Klappe geschlossen, so daß die Kohlen noch
Morgens im Ofen glühten. Alle Wiederbelebungsversuche bei den
ersticlen, beiden Maͤdchen blieben fruchtlos: eben so konnte ein
alter Monn, der an demselben Morgen bekäubt zu Hause gefun—
den wurde, nicht mehr gerettet werden, während seine alte Ehe—
zgattin nach mehrstündlichen Bemühungen des Arztes wieder zur
Besinuung kam. Die fünfte Verunglückte, ein junges Mädchen, eben⸗
falls vvm Kohlendunste betäubt im Bette gefunden, wurde auf
ärzliche Anordnung nach Bethanien gebracht. Also an einem Mor⸗
gen drei Todte durch Kohlendunst und außerdem noch zwei gefähr—
lich Erkrankte.

Die „Boͤrs.⸗Ztg.“ bringt folgende Warnung: „Es sind hier
1866et Dividendenscheine zu Actien der Rhein⸗Nahe-Bahn in Um—
iauf gesetzt worden, denen man durch Ueberdrucken einer Werth⸗
angabe, in dent uns vorliegenden Scheine z. B. von 2 Thlrn. 7
Sgr. 6 Pfg., das Ansehen zu geben versucht hat, als würde für
sie au irgend. einer Kasse dieser Betrag gezahlt. Um das Pub
likum vor Täuschung zu bewahren, machen wir aufmerksam da

quf daß dis Rhein⸗Nahe-Bahn leider guch fur 1866 nicht jn der
Neeh wird, irgend eine Dividende zu — v Ach
4 Aus Wien wird geschrieben: Kin moralischer Meuchelmord⸗
versuch, von dem wir jetzi erst Kunde erhalten,der aber schon
bor einiger Zeit vorgefallen, überbietet am Niedertracht Alles, was
wir je gehört haben. Statt des Dolches ist Die Photographie
als Werzeug gebraucht worden, obendrein gegen eine Frau, die
sich mit ihrem Gatten, einem hexvorragenden Schrijtsteller, in den
deften Kreisen bewegt. Auf irgend eine Weise hat man sich ihrt
Photographie zu verschaffen gewußt, den Kopf davon ausgeschnitten,
hu der Photographie einer liederlichen Dirne: in der unzüchtigsten
Stellung aufgesetzt, dieses Bild dann vervielfältigt und ingrffente
lichen Localen ausgestreut! Eine bestimmte Ermittellung dert Ur-
jeber dieser Schändlichkeit ist zwar nicht gelungen,tdoche werden
us solche ein paar Literaten bezeichnet, die aus Haß gegen den
Mann dieses moralische Banditenstück gegen seine Gemahlin ver
uübt haben, um beide aus der Gesellschaft zu vertreiben!
FIn Wien werdenk. Ei100 Gulden“ Praͤmiens Loose mit
dem Molto ausgeboten: LWie: nm, man reich werden,t ohne (sein,
Geld zu verlieren?“ Der „N. Anz.“ fragt, warum, der, Finanz⸗
ninister dieses Kunststück nicht für sich behalte er lonne ẽz.am
hesten für den Staatssäckel gebrauchen u it
pPiBree me merla. Jan. Das Archip des zweiten deutschen.
Bundesschießenz, welche sich im hem“ Gebände Lvon; Drystes und
deymann in Bremen befand, ist bei einem großen „Brande, den
dieses Gebäude betroffen, verloren gegange.⸗3 —X
9 F DieAusstellungscommission sucht einen Entrepreneur für ein
Jroßarliges, wie, es⸗ heißt, vom Kaiser selbst, angeregtes Project.
TRhandelt ich uum die Errichtung einer Monstre-Speistanftaltein
der Nähe der Äusstellung, awelche⸗täglich 0006. Coupertꝶ zu
nöglichst niederen Preisen zu liefern hätte? Dir Regierung trägt
sich nämlich mit Her Idee, aus allen Communen Frankreichs, de⸗
ven ee 36.000 beläuft, Gruppen von!je 5— W0Perd
sonen, für welche die Ausstellungein besonderce hatte
ind deren Mittel für eine Reise nach Paris nicht ausketchen, auf
Staatskosten dahin kommen zu lassen. Dieje sollen nun in jenem
Phalanstoͤre moͤglichst billig beköstigt werden. Uebrigens hält es
ie Ausstellungscommission für nöthig! heute nochmals durch den
„Moniteur“ zu dersichern, daß die Eröffnung der Solennität un⸗
viderruflich auf den 1. Aprib festgesetzt bleibt. 534
7Paras, Hier herrscht eben in verschiedenen en Distrilten
unler⸗ den Kaͤtzen eine Art Wuthlrankheit, so daß-schon eine be⸗
drächtliche Anzahl dieser Thiere getödtel werden mußte.
.7 Das Londoner Blatt. Herald“ hat große Lust,“ den Ko⸗
nig Wilhelm von Preußen den Bayard Preußens zu nennen und
deun Grafen Bismarck seinen Platz zwischen Dem franzöosischen
Staatsmann Richelieu und dem italienischen Poͤlitiker Machiavelli
inzuweisen. Zwei, imähnlichere“ Leute, als den Koönig“ Wilhelm
und Bismardh gäbe es eigentlich nicht. KönigeWilhelm,“ sagt der
„Herald“, ist ein schlichtet redlicher gerader Mam; tapfer, jah⸗
jornig und hartnäckig, wenn er in seinem Rechtenzu sein glaubt.
Der Muth nit dem er in dem letzten Kriege sich; in die Frontt
stürzte und den Oberbefehlbei Königgrätz übernahm, wonnohne
eine und seines Sohnes“ Energie die Schlacht: hatte verloren.ges
jen und das Kriegsglück sich gegen Preußen wenden bonnen.“ ver
zindet seinen Namen mit einem unvergänglichen Triumph.nAlso
ohne Furcht und ohne Tadel denn sein Minister habe ihmee rerst
ann die ganze lang vorbereitert und auf die Spitze gestellte Laa
jc der Dinge im Zusammenhange gezeigt, als dem z: König keine
Wahl geblieben sei,als Oesterreich zu besiegen oder die dauernde
Demüthigung Preußens zu Ddulden. Das sei in der berühmten
Fabineissitzung Ende Februar 1866 geschehen, dun⸗ welcher“ der
Zönig, der Kronprinz, Graf Bismarch und - die, Generale Theil
nahnten? 1Bismarck habe dem stönige sein Entweder — Oder!
gestellt, und der König habe entschlossen zugegriffen.
7 Gin ganzer Berg von Eisen — in“ Nordamerikac) Bab
ugendliche Amerila schließt, im Vergleiche zu dem alternden En
ropa, nicht nur gewaltige polikische, sondern auch unermeßliche
Raturkräfte in sich. So ist z. B. der Eisenreichthum des Staal
tes Missouri schier unerschöpflich. Unter anderen Wundern gibt
s dort einen 800 Fuß hohen Eisenberg. Derselbe ist mit einer
ẽrzschichte umgeben, unter welcher das Metall als eine kompacte
Maͤsse wie geschmolzen liegt. Ein amerikamischer Gelehrter, Prof.
Sillimann, hat berechnet, daß die Metallschichte sich bis zu einer
Tiefe von 1200 englischen Fuß qusdehnen muß und tausend Jahre
—X
Der Berg wird bis jetzt nuͤr sehr wenig bergmännijsch ausgenützt,
da es in Missouri an Kohlen fehlt. Indessen dürfte der , Pilot⸗
Fnob“, so heißt der Eisenkoloß nicht mehr kange Zeit Gegenstand
»loßer Neugierde bleiben. Die Blutz und, Eisenpolitik auf Erden
ürfte daher noch auf Lage Zeit binaus um Material nicht ver⸗
egen sein. 24
        <pb n="36" />
        25501 —J44
Geschäfs-Empfehlung
Der ergebenst Unierzeichnete beehrt sich
den verehrlichen hiesigen Einwohnern und
UAmgegend die Anzeige zu machen, daß er
iich ais Schneider hier etablirt hat, und
yd bittet um geneigte Gonnerschaft. Durch
bielseitige · Ausbildung in seinem Fache
Jaubt derselbe alley Anforderungen in die⸗
ein Geschäftszweig / entsprechen zu können,
XXLL
Bedienung ?
St. Ingbert den 22. Januar 1867
Lorenz Seil, Schneidermeister
wohnhaft bei Herrn Conditor Ridel.
3 bis 4Leute können
st o st und Lotg i s haben
bei O. νιιι_. Glaserineister .
im Mübleneck.
kreiwiligs Touergohr
General⸗Versammlung
Montag, den 28.Januar 6
⸗

*12
* —

—
77

3

1 7
m
4
;
*

Abschluß der Pehnungen, Wahl des
Vorstandes, Verwaltungsrathes,
Eintheilung der Mannschaft ꝛc.

St. Ingbert den 14. Januar 1867.*

ne Das Eommando“
Pariser weißer flüßiger
J pe Leim J — en
des General⸗Depots don Carl
Gohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlose Leim wird kalt
angewendet; er ersetzt volllommen den —
ter; den Leim und den ee Man
zebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, ee Glas, Mar⸗
mor,SHolz, Leder, Kork u. s. w.
zu leimen. Derselbe sollte daher bei keinem
Handwerksmann, auf keinem Bure⸗
auund in keiner Haushaltung fehlen.
Für den Erfolg wird garan⸗
tirt. .7
Vreis per Flacon i⸗ und 20 kir.
Allein echt zu haben beie —
e Fritz Panzerbieter
* in St. Ingbert. 9
323 —
chte rein zuberei⸗
V Roßhaare sind
billig zu perkaufen bei
⸗ AF IAhn.
Empfehlung.
Ich beehre mich einem hiesigen und
nuswärtigen Publikum, die ergebenste!
Anzeige zu machen, daß ich mein Ge—
chäft jetzt der Art eingerichtet habe,
imneune Feuerspritzen, Wasser⸗
pumpen, Bierpumpen Pfuhlpum⸗

Pα

reuerVersleheruigeB
3 J für Deutschland in Gotha. e J——— we sahhee
m. n Vv — F . i
Zufolge der Mittheilung der Feuerversisderungsbank für Deutschland zu Gotha wird
ieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Theilnehmern für 1866
n 28
oa. 70 Procentum:
hrer Prämieneinlagen als Ersparniß zurükgeben. 5 1
Die genaue Berechnung des Antheils für jeden Theilnehmer der Bank, so wie der voll⸗
tandige Rechnungsabschluß derselben füt 1866 wird am Ende des Monats Maß de J
rfolgen. ne
Zur Aunahme von Versicherungen sür die Feuerversicherungsbank sind die Unterzeichneten
ederzeit bereit. — α ι In—
n LKandau den, II. Januar 1867. ι— p ä ιιιι ιι
ιααι ιι L—U Hayer, Hauptagent.
— —— nnun un s a ei Die Agenten: ν J F 9 9 57
— nas en Tritz Vanzerbieter in Si Ingbert, r * .
*. Neubecker in Hornbach. ισ αν 9
ι n r v Pracht in Zweibrücken —A 19 132*
J— an: 7 M. Hall bach in Homburg. nee .1 * 8 —
zen ꝛer ꝛe. in allen Costruktionen an⸗ NSEcha htruthen Dioritkleinschlag
fertigen zu können, und werden auch 44) 1040 Kummen gereinigter Kies.
alle Reparaturen an Pumpen ⁊c. uber? deichnungen und · Koftenanschlag ·tiegen
bnimen un vesten⸗ ausgefüͤhrt. bei dem Bauwerlmeister Herrn Wi lUlems
— — s67 hierselbst und die Bedingungen hein dem
St.⸗ Ingbert den 17. Januar 304. Unterzeichneten zur Einsicht offen. ngn
—RXXX Weilanci, Schmiedmeister Neunkirchen, den 14. Januar 1867.
wohnhaft an der Grubenstraße. unn Der Oberschichtmeistet,n
——— —— 777 77* i ati J Fricke. e
Bekanntmachung. *8
Am Samstag den 26, Januar c Nach·2* rö—n!ν ,
nittags 2 Uhr, werden zu Neuntirchen in 7 J— Anzeige. e ——
der Reftauration des Herrn Kausch die Ar⸗ eee beehrt sich zur Kennte
ʒeiten derogen zum Bau eines 3e niß zu bringen, daß er auf der
Zchlafhauses für die Bergleute bei Schnappbuch im Hause von Wendel Schwarz
der Grube Ziehwald öffentlich mindestfor ine Werlsiatie errichtet hat wo zu jeder
dernd verdungen eheee Zeit alle in sein Fach einschlagenden Arbei—
pa. Alnr bae en prompt und billigst angefertigt werden
n uan Win dee tönnen und pittet derselbe um geneigten
d in Zuspruch *5
Auch find immer fertige See⸗
ß &amp; Federmatrazen nebsi Bett⸗
aden, auf Lager.
un S
ut nSattler u. Tapezierer. 4
——— —
2 —— —ws den 18. Janm. ..
s Wir notiren heuse: Weizen 16 flU. 30 —
bis F fl—. krx. Roggen 11 f. 30 kr.“
bis s. etr. Gerste 11 6. 15 ir.
bis —. — tr. per 100 Kils, hafer
— J 30 tr per 60 Liio⸗
Mehl per Partie 18. fl. 30 vbis 141
— kr. Roggenmehl — fl. — kr. bis — fl
— kr. Roggenvorschuß 12 fi. — ir. bie
—fl. — kr. Weizenvorschuß 17 sh. kr.
bis — fl. Etr. Blumenmhii. ir.
bis fl. Akr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fl. —kr. per 88
stild. Rüböl ohne Faß — fl. — kr. bis
fl. — kx. Leinöhi ohne Faß —fl.
— kr. bis — fl. —x.“ Mohnöl ohne
Faß —fl. — kr. bis — fl. — kr. per
20 Kilo. Repskuchen 88 fl. — tfr. bis
70 fl. — kr. Branntwein —fletr
bis — fl. — Iirh.. 75,
— — — — — *
M⸗inz, 18. Januar.
GFruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
ler à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 15 fl. 45 fr. — 16 fl. 40 ku —
Korn (180 Pfd) 11 fl. 18s k. N st.
30 ir. — Gerse (160 Pfo) I0 fl. Io ne,
——fl. .- tfr. — Hafer (120 Pfd.
5 fl. 10 ir.. — A fl. 45 w. **

1
tenꝛ;ꝛ
tu Thlt. Sor. pf
I) vie Erdarbeiten miitt
Herstellung eines Zu⸗
fuhrweges veransch.
u 356 68
Maurerarbeiten, vrer ····
anschlagt zuee 3028 27 8
Sieinmetzarbeiien.
beranschlagt zu .267 898
Zimmerarbeit, ver⸗n
duschi gu 683 341
Dochdederarbeit, ver ·
anschl zu os —126
—A
RWaterial vschl. zu“ 173 82α
7) Tischlerarb. deßgl 732 2611
8) Schlosserarb.8341 25
9) Glaserarbeit, / 367 14 2
0) Anstreicherarb 174 10—
11ä Gisenaußarb öα
uhcß, in neacen
0 r n ungen
1)A za27 Schachtruthen Bruchsteine, 2
2 Schachtruth. Mollonsinu
3ũ) 134 Tausend Stück mittel⸗ und harie
e gebrannte Backsteine,u
4) 620 Tonnen Kalt ια
5)5 672 Kummen Sand,
5) 143824 Cupikfuß Hausteine
7) 37543 Quadratfuß 4* bearbeitete
Sandsteinplatten,
8) 1510 Cubitfuß Tannenbauholz,.
9) 8838 1. Fuß 25 à LBa“ starke Tan—
nendachlatten,nt sunnn—
TO)AIBa Reis Dachschikfer,,
11) u9 Schachtruthen zugerichtete Pfla⸗
: fersteine; u
12). 17 Schachtruthen Gestücksteine,
*
Redaktion. Druc und Verlag von Fe R Dem etz in St. Ingbert. u
        <pb n="37" />
        nul th Ln uιιιN α αι— ιιν 53 ιιι ν q
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nuute gis u t u — — —— ————— fiιι νιιο— n ανι
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dernlus Ing berker Anzeigeer“mit selnem Underhaltungsblatte erschelut wöchentlich dvrelmat Dlenst ag, Donnerssstäg,
8 ene eeree 45 Krzt. Anzeigen werden mit 3 Krzr, die dreispaltige Zeine Blattschrift oder deren
J 2 J — — 32 Raum berechnet. 783 — —
—ä——— ———
—-…——I!— S
Deutfchlaude 3. Ein. Julrag, honi Ahgeordneten Fockerer Hohe Kamm⸗
eunt Deutschland. n ile ee in —— een — wg gor
Un Genn i Inen en 2. Mobleg in Febrnar . J. miet wolse die Bitte an das .Staatsmunistetrium des Handete
33 Gewerbe⸗· amd wieden nd, der offentlichen Wieahen es moge dasselbe den Kam⸗
e hahcuihen Berathung asammen Wie wachenun sere Vein des Landes in thunlicster Zatde ein Gehr eee
Industriellen auf einen Erlaß des hreußischen eee —— * Beispiele anderer Lander die Vermarkung dex Feld⸗
zufmerksam, nach welchem künftighin die Ertheilung von Erfindungs- lUren regent α
— peee iee eeeDie Buicstrüger deg uiunreice wih dewee
n ünam des Konigreicha Preuhen erfolgt, alss Patente für ingeeignet Fingabe an diendammer gerichte deren Pelitum lau·
ie neu rworbenen Lande allein nicht mehr ertheili werden., Den et! Hohe Kammer der Abgeordneten wolle heschließen: Es sei
Hesasen an Polenteriheilang muß eine, denaue Veschreibung und iu Se. Maj. den Koͤnig die Bitte zu richten, Allerhoͤchslderselte
veen de Peleniteeden Sache dinch Modele, Zeihnun Vvolle allergnavigst geruhen. den Briefträgern gleiche Altersgehalts-
n bder Sqhrift deigefügt sein. Analog wird es guch mmit den ulagen wie den Postkondulteuren zu bewilligen und die hierfuir
rinfuüͤherungspalenten gehalten, womit noch die Vorlage des Pa— wihig gunn in das Budget einzusetzen ·
uns jenes Shuales, der die Erfindung pripilegirt, hat, zu ver · Der Abg. Crämer und zwölf Genossen haben folgenden
vinden ist. 38 7 Antrag eingebracht: „Hohe Kammer wolle beschließen: Es sei an
n Munchen, 19. Jan.: Der Handels- und Fabrikrath der Se. Maj. den Konig die Allerehrfurdtsnollste Bitte zu richten es
Siadt Ruͤctderg hat du einer Eingabe vom 7. Nodemder d, Is. polle dem Landtage ein Gesetzentwutf porgelegt werden, welcher
die Bitte gestelll es wolle Anordnung getroffen werden, daß die k. den Mitgliedern der von der Staatsregierung nicht ausdrück-
shischen d preußischen Tassenscheine bei den Caffen der kuich anerkannten Religionsgesellschaften die gemeinsame Veligions
Slaatobahnerpeditionen in Fahlung angenommen werden dürfen. nnund die Ordnung ihrer inneren Angelegenheiten im Sinne
Hierauf ist vom I. Staatsministerium des Handels und der öffent der N. Verfassungsbeilage 88. 83 34, 38 gewährleistet; 2. die
ien Atdeiten ertläri, daß dasselbe nicht in der Lage ist, diesem Ungleichheit der bürgerlichen und politischen Rechte. saweit sie zur Zeit
Hesuch eine Folge me geben indem die Cassens heine in die süd- och durch das Glaubensbekenntniß bedingt ist. aufhebt, 3. aälleu
ische Wahrung uicht paffen ständigen Cursschwankungen aus- Staatsangehörigen ohne Unterschied des Glaubengbelenntnisses die
jesetzt sind, eine allgemeine Annahme derselben“ nicht einmalin kingehung eineß rechtsgültigen Ehe möglich macht· T
Nn ddelschlanv sransinder und außerdem die boher Cassen, velche Von dem Benefiziaten Hotzleithner von Slain ist richtig auch
olche“ Werthzeichen annehmen würden, keine WVerwendung hie⸗ vieder, wie, sejt bald 20 Jahren dei jedemn Landtag, eine Be—
zür haben, da weder Private zul deren Annahme' gezwungen wer⸗ chwerde wegen Verfassungsverletzung und ein Vergleichsautrag
den Prnen noch deren Ablieferung an die .Centraitoasfen zu⸗ ingelaufen. Die Arbeiterbereine ig Augsburg und Nuͤrnberg peti—
asig uscheim e in un . ioniren um Einführung des allgemeinen Wahlrechts. (Pf. Ztg.)
Mu'ncheen, 20. Jan. In dem Einlauf der Kammer be-⸗ WMündeen, 20. Januar. Der Artillerie Oberlieutenaut
inden sich derschiedene Antrage, welche vom VI. Ausschuß bereits Fürst g. Thurn und Taris, bis bor Kurzem —— Sr.
ur zulassig erllart wurden.Es hind foigende z. 1. Cin Anirag Vaj, des Konigs, hat seine Entlassung aus dem baverischen Hee⸗
hom Abge Dr. Edel. die Abanderung des Art. 43 des Gesehes esberband eingereicht und ist nach der Schweiz abgereist. — Der
nom 28 Mai 1882, die Feuerbersicherung für Gebäude in den Nagistrat unserer Residenzstadt hat mit einem Consortium — v.
— D— die Hypoiheken und Wechselbank hier, Frhr.
bs. l ber Verordnung, vom Ln Riod, 1817..,die Einführung ꝰon Rothschild in Frankfurt — ein füntprocentigas Stadtanleben
ver Brandversicherungsanstaß imRheinkreise betreffend“, dahin im. Betrage von 4 Million Gulden abgeschlossen; die Hälfte dieser
autend·· — Summe wird nächsten Donnerstag und Freitag hier in Stuti⸗
ẽs sei an Seme Majestät den Koönig die allerunterthänige Jart und, in Frankfurt zum Kurse von 97 zur öffentlichen, Sub?
te Bilte zu richten: Es möge im Landiagsabschiede mit Gesehzes cription aufgelegt werden. ——
raft ausgesprochen werden, was, foigee IEntfteht in Kriegszeii. Mänchen, 21. Jan. Die nächste Kammersitzung ist auf
len Brand in Folge sirategischer Anordnungen oder militärischer Ritiwoch anberaumt. Auf, der Tagessordnung steht eine Ju⸗
Dperationen, so wirde die von der Brandbersicherungsanstalt zu erbellation des Abgeordneten ¶ Hohenadel. die Vorlage eines
sistende Etsagfumme! nach gleichen Grundfähen, wie im Fatle ntsprechenden Schulgesetzes hetr.“. und, Fortsezung der Bera-
ꝛines gewöhnlichen e e i fuüͤr solche Brandfälle thung und Beschlußfafsung über den Antrag der Linken bezüglich
ein Anspruch auf Entschädigung aus anderen öffentlichen Kassen einer Adresse *,
zegründet, so kritt die Anstalt, soweit sie dem Zeschadigten Erfaz dy Debam durn unhet allen Umftänden lebhäft und inte⸗
geleistet hat, in dessen Rechte ein, sie ist befugk die dem Beschä— ehant swerden. u
digten zuzuerkennende Entschädigung in so' weit in Anspruch zu WM ünchen⸗ 28. Jan. Der König wird sich mit der Jung⸗
iehmen, als deren Betrag nicht die aus det Brandverficherungs — Herzogs Mär, der Prinzessin Charlotte, Auguste,
asse erhaltene Entschädigung üͤbersteigt. Vorstehende Bestn- verinählen. Nächstens wirb die Verlobung sein. ινννι
mung fritt an dien˖ Stelle des Art. 43 des Gesetzes vom 28. Dienstes⸗Nachrichten.
Mai 1852, „die Brandversicherung für Gebäude in den Gebiets— Seine Maj. der König' haben Sich allergnädigst bewogen
heilen dieseits des Rheins betr.“, und des Art. 19 Abs. der in jefunden, unterm 17. Januar auf das im Forstamte Elmstein in
der Pfalz'geltenden Verordnung vom 26. November 1817, die Erledigung gekommene Revier Iggelbach“ den dermaligen Aktuar
A
. Ein Antrag von' Dr. Völk, dahin lautend: „Die hohe vierförster zu ernennen. u
ammer wolle an eie den König die Bitte bringen, Aller⸗ 20 Durch Regierungsbeschluß vom 19. Jan. wurde der“ Schul
zöchstderselbe geruhe diesem oder doch dem nächsten Landtage einen diensterspectant“ Philipp Heil von Schrollbach zum Vetweser an
Befetzentwurf vorlegen zu⸗ lassen, wornach die Bestimmung des der protest-deutschen Schule in Bosenbach, vom 1. Februar l. J.
Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes vom 31. Mai 1856, die Kapital- in, ernan n
entensteuer, betr. dahin abgeändert werde, daß eine Befreiung baheri Karlsruhe, 22. Jan. Seit dem gestrigen Tage häat die
cher Staatsangehöriger von der in Bayern bestehenden Kapital- Rückhaltung des Steueranlehens bei den großh. Kassen begonnen.
entensteuer bezüglich derjenigen? Kapitalrenten nicht mehr bestehe, In Berlin werden mit Nächstem Conferenzen behufs Regelung der!
delche sie aus dem Auslande beziehen, auch wenn sie dort bereits Zalzfrage eröffnet, an welchen sich die süddeutschen Staaten be⸗
ine besondere Steuer zu bezahlen haben“ * heiligen werden Daß die Aufhebung des Salzregals, wo es

— — — —
        <pb n="38" />
        noch besteht, und eine gleichmäßige Besteuerung des Salzes in —T wird, welche, die Nation mir anvertraut hat. Der Plan, den
lichen Zollvereinsländern das Endergehniß d Zeathunaen Fein! ich miz Dyre habe, besleht, darin, die Unvollkommtnheiten,
wird, unterliegt keinem —*2* Uebrigens dürfteceder tha an welche“ mit der Zeit hervorgetreten sind, zu verbessern uund dem
chen Ausführung der bezüglichen Beschluͤsse voch wohl die Herstel⸗ nit unseren Zuständen verträglichen Fortschritt Raum zu geben;
lung PHder“ he vNer Sudstaaten im Bollverein auf anderer denn regleren heißt, gus den orworbenen Erfahrungen Rutzen zie-
Grundlage als jener“der sechsmonatlichen Kündigungsfrist voraus- hen und voraussehen, was die Zulunft erfordert. Der Kaiser
zugehen haben; diese letztere Angelegenheit ressortirt bekannter⸗ sagt darauf ferner, die Adreßdebatte habe nicht zu dem erwünsch⸗
maßen zur Competenz des norddeutschen Bundesparlaments. — ten Resultate geführt, mitunter die öffentliche Meinung unnützer
Es ist im Werke, die Heereseinrichtungen in den, vier süddeutschen Weise in Aufregung versetzt und zu unfruchtbaren Wortkampfen
Mittelstaaten gleichzeitig und gleichförmig, jeder untet Wahrung Anlaß gegeben. Er glaudt, an ihre Stelle das Interpellations-
der voͤlligen Unabhängigkeit der letzteren von einander, nach preus recht treten lässen zu fönnen.“ Eine andere Aenderung sei, die
zischem Muster umzugestalten. Zu diesem Zwecke werden mif Minister in den Senat und den gesetzgebenden Körper zur Vertre—
nächstem sachverständige Bevollmächtigte der vjgr. Fnaten zusqmi⸗ lung ihrer Maßregeln zu schicken. Außerdem sollten die Preß⸗
—8 dergehen? glisschließlich den Correclionellgerichten —*8 werden
Frankfurt, 21. Jan. Demnächst werden u. ven ehema- und das Vereinigungsrecht solle innerhalh der Grenzen geregelt
ligen Bundesfestungen Verkäufe von, unbrauchbaren oder unhalt werden, welche die öffentliche Sicherheit fordert. Der Kaiser
hareii Vorrüthen und inre n eeee e deee schließt: Seit dem letzten Jahre istmeine Regierung, die fesien
uͤng oder auf Grund vorgängiger Submissionsverhaudlungen an! Voden unter den' Fiißen haben uwollten fähig geworden Macht
geordnet werden; nur ausnahmsweise soll der Verkauf aus freie ind Freiheit durch die von mir bezeichneten Maßnahmen mit“ ein·
Hand ftatifinden Die Localcommissionen haben die Antrage zum andern inn Einklang zu bringentet Mein Wort“ geht in Erfüllung
Verkauf zu stellen und den muthmaßlichen Erlös anzugeben.! Die Ich erschüttere nicht den Boden, den fünfzehn VJahren der“ Ruhe
Veräußerungen selbst aber werden durch die betreffenden Festinigs und das Gedeihen gefestigt haben,“ Ich befestige ihn nochmehr,
behorden vorgenommen. Wie für Uebernahme der Bettzeugvorräihe indem' ich mein Verhältnißz zu den großen Staatskörpern stärke,
über L Mill. fl. im Werth) in den Festungen anf eigene: Rech durch das Gesetz den Staatsbürgern neue Bürgschaften gewähre,
nung, so scheinen sich auch die betreffenden Regierungen bereit zu und endlich die Krönung des Gesäudes vollende, welches durch
erklaͤren (wie bereits von Preußen für Mainz und“ Luremburg den: Willen wer Nation errichtet ist. J
und von Baden für Rastatt geschehen), die zur Auffrischung übers uuncz aer is QA. Janeo Die „France“ meldet, die Regierung
nommenen“ Proviantgegenstände — ——— fei-mitder! Abfassung bines Senatusconsults beschäftigt, wodurch
vereinbarender Preise (dreijähriger Durchschnitts Marktpreis) für dem Senate Befügniffe gegeben werden sollen; die mit den Refor⸗
migene Verwaltung zu uͤbernehmen.n men im Einklange stehen. — Der,Etendard“ theilt mit, durch
*Homburg v. d. H.⸗ 20. Janß Morgen findet dien Pub. ein Decret vom 16. Januar seien die außerordentlichen Vollmach⸗
lication des Befitzergreifungspatents für' das , Hes⸗ en des Marschalls Bazaine als Commandant“ der fraznösischen
en⸗Homburg statt. Füt die Feier dieses Tages wurde in Homburq Truppen in Mierico uufgehoben worden.
ein Pro ramm aus egeben e s J aned mi α 1.44* e—
RB — ———— Oldenburg, Lübeck, Schwarzburgäe 64433 7618 Englaud. .
Rudolstadt Braumschweig iind Mecglenburg⸗ Schwerin, hade n die 80 ndon, 19. Jan. Der Behauptung gegenüber. daß die
Meldung hierher gelangenafsent. daß die Wahlen zum norddent. ranzösische Regierung Puezenreae Conferenz üͤber die orienta
schen Parlament zum 12. Februare änberaumt seien, — Es is lische Frage esrtn der. Pariser Berichterstatter des Glo⸗
irrig, wenn behauptet wird die preußische Regierung habe die bener Habe guten Grund zu glauben, daß die Regierung nichts
Absicht, ein Fürstenhaus vorzuschlagem. Dieser Gedanke üegt der o ie wünhhe, gis vie Frage dur haus in.Ruhe zu lassen, zum
Regierung sehr fern. Die hier gestern Abend aus Paris ange: Wwenigsten fur Dden. Angenblick Die Berufung einer Lonferen⸗
langten elegraphischen Depeschen lüber den Mimisterwechfel ec. has würde eines der gefährlichsten Mittel sein die unerfreuliche Ange
hen nicht errascht aher fie werdem hiet als WVorltiufer andeter legenheit wieder in den Vordergrund zu Inenrdese vine
Freignisse angesehen, welche die Aufniertsamkelt Dentschlundz viel, seits der mißvergnügten Stimmaing der,christlichen Bevölkerung
seicht bald in Auspruch dehmen kznnteitee Wad. Rorddeutfchland in der Türkei neue Nahrung zuführen und andererjeits unter den
zeitifft. so wird es bunen — ——— europäischen Mächten unfehlbar Mißhelligkeiten erzeugen würde.
gung jetnes Gebictes hereit. seinVlb Wwersthirdenkne Andeutuugen 3 uunn d tiuten n ν G. 33)

des Grafen — VV—— Italienu , An:
der, Graf heute an ge richtete: in wier t Florenze 215an. Die Matiome“ destätigtdienErledig ⸗
viel Zeit kann das Heer bereit fejn, sd würdenen dit Aumwoörter⸗ anrg der Anhelegenhei in Betreff desn, Ptincipe Tomasso?, indem
halten ⸗acht Tage nach ergangenem Befehle,“! ündeder Macher die“ Türkel'die verlüngte Entschädigumgssumme bewilligt habe. mnd
würde sagen — „ich bin mik Allem fertig.“ Wir wollen mit die- In' den eu einverleibten Städten Padua und Udine: find
sen Worten nicht beunruhigen, im Gegentheil; aber wir wollen Demonstrationen gegen“ die italienische Regierung borgekommen
nur zeigen, wie richtig die —88 Regierung die Verhältnisst Finige hundert Laͤndleute, denen sich Städter anschlossen, durchzo—
beurtheilt, als sie ihren Verbündeten die Nothwendigkeit ans Herz gen unter Verwünschungen gegen die italienische Regierung und
legte, die Regelung der inilitärischen“ Verhältnisse nicht um einen Evivpa⸗Rufen für Oesterreich die Straßen. Das Miluär waͤr ei—
Tag zu verschleppen. D nige Tagen in den Kasernen consignirt. 1
Berlin, 22. Jan. Hessen? Darmstmdt wünscht eind heson⸗ 7 7 ιν Spanien ιναιιαι

dere Stellung für sein Gesammteontingent, in der Form,“ daß e —
Preußen dafuͤr den Oberbefehl über die ganzen hesfischen Truppen age De eee e edee 3 br
eue Es wird stark bezweifelt, daß Preußen darauf eingehen 19. Jan. als beschlossene Saͤche die Ausweisung der Familie Mont
Wien, 28. Jan. Die „Amtszeitung“ enthält ein kaiser, Rensier bezeichnet. Schon vor zwei Monaten wurde erzählt. die
liches Handschreiben, durch welches der Finanzmimister Graf La⸗ renigin Isabella habe mit ihrer Schwesier Louise einen Auftritt
risch auf feine eigene Buͤte unter. Verleihung des Kreuges deg gehabt, worin sie deutlich zu verstehen gegeben habe, sie kenne die
Leopoldordens seines Poftens enthoben wird. Der Untersiaatsse Heschichte der Orleans zur Genüge. um Aehnliches den den Mont⸗
cretuͤr Bede übernimmt' die einstweilige Leltung des Finarz pensiers zu fürchten, was in den Julitagen Louis Philippe gegen
ministeriums. i e Ir nv Karl den X. in Scene gesetzt habe,. Jetzt wird als neuester An⸗
toß zu jenem Zerwürfnisse zwischen Isabella II. und ihrer Schwe—

ter angeführt, der Majordomus des Herzogs- von Montpensier,

Marq. de Marcoso, sei nach Sevilla'geeilt, um den dort durch—

kommenden flüchtigen Cortes-Mitgliedern im Ramen seines Gebie—

ters Geld und Hülfe anzubieten. Was die flüchtigen Cortes-Mit-

glieder anbetrifft, so hat Narvaez die in Frankreich eingetroffe—

nen Deputirten öffiziell aufforden lassen, ins Vaterland zurückzu⸗

kehren; in diesem Falle sei ihnen volle Straflosigkeit zugesichert.

Von der spanischen Grenze, 16. Jan. Wenn man

die Leichtigkeit ins Auge faßt, womit so viele Anhänger der O's

Donnell'schen Partei den Griffen der Narvaez'schen Polizei ent—

'ommen, so kann man Bedenken über die Macht des Herzogs von

Balencia nicht unterdrücken. Noch seltsamer aber erscheint es, daß

es jener jungrepublikanischen Partei in Spanien, deren Siellung

im Parteisystem jenes Landes ziemlich, schwer zu definiren ist,

Fraukreich. —

Paris, 20. Jan. Der „Moniteur“ veröffentlicht ein Schrei⸗
ben des Kaisers Napoleon an den Staatsminister: αν,
Seit mehreren Jahren frage ich mich, ob unsere Staatseinrich—
tungen bereits den höchsten Grad ihrer Vervollkonmnung erreicht
haben, oder ob neue Verbesserungen ins Leben gerufen werden
müssen. Es kommt darauf an, der bedauerlichen Ungewissheit
ein Ende zu machen. Bis jetzt haben Sie muthig in meinem
Namen känpfen und unzeitgemäße Forderungen zurückweisen müs—
sen, um mir die Juitiative zu nützlichen Reformen zu überlassen,
wann die Zeit dazu gekommen sein würde. Veute hölte ich es
für möglich, den Staatseinxichtungen des Kaiserreichs die ganze Ent—
wickelung, deren sie fähig sind, und der öffentlichen Freiheit eine
neue Ansdehnuung zu geben, ohne daß dadurch die Macht gefähr⸗
        <pb n="39" />
        elang, einen höchst mevolutionrr ur *87 er Birrgerych
—* zu verbreiten, worin det Kegiexung ca Nomgen ole Ahr⸗
Zunden und Verbrechen an der Ration Ichongngslos dorgerechnel
werden. J— —
—VRVWERIIIiI
New-York, 9. Jan. Das, Haus Fr Repräsentanten
hat die Anklage des Präfidentett angenammen. * Diß Anklage be⸗
schuldigt den Präsidenten des Mißbrauchs der Vetogewalt, der
Zeamtenanfiellang⸗ des Gnadenrechts und — der gewissenoen Ver⸗
fügung uber Staatsethenthum dint dere Enimischungin die Wah
Dder Senat und das Haus der Repräfentanlen haben die
Bill angenommen, welche den Negern in dem Districte Colum—
bie das Stimmrecht ertheilt, trotz. der Vetoeinlegung de⸗
Präsidenten. 13124323 u — * 11 e
Nem-⸗Yorke 19. Jan. Bazaine ermächtigie alle Franzo⸗
jen, die es wünschen, in Maximilians Dienste einzu fxeten. 1
—
J Vermischtes. J 2
adnume neu hesie, Ashgan.Es besteht die Abschte Vie vKopß
bedeckung der Gendarmerie umzuändern und zwar sollen statt der
Tschakos und der Helme Käppis, die im Interimsdienst.mit
Wochstuch überzogen sind, eingeführt werden. Die/ bezüglichen
Vorschläge sind bereits ann dasn r. Kriegsniinisterium versendet
vorden.

München, 28. Jan. Der Generllieutenant Stephan hat
aus Anlaß des Conflicts min den Nürnbergern seine Entlafsung
ingereicht.httc ια J

Wie die Bayer. Ztg. meldet will Preußen dem Fürsten von
Thurn unde. Taxis für die Ablösung des Postrechts statt der früher
gebotenen 14 Millionen Thaler jetzt nur 10 Millionen geben.

Speyder, 20. Jan.: Die hlesige Stadt hat den an die
Domanlage grenzenden Ehrntaͤnn'schen Garten um 6,800 fl. an⸗
gekauft. Die Domanlage, wird dadurch zu einem der schönsten
Spaziergüngs, erwelert und hoffentlich mit der Zeit bis an den
hein usgedehme werden. Ferner wird durch den erwühnten
Ankauf ein sumpfiger Graben zu einer Wiese umgeschaffen! werden,
wodurcht zugieich die Salubritkät der Stadt, für welche in den Bei⸗
den. letzte Indee tun soꝛ viel und Mit so günstigem Erfolgge⸗
schehen —86 73 v
fLudwi hafein, 22. Jan. Die Probebelastungen
auf der Rheibrücke dahier mir bewegten Lacomotiven und Zügen,
welche nach dem Programm erst morgen stattfinden solken/ wurden
heute Mittag chon vorgenommen: and haben ein gleich“ beftiedi
gendes Resultat exgehen, wie gestern. 295 —— — u
FKaisershautern, 21. Jan. Zu der hier zuerrich
tenden Anillin-Fabrik, zu welcher die Aktien bereits vergriffen sind,
purden amigeden nachverzeichnete Herren als Comite-Mit—-
glieder gewählt, nämlich: Negenatats Pen Direktor Schön,
Rentner“ Rönier, Maschinenfabrikant Dingler gis Zweihrücken und
Cigarrenfabrikant Cl. Aug. Reichard. — Ersatzmanner sind: von
Bienanth und Buhl.n —
77Worms, 150 Jan. Gestern Vormittag · hauden anf der
Alzeher Bahn in dem Einschnitt zwischen Monsheim und Nieder⸗
Floͤrsheim bedeutende Erdrutschungen statt. Es war dies gerade
an der noch einzigen gefährlichen Stelle, und hatte wahrscheinlich
dieser Platz den Verwaltungsrath der hessischen Ludwigsbahn ver⸗
anlaßt, die Strecke Monsheim⸗Alzey nicht früher dem Personen
verkeht zu übergeben. Die Güterzüge, welche seither ohne irgend
welchen Anstand gefahren wurden, sind seit gestern eingestellt
Hierdurch ist die Eröffnung für den Personenverkehr abermals
FRinausgeschoben und wird solche voraussichtlich in den ersten sechs
Wochen nicht stattfinden können.

7 Tübingen, 15. Jan. Die Burschenschaft. „Germania“
feiert in diesen Tagen das 50jährige Bestehen der deutschen Bur⸗
schenschaften. Zu dieser Feier haben sich zahlreiche Gäste von an—
deren Universitäͤten, namentlich aus Heidelberg, Erlangen und
Zena, hier eingefunden. —

Ginkerlader) Herr L. Burkhardt in Greußen (Thü—
ringen) hat ein neues Hinterladungsgewehr erfunden, welches allen
bis jetzt vorhandenen, weit überlegen ist. Dasselbe schießt in der
Minute 20 bis 25 Schüsse ohne Anstrengung, diese Anzahl Schüs—
se sind in Zeit von 6 bis 8 Secunden zum Weiterschießen sofort
wieder ersetzt und werden hierzu keine Patronen, sondern nur Pul⸗
oer und Kugel gebraucht, dasselbe schießt auf dieselben Entfernun⸗
gen, als jedes andere Zündnadelgewehr und ist von besonderer
Leichtigkeit. J

F—Berlin. Vor kurzem ist die Familie des Kanzleiraths M.
von einem recht betrübenden Unglückssall heimgesucht worden. Die
alteste etwa neunzehn Jahre alte Tochter hatte sich Anfangs v. J
mit einem jungen Juristen verlobt. Bei Ausbruch des Krieges wurd⸗

enen
—

derselbe eingezogen, und starb alg Landwehroffizier den Heldentod
netieaeDie hinterlassem · Vraut ndhnwidet Erwarten
till und ruhig die Nachricht von! dem Tode des Geliebten auf.
Doch änderte sie von dieser Stunde an ihre ganze Lebensweise.
Zie zog sich: hon Allen, sogar von ihren Familienmitgliedern zu⸗
d um verfier in eine Arte von Tiefsinn, so daß die Eltern des
ungen Mädchens ärzliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Vor
inigen Tagen fiel den Eltern der jungen Dame ihre mehrstündige
Abwesenheit auf, so daß sie sich besorgt nach dem Zimmer dersel⸗
—— Hier fanden sie einen Brief bporin welchem die
juͤnge Dame erklärte, nach Böhmen abreisen zu wollen, um dort
as Grab ihres verstorbenen Bräutigams aufzusuchen. Der Vater
uille sofort nach dem Niederschlesisch -Märlischen Bahnhof. Sein
Zind war jedoch bereits vor etwã einer Stunde nach Breslau abgereist.
Er benutzie den mächsten Jug und war auch so glücklich, die Toch⸗
ter in Breslau anzutreffen. Nur. mit vieler Mühe gelang es ihm,
das arme Mädchen, welches die ausgeprägtesten —* des Wahn⸗
inus trug/ nach Berlin zurückzubringent: hns 2

Sennin gen, (Großherzogthunm Luxemburgh, 43. Jan.
Gestern hat der Oberförster Jacubh⸗dahier⸗ nuf einer: hierselbst
fatigehabten Jagd in einem Doubiett zivei alte ¶ Mutterwolfe todt
ind uf demselben Stande einen drittenn, Wols tödtlich angeschossen.
menn Militärische Erxdeffet Münster. Ame 13.d. NeꝛetAbends
entwickelte sich vor dem H. schen Wirthshaus vor Aegidii⸗Thor
ein blutiges Drama, worüber Augenzeugen, wie folgt referiren:
Gegen Abend befanden sich in dem gedachten Wirthshause außer
mehreren Gasten auch zwei Soldaten des 73. Regiments, welche
mit zwei Bauernknechten aus Amelsbüren gemeinschaftlich/ zechten.
Beim Fortgehen erllärten die beiden Soldaten dem, Wirthe, sie
lten kein Geld, man möge ihre Zeche nur anschreiben, sie kä—
nen ———— ihre ·Aügeblichen Ramen abgaben. Der
Wirth bedeutete ihnen, sie möchten für diesmal nur gehen das
Wiederlvinmen nber unterlasse wöraigf er RAch a bie heiden
nechte wandie mit der Aufforderung, das ihtige! a vezahlen.
Als, huͤch diese erklärten,'sie könnten nicht ——
60 machte er mit ihnen kurzen Proceß und brachte ste in Ge
meinschaft miteden übrigen durch den Vorfall indignirten Gästen
zur Hauskhür hinaus. Die beiden Soldaten? welche fich bereits
dor dem Hauft befanden“ dieg Fortweisen ihrer Zechgenossen ge⸗
wahrend, indochten · kurz kehrt und stürtzten sich ohne weiteres mit
gezückten Faschinemefsern auf die Gruppe. Den ersten Schlaget⸗
hielt ein 60jähriger Tagelöhner,: welcher“ zum Frdeden atahnend in
die Hausthuüre getreken war, indem ihm von der Seite der Schä⸗
del dis ginn Hirn gespalten wurdeg. ja, als der zunnVode Ge⸗
troffent zurjammengebrochen und zudend am, Bodenmhag,?traf uhn
ein JweilernSchlag desselben Soldaten mit gleicher Wucht noch
an die andere Seite des Kopfes. Ebenso wurde blindlings auf
die übrigen Personen losgehauen. wodurch dem Wirthe selbst uünd
oetschiedenen seinet Gäste mehr oder minder erhebliche Verletzungen
zʒeigebragt wurden.n 9J

—

7 In der europäischen Türlellehen nach amtlichen, Quellen
13 Millionen Frpipent sich zur griechischen. Kirche bekennen
(I Mill. Griechen? 4.1 00 Rumnen, 17 Mill. Serben, 4
Millionen Bulgaren, i oh doh Sosmer und Herzegowiner, 800,900
albanesen, Armenier, un sw.J, umd 6.Mill. Türken. ,

Schlrttschlihparks. In Chicago (Nordamerika), wo
der Wimterfrosteins vielseltengre Erscheinung ist. als bei uns,
hat man sogen:] „Rinks“ oder Schlitischuhparks eingerichtet, be⸗
deckte große Räume won, 20, 000 Quadrat-Fuß und darüber in
denen *bends die Bahn frisch übergossen und mit großer Sorg⸗
falt nen hergestellt wird. Diese Parks sind von Balcons, gewärm-
len Vorhällen, Musikpavillon, Restaurationen uud anderen Be⸗
quemlichteiten und Annehmlichkeiten umgeben. Die Schlittschuh⸗
laufer: 438 treiben einen bei uns noch nicht ge—
kannten Luxus: an Hren Füßen glänzen Schlittschuhe aus kost⸗
barem Holz, mit eingelegtem Silben ꝛc. das Paar zu 50 Dol⸗
lars und mehr.

ꝓ Wie, man irrthümlich verheirathet werden kann, davon
qzringt ein kanadisches Blatt eis warnendes Beispiel. Ein Braut⸗
daar ding mit dem gewöhnlichen Gefolge zur Kirche und der die
Traung vollziehende Geistliche, der Braut und Brautführerin eben⸗
jalls für — ansah, ersuchte die Herren, ihren respek⸗
iven Damen die Hand zu reichen. Das geschan ohne Zögerunug
und in sehr kurzer Zeit und ehe man sich dessen versah, war nicht
nur Brauu und Bräutigam, sondern auch Brautführerin und
Brautführer ehelich verbunden. Als letzteren klar wurde, was mit
hnen vorgegangen, entschlossen sie sich, daz Unvermeidliche mit
Würde zu tragen und sich in das zu schicken, was sie füglich nicht
indern ionnden, verließen die Kirche und begaben sich zu ihrem
dotel und schienen bald. mit dem Irrthum des Predigers nicht
uͤbel zufrieden zu sein.
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        e na uen ινιννν lιι J * 5 i αν αν8l. m“
Bekanntmaqhung. i? να 9— 24 4. 11 — αναο u oiuon
BZufte e Beschlusses der Hospitalcommis⸗ 7 — giuu u inn *8* *7 — A⸗ Out 2iue
ee re —A—— — inu
Ngl. bayer. Regierung der Pfalz wurden; r 2443 eri k
— — —— Schwetzerische Feuerver sicherungs Geselchaft
bom . IAa Januar abhin an in folgender 11) —D—— — , 8 — J 23 J
Weise erhoͤht :u ine in 4 if urni St. Gallen. uan e wnene u
a) · Der Magde und sonstigen weihlichen, J u u 7 J J * — —
e ceyit al Io/wod · oooe
din Aongteun nnrn 7* T 7 S
9) der Knechte!! Geselleit “ und sonstigen en —— —— pnn sint
* —*8 130 n rou α uud u n it
L evn 8 Die Gesellschaft versichert gegen Feuerschaden und Blitzschlag (gegen letzkeren selbst danr
A Acrher per V *98589 1887186 wennn derselbe keinen Brand zur Folge hat) häusliches Mobiliar, Wa a re n
Ht. Ingber. den 23. Jan. igsp in ee ritgeratb haftan Vieh, Gruleerge aghif fen tetgee
ιν ο Die Hospitalcommission 23 überxhaupt alle beweglichen Gegenftändennun nn ι
—RXV— t * Verlangen⸗ versichert. die Gesellschaft auch gegen die Gefahr der · Gas⸗ und Dampf·
Exp ofion 224 E —R 211 —D— — 12 **.
d Pnen sind feltn so daß unter Feinen Umständen Nachzahlungen
zu leissen sind. e t enn Gun iνιιιιι ιι ι ”ινO
— —— Iidet hieruit einne n e e
g AHe St. Ingberi den IG. Januar 1867 ——— ii ——
———— nmirntnDie Agentur— — J———
** 17 eee nen SMG P-. ν
Geschäfts⸗Empfehlung: umseGute Kocherbsen und Linsen, so⸗
Der Unterzeichnele beehrt sich.einem nren Senf und Apfelt rau⸗
*7— J empfiehlt c5 2*
verehrlichen Publikum ergebenst anzuzeigen, ei, F JF
daß er sich als Barbier hiet gare hat αν Zep
»sich ehrte dschaft 7 8 *
* e e e znd —A —— schoönes Kie
—— preie in en daßze nn fern Baubolz zu verkaufen. Etiinelie
Sl Zahben bn⸗ danuar — Breiter⸗Mühle bei Niederwürzbach.
Oarl Wwei wer uittt tre tet, V. Höh. nn
kisher Gehültfe bei Heryn Bader — TGT VTh rx
Spohn Civilstands-Register
SF Neine Wohnung ist bel Hevtn der stadi st. Iughe
A. Kuhn, Maurermeister im Hirteneck. pro 18600 . —
8— eboren wurden 88* — 34641
Gestorben sind 9 78ää
Verehelichungen hatten statt ——
St. Ingbert den 18. Januar 1867
. , ii
luu Der Cibilstandsbeginte
— Chandon. itt
Frucht ¶ Vrod⸗. geisch ehreife det
Siadt Zweibrücken pon 2vJan.,
Weizen 7 fl. 45 kr. Kornegflißo ge
————— Gerste 4.
reihige, fl.dr. Spelzuh fl. J kru
Spelzkern — flAr. Dinkelg fli 40 ir
Mischfrucht 6 fl. 20 kr. Hafer 4 fli 120 tra
Erbsen fl. —ir. Wicken 8 fl. 87kr.⸗
dartoffeln“ Ifl. IAukr., Heu 1fl. 45 kr.
Stroh 1 fl. 24 ir. per Zentmer. Weißbrod
I Kgr. 20 kr.a Kornbrodes Kgr. 27 kr.
ditto ZAKgr., 18 sr.ditto 1Kgrn9 krc
Bemischtbrod, 8 Kgr 84 kr.1 Paar Weck,
Loth, 2 M., Rindfleisch, U Quas. 16 ir.
. Quat id e hatflsg e, da
melfleisch 14 ir. Schweinefleisch BBr
per Pfd, Wein 24 kr, Bier 6 kr per Liter
Butier 26 kx. per Pfund. i eα
* u * 7 r 8 TEIXI—GAIM
a ger his 4 — Leute können eeen Fruchtbreise der Stadt
Kost und,Long is haben Raiserslautern von 83, Ja.
bei O. Schüta. Glasermeister Weizen 8 fl. I12 tr. Kornß fhßo it
— im Mühlenecee . Spelzkern flact.5 Spetz:e Bust
im ü I —⏑——— 38 ir. Gerste 5 fl. 83. br. Hafer 4 fle
in 67 tr. Erbsen 4 fli409 tre Wicken 4/
ochte rein zuberei⸗ fr./ Linsen 4J ddr. per Zentnerns
Ra Brodpreisen6 Pfd. Kornbrod 27 tt
* 35 sind 3 Pfd. Gemischtbrod 1492 kr. und 2Pfb
au en — Weißbrod 16 kr. —J u
V. AMMα Schweinefleisch 14 kr, der Pfund. li
— — 6 ——

IT 5* V—
Bekanntmachung
Das Eis in den Skkratß entknken
welche stets offen zu halten sind/ iftsofor
nr·brechen und sogleich mit dem Echnee
zu beseitigen. 413.
BGegen: Saͤumige wirder dieß umbe ⸗
chadet der gerichtůchen Verfolgung am
ihre Kosten vorgenomimen werden J—
Et. Ingbett, dett 28. Jan. 1867.2ꝛun
— ———
7 S. Krieger.
Versieigerung.
Samstag den 26. Januar nächsthin Nach—
mittags 2.Uhr, laßt Herr Ferdinand
Oberhau ser, Wirth und Cafetier dahier
in seiner Behausung allda unter günstigen
Bedingungen auf wiehrjährige Zahlungsier⸗
mine durch denk. Rotax Horn, dahigr
versteigern: ι e
.. auf den Abris:
Das hinter. seinem Wohnhausebefind⸗
liche früher Kuhn'sche Haus, mit Scheuer
und Stallung.“n inn
Bemerkt wirb, daß Steigerer nur .das⸗
enige was ihm dienlich erscheint, zu ent⸗
V braucht, alles Uebrige aber auf dem
Platze belassen kann. N
33u Eigenthum:
Pl. Nro. 85121. Dezimalen Pflam
zarten in den Dillmesgärfen, auch Große
zärten, neben Joh. Schmelzer und. Joh.“
Baptist Thiery, — hat am obern und
untern Theile starke Umfassungsmauern.
Sodunn ein Kronleuchter mite 8Arm⸗
leuchter/ ferner 8 Hänglampen alle
für Petroleum — und in bestem? zu—
stande; schließlich Line kupferne gut er⸗
haltene Wasserpumpe:n F
Vorhezʒeichnele Stes⸗ dobhjecle können qauch
dis zur Versteigerung aus freier Hand
ieian wedeh gurg dahe ven—
Geschäfts- und Consultations-Büregun,
le7 . Scherpf. —
St. Inabert 8. Januar 1867.
3 344 VI
Versteigerung
von Pappelstämmen.
uFreiztagiden Iz Februarn Mittag?
Uhrzwerden imider Wohnung des Ad
amkten zu RNeuhäusel 20b Pappelstäm⸗
ue und Abschnitte von9 bis 16 Zoll
Durchmesser, au der Districtsstraße umer⸗
halb Kirkel lagernd, versteiget..
uten Rouhausel g18 Jan. 1867
Redaltion, Druch und Verlag von Flrx. Demeß in Et. Ingbert. u26

—— 11
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        is — u,nten nut dej eid ι — ,—uti Vis ua eth nt
8 α — 2 —8 n A ν
— —H un 46 n er C, iu 4 c1 cv. Uo
ni 14 *2 — — —6 8 W atia ⸗ J * ια
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ιιιαα e A———— ιι ι— Ae i
mus .ιl ι ιιιι αι_ .ιι iech — —— u“te .e utnt n e 50 . ι
n ι ιι α ινιια B
Der „St. In g berter!: An zeiger“ mit seinem Umierhaltungsblatte-erschernt wöchentlich ¶dreimal ⸗. Dien ftas Donners stag,
und Samstag. Abonnementsbreis vierteljuhrig 45 Kraren: Anzeigen werden mit 8 Krzre die dreispaltige Zeile Blatischrift ober deren
nen F Raum —XXVVVVVV 2— e Alttein
Nro:“ 12. ν νιν mi urũ ESamstag, den 26. Januar i⸗jfo — —— J ιννιι 4867.
s e —D —— e eüt e
nbα — inub til Deutschland. — ezeiltitt
u München: 82Jan.“ Heute⸗ Rochmittag hak imengsten
Familienkreise im Palais Srinb Hoh, des Hrn. Herzogs Mari—
milian in Bayern die Verlobung Se. Maj. des Königg Ludwig
I. mit J. E. Hoh. der Herzogin Charlotte Anguste in Vayern.
jüngsten Tochter des Herzogs Maximilian, ftattgefunden, 7
München, 283. Jan. In dex heutigen Sitzung der Kam⸗
mer der Abgeordneten erörterte der Abgeordnete Umbscheiden das
am verflossenen Samstag vorgelegte Programm des Ministeriums
und billigke dasselbe: Er beklagte die überall⸗ hervortretende Ver⸗
mehrung des Militärs, welche die Staaten xuinire. Eine Abhilfe
foͤnne iediglich durch ein Bündniß Oesterreichs mit Preußen uge⸗
schaffen werden, zu dessen Vermittelung allein Bayern geeignet!sei
Fürst von Hohenlohe gab eine besriedigende Erklärung Betreffs der
Stellung Baherns zu Proußen im Faüle eines Krisges ab.n Daw
auf hin zog Abgeordneter Marquard Barth seinen Antrag zurück
nachdem Frhr. v. Pfetten (vom Club, Langlois) sich durch die
Erklärung des Ministers 'vefriedigt erklrt. Die Zurückziehung
des Antrags wurde einstimmig genehmigt.
Lamdau, 20. Jan.! Die zur Bundes⸗Liquidations-Com⸗
mission gehörigen Verwaltungsbeamten, welche seit dem 13.: Dez.
b. J. hier thätig waren, haben gestern ihre Arbeiten beendet und
sind heuͤte wieder vom hier abgereist.!Diezur technischen Com⸗
mission gehörigen“ Offiziere werden noch bis Mitte Februar mit
Aufnahme, Berechnung und Schätzung der aus tirea 10,000 Ar⸗
ükeln bestehenden Materialien zu thun— —
i Dienstes Nachrichten.“ i t 1 eir
Se. Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
funden, den Gerichtsboten Daniel Gäckler in Otterberg, seinem
allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend, auf die in Zweibrücken
erledigte Gerichtsbotenstelle zu versetzen .
Se. Maj. der Konig haben Sich allergnädigft bewogen ge—
funden, unterm 16. Januar die von der Acliengesellschaft, Stein⸗
gutfabrik Kaiserslautern“ in der“ außerordentlichen Genetalver—
sammlung vom 4. Oktvber 1866 beschlossene Abunderung des 8
Ider Gesellschaftsstatuten, wornach der Nominalwerth der bisher
cmiltirten 180 Stück Actien à 00. IH. auf à 250 fl. herabgesetz
und durch Emmission neuer Actien bis auf 600 Stück zu 250
fl. das Grundcapital der Gesellschaft. auf 150,000 fl. erhöht wer⸗
den soll, mit der in der Notariaisurkunde pom 4. Oltober 1866
enlhaltenen neuen Fassung allergnädigst zu genehmigen; ferner
unterm 17. Januar zu genehmigen, daß der von dem Gutsbe⸗
sitzet Andreas Walter II. von Ommersheim, Bezirksamt Zwei
ʒrücken, auf der dortigen Gemeindemarkung neuerbaute Hof „Nuß⸗
weilerhof“ genannt und dieser Name öffentlich gebraucht werde.
Karlsruhe, 19. Jan. Die von badischer Seite gemach⸗
en Vorschläge in Betreff der Correction des Neckars beim Ans⸗
fluß des Letzteren in den Rhein haben die Zustimmung der bay
erijschen Regierung erhalen. 33.8
73 vantfurt, 28. Jan. Die gestern Abend noch in gpaͤr
ler Siunde bekannt gewordene Nachricht, daß das Abgeordneten ⸗
haus über unsere Kriegs: Contributions⸗Angelegenheit zur motivir⸗
len Tagesordnung übergegangen sei, hat die Stadt geradezu / in
Bestürzung versetzt. Den Besonnenen war es zwar in der jüng⸗
steun Zeit bedentlich vorgekommen, daß wir von Berlin aqus in
dieser Beziehung keine beruhigenden Mitheilungen erhielten; aber
man hatie sich mit dem Gedanken gar zu vertraut dhemacht, die
3 Millionen würden, wenn nicht baar zurückbezahlt, so doch zu
dringend nöthigen Bauzwecken verwendet werden, und man zögere
ur “in Berlin um eine Pression auf Frankfurt zu üben, weil
dieses mit seinen Sympathien so zurückhaltend war, und wer sich
der Versicherung der officiösen Berliner Correspondenten unmittel⸗
bar nach der Occupation, der Aeußerung des Ministerpräsidenten
( preußische“ Städte hätten keine Contribution zu zahlen) und
der Versprechungen erinnert, welche die Frankfurter Deputation aus
Berlin mitgebracht: der wird es natürlich finden wenn sich die Mehr⸗
zahl der Bewohnerschaft noch bis in die jüngste Zeit mit Hofife

t er
nungen trug. Num “haben / aber! nur wie :Wessimisten Recht behal⸗

en, welche von Anfang an weder an eins besondere Schonung,

noch an eine Berückfichtigung unserer berechtigten Eigenthümlich⸗

seiten“, noch endlich an eine Rückzahlung der Contribution glau⸗

den wollten.Augenblicdlich lammertn man sich zwar an den Ge⸗

danken, daß wenn Frankfurt damals, als lihm die 6 Millionen

auferlegt worden, wirklich noch nicht „preußisch“ gewesen, Preußen

sie jetzi als „Staatsschuld“ anerkennen müsse wie es ja⸗auch

die Släatsschulden von Nassau, Kurhessen übernonimen habe; al⸗

lein man wird wohl zin Berlin schon Wege ausfindig machen, uns

vuch von dieser letzten Hoffnung zu curiren. fo daß unserem ·kleinen

Staat nichts weiter übrig bleibt, als inen:; Proceß“ anzufangen

das denn auch wohl wirklich geschehen wird. Auswäris hat man

schwerlich einen Begriff davon, wie hart wir won dieser· Contri⸗

bnnion vetroffen werdenn Wir haben“ eiwar 8000 steuerpflichtige

Buͤrger!Um die Zinsen det 6.Millionen zu— zahlen,“ würde es

also jeden Kopf im Durchschnitt jährlich 50fP. treffen.!Gegreif ⸗

icher Weise machen aber diejenigen, welche den kleinsten Steuer⸗
zeitrag zahlen, die Mehrzaht, so daß man auf jeden Leinzelnen

Bürger aus dem Mittelstand 100. fl. per Jahr rechnen darf. Wel⸗
het Handwerker und Beamie könnte das Jahre“ lang aushalten?

gie standige Buͤrgetrepräsentation hat in ihrer gestrigen Sitz

niig u.! A.beschlossen. dem Senat zu erklären sie habe vernommen,

dah die Einquatierumgscommission im vorigen Jahre über 1,600,000

l. fürn die preußischenr⸗ QAQruppen verausgabt habe, daß aber auch

m laufenden Jahre die Requisitionen sür die hier!neinea ernirten
Truppem noch Fortdauerne⸗ Die Bürgerrepräsentation seir der An⸗
sicht, daß hinsichtlich der bereits geleisteten Zahlungen dien: Stadt
alle Rechte auf Rückersatz vorexsterr sich? vorbebalten habe, ersuche
aber den Senat, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß von
nun an die Requisition für Verpflegung der preußischen Truppen
um so inehr sistirt würden, als das für Bestreitung der Requisi⸗
on, aufgenommene Anlehen von 1,200,900 fi. schon längst ex
schöpft sei und das Aerar die Mittel zu weiteren Vorlagen nicht
besitze. —

Darmstadit, 24. Fau?! Die! zweite Kammer genehmigte
tach fünsstündiger Debatte den Friedensvertrag und beschließt auf
dumont's Antrag.nnden Beschluß über den eventuellen Anschlußß
an den Nordbund bis zur Vorlage des Entwurfs über das nord⸗
deutsche Parlament auszusezen.
DAus Sftuttgart, 21. Jan. schreibt die „Köln. Ztg.ꝛ
die badische Regierung foll ihre Bereitwilligkeit erklärt haben
benso wie Württemberg und Darmstadt an der vonBayern: an⸗
zeregten Melitürconferenz Theil zu nehmen. Der bayerische Ent⸗
wurf, heißt es, habe⸗nanfänglich zweijaͤhrigen Dienstzeit proponirt,
ann aber drei Jahre au die Stelle gefetzt.. Aus dem genauen
Anschlusse des Entwurfes an die preußische Formation und man⸗
hen anderen Symptomen wird vielfach geschlossen, daß Fürst v.
Zohenlohe im Einvernehmen mit Graf Bismard vorgehe .
Dresden, 23. Jan. Eine königliche Verordnung setzt die
Wahlen im Koönigreiche Sachsen für das norddeutsche Parlament
uif den 12. Febr. d. J. fest · e e*

Beran, 20. Jan. Johann Jacoby von Königsberg hat
ein Mandaf in das Norddeutsche; Parlament abgelehnt, da er
)essen Zweck — „Bildung eines norddeutschen Sonderbundes un—
er preußischer Militärherrschaft“! nicht will, und der Ueber⸗
eugung ist, daß dieser Sonderbund der Einheit wie der Freiheit
es deutschen Vatertandes gleich sehr zum Schaden gereicht. *
Berhim, 23. Jau.“ Nach der Nordd. Allg. Zig.“ ist
eine von 10,000. Nassauern unterzeichnete Petition eingelaufen,
worin diese bitten, daß die Regierung bei der Regelung der Do—
nänen⸗Angelegenheit dem Herzoge; die Erwerbung des betreffenden
hrundbesihes nicht gestatten möge und mit Rüchsicht auf den öffent⸗
ichen Wohlstand von den im Einzelnen oder in Complexen ver⸗
achteten Ländereien dem Herzoge nichts überantworte. 4
Wien⸗ 28. Jan. Der Kaiser sprach auf die Adresse des
ingarischen Landtags, betr, das Heeres-Ergänzungs⸗-Gesetz die

— z
        <pb n="42" />
        boffnung aus, daß eitk demnächstes Resckipt detm? der Adresse

enthaltenen Vedenken beheben werde4 der Kaiser erklärt siche be

reit die Landeswünsche zu erfüllen sobald durch dein wechselseß
iges Wertrauen die. Bildung eines, verantwortlichen ungacichen

Ministeriums geangen sei. *

Wisen. Die Wiener Abendpost“ bespricht hie jüngste Er⸗
klärung des Ministerpräsidenten Fürsten Hohenlohe in der bahyer.
Abgeordnetenkammer, und bemerkl dazu, daß dieselbe nichts Uner⸗
wartes enthalte. Sie weist die Aeußerungedes Fürsten Hohen
lohe zurück, daß in Oesterreich das deuschei Elemnen zurücktrete,
und meint, schließlich bleibe die Frage, ob für jeden Krieg⸗Preu⸗
zens im Voraus und ohne Unterschied die bayerische Bundesge⸗
nyssenschaft zugesichert werden soll noch offen. Iminn np
Wien. Der österreichische Miliiär⸗-Kalender von Dr. Hir⸗
lenfeld bringt eine Zusammenstellung der österreichischen Verluste
au Mannschaft in jedem einzelnen Gefechte des Krieges von 1866
Im Ganzen hat das österreichische Heer nicht weniger als 74267
Mann pom Feldwebel und Wachtmeister —— wo⸗
pon 681 Mann todt, 24, 0896 verwundet und 27,590 vermißt:.
Von diesem Gesammtverlust entfielen auf das Nordherr 62,797
Mann (8184 Todte, 19,896 Verwundete und 85.417 Vermißte)
auf das Südheer sammt der Flotte 8470 14487. Todte, 4200
Verwundete und 3083 Vermißte). et—
Pesth, 24. Jan. Das Journal Hon“ herichtet, die Ver—
handlungen mit dem- Minister Frhen, w. —— ungari⸗
chen Landtagsabgeordneten seien init dem, esten Erfohg beendigt
vorden. Die rostitutio in integrum wird als vollendete Tha—
ache betrachtet. 75 wa
Kiel, 34. Jan. Soeben wird das Besitzergreifungs⸗Patent

eröffentlicht. Dasselbe motivirt die Einverleibung mit Hinwei⸗
ung auf den Wiener und Prager Frieden und andere völkerrecht⸗
liche Vertrage, verspricht den Einwohnern gleiche Rechte mit den
ibrigen Preußen, Schonung berechtigter Eigenthümlichkeiten. Si⸗
herung der Beamtengehaälter, und beauftragt den Oberpräsidenten
mit Vollziehung der Besitzergreifung und Aufrichtung des preußischen
Wappens. Eiune das Besitzergreifungspatent begleitende königliche
Proclamation spricht sich ehrend über die Kharatterfestigkeit Schles⸗
vig⸗Hol steins aus, welche xine Bürgschaft treuen Festhaltens an
Preußen gebe. Der Koönig citirt die Worte seines Bateree: Was
Preußen erworben hat Deutschland, gewornen,“ unde, verheißi
zurch Vereinigung mit Preußen Aufblühen won Handel nazd In⸗
dustrie, somie.dräftige Unterstützung. der, i nidersütat und, apberzer
Bildungsstättemnune, uaa J , an Ichn
induu Dänemarkeninnt un ααg
B——
lurt fie sei ermächtigt bie hier Chursirennden Geritchte uhenbelnen
ꝛeabfichtigten Verkauf der dänischen Infel Si. Thomds an die
Bereinigten Stäaten von Nordamersta als Hurchquz grundtos! hui
—
totn ro nFraukreich. .q7
Pa ris. 22. JanDer Atrudardnamteldet. daß Marschall
Serrand, allen verschiedenartigen Wieldulugen zuwider; MNahon nicht
aertassen hat. Seine Gemahlin,die bisher n Madrid zurückge
olieben war, schickt sich an, sich zu umt mach Dem: baleatischen Im
jeln zu begeben.“ Htach der Liberte“ foll in Madrid vin Hhu.
nisterwechset bevorstehen, Rarbaez wüthe bleiben allein feine Col⸗
jegen würden durch General Pezuelaß und deffene: Freunde, die
sammtlich in der Reaction Narvaez überragen, ersetzt werden. Pdan
befürchtet Unruhen in Madride die Arbeiter, die nichts zu thun
haben, rotten sich zusammen und fordern Brod⸗·

Paris, 23. Jan. Man sprach“ gestern bereits von einem
nicht gerade freundschaftlichon Rotenwechsel zwischen Paritz und
Berlin aus Anlaß der preußisch⸗bayerischen Allianze Heute be⸗
zauptete sich dieses Gerücht ebenfalls noch und übte sogar einen
sehr ungünftigen Einfluß auf die Vörse aus Trotzdem werden
äe in wohl unterrichten Kreisen mit voller Bestimmtheit in Ab⸗
ede gestellt, und eine nüchterne Abwägung' der thatsächlichen
Verhältnisse kann in der That dieses Dementt nur herechtfertigt
erscheinen lassen.,“ Auch bewahri der „Constitutionel*“ heuͤte der
neuen bayerischen Politik gegenüber die sorgfältigste Objectivität,
während sich das „Journal des Debats“ trot seiner Preußen⸗
freundlichkeit nicht enthalten kann, eine Bemerkung über die Kurz⸗
lebigkeit der Verträge zu machen. Das letztere Blatt vergißt,
iebenbei gesagt, daß der Prager Frieden die Bildung eines Süd⸗
bundes nicht ausdruͤcksich stiputirt, sondern nut als aine Möglich⸗
eit hingestellt hat. Für die französische Regierung ist es ohne
Zweifel ein höchst unangenehmer Gedanke, daß die Mainlinie
im Wesentlichen schon überwünden sein könnte, ehe sie noch gerade
die Theilung Deutschlands nach Nord und Süd als Hauptargu⸗

ment zur Vertheidigung ihrer Politik vor der Kamter benůtzt
ätte. Aber man kann trotzdem sichet seicr daß die Haltung

Baherns die friedlichen Gesinnungekehier weit mehr befestigen als
chwächen wird. ⸗ Es tauchen jetzt auch wieder Besorgnisse be—
üglich derorientalischen Frage auf. NMan behaupiet daß die
aͤufigen und langen Couferenzen,welche Baron Budberg in
»er letzten Zeit mit Herrn v. Moustier hatte, nicht das gewünschte
Kesultat ergeben und manche Meinungsverschiedenheit zwischen den
Fabinetten von Paris und Petersburg hätten bestehen lassen. Auch
jeißt es, daß Rußland sich weigere, dem Wunsche der Pforte ge⸗
näß, die griechische Regierung zu einer den Reutralitatsgesetzen
nehr entsprechenden Haltung zu mahnen
ubBaris, 24. Jan. Die „France“ uud die „Patrie“ demen⸗
iren die Gerüchte, daß in Spanien Unruhen ausgebrochen seien.
* Dier Frchice“ dementirt ferner das e ee
chluß einer Anleihe. — Der „Etendard“ meldet, der Sultan sei
nicht abgeneigt, den Kandioten eine autonomische Verwaltung zu
hewilligen. — Dasselbe Blatt theilt ferner mit, daß die Session
ses geseßgebenden Körpers am 11. Februar eröffnet werden solle.
ν _ι αισα cwe England. J 1 J—
London 23. Jan Nach lelegraphischel Meldung, hätten
ile Vereinigten Staaten die Insel St. Thomas, um —
doll, angekauft,. e ree ne
, DOtalien. ιe el
Flo re nzeu2. Jan. Man meldet der Provinciafh, daß das
verücht gehe daß anstatt des Vertrags des belgischen Bankhauses
nit der Regierung wegen der geistlichen Güter bald ein viel vor⸗
heilhafterer Vorschlag vorgelegt werden wird.Der ehemalige

Deputirte Ballomi sei/in Paris zu diesem Endzweck, und der Ab⸗

chluß seigamz nahe bevorstehend Dieser nene Vorschlag würde

ie Summe- von 600 Millionen, die das⸗ belgische Bankhaus ver⸗

chaffen wollte, auf 700 Millionen und darüber bringen. A,

en —* Griechenland. h * * — “—

Athen, 28. Jan, 400 Freiwillige aus Kreta sind auf
inem französischen Dampfer, von turkoägyptischen. Dampfern be—
aleitet, im Piräeus angelangt. ιι να——

4 — — * — — z

— Donaufürstenthümer.“ J—— *

u Buch ar e st,aB3. Jan, Der Vater des Fürsten. Karl, Fürst

arl Anton zu Hohenzollern im, Düsseldorf, der kürzlich auch die

unlänische Naturalisation erhalten, jst in dex ehemaligen. Haupt⸗
tadt der Walachei, Tergovist rordwestlich von Bucharest), zum

Deputirten /in den gesetzgebenden Körper gewählt. u

— V J Türkei. ————

bn stantinopeél, 28, Jan. Allgemeine Niederwerfung

iuf Kandia wird gemeidet. Die Waffen wurden niedergelegt und

200 Freiwillige uͤnd bereits nach deim Piraeus eingeschifft; 600

ind an der Küste bersammell und harreu gleichfals auf Ein—

chifiung nach Griechenland durch französische und türkische Kriegs⸗

—A— ι

leee bean n jun Rußlandenir e l nettünt,

St. Petersbieg, 22 Jan?“ Dab Petersbutger Jour⸗

ial veroffentlicht eine Cirkuiat⸗ Depesche des Fürsten Gottschatoff,

jegleidet von einem Memorandum, worin der römischen Regierung
ie Veruntwortung für die Aufhebung des Concordats in! · Ruß⸗
and zugeschoben wird. 2* —— 51 ιι

Amierika. “ ne * — 9 sm

RNew-York, 58. Jan. Die Legislative des Staates Ohio
jat das Verfassungs-Amendement angenommen. Die gegen die
ie canadischen Fenier ausgesprochenen Todesurtheile wurden in
wanzigjährige Gefängnißftrafe umgewandelt.

New-York, 9. Jan. Man glaubt, Hr. Thaddeus Ste⸗
ens werde im Congroß den Vorschlag machen, daß im ganzen
Szüden der Belagerungszustand erklätt werde — Die canadischen
Zehörden haben sich geweigert, auf das Verlangen des Hrn. Se—
vard, bezüglich der Documente, die den Feniansprozeß detreffend
inzugehen. — Nachrichten aus Merxiko melden, daß Juarez fich
jach Durango begeben hat, um aus dieser Stadt seine Residenz
u machen. Mehrere Dissidenten-⸗Generale haben ihren Beitriti
ur Sache Ortegas erklärt. Letzterer hat eine Proclamation ver—
uffentlicht, in welcher er seine Anrechte auf die Präsidentschaft
useinandersetzt. Die Dissidenten haben Mazatlan besetzt; es
jeißt, sie hatten beim Eintritt in diese Stadt große Grausamtkeiten
—

New⸗York, 12. Jan. Die Legislatut von Michigan
zilligte die Anklage Johnsons. Cortinas drohte abermals, Mata—
noras anzugreifen. Ein Abgesandter Bazaines unterhandelt an⸗
eblich mit Juarez in Durango über Anerkennung der französi⸗
hen Kriegsansprüche. Marimilian verweilt noch in Puebla.
Scobedo marschirt gegen San Luis Polofi.
        <pb n="43" />
        * — ri J. ht — 878 * 3

I ru shen.“ durs Pamnt Tatis hat sich it der Schan
spielerin Kreutzer vom Aktientheater in die Schweiz hegeben und
um die Entlassung aus dem baherischen Heeresvetbãnd irachgesucht
Speher; 28. Jan. Heute fruͤh ist mit dem Aufstellen
der hiesigen; Schiffbrücke, so wier mit jener? vet!fliegenden Fahre
in Rheinhausen begonnen worden⸗ so daß bis Nachmittag *
oder 2.Uhr beide Pafsagen dem Verkehr, wieder übergeben; wer⸗
den foͤnnen. 2 4* 4 ** * J * — —*
ii Der Frankfurter Pferdemarkt wird, neulichem Beschluffz des
betr. Ausschusses im Einvernehmen mit den preuůßischen Behorden
zufolge, auqh fernerhin in der seitherigen Weise abgehalten.Die
tadtijchen Stallungen werden von der darin bis jetzt befindlichen
Fecabron Dragoner am J. April geräumt und dem Ausschusse
sur Verfügung gestellt. Der Markt ist auf den 8., 9. und 10.
sipri festgeseht, mit demselben, wird Leine, Preisevertheilung und
eine Lolterie verbunden, wozu 40, 000 Loose ausgegeben werden,

FWiurtembergisches und bdaherisches Papiergeld. Nach einem
zwischen der bayerischen und württembergischen Regierung getrof⸗
fenen Uebereinkommen werden von nun an die wuͤrttembergischen
Zehnguldenscheine von den dem größeren Verkeht dienenden Kas
sen der k. Verkehrsanstalten und der Zollverwallüng; sowit von
den, bayerischen Staats-Finanzämtern an det würitembergischen
Grenze; überhäupt als Zahlungsmittel angenommen werden; eben⸗
so die bayerischen Kassenanweisungen in gleicher-Weise bei den
Kassen der. württembergischen Verkehrsanstalten: uudegGollverwab
tung und den sonstigen k. württembergischen Kassen an der baye.
rischen Grenze. ä

Dem Colner, Dom verbleiben aus der letzten Lotterie 175, 200
Thlr. Die Regierung wird um Genehmigung einer ferneren Lot—
terie ersucht werden. ⸗

p'Beerin? Ver Ksönig hät den Bau einer Festen Rhein⸗
brücke bet Düsseidorfe genehmigtz Die Brücke soll bei dem Dorfe
Hamm über den Nhein führen. ι,

Fleusburg.“ Die „Flensb. Nordd.⸗Ztg.“ berichtet von
hier unterm 18. Januarte „Nachdem gestern wegen des Schnee—
fturms mit Ausnahme des ersten Zuges von Hadersleben und
eines Theild des von Wamdrup abgegangenen Frühzuges weder
Züge hier angekommen noch von hier abgelassen worden, sahen
wir heute: Mitlage gegen· AAlhr dis⸗ heute fruh von hier abgegan⸗
genen 4 Lokomotiven mitmdemn großen Schneepflug zurück
lehren, über und über mit Schnee bedeckt und augenscheinlich nach
uͤberstandener Harter Arheit, die denn auch nicht vergeblich ge⸗
wesen ist, da'es gelungen, dle Bahn bis Rendsburg frei— gu man⸗
chen und die ort seit gestetn Vormittag in ihrer Reise vou Haim—
burg naufgehaltenen Reisendon- hierher zu bringen. Wie wir hö—⸗
ren. hat der neue groffe Schneepfittg an's Wunderbare grenzende
Dienste geleistet, —stellenweise klag der Schnee 2Fuß hoch,
dennoch durchschnitt der: won 30Maschinen getriebene Schneepflug
diese Massen ohne besondere Schwierigkeit mit einer“ Geschwindig⸗
keit von 4 Meilen pet Stunde; durch die Wucht der mit voller
raft arbeitenden Maschinen und die Geschwindigkeit des Anpralltẽ
wurde der Schnee auf beiden Seiten bis zu einet Höhe von 28
Fuß emporgeschleudert, ijja selbst über die Telegraphenpfähle hin—
weg, was dei dem sonnigen Wetter einem imposanten“ Anblift
darbot.

7 Um sterd a m. Ccpilaͤn Hanfen vom Dainpfschiff Am⸗
sterdam“, am 10. d. MewinsHamburg hier ungekommen, brrich—
het, daß er am Sonntage z den 6B, Di, auf der Elbe, zwüschen
Freiburg und der Oste, bei Sturm aus Südost, Menscheu, auf
einer Eisscholle zu erkennen glaubte. Er steuerte sofort datauf
zu und fand wirklich zwei Mann, gänzlich steif und erschöpft, auf
der Scholle stehen. Nach vieler Mühe glückte es, die Unglückli—
chen an Bord und nach einer ununterbrochenen Anstrengung von
xeichlich zwei Stunden durch starke Einreibung einigermaßen, zum
Leben zurückzubringen. Nach sie mit dem Nothigen versehen
worden waren, hat Capt. Hansen sie in Cuxhafen an's Land
setzen lassen und seine Reise fortgesetzt. Die dem Tode entrisse⸗
nen waren der Steuerman Wendt aus Altona und der Matrose Johan
Ulrich aus Putsfleet in Hannover; beide zju der vom Eise durch
schnittenen und gesunkenen hannoverschen Galliot „Pegasus“ ge—
hörig, deren Capitän nebst einem Mann und einem Jnngen der
Bemannung ertrunken ist.

fParis. Die „Presse“ klagt über die Untüchtigkeit der Pari—
ser Polizei, die nicht zu verhindern wisse, daß die nächtlichen Raub⸗
anfälle sich mehren und Leute spurlos verschwinden. Bereits wur—
den acht Personen vermißt, die an einsame Orte uunter allerlei
Vorspiegelungen gelockt und wahrscheinlich umgehracht wurden.
Unter andern ist eine jnnge reiche Amerikanerin, die mit ihren
Kindern in den Champs-Elisdes wohnte, spurlos verschwunden
Die Presse räth dem Publikum dringend, sich des Nachts nicht
leichtsinnig auf die Straßen zu wagen. — Die Beschäftigungen
der französischen Regierung in Cores und Merico scheinen ihr

v Mlassen, sich um. die. Straßen von Paris zu kümmern
I ereis. Die Frauen der höchften Slande, —— aNn
der Spitze, haben in der Mode wieder xinige, bedentende Verän⸗
derungen eingeführt. Die Kleider haben wenig Ausschnitt mehr
agegen sind die Schleppen sehr lanig, die Taille und der Rod
inschließend, die Trindlinen außer Gebrauch, so daß sowohl Tuille
vie Roch die Fotmen ertonnen lassen, Die Mode ahnelt stark der,
welche unter dem ersten Kaiserreiche herrschte. 1241.5
'Baris, A28. Jan., Das große Fackelschlittschuhrennen sand
ackh laggen Vorbereitungen und Verzögerungen endlich. gestern
AbendHleichsamin der letzten Stunde, statt, denn jp der Nachij
'elbst grat Regen und entschiedenes Thauwetter ein. Das“ Feft
rahm einen prachtvollen Verlauf und es hatte nur ein streng aus.
gewähltes, den höchsten und elegantesten Krejsen augehbriges Pub⸗
itum, Zutritt zu der privilegirten Eisbahn. Natiünlich war Alles
taghell erleuchtet und mit Blumen und Laubwerk
vergiert. Ein Dichestet spielte seine schönsten Weisen, die Büffets
waren ausgezeichnet, die Pavillons geheizt und mit dem äußer—
—D
erschienen, und eine ungeheure Menge von Zuschauern wogte um
das Allerheiligste herum. Wie der „Figaro“ meldet, fand, als
nicht offizielles Nachspiel, in den Sälen der Prois frères Proven-
zaux ein lukullisches statt, zu welchem sich ganze und
salbe Welt in traulichem Kranze versammelt. hatten.

Ann f Ein in Bilbao eischeinendes Blaͤtt berichtet, man habe
auf einer nahen Eijenbahnstation gus einem nicht mit Fenst ern
versehenen isenbahnwagen 8. Classe sechs von Frost erstarrte
Reisende geiragen, wopon nur einer wieder ins Leben gerufen
werden konnte Ein Beweis von der in Spanien herrschenden
strengen Kälte. 3 ven ken *
Aus New⸗Yort vom 22. Dez. wirde der“ „Voss. Ztg.“
Rahexes uͤber einen großen Diebstahl berichtet Vor einigen · Ta⸗
gen krschlenen auf dem Büreau der Rohal⸗Feuerversicherungsge⸗
ellschnft zwei elegant dagze junge Leute, anscheinend dem hö—
heren Kaufmannstande n von detten der ine sicht het dem
Viceprasidenten nach dem WBedinguͤngen der Versicherüngenerkun⸗
digte. Da der Freinde angeblich Line sehr. bedeutende ¶ Summe
dersichern wollte, widmele im der Vicepräsident seine ganze Auf—⸗
— ——
er die Prämien für verschirdene Feiträume ausrechneke Der Be⸗
gleiter des Fremden ging nzwischen auf! demi Büretrn' Des. Vier⸗
Fräfidenten, welches sich in den hinteren Räumen degLocals be⸗
findet, auf und ab. In demselben Zimmer befindet!“sich ein! in
die Wand gemauerter eiserner Schrank, in welchemnein kleines
Vlechtastchen mit Werthpapieren umd Coupons aufbewahrt · wurde.
Der Schrank war nicht verschlossen, und der Begleiter des Frem⸗
dem spazierte auf der Seitt, wo der Schraut sich befand. während
der Vicehrasident rechnetenn Plötzlich sagte der Begleiter des Frem⸗
den dem Leßleren, daß etnduf einige Augenblicke fortgehen müsse,
indessen! et! sehr bald mwiederkommen würde.13 Das that⸗ et auch
und erschien nach etttigen Minnten: wirder.aBalde darauf,n nach—
dem die beiden Fremden sich empfohlen hatten, bemerkte der Viee⸗
hrafident, daß das e ee 213000. Doll. enthielt, ver⸗
schwunden ser ⸗Etbliesß Aein Iweifel, daß die beiden-Fremden
bier Diehe waren, “trud sofort geschah Alles, um dieselben zu fan⸗
Jei, indessen ohne Erfolg““ Wien bei allen spolchen-Diebflählen,
scheint es auch in diesem Falle gewesen zu sein, je frecher die
That, desta leichtet delaug sie. Die Diebe wurden in Candia
mideckt und mit ihnen über die Rückgabe der Papiere, gegen
ẽEntschädigung unkerhandelt. —

In einem Brief aus Philadelphia an ein Londoner Blatt
heißleg u. A.“ „Nichts ist haltbar und die Geschäfte sind voll-
jändig der Gnade von Spekulanten anheim gefallen. Jeder ist
gegenwärtig niedergeschlagen und die Hauptsorge des Geschäfts⸗
mannes ist, sich vor weiteren Verlusten zu wahren. Gewaltige
Vorräthe von unverkäuflichen Waaren, todes Kapital, stillstehende
Fabriken, Schiffe die keine Ladung finden; hunderttausende von
Arbeitern und Handwerkern beschästigungs— und brodlos, das sind
die Nachrichten, die uns von allen Seiten zuströmen. Zum ersten
Male nach dem Kriege und seit den nöthig gewordenen schweren
Auflagen wird das Verlangen nach Abschaffung der Reduktionen
)erfelben vornehmlich und die Proiestationen besonders gegen die
xinkommensteuer und die Zölle auf Fabrikwaaren werden von
Tag zu Tage dringender. Der Kongreß wird der Stimme des
Voikes Gehör geben und manche Steuern abschaffen und erleich—
tern müssen, was auf der andern Seite wieder zu einer Verrin⸗
zerung der Einkünfte führt.“
Chicago. Die Großloge der Freimaurer des Slaͤates
Illinois hat die Paragraäphe ihrer SGlatuten, welche die Neger
'on ihrer brüderlichen Gemeinschaft ausschließen, für aufgehoben
erklärt. Es können also von jetzt an auch „Farbige“ aufgenom—
— — Die Anregung bierzu ging von einer dentschen

ane aus *
        <pb n="44" />
        13633 ——
Güterversteigerung.
Samstag den 2. Februar 1867des
tagmitge an 2 hr zu St.Ingbert
n der Wirthsbehausung von Joh..Adam
Beck, lassen die Wittwe und Kinder des
dahier verlebten Bergmannes Peter
Reit er ihre sänmmklichen Liegenschaften—
Si. Ingberter Bannes öffentlich versteigern,
niche 777—
Pl. Nr. 360. 7 Dein. Pflanzgarten beim!
73orellemveiher.
Pl Nr, 3636. 101 Ruth. Acker allda nebemn
Hänrich Lindinger u. Wittwe
dlein in2 Stücken
Pl. Nr. 2910. 34 Ruth. Acker am Sehen⸗
rech' neben Joseph Fries u.
3oh. Jos. Uhl Wittib.
—
, centhal neben Peter Berrang
ind Mathias Gries. —
l, Nr. 3686. od Ruhen Wiese in den
n Polaschwiesen neben Johann
F ihl Zimmermann u. Peter
cchwarz, Schmied. *
PNr. 38881 67 Dez. Acker rechts in den
RKastler⸗Röderm neb. Ad. Bech
u. Joh: Jung Wittib.
Pl. Nr. 3936. 63 Ruth. Ackeer in der Au
neben denselben Nebenliegern.
St. Inghert den 26. Januar 1867.
atn FSorn Kgl. Notar.
RAICIAG.AIIXCCCC. XCAXIVI
Güterversteigerung.
pes den 9. Februar —8
Nachmittags um 2 Uhr, zu St. Ingbert
n der Wirthschaft von Bäcker Hellenthal
lassen die Erben des dahier verlebten Acke⸗
rers Michael Spohn die nachbezeich⸗
aeten Liegenschaften Ste Ingberter Bannes
n Eigenthum versteigern, als: s
21344 Ruthen: Ackerland am Schaaf⸗
auweiher neben Schmied Riesu. Georg!
Peters.
45 Ruthen Acker auf dem großen
unFlur UJ. Ahnung, neben Franz
. Jacob Schmelzer nnd Joh. Feichtner.
u 79 Ruthen Acker. aufe:ndem Hobels,
4 neben Franz Joseph BehruWittib u.
2i Joseph Schaudt. ν G
1208. Gartenstücke auf dem Hahnacker,
nejedes zu 323 Ruthen, neben Jacob
in Fuchs und Carl Feichtner..
n103 Dezimalen Ackerland und Wiese
d in der Rischbach neben Johann Best,
.Johann König u⸗Brüder Schmelzer.
St. Ingberk-den 25. Januar 1867.
Horn, Kgl. Notar.
Zu Verkaufen. —
Vier Hausplätze, jerder 2 Mor⸗
jen groß, vom Berg bis an den Mühlweg
'ahier gelegen, sind ünter sehr günstigen
Bedingungen zu verkaufen. Diese Plße!
zjewähren noch den Vortheil, daß aus ihnen
Zie ndihigen Bausteine gewonnen werden
bnnen. * J e
Näheres“ im' Geschäfts— und Consulta—
ons- Büreau von3
——— H. S ch —X p f
4Vigs -vin Casé Oberhauser.

2 4 4 — * * 2
Mäntel⸗ und Decken Versteigerung
Preret . .5 in St. Ingbert 9 ι 7 111*
Nittwoch den 80. ds. Rachmittags um. J Uhr werden imm Hause des Hexrn Gastwitth
— Jung eineg große Partie Mäntel und Decken, sowie eine große Partie
Ztrobsacke und Stiefel versteigern.
7 Wontha den A. Februar
Jahrmartt
u α in St. Ingbert. —
——X 4
α — α
— Anzeige uα—
A En ———
J beehrt sich ute cenut
niß zu bringen daß ern auf. der
Schnapphach im Hause von Wendel Schwarz
ine Werkstätte errichtet hat wo zu, jeder
Zeit alle in sein. Fach einschlagenden Arbei—
en prompt. und billigst angefertigt werden
oͤnnen und bittet. derselbe um geneigten.
Zuspruch. N. α ι_ιι
MS Auch sind immer fertige See⸗
gras⸗ &amp; Federmatrazen nebsi Bett⸗
laden, auf Lager:. ι n
ν— ιι,
l
.Sotuter u. Tabegernt
Versteigerung
V ie
von Pappelstämmen.
Zreitag den e gFebruar, Wittahe
Uhr, werden in der Wohnung des Ad—
unkten zu Neuhäusel 258 Ygppastam
ne und Abschnitte von 7 bis 16 Zoll
Durchmesser, au der Districtsstraße unter⸗
alb Kirkel lagernd, versteigert. J
Neuhäusel 21. Jan. 867 9

171

α
—
Ein junger Mensch kann unter vortheil⸗
haften Bedingungen in die Lehre treten,
auch sind alle Sorten Möbel, für deren
Hüte ganrantirt wird, vorräthig.
uPh. Weirand,“Schreinet.
4 —A
— frte
Dorfzeitung.
d, Jahrgaug 1867.
Monatlich in Heften von &amp;45 Bogentezu
dem billigen Preise von 838 Sgr. .12
kr. Die Dorfzgt. kann zu gleichem Preise
ruch in Wochennummern bezogen wer den
Alle Abnehmer erhalten eiue Prämie in
Aan uFarbendruck.
Bestellumgen auf dieses so beliebte Jour⸗
nal nimmt an die Red. d. Bl.
0
ANnnonꝑe æ,—
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft
von Gebr. Pfei er in Frankfurt ac
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8S.—
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats;
zapiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank
ind industriellen Actien, Incasso von Cpuß
pons, Banknoten,“ Wechsel zcauntern Zue
icherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1per mills o hnet
fegaliche so n stige Spesenprut
— ——ñ —
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗e ꝛc. Preise der
Stadt Homburg vom 23..Januar.n
Weiz'en 8 fl. 2kri Korn 6 fl. 4 ttr
Spelz 3 fl. kr., 15 Gerste, — reihige, — fIl.
— kre, Mischfrucht — II. — kre.,“ Hafer
1ufl. 15 fr., Erbsen — fl. —trl, Kartof⸗
feln Ufl 12 krr⸗per Ztr. Kornbrod, 8Kgrẽ,
27 kr., ditto 2 Kgr. 18kr., ditio nb Kgt
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 tr 2Qual.
12 kr., Kalbfleisch 13 kr. Hammelfleisch
4 kr., Schweinefleisch 16 kr., Butter 28 kr
der VPfd. — de rnet
— — — — —— —
u Frankfurter Börfenn
ν Geldsorten nt o
vom 24. Januar 1867—0 .
vistoleennn f. 9νν
ollandische 10 fl.e Stucke 0, 48860
ucaten ι ι
dussische Imperials ü ! —
0 Francs⸗Stücke . 924—αια——
xngl. Souvereings11 48 -52
Zreußische Kassenscheine . 14/4. -45
hold per Pfund fein —— 1
vochh. Silber per Zoll⸗Pfund. r —*
Hollars in Gold 2 26 7
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.. gechisietnei »

Pariser weißer flüßiger
Leim
Ddes General⸗Depots von Carl
Hohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlose Leim wird kalt
ingewendet; er ersetzt vollkommen den Klei—
terx,z den Leim und, den Mundleim. Man
jebraucht ahen um Papier, Pap⸗
vendeckel, Porzellan, Glas, Mar⸗
mor, Holz, Leder, Kork u. s. w.
zu leimen. Derselbe sollte daher bei keinem
Handwerksmann, auf keinem Bure⸗
au und in keiner Haushaltung fehlen.
Für den Erfolg wird garan—⸗
tirt.
Preis per Flacon 8, 12 und 20 kr.
Allein echt zu haben bee
Fritz Panzerbieter
J in St. Inabert..
Geschäfs-Empfehlung.
Der ergebenst Unterzeichnete beehrt sich
en verehrlichen hiesigen Einwohnern und
Imgegend die Anzeige zu machen, daß er
ich ais SEchneider hier etablirt hati,
ind bittet um geneigte Gönnerschaft. Durch
aielseitige Ausbildung in seinem Fache
zlaubt derselbe allen Anforderungen in die⸗
em Geschäftszweig entsprechen zu können,
inter Zusichernng reelley und prompter
Bedienung
— —24 — St. Ingbert den 22. Januar 1867.:
— VBückinge Sorenz Heil. Schneidermeister
bei Fritz Panzerbieter. wohnhaft bei Herrn Conditor Rickel.
—
        <pb n="45" />
        — —— dun i να ιιιν ten d ütth uieg un
4 t— C i: 1 —ue M , MA ι
—5 — J ) — ii—⸗ i. 7 6 34 531
7 9 —ABI in geein * IBE 2RI. in LE nun
* ⸗ 5 ν —244 — Wii. M M — e eo
— α ινα ι ιι —
— ιν ι un ptrt νι ν— ani ιννιν u ιν
fim; Tuoa lot ichin quit α! ————— tiöν si
233 ö ι JJs ——bé ilich vrämate Dienfit nh onlet sstü
Per 81. Inaͤret — ———— snen Unlerhaltuutgsblaͤtte etscheint woͤchentlich dreimiat Dib nstagnwannebsräg
det Inabe er Anzeiger zu ee * 32* * 5 383 Aii, *
cnh Samsta g Abonnemennsnrejs viertelichrig 43 Krzt, Anzeigen werden jmit Z. Krzt. die decsolnnge Zeilz Blatthchrift dderaderen
n* ** 24* — ee —2 a I 119*
a — 3 Raunmi berechnet. ———————
— — — —— 7 77 —J A z

—— ienstag den 2 3* ret rra 8 7.
Nro! 13 6.u ni t — — Dienstag den 29 Januar Vννιιν — 1 6

i * — — — — ⸗
Din mön uuetl ut — 1 a· e iech
ꝛ ι nu, Deutschlaud. mettt ein
München, 24. Jan. Der Club Langlois hatte bejchlossen
falls der Anirag auf Erlaß einer Adresse nicht zurückgezogen würde,
motivirte, Tagesordnung zu beantragen. Obgleich nun dieser An⸗
trag nicht eingebracht wurde,so ist er doch don großem Interesse
da kr die Stellung des Centrums zur deluschen Frage präcisitt,
vir iheilen ihn daher seinem Wortlame nach mit
iDie Kammer ver Abgeordneten erklärt unter Bezug nahme
auf den Antrag der Abgg. Adt ind Consorten vom 14. d, und
die vom Staaisminister Fürsten v. Hohenlohe in der Sißzung vom
19. d. gegebene Darlegung? 1) Die Einigung det Gesammtzahl
her deuischen Stämme und, soweit dies nicht moöglich; der großeren
Zahl derselben unter einer fiarken Centralgewalt mit Wahrung der
Amonomie der einzelnen Staͤmme in ihren besonderen Angelegenheiten
und unter Sicherung der Freiheit des Volkes dürch eine ausrei⸗
hende parlamentarische Verfassung erscheint auch uns als der an⸗
zustrebende Zielpunkt der bayerischen Politik; die zur Erreichung
dieses Zieles nothwendigen Opfer zu bringen, wird das bayerische
Voll mieht anstehen. 2) Ein Eintritt in den norddeutschen Bund
erscheint zur Zeit und bei dessen jetziger Gestaltung weder möglich
— mit der Staatsregierung vollkommen
bahin einverstanden, daß kein Schritt geschehe, der der schließlichen
Einigung Deutschlands störend oder gar hindernd in den
Weg treten könnte. 4) Inzwischen ist eine Wunn mit Preußen
zum Schutze deutschen Gebseis und deutscher Interessen durch die
segige Lage der Dinge dringend ge oten.Sie sst auch nicht min⸗
der wichtig für unsere eigenen staatlichen, wie wirthschaftlichen Zu⸗
stände. Die hierdurch gebotene Erhöhung unserer Wehrkraft unter
Zugrundelegung der aligemeinen Wehrpflicht halten auch wir für
nothwendig, wollen aber dabei auf die Schonung der wirthschaft⸗
lichen und finanziellen Kräfte des Landes jeden! mitder Errei⸗
chung des Zweckes bereinbaren Bedacht genommen wissen⸗Im
Falle eines Krieges für deutsche Interessen wird die Stellung der
ʒahyerischen Heeresmacht unter Preußens Führung nur vollständig
gerechtfertigt sein. — Da mit diesen unjeren Anschauungen die
zrwähnte ministerielle Erklärung im Wesentlichen übereinstimmt,
sohin ein Grund zur Erlassung einer Adresse an die Krone nicht
zorliegt, so beschließt die Kammer der Abgeordneten den Ueber⸗
zang zur Tagesordnung. Feustel, von Perfall, Hänle, Breiden⸗
bach. Carl Barth, Schmidmayer, Hirschberger, Dellefant, Anton
Schmidi, Dandl, Meder, Hohenadel. Widmaͤnn, v. Münch, Mandl,
leber⸗Vierling, Graf Rambaldi, Wiedenhofer. Förg, Dr. Streit,
Schobert, Bischoff, Rother, Th. Wagner, Wild, Joj. Wagner
Ropfhammer, Schreher, Scherbauer, v. Schulteß, Franz, Grünwald,
nirschner, Rebay, Thürmayer, Schönfelder, Karl Weiß, Windisch,
v. Morett. ——
Fine Fusion des Club Langlois (Centrum) mit, dern Fraction
Stenglein Gechte) hat nicht stattgefunden. 3—1 7

München- 25. Jan. Der Abgeordnete Umbscheiden- ist
aus dem Club der Linken ausgetreten. In Abgeordnetenkreisen
spricht man davon, daß Herr Umbscheiden in das Ministerium deß
Auswärtigen treten werde.

Munchen, 26, Jan. Im Befinden des Königs ist eine
Besserung eingetreten, doch mußte er noch heute im Zimmer blei—
ben und“wurden noch keine Audienzen ertheilt. Wiederholt muß
ich bemerken, doß durchaus noch keine Bestimmung über die Zeit
der Vermählung Sr. Maj. getroffen worden ist. Die offizielle Ver⸗
kündigung der stattgehabten Verlobung.dagegen steht in den nächsten
Tagen bevor. Die Antunft“IJ. Möi. des Königs Otto und
der“ Konigin Amalie don Griechenland: wird. heute Abend mit dem
letzten Bahnzugeerfolgen. Meine neuliche Mitteilung, daß eine
Einigung der vier südwestdeutschen Staaten über Ministerconferen⸗
en zu Stuttgart zu dem Zwecke der Herbeiführung einer gleichen
Heeresorganisation bevorstehe und daß von Bayern dazu die; An—
egungausgegangen sei, finden Sie. jetzt vollkommen much won
Zarlsruhe aus, bestätigt.»n Die Ministerzufamnenkunft. wird am
3. Februͤat zu Stuttgart staltfinden. — Die Commission bayeri⸗

— —
scher nuund würlteinbergischer Offiziere dexen Aufabe ist, sich wor
moglich über die. Wahl her gleichen Schi eßwaffe für die beider⸗
seitigen Truppen zu einigen, isi heute nach Augsburg, gleichfalls
zu Zweden, die mit ihrer Aufgabe iu Verbindung stehen abge⸗
jangen —Mit dem Befinden des . Stadteommandanten von
Münchtü, Generalmajor v. Walther. geht es enischieden besser —
Morgen wird die ersie Aufführung der Afrilauerin⸗ im k. Hof⸗
healer stattfinden, und am 31 DZJatgugt die aee die
4 66t Zig 53
Muuchen, 26. Jan. Vvirh Beschluß des Zandelsmini⸗
sleriums vwird das Telegraphenwesen in Bayern, vom ersten Fe⸗
bruar beginnend in sechs Verwaltuugsämter. mit dem Sitz zu
München, Augeburg Lindau (), Nürnberg. Hof und Ludwigsha⸗
fen eingetheilt; die befreffenden Verwalter sind bereits ernannt.
Rl nber z 20, Jan. Wie der „Nürnb. Anzeiger“ be—
richtet, ist der Lieutenaut Rittmann—, welcher den ersten Anstoß zu
dem in dex Person des Generallieutenants Siephan gipfelnden
Koͤnflicie gegeben hat, von hier nach Neumarkt persetzt worden.
.1., Dienstesnachrichten. eee shg 6 —
Durch Reg'eruugsbeschluß vom 25. Januar wurde das Ge⸗
meinderathsmitglied Berger zum Adjunkten der Gemeinde Ram⸗
zerg ernannt; ferner wuůrden, die Forstgehilfen Eduard Neu zu
Jägersburg zum Revier Bergzabern, Forstamts Dahn und Ju⸗
uus Richter zu Bergzabern seiner Bitte entsprechend zum Revier
Jagersburg, Forstamis. Zweibrüchen, beide in gleicher Dienstesei⸗
genjchaft und vom 15. Februar . Jd an versetzt. *5
Dar mista dt, 25. Jan. Von gewöhnlich gut unterrichte⸗
ler Seile wird uns versichert, daß hente eine Depesche von Ber—
lin angekommen sein soll, in welchet, Prinz Ludwig den Abschluß
einer Hilitärcunventionfür das ganze Großherzogthum mit Preu⸗
zen gemeldet. Ueber den Inhalt der Vereinbarungen verlautet;
daß die hessichen Truppen in einer, Division in der Stärke von
18000 Mann vereinigt im Großherzogthum bleiben. Zu diesem
lipen Stamm trittein Kriegszeiten eine, Reserve von 12,000
Mann, welche alsdann unter den Oberbefehl des Königs von
Preußen gestellt werden. 3
Ddannover, 28. Jan. Der Hannov. Aur.“ meldet:
zzis zum 15. d. M. haben beim Generalgouvenement 525 ehemals
zannoversche Offiziere und Militärärzte ihre Bereitwilligkeit er⸗
art, dem Koönig Wilhelm den Eid zu leisten. Darunter 9 Ge⸗
erale und 89 Stabsoffiziere, Um gleichzeitige Pensionirung nach
dreußischem Gesetz baten von denselben ð Generale, 31 Stabs
offiziere und 30 andere Mitglieder des Offiziercorps der vorma⸗
ligen hannoverischen Armee. Ziehen wir die letzteren von der Ge⸗
ammtzaht ab, so werden 456 Offiziere und Aerzte in active
preußische Dienste gehen. Um Pensionirung nach hannoverischem
Reglement (wobei kein Eid vberkangt wird) suchten 72 Offiziere
rach? Gar keine Erklärung gaben 90 Offiziere ab ·.
7 VSerfin:24. Jan. Die belgische Presse hat in der letzten
Zeit in minder vorlautem Tone gegen und über Preußen gespro—
Hen, sei⸗ es nur, weil sie selbst Ansah, daß sie einen falschen Weg
betretent hatte, sei es, daß derx osterreichische fürstliche Inspirator
daß ebenso Nutzlose als Unpolitische/ ja den oöͤsterreichischen Zu⸗
unftsplänen, geradezu Schädliche seines Beginnens erkannt hatte:
Belgier, auf deren Stimme Gewicht zu legen, sprechen sich über—
dies dehin aus, daß der kleine Staat weder von Preußen noch
on Deutschland etwas für seine Integrität zu fürchten hat, daß
mdererseits selbst der französische Theil der belgischen Bevoͤlkerung
hon einem Anschließen an Frankreich nichts wissen will, daß aber
gerade das Belfern der Presse gegen Preußen dahin führen Lönute,
Erwägungen über die Neutralität Belgiens. herbeizuführen. Die
Belgier mögen in Ruhe sein. Wir in Preußen wissen sehr gut,
aß die belgische Armer für sich allein einer Großmacht nicht Stich
halten kann, daß sie aber jetzt schon und in noch viel höherem
Hrade nach ihrer Reorganisalion ein nicht zu unterschätzendes
Zilfscorps für diejenige Armee bildet, auf deren Seite sie sich
ellt; wir wissen ebenso gut. daß die Belgier denjenigen als
        <pb n="46" />
        ihren Feind ansehen, os welcher ihr - Laud mite Eroberungsge⸗ könnte. Er soll die Presse nicht olastigen und 8 in, die Wah
e — ritt, 8 di —— sich sofort gu —7— — — —5 — —
Seite den Gehner Ides Kdoblrunge fuhtigen stelzn. Beigsent nug darnaüch treben seine Dugstg zu stürzen. inen aͤr
— 8 5 3 e Plchen Stellung —— naͤchgesehen werden;r und doch
diesent ** aug muissen wir Wroßmnh und Hochh digekömnten ·wir Kroß llchent nur ingern laubend daß diess Verbesse
keit üben gegen die Ferblendete, Kon ungeschickten Diplomaten ver⸗ rung der Verfsassung ved letze Schritt sei, den die große Aranzb.
leitete und irregeführte belgische Presse, welche besser thäte, auf sische Nation hoffen kann auf der Bahn zu Freiheit, Fortjschritt
die Neugestaltungen in Frankreich ein wachsames 3 zu richten und —A— m 9— e n, —
Kaiser, nicht mehr ext. der Situgtion jst, im Innern anzun nen daß dag, was uns pa gnothwendig das Beste fü
In ce — a— n 9 — Wir. hahen —
e c Jauti Der! ——— Hheute Vextraen auf die ackvolle Kkughelt zu blicken. welcht isg fange
die Finanzetats für 1867, welche mit folgendem Gleichgemcht die innere Regierung des Kaisers gekennzeichnet hat; aber wir
a tziegen Kurhessen 5.7 40. 000. Thaler Honen 6 asze Stuse noch einmal ——
Ie Der „Staatsanzeiger“ publicirt ferner — daß das mcht vie Krönung des Gebäudes ist, und daf Frauitei
treffend die Aufhebung der Rheinschifffahrtsabgabe Wie di emn wen goheter Meß pwnFretheitderdient · und rinee e
Lreuzzeitun meldet Iteht die Zerufrug des Herrn pTrott (aus erlangen wird, als die sehr winzige Dosis, die, wie man ihm sagt
—— enne 66 ——
——— —
ede eshesehte J——— As—— —— kꝛin Itallen. eno jun purinke 220 ll
u be e Itteeneniee geituuz ir ngg —
— ——— sidunstage ind omf u den I dtaten bd Jen zuselg
3 de d änen feien Staalseigenhuntenn M Frönprinze, an den Hof von Wien mit einem Hestathsprojelt in
Schlussz: dje Domänen feien Staatseigelsthume isrten ee henn ete
e dege Vr Dehtischen Roten deh hecshizhe, Verdindumg georcht. in — ———
— J———— 286 vn Invesuitte V Funt sen angetniupft. sein sollei. „Nan sprich on finer Prinzessin
nen Machte durch helche dle Anerkennung der Invest —55 e ntet
sten von Runänien definitip exegelt wird, sind mit Ausnahme wee intt V 3 —— vb —
der russtschen die in anderer — Linigen —5———— Vlse *
—— gegangen. latt voh Raffäu Unbher n an eene en nten tene h an
Jan Prmz icotze woh Rahsen ind he sler dog Ausworligen gehabt ha Fr. ist zum Gesandten in Wign
n e den e gn lgegadt hatGrei 3 ten in.
üenfrage noch micht gelöst ist. Jeber den Eintrilt des Prinzen —— —— z ucht brbretteg J
667 ee ist hier michts bekunte Ix n gris war m⸗ Freitag das werucht verbreitet König
—— ——— —
onnt in det gigt pon de Wee deehe en e e ee e dn deuect dede
dadlen die Veertuhng het bog a ei e diesce Er ganzinisers Scialosa badem — —B——
eigniß hier eine allseinge und freudige sei. In dieser Theilnahm e ine ———
werden d aie Zreundsct ntadegiegümgen ud dier Zundesgenoß st —— Aohesanbier e —— eie
——— shhhe e
ebenso Ausdruck finden, wie“ der Gedünke —F Freundschaftsbande nee b
wijchen den Herrfcherhäusern Bayeruß unde esterteich.r Miit gann. Hlalien. p 03. o iclie Futlu
r de ittttu —— — Jau dieihie sagt.es, iernstlich
Wunchen und Hoffnungen an⸗welche heute jebe Vahernorusbebe die Rede davon, auf der Insel Freta ine halhutabtängige Regie⸗
Wün offnungen an, ια ee rung unter dex dphen Seranctan der Whorte zuerticten eg
een uh⸗ —— 3 —7 dem Pꝛuster dessenwas. in den Dongufuͤrsten hihmenn besteht. Ee
nit na e, Frankreich. σ . seien vu —— Dndadnine n eu
Piaris/ 26. Jan,n Die: außeroideutlichen gruchtse enin Ge große Ausficht auf Erfolg haͤtten Sein uͤberflüssig hinzuzufin
eeer ee die ualienische Regecun
oerleibirg Kreta's der Cykladen/ sowie eines Thetles bonThee allenihren Einfluß aufbietet in dem der griechischen Bedtdskern
alien?in das Konigreich Griechentandu , günstigsten Siunene —F )ιN l, u —
uuß; a i 3 7Jan Dero Monitenr beröffentlicht ein kai⸗ ι Spauien- , ö
—W Decert⸗datitt vont 25. Jan!nwolches denn Senate und In Madrid ist einen Ministerkrisisn ausgebrochen. Narvaez
dew gesetzgebenden Koörper⸗auf den 14. FebrisdeeJ. einberuftirt! wird dem: Vernehmen nach, an der Spitze des Cabimettes bleiben,
eNag deile, 24. Jan. Die letzten Briefe aus Rom mel— seine Gollegen aber durch den General Pezuela und seine Freund
—W dienpapstliche Regiernũg das Wisa der⸗ Päfsen bel Eisen⸗ (sie gehören zut diußersten Reaction) erfetzen. In Madrid werden
ahnreisenden abgeschafft Hat.Diwl in den Bergen massenhaft Unruhen befürchtet, der Mangel an Nahrungsmitteln dey don
zesallene Schnee hat zahlreiche Busgunten in die bontinischen Suͤm⸗ herrscht, soll die Aufiegung noch vermehrt haben.“ Kahlreiche Ar-
pfe getrieben · J an beiter, die ohne Beschaftigung Find,wllden nach den letzten Nach.
toitini d Aνα richten( hei vem Mafor versat b Amnr Wrod zu ——
Ber if —— —— en sühaͤcheicht FZrantreic e
cüeie e an, — * gsus junden. Anlaß dazu gab die Entdeckung der Redacrion und Dru
unlerhandele mit Belglen. Hollͤnde Nd der Schweiz über Errich unden. Anla ea— recele b
tun nee golberee ist guitem Vernehmen nach pollfigndi derei des geheimen Blaties Et Retampags.. Ein anderes ge⸗
nen ButwertinhAaiste gutem Vernehme mernon geimes Blati erschien jedoch sofort Am ISe wurden? alle Wachi⸗
gzru Auuiiug bou iu gull — —— posten in Madrid verdoppelt. J 9
32 ueu England. Maldrid, 26. Jan. Indem NReorganisations⸗Derret wird
Lon don,a2a Jan Dien, Times“ sagt über die fran⸗ der Effectivbestand der Armee aufl: 200000. Mann festgesetzt und
sijchen Nefvrmen eiWivr ierfahren von einer nicht geringeren Au⸗ in drei Kategorien eingetheilt: erstens die stehende Armee deren
orität, als dem Kaifer der Franzosen selbst, daß er⸗ so eben in Contingent durch die Kammern sestgestellt wird, zweitens die aciv
den Institutionen Des Kaiserreichs ulle Verbesserungen⸗:deren sie Resetvewelche zur Disposition der Reglerung heht n drittens
faͤhig seien, angebracht. habe, uns daß somit die Kroͤnung des Ge⸗ die Reserve zweiter Classe, welche durde ein Specialgesetz untet
baudes vollendete seize Won jeht um hai Frankreich in Bezug auf die Waffen gerufen wirde Die Provinzial-Miliz wird abgeschafft.
eine Vorfusfung wedor Liwas zu hoffen. noch, zu fürchten. Die Türkei ————
Zeit des Provisoriums ist worüber Frankreich ist nach eine Vor. ustan tinvnel. .
mundschaft vow I8.Jahten endlich großjährig geworhen. ern grie aia ne — Ie ddinennias
man die Fehlbarkeit menschlichen Üriheiig umn die außerordentlich 2883 geht ab, un Kandidten amiljen nach Griechenland
Beweglichteit französischer Institutinen, so wird mt Bedaus uberzusiedeln. pimeire i ,
xrn müssen, daß diese Maßtegeln mit solcher Bestimmtheit als i 0* rι—“— —”,
endgültige angekündigt werdem Dies Gefühl wird sich eher stei. Mew⸗eYork12. Jan. Die Frage/ob der Präsident Ver⸗
gern als schwächen, wenn wir die Natur der alg endgültig dargesiell⸗ zehen begangen hat. schreibt der⸗Times⸗Correspondent aus Was⸗
ten Veraͤnderungen betrachten. 1.Man muß ohne Frage der Stellung hington — die ihn einer Anklage unterwerfen „Fliegt jetzt in der
bes Kaisers etwas zu Gute haltene Aus Rücksicht auf die offent· hdand des richterlichen Komite's welches bevolhnächtigt ist, Zeu⸗
liche Meinung Frankreichs ist er gezwungen,“ seine geseßgebende gen zu laden und zu verhören, und das Resultat feiner Umersu⸗
Versammlung durch allgemeines Stimmrecht wählen zu lassen, hungen in einem Bericht dem Hause vorzulegen. Es unterliegt
und dann siehr⸗er sich gedrängt ihr ein Maß des Vertrauens Linen Zweifel, daß sich vor dem Comite hinreichende Klagepunkle
zu schenken,. das eine so gewählto Versammlung niemals verdienen iuden werden, um nach der Ansicht der Radicalen eine Anklage

J
        <pb n="47" />
        u rechtferttger — ——— üichr ist daß Hux, Mädchen von der Kr ys it J purden pe ie⸗
sde —BS——— — —— — Abegpre chen. n ty
außerst günstig; die Mitglaedex desse ben sind, mit einer vder zwen Die deutschen Zeitungeh, weld ęngch Frantreich eingehen,
Ausnahmen, Radicale vön er extremsten Richtuͤng. Oberst⸗Forney verden dort in solchen Massen merdrüct und it Besglag de
cute unnd nod vochsüchtitte von ahen Feinden- des egt. daß man fast annehutenn muß. astehe din huht us hon
srasidenten schreibt im ,Tone des Juhdels z., Das Commite Icheint cnschen . Grundem sondee. weilichtswurdigte ftumdsche Sith,
die sür seine Arbeit ausgesucht zu sein··· 32 —
F fParis. Hier haf sich ein Verei gebildeß her 78 wordjtul
Ber mii sich 8ανιιι ι_ . gelanut undegeschätzt zu e e c e
ac y MiiemchaAm,LAo0Jan.stocht aunlicher Belanmbgabe wur⸗ hochftehenden Juden eine NMianes anixerzollee gegzündet. Vexen
da dieser Tuge auche mit der Ausgabe / dex unverzinslichen Kassen⸗ Zwechiift.fun ee jind den siitlichen ie ihe
anweisungen zu 50 fl. begonnen. Zlaubensgenossen? gur wirhen, den genjgen, welche inni eeg
de det aulge Big amis Manchen La. Jpau. geschriebem mind als/ Judenrnelden wirkjaine Hülfs augedeitzen zu gssen And jede
soll Richard Wagner im März wieder dort einziehen. Uebrigens Schrift zu unterstützer dige ignet ist Jolche, Resusttaten ne
spricht sich die Allg. Zeitung gegen den Bau eines euei idaalen de Der! Werein J sins BBe —**
Vollsthealenan mid dössen urstemuSiteinucar Krundstein zu einer zroß und mächtig geworden und seine ——— hale se Abeß
Ruine gelegt würde; auch die neue: Meilcht ußzM Straf wäre ein die ganze Erde verbreiteta Schon wg
Luxus. ν— 54, Turopas die untenuncine etseuigen Gesetze gugestrebt — 53
Ludwigshafe aöα Ju waml zhsttt langt, welche dem Grund —3— eee eh
der Pfalz“ enthält eine Bekanntinahunge naece herechtigung widersprecheun air — ei et genge
d. Jh durch welche zur allgemeinen Fennintse gerach 532 — setzt sind; er hat die Geshige der eaeeeee
der zum Consul der Verenigten Staaten von Nordducrita dr⸗ edent — in Rarxokko ehag Sythn ß Ictbitn q
nanutę —R—— —— e in⸗die jer hin die I ee eeae In,
Vigenschaft n m cgnnt⸗wor den istsowie d n der Miellung· des iͤberwacht hat seinẽ Vlaubensbrüder vor Verfolgiingen. geschütt
als Deputy Consul ernannten e Sehabiau Federle in ind ihnen die Wege zu e d dün 96 d
Ludwigshafen eine Aenderung nicht einttete, zung von Schulen, anbaͤhnen ae in iczahltIchon
— hbermanenten Kunst⸗ — zunn hn noch
mdstellung Lbhaft/ desprochen⸗And Daram die Woffnung geknüpft. miti jedein Sage denk ihr Programm. besteht nichl jn windjgen
daß Neustadt der Ausgangspunkt eines „ psälzischen Kunstverantzr ————————— große Wexk des Jorischruts der
werden indge, „wozu gerade diese, Stadt dirch shre. Lage. den Humnnißat, dex Vernichtung des Wahns und Fongtismuis, detr
Bildungegtgh buta —B—— Anderq adzughich ge⸗ kinigung det meinchlichen Gefsellschaft in dex Ljebe Adolyhe Cre⸗
eignet staEin Hnchist insostene gemacht, als sich auf dem gieur ist ihr Präsident, Munk und Frant, Mitgliedet des Iin
Schiestnantse berizte jejniges Oelsepptlde, für Kirchen geelauer be· tuts, p Erlanger, Königswarter, Jeval, Ifidor.Vloch,
inden. 4 u aun Abert Eohn sigen im Vorstaude — Respect vor folchen Namen!
Speyur Gemllß der allerhochsten Verordmung vouia Die Reddacelche Cremieur bel der Generaͤlversamnilufig der „Alli—
MNätz I866 —2— 1. Marzel. J, d ragine Lehrcurz für anten un 9. Nov. gehalien. hat, ist ein. Ceues chef d'oeuvre des
e ee erer pr Franlenthal Aeet hecühmen Meisters
welche unter Leitung,' und Anweisung des kgl. Medicinalrathes ir Gehe h
id Bezirtsaitztes Vr. Betunger stehtDieser Unterricht Amfaßt 2 Moniteur gibt die Gesuchsverhaͤttuisse ders wrihe
35 3 oe, a o bver? Weltausstellung kund. Am Erössnangsta vostet das Entree 20
5 Monaͤte, lruft daher vom Maͤrz bis Juli, incl. mit herzVere Sun ed J — —53
Fii de det zl ce n her zBere Friand die Darwitfsolgenden 8 Tage 5. Fr. Vont 8, April an
pflichtung flübe jeden det Schüler, demselben von Aufquge bis zum F eugen e, ——
Ie — zoun ihtt mint fiur vest Cintxiit in Haus und Gartente gFr in die
Ende resp.bis zur Schlußprüfung ununterbrochen anzuwohnen, nhlt annn sur en Fann ] s n
5 —“„.8 o fur erotischen Gewähse reservirte Gartenäbtheilung ußr. ehr!
Mit Ausnohmen jener Badergesellen, welche sich Am 10 März 1867 etne ieeee n
zereus im druͤlen, Jahce Mi enacnnen Serpirzeit befin⸗ ah den reserbi itaget mden e Qliges je gz
den und im Febriar 1868 ad von der bisherigen GaderzApproe 293 — Abonnementstarten —9— ———
hatonspruftingsebmmisslon in Epeyer- geprüft werdem' könneu, gilt tellunglosten furde en 60. Iln uür Verru Tos ge; die Kar⸗
fur alle süigen dig fünfmonatliche Theilnahme amz abigen Unter⸗ len sind jedoh wu für —B—— —— WBu
richte als Vorbednigung, um eine Endprüfung ab legen , oder gent hat das Fetht auf einen Sperrsitz bei der am 18.guli
mit anderen Worten ein elbsistaudiges Badergeschäft, führen Zi —J Preisvertheilung. .e
onneneeDicjemigenidiensich hiefuͤr mehr interessiren, wollen das 464 Paris. Es sstt interessani, das Wachsthum der Stadt
demmachft erscheinende Anitsblatt Nr. 7 nachlesen. *. 3m Zeitraume von fünf Jahrhunderten zu derfdiach 2Imn⸗18.
abuheim. Seu 21. de ist ein neues, sehr elegantes Jahrtzundert zählte Potis *20,006 Eimoohner ʒ aimn —
Cafẽ dune welches Herr ẽ. Scheirmunn in einem Theile 1506,000; im Jahre 1890 200,000; unter Ludwig 4/ 492600;
seines Gasthauses „Portugal⸗-Hotel“ eingerichtet hat, im Jahre 1710 8300.640, im Jahre 1776 658 0003 im. 333*
—— Karts ruhe, 28.Jan. Die Direktion her vbadifchen Ei⸗ Soꝝ 72.00. iin Jahtt 1816 ¶. oB, 8973 im Wahreei ado
senbahnen geht mit der 3 um, die Eisenbahnwagen wahrend d6⸗ und im Jahre 1866.1.825,294. Einwo hner Iiti
der Wintermenate Ddunch Lusheizung zu erwärmen. Es sind zu 4 Belgieus Am 18. 8. M blieb ein mil Ochsen und
diesem Zwecke Hareit dier Rthigen Schritte geschehen Jund' wurbe dämmeln besrachteger Eisenbahnzug zwischen Libramont und Prix
heute fruͤh dem, gach Manuheim abgehenden Zuge ein dazu her. im Schuee stecken. Es währte nicht lange, fo wurde er von 5
gerichtet Wagen angehängt, um die Ausführbarkeit durch Technie Wölfen. welche der Geruch der Hanimel.herbeilockte, übefallen⸗
ker prüfen und nach deren Bewährung eine allgemeine Anwen⸗ Kur den äußersten Anstrengungen und, den entschiedensten. Maß ·
dung eintreten zu bassenne J regeln. der auf dem“ Zug befindlichen. Bediensteten gelang es, die
7 Der eheinalige Bundéstag hat soeben sein letztes Schriftstüd ausgehungerten · Thiere von sich abzuhalten. Ein Wolf wur⸗
herausgegeben. Wanand ihen Bwenedenn sohazenut der Versase de gelodtet: Der stete Kampf zwischen den angreifenden · Wölfen
ser (Kegistrator VLeutheinßer,) vom 3.. November“ 1816bis 24. Au- und abwehrenden Menschen dauerte zwei volle Stunden. Erst das
nust 18086, also in einem Zeitraum von 49 Jahren, 9 Monnten Herannahen ron 20 Arbeitern, cwelcher der Zugführer vor Erschei⸗
Ind id Lagen hat die Versammlung 17 19 Sihungen gehalten, den der Wölfe von der nächsten Station zum Freimachen des
ungerechnet die Zeit des Bestehens der Centralgewalt des Bundes Zugs zu requiriren gegangen war, brachte die“ Kaubthiere zur
om 18. Juli 1848 bis 29. Dezember 1849, beziehungsweise Flucht.
10. Wai 1850. Die Zahl der jahrlichen“ Sitzungen betruge uilse 4 (Eine Heldenthat.) Nach einem soeben aus BuenosAyres
durchschnittlich 33. * * an das vsterreichische Handelsministerium, gingelangten —offiziellen
Die fsüddeutsche Acerbaugesellsaft wird den 24. 25. und Berichte war dort die wackere That des Capitaͤns und der Mann⸗
26. Mai d. J. in Mannheim eine Fettvieh-Ausstellung mit Prä- schaft eines österreichischen Kauffahrers Gegenstand; der Bewunder,
mien⸗Vertheilung veranstulten, wozuv Aussteller aus sümmtlicher ung. Capitän Lavrovich und die Mannschaft des österrs chischen
deuischen Staaten eingeladen werden.“ * Zandelsschiffes „Anfitriie“ haben nämlich während eines furcht⸗
7Koln, 24. Jan. In dem benachbarten Städtchen Brüh. zaren Sturmes, der am 29. Oktober v. J. auf der Rhede von
kehren in diesen Tagen viele Aerzte ein, um Aufschluß zu erhal⸗ Buenos-Ayres wuthete, mit großter Lebensgefahr slebzehn Matro⸗
jen über eine, verhängnißvolle Krankheit, welche dort unter jungen sen, die Bemannung von zwei französischen Handelsschiffen, geret⸗
Mädchen ausgebrochen ist, die in den mieisten Fällen einen tödli⸗ let, welche in Folge des Occeans zusammenstießen. untersanken
chen Ausgang“ hal und die Leichen noch wie durch furchtbare ind spurlos verschwanden. Die Bevoͤlkerung von Buenos⸗Ayres
strampfe verunstaltet Anfangs-glaubte zan das Trinlkwasser als jat sofort eine Sammlung veranstaltet, um den muthigen Oester⸗
Ursache der Krankheif perdächtigen zu dürfen, der Umstand jedoch zeichern ein Eriunerungsgeschenk zu überreichen.

22⸗
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        L , —RAA —838 n⸗
Bekanntmachung.. VFeusrVerrν
57 —7 7 —9 itaen 7 4 3 n 144* ob4iιν ι

andem die Ginthunngen der Gotidu ür Deutschland in Gotha,e rhe
it vollendet sind, daß Gas be · .
een * al ene Bezirtz Zufolge der Mittheilung der Feuerverficherungsbenk fur Deutschundgut. Gotwa. witz
am in Gemäßheit der Allerh. Verordnung dieselbe mach vorläufiger Berechnung ihren Theilnehmerne fur 1864 —9 e
opm Is. Mai 1863 am 24. 1. Monati 9 nuι — xOr— ie oid
4 —— — 26
. * bescesen Wain ind fänmnt · ihrer Prämjeneinlagen, als Ersparniß zurückgeben? 1 iz2 *
— dem K.Bezirksamie zu po tändiger Rechnungsahschlußderselben flr 1866 wirdram Ende des Monats M — —
nende Commision beschtden dui lasen. Ie dhen ehe Hetilcherunaen sur die daleweritee
Befund bird das Se Bairkscnt vie HBur Aunghme von Versicherungen sür die Faierversicherumgsbantsind die Unterzechneteni
— Ra i it ιsS ioiνι οι ιι Vι_ ν —
Erlaubniß zum Gebrauche sogleich vdeben ——— 8* Poeheenn 5 — we in
— Adanderungen ν un aam Alio u⸗ — Nayer, Hauptagent.νια
. F — ι e ι ι .
Zum Vollzuge dieser Verfligung und ι An 1B? Die Asenten: i ö 1
im Gefahr fuͤr Leben und Eigenthum zu ntl g ann Fritz Panzerbieter in Str. Ingberte d u2
age ur n ννιν . —8 ker in Bombane “
zerhüten“ wird andurch bekannt gegeben, 3 inne W. Neubecker in Hotnhach. ”
d in e en die Zonpt r p
drahnen der Gableitung bis pabßvre Balibach i bomugen 3537
erfolgter Besichtigung und Prüc 3 JF, ü.. ———
n Mäntel⸗ und Decken⸗ Versteigerung
ersten Tagen der * 7 Aä ι Inu
F— geschlossen zu halten ern “, in St. Jugbert —— — en
dei Vermeidung R— Nittwoch den 80. ds. Rachmittags um A Ahr werden im Haufe des Heren Gastwirih
VUeber die erfolgte Besichtignng der Gas. -Jeor Jung eine groge Paruie Mäntel und Decken, sowie einen große Parti
kinrichtungen wird jedem Betheiligten eine Stro säcke und Stierel versteigern. ιι,—
Bescheinigung mit Erlaubniß zur — — —— — —— —— — —
der Gasbeleuchtung eingehändigt werden. a weißker suüßt t 7 —
Die beziehentlichen ortspolizeilichen Vor⸗ P riset weiher flüßiger n * Ver teigerung
schriften werden demnächst publicirt. Leim 66 —5*75 *
Et. Ingbert, den 28. Jan. 1867. des Geueral⸗Depots 6 Earl zhon Pe —
gGoͤnial. Polizei issariat: jin S . Freitag den 1. Februar, Mittag
.. 43323 Poltte hen .* Dobl⸗ in Kaise rslautern. J Uhr, werden in der Wohnung des Ad⸗
A. Mecchee Dieset geruchlose Leim wird kalt unteu zu RNeuhäusel 208 Pappelfläm-
* in im ugewenden.er erseßt volltommen den Kuei Die und Aussane von“ Fpte ig
, Vor einigen Tagen wurde im ser, den Leim nub den Mihndleim, Man F jchnitte von 7. bis I —
dasẽe Seiter ei üner Filzhut mit * Durchmesser, au der Districtsstraße unter⸗
Cafse Seiter ein grjuner Filzhut mit gebraucht denselben um Papier, Pap⸗ i ernd, versieigeri.
4 — k halb Kirkel lagernd, versteigert ...
grünem Futter“ gegen einen ganz Fendeckel, Porzellam Gias, Brare Lalb Kirlel agernd,d 21.In is7.
aͤhnlichen mit. bla uem Futter ver mor, Holz. Leder Korkunsw Meuhäusel 21B. Jan, 1867.
tauscht. Um Auswechslung daselbst wird n leimen. Derselde soulle daher bei kinen — I
ersucht. Haudwerksmanm, auf keinem Bure⸗ Det Unterzeichnete hat schönes Kie⸗
au und in keiner Haushaltung fehlen. fe wue zu verlaufen.
*æ Erfolg wird daran⸗ Vreiter Mäühle bei Niederwürzbach
Preis per Flacon 8, 12 und 20 kr. —B. Höh.
Allein echt zu haben bei — — **
Fritz Panzerbieter Gute Kocherbsen und Linsen, so—
in St. Inabert. wie gfeinen Seuf und Apfelkraut
ů——— — empfiehlt —A—
Soeben beginnt oder vielmehr hat schon . —
negonnen. J
Des Lahrer hinkenden Boten
FIIMStrirte 9
7.83] v .:.
Dorfzeitung.
Jahrgang 18683.
Monatlich in Heften von 425. Bogen zu
dem billigen Preise von 303 Sgr. — 12
kr. Die Dorfzgt. kann zu gleichem Preise
uuch in Wochennummern bezogen wer den
Alle Abnehmer erhalten eine Prämie in
37 Farbendruck. i2 pe
Bestellungen auf dieses so beliebte Jour⸗
nal nimmt an die Red. d. Bl.
* Annonęe —*
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft — ——77
pon Gebr. Preirer in Frankfurt a. Mainz, 25. Januar.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. . Gruchtpreise.) Weißmehldas Mal⸗
An⸗und Verkauf aller Arten Staats⸗ er à140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗ Bank⸗ genmehl ditto 7 fl. — kr — Weizen (200
und industriellen Actien, Incasso von Coue fd.) 16 fl. — fr. — 16 fl. 39 in. —
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zue Korn (180 Pfd.) 11 fl. 20 tr. — Lu fi,
ijcherung prompter und reeller Bedienung. 30 kr. — Gersie (160 Pfd.) 11 fl. 20 Ir,
Provision1 per mille ohnee Lfl. 30. —atr. — Hafer (120 Pfd.
jegliche fonstige Spesen. *1.5 fl. 15 kr. — 5 fl. 20 tr.

Viehmarkt
D .
, zu Blieskastel
un Dienstag den 5. Februar 1867
Blieskastel den 24. Jan. 1867. 6
uid 2. Das Bürgermeisteramt:
—232 * W. Knaps.
—— — —
FJeden Tag frisch gewässer⸗
te Stoek fische hei itetn
J.“ J. Arewenig
— —
Frische
2 s33*
Brat⸗Bückinge
hei Frit; Manzerltsop
Die Lungenschwindsucht
wird naturgemäß, ohne innerliche Me—
zizin geheilt. Adresse: Dr. I. Rott-
arr in MAnnheimm (Grancatur
gegenseitio.)
Ein junger Mensch kann unter vortheil⸗
haften Bedingungen in die Lehre treten,
zuch sind alle Sorten Möbel, für deren
Büte canrantirt wird, vorräthig.—
. Weigancil, Schreinet.

Kedaltion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St, Ingbert.

—ñ—n—— —

ιαν
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        ι . ιν ι ι
an? * ιιν n A ν 9 60 iei * 3 ,u:
——— n — —V 4* 3 —X R * 534 j
Sh. Ingberler Anzeiger.
4 —— — F 8 —* J — * iten
,. e — »8 I . X. I T — e
) ννα 83 F e J ea ee ut
S mnis n ι — — r
νν ιιο ι ιι ttt ete —V—————
Der ISte Ing berter Amnzelger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal ꝛDur n s ag, Doo nnersistag,
ind Samst ag Abonnemenlsbreis vierieljährig 45 Krzr. Auzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
en n Raum berechnet.
Nro446 musei ιιινα Donnerstag, den 31. Januar
—
————— — — . e ge *4
mi⸗ — —— niuDeutschlande it ια sei daher · hohe Zeit, zum Schutze der enewet
, ALXI inuuge ver Ver- ß — ssen einen n n mee
ragg ün chen, 27Jan.“ Die officielle Verkundigun vber Ver⸗ Ausschluß von Oberhessen) eine andere Kriegsverfassung mit Be⸗
loͤbung D ed Anzeige gan der hie dhang der gewichtigen Lehren des letten Jahres fetzzustellen
uswartigen Hofe und Cabinette wird nun unverzüglich erfolgen. xine Vereinbarung.hierüber sei dringendnothwendig · Um der
eee Besehl dieses Beneffs in bereiis an das Staats. Sefahr des Zustandekommens verschiedener Mil itärversassumgen zu
iiste iunm des Kdaufes und des Aleußern gelaugt —. Heute Agegnm schung die bayerifche Regieruug. behufs Abschlusses iner
hat Ser Mas. einen Gnadenatt geübt, der vom Schwurgerichts zemeinsamen oder doch weuigftens gleichartigen Nebereinlunft be⸗
hofe von Oberbayern zum · Tode verurtheilte Andreas Schmaßer, reffs der Wehrverfassung, vine Conferenz der Mimister: des Aeu ⸗
gahre aller Dienstksecht, ist von Sr. Maj. begnadigt worden zorn und des Krieges genannter Staaten vot, wobei gleichzeitig
Daß der 1. Kriegsminister, Generalmajor v. Pranth, seint auch über die ehemaligen Bundesfesnmgen Ulm und Rastatt Ver-
Fatlcssung nachgefucht habe wie heute Abend die Augsb. Abdzta uiguns getroffen werden golle. Nachdem nun eine vorluufige Uebes
gReruchtwehe meidet ist ohne Gruud. —. Das Entlassungsgsun instimmung hierüber erzielt worden,. hat -Bayern.mfolgende Ge⸗
Res Generalcommandanten von Nürnberg,- Generallieutenants v. zenstände, als zur Berathung der Conferenʒ geeignet, vorgeschlagen
Slephan ist von Sr. Maj. nbgelehut worden. Der General die Verjammeiten sollten als ein zeitgemaßes Bedürfniß anerlennen
ird ss der Armee erhalten bleiven. — Einer Deputation von die Wehrkräfte ihrer Länder zu erhöhen und son zuorganistren
giffingen, welche — der Burgermeister dieser Stadt, Hr. Fuchs haß sie zu Achtung gebietender gemeinsamer Aetion befähigt wären.
ider Spiße“- Sr. Maj. noch einmal kürzlich die Bitte um Man einigte sich über moglichste Erhoͤhung der Wehrkraft unter
Asbeldige Ecbauung einer Eisenbahn von Schweinsurt nach Kis— ʒiner Wehrverfassimg, welche den Principien der preußischen nach⸗
gen und weiler nach Meiningen ans Herz gelegt hatte, wurde gebildet.) Die bayerischerseits aufgestellten Wehrsystemsprincipien
die tonigliche Zusage gegeben, daß noch dem gegenwärtigen Land⸗ ind: Allgemeine Wehrpflicht mit Äufhebung des Loosens, Tau⸗
sage ein betreffender Gesetzentwurf vorgelegt werden, solle. In schens und Stellvertretung, Uebertritt der Ausgedienten mit drei⸗
Folge dabon ist sicherem Vernehymenn nach heute der nlerhochsie nonaklicher Uebung jährlich in die Kriegsreserve, welche gleich der
ufttag an das Siaatsministerium des Handels- und der. offent Linie im Krtege zu derwendenist, Hierauf erfolgt der Eintrittin
lichen Arbeiten —XX zur unverzüglichen Vorbereitung eines Reservebataillons mit kurzen jährlichen Uebungen um neben der
dahin zielenden Gesehentwurfez. —. Das Vefinden Sr. Maje des Ainie im Ktriege verwendet werden zu konnen; det Rest der waf⸗
Konigs beffert fich aumählig, Heute hat derselbe der Tafel nnit fenfähigen Mannschaft soll in zwei Abtheilungen eingetheilt · met·
den Friechischen Majestäten, und Abeuds, der ersten Vorstellung den, wobon die jungere innerhalb der Landesgrenzendie ältere
don Hieyerbeers Afritaneru belgewohut, —Die iächste Kanr nur in ihren Wohnorten perwendbar ist. An¶man 83
mersihumg soll am Mittwoch. stattfinden. Morgen— legt der Abß Munchen, 280 Jan. Es haben 15bon der Linken der
Mant un iV. Ausschusse seinen Bericht über dejs Kriegslasten— stammer der Abgeordneten elne Interpellation an das Justizmi⸗
Ausgleichungsgesetz vor. 7 (Pf. Zig. 3 usterium gerichtet, dahin gehend, ob es geneigt sel. eine Vorlage
Münschen, 27. Jan.Unter den Gründen welche aufge wegen Abschaffung der Todesstrafe einzubringen. Nächsten Mitt
führt werden, wenn es sich zim die Reorganisation des Reichs woqch findet Sitzumg der Abgeordnetenkammer statt. Auf der Tages⸗
dalhes handeit, befindet sich bekauntlich auch der, daß eine groͤße ordnung steht: Verlesung der Interpellation: 2. des peg Dr. Edel:
Anzahl von Reichsräthen garx kein Juteresse an bayerischen Ange- die Errichtung eines Verwaltuͤngsgerichtshofes betre b. des Abg.
legenheiten nehme und daher consequent von den Sitzungen dessel⸗ Liebl: Iden Bau einer Eisenbahn von München resp. Großheffelohe in
ben aus den wichtigsten Vorwänden hinwegbleibe. Daß dieser stlicher Richtung an die bayerisch-österreichische Landesgrenze bei
Vorwurf gerecht ist, geht aus dem Protokoll der geheimen Sitzung Simbach eventuell Neuhaus betr.“; 0. des Abgeordneten. Bran⸗
der Kanmmer vom 14, 5. Mis. hervor. In dieser Sitzung wur⸗ denburg: die Berggesetzgebung bett.“; d. des Abgeordneten von
de Vortrag über die eingelaufenen Entschuldigungen erstattet und Grafenstein: ees der Veteranen dus den Freiheits⸗
der J. Praͤsident der Kammer, Irhr. v. Stauffenberg, geißelte kriegen beit.; Anzeige mehrere Referenten tͤber gelieferte Ausschuß
mit bitteren Worten diejenigen hohen Herrn, welche aus Familien referate, und schließlich Vortrag des 6. Ausschusfes über geprüfte
ruͤcksichten die Rücksichten gegen die Kammer und den Siaal fort Anträge von Abgeordnelen und Beschlußfaffung über deren Zu⸗
wrahreud verlehen,. Die Kammer der Reichsräthe. beschloß daher, lässigkeit , J
daß die nicht denügend entschuldiglen abwesenden Reichsrathe um Munchen, 28. Jan. Die Verlobung Sr. Maß. des Königs
let Hinweis auf den Art. 28 des eree den Geschäfts⸗ jst heute den beiden Kammern. des Landtags in offiziellet Weise
gang des Landtags einzuberufen seien. dieser Arlikel sagt: „Wenn angezeigt worden. Der k. Staatsminister des Aeußern, Fürst v.
ein Mitglied der Kammer der Reichsraͤthe nach geschehener zwei· Hohenlohe und der k. Kriegsminister, Generalmajor Freiherr v.
maliger Ladung auf die dritte unter Androhung des unten fest ßrankh, werden sich Ende dieser Woche zu per— in“ Betreff ver
gesetzien Rechtsnachtheils an dasselbe ẽrgangene Vorladung weder Heeresorganisanion stattfindenden Conferenz ae
erscheint, uoch sein Ausbleiben durch genügend“ dargelegte Grüude nach Stuͤttgart begeben
rechtfertigt, so wird das betreffende Mitglied für die Dauer! des di iet B u one
Landtags als ausgeschlossen betrachtet. Fernet wurde beschtoen U ienstesnachrichten · —
daß ehda nothige Ausschließung in öffentlicher Sitzung bekannt Durch Regierumgsbeschluß vom 26. Januar wurde der dinte⸗
— [ imiftische Schulverweser Georg Steiner in Reichsthal zum Lehrer
München, 28. Jan. Die „Bayer. Ztg.“ meldet, daß das an der dortigen protest. deutschen Schule und die -Schuldienster⸗-
Generalconsulat für, osserreichische Stehäfen aufgehoben, dagegen pectanten Jakob Offenbacher von Bellheim zum Verweser an der
ein Generalconsulat'in Venedig errichtet und dem Generalconsul nen errichtelen protest. edeuischen ¶ Vorbereitungsschule in Rumbach
Bernau übertragen wurde. — ferner sagt, die „Bayerische Ztg. und Jakob Eßelborn von Kriegsfeld zum Verweser an der brotest.
in ihrem amtlichen Theil:“ Am g. Jan, sind an die bayerischet Schule in Ludwigshafen, sämuitliche vom 1, Februat l. J. an,
Gesandischaften in Suulgart, Karlstuhe und Darinstadt gleichlau ernannt.
lende Noten abgesendet worden folgenden Inhalts: Nach Aufhe⸗ Se. Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
bung des deutschen Bundes gebiete bei der Schwierigkelt der Her unden, den- Notar Jatob Klee von Kusel nach Göllheim und den
tellung einer neuen Bundesverfassung zwischen Bayern und den NRotar Jakob Heck von Rheinzabern nach Kusel, beide ihrem ꝑl⸗
süddeuischen Staaten doch die Pflicht, der Selbstuterhalkumg, die erunthänigsten Ansuchen. entsprechend, zu-versetzen, dann .den
aufgehobenen Grundbestimmungen durch andere, wo moglich besse: Rechtscandidaten Karl Obee von Kriegsfeid zum Notar in Rheiu—
d' eben. Die Bundeskrieasverfaisung bestehe nicht mehr, es abern zu ernennen.
        <pb n="50" />
        Frankfurt, 29. Jan. Gestern war wieder Controleversamm⸗ es genügt Hrn. v. Bismarck nicht mehr, durch preußische Solda—
zung der kurhessischen Reservisten auf dem Heiligenstos.“ Diefelben, len den Platz Luremburg zu besetzen nach diesem ecnen Schritt
twa 150 big 170 Mann, und unter. ihnen viele Verheirathets jollen treckt er schon dier Hand nach. dem ganzen Großherzogthum aus.“
ofort, nachdem ihnen die Kriegsgesetze verlesen win sie gingen und 3 Die neueste Erzäͤhlung von Erckman⸗Chatrian: Le Blocus?
ianden /in ihre vesp Garnisonen Hänau, Mainz ac abgeführt wor⸗l welche,An der heutigen Nummer des Journal des Debats“ zu
den sein. Nur Einzelnen, z. B. eigem Manñe der —8 Hochzeit hat, Inde geht, hat die Bliche der Regierung neuerdings auf diese
and einigen Lohnkulschern, die mit ihren Chaisen gekommen, wurde »em Kriegsruhm und der bonapartistischen Abgotterei feindliche
es gestattet, noch einmal nach Frankfurt zurückzukehren, mit der Literatur gezogen. E. About soll in einem für die Massen berech⸗
lrengen Weisung jedoch, sich morgen bei kriegsrechtlicher Ahndung jeten Roman das Gegengift bereiten; allein dasselbe dürfte etwas
zu melden. Man ist in bürgerlichen Kreisen uüͤber diese Hürle vex⸗ pät kommen, Von unlaͤugbarer Actualität ist am Schluß des
jtimmt. : 9— Bloecus“ die Mittheilung der bekannten Absetzungsurkunde: In

Dresdlen, 28. Jau. Der Köonig ist auf das Erfolgreichste Erwägung, daß Napoleon Bonaparie ohne Noth den gesetzge⸗
mit den Schritten zur Versöhnung zwischen dem Wiener und Ber⸗ benden Körper vertagt — die Verantwortlichkeit der Minister, die
liner: Hofe beschäftigt. init αι bhängigkeit, der Gerichte, die Freiheit der Preffe aufgehohen
3 aumo ver, 28. Jan. Auf. die wiederholten und dringen·. wird ex des Thrones für verlüstig erklärt
den Vorstellungen des englischen Botschafters in Berlin, Vord Paris, 30. Jan. Der „Moniteur“ enthält eine Verord
koftus, soll. Konig Georg sich endlich bereit erklärt haben zur iung, laut welcher wegen der im Rheinpreußen herrschenden Vieh⸗
Auseinandersetzung in Betreff seines Privatvermogens, die Hand seuche die Einfuhr von Schlachivieh frischem Fleisch pon Wieder⸗
zu bieten .·.. * .. e, läuern aus Rheinpreußen und Rheinbayern untersagt worden isi
cqs Berlin. Im Det Zagere prag bilden eer — 7— *, F England. z 3 J

tätigte Abberufung und Beurlaubung des Generals p. Man⸗ 9434 8 menn vrlinse wätigen Süc.
teuffels auf ein Jahr. Man spricht wegen Differenzen mit Bis— n 3 — ve
. n *. der J * *Werfahren zu
marck, sjedoch ist die wahre Ursache noch nicht, in die Oef— — 7
———vn och an haben, daß der Ausbruch der Revolution in Spanien nicht clange
jentlichleit igekommen. Generaladjutant jst Herr po. Manteuffel auf sich warten lassen werde. Wer die Königin Isahelle ersetzen
geblieben. das Gerücht in der Presse, als habe der preußische —3 nvch nicht fesi esetzt; ob man dem —*— —**— —*
Gesandie in Wien vom österreichischen Cabinet. Aufklärung über 53 der Herzogn e Montpenfier die Krim⸗ —* der —9
die Aruphenzusammenziehungen in Galizien verlangi, ist aus der ——— g ee
Dothen Veendendaencninmtocen. Daent keinen unter O! Donnel einsetzen werde, um die Krone in der. Jonigüchen
Au Ber läan, 28. Jann, Alsndefinnipe Regierungscandidaten ———— lasse sich non wicht entscheidenn dn
Berlins für das norddeutsche Parlament sind gujgestellt für den —6 Italien. * *
ersten Wahlbezirk; v. Roonz für den zweiten: Graf Bismarck;! 8 hor enz. N Jan.Der Gesetzentmurf über die Freiheit
für den dritten: General v. Moltle; für den vierten; General der Kirxche und die Liquidation der Kirchengüter ist vorgelegt wor⸗
v. Faldenstein; für den fünften: nüGeneral Herwarth v. Vittenfeld, den. Derselbe erklärt die Kirche für frei von jeder Einmischung
and fir den sechsten: General v. Steinmetß. gr Nach der Krzztg. s Staatz in die Ausübung des Cultus und die Ernennung der
vird eine, neue Städteorduung für Frantfurt in der Kürze fesi- Vischöfe. Det Eid der Bischöfe, das Placet, das Erequatur sind
—VVV—— Bvspseschafft, ebenso alle Vorrechte und Exemlionen der Kirche. Die
Ber bin, 29. Jan. Derg Poflablosungéberirag mit dem dirche wird für hren Unterhalt selbst sorgen unter der freien
Fuͤrsten pon Thurn und Taris wurde - gestern von allen Bevoll⸗ MRitwirkung der Gläubigen und des Vermögens, welches ihr ge—
nchtigten amterzeichnetz. Preußen zahlt an den Fürsten. für das sört, und auf rechtmüßige Weise erworben wird. Wenn die Bi—
Postrecht und das gesammte Inbeniax 8. Mill. Thlr. Die Vorlage höfe erklären die Liquidation der Kirchengüter zu übernehmen⸗ so
ʒeim Landiag erfoige soforte —BD züßssen fie dieselben innerhalb 10 Jahren verüußern. Sie werden
, Winre uz 24. Jan.“ Die Details der, Vereinbarung, welche dem Staat 600 Millionen Fr. in halbjährigen Quoken von 50
wischen der Regierung und den iunft igen, ingarischen hlinistern fWill. bezahlen. Erklärt sich der Epistopat nicht dazu bereit,“ so
zu Stande gekommen, werden für jetzt noch — nud, es dürfte vird der Staat die Umwandlung vornehmen. Dem Gesetzesentwurf
das außf gegenseitigem Uebereinlommen beruhen -— durchaus geheimen beigegeben ist der Vertrag des Ministers Scialoja mit dem Hanse
zehalten, und was darüber in denBlattern uͤtgetheilt wird, stüht, 2angrand⸗Dumonceau: Lut
sich durchaug auf blose Vermulhungen um Copihitcationen Nure 30 d.bor en z. 28. Jau. Die „Italie“ sägtltrotz der Beimer⸗
ines darf ich als verbürgt behaupten, nänilich, daß bezůglich' der Ung des Giornale di Roma“, daß der hetlige Stuͤhl dem Pro
Finanzen, jnsbesondere der Staatsschulden die Ungarn eine Ge⸗— ekte wegen der Kirchengüter so radical entgegen sei könne man
meinsamkeit zu statuiren bereit sind. Der Uebergang von der 'och an die Ausführung desselben glauben.Das „Giornale di
Personalunion, welche ungarischerseits bisher mit Slarrheit als der Koma“ sage zwar, daß der Papft die Convention nicht gut ge⸗
alleinige Rechtsboden den übrigen Theilen der österreichischen Mor Feißen habe, aber es sage nicht, daß er den Bischöfen verboten
zarchie gegenüber festgehalten wurde, zur Regl-Union wäte damit habe, sich derselben anzuschließen, und fügt selbst hinzu, daß der
allein schon dem Wesen nach zugestanden, In der orientali- Jeilige Stuhl eventuell seine Zustimmung geben werde: „ad re-
schen Frage, die in jüngsier Zeiu eine huehr, friedliche Wendung novöndara majorem calamitatem.“ (Zur Abwendung eines
gehmen zu wollen scheint, hat das hiesige Cabiuet, wie, von coim rößeren Unglücks. D *B
petenter Seite behauptet wird, sich darauf beschränkt, einerseits der Floktemn z, 28. Jan. Der Senat hat mit 710 gegen 60
Pforte Vorstellungen zu machen, daß sie ihr Regierungssystem mit Stimmen beschlossen. gegen den Admiral Persano die ünklage
den Forderungen der Civilisation in Uebereinstimmung zu bringen regen „Feigheit“ fallen zu lassen; morgen wird der Senat einen
bestrebt sein müsse und für Rathschläge in diesem Sinne die Min indern Anklagepunkt; die Beschuldigumg der Unwissenhen und des
virlung der europäischen Mächte in Anspruch zu nehmen, und ,Ungehorsams“. in Berathung ziehen..
indererseits bezüglich Serbiens die Zurückziehung der türkischen. Florenz,80. Jan. Der Senat hah gestern mit großer
Truppen aus den durchaus verfallenen umd werthiosen Festungen Najorität beschlossen, den Admiral Persano wegen Ungehoörsem—,
zu beflurworten. Der Candioten dagegen hat die hiesige dtegierung kei⸗l Unwissenheit und Nachläfsigseit in Anklagestand zu versehen
ien 8 getn sich der Pforte gegenüber irgend befonders an⸗ Spanien.
sunehmen, wohingegen die Westmächte allerdings in Betreff de · M48 ade Madn oꝛ
elben es an Vorstellungen nicht haben fehlen Psn Vench b e A Ire e ven Madrid vom 25.
Alt oua, 29. Jam. Während der Anwefenheit des Herrn rn du ——7 ü Te du paahen der
d. Zedlitz in Berlin ist beschlossen worden, daß Schleswig - jeden⸗ her ee ue n eende enn 8
e dend — der. Rege für die acive Armee und vier Jahre in der Reserve herabgesetßzt.
Frankreich.. Griechenland.
5838 . Athen, 27. Jan. Die Regierung hat folgende Nachrich-
Paris, 25. Jan. Ein Artikel der „Weserzig,,“ der bee J —
richtete, daß Preußen sich auf alle Fälle sien halte, hat gn— ee Jun 5— — ee —
hier einiges Aufsehen gemacht. Die preußenfeindlichen lauen dronos he die I —5 en e ed 7
hlagen Lärm über die Mitiheilung der „Kreuzztge“ daß die bon Hagiaroumel nicht er ß wy Die Inf r a8 Ven
Bevölkerung von Luxemburg in den norddeutschen Bund einzutre⸗ die in Nusiapha * ie en eee
en wünsche. Man haͤlt den Artutel fuͤr einen Fuͤhler Di⸗ ichiahe Mustaphe Vinhed welcher dir gten desext hatt
„Presse“ tlagt bereits , Es handelt sich nicht mehr um die sih Rußland.
ischen Festungen und hannoverischen Haͤfen, sondern um ein Land Petersburg, 26. Jan. Ueber den Stand der Bauar—
velches als eines der Thore Fraukreichs beirachtet werden kann; heiten an der russisch⸗ amerikanischen Telegraphenverbinduug wird
        <pb n="51" />
        und Frauen gegen klingende Münze von ihren Haarzopfen be⸗
freit. Während er in Oherhessen mehrere Centner Haare zusam-
nengeholt, macht er in Rheiuhessen nuͤr schlechte Geschäfte. Mit
zeringen Ausnahmen weigern sich die rheinhessischen Frauen, selbst
die ärmeren, ihren Haarschmuck zu verhandeln:t*

Euie terressante Statistik. «Ein Statistiker hat die Zahl der
Zeilen berechnet, welche ein dtedner in der Minute dem Steno⸗
Fraphen liefern kann. Thiers gibt dexen P2, Rouher 20, Jules
Favre 15. Dupin gab den Stenographen die meiste Arbeit, Die
Zungengeläufigkeit desselben war so groß, daß er es in der Mi⸗—
aute ibis zu 24 Zeilen brachte. Als man Madame de C.
diefe Stalistik mitiheilte, rief sie aus: „Ach, wie klein find doch
diese Mäuner! Der Stärkste von ihnen bringt es nur quf 24
—BBermwmischtes. Zeilen, aber ich sage deren vierzig und ich trachte gar, nicht nach

un 4 Laudau, 28. Janu. Gestern wurde dahier der Haus- dem Posten eines Deputirten.
knecht eines Mannheimer Wirthes derhaftet, welcher von demselben 4London, 21, Jan. Die Saminlungen des Comite's für
mit 600 fl. zu einem Partikulier geschickt worden war, um dani die hilfsbedürftigen candiotischen Flüchtlinge waren bis vergange-
eine Schuld tilgen zu lassen. Statt den Auftrag zu vollziehen, zen Sonnabend auf 7050 Vgestiegen und 53100 8, davon in
hatte sich der Hausknecht mit den 600 fl. aus dem Staube Fre verschiedenen Raten an das Unterstittzungscomite in Athen
gemacht Anw.· B.) Arzun eühenue abgeschictt worden.“ Da die Zahl der Flüchtlinge jetzt schon gegen
FeGeh. Legaͤlnoͤnsrath Jor an ünd Geh. Rehtrungsraih Weiß 12500, meistens hilflose Weiber undi Kinder, betraͤgt, und die
haupt haben sich nach Paris begeben, um über eing Verbindungs- Noth und das Bedürfniß unit dem Zunehmen derselben von Tag
hahn zwischen der Saarbrücker und der sranzösischen Nordhahn zu zu Tag im Wochsen begriffen ist, so beschtoß das Comite, einen
unterhandeln. — IJ Aufruf an die verschiedenen Actiengesellschaften der City, sowie
7 In den Ortschaften KRheinhessens⸗ veist ein Industrieller an die auswärtigen Gesandschasten in der Hauptftadt ergehen zu

aus Oesierreich in Begleitumg seiner Frau uniher, der Mädchen lassen und ihre Hilfe bei dem wohlthätigen Werk anzurufen.
12Ortsvolizeibeschluß!
über Installitunge uͤnd Benützung
41* —der Gasanstaltrirfr
— nαι

0 Vurgermeister der Stadt St. Ingbert:
—58* Ansicht deb Art. 32 des Polizei-
strafgeseßbuches und nach Einvernehmen des
Ztadiraihes beschließt in Gemäßheit des Art,
IhG. des Hyhauunten · Gesetzbuches z., I
e e Artikel L αι
nur Die ganze Leitung, welche das Gas
vom: Hauptrohre aus bis zur⸗ Ausmundung
führt, muß in Hallen Theilen volllommen
iuftdicht⸗ sein,Die Einführnugsröhren von
der Hauptleitung bis zur Gasuhr müssen
außetdemo von: Eisen sein. ι

Wer nach :geschehener: HGnbetriebsetzung
dert ·Gasanstalt Ach Gasbeleuchtung ver⸗
schaffen will, hat, auch das vom Hauptrohr
abgehende Zweigrohr bis zur Gasuhr auf
jeine eigene Kosten herzustellenn.

Artikel 2 ιιι

Das Hauptzuleitrohr mußst da, wo es in
das Innere eines Gebäudes oder in das

Innere eines Gasmessers einmündet, so zu⸗
gäuglich sein, daß es im Augenblicke der
Gefahr leicht zugeschlagen werden kann.

Der Eingangshahnen muß stets vor der
Gasuhr angebracht werden. —

NArtikel ß8.

Die Einrichtungen resp. Leitungen im
Junern der Gebände sollen woo möglich zu
Tage liegen, abet doch vor Beschädigung ge⸗
schützt sen.

Geht eine Gasröhre von Blei durch
eine Mauer oder Riegelwand, so ist sie
auf die Länge dieser Durchführung in eine
metallene Hülse zu legen, die wenigsteus
an einem Ende offen sein miß.

Sämmiliche Aufsteigröhren, sowie die⸗
jenigen, wel durch ihre Lage nicht beschä⸗
digt werden koͤnnen, müssen unbedingt aus
gezogenei Eisen hergestellt sein.

Arrtikel 4. —

Muß ein Brenner so nahe unter der
Decke angebracht werden, daß die Hitze der
Gasflamme eine Entzündung bewirken könnte,
so ist über der Gasslamme eine Stein⸗
oder Metallplatte in die Decke einzulassen
oder ein Schutzblech anzubringen.

Artikel 8s.

In den Räumen., in denen der Gebrauch

eines pffenena Lichtes polizeilich verboten
ist,darf, auch. Jeis offener. Vrenner⸗ je⸗
brgucht, perden; auch müssen die Brenner,
welche in der, Naͤhe endzündlicher Stoffe
angebracht sind mit Glosern odex, Draht⸗
chitien dersehen werdetn ve
ue r — 73 an 39
Artikel 6. .α
Das Loöschen der ͤGasflammen darf nie
durch Ausblasen, muß stets durch Ab⸗
perren ider ben en Brennern vefindlichen
jahnen Ieie *Jeber! jolcher Hahnen
nuß demnach, wenn⸗die Flamme nicht
hrennt, stets vollkommen abgespertsein,
ind ist dies selbst dunu nöthig,wenn der
Zaupikrahnew geschlossen istyunt .
Die Gaseinrichtungen, jin? den Gehäu—⸗
den werden durch xine vom Stadtrath ge⸗
wählte und, pvon dem Bürgermeisteramte
zestätigte Commission untersucht;z
Diese Untersuchung geschieht gratis für
iejenigen Einrichtungen welche bis zu der
Zeit herdestelit resp. augemeldet sind, wo
das Gaswerk in Betrieb gesetzt wird; spä⸗
er sinder für eine Mintersuchungzimite: in⸗
chluß der etwa nöthig werdenden, Nachsi⸗
italion der Baseinrichung desselbes Eigen⸗
hümers in dem, närilichen Gebäude an
zie Techniter der Antersuchungs-Commission
olgende Gebühren zu entrichten:
a) Bei eiuer Cinrichtung vor J
Lbis 5 Flammen sechs
und dreißig Krenzer . — fl'36 kr.
5) Bei einer Einrichtung von
3 bis 20 Flammen das
Doppelte mit......Ifl. 12 kr.
Bei einer Einrichtung von
20 Flammen und darüber
das Dreifache jenes Be⸗
—
*Iyti Fel 8.
Jeder, der eine derartige Einrichtung

erstmels riachen oder abändern läßt, hat
ievon bei dem Gasmeister Anzeige zu
nachen.
Bis die Conmission von der ganzen
kinrichtung Einsicht genommen und solche
zut befunden hat, müssen alle Theile sicht—
har gelassen werden.

Den Gasconsumenten ist es strengstens
antersagt, ihre Einrichtung selbst in Gang
zu setzen,“d. h. den Eingangshahnen zu
östnen, bevor dieselbe durch die dazu er⸗

—
nannte Commission geprüft und von der⸗
elben ein Erlaubnißschein zur Benützung
der Eiurichtung ertheilt ist.

—ααl 9.
Die —— And, nichtnur für
dorschrifisnaͤßige Einrichtung, sondern auch
ir derez gute Erhaltung I—
Sich ergebende Mäugel sind so schnell als
möglich zu beseitigen. Geschieht dies nicht,
so wird die Polizeibehoͤrde auf Kosten der
Säumigen die Zuleitungsröhre wegschaffen
und die entsprechende Oeffnung der Haupt·
röhre verschließen lassen.

er 6 Artikel 10. * * J
„Die Gasbeleuchtungs⸗Einrichtungen un—
terliegen sortwührend der regelmäßigen Be—
sichtigung durch die Commission. ,
ne Artikel LI. .
Störungen vbder“: Unregelmäßigkeiten“
welche sich bei der Beleuchtung mit Gas
ergeben sollten, sind stets ohne Zeitverlust
dem Gasmeister anzuzeigen. 7
Zeigen sich aber irgend, wo in einem
Lokale oder nuf“ vsfener Straße Gasent⸗
weichpngen. die an einem starken Gasge⸗
ruch gun erlensen Riud, so st es Pflicht kines
Jeden der solchen wahrnimmt zur Ver⸗
Atng don nglückssälen davon ungesaumt
beider kgl. Polizeibehörde oder dem Gas⸗
meister Auzeige zu machen. 5
Werden Gasentoeichungen in einem
Locale wahrgenommen, so ist vor Allem
der Haupthahnen der Leitung zu schließen,
und darf dieses Local nicht eher mit einem
brennenden Lichte betreten werden, als bis
durch Auslüften mittelst Oeffnen der Fen⸗
ster und Thüren aller Gasgeruch entfernt ist.

Artikel 22...—

Wenn in einem Hause, in welchem
eine Gaseinrtchtung besteht, Feuer ausbricht,
so ist vor Allem das Hauptzuleitungsrohr
mittelst des Haupthahnens zu schließen.
Eine Abgrabung und Schließung der Gas—
leitung außer dem Hause ist nur dann nö—
chig wenn das Feuer so weit um sich
greift, daß eine Zerstörung des Hauptzu—
leitungsrohres zu befürchten steht.

Artikel 18.

Für Beschädigung don Laternen, La⸗
ternenträgern und Candelabern haben jeder⸗
eit Diejenigen, die fie verursachen, vollen
Ersatz zu leisten, weßhalb es besonders
Aufgabe aller Fuhrwerksbesitzer und Wirthe
        <pb n="52" />
        sein duürfle, denpassirenden Fuhren beini
Ausweichen oder Einlenken in andere Stra⸗
hen die gehörige Vorsicht anzuempfehlen.
Artikel 14. 6,
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende
Bestimmungen werden polizeilich bestraft.
J Artikel 1838.
Die hoͤhere Genehmigung bleibt vor⸗
behalten ·
Gegenwärtiger Beschluß, der jedem Be⸗
theiligten in einer gedruckten Ausfertigung
zigeflellt und auf diese Weise als publicirt
angesehen wird, tritt mit dem Tage dieser
Publication in Kraft und gilt als Nach—
trag zu den ortspolizeilichen Vorschriften
vom 24. Juni 18683.
St. Ingbert, den 16. Dez. 1866 J
J Der Buürgermeister
Ghaudon.
Vorstehende ortspolizeiliche Vorschriften
werden zur Darnachachtung zur öffentlichen
Kenntniß gebracht mit dem Bemerken, daß
Zuwiderhandlungen nach Art. 166 Polstt.
an Geld bis zu 25fl. oder mit Arresl
bis zu acht Tagen gestraft werden.
St.' Ingbert, 80 Jan. 1867. henn
I Der Burgerine ister⸗
Chandon.
Bekan wachung.
Diejenigen Gläubiger des Falliten Mi—
chael Ast, Zimmermann von Ensheim
deren Forderungen zum Passivstatus der
Fallitmasse zugelassen worden sind, werden
audurch, eingeladen, sich den 18. März
nächsthin, des Morgens um 10. Uhr, in
Perso u oder durch, Bevollmäsch—
tigte im kgl. Shirtgerieatngebenn da⸗
hier einzufinden? um der Rechnungsablage
des provisorischen Syndiks beizuwohnen
und mit dem Falliten ein Conkordat ab⸗
zuschließen, oder aber, falls ein solches
nicht zu Stander kommen sollte, mit den
übrigen Gläubigern in eine Union zu tre—
ten und sodann das Weitere zu verfügen.
Zweibrücken den 29. Januar 1867.
Die kgl. Bezirksgerichtskanzlei,
J — —
Holzversteigerung.
Dienstag den 5. Februar l. J., Mor⸗
gens um 10 Uhr, werden in dem Saale
der oberen Schule zu. Ommersheim, aus
dem Gemeindewalde von da, „Schlag
Oberthal,“ nachbezeichnete Hölzer qn
den Meistbietenden auf Credit versteigert:
1L ahorn. Nutzstamm..
4 hainbuchen Nutzstämme.
10 buchen
66 aspen Sparren.
25. . Balken.
1424 Klfte. buchen Scheithlz. geschn.
29240, aspen Prügelholz.
28947Stangenprüge
2700 Bohnenstecken. —
200 Fachgerten.
6500 Prügelwellen.
Ommersheim. 26. Jannar 1367.
Das Bürgermeisteramt:“
A z ———
—— —
F

αιν
bei TLVM G.

i — —— α
ι ) — [ —
ue AIHL J T i un
ιι. αι J iti Wnt ie
—
SBchweizerische Fenexnersicherungs -Gesellschaft
* — liun St. Gallen. —E—
25 — J — νιν ”ν
Grund⸗Capital 10000. 000 * ranken.
J J 42 222 2317 1

Die Gefellschaft versichert gegen, Feuerschaden uͤnd Blitzschlag (gegen letzteren selbst dann
vennn derselbe keinen Brand zur Folge hat zhäuslich es Wiabipigr, Woadren
Maschinen, Fabrikg eraäthschaften, Vieh, Ernteexzeügnise Ackergexäthee
überhaupt alle beweglichen Gegenftände. α,
Auf Verlangen versichert die Gesellschaft auch gegen die Gefahr der Gas⸗ amd Vampf.
Erplosion. 0 7 ) 6 dea
Die Prämien sind fest, so daß unter keinen Umständen Nachzahlungen
zu leisten sind. 65 en e h “ey e tz eekewe 5
RZu Versicherungen ladet hiermit ein * —— —
St: Ingbert den 16. Fauuat 1887, ανννννã * —
. Die Agentur

— I —,
A —
Samstag Abend d. 2. Februar.
Im Saale von E. V. Granion
I Sch n ap p bu ch. ——
einer Abtheilung der Reden-Vierchweiler
Bergcappelle... J
Entré IS. kEr.
Zur Nachricht
Da ich in geschüftlicher Beziehung und durch
strankheit meiner Frau einige nZeittr bei
meiner Familie in Pirmasens zuruckgehaln
len »worden war, so hat diesesgewissen
Leuten Anlaß gegeben, lügenhafte Gerüchte
über mich auszubreiten, uls sei ich durch⸗
zebrannt; und warne ich dieselben hiermit
hre böse Zunge besser im Zaume zu hal⸗
en, ansonsten ich gerichtlich gegen dieselben
inschreiten werde. B
St. Ingbert, den 28. Jan. 1867. J
I Adolph EnI.
——Tüncher und Laciirer.
Montag den A. Februar
Jahrmarkt
in St. Inabert.

7·Mo fsüßi
Pariser weißer flüßiger
—ä Leimman.
des General-⸗Depots /von Carl
Hohle in Kaiserslautern.
Ddieser geruchlose Leim wird kalt
angewendet; er ersegt volllommen den Klei—
er,“den Leim und den Fnene ——
gebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, ee Glas / Mar⸗
mor, Holz/A VLeder, Korkeu. s. w.
u deimen. Derselbe sollte daher bei keinem
Handwerksmanng auf ieinem Bure
aut und ãne beiner Haushaltung fehlen
Füreuden Erfolg wird ngaranu;
tirt. ι ,,
Preis per Flacon 8. I2 nnd 20 ar.
an Allein echt zu haben bei
uuue ne Fritz Panzerbieter
e in Stt Iughert
Frucht⸗, Brode, Fleische ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 815 Jan.
Weizen 7 fl. 12 k Korn 8fl. 86 tr.
Berste 2reihige, — fjl. — kra Gerste, 4
ceihige, 8 fl. 50 fr.Spelz 5 fl. 45 kr.,
Spelzkern — fl. — kri, Dinkel — fl. — kr.
Mischfrucht — fl. — kr. Hafer 4 fl. 3 kr.,
Erbsen 4 fl. 55 kr., Wicken 3 fl. 45 kr.
Kartoffeln 1 fli 12 ir:Heu Ufl. 453 kr..
Stroh 1fl. 24 kr. per Zentner. Weißbrod
IV Kgr. 19 kri Kornbrod 8 Kgro27retr
ditto 2 Kgr., ISatr., ditto I, Kgriugsir.,
Gemischtbrod, 3 Kgr., 33 kr., 1 Paar Weck,
7 Loth, Q kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr.
2. Qual. 15 kr.. Kalbfleisch 12 kr. Ham⸗
melfleisch 14 kr., Schweinefleisch 18 r.,
per Pfd, Wein 24 kr., Bier 6 kr.per Liter,
Butter 26 kr. ver Pfund. “

838 J

.. —Vor einigen Tagen wurde im

Cafs Seiter ein grauer Filzhut mit

zrünem Futter gegen einen ganz

ihnlichen mit blauem Futter ver—

auscht. Um Auswechslung daselbst wird
rsucht.
Soeben beginnt oder vielmehr hat schon
negonnen: —
Des Lahrer hinkenden Boten
MAr
Dorfzeitung.
Sahrgang 1867.
Monatlich in Heften von 4325 Bogen zu
dem billigen Preise von 3Z52 Sgr. — 12
r. Die Dorfzgt. kann zu gleichem Preise
auch in Wocheunummern bezogen werden
Alle Abnehmer erhalten eine Prämie in
Farbeudruck. *
Bestellungen auf dieses so beliebte Jour⸗
nal nimmt an die Red, d. Bl.

Fruchtvreise der Stadt
Kaiserslautern vom 29. Jan
Weizen 8 fl. Ul kr. Korn 5 fl. 59 ir.

Spelzkern 7 fl. 39 kr. Spelz 5 fl.
35 kr., Gerste 5 fl. 32 kr., Hafer 4 fl.
3 kr., Erbsen 4 fl. 33 kri, Wicken 3 fl.,
56 kr., Linsen 5 fl. 10 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1424 kr. und 2Pfd.
WVeißbrod6b ke. —
Schweinefleisch 14 kr. per Pfund.
*
Redaktivn, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.
        <pb n="53" />
        ———— — ——— ι
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de Z uirPeu 4 — J
—RX ⸗ ⁊vienn:
* —S 1 J I r N u
52 ιν 84 *4 — e 5 72764 I * *1
— * — ns * 9 α J rsne — ι 7 B——
e ** ι_ν ιιι ιιν ιιι ι li:
nie ee eranrinve 3 —— os ιι ιαuνιον
—— — — X 33 :— ILMBLA
— gzberlker An zeiger“ mit seinem Unterhaliungsblakte etscheint wöchentlich dreimale. Dienstage Doners srage
and Saͤnmstag. Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden imit 3.Krzr! diedreispaltige Zeile Blattschrift oderderen
pa Raum berechnet. 2εοιν J
24 ιι ble 2* 4309 α - 4 —
Nro. 5. 5 — V Samstag, den 2. Februar —— u auns g7 n J 1867.
— ⸗ —

A
d ez eng
—— yn, Deutschland. n 335
3 Muünchen, 29. Jan., Die Grundzüge/ welche die von der
Baher. Ztg.gestern mitgetheilte Punktation über die künftige Or⸗
ganisation die Wehrkräfte der vier südwestdeutschent Staaten“ auf⸗
tellt,rentsprechenn genau denjenigen, auf welchen auch der gegen⸗
wärtig dem Staafsrath vorxliegende Entwurfneines Gesetzes über
die künftige Heeresorganisation Bayerns beruht Außer diesem
Besetzentwurs ist aber auch ein weiterer, der dier Vorberathung im
Ministerrathe bereits passirt hat, an den Staatsrath gelangt, näm⸗
äch jener über die aus Anlaß der Rinderpest etwa vom Staate
zu leistenden Entschädigungen. Wie man vernimmt, wird noch
bor der Abreise des Staalsministers des Aeußern und des Krriegs⸗
ministers zu den Stuttgarter Conferenzen eine Sitzung des Stagats-
raths stattfinden, in welcher ebenfalls einer der erwähnten, zwei
Besetzentwuͤrfe, wahrscheinlich jener, der auf die Rinderpest Bezug
hai, erledigt und zur Vorlage an die Kammer, bereift werden
kann. —Die Verhandlungen des IV. Ausschusses, der, Abgeord
getenkammer über den Gesetzentwurf die Kriegslastenausgleichung
betreffend, haben gestern und heute jedesmal mehrstündige Sitzun⸗
a Anspruch genommen, ohne große Fortschritte zu machen.
ieselben sind erst am Art. 8 angelangt,.welcher die Frage be⸗
zandelt, wie die Mittel zur Deckung der aus der, Ausgleichung
erwachsenden Ausgaben zu beschaffen seien. Die Meinungen schei⸗
nen im Ausschusse sehr, getheilt. Bei den, Verhandlungen sind
ttets die Staatsminister des Innern, der Finanzen und des Kriegs,
dann eine Reihe von Ministerialcommissären zugegen —Die
Schärfe, mit welcher neulich der J. Präsident der Kammer der
Reichsräthe, Frhre v. Stauffenberg, das Nichterscheinen vieler
Mitglieder derselben gerügt, Maßregeln gegen die in Erfüllung
ihrer Pflicht Säumigen beantragt und die nochmalige Einberufung
purchgesetzt hat, hat nicht verfehlt Wirkung zu machen; bereits
sind mehrert der bisher ausgebliebenen Mitglieder der Kammer
hier erschienen. — Das große, militärische Banket, welches Se.
Maj. den für Auszeichnung im letzten Feldzuge decorirten Gene—
ralen, Stabs⸗ und Oberoffizieren gibt, dürfte wahrscheinlich am
nächsten Samstag stattfinden. (Pf. 3) 4*
München, 29, Jan.„Die Fürther Abendztg. bericht; Der
Abg. Umbscheiden ist nicht aus dem Club, der „Linken“. ausge-
reten. Er hat sich lediglich beim Club schriftlich entschuldigt,
daß er den abendlichen Clubsitzungen nicht beiwohnen könne, aber
mit dem Beifügen, daß er immer im Sinne der Linken stimmen
werde. Richtig ist, daß sein Eintritt in das Ministerium des Aeu⸗
dern als wahrscheinlich gilt
Muünchen, 29. Jan. Im zweiten Außschuß der Kammer
der Abgeordneten wurde der Antrag des Referenten Kolb ange—⸗
nommen: Dem Schuldentilgungscommissär Grafen Hegnenberqg⸗
Dux für die gewissenhafte und einsichtige Geschäftsführung, sowie
bessen Ersatzmanng Sedlmayr für gleicherweise, geleisteie Ausbilfe
den Dank der Kammer auszusprechen.
un- München, 30. Jan. Abgeordnetenkammer. Auf die An⸗
zeige des Ministers deß Aeußern über die Verlobung des Koönigs
beantragte der Kammerpräsident die Absendung einer Glückwunsch⸗
adresse durch eine Deputation, um den Gefuͤhlen der Kammer
über das freudige Ereigniß feierlichen Ausdruck zu geben. Der
Antrag fand einstimmig Annahme. — Der Handelsminister p.
Schlör macht bekannt, daß die Braunauerbahn dem Ausbau nahe
jei und ein günstiger Abschluß der Verhandlungen mit Oesterreich
naüchstens bevorstehe. t
n Münschen, 30. Jan. .Von den besonders befreundeten Hö—
fen, welchen der Kynig telegraphisch fogleich seine erfolgte Verlo—
dutig angezeigt hatte, sind bereiis ielegraphisch Beglückwuͤnschungs—
ntworten eingetroffen. Von werschiedenen Städten find auch schon
Blückwunsch⸗Adresfen angekündigi, und in unferen Gemeindecolle⸗
gien soll schon die Rede von einem reichen Hochzeitsgeschenke gewesen
sein, das dem hohen Paare gemacht werden foll.Heute ist ein
aaher Verwandter des Königs. Prinz Wilhelm von Hessen (Sohn
Sr. k. Hoh. des Prinzen Karl hon Hessen deissen Gemablin-ie

Schwester J? M. der Konigin-Muütter ishh! zlüm Besnche amn.

Hofen hier eingetroffen. Prinz“ Wilhelm istAltersgenosse Sr.
Maj, des Konigs, nur um wenige Monate fünget JDie de
tern“ schon erwähnte Staatsrathssitzung ist auf Ftrtig den 1
Febr. festgesetzt und mwerden die Gesetzentwuͤrfe Uber die“ Entscha⸗
zigungen aus Anlaß der Rinderbest uͤnde Aberdie künftige Hew
resorganisation zur Berathung kommen! Heüte nach der Kam⸗
mersißung, welcher erst im Laufe der kommenden Woche eine wei?
tere folgen wird, fand ein mehrstündiger Ministerrath statt, Nach“
mittags hatten dann die Miuister des Innern/ der Finanzen und
des Krieges wieder der Sitzung des IV. Ausschusses der Abgeord⸗
netenkammer beizuwohnen, in welcher man mit der Berathung ves

Zesetzentwurfs“ über die Kriegslasten« Ausgleichungendlich zum
Schlusse zu kommen hoffte. Nach Allem?“ waßz man über den
Bang dieser Berathungen und die bis jetzt gefaßten Beschlüsse des
Ausschusses vernimmt, wird der! Entwurf in einer neuenaber
nichts weniger als verbesserten Gestalt aus vem Ausschuffe hers
dorgehen und in der Kammer selbst voraussichtlich auf erhebliche
Swhwierigteuen stoen
Munchen, 80. Jan. So biel man hört, soll der Lande
tag demnüchst auf 6 Wochen vertagt werden, um einestheils der
Regierung Zeit zur Ausarbeitung der Heeresorganisation, ünde—
rerseits dem Socialausschusse Zeit zur Bearbeitung des Gewerbe⸗
and des Ansässigmachungsgesetzes zu gewähren. Die Heeresorga—
nisation und die genannten Gesetze würden demnach schon bei dem
dermaligen Landtage zur Erlediguig kommen.“

. . Dienstes-Nachrichten. 3157
Durch Regierungsbeschluß vam 29. Jan. wuͤrde der Schul⸗
lehrer Philipp Eimer von Oggersheim zum Lehrer an der obern
Vachen Knabenschule daselbst vom 16. Februar L. Is. am
ernannt.

Durch Regierungsbeschluß vom 830. Jan. wurde der Ackerer
Johann Foltz zum Polizei⸗Adjunkten auf dem Espensteigerhof.
Bemeinde Hohenecken, und der Lehrer Friedrich Reithmeyer zu
Aingenfeld zum kath. Schullehrer der Gemeinde Niederhochstadt,
etzterer vdom 10. Februar l. J. an ernannt. *

Se. Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen gefun⸗
den, vom 1. Februar J. Is. an die Aufstellung von Telegraphen⸗
Verwaltern bei den Stationen München, Augsburg, Nürnberg,
Ludwigshafen und Hof zu genehmigen und zum Telegraphen⸗—
VBerwalter in Ludwigshafen den Obertelegraphisten Franz Kleber.
ne Ludwigshafen zu beförder . ꝛ
Berlin, 29. Jan. In Kasselnsoll demnächst eine Genen
ralcommission in Angelegenheiten der Auseinandersetzung für das
ehemalige Kurfürstenthum Hessen eingesetzt werden. Zur Leitung
der Sache sollen von hier mehrere Ministerialbeamte in den näch—
ten Tagen dahin abgehen., Auch in Hannover steht die Einse-
zung einer anglogen Generalcommission bevor.
Bierxlimn, 830. Jan. Die Staatsregierung hat nach Ein-
jolung eines Gutachtens von vertrauenswürdigen Einwohnern die
Bemeindeverfassung Frankfurts entworfen, welche einige, auf die
besonderen Frankfurter Verhältnisse berechnete Abweichungen abge—
technet, nur eine Umarbeitung der Städteordnung vom 30. Mai
1853 ist. — Die Eröffnung des Parlaments ist definitiv auf den
24. Febr. festgesetzt. Der Verfassungsentwurf berücksichtigt viele
ach die Separatwünsche der einzelnen Regierungen.

Berhin, 31. Jan. Laut dem Vertrag mit dem Fürsten
Taxis beschränkt sich die Uebertragung der Postgebäude in Frank⸗
urt aus das sogenannte ‚Rothe Haus“ mit Ausschluß der Be—e
tandtheile, welche zum fürstlichen Palais und dem Weidenhof
jehören˖ Die Uebernahme der Verwaltungskosten Seitens Preu⸗
zens erfolgt am 1. Juli.
2 Wien, 27. Jan. Die Restitution des Königs von Preu—
zen, der preußischen Prinzen, der Großherzoge von Baden und
Mecklenburg⸗Schwerin in ihre frühere Würden als Inhaber und
Namensträger österreichischer Regimenter, durch kaiserliche Verord-
nung verfügt, erreat eine gemisse Sensatfinn imsoferne man sie
        <pb n="54" />
        als Symptom einer anseblich vom Königk von Ichfen betriebe⸗ wirz doch dürftes das übrige curere dyi solchen G nzed ckungen
nen een 40n 4 3 betrachtet · 4 —* —* 2 42
Ws. BedKreutg schteibt: Ein Frend d
—F Meldung von ym Aulehen, welhes
in —* eben 83 vas Erkenniniß des Kriegsgerichtes üͤber
einen hochgestellten Militär hervorgerufen worden-ist. Das Ur⸗
theil triffi den General Grafen Gondrecourt, welcher im schleswig⸗
holstein'schen Kriege die sogenannte „eiserne“ Brigade Infanterie⸗
Regimenter· Preußzen und 7, Martinie) desösterreichischen Ar⸗
sieecorpz commandirxte, maͤter eine Zeit Kang Erzioher des Kron⸗
prinzen Rudolps war, im letzten Kriege zum „Adlatus“ des Ge—
nerals der Cavallerie Grafen Clam⸗Gallas ernannt wurde und
au de Stelle und nach dessen Abberufung daß le Armgee⸗· Corpo
in der Schlacht bei Koniggräz und auf dem Rüczuge befehligte.
Gondrecourt hat, bei manchen guten Eigenschaften, den Ruf eines
harten. rücsichtslosen und jahrornigen Mannes; die, Ergehung
bes kajserlihhen Prinzen scheint ihm deßhalb entzogen worden zu
seiß wheil uͤnter seinen übertxiehenen Abhärtungs- Methode gnd
seinersolidath Disciplin die Gestndheit des arten, Kin
deg zu leiden degann. Pach den fit Oeligrreich sg Anglücichen
Ergebnissen des ee fich einne hoͤse Stimmung des Gra⸗
ien hemuͤchtigt haben, die seinen, Geist. trüͤhte jind. den Geueral
zu gielfachen. höchst. ansteß igen ¶ Conflicteg u seiner Umgebung
sgieb Sg soll ex min blanlemn Sabel esnen Generalstabs-Hffizier
seines. Armeecorbs, der den Hieb parirke, eiuen Feldpater, den e
nicht, aingefährlich nermundete ünd einen Trajn- Soldaten attahiürt
— —
hne kaiegegerichtlie Untersüchung uinvermeidlich wurde. Autheup
5 Mitthelunge Aber das Resultat derselben weiß unser Ger
—ão——
de daß inhe n aut Cosonen G Vpend Hrdenedeeluß
uͤnd vier Jahre Festung lautete Und von St. Maj. dem Haiser,
mit RKüdsicht auf die Verdienste des Generals, im Guadenwege
auf verhaͤltnißmaͤßig kurzen Profoßen-Arrest gemildert hurde.
Wien, 30. — Die heutige e e die Unter⸗
jei hnung des Dan ve he Sistirung der' Durchführung
de Heeredergã ngungsheror dnung hih dut Vereinbarung deg Ver⸗
assungswegs für die Lander diesseits der Leitha. 5
Wien 30. Jan. Guten Vernehmen nach sind dle dster⸗
reichisch-preußischen Zollverhandlungen vertagt, aber nur um zu
einent im Voraus anberaumten Termig wieder aufgenommen zu
werden. .e

Wizen, 31, Jan. Wie die heultige“,Presse“ meldet, ist ein
Delegirter det italienischen Regierung hier eingetroffen ium mit
—* — Regierung einen Telegraphenvertrag abzuschließen.
Pesth, 30. Jan.“ Die Siebenundsechziger Commission hat
jn ihrer heutigen Sitzuug 47 Pharggraphen wit den von, Deal
eee Amendemnentz mehrerer Abgeordneten angenommen
Ein Amendement lautet; Alles guf die einheitliche Leituing, Füh⸗
—— des Gesqumiheeres Bezuͤgliche wird ale
der Verfügung des Kaisers angehörend gnerlannt. em
iι ιν natna Frankveich, u —
Paris, L9. Jan.“ Die ziemlich lautlose Thaͤtigkeit der
französischen und österreichischen⸗ Dipidmatie in der orientalischen
Frage scheint nur ihre Früchte gerragen zur haben. Die, Patrie“
erklaͤrt, daß die orientalischen Schwierigleiten“ der Ausgleichung
nahe seien, indem die Großmächte sich zu derständigen fuchten,“ um
in Konstantinopel zu Gunsten der verechtigten Wunsche der christ⸗
lichen ·Stämme einzuwirken. Die „Patrie“ sieht in dieser Ver⸗
tändigung c falls sie zu Stande kommer——die Sicherung des
europaischen Friedens, einen neuen Teiumph der auswärtigen Po—
litik des Kalsers und für die Türkei die Verheißung einer langen
Zeit der Ruhe. — Die, France“ versichert, daß die Verstärkung
des franzosischen Levantegeschwaders nur aus/philantropischen Rüd-
sichten erfolgt feiii D

Belgien.
Brüsfsel, 26. Jan. Gemäß Rachrichten aus Frankreich

soll nach und nach der chauvinistische Schrei nach dem Rheinlande
und nach unseren Provinzen verstummen; die gebildete Classe soll
zu der Ueberzeugung gelangen. daß ein Griff nach dieser Seite
hin das Gefürchtete nur noch rascher herbeiführen, die innigste
Finigung Deutschlands zu einem gewaltigen Staate zur Thatsache
machen würde. Dagegen foll man jetzt in unserem Nachbarlande
auf Spauien und seine Zustände blicken und Hoffnungen der Ver⸗
größerung auf die Erschütterungen setzen, welche der iberischen
Halbinsel nicht lange ausbleiben dürften. Man erinunert sich, daf
die spanische Mark einmal zum Reiche Karls des Großen gehöri
daß der Ebro ebensowohl eine Naturgränze wie der Khein vor
stellen lönnte, daß die Spanier der französischen Sitie und Spra
he am Ende noch näher stehen, als die Deutschen. Ob die Spa—
nier selbst mit solchen Beglückhungsideen übereinstimmen, zweifeln

Italien.

Fororenz, 28. Jan.v Die Gazetta di Weiezi Wom 26.
d. Mis. spricht ihre Bezugthuung darüber aus, daß Baron Kica⸗
soli, dem Wunsch der venetianischen Beamten nachkommend, die
administrative Organisation Venetiens unangerüihrt bestehen lassen
will. damit sie studirt werden kynne, waͤhrend sie sich in. Thäti g—
teit befindet Auf diese Weise würde man fichere Grundtagen
haben für die im Königreich vorzunehmenden Refornien.“!“ n
SFlorenz, 80. Jan. —A winse re In
humbert, welcher ungesäumt nach Wien gehen sollte, Jejne Phreis
er berfchobeli.* Admiral Persano ist auf freien e
Prozeß wird am· 12.Marz beginnen. Graf Barraut ist nach · Ber⸗
lin gereist, um sich dort zu verabschieden.

Florenz, Z0. JanAantach ber Triester Ztg. hatte Victor
Emanuel js Millut Fri zu Gunsien: des dretischen Aufstandes ge⸗
zeichnet, Man erinnert sich beinVieser Gelegenheite ver Neujahrse
rede des Nönigssworin ieru der Armera ThatenAuf einem neu⸗
en Kriegsschauplatz“in Aussicht gestelltir hatuun Indessenn ware: les
doch baarer Wahnsinnàgtalien beinseinett schweren Nöthen micht
blos finanzieller Natur⸗ in NKriegsabentheuer zu ftürzen oder, was
beinahe dafselbe⸗ist, die kriegrrische Entscheidumg dot oriemalifchen
—
iol ekanntlich war“ets der Adiniral Persafo, welchet! gegen Tee
—AIV— — ——
hatien vorher mit ihrer Flolte so stark geprahlt und sich so fest
in ven Bedanken hineingelebt daß die österreichische Flotte un⸗
ehlbar vernichtet würde, daß ihr Admiral als!! Sündenbodk des
pfert werden sollle, obwohl der Abgeordnete Boggio, welcher bel
der⸗Seeschlacht das Leben vetlor, in hinterlasfenen Briefen Per⸗
sano und seinen? Anordnungen das größte Lob gespendet hatte.
Aber es half nichtsder Admirale welcher bis vahin filrLinen
der tüchtigsten italienischen Seeoffiziere gegolten umd sich bel ver⸗
schiedenen Gelegenheiten ausgezeichnet halte, wurde in Nntersuchumg
jezogen, um als Senator durch den Senat abgeurtheilt zu werden
Seit Monaten schwebt schon sein Proceß, bis endlich ame 28. und
29.Jan. der Sengt ihn von dem Verdachte der Feigheit fre
pruch, aber mit' 83. gegen 48 Stimmen enischied, daß er wegen
Ungehorsams, und mit 116 gegen 15 Stimmen; daß er wegen
Unfähigkeit!“ und Nachlüssigkeit in Anklagestand zu verfetzen sei
Am 29. Jan. kam 'in der italienischen Abgeordnetenkammer auch
ein anderer Vorfall zur Sprache, welcher die“ Empfindlichkeit den
Italiener hinsichtlich ihrer Marine beweiftVor einigen Wochen
zatte sich nämlich die ialienische Fregatte, Formidable“ der
Befestigungen von Gravosa genähert, ohne wie don“östereichischer
AD
sie⸗ durch einen“n btinden Kanonenschuß vergeblich hieran? er⸗
unert worden war, feuerte das “österreichische Fori kinen schar⸗
sen Schuß“ gegen sie ab, worauf der italienische Capitän ein
Boot entsendete und um Aufklärungbat. Derösterreichische
Commandant entschuldigte sich und der Formidable“ segelte hier⸗
auf weiter. Ueber diesen Fall interpellirte nun am 29. au
der Abg. Bixio den Marineminifter, indem er zugleich das Be⸗
nehmon des italienischen Eapitäus schatf tadelte Der Marined
minifter setzte den Sachverhalt auseinandet und bemerkte, der öster⸗
reichische Commandant habe den Vorfall für das Ergebniß eine?
Irrthums erklärt und die dsterreichische Reglerung sein Oklober v
Is. angeordnet, daß die italienische Marine freundschaftlich be⸗
jandelt werde.“ Der Minister habe gleichwohl den Capitän des
„Formidable“ weil derselbe seine Schuldigkeit nicht gethan;ndes
Tommandos entsetzt. Die ö
seien indessen noch in der Schwebe, weßhalb der Minister nich
weiter in die Sache eingehen konne; die gewechselten Schriftstücke
würden jedoch feiner Zeit der Kammer vorgelegt werden. Bekannt⸗
lich hatte die italienische Regierung auch mit der Türkei einen
kleinen Conflick wegen des Paketboots „Prinz Thomas,“auf
welches von den Tuͤrken in den kretischen Gewäͤsser geschoffen wor⸗
den war. Doch ist diese Sache durch Bezahlung einer enormen
Entfchädigung an die Eigenthümer des Schiffes von“Seileder
Türkel, beigelegt. —α,

Kanstantinopel, 29. Jan. Der „Courtier de VOrient
behauptet, die Muselmänner wie die Christen fühlendie Noth⸗
vendigkeit zur Einberufung einer aus freien Wahl hervorgehenden
Rationalversammluug. —Die italienische Gesandtischaft forderi
ür den, bei einem Matrosenraufhandel von der türkischen Polizei
»erwundeten italienischen; Schiffskapitän eine Entschädigung von
400 Livres. 2. 24

—Konstantinopel, 80. Jan. Der Rebellenchef des Vi⸗
banon, Joseph Karam hat Syrien verlassen und ist nach MAlbge⸗
        <pb n="55" />
        rien übergesiedelt, er erhüll ecine Pession vont Franheg Dies⸗fZu der bevorstehen — Id Paxis wirpe
aus allen Nationen e —A x Pfalz manches —S r FAid)
aufgelost worden. Auft Eandia nimmi diel FortsegungDer wie an Fabrikaten. Unie Andeen liefert die Gieserei des Hrn.
pacification ungestrten Fortgangi · Von 2 Vatadi hen Offic wi Gunnnltg einen Hivsch in Lebensgroße, zu dem das in Munchen⸗
sieren capitulirten die inoch übrig gebliebenen I8.1 Die iazuletzi argesertigteModell 6000 fl. gebostet hateet n
dschften vhuchwtiigecit murdacs una 4rin m Baluste. men e n aea ndo huet, 258. Jan. in Der judijche Geschaftsmann Weiß,
dsprengt.. Dio Ernennung eines qrifttichen Fiwesten samn pelchemsa legtnn Zeu sag dem Gonmwega uhj Sauarnsüiter Zufie
Feuderneur von Candia steht bevor. Albanien istnporlaͤnfig hee ben und der sonst ein grotzes Vermogen /besttzt. wird seit mehreren
—EOO Tagen vermißt. Das * Na wurde rer her Moosburg gesehen,
wo eee dwiel Geid und Weyrthpapiwe. bei sich
horne Erselcz langte qhne seinen Herrn in vandoͤhut anen
Jllus: Eieca Balgetn tenfresser In dem Landhause des
Rentners Kn. in, Wies Adenspielte diẽser Taͤgk eine seltsamme Ge⸗
schichte. Herr Rentner Kibermißte Linen Hundertguldenschein⸗ wel⸗
her ihm aus dem Dchreihtischẽ seines Arbeitszimmets weggelom ⸗
en en Er. worf Verdacht auß senen Portiet/ welchet wie
alle: Leute ouses in anigenehmes .aengersr vehagti hes Le⸗
ben mit leichtem Dienst bei degn K. hatte!su Der Portiex ge⸗
aoß vobendreinn noch das!· Ber cennseinetzo Hetvntnn Um sich Ge⸗
vißheis gu⸗ perjchaffen⸗ legte Herx⸗ Hut. ein Patet: Jehnguldenscheine
n Feinen Schreibtisch. numezirte die eiszeinen und tieß den Tisch
twas geoffnet, so daß n aunffrembe Bandnoten hegleriges Auge
auf den Tostbaren — ——— verließ darauf
re. und als rzurudckehrteite ehlten wichtig einige der
e en. Die Jeig wurde e e r
indem se alle usgänge des Hapses i hesehte und unter
e 9— herrn Portier nicht mehr aus den Augen ließ.
Hiefert erehle dursh die große Intoghrinn doe— gzerieth, so⸗
foxf — ein Polizeisergean welchet ihn, indem er that, als
Aah n andern Ver sWach beobachtee bemerkte ptotzlich
wiender Portiey zwei Bantnoten aus der Tasche zog vaß sier an
den Muund steckte, un sien zue verschlingein. Der Polizeisergeanmt
stüxzt auf, ihn zu, padt ihn an der Kehle und verhinderts, dahz die kost ·
bare; Speise Ddem Sioffwechselproceß in Dem · Magenides Herrn
Pomierz übergehen werde. Der Pornernbffnet noihgedrungen wie
der seine Eßwerkzeuge und giebt die Banlnoten hetaus. Etr wurde
ringezogen und hat Elanden— daß er iuchdie Hunbertguldenote
au n gererrue ßcß
xrFBeyd * Slolbergh. Am 2 d Lreignete sich in
cuimitelbarer K e in —7 Unglucksfall gFunf Manner. dar⸗
uͤnter Pater iiud Sohn, samens Bauer waren zum Wildern
quͤsgegangen, gin einem Foen heizulommen, der thnen das Korn⸗
felt —— 83 Dunlelheit irre geführl!vermeinte
der Sohn ẽndlich den Eber in Sicht zu haben / drückte los und
hz jane Voter, Der Thäater hat sich gleich dem hiesigen
Gerichte freiwillig estellt. iAlen,νν —9—
M. Wil —95— Am 22..d. Jam ahser, der traurige Fall
vor, daß ein Dekonom fein Gewehr auf ein zum Besuche gelom⸗
menes Brautpaar richtete nd dosseldy vurch dier Worte! in Schre⸗
len seßte: „Wer von — Fuerst sterbend?“ Ploͤtzlich ent⸗
int sich das Gewehr und die arme Braut sant, schwer am Kopfe
getxoffen an Die angludliche ist so am Kopfe und Halse
ladi veh sig wohlschwerlich am Leben bleiben wird.
32071 Die Bevoͤlkerung der zehn großten Siadte Frankreichs
eirigt gegenwartzg: aͤris 1,826,474 Einwohner, Lyon 323,954,
Marseillz J00.21, ordemix 194, 201, Lille, 154,779, Touloufe
26, 936, Nantes 11 956. Rouen 180,671. St. Etienne 96,620
ind Slraßburg 84.167 Einwohner ·
u Auf den italienischen Eisenbahnen ist jetzt abermals der
Fall vorgekommen, daß anscheinend sehr moble Reisende ihre Ge⸗
fährten im Counpe qusgeplündert haben. Diese neue Sorte von
Raubern bedient sich als Waffe — des Schnupftabals, welcher
nit groͤßter Artigkeit dem crwaͤhlten Opfer angeboten wird, und
dasseibe durch ein starkes Narcolicum betäubt. Das Weitere ver⸗
estht sich von selbst.
* prauch in Yoꝛljshire ist ein Eisunglück geschehen; es betraf
aber keine Meunschen⸗ sondern eine Heerde VBieh. In der Nähe
iner großen Wiese bei Sledmere liegt ein großer Weiher, der
zugefroren und mit Schnee bededt war. Eine Kuh gerieth auf
das Eis und brach durch. Ihr jammerliches Brüllen beim Un⸗
tersinken lockte die anderen Glieder der Heerde herbei, die eines
ach dem anderen auf die trügerische Fläche hinliefen,einftürzten
und erkranken.
Ffalzer Weine in Amerika.“ New⸗Yorker Blätter wimmeln
von Berichten über eine neue Trinkhalle, die unler dent Namen
Bremer Rathslellet“ in New⸗ York exrichtet worden ist, in dem
ingeblich für 200,000 Dollars besonders feinere Pfälzer⸗ und
Kheinweine lagern und zu den fabelhaften Preisen von 12-14
Doͤllars per Flasche Abgang finden. Als Unternehmer wird der
much in der Pfalz als ein jehr vielseitiger Geschästsmauu. bekannte
Morgenthau bezeichnet.

15

p Ludwig shafen, 28. Jan. Die Kreig · Gewerbe· und
handelskammer der Pfalz, welche · am 11. Februar hier zusammen
Fitt, um ihren Jahresbericht für 1866 abzufassen und der Regie⸗
rung die Wünsche und Anliegen der Pfalz vorzutragen 'wird als
solche hauptsächlich bezeichnen: die iehen des Zollvereins, den
Anschluß an den norddeutschen Bund, die nnahme der pteußischen
Führerschaft in handelspolitischen Angelegenheiten, die Erweiterung
der pfälzischen Verkehrsanstalten, besonders der Eifenbahnen unt
die Aufrechthaltung des Vier⸗Thalorzolls auf sreinde Weine. 5
        <pb n="56" />
        634504 4v 2g e. ——8 j 24
Güterversteigerungesu Bekanntmachung. e iu
Sanm stag den 90 Februar 1867, des Die Filial⸗Oekonomie⸗Commission detz Lien Bataillons des igl. Isten Infanterie Ren
Nachmittags um 2 Uhn zu StiIngbert ements Kaiser Franz Joseph von Oesterreich⸗ versteigert n!n
n der Wirthschaft von Bäcker Hellenthal U Donnerstag den 7. Februar 1867 Vormittags 9 Uhr beginnend, inder
iassen die Erben des dahier verlebten Ace⸗·9 Kaserne. Zimmer Rro G/ circa A00 Stad ausgemusterte Mänutel
rers Michael Spohn dienmachbezeich · . was Steigerungs lustigen bekaum gegeben wird. —VV————— ——
neten Liegenschaften Ste Ingberter Bannes Bweibrücken den· 81. Januar 1867. N iem h
in Eigenthum versteigern, alst Das Commaméo 753

44. Ruthen Acderlande amSchaaf⸗ 5

weiher neben Schmied Ries u. Georg

Peters.ng n

45 Ruthen Ader auf dem großen

Flur LII. Ahnung, neben Franz

Jacob Schmelzer und Joh. Feichtner

79 Ruthen Acer auf dem Hobels

ieben Franz Joseph Behr Wuͤtihu.

Joseph Schaudt.· , —D ——

3 Gartenstüche-auf dem Hahnader,
iedes zu 32 Ruthen, nehen, Jacob
Fuchs und Carl Feichtnere
16083 Dezimalen Ackerland und Wiese⸗

.. in der Rischbach neben Johann Besi
Johann Konig u. Brüder Schmelzer.
St. Ingbert den 25.Januar 1867.
Born, Kgl. Notar.
— * q ñ.
.Bekanntmachung.·
Diejenigen Gläubiger des Falliten Mi⸗—
chael Ast, Zimmermann von Ensheim
deren Forderungen zum Passivstatus der
Fallitmasse zugelassen worden sind, werden
andurch eingeladen, sich den 18. März
nächsthin, des Morgens um 10 Uhr, in
Pexson oder durch Bevolimäch—
igte im kal. Bezirksgerichtsgebäude da—
hier einzufinden, um der Rechnungsablage
des zprovisorischen, Syndiks beizuwohnen
und mit dem Falliten in Conkordat ab⸗
zuschließen, oder aber, falls ein solches
nicht, zu Stande Jommen sollte, mil pen
übrigen Gläubigern in eine Union zu ire
ten und sodann das Weitere zu verfügen
Sweibriden den 29. Januar 1863
Die kgl. Bezirksgerichtskanzlei
νιν αe .. PInte .
Holzversteigerung.
nn Mienstag den 5. Februar l Jui, Mor⸗
gens um 10 Uhr, werden in dem Saalt
der oberent Schule zu Ommersheim, aus,
dem Gemeindewalde. von da Sqhlag

Dib edthal,“ nachbezeichnete Hölzer an

den Meistbietenden auf Credit versteigert:

J —J Nutzstamm. 1 4 .

hainbuchen Nutzstämme.. 7

2 10 buchen n , uetdere
46 aspen Sparren. ů
3 258 Balken. 3 6 De
I Adn Klftt. buchen Scheithlz. geschn
29— afpen Prügelholz. 3
d öα ,. Stangenpruͤget

2700 Bohnenstecken.

200 Fachgerten. hi ve
.6500 Prügelwellen. —
Ommersheim. 26. Januar 1867 5
Das Bürgermeisteramt:

0 Lang

Bu Verkaufen.
Vier Hausplätze, jerder ⸗Mor⸗
zen groß, vom- Bergubis an den Mühlweg
dahier gelegen, find unter sehr günstigen
VBedinguͤngen zu verkaufen. Diese Plaͤtze
Jewühren noch den Vortheil, daß aus ihnen
ie nöthigen Bausteine gewonnen werden
tönnentR 4 i
Näheres im Geschäftsund Consulta⸗
ionz⸗ Büreau vonn ιιν
gQ che v pf æ
Sis 'n- vis Café Oberhauser.
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Orth'sches
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Vermiethunge
Der ganze unterenu Stock meines Wohn⸗
auses an der Hauptstraße, zu jedem Ge⸗
häfte sich eignend, ist sogleich zu vermie⸗
hen und beziehbar·
Stt Ingbert Z. Februr 1867.21102‚ahrgang As63.
i !”M. Paul. Monatlich in Heften von 425 Bogen zu
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Wohnun 8 ⸗·Veränderung. ir. Die Dorfzgt. kann gu gleichem Preise
—— g⸗ * auch in Wochennummern bezogen werden
Interzeichneter bringt hiermit zur Kennt⸗ ille Abnehmer ⸗halten cine Prärnii s
niß, daß er sein bisheriges Logie verlassen 77 ru
ind nun bei Carl Lion Wittib wohnt. * Befiellu * —*9— belicti⸗J —
Zugleich empfiehlt sich derselbe, in allen anen die Ned. .ere 28
Sorten — enmmna
ereien, Franzen, Quasten und alle je mi *
n sein Geoschaß einschlagenden Arbeiten. Die Lungenschwindsucht,
und bittet unier Zusicherung reeller Bedie⸗ apemt ohne innerliche *
nung, um geneigten Zuspruh. — — wvizm ge eilt. Adreffe Dr AR. Rot
St Ingbert un Februar i86eb marman in anmheim. (Francatur
B .7 n
——— Boeosamentienver —— KFie⸗
— —— “ ..77
—R er w: ß er flüßi er fern Bauholz zu — 88
——— iger Breuer Mabie ha Niederwuͤrzbache
eẽ Mn. Ayc 5B6—:
des General⸗Depots von Carl — V. 6 öh. —
Hohle in Kaiferslautern. Frucht⸗, Brode, Fleische ꝛc. Preise der
Dieser geruchlose Leim wird kalt Stadt Homburg vom 80. Januar.
ngewendet; er ersetzt vollkommen den Klei⸗ Weizen 8 fl. Lnkr. Korn B fl. 30 ir
ter, den Leime und den Mundleim. Man Spelz 5 fl. kr., 11 Gerste, — reihige, fl
zebrqucht denselben um Papier, Pap-⸗ ir. Mischfrucht — fI. it.* gafer
pendeckel, Porzellan Glas, Brar⸗ 5 s J Ervsen 4 fh. 40 tr nari
mor, Holz. Veder, Kork umsw. An fl Ia tr. per Ztr. Kornbrod, 8 gr
u leimen Derselbe sollte daher bei keinem 261r., ditto 2 Kgr18 tr., ditio 1. Kor.
Handwerksmann, auf beinen Bure⸗ tr., Kühfleisch 1. Qual. 16 tr 2. Quet
au und in lkeinet Haushaltung fehlen. 13 kr., Kalbfleisch 12 kr.Hammelfleisch
n Fuͤr den Erfolg wird garan⸗ 1 n Seehe s fr.
irt. per Pfd. ß
Preis per: Flacon 8, 12 und 20 kr — ——— — —
Allein echt zu haben bei VF Fran urter Börse 453
— d s Fritz Panzerbieter —. ben er 1867 88*
—94 Tr — * ar in Si. Juͤgbett. Wonnge euhhetirdve Banuue ,
BGebrüder Dörr vom Trippscheidterhof —E— — Vistolen a. 3 4224
haben im District Kahlenberg, an der Hat! XX Das sehr ähnliche Portrat — 10 fleStucke 852 i
jeler Straße, einen Steinbruch angelegt, aus nach einer Naturaufnahme des verstorbeuen, — Imperials * * “—
welchem fortwaͤhrend beliebige Quantitälen sich um die Feuerwehr verdient ogg 20 Franes⸗Slucke v
Mauere Wöllze und Hausteine, je nach Be— Branddirectors, Herrn Carl Weiser Zuglische Sduvereings
stellung, bezogen werden können. uus Mainz ist zu ben 7 7 treußche Kassenscheine Iανιενι
ag, p Pe Auinze 4 2 ßold per Zollfund fein α
Mäheres jim Geschäfts-Bureau von —&amp; 21 i une , odhaltiges Silber per Zollpfnud
Westphälinger. F Photograp * Dollors in Glold 3 *

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Redattion,“ Deuch und Verlag don F. x. Deme g in St. Ingberte..
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        nn 4 νι— r! lan pe u uedt α —
n , C ———3— — ad 5 —h iitI —⏑
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iugr * nn WK bert er 0 X * 1 ——43
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34 SInaße rurr Anzeiger“ mit / seinem Unterhaltungsblatte!hescheint wwöchenttich drenate. Die nstag, Fo nner gstag,
* suye bonneme aidereis vierfelohrig Is. Frzf. Aingeigen werden intste FeFrzr.n die dreifpoltige Zeile Blaͤnischrift oder deren
—2 ια 7, Raum berechnet. 3 e
— *7 —F eitr 1 1
Nro 46 ti ν ι ν»,, — Dienstag/ den 3. Februar Nι a 867
ν nnt dald itt, , α νν qunti ι tt 57
. — xann Deutschland.. αꝰ 7 sues — duceee
en in dagsthes Vlau spricht bon anent baldie e e eem
zein Besuch und Gegenbesuch der Könige Ludwig II und —e— Juterpellatione nzes Sieclamimisteriüm
Wilhelm e in Berlin ant in Mündendas vom Fursten Hohen N Vien den Eulläruugen, die Se. DHitchlaucht det Herx Staats-
whel angedentete vaherisch· preußische Bundniß losseeine solche An · gitnistez ded Jeußern in den Sißlingen der Kammer he Abgeo
als ebrauchtich * Rei Blatierwi nistet des Aeußern in jßungen d J mmer dex Abgeorda
naherung als gebrauchlicherscheinen. Bayerische Blauter wissen ien vonn 19 und 2804. Mis Aber die Grundzüge der bayeri
och nicht zu berichten, ob diefe Rachricht gegründetist. n — ** be e e ret fapaher
yr zu derichren, Sd dese achein gegr 464. AAun Fehn gegepen hat haben wir uit Vefrjehguingersehen-
—D—— 30. Janß. Die mll dem Frieden vertrha zwi⸗ aß die Anschaunmgen des Hertu Staqtsministers Atußern
heh ehe od Vagehhi Wse gehette dieshebun ve gein senstesen e geuchhet e —
und Mainzoͤlle ist wenigstens hinsichtlich deg Esteren Flusses nun⸗ fannnet der Reichsräthe in jhrer Sitzung vom I1. Augusi des
mehr vollständig eingetreten, Nachdein Hreußen in dieser Beziehung zorigen Jahres aig die ihrigen hezeichnet worden sind Rr ver⸗
mit —— — war hal guch die hayherische nissen aber jn inein Punfte die mnzweiheutige Bestimnitheit, die
Regierung die Erhebung dez Rheinzolles vor voeligen Tagen de⸗ dit von dem Programmieedes Heftrn Staatsmimistertz Fant
initiv eingestellt. Eine gleiche Verfuͤgung ist ficherem Vernehmen r7warten zu dürfen, und zwar in dem Punkte, der sich auf das
aach auch Seitens der großherz. badischen, dann der hessischen nit dem preußischen Stagte —— Bludniß bezsehlWir
Regierung erlassen worden. An den, Naingzollen wird von der vünschen nämlich utschiedene Erklgrung darüber, daß dieses Bündr
zadischen Regierung zur Zeit noch festgehalten. während dieselben iß nur als Bündniß zwischen Gleichberechtigten V
zreußischetseitsgleichzeitig mit hen Rhein⸗ Schifffahrts Abgaben daß mithin der alleinige Ausspruch Preuhens; es sej die jn dein Hünda
zeseitigt wurden. Bayern hat bekanntlich derartige Gebühren auf nise festzustellende pouitische Eventualitat eingetreten Rcht genügen
dem Main nicht enthoben. Fuͤr Baden wird hoffentlich eitz iso dürfe uns in einen Krieg zu verwickeln, sondern daß eß der baherischeij
lirtes Festhalten an dieser lastigen Einrichtung auf die! Dauer Regierung bei jedem einzelnen Falle uͤnbenommen hleiben, müsse,
aicht moͤglich fein. elest mitzuberaihen und schließlich selbst zu entscheiden, ob und in
Müncen, 31. Jan.“ Se. Maj. der Kouig ist jetzt von wie weit sie sich Preußen ayschließen molle, Wir bezeichnen aber
einem Katarrh so weit wieder hergestellt, daß das milisarische im Voraus als inzige Ebentualitt, in welcher wir unbedingt,
Banket definitib am Samstag den 2.. Febr. anberaumt werden rinen Auschluß an Preußen wünschen und erwarten. einen. Krieg
une Man sieht“ am Hofeauch der“ baldigen Ankunft Srink. zur Abwehr/ eina. deabsichtigter Schmälerung deutschen Gebietg,
doh. des Großherzogs von Hessen entgegen. * Aus Regensbinrg nöge sie kommen von welcher Seite sie wolle, Wir wünschen.
nnit die Kunde, daß Se. Maj. Konig Ludwig J.“ beschlossen daß Bayern gegeu solche Schmaͤlerung“ mit aller Kraft eintrete,
habe, seinem Lehrer, dem verstorbenen Bischofe v. Sailer auf dem ind werden uns auch nicht dagegen erklären. wenn für solchen
St. Emeransplatze daselbst ein — zu model⸗ Fall das bayerische Heer unter preußische Führung gestellt wird
srendes und in der kgl. Erzgießerei dahier in Guß auszuführen- Wir fprechen dies aus im Gefühle d Zuan mengehorigteit alle—
des Denkmal setzen zu lassen. — Die Kammer der Reichsräthe deutschen Stämme'und in der Absicht, unserer —
vird morgen eine Sitzung halten:/trin welcher eine Interpellation hesinnung den entschiedensten Ausdruck zu geben; wir halten aber
der HH Fürst Theodor v. Thurn und Taͤris, Frhr, v. Thün⸗ inen zu engen Anschluß an Preußen für jetzt um h bedenklicher
gen, Frhr.or. Zu⸗Rhein und, geh. Rathd, Bayer, die bayerische als fich wie der Herr Stagtsininister selbst sagt, in der Enlwi⸗
Holitik vetreffend zur Verlesung kommen soll. Es, kann sonach kelung des norddeutschen Parlaments eine entschiedene Hinneigung
cnach der AÄntwort, welche von Seite des LSigatsmimsters des um Einheitsstaate bekundet was eine schwere Verletzung der Rechte
Aeußern Fürsten v. Hohenlohe, auf diese Interpellation ertheilt der Bundesgenossen voraussetzt. Wir erlauben uns daher an den
wir in einer der folgenden Sitzungen möglicher Weise zu einer derrn Staatsminister uud zwar nanmentlich auch im· Hinblick auf!
nteressanten. politischen Verhandlung kommen. Der pierte Aus- die verschiedene Deutung.die dessen⸗ Erklürung sowohl im Ine als
chuß der Abgeordnetenkammer ist destern Abend in einer fast m Auslande erfahren hat, die Frage zustellen: Versteht · Seine
umnstündigen Sitzung mit der Berathung des Entwurfs, des Durchlaucht unter dem Buündniß mit Preilßeti ein Bündniß unter.
striegslasten⸗Ausgleichungsgesetzes fertig geworden. Nach seinen hHleichberechtiglen, mithin“ ein solches, dus bei entgegenstehender
heschlüssen sollen die Vergütungsquoten fuͤr die auch an inländie Ansicht jedem Theile in jedem einzelnen Falle' die Freiheit der
che Truppen gemachten Leistungen Quartiexe, Fourage ac. Aen⸗ Attion sichert, oder versteht Seine Durchlaucht darunter ein sol⸗
rungen erleiden, indem, die Ansatze dafür jun einzelnen Kreisen hes, das Bayern wenn auch mur- für einzelne Fälle,“ unbedingt
hoh mngen, in anderen wie z. B.in Mittelfranken Ahminderungen in das Gefolge Preußens stellen würde 83u ινν
rfahren sollen. Das Resultat im Ganzen bei Annahme dieser Fürst Hohenlohe antwortete hietauf': misi u ια.
öbrschlage durch beide Kammern würde eine sehr beträchtliche — Die Staatsregierung entnimmt aus der verlesenen Inter⸗
krhoͤhung der Gesammtsumme ader vom Staate, d. i. von der hellation mit besonderer Beftiedigung, daß hervorragende Mitglieder
Vesammtheit der Steuerhflichtigen zu leistenden Entschädigungen hes hohen Hauses mit den von der Staatsregierung im der Kame
die Nothwendigteit einer gänzlich neuen Berechnung und dadurch ner der Abgeordneten abgegebenen Erklarungen einverstanden find
ꝛin höchst mißliche Verzögerung der ganzen Angelegenheit sein. dieses Einverständniß wird dazu dienen?“ die Stellung Bayerns
xs ist daher noch keineswegs sicher. daß die Nammer selbst den u ktraͤftigen, und ich begrüße mit Freuden diesen Auoͤspruch al⸗
lusschußanträgen beitreten wird. Heute Abend wird der finanzielle inen neuen Ausdruck der patridtischen Gesinnung der hohen Inter⸗
Theil des Entwurfs noch einmal im Finanzausschusse der Kammer be⸗ ellanten. Nur in einem Punbkte besteht ein Einverstandniß nicht.
calhen.Dieser hat sich heute Vormittag mit Einstimmigleit aller gch beehre mich die au-mich gestellte Frage sofort zu veantworten.
iner anwesenden Mitglieder für den Antrag des Dr. Wolk auf ünter dem anzustrebenden Bundniß mit: Preußen undden übrie
Besteuerung auch der auslandischen, in ihrem Ursprungsstaate ber zen deutschen Staaten verstehe. ich einen, die egenseitige? Hilfer
eitz besteuerten Staatspapiere ausgesprochen. Der Finanzminister an Falle der-Gefährdung dieser Integrität gewährleistenden - auf
Jat natürlich dagegen um so weniger Einsprache gethan, als 18850 dem Boden vollstaͤndiger Gleichberechtigung abzuschließenden Staats—
Sicaisregiernug selbst dicse Vesteuerung porgeschlagen hatie. zertrag Daß ein solcher Vertrag die Freiheit: der Entscheidungt
pelche aber damals von der Kammer abgelehrt wurde. (Pf. Ztg.) ucht gleichmäßig vorbehält, sondern gleichmäßig beschrankt wird
München, LeFebr. In der heute Abend 4 Uhr statt· ei naͤherer Pruͤfung der Natur solcher Verträge kaum? entgehen.
gehabten Sitzung der Kammer der Reichsräthe wurde der neu zIn allem Uebrigen nehme ich Bezug auf meine am: 19. und 28.
Antretende Reichsrath Graf Wolfgang von Castell auf die Ver- 9. M. in der stammer der· Abgeordneten abgegebenen Erklarungen.
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        die, wie ich aus dem Wortlaute der Intewpellation Euntnehme, den schon vielen amtlichen Anmeldunge Besonders sindaes junge
hohen aee bekannt sindd. * 3 * Wag — ig meist e auf e e ie nach
e du r det Frhrmu aon hüngen fed gem fernen WWesthn sich ingezogen Fühlen. Da Die jenigen⸗ welche
tändischenß Redtschuldentitgungse ommissür Dr. v. Bayer für dine ,dor vollendelem dachtzehnten Lebenbjahre mit obrigtkeitlicher Legiti⸗
———— sführung Dern Dank des ausẽed volirt ind matsdn Nuswandern Zur⸗ Gestellungszestonicht lsẽ Deserteire an⸗
chließlich den ——— der Grundrenten⸗Ablösungs⸗ —V—— von Vielen, die doch auch ein⸗
kasse pro 1861/68 und 1862/93 die Genehmigung ertheilt. nal ihre Heimath wiederzusehen wünschen, das unvollendei⸗ 18.
München, J. Febr. Heute Vormitiag 10 Uhr begann Lebensjahr als die geeignetste Auswanderungszeit betrachtet.
eit der nach Schluß der im Jahre 1868 stattgefundenen Kammer— wzu ei au. 81.Jan.. Die Abberufung, des Führers der
at! vorgenommenen Vonstituirungdie erste Sitzung des Social⸗ Mainarmee Vogql Falcenstein in mitten seiner Sicgeslaunsbahn
Jefeßgebumgsausschusses, welcher72e Mitglieder anwohnten Es ind seine Ersiennumg zuͤm Gouperneur Böhmens hat“ seinet Zeit
vurde allseitig das Bedauern über die Abwesenheit des Piitgties u den verschiedenartigsten Vermuthungen über den vermeintlichen
des Dr. Braler, welcher zur Herstellung seiner hhefgedrügten Ger Brund dieser rauffalligen Maßregel Anlaß gegeben. Di Iree
uuhdhetsderhalinisse sich im südlichen Frankreich uüfhült unde in⸗ 4 ?dle feit einiger Zeit offene Briefe uͤber den i sien tieg
nttlich eines vor wenigen Tagen eingelaufenen Urlaurbegeftches erdffentncht vringt hersber die Mirthetlung cfeiegt ein
»or Ablauf des nächsten Frühjahres nicht zurückkehen wird, ausge- Beheimniß mehr, daß der Genergl nicht. blos zum Gouverneur
vjrbchen⸗ Diese Abwwesenhett wirtt um spe fühlbaret ziirüche altz zon Böhmen, sondern auch zirr MNatunge eines, Vorstoßes von
haduich die Absicht unftreing det Majoritäte veg Ausfchusses in prf, gus auf— Munchen“nbestimmit gewesen stzy
zie Haͤnbe dieses herborrageuden Namensin der Literatur unf un Aer linz S1. Jan.) Die Voss. Zig sagt. Die officiell,
dem Gebiete der Verwaltung das Referat über den Gesehen tivnrf wagekündigte Reduction des zweiten Landwehraufgebotes wirdgerst
ezügligh des Geimeindetveseng m legen uicht Niegsiftrt werden usgefszhrt, wenn sder Ausfall der / Streittratte durch den Referde,
dinten Riich einer kurgen Dlscussion wodbet wertiutinmmn ufschub gedede in ¶ Preußen lehnte das badsscherseits wiedechen
dahin erzielt wirrde von weileret Ssorechung der· nictprmncibien angebotene Hlithesatzungsrecht Rtastatts ah, In diplomatjschein
die ohnehinnbekannt und In den kurzen a eee drejsen Hird Bersichert Esshmann sei für Dr sden designirte
tefie Freiheit⸗ inn Gewerbewesen und Andagltchftenndeligehende Au —A —— 3 Fehr Der suchsische e hete
ronie der Geshelade. entspi henden Migbriick findeneschritt man u Fueses hat sich gestexin, Abend ———— hegeben wird,
nn Waht derdhennen. Due de ne
dret Theile getrennt 4o vah flt die niahbezeichnelene Gefehen twisefe ßreußeng 5* AgBiho machtigten sein, ——
uüber de Gemeinde pesen. üer Ins eehun und Ver Zertrah ipi Vauft ieset Wohhe zum⸗ Asne senh hir Unterzeich,
zhlichung, Heimath unde Aufeuthalte Armenwesen und 3) 9u ber ung gelage Auh snd dafür Alte Aussichtzu borhandeh *
Bewerbswesen ein“ beson derer Neferent bestimmt worden! ift Die BSeriu 4 Febt. Der Schluß.der Fonferenzen ut Be⸗
Wahl ergah folgendes Refultatnna Yn wurde Dri Edel? mit ating des godhnee v aeeee mifd permnthlich
Stimmen ag2) Bustgermeistet. Fifchet inftimimge ag 8) Dr nde det —J— 5
Dinih it ¶ Sunmnen lem cn Sen diese. Getegenhet en,g.Frbt . Siaatsminister g Selcet sol sein
iht vecfehlen die Rachriht..angutntpfein. dah dahe Ge— dewnission gegehenn haden. DMieEnischeidung des Hosern ist ne
rücht bezüglich der Ernennung dez Abg Ummscheiden altz: Mitii⸗ nicht zriplgi — ein 3
lerialrath ime Auswurtigen inmer mehr an⸗ Wihrscheinlichkeit git — fürzliche —— Roaßin Prag
nimmt und Gor gestern von dem wirklich.erfolgten allerhöchsteir zie VDrutschen de hn Landtagswahlen gesiegt haben Heruhte am
Decrete die Kede war.“ 4 — —â— nem Irrthum. Hur die vier Abgeorducten, welhe vbue Handels⸗
München 1J. Febr!n Jil der heutigen Sitzunß des Staatz animet zuu wühlen hatte, fielen, guf Deussche und außerdeni gin⸗
aths wurde beschlossen den Landtag sechs Wochen tnpertagen, sen hur du der Josephstadt die deutschen CTaͤndidaten vurch, Jin
am dann die Gesetze über das Gewerbswesen ünd die Heeresore Janzen gber sind inn Boöhrmesg big jeßt. A1 dentsche ünd 80 hi
zanisation bollendei vorzulegen. Die Militarberttthüngs⸗Commis⸗ che. Wahlen bekannt. — — Ran
ion hat die Arbeiten zur Stuttgarter Meinistetcdnfeten heute ber Rau I. Febr. Vo tädemische Uunwerstlals-Coufsstotfimi
endigt J nrthsendet eing gus, den vie Dfcanen. bestehende Deputation nach
— Muͤuchen, 2. Febr. Die nn Fjngnzininisterfünt zur Vor⸗ Berlin, unn die Huͤldigung der darzibringendie Lan⸗
erathung des CEntwurfs ines menen Perggesetzez nitdergesetzte )es Nuiversität haͤtte bigher stetz nur⸗ augustenhurg sche Kundge
—— den hunn t der von feiner tijrzlichen humgen gemacht, e aun un ——
Antragan enlit.phet, oen —B——— Frankreich
j 757 7 7 77*
von St. Ing in der Vfaz. wieder regelinatt Iheit guunt. r is 81. Zat. Es nftediederhoite von diner beborste⸗
wird gller Voraussicht noch wenigstens drei Wochen zu, arbeiten Beresenne —ver
haben, ehe sie mit ihren Verghungen zum Schlusse komnien wird. senden etoffeutli chung der wwischen⸗ Worimilian · und Napoleon
J Diensenn⸗ w hleu ewechselten Cyrtespondenz die Reden gewefen. In legitimistichen
Se. Mai.d .* 8 Ueranädi s ben a Treisen; von Paris cirkulirt hierüber Folgendes? Kaiferin WChar⸗
—— — aqj. — eng tu J Sich allergnädigst ewogen gee diteerklarte Napoleon, als sie gar keine Aussicht mehrt hatte
sunden, unterm. 27.. Jan. Iz on genehmigen, daß die durch ihm eine fernere Unterstühung ihres Gemahls gu— erhalten/
die Resignation des Domvicars Eugen Huth und durch das Vor zaß dieser sich genothigi sehen werde, zu einer Rechtferligung bon
ücken des jüngeren Vicars in Erlebigung gekomnene VI. Dom—⸗ eoe gItne hen werde * echtserugung von
cken —56 pe kcuropa die schriftlichen Versprechungel Napoleons der Oeffentlich⸗
vicarstelle bei dem bischöflichen Capitel zu Speher von dem dortix zu übergeben: Sogleich wuͤrde nun Piatimilian um Heraus⸗
xn Bischofe dem Priester Petet Schwaͤrtz, Dompfarr⸗ Caplan zu jabe der Briefe Napoleons erfucht; allein die Nanee lautele⸗
Vbeher. berliehen werde —F I daß die Kaiserin diese Correspondenz · bei sich sühree und als bei
„Seins.Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen dieser angefragt wurde“ hieß es. die Briefer seibas in die Hänvo
Jefunden, unterm 29. Jan. La Ja die katholische Pfarrei Edesheim Bitis IX zur Verwahrüumg niedergelegt worden.“ Aus diesem
Bezirksamts Landau i. de pf. dem derzeitigen Verweser derselben. Brunde war man in den Fuilerien auch doppest unangenehm bo
Briester Christian Klein zu übertragen ührt, als der Papft seiner Zeit zu wissen ha, es· dürften · waͤh⸗
Stuttg art. 2. Febr. ———— ebentuellen Romfahrt der Kaiserin Cugenie keine polin—
Der Konig empfing den Fürsten Hohenlohe und die übrigen chen Angelegenheit zur Sprache kommen
Lonferenzbevollmachtigten. Die Berhandlungen beginnen am Sonn⸗ Para 8, 4. Febr. Die Haltung Rußlands beobachtet mat
ag auf dem alten Schloß und endigen aim Dienstag. Morgen Jier zumt Theil milß steigendent. Heißträuem Die Poltiter der Op.
indet Galatafel statt und, Festoper⸗ am Montag Ballfest. Ain ofition bemerken malitos, daß russische Cabinet vorbereite, Grie
Dienstag wird in der Wilhelma ein Fest gegeben. Der preußi⸗ henland dieselbe Rolls spielen zu lassen, welche die⸗ Regierurg
sche Geschäftsträger v. Pfuel ist angekommen.. rrankreichs init Piemont im Jahte 1859 einstudirte. Wenn' dia
Gleichlautende Müunchener Correspondenzen in großpreußischen dortheile, welche dem Petersburger Cabinet aus diesem· Spiel er
Blattern weisen die Annahme zurück, als ob bei den Conferenzen vachsen, nicht gtößer sind als die⸗ Frankreich gewordenenkoönnie
in Stuttgart eine organische Verbindung der süddeutschen Armeen nan es ruhig gewähreu lassen. — Gegen: Preußen bleibt man
unter einander bezwedtt wuürde, denn das ware nichts Anderes als fficiell fortwährend seht höflich und freundlich. Der GrafLaguer⸗
der Südbund. den die bahyerische Regierung perhorrefcire Da onieren: Bruder des Senators, wollie eine heftig gegennce“ Bis⸗
Baden an der Sache sich betheiligt, so darf man im Voraus über— narcksche Politik losziehende Brochüre veröffentlichen⸗ ließ sich aben
jeugt sein, daß in Stuttgari nu für specifisch-preußische Zwecke anrch die Vermittlung seines Bruders bestimmen sein Manuicript
zearbeitet wird. de . e uder Tasche' zu behalten. 7* ver
— Aus Thüri ngen, 29. Jan. Die Auswanderung nach nulz Paxr ils, V. Febt. Das „Memo rial erfährt, daß die Be—
Amerika wird in diesem Frühjahre besonders auch aus einigen thürin⸗ nühungen des Mardrider dofes zu; Gun sten der neapolitanischen
zischen Staaten wieder recht bedeutend werden; man begegnet jetzt dönigsfamilie inFlorenz o mweit erfolglos geblieben sind, als die
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        talienische Regierzing geh entschieden wei 8.4ls
ine formltche wret Ges — — atß 34
Thronansprüche, das auf. den⸗ bourbonischen. Familiengütern ru⸗
hende Sequester aufzuheben· ie Graͤfm Tramie jdll sich bei
hrer Niederkunft zu Zürich in so mißlichen Verhältnissen befunden
aben. vaß hre! Schwester die Kaisetin von OesterreichLihr »adie
ju einem standesgemaßen Leben mothigen Mittel mußts zunommen
assen. * Nach einem Wiener u xq J iben Blattes
lumt die ungarische Frage —* e Wondun
aß man die Feier der ungarischen e e
J S ———— 57
Mar se v t Febr riefen aus Behrm den vdoß
Frankreich bei der türlischen Regiernng die e
onfiscitten Güůter Joseph— Marams, sowieneine allgemeine Amne⸗
tie für die maronitischen Empörer und Gefangenen erwirti hat
—8 F Consulate besucht, wo er mit Anschaunga
gen — XR bari en ihn ne
Algerien —S MVebizeuae diauda weden iha aoh

s g4 3
Velgien, ιεαι ι,
Brüssel, 3. Febr.Ein erheblicher Aufstandenhat Aer
den Metallarbeitern und Bergleuten zu Maxchienne; gu, Pont, Li⸗
nem belgischen Dorfe im Arrondissement Charlerojr, wegen⸗ Heräb⸗
setzung des Lohnes stattgefunden. Die einschreitenden Truppen
chossen, wodurch drej Axbeiter getödet wurden. 4

nltusla mnunn n Italien n,

2FelEd ren zja2 Febrad Die von den sieben Bureaus“ ernani
en Tommissarien haben den Gesetzentwurf über die Fꝛeiheit. der
ditche verworfen. rz 3 24

Florenzu122 Febr« Die „Gazette die Milono versichert,

»cß Garibaldi! den dringenden Wünschen dert an ihn abgesand⸗

en venctianischeii Deputation nachgeben und sich nach Penctien he⸗

jeben wird. — ——
detiessüen Echweden.

Stocdhod m, 2. Febr. Im Unterhouse des Reichstagẽ bean—
ragte heute der Abgeorduete Handlung die Einführung der allge⸗
mnehnen Wehrpflicht und die Eintheilung des Heeres in drei. Auf⸗
gebole: 22 bis 25jährige Leute 125. 000 Mann; 26 bis 30j-
ige Leute 120,000. Nann Reserve, und 31. bis Sojährige Leute
300, 06. Mann Landwehr; ferner die Eintheilugs des Reiches in
. Militär-Bezixkee —D00

Aν Amerika. ed J
New-⸗Yort, 19. Jan. Der Senat hat einen Gesetzent-
wurf angenommen, welchet der Besugniß des Präsidenten, Ernenn-
ungen vorzunehmen, neuͤe Grenzen setzt. Der Senator Sumner
jat in einer im Senat gehaltenen Rede Herrn Johnsongeinen U—
urpatox und ein Zwietrachtsungeheuer genannt. — Das „Jour⸗
nal von Washington“ welches als das Organ des Präsidenten
hetrachtet wird, sagt: „Wenn die Radicalen im Congreß fortfah—
ren ein Betragen zu beobachten, welches eine Verrätherei ist, so
vird die Regierung ihre Anhänger —bewaffnen. Der Präsident
vird nicht den bon ihm geleisteten Schwur vergessen, die Verfajs⸗
jung zu vereidigen, und die Armee und die Marine werden.sei
nem Rufe entsprechen.“ — bern tegt

New-York, 23. Jan. Zwischen New⸗Granada und den
Ber. Staaten sind Streitigkeiten ausgebrochen; der Gesandte der
Union hat seine Pässe gefordert. — Kaiser Marimilian ist ent
chlossen abzudanken, falss der Nationalcongreß seine Unterstützung
verweigert. Juarez hält die Hauptstraßen besetzt. Starke Militär
mishebungen haben in der Hauptstadt stattgefunden.

Die „Corresp. Hav.“ enthält ein Telegramm aus New-York
»om 31. Jan., wornach die Repräsentantenkammer die. Legation
der Ver.“Staaten in Rom aufgehoben hat.

New⸗York, 23. Jan. Nachrichten aus Mexico zufolge
atten die juaristischen Truppen »augenblicklich Matamoras, Mou—
erey, Chihuuahna, San Luis Potofie, Aguas-Calientes, Guadala⸗
ara und die meisten Landstraßen, die aus« dem Inneren des Lan—
des uach Merico führen, besetzt.
Vermischtes. a

f Landau, 1. Febr. Dem k. Advokaten, Hru. Ferdinand
Böcking wurde das Ritterkreuz des Verdienstordens vom H. Mi—
hael verliehen.

FZweibrücken 29. Jan. Um die Pariser Ausstellung
für die gewerbliche Produktion in der Pfalz möglich nutzbar zu
—X
ung beschlossen, jämmtliche pfälzischen Gewerbevereine zir Wahl
geeigneterPersonlichkeiten einzuladen, welche nach Paris geschickt
perden und nach ihrer Rückkehr über die Ausstellung Bericht er⸗
tatten sollen. Zu diesemBehufe soll vor Eröffnung dex Ausstellung

eine Versammlung der pfälzischen, Gewerhehereine stattfigden.c, Die
e Vereins — 800 I fir —J
7 Blesterschie de 2. Febr.nngn der Nacht vom⸗ 830. auf
den 31. v. M. wurde ein bedeutender Diebstahl hier perübt. Am
20. Jan. kehrte bei Wirth Eges dahierain jauber gellejidetes Pärchen
inzider Mann ausweislich seines Passes ein Zoegerenn z
en, seine Begleiterint augeblich aus / Nußbach, Dieselben blighen bis 19
ihr des anderen Morgens in ihrem Zimmer befghen sich dann
»en Ort und bezahlten ihrese Zechen welche sie so chillig Fandennn
aß afien noch einmal — — ————
uvor jt spät in das Wirthszimmer kamen. scywecter guch hrc
anges Ausbleiben; um831. nicht ——— bis der —
undlich nachsah und zu seinem Schregen eitdeckte deiß nichtallein
eine sauberenGäste sich entfernten vVhnediesmal ihre Zeche zu
ezahlen, ere e e en ——
eiden. Schränke an Kleidern, ind-Hemden so vollständig ausleer⸗
Ixz ae sich —
im behufs der Untersuchung nach Obeo reneearoch
zehen zu können. Der Werth der gestohlenen Geͤgenstän e soll
i60 fl. betragen. Der Thauateit der Gedabmeriegelanges hie sau⸗⸗
eren Gäste shon am 31. v. M. zu Alsenz zu verhaften. Sis hat⸗
en sich sogar von Finkenbach aus zwei — e
die gestohlenen Gegenstände Zu arngen. Xer Gepdarmere gzu
o — — α — ——
ine schwarzseide ntisle.in Bosch imBerth,.pa cipca 6
8 ——————— t wel⸗
heir⸗ Gegenstande lnaturlich aildermages Eßenfdillsgestohlenz · wurden.
ariu Reg ensburg,/ 30. Jan. In Folgey desa ßnhastenden
Thauwetters ist“die nen e in rasthem Stei⸗
jen begriffen un hat heulẽ die saattliche Wohn von n
iber Null am el erreicht; die Riedexungen sind, wejthin über—
suthet. Vis Azee
ui⸗e Becxlimnl Ein untergeordneter Postbedienstetet, gwelcher
angsé Jahre Postillon gewesen war, meldeiq sich zum Bureau⸗
viener⸗Examen und schrieb folgendes originelle ourricului vitae:
„Ich Heinrich. Tratabella, einziger Sohn meines Vaters starb
ine meinem zweiten Jahre, indem jch dann als. elterloser Weiße
nit 14 Jahre bei einen ——— Ziveiknecht eintrat' wo⸗
rauf es mir nicht gefiel, da ich doch“ eine bessere Exrziehung be—
ommen, so tratl ich bei die Artillerie in Coblenz ein, indem ich
—Ar Mftẽde
wurde, indem · ich zur königlichen Post als Posullon ging Fid
den Wagen Andernach fuhr- wWobel ich in braͤves. treuez Mäde
hen tennen lernie, indeuͤr ich mit ihr in din itien Sun
Che trat, wobei sie zuerst Zwillinge ktoch (bekoinmen —A yhatten
und hiernach noch füns einzelne Kinder zeugte, welche! klle Essen
wollen, gesunden Appetit haben sie Gott sei Dant alle bis auf
ins wäches vorigen Herbst 'am Scharlach gestorben ist und Win
ich auch ein tüchtiger Esser, indem von mein geringes Einkommen,
155Sgr. per Tag, nicht diel gescheites zu haben nist Jo wollte
ich gern „Pierodiener“ werden⸗daß mir gewiß Niemand verden⸗
den kann, indem meine Frau bereits“ wieder seit seben Monaten
in anderen Umständen ist, Fyn 233 .535
Parite zi gan? Das Pehs“ melbet, kdaß dek Permz
von Wales, der Herzog von Edinburgh. deengürzog von Cam⸗
bridge und Lord: Stanley ber Eröffnungn dern Ausstellung wegen⸗
märlig sein werden, wie les heißt werden ader · Lord Maixe von
London, die Alderman und eine gewisse Anzahl von Stadräthen
m Juli in officiellem Costüme die Expositivn in Augenschein nehmen
Paris, Einer deri Commisn eines hiefigen, Wechsel-Agen⸗
en ist mit der Summe von 600,000 ⸗Frankena durchgegangen.
Toullousse, 25, Jan. Hier ist gestern ein junges Mäd⸗
hen, die Putzmacherin Lucille Dambeau, von ihrem Geliebten er⸗
nordet, in Tausend, von kleinen Stückchen zerschnitten, in einen
Sack verpackt und mit der Signatur „Schweinefleisch““ auf der
Zahn als Frachtgut aufgegeben worden. Das aus dem Sack
hald nach der AÄbgabe durchsickernde Blut veranlaßte zum Oeffnen
des Sackes und: führte alsbald zur Verhaftung des Mörders,
eines Elfenbahngraveurs Namens Ate Menu, der ganz in der
Nähe des Bahnhofs ruhig einen Imbiß einnahm. “*
24 Das Journal La Meuse berichtet aus Brüssel die Ankunft
von 53 entlaässenen Soldaten won der belgisch mexicanischen
Legion. Sie waren am 18. Dezember v. J. in Vera⸗-Cruz zugleich
mit 800 zurückehrenden Franzosen eingeschifft und am 14. Jan.
in St. Nazaire ausgeschifft worden. Dort hatte man ihnen ein
Eisenbahn-Billet nach Paris und 2 Fres. pro Mann gegeben,
in Paris dann ein Billet nach Brüssel und nochmals 1 Fr. 80 C.
In Brüssel waren sie ganz qusgehnngert und- ohne alle Mittel
angelangt, so daß sie in den Straßen bettelsen. Sie haben sich
bei dem mexicanischen Confulate gemeldet, denn man ist ihnen
noch/zwei Monate Sold und 25 Piaster Gratification schuldig,
doch werden die Reisekosten abgezogen und so werden diele armen
Gesellen ungefähr gar pichts erhalten.
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        — —
— —

—BLAEBLIAMXLLIV , 9 222 I J J . 6 —* F
Brkanntu achungEuie· Versieneruus · Baul
ie! Filial⸗Oekonomie-⸗Commission desl ι 534 nu ⏑—— n
ee e für Deutschland in Gotha
——
e aeeeeerdZusolge den Viutheüiug der. fehhe hher shcuangedent für Veutschtndzen Gechher! wich
Donnerstag 838 1867, Wor⸗ dieselbe nach poxläufiger Berechnung nhren e r 6 ) Zungzama wüh
mittags s hr ι ν αα Bιjαy, e
beginnend. in der Kaserne, Zimmer Nro. ιι 2 mnoe 09. 70 Prᷣooent F n
s Ie 400 Slug auggenmsterie Mantel was hrenr Pramieneinltgen als /Erspatniß zurinugebenm ee oeeeeeeten
Steigerungs lustigen betannt gegeben wird Die genaae Berrchnung des Antheils für jeden Theilnehmer der Bant / jd wir —*
Zweibrůcken den 31. Januar 18671 ewengoeesch derfelben für 1866 wird am Ende des Monais Man nr. J.
ra mer, erfotgen. ιν G purι — ——
ιι αι e Zur Annahme von Versicherungen sür die ee
—— —————— —8 mn Maior. — mgen h dh dene werh henmgedane ann dun umerte gunent
——— TIIV 3;——7— LI ι—”Ç ιινα 10 781 2311
Eine Parthie guter Ohmei Kandau den: 11. — 18ι νι αν, 8
— 72 — 2* e . &amp; I. 1C“: 8 —B — — .
ist zu verkaufen. 2 rny —— ινα l9B Louis Mayer, Sanuptagent. u ann
— 5 7 FFR . uiuet u us, nιιαα ———
Bei wem? zu erfragen in der Eb. d. Bi ut ννν Diĩe Asenten: F — J ——
75 — — —— 4. Frin Panzerbieter in· St Jugbert,
Frische zcee 23
—TX. —1* 5* cun αι ιαν Pracht in gweibrücken rnet n: uινe u
Brat⸗Bückinge ιαν t Hallbach in Homburg. ινιν ασ ι»ο n
x — — —
* 43 2 —* —— ——— * 85— 5 q⸗ 11481* ια,
b RNι αοιισσ X . T. v. Pelet P. Ze Nor de me iun cec.
Jeden Tag frisch gewusser⸗ i h Tatharina T. v. M hego den Uur Jan Maria Anna Klemmer,
te Stockfische bei αναν. tetha Kopp..7. 38. dahrenalt. Chesrau. v.
J J. J. oreweniz læu αν joöhann S. vi“ X — uαα Heimrich Wagnereenn
— — —— 13* unan gr Gih e . 2 —*s —A
R . Johann, S.“ v Johein 3 2*, eter Sopp —
Verwiethurs. e n Ze
Der“ ganze Antere Stock meines Wohn⸗13. Paula Theodora Hetena,n lebelt R. alt, Tehsdi Johann
hauset an der Hauptstraße, zu jedem Ge⸗ rn Taub. Peter Heinrich 8 Schwarz. Oeut uou
schäft⸗ sich eignend, ist sogleich zu vermie⸗ ur Scherpf. e Jatob, genannt Johannes
hen und hegie hbarni un l in IB. rucac Slisabetha, Tan w. Paula gu- deinrich 0 J. alt.
Si, Ingbert 20 Februar 1887 ιν Peters. 8 Nare Dee 24 Tage
B M Paul. L. , Barbaxa, T. v. . Franz ι. Ut, T. v. Jos. Menges.
—8 ee ——— — *5 zun Steinfelden e —— 3 e a
VTGRITILIICXLIAIPAG Frauz S. v. Franz Weis⸗ v. Karl chbein:
Die oLungenschwindsucht. —ι gerbetr. 14577 2 Farl Hauch 283 Jlhalt.
wird naturgemäß ohne inmerkliche Mer I7.:2.200 Larolina, T. v. Johann v. Ludwig Wilhelm 17 Tage
n bressen dr , ιιO viels alt.S. v. Wilhelm Schmili.
n enn. (Fraucatur * I7AM αν Igrina —A Whan Georg Koch 56 J.
itig... J Rönig, en ttiett — —
—A— — 10 ödalherina, T. v. Joseph F 10., I Prralte S.. v.
vegiunt oder pielmeht hat sch , Wagnetenu 75 4zFato olz..36
Sothen heginnt oder. pielmeht hat schon 10.. sann e gerlr I3 . agdalena Greht ge J
⸗ * — uun 30 3 .. Wagnerne —* D———— pe a J e ig. A J
ꝛabrer hinkenden Boten 0 Zan I. ve Josehheheu Igt SEtisabenhn Wses 8 m.
Arirtoer Wack. in α alt, T.v. Jakob Moses.
2IEDR ι aria.T. v. Joh.“Jdose Pu Iß, we Spaniol 790 J.
3 e 1 t u u g. mit ns Wachs,tue , —*— W dot Nid F 2
Jahegaug 1867. 7* U ——— e v. Johann 42 n dr hel Andres, 33 3
— * F —8—— 21 eisger — 399 —6 a 3 —
e g
Sar. T Siegwart. 6 alt. **
ir. Die Dorfzgt. kann zu gleichem Preise 233 — J 28. ,.. paulina 6J. 97.
e eg e
Nih , 24 Anton, Sa rv. Johann * 27. Dat Sube
B* —36 Palm... — Schwarz;
Bestellungen auf dieses so beliebte Jour⸗ 24 4 kusabetha T. v. Heinrich ““ 30. Johann 8J. 8 9n. alt,
nal mimmt an die Sted. d. wi. 5 —— v. Heinrich Sp. Joh. Adam Spohn.
— — „2 valharing, Te p Johann. Veteht icht haben sicht
Civilstands⸗Register 3*iegwart. b den 3. Jan. Peter Adam, —
Ascr t e 24.5 Joh Jos S. d. Wendel Catharina Müller.
d Ex a cl . JBZB i. tharina Müller.
. 5* Wellner ö . 13. Wilhelm Zimmermann mit
—W ——— Beorg, S.b. Heinrich Nagddalena Dietriche
Geboren wurden im Monat, Lneib. 345 10. Johann Klein mit Caro⸗
Januar 18673 ee S. v. Joh. Paul lo ain Beckr.
dJap 1857 bveiser.... F alentin Gestier mit Bar⸗
den 83. Jan. Adam Sohn b. Christian 27 NMaria, T. v. Johann De —5 5 —
—— 7 n z 97* — Zerrmann. hilipp Potdevin mit Ma⸗
—3 —— T.v. Peter , 28. benn Carolina, T. v. ria Grünnagelunn
— * —3 oh. Joseph Klein. Contad Haselmaier!mit
8* snda S. v. Samuel „28.5 Anton- S. v. Peter Apollonia Frohlich.
e e . d. Joserh 30. en 28581 B1.. Idfeph Worlsnii Wag-
— — veer de v Joseph - zu 8 T. d. Johann Si. p dalen. Theobald. »95
— — 4. Wachs. St. Ingbert den 3. Februar 1867 1
o ehpintn. T. d, dete di. e. deie S hee
Waqner... 5 — germeisteramt :a
** —— Hellenthal. 7 2 ß 2 ens a Ure gese Chandon — —
— X— 8 ———
Redaktion, Druck und Verlag von F.“ X. Demetz in St. Ingbert.
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        8 * Jdaez 21 2 !
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Dder St. Ing berter Anzefg er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wochentlich preimal: Dienstäg, Don nersftäg—
und Samstag. Abon nentsbreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden —0 Zeile Blattschrift oder deren
————— —W — Raum berechnet. ue e
Nro.17. . Donnerstag- den 7. Februare aAitn 1867.
ann pee
30 ν Deu tschland. e 7 eezenen a
München, 8. Febr. Der Toast des Königs, dei dem gest⸗
cigen militärischen Bankete in der 1. Residenz lautete: „Ich er—
zebe das Glas und trinke auf das Wohl meiner tapfern Armee
imnd ihrer heldenmüthigen Officiere!“ An die Worte des Dankes
für diese huldreiche Anerkennung reihte der Feldzeugmeister Prinz
Luitpold die Zusicherung, daß auf jeden Ruf des erhabenen Kriegs⸗
serrn sie Alle bereit sein würden, Gut und Blut für ihn zu opfern.
Alle Offiziere, welche dem Feste beigewohnt, sprechen mit Begei⸗
derung von dem Eindrucke, den die Worte des Königs und des
Prinzen Feldzeugmeisters auf sie gemacht. — Generallieutenant
zon Siephans befindet sich mit einem 14tägigen Urlaub noch hier—
Wuas an eine Reihe von Blättern über die Umstände.— von welchen
ie Ablehnung seines Urlaubsgesuches begleitet gewesen sein sollen
—wie die deßfallsige Berufung eines Ministerrathes — berichtet
vind, ist unbegründet, Die -angebliche Verfetzung des Generals
en Nurnberg nach Würzburg und die weiteren damit im Zusam⸗
menhange stehenden Veränderungen in der Besetzung der Geueral⸗
innandos Tud der Stelle eines Präsidenten des Generalaudito—
riats gehören, nach genauen Erkundigungen, gleichfalls in das Ge—
et der Erfindungen. Der gegenwaͤrtige Präsident des General⸗
Juditoriais, Generallieutenant v. Heß, nimmt seinen Posten nach
die vor ein und hat auch kein Gesuch um Pensionirung eingereicht.
die Slelle ist somit gar nicht erledigt. — Ueber die Absicht der
Regierung, die Kammern zu vertagen, wird wohl in den Blättern
gesprochen; aber daß die Regierung wirklich diese Absicht bereits
Habe, ist nicht richtig.« Die Vorlegung des Heeresorganisationsge⸗
etzes wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. — Daß in
inigen Orten der Rhöngegend Spuren von Hungertyphus sich
Jezeigt hätten, wie kürzlich in einem Artikel aus Franken der
Alügm. Ztg. berichtet worden war, hat sich in Folge amtlicher Er⸗
Jebungen als ungegründet erwiesen. Die Lage der Rhönbewoh—
jer ist in diesem Jahre lediglich dieselbe kümmerliche, die sie in
der, jetzigen Jahreszeit von jeher wæxꝛ. (Pf. 3tg.)
nchen, 3. Febr. Die Ausschußberathungen über das
striegslastenausgleichungsgesetz sind beendet und ist der erste Teeil
des Kugschußberichtes bereils gestern zum Drucke gekommen. Die
Berathung des Gesetentwurfs in der Kammerder Abgeordneten
wird vox Ablauf dieser Woche stattfinden. An diese wird sich
daun sofort die Berathung und Creditforderung für die außeror⸗
ʒetlichen Bedürfnisse der Armee anschließen, da dieser Gegenstand
hachster, Tage imAusschusse seine Erledigung finden wird.
J (GR.Nachr.)
Munchen, 8. Febr.In Folge der von fachwissenschaft⸗
icher Seite schon lange anerkannten Unhaltbarkeit der Festung
dandau gegenüber den Wirkungen der neuern Belagerungsgeschü⸗
ze, welche man auch durch Errichtung neuer Werke nicht zu besei⸗
ugen im Stande ist, wird Landau in nächster Zeit seine- Eigen⸗
chaft als Festung verlieren und zur einfachen Garnisonsstadt de⸗
ignirt werden. Wie wir vernehmen. wird das 15. Infanteriere⸗
zment 'als Garnison bestimmt, währtend das jetzt noch dort befind
iche Bataillon des 12. Infanterieregiments- nach Ulm verlegt wer ·
den wird, wo sich bereits zwei Bataillone und der Stab dieses
negimentes befinden.

m ünchein, 4. Febr.“ Dem Vernehmen nach wird der Abg.
otsen in der Kammer das-Ministerium darüber interpelliren,
warum die Pfalz in den Ministerien des Innern und des Han⸗
hels nicht durch Referenten, die mit den pfãlzischen Verhältnissen
deriraut sind, vertreten ist. Zugleich wird er dabei der Un⸗
zleichheit erwähnen, daß vielee Beamten aus den 7 diessei⸗
ligen Kreisen in der Pfalz angestellt sind, während den Staats⸗
dienstadspiranten aus der Pfalz diesseits nicht gteiche Berücksichti⸗
zung zu Theil wird. — Heute hatte der neue oͤsterreichische Ge⸗
andte Graf v. Trautmannsdorff die Ehre, Sr Maj. dem Konig
eine Creditive zu überreichen.

Maun cheu,4. Febr. Der Abyeordnete Neuffer hat als
Referent des zweiten Ausschusses der Kammer der Abaeordneten

Vortrag erstattet, Aber den folgenden Antrag des Abg. Dt. Volk. Die.
sohe Kammer wolle an Se. Maj, den König die Bitte bringen,
Allerhochstderselbe geruhe diesem oder doch dem nächsten Landtage
einen Gesetzentwurf vorlegen zu lassen wornach die Bestimmung
es Art. 7. Abs.2 ——— vom hi Mai 1856. die Capi;
alrentensteuer betreffend, dahin abgeändert werde, daß eine Be—
reiung bayerischer Staatsangehöriger von der. in Bayern beste—
senden Capitalrentensteuer bezüglich derjenigen Capitalrenten nicht
nehr bestehe, welche sie aus dem Auslande beziehen, auch wenn sie
dort bereus eine besondere Steuer zu bezahlen haben.“ Der Hr. Re⸗,
feren, findet es zwar bedenklich, das Gesetz über die Capitalren⸗
ensteuer vom 81. Mai 1856 einer Aenderung zu unterwerfen,
deil er befuͤrchtet, daß bei den bayerischen Papieren eine Recie
rocitat in Anwendung kbommen sönnte. Allein da ihmFälle
helanm find, bei welchen der ausschließende Besitz äußer Land an—
gelegter jchon —X— welcher die Befreiung von
den Kreis Distriets- und, Gemeindelasten involvirt, ein solches
Aufsehen, ja einen solchen Unwillen erzeugt haben, daß di Be⸗
kreiten sich nachträglich freiwillig der Mitiragung der Gemeindela⸗
sten und Einquartierung unterzogen haben, so glaubter, daß das
Geseß vom 81. Mai 1856, wenigstens in dieser Beziehung, einer
e unteriworfen werden soll. Er will daher von seinen, ins;
besondere mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhältnisse ge
hegten Bedenken absehen und der Hoffnung Raum geben, der
Antrag des Hr. Dr. Völk werde der k. Staatsregierung Veran⸗
lassung geben, wenigstens dem nächsten Landtage eine Vorlage
zu machen, welche in dem Antrage berührten Ungleichheiten besei⸗
igt. Der Ausschnß hat hierauf in seiner Sitzung vom 31. v,
Mts. den Antrag uuverändert einstimmig angenommen. 5
Mäünchen, 4. Febr. Die „Bayer. Ztg.“ erfährt gegenüber
den Gerüchten der „Presse“ aus guter Quelle, daß die Verhand⸗
ungen in Wien über Revision des Zoll⸗ und Handelsvertrags
inem befriedigenden Abschlusse entgegengehen.
Shpehyer. In einem „Eingesandt“ des „Fkft. Journ,!“
vird Hr. Regierungsrath de Lamotte als Regierungspräsident em⸗
fohlen und dabei ausgesprochen, daß diese Grnennung in dor
ganzen Pfalz mit Freuden begrüßt werden würde.
Aus Baden, 4. Febr. Dem Vernehmen nach-sind die
dadischen Commissäre mit bestimmten Instructionen über die in
Baden einzuführende Heeresumgestaltung nach Stuttgart gegangen
Darf man dem Gerücht glauben, so hätte die Kriegsstärke des ba⸗
zischen Heeres darnach 40,000 Mann zu erreichen. Eine so im⸗
vosante Vermehrung der süddeutschen Streitkräfte erfordert unges
zeure Mittel; man kann daher mit aller Bestimmtheit vorhersagen,
daß sie vor den Ständen sämmtlicher vier betheiligten Staaten
nur denn auf Zustimmung zu rechnen hat, wenn die nationalen
Errungenschafien damit im Verhältniß stehen. Zum Voraus dürfe
le aber, da ja dies die betheiligten Regierungen sehr wohl wissen;
der Verdacht zurückzuweisen sein, als handle es sich einzig und
allein nur um eine Stärkung des dynastischen Particularismugs,
durch eine Soldatenvermehrung; so plumbe; Politik treibt keine
Heutsche Regierung 7 Monate nach der Schlacht von Sadowa und
ingesichts großer/ wenn nicht unmittelbar realer, so doch sehr —*8
zreiflicher nationaler Gefahren. 66
Darmstadt, 4. Febr. Eine heute verkündete Verorde
aung sagt, die Abgeordneten zum norddeutschen Bundẽe erhalten
Dialen don sieben Gulden täglich und Ersatz der Reisekosten. Die
Kosten einer etwaigen Vertretung eines öffentlichen Amtes trägt
die Staatskasse. ent eeee h ee35
Weimar, 4. Febr. Dem heute eröffneten außerordentlie
hen Landtag ist ein Gesetzentwurf vorgelegt, betreffend die Auf⸗
hebung des Salzmonopols gegen eine Besteuerung der Produkten
oder der Einfuhr des Speisesalzes zu 2 Thl. per Kentner.
Aus Suͤddeutschland, 4, Febr. Die Nachricht von
dem Rüdtritie des österreichischen Staatsministers Grafen Belcxedi—
hestätigt sich. Wie man erzält, drang Frhr. v. Beust darauf, die
Berfaffungswirren zu Ende zu führen und den Vorwurf zu ent⸗
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        räften, als ob in Oestexreich das deutsche Element innerhalb der Wien, 85, Febr. Die Landtagswahlen sind sämmtlich zu
Monarchie selbst unterdrückt würde. Graf Beleredi' schien d „des Verfaffungspatents nach dem Vorschlag des PVentrat
entschlossen, die von ihm inaugurirte Experimentalpolitik forizue comites Ausgefallen. 7
ege 3 In Wide n erregt ein Artikel der Oesterreich“ Militärztg.
eutschlan icht verzichten· wollte erklärte nun, die Ordnung! zroßes Aufsehen.“ Derselbe ist betitelt?y „Unfere“ Feldherrw und
Amte. ich traf ne venn man den Feldherrn, „der vom deutschen Krieg abrieth“ un
—E— n den —W 3 38— ber mit X „theils neinigen, trin deere r wene
vorr mann ist un der Lage, seine gen aur dem Papier entnommenen Armee“ geschlagen heimkehrte, of⸗
ä———
b Stab brach, man ge w auch über e rdes „Ci⸗
weitere Bürgschaft für die richtige Auffassung der Sachlage bietet * —*5— ,— n e dee halte
eee —— — — d Fahnd itzen sollen, welche trotz aller Mahnungen und e „plind,
‚Grasen p. Crenneville. dessen Einfluß man mit Recht oder ir innere wie außere Zustände“ mit gebundenen Händen sich an
eernen e hin wn n Breußen überlieferten, um zum großen deutschen Kriege zu gelum⸗
keinen perfönlichen —* 3 — e F ehz — s die aee Vesun queg wege
—A hen nd dessen chwache in er Regierung zum Vorwurf zu mi war. er
zielleicht zu weit getriebenen Bescheidenheis besteht. Wie es allen ie —AIx une ee —— —8* den
Anschein gewinnt, steht daher in Desterreich eine durchgreifende Irtheilsspruch gefu habe? — Bhne das lebendige Prinzip der
— deg ene Ae den Verdienst auf die Rechnung Ministerverantwortlichkeit mit den gesammten Consequenzen desselben.
3 ne 3 dust e en deß Ian d rherhe Blatt schließlich ist ein Auferstehen des
VDre 2. 9 rLo „Es feiches ni enkbar. ιι ι
„Dresdner Journals? versichert, Belcredi habe seine Demission ped mo ια,
gegeben, weil Hr. v. Beust mit' ihm keine Verständigung üͤber den Frankreich. ne Ar
Weg zur Rückkehr zu verfassungsmäßigen Zuständen erzielen konnte. is 1. Die droh e 4
——— ——x
nisteriums beauftragt. Der außerordentliche Reichstag ist aufge- den, jetzt mianche forgenbolle Stunde. Die Pforie hat auf ihrs
.Bexlin, IJ. J Norddt und an Ane erhalten, die von Seiten dieser e nur Leine moralische Un—
3 J 30 F *7 J *F
———
von denen das eine eine Zusammensiellung der preußischen und De i e ee se ene u eeeen
der Hansestädte-Farben enthält, also einen schwarzen und weißen durch Line Kriegsertlärung gegenGriechenlande den vaͤhrenden
und einen rothen horizontalen Streifen und in der Mitte einen Zirndstoff, der in fast allen tuͤrkischen Prodinzen vorhanden vollends
dreußischen Adler.“ Die Flagge der Kauffarteschiffe enthült einen n Flammen zu setzen. Aber man denkt daran;“ die officieen ve⸗
e ain enee eaean n
8 gge diesel Jel in in en ee A den
AA — — riechen, welche nicht türkische Unterthanen find, den gemessenen
die i eere b deeeane vahn a Ateh eeh — in enen drin mnnen Zeitraume das
84 i . Ei indlicher S *
den Grundsatz aufstellte, die Regierung bedürfe der Zustimmung eihe, de — n sen x e Sol
»es Landtags nur bei der Veraͤußerung der neuen Eisenbahnen den de en da S utee nigen n seinen Fo 7
Das Herrenhaus hat sonach den Beschlunz des Abgeordneten Vauer ed wdede ereeh vnshein *
R—R—6 7 8 ran; he um —* te von die
——
ob sie alt oder neu sind eee hat onn 1 zeheuer. Ismael Pascha soll eine Erweiterung seiner Hoheitsrechte
derrenhauses, wodurch das Anleihegeseß nicht. ———— „in so weit verlangt haben,. als er seine Armee amfe 1bo. oho
charf retaͤmpft Das ee auch das Gesetz be. * nen n dos edh ephutte n auch d don vhen
Efende den Sch wahrcheingecue weichen zb ae * * nilitärischen Graden zu ernennen . Ferner heansprucht er die Bes
endn hutz wah e P iatagewericynte. Gra gniß kürkische Ordensdecorationen nach Belieben vertheilen gu
—— fprach gegenden Gesetzentwurf in sehr eingehender nn Vom Tribute ist zwar in diesem die Forderungen ent⸗
eun F .d . Jaltenden Schriftstücke keine Rede, aber es ist unschwer: vorherzu⸗
Sein b. Febt. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in jehen, daß der Vicekönig an der Spitze einer 100,000 Maun
iued ertigen. Sinuunan die —Wufhebung dest ingzugsgeldes umd hen dnee wut nte uwu set ardthrig hen
zerwarf den Gesetzentwurf betreffend die Versetzung der Justizbee Ister nach Konstantinobet zu schicken. — 77
amten der neuen Landestheilein die alten. — Das Herrenhaus — 7—7 . 4.
jenehmigte heute: den Postvertrag mit dein Fürsten von Thurn und“ Paräs, 3. Fehr. Man schreibt dem, Monde aus Flo⸗
Taxis.““ — g renz, 30. Jan., daß die letzte Stunde des Zusamminsturzes für
Wern, 2. Febr. Die Ausführung des neuen -Wehtgefetzes Italien herrannaht, daß aber die; Agence Sliefani Havas dies
oder was dasselbe bedeutet. die Einfülruug der allgemeinenen, gewaltige Ereigniß vor der übrigen Welt verborgen daͤlt und ih⸗
Wehrpflicht ist vorderhand sistirt; nicht auf dem Wege einer Ver⸗ rem Telegraphen Schweigen auferlegt. Die Wühler, welche Pie⸗
rdnung, welche diese Sistirung geradezu autsspricht, fsondern ein. mont ehedem für den eigenen Gebrauch großgezogen hat, benützen
ach durch eine Weisung des Kriegsministeriums an die verschiede⸗ etzt die neuen Accisen, um das Volk gegen die Regierung und die
nen Generalcommandos, die nächsibevorstehende Recrutirung noch Dynastie zu führen.
nach den bisherigen gesetzlichen Rormen zu veranlassen. Man hat Paris, 4. Febr. Nach dem Monde⸗Correspondenten hatten
es eben vermieden, sich selbst ausdrücklch zu desavouiren. Es wird' Ir. v. Malaret zu Florenz und Graf Sartiges tu Rom Befehl
aber dadurch der moralische, Werth dieser Sistirung kaum beein⸗ erhalten, der erstere von der Florententiner Regierung einen ener⸗
trächtigt, insofern sie für de Bereitwilligkeit der Regierung Zeug- zischen Druck auf die Parteien zu verlangen, der letztere, die Curie
3 ablegt, begründeten constitutionellen Bedenken selbst in dem zu Reformen zu veranlassen. Die Ereignisse wuͤrden übrigens
Fall Rechnung zu tragen, wo sie überzeugt zu sein glaubt, daß dald hervortreten, denn wenn irgend etwas allgemein angenommen
chließlich keine Volksvertretung, weder jenseits noch diesseits der verde, so sei dies die Unmöglichkeit, die Stellung welche Italien
zoͤgern wird, das? Prineip des oetroyirten Gesetzes gut: und Rom im Angenblick zu einander einnehmen, noch lange hi⸗—
jeheißsßhe. — naus zu halten. Am 29. Jan. hatte Graf Sartiges eine Au—
Wien, 3. Febr. Ministerkrisis. Die Ernennung eines dienz bei dem Papst, um. wie man glaubi, diesem vorzustellen,
Keichsministeriums (Auersperg als Reichsminister) neben ungari in welch schwieriger gefährlicher Lage sich das Florentiner Cabi—
chen und cisleithanischen Ressortministern steht in Ausficht. Beust net befinde, und wie sehr die französische Regierung bemüht sei.
ist interimistisch mit der Leikung des Staatsministeriums an Bel⸗ die Revolution auf ihrem Wege aufzuhalten. — Wie der Abenit
edid ih eu reht. v. Dersteis ee sb 5 de und die e
Wien, 4. Febr. Eingeweihte sagen: Frhr. v. Beust ist Montpensier an, mit ihren Kindern anien zu verlassen. Es
Herr. det Situation; das Entlafsungsgesuch des werden uün Palast San Elmo zu Sevilla alle Borbereitungen zur
rafen Belcredi soll bereits angenommen sein. Frhr. v. Beust Abreise getroffen. Narvaez soll dem herzoglichen Paar eroͤffnet
elber gilt als sein Nachfolger. Der Statthalter von Galizien saben. daß es vor dem 13. Febr. die Grenze überschritten haben
KRraf Goluchowski, ist heute nach Wien berufen und trifft heute nüsse. — Wie das Paus erfährt, ist Joseph Karam bereits in
Abends hier ein.“ Algier eingetroffen.
        <pb n="63" />
        — mne. England. d iurtr. i3
ALondom'lFebrae Dern, Daily Telegraph“ bespricht die
xrtentalische Frage und bemerkt, daß Englands Politike sich von
Fem Standpunkte von 1853 nicht so weit entfernt habe, wie die
Friedensfreunde und die Prediger unbedingter: Nichteinmischung
ich einbilden. Ruhig könnte England den baldivunvermeidlichen
Zzusammensturz des ottomanischen Reiches ansehen, wenn ein An⸗
erer. als NRußland der Erbe des Großfürsten würde. Abet
indisch wäre es, zu glauben, daß Rußland den Schlüssel zum
chwarzen unde mitländischen Meere nicht für sich selbst zu erobern
aitschlossen sei; Findisch zu wähnen, daß England die Russen in
Zonsianlinopel als Herren dulden. Jonnte. in bnttze—
Der Morning Advertiser“ gefällt sich in originellen Anschau—
mgen. Wahrend die vom Fürsten Hohenlohe / porgezeichnete: Poli⸗
in Bayerns von unserer · Presse mit kaum nennenswerthen Aus⸗
nahmen als die einzig richtige und ersprießliche anerkannt wird⸗
setzt der Advertiser auseinander, daß Preußen eine Annaherung
hayerns, Badens und Würtembexgs an den norddeutschen Bund
zar rigt wünsche, und zwar, weil es das liberale Element des
Zůdens fuͤrchten andererseits suͤchten die süddeuttschen Dynastien
ind Arisiokratieen sich vor der Demokratie unter den Fittig des
eutschen Adlers zu flüchten. Den Süddeutschen sei dringend
—ADDD—
zel, würden sie weder die eigenen Höfe und Kavaliere, noch den
zreußischen Adler zu fürchten haben. Solche Rathschläge bilden
ollstandig die Consequenz der früheren Mahnung des Advertiser
n Süddeutschland, sich das schweizerische Wehrjystem anzueignen.
In diesem Falle aber hat das Blatt die Originalität seines Ur⸗
heils einer uͤltra⸗demokratischen Clique hiesiger süddeutscher Flücht-
inge zu verdanken, zu deren Organ es sich seit Jahren hergege⸗
zen hat. Eine geeignetere Ablagerungstätte koͤnnte freilich solche
süddeutsche Bierbank-Politik in der englischen Presse nicht finden,
As dieses von den Laudoner. Schenkwirten gegründete und, einzig
gon ihnenen unterhaltene Organ. —
181 rün tz.lrebl.e Die bffigtete Zeltung vlräffentlicht die
iste dere Seudtorem welche dez Schlußsitzung ain der Perfano'⸗
Hen Angelegenheit vbeigẽwohiu —* Es sind deren 131. Aus
n Funidotdiat warene Nj ndi vhne Angahe des Grundes
ehlten 830, 4 2 ..31

Fi aren qJ I Febt. Mau meldet der „Provincia“, daß
angeachtet deß lebhaften. Wiederstandes, auf den der Vorschlag
Langrand⸗Dumoncequ jn den“ Büreaus der Kammer stößt, das
Ninisteriuni iosh wiht die Hoffupng. gufgiebt, diesen Plan durchs,
hen zu sehen e e
Spanien.

Madrid. »Die innige Verbindung der Cabinette von Paris
ind Madrid ist bekannze Nauerdiugs ist von der Eventualität eines
Schutz- und Trutzbündnisses zwischen Spanien und Frankreich die
Rede, durch welches Napoleon III. für den Kriegsfall ein Hilfsheer
bon 100,000 Spaniern zur Verfügung gestellt werden solle, —
Der in Aussicht gestellte Preis sei die Aufnahme Spaniens unter
die europäischen Großmächte. — Abenteuerlich genug ist man in
Madrid gesinnt und es sollte uns nicht wundern, wenn die dor⸗
tige Regierung derlei Pläne hegte. d

J Türkei.

Aus Albanien, 22. Jan. wird der Allgem. Ztg. geschrie—
ben, daß in Epirus alles zu einer Schilderhebung vorbereitet sei.
Die griechischen und italienischen Consuln handelten im genauesten
Einverständniß, ihre Emissäre durchstreifen die türkischen Provinzen
in allen Richtungen und wiegeln die. christliche Bevölkerung auf.
Die Türken treffen jedoch ihre Vorkehrungen. Italien scheine es
dabei auf Dalmatien abgesehen zu haben. Es wolle den Griechen
sur Erwerbung des füdlichen Theils der illyrischen Halbinsel ver⸗
helfen und sich dadurch ihre Unterstützung zur Eroberung Dalma⸗
siens fichern. Italienische Kriegsschiffe untersuchen schon jetzt die
dalmatinischen Küsten und Kanäle. — —

— Rußlaud. *

Petersburg, 2. Febr., General von Manteuffel aus
Berlin wird nächstens hier anlangen, um kurze Zeit hier zu ver—
weilen. —
Amerika.

New-⸗York, 19. Jan. Man liest in der ,Epoca? vom
28. Jan.: Ein ziemlich ernster Vorfall hat, fich zwischen der
stegierung von Columbia und der der Ver. Staaten in Betreff
des Isthmuus von Panama, nach dessen Besitz letztere strebt, zuge—
ragen. General Pinedez; Gouberneur eines der Columbiastaaten,
hafte in einem Meeting eine sehr heftige Rede gegen das Washingto
ier Cabinet gehalten, und als deßhalb der Vertreter der Verei⸗

* —

uigten Staaten, Hr.Burton, von dem Prasidenten. Mosquera
ẽrklarungen verlangte antworiete dieser in so hochfahrendem. Toe
je, daß es sofort zu, einem diplomatischen Bruche zwischen den
eiden Freistaalen sam. Es kann. dieser Bruch wichtige Folgen
jach sich ziehen. Die Landenge von Panama ist die für. den
jesammien Welthandel nothwendige. Straße zwischen dem atlanti⸗
hen und stillen Ocean. Wenn. sie aus. irgend einem⸗ Grunde
mter die Herrschaft der Ver. Staaten geräth, so kann, man leicht
‚oraussehen, von welcher Wichtigkeit dies für alle eurxopaischen
Mächte sein dürfte.“ qiz ge

zer mibsech t es.
7 p.München! 2.“ Febr.! Der Volksbote“ berichtern von
inem Kirchendiebstahl in Grafrath- wie folgt: „Die ftechen Räu⸗
her drangen mit eisernene Brechwerlzeugen in das uGotteshaus,
erbrachen den Tabernakel, bemächtigten sich der Monfstvanznn und
des silbernen Speisekelchs, ließen aber die heiligen Hostien liegen.
Dann erbrachen sie den prachtvollen Schrein, in welchem die Ge—
reine des heil. Grafen ruhen und nahmen, da dieselben werth
voll gefaßt sind, dig Gebeine mit 5 das Haupt beraübten sie des
Z„chmudes und fließen es dann aus demm Altar liegen. Den Op⸗
erstock fand man vor der Kirche. Als die hochw. Patres in fruͤ
jer. Morgenstunde in die Kirche eintraten, entdeckten fie den un
erhörten Frevel.“

Wie der „Augsb. Postztg.“ geschrieben wird, hat Frhunn
d. Pfordten, und zwar mit seiner ganzen Familie, am 31. Ja
nuar die Reise nach Rom (über Throh) angetreten und gedenk
dort bis in den Mai zu verweilen.
Sypeyer. Die Aushebung der Conscribirten der Altersklass
1843 wird sicherem Vernehmen nach an den nachstehend verzeich⸗
reten Tagen vollzogen werden:

BVifitationteeAushebunq(
1 Märzn — — März,
irc cil.
Hhomburg
Speyer.
Zweibrücke pen g
—— e
3. Gexmersheim 3538
Ran α
Pirmasens . cα
—AI in rne —5
—A —
10. Kaiserslautern Lhe Ig
11. Bergzabernt. 326 3*3
I2. Framenthal . 27. —
p.Laudait, I, Febr. Zum Geniedirector der Festung
Landau wurde der isherige Lehrer am kgl, Gadetten-Corps,
Hher Oberstlieutenant Heinr. Fogt ernannt. — Nun haben auch
bie zur Abschäzung des Bundes-Materials commiandirten Offiziere
hre Arbeiten beendet und der preuß. Artillerier Hauptmann Roer⸗
anzs, welcher / während seines Hierseins zuin Major a la suite im
Senerasstabe anvancirt ist, ist bereits heute an feinen neuen Bestim⸗
dungsort nach Erfurt abgtreis; die zwei,, andern. freznden Offi⸗
nere werden dieser Tage ebensalls Landau verkassen A Wy*
Falsches Geld. In einem Kaiserslauterer Blatt wird
arauf · aufmerksam gemacht, daß gegenwärtig eine große; Zahl
ayerische, württembergische und ——
alsche bayerische Guldenstücle in Umlauf seien. Einige Vorsicht
dürfie daher geroten sein. 465. — J
Karferuhe. Seit drei Jahren wird im badischen
Telegraphendienst weibliches Personal verwendet, und es hat sich
diese Anordnung im Allgemeinen bewährt. Es liegt nun in der
Absicht der Verwaltung, auch beim— Erxpeditionsdienst der Post⸗
ind Eisenbahnverwaltung, wie dies z. B. in Württemberg bereits
geschieht und theilweise auch bei uns, den Posthaltern, Post⸗und
risenbahn⸗-Erxpeditoren, wie den. Billetsausgebern zu gestatten,
Sehilfinnen anzustellen. 3
4Ber lin, 2. Febr. Die „Gerichts-Zeitung“ meldet folgende
Sabel⸗Affaire: „In der Nacht zum Dienstag, gegen 1 Uhr,
zerieth ein Kürrassier mit einem Arbeiter, Namens Bredow, in
zer Reuburgerstraße in Streit, bei dem der Soldat seinen Degen
jog und diesen seinem Gegner so in die Brust stieß. daß die
Spitze am Rücken herauskam. Der Mann war auf der Stelle
odt. Der Kürrassier wurde verfolgt und vom Nachtwaͤchter und
wei Civillisten ergriffen, riß fich jedoch von den drei Männern
os und entkam. Bisher soll der Soldat nicht ermittelt sein. ob⸗
vohl gleich nach dem Bekanntwerden der That die Kürrassirca⸗
serne rebidirt wurde und' alle mäglichen Anstrengungen zur Ent—⸗
deckung des Thäters gemacht worden sind. e si n⸗
üus Coblen z, 2. Febr., schreibt die Köln. Zig. es seien
eit Mitte Dezember v. Is. d. h. seit dem ersten Auftreten der
dinderpest, in Rheinpreußen nur sechs vereinzelte Fälle in pier
Hemeinden vorgelkommen. Durch Tödtung des kranken und des
        <pb n="64" />
        mik letzterem in VBerühruug gekontmenen gesunden Viehes wiirde
die Weiterverbreitung gehindert Bis jetzt find in ver Rheinpto
vinz auf obrigkeitliche Anordnung 108 Stůck Vieh, unter Gewah⸗
rung von Enlschädigung, geküdtet worben. b i *
M 31 eiller 4. Febr. Man signalisirte in biesem Augen
blicke die Ankunft von fechszehn Schiffe, welche! 80 000 Hecloli
Weizen bringen. Die Geschafte liegen ganz siiß. Der Martt isi
m Abwarten.
4 Seit einigen Tagen ift in Amsterdam einegroßartige
Bierbrauerei eroöͤffnet, welche hauptsächlich zur Fabrikation des bay⸗
rifchen Rationakgetrimks bestimmt st Die Sberflache· des Gebau⸗
des beträgt nicht weniger ꝛals 980. miederländische Quatrat⸗Ellen
(Moͤtres). Die Speicher konnen 1500 Last Geireide fassen. Die
zigentliche Brauerei, zu deren Fußboden der beruühmte Solenhofe
Sitein verwendet wurde, hat eine Oberfläche von 1280 mederlan.
dischen Ellen.Die Keller köunen L,250, 000 Liter Bier in Fäs⸗
sern enthalten, Das Gebaäude ruht auf 2800 Pfählen.

Die Liedertafel, Eulerber Un Amsterdam veranstaltet im
Nonat Mai d. J. einen internationalen. Gesangwenistreit, wobei
zJoldene und silberne Medaillen und bedeutende Geldpreife guer
annt werden. Sien bat zur Betheiligung an, diesem X
aus Deutschland und der Schweiz 48 der bedeutendsten Verein
darunter auch die Speherer Liedertafel,“ eingeladen. Zugleich
ollen drei meue, von Coumonisten aller— Länder einzureiddendy
Lompofitionen mit goldenen Medaillen und je hundert Gulden ge-

kroͤnt werden. Es fteht übrigens jedem deutschen Gesangverein frei,
sich zu dem Gesangwettstreit bis zum 15. Februar zu melden.
uf Ammn La Jan. erschien in San Francisco die erste Nummer
einer Monatsschrift in englischer und chinefischer Sprache unter
dem Titels Californisch⸗Chinefische Post und fliegender Drache.“
Die erforderlichen Typen sowie die Setzer für die neue chinesische
Druckerei hat man eigens zu dem Zwecke aus dem himmlischen
Reiche importirto ινιν weuareoga

3*
1 *28174
— 7
Codes· Anzeige·
⁊ — — 10
Gott dem Allmächlgen hat es ger
fallen, unsere innigst gelieble Gattin
und Mutter

ERarolinat Weiga ucti
gebornie Jugschwerdt, ge
nach kursem Leiden in ein befsseres
Jenseits abzurufen 2
Vie trauernden Hinterbliebenen.annn
Die, Beerdigung findet Freliag
Nachwittag um A Uhr statt.

αιαs Allgemeine — ι—
GESCAÆæFIS-&amp; OON SDLTATIONS BVREAD
ro V —A * 28 ——— — ι— n gene
eimrũ ca WMesthhalinge
ιSt. Ingbert ———
uhernimint Vermittlung von An- und Verkaufen von Liegenschaften, besorgt ane
Brhschasfts· Rochts·Geld- und Vermögens-Angelegenheiten, vortritt die Parthion vor
len Gerichten.: Notarieu . Behörden, tertigt Urhunden, Rechnnngen, und, hesorgt
Merhanpt alle schriftlichon Arboiten, etes etec. wg

. us
— ——

Ende dieses Monats, an ei—
uem noch näher zu bestimmenden
Lage, wird in kleinern Loofen das
Holz der Emporbühne und des
Ehoraufbaues der kath. Kirche zu
Zweibeücken, hestehend in circa 400 *
Metern eichenen und ebenso' vielen kiefer
nen Dielen, Jowie circq 100 eichenen Bal⸗
ken, vieleui Stückholz, Thüren, Fenstern,
Stiege abon Eichenholz ꝛc, an den Meist-
bietenden wersteigett Sammtliches si
Lu ausgetrocknetes Holz vorzuůͤglicher
nalitat, fuͤr Zimmerleute, Banschreiner
Glaser, Bierbrauer c. verwendbar
Zweibrirclen, den 83. Februar 1867
Der Fabrikrath.
— — — 22
Pariser weißer flüßiger
Leim u
des Geueral⸗e Depots von Carl
BHohle in Kaiserslautern.
Diefer geruchlose Leim wird kalt
angewendet; er ersetzt vollkommen den Klei-
ster, den Leim und den Mundleim. Man
gebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, Porzellan, Glas, Miar
mor, Holz, Leder, Korkeu. s. w
zu Leimen. Derselbe sollte baher bei keinem
Handwerksmann- auf leinem Bure⸗
au und⸗ in keiner Haushaltung fehlen.
Für den Erfolg wird garan⸗
tirt. ——]
reiß per Flacon 8,0 12 und 20 kr.s
Allein echt zu haben bei ium
e * J * Fritz Panzerbieter
, Tciß St.Ingbertnn
— — — x
72 ——— 34444 iα ι.
Verhiethung, u17
Der gaunze untert Stock meines Wohn⸗
hauses an der Haupistruße, zzu jedem. GBe⸗
jchäfte sich eignenderst sogleich zu nbermie⸗
then und beziehbar. D00 —
St. Ingbert 2. Febrkat 1867.30.
M Paul.
—— — 2
. 25 1753 4

innucnen * e3——
nn werden in alle Blatter aller Länder durch die

Erpedütionfür Zeifuüngs-Annoncen
on Haasenstein Ver
inFraukfurt a. M. Hamburg/Wien, Berlin, Basel u. Paris
unter Berechnung nach den Originalpreisen stets prompt und direkt besorgt. Das
Bureau bietet den Inserixenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung, auch
dei größeren Aufträgen den, üblichen Rabatt. Behegblätter werden geliefert.
Dritungsverzeichnisse, mit jeder neuen Auflage nach den in zwischen eingetre⸗
tenen Veränderungen vervollständigt und rectifiziri gratis und fraucb.
.ntpen begiemt oder vielmehr hat schon J Iruchtbreise der Etadte
Des Lahrer hinkenden Boten —— n
— T 2 r J Weizen 7 fl. ir. orn . 59 r.

— ee *

Do r3 eitun J.. 30 ir.,Gerste bfl. 86 kra Hafer 4s

.. gahe js863. 6 tr. Erbsen 4 fl. 40 kr.n⸗Wichen 8 fl.
uet Sahrgaug 1867. 56 kr. Linsen' 8l. 19 kt. per Fehtner

Monatlich in eften von 125 Bogen zu rr. insen er Se ner
onatlich in Hef g Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 27 kr.

dem billigen Preise von 392 Sgr. — 12

. Die Dorszot!.tann zu gleihem Preise v.Elde Gemischtbrod 1433 kr. und 2 Pfd.

auch“ in Wochennummern hezogen werden Weißbrbd 16 kru— —

Alie Abnehmer erhalten eine Praͤmie in — — — *

Fareendruck. Brod⸗, Fleisß. 6 —
Bestellungen auf dieses so beliebte Jour⸗ enee ec Fienc wreede
nal nimmt. an die Ned. d. Bi. Stadt Zweibrücken hom 7. Febt.—

— — Weizen 7.4. 80 tr.Korn 5 fl. 82 kro
Gerste Areihige, — fl. — kruu Gersfte/ A
xejihige, 4 fl. 20 fr.,Spelz 4 fi. 80 ir.
Spelzlern fl. — kr. Dinkel 3 fl. 476.
Nischfrucht fl. — ir, Hafer 3si. 386
Erbsen If. kr., Wicken 3 fl. 40 tr.,
Dartoffeln Tufl. 12 kr. Heu 1fi. 45 ir,
Stroh Kfl. 24 kr. per Zentner. Weißbrod
Iu Kegr. 20 kr. Kornbrod ß gr 247 tr
ditto 2 Kgr., 18 kr., ditto 1 Kgr. 9nkr,
Gemischtbrod;8.Kgr. 84 kr., 1 Paar Wed,
Loth, Zukr., Rindfleisch, 1. Qual. IG tr.,
42. Qual. 15 kr., Kalbfieisch 12 ir. Hame
melfleisch 14 kr. Schweinefleisch 18 krc
per Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 ir! per Liter⸗
Butier 26 kr. per Pfund. ——
— — — — F
Nedaktin Druck uid Verlag von'F. R. Dem er m Ste Fugbece

34
        <pb n="65" />
        ä
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—SE 3 ααν 1ñninu 60 d ij ι ιο ααννσ
utuu 4 nνι 3 4 ] 15 44* AM
— —3 2 ιανν 4 s n
misuns ιιιιν J 2145 —F uue J 5 JF
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———— ag 750 — uit a ιινιιινR ,
— nνα ν ιιι ” quedle ι αι— νöν e
muta is nιιιBι i üun m rür — i i mee —
Der ·St. Inzg bert er Anz eigere mit seinem Unlerchaftrülgshlatte erscheint wöchentlich dreimalr!l Oie wst n gu Doe un exs stugl
und Samstag eeeehe vierteljahrig 45 Hrzr. Anzeigen werden amit 3Krzr. die dteispaltige Zeile Blattschrift vderderen
—* α u berech — — — ——
. ä5 eeä Se S»SGG .òò Ae —— F —
Nro: Iöιι ν αν Ê Samstag, den 3. Februu 1867.
ν αιιR ι ιιι νι - — e stttt u ee
un ν i ln ιν i a rb eordneter“ Gelberterklärt hieranflnatz seit immerhin ein
ιιιν juιB Deutschland. — ——— —— die k. Re⸗
wini Mün ch ennn. d.. Fehr. n Da es vielleicht auffallen lanuc daß gierung der, Pfalz diese bis jetzt unerledigle Angelegenheit aber⸗
oleam letzteu Mitiwoch von der. Kammer der eeeee nals angeregt halten, dieVienidation d'eser Forderungen sei 1840
Elyssene. Adressre zur ¶ Beglücwümnschung.des Eemina ur sange aby nf Anordnug der ie Stagtsminisieriumnsgeschehen unde dieses
en Verlobung noch nicht niiberreicht ist⸗ so sei hier der Grund gun Hline fomn bamais vie Rechtsgittigkeil dersebennicht dezweifeis
xfuchrt,n Es hat Zuamlich daß Präsidium der Kammer auf die haben,Schließlich bhehalteer sich ane ven Vertretern der
zezüglich der Ueberreichung der Adresse schon am Donuerstag, ge⸗ gfalz die welleren geeigneien Schritie vor⸗un I(Pfgig)
tellten Anfretgez r den Oberkämmererstab bis heute noch keine i 3 3557
*8 * Ihi Muünchke in; z. Febr. In“der nächsten auft den g anbe⸗
ntmorterhalten⸗ Die Adresse-siegt in prachtvoller kalligraphischer e esten audoen —7
—* aumten Sitzung der Abgeorduetenkammer wird Hr. Fockerer eim
Anestnnmng schon eit Samsing Sure Nebendechumd hereltn gu Interpellation perlesein; —* Vorlage eines Straßengefetzeh betr
Mun chnenmn, . Febr.nn Die nächste Kammersitzung 7 ist nun in Finlauf der Kamnmen, —B e eschwerhe
ane Fueitig 3.due gmgesett.umd. das. Krirgs asten Aunbglei tungc JrVrcans dleischnann ju Landain:. Aufnahine in den allge
wpfetz segr auf der Tagesordnung. ic Det Bericht Des Shg. Mandel sieiten ünterfiühnngeverein betee, ferner kin Antrag auf,Auf—
ist/ diesen Abend gedruckt dertheilt morden;,tn, Den- beigefügten Pxro⸗ sebing der Todrstigse —*—— ινιιναj—
okollen ibot. die Werhandlungen des IY. und des II. Ausschusses Rej u henz Febr.e Iche glaube nicht demenllrt zur wer.
ntuehmeich das Folgende;/ als n won Ipeciellem Interesse für die hen, dein ich Ihnen jeht schon dit Mittheunng mache daß de
Pfalzi⸗ Auf. Verlangen des Abge Gelbort wurde mänulich im Vro⸗ Abg. Umdscheiden demnachst in 9 Ministerium des Aeußern als
otolle Aber⸗ die Aursschuß verhandlumgen am 880129. und 8. Jan. imisterialram euntreten wird. WMit deicher Verlaffigteit ann iqh
as Folhende constatirt. Nuchdem der Genannte bereits beint ·Be · Ihnen melden, daß eine Vertagung der Kammern nicht stattfinden
ginne der Ausschugverhandlung über den gegenwärtigen Gesetzente dird. — Gestern hat das Präsidium det Kammer der Abgeord
wurf sich vorbehalten hatten, am Schlusse derselben eine Entschäe ilen ein Schreiben von dem k. Ober⸗ Ceremonienmeister v. Moy
digimgeforverung der Pfalz vom Jahre 1849. im Betrage von halten worin dasseibe zu dem morgen faufindenden Hofbaut
500, 000 fi. zut Sprache zu bringen: erklärte derselbe: — ingeladen wird; da bisher! das ein gereichte Audienzgesuch behufs
Der am 1Dezember 1866 verfammelte Landraths. Ausschuß ser“ Ueberreichung der Beglückwünschungsadresse aus Anlaß der
— Herlobung des Königs an denselben ohne Entscheidung geblieben
üngst liguidirten aber bis jetzt noch nicht ausgeglichenen Entschäe st, bestehn die Vermuthung, es“ werde vieselbe bei dieser Gelegen
zigungsforderung für Lieferungen und Leistungen an vaterländische, jeit durch den königlichen 566 selbst erfolgen. (A. Abdogi)
adische und preußische Truppen aus dem Jahre 1849 bei den München, 7 Febr. Fürst Hohenlohe und der Kriegsmi
gl. Stagatsministerium zu beantragen. Dieser Beschlußß des Land- uister Baron v. Prankh sind' von der Ministerconferenz aus Stuti—
rathsansschusses wurde dem Vernehmen nach durch diek. Regie gart gestern Abend wieder hier eingetroffen. — „Die „Bayer.
rung der Pfalz bei Allerhöchster Stelle mit Gutachten vorgelegt.“ zige“ meldet amtlich die Aufhebung aͤller und jeder Erhebung der
Da nun diese Angelegenheit im innigen Conner mit dem vorlie— dheinschifffahrtsabgaben von bayerischer Seite ab J. Januar
genden, allerdings nur die Kriegslasten des Jahres 1866 betref· 867, gemäß des Friedensvertrages vom 22. Angust 1866, nach⸗
enden Gesetzentwurf steht, so erlaube ich mir die Anfrage: „Ist »em von den übrigen deutschen Uferstaaten des Rheines die glei—
zas kgl. Staatsministerium des Innern geneigt, aktenmäßige oder hen Maßregeln geiroffen worden sinß *
venigstens mündliche Mittheilungen und Ausschlüsse über diese Ent— Dienstesnachrichten.4
Hadigungsfordetung der Pfalz aus dem Jahre 1849 zu geben dohDurch Regierungsbefchluß vom h. Februar wurden' die Schul⸗
Der Hetr Staatsminister des Innern- beantwortete⸗ diese Anfrage herweser Ludwig Hüter zu Minfeld zum Verweser an der protest.⸗
dfort wie ·folgtennung g 28 deutschen Mittelschule zu Kandel vom 15.*1. Mis. an, und Hein⸗
Es wird etwͤ 4. Wochen her sein, daß der Landrathsaus- ich Lischer in Niederlustadt zum Verweser an der obern protest.⸗
chuß der Pfalz durch Vermittlung der Kreisregierung sich an das »eutschen Schule zu Mörzheim vom 20. 1. Mts. an, ernannt.
Ztgatsministerium des Innern gewendet hat, nin gelegenheitlich der Diurch Regietungsbeschluß vom 6. Febr wurde das Gemeint
evorstehenden Kriegskostenansgleichung auf demselben Wege die derathsmitglied Christoph Gensheimer zum Adjunkten der Ge—
lebernahme der im Jahre'“ 1849 der Pfalz erwachsenen Executions. neinde Kindenheim ernannt. 7 ⸗
osten als allgemein peräsquable; Landeslast zu erzielen. Das 1Det Accessist Carl Heilmaier wurde vom 1. Februar l. Is.
Stagtsministerium des Innern erkannte fofort' die Üünthunlichkeit in— zum Postassistenten in Zweibrücken ernannt.“ Vom gleichen
der Vermengung dieses Gegenstandes mit ver schwebenden Kriegs- Tage aan wurde die k. Posterpedition Bergzabern dem seitherigen
ostenausgleichungsfrage, setzte sich aber aufklärnngshalber mit dem Zosierbeditor von Fredisheim, Johannes Zahn und die dadurch
. Kriegsminifsterinm in geschäftliches Benehmen. Was die Aus- rledigte Posterpedition Freinsheim dem feitherigen Postboten in
ichten für den weiteren Berlauf der Dinge anbelangt, so muß ich dambrecht, Georg Firsching, übertragen.
onstatiren, daß die Staatsregierung bisher den Standpunkt einer Fankfurt, 6. Febtr. Die ständige Bürgerrepräsentation
trengen Unterscheidung zwischen Kriegskosten und Exekutionskosten at in ihrer-Sitzung vom letzten Samstag die Äbsendung einer
estgehalten und auf den Grund der in der Pfalz bestehenden frane Deputation an-den König behufs einer Remonstration in der Com—
ösischen Gesetzgebung für alle ats dem Aufstande des Jahres ributionsangelegenheit beschlossen. Der Ministerpräsident hat an
1849 erwachsenen Kosten und Schäden die Bewohner der insur⸗ den Staatsminister Frhr. b. Patow zu Frankfurirsa. M. telegra⸗
zirten Provinz verantwortlich erklärt, die Ausgleichung diesen un- hhirt, daß der König die angekündigte Deputation der Stadt Frank⸗
ter sich anheim gegeben hat. Es wäre, sehr zu wünschen, daß die urt erst nach dem ü2. de M. empfangen wolle.
gegenständige Aufrage nicht etwa in der Kammer reproducirt und Frankfurt, 6.“ Febri Neuerdings haben verschiedene
über die Vorgänge des Jahres 1849 eine jedenfalls höchst uner- Staaten bei der Liquidationscommission weitere Forderungen an
zuickliche Besprechung hervorgerufen werde. Ueber Mangel an »en vormaligen deutschen Bund eingereicht. Oesterreich beansprucht
Rücksicht und Schonung Seitens der Staatsregierung hat fich die 373,535 fl. das Großherzogthum“ Hessen verlangt 225,912 fi.
Pfalz nicht zu beklagen, da für die mehr denn 2,000,000 Gulden, ßayern hat angemeldet: 1) eine Forderung von 1,652,828 fl.
um welche die bayerische Kriegs- imd beziehungsweise Staatskasse ils Ersaß seiner ihm durch die Erecution in Kurhessen erwachje
urch den.pfälzischen Aufstand beschädigt worden sind, meines jen Kosten; 2) Ersatz der zu den Kosten der Holstein⸗Lauenbu⸗
Wissens ein Entschädiaungsanspruch bisher nicht verfolgt wor⸗ ischen Execntion vorfchußweise eingezahlten 12208,219 fli,3)
en ist xrsatk des Mehrauiwandes, der ihm durch den Vollzug des Run—

3
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        desbeschlusses vom 9. Juni 1866 erwachsen. Etwa⸗ sich weiter
ergebende Ansprüche behielt sich Bayern hierbet zur nachträgljchen
Anmeldung vorr· **

Sut darl 3. Febr. Der Wurt1. Staatsanz.“ schreibt
Die Conferenzen der, 4 süddeutschen Staaten wegen Herstellung
einer gemeinsamen Wehrverfafsung sind heute zu Ende gegangen
und wurde das Schlußprotokoll heute Abend 792 Uhr unterzeich
net. Die Veröffentlichung der Beschlüsse ist zur Zeit nicht statt
haft, da die Ratification derselben den Einzelregierungen vorbehal
sen ist. Dagegen sind wir in der Lage mitzutheilen, daß die ge⸗
pflogenen Verhandlungen zu einer allseitigen Verständigung un ter
fämmtlichen bei der Conferenz betheiligsen- Regierungen geführt
haben.“ Ae et

Serli n, 4. Febr. Das preußische Herrenhaus bewilligte die
Eisenbahnanleihe von 24 Millionen, indem es festsetzte, die Regie—
rung bedürfe der Zustimmung des Landtages nur bei der Veräu—
zerung der neuen Eisenbahnen. — Das Herrenhaus verwarf so⸗
dann das Gesetz, welches der Presse die Möglichkeit geben sollte,
die Landtagsberichte ohne Gefahr drucken zu können. Das Herren⸗
haus war anfänglich sehr geneigt, dem Gesetzentwurfe seine Zu⸗
ttimmung zu geben:da erschien Graf Bismarck zur rechten Zeit
im Haufe, sprach gegen das Gesetz und dasselbe — fiel.

Berlin, 4. Febr. Der Schl. Zig. geht von glaubhaftez
Seite nachstehende Mittheilung zu: Eine der. schlesischen Festun—
gen ist seit einigen Tagen der unfreiwillige Aufenthalt eineß Ge⸗
nerals geworden. Der General-Major v. Prittwitz-⸗ Gaffron (ehe
maliger Commandant von Thorn) ist vom Kriegsgericht ves 1.
Armeecorps zu einer einjährigen Festungshaft wegen Preßvergehen
verurtheilt worden. Nachdem das kriegsgerichtliche Urtheil die aller⸗
hoͤchste Bestätigung erhalten, ist der genannte General von dem
Dberst⸗Lieutenant v. Beckedorf, vom pommerschen Infanterie-Regi
ment Nr. 61, am 23. Januar nach einer der schlesischen Festun⸗
gen (nach welcher ist zur Jeit nicht bekannt) begleitet worden und hat
am 24. Januar die einjaͤhrige Festungsstrafe angetreten. — Die
Borsen⸗Zeitung stellt in einem humoristisch gehalkenen Artikel Be—
trachtungen über die literarische Thätigkeit des Generals an und
meint, daß seine Kritik der Führung des 1. Armeecorps unter dem
General v. Bonin Veranlassung gegen ihn gegeben habe. (Fr. Z.)

Berlhin, 6. Febr. Wie die „Prov.»Corr.“ berichtet, sollen
die Gebiete von Kurhessen, Nassau und Frankfurt demnächst in
Regierungsbezirke (Kassei und Wiesbaden) und in Kreise eingetheil
werden. Provinzialberbände sollen erst nach vollständiger Einthei—
lung der Verwaltungsbezirke von Hannover und den Elbherzog
thümern gebildet werden. — Graf von Flandern wird morgen
hier erwartet und im königl. Schloß absteigen.

Verlin, 6. Febr. die Zollverhandlungen zwischen Preußer
und Oesterreich sind nicht, wie es hier und da heißt, abgebrochen,
sondern so weit gefördert, daß der Abschluß des Vertrages erfol—
gen kann, sobald man sich über die Weinzölle verständigt haben
wird. Die Verständigung kann nöthigenfals auf schriftlichem
Wege erfolgen. Man hat den Abbruch der Verhandlungen aus
der Abreise der preußischen Bevollmächtigten von Wien gefolgert.
Dieselben sind aber in Berlin zur Erledigung anderer Angelegen—
heiten unentbehrlich und deshalb allein sind sie aus Wien abgereist.

Berlin, 7. Febre Die Schluß⸗Conferenz der norddeutschen
Bundescommissäre soll bis gestern Abend 9 Uhr noch nicht statt—
gefunden haben. Heute Mittag wurde eine Conferenzsitzung erwar⸗
ket. Mit Sachsen war gestern, wie versichert wird, Alles in be⸗
friedigender Weise geregelt.

Wien, 6. Febr. Die „N. Fr. Pr.“ meldet, daß die Er
oͤffnung des Landtages am 18. d. sicher erfolgen werde. Dem
selben werde eine kaiserliche Botschaft zugehen, des Inhalts, daß,
nachdem der Ausgleich mit Ungarn zum Abschluß gelangt, der
außerordentliche Reichsrath gegenstandlos geworden sei, und daß
der Kaiser nunmehr den verfassungsmäßigen Reichrath nach der
Februarberfassung berufe. Diesem Reichsrath werde ein neues
Heeresergänzungsgesetz und ferner eine Vorlage betreffs der durch
den Ausgleich mit Ungarn bedingten Abänderung der Februarver⸗
fassung unterbreitet werden. Der Reichsrath soll Mitte März zu—⸗
sammentreten. Die Regierungsvorlage wird die Beseitigung des
8 13 und die Einführung eines Gesetzes über die Verantwortlich—
keit der Minister enthalten. Die Ernennung des Grafen Audrassy
zum Präsidenten des ungarischen Ministeriums ist sicher. Lonyay
soll Finanzminister werden, die anderen Personalfragen sind noch
unentschieden.

Wien, 6. Febr. Wie der ‚Wanderer“ berichtet finden
täglich Ministerconferenzen statt, denen Graf Andrassy beiwohnt.
Letzterer befürwortet aufs Wärmste das Innehalten des conftitutio⸗
neilen Weges, wornach die Vereinbarung mit Ungarn, soweit die
Angelegenheiten Gesammtösterreichs dabel in Betracht kommen, der
legalen cisleithanischen Volksvertretung zur Gutheißung vorgeleg
werden sollen. — Graf Kellersberg der angeblich künftige Verwal⸗

tungsminister. I einge troffen. Der „N. Fr Pr.“ zu—
folge, soll Hr. g. Beust den TitelStaatskanzlet — und
der Kaiser ihn deauftragt haben, ein neues Ministenumzu com⸗
biniren.“ Dasselbe Blattt fagt, es sei entschieden auf: die Berufung
des außerordentlichen Reichsraths Verzicht geleistet. —Wie die
Amiszig.“ meldet, ist die zum Schuhe der personlichen Freiheit
und des Hausrechts erlassene kaiserliche Verordnung in Südtyrol
rußer Wicksamkeit gesetzt, weil durch neuerliche Unruhen die öffent-
liche, Sicherheit dort sehr gefährdet erschint. 47
Ireft, 5. Febr. Die, Russen schlugen die Armee von Bok—
hara und stehen einige Märsche von Samarkand.
Frankreich. —
uarirs, 4. Febr. Es ist jetzt eine große Untersüchuug ahbl
gen Falschung von Haiti'schem Papiergeld im Gang. Es scheint,
daß die gefälschten Papiere den Betrag von mehreren Millionen
erreichen und nicht allein hier, sondern auch in England und ver⸗
schiedenen Hauptsiädten des Continents in Umlauf gesetzt wurden.
In St, Nazaire wurde der Capitän eines amerilanischen Paket-
ootes, als schwer in dieser Angelegenheit comprommittirt, verhafe
tet und nach Paris abgeführt. — Wie der “Pays“ meldet, wer⸗
den im Luxemburg-⸗Palast die ehemaligen politischen Tribünei wie⸗
der kingerichtet, was annehmen laßt, daß die Senatssitzungen nicht
— VV0 iie iue.
Paris, 8. Febre Man “versichert mit großer Bestimmtheit
haß ein Senatusconsult im Werke sei, welches den Ministern ge⸗
stalten würde, zugleich Miglieder des gesetzgebenden Körpers zu
ein.“ Das wäre allerdingzs ein Schrin weiter zur Ministerver⸗
antwortlichkeit.: Was die künftigen Befugnisse des Senats betrifft,
so wird das Aufsichtsrecht dieses Staatskoörpers über die Ge⸗
eßgebung in so fern erweitert, als er das Recht erhaltenwird,
inen Gesetzentwurf zu einer nochmaligen Berathung an den gesegz
gebenden Körper zurückzuverweisen, Ein solcher Beschluß muß in
zinem Bericht an den Kaiser besonders motivirt werden. Beharct
iber der gesetzgebende Körper bei seinem ursprünglichen Votum,
so tritt das Gesetz krotz der Bedenlken des Senates in Kraft,da
dessen Verfussungsmäßigkeit schon durch Zurüdverweisung selbst
mertannt worden. — In der letzten Versammlung der Op
positionsmitglieder bei Hrn. Marie wurde beschlossen, drei Inter
pellationen einzubringen, nämlich über die die deutschen Angele⸗-
Jenheiten, über Mexico und über die innere Politik. Für die bei—
den ersten sind als Redner Thiers und J. Favre bestimmt, für
die dritte ijt noch keine Person genannt, doch soll die Regierung
wegen der Unterdrückung der Adresse zur Rede gestellt werden.
JParis, 6. Febr. Durch ein Dekret vom 25. Jan. das
der heutige „Monileur“ veröffentlicht, werden gewisse, die Regu⸗
sirung des Rheinbettes bet reffende Arbeiten angeordnet. Diese Ar⸗
beiten vervollständigen die im Vertrage vom 8. April 1840 mit
Baden vereinbarten Verbesseruugen und verursachen eine Ausgabe
von 18 Mill. Fr., welche auf das außerordentliche Budget fallen.
Paris, 6. Febr. Aus der Jahresstatistik des Jesuitenor⸗
dens geht hervor, daß die Gesellschaft Jesu zu Ende 1866 vier
Ordensbezirke mit 20 Provinzen umfaßte, welche sind in Italien:
die Provinzen von Rom, Neapel, Sicilien und Venedig; in Frank—
reich: die Provinzen Champagne, Paris, Lyon und Toulouse; in
Deutschland: Oesterreich, Galizien und die deutsche Provinz mit
Belgien und Holland. Der Ordensbezirk Spanien umfaßt di
Probinzen Aragon, Castilien und Mexico, und die Assistance vo
England besteht aus den Provinzen England, Irland, die Verei⸗
nigien Staaten von Amerika und Missouri. Sämmtliche Pro—
vinzen zählten 8167 Jesuiten und zwar 215 mehr gegen 1865.
Die Zahl in, Frankreich beträgt 2422. in Belgien 592, in Oe
sterreich und Galizien 777 und in Preußen und den ührigen Län⸗
dern Deutschlands 658. — Man scheint auch in der heutigen
Sitzung des Staatsraths über die Armeereform noch nicht ganz
—
im Wesentlichen nur darin, daß die Gesammtdienstzeit der Sol—⸗
daten von 7 auf 9 Jahre serhöht wird und daß die vom Diensie
freigebliebenen jungen Leute der Form halber als mobile Natio⸗
nalgardisten eingeschrieben werden jollen.
Belgien.
Brüssel, 5. Febe. Das „Echo der Brurelles“ berichtet,
daß die Heirath des Grafen von Flandern mit einer Prinzeffin von
Hohenzollern entschieden sei; der König von Preußen habe seine
Zuftimmung ertheilt. Nachdem also der König von Belgien eine
Gemahlin aus dem Haufe Oesterreich hat, vermählt sich sein Bru⸗
der mit einer dem preußischen Königshaus angehörenden Fürstin
(Frankf. Aig.)
Schweiz.
Bern, 7. Febr. Der Bundesrath hat dem General Dufouf
inter den ehrenvollsten Ausdrücken die nachgesuchte Dienstentlassung
ertheilt.
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        νι, einItalien. Centient unιιι
P e lovienz — Torino
on hier; daß wenn die Kammer das Project Langrand⸗ Dumoneenau
urückweist, die Regierung sofort ein neues Gejetz über die Frei—
seit der Kitche und der religiosen Glaubensbekenntnisse vorlegen
ied und daß ein Projeck fim den Verkauf der Kirchengüter nach
her jpanischen Weife eingebracht werden wirdiun Die: Comites der
irmeereform: und des öffentlichen Unterrichts arbeiten ohne Unter—⸗
aß. Man will ein großartiges internatinnales Collegium gründen
* ——J s uoy 9*FD
—XF 1224 19 Amerikg. ez

NewP Irt, 26. Jan. Die Justizcommission wird vor
Faͤde der Session keinen Bericht über die gegen den Präsidenten
Johnfon ju erhebende Klage einreichen. —¶ Man sagt, daß Surrack über
ie Hinschuld des Prasidenten Johnsonlan der Etrmordunglvon Abra⸗
au Lincoln verhört werden soll. — Die Gesetzgebung von Indiano
de Amendement zur Confitution ratifici — Die Gesegae
Zung von Tenessee hat den Negern das Stimmrecht bewilligt.
der obersie Ger atshof Dieses Siaaiede soll untersuchen, ob vdiefe
MNaßregel verfassungsmäßig ist. ‚S-Die canadische Regierung hat
zeschlossen die Entschadigungsforderungen für den von -der fenischen⸗
xFrpedition angerichteten Schaden zu befriedigen und alsdann jin
Washington Rückvergütung zu verlangen. ιιναα
VBermischts3
Zweibrücken, 6. Febr. Sei der nachsten Schwurge⸗
cichtssitzung werden folgende Personen zur Aburthellung kommen:
Dam 18. Februar KarbEsselborn, Bäckerbursche von Kriegs⸗
feld, wegen Diebstahls; 2. am 19. Heinrich Nau, Schuster von
Weyher, wegen Koͤrperverletzung; 3. am 20. Philipp Jakob Win⸗
Feroll von Göcklingen wegen Körperverletzuug; 4. am' 21. Karl
Jerges, Schustergeselle vom Erfensteinerhofe. Gemeinde Esthal,
wegen Korperverletzung mit nachgefolgtem Tode; 5. am 23 Fehr.
Johann Joseph Schwarzwäldern Schiossergeselle von St. Martin
und Simon Beck von Gleisweiler, Bürger zu Altona, wegen Fal⸗
schung von Geld; 6. am 25. Johann Wolfgang Marian Schunk,
susp. Posterpeditor in Bergzabern, wegen Amtsuntreue; 7. Fried⸗
rich Kappel, Schmied von Rammelsbach wegen Körperverlezung;
3. Karl Levi, Handelsmann von Vorderweidenthal, wegen Mein⸗
eids; 9. Jakob Reibold, Ackerer von Ilbesheim, wegen Korper⸗
verletzung; die drei letztern abwesend. Voraussichtlich wird noch
tine weuere⸗-Verhandlung am 28. Fehr. stattfinden.

In Zweibrücken sind die Bürger auf Sonntag Morgen) Rachmit ·
tag zu einer Besprechung eingeladen, behufs gemeinsamen Handelns
nn dem bereits destehenden Comitee, das eine direkte Eisenbahnver⸗
hindung zwischen⸗Iweibrücken, Pirmasens und Landau anstrebt.

peReust adi, 6. Febr. Unser Landsmann Hr. Dr. Hepp
ist am 5. l. M. in Frankfurt gestorben. Derselbe war hier eine
Reihe von Jahren ein vielbeschaͤftigter Arzt. Im Jahre 1848
wurde er zum Landtagsabgeordneten gewählt, trat dann 1849 in
die provisorische Regierung ein und mußte in Folge der belannten
Erreignisse die Pfalz verlassen. Hr. Dr. Hepp wurde später in
dontumacium zum Tode verrurtheilt. Derseibe lebte in Zürich
und lag naturwissenschaftlichen, zumal botanischen Studien ob.
Er kehrte nach der Ertheilung von Amnestie zum Besuche auf
hurze Zeit in die Pfalz zurück und begab sich zum bleibenden Au⸗
ienihalt nach Frankfurt. Das Vaterland verliert in Hrn. Dr.
hdepp einen wackeren Patrioten und die Wissenschaft einen tüchti⸗
Jen Vertreter. (Pf. Ktr)..

Stuttgart, 6. Febr. Gestern haben wiederholt zu
Bruchsal Conferenzen der süddeutschen Ausstellungscommissäre be⸗
gonnen. Bei denselben wird namentlich die Vertheilung des den
Anzelnen Staaten zugewiesenen Raumes für die Aussteller die Aus⸗
ichmückung der Ausstellungsräume und die Aufstellung der Auf—
gellungsgegenstände zur Sprache kommen. Die Arbeiten an dem
Ausstellungsgebaude zu Paris sind noch so weit zurück, daß das
Auftauchen des Gerüchtes, es werde in der Erdffnung der Aus⸗
tellung eine Verzögerung eintreten, wohl erklärlich ist. Von der
französischen Regierung wird indeß alles aufgeboten, eine Verschie⸗
zung des Eroffnungszeitpunktes zu verhüten. Dieselbe soll noch vor
urzer Zeit auf diplomatischem Weg! den Beginn der Ausstellung
am 1. April aufs Bestimmteste zugesichert haben. J

— Frankfurter Lott.rie. Es dürfte für Manchen von Inte⸗
tesse sein, ein Erkenntniß zu erfahren, welches unlängst das
Frankfurter Stadgericht erlassen hat. Ein Karlsruher erhielt von
einem Frankfurter Collecteur Otiginalloose zugesand, ohne solche
zestellt zu haben. Er vernichtete sie, ohne ihren Werth zu kennen.
die Sache kam vor das Stadtgericht, welches entschied, das der⸗
enige, welcher solche Loose ohne Bestellung exhalte, zur Zurüc-⸗
jendumg derselben nicht verpflichtet sei.

FBelohnter Edelmuth. Aus Konigsberg wird folgende hüb⸗

ge Geschichte mitgetheilt: Ein hiesiger Commis, A. M., der im

zergangenen Jahre durch den Banlkervtt seines Principals hrodlos
een sich gezwungen ah, langere Zeit bei dem hiesigen Re⸗
aunruleur Si. auf Credit zu leben, verließ endlich, als die Hohe
iner Schuld auf 28 Thlr. angelaufen und ihin jede. Aussicht,
ier eine Stelle zu erlangen, benommen war, Konigsberg, einigte
ich jedoch vorerst mit seinem Glaͤubiger hahin, daß Letzterer fuͤr
den Schuldbetrag einige Dombau⸗Lotterieloose an Zablungsstatt
mnahm und die Schuld dadurch für berichtigt anjah. Auf eines
ieser Loose fiel ein Gewinn von 10,000. Thlru. Sojort · schickte
er Restauraienr Ste dieses Loos an den frützeren Besitzer A. M
urück und bat ihn nur, den Schuͤldbetrag von 28 Thlrn.ihm
Jelegentlich schiclen zu wollen. obschon dieses Loos sein unbestritte⸗
es Sigemhum war.. Doch sollte sein Edelmuth belohnt werden,
Jenn jn diesen Tagen erhielt er eine notarielle Verschreibimg,
urch welche ihm der Commis M. die Hätlfte des Gewinnes, also
3000. Thlr, abtritt. n ee d J
—,85 iltt T. ι. IL
Spratta u Die Unvorsichtigkeit in der Aufbewahrung
on Rotlengift hat wieder einmal ihre Opfer gefordert, Dienstz
nadchen in dem benachbaftesn Sprottischoarf wollten jin Abwesen·
in hier Wirthe sich mit einem- guten Kaffee erquicken; ihnen
ehlte es aber an Zucher und eines der Mädchen suchte deshalb
und fand in einem un verschlossenen Schranke ein Cigarrenkästcheu
nit weißen Nüssen, deren füßer Geschmack die Mädchen! verleitete,
diese Nuͤsse zum Versüßen detz Caffees zu verwenden. Die bald
darauf eintretenden Krankheits⸗Erscheinungen und die nfolgt des⸗
en veranlaßte Untersuchung der Nüsse hat exgeben. daß dieselben
statiengift enthalten haben“ Eines der Mädchen ist gestorben, die
zeiden anderen sßind gerettet worden. J
Xriest, 2, Febr.Der erste Versuch. mit Nitro-Glycerin⸗
Sprengöl⸗) Projectilen hat in Pola bedauernswerthe Resultate
ehabt, Er wurde im Lande mit einer Granate gemacht, welche im
stohre det Kanone zersprang, vind die beiden mit dem Laden be—
häftigten Stückmatrosen in Stüucke zerrißz demCordetten⸗Capitun
Hhrafen v. Kielmannsegge, Instructor auf dem Artillerie⸗Schul⸗
chiff Fregatte „Bellona“, wurde die ganze eine Seite des Gesichts
nit dem Auge verbrannt: einem Artillerie⸗Hauptmann zerquetschte
zie zurückweichende Laffette das Bein: der Oberst vom Marine⸗
Zeugcorps, Ritter v. Leitgeb und ein Hauptmann haben das Ge⸗
jör verloren. Gegen den vractischen Nußen des Sprengöls für ar⸗
ailleristische Zwede werden von competenter Seite gewichtige Ein
vendungen erhoben. J
7Puͤris, 5. Febr. Im alten Industriepalast arbeitet man
hereits mit großem Eifer an der Herstellung der Tribuüne und
—A Zuschauer, die man bei der großen Preis⸗
veriheilung am 1. Juli erwartet. Für das diplomatische Corps
vird dem Throne gegenüber eine besondere Tribüne errichtet. Die
Decoration dieses gewaltigen Circus mit Sammtbehängen und
Berzoldungen wird allein 300,000 FIr. kosten. — Die Zahl der
Abonnenten für die Ausstellung ist dereits sehr beträchtlih.
F Das „Salut Public“ erzählt den jchauerlichen Tod eines
hekannten Lyoners, der als Stabstrompeter in ein mericanisches
steilerregiment getreten war.“ Bei einem Ball in Veracruz aufspie⸗
end. juchte der von der argen Hitze im Saal Geplagte seinen
Durst am Springbrunnen“ des Gartens zu löschen, nahm daher
inen auf der Verandabrüstung stehenden Krug, füllte ihn und thaf
inen mächtigen Zug. Plötzlich hörten die BSallgäste einen Mark
ind Bein erschütiernden Schrei. Herbeieilend fanden sie den Trom⸗
heler auf dein Boden liegend mit zu Berg stehendem Haar, das
Hesicht todtenbleich und verzerrt. Rugen und Mund weit aufge—
perri. Aus dem Mund heraus hing der Hinterleib eines Scor⸗
ons, von der Species Scolopendre oder Tausendfuß, welches
Thier in der Gegend von Veracruz öfters die Länge einer größe⸗
en Eidechse erreicht: der Kopf aber hatte sich am Schlund des
Trompeters so fest angebissen, daß die anwesenden Aerzte den
Zcorpion nur zerstückt herausnehmen konnten. Inzwischen hatte
essen Gift seine Wirkung gethan, und der Unglückliche starb nach
3Siunden unter gräßlichen Convulsionen. Das Thier war ver⸗
nuthlich in den leeren Wasserkrug gekrochen und durch den starken
Strahl der Fontaine auf die oberste Wasserfläche gewirbelt wor⸗
den.
London. Im Jahre 1833 reiste Roger Tischborne,
iltester Sohn des gleichnamigen britischen Lords, aus Europa
nach Südamerika. Das betressende Schiff gelaungte nie an den
Dri seiner Bestimmung. und man hielt es daher für verloren
ebst allen darauf Befindlichen. Lord James Tischborne starb
1862, und hinterließ die Grafschaft seinem zweiten Sohne Alfred.
velcher eine Tochter des Lords Arundel heirathete, und zu An⸗
ang von 1866 linderlos verstatb. Allein im Juni gebar die
Dilwe ein mannliches Kind, welches sofort als Universalerbe
mertannt wurde. Nun ist plötzlich Roger Tischborne vou den
FZaltiandsinsein, auf die er sich beinn Schiffbruch durch Schwim⸗
men gerettet, zurückgelehrt, und reklamiri jein Eigenthum. Drei—
        <pb n="68" />
        zehn Jahre bonnie er, bewacht boͤn den Wilbem Jeine Faminie nichts
hon fich hören lassen, im vierzehnten entkam er mit einem Wal
ifchfahter nach Australien, wo er als Metzger sein Brod verdiente.
dier kraf er einen alten Reget, der fruͤher bei seinen Ohein
—RXR— ihm das in England Vörgefullene.rerdaͤhlfe, Auch! die
itter sur Heinmreise ¶ vorstrete ¶ Lotd Rogern ide sene dabe
ine geborne Wilde⸗ wie auch der rrr MNeger befinden
sch dernmlen! in London. Da wum aber RKiemand mehr 5 stark Ge⸗
alferten rrtennen will⸗ so ist desfen in Paris rbende Muner ur
Rerogmition hetbeigerufen ¶ worden Mon isti gespannt · auf die
betumg dicfe Dramis e en
„Lon don 6. Febr Diee Times ringl Nachrichteit. aut
Patras, denen zufolge in Cephalonien ein siattes Erdheben statt
zefuuden hat, Vanser sind eingestürzt innd Menschen daruntes be⸗
graben. Die Sltöße waren in Zante ünd Patras flͤhlbat. bbg
Aus Amerika wird ein schreckliches Ungluck gemeldeteine

Feuersbrunst nämlicht? auf chenr⸗Misfisippidampfer „Fashion“,
pelche Den Tod von mehr alg 800 Menschen herbeiführe, Das
zchisf gerieth sieben Mejlen por Baton Rouge in Brand, wahr,
heinlich durch Funkben, die dem Rauchfange ontfahren waren; An
öschung war um so wenigen zu denken, al⸗ Auch die grofe Baum⸗
voladung (A7 00 Ballann von den Flammen erfaßt marve, Ewa
0 Balsagiere befanden sich an Bord. darunter gegen 800. Ner
wer. Von allen ndiesen⸗ onnten n leider ut Blaa gere ter werden
Wildi unde vorzmeiflungsvolle stürzten sich piele im. den Fiue die
Fluthen den Gluthen vorzetende— Viele andere rannten, um den
Flammen zu entgehen, von' inct Beitt zur anderen, bis auch sie,
eine dichte⸗ heoffe usammengebaut —* — hinchgebrungi
vurden! Eine Muttet wats ihre drei Kinder ine den Fluß und⸗
prangihlien dann'nach⸗; sie felbst und ein Kind wurden in Si⸗
herheit gebracht, während fie die beiden anderen vor ren Augen
ririnteh Inh. li.ν— ινιν _ι ,α
—
—
. M . q 8 F E 06 αα
Auerversteigerung mivm — V — 75
* 7—777 3 —elbin ri“, Lunueuntsen —D
Samstag dein Z. Marz I867. Ralhmit sen 5. für Deiuschland in Gothan ee
en F zu e , e — D — αια
Joh. Adan Beck, werden folgende Wo ne zZuuselee de gg sche, Nipe aͤnbehicle Gasßciumt
zäuser mit Gärten in der Stadt St. Ing⸗ de un der Feuerversicherungsbunt fun Deutschlando gul Goiha abirð
hert gelegen in Eigenthüm versteiger:“ — — 77 —J 55 8
——— n 04. 70 Erddentr 32* * 4.
Johann Bender und Therefi — νι
Aliar gehorige uι e reen als Ersparniß zurückgeben. nusatryt ι ααι piubntig.“
—, Di ne ils für j Theilneh J— i
J
alee ———— e nggabschl: n n für wivd am Ende Des Monais Maind. Ji
—— 22—— — 7 — 4 A ete ee ceg Iι e. — D—————
Jos. Schmeizer h. Georg Ripplinget. Zur Annahme pon Versicherungen sür vie Feuerversicherungsbank sind die: Unterzechucten
IL.: Den Erben der Eheleute Joseph ederzeit bereit. — — 00 νι ʒchueremi
Weber und Barbara Neuhaufer eandau den 1112 Jantat 1867. 5 ιι BÊu6
angehörend: n, ua ιαν ι ⏑ Louis Haxer, Hauptagent. J——
14Degz. Fläche, worauf ein · Wohnhaus n Diek zenten: u Noe α
t Sian. Hefraum und Pflamzgarnsminmn O— — ge 71
Nn ten auf Höfchen, neben Joseph Stolz — uaue vg Ititz Panzerbieter in St. Ingbert, —A —
und Elisabetha Fischet. , — — D —— W. Neubecker in Horubachnn —D
II. Den Erbenc der Ehtleute Ivhaun 63. Pracht in. Gweibrückem hn
Dchs und Maria Theodor gehorend: , M. Hallbach in Homburg. ———
2 Dez. Fläche mit Wohnhaus, Hof u. SCCCCCXEITXTCC. CI,
üen Gärtchen auf Hobelsahnung ne⸗ Eine Parthie guter Ohmet
— ist zu verkaufen·
Blatgen. Sorn, agl. Noler Bei wem? — in der Erb. v. Bl.
— — — —4 IXXRXE —
Alle Diejenigen, welche au den Nachlaß Bank⸗ und eema
r —* rere Eheleute J v p n don Gebr. Preitrer in Frantfurt a. Me
en d er, Alebend Bergmann, und Tha EComptioir: Blei ße Nr. 8. Au
esa n All a t. vder an den Nachlaß ber e der 8 —*
ore * h a a Gpweseer Jag papiere.. Anle hen sloose. Eisenbahne / Bant
n ge an —* 23 nd Aehn ducrno 8 8
ordern d e ons,Banknoten, Wechsel c. unter Zu—
hre Rechnungen bei dem k. Notare Horu sicherumg prompter und reeller Bedienung
ahier einzureichen. P8 ir Provision4 por mille ohne“
rne gliche so nstigge Spesen,n
—82 — — — * — ——
Frucht⸗, Brode, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Homburg von 6. Februar.
Weigen 7 il. 28 r., Koruen. or
Zpelz vů ft. kr., 14 Gerste, reihige, —.il
ir Michseucht see e va,
2I. 6 tr., Erbseun 4 . IG6.fr., Kartoff⸗
eln El 12fr. per Itr. Hornbrod, 3. Kgr.,
27 ditto 2. Kgr, 18 kr., ditto 1 Kgr.
Ner.Kühfleisch 1. Qual. 14 tr., Qual.
12 fr.z Kalbfleisch 12 lx.. Hammelfleisch
14krx., Schweinefleisch 18 kr, Vutter 26 kr.
ner⸗ Pfd..

1

2
Verloren!“
Lon dem Eisenwerke durch, die Häupt:
iraße nach der Kohlenhalde wurde porge⸗
tern eine Pferdsdecke verloren; wer
/ieselbe in der Redaction d. Bls. abgibt,
rhält eine Belohnung. .
Jeden Tag frischgewässerteu
U 5 4.
Stockfische
beil P Sα
77 *
Pariser weißer flüßiger
9 J Leim F Aans
des General⸗Depots von Earl
BHohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlose Leim wird kalt
ingewendet; er ersetzt vollkommen den Klei⸗
ler, den Leim und, den Mundleim Man
ebraucht denselben um Papier, Pap⸗
aendeckel, Porzellan, Glas, Prar
nor, Holz, Leder, Kork u s. w,
u leimen. Derselbe sollie daher bei känen
Handwerksmaum, auf inem Bure⸗
au und in keiner Haushaltung fehlen.
Für den Erfolg wird garau⸗
tirt. —*, 4.
Preis per Flacon 8, 18 ind 20 itr.
Allein echt zu haben dei 6
Fritz Panzerbieter
7 in St. Ingbert. J
Die Lungenschwindsucht
vird natutgemäß, vhneunnerliche Me—
izin geheilte Abdrefse: Dr. I. Nots-
naaren in Hannhei na.(Francatur
gegenseitig.)

Von St.

—— Ingbert dis,

— auf das Eisen⸗

rk ist eine kleine silber⸗

2 Taschenuhr mit

Schlüssel an einer braunen

Gummikordel verloren gegau—
zen.3. Ver xredliche Finder wolle dieselbe
Jegen eine gute Belohnung in der Exped.

d. Blattes abgeben.
—F *X —
Wohnungs-Veränderung.
Anterzeichneter bringt hiermit zur Kennt-
niß, daß er sein bisheriges Logie verlassen
ind nun bei Carl Livn Wittib wohnte
Zugleich⸗ empfiehlt sich derselbe, in n
Sorten Lampendochte, Haarflech⸗
tereien, Franzen, Quasten und asle
in sein Geschäft einschlagenden Arbeiten
and bittet unter Zusicherung reeller Vediee
aung, um geneigten Zuspruch. *
ISt Ingbert. im Februar 1867
Oh. ICAι
—— — Posamentier.“
ιααο α a

Sran furter Börse
5 Geldsortenn .
vom 31. Januar 1887. .—
Pistolen... fl. 9 42 44

dolländische 10 fliaStücke9 48 -50....
Ducaten 32 4
Kussische Imperials.. ινασ
0 Francs⸗Stücke . 9 261 α
englische Souvereingsgs. 11 48 -524
reußische Kaffenscheine . α-
gold per Zollfund jsein. 5 ...
dochhaltiges Silber per Zollpfund'ß
Dollars in Gold 2 26 27αν

—27*—

—
Redattion, Druck und Veriag von iz. X- Demeß m St. Ingbect.

14
        <pb n="69" />
        4569 ——S F — ι 25 —D————— ια ienuee mete
—F J — 551 —2 p M. XMSAν
— ee e Pre 521 74 4
ιιιι uαY c1 ui —2438 cq1 e 9
—— AW V . MV * ß 80
OärIν J ν— ν 14— t Rια —
J idααι itnn 3 — ν.
ν ιισν ννν α
Der SteIngberter An zeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal Dienstag, Donnersstag,
ind Sa mst a g. Abonnementsbreis vierteljährig 48 Krzr,. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
KRaum berechnet. — —
2 — — 2 — 3 *
Nro. 19. un —Dienstag, den 12. Februrnee 1867.
— J
Deutschland.
Munchen 7. Febr. Auf das Audienzgesuch einer Depu⸗
ration der Kammer der Abgeordneten, um zufolge Kammerbeschlus⸗
ses eine Glückwunschadresse an den König zu überreichen, erging
gestern an den Kammerpräsidenten Hrn Prof. Dr. Pozl das fol⸗
jende allerhöchste Signat: „Nachdem Ich aus Anlaß Meiner
Kerlobung keine andere Deputatioin und insbesondere auch keine
Deputation der Kammer der Reichsräthe empfangen habe, außer⸗
dem aber auch beim heutigen Hofballe Gelegeuheit haben werde,
das Directorium der Kammer der Abgeordneten zu sehen, will
Ich die hier angemeldetrn Herren nicht besonders bemühen, son⸗
dern lade sie ein, die Adresse an mich einzusenden. München 6.
Febr. 1867. gez. Lu dwing.“

Muünchen, 7. Febr. Die Adresse, welche das Directorium
der Kammer der Abgeordneten in deren Namen an den König
richtete, lautet: „Die frohe Botschaft von der Verlobung Ew.
Maj. mit Ihrer Königl. Hoheit der Herzogin Sophie Charlotte
Auguste in Bayern hat wie im? ganzen Lande so auch bei den
Miͤgliedern der Kammer der Abgeordneten die wärmste und
aufrichtige Theilnahme erregte Sie fühlen sich um so mehr ge⸗
drungen, Ew. Maj. zu diesem höchst erfreulichen Erreigniß aus
vollstem Herzen Glück zu wünschen, als sie sich bewußt sind, nicht!
zlos ihren eigenen Gefühlen Ausdruck zu geben, fsondern zugleich
im Namen und im Sinne des ganzen bayerischen Volkes zu
sprechen. Möge all der Segen, welchen das Verhältniß der' Ehe
zu gewähren vermag, aus dem von Ew. Maj. abzuschließenden
Bunde in reichlichstem Maße ersprießen — zum Glück Ew. Maj.
zum Heile des königlichen Hauses, zum Wohl und zur Freude des
Vaterlandes.“ ι

Mäunchen, 7. Febr. Anf dem' gestrigen Hofballe zog die
dnigliche Braut burch ihre ebenso glänzenden als anmuthige Er⸗
scheinung Aller Augen auf sich. Der Koͤnig unterhielt fich nament⸗
lich auch mit dem Direktorium der Abgeordnetenkammer. —

An dem Gesetzentwurfe in Betreff der künftigen Heeresver⸗
fassung Bayerns wird durch die Stuttgarter Conferenzen nichts
geändert. Er hat bereits die Genehmigung Se. Maj. des Königs
und wird entweder morgen schon oder doch in einer der nächsten
Sitzungen der Kammer der Abgeordneten vorgelegt werden. Im
Jahre 1867 wird auch eine neue Auflage des Militärhandbuches
xscheinen. Wegen der Festungseigenschaft von Landau ist noch
nichts beschlossen, ebensowenig daruͤber, welche Regimenter ihren
Barnisonsstand in der Pfalz bekommen sollen. Dieses aus ver—
äßlichster Quelle gegenüber den verfrühten Meldungen dieses Be
treffs, welche gegenwärtig die Runde durch die Blätter machen

35 6Pf. 3.3

Munchen, 8. Febr. In der heutigen Sitzung der Kam⸗
ner der Abgeordneten wurde der Art. 8 des Kriegslasten-Ausglei⸗
hungsgesetzes, nach einem Antrag des Abg. Feustel — Deckung
zurch den Getreidereservefonds und Einweisung auf den durch
das Gesetz vom 24. Juli 1866bewilligten Credit von 31 Mill
abgeändert im Uebrigen der ganze Gesetzentwurf aber unverändert
nach dem Antrage des Ausschusses angenommen, ebenso der Aus⸗
ichußantrag, die Suspension des Kriegslasten⸗Peräquatibüsgesetzes
yom Jahre 1849 betreffend. —
Mürnchen, 8. Febr. In der heutigen Sitzung des ˖ Abge⸗
ordnetenhauses erklärte der Kriegsminister in der Debatte über
das Gesetz betreffs Ausgleichung der Kriegslasten, daß die: Erüb
rigungen an dem Militärcredit von 31. Millionen trotz der kur⸗
zen Dauer des Krieges kaum über5 Millionen Gulden betragen.

WUGr. 3.)

München, 8. Febr.“ Eine Deputation der Pfälzer Ab⸗
geordneten hatte heute Audienz bei dem Fürsten Hohenlohe, um
dem Minister eine Vorstellung zu machen über Regactivirung der
m Jahre 1849 gemaßregelten Beamten aus der Pfalz, unter de—
ien hekanntlich auch der gegenwärtige Abg. Umbscheiden war
wegen seiner Thätigkeit alz Abgeordneter im Frankfurter
barlament.)

·1.—
77
Muünchen-O9. Febr, Der Gesetzentwurf bezüglich der
Heeresverfassung wird nun nächsten Dienstag den Kam mern vor⸗
jelegt werden können; ob mit einem Gesetzentwurf, bezüglich einer
hherlagung, der Kammern, darüber wird in dem heutigen Mini—
terathe definitiv Beschluß gefaßt werden. Bejahenden Falles soll
der betr. Gesetzesentwurf dahin lauten, daß die Bestimmungen des
Gefetzes bezüglich des Ausschusses für die Socialgesetze auch auf
den besonderen Äusschuß Anwendung finden sollen, welcher zur
Berathung der Heeresverfassung gewählt werden wird. —

München, 9. Febr. Sie halten die Nachricht des Volks⸗
zoten, daß in den letzten Tagen eine Anfrage über die künftige
Ztellung gewisser hoher Her ren, mämlich der Standesherren, nach
Berlin ergangen sei, für „kaum glaublich“. Die Anfrage ist je⸗
doch ergangen und zwar an dem Tage vor der Ahreise des Für—
sten Hohenlohe nach Stuttgart in Form eines Telegramms an
den Grafen Bismarck. So wird von sehr glaubhafter Seite
jersichert. Das deutet allerdings darauf hin, daß zwischen Hohen—
ohe und Bismard schon früher Verhandluugen stattgefunden ha—
hen, welche in Beziehung gebracht zu der erwähnten Anfrage,
aum einen Zweifel über ihren Charakter und ihre Tendenz lassen.

Gh zigh

D Dienstes⸗Nachrichten
ESe. Maj. der Koönig haben Sich allergnädigst bewogen ge—
unden, unterm 4. Febr. auf die erledigte Stelle eines Postver⸗
valters zu Neustadt a. H. den Officialen Joseph Schindler zu
Bamberg, seiner allerunterthänigsten —S——— vom 15.
Febr. 1. J. an zu befördern. J

Durch Regierungsbeschluß vom 8. Febr. wurde im Einver⸗
iehmen mit dem k. General⸗Staatsprocurator! ver Pfalz der bis⸗
jerige Polizei-Commissär zu Waldmohr, Eduard Maurer zum Po⸗
izei⸗ Commissär in Kirchheimbolanden, und der geprüfte Rechtsean⸗
didat Carl Wilhelm Baum von Germersheim zum Polizei⸗Come
nissar in Waldinohr, beide vom 16. 1. Mts. an, ernannt.
Der k. Forstgehilfe Anton Ernst wurde vom Revier Stahl⸗
zerg, Forstamts Lauterecken, nach Leimen versetzt. 6

Aus Baden Dem Vernehmen nach soll dent nächsten
Landtag eine Gesindeordnung vorgelegt werden. NUeber eine Ver⸗
zesserung der bestehenden Vorschriften bezüglich des Dienstboten⸗
verhältnisses werden wohl alle Stimmen einig sein. Besonders
mpfehlenswerih würde aber dabei sein, wenn die ängrenzenden
üdwestdeutschen Staaten sich über gleiche Grun dsütze bezüglich einer
hesindeordnung verständigen würden. Denn nur hierdurch läßt
ich der Vollzug wirklich sichern. Auch ist es ferner für die Dienste
jerrschaft, wie für die Dienstboten häusig sehr nachtheilig, daß
zas Ziel, an welchem das; Dienstverhältniß gewöhnlich beginnt
meistens alle Vierteljahre, sehr verschieden ist. Man sollte ein
ür allemal gewisse Normaltage bestimmen, an denen der Ein- u.
Nustritt in gewöhnlicher Weise staitzufinden hat.

Frankfurt, 7. Febr. Ein Schreiben des preubischen Fi⸗—

nanzministers v. d. Heydt erllärt, daß die von Frankfurt gezahls
ten, G Millionen „ihre definitive Verwendung bereits gefunden ha—
»enn und eine Zurückzahlung derselben eben sowenig wie eine
— in Aussicht gestellt werden kain ··... 6

Frankfurt, 10. Febr. Dr. Frese hat ach der neuesten
Wendung über die Veröffentlichung der Verhandlungen des nord—
»eutschen Bundes den Wählern im Kreise Leipzig erklärt, kein
Mandat annehmen zu wollen. Aus Stuttgart erfahre ich, daß
Julius Fröbel sich in Kürze wieder nach Amerika begeben wird—
— Stuttgart. Wie man verschiedenen Blättern mittheilt,
oll in Stuttgaärt die Constituirung eines „Südbundes““ (Bahern
an der Spitze) auf Grund „preußischer Billigung“ beschlossen wors,
)en sein. Vorerst ist das Band noch ein loses, „Eisen und Blut“
ollen es festketten, meint Graf Bismarck. (Kais. Volksb.)
Berlin 7. Febr. Die Zollverhandlungen mit Oesterreich
ind an dem Weinzolle gescheitert,; Oesterreich verlaugte eine Her⸗
ibsetzung von 4 auf 2 Thaler; Preußen wollte nur die Minderung
luf 3 Thaler zugestehen und nur dann auf 2. Thaler herabgehen,
        <pb n="70" />
        wenn Frankreich, dem diese Ermäßigung vertragsmäßig gleichfalls
zu gute kommen würde, Gegenzugeständnisse machte. Frankreich
aber, das nicht zur Verstandigung zwischen Oesterreich und Preußen
beitragen zu wollen scheint, hat die Zugeständnisse verweigert.

Berlin, 7. Febr. Der Schluß der Session wird Sonn⸗
abend erfolgen und vom König in Person vollzogen werden. Heute
Abend wird ein Ministerconseil stattfinden, das sich mit der Ab⸗
fassung der Thronrede beschäftigen wird. Dieselbe wird der Be—⸗
friedigung Ausdrud geben. welche nach den vielfachen Ergebnissen
dieser Session und nach der glüͤcklichen Beseitigung der Differen⸗
zen zwischen Abgeordnetenhaus und Regierung, in Verwalliungs
wie in Volkskreisen herrscht.

„ Berlin, O. Febr. Heute wurde der Lavdtag mit einer
Thronrede des Konigs geschossen.

Wien, 8. Febr. Die heutige Amisztg. enthält ein kaiserl.
Handschreiben an den Grafen Belcredi, welches demfelben die nach⸗
gesuchte Enthebung bewilligt und ihm das Großkreuz des Stephans⸗
ordens verleiht. — Die „Amtsztg.“ veröoͤffentlicht die Ernennung
b. Beust's zum Ministerpräsidenten und die einftweilige Uebertra—
ung der Leitung des Staats- und Polizeiministeriums. — Ein
e Patent vertagt die Eröffnung der Landtage bis zum
18. Febr. d. J. — EKin neues Priorifaͤtsanlehen der österreichisch⸗
franzoͤsischen Staatsbahn von 150,000 Obligationen, per Obliga-
tion à 225 Franken, wird am 11, und 12. Febr. zu Wien und
Paris zur Zeichnung aufgelegt.

Wiem, 8. Febr. Die authen tische Liste der ungarischen
Minister ist: Graf Julius Andrassy (Präsident), Somsisch (In—
neres), Lonhay (Finanzen), Balihasar Horvaih (Justiz), Graf
Miko (Communicationen und Bauten), Gorove (Handel), Frhr

o. Bela⸗ Wenkheim (Landesvertheidigung); Armeeobercommandam
ist für daß ganze Reich Erzherzog Albrecht; Frhr. v. John Lau—
des Kriegsminister für die wesiliche Reichshälfte; Graf Festetick
Minister für Ungarn in Wien. — Heute Abend treffen die un—
garischen Minister hier ein. — Der Hof dürfte sich in Bälde
nach Ungarn begeben.

Wien, 9. Febr. Das öfficiöse Wiener Journal meldet,
daß Professor Hasner das im angebotene Unterrichtsportefeuille
angenommen habe. Graf Anton Auersperg (Anastasius Grün)
ist telegraphisch aus Graz berufen worden. Die „Presse“ nennt
den Grafen Taaffe als Candidaten für das Minisierium des In⸗
nern, und Herrn v. Schmerling für die Justiz.

Wien. (Dze letgten Sachsen.) Aufsehen erregten am
6. Febr. in der Leopoldstadt sachsische Mililärs, welche Nachmittags
in ihren den Wienern wohlbekannten Uniformen durch die Straßen
schlenderten. Es war dies ein Transport Nachzügler,“ welche
bei Abzug der Sachlen sich theilweise noch in und um Wien in
Privatpflege befanden und gestexn zusamme ngezogen wurden um
den Rückmarsch nach Sachsen anzutreien. Heute Worgens 8 Uhr
marschirten dieselbe, 120 an der Zahl, von einer großen Men—⸗
schenmenge begleitet, nach dem Bahnhofe, wo sie vom Publikum
mit Eßwaareu und Cigarren bewirthet wurden und mit dem Pra—
ger Zuge nach, Dregden abgingen. 355.

Iriest, 7. Febr. Mit der Levantepost sind Nachrichten
aus Athen vom 2. Febr. eingetroffen. Die griechische Kammer
hat die Vermehrung der Landarmee und der Secmacht bourt.
Der Kriegsminister sprach sich dahin aus: Griechenland müsse ru—
sten, weil große Erreignisse benorsiehen. Valaoritis erklärte eine
Erweiterung der Grenzen des Landes und die Bildung einer gro
ben hellenischen Nationalität als einziges Rettungsmittel.

Fraukreich.

Paris, 8. Febr. Der Morgen⸗Moniteur bringt ein kaifer⸗
liches Decret über Einführung durch das Dekret vom 9. Januar
nothwendig gewordenen neuen Reglements für den Senat und den
gesetzgebenden Körper; dasselbe stellt die Tribiine wieder her.

Paris, 9. Febr. Der Patrie gehen Nachrichten aus Vera⸗
Truz vom 18. Januar zu, welche melden, daß die Corps Mirnu⸗
mons und Mejias sich bei Queretaro vereinigt haben, wo die
kaiserliche Armee Position genommen hatte. Diese doppelte Be⸗
wegung hat zur Folge gehabt, Mexico zu decken und den Marsch
der Dissidenten aufzuhalten, die sich auf Potosi haben zurückzie
hen müssen. — Der Etendard ersährt, daß Preußen auf sein Gar⸗
aisonsrecht in Dresden verzichtet hat. Dasselbe hat keinen be—
sonderen Werth mehr, da nach der Verfafsung des Nordbundes
der König von Preußen die unbeschränkte Befugniß der Disloca—
lion der Bundestruppen hat. — Nach dem „Avenir national“ ist
ein Adjutant des Kaisers Maximilian in Washington einge⸗
troffen.
Belgien.
Briüsssel, 8. Febr. Nachrichten aus Charleroi vom 7. d.
melden, daß die Arbeiten in den Kohlenwerken meistens wieder
aufgenommen worden sind, doch treiben sich immer noch 1000 oder

1200 Arbeiter müssig herum. Zahlreiche Verbaftungen sind vorge⸗
nommen worden. Man hatte einige fremde Individuen in Ver—
dacht genommen als Anstifter der Unruhen, und u. A. einen Men⸗
schen, welcher sich auffallend genau nach allen Umständen erkundigte,
nach der Zahl der aufständigen Arbeiter, der Truppen xc und da⸗
rüber Notizen aufnahm. Da er fich nicht genügend legitimirte,
ward er arretirt, und es fand sich, daß es ein geheimer Polizei⸗
Agent aus Brüssel war, von wo aus seine Identität bestätigt
wurde. Ein Trupp Kohlenarbeiter, welcher in der Glashütte zu
Jumet die Arbeiter stören wollte, ist übel empfangen worden;
die Glasblaser find mit ihren Blaserrohren über sie hergefallen
und haben sie in die Flucht getrieben. I

England.

London, 10. Febr. Hier eingetroffene Berichte aus New⸗
HYork bis zum 20. Jan. melden: Der Präsident Johnson hat
ein Veto gegen die Bill eingelegt, welche die Territorien von
Rebraska und Colorado als Stagaten erkllärt. — Ein juaristischer
Befehlshaber hatte den amerikanischen Consul Carman hinrichien
lassen; daraufhin beschoß ein Kanonenboot der Vereinigten Siaa⸗
ten Majatlan, weil seine Genugthuung derweigert wurde.

Italien. *

Florenz, 8. Febr. Man liest in der Nazione“: Oester⸗
reich hat die italienische Regierung davon in Kenniniß gefetzt, daß
der Officier, welcher Befehl gegeben hatte den Formidadle zu be⸗
schießen, bestraft worden isfs. —

Florenz, 8. Fehr. Hr. Langrand⸗Dumonc⸗au g bei der
Depositen⸗ und Consignationscasse eine Summe von 500,000 Fr.
Renten deponirt, als Garantie seiner Eingagemenis der italienischen
Regierung gegenüber. —

Forenz, 9. Febr. Die zur Prüfung des Gesetzesentwurfs
üͤber die Freiheit der Kirche niedergesetzte Commissson hat mit
Finstimmigkeit den politischen und den finanziellen Theil besselben
verworfen und mit 5 gegen 4 Stimmen eine gegen das Proiject
formulirte Proposition abgelehht.

Spanien.

Madrid, 5, Febr. Die Municipalität von Toledo hat ein
igenhändiges Schreiben von Pius IX. erhalten, welches ihr dankt
ür das Anerbieten eines Zufluchtsortes in Toledo, falls eine Re⸗
volution ihn nöthigen sollte, Kom zu verlassfshen.

Madeid, 7. Febr. Das Verbannungsdecret gegen Ser⸗
rano ist aufgehoben; das gegen die anderen Verbannien wird
auf die Bitte derselben aufgehoben werden.

Griechenland. —

Athen, 4 Febr. Die Regierung legte der Kammet einen
Gesetzentwurf vor, betreffend den Ankauf von A Panjerfregaiten
und 4 Corvetten. Der Finanzministen legte einen Gesetzenwurf
vor in Betreffj Anerkennung der in England aufgenommen An⸗
leihe vom Jahre 1825. Eine neue Anleihe ist beabsichtigt. —
Rach Bukarest, Serbien und Montenegro sind geheime Missionen
abgegangen. Eine ausgedehnte Propaganda arbeitet au der Re⸗
wolutionirung der türkischen Grenzprobinzennn.

Donaufürstenthümer3

⸗Bucharest, d. Febr. Der Minister des Aeußern, Stirley ist m

ußerordentlicher Mission an den Wiener Hof abgereist. Der Furst

darl von Rumänien und sein bei ihm anwefender Bruder tressen
ibermorgen in Buchareft eiin. —

Amerika. J

New-⸗HYaork, 26. Jan. Seiner Zeit wurde Präsident Johnson
beschuldigt, um das Versteck John Surrat's der bei der Ermor⸗
dung Lincolns betheiligt war, gewußt zu. haben und ihm beim
Entwischen behülflich gewesen zu sein, was vor dem Gefetze eine
Art nachträglicher Mitschuld darstellt. Deßhalb soll Surrat
als Zeuge gegen den Präsidenten vernommen werden. — Auf
dem Missisippi ist wieder ein schlimmes Unglück geschehen. Der
Dampfer Platte Valley stieß bei Vicksburg auf ein Wrack und
sank in drei Minuten, wobei 60 Menschen ums Leben kamen.

Amerikanischen Berichten aus Vera⸗Cruz zufolge bedrohen
12,000 Mann liberaler Truppen die Stadt Mexico. Die Fran⸗
josen setzen ihre Vorbereitungen zur Räumung des Landes fort.

Aus Neworleans wird der „Times“ berichtet, daß die

Pflanzungen immer mehr im Werthe sinken, da die Neger, sobald
sie etwas erworben, nach Texas auswandern, um sich dort anzu⸗
hauen. Lange Züge kommen fortwährend durch Neworleans. Die
Neger wollen wie verzärtelte Kinder behandelt sein und haben be⸗
reits gelernt, Strikes und Verbindungen zu organissren; auf meh⸗
rern Plantagen haben sie die Entfernung der Aufseher verlangt,
und bis dies geschehen, die Arbeit eingestellt. Ein Pflanzer der,
»bschon als human bekannt, sich eines von seiner Mutter mißhan-
delten Negerkindes annahm, wurde von den herbeieilenden Negern
beinahe zu Tode mißhandelt.
        <pb n="71" />
        Veeir ut sht ⏑

JIn Zweibrücken, war am 9. Febr. wieder einmal ene
Aeberschwemmung, welche den Verlehr in der umern Stadt un⸗
eebrochen hatte. Auch anderwärts sind die Bäche ausgetreten,
nsbesondere der Speherbach. Die letzten Stürme haben in den
albdungen durch Windbrüche großen Schaden angerichtet. Der
Stadtraih von Zweibrücen hat eine Glückwunschadresse an den
Zonig, aus Anlaß der Verlobung beschlofsun. —

Landau, 8. Febr. Das hiesige Zuchtpolizeigericht hat
zeule leider über 2 Falle der, Majestätsbeleidigung“ abzuurtheilen.
der erste Fall betrifft Aeußerungen des Reviersorsers Gümbel von
Fischbach zur Zeit des letzten Krieges; der zweite solche des Haf⸗
zermeisters Schuch von hier, welche solche in trunkenem Zustande
‚or einigen Wochen in einer hiesigen Restauration verübt haben
oll.

4 Erlangen, 2. Febr. Det „Fr. Zig.“ wird geschrieben
zm Juli 1846 wurde ganz nahe bei hiesiger Stadt ein 20jähri⸗
jes Mädchen aus den Canal gezogen, nachdem sie bereits einige
Tage von den Ihrigen vermißt worden war. Bei der Voraus⸗
sehung daß hier ein Selbstmord vorliege, wutde der Leichnam in
die Anatomie gebracht, Niemand nahm sich um das Begraͤbniß
zer Unglücklichen an. — Da kommi vor einigen Tagen, 30.
Jan. 1867, ein Bürger aus Sch.ff.d nach Erlangen und er⸗
aͤhlte bei den Angehörigen dieses Madchens: Ein Zinngießermei⸗
er, Familienvater in Sch., hat keine Ruhe mehr; er läßt es
—E jenes Mädchens sei.
Sein Name ist Sch.dl.. Die Sache wird bei der Polizei ange⸗
eigt. Man sucht in den Acten und findet, daß am 15. —5
816 die ledige Vierzigmann in den Canal gesprungen sei, auch
daß dieselbe mit dem Zinngießer Sch. Bekanntschaft gehabt habe
— ohne baß jedoch der geringste Berdacht auf deren Geliebten ge⸗
sallen sei. Jezt wird das Dunkel aufgehellt. Unsere Juristen
prechen von „Verjährung“.

f7 Augsburg. Hier soll im August d. J. ein bayerisches
Schügenfest abgehalten werdhen. 53

Fuus Frantfurt wird uns ein artiger Vorfall mitgetheilt.
zin neugebadener einjähriger Freiwilliger, aͤchtes Frankfurier Kind,
deht Schildwache. Der Lieutenant von der Ronde erscheint und
ragt ihn: „Was Neues?“ — Gold 13424“ antwortete die
Wache schneül. Diesem Völklein ist selbst „in Waffen“ der „Korsch“
nicht aus dem Kopfe zu bringen.

Aus Vaden, 6. Febr. Bei Wiesloch, bekannt durch seine;
Balmai⸗Gruben, haben neuerliche Nachfotschungen ausreichende
Betroleumquellen zu Tage gefördert, zu deren Ausbeutung bereits
die noͤthigen Schritte durch Private geschehen jnddd.

.Wie würtemberger Blatter berichten, fließt die in Dot·
tingen aufgefundene Erdolquelle noch imm r bald reichlicher, bald
pärlicher, und es ist jetzt durch genaue Untersuchung constatirt,
aß das Oel wirkliches Erddl.und kein Schieferdl ist. Die Besi⸗
zer der betreffenden Grundftücke haben sich mit einer Behufs der
Ausbeutung gebildeten Achiengesellschaft geeinigt und sind bereits
z1 Actien * 8300 fl. gezrichnet. Das gewonnene Oel sieht dem
amerikanischen nicht uach ·

hᷣ Ein Roman auß der Anklageband, Ein interessanter Pro⸗
eß, der einen bei Wallerstein in Dresden unter dem Titel: „Der
saujsche Erbe“ erschienenen Roman zum Gegenstande hat, steht dem;·
nachst in Aussichi. In dem genannten Romane wird nämlich eine
den höchsten Staͤnden angehörige Familie — dessen eines Mit-
zliede, eine hexvorragende Personlichkeit bei einer answärtigen
Gesandtfchaft in Berlin, noch gegenwärtig existirt — ver betrü
perischen Unterschiehung eines nicht legitimen Kindes und Erbens
ner Million angeschuldigt, weßhalb diese gegen die gleichfalls in
Berlin sich aufhaliende Verfasserin Anklage erhoben hat.

fCaub, 8. Febr. Heute Nacht geriethen die kurz oberhalb
Caub an der rechten Seite der vor Caub nach Wesel führenden
Thaussee an den mehrere hundert Fuß hohen steilen Abhängen
vefindlichen Schutthaiden, untermischt mit collossalen Felsblöcken
in Bewegung und überdeckten die Chaussee auf eine Länge von
rirca 80 Schritten. Einzelne Blöcke stürzten auf die an der lin—
ten Seite der Chaussee besindliche Mauer und zerschmetterten die⸗
selbe und sprangen in die daselbst befindliche Schlucht, wodurch
großes Unglück hätte enistehen können, indem sich in der Schlucht
nehrere Mühlen befinden und ein mächtiger Felsblock von unge—
äht 30 —40 Centner kaum einen Schritt von der Mühle entfernt
miederstürzte. Die herabgestürzten Feisstücke, womit die Chaussee
iberdectt ist, haben mitunter ein Gewicht von 200 Centner und
vird deren Entfernung (durch Sprengen) mindestens 14 Tage in
Anspruch nehmen. Der Bergabhang ist noch in Bewegung und
st das Herabstürzen von weiteren Massen noch zu erwarten.

Aus erster Ziehung der Kölner Dombauloose sind die mit
Hewinnen gezogenen Loose Nro. 88,887, 97,128 und 196,705

noch nicht präsentirt worden. woxauf. wie Innhaber solcher Loof
ufmertsam machen.

Beriin Am 8. Februar, Vormittags wurde in dem
däfig des großen Elephanten im mde Garten dahier ein
Thlerwarter miur zerquetschter Brufte und entseelt vorgefunden. Die
ingeslellten Ermittelungen haben ergeben, daß der Verunglüdte
ngeachiet des erhaltenen Befehls, die Fütterung des Thieres und
ieꝰ Reinigung des Käfigs nur in Gegenwart ves zweiten Warters
vorzunehmen, dennoch den Käfig allein betreten hae und von dem
etzt in der Brunst befindlichen und daher vbosartigen Elephetnten
zetodtet worden ist. —X 3 e

FKurzlich soll die Köntgin von Preußen bei eineni Fa⸗
niliendiener halb im Scherz, halb im Ernst die Moffnungaus⸗
edrüdt haben, daß die konigliche Thronrede bei der Eroffnung
zes norddeutschen Parlaments eine „Rede der Candidatur des
daisers von Deutschland“ sein würde. Der Konig habe hierauf
jeantwortet: „Der künftige Kaiser von Deutschland muß sich
nicht durch Worte sondern durch Thaten ankündigen.“ GVor allen
Dingen aber, meinen wir, durch liberale Thaten).

Paris. Die „Weltaugsstellung“ wird dom 1. April bis
31. Okioer währen.

Aus dem Kanton. Waadi wird der N. Z. Z3. vom 6. b.
gemeldet; Die Erdbewegungen im oberen Qmonisthale werden
nmer drohender. In Premier⸗Fenil mußten die Häuser verlas⸗
en werden. In Aigle befürchtet man, daß durch den Erdrutsch
die Grande Eau aufgestaut, und nachher eine Ueberschwemmung
der Ebene bewirkt werde.

F In Dublin wurde das Stüch Antigone von Sophokles
ur Aufführung gebracht. Den guten Irländern gefiel das Stück,
bgleich es ihnen etwas wunderlich vorkam. Sie riefen schließlich
ca Verfassen fturmisch heraus und hörten nicht eher auf zu
chreien, bis der Regiesseur hervortrat und verkündigte, es sei un⸗
nöglich, daß Herr Sophokles sich zeige, den er sei leider vor
2000 Jahren gestorben.
ne eyork dier wirb eben ein Stahl Dämpfboot“ ge—
haut, daß eine Maschine von 10,000 Pferdekraft erhalten werde.
Der Ingenieur hofft, daß dieser Steamer, der zwischen hier und
5 sahren wird, 80 eugl. Meilen bdie Slunde zurücklegen
dürfte. »
f New⸗-York. Hier befinden sich eben über 18090 Ar⸗

zeiter ohne jede Veschafngung. Die Roth sieigert sich täglich.
Amerit. Eigangszoll auf Wein. Eine Herabsetzung dessel⸗
hen steht in den Vexeinigten Sigaten von Nordamerika bevot, jedoch
vird die Ermaͤßigung nur die besseren Weine treffen. Es soll
rämlich statt der jetzigen genucren künftig der z für, alle
Weine die weniger als 80 Prozent Alkohol haben (also für alle
Laischen Weinch Uberhaut aut 0 Eonts ( Ceni — i
dreuzer) perGallone in Fassern und pon 65. Cents per Gallon⸗
in Fiaschen betragen. Für Faßweine ergibt dies per Liter eiwa
is Kreuzer und für Flaschenweine per Liter 23 Kteuzer.Diese
Nenderung läme sonaqh arun den Weinen zun gutt, welche, einen
Werth von mehr als 80 Kents per Gallone oder . fl. 158 kr.
ꝛer Liter haben, während Vie geringeren Weine künftig fast das
Dophelte des seitherigen Folles zu tragen haben werden 5

22
ee Landwirthschaftliches.
4 Siand der Früchte. Nachdem nun fast überall Schnee
ind Eis verschwunden sind und eine mildere Witterung an die
Slelle des Frostes getreten, beginnen auch die Hoffnungen der
Landwirthe neu aufzuleben. Die ÿffentlichen Blatter und land⸗
virthschaftlichen Fachzeitungen erstaktken wieder aus den verschiede⸗
jen Gegenden ihre Berichte über den Stand der Früchte. Aus Frankreich
vird mitgetheilt, daß der Stand der Winterfrüchte zuschönen Hoffnun⸗
gen berechtige; besonders sind es die Gegenden, des mittnleren
jrankreichs, aus denen die Berichte recht günstig lauten. Nur aus
Jen Flußniederungen wird mitgetheilt, daß in den letzten 8 Tagen
des Monats Januar bedeutende Ueberschwemmungen die fernere
Entwicklung der Winterfrüchte sehr in Frage gestellt hätten. —
Aus England lauten namentlich über den Stand des Waizens
ie Nachtichten weniger günstig; doch ist nicht zu verhehlen, daß
chon unmiitelbar nach der Saat einige Stsrungen eingetreten
varen, besonders veranlaßt durch allzutrockene Witterung im Aus-
sauge des Monats Oltober. — Die süddeutschen Gegenden be⸗
ichten günstig; nur in einigen Höhelandschaften, so 9 B. im
Schwarzwalde, ebenso im Hoch⸗ und Sonwalde wird gellagt, daß
durch den schnellen Weggang des Schnees auch an den Winter⸗
rüchten mitunter erheblicher Schaden geschehen sei. Rheinhessen
ind die Pfalz berichten günstig, insbesondere auch über den Stand
)es Rapses von dem freilich schon vor dem Eintritt des Winters
ein großer Theil umgebrochen werden mußte, indem er sich durch
die Zerstörungen der Kohlraupe zu dünn gestellt. hatte. — Auch
aus Böhmen und Sachsen lauten die Berichte allgemein günstig.
        <pb n="72" />
        L J _—-G—- e *
Häuserversteigerung / ALI VLE TI i
5 b —1172 35F P eltek el
Samstag den eee oee d ine — vV 4
ags um 2 Uhr, zu St. Ingbert bei Hrn. 35 CAIATITTę J pr
den damn et merden idende Don. Schweizerische Fentvrscherungs - Gelellschaft
zäuser mit Gärten in der Stadt St. Ing -·-: —— —3,
ʒert gelegen in Eigenthum versteigert: *3 1 St. GallIæ n. ——
33 3 rere Eheleute — 66 u
Johaun Bender und eresia — — —,
Job⸗ Allar gehorig: b s — — Grund⸗Capital IO, 00 Oo0b Frauken. .
5 Dez. Fläche mit Wohnhaus, hof u. . — — —
Barten an der Haide neben Johann
un Jos. Schweizer u. Georg Ripplinger.
IL. Den Erben der Cheleute Joseph
Weber und Barbara Neuhäufer
aangehörend ;;
4 Dez. Fläche, worauf ein Wohnhaus
nit Stall, Hofraum und Pflanzgar⸗
ten auf Höfchen, neben Joseph Stolz
und Elisabetha Fischer.
IL. Den Erben der Eheleute Johann
Ochs und Maria Theodor gehorend:
2 Dez. Fläche mit Wohnhaus, Hof u.
Gärtchen auf Hobelsahnung ne⸗
ben Joseph Schaudt und Johann
Flätgen.
BHorn, Kgl. Nolar.

Die Gesellschaft versichert gegen Feuerschaden und Blitzschlag (gegen letzteren selbst dann
vennn dersjelbe keinen Brand zur Folge hat) häusliches Mobiliar, Waaren
Maschinen, Fabrikgeräthschaften, Vieh, Ernteerzeugnisse, Ackergeräthe
iberhaupt alle beweglichen Gegenstände. 5.
Verlangen versichert die Gesellschaft auch gegen die Gefahr der Gas- und Dampf—⸗
Erplosion. WMW — . 3 8
Die Prämien sind fest, so daß unter keinen Umständen Nachzahlungen
zu leisten sind. — 6
Zu Versicherungen ladet hiermit ein p ee
St. Ingbert den 16. Januar 1866
— Die Agentuu
S Bh P... —
Soitungs- Inse eee
werden in alle Blätter aller Länder durch die —2 — 3
Erpedition für Zeitungs—⸗Annoncen
von Haasenstein Vogler
in Frankfurta. M. Hamburg, Wien, Berlin, Basel u— Paris
unter Berechnung nach den Originalpreisen stets prompt und direkt besorgken Das
Bureau bietet deu Inserirenden Ersparung des Portos und der Mühewaltung, auch
ꝛei größeren Aufträgen den üblichen Rabatt. Belegblätter werden geliefert
Zeitungsverzeichnisse, mit jeder neuen Auflage nach den in zwischen eingetre⸗
tenen Veränderungen vervollständigt und rectifizirt gratis und Franeß

Alle Diejenigen, welche an? den Nachlaß
der dahier verstorbenen Eheleute Johann
Bender, lebend Bergmann, und The—
zesita Alliar'oder an den Nachlaß der
Eheleute Johann Osqh s gewesener Tag⸗
ner und Maria Theodor etwas zu
ordern haben, werden hiermit aufgefordert
hre Rechnungen bei dem k. Notare Horn
ahier einzureichen.
Empfehlung.
Um mit den noch vorrä⸗
thigen Kleiderstoffen förm—
lich aufzuräumen, werden
solche zu bedeutend herabge⸗
setzten Preisen verkauft,
Ferner empfehle eine mir
zum Verkauf überlafsene Par⸗
tie halbwollene Hosenzeuge,
jede Elle.A2, 18 u. 24 fr.
billiger wie bisher ·
St. Ingbert im Februat 1867 —
Joh. Friedrich.
Verloren!
Von Heckendahlheim nach Si. Ingbert
zing vorige Woche ein grauer Filzhut
derloren; der redliche Finder wolle densel—
den gegen eine Belohnung in der Exped.
d. Bl. abgeben.

bis 11 fl. 40 kr. per 100 Kilo. Hafer

õ fl. 20 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.

Mehl per Partie — fl. — kr. bis — fl.

— kr. Roggenmehl — fl. — kr. bis — fl

— kr. Roggenvorschuß — fl. — kr. bis

æ fl. ⸗ir. Weizenvorschuß —fl.— kr.

bis — fl. ⸗kr. Blumenmhl. — fl. — r

bis fl.— r. per 70 Kilo Reps

fl tr. bis yper83

iloe Rubbl ohne Faß 23 fl. 18 de bn

—— — x. Leinbhi ohne Faß f

Gute weiße Kochbohnen per Pfund — kr. bis — fl. — kr. Mohndl ohne

echs Kreuzer bei Faß — fl. — kir. bis — fl. — kr. per

BP. EEPP. 9 R 8 fli —ir. bia

òMICAEAALBMRBCEIAXEITI- . — ir. Branntwein 27 ffl. 30 ir.

Pariser weißer flüßiger bs a o rammein 27 sf. 30 tr

Leim — —

des General⸗Depots von Carl Moenz, 8. Februar.

Hohle in Kaiserslautern. Srucht preise.) Weißmehl. das Mal—

Dieser geruchlose Leim wird kalt er à140 Pfund — fl k. Rog⸗

ingewendet; er ersetzt vollkommen den Klei- genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen 200

tter, den Leim und den Mundleim. Man pfd.) 16 fl. 9 kr. — — fl. — ir. —

jebraucht denselben um Papier, Pap- Korn (180 Pfd.) 10 fl. 83 l. — fl.

vendeckel, Vene Glas, Mar⸗ — kr. — Gersie (160 Pfd.) — fl. — ir.

nor, Holz, Leder, Kork u. s. w. — fl ——ir. Dgafer (120 Pfd.

— Gebrüder Börr vom Trippe u leimen. Dersalbe sollte daher bei kiinen 5 fl. 36 kr. — — fl. ⸗kr. J
scheidterhof haben im Districk Kahlenberg, — gt * * — —
an der Haseler Staße, einen Sieinbruch au und in keiner Haus altung fehlen. — ter Bkufe.
angelegt, aus welchem fortwährendebelie Für den Erfolg wird garan Franb tur er Börse 14
zige Quantitäten Mauer-Wölb⸗ und Hau⸗ ktirt. * — A. e sorten
steine, je nach Bestellung, bezggen werden Preis per Flacon 8, 12 und 20 kz. vom 8. Februar 1863. J
könnenmt. 8 Allein echt zu haben bleee e — ——

Nuheres im Geschästs-Büreau von Fritz Panzerbieterr ude 1d g Sue3

——— Westphälinger. 3*. in St. Ingbert. Knssische Imperianz

* — — — J — — 20 Francs⸗Stücke ..9 —ασι
Jeden Tag frischaemässekt⸗ Worms den 8. Februar.. 83 .*8 rva 48·52
—vde— Wir notiren heute; Weizen 10 fl. — kr. Dnnn ade asne 178 Av
J— Sto A ch⸗ ꝛis — . Fur. Roggen 11 fl. 15 kr. he Zoübind —V——

dei PGEn Stics bis 11fl. 20 tri Gerste 11 il. 30 tri eets5 3 2627
dedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        ,,,,e να de nιιια 8 — A n: —
41 J 9 νι. 3 27 se J — F 3*3
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N e 248 . T, E 1 *
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— 2 hzer eeeß —* *
νs J ———6 —E
Der St. Ingberter Auzeige remit! seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal :u Dienstag,Donnersstag,
nb Saa msta g Abonnementsbreis vierteliahrig 48. Kerzr. Anzeigen werden imit 3.Kerzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
—D — .iraKaum berechnet. oα
Rrorr Dounerstag- den 14. Februar 1867.

——

. Gα
Vια .u Deutschland. 64
Müͤnchen, 10. Febre:nDie pfälzischen Abgeordneten haben
behufsneinheitlicher Behandlung der verfchiedenen, die Pfalz be⸗
rührenden Eisenbahnfragen ein Comite niedergesetzt, bestehend aus
»en Herren Christmann, Dingler, Golsen, Louis und Umbscheiden,
Wie man hört, hat das Comite bereits seine Thätigleit begonnen
and sollen von Zeit zu Zeit üher die eingeleiteten Schritte und
Fexen Resultate offentliche Mittheilung statisinden, soweit dies das
Interesse der Sache gestattet. e
München, 40. Febr.“ Das Heeresorganisationsgesetz, dem
die zu Stuitgart bereinbarten Principien zu Grund liegen, ist nun⸗
mehr, wie ich höre, im Staatsrath berathen und soll in der mäch⸗
len Sitzung der II. Kammer, vielleicht schon am/ nüchsten Dienstag,
porgelegi werden, wenn bis dahin, woran nicht gezweifelt wird, die
allseitige Ratification der Stuttgarter Conferenzbeschlüsse eingelangt
ein wirdenn Zugleich, soll ein Gesetzentwurf eingebracht werden,
wonnch zur Prüfunge und Vorberathung des Organisationspro⸗
ecis in beiden Kammern eigene Ausschüsse gewählt werden, welche
wahrend der Vertagung der Kammern ihren Arbeiten obliegen.
Diese Beriagung wuͤrde eintreten, sobald die jetzt den Kammern
borxliegendenlegislatorischen? Arbeiten, inck. des Gesetzentwurfs
iber Entschädigung der Viehbesitzer bei Kinderpest, erledigt wären.
Man hofft, daßß der Militärausschuß seine Arbeit so fordern kann,
daß die Kammern bis gegen Pfingsten wieder: werden zusammen⸗
reien können- und daß bis dahin der Socialausschuß wenigstens
zuch das Gewerbe⸗ und Ansasfigmachungagesetz wird durchberathen
Jaben, so daß auch diese: dann sofort aum Abschluß könnten ge—
bracht werden. 8 —8 77
zMäünchen, 104Febr. Der ö. Ausschuß der Kammer der
Abgeordneten hat, wie ich hoͤre, gestern dier Beschwerde des vom
Landgerichtsassefsor zum Appellationsgerichtssecretär ernannten Hrn.
Salzoͤerger wegen Verfassungsverletzung (durch diese Ernennung)
Ferathen und jchließlich den einstimmigen Beschluß gefaßt: die
Beschwerde als formell zulässig, jedoch materiell als unbegründet
zu erklären.
Muünchen, 10. Febr.' Es ist eine Minisserialentschließuing
ergangen, welche darauf hinweist, daß weibliche religiöse Orden
die armen Schulschwestern und die“ englischen Fräulein,)welche
mit Bewilligung der Kreisregierung oder der städtischen Behörde
der weiblichen Jugend in den Volksschulen Unterricht ertheilen,
diefe Bewilligung unbefugter Weise zur Errichtung klösterlicher
Filialinstitute meist in Verbindung mit Pensionaten benutzt haben,
wozu die landesherrliche Bewilligunh Lerforderlich ist.Die betref⸗
ainden Behorden werden nun angewiesen, Näheres Über die ein
schlagigen Berhältnisse, insbesondere darüber, ob derartige Ueber
schrellungen im Werke seien, zu berichten. *
Munchen/ 11, Febr Gutem Vernehmen nach“weicht das
n Stuttgart vereinbarte sildstaatliche Wehrfhsteni vompreußifchen
Wehrsystem im Wesentlichen nur durch kürzere Präsenzeit ab.
München, 111 Febre“ Dem Kammerdirectorium wurde
in zustimmender Beschluße des Londoner deulschen Natio—
nalvereins zu dem Programmi Hohenlohe's mitgetheilt.
München, 11. Febr. Es ist sicher anzunehmen, bie MNe—⸗
zierung werde, nach Genehmigung der Ueberweisung der morgen
zorzulegenden Heeresorganisationsentwürfe an den ständigen Land⸗
agsausschuß, den Landtag vertagen. Außer dem Heerumgestaltungs—
miwurf legt die Regierung dem Landtag auch einen Gesetzentwurs
zetr. die Erbauung einer Eisenbahn von Schweinfurt nach Mei—
ningen vor.
München, 12. Febr. In der heutigen Sitzung der Kam⸗
mer der Abgeordneten erfolgte die Vorlage der Gesetze über die
zaherische Wehrderfassung und über Entschadigung der Viehbesitzer
dei einer ausbrechenden Viehseuche.“ Sodanune, wurde der Antrag
des Abgeordneten Völk, die Besteuerung der im Auslande bezo—
jenen, wenn auch dort schoͤn besteuerken Voenen betr. ange⸗
nommennn ιν
Mauanchen J Tehr Der iechsateua Ausschuß heantragate

. 211ö
n der Abgeordnetenkammer/ den Konig zu erfuchen der Kammer
gesetzesvorlagen über Abschaffung der Todesstrafe, Aufhebung der
Zinsbeschräntungen: und eine neue Regelung der!n Erhebung des
NPalzaufschlags machen zu Lassen. —Die „Bayer. Zeitung“ kann
ersichern, daß, die Noliz des Wiener , Fremdenblagtes,“ Fürst
dohenlohe habe vor seiner Reise nach Stuͤttgart, bei dem Grafen
Zismarck wegen der künftigen Stellung der Signdesherren telegra-
hisch augefragt volllommen grundlos ist. u r—
Dienstesnachrichten.

Durch Regierungsbefchlüßz vom R. Februar wurde der Schul⸗
ehrer Philipp Wiehe in Waldfischbach zummLehrer au der, obern
rolest. Knabenschule zu Kusel vom16. 11. Mts. ane undder
Zchuldienstexspectant Jakob Reif won Böbingen zum Verweser an
jer protesi.⸗deutschen Vorbereitungsschules in Lachen vom 18. 1.
Hets an,ernannt, ie n
7 Dieunterm 5. l. Mts.erfolgte Ernennung“ des Schulbet⸗
vesers Ludwig Hütter von Minfeld zum Verweser an der protest.
Rittelschule zu Kandal wird dahin berichtet, daß es in derselben stalt
zum Verweser“, „„um Schullehrer“ heißen sollen
Durch Jußsiizministeriolentschließung vom 80. Jan. wurde
em Gerichtsboten Sebastian Ludwig in Dürkheim gestattet, den
gerichtsboiencandidaten Adam Reischel aus Kaijerslautern auf die
Dauer eines weitern Jahres als stellbertretenden. Gehilfen beizu⸗
zehalten. 18ν S 437
Der pensionirte Gendarmeriebrigadien Georg Gottlieb Bögler
us Speier wurde zum Forstgerichtsboten in Neustadt ernannt.
Durch Regierungsbeschluß vom 11. Febr. wurde der Schul⸗
derwefer Reinhard Ulrich zu Liebsthal zum Verweser an der pro⸗
estantisch-deutschen Schule zu MbernheimeKirchenarnbach vom 20
— ttos⸗
i Frankfurt, 18. Febr. Bei der gestrigen Parlaments⸗
vahl ftimmten 5730. Wähler ab. Ueber 3300. Stimmen fielen
uf Freiherrn Meyer Carl v. Rothschild.
Wiesbaden, 9. Feb. Der Herzog Adolph von Rassau
gedenkt, wie gerüchtweise verlautet, nach Abschluß seiner Verein⸗
zarung mit der Krone Preußen auf Schloß Biebrich seinen dau—
·rnden Aufenthalt u nehmen.

D armsiadt, 120Febr. Die erste Kam mer genehmigte
instimmig den Friedensvertrag, die Verkündung der Gesetze in den
rworbenen Gebieten, die Wahl zum norddeutschen Parlament und
die Wahl eines Abgeordneten zum hessischen Landtag. Moufang
nthielt sich der Abstimmung über den Friedensvertrag.
Bedlin, LII. Febr. In den „Kolnischen Blättern.“ spricht
ich eine Correspondenz aus München über das Programm des
Fuͤrsten Hohenlohe und üher die Stellung des franzosichen Ca⸗
nets zu diesem Programm aus. Frankreich, ist darin gesagt,
jalt sich völlig fern von jeder Einmischung in die deutsche Frage
ind es sei pon der franzosischen; Regierung kein Schritt gethan
vorden, der als Einleitung zu einer Rheinbundspolitil betrachtet wer⸗
en könnte. Diese; Mittheilung wir hier für yollkommen richtig
zxklärt,ne Wenn aber in jener Forrespondenz weiter gesagt wird,
zaß einzelne diplomatische Agenten Frankreichs in Süddeutschlaud
zus Zuneigung für Bayern und aus Befürchtung einer Gefähr⸗
zung dieses Staates durch Norddeutschland mit der Politik ihrer
segierung in Widerspruch getreten seien, jo muß jenem Corre⸗
pondenten die Verantwortlichkeit für diesen, Zusaß gelassen
derden. In unterrichteten Kreisen Berlins kennt man keine That⸗
ache, welche auf eine von französischen Diplomaten in Süddeusche
and geführte Nebenpolitik schließen ließe. Das war por dem
driege und kurze Zeitnachher vielleicht der Fgll, istlaber ein über⸗
vundener Standpunkt. Die Berechnungen der, Gegner des nord⸗
eutschen Bundes, welche glaubten, daß eine Verwickelung mit
Frankreich das Zustandekommen desselben verhindern würde, haben
ich als haltlos erwiesen c.
7 Berlin, 11. Fehr. Man versichert, Preußen werde Dres-
den erst raumen, nachdem sein Dislochtionsrecht über alle Bun⸗
Lstrudben zu zweifelioser, mbedingter, Geltung gelangt sein wird.
        <pb n="74" />
        Wien, 10. Febk Die Geschäftendes selbststandig nicht mals führt, deum Existenz als efwus entschieden Schimpfliches
wieder vufzurichtenden Polizeimmisterjums werden theils an Gas jelbst aus Ludwigs XV. Zeiten so⸗/ energisch bestrittenz wurde.
Ministerium des Innern, theils an die Minister-Präsidentschafte 3326 (R Zig.)
übergeheß Paris, I Febr. Der Moniteur enthälte eantaiserliches

Wien, Vgebr Gutem Vernehmen nach wird die defi- decret, wodurch derordnet wird, daß die Carabinier⸗, Kürassier-
nitive Bildung des Cabinets erst dann in Angriff-genommen wer⸗ dragoner- und Lancier-Garderegimenter um eine Escadron ver—
den, wenn durch die betreffende Beschlußfaßung von Seiten des nehrt, somit auf sechs Escadronen gebracht werden. Ferner soll
Pesther Landtags der Ausgleich mit Ungarn als eine zwischen ꝛin neues Regiment Chasseurs d'Afriqne errichtet werden. Der
der ungarischen Hrone und dem: Lande Ungarn vollendete That-— vetreffende Bericht des Kriegsministers bezeichnet diese Maßregel
jache dasteht. Bis dahin wird Hr. v. Beufi dier gesammte poli⸗ im Interesse der Offiziere geboten, deren Abancement zufol ge der
tische Leitung, die sich jetzt in seiner Verson concentrirt, in der im November 1865 vorgenommenen Cadresreduction beeintracht igt
Hdand behalten. worden. — Der Moniteur widerlegt die Nachricht, daß dic Regie⸗
20Wien, 12. Febr. Die heutige Presser erfährt r. In biesem ung sich: mit / der Prüfung der Octroiaufhebungs«Frage be⸗
Augenblicke finden— wichtige· Conferenzen an dem hannöver'schen schäftiage.

Hofe in Hitzing statt, betreffend finanzielle Auseinandersetzung mit
Preußen, zwischen dem hannbver'schen:-Minister WiuPluten und
dem gestern aus Berlin eingetroffenen preußischen Bevollmachtigten
welcher nach Ankunft vom König Georg sofort::empfangen wurde
Dn Pest h 9. Febt. Vie Pesther Corr.“nmeldett Franz Dedt
ist soeben von! Wien“zurückgekehrt Alles“ist geordnet.Baroß
Wenlkheim und Graf Festetics sind bereits nach“ Wien abgereist
Graf Andrafsy und Lonyay reisen am Sonntagedahin ab. Die
Ernennung des ungarischen Ministeriums erfolgte am 14 Febt.
e. nttn Fraukreich nn —
Parins, 8. Febreurs Dev. Constitutiouell“ bringt heuteeine
umtliche Mittheilung in Betreff des in dew: „Gazette de: France“
veröffentlichten Circularschreibens der Geueralpostdirectionc.nc Et
wird darin ausgeführt; daß es sich darum gehandelt haben die
Verbreitung einer autographirten Abschrift des Chambord'schen
Briefes zu verhindern. Eine gerichtliche Beschlagnahme in allen Post⸗
imtern Frankreichs sei nicht durchführbar gewejen. Die Postbeam—
seien deßhalb nangewiesen worden, micht das Briefgeheimniß zu
verletzen, wie mansaungenauerweise behaupte, sondern zu⸗ unter—
suchen, ob ⸗nicht durch Außere Zeichen das Vorhandensein des von
der zustandigen Behörde gesuchten autogruphirten-wder gedruckten
Briefes angedeutet werde. Die verdächtigen Briefe sollten, alsdann
ohne entsiegelt worden zu sein, der Centraldirectivu zugesandt und
dann der Prüfung der gerichtlichen Behörden, deren Einschreiten
——
„Mem. dipl.“: spricht von der bevorstehenden Verlobnung des Prin
zen Humbert von Italien mit der nunmehr 18jährigen Erzher⸗
zogin Mathilde, der Tochter des Erzherzogs Albrecht, des Siegers
oon Custozza. Schon General Menabrea hatte in dieser, Angele⸗
genheit einleitende Schritte gethan, allein Erzherzog Albrecht hattt
sich seine Einwilligung bis zuute persönlichen! Erscheinen: des Prin⸗
zen in Wien vorbehalten,“ weil er vor Ullemdie Neigung seiner
Tochter zu Rathe ziehen wolle. Die Reise des Prinzen Huinbert
hat deßhalb eine Verzögerung erlitten, weil der neue italienische
Gesandte für Wien, Graf Barral, erst Zeit erhalten sollte, nin
sich einzurichten. Prinz Humbert wird in der kaiserlichen Burg
wohnen, wo ihm zu Ehren eine Reihe glänzender Feste stattfin⸗
den soll. Die kaiserliche Familie bereitet dem Gast den herzlichsten
Empfang vor, und in den höheten Kreisen von Wien siehtn man
allgemein die Verlobung des jungen Paares als. nade bevorftehend
an t t
Paru s/ 8. Febr Die gesammte Pariser⸗ Bevölkerung, so⸗
weit sie an öffentlichen Vorgängen Antheil nimmt,ist heute in
gerechter Entrüstung über das Runbschreiben des Generalpostdiret
tors, Staatsraths Vandal, betreffend die Verletzung des Briefge—
heimnisses behufs der Beschlagnahme des regierungsfeindlichen Brie⸗
fes des Grafen von Chambord. Herr Vandal, ein sehr verstän
diger und gewissenhafter Mann, kann, davon ist Jedermann über⸗
zeugt, nicht selbst den Gedanken zu dieser unerhoöͤrten Maßregel ge—
faßt haben, deren Ursprung im Gegentheil in den allerhöchsten
Kreisen zu fuchen sein dürfte, und über: deren Ungeschidlichkeit
selbst die eifrigsten Imperialisten die Achselnzucken.“ Det Brief
des Grafen Chambord war heute schon halbe vergessen und hai
anf alle Fälle nur in einem sehr kleinen Theil der Nation Anktang
gefunden; gegen diesen arbiträren Act der Regierung einigenn sich
aber zu gemeinsamem Verdammungsurtheil die Anhänger⸗ umbendie
Gegner des Grafen und die Imperialisten selbst.nDie Wirkumg
dieses von der Gatzetta de France miß wohlberechneter Mäßigung
denuntirten ungesetzlichen Acks der Behörde ist eine ganz imglaub⸗
liche, und da kleine Ursachen bekanntlich oft große Foigen nach
sich ziehen, wäre es nicht unmöglich, daß dieses Sendschreiben der
Postdirection für die Regierung sehr verderblich werden könnte:
jedenfalls thut ihr dessen Veröffentlichung mehr Schaden alsein
Schock Briefe des Grafen Chambord. Also ist es mit dem
Briefgeheimniß vorbei,“ so lautet die allemeine Aeußerung, die
einem verhaltenen Wuthschrei nicht unähnlich“ sieht und nothwen
big zu Paralellen mit der berüchtigten Chambre noire von ehe

*

u

J Spanien. ι ια..
Madrxld, 9. Febr Dien Gaceta veröffentlicht eine Bekannt
machung dez General-Capitans von Neu⸗Castitien, wonach die
hzürger Tomas Collego, Manuel Blasquez, Di Louis Blanc und
Felipe Fernandez, die der Veröffentlichung mehrerer geheimer Jour⸗
nals beschuldigt sind, die beiden ersten zu 20 Jahren Zwangsarbeit
nit Ketten und einer bedeutenden Geldbuße; die anderen zu 16
Jahren derselben Strafe verurtheilt sind.“ Miguel Medialdia, bei
dem man Waffen versteckt gefunden hat, ist zu' 8 Jahren Zwangs⸗

arbeit mit Ketten vernrtheilt worden. —0006
GBriechenland. — —*s w eer
Athen, 9. Febr. Eine Depesche der Regierung meldet,
daß auf der Insel Kreta nenerdings mehrere Gefechte stattgefunden
        <pb n="75" />
        haben. Ae Pforgt Iat von Kretensern Mach.
stonstantinopel einberufen wogegen die Krelenser Nationalversamm ·
—X Einwehner verweigern, Bevollmachtigte. ah⸗
zusenden. —X — A2*
ꝛ. — Türkei. tt e

Fonstantinopel, Hi Febr. Die Thronrede der Koni⸗
gin von England wird hier allgemein —RE aufgenom⸗
en.die Course der türkischen Stautspahierd habent sich geho⸗
hen. Die Meldung, daß auf der Insel Chios Unruhen stattge—
—X—— nicht. Dag türkische Jouxnal Havandis er⸗
flart: Richt der Westen Euxopas, sondern die Türken selbst werde
aus leigener Initiative die orientalische Frage zur Lösung bringen
und zwar durch Emancipirung der CEhristen⸗ durch Herstellung ei⸗
des guten Einvernehmens mit den Muselmanen und durch Einbe⸗
rufung einer Nationalversammlung. —

77 Amerika. e

New⸗-Pork, 81. Jan. Herr Motley, der anlerkanische Ge⸗
sandte in Wien, resignirte, weil Seward ihm Auslassungen gegen
den Präsidenten und die demokratische Pariel verwarf, die sedoch
Motleh in Abrede stellt. DieRadicalen wollen Grant wahrend
es Plocesses gegen Johnson zum Präsidenten ernennen.

58
In 3 weibrücken hat, am letzten Sonntag eine groͤßete
Versammlung beschlossen: L. Zweibrücken schließt sich dem Projecte
des Comitoͤs von en re die Erbauung einer
Eisenbahn von Zweibrücken über Stambach Dellfeld »Thaleisch⸗
weiler/ Rodalben Münchweilerz Kaltenbach, Annweiler und bis
Landaͤu, mit einer Abzweigungsbahn von Rodalben oder Münch—⸗
weiler nach Pirmasens und mit einer Zweigbahn von Zweibrückeu
üher Hornbach an die franzosische Grenze erstrebt werden soll
auf's Vollständigste au⸗2. Es werde ein Comité von 10 Mit⸗
gliedern erwählt, und dasselbe ermächtigt, aus sich drei Mitglieder
zu erwählen, welche sich mit dem Pirmasens-Landauer Comito ins
Benehmen zu setzen« »unde gemeinschaftlich mit letzterem auf die Er⸗
langung der, Conrejsion und Zinsgarantie für obige Bahnen hin⸗
zuwirken habe. 23, . 2
p Sudewigshaffem, 112 Febr. Heute Vormittag um —
Uhr wurde durch den Hru- königl. Regierungscommissärv. Lamotte
die Sitzung der Kreis-Gewerbe und Handelskammer mit einer
kurzen Ansprache eröffnet, Es waren: 27. Mitglieder anwesend und
die sofort stattgehabte Wahl des Bureaus!ergab das Resultat, daß
die Herren Simon Vevi zum ersten Vorstand, Wilhelm Jakob
zum zweiten Vorstand und Seb. Lederle als Schriftführer. ge⸗
wählt wurden. un — —
— 7Wien, 9. Febr. Zur Unterstützunglsungarischer protestan⸗
ischer Lehr⸗ und Pfarramtscandidaten, welche · auf etner deutschen
Unibersität studiren; sind -auch ferner vom Kaiser zehn Stipendien
zu je 600 fl. bewilligt worden. 1
7 Wien, 12. Febr. Die Wien. Ztg. schreibt: „Der Laiser
ertheilte den Engländern Charles Bright und Acton Smee Aryton
die nachgesuchte Concefsionzur Herstellung und zum Betrieb einer
reteeischen Telegraphenlinien Ragusa-Malta oder Ragusa—
orfu. u
7 Ein fastunglaublicher Zufall istnentich dif ¶ der Lureni
burger Eisenbahn zwischen Arlon und Longliet vorgekommen. Ein
Mann, welcher mit einem Sacke Mehl beladen, die Eisen hahn
überschritt, wurde von der Maschine des“ Zuges ereilt, obgleich
diese, sobald der Führer den Mann bemerkt hatte,·moͤglichst an⸗
gehalten worden war: Als der Zug zum Stehen gebracht war
glaubte Jeder den unglücklichen Menschen zermalmt unter den Rä⸗
dern des Zuges zu finden, er kroch jedoch ganz unbeschädigt unter
det Locomotive hervor, an welcher er sich auf ixgend eine Weise
im Momente, wo sie ihn eereilt, festgeklammert hatte und so eine
Strecke weit mit fortgeschleppt worden war. ke
— Der kaiserlich franzosische Eisenbahnzug, berichtet das Cen—
tralblatt für: Eisenbahntunde, besteht aus 11 Wagen, namlich ei—
nem Pacwagen, einem Dienstwagen. der Küche dem Speisefaal—
der Terrasse, dem Salon, dem Schlafwagen, einem zweiten Dienst⸗
wagen, einem zweiten Packwagen und endlich zwei Wagen für die
Personen, welche, vhne zum persönlichen Dienst des Kaisers zu
gehören, das Recht haben, denselben nuf der Reise zu begleiten.
AÄlle diese Wagen sind durch fliegende Brücken unter einander ver⸗
bunden, die ziemlich breit und hequem über den Kuppelungen über⸗
jchreitbar und von hohen Geländern umgeben sind, Der Speise⸗
saal verdient seiner reizenden Möbel und seiner meisterhaft gear.
beiteten Holzschnißereien wegen besondere Erwähnung. Die Ta—
fel ist lang, etwas schmal und mit tiefen Eirschnitten versehen
damit die Flaschen, Glaser Teller dem immerwährenden Schütteln
und Rüftfesn des Wagens widerstehen können. Löänas der Wände

ziehen Jich meisterhaft gearbeiteis Herigaaebin rrr
der“ kaiserlichen Namenschiffre überragt werden ⸗ Anmittelbak an
den Speisesaal schließt sich die Terrasse an; diese Terrasse, die
man wohl bezeichnender einen en Balconwagen nennen möchte
ist ein wahres Reisterstück von Eisenatbei. Das Gelaͤndes. wel⸗
Heg fie umschließt, bestehn aus Ppergoldetent stählernenz) Lnuhtwwett
nit Arübesken und hat. allein hunderttaus⸗ end Franck gelostet. Die
Terrasse ist von einem sie enren uree lüngs desselben
iehen sich an vergoldelen!. Stangen wlhseidi Damastvorhãnge
hinz hier nehmen bei schönem Wetter die og Reisenden; den
Zaffe ein. Von dieser Terrasse aus nimmt der Kälser auch in den
Ortschaften, wo er den Wagen nicht verlassen woll die Huldigngesi der
Bevoͤlkerungen entgegen, hört die offigiellen Anredenj mund eypiedert
dieselben. Von dieser Texrassetritt man in den sehr
reich und prüchtig möblirt st!? Gobellnlapetenperfische Tepphiche,
stoccocco⸗ Pobel, man meint, das ganze Zimmer seitaus einem
Bilde der Zeit Ludwig's XIV, geschnittepu⸗ Vvorzim⸗
ner und ein noch lleinereg, Toileste⸗szabinet / ein wahres Schmud..
sästchen von einem Boudoirsschlleßen⸗ sich an den Salon an; fin
dieses kleine reizende Boudoin shat der Keiser eme zgranß besondere
Vorliebe, er zieht sich waͤhrend der Reise oft ganz Win dahin
urud und überläßt sich der Lechurkoder der Rheli Ver darauf⸗
solgende Schlafwaggon besteht aus drei Schlafzfimmetn; für den
Kaiser, die Kaiserin und de eeey Prinzen; sier gind präch—
fig, inpelchen Seidenstoffen austapeziert, das der Kaiserin himmel-
—1 bie bes eaisen dunkelroth, wes itaisferlichen Prinzen lila;
alle Toilettegerathe sind von Silber, die Betten von Palisander—
holz mit Spitenvorhäugen ; yqgn Ganzet feht reich Und sehr
bequem. 38
f London9. Febr. Der Dampfer „Bavaria“, der von
der Vremen“ als wegen gebrochenen Steuerruders und sonstigen
Beschadigungen auf der Rückfahrt nach England begriffen avisirt
wurde, ist noch immer nicht eingetroffen. Dex Raddampfer „Me⸗
nusa“ verließ Plymonh am Mittwoch, un das Schiff aicfzusuchen,
legte am Donnerziag in Falmouthbeit!: imd Ftoch sofort wieder
in See. Der Remorqueur „Secret“ ist ebenfalls nach Plymouth
zur Aufsuchung der „Bavaria“ abgegangen.nnUeber die letzten,
zußerst stürmischen Tage und ihren Einfluß auf die Schifffahrt
an der englischen Küste fehlenn bis jetzt noch Nachrichten. Die Be⸗
richte über den muthmaßlichen Unkergang eines großen Dampfers,
der, schwer beladen und anscheinende nicht mehr dem Steuer ge—
horchend, in der Räe von St. JIres von mehreren Leuten!nan
her Küfie gesehen wurde und dann plötzlich ihren Blicken ent⸗
chwand, lenen einstweilen sehr unhestimmt, imnd es bleibt Näheres
Vzuwarten. Die Folgen des Unwetkers in nächstet Rähe sind
raurig genug: in der Themse gingen nicht weniger uks⸗ 17 Lich⸗
erschiffe und sonstige flache Fahrzeuge unter, wobei zwar nur ver⸗
inzelte Verluste an Menschenleben vorkamen,.ak Gütern iedoch
sehr bedeutender Schaden angerichtet, wpurde. Futn νν
7 London, 28. Jan. Neuerdings gemachte Versuche, Oel,
dan Kohlen als Brennmaterial bei Dompfmaschinen einzuführen
saden bis jeht außerst günstige Resulscte helicfett Wenn wine—
ralisches Oel zur Feuerung voß Maschinen allgemein angewendet
werden konnte, wie es danach allen Dscn hat! so wurde diese
Neuerung nach allen Seitenvortheilhaft wirlem Zunäachst würde
ber Raum fur Heizungsmaterialb der Maschinen auf den Schiffen
detrachtlich eingeschrünkt und so Platz für mehr Güterfracht gewon⸗
nen werden können, und obgleich das Material an sich faktisch theurer
zu stehen kommt alz Kohlen würde durch die“ Moͤglichteit, einen
Irdhern Kargo einzuladen, der Gewim fich weit beträchtlicher als
eßt herausstellenDazwr fommit ejne größere Reinlichtkert. indem
das Del im Gegensaß zu Kohlen keinen Rückstand hinterläßt. Die
Speculation, die sich bopr derartiger Projecie bemächtigt, hat
bereits hevechnet, daß dib jetzk zwischen Englanderund New⸗ York
zehenden Postdampfer durch Einführung von Petroleum auf jeder
Fahrt 3000 Pfd. St. sparen würden. l,
77Der Great Eastern wird bereit gemacht, für April das
erste Contingent Ausstellungsbesucher von New⸗York herüberzubrin⸗
zen; er wird dangch kingerichtet,“ 2400 Passagiete auf einmal
herüberbringen zu können.
ituge In London sind jwölf japanestsche Gauklerenugetroffen.
Dieselben bestehen aus fieben Männern, zwei Frauen, zwei Kna—
hen und einem Mädchen. Die Kinder drehen' sich auf Summ—
reiseln herum; die Maͤnner führen auf schwächen Seilen die
vunderbarsten Kunststücke aus. Besonders anzieheid solletiihre
Schmetterlingsspiele sein, indem, sie Fünstliche Schmetterlinge mit⸗
lelst eines Fächers emporfteigen und fie auf Blumen sich herabbe—
vegen lassen, geradeso wie die Schmetterlinge es thun. —3
dDer Präsident des Lemdschaftsausschufses, Kruse, welcher
sich dei den Verhandlungen des aufgelösten Landtags des Peters⸗
urger Gouvernementebefonders hervorgethan · hat:.ist· auf· vier
Jaßre nach Sihirien verwiesen worden. (Schweigen ist Gold)
        <pb n="76" />
        notographiee eueor- Vęersi
urn ies ereueor Jιιννανιειν⏑
5 —— ννι — g ⏑ 9
— — ugι für Deutschland in Gotha.“ 7776
en Glashaufes, so Zaslee der Witthe J——
wie durch Anschaffung — IT it für⸗ 355
— n elbe nach, hoxlä Ber i e
Apparate enag ——— — e Sotha win
——— ca. 70 Drocnte
liesern— die jeder Anforde ne Beuun —— ————
22 i!t * *77 6 tä 4 ür j den Tue 4z 5 * 5 *
In genügen. Meine neu⸗ ú— 6 wasden Ihtuener der want so iwle der von
en Bilder geben hiervon gen Annahme von Versi e Drd aAm Ende der Monats Mai d.3
Bilder geben ahme icherungen sür die Feuerverfi igs 8
Zeugniß. —D ederzeit bereit. ——— ingen für die Feuerverficherungsbant find die Unter gechneten
gide en Glashaus ge⸗ Landau den 11, Januar 1867 e 33
ẽ so fönnen auch in ιαναν
bei huurguch aιννα tagent.
de latem Mpetner Iusuahr Dorvezreretn
m * mage m 5 — * eubecker in Hornbach * rie an mν
hält ge n rägen v3 racht in Zweibruden αν 5
n sich bestens empfohlen — * . Ballbach in Homburatunee e e
— — U—
Tanz⸗Unterricht.

— Von St.

Nerlorend Ingben dis

— auf das Eisen⸗

werk ist eine⸗ kleine silber⸗

ne Taschenuhremit

Schlüssel an einer braunen

—Gummikordel verloren gegan⸗

gen. Der redliche Fiuder wolle ndieselbe

gegen eine gute Velohnung in det Exped.

d. Blattes abgeben.

Gute weiße Kochbohnen per, Pfund
iechs Kreuzer bei

Eine Parthie guter Ohmet
ist zu verkaäufen 3
Bei wem 23u erfragen“ innder Erp.d. Bt

Die Lungenschwindsucht
wird naturgemäß, ohne inn erliche Me—
dizin geheili. Adresse: Dr. I. Natt.
xXXXEE——
gegenseitige) in ννιι ιν,

IA IOMGCα—
Banke und Wechsel⸗Geschäftnnn
don Gebr. Pfeimter in Franffurt a. V.

6omptoir: Bleidenstraße No. 6.
An⸗und Verkauf aller Arten Staats⸗
papiere, Anlehensloose, Eiseubahn⸗, Bank—
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
ücherung prompter und reeller Bedienung.
Probi sion Lipermillo hwe

iegliche sonstige:Sposen.n

Anterzeichneter beabsichtigt hierselbst bis
Anfang Mirz im Saaler des Herrn Caf⸗
fetier. F. Oberhauser einen Eurs
in der Tanz⸗e &amp; Anstandslehre zu
eroffnen. . ιιν . 4
Das Hauptbestreben jeines Anterrichte
ist dahin gerichtet; die“ Schulermit den
Regeln des geselligen Anstandes hekannt zu
machen und auf eing schöne Sund richtige
Haltung des Koͤrpers zu sehen. na
ASEine Liste qur hefälligen Einzeich
nung liegt bei Herrn Joh. Scherff
sonior . Blechschmied/ ofen.
— un Hosch ach t um gabd obleh,
. D. ι
Tanuzlehrer aus Katsferslantern
Srisch gewässerte e
αανν, 9 4 ch *5 2
* Stockfis he
Brat⸗Bückinge
sind fortwährend zu haben
bei Iius

12 —e
5FBGebrüder Dörr vom Tripp⸗
cheidterhof haben im District Kahlenberg,
an der Haseler: Staße, einen Steinbruch
angelegt, aus welchem“ fottwährendbelie
bige Quantitäten Mauer Wölb⸗ und Hau⸗
steine, je nach Bestellung, bezogen“ werden
können. —— —— 9
Nr Näheres am Geschäfts-Bürehntt don *

Westphälinger.

Soeben beginm oder vieimehr hon jon
begonucz — ————— —
Des Pahrer hinkenden Boten
——
— —c8 463*
Dorfzeitung.
— Jahrgang 1867.
Monatlich in Heften von 425 Bogen zu
dem billigen Preise von 313 Sgr. — 12
kx. Die Dorfzgt. kann zu gleichem Preise
nuch in Wochennummern bezogen werden
Alle Abnehmer erhalten eine Prämie in
Farbein dir u ck. ——
Bestellungen auf dieses so beliebte Jour⸗
ral nimmt an die Red. d. BI.

Fruchte, Brod⸗. Fleischtzzf. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 14. Febr,
Weizen 7fl. 28 kr. Korn ßpel5 tr.
Bersten Zreihige, 51fl. 40 kr. Gerste 4
geihige/ 4fl..29 sri Spelz 5 f. r.,
Spelzlern fli r, Dintel3 fi.
— ndr. Mischfrucht Jl. —t Hafex
3 fl. 36 kr., Erbsen 5 fl. 30 kr Widen
3 fl. 83.Ir. Kartoffeln Infl. 12 kr. Heu
— D——
Zentner. Weisbrod 19Kilogr. 19 ir.
ornbrod 8 Kgr. 27 kr. ditlo 2 Kgr
18 kr., ditto I Kgr. 9kr. Gemischtbrod
3 Kar. 83 kr.I Pagt Wedh 7. Loth,
2ktr.Rindfleisch, 1. Qual. 16 I
Qual. 15 kr. Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
leisch 14 kr Schweinefleisch 18 Ir. per
gfd. Wein 24 Ir., Bier, Hekr., per Liter
Butter-26kr., per Piund.
:uu Fruchtpreise der Stadt 2
Kaiserslautern vom 12. Febrent
Wehhen Fs vbs tr. Korn hen oseke,
Spelzkern 7 fl. 850 kr. Spelz 5 fl.
29 hr., Gerste 5 fl. 41dr., Hafer 4fl,
8 kr.⸗Erbsen 4 fl. 50 fr., Wicken 4fl.
d tr Linsen z fl. 19 kr. her Zeltuer
Brodpéeisen'6 Pfde Korubrod 27 kr.
3 Pid.Gemischtbrod. I423. Ir. und 2 Pfb
Weißbrod 16 Ir.

* T. * * 577 —
Pariser weißer flüßiger
128 1— Leim e
nldes General-Depots von Carl
» Sohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlose Leim wird kalt
angewendet; er ersetzt vollkoammen den Klei—
ster, den Leim und den Mundleim. Man
gebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, ——— Glas, Mar—
mor, Holz, Leder, Kork u. s. w.
zu leimen. Derselbe sollte daher bei keinem
Handwerkomann, auf leinem Bure⸗
au und in keiner Haushaltung fehlen.
Für den Erfolg wird garan—
tirt. —
Preis per Flacon 8, 12 und 20 kr.
Allein echt zu haben bei
Fritz Panzerbieter

σσÜY
7* 2. 2
—D — 8
e
InMSGTäGLGIV Biatue A
Au Stutigari
Silberburgstrasso 165,
hesorgt Inserate unter strenger Dis-
kretion in allo Zeitungen, Tages-
blutter und Zeitschriften, übernimmt
in Fallen die Illustrirung und Ab-
fassung der Inserate, berechnet die
Originalbosten und besorgt die Er-
heüung der Auskunft.

8
*
in St. Ingbert.

24
—

x)]

Kedattion, Druck und Verlag von F. XR. Demetz in Et. Ingbert.
        <pb n="77" />
        St. Ingberler Zcnzeiger.
der St. Ingberter Anzeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal:“ Dienstag, Donnersstag,

ind Sa mst ag. Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden Dit3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Nro. 21. — ESamstag, den 16. Februar 1867.
—
Deutschlaud.
München, 12. Febr. Die Linke hat folgenden Antrqg
ingebracht: „Cie hohe Kammer wolle beschließen Es sei an
Seine Majestät den König die allerehrfurchtsvollste Bitte zu richten,
em gegenwärtig versammelten Landtage einen auf freifinnigen,
Grundsätzen beruhenden Schulgesetze Entwurf vorlegen zu lassen.“
Muͤnchen, 13. Febr. In der heutigen Sitzung der Kam⸗
mer der Abgeordneten brachte der Kriegsminister Frhr v. Prankh
hen Gesetzeniwurf die „Weheverfassung des Koͤnigreichs“ betr. ein
uind bemerkte dazu
Im allerhöchsten Auftrage Se. Maj. des —X—
ie Ehre, Ramens der kgl. Staatsregierung einen Gesetzentwurf:
Die Wehrverfassung des Königreichs betr.“ dem versammelten
dandtage und zunächst diesem hohen Hause vorzulegen. Indem
ch mich diesesAuftrages hiermit eniledige, erlaube ich mir, hiexan einige
migemeine Bemerkungen zu knüpfen. Die kriegerischen Ereignisse
es vergangenen Jahres haben den meisten europäischen Staaten
Beranlassnng gegeben, eine Reorganisation ihres Wehrsystems ins
Auge zu fassen. Auch in Bayern wurde dies als unabweisbar
annt und das Kriegsministerium erachtet es als seine dringen⸗
te und wichtigste Aufgabe, auf das Enlschiedenste in dieser Rich—
ung vorzugehen. Bei dem bisherigen Wehrjystem; Bayerns ge⸗
angte durchschnittlich nur etwa die Hälfte der Anzahl der waffen⸗
uͤhigen Jünglinge zu militärischer Rusbildung. Die nach Erfül—
ung ihrer Dienstpflicht im stehenden Heexe im die Reserve über⸗
retende Mannschaft hatte keine Formation; die Entwöhnung vom
Waffendienste befähigte diefelbe nicht zur sofortigen Verwendung
in Rachtheil der bei der Raschheit, mit welcher die Kriege der
Neuzeit zur Entscheidung kommen und gebracht werden müssen,
oppelt schwer wiegt. Durch die Ersatmannstellung war dem
vohlhabenderen Theile der Bevölkerung die Möglichkeit geboten, sich
dem Heeresdienste zu entziehen; nur durch die Zurüchstellung konnte
in großer Theil der intelligenteren Bevölkerung entweder gat
nicht oder doch keinenfalls rechtzeitig zur Deckung des Bedürfnis⸗
es an Chargen verwerthet werden. Diese Nahᷣtheile sind sehr
chwerwiegend, um — auf dem bisherigen Systeme fort bauend —
ine Verbesserung der Wehrkraft des Landes anbahnen zu können
ind die Erwägung: wie diesen Nachtheilen zu begegnen, führt
von selbst auf Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht. Je tie—
er jedoch eine derartige Reorganisation in die bürgerlichen, finan⸗
iellen und militärischen Verhaͤltnisse eingreift, desto mehr tritt die
pflicht hervor, ein bereits erprobtes Sysiem hiefür als Grundla⸗
Je zu wählen. Das Milizsystem, auf welches des Näheren zurück
sukommen ich voraussichtlich noch Gelegenheit haben werde, setzt
jolche Verbindungen voraus, wie sie sür Bayern nicht gegeben
iind, und welches daher anzunehmen weder raihsam noch möglich
st, so ersprießlich es auch zur Schonung der Finanzen des Staa⸗
es scheinen mag. Dagegen hat sich Preußens Wehrsystem, her⸗
orgerufen und erprobt durch die großen Ereignisse am Beginne
mseres Jahrhunderts — neuerdings bewaͤhrt und unsere Ver—
asffungs⸗ Urkunde stellt bereits die Grundlage für eine Reorgani⸗
ation nach diesem Systeme sest: gewiß also Grund genug, gera⸗
ze dieses Wehrsystem als Grundlage zu wahlen. Bei der aber
nicht unbedeutenden Erhöhung der persönlichen und finanziellen
deistungen, welche die Durchführung dieses Wehrsystems erfordert,
zrachtete es das Kriegsministerium als Pflicht, alle mit Durchfüh—
rung dieses Systems nur immer moͤglichen Erleichterungen eintre—
len zu lassen. Schließlich darf ich übrigens nicht unerwaͤhnt lassen,
vie die durch die Keserve-Bataillone in Aussicht gestellte Erhöhung
der Wehrkraft erst nach einigen Jahren zur bollen Geltung kom⸗
men kann und daher unter den zur Zeit gegebenen Verhältnissen
um so mehr auf eine möglicht rasche und kräftige Entwickelung
her im stehenden Heere ruhenden Kräfte Bedacht genommen wer—⸗
den muß. Ich empfehle hiemit diesen Gesetzentwurf Ihrer Prüfung
und Würdigung.“
Muünshen, 13. Febr. Der von dem k. Kriegsminister,
VBeneralmaior Frbrn. v. Vrankb. in der gestrigen Sitzung der

Kammer der Abgeordneten vorgelegte Gesetzentwurf, die Militär—
Bersassung des Königreichs betre ffend, lantel wörtlich:

Seine Majestät der König haben nach Vernehmung Aller⸗

yöchst Ihres Staatsrathes mit Beiraih und Zustimmung der
dammer der Reichsräthe und der Kammer der Abgeordneten be⸗
chlossen und verordnet, was folgt:;:;
Art. 1. Jeder Bayer muß die ihm nach den Gesetzen oblie⸗
gende Militärdienstpflicht persönlich ableisten. Die Stellvertretung
st aufgehoben. Die bei Erscheinen dieses Gesetzes bereits in
wWirksamkeit stehenden Einstands-⸗Verträge mit dem sich daraus er—
sebenden gesetzlichen Folgen und Wirkungen bleiben jedoch bis zum
Ablaufe der festgesetzten Einstandszeit in Kraft.

Art. 2. Die Conscriptionspflicht tritt künftig in jenem Jahre
in, in welchem der Pflichtige sein zwanzigstes Lebensjahr zurück—
egi, so daß derselbe mit dem 1. Januar des darauffolgenden Jah—
es in die Militärpflichtigkeit tritt. Die nach 88 41 und 46 des
Heeres⸗Ergãnzungs⸗Gesetzes vom 15. August 1828 wegen nicht.
erreichten Normalmaßes, schwächlichen Körpers oder heilbarer
Krankheiten zeitlich Zurücgestellten sollen, wenn die Hindernisse
ihrer Beiziehung sich im darauffolgenden Jahre noch nicht gehoben
vaben, im zweifolgenden Jahre nochmals untersucht werden. Erst
wenn auch bei dieser dritten Untersuchung die Untauglichkeit er—
tlärt ist, findet die Befreiung vom Waffendienste statt. Diejenigen
pflichtigen, welche zwar nicht zum Wafsendienste, jedoch zu sonsti⸗—
jen militärischen. Dienstleistungen verwendbar sind, können zur
dienstleistung als „Nichtstreitbare“ beigezogen werden, und zwar
ur Diensileistung in Militärkanzleien, Werlstätten und ähnlichen
cFtablissements, sowie bei den Sanitäts und Verpflegs⸗Abtheilungen.

Art. 3. Sämmliche jährlich zuwachsenden zum Waffendienste
auglichen Militärpflichtigen sollen in das Heer eingereiht und in
»en Waffen geübt werden. Das Loosen und somit auch das Tau⸗
chen der Nummern, ferner der Tausch zwischen Brüdern ist auf⸗
jehoben. Die in 88 47 und 48 des Heeres⸗ Ergänzungs⸗Gesetzes
enannten Pflichtigen sollen zur Infanterie als Ersatzmannschaft
ingetheilt und nach ein monatlicher Uebungszeit in Friedenszeit beur⸗
audt werden. Gleiches Verfahren hat unter billiger Berücksichti⸗
jung häuslicher Verhältnisse einzutreten, wenn sich d den
ährlichen Zugang eine den formalionsmäßigen Bedarf des Heeres
iberschreitende Zahl Pflichtiger ergibt.

Art. 4. Der freiwillige Eintritt in das Heer — mit freier
Wahl der Waffengattung vor Eintritt des Zeitpunkies der wirk—
lichen gesetzlichen Dienstpflichtigkeit — ist bei Erfüllung der übri⸗
zen gesetzlichen Bedingungen mit zurückgelegten 16. Lebensjahre
ulässig und kann dadurch die gesetzliche Dienstzeit sowohl im
Zeere als in den Reserve-Bataillons entsprechend früher zurückge⸗
egt werden. Jungen Leuten von nachgewiesener höherer Schul⸗
ildung, welche die Pflicht, fich aus eigenen Mitteln zu verpflegen
ind zu kleiden übernehmen, wird unter gleichen Voraussetzungen
die Begünstigung zugestanden, daß sie im Frieden schon nach Ab⸗
sauf einer einjährigen Dienstzeit auf Verlangen in den Staud
der Kriegsreservisten des stehenden Heeres versetzt werden, von
wo sie nach weiterer dreijähriger Dienstzeit zu den Reserve⸗
Hataillons übergehen und dort nach Maßgabe ihrer Fähig—
iten und Verdhältnisse die ersten Ansprüche auf die Offi—
aersstellen erlangen. Die Zurüchste ll ung der im 8 49 des
ʒeeresergänzungsgesetzes bezeichne ten Pflichtigen ist dagegen aufge⸗
soben, doch kann solchen vorzüglich befähigten jungen Leuten, wenn
e mittellos sind, auf Ansuchen au snahmsweise waährend der ein⸗
ihrigen Dienstzeit die Gelde und Natural⸗Verpflegung nach den
eeres⸗Vorschriften bewilligt werden.

Art. 3. Militärzöglinge oder Schüler, welche in den mili⸗
rärischen Bildungs- und Lehr-Anstalten auf Kosten des Staats
interhalten und unterrichtet werden, sind verpflichtet, — außer
hrer allgemeinen und persönlichen Dienstpflicht im stehenden Heere
jur jedes Jahr, während dessen sie diese Wohlthat genossen
jaben, je zwei Jahre, soweit sie aber einen Theil dieser Kosten
Abst getragen hoben, je ein Jahr im stehenden Heere zu dienen.
        <pb n="78" />
        In keinem Falle soll jedoch deren gesammte Dienstverpflichtung
im stehenden Heere sich länger als auf zwöͤlf Jahre erstrecken.
Art. 6. Intierhalb der sechsjährigen Dienstzeit im stehenden

Heere sind die Pflichtigen im Frieden nur während der ersten drei

Jahre der jederzeitigen Einberufung und Präsentpflichtigkeit unter⸗

worfen. Mit Beginn des vierten Dienstjahres treten sie in den

Stand der Kriegs⸗Reservisten des stehenden Heeres und haben

als solche im Frieden das Recht, auf ständigen Urlaub, so daß

sie, mit Ausnahme einer im Ganzen dreimonatlichen Uebungszeit,
sowie mit Ausnahme von Fällen, in welchen eine vorrübergehen⸗
de Dienstzeit zur Erhaltung der gesetzlichen Ordnung nothwendig

wird, nur auf besonderen königlichen Befehl einberufen oder, im

Dienste behalten werden können, Während der Beurlaubung un—

erstehen die Kriegsreservisten, mit Ausnahme militärischer Verge⸗

jen oder Verbrechen, nur der Civilstrafgerichtsbarkeit. Sie koön—
en eine definitive Anstellung in einem oöͤffentlichen KAinte erlangen,
auch unter Beachtung der allgemeinen geseßlichen Bestimmungen
zich ansössigmachen uünd iren Aufenthaltsort ober Wohnsitz nach
Belieben verändern, haben aber von jeder Veränderung des Auf—
enthaltsortes oder Wohnsitzes dem betreffenden Bezirks⸗Feldwebel
des Reserve Bataillons Anzeige zu machen. Die Verehelichung
und Auswanderung derselben dann nach Maßgabe der allgemeinen
Gesetze und Normen, jedoch nur nach vorheriger Zustimmung des
Reserve⸗Bataislons⸗ Conmandos erfolgen. Diese Zustimmung ist
zur in dem Falle zu versagen, wenn ein koniglicher Vefehl zur
Finberufung der Kriegsrefervisten unmittelbat bevorsteht, oder
venn die Gesuche um Verehelichung oder Auswanderung sich so
vermehren sollten, daß dadurch der Formationsstand des betreffen⸗
den Truppenthels beeinträchtigt werden würde. Im Falle der
Verehelichung werden die Kriegsreservisten durch das Referve-Ba—
sgissonss Commando auf Ansuchen gegen Erlag eines Beitrags
zum Uebungsfonds des Bezirks von zwei Gulden für jeden vom
Zeitpunkte der stattgehabten Verehelichu g bis zum Äblauf der
Dienstpflicht im stehenden Heere noch fehlenden vollen Monat der
etzteren entlassen und treten in die Landwehr über. Erfolgt das
Ansuchen und die Erlegung des Beitrages nicht innerhalb eines
Monats vom Tage der Vereheligung, so dauert die Heerespflicht
fort, ein Versorgungsanspruch für die Familie aus Militär⸗Fonds
iündet jedoch nicht statt. Soferne es zur Aufrechthaltung des
Formationsstandes der Reserve-Bataillons nothwendig werden soll
se, können die wegen Verehelichung aus dem stehenden Heere aus⸗
cheidenden Kriegsreservisten zunächst in die Reservebataillons ein⸗
zetheilt werden, aus welchen sie dann, sobald deren Stand sich
vieder ergänzt hat, und zwar nach der Reihenfolge der Jahrgän—
ge, zur Landwehr übertrelten. Die blose Ansässigmachung oͤhre
Verehelichung oder irgend welche erlangte Anstellung begründet die
Entlassung aus der Heerespflicht nicht. Die näheren Anordnun
gen wegen An- und Abmeldung bei den Bezirksfeidwebeln im Falle
der Veränderung des Wohnsitzes vder Aufenthaltsortes werden
vorbehalten. Die unterlassene An⸗ uͤnd Abmeldung wird auf Re—
zuisition des Reservebataillonscommando'g durch das betreffende
Civilstrafgericht mit einer Disciplinarstrafe von 1fl. 30 tr.bis
3ufl. zu Gunsten des Uebungsfonds belegt. Ueber den Vollzug
st dem gedachten Commando Nachricht zu geben..

Art. 7. Wer nach Ablauf seiner gesetzlichen Präsentpflichtig-
teit noch freiwillig fortdienen will, darf — jedoch in der Regel
iur zum Zwecke der Heranbildung und Verwendung als Unter⸗
officier — von dem Truppentheile als Capitulant aufgenommen
verden. Die Cpitulation soll jedesmal nur auf ein Jahr abge⸗
chlossen, kann aber nach beiderseitigem Einverständnisse alljährlich
erneuert werden. Einem Capitulanten, der ohne Unterbrechung
12 Jahre gut gedient hat, kann — außer im Falle der Verut
heilung wegen eines Verbrechens oder Vergehens — die Erneu⸗
erung der Cupitulation nicht mehr versagt werden.
Art. 8. Unteroffiziere, welche in der stehenden Armee mit
Finrechnung der etwaigen Dienstzeit in den Reserve⸗Bataillons
vährend 12 Jahren. worunter mindestens 9 Jahre als Unteroffi—
ziere, wirklich präsent und mit entsprechendem Betragen gedient
haben, erlangen dadurch einen gesetzlichen Anspruch auf vorzugs⸗
veise Berücksichtigung bei Besetzung geeigneter subalterner Cidil—
stellen, nach Maßgabe ihrer nachzuweisenden Befähigung und zwar
vor anderen Bewerbern, welche nicht oder nicht so lange Militär⸗

Zienste geleistet haben. Gleichen gesetzlichen Anspruch genießen die
Gendarmen, welche, mit Einrechnung ihrer Dienstzeit im stehenden
Heere, 12 Jahre, worunter, 9 Jahre in der Gendarmerie, mit
entsprechendem Betragen gedient haben. Das Verfahren bei Besezz⸗
ung der hiernach für gediente Unteroffiziere und Gendarmen bog
»ehaltenen Stellen, soll durch ein besonderes Reglemenn im Verord.
aungswege festgesetzt werden.

Art. 9. Mit Ausnahme der Fälle, wo die Entlassung aus
dem stehenden Heere wegen Dienstuntauglichkeit oder wegen Ver—
ehelichung erfolgt, wird durch den nach's 64 des Heeresergän⸗

zungsgesetzetz nach Beendigung der Armeepflichtigkeit Krhaltenen
Abschied unmittelbar der Eintritt in die Reservebataillons begrün⸗
det, und die für das stehende Heer stattgehabte Vereidigung dauer⸗
in Bezug auf die Dienstpflicht in den Reservebataillons mitsallen
chren gesetzlichen Wirkungen fort. Diese Dienstpflicht in den Re—
servebataillons wird jedoch künftig auf fünf Jahre vom Zeitpunkt
der vollendeten Dienstpflicht im stehenden Heere beschränkt, endet
in der Regel also mit dem zurückgelegten 31. Lebensjahre. Eine
längere Dienstzeit im stehenden Heere wird auf die Dienstpflicht
in den Reservebataillons gutgerechnet. Nach Vollendung dieser
Dienstpflicht wird den Pflichtigen — Legionisten benannt — von
hem treffenden Reservebataillonscommando ein Entlassungsschein
mit Vorbehalt der Landwehrpflicht ertheilt. Während der Kriegs-
eit gelten hinsichtlich der Entlassung der Legionisten dieselben
Bestimmungen, welche durch 8 68 des HeeresErgänzungs-Gesetzes
jür das stehende Heer gegeben sind, Zuͤr Verehelichung und Aus⸗
wanderung der Legionisten ist eine Zustimmung der Militärbe—⸗
hörde nur während eines Krieges und bei unmittelbar bevorste⸗
hender Einberufung der Legionisten im Falle der Kriegsgefahr
erforderlich. Bei erfolgter Verehelichung wird dem Legionisten
auf Ansuchen sofort die Entlassung aus den Reservebataillons und
war ohne andere Bedingung ertheilt, als daß derselbe zur Land⸗
vehr übertritt. Nur in dem Falle, wenn die Zahl der Verehe⸗
ichungen den Formationsstand der Reservebataillons beeinträchti⸗
jen würde und der Abgangang nicht durch die in Arukel 6 vor—
zehaltene Zuweisung verehelichter Kriegsreservisten ersetzt werden
önnte, bleibt die Entlassung der fich verehelichenden: Legionisten
ür so lange sistirt, als es zur Aufrechthaliung des Formations
tandes nothwendig wird.Die blose Ansäsigmachung ohne
Verehelichung oder irgend welche erlangte Anstellung befreit
»on der Dienstpflicht in den Reservebatalllos nicht. Hinsichtlich
der An- und Abmeldungen bei Veränderung des, Aufeniahltsortes
der Wohnsitzes unterliegen die Legionisten denselben Bestimmungen
vie die Kriegsreservisten. Die geseßlichen Bestimmungen über Unge—
jorsam, Widerspenstigkeit und Deserlion, wie überhaupt die nach
Art. 3 Satz 5des Gesetzes vom 10. Rovember —1861, die Ein⸗
ührung des Strafgesetzbuches und des Polizeistrafgesetzbuches be⸗
reffend, zu Recht bestehenden Gesetze und Verordnungen über Be—
trafung mililärischer Verbrechen, Vergehen u. s. w. findet auch
zuf die Legionisten Anwendung.“ Vomn Zeitpunkte der jedesmali“
zjen Einberufung bis zu jenem der Wiederentlafsung uterstehen
dieselben der militärischen Gerichtsbarkeit nach den für das jte⸗
jende Heer geltenden Bestiumungen.
Art. 10. Die Reserveabtheilungen sind schon im' Frieden
ind zwar möglichft nach den Distirickspolizeibezirken einzutheilen
ind zu formiren. In Awendungdes Titel IX 8 4 der Ver⸗
assungsurkunde werden die Legionisten innerhalb ihres Compag⸗
niebezirkes jährlich an zwei Tagen zu einer Controlversammlung
ind außerdem an acht weiteren Lagen — in der Regel Sonn⸗
der Feiertagen — zu eintägigen Uebungen einberufen, sodann
vährend der fünfjährigen Dienstpflichtigkeit im Gamzen auf einen
Monat zu groͤßeren Truppenübungen beigezogen. Zur Erhaltung
der inneren Sicherheit können die Legionisten in derselben Weise
wie die Landwehr im Sinne des Tilel 1X 8 5 Absatz 3 der
Verfassungsurkunde, außerdem aber nur durch besonderen könig⸗
lichen Befehl im Falle und auf die Dauer einer striegsgefahr
zum Dienste berufen werden. Bei den Controlversammlungen der
Legionisten — nicht aber auch bei den übrigen eintägigen Uebun—
zen — haben auch die Kriegsreservisten des stehenden Heeres zu
erscheinen. Soferne die zu den Controlversammlungen und ein⸗
ägigen Uebungen Cinberufenen von ihrem Wohnorte dahin und
vieder zurück in einem Tage gelangen können, wird ihnen
dafür keine Vergütung geleistet. Anderenfalls sowie für
die größeren Uebungen, ferner im Falle eines Aufgebotes
zur Erhaltung der inneren Sicherheit und während des Kriegs-
hienstes erhalten sie Bezüge auf Rechnung des Militäretats, welche
in Verordnungswege zu bestimmen sind. In wie weit aus Rück⸗
ichten auf den öffentlichen Dienst oder auf persönliche Verhält—
iisse eine Erleichterung oder theilweise Befreiung einzelner Pfllch⸗
tiger hinsichtlich der Controlversammlungen und Uebuͤngen zuläs⸗
iig ist, wird im Verordnungswege bestimmt. Die zeitlich in einem
inderen als ihrem Heimathsbegirke sich aufhaltenden Reservisten
und Legionisten haben an den Controlbersammlungen und bezie⸗
hungsweise auch Uebungen ihres neuen Aufenthaltsortes Theil
zu nehmen. F F
Art. 11. Die Gemeinden, in welchem die Controlversamm⸗
ungen und eintägigen Uebungen im Co mpagniebezirke siatt⸗
inden, haben für die nöthigen Räume zur Aufbewahrung der
nilitärischen Ausrüstung, ferner für die nöthigen Schießplätze aus
igenen Mitteln zu sorgen. Für die sonstigen Kosten der Uebun—
jen wird ein Uebungssond gebildet, welchem die im Art. 6. ge⸗
vachten Beiträge zuflieken
        <pb n="79" />
        n
2
4

1

Alrt. 12. Hinsichtlich der Landwehr bleibt die Landwehrord⸗wirkliche Reformen sind und wahrhaft zunm Heile detz Volkes aus
nung mit den darnuf bezüglichen Verordnungen und Vorschriften chlagem, wenn sie unter ernstester Betheiligung des Volkes zu
bis die neue Militärberfassung bezüglich des stehenden Heeres und Stande kommen und so gleichsam aus dem Volke herauswachsen.
der Reservebataillons durchgeführt sein wird, provisorisch in Kraft. Es wird nämlich vorgeschlagen, daß allerorts sich feine Klubs
Mit der Erreichung; dieses Zeitpunktes soll eine neue Organisation don etwa 20 Theilnehmenden bilden mögen, welche sich versam⸗
der Landwehr auf gesetzlicher Grundlage in der Weise stattfinden, meln, um einen vorher bezeichneten Abschnitt aus den dem Land⸗
daß a) unter Ausscheidung der verfassungsmäßig vorgeschriebenen ag vorgelegten socialen Gesetzentwürfen zu besprechen. Wenn die
zwei Äbtheilungen die Dienstverpflichtung in der erster Abtheilung Mehrheit eines solchen Klubs die Bestimmung des Entwurfs miß—
zur bis zum zurückgelegten 86. Lebensjahre, beziehumgsweise nach billige und. eine Aenderung für nothwendig oder wünschenswerth
Vollendung der gesetzlichen Dienstzeit im stehenden Heere und in erachte, so möge einer der Theilnehmenden in zwanglofer Form
den Reservebataillons noch fünf Jahre, falls der Ausiritt aus dem dieses Ergebniß und die wesentlichsten Motive hiezu niederschreiben
stehenden Heere vder den Reservebataillons aber vor vollendeter und an die Redaction der in Erlangen erscheinenden , Wochen⸗
Dienstzeit erfolgte, um die fehlende Ziit langer dauert, und daß chrift der Fortschrittspartei“ oder an eine andere Zeitung ein⸗
waährend der Dienstzeit in der ersten Abtheilung jährlich zwei Con⸗ lenden. .3 —— . 97.*
trolversammlungen mit eintägigen Waffenübungen innerhalb der Dienstes⸗Nachrichten. 44
Bezirke, groͤßere Uebungen aber nur in außerordentlichen Fällen : Durch -Regierungsbeschluß vom 12. Febr. wurde der Echut
auf speciellen koͤniglichen Befehl stattfinden, b) diese erste Abthei- verweser Friedrich Gärtner in Kriegsfeld zum Verweser an der
lung so organisirt wird, daß sie in Kriegszeiten auf königlichen der protestantisch-deutschen Schule in Iggelheim vom 25. 1. Ms.
Aufruf innerhalb der Grenzen des Reiches uͤberall gegen den Feind an ernannt. ———
und insbespondere zur Besetzung der Festungen und zu ähnlichen. Durch Regieruugsbeschluß vom 13. Febr, wurde der Schul⸗
militärischen Diensten in Gemeinschaft mit dem stehenden Heere derweser Emil Hähn in Eisenberg zum Verweser an der untern
und“ den Meservebataillons, in Friedenszeiten, aber im Sinne tkath. Vorbereitungsschule zu Ludwigshafen vom 1. März l. Is.
des Tit. IX. 8 5 Absatz 3 der Verf.Ur. zur Mitwirkung für an, ernamt.
Erhaltung der inneren Sicherheit verwendet werden kann, e) deren Berlin, 12. Febri 'Die Nachricht der Wiener „Pressen,
Sold, Verpflegung, Ausrüstung und Bekleidung in solchen Fällen ein preußischer Bevollmächtigter unterhandle wegen Auseinander⸗
gleich dem stehenden Heere und Reserbebataillons für die Dauer setzung des Privatvermögens des früheren Königs von Hannover,
der Verwendung aus Staatsmitteln geleistet oder für die — mög entbehrt saller Begründung. Kein preußischer Bevollmächtigter ist
lichst zu vereinfachende — Bekleidung, soweit sie von den Land- in Wien anwefend, noch ist anzunehmen, Preußen werde mit Pla⸗
wehrleuten selbst beigestellt wird, für diese Zeit eine entsprechende en unterhandlen.“ Der Audrang zur Subscription auf die neuen
Unterhaltsverguͤtung gewährt werde, d) die zweite Abtheilung der Staatsbahnprioritäten ist sehr stark, eine Ueberzeichnung steht sicher
Landwehr aus den in der ersten Abtheilung nicht Eingereihten u erwarten. — Der „Staatsanzeiger“ publicirt eine Verordnung,
und überhaupt aus allen sonst verfügbaren Wehrkräften bis zum nach welcher die allgemeine Wehrpflicht auf die bisherigen hessen—
zurückgelegten 49 Lebensjahre, ferner aus den noch nicht zum Hee- darmstädtischen und bayerischen Gebietstheile ausgedehnt werden
resdienste gezogenen, bereits diensttauglichen jungen Leuten vom soll. — Die „Zeidler'sche Correspondenz“ berichtet, daß auf dem
18. Lebensjahre an bestehe, jedoch einen Bestandtheil der regus Schloß Oranienstein in Nassau eine Cadettenanstalt erbffnet wer—
lären militärischen Streitkrafte nicht mehr bilde, sondern nur bei den wird. EFr. J.) a
feindlichem Einfalle auf königlicher Aufruf zur Vertheidigung des 3546
Vaterlandes und zur in i —* inneren 44* Frankreich. .
Sicherheit innerhalb der Grenzen ihrer Bezirke mützuwirken und Paris, 12. Febr. Der „Moniteur“ zeigt heute an, daß
deshalb auch — unter moͤglichster, Beihilfe Seitens der Bezirke er Kaiser in Person am 14. Fehr. Nachmittags 1 Uhr in dem
und Gemeinden sich den Umständen gemäß selbst zu kleiden, zu jroßen Saale des Louvrepalastes die gesetzgebende Session für
bewaffnen und zu umerhalten hade, eh üdtigens die Bildung frei. 867 unter den herkommlichen Feierlichkeiten eröffnen wird. —
williger Wehr⸗ und Schützenabiheilungen aus diesen in den re⸗— Nan schreibt dem „Journal des Debats“ aus Rom, 6. Febr.
selmaͤßigen Veriheidigungnanflalten micht begriffenen Wehrkräften daß die Sprache, welche das geheime Rationalcomite zu führen
nach besonderen, der könig lichen Genehmigung unterliegenden infängt. ungeduldiger und weniger friedfertig klingt. als vorher.
Statuten vorbehalten bleibe ind möglichst, zu begünstigen jei. Das Vollk leidet Noth und ist deßhalb wie gewöhnlich sehr geneigt,

. Ie e —TA6 3 7, die Regienng dafür verantwortlich zu machen. Diese ihrerseits ist

rt. 13. Die in den 88 45, 58,66, 67, 70, 7h1 76 — J den asen
und 83 des Heeres-Ergänzungs-Gesetzes vorgeschriebene Ersatz ee d t r li bre eigen user chder aene v
mannstellung für Unwürdige, Widerspenstige Deserteurs und Aus— w d — Dn We a ie gebt e u
wanderer⸗ und ebenso die im 8 83 daselbst bestimmte Vermögens— b 74 pet e inn 43 unee uiniere e d
confiscation findet nicht mehr statt. An Stelle der Ersatzmann- 9 d 8 per — ne aum
stellung tritt eine Geldleisftung von Einhundert Gulden für jedes etzt die Vosthel nermi⸗ ich ihre Placereien Ind. Haussuchungen

n 8 e, fort. Pius IX. ist weit entfernt, dem Kirchengüterproject beizustim⸗
—* v d eee Deee n atenden men; er nennt es uünderhohlen Raub und Kirchenschaͤndung. Auch
Herre und vn dnsne iden ezee es noch zurütgzulegende st, abdesehen von der Stimmung des heil. Valers, die Sache viel
——
Stelle der Vermögensconfiscation bei Deserteurs tritt ferner au handenn onnte. iee tn 2u . —
herdem eine besondere Geldstrafe von Dreihundert Gulden Diese, Paris, 12. Febr. Es ist jetzt als eine positive Thatfache.
wie auch die nach 88 68 und 70 des Heeres-Ergänzungs-Gesetzes anzusehen, daß zwischen Frankreich. Oesterreich und Italien ein
bestimmien besonderen Geldstrafen für Ungehorsame und Wider— Einverständniß bezuglich der orientalischen Frage besteht. England
spenstige, ferner die an die Stelle der Ersatzmannstellung treten⸗ zalt sich in einiger Reserve siimmt aber im Allgemeinen mit der
den Geldleistungen fallen dem Militärinvalidenfonds zu. Die in Anschauungsweise der genannten Mächte überein. Dieselben sind
z8 79 big 82 des Heeres-Ergänzuns-Gesetzes verfügte Beschlag— unächst einig in der Ueherzeugung, daß man in Konstantinopel
nahme des Vermögens findet auch künftig und zwat mit gleichen uine gewisfe Selbstständigkeit für Kreta erwirken müsse. Daß Frank⸗
Folgen für Widerspenstige und Desertenrs statt. Zuerst sind aus reich, wie man wissen will, in London geradezu die Vereinigung
diesem Vermogen die ärarischen Nachtheile und Kosten und sodann »er Insel mit Griechenland in Vorschlag gebracht habe, scheint
die Geldstrafen beziehungsweise Geldleistungen zu decken. Die weifelhaft. Jedenfalls ist das brittische Cabinet einet solchen radi⸗
Verwaliung des in Veschlag gelegten Vermoögens steht — und calen Losung abgeneigt und auch hier wird man sich sehr gern
zwar für Rechnung des Militärinvalidenfonds — den Bebörden nit einem geringeren Resultate begnügen. Die Pforte weiß ohne
des Staates zu. itn na *8 s &amp; cuen doß ehn n Da

Art. 14. Die Bestimmungen gegenwärtigen Gesetzes sollen Rebigleit entchließt. Auch das Journal des Debats bemertt
sowohl hinsichtlich des eeed als der —*B8* Wte de Pforte won alem cenn duag 8 Ni den gegen⸗
unverzüglich zur Ausführung gebracht, demgemäß auch schon die Wer das Prawenn spie In in cristlichen Unterthanen in ein
Altersklassen 1345 und 1846 beigezogen und die hierzu erfor— ⸗ freundschaftliches Berhaltniß zu ihren muselmanischen Untertha⸗
derlichen Vollzugsbestimmungen im Verordnungswege alsbald er— en bringen. daß nichts mehr die Eintracht und den Frieden am
iussen wervenpen osporus stören würde.

Art. 15. Alle mit diesem Gesetze nicht in Einklang stehen—
den Bestimmungen des Heeresergänzungsgesetzes und sonstiger Ge⸗
setze und Verordnungen sind aufgehoben. J

— Die Er lang er, autographische Correspondenz“ macht einen
beachtenswerthen Vorschlag, welcher auf dem Erfahrungssatze be—
Ar J M.. 2 ⏑ M— t e
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        d — * 9.
Häuserversteigerung.
Samstag den 2. März 1867. Nachmit—
tags um 2Uhr, zu St. Ingbert bei Hrn.
Joh. Adam Beck, werden folgende Wohn—
häuser mit Gärten in der Stadt St. Ing⸗
bert gelegen in Eigenthum verfteigert:
l. Den Kindern der verlebten Eheleute
Johaun Bender und Theresia
Alllar gehöric::
3 Dez. Flache mit Wohnhaus, Hof n
Garten an der Haide neben Johann
Jos. Schweizer u. Georg Ripplinger.
II. Den Erben der Eheleute Joseph
Weber und Barbara Neuhäuser
—angehdrend:
4 Dez. Fläche, worauf ein Wohnhaus
mit Stall, Hofraum und Pflanzgar—
ten auf Höfchen, neben Joseph Stolz
und Elisabetha Fischer.
III. Den Erben der Eheleute Johann
Ochs und Maria Theodor gehörend:
2 Dez. Fläche mit Wohnhaus, Hof u.
Gärtchen auf Hobelsahnung ne—⸗
ben Joseph Schaudt und Johann
Flätgen.
SHorn, Kgl. Notar.
Alle Diejenigen, welche an den Nachlaß
der dahier verstorbenen Eheleute Johann
Bender, lebend Bergmann, und The⸗
resia Allar oder an den Nachlaß der
Eheleute Joha nn Oschs gewesener Tag⸗
ner und Maria Theodor etwas zu
fordern haben, werden hiermit aufgefordert
ihre Rechnungen bei dem k. Notare Horn
dahier einzureichen. I

Bekanntmachung.
Faftnacht Dienstag den 5. März 1867,
Nachmittags 2 Uhr zu St. Ingbert bei
Johann Hellenthal, läßt Peter Ewer⸗
le, Metalldreher auf Zahlungstermine in
Figenthum versteigern: *
Plno. 1279 a. 1279 b. 78 Dez. Acker
und Wies in der Mäusbach neben Carl
Lion Wtb. und Peter Behr.
Plno. 11811u. 11813. 123 Dez Gar—⸗
ten in den Stauchgärten neben Johann
Beft und Johann Maier.
Plno. 4089. 48 Dez. Acker auf Hobels
neben Jakob Feichtner und Erben Buh⸗
mann.
Horn Kgl. Notar.

Gleich nach dieser Versteigerung läßt
Georg Klein, Bergmann und Wirth
dahier sein jin der Gasse neben Gustav
Dörr und Franz Schwarz gelegenes Wohn⸗
haus, enthaltend 8 Zimmer Küche und
großen Tanzsaal, Stall und 3 gewölbte
Keller, Ackerland und Garten, mit Kegel⸗
bahn, sowie 2 Ackerstücke in den Seyen
und im Betzenthal auf langjährige Termine
zffentlich versteigern;

Bis zum Versteigerungstage kann das
Haus auch verkauft werden und ist Nähe⸗
ces bei Herrn Westphälinger dahier
»der bei dem Unterzeichneten zu erfragen.

Horn, Kgl Notar.
Wohnhaus-Verkauf.
Eiu zweistöckiges Wohnhaus mit Hof—
caum und circa 10 Ruthen an das Haus
anstoßendem Garten, inmitten der Stadt
gelegen, sind aus freier Hand billigst zu
verkaufen; wo sagt die Erpedition diese?
Blattes.

Bau⸗ &amp; Nutzholz⸗
Versteigerung.
Donnerstag den den 21. Februar 1867
Nachmittags 2 Uhr zu Zweibrücken in der
hemaligen Maximilians-Kirche werden fol—
gende der kath. Gemeinde gehörige Hölzer
uuf Termin versteigert..

Balken, Durchzüge und Ma—

teriche, Eichen und Kiesern circa 200

Stück von 2—9 Mötres Länge, ver⸗

chiedener Dicke;ee

Dielen, Eichen und Kiefern circa 800

Rippen, ca. 8350 laufende Metres;

Holz⸗Säulen, rund, Mir. 3,40

hoch, 0,34 Etm.a dick, auch gut für

ie Watzen;
hüren, 18 Stücdtheils eins heils
weiflügelig darunter 2 Doppel⸗Thüren,

tg Min. hoch; 5*

Stückholz, eine große Partie;

l Leiter in 8 Theilen, ca. 20 Mir

hoch·

2 Stiegen, von Eichenholz, gut er

halten; ferner viele Satten, Dielen

u. Balkenstücke, Gefimse, Brenn⸗

holz, Bänke, Fenster, 1 alte

Communionbank, Mauerlat-⸗

ten, Deckholz, Eisen in langen

Stangen; endlich J große Mauer

auf den Abriß, bestehend aus guten ge⸗

hauenen Mauersteinen und 6 runde

Steinpfosten ca. Ls Mir.hoch

und s Mir. dick. 2—

Diese Gegenstände können 2 Tage vor⸗
her von 10-2 12 Uhr und 2265 Uhr, so⸗
wie am Tage der Bersteigerung des Mor—⸗
gens eingesehen werden. 2

Das Holz ist von vorzüglicher Güte,
ausgetrocknet und in verschiedene größere
meistens aber kleinere Loose eingetheilt.

Zweibrücken den 16. Februar 1867.
Der Sakrikrath.
Empfehlung.
Um mit den noch vorrä—
thigen Kleiderstoffen förm—
lich aufzuräumen, werden
solche zu bedeutend herabge—
etzten Preisen verkauft. —
Ferner empfehle eine mir
zum Verkauf überlassene Par—
tie halbwollene Hosenzenge,
jede Elle 12, 18 u. 24 kr.
billiger wie bisher.
St. Ingbert im Februar 1867.
Joh. Friedrich.

—

9 Tanz· Unterricht.
— ——
Unterzeichneter beabsichtigi hierselbst bis
Anfang Marz im Saale des Herrn Caf—
fsetier F. Oberhauser einen Eurs
in der Tanz⸗ &amp; Anstandslehre zu
eröffnen.

Das Hauptbestreben seines Unterrichts
ist dahin gerichtet, die Schüler mit den
Regeln des geselligen Anstandes bekannt zu
machen und auf eine schöne und richtige
Haltung des Körvpers zu sehen.

— Line Liste zur gefälligen Einzeich⸗
nung liegt bei Herrn Joh. Scherff
zenior, Blechschmied, offen.

Hochachtungsvolhei

H EFO....
Tanzklehrer aus Kaiferslautern.

hotogra phĩe.

— — —
Durch richtiges Beleuch—
ten meines Glashanses, so
wie durch Anschaffung neuer
Apparate bin ich in Stand
zechte Photographien gu
liefern, die jeder Anforde⸗
rung genügen. Meine neu⸗—
esten Bilder geben hiervon
Zeugniß. —
Da mein Glashaus ge⸗
heizt wird, so können auch
bei kaltem Wetter Aufnah⸗
men gemacht werden.
Zu geneigten Aufträgen
hält fich bestens empfohlen
Stief Photograph.
neobon LHotel Laur.
Pariser weißer flüßiger
Leim
des General⸗Depots von Carl
Hohle in Kaiserslautern.
Dieser geruchlose Leim wird kalt
angewendet; er ersetzt vollkommen den Klei⸗
ster, den Leim und den Mundleim. Man
gebraucht denselben um Papier, Pap⸗
pendeckel, —— Glas, Mar⸗
mor, Holz, Leder, Kork u. s. w.
zu leimen. Derselbe sollte daher bei keinem
Handwerksmann, auf keinem Bure⸗
au und in keiner Haus haltung fehlen.
Fur den Erfolg wird garan⸗
irt.
Preis per Flacon 8S, 12 und 20 kr.
Allein echt zu haben bei
Fritz Panzerbieter
in St. Ingbert.
Frisch gewässerte I
Stockfische
Brat⸗Bückinge
sind fortwährend zu haben
bei Tulius Gige.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛce. Preise der
Stadt Homburg vom 13. Februar.
Weizen 7 fl. 32 kr., Korn 5 fl. 49 kr

Spelz 5 fl. kr, 2 Gerste, — reihige, — fl.

— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

4fl. 1 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗

jeln Ufl 12kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.,

27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr.

) kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Qual.

'2 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch

4 kr., Schweinefletsch 18 kr., Butter 27 kr.

ver Pfd.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert
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        — Si u ν — — 42664 —
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der „St. In gbert er Anzejg er mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich ¶ dreimal: Dienstäg, Donners stag,
ndS gst as Abonnementspreis vlerteljahrig 65 Krzr, Ate ien weden mit g Krzr. die dreishaltige Zeile Blattschrift odern deren
—29 — 22 Naum berechuet. . riiet
NRro 22. 3 Dienstag, den 19. Februar ä
genttehland · 7 8 Suunnt is auttesauurin ̊i Gaantcxwau ain
Mumchem, 14. Febr. JIu der heutigen combinirten. it⸗ Dt erg Zu ernennen. ια 6. 46.53x0 *
Ag den 2 n3 Ausschufsez der Kammer der Reichsräthe wur Se. Maj. der Konig haben int. allerhochster Entschließung
ber daß Kriegslasten⸗dlitsgleichungsgeseß bexathen, und hleu vom 1Febr. dem Gerichtsboten Frjedrich Gassert in Wald
— ——— Ehrenmünztg dich
dDie Mitiel zur Veckung der. Ausgaben der. Kriegslasten bayer. —JA— dllergnödigft zů perleihen geruht. e
dusgleichungstkasse ind durch eine mit 20 pCt. des Gesammtjah Durch Justizministerialentschließung vom 12 Fehr. wurde
ee e irecton Steuern und Steuerbeischläge des Jahreß dem k. Gerichtsbolen Christoph Giocher in Koiser slautern gestattet
cuet g deschasen. Ver dehtedar dn Gerichisbolencandidaten Friedrich Moaher als fanetionirenden
nd uf den versugbaren Bestand des Keservegetresdemagazins— Behilfen auf die Dauer eines We deet dn heerui
Fonds dan Capitalten und Baargeld, eventuell auf die Erubrigun Dreßden. 16 Fehr. ie Kammern wurden heute bis
e dune dan Geser vom 4. Juni 1860 erdftneten Credite nt Rodember g.vertagt . Authentischen Mittheitungen zufotae
aon 31,216,000 le eingewiesenzn T 5 —— n enMee — Priußen —6 Jult Dreden, behalten pagegen
Die Kammer der Abgeordneten wählte heuten zum Staats dapgg Bausen und die Festng Tonigstein beseßt Sachsen bildet dag
huldentilgungscommissär ·un die Saelle des ausgetreienen Grafen woͤlfte Bundes Armeecotyg De Lopig von Preuen —
sanenbern Dur den Abg. Prasident Pözl.e In den Geseßgebunga⸗ den — dem Vorschlage der sächstschen Regie⸗
ven Dut dr dee ee i e e Sadsen die Lonnngiedirenden Geuerale duit
α * ——— dem Einberstandufse der preußischett Regierung, 3
wählten Abg⸗ Wirsqhinger der Abg, Landrichter Alwens gewählt. eiß deeenne Febe Die!jm ———
e ee —— vedn Renehmgung deß Verfassungsentwurfs Selens. der ¶Bundesregie ·
dd ann su die weneren Bedurfnisse der · Armee hermhrn. nach / angen soͤ don den derschicdenen. Sonderanen raütennd. worden:
nd e inee hiuber Vortrag erstattet hatte. Nach Sen die Ratificatzonen werden mum. INengehruar g —* eywartetr
37 — e chwt α
üssen 8 t ve 1,000 fl. — nn ub ne .— ubegi
t
vwa der Forderung für den ehöhten Pferdestand, wodei sich Parenn durd welches der e ordeutschen Bundeg
—
inen cussprahhe 2) bei den Votationen fitr die Festungen, welche hier aingettoffei Der Tage an weldhem die Andieng beim Ki
nter den gegebenen Verhältnissen mit jedem Tag an Bedentung ige stattfind ist segeneee Das allget J ehn
erlieren, undd) bei der Forderung fur Anschaffuag von hueuen ——* sen genaue “
————
Fun · ** 59 ral. Graf Bismarck is im Kreise Jerichow. Generg von Moltke
Bewesgen —A F aun e gam—⸗ in Fie Bitterfeld gewählt. Iu vielen Wahlkreisen sind engere
—* — V —⏑— — —— —A—— * — — 33 — g I Inde — und —— sind —G
Lien renpeeit — æ28 ahlen zun unsten der national⸗libera en. Partei qusgefallen. In
eee e —
ann peir. Außer rIun, I5. — er Pr zachsen wurden de—
Nachbem das Gesetz üͤber die Militärverfassung, welches der Braf Bismarck und General Moltke —— gewaͤhlt.
dert Kriegeminister Ihuen in Ihrer letzlen Sitzung vorgelegt hat Vres lamn 14. Febr. Die heutige Zreslauer Zeitung mel-
die q * an 83 — dek aus“ Warschau— die Kegierung habe — die Eilglmalter⸗
hehmen wird, innerhalb welcher die hierzu nicht unmittelbar, e? Haft don Polen mit dem 1, April d, J. aufzugeben, uͤnd das
eacn Viiglieder dieses hohen Hauses ohne genügendes Beta— A Warschauer wieene einem eeee zu
ntamaten dahier zuxüdtgehalten werden mußlen, scheint sich mierstellecnng. 1u
ue Veriagung des Landtags unter der Voraussetung zu empfehhe Wieue, 12.Febr. Dem Bevnehmen: nach ist auf Ddeßlellfige
——— dem Ausschusse die Möoglichkeit verirauliche Anfratze in Paris hier anffen erliuci worden daß die
hereitet wixd, deine Arbeiten fortzusetzen, welche jedenfalls nur ranzösische Regierung nicht in der Lage sein eine weitere Oerabe
—— sprnan wen Ve e eeh ehunig der Wanzolle im Zollverein mit irgend welcher. namhaften
enuche Sitzungen oder anderweite Ausschusßberathungen in hter Segenleistung beantworten, Das Absatzgebiet füw die framzöe
—— ein —— —S— —R
ochen werden Zu diesem Ende bin ich, von Sg Maj. dem zenderen Klassen in Rorddentschland, —. daß eine Zollermäßi—
sdnige allerhchst beauftragk Ihnen, meine derten en. Gseß gung es gee erweitern, ja aed ine— 8 es
d 3 — ⏑ ⏑⏑⏑ ———— I eeed ore, 53 — 5 —* — —3 in
b ⏑—— 38* xi den betreffenden Zöllen gar nicht in Frage. Ist diese Mit—
— nedie en den
Armenpflege dann über das Gewerbswesen betr.“auf die 3 weitere Weinzollermäßigung absolut in Ansrruch. nimint, uund für
dandiung des GesebeßAber die iilarverfaffung“ anwendbat den Foll, daß Preußen dorauf behatrt, diesede von einem güm—
exklürt würden. ehee — fuͤgen.. ärgebniß seiner Verhandlungen mit Frankreich abhängig
Dienfles-Nachrichten. 1 u mgcheun. die Revision des Vertrags mit dem Zollverein be⸗
Seine; Maj. der Koönig haben Sich allergnädig bewogen ge reits jetzt um sq mehr als gejcheitert betrach tet werden, als der
funden, den Rechtskandidaten Johann Baptist Kellet aus Zwei Ausfall in den Zollerträgnissen des Zollvereins,nachdem der
zrücken zum Notgr in Kaudel zu ernennen. W5 vereinsländischq Einfuhrzoll für Wein durch den Vertrag mit Frank⸗
e Maj. der Honig haben Sich allergnädigst bewogen ge— reich doch erst von 6 auf, 4 Thlr. herabgesetzt worden, sich schou
jfunden/den Gerichtsboten. Georg Hitzelberger von Obermoschel auf 330 400,000 Thlr. jaͤhrlich beziffert. BR F
einem allerunterthünigsten Ansuchen enisprechend, nach Dahn zu — Wien, 14. Febr. Wie der „Wanderer“ mittheilt, sind⸗ die
dersetzen; Ddie hierdarch in Erledigung kommende Stelle eines · Ge⸗ Berathuugen“ der ungarischen Minister geschlossen und hat der
richtsboten; in Obermoschel dem Gerichtsbotencandidaten Johann daiser dicselben heute empfangen. Der ungarische Laudtag wird
Völkel aus Grünstadt zu verleihen und den Gerichtaͤbateucandida nit Beginn nächster Woche ein Reseript des Kaisers empfangen, welcher

1867

—
E
        <pb n="82" />
        die Adressen beantwortet und das Ministerlum fur Ungarn bewite (Sdo Mann stackß von den Truppec verfolgt, fich in die Gebir
ligt. Die Minifierliste für Ungarm wurde heute festgestelld wie! don Killareh zurückgezogen haben. Irland ift im Uebrigen ruhn
folgt; Andrassy, Präsident und Landesvertheidigungsminiger und der Telegraph nach Valentia ist wieder hergestellf
Iee Minister für die Person des Kaisers, Wenkheim, Jane *P X mouth 14. Febr. Die Admiraluat hat dem comman.
res; Lonay, Finanzer; Miko öffentliche Arbeiten und Communi⸗ direnden General Befehl. zugeschickt, sofori zwei Corvetten und zwei
cation; Gorove, Ackerbau, Industrie und Handel Eobtvös, Unter⸗ Kanonenbooie abgehen zu lassen. Man glaubt, daß sie fich m
richt; Horvath, Justiz. Die Eidesablegung wird zu Ofen er⸗ die Küsten Irlauds begeben werden. — Mehrere Abtheilungen
folgen. Marine ⸗Infanterie haben Befehl erhalten, sich einzuschiffen.
vbon lsrenz 15. Febr Der Konig hal die Demission de
aaner Suele und ernennt denseselben jum Inder eurise fir Ministers der oͤffentlichen Arbeiten, Jacim angenommen. — Di
7 ꝓ Italie glaubt, Das Ministerium werde spätestens morgen reconst
J uirt sein. Die Demission des Finanzministers Scinoje und de
Fultusministers Borgetti ist definitiv, die des Unterrichtsmimfier
Berti aber noch nicht angenommen. Es scheint sicher, daß Rica
soli das Portefeuille des Aeußern behalten wird. — Allgemein
st man der Ansicht! daß der Gesetzentwurf über die Freiheit der
dirche vollstandig umgeändert werden wird, bevor er Dim neun
Parlamente zur Vorlage kommt. — Die Journale bestätigen die
Nachricht von der nahe bevorstehenden Publication eines Manife⸗
es in welhem die Regierung ihr Programm dem Vande mit
heilen wird? dasselbe soll sofort nach der Reconstituirung dee
Ninisteriums erlassen werden. — Das Diritto meldet, 72 zur
Dpposition gehörende Deputirten hätten ein Manifest an das ila⸗
ienische Volt unterzeichnei.
Der Cort. Havas schreibt man auus Rom“ unterm 11* 2s.
daß der Papst endlich in Folge der: Unterhandlungen mit Herrn
Tonello die Wahl der Bischöfe für die vacanten Bischofssitze in
Italien⸗ getroffen hat.
8SFlorenß.7. Febt. Das Ministerium ift neu gebi ldet: und
—A —X
zes; DepretisFinanzen5 Hevincensi, offentliche Arbeilen ʒ Bran⸗
heri/ Marineg Korrentiee Unterricht; Tugic, Krieg. Zum Justiz⸗
ninister wird wahrscheinlich Mari, ernannt werden e
AianNewe Yord.Wie hoch die Besteuerung in den Vereinigten
Staaten jetzt ist, mag aus Folgendem ermessen werden: Eine Foa—
brit, die Schafwoll⸗Artikel producirt, zahlt für den imporiirten
Roh⸗ und Farbstoff 10-13 Procent an Zoll daneben —X
Procent. Steuer für jede Elle ihres Fabricats, selbst wenn sie
nit Verlust dertaufen müßte und außerdem (dein Staate, in dem
die/ Fabrik steht) 154 Procent jährlich von dem abgeschaätzten Werthe
der Fabrik und allen in ihr ffeckenden Capitals. Eine Fabrit,
velche 1400 Arbeiter beschaäftigt, zahlt an directen Steuern der
Regierung 400,000 Doslars, und wenn die Besitzer den Nugen
unter sich theilen, muß jeder vonihnen überdies noch 10 Proc.
kinlommensteuer entrichten7 ——
Rewre Roꝙk, 18. FebraAEs geht das Gerücht, die Kaiser⸗
ichen haben Juarez gefangen.

Fraukreich. . re
Paris, 14. Febr. Die bei Eröffnung des gesetzgebenden
Körpers gehaltene Thronrede erinnert an die großen Ereignisse
welche nach Voraussicht des Kuisers eintreffen mußten. Vezugneh
mend auf einen Anspruch Napoleons J. sagte er, die in JItalien
und Deutschland stattgehabten Umwandelungen bereiten ein gro—
zes Programm für die Einigung der Staaten Europas in eine
einzige Conförderation; das von den Nachbarvölkern gebotene
Schauspiel der Vereinigung ihrer einzelnen Glieder kann jedoch
tin Land wie das urserige nicht beunruhigen. Bezüglich des in
Deuischland statigehabten Krieges sagt die Thronrede : Frankreid
habe demselben fremd bleiben wollen, indem es dabei— aber seinen
Einfluß aufrecht erhalten habe, durch welchen der Sieger zum Still
stand an den Thoren von Wien gezwungen worden sei. Frank
reich habe sein Schwert nicht gezogen, weil seint Ehre, dabel nich
engagirt gewe sen sei und weil es persprochen hatte neutral zu
dleiben. Frankreich ziehe auch seine! Truppen dus Mexico zurück
weil eine weitere Ausdehnung der daber gebrachten Opfer das
Interesse Frankreichs bei dieser Angelegenheit übersteigen würde
aur die wenig versöhnliche Haltung der nordamerikanischen Unlon
in der merikanischen Frage habe die längere Occupation Merxikas
durch die französischen Truppen nothwendig gemuchte Im Orieni
seien Unruhen eusgebrochen, aber die Großmächte haben sich da—
rüber verständigt, eine Lösung herbeizuführen, welche die legitimen
Wunsche der christlichen Bevolkeruugen befriedigen und gleichzeitig
auch die Rechte des Sultans wahren und gefährlichen Verwicke⸗
lungen vorbeugen werde. In Rom hat' die franzosische Negierung
die abgeschlossene Convention am 15. Dez. zum Vollzug gebracht
aber wenn die Demagogie den Papst bedrohen sollte, so zweifl
ich nicht, daß Europa ein Ereigniß nicht geschehen. lassenwird
welches die katholische Welt in große Verwirrung bringen würde,
Unsere Beziehungen zu den fremden Mächten sind guͤt; die zu
England werden immer intimer; Preußen sucht alles zu vermeiden,
was unsere nationale Empfindlichkeit (susceptibilités) reizen könn⸗
te, und es ist mit uns über die hauptsächlichsten Fragen ganz
einverstanden. Rußland ist durch die versöͤhnlichen Intentionen
bestimmt worden, seine Politik von der Frankreichs nicht zu trennen.
Dasselbe gilt auch von Oesterreich, dessen Große für dasß allgemei⸗
ne Gleichgewicht Europas unumgaͤnglich nothwendig ist. Die Thron⸗
rede schließt mit der Besrprechung der versprochenen Reformen
und der Armeereorganisation welche nothwendig geworden, wei'
der Einfluß der Nation von der⸗Ziahl der Mannschaft abhängt
welche sie unter Waffen bringen dann. »
.. England.

London, 153. Febr. Die „Times“ spricht in einem
Arlikel über die Rede des Kaisers ihren Glauben aus, daß der
Kaiser fortan mit der Nation die Verantwortlichkeit der auswär⸗
iigen Ereignisse theilen will. Die „Times“ bedauert zu sehen, daß
der Haiser meint, der Einfluß einer Nation hänge von der Zahl
der Mannschaften ab, die sie unter die Waffen rufen konne. Sie
zweifelt nicht an den liberalen Gesinnungen des Kaisers. — Die
„Morning-⸗Post'“ billigt die kaiserliche Rede, in welcher sie eine
wohlwollende Anerkennung der vollendeten Thatsachen erblickt. —
Die „Daily-News“ billigt auch die Rede, Sie sagt: das Bünd⸗
niß Frankreichs und Englands verdiene die Erkenntlichkeit der
humanitãt, aber die Vermehrung der Armee setze die Freiheit
und den Frieden in Gefahr.

London, 15. Febr. Die Times enthält ein Telegramm
aus Washington vom 13. Febr., wonach das Repräsentantenhaus
beschlossen hat in 10 Südstaaten den Belagerungszustand zu er—⸗
klären und sie unter das Commando von Offizierender regulären
Armee' zu stellen WB

Aus Dubbin, wird telegraphirt, daß am 14. die Aufre⸗
gung in Irland zugenommen habe und eine bewaffnete Fenier⸗
bande auf Kenmare (im Südwesten der Insel) gerückt sei. An
fünf Orten waren die Telegrahendrähte, welche Valentia mit
Amerika verbinden, durchschnitten; auch eine Polizeikaserne an
der Straße nach Valentia wurde ausgeplündert. Die neuesten
Telegramme aus London vom 15. Febr. melden. daß die Fenier

Bermifch J

fFZweibrücdken, 18. Febr. Zu den heute beginnenden
Schwurgerichtsverhandlungen für das T. Quartal ds. J. welche
inter dem Vorsitz des k. Appellationsgerichtsrathes Heren Molitor
abgehalten werden, sind folgende Herren als Geschworene einbetu⸗
fen: J. Ludwig, Simon, Äckeret in Walsheim, 2. Großardt,
Wilhelm.Arnold; Rentner in St. Ingbert; 3. Beresheim Chri⸗
gtian, Bierbrauer in Blieskastel; 4. Heß Jakob, Kaufmann in
Germersheim, 5. Schuff Peter III., Adjunkt in Rodenbach, 6.
Hey Caspar, Oekonom in Dörrenbach, 7. Spindler Johann Jos.
Butsbesitzer in Forst, 8. Schneider Michael, Ackerer in Oberarn⸗
bach, 9. Zimmermann Philipp Jakob, Bürgermeister in Altleinin⸗
gen, 10. Becker Johann Ludwig Guisbefißer in Freinsheim, 11.
Cunius Johann Nilolaus, Gutsbesitzer in Frankweiler, 12 Spa⸗
nier Johann Adam, Bürgermeister in Albersweiler, 13. Weigel
Jakob II. Oekonom in Hayna, 14, Breith Ludwig, Bürgermeister
in Steinwenden, 15. Kalkbtenner Georg, Ackerer in Altenglan,
16, Preßler Johannes, Bürgermeister in Niederhochstadt, 17. Beg
Johann Adam, Wirth in Si. Ingbert, 18. Dietz Peter, Müller
in Alsenz, 19. Ehrbar Theobald, Ackerer in Bellheim, 20, Reu⸗
delhuber Georg, Müller in Weisenhein a/S. 21. Wilj Franz
III., Gutsbesizer in St. Martin, 22. Eichelberger Johann, Acke
rer, in Sembach, 23 Schneider Friedrich, Bierbrauer in Pirma⸗
sens 24. Theysohn Julius, Conditor in Zweibrücken, 25. Cor⸗
neille Johannes, Gutsbesitzer in Mörzheim, 26. Rahm Daniel
XII. Bürgermeister in Heiligenmoschel, 27. Conrad Ludwig, Oe⸗
onom in Mörzheim, 28. Finninger Friedrich Wilhelm, Ädjunkt
in Speyer, 29. Behr Johann Franz, Gemeinderath in Nieder⸗
vürzbach, 30. Baumann Johann Georg, Ackerer in Oberlustadt.
f Ludwigshafen, 13. Febr.“ Die pfälzische Ludwigs⸗
zahn hat im Januar 1867 im Ganzen 210,691 fl. 59 kr, ver⸗
einnahmt. Wenigereinnahme gegen den gleichen Monat des vori⸗
gen Jahres 4709 il. 36 kr. —Die pfal Maximilidusbahn hat
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        imt Januatn 1867.im Ganzen 60, 710 l. 38 kr. vereinnahmt. Aus dem in diesen b Nieuwediep, gescheiterten
Mehreinnahme gegen gleichen Monat des vorigen Jahres 15,257 fl. Schiffe Addison treibt die Ladung im Meere umhert. und an die
—V Reustadt⸗Durlheimer Bahn hat im Januar 1867 Ausße Es ist eine große Anzahl von Faffern Arac dabei, welche
jim Ganzeni 4194. fli 65 kr. vereinnahmt: Wenigereinnahm— pegen den Findern derselhen elegenheit geben, einen kostenfreien Rausch
henle gleichen Monat des vorigen Jahres 27 fl. 59 tr. aͤnzufrinken? In den Dünen liegen überall Leute, welche ihren
RNeustadt, 13. Febr. Heute Vormittag kamen die von Rausch ausschlafen;n zwei junge Veute find bereits in Folge des
eher huͤt venomirten Weine ded verstorbenen Buͤrgermeisters Herrr ebermaßes gesiorben und zwei andere legen hoffnungslos dar⸗
vjd. Kolsch, lauter hiesiges Gewachs, zur Versteigerung und wur nieder. Eine Zollwachter⸗ Schaluppe sogar⸗ welche auf die treiben⸗
den wafur solgende Preise erlost: 183der 8800 . 1888er Tra⸗ den Faͤsset Jagd machte ist aus gleichem Grunde gestrandet und
miner 845 fli, 1889er Traminer 8380 fl. 1868er Gemischte vderloren gegangen, weil vie Mannschaft über dem Arac ihren Cours
145 II. Traminer 500 fl., Rießling *00, 325. 603 fl., 18686 dergessen hatte. — —6 J
Rother wurde zu 405 und 750 flꝛzugeschlagen. Et. J.) 3 . In Liverpool lar vor einigen Tagen ein deutsches Aus—
In Landshut berichtet ldie Lanbshuter Zig.“ Am 8. Febr vanderer⸗ Schiff in höchst kläglicher Verfafsung an. Es war die
wurde der Stationscommandaut der· —— Bart Emilia, die am 20. RNobember mit 270. Passagieren von
Hart. Wirth, von Ottenzell, welcher sowohl vom k. k. Landesge Hremen abgesegelt und auf dem atlantischer Ocean von furcht⸗
richt Wien als— von diesseitigen Behörden zur Bertasung ausge⸗ baren Stürmen erfaßt worden war. Schon hatte sie Neufund·
schrieben. war, festnehmen wollte, von demselben mit eyn Schuf land —— sie ihre Masten verlor. und, unvermögend in
duth den Kopf Zetödtet. * jolchen Zastane gegen Wind und Wogen anzulämpfen, nach Eu⸗
p'In Ochsenfurt, Marktbreit, Obernbrück und Umgegenbe herrsch ropa, zuruͤdgemorfen wurden Als sie endlich in den Mersey ein⸗
großer Schrecken über die fast iäglich vorkommenden Einbrüche. — lief, waren die Mundvoräthe schon auf die Neige gegangen. Der
Dieser Tage wurde im badischen Eisenbahnzuge auf der Fahrt von bremen'sche Consul nahm fich derr armenLeute —
Heidelberg nach Würzburg unweit Untereibenheiin n Reisender nach den Auswanderungsgesetzen Bremens alle“ Schiffsseignet das
iner Brieftasche und seines Geldes beraubt, uznd haut der Dieb —— versichern / müssen, stand ihnen gleich
si die Rimen seines Koffers aufgeschnitten als ber eingeschla- ein Fonbs zur Gebote, um einen Darbfer zu miethen; und an
fene Reisende erwachte. Man sperrte den Dieb nerwegs in ein Vord! des ————— AUmhergeschleuderten gestern ihre dritte
Bahnwärterhäuschen, bis ein badischer Feldjäger denselben abholte Fahrt züber den Oxtan angetreten. beg
am ihn' — wieder entwischen zu lassen. α PECaplan! Butierstein in Aargau/ der schweizerische Mathieu
7Wien, 15. Febr. Der greise Feldniarschali Gr Wraliflaw de la Drome, prophezeit einen frühzeitigen Frühling, aber leider
ist heute Nacht gestorben. Oesierreich hat nun nur noch, zwen auch schlimme Froste und Hagelschläge. In
Matschallez den Frhen. v. Heß und den Erzherzog — D ge. Von hier aus wird gemeldet: Eines der merk ·
27In Ma ria hitfe⸗bei. Wien) wird naͤchster Tage eine vürdigsten Ereignisse, welche dier stürmische Nacht vom Mittwoch
interessante Heirath stattfinden. Bräutigant und Braut gehören auf Donnerstag zählt, ist wohl auf dem hiesigen Bahnhyfe passirt.
nämlich dem Zwergenstande an. Ersterer ist als Commis in eiicer Fin mit Zucker schwer beladener Waggon, der vereinzelt auf dem
bekannten; Modewaarenhandlung der inneren Stadt bedienstet, Geleise stand, wurde von dem Sturmo ergriffen und in. Bewegung
heißt Eduard S, und ist bei einem Alier bon: 290. Jahren, nur gesetzt, so daß er mit rapider Schnelligkeit einen Raum von 16
IFuß hoch. Die Brautneine Schneiderstochter aus Marighilf dilometer, (ungefahr 4. Meilen) durchlief. Auf der Station Cour⸗
tdaum einen halben Joll höher/ dabei aber von seltener Schönheit trai kam er erst zum Stehen. In , 2.
Der Brautigam ist übrigens ein vollkommen gebildeter Mann f Petersburg. Graf Alexis Araltschegeff- Artillerie⸗ Ge⸗
jpricht 4.Sprachen und ist. im Besitze eines prächtigen Schnur⸗ neral, gestorben am 2 April 1883, hat bei der Staatskasse ein
und Vollbartes. Deposit von 50,000 Rubel mit der Vemerkung gemacht, daß bie⸗
7 Wost und Telegraphenwesen des nordeutschen Bundes.) ses Capital nach bester Weise verzinst werden solle und zwar bis
Pach der neuen! preußischen.Telegrapheninstruction ubernehmen zum Jahre 1925 (dem hundertsährigen Todestage des Kaisers
die innerhalb des preußischen Postgebiets belegenen Staats⸗Tele⸗ Alexander Lvon Rußland, woselbst es nahezu zwei Mill. Rubel
Iraphen⸗Stationen die Anweisung von Zahlungen unter und bis betragen würde. Diese enorme Summe soll alsdann im Jahre
zum Betrage von 80 Thlr. nach anderen Orten des preußischen 1925 dem Verfasfer der in dieser Zeit verfaßten und von der
Postgebietes auch wenn die Verbindung durch den Staaistelegra aiserlichen Akademie der Wissenschaften gelrdnten Monographie des
phen nur streckenweise reicht, da in letzlerem Falle die Weileree Kaisers Alexander J. als Preis zusallene Jetzt lebende Historiler
sörderung der Depeschen⸗ Anweisung durch die Post geschieht. An haben wohl auf Erwerbung dieses Preises keine Aussichte 7
Gebuhren sind vom Aufgeber zu entrichten: Außer der Telegra⸗ Gunstliche Kinder.In Amerika werden jetzt, wie ame⸗
phengebühr nach der Wortzahl eine Gebühr für die Geldvermit rikanijche Blaͤtter melden, künstliche Kinder verkauft zum Gebrauch
selung von 2. Silbergroschen, wenn der Betrag der Einzahlung nuf Eisenbahnen. Damit nämlich der Reifende das Glück des ungestoͤrten
25 Thlr. nicht überschreilet, und von 4 Sgr. bdei einem Betrage Alleinseins im Coupe genießen kanm legt: er sich ein künstliches
bon 25—30 Thlr. Bei nicht recommandirten Depeschenanwei· dind bei, welches sofort abscheulich zu jchreien anfängt, wenn ein
jungen, welche von der letzten Telegraphenstation mit der Post Zweiter einsteigen will. Jeder Der dies Geschrei hört ergreift ei⸗
weiter zu befördern sind, wirde für diese Weiterbeforderung das ends die Flucht, um sonstwo unterzukommen. Da heißt nun der
zewoͤhnliche Briefporto vom Empfaͤnger eingezogen. Für recom Hreiscourant für solche Kinder: Ein Kind erster Clafse mit schar⸗
mandirte Depeschenanweisungen in och rin Posigebͤhr von * exr und sehr bosartiger Stͤmme im Umfange von 85 Octaven kostet
A 3, 10 Doll. mit Repetition 12 Dollmit langathmigem fortdauern⸗
— Die verwitiwete Frau v. Nakowitz geb. v. Doͤniges, deren dem Geschrei 158; zweiter Cl. Stimme nicht so stark, aber sehr
Semahl seinerseits bekanntlich Lasalle erschoß, seinem Opfer abe— läglich und uneriräglich, 5 Doll., dritter Cl. gewöhnliches Kind
binnen Jahresfrist nach schweren Leiden schon folgen mußte, beab mit unterbrochenen Schreckensschreien. noͤthigenfalls in der Tasche
sichtigt sich dem Theater zu widmen. zu tragen, 290 Doll. Alle diese Kinder sind dauerhafe und ele⸗
Ostende. Hier hat dieser Tage ein seltsames Dueh dant gearbeitet und es wird ihre Halibarkeit für ein Jahr
dem Literaten B. .. und dem Grafen M. stattgefunden. garantirt. J
ie Gegner schossen fich nämlich auf offner See, jeder in einem 7 Ueber eine gewaltige Feuersbrunst in Yockohama Gablc
Nachen stehend. Die Zeugen lagen auf dem Boden der Nachen die auch die dortigen Europäer schwer betroffen, bringt der Te⸗
Graf M. erhielt einen Schuß in die Schulter. legraph Mittheilung. Das Feuer brach am 26. Novemher in
FDie Juwelen des Fürsten Esterhazy.) Die in ganz Eu⸗ einer Garküche aus, griff mit großer Schnelligkeit um sich und
ropa belannten kostbaren Edelsteine des Fürsten Paul Esterhazy war, da eine einzige Brücke nur Zugang gewährten fast nicht zu
wurden von seinen Glaͤubigern an einen Herrn VBodre, 34 Sirand losschen, bis ungefähr ein Driuel der Magazine und Wohnungen
in London verkauft, wo sie zur Ansicht ausgestellt sind und unge˖ der dor ansassigen Kaufleute ein Raub der Flammen geworden
heures Aufsehen erregen. Außer den Rubinen, Topasen, Sma waren. Die Archive des amerikanischen Konsulates wurden ganz
ragden und werthvollen Perlen, sind noch mehr als 50,000 Bril and die anderer Konsuln größtentheils vernichtet. Der französische
lanten da, worunler einzelne Steine von dem reinsten Wasser im Fonsul verlor seine Wohnung und seine ganze bewegliche Habe,
Werthe von 230,000 fil. und 150,000 fl. das Stuͤdhe Die Auch det englische Konsul erlitt betraͤchtlichen Verlust. Die sämmt⸗
Agraffe, welche der Fürst auf seiner Husarenmütze trug, besteht allein lichen alten Konsulatgebaude der franzoͤsischen, amerikanischen,
aus 3000. Brillanten und seine Uniform war so übersäet von preußischen und englischen Regierung. die Post, das neue ameri⸗
Diamanten, daß dieselbe vollständig steif war. Die Ankunft und ianische Konsulat und nahezu alle Privatwohnungen wurden don
der beabsichtigte Verkauf dieser edien Steine in England hat da- dem Brande zerstoört. Unter denen, die die schwersten Verluste zu
selbst eine Art Panique in dem Diamantenhandel hervorgebracht, tragen haben ennt man die Firmen Van Reed, Sardink“ Mã⸗
da man glaubt, daß die enorme uannitat einen nachtheiligen theson und Comp., und Schultze, Reis und Comp. —A
Finfluß auf die in der lehten Zeit sehr in die Hobe geiriebener der Versicherungsgesellschaften schätzen die Totaliumme der Ver⸗
Preiße der Diamanten baben wird luste aut 2. 150.000 D. ab
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        Haus⸗ und Gartenverkauf.
SDie Kinder Gravius vom 7
zenacker heabfichtigen ihr daselbst an dem
neu erbauten Bahnhofe der Homburge St.
Insberter Eisenbahn gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus mit Keller, Scheuer, Stallung
Brennhqus, Schoppen, Schweinstallen und
Hofraum, nebst vier Morgen großen Gar⸗
en mit edlen Obsthäumen und Traube;
angepflanzt, aus freier Hand zu verkaufen
Dieses Anwesen, einen Complex bildend
und mit einer Mauer eingefriedigt, eignet
sich seiner Lage und großen Räumlichkesten
wegen. vorzüglich zum Betriebe eines, Fq/
brikgeschäftes. Rw —* i ft . he
IFdase Nãhere zu erfragen im dause
elbst bei Wilhelm Graͤvius oder
Gefchäftsmgnn Baum in Zweibrücken.
—
*57 128 shbhnsgnn
Bau⸗ &amp; Nutzholz⸗ J
Versteigerung.
Donnerstag den den 21. Februqr 1867
Nachmittags 2 Uhr zu Zweibrücken in der
heinaligen· Marimilians-Hirche worden fof⸗
gende der kath, Gemeinde gehörigen Bölzer
auf Termin versteigert: 37,
Balken, Durchzüge und Ma—
teriche, Eichen und Kiesern circa 800
Stück hvon 2914Möétres Länge, ver⸗
schiedener Dickez: a J
Dielen, Eichen und stiefern rirca 600
Stüchz ;
Nippen, ca. 850 Laufende Moetres;
Holz⸗Säulen, rund, Mir. 6.40
hoch, O34 Ctm.“dick; auch gut· für
Hafer⸗-⸗Walzen ; ud
Tharen 18 Stud theils ein⸗ iheus
—A darunter 2. Doppel⸗ Thüren
cq. 3 Mir. hoch “e
Stückholz, eine große Partie
J Leiter in 83 Theilen, ca. 20 Mir.
hzoch; un 3
2 Stiegen, von Eichenholz, gut er⸗
halten; ferner wiele Latten Dielen⸗
1. Balkenstücke, Gefimse, Breun⸗
holz, Bänke, Fenster Iaite
Eommunionbank, Maueriat.
ten, Deckholz, Eisen in langen
Stangen; endlich 1 großer Mauer
auf den Abriß, bestehend aus guten ge—
hauenen Mauersteinen und⸗ Grunde
Steinpfosten ca. Aisun Mtr hoch
und e Mit. dichd)]

Dieße.Gegenstände können. 2. Tage vor⸗
her von 10 12 Uhr und A5 Uhr/ sot
wie am Tage der Versteigerung des Mor⸗
gent eingesehen werden.

. Das Holz ist. von vorzüglicher Güte,
aisgetrocknet und in verjschiedene größerr
neistens: aber kleinere Loose eingetheilie

Iweibrücken den 16. Februar 1867.
Der Fabrikrath.

Arbren, Ronuiem, XXC
E ιια, Kirschen, —XX
heeren, Hagebutten, Tatejl.

XR HRAranmæseigen, Tafelrxo-
XXC Priuress αν. —XRC
Unandelm, alle Sorten —XXE
zrüner u. schwaxzer Thiec, OhOcOIndæ,
Vanille, Gaperu, IXL
—— — — — ScInCII-
siselae (auf Bestellung) Macearomi,
Sehweigerkäse, Vieroy K
Sæ, gute IIOIIüMdem ιä—A-
urimse sind stetz icz haben ver

Aritæ PAanme iαι_.

mor⸗ Golz, Leder, Kork u.s⸗ w.
zu leimen. Derselhe sollte daherx hei keinen
Handwerksmanii, auf inen Bure
au und in leiner Haus haltung fehlen
Für den Erfolg wird garan⸗
tirt. Anu ————
KFreis por Flagon 8. 12 und 80 —
*Allein acht zu hahen heinn a
ι Fritz Panzerbietern
so ,”ι4 22
g α B Sl. Jubbert 54
Soeben beginnt oder vielmehr hat schon
egonnen dh —
Des Lahrer hinkenden Boten
Austrirté
— we2 Aα
Dorfzeitun g.
2 Zahrgaug 1u80730 —
Monatlich in Heftem von 425 Bogen zil
dem billigen Preise von 835 Sgr
bv. Die Dorfzgti kann zu leichem. Preise
auch in Wochennum mern
Alle Abnehmer erhalten eine Praͤmie in
Far ben dr u cou
Bestellungen diuf dieses so helleble Jojr⸗
zal nimmt an die Red. d. BlB
——
Annn⏑⏑⏑S———
u Banke und Wechsel⸗Geschäfuenn
von Gebhr. Preifren in Frantfurt n. M.
Comptoirs Bleidenstraße Ne
iMAnun und. Verkauf'aller Arken Stadts
papiere, Anlehenslodfe Gisenbahn⸗, Bam⸗
und! industriellen Actien / Incafso von Cou.
pons, BanknotenWechsel ꝛc Lumner Zu·
sichevung Prompter nud reeller Bedieninig.
lu. Proväsioned derumilloo hn e
αιJalιν o ,!,
— V V —
gh Woruis den Iss⸗ Februare
Bir notiren hounse Weigen onn tr.
bis — sl. ip Roggeni se 30 kr.
bis * fl. x Gerste 11 fl. 30 kr,
bis — fl. y tr. per LO Kilo., Hafer
õ fl. 20 rx. bis ———
ste Roggenmehl fl. k. Lu
lreen Roggenvorschußt 12 fli —lr. bis
eflo I ir Weizenvorschuß 7.f. —Ar.
—— ifh Ax Plumenmhl1Ißsi 46168
bis. H. It pex i Repts
—
Kilo. Rüböl ohne Faß 22 fl.e 60 kr. big
23 fh. Ip kre Leinhhl phne Faß —fl
Tatr. bis — flag Inch Mohnle bhne
Faß 42 fl. - ly. bisu A7 flass- Av.c: per
50 KHilo. Repskuchen — fl. : r.bis
70 fla r.Branniwein 28 — kr.
bis — Ir ———
—n 777
Hat
ter Rog
—— —
dorn (107 L
* —*
*4 9 Pfd.)
.40 . un —
7 Fra furt ν
— —— Seldsorten .23 ———
devon iddebin sg
Pisteten 63 7833
Zolländische 10 fl⸗Skucke 34 50
Ducaten
———— sνν“'
20 ee * ———— 5
Englische Souvereings —6 — *
Preußische Kassenscheine i — — 4528 *
—X —B J
Zochhaltiges Silber per Zo u*20 ι-.
— e
— * — — — “* 3
Nedaltiong Druc aind. Verlig xn J. X. Demetz in St. Ingberte — ni z4

Eine Parihie gut gerüucheriereen o
ęLVCS.3
Pfalzer Schinken
er Stück 12 Pfolschwer)
empfing wiede. 8
ιε ritz Panzerbieter.
Fin ganz neuer, Rarker, brei;
ter Wagen ist zu herkaufen
der Wem? sagt die Expedition vbe
A¶ bis 12 Leute konnen mi
Epder ohne Kost, Logis erhalien
bel F. Huber Kappeumacher, wohnhofi
In der Kohlenstraße. 9
        <pb n="85" />
        —— —— in du in — IJ 5 B—

120 28 AAFE 24 24 —* .
——— ———— u *— b 8 — 35 ⸗ J Vey RP 84
g t Mun αιιιν
νινσαl α tiug i uι — D———
— ——— — mi
ιι α αν ανI ¶ ltia⸗ airnaae ie nsla onnersftaß
der 6 in Jugberter Anzeigexq.nit — — erscheigt wochentlich dreimal! Dien stag, Vonnersstag
and⸗ S. g. m sa g Abounnewm1anreis vierteljährg. A8. Krzr.Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
— — nyr tet aett — — D— 74 Raum berechnet. 2 6 —
—. α. ιιν ι αιαια 867
Nro. ν α u αασ — ————— . Februar ei a 4 *
——
———
nn aumehs αννν Deuffchländ.nrνν ut s
133— — —
nau Vn ,— Febr. Det. Anlrag det Hlrien Abgeorb⸗
— Fraußold, v. Hosmann, Cramer nd Genossen, auf Vorlage
nes Vollsschulengesetze bei — vbersammeltem Landtage
autend: Hohe Kammet wolle beschließen, es sei an Se. Maj. den
dnig die allerehrfurchtsvollstz Bitte zu richten, dem gegenwärtig
versammelten Landtage einen bezügl. Gesehenwůrf vorlegen zu
affen wurde vom 6.Ausschuß der Abgeordneienta nmer für
sormelt und mageriell zuiassig exachtet und die — Ueherw eisnng an
nen betreffenden — an Wordigung der hohzen
ene eine
Mun dhega 17. Febt. Dem Vernehmen nach ist —
jerstaͤndniß unter den pfälzischen Abgeordneten zu Stande, gekom⸗
nen über die Behandlung und Betreibung; der Eisenbahnfrage
n den hiesigen maßgebenden Kreisen, gu welchem wede gin · Cor
mite- gebildei wurde aus den Herren CEhristmann, Golsen, Louis,
Ambscheiden. Vie Vorbedingungen der Innangriffnahme der pfaͤlzischen
stordbahnlinien, Alsenzbahn:?“ Donnerebergbahn mit Abzweigung
zurch das Zellexthai nach Monsheim⸗y Dürkheim üben. Grünstadt
agh Pronsdeim, sind noch keineswege erfüllz ka beste den Sagegen
ioch herschiedene Hemmnisse, die legialglip du beseitigen, sind und
Anochst, Gegenstand der Thatigteit der Abgeordneten, jein dürften.
kin hietauf erichtli her Initjativantrag an dien Kammer soll in
aaher —8 stehen. Wenn auch gegen Ende, dieses Monats
ne Vertagung der Kammer auf kurze Zeit eintritt und deßhalb
der Antrag ern auf dem Wiederzusammentritt des Landiags zur
Verhandlung ommen lonnte so schadet diese eine, Verzögerung
nichiz die Sache ist einmal in Fluß gebracht ünd, wird, immer⸗
hin binnen einigen Monaten zu gedeihlichem Resultate gelangen
oͤnnen, was um so mehr zu erwarten steht, als sich die Anschau⸗
ungen der pfälzischen Deputirten nunmehr im Wesentlichen in
Aebereinstimmung mit den Anträgen des pfälzischen Verwaltungs⸗
rathes bezüglich der. pfälzischen Nordbahn befinden sollen, welche
lebereinstimmung für das Zustandekommen der. in Frage stehen⸗
den Bahnlinien nur höchst ersprießlich⸗sein Aann. Wegen der
pfälzischen Südbahnen lann vorerst nichts geschehen, weil sie in
inem gleichen Stadium wie die Nordbahnen sich noch nicht be⸗
inden und Sammlung von Material hierfür worerst; noch noth⸗
wendig ist anινν
— Anschaffung neuer Hinter⸗
ladungsgewehre für unsere Infanterie wird, selbst wenn der Land⸗
zag das hierfür“erfotderlche Geld vbewilligt, immerhin: noch geraume
Zeit verstreichetn Nachdem nämlich der hierfür niedergesetzten Com⸗
nission eine Reihe verschiedener Projekte, sowohl furt: einfache Hin⸗
serlader als für Repetirgewehrrz, horgelegt worden sind, hat sich
dieselbe vertagi, damit in der Ziwischenzeit in der Amberger Ge⸗
wehrfabrike jene Modelle deren weitere Prüfung sie inz Auge ge⸗
faßl hat, gebaut werden können. Bis“ danm hierüber ein ndgil⸗
ser Veschlußße gefaßt werden kann, magg wohl noch ein halbes
Jahr versireichen. Württemberg, welches bei den bisherigen Com⸗
missionsberathungen schon verrelen: mar, wird wohl das nämliche
Bewehr für sein Heer einführen, das bei uns, adoptirt werden
vird imd zwuoͤr verdetn duch die ulten Gewehre! der wirtlember⸗
zischen Infanterie nach diesem System abgeändert werden/ wahrend
hekanntlich dei uns mit der Abanderung der, alten Gewehrtkin
Hinterlader (nach Braunmühl) schon begonnen worden ist, Jo vaß
dir möglicherweise in den Fall kommen, daß unser Heer mit
— —— nusrüdt.Diesen Rachtdeilꝰ erachtet unsere
sriegsderwaltung für“ aufgewogen durch den Vortheit daß wir,
falls in Bälde wieder kriegerische VEreignisse intreten, voch jeden⸗
als schon Hinterladungsgewehren hätten.*8* il. EGfrBig.)
München, 18. Febr. Se. Maj. der König heben laut
driegsmin neral Iheserdt wewnhdranaeen zu genehmigenn—
geruht, daß zur regelmäßigen Ergaͤnzung des stehenden Heeres in
Bemaßheit der — Gesetzes vom p Auguß 1828
ene n der eaenwörut attentyn higen duttes

*9 3808 F TIIUISMIC. . /IOC AAXXCC.
laffl. I1848 altsgehoben werden.nn Mit demĩ. Vidrz habe di⸗
deetmirungsderhandlungen zur beginnen, der RekrutenUnterticht
eginnt heuer bej smmilichen Waffengattungen gleichzeitig am 9—
drur e Heeresob heinng dat zu dem ͤnde von der ihe
mNommenden Zahl von Conscribirten den sechsten Theil ihres for⸗
—X * Sollstandes an Dienstbaren auf den
n Watz Abende einmuderufen . die ¶Conscribirten sind nach er⸗
olgter Verpflichtung bis, dahin in ihre Heimath zu beurlauben
die über die Zahl dieses Bedärfes den Heeresabtheilungen hog
serbleibenden Confcribirien des diesjährigen Zugangs sind vorlauj
ig in die Abtheilung der Unmontirlen-Assentirten aufzunehmen
Jie Gesammtzahl der uberhaupt dieses Jahr zur Loosung beige;
ogenen Conscribirken in den acht Regierungsbezirlen Baherns de⸗
auͤft sich auf 43,808. woron Auf die Pfalz 7218 kommen. Da⸗
gegen dertheilem-sich die 16000. Ponscrihirten, welche ut 8
Aherzllasse 1843 ãuszuheben sind, der Art, daß die Pfalz 2658
Rann zu stellen hat. Für“ die Artillerie Imit Inbegriff det
Duvriers⸗ und eeegr und des Fuhrwesenssind
idthig 2210 Manu, füt vas ee für die Linje
Infauterie⸗Regimenler I10592 Mann, für die ——
5 Cahalerie⸗Regimentex MNann und füt
ien⸗ Saustalsompogme 1588 Manun. — Heute Pachmittags hat
Zr Maj. der Konig dus den Handen beb preußischen Gesandten,
ige Weithern dessen —— in “feierlicher
Andleng entgegeingenonmen/ nachdem Se Maj. zuvormit· Fürst
)ohenlohe Nitkags gearbeitet hatte“Dieser hatte heute die Mit.
seber der Directorien heider, Kammern und mehrere andere Min
lieder dieser Kammernt —
belches der Minifter des Meußern am 27 bs. geben wird, sind
amnuliche Rammermitgliedet igela denlt Heute Nachmittag 4 Uhhr
aite der IV. Ausschuß der Kanmet? der Abgesrdneten Sitzung.
n welcher der Abg b.r Steinsdorfals: Referent Vortrag erstat⸗
ete· übet: den Gefetzentwurf⸗ die Vehandlung des Gesetentwurfs
ber die Milität⸗Verfafsung des Konigsreichs betr. — Der groß⸗
erzogl. hessische: Gesandte am kaif. Hofe zu Wien, Freiherr von
hagern melcher bekanntlich an. dein Verhandlungen derIId hessi⸗
I aee as Viugned derselben sich betheing hatte, ist auf
her Rudreise Auf seinen Posten nach Wien begriffen, hier gestern
eingetroffen wird aber die Reise heute⸗ bereits fortgesetzt haben.
Welhen?18 hebr. Wie ich. hore soll dine· dollstandige
Ninistertrisis drohen. Die sammtlichent Rinister, außet Herrn
Bomhturde won ver Justizys ollen hereit feinHem⸗ Vetlangen
er Abgebrdnetenkammer nach dinemn Verwattungsgerichtghof zu
nisprechen 7 p. Bomhard haͤhe! indeß, Lunterstützt von · dem
rabinetsectetat Vugeinehnigliche Weisung.in seinem Sinne
aurchgeseßgt Fein Collegenre zeiglen fich ee ausnahmslos ent⸗
chlossen, ihre Stellen veducen wenn in dieser Angelehenheit
zej Hof ulcht anders efimiventschiedenenwerde. ¶So versichert
nant gu vieser nuchstiegenden komimen alich noch iandere, gleich⸗
alls nicht legendee Irtigene dirs Hohenlohe? soll· ohnehin
siner Setiüng sart erschuttert“ sein Ddet Kriegsminister Lin
in haus hrenhaftet und deschahter, jedoch au starr militärische
Inschauungen gewoöhnzer“ Mann,- soll von einer kurzen Prasenz
en Soldatenwie bie⸗ Abgeordneten dieselbe fordetn,“ nichts. wis⸗
du? sfondern eher von seinem Posten zuridtteten wollen. Dem
gufti zinister semerseits fteht, was bereits dffentliches Geheimniß
ein dernächsten Sitzung der Abgeordneten wegen seiner ganzen
Herfahrungsweistzein e Angriff bevpriDie Reichsrathskam
ner ihrersritz hat dutch einen vor zwer Tagen gefaßten Beschluß,
vonuch die Kriegbentschadigung theilweise verminelst einer außer
tdentiihen Steuer gedect, werden müßte, Die Empfindlichleit der
Steuersachen —— maßgebenden Abgeordneten hervorget
Afen, welche aller Wahrscheinlichteit nach' ebenfalls in der nächsten
Sitzuͤng (am: Miltwochs guf ihteni früheren Beschluß beharren
derden So laßt fich allenthalben nur Zerfahrenheiterkennen,
bodei die' perfghie denen Conibinatlonen fich oft wunderlich durch⸗
ctenzen!n — —A —
eugte unson nu ttbeid u nn
        <pb n="86" />
        dienftes: Nachrichten.

Durg Regie rut stschlutßß vonie 17. Fehr“ wunde der Bfzuk
derweser dpea Faul in Weilerbach zum Lehrer an der dorligen
proteft·dẽutscher Schule“ vom 1. Maͤrg an und das Stadiroaihs
nitglied August Lonis zum 23.Adjunkten der Stadt Otterberg
ernannt.

Vom 1. k. Mis an wurde der Postassistent Chriftoph Bach⸗
nann seinem Ansuchen entsprechend, von Luwigshafen nach Warz⸗
jurg versezt und an, dessen Stelle, der Accessist Michael Feustel
sum Postassistenten in Ludwigshafen ernannt.5* 8.
—Srantfurt. 18. Febr. Frhr. M. C. von Rothschild
hat die Wahl ins norddeuische Parlament angenommen·5
Frankfurt 180 Febre preußen ha ——
Stadt Frankfurt eine Forderung von 28210 Thirm als Ent—
chadigung dafür gestellt, daß am 16. Juni v, J. die k. preu
zische Telegraphen station aufgehoben Wworden ist. Frankfurt“ hat
hezüglich' dieser Forderung in seiner“ Denkschrift an die Bundes⸗
iquidatiouscommission bemerki, die Aufhebung der genannten
Telegraphenstation sei lediglich auf Anordnung deg Bundes; und
jwar durch bayrische Truppen. erfolgt, ohne daß Frankfurt da⸗
bon in Kenntniß gesetzt worden sei.“ Sollte die Stadt aber gleich
pohl zur Zahlung der preußischen Forderung angehalten werden,
so müsse sie sich ihren Regreß an den früheren Bund vorbehalten.
Die Liquidationscommission hat sammtliche Forderungen, die Frank⸗
surt in seiner Denlschrift erhoben, als unbegründet zurückgewiefen
und bezüglich dez eben erwähnten. Regresses sich dahin geaußert,

daß diese Angelegenheit aus naheliegenden Gründen um so mehr
auf sich beruhen dleiben konne zals die Commission zu deren Er⸗
Irterung und Entscheidung nicht competent sei. — Sie Frankfur⸗
er Banlk wird filr das Iaufende Geschäftsjahr 723 pCt.“(88 fl.
F Actie) zahlen, das höchsicErtragniß seit, dem Veftande des
ꝓr Beriktn 18. Febt. VDet Konig unb det Kronprinz bege⸗
Hen fich morgen Vormittag1 Uhr in Begleltung des General⸗
adjutanten v. Treskow zuͤm' Befuche. des sachfischen Hofes nach
Dresden und werden am Mittwoch Abend wieder zuruidtehren
SBertin 19. Febt. Dag wahrscheinliche Gesainmtergebniß
der Wahlen läßt sich dahin züsammenfassen, daß die deutsche Peo—
litil der Regierung auf eine uͤberwiegen de Majoritãt rechnen dann,
vährend eine Majorität-bon mindestens 10 big 15 Stimmen
zuf nationaleliberaler Seite gegen die bedenklichen Bestimmungen
des Verfassungsentwurfes vochergesehen wird. 5
Inn Wien, 18. Febr. Folgender Erlaß der kaiserlichen Re⸗
zierung wurde den heute zusammentretenden Landtagen mitgetheilt:
Bei Einberufung des außerordentlichen Reichsraths wurde der
daiser von der Absicht geleitet, allen nicht zu Ungarn gehörenden
fronländern die Abgabe der durch das Septemberpatent von 1865
n Aussicht gestellten gleichgewichtigen Vota bezüglich der Lösung
der Verfassungsfrage zu sichern und gleichzeitig eine Basis zur Ver—
tandigung und Ausgleichung der auch in diesen Ländern vorwal⸗
enden verschiedenen Rechtsansprüche und Rechtsauffassungen zu
bieten. Die Absicht des Kaisers fand nicht uͤberal bie gehoffte
Wurdigung, sie war vielmehr vielfach der Mißdeutung ausgesetzt,
als gedenle die Regierung hierdurch die durch das Oltoberdipiom
und das Februarpatent zugesicherten verfaßungsmäßigen Rechie zu
schmälern oder gar dauernd zu entziehen. So sehr die Regierung
diese Auffassung beklagen und als gruͤndlos bezeichnen mußte, so
wenig konnte sie sich täuschen, daß dierdurch der im Auge behal⸗
ene Zweck wesentlich gefährdet erschien. Zu diesen Erwägungen
trat seither noch ein sehr wichtiger und folgenreicher Umstand,
velcher ein Beharren auf dem eingeschlagenen Wege nicht mehr
als zwedmäßig erscheinen lassen konnte. Die seitherigen Verhand⸗
lungen führten zu dem erfreulichen Resultat, daß bon Seiten des
angarischen Landtags die Zustimmung zu den Anträgen zuversicht ·
iich zu hoffen ist. welche die Machistellung der Gesemmimonarchie
u wahren geignet sind und in ihrer Durchführung eine gedeihliche!
Entwickelung derselben in Aussicht ftellen. Als Vorbedingung fuͤr
die praktische Durchführung des Ausgleiches erschien die Ernen⸗
aung eines verantwortlichen Ministeriums für Ungarn. War es
ein Gebot politischer Nothwendigkeit, mit dem defimtiven Ausglei⸗
he Ungarn gegenüber nicht länger zu zoͤgern, so vermochte doch
die Regierung sich einer Taͤuschung nicht hinzugeben, daß das unga·
rische Ministerium eine vereinbarle Grundlage der Ausgleichung
por dem ungarischen Landtage vertreten müffe. Hierdurch war der
Brundgedanke, welcher bei Ber ifung des außerordentlichen Reichs
raths vorgewaltet, uͤberholt und es trat die wichtige Frage heran,
ob bei dieser Sachlage nicht im Interesse des Reiches don der
Berufung des außerordentlichen Reichsraihs abzusehen sei. Die Re—
Jierung mußte sich, von folgenden maßgebenden Gesichtspunkten
zeleitet, fur Bejahung dieser Frage entscheiden: Seit einer lan—
jen Reihe von Jahren krankt die conftitutionelle Organisation
er Monarchie an diesen unldsbar gebliebenen Widerspruͤchen zwie

qen dem alterem Verfaffungsrechte Ungarns unde den freiheitlichen
Institutlonen, deren Durchfü rung in der Gesammtmonarchie der
daiser sich zur Lebensaufgabe gemacht. Vor Hebung dieses Con-
licis ist die Wiederhersiellung der Größe Ber augeschichtlichen
Stellung des Kaiserstaates im enropgischen Staatensyftem nicht
u hoffen. Bei den durch die letzten unheilvollen Ereignisse ge⸗
chaffenen Verhältnissen ist jede Ausgleichsverzögerung mit den
entschiedensten Nachtheilen verbunden. Tritt der Ausgieich jedoch
ins Leben, sogleich so erscheint der Zwed erreicht, welcher der mir dem
Septemberpatent verfügien verfassungssistirung zu Grunde lag. Diese
pegen der Einleitung einer Verstandigung mit Ungarn ergriffene
MNaßregel war fortan nicht mehr nothwendig, die Kückkehr in ver⸗
affung z3müßige ·Bahnen war von selbst gegeben und der Regie⸗
ung · Gelegenheit · geboten, dem versammeiten Reichsrathe über die
jepflogenen Unterhandlungen Aufschlüsse zu ertheilen und ihre
Zchritte zu rechtfertigen.g.Mer! Kaiser; verordneie demnach mit
kntschließung vom 4. Febr. c. daß von Einberufung des außer⸗
ordentlichen Reichsraths abzukommen sei, daß der verfafsungs·
näßige Reichsraih“ ain 18. MarzgeCin Wien zusommentreie
ind demselben die rüchsichtlich dez Ausgleiches mit Ungarn noth⸗
vendigen Verfassungsanderungen zur Ännahme horgelegt werden
Dem Reichsrathe sollen sofort noch Gesetzeniwürfe über die Ent⸗
endung von Deputirten in den Berathungskoörper für gemeinsame
Angelegenheiten, über die Verantwortlichteit der Minister über
Modificirung des Paragraphen 13 des Februarpatens, über Er—
veiterung der verfassungsmäßigen Autonomie det einzelnen Kron⸗
ander, über eine neue Wehrverfafsung, uͤber Verbesserung der
Kechtspflege uͤnd Hebung der volkswirthschaftlichen· Interessen vor⸗
jelegt werden; Die Regierung hofft zuversichtlich daß die Lane
rage sofort zur Wahl von Mugliedern für den verfassungsmaͤßigen
steichsrath schreiten und dadurch beitragen werden die mur dhu.
ulange andauernde Verfassungskrisis zu beenden. (FIr. J.) 3
. 1
— —E— Frankreich. ny t
Baris 18. FFebr. Det Constitutionel“: melbet⸗ daß ver
Ent wurf zum Gesetze über die Armeereorganifation heute⸗ im
Staatsrathe angenomimen worden. Die Grundlagen die eß En
vurfes gehen auf; in jährliches Connigent von 160, o00 M
V zwel Abtheilungen,“ von denendie erste fünf Jahre ackiven
dienst thut, die zweite? vier Jahre in der Referve und fünf Jahre
n der mobilen Rationalgarde dient. Die letzte Abtheilung umfaß!
inter Anderen auch alle Befreiten — Der „Momiteur“ bringt
ius airs vom heutigen Tage die! Mittheilung · daß das ers
Schiff als Trieft, don 80 Tonnen, den Suezanal passirte iunb
ns rothe Meer einließ . —
ιι ue,
eee Belgien. — F “
BrüfsteltrAs. Febta Im Hinblick auf den Skandal mit
ꝛem Vandal'schenCircular⸗durfte es nicht uninteressant sein, für
Ihre Leser zu erfahren, daß in den 40er Jahren, als der Prinz
douis Napoleon aus dem Schloß zu Ham gepflüchtet, er von
Londsn aus einen Brief an die belgische Regierung richtete und
mfragte, ab seine über Belgien transitirenden Briefe ungeöffnet
ie Grenze passiren könnten. Natürlich erwiederte der damalige
M'nister des Auswärtigen, die belgische Constitution garantire
as Briefgeheimniß, vhne daß irgendwie eine Ausnahme stattfin⸗
en könnle. Die Veröffentlichung jenes prinzlichen Schreibens,
das ein hoher belgischer Staatsbeamter Lesitzt, wäre gerade in die⸗
em Augenbleck sehr pikant. Vielleicht loönnen wir hier nächstens
en Tert mittheilen.

*⁊135

Florenz, 17. Febt. Der Konig empfing diesen Morgen
ine Deputation von Kandioten. Zu Ehren des oͤsterreichischen
vesandten Baron Kübeck, findet heute bei Hofe eine große Tafel
ztatti. 15 ——V—
Amerika...
New⸗Yorl Ein Gesetzantrag zur Verhütung des Imports
»on Verbrechern aus Europa ist gestellt worden. Der berühmie
Philanthrop Peabody schenkte zwer Millionen Behufs Erziehung
von Kindern ohne Unterschied der Hautfarbe. Der Baarvorrath
des Schatzes beträgt 148 Millionen. F
Mexico, 2. Febr. Oriega wird einem Kriegsgerichte über⸗
viesen. Miramon und Mejia marschiren miu 7000 Mann gegen
Potosi. Kaiser Max befahl, eine Schlacht zu wagen. Wenn er
iiegt, will er eine Wahl anordnen: wird er geschlagen, das Land
»erlassen ·. J
Schwurgerichtsfitzungen. *
* J. Quartal 1863. ——
. Zeibraden, 18, Febr. Won den als Hauptgeschworene
finferufenen waren die Herren Reudelhuber aus Weisenheim a. S
        <pb n="87" />
        1

uͤnd Conrad bus Moͤrzheim durch katarrhalisches Halsleiden am
Erscheinen verhindert und erhielten Befreiung vom Geschworenen⸗
dienste für die Dauer der Session. Der rre Spanier von
Albersweiler, welcher Posterpeditor daselbst, sohin besoldeter Staats⸗
diener ist, durfte gesetzlicher Vorschrift gemäß nicht auf die Haupt⸗
liste gesetzt werden und wurde deshalb gleichfalls vom Geschwo⸗
renendienste entbunden. Die heutige Verhandlung betrifft die An⸗
lage gegen Karl Esselborn, 21 Jahre alt, Bädker aus Kriegs-
ield, wegen mehrerer Diebstähle. Derselbe wird durch Herru Rechis⸗
andidaten Wolff vertheidigt, k während Herr Staatsprokurator
hanauer die Anklage vertritt. In thatsächlicher Beziehung ist fol⸗
jendez hervorzuheben. Esselborn, der vom Jahre 1863 an bei

zerschiedenen Meistern in Pirmasens in Arbeit stand und dort
schon sich verschiedenen Veruntreuungen dringend verdüchtig ge⸗
macht hatte, kam am 12. Juni 1866 als Bäckerbursche in, den
Dieust des Bäckers und Wirthez Philipp Thomas ih Neustadt
a. d. H. Am 24. Oltober abhin bemerlle Letzterer einen bedeu⸗
enden Abgang'an Mehl aus einem seiner Mehlkasten und brachte
anf seine bezugliche Nachforschung von dem im Hinterhause woh⸗
nenden doeree Kaufeld in Erfahrung, daß am nämli—
Morgen RBirch den Hausknecht — des“ nebenauliegenden
Gasthauses zum Schiff drei Sacde Mehl auf die Bahn ge⸗
schafft worden seien. Dieselben fanden fich auch wirklich noch
auf der Güterexpedition, woselbst sie zur Versendung an Kauf-
mann Rothberg in Kirchheimbolanden bereit lagen und ein Ge—
ammtgewicht von 454 Zollpfund ergaben. Der Angellagte, wmuf
den Thomas fofort Verdacht faßte, polizeilich hierüber zu Rede
zestellt/ gab zu, daß er das Mehl seinem Dienstherrn entwendet
und an Rothberg zur Uebermittolung an seinen Vater. der Bäcker
in Kriegsfeld jst adressiri habe. Im Laufeder! Untersuchung
stellte sich ein⸗ weiterer allmählich verübter Diebstahl von 13 Sa⸗
ken Mehl zum Nachtheile des Thomaß heraus. Sämmtliches
Dehl ist expertisch zu 281 Gulden 45 Kreujer abgeschätzt und
der Angeklagte gesteht zu, ————88— seinen Vater
Jeschicht zu haben, Ein Einperständniß. dieses Letzteren mit sei⸗
nem Sohne konnte nicht genügend erwiesen werden, ebenso aber
auch nicht, deß Jener das Mehl seinem Sohne,' wie diefer be⸗
hauptet, dezahlt habe. Es spricht dagegen die vollständige Insol⸗

denz des Vaters Esselborn und ver Umstand, daß er selbst in

driegsfeld äußerte, er schulde das Mehl noch an? seinen Sohn.

lleber die Menge des abgeschikten Mehls, sowie dessen Werth,
anden sich bei dem “ngeklaglen Rotizen, die mit den oben ange-
zebenen Beträgen hahezu ubereinst immen. Das Mehl hatte Essel—
horn regelmäßig durch den betreffenden Hausknecht im Schiff an
die Bahn verbringen lassen und jedes Mal hierfür einen Thaler
zʒezahlt. Es war ihm ein Leichtez gewesen, zu dem in offenen,
Behältern befindlichen Mehle zu gelangen und es Nachts, da er
einen Thorschlüssel sich zu verschaffen gewußt, aus dem Haufe hin⸗

zus in den hart angrenzenden offenen Hof des Gasthauses

zum Schiff zu verbringen. Ein zweiter Diebstahl, der dem Ange

lagten zur Last liegt, betrifft eine Baarsumme von 194 fl.

18 kr., jedenfalls übet 100 fI. die er almählig, theilßs aus der
m Wirthszimmer befindlichen Handkasse, theils aus der im oberen

Stocke in einer Commode befindlichen Kasse für größere Beträge
einem Dienstherrn Thomas entwendete. Dieser hatte schon öͤfter

Abgänge in seiner Kasse bemerkt, er berechnete seinen Berlust nach

zenauer Vergleichung seiner Bücher auf obige Summe und will

höchstens eine Dieffrrenz von 10 fl. gelten lassen. Esselborn giebt
—

Jeit seines Meisters gemacht zu haben, jedoch lange nicht bis zum

Belaufe von 100 fl. Seine Ausgaben jedoch im Vergleich zu

»en Einnahmen ergeben einen bedeutenden Unterschied zum Nach⸗

heile der letzteten, und Baarsendungen von seinem Vater an ihn

jaben sich, wie erwähnt, nicht ergeben. Einen erschwerenden Um⸗

tand bei diesem Gelddiebstahle bildet der rechtswidrige Gebrauch

von Schlüsseln, indem Esselborn sich die Schlüssel zu den Kassen,

der Commode und dem betreffenden Zimmer durch einen ihm be⸗

reundeten Schlosserlehrling nach Abdrücken der echten Schlüssel

iachmachen ließ. Ein weiter Diebstahl betrifft Cigarten im Ge—⸗

ammtwerthe von unter 10 fl. und ein vierter endlich 42585 Fla⸗

chen Schaumwein à I fl. 30 kr., den er aus einem abgeschlosse⸗

nen Raume im Keller des Thomas durch Erbrechen der Latten⸗

vand sich aneignete“ Der Cigarrendiebstahl ist an sich blos Ueber⸗

retung und der des Weines, wenn der Einbruch, den Esselborn

äugnete, gegeben ist, blos Vergehen; allein da sämmtliche Dieb⸗

tzähle in Benützung desselben Verhältnisies, des Dienstverhälinisses
aämlich, zum Nachtheile derselben Person, sowie auch in Ausübung
efselben rechtswidrigen Entschlusses verübt sind, wie die Anklage

nufstellt, so bilden sie gemäß Art. 279 des Strafgefetzbuches eine
ꝛinzige Handlung, die nach ihren sonstigen Merkmalen, verübt in

inem bewohnten Gebäude mittels Einbruchs resp. rechtswidrigen
gebrauchs von Schlüsseln, im Gesammtbekrage von über 100 fl.
ils Verbrechen erscheint. (Schluß folsasd

hß

un ru v Bvr m ifet v. — we

ünegun den Vogtsen, 18. Febte Eine“ Deputation“ des
fälz. Lehrerstandes, zu welcher die Herren Hammel aus Bergzg⸗

Hern, Janton aus Zweibrücken und Röhmaus Kaiserslautern
zewählt wurden, wird sich in den ersten Tagen nach München be⸗
jehen um der hohen Kammer der Abgeordneten eine mit ca.
800 Umterschriften bededte Petition in Vorlage zu“ hringen.imn
zetreff der Erhöhung der Schullehrerbesoldungen. — Das konigl.
ayer 2. Artillerieregiment —vacant Lüder?““ hat mittelst
S„chreiben pom 12. d. M,. den koniglichen Bezirksämtern zur Be⸗
anntgabe an die Landwirthe die Mittheilung gemacht, daß die
ur Verstellung bestimmte Anzahl Zugpferde nunmehr verstellt find
ind daß Anmeldungen, welche in jüngster Zeit zum Einlaufe
amen, oder solche, die noch eintreffen bis auf Weiteres nicht mehr
zerücksichtigt werden knnen

FLandau—, 16. Febr Ais Zestern früh ein Ne⸗ gr in
as Haͤus des Naerero Heinrich Weiß in Bellheim eintrat fand
er am Fuße der Treppe dessen Ehefrau als Veiche, dabei lag
ine Muͤlde, und Mehl auscheinend, als ob fie mit viesen Sachen
die Treppe heruntergestuͤrzt wäre. Die Nachbarn hatten kurz vor⸗
er ihren Mann mu Dung inz Feld fahren sehen. Als man
hm nachschicte und sagen ließ; seine Frau sei die Treppe he⸗
ab⸗ und tpdtgefalen soll er zur Antwort gegeben haben; Sie
vird nicht dodi sein. Die sofort herbeigeeilte Ortsbehdede
and den Leichnam bereits erkaltet, sowie Spuren gewaltsamer
»odiungz der Hinterlopf zeigte mehrete mit einem Hammer bei⸗
jebrachte Wunden, am Halse sah man eingedrüctte Finger und
im ganzen Körper waren Gewalithätigleiten ersichtlich. Nachdem
jeute das Untersuchungsg ericht vom Bezirksgerichte Landau den
Thatbestand an Ort und Sielle aufgenommen, wurde der Ehe⸗
nann Heinrich Weiß als der Thot dringend verdächtig werhaftet
ind in das hiesige Bezirksgefaͤngnifz eingebracht; derfelbe lebte
eit ZVdahren mil seiner Frau im ünfriebden.——

Ween is Febre Der Pring Vernhacdev. Solnis i
pom hannoverischen Flügeladjutanten, Baron v. Wedell, im Duel
erschossen worden. Der Pring war“ ein Verwandter des Koͤnige
Beorg von Hannover sOer Prinʒ war oͤsterreichischer Kürrasfrr
Littmeister ) Idiase
7 Koͤln. 17. Febr.In unserer Siadkt ist leider die Cholera
vieder ausgebrochen iind zwar in nicht unerheblicher Weise. Am
15. sind 5, am 16. 4 und heute ebenfalls 2 Choleralranke ge⸗
torben und im Cholera⸗ Hospital war gestern Abend einVeltand
don 29. Hranlken. nnνν N
.»7 In Mainz hat man am 14. Febr. Morgens 6/2 Uhr,
eine zweimalige —J Erderschutterung, pon, Osten nach Westen
zin wahrgenommen. —
DerLiberpooi Albion enthält die, überraschende AIize
etzt die RNdnigin von Englande ein⸗ vonihr selbstgeschrlebenes
Buch für'Die Presse vorbereite und obendrein selbst die Platten
jer, dazugehörigen Illustrationen steche (oograves.) Fürstliche
Schriftfteller und Schriftstellerinnen find heutzutage keine Selten⸗
jeit mehr, aber fürstlicher Kupferstich wäre etwas Neues, Jeden⸗
alls ist das Buch übzuwarten α

F Falmouth 17. Febr 8 Uhr Morgens. So eben
st das langerwartete und fast aufgegebene Hamburger
Pofidampfschiff „Ba paria; im Hafen bon Falmouth einge⸗
roffen. —

Ein Unglüd in einer Kohlen grube. Ein schreckli⸗
hes Unglüd hat sich in einer Kohlengrube bei Jemeppe (Lüttich)
ugetragen. Am b. Febr. Nachmittags hatten die Arbeiter der
Zeche „Bon Bouvoer“ die Grube verlassen, man zog die letzten
Ladungen herauf und es waren nur noch einige Nachzuͤgler unten.
zie Auflader und ein Aufseher, als ein Einsturz des Schachtes
Awa 50 Metres unter der Oberfläche Statt fand. Das Holz⸗
verd und die Steine der Seiten des Schachtes staueten sich bei
iner Ladestelle etwa 223 Meter unter der Oberfläche fest und
ullten den Schacht bis zu einer beträchtlichen Höhe. Der ganze
—„chacht ist 400 Meler tief und man bauet auf Galerien in der
hoͤhe von 223, 267 und 284 Metres Tiefe. In der Tiefe wa⸗
en noch 20 Arbeiter und eine Arbeiterin zurüch, denen somit der
Jusgang versperrt war. Man xichtete sofort über einem Luft
chacht, der einige Metex vom Förderschacht entfernt liegt, ein He⸗
ezeug ein und gegen 11 Uhr Abends begaben sich der Oberfiei⸗
er Viatour und der Aufseher Jean Berloo durch diesen Luft⸗
chacht hinab. Der Luftschacht ist bis zu einer gewissen Tiefe
zertical und setzt sich dann in schrägen Nichtungen fort. Berloo
var voran. Auf etwa 240 Meter Tiefe eriosch Viatour's Lampe,
ꝛr ging zurüd, bis wo drei Lampen in Reserve gelassen waren;
iese waren ebensalls erloschen, er rief Berloo, aber dieser antwor⸗
zete nicht, und so glaubte Viatour, daß er erstickt sein müße, und
lehrte auf die Oberfläche zurück. Inzwischen aber war der braoe
Berloo weiter vorgeschritten und hatte wührend drei Stunden fo
nei alg moͤglich die ganze Grube durchsucht, aber nichts gefun—⸗
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        den und auf Rufen keing Aniwyrt exhaltene Die Arbeiter mußten und war am Freitag, 8. Febr. Rachmittags damit bis zu einer
also die unteren Raume verlassen haben. und man vermuthet, heträchtlichen Tiefe gelangt, als das Blechrohr sich gegen einen
daß sie versucht haben, in einem Leiterschacht hinaufzusteigen, der Theil der Wandung fesistellte und bog, so daß man es wieder
boin Förderschacht getrennt ist, aber in einer Tiefe von 165 Me⸗ herausziehen und vos Neuem beginnen mußte. Dieser Arbeit
zern sich mit diesem verbindel ünd an dieser Stelle also auch ver⸗ haben sich alle möoglichen Hindernisse in den Weg gestellt und
schüttet war.“ Serloo stieg den Luftschacht wieder hinauf, um gan war, am 11 d. noch nicht vamst zu Stande gekommen.
Fuch in den, obern Theilen der Grube nachzuforschenals auch Erst wenn diese“ Luftverbindung: hergesiellti fein wird, kann man
seine Lampe an derselben Stelle in 240, Metern Ticfe erlosch in den Luftschacht hinabsteigen ung die Verbindung herzustellei
umnd er, fich im Finstern befand. Er. lappte sich uunbis versuchen. Ob die 21 ungludlichen in der dunklen Tiefe noch
zur Stelle, wo der Luftschacht senkrecht wird, und gab das Zei- leben? Oh durch die Verschüttung hinreichend Luft durchdringen
hen zum Heraufholen, was große Freude verursachte, da mar kann, oder ob sie durch die Gase erstickt worden find. oh sie fich
auch ihu fuͤr verloren hielt. Es war. das um 3 Uhr Morgens in die Tiefe unier den Luftschacht zurtcgeflüchtet haden ob sie
Weitere Versuche ergaben, daß sich in den Lutfschachte Gase ent. nicht vor Hunger, und Durß verschmachtet find? Das wird sich
wicelt hatten; man hoffte nun die Luftverbindung durch die Thä— erst zeigen, wenn die Rettungsarbeiten, weiche Tag und Nag
ligkeit des Ventilators herstellen zu können, und aber bald, daß mit Eifer betrieben werden, ihr Ziel exreichen Rüuhmenswerih
man dadurch nur noch mehr todliche Gase gus den alteg Theilen ist die Selbstverläugnung der Arbeiter, welche ihr Leben in Ge⸗
der, Grube anzog, der Luftschacht wurde also dungont nigen fahr setzteri, um das —* Verunglückten zu retten. Es sind die
Vqh Es stellie ich jedoch heraus daßbls zur Tiefe von 1785 Von henennten Beros Vinn und Wiche, Berloo
Vetern die Lufte rein wat und daß nian in einer Ziefe don 178.0 Piuth snd eine Tapferelt hewiesen die uher Diet VLon ethaben
Meter ohne große Mühe durch eine Ilte verschüttete Gallerie Line, ist, ex hat sammtlichen glerien der Grube, die ihm zugaͤnglich
Denmuns i dr ene herstellen koͤnnte wo man waren, durchforscht nd ist nur gewichen, als * die Gase in der
hermuthet. daß die Verschütteten sich wefanden Nan ging nun Tiefe ihm die Lampe, auslöschten und alles weitere Suchen un⸗
daran. durch Blechröhren eine Luftverbindung his zur Tiefe von moaltn machten. Solcher Muth wiegt xeichlich der auf, der sich
1785. Metres herzustelen, Man,narbeilete Tag und siacht daran qauf den Schiaghifeldern Ehre und Nudzelchmina sawirteetn
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eu.. 38* V — ELBLLILLLVS — —
Bekanntmachung. . Bekanutmachhe.x in g r ee
33238 2— — rezee
Da BSager Mitäel Auvot Sn. Ftreitäg den Ih gitg Lss7, Vochillaca —
ngbett.nist gesonnen, auf seinem ane der 9 Uhr, zu Aßweiler bet Wirn Güntin⸗ —
—— —AA in — ———— Vin nnrnigetstarket
cinca 600 Meter von hiesiger Stadt, ünter Oeconom zu, Sengscheid, die Immobilien ügen ist hilliastzu ver
Plan RXt 2054 29883 in der uͤntern Dreie iner Vii denn disebethe nnen ae edihe gst. zu ver⸗
e een den e eene e laufen hetgenn
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du Jeder der gegen diern Augführunggttn des St. Ingbeft qufe snehrere,. Jahrße, det Die Lungenschwindfu t
fraglichen ¶ Vorhabens g reine· gegründete — ——— 12 iny r 7535
Linsprache erheben zu sollen / glaubtwird Gleich nachdieser zWerpachtung, wird Inn autenet ne ni thich 286
hiermit gufgeforderi, solches innerhalb 14 dZerr Rufting den Neubau eines Giebelg dizin ge eitt udtesse DPr I, Roti-
agen/ beis hem Nunterfertigten. Bürgermei · gu den Gebauden seiner Miindesin amden, grzu inn i gnan
stexamtelnwofelbst sich zun Jedermannge Eim Wehnigstnehmenden, gus, der Hands derge, gegengeitig.) ν
pht eim Situatiomsplan hefindet au ⸗Pro: xen r Bauunternhmen- kdounen, sofors inn ů—,
— — ——— 6
—⏑ Stw Inghitt den ed. gelinat 1g02.⸗ 7 ed ne ü
niu — ö — rn —— Au Auft ag An⸗ und Verlauf rallet Arlen Staats.
Ebandon. Westphälinger,dapiere, Anulehenslodse, Eisenbahn· Bant-
XF. CVRã M-REXGGSEITCAq Gaschästsmannete 3 und industriellen Actien, Incasso von Cou⸗
Holzversteigerung - B5 — Dhe I8 Zu⸗
——— — ” —arten-Verkauf. «⸗ ecy cherung prompter zund reeller Bedienung.
Donnerstad. den 25. Feht hg7 Rae e uen dee eee
— —— e —— —S Frucht⸗ Brod⸗ Fleisch⸗ ia. Preise der
3,54 Pabpele Nutzstamm⸗ u. Abschnitte R, ——6 Stadl Zweibrücken? vom 21gFebr
— rieferne Sparrem;“ 3 ι 71 8 upartap gha —— un n·Weißen 7 fB. 88 kr., Korn 3 fl. 45 kr
Flafter gu langebenntiefern * 5 wird auch hier in viez Theilen — ——
2n Prüůgelholz,o n. e 11 o 2. Hausplatze einzeln zu bo sp. abgegehen. rtihige 4 fl. 835 kr. Spelz Lifl. —— kr.,
.12 Kiftr. buhhen Prügel geschnen. unn Wittib.rGuckelmus? Spehtern fren u eSVintet defi.
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F J — h⸗ ge n. rt ge — — p 234 ι 3 ftu — rbsen — ri Wicken
486 duchene Wellen 353— —8. ECauß.· Unter richt. u v geest ge —— fle r Heu
7200 Fesoeneno o * 573 r — F —I
* ⸗Wt 505⸗ —J er Meisskyrek Iu 5 u05
geate govst üehittheetshtse hiechctt, bi detter. Weetree er ännnt
Pappel⸗ und andere Hecken.g m 37 Kornbrod's Kgr., 27 kre? ditlo“ KNgr.,
Whiediasten den us Febn ioe73 330 Anfang. Mane im snalt des arre Cafs Is dihto äge sin Ganschte
—— fetier Fl Oberhau sern einenEurd gre ofrI PagrWed, 7 Coth,
e e e e i dete Tanzgz S Auftandslehre e he ginhtteifg un Duct 16. r
— — 2.M. Knaps. Vn Uh — — urz kre? akbfleisch 12 kr. Hammel⸗
—** ae eroͤffiyn. zh iI e calbfleisch 12 r. Hammel
α Are di d ο , fleisch 14 Iret Schweinefieisch 18 ir. per
En neuer/ leichter⸗ einspanniger; Rein; o Das gHaudtbestreben seiness .Unexrjchts Hfb. Wein n el Biere6 irper Liler
RVangefstrichener Wagen;mit⸗ ausgen ist Dahimgerichtet.an die Schüler guinenden? Hlter 4 e en 7
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nebstu Pfeth und abuem. Geschirre aft o zu u 777 Ar RJ
e —— nd 7 B aiserzlautern vom 19. Febr. *
ni Auf Verlangen kanc auch eine Deichsel B — — u n Weigenn7 fl. 80 tuu, Korn Sfl 38 kK.
mit· Stoßlette dazu gegeben werden nitui. AGine Liste jug gefälligen Einzeiche Spelzkernn —— tr., Spelz 8 f.
ve Wod jagt die Erdedition de Rl.n nda mumnliegh bernHeunn Johen Scherff ile, Gersse 8fl. 26 ktr. Hafer 44.
J——— ot, Biechfchmieck, offennn ni IdExbsen: 4 fle 36 kle. Wichen 4f.
uFrste MQualitäten· Schweine schmalzade en —ES 9 v Aaz v8 kitt Ccuñ 83,k. Linsen 58 fl. 19 ir. per Zentner.
—X— rwaß 88 Brodpreise: 26 kr
empfiehlteu αν να o— , ι ιιJ 33pfd. Gemischthro d 14 krx. und 2 Pfd
ν ο ι tν vilehrer aus Raiferolauterue Weißbrod 15. kEra

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ind Siq ma age Abounementshreis pierleliährig 18 Krzr. Angeigen werden it 8 Kegr. die dreispaltige Zeile Blaschriff oder 4
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F

28 Zebruar —V — — αιινιι ertt A
nιιι νι ιννι
— — auut: Deu kschland. 0 1*7
Muam S eon I 9. Febrien In und außer det Presse ist seit
nigen“ Tageir von Gerüchten die Rede, nach welchen wegen
eblich amm Schooße des Gesammtministeriums? hettichenden Iwie·
daus dald Fuͤrst Hohenlohe allein;n bald jammitliche Mimistet um
hre Entlassung nachgesucht haben sollen. Namentlich heute war
vas iehlere Gecuamn ich wei nicht von ?welchero Seite. in
Anilauf gesetzt worden. Indessen erfahte ich aus volllommen si⸗
herer Quelle, baß alle diese Gerüchtedes Grundes entbehren.
Horgen wird in der Sitzung der Kammert der Abgeordneten der
Siaatsminister des Innern die in einer früheren Sitzung vom
Abgeordneten Edel eingebrachte Interpellation an das Gesammt⸗
Staalsministerium. di rrichtung eines Verwallungsgerichtshofes
zetreffend, beantworten. Ich weiß don guter Hand, daß Lie
Staatsregiexung diest Frage der ernstesten Erwägung werth erach·
tet, und voraussichtlich wird auch die. Behandluug der Interpella⸗
X Einne ausfallen. Der vierte Ausschuß der Ham⸗
ger stellt den Antrag, dem Gesetzentwurft, die Behandlung, des
Zeseßentwurfs über die Militärverfassung des Konigreichs betref⸗
send, in allen seinen Theilen (Titel, Eingang und einziger Artikel)
igustimmen,,Die gestern vom. Hrn. Siaatsminister Fürsten
Dohenlohe zur Tafei geladenen, Diitglieder der Kammer der
Abgeordneten waren die Herren vom Directorium Ader .. Sece
iar Dr. Wiedenhofer war durch Unwohlsein perhindert. bex Ein—
labung zu soigens, dann die Hoh. Neuffer, Forg, Mandel. Hohen
adel Jordau und Umbscheide mgue: &amp; . Snnn
München⸗ 19. ge pierie Ausschuß der Kammier
der Abͤgeordneten hat auf, Vortrag deg Referenten Abgeordueten
d. Steinsdorf sich dahin entschieden, es sei dem Geseßentwurfe,
die Behandlung des Gesehentwurfg über die Militärverfassung
des Koͤnigreichs hetreffend, in allen seinen Theilen zuzustimmen.
Muünchen, 20. Febr. In der Abgeordnetenkammer he⸗
rwortete der Minister von Pechmann die am 30. Januar ge⸗
tellte Interpellanon wegen Exrichtung eines Verwaltungsgerichts⸗
jofes dahin. daß — die⸗
en Gegeustaud in Erwägung zu ziehen. —Det zweite Ausschuß
der Abgeordnetenkammet hat sich einstimmig dahin ausgesprochen,
der Vermittelungsvorschlag der Kammexr der Reichsräthe, bezüglich
des Gesetzentwurfs wegen Ausgleichung der Kriegslasten, zu ver⸗
werfen Die Kammer der Abgeoördneten hat mit allen gegen
er Stimmen dem Anirag des Ausschusses beigestimmt.
Mündhen, 20. Febr. Aus der heutigen Kammersitz img
tuß als hervorragendster Acte die Motivirung des Abgeordneten
Freihetrn d. Stauffenberg, welcher mit 81 Genofsen einen Antrag
duf Aufhebung der Todesstrafe eingebracht hat, bezeichnet werden.
Die ganze Rede, begleitet don lauten Beifallsbezeugungen auf
Seiten aller Fractionen der Kammer. hak große Senfation ge⸗
macht. Die dabei documentirte Haltung der Kammerdürfte ein
Anzeichen sein daß das vom Herrn JInstizwminister befolgte Sy⸗
lem nicht Alxein keine Anhanger im Lande hat, sondern defsen Stel—
lung selost der Kammer gegenüber unhalthar macht.
Munch en, 20 Febr, Inhalilich einer an anmtliche Kreis
egierungen. Kammer des Innern, ergangenen Enlschließung des
Staaisministeriumz des Innern vom 17. d. Mis. steht der
Anfertigung der, Militaͤrentlaßscheine an diejenigen Conscribirten
der Allersklasse 1843, welche bei Aushebung der letzteren zurückge⸗
dellt, bei der außerordentlichen Aushebung des Jahres 1866
aber in das Heer eingereiht und nach Beendigung des Kriegs
zufolge Fortdauer ihrer Zuruchstellungs gründe auß der Armee wie⸗
her entlassen wurden. kein Hinderniß im Wege..
Muünchen, 20. Febr. Geruchtweise verlautet, es fei eine
Ministertrisis aus Meinuingsverschiedenheit mit dem. Justtzminister
. Bomhard entstanden und soll Letzterer ein neues Cabinet bilden. Det
Oberstailmeist. Graf d. Holnstein soll seine Entlassunggenommen haben.
7 Dienstes-Nachrichten. —
Se Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
funden, unterm 14. Fehr.“l. Is. die erledigte protest. Pfarrstelle

Riederhochftabi, Decanats Landa w. den disherigen Pfarier a
districtsschulinfspeckor zu Heuchelhei m. Decanat⸗ ee
Jalob Heinrich Müller zu verleihen ·. 9
Vuͤrch Regierungsbeschluß vom 19, Febr. wurde der, Schulg
jerweser Simon Wenk zu Ruchheim — and der dortigen
racuinischen Elementarschule vomn 1. Märze Is. an ernanng.
Wein at. 20. Febr. Frankreich und Rußland halten vorluu-
ig ihre“ Diplomaͤtie au den kleinen Der hier ver⸗
torbent französ, Bevollnichtigte Belkastel wir Roasd einen Nacht,
olger erhalten . 4
Verin 18. deht.Die Feierlichleit. der i Croͤt ming des
sorddeuischen Reichstages wird im Weißen- Saale stait finden)
Denu Eroffnungsacte wird ein Gottesdienst in der Schloß⸗Kapelle
vpraugehen⸗ Die . Bevollmächt igten. sämmtlicher Regierungem des
Norddeutschen Bundes werden bereits am 22. Febeechier xintref;
en. um-⸗der Eroffnung und den Verhandlungen des Keichstages
veizuwohnen .· nS ινναν t 61
ranBerdinu, 213 Febr, Graf Bisem arch ast von. Seiten des
rönigs zuun erften Herr v. Saviguwm: zuun zweiten Gommissarius
für die Reichtagsversammlungen ernaunt, worden. Für dien einzebi
wn Branchen sollen Specialcommiüäre erxnannt werdent z
13αι— ν — — 112 ,:*
n Fraukreich. nut moyu: ——
RPraris, 21. Febr. Der gestrige,Aber dmoniteur“nxnchatd
algendes Bulletinbei Gelegenheit einer Bes prechnng des Erposes
wWer die Lage des Neichs Frankreich ist ftark genug um dir
Svchwache der RNachbarstaaten nicht zu wünschen, es ist überzeugt,
daß das Princip der 1Solidarität allenthalben den egoistijchen er⸗s
lusiven Geist der Staaten verdräungen werde. Frankreich glaubt.
duß der Fortschritt einet Ratten gleicherweisen auch jeder anderen
u Gute lommen und die allgenteinen Inte ressen den Sonderin⸗
ereffen vorgehen müssen.,n. Diese civilisatorische Ideeist maßge⸗
xudein allen Beziehungen; der kaiserlichen Regierung zu“ den üb—
igen : Müchten. ιιαν
— u Italien. m
— — 8 — u :t uf
Florenz, 20. Febr. In einem Ruudschreiben Ricasolis
an die Präfecten, heißt es: Die letzte Kammer besaß nicht alle
erforderlichen Elemenleg um ihrer Aufgabe im parlamentarischen,
Regime zu entsprechen. Die wahre Arsache der Kammerauflösung
ei gewesenaeine feste compacte nationale Majorität zu bilden,
ʒö der Kegierung Kraft zu verleihen ĩm Stande ist. Italien,
ei, dex unfruchtbaren Discussionen, der schwachen Regierungem
owie dex forlwaährenden Personen⸗ und. Prog ramineänderungen
berdrüfsig; diee unaufhörlichen. Ministerverän derungen seien die
irsache administrativer Unoronungen, welchen das neue Parlament
ibhelfen. önne, Die. Vermehrung. der Staatselnahmen können
hurch· Enparnisse und Reorganisation des Steuerwefens erzielt,
—DD
um einen Reuen Gesetzentwurf porlegen. welchet dem zu Tage
icetenen Artheil, der, offentlichen Meinung Nechnung ragen
derde. Italien bedürfe xiner ehen ee welche die
alionalwohlfahrt. fördern, aber keine Abenzeuerpolitil treiben
vilt; varuin müsse auch das Parläment aus Männern gebildet,
—
Spanien. — D ———
2 Nis Peataas wird der „Köln Zig“geschrieben:“König
Franz, det Gemahl der Rönigin von Spanien, ist nun doch noch
erbannt worden, und zwar, weil er min dem — umging,
eine Gemahlin dom Throne zn stoßen und seme! ertcuit zu
groclamiren.“ Et stützle fich dabei auf Documente, die für *
oönigin“ sehr comproinittirend find uad' in deren Besitz er sich
— Muͤhe, die man fich gegeben, um sie zu erlaugen, noch
mier befinden joll.“ Olozaga und Prim find jetzt, ganz ausge⸗
oͤhnt. Man erwartet in der nächsten Zeit dieernstesten Er⸗
eignisse.“ 8 —. 2* . FP Id n arrn
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        Beffreituna deae Rufwandes I* 73 Der
Qoe ieg undeFriedon den Oberbefehl gber Aie Ar.
nes— den Kriegsfüß und bestimmt Ahn Stärke, er
boeidigt die. ppent vrnennd dieg enerale onte anten
der Festungen; er —* Festungen bauen; die übrigen Officiere
werden von den Bundsfürsten ernann, die ihr Contingent befeh⸗
ligen. Der König von Preußen kann den Kriegszustand procla⸗
miren. — WW
Das1 Jabnel!l handelt bon den· Bundesfincsnzen E. Fur
Bestreitungen“ aller Lgemeinschaftlichen · Ausgaben? diencn zunächst
uun giel. aus den Zollen, den gemeinsamen Steuern und den F und
I 6*835* * norddeutschen Bunds. Telegraphenwesen fliegenden gemeinschaftlichen Einna n. Insoz
d27 Antwou⸗ er Versfasung des norddutsc ernd 2 eee diese Einahmen nicht eee uuß
welchen die norddeutschen Bundesfürsten unter sich beteibart ha — urausubringen die bur
ben und der num dem am 23. ). Zusanimentrelenden Parlamen ——
re hn werda en die e tunnte Das 1 3. Capilet eni heciciWestimimamgen über Schlichtung
— — wese ntiger Inhalt sich bon Streitigkaiten zwischenvden perschiedenen Bundesstaarene di⸗
In 9 ee 58 dicee Styatenh aul duͤhn Welche dom Bunsdesroiheerledigt werden sabie uber Atlentate gegen · den
— — de saten gufgeft Ae Bund und stelltdie selben beziehungsweise dem Majestaͤtsverbrecheg oder
— —— destniml.Vaf die boim 9 dee —B ——— w. Iniu den ainzelnen —
—A— üen eü 58 aaten agleicheu u ι p ι α
33
üceet eeundepetguten geborne Staatst ge da das des Bundenezu denn süddentschen Staaten sofort. nach Feßfiellung
Bürgerrecht. in jeden der Biwdesstaaten. Oie Zundesgesetzgebung n *
——— I νν ver Verfassungemes norddeutschen Bundes durch hesonderez demn
umfaßt die nachftehend nähet bezeichneten Gegenstände ) 546 — —*—
Die Bundesgesetzgebung pird. ausgeübt durch ben VBundes. —— nehmigung porzulegen vrWer zage ger eges wer
rath und den ⸗ Reishetag seran dede Verfammlungen! — ein —A naö nt 215 ι o ererrrer
Gesetz einig sinde wird daffelbe Bossziehbare h nae v Atzu: 2 ve — —— 7 αννι — naανιν
— D — — — Capitel· (undesrath) —V haßzelhiefeß Colleg Schwur gori chtofitzungen · Mua.iaincui·
um aus den⸗ Repräfentanten der Bundesstaaten hesteht.n Preut⸗ uαα l. Quatiat Eso7.
zenu hatin diesenn Raihtb 17 Slimmen; SachsenA. Medleunburg⸗ Sdhlutß det. Vethandluirg degen ¶Narl Efselbsrttinprd ndnis
Schwerin A, Braunschweigtg Jeder anbere dee übrigen 18 Stañ⸗ — —— Febr. Während die k Staatsbehsr⸗··
ten 1 Stimme, im Ganzen also 48 Stimmen. id dedie Anklage in ihrent· gangen Untfunge“ aufrecht guꝰ kerhaiten
20Jeder Bundesstadten hat das Antragerecht und sein /Antrag uhie bot die Vertheidignn herdot baßt bie von deneAngetiag⸗
muß discutirt werden Eine Abanderung der Verfassung lanun nur aen vetühten Diebstahle aicht alg ane fortgefehie Handlum Iu ber
—AV— — doru Stintmnsu stattsinden.⸗g.100 trüchten feien Jebes ejnzelne Delikt die Summe von 100 Gulden
Das *. Gabitel hundelt von Denn / Bundesprasid unn, dat der nicht ibersteige unde blos ein Vergehent bisde. Die Geschworeneũ ·
Krone Preußen zusteht, welches Krieg Erklären, Frieden schließen, Adnen fat nne dien idnen in den Fraten mieder gelegtenerschwe⸗
Verträge eingehen kaͤnn ——— des Bundes Gesandte enden mstundeldrin⸗ woriuf de igetingte Don dem Gerichishofe
ampfüngt und abjendett Es ernennt Dden Bundeskannert, welche r u einer vierf ahrigeli Zuchthaugsiafe verurtheilt wirde —
un Wundesnath den · Vorfiz führt/ denfedon beruft nr dessen Sin Zweiberucke g Feb Vahandlung gegen Heinrich:u
ungen schließt⸗ Derfselbe betuft/ veringte nund schließt? auch den Aiau 26 Jahre Alt, Schuhmacher! von Weyher! vet Körpec⸗ on
Reichstagu WBeide Versammlungen treren jährlich zusammeme Der berlchung mitenrachgefolgtem Idde ungektagtn vertheidigt
Bimdesrath tann ohne Weichstage diefev uber mie hne Zundes· dütch geit Rechtscanbid uiei Rosenherget ι
rathzusammentreten. Der Konigvon Preußen“ macht . die · Ge⸗ in helrtweihsonniaghe 1l Roge Isgebe ben det Wauͤthe
setzesvorlagen anh den Reichstag, gewehuigt ·nund veroffentlicht die aft der Witswe Zieglet in —————— worgens
Bundessetze und eruennt und vitatt die/ Bundesbecmten Begeu wischen Zunv 3 ũhr mahnen pie Tanzbursche i ihlen VPlaͤd⸗
Bundes mitglieder. die ihm Bundespflichtennicht erfülllem;uistiFrey hes i dem unteren Wirthazimmer ein Essene zun sich In der
cution gulassig Der Bandedruth hata in der: Regel die Ererutivn Ztube befand sich auch den — Winzʒet Michael Jung
in dringenden Fällen as heißt in Betreff militarijcher ¶Leistun⸗ von Wehher in betrunkenein gZustande. Derselbe Jam an den
gen) übernimmt der Koͤnig ron Prengen die Erecution. Dieselbe Tisch. an dem der Angellagte dat, und wollte init aller Gewalt!
lann bis zur Sequestration Geschlagtegung) des widerspenstigen anen an demselben Tische sihenden Mädchen den. Sinht unten
Landes/ ausgedehut werdennenu * — wegziehen. Da er sich daben nicht äbbringen ließ pacte ihn ai.
. Das 5.0 Capilel handelt voin Reichstage, der aus allgemei⸗ ner der Bursche dutz der dort sitenden Gesellschaft Ramens Leon⸗
ien unddirekten Wahlen hervorgeht Oeffeniliche Beamte find hard Brachtlen und stellte ihn vor die Zimmerthüre auf den Haus⸗
nicht waͤhlbar.“ Die Sitzungen sind dffentlich Dessen gesetzgebe⸗ gang Der. Angellagte sprang jehl muit den Worten Halt Leon⸗
rijche Periode dauert 3 Jahre. Zur! Auflofjung des Reichtages harxd überlaß mir ihn“ hinter demn Tische hervor dem. Brachtler
vbahtend diefer Periode is in Befchluß des Binm derralhes unter nach, umschlang dann den an der Thuͤre noch flehenden Jung,
Zustimmung des Präsidiums erforderlich. Die Mitglieder beziehen Gesicht gegen 5 nit beiden Armen und warf ihn mit den
eine Diaten, koͤnnen wegen ihrer Abstimmungen u keiner Weise Workennda 8 rauß liegst, derreck“. aus dem Hausgange
jur Verantwortung gezogen werden und dürfen keine sogenannte die dreistufige steinerne Treppe hinunter rüclings inj die mit Stein⸗
Spccialmandate annehmen. D n Platten belegte Hauseinfahri, und zwar mit solcher Gewalt daß
Das 6. Capitelenthält Bestimmungen über Zoll unde Han. nan ihn tüchtsg auffallen hörie. Fumg fiel ouf Riien und Hin⸗
vel und besagt; daß der Bund ein ein heitliches Zollgebiet bildet erkopf und zwar ganz besinnungslos, so daß man ihn Anfangs
die bugtichen Gesete und Tarife regelt . 23 kür todt hieli. Derselbe wurde nach Hause getragen und starb 3
Das 7. Capitel handelt von den Eisenbahnen. Das 8. von Tage darauf. Die Verletzung hatte eine bedeutende Hirnerschut⸗
den Posten und Telegraphen. Das 9. Capitel enthäli Bestimmum werung und Blutaustretung zur Folge, und ist als die alleinige
gen über die Marine und Schiffahrt.“ Es gibt nur eine Marine Todesursache des Jung zu betrachten. Ein am Hinterkopf befindlicher
jsir die Ostsee und Nordsee. Der Konig von preußen hat das Ober bedeutendee Schädelsprung ließ Deer des Falles ermessen.
vmmando, ernennt die Officiere und beeidigt sie sowie die Nann -· dDer Angeklagte will dem Jung nichts gethan haben. Er sei
schaften. Kiel und Jahde find Bundeshaͤfen. Die Flagge ift hm vielmehr vor die Thür gefoigt, um ihm am Wiederkommen
ichwarz weiß⸗roth. ν u verhindern, uud, hierbei habe er gesehen, wie Jung gegen die
Das 10. Eapitel enthält Bestimmungen über Handelscon⸗ Treppe zugegangen und in seinem betrunkenen Zustande opfüber
juln, welche vom Könige von Preußen ernannt werden. ziese hinuntergefallen sei Dies habe er den übrigen Gästen auch
Das 1I. Capitel handelt don der Bundes- Militär⸗Organisa⸗ ogleich erzählt, worauf Einige hinaug 2 und den Jung nach
lion. Allgemeine Wehrpflicht· — Die Bundesstaaten steuern der⸗ haus geschaft hätten. Der Ruf des amn ist ein gutet
hältnißmaͤßig zum Kriegsbüdget bei. Jeder wehrpflichtige Nord⸗ und wurde er noch nicht bestraft. Die . taats hehörde vertres
deutsche gehoöͤrt sieben Jahre lang, in der Regel vom vollendeten en durch den k. Staͤtsprocurator Herrn Zinkzraf, hob hervor, daß
20. bis zum beginnenden 28. Lebensjahredem stehenden Heere tein Zweifel an dert AUrsache des, Todes Jung besiehen konn
und die folgenden fünf Jahre —* der Landwehr an. Der dieimehr sei es gewiß, daß derselbe in Folge des harten Sin
Effectjv-Bestand der Bundesarmee ist während 10 Jahren auf 1 auf den Boden der Hauseinfahrt bei Ziegler gestorben sei. Eben⸗
Prozent der Bevöllerung festgesehte Fuͤr jeden Mann dieses Be. o gewiß sei es, wer diesen Siurz die Treppe dinab votgenommen
standes erhält der Komg von Preuden jäbrlich 225 Thalet zur habe. Es sei vies der Angeklagke Nau. Eine Reihe don Augen.

Amerika.

Pen vu 7 Beseßzdorschlag betreffsad
Reconsircion J —y D ————
Antrah * daiß vemo Prusidaten Johnson dor Oberbefeh
über Heer und Fettz entzogen Rerde. —

New-Yorl 19. Febr. Es wird versiche Juarez mar⸗
schire auf Mexiko und Kaiser Maximilian wolle seine Haupistadt
aufs Aeugerste vertheidigen. Es heißt dis kaiserliche Armee zähle
39,000 Mann⸗ Rach umlaufenden Gerüchten sollen die Juaristen
i berall siegreich sein ιν— — — —

79
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        eugen lbestaligth —E———— — — —————
hotfen, auch gerufen habe Hund da Uegsi Du“, was eine eben es so sehr dem frieduüebenden, in ratn des Nait⸗ gich
erst geschehene Gewaltthätigkeit deutlich Wee Wenn diese Zer in engpen zu vergreifen, paß moar Wo nicht denken 75

gen darin von eiander abwichen, daß di ernen lhom nem Hinab- vie⸗ ew nd plotzlich zu ẽur h —
sjoßen sprächen, während die anderen von einem Unmsschlingen des ellent Den Ruf „Leonh Ant en e en
Jung und einem Hinabwerfen redeten, so sei das Ileichgillig immd aͤge n der Absicht, eine Gensthaf zu begehen7 fondern Unglud
deweise nur, daß Letztere alles, die Ersieren blos Ven Schlaiß be⸗ 1Wzuwenden und eine Mißhaghtan — —
bachiet hatten, dagegen könne Nau mit suinem /Läugneny , und der erhuten. ¶ Diesen Bachtler Fabt inn e Weyher autgehneite
—E—— p — wt unhe ei und

von der Zehden Gepenrvues daron getragen — richt er selbst Habe. durch sei Bigene Wemuhen —9— 3 ĩ
— die h et 28 er va zir gewinnen, diese Annmgin bestarkt. — r t —
Nen pon reiem Vonwartsfallen rede, auf dem Gesicht Jiegen müs, n, Jung pergriffep, Jo knne Jenein inmerhin gicht det Fod des
——— dessen hahe Iman ihn zauf den — dehßteren zu — — 34 —Ve—

nit so starker Verleßung am Hinterkopfe gefunden daß diese jewesen der mit wollem Reach vben, — J e
mmitglich· vpg ginem biosen Falle die blos drei Stufen hohe abernaber nichte derantworiich — dane ihr
Treppe hinab herrühren könne. Der frühere Fall? von der Netter vollten · umd nicht · vor herheses eae —* eb. 5 9
habe iber dee e und se sounschuidiger —— —— 8
statur: gewesen undt ohns alle Folgen verlaufen, daß ves kaureber zen widern den Willen de cehleten un unn an 66
Mirher werthtsel/ wavon zu sprechen⸗ wahrend aun mittelbar ach eventuell wurdenrauf· Reiz plaidirt, da Junh vorhern — —
)em Sturzen bei FZiegler die heftigste Gehirnerschüttermig sich gesnecktt: und ihmumitoder Fauft!au ver Nase! herlemgeftoßennhade.
eigt habe. Die Vertheidigung stelltevor allem n dienrvölligen u An die Geschworenen wurden zwei Frugentgerlichtetzudie erste, ob
zewißheif über dien wahre: Todesursacherauf. Es kommen häufigt Lausder worfätzlichen vhne Abrosrgien / WMatschluß a erübten Körper⸗
jor, ee 838 und felbst. verletzungedes Jung, die ee Folge ve schuldig sei,
dirnverletzuug · Anscheinend / in wollster Gesundheit herumgehor innde indudie zweite, ob ernzu dieser That gereigt gewssen. Wahr⸗
ʒie Folgen erst spät und plötzlich fich zeigten, Jung nern früher pruch die eeaee 5
yon der Kelletsgefallen, haud les liege iotal ini æb soin dtimmen; derz Angeklagte ist schuldig, jedoch micht aaus Vorsatz,
Todeine Folge der hier der, beim Falle über die Treppe Zieg- ondern aus Fahrlassiglei Fednd Zuf die —— mijt 7 e;
ers erlittenen Verletzuug seinc, Wenn aber selbst letzteren Vewvletzumg sen ñ Stimnien aMa Feit Finfichrung, Jeg geuen Strafrechtes
ʒie zruher erstttene in ihrtinr Wixkungen gerhöht habezrzjoradͤlge wenigstena-8 Stimmen in Vejahumg, pet Sauldfrage gehdrem
das keine Schuld auf Nau, sondern sei ein Unglücksfalter den FJung drwac Nau damit freige prochen Ind dig Jorme xichtige Autwors
eben habe tragen müssen, Selbst angenommen, der Tod sei eine dätte lauten — ——— — —*
Folge des Sturzeg — Treppe, so sej die Thäterschaftz des ine, Beantwortungder, ziveiten v selbsinerstaͤndlich vegfel
san mit uichte erweesen Die bezuͤglichen Zeugen stünden in un⸗ do der Wahrtspruch bezüglich deg Stimmenderhaltnisseß Ugr war
osbaremn Widerspruche mit einander uͤnd einige davon geien wte nußte Naufreigesprochen werden; Lüber diese Folgen ihres Aus—
aig glaubhaft., Es muüsse hier eine Verwechselung des Nau mit pruches scheinen aber die Geschworen⸗weil fie geben der igt
Leouhard Baqhtlecderdel Zußg hingusgeschafft⸗ stott gefu den chulde noch den Ryeiz annahmen, nicht vbollständig klat ewesen zu,
haben. Der Vorfall sei, so rasch erfolgt und an gen eez 7 Die eeie hatte beantragt, wegen nbesimmnse
Unfalles sei es so dunel bwesen daß auf bestiminte absolut vich⸗ hen des wye —5* zit Nochmaligen Berathung zue erpusent
— 115* tr — — — *2* * 88
—
———
B
Sereigerun ouu
ν-, —*28 —
Fasiuacht, Montag den 4. März iss
sachmitiags2.Aln in seiner Behausung
aͤßt etr. MWislhelm. Chandon- Bürgerugin
tet! dahier aut Iangicchrigerahltermine dig,
Figenthum persteigern; nu
Plue. Aaaq. 204 Vulhen Ader guft—
bobelsahmung ieben heler Walle Witiben
ind, Berginauu Manenrry Mudlätzee
»em Obermühlenweg''gegenüber. 44
Ploo. e Vorgen Aden in bei
weiten Pfuhlwieserahnung Tneben Peter
Tuster und Gebr. Dörr
Piuo 39370 Morgen 66 Ruthen
Acker in der Au, neben Johann Adam
Bed in . Loosen. 3
Pluno. 4067. 84 Ruthen Ader, hinter
hobels neben. Peter Fischers Erben.
Plno. 4201. 64, Ruthen Acker auf
dobelsahnung neben. Joseph Steinfeld.
ein Bauplatz
Pluno 4407. 150 Rulhe Wiese im
Allment, 3
Plnd. 4408. 49 Ruthen Wiese allda.
Plno. 4409. 49 Ruthen Wiese daselbst,
Ues neben Louis Beer und Bergmann
Zpohn.
Plno. 387214. 198 Ruthen Acker in
)en Kastlerrödert nehen Nicolaus Betz und
deter Badar. ιιν
Pluo. 3907.78 Ruthen Acker daselbst
Iee Johann Adam Beck und Kaufmann
b * 77
Alles St. Ingberter Bannes.
orn Kgl. Notar

plio. 278279 b. 78 Dez. Acker
inde Wies jne der Mäusbach giebetz &amp;N
— —* — *
Pino. 1181u. 118130. 12 Deʒ Gar⸗
en in denz, Stauchgärten, nebe n
— — 8 un —X
Plnon 08b. A8 Mez Aded mih dobes
de uen rczn
eni —ED
J 2* ι — X
Ah deniselben Tahe e
ühr lassen vie · Herrem ohann Frie⸗
)rich Kauftnann und Jakob Friedrich
—XRDD— Eigenthum —
lern St Ingberter Vannes:“
27 Ruthen Wiese in den Großwiesen
zmeben Joseph Mülleg; Wittibh, und
Johann Feichtner. 3.
10 Ruthen Acker aufm! rothen Flur ne⸗
hen Iqkobe Herzer uͤnd Ioseph Fir⸗
mery.. If ιια 3
z82. Ruih. Acket! im diodt hehen Joh
Joseph Peters! und Petet Muller
sen Wittib. n i
v. Horn, Kgl, Nolar.
— 24

Unmittelbarinachher baßh Heetn Werb
dinand Oberhauser Caffetier dahier
einen in den Großgärtel nen Gar⸗
en mit GSattenhauscund⸗Winfassungsmauer
27 Dez. Fläche in“Eigenthum versteigern.

Horu, Kgl. Votar.
—*

Sodann läßt Friedrich Reiter
Wittib dahier ihr an der Naiserstraße me⸗
— —
zeim »gelegenes Wohnhgus ⸗nit 5 Stall,
—— — 5— 5— het
reigetne ——— Quu

Horn, Kgl. Notacion

v WM 24 42
Zäuserversteigerung
Samstag ——— — —
ags um 2 Uhr, zu St. — ei Hrn,
Joh. Adam Beck werden folgend Wohn⸗
Jauser mit! Garten in der Siabt SieSng⸗
zert gelegen · in Eigenthum versteigert: bnn
J. Den Kindern der verlebten, Eheleute

Johaun Bender und Theresia

Allar gehörig:
5. Dez. Flache mit Hof und

Garten an der van 8 Sohanũn

Joß Sehweizer, Uz Georg Ripplinger.
II. Den ee der — Joseph
Weber. und Barbara Neu häuser
angehörend: 47.
4 Dex Flache, worauf eit Wohnhaus
mit Stall, Hofraum und Pflaͤnzgar⸗
Len guf Höfchen, neben' — Stolz
liud Elisabetha Fischer,
lin VDen Erben der Eheleute Johann
Iys und Maria Theodor gehörend
Dez., Fläche wit Wohnhaus, Hof u.
— auf Hobelsahnung ne⸗
hen Joseph Schaudt umd Johann
Fläigen ·. J

Gleich nach dieset Verftelgerung läßt
Beorg Klein, Bergmann, und Wirth
ahier sein in⸗der Gassee neben Gustav
)örr und Franz Schwarz gelegenes Wohn⸗
aus,! vnthattend 6gZimmer Küche und
roßen Tanzsaal, Stall zund. 3 gewoͤlbte
keller, Ackerland und Garten, mit Kegel⸗
ahn, sowie 2, Ackerstücke in den Seyen
ind im Betzenihal auf⸗ lnugjährige Termine
ffentlich verseigern; i ιι

Dis zum eeie —
zaus auch verkauf, werden und ist Nähe⸗
es bei Herrn Westphälinger dahier
—

Sorn, Kgl Notar.

Fastnacht Dienstag den 5. März 1867,
Nachmittags 8 Uhr zu St. Ingbert bei
ꝓhann Hellenthal äßt Peter Ewer⸗
e, Metalldreher auf Zahlungstermine in
sigenthum versteigern:
urn,

Kal.

IAtotur.
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        XXι— ——gerfabril erInutern-
aĩe gui abelagent. Aus echtem framoͤs. irnf mad u —D — ůι τια ι u nα
Terpentiudl bereitet. Leil. roh amd ge· enn u , r ι—niurι ιααν
— — . 431 Gedämpftes Knochenmehl. —DDD———
phalan! erpeceh ο snöB vann nen mονον i rden öι να
hom InSel und Bürsten,, ad nau dupoerphospath Sο οt ιιιον ονι ttu t,
— —* ui n M r GXM A ισ ννννσν io —o νι ο ι
vsgime- ord iener aspapier no? Mjß dünner im ue nnal αι rnl αα
45 * — — 130 Wiesen und Kleedunger.un ti No ee Anmnin iu
— a j oruu 5 pureuma, 1 — S 446 * B32 —z — 7d —
— — —— —— ihen bel A. J. reweninesn Et Juabert.⸗⸗
Belbholz Kothholz. Sandel. Krapph- Aßb. — WMialifate 9
dauis und Gartenverkauf, esene e orecee
Wasaex blea — Salmie Dit Kinder Gravius vome Schwan — — nig u ——
nl Sehwere — —A enader; beabsichtigen ihr ·daselbster an dem re““ ⁊
iar e Lein- Tale, Ihram, gen erbamen Bobnhofe der HonbingSi. — E — — — ůα—
VWacns,; agensehmleres yte. Ingberter isenbahn · gelegenes zweistoͤckiges Nimmeuerarleichter. einspormi ger neir
bester Zind hilligsterBe Bohnhaus, wit Keller⸗ Scheuen Siallung — ———— mit ausge⸗
chaffenhei —— —* Jagn srennhaus. Schoppen⸗ Schweinftaslen und drehten Büchfen, und abgedrehtenndichsen,
ßmtaterial Spezerei⸗ Aind — hofraum/ mebhft vier· Morgen großen Gur⸗ nebst Pferd und zBeuemn Geschirr, ruiste zu
s iwagrenhandlimg 2 ιον en mit edlernt Obstbünmen, unde Kranben verkmtfen,lan pungicinot di
vennenszian Fritz Panzerbieter ingepflauzt, Mus⸗freier Handtzu nerlaufen. ud Auf Verlangen Jann auch einct Deichsel,
iof gintuf And in St. Ingbertuobsiag Dieses Anwefen, einen Konnplerx bildend mit Stoßlette dazu negeben anerhdene
7 Bekanntmachung. und mit einer Mauer eingefriedigt, eignet Wo? sagt die Erhedition d. Blaι
Belanntmachung., ihh eimer age nd grohen vannichtee en Bnun
Fttitag ben Eeumm arheI807 Woͤunitags dodenn. worni güich gnue Vetniche eines gFa. Garteu⸗Verlauf.
ee eeet Wirth Hü ttin⸗ ritgeschaftesuIono — 5 2in an der! Haseler Straße gelegener“
xer säßl HerrFriebrich Ruffiug, Das Rähere gu erfrugen Am Hause 4 Ruthen? enthaltendetr ¶ Garten heben
Detvnvm zu ——— nndeWil belm Graviusnnder Jaevb Stauuer und Paut Woll,
Aner· Meündelin Elisabe h Arenburger Beschüftsmunn Baum inmn gweibrücen⸗ ũ st zun verkaufen. jun *
Hans⸗ Vue . — I vDerfelbe wird auch hier iin vier Theilen
vor de — — —5 —3 ale Hausplätze eimzelu zun 60 st. abgegeben.
St. Intzbert quf mehrere DJaͤhre ver⸗ 2 Azil ver —D —
Saen gans nehreiti Ma Bein Wennsesagt die Erpedetion d. Vl.“ E Aꝛ Winib. G n —
— —— Pariser weißer flüͤßiger
e ad e ene ranniger stexter Pariger wertzer Jußiger
— Wae. rigst zu der⸗ Veinn 7
taufen — —
Rufsß — Hohle in Kaiserslautern.
ISi Jughert) deuꝰ o. Febriar 4567
A 4 ugewendet; er ersetzt volllommen den Klei
tnic νν Aus — mni nmin — —
u unhse Westpha inges n wan gebraucht densekben un Papier, Pap⸗e
— bbeichaftsmanu. 7 bendeckel, Porzellan Glas, Mar⸗
mor,/ Holz, Leder, Korkeu: s. wi
su leimen. Derselbe sollle daher ber keinen
Handwerksmann, anf einein Bure⸗
au imd in keiner Haushaltung fehlen.
Für den Erfolg wird garan⸗
tirt, mein F J 9 —
Pteis per Flacon S, 12 und 20 ftr.
Allein echt zit haben beit unzen
i Fritz Panzerbieter
—V —— iu St. Ingbert., 7
rucht⸗· ¶ Brod⸗, Fleisch⸗· ac. Preife der
Stadt Homburg vom 20 Februnr.
Weizen7 fl. 56 kr. Korses fl. 43 fr
Spelj pfl. Ir. 15 Gerste, — reihige, — sI.
xpenad migunt spr Hafer
1fl. tt.« Erbsen 77 tr.Kartof⸗
eln'1 tActr. per Ztr Kornbrod, 8 Kgri,
27 ir. ditto S Kgr. 18 tr., ditio 1 hgr.
9 kr. Kühfleisch J. Qual. 14 tx. 2. Oual.
3 kr. Kalbfleisch 10 kr., Hanimetjleisch.
4kr., Schweinefleisch 18 kri, Butter 28 kr.
c Freulfurter Börsen A o
Geldsorten ———
Iatvom 21. Februar 1887.
Histolen r efer g4345 —
dolländische 10 fli⸗Stücke.9 48-50 I
)ucaten.. - 5 33 -358.
Russische Imperials e
20 Francs⸗Stüche · ·. 7. uuα-2
knglische Sonvereings.11 49-33
Freußische Kassenscheine. 144-456
en fein * os 7 Bostanldet
a 8 Si r ATi 5. 35
eech — aun erd 2728 n

—cht.
i ι unt“q
Unierzeichnettr brabsichtigt hierfelbsubis
Anfang Mar him Saale des Verrn Caf⸗
niex· F. Oberhauser enen Curs
n vder Tanz⸗ SAnstandslehre zi
eröffnen? « IN nao
das Hanptbestreben seines Unterrichts
stz dahin * wie Aere tsne
ic deselligen In —
nachent sind auf eine schone undrichtige
daltung des Korperg a sehel J 7*
EEine Liste zur gefalligen Eiitzeich⸗
nung: meghnbei Herrn. Joh. SEcherff
emior⸗ Blechschmied offen Eni α
ilch run g3 ιια
—————— J *
r aus, X erdlautern.
stEndehlung. J
keyxzeichneter. bringt andurch. den
Hew ee Schnappbach und Umgegend
uir Kenutnist, daß ex im Königreiche Baye
In Lotentisirt, von nin an sein Geschäft
ils Tüncher dorten beireiben darf, und
mpfiehlt sich hehe vorkomntenden Arbei⸗
in ghen in sein Fach einschlagenden
heten due Sesigaunnteertexsec Mioh
liger Bebdieninge
Dantel Weymann,
g/Tüuuchexmeister im Altenwald.
nafltion,

Oruck und

vertag von
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44
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44.

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27713 *
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        nudà — — iu pnumub me gt D — σ 7 ι
—— iumcotua s n J“e8 JY phu u n rig
i li Aubꝰ —— ecr C —— Nn. c1 cr. 7
gt mo⸗ *11754 40 M MV ⏑— RAM VA O
udu Gi ιοναν ilet n ma n ö ê ι ν äa u
— D .midiehnis picnu nαα Iuüdut 5 rut, iuuß did n
iT nnilungis — iti cn — Iαα I— ιν ‚οIe! o piuut:i
) 1 — n ull uto , ne n n
e n ei Plue linlechitidsblatus Sischenß weheut ——— Hnett hag
nnd Seua mito ge bonnementsprezs hierteljuhrig SKrzt. Anzeigen werden git g Krzrendie dreispaltige Zeile Blatischrift. odet Heren
ο αα, NRaum bexechnet, n tnu ,n

— — HTTCVIMXXCETT. — *88 — — —V—— *.
Nro 253 i0 h 1 ιn Dieustag/d In Februqe Giut iidivise ie 867.
tuVliheer —

2—

nu ,uit t. 4160356
o nι ανι ru⸗ Deut fchl and. laut noinonit Nitr
uMu n ch ein, Dae Febt.“* Diel Kantmeriver Meichstänhehai
in Mitgliedern des besondeten Ausschnsset für die Berathnug des
hesetzenwurfs im Betreff det: Minitãtperfassung des Konigsreichs
ewahlt: Se. k. Hoh. Prinz Ludwig von Bayhern, Seodi.a Hoh.
herzog Ludwig in Bayern, dann die Herren Präsident v. Har
eß, v. Niethamer ac Mras: aey Nerchegeld ndr Fyhr. v. Shrenk:
als Setnne die Herren Fuͤrst v Wrede und —— * d
.Der. Ausschuß wahlte sodann zu seinem Vorstande Herrn
gteichsrath v. Harleß danan ———— Gra⸗
en v. Lerchenfeld und zum — Herrn Reichsrath Frhrut.
tu.ec Schrenl izne urne mr htehtezken,
n e erhuche a e Wortesbosthenlderhiingcüür. Ittdetg.
chreihtuntern 21 — 336 glaube —JI— zu jein,
penn ich Ihnen melde, daß aͤsterhöchsten Drts für die Präsiden⸗
eustelle der Pfalz der Ministerialxathim —
luft darüber Gewißheit bringen . h e
Mun qhen, 21 Febre Der ben Gandlag vorgeloghe Geseh-
mitsvurf überdie Vervollstandignng der hayerifchen Staats⸗Eisen⸗
hahnen setzt I. den Bedarf Fuͤr Erweiterung. Vervollstandigung
und Verbesserung von Bahnhofanlagen und Statiouseinrichtungen
. in Rosenheim auf 800 000 R, Hoin Augsburg auif, 160,900
Lc) in Erlangen⸗auf 125,0900 fl 9) ain Aschaffeuburg guf
iüs boo si. osein Remarttauf 132.d00 si., he in vofr auf
3 800. s1. )9 in Vayreuth. auf E208 si. zusammen auf
309400 fi. fest; 2. den Bedarfe für Herstellung von Bahn-und
Wechselwärter⸗, dann Bahnmeister· Wohnungen auf 257 800 fl.
. für Herstellung eines 2. Schinengeseises auff , den Bahnstreden
wischen· a)der Fürther Kreuzung, und Füxthe 6)5 Untersteinach
ind Neuenmarke, c) Hof und der baherisch sachsischen Grenze auf
108 000/fl. gernex · den Bedarf zux Bestreiltug des Mehrauf⸗
vandes für die Bahnstrecke von Siarnberge über Tutziug nach
henzherg und Peissenberg auf 75, 00. fl, endlich 5. den Bedarj
in Beschaffung von Diepstlocalitäten für, die Geschäftsabtheilung
Xs· Siaatseisenbahubaugh bei der Geuneraldirectione der . er⸗
ehrznstalten auß den Betxag von 80, 600 fl., zusammen auf den
Naximalbetrag ven i, 700,000 i. R.Dieser Vetrag soll aus den
aach Erfillung der der Eisenbahnrente gesetzlich zugewiesenen Ver⸗
vendungen sich noch exgebenden Mehreinnahmen aus dem Beiriebe
der Staatsbahnen in den letzten, 2 Jahren dex VIII. Finanzperi-
de and, soweit diese nicht augpeichen sollten, durch ein auf die
Staatsbahnen zu verficherndes Anlehen gededt, werden.
Mäünchen, 22. Febr. In der heutigen- Sitzung der Kam⸗
mer der Abgeordneten wurdeln eine Botschaft des Koͤnigs, welche
den Dank fürn die zu stiner Verlobung, dargebrachten Glück—
vünsche ausspricht verlesen⸗ Dex Jufftizminister gab seine Erkläe
ung wegen der Angriffe des Abgeordneten Frhrn. beaStauffen⸗
berg in der setziencSitzung der Kammer der Abgeordijeten ab,
die er mit der Behauptung schloß,ex zund sein oemu genohen
das Vertrauen des Landes. Der Gesetzentwurf; über die Behand-
ung der Militärorganisation⸗erhiehlt bei, der Abstimmung 87
zegen 53. Stimmen undajst daher wegen nicht verfassungsmäßiger
Majoritat abgelehnt. Abge Völk beantragte die Watl eines beson⸗
jeren Ausschussez don 15 Mitgliedern für die Militgrorganisation.
Die Beschlußfassung über diesen Antrag wird in dex nächsten Si—
zung erfolgen.it , ut Ceunt n
Munmchen, 23:2Februna In den besonderen Ausschuß für
gie Militürverfassung wurden heute; gewählt, die“ Abgeordneten
Feustel, vl Pfetten/ Beermüller, Langguth. Kolb, Sedlmayr, v.
Stauffenberg, Schultes, Marquard Barth, Bischoff, Crümer, von
Stenglein, Hirschberg. Schneider und, Goljencc
n Mnchen, AArn Wie! dien Baäyerifche Ztg.22meldet, hat
der König die Beschlüfsfe der Skuttgarter? Conferenz gestern geneh-
migt und sind die Natfttatisnen an die bayerischen Gefandschaften
aach Stuttgart Karldruge · unhe Marnnstadt · abgelendet worden.

ν y
Spre renge Ade Febr⸗ h Es ist durch Ministerial⸗Entschließung
om I8. da. bestimmt. worden, daß- Asümmtliche Konscxibixte der
Alterstlasse 48840.auch die Zarrückgestellten die mit bereits con⸗
tatirten auffalleuden, Gehrechen Behafteten, ausgenommeng bor
dem obersten Recrutirumgsrath Hahier zu erscheinen haben, wo de:
ren koörperliche Untersuch iug porgenommen und zugleich festgesetzt
vird, zu welcher Waffengattung diremiltärdiensttauglich Befundenen
zeeignet ndehefahigt erscheitren. Trotzdem werden nur so viele
ur Kinreihung gelaͤngen, als zus Stellung des —X
reffenden: Tontingents bon 26855Mann æerforderlich sindern Det
BezirkSpeyer hat hierbon 826 Mann gzut stellen.! (Sp. A).
ADienstes Nachrichten!n iιν ν
ꝛu nlDutch Regierungsbeschluß bom22. Febr. wurde!dor Schult
ehrer Eduartd Camisat⸗ von Steinfeld zunmr Lehrer der kaih. Mäd⸗
henschule daselbst vom 1. Maärzg LuJ. an und der Schulverweser
balentin Hummel' v. Neuburg A. Rh. zum Vehrer der M. Schul⸗
—
de das Gemeinderathsmitglied Johannes Romer zum? Adjunkten
der Gemeinde Elmstein ernammt. 4
Se. Maj der König? haben“ demTriftbachaufseher Carl
VBilhelm Helferich zu Nerstadt a. d. Hr in Rücksicht⸗ auf stine 50
ährige im Militar⸗ Communal⸗und Civilstandsdienste mit Fleiß
ind Rechtschaffenheit geleisteten Dienste, die Ehrenmünze des Lud⸗
vigs Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. uit,
nuiBexlin, 21. Febt.“ Dem Vernehmen nach sollen für die
Reichstagsverhandlungen neben dem Grafen v. Bismarck und Hrn
b. Savigny noch drei Specialcommissäre ernannt werden. Die
Frnennung des Bundeskanzlers wird erst nach der Publication
der WVerfassung etfolgen.
Berxtli g 24 Febr. Die Cröffnung des Reichstags des
storddeutschen Bundes hat heute mit einer Thronrede des Königs
von Preußemn statigefunden, in welcher derselbe auf den erhebenden
joffnungsvollen Augenblick hinwies, wo es ihm vergögnt sei, gei
neinsam mit einer Versammlung. wie sie seit Jahrhunderten kei—
ien deutschen Fürsten, umgeben habe, den Hoffnungen, Deutsch-
ands. Musdruck zu geben Der Koönig berihrie kurz die Ursa—
hen. welche ein Sinken Deutschlands veranlaßt haben, und er—
vähnt der steten Sehnsucht, des Volkes nach einem Parlament
das die seitherigen Bestrehungen icht zu dem gehofften Ziele
geführt hätten. Weil, man fich über die Vedeutung der That-
achen getäuscht habe, so sei es eine Nothwendigkeit goworden, an-
uerkennen, daß eine Einigung nur an der Hand von Thatsa⸗
hen zu suüchen sei, die, nicht das Erreichbare dem Wün⸗
chenswerthen opferten. Deshalbhätten sich die Bundesregie—
rungen über bestimmte graktisch bedeutsame Punkte geeinigt,
velche in dem Bereich, der Möglichkeit und des Bedürfnis—
es lägen. Der Verfafsungsentwurf, muthe den Einzelstaaten nur
die nothwendigsten Opfer für die Sicherheit. und Wohlfahrt deg
Zundes zu. Der König danlt den Verbündeten für ihr bereit,—
villiges Entgegenkommen und sagt, daß er sich der gleichen Hin⸗
zebung bewußt sein werde, wenn die Vorfehung nicht die Lei—
ung des mächtigsten Bundesstaates ihm verleihen sollte. Als Kö—
nig von: Preußen stärke ihn das Bewußtsein, daß die Erfolge
Breußeus zur Wiederherstellung und Erhöhung der deutschen Macht
ind Ehre forderlich gewesen seien. Die Thronrede betont die
Schwierigkeiten, eine Uebereinstimmung so vieler unabhängiger Re—
zierungen zu exzielen, welche die Stimmung ihrex einzelnen Lan⸗
desstände berüchsichtigen müßten. Deshalb sei es ebenfalls drin⸗
jend nothwendig, daß die Prüfung-des Verfassu ngsentwurfs deg
sorddeutschen Buudes im Einverständnisse mit den einzelnen Re—
zjierungen durch vom Reichtstage verlangte Aenderungen nicht ge—
ührdet werde. Möge man den günstigen Moment zur Errichtung
»es Gehaudes michte versäumen und den weiteren Ausbau getroft
vem vereinten Wirken der Fürsten und Volksstämme überlassen,
Zur Herbeiführung eines Einverstänunisses mit Süddeutschland
vexde Norddeutschland, sohald die Bundegrerfassung festgestellt sei,
teis borcite sein. Die Erhaltung des Zollbereins, die Pflege der
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        9 — — —D—7— *
Volkswirthschaft und die Sicherheit Gesanmtdeutschtands würden gerkumt und dik Räumung hat mpathetische Kde bungen
die 53 ungen Finer gegenseitigen Werstündigung y hervotgekufön. Der ——— i bollkommen * ig vdor
Die Throtxred 3 nachdrücklich den wesentlichen defensiden Kha! sichz ohn einen Flintenschuß. Der Kaiser Mari ihn. bleibt in
rakters des Rorddeutschen Bundes, Awelchet⸗ mur Grundtedim Mericoxwd alles uhig ist⸗ Det Aehone“ ig Srests beagangen
gungen eines stacklichen Gedeihens der deutschen Gebiete von den und hat alle —— 81. Regiment ist / voll⸗
Alpen bis zum Meere anstrebe. Die wohlwohlende Haltung der kändig eingeschifft. Drei Transporsschi ffe sünd schon im Hafen von
mächtigsten Nachbarstaaten beweise, daß dieselben hue- Mißgunst Vera⸗Cruz; achtzehn andere sind in Martinique signalifirt. Die
ein staatliches Gemeinwesen Deutschlands begründen sehen, wie sie Finschiffung wird ohne Unterbrechung vor sich gehen. — Die Ge⸗
es bereits seit kanget Zeit hesitzen.Mirr von unserer Einigkeit iiid undheit der Truppen ist vortreffüch.. Ich schisfe ich hete di
Vaterlandsliebe ser für Gesammtdenischland eine verfusstingsmäßig⸗ dent Paquetboot ein. um nach Frankreich zutuchhukehreininn Decn
friedliche Entwickelung abhängig. Der König hegt das Vertrüuen, General Castelnau.
——— werde dankend auf diesen L ge e Vot x3. Febr. Das Abgerorduetenbquß hat F
dort Her ldeutschen Einheit, Freiheit und Macht itrtablicen VSes schlossen daßß vom nächften September ab die Steuctx Ruf Dalivi
halb ·möge diefes gemeinfame Werk den Traum von Jahrhunder wolleaufgehoben sein soll. — *
ten, das Sehnen und Ringen der Geschlechter der jüngsten Zeit New-York, 22. Febr. Das Repräsentantenhaus hat die
erfulben Der Köonig schlieftt Ramens dere werbündeten dteglerune Bill angenominen, welche?die dercsie rurng zur Ausgabe von 100
gen und Ramens Deuischlands fordere ich: Sienvertrauensboll has Heillipnen Dollars exmoͤchtigt, behufs dere Einbosumng der Foupons
Iu auf ↄHelfen Sle die große nationale“ Arbeit vasch »und ficher der Interestnoten. Rach dem Abzugy der Franzosenn hat
dꝛitchführen. Der Segen Gottes an welchem alles gelegen uiste be⸗ Benexgl Marczez den Belagexungszuftande über die Siaht, Meo
gleite uind fbzrdere Ihr vaterlandischeg. Werl.il xrieo? verhängt. ne iri lo : Maιæ
d — 7 e e 1136 IAASMA 444 3 ã5
art 28 Febr Dig Frauet erfähet dunh. Puibda de - e Schwugerichtsfizungen.nn en
pesche aus Pisa. daß Garibaldi von Cabrera lomumiend,— heute in ZQui πν ια
hüborno⸗ gelandet. aft und daß er nach Florenz. weiten gereist, 73 6br gbul 30.“Febr!oAnklage hegen rpt gach
Der Abvenirx ngtional“. bringt folgendes, ihm jun letzlen Au- Vinderon. Bäcker in Gocdhligen, Wegen —
genblick aus Berlin zugehendes Telegramm: „Der König von lehzung. —33333
Preußzen hat einen eigenhändigen Brief an den Köujg der Selgier Der Angellagte, im Trunk zu Thätlichkeiten geneigteJonfi
abgesandt. Wilhelm versichert Leopotd seiner, personlchen Sym⸗ gber gut beleümundet, satß am 7. Oktober 1806 mit setnen Ge
phihie umde seiner festen Mnterstictzung..n haebellen “am Tische deim Rachtessen unn hatte einen Hafen mit· einen
ah Paumirs, 22Febee: Man schreibt der Corr. Hah.? gars duhn vor sich, als der Küfer Fichtenkamm und der Webet Babisß
Rom bon einen Vorfall, der beweist, daß die italienischen Trupe zuui Besuch hereinkamen. sntnn zeg n Swern den ex⸗
pen qn der: Grenze des Kiuchenstaates doch nicht einfach dem Na⸗ vähnien Häfen an sich, der ingeklagte aber, der etiwas an getriin⸗
men nach eine Ueberwachung ausühen. Diefer: Tage fiel eine en war, ging auf den Scherz nicht ein, sondern viß unter Schim⸗
Bande ·Guribaldigner mniße hewaffneser Hand in das papstliche Ge- fen den Hafen? wieder gurück Auf Anfuchen der? Ehesraue Win⸗
biet ein: GSie; war ubor die Tiber gegaugen jund hafte in Bag yeroll die Nneuei: Steite vermeiden wöllte schickten 'sich Fichtenlamm
gareg das papstliche Wappen heruntergerissen und dinrch das jtae und Babistan, das Hans zu verlassen Ersterer kam jedoch, auf
lienischen ersetzenrn uf dien erste Kunde von diesem Ginfall zfetzten in beleidigendes Schimpfwort des Angeklagtei ündus Zimmer
sich die an der Grenze stehenden italienischen Truppen, in Vewe- urück woͤrbeide aneinander geriethen, Fichtenkamm will zuerft
gung und ·pucten an Vagnarig ein, zwo sie die Gauder ausxinan- vn Winderoll mit dem untecn Theit Lines Taschenmessersdas
der triebem. das pustlicho Wabppen wieder qufrichteten zuad sich dann dieser an. det Hand hatte, einen Schlagenan das vechte Auge und
auf das italienischeGebiet Wieder urückzogem Alß dee, wäpstlie vann leien Stich nun der Stirito erhalten haben, beide Verwun⸗
chen Soldaten Ppäter, mit zwei Kanonen: gon, Viterbo anrüdien, ungen wurden auch konstatirt und hatten deine mehr alssechzig⸗
waren weder Garibaldianer noch italiemsche Truppei mehr zu aͤgige Arbeitsunfühigkeit, sowiedie Wahrfcheinlichkeite zur Foͤlge
e end sich in Hholllommenster· Ordnung.., Um die ee am rechten Auge nicht wieder hergestelltn wer⸗
Einfälle F inigranten in dag, Kirchengebiet zu -erschwereug her en kann.“ Der Angeklagte, der auch einige leichie Verwundun⸗
sear ee eha ae der KTiber ent⸗ jen an sich trug, behauptet dagegen/ von dem Verletztennzuerst
ernen lassen.. mid Pu angepackt und zu Boden tgewoͤrfen · worden zue sein, wogegenr ser
43 Italien n , s reg und denfelben moglichet Weisenmit den Messer vdet
erten 22. Wedt. Won gucctn t der zu Neapel ern in duet deetrn en he aodin den gamden daun. vw
reen 3 n n egpe e etzt habe.“ Die Vertheidigung, gefuhrt durch Herrn Rechtskandi
scheinenden Italie: Widerholte Depeschen des Marineminifterium⸗ Reserae eueue ern
—— e eheschen doe remu daten Rosenberger, machte auch in erster Linie geltend,n dercin
drdnen die schleunige Ausrüstimg eines Geschwaders an, das Er eigenenr Haufe bngegriffene Wenderoll habe nur ime Stand
v wiesez Monatsshon in die See zur gehen dereit sein so Es ueeen Zaue ungegritere ndee ae n m anr
d ees nas von in zdie See zung bere n dekr Rothweht gehandelt-und es liege“höchsteüns Heine Meberschret
vx daffelhe⸗ en Namen Vermanentes Evolutionsgefchwader“er ung dieser Rothwehr vor subswiarisch behauptese die Ver⸗
Hilten intd bon Admiral Rihotti befehllgt werden. Nußer diesem adieeeeee t earte rupree wie
e ihpen ve I den Auger diesemn heidiginge WVorhandensein von Neiz und gemindetter Zutechnungs -
Beschwader soll noch ein gzweites in aller?“ Eile — D surden auch 8 Fragen begnalich de
—
* e eres vesele merden. ian . geführten Milderutigsgründe hestellt, zu veren Benuntworlurg hedoch
Roin. 22 Febren Dex⸗WPapst hat in einer im Consistorium din eeeeetde erent zu en igten re
J irp/ nsonum die Geschworenen nicht gelangten indemsie den Angetläggtennncin-
ehaltenen Alloetttioeauf die Verhandlungen mit der italienischen fach michtschuldig erklärten. I—
Negierung hingewiefenn mnd gesagt Die Bischöfe, welche er! jettcg ann cauin Siu — — —
aussende, werden bie geistlichen Güter gertrubt, die Congregatio⸗ neee itzüng vo 34 ——— 27
tnen verkrieben, überall nichts als Bekrübniß und Elendefinden; d tge degen Kart Jerges ZJahre alt Schnergesolle
venumgeachte.sende er ir sn des Beit der Selen In bensets vun e aenedes. deneyt in Reustadt. wogen / Kerwirr tlehimg
ben Toni min ” kap 28 iswofe. 3,vGelegentlich verConscriptionsverhandlungen am 8. Dez.
i Donaufürstenthümuer. uibhin' hatte sich der ebenfallsconscribirte Angeklagte letwas an⸗
23 Bukareist. 21. Fehr.n. Die Regierung verhaftete mehrere getrunken,“ Gegen Abend begegnete er mit Margatethu Priesier
Pffiziere, Beamte und Private wegen des Verdachts einer Ver. don Diedesfelde in -der Nähe des Hoch'schen Hauses· An Meustudi
schwörung.“ Gerüchte sprechen von einem Aufstand, der am 23 den Brüdern Jacob. und Heinrich Ragozett dvon' daz mih denen
da ausbrechen solltte. —⏑——— Jerges wegen“einetꝰ heleidigenden Aeußerung: des Jakdbe Rago⸗
in Türkei. —X 9L— Letzterer schlug eer
Komstanesain olpel, 2eFehr. Dem Fi 535 dem Ange agten“ ins Gesicht warf denselben zu Boden knie
e n deen 8 sig anf ahn und mishandelte ihnnier Deihnse res Dndera
Sultans das Recht gewährt wörden Münzen zu prähen, Ordens⸗ a em Angerlagten zu Hitre Lomen
Atszeichnuiigenzur stiften, rumünische Consuln, selbft in der Tür— d ruden Magozett zumidrissen. Ae ber di Fope des Vaeab
dei, zu ernennen, zu Konstantinopel eine rumänische Poftverwal⸗ Ieh enifland aber mener Streit und etzteres pudde den
fung einzurichten welche die Verbindung mit der destlichen Post nge sauten mit Hilfe feines Bruders von Neuem And verfetzte
sber Varna und Rustschut (wozu der rimicmischen Regierung eben— — loß. daß er gegen ein benachbartes Haus fuhr wo
— heaseen en cgerungen er ihn wieder vorn packte und an das Haus drücte. Unterdessen
14 Amerika... hatte der Augeklagte das Messer aus der Tasche gebracht und ge⸗
cri Vme itd ffnet, womit er, seinem Angreifer nach der linken Brusiseite stieß,
* Aus Bera⸗Cruz 14. Febr, wird ielegraphisch gemeldet: An daß dieser sofort zurücktaumelte und leblos zusammen sankc Der
den Kaiser Napoleon. Die Stadt Mexiko wurde am 4. Febr. Angeklagte wurde bald darauf verhaftet und das Messer mit soch
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        blutiger Klinge in seitit. Bosestasche gesndene Oselbee Iiungneie — München. EKin schaussremrehender ·Vorfall -hat Ke in
—5 — gestand aber später un mit diesem Messer gestochen zusder Nacht vom 18. auf bashe aufi dem — — ⏑—
jaben, jedoch schon bei 7 ersten Angriff von Seiten des Ge⸗ynet. Der Sehlossergeselle Michael Bestele wurde guf dem Wege
odteten. Dieser Behaudng cherwn hrigentz die Jeugenacsfagen, am Ausgange der Salzftraße iwv.dac Marsfeld von 8 Hunden
—A—— Befung 6 ——7 und da inr trotz versuchten Entrinnens durch. die Flacht
ind des Herzens und daͤräuf erfolgten unmitielbaren Vod Vnstat dies nicht mehr möglich war⸗ pon den Bestien erbärzlich zerfleischt
irte, enigegen zu stehen. ind sen — kire ban e ee ge F
er Vertheidiger, Hetf Rettskandide ßin maͤchte⸗ g eworden iehen; allein bald mußte sich der Bursche auf Linen
nd e eee evee Deee Dent
e , die Grenzen derselhen überscheüten, viefes nicht st überdeckt von -den ·zerrissenen und zerfetzen Kkeidungsstücken des
in en een Aber ůs Unglücklichen und getränlt von dem Blute desselben und quch: nicht
in schuldhafter Weistugethaͤn Aber: diich schon darum müsse er d lichen tr —
retgesprochen werden. da er vet der That otat ungurechngse, einStu einer Kleider. Hatter derselhe noch mn Leibe. Gang Tge
* eil e va Srud Malsate zugegeben Malbernungez seind gemorhen esrtkam er noch lebend den durch das Bi —
73 e tene Miadernneg aehee shem mdnn vmden s rietbergweielnd
—————— ch FHilfe. Diese wutde ihm bald zu Theil Zurch Ostbahnbe⸗
— ——— gAee ———— ihedednnedur Pouen von
38 —— geschafft wuͤrde.““ Befiele ist bereits sei—
nin Wunden brtegen? ! —
i In Fy ctc, hen Kreifen Münheg wirbs ag dz arudeh AA
Al —A 88 viel In ne uas 53 sdeit hier unð Manuheim· irdnöchsen AMontqg sthr un Guͤler⸗
jchichte geplaudert, welche bei dem Ballfeste, das zu Ehren des vxerkehr —————— —
nach Petersburg versetzten preußischen Gesandten Prinzen von 48An 8. März Vormittags bon 8 Uhr 1d W, bi⸗ Ii
Reuß vor Venen Fogen bergnallet wurde, zuerst erzahlt und 33 M. wird eine ba ung sichtbare Sonnenfinsterntg gant inden
vdielfach glaffirt Wurde Der Held derselben ist Prinz Paul von die, wenn auch nicht total doch ee enen b fudi
Thurn und' Taris, welcher bekanntlich vor Kurzem plötztich nach ichen Italien ist sie ringförmig in eysin find zwei Vuitt der
ꝛr. Schtweig werreistan Mean weiß daß dan Vrimen die Jeidepe, Lapn Aurn Mond versinsteit.
Haftlicht Liebe gun einer Schauspielerin des Acticn Thentevs due 1n Mohrbachetr Walpe wurde ein Hasenhindlex aus
diesemn Pusfluge, in das Land, Den⸗Freiheit bewog. nachdem er Rohrbach vom, Revierforster aus Herrheim angehalten⸗ drauf
gine Eruassnn w demolaniglichen Deere eibeten und evgnlteir] enen mit seinem Stoe hallichtelten gegen den Leßleren verübte
hatte. Der Vater des Prinzen, Fuest Rarimilian won ¶ Tynm and und ver oRehterfrstge dri Purelen mehrere Verwun.
Zaris7 soll sicheenniasofort In Ddie Schwelizt begeben hadenunr! Zuntzen ttin sesnnt Hisfanger, belbrachte. &amp;Ju. Dilweilet
möglicher. Weise, zuinterbrniren· In⸗gW. onu wrde Abentehenmn Vad hausegehen det Bürgeringister Born beim
Durchlaucht Den Pamen AaFrle Kreutzer“ auf, dem · Vhenterzeteb Ankteteneun fonen: Hausgang Von einent nbetkannteme Meanne
getesen nd dadurch Die Uederzeugung gewonnen habendaßz r sne enetn Stoge süledecgeshlagen, so. daß er zusammensantk und
n Sotn hier eden nis Htrus getraͤgone · werden mußte woe saine kranke Frale dag,
enter gaber ein lig Iuchte pergeblüch in den Logen-umg auch Helcht in Folge deg gehabten Schreckens gestorben ist
eeeee ehte großer jolbdie 88W — * F e in
⸗IFursleg dewesen sin als, Vorhang fich grohtarun gheim woh e nn
qung Fdr Iaech bihe nachdem der Froßkarlbach jetzi in Obrigheim wohnhaft, hat zufallig eine ute
thoben. Pung Jad Ziner der er ——— war, Faneg de ssanme und vlcleicht werthvolle e e zur
7 3 * Fohe Riese . Medersehens zu. grorlo- Aufbewahrung von Obst gemacht! Derselbe ein eifri er Sienchzüch⸗
cu ngen iWwischen Vater nde Soͤhn gelömnen ist neerandon ler war mit dem Autlaffen vbon Wachs beschaftigt ars rin tlet-
und ebenso, Vaͤß — Tagesthe na unsetet — onssdie FHinv ine eife gelbe Pflume mDan fluͤsige Wachs warf.
Beschichte . de pruz Lietennnden · Tempel krnahm Vieselbe dleich wieder heraus unh ah, daß sie fich mi
ser Donh geführt dne vermag ne . 71 9 ünem dünnen Häutchen von Wachs uͤberzogen hatte, das schnell
Muͤnchn 18.Febt. Ziut —* Wellaudstellung ⁊starrle. Es kam ihm in Folgende sen der Gedanke, daß dieser
un Porig hat ane anbere chede ge n dhauer ghiho laus Wachsüderzug zur Ingeren eeee Dionen könne,
Sinion eineꝰ namenllich fuit wugẽr — ste sehr interes⸗ weßhalb er Noch mig niehreren Steinobstfrüchlen in gleicher Weise
ante, lebensgroße Gruͤbbe vdn Jagdthieren gelkesertun WMsse Are erfuhe Der Exrpolg watn ein entschieden günstiger; dent die
i besteht aus einem Hirsche.in dem Voten der Verweiflung 3 präpatirten Zruůchte zeigten sich nag langer. Zeit noch vollstän⸗
aufgefaßtz wo Er · seinen Verfolgern nicht unbhr zu entrinzen vev- dig wohl erhalten und! dor denselben. Geschmacke, wie' ganz fri⸗
mag; Ty aus einem:Rehbocis im Momente des Lauschens, und ches Obst. Da unseres Wisseliz diefe Aufbewahrungsmethode in
ns einent Gemsbece im gewoͤhnlichen Schritt der. Bewegung. deneren Kreifen noch unbekaignt At. fo tkbeilen wir sig hierdurch
Anhh. mehrit hrigen withenollen Studlen i eß dem Dünstler gelun⸗ nit; vielleicht ermuntert sie ———— Verfuchen die,
n Lin Keth herzustellen das in jeder seinet. Figuren ebensowohl venm fie sich ebenfachs hewährten nicht unbedeutende Vortheile
durch dien fast ngstliche Treue der äußeren Formen als durch die Aussicht stellten. i
Sensbolle Auffassung der verschiedenen · Thiercharaktere auf das s S Wwendel wird im Coblenzer Tageblatt folgendes
Nhste befriedigt.gicher ulles das besteht bii Kennern und Kunst Furiofum mitgetheilt: Anitvetflossenemeontag hat der Orisdor—
Zeunden gn Rurneinstinanig gunstiges Urtheil. Der treffliche Guß eher unseres Rachbarbries deiede chn wele —X
zes Hirsches gist aus: demn. Gienanth'schen Eisenwerke bet — annt machen lassen: „Es wird hiernil ausgeschelli, am 12. d8. 1
ꝛrg herwargegangen- mnd zuletzt zoch von dem Künsller selhst“ bis harlamemswahl und da wird der Here Stuümm gewählt
die feinsten Einzelheiten rebidirt; der Guß der beiden anderen Zein dies vekaunt geworden, ließ die! gegnerische Parltei am an—
Stue aus der J. Sisengießerei zu Obereichstätt. Durch eine · sehr derem Tage darch denselben Ausscheller bekannt machen: Es wird
zückliche Fürbung des. Metallgusses, welche der Künstler zu die⸗ diermit gusgeschellt, am IA. istin Parlamen? swahl, da wird aber
—9— —R erfunden. ist der Eindruck einer natürlichet icht Hert Stumm, sondern Hr. Cetto gewählt!“ Der alte 60jäh—
Zauschung Fast.erreicht. wenn es auch unser Geschmack, nicht ist. eige Nusschellet der leichen auchNachtwächter ist, setzte aber
lastisch.molendete Bilder in der. natuͤrlichen Fürbung zu sehen. och hue Wer 54 diesen will, kann das ma⸗
Indessen hat Hert Simon hierin Moglichstes geleistet, und wer⸗ hen, wie ex will 67
den die Freunde der Jagd besonders befriedigt sein. Diese drel Aus Rotterdam schreibt man, daß der Gutsbesitzer Simon
Zagdstüde werden deglentet ¶van noch vier Rehtoöpfen aus Gußei- goot in Vengelsdye on seinem 17 Ella Rindvieh seit Febr.
en, ebenfalls in der Farbung der lebendigen Originale. Ihrer 866 nur ein Stück berlor, wührend? der Viehstand der ganzen
Dauerhaftigteit wegen sind diese den Jagdliebhabern um so Dehr vachbarschaft an der Rindecpetunn ne a en ae,
u enipfehlen, als sie im Preise kaum etwas höher stehen dürften inen von ihm gebrauchten -Desinfectionsmittel zu, Wwelches sich
als die ftüheren uiig Papiermache, wodurch sich Herr Simon einen Jeder fuͤ wenig Kosten in jeder Apothekeerfchaffen kann. Etr
deitwerhreiteten Ramen gemacht hat. Wir erwäͤhuen in Ihrem aͤmmt:2 Nnsen AHiq. perchlor oneentr, 1 ünze Chloroform,
Llatte dieser Dinge um so lieber, als Herr Simon, ein geborner 4nnzen 23gfadigen' Weingeist, mischt solches und schuüttet davon
due ehemals zun Kriiserslautern wohnhaft, aus dem einfachen glich 3. odeg mal an wverschiedenen Stellen im-Stall vor der
deahdwertznann dutch Talent und unermüdliche Beharrlichkeit sihn Lase des Viehes eiwaihs Liler, zundet dosselbe an, so daß der
u dieser heachtenswerthen Stellung in diesem besonderen Kumst dampf den Thieren um die Nase — Es soll das beste Deg⸗
weige emporgerungen hate — *8 nfectionsmittel sein.“ Andere. Gutsbesitzer in Holland, welche dies
e. Münchentk. Studenten haben sich zu einem „Alkademischen Nittel nach Angabe Poots gebrauchten versichern ebenfalls, daß
Studentenverein“ verbunden, welcher das Duell grundsätzlich ver hre Slalle volldandlg von der Pest vbetschou geblieben sind, trotz⸗
dem solche in der Rachbarschaft wüthete.

AII.
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        Bekanntmachung.
Da die Wrandassecurcng Beitrage prs
1866 à 6ir. per 100 sl. sofort abge⸗
iefert werden sollen svwerden die Bei⸗
wagspflichtigenaufgefordert, Ahreio geschub
delen Betraͤge zalsbalde anher' zu enta
richten, eue Giů atuit attis u
in. Ebenso haben diesenigen, nwelche noch
mit Entrichtung ihrer versallenen Sieuern
icht im Rüchstande befinden“ diefelbenze bei
Bermeidung · von⸗ HKosten⸗unverweilt· ubzu⸗
ragen.“Iex —DV
St. Ingbert⸗ den 290 Jebruat a zor⸗
Die Einnehnetere uu.
ttut n nu
i ννο,— Dereuu. ια

Annte Nächsten Sonntag(Fastnacht) —
idi I)l ιο une ül
T nad viiput ι ι α uduil
u n 541* IVCII ν vgtat
— 7 81MMmu8 —1 e —
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ianm9 Dieustags B I
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120 oni liee Mitnm nanus nchen Ferdiuqud Oberhauser. Audbt n
Agunden bevorstehenden Vrůfiuigen empsehle ich besteus
i —u νι
GErxamenschrifteupapiere
p—,—r en AX —F
dieselben in verschtedeneneiniaturen
13 Ii 8 — * —62 2* 84 F
sowie Titelblätter, Nachweise und
ET I 313157 320141 I56 —D —— q. !IM
Bele enc; nι —ι ι id u rι αιο)
—73 ege tιν ι ι αJαι, pαινι Gun
31 Wan —A —— — —— RMabrburg vag dusib
hin Cultd attetzt id tonn nt ni n rßae un nn
E3 —D A⸗ —D—— — Zyeibrucec —
i. ⏑ I[Win⸗neuer, deichter, einspänniger? nein
Bücher⸗ Anzeige Er Wogen miß ausge
.3 vrehten Büͤchsen, und nabgedrehtent? Achsen
Bestellungen von Büchernn Mufi-nebst Ppferde indnmeuem —V —
kalien und allen Buchhaudel⸗-Artis verkaufen⸗uν ιιννC nt
eln, sowie von; Inseratenn imden a. Anp Verlangen⸗ kammauch eine Deichsel
Pfaltzischen Plakat Anzeigex⸗““ nite Stoßlette dazu hegeben werden·
— 8 * Wo sagt die Etpevition d. Blnlduu
ie Sonntagsblätter⸗ und nalle cAccee o 6
Zün firirte —— —* hedingt /oden vjelmehreha —
ꝛie Agentür der Lauglschen: Buchhandlung ι——
eee ee edent Des Lahrer hinkenden Boten
—— Zix, Ansicht empfohlen 10 1 J LUustrirte muuta]
—* 8 —— Scherpf, —3 T22 2455.
Geschaftsagent. D O rf3 en t ung.
— —7* E onutag J Jahrgang 1867. ——
Gastnacht.) Monatlich in Heften von 4585 Bogen zu
22 vem villigen Preise von 3h2 Sgra 42
F rOI ir. 5 Dorfzgt. kann. zu gleichem Preise
1undh in Woͤchennummernj bezogen werden
—V—
Dienstag druck inoi
ALI. Bestellungen auf Ieses so beliebte Joum⸗
bei —2 nal nimmt an, die Red. d. Bl.
—7 — —— ο—rms den 22 Februar.
ETGuter Saathafer und Saatz Wir notiren heute: Weizen 13 fu. 1586
wicken blauer und rother eeaamen his Ahe unkree MRoggein IVrofirizOetr
owie auch füsse Milch it zu haben dis —fhei tr. Gerfie IIfl. 28e
vbei Gebrüder Grell. 18011 fl 88 tr. per 100 Kilone 0
T. ft. 20 ire bis — fl. — kr. per 60 Kilol
u Ueber die Fastnacht Mehl per Partie 18 fl. 15 kr. bis 13 fl.
ane —Die— 30 kr. Roggenmehl fl.Akr. biguue fl
—* 3 eeite witr. Roggenvotschuß 13 fle⸗AAitt. dig
bon der Löwenburg . n afl ke) Weigenvorschut i7 ss. —
Am Samstag Anstich.n bis. — fl. —kr. Blumennihle 16 fl. 45 ir
üν- ι bi— l. - tr. pet 70 Kilol, Reps
— 2 — —fl. Ari bis fl. kr. per:“88
nes Schweine⸗ Kilo. Rübol ohne Faß d fi. * 8
val n — fl.Arlin Leinoöhlvohne Faß 24
malz per Pfd. — kr. bisu ifl. br.Mohnol ohne
ugr. n ν Faß 44 fl. 1 kx. bis 48 fl. — fr. per
i 350 Kilo.Neptzkuchen — fl. kr. bis
70 fl. — ke. Branntwein 28 fl. 30 ir.
bis 29 fUä - trit

44

Subscriptions⸗ Einladung
auf bie Nationäle Bibliothek
sämmtlicher Deutscher Elassiker.
Won xerselben eschent attt g14 4
5 Band — — Preift
n d Ir. G e verpfüchtet
man sich zur Abnahine ———— Baͤnden,
Diese Ausgabe in Druck und Papier vor⸗
züglich von efäͤlligent Format, ist die —
——— duß dus! deutsche Volk
ʒie Meisterwerke ee den
ehnten Theil er seitherigen Preise und
nanche Werke noch billiger, erhäli.e —
Zchitler Gedichte kosten sohin uur
—
* pocüsche uid diguiatsche ¶ Werle
Sgr. —24 — 7 * y 3 —
Wieland hur 30 Thr Gsthe
4 Ahlt. Leffing LIhle. x
Zauͤe hefalligen Subscripllon ladet ein
die —2 Buchhandlung · in Speher
z. füx piese die Agentur in St. Indhert
en — 22 ch e:r X —
e d in u Geschäftsagent. ut
i .NI
Freitag den I. wargn 867, Vormiliags
. Uhr, zu Aßweiler hei üttin⸗
gJerr, läßt Herr Friedrich Ruffing,
Decononi zu Sengscheid, die Immobilien
einer Mündelin Elisabetha Litzenburger —
Haus, Acker⸗ und Wiesenfelder
vor dem kgl. Rotur Herrn Horn zu
Sie Ingbert äuf mehrere Jahre ver—
»achten.· —. —
Gleich nach dieser Veipachtung wird
herx Ruffingden Neubau eines Giebels
gn den Gebhaͤuden seiner Mündelin an den
Wehnigstnehmenden aus der Hand Iae!
ben; I Bauunternehmer, könnensofort
mit Herrn Ruffing unterhand In,ene neä
St: Ingbert den 20. Februarn 867.
RB F Aus Auftragt α
—— 66
7 *Geschäflsmann.“ J
Der Nntergeichnete hat eine ein⸗
zerichtete Nagelschmiederei mit allen
dazu nöthigen. Werlzeugen zu vermiethen
pder zu verkaufen, und kann; dieselbe so⸗
gleich übergeben werden.
Schnappbach iml Februar 1867.

onne Franz Antoni.
0 Weschnitteiie Kreide und Röthel⸗
steine find eingetroffen bei J
J Fritz Panzerbieter.

Guterrother und blauer

tleesaamen u. Se— n.
den Joh. Thierh,
Schnavpbach.

denq, 2. vebruar.
lẽruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
ter à 140 Pfund — fl. —.krx. —Rog⸗
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
sisbis i 1. — is ge v
n a n 3
29 Fr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 20 sr.
rin so ir — galer Ued Piey
5 fl. 5, kr. — 5fl. 10 kr.

F. X Dem eittz in St. Ikgbert“»s

Die Lungenschwin“
vird naturgemäß, ohne innen liche Mat
izin geheili. Adresse: Dr. II. Rott-
manu in Hanuheim.- (Francatur
Jegenseitig.).
— 8—
Redafktion, Drug und Veriaqoli

*
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        e 3 5 — 0 J —
——— i (— fnue r 7 — 00 MM ! ιν
us ou J 6 2 7 ) ⸗ 9 2111
ʒin noin 9 ,. . er ——— 2 — 3r. *
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— nene t . . n er
Dder „St. In gberter Anzeig ertmit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag,
aind Sa mist ag. Abonnementspreis vierteljührig 4o KHrzr. Anzeigen werden mit 8.Krzr, die dreispaltige Zeile Blatischrift - oder deren
ut n tun ι ιι eα Raum berechnet. ν ν t
NRro. 26. —0 0— —— Dounerstag, den 28. Februar punn in it 4867.
— — — —
ai ιν ο ιιιια jι Gιο —ιιι
tettot i Deutschlandee rαν»ι 3
diMünch en, 25. Febr.“ Oet aus 18 Abgeordneten bestehende
Ausschuß für ˖die baherische Militärverfassung hat heute Hrn.nv.
Pfetten (Rechte) zum Vorstand, Hrn:. w. Schultes:(Centrum) zum
Secretär/ Hrn. vo Stauffenberg (Linke zum Referenten: gewählt.
leber den Ankrag die Aufhebung dern Todesstrafe betr.wurde
drn. Behringer, über“ den Antrag die Aufhebung der gesetlichen
—R chrankungen betir Hrn⸗ Stenglein/ über den Schulgesetz⸗
iutrag Hrn. Mandel das Referat übertragen? In der Reichsraths⸗
ammer wurde Frhreivon Zu⸗Rhein zumi! Referenten über, den
Boͤlk'jchen Antrag auf Besteuernng der aus dem Auslande! bezo⸗
jenen und dort bestenerten Capitalrenten gewählt z“ das Referat
iber den⸗ Mililärberfassungseniwurf · wurdeuFrhr. wa⸗ Schrenl
ibertragen.Ni ιν uitot ude
. München!“ A28. Februar.: Die nächste Sitzung der Kum-
ner der Abgeordneten ist auf nächsten Donnerstag anberaͤumt:
ẽs werden darin zwei Interpellationen: zurl Verlesung“ kommen
ine vom Abg. Föckerer über die Freigebung“ det Advokatenpraxis
md eine andere vom Abgeordneten: Vouis unde Geuossennenz, Die
Stellvertretung der k. Rotarien lumd Anwäülte in Verhinderungs⸗
üllen, sodann den Geschäftsurlaub derk.:Fustizbeamten Der Pfatz
hetreffeud suν ν ütksaauvcen id vι
n di , nunu Dienstesnachrichtennoιιιο
Burch Regiernngsbeschluße vom a2uFebrwürde dver! Schul⸗
ziensterspectant ¶ Adam Buchert von Mußbach zum“ Verweser an
zer protest.·deutschen Schule in Zeiskam vom 1IMärz l. J.an
etuannt. νια iti * uιu — d
Se. Maj⸗ der Konig haben' sich allergnädigst dewogen gefun-⸗
den, unterm 81. Febr. IIs. zugestattenTdaß der Haudels mann
Samuel Ische oJsage in Edenkoben den won sseinenr vüterlichen
Broßvater veführten Familiennamen eee und führen
hürfe. i iaι —
Durch Regierungsbeschluß vom 25. Februar wurden die
Lehrer:“ IJacob. Arnold in «gZweibrücken e
zortigen protest.edertschen untern Knabenschulsz2. Karl Dünckel
daselbst zum Vehrer ander protest.deutschen untetn Mädchenschule;
3. der Schulverweser Friedrich Klentsch in Zweibrücken zum Leh⸗
rer an der dortigen protest.«deutschen Vorbereitungs⸗Mädchenschule,
ind 4. der“Schuldienstexspectant Christiame Grund aus Nieder⸗
ruerbach zum Verweser am der protest.⸗deutschen gemischten Vorbe⸗
ceitungsschule in Zweibrücken, sammtliche vom LaMärz b Inan,
ernannt; fernet wurde der bisherige Adkunkt Jacobe Jabetg zum
Bürgermeister und das Gemeinderathsmitglied Peter Ehrgott zum
Adiunkten der? Gemeinde Heltersberg ernannt.uc *
Frankfeurrt, 25. Febr.Ueber die jüngsten Verhandlungen
der Bundes⸗Liquidationscommisston koͤnnen wir folgendes Weitere
nittheilen 2. Königreich Sachsen“ hate seine Nachforderung von
32,738 Thlrn. zu den Exekutionskosten wiedet fallen lassen nach-
dem die Mehrheit! der Commission den: Ersatz der genannten
Summe beanstandet. Zur: Erledigung det für verschiedene Lei⸗—
tungen an das vorhinnige achte deutsche Armeecorps noch beste⸗
jenden Forderungen haben Württemberg, Baden und Großherzog
hum Hessen eine besondere Commission von Militärbevollmächtig⸗
en, die augenblicklich in · Worms unter dem Präsidium des großh.
jessischeit Oberst Kehrer in Thätigkeit ist. Am diese Commission
wvurden die bis“ jetzt beie der Liquidationscommission in diesem Be⸗
reff eingelaufenen Forderungen zugewiesen.“ Die Forderungen der
hemaligen Corpslieferanten für im Inli we Is. an die Festung
Mainz gelieferten Proviautgegenstände werden wahrscheinlich auch
det Bundesliquidationscommifsion zitr Erledigung übergeben wer⸗
den. Augenblicklich sind diese Forderungen noch Gegenstand der
Berhandlungen. unker den Kriegsministerien der drei betreffenden
Corps. Staaten. ιι αν .
i WiekbPaden, 28. Febrie Nach dem Rhein.“ Kur. “urist
—AV
definitis in den Besitz des Königs Withelm übergangen. ..
Dar in st B Febr. Wahrscheinlich in Folge! der
—— F —zRe —
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        tosmopolitischen Jahrmaͤrktsbelustigungen.zDie bester Restaurants; Die beiden Ingeklagten standet n leßterer Veit Miteinander
von Peris fehlen darunderh gie fanden·die 8 zu henet ber Gebruder Idoß n Vandau In Arbeit wo sie gleichzeitig am
veil sie der Ausstellung und“ ihrem Kufe Fhre machen wollten. 8. Dez. abhin —*2 und beisammen bei eineinHewissen Mie⸗
hemene⸗ Gartoche kauften dit Conccsidnen ohnefür ihre Gah- del, all da wohnken⸗ Nnlerdessen was jedoch Vech kraul geworden
ungsfaähigkeit einne Bürgschaft zu, leisten. Auf dex Insel Biancourt, ind hatte sich in das Hospital begeben und Schwarzwälder der
schon weil vom Ausstellungsgebäude, zahlt ein Bierwirth 220,000 nit demselben angeblich nach Bremen und dann nach Ameri⸗
e 8 e F 8 v die siee —— a prue.. — umedehen F ucent ron
sich auch sehr ungünstig ausgesprochen und Hr. Leplay, General- ib. Zu dieser Zeit war in Landau die Ausgabe falscher kurhes—
direktor der Ausstellungscommission sei“ in voller — Der ischer eene rt e Den —
Moniteur“ dagegen meldet, daß der Kaiset seit dem I Dd. M. heils wirklich vollbracht wotden; die näheren“ polizeilichen Nach⸗
mehrfach das Ausstellungsgebäude besucht und seine besondere Be orschungen führten bald auf den Angeklagten Schwarzwälder als
ep über den gulen Fortgang der Arbeiten an den Tag eren Urheber. Bet einer in dessen Wohnung angestellten Haus
8 8 8 I croffnuns 8* e festge⸗ 5 D uꝙ Deeede e
n Tage · sicherstellen. — Die franzosischen Ei nen wei⸗ uechfi zkohlen, untermischt mit Zinntheilen, eine Feile u.
gern sich entschieden, für die Ausstellung ihre Beförderungspreise dergl., endlich zwei korrespondirende Theile einer aus Gyps ge⸗
herabzusetzen z. dagegen werden sie von Zeit zu Zeit Ertrazüge ertigten Geldform, sowie A faljche Drittelthaler, die, wie die
rit wiianm ehrichan 3 5 * — IA mit de enre
Die „Frunz. rrioschreibb: „Folgendes Faltum, welches ibereinstimmnten. Schwarzwälder gestand jofort ein, i49 solcher
uns von zuverlässiger Seite gemeldet wird, hat seine in dis Augen beldstücke abricin und 4 davon ausgegeben zu haben, und behaup⸗
58 eantt R —A — eneee 2533 — D
ehren, welchenaufn Vestellung! der französischen Regikrung ein siezu nöthigen Matexialien gelegentlich ijn einem Wirthshaus zu
Jahr hindurch jeden Monat von inländischen Fabriken zu liefern Nainz von zwei ihm unbelannten Männern exhalten zu haben,
sind, hat dieselber Regierung soeben bei englischen Lieferanten eine Späten erklärte er“ jedoch, Simon Beck, der ihn bestimmt habe,
Bestellung von nicht weniget als 300,000 Gewehren der gleichen uittihm bei Gebrüdern Jooß auszutreten und nach Norddeuntschland
en De fönnen“ die! Lieferungsfrist micht, aber ind dann nach Ametika zu gehen, sei in dieser Hinficht sein
dieselben muß Jedenfalls eint sehr hurze sein, denn: man fügt ung zewesen und habeitun auch das Rezept zum Geldmachen izrzsein
das Detail hiuzu, daß die englischen Fabrikanten den ihnen gestell. Bürchelchen dictixt; BVeck habe beabsichtigt, die Arheiten jelbstzu
enr Termin aufänglich nicht annehmen wollten und ihn erst gelten nachen, sei aber durch sein Krankwerden darau, verhindert wor·
ießen, naͤchdein die französische Regierung anf ihrer Forderung den. nachdem er ihm jedoch zuvor alles Nöthige übergeben und
bestehend, den Preis der Gewehre um zwei Schilling per Stüde nittgetheilt habe Ser⸗ habe beim Guß einige Anstände gehabt und
awhh bat — F 37 — in Daeeen in ede a ae ui
Paris, 235 Febr.Die France“ bringt in Erfahrung, en Gelde sollte ein Ueberzieher vonBed im Pfandhaus ausge⸗
daß Herr Thiers ein Interpellatibnsgesuch betreffs der Angelegen- üst und die Keise-bestritten werden. Sachverständige Zeugen —er⸗
zeiten Deutschlands beim Prasidenten des gesetzgebenden Koͤrders tlären auch, Beck sei ein sehr geschickter durch·langjahrigo· Praris
— * —* tie ce art — d in N 88 ve pee
ischem Wege dem Hang, daß die Regierungen der Kammer iren, wäherend sie dem jungen bisher gu umundeten Schwarz
n ee Sitzung die Anzeige won einer durch Preußen gefor⸗ välder die Geschicklichkeit zur selbstständigen Ausführung diefer
deriek Grenzberichtigung gemacht und gleichzeitig erkläri habe, sie That absprechen. Beide waren in der letzten Zeit, wo sie noch
werde einem solchen Verlangen Widerstand leistenen Die Erkla⸗ den Gebrüder Jooß in⸗Arbeit / standen, zusammenzukommen bestrebt,
rung soll Senfation und großen Veifall hervorgerufen haben. — wobei sie immer, wie auch später im Hospital miteinander pisper⸗
BParis/26. Febt. Sin- autg Bulatest hier Lingetroffenes en, waren gleichgeitig dort ausgetreten und zusammon zu Wiedel
Lelegramm vom 24 —A—— Gerüchte bon gezogen. Das aufgefundene Zinn ist solches, wie es bei Jooß verar⸗
Berschwörungen und! Bethaftungen⸗ in sden Donaufürftenthimern heitet wird, eß wurde immer bei Beck ein auffallender Zinnabgang
für reine Erfindungeni tt e ie vahrgenommen und 2.Tage vor seinem Austritt in seiner Woh ⸗
Italien aung ein Stück —— auch fand sich der Pfand⸗
. schein über den Ueberzieher des Beck im Portemonnaie des. Ange-
Neape. Id. Febr. Diesen Abend traf mit dem letzten lagten Schwarzwälder. Die aufgefundene Form ist ganz, nach
Nordzuge Se. Maj. König Ludwig J. von Bahern mit Gefolge im be⸗ e NVethode eii oef i *
doige gemacht, wie sie Beck vielfach bei seinen mechanischen
sten Wohlsein und heiterster Stimmung hier ein, und stieg in dem Iebenen du a
—*— — e Urbeiten amwendete, während Schwarzwälder gar nicht im Stande
Igehd an e ade en hattt Bustoria ab. rgedenlt am ft eine soiche Form zu fertigen. Endlich hal sich Bec zu ver⸗
— ⏑ —— chiedenen Malen seiner Kenntniß gerühmt, sich schnell und leicht
Florenz, 24. Febr. Die „Italie“ meldet, daß eine großen s
F 3 — ziel Geld zu verschaffen. Derselbe soll quch schon einmal wegen
Anzahl von Präfecten sich in Florenz befindet, von denen meh- 31 zsi
**. pe 8 Siegelfälschung in Holstein verurtheilt worden sein. Der Verthei⸗
rere bereits Eonferenzen mit dem Minister des Imern gehabt ha —
—* 73 ee voa im Annern gehyn diget des Angeklagten Schwarzwälder, Herr Rechtscandidat Sau⸗
ben. Alle sind darüber einig, daß die Wahlen eine große Vewe *
““—— at e—,, ,en, ng, Ner, uchte daxrzuthum, daß derselbe durch Beck zu der That, die er
gung hervortufen werden. — Der in geheimer Sitzung zusam dht lnne vellei esein imn ei ängi
nei ene Senal hat die Bgung bee een en aicht leugne, werleitet und von diesem in einem solchen Abhängig⸗
Ie g26 Maͤr ord w Procefses des ldmi Leitsverhaͤltniß gehalten woxden sei, daß er im Zustande germiuder
s Persanobis zum L6. Murg otitt. e ter Zurechnungsfähigkeit gehandelt habe, während. der Vertheidi-
25 ι — Hollaund. — —— ger pyy
— Baurgg 25. Febr. Die Gerüchte Mber gewisse Grenzberich, betde nut durch Shwargwalder selbtg velastet, iuden dein Zeuge
tigungs⸗Vertangen, die von dem Berliner Hofe hierher nnh irect gegen denfelben sprechet. „Die Debatten danerten moch rn
worden weren, sind pöllig erfunden Wan deriche deg viee oracn odes 2 Detn hrt an wewenn dan tthain Giolen
heine Kammersihumg, welhe zu diefem Geruchie Lünles gereben delches den Schwarzwatdar der Haupt wat, jedogmtet Annat
het einfahe die Prufung der Winheilnngen zum Gegensteee me geminderter Zurechmumgsfähigtein. und den dngelnagten Bea
halle, welche die Negierung uder die daabht heigte Deunereee der Theilnahme hieran Durch Anstisten amd Seistandleistung für
jation gemacht hatte I chuldig erklärte, Erfterer wurde sodann zu einer Gefängnißstraft
— 9* —— — von 3 Jahren, Beck zu einer Zuchthausstrafe von 5 Johren ver⸗
*— Amerika. J m e urtheilt, ιιιι
New⸗York, 16. Febr. Bazaine enizog den in der Armee Zweibrücken, 23. Febr.Verhandlung gegen Joseph
des Kaisers HNax dienenden Franzosen Frankreichs Schuß, worauf, Rist, 25 Jahre alt, Sohn von Wendel Nist, Ackerer won
hdiele Franzosen ausschieden. Die Tinnahme von Zacktecas ducch Kapsweyer, der vorsätzlichen Körperverletzung angrllagt.
Miramon und die Flucht von Juagrez“ bestätigt sich. Albarez u Am Abende des 7: Oclkober v. J. faßen in der. Wirthschaft
teht augenblicklich nahe bei der Hauͤptstadt. Haijser Max isi des Jos. Merzlufft int Kapsweiher, der Angeklagte⸗Joseph Nist
reisebereit .... ind der 54 Jahre valte Tagnet;, Johann Bersch don Kapsweiher.
eeee beiz .— — 7eutstand pu wegen eines wüthenden Hundes, Bexsch 35
ν de gegen den Angeklagten heftig, woraufzletzterer üußerte: „Halt
n Schwurgerichts sroungen. dein Magl oder ich werfe dich zur Thüx hinaus!! Bersch schalt
45433 pruͤcken d Quartal —— rW . ihn ein Stück Vieh und einen Lumpen. Darauf stand Rist auf,
— rücken, 22. Febr. Anklage gegen 1). Johann. ing um den Tisch herum, erfaßte den auf einer Bauf fitzenden
Joseph Schwarzwälder, 18 Jahre alt, ledigen Schlosserge- Zerjch von hintein und riß ihn von. der Bank herunterz5 in die
n von St Nann und 2) Simon Bec, 37. Jahre alt, em Augenblick rief Letzterer: „Ach Gott mein Bein ist gebrochen.
elbgießer von Gleisweiler, wegen Münzfälschung, resp. Bei der ärztlichen Untersuchung sand sich olrllich ein Querbruch
strafbarer Theilnahme hieran der linken Kniescheibe nebst einem Längenbruch des oberen Bruch⸗

—
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        sindes, In Folge hiewot var Bersch 90 Tage arbeitsunfähig⸗ . At. Zn —
ind eine theilweist Arbeitsunfähigkeit besteht heute noch fort. Die hareh Ungkuck ereignek Ein dortiger Taglohnet hane gyre Zeit
Siaaisbehörde erlauterte in ihtem Vortrag, daß die Handlung »ez letzten Krieges eine achlpfündige Gpanate, auf dem Schlacht⸗
e Angellagten freiwillig gethan worden sei, in der Absicht Ge— elde beit Munchengraͤß e dieselbe in sIrinem Hause
ralthatigkeit an⸗Bersch zu verüben, auf die Folgen komme es ufdewahrt. Am 16. Millags schenkte er sie einem in Munchen⸗
nicht anODer Vertheidiger dagegen, Herr Rechtscandidat Hoseus eatz beutlaubten · Marinegente inen und dieser hatle. Den unglücklichen
strittnn diese Ausstellung, indem er geltend machte, es habe Hhier kinfalbe die Granate an rin Doasthan Hu vBringem dort auf ein
n unglücklicher Zufall stattgesunden. die Handlung des Angeklag⸗ zenster zu stellen und mit einem Zundholzchen anzuzuünden. Die
en sei nicht die mugschließliche Ursache der Verletzung an Bersch Folge de Vn besotnachen awr de ene J Granate und
ewesen, dies sei nicht erwiefen, und wenn dies auch der Jall.— maurde sowohl er 'als ein geradẽ als* Gasftin der Wirkhsstube
onne der Angeklagte nicht für den Erfolg verantwortlich ge⸗ — ⏑—,—— nerwundet/ Paß beide eine halbe
nacht werden. Es könne höchstens eine fährlaͤssige Körperverletzung Stande darduf den · Geist anfgabeir· Auch ein Bauer, der ebenfalls
dem Angeklagten zur Last gelegt werden. Die Geschworenen ich zufüllig in dem Gasthause befand, wurde am linken Arme
zingen auch hierauf ein, erklärten den Angeklagten nur der gz fahr⸗ serwundet und die gigt Dauß Pfindliheed Fenste. Gläser und
Assigen Korperverletzung für schuldig worauf der Gerichtshof ihn Zviegel Jertrümmert 3

a aner Gefängnißsirafe von zwei Monaten veruriheilte. Ft Wie HPedentend Zer! deutfche Seehandel ist, entnehmen wir
1. A. einem⸗ Verzeichniz der nzHansa“, in welchem die deutschen
ne. Zchiffe reufgezaͤhlt sind, die im I e die Hüfen V
16 3 3 un bon in China; bejucht haben⸗· Es landeten qselbst: 9
Speyer. 23. Sebr Durch neuerliche ¶ Ministeriat. Vertu derann r 3 8 AA
juug wurde bestimut —I für ntauglich erklaͤrten Kon eichische,32 asnoerjche 38 Oldenbnegische 8 MRealenburges
ibirten der Altetstlase 1845 be der beborst enden Auzhebeng Daeeeeeer nn aen dce Saut
— n
74 6Gsen, 22. Febr. In den nachsten Tagen Wwird von. Hort haben mic deusichen. gllen andeen RNauionen bereits den
At Kruppschen Fabru der Für die Pariser Ausstelunge bestuute horrong qbgewonnen danut. aher uch dien Nnfgade einez ad
olosfale Gußstahlblock von. 80 000 Pfund vermiitelst netz eigens l gen Sqchuhes des deutschen Sechandels empfangen, welcher doͤrt
uni Transporte eines gleichfalls für dieselbe Ausstellung besfimme der immer frecher auftretenden Seerumnhe rei der hinesen gegenüber
en Gefchützes erbauten Eisenbahnwagens abgehen. Der MWagen dringendlnoih thut, gber bisher fast nur von den Engländern geübt
in der, Fabrik selbst erbaut ruht auf 6 Achsen unde oirdf wenn g Diese Kwagen mit Recht⸗ e mit seinem Gelde in
erden Bloch⸗ an seinen, Bestimmungsort beföͤrdert hat hierher nChinc fremde Nationen beschützen solle, die dort den überwiegenden
urückkehren, um das Meschützrohr zu holen.nLetzteresn wiegl Theil der Schifffahrt inne haben. Im worigen Jahre wurden
i00,009 Pfund und laun erst Ende Märj nach Paris versandt 3 Schiffe, die schleswigsche Brigg „Chito“ die oldenburger Bark
verden; ¶ Die Eisenbahugesellschaften. deren Bahnstrecken das Ge⸗ Kubia“ und die Hamburger BriggBorkelmann“ von Piraten
schütz passiren muß, haben sich geweigert, dasselbe mit einem ge⸗ jenommen. Welch eine Zukunft steht dem deuischen Seehandel
vöhnlichen Zuge zu befoördern, in Folge dessent ein Separatzug ge⸗ soch in Auͤssicht, wenn dieser erst durch eine kräftige Kriegsflotte
aommen werden muß. uͤberall ·ehreuvollen, Schutz gefunden haben wird.
— u— LIVE
Versteigerung. —V——
Fastnacht Dienstag dem ð. Mar nächst
hin'bei Jotzanm Heuenthal läßt Jose ph
geer, Eisenz“uud Holzhändler dahier in—
Figeuthum verße gernz 13..
—— — Ktr am Seyen⸗
er Andress und Wiw.
a m: —— Notar.
Am⸗ mamlichen Tage läßt Heinvich
Oech s,. Bexgmann:dahier güur eigen ver⸗
steigern e α
87 Ruth. Acker in der ersten Ahnung
in der RXischbach neben Joseph
34 Frieb.19 * 15
zo sRtuth. Acker auf. Schiffelland neben
Michael Schmelger und, Joh: Adam
— *
* —46 7
* vrn igl Velex.
2Verpachtung.—
Samstag den 2. Marz nächsthin. Nach⸗
mitlags 3.Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirthobehausung von Johann Adam Bed
werden die dem, Christian Jung—
fleisch Schmied und 8 Kindern ge⸗
hörigen Liegenschaften Si. Ingberter Ban⸗
aes auf 4, Jahre verpachtet nämlich:
16. Dez. Ader unten an der Saarbrü—
cker Straße. 9
89. Dez. Ader im Lautzenthälchen.
31 Dez Acket auf der Reß.
15 Dez. Ader in den dbersten Sehen.
26. Vez· Adet am Großbusch ·⸗·
81: Dez Acker beim Forellenweiher.
20 Dez. Wiese im Guttenwieschen.
g2 Dez. Acer in der Rischbach. 2
is Der Wiefe in der Kischbach.h
Gorn, igl. Notar.
Ueberrabme von Erdabfuhr.
Die Abfuhr des auf der Staatsstraße
don Neuhäufel über Rohrbach und St.

Inbbert bis zur preußischen Grenze befiud—
ichen und waͤhrend des Jahres sich noch
ergebenden“ überflüssigen Abzugsgrundes
wird in drei Loosencauj dem Submistneẽ
wege vergeben. *8

Uebernahmslustige — Einsicht
der drei Lodse an Drt umd Eielle welche
urch die Grenzen der 8 Straßenwärter
dinzer, Rohe und Sailer abgetheitt
ind, die Bedingungen auf diesseitiger Amts-
tube durchsehen. —F J

Die Suͤhmissionen müssi bersies er und
rankirt mit der Aufschrißt: Submis⸗
kion auf Erdeabführ“ versehen bis
ängstens Donnerstag den 7. März Vor⸗
nitlags 11. Uhr bei amnterfert sater Behorde
eingereicht werden ꝰẽ

Zweibrücken den 25. Februar 1867.

bnigl. Baubehörde?
Ziegenhain.
Holzversteigerung
zu Ensheim: i
Donnerstag, den 7. März nädhsthin,
des Morgens um 10 Uhr werden im Schul⸗
jause dahier nachbeschriebene Holzsortimente
der Gemeinde öffentlich versteigert nämlich:

14 buchen Stämme II. und III. Kl.
1 eichene WagnerstaugecJ. Kl.
1600 kieferne Baumpfähle, —. *

3530, Bohnenstaugen.
2512 Klafter buchene Scheitholz J. u. II.
5Quak.
.. Anbr.
Astholzyrügel
2 Krappen
genüuschte amd biefern Prügel

5 buchen Reiserwmellen.

Sämmtliche Hoͤlzer sind mis dein Buch—
taben Nbezeichnet. .3.343
— —
Das Bürgermeisteranit p
d Harren Adjiunkt.

Von! Samstag Abend ab, wiede
lu ν Orthꝰsohos
Rxpovẽt· Bior.

ñ

SIeeναν,
,blauen u. rothen,
Uras⸗Samen-
jtalionisohen,
Sauat-WViclen-,
Alas r bestet eimlräftiger Waare bei
F. LII jun.

bei Tulius Gre venig-

onutag
Gasmacht.
—R
mus ãl
Dienstag
—BHBR AL IL.
bei Georg Jung
veines Sihweine⸗
-chmalz per Pfd.
Slbgr. F
EGuier rother vnd blauer
Kleesaamen u. Saatwicken.
g—
Die Lungenschwindsucht
vitd:nerirgemaße v hac immer liche Me—
—
Grancatur
gegenseitig.)
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        — * — — “3
Wiener Narrenstoff vom Faß,

7 — — Hea — e 6
Reizmiktel zu ächtem Spaß;

tie 6
8 4 4* i 4224 *344 —D
Waäͤhrend der Fastnacht heiter
37 —6 iu n ——— νιν Li. i
Syendet da Cafee Sellee
— —— — — ä —— *7* * — 7* * * —
.Die Waarenhandlung—
3 — — — ιν —— — ν ⏑,
ιαιιν J. St.“ CIOIIn2SöBhnne in
Tan 347

tu ñi unt Ecke der Landauerstraße æινιÑu
ι. in Zweibrücken J »—
unterhalten steis ein“wohlassortirtes, —6— Lager in: Tuch, Buckskin, halbwollenen,
baummollenen und leinenen Hosenstoffe; sowarzen Seidenzengen, schwarzen und
arbigen Thibet, schwatzen Wollatlas, Orleans und Lustre, Lamas, Da—
menbiber, Kattun⸗ Kölsch, Barchent, Drillich, Siamvbise, uind
Halbleinen/ Moll Jaconnet, Vorhangstoffen, Shirtings, Lederleinen,
Reinleinen ünd NHausmacherleinen, sedenen Fonlards, Knüpftüchern,
Taschentüchern, Tische und Eommodedecken, Pique⸗ umnd roihen Bett
decken, rother und weißer Bay, abgepaßte Unterröcke unmd Schürzen
1 —,,. R * i — — 1120 ν it

ichwarzen und farbigen Luug ιιιι νι νι
cen α sa
acdiittin win sünniüsi Hidenen leiderstoffen
nn S—o—mer. u —— nr aller Art in neuestem
ι e nνν ι— G—
ι_ σ ιιαete Geschmack und zu den billigsten Preisen. e ιν
Der in der vorigen Nummer d. Bl, angezeigte / e

J Au 83 uU g nb
, 7 25 —44 . 2 — 119
Neineg Polijei- Urtheiss
Das köonigl. Landgericht desCanton
Blieskastel, Gerichtsbezirkes Zweibrücken in
der Pfalz, hat, als Polizeigericht sprechend,
in seiner offentlichen Sitzung vom fünf und
zwanzigsten Januar 1887, — ———
na In Sachen?in ut)
des öffentlichen Ministeriums ec und auf
Anstehen von Johann Basti am⸗nSchie⸗
nenarbeiten auf dem St. Ingberter: Eisem
werke, Kläger, ,,
4 ιuα gegenntb daits
Jo hann Weißgerbe vyebenfalls Schie
nenarbeiter allda, Beklagten. πν
Den ebengenannten Beklagten, als der
Ehrenkränkung, des Klägers überführt, kon⸗
tradictorisch zu einer Geldhuße von drei
Gulden und in die Kosten der vyffenilichen
Llage, sowie der Fipvilklage worunter zu
Gunfien .des Klagers eine Reiseentschadit
dung dom einem“ Gulden vier und zwan
zig! Kreuzern einbegriffen, verurtheii und
ugleich die Publikation des Uriheils im
Auszuge in den · St. Ingberler Anzeiger
auf Kosten des Beklagten verordner unn
zwar auf Grund dek Artikel zweihunderi
zwei und“sechszig, zweihundert vier⸗ und
sechzig und zweihundert fechs und sechszig
des Strafgesetzbuches. Iu ——
Auf dem SHriginale sind unterschrieben?
Julius Schmolze, königl. Landgerichtsaf⸗
rsessor zu Zweibrücken, Jur Zeit Berweser
deso foͤnigi.Landgerichis Blieskastel und
Ludwig Baque, siellverirelender Getichts
schreiber ⸗ —
Ertheilt dem Kläger aufcdessen Ver⸗
langen, Behufs Publieirung gegenwartigen
Urtheils-Auszugs in besagtes Localbla
Der Igl. Landgerichisschreider
Aule nbach
dastnacht Eon⸗un*a⸗ und Dienstag
— n,
Louis Weirich.
.Guter Saathafer und Saat⸗
wicken blauer und rother Kleefaamen
jowie: auch süsse Milch ist ju haben
bei Gebrüder Greilnn
Stadt Zweibrͤcken vom 28 Febr.
Weizen 7 fl. 12 kr., Korn 3 fl. 36 kr.,
Gerste Zreihige, — fl. — Ir. Gersie 4
reihige, — fl. Tekr. Spelz 8 fl 16 kr.,
Spelzlern 6fl. 46 kr. Dinkei fi.
- kr. a — tr. Hafer
efl. — kr., Erbsen 51. 26 Ir.. Widen
3 fl. 37 kr. Kartoffeln 1 sl.Ie ir. Heu
fl, 45 kr. Stroh 17fl., 12 kr. ber
Zentner:“ Weisbrod 193 Kiloge18 kr.,
Kornbrod 8 Kgr., 26 ir. dino 2 Kgr.
18 kr, ditts JKgr. 9 kr., en
8 Kar. 8B1kr IPaar! Weck⸗ 7 —
kr. Rindfleisch, . Qual. i6 ir .
Qual: I5 kr., Kalbfleisch 12 kr Hammel ·
fleisch 14 kr. Schweinefleisch · 18 irper
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr. her Liter.
Butter 24 kr., per Pfund. ——
it ?preise der Stadt
Saiserslautern vom 26. Febr.
Weizen 7 fi. 46 kr. Korn 5 sh28r.
Spelzlern — lr.. Spelzs si.
14 fx.„ Gerste 5. fl. 24 tr., Hafer4 fl.
4 kr., Ecbseund L7 tro Wicken 4. fl.
7 alr., Linsen 5,fl. 28ir. per Zemner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 25 fr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1310 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 15 kr. car r t

Dienstags

—
— ———
dweizte JTad vorher, also

Ciunaq .
n ,

— — —— 74.16

X

2
—E
ιια νιιννι— u bel Ferdinaud Oberhaufer.
3 F — 7— Ñ Â ü—»⏑⏑ VFJ— —
Nächsten? Sonntac (Fastnacht
—————
7 n —
Tead ι αι
. .
283 ιν
enstag νuν—
—I ——

ii ,αι pν αι

Ferd. Oberhauser.

abgehalten a5

— —

3

X-
Lebenso H DS
nul basnn —
«ei billigerem Eintrit?e.

—E——

J
76 22 ————
—XVVV— —

à 4

7 ꝛœ αννν—σ?
a der Endẽesumerseihhnete in Kürze seinen Bom merrers
hier wieder eröffnen wird, so bittet er diejenigen Personem, welche Theil daran zu⸗
aehmen wüuschen, ihre Pamen baldigst in der Erpedition dieses Blattes gef.
abgeben zu oner⸗ 9 V —
Pr Roux,

maitro de franeais.

Falt noch mene, quiet

Vαι!⏑, — ——
Ueber die Fastnacht!
— ——

von der Löwenburg.

Am Samstag Anstich. ——

Merd. OberhA ι.

trole um-Lampen

sind bitiigt abzugeben

ie bei Julius Grewenig
1359 2*
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Dem etß in St. Ingbert⸗

—
—15

—8

7.17
174
— —— —
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        — TS ⏑,.

* 24 9 —X J h 6 67 5 0 3* * v8 J 9 6 J

uun. 8 —— ig 7 —J—

1 46 LL er — —B— 3e1 e r J

nun] 0 —— W 8

u ιι V g n * V——

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hedeg deere ι —,α

—— 9

der St. Ing beylers Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donners stag

uud Sa m st a g Abynnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit8 Arzro die dreispaltige Jeile Blattschrift. oder deren

ι ι ιαα Raum berechnet.

Nro. 27. ν να e Samstag, den 2. März ν ι ι— 1867.

y3 ——— J—
————— —
errie 3 Deutschland. 7 aee it
München, 27. Febr. In der heutigen Sitzung der Kam⸗
ner der Abgeordneten, sagte der Justizminister auf eine Interpella—
ion des Abgeordneten Golsen, die Stellvertretung der Notars · und
Anwälte und den Urlaub der Justizbeamten in der Pfalz betreffend
zie baldige Vorlage eines Gesetzentwurfs, die Stellvertretung der
Rolare in der Pfalz in Verhinderungsfällen vetreffend, zu. Die
Ziellvertretung der Anwalke werde vnach“ Einführung des neuen
Fivilproceßgesetzez durch eine Adbocatenordnung und der Urlaub
ver⸗Justizbeumten ebenfalls dann für das ganze Konigreich geord-
zet werden. adn noti*
Muünchen, AN. Febr. Det Konig wird den: heutigen Fest
hall bei dem Fuürstene von' Hohenlohe mit J. M- der Königin
Mutter und der Koͤnigsbraut durch seine Gegenwark verherrlichen.
Auch mehrere der königlichen Prinzen werden bei dem Fesie zuge⸗
gen sein. Prinz Ottorder Bruder Ser Maj. wird, wie bis jeht
bestimmt ist, die Reise nach Rom au Sonnabend 2. März antre⸗
en und den Weg: durch dje Schweiz Frankreich und über See
einschlagen, „In der Begleitung des Prinzen werden sich der kgl.
Zämnmerer und Artilleriemajor Keller, Frhr.ve Schleitheim und
—DDD
den. Einen, neuen, Beweis, von dem Eifer, mit welchen von
Zeite des k. Kriegsministeriums die Umänderung der bisherigen
Vorderladungsgewehre in Rückladungsgewehre betrieben wird, gibt
ine am 24. ds8. pom Kriegsministerium an die Generalz und
Forpscommandos zur weitern Verfügung gemachte Eröffnung, da⸗
hin gehend, daß alle mititärpflichtigen Arbeiter sowohl der Ge⸗—
wehrfabrstals der zum. Zwecke der Abänderung der Gewehrein
Anspruch genommenen mechanischen Etablissements und Büchsenma⸗
her des Vandes — während der Dauer des Umänderungsgeschäf⸗
jes — nicht zum Dienste einberufen, ferner alle jene Individuen,
welche. demnächst militärpflichtig werden, zur Zeit aber mit ge⸗
aannter Arbeit beschäftigt sind, auf Grund beigebrachter legal be⸗
zlaubigter Bescheinigung nach vorgenommener — auf
so lange beurlaubt werden, bis fragliche Umändering vollendet
sein wird. Die Zahl der Etablissements und Büchsenmacher, welche
außer der Gewehrfabrik, mit der Abänderung der bestehenden Vor
derladungsgewehre in Rücklader beschäftigt sind, beträgt 17. Es
sind dies die, Maschinenbaugesellschaft Nürnberg, die Maschi—
nenfabrik Augsburg, die mechanische Werktstätte J. A. Riedinger
in Augsburg, Mechanikus J. G. Landes in München, die Büch—
senmacher Greis und Stiegele jin München, Schönamsgruber, Cesin⸗
ger und Engel in Nürnberg, Stahl in Haßfurt, Fackler in Kemp—
jen, Jos. Kuchenreuther, senior in Regensburg und Baader in
krlangen, Büchsenschäfter, Weidenhammer in Bayreuth, Schlosser⸗
neister Lipp und Eisenwaarenfabrikant Westermaier in München,
endlich die Maschinenbau⸗Anstalt von Jahn in Hof. (Pf. Ztg.)
. Dienstesnachrichten. 5.4
Durch Regierungbeschluß vom 26. Februar würden die Schul⸗
derweser Philipp Jung und Friedrich Wolf in Kaiserslautern zu
Ldehrern an jhren bisherigen Schulen vom 1. Januar L Is. an
und der Schulvderweser Heinrich Jacob Merz in Eßweiler zum
Lehrer an der protest.-«deuschen Schule in Altleiningen vom 11
März J. Is., an, ernannt. F
Se. Maj der Konig haben sich allergnädigst bewogen ge—
junden, unterin 21 Febr. den. außerordentlichen Gesandten, und
bevollmächtiglen Minister am großh. badischen Hofe, Kämmerer
Conrad Adoölph Frhry. be Malsen auf seine Bitte mit dem 1.
März d. J. von seinem Posten abzuberufen und in den wohlver⸗
dienten Ruhestand treten zu lassen, sowie denselben in wohlgefälli—
ger Anerkennung seiner vieljährigen treuen und eifrigen Dienste
—
iennen.

Se. Majl der Konig haben Sich allergnädigst bewogen gefünden
am 24. v. M. dem Oberpoftmeister Wilhelm Sailer zu Bamberg
das Nittanreu 1. Classe, — und dem Oberpostamts-Speciglcassier
Lduwig Webern zu München das Ritterkreus 2. Clafse des Mili—

tärverdienstordens zu verleihen, umterm 24. Febr. Ifd. Is. den
Bezirksarzt II. CI. Dr. Martin- Wittenmaier zu Hornbach auf
die Bezirksarztstelle I. Classe zu Blieskastel — seiner allerunter⸗
hänigsten Bilte entsprechend, zu versetzen, unterm 25. Febr. Ifd. J.
den Grenz⸗Obercontroleur Joseph Scheingraber zu Vinningen
Hauptzollamts Zweibrücken, unter Anwendung des 8 2 der R.
Beilage zur Verfassungsurkunde seiner Stelle zu entheben.

Se. Maj. der König haben den Aerzten und Wundärzten
des Civilstandes, welche sich durch Behandlung verwundeter oder
tranker Militärpersonen während der Kriegszeit verdient gemacht
haben, so wie denjenigen Persönlichkeiten, welcher bei dieser Be—
Jandlung als Alsistensen verwendet worden sind, ein Erinnerungs⸗
gzeichen allergnüdigste zu verleihen und zugleich allerhöchst zu bes
timmen geruht, daß dasselhe in Form eines Kreuzes aus schware
zem Metaͤlle gebildet und auf der Vorderseite mit der Jahreszahl
1866 versehen, ohne Band angeheftet und an der linken Brust⸗
eite zu tragen ist —

Mainz, 24. Febr. Da Mainz zum Waffenplatz bestimmt
st, so sieht man seit einigen Tagen bedeutende Waffentransporte
hier ankommen, welche von einer starken Militärabtheilung aus
den Eisenbahnwagen ausgelgden werden, um sie sogleich in das
Arsenal zu bringen. Nicht allein Gewehre, sondern auch Ka—
nonen, besonders Schwergeschutz, kommen hier mit der Bahn an.
Während am Donnerstag und Freitag es meistens Waffen waren,
welche hier mit der Eisenbahn eingebracht wurden, bemerkte man
Jestern viele Wagen mit Pulber, welche von der Eifenbahn in
die Pulvermagazine geführt wurden.

Wien, 27. Febr. Die Wiener Abendpost veröffentlicht ein
jaiserliches Patent vom 26, Febr,, wonach der bömische Landtag
für den Fall, daß er durch Mehrheitsbeschluß den vom Kaiser
genehmigten gedeihlichen Abschluß der Regelung der Verhältnisse
der Monarchie vereiteln würde, aufgelöst und sogleich die Aus—
chreibung non Neuwahlen angeordnet werden soll.

Wlen, 27. Febr. Die Eröffnung des Reichsraths ist auf
den 80. März vertagt.Der niederbsterreichische Landtag hat
die Frage über die Sistirung des Wehrgesetzes bis zur verfafsungs⸗
näßigen Behandlung derselben ausgesetz J.

Agram, 27. Febr. Die Generalcongregation des Agra—
ner Comitats hat beschlossen, in einer Vorstellung an den Kaiser
im Sistirung des Heeresergänzungspatents und um Berufung des
dandtags, ferner um Herstellung der Integrität des dreieinigen
önigreichs zu bitten. Das Agramer Comilat hält die Integrität
Troatiens unerschütterlich fest.

Pesth, 28. Febr. Der Ministerpräͤsident Andraffy fuͤhrte
Jeute die Minister Ungarns in beiden Hänsern ein. Das Mini⸗
terium bringt im Unterhanse Vorlagen ein wegen Vollmachtser—
theilung zur Einhebung der Stenern in der bisherigen Weise und
— 0
ripien und der Presse. U

Frankreich.

Paris, 24. Februar. Heute am Jahrestage der Procla-
nation der Republik, wurden während der Nacht eine Masse
Immortellenkränze an der der Julisäule niedergelegt. Die Poli—
ei fand sich gegen 8 Uhr Morgens auf dem Bastillenplatze ein,
Heseitigte die unliebsamen Liebesgaben und ließ keine anderen auf⸗
ommen. Hemte Abend fanden einige Hundert Bankette zu neun
jehn Couverten in verschiedenen Restaurants zur Feier des Tages
Siatt. Die Zahl neunzehn ist nämlich in Frankreich eine heilige
Zahl, da die Polizei erst bei Zwanzig einschreiten darf. Auch
biele Dejeuners dieser Art fanden heute Morgen Statt. — Wie
berlautet, haben mehrere Deputirte einen gemeinschaftlichen Brief
an den Kaiser gerichtet, um gegen das Militär⸗Krojelt zu drote⸗
stiren. Ni j
Parxis, 26. Febr. Der ,Patrie“ gehen aus Mexiko
Rachrichten vom 28.0 Jan. über Newe York zu. Die von den
Franzoien auf der Straße von VerasCring errichteten Vertheidi⸗
        <pb n="102" />
        gungswerke waren der kaiserlichen Armee übergeben worden Dies
Werke, beinn Paß von Rio-Frio, bei Puebla, Orizeba, Cordoba
und Pasa-⸗Ancho errichtet, sind sehr fest und können nur nacheeß
ner förmlichen Belagerung genommen werden. — Der „Etendard“
dementirt das Gerücht, daß eine Veränderung im Ministerium im
Werke sei. *
Belgien.

Brüssel, 25. Febr. Die Truppen vom belgisch-merikani⸗
schen Corps sind auf der Rede von Brest angekoinmen. Das
Schiff, welches sie an Bord hat, wird am 28. d. nach Antwer⸗
pen abgehen. Vor ihrer Abreise hat der Marschall Bazaine einen
Zagesbefehl an die belgischen Truppen erlassen, worin er densel⸗
hen fur sich und im Namen des franzoͤsischen Corps seine Hoch⸗
achtung ausspricht, von ihnen Abschied nimmt und hofft, daß sie
ihren Mitstreitern und dem Marschall ein gutes Andenten bewah-
ren werden. . ud Ade grehdege re,
Italien.
Florenz, 28. Febr. Die“, Ilalie“ meldet: Auf Ordre
Ribottis geht das mittelländische Evolutionsgeschwader“ Mitte
März nach der Levante ab, um den dort besindlichen Italienerr
bei etwaigen Vorfällen Schutz zu verleihen. * J

Griechenland.
Korfu, 24. Febr. Am 13. und 14. d. haben im Westen
der Insel Candia Gefechte stattgefunden. 8000 Türkeu,welche
aus Heraklion alismarschirt waren, wurden bei Gerakari mit einem
Verlust von 2 Kanonen und 5. Standarten zurückgeschlagen.“ Aus
Canea nachgeschickte Verstärlungen waren nicht im Stande, die
Provinz Selino wiederzunehmen. Auf einem anderenTheile der
Insel schlugen am 11. und 12. d, M. 2500 Insurgenten ein
rürkisches Corps. Die Kämpfenden halten seitdem beiderseits ihre
Positionen inne. Es wird von neuen Gräuelthaten berichtet, wel—
che die Türken gegen christliche Einwohner verübt haben sollen.
Die candiotische Nationalversammlung beharrt in der Forderung
daß die Insel dem Königreich Griechenland einberleibt werde.
Amerika.
New-York, 15. Febr. Die Legislative von Kansas hat
ein Amendement ang enommen, welches, indem es in der Verfassung
die Worte weiß und männlich aufhebt, gleichzeitig die Frauen und
die Schwarzen zur Abstimung zuläßt.
New-York, 27. Febr. Der Senat beschloß, die Miliz
in den Südstaaten aufzuheben und verwarf die von dem Reprä—
sentantenhause angenommene Bill über die Ausgabe von 100
Millionen Dollars Papiergelde nc —ιι—
ESchwurgerichtsfitzungen.
—11 . *37 1 Quartal 1867. α
Zweibrücen, 25. Febr. Anklage gegen Johann Wolf⸗
gang Marian Schunk, 48 Jahre alt, von Neila in Ober—
franken, zuletzt Postexpeditor zu Bergzabern wegen Amtsun—
treue. —VDV D——— — 4. *7
... Der Angeklagte steht in zweiter Ehe mit Carolina Buitter⸗
jaß aus Grünstadt, welche ihm wenig einbrachte, während seine
im Jahr 1861 verlebte Ehefrau ca. 8000 fl. Vermögen besaß
Dieselbe soll jedoch keine gute Haushälterin gewesen sein und öf—⸗
ters ohne Wissen ihres Mannes Geld aus dessen Kasse genommen
haben. Im Jahre 1865 wurde er von Homburg nach Bergza⸗
bern versetzt, nachdem er wegen barschen Venehmens durch seine
Oberbehörde Rügen erhalten, eine Untersuchung wegen graver
Dienstwidrigkeiten dagegen Mangels hinreichender Nachweisekeine
weitere Folge gehabt hatte. Aber auch in Bergzabern ergab sich,
trotz der besonderen Ueberwachung Seitens der Oberbehörde, keine
Unregelmäßigkeit in dessen Geschäftsführung. Schunk leistete seine Ver⸗
pflichtungen in Abrechnung und Ablieferung der Gelder an die
Bezirkskasse in Speyer und der Passagiergelder an die k. Posthal⸗
ter regelmäßig Genüge und führte ebenso das vorschriftsmäßige
stassanotizbuch über alle tägliche Einnahmen und Ausgaben, so
daß bei den periodisch vorgenommenen Verifikationen sich anschei⸗
nend alles in Ordnung befand. Im Jahr 1866 kam aber nach
2 solcher periodischen Verifikationen am 23 November undermu—
het der k. Postassistent Hafen zu einer außerordentlichen Verifi
tation und fand, daß vom 10. Oltober an das Kassanotizbuch
nicht geführt war, und auf Grund der einzelnen Nechnungen so
fort ein bedeutendes Deficit. Eine am 26. November darauf er⸗
fosgte genaue Prüfung der Rechningen, Bücher und Belege ent—
zifferfe einen Kassarezeß von 1270 fi. 4 kr., wozu noch ein boraus
exhobener Betrag von Zeitungsquartalgeldern kam mit 38 fl. 15 kr
Der Angeklagte stellte sich am 30. Nov. persönlich der Untersu—
chungsbehörde und gab den Rezeß als richtig zu. Da die Geld—
ablieferungen des verflossenen Quartals immer erst nach 3 Wochen,

vorzunehmen waren, so verwendete der Angeklagte die bereits ge
machter Einnahmen des laufenden Quartals mit; muͤßle sich hu.
hei jedoch immer noch mit geliehenem Gelde helfen, wie derselbeauch den
Betrag seiner Passiven zu 1580 fl, angibt. Es scheint, daß da
Angeklagte besondere Cassanotizbücher absichtlich mit umrichtigen
Finträgen führte, um durch solche den verificirenden Beamten zu
äuschen. In Homburg hatte der Angeklagte ein reines jaͤhrliches
cilommen von nahe 1300 fl., während dasselbe in Bergzaben
aur 900 fl. betrug. Der Vertheidiger, Herr Rechtskandidat Ro—
enberger, hob hervor, daß nicht der Angeklagte, sondern, wie
hekannt, dessen erste Ehefrau die Schuld an dessen“ Rezesse rage,
»en er selbsi redlich zu mindern gesucht habe; obschon des Bemu—
jen nicht mit Erfolg gekrönt gewesen, habe Schunk doch, keine
erbrecherische Absicht gehabt. Da der Rezeß aber aus der kisten
Ehe herrühre, also noch vor Einführung der neuen Strafgesetzon⸗
hher entstanden sei, so falle er unter die Bestimmung des Code
oénal und bilde, da er nicht 3000 Franken überschreite ein Ver⸗
gehen. Die Verhaudlung endete mit der am 26. Febr. erfolgten
Schuldigerklärung des Angeklagten, der hierauf zu einer Zuchthaus
trafe von 4 Jahren verurtheilt wurde, zu erstehen ineiner
Festung.. n J ui ig

— —
VBermischte s. — ——
Garibaldi hat als Großmeister des Freimaurer⸗Ordens
oom alten schottischen Ritus ein Cirkular erlassen, mit der Auf⸗
'orderung, die Freimaurerei nach dem alten schottischen Ritus in
Italien mit möglichster Energie auszubreiten und zwar mit Unter⸗
»rdnung unter den Großen Orient in Palermzo, so lange man
nicht auf dem Capitol arbeiten koönne.“

New-York, den 26. Jan. 1867. ι Vι
, An fammtliche Arbeiten:n ν me me
Bon dem Verein der vereinigten Tischley New⸗Yorls sAnn
Wir halten es für Pflicht, in aller Arbeiter Interessen einen
vahrheitsgetreuen Bericht der hiesigen Arbeits-Verhälinisse gut
allgemeinen Kenntniß zu bringen, wozu wir die gefälli e. Mitwir.
kung aller öffentlichen Blätter zum Wohl des Arbeiterstandes er
juchen, damit die so häufig bitlern Täuschungen und Verlockungen
Zurch Vorspiegelung glänzender Verhälinisse“ abgewendet werden.
Beinahe alle Gewerbe haben zum geineinsamen Wirken, ihre Ver⸗
hältnisse und Erxistenz zu verbessern, Vereine gegründete Der
Tischler⸗(Schreiner)-Verein, schon längere Jahre bestehend, zählt
jetzt nah an 2500 Mitglieder verbunden mit den hieraus gebilde⸗
len Zweig⸗Vereinen — Kranken-Verein, Feuer⸗Insurance! und Le⸗
bens-Versicherung, jeder Verein mit selbststündigenn Fonds. Die bel
tehenden Arbeits-Preise der Tischler, Pianoforte Macher,Bilde
jauer, Drehet, Zimmerleute Lackirer und Polsterer haben einen
Durchschnittspreis von circa 13 Dollars per Woche, unð zerfällt
in folgende Classen: Gute gewöhnliche Arbeiter von 9 Doll. bis
12 Doll. ger Woche; solche welche sich jede Vortheile angeeignet
jaben, von 12 Dollar bis 15 Doll. pr. Woche und die befte
Tlasse Arbeiter, welche in allem Vorkommenden erfahren sind, von
15 Doll. bis 18 Doll. die Woche. Die besten Preise finden größ⸗
tentheils in diesen Shops stait, wo auf Wochenlohn gearbeitet
vird, und wo nur Solche, zugelassen werden, welche Vereins⸗
Mitglieder sind. Das gleiche findet in den Stück⸗Shops statt,
und die schlechtesten Preise sind gewöhnlich in den⸗ Shops/ wo
die Arbeiter nicht dem Vereine angehören, Frühjahr 6 bis 4
Monate, sowie desgleichen im Spätjahr, find gewöhnlich Arbeits⸗
kräfte gesucht, wenn keine Störung des Geschäftslebens stattfindet,
vährenddem die Zwischen⸗Zeit flau ist und häufig viele Arbeiter
ntlassen werden und ohne Beschäftigung sinde ——
Der Arbeiter hat das Werkzeug sich selbst zu“ stellenteder
Tischler und Pianoforte-Macher das ganze Werkzeug, Bank,
dnecht, Zwingen ec. Vorbenannte Gewerde sind den übrigen Ge—
verben im Preis voraus, so daß circa eine Dtifferenz von 2 Doll.
75 Cents dis 8 Doll. per Woche enssteht. Die Lebensbedürf⸗
nifse sowie Wohnung und Kleidung find sehr theuer und bedarf
ein Familienvaier mit 2 Kindern, wenigstens 10 bis 12 Dollars
der Woche. Ein einzelner Mann zahlt gewöhnlich für Kost und
Schlafftelle, welche Vieles zu wuͤnschen uͤbrig lassen 85. Doll. per
Woche, besser verlangt zu höherem Preis Wohnung Zimmer
Jewöhnlich 18 Fuß zu 14 Fuß und Schlafzimmer10 Fuß zu
3 Fuß in Front 8—10 Doll. der Monat in Vorausbezahlung.
dinterzimmer 75 Cents den Monat billiger, ebenso jede Woh—
aung eine Stiege höher. D—
Wir maghen schließlich noch darauf aufmerksa, daß Jeder
inem Gewerbe Angehörende, bei seiner Ankunft, sogleich bei dem
zetreffenden Vereine beitreten sollte, indem ihm Schutz und Unter⸗
tützung in jeder Weise zu Theil werden. d pe
Der Vorstand der vereinigten Tischler ·
Social Reform Halle, Grand St. Nr 281. J
        <pb n="103" />
        4.

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zm—
7⸗

Versteigerungen. u⸗
Fastnacht Montagedtn A. Marz 1867
Rachmittagẽsn LNhe /in Feiver Behausung
jaßt Herr Wilhelm Chandon, Bürgermei⸗
ster dahier auf langzährige Zahltermine in
Figenthum versteisern .I
.Plno. 4240, 204 Ruthen Acker auf
Hobelsahnungaeben Peter Walle Wittib.
I Sergmnan Mayer —4 Baupläte
dem Obernußlemweg gegenüber.
pluo. 46. —
weiten ihlwieserahnungNe ben Peter
Tustex u Gebr. Dörr 3*
Plu 3937. 4. Morgen 6624. Ruthen
Ader 7 der Au, neben Johann Adam
Seg Loosen. uů ,
Ben e Tdönn 84 Ruthen Aler hiuter
Hob/o aeben Peter Fischers Exben. In
ino. 4201. 64 Ruthen Acker auf
y lsahnung neben Joseph Steinfeld.
ein Bauplatztz
Plno. 4407. 160 Rulhe Wiese im
Ament, 33383 s
Plnod 4408.249 Ruthen Wiese allda.
Plno. 4409.49 Ruthen Wiese daselbst,
alles neben Louis Beer und Bergmann
Spohn. 3
ino. 387234. 198 Ruthen Acker in
den Kastlerrödern neben Nicolaus Betz und
Ppeter Badar. 3
Pluo.3907. 78 Ruthen Acker daselbst
neben Idhann Adam Beck und sKaufmann
Uhl.
alllez Ste Ingberier Bannes.
—D— Horn Agl. Rotar. *2
—X
Fastnacht Dienstag den 3. März 1867,
sachmittags 2, Uhr zu St. Ingbert bei
Johann Hellenthaltlßt Peter Ewer⸗
e, Metalldreher auf Zahlungstermine in
xrigenthum versteigern 2513 u

—— Dez. Acker

ud Wies in der Maͤusbach neben Carl

dion· Wtb. und Peter Behra

Plne. 1181u. 11814. 12ta, Dez Gar⸗

en in den Stauchgärten neben Johann

Best und Johann Maier.“ d “

pᷣlno. 4089. 48 Dez Ader auf Hobels

eben Jakob Feichtner und Erben Buh⸗
mann:.n ι ιιι ια
ee Horn Kgl. Notar.

ae u— 31 1

An demselben Tage Nachmitiags 938
Ahr lassen die Herren. Johann Frie⸗
drich Kaufmann und Jakob Friedrich
huchbinder dahier auf Eigenthum verstei⸗
jern St. Ingberter Bannes:
27 Ruthen Wiese in. den Großwiesen
neben Joseph Müller Wittib und
Johann Feichtner. *
Ruihen Acker aufm rothen Flurt ne⸗
ben Jakob Herzer und Joseph Fir—
mery. 33*

88 80 Ruth. Acker im Rodt nehen Joh.
Joseph Peters und Peter Müller
zen. Wittib.

Gorn, Kgl. Notar.
——[
Gleich nach dieser Versteigerung läßt
Georg Klein, Bergmann und Wirth
ahier sein in der Gasse neben Gustav
Dörr und Franz Schwarz gelegenes Wohn⸗
haus, enthaltend 8. Zimmer Küche und
großen Tanzsaal, Stall und 3 gewolbte
Feller, Ackerland und Garten, mit Kegel⸗
hahn, sowie 2 Ackerstücke in den Seyen
nd im Betzenthal · auf langjährige Termine
zffentlich versteigern: 3

Bis zum Versteigerungstage kann, das
Haus auch verkauft · werden And ist· Nähe⸗
s bei Herrn Westphälinger dahier
oͤder bei dem Unterzeichneten zu erfragen.

Horn, Kgl Notar.
Unmittelbar nachher läßt Herr Fer⸗
dinand Oberhauser Caffetier dahier
inen in den Großgärten gelegenen Gar—
en mit Gartenhaus. und Umfassungsmauer
27 Deze Fläche in Eigenthum versteigern.

Horn, Kal. Notar.
7

Sodang läßt Friedrich Reiter
Wittib dahier ihr an der Kaiserstraße ne—
ben Schusier Leonhart und Philipp Peters⸗
Jeim gelegenes Wohnhaus mit Stall,
deller üund Gärtchen in Eigenthum ver—
teigern. 3

Hornmn, Kgl. Notar.
I
Fastnacht Dienstag den 5. März nächst⸗
in bei Johann Hellenthal läßt J oseph
ze er, Eisen⸗ und Holzhändler dahier in
Eigenthum versteigerne 4
eTagwert i2 Dez Ader am Sehen⸗
rech neben Peter Andreas und Wtw
Lion. J
g rnäHorn, kigl. Notax.
— —— Tio 1472 4
Am namlichen Tage läßt Heinrich
Osch s, Bergmann dahierfur eigen ver⸗
steigern: vπιιι—

87 Ruth. Acker in der ersten Ahnung
in der Rischbach neben Joseph
zrie. 8
Ruth. Acker auf-Schiffelland neben
Michael Schmelzer und Joh( Adam
Feichtner.

Horn kgl. Notar.
* 7

Schließlich läßt Jo han nNeürhägsel

Bergmann. hier Lein“ Ackerstücke auf deni

Hobels, neben Heinrich Klam und Michael

Weis — als Bauplatz geeignet *— in
—E
Horn, kgl. Notar.
— -—
Uebernahme von Erdabfuhr.

Die Absuhr des auf der Staatsstraße
von Neuhäusel über, Rohrbach und St.
Inbbert bis zur preußischen Grenze befiud⸗
aͤchen und waͤhrend des Jahres sich noch
ergebenden überflüssigen Abzugsgrundes
vird in drei Loosen auf dem Submissions—
wege vergeben.

Nebernahmslustige koönnen nach Kinsicht
der drei Loose an Ort und Stelle, welche
zurch dies Grenzen der 8 Straßenwärter
dinzer, Rohe und Sailer abgetheilt
ind, die Bedingungen auf diesseitiger Amts⸗
tube durchsehen.

Die Suhmissionen müssen versiegelt und
rantitrt mit der Aufschrift; „Eubmis—
sfion auf Erdeabfuhr“ versehen bis
längstens Donnerstag den 7. März Vor⸗
mittags 11. Uhr bei unterfertigter Behörde
eingereicht werden..
Zweibrückeinn den 25. Februar 1867.
Konigl. Baubehoͤrde:

eee Ziegenhain.

Haus-Verkauf.

Ein in der Gasse gelegenes zweistöciges
Wohnhaus, mit Hof und Garten ist aus
reier Hand zu verkanfen.

Wo sagt die Exrpp. d. Bl.

Französiche; Schule.
An den schulfreien Nachmittagen beab⸗
ichtige ich, einen beständigen CEursus
den französichen Sprache zu erthei⸗
len, für Schülex von 10, bis 14 Jahren.
Der beiden Sprachen mächtig, darf
ich bei wöchentlich 2 mal 2 Stunden wohl
hoffen, die Eltern meiner Zöglinge voll⸗
lommen zu befriedigen.·
Anmeldungen nimmt die Red. entgegen bis
Mittwoch, 14. d. M., wo der Cursus be⸗
zinnen wird um 2 Uhr N⸗M.
72 St. Ingberth den 1. März 1867.
D SL, Lurxemburgischer⸗e
dehrer, conces. Sprachlehrer zu Saarbrücken.
Verkauf von 13
*Gausplätzen.
Unterzeichneter beabsichtigt sein auf Wal⸗
lerfeld gelegenes Stück, längs der Kaiser—
traßße hierher des Sengscheider Weges und
der Eifenwerker Eisenbahn gelegen jetzt
mit Korn besamt in 18 Hausplätze
eingetheilt wovon jedes 28 Fuß breit uud
71“ Fuͤß lang, ist 'aus freier Hand ein
zeln zu verkaufen.
St. Ingbert im März 1867.
—ανJ. Hellenthal.

725
Zonntag
(Fastnacht.)
Preiĩ-
musãl
Dienstag
34. M L.
ei Georg Jung.
scher-Anzeige.
Bestellungen von Büchern, Musi
kalien und allen. Buchhandel⸗-Arti⸗
keln, sowie von“ Inseraten in den
Pfälzischen PlakateAnzeiger“
die „Neuesten Nachrichten?den. auf
die „Sonntagsblätter“ und alle
Allustrirte Zeitschriften“ besorgt
die Agentur der Lang'schen Buchhandlung
zu Sti. Ingbert, amd hält ihre reichhalti⸗
gen Cutaloge zur Ansicht empfohlena⸗
Scherpf
Geschäftsagente) d
ZJnu den bevorstehenden. Prüfungen
npfehle ich bestens: Examenschriften⸗
Papiere — dleselben in ver—
schiedenen Liniaturen — sowie
Titelblätter. Nachweise und Be
lege ꝛc.

2. rg,
nùNn Zwe rüde —
Fast noch neue, gute
1
Poetroloum-Lampen
sind billigst abzuge ben
beei Julius Grewenig
Fuser rother und blauer Kleesaanen,
Santwicicen, Santhafer u. Saut-
erbsen, in bester Qualität, sind billig
zu haben bei.4 4
M. Thiery in St. Ingbert.
Der UÜnlerzeichnete hat eine ein⸗
gerichtete Nagelschmiederei mit allen
dazu nöthigen Wertzeugen' zu vermiethen
oder zu veriaufen, und kann dieselbe so—
gleich übergeben werden·· *
Schnappbach im Februar 1867.
Franz Antoni.
        <pb n="104" />
        — I —8
Dünugerfu hrila asνν—
F —— rν—
Gedämpftes Knochenmehl t
duperphospath. α_
Wiesen und Kleedünger. ιαα
—⏑————— ν
Lager bei J. J. Grewenig in St. Ince in un

Subscriptions⸗Einladung
auf die National⸗ Bibliothet
sämmtlicher Deutscher Elassiker
„Von derselben erscheint alle 8214 Ta—
ze ein Band von 89 Bogen zum Preise
von 9 kr. (221 Sgr.), und dverpfuchte /
man sich zur Abnahme“ vom 240 Vanden
Diefe Ausgabe in Druck und Papier vor⸗
züglich, von Peen Format, ist die bis

heute billigste, so daß das veutsche Voů
die Meisterwerke seiner Classiker für! den
zehnten Theil der seitherigen Preise und
manche Werke noch billiger, erhalten

Schillers Gedichte kosten sohin uur

b Sgt. pehe eeg e 7 *7

Dessen poetische und dramatische Werke
22 Sgr 5
Wieland uur 3 Thlt. Gothe
4Thlr. Lefsfing 1 Thlr. —

Zur gefälligen Subscxiption ladet en
die Lang'sche Buchhandlung in Speyn
u. für diese die Agentur in Si. Ingbert

—
a Geschäftsagent. *
Ein braver gesitteter Bursche, der dit
Echlosserei zu erlernen wimschi finder
eine gute Lehrstelle offen. *
Wo? zu erfragen in d. Erpd. de Bl.
Fastnacht Sonntag und Dienstag
* —222
X ——
bei Joh. Hoffmaun.
Fastnacht ESonntag und Dienstag
Frosιν—
bei Louis Weirich.
Guter Saathafer und Saaut⸗
wicken blauer und rother Kleesaamen
sowie auch süsse Milch ist zu haben
bei Gebrüder Greil.
Annoneeeee
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft
dvn Gebr. Prei frer in Frankfurta. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
papiete, Anlehensloose, Eisenbahn⸗ Vanf.
und industriellen Actien, Jucasso, von Cou⸗
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter⸗ Zu⸗
sicherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1 per mille ohne
iegliche sonstige Spesen.
Frucht⸗ j Brod⸗ ¶ Fleisch⸗ ꝛc. Vreise der
Stadt Homburg vom 27. Februar

Welizen 7 fU. 53 kr., Korn 5 fl. 38 ir
Spelz 4fl. 53 kr. Gerste, — reihige, — f.
— tt., Mischfrucht 6 fl. — kr., Hafer
4 f. — tr., Erbsen 4 fl. 55 ir.Kartof⸗
feln 1fl 12kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
26 kr., ditto 2 Kgr. 17 kr., ditto 1 Kygr.
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Quu.
12 ir., Kalbfleisch 12 kr., Hammeiflisch
14 kri, Schweine fleisch 18 kr., Bniter 29 kr
ber Pfd.

a *

—2* 2
74172
—
it.27

7

—212
—
38
i44 A
1

Der in der Nr. 25 dieses Blattes angezeigte⸗

wird einen Tag dorher, also

—
—— —AV
iimnacht Hontag

*

1284

abgehalten —
bbei Ferdinand Oberhaufer.

5
— α‘ ůι
——
α 73* F
—— — x e e
— ranzösischer Unterricoht.
vi J in 7 *
iDaͤ der Endesunterzeichnete in Kürze seinen Sommner-Curstus
hierr wieder eröffnen wird, so bittet er diejenigen Personen, welche Theil daran zu
nehmen wünschen, ihre Namen baldigst in der Exvbedition diefes Blattes gef.
abgeben zu wollen. ,
P. Roux,3
mfutre de francais. m ee?
—— J
— —- F — — —— — ——
Nächsten Sonnte (Fastnacht *
J 0 4
. — ua uια—
vbveni Rastnzachat Denstagg
3 1 5
bei billigerem Einteettspreise.
15

it nν.

— 48 3
Anzeige.
Von morgen an ist jeden Tag bei dem
Unterzeichneten süße Milch zju haben;
auch kaun an 2 solide Herren 1oder
auch zwei möblirte freundliche Zimmer, mit
oder ohne Kost abgegeben werden.

Leonh. Vohlsart,
wohnhaft in dem Wib. Munzinger'schen
. Huuse an der Kohlenstraßee

rFerid. Oher hauser...
vte von bester uͤnd billigster Je
schaffenheit empfiehlt die·
Materlal⸗Spezerei⸗ und Farb⸗
waarenhaudlung 7
von Fritz Panzerbieter
ee nin St. Inabert
Sruoα 8SIIVIr pqꝗ
aOdlq-qaodx,
X 4* —
—A——
ꝓdaꝛar qu quꝛgq; bvisuv uog
Geschäfts-Empfehlung. CC. 55—
Unterzelchneter bringt andurch den 9 Frankurter Börie
Bewohnern der Schnapphbach und Umgegend “ vom B derten 1867
ur Kenntniß, daß er im Konigreiche Bah⸗ Pistolen ,8 . 45247
ern patentifirt, von nun an sein Geschäft Zolandische 19 flieStucke. 0 38
als Tüncher dvorten betreiben darf, und 3 — αν
anpfiehlt: sich zBei dorkommen den Arbei, Russi useras .
en in allen in sein Fach einschlagenden ——————— *3 * 3
Arbeiten. unter Zusicheruug reeller und Preußische Kassensheine. 54 45.
hilliger Bedienimg drraße Friedrichsdor ... 9 36267
Dauniel old per Zollfund seinn3
*87 niel Weymann, 9J Hoch hartiges Silber per Zollpfund *
Tünchermeister im Altenwald. 1 olrars in Goald 22728

— 2
Alle Sorten Farben und Lir-
nisse, gut abgelagert, aus echtem frauzös.
Terpentindl bereitet. Leimöl, roh und ge⸗
kocht, Terpentimöl, Benæniun, 4-
pPhalt, Schusterpeeh, Golo-
phiom, Pinsel und Bürstem,
sSehelIIne, Sirtus, Bimen
Aenme, ord. und wiener GIavpapier
in allen Nummern, Sehmiersife,
Soda, ChIorISIIS, CGureumia,
Alaum, FarbholIzer Glauholz,
Gelbholz, Rothholz, Sandel, Krapp, Al—
canna) Gallãpfel, HBisenvitriol,
Wasgerbalei (Ofenschwärze) Saunni
ak Schwefoel, SiIberglätte
—AAXLXL Tale, T
Wachs, Wagensehmiere ete,

tt33 142 *
1312 42 1

Redaktion. Druck und Verlag von F. x. Demetß in St. Inaber‘

DV
        <pb n="105" />
        *7 s J * — F h 1* 6 2 e αιαα

ne , — — F*

ie eee ) 6.1:

der St. Ingberter Anzeige r mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag—
ind Samsta g. Abonnementspreis — DD Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder derezn
Raum berechnet.

Dienstag, den 5. Märzzzzzz 6 1867.
—VV Deutschland. 7.

Muünchen, 28. Febr. Der IV. Ausschuß faßte folgende Be⸗
chlusse? I.. den Antrag des Abgeordneten Völk und 44 Genossen
vuf Vorlage eines die Unabhängigkeit der Richter gewährleistenden
Besetzentwurfes, 2. den von Abg. Sedlmayr angeeigneten Antrag
des Privatiers L. Sachenbacher, den Art 264 des Strafprozesse?
hom 10. Rov. 1848 mit dem Zusatze zu ergänzen: „wenn solche
nene Beweise von Verurtheilten beigebracht werden, welche die
denkbarleit der Schuld ausschließen“, 8. die Bitte der Schulleh⸗
rer der Pfalz um zeitgemäße Erhöhung ihres Gehalts, angeeignet
dom Abg. Umbscheiden und 16 Genossen mit dem Artrage auf
Horlage eines Gesetzentwurfs, wodurch die Gehaltsbezüge der
—AAD Allgemeinen der Bedeutung
der Schule, und der Lage der Lehrer insbesondere entsprechend
festgesetzi werden — mit Berüchsichtigung der Eingabe fast sammt⸗
icher Lehrer der Pfalz vom Jan. 18673 die Vorstellung des
Fifenbahncomites Landshut auf die noch dieses Jahr in Angriff
zu nehmende Erbauung einer Bahn von Rosenheim über Wasser⸗
burg nach Landshut auf Staatskosten eventuell durch eine Privat
zeseüschafi; die Bitte der Appellationsgerichtsboten von Oberbay
en auf Gehaltsaufbesserung — für formell und marteriell zuläs⸗
iig zu erxachten und den betreffenden Fachausschüssen zuzuweisen.

München, 28. Febr. Der 4. Ausschuß beantragt auf
Vortrag seines Reserenten Abg. Frhr. v. Ow, den Petitionen der
Arbeitervereine in Nürnberg und Augsburg um Einführung des
Algemeinen directen Wahlrechtes mit geheimer Abstimmung eine
Folge nicht zu geben. — Reichsrath b, Niethamer als Referent
des 2. Ausschusses der Kammer der Reichsräthe über den Gesetz
entwurf: einen Credit für die außerordentlichen Militärbedürfnisse
oro 1866467 beir. schlügt vor, diesen Credit auf 2,721,909 ft
estzusetzen, während die Abgeordneten-Kammer nur 2,500,000 fl.
genehmigt hat; Referent beantragt nämlich, die von der Regie—
rung für Einuͤbung der Unmontirt-Assentirten postulirten, von
der Abgeordnetenkammer gestrichenen 201,809 fl. wieder einzu⸗
setzen, außerdem beaniragt er, 80,000 fl. für probeweise Anschaf⸗
sung von Hinterladungsgewehren zu bewilligen, von dieser Sum⸗
me aber 30,000 fl. aus den für allgemeine Kosten, Versuche
Regiebedürfnisse ec. bereits von der Abgeordnetenkammer bewillig
—
den geforderten Credit einzuflgen. Dem Antrage der Abgeordne
senkammer bezüglich der Gendarmerie schlägt Referent vor, beizu⸗
stimmen; endlich beantragt er, an den König die Bitte zu richten,
ein ⸗ Expropriationsgesetz für die Abgabe der Pferde im Falle
der: Mobilmachung der Armee gegen gesetzliche Entschädigung an
die Kammern bringen zu lassen.“

München, 28. Febr. Die Staatsregierung soll die Ab—
sicht haben, den Gesetzentwurf bezügl. der Militärverfassung zurück-
zuziehen, weil die Herstellung einer neuen Berechnung der Kosten
der Armee nach dieser Verfassung mehrere Wochen erfordert, und,
bebor diese Berechnung vorliegt, der Ausschuß der Kammer der
Abgeordneten in die Berathung des Gesetzentwurfs kaum eintre⸗
ten dürfte.“ Im Falle der Zurückziehung des Gesetzentwurfs wür—
de eine Vertagung der Kammern eintreten. J

München, 4. März.“ Durch königliches Dekret vom 8
März ist der Landtag bis zum 14. April verlängert worden.

Dienstesnachrichten.

Durch höchste Entschließung des k. Staatsministerium des
Innern, für Kirchen? und Schulangelegenheiten 9. d. 18. Febr
d. Is. wurde der bisherige Assistent am Gymnasium zu Speyer
Franz Binder auf die Lehrstelle der 83. Classe an der Latein
schule zu Kusel berufen. J

Durch Regierungsbeschluß vom 27. Febr. wurde der Schul⸗
verweser Daniel Sender von Teschenmoschel zum Verweser an
der israelitischen Elementarschule zu Niederkirchen vom 11. März
l. Is, an, ernannt.* »

Wisen. Wie die „Narodny Listy“ aus Wien berichten, finden so—
wohl in der Gegend von Prag als auch in den Festungen im Süden

Ungarns Truppenconcentrationen statt. Man ist geneigt, dies als
eine Pression gegen die feindselige Haltung der Czechenpartei einer⸗
feitz und gegen die in der südslavischen Bevölkerung um sich grei⸗
fende Erbilterung gegen Ungarn zu deuten.

Pesth, 2. März. Die Deputirtentafel hat die Vorlage be⸗
züglich der Steuereinhebung mit unwesentlichen Veränderungen,
die Vorlage bezüglich der Heeresergäͤnzung mit großer Majoritüt
angenommen.

Traest, 2. März. Die von hier nach Udine abgegangene
griechische Deputation wurde dort sofort von Geeneral Garibaldi em⸗
pfangen, der die Versicherung extheilte, das gesamm te Italien sei
zu Gunsten der Griechen gestimmt. Er, persönlich habe seinen
Sohn' Nicciotti, sowie mehrere andere Offiziere zur Unterstützung
der Griechen nach Kandia geschickt. Unter günstigen Umständen
werde er selbst dahin abgehen..

Frankreich.
Paxis, 28. Febr. Der „Abenirx nat.“ findet, daß unge⸗
achtet der friedlichen Erklärungen des Königs Wilhelm die Macht

Preußens mehr und mehr drohend wird. Die südstaatlichen Re—
ierungen vollenden in aller Eile ihre nöthigen Protokolle, um
sich in officieller Weise in der preußischen Militärunion aufgehen
zu lassen. So dringend sich aber in dieser Hinsicht die Regie—
rungen zeigen, so werden sie, sagt der Avenir, doch noch von der
Volizungeduld getrieben. In den deutschen Blättern sei nur von
der Aufertigung neuer noch mörderischer Waffen als alle bis jetzt
bekannten die Rede. Alle Welt bekümmere sich um derartige Ent⸗
deckungen: eine sonderbare Beschäftigung für ein Volk, dessen Ge—
nie im Allgemeinen friedlich sein sol..

Paris, 28. Febr. Das neue Preßgesetz wurde in der
heutigen Sitzung des Staatsraths zu Ende berathen. Die Be⸗
timmungen sind nunmehr folgende: die vorgängige Autorisation
ist aufgehoben. Die Buchdruckerei und der Buchhandel sind frei
uind können nach einer einfachen Anzeige betrieben werden. Mit
dem Stempel und der Caution bleibts beim Alten. Das Zucht-
volizeigericht allein hat über Preßvergehen zu urtheilen. Die Geld—
trafen werden eine größere Ausdehnung erhalten, dagegen die
Befängnißstrafen in ihrer Anwendung beschränkt. Nach zwei Ver—
artheilungen kann mit der dritten die Suspension auf zwei bis
sechs Monate verhängt werden. Ein Journal darf nicht von
einem Mitgliede des gesetzgebenden Koͤrpers gezeichnet sein. Auch
darf kein Journalartikel veröffentlicht werden von Personen, wel⸗
che ihrer buͤrgerlichen und politischen Rechte verlustig erklärt sind,
oder denen der Aufenthalt in Frankreich untersagt ist. Das Ur—
theil der Tribunale kann auch die Suspension von Wahlrechten
verhängen. Eine Appellation gegen die Verurtheilung zur Sus—
pension muß unverzüglich erfolgen und wird innerhalb drei Ta—
gen entschieden; jedoch kann das Urtheil unter Umständen sofort
für executorisch erklärt werden.
Belgien.

Brüssel, J. März. Morgen kommen die Ueberbleibsel
der belgisch mexicanischen Legion in Antwerpen an. Die Legio—⸗
näre werden zwei Tage lang in der Südcitadelle einquartiert,
dann aufgelöst und einzeln zu ihren Familien entlassen; die es
verlangen, können wieder in die Armee eintreten. Sehr viele
höhere Officiere sind nach Antwerpen, um ihre Kameraden zu
empfangen. — Der König und die Koöͤnigin werden der Hochzeit
des Grafen von Flandern in Berlin beiwohnen. — Im Haag
macht die plötzliche Intimität zwischest Brüssel und Berlin viel
böses Blut.
England.

London, 27. Febr. Von zuverlässiger Seite wird mir
folgende interessante Thatsache mitgetheilt. Kaiser Maximilian von
Mexico hatte bekanntlich dem Kaiser Napoleon andeuten lassen,
daß er, um sich vor Europa wegen seines transatlanlischen Unter—
nebmens zu rechtfertigen, in die Lage kommen könne, agewisse
        <pb n="106" />
        Briefe, in welchen der fraͤnzösische Kaiser ihm bestimmte Verspre—
chungen gemacht, und sonstige Schriftstücke, die er als sichere Ga—
rantien betrachten zu düxfen glaubte,-zu veröffentlichen. Seitdem
ließ Rapoleon sich diese Papiere zurückerbitten und, als die Rück
zabe verweigert wurde, mit allem Eifer auf dieselben fahnden.
Es wurde seiner Zeit gemeldet, daß die Kaiserin“ Charloite sie
nach Europa mitgenommen und an guter Slelle aufbewahrt habe.
Neuerdings scheint die Kaiserin Grund zu der Besorgniß erhalten
zu haben, daß diese Schriften bei ihr oder an dem von ihr ge
wählten Orte vor den französischen Nachstellungen nicht mehr si
cher genug sind. Sie fertigte daher einen geheimen Boten, dem
sie die Papiere anvertrauen durfte, nach London ab mit dem Auf-⸗
trage, sie der Königin Victoria eigenhändig zu übergeben. Vor
———
geheime Correspondenz entgegengenommen und die Versicherung
ertheilt, daß sie dieselhe nur an Kaiser Maximilian selbst oder
an Heinen von diesem zun Empfangnahme Bevollmächtigten aus—
liefern werde. —DDDODDO——
Italien. ·
——Florenz, 27. Febr. Die Piemontesische Zeitung erfähri
aus Rom, daß in der Porxaussicht möglicher Ereignisse eine merk—
liche Annäherung zwischen den bisher getrennien dortigen Parteien
der Gemäßigten und der Actionsmäuner stattgefunden hat,
Garibaldis unverhofftes Eintreffen in Florenz macht unge—
heures Aufsehen. Zieht er ins Feld für Creta oder will er die
Wahlschlacht organisiren? fragte man sich. Die Italie meint,
der General werde alsbalsd nach Caprera zurücklehrenen Zunächßsf
ist Garibaldi über Bolognä nach Venedig gereist, wo er am 28.
Febr. eintreffen sollte. Hier findet eine Conferenz von Philhelle⸗
nen statt, wozu auch Saint Maxc, Girardin aus Paris erwartet
wird. In Garibaldis Gefolge befindet sich sein Schwiegersohn
Major Canzio, der Oberst Acerbi und der Venetianer Morxeiti.
Garibaldi wurde in Venedig mit Jubel empfangen.
Griechenland.
Patras, 24. Febr. Die Uneinigkeit der Insurgentenfüh
rer nimmt zus die Reorganisirung der griechischen-Armee wird
eifrig betrieben. Große Bestellungen von Waffen in französischen
Fabriken haben stattgefunden.“ Die gefangenen Freiwilligen von
Candia sind von der türkischen Regierung freigelassen worden.
Türkei. W
stonstantinopel, 1. März. Entgegen allen Dementi's
Seitens der Pforte wird von guter Seite beharrlichft versichert,
der Vicekönig von Aegypten sei mit einer Reihe ernster Forde—
rungen hervorgetreten. Er verlangt das Recht, den Titel
„AzizeUl⸗Miser“ (Aegyptenbeherrscher) zu führen, ferner eigene
Münzprägung, Erhöhung des Bestandes der ägyptischen Armee
auf 199, 000 Mann, autonome Ernennung der Armeebefehlshaber,
der Muschir und Administration der heiligen Städte in der Pro⸗
vinz Hedias und der ganzen Küste des rothen Meeres, endlich
die zeitweilige Uebergabe der Insel Kandianbis zum erfolglen
Ersatze der ägyptischen Kriegstosten. Der Großvezier Fuad
Pascha ist bemüht, den Vicekönig von diesen Vorderungen
abzubringen.

Belgrad, 1. März. Es wird auf das Bestimmteste ver—
sichert, die Pforte habe ihre Geneigtheit zur Räumung der serbi—
schen Festungen einschließlich Belgrads unter der Bedingung er—
klärt, daß Serbien seinen Jahrestribut erhäöhe, die Entwaffnung
der Nationalmiliz vornehme und das active Militär reducite und
daß die Pariser Vertragsmächte für die Zukunft die Anerkennung
der Suzeränetät der Pforte durch Serbien nebst der friedlichen
Haltung der Serben gegenüber den türkischen Nachbarprovinzen
garantiren. Es verlautet, daß Serbien nicht gesonnen sei, diese
Bedingungen anzunehmen. — —

ESchweden.
Zwischen den Regierungen von Schweden und Norwegen
schweben gegenwärtig Unterhandlungen, welche dahin zielen, an
die Stelle der Personalunion die Verschmelzuͤng beider Reiche zu
einem Staate anzubahnen. Dies soll, wie mitgetheilt wird, die
maßgebende Rückhsicht gewesen sein, welche die erste Kammer in
Schweden bewogen hat, dem von der zweiten angenommenen Ge—
setzeniwurfe, wonach der Konig, um Regent eines fremden Landes
zu werden, der Einwilligung des Reichstages bedarf, abzulehnen.
Ob die erstrebte Vereinigung, welche die Kraft des standinavi⸗
schen Nordens nach Außen hin wesentlich stärken würde, dei der
Verjchiedenartigken der Verfassung beider Lünder und bei den of⸗
fenkundigen Antipathien beider Völker innerhalb der Grenzon des
Erreichbaren und Wunschenswerthen liegt, mag dahin “gestellt,
bleiben.. . .

Rußland. WR
Peternsbur g, 1. März. »Es wird versichert, der russische
Besandte in Konstanlinopel habe die Herstellung geordneter Zu⸗
tände der Pforte durch Abtretung der Insel Handia⸗ angerathen.
Amerika. F
New-York, 16. Febr. Die Legislatur von Missouri hat
sich geweigert, das Amendement, das die Theilnehmer an der
stebellion von dem Wahlrechte ausschließt, dem Volke zur Be—
tätigung vorzulegen. — Der Correspondenz der „Times“ in
Washington hegt Hoffnung auf eine Spaltung zwischen den Re
zublikanern, die zu einer Verständigung der Gemäßigten mit dem
Präsidenten führen würde. Ueber Annaherungsversuche von dieser
Seite her berichtet er Folgendes: „Zwei oder drei von ·diefer
Zartet, denen es angelegentlich darum zu thun war, fich zu ver⸗
—A— geneigt
ei, hatten eine Unterredung mit ihm, in welcher derselbe zu ver⸗
tehen gabt, er werde gern auf Vorschläge hören, die auf eine
„ollstandige Restauration des Südens zielten. Er glaubtendie
Rechtsentziehungs⸗Clausel in dem constitutionellen Amendement sei
as Haupthinderniß gegen die Annahme desselben.Es sei fast
überflüssig, von den Einwohnern der Südstaaten die Ausjchließung
»on Amt und Würden für diejenigen Männer zu fordern die
während der Rebellion nur dem Wunsche des Volles Gehorge
chenkt hätten.“: Die: Ausschließung derselben von Aemsern der
Inion werde: vielleicht angenommen werden. ihnen aber zu den
Stellen in den Staaten den Zugang zu verschließen, sei eine
harte Maßregel, zumal da die dadon Betroffenen im Durchschnitt
zerade die tauglichsten und tüchtigsten Veute seien, und es schwer
halte, Ersatz für sie zu finden.“ Zum Schlusse der Unterredumg
prach der Präsident die Hoffnung aus, man möge zu einem
Plane kommen, den sein Pflichtgefuͤhl ihm gestatten werden zu
interstützen. 8
New-York, 28. Febr. Präsident Johnson hat gegem die
Finsetzuggg von Militär⸗Gouverneurs in den Südstaalen betreffende
TFongreßbill sein Veto eingelegten Im Repräsentantenhaufe wurde
eine Resolution gestellt, in welcher der Präsident um Auskunft
iberdie beabsichtigte Errichtung eines Königreichs Canada ange⸗;
gangen wird, durch welches die Sicherheit umid der Friede der
Bereinigten Staaten gefährdet werden könnte, Die Resolttion wur—
de dem Comite der auswärtigen Angelegenheiten überwiesen —
Aus Mericd sind Nachrichten bis zum 24. d. eingetroffen. Dem⸗
zufolge sind die Communicationen zwischen der Hauptstadt und
der Seeküste: auf allen großen Routen durch die Liberalen abge⸗
ichnitten; die Imperialisten und die Fremden verlassen das
dand. —
Ec”c”hwurgerichtsfitzungen.
e L. Quartal 1867.
Zweibrücken, 26. Febr. Coutumazialverhandlung gegen
Friedrich Kappel, 29 Jahre alt, Schmied zu Rammelsbach
vohnhaft, der vorsützlichen —V
Jakob Eckhardt von Reichenbach mit nachgefolgtem Tode des
Letzteren angekagt. F —
Der Angeklagte traf am 24. Juni v. Is. in der Wirthschaft
von Daniel Heil in Reichenbach mit dem Musikanten Jakob 6a—
hardt und dem Schreinergesellen Karl Pfeifer zusammen. Mit
Letzterem trank er 8 Schoppen Wein, nachdem er vorher schon 4
Schoppen Bier getrunken hatte. Um 10 Uhr verließen die Gäste
die Wirthschaft; die Tochter Liselte des Wirths Heil begleitete
eine Freundin heim und kehrte dann selbst nach ihrem Hause zu⸗
ück, das sie abschloß. Der Angeklagte, der mit Pfeifer dem
Mädchen nachgegangen war, klopfte um Einlaß, was ihm von dem
hinzugekommenen Nachtwächter, bei dem der obige Eckhardt stand,
berwiesen wurde. Hierüber entstand ein Streit, es sammelten sich
Leute und nach einiger Zeit entfernten sich Kappel und Pfeifer,
während der Nachtwächter, der hinzugekommene Straßenwärter
tadel, ein gewisser Peter Müller und Eckhardt noch bei einander
auf der Straße stehen geblieben waren. Plötzlich kam der An—
Jeklagte allein wieder von einer Seite her an ihnen vorüber, wo⸗
bei der Nachtwächter und Eckhardt ihm bemerkten, es sei Zeit,
nach Hause zu gehen. Kappel drehte sich aufdiese Bemerkung herum,
trat auf dem etwas vorausstehenden Eckhardt zu und dersetzte
demselben einen Stich in die linke Seite des Unterleibs. der den
am 3. Juli darauf stattgehabten Tod zur Folge hatte. Der An—
geklagte, der bisher einen guten Ruf besaß, jenen Abend auch
angetrunken war, hatte sich gleich nach der That auf die Flucht
begeben und konnte bis jetzt nicht eingebracht werden. Derselbe
wurde in contumaciam zu einer Zuchtihausftrafe von 5 Jahren
derurtheilt.
Sitzung vom nämlichen Tage. Contumatialverhandlung gegen
Carl, genannk Kaufmann“ Levdi, 26 Jahre alt, Handelsmann
don Vorderweidenthal, wegen Meineids.
        <pb n="107" />
        Sschon als Vube von 14 Jahren begleitete der Angeklagte
einen Vater Samuel Levi auf den Viehhandel und. führte bald
ein das Wort, ging auch spater meistens allein auf Len Han⸗
da und schloß Geschäfte ab, so daß man nicht anders wußte, als
Herde die Sache auf gemeinschaftliche Rechnung des Angeklagten und
rines Vaters betrieben. Darauf deuteten auch die desfallsigen
Aeußerungen Beider und wurden dieselben auch öfters am Han—
zelsgerichte Landau als Solidarschuldner aus abgeschlossenen Vieh⸗
handeln verurtheilt. In einer allda durch den Ackerer Jakob
Feder UI. von Wilgartswiesen anhängig gemachten Klage gegen
den Angeklagten /auf Zahlung von 156 fl. 85 kr Kaufpreis von
2.Paar Stieren schwor Letzterer nun in der Sitzung vom 3.
Mai vor. Is.: 1) daß er fragliche Stiere nur als Gehilfe seines
dalers gekauft. 2) daß er mit diesem nicht gemeinschaftlich gehan⸗
delt, beziehungsweise 8) nicht mit diesem das Geschäft auf gemein⸗
chaftliche Rechnung geführt und 9 sich nie zur Zahlung des frag⸗
ichen Kaufpreises verpflichtel habe, endlich 5) daß er auch nicht
z Tage vorher ein Rind und 50 fl. auf die Forderung zu geben
dersprochen habe. Der darauf abgewiesene Kläger Becker machte
die Anzeige bei der igl. Staatsbehörde und die gepflogene Unter-
juchung ergab, daß gerade der Angeklagte die 2 Paar Stiere
hon demseiben erhandelt, die Ausstellung eines Schuldscheins aber
ange verschoben hatte, bis dieser endlich am 138. Febr. 1865
von einem Schwager Beckers geschrieben wurde, der aber aus Ver⸗
sehen nur den Vater des Angeklagten als Käufer einführte. Der
Angeklagte erklärte jedoch damals, dies thue nichts, es sei gerade
so gut, er unterschreibe doch den Schuldschein; was er auch that.
dle ihn aberdessen Vater unterschreiben sollte, weigerte sich die⸗
ser, und da er auch bald in Vermögensverfall kam, hielt sich der
Berläufer an den Angeklagten, der auch öfters in Gegenwart von
Zeugen die Schuld anerkannte und Zahlung versprach. Da— diese
Zahlung aber micht erfolgte, kam die Sache vor Gericht und erst
dier erllärte Levi sein Vater sei der Käufer und er habe bloß
interschrieben, weil sein Vater nicht zu Hause gewesen sei und
eine Unterschrift von diesem wie dessen eigene anerkanntwerde.
Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten des Meineids schuldig
md veruriheilte denselben zu einer Zuchthausstrafe von 4 Jahren
—
Vermischtes.

Zweibräcken, 2. März. Heute Vormittag von 92-10
Uhr war auf hiesigem Marktplatze ein Strafpfahl aufgestellt, an
welchem das Schwurgerichtsurtheil vom 26. Febr, abhin gegen
den wegen Tödtung verurtheilten flüchtigen Friedrich Kappel, 29
Jahre alt, Schmied von Rammelsbach, angeheftet wrde. Es ist
dies der gesetzliche Vollzug von Contumazialurtheilen, welche eine
Verbrechensstrafe aussprechen.

4 Kommenden Mittwoch, 6. März, wird die für Mitteleu—
ropa in diesem Jahrhunderte letzte ringförmige Finsterniß der
Sonne eintreten. In unserer Gegend ist die Verfinsterung nur
eine theilweise, doch immerhin beträchtlich, da sie zehn Zoll beträgt
umd daher den größten, die in diesem Jahrhundert zu sehen wa—
ren, zur Seite sieht. Die erste Berührung findet Vormittags 8
Ahr 37 Minuten statt an der rechten Seite der Sonnenscheibe
etwas nach unten, Die größte Verfinsterung tritt 20 Minuten
nach 10 Uhr ein, der obere rechte Theil der Sonnenscheibe ist
noch als schmale Sichel sichtbar. Die letzte Berührung links etwas
nach oben, findet um 11 Uhr 42 Minuten statt.

Gohes Alter.) Kronau (Baden). Am 20. Febr, starb
dahier die ledige Maria Josepha Laubach in dem ungewöhnlich
hohen Alter von 124 Jahren. Ueber ihren Geburksort ist nichts
Raͤheres bekannt. Bis vor Kurzem war dieselbe noch gesund,
munter und guter Dinge und konnte sich überhaupt nicht erinnern
je krank gewesen zu sein. Selbst in strengem Winter war diese
arme Person — welche ausweislich des Rathsprotokolls schon im
Jahre 1855 als almosenbedürftig —
ag gekleidet; ihre Nahrung, die oft aus einem Gemisch von allen
möglichen Speisen in einem Gefäß bestanden, erhielt sie von mild⸗
thätigen Ortseinwohnern.

p Die große Bär und Hermann'sche Druckerei in Leipzig,
in welcher 13 Schnellpressen arbeiteten, ist am 10. Februar durch
Feuer bis anf den Grund zerstört worden. Dadurch erlitt das
aͤus dieser Officin hervorgehende in 60,000 Exemplaren verbrei—
tete illustrirte Familienblaitte, Omnibus“ eine momentane Stock—
ung, welche jedoch wie wir exfahren, darch das hilfsweise Eintre⸗
ten von. drei anderen Leipziger Buchdruckereien und energische
Heaßnahmen Seitens der Verlagshandlung des. „Omnibus“ bald
gehoben sein wird. J

pSaarbrücken, 26. Febr. Die französ. Ostbahn-Gesell
schaft wird während der Pariser Welt-Industrie-Ausstellung, jeden
Donnerstag Morgen, wenn eine Betheiligung von mindestens
100 Personen vorhanden ist, einen Special⸗-Train von Forbach

ibgehen lassen, der am Freitag, Morgens gegen 6 Uhr in
Paris eintreffen wird. Die Fahrpreise betragen für- die zweite
Zlasse 27 Fr. 50 Ct., für die dritte Klafse nur“ 18 Fres. Be—
kanmlich hal auch das preußische Handelsministerium Einrichtun⸗
jen gekroffen, um den Besuch der Ausstellung durch Ermäßigung
bes Fahrpreises auf den diesseitigen Eisenbahnen zu erleichtern,
indem alle unter Staatsverwaltungi stehenden Eisenbahnen ange—
viesen sind, das Personengeld für Hin- und Rückreise in 1., 2.
ind 3. Wagenklasse bis auf 50 prCt. zu ermäßigen, falls, die
Anschlußbahnenen auf eine gleiche Ermäßigung eingehen, Die für
)en bezeichneten Zweck auszugebenden Billets sollen 4 Wochen
hültigkeik haben und auch eine Unterbrechung auf gewissen Zwi⸗
chenstation zulassen. Die Billets der franz. Ostbahncbaben 10
Tage Gültigkeit.
7 Cin wohlgemeinter Rath wird aus Paris mitgetheilt
nelcher darin besteht, die Besucher der Pariser Universal⸗Ausstel⸗
ung darauf aufmerksam zu machen, sich bei Zeiten und minde—
tens einige Wochen vor der Abreise eines Obdaches in Paris
u versichern; denn trotz der vielseitig getroffenen Vorbereitungen
ur Aufnahme der zahlreichen Fremden, wird mancher in dieser Beziehung
Invorbereitete sich mit einem mangelhaften Nachtlager, vielleicht
jar mit einem Sessel die Nacht begnügen müssen. Um diesem
lebelftande abzuhelfen und um dem auswärtigen deutschen Publi⸗
um an die Hand gehen und nützlich zu sein, hat das Office
JIniversél, Bonlevard Magenta Nr. 16 in Paris, dessen Besitzer
in seit 24 Jahren in Paris ansässiger Deutscher ist sich veran—
aßt gesehen, in den angenehmsten Stadttheilen von Paris meh—⸗
ere hundert, theilweise in Privathäusern befindliche, anständige
Familienwohnungen contraktlich an sich zu bringen, welche zu den
festen Preisen von 8, 4 und b Franken per Zimmer, reichere zu
6,8 und 10 Franken täglich abgegeben werden können.

7 Paris. Ein Prozeß aus der voraehmen Welt macht
etzt hier viel Aufsehen. Der Herzog v. X. einer der ältesten Na—
men Frankreichs, hatte ein colossales Vermögen durchgebracht und
zlieben ihm nuͤr noch 15,000 Ir, Rente; damit konnte er aber
sein Leben und Hauswesen nicht fortführen, er beschloß also zu
—X———
rinirien Herzog eine reiche Frau zu finden. Endlich fand sich
eine Familie aus industriellen Kreisen deren Tochter gern Herzo—
zin sein wollte; die Hochzeit wurde gefeiert, der Ehecontract sicherte
dem Herzog eine persoͤnliche Rente von 75,000 Fr. Ein hübsches
Vermoͤgen und ein unerwartetes. Aber der Herzog wollte Geld
ohne die Frau. Er verschwand also am Tage der Hochzeit selbst
uud hinterließ nur folgendes Briefchen; „Werthe Dame! Sie
haben Herzogin sein wollen. Sie haben mich um meinen Titel
jeheirathet, ich Sie um das Vermögen, das der Contract mir zu—
ichert und über welches ich frei disponiren kann. Wir lieben uns
iljo nicht. So seien Sie denn Herzogin, lassen Sie mich reich
ein, und jeder von uns lebe, wie es ihm gefällt. Ich lasse Sie
rei, gwähren Sie mir die gleiche Gunst. Empfangen Sie die Ver⸗
ficherung der wahren Hochachtung Ihres getreuen Gatten und
nein Testament, Herzog v. X.“ Ariiger und liebeswürdiger kann
man nicht schreiben, dech aber sind weder die derlassene Dame noch
hre Familie sehr entzückt davon, im Gegentheil, sie wollen die
onderbaren Bedingungen nicht annehmen und haben einen Schei⸗—
dungsprozeß angestrengt, in welchem die beiden berühmtesten Advo—
raten plaidiren werden.

— Schon seit längerer Zeit war man der Verbreilung falscher
Joldener Zehn⸗ und Fünffrankenstücke von Genf aus auf der Spur.
hor Kurzem ist es der dortigen Polizei endlich gelungen, die Falsch⸗
nünzer zur Haft zu bringen. Dieselben wurden in einem rings
hon ärten umgebenen hübschen Hause auf dem Grand Pre ent—
zeckt, in welchem sich im Keller ein sehr großes, schön gearbeitetes
Mänzwerk vorfand, während in der ersten Etage ein Graveur⸗
Atelier und auf dem Boden die eigentliche Münzwerkstätte aufge—
chlagen war. In letzterer wurden außer chemischen Ingredienzien
Metallen und Matrizen für Fünf- und Zehnfrankenstücke noch
eine große Anzahl falscher Goldstückr vorgefunden, so daß es an
Beweisstücken zur Ueberführung der Uebelthäter, zweier Italiener
und eines angeblichen Dieners, nicht fenlt.

F In England hit man Schieß-Papier papierpoudre, er⸗
funden. Es wird bereitet, indem man gewöhnliches Papier in
eine concentirte Aufloͤsung von Kupfer-Salpeter, Chlorate, blau—
gesäuerte Potasche und Cromat-Potasche taucht; dazu kommt dann
noch Kohle und Stärkmehl. Die in London damit gemachten
Frperimente haben gute Resultate geliefert; es entzündet sich nur
in Berührung mit Feuer. Man kennt das Gefährliche der Mani—
zulation mit unserm Pulver, und daß die Schießbaumwolle bei
iner Temperatur von kaum 60 Graden sich schon entflammt.
die Einführung des Papier⸗Pulvers bann uns denmnach vor vielen
chrecklichen Katastrophen bewahren (aber leider noch nicht vor Krieg)
        <pb n="108" />
        Todes⸗ Anzeige.
Es hat Gott dem Herrn über Le⸗
ben und Tod gefallen, unser innigst
geliebtes Söhnchen
Karl Wilhelm KZepp
L Jahr8. Monat alt,.
heuie Morgen um 8 Uhr in ein bes⸗
seres Jenseits abzurufen.
Die Beerdigung findet Donnerstag
Pachmittag 8 Uhr statftt. —
Um stille Theilnahme bitten
Die trauernden Eltern.

Vor ungefähr 8 Tagen ist
ein Dachshund schwarz
nit gelber Abzeichnung, auf den Namen
Erdmann horend, auf dem Wege von
Rohrbach nach St Ingbert entlaufen.“
Wer denselben Herrn Bürgermeifter
Hauck von Rohrbach zurückbringt, erhält
eine gute Belohnung.
Französische Schule.

Barbara1 4 4 M. alt, T. v.
Peter Stach —A
Peter 1J.“2 M. alt, S. v.
Peter Kuhn.
Maria 9 J. 2M. alt, T.v.
Johann Juft.
Cart 13. 9. M. alt, Sv.

7 Zindel.. ,
eorg 3 Tage alt, S. v. Jos.
2 is 3
Beorg Fichter 53 J. altb
Franz 1 3. 5 M. alt, S. v.
Joseph Haselmeie.
Jakob Auguft 1J. 6 M. 13 T.

alt, S. v. Peter Greß.
Jakob 2 J. alt, Siv. Peter
Wilhelhn. 6
Elisabetha Müller 62 J.“ alt,
Wtw. v. Joh. Schweitzer.
Peter Jos. 1M. 20 Tage“alt,

S. v. Johann Georg. 6
Karl Heinrich 9 M. alt, S. v⸗
Peter Stief. 76*
Beorg 2J. 10 M. alt, S. v.
Fath. Menges. 2n 12
Joh. Adam 4 J. 8 M. alt, S.

o. Michael Jung. 1
Daniel 8 M. 198 Tage alt/ S.

o. vptg Mayer.
Jakob 8 J, alt, S.o v. Georg
Greß. e ve . 7
Wilhelm 6 J. 7 M. alt, S. v.
Andreas Gries. 1
—V——
Jos. Wachs. —J ιι —
Maria Anna Dorothea Erkmann

66 J. alt Wiw. v. Philipp Ru⸗

dolph Stutzmann. — —
.27. Joseph 1 J. alt, S. v. Jakob

he Kilm.“ *

Verehlicht haben sich im Februar.
den 9. Johann Schwinn und Margaretha
Brill. 2 2.
Jacob Gamber und Maria Elisa⸗
beth Holzer. ———
Franz Tittelbach und Magdalena
Spaniol. A u 7
Nikolaus Schröck und Karolina
Schmeltzer. ——
Joh. Jos. Reiter und Magdalena
Priester. J DV ——
„28. Peter Hoffmann und Eva Schmidt.
St. Ingbert den 4. März 1867. u
Der Civilstandsbeamte
Chandon. 77

An den schulfreien Nachmittagen beab⸗
ichtige ich, einen beständigen Cursus
der französichen Spräache zu erthei⸗
en, für Schüler von 10 bis 14 Jahren.

Der beiden Sprachen mächtig, darf
ch bei wöchentlich 2 mal 8 Stunden wohl
joffen, die Eltern meiner Zöglinge voll⸗
ommen zu befriedigen. —.
Aunmeldungen nimmt die Red. entgegen bis
Nittmoch, 18., d. M., wo der Cursus be—⸗
zinnen wird um 2 Uhr N⸗M.. 3

St. Ingbert, den 1. März 1867.

D. BSCHIICIS, Luxemburgischer

Jehrer, conces. Sprachlehrer zu Saarbrücken.

Uebernahme von Erdabfuhr.

Die Abfuhr des auf der Staatsstraße
»on, Neuhäusel über Rohrbach und St.
Jugbert bis zur preußischen Grenze befind—
ichen und waͤhrend des Jahres sich noch
rgebenden überflüssigen Abzugsgrundes
vird in drei Loosen auf dem Submissions⸗
vege vergeben.

Uebernahmslustige konnen nach Einsicht
der drei Loose an Ort und Stelle, welche
urch die Grenzen der 3 Straßenwärter
dinzer, Rohe und Sailer abgetheilt
ind, die Bedingungen auf diesseitiger Amts⸗
tube durchsehen.

Die Suhmissionen muͤssen versiegelt und
rankirt mit der Aufschrift: „Submis⸗
sion auf Erdeabfuhr“ versehen bis
ängstens Donnerstag den 7. März Vor⸗
mittags 11. Uhr. bei unterfertigter Behorde
ingereicht werden.
Zweibrücken den 25. Februar 1867.

RKoͤnigl. Baubehoͤrde:
Ziegenbain.
Bekanntmachung.

Die zum Bau eines Wasserhaltungs-
Maschinengebäudes auf dem Redenschachte
Nro. 1 der Königl. Steinkohlengrube Re—
den⸗ Merchweiler erforderlichen nachbenann—
ten Arbeitsleistungen und Materialliefe—
rungen sollen Montag den 11. März c.
z»on Vormittags 10 Uhr ab, im Hause
des Gastwirths H. Leid ner hier, öffent⸗
lich mindestfordernd verdungen werden.

A. Leistungen:
1) Erdarbeiten veranschlagt zu
Thlr. 330
B. Lieferungen:
2) 266 Schachtrth. kern⸗ und lagerhafke
Bruchsteine, —

3) 90 /2 Schtrth. Möllons,

4) 9000 Stück hartgebrannte Bachsteine,
5) 656 Tonnen grauen Kalk,
6) 661 Kummen scharfen Sand,
7) 330 Kubikfuß Hausteine,

8) 1112 , Maschinenfundamentquader,
9) —3 Schachtrth. zugerichtete Pflaster—

steine.

Neunkirchen, den 2. März 1867.

Schichtmeisterei
Reden⸗Merchweiler.

Ein braver gesitteter Bursche, der die
Schlosserei zu erlernen wünscht, findet
eine gute Lehrstelle offen.

Wo? zu exrfragen in d Expd. d. Bl.
Civilstands⸗Register
der Stadt St. IBZbert.
Geboren wüurden im Februar:
den 1. Philppina, T.v. Daniel Hemmer,
„ L. Joh! Jos. S. v. Joh. Selzer.
4. Barbara T. v. Johann Schen⸗
kelberger
Peter S. v. David Ohnesorg.
FJakob S. v. Peter Kraus.
Jakob S. v. Georg Wagner.
Beorg S. v. Jos. Schauth.
Fatharina T. v. Jos. Merling.
Nicolaus S. v. Joh. Grell.
Heorg S. v. Anton Betz.
Maria T. v. Jakob Leichner.
douisa Clara T. v. Friedrich
Schwarz. 21
Wilhelm S. v. Heinrich Jung.
Ludwig S. v. Heinrich Mar—⸗
zurger. . 3*
fFlisabetha T. v. Franz Hirsch.
Johann August S. v. Nicolaus
Fenn.
Farl Robert S. v. Joseph Uhl.
Auguste T. v. Maria Anna Barth
Wittwe v. Joh. Jos. Best.
Wilhelmine T. v. Karl Jung. —
August S. v. Joh. Stauner. rmn 11März—. 5.
Catharina T. v. Carl Schwemm. Won d ben a 8 33..
Anna Maria T. d. Pet. ESchmidi. Wir notiren hente: Weizen 15 fl. 80 kr.
Wilhelmine T. v. Georg Hubig. bis 15 fl. 45 kr. Roggen 11fI. 35 fr.
Karsling T. v. Joh. Simon. bis — fl. — tr. Gerste 11fl. 30 kr.
77 *— bis 11 fl. 40 kr. per 100 Kilo., Hafer
Gestorben sind im Februar. 8fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
den 1. Carolina 1 Monat alt, T. v. Mehl per Partie 13 fl. 30 kr. bis 14 fl.
Peter Stolz. — kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl
Catharina Müller 60 J. alt, ledig. — kr. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bis
Maria Elisabetha Lamarche 42 — fl. — kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr.
Jahre alt, Ehefrau von Peter bis — fl. —kr. Blumenmhl. 16fl. 45 kr.
Müller. bis — fil. — kr. per 70 Kilo., Reps
Franz 2 M. 11 T. alt S. v. — fl. — kr. bis — fl. — kr. per 88
Franz Henrich. Kilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. 15 kr. bis
Carolina 2 J. 9 M. alt, T. v. fl. — kir. Leinöhl ohne Faß 24 fl.
Christian Beck. — kr. bis — fl. — kt. Mohndl ohne
Carolina Zugschwerdt 42 Jahre Faß 44 fl. — kr. bis 48 fl. — kr. per
alt, Ehefr. von Philipp Weigand. 50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
Maria Dorothea 1 J. 24 Tage — fl. — kr. Branntwein⸗28 fl. 30 Ar.
alt, T.'v. Christian Beck. Wbis 29 fI. — kr —

—

— —“

Der Unslerzeichnete hat eine ein⸗
gerichtete Magelschmiederei mit allen
dazu nöthigen Werkzeugen zu vermiethen
oder zu verkaufen, und kann dieselbe so—
zleich übergeben werden.

Schnapphach im Februar 1867.
Franz Antoni.
—AZ ẽüöüöüö——⏑—— —ÿ—ÿ———

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vou F in St. Ingbert.
Redaktion, Drud und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbe

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557
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ιινν n.⸗ n 333
Der St.“guig berter Anzeig eir“s mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimale Diĩ ein st ag. Donnersstag,
ind Sea mst a g. Abonnementsdreis vierteljährig 4A5. Krzr. Anzeigen werden mig 8Krzre die dreispaltige Zeile Blattschrist oder deren
Raum berechnet. enn ι νιιν
— — —————
Als??BRnnniisnitnn⸗ 4 — —— ——— 52241
Nro. 29. —— ⏑ VI————— Donunerstag, den 7. März nn et ze — 4867.
Deutschlaud.. νν—

München. An dem' dielbesprochenen Ballfeste, das Fürst
hohenlohe · am· 27.v. M. im Gebäude. des Ministeriums des
Aeußern gab,fande sich eine ungemein zahlreiche und glänzende
Hesellschafi ein. Der Königerschien um 9 Uhr und führte dit
Fraus des Hauses zu einer Quadrille; neben ihm atanzte seint
Hraut an der Hand des österreichischen Gesandten, ihm gegen⸗
iber die Herzogin Sophie an⸗der Seite des Fürsten Hohenlohe
Zammtliche hier sich aufhaltende Prinzen besuchten das mit fei
gem Geschmad arrangirte und mit großartigem Luxus ausgestat⸗
jele Balifest. Daß die Mitglieder der, Abgeordnetenlammer und
Dertreter der Presse geladen wurden, wär eine in solchen Cirkeln
merhörte Thai. Die Stimmung auf dem Ball war „sehr animirt
und als der Koͤnig sich nach einer Stunde wieder entfernte, um
aoch den letzten Alt der Tragödie, Maria Stuart“ zu seyen, und
die überfülen Sale ein klein wenig leerer geworden, begannen
die Tanzlustigen, unter ihnen die jüngeren der anwesenden Prin—
sen, ihrem Vergnügen con amore sich hinzugeben und erst der
seraufvämmernde Morgen beendigte das schöne Fest.
Nüuürnbrrg. Die belannte Angelegenheit des Generals
Stephan und der Stadt Nürnberg hat wieder dadurch, daß be⸗
sagter General dieser Tage, als wenn Nichts vorgelom men, in
eineß Stellung nach Nüruberg zurückgekehrt ist, neues Leben
hclommen. Ver Magistrat hat veschlossen mit aller Energie be
dem Ministerium darauf zu dringen, daß der gekränkten Stad⸗
gerechte Genugthuung würde. Das Geringste, was man zu for
dern sich berechtigt, ist die Entfernung des Generxals Stephan vor
jeinem Posten in Nürnberg.

Wies badenm 3. Marz. Die nassauische Domänen;An
gelegenheit ist in Berlin zum Abschlusse gekommen und der Her
jog Adolph ertält, den coursirenden Nachrichten zufolge, die Hälfte
der jährlichen Cinnahmen als Abfindungssumme. Ob unter dem
Ausdruck die Hälfte der jährlichen Einnahmen“ die Brutto⸗ oder
Relto⸗r Einnahmen zu verstehen, darüber fehlen bis jetzt noch die
naheren Erlaͤuterungen. Es ist jedenfalls von Interesse, die Zah⸗
len zu wissen, welche die jährlichen Domanial⸗Einnahmen in Nas⸗
jau ausmachen. Nach dem Voranschlag im Jahre 1866, den die
letzten nassauischen Stände noch geprüft haben, betrug die Brutto⸗
Zinnahme in diesem Jahre 2,838, 164 Gulden und die Ausgab
I,884 291 Gulden, mithin ergibt sich ein Ueberschuß von 658,878
Gulden. Hierunter findet auch die Einnahme für den Selterser
Brunnen ihre Verrechnung, und es hätte also der Herzog Adolph
wenn er die Halfte des Retto-Ertrages zu beziehen hat, was wir
annehmen müssen, jährlich über 326,936. Gulden zu verfügen
ohne die Schloͤsser und Areal-Waldungen von 2900 Morgen.

Berlin, 3. März. Morgen wird Seitens der Liberalen
Fraction ein Antrag eingebracht oder eine Interpellation gestell
wegen der Preßfreiheit hinsichtlich der Reichstagsverhandlungen
nicht blos für Preußen, sondern für das ganze Bundesgebiet. Di
Form, in welcher diese Sache zur Sprache gebracht werden soll,
wird heute Abend berathen und festgestellt werden.

Berlin, 4. März. Reichstag. Graf Bismarck überreicht
den Bundesverfassungsentwurf und betont die Rothwendigkeit, den
Entwurf bis zum 18. August auszuführen. Er hebt die Opfer—
willigkeit der Regierungen hervor, hinter welcher die Versamm⸗
lung nicht zurüdbleiben dürfe. Der Beschluß über die geschäftli⸗
che Behandiung des Eutwurfs wird bis nach dem Druck der Vor
lagen vertagt. F
Berlin, 5. März. Nach den Morgenzeitungen ist Herr
b. Roggenbach hier eingetroffen. Der Bevollmächtigte Hamburgs.
Nirchenpauer, ist gestern von hier abgereist. Herr v. Madai kehrt
aach Franlfurt zurück als Polizei-Direktor. —

Berlkin, 5. März, Die national⸗liberale Partei hat fich
gestern Abend unter dem Vorsitze von Benigsen, Braun (Wies⸗
daden) und Unruh definitiv constituirt; sie zählt für jetßt 65
Mitglͤeder. Heute Nachmittag 5 Uhr soll die geschäftliche Ba
handlun des Verfafssungsentwurfs berathen werden.

Berrlin Wie die Spen.. Z.erfährt, sind diejenige n richter
lichen Beamten: inPreußen, welcheein Mandat zum norddeut⸗
schen Reichsstage angenommen haben- bereits, in deeh gesetzt,
aß aihnen / am I. Npril von ihrem; Gehalt einem äher bestimmte

Summe guglich als Stellpertretungskosten abgezo gen wird.
an Derpreußische ⸗ Abg. Dro Facoby hielbrram A7.0 Febr.nin
Freundeskreise in Königsberg folgende Ansprache:“ „Meine Freun⸗
de Aller Streit und Hader der Menschen das haben die
jüngften Parteikäͤmpfe aufs Neue gelehrt A—entspringt aus keiner
indetn Quelle, als aus der irrigen: Auffassung gegebener Verhält⸗
nisse und Zustände. Erkenntnißdagegen richtige Erkenntniß
der Dinge ist das Band, das die Herzen der Menschen »versöhnt
und vereint, ist Grundlage zugleich und Bedingung jedes gedeih⸗
lichenn Fortschritts zu dem Ziele, das wir ja alle erstreben, czum
Ziele menschenwürdiger Freiheit.n Eingedenk. dieser Wahrheit,
meine Freunde lassen Sie uns — junbeirrt durch den Flitterglanz
augenblicklicher Scheinerfolge: — mit festem Schritte worwärts
vandeln auf der Bahn die wir seit Beginn unseres Vereinslebens
zingeschlagen: durch Bildung zur Freiheit! durch Freiheit nur zur
Finheit! “ ————— W
—Wien, 4. März. Die Landtage von Mähren und Krain
wurden in der heutigen Landtagssitzung aufgelbsshtt.
Wien, 4. Maͤrz. Die „Wiener. Abendpost“ stellt die von
der Köln. Ztg.“ gebrachte Nachricht in Abtrede, nach welcher der
Kaiser von Sesterreich in einem Telegramm dem Kaiser Napoleon
wegen der in der französischen Thronrede ausge drückten Gesinnung
der Freundschaft gedantt habe.
Wien 5. März Der Presse zufolge hat der Sultan den
Serbenfürsten Michael eingeladen, persönlich nach. Konstantinopel
zu kommen, zur mündlichen Verhandlung wegen Schlichtung der
Angelegenheit der Räumung der serbischen Festungen.—
Aus Holstein, 1. März. Während alle deutschen Beam—
ten: mit Ausnahme des Advocaten Kürschner (in Rendsburg),
dem König Wilhelm den Huldigungseid geleiftet, treffen aus Nord⸗
schlesweg fast täglich neue Rachtichten von Eidesweigerungen der dor⸗
tigen daänischen Beamten ein, und bereits ist eine Reihe von Geist—
lichen und Juristen vieserhalb von ihren Aemtern suspendirt. Auch
die Leher, von denen die dänische Regierung den Homagialeid
nicht verlangte, werden jetzt zu Eidesleistungen herangezogen.
Sehr intereffant ist eine Eingabe von 44 Lehrern der nordschles⸗
wigschen Dorfschaft Grum an den Oberpraͤsidenten und die von
diesem hierauf ertheilte Antwort. Die Lehrer erbitten unter Be⸗
zugnahme auf Art. 5 des Praget Friedens einen Aufschub der
Fidesablegung' bis zur erfolgien Abstimmung, und erklären, falls
die Regierung diese Bitte nicht berücksichtigen sollte, ihr Amt nie—
derlegen zu müssen. Sie nehmen sich jedoch gleichzeitig die Freiheit
um Penfionirung zu bitten, und zwar in einer solchen Weise,
daß die Familien welche dann bis weiter brodlos geworden, nicht
allzu große Entbehrungen zu ertragen haben. Der Oberpräsident
hat hierauf erwiedert, daß in naher Zeit an keine Abstimmung
zu denken sei, sich daher jeder einzelne in sein Schichssal zu finden
dabe. Was die von den Lehrern erhoffte Wiedervereinigung mit
Danemark anlange, so sei das Privaisache jedes Einzelnen. Von
einer Pensionirung koͤnne selbstverständlich nicht die Rede sein.
Frankreich.

—Paris, 8. März. Auf' den Vorschlag des Kriegsministers
Marschall Riel wurde das seit dem 22. Juni 1865 erledigte
Commando des 2. Armeecorps, so wie des durch Niel's Eintritt
ins Kriegsministerium erledigten 6. Armeccorps wieder befsetzt.
Auf ersteres, welches seinen Sitz in Lille, nahe der belgischen
Grenze, hat, kam der Divisionsgeneral Ladmirault, auf das zweite
in Toulouse der Divisionsgeneral Graf Goyon, welcher längere
Zeit in Rom kommandirte. — Durch Dekret vom 2. März wird
an die Stelle des kürzlich verstorbenen Baron Belcastel, Graf de
Rayneral zum bevollmächtigten Vertreter Frankreichss am großb
hofe in Weimar ernannt.
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        Der Marineminister hat die Mel dung erhalten, daß das zur
deimführumg pon Truppen· na h Vera⸗Cruz fich begebende Trans⸗
yortschiff „la Gironde“ am 8. Febrẽ an der Portlandspitze der
Südküste von Jamaika gescheitert, ist. Die. Mannschaft wurde ge⸗
tettet und ist jeztamit der Bergung des ziemlich vollständig er⸗
daltenen Schiffsmaterials beschäftigt. —

Paris, 4. März. Der Avenir national erhält durch sei⸗
nen Telegraphen folgende Nachrichten: Das französische Trans⸗
vortschiff „Le Rhone“ soll heute mit der belgisch-mexikanischen Le—
gion in Antwerpen angekymmen. — Prinz Humbert von Italien
trift am 13. April in Paris ein und begiebt sich alsdann nach
Wien, wo seine Verlobung mit einer österreichischen Erzherzogin
gefeiert werden soll. — Aus Wien meldet man eine allgemeine
Erhebung der Bevölkerung in allen türkischen Provinzen als nahe
bevorstehend.

Paris, 4. März. Die „France“ sucht iu einem längeren
Artikel unter der Ueberschrift: „Die Handelspolitik des Kaiser⸗
reichs“ zu beweisen welche Triumphe in dieser Beziehung das
jegenwärtige Frankreich durch seine Handelsverträge errungen ha—
be. Der Artikel soll wohl auch dazu dienen, um Girardins Be—
hauptung, daß Frankreich gegen alle Länder Europas, ausgenom⸗
men Spanieu, zurück sei, Lügen zu strafen. Die Garde-Division
Bourbati wird schon am 156. März mit Chassepot-Gewehren ver⸗
ehen werden. — Diefeiernden Arbeiter hatten gestern in der
Rue Oberkamp eine Verfammlung, der über 4000 Personen bei⸗
wohnten. Die Ordnung wurde keinen Augenblick gestört.
Die „ArbeiteinstellungsKrankheit“ nimmt in Frankreich immer
zrößere Dimensionen an; jetzt laufen auch aus den Provinzen
Nachrichten über Arbeitseinstellung en ein, so haben z. B. in Rou⸗
en die Dachdecker ihre Arbeiten fistirt, in Toulon die Möbelschrei⸗
ner ꝛc. — Man hofft baldigst auf eine Verständigung zwischen den Ar⸗
beitern und den Arbeitgebern. Letziere werden wohl höhere Löh—⸗
ne zahlen müssen. .
Belgien.
Brüssel, 3. März. Die Kammern haben sich bis zum 12.
d. M. vertagt. Man hofft, daß die Maßregeln gegen die Vieh⸗
euche ihren Zweck erreicht haben; in Hasselt und Umgegend sind
bisher keine Fälle mehr dorgeklommen, ebenso in der Campine.
Der Gieneral-Inspector der Thierarzneischulen in Frankreich, Herr
Bouley, ist in Hasselt angekommen, um im Auftrage der Regie⸗
zung genauere Studien vorzunehmen. Er wird von dort sich nach
Holland und den preußischen Gegenden, wo die Seuche aufgetre—
len ist, begeben. — Die Studenten der freien Univerfität Brüssel
wollen wieder einen internationalen Studenten⸗Congreß abhalien
uimd zwar vom 14. bis 17. April. Diesmal sollen die politischen
Fragen und die socialen Doctrinen, welde bei dem Congresse in
Lüttich so viel unnützen Lärm machten, bei Seite gelassen werden;
man will sich wesentlich auf die Angelegenheiten des höheren Un—
terrichts beschränken.
Gravenhage, (Golland) 1. März. Die Gerüchte in
Betreff der preußischen Zumuthungen haben nachgerade in den
letzten Tagen dergestalt die öffentliche Meinung im ganzen Lande
aufgeregt, daß der Minister des Auswärtigen, Graf don der Zuh⸗
len de Myevelt, sich heute veranlaßt sah, in der Discussion des
Budgets das Wort zu ergreifen. Preußen hat keineswegs, wie
man behauptet (erklärte er), irgendwelche Ansprüche wegen der
Festungen Mastricht und Venloo erhoben. Alles, was darüber
gesprochen wird, gehört ins Reich der Erfindung. Trotzdem aber
— schließt der Minister zu sichtlicher Ueberraschung der zweiten
ammer — ist Vorsicht erforderlich, und dürfen wir vor keinem
Opfer zurückweichen, um unsere Unabhänigkeit zu sichern. Dieser
letztere Theil der Ministerrede wird diesen Abend überall commen⸗
tirt. Erst jetzt ist man überzeugt, daß die Regierung mehr weiß,
als sie zu sagen für gut befindet, und dücrfte die Freiwilligen-
bewegung im ganzen Lande sich ernstlich organisiren. Herr T.
B. von Limburg Stirum hat gestern bereits im hiesigen „Dagblad
ꝛinen Aufruf erlassen zur Selbstbewaffnung der hollaͤndischen wehr⸗
»aren Jünglinge und zur Bildung eines Nationalfonds. wozu er
zleich 3000 Gulden unterschrieb. Der Aufruf hat zündend in
allen Gemüthern gewirkt und dürfte in den Städten wie auf dem
platten Lande Anklang finden. Der Holländer, so kalt er auch
dem Fremden erscheint, gleicht dem heißblütigen Südländer. so⸗
bald es sich um das Wohl und das Wehe seines Vaterlandes
handelt. Die große herrliche Bergangenheit unserer Geschichte,
ist auch unsere Machtsonne fast untergegangen, vergoldet noch mit
ihren Strahlen die Gegenwart und läßt uns muthig etwaigen
Gefahren entgegensehen.
Italien.
zjlorenz, 3. Mär.. Dem Nuovo-Diritto zufolge beläuft
oie Summe, welche zwischen Oesterreich und Jialien für das

19

n Venetien zurückgelassene Material festgesetzt worden ist, auf 12
Mill.r In dieser Summe figuriren nicht mit die 1600 Kanonen
velche die vsterreichische Regierung ins Innere des Kaiserreichs hai
zringen lassen. ßc. F

Der Movimento“ meldet aus Venedig, daß am Abend des
27. Febr. verschiedene Zusammenrottungen vor dem Palaste des
Zatriachen sich bildeten und schrieen: „Hängt Fahnen und Tep—
ziche heraus? Tod den Priestern! Nieder mit den Patriachen!“
— Die Ordnung wurde erst dann hergestellt, als General Pe—
xroli die Nationalgarde vor den Fenstern des bedrohten Palastes
nufstellen ließ. —
J Donaufürstenthümer.
Bubkarest, 8. März. Die Kammer votirte 806, 000 Hia.
der für die Beschickung der Weltausstellung, 180,000 Piaster
ür interne öffentliche Nützlichkeitsbauten.

Türkei.

Konstantinopel, I. März. (Ueber Paris). Ein Ariikel des
„Levant Herald“ erregt große Sensation. Das Journal consta⸗
irt die weite Verbreitung der jungtürkischen? Partei unter den
Moslemin und Christen und schließt, indem es sagt, daß diese
Zartei unter ihrem Chef Mustapha Fazyl Pascha berufen sei einen
ingeheueren Einfluß auf die Geschicke unde Angelegenheiten des
dandes auszuüben. 8

Musiland.

Petereburg, 8. März. Bei einem gestern Stalt gehab—
en Banket brachte Großfürst Nikolaus einen Toast auf die tapfe⸗
ren griechischen Freiwilligen aus, „welche gegenwärtig so viel
eiden, so heroisch kämpfen und sterben, und deren Bruͤder wäh—
end des Krimkrieges die einzigen Verbündeten Rußlands gewesen
ind.“ — Durch kaiserlichen Ukas ist nunmehr die Aufhebung der
deibeigenschaft auch auf die Bauern in Mingrelien ausgedehnt
worden.

Petersburg, 5. März. Das Journal de St. Peters
»ourg veröffentlicht eine Reihe Depeschen, welche Fürst Gortscha—
kow in Angelegenheiten der orientalischen Frage, zumeist an Ba—
ron Brunnow in London, gerichtet hat. Die Depesche vom 20.
August v. J. schlägt vor, daß die Westmächte sich mit Rüßland
ns Einvernehmen setzen, um ein friedliches Arrangement auf Kre⸗
a herbeizuführen. die Depesche vom 12. Sept. constatirt Rußlands
lneigennützigkeit, und betont die Nothwendigkeit daß die berech⸗
igten Forderungen der Christen auf Creta befriedigt werden.
die Depesche vom 27 Oct. constatirt, daß Rußlands Bemü—
zungen zu Gunsten Serbiens Lerfolglos geblieben seien. Die
depesche vom 23. Nov. hebt hervor, Rußland betrachte als die
zünstigste Lösung, daß der Wohlstand der Ehristen gefördert
ind ihnen Selbstregierung (Autonomie) unter der Herrschaft des
Sultans zugestanden werde. Das Journal de St. Peitersbourg
fügt hinzu, daß die seit jenen Depeschen eingetretenen Ereignisse
nicht Rußlands Principien, sondern nur deren Anwendung modi⸗
ficirt und neue Verhandlungen herbeigeführt hätten.

Von der polnischen Grenze, 2. März. Amnestirte
Kolen sind bis jetzt im Ganzen 120 aus Sibirien zurrcgekehrt.
Bor drei Tagen wurden dagegen zwei beträchtliche Transporte
Berurtheilter auf der Warschau-Wilnaer-⸗Bahn nach Rußland ab⸗
Jeführt.

—T Amerika.

Wie der Times-⸗ Correspondent aus Philadelphia meldet,
nußte die Anklage gegen den Prälidenten schon wegen der entschie⸗
denen Opposition des Handelsstaudes des ganzen Landes aufge-
zeben werden. Die öffentliche Meinung sei dem Congreß nun so
eindlich, daß die Frühja rswahlen ganz für die conservative Par⸗
lei ausfallen werden. Der Congreß selbst hat auch in den letz⸗
ten Tagen alle extravaganten Anträge an Comites, daß heißi,
sie von der Tagesordnung ohne weitere Discussion entfernt.

New⸗York, 2. März. Der Präsident hat gegen die Re—

rzonstructionsbill sein Veto eingelegt. — Der Congreß hat die
Ausgabe einer Anleihe von 50 Millionen Dollars in 3 pCt.
Fertification angenommen. Aus Mexiko wird berichtet, daß der
daiser Meximilian am 19. Februar sich mit 6000 Mann in
Herfolgung der unter dem Befehl Caravajal's stehenden Streit⸗
räfte nordwärts gezogen und dieselben größtentheils vernichtet hat.

Vermischtes.

.Mäünchen, 3. März. Mit dem heutigen Schnellzug reisten
Ministerialrath Braun und Obermünzmeister d. Haindl nach Pa⸗
ris ab, um dort die Aufstellung der Gegenstände der bayerischen
Aussteller zu leiten und die nöthigen Vorkehrungen für eine wür—
dige Repräsentation der ei heimischen Industrie und Kunstwerke
zu treffen. Voraussichlich werden die beiden Herren erst gegen
Mitte des nächsten Monats zurückkehren, da ihre Thätigkeit sehr
        <pb n="111" />
        12
en,
Jai

es
jes
ep⸗
i
de⸗
es

in Anspruch genommen werden. dürfte. Als Commissär für Bay⸗
n wied wie ich höre, der Consul in Paris, Hert Schwab fun⸗
ziren, da man im Ministerium deß Handels davon abgesehen hat
Jemand speciell dahin abzuordnen. VV
Mundhen, *. Marz. Der Carnebal wird, obwohl heuer sehr
anhe dauernd von der hiesigen Bevölkerung bis auf die Hefe genossen.
Zeider drängt sich die Pemerlung auf, daß Lüderlichkeit und hen
Kber mehr und mehr sich breit machen; war doch für gest n in
inem der besuchtesten hiesigen Tanzlocale ein Ringkampf von
jünf „Damen“ öffentlich angekündigt. Den? Entree zahlenden Het·
en werden Veilchensträußchen gegeben und diejenige der das Lokal
hesuchenden maslirten , Damen“ welche die meisten Sträußchen
geschenkt erhält (mnan kann sich venken, welche“ es sein wird)be⸗
sinmt 24 Flaschen Champapner als Prämie! Und dergleichen
Lockspeisen mehr! Was Wunder, wenn die Sittenlosigkeit immer
mehr überhand nimmi!
Der Eigenthümen; der Hunde, welche in München einen
Mann zerrissen haben, ist?ein Untersuchung genommen. da letzterer
ohne boöse Absicht am Haus vorübergegangen sein soll und dem⸗
nach nar; die nachlässige Einschließung der Hunde das Unglück
herbeigeführt hütte.
47 Zur Pariser Ausstellung⸗Die Bayer. Zeitung
bringt ein Verjeichniß derjenigen bayerischen Fabrikanten, Gewerb⸗
reibenden, oder sonstigen Personen, welche Gegenstände auf die
Pariser AÄusstellung schicken werden. Wir finden darunter aͤus der
ppfalz: 1. Kirchweger, Ludwig von Frankenthal: Violine und Alt⸗
biola; 2. Niederhoͤfer, Christ. Söhne in Edenkoben: ein Buffet
3. Chevandier und Vopelius in Sulzbach Pfalz (Pfalz?): Tafelglas;
4. Wagner, Adolph in St. Ingberi: Tafelglas, Mouseline und
zeätzte Gläser; sb. Seybold, Georg in Landau: eine Thurmuhr;
s. Kammgarnspiunerei Kaiserslautern: einfache und doublirtt
ammgarne; 7. Georg Jak. in Lambrecht: Tuche und Bubkslins
8. Seblert. J. in Schduthal:“ Tuch und Bukslins; 9. Marx, J
J. Lambrecht: Tuche; 10. Lang und Sohn in Zweibrücken:
Sireichgarn; 11. Escales, Gebr, in Zweibrücken: Seidenplüsche;
TGorlich, Heinrichz 18. Harleneck und Kleinkopf: .14 Kaiser
Peter; 15. Kaiser und König; 16, Schneider, Alb. und Gustav:
17. Wolf. M. — sammiliche (von 12 — 17) Repräsentanten der
Schuhfabrikation Pirmasens, 18. Kirchweger, Ludw. in Franken⸗
thal: Zündnadelgewehr eigener Construction; 19. Freih. v. Gie
nanth auf Hochstein: Schmiedeisen, Gußeisen und Blech; 20
Wolf, Benj.“ in Edenkoben: Beitfedern und Daunen 3 21. Lich
lenberger, Carl in Hambach: Oenanthsaäure, Cognac⸗Oel, Cognac
Sprit Weinstein und Weinhefe-Branntwein; 22. Schlink und
Rutsch in Ludwigshafen: Producte aus amerikanischen, ägyptischen
und ialienischen Baumwollsamen aus Mohn, Sesam und russischen
Sonnenblumen⸗Samen, aus Palm⸗ und Buchelkernen und Raps;
z3. Baumann und Weber in Oggersheim (Pfalz): Verschiedene
Oderfarben, englisch Roth, Terra palatina, Gaput mortuum, und
asselerbraun; 24. Kaiserslauterer Ultramarin⸗Fabrik (Director
Dr. Wilkens): Rohes und fertiges geypulvertes Ultramarin; 258
Beyher, Ludw. in Edenbobene braunes Kableder; 26. Michel, Le
derie und Comp. in Ludwigshafen: Knochenmehl, Superphosphat
Phosphate, getrocknetes Blut und Kalisalz; 27. Hermann, Fried
in Kaiserslautern: Apparate zum Auslaugen der Farbhölzer; 28.
Dingler'sche Maschinenfabrik; in Zweibrücken: Buchdrucker⸗Hand
presse und eine horizontale Hochdruckdampfmaschine; 29. Direction
der pfälz. Bahnen in Ludwigshafen: Telegrapen⸗Apparat nach
Fardely'schem System; Diefelbe: Modell der Eisenbahn⸗ Schiff
hrüde in Maxmilians Au. 30. Brück, Georg, in Landau (Pfalz):
Banseleber⸗Pasteten; 831. Rheinische Früchtehandlung in Deides⸗
heim (Andr. und Adam Biffar): eingemachte, glacirte und can⸗
ditte Früchte; 82. Zorn und Kuhn in Zweibrücken: Cichorien⸗
saffe; 38. Buhl, F. P., in Deidesheim: weiße Weine eigenen
Gewächses. 34. L. Jordan in Deidesheim: Deidesheimer Grain
und Forster Kirchenstück, Jesuitengarten, und Deidesheimer Ge⸗
würziraminer und Ungeheuer; 835. Dr. Hofmann in Dürkheim
a. H.: Pfalzer Weine eigenes Gewächs; 86. Kempf, Gebrüder in
Reustadt a. H.: dentsche Schaumweine. J
pLandau, 5. Marz. Auf die von Seite des Oberpräfekten
don Straßburg, Barons v. Bron, an sämmiliche Offiziere unse⸗
rer Garnijon gerichtete Einladung zu einem von ihm gestern gege⸗
denen Ballfeste sind gestern Vormittag 10 Uhr nach Einholung
ltriegsministerieller Genehmigung, 18 Offiziere, worunter auch der
Fest ingscommandant Herr Oberst Gerstner, dieser Einladung fol⸗
dend nach Straßburg abgereist. — Auch die Offiziere, der Fe⸗
snung Rastatt sollen in gleicher Weise eingeladen gewesen sein,
während entferntere Garnisonen, wie z. B. Germersheim und
Speyer, dieser Ehre nicht theilhaftig geworden sind. — Der größte
Theil der Offiziere ist heuse Nachmittag von Straßburg zurückge·
sehrt, unter ihnen auch ein Inf.Lieutenant Hr. v. Reitzenstein
velchet das Unglück hatte, in einer Cotillon-Tour beim Sprin⸗

gen über xinen Reif zu fallen und sich dabei das, Gelenk de
rechten Hand zu brechen. (A. W ——

Edenkoben, 8. März. Am Donnerstag, den 21. März
Vormittags 212 Uhr, werden die zur Wolf Isac'schen Fallit
masse gehörigen Weine dahier versteigert.
Baden. Ani 26. Febr. fand in Karlsruhe die Gerichts
herhandlung über die bekannten FlugschriftenDer hadische Ver
rath und Nochmals, der badische Verrath“ statt. Angeklag
varen die Verleger Zamarsli in Wien, K. Aue und J. Kleeblat
n Siuttgart. Dieselben wurden (ummtlich natürlich abwesend
zu 6 Monaten Kreisgefängnißstrafe à Person verurtheilt.

Wie die Neue Bad. Landeszgt. berichtet. ist an Hannove
hon Seile der preußischen Regierung bezüglich der Oeffnung „ven
dächtiger“ Briefe eine ähnliche Anordnung ergangen, wie die
velche in Frankreich mit Recht so viel Laärm gemacht hat.

Vom Grafen Bismard wird folgende Aeußerung erzählt:
Derselbe unterhieli sich kürzlich mit dem englischen Gesandten über
die deutschen Verhältnifse; dabei drückte dieser sein Erstaunen da⸗
rubet aus, daß zum Reichstage theilweise so particularistisch (klein⸗
siaatlich) gewähli worden sei. „Mylord.“ erwiederte ihm Bis⸗
marck.Sie kennen die Deutschen noch nicht; ich kann Ihnen ver⸗
sichern: wenn die Leute das Geld dazu hätten, es hielte sich je⸗
der seiner König.“

rier 2. März. Es wird sich auch mancher Bauernknabe
hiesiger Umgegend der Errungenschaft des Sieges unseres tapfe—
ren Heeres freuen, indem sich die Landleute bei der am gestrigen
Marlttage hierselbst stattgefundenen Auction Nassauischer Uniform
cocke stack betheiligt und viele dieser Roͤde zu dem billigen Preis
‚on 1Thrr. 10 Sgr. bis 1 Thlr. 15 Sgr. pro Stück acquirir
Jaben, um dieselben ihren Soöͤhnchen anpassen zu lassen. Au
diese Weise schon im Trophäen-Rocke herangewachsen, kann es alse
mseren kuͤnftigen Vaterlandsvertheidigern wohl nicht an Helden
nuth fehlen. (Auch in St. Johann kommen am 12. d. ein

Anzaähl jolcher Röcke zur Versteigerung.

F Der Kaiser Napoleon hat auf Ansuchen des preuß. G
andten dem Redacteur des „Mem. dipl.“ die einmonatliche Gi
fangnißstrafe, zu der er wegen Beleidigung des Koͤnigs von Preu
zen verurtheilt worden, erlassen.

7 BParis. Dieser Tage wurde dahier ein sogenannier „Brief
narder“ ein noch ganz junger Postbeamter, der aus einem Brief.
3Fünfhundert⸗Franken⸗Billette herausgefühlt“ hatte, zu eine
nehtjährigen Gefängnißstrafe verurtheilt.
4Touton, l. März. Ein schreckllicher Organ hat diese Nacht
im Golf gewülihet. Die Panzerdivision des Admirals Saisset ist
in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstags zwischen den Inseln
von Hyeres von einem Windstoß überrascht worden. Eine preu
zische Corvette und eine preußische Brigg von der Mittelmeersta
ion sind in die Rhede hereingelkommen. Der Seeprüfect. Admi⸗
ral Chabannes, hat einen neuen Versuch seiner Hoͤllenmaschine an
dellen lassen. Der Erfolg war entscheidend. .*

Elsaß. Der freisinnige „Courrier du Bas Rhin“ veröf⸗
enilich aus der Feder des Pfarrers Cazeaux in Straßburg eine
Reihe von Aufsäthen über die Erhaltung der deutschen Sprache
im Elsaß, worin derselbe einen großen Vortheil und gewisserma—
zen eine Ueberlegenheit erkennt.

7 In der Racht vom 27. am 28. Febr. gerieth bei Clifton
auf der London⸗Nordwestbahn ein Güterzug durch einen Achsen⸗
bruch ins Stocken und mehrere Waggons entgleisten. Ein Wag⸗
gon mit Schießpulver und ein anderer mit Salz wurden auf
das andere Geleise gebracht, um den Zug wieder zu rangiren
ind so die Bahnstrecke vollständig versperrt. Kurze Zeit darauf
sam auf dem letzieren Geleise ein anderer Güterzug heran, und
da Niemand daran dachte, ihn zum Halten zu bringen, so fuhr
derselbe gewaltig und unaufhaltsam in die in seinem Wege stehen⸗
den Waggons hinein, wodurch sich die Ladung des einen, beste⸗
hend in vier Tonnen Pulver, mit einer schreclichen Explosion, die
Fis 20 Meilen im Umkreise vernehmlich war und meilenweit die
Begend wie ein Erdbeben erschütterte, entlud. Locomotivführer
und Heizer des Zuges fanden einen augenblicklichen, schrecklichen
Tod; Waggons und Güter wurden in allen Richtungen umher⸗
geschleudert und geriethen in Brand; kurz es war eine Scene
zer Zerstorung, wie man sie selten sieht, und es dauerte gegen
echs und eine halbe Stunde, bis beide Geleise wieder klar ge⸗
macht waren. —

FLondon, 2. März. Eine schredliche Feuersbrunst ist in
der Schule von Acrington (Grafschaft Lancaster) ausgebrochen.
Neun Kinder sind verbrannt. —

Es ist gewiß interessant zu erfahren, daß Mexico seit
1821' 34 mal seine Regierung gewechselt hat. Die durchschnitt⸗
liche Dauer ergibt sich sonach für eine Regierung eiwa 16 Mo⸗
nate. Die Regierung des Kaisers Mar ist mithin seit jener Zeit
die längste gewesen. Es dürfte indeß auch ohne diesen Zahlenbe⸗
weis außer Zweifel sein, daß sie wirklich — am langften gewährt hat.
        <pb n="112" />
        Bekanntmachung
ODie zum' Bau eines.Wasserhaltungs⸗
Maschinengebäudes auf dem Redenschachte
Nro. 1 der Königl. Steinkohlengrube Re⸗
den⸗Merchweiler erforderlichen nachbenann⸗
en⸗ Arbeitsleistungen und Materialliefe⸗
rungen sollen Montag: den Ibn März“ c.
zon Vormittags 10 Uhr ab; im Hause
Jes Gastwirths H. Leidener hier, öffent⸗
lich mindestfordernd verdungen werden.
4 Leistungen:6
H Erdarbeiten veranschlagt zu
7 Thlr. 330
B. Lieferungen
Schachtrth. kerne und Alagerhafke
Bruchsteine, ic ι ”νι
3) 90 2 Schtrih. Moͤllonsst:
9 9000 Stück hartgebrannte Backsteine,
5) 656 Tonnen grauen Kalk, 7
tz) 661.Kummen scharfen Sand,
7) 330 Kubikfuß Hausteine,
8) 1112 Maschinenfundamentquader,
3 Schachtrth. zugerichtete Pflaster⸗
9 asteine. νι *3 tit
Neunkirchen, den 2. März 1867.
Rönigl.Schichtmeisterei
Meden⸗Merchweiler.
SZur Nachricht. —
Die Ausfage, die Franz Ganster
im Wirthshause des Johann Meyer
nuf'm großen Flur, gegen Elisabetha
siehm, Ehefrau Schenkelberger, öf⸗
jentlich als von mir herrührend, gemacht
jat, muß ich als falsch und lügenhaft wi—
derlegen und zurückweisen, indem ich jener
Frau nichts derartiges nachsagen kann.
Barbara Danzer,
Ebhefrau von Thomas Dreher.
eesn᷑n, blau-
enu. rotuon,
ras-Sameon, ita-
ionischen
⸗t-·WViclen/
Alles in bester, keimkräftiger Waare bei
. UDnI, jun.

—* J
Vermiethung.
Der obere Stock meines Wohnhauses
auf dem Hahnacker, bestehend in 2 Zim⸗
mer und Küche nebst Keller, ist sofort zu
dermiethen und beziehbar.
Johann Gries, Sqhmelzer.

MAAM
Circa 80 Centner süßes Heu
ut verkaufen. Räheres in der Exped.
d. Blattes.

Guter rother und blauer Kleesaimne m
vsSautwielen, Santha fer u. Saat-
erbsen, in bester Qualität, sind billig
zu haben bei J

M. Thiery in St. Ingbert.
Der Unterzeichnete hat schö—
nes kiefern Bauholz in jeder
»eliebigen Länge, sowie auch 25 Klafler
ʒ Fuß langes kiefern Prügel-Holz (Zaun⸗
holz) zu verkaufen. *75
Breitermühle im März 1867.
V. Höh.

— — —

i 2 .2 4 *5 * 4 —7* ti —2 * J
Die Strohhutfabrik von S. Stern
J u 2 1117 in Zweibrücken 9 — F
bernimnit das Waschen, Färbhen und“ Umändern aller
Sorten Sommerhüte nach den neuesten Jranzösischen und
niglischen Modellen, die zur Ansicht vprliegen· ree
J * —— Die W a u r enh a n dhu n g! —— —
— ——— 3*

ι bon ι ιιιν .,
45* — — 2344 —IXF 8 — 22 — 3 —
— -· St. Qlolina Sn
3 Ecke der Landauerstrasjen
ege ee uin Zweibrücken να *
interhal ten stets ein wohlassortirtes, großes Lager in: Tuch, Buckskin, halbwollenen
aumwollenen und leinenen a,e ʒschwarzen· Seidenzeugen, schwarzen und
arbigen Thibet, schwarzen Wollatlas Orleans und Lustre, Lamas, Da—
nenbiber⸗ Kattun, Kölsch, Barchent, Drillich, Siamoise, und

Zalbleinen, Moll Jaconnet, Vorhangstoffen, Shirtings, Lederieinen,

Feinseinen und Hausmacherleinen, seddenen Fonlards, Knüpftüchern,

Taschentüchern, Tische und Commodedecken, Pique⸗ und roihen Bett⸗

)ecken, xother und weiher Bay, abgebaßte Unterröcke nd Echürgen ratties

quitiich had frhieen Eong h. c Möde 7
αι — * —— vierecigen CIIAICS ar 3 9 . — —

zewirlten und schwarzen seidenen Lleidorstoffon zar

Eommer. auler Lirt i ne,
e J F Geschmaa und zu den billiästen Preisen..

Ein braves fleißiget Dienstmädchen,
zird zu sofortigem Eintritt gesucht. en

Die Expedition ertheilt Austkunft. wo.
Soeben beginnt oder viehneht hat schon
gonnen:νν ν J
Des Lahrer hinkenden Boten
Alustrirte

Dorfzeitung.

Daͤhrgang 1867.

Monailich in Heften von 455 Bogen zu

dem billigen Preise von 322 Sgr. — 12

r. Die Dorfzgt. kann zu gleichem Preise

ruch in Wochennummern bezogen werden

Alle Abuehmer erhalten eine Prämie in
Bestellungen auf dieses so beliebte Jour⸗

jal nimmt an die Red. d. Bl.

Die Lungenschwin dsucht
wird naturg emaß, ohne inn erliche Me—
diziu geheilt. Adresse: Dr. H. Rotui-
manm in Hanmheimn. (Francatur
———

——— —D
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ etc. Preife der
Stadt Zweibrücken vom 7. März.
Weizen 7 fl. 12 kr. Korn 5 fl. 86 kr.
Berste Areihige, — fl. — tir., Gerste 4
reihige, — fl. — kr. Spelz 5 fl. 16 kr.
Spelzlern 6fl. 46 kr. Dinkel —fl.
kr. Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
40fl — kr., Erbsen 5 fl. 26 kr. Widen
3fl. 87 r., Kartoffeln 1fl. 12 kr., Heu
bifl. 45 ir. Stroh 1 fl. 12 tr., per
Jentner. Weisbrod 194 Kilogr., 18 kr.,
sornbrod 8 Kgr., 26 kr., ditio 2 Kgr..
8ekr.ditto .JKgr. 9. kr., Gemischtbrod

Kgr., 31 kr., J Paar Weck, 7Loth,
kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr., 2.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.
Butter 24 kr., per Pfund.

—
J nnon
Bank und Wechfel⸗Geschaft
pon Gebr. Pfei ffer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8. J
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats⸗
apiere, Aulehensloose, Eisenbahn⸗, Bank⸗
ind industriellen Actien, Incasso von Cou⸗—
dons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
icherung prompter und reeller Bedienung.
Provifion 1per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.

Fruchtpreise der Stadt 1
Kaiserslautern vom 5. März
Weizen 7 ft. 30 kr. Korn 5 fl44 tr.
Spelzkern.7 fl. 80 kr. Spelz 85 fl.
28 kr. Gerste50 fl. 88 tr., Hafer 4f.
14 kr. Erbsen 4 fl. 53 kr. Wicken 4 fl.
10 Ir. Linsen 4 fl. 45 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26 kr.
3.Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 16 ꝛIÚr.
Mainz, 1. März.
Gruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
ier à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
Jenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Ifd.) 15 fl. — ir. — Is si. 80 t.—
dorn (180 Pfd.) 11fl. 30 tr. — 11 fl.
iO kr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 15 ir.
——Lf.. 20 tr. — Hafer (120 pfd.)
5fl. ir. — — fl. ftr.

d

Abiers
Inse ratι Bureau
in Stuttgzart
Silberburgsstrasso 166,
osorgt Inserato unter strenger Dis-
cretion in alle Zeitungen/ Tages-
latter und Zeitschriften, übernimms
in Faällen die IIlustrirung und Ab-
asssung dor Inserate, berechnet die
Originalkosten und besorgt die LEr ·

heilung der Auskumt.

V α π(W ———-

edalttion, Druck and Verlug von F. Xx. Demezem Sst. Ingbert.
        <pb n="113" />
        ιLS et eiltbettes 328 J

unieν dni ι — —— — 3 ttο ι α ,

— — — —4 — — . ——

—2 — —— 934 WR

va uent n 1. —8 * er.

* 3 —8 * — 3 7* 95 h 27 — 7 —8

e 6 ν ιια —V

—— νιι ι qui

Weeere ιι. epeehezreg

dreimal; Dien sta g. Diomners stag,
dreispaltige Zeile Blaͤtlschrift oder deren

m i ι—ι vi b —J
der St. Ing bertieri Amz eiug ec“ utnit rseinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich
and'Sed mstag Abonnememtspreis vierleljährig 425 Krzre. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die
t e Raum berechnet.
Nro. 30. , ee uSamstag, 1O. Märze urt pet να σ αν 1867.
n —
J— ut, J Deutschland αν ιι
— TIXXV i
vhen6. März. Det Gesetzentwutf uͤber die Heeres-
gamsation wird, wie man hört, im Ausschuß der zweiten · Kanr
mer eine durchgteifende Umarbeitung erfahren. die! sich jedoch
aicht sowohl auf die Priucipien, auf welche die neue⸗ Organisas,
tion gegründet, werden foll, beziehen, as dielmehr die' deutlichere
und Hestimmtere Fassung der einzelnen Artikel bezielen wird. Denn
diese laßt Manchez zu wünschen übtig Nund macht vielfach den
Tindruck der Unbehülflichleit. Der Gesetzentwurf über das Un⸗
gehorsamsverfahren in den zur Zustandigteit der Schwurgerichte
Ind Bezirsgerichte diesseits des Rheins gehorlgen Sträffachen, hat
im J. Ausschuß der Abgeordnetenlammer eine so bedeutende Umge⸗
aliung erfahren, und es- ist so wenig Ausgsicht vothanden, daßer
in seiner ursprünglichen oder in der von det Reichsrathskammer
angenommene Fassung im Plenum der I Kammer durchgeht
daß man im Justizministerium sich entschlossen hat/ denselben zu⸗
rüclzuziehen. Uebet das Ergebniß ber Stuttgarter Conferenzen
noch immer, nichts Verlässiges bekannt, undet dürfte wohl iis
eine, rauun Zeit vergehen bis wir daruber Liwaszu hören: be⸗
omimen. .Es derlaute wenigstens, daß das Resultat dieser Con⸗
ferenzen. auf welchen allerdings eine Vereinbarung zu Stande ge⸗
sommen sei, nachträchlich inj Sand zli verlaufen droht da Baden
nd Gropherzogthum' Hessen sich weigern,die gefaßten Beschlusse
zu ratificiren, Ersterem ist, punebo· des Anschlusses an Preußen in
denselben nicht genug gethan, Letzteres ist dadurch daß seine Pro—
zinz Oberhessen dem norddeuscheit Bund angehört, in eine ganz
eigene Stellung gedrängt, die es ihmso gut sote unmoglich macht.
sich an einer onvention Fu belheiligen,welche nicht einen X
ständigen Anschluß an den norddeutschen Bund wenn auch un⸗
ler Vorbehalien — in sich begreift.
Muͤn her 8. Maͤrze Die „Bayer. Ztg.“ veröffentlich:
hie; Beschlüfft det Stuttgarler Conferenz. In sechs Artikeln sind
vexeinbart: Moͤglichste Erhöhuitg der“ Militärkraͤfte gleichheitliche
Principien in der Wehrverfassung nach preußischenn Muster; gleich⸗
arlige. Eintheilung und Ausrüstung duͤrch gleiche tackische Einhei—
en; üebeteinstimmung der Reglements, der Feuerwaffen und Mu⸗
nition; gemeinschaftliche größere Uebüngen und gleichmäßige ge⸗
meinsame Ausbildung der Officlere. * J
Dienslesnachrichten 322
Durch Regierungsbeschiußz vom 6. März, wurde der Lehrer
Christian Maurer in Kleinniedesheim zum Verwefer an der untern
orotest.-deutschen Maädchenschule in Dürkheim vom 18. Märzl.
Is. an, der Schuldie isterspectant Peter Herzog von Zeiskam zum
Verweser an der, prostanlisch- deutschen Schule in Obereisenbach
und der Schulverweser Martin Glaser von, Clausen zum kathl.
Lehrer in Harsherg, letztere zwel vom 11, März l. Isan,
ernannt.... 3. J 4
Karlstuhe, b. März.Nach einem Heidelberger Blatte
waͤre am 17. d. Mis- die früher in Aussicht genommene Ver⸗
sammlung in Offenburg, zu gewärtigen, die fich mit der Wieder⸗
erweckung des politischen Lebens befassen soll.“ Von einem Pro⸗
gramm fur die Oeffentlichkeit ist vorerst nochnicht officiell die
Rede; Der Name Vaterlandafreunde“ enthält wenigstens keine
Parteistellung; er gehört übrigens zu den Benennungen, die man
sich nicht selbst zu geben pflegt. Eigentliches agitatorisches Wirken
mwicelt borers nur die klexikale Partei; die Masse yerläßt sich
auf die magneitische Gewalt des Einigungstriebs und wiegt sich
m leine nicht ganz ungefährliche Sicherheit ein. *
Dreßden4 Marz. Der öfficidse Berliner Correspondent
der Constitutionellen Zeitung schreibt: —X
Jjenug darauf hingewiesen; werden, daß · der norddeutsche Bund
zur ein Zollgebiet haben wird, von dem nur die Hansestädte aus⸗
geschlossen sind. Es mag also den Vertrag mit Mecklenburg lde
en um sich die Vortheile zu sichern, die es für seine Weine durch
den Zollvertrag zwischen Preußen und Oesterreich erhalten
wurdemtere 7.⸗ et, ,
Feerlhin. ß März. Nachdem nunmehr die neuen Reagie—

rungsbezirke Kassel und Wiesbaden debildet und zu Průusidenten
derselben die Herren en Moller und v. Diest ernannt worden sind.
ied Vort hun uch miteder? Zusammensetzung der. Regierungs⸗
Tollegien vor egangen; werden. Jedes Collegium wird drei Ab⸗
heilungen — Veseßung der Stellen geschieht mit Ein⸗
eimischen, zum Theil abet auch mit t Verwaltungsbeamten aus
zen alien Provinzenne Im Nassau wird auch noch die Besetzung
c. heu zu bildenden Lundrathsümter möthigsein, während Hessen
zereils Tandrathsämter hat und groͤßtenlheils seine, bisherigen
Landrathe behalten wird. Horr iv. Patow hat die von ihm
elbst gewünschte Entlassung aus seiner Stellung in Frankfurt er⸗
alten Er wird mur noch so lange dort verweilen, als dies zur
leberleitung der Geschaäfte muf die Herren w. Moller und v. Diest
rölhig!ist. Mit der Aufhebung der Cibiladministration in Frank⸗
—X das Commissarium des derselben attachirten Dr.
Zrupka auf⸗, der eine anderweitige: Anstell ung in der Verwaltung
erhalten wirdin Der bisherige Cilcommissarius von Madei bleibt
in Frankfurt. Seine Stellung wird aber jedenfalls in die eines
Polizeipräsidentet umgewandelt werden, wenn · dort exst die städti⸗
Hen und polizeilichen Angelegenheiten geregelt sind. Ueber die
Ord nung wet Verhältnisse in Frankfurt ist übrigens seiner, Zeit
zie hier anwesend gewesone Deputation gehört, worden;g en
— D ——— Märzenrr Zwischen den cynservativen Fractionen
inerseits und den⸗ Notional⸗Liberalen: andererseits. hatensich remne
Mittelfrackion von / 25 Mitgliedernngehildet, bestehendzouä preu-
zischent.Altliberalen, sowie. aus hervorragenden sachsischen,. kurhes⸗
ischen : und oberhessischen Abgeordneten⸗ worunter Gerber, Graf
Solms Laubach. Baron v. Schenka Schweinsberg und it vy Ra⸗
—XDV —A
Wien, 3. März. Der ungarische Reichstag benimmt sich
musterhaft; er weiß, was airf dem Spiele steht und ist eifrigst
zemuhi, alle Schwierigkeiten: zu heseitigen. Die Deak-Parltei wie
die Tinke sind darin einig,daß vor allem. Anderen das Ministe⸗
rium gestützt und gekräftigt werden müssedDie Vorlager in Be⸗
reff der Steuererhebung und der Recrutirung, welche unter ande⸗
en Umständen gewiß zu argen Differenzen geführt hätten, wurden
hon dem Reichstage ohne Weiteres angenommen, und es sind da⸗
zurch manche in den hiesigen maßgebenden Kreisen gehegte Zweifel
„eseiligt worden. Man blidt mit Vertrauen in die Zukunft, zu⸗
nal auch aus Agram günfstigere Nachrichten eingetroffen sind und
Jervorragende Mitglieder der Majoriiät des croatischen Landtages
ie Geneigtheit der Croaten zu einem nochmaligen Ausgleichsver⸗
such mit Ungarn erklärt haben sollen. In eben dem Maße als
ꝛs gelingt, den Glauben an die Aufrichtigkeit der Regierung zu
tärten, muß die Opposition der Croaten verschwinden, zumal die
ingarische Verfassung vom Jahre 1848 auf den freiheitlichsten
Zrundlagen basirt und von einer Vergewaltigung des einen oder
Jes anderen Theiles gar keine Rede ist. ue “
Wien,“8. März. Von London aus ist hier die Existenz
ner Eorrespondenz zwischen der griechischen und italienischen Regie⸗
ung signalisirt, welche auf die Genesis der italienischen „perma⸗
enen Mittelmeer⸗Escadre⸗ eigenthümliche Schlaglichter wirft.
Die Quelle, aus welcher die Mittheilung stammt, ist nicht von
adelloser Reinheit. Im Zusammenhang aber mit dem Empfang,
ben eine griechische Deputation so eben bei Garibaldi gefunden
haben soll, darfte die in Frage stehende Enthüllung wohl kaum
ihne Weiteres ganz von der Hand zu weisen sein, und jedenfalls
heint das engusche Cabinet sie ernst genuggenommen zu haben,
m sich verpflichtei zu halten/ sie betreffenden Ortes zum Gegen⸗
jand äiner directen Interpellation zu machen. .
Wien, 4. März. „Nach einer aus guter Quelle stammen⸗
den Mittheilung ist es nicht allein die danische Regierung nicht
ewesen, welche neuestens die nordschleswig'sche Frage angeregt,
ondern hat vielmehr diese Regierung nachdem fie in Erfahrung
ebracht, daß dieselbe von dritter Seite her angeregt worden,
etreffenden Ortes undmit nusdrücklicher Hinweisung darauf,
daß sie Ursache habe, eine ihren Interessen zusagende Lösung zu

9
1
        <pb n="114" />
        rwarten, den bestimmien Wunsch ausgesprochen, daß der bezügli⸗ HFroßfürst Nilolaus Trinksprüche auf das Gelingen des kretischen
hen Anregung — 3 weitere Folge gegeben Aufstandes ausbringe, gehe nach Polen und den Ziherprerinmn
werden moͤgee·· J und waöhrscheinlich auch in das übrige Reich) der Befehl a , bis
Agram, 5. März. Die Streitfrage zwischen der Regierung jum 1. April alle Beurlaubten einzuberufen. Zweifelsohne sei dies
und den Municipien wegen Durchführung der Heeresergänzungs⸗ nur eine Vorsichtsmaßregel; doch greife man zu solchen erst dann,
verordnug gestaltet sich mit jedem Tage kritischer. Die Municibien venn man ernste Wirren befürchle. Ueber Englands muthmaß ·
verharren bei ihren früheren nme Iaetn and vgten A beobachtet das ministerielle Abendblatt noch tiefes
der Hofkanzlei Mißtrauensvoten. ehrere ergespäne haben Schweigen. 2.
Wa e angemeldet; der Rücktritt der sämmtlichen Stadt⸗ London, 7. MNärz. Die „Morning⸗ Post beröffentlicht ein
gemeindevertretungen des Landes ist wahrscheinlich. Jetenstud / welches ihr ·von der provisorischen Regierung der ir lãn
xX. — un nischen Republick zugesandt worden ist. Es ist eine Paoclamation
— Frankreich. wien Waliennms irlandische Von weiche die Besthwerden Irlande gegenn
— Paris, 4. März. Die Türkei soll das Beispiel Italiens land darlegt und die Republid proclamiri.
nachahmen und die Güter der todten Hand säcularisiren wpllen London, 7. März. Mehrere bedeutende Aufstände der
Der Jahresertrag der Moscheengüter soll sich auf ungefähr 75 zenier auf verschiedenen Puulten in Irland haben staltgefunden.
Mill. Franken belaufen. z„. Scharfe Gefechte, viele Todte, Verwundete und Gefangene. Die
Paris, *. Marge Das Comite- zur. Besorgung der für Sisenbahnen und Telegraphen sind an vielen Stellen zerstört
die Weltausstellung hierherlommenden deuischen Arbeiter versam · vorden. In Dublin herrscht noch Ruhe. Die Truppen wurden
welte fich gestern Es wurden 4. Abtheilungen gebildet, 1). für aun Orten allamirt. und es ist die baldige Wiederhersiel
die finanziellen Angelegenheiten, 2) für die Wohnungsfrage, 3) lung der Nuhe zu hoffen. et
für die Beziehungen mit Deutschland, und endlich 4) für die Be London, 7. März. Die Regierung hat dem Parlameni
ziehungen zu den Gesandischaftennn, Man ftellte als Grundsaßz fest Mittheilung gemacht, daß die Ruhe in Dublin, Corh, Waterford
daß keine Geldunterstützungen derabreicht, dagegen alles aufgebb nicht mehr gestört worden und daß die Bahnderbin—
ten werden solle, um den Arbeitern ihren hiesigen Aufenthali nutz dung mit Cork zwar offen sei, daß jedoch neuere Nachrichten aus
bringend zu machen. ——— Auienr, Irland fehlen. Die Zeitungsberichte seien übertrieben.
Paris, 5. März. Die France bringt eine berichtigende Dublin, 6. März. Die Fenier haben die Polizeiposten
Rote über die orientalischen Angelegenheiten. die nach dem Trink· hon Steparide und von Glencullen angegrtffen und entwaffnet.
spruche des Großfurften Ricolaus allerdings am Orten ist. Sie Zie daben die verhafteten Polizeiagenten nach Grantillijnfern
hebt hervor, daß die serbische Festungsfrage geregelt ist und glaub Tallaght gebracht, wo 35—6000 Fenier concentrirt stehen. n
auch, daß der kandiotische Aufsiand keine Schwierigleiten mehr u Die Soldaten haben heute nach Dublin 208 gefangene Fe⸗
erzeugen kann. Die Schutzmachte Griechenlands seien · einig in nier eingebracht. Man hat hier eine beträchtliche Anzahl Waffen
der Absicht, der Insel Creta ihre Selbstständigkeit zu verschaffen, nit Beschlag belegt. Das Hauptcorps vber Fenier geht gegen
und England, das die jonischen Inseln so hereitwillig aufgegeben, sorden vorwärts. 1085 junge Angestellte sind aus Dublin ver—
würde eben so wenig wie Frankreich und Rußland Finspruch er· hwunden, Tausend Fenier hahen das Gebäude des Marktes don
heben, wenn die Candioten die Anuexion· an Griechenland ihrer Drogheda in Besitz genommen, Es hat ein Kampf zwischen ihnen
Selbstständigleit vorzögen. Es fragt sich — unddarüber schweigt Ind der Poligei siattgefunben 200 bewaffnete Fenier haben die
die France, — ob die Pforte ginwillig Creta herausgeben wird, Polizeistation von Kilmallot angegriffen. Andere Fenier haben die
und ob die Schutzmächte ihre Forderung eventuell mit bewaffneter soligei im Dermone, Killache ünd Helyeroß angegriffen. Die⸗
Hand durchsetzen wollen. Im letzteren Falle wäre die gefürchtete ufregung ist ungeheuer. Es werden Truppen erwariet.
Krisis unvermeidlich. Es wird übrigens heute, von unterrichieter
Seite versichert, daß England in keinem Falle der Tuͤrkei binen Schweiz.
Zwang anthun und sich dielleicht auch alles diplomatischen Dran · Basel, 2. März. Deutschen Verichten nach beschäftigt man
gens enthalten werde. Garibaldi hal einigen griechischen Depu⸗ ich eben mit einem Entwurf zu einer neuen Rheinschifffahrts-Acte.
tationen erklärt, daß er selbst nach Creta kommen werde, wenn In der Mainzer Convention vom Jahre 1881 ist nun zwar don
der Aufstand sich noch einige Zeit halte. A — den Rechten. die mit der Schweiz in Bezug auf den Rhein gebo—
Aus Madrid meldet man den bevorstehenden Rücktritt des a sind, keine Rede, weil inan uns im Jahre 1818 zu Wien
Cabinets Natdaez, das nicht energisch genug zu Werke gehe (allen vergessen hatte. Das Quellenland des Rheinstroms, der bon
Ernstes ) und dessen Erseßung durch Lin Winisterium Pezuela, dier ab bis in die See sqheffbac is, gehört nicht mit zu den
des Mannes der Todesdecrete für die Journalisten ec. Uferstaaten. welche über das Schidsal dieser großen centraleuropii-
Ficht alle Glieder der spanischen Königsfamilie sind von der chen Wasserstraße bisher entschieden haben. Richtsdestowenger
Pesth der Tyrannisirungssucht und des Freiheitshasses angestedt. — ——————
Das beweist ein Brief des Infanten Don Enrique an das Pa— wärts derselben vor sich geht, und, freuen uns, daß die preußi⸗
riser Blatt La France, in welchem er erklärt, daß er den Grund⸗ schen Siege auf den boöhmischen Schlachtfeldern das Signal zu der
satzen der Freiheit treu bleiben werde und daher nicht bei Hofe hollen Freiheit der Rheinschifffahrt gegeben haben. Es fragt sich
erscheinen koͤnne, so lange die Schreckenswirthschaft Isabellens fort. eute, nachdem auch in Vezug auf den Rhein die morschen Ver—
dauere; ver ziehe es deßhalb vor, arm und vergessen im Ausland⸗ rage von 1815 gebrochen sind, ob das alte gegen die Schweiz
zu leben. —. ves Monde rdangene Unrecht nicht gesühnt werden soll ? Im Interefse der
Paris, 6. Marz. Der Wiener Correspondent des Mond⸗ Rheinschifffahrt wäre es gelegen, die Schweiz heranzuziehen. Sie
hat wieder Enthullungen über die preußische Volitit zu machen ann füt Nassau Ersatz sein. Wie die Verkehrsberhälimisse sich
Während in diesem Blatte Preußen in der Regel als Verkörpe. duf dem Oberrhein kunftig gestalten werden, läßt sich heute noch
rung des absoluten Militärdespotismus behandelt wird erfährt aicht ermessen. Wenn aber die Alpenbahn einmalda sein wird
man aus jener Correspondenz, daß die deutsche Demotratie Herrn düefte die Schifffahrt von hier theinabocis leicht neues Leben
d. Bismack machtig unterstütle und daß die ganze Freimauͤreret ewinnen Freilich müßte Frankreich sich auch entschließen, die
an der Herstellung der deutschen Einheit arbeite. Berlin aber sei Freiheit des Verlehrs zwischen seinen Canälen und dem Rhein zu
jetzt das Centrum der kosmopolitischen Rebolution und es wurden gewähren, denn fuͤr die Bergfahrt wäre der Huninger Canal un—
von dort aus micht nur Intriguen gesponnen, um Oesterreich im nlbehrlich. Möchten die Cabineite zu Berlin und Paris den hier
Inneren zu beschäftigen, sondern auch in zwei oder drei anderen angedeutelen Gedanten naher prüfen und bei den Vorarbeiten
Staaten demokratische Verschworungen geschmede. liur die neue Rheinschifffahrts Convention in Erwaͤgung zieben.
Paris, 6. März. Die Arbeiten auf dem Marsfelde wer⸗ Italien.
den mit einer ganz derprdeninchen Energie eebenn so daß Sloren z. 1. Märze“ Das von San Martino prasidirte
die Eroffnung der Ausstellung am La April auf alle Fälle gesi-· .*
*86 on uriner Comite tritt nicht nur der Candidatur Lamarmota's en-
chert ist. Schon wird die große Restauration eingerichtet, welche
naͤglich 10 000 Diners zu dinem Fr Lefere iheeg —* jegen, fondern bekampft auch mit gleicher Energie Sella und
⸗ 10 vem 1. Asrifeit« Kattazzi. Der Aufruf, den der itaüenische Nationalverein; so
Hlunbert von Italien wird vor dem 1. April mit einem großen be ist 5*
Gefotge hier eintreffen. Seine Reise nach Wien dürfte wobl huf ben an die Trientiner erlassen, ih in der Form sehr gemäßigi;
unbestimmte Zeit vertagt werden.. 5 n Anhange wird ein Hrief Napoleon's III. an ein Mitglied des
— —* Nationalvereins veröffentlicht, welcher lautet: „St. Cloud, 24. Au⸗
England. gist 1866. Mein Herr! Ich habe mit Inleresse den Brief de⸗
London, 6. Marz. Der „Globe“ zweifelt sehr an?“ der lesen, den Sie an mich gerichtet, und ich sehe mit Vergnůͤgen,
Moglichkeit, den europäischen Frieden bis Ende dieses Jahres zu daß Sie begreifen, ein wie großes Interesse unsere beiden Länder
erhalten. Alle Anzeichen —in Kandia, Griechenland, Italien daran dagn einträchtig zu sein und auf derselben Bahn zu wan⸗
und Rußland — sprächen dafür, daß der orientalische Krieg sich deln. Ich derstehe Italiens Verlangen nach Südtyrol: aber es
um kein Jahr länger hinausschieben lässen köͤnne. Während der kann dieses Ziel nur erreichen, wenn es die guten Beziehungen
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        n
n
9

8

zu Oesterreich wieder herstellt und die Beschwerden der Verg an⸗
jenheit vergißt und sich ganz den glücklichen Aussichten der Zu⸗
uft zuwendet. Ich bitte Sie mein Herr, die Versicherung meiner
musgezeichneten Hochachtung entgegen zu nehmen. Napoleon.

Florenz, 7. März. Die „Italie“ glaubt zu wissen, der
Minister des Auswärtigen habe ein Rundschreiben versandt, welches
unsere neuen Beziehungen mit dem römischen Hof auseinandersetze.

Man schreibt der „Correspondenz Havas? aus Rom un—
serm 2. d. Mis., daß die Reise Garibaldi's nach Venetien, seine
Reden und seine Proclamationbezüglich der nahe bevorstehenden poli⸗
ischen Wahlen den Hof. von Rom mit ernstlicher Besorgniß erfüllen.
Maͤn hegt dort die ernstliche Ueherzeugung, daß die neue Depu⸗
sirtenkammer Italiens noch exaltirter sein wird als die alten, und
daß sich in Folge dessen ein Ministerium bilden wird, welches der
päpstlichen Sache feindlich sein wird, so daß die abgeschlossenen
Uebereinkünfte ganz erfolglos bleiben dürften. Die exaltirte Partei
in Rom, welche die Parlei Garibald'is ist, ist sehr vergnügt und

laubt ihren Sieg nahe. J
NRußland.

Petersburg, 2. März. Die Konstantinopeler Depesche,
welche von einem kategorischen Circular der Pforte spricht · umd
worin für die Türkei den Candioten gegenüber dasselbe Rech
heansprucht wird, welches Rußland in Polen geltend macht. —
diese Depesche hat natuüͤrlich unsere Presse in Harnisch gebrachi
und das Journal de St. Petersbourg sagte gestern, wenn jenes
Fircular nicht apolryph wäre, so werde vielleicht Christenblut
stromweise fließen, aber auch das Türkenblut nicht geschont wer⸗
den; man müßte an der Energie der Kräfte, welche die heutige
Civilisation geschaffen haben, verzweifeln, wollte man glauben,
daß die Consolidirung der türkischen Macht aus der verzweifelten
Anstrengung hervorgehen könute, welche sie in der barbarischen
Verrücktheit fanatischher Trunkenheit gewagt hätte. In der heuti⸗
gen Nummer desselben Blattes wird an die letzten Kämpfe in
Thessalien namentlich bei Vitomo angeknüpft und das officiöse
Blati erklärt: Wenn die Türkei stark genug wäre, den Aufstand
in Creta zu erdrücken, so werde sie den Boden beherrschen, aber
dieser nur von ihren Soldaten bewohnt sein. Die Heilmittel,
weliche Anfangs bielleicht ausgereicht hätten, seien heute uüberflüssig
dieser Wahrheit verschließe man sich nur noch in Konstantinopel
es gebe in der politijchen wie in der medicinischen Kunst Fälle,
wo eine Amputation nothwendig wird.

Amerika.

In Nordamerika haben bei den Parlamentswahlen die Aben⸗
eurercandidaturen guten Erfolg. Dort ist Herr Phineas Barnum,
der „Allerweltsschwindler Barnum,“ wirklich gewählt worden und
zwar in Connecticut. Er wird seinen Plaß einnehmen neben
Mr. John Moressey, dem berühmten Faustkämpfer und gleichfalls
Volksvertreter.

New⸗york, 19. Febr. Der gestrige Tag war ein Fest⸗
tag. In der Stadt wurden die Geschäfte unterbrochen. Es wurde
zu Ehren des Geburtstags Washingtons eine Revue über die Truppen
abgehalten. Die Reorganisations-Bill auf einer militärischen Grund⸗
lage ist Mittwoch von den beiden Kammern angenommen worden.
Die hauptsöchlichsten Demokraten haben sich den Republikanern
angeschlosfen zu Gunsten der Maßregel, insofern sie die Sicherung
einer schnellen Lösung der politischen Störungen gibt. Die Bill
rwarte die Unterzeichnung des Vräsidenten Johnson.

f Am 7. März Nachmittags hat der Waldaufseher Weber
vom Kahlenberger Forsthaus, den Gebrüderu Stumm gehdrig,
in der Gemarkung von Bann, Kanuton Landstuhl, einen männli—
hen Wolf durch einen Schuß erlegtg.

4 Die Scandalgeschichte- des Fursten Thurn⸗ und Taris
nacht, wie man aus Runchen schreibt, noch immer viel von sich
eden Wie man aus bester Qucle erfahri, hatte der Vater des
ungen Kunsi-Enthusiasten das besondere Vergnügen, seinen Sproß⸗
iing in der Partie des Grafen Luna Verdi's Troubadour) auspfeifen
zu hören. AMuf dringendes Zureden der fürstlichen Familie hat
die junge romantische Durchlaucht (in Folge des Durchfalles viel⸗
eicht auch etwas abgekühlt) die Liaifon mit der Schauspielerin
Zdreutzer bollständig abgebrochen, Letztere ist, mit der für ihre
Reige enormen Summe von 80,000 Gulden glücklich! abgefum⸗
hen worden, und gedenkt für die Zukunft. in Bayerns gemüth-
licher. Metropole otium cum dignitate zu genießen. α

— In einer rheinischen Stadt fiel ein Reiseabenteuer schlecht
nus; ein Geschäftsreisender erbarmie sich einer jungen artigen
Frau mit einem einjahrigen Kinde, die er im Coupe des von ihm
zenützten Eisenbahnwagens fand, namm solche mit in sein Hotel.
ie daselbst für seine Frau ausgebend. Dem Wirthe überreichte
x beim Aussteigen zum Aufheben eine Taschemit 1500 fl. In⸗
jalt. Die „liebenswuͤrdige“ Dame kam Abends vom Zimmer zum
Wirthe, sagte, ihr „Mann“ sei wegen des Geldes unruhig und
wolle solches selbst aufbewahren. Arglos gab der Wirth das Geld
hin und während der Pseudomann ebenso arxglos das Kind hü—
lete, machte die „Frau Gemahlin“ sich mit den 1500 fl. aus
dem Staube.

London, 28. KFebr. Die hiesigen Gauner haben ge⸗

dern einen Geniesireich gelieferi, dessen Opfer die Firma Roth⸗
child geworden und worüber bis jetzt noch ein tiefes Dunlel aus⸗
jebreitet ist. Die erwähnte Firma sendeie gestern von ihrem Ge⸗
haftslokai in der Cith eincn bededten Wagen mit 24 Kisten Sil⸗
her für zwei in der Themse liegende Schiffe der Gerneral Steam
Rabigation Company zur Verschiffung nach Kotterdam und Ham⸗
hzurg ab. Die Sendung wurde von einem seit langen Jahren
von Msrs. Rothschild beschäfligten Fuhrmann gefahren und von
inem, gewöhnlich bei ahnlichen Gelegenheiten verwendeten Com⸗
nis des Hauses begleitet, der in einem zu einem Lichterschiffe ge⸗
drigen Boote 12 Kisten an Bord des „John Bull“ (für Ham⸗
zurgh und 12 an Bord der „Waterloo“ (für Rotterdam) befr⸗
herie und unter den üblichen Foͤrmlichkeiten den auf den Schiffen
ommandirenden Officieren gegen Quittung übergab. Auf der
Waterloo“ war der Capitan abwesend und der erste Mate über
jahm die Kisten und brachte dieselben mit dem Bootsmann im
zwischendeck unter. ußer den 10 Matrosen befanden sich 8
'ollbeamten an Bord, die das Schiff am letzten Samstag in
Hravesend bestiegen und nach den Bestimmungen der Zollgesetze
in Bord bleiben mußten, bis der Dampfer auf der Rückreise Gra⸗
desend wieder paffiri. Den Dienstag Abend nun und die Nacht
sindurch hielten Mannschaft wie Zollbeamte Wache, und zu jeder⸗
Zeit waren beständig wenigstens 2 Mann auf dem Verdec und
verließen dasseibe, nach ihrer festen Behauptung, nicht für einen
lugenblick. Gleichwohl entdedte man gestern Morgen, daß zwei
von den Kisten, enthaitend Silberbarren im Werthe von über
2000 L. fehlten, ohne daß man bis jetzt eine Idee hätte, wie
)ieselben unter den Augen der Wache entwendet werden konnten.
Die Polizei wurde sofort mit der Sache belannt gemacht, doch
ist bis jetzt über die näheren Umstände des Diebstahles weiter
nichts belannt geworden, als daß ein neben der „Waterloo“ lie-
endes Lichterschiff ohne Vorwissen des Eigenthümers sich wäh⸗
dend der Nacht von Jeinem Ankergrunde entfernt hate.

—
Wermischtes.

p Zweibrücken, 4. März. Die Eröffnung des Schmur—
gerichts für das I. Ouartal 1867 ist auf den 20. Mai nächsthin
sestgesetzt und zum Präsidenten desselben der k. Appellationsge—
richtsraͤth Nikolaus Duy ernannt.
Auf der Gasfabrik St.
Ingbert sind Gascoaks
4 24 kr. per Zentner ab⸗
zugeben.

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ind auf mehrere Jahre zu verpachten.
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XV

—D

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22
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        ι ι — . αν ze —
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—J c—— AISEI
9

Au den schulftrien Nachmittagen beab⸗
ichtige ich einen beständigen Curfus
der französichen Sprache zu erthei⸗
len, für Schüler von 10 bis 14 Jahren.
Der beiden Sprachen mächtig, darf
ch bei wöchentlich 2 inal,2 Stunden wohl
hoffen die Eltern meiner Zoglinge voll⸗
onmen zu befriedigen.nn
Anmeldungen nimmt die Red. entgegen bis
Mittwoch, 20. d. M. wo der Cursus be⸗
zinnen hird um 2Uhr N.M.3*
Ei Ingbert, den 1.März 1867.
D. SCHILICIS, Lurxemburgischer
dehrex, conces:“ Sprachlehrer zu Saarbrücken.
— * — — —
I e 434. 5
GExziehungsgnstalt
wit Unterrieht in allen Fächern, für
Knaben und junge, Leute, woelche sich
dem Hamidel widmen. Grümdlliche
Arlernung der französisehen und
englischen Sprache, durch täglichen
Umgang mit Franzosen und Pngländern
befordert. Pengionat zu billigen Prei-
sen. Prospecte und Lehrplan franco vom
Vorstand des Fnteranaioον- Jαtũ-
tuts in RpWECHGNMAI (BadenJ
Ein brabes fleißiges Dienstmädchen,
wird zu sofortigem⸗ Eintrittzgesucht.
Die Expedition ertheilt Auskunft wo.
Ein braver gesitteter Bursche, der die
Schlosserei zu erlernen wünscht, findet
eine gute Lehrstelle offen. J
Wo!? zu erfragen in d. Expd. d. Bl.
Frucht⸗, Brode, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Hom burg vom 6. März.
Weizen 5 fl. 54 kr., Korn 8 fl. 39 kr
Spelz sl. — — kr. Gerste, — reihige, — fl.
ir. Mischfrucht — st. — ir. gafer
1f. 9irx., Erbsen — fl. — kr., Kariof⸗
eln Lfl 12kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
26 kr. ditto 2 Kgr. 18 tr., ditto 1 Kar.
OD ty. Kühfleisch 15Qual. 14 kre, 2. Qual.
12 r., Kalbfleisch 12 kr!,“ Hammelfleisch
14 kr. Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr
ver Pfd.

ern
4 —
F Gedämpftes Knochenmehl. re
2u V—,— ÄRRMA R. n J r c 34 75 8
v α duperphosphath. 3 —8* — ere *7 9
J — ια n oO-on. narour.q Guthi ——— —— 5 —
33 —6 Wiesen und Kleedünger. J ri 3 — —
,¶ιν aaer bei . J. Grewenig in St. Inabert“ T
Die Strohhutfabrik von S. Stern
o a z in Zweibrücken 4. ——
ͤbernimmtdas Waschen,Färben. nud'“ Umändern “' aller
Sorten Sommerhüte nach den neuesten sranzösischen und
englischen Modellen, die zur Ansicht vorliegen.“
Geschäfts- Empfehlung.
inIch beehre mich einem derehrl, hiesigen
Publikum· u. Umgegend ergebenst zanzuzeis
gens daß ich müch als Tuncher u. Au⸗
fstreicher an hiesiger Stadt eiablirt hahe,
vund alle inun dieses Facht einschlagenden
iArheiten, unter Zusicherung promter und
illiger Ausführung übernehme..
3ö⏑————
wohnhaft bei Witwe Schmidt an der
Blieskasteler Straße.

s Verkauf von 13
re a Hausplätzen.
Nnterzeichneter beabsichtigk setine guf Wal-
erseid gelegenies Stück, sNüngs der Kaiser—
traße hierher des Sengscheider Weges umd
der Eisenwerker, Eisenbahn Feeee
nit Korn besamt in 18 Sausplätze
eingetheilt wovon jedes 28 Fiß breit und
71 Fuß lang, ist aus freier“ Hand ein⸗
St. Inabert im März 1863.
J. Hellenthal.

n Vνιν — —ãa
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kalien und allen Buchhandel⸗Arti⸗
keln, sowie von, Inferaten in den
„Pfälzischen Plakat⸗Anzeiger“
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die eer und alle
„Illustrirte Zeitschriften“ besorgt
die Agentur der Lang'schen Buchhandlung
zu Sh Ingbert und hält hre reichhalti-
gen· Cataloge zur Ansicht empfohlen
Atztien Ciitt Scherpfene!
7 IäGeschäftsagent..

Geschäfts⸗Empfehlung.
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Bewohuern der Schnappbach und Umgegend
zur Kenntniß, daß er im Königreiche Bay⸗
ern patentisirt, von nun an sein Geschäft
ils Tüncher dorxten betreiben darf, und
zwpfiehlt sich bei, vorkommenden Arbei—
ten in allen in fein Fach einschlagenden
Arbeiten, unter Zusicherung reeller und
zilliger Bedienung.—

Daniel Weymann,
Tünchermeister iim Altenwald.

—

Frankfurter Börse

Geldsorten —
* vom 7. März 1867.
Pistolen .. 8 45-47
dolländische 10 fli⸗Stücke90 51-353
Ducaten .. 5534-36
Russische Imperials.. — —
20 Francs⸗Stücke9 277/- 284
Englische Sonde reingsßs.1150-54
Preußische Kasssenscheine.. 115 -4
Zreußische Friedrichsdor 9 561/3-57
vold per Zollfund se in . ——
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in God 2 2713-282

8675
Dyr ünterzeichnete hat scho⸗
nes kiefern Bauholz in jeder
veliet gen Lange, sowie. auch 28Klafter
8 Fuß langes kiefern Prügel-Holz (Jaun⸗
zolz) zu berlaufen.
Breitermühle im Maͤrz 1867.
B. Söbh.

ju den beberstehenden Prüfungen

ach bestone · Mramen schriften⸗

e telbenzkin ver—

denen 2infaturen — sowie

blätter, Nachweise und Be
de icitut uae .
—e
1ͤn Fiore iberuchon.

VPpetet
4—

Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        — 5 F —— * i J iß J 7 9 I 7 3 J 2

** * 104* J e le * 2 F— e — vr J
der St. Ing berter Anzejg ex“ wit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalen Dienstag, Donner zftag,
ind S a mst ag. Abonuementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden init 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

2 Raum berechnet.
— — — — — —— — ——— — —— — — —
——— — — 577
Nro 31. Dienstag, den 12. Mäzz e ae 1867.
— — —— — ——— — —
Deutschland. —
aa Münchren, 8. März. Die Beschlüsse der Stuttgarter Con⸗
— — —F
N Die Vertreier der Regierungen von Bayern, Württemberg.
Baden und Hessen haben sich über folgende Punkte geeinigt: M
Die Versammelien erkennen es als ein nationales Bedürfniß, die
Wehrkruͤfte ihrer Länder so zu organisiren, daß sie zu Achtung
gebietender gemeinsamer Action befaͤhigt werden. M) Sie einigen
iich deßhalb vorbehaltlich verfassungsmäßiger Mitwirkung ihrer
Stände zu moͤglichster, Erhöhung ihrer Militärkräfte unter einer
den Prinzipien, der Preußischen nachgebildeten Wehrverfassung,
welche sie ʒut Wahrnung der nationalen Integrität in Gemeinschaft
mit dem übrigen Denischland geeignet macht. lI. Als die Prin—
zipien dieser Wehrverfassung, welche den vier Staaten gemein⸗
chaftlich fein jollen, werden bezeichnet: 1). Daß Prinzip der all⸗
gemeinen Wehrpflicht; nach welchem die ganze diensttaugliche
Mannschaft unter Aufhebung der Stellvertretung zum Dienste be—
tufen isi, wird zu Grunde gelegt. 2,5 Die Dienstpflicht hegiunt,
vorbehaltlich früheren freiwiligen Zuganges mit dem vollendeten
20., in keinei Folle aber später ais mit dem vollendeten 21. Lebensjahre.
3) Nach Umfluß der dreijährigen Präsenzpflicht tritt die Mann⸗
schaft in die Kriegsreserve ihrer Abtheilung umter Verwendung
in der Linie im Kriegen4) Dem Prinzipe der preußischen Wehr—
verfafsung entspricht oin Formationsstand welcher im stehenden
Heere (Linie und Kriegsreserve) ʒca. 3.pGEt. die Bevölkerung be—
srägt, wovon durchschnuttlich die Hälfte mit ca 1 pCt. den wirk⸗
lichen Präsenzstantt bildet. Diese Procentsätze werden von den
vier Regierungen nach Kräften angestrebt, keinesfalls aber soll in
ein Herabgehen unter ein Minimum von 193 pCt. für den For⸗
mationsstand des stehenden Heeres und von *4 pCt. fün die
wirkliche Präsenz eingegangen werden. 5) Nach Umfluß der
Dienstpflicht im stehenden Heere erfolgt der Eintritt in die nach
Verwaliungs⸗ (Landwehr⸗) Bezirken zu bildenden Reserve-Batail⸗
ione (Landwehr ersten Aufgebotes) mit kurzen Uebungen im Frie—
den und mit Verwendung gleich der Linie im Kriege. 6) Die
Dienstpflicht im stehenden Heere und in den Reserve-Bataillonen
Landwehr ersten Aufgebots) endet spätestens mit vollendetem 82.
Lebensjahre. 7) Die Bestimmungen über weitere Dienstpflicht in
der Laudwehr zweiten Aufgebots und über Landsturm werden nicht
in den Bereich der Conferenzberathungen gezogen. 8) Während
der dreijährigen Präsenzpflicht ist Verheirathung und Aus—
wandernug unstatthaft. 9) Für Erhaltung tüchtiger Unter—
offizieren wird geseßliche Obsorge getroffen werden. IV. Die Ver⸗
sammelten bekennen sich, bezüglich der Organisation ihrer Aemeen,
zu dem“ Prinzip, daß die Armeen so gleichartig eingetheilt und
ausgerüstet werden, als zu deren gemeinschaftlicher Action unter
sich und mit dem übrigen Deutschland nothwendig ist. V. Um
die einzelnen Contingente zu dieser gemeinsamen Action zu befä—
higen, einigen sich die Versammelten über folgende Grundlagen:
iY Gleiche taktische Einheiten. In dieser Beziehung wird die
gepetion der Infanterie in Bataillone zu 1000 Mann, einge⸗
heitt moA Compagnien, die der Cavalerie in Regimenter zu v
Schwadronen, diejenige der Artillerie in Batterien zu je 6.Ge⸗
schützen als volllommen zweckmäßig anerkannt, und soll diese For⸗
mation in den vier Staaien durchgeführt werden. Die Formation
der höheren taltischen Einheiten, wie Brigaden, Divisionen u. s. w.
ist zü sfehr von dem Gesammistande' der einzelnen Contingente
abhängig als daß hierfür gemeinsam gillige Bestimmungen fest
gesetzt werden könnten; soll doch auch in dieser Beziehung die Forma—
dion von Armeecorps von 30,000 bis 45,000 Mann geschehen,
and hierbei auf ein Bataillon Infanterie, wenn nur immer thun—
lich, eine Schwadron Cavalerie und auf je 1000 Mann Infan—⸗
erie und Cävalerie drei Geschütze gerechnet werden. 2) Mög—
lichste Uebereinstimmung des Reglements. Sind die taktischen Ein⸗
heuüen gleichäßig gebildet, so können bei den Exerciervorschriften
m Allgemeinen keine so wesentlichen Verschiedenheiten bestehen
ag hierdurch eine gemeinsame Action erschwert wird. Als un⸗

abweisbares Bedürfniß in dieser Richtung wird dagegen anerkanmt
3. Gleichheit der Signale und b. der formellen Bestimmungen
des Felddienstes. 3) Möglichste Uebereinstimmug der Feuerwaffen
und Munition. Für die Infanteriefeuerwaffe werden zur Zeit
noch allenthalben Verbesserungen angestrebt, und kann daher diese
Frage noch nicht für so gereift erachtet werden, daß eine Ueber⸗
instimmung hierüber schon jetzt erzieslt werden könnte. In Betreff
)er Feldgeschuͤtze besteht bereits Uebereinfftimmung der vier Staaten
uinter sich, sowie mit den übrigen deutschen Staaten, und es wird
olche hiermit festgehalten. 4) Bemeinschaftliche größere Uebungen.
Ddie Ziweckmäßigkeit und Nothwendigkeiten solchet Uebungen wird
anerkannt; doch soll es den jeweiligen Vereinbarungen der einzel⸗
jen Staalen überlassen bleiben, in dieser Beziehung das Nöthige
estznsetzen. 5) Gleichmüßige Ausbildung der Offiztere. Wenn
chon das Maß jener Kenninisse, welche allein zum Eintritte in
»en Offiziersstand befähigen, im Allgemeinen das gleiche sein soll,
'o schließt dies doch nicht aus, den Eigenthümlichkeiten der ver⸗
chiedenen Landesschulen und Bildungsanstalten die nöthige Rech—
tung zu tragen. Den Vereinbarun gen der einzelnen Regierungen
wäre ies daher vorzubehalten, für gemeinsame höhere Ausbildung
hrer Ofziere in Kriegsakademieen, Generalstabs«, Artillerie⸗ und
Benieschulen, Equitationen, Schießcursen ꝛt. Vorsorge zu treffen.
5) Auf diesen Grundlagen soll spätestens bis 1. Oltober 1867
eine Militärconferenz von Bevollmächtigten der vier Staaten in
Mürnchen zusammentreten. Vl. Bezüglich der Festungen Ulm und
Raftait wird ein Entschluß bis nach Beendigung der möglichst zu
heschleunigenden Liquidationsver handlungen aufgeschoben.
München, 9. März. Die lbebhafte Theilnahme, welche
sich heute unier allen Ständen der Bevölkerung Münchens bei
dem Seelenamte in der St. Cajetanslirche für den dahin geschie—
denen König Max U. kundgab, hat aufs entsprechendste bewiesen,
wie unvergeßlich der edle Monarch im Andenken des Volkes fort⸗
lebt. Der Sarkophag, welcher dessen irdische Hülle umshließt,
war mit frischen Kränzen geschmückt. Js. MM. der König und
die Königin-Mutter, die Prinzen des königl. Hauses, die Minister,
Mitglieder beider Kammern, Hof- und Staatswürdenträger u. s. w.
owie eine überaus große Zahl von Personen aller Staͤnde waren
zugegen. 3.3. 4

München, 9. März. Die Verhandlungen zwischen der preu—
zischen und den süddentschen Regi erungen bezüglich der von ersterer
heantragten Aufhebung des Salz monopols werden, wie verlautet,
am 14. ds. zu Berlin ihren Anf ang nehmen. - Die Frau Her—
zogin Karl Theodor ist soeben (Nachts 9 Uhr) gestorben. — Ri—
hard Wagner ist heule Abend sieben Uhr hier angekommen. N. K.

München, 9. März. Die nächste Sitzung der Kammer
der Abgeordneten findet erst künftigey? Dienstag statt. Zur Be—
rathung und Beschlußfassung gelangen in derselben die Rückäuße—
tung der Kammer der Reichsräthe über den außerordentlichen Mi—
citärcredit, dann über den Antrag der Arbeiter Nürnbergs. und
Rugsburgs, die Einführung des allgemeinen directen Wahlrechtes
mit geheimer Abstimmung betr. Im Einlaufe der Kammer der
Abgeordneten befinden sich Eingaben der Maurer⸗ und Zimmer—
meister von Oberbahyern, das neue Gewerbegesetz“ betr., der Ge⸗
werbevereine Pfarrkirchen, Eichstädt und Passau, die „Ablösung der
Realrechte und Aufhebung des Hausirhandels“ betr., dann ein
Schreiben des Ministeriums des Aeußeren, das „Ansuchen der
»adischen Regierung um Uebersendung von bayerischen Kammerver⸗
handlungen“ bete.

Dienstesnachrichten.

Se. Maj. der Koͤnig haben sich allergnädigst bewogen ge—
funden, unterm 4. März J. Is. die erledigte protestantische Pfaar—
telle zu Großniedesheim, Dec anats Frankenthal, dem bisherigen
Pfarrer und Districisschulinspektor zu Aßelheim, Dekanats Fran—
enthal, Philipp August Dalläus, zu verleihen.

Durch Regierungsbeschluß vom 8. März wurde das Gemein⸗
erathsmitglied· Friedrich Seel zum⸗ Bürgermeister der Gemeinde
Irheim ernannt.
        <pb n="118" />
        Berlin, 7. Mätz. Der Prinz Friedrich Karl hat am!

3. März den italienischen Geschäftsträger, Grafen Puliga, jn be⸗
onderer Audienz empfangen und aus dessen Händen die Insig⸗
nien des, St. Annunciaten-Ordens nebst einem von dem König
von Italien an ihn gerichteten Schreiben entgegengenommen, in
welchem letzteren der König hervorhebt, daß dieser hohe Orden
hem Prinzen für den so ruhmreichen Antheil an den militärischen
Thaten des verflossenen Jahres und als ein besonderes Zeichen
hoher Achtung und Freundschaft von Seiten des Königs von Ita—
ͤen verliehen worden sei. — Wie mir mitgetheilt wird, ist der
Artikel der „Prov.⸗Corr.“ über die den Staatsanwaltschaften und
den Polizeibehörde ertheille Anweisung, nur bei wirklichen Ver—⸗
styßen in Betreff der Berichterstattung über die Verhandlungen
des Reichstags einzuschreiten, falsch verstanden. Das Einschreiten
ist nicht der discrelionären Gewalt dieser Beamten anheimgegeben.
Sie sind vielmehr angewiesen, in jedem einzelnen Falle zuvor,
ehe sie einschreiten, höhern Orts Beticht zu erstatten. —
. Berlin. 8. März. Mau versichert dex Antrag auf An⸗
nahme des Bundesverfassungsentwurfs en bloc werde nicht mehr
beabsichtigt.

Wilen, 6. März. Preußen hat jetzt, nach Anleitung des
betreffenden Schlußprolokolles, die officielle Mittheilung hierher
gemacht, daß die Hinternisse, welche dem Abschlusse eines revidir—
en Zolldertrags entgegengestanden, noch nicht gehoben seien. Oe—
sterreich hat, unmter gleichzeitiger Betonung der unerläßlichen Nö—
thigung, in jedem Fall endlich Klarheit in die Lage zu bringen,
diese Mitteilung dem Vernehmen nach dahin erwidert, daß die
gsterreichischen Bevollmächtigten noch vor Ostern aus Florenz zu—
rück und dann jederzeit zur Wiederaufnahme der Verhandlungen
bereit sein würden, deren Ersolg durch Schwierigkeiten diesseits
nicht bedroht seii.

Wicen, 8. März. Der Ministerrath beschloß gestern, ohne
Kücksicht auf die Landtagsoppositjon, die Reçxutirung in diesem
Jahre schon auf der Basis der allgemeinen Wehrpflicht vorzunehmen.

Wien, 8. Mürz. Die heute Abend ausgegebenen Zeitun—⸗
gen melden: Das Staatsministerium ist aufgehoben uund das Mi—
nesterium des Innern für die nichtungarischen Länder eingerich—
jet. Graf Taaffé ist zum Minister des Innern und Baron Beke
zum Finanzminister ernannt .. J

— Wien, 9. März. Die „Wiener Abendpost“ dementirt die
durch Tagesblätter wiederg egebenen. Verordnungen— des Ofener
Generalcommandos insofern, daß jede Deutimge welche im Wider⸗
spruch mit dem kaiserb⸗ Rescript vom 18. Febr. und der Hand
schreiben vom 19. Febr.“stehe und Mißtrauen zwischen der ober
sten Militärbehörde und dem ungatischen Ministerium ausstveuen
könne, weder⸗ den Intentionen jener, noch der Sachlage ent⸗
spreche (Allg. 3.), en e

Pesth, 7. März. Unterhaussitzung.“ Tisza interpellirt
den Ministerpräfidenten Grafen Andrassy, was et über die Ent—
stehung der beiden Armeeverordnungen der Generalcoommando's
in Ofen wisse und welche Stellung das Ministerium ihnen gegen⸗
uͤber einzunehmen gedenke? Andrassy erwidert, das Ministeriun
habe keine amtliche Kenntniß von den Schriftstücken. Das Mi—
nisterium kenne seine Competenz und halte sich daher blos an das
Rescript Sr. Majestät, könne deshalb den beiden Erlassen auch
keine Wichtigkeit beilegen. Betreffs der Einreihung der Recruten
in ungarische Regimenter wiederholt Andrassy seine frühere Zusa—
ge und verspricht überdies Schritte gegen die beiden Erlässe. Tis-
za erklärt sich bis dahin zufrieden. (Allgemeine Zustimmung.)

Frankreich.

Paris, 8. März. Das Militärproject fixirt die Dienst-
zeit im stehenden Heere auf 5 Jahre und in der Reserve auf
4 Jahre. Junge Leute. die nicht im stehenden Heere dienen,
tommen während der Dauer von 4 Jahren zur Reserve und ge—
hören dann weitere 5 Jahre zur mobilen Nationalgarde. Zur
letzteren kommen auch die von allem Militärdienst Befreiten und
die in der Reserve dienenden jungen Leute. Die gegenwärtig noch in
der Armee dienenden Soldaten haben nach Ablauf ihrer Dienst⸗
zeit noch zwei Jahre in der mobilen Nationalgarde zu
dienen.

Paris, 9. März. Der Marineminister hat, wie der kleine
Moniteur meldet, von dem Gegenadmiral de la Roncière nach—
tehende von Vera⸗Cruz, 28. Febr. datirte Depesche über New—
Orleans erhalten: „Sechstausend Mann sind eingeschifft und
abgefahren. Der Gesundheitszustand ist gut. Ich hoffe, daß die
Räumung am 8. März vollendet sein wird.“

Paris, 10. März. Der heutige „Moniteur“ theilt mit,
daß der Marquis Chateaurenard zum französischen Gesandten am
vürttembergischen Hofe zu Stuttgart ernannt worden ist uud daß
zer bisherige französische Gesandte zu Stuttgart, Graf de Dam
emont, nach Brasilien gehe.

4

9. Englaund.
Londonz A März., Dem' Dämon des krnischen d Wahn-
sinnes haben leider blutige Opfer? gebracht werden müssen. Die
segierung fühlte fich durchaus sicher, da sie —*8— von
sedem Anschlage und jedem Ereignisse durch Spione frühzeitig ge⸗
ug benachrichtigt zus werden. So begann sie denn auch seit der
Verhaftung des Generals Massey, bei welcher durch begleitende
Umstände vielfacher Verdacht erregt wurde, sofort umfangreiche
Borsichtsmaßregeln zu treffen, indem sie von Dublin und Cork auß
Truppen nach mehreren Richtungen ahsandte. Am Dienstag Abend
zersammelten sich auf einem Platze Dublins Hunderte verdächtiger
Menschen. Sie waren mit Pistolen, Büchsen, Säbeln, Dolchen
zewaffnet, meist junge Leute von etwa 20 Jahren. Dreißig der⸗
elben wurden von der Polizei arretirt, worauf die iübrigen in der
stichtung nach Tallaght abmarschirten. —Bei letzterem Orte, etwa
7 englische Meilen von Dublin, kam es zu einem Zusammensto⸗
zen zwischen 200 Constablern und etwa 1000 Feniern von de—
ien einige Feuer gaben. Die Polizei erwiderte das Feuer; fünf
Fenier wurden verwundet, einer getödet und 83 gefangen genommen,
ugleich sechs Wagenladungen fenischers Munition erbeutet. Unter⸗
yessen ward Lord Strathnairn mit einnem Hochländerregiemente
ind mehreren Geschützen ausmarschirt, um der Polizei zu Hilfe
‚u kommen; er schickte am Mittwoch Morgen gegen 200 gefangene
Fenier nach Dublin. In Drogheda bemächtigten selbigen Tages
die Fenier sich des Markthauses und feuerten aus den Fenstern
ruf die Polizei. Doch blieb die letztere in der Uebermacht und
zahm vierzig Aufrührer gefangen. Bei Kilmalloch wurde eine
Zolizeistation von 200 Feniern angegriffen; die 22 Constabler
zertheidigten sich mit ihren Fenerwaffen, und nach dreistüudigem
dampfe räumten die Angteifer den Platz mit Zurücklassung von
14 Gefangenen und 8 Todten: auch fielen der Polizet 40. Vvan⸗
jsen und 20 Doppelgewehre in die Häuder Aehuliche Scenen und
einzelne Verwundungen ereigneten sich an den Polizeistationen bei
dilbaha und Ardagh; bei Middleton in der Grafschaft Kork wur
de ein Costabler erschossen, einer werwundet nud zwei andere mit⸗
Jeschleppt; bei Castlemartyr mußten die Fenier sich, nachdem ihr
Anführer gefallen, zurückziehen. 22
Cork, 8. März. Die auf die Verfolgung der Empörer aus⸗
gesfandten Truppen sind zurückgekommenn Die Empörer, welche
Ballincollig dreitansend an der: Zahl bedrohten, sind entflohen.
Die Truppen haben keinen einzigen Gefangenen gemacht.
Dublin, 8. März.Die Fenier, welche sich auf dem De⸗
rils-Gebirge versammelt hatten, fünfzehn Meilen von Tipperary,
sind botr den Truppen zersprengt wordentei n *
Dubliem, 9. März. In der letzten Recht⸗igingen“ etwa
3000 Empsrer auf den Weg, um sich nach der amweit ECoork
defindlichen Pulverfabrik zu begeben, bei Aunäherung der Truppen,
aber zogen sie sich zurüuch. ι — ——
Es sind Verstärkungen nach Tipperary entsandt worden, wo
nan einen Kampf erwartet. 21 ,
Die Fenier eoncentriren ihre Macht zwischen Limerik und Cork.
Der Freman“ von Dublin veröffentlicht einen Artikel, worin
gesagt ist, der Fenianismus habe noch nicht seine schreckliche Onr
ganifation gezeigt... ——
London 9. März. Walpole erklärt, die Verhängung des
Kriegsrechtes über Irland fei noch nicht beschlossen; Reuigkeiten
seien unerheblich. Dublin sei ruhig; Fenierbanden ständenbei
dimerick und haͤtten Waffen aus Pächterhäusern geraubtu:—Im
Iberhause wirft der Herzog von Argyhll den englischen Ktriegs⸗
chiffen Ungastlichkeit gegen kretische Flüchtlinge vor. Lotd Derbdy
habt die Nothwendigkeit strenger Neutralität in diesem von griechi—
scher Seite angestifteten und genährten Aufstande hervor und be⸗
obt die Mäßigung der Türkei und ihre Bereitwilligkeit, den Be⸗
chwerden der Kreter abzuhelfen. —,
Italien.
Nom, 2. März. Den erst nachtheiligen Eindrücken der Ne⸗
de Napoleons auf die römischen National-Lieberalen sind nach und
nach beruhigendere Erwägungen gefolgt, welche nun die Presse
in allen Einzelnheiten weiter ausführt. Sie erklären sich demnach
uͤr überzeugt, er werde die legitimen Wünsche und Forderungen
her heutigen päpstlichen Unterthanen nicht zu den gemeiunen Atten⸗
aten der Demagogie wider die weltliche Herrschaft des heiligen
Stuhles werfen. Daß diese Stimmung die Regierung beängstiget
liegt auf der Hand. Von denen, welche am Ruder stehen und
nur von Represivmaßregeln Hilfe erwarten, wird nach allen Sei⸗
en hin polizeilich gearbeitet; die Verhaftungen auf blosen Ver⸗
zacht hin mehren sich täglich. In amtlichen Kreisen spricht man
pon 132, die in dieser Woche vorgelommen wären.
Florenz, 8. März. Prinz Humbert wird im Monat
April einige Hauptstüdte Europas besuchen und sich nach Paris,
Berlin, Petersburg und Wien begeben. Der Tag seiner Abreise
st noch nicht festgesetzt.
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2
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2Q2pauien.
J — i di 9. Marz! It Der Beluigtxungszustand in Spanien
—
Rußland.
u Petersburg, 8. März. Zwischen den Großmächten ist
ine Verstündigung in derorientalijchen Frage erzielt worden.
Der russische Gesandte zu Konstantinopel hat im Verein mit den
Hesandien der anderen Großmächten bon der türkischen Regierung
die Anwendung des Hattihumaium und Concessionen für die
hristliche Beböllerung derselben perlangt. νι—
4 uα
Auerika. 5
New⸗NYork, 7. März. Am' Montag wird das Neprä—
entantenhaus bis Mai vertagt. Es ist ein Antrag eingebrach!
die Präsidentenklage bis dahin an die Judiciarausschüsse, zu
verweisene
Vermischte«.
pFrankeénste in, 8. März. Heute wurde auf der Wild—

chwein⸗ Jagd durch einen noch jungen Schützen, Herrn Ludwig
Haffen, ein prächtiger Keiler geschossen. — Vorgestern wurde auch
n Kaiserslauterer Stifts-Walde ein Wildschwein erlegt und zwar
durch HerraForstgehilfen Kaysinge un .7

p'Wie wir hören ist im Kanton Pirmasens ein Knabe,
welcher jungst von einem Hunde gebissen worden war, an der
Wafferschen gestorben. Auch aus München werden zwei Todes—
fülle in Folge dieser schrecklichen Kraukheit gemeldet, desgleichen
hon anderen Orten. Warum keine Hundesteue!!
ic In Neustadt gerieth, am Abend des 8. Mürz der 16jährige
Sohn der Wittwe Laur von Neustadt in: der Knöckel'schen Papier—
fahrik in die Maschine wo er alsbald seinen Tod fande 7

Die Prinzessin Sophie war die jüngste Tochter des Kö—
naigs don Sachsen, und wurden geboren den 15. März 1845
zermählt dem Herzog Karl Theodor in Bayern den 1). Februar
1863, Aus der sehr glücktichen Ehe ist eine Tochter, Amalie“
entsprossen, geb, den 24. Dez. 1865. Die Prinzessin war hoch—
gebildet, wie alle Glieder des schwergebrüften sächsfischen Nöonigs⸗
Jauses, welches durch diesen Verlust gleichfalls wieder in tiefe; Trauex
versetzt wird ·

pld unchenn, 7. März. Nächsten Dienstag den 12. März
findet, wie der M. B.? Herichtet, im hiesigen Bahnh efs ebäude
eine Comnferent der süddeutschen Eisenbahuverwaltungen statt. Wie
man vernimmt, wird vieselbe ·anlaßlich der -Pariser Ausstellung
die Einrichtung direcker Personenzüge von Wien aus nach Paxis
zerathen, idelche den Besuchern der Ausstellung eine Ermäßigung
der Fahrpreise in der Art gestatten soll, daß auf jeder Haupstatiog
Retourbillete zur freien Rückfahrt innerhalb eines bestimmten Zeit⸗
aumes für diese Züge ausgegeben würden.“ Die Conferenz soll
zon Bevollmächtigten derKaiserin-Elifabethbahn, der bömischen
Westbahn, der bayer Ost⸗ und Staatsbahn, der k. württemb.
Staatsbahn, der hessischen Ludwigsbahn, der badischen Staats—
ind der pfälzischen Eisenbahnen beschidt werden. „Ob die Franzö—
ische Osthahn aun der Couferenz theitnehmen wird, ist noch nicht
gewiß. 58 V 9— 2 —

Mannheim, 8. März. Der Mannheimer Frühijars—
Pferdemarkt, dieses Jahr auf den 6. und 7. Mai fallend, hatte
doriges Jahr durch die Bemühungen des neugebildeten Pferde⸗
narit⸗ Comiies fich einer gesteigerten Frequenz zu erfreuen, troß⸗
dem die damals eingetretenen politischen Wirren nicht zum Vor—
theils desselben dienien. Dieses Jahr läßt sich aus den Anmel-⸗
dungen der Pferdehändler auf ziemlich vermehrten Besuch desselben
chließen. Die am zweiten Marltage 7. Mai geschehende Verloo—
rung einer Anzahl hübscher Equipagen, 42 Lurxus- und Arbeits⸗
pferde, Fahr⸗ und Reitrequisiten zc. im Gesammtbetrag von 38,000
I. findet auch dieses Jahr vielen Anklang; heute sind nach 14
ägigem Verkauf der Loosausgabe bereits üͤber 20,000 Stück
Loose abgesetzt. *
— Mannheim, 27. Febr. An Englands Küsten befinden sich
mehr als 200 Stationen mit Rettungsboten und Apparaten zur
Rettungn aus Seegefahr. Die Boote haben große Stabilität,
Schnelligkeit gegen hohe See, augenblicklichen Abfluß des etwa
einichlagenden Wassers und richten sich beim Umschlagen wieder
von felbst auf. Muͤ den Mörser⸗ und Raketen-Batterien, wird auf
die gestrandeten oder /aufgefahrenen und dem Versinken nahen
Schiffe vom Ufer aus ein Seii geworfen und die Bemannung, in
aner Rettungsboje hüngend, ans Ufer gezogen. Die Küstenwäch—
er (Zollgardisten) bilden etwa die Hälfte der Rettungsmannschaft,
die andere Halfte besteht zum weit groͤßten Theil aus Freiwilli⸗
gen. Die Koyal National Life-boat Institution““ hat auf diese
geise bereits mehr als 10,000 Menschen das Leben gerettet.
Nuch Franlreich widmet in der letzteren Zeit diesem Gegenstand
benfalls eine besondere Fürsorge

Durch das Bedürfniß und humanistische Gefühle gedrängt,
zereinigten sich nun vor zwei Jahren mehrere⸗ an den deutschen
düsten der Norde und Osisee wohnende Freunde der englischen
Instalten? und beschlossen die Gründung einer deutschen Gesell⸗
haft zut Reltung Schiffbrüchiger. Auf den 27. Januar v. Ir.
vurde die erste ordentliche Jahresversammlung! ausgeschrieben zund
ig. Hamburg abgehalten. Der Generalsecretäx Hr. Dr. Emming⸗
——— schon über das vor
num acht Mongaten ins Leben gerufene Institut ein erfreuliches
gild der Entwickelung entrollen und mittheilen, daß es rechte
Zeit gewesen, daß „Gedenket unferer Brüder zur See!“ in alle
Hauen des deutschen Vaterlandes hinauszuͤrufen. Mit Vertrauen
dürfe man auf diese glückliche deutschnationale Schöpfung blicken.
der es, auch wo sie nun thatsüchlich ihrem· Namen Ehre! machen
solle, an dein Segen des Himmels gewiß nicht fehlen werde.

Die Oxgaͤnisation ging rasch voran; eine Reihe Stationen
ind entweder schon eingerichtet oder Vorbereitungen und Bestel⸗
ungen gemacht. Auf Amrum, in Büsum und in Travemünde
hefinden sich bereits Rettungsboote nach Francis und Peal'scher
Justruktion, bei Bremen amn „Weserfeuer Schiff“, bei Rügenwal-⸗
dermünde —— sind Raketenapparate und auf Sylt
ein Moͤrserapparat gufgestellt, wie überhaupt die allgemeine Ein—
ihrung dieser Vereine an den norddeutschen Küsten beschlossen ist.
Nachdem sich num nuch im Binnenlande außerorhentliche Theil⸗
ahine für die nationale Schöͤpfung kundgibt, darf man um so
nehr mit Sicherheit erwarten, daß die Betheiligung sich fortwäh⸗
cend vergroͤßert, weil die Gesellschaft bereits mehrfach Gelegenheit
and, zur Rettung von Menschenleben behilflich zu sein. So ist
denn auch in unserer Stadt die Betheiligung eine rege lAuf Er⸗
uchen der hiefigen Handelskammertraten 200 Mitglieder bei mit einem
Jahresbeitrag von zusammen 350 fl. Ludwigshafen, woselbst. dem
heruehmen nach eine Betheiligungsliste in guten Handen sich be⸗
indet und circulirt, wird gewiß gerne ebenfalls sein zuScherflein
—XR ——
FiNäch“cinem zu Anfangebieses Jahres a isgegebenen: Blatte
»er Gustav-Adolphstiftung, sind aus dieser Stiftung von
hrer ersten Gründung 1832 bis zuni Schluß des Rechnungs jahres
—
on 2,283,800 Thlr.; 22 Gemeinden in Belgien 19,842 Thlr.,
zö ju Frankreich und Algerien 113, 144 Thlr. 23 in Holland
7160 Thlr., 12 in Italien 14,873 Thlr. 476 Orte und Inm
titute in Oesterreich 670,887 Thlr., 2 in Portugal 14,625 Thlr.
22 in der Schweiz 10,304 Thlr., 24 in der Türkei, Donaupro—
inzen, Levante 47,077 Thlr. 9 in Rußland 3136 Thlr., 25
n fransatlantischen Ländern 18,869 Thlr. 549 in Preußen
s oe hlt ee Gemeinden sin übriaen Deinschland 492.227
Thaler. — 7
7 Koln 4. Marz . Unser Erzbischof theilt in seinem neuesten,
ben ausgebenenen“ Hirtenbriefe mit, daß aus der Didcese Köln
der Peterspfennit pro 1866 die Summe von 81,000 Thln. re⸗
oräsentire.

fBerlin, 6. März.Peter von Corueliuß:ist diesen Mor-
gen-nach 10 Uhr gestorben. (Er war geboren am 28. Sept.
1787 zuͤ Düsseldorf, erreichte also ein Alter von 791/3 Jahren.
Rom, München und Berlin, vorzugsweise aber München, waren
die Schauplätze seiner genialen künstlerischen Wirksamkeit.

— Ein berliner Siubenmaler hat eine interessante Eutdeckung
emacht, durch welche die Malerarbeiten eine nicht uͤnbeträchtliche
zreisermäßigung erfahren werden. Derselbe' hat nämlich den
zersuch gemacht, bei der Mischung von HDelfarben an Stelle des
Terpentin Petroleum zu verwenden. Der Versuch ist Vorzugs⸗
deise bei der weisen Oelfarbe als ein durchaus gelungener zube—
—88 Das Quart Terpentin fostet' gegenwärtig 16Sgre,
»as Quart Petroleum dagegen nur 4240. Sgr. Die Oelfarben
verden dadurch mithin im Preise bedeutend sinken.

4— Die wiener Blätter enthalten Folgendes; „Zuavenfchrecker,
ener Regimentshund, welcher die türkische Trommel der Musik⸗
zande des Infanterie⸗Regiments Nr. 54 zog, wurde vor einigen
Tagen von der Hundswuth befallen und zuni Tode mittelst Pul⸗
ler und Blei verurtheilt,.“

f Wien, 6. März. Die „Presse“ schreibt: „In den höhe⸗
ten Gesellschaftskreisen Wiens cirkulirt als verbürgte Nachricht,
zaß ein in Graz lebender Erzherzog gesonnen seij, die Wahl seiner
debensgefährtin aus bürgerlichen Kreisen zu treffen. Man nennt
zie Kuünstlerin Fräulein Hoffmann, ehemalhls Sängerin an der
gühne zu Graz, als jene Dame, welcher der Herr Erzherzog seine
steigung zugewendet, und fügt hinzu,-daß Fräulein Hoffmann
emnächst als Gräfin von Botzen in den Adelsstand treten werde.

F'Aus Mühlheim, Kanton Turgau, wandern dieser Tage
iach Nordamerika zwei Familien aus, bei denen sich eine Sreisin
jon 96 Jahren befindet, welche mit gtößter Ungeduld die Abreise
XXC
        <pb n="120" />
        . ι — α.—
Musterkarte
and A selligen und schönen

— 9 *
Hausversteigerung.
Montag den 15. April 1867, Nachmit
ags J Uhr! zu St. Ingbert im Hause
»er Witwe Heinrich läßt Herr Carl
Riotte, Kaufmann daselbst, jein dahier
zelegenes Wohnhaus mit Hof und Garten
dahinter, auf langjährige Zahlungstermine
n Eigenthum versteigern. .
Bis zum Versteigerungstage kann das⸗
elbe auch aus freier Hand verkauft wer⸗
den und ist Räheres bei dem Eigenthümer
zu erfragen .. 52* F
mrane Sorn til Motut
Zwei ineinandergehende möblirte
Zimmer sind zu Vermielhen Amnd sofort
hꝛeziehbar belꝰ
Er. Btutsæ ,
Sattler n. Tapezierer.
Bei Karl Raͤottte sind sechs bis
acht Wagen guter Dung zu ver⸗
kaufen.
Zu den ber sehenden Nrüfungen
mpfehle ich bestens: Examenschriften⸗
Papiere — dieselben in ver—
schiedeneen Liniaturen: — sowie
Titelblätter, Nachweise und: Be
lege ꝛc.
EKee Wahrhurge
2 ne in Zweibrucken.
Der Unterzeichnete hat schö⸗
nes kliefern Bauholze in jeder
beliebigen Länge, sowie auch 25 Klafter
8 Fuß langes kiefern Prügel-Holz (Zaum⸗
jolz) zu verkaufen.
Breitermühle im Maͤrz 1867.
—B. Höh —
nnonoe e
Bankbke und Wechsel⸗Geschäft
don Gebr. Preifrer in Frantfurt a. M.
Comptoix: Bleidenstraße · Nr. 8.
Ans⸗ und Verkauf aller Arten Staats⸗
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bant—
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
»ons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.
i —32 ——
eet * Wormis den 8. März
J Erz iehungs anstalt Wir notiren heute: Weizen 15 fl. 45 kr.
mit Unteérricht in allen FPachern, für is — fl. — ir. Roggen 11 fl. 30 kr.
naben“ und junge Leute, weleche sieh bis — fli ktr. Gerste 11 30 kr.
tem Handel widmen. Grümdlüele is 11 fl. 40 kr. per 100 Kilo., Hafer
rlernung ler französisehen und 5fl 80 tr. bis — st. tr. per 60 Kils.
nglischem Sprache, dureh taglichen MRehl per Partie 18 fl. 15 kre bis 18ft
Imgang mit Franzosen ünd Pngländern 80 tr. Roggenmehl — fl. — kr. bis — fl
efordert. Pensionat zu billigen Pret - fr. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bis
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sedattion, Druck und Verlag von FF. X. Demetz in St. Inqberi—
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        St. Ingberler AAnzeiger.

Dder „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal : Dienstag, Donnersstag,

uind Sa mst ag. Abonnementspreis vierieljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
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Nro. 32. Donnerstag, den 141. Marßß 18867.

— — — — — — —
Deu t schland.

München, 11. März. Die Staatsregierung legt noch dem
jeßigen Landtag ein Genossenschafisgesetz vor. Diese Nachricht,
delche die bevorstehende Befriedigung eines längst schmetzlich ge⸗
ühlten Bedürfnisses mittheilt, wird sicher ven allen Industriellen
mit großer Freude aufgenommen werden. Der Gesetzentwurf, wie
ihn die Staatsregierung vorlegt, soll so ziemlich mit dem preußi⸗
schen Genossenschaftsgesetz übereinstimmen.

Mänchen, 9. Marz. Vor einigen Tagen erschien unter
dem Titel Freiherrn v. d. Pfordtens Wirken und Wirkungen,
in Beitrag zur Geschichte des Jahres 1866* in Frauenfeld (ge⸗
drudt bei Huber 1867) eine Brochüre. Dieselbe unterscheidet sich
don den meisten bisher erschienenen Druchschriften dieser Art da—
durch, daß sie dem Hochstcommandirenden der bayerischen Armee,
dem Prinzen Karl, und dem Generalleutenant d. d. Tann eine
Rechtfertigung zukommen läßt. Diese Rechtfertigung geschieht je⸗
doch in allen Punkten auf Kosten des obengenannten Ministers
auf den der Verfasser überhaupt sehr schlecht zu sprechen ist, und
den er als Urheber der sämmilichen Mißerfolge der bayerischen
Politik und der bayerischen Waffen hinstellt. 6Pf. Volksztg..

arlsruhe, ILI. März. Die Regierungen von Baden,

Bayern und Hessen beabsichtigen, wie man erfährt, gegen den 20.
in Mannheim eine Conferenz zusammentreten zu lassen, um über
jemeinsame Maßregeln gegen die Einschleppung der Rinderpest zu
berhandeln.

Mainz, 10. März. Die ganze Beschaffenheit namentlich
einzelner sehr festen Forts der hiesigen Festung läßt solche als
einen sehr geeigneten Platz für Straflinge erscheinen, und wir
werden zeitig daran erinnert, daß man dieses bei den alten wie
den neuen Herren des Platzes zu schätzen weiß. Der Bundestag
setzte seine sogenannte (schwarze) „Commission zur Untersuchnng
demagogischer Umtriebe“ hierher, und die in tiefen Gräben der
Außenweit verborgenen Casematten des Forts Hardenberg, halb⸗
dunkele Löcher unier gewaltigen berghohen Waͤllen, waren bald
mit unglücküichen Schwärmern, von denen einige Theilnehmer an
den Frankfurter Vorfällen im Jahre 1838 lange festsaßen, ge—
fuͤllt. Im Jahre 1849 beherbergien die Citadelle und der Har—
denberg die in den ersten Zusammenstößen gefangenen Opfer der
pfälzisch · badischen Erhebung. Da die Zeiten sich ändern, dienen
die Räume jeßt anderen, wenn auch ähnlichen Zwecken, nämlich
zahlreichen Renitenten aus den Reihen der Truppen der von Preu⸗
hen annectirten Länder. Die wegen der Vorfälle auf dem Heili—
genstock bei Vilbel hierher gebrachten Männer weden fleißig zum
Crerciren und Arbeiten angehalten, und vor drei Tagen sind denn
auch etwa ein halbes Hundert kräftige Gestalten aus Holstein an—
gelangt, um ebenfalls in den Strafdienst bei der Artillerie einge⸗
Jellt zu werden. Unter ihnen sollen sich die 20 in Cuxhafen auf
hreußische Requisition ergriffenen Militärpflichtigen befinden. Bei
llen Bestrebungen zur Einheit wird man noch immer an des ge⸗
nialen Heine Ruf nach einem Nationalzuchthaus erinnert.

Waee zbaden, 9. März. Für die General-Superinten⸗
dentenstelle von Nassau, Hessen und Frankfurt soll der Missions⸗
inspector Fabri zu Barmen bestimmt sein.

Berkin, 11. März. In der heutigen Reichstagssitzung
sprach der Abgeordnete Braun von Wiesbaden für den Verfassungs⸗
entwurf. Das nationale Einigungswerk sei die Haupisache und
was Süddeutschland anbetreffe, so werde dieses von selbst kommen.
(Großer Beifall.) Graf Bismardk beglücwünschte den Redner,
ndem er fortfuhr: Preußen beabsichtige weder eine Vergewalti⸗
gung der Fürsten noch der Volker, es sehe der naturgemäßen
Entwickelung des Einigungswerkes entgegen; die Regierung sei
möglichen Verbesserungen des Verfassungsentwurfes zugänglich;
eine Einigung mit den süddeutschen Staaten sei angebahnt und
bei einem etwaigen Angriffe von Außen werde Norde und Süd⸗
deutschland zusammenhalten. Herrn v. Münchhausen gegenüber
weißt Graf Bismard in den schärfsten Außdrüden den Vorwuri
eines Bruches des Vertrages von Langensalza zurück.

Preußens Weltbestimmung“ ist der Titel einer Schrift, die
der ungenaunte Verfasser am 9. d. an alle Mitglieder des nord⸗
deutschen Reichstages vertheilen ließ. Die Schrist richtet die For⸗
derung an die Regierung, in wahrha ft lieberale Bahnen einzu⸗
lenten und durch Erweiterung der Freiheit eine würdige Stellung
einzuraumen und für die Zuklunft zu fichern. „Preußens Welt⸗
hestimung ist es, sagt der Verfasser, Deutschland zu einen, aber
nicht um es zu knechten, sondern um es zu befreien.“ ... „Der
Welt durch fein Beispiel zu beweisen, daß die constitutionelle Mo⸗
narchie endlich in Europa volllommen gesichert dasteht und fortan
die Grundlage des Fortschreitens seiner Eidilisation darbietet.“

Wien. 9. März. Wie die „N. Fr. Pr.“ meldet, ist Graf
Mensdorff zum Landescommandirenden in Ungarn und Fürst
Friedrich v. Liechtenstein zum Generalinspector der Cavalerie er⸗
Zannit worden. — Die Eröffnung des Reichsraths soll am 1.
Mai erfolgen. — Die amtliche Zeitung meldet: ein kaiserliches
dandschreiben an Hrn. v. Beust hebt das Staatsministerium auf
Ind überweist die Leitung der admin istrativ-politischen, nichtunga⸗
rischen, Angelegenheiten dem Ministe rium des Innern, während
iur Cuͤltus und Unterricht ein eigen es Minifterium errichtet wird.
der bömische Statthalter v. Rothlirch ist in den Ruhestand
verfetzt und Baron v. Kellersperg zum Statthalter in Böhmen
ernannt worden. .

ÿö jen. 8. März. Die Debatte fchreibt: In Folge der
vorjährigen Dürre bedroht in Ungarn die Hungersnoth wieder
weite Laͤndstreken. Die Summen, welche von der Regierung bis⸗
her flüssig gemacht wurden, um in den unglücklichen Gegenden
heils als darlehen, theils als Unterstützung verwendet zu werden,
haben sich als unzugänglich erwiesen, dem um sich greifenden Elende
zu steuern. Wie wir nun vernehmen, hat der Kaiser neuerdings
eine Phe Gulden zur Linderung des Nothstandes anzuweisen
geruht.

Wien, 9. Marz. Man will hier Kenntniß haben von dem
definitiven Abschluß eines — angeblich aus 17 Artikeln bestehen ⸗
den — Vertrags zwischen Serbien und Montenegro, der allerdings
in erster Reihe nur defensiven Zwecken zu dienen hätte, eventuell
aber auch eine gemeinsame Offensivaction ins Auge faßte und,
das Einirelen einer solchen Action vorausgesetzt, zu Gunsten Mon—⸗
enegros über einen Theil der Herzogewina und uͤber den schmalen
Zireifen türlischen Gebietes am adriatischen Meer (die Suttorina)
derfügt.

Wien, 12. März. Wie die „Abendpost“ meldet, wird dem⸗
nächst eine kaiserliche Entschließung publicirt werden, welche die
Eröffnung des auf den 18. März berufenen Reichsraths wegen
der inzwuͤchen eingetretenen Nothwendigkeit der Auflösung einiger
Provinziallandtage auf kurze Zeit vertagt. 53

Wiuen, 18. Marz. Die „Presse“ erfährt als einzige ver—
laßliche Thatsache bezüglich des neuesten Standes der orientali⸗
chen Frage, daß der Vorschlag Frankreichs auf Vereinigung von
Thessalien, Epirus und Kandia mit Griechenland die Zustimmung
ẽknglands nicht gefunden habe, und auch in Wien nicht beijällig
aufgenommen worden sei.

Frankreich.

Paris, 10. März. Der „Avenir national“ spricht sich
sehr mißbilligend über den Gesetzentwurf der Nationalbelohnung
des Herrn Lamartine aus. Dieser Gesehentwurf, sagt Herr Pey⸗
rat, it unter die traurigsten Sachen unserer an traurigen Sachen
so fruchtbaren Zeit zu zaͤhlen; er giebt nicht allein den Maßstab
eines Menschen, er charakte risirt eine Epoche, eine jener Epochen,
wo man bisweilen glauben könnte, das Gefühl der politischen Ehre
sei erloschen, wo es scheint, die persönliche Ehre sei eine Illusion
und die Treue gegen die Grundsätze ein Betrug (duperie.) Was
nan aber auch ihun möge, es wird immer in der Politik nur
kinen Probestein für den öffentlichen Mann geben, die Treue ge—

jen seine Principien, gegen seine Partei, gegen seine Sache, und
esonders gegen seine überwundene Soche. Herr de Lamarline
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        hat das nicht begriffen. E⸗ ist ein beklag ns Ae⸗⸗ Mann,
iberlebrhn kignge —*
Pafis 413 56 — —R — X aus p
lin hier — Man — —*—
kuremburger Fraje Iu Verbindung stehe, indem. gyschen Frank
ceich und Holland Verhandlungen über den Ankauf dieses Groß
herzogthums Seitens der letzteren Macht schweben sollen, gegen
welche Preußen Einspruch erhebt. —W
Paris, 11. Märzi Der Text der! Interpellation don
Thiers und Genossen lautet:*, Die unterzeihnetenDeputirten
ꝛerlangen die Regierung über die auswärtigen Angelegenheiten
Frankreichs, ins esondere was Deutschland und Iltglien betrifft,
zit interpelliren.“ Unterzeichner: Thiers, PlichonAncet,“ Hallez⸗
Slaparede, Lambrecht. Die Union“ ist der Ansicht, daß geiegent⸗
lich dieser Interpellation die ganze auswärtige Politik der Re—
zierung zur Sprache kommen wird, und sieht deßhalbejetnt schon
die bevorstehende Discussion als eine sehr wichtige und zeitgemäße
ain. Am Vorabend des Tages wo ganz Frankreich unter Waffen
gerufen werden foll, muß man doch zum Wenigfsten wissen, welche
Lage man in Europa geschaffen hatund bis zu welchemn Grade
s. entweder in wachsamer Besorgniß oder im friedfertigem Ver—⸗
rauen, sich bereit halten soll. Die Weigerung der! Regierund
noch fernere Dokuinente über die deutfchen und italienifchen Ange⸗
egenheiten mitzutheilen, findet die , Union“n höchst: bedauerlich.
Nicht allein, meint fie, füllt diese Weigerung öffenbare Lücken micht
aus, fondern fie veranlaßt auch zum Nachdenken über dier Gründe.
weßhalb man diese⸗ Lücken nicht ausfüllen mag.n Dem⸗Eten⸗
dard“ zufolge ist in diplomatischen Kreisen von“Florenz; viel die
Rede von einem Heirathshroject zwischen dem Fürsten Carbe von
Rumänien und der Prinzesfin Margarethe von Savoyen,“ Tochter
der Herzogin von Genug, Nichte des Königs von talien und
Enkelin des Königs Johann von Sachsen.Die Prinzejsin⸗ von
Savohen. wurde im: November 1854geborene Mehrerengroße
Höfe sollen sich sehr für: diese Projecte interessiren α
Paturs, 110 März. Unier den 16,000 Mann französischer
Truppen, die am 28. Febr: pon Mexiko abgegangen sind, herrscht
das gelbe' Fieber.n Sie werden deßhalb nicht nach Algier gebracht
werden. Der Marschall Mac Mahon hat sich dieses verbeten.
Paris, I1. März. Der Stand derArbeiten, nuf dem
Marsfelde ist angenblicklich:n folgendery: Am woitesten voran iff
England, welches nicht nur seine, allerdings einfacht and geschmack⸗
lose Decoration beendet hat, fondern auch / it der Aufsteslung der
—B undSpanien - sind uam ιν
weitesten zuruck, die Installation wird-aber augenblickuich mit ver —
doppelter Anstrengungbetrieben. RPreußen hat »Afich erst⸗nnn der — — Veerr miiss schetie 37 —
e Zeit beeilt. unter den kurzucnemit der. Eisenbann ande lom A Nach diilent Vltikschreiben der Generaälditbetidn derJ Ver⸗
enen Gegenständen befand sich auch die kolossale Reiterstatnendes 9 gnen z ee ee eeoe
— B— . e — eehrshnstalten dozn 6. März“ wird? ün innern Verkeht bon Buyerii
gs Wilhelm. Die Decoration der Fuddeutschen Abtheihung ist i Drdsachen die Nrnt tee Sertehe Vn
oiig— —— iene fine üt Drucksachen die Anwenduͤng ver ermäßigten Tege von 14
ietzt ebenfalls eifrig in Angriff genonunen. Außerr England afind ür jeSupVoth an, dunn zugelassen e. henst in ven Preie outan
es die orientalischen Völker, welche mit ihren prachtvollen Decora⸗ J —8 — —5 e e cuts
tionen und der ganzen Einrichtung die meisten Forischritie gemaght e Sreise, on in dett Hundeldeirtalarien Apis. mund Empfeh—
— ee uingsschreißen der Nanie des Reisenden derart handschriftlich etn⸗
haben. Im Parxk wird einchinesisches, Kaffeehaus errichlet, wo nd v e erart vandchriftlich er
eeht te haflen hinnsüne etragen find, daß dieser Eintrag nicht blos kine Aederung son⸗
man wirklichen chinefischen Thee erhält, im wahchaflem chinesischen ee e eer Sintrag meht * rung on
Porzellan und von gebobrenen Chinesen zheiderlri Geschlechts .he— e rine Erga nzumg de gedrugten Inhalts bildet; 2. wenn
dienl· wird. 800 junge Danten aus dem deihe dee Hhue sind dan Correcturbogen das Hnuscript selbst beigelegt. ist ünd 3.
bereits in Marfeitle angelonmen duf ver Fase Billancoet wer, Prun die Versendungen im, gebindenen Biihern besiehen Fer
deee ee —8 landwirtshafuche Nasstennn ut, ger ist auch die Annaßie gedruckter Ankündigungen, Geschäfts⸗
beschleunigt. Die Commission hat einen · großen —* der Rie — Fee Ien en grr Zusgeneben wer-
DominiqueSt. Germiin reservirt fuͤr die Wagen. din Telegraph oc, im. nern Vey chr von nhern wiq zu tanstendetn e J
ist augebracht und für den maßigen Preis pon 15 Cents bncu 7 3w eibx ü den- 11. Mätʒ. Den Houptgegenstand des
die Besucher ihre Wagen per Telegraph nach demjenigen, Thor Tagesgespräches, bei uns bildet das Ueberhandnehmen des Sauwil⸗
bestellen, wo fie herausgehen wollen 37 des in hiesiger Gegend sowie die leider auch hier häufig auftre⸗
Staliene lende Hundswuth. Am 7. d, Mis. wurde in Irheim ein wüthen⸗
Italien⸗ ανι der Hund getödtet, und eine Menge andere Hunde hier und' in
Die France verklündigt, daß der Papst und der König Viktsr Irheim, welche von dem ersteren gebissen worden waren oder we—
Emanuel in sichtbarem Einvernehmen begriffen seien und Piirs IX. nigstens gehissen worden sein können, wurden aus Vorsicht eben⸗
dieser Richtung auch bereits in seiner Eetzten Allocution Ausdrii nn, weggeschafft; alle aͤnderen Hunde dürfen nach polizeilicher
derliehen habe, indem der König von Ftalien darin nicht mieht Anordnung nicht frei laufen. Maͤn erzühlt (verbütgen kann ich
als „König von Piemont“ figuvire. FEbenso habe der Papst Bit aber diese Thalsache nicht), das zwei juuge Bursthein Thaleisch
schöfe für die Marken und Umbrien ernaunt, ohne einen neuen weiler in Folge von Hundbissen“ an —* förmiichen Wasserscheu
Protest gegen die Losreißung dieser Provinzen vom. Kirchenstaate erkraukt seien? einer wäre sogär gestorben! Die Polizei kann gar
hinzuzufügen. WQ· icht streng genug sein. Was die Lolldschweine betrifft, so haben
Sloren 3510. Märʒ., Die „Italie“ vom 7. März meldet, diese schon seit zwei Jahren sich auf den Höhen links des Blies
daß laut den Nachrichten, die aus den verschiedenen Provinzen thales, darin gegen Altheini und Medelsheim zu, förmlich heimisch
einlaufen, die gewäßigte Partei, jeden, Tag. mehr Boden zemacht und dermehren sich in gefahrdrohender Weise. Die Ge—
gewinnt.· ateesu — meinden haben daher bei dem' hiesigen Bezirkzamte um Erwirkung
Florenz, 10. Marz— Heute fanden die Wahlen, zur und Anordnung von Maßregeln zuͤr Abwenduung der Gefahr für
Abgeordnetenkammer statt. Unter den Gewählten befinden sich di. Felde und Wuld, sowie für die oͤffentliche Sscherhest angesucht.
casoli, Rattazzi. Mari, Cordova, Corte de Cardenus, Cairoli, Sogar im hiesigen. Stadtbanne, am' Fasanerieberge und au Leh—
Bixio. Sella, Mancini. Zahlreiche Ballotagen sind nothwendig naum's Wäldchen, wurden vor etwa 14 Tagen cinige Thiere ge⸗
Lamarmora, Peruzzi und andere Gemäßigte sind in Ballotagen, ehen; dies war. gerwiß seit 1794 nicht mehr der' Fasff — Die
jedoch mit starker Mehrheit. Garibaldi, Mazzini, Guerazzi und „Augsburger Abendztg.“ hat vor einigen Tagen schon den Tod des
andere Radicale sind mit Minderheiten in Ballotage Etarlsr. Z3tg.) im Duell schwer verwundeten Artillerielieutenants Glasser von hier

März. Aysebt sind 83 defntttipe Walh—

vgierdigskeundliche id 22 Hppositio⸗

* 4 156 Wahlen gövoiin 108

ernu geid n Wortheig een

Wie man aus Vprenz schreibte ist die Hochzeit des Prin⸗

zen Amadeus mit der —52— dele Po zzo della Cifternia auf

»en 19. oder 25. d. M. festgesetzt worden Die Prinzessin della

Listerna ist erst 17 Jahre all und der Prinz Amadeus 21. Er

jat sie von Kindheif auf gekannte: unb miemals don tiner anderen

Verlobung sprechen hören wollen. Uebrigens bringt ihm seine

Braut das nicht unbedeutende Vermögen don 800.000 r. Nen—
ten mit. —

Ai
e “
Türkei. —EB
KonstantinopeTy . Marz. Die Pforke zeigt sich n
loyaler und praktischer Ausführung des Hatti Humaiums entschlos⸗
en, erklärt aber weiterẽ Coucessionen?an diß Rajahs für über—
lüssig.“ Sämuntliche Forderumgen Serhiens 9 bewillihzt. Mbge⸗
ordnete aus Candig sind eingelroffen. n
Belgrad, 12. Marz. In serbischen Regierungskreisein⸗wirde
heute oder morgen das Eintreffen Leines Fermans der Pforts! han
refs Naumnüg der Festünge“ Belgrad aug Korstantid oper
warlet⸗ in αν ete
Dι
tun . Amerika. p
New-Yorker9. März.: Das Rehräsentantenhaus hat. die
ofortige Einfetzung eines Ausschussas für answärtige Angelegen;
Jeiten in Folge: der bevorstehenden onfderatizn⸗ der britjschen
Provinzen Rordamerikas angeordnet und, üͤberwies, demselben eine
Refolution, welche Sympathie mit Irland ausdrückte, d ee
n Row-Yort, L2. März. Der mexikanische Confnl incn San
Francisco rieldet, daß die Liberalen die Stadt Merico besetzt haben
UeiAus Meixic o. Die republikanischenAnschauumgen des
daisers sollen seit neuerer Zeit bedeutende Fortschritte gemacht haben,
Warte es in der jetzigen Lage möglich, die Kaiserkronen, die für
Marimilian eine: Dornenkrone geworden ist⸗ anit dem einfachen
Hräsidentenftuhle zu rvertauschen, so würdo er, wio geglaubt wird,
fich keinen, Augenblick bedenken, dazu Ja zu fagen⸗ GEs soll so
gar einer der geheimen Wünsche Seiner Majestät sein, imn Falle
die Vorsehimg ihmndas Lebenerhalten wird, ein einfacher Bürger
unserer großen Republik zu werden, sich naturalisiren zu lassen,
vie Gincinmitus: dem Pflugenzu folgen. unde mit Ider Axt, in der
dandden Urwald;ngteich denm großen: Pionir: Abraham Lincohn
zu lichten. ιιια ι α
        <pb n="123" />
        gemeldet. Rach: zuherlajfigen ·Na hrichten auz Münchens te Glasscr runh. britzot den Telegraph nur. die Vermuthung. daß Iin Hause
vcht gestorben, vielmehr ẽntschieden außer Lebensgefahr. Rinsen Kch von selbst entzündeten und so die! erste Veranlassung
F Vom Rhein-6; März. Am Fastnachtsmonkag kamen u dem großen Unglücke waren, das-eine Reihe, Familien- in
uige Maslen in dien Hert Iche Bierbrauerei zu Speyer, wo sich fFrauer gund Jammen gestürzt hat. ι. J
I Offiziere befandein Eine Magle Squstermeister Hoppio trug Lorn don, O. März Gestern ereignete. sich zwischen Hede
ein Lied vorx nud zwar oll ed das hekannte Gedicht üder die ꝛersfield und Bradford eüe Eisesibahnungluͤck:“ Der Zr
vorjaͤhrige Kriegsführuug, gewesen sein.. Wenn man non⸗mich nach Heddersfield kam uͤnweit Bra ffort in rinem Kunnel plößlich
mnyirumde, daß diesez Maskenscherz den Offizieren gegenüber un. zum Slillstand Der Lotomotioführer, der sich die Ursache: nicht
geeignet war, o xedifertigt dies doch das darauf folgende Drxama exklüxen, konrgue, stieg ab und gingamzexeidie Maschiuen gem sich zu
in deiner Weise. Hauptmann N. vom 5. Jägerbafgillon erklaͤft ——— —— wohl die Stockung veranlaßt hahen konne. In
sofort den Koppafür seinen Arrestanten ) Lieutenaute Fa voin der, Zwischenzeit kam mit großer Schnelligseit eiin anverer Zug
nnichen Batgillon holte eiltst eine Militsrabtheilungtdie: den deeds heran und fuhr, mit großer Gewaltinnnden Tuunel And
dopp ahführte.“ Von der Polizei wird Kopp noatürlich alsbald den dort haltenden Zug hinein. Der Zusammenstoß war fürchter⸗
wieder freigege ben und kommt, was er bielleicht besser, unterlassen liche; der Lokomotibführer wurde auf! der⸗ Sielle zermalmi, gehn
sun,, im dier Hnn sche Bratiekere zuikuͤck, Tnn sich durch tinen Trunt bisn zwölf Passagierg Frauenhaft verstümmelt und eine e
n dem Schrecken det Verhafkung zu erholen.“ Nun folgt des Anzahl auderer, mehr pder weniger schwer verletzt.“ — Der Silber⸗
Schanspield ziveiter Akt, indem' Offiziersbediente als Atieurs qg diebsaͤhl in seinen näheren Umständen sowie die Thäter sind noch
elen⸗ umde den Koppe auf empsreinde Weise, zu Voden ichlagen muer unbekannt, Die General⸗ Steam⸗Navigation⸗Company: hat
ind mißhandell. eine Belohnung von, 00 L. auf 8 z Diebe gesetzt,
Wir vermögen int horkegendeg Falle uns nicht bei dem und, außtrdem von dem wiedererlangten Raube Demjenigen. der
rreann ee —— beruhigen, watet füͤhlen die detreffenden Angabenmacht, 15 vCt. dersprochen. —
uins beralaßt, ullene I r 2 Fragen aufzuwerfen“ — EprEin neues Kunststtück im Lom dom.“ Dasselbe ist
yWeasteht in der eee Speyer Kriegs⸗ unde Mielaͤgenin vergangener Woche prodtlirt worden · hat uhen dem: Erfinder
cungszustand, und, Ist, demgemäß Hein Jägerlieulenqut. ode An leider, das Keben getostetn Ein Mrtnua Sands Hattennangekündigt,
— ——— durch Militar cinen —V Apparates im Stande sein wie eine Flie—
——————
Stadt Enheyer nicht vielmehr im lefsten Frieden, und is deßhatb zuspazerengt Ebe fquden sich zu diesoti Vorftellung viele Schaulu—
An scher Lieutenant oder Hauptmann,“ eben, weil „er Ann. keing. stigegcin und Mr. Soͤnds producirte seine Kunst; zur, Zufrieden⸗
Jonemiehr⸗ ist 2als jeder audere Bürger, nicht genöthigt, den voin X des gesanunten Publikumat NRur anmer. von denZuschauern
Gesctzeꝰ vortgezei chne len⸗ Wege Rur heschroiten und sich auf diesem Wege sprach seinen Zweifel dus, daß Mr. Sands seinen Vorstellungen
des Gesehes für varmeintliche Nutzresen Mecht zu verschaffen ? ——— leliebigen Locale geben könne. Der Kuünst-
2) Ist im awht Behein vdie Lynchjustiz zulasfig? Ist ler etbot sich an jeder beltehigen Stubendeche herumgzuspagieren,
es insbesondere zulafsigtedaͤß Sffiziersbediente über' einen Bürger vorausgesetzt, daß sie bt und fest genug sei, ihn zu tragen. Auf
nz Gericht sitzen, und ihr Urtheil sofort vollziehen, d. ba denelten dieses Anerbieten hin wurde ihm' der Sgal des Stadthauses ein⸗
maltraiticen e e e raeei gerüumt. Aber kaum hatte der unglücktiche Mann daselbst meh—
Wir behalten uns vor, Ihnen spaler mitzutheilen, ob üher⸗ hein ge d e e oee .
hanpt etmas unde zona indieser Angelegenheit geschehen wird. abwärts gemacht, als ein großgy 32 guerbellesdum,en
vptee pas J r geleg vs ehech! —— ————— von nte Schuh ee
Ein Dresdener Blait veröffentlicht folgende ergreifende das Genick brach. ννιινν e.,
Mittheilung: Mit dem⸗aentsetziichen Schicksal eines Opfers »des d puAm 20. Mürß wird der „Great Eastern“ unter Capitän
Krieges muüssen wir⸗unserr aLeser bekannt machen⸗ande deven Mild⸗ James Anderson von Liverpol nach Amerika abgehen um Gäste
tchätigkeit für dasselbe anrufene Eseist das des Schauspielers Albin zirParisen Industrieausstellung herüber zu befoördern; er wird
Stein, noch vor P. Jahren· Mitglied des zweiten Theuters in ues⸗ eine Fuhrtrin, bestimmten Zwischenrüumen vou Brest aus wieder—
den.Derjelbe wWar als Soldat des königlich sächfischenn d.Jägore holen und ist so eingerichtet, daß er jedesmal 30900 Personen
—D ueiner:zKugel minehmen bomn.“ 2009 Pasonen löhnen zugleich speisen.
amrechten Unterschenkel verwundet;rund. kaum? war Das geschehen n dert canndischen Veittt der Ringarna⸗-Falle ist das letzte
raf Ahneine zweite: Kugeluns irGesichtet InFolge“ des! ersten Stück des unter dem Namen table Rock bekannten Felsens los-
Schusses wird et fernerhin nur. daiuen Kerlickewu gehem Lönnen,!“! der gerissen. Dew Zerbroͤckelungsproceß. hurl schoaiiz Jahre 1818
weite ·Schuß · aber raubie ihm vier — sage dier“ Sinme:ndas begonnen:; u1 etnn u e—
Gesicht, das Gehotndie uur noch sehr schwach.rden Geruch amnd .ur. Seit Jantiar I863. wurden zur Deportation nach Sibi⸗
oen Geschmag, die güuzlich deasde! Von funfzehn Leidense: zen verurtheilt, theils zur Zwangsarbeit, theils, zur Kolonisation,
B—— ige in das Privatlazareth des heils blos als Gefangene 18,632 Posen darunter 164. Frauen
hrinhen .Crnf her Schonburg in Gacenitz bei Meißen aufgenom— ide 114Priester), / im Inneren Rußlands internirt 12,556 (da⸗
men war, ist er dergeiunzige der doͤrt. goch —D
7 Das große Loosder österreichischen 250.afl aWoojencait dlrals geschleppt 33,7803 als Igemeine Soldalen strafweise in
200,000 ft, ist auf einen Kaufmann in Fraukfuct gefallen. — die Armee eingereiht 2416; zeitweilig in die Strafanstalten: und
fAthendg Am;Sqmstag hat. auf der Ins — jerguf Au⸗die ewige Verbannung nach Sibirien abgeführt 31,500;
Lesbos) ein fürchterliches Erdbeben Alles in —3— geworser —3— der Untersuchungin den Kertern. gestorben 620; F deun
Mehrere Hundert: Personen sind Dabei, ümgefommen. ».) ?Hlachtfeldern ahen nah, det dussischen Rehisteru)“ 33820;
Lnden i2, Marz. Ein jchredliches Unglug hät sich —— Aös? glcht inge und Eutgreniten im Aus—
im Laͤufe des gestrigen Tages in Accxington(Lancashire) in einqr, ande Tosoz inn Ganzen seit 18639 141,882 Individuen. In
leictinber Benahraialt erignet. Die genannte, Anstalt oder dieser Liste der polnischen Schlachtopfer sind die Conscribirten und
Schule befand sich im obeten. Strockwerke eines kleinqgn Hauses, un Folge der regelmaͤßigen Nushebungen zur— Arinet Abgestellten,
deffen Erdgeschoß von einem Rohrflechter bewohnt. wirde. Des velche zwei Prycent der maͤnmichen. Bevöllerung rausmachen, nicht
Rohrvorrath diejes Mannes gerieth quf eine bisjetzt unerflärte ünhegrffen —
Weise in Flammen, uend. das Feuer werbreitete sich mit einer un—— Das Echo —T gicht ents, tzende. Details. über die Hin⸗
geheuren Schnelligkeit, über den gunzen Untertheil des, Hauses rjchtung zweier Araber in Sudi bel Abbes.“ Sie sollten wegen
und die Treppe, so daß, ehe die -unglücklichen Kleinen eine Ah— hersuchker Ermhordung eines Soldaten erschossen werden. Auf dem
nung von der Feuersgefahr hatten, ihnen, der einzige Rettungs. stichtplatze selbst gelang es dem einen' der Delinquenten auszurei—
weg abgeschnitten war. Es blieb in Folge dessen weiter nichts zeng Wie ein Pfeil schoß er dahin und schlug dabei mit einer
übrig, als, sich don Außen, mit Leitern dem jchon xgucherfüllteu isecuen Kule, die er, man weiß nicht recht wie und wo, aufge—
ind brennenden, Zsimner 'zu nähetn' und durch die Fensfier vnt 34 hutte um sich. Alein ir wurde dennoch eingeholt mid, trotz
entjetzten Kinder hervorzuziehen und in Sicherheit zu bringen. rines verzweifelnden Wiedersiandes, von einem Gendarmen zund
Das Retiungswetk gelang nur zum Theil: Von gegen 400 Kin⸗ pe Sydalen zurückgebracht. Citnnge Augenblicke, später lag er
dern, die im dem Schulxaum zusammen waren, wurden 13 ftoͤdt als Veichnam vor der Frout. ISeln Gefahrte fund sich mit Er—
herausgebtacht; und da es nicht gelang des Feuers“ Meister zit gebimgeiw-sein; Schichsal, allein es schieits als wolle der— Tod ihn
verden, so war bei Abgang der Poft noch nicht festgestellt ob die aicht. Errerhiell zwoͤf Kugeln in die Brust und den Gnaden—
Zahl der Opfer nicht noch größer ist. —Nach elegraphischen chuß obendrein, und darauf stürzte er zusammen. Mit einem
Rachrichten reducirt fich die Zahl der vetlornen· Menschenlebesar auf Male richtete er sich wieder auf, setzte sich nach arabischer Sitte
1—6. Der Lehrerin gelang es. wie es neuerdings heißhe, zuerst aufrecht hin und schaitte ruhig der Execcutionsmannschaft in die
auf irgend eine Wesse“ aus dem brennenden Gebäude zun enttym Annen Erft · mchdem am hm noch drei · KRugeln durch den · idovi
nen, und sie rief Hülfe herbei. Ueber das Entste en der Feuerssaejagt. war er todhn
        <pb n="124" />
        Bolzversteigerung
aus Staatswaldungen des kgl. Forstamts
Zweibrücken. *
Mittwoch den 27. März 1867 Vor—
mittags 10 Uhr zu Neuhäusel bei Ad⸗
junkt Hussong.
RNevier Neuhäufel. 8
Schlag Krötenbruch Nr. 9.
74 eichen Stämme I.-V. Classe
35 buchen II. u. UI..
224 Klafter eichen Missel B....
24 buchen U.
193, buchen Scheit gut, knorr.
und anbr.
II/, eichen Scheit knorr u. anbr.
I. Alotzholz
29.50 buchen Reiserwellen.
Schlag Zufäl. Ergebnisse Nr. 12 u. 17
12 eichen Stämme III.-V. Classe
—AR
143 fichten und lärchen Stämme J. - V. Cl
62 fichten und kiefern Sparren
4025 buchen Bohnenstecken.
44 Klafter eichen Missel 1y. Classe
47. , buchen Scheit gut, knorr. u. anbr.
2, eichen „knorr. u. anbr.
z.,„ fichten Scheit,
8,„verschieden Prügelholz.
Zgweibrücken am 11. März 1867.
ilgl. Forstamt
Glas.
Holzversteigerung
in Gemeindewaldungen der Bürgermeisterei
Ommersheim.

Dienstag den 26. März 1867, Mor—
gens 9 Uhr im Schulhause zu Hecken⸗
dahlheim.
I. Schlag Thal.
1 ahorn Stamm II. Classe (26* lang
10“ im D.)
12 aspen Sparren, *
21 buchen Wagnerstangen,
9 ahorn,
1200 buchen Bohnenstangen,
5 Klafter buchen Scheitholz II. Qual.
59, „Prugelholz,
800 buchen Reiserwellen.
II. Schlag Zuf. Ergebnisse.
2 Klafter buchen Scheitholt II. Qual.
1024, „Prüůgelholbz,
25 buchen Reiserwellen. J
Dienstag den 26. März 1867 Nach—
mittags 2 Ihr im Schulhause zu Ober⸗
würzbach.
J. Schlag Steckenthal.
1 eichen Baustamm V. Cl.,
28 buchen Stämme II. Cl.
16 III. Cl.,
2 „ Abschnitte II. CL.
25 Klafter buchen Scheitholz Il. Qual.
1I, Klotzholz,
19848, Astprügel.
1. Schlag Neuberg.
3 kiefem Stämme IW. Cl.,
25 Sparren,
425 Baumpfähle,
100,„ Bohnenstangen,
18. Klafter kiefern Prügel.

M. Echlag Zuf. Ergebnisse.
2. Klafter buchen Astprügel,

0 „liefern Prügell.
Ommersheim, 11. März 1863..
Das Bürgermeisteramt

Lang.
— — —“⸗ — — — —
Versteigerung
bon Pappelstämmen.
Dienstag den 26 März nächsthin, Nach—
nittags 4 Uhr im Schulhause zu Ober—
vürzhach, werden 25 Stück Pappelstämme
bon 10 - 12* Durchmesser, an der Stra⸗
ze von Oberwürzbach nach Ommersheim
lagernd, an den Meistbietenden auf Cre—
dit versteigert. —xæ
Ommersheim. 11. Marz 1863.
Das Bürgermeisteramt
Lang. * I
Jagdverpachtung.
Donnerstag den 28. März 1867,
Nachmittags T. Uhr, zu Erfweiler, wird
die Feld⸗ und —— im Banne
von Ormesheim auf é Jahre wieder
derpachtet. *
Erfweiler 12. Marz 188s3,,
Das Bürgermeisteramt
Breeuberger.
Conventiouellile
Zwangsversteigerung.
Mittwoch den 27. März 1867 Nachmittags
‚wei Uhr im Schulhause zu Niederwürz-
bach wird auf Betreiben der Elisabe;
tha Vollenweiler. gewerblose Ehefrau
von Ferdinand Grünaggel, Stuhlma
her, beisammen in Zweibruͤcken wohnhafi
und Letzterm selbst durch den kgl. Notär
Wiest zu Blieslastel das sogenannte Bar⸗
cierhaus unter Plan Nr. 12421 vier
Dezimalen Fläche enthaltend und Plan
Nr. 12422 8 zehn Dezimalen Pflanz
zarten dabei; Alles gelegen an der Straße
von Niederwürzbach nach St. Ingbert, —
wegen Nichtzahlung des Kaufpreises ander⸗
weit ig versteigert werden.
Aus Auftrag
Faßcbender.
Verkauf.

1 Flaschenzug mit Seil und 3
Rollen, in bestem Zustande, ciirca 40 ei—⸗
serue Klammern, ein großer Bohrer
und eine Parthie Gerüst⸗Dielen, zur
Fallitmasse des Mich ae l Ast von Ens⸗
heim gehörig, sind aus freier Hand zu
berkaufen und einzusehen im Hause des
provisorischen Syndikß

Westphälinger, Geschäftsmann
zu St. Ingbert.

Bei Karl Riotte sind sechs bis
acht Wagen guter Dung zu ver⸗
kaufen.

—SAXÆX

Für Metzger!

Eine Schlachthauswinde mit Ge⸗
trieb, ganz neu, zum Aufwinden des schwer⸗
sten geschlachteten Viehes, ist zu verkaufen

in St. Inabert.

Zu vermiethen.
Das der Posterpeditors Wittwe Schnor—
gehörige, in der Oberstadt dahier gelegen
zweistoctlige Wohnhaus mit Pflanj
garten, ist ganz oder theilweise zu ver
miethen durch das Geschäfts⸗ u. Consulta—
tions⸗ Büreau von
T. Scherpr,
in St. Ingbert.
Stelle-Gesuch.
Ein junger Mann mit guten Zeugniß—
jen versehen, der bereits seit 10 Jahren
als Aufseher in einem Fabrikgeschäfi—
angestellt war, wünscht sich anderweitig in
gleicher Eigenschaft zu placiren. Darau
Reflectirende belieben sich an die Redactior
d. Bl. zu wenden. —
N r7 ch e ι ,
JdeIIen
bei Pritz Panzerbieter.
— Ein HGarten in den
Großgärten ist zu vermiethen
kei Tüncher Kimmel.
Guter rother und blauer leesamen
Suutwielcen, Snuthafer u. Saat-
erbsen, in bester Qualität, sind billig
zu haben bei —

M. Thiery in St. Ingbert.
Zwei ineinandergehende möblirte
Zimmer sind zu vermiethen und sofor
beziehbar bei ee e
L. Stutↄmamiui,
Sattler u. Tapezierer.
Annonoe —

Bauk⸗ und Wechsel⸗Geschäft

von Glebr. Psei rer in Frantfurt a. M
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗·, Bank
und industeiellen Actien, Incasso von Cou⸗
pons, Banknoten, Wechsel rc. unter Zu⸗
ficherung prompter und reeller Bedienung

Provision 1 per wmille ohne
iegliche sonkige Syesen.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der

Stadt Zweibrücken vom 14. März.

Weizen 7 fl. 27 kr. Korn 5 fl. 45 kr.
Gerste Areihige, — fl. — kr. Gerste 4
reihige, 4fl. 80 kr. Spelz 4 fl. 36 kr.,
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel 4 fl.
— kr. Mischfrucht — sI. — kr., Haser
4 fl. 10 kr., Erbsen — fl. — kr. Wicken
3 fl. 42 kr., Kartoffeln 1 fl. 24 kr., Heu
1fl. 45 kr., Stroh 1 fl. 12 kr., per
Jentner. Weisbrod 190 Kilogr., 19 ir.
dornbrod 8 Kgr., 26 kr., ditio 2 Kgr.
18 kr., ditto J Kgr. 9 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 82 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth
2 kr. Rindfleisch, J. Qual. 16 ir., 8.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗

fleisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter
Butter 28 kr., vber Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern von 12. März.
Weizen 7 fl. 51tr., Korn 5 fl. 47 kr

Spelzkern 7 fl. 40 kr., Spelz 5 fl
31 kr., Gerste 5 fl. 33 kre, Hafer 4fl
11 kr., Erbsen 5 fl. 1kr,, Wicken 8 fl.
57 kir., Linsen 4 fl. 30 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26 kr
3 Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2 Pfd
Weißbrod 16 kr.
Redaltion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in Si. Ingbert.
        <pb n="125" />
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— maagun, ao ut nniauuke gan ] ———
— ————— um ν ιJRBUXXS vun vnd νν,
— D—— να nis ni ule d ιννα νι—“αν νν
naι —DDDD
rter Ar g er mit seincigenihtethallungsblatto erschernte wochentlichewrekmele Di en starge Don mrhstat
vierteljahrig1n Nyzro Anzeigen werden mit i80rzte sismreinpaltigge Zeile Blattschriftbeuvdern deren
—
———
Miee n 1867
T vtit .355 — J

t .
i uo o)niDeute Hlauded
nun gd u chrgeeuwumtz.inDDlee Bahdr. Ztg. schreibtz. A 3
suͤler — ——
nung des Inneru wede n idemn kBSiaãtsministerium
det Juftiz die Hevision —— setzbuches in Angriff ge—
nommen ist. 75, Die zux Aufnahme und Äbschähind des Axlille⸗
e⸗ —*— — ii en —— 7 gbgeord⸗
neten Sihcomnüsfigutn daben nunmehr ihre Thaügtet beendigte
München 13. Marz Per vierte Ausschuß der aee
det· Abgeordnetn hat den Aumch der a eaee Edel,
und Dr, Bolk auf Errichtung eincs Vermallungsgerichtshofes be⸗
raihen, lind —— Etastimnmigkeik beschlossen daß dieser Antrag der
einen früheren Kainmerbeschluß kehroduciri, der Kammer zur, An—
nahme zu empfehlen Fei, Der in dert Ausschüßsitzung anwesende
Dtaatsminister ¶des Innern hatte, wie das Protoioh, anführt
gegen den Antrag keine Einweuüdnng zu machen?“
Mun en18. Maärz. Sjchexem Vernehmen? „iach beaͤh⸗—
sichtigt det Miniffer des Imern v.Pechmangesich —
Karlsruh, zu begeben, dehufs Informirungen über den dortigen
Verwaltungsgerichtshof. 1
Kaxflisruhe, i3. Märg? Auf diesseitiges Ansuichen“ hat
die koönigl. preußische Regierung“ Aus ihren Bestäuden, der großh.
striegsverwaltung 6000 Zündnadelgewehre leihweise überiassen
mit welchen der gefamante Friedensdiensistand der Infauterie ein⸗
zeübt werden soll/ bis die in Gang befindliche Abänderung der
g Infanteriegewehre so weit vorgeschritlen sein wird/ um
die Bewaffnung aus eigenen Beständen eintreten lassen zu können
Frankfurt/ 140Märgin Heute wurde vor unserem Zucht-
polizeigericht — zum ersten Male, seit wir preußisch geworden —
eine Majestäisbeleldigung verhandelt, gegen einen Gärtner aus
Sachsenhausen, der in windenem Zustande war,Der Gerichtshof
deruxtheilte den Augeklagten unter Annahme mildernder Punstände zu
2 Monaten Gefüngulß. —Der kpreußische Legationsrath Jaamund,
Mitglied. der Bundes-Liquidatlonscommission, ist dieser Tage nach
Berlin gereist,. Heute giebt die Stadt dem von uns scheiden
den bisherigen Kipiladministrator, Hrn. v. Patow, ein Abschieds-
diner, zu dem die Spitzen sänmtlicher Behörden geladen sind.
Vergangenen Sonntaghatte der hiesigk franzoͤsische Generalconsul
ju Ehren des Scheidenden ein solennes Essen veranstaltet. — Die
—
dienst. Dieser Tage kamen 890 Auswanderer aus Württem⸗
berg und Baden, zumeist kräftige: junge Leute hier durch, deren
zahlreiches Gepück auf einen gewissen Wohlstand schließen ließ.
Wie Sbaden I2 Maärz. 8SVix erfahren Hheute aus. glaubs
würdiger Quelle, daß die Domänenangelegenheit zwischen der Kroue
Preußen e, Hern von. Raussaus definitiv Ae sein jo· Spanien —D
herzog Adobph erhäkt, wie man uns mittheill, 330,00 fl. jäͤhr- Lrä — *
uͤche qusbezahlt und von den Domänen, so viel, daß uͤnge-1 Die — Regierung tritt tagtäglich strenger auf. So hat
fuhr- noch eiumal dieselbe Sinnme ihm als Furaguß derblesen fie o befohlen daß aile diejenigen. welche falsche Berichte in Um⸗
Soll, der arnie, Mana dant auskominen könnem de hauf setzen, vor das Kriegsgericht gestellt· und erschoffen · werden
Bexlin. 12. Marz. Es geht im parlamentarischen acgtnhelen 55 F
das Gerücht, Hr. v. Münchhausen werde vom Minister v. Bis-5 Amerika. ——
marck Genugthuung fordern, weil dieser gestern die Munchhausen'sche NeweYork, 26. Febr, Von dem auf der Fahrt von Bo⸗
Behauptung, die Capitulation von Langensalza sei nicht in allen ston nach Savannah begriffenen Dampfer, Cith of Bath“ sind
Punkten von Preußen stricte gehalten worden, eine ‚unwürdige 4 Leute der Mannschaft in Charleston angekömmen, nach deren
Vexlaumdung“ genannt habe. Wir geben einfach wieder, was Aussage das Schiff am vorigen Sonntag auf hoher See bei
Mitglieder des Reichstages uns mitgetheilt habn wir können auch Cap Hatteragß verbrannt ist. Man glauht, daß die au Bord ge⸗
weiter bemerken, daß die politischen Freunde des Hrn. v. Münch. wesenen 26 Personen, mit Ausnahme der obigen 4 sämmtüch
Jausen etwgigen Weiterungen nicht hindernd entgegen treten, und umgekommen sind.
doch steht zu erwarten, daß geeignete Mittelspersonen die Diffe— Aus Memphi wird gemeldet: auf dem von New-Orleans
cenz beizulogen alles aufbieten werden. ait 300 Passagieren und 300 Tonnen Fracht nach Louisville
Berrdin. 14. März. Einen von den National-Liberaleu? es — „Davis White“ explodirte am Sonntag
lannte Redaktionscommission wegen der Amendenents zum Ver- jn der⸗ Rähe boͤn Columbig der Dampfkessel, Der vordere Theil
fassungsentwurfe wird heute früh 13. Uhr der Fraction- Bericht' des Boots wurde in Stücken gerissen, und viele Passagiere und
rstatten. Ein. von Twesten und Genossen dieserCominission mit Matrosen flogen mit den Truͤmmern in die Luft. VDer Schiffs⸗
getheiltes Amendement proponirt als Grundsatz - dex Verfassunig ein chreiber berechnet die Zahl der umgekominen Passagiere auf 653
ahrliches Büdget im Allgemeinen, auch für Krieg und Maring die Schiffsbücher gingen verloren.

ESamstag, den
x — 2
se cant u p 4
mi ud hebft Liner Uebergangshefftin mugtfüt hen Militarxtat muf bra FJahr
bekannten Hoͤh — sen ue Die frele cont
sewatide Vereuͤngutg solld einrfuͤnf nHet sechsjahtigr Nbergngs
hestimmung vorschlage wyeh
— ——
Pibeding h —S6 B—————
Pesih 13. Matzen Ein Lusstscher Emissär“ Be denus
—— v bnebinheteten
dernge denung gbtacht no usn uad u rhitajio α
— Frankreichee ιινν
Pamis 12. Märzo Man ⸗will· Iwissen, Herren Begedetn
klage; vaßseine Stelluug in Berliz waglich schwieriger und unhalii
harer werde⸗ daß der deutsche Patriotismus sich immerexaltirier
jeige u. su. n Diese Gerüchté gehen indeß wohl von den Krei—
en aus, welche!Jetzt systematifch e find, Frankreichals vei
droht von der preußlschen: Erobermmgsfucht darzustellen. So druckt
auch· detr Monde“ heute wieder die Pariser Correspondeng eines
Lothringischen Provinzialblattes ab, in welchem mit großent Ap⸗
lomb versichert wird, Gras Bismarck wolle die Luxemburger Fra⸗
ge benutzen, um durch einen Krieg gegen Frankreich die deut sche
Finheit für immex zu befestigen. Dise, France“ dementitt übri⸗
ens heute dag! Gerücht, daß Frankreich wegen Ankaufes —des
Gtoßherzogthums Luxemburg im Haag Unterhandlungen ange—
ntipft habe. — Der Oppositionsgetfte dew Stadi Toulouse scheint
gzy der Aufloͤsimg des Gemeinderathes nichts weniger als gebro⸗
hen zu jein. Bei den Wahlen Inm Podtdelsgericht ist die Liste
ʒer Oppofitionvollstündig durchgegangen, Mehrere der Gewaͤhlten
dehörten dem aufgelösten Stadtrash an. — Das“ Siecle“ geigt
an,daß die Subscription für eine Statue Voltaire's I
iiz ad dod Theitnehnien gut e ue,
, mnd. Italien. ιν ue
iAus Rom wird eint komischendiplomoatische Verwicklung ge
meldet. Der dorkige preußische Gesandte, Her v Arnim hatt
sich in einem Einspännet Zumn Cardinal Antonelli begeben wollen,
vurde / aber von einen Diener im Staatssecretariat zurückgewiesen,
weil für Einspätmer die Fahrt in den Vatican untersagtist. Hexr
v. Arnim mußte umkehren, verlangte“ aber sofort Aufklärungen
vom Cardinal Antonelli. Dieser antwortete, die Vorschriften hie⸗
rüber seien ganz bestimmt, er könne nichts daran ändern und auth
den Diener, welcher Herr v. Arnim zurückgewiesen nicht strafen,
da derselbe nur seine Schuldigkeit geihan habe. Der Gesandte
berichtete hierauf nach Berlin, von wo er angewiesen wurde, eine
Benugthuung zu fordern und wenn sie ihm verweigert · würde,
seine Päfse zu verlangen. F

1
        <pb n="126" />
        6

z9

D/
B ken chung
Ait —
poy eng, *4 —6
irmasens habeßs h hen —2
— —— — andere
Hunde, sowie aschen gebissen haben
uͤnd theilweise entlaufen sind. Auch in ein⸗
einen Gemeinden des Lantons Zwei⸗
brücken, sind gleichg Unfalle porgelom⸗
men, weßhalb das kgl. Bezirlsamt unterm
10 J. Mts. in sämmtlichen Gemeinden des
e ee
ri⸗ imschweiler eine Hundesperre
— April 1. J. angeordnet hat.
Im Auftrag des K. Bezirksamtes wer⸗
den die Bewohnex hiefiger Stadt und der
St. Ingberter —— sn Keuntniß
gesetzt und die Hundehesitzer zu ganz bir
sonderer Vorsicht und sorgfaͤluger Ueber⸗
wachung ihrer Hunde ermahnt, Um de
Einschleppen und die Verbreitung der flircht⸗
barzn Wuthtkrankheit gegen welche
ein Heilmimel giot zir Lerhuten, sind
hetdachtige, herrenlosherumlaufende Hunde,
sowie diejenigen, welche von fremden Hun⸗
den gebissen werden, sofort zit odron/ wo⸗
pon der unterzeichneten Behoͤrde umd dem
hiesigen Veterinäraxzt unverweilt Anzeige
zr erstatten isterz en n it g
Weuner picd jn Gemoaßheil ves h28
des Ortspyoliztibeschlusses hekannt gegeben /
daß es hei Strafe bis zu 10 fl. perboten
i Hunde in ffentliche Wirthschaftslolale
oder quf. Märkte mitzunehmen.Die übri⸗
gen beziehentlichen gesetzlichen Bestimmum
gen: und oberpolizeilichen Worschriften werd
den demnächst wiederholt publieirt.h
St. Inghert, 18. Maͤrd 1867. A08 0.
—D Pollzeicommissariat pensu
— e rieger.
Versteigerungen.
ESamstag den 30. Aprit 1867 Rach⸗
mittags J. Uhr zu Si. Ingbert im Sterb⸗
hauselassen die Erben der dahier verleb⸗
ien Eheleute Wilhelm Audres und
Barbara Gressung ihre fänmulichen
Mobilargegenstände und Liegenfchaften in
Eigenthum versteigern, als: ,—
5.Dec. Fläche, mit Wohnhaus, Stall, Hof⸗
raum und Pflanzgarten, unterm Blies⸗
„kasteler Weg, uar bere
8. Dec. Pflanzgarten allda, dem Hause
gegenüher.. .
48. Dez, Acker beim Forellenweiher,
58 Dec. Ackerin der Au,, minen 14
45 Dec. Acker auf Schiffelland,
52 Dec. Acker allda, n eein
36 Dec. Acker in der 3ten Pfuhlwieser⸗
Ahnung.
Sorn, Agh, Rotax.

Conventionellee

Wiederversteigerung.

Samstag den 6. April 1867, RNach-
mittags 2 Uhr zu St. Ingbert am Stadt⸗
hause wird auf Betrejben von Maria
Spohn, von da, Wittwe von, Georg
Feichtner, gegen Eheleute Franz Derouei
Wirth und Catharina Schmidt, von
Elversberg folgende Wiese St. Ingberter
Bannes: Plan Nr. 4788 von 1 Tagw.
73 Dec. Wiese in der Ruhbach beitm Kro⸗
nenstein die von Peter Feichtner und dem
Walde begrenzte Hälfte wegen Nichtbezah—
lung des Kaufpreises öffentlich in Eigen—
thum versteigert.

Horn, kgl. Naͤate

Samstag den 6 April 18675 Nachmit-
tags 223 Uhr, zu St. Ingbert! in der
Behausung von Johann Adam Beck, wird

— ee des Ges*
Sech ui ut, Ecwhrre. *5 7d5
— — 9 Cathaͤrgra
Iedo ger gehorigh Wohnhaͤus znit Hof
— — zu St. Ingbert abthei⸗
lungẽhalber auf Eigenthum versteigert.
Hornu, kgl. Notar.

gelegenes · Abhnhaus mit
Sahssetey, uftangjährige

in versteigern.!

Aszu teigergugg age α. das-
elbe auch aus steier 8* verkauft wer⸗
den und ist Näheres bei dem Eigenthümer
zu erfragen.

d Garten
unghermine

GSorn, tgl. Notar.
n Famstag e un ⏑ ———— —
ags S.Ahr, zun Sti. Inghert bei Bett hassen g ο⏑ st 7 ————
Jakob e eagmenn daselbst Ver eigerung
ind dessen Kinder der ¶ Abtheilung · wegen von Grundeigent mn der—
nersteigea nua⸗ —— s59 St bert n —V
segeee retde. St. Jngberter Zideigblhnt
Zugehoör, Gang und Pflanzgarten Die Direktion der Pfäldischen Ludwigs-
— an der Blieskasteler bahn ein jam , Dienstag den 26. Maͤrz
Straße. ni 8867 an -den een Orten und
—
——
— ———— ——
mer n e 6 — — ne ———
et Acdker dagelbst.nehe * z Dez. Wiest i. Etodweihere 5
e — e 83 — —— rbodt
Dec: Ader unts in den gosiit acheth e aͤn deu Scheuer⸗
neben Peter Ehnnelztt unt heten si, e see ** ggg
—XR )VoοσNtro, 815 PlePro. 861-809
— JJ
ʒon neben Johann Hellen thal und Gearge 9 eete
7 Rüller: i teteu 8175. 25.8Dei. Wiese allda.
qo —— vᷣlct 8 — v
Schwarz und Andreas Grell, 882.29Deʒ. Wiese allda.
B80Dec. Wiese allda am Eicherlseihet 8 J—
jun neben Peter Feichtner und Margare,;1288, 1288 1259. hDe
oai uhe Acker in der Saupferchdell5
ug usd Horn, Igh Potar,, — aee 85. r Nro
n ** 3 7 Fü
An —— Nachmittags um ien —— iese em vnnen
i uht nen husedeahe Sgafen e eeae 646 3 36
eeeee Al. an enderwur bache en.Miont
ibend ewesene Sulse bon Johann n. uitie) gens Anmid oAhvrgru
Jost dut Theftaun von Carh Ednntihennas) Vovs-gero. S3.Plam Pra. 648
Laugendruͤnner, Blechschmied dafelbst und ntiy ung S49 äν νιιαινιι.ꝰι Der
Reren ersteheliche Kinder ihre fäͤmmtlichen an gu Wiesean den Bunchwlena
diegenschaflen —— —— in * 9
Figenthum persteigern: uti eꝑ —— —* ie e m
— — 3 — — i öι_l
Ein zweistöck ges dahier an der Haupte ⸗ntnhn Luhschwang ui ν
3 straße neben Café Seiter und Carl r10) 6
hearde Win — D Dez
9 mit Stall, Hofraum und Zugehör, , Wiese allda umd am Ort.“
d Dec. Garten hinter der Kirchen neben N) voos:Nro. A6b. Plan Nro. 1137
Heinrich Eich und Peter Schmelzer, r — im Kuh⸗
28 dec. Acker rechts in den Seyen, schwang 333
neben Bäckeer Johann Schmelzer. Loos· Nrorn271lan —
126 Dec. Ackerin den obersten Seyen, 1I8332 und II3 De.
nebeü Bernhard Auguft und' Franz i8 — a
Greß, 3) Loos· Xrs. * in Nro. 100124
20 Dec Acker auf Mühlenthal“ neben 67 Dez.“ Wieje in der Münch⸗
Jalkob VBaron und Heinrich Schmidt, wiesen . ,
33 Dez. Acker auf Muühlenihale neben ILII. zu 2313 — den Morgens
Ludwig Siegwart und Peter Kopp. y3
37 Dez. Äcker in der Krummflur, neben 14 Vin Ie
Bergmann Grie 2VDez? Wiese in Annren.
Dez. Acker auf der Krummflur, me⸗ dobs⸗ Nto. Plan Nro. 6686
ben Johann Joseph Ehrhardt son. eee 3 Wiese
Wittib und Peter Schmelzer in den obersten Wiesen.
Tagw. 1 Dez, Ackerland ober der Loos Nro⸗ I8. Plan Nro! 688,
Lehmkant, neben Johann Joseph 68422, 684 8. 4 Dez. Wiese
Ehrhardt sen. Wittib und Heinrich Deeeo 3 pr ——8
Holzer. 88 oos⸗Rro.· 19.Plan Nro. 688
aͤrca 10 Dez. Pflanzstüc im unter⸗ und 686.* 36.6. Dez. Wiese allda.
Nen Flur rechts und links der Ei⸗ h e 38 Jon * 731.
enbahn 6 J J 0 z. Wiese im e erau.
28 Dez. Acker auf der Meß, neben Joh. Loos⸗Nro. 1.Plan Nro.741.
Best und Kirchengut.n3: 10.2 Deqz. Wiese auf dem Langen-
«Byrn. lal. Notar aicker. —V — —
Loos⸗Nro. A2. Plan Nro. 14281
b und o 1425 und 14282. 9.1
Dez Wiefe iin Schafbruckenweiher.
doog⸗Nro. 16. Plan Nro. 1252.
2.9 Dez. Wiese im hintern See;
dies Loos in der Gemarkung We—
benheim gelegen.

F

18
        <pb n="127" />
        rxv. zu Bierbach RNachnzitic eib

22) Loos⸗Nro. —— 320 —

—8 —— Agtey uin ahen Allhiendet
ärten.

23) Whito. 9. Plan Nro. 686,
ß8 2 Fen Igen gudn 7
——————
707. 51 Dez. Wiese allda 4

25) Loos⸗Nro TNePlan Aatzag

185, 186 und 18793. 1.5 Dtz
Acker in den ———
—— vien nunn
I· HAder allda· 1
— —— 0 Plan Rrv. Li
23193, 282 233, 23392. 22
dogen g Jen Bfießgarteg
oäMæo 14. Plan Rro. 3
3α 2εꝰ ůε G
D¶Wise alda
v. zu Schwarzenacker Rachmittags
1/34 Uhr.
29) Loos⸗Nro. 1 Plag Mo.4
Dez. Acker in 4 83 *
30) Loos Nro. * Plan Rro. 1569
und. .3 .Altker bei Ing
—588 9 4 *
Loos⸗Nro. 4. — .1550,
u LlE — —V
v Alen a Zuu
Pg Plau Rio2309
n 33 3* Peen Witthumshof.
oos⸗Nro. p.. Plau Mr. „EBG69
s unds — * —RX Wiese
allda:l ισ
os Nro. 639 Nrosun 3260
— —588
8 F ore
oos⸗Nro. 7. z3Plin Nre· 208
ä g a,! Wise
am e *

Die einzelnen Lorsee hundauf pem Felde
mit Pfahlen bezeichnet, auf, gwelchen die
Loos⸗Nummern augeschrieben si 35

Ferner kommen zur Verpaglüng in
se Niderwürzbach
Plan Nro soh I3 De. Wien

7 nis der Bahn, he Plan Rroc So.

8.0 Dez. Wiese,rechts e. Plan

Nro. 628. 630. 3.3 Dezimialen

Wiese, d. Plan Nro. 651 5. 3 Degi⸗

malen Wiese, 8. Plan. Nro. 1105.
53 Dezimalen Wiese, f. Pl. Nr. 1142,
1162. 2.8 Dezimalen Wiese g. Plan
Nr. 1178.*16.9 Dezimalen Wiese-
4In Lautzkirchen
Plan Rr. 919, 915, 1071. 23.7
Dizimalen Wiese b. Plan Nr. 1921.
d dezimalen Wiese, s. Plau Rr. 1178.
16.9. Dezimalen Wiese,
In Vierbach: I
a. Plan Nr. 1188, 1190. 14.1 Dezi⸗
malen Garten, b. Plan Nr,196 u.
198. 10.9 Dezimalen Garlen, v. Plan
Nr. 195, 194 und 208. 11.7 Dezi⸗
malen Garten.

Die zur Verpachtung kommèenden Par⸗
zellen können auch durch die Privatüb er⸗
einkunft veräußert werden und sind etwaige
Anerbietungen an Herrn Sektions⸗Inge⸗
nieur Foltz in Blieskastel zu richten.

Die Versteigerung findet immer in den
Stationsgebäuden statt. Die Pläne über
die zur Versteigerung kommenden Objekte
sind zur Einsicht aufgelegt und zwar;

Dienssstag den 199 März im Bahnhof
Schwarenzader, Bierbach und Lautzkirchen
und Freitag den 22. in Würzbach und
hassel.

Blieskastel, den 11. Marz 1867.

Wiest, kgl. Notar.

1 *22
Holzvetsteigerungen
in Geumi Vewaldungem wer BirtttineiWei
Omunershetn. 1
Dienstag den 36. * 1860. Mor⸗
gek 3107 4 —XXX e
dehlhei
. sEchlag Thal.
————— — 6 n
sud
— D
ahorn —V——
1200, buch ohnenstangeñ
— — —
9 ——— Vrugtlhelz,
800 buchen Reiserwellen.
II. Schlag Zuf. Ergebnisse.
24 Klafier Puschen Scheithos II. Qual.
85 . E— Prüugelholz,
2icad Resenwellen

3. Lefett ugen:
7 1427. Schachtr Bruchsteine,
4 itee whhenthen een
31268.000 Siüd Bachsteineni
9 g30 Tonnen Kalthen uuu
Imei cis Kummen Sand, 5
7s ο huα ιι.
.an 436I¶trpecsuß Haufteineenñ
au 780 Quadratffß. Sandsteiliplatten,
— 2800
erner werden für den Ban des Wasser;
haltungsmaschinengebäudes noch⸗
malt zur. Antieferung versteigertann
101 266chachtrih Vruchsteine und
i2y 661. Kummen Sand, A*5
—
KEosnigliche Schichtmeisterei
Reden⸗Merchweiler.
— — — — — — —
gagdverpachtung.
Donnerstag den 28. März 1867
Rochmittags Uhrzu Erfweiler, wird
die Feldr und Waldjagd im Baune
bon Ormesheim auf 6Jahre. wieder
verpachtet. ια Ain J * —2* J
ehe mit iesn
u. u ———— inn. in
an, Dag, Birgermeisteramt
Braunberger.
n ß 4* 13 *
Otto's Photogravhie.
Anlident dazu erbauten Atelier An dem
Muͤhleneck werden waͤhrend einigenVtigen
photographische Porträts von 150kr. an
i ö fiean gefertigt.“ Bifiteh Karten das
Dutzend⸗ zi 8fl., B Stück 1fl. 45 kr.
Zroößere Vilder, werden billigst berechnet.
Die Aufnahnien finden pei jider Witterung
dait Haltbarkeit und Aehnlichkeit garan⸗
ixend, laͤdet zu recht · zahlreichem Besuche ein.
—VVVVVVV—— 3219 L. Ottouu —
nt e Maler und, Photograph .
— — — ——— — 77
Mehrfachen Aufragen geuügend; zeige
ich hiermit an, daß ich für die diedjuhrig⸗
Aussaat mi—
Haunfsamen, italienischen (laugen)⸗
Pferdezahn⸗ Mais, Miejen Welsch—
korn), bereits versehen bin,ö ν α
Auch empfehle ich
Seradella Gogelfuß⸗Kleesamen)
der jetzt gesäet wird und selbst im mager⸗
en Sandboden gedeihend, eine ergiebige
Zchur guten Grünfutters liefert, sowien
Rah-Gras, iilalienisches und engli—
sches, für Wiesen und Rasen⸗Anlage.
St. Ingbert.
IJ. Uhl jun.
olgt mit großem Eifer einen Plan, nämnich
Bourbonen. In Spanien ist der letzte Thron,
n sitzen und sie zu stürzen, erscheint ihm als nächste
mische Regierung nach Kräften bemüht ist, ihm
eichtern, das beweisen die Nachrichten der letzten
unglücklichen Erhebungsversuche des Generals
»zanien ein Zustand, welcher allzu lebhaft an
Bourbonenherrschaft in Neapel erinnert, als
A* and nicht das gleiche Ende voraussagen sollte.
Bau-Verdingung. ugittz nhuit die Vorgänge in Neapel überwach⸗
enen Moment die reife Frucht in den Schoß
Zur Erbauung eines Schlafhauses im hartet Portugal mit Begierde /auf den Mo—
Zroßheiligenwald sollen die nachverzeichn den ee —
o eee id Malerialienn, Srundung eines erischen Reiches in die Reihe
b rdeuen eintreten kann. Und wie hinter Piemont Frank
Donnerstag den 21.. Märreit die helfende und schützende Hand auszüstrecken,
Louis Napoleon hinter Portugal, um zu helfen und
Mittags halb 2 Uhr bezahlen zu lassen. Worin dieser Preis bestehen
m Gasthof zur Post bei Herrn Le kann man augenblicklich nur Vermuthungen hegen,
dierselbst offentlich und mindestfordern:e balearischen Inseln einen Theil der „Kompen—
dungen werden. — . se des europaischen Gleichgewichtes“ bilden.
A. Ar n : 6. März. Die „Berl. Vörsenztg.“ meldet, daß
15914 iUen verän 5 fter in einem Schreiben über eine Unterhaltung
Erdardeilengherm diog —— ppelcher sich der Kaiser Napoleon in sehr wohl⸗

arnoe un —— 7* 62
Dienstag dem 26. März. 4 7Nach⸗
mittags2 M Sculhause zu Qher⸗
wpürzbadh.

— —S dgitnnng ia iet,
rileu ag Etteckent halnn *n

ALieichen; Beaustamm · M. Wt.hIi uritoil 100
28 buchen Stamnmiet Iu Et. n VιιHHu
1606 III. Cl.,

2, Absschnitte II. Cl.,

25 Klafter buchen Scheitholz N. Qual.

u I chi u Kldtzholgnt *Nwꝛ

————————
Vvlag Neuberg ·
Stämme IV. Cl.,
—narxren
mpfähle, v RKo

1001 éSohnenstangen,
ardu nstlafter liefern Prügel.

II. Schlag Zuf. Ergebnissen
308 Nlafter duchen Astprügel, ανν

Irk B 7 liefzen Prügel. n . —A

nneutde zeen

—* 4 Das Bürgeruͤie isleranh 75

Aee enes —QXX

Versteigerung
bon Pappelstämmen.
Dienstag den 26 Maͤrz nächsthin Nach⸗
mitiags 4 Uhr im Schulhause zu Ober⸗
würzhach, werden 25 Siück Pappelstämme
von 10 12* Durchmesser, an der Stra⸗
he von Oberwürzbach nach Ommersheim
lagernd/ an den Meistbietenden guf Cre⸗
dit versteigert.
Ommersheim. 11. März 1567. —*7
Das Bürgermeisleramt J 9
Sang.

Mb
        <pb n="128" />
        *27 — — 2
wollender Weise über die nationale Politik. Deutschlands ausge⸗
prochen. Daß der Kaiser bersönlich Deutschland alle seine Syin⸗-
pathieen zuwendet, ist bekannt; ich kann aber doch nicht verschwei⸗
zen, daß der bei allen Kundgebungen seiner Sympathi een gieich⸗
zeitig die Hoffnung ausgesprochen hat, auch der Süden möge sich
recht bald constituiren. Ich wiederhole, daß, solange diese Con—
tituirung nicht erfolgt ist, der Norden über die zukünftigen Bezie—
hungen mit dem Süden nicht in Unterhandlungen treten kann und
vird. — Die Zeidl. Corresp.“ und die „Kreuzzeitung“ sind
ichlecht informirt, wenn sie meiner Mittheilung widersprechen, wor⸗
nach im Staatsministerium Verhandlungen stattgefunden haben
üüber die Errichtung gemeinsamer Behörden für Kassel und Wies
baden. Der Hinweis dieser feudalen Blätter, daß dort noch kein

Brovinzialverband existire, ist nicht durchschlagend, da Herr ve
Moͤller bereits Oberpräsidialbefugnisse besitzt. Es sind schon jetzt

⸗orläufige Einrichtungen für die spaäler aus dem Nassauischen und
dem Kurheffischen zu bildende Provinz mothwendig und deßhalb
höheren Oris in Ängriff genommen. — Conservalive Reichstags⸗
aAbgeordnete widersprechen dem Gerüchte, als wollten sie bei der
am 2. April stattfindenden Prüsidentenwahl ihre Stimmen micht
Simson, sondern Forckenbeck geben; sie versichern, daß ein Kampf
bei der Präsidentenwahl nicht staltfinden wird. ν, *.

Wien, 14. März. Die Landtage von Böhmen, Maͤhren
und Krain sollen bis zum 6. April wieder einberufen werden.

Die Einberufung des Reichsraths ist für den 28. April in Aus
icht genommen.

Wien, 14. Maͤrz. Von competenter und authentischer
Seite wird versicherl, daß neuerdings eine sehr wesentliche Annä—
jerung Oesterreichs und Frankreichs in der orientalischen Frage
ttattgefunden hat. — Die Einberufung der neugewählten Vand,
age ist für den 6. April in ⸗Aussicht genommen; die Eröffnung
des Reichsraths soll ebenfalls im Laufe des April stattfinden.

Pest h, 13. März. „Lloyd meldet: Der Aufenthalt: des
daisers hierselbst dürfte sich auf zehn Tage erstrecken und waährend
ieser Zeit wiederholt Anlaß zur Behandlung wichtiger, Ungarn
betreffender Staatsangelegenheiten sein. *

Ofen, 14. Maärz. Heute Vormittag hat das ungarische
Ninisterium in die Hände des Kaisers den Eid abgelegt.“ Nach
der Borstellung der Mitglieder beider Häuser des Landiags hiell
der Erzbischof Bartakowics eine Ansprache an den Kaiser, worin
er der Freude der Nation über die gewährte constitutionelle Selbst
ständigkeit und den Dankgefühlen für das hergestellte Vertrauen
und des vollen Einverständnisses zwischen Koͤnig und Volk, unter
Segenswünschen für beide, Ausdrug gab. Der Kaiser erwiderte: Er
habe mit Freude den allgemeinen Wunsch nach Wiederherstellung
der Verfassung erfüllt. Die sichere Befestigung constiiutionellet
Staaten erheische aber die Erfüllung zweier Bedingungen: Auf—
richtige Anhänglichkeit an Thron und Monarchie und dann jenes
Maß politischer Reife, welche die constitutionelle Freiheit praktisch
ermöglicht. In dieser zweifächen Richtung haben beide Häuser so⸗
wie die Nation auch neuestens unbestreitbare Beweise geliefert.
„Gleichwie ich überzeugt bin — fuhr der Kaiser fert — daß
mein geliebtes Königreich Ungarn die unerschütterliche Stütze mei
nes Thrones und der Monarchie sein werde, ebenso lebhaft wün—
sche ich auch, daß die ungarische Nation die Ueberzeugung bewah⸗

ren möge, daß dieselbe in mir den treuesten Hüter der ierritoria—
len Integrität des Königreichs Ungarn und dessen constitutioneller
Freiheit finden wird.“ Die Rede des Kaisers wurde oftmals von
ituüͤrmischen Eljens unterbrochen.

Triest, 14. März. Die Triester Ztg. meldet, daß eine
Verfchlimmerung in dem Zustande der Kaiserin von Mexico ein⸗
getreten sei.

Hamburg, 16. März. Die „Hamb. Nachr.“ enthalten!
ein Privattelegramm aus Wien von heute, nach welchem die von
Frankreich befuͤrwortete Abtretung Kandias Seitens Oesterreich kei—
nen Widerspruch findet. Die Meldungen über Militäraufstellun⸗
gen seien falsch, doch seien alle Vorkehrungen getroffen, um bon
keinem Ereignisse überrascht zu werdeu. F

Fraufreich. —

Paris, 14. März. Im gesetzgebenden Körper entwickelle
heute Thiers in einer'87. stündigen Rede seine Interpellation
iber die. Ereignisse von Deutschland uͤnd Italien. Er sagte, die
Lage Europas und Frankreich— insbesondere sei ernst, der allge⸗
neine Aufschwung der Rüstungen beweise es, aber man müsse ihr
ahne Verwirrung ins Auge sehen. Diese Lage sei verursacht durch
'alsche Ideen, die sich in der europäischen Politik verbreitei. Ehe⸗
nals habe die Politik Europas zur Grundlage das Gleichgewicht
der MNächte gehabt, sie 'habe die kleinen Staaten geachtet, welche
die Stöße zwischen den großen auffingen und lähmten. (Sehr
ingenehme Bestimmung der Aleinstaateul) Diese RPolitit, welche
die Größe Frankreichs ausmachte, sei nun ersetzt durch die neue
Idee der Nationalitaͤten und der. Massengestaltung der Völker, die

denselben Ursprung und dieselba Sprdche haben.) MNatürlich nur
dem franzofischen Volt ist. did inheit erlaubt. . Dahoer rühre
»as Interesse, das man Polen gemirmet habe, daher die Anstren.
zungen, dieman zur Grunduug der Einheit Italiens gemacht.
Der Ehrgeiz Preußenslund Rußlands, welche die Idee der Natic
zalität benützen, sei eine Bedrohung Europas. Man müsse zu;
ückkommen auf die Politik des Gleichgewichts (d. h. des Ueber
ewichts Frankreichs). Auch auf die Freiheit müsse man sich
kützen und dem Vand einen egrößeren'. Antheil an⸗ der: Leitung
einer Angelegenheiten gewähren. Dier Neder wurde, aufmerksam,
iher schweigend angehört. (Scheint also keinen großen Eindrud
Jemacht zu haben.) — J.
Paras,15. März. In der heutigen Sitzung des geseg⸗
jebenden Koͤrpers vertheidigte Emile Olivier. das Principder
Nationalität und sprach sich für die von der Regierung befolgte
uswärtige Politik aus. Der Friede und das gute Einvernehmen
wischen Frankreich und Deutschland müßten erhalten werden. Eine
Ber bindung mit Rußland sei wegen der orientalischen Frage gefähr⸗
ich. Es müsse daher vermieden werden daß zwischen dem Auz—
and und Deutschland ein Bündniß geschlossen werde. Die Ma⸗
orität beglüdwünschte Hrn. Ollivier wegen seiner Rede. 4
Paris, 16. März. In der heutigen Sitzung des gesetzge
enden Körpers gab Staatsminister Roͤuher die, Erklärung ab,
zaß die kaiserliche Regierung keinen Fehler gemacht habe, und daß
Frankreich im besten Einvernehmen mif allen Mächten stehe und
nit allen in Freundschaft lehe. Das ganze Streben der Regie⸗
ung sei auf die Entwickelung der Prosperisat und des Reichthums
es Landes gerichtet. — — 7
Pariss, 16. März. Die France“ meldet, daß die merika⸗
rische Post, die mit. dem letzten Paketboot erwariet wurde, von den
Dissidenten zwischen Merxico und Vera Cruz geplündert und ver—
rannt worden ist. Die von der Regierung abgesandten Depeschen
verden nicht verloren sein, da sie in Duplicat existiren. — Dem
„Pais“ zufolge wird Herr. Benedetti Dienstag Paris verlassen,
im nach Berlin zurüchzukehren. —V — ——
England..
London, 15. März. Im Oberhaus theilte heute Lord Der⸗
»y mit, daß die Türkei die Festung Belgrad räumen und eine
erbijche Garnison erhalten werde Serbien erkennt die Suzerät
iitüt der Türkei an. Letztere führt unverzüglich Reformen bezüg⸗
ich der Lage der christlichen Bevölkernng ein. Das Staatsconseil
rhielte darnach drei Mitglieder christlichen Bekenntnisses, von wel—
hen eines Finanzminister und Bankdirector wird.
London, 15. März.“Aus Momreal wird bom 1. März
jemeldet: das neue canadifche Parlament wird angeblich eine neu
jebildete Conförderation als Koönigreich unter dem Prinzen Ar—
hur. proclamiren. J J —
Konstantinopel, 14. März. Der zum Gouberneur auf
BZosnien ernannte Hussein Pascha übernimmt den Oberbefehl auf
dandia. Nach Kandia und Thessalien sind weitere zehn Bataillone
uur Verstärkung abgegangen. Das Ministerium beschäftigt sich mit
der Frage der Moscheengüter. Es ist Aussicht vorhanden, daß die
lusländer in der Türkei Grundbesib erwerben dürfen.

Amerika.

New-York, 14. März. Die Bill über die Einsetzung
von Militärgouverneuren in den Südstaaten ist durch Vertuündt
jung des Präsidenten in Kraft getreten. — In einer Fenierver—
ammlung wurde beschlossen, nach Irland Mannschaft zu Hilfe zu
nden.

Vermischtes. J
Speyer. Die Generalbersammlung der pfälz ischen
zudwigsbahn wird am 12. April, die der Mar— und Neustadt⸗
dürkheimer Bahn am 13. April abgehalten werden. Die Lud⸗
oigsbahn wird für den Zeitraum ban'1J. Ott. 1885 bis 31.
dezember 1866 außer den Zinsen von 4 Procent noch eine Su⸗
verdividente von 32 fl. für die Äctie (Q 500 fl.) vertheilen. Die
Narbahn gibt ihren Actionären, außer einer sehr beträchtlichen
stüczahlung an den Staat für Zinsenergünzungsvorschuß und au⸗
zer ze 492 procentigen Zinsen, für den gleichen Zeitraum noch
eine Superdividente von 3 jl. für die Actie.
FWachenheim, 11. März. Heute Nachmittag 24
Uhr fand hier eine Erdrutschung statt, in Folge deren dus an
den Berg anzebaute Haus der Fumlie Tavernier vollst indig zer⸗
rümmert und eine Kuͤh im Stalle erschlagen wurde. Menschen-
eben sind nicht zu beklagen, da sich die zu Hause befindlichen Be—
vohner wahrscheinlich durch's vorhergegangene Geteache g.parn,
urz vor dem Einstarze auf dig Straße slüchteten.
FIn Ungstein hat küctzlich ein Mjaühriger Mann cinen
Baum gefällt, den er dor 79 Jahren selbst gepflanzt.
        <pb n="129" />
        München. In den hiesigen adeligen Kreisen macht! f Leipzig, 11. März. Fräul Margot Karg, eine früher
pegenwärtig eine außerst interessante und zugleich delicate Scan- hier engagirt gewesene sehr talentvolle Soubrekte, wurde Jestern
Zalgeschichte viel von sich reden. Graf *, ein Ausländer, war mit dem Sohne des griechischen Consuls hierselbst, Papa⸗Naoum,
seit Dez. v. J. im Besitze einer Schönen, deren brillantes Erte- getraut, nachdem sie aus der römisch-katholischen in die griechisch⸗
Jeur und gesellschaftliche Tournure sie zum Abgott aller. Dandies orthodoxe Kirche übergetreten war. Die Künstlerin stammt aus
machte, Graf **8, stolz. auf den. Besitz dieses undergleichlichen Regenaburh. a*
Wesens, führtę eines schönen Tages Herrn v. R. einen seiner Eine Correspondenz in Psalmen. Ein Herr in Lon⸗
hbesten Freunde bei der Dame seines Herzens ein und weidete sich don erhielt aus New-York eine Depesche. die also lautet u Hertn
von ganzer. Seele an der staunender Bewunderung sein es Freun⸗ A. L.. Straße und Nummer. Dritfe Epistel von Johannes, 18.
es. denu die holde HPriesterin⸗Amor's war ja sein Geschöpf! und 14. Vers. H. B.“ Dex Empfänger schlägt die Bibel nach
Acht Tage darauf stürzt Herr a. R. mit kreideweißem Antlitz in und die Verse lauten: Vers, 13: Ich hätte viele Dinge dir zu
das Zimmer des Grafen und — — pumpt von diesem (wie er chreiben, will aber nicht mit der Feder und Tinte schreiben
sagt, zur Tilgung einer dringenden Wechselschuld) die ganz an⸗ Vers 14: Ich hoffe dir in Kurzem einen Besuch abstatten zu
nehmbare Summe von 1000 Ducaten. Der opferwillige Freund lönnen und werde dann in Person mit dir sprechen, Friede sei
ist auch sofort -bereit seinen Intimus aus der fatalen Verlegen- mit dir; unsere Freunde grüßen dich. Grüße die Freunde insbe—
heit zu Feißen! und begibt sich sodann in dem erhebenden Bewußt- sondere. — Hätte der Absender anders telegraphirt, es hätte ihn
sein, ein gutes Werk gethan zu haben, in's Theater, um die Auf das Vierfache gekostet!
führung der, Maria Stuart“ mit anzusehen. Tags darauf eilt Lpndon, 18. März;, Aus Gibraltar wird über einen
der Graf auf den Fittigen der Liebe zu seiner Donna, pocht eine zroßen Sturm berichtet, der am 4. die Küste von Valencia heim⸗
halbe Stunde lang an der verschlossenen Stubenthür und erfährt gesucht hat. Eine außerordentlich große Menge Fahrzeuge hatte
endlich von den: herbeigeeilten Hausleuten, das gnädige Fräulein Schaden gelitten, mehrere, darunter der Amerikaner „George Was⸗
habe in Begleitung eines bildschönen Herrn eine Jängere Vergnü- hington,“ gingen gänzlich zu Grunde, und schon— wußte man mit
gungsreise angetreten. Graf *** hatte also mit seinem eigenen Bestimmtheit, daß 69 Menschenleben zu beklagen sind.
Gelde dem braven Freunde die Entführung seines unvergleichli hen Dortmund, 10. März. Von hier aus hat die Firma
Wesens erleichteru helfen LWie man hört, hat der um Geld und Baute &amp; Cie. einen westphälischen Schinken nach Paris zur us—
— Liebe Geprellte ebenfalls die Hauptstadt verlassen, an die sich für stellung geschidt, der, was das Aeußere anbelangt, wohl alles bis
ihn jedenfalls sehr theure Erinnerungen knüpfen werden. —. bahin Dagewesene übertrifft. Um das Fleisch von Insekten zu

fManchen. Am 10. d. eteignete sich in der äußerst schützen, in der Schinken zunächst in braunem Nessel wohlverwahrt;
belebten Maximiliansstraße der Skandal, daß einem Gendarmen, iber diesen Nessel ist ist ein Netz von vergoldeten Bindfaden ge—
welcher in ordnungsmäßiger Weise den Besitzer eines freilaufenden flochten und ungefähr in der Mitte umschlingt ein Kranz von
Hundes zu ermitteln versuchte, der Vollzug seiner Dienstespflicht ergoldeten Eichenblältern mit Eicheln den Schinken. Oben am
urch einen Poͤbelhaufen unmöglich gemacht wurde. -Derlei Erzesse Schenkel prangi derselbe in den westphälischen Farben und nach
sind/ abgesehen voun der unvernünftigen Hinderung des Vollzuges unten hin ist ein Schild von Neusilber angebracht, welches den
einer offenbar zum Schutze des Publikums erlassenen Maßregel. Namen der Einsender enthält. An den beiden Seiten dieses Schil
auch deshalb in hohem Grade bedauerlich, da sie zeigen, wie weil des hängen zwei Medaillons herab, die eine Zeichnung der Lon—
ein Theil der Bebölkerung noch von dem Verstündnisse des ober doner Medaille, welche diese Firma sich im Jahre 1882 erwarb,
sten Grundsatzes füür jedes geordnete Staatswesen: —„Herrschaft des darstellen. Der Schinken wird in Paris im Saale Pr. 46 aus-
Gesetzes entfernt ist! gestellt sein, und ist hier vor der Versendung durch den Hofpho⸗
7 Bei der in Mannheim nächstens zusammentretenden Com ographen Hermann Günthez aus Berlin abgenommen worden,
mission von Bayern, Baden und Hessen, zur Berathung gemneen FDieser Schinken ist so groß, daß die halbe Welt damit genug hat.)
amer Maßregeln gegen die Rinderpest, wird Bayvern durch den 4 Garibaldi, der am 11. d. Abends in Turin ankam, hat
k. Regierungsrath Wand von Speyer vertreten sein. . um gleichen Tage auf dem Bahnhof von Verona eine Taufe vor

F Aus dem Kreise Mosbach in Baden meldet die Heidelb. zenommen an einem Kind, das ihm ein Vater überbrachte. Es
Zeitung ein Curiosium aus dem Orte B. Frhr. b. E. versieht dar die „Taufe der Demokratie,“ aber vorgenommen in aller
daselbst schon seit vielen Jahren den Todtengräberdienst; Graf v. Form „,im Namen Gottes und Christi, des Gesetzgebers der
W. wurde in neuester Zeit als Feldhüter verpflichtet und ein Nenschheit.“ Die Anwesenden sollen über die Maßen gerührt
vensionirter Schullehrer R. des Kirchspiels hat das gräfliche Pa« gewesen sein.
ais mit zugehörigen Gütern um eine schöne Summe angekauft.

pWisen. Hier findet eben eine eigenthümliche Ausstellung
tatt, naͤmlich eine „Mieder-Ausstellung', die von der Damen⸗
velt wahrhaft „bestürmt“ wird.

f Trier, 10. März. Am gestrigen Nachmittage durlief

insere Stadt die Kunde von einem schrecklichen Raubmorde, der
noch in diesem Augenblicke alle Gemüther lebhaft beschäftigt. Zur
augedeuteten Zeit, zwischen 3 und 4 Uhr wurde die Haushälterin
des Pastors zu Trierweiler, einem etwa eine Stunde von hier
entfernten Doͤrfe, in Abwesenheit des Pfarrers, im Pfarrhause
durch Halzabschneiden ermordet und der Pastor beraubt. Der drin⸗
gende Verdachtfiel sofort auf einen übel beleumundeten jungen Mann
aus Hillesheim, einem Eife Orte, und gelang es noch gestern Abend
der energischen Thätigkeit unserer Polizeibehörde, den Mörder zuer—
greifen, und zu verhaften. Er hatte bereits einen anderen Anzug ge—
fauft. Die mit Blut bespritzte verhängnißolle weiß und schwarz car—
rirte Hose, welche der Beschuldigte am Tage getragen, fand sich,
eingewickelt, bei ihm vor; auch der Rock war voll Blut. Es wurde
zudem ein Pistol bei ihm gefunden.

Berlin, 12. März. Die „Staatsb.Ztg.“ meldet einen

neuen Raubmord, welcher am Freitag Abend auf der Prenzlauer
Chaussee nahe bei dem Thore veruͤbt worden ist. Die beiden
Handelsleute Rosenberg und Ebeling wurden von drei zerlumpten
Kerlen überfallen. Sie setzten sich zwar nach Kräften zur Wehre
und es entspann sich ein heißer Kampf; schließlich mußten sie jedoch
der Uebermacht unterliegen. Rosenberg sank von einem tödtlichen
Messerstich im Genick getroffen, mit dem Ansrufe: „Ach, meine
armen Kinder!“ blutend zu Boden, und auch Ebeling hatte meh—
rere Messerstich am Kopf und in den Arm erhalten, die ihn voll⸗
ttändig kampfunfähig machten. Das Nahen eines Wagens vertrieb
die Rüuber, welche noch nicht ermittelt sind. Die im Wagen be—
findlichen nahmen die Verwundeten auf. Roseuberg wird inzwi
schen wohl schon verstorben sein, denn nach dem Urtheil der Aerzte,
welche seine Wunden untersucht haben, war auch nicht die geringste
Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens vorhanden. Ebeling
venn auch schwer verletzt, befindet sich außer Lebensgefahr.
        <pb n="130" />
        Bekanntmachung.
Zur Verhinderung des Ausbruches oder
der Verbreitung der Wuthkrankheit unter
den Hunden werden unter Bezugnahme auf
das Ausschreiben im letzten Blatte nach—
tehende Bestimmungen der oberpolizeilichen
Vorschriften vom 81. Juli 1863 zur Dar⸗
nachachtung bekannt gegeben:
Z 1. Wenn bei einem Hunde die im An—⸗

hang näher beschriebenen oder andere

sichere Zeichen der Wuthkrankheit oder
ihres drohenden Ausbruchs sich ein⸗
stellen, so hat der Eigenthümer oder

Besitzer oder derjenige, dessen Obhut

der Hund anvertraut ist, denselben

sogleich zu tödten und der Ortspo—
lizeibehöͤrde unverweilt Anzeige zu
erstatten.

Alle freilaufende Hunde, an welchen

Frscheinungen der Wuth wahrgenom⸗

men werden, sind zu tödten, wenn

man ihrer ohne Gefahr“ nicht habhaft
werden kann.

Die Cadaver von Hunden, welche
unter den im 8 1u. 2 enthal⸗
tenen Voraussetzungen getödtet wur—⸗
den oder verendet sind, müssen vor⸗
sichtig nach Angabe der Ortspolizei—
behörde verwahrt werden.

Ist ein Hund von einem wüthenden

oder wuthverdächtigen Thier gebissen

worden, oder mit einem solchen Thiere

in Verührung gekommen, so ist nach

den vorstehenden Anordniuigen: zu
verfahren.

8 12. Die Desinfectien der mit Speichel,
Blut, Urin u. s. w. von einem wuth⸗
krauken oder der Wuth verdächtigen
Hunde verunreinigten Gegenständen
muß unter Aussicht und Leitung eines
Thierarztes geschehen; werthlose Ge⸗
genstände sind durch Feuer zu ver—
nichten.

F 14. Zuwiderhandlungen unterliegen einer
Geldstrafe bis zu 100 fl. oder einer
Arreststrafe bis zu dreißig Tagen
(art. 142 Abs. 3 des Polstr.)

Der obenerwähnte Anhang zu 81 wird
im nächsten Blatte folgen.

St. Ingbert, 18. März 1867.
Kgl. Polizeicommissarickt
Krieger.
F Berichtigung.

Die Haus- Güter⸗ und Möbelberstei—
gerung der Erben von Wilhelm Andreas
dahier finbet nicht am 30. April sondern
am 30. März nächsthin im Sterbhause
Statt.
Horn, kql. Notar.“
Widerruf.
Da meine Erklärung in Nro. 29 dieses
Blattes unrichtig und falsch ist, so
erkläre ich hiermit, daß ich wirklich die eh—
renrührigen Aeußeruncen über die Ehe—
frau Schenkelberger bei Franz
Ganster gemacht habe, diese beleidigen
den Aeußerungen aber als erlogen zu⸗
rücknehme.
A
Barbara Danzer, Ehefrau von
Thomas Dreber.

P arapfin-Korzen, prennoen eine Stunde —2 als alle glearinkerzen,
und hedeutend pilliger, 4 Paket 28 kr. 8 Paket
ινι oder. 2. Z. Pd. à Pfd. 86 k3. — ———
A 4 ιια quu , *
Lingol-Woll in allen Farbon, in grosser Ailswähl, empfielitt'—
4 öα
P 1558 8 55534 —7 a — * 482 3 —
Geschäfts⸗ A 4 Bau⸗Verdingung.
Unterzeichneter: bringt hiermit zur Kennteban! Zur Erbauug eines Schlafhaufcs im
niß des hiesigen und auswärtigen Publie gGroßheiügenwalß sollen die nachverzeichne-
ums daß er sich als Benlosser dahier Fen⸗ Arbeiten und Materialiern
tablirt hatu,n undn empfiehltsich in Allen — I ——77 —88* —
in sein Fach einschlagende Arbeiten. In⸗— Donnerstäg den 21. März c
dem er solide Arbeit und reelle Bedienung Mittags halb 2Ahr, *
vernucht. — e e m Gosh f g Post — —* rru⸗ idner
Karl Umbehr Schlosser. dierscloͤft' dffenttig und mindestfordernd der
Wohnhaft bei Frau Witwe Semelzer Jungen werden, 7
im Mühleneck in der ehemals Quiiriug * gr
—X Werkstätie) — J J J F I5 J n; ——
SEt. Jngbett in Marz I8o73 NErdawbeiten gernnng u *
Der Fraͤu Dir,e ktor in Drilacke attz.* sůrefenn F —V .
————
igen Tage en n Fagt 9* —— 6 — — Molldis, J—
—B Ihr —J MLLLEGFDSCG *81 Du
en den Jorigen. 3268 000 Stud Vachleine
Gutes hiefiges Hen und Ohmet isi 5) 1330 Tonnen Kalk,e
zu verkaufen be 8 34 1410 Kummen Sand.5
Joh. Schuster, Schreiner. 75 360 Lehm.
—, c— )2436 Koͤrperfuß Hausteine.
Gutes seines Spinnwert dnd dud ensenanen
0vor 14 Körperfuß Tannenbauholz;“
ist zu ver kaufen bei Briul. erner werden für den Bau des Wasser—
— Seiler Briu. haltungsmaäschinengebäudes noch
Da ich wegen . muals zur Aulieferung versteiget:
2 eg vorge⸗ 11) 266 Schachtrth. Vruchsteine und
rückten Alters moin Ge⸗ 2).. 661 Kummen Sand
AA.. scaft qu redueiren vder Neunlirchen, den, 14. März 1867.
jar aufzugeben gedenke, so zeige hiermit an, Koniguche Schichtmeifterei
daß ich einen großen Vorrathvon gutge⸗ —
machten Tischmesserne n. Gaͤbeln,
verschiedene Sorten, zu herabgesetztem
Preise vertaufe.
W ααIH senior.
F CEin Garten in den
Großgärten ist zu vermiethen
bei Tüncher Kimmel.
Jagdverpachtung.
Donnerstag den 28. März 1867,
Rachmittags 1Uhr, zu Erfweiler, wird
die Feld und Waldjagd im Banne
von Ormesheim auf GJaͤhre wieder
verpachtet. WE
Erfweiler 12. März 1867, “ 238*
Das Bürgermeisteramt
Brauuberger.

An den schulfreien Nachmittagen beab—
sichtige ich, einen beständigen Cursus
der frauzösichen Spräche zu erthei—
len, für Schüler von 10 bis 14 Jahren.

Der beiden Sprachen mächtig, darf
ch bei wöchentlich 2 mal 2 Stunden wohl
hoffen, die Eltern meiner Zöglinge voli⸗
tommen zu befriedigen.

Anmeldungen nimmt die Red. entgegen bis
Mittwoch, 20. d. M., wo der Cuͤrsus be—
ginnen wird um 2 Uhr N.“M.

St. Ingbert, den 1. März 1867.
I. SCHhIICIS, Luremburgischer
Lehrer, conces. Sprachlekrer zu Saarbräcken

Ein braves fleißiges Dienstmädchen
wird zum Eintritt am 1. April gesucht.

Die Erpedtion ertheilt Auskunft wo.

7 J
Otto's Photogravhie.
In dem dazu erbauten Atelier in dem
Mühleneck werden während einigen Tagen
photographische Porträts von 15 kr. an
hbis 10 fl. angefertigt. Visiten-Karten das
Dutzend zu 3 fli, 6 Stück 1fl. 45 kr.
Brößere Bilder werden billigst berechnet.
Die Aufnahmen finden bei jeder Witterung
tatt. Haltbarkeit und Aehnlichkeit garan—
cirend, ladet zu recht zablreichem Besuche ein.
. Otto,

Maler und Vhotoeraph.
Bei Karl Riotte sind sechs bis
acht Wagen guter Dung zu ver⸗

kaufen.

*400 Centner Wie—
senheu, beste Qualität, sind
zu verkaufen durch
V.onct phi Iingeær.
Geschäftsmann.
Redaktin, Druck und Verlaäg din F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="131" />
        — —νν—9 ν αν ινι O ιιιιανꝰσ
.7 2 itanu — e * 2 — ——— 4 4 — d
r Xvu A VGHBD M— * —
arur — ML HMRNM˖EB, 48.. * ———
F —9 6? we —A7 V vun
—— ιιννI, ανια ναι rV . äν
ö α ν tn linisie itriae ιι ιν α u ιι»α ι νιι 11 13cια
—ιιιιπ J ”ιια,, h tnß ιι ü “ ä Citit
der „St. Ingberter Anzejges mit seinem Unterhaltungsblatte etscheĩnt wöchentlich —X——
ind Saam st a g. Abonnementapreis vierteljährig 45. Krzr. Anzeigen werden mit V8l Kryr. die dreispaltige Zeile Blatischrift odern weren
Raum berechnet.acnizui dů. ιν αν ιιννν
Ao 33 — — 77 7 — *æ—— a —— * — * * I8677 2
Nro. 35. Donnerstag, Marg , 48607.
237 ισ * ———— ιια ι puduiie i A e
Einladung zum Abonnement.
Mit dem 1. April nächsthin beginnt ein neues Quiltt
ral für die Monate Apritz Muaĩ und Juni. Wir machen
nserenworehrhichen Leset. hlerauf nist dernngreundlichen vBitte
en e eee engetener
icern.Raimeninsch Fghuchen wst diejennigen uinseret. Abonnenten.
32 —7 9* 7* J. 7 — 4.. 33
e das Bien durßz big Pon vegehen hur utzugischt
bial dig e: Vestellung bein der betreffenden Poste rus danti on oder
dem respo Postboten Svrge tragen zu wollen daminder Versandi
2. ERR————— 2 —5 ⸗
c. Blettes selnx Vetzdgtruntterleide. 4
Per Si. FJugberter Anzeiger wird wie vis her Zmal wochent
—3 —⏑ J— — .22 68
ih ait, Aen geg haltatn gablahte aim den hiertelzührigen, Prei
— — uid e e nh dyio
gin zechlreichem Abonneinenk ladä ein nc un Abit
s ιν Die Erpeditivn lm
6
xc. wer tugen Abonneaiten. ivelge dem Anze uet. dur h bu
bon der Expedition beauftragten Zeitumngsträger erhalten wird dat
Zlatt füt daz lommende Opaͤrtathegelinaßig fortgeliefert, soferne
—A— 8* ———⏑ MA
— DD
— ä—— E2

— ——
49—
jen abgeschloffenen Frieden üertrags Alse bißepälestens⸗ zum 8
unftigen NonatsgSie? Ratificaliott erfolgte“ von Preüßen aim
36/und pon Bahern am 8iAugust vorigen Jahres.
nn Mittn che m 20. Warz! Der Militarausschuß hat in seiner
ee Sien ee e hegce du Sunne ah bahehen
In daß bas Heereserganzungsgefet einer gesetlichen
Feststellung bebatf,n daß⸗ vo der Staatgregierung die · Vorlage
eines zitꝰ enlwerfenden bezüglichen Gefetzes versprochen; daß
die Behandlung dieser Vorlage m Landtage so viel Zeit bean⸗
Hcuche vaß dud Zustandelommender Civlproceßen und der So⸗
algesetzgehung gefährdet werde; daß es zw Amätig -ctscheinen die
Berathung des Relltarorganisations · Entwurfs mit der gt
rathung gin derbinden / aug Vlesen Gründen beantragt der Aus⸗
chuß; es seiean bie —
Ae bolle Nüffchiebung viner Beschlußfassung über das. Militurver
assungsgesetz vis wrach Vorlage eines“ die ganze!o Maierie umsaße
senden und regelnden Entwufs zu ermöglichen.
Manghen, 20. Warz. In Jolge einer Erklärung der übri⸗
zeit Viimisser wird det Ruͤcteint des Juftizministerz erwartet and
dürfte nach Linem umlaufenden Gerüchte heutt noch erfolgep⸗
n Mkt che n,Wie die Bayer. Ztgze meldeten hat Se Maß
her Komg dem wülrttembergischen Minister Frhrn:BaVarnbühler
welcher bej ber Stuttgürtet Confereng prasidirte, das. Großkreutz
des Kronordens, sodann dem würtembergischen geheim. Legatiöns⸗
rath Frhry“d. Soden;! das Comthurkreuz. des Michaelgorbens
berliehen — a ⁊iu
Aus der Pfalz, 16. März. Legtztvergangenen Dienstag ist
vas Bittgesuch der Einnehmer wegen Erhöhung der Amisbuͤrg⸗
chaftszinfen Nach Munchen abgegangen und wird hoffentlich noch
von dem jetzt versammelten Landtag seinc. Erledigung finden, da⸗
nit einem dringenden längst gefühlten Bedürfniß auf dem nächsten
Budgetlandiage abgeholfen werden kannα—
——— Dienstes⸗Nachrichten.“ ur
Durch Htegierimgsbefthluß dom I58. Marz wurde das Ge⸗
neinderathsmitglied Georg Buschmann zum Adjimkten der Gemeine
———— ernannt. J
Durch Regierungsbeschlußz vont 182. März wurde die von den
Synagogen vorständen des Rabbinatsbezirks Frankenthal vorgenom⸗
mene Wahl des Rabbiners Dr. Adolph Saldvendi aus“ Reustadt
am det Waag in Ungarn, zuletzt Rabinet in Berent in Westpreue
ßen als Bezirksrabbiner mit dem Sitz in Dürkheim bestätigt..
Ser Piaj. der Konig haben fich allergnädigft bewogenge⸗
funden, unterm 16k. Is zum Revisionsbeamten beim Haupt⸗
zollamie Wurzburg ben Hauptzollassistenten Joseph Helm zu Lud⸗
wigshafen a. Rhein ptovisorischer Eigenschaft zu ernennen und
unterm gl.“ Datum den Grenzobercontroleur Philipp Jos. Avila
zu dhtuchen— Hauptzollamtsbezirls Zweibrücken, auf Grund des
g. 19 der W.Beilage zur Verfafsungsurkunde ans administrativen
Frwägungen ün den zeitlichen Ruhestand zu versetzen. — —
Dffenburg, 17, März. Heute wurde hier eine Landesver⸗
ainmlung der sich sy nennenden deutschen Partei abgehalten. Der
Zudrang war micht feht groß, die Zahl der Anwesenden mag höch
Jens 300 betragen haben. Gegenstand' der Berathung waren An
raäge bezüglich der dentschen Frage und der badischen Angelegen
yeiten. In Bezug auf die rstere Ftage wurde von der Versamm—
—0 „Die Versammlung wolle
unter Anschlüuß an das, Stuitgarter Programm, vom 11. Nou.
— Entwurf einer norddeutschen
Vundesverfassung entspricht weder dein Einigungse noch dem Frei⸗
heitsbedürfniß des deutschen Volkes., Dasselbe verlangt eine Verx—
fassung, welche alle deutschen Stäninie verbindet und welche neben
der Aufrichtung einer kruͤftigen Reichsgewalt die, —A
der Einzelstaaien in ihren besonderen Angelegenheiten, sowie die
in der deutschen Reichsverfasfung festgestellten Grundrechte des
deutschen Volkes gewährleistettn: Fut Erreichung dieses Zieles, zur
Beseitigung schwerer Gefahren, Mit welchen ums die Zerrissenheit
es Valteriaudes, hedroht, erwartet das Volk der vier jetzt isolirten

Aα u Deutschlaudenιιν

Mnz bn?16. Werz. Gestetn errächten vie ann 7 Ia
nüar i. Je hegönnenen Arbeitenn der Cotumission. wel Behufs
get oan des! Berggeseßesentwurfes en worden
dar; niht Ende and wurden die Sitzungen/durch den ken Staats
minister der Finanzen geschlogsent atunc

Mun hen, 17.. März. Von zghlreichen Mitgliedern ver.
ietcher gatichen der, Kem mer der,. Iübgevtdueten wirk eben
ig Antrag berathen, der, die Erzielung-einer vollen ·Solidaritäl
—V wichtigen Fragen zum
Zwede hal, ha weiche Vehufe? eine entsprechende Ergänzuig des
Pinisterberamwortlichleitss Geseßes, vom 4.Juni 1848 bfantragt
werdensoll, n Man hältes heute für sehr ———
Ablanf diefer Woche eine Vertagung der Kammern eintritt, daß
ie Vertagngt von den k. Sfaatsministern beabsichtigt ist, dürfen
Sie als sicher, annehmen. e , L.
Dun chen 18. Marz. In, der. heutigen Sitzung des zur
Zorathung des Militärorgan isatious⸗Entwurfes niedergesetzten be⸗
onderen · Alusschusses wurde von· einen· Mitgliede der Autrag ge
—
gen, ppornach die Kammer die Regierung um Vertagung des Land⸗
ages vittet, bis die Vorlage eines umgearbeüeten Organisationß⸗
iwurfs erfolgen könne. eber diesen Antrag findet morgen Be⸗
rathung im Ausschusse statt und ist die Annahme des Antrags sehr
wahrscheinlich“ Es gehen Geruͤchte über eine Ministerkrisis in
verstärktem Maßstabe. .
Munchen, 40., März.nn Die „Bayerische. Zeitung“ ver⸗
offentlicht im ihrer heutigen Nummeß den Zusatzvertrag zum⸗ Frie⸗
ensverirag, abgeschlossen am 22.Aug; I866. zwischen Bayern
and Preußen. Derselbe lautet Art. FX. Zwischen Sr. Majestät
demm Konig von Vahern und St. Majestät dem König von
Preußen wird hiermit ein Schutze und Trutzbündniß abgeschloß⸗
ssenr Es garantirene üch die hohen Contrahenten gegenseitig
die Integutätg ihrer bezüglichen Känder und verpflichten sich
im FulieeinegKrieges ihreya wolleen Kriegsmacht zu diesem
Zweg einander zur Verfügung zu stellen. Art 3. Se.: Majestät
der König von Bayern überträgt für diesen Fall den Oberbefehl
jeinen: Trnppen Sr Maj. dem Koͤnig von Preußen. Art. 8.. Die
hohen Contrahenten verpflichten sich, diesen Vexrtrag vorerst ger
heim in halteine Art.neche Die Ratification des vorssehenden Ver
irgges esfolat gleichzeitin Imit der Ratification des unterm Heuti

7
        <pb n="132" />
        arbeitsscheu; weiß die Natur sich dLande zu gütiq. erwiesen
haben In Folge dessen versinke 7 mit jedem — 1
Schulden, lbe von seinem Kapitaae, und fuͤhre ey ꝓProdutte der
FJahrikindustries des Auslands — Handeß und Gewerbe
miner inen versana Ded Ach müßigen dep
Städten herum, petianste dort um —in Amt, oder bemühe sic
um die Befreiung Thessaliens, statt zur Entwickelung der Laud
wirthschaft mitzuwirken.
—nll nnnt vet SEchweiz. 3t12B,.
eritIg Mätz. Die vffentliche Meinüng in dir·Schwei
aͤherzeugt üch immer mehr, daß die Todesstrafe keine Nothwendig
keit stio Inf. Kuzern, Tessin, St. Gallen wandelten - die großen
Rathe X gefällten Todesurtheile im Wege der · Begnadign
iin, Aargait dem dref Todesurtheite vortiegen; wird nuchfolgen
in Graubündten haben sich die Gerichte gegen die Todesstrafe er⸗
klärt; Glaruslbehalt Aun ur deul Norb pathten Worn)die Todes
trafe bei.gn i iiusus ilfttteot ütgre Tu iilt
ta r in ann Atalient 9le id i
nicReom Lde Marze MDir Regierung hat für die, Unterdrüd.
zng des Brigantenwesensn gußerordeutlicht Maßregeln exgrifsen.
genergl. Courtin hgt sich miit denj itglienischen Geperal an de
Hrenze chnimanditt Lerstandigt, dit Operatjonenut“ ombinren
Mankam überein, daß die papstlichen und b n Truß⸗
pen die duf“ die Verfolgunguder: Briganten nusgejaudt werden
diesen Verfotgung fortsetzen können, aith deßn Gebiete. deg inqu
oder des anderen Landes. Die, ß derraec b der
5 Frosinone zugenommen. ——— Gefangenneh⸗
mung deß Hrn. Panighi— nnee fixꝰwbelchen
die ee als Losegeld 150.000/ Frs. vetlangen.n Her Vapf
wird am 22. März ein Consistorium abhalten mm stalionijche
Bischöfe zu präconisiren, Der Prinz von Carignan ifn, ven Ne—
apel kom menda chucch Rom gereist; er ist von Sr. Heiligkeit ein⸗
zeladen worden . ein ge —5 Rom auf seiner Fücreise zu ver⸗
weilen Det — diese Einladung angenomment
α ανι n—y 139 rα
ιι —.— 13
21 Koustantisebeh 43. Mätʒ J Muͤsiabhan gazyte Phho hat
abermals an'den Sullan ein“ Shrelben gerichtet, das“ ein formli
ches Manifest zu Gunsten der Einführung des! ronstitunionellest
,, —
gearbeiteten Verfassungserbnurfsckn Nomen der „Jungtürken“ ein⸗
aexeichtz Beides, machte bei der Pforle große Sensatione
e Belgrad, 37, MärzeGestern Abend langte hier ein Cou⸗
fier der — ————— Konstantiuopel an welcher die
— — — cherpringt .
Amerika huh in J
N ihny Or kac FJohn Suratt, der! Thellnehmer am Com⸗
plott zirr Ermordung! Lincolns, nift —
elangt:“Die Swatora“ landeie direct in Washington . und der
in! iner Zelle, sor ronstruirt, daß an eiß
Entkommen nicht zu denken: ist.nDer Gefangeneo hante noch feine
pipstlicke Znuven⸗Uniform am' Letbenls er hier un⸗ dasVand
stieg, welches wiederzusehen er gewiß nicht wünschte. Anfatigs
stellte er in Abrede, daß et John Suratt heiße dvoch nach dem
Verlaufe einiger Tagengestand er feinen Identität.“ Masn siebt mit
großer Spannung dem Verlauf dez Prozesses entgegen, mamentlich
weil vielleicht von demselben vas Schickfal des Leuers der Rebel—
lion, des Erpräsidenten' Jefferson Davis in-Fort Montoe abhangt
—
ä sach t o αν ννι 5αο Wes
A F Kaisenslaut arn 18. Märzntt AmHungerbrunnen
im Reviere Stiftswald wurden gestern durch Herrn Apotheker Voh
von hier und Forstgehilfen Latix vonFischbach zwei starte Win
schweine erlegt! —— vig n onn ne ü 7
— Morgen, in“ allet
Frühe, hat ein Panther, der wilde Bewohner einer eben wegen
des morgen beginnenden? Jahrmarktes hier sich aufhalienden Me⸗
nagerie, eine Promenade: durch einen! Theil unserer Stadt gemacht
J imd ist in einer Nebenstraße ber dem Aeberschreiten einer Brunntn
Partag, 18. Marz. Exnste Unruhen sind in Roubais (Nord- De⸗ bedeckumg, die augenblicklich nure losen aufgelegenr war, in dem Zieh⸗
partemant) ausgebrochen, es ist zum Kampfe zwischen der Gens⸗ hrunnen hinabgestürzt. Derselbe wurde eben sonbald vermißtals
darmerie und den belgischen Arbeltern die in dieser Stadi beschaf- Entdeddt und mit Wagenseilen gus seinenn unfreiwllligen Bade her⸗
igt sind, gekommen.“ Diese Arbeiter, die sich an die Grenze ve⸗ misgezogen und balde in sein hoͤlzernes Verließ gebracht. ¶Derselbe
geben haben, derlangen die Annerion Belgiens an drameig ung stegestern Abend schon—einmal a durchgegangen, gewefen Dieser
machen große Demonstrationen zu Gunsten dieses Landes. Nie Panther ist, wie der Menageriebesiter Hre Henlel heute unker sei⸗
here Kinzelheiten fehlen noch.Es erhalt sich das Gerücht, das ner Anzeige bemerkt, ganz zahm) unn
Frankreich Luremburg gekauft habe. 7— . Bürzb ur g. 18. Marz. Heute wurde die Reihe der
.England. * alten Kriegsveleranen wiedere um einen derdienstvollen Manmget
2 ng 75 lichtekt.. Es starb dahier im Alier von 89.Jahren in Folge von
London. Die Dally News“ beginnt an · der Zukunft Ita Altersschwüche Maximilian Frhritvi. Zandt, pensionirter charakte⸗
liens zu verzweifeln. Das Volkseimuthig unde geistreich abes isitter Gmeral der Cavallerie, Juhaber des 14. Inf.⸗Rege In⸗

Südstaaten von iunm uerungen — en mit
pereinigten« Hräften ur je dazu wesentliche Einberufun ines
— — * —— *
Welck Rder⸗⸗Gri s Heide lberd, Ver z Badenwtiler
und * ——— wy
Franksurt. DeAuswanderümgslust grassirt in Hilsiger Gegend
wieder sehr; man sieht ganze Carawanen, welche ihrem Haus und Hof
und ihrem Vaterlande auf immer den Rücken kehren, um in der
penen Weltnihr? Glüch zu werfuchenn.Sa Auchtuantz Rheinischeint
die Auswanderung: in⸗ diesem Frühlinget wieder einen, groͤßeren
Maßstab wie je anzunehmen. Die Auswanderer, meistens Agerz⸗
letzter begeben sich nach dem Staate Wisconsin.
7— hüringen, (Misch-Ehen) In deurstühsischen And
iubelt ien derstenthinu en une
deutsamer Fortschritt vollzogen. Ehen nämlich zwischen Christen
nd. Juden sinzdentsprechend den. deutschen. Grundrechten welche
hestimmen⸗ die — bidel bein burger
— Ehehinderniß, in den sen elens ser Kegierungen
weder beanstandet, noch rteendwie ershwort morden. Ruch von
oufessioneller Seihe Fhob Rich niemals ein hennenswerthe⸗ Hin.
derniß, da inghesondere der aufgeklä — Landrabbiner
Dagud ve rg Mardnn- Diß ntz, Lanndwehrherhälinisse
debend an Gellen Reserdiheg haheals sie auf her gestrgen con
owersaminlang. Igmn Eide gufgefordert wigrden, fost. alg / den Ge
—DDD—— 3 ιι,
eer izme Id Parz, Wenernl Koder, —
d sene ahe h Smei
und der Landesdigector Hergenhähnn von Wieghaden zum Präsi,
denlen des Appelationsgerihtg doselbst exuannt sporden. Mor⸗
Rnasol den Großherzog unde hig Großherzogi hon Vaden hier
eintreffen . ιν
hn Poann e e Stagtsaneigere. gerd ffenitth
tzute diezwischen Preuße usnd Bahern aAm 24 —
. ohen und. zuyischeu Preußen. uud ng n 9
Wun I886 abgeschlossenen Vundnigoerage. Der Fnhalt“ verfel
— —— garantiren
die betresffenden Staaten sich gegenseitig der Jutegrigt Ihrer Ge—
biete and/werpflichten ich.inn Hrjegsfale hre wolle Krsegenuiach
zhiauder zux Verfüügung ——9 Baperũ aind Badeu ühertragen
für den Kriegsfall den Sderbefehl ihrer Trubben dem Konige, vop
Preußen nue T
eon Der Kaufmang Vh Dytlathe bahir, dem. Jereit
ig Januar fir seine den krihegefange gen ud vorihsdelen üd
deutschen Dfftgexen wnd . Nnchaften / gewidmete, — int
Pllege der baher, Verdienstordesg vom h. Michaet buten ahe
den ist, wurde dieser Tagenauß derselhen Pfranlassung hd
prächtigen Insignien ee e
sezeichnet, as in, gllen Kreisen lebthafte Auerkennung fande
Wibi, II Wärg. Anen v. Zegelthoff ol —7 —
Keise zurückberufen und ulit dem Marine⸗ Obercommqndo betraur
werden. Als Kroͤnungsgeichent wird Ungärn für die bsiezreichische
i —A——
—
——— Rungyeülrae
—— —J .Abends statlgefundenen Confe
renz der Vataheher der Deal'jchen Partei sotzte Deak auiseinander
daß die B—
der Kronung aufgeschoben werden könnte sondgen Laß dessen so
fortige Annahme ümbediugt nothwendigt se . ö in
den früheren, Zustand zuruüͤckehrein müßtg. Deat riethr vqu Modifi⸗
B6
f.Wien, 2. Matz. Heulen heginnt der Aufhiaisch dreier
Zigoren zur Aufstelluug ass Ohserpgtionscorps an dernürkischen
renze. 3un ie
33 Pambarg. 17. Motz. Vihfessot, Plant.in iel hat den
Ruͤf nach Müuchen angenommen, Die gesammite Studentenschaft
brachte demselben gessern Abend einen solennen Fackelzug. Hol⸗
stein erhält einen besonderen Regierungspräsidemen
Frenkreichß

17
        <pb n="133" />
        en
in
der
rbe
en
ich
1d⸗

haber des Veteranen⸗ und des Moitat Dentʒeichens für, 4813 zu Kleeburg oberhalb Weißenburg im Elsaß geboren und erreichte
und de 7 * * —3 ĩ somit ein Älter von nur 481 Juͤhrkn. 177 Wessge Alzůversitat
ücxzhuxeg März. Vach dern VBorschlggezderz philo. erlgidgh durchs sewen Tod einen schweren Verlust. 54
vhlad —A — — ——— ff — ——— ——
duf den durch Osanns Tod erledigten. Lehrstuhl per. Poyt qꝛ — — *5 J ⸗ wreng 9 n
—
FMündchen. 14. März. Gestern ist auch der Pianist Hans er uug p —— 8 3 an ⸗
o Bulow Wiedex dahird eingetroffen und gedankt vorldustg inen * Nünchen, 165 aärz⸗u Veider heute stattgehabten Verloo⸗
— ee u e e Un Nanp clgendeinen Anlehens zu ⸗423. Proe. von 1857
sheint es, gewöhnen sich allmähliqtdoch : darane /NRicharde Wagnert Lurden gezogen: ObligatisnLat. A. zu 1000. flutßz Series
and Hans v. Bülow nicht als dien Vartzeter einert Sitagt. und xẽIndnummier 18, 27, 7 3 23 848, 20. 90; 8: 94, 21, —2
Krone bedroheneen Polikik zn Petrachten, und, lasson sie xuhig ge— 382, 89; 3: 59, 4, 38Lit. B. —V———
vahren. — Das Projekt, eine große Zeifuͤng in Munchen zu 78, 83, 04; 6: 81 ꝑ8, 42; 33 30Oα öν: 86, 483,
gründen, welhe zumal für. einen ——— z3. 903 83 3 86 83 3 3
mpfen solliee ist um Joͤng ufgegeben .n Vagegen beabfichtigr 7äit. C. qu 190 ueSIItec, — 33:
—— e e wpelg —A o81 97 6 36736 107 60,
Rimsterium Volen e an Sute ienen sohtte αν ——— 8 6öαg e63
Mannheunn— e, meldel, daß die ÄAnlage Su463, 65, 57.13 3 n 6
eines nenen Persogenbahnhofes sur Mamhemm in dem Schloßgar 35, 15*8, 68; 9: 48, 15. 835*3 5 5 — 2026
ten (unweit —5— craffe)s Laschlossen worden ist. Die Anord- 55, 14; 13: 56, 37, 81*; 12: 64 * 82 ———
nungen zur sind bereits ergangen. 536; 21: 94, 15, 95 18εια: Is, 8804; 7
Seidelberg, 18. März. Gestern ere e — F eᷣß * 5 * 8*
Ludwig Häusser nach langgeminnd schwereu eidtils au ozinon Herzbeu⸗ der mi ezeichneten hercitz früher gezogenen Endnum 31
lelerweiterung —S——— 3 aim —8 ie bie je nachfolaende zu llchcn* mer Ien 85
Eine schöne und große
Auswahl in guten Billigen
—A 4 * * — —
—
der Stigfelehen
solid gearbeitet, für Frauen
und Kinder empfiehlt
V——— 2on — ——
rs Sch uh n a che v —
— —— ——— D.
uarteumesser
MDeulir Veredlung vuꝛe sser
nBaum: Scheeren SSägen
von: Gebr. Ditt mar iun Heilbronn
dei Garl Mösler in St. Ingbert.
— 9 ——⸗ —— — —
Otlo's Photographie.
In dem dazit erbauten Atether in dem
Muůhleneck werden wahrend einigen Tagen
hotographische Pocträts pon 15 kr. an
As O F. angefertigter Visitep⸗ Karten das
Dutzend zu⸗Zifl.r 6.Stück I. i45 4p
Zroßere Bilder werdon billigst perechnen
Die Aufnahmen finden bei jeder Wittexung
tattꝛ cr Haltbarkeit und; Aehnlichkeit garau⸗
irend, ladet zu recht zahlreichem Besuche ein.
AE tto
Mater und Photot ip
SR -
Centuet Wie⸗
senhen, beste Quälität, sind
zu verkaufen durch · *
VestphSilinger,
Geschaͤftsmann.
a ich wegen vorge⸗
rückten Alters mein Ge⸗
schäft zu reduciren oder
zar aufzugeben gedenke. so zeige hiermit an
daß ich einen großen Vorrath von gutge⸗
machten Tischmessern u. Gabeln,
voerschiedene Sorten, zun· herabgesetztem
—
2hil. EPmericoh seniore“
n 8* no
Schus.vgnisse
2 232
A * r
dohulversaumnisslisten
iud vorruͤthig zir baben in der Budhdrucke⸗
rei des „St. Ingaberter ?nzeigers“

Bekanntmachung.'
—BV— *
letzten nen —A
scheinungen, die auf den Ausbruch der Wiuthe
rankheit bei Hunden mit t
zen lassen, veröffentlicht, nämlich:
J. Verändertes — ejnes Hund a
—B——————— zriiag. erdrisek
t uund ·fräge wiyd unde faͤhgespgene dyn
— —*— ag X e
außere Veranlassung heftig und zor⸗
wig nich gigtihr Zabg in beisthcheh
wildes Aussehen hat; 48,
zeitweise eigenthümlich Unruhe, —
cher. deg Hunt Ien enilgfen sucht und
wenn ihm dies gelingt;, längere Zeit,
selbst tagelang herumauft;1,
Verlust der Freßlust zu den, gewöhn⸗
lichen inshesondere festen Nahrungs⸗
—B il,“
Lust zun Verschlingen von Gegenstänz
den die, wie Slcoh Holß Kolh Siant
zc. nicht als Nahrungsmittel dienen;
heiseres heulendes Gebel?t Nger ml
erhobener Schnauze wie voͤst? den
Hunden, denen Musik ⁊c. zuwider ist,
ohne äußere Veranlassung ausgestoßen
wird.
Nervenzufälle, wie Zuckungen der Au—⸗
Jenlieder, der Lippen, der Sttrnhaut
und im weiteren Verlaufe auch der
Gliedmaßen und des Rumpfestnc
Lähmung-des Unterkiefers und der
Schlingwerkzeuge mit;Abfließen von
Schleim und Geifer aus dem Maule;
auffallend rasche Abmagerung, die sich
vorzüglich an dem Hintertheile kund
zibt uͤnde nicht selten eine bis zur
Lähmung fich steigernde Schwäche her—
—
auffallende Beißsüucht gegen Menschen
und Thiere, ja selbst gegen leblose Ge⸗
genstände, z. B. Hotz, Eisen, Steine ꝛtc.
Zeigen sich bei einem Hunde solche Sym⸗
dome uͤnd iriti unter denselben in 5 bis 8
Tagen“ der⸗ Tod ein Asa ist ifast außer
Zweifel, daß ein Wuthanfall vorhanden
war. — u — z —
St. Ingbert. 29. März 1803,
Kgk. Polizeicommissaviate
ινι“ Rtriener.
4 7 — — 2*
Das frühet Zogel sang'sche Haus
im Hirteneck von Herrn Baumeister Kuhn
hewohnt ist von Ende Mai an zuver⸗
miethen. Heusser

ee
d ft
Inptggepet getuiß.
nik den ki — s63 Mach⸗
nittangs Idei Uhr im Stadthause zu St.
VigbertAwird auf Betreiben des Jakob

encht ner, Bergmanne eön Eß. Ingbe
33 eune ie e V
Maͤriũ —B———— — ——
haft, Wttwa on Gepr ge Fejchten ex, durd
hden q ee die
Hälfte von Plan Nr. 2788 α
huͤnjasesn kpite siny det Rurhbach Pruͤtt Kro⸗
—V — Pann von i Ingbert, und
—0[
Walde begrenzte Halfte wegen Nichtzahlung
dr Wipreies anderwen ig.versuunert wer—
xn. I Aus Auftrag

420 Faßbender.

344
Oolzversteigerung.
Frutage den 12051.. Mts. Vormittaga
um 100 Uhrwerden: im Schulhaufe zu
Dumersheim aus dem Gemeindewalde von
n.Schlag Höllscheid, nachstehende Holz⸗

ortimente borsteigert o
4ahown Stänmmevon 10 — 12“ Durchm.
LLO Aioferua Balkenrund Sparren,
ra Lichen Wagnerstangen,
16 Pappelstämme,
19 Langwieden 3
73 hiefetn Hopfenamae 51594
23Paͤchgerten
7 aspen Sparren,
1800 Bohnenstecken,
214 Klaster liefern Pfähle (6“ lang),
37 geschnitlene buchen Stangen⸗
prügel,
5birken Stangenprügel,
Iννp aspentie ιιιι ιν
50 . Krappenprügel.
Ommersheim, 18. Maͤrz 1867..
Das Bürgermeisteramt
— Lang.
vbisn 8 inchtige Kesselschmiede,
Abstständige Arbeiter, werden zu sofortigem
Fintritt gesucht. Veständige Eondjtion und
guter Lohn werden zugesichert.
Auskuuft ertheilt *
W. Quiring.
Der zweite Stock meines Wohn⸗
Jauses, bestehend in 4,Zimmer und
tüche nebst Keller und Speicher ist
zu vermiethen, und fofort beziehbar.
———Valentin Schwarz
35— 7 Wagqner. — 17

*
        <pb n="134" />
        ö ι
e V e7 kquu f. eν
DD ————— ———
Flaschenzug it Seil unde8
Rollen, in bestem Zustande, Lirca 420 eiserne
Tlammern, ein großer Bohrer und eine
Parthie Gerüst⸗-Dielen, zut Fallitmaffe
des Michael Agtpon Ensheimgehoörig,
siud aus freier? Hauduzu; verkaufen und
einzusehen imn Haust des provisorjschen
Syndits. I 4283;
Westphälinger, Geschäftsmann
8 zu St. Ingbeyt.
Da fich bereits in ineine neue Stele
Lung Lingetreten. so sageich wieinen
Freuͤnden. aind Gonhern in St. Inge
bert ein herzliches Lebewohl
LEouisenthal 20. Marßz 1867. *
: AQuiring.
glũumtoh gaohg eiclue toivπιιαν
nin braͤves faͤßiges Diensit⸗
7Dcher wird zu so fortigem Enn
αι——ε

Ilνι ι —ι . At
— * nia 5* St. Inghért. .IS n
OD 3 Mα-— —
— W j ch t l 9 fͤ rA us w d n dee re T. e
— ,
Negelmäßige Passagier⸗Beförderuug
ν utc R ae durch ιι —
* 33 RDAL JS α T
das Rkeder Haus Nood-Pielefeld&amp; O: in Ravro
ιαιM ι ιν, α]
8 l en Segehschiffn Sumithime⸗ ab' — am 13. Apribn — J
n — ι — X——— it lliiui⸗ — iu
— ι να
Dampfer Iena“ ab Navxré am .Abril I — niteꝑ
Zega if ¶ Vntnan han . Gabt. Annier, oh arrbprit
Dampfer Fultom* Fapt Samauels, ab, ; 3—5
Segetschist -dr nnnznunn art. Dumley.ah auns yre d btth
2 IRägere Auglunst — — nuan Sα,
F —— bdari Roclor fiꝛuum uat
* F 2 18 74 — 6———— Atet
—— —* A DDD—
— ————— Holzversteigerung un otgn
eca 27 März 2 uhr Mitmge werden durch den
kgl 3 pruu 6 4 i17 —1198
g8 58 — —1 M m⸗,
4 1466 2 e de
435 * tück Eichen-Dielen und starke
. νια üt F αια οσ u— ιια
Ane n — * Schwarten!* n ια — tiautuusl
—2 — νιιι uν uνα
au den Meisthietenden versteigert. —
ao Das Holz sitzt an der Wohnung des Unterzeichneten
nndo eignet sich hauptsächlich fuͤt Schreiner, Glasernd
Zimmerleüte P —— αν X unuu uðö
De —— bei Ferdinand Oberhaun fer.
nut — To —
o Nähere Aufschlüssesertheilt ——
itn uut Rüsswetter.
——— *b St. Ingbert. aνινι —— J
Won ger Dunderfahn den hentn
Midhael Lederla &amp; Ot in Ludwigehafen
stmir die Niederlage von künstlichen Dingern übertragen und empfehle ich dur
Jefälligen Abnahme, unter-billigster Berechnung! — D — ————
νι Roh gemahlenes RKuioehenmmeial, —— 8 4
»νιν Gedämpftes KAnvchenmneh,
vbunper phosphat, i t ntn e e —
—
Peru-Gunnoo —u
Niesen-Dimger. — —V [ —
Carui —
Parapfin- Rorzen, dramnen eine Stundo. langer ·als alls Stoarinkereen,
na e Und bedeutend billiger, ä: Paket 28 sre ß Pabet
. — —B Z. Pd. a ————— — —————
M lehe R Me
its ⏑ — zgu vr *
* — o en
e a Llingel·Moll in allen Farben, in groscet Kuewaht, dsehit
—— —E —
Qual. 15 kr., Kalbfleisg 12 asmel-
leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 ir, per
pfd. Wein 24 kr., Bier, Glr., per Liter.
Buttet 28 kri, ver Pfund.
Zgenchtbreise der tadt ,
Kaiser vlautern vom⸗ INt. Maezoc
Weizen 7 fl. 83 st. Körn“h fl. võ 9—
Spelzkern7 fl. 42 5 „Spelz 5fl
33 kr., Gerste 3eft. A8 kr. Hafer“ A fi.
18 kr.AErbsen 4 flu36 kr.Wicken 8 fl.
53 kr., Linsen, hHsle kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26 kr.
3 Pid. Gemischthrode Ta Ir. unde Z.Pfd.
Weißbrod 16 krnn !

R
e

R

Roster.

— —
mittags 2 4 AUhrnttzm Eisn Mngbert yn
Saale nonr Ferdinand Oberdauser,
äsßt Herr Perer Schwarz, jun. Metzger
)ahier, vor dem kgl.—Notar—Ho vn auf
angjaührige Bersinnen itdeigenversteigern:
BnBegndgec if⸗⸗Muhlenihul 66
Dez. Acker nneSchäaftoͤpf / 8 Dez: Acker
uinben Seyen mid 1331 Ruthen Ackernam
—XD—

Westphälinger,
Gieschaftswann

— —

41445

—X
uꝛg un 8us vermiethen e

Das ber Posterpedithrs Wittiwo Schnort
durr in der Oberstabt bahier gelegene
sweistöctige Trohnhaus uiit Pflanz
garten ist ganz oder theilweise zun ver—
iuͤlethen durch das! Geschtiftss un Consukta⸗
Kons⸗Büregu volte νιι —
N ιινäAI. hn.
u t lein . naherhentn
— 77 . 2
Guter xdiher und blauer Kleesa men
XXEEEXLCLE
erbsen- in hitey Qualität, Anndbillie
su haben bet t W
suf M. Rhiern iuShn Ingbert.
α
Det schynste Garten in den
Großgärten, und, einige Papzellen Feld
den Herrn Gustav T gehörig, sind
zu berdachten durch Geschäftsmann
—3; AWestvhoͤlinger.
— —— — —
) Mehrfachen, Lnfrugen genügend,zeige
ich hiermit an, daß ich für die diesjährige
Aussaat mit
Hanfsamen, Uatitnischen (angen),“
Pferdezahn⸗ Mais, Riefen⸗Welsch
korn), bereits versehen bine neιν
Auch empfehle ich 2 un ,α
Seradella GVogelfuß⸗Kleesamen)
»er. jetzt gesäet. wird, und selbst im mager—
sten Sandboden gedeihend, eine ergiebige
Schur guten Grünfutters liefert, sowie
Rah⸗Gras, italicnisches und oͤngli⸗
s, für Wiesen und Rasen⸗Anlage.
t Ingberit —5 i *
J. Uhl sun.“

— —2 —
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ c. Preise der
* 14ACLCCC- 35
Stadt Zweibrücken vom 21. Mat;.
Weizen 70fle 340kr Korn 5 fl. 45 kr.,
Herste Areihlge,fl. — kr. Gerste 4—
cethigel Jl r., Spelz 4. fEi Ir.,
—öAVV
Adr.nMischfrucht A fl hi iri, Hafer
fl. 11 kr. tsrbsen ν sr., Wicken
z efl. 28 kr., Kartoffeln:1fto 2ukr Heu
ufl 48 .Srbhe1 fl., 12 kr., per
Zentner. AWeiobrod IIe Kilogr. 48 kr
sernbrodKor 7 x ditio2 Kgrʒ
8 re, ditlT Hgr 9fr., Gemischtbrod
Kgri 88 krone Paar!“ Weck,! 7Koth
2 IrRindfleisch, J. Cual duen
——
Redaktin, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
—
        <pb n="135" />
        — n— αννα SA io 5 —
— *— *8 e— “ n 27* — 9 J . A
* — — — — ii 7. CRXLAIS. M I &amp; ν
——— AM —A —u ——6 4 . M α
— — —— ι——,u n i —341 ..
ινιιι ν— J— _ ö α _-νι oltiti an α
—D—— ι —u C ι ιν ινν
, n34 , , tia
der St. Ing bertey. Anzejg ex. mit seinem Unterhaltungsblatte Serscheint wöchentlich Dreimala. Dien stag, Dommersstag,
ind Sa mist a g. Abonnementsbreis pigrteljghrige A5. Krzze Anzeigen merden mit: 8 Kegr.idie Dreifpaltige? Zeile Blatijchrift oder deren
J etß it Ceista aut wn e mnt 31 Raum berechnet. ———— —V—— 120 13 611 ——— — ααα
Nro 364 :ν ιι di Eamstag, den 8. März α ι ιαν ι 1867.
* ꝝ· .itSιν ι
Geseßesentwurf eines Conscriptionsgesetzes vorlegen zu können: wom
Ministerium· vin⸗ Termin von wenigstens vier Wochen begehrt wird,
wye steht eins Vertagung der: Kautmer inAussichtenn n e
nMill nch an/ 203 März.“ Der Rückttitt des Justizministers
Hrn.uwv. Bomhard stehht unmittelbare bevor und wird wahrscheins
uͤch:mit det Veriagungdern: Kammet, am 22. Erfolgennals sein
NRachfolger wird det Abgeordnete und Präsident des Appellatious⸗
jerichts von »Oberbayern, Hreuv. ! Neuin ayr/Bruder deso früheren
Ministerk. be geichnetιιν näιιι ι α
— u Dienstes⸗Nachrichten.“ u d
Se. Majder Könlghaben allergnädigst geruht ð unterm
—D—
laugentdie wegen Annahmeeines ühm zugegangenen Rufes an
die Universität Leipzig erbetenen Entlassung aus dem“ bayerischen
Ztaatsdienst, runter wohlgefälliger Anerkennung seines ausgeze ich—
neten Wirkens zit vewilligen, Unterm 17.. Märzel, Jamn das
r⸗Forstamte Kronach in Erledigung gekommene⸗ ReviereWallen⸗
els den dermaligen Actuar-des Forstamtes Vohenstrauß, Michael
Höflinger, zum Pprovisorischen⸗Revierförstet zu Lernennen⸗ nnde un⸗
serm 18. März l. J. den Revierförster Christian Friedrich Güm⸗
del zu Fischbach in Anwendung des 8. 19 Abs. 2 der! IX. Bei⸗
age zur Ver fassungs⸗ llrlande jeines Dienstes für immer zu ente
ssenne re * ιι
.r Berluin, 20. März. 1Die:. Prov. Cortr bemerkt zu den
pre uißisch⸗lüddeutschen, resp.: Den von Preußen mit Bayern und
VBaden!ubgeschtossenen Bünudniß⸗Verträgen/ welche jetzt: veröffent—
licht sind: Nachdem die Gründe der Geheimhaltung dieser Ver—⸗
rägee jetzt geschwunden, sei Gewißheit vorhanden, daß die Main⸗—
uünie keine Gyenzscheide sei nand daß die nationalenn Einigung umd
aigtionale Kraft fester als je hegründet seien. Hierin werdent zu
gleich Deutschlande und Europa die Bürgschaften des Friedens
xkennen. ιιι— ι 5
de Miitcenc/ 20. März. Wie die Presse erfährt, hält Oesterreich
den Prager Friedensertrag durch die Verträge Preußens, mit
Bayern und Baden nicht für alterirt. Oesterreich würde nur
danzz fich nicht mehrufür:n gebunden halten, wenn Preußen die
süddeutschen Stauten zu einem gänzlichen Aufgehen in den jetzigen
norddentschen Bund bestimmen wollte cunn
2Wienaal. Märze Aus Patras vom 17. d. wird gemeldet:
Rach Berichten, die einer griechischen Quelle entstammen, scheint
ich der Aufstand in Thessalien auszudehnen. Ueber 1000 thef—⸗
alische Familien seien in Griechenland eingewandert. Die Offen⸗
id und Defensiv⸗Allianz zwischen Griechenland, Rumänien/ Ser⸗
hien und Montenegro wird als gewiß betrachtee.
urc Weiren, 21.. März.: Die heutige: „Amtszeitung“ ist ermäch⸗
igt,udie Nachricht: der „R. Fr. Pr.“ über einen angeblichen Be—
ginn eines“ Aufmarsches dreier: Brigaden, welche zur Aufstellung
eines Obserdationscorps nn⸗ der türkischen Grenze bestimmt sein
oslen, als vollkommen unbegruündet zu bezeichen.... —
mouPesth, 18. März. Se Maj. ver Kaiser erschien gestern
um 7hr im Nationaltheater und wurde von dem in allen Räu—
men gedrängt vollen Hause mit minutenlangen enthusiastischen El⸗
entufen empfangen. Das Orchester executirte die Volkshymne,
bei welcher das Publikum sich erhob und wiedecholt in begeterw
Jubelrufe ausbrach. Eine gleiche Kundgebung des Jubels, mit
velchem das Publikum den König begrüßt, hatte in der ersten
Scene statt,— in welcher ein Husar in einem Trinkliede ein-Hoch
auf den Ungarkönig ausbringt. Se. Maj. blieb bis zu Ende
der Vorstellung und schied unter den Kundgebungen allgemeiner
Begeisterung- Das Theater war auch außen festlich beleuchtet, und
ahllofes Publikum- begrüßte Se. Majestät beim Kommen und
GBehen ·.. I
J 38 Franfreich.
Paris 19. März. Die Erwartung, welche allgemein ge—
hegt wurde, daß man durch die Debatte über die Interpellation
zes Hrn. Thiers den Grund für die“ Inactibität Frankreichs im

Aο ι ια i ule nos
——— um Abonnement! uu
Mit dem 1. April znächsthinz beginut-Cin neues Quar—
tebrfito diei Monateti Apris; Mal usid Juni! Wir machen
ansert perehrti hen. Seferhietnutenit her!n freun ditchen. Vetle
uuertsgiihte V hteitunhea hesattannRtht Gei ige her
zeuettz. Ramentlich. zrsüchen wir diegenigen, uufeter- dihonnenten.
yelche das Blatt durchu die P ost beziehen⸗ für iuce migllich si
zal dige. Bestellung beider betteffenden Posse vhEd kt Jon zoder
xen desp.“ Postbotenn Sotenträgen zu wollen dant. der Versanidz
W — — —⏑ 6
jes Blattes keine- Verzögerung erleĩde.
Der St.Ingberter Anzeiger— wird wie bigher Zuuaß wächent—
jch mit Untkerhaltumgsbhatte um den wierteljährigen: Preis
jott 45Kreuzern erscheinentna nind nunun ustaindnuen 2
Die Erpebitivn,
Alz. Denjentgen, Abonnenten, weiche deu Anzeiger durch die
on der Expeditian⸗beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt ilnr vas lommender Quartalregelmaͤßig fortgeliefertn foferne
— ——
αι
unchlücha hihest 1I16 n

21

i οfchlandr ν ιν
d Müncchen, I mNärh.“ Mer heulige Tag hat Flarhelt An
db politische Situltioen bon Bahern sgebracht. Rach der! offizieller
Mitiheilunge des Ministeriumtz hes!. Aenßern im Militärausschuf
ber den Alstanzverkrägezwischen“ Preußen üttd Batzern sind ird
ich dio Zweifelawelchet nach den bisherigen Schwünkungen der
—— jede Partehi für⸗ Ahre Zwecke benützte, veseitigt.
in Schuͤtz⸗ unde Trutzbündnißß zwifcheno ber Krone Bayern und
Preußen ist abgeschlossen, welches die⸗ Antegritar ihrer beiderseiti⸗
en Landesgebiete untet gegenseitlgen Schuß stellt unde im Falle
ines Krieges zu diesen 3 die vollse Kriegsmacht beider Staa
en unter den Oberbefehle des Königs vonPreußen? qtellt.“ Die
Lragweite dieses Bumdnisses ist von IrbßemVekange.nnBahernist
aingewiesen eine! deutsche Politik zu verfolgen und sich nicht den
Linflüssen hinzugebemwelche die Hoffnumg hegten, durch eine Coa
ition von Oesterreich undeFränkreich die Umgestaluunig von Deutsch—
land in der sich eben'wollziehenden Forxin! verhindern und zir dem
zeutschen Parttcularissnus zurückkehreine zu können: Die?!!Integrii
räke des —— —A———
gehörigkeit zur Deutschlaiid gewinnt durch däsß Bündniß erst Gat
autie umd sicherem Schuttz; sie steht icht allein · ünter dem Schlr—
— unter dem
der norddelitschett“ WaffelnnnIm diesem militärischenn Anschluße!an
den Norden liegtbien Bürgschaft des Friedens da-ein nußeret
Feind kaum wagen wird, das eeinigteDeutschlande mit einem
Angriffskrieg zu überziehen und die Deufschen kein auswärtiges
Land erobern wollen. Mit der Sicherheit des Friedens wird der
natkonale Aufschwung von neuein beginnen,“die! handelspolitische
—
verden der militärischen unausbleiblich folgen und damit neue
uellen für den Volkswohlstand eröffnet werden.. Der“ Militär
msschutesich Im Princiß daflr lentschieden die⸗ Stutlgartet Con⸗
erenzbeschlisse der neuen Militärorganisation Bayerns zu Grunde
u legen? dabel aber auf die Minimalansütze bezüglich“ des Prä—
entstandes der activent Armee im“ Frieden zurückzukommen.“ Die
Forderung des Kriegswministers von 17j2 Millionen; mit Ein⸗
schluß der Gendarmerie von 10 Millionen; und 12 Millionen für
die erste Einrichtung, welche auf“ dem Maximalansatz der: Confe -
Anzbeschluͤsfe beruht durftendie gamge Kammer gegen! fich haben.
Da bis jetzt nur der Entwurf eines Gesetzes über die Militärber⸗
assung vorlegt um aber den damit“im Zusammenhang stehenden
        <pb n="136" />
        letzten Sommer erfahken würde, ist, miß es felbstder für die zruff der Präsidend Catargiu Bratiad an aus Inlaß Feiuer frü
negierum Sen en oupu aussprach⸗ getaͤuscht worden, aus dem heren Amtsthatigkelt als manmmmget wegen der wit WVerluß
einfachen Grunde nämlichd 4 dafür! weiter lein Grund vorhansrückgängig gemachten Anleihe bei der ottomanischen Eant Er be⸗
—D— p der hat ohne, bes zeichuete, desses Verhalten eied Bretigzu wurde
stimmien Plan in Fruben fischen wollte. 3 ist klar: von dem linken Centrum gestützt, worauf sämmtliche Abgeordnete
ausgenommen einedkkeine Anzahk nicht einmal gang zuverlässiger der Rechten von der Abstimmung das Haus verließen.
Leute. findet der neue Zustand Deutschlands nur Gegner in Frank— Amerika.
reich; aber auf der anderen Seite ergiebt man sich eben sowohl New-York, 18. März. Es haben Unxuhen unter der
wie imten in dãs unwermeidli che. amnd · wird dem Anschlußz Süb ⸗ rijchen Bevoͤltetung'n hier sattgeflnden in Fole dessen das En
deutschlauds an den Rorden, keinen erusthaften Widerstand entge⸗ chreiten der Poligen noöthig wäre Es!! entspunn sich ern ernster
gensetzen. Dieser würde sich erst bei etwaigen weiteren Vergröt dampf, in welchein viele derwundet und auch mehrere von ba
erungsplänen rinfinden. Was die franzofifche ¶ Regierung Jelbst yetschiedenen Parteien getodiet wurden—5. J
anbedrifff, so geht sie stark erschüttert aus diesen Debatten. herwond. einey ort 19. Marz. Der gesetzgebende —X
iu denen das größere. Talent und die Sffentliche Meinung auf isch Columbia hat den Seschiuß angenom men, ver ihm u Gin
Seiten ihrer Widersacher waren. Bisher hatte der Stolz der ten seiner Aufnahme in die Conforderation der englischen Colo—
ranzosen jhnen: immer noch vorgespiegelt. daß, ste zuletzt doch dir⸗ dien don Nordamerika atnterbreitet worden warn!uB
gend etwas aus den Ereignissen des letzten Jahres erlangen wür⸗ J 7
den, jetzt ist auch Zieje Illusion zerstört, die Enttäuschung und der BVeer mi sach te 47
lerger allgemein i Die liberade Pressen eifert mit Rechtecgegen I Dürkheam 39. Metz Eiu⸗ bltbeits vüshmliche belcinner
die Ankündigung; des Ministers Konherx, Daß Frankreich einen be- fälzijcher Literat hat unlängst die rtrn Deidesheimer Geih
frächtlichenTheil der Schulden des Heiligen Stuhless übernehmen bocgeschichte züm Gegenstand ejner humoristisch - draniatischen va
würde. Wahrend die Regierung die Militätlasten zunerschwinglich irbeitung gemacht ner dem Titel Ein, Kuß zur rechten Zeite
steigert, dahei nicht gemig, Wittel hat, Aum dit Wehrer hinreichend »der Der Geisbock von Lambrecht. welchr, wie man und gits
zu desolden und den unentgeltlichen Elementarunterricht Ir-exihei⸗ luwerlüffigen Quelle.versichert, als jelzr gelungert hezeichnet werden
jen und Brücke und Wege in guter Ordmung zu erhalten, bürdet aun, n Der -Verfassfer chat bereits Anstalteno getroffen, de ig das
ie der Ratiqn, meue Schitldem jür gin zfremdes, Interesse auf. — Ztück sowohl hier als auch in. Deidesheim iun Laufe der naͤchsten
Die Eröffaung der Ausstellung wirden uͤbrtgensallen zuwiderlaun Woche durch die soeben hier — ——
jeuden Gerüehten entgegen. dennoch Rin /l. April. stattfindenzz die Kiit Duffü hrung kommen lans.33
jeierliche Vertheilung der Prejse am d. Juli⸗ at Die Abgeordneten ione Mün chen. In den Tügen von — ———— tagte
der feiernden Vron jearbeiser ¶ haben ¶ aus London die Zuficherumgdier eine Conferenz won / Eisenbuhnbeamten, amn welcher li Vertreler
mitgebrucht, daß 25englische Arbeitergesellschaften mit 200; 008 der französischen Ostbahnen, dann der württembergischen,badischen
Mitglledern fich eutschlossen hätten, ihren Pariser Collegen wöchent, and pfälzischen Bahnen, ferner der hessischen Ludwigs der Saar⸗
siche Unterstützungen gukommen zu kafsen, und daß andere Gesells brücker, der Kaiserin Elisabeth- der bohmischen . Westbahn5 sowie
schaften dieseinBeispiele folgen wiütden.Uebrigenns hat die Polt- der bayerischen Staats- und Ostbahnen theilnahmen, äinerseits
zetn die Plakate der Bronzearbeiter die pffentlich angeschlagen warn unn dem' neuen Fahrbplau für den Sommierdienftefestzusetzen, der
renzentfernt. Die: Arbeiterunruhen, in Roubair haben. nochnnicht nit dem: 15. April ius Leben treten soll, sodann aber auch um
zanz gufgehort, die Gaͤhrung dauert -forten Bis jetzt sind 33 Ver⸗ äns; Kinigung bezüglich der pariser Ausstellung zu erzielen; Was
haftungen vorgenommen. Der Schaden, welchen die Arbeiter aAn- Xu erstern Punkt anbelangt, so lönnen wir qug, guter Quelle
zerichtet, wird von den Regierungs3blättern. auf 300, 600 Fr. nittheilen, daß ein den Juteressen des Publikums sehr zusagende;
zeschätzt, doch ist er wahrsche inlich eträchtlichhoöher.“Worgestern Fahrplan ausgearbeitet wurde, der bedeutende Verbesserungen in sich
sind auch in Watrelos in der Nähencon: Roubaire Unruhen in chtießt:. Himfichttich der Pariser Ausstellung wurde von den WVex—
einer Weberei vorgefallen. rin aet eretern der deutschen Eisenbahnverwaltungen festgesett; einen Nach
un Pamrt s, 20. März.n Der Monde“ läßtesich ausg Wien 85,pon S5. Procent der Fahrtare bes. allen Zuͤgenn alfd den
reieeenn peeeeed ente an When Schnelle und gewohnlichen Zügen zu ewahren die frauzösische
sruchtlichen Varleihen spricht:uemechenn ich detde reihische Zubuhn jedoch auna Procent. Yachlaßfür Billete auf.8 Tage
ielerus zu Gunften der Regierungemttschuͤeßem wurde Der Monde, Dauer 9 Procent. fr Billete /auf 14 Fage Dauer nd 250 Pro⸗
will nicht hoffen, daß irgend ein Langrand - Dumonceau vdahinter ent für Vllete auf 4. Wochen Dauer hlos, bei ordinaren Zügen,
steckt, sondern daß es sich um einem igroßmüthigen ünd freiwilligen aber nicht ———6 dem Grundsatz aust
Act der Afterreichischen Kirche handelr Jedensaus wird det ai. ing, den Unbenrittelten so, viel als mihglich die Reisegelegenheit
ier: Frangoseph keiue Beraubunge dulden,, immerhinaber ein. zu:ermögljchen. Aber trotzdem⸗ zeigen sich doch die Bedinguugen
freiwillig gewaͤhries patriotijcheß Geschenk annehtnen Dit dlnwe- der deutschen Lisenbahnverwaltungen dem reisenden Publikumi
seuheir des Erzbischofs von Olmütz inn Wien oll das Vorhaben Leit annehmbater, indem fie das Viertel Ermäßigung der Fahr
als sehr wahrscheinlich und nahe beborstehend erscheinen lassen are selbst auf Schnellzüge ausdehnen, und Tour« und Retour;
Paris 20 WMiargee Die dlegraphishe iachticht, don der billetz mit einer Giltigkensdauer von .bier Wo hen zum Vesucht
Beroffentlichung ded Vertraͤger: zwischen Pretfzen und Vayern und der Ausstellung abgeben. Sem Publikum ist uübrigens zuoch frei
wischen Plengen dundn Baden erre t bogreriflicher: Weise ein großes Festellt. sich auf den deutschen Stationen sogleich Billete für die
bAlufschen Die , Gazette⸗ der Fruͤnce“ sehreibteeinfach als Tuel Zanzösische Strecke mit Giltigkeits dauer auf 8.14 Tage bis4
ber dee betreffenden Telegramme Autwort des Herrn d. Bismarck Vochen zu Ilssen, für welche die oben angeführten ermaßigten
auf die Nede des Herru Rouher Der, Abenhet nntinate sagt, Preise mit der Abstufung von 45. 85 und 250 Proz. auf der
daß Hert v. Bismarck fortfährt, sich uf Kosten. der framzöstschen französischen Ostbahn bestehen. Neben diesen Einrichtungen wer⸗
Staalsmänner zu amußiren. Ert hat sich heute das Vergnügen den, noch von den deutschen Bahnen, wenn sich Unternehmer nui
demacht, durch einen seiner geschickten Theaßereonps die Vertrau- iner Anzahl von 800 Personen finden, welche in gejchlossener
eusseligkeit, die Herre Rouher in seiner Ltede entwickelt, zu stören. Gesellschaft hin- und zurückreisen, Ertrazüge · an Sonniagen vera
Die „Presse“ findet, datz die; Geschichte Preußens in Jahre IB66 — eine Fahrtax⸗Ermäßigung von v04 Proʒent
zines der größten Beispiele von Entschlossenheit und glücklichem —B——— letztere gehen unaufgehatten durchaus bis pa⸗
Wagen darbietet, die je die Welt getannt hate In Bezug duf ris, Vei dieser Gelegenheit wollen wir aber nicht verabsaumen,
die Reden des Herrn p Bismarck wended dasselbe Blatt, den ünser deutsches Puhlium anfmerksam zu machen, daß es sich vor
Vers Voltaire's am: Cest du Nord aujourd'hui que nous vient den Stragburger Zügen etwas in Acht nehmen möge. GEsfer⸗
la lumiere! Es ist aber die Presse nicht sonderch hon dem tigt nämlich die französische Ostbahn jeden Sonntag auf eigene
Licht entzückt, das nammentlich, uber die posische Frage un Norde Faust einen Ertrazug nach Paris Abwelcher jeden Donnerstag
parlament angesteckt worden ist. — von Paris zurückgeht, mit Tour⸗ und Retourhilleten zu 29. und
In Padi 8 haben die Schneider und Bijoutjers die Arbeit 80. Fr. aber nur wenn 400 Personen da sind--Durch diesr
zingestellt. Außerdem hat die Regierung erfahren, daß die im Bestimmung wird die Sache höchst bedenklich;, denn wenn nur
Innern des Ausftellungspalaftes derwendeten 8ööo Individuen *80, ija sogar 800 Personen zum Antritt der Fahrt im - Bahn⸗
die Arbeit im nuchsten Mongt. eiustellen wollen. In Roubair bofe da sind, so geht der Zug nicht ab, und der Reisende ist ge⸗
ham 68, aus Anlaff ein 8 Striken zu hedauerlichen Auftriten,; zwungen, die höhere Fahrtare Zu zahlen, oder aber zu warten bis
eine Fabrik wurde von 15,000 Indibiduen geplündert und in an einem solchen Tag die Zahl 400 voll wird. Es leuchtet /ein,
Brand gesteckt, in mehreren anderen wurden die Maschinen zer— pie durch obige Bestimmung die ganze Sache, illusorisch, wenig⸗
stört. Abends kamen Truppeit 'von Lille an. Der Schaden be⸗ kens sehr pedenklich gemacht wird, ——3 *
kragt mezrete Millidnen en — If Bexlin. Am Freitag stimmte ein im Fackelzuge für Böckh befind⸗
77 äL α ν,R iches Musikcorps vor dem Hotel des geistlichen Ministeriuins un
438 Donaufürstenthumer. 34. ber großem Jubel die Melodie des Liedes anr G'rad aus dem
Bukarest, 18. März. In der heutigen Kammersitzung Wirihshaus komm' ich heraus.“
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        ist
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de
Ae

J

3 2 * 42 J * 2
Moͤbilidrbetsteigerung

u Rohrbach. 7

Donnerstag den 28. März 1867, Vor—
nittags 9 Uhrroläßt Rudolpeh Cunz
gäcker und Wirthim seiner —
Rohrbach machverzeichnete: Mobil iargegen⸗
tände aiuf Borg verfteigern, als: 3
uIn Pferd, Stute,iI Wagen / Heuleitern
uPflugun Egge20 Centner —
Jentner⸗ Ohmnet, 301Rentner Kartoffeln,
vollständiges Bett mit Bettlade; Getüch—
aller Art/ vielt Frauenkleider und Hemden,
owie, Fenstge Gegenstände.

Horn, kgl. Notar.
XEBXCSCOSGGS.
Versteigeruugen.“
— dei ʒo. April ——
miitags J hr zu, Si. Inghert im Sterb⸗
34 ieeen hheb verleb⸗
en Eheleute Wilhelm Audres und
Barbara Gressung ihre sämmtlichen
Rohilargegeüstände nd Liegenfchaften in
Figenthum persteigern als: *3 ιιιν
5 DeFiache nn Wohnhand Stall, Hof⸗
—
kaste ler Weg nen Au
Dec. Pflanzgarten allda deme! Hause
gegenüber,! — DD——
18 Dez,Acker bein Forellenweiher.
* —— in det Au7
15 Dec. Rlcker auf Schiffelland. *
32 — Olcker allda,“
36 Dec. Ackexinn der Zten Pfuhlwieser⸗
Ahnung —
535 Born, kgl. Notar
—A —
Hausversteigerung.
Montag, den 15. April 1867, Rachmit⸗
cags.. Uhr Tzu. St. Ingbert im Hause
8 ———— Herr Carl
Riotte, Kaufinann daselbst, sein dahier
gelegenes Wohnhaus- mit; Hof und Garten
dahnater nuf baugführtge Zahlungstetmine
n Eigenthum: versteigern. Trtν ιον
Bis zum: Bersteigerungstage: kann; das⸗
elbe auch aus freier Hand veskauft wer⸗
den und ist Näheres bei dem Eigenthümer
zu erfrugen.
æx SHorn, kgl. Notar.
—— — 51 * —8* —E
oltenConventionelle
Wiederversteigerung.
Samstagden 6G. April ISöι Nacht
mittags 2 Uhr zu St. Iugbert im Stadt⸗
hause wird auf Betreiben von Maria
Spohn, »von da, Wittwe von Georg
Feichtner, gegen Eheleute Franz Derouet
Wirth, und CatharinaSchmidt von
ẽlversberg folgende Wiese St. Ingberter
Bannes;: Plan Nr. 1788 voun J Tagw.
73. Dec. Wiese in der Ruhbach beim Kro⸗
aenstein die von Peter Feichtner und dem
Walde begrenzte Hälfte wegen Nichtbezah—
lung des Kaufpreises öffentlich in Eigen—
thum dersteigertrt. —
Horn, igl. Notar.
— — ⸗— 22 * 5 — — 7—
Holzversteigerung.
Freitag den 29. 1. Mis. Vormittags
m 109 Uhr, werden im Schulhause zu
Ommersheim aus dem Gemeindewalde von
da, Schlag Höllscheid, nachstehende Holz⸗
ortimente versteigert:
3 ahorn Stämme von 10 -12“ Durchm,
119 kiefern Balken und Sparren, —
Z.eichen Waguerstangen,
16 Paͤppelstämme,
19 Langwieden

75 kiefern Hopfenstangen, 3117
25 , Fachgerten, 2242
7 aspen Sparren,
1800 Bohnenstechein
214 Klafter kiefern Pfähle (61 langy,
37 *2 n4eschnittene buchen Stangen⸗
prügel,
592, birken Stangenprügel,
lu2 aspen 8 8 ur e,
50 „Krappenprügel,
Ommersheim, 18. Maͤrz 1863. .
miez guunuz Das Bürgermeisteramt
6Lang.
——
Conventict. .
gZwangsversteigerung.
Samstag den 8. April 1867, Rach—
uͤttags zwe Uhr im Stadthause zu St.
Ingbert wird nauf“ Bekreiben des Jakob
reichtner VBergmannin“St. Ingbert
vohnhaft, als bestellter Gelderheher der
Maria Spohn, gewerblos daselbst wohn⸗
jaft, Wittwe von Georg Feichtner, durch
en kgl. Notär Horn zu St. Ingbert die
dälfte won Plan Nr. 2788. — 173 Des
imalen Wiese in der Ruhbach beim Kro—
ieustein, Bann von St. Ingbert, und
war die von Peter Feichtner und dem
Walde⸗ begrenzte Hülfte wegen Nichtzahlung
»es Kaufpreises anderweitig versteigert wer⸗
den. Aus Auftrag
Faßbender.—
—A
ver Paket 28 kr. bei —
Carl Rösler.
Annondol &amp;
Ein junger Kaufmann, militärfrei, und
nit guten Zeugnissen versehen sucht eine
Ztelle in einem Geschäfte oder auf einem
domptoir. Näheres in der Exp. B1

* 53
Otto s Photographie.
In dem dazu erbauten Atelier in dem
Muͤhleneck werden während einigen -Tagen
Weepht Portxüts von? 15 kra an
is IV fl. angeferligi. Visiten Karten das
Dutzend zu 83fl., 6 Stück 1fl. 45kr.
hroͤßere Bilder werden willigst berechnet.
Die Aufnahmen finden bei jeder Witterung
tait. Haltbarkeit und Aehnlichkeit garan—
tirend, ladet zu recht zahlreichem Besuche ein.

iti ιν ι Otto—

drt fiun Maler und Photogrgph. 5
Ei braves flätiges Dienfte
nmadchen wird zir“ soforligemEintritt
gesucht Wo? fagt die Redakliontinnun
— ——

F i ch e Tanmis i!, dun

—57 4 4 3236
SEchweizerlas F
m igs er ——5 — ιαα—

α Cart Nösler

Mittwoch, den 27, März 1867, Noche
nittags 24 uidt zu St. Ingbert im'
Saale von Ferdinand Oberbauser,
äßt Herr Peter Schwarzjun Metzger
zahier, vor dem kgl. Notar Herrn Horne auf
angahrige Termine zu eigen versteigern:
67 Vez. Acker auf Mühlenthal, 66
dez. Acker am Schanftopf, 836. Dez. Acket
n den yr und 832 Nuthen Acker am!
dahnacked ,

Westphaälinger,

teschäftzmann
2 bis3 tuchtige Resselschme
elbftständige Arbeiter/ werden zu sofortigem
Einkrint gesucht. Bestandige Condition und
guter Lohn werden zugesichert. —A

Auskunft ertheilt 26

P. Quiring.

Gutes hiesiges Hen und Ohmet ist

zu verkausen beic ιαα
Iitz o. Sehuster, Schreiner.

Eine schöne und große
Auswahl in“ guteit billigen
Zenu —le
der⸗Stiefelehen
olid gearbeitet, für Frauen
ind Kinder empfiehlt

Franme Foos,

Schuhm acher ·

Gutes feines Spiunwerk

fst zu verkaufen beii
Seiler Brill.

Ein braues fleißiges Dienstmädchen
wird zum Eintritt am 1. April gesucht.
Die Expedtion ertheilt Auskunft wo.
Der Unterzeichnete hat scho.
nes kiefern Bauholz in jeger—
deliebigen Laͤnge, sowie auch 25 Klafter
6 Fuß langes kiefern Prügel-Holz (Zauns⸗
holz) zu verkaufen. *
Breitermühle im März 1867.
B. Höh.
St. Ingbert.
Von der Düngerfakrik ber Herren
Miohel, Lederle &amp; Ct in Ludwigshafen
st mir die Niederlage von künstlichen Düngern übertragen und empfehle ich zur
—
Roh gemahlenes Rnochenmm ehI,2
Gedämpftes Anoehenmehl,
sSuperphosphat,
XRXXXXR J
FPeI-Gι— 4
IEEEA—— 87
CarIGSIäx.
Die Strohhutfabrik von S. Stern
in Zweibrücken v
ibernimmt das Waschen, Färben und Umändern aller
Sorten Sommerhüte nach den uneuesten französischen und
englischen Modellen, die zur Ansicht vorliegen.
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        id; z 73 —IJ⸗ 11 itt J D ——— n .ẽ
diui 3/ ou Dingemi ere m
t ãũ ita ⏑ ιιιM
. .
Ghenusché Pabrik Griesheim

Widermrnui
Die in Nro 82 inde 83 des St. Ing⸗
erter Auzeigers augekümdigte conventionelle
Zwangs verstrigerumg des sogentinnten Bars
rierhauses bei Niederwürzbach im; Sache
der Elisabethnda olbbemn weilesri—
gewerblose: Ehefrawe von Feex dim amd
Gurü nage lau Siuhlmacherr beisammen
in Zweibrücken wohnhaft, kann wegenein⸗
gelegter Opposit on⸗ am 27ια Ma: nicht

abgehalten werden. tint nles
ι —Am SA u jt ν Be
J Fastbender

— ι

i eh en cnn mn 15 J 4
ι LIE..0 —F
—D—— Frankfurt am Main. 51
nt P
— aι_3
Unsere Mabrikate sind sowohl im Feldbeitzr wien Wiesen .Wein⸗ und Gar
tenbau beirallenn Bewächsen mit dem guͤnstigsten Ersote Auf allen Bodenarten
⏑⏑ den Stand
— — —3 7 —* riq enge
sie werden dem Boden · die Bestandtheile wieder, gegeben,welche die Ernährung
und kräftige Entwickeluuld daͤr Pflantze so wesentlich furhern duch sic werden
die Mittel euu geinuer Fugllkomnien Fejen undrrintensiverr Wirthschaft,geboten;n durch
sie wird 'cs — mbßglich, belieblg starken Körnétsund
durdettnnern hneinm sadmen,vnuiide ohnerhett Vedet Rit tutcherhette die /vochn
nöglichei rträge zu erzielen.· TGR io σ ι Vιινν ———
Sauere phosphorsgueren Kalke GSuperphosphatt zut Düngumgendes
—
Ai. se wenfin, drei Sorten. fι a — 9 — ree
Gedämpftes⸗ Knochenwehl⸗(quanisithhin feinem zünd aüdberenn Pulper
lir Getreide u s, (zuy Maschinen und zur Handsaat,J
Roheß Knocheumehl, 2
Baker Guauo⸗-SuperyAsphat. Sombrerö-Superphosphat.
Peru⸗ Guano⸗ Phosphi.. Gesauertes Na Gici
Phosp oreGuano. ⸗ nhe . 113 AntSs 144
Griesheimer⸗Muangd soncentrirter Dungerd. feisrs Vuwern für Getreide.
Reps, Tabak. Kartoffeln, Hopfen u. s. w. 80101A
Weinberg⸗ Guauo Weberg· Düngergn —— 6
Kali⸗Superphosphat n 3 4 e e
Kali⸗Düitgerffür Wiesen. Wiesendünger. Kalisalzer n
Pernauischer Huannon n ern —
Sodagyps. Schwofelmilchgegen idic raubenkrankheit. 8*
ESummitliche: Habritato sinb von den ersten Agricultur⸗Cheuiikern analysirt
und · werden stets umnter Garantie des angkgebenen Gehaltes“ geliefert. — Sie
zeichncit gich mutch Dom reheit der ersten Fachungmöerz dierch; Billiglkett,. Reinheit
und kan glehchnaßige usärumen seßumg gus ZSie sind im Betreff
des Gehalles der allgemeinen üunbeschrä nktesieni Cont role untorstellt eg werden die
Noftemnfür jede nachweislich zwerlitffige chhemische Untersuchung Von' üns getragen
durch. welche onstatirt werden kannje. daß von- aus gelieferte Fabrikate hinter
demgaraͤntittet Gehalte zurückgebliehen sind.»Verpäcküng in plompirten
Zäcken oͤder Fässern reislisten pugnd Gehrauchta nweisungen, wel—
he veide. dienchemisgen, Analyfen unferer Duͤßsßmittet nthalten.
werdem gratig verabfolgt. — J
Niederlage bei Her— rederis
11

Geschäfts⸗Ers ffnung.
—471 —32
Anterzeichneter bringthieriit zur Kennt⸗
niß des hiesigen und, 6
kuing daßeer sich algz SenIoscer vahier
tohlirt at unde ehnpfiehlte sich in Allen.
iñ seiu Fach Lins a ge ude — vbeiten. Ju⸗
dein er solide Arbeit und —————
verspricht,“bittet zr um geneigten Zuspruch
ag Anrs Karl Umhehr Schloher
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im Mühleneck (in der ehemals Quiriaigꝰ-
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7 ιν, er r —— n c01 P 7
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der „St: Jugberter An zeäig exr“ mit seinem Untexhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Die nstag, Donner s stag,
nd Saa mistage Abonnemeutsbreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3. Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
: !ιιν — Raum berechnet. IP
Nror 374 muii — r α nnn n Dienstag, den 26. März — — ——⏑ — D——— 1867.
— — — — —
Mι — e rr tzi — e 2
inne Giuladrugerum Ahbönnementni olgungen in der Pfalz; Iad M der Arh. I0 des Friedensvertrat
6331 Einla dung zum Abonnement · —F Minister jum nicht maßgebend zund zur⸗Eiubrin
Pin dem J. Aprilnächsthiu beginnt ein neuneg. Quax Jung; eines Aumnestiegesetzes finde ma teinen Anlaß, die, Jüngn
al qur die Monate April, Mai und: Juni,« Wir machen inge hätten wissen müssen, daß gieznochnicht von der Mititärg
msere 7 verehrli hen. Leser“ hietauf.mit. dern freundlichen, Bitte Ve ner hen, gept w iee
7 — Setehhängen —vefälkigsfeurerchervirigee zu dere Uus den Altersklassen 1844 und hätten sich zut Nachcor
enn — aeee aeee r F scription nicht gestellt aus den 7 Kreisen 497 und aus der 5
ieiern, Namenz ich Ersuchen wir diejenigen nserer Abonnenten 736. Conseribirle, ad 8) man könne ves bösen Beispiels für die
velche ad Blatte duͤrch dig Piost, beziehen, für ejne. mid g lich stzukunst wegen keing allgemeine Begngdigungbeaniragen. NRach
baldige Bestellung bei der, petreffenden Posterp edition oder erledigung der Tagesordnung wurde die Kammer auf unbestimmte
zen resp. Posthoten Forge ragen zis wollen, damit der Vexsandi Zeit ¶derlagt. Feidet kann hierdurch der Antrag in — Betreff dey
aeee ehee cineuiehe. 7 vetzisden Glendahnen nih mesn zun Seschtnnfassuug gelaagen.
Den Sto Fnobertex Angeiger wirde wie bisher Bnal wöchen Dienstesnachrichten ⸗
ee e e eean der dinettcheigen vreis Duntd Segierungsbeschung womn Zo. Matn wunde der Sgu
— D να ehrer Nikolaus Schmitt zum Lehrer an der obern kathol.“ Mäd⸗
von 45 Kretnzern etchenen ece henschule in Oggersheim · und der Schulverweser Christian Urich
Zů zahltei heyune Ab nneiment läde ein von Queidersbach zum Lehrex, au. der Fath. Schule in Weselberg
q ν ι ι ο Die Expedition. heide vom 16. April J. Is. an, ernannt.

dui XB. Denjenigen, Abonuenten, welche den Anzeiger durch die gat Durch Regierungsbeschluß von 22.. März wurde der⸗ hrovie
zon der Erhedition beattftragten Zeltuugsträger erhalten/ wird das orischt Lehrer Karl Obexlinger zu Otterbach zum, Lehrer au der
Ren sur vas oninende Eirtak regelmäßig fortgeliefert! soferne rtigen —
——— uee Fe * w30 5 dra der Schulverweser Georg Dexheimer in Frankenstein zum Verwer
i dadsel ren e t —* heure us rean der protest.-deutschen Schule in Niederlustadt pom 4. April
drüchlich a bbastellamint in erus hag. an, ernanmt. h —
— —— n MDurch Regierungsbeschluß vom 283. März wurden der Bücker
un Ñ. u Deutschlaud. und Wirth Cat Vachor Geraffeon' zum Polizeiadjunkten
in Rküch“e n⸗ rg Marz““ Dei Vernehmen. nach kieß der auf der Ste Ingberter Grube und
Qonig gestern den ersten Prusidemen der Kammer der Abgeördne- è&amp;er Schulverweser August Keiler von Weyher zumz Lehrer
ne Hedsessor Pozteufen um sich von demfelben Beriht über An der kath. Schule in Oberhochnadt vom 16. Aprllc. G. nan
die Stimmung und die Ansichten der Kammer bezuglich der im ernannt. — —
Minsterrache eingettelenen Differenzen und der hierdurch entstan⸗· Stutts ar t. 28. Marz.“ Der„Staatsanzeiger“ cheröffent
denen Mimsterfrage erstatten zur lassen. ..3 licht den Wortlaut eines unterm 13. August zwischen Preußen
eMan hein24. Marz Der Staatsministet . der -Justiz ind. Württemberg abgeschlofsenen 1Schutze undTrutzbümdnisses.
Hrenv . Bomhard hat eine umfassende Rechtfertigungsschrift seines Derselbe ist identisch mit den mit den anderen üddeutschen Staa
Zerfahrens dem König in Vorlage gebracht; die Vermuthung aber, sen abgeschlossenen Verträgen.
daß Hr. v. Bomhard seine · Entlassung eingereicht habe, ist unbe ⸗ Berhin 22. März.Die officiösse Nordd. —A
gründet, wie Ihnen mit Vestimmtheitversichert werden kann. Mit zegrüßt mit Befriedigung die Auslassungen der Wiener Neuen
nicht geringer Spannung sieht man nunden Schritten entgegen, FIr. Pr.“ über die Rothwendigkeit einer Allianz Oesterteichs und
welche von Seite der minist eriellen Collegen des Hrn. v. Bom⸗ Zreußens, indem sie hinzufügt, Oesterreich werde den“ treuesten
hard getham werden. o.. 133 323 Bundesgenossen finden, wenn es sich ruckhaltlos / an Preußen an⸗
d ünch en, 22..März. Rach fünfstündigen Debatten wurde chlösse und die nationale Entwickelung Deutschlands fördern wo lle.
in der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten der An- Die beregten Aeußerungen des Wiener Blattes finden sich am
rag auf Aufhebung der Todesstrafe mit 87 gegen 44 Stimmen Schlusse einer Befprechung des preußisch⸗bayerischen Allianzver⸗
angenommen. Die Vertagung des Landtags erfolgt morgen.n rages, wo die „ReFr. Pr.“ sich folgendermaßen ausläßte! Ne—
Wünchen, 23. März. Det Landtag ist bis auf Weiteres denher gilt aber die heutige Enthüllung auch den österreichischen
dertagt worden. Der Gesehßgebungsausschuß und der Ausschuß für Staatsmännern.“ Ihnen fagt sie, daß es!“ in Deutschland keine
die Socialgesetze bleiben beisammen. Macht mehr giebt, an welche Oesterreich fich anschließen kann, als
Maäünchen, 23. An die Ministerien des Innern und der Preußen; daß in Deuischland der letzte Rest einer Chance, die
Justiz wurde vom Abgeordneten Golsen in der heutigen Sitzung eentwidelung des letzten Jahres rückgängig zu mächen, verloren
Zehufs gerichtlicher Verfolgungen wegen Widerspenstigkeit aus An⸗ st und daß ein Versuch, die Dinge dort zu storen, in der That
laß des vorjährigen Krieges gegen Militärpflichtige in der Pfalz, as ganze Deutschland ins Feld wider Oesterreich rufen? würden.
die, bei der Eonjcription ihrer Altersklasse wegen hoher Losnum- Wir müssen allen Speculationen entfagen, welche nicht mit dem
mern nicht in die Armee eingereiht, aufgefordert bei der Nachcon⸗ euen⸗Deuischland als einer nicht mehr zu verkleinernden Größe
scription nicht erschienen sind, gleichwie anch gegen Refervisten, rechnen, undkeine falsche Sentimenialität darf uns abhalten, die
velche sich dem acliven Dienste entzogen haben, eine Interpellation Stellung Oefterreichs in Europa durch die einzig mögliche Com⸗
gerichtet foldende Punktẽ umfassend: 1), ob dieselben Kenntniß —XD———
haben von den angedeuteten zuchtpolizeilichen Verfolgungen in der zischen Deutschland mit Aufrichtigkeit einen Bimdesgenossen zu ge⸗
Pfalz; 2)lob dieselben es nicht für nothwendig geboten erachten, winnen Einen anderen Allürten gibtles-für Oesterreich nicht, und
bei Sr. Majeftat dent König eine Maßregel in Antrag zu brin⸗ ohne Allirten werden wir die Krise, die jetzt imOrient reift,
Pen, wodurqh diesen Verfolgungen ein Ziel gesetzt wird, und 8) nicht überstehen. — —77
gees nicht für angemessen finden, bei Sr. königlichen Majestz- Berlin, 22. Marze Wur des Ksönigs Geburtstage“ sind
Re Begnaͤdigung“! Dersenigen zu erwirken, gegen welche bereits Glückwunsch-Telegramme von den meisten europäischen Höfen, da⸗
Ieden — J runter von Paris und Petersburg, eingelaufen.
E Der Minister des Innern beaniwortete in seinem und dem Berdain, 22. Maͤrz. Der italienische Kronpring Humbert,
Naͤmen det nicht anwesenden Justizministers die gestellten Fragen vird hiet am 6. April eintreffen und im Adniglichen Schlosse
im wesentlichen dahin: ad 1) man habe Kenntniß von den Ver Wohnnng nehmen. ——— 2

— J dee 4 I e 3
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        Berlin, 22. Maͤcz. Die Dotationẽ hon 4300 000 Thlrn.“ Paris, *) Maärz. Gerüchlweise verlautet, drß der Be⸗
ist folgetkdermaͤßen 7Sertheltt worden 8 Graft Bismarckh 400 800 such des 2Kbnige vonkPreußen zur Ausstellungontschieden sei.
Thlr., Kriegsminister v. Roon —XA Thir. General v. Moltlen dor Pahais —I Aufnahme besti munt· sein.
200,000 Khlr Generat v. Steinmetz 200,000 Thlr., General Sicheren Privatnachrichten aus Florenz nach, ist an eine ranzo.
Vogel v. Falckensteim 200,000 Thlr. und General Herwarth v. ischeitalienische Allianz nicht me hr zut denken, im Gegeutheil sucht
Bittlenfeld 200,000 Thlr. Frankreich die Annaherung Italiens an Oesterreich und die Ver⸗

Ber lin, 28. März. Wie die heutigen Morgenblätter mit. mählung zwischen dem Prinzen Humbert und einer Erzherzogin
theilen, hat der König in seiner Ansprache an die (zur Beglück zu verhindern. Der Prinz wird in der zweiten Woche des nãch⸗
wünschung erschienenen) Botschafter Englands und Frankreichs sten Monates eine größere Reise antreten, aber nicht, wie maun⸗
sich in osten sibel freundlichster Weise qusgedrückt. So äußerte er angekündigt hatte, zuerst nach Paris. sondern direkt nach Berlin
u. A. zu Benedetti die festeste Znversicht auf Erhaltung des Frie- unde Petersburg. Erst zu der Preisvertheilung am 1. Juli wird
dens. — Ein neues (12.) Artillerieregiment wird gebidet, dessen er nach der franz. Hauptstadt kommen. —Die Franzosen erleben jetzt
ausschließliche Bestimmung die Belagerung feindlikhers Befeftiguine-so viel tarangenehmes, daß sich ihre Laune immer mehr verschlech.
gen fein foll·cc· tert; · Vor. allem. erfülll es sie mit Zorn.daß. Oesterreich gegen

Berlhin, 23. März. Vom 1. Juli d. J. ab hört bekannte den Anschluß Süddeutschlands an den Norden so wenig rea⸗
lich in den alten prelrgischen. Propiñzen die Erhe dung des Einzugss girt, vielmehtefich-sichtlzch mrhr Preimßen. zuueigt ·alenifrankreich.
geldes, sowie die Eommunalabgabe behufs Erikerbung dere Nies So greifen dennau die De schland feindlichen Blatter Oesterreich
—ADDDD—— Märzu. ist heulewegen feiner vermeintlich hierbei erwiefenen · Schwache heftig
bereits im Stliatsanz publigirt Morden.“ snniiiczt Atti tt an.Alt Ale Eisenbahnhöfe sosten? mit Ven Marsfelde in wirekte
Wie die Berlo Borsenzigen meldet, ist Die KöniglireiVickoria Verbindung igesetzt werbemn und außterdein werden 204 Damipft
sest Entschlossen eimeiinai ganndtische Ehe einzutgehen worausfichttich doote von den entferntesten Puutten des. Hatjser Weichbildes nach
nniter Verzicht auf den englischen Thron.“ Un uüen mnniier dem Ausstellungsgebäude abgehen. Es hat sich eine Hesellschaft
Wien 22. März.?Dien Abendpost“ hält die Bemetkuͤtig Lanzosischer und —BR——
nicht füre Anwichtigen daßten diel preußischen Regierung den Wie Segelschifffahrtallnnie zwischen Marfeille innd Calladeh!gebidei. eluu
ner Cabinet bereits am' 152 März! durch: den hiesigen prenßischernn —D— Italiel jud nnα —
Besandten die vertrauliche Mittheilung vont den gehe imuen preußich· ——— — Matgrn — — D—— Weet
baherischebadischen Verträgen machen ließesmite dem Weifügen,“n daß 6

di re; — s 43 h uns unerfreuliche Nachrichten aus Udine.“ Es hatten daselbst am
ie Verträge im rein defensiven Siune zu verstehen seien.
— u wey — Abend des 15. ernstliche Nuhestörungen statt welche ihren Grund
Rossuth Hhat. ejne Erllärxung erlassen, daß, nachdem die Ver⸗ Abend de— 6 sa
fafsung i ee rcnun in einem Verbot des dortigen Erzbischofs. Msgra Kasasolt, hatten,
assung von A828. wieder hargestellt sein die Angarische Emigratign n Tage vorher s den ertee eaet
fich wieder um den Haiser schaaren sole h z welcher am Tage vorher— enn paptstage. des A bnigen dem
——— 73 im Hochamte functionirenden, Geistlichen ümnfersagt haättle, das
nꝛFrankreich.“ us ade en 4 Romus pro rege as Gebet für den König) anzustiminen Die
Paris, 21. Märze Die“ Spinlonnatibit.“' bedäuette die Bevölkeruntt schien sich durch dies Verbot verletzt zu fühlen, und
Abt und Weise, wie Heir ˖v Bismarck zu Liner Einitzung Veutsch- dersuchten dieser Stimniung aitf. dine wenig erbauliche Weise“ Luft
lands gelangt ist.“ Alles zusdmutengefüßtza saghen sie zum“ Schluß u verschaffeir.Es versammelte sich gegen 7 Ahr⸗ Abendsa eine
eines auf diesen Gegenstünd bezüglichetr Artttets,“ hät Hrl be Bis Woße Menge vor den erzbischöflichen Palast, welche zuerst sich in
mard durch die Gewalt⸗: Kraftt des Mriegsrechtegn dien iSinigiug Schreien, Pfeifeng ‚ünd Heulen erging, dann einen Steinregen ge⸗
der Süldstaaten mit dem Nordbunde uupbrnehmenwollen⸗ DHiese gen die Fensier des Palastes eroͤffnete, der alle!“ Scheiben zertrün
Handlungsweise entspricht nicht unserem Ideal, Ddas gestehen wir nmerte, um schließlich durch die Gärken! in dies kntern Raums
offen. Wenm die deutsche Einheit sich wenlifiren soll kamre sie nur des Erdgeschoffes nd in den Sitzungsfact · des geistlichen Gerichts
aus den Eingeweiden (antreilles) des Volkes seibst“) hervorgehen, einzudringen, wo sie unter dem bestandigen Rufe: „Nieder mit
sie kann nur aus dem Volksrecht und, aus .der! hallgemeinen⸗ Abe Tasasola . Rieder mit den Gegnernss lebe der König ua alies
stimmung herrühren?“ Das findediet wahren Grundsütze, umnd in⸗ — Spiegel. Geimulde,
dem Hr. v. Bismard vonihnendahmeicht, begehtt er einen großen Teppiche uͤnd Buͤcher Deß Frabischof welcher im Palas perstedt
Fehler, den er vielleicht später erkennen wird. antuinu ar, Fiden die Wüthenden glücklicherweise nicht.“ Endlich xückte
iParis, Alc Mürz.. Jun Tempél widmet Herr Nefftzer dem ine( renadierxabtheilung in den Palast. ein, und es gelang der⸗
Schutze und Trutzbündniß einen Artikel, welcher mite den Wotten elben nach ergaugener Auffordexung und den gegebenen Sigualen
beginnt: Die deutsche Einheit isttnrgenmcht, das ist mit“einem wit der Troumnel die Zerstörer zu Paaren un treiben und deü
Wort die Bedentung der gewichtigen Depeschen, die vond Beriin Platz vor dem Palast zu Jäuübern. Von geinachten Ver haftungen
gekommen sind. Die deutsche Einheit, ist gemacht, derTheorie (A. 3.) 55 gνν tusc
von den drei Stücken zum Trotz; Tund, durch Seinge; Jronie des ι Xi, Spanien u 5;—
Schicksals. ist e der, Welt helannt gemacht worden im selben Aun Ma'dit UAd,uII. Marz.In den Casernen ist eint Procla—
gnblin worde onnsewizchne Wanister der . sranzosischen degitn netton der debelüti hecren dume erehe eh e
Jung ihre Unmoglichteit ¶ darzulegen.juchte. MHerꝛ 42n. Sismard en verbreitet · worden worin den! Soldaten eingeredet wirde daß
sprach in.Berlin zu gleicher, Zeit. als Herr Rouheronitz Paris der Eid der Sreue der Nation und nicht der Königimegeleiftet fei.
sprach, aber mahrend diefer Saisanirte. vollzog der anderg Hand⸗ ⸗BZun Mons (Velgien)!fundi eine Zusammenkuuft zwischen Gene
lungen.. die ¶das Raisonement umstür zten. Herr Refitzer wirft d Prim unde H. Olozaga statt Die abeiden DHerren entsundten
nmenttichder fraugofwen Diplomati,¶ hitten vor. mucht Hallein ie Depiueten an Diehen pae, zur Mitwirtung
sehr nngenügend anterrichtet, jondern auch ganz und gar, hinters einzuladen, Dieser soll zwat geinen Mitwirkung bis zu einem ge
Richt geführt worden zu sein . Warumaber- fragt er, hat. Herr wisfen Punkt zugejagt,n aber erklärt haben, nichis bis zum imfsturz
d. Bismars diese Pertraͤge, die geheim ehalten Wwerden iollten.her Dynastie: gehon zun wollen i, 1
veröffentlicht ? Warum wurdem ste in Berlin und in Munchen 37
denselben Tag mit einer augenscheinlich vorbereiteten Heimlichteit α !— Amerika. 7*
officiell veröffentlicht? Warum hat man, nicht die -Schicklichteit NeweYöoxbz8 — Kaijer Maximilian hat 2500
gefühlt, wenigstens ihr Datum zus verändern, um uns nicht zu dissidenten bei Talalmaquay geschlagen. — General Buttler und
lehren, daß man ung im selben Augenblick hinterging, als unjere Thadäus Stevens setzen ihre, Agilation für den Proceß gegen den
Vermittlung noch fungirte, und wo Wwir durch unseren guten Rath Prasidenten und, für dit Einziehung der Güter im Süden fort,
dem dringensten Ausuchen der Südstaaten entsprochen ? Warum New-Yort, 28. März. Präsident Johnson legte sein
begleitet die Bayer. Zig. den Varfrag mit einem ironischen Com⸗ deto gegen das Supplement dum Militär-Regierungsgesetze ein
mentar ) Warum wünscht man uns Glück zu unserem Geschmack der Congreß überstimmte das Veto..
für die Nationalitäten Warum deutet sje Uns an, daß wir in
der Einigung Deutschlands eine Garantie des Friedens zu sehen
haben 2. Wir müssen uns für den Augenblick darquf heschränken,
dieje Fragen aufzuwerfen, hbis wir speziellere Nachrichten erhalten
und besonders den Wortlaut der Rede des Hrn. dv. Bismard
gefehen haben, in welcher die Existenz, der Verträge angekündigt
ist. Es ist ichtsdestoweniger schiwer in dieser unerwarteien Ver
öffentlichung nicht eine preußische. Autwort auf die französischen
Interpellationen zu erblicken, und dieser Antwort, das kann man
nicht verhehlen, ist niederschmetternd für unsere Politit ·.
Paris, 22. März. Hessen- Darmstadt hat. ebenfalls einen
Offensive und Defensiv-Vertrag mit Preußen abgeschlossen.

re ete a—
nuhbhrrec..
F, Mun chen, 14. März. Die Arbeiten der internationalen
Jury bei der Pariser Weltausstellung sollen am 29. März be—
zinnen und mit dem 14. Mai beendigtsein; die Preisvertheilung sin⸗
det am 1, Juli statt. Die von der bayerischen Staatsregierung
zu Mitgliedern des internationalen Preisgerichts. für die am —1.
Monats bginnende Industrieausstellung in⸗ Paris ernannten
Ministerialcommissäre sind: Geh. Rath Freiherr von Liebig in
München, Präsident der X. Gruppe, enthaltend Objecte zur Ver⸗
hesserung der physischen und moralischen Lage der Völker; Univer⸗
itaͤtsprofessor Dr. Rudolph Wagner in Wuͤrzburg, Jurymitglied
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        und Referent der 51. Classe, die, Producte der chemische Fabril Forbach der Sicherheitsbehoͤrde, von wo er ins Gefängniß wach
udustrie umfassend, Dr. C. Stoizel“ in⸗ Rürnberg;- Jurymitgliet Metz und Tages darauf nach Paris rausporlitt warder Dieses
der 26. Classe ꝛc. (feine Holzwaaren, Portefeuillearbeiten u. s. w.) strafwürdige Subjekt gerirte sich im hiesigen Gefängniß als stumm
Fabrikant Schmidt in Pjrmasens für die 46. Classe (Leder ec,, und wurde in Folge der Versendung seiner Photographie nach
und Maler Horschelt in München, Jurymitglied für die Kunstab Frankreich dort von einem Schiffsjungen als einer der Mörder
theilungt* gZur Besorgung der Vorbereitungsarbeiten für die bah- ertaunt, welche das schreckliche Drama auf dem Seeschiffe , Foͤr⸗
erische Abtheilung der Ausstellung befindet sich seit einiger Zeit deris Arca?“ aufführten, wo die rohe Bande des Schiffsvolkes die
in Paris der Secretär des polytechnischen Vereines, A. Schels. ganze übrige Bemannung ermordete, die Werthgegenstände an das
FRärnber gIUs März, Ju? vergangener, Nacht? von ifer einer Jusel brachte und alsdaun das Schiff versenlte, als
Sonnlag auf Momag— e war Hritternacht Jangst voruͤber — ob gescheitert wäre. Nichtsdestoweniget wurden die Mörder
ien 3Offiziere, Hauptmann Feuerlein, Oberlieutenant v. Pech— erkannt und überführt, nach England und Frankreich gebracht,
mann und Lieutenant Brandl in den Wartsaal des hiesigen Bahn— verurtheilt und theilweise hingerichtet. Der Matrose Douala, wel⸗
sofs — die ersteren beiden iĩn Uniform, leßzterer in Civilkleidung cher auf· der Tour nach Brest entsprungen. dann nach Brasilien
Mind berbueben doet in einer für Dfftiere wenig passenden geflohen und merlwůrdiger Weise zuletzt bis Trier gelaugt war,
Weise sich Nuinterhaltenðel und GCognache trinkend:ni Sis hatten es J das :obenexwahnte Subjelt, das, als seine Entlarvung ihm
offenbapt darauf⸗ icbgefehen, sich au irgend Jemanden qzu reiben hiex bekannt wurde, wieder sprach und bei der Abfahrt im hiesi—
nnd thaten dieß zungichst an dem inBujfet weilenden, j Rädchen den Bahnhof sich hönisch geãußert hat, daß ihm an seiner Aus—
delchet sie die Cognacflasche wegnahmen, igin sich selher einzuschen. liefexumg nichts liege, da sie ihm nicht mehr als seinen Kopf kosten
sen indals Bezahlung vexlangt iwurde, mit Grobheiten zu ant— konne. n
dotten Um Lihr Morgens soll der Warisank geschlossen wer⸗ hite Aufß!bder Redaltljon des „Kladderadatsch“ist, wie aus Ber—
den und das war den Herren willkommene Gelegenheit' mit gro liu· geschriebem wird, »eine Depesche eingelaufen, worxnach Caroline
ern Autorität zu behaupten:Wir qeheutn nicht, wir glassen; uns von Peimß den dortigen Landtage aufgelöst hatdaß heißt nicht
auch nicht⸗wegweisen, golls einmal Jeniand, pagen . Dgs. Buffet deu gegeuwartigen sondern den Aconstituirenden“ Landtag von
mädchen machte die 3 Offiziere ruhig darauf aufmerksam, da die 1848. Caroline, im Begriffe stehend, die Regierung an den
Polizei abbieten werde und sie selbst wolle schließßen. Die Herren derrn Sohn abzutreten, arbeitet naͤmlichz alle „Reste“ in ihrem
wiederten Schichen Sie uns einmal: die Poͤlizeldielner / wlti dern Zabinet 4uf Midehnte bei dieser Gelegenheit entdeckt, daß man
den zins schon xührenz wenn? sie uns zub mahe treten wirnagehen abigen Landtag im) Jahre 1848 guifulojei voergessen: hitt.
nicht! Wir haben auch Waffen! Bei dem Hinweis auf die im Die Pafiser Metzger erklären zum großen Schrecken aller
Wartsaal — Weisungen der dansfraueni, důß izein das Pfund Rindfien
Beneralditektion entgegneten sie: Was kuünmnern uns Oberpolizei⸗ bester⸗ Soͤrte) ilg Franken und Hammelfleisch zu 2. Franken
vorschriften und Generaldirektionz wire kümmern ums uunt die ganze axirei werden! n
Sippschaft nichts! Wollen sehen, wer uns was befiehlt! Und wier afftfr Die Schmestel! des bexühmten frauz Golkssängers Veran⸗
der jorderten se dghn Dd hen auf, dit Potizeidiener henziholen —— — ee e
— ee eeee eeen —A —— *5 en betgischan ahse ene
Skaudal gebe, beantwortate v. Pechmann mit, demt Ehlott utlaßteegi ee Aen 7 7”w
das dumme Ding da gehen, wenn sie nicht will. Und dann J — Sesfin sie anhn de ern rdiherr
—5* — oaun gatistrophtezt donl welcher derOtt! Ferlolo am Lagolnagglore
zjing Hauptmann Feuerlein selber hinaus und begann mit den d g — —
sonnzedienetn: anzicbinden. Diese rlesen den Joitr habendem Be⸗ zetroffen dorden at⸗Hn Folge einz. uoch pitht aufgetlurten lgeo⸗
* 5 Ien it ire logischen Phanomens Gvahrscheinlich vollständigen Unterspütung
amten herbei, welcher sich gleichfalls auf xuhiges, Ermahnen und —4 A ese aun ih e beudsuhr ein Dur heu
Bitten derlegte, aber nur den Spott der Herrn anzuhören bekan beu 5. — * kö * An —88 F In en Vr be
Sie waren kurze Zeit ruhig, liefen aͤbr als“ diefer wieder wes Dorses n Dilern pu 5* wpe, r * in is zur Ju⸗
war, von einem Warisaal in den andern, neckten, wen sie trafen awgrdere it den Sce enschen und Thiere wurden in großer
e 66 RAnzahl mitgetissen, die Zahl der? Opfer ist noch nicht ermittelt.
namentlich auch, den Stationsmeistey-Breudel; dor, ihnen auswich 3 e ß n bir
u een e Die! nploustraßor ist unterbrochen, und wir haben. uns auf ent⸗
um keinen Spektaͤkel zu beschwören, dani den Wagenschieber Geb ac n un p
hardi. Der sagte ihnen in derben Worten, was den Herren' OMf⸗ o ihz / Deleitz: gefast zu machen. Atz-ddn.
cieren besser anstände, worauft Lieutenant Brandlt ihnt hnder . Am en haben die Atbeiten zur Leguug eines zwei⸗
Hrust packte, und merkend, daß die anderen herbeigetomntenen en Cabels von Engtaud · wen Southampton aus, nach Amerika
Leute jenen, helsen — degonnen.nr Es ist jetzt auch sehr ernstlich die Rede womn der Le⸗
nd dein Gebhard die Hand durchschoß.Die heiben andern Hf zung elnes Cabels zwischen Frankreich und Amerika, Eine Gesell⸗
sare hatien un glaͤchen Rüigenblicke dien Säbel gezogeno Brandt chaft wirdzu idiesein Zwed gebildet. —
riefe dem Hauptmang Feuerleinzu: Laßt's nut gut sein⸗ Haupt⸗ pi Geburtssstatistik.) Einel Olus New York erschienenen
mann ich jchieß schon nochmahln; drohte auch: dem, nahenden Kell⸗ Statistik entnehmen wir, daß in hiesiget Stadt 21,493 Frauen
ner mit Erschießen und als dann die Herumstehenden die. Stühle zur und Wittwen; leben dje keine Kinder Pesitzen; 28,758 haben nur
Zeriheidigig ergriffen — da hief er davon. So, hatte sich der einen einzigen Sohn doder eine einzige⸗ Tochter, 27,915 zwei Kin⸗
darm amnderhalb· Stunden herumgezogen, und als die Waffen der 2, 460 drei 17.841 pier, 12,8584 fünf, 8,777 sechs, 3,3578
Jezogen waren, hölte man den Join habenden · Beamten noch sieben/ 8,816 acht/ 2/)464 nenn, 1,656 zehn, 886 elf, 617 zwölf,
nmal hetbeini Diesrr-lietß mit, dem; Offizieren mit männlichen 353 dreizehn, PA:. vierzehn 104 fünfzehn 40 sechs zehn, 20 sie⸗
Worten verweisend, jolch schlimmen Mißbrauch von ihren: Waffen —B zwanzig, Loteine und zwanzig, 8 zwei und
zu machen, die beiden Herren durch die Polizisten entfernen. Sie zwanzig, 3, drei und Zzwanzig, 1 vier und zwanzig,“ und LAfünf
mochten es jetzt, da mehr und mehr Leute, kamen, gerathem finden und zwanzig, ——— 9 :
uu gehen uund“ ingen wit gegückteu Salbelniais dem Enal⸗ Gint erschütternde Scene ereignete sich vor kurzem in Li⸗
Der durch die Hand geschossene Gebhardt wurde in's Spital ge⸗ ma (Peru) während einer Varstelluug im dortigen Theater. Man
bracht. eree e gab das Schauspiel „Ja Dame aus Camöèlias.“ Fräulein Delan-
Maunmnheim, 19. März.— Seit⸗ mehreren. Tagen macht court spielte die Rolle der Marguerite Gautiere. Während der
das räthselhafie Verschwinden eines hier wohnhaften vermöglichen großen Ballscene im dritten Aufzugre wurde sie don einer nervösen
Privatmannes ungewöhnliches Aussehen, und man fängt bereits Zuckung ergriffen und ihr Blick bekam einen finsteren und, wilden
an, Verdacht zu schöpfen, da die gerichtlichen Erhebungen bis jetzt Äusdruck. Sie begann verworren zu reden und fuchte,“ da sit
ein zufͤlliges Verunglüden des 81 Jahre zählenden Mannes zweie die Nähe einer in ihr vergehenden Katastrophen empfand, ihre
felhaft machen. Dier Familie des Vermißten hat Demienigen, Colleginnen zu entfernen, welche ihr Hülfe leisten wollten, indem
der zuverläffige? hachrichten über das Schickhsal desselben beizubriue sie ihnen mit der außersten Anstrengung zurief?Rettet etich, ich
gen vermag, eine Belohnung von 1000 fl. zugesichert. 7* verde euch sonst beißen !“ Man kaun sich den Schrecken der Schuu⸗
Karlsruhe; 19. Marz. Anfangs Auguft d. IJ. wird spieler und des Publikums leicht vorstellen. Zwei Tage später
in hiesiger Residenz das zweite badische Schützenfest gefeiert wer⸗ darb die nuglilliche Künstletin unter den heftigsten, Krampfen an
den. Vas Fest wird keinen politischen Charalter anuehmen, son- der Wasserscheu. Fräulein Delancourtwar einige Tage vorher
dern lediglich den Zweck haben, die Schützen des engern und von einer wüthenden Katze gebissen worden, die sich auf die Büh⸗
größern Vaterlaudes zu 8 meinschaftlicher Waffenübung zu ver- e verirrt hatte. AIi sa eeh
einigen, um in Zeiten der Gefahr eine geschlossene Phalonr zum Am⸗17. Jan. flog bei Hongkong (China) das als Pul—
Schutz des Vaterlandes bilden zu können. dermagazin benuhte Schiff Zephyt“welches 2000 Cemnet Schieß
7 Trier, 20, März. Die Tr. Ztg. schreibb: Am 14. d. pulver an Bord hatte, in die Luft' und gleichzettig der daneben
Mis, ist auf dem hiesigen Bahnhof aus dem, Justize Arresthaufe liegende Dreimaster „Themis“ auf welchen eben Pulver verladen
sierfelbfn ein als Seerauber erkanutes Subjekt an Frankreich aus- wurde. Die ganze 39 Manu Zaählende Befatzung Werlor das
Jeliefert worden. Preußische Soldaten ühergaben denselben in Leben. *
        <pb n="142" />
        W1 3. o .4
Holzversteigerung.
Freitag den Lg.1. Mtsn Vormutags

——6 werden in“ Schulhause zu
Onnersheim aus dem Gemeindewalde von
da, Schlag Höllfcheid, nachstehende Holz⸗
sorismente versteigert;: 75.
8 ahorn Stäinmebon 10518* Durchm.
EUD tzeferix Balken und Sparren, 8
3. eichen Wagnerstangen;
Igh Pappelstamme, — J
4 Langwieden,ne 1 ιιν ut
7) tiefetut Hopfenstangeng
Dadgetten, 3
*ĩ saispeir Sparxen, Ane ur
1800. Bohnenstecken, ?on qun e
214 Kiafter tiefern Pfähle!(60laug),
372 3 gefchnittene“ btichen Stangeil
prügel,
Ba , inhirlen Stangenptügel, 9
MIlilig- nspen αν. — ——
530. rapheuprügel,nb gn
Onisnnéckheim IS8. Maͤrge IßBG2
öιν Das Bürgermelsteramten
iLang. aαν
Zu Verkaufen 5
ein dreistoͤciges Wohnhauͤg dahier an der
Hauptstraße,enthaltend noch Stallung,
Garten und Hofraum durch das Geschäfts—
&amp; Consultationz-Bureau ·
St. Inaberlden 24. Maxz i867—
Geschäfts⸗Eröffnung⸗
Anterzeichneter bringt hiermit zur Kennt⸗
niß des hiesigen und auswärtigen Publi,—
kums daß er sich als s8elaloneνO dahier
etablirt hat, und empfiehlt, sich ün Allen
in fein Facheinschlagende AArbeiten. In⸗
dem er splide Arbeit und veelle Bediennig
—
Karl Umbehr Schlosser.
Wohnhaft: bein Frau Wittwe oln melzer
im Mühleneck (in der chemalsMuuringꝰ⸗
chen Werbhstätte) ut ια G
St. Ingabert im Maärz 867.7m
—R———
mi iνιιν Annonoel in.
: Ein junger Kaufmann,a militärftei, und
nit guten Zeugnissen vetsehen sucht eine
Stelle in einem Geschäfte odet auf einem
h omptoir? Näberes in der Erpi d. Bl.
Ein braper, gesitteter Jun gq wird in
die Lehre gesucht.Eintrittsogleich oder
zis Ostern bei 8
Schreiner Dereum.
Eim großer Garten, hinter derkathol
Kirche gelegen, ist zu erpachten durch
nν ι üncher Kimme⸗si
Gutes feines Spiuuwerg
ist zu verkaufen bei
— Seiler Brill.
Erziehungsanstalt
nit Anterrichtu àn tallen Fachern,“ fut

Knahen und junge Leute, welehe sich

dsm Haucdet widmen: Grümdlfehe

Prlernungder franösisenenn und

englükehem Sprache, dureh täglichen

Umgang mit Pranzosen und Englundern

befordert. Pensionat u.. billigen Prei-

zen. Prospecte und Lehrplan frunco vom

Vorstand des Intermatio nul-Iist-

futs in Brucehesal (Baden) ,

aruttegůutueeeeue

nnomittese ι tun
ι ιι ;, Al Düngemittel . . νιιν 8*
ι ,,unu deren ιιütlt luch vü —
ιι ————— ——— 733 1..1 u il — inn,
— DM o 2 —
OGhemischen Fabrik Griesbein
ν ιν ι ν αO in p n 3308 puulialae Qι
uitit u ι ιι»lat rettan M.
3 * 28 —V
Frankfurt amn Main
uere * jun gtutes
—J— 9 ede: ι»—I⏑ ren
ι ιι ιM 7
unserg dabrikatt süch sowohl in Freldbaiun wier Wieseii, Wellieuise Gate
31* —T—— 9 —— 77N.
enbau beirrallen· Gewachsrin mit dem günstigsten. Erfolge auf Allei Bohenarteg
angewendet? worden.ni ⸗ Durch lasgjährige Erfahruugen ind wir, in dem Stand
zesett, für! allte Bodenarten nutd für valle. Artenn vvn Gewächfeun dier wirksamsten
Dangenutlel i licsern .Siernwirken ¶rasihsicher⸗ und naghhaltend.ro Dutch—
ñe werden dem Roden die Bestaitdt heile wieher gegebenn welcheadier Ernathrung⸗
Ind träftige Entwickelunng, dex. Iuelaͤnge sopesenstüch forben durgte üee wader
die Mittel zun einer vollkommen: freien und intensiven Wirthschaft gebotencidurch
iet wirdees den intelligenten Landwirthemöglich, rbeliebig ustarken Mörnern rund
dandelzfrucht ⸗Ban einzuführen uurd vhne! den Bodennn zu erschopfen⸗ die Höchst
liche Ertrage 3 icha — —— — gen
uog en Ate ge n exxzi * 217 —V——— 31 sitbtzi di uin 201 ιν —V——
Sauere phosp hors auere Kalker (Superphosphateß zuix, Düngung⸗ des
Getreides,nfür Rüb enen Wiesenzu⸗Gewmüße, AFuttergewächse, Repes
eu uziu wei In drei Sorten! iun —2* nee teutz neunmd vii itin
ürtee )e n
Gedämpftet Knochenmehl, Guansirh in. feittein aindandbereihPulver
für Getreiderun sw Hurn Maschinen amd zun: Haudsaat,) bin i e,
Rohes Knochenmehl!n! iihn ι ν ιν ιαν ιn ισ
323 ERL—
Bater Guano⸗Siperphobphat. Sombrero⸗Superphosphät.
43 A—— qr⸗ 7 J 22
Perue Guano⸗Phosphat. WGesanerter Peru⸗Guano.nνι — —
hosphor-Gugnoe
Griesheimer⸗Guauo (eoncentrirter Dünger), feines Pulver, für Getreide,
— ———— wιν i ι ια ια
Weinberg⸗Guangn Weitherge Dumgerche u en n mi.
9** GGCM Nai. 2111 — —
Kali⸗Superphosphat ι ιι α_L ιν ο_ν α
dalie Duuger iur winen. Wiesendünger.). Kalifalze,
Peruanischer Guano. *öä 588
Zodagyps.“ Schwefelmilch gegen die Traubenkrankheit.nu 3 an
iiSuͤmmtliche. Fabrikate sind von den ersten Agrieultur⸗Chenternanialysiet
— B——— augegebenen Gehaltes geliefert Eie
zeichnen: sich mach demIrtheil der ersten Fachmänner dirrch- Pilligkeitz Reinhei
und zweckmäßige, gleichmäßige Zusammensetzung aus 2Sien sind m Bet ref
es Gehaltes der allgemeinen, umbeschränktesten Controle unterstellt; es werdewdie
Rosten kur jede nachweislich nwerläsfige cheinische Iüattersuchung Vont nns gettagen
Rirch welche constatirt werden kanm daß von ains — — hiuter
dem garantirten Gehalte zurückgeblieben sind.Verpackung in plompitteß
Säcken oder Fässerntnp reis hi sten und Gehrauchssa nweisung en, wel
hen beide die hemischen Anglys enunferert Düngemittel enthalten
ν.
Niederlage bei Herrn O. Appredéeris
lutrtd , J
dina inSt.“Inabert. 8
8 bis 3.luchtige Kesself chmiede
elbstständige Arbeiter, werden zu soforligem
Fintritt gesucht. Beständige Condition und
niter Lohn' werden zugesichert. i —
Auskinft extheilit36*
P. Quiring

Det Unterzeichnele hat schö—
nes kiefern Bauholz in jeget
beliebigen Lunge, sowie auch 250 Klafter
6 Fuß langes kiefern Prügel⸗Holz (Zaum
holz) zu verkaufen.
Breitermühle im März 188787
B. Höh.n 235

Mainz,/ 22. Märjʒ
CGruchtpre ise.) Weispmehl das Mal⸗
——
genmehl ditto — fl. Fkr. — Weizen (200
Pfd.) Ld fl. IOtr. —16 fl.
dorn (180 Pfd.) 11fl. 30 kr. — 1M
dlise oh pyi et
— f. — r. Hafer (120 Pfo)

—
ι .ι

—— 8
„Der zweite Stock meines Wohn⸗
hauses. hestehend in· R gimmer und
guͤche debt Kellet und Spascher in
n verniiethen; und sofort beziehbat.
Valentin Echwarz,
7. Wagner. .*

———

Redaltin, Druch und Verlag von F. F. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="143" />
        St. Ingberter Zcnzeiger.
der „St. Ingb ert ex Anze ig er⸗ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, D X nersstag,
qud Sa msta g. Abonnementspreis bierteljührig 45 Krzt. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreifpaltige Zeile Blattschrift odet deren
Raͤum berechnel. 3
Nro. 38. 53Donnerstag, den 28. März Wing tuumh 1860.
— —— JüöüöF — — 2
—— Deutschland.
München,. 24. März. Heute, spricht maun davon, daß
Sberstaatsanwalt Steyerer Aussicht habe, Herrn p., Bomhard
zu ersetzen. ————

München, 25. März. Die pfälzischen Abgeordneten haben
»ckanntlich in Eisenbahnangelegenheiten der Pfalz einen. Antrag
an die Kammer gebracht, worin unter anderm verlangt wurde,
zas die Alsenzbahn nur in Verbindung mit der Donnersberger
Bahn von Kaiserslautern nach Alzei und der Abzweigung von
Maruheim nach Monsheim, zur Ausführung gebracht und daß der
Fortbau der Bahn von Dürkheim nach Monsheim ausgeführt
werde, auch wenn zur Zeit die Fortsetzung der hessischen Linie von
Alzey nach Bingen noch nicht definitiv bestehen sollte. —. Dieser
Antrag war ganz geeignet, seinen Zweck vollständig zu perfehlen
und den Bau dieser sämmtlichen Linien für längere Zeit und theil—
weise ganz in Frage zu stellen. Denn wenn die Ausführung der
Alsen zbahn beseitigt worden wäre, würde es der hessischen Bahn
chwerlich je eingefallen sein, die Linie von Alzey aus nach Bin—
zen weiter zu führen. Glücklicherweise solk aͤber in dem betreffen—
den Ausschuß der Kammer keine Nei gung bestehen, auf den An—
rrag der pfälzischen Abgeordneten einzugehen und auch das Han—
delsministerium ist, wie man vernimmt, nicht geneigt, die Aus—
ührung der Alsenzbahn, welche schon allzu lange verzögert wurde,
weiter hinauszujchieben. Vielmehr ist nächstens die Ertheilung
der Vauconcession füt die Alsenzhahn zu erwaxten. (Pf. Ztg,)

Dienstes⸗Nachrichten.

Se. Maj. der Koͤnig haben allergnädigst geruht, unterm 20
März 1. J. zu genehmigen, daß die kath. Pfarrei Rodalben. Be—
irksamts Pitmasens von dem Bischoffe von Speyer dem Priefter
FJohann Schmitt, Pfarrer in Vinningen, desselben Bezirksamts
derliehen werde. J

Karlsruhe, 26. März. Bei der Conferenz wegen gleich
artiger Maßregeln wider die Rinderpest, die am 18. d. M. zu
Mannheim begoünen, hat sich auch die koͤnigl. württembergische
Regierung vertreten hassen. Bei den Verhandlungen, welche bis
22. d. Ms. dauerten, wurde ein bayerischer Entwurf für die be—
treffenden Maßnahmen zu Grund gelegt. Die Konferenz hat sich
über Vorschläge an die betteffenden Regierungen für gemeinschaft⸗
liche Maßregeln zur Abhaltung der Seuche und für ein gleichar—
riges Verfahren zur Bewältigung der ausgebrochenen Seuche ge—
inigt. Es läßt sich wohl erwarten, daß die vereinbarten Vor—
chlaͤge in allen vier süddeutschen Staaten zur Annahme gelangen
verden,

Mainz, 25. März. An allen Enden der Stadt und der
Nachbarschaft circulirt das falsche Gerücht, in München seien in
Folge des Bekanntwerdens des bayerisch-preußischen Bündnißver—
—V
glaubt, emsig weiter erzählt und als eine Strafe des Himmels
hezeichnet. Woher das Märchen stammt, ist unschwer zu errathen.
Die Einigkeit Deutschlauds, wenigstens die mälitärische, ist heute
eine historische Thatsache, welcher, wie wohl jedem Denkenden klar
ist, in nicht ferner Zeit auch die politische folgen muß. Dieses
aber ist Vielen ein höchst unwill kommenes Zeichen der Zeit, die
dem Fischen im Trüben immer schlechtere Resultate in Aussicht
läßßt. Man schmiedet deshalb Gerüchte von Demonstrationen der
Volksmeinnng, weil man selbst zu feig ist, offen Farbe zu beken⸗
unen, — Binnen Kurzem wird eine kleine Abtheilung badischer
Militärs hierher kommen, um das preußische Exercitium gründlich
als Instructoren für die dortige Division zu studiren und
rinzuüben.

Ber khim, 24. März. Die neueste Karlsr, Ztg. spricht sich
in einem officiosen Artikel über das zwischen Preußen und den
zeutschen Südstaaten abgeschlossene Schutze und Trutzbündniß fol—
Jjendermaßen aus: „Man darf vertrauen, daß die deutschen Va⸗
erlandsfreunde aller Parteien die Allianzen als eine nationale
That, die uns mit froher Zuversicht für die deutsche Zukunft er⸗
üllen muß, freudig begrüßen werden. Schien doch die Gefahr

nahe, daß Deutschland zu einem geographischen Begriff. herabsin
kein möchte. Jetzi dürfen wir wieder- mit Stolz verkünden: Wiz
haben ein Vaterland, welches einig sein wird in der Stunde der
Gefahr. Es gilt n'm weiter zu streben, damit die innigste Ver—
bindung zwischen den deutschen Staaien auch auf den übrigen
Gebieten des politischen Lebens ermöglicht werde z eine Berbiudung
eben so nothwendig fuͤr die volksthümliche und geistige Entwisgke—
lung, als wie für die wirthschaftliche Wohlfahrt der Nation, die
um“so ruhiget den Arbeiten des Friedens sich wird hingeben kön—
nen, je besser die Dauer desselben verbingt ist. Der glückliche
Fortgang der Berathungen für die Feststelümg des norddeutschen
Zundes darf uns dafür als ein günstiges Porzeichen erscheinen.
Wenn im norddeutschen Reichstag auch weit auseinandergehende
Meinungen zur Geltung kommen müssen, so fäßt sich doch schon
jetzt aus dem Gang der Berathangen erkennen, daß Preußen und
das übrige Norddeut'chland der innigen Verbindung mit dem
Züden ebenso hohen Werth beilegen, als wir unserer Allianz mit
dem Norden. Auf beiden Seiten ist ein gleichmäßig guter Wille
vorauszusetzen, für eine Verbindung fo eng, glsses die Verhält—
nisse gestatlen und das nationale Bedürfniß fsie bedingt, und die
Regterungen und das Volk diesfeits und jenseits des Mains füh—
len sebendig ihre Zusammengehörigkeit. Als die glücklichste Für
zung werden wir es betrachten, wenn die Allianz ihre praktische
Bedeutung dadurch erhält, daß sie eine vollständige Einheit des
deutschen Vaterlandes in Gesetzgebung und Verkehr anbahnt?!
Berlim, 25. März. Wiederholentlich verlautet, die dege
enng werde waͤhrscheinlich eine fiebenjährige Uebergungszeit für den
Mintäretat beantragen. J
Berlin, 26. März.“ Die „Berliner Börsenztg.“ bestätigt
heute die früher gebrachte Nachricht, wornach Frankfurt'a. M.
der Sitz einer Oberpostdirectivn bleiben soll, welche auch das ehe⸗
malige Herzogthum Nassau umfassen wird. In — wird gleich⸗
falls eine Oberpostdireciion für das ehemalige Kurfürstenthum
Hessen errichtet. “
Langensalza, 23. März. Es regt sich hier eine große
Unzufriedenheit, da es nicht gelingen will, für die schweren Be⸗
schädigungen, die wir und die benachbarten Ortschaften im vor—
jährigen Kriege erlitten, irgend eine Vergttung zu erlangen. Die
Jothaischen Gemeinden, welche ähnliche, obgleich minder harte
Drangsale erduldeten, sind längst für ihre Verluste vollkommen ent⸗
chädigt worden. Wir harren einer solchen Entschädigung bis
ezt vergebens. Kein Wunder, daß die Kleinstaatler uns nicht
heneiden, wenn wir unsere Naltional⸗-⸗Hymne anstimmen: „Ich
zin ein Prenße!— Man hört von russischen Agenten, die sich
zemühen, unternehmende Fuhrleute zu gewinnen, welche bedeutende
Pulver⸗Transporte auf der Achse nach Rußland befördern sollen:
Für einen vierspännigen Wagen sind in benachbarten Ortschaften
sjur Hin- und Rückfahrt 1400 Thaler geboten worden.
Ratzeburg, 20. März. Es verlautet, daß die Aufnahme
des Herzogthums Lauenburg in den deutschen Zollverein bereits
aäher, als bisher erwartet wurde, bevorsteht, und daß behufs
Ausf ührung jener Aufnahme der Zollvereinstarif schon bald hier
ingeführt werden wird.
Wien, 23. März. Die Presse schreibt: Der Entschluß der
drei Mächte Frankreich, Oesterreich und Rußland, gemeinsam det
Pforte die Abtretung Candjas an Griechenland als das geeignet⸗
je Mittel zur Beschwör ung der ihren Fortbestand in Europa be⸗
drohenden Unruhen anzurathen, wird wie wir vernehmen, in Fol—
ge der Weigerung Englands, fich diesem Collectivschritte anzuschlie⸗
zen, nicht zur Ausführung gelangen. Die Gesandten hätten be—
tenfalls eine höflich ablehnende Antwort zu erwarten, und müßten
dieselbe wohl oder übel hinnehmen, da sonst Eugland Gegenmaß⸗
nahmen treffen würde. Um nun das mühfam erziehlte Einver—
fändniß nicht gänzlich fallen zu lassen, sollen, wie es heißt, die
derren Bourre, Prokesch-Osten und General Ingnatieff die Wei—⸗
ung erhalten haben, einzeln bei ihren Unterredungen mit dem
Broßvezier sowohl, als in etwaigen Audienzen bei dem Großsultan
        <pb n="144" />
        der erwähnten Ueberzeůgung ihrer restctiven Cabinetie Aus—
druck zuꝝꝛ geben, jedoch michtz ahnd ausdrücklich eaeee vah
dadurch keine wie jmmer geariekt Pression auf die Entschließungen
—VDD———
ter diesen Umständem wohl noch Jange auf ihren Anschluß an Grie⸗
chenland warten koͤnnen.

Wien, 25. März. Von authentischer Seite wird versicher!
ein Parijer Telegramm der „Presse welches meldete: Oesterreich
hette auf die Einladung Frankreichs zu Anschluß an einen Pto—
lest gegen preußische Allianzverträge mid den süddeutfchen Staaten
ablehnend geantwortet, sei von Anfang bis Ende erfunden

Frankreich. — ——
BPa ri 8 23.Märʒ. Endwig Koffuth · hat · an einen · hiefie
gen Freund ein Telegramm gerichtet, worin er den in der Wie⸗
ner Corresbondenz ihm zugeschriebenen Brief, welchem er zufolge
der Verständigung zwischen Oesterreich und Ungarn beistimmt, als
ünächt erklärt. Koffuth hat keinen soichen Brief gefchrieben, und
die in dem von der Wiener Correspondeng anheführten Briefe
ausgesprochene Meinung ist seinen Anfichten zuwider.“ Er glaubt,
daß Ungarn durch feine Verständigung mit Oesterreich einen Selbft
mord als Staat und Nation an sich verübt habe.
Par is, 25. März. Der Temp hemierkt, daß der: Moii
eur uͤber die Lurxemburgische Angelegenheit noch immer. ein voll
ommenes Stillschweigen beobachtet und, constatirt zugleich, daß
die Gerüchte darüber mehr und mehr Boden gewinnen; Ex will
daraus freilich deinen positiven Schluß ziehen, meint aber doch—
daß die France mit ihrem Ableugnen zu weit gehe.
Paris, 253. März. Der Monde? faßt heule seine Be—
orgnisse und Gehässigteiten gegen die Neugestaltung der, Dinge
jenseits des Rheines in folgenden Schmerzensschrei zusammen:
Die Einigung Deutschlands unter dem, Oberbefehl des Koönigs
bon Preußen ist eine offiziele Thatsache. Mag fie nun ein Glück
oder ein Unglück für die europäische Gesellschaft sein, aufgehalten
ann sie nicht mehr, werden. War es auch vorher leicht dem
zu widersetzen, — jetzt ist Alles vorbei. Der König vou Hreu—
zen wartet nur noch auf einen großzen Erfolg, dex das Werk krönt
und dann nimmt er den Titel aͤnes Kaisers von Deuischland au.
Dieses Ereigniß (welches? sagt der Monde nicht) verbreitet, ob—
gleich vorhergesehen, einige Besorgniß in Euroha. Offenbar hat
keine Macht die Absicht, die Reoxganisation Deusschlands zu' be⸗
kämpfen. Man kann selbst sagem daß diese rasche Revolution
durch Frankreich, England und Rußland, aufgemuntert worden ist
Desterreich allein trat in den Kampf ein, eiumal weil es.direct
an der Sache betheiligt und daun, weil es angegriffen war. Preu⸗
den hatte also alle Aussichten für sich. Die Frage ist nun erle⸗
digt. Die politischen“ Illusionen fallen, der Rorobund, der Sud—
bund und Preußen, die in den diplomatischen Protokollen ausein⸗
der gehalten wurden, nehmen ihre eigentliche Physiognomie an
und gehen in demselben Regiment auf. Preußen siegt durchdie
Geschicklichkeit, die es eutfaliet hal. Es muß unstreitig seinen gan⸗
zen Ehrgeiz entfalten, um die Luxemburger Frage in Angriff zu
nehmen. Es hat die stärkste Position inne, es ist im Besitz und
wird nur vor der Gewalt zurückweichen. Weder England“ noch
Rußland werdeu sich ihm entgegenstellen. Nur Frankreich und
Desterreich, deren Einigung ein bedeutendes Gewicht in die Wag⸗
schale werfen würde, bleiben urig Nichts ist aber unwahrschein⸗
licher, als eine austro⸗frauzösische Allianz. Preußeu. und Rußland
haben jedenfalls Oesterreich mehr Compensationen zu bieten, als
wir ihm geben können, wenn wir in unserer seitherigen Politif
auch noch fernerhin beharrenc 75
— Die Aufregung über Luxemburg ist im pariser Publicum
im Steigen. Der Fieber-Paroxismus wies gestern hereits auf 100
Millionen, um welche der Qranier das Herzogthum an Frankreich
verschachert haben sollte. Die Festung Vuxemburg sollte geschleift
und dadurch die Zustimmung Preußens erkauft werden. Wir haben
diese Gerüchte gar nicht erwähnt, sinden sie aber heute, obwohl
mit Unglauben, so doch mit einem ernsten Gesichte in belgischen
Blättern besprochen. Die Independance Belge benuht, die Gele—
zenheit um gegen die Preußen zu uisew „die sich bei den Lu⸗
emburgern — haben, doch nichk im Stande waren, sich be⸗
liebt zu machen.“ Das belgische Blatt gibt zu verstehen, daß die
Zuxemburger doch lieber Preußen oder auch Belgier würden, als
Franzosen. Die France meldet über diese Gerüchte: „Gestern
hieß es, der Moniteur werde die Abtretung Luxemburgs an Frank.
reich bringen. Der Moniteur schweigt jedoch, und wir glauben,
daß er keine Ursache hat sein Schweigen zu brechen. Wir haben
bereits gesagt, daß über Luxemburg keine Verhandlung im Gange
sei, und sind in der Ansicht daß sich die Lage seitdem nicht ber
ändert hat.“
Paris, 25. März. Die Deutschen in Paris rüsten sich auq
zu einem Feldzuge, aber ganz friedlicher Art, gegen die mitlel- umd

llednstaatliche Dphhmatie. Man Gibei den bedzeffenden, Regie—
rungen tidioniten daß nun nach der Einigung -des großen Va—
—— berschledenen Legatisiten für jedes Va⸗
terlaͤndchen Aufge hobeit und die Geschtihte einerygroße einheitlichen
Besandfchaft übergeben werden. Hoffentlich wird man dem Wunsche
der Petenten nachkommen, da dieselben, als die zunächst Betheilig⸗
tigten, jedenfalls den richtigsten Maßstab für die Abschätzung des
Werthes oder Unwerthes der bisherigen Einrichtungen haben werden.
Ppattis 26. März. Man liest in der France? —, Man
wirft uns unsere Ungläubigkeit bezüglich angeblicher Unterhand⸗
lungen vor, die über die Abtretung von Luxemburg an Frankreich
angeknüpft worden wären. Wir haben nicht auf das · was . wir
jesagt haben, Furückzukommen. Aber wenn es waͤhrist,“ daß wie
jewisse Blättet beharren zu behaupten, Unterhandinmgen bezugkich
dieser Angelegenheit existiren, so wird man uns erlauben, zu glau—⸗
ben, daß ein Gefühl von“ Patriotisunis und Schicklichkeit über
diesen Punkt Conjekturen und Discussionen untersagen follte, wel—
che naur die Schrilte, an welche sich so große nativnale Interessen
knüpfen, compromittiren könnten.“
, Die Ptefse wiederholt mit nef vatriotischer Entrüstung das
gestern int gesetzgebendent Körper verbreitete Gerücht, daß man in
Kehl die preußische Flagge neben der badischen habe flattern sehen,
obgleich Herr Rouher in der letzten Session Heurn e een
habe, niemals werde Fratikreich gestatten, daß Preußen inBaden
sesten Fuß faffe. Wahrscheinlich minß sich wie die Presse hoffen
vill, der betreffende Deputirte, der es mit eigenen Nugen gefehen
haben will geirrt haben. Denn, daß die preußische Flugge in
Mainz und Luxemburg weht, ist beklagenswerth, daß sie aberin
hehl.wehen joll, unmoͤglich. —V
J Engaland e
Loudon, 22, Marz. Wenn der Herald. äüf die Persön—
tichkeit des Gräfen Bißnat zu sprechen komnmt, so lodern die hel⸗
en Flammen der Begeisterung empor. Es genügt/ aus seiner
etzten Lobrede auf den Helden der That und des Wories folgen⸗
e Stelle hervorzuheben; „Wenn es wahr ist,“ — so sagt er —
„daß, der Graf kränkelt, so können wir nur sagen, daß er jn sei—
nem leidenden Zustande mehr Lebenskraft entwickelt. als andere
deute in den Tagen blühendster Gesundheit. Er ist in dem
Strauße, der im Reichstage ausgefochten wird, allgegenwärtig und
zimmt alle Hiebe gegen den Verfafsungsentwurf guf, sein eigenes
Haupt. Wie muß der arme Rouhex in beneiden! Der franzöosi⸗
sche Minister himmt. den Kampf. an, weil er muß, und hilft sich
nur durch ein offenes Geständniß der Niedetlage mit Anstand aus
der Schlacht. Der tapfere Graf inzwischen schlügt nach rechts
und liuks, ohne nur ein einziges Mal zu fehlen, und giebt ganz
llar zu 3 daß er eben nur die Koͤpfe treffen wollte, auf
welche die Schläge gefallen sind.“ Bald sind die Polen, bald die
Hannoverganer der Amboß für den Schnüedehammer seiner Bexed—
amkeit. Holland schiebt er mit flacher Klinge geschickt bei Seite;
Schleswig-⸗Holstein hält er sich, indem er ihm frech die Degen
pitze zeigt, auf Armeslänge vom Leibe. Und einen stärkeren Feind
ils alle anderen schreckt er fort mit dem ferntöienden Rufe: „He⸗
»en wir Deutschland in den Sattel; xeiten wird es schon können
domer allein könnte. dem preußischen Premier gerecht werden.
Zeine Sprechweise wie seine Haltung ist rein epuͤch, Er redet
zerade so gut wie er handelt. Er ist Ajar, Ulyfses, Nestor. Aga⸗
memnon, Alles im Einem.“ (Un *
Belgien.
Brüssel, 24. März. Von allen Seiten befürchtet man
peltbewegende Ereignisse. Vom Hofe aus wird möglichst auf
Presse und Kammer eingewirkt, das man allseitig erkennen und
aut und affen erklären möge, daß das Heil des Vaterlandes
nehr als je von der Bildung einer starken, möglichst wohl bewaffneten
Armee abhängig sei. Es darf mithin kein Wunder nehmen, daß
das Kriegsbüdget im Senat fast einstimmig votirt wurde und daß
onstige systematische Gegner der militärischen Ausgaben mit pa—
riotischer Wärme erklärten, unter den gegebenen Verhältnissen
müßten alle Creditforderungen für Vertheidigung des Landes fast
mit geschlossenen Augen bewilligt werden. — Der Lütticher Se na—
or Hr. Forgeur sprach unter dem Beifall des Senates die Zu—
versicht aus, daß, sollte der Krieg ausbrechen und selbst die klei⸗
neren Staaten zum Aufgeben ihrer Neutralität zwingen, Holland
uind Belgien innig vereint gegen den gemeinschaftlichen Feind, et
omme vom Süden oder vom Norden — würden. Unglück⸗
icher Weise ist der so unklug vom Minister des Auswärtigen,
herrn Karl Rogier, heraufbeschworene Scheldecouflict eben eine
chlechte Anbahnung einer Conferenz. — Viel bemerkt werden in
iplomatischen Cirkeln die häufigen Audienzen, welche Hr. Baudin,
ranzosischer Gesandter in Gravenhage, in der letzten Zeit bei dem
Zönig bat.
        <pb n="145" />
        nn Italien ι νο
Ig t'oren z. 24. März. Der Italie zufolge ist seit zwei
Tagen von theilweisen Veränderungen im Ministerium die Rede
FFs sollen dem Herrn Rattazzi Eröffnungengemacht sein;,“ der
vie versichert wird, keine Bedenken erhoben hätie, ein Portefeuille
n einem Cabinet anzunehmen, dessen Vorsitz Hert Ricasoli inne
jaben würde. Aber es — D Prin⸗
ipe und Personenfragen zu verständigen. Einstweilen hat Herr
Ricasoli bereits mehrere Zusammenkünfte mit Herrn Rattazz
e 7*
Amierika. in 90 nin * —W
Phitkadelphina, Ende Februar. Die Geschäftsstockung,
welche seit einiger Zeit im Lande herrschte beginnt sich auch hier
jehr fühlbar zu machen. In ganz Pensylvanien stellten die Eisen
giesereien und Hochöfen theilweise. ihre Arbeit ein.“ So stehen z.
v. in, Easton zwei Walzwerke still. wovon jedes über s0 Arbei—
ser beschhlgt hat. — In Allentown sind-die Jordau Mill“ 4100
Arbeiter) und die Lehigh Mill“ (80 Arbeiter) geschlossen. In
Catasauqua arbdeitet die East? Pennsylvaniafabrik“ nicht Gol hir
heiter), ebenso stehen die Walzwerke daselbst, welche bisher .200
Arbeiter beschäftigten, still. In Folge: dieser Arbeitseinstellungen
heginnt bere iis: Roth in dem · Arbeiterstand einzutreten, und viele
hrodlos gewordene; Mitglieder desselben verkaufen: ihre Habe umd
wandern nach dem Westen der Anion aus 3
Kew-⸗HYork, 12. März.n Da die Neger in Williamsburg
Virginien, sich widersetzlich zeigen, ist Militär requirirv worden.
Juarez notificirte den fremden Mächten ihre bisherigen mexicani⸗
chen Gesandtschaften abzurufen.
NeweYork, 24. März. Der Senat hat den Beschluß gefaßt,
sich vom nächsten Dienstage an bis zum Dezember: zu vertagen.
New⸗eYorkunairMärz. In der Bekanntmachung eines
Senatsbeschuusses ist ausgeführt, die Gerechtigkeit verlange, daß
Jefferson Davis entweder vor Gericht gestellt oder von der Bürg⸗
schaft entbunden werde. ————
Mexico. Ein Brief eines französischen Schneiders in
Puebla an ein Provinzial-Journal schildert die iraurige Lage in der
sich jetzt die in Mexilo weilenden Franzosen befindenen Sies sind
Jezwuuͤgen, glle ihre kiegenden Grüude, ihre Häuser und Muga-
sine vm Stiche zu lassen, um sich vor dem Haß und der Wuth
der Bevölkerung durch eilige Einschiffung nach Frankreich. Ilt, vetten.
Das ist der Punkt, wohin die glorreiche mexikauische Expedition
geführt hatn
— Bermischtesß...

Zweishrüften, 22. März. Unterm 18. d. M. wurde
der vom k. Zuchtpolizeigericht zu Landau wegen Majestäts⸗ und
Beamtenbeleidigung verurtheilte Revierforster Chr. Fra⸗Gümbel
bon Fischbach von Sr. Mai. dem Könige für immer seines Dien⸗
stes entlassen.

'andau, 26. März. Von gestern Abend 6. Uhr bis
heute Vormittag 10 Uhr weilte eine“ aus circa 70 Köopfen beste⸗
hende Zigeuner⸗Bande außerhalb Impflingen auf einem Acker an
der Landauer Chaussee. Sie wollten nach Frankreich und waren
hereits am Sonntag bis nach Inzenheim gekommen. pon wo die⸗
selben auf Weisung des kgl. Bezirksamts Bergzabern durch die
Venvarmerie zurückgewiesen wurden. Es sind sieben Familien,
welche in ebenso viel Zelten ihre Lagetstätten aufgeschlagen hatten.
Sie Jeben von Betrug und Täuscherei, die Frauen sagen wahr;
Fe Männer sind Kesselflicker und als solche haben sie in Ingen⸗
heim an den ihnen übergebenen Kesseln große Stücke Kupfer her⸗
ausgeschnitten und dafür Blech eingesetzt und dieses mit flüssigem
Kupfer überdeckt. Die ganze Vande ist heute Bormittag um 11
Uhr an Landau vorüberpassirt.

7Aus der Pfalz, 25. März. Das Winden-⸗Bergzaber⸗
ner Bahnprojekt ist seiner Verwirklichung nahe. Es handelt sich
nur noch um die Beschaffung des Baukapitals, wozu alle Aussicht
oorhanden und um die hieran gebundene Bauconcession, welche
dann auch gleichfalls keinem weiteren Anstand unterliegen wird.

Würzburg, 22. März. Das Offizierkorps des 4., 7.
und 10. koͤnigl. bayer. Inf.⸗Regiments, beabsichtigt für sämmtli⸗
he im Kampfe bei Roßbrunn gefallene Offizierse und Soldaten
der bayerischen Armee und resp. der genannten Regimenter ein
gemeinsames Denkmal auf dem dortigen Schlachtfelde zu errichten,
welches, wo moͤglich, am Gedächtnißtage der Schlacht, den 26.
Juli d. J., kirchlich und militärisch eingeweiht werden soll.

Wuürzburg, 24. März. Gestern starb dahier nach länge⸗
rein Leiden in seinem 72. Lebensjahr Herr Dr. med. Eisenmann,
durch sein früheres politisches Wirken, (namentlich auch als Abg
des deutschen Parlaments im Jahr 1848), sowie durch seine viel⸗
seitige und verdienstvolle schriftstellerische Thätigkeit auf medicini⸗
schem Gebiete in und außer Deutschland bekannt und hochgeachtet.

Sadoer « ücken. 253. März. Dem Vernehmen nach wird

vom LorApril d. I an zwischen Saarbrüden und Ensheim statt
der bisherigen Cariolpostverbindung eine Postomnibusverbindung
ins Leben reten Die Abfahrn von Saarbrücken (Bahnhof) soll
um 1 Uhr Nachm. Statt finden. 2
Deüns seldo vf, L26. März. Der Centralvoxstand des
rheinpreußischen landwirthschaftlichen Vereins hat bestimmt, daß die
diesjährige Generalversammlung in Saarlouis abgehalten werden
oll. (Rh. 3.) ιιινιαιιαα—

In Berlin istnfolgende drollige Wahl⸗Anekdote passirt:
Dem Tischlermeister Rwar Tags vot der Wahl vom Executor
ingekündigt, daß, went er bis morgen (12.) seinen Schneider
Zurch Zahlung von 17 Thlr.“micht befriedigt habe, die Bahn zur
Billa Sanftleben (Schuldgefangniß) unwideruflich für ihn geebnet
sei, Ne wußte, daß keine Verlaͤngerung des Zahltermins zu er⸗
varten sei, da et deun Glaͤubigerschon Monate lang hingehalten
halte, und so ließ er: seine Uhr in den jauren Apfel des Pfand⸗
zaufes beißen, befriedigte seinen Gläubiger, erhielt Quittung über
7 Thaler fur · Anfertigung eines ¶Anzuges und vbegab sich von
dem Schneider sofort zur Ausübung seiner staatsbürgerlichen Pflich⸗
en in de seinem Bezirke angewiesens Wahllocal,“ wo et seinen
Zettel in die Wahlurne feierlich niederlegte. Nachdem der an und
für sich trockene Act die nothige Anfeuchtung erhalten hatte, begab
sich Herr N. nach Pause wo er den Erxecutor bereils seiner war⸗
eud fand. Eiwasẽ angeheitert, begrüßte er den sonst Verhaßten
holte sein Nolizbuch aus der Tasche, nahmmein Papier heraus
Und uͤbergab es dem Executot mit den Worten :Alles in Ord⸗
nung, hier ist“ die Quistung.“ Der ernste Mann des Gesetzes
zffnci das Papier? blickt hinein und ruft danu zornerglühn: Wol⸗
len Sie mich foppen?“ Na, der sich bereits seines Rockes entle⸗
digt And zu Tijche gesetzt hat. fährt, nun seinerseits auch auf und
chreit dagegen: „Ich muß sie nun bitten sich nicht länger aufzu—
salten.“. —, Ohn!“ eifert der Executor, „wir lassen keine Spässe
nil nis muchen 1Sie kommen jetzt den Augenblick mit zum
Schuldarrest,“ Der Schuldner schlägt auf den Tisch: „Was wol⸗
en Sie noch aͤußer der Quiitung des Gläubigers ?“ — „Ist
das eine Quittung ?“ gegenredet der Executor und zeigt. Herrn
— den ihm eingehändigten Zettel, der die gedruckten Worte enthält:
Aenetal v.k Molike.“ Da wird es hell vor den Blicken des ar⸗
men Tischlermeisters, und er erkennt, daß et“ die ganz nach Art
des Wahlzettels zusammengefaltene Schneiderquittung in der Hitze
des Gefechtes in die Urne geworfen habe. Aber nichts hilft ihm
sein Demonstriren; der Erecutor bleibt einfach bei: den Worten:
Das kennen wir. Ictzt mit, oder ich hole Hülfe.“ — Um alles
Aufsehen zu vermeiden, fuhr N. mit dem Executor in einer Drosch⸗
le nach dem Schuldartest, von wo er seinen Glaͤubiger von dem
Irrthum benachrichtigte, der seine Freilasfung denn auch sofort
bewirkte.

(Wohlfeilheit des Weines im 16. Jahrhundert.) Das 16.
Jahyrhundert ist in der deutschen Geschichte das wahre Zechjahr⸗
dundert, in welchem die nationale Untugend ihre höchsten Gi⸗—
ofel erreichte, man theilte sogar zu Anfang desselben unser Va—
erland sin die Bierländer und in die Weinländer. In guten
Weinjahren war der Wein oft ungemein wohlfeil. In Württem⸗
berz kostete 1426 ein Eimer alter Wein 13 kr. und 1484 konnte
nan ein Maß für ein Ei kaufen.“ Zuweilen war man gezwun⸗
Jen, wenn man ein leeres Faß für ein volles erhalten konnte,
zenWein theils in Bütten und Zübern auf zubewahren, theils
nuf den Boden laufen zu lassen. Tausend⸗ fünfhundert dreißig
ind neun — Galten die Faß mehr als der Wein.“ Im genann⸗
en Jahr kam ein Edelmann, anstatt seinen Wein wegzugießen
auf den Gedanken, ihn von seinen Bauern in der Frohne,aus⸗
rinken zu lassen. Sie mußten einen Tag, zusammenkommen un⸗
gemessen stroͤnte der Wein in die durstigen Kehlen der Bauern
und erhitzte ihre Köpfe. Hündel und Verwundungen gab es dann
genug, und die Strafen trugen dem Edelmann, als Gerichtsherrn
nehr ein, als wenn er den Wein verkauft hätte. 1287 soll in
Zeilbronn das Fuder Wein nur 32 kr. gekostet haben. Von
420-1429, welche Jahre sich durch ihre Fruchtbarkeit ausge—
eichnet haben, mußte man mehrere Male in ein Wirthhaus gehen
uim nur eine Zeche machen zu können; ja, um für einen Heller
zu trinken, mußte man zweimal kommen. In Aarach ließ einmal
in Wirth auscufen, man könne bei ihm für einen halben Baten
vom Morgen bis zum Abend trinken.

— Wiener Bläattern zufolge will sich die Tanzerin Henriette
Friedberg, welche vor einigen Jahren einen Grafen Westphalen
einen Sohn des bekannten ehemaligen Herrenhausmitgliedes) hei⸗
athete, wieder der Bühne zuwenden. Der Direktor des wiener
Hofoperntheaters verhandelt mit ihr wegen eines Engagements.
Ein Graf v. Westphalen wird gegenwärtig steckbrieflich als De⸗
erteur“ verfolgt.)

7 In Jerusalem ist ein Reformator des Islam aufgetreten,
Namens Jußsfuf Effendi, der viele Anhänger findet.
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        Paris. Der „Kastanienbaum vom 20. Mätz. imẽ Tuisn tenden Froste Trotz bot. Schon? ber, Begiun des Monats Märʒ
leriengarten hat diesmal nicht jeine Schuldigkeit gethandekein herxschte allgemein eine milde Witterüng, die nur dann und wanũ
Blüthchen ist heute auf dem Baum zu entdeden. WBan wird sich von Regen und leichten Schneegestöbern gestört, sich für die Ent—
erinnern, daß im vorigen Jahre Adiesetbe Erjcheinung Hemertte wickelung der Winterhaluifrüchte nd ge Rapses recht günstig er⸗
wurde!· Großes Nopfschütleln. unker ven Imvaliden undTanderen halten ha, Daher lauten Deng auch. inn Großein nd Gaͤngin
Abergläubigen des Vonabartebmng.uαnn nun die Nachrichten über, den Früchtssud günstig. Aus Endland wod
a α ια berichtet. daß sich, namentlich der Waizen recht gut gehälten habe,
Landwirthschaftliches. nit Ausnahine der Districte, in denen vinch Ueberfchiwemmuigen
Stand dier Früch d. Die Witterung des uen; zu iEnde Schaden e sei. Auch diee gghen Herichte lanten im
gehenden Winters war in Gamzen den Feldfrüchten gunstige iei Ganzen günstige Aus Süddeuischland, ebenso aus Böhmen, kla⸗
der⸗ außewrdentlichen Milde des Monats Ropesuber ind gelost aidch gen die Gebirgsgegenden, daß durch den raschen Schneeabgang an
des Dezeinbers war dem Roggen, und befonders dem Waizen ZZeit den halbwegs stark geböschteit“ Flüchen erheblicher Schaden ent—
gegönnt, xine volllommenere Vestockung zu erlaugen, als dieg im standen jelüed Die mörddentschen-Verichte lauten; meistens Nuünstig.
Hiublick auf die wegem allzugroßer Trodenheit des vorigen Herbstes Auch bezüglich tweß Rapfeskanmgallgemein nur-Erfreulichesbe—
allgemein etwas spät erfolgte. Einsaat bei früh eintretendenn Win, rachtet werdous vie gefnnfenen Hoffuungen. haben sich neu belebt.
ter der Fall gewesen wäre; GEinemtleichten, Froste, folgtz rasch —stonstatirt darf⸗ es werden, —
im Jamar eine dichte Schmedecke,; die denf spüter ——— geftaltet hat, 1als der breitwürfig geiäete..
— nr
—RVV re e P. d) ah J 453 Fon ., 4598 —I
Versteigerungen —* * —e .Ausverkauf. ittrius Nrid Erziehungsanstalt
ESamstag den 830. März 1867 Nacht n Barelieux. ι mit Unterricht: im allenn Eelrerne für,
mittags 1. Uhr zu St. Ingbert im Sterbe ig oινιννRι— Knaben nd junge: ILeutu,i welehe vich
hause, Iaffen die Erben der dahier versebs 395 Futterdeng ιι lem Hancdelwidmen. Grümcl Lehe
ten Eheleute Wilhelm Andres und ligllh iumil — A,, rlernung der Frnrüöniseenn unih
Barkbara Greffung ihre fammitlichen — enag Iüsheun Sprache durch tügliehen
Mobilargegenstände und Liegenfchaften in —— ——— Umgang mit Franzosen jund Hogländern
lxigenthum versteigern, als— 3 BReocrinvlcte Jacehentii elrer 3 hefördert.. Pensionat ibilligen Prei-
5.Der. Fläche, mit Wohnhaus, Stall, Hof· roth uuinl ι ι ien. Prospecte und Lehrplan franco vom
raum und Pflanzgarten, unterm Blirs⸗ siund des Wegzugsmegen zu bedeutend billie Vorstand des Iternιν.
kasteler Weg. ——— i geu Preisen u. haben bein 8 —— u tan in RRauv Inxul —X
3. Dec. Pflanzgarten allda, dem Hause i m Card Niotte. —— — —
gegenüber, ν— LXCCc.. CGTITEIOCDS As werden Etrohhüte zum Waschen
9 33. * wrimn Iprenwiter 4 F arbw aarenhandlung and Aendern besergtn 58
8 Dec. Acker in der A4⏑ . Janton, Modiste.
5 Decer S — 5 2 7
,tuneter Stieff..
zu Dec. Acker in der Bten Pfuhlwieser · . Ein braver, gesittrter Junge wird in
Ahnung. — egie Reölner Leimue die Lehre gesucht. Eintritt sogleich vder
Horn, kgl. Notar. per Pfd. 22 ;kr. bis Ohern deii
— — — Schreiner Dereum.
Samstag den 6. April 1867, des Nach Zu vermiethen. 7 7
mittags um 4 Uhr zu St. Ingbert bei Das der Pofterpeditors Bittwe Schnorr Herr Bauuunternghmer Bang hat ei⸗
Johann Adam Beck nach der Schuster'schen zehörige, in der Oberstadt daͤhier gelegene nen kirschbaumen Sekretär, jaf neu—
and Jost'schen Bersteigerung lassen Eheleute weistöckige Wohnhaus mit Pflanz⸗ zn verkaufen · —
HDeinrich Rink, Fuhrmann urd Bar⸗ garten, ist ganz oder theilweise zu ver— Nuheres bei Schneidermeister
bara Kühn hier, ihr in der Gusse gee miethen durch das Geschäftss n. Eonsulta⸗ —IJ. Jost.
legenes zweistöckiges Wohnhaus mit Hof— tions-Büreau von J —— — — —
rauun und Garten in Eigenthum der— II. SOHhMF, Ein großer Garten, hinter der kathol—
steigern. J — 5 un St. Ingabert. dirche gelegen, ist zu perpachten durch
BHo”oru, kigl. Notar. Tüncher Kimmel.
. · T7 J ruchte, Brod-, Fleische ꝛc. Preise der
Gleich darauf läüt. Barbara Weid- ee raee vom Sreistee
mannm, Ehefrau von Ricolaus Stein— Weizen 7 fl. 20 hr Korn s fl. 384
jeld. Bergmann dahier 7 Dez. Garten in 88 e re 6
den Großgärten hiesigen- Bannes neben Serste Fi 7 Berste·
Franz Weißgerber Wittib und Peter Schmel— Lihige fl. 80 kr. Spelz — kr.
in Eigenthum versteigern.. J Zpelzlern Z ar ZDinkel. 3. fl.
ger in Eig Fu 14 kr. Mischfrucht 3 fl. 80 ir. Hafer
Sorn tgl. Notat. rg Wischtrut Ais 30 ra Haf
AIgl. Rotar Efl. 12 ir. Erbsen 4 fl. 30 kri, Wicken
7 7557 —i — 3 fl. 17 kr., Kartoffeln1 ft. 24 kr. Heu
—A J fl. 425 lr, Sirohn fi. ig r, ve
Wiederversteigerung. — Zentner. Weisbrod LusaKilogr., 19 ir,
7 ⸗ dornbrod 8 Kgr. 26 kr., ditio 2 Kgr
Samstag den 6. April 1867, Rach- 18 kr., ditto TKgr, Oekr., Gemischtbrod
mittags 2 Uhr zu St. Ingbert im Stadt⸗ — D ——— Paor Wed 7eg
hause, wird auf Betreiben von Matia uir Reindfleisch, I. Tuan e . 3
Spohn, von Lwittwe von Geberg Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hanimel-
Feichtner, gegen Eheleute Franz Derouei leisch 14 kr. Schweinefleisch 18 Nper
Wirth und Catharina Schmidt von ded Wa *6 vis
d * pfd. Wein 24 kr, Bier, 6 kr., per Liter
Elversberg folgende Wiese St. Ingberter Zutter 28 Ir. ver Binnd
Bannes: Plan Nr. 4788 von J Tagw. **
73 Dec. Wiese in der Ruhbach beim Kro—
nenstein die von Peter Feichtner und dem
Walde begrenzte Hälfte wegen Nichtbezah—⸗
lung des Kaufpreises öffemlich in Eigen—
thum versteigert.

— IAVt , übrmacher.⸗
Zu Verkaufen
ein dreistöckiges Wohnhaus dahier an der
Hauptstraße, enthaltend noch Stallung,
Barten und Hofraum durch das Geschäfts—
&amp; Consnltations- Butreau
I H. Scherpf.
St. Inabert den 24. März 1867.
Der schönste Garten in den
Großgärten und einige Parzellen Feld,
dem Herrn Gustav Dörr gehörig, sind
zu verhachten durch Geschäftsmann
Maoestobalinger.
Eingetretener Vorkommnisse wegen
r mein Geschäft bis nächsten Dieuskag
geschlossen.

Fruchtpreise der SEtadt
Kaiserslautern vom 26. Maͤrz.
Weizen 7 fl. 42 kr. Korn 3 sl. 40 kr.

—A Spelz 5 fl.

28 kr., Gerste 5 fl. 34 fkr., Hafer? 4fl.

1 kr., Erbsen 4 fl. 41 kr., Wicken 3 fl.

44 kr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.

ßrodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26 kr.

3 Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 16 kr. J

orn, kal. Notar.
Ein braves fleißiges Dienst⸗
madchen wird zu sofortigem Eintritt
gesucht. Wo? sagt die Redaklion.

R. Ollig, Photograph.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Jugbert.
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        2—
* —P —A — 7 x*3 * 3 — 3
5* n berter J n ecq1 c
J o 89 —— 52 9 * v — — 24
.7 . L α. J i11 wꝛ —X q n 8
OS ro α α I —— A ——————
ιι ιιν ιιιι ο ag 37 — n
7 ⁊c e i 2 ιι DTea e padeen 5 —
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wochentlich dreimal. Di en'st a g. Donners stag
snd Samst ag. Abe—vgpreis vierteljahrig 45. Krzr. Anzeigen werden mit 3. Krzr. die dreifpaltige Zeile Blattjchrift / vder deren
U—— 12 Raum berechnet.r J 0

Nroe 39 Saumstag · den 80. Marz 1867.
— —— — —I J *41
t i n Deut schland. 2 vtsun 1818 diurch welches die Zahl bet Toderwurdigen Verbrechen po in
We Wen. Die vom' Referenten Behrin ger Aber die 38.auf I4gemindert wurde. 3 J———
Abshaffe ber Fod essita ser am 88Marz ing derFede Strafe. sol pehen dem Hauptzweg der objectiven Ge
dasumer der Abgeordneten gehaltene ausgezeichnete Rede, laute nugthuiung . anch den der Besserung habendie Todesstta se
Wesentlichen· 5 —38 schueßl diesen AIwed aus Ich ann nicht glaubben, daß der Wensch
. IDie Woassenschaft hat in dieser“ Frage lhre Pflicht gethan es so finken kantedaßß nicht“ ein sittlicher Keim in ihm herhlibi.
se gen daß auch' die Vollsbertretungene darangehen sig einem Die shrwersten ¶ Verbrecher 8 nicht die schiechtesten Strafliuge.
2 n . * — 73 53 ——*— — * i eiter ü zum Sel mord vd zu Un e c in R u *
pr nd de n d Wtehein e u
e geiten het welnens in jolche, welche daln vie Roth, VDang zunSchasfot ein Kind sein. Weih, alte Eltern ein theil⸗
—S chanpien ilirn in sitν αιιν nehmender Freumdhegegnet, dann kom men viele menschliche Ree
gteit wehgupren. XC 20533 gungen über ihn.“In diesen Regun genjst der sicherste Beleg
In die ehe Klasse gehoren Jeons. welche. im der Aufhebung In hur Meenschüchte suttüche hdt sen ang igd srohdem foü
yer Todesstrafe einen · sundhaften Eingriff nein gottliches —“* herichtet Wwerden und zwatnit diesem ge se d7
erblicken, sie berufen sich auf das alte und uene Zestament. « Wenn 5n Es Konimt vor, daß Verhrechet duͤg den Sündenschlafe auf
¶ aher. guch jede Weiunug ehres so anm Iche docz die ¶ Berufung gewec werden, wenn sit die kaing Gewißhein woh sd een, deg
auf biblisch dogmatische Sate in die ser Fragenmicht zugeben. Der sie nne meht ein paar Stünden u leben hu ben, bel VBeanchem
S hen sur sig e ese mn oge grrnne hanhte. n Wwelchethitnenne samhe dertens dung eit Datenig in Anst
c iner andern uloritat einen Ehnshain miicht gestatten kamn. In Zeffetung, Befserung felbs aber micht Ene solche erfordert geit
iese Klasfe gehöten. guch jene, welche auf dei Wege philosophicher Die Vesserung i die forischrennende Erstärkung. dez Wihlens. Alles
Deduktion zu · dem Satze der Gleichheit der. Strafe mit dem Vere das wird ducch die Todesftrafe abgeschnitten Eine weiterk —
zrechen gelangen. An ihrer Spitze stehen Kant und Hegel.Die wahunge ist die nvaß —S————— hi Wicede dandlung
zortschreitende Philosophie hat aber das Unstichhaltige der von ist und doch gilt diejelbe Strafe. m —
iesen aufgestellten Sabe nachgewiesen. Jede Begnadigung ware vDie Todesstrafe ist ferner irrepaͤrabet Redner schildert
aach diesem Sate ein Eingriff in die Gerechtigieit Bei einer mun die Moglichteit eines falschen oder jerigen Todesurlheils dann
Verstümmelung müßte die Strafe wieder in einer Verstümmelung die Echwierigkein die Grenlimie zwischen Mord und Todtschlag
destehen. Außer dem Leben besteht abet noch eine Reihe von Zir vestimmen umd ftagt, ob es micht eim unheimliches Gefühl set,
Buͤtern, welche nicht abschanßbar sind⸗; wohin- würrden daher die Jaß die innere Möguchteit vorhanden,“ vaß Lein. materiell unge ·
Tonsequenzen jener Theorie führen 3. Diese Gattung von Verthei⸗ Lechtes Todesurtheil gefällt werden onne.n Folgen Sie⸗ruft
igern der Fodesstrafe halten vie innere. Tiefe der Schuld fuet. so arsuuns,diesem Gefühle . unde den Erfahrungen der Wissenschaft.
Zedeutend daß sie nur durch, Vernichtuung des Menschen gessihnt Zelfen Sie, einen hundertjährigen Kampf fiegreich zum Äbschluffe
werden konne. Wer vermag aber die innere Tiefe der Schuld bringen i (ulgemeines Vrado folgte am ESchlasse der meister
vahrzunehmen d. Wer dies verfucht, verirrt sich auf das —
er moralischen oder religissen Beurtheilung der Frage. ünchen 27 März. Dem k.Staatsminister der Justiz
Die zweite Clase der Geonek derAbschaffung der Todesstrafe st zu seinet Erholung von St. Maj. dem Nonigein Geschasisure
unfaßt diejentgen. welche diese Strafe zur Zeit für unentbehrlich laub bewilligt worden Etwaige Vermuthungen, als ob das nur
zalten, weil sie fürchten, ces würdenanit! der Abschaffuug die die Einleitumg zum Rüdtritt des Hrn. vi Bomhard ware, kann ich
Rtechtsformen gefährdebe und die. Sicherheit der Gesetlschaft untet · aus guter Quelle als ungegründet hezeichnen; der⸗ Urlaub erstreck
zraben. Hier ist eine Thatsache: zu konstatiren: Als s. 3. im fich nur auf eine Dauer von 8514 Tagene“Dern Gesetzge⸗
Veseßgebungsausschusse (1839).die Frage zur Entscheidung gee bungsausschuß . der Kammer.. der Reichsruͤthe hat jeßzt das erste
langie, waten die Meinungen schwänkend. Heute haben im 1. Buch des Cibilprozeßentwurfs zu Ende berathen; die von demsete
nunsschuse s gegen 1 fur die. Abschaffung gestimm···ben beschlossenen Abweichumgen von der durch ven Ausschußz dere
Man hat den Einwand gemacht,“ das Volt fel hoch micht Abgeordnetenkammer festgestellten Fassung sind nicht bedeutend, so
so reif, daß man diese Strafart verlassen könne. 'Man steht da daß eine Verftändigung beider Ausschusse leicht zu bewerkftelligen?
nit auf dem Standpunkt der Abschrockiiug. Aber das Maß der sein wird. Bis Ende Juni hofft man in beiden mit der ersten Les 4
Reife eines Volkes wird nicht nach, der Zahl dex Todesurtheile sung. fertig zu sein, um die zweite dann sehr rasch abmachen z5
hemessen; der Gradmesser ist auf eineni andern Gebiete zu suchen. lͤnnen, was allerdings sehr zu wünschen ist, dar zum August· mex
Man hai uns neulich gesagt, „Kirche und Schule seien in ihrem Zusammentrit des Landtags wieder in Aussicht steht. 1 αι
Werke noch nicht so weit vorgeschritten, daß man der Todesstrafe — Waͤhrend seines Urlaubs ist dem Hrn. Staatsrath v.
entbehren könne.“ Ich gebe zu, daß Kirche und Schule noch ein Fischer die Führung des Justiz portefewilles uͤbertragen. Diesen
weites Feld zu bebauen vor' sich haben; aber ich gebe nicht zu, Abend geht das Gerücht, der Hr. Kriegsminister habe um seine
haß wir in Bahern auf einer Stufe stehen, daß neben Kirche und Entlassung nachgesucht; ob es de grumdet ist, dermag ich im Augen
Schule als dritier Falior das Strafgesfetz steht. Nie wurde mehr Sliche noch nicht zu sagen. — Der Anf ang der Berathungen der
Jesiohlen, geraubt und gemordet als da die Anwendung der To Commission für den Entwurf de r Seucheordnung ist dem Verneh
heistrafe in der Blaͤthe war.. .. , men nach auf den kommenden 8. April festgeseßt.
Der cod. crim. von 1781 setzte auf 38 Verbrechen die To-Munchenn 29. MärzenDer Kriegsminister hat seine Ent⸗
desstrafe und doch ist zwischen der Gesittung von damals und von lassung eingereicht; die Entscheidung des Königs hierauf wie über⸗
heute kein. Vergleich. Zu jener Zeit fanden in München alle daupt bezüglich der Ministerfrage ast pocht nicht erfolgt.
Samstag fünf Hinrichtungen statt. In. Burghausen, dessen Rett6
minalbezirt 200,000. Seelen- zählte, wurden in 28 Jahren 1100 Der ·kyl, Forstwart Friedrich Helfrich. zu ⸗Winzeln wurde aus
Menschen hingerichtet. Und dennoch trat keins Besserung ein bis dem Staatsforsidienste entlassen, und: an dessen Stelle der Forstge⸗
—oD Ludwig Brendamour in Kaiser slauterw zum provisorischen
die Abhilfe zunächst in der —SS Er suchte sie in der Forstwart in Winzeln, Forstamts Pi mtisen 8,xernannt. u
Schule und half durch eine Mehrung in Begnadigungen nach. IBerl.in, MN. März. Die Prop.eborr.“ sagt die Veröffent⸗
—E— ichung der preußisch⸗süddeutschen Allianz e Verträge sei ersolgt, um
ein Eine weitere: Abhilfe folgte durch das Strafgesetzbuch von dem Volke das Bewußssein dessenezuc geben/ was 6s an Grundlagen
23333 5 . * 8 — —8*
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        2 u⁊ 422 7 38
gationaler Einigung bereits besitzt, und um die weitere Arbeit gur vestehe eben darin, Rseinen Gegnerg die Rolle von Herausfgrderern
Vervoltangiunin des nationalen Aufbaues zu fordern. uzuschieben ẽ sicherlich aber ffütze e sich in seiner Politikauf ihn

B —— Marz. Es ist ein vielverbreiteter, dacum da er keinen müchtigeren Hebel in Peprhffentlichen. Meinung fin⸗
aber miht minder Feststehender Irrihum daß in Luremburg die den loönne. Den Kindern des Elsaß, meint Herr Boersch müffe
Bevolkerung zum rößeren oder voch zum großen Theile franzo⸗ es also vor allen Dingen, da der erste Zusamemenstoß sie treffen
fisch sei, französisch spreche, französische Sympathie habe. Das ist verde und ihnen die Sachlage klar vor Augen sei, am Herzen
ganz unwahr. Das Großherzogthum wird von Deutschen bewohni, liegen, dem französischen Volke über die wahre Lage der Dinge
es gibt auch nicht eine Kirche in demselben, in welcher in ande⸗ die Augenzu bffnen e a ., ge N
rer als deutscher Sprache der Gottesdienft abgehalten wird. FürAuch der⸗Impartiol du Rhin“ scheint durch die Veröffent⸗
den wallonischen Theil, der jetzt zu Belgien gehört, war unter ichung der preußischen Schutz⸗ und Trutzbündnisse nicht wenig in
osterreichischer Verwaltung es gebräuchlich, die Verordnungen in damisch gesetzt zu sein· Er wirft die Frage auf, ob etwa Herr
deutschey zund franzöfischer Sprache zu erlassen. Nach Abtreten!xy Bismarchk die Absicht gehabt habe dem Elsaß Furcht einzuftor
des wallonischen Theils an Belgien fiel die Rothwendigkeit fort, zen ?.Ich fürchte nicht, mich zu irren, sagt er. wenn ich behaupie.
beide Sprachen amllich anzuwenden. Die niederlandische Regierung daß ein electrisches Zulern die ganze Oberfläche des herrlichen
bgt, aber diesen Gebrauch heibehalten und das deutsche. Element VLandes durchflogen hat, welches; sich vom Nhein bis zu den Vo—
imn Großherzogthum zu berdrängen gesucht. Sie Hat mit Vorliebe zesen ausdehnt, Hätten wir denn Furcht, gehabt, ihr Elsässer?
Franzosen als Lehrer und Beamte angesiellt, sogar für das Groß Furcht? Weil wir. aufgesprungen sind, wie das Schlachtroß
herzogthum Münzen mit franzoͤsischer Aufschrift schlagen lassen. venn es die Kriegstrompete hoct? —xFurcht ? Weil wir qu

Aus derx franzosischen Verwaltung bon 1708 bis 1814 sind diele Wohlbefinden gezinert haben wie der Secun beim fernen Geg

franzöfische Beamte im Dienst geblieben und diese und ihre Nach— rausch des Unwetters? Und, dgh schallt. die Kriegztrompete moch

ommen sind ez, welche das franzoͤsische Elemem pflegen: Neine nicht. Der Himmel iht blau taunm laßt ine leschte Wolke an—
wiitzige Minorität! Die Regierung, die mit den Beamten in fran ein fernes Gewitter glauben.“ Nien! Neiũ. der Ehaß. hat kei⸗
zösischer Sprache verkehrt, wagi es nicht. ebenso mit den Geistli⸗ geswegs Furcht gehabt, aber er fühlte — dies war nur ein
cheit umzugehen. Mit diesen allein correspondirt sie in deutscher blitzstrahl — er fühlle seinen alten patriotischen ehe in setnem

Sprache. Das Plattdeutsch welches im Sroßherzogthium allente Hherzen kochen⸗ wie er darin kochte zur glorreichen Zeit,als er

halben gesprochen wird, ist von reichexem Charalter als beispiels⸗ Frankreich als eine Brustwehr diente Nein, nein, Herr Bismarck

weise in Aachen, und in Aachen wird auich verhältnißmäßig mehr hat den Elsaß nicht zum Zittern gebracht, eben so wenig als man
französisch gesprochen, als in Lutemburg. Es ist eben durchaus einen alten Helden erzittern macht/ wenn man ihm⸗ sei es »auch
ein rein deutsches Land. Der Verkehr der Einwohner des Groß⸗ tur im Scherz. davon spricht/ seins zur Ruhhe geh ingten“ Waffen

herzogthums mit Deutschlandei bedeutend. Von Frankreich be⸗ vieder hetab zu nehmen.“u o α *

ziehen fie bloß Putzsachen der Frauen. i Paris, 27.. Marzin Betreffs der Schutz und Trutzbünd⸗

gu FAeber die Luremburger Frage erfährt ein Correspoudent iisse mit Preußen und onamenilich defsen⸗ welches Württemberg
der D. Ztg.“ daß die Verhandlungen Frankreichs mit Holland abgeschlossen hat, glaubt daßz Memorial diplomatiquern versichern
jchon so iwei gediehen. fünd, daß man in Berlin kaum auf befrie⸗ ur konnen, daß Rußland durchaus nicht in anderer Weise sich in
digenden Ausgleich rechnet Jedenfalls will man das Besatzungs⸗ die Sache eingemischt hatz als daßes wie auch Frankreich in
recht in Luxemburg wahren oder theuer verl ufen. — Jui-Kriegs- Hetlin darauf gedrungen hat, daß kein: Eingriff in die Tertitoe?
ministerium soll man die Verstärkung der Garzuson von Luxem⸗ cialiutegritüt? Wulrttemibergs gethaus werde. — Dasselbe Blatt
burg in Erwägung' ziehen. (Eine ühnliche Vachricht bringt der zlaubt zu wissen, daß Frankreich und Oesterreich darübet einig

„Avenix natjonal“ aus dem Haagh ind/ die zwischen Prenßen und den verschiedenen dentschen Staa⸗

Berlin, 29. März. Die ende ige Formation des nords ett abgeschlossenen Schutze und Trutzbündnissenn für die Stipula⸗
deutschen Bundesheeres ist, was Arnieelorpseintheilumg, die Ab- ionen des Prager. Friedens vollkommen enisprechend— Jzu halten,
heilungen und Armeeinspeclionen belrifft, noch im WVorbereitungs⸗ de daß also kein Grund eines Protestes ahrerseits vorliege.
stadium. Alle anderweitigen Nachrichten sinde verfruhteg— Das Memorial diplomatique sucht nachzuweisen, daß die Er⸗

Witen, 26. Marz. Das heulige Abendblatu der Presse“ verbung Luremburgs für Frankreich nunr. dann aͤrgend eine Be⸗

cheilt mit, daß heute ein Handelspextrag. zwischen Oesterreich nd deutung haben kann, wenn die Saarlinie die Grenʒe bilden

Holland unterzeichnet morden st — — purde.“ Es würde fich dann darum handeln, die Liene von⸗

Bien 38. März.Bei den Wahlen des gtoßen? Gundbe- Saarbrücken bis Zweibrücken zu ziehen/ um die Vogesen bei Pir⸗
sites in Böhmen und-Mahren haben die Deuscheubis jeht aber hasens zu. durchschneiden. :
die Czechenn und die anit den Jetzleren derbündelen Feudalen de, JItalien. —**

3 —B ege d e 7 KRom, 26. März. Das Röm. Journ, erklärt es für un«“

große che Herrschaft GödollbKom, 9 An
nin dn Press pomn a sod Aod sh getauft; se snn Sohee, begretic. dad der König don Jichen venein legitimen Licuit
des Kaiferz wahrend seiner Anwesenheil im Ungarn beiümnnne dutien der Kitchengüter spricht, da doch Derjenige, der sie allein

Wien⸗20. Marz. Die heutige Preffe meldet Jeruchtweise, egitimiren konnte, es niemals thum werde ue a 43
eg —— ee audeuten lassen⸗Preußen werde —D Holland. ——
Jegen eine Erwerbung bon Lurxemburg nichts inwenden wenn die 7828MarrSF ——
Festung von Luremburg geschleift werde und Preußen die Festung grie Haag 26. Marg. Die weite Kammer hat heute das

— —!·—e— gsbüdget und die Reorganisation des Vextheidigungssystems
Mastricht von Holland nebst einigen lothringischenn Bezirlen im mit 54 gegen 14 Stimmen genehmigt. eg
Departement der Mosel und in der Saarbrücker Gegende er⸗ Mmit 4gegen J. immen *8 ——————
halte. 1 me Dänemark. ———

Hambaurg, 28. Marz! Laut einer officissen Verliner HKo penhagen, 28. Marz. Der König von Danemark
Mittheilung des Hamb. Cortet hat Preußen der. Pforte den reislnicht über Paris, sondern wird baldigst hierher zurückkehren.
Rath ertheilt, Kandia an Griechenland qbzutreten. e Prinz Johann reist am Sonnabend nach Griechenland. Der

u ues Fra * DU tenig von Griechenland reist erst nach Petersburg,“ um sich mit
Brontereich· ver Großfurstin Olga Constantinwna zu verloben, und kommt

n Pari⸗ 26. März.“ Die — —— m Manat Mai nach Kopbagen. ,
land scheinen im Elsaß eine nicht geringe! Aufregung hetvorgeru· ka —W
fen zu haben. Der Tourrier du Bag Rhine llefert davon in Amerikar .577
einem Artilel selnes Redakteurs em chef, des Heren Boersch, eit New⸗-York, 26. Marz. Es wird hierher gemeldet, daß in
nen schlagenden Beweis. Es wird in diesem Artitel namentlich Halti eine Revolution ausgebrochen ist. Präsident Geffrard hat
den Franzosen, und ganz besonders den Mitgliedern des gesetzge- uͤch an Bord eines franzosifchen Kriegsschiffes geflüchtet.
denden Koͤrpers, vorgeworfenwei weniger als es nothwendig New ⸗Yort, 26. Marz. Die Repräsentantentammer hat
ist, mit den deutschen Zuständen deriraut zu sein und in ganjz sich noch nicht mit dein Senai über die Dauer und die Bedin⸗

besonderer Weise legt er den Deputirten aus dem Elsaß ans Herz. dungen der Vertagung des Congresses verständigt. Der Schiat
die Kammer mit den Gefahren dekanni zu machen, welche dem hat Linen Gesetzenwurf angenommen, der die amerikanischen Bür⸗
Vaterlande von Deutschland her drohen. Er eweist darauf hin, jer autorisirt, Kriegsschiffe an kriegsführende Staaten zu verkau⸗
daß man bereits jetzt in Deutschland der so oft angeregten Frage sen, die mit den Vereinigten Staaten in Frieden sind.

der Nheingränze die Vogesengränze gegegenüberstelle und gewisseN ew⸗York 27. März.“ Das Repräsentantenhaus hat
Organe in Deutschland foweit gehen, den Besitz Straßburgs als einen Beschluß angenommen, worin es erklärt, daß das amerika—

einen an Deutschland begangenen Diebstahl darzustellen. Freilich“ nische Volk den vorgenommenen canadischen Bund mit Besorgniß

ceige Hr. v. Bismarck diesen Ideengang, der morgen ein reißen⸗ hansehe, indem es gleichzeitig seine Sympathieen für Irland dug

der Strom werden koͤnne, nicht an denn jeine geschickte Volitik drückt.
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        u

Bekanntmachung..—
ründung eines allgemeinen Invali⸗
den⸗Unterstützungs⸗Vereins«

— betreffend. J

Auf Antegimg Seiner Majestät des Kö—
aigs ist, wie bekannt,“ ein Verein zur Un—
erstützunng⸗ anserer invalid gewordenen
Zoldaten ins Leben gerufen worden, wel⸗
her über das ganze Koͤnigreich? sich aus⸗
»ehnt und auch in der Pfalz anerkennens⸗
verthe Theilnahme gefunden hat..

Im Auttrag des Igl. Bezirlsamtes beeh·
ren wir 3 en — J Sur oh⸗
nern Pex. Stadt St. Ingbert bekannt zu
—ãs— in — nächsten Tagen auch
Hier eine Listecirculiren wirde, im- welche
ich diejenigen einzeichnen wollen, welche
uus fFreien Stücken bem Vetein müt
einem jährlichen oder einmaligen Beitrag
heizutreten wimschen.

Bei ber anerkannten Opferwilligkeit der
Bürger und Bewohner unserer Stadt dür⸗
en wir vowniissetzen⸗ Ddaß es nut einer
Finladung dedärf wenn es gilt, patrioti⸗
sche Wohlthätigkeit zu üben und ein Werk
ichter Humanidät fördern zu helfen.

St. Ingbert⸗80: Maärz 1867.

Ehaundon uKrieger,

Bürgermeister Rkgl. Polizejscommissär.
Finl FE
inladung 34223

Die ordentliche: Visttationen?pro 1866/67
inden in nachbezeichneten Schulen stath

1. In der israel. Schule zu St. Ing—
hbert» am 23.April Ifd. J. Nachmit⸗
tags 2 Uhr;
In der prost.“ obern Schule daselbst
am 8.April' Vormittags 8 Uhr;
Imn' Mer“ protest. Vordereitungsschule
daselbst am nämlichen Tage Nachmit-
lags2 Uhr;

In der protest. Schule zu St. Ing⸗
berter Grube am 4. April u.-
tags um 8 Thr.

Die Mitglieder der Ortsschulcommission
und des Stadtrathes, sowie die Eltern
und Vormünder, der? Schüler und die
Freunde der Jugendbildung werden hier⸗
mit hoͤflichst eingeladen dieser Visitation
echt zahlreich beizuwohnen. 858

St. Ingbert, den 28. März is883
Daas Bürgermeisteramt.
e Chandon.

E * — —A—

5 e
Versteigerungen.
Samstag den 6. April 1867, Nachmit⸗
ags 3 Uhr, zu St. Ingbert bei Beck lassen
Jakob Schuster IU. Bergmann daselbst
ind dessen Kinder der Abtheilung wegen

ersteigernz

11 Dez.“ Fläche mit Wohnhaus, Hof,
Zugehör, Gang und Pflanzgarten
sJu St. Ingbert an der Blieskasteler
Straße. —W

5810 Dez. Acker auf Schiffelland neben

Peter Schmitt und Adam Schmitt
Wittwhe. —

11 Dec. Acker allda, neben Gebr. Kraͤ—
mer und Joseph Fries,
Dec. Acker daselbst, neben Joseph
Klemmer und Johann Heinrich,

29 Dec. Acker links in den Kastler Rödern
neben Peter Schmelzer und Peter
Klein. —

Dec. Wiese in den Potaschwiesen
neben Johann Hellenthal und Georg
Müller,

29 Dec. Wiese daselbst neben Peter
Schwarz und Andrens- Grell, 4

30 Dec. Wiese allda am Eichertsweiher
neben Peter Feichiner und Margare⸗
tha Jung.
Horn/ igl. Rolat,
An demselben Tage, des Nachmittags um
jalb 4. Uhr lassen Elifabetha Schäfer,
Wirthin und das Blechschmiedgeschäft be—
reibend, gewesene Wittwe pon Jqghann
Jost, jetzt Ehefrau' don Carl Edmund
Langenbruunner, Blechschmied daselbft imd
ꝛeren ersteheliche Kinder ihre sämmilichen
diegenschaften der Untheilbarkeit wegen in
xigenthnm versteigern:

Fin zweistöckiges dahier an —JV —
straße neben Café Seiter und Carl
Ehrhards Wittib gelegenes Wohnhaus
mit Stally Hofraum zund Zugehör,
Dec. Garten hinter der Kirche⸗ neben
Heinrich Eich und Peker Schmelzer,

28 Dec. Acker rechts in den Sehyen,
neben Bäcker Johanns Schmelzer.

26 Dec. Acker in den obersten Seyen,
neben Bernhard August und Franz
Greß,

20 Dec, Acker auf Mühlenthal, neben

Jglo Baron und Heinrich Schmidt,

33 Dez. Acker auf Muühlenihal neben

Ludwig Siegwart und Peter Kopp.

37 Dez. Acker in der Krummflut, neben
Bergmann Gries, uit putui
Dez. Acker auf der Krummflur, ne—
»en Johanu Joseph Ehrhaudt sen.
Wittib und Peter Schmelzer.
Tagw.Jb Dez. Aderland ober dei
Lehmkaut, nmebenJohann Joseph
Ehrhardt zen. Wittibumd Heinrich
Holzer.
circa 10 Dez: Pflanzstück im unter⸗
sten Flur rechts und links der Ei⸗

senbahn. u,
Dez. Acker auf der Meß, neben Joh

„. Best und Kirchengut. 5
—2 Horn, kal. Notar.
Samstag den 6. April 1867, Nachmit⸗
tags As8 Uhr zu St. Ingbert in der
Behausung von Johann Adam Beck, wird
das zur Gütergemeinschaft des Georg
—A
aun verlebten Ehefeau Catharina
Fickinger gehörige Wohnhaus mit Hof
und Pflanzgarten zu St. Ingbert abthei⸗
ungshalber auf Eigenthum versteigert.

GHorn, kgl. Notar.
Samstag den 6. April 1867, des Nach⸗
nittags um 4 Uhr zu St. Ingbert bei
Johann Adam Bed nach der Schuster'schen
ind Jost'schen Bersteigerung lassen Eheleute
deinrich Rüink, Fuhrmann und Bar—
zara Kuhn hier, ihr in der Gasse ge—
egenes zweistöckiges Wohnhaus mit Hof⸗
caum und Garten in Eigenthum ver⸗
teigern. e — eenrurt e 7414

Soru, kgl. Notar.
Gleich darauf läßt Barbara Weid—
mann, Ehefrau von Nicolaus Stein⸗
feld, Bergmann dahiet 7 Dez. Garten in
den Großgärten hiesigen Bannes neben
Franz Weißgerber Wittib und Peter Schmel⸗
zer in Eigenthum versteigern. —

AGorn, kgl. Notar.
8 — J —
Zausversteigerung.
Montag den 15. April 1867, Nachmit⸗
aas 1 Uhr, zu St. Inabert im Haust

der Witwe Heinrich laßt Herr Carl
Niotte, Kaufmann daselbst, sein dahier
gelegenes Wohnhaus mit Hof und Garten
dahinter, auf langjährige Zahlungstermine
jn Eigenthum versteigern.
Bis zum Versteigerungstage kann das—
elbe auch gus freier Hand verkauft wer⸗
den und ist Näheres bei dem Eigenthümer
ju erfragen. ——— I
n Sorn, tgl. Notar.
Ee ee Auswahl der neuesten
Zommer Buxrkins so wige schwarze
Tuche N Art. u dn An⸗
ügen ich besonders eignend, sind zu- sehr
billigen Preisen eingetroffen bei
j IXXXVXXVXI
»a der bekannte geschickte Maler
und Tüncher Gustav Schneider jetzt
ber nir in Arbeit stehtz so benachwichtige
ch weine sverchrb 9 qunda unn Gonner,
aß ich von nun an auch das Malen von
ZƷchildern, Stuben, Plafonds,
Rouleau ꝛc.; alle⸗Arten von Ver⸗
zoldungen und Lackirungen, über⸗
saupt alle feineren in das Geschäft der
Tüncher⸗ und Malerei einschlagenden Ar—
ʒeiten übernehme: .
IB bis G Wagen guter? DOumgessndr zu:
—DDD
IDiebler
EGin tüchtiger · Schreiner ifinder dau⸗
ernde Beschäftigung bei n Gu
EhreanFi chter Schreinermeister
itu u Rentrischerberg, i5
Meine neuen Kleiderstoffen sur die
zeginnende Saison, sowie auch/ das Mo
dernsto in Somaner OhnA Ion, ung
Sonnenschirmen mit Perlsfickerei,
empfehle ich hiermit zu billigen“ Preisen.
. Sνα.
Donnerstag 11. April.
c 3 113m *
Jahbrmarkt
in St. AIngberti 1
—ECEin braves fleißiges Dienst⸗
madchen wird zu sofortigem' Eintritt
gesucht. Wo? sagt die Redaktion.
———— —⏑ — — — ⸗
Vermiethung.
Eine Scheuer, ganß in der NRähe des
Bahnhofes, auch zu einem Magazine sich
eignend, ist sofort zu vermiethen zu er⸗
'ragen in det Expd. d. Bl.—*
o ⏑
Ein gesitteter junger Mensch, der An—
lagen zum Zeichnen hat, kann als Litho⸗
, (ohne Lehrgeld) bei
mir eintreteen.
n. X- Dometæ.
Viehmarkt zu Blieskastel
am Dienstag 2. April nächsthin.
Blieskastel den 28. Maͤrz 18834..—
Das Buürgermeisteramt
— Qnuays.
5 veet Wiesen an der Obermühle und
2 Stück Ackerland auf Hobelsahnung find
zu verpachten bei J ——
Frau Wittwe Weigand.
Zu vermiethen.
3 Zimmer und eine Küche im 2. Stock
bei
F IAMVII. Uhrmacher
        <pb n="150" />
        — ——— 5
—— S ——
TunsrWAuzei ge
α ιννν — üͤrau
ν ô— αν
Die berlthinten Athlelen Turner und Kunstreiter dg inte st
— — E * 17 —* 5
ι Gα. IAIX * IIB

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Montag den
Aprilad⸗
mittaas.

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Uxbungder freiwiligen Feuermehr)/
m pxn Das Commando in
Ma un lane
gu Verkaufen
in dreistöciges Wohnhaus dahler —
Hauptstraße,enthaitend“ noch Stallumde“!
Garten un Hofrcum durih das Geschafts
X ConsustativnsBureau
9 zn S. Echerpf.n
— 5 —
Stht Jugbert den. 24. Marz 1867.. —
I ——
Farbvᷣdaronhandlung
is nati rr Mα Ton
Netęer Stiet.
üo 3α ι
ni P. eaölner Leim'
itinnan per Pfd. 22 kEr. pν
Ausverkauf —

FRarehent,
Hosenzeug, noanndꝰd
Ftergαινα, — — —
na Ib und ganz woill. Tanuu,

—

—
XXX——
,,,,—,————
ind des · Wegzugs wegen: zuebedeutend billi—
jen Preisen zu haben beir

Earl Riotte.
Ein großer Garten, hinter der kathol
zircht Belegen, ist Zu verpachten durch
Tuüncher Kimmel.
Her⸗ Baulliternehmer S8 ang' hat ei⸗
nen kirschbaumen Sekretär, jasteneu—
u perlaufen . —B ——
Näheres bei Schneiderineister
J. Jost. 7
7— —7 77—
Erziehungsanstalt
mit· Vijterrient ir allen· Paẽbern fir
Cnaben und junge Leote welehe sich
lem Handel widmen Gründlehe
drlernung der französisehen und
englssehen, Sprache, durch taglichen
Umgang mit Rranzosen und EPngiündern
dofordert. Pensionat 2u- billigon Prei-
zen. Prospecte und, Lehplan sranes gom
Vorstadd des ⏑ — ——
tuts in Rruehsal Baden.) dan
L. T *
Ein braver, gesitteter Junge wird in
die Lehre gesucht, Eintritt sogleich oder
bis Ostern bei
Schreiner Dereum,
hrucht⸗, Brod⸗, Fleisch· ee.Preise der
Stadt Hom burg voni 27. Mag.
—BVBV,,,,,—————
Spelz I. 50 itr. Gerste, reitige fl.
— tr., Mischfrucht — ü DAn. Hafer
4fl. 8 t. Erbfen 5 fl. kr.Fartof⸗
eln 1fl24kr. per Ztr. Kornbiod 8.Kar.,
27 tr., ditto, 2 Kgr. 18 kr“, ditto Kgr.
) kr., Kühfleisch 1Qual, Jà kr.2.Oual.
13 r.Kalbfleisch ———— Hammelfleisch
4 kr. Schweinefleisch I8 kr. Butter 31 kr.
ber Pfd.

beehren sich echebenst anzuzeigen, vaß sic Sonntag den si März in
dem nenerhauen Cirtus im Mübhleneck eine Vorstelliing geben werden, wozu“
inn vnr tes Aytcestton,
Eassa⸗GErsffnůung nach 3 Uhr, Aufang 4 Uhrau 18
ιινινα ααα ij itf un a —
te iu —D — Düngemittel 511 —D
ιιιA uνινιν νÜO Wund r d
VDDVVV —.
Chomischen Fabrik Griosbeim;
—B——— A n ν
—DV— —V—
Franuf
2 ι
u ι ιιν νr — ——
Unsere. Fabrikate sind sowohl im Feldhau, wie Wiefen.Wein!“ unß Gar—⸗
enboit heh ilen Gewachsen mit dem günstigsten Erfolge Nauf allen Bodenarten
ingewendet worden. n, Durch langtährige Frfahrungen sind wir in den Stand
zesetzt, für glle Bodenarten und für'alle Arten von Gewächsen die wirksamften
Dungemittek zwrc liefern. Sie wirken dasch. sicher und nahhhattendee Dur,
ie werden dem Boden v die. Bestandtheile wieder tgegeben,“ welche die Ernaͤhrimg
and kraftige Entwickelung derx Pflanze so wesentlich förderin dürch sie werden
die Mittel zueiner⸗dolkommon freien und intensiven Wirthschaft zeboten, durch
ie wird es dem intelligenten Landwirthe möglich, heljebig starken Khrner⸗ und
handelsfrucht Bau einzuführen, und ohne den Bodenogu Arschopfen, die höchst
nöglichen Erträge zu erzielen. —Go
Sauere phosphorsauere Kaltke Sudelpbobphabche zire Dimguuig des
Getreides, für Rüben, Wiesen, Gemüse, Futtergewächse, Reps
u. ißeow. in drei Eorten.
Gedämpftes Knochenmehl, (uanisirt) in seitent atobetem Pulder
für Getreide un s. v, Gur-Maschinen ünde hur dandfande —
Rohes NKnochenmehl.. e ι ι — ——
Baker Guano-Superphosphat. —A
Peru⸗ Guano⸗ Phosphat. (Gesauerter Peru⸗Guano he
Phosphor-Guano.“ r edacheein i —— —— 3 —
Griesheimer-Gnano bconcentrirter Dünger), feines Pulver für Getreide,
Reps, Tabak, Kaxtoffeln, Hopfen u. s. w hea as —
Weinberge Guano (Weinberg⸗ Dünger.) ι—ιι r— u ανιι
Kalie Superphosphat n den
dalie Dunger fur Wueseß, Wiesendünger, D Kalisatze.
Peruanischer Guano —BR — 2unß 75414* * ——
Sodagyps. Schwefelmilchgegen die Traubenkrantheine a ge
Slnmitliche Fabritate sind won ven ersten Agticultut Chemitetnanalyfitt
ind werden stetz unter Garantie detz“ angegebenen Gehaltetz geliefert. Sie
seichnen sich nach dem Artheil der ersten Fachmänner durch Billigkeit, Reinheit
und! zweckmäßige gleichmäßiger Busammen setzung aus⸗ Siensind, im Betreff
des Gehaltes der allgemeinen, unbeschrängktesten Controle unterstellt, es werden die
dosten für jede nachweislich zuverlässige chemische Untersuchung von ums getragen
durch: welche constatirt werden kann, daß von, uns gelieferte Fabrikate hinter
dem garantirten Gehalte zurückgeblieben süid. Verpackung in plompirten
Säcken oder Fässern. — Preislüsten und Gebranchsa nweisung en, wel⸗
he beide die chemischen Analysen unserer Duüngemitt elnenthalten,
verben gratis verabfolgt. —— —A———
Niederlage bei Herrn ———
ν in St. Inghert.

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17 7
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Redaktion, Druth ind Verlag pon F. X. Demcezin St. Ingbert. αν
,ru 751.3.4
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        Ne 72— n 337 * — — rl eb 24
,6 r 1 . u i ii.
— 15401 n e 0 * cq1 e —
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der „St. Ing bexter Anzeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimabz Dienstag, Donner s stag
d Soamstag. Abonnementspreis vierteljährig 4. Krzr. Anzeigen werden mit 8. Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
ι Raum berechnet.nιαν
Nro. 40.4 ninti e yν. x Dienstag, den 2. April ν LK— J 1867.
— — —⏑⏑——— — — *
I.0 ν α ute u nö
— Deutschlande ulat u νιatsut
120 Mia uch en, PoiMarzeni zerrponen Bomharde hat einen
mehriagigen Urlaub: augetreten, vor dessen Ablauf ihm ein Nach⸗
jolger ernannt sein wirdee Wie üch wonnguter Seite vernehme
eien mät⸗ dreĩ höheren Beamten: Unterhaudiungengepflogen wor⸗
heit: dem“ Appellgerichtsdirector Meumayer, dem: Generalstaatsau⸗
walt Steyerer unnd dem Cabinetssecretär· und⸗oMinifteriakrath
b Lutz.“ Letzterer Kehnked gleich anfangs: abnmit den beidentnan⸗
zereu Herren Wnnemni die Verhandlungennnuls⸗geschlosson betrachtet
werden nrit dem Ergebniß, daß Herriuvn Neumayer an die Stelle
Bomhardstim⸗den— nächsten Tagen berufen“ werden?dürfteern Die
endlich durchgesette Enifernungn des!FJustigministers Zat Vvraus⸗
aächtlich den Rucktrikk des Kriegsministers wy Pranthie zur Folge.
indeim nicht! allzu ferner; Zeit durfte / der Cabinelssecretar v.cLuß
beranlaßst werden beidem! zunfolgenSeiweEntferuntgg ist uwenig⸗
tens bei den Gegnern Bomhards eschlossenen: Sache.u udotu
uu Muünchen, 28. März.Als vestimmt läßt sich heute mit⸗
cheilen; daß ber K. Kriegsminister, Generalmajor Frhriunve Pranch
n Folge der Verzögeruig! welche der Gesetzentwurf bezüglich dor
Militärorganisation erfahrene beziehungsweisenmwet Widerstandes,
welchen derselbe gefunden hat, dem Könige⸗ein“ Entlassungsgesuch
eingerdicht hate!“ Dien Entschließung des Monarchen!ist jedoch we⸗
ver auf diesesn Gefuch: noch:“ bezüglich der⸗n jchwebenden Minister
srage überhaupterfolgt vielmehr sindediet Verhandlungenwelche
deshalb und wie vs scheint, nach verschiedenen Seiten angetmipft
vurden, Noch! nichte berndet. verlautet:n nugZiembich unter⸗
richtetet Quelle Adaß von! Seitdꝛ der Geistlichleit beiden is onfesfio⸗
ien eine Adreffe aͤn den Konig vorbereitet worde, in welcher die⸗
elbe bittet, dein Ausschlusse ver Geiftlichen donnder Volksschule:
welche⸗bekanntlich die Linke der zweiten Kammer verlangt.nich
tattzugeben. Ich referirel einfach über diese Thatsache/ da vorgussichtlich
zer Landtag bei seinen nächsten? Zusammentritte diern Schulfragt
wieder in das Bereich seiner Thaͤtigkeit ziehen unddie ministeri⸗
ellen Vorlagen erwarken wird. n Augsb. A.
Muümche k, 80.März. Ueber die Besetzung der Regie—
rungs⸗Präsidentenstelle der Pfalz ist noch immer nichts entschieden.
Wie man höm, wur der Regierungsdirektorh. Pfeufer in Augs⸗
burg, früher Landrommissariais-Altuar in Speyer, jpater Sekre⸗
tär im Ministevium des Innern, dann Polizei-Oberkommissaär und
Polizei⸗Direktox in München, für jene Stelle porgeschlagen.niGe⸗
genwärtig ist davon die Rede, Hu.nm Rehlingen, Rath, imt Mi—
nisterium des: Innern, früher Regierungssekretür in Speyer, sei
zum Regierungspräsidenten der Pfalz ausersehen. Wahrscheinlid
aber wird eine Entscheidung erst nach dem Besuche des Ministers
v. Pechmann in der Pfalz erfolgen Çee rele
Wünchen⸗ ZO; Murz. Der Pfalz steht ein Besuch des Hrn,
Ministers des Innern, Frhranve Pechmann bevor; derselbe wird
sich nach Erreichung des Zweckes jeiner Keise. nach Karlsruhe, wo⸗
hinn er übermorgen, spätestens Dienstag⸗s abgehen wird, än · die
Pfalz begeben.“ Der Herr Mimster, wird auf jeiner Reise be
zgleitet sein don demekgl. Regierungsrathe Baron v. Feilitzsch vom
Staatsministerium des Innern. Während cder: Abwesenheit des
Hrn. Ministers wird Hr. v. Gresser, der Fultusminister,, auch
die Geschäfter des Ministeriums Des Junern, leiten.
nr ενιν,“νν Dienstes-Rachrichten,za 7 312*
.. Durch Megierungsbeschluß wom. 29. März wurden : d.cder
catholische Schuiverwesere Julu Henrich im Fraukenthal und 3.
der proiestamische Schulberweser Karl Roth daselbst, beide zu Leh—
rern au ihren bisherigen, Schulen in Frankenthal vom 1.. April
—E ,
BSeipzig, 81. März. Eine freisinnige Versammlung bittet
die nationale Partei im NReichstagen den zraschesten Abschluß der
Verfassung: zuerwirken, damit die Regierung in der Luremburger
Frage freie Hand erhaltetn ι ιι
Berlim, 27, März. Die Existenz des norddeutschen Reich—
tages hing heute an einem Seidenfädchen,: Ging das Amende—
ment Benuigsen zum Verfassungsentwurfn wolches für die leitenden

J

—
ν —V ——

Drgans des Bundes:!die Werantwortlichkeis vor: dem Reichstage
orderte, dirch,so war die Auflösung des Reichstages beschlossen.
Mit Is6 Stimmen Majorität siegte schließlich die Regierung. Es
Jatte: sich heuie genau die gestrige Debatte wiederholt, weil Graf
Bethufy den augefochtenen⸗ Artikel 12. des Entwurfes als Amen⸗
ement zunut Arnkel I6 kinbrachte und weil auch“ Bennigsen zu
rtifkect Ad ein Amendemenke von Neuem stellte. »ABismarck sagte
nit dütken⸗ Worten: Wir Lassen uns auf die Forderungen von
lͤberaler Seitennicht ein, und wenn? Ihr gleichwohl für die Ver⸗
imiwortlichkeit votirt sor wird derReichstag! aufgelöst, so stellt
ich voͤre Euch hin ein politisches Thaos, sosgfällt-auf · Euch die
Schuld,? daßnichtz zu Stande gelommen ist. Dieé Nationallibe⸗
alen unddie Linke achteten auf diese Drohung nicht, sie gingen
in geschlossenen Reihen dor, ruhig erwartend was weiter geschehen
würde.⸗ Indeß was half es 3Gestern siegken die Conservativen
yeiderselben Frage mit nur Liner Stimme Majorität, und dar⸗
rach konnte durch irgend welchen:“ Zufall heute die Linke Regent
Allein 16 Stimmen mehr auf Seite der Ministeriellen — und
vit haben nun einen Entwurf, der so gut wie gar nichts mehr
verthist. Waldeck sagt sehrdrastisch aber seht richtig?—,Herrscht
m Bundesrath keine Verantwortlichkeil Ioesch affen Sie nicht eus
ropäische, sondern asiatische Zustände, so machen Sie das Bunt
esoberhanpt zu einem römischen, Imperator!““ Ein paar: Jeig⸗
ingenvonnlinka hatten sich vor der Abstimm ung entfernt, während
ie Coservativen. einige dreißig· Boten; ausschidten, um allehre
demte cherbeizuschaffen. 33Das Half. So wie heute wird Bismavch
nectet vperirenri⸗i Ern setzte dem Reichstage bei jeder ernsten Frago
—XC die Brust und sagt* Entweder Ihr stinmmt der
cẽntwurfel zu vder Ihrhöri auf⸗ zu existiren! Das politische Chaos
vomit: der Minister regelmaßig drohtworfehlte seine Wirkung bis
etzt noch nien⸗ Der Reichstag bleibtnam Leben, »aber ex trägt die
nolitische Freiheit: des Volles zu Grabe. Die Borfe war ziemlich
est bis auf / alloe bon Parian abhungigen; Werthe. Der Umsatz
ieb beschrünkte ndnn daunun e *35 — —
naeBeerlin, X. Mürz. In Luxemburg sind gahlreiche Plakate
nit. Vive Napolhon Vive la, Franco“ verbreitet, die zur Gee
valtthat gegen Preußen auffordern und ein dort: garnisonirendes,
mus Nassauern bestehendes preußisches Regimemignr Auflehnung
anstacheln. Man versichert daß der Gouverneur deshalb den Behör⸗
den· zexuste Eröffnung machte ——
Berhin, 31. Marz. Die nalional⸗· liherale Fracktion beschloß,
norgen folgende Interpellation zinzubringen: „Die amterzeichneten
Mitglieder des Reichstags richten die nachstehenden Anfragen an
den Herren Vorsitzenden der Bundeskommissarien“ 1. Hat die
oͤniglich preußische Regierung ofsiziele oder anderweitige Kenntniß
davon erhalten, ob die in taͤglich verstärktem Maße auftretenden
Gerüchte über Verhandlungen zwischen den Regierungen vou Frank—
reich und den Niederlanden wegen Abtretung des Großherzogthums
Luxemburg begründet sind? 2. Ist die J. preußische Regieruñg
in der Lage, dem Reichstage, in welchem alle Parteien einig zu⸗
ammenstehen werden in der kräftigsten Unterstützung der Abwehr
eines jeden Versuchs, ein altes deutsches Land von dem Gesammt-
zaterlande loszureißen, Mittheilungen darüber zu machen, daß sie
im Verein mit ihren deuischen Bundesgenossen entschlossen ist, die
Verbindung des Großherzogthums Lurxemburg mit dem übrigen
Deutschland, insbesondere das preußische Besatzungsrecht in der
Festung Luxemburg auf jede Gefahr hin dauernd sicher zu stellen 7*
Der nachgefuchte Änschluß der übrigen Fraktionen ist wahrschein—⸗
uch. Graf Bethush-Huc hat schon zugesagt.
7 Berlain, 1. April. In der heutigen Sitzung des Reichs-
ages beantwortete Grrf Bismarck die Interpellation betreffs Lu⸗
emburg folgendermaßen: Von einem Mant eines Vertrages
zwischen Holland und Frankreich wegen Abtretung Luxemburgs ist
der preußischen Regierung nichts bekannt. Auf Hollands Frage,
wie: Preußen eine Abtretung Luxemburgs aufnehmen würde, sei
exklärt aporden, Preußen muͤsse dem Könige von Holland die Ver⸗
intwortung überlassen, Preußen würde die Ansichten der Unterzeichner
        <pb n="152" />
        der Verträge von 189 und seiner 4deuischen ·Bundesgenos—

sen einholeng und; dem, F —— reußen. lehnde

die guten —S — pPreuße rankreich ab.

Weilere Auffchlüns⸗ — unthunlicht·. Wahrung der

—*2 Rechte fridlichem Wege.

Trier, 28 —2 Sichetem Vernehmen MNach schreibt die

„T. V.⸗Z.“, bereiten die Industriellen des Großherzogthums Lu—⸗

zemhurg Schritte vor, um bie Schädigung ihrer Interessen, welche

—X

verhüten. Eine Commission ist ernanntwelchedie Sache bear⸗

beiten soll. Allgemein ist die Ansicht des Luxemburgischen Ge⸗
werbestandes, daß, ebenso wie Handel und Wandel, Gewerbe und

JInduftrie durch den Anschluß des Landes an dent deutschen? Zoll

derein aufgeblüht sind, durch eine Ueberweisung des Landes hinter

die französische Zollgrenze nochmals zurückgehen werden. Manche

Erwerhszweige; werden sogar-in djesem Falle; ihren vollen Ruin

zu gewärtigen haben. Sollte die hbefürchtete. Katastrophe nicht

eintreten Jo hätte die jetzige s. g. Aluxemburgische, Frage mächtjg

—DDD—

enger wie bishernan die deutsch⸗nationglen Bestrehungen, anschließt

78umembu xig, 27.März. . Den verworrenen, Gerüchten
gegenüber,⸗ Welche gegenwärtig über Die luremburgische Fruge arure
firen, geben folgende Thatsachen über die Absichten Preußens ex⸗—
wlnschtes Licht. Wahrend esnicht znehr gu läugnen igt, daß dez
rönig von Holland, tryotz des belaunten Widerstrebens deg Prin⸗
zen⸗Statthaltexs. das AnerbjetenFrankreichs angenonmnen, ein
Stüch deutscher Erde gegen Goldeswerth abzutreten, nimmt Preu
jzen in der Stille geeignete-Maßtegeln,zum Luxemburg zugleich
gegen die Schwüche Hollands zund gegen etwaige Gelüste Frank
reichs zu jchützen, „Dieser Tage, kam der Befehl, sämmtliche Fort
zur Aufnahme von Truppen hbereit zu halten gegenwärtig ist man
mit dem, Transport des Mobiliars beschäftigt. Die äußeren Wa—
hen siud verstͤrklt Und mitz Hornisten vexjehenn. Jun Arsenal, wo
hisher nur, mit- einem Feuer gearbeitet wurde, arxbeitet man jeil
einigen Tagen aiße fünf, Feuernz. zudem haben jast sammilicht

Schmiede der Sagdt hressante Vestellungen auf Festungsarbeit he⸗
lommen.g henn

Wiaem, 273 Murzten DieWiener Abeudposte hatobelanni
lich die Nuchricht dementirt, daß General Fleury. in einerubeson⸗
deren Mission nach Wien zu gehen degauftragt seiren Das Dementi
st begründet, denn der General iwird in der That in Wien nicht
orwartet; gleichwohl wird in diplomatischen Kreisen versichert, daß
diese Mission beschlossen gewesen sei,rrngegenwärtig aber us Am⸗
saß der Erklarungen unterbleiben werde, die Herrp. Beuft / kürzlich in
der Luxemburger Angelegenheit dem Herzogt von Gramont ugege⸗
hen habe und die sich in dom Satzer zusammenfassenlassen; daß
Oesterreich in einem Kriege wegen Luremburgs Frankreich nicht unter⸗
stüten werde. — Seit einigen Tagen ist der Depeschenverkehr zwischen
Wien und Berlin ein sehr lebhafter, und wenn auch die Annähe⸗
rung zwischen Desterteich undr Preußen noch eirie positive Grund⸗
uge gewonnen hat,so ist doch gewiß, daß! indieser Richtung
eifrig verhandelt wird unde daß nicf beiden Seiten die hesten In—
entionen obwalten njo daß ein die Erhaltung des eurdpaischen
Friedens garantirendes Resultat wohl zu erwarten ft.n
Der „D. Allg. 3.“ schreibt man aus Wien“ Ich hatte! in
diesen Tagen Gelegenheit, mich eitem Staatsmiaunné zju nähern,
der den entscheidenden. Kreisen sehr nahe steht. Das“ Gespräch
nahm eine Wendung, die sich schließlich zu der vffenen Frage zu⸗
spitzte, ob die Regierung schon daran gedacht habe, einen Eut schluß
zu fassen, wenn etwa zwischeireeinem Vündniß mit Preußen und
linnem Bündnisse mit Frankreich eine Wahl getroffen werden müßte
Es ist daran geédacht,“ sjo lautete im Wesentlichendie Antwort,
und wenn eine Wahl getroffen werden müßte, wozu freilich augen
blicklich die Situation sich nicht einläßt, so würdel verlassen
Sie sich darauf, die Entscheidung für das Bündniß mit Preußen
fallen.“ Umd warum? ftagte ich weiter. Weil das Bündniß
mit Preußen,“ war die Antwort, „den Frieden mit Frankreid
nicht ausschließt, weil aber das Bündniß mit Fränkreich der Krie—
gegen Preußen wäre.

WBien, 29. März. Mañͤschroibi der, Neuen Fr. Presse“
aus Algier, daß der französische Transportdämpfer La Drome“
mit österreichischen Freiwilligen, die aus Mexico zurückkehren, am
23. März daselbst vor Anker ging. Das Schiff hatte Vera-Cruz
am 19. Febr. verlassen und eine ziemlich günstige Uebetfahrt ge—
habt. Unterwegs waren drei Mantt gestorben. Von den 7000
Mann, welche vor drei Jahren nach Mexilo gingen, kehren' micht
biel mehr als 3000 Mann wieder in die Heimath zurück. Es ist noch unbe⸗
stimmt, ob, La Droma“ nach Pola oder Triest geheti wird. Die Mehr⸗
jahl der wackeren jungen Leute soll sich in einem sehr bedauernwerthen
Zustande befinden. Viele haben in den letzten unglücklichen Feld
zügen ihr ganzes Habe eingebüßt und find noch immer der Aus
zezahlung ihres ansßständigen Soldes gewärtig.

J Triest, 9 März. Die 8Leantepost ist mit Nachrichten
au en vom 23. I geren Der „Le⸗
want Hexaltbed meldet. Die Pfortes hai die Forderungen des Vice⸗
dnigs von Aegypten aͤbgelehnt⸗ —A— mit wet Abberufung
der ͤghptischen von Kandia ind mib Berweigerting des
Tribuis drohte. Nubaß Pascha hofft jedoch mit Unterstützung des
jranzösischen Gesandten in Konstantinopel zu reussiren.
Fraukreich.
ng arrs, A8Marzi Monitenrund Constitutionnelẽ schweũ
gen noch immer! über die! Iuxemburger Angelegenheit; idie Sabet
im so mehr fortfährt der Gegenstand aller Ünterhandlungen und
der Conjecturen der offentlichen Blätter zu sein. ec,
dx Stuatsmnister Rouher und der Minister desAusmuftigen
Moustier eine Iange Unterredung mit dem Kaiser uud ist natüe⸗
ich, daß man annimmt, das Gespräch zwischen diesen Leitern der
auswärtigen Politik —— um Luremburg gedreht.
deute find es für Frantreich uzegünstige Geriishte, welche die Ober⸗
hand gewonnen haben; man sagt; allgemein, daß Bismarck direct
oden andirect· diß Zustimmmg der Annexion an Frankreich versagt
habe:Deutschlaud lönnte sich hierzu nur gratuliren,en denn ein
Blich mif die Karie zeigt. daß die Besetzung Luxemburgsg durch
ie Franzofen der rerste Schritt zur Incorporation Belgiens wäre,
desfsen Commumication mit- Deutschland- diem Franzosen in „jedem
»eliebig en Augenblicke unterbrechen, lonnten, während die Besetzung
ener Festung dunch Preußen dics Unabhängigkeit „Belgiens uter
deti sichexen Schutz Deutschlauds stellt. Diern Belgiern wissen das
auch seht gut und sehen de⸗shalb mit starkem Herztlopfen dem Aus⸗
pnig dieserr Augelegenheit entgegen. Uebrigens darf · man sich über
vieEnergie der kaiserlz) Regierung ims Fallen der Burückweisung
eine gu starken Beforgnisse machen zarsie würden dien Sach ehenso
einstecken, wie jo manches seit vorigem Sonmner, n
niun Pais/ 29. Mürz.n Der Avenir mationalzeigtdie Abtre⸗
umg Luxemburgs e Frankreich als vollendetq Thatsache anm Der
dönig der Niederlande, Yat wach FEmpfang; einer.. Depesche7? aus
Baris diese Abtretung der pre ißischen Regierung notificirt.n
dutiaPariis: AO. März.nn Die Union Abeginnt kumniervollen
Tones ihr heutiges Bülletin alsoca,, Ohndenn wohl Preußen hes
rufen Jein soll,die erster Macht der⸗Welte zus werden ẽ.7. Offen gen
anden, das alie Deutschland scheint ziemlich geneigt zu sein,, ihm
illes Wachsthum zunlassen, das gemals; der verwegene Minister
es: Königa Wilhelm; für es geträumt haben mag, Um die Wette
rängt man sich mit Allianzgesuchen? heran.a Die Union zählt
Württemberg, Bayern, Baden, Hessen Darmstadt auf und sieht in
iller Bälde schon die bis jetzt geheim gehaltene ꝓpolitische, und, mi⸗
itarische Alliunz Att Destexteich ans Tageslicht atreten. Ja, der
Annunciadaorden, und bio bedeutungsvollen Zeilen, welche Vie⸗
or Emanuelio dem· Grafen Bismarck gesendet, scheinen ihr, auch
ürdie · Zukunftimicht so ganz ahne zu sein.) Und zu guter⸗ Letzt
äßt nun Graf Bismarck, der feine Zeit nicht verliert, seine Kriegs⸗
flotte imn Geestemünde so herxüsten, Ddaßesie jeden, Augenblick in
dieSee gehen kannu lte .A
Paris,30. Maärgenn Die Bewegunge gegen das Militürge⸗
setz dauert im gattzen Lande fort. Der, Temps“ veröffentlicht niiß
den Städien Auxererre und Abrolles Petitionew an den Knaifer,
die in ehrerbietigen aber festen Ausdtücken die Beseitiguug des
zegenwaärtigen Projectes Jordern.“ Die Petitiondre benutzen sehr
zeschickt dier beruhigenden Erklärungen des Staatsministers Rouher
im gesetzgebenden Körper/ um ihre Abneiguuge gegen den Ent⸗
vurf noch mehr zu echtfertigen. Andere Pelitionen werden in
stheims, Sens, Joigny und dem Departement der Rhonemündnun⸗
jen mit zahlreichen Umterschriften bedeckt, sie sollen aber direct dem
esetzgebenden Koͤrper eingereicht werden.“ Während diese Demon⸗
trationen für den Frieden stattfinden, geht die Regierung eifrig
nit der Anfertigung der Chassepotgewehre vor und denkt auf die
Zinübung nener militärischer Mandöver. Das Lager von Cha⸗—
sons soll dieses Jahr sehr' früh bezogen und von dem General
Foreh commandirt werden“ Eine Division Cavalerie, drei Ba—
aillone Jäger zu Fuß ünd zwolf Linienregimenter, also ungefähr
25,000 Mann, werden das Lager bilden. Die sämmtlich Infan⸗
terie dieses Lagers soll unite dem neuen Gewehre bewaffnet sein
mnd · die erwähnten neuen Evolutionen einüben. Man braucht aber
n biesen Rüftungen keineswegs ein kriegerisches Symptom zu sehen.
—Der Bruder des Taiknn don Japan wird morgen oder übet⸗
norgen in Paris exwartet, mit einem Gefolge von 50 Personen
Er bringt 30 junge Leute im Alter von etwa 20 Jahren mit,
velche den hoͤchsten Familien von/ Japan angehoͤren und nach
Paris kommen, um ihre Studien zu vervollständigen.
Wiedie⸗ Framcen meldet, ist der Prinz. von Oranien gestern
»om Kaiser empfangen worden. Er hat darnuf dem Minister des
Auswärtigen Hrn. Moustier, seine Aufwartung gemachtz
*Die Gerüchte über eine Modification des Ministeriums er⸗
jalten sich. Der Ceneral Fleury und der ehemalige Polizei⸗Prä
        <pb n="153" />
        zct Boitelle werden unter den neuen Ministerw genannt.Eine
Modification des Cabinets in diesem Sinne ließe darauf schließen
aß man an bevorstehende ernste Ereignisse glaubt. Der Kaiser⸗
weicher gestern in der Begleitung des Herrn v. Persigny im Aus—
dellungsgebäude war, sah, wie: allgemein Nuffielen sehr düster aus
Dieses ist übrigens erkkärlich. Es gelang nicht, daß die Ausstel⸗
ung am 1. April fertig ist, so daß, it⸗ die Ereiglisse eine
ernsie Wendung nehmen sollten. fie wohl nie in hrent ganzen Glanze
un Slande fommen wird uh3—
Paris, 30. März. Das „Journal des Dabnts“ ist der
Ansicht, daß, falls das Gerücht begründet g Preußen werdenur
hann darauß eiugehen, bie Festuzgg Luremburg zuy gzůmenz swenri
sie geschleift werden u⸗ cne solche Bedinguͤͤg einer anfa⸗
hen Ablehnung- durchaus.gleichlomme. Was Frankreich nügtzlich
sein loͤnne, sei doch sicherlich nicht ein kleiner Gebietstheil anchr.
wohl aber eine Festung an einem Orte, wo eine Grenze offen ist!
—
Brüsseilga. März! Das PariserTelegramm hern Jut
dependance belge“, nach welchem zwischen Preußen Lundgrankreich
zine Verstänpignzzg zbehen Vtteinigrnig Pnremhergtf, init Tranlzeich
trzielt worden set ind nuͤr ioch dif Cinzelheilen, iuit Hpland. zu
regeln waren, ist unbegründet, 4 —0 ——
FTürkel — an 21
Qorn soinmrteaum dep el, Bo, MarzeManverfichert,“ die Us
bergabe der Collectibnote Seitenis Destertrichs, Fraukrelchs“ und
Rußlands an die Pforte, in, Betreff der Abtretungn dexInsel
Candia an Griechenland, scheiterte nicht an der Weigerumng:ueng
lands, diesem Schritte beizutreten, sondern an der, Weigerung
dinslamdo durvon Frantreich geförderte Garamie fur sammmliche
unmittelbar Tritarien: der Pinris amitzuüheruehmenusutus, ui
Amcrifa.—
New⸗-York, 29. März. Agenten des Kaisers Marimiliau
sind in Havannah bemutht. ein lin zuwerben. . —
rGcigte pe Yoert, gon Pidrz Det, Congteß hat sich bis“ zun
Monaͤt Dezember vernigtedie Hrf eder ANisgenommen, die, Zean
3. Juli anwesend, sein, müssen; wenn 'dre Justizcommision ihren
Berachi udere die degent den Prasidenten einzuleitemae: Kluge eritat
—⏑
rusen, am Mittheilnug von einem⸗ Pertrage zu erhalten.i durch
welchen Rußland das ganze russische Amezika an die Warn⸗ Waai
—XR abtritt. Anιο

—

nmn eru in t .

. Die diesjuhrige Coursptufuigfurben Stadisforfivertval⸗
tungsdirnsti bird aAm 29. August statisinden. Gesuche sind bis zum
l. Mqi bei den ginschlägigen Forftämtern einzureichen. Auqh dieje⸗
nigen, welche die b Central-⸗Forstlehranstalt Aschaffenburg iin Jahre
1863 absolvirt haben und sofort in die förstliche Praxis, eder qu
de nihe abgetreten sind, werden bei Erfüllung baee
normalmäßigen Vorbedingungen. zugelasser⸗ zundie cun 123n
xIn den Orten Contwig und Taleischweiler, Bezu Zwei⸗
hrücken, wetden am L. April —— — eingerichtet.Gleich⸗
zeitig wird eine Postomnibusverbindueng zwischen: Waldfischbach
und Zweibrücken über Taleischweiler'in's Leben treke
F Am Schlusse eines Münchener Briefes der „A. 3.“ lesen
wir: Phul Hehse beschäftigt fich mit einer seiner ireizendften!“ Ro⸗
vpellen, jedoch nicht auf dem, Papier, sondern im Leben. Es hat
sich am vorigen dreitag an seinem Geburtstag, mit der 16iähri—
gen Tochter Liner augesehenen Kaufmaunnsfamilie verlobt.Innnn n
F'Bertin. König Ludwig T von Bahern hat an dier Wwe
des verlebten Cornelius das folgende eigenhaͤndige Schreiben ge⸗
richtetze „Frau d. Cornelius! Ihr, die srauri ge Kunde enthalten⸗
des Schreiben empsing ich heute. Seien Sie meiner, innigen
Theilnahme überzeugt an dem unersetzlichen Verlust, den Sie er⸗
litien haben; aber nicht Sie, wir Alle haben ihn erlitten. Die
Sonne am Himmel verfinsterte sich (es war Sonnenfinsterniß),
als der erlosch, welcher für die Kunst eine Sonne war. FJene
scheint wieder, aber schwerlich köͤmmt ein Cornelius mehr. Hier
wo ich seinen Tod erfuhr, hatie ich ihn, einige Monate nur feh—
len duran, vor einem halben Jahrhundert kennen und schaͤtzen
gelernt. Sie haben die letzte Zeit seines Lebeus verschönt, was
Ihnen immer ein wohlthuendes Gefühl bleiben wird. Mit diesen
Gesinnungen Ihr wohlgeneigter Ludwig J. Rom 14. März. 1867.*
WMannheim, 280März. Von Luxemburg werden starke
Tabalseinkäufe hier gemacht; da man sich dort bereits richtet, in
den frauzoͤsischen Staatsverband einzutreten und vorher die Ma⸗
gazine mit Tabak füllen will. In den letzten Tagen waren ein⸗
jelne Keufer persoönlich an hiefigem Plutze eingetroffen ⸗··⸗·
Wie wir aus Creuznach wernehmen? wird der haiserliche

Prinz ·Napoleon mit Beginn der Saison Creuznach besuchen, um
die dorligen Bäder zu gebrauchenEs Jeien bexeits die benothig⸗
ten Apartements bei einem dortigen Hotelbesitzer gemiethet.
Koͤnigsberg.Ein hiesiges Blatt berichtete vor Kur⸗
zem, baß die hier in der Probinz wohnende Wittwe eines Solda⸗
en, der jm nordamerikanischen Kriege gefallen, von der. doxtigen
Regierung eine monatliche Pension von 8 Dollars erhalte, Jetzt
heilt dasselbe Blait noch einige interessante Details mit. Der
Kerstoxbene ging im Jahre 1804 nach Amerila. wurde dort Sol⸗
dat und nach eiwa dreimonatlicher, Vienstzeit in einer Schlacht
eicht: derwundet; er tam in Folge dieser Verwundung in das
Jagarciht und starb dort Die in M. wohnende Witwe erhielt
Jald nachher eine amtliche Mittheilung von dem Tode ihres Man—
nes,: fand aber in dieser Mittheilung keine“ Veranlassung etwas
veiteren gi thainzz da sie und ihre Angehörigen keine Ahning da⸗
von hatten, welche Ansprüche die Wittwe eines dort im Kriege
Afallanen Soldaten an die Regierung zu⸗nmachen habe. Die
dagegen ließ durch“ihre diesfeitige
hesandischaft Rachfrage nach der Wittwe dieses einzeinen gemeinen
Soldaten halten und als'sie gefunden, erhielt diese die amtliche
Vuffordexumg, ihre Ansprüche geltend⸗ zu machen? unddier zu die⸗
em. Behufen forderlichen amtlichen Ausweise einzureichen. 3.
Wiltwe ———— nach langem. Zoͤgern,jener amilichen
Anfforderung nachzukommen, weil sie trotz derselben nicht daran
Aguhen wohtendoß fie davon irgend Ainen Erfolg haben werde
— 8 die durch Extrahixung der nothigen, Attefte
het den diesseiigen Behörden entstehenden Kosten, die nichtcunbe
deutende waren, aufzuwenden. Aber wie angenehm wurde fie
uͤberrafcht als sie nicht lange darauf · durch dier M.'sche Behörde
ine Suͤmme vom mehr als 500 Thlrn, exrhielt, die ihr iimm Auf-
trage der nordamerikanischen Regierung ausgezahlt wurden; in
dieser Summe war- rüchständiger 3 ihres verstorbenen Mannes
und die rückstandige Pension jnit 9 Dollars wionatlich, vom Joe
destage ihres Mannes ab berechnet, euthalten; zugleich wurde ihr
ein, Doeument übergeben, auf Grund Hessen fuͤr die Wittwe kine
Zenfion⸗ von 8 Dollars monatlich bej jeder offentsihen Kasse in
vᷣventenn erhoben werden kann. Zugleich wurde sie von Aints
wegen⸗ hafgefordert, m ihre zwei unmündigen Kinder die ihnen
zis zus ihrem 16. Jahre zustehenden Erziehungsgelder, für den
dnaventviy cüni das Madchen 8. Dollars monatlich, in Anspruch
— ihr ohne Weileres gewaͤhrt werden sollen.
——— eigenthünliche Schachpartie sand wenn der „Charivari“
Gfalheit verdlentt⸗vor —5 Tagener Patis statt. Vier Eng
snder: gie wegen der Weltausstellung bereits in der französischeũ
Meiropole Lingetroffen waren, hatten sich neulich inꝰ! einem der
Fafes des Bonlevard sngefunden md vertrieben sich die Zeit mit
einer der Excentricitaten, an denen die Sohne Albions soreich
ind. Sie theilten nämlich ein Billard ·durch Kreidestriche in 64
Felder. jodaun ließen sie anstatt der Schachfiguren. Weinflaschen
Jerbeibringen. s hampagner⸗Bouteillenl stellten die Konige, Bor⸗
deaurflaschen die Koͤniginnen, Borde ux die Thürme, Macon die
daufer u. J. w. vor. Die Bauern d durch den gewoöͤhnlichen
Weind von Argenteuil repräsentiri.“ Die Partie begann; zwei
pielten gegen zweüJedesmal, wenn eine Figur genommen wur⸗
de, mu /ien die Beiden, denen dies gelungen war, die Flasche
ustrinken. Das Resultat des Spiels ist nicht schwer zu erra—
hen- IDa beim Schachspiel am leichtesten die Bauern verloren
gehen, so ereignete es sich, daß unsere erfindungsreichen Insulaner
bereits unter dem Billard unfreiwillig Plag genommen hatten,
the eine der besfferen Sorten des Weins zum Austrinklen kam.
Glutiger Kampf eines Jugers mit Wildschützen.) Aus
Abtenau im Bezirke St. Gilgen, wird uns folgender beklagens⸗
verther Vorfall mittgetheilt. Der hiesige Revierförster war schon
seit langerer Zeit zwet Wilddieben auf der Spur. Am 11. ds.
Vorinitiage befand sich derselbe in Vegleitung des Forstjungen im
Reviere, als er der beiden. Wilderxer ansichtig wurde. Er schlich
iich in ihre Nähe und schlug mit ejnem Haltrufe das Gewehr auf
ie an. Diese aber fielen über den Jaͤger her, der nachdem seine
Zugel das Ziel verfehlt hatte, sich giit dem Hirschfünger wehrte
uind einem der Gegner die Waffe in den Bauch stieß, während
der zweite dem Forstjungen wit dem Büchsenkolben einen Schlag
auf den Kopfverseßte, daß dieser besinnungslos zu Boden sank.
Als der eine Wilddieb sah, daß sein Genosse toöͤdtlich verwundet
im Boden lag, schlug er mit dem Gewehre nach dem Jäger, traf
ihm aber blos an der Squlter, während er selbst von dem An⸗
gegriffenen mit dem Hirschfänger einen derartigen Hieb über den
Koͤpf erhielt, daß die Hirnschale gespalten wurde und der Unglück⸗
liche todt zu Voden sank.“ Der Jäger eilte nun in die Försterei,
on wo er Leute herbeiholte; inzwischen war aber auch der zwei⸗
te Wildschütze eine Leiche. Der schwer verwundete Forstjunge wurde
aach der Foͤrsterei, die beiden Leichen aber nach St. Gilgen
gebracht, daun —
        <pb n="154" />
        11 2 — 7 7 29 in.
Bekannimachung.
Am Dienstag den 9 April 1867 Rach⸗
nittugs 8 Uhr werden inder Restaura⸗
ion hier die Arbeiten und Mate⸗
alien zun Bau einet Schmiede“bei
venWilhelmschächten dern Grube König
nindestfordernd verdungennnn. 1
AlAxberten Thir.
Erdarbeiten, veranschl. zu .180
Maurexarbeiten, zu 700
Zteinmetzarbeiten, zuů107
immermannsarbeilen, zu..178
dachdeckerarbeiten, zu37
Damusetzerarbeiten, zu 5. —
Tischlerarbeiten juch. Material,. 116
Schlosserarbeilen, 43 176
) Glaserarbeiten, —449
.9) Anstreicherarbeiten, ————— 72
B. oLãe fieet uun ; en: ιι
J. iy7 Schachtrih. Bruchsteine, un
239000ο StuckBacksteine ν 51
—* 190 Tonnen Kalk,ni Uror n
y 232 Kummen Sand, Nnoi nudu
yne 413284 Cubikfuß Hausteine, u
ugßisi I Fuß Niedermendiger
Basaltlavcn Platten;; 2ιαν
734 Cubikfuß Tannenholz,“ iu.!
106] Fuß 1starke Tannenbretier
0ιfee Fuß Ann 143* starke
Tannenlatten; 271 J —————
de. 5 Schachttth.! Pflastersteine. nE
Zeichnungen und Kostenanschlag liegen
jeim Bauwerkmeister Willemsdie Bedin⸗
jungen beim Unterzeichnelen zur⸗Einsicht
yjffen. 3 i —, nuu
Neunkitchen den 2801Narg I867. ni
J—
nu et inck e

πα — —
DD——— e eh nrd dn ih n eete ttent,
2141 a ear Sees, dett e eth un e un
1. Mierdurch bringen wit zut allgemeinen Keuntnißß, daße _ι ν,
die UH Haatenstein &amp; Vogler in Frankfurt a. M. Hamburg, *
5 5 —— 4* 4 * 2 42— 1 44247 “ TI
——— Berlin und Basol
aut von uns getroffener Bereinbarung mit denselben fortab allein befugt sinß in Deutsch⸗
land Annoncen fur die durch unsere Gesellschaft gepachteten franzosischen Bluütter zus
oeriitteln und sind dahes Aufträge nur an diese genannte Firma zu richten.. 74
. Paris, den dpril 1807. . —.. α tte
—V — ot DQRaIHo Ci —
. Gesellschaft Havas, Laffite-Bullier &amp; Obe
Anknilpfend an vorstehende Bekanntmachung der Gesellschaft Havas, Laite-
BZuliton Cio. zu Puris, etlauben wir nus die Herren Inserenten darauf hinzuwri
en daß genannie Gejellschaft· von — α, 2li ι
.10 der bedeutendsten Blätter in Paris
Giöcle, Debats, Constituti ounel, Presse, hatries Opinion npationalo, -
— — ⏑ ** x 88 22*86
—TRMAI. m hes — —— — “a —
mai und 200 Provinzial⸗Blättern ersten Rangegn
ven Jnseraten⸗ Tyein gevawtet hat so vaß Antiotncen, welche itt viesen. Vlaͤtern huͤble
kirt werden sollen, nicht direct an die Blätter, sondern an die genannte Gesellfchaft jn richten
find, daß mithin Annoncen aus Deutschland nur dann zug Aufnahme gelangen können,
wenn, dieselben durch unsere Vermittlung eingesendet werden?“*
RNominelle Liste der⸗ ProvinziaiBlaͤtter, in denen auch die bej großen Aufträgen
intretenden, bedentenden Bergunstigungen genaun angegeben siud, stehen grgtis und franeo he⸗6
reitwilligst zu Diensten. a * 27 —— 2* 7
Den Wirlungsekreitunserer⸗ bisherigen Filiale in Paris ist inFolge dieses Beriragts
an die vorgenaunte Gejellschaft / Abergegangent wohmgegent unsere WienerFitrale nicht durch
denjzlben derührt wirdun ,
Aaatenstein 4 Vogler, Zeitungs- Ännoncen ⸗ Erpedition,
ιι risic iu Fraukfurt a. M. Hamburg/ Berlin und Basel. itin

—

— — ——
— *
9usbeta 9 Ein gesitteter sunger. Mensch, der An⸗
— Ausverkauf. gen — D— Zeichnen hat, kann als Litho—
mo nuν νααν graphen⸗Lehrling (ohne Lehrgeid) bej
inac —— eerretveede “
. Jνιι, ιαιν. —äν
HIn ν gνν ι. LAα 3 * ——— αιι
a ιιιινοBαu¶ Beet Wiesen“ an der Obermuͤhle unde
— . νν οαιιαια, νιν 2 Stud Aterland auf · Hobelsahnung Ind
Mein Laͤger in Farben &amp; Lacken, gedlrriekte Tuxehemtiehenn ju' verpachten beitue ee
bringe hiermit in empfehlende Erinnzruug r roth umcl bIau Frau Wittwe Weigand.nu
nd offerire zu folgeuden Preisen: ind des Wegzugz wegen zur bedeutend biltte 7*5*
e ce nh Magen gater Dung sind gu
IAltramaringrün ⸗30 3. 36 —* — Carl NRivtte.s verlaufen bei —
Tarmoisinlack nnn 80 u. 86 ku ůTTCXXXSSGXCCGCS. .* J. Dietzler. en
Siccatidpulver eEin Garten kuf Hobels inu viele — v. F—
Ziccatimpulverambb ud να bssoumen in der⸗ ¶Ein großer Garten, hinter der“ Jathol
Terra de Sienna 112 kr. —— — — — stbaumen ist zu vermie hen hder zu er⸗ 3J 5 6 α,
— —— — —
Lopallat von 80 kr. bis ,, — Earl Laur. —8 in umume E
Fischlach I fl 12 ri e, ne: Tüchtigen Steinhauer und Mau⸗ »Der Unterzeichnete hat schör
Terpentinöl ruj.ej 2 rx in crer fönneꝝ sofort in Arbeit treten? nes liefern⸗Bauhelze in jeger
Ldeiudtfirnis n 2t Pfälzer erhalten den Vorzug.nheturn heliebigen Läͤnge, sowie Auch 25 Klafiler
ne ede —D — g m3 Bahnhof St.: Johann·Saarbrückeng6 —II Prügels Holz (Jaun⸗
—A — 5 Lenke.n holz) zu verkmifen , cnu
Schellack — ——— . Rewnagel &amp; Lente n n Breitermühle im März 1867.
Farben.feinst ine Oel abgeriebenn LHerr Bauunternehmer Bamg hat reie 34 n B. Höh.*
Bleiweis Pontenn 1221r. prepfde en lirschbaumen Sekretar, fast Reu·· — — ũs
Delgrüa hell n. dunkelRö un. 181r. pr, Pfd. u- verkauftenn y n Bauk⸗ und Wechsei⸗Geschaft
AInglischroth hell u. dia Ass u. 2u kwr ihnh . Näheres bei Schneidermeister u don ——
—BS — IJ. Jost. Vvonploir Viwenstece e ha 4
Zinkweis 2 229 —Ur. — . — —— ⏑ 6— An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—⸗
Alle anderen Farben, Pinsel ꝛc. billigst Zu vermiethen rn 3 papiere, Anlehensloovse, Eisenbahn⸗ Vam-
bei Philipp Kliuck Zimmer. und eine Küche ini 2. Stoch ind industriellen Actien, Incaffo bon Coue
ιν.. : im Ork —8 ——— J pons, Banknoten, Wechsel ꝛc unter Zu⸗
—— LI. FIMM. Uhrmachet. sicherung prompter upd, eehine
Fin vollständiges, in Jutent Vustande sich — — R pProvision por mille ohne
enn n dn, SEin rüchtiger Schreiner findet dauejea liche son stige Spesen.
———56— ter Mi li ernde Beschäftigung bei 7 * —E — * —
derlaufen bei Pe chaeli T ufirge l Me?nz, 29. März. di,
in Rohrbach. Ebhr. Fichter Schreinermeisteee , Wenz, 29. März. Plelb⸗
ιν I Vibe li E Rentrischerberge EGrncht preise.). Weißmehi das Malse!
— — g ter e
ni Meine;: Wirthschaft nebst Einrichtunz 7 2. fa⸗ e, genmehl ditts — s — tr.* Weizen (200
im untern Stoch meines Hauses an derr Vermiethung. — 9 — 15 fl. iä—˖r. - 15 fl. I8 .-.
Hauptstratge beste hend in 4¶ Zimmern, nebst Eine Scheuet, ganz in der Nahe, des Korn so PR.XxILI. Bo. x. HIfl.
— Zahnhofes, auch zu einem Magajzine sich 5krGersie (160 Pfd.) II fI.AI b
lann soglelch abgegeben werden ·gnend, ist sofer zu vermeihin uer f. 20 trostet Hafert (120. Pfdo
αöναα Seinrich Ehrlich. raͤgen in der Erbo d. Bi. Sfle b r. 8 flt I0 Ir.
Kedaktion, Druck und Verlag von J. X Demeß in SterIngbert. uι
        <pb n="155" />
        St. Ingberlker Anzeiger.

— 77*
a 353 77
* 588
Der „Si. Ingberter An zeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wächentlich dreimal:; Dise nstag, Donner s st ag.

nd Samst a g. Abonnementsdreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 83.Hrzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet. 100—

— Arril. 1867.

Nro. 41. * —V —— Donnerstee
Deutschland. —

München. Aus einer Mittheilung des Kultusministeri—
uns an den 4. Ausschuß der Abg.Kammer in Betreff des An⸗
rags der Durchführung der Religionsfreit geht hervor, daß die
Staatsregierung beabsichtigt, dem nächsten Landtage einen Spezi⸗
algesetzenswurf vorzulegen, wodurch denjenigen Staatsangehörigen,
weiche keiner der vom Staate anerkannten Religionsgesellschaften
ingehören, durch Gewährung einer bürgerlichen Form der Ehe—
schließung die Eingehung einer rechtsgiltigen Ehe ermöglicht wird.
Es ist hierbei in Aussicht genommen, daß den Anhängern der
Freigemeinden auch in den Landestheiben richts des Rheins in
zukunft sowohl unter sich, als mit Angehörigen anderer Religi—
onsgesellschaften die Eheschließung zugünglich gemacht und die
Möglichkeit der Eingehung einer Ehe auch für diese Staatsein⸗
wohner nur von der Erfüllung der allgemeinen gesetzlichen Vor—
„edingungen abhängig gemacht werde.

Mäünchen, 30. März. Die Bayer. Ztg. enthält eine Be—
tanntmachung des Staatsministexiums nebst Ausführungsvorschrif—⸗
en, wonach die an die Kriegslastenausgleichungskasse zu erhebende
Ansprüche spätestens bis zum 11. Mai dieses Jahres anzumel⸗
den sind.

München, 31. März. Wenn nicht Alles trügt, dürfte
die Entscheidung in der noch obschwebenden Ministerkrise nicht
mehr lange auf sich warten lassen. Es soll anch der Herr Kriegs—
ninister· auf seinem Entschlusse zurückzutreten beharren. Der Herr
Justizminister n. Bomhard bringt seinen kurzen Urlaub zu Lahr
in Baden. zu bei seiner Tochter, welche daselbst verheirathet ist.

München,“ K1. März. Im Kriegsministerium werden
demnächst conunissionelle Berathungen stattfinden über die Frage
der Zwedmäßigkeit dex Beibehaltung oder Abschaffuug einer An
ahl bisheriger bayerischer R welche bei dem gegenwärtigen
Stande der Artilleriewissenshhaft sehr an Bedeutung verloren ha—
hben. Wie ich höre, werden auch Landau in der Pfalz, die frü—
here Bundesfestung, und die Festung Marienberg bei Würzburg
nebst anderen noch unbedeutenderen dabel in ihrer bisherigen
Figenschaft in Frage kommen.

Nürnberg,.1. April. Nach Zeitungsnachrichten und Cor—
cespondenzen soll der König von Preußen den von Bayern zu einer
alsbaldigen Zusammenkunft gebeten haben. Ohné für das Haus
Hohenzoklern irgendwie Partei zu exgreifen, finden wir es doch
ehr begreiflich, daß wir in Berlin über sehr unzuderlässige, häu—⸗
sig zwischen Extremen schwankende Zustände endlich einmal hinweg
und in's Klare zu kommen sucht. J

Dienstes⸗Nachrichten.

Se. Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen gefun—
den, den Staatsprocurator an dem Bezirksgerichte Zweibrücken,
Franz August Werner, seinem allerunterthänigsten Ansuchen ent—
prechend, auf Grund nachgewiesener, durch Leiden herbeigeführter
Dienstesunfähigkeit, gemäß F. 22 lit. D der L. Beilage zur Ver—
assuugs⸗Urkunde, unler Anerkennung seiner Treue und seines Ei—
fers, für immer in den Ruhestand treten zu lassen, auf die hie
durch in Erledigung ko mende Stelle den ersten Staatsprocura—
ior aͤm Appellanionsgerichte der Pfalz, Karl Theodor Zinkgraf
in Zweibrücken, auf sein allerunterthänigstes Ansuchen zu versetzen
den zweiten Staatsprocurator am Apellationsgerichte der Pfalz,
Eduard Hanauer in Zweibrücken, zum ersten Staataprocurator an
diesem Gerichtshofe vorrücken zu lassen und zum zweiten Staats
procurator an dem genannten Gerichtshofe den weltlichen Consi—
storialrath Ludwig Munzinger in Spehyer, entsprechend seinem
allerunterthänigsten Ansuchen, zu ernennen.

Se. Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen ge—
unden: anter 27. März, l. J. auf das im Forstamte Dahn in
Erledigung gekommene Revier Fischbach den Revierforster Friedrich
Martin Luther in Leimen, seinem Ansuchen entsprechend, in glei—
her Dienstes-Eigenschaft zu versetzen und an dessen Stelle den
dermaligen Actuaxr des Forstamts Laurenzi in Nürnberg, Hein
rich Kellein, zum provisorischen Revierförster nach Leimen im

Forstamte Pirmasens zu ernennen; unterm gleichen Datum auf
das ime Forstamte, Altötting imn Erledigung gekommene Revier⸗
Burghausen: dem temporür quiescirten: Revierförster Joseph Gaut
don Batten in seiner früheren Diensteseigenschaft zu veactiniren;
interm 28. März 1. Is. vom 1. April: am demn Bezirkkcassier
Franz- Mühlbauer in Speyer in gleicher Eigenschaft nach Bam—
—D
auf die erledigte Stelle eines Bezirkscassacontroleurs nach Augs-
hurg, beide ihrem allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend, zu—
versetzen; und. interm 29. März l. Is, den Obertelegraphisten

Jürgen Heinrich Bruhn in Ludwigshafen, feinem allerunterthänig⸗
ten Ansuchen entsprechend, auf Grund des g. 22 lit. A der
XI. Verfassungs-Beilage aus dem Stautsdienste zu entlasfen.

Durch Jusuzministerialentschtießung vom 27. März wurde
dem Gerichtsboten Reinhard Weismann in Ludwigshafen gestattet,
den geprüften Gerichtsbotencandidaten Johann Philipp Gotthold
uüs Kaiserslautern auf die Dauer-eines weitern Jahres als funce
tionirenden Gehilfen beizubehalten.—

Der Telegraphist Heinrich Schwarz in Speyer wurde zum
Obertelegraphisten befördert.
Kartsruhe. Zum badischen Gesandten in München ist
der letzte badische Vundestagsgesandte v. Mohl ernannt. 5
Karlsruhe, 1. April,. Wie die Karlsr. Zig, erfährt,
wverden. demnächst hier Conferenzen von Bevollmächtigten der bes
treffenden Uferstaaien zur vollstaͤndigen. Aufhebung der Mainzölle
stattfinden.

Karlsruhe, 1. Aprit Ber Karlsr. Ztg. zufolge hat die
ranzosische Regierung füt die Dauer der Ausstellung den Paß—
wang für deutsche Reisende aufgehoben. Jede persdnliche Legi⸗
jmation, wie Paßkarte, Arbeitsbuch, Jagdschein ꝛc. genügt.

Berlin, 31. März. Wenn Graf Bismardk zu seinen bis⸗
herigen Verdiensten um Deutschland ein neues hinzufügen will,
jo wird er morgen einer Antwort auf eine heute beschlossene In—
lerpellation nicht aus dem Wege gehen. Ich möchte mit wenigen
Worten der Vorgänge am gestrigen Tage erwähnen. Schon
gestern war eine Interpellativn wegen Luxemburg beschlossen und
ßrofessor Zachariä wollte dieselbe einbringen, aber die Interpel⸗
santen hatten davon Abstand genommen, nachdem Graf Bismarck
hnen auf Befragen geantwortet hatte, er könne nichts dazu sagen,
Hr. Zacharia muͤsse selber wissen, was er zu thun habe. Die
Interpellanten verstanden das so, als wolle Graf Bismarck nicht
intworten, um sich freie Hand zu behalten. Die nationalelibe⸗
rale Partei hat das aber anders verstanden, oder aber sie hält
die Sache für so wichtig, daß sie auf diplomatische Reserven keine
Rücksicht nehmen will Sie hat demnach in heutiger Fractions⸗
sitzung beschiossen, morgen, Montag, die (bereits mitgetheilte) In⸗
ierpellation an die Regierung zu richten. Interpellant ist der
Abg. v. Bennigsen, Interpellanten sind 40 Millionen Deutsche,
welche den Franzosen endlich zeigen müssen, daß Savoyen und
Nizza wohl dem schwächlichen Italiener geraubt werden konnten,
daß aber trotz des guldensüchtigen Hollünders kein Juß hreit deut⸗
scher Erde, kein Deutscher wie das Vieh verkanft wird, so lange
das deutsche Volk sagt: Nein! Mögen die deutschen Dynastien
in dieser Ehrensache zeigen, daß fie die Initiative ergreifen können.
Man ist sehr gespannt auf die Antwort des Grafen Bismarck,
dessen ganzer Zauber auf dem Spiele steht.

Morgen trifft der Kronprinz von Sachsen in wichtigen mili—
lärischen Angelegenheiten hier ein. — General v. Göben ist zum
Commandant v. Luxemburg bestimmt. — Der Abg. Salzmann
will dem norddeutschen Parlamente eine Petition vorlegen, die
aus Reuß eingegangen und mit zahlreichen Unterfchriften bedeckt
ist, worin die preußische Regierung um Anncrion des Fürstenthums
jebeten wird.

Berlin, 1. April. Dem Vernehmen nach ist der Kron⸗
hrinz von Sachsen mit dem Chef des Generalstabs zu der Mel—
zung hier eingetroffen, daß die sächsischen Truppen mit dem heu⸗
        <pb n="156" />
        tigen Tage bundesmäßig formirt seien. Der Kronprinz und sein
Begleiter tragen bereits die bundesmäßige Uniform. Der Kron⸗
xrinz ist zum commandirenden General des zwoölften Bundes-Ar⸗
meecorps ernannt. — Der „Staatsanzeiger“ ist ermächtigt, die
Berüchte von einer morganatischen Heirath der Königin von Eng⸗
land für unbegründet zu erklären.

Berlin, 2. April. Gestern Abend hat die national⸗libe⸗
rale Fraktion des Reichstages ihren Vorstand beauftragt, eine
Resolution in Betreff der luxemburgischen Angelegenheit zu ent⸗
werfen und sich deshalb mit den anderen Fraktionen zu verstän⸗
digen. Je nach dem Ergebnisse dieser Verständigung sollte die
Resolution berathen, eventuell in das Haus eingebracht werden.
— Die Beantwortung der Bennigsen'schen Interpellation durch
den Grafen v. Bismarck hat in der Haupistadt im Allgemeinen
den besten Eindruck hervorgebracht.

Berlin, 3. April. Der „Staatsanzeiger“ enthält eine Ver⸗
ordnung über die vertragsmäßigen Zinsen in den neuerworbenen
dandestheilen, wodurch die Wuchergesetze daselbst wie in den alten
Provinzen aufgehoben werden.

Wien, 29. März. Die prager „Politik“ schreibt: „Seit
mehreren Wochen bereits gehen uns unausgesetzt Nachrichten von
,stillen“ Rüstungen, Truppenzusammenziehungen und Truppenbe—
wegungen zu, die wir zumeist Anstand nahmen, zu veröffentlichen
Längs der ganzen türkischen Gränze scheint sich unsererseits ein
rühriges militärisches Leben zu entfalten, und da ein solches rüh—⸗
riges militärisches Leben mit allem, was darum und daran hängt,
mmer ganz erstaunlich viel Geld kostet, so dürften wir wohl
chwerlich fehl gehen, wenn wir hinter alle dem etwas mehr als
einen bloß militärischen Spaziergang vermuthen.“

Wien, 29. März. Gutem Vernehmen nach ist bereits die
kaiserliche Entschließung ergangen, daß die aus Meriko zurückkeh—
renden Officiere der österreichischen Freiwilligen“ von denen die
erste Abtheilung schon Anfangs April in Triest eintrifft, wieder in
die Reihen der österreichischen Armee eintreten dürfen.

Pesth, 30, März. In der heutigen Sitzung des Unter—
hauses wurde das Elaborat des Siebenundsechziger-Ausschusses,
betreffend die gemeinsamen Angelegenheiten, mit 257 gegen 117
Stimmen angenommen.

Hamburg, 2. April. Einem Privattelegramm der „Ham⸗
burger Nachrichten“ aus Wien zufolge sind die 12 Feldartillerie⸗
Regimenter um je zwei Batterien vermehrt worden.
Frankreich.

Paris 30. Maärz. Die „Zeidlersche Korrespondenz“ läßt
iich aus Paris schreiben: „Es gibt eine Partei in der Regierung
und in den Tuilerien, welche bor einem Kriege — selbst bei der
Ausstellung nicht zurückschrecken würde. Das Geschrei der strei⸗
tenden Parteien, besonders der Orleanisten, gegen Preußen ist im
Grunde nur eine Kriegsmaschine gegen das Empire. Ihre Taktik
zegen Napoleon isi die: die Aufrechterhaltung des Friedens un⸗
nöglich zu machen in der Hoffnung, daß er im Kriege untergehe.
Das weiß die Hofpartei, sie zieht ein va banque der jetzigen Si—
juation vor. Der Geist, der durch die Arbeiter und die studi—
tende Jugend geht, ist auch kein behaglicher “·

Paris, 1. April. Die aus Luxemburg und dem Haag
rintreffenden öffentlichen Erklärungen über die Abtretungsgerüchte
bringen endlich einige Gewißheit über den Sachverhalt. Das Ve—
menti des „Staatscourant“ ist positiv, sofern es Diejenigen trifft
welche von der Abtretung des Großherzogthums an Frankreich
als einer bereits vollendelen Thatsache sprechen; dagegen geht aus
der Bemerkung, daß eine solche Cession nur unter Zustimmung
der übrigen Mächte erfolgen konnte, zur Genüge hervor, daß der
konigliche Oranier für seine Person gar nicht abgeneigt wäre, ein
io vortheilhaftes Geschäft mit Frankreich zumt Abschluß zu bringen
aber es erhellt aus dieser Kundgebung zugleich, daß die für noth—
wendig erklärte Zustimmung der übrigen Mächte, d. h. Preußens
bis zur Stunde noch nicht erfolgt ist, und auch so wenig in Aus—
sicht steht, daß man es schon für gerathen hält, das ganze Pro⸗
ject wieder in Abrede zu stellen. Sehr zu wünschen wäre es nun
daß auch von Seiten eines preußischen Organs etwas zur Aufhel⸗
lung der Lage beigetragen werde. Die französische Regierungs—
presse, die sich stets vorsichtiger Schweigsamkeit beflissen, wird über
die Dementis wahrscheinlich ebenso leicht hinweggehen wie über die
betreffenden Gerüchte selbst. Die Patrie begnuͤgt sich ein Extra—
blatt der luremburger Union zu citiren und hinzuzufügen, das sie
die Reserven mit welcher sie stets jene Gerüchte aufgenommen,
wiederhole und es der Zeit überlasse, das Geheimniß. daß noch
über der Frage schwebe, vollends aufzuhellen Auffallend ist es
übrigens, daß nicht der Telegraph, sondern die „Independance“
die erste Nachricht von den officiellen Dementis hierher gebracht
hat. — Morgen wird im Moniteur-die Ernennung Schneiders
zum Präsidenten des gesetzgebenden Körpers erscheinen; derselbe
hatte sich geweigert, mit dem blosen Titel eines Vicepräsidenten

»en Vorsitz zu übernehmen. Zum ersten Vicepräsidenten wird
derr Leroux, und zum zweiten J. David ernannt werden. Lez—
jerer hatte bekanntlich auf die volle Erbschaft Walewski's ge—
rechnet.
Paris, 1. April.« Der Kaiser traf heute um 2 Uhr 5
Min. zur Eröffnungsfeier der Universal-Ausstellung im Ausstel⸗
ungs⸗Gebäude ein. Er war in bürgerlicher Kleidung; die Kai—
erin, welcher er den Arm gab, krug einen mit schwarzen Perlen
jordirten schwarzen Sammetmantel und einen granatfarbigen Sam—
nethut, der mit einer kleinen Guirlande und vergoldeten Eichblät⸗
ern eingefaßzt war. Die Prinzessin Mathilde begleitete die Ma—
estäten. Es geschieht in den Berichten der Gegenwart des kai⸗
erlichen Prinzen durchaus keine Erwähnung, obgleich dem im
MNoniteur gegebenen Programm zufolge, derselbe der Eröffnungs-
eierlichkeit beiwohnen sollte.
Der kleine Moniteur befleißigt sich in Bezug auf die Eröff⸗
aung der Ausstellung einer wahrhaft spartanischen Kürze. Er
schreibt: „Heute den 1. April fand nach dem angezeigten Cere—
moniell die Eröffnung der allgemeinen Ausstellung statt.“
Die „pPatrie“ erfährt durch Privatdepesche, daß vier neue
Trausportschiffe, der ,‚Var“, die „Saöne“, die „Niovre“ und
die „Durance“ von Vera⸗Cruz in Oran und Algier angelangt
sind. Die Gesundheit der Truppen ist vortrefflihh. —
Paris, 1. April. Das große Ereigniß des Tages ist die
Fröffnung der allgemeinen Ausstellung, die nun doch trotz aller
Hindernisse vor sich gegangen ist. Napoleon III. hatte heute wie⸗
der einmal bei Jupiter Pluvius die gewohnte Gunst. Nach vier⸗
wöchentlichem schlechtem Wetter war wieder ein wolkenloser fonnig⸗
schöner Tag. Es war aber auch fast die halbe Bevölkerung von
Paris um das Marsfeld versammelt, und die wogende; Masse
drängte sich so weit an den Ausstellungsplatz heran, als die grim—
nigen Hüter des Gesetzes, die in großer Menge eine lebende
Mauer um den ungeheuren Raum bildeten, es irgendwie gestat—
teten. Alle die zahlreichen Avenuen und Straßen der Umgebung
waren von Menschen dicht bedeckt, die allerdings nicht viel anders
s'ahen als sich selbst; besonders die nivellirte Anhöhe auf den an⸗
heren Seineufer, der Trocadero, war mit Tausenden und aber
Tausenden von Neugierigen besetzt, welche dem ganzen Schauspiele
inen lebhaften bunten Hintergrund gaben. Diejenigen, welche
nücklich genug situirt sind um zwanzig Franken für einige Stunden
in der Ausstellung ausgeben zu können, hatten den Vorzug, schon
hseute die noch unfertigen Räumlichkeiten betrachten zu dürfen,
aber nur die Commissionzmitglieder der verschiedenen Staaten und
—
gihr Correspondent gehört, hatten eine Karte zum Eintritt in die
S„äle erhalten, welche der Kaiser durchschreiten sollie. Die Da⸗
nen in deu Sälen waren alle infeiner Stadttoilette, die Herren in Frack
ind weißer Binde. Die Traurigkeit dieses modernen maͤnnlichen Fest⸗
rostüms machte sich in den großen glänzenden Sälen der Galerie
der Künste recht bemerkbar, besonders auch neben der eleganten
und mannichfaltigen Toilette der Damen. Einige Abwechselung
bot noch bei den Herren die übergroße Anzahl von bunten Bän—
dern, Sternen und Kreuzen, mit denen die ausländischen Com⸗—
nissare, besonders die Russen, bedeckt waren, vermuthlich zu be⸗
onderer Genugthuung für die anwesenden Chinesen und Japa—
nesen. Am wenigstens waren die Engländer mit jenem Spiel⸗
zeug der heutigen offiziellen Welt versehen. Ihnen die Ankunft
des Kaisers, seinen Rundgang durch den Maschinenraum, die
Borstellung der fremden Commissäre, seinen Eintritt in den Cen—
ralsalon zu beschreiben oder Ihnen den Inhalt der kurzen An—
prache wiederzugeben, die das französische Staatsoberhaupt an
ie Jury-Mitglieder richtete bin ich leider nicht im Stande. Denn
die Eingeladenen waren buchstäblich eingepfercht in den verhältniß—
näßig kleinen Raum desjenigen Saales, dessen Nr. sie auf ihrer
darten hatten. Genng, um drei Uhr trat der kaiserliche Zug in
neinen Saal ein. Voran gingen die Mitglieder der kaiserlichen
Commission, der Graf Nieuwkerke und die beiden Präfecien von
Paris. Dann folgten der Kaiser und die Kaiserin. Der Kaiser
var in Civil, den Großcordon der Ehrenlegion um die Brust; er
iah äußerst abgemattet und niedergeschlagen aus, ordentlich in
ich zusammengesunken; sein Gesicht war gelb und eingefallen,
eine Augen matt. Die Kaiserin schien zwar abgespannt, sonst
ͤber doch graciös und freundlich wie immer. Der kaiserliche
Prinz fehlte, dem offiziellen Programm zuwider, und diese That⸗
ache ist um so auffallender, als er in seiner Eigenschaft als Eh⸗
cenpräsident der Ausstellung eine Hauptperson bei der Feier sein
jollte. Auf das kaiserliche Paar folgten die Prinzessin Mathilde,
die Herzogin von Bassano, der Vicepräsident des gesetzgebenden
sörpers Alfred Lerour, die Minister u. s. w. Veim Durchgange
durch die Säle der einzelnen Nationen ließ sich der Kaiser die
Mitglieder der betreffenden Eommission vorstellen. Die Vivats
welche das kaiserliche Paar empfingen, waren, vielleicht der offi⸗
        <pb n="157" />
        ziellen Färbung des Ganzen halber — nicht sehr stark, nur in' nung und Anstand haltenden Hausmutter, und sie stellte deshalb
ber englischen Abtheilung entwickelten sich die Hurrahs zu kolossa⸗ jeines Tages dem zuͤm Stiefelpuhen sich Anschickenden ein paar
len ohrbetäubenden Dimensionen ganz nach der Sitte des alien! ‚ausgetreiene“ Pantoffeln, die zwar schon manches Jahr gedient
Englands. Nachdem der Kaiser und die Kaiserin ihren hatten, noch aber nicht voͤllig invalid waren, so geschidt in den
Rundgang beendet, begaben sie sich in einem an der Porto de Weg, daß das gewünschte Hineinschlüpfen nichs ausblieb. Selbst⸗
Ecole militaire aufgerichteten Pavillon, um dort einige Erfri- verfländlich wurden dieselben dann auch „au porteur“ überlassen
schungen zu sich zu nehmen, und dann bestieg der Hof unter den als die Sieger nach dem Friedensschlusse wieder abgezogen. Es
Klängen der Militärmusik wieder seine Wagen. Die Feier war stellte sich aber bald heraus, daß für das Gastzimmer der Familie
zu Ende. Der Fürst Metternich hat gestern mit zahlreichem Ge⸗ weil man lieben Besuch erwartele, ein paar neue Pantoffel nöthig
jolge die österreichische Abtheilung der Ausstellung besuchi, beson- seien. Heimlich und rasch sorgten dafür die beiden Töchter des
ders schien aber der ungarische Keller mit den koftbaren Tokaher dauses; sie überreichten bei passender Gelegenheit die schön ge—
weinen seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Die Herrschaften stiegen lickten neuen „Schlafschuhe“ der Frau Mamna mit folgenden an
dann hinunter und kamen nicht eher wieder hervor, als bis sie diese gerichteten schalkhaften Strophen, die Lessing oder Lichtenberg
in ziemlich heitere Laune versetzt worden waren. nicht schöner hätte machen können:
Amerika. „Die Feldherr'n unsers armen achten
Rew-York, 31. März. Die Vereinigten Staaten zah— Armeecorps kriegten Orden gar,
len 7 Millionen Dollars für d Abtretung * russischen uinde Wofür? Das steht woch zu —28
kas. — Die letzten Nachrichten aus Vera⸗Cruz constatiren, daß Wenn's nicht fürs Retiriren wart
diese Stadt in Belagerungszustand versetzt worden ist. Marschall Denn Keiner hatte aufzuweisen
Bazaine hat am 23. Marz Havannah passirt. X33 — 3—æ
Mexico. New⸗Porker Blättern zufolge haben die dhplo⸗ ue Nroße n ed
matischen Vertreter der fremden Staaten in Mexico einen energi— — .
chen Protest wegen der Mordihaten und Diebereien welche sich gn, L In Berlin, hatte am 24. März ein einjähriger Frei⸗
die iniperiauistischen Fuhrer erlauben, an Kaisfer Morimilian ger williger des Garde-Füsilier-Regiments das Unglüch beim Scheiben⸗
richtet und neue Bürgschaften für die Sicherheit des Lebens und hießen den an der Scheibe zum Marliren der Shuse gestellten
des Eigenthums ihrer Ration gefordert. Koiser Mar hatbei Soldaten zu erschießen. Der verunglückte Soldat hat den letzten
der Uebernahme des personlichen Obercommando's uͤber seine deldzug mitgemacht, war in der Schlacht bei Königgrätz schwer
Armee eine Proclamation erlassen, in welcher er sagt: Der Tag Lerwundet worden und hatte darauf mehrere Monate im Lazareth
dessen Anbruch ich seit langem zu sehen wunschte, st eudch ge— zugebracht. Am Samstag defand er sich zum ersten Male wie—
komnmen, denn die Hindernisse sind derschwunden, Vefreit von e⸗ der im Dienst.
nen Compromissen, welche mich bisher fesselten, kann ich nun mei. F Das Großherzogthum Luxemburg hat eine Ausdehnung
nem Gefühle folgen und vmich au eure Spitze stellen. von 461 geographischen Quadratmeilen mit 196,800 Einwoh—
nern. Kloͤden sagt über das Land: der gut bewässerte Boden ist
rößtentheils fruchtbar, so daß über die Hälfte der ganzen Boden—
Vermischtes. läche dein Getreide-, Hanf-, Flachs und Rübsamenbau bestimmi
FLudwigshafen, 1. April. Nach einem höchsten Re- st; Wald und Busch nehmen über 1440 ein. Weideland über
script wurde die Verwaltung der pfälzischen Bahnen autorisirt, 6. Der Weinbau an der Mosel und Sauer liefert 15,000
mit der von ihr vorgeschlagenen Nichtung der Alsenzbahn von Hoch⸗ Eimer. Die Berge haben prächtige Lanbholzwälder; Fischerei und
peyer aus vorzugehen. Sobald die Geldmittel beschafft sind, wird Jagd sind sehr bedeutend. Die Viehzucht, namentlich die des
die Bauconcession ertheilt werden, unter Vorbehalt der Zustim- Rindviehes, ist wichtig. Die Fabrikation, besonders die Eisenge—
mung des Laudtags zu der im Gesetze nicht vorgesehenen Aus- vinnung (150,000 Centnet jährlich), ist nicht unbedeutend. Die
hdehnung der Zinsgarantie auf die kleine preußische Strecke, welche Verfassung ist die einer constitutionellen Monarchie mit eiuer Kam—
gach dem Staatsvertrage mit Preußen die Gejsellschaft der Aljenz mer. Der oberste Gerichtshof ist der Cassationshof zu Luxemburg
bahn ebenfalls zu bauen hat. Zugleich wurde von der Staats- (11,000 Einwohner). Die Grundlage der Rechtspfiege sind die
regierung das Anerbieten der pfäiz. Bahnverwaltung, die Don- fünf Gesetzbücher des Code Napoleon; zwei Arrondissements-Tri⸗
nersberger Bahn von Kaiserslautern bis Enkenbach u. s. w. zu bunale. Fast u6 der Bevölkerung ist arm oder bettelt. Ein⸗
führen, acceptirt. Der nunmehr von der Staatsregierung ange nahmen: 888,776 preußische Thaler; Ausgaben: 727,874 preu—
nommene Vorschlag der pfälzischen Bahnverwaltung geht dahin, bische Thaler. Staatsschulden sind keine vorhanden.
die Donnersberger Bahn von Kaiserslautern und die Alisenzbabn (Vergiftung einer Familie.) Die „Corr. Sp.“
bon Hochspeyer nach Enkenbach zu führen; von hier aus cber erzählt: Die Gattin des Färbermeister Karl T. in Klinz (Mäh—
sollen beide Bahnen in eine vereinigt bis Langmeil gehen, wo Len) verwendete vergangenen Sonntag Abends statt Mehl eine
sich die eine in das Alsenzthal, die andere nach Kirchheim u. s Quantität Arsenik, welchen ihr Gatte Tags vorher zum Färben
w. abzweigt. nach Hause Aidnhe und schlecht aufbewahrt hatte, zum Einbren—
Landau, 2. April. Ein Arbeiter aus der Gassfabrik hen und kochte aus dem Einbrenn eine Suppe. In Folge des
Namens Budel aus Knoͤringen, wurde gestern Nachmittag vom Genusses dieser vergifteten Suppe erkrankten nicht weniger als
Gasmeister Hrn. Saalfeld mit einer Anweisung in das Bankhaus 8 Personen, und zwar der Hausvater, dessen Gattin. zwei Kin⸗
Müller &amp;K Weyland gesendet, um die Summe von 250 fl. zu der, die Schwester der Frau und drei Dienstleute. Durch schnell
erheben. Derselbe ist mit dem Gelde spurlos verschwunden und angewendete Gegenmittel gelang es, vier Personen am Leben zu
auch der Telegraph hat bis heute Nachmittag noch nicht ausfindig »rhalten, die Andeten starben in kurzer Zeit unter den heftigsten
machen konnen, wohin er entflohen ist. (A. W.) Schmerzen. Unter den Opfern dieser Vergiftung befinden sich die
f.München. Nach den Ergebnissen der praktischen Kon, beiden Kinder und zwei der Dienstleute. Gegen den unbvorsichti—
tursprüfung der zum höheren Staatsdienst adspirirenden Rechs— den Fäürbermeister ist Untersuchung eingeleitet worden.
kandidaten vom Jahre 1866, welche in den jüngften Tagen bon f Wie man erzählt, hätte kürzlich ein Diplomat in Gegen⸗
den betheiligten Staatsministerien genehmigt worden sind, haben wart des französischen Gesandten den Grafen Bismarck gefragt,
sich im vorigen Jahre 154 Kandidaten zur Prüfung gemeldet, wie stark die preußische Besatzung in Luxemburg sei. „Ach,“
und 138 diesseits des Rheines, 9 aber in der Pfatz derselben erwiederte er, indem er sich mit der Hand über die Stirn fuhr
sich wirllich unterzogen. Von den Kandidaten haben im Justiz⸗ „in Luremburg, da liegen über eine Million Deutsche.
fache 6 die J. 1608 die II., 32 die III., im Administraupfach Das franzoͤsische Publikum will der Geschichte mit dem,
10 die J., 78 die Il., 34 die IIl., Note erworben. Im Gesammt. Ankaufe Luxemburgs keinen Geschmacke“abgewinuen. Der Pariser
resultate reihten sich 6 in die J. 92 in die I. und 44 in die Witz vergleicht den Kaiser mit einem Jäger, der während des
III. Notenklasse; 5 wurden als nicht befähigt zurückgewiesen und janzen Tages fehlgeschossen hatte und, um nicht mit leerer Tasche
haben die Prüfung zu wiederholen. Zur Bearbeitung des prak seimzukehren, sich bei dem Wildprethändler einen Hasen kaufte.
tischen Falles aus der Finanzverwaltung wurden 15 Candidaten F In Al gier ist das Elend sehr groß, da das Laud wieder
admittirt, von welchen 13 die I., 2 die IIl. Note erlangt haben. von unabsehbaren Heuschreckenschwärmen heimgesucht wird.
r Main;z. Als die Preußen im letzten Jahre vor dem FNew-York. Wohin das Lotteriespiel führen kann, zeigte
Friedensschlusse den nördlichsten Theil von Württemberg besetzt der Selbstmord einer Deutschen, Namens Gösch, welche, nachdem
hielten, hatte auch eine stille Familie in dem kleinen Städtchen sie alles was sie besaß, selbst ihr letztes Hemd mit Hüulfe ihrer Nach⸗
M. ihre Zahl der unwillkommenen Pickelhaubenträger als Einquar⸗ harin verkauft, um mit dem erhaltenen Geld in die Lotterie zu
tierung zu beherbergen. Einer der Krieger pflegle bei der fried- pielen, sich, nach der für sie uͤnglücklich ausgefallenen Zichung
lichen Beschäftigung des Stiefelputzens in Ermangelung anderer iackt aus dem vierten Stock des Hauses, worin sie wohnte, auf
Fußbekleidung sich barfuß zu ergehen; das mißfiel der auf Ord- das Straßenpflaster stürzte. Sie war gugenblidlich todt.
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        Glänbigeraufforderung.
Alle Diejenigen, welche Forderungen an
den Nachlaß des dahier verlebten Maurer⸗
meister Joseph Gries zu machen haben,
verden gebeten, ihre Rechnung sogleich zur
Eintragung in das Inventar bei dem Un—
terzeichneten einzureichen.
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ehrten Kunden darauf aufmerk⸗
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und geschnittene, Mennig, Neuwiedergrün, Nürnbergerroth, Ocer,
zelb und roth, Rebschwarz, Schüttgelb, Steingrau, Schweinfurter⸗
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pürze: Ingwer, Nelken, Pimment, Pfeffer schwarz u. weiß, Zimmt,
sßlaspapier, Glaubersalz, Gummi-Arabic, Elimt und Sandarac,
donig, Haaröl, Jobhannisbrod, Korkstopfen, Krapps holl vu Mull.
dimmel, Laeritz, Anis in Tabletten und Stangen, Leim 12 Eölner,
dorbeerblätter, Mandeln knit u. ohne Schalen, Muskatnüfse, Nudeln,
ORlivenoͤl, Pech, Petroleum, Pomade Pottasche, Punschessenze,
Putzkalk, Rosinen, Saffran, Salmiack, Salpeter, Schwämme,
Schwefel, feine Seife, Senf, Siegellack, Silbersand, Soda
Stärke, Stearinkerzen, Stern⸗-Anis, Thee Thran, Vogelsfutter,
Wachs, Wagenfett,“ Weinstein, Wichse, Zinnsalz, Zunder, c.ꝛe.

Leinöl, echt holl: rob und gekocht. Lacke, Copal-Möbvet, hell, miites und
dunlelbraun, Damarlack, Leinölfirniß, Sicative und Eisenlae..

Pinsel, Dachsvertreiber, Schläger, gew. Vertreiber, Zacen⸗,
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eihige, fl. 46 kr. Spelz 4 fl 530 kri,
Spelzkern — f. — kr., Dinkel — fl.
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wufl. 12 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
fl. I6 tr., Kartoffeln Lfl. 24 ir. Hu

fl. 45 kr., Stroh 1ufl., 12 ke ber
Zentner. Weisbrod 112 Kilogr, 19 tyd,
dornbrod 3 Kgr., 27 kr., ditto ZNgr.,
18 kr., ditto 1 Kgr. 9. kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 33 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth,
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 ktr., 2.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
deisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
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Redaktion, Druck und Verlag yon F. X. Demetz in St. Jugbert.
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        Sl. Ingberler AAnzeiger.

— — —
der „St. Ingberter — er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich draͤmal: Dienstag, Donnersstag,
nd Samstag. Abonnementsvrei vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
waum berechnet.
April
stro. 42.
Deutschland. —

München, 2. April. Wie der „Nürnb. Corr.“ vernimmt,
wird der k. Kriegsminister, Generalmajor v. Prankh, veranlaßt
werden, oder ist es bereits, sein Enthebungsgesuch zurückzu⸗
ehmen.

München, 2. April. Der belgische Kriegsminister v. Cha⸗
al ist hier angekommen und hat-heute den Fürsten Hohenlohe
jesprochen. Er soll auf einer Rundreise bei den deutschen Höfen
begriffen sein. (Schw. M. — Wegen der Luxemburger Frage )

Muünchen, 83. April. Dem Vernehmen nach werden die
ronferenz- Verhandlungen zwischen Bayern und Preußen zum Voll⸗
zuge des Artikels 14 des Berliner Friedensvertrages vom 22.
August 1866, beziehungsweise zur Regulirung der beiderseitigen
Hrenzen am 8. d. Mts. in Frankfurt a. Ma ihren Anfang
nehmen und je nach den Umständen in Kassel oder in den abge⸗
retenen, vormals bayerischen Gebietstheilen fortgesetzt werden.

München, 3. April. Die Besorgniß, den Kriegsminister
Heneralmajor Frhrn. v. Prankh nicht blos von seinem gegenwär—
igen, unter den obwaltenden Umständen so wichtigen Posten, son⸗
dern aus dem Dienste in der Armee uͤberhaupt ausscheiden zu
ehen, was für diese ein großer Verlust gewesen wäre, darf für
eßt als beseitigt betrachtet werden. — Bis Ende der Woche wird
der Hr. Justizminister v. Bomhard aus seinem Urlaub zurück
sein und danu dürfte voraussichtlich auch die Loöͤsung der Mini⸗
terkrise nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Karlsruhe, 3. April: Der bayer. Staatsminister v
Pechmann und dessen Begleiter, Regierungsrath v. Feilitsch, ha
zen in den letzten Tagen von den Einrichtungen des großherz.
Herwaltungsgerichtshofs Einsicht genommen.

Main z. 3. April. Die von der Allgem. Ztg.“ berichtete
Armirung der preußischen Festungen Mainz und Coblenz kann
nach authentischen Mittheilungen bezüglich der ersteren als unbe—
zründet bezeichnet werden. Der aufregenden Nachricht scheint die
Unterbringung der Rastatter Vorräthe von Munition u. dgl.
welche die preußische Garnison im vorigen Jahre dort zurückließ,
n den hiesigen Werken zu Grunde zu liegen. Dagegen steht, wie
es scheint, die Vesetzung von Rastatt durch preußische Truppen
evor, (7) indem, wie uns aus guter Quelle mitgetheilt wird, zur
Aufnahme solcher bereits das Nöthige angeordnet und mit der
»adischen Regierung verabredet ist. Wenigstens haben einige Char⸗
gen der hier garnisonirenden technischen Truppenabtheilungen An⸗
weisung erhalten, sich zum Abgang nach der badischen Festung
uu diesem Zweck bereit zu halten.

Berlin, 3. April. Die „Provb.⸗Corr.“ hüllt sich in der
uremburgischen Angelegenheit in ein bedeutsames Schweigen, sie
reproducirt lediglich die Interpellation des Adg. v. Bennigsen
die Antwort des Grafen v. Bismarck und die vom Präfidenten
Dr. Simson gesprochenen Worte der Weihe. Es erscheint mir
diese Reserve den thatsächlichen Verhältnissen, wie sie augenblick⸗
ich liegen, entsprechend. So ernst die Situation auch ist, so
kann man doch nicht sagen, die Gefahr sei eine unmittelbar drohende,
weil nicht Preußen, micht Deutschland es in der Hand haben, die
Initiative im Austrage der Frage zu ergreifen, sondern Frank
reich je nach seinen ferneren Schritten und Maßregeln. So mö—
gen den allerdings Vorbereitungen für alle Eventualitäten auf dem
Hapier eingeleitei werden — der Macher Moltke ist längst vor—
‚ereitet, — aber Alles, was von der Mobilmachung zweier oder
—DVV
tillerie verlautet, ist mindestens versrüht. Verschlimmert sich die
Lage, so sind es nicht einige Armeecorps, sondern eine Halbe
Willion Menschen, welche Rendezvous an das Rechte Rheinufer
vekommen. Jedeunfalls steht so viel fest, daß die Angelegenheit
nicht applanirt ist, und daß namentlich Frankreich nicht daran
zentt, die Beute, die es schon sicher zu haben glaubt, ohne Weiteres
fahren zu lassen. Wenn ich nun noch mit einigen Worten auf Oestereich
zurückkomme, so geschieht es nur um daran festzuhalten, daß Oester⸗
zeich in einem Kriede, von Frankreich um Luremburg vom Zaune

gebrochen, nicht zu Deutschlands Feinden zu rechnen sein wird.
ich habe guten Grund annehmen zu dürfen, daß sondirende, ein⸗
eilende Eroffnungen des Wiener Cabinets über ein Zusammen⸗
zehen Oesterreichs mit Deutschland in allen europäischen Fragen
ohne spieciell die luremburgische hervorzuheben, — gemacht
vorden lind, daß die Luxemburgische Schachergeschichte das hier
für solche Eröffnungen ohnehin sehr günstige Terrain noch em⸗
pfänglicher gemacht hat, und daß es mich nicht wundern würde,
venn der Kronprinz von Sachsen nach seiner Rückkehr nach Dres⸗
Hen, die wohl heute Abend erfolgen dürfte, sich nach Wien begiebt,
um weitere Besprechungen im Auftrage Norddeutschlands zu pfle⸗
Jen. Während der Ausstellung, wo so viele Deutsche in Paris
ind, folche Verwickelungen heraufzubeschwören, nennen selbst An⸗
jänger Napoleons geradezu tactlos.

Berlin, 3. April. Die Morgenblätter berichten, daß auf
Ostern der König der Belgier hierher kommt. Dieser Besuch
sdunte wohl mit der luxemburgischen Angelegenheit zusammen-
zängen.

Berlin, 3. April. Die Börsenzeitung theilt mit: Es
finden hier unter Mitwirkung des Reichstagsabgeordneten Frhrn.
M. C. v. Rothschild Verhandlungen wegen Anlegung einer zwei⸗—
ten Frankfurter Bahnhofsverbindungsbahn und gleichzeitig über
die Fusionirung sämmtlicher in Frankfurt mündenden Bahnen
ttatt.

Berlhin, 3. April. Die oberhessischen Reichstagsabgeordneten
sollen beabsichtigen, im Reichstage zur Sprache zu bringen, ob
ind welche Hindernisse dem zeitweisen Eintritte des Großherzog⸗
hums Hessen in den norddeutschen Bund entgegenständen, even⸗
———

Berlin;,s. April. Der Schluß des Reichstages ist auf den
17. d. festgesetzt. — Von Ersetzung des bisherigen Gouverneurs
hon Luxeinburg (General der Infanterie v. Brauchitsch) durch Ge⸗
neral d. Goeben ist wegen der friedlichen Wendung der Dinge
Abstand genommen.

Serlin, 4. April. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ sagt: Lu—
cemburg als französische Festung würde mit Metz unsere Verbin⸗
zungslinie in der rechten Flanke gefährden, welche durch das
vreußische Luxemburg gesichert sind.

Bersin, 4. April. Die „Kreuzzeitung“ meldet, daß leine
allgemeine Refvrm der Münz⸗— Maß und Gewichtsverhältnisse im
Rorddeutschen Bunde bevorsteht. Die Regierung nimmt Anstand,
die Aenderung dieser Verhaältnisse in den neuen Landestheilen jetzt
schon eintreten zu lassen; nur die Aichungszeichen werden durch
vreußische Adler ersetzt werden.

Berlin, 8. Aprll. Die Canalisirung des Saarflusses ist
— 0— Der Herr Han—
delsminister erließ die Weisung, die Entwürfe zu den Nivellements⸗
Arbeiten so schleunig als möglich vorzulegen.

Wien, 1. April. Die N. Fr. Pr. das Organ der Preu—
ßen in Oesterreich meldete heute Morgens, der österreichische Ge—
ndte in Berlin sei instruirt, das preußische Cabinet keinen Au⸗
jenblick in Zweifel zu lassen, Oesterreich werde bei gewissen Even⸗
Aalitäten neben Deutschland zu finden sein. An dieser Mitthei⸗—
ung ist kein wahres Wort. Die Luxemburger Frage scheint über⸗
haupt in den Pourparlers des Grafen Bismarck mit dem Grafen
Wimpffen bis jetzt noch gar nicht erwähnt worden zu sein. Er—
serer bermeidet es sorgfältig, sich in dieser Angelegenheit auszu—
prechen, und Letzterer hatte wohl auch keine Veranlassung dieselbe
zu berühren.

Wiäen, J. April. Mit Hrn. v. Beust sind auch der Statt⸗
halter von Calizien und der croatische Hofkanzler in Pesth ein ge⸗
iroffen. Es scheint demnach, daß dort in der That nicht blos
üͤber ungarische Angelegenheiten conferirt werden wird. Der un⸗
garische Landtag wird sich in nächster Zeit vertagen.

Wisen, C. April. Die „Abendpost“ versichert gegenüber der
ingabe, nach welcher der Stand der zwischen Oesterreich und
Itdlien bezüglich eines Handelsvertrages gepflogenen Verhand⸗
        <pb n="160" />
        lungen ein ungünstiger wäre, daß kein Grund vorhanden sei, die
Hoffnung auf einen gün stigen Abschluß auszuschließen oder herab⸗
zustimmen.

Pesth, 1. April. Ueber die Krönungsvorbereitungen schreibt
die „Pesther Corresp.“. „Der Kronhüter Graf Georg Karolyi haf
die Instandsetzung der Krönungs-Insignien bereits angeordnet.
Mit der Ausfütterung der Krone wurde ein hiesiger Hutmacher
betraut. Die Ausbessernng und Auffrischung der Krone besorg
ein hiesiger Juwelier.“ — Die von einem hiesigen Blatte (aller
dings mit Zeichen des höchstens Zweifels) gebrachte Nachricht von
dem auf telegraphischem Wege hierher gemeldeten Tode Ludwig
Kossuth's wird sich hoffentlich bald als eine bloße Sensationsnach—
richt erweisen. — Heute früh ist Freiherr v. Beust in Begleitung
des Statthalters Grafen Goluchowski und des Feldmarschall- su.
Lieutenants v. Kussevich (Chef der Hof-Kanzler) hier eingetroffen
Es soll noch heute bezüglich der croatischen Frage eine Minister
sitzung stattfinden.

Triest, 4. Die französische Fregatte „La Drome“ ist mit
1151 aus Mexico zurückgebrachten Freiwilligen an Bord aus
Vera⸗Cruz in Lissa eingelaufen.

Fraukreich.

Paris. In Paris findet eine Bittschrift von Arbeitern,
Journalisten, Beamten, Studenten zahlreichen Beitritt. Dieselbe
ist eine nachdrückliche Protestation gegen die stehenden Heere über⸗
haupt; sie schließt: „In keinem Falle ersetzt der Ruhm auf vor—⸗
theilhafte Weise die Freiheit; es handelt sich nicht dauum aus den
Bürgern Soldaten, sondern aus den Soldaten Bürger zu machen.
wir protestiren.“ (Bravo! Bravissimol)

Paris, 3. April. Hr. Walewski ist zum Senator er—
nannt. — Der Hof geht am 15. April nach Compiegne. —
Seit Eröffnung der Ausstellung soll das Leben in Paris sehr
thheuer geworden sein. — Ein Pariser Correspondent der „Koͤln
Ztg.“ nimmt als sicher an, daß es der französischen Regierung
nicht gelungen sei, die Zustimmung Preußens zum Erwerb vom
Luxemburg zu erhalten, und fügt bei: „Deutschland mag sich darauf
borbereiten, daß ihm im Rathe des Kaisers dieses Scheitern des
Lieblingsplanes auf's Kerbholz geschrieben wird.“ (In Gottes
Namenl)

Paris, 3. April. Dem „Memorial diplomatique“ geht
die Nachricht zu, daß die Unterhandlungen bezüglich der Abtre—
tung Luxemburgs vorläufig sistirt sind, indem man vor den spä—
teren Verhandlungen zwei Incidenzfragen lösen will. Es soll
nämlich vorerst die Ansicht derjenigen Mächte eingeholt werden
welche den Vertrag wegen Besetzung der Festung vuxemburg durch
Preußen unterzeichnet haben, und dann soll über die Rückzahlung der
den Staaten des ehemaligen deutschen Bundes seit 1816 erwach⸗
senen Kosten für die Festung Luxemburg verhandelt werden.

Paris, 4. April. Hr. Schneider ist zum Präsidenten des
gesetzgebenden Körpers ernannt. — Bezüglich der Interpellation
im norddeutschen Parlament bemerkt der kleine „Moniteur,“ der
Graf v. Bismarck habe vollkommen begriffen, daß man für die
von Frankreich Deutschland gewidmete Sympathie Gegenseitigkeit
schuldig sei.

sich der Ausführung zu fügen. Die gutgesinnte südliche Prefsße
ist eifrig bemüht, die Vortheile zu veranschaulichen, welche für
Zandel und Industrie aus der endlichen Herstellung von Ruhe
Ordnung und Gesetz ermachsen, und daes dem Süden, wenn e
seine reichen Hilfsquellen nicht noch länger verschlossen sehen will
vor Allem darum zu thun sein muß, Capital an sich zu ziehen
so wird er den Einflüsterungen der selbstsüchtigen Politiker, welch
die Schuld der jetzigen Verarmung und Noth tragen, ferner kein
Ohr leihen. Wir wollen uns nicht, der Hoffnung hingeben, daß die
Bevölkerung aller südlichen —* die Vormuundschaft ganz ohne
Murren«ir sich wird walten lassen, ernstliche Störungen befürchten
oeben so wenig, und wenn Europa's Vertrauen zur Union
FeErledigung der Reconstructions-Angelegenheit abhängt, so
⸗*ich sehr bald befestigt haben.

New-York, 1. April. Die öffentliche Schnld ist im ver
gangenen Monat um 15 Millionen Dollars verringert worden.
— Ein von den Juaristen befrachtetes Kriegsdampfschiff ist vor
NeweYork nach Tampico mit Kriegsmunition abgegangen.

New-York, 2. April. Das Resultat der Wahlen in Con—
necticut ist zu Gunsten der Demokraten ausgefallen. Der Gou—
verneur und die Mitglieder gehören der demokratischen Liste an

Vermischtes.
F München, J. April. Se. Maj. der König haben durch
allerhöchste Entschließung vom 29. v. M. die nach Schluß der
diesjährigen Herbst-Waffenübungen stattfindende Verlegung des
1. Bataillons vom 1. Inf.-Reg. von Landau nach München und
des 4. Jäg.⸗-Bat. von München nach Landshut allergnädigst zu
verfügen geruht.

r München. Professor Dr. Bodenstedt wird seine Stelle als
Intendant des Meininger Hoftheaters erst im Juni l. Is. an—
treten.

fKarls ruhe, J. April. In voriger Woche ist eine gro—
ßere Anzahl hübscher bayrischer Kellnermädchen auf der Eisenbahn
hier durch nach Paris gereist, um dort während der Weltausstellung
Dienste zu nehmen.

F Ueber das Ballfest des Grafen v. Bismarck melden ber—
liner Blätter: „Als bei solchen Gelegenheiten wohl noch nicht
Dagewesenes darf hervorgehoben werden, daß der Minister-Präsi—
dent, außer mit vorzüglichem Wein, in einem besonderen Zimmer
die Herren auch mit einem prächtigen Trunke Bier regalirie, das
aus silbernen Kannen getrunken wurde.“

fisSaarbrücken, 4. April. Der Staatsanzeiger enthält
)as Gesetz, nach welchem der Minister für Handel, Gewerbe uͤnd
offentlichen Arbeiten ermächtigt ist, für Rechnung des Staates auf
der Strecke der Saarbrücker Eisenbahn vom Bahnhofe Neunkirchen
hdis zur Grube Reden ein drittes Geleise herzustellen, eine Eisen⸗
bahn von Saarbrücken nach Saargemünd zu erbauen, das Be—
triebsmaterial der Staatsbahnen angemessen zu vermehren und die
Reparatur-Werkstätte der Saarbrücker Eisenbahn zu St. Johann
erweitern zu lassen.

F Bremen. Die Schiffszimmerleute der untern Weser ge—
hen schon seit Wochen mit Arbeitseinstellungsgedanken um, haden
aber zu deren Ausführung einen sehr ungünstigen Zeitpunkt ge—
vählt, denn der Werftbetrieb ist zur Stunde nichts weniger als
chwunghaft. Nachdem die Schiffsbaumeister sich dem drohenden
Strike gegenüber am letzten Sonnabend zu Vegesack verständigt
zatten, entließ C. Lange in Bremerhafen noch desselben Tages aus
Mangel an hinreichender Beschäftigung 50 Ürbeiter. Sofort
sagte der ganze Rest ihm auf, bis zur Wiederanstellung der Ent—
lassenen. Herr Lange wandte sich der Verabredung gemäß um
Abhilfe an seine Nachbarn, aber nur, um diesen dasselbe Schick—
sal zu bereiten. Gegenwärtig steht die Arbeit mehr oder weniger
auf allen Werften Bremerhafens still.

London, 28. März. Der „Great Eastern“ ging nach
mehrfacher Verzögerung gestern mit 130 Passagieren von Liver—
pool nach New-PYork ab. Es würde im vorliegenden Falle zu
viel sein, wenn man sagen wollte, das gewaltige Schiff sei glück
lich ausgelaufen, indem bei dem Aufwinden der Anker noch ein
beklagenswerthes Unglück sich ereignete: 12 von der Mannschaft
reihten sich um die Gangspille und begannen langsam das unge⸗
heure Gewicht (9 Tonnen) aufzuwinnen, als ploͤtzlich eine der
Speichen brach und dte Männer, unfähig, dem plötzlichen Ruck,
den die gewaltige Wucht des fallenden Ankers verurfachte, zu
widerstehen, nach allen Richtungen umherzeschleudert wurden und

F die mit großer Kraft herumfahrenden Zapfen zwei Menschen töd—

Amerika. teten und fünf andere mehr oder weniger schwer verletzten. Der

New-York. Die Retonstruktionsfrage (das heißt die Frage Fapitän Sir James Anderson wäre um ein Haar breit ebenfalls

betreffs der Wiederherstellung der Union) nähert sich m so fern in Opfer des Unfalles geworden, kam indessen mit einigen leich—

hrer Lösung, als der Präsident die Beschlüsse des Congresses aus- ten Beschädigungen durch die umherfliegenden Sphlitter noch ziem⸗
führt und die Mehrzahl der südlichen Staaten geneigt scheint, jlich glücklich davon.
        <pb n="161" />
        e
7

R

V

4 *
Prüfungen.
der katholischen Schulen in
St. Ingbert.
Sonntag den 7. April Nachmittags 8 Uhr
die Sonntagsschulen
Montag den 8. April Vormittags die
Schule auf der St. Ingberter Grube.

Dienstag den 9. Aprit Vormittags die
bere und mittlere Knabenschule, — Lehrer
Baron und Henrich.

Nachmittags obere Mädchenschule —
Zcchwester Magdalena.
Mittwoch den 10. April Vormittags:
intere Knabenschule — Lehrer Seibert.
Vorbereitungsschule — Gehilfe Schlau—⸗
decker.

Nachmittags: mittlere Mädchenschule —
Schwester Paula.

Donnerstag den 11. April Vormittags:
Vorbereitungsschule — Gehilfe Sch wal⸗
bach;
uniere Mädchenschule — Schwester
Constantia.

Nachmittags: Vorbereitungsschule —
Schwester Remigia, —

desleichen — Schwester Laurentich

Die Mitglieder der Ortsschulcommise
sion und des Gemeinderaths sowie die El⸗
jern und Vormünder der Schüler und die
Freunde der Jugendbildung werden hier⸗
mit hoͤflichst eingeladen, sich bei den Prü—
fungen recht zahlreich zu betheiligen.

Bemerkung. Die Sonntagsschüler und
Schülerinnen, welche im Laufe des Jahres
hr sechzehntes Jahr zurücklegen, werden
nur dann aus der Schule entlassen und
zrhalten Zeugnisse, wenn sie der Prüfung
heigewohnt nnd dieselbe bestanden haben.

St. Ingbert den 4. April 1867.

Das Bürgermeisteramt
Ehandou.
Bekanntmachung.
Die jährliche Verification von Maaß und
Gewicht betreffend.

Die Verification von Maaß und Ge—
wicht pro 1867 wird an den nachbezeichne⸗
ten Tagen vorgenommen.

I. Zu St. Ingberter Grube:

Montag den 8. April nächsthin, früh
83 Uhr anfangend im gewöhnlichen Locale,
für die Gewerbtreibenden und die königl.
Kohlengrube;

Dienstag den 9. April, früh 7 Uhr
anfangend, für die kgl. Kohlengrube und
die Fabriken.

II. In der Stadt St. Ingbert
im Stadthaus:

Mittwoch am 10. April, und die
beiden folgenden Tage, 11. und 12.
April l. J., jedesmal Morgens um
7 Uhr beginnend;

III. In der Gemeinde Hasfsel:

Samstag am 13. April, l. J., mor—
gens 10 Uhr, im gewöhnlichen Locale.

Die sämmtlichen Gewerbtreibenden ha—
hen ihre Maaße, Waagen und Gewichte
in reinem Zustande (frei von Schmutz, Rost,
Oel ꝛc.) dem Verificator rechtzeitig zur
Untersuchung und Stempelung vorzulegen.

Gewichte über 10 Pfund und Waagen
größerer Gattung werden in den betreffen⸗
den Magazinen und Lagern geprüft und
geftempelt.

Im Uebrigen wird auf die dem Art.
19 des hiefigen Ortspolizeibeschlusses bei⸗
gedruckten gesetzlichen Bestimmungen auf—
merksam gemacht mit dem Bemerken, daß

J4uwiderhandlungen nach Art. 194 u. 195
des Polizeistr. an Geld bis 25 fl. gestraft
werden.
St. Ingbert, den 31. März. 1867.
Alg. Polizeicommissariat:
Krieger.

en Die 667
Matorial - Spererei - &amp; Farbwaaren-
— EHandlung
von Fritæ Panzerbieter

in St. Ingbert

offerirk nachstehende Gegenstäude von be⸗

ster und billigster Beschaffenheit:
Alle Sorten von Farbemn, Fir-

nissen, Oelen, Pinseln u. Rür-
stem, Thran, Siccative, Kreide, Röthel,

Weingeist, Schellack, Liie.

Alle Gewürze, ganz und rein

zehmahlen . 4*
Farbhoõlzer.

Pheinise he Produkte: Alaun,
Borax, Salpeter, Salmiac, Schwefel,
re Soda, Vitriol, Chlorkalk ꝛc.

Dinten gute Ima rothe, blaue,

Copirdinte, Zeichendinte ꝛc.

Dosmetica: Pomade, Haaröl, Bart⸗
wichse, Cölnisches Wasser, ätherische
Oele ꝛedc.

geisfen: Toilettenseife, ordin. Kernseife,

Schmierseife, Fleckenseife ꝛce.

Petroleuimn &amp; Rüböl, Lampenöl ꝛc. *

Nü Isei sr iiehte: Bohnen, Erbsen,
Linsen ꝛc.

Pelicatessen: Citronen, Corinthen,
Rosinen, Feigen, Chocolade, Haselnüsse,
Cacao, Sardellen, Häringe, Capern,
Schweizerkäse, Rahmkäse, Maccaroni,
donig, Malzbonbons, Rettigbonbons,
Englischen Brustzucker, Lakriz,
Titronat, Oraugeade, Muscatnüsse/ und
Blüthen, Mandeln, grüner u. schwarzer
Thee, Vanille, Zwetschen, Kirschen,
heidelbeeren, Hagebutten, Candiszucker,
zuckerbohnen, Schinken, Schweine-
chmalz, Senf, Zucker, Kaffee, Cichorie,
Surogat, Eichelkaffee, Gesundbeitskaffee,
Johannisbrod ꝛc.

suppensachemn: Reis, Gerste, Nu—
deln, Sagon, Suppensternchen, Hafer—
grützeꝛc.

Getrimke:? Liqueure, Rum, Punsch⸗
essenz, Arac, Cognac, Kirschenwasser,
Magenbitter, Persico, Anisette, Malaga,
Madeira, Zwetschen⸗, Birnen⸗ und ordin.
Branntwein, Weinessig u. ordin. Essig ꝛc.

sSpiellartenm: französische für Piquet,

Tarok ꝛc. —

EEXEXRILLX J
ferner: Schwämme, Korkstopfen, Krah—

nen, Glas⸗ und Schmirgelpapier,
Schmirgel in divers. Nr., Stearin—
lerzen, Rauchkerzen, Nachtlichter, Wachs
(weiß gelb u. schwarz) Wagenschmiere,
Bodenwichse, Galläpfel, Stiefelschmiere,
Stiefelwichse, Königsrauch, Blauku—
geln, Fleckenwasser, Hausenblaße, Ge—
latine, Stärcke, Putzkalk, Siegel- u.
Flaschenlack, Senfmehl, Talc, Bim⸗
steine, Zündhölzer, Oelkuchen, Streu—
sand, flüssiger Leim, Gummi elasti—
cum u. arabicum, Terpentin, Pech,
Asphalt, Weihrauch, Glanzoblaten,
Bockoblaten, Insectenpulver, Tonco⸗
bohnen ꝛc. ꝛc.

Mainzer Handkäschen, Essig⸗

jurken liefere en gros auf Bestellung.
St. Ingbert im April 1867.

ahl. sανWν,

Hut- und Kappenmacher in St. Ingbert
empfiehlt sein reichhaltig assortirtes Lager in französischen Seiden⸗
yüten, Filzhüten, eigenen Fabricats in den neuesten Arten und Fa—
yonen, sowie eine neue Sendung von Berliner Sommer⸗-Kappen,
erner Walk- und andere Kappen zu den billigsten Preisen.

NAuch werden alte Hüte gewäschen, gefärbt und neu faconiri.

—

Zausversteigerung.

Montag den 15. April 1867, Rachmit⸗
ags 1 Uhr, zu St. Ingbert im Hause
»er Witwe Heinrich läßt Herr Earl
Riotte, Kaufmann daselbst, sein dahier
gelegenes Wohnhaus mit Hof und Garten
ahinter, auf langjährige Zahlungstermine
n Eigenthum versteigern. ax a

Bis zum Versteigerungstage kann das—
elbe auch aus freier Hand verkauft wer⸗
den und ist Näheres bei dem Eigenthümer
zu erfragen. J

BSorn, lgl. Notar.
Gläubigeraufforderung.
Alle Diejenigen, welche Forderungen an
den Nachlaß des daßier verlebten Maurer—
meister Joseph Gries zu machen haben,
verden gebeten, ihre Rechnung sogleich zur
Fintragung in das Inventar bei dem Un—
terzeichneten einzureichen.
Horn—- kgl. Notar.
Ein Garten auf Hobels mit vielen
Obstbäumen ist zu vermiethen oder zu ver⸗
taufen. Näheres bei *
Carl Laur.
Ich erlaube mir meine ge⸗
ehrlen Kunden darauf aufmerk⸗
am zu machen, daß ich nicht nur allein
Photographien in Visitenkartenformat. son⸗
dern auch Portraits in jeder beliebigen
Größe, sowohl einzelne Figuren, als
ruch Familienbilder und Gruppi⸗
rungen anfertige. Aufnahmstunde be—
liiebig. — Nur gut befundene Bilder brau⸗
hen angenommen zu werden. —
Musterbilder sind bei mir einzusehen.
Photograph.
Zu vermiethen
3 Zimmer und eine Küche im 2. Stock
bei

Ausverkauf.
Rarehenmt,
Hosenzeug,
Futterzeug,

halh umnid game wollI. Lama,
Ra umwvwoIIhĩ her.
Picletwesten,
gedriuelte Taschentiicher
roth uncd blau
sind des Wegzugs wegen zu bedeutend billi⸗
gen Preisen zu haben bei
Carl Riotte.
Tüchtige Steinhauer und Mau⸗
rer können sofort in Arbeit treten.
Pfälzer erhalten den Vorzug.
Bahnhof St. Johann-Saarbrücken.
Recknagel &amp; Lenke.

L. IIABtHh. Uhrmacher.

———
—
        <pb n="162" />
        Pferde-Versteigerung.

Wegen Mangel'an Beschäftigung läßt
der Zechenschmied Joseph Baum zu Al—
enwald am —

Montag den 15.5Aprila.c.
Jei Wirth Ludwig Eberhardt zu Altenwald
128 Stück junge kräftige Zug—⸗
ferde, worunter eine trächtige
Etute und zwei junge Füllen in
Alter von 2 Jahren auf Zahlungs⸗
zusstand versteigern.

. .. Di e — 5— 41 — 9
Farbwaarenhandlung
VOon
ey e eter Stĩef 7.5*
bringt hiermit in empfehlende Erinnerung und offerirt zu folgende isen:
brhnt int rhnepunz undengttan uugnden Preen:
3 ditto grün Pa 386 kr.
Carmoisinlach 35 ir. —
Sicative oder Trockenpulver per Pfd. 21 kr. e
Terra de Sienna 12 kr. per Pfd.
Tasslerbraun 6 kr. per Pfd. »8
Fobalidd üz28 bis 86 p3 18 bis 54 tr. ber Phh..
Terpentinöl 21 fr. per Pfd. ——
Leinolfirniße 20 kr. per Pfd. J —
Bimsteine 8 kr. per Pfd.
Silberglatte IN ir. per Vfb. — —
Schellack 442 kr. per Pfd. . 2
Farben feinst in Oel'abgerieben und sertig zum Anstreichen —
Weiß U3 16 kr. per Pfd. —
ditto P20 kri per Pfd. . we .. 53
Grün hell und dunkel 16 und 18 kr. pber Pfd. —V———
Roth 4 18 kr. per Pfd. 5
Goldgelb 12-16 kr. per Pfd.
536

*UUnterzeichneter empfiehlt; . kr.
Zeug⸗Stiefelchen mit Absätze 8—

* phne2 42
4mit Glanzled. bes. 832*36
ESchuhe 1634
4.mit Glanzled. bes. 2 86
e Carl Steinfeld.
Ein ganz neuex tuchener Confirman.
kenrock ist zu verkaufen bei Schneider⸗
meister Joh. Keipert.
Ein vollständiges, in gutem Zustande sich
Zefindliches Schreinerwerkzeug ist diuigt zi
verkaufen bei .Peter Michaeli

in Rohrbach.

Bei Meter Schmidt Bäcker sind aus⸗
erlesene Setzkartoffel, sowie auch aus—
erlesene dicke Eßkartoffel zu haben.

Auch hat derselbe gutes Wiesenheu zu ver⸗
aufen.

Meine' Wirthschaft nebst Einrichtung
im untern Stock meines Hauses an der
Hauptstraße, bestehend in 4 Zimmern, nebst
deller und Speicher ist zu vermiethen und
kann sogleich abgegeben werden. *

Seinrich Ehrlich.

ferner bestens und billigst:
Berlinerblau, Bleiweiß Pe u. Uꝛ, Bolus, Bronce, Caput
Mortum, Cassler Erde, Chromgelb, orange, grün und roth, englisch
Roth, Erde grüne, Flugsandel, Kienruß, Kreide: champ., geschlemmte
und geschnitten, Mennig, Neuwiedergrün, Nürnbergerroth. Ocer,
gzelb und roth, Rebschwarz, Schüttgelb, Steingrau, Schweinfurter—
grün,“ Umbraun, Wasserblei, Zinkweiß, Zinnoberroth, Wein—
geist und Politutr.
A Farbhölzer roth, gelb und blau.
Allaun, Apfelkraut, Blaukugel, Chocolade, Coriander, Co—
rinthen, Curcuma, Dinte, Eisenvitriol, Feigen, Gallus, Ge—
vürze: Ingwer, Nelken, Pimment, Pfeffer schwarz u. weiß, Zimmt,
Blaspapier, Glaubersalz, Gummi-Arabic, Elimi und Sandarac,
donig, Haaröl, Johannisbrod, Korkstopfen, Krapp: holl. u. Mull,
dimmel, Lacritz, Anis in Tabletten und Stangen, Leim 12 Cölner,
rdorbeerblätter, Mandeln mit u. ohne Schalen, Muskatnüsse, Nudeln.
Rivensl, Pech, Petroleum, Pomade, Pottasche, Punschessenze,,
Butzkalk, Rosinen, Saffran, Salmiack, Salpeter, Schwämme,
Schwefel, feine Seife, Senf, Siegellaskk, Silbersand, Soda,
Stärke, Stearinkerzen, Stern-Anis, Thee Thran, Vogelsfutter,.
Wachs, Wagenfett,“ Weinstein, Wichse, Zinnsalz, Zunder, ⁊c. c.“
Leinöl, echt holl: roh und gekocht. Lacke, Copal-Möbel, hell, mittel und
zunkelbraun, Damarlack, Leinölfirniß, Sicative und Eisenlack.
Minsel, Dachspertreiber, Schläger, gew. Vertreiber, Zacken—
Strich⸗ Haars, Weißa n. Anstreichpinsel.
St. Ingbert im April 1867.

NPDoun tag 11 April.
2*
Jabrmarkt
in St. Ingbert.
Eine schöne und große
Auswahl guten billigen
— — —
er·Sti efole hRen
solid gearbeitet, für Frauen
and Kinder empfiehlt
j R Franz Foos,
Schuhmacher.

Ein gesitteter junger Mensch, der An—
jagen zum Zeichnen hat, kann als Litho⸗
graphen⸗-Lehrling (ohne Lehrgeld) bei
nir eintreten.

FB. X. Demetæ.
Vermiethung.

Eine Scheuer, ganz in der Nähe des
Bahnhofes, auch zu einem Magazine sich
ignend, ist sofort zu vermiethen; zu er—
ragen in der Expd. d. Bl.

—æ—
r —8
x

*

ID
Fruchtpreise der Stadt

Kaiserslautern vom 2. April.

5. —

Weizen 7 fl. 46 kr. Korn 5 fl. 47 kr.
5pelzkern 7 fl. 33 kr. Spelz 5fl.
35. kr., Gerste 5 fl. 40 kr. Hafer 4fl.
14 kr., Erbsen 4 fl. 29 kr., Wicken 3 fl.
12 kr., Linsen 5 fl. 7 kr. per Zentner.
d 6 Pfd. Kornbrod 26 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 16 kr.

in 1fl 24kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,

27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
)kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Qual.
12 0kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 31ir.
er Pfd.

AHnnoOoOmo

Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft

on GPehr. Pfei SMor in Frantfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Ne. 8.

An⸗ ind Zataue alg en — Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ rc. Preise der
vapiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind industriellen Actien, Incasso von * Stadt Homburg vom 3. April
»ons, Banknoten, Wechsel ec. unter Zu;' Weizen 7 fl. 18 kr. Korn 53 fl. 45 kr
ichernng prompter und reeller Bedienung. —„pelz 4 fl. 44 tr., Gerste, — reihige, — fl.

Provision 1 per mille ohne — kr. Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

— jesgliche sonstige Spesen. 4 fl. 8 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof—

Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 5.. April 1867.

Breußische Kaffenfcheine.. 1 447/45
ßreußische Friedrichsddor. .. 9 561/öισν
pistolen fl. 9 4345
holländische 10 fl.⸗Stücke., 951-68
Ducaten . . 534-36
20 Francs⸗Stücke9274428
Englische Souvereingz. 11 51-55
vold per Zollfund fein ..,
ochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dotlars in Gold 2 272 284
Nieedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Jugbert.
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        St. Ingberler Znzeiger.
Der „St. Ingbert er Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Di en st ag, Donnersst ag,
d Saamstag Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Nro. IZJ. DDienstag, den 9. Avxiii
— G — — — ———

— 8s67.

Deutschland.
München, 4 April. Dem Vernehmen nach wird die
germählungsfeier des Königs Mitte September d. J siattfinden.
Als künftigen Staatsminister der Justiz nennt man heute mit
mderen höheren Justizbeamten auch Dr. Weis, Ministerialrath
m Justizministerium und Mitglied der Avgeordnetenkammer.““
Ptünchen, 5. April. Nach Briefen aus Rom beabsichtigt
der König Ludwig J. im Mai die Heimreise anzutreten und am
13. Mai in München einzutreffen. — Hr. Justizminister v. Bom
hard ist aus jeinem Urlaub bereits wieder hierher zurückgekehrt.
Allg.“ Ztg. Ein anderes Blatt fügt bei, daß Hr. v. Bomhard
die Funktionen seines Amtes bereits wieder übernommen hat.“
München, 6. April.“! Die Fr. Ztg. bringt nachstehende
drei Telegramme: „Der König und die Koͤnigin-Mutter verlassen
morgen Ptünchen; ihre Reise soll bis Rom— ausgedehnt werden.“
5Da es zweifelhaft ist, ob/ wie der König von Holland, auch
Nabpoleon von der Abtretung Luxemburgs zurücktritt,“ so ist die
Reise des Königs nach Rom in Frage gestellt.“ — WBezüglich
der Lösung der Inremburgischen Frage im nationalen Sinn cir⸗
rulirt unter den Landtagsabgeordneten ein Adresse an den Staats—
ministet Fürst Hohenlohe.··
Müunchen? 6.“April. Die Adresse an deu Staaksminister
Fürft Hoheniohe, welche an die Mitglieder der Abgeordnetenkam⸗
mer zur Mitunterzeichnung bereits verschickt ist, lautet; „Enre
Durchtancht“ Nachdem ein blutiger Bürgerkrieg die Inkegrität
deutschen Gebiets unversehrt. gelassen hat, nachdem die Allianzver⸗
räge Preutzens mit den südwestdeutschen Staaten diefe Integrität
nf3 Reue zu verbürgen schienen, ist jetzt Deutschland durch die
Verhaudlungen des Königs von Holland mit Frankreich plötzlich
mit dem Verlusse eines allen deulschen Landes bedroht. Dieser
Verlust wäre größer, als der der wenigen Quadratmeilen und der
venigen Tausend Seelen, welche das Großherzogthum Luxemburg
umfaßt, es wäre ein Verlust an Deutschlands Ehre, wenn das
Schicksal einer deutschen Bevölkerung durch Verkauf an das Aus⸗
land entschieden werden sollte. Das deutsche Volk hat ein Recht,
don seinen Regierungen zu verlangen, daß Deutsche geschützt wer⸗
den, wo immet eine Gefahr droht. Ist auch in dieser Frage
Preußen in erster Reihe berufen, die ihm vertragsmäßig zustehen⸗
den Rechte auf Luxembarg zu wahren, so hat doch auch Bayern
pflichten gegen Deutschland zu erfüllen, und wir werden es als
eine erste Frucht des Allianzverlrages vom 22. August 1866 freu—
dig begrüßen, wenn Bayern keinen Zweifel darüber bestehen läßt,
daß es mit allen seinen Kräften für das bedrohte deutsche Land
einstehen wird. Dies, Euer Durchlaucht, in tiefster Verehrung
auszusprechen, wollten die Unterzeichneten um so weniger unterlassen,
als sie hiemit die Verficherung verbinden können, daß sie in der
bayerischen Volksvertretung jede Aufforderung krüftig unterstützen
verden, welche eine energische Politik z im Schutze Deutschlands
erheischen wird. Pözl. M. Barih. Hohenadel. Stenglein.
Mänchen 7* April. Die in Folge der Einladung Königs
Ludwigs L beabsfichtigte Reise des Königs und der Königin Mut⸗
ler nach Rom ist wegen beunruhigender Rachrichten aus Paris
und Berlin in der Luxemburger Sache vorläufig vertagt.
Landan, 5. April. Heute Mittag traf der Minister des
Innern, Frhr. v. Pechmann in Begleitung des k. Regierungsra—
hes v. Feilitzsch, eines Ministerialsecretärs und des bayerischen
Gesandten Frhrn. v. Malsen aus Karlsruhe hier ein; begleite!
waren dieselben von Hrn. Finanzdirector Meyer aus Speyer
Auf ihrem Gange durch die Stadt besuchtem dieselben die frühere
Herberge zum Maulbaum, in welcher 1322 eine Capelle, dem
heiligen Urban geweiht, erbaut worden war; dann die?' alte
Stifislirche und begaben sich von da in das Stadthaus und aufs
Bezirksamt. Nach einem Besuch bei Hrn. Gouverneur Buz reis
ten die Herren Abends 7 Uhr 45 Min. in der Richtung nach
NReustadt wieder ab. (Wie die Pf. Ztg. meldet, sind die genann—
len Herren am 5. Abends in Sveyer eingetroffen und im Wit⸗
elsbacher Hof abgestiegen.

Dienstesnachrichten. a

Se. Maj. der Koönig haben sich allergnädigst bewogen gefun⸗
den, unterm 830. März . Is. die katholische Pfarrei Insheim,
Bezirksamts Landau i. Pf., dem Priester Peter Joseph Gerstle,
Pfarrer und Districtsschulinspektor in Oberhochstadt, desselben
Bezirksamts, zu übertragen.

Se. Maj. der Koönig haben sich allergnädigst bewogen gefun-
den, unterm 3. April auf die erledigte Sielle eines Rentbeamten
pon Zweibrücken den Rechnungskommissär der k. Regierungs-
ãnanztkammer der Pfalz, Karl Bouda, dessen Bitte willfahrend, zu
hefördern, und die Stelle eines Rechnungscommissärs der kgl.
Regierungsfinanzkammer der Pfal; dem functionirenden Rechnungs—
revisor der genannten Regierungsfinanzkammer, Hubert Pfirmann
in provisorischer Eigenschaft zu verleihen.

Fraukfurt, 5. April. Die Liquidationscommission hat
aun auch die Frage wegen der Pensionsverhältnisse der ehemali
Jen Bundesbeamten, Pensionisten ꝛc. in befriedigender Weise er⸗
sedigt, Wir erfahren darüber Folgendes Nähere: Die Unterstü—
zungen und Pensionen der ehemaligen schleswig-holsteinischen Offi⸗
iere und deren Himerlassenen, welche bis her aus der Bundesma⸗
ricularkasse bestrüten wurden, werden, vom 15 Sept, 1867 an
von Preußen allein ausbezahlt. (Schon im Prager Friedensver—
trag vorgesehen.) Die den Beamten und Offizieren der ehemaligen deut⸗
schen Floite bisher nur bedingsweise gewährten Pensionen und Unter⸗
tützungen sollen von nun an unbedingt verwilligt werden. —
Laut amtlicher Vekanntmachung findet die diesjährige Recrutirung
für Frankfurt-Sachsenhnusen vom 24.-27. April statft.

Leipzig, 3. April. In Dresden werden Vorbereitungen
für den Abzug der preußischen Truppen getroffen. Der Konig⸗
stein behält gemischte Befjatzung. — Am letzten März find sämmt⸗
liche sächsische Infanterie-Bataillone aus dem bisherigen Brigade⸗
in den Regimentsverband übergetreten und nach ihren neuen Gar⸗
nisonsplätzen abgerückt.

Berxlin, 53. April. Wie man versichert, wird der Prinz
Adalbert von Preußen, Admiral, in Kiel seinen dauernden Wohn⸗
sitz nehmen.

Berlin, 6. April. Es sieht fest, daß die Bundesregierungen
den Neichstagsbeschluß über die Bewilligung von Diäten ablehnen
werden, weil sie diesen Beschluß dem allgemeinen Wahlrecht ge—
genüber principiell für unzulässig erachten,

Berlin, 7. April. Eine heute in der Alhambra abgehal—
ene Volksversammlung beschluß eine Reso lution des Inhalts: Lu⸗
remburg darf nimmer von Deutschland abgetrennt werden. Es
ist Pflicht des deutschen Volkes, aus allen Kräften für die Zuge⸗
hörigteit Luxemburgs einzustehen. Die Vereinigung Luremburgs
mit Deutschland muß schleunigst erfolgen.

Wien. Der Kaiser von Oesterreich ist in der Nacht vom
Freitag auf Samstag unvermuthet von Pesth nach Wien zurück—
gekehrt, ohne daß man wußte, ob die Rückreise einen politischen
Zrund hat oder nicht. In Prag, Brünn und Laibach sind am
Samstag die neugewählten Landtage eröffnet worden. Ihre Sef—
ion wird nur kurz sein und sich hauptsächlich um die Wahlen in
zen Reichsrath drehen. Da auch im böhmischen Landtag die Ver—
'assungspartei nun die Majorität hat, so werden die Anstrengun⸗
zen der bei den Wahlen unterlegenen czechisch-—feudalen Partei,
um die Reichstagsbeschickung zu verhinden, vergeblich sein. Der
Reichstag selbst soll nicht spaͤter als für den 1. Mai berufen
werden.

Der ungarische Landtag nimmt heute die Verhandlungen über
die croatische Frage auf. Bekanntlich wollen die auf ihre eigene Un⸗
abhängigkeit so eifersüchtigen Magharen den Croaten die gleiche
Unabhängigkeit so wenig gönnen, als die Franzosen glauben, daß
neben ihrer eigenen auch die deutsche „Empfindlichkeit“ geschont
werden muß. Leider haben die Croaten auch das kaiserliche Ca—
zinet gegen sich, das sich um jeden Preis bei. den Ungarn zum
diebkind machen will, Pf. K.)
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        * Frankreich.

Paris. Der Abvenir national“spricht sich über die Abtretung
des russischen Amerika's an die Vereinigten Staaten, ein Ereigniß,
dessen Gewicht Niemanden entgehen kann, in folgender Weise aus;
„Die geringfügige, Summe, welche in Tausch für das ungeheure
Gebiet gegreben worden ist, läßt die ganze politische Bedeutung
dieser Transaction um so mehr hervortreten. Schon seit lange
durfte man nicht mehr an dem Bestehen eines sehr herzlichen Ein—
verständnisses zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten zwei—
eln. Jetzt wissen wir, daß es nicht mehr allein ein herzüches
Finverständniß ist, mit dem wir es zu thun haben, sondern ein
virklicher Pact, kraft dessen diese beiden Staaten einem bestimmten
Ziele entgegengehen. Kein Buͤndniß ist für eine europäische Re—
gierung wünschenswerther, als dasjenige der amerikanischen Repu—
blik. Lange waren wir diese Verbündeten, und wenn heutzutage
die sehr alten Gefühle, die uns an die große Nation banden, ge⸗
ichwächt sind, so haben wir uns das selost zuzuschreiben. —
Paris, 6. April. Der „Monde“ scheint allmählich von
einem Gedanken, daß Preußen Luxemburg aufgeben werde, zu
cückzukommen, und nun fällt er mit neuer Wuth über Deutsch—
land her. In seinem Grimm läßt er sich zu den, lächerlichsten
Aussprüchen verleiten, wie daß die Kaiserkrone stets bei den fran—
öösischen Königen geblieben wäre, daß es nie ein Deutschland
zegeben hätte, daß dieses ein vager Begriff wäre, die Franzosen
wären eben so gute, Germanen wie die sogenannten Deuischen,

und andere Ausbrüche wahren Wahnsinnes mehr. Der franzosi—
chen Unwissenheit kommt doch nur die französische Keckheit gleich.
Heute ist die Situation noch viel gespannter als gestern. Man
pricht allgemein davon, daß in Preußen das einzige Hinderniß
legen die Verwirklichung der Luxe nburger Frage zu suchen sei—
Zo spitzt sich die Situation immer mehr zu einer directen
Hegnerschaft zwischen Preußen und Frankreich zu.. Alle officiösen
Zeitungen sprechen dies heute offen aus. Die „France“, die Presse“
finden das Vorgehen Preußens unverantwortlich und machen fich
besonders darüber lustig, daß sich der preußische Premier auf ein⸗
mal von parlamentarischen Bedenken bestimmeü. lasse, nachdem er
ünf Jahre lang den preußischen Lammern zum Trotz und entge⸗
gengehandelt hat. Keines der französischen Blätter bedenlkt, daß
der König von Holland nicht sein Land dem deutschen Bunde hat
beitreten lassen, sondern daß ihm ein deutsches Land übergeben ist
daß die deutsche Eigenschaft des Landes viel älter und besser be⸗
grundet ist, als die Herrschaft der oranischen Kramerfürsten. Das
Beste aber ist, daß die französischen Offiziösen sich geberden, als
ob die gereizte Stimmung zwischen Fraukreich und Deutschland
von letzterem ausgegangen sei, wührend es doch notorisch ist, daß
die Deutschen nie daran dachten, frauzösisches Territorium zu ver⸗
letzen, als die franz. Klerikalen und sogenannien Liberalen schon zu An⸗
griffen auf Deutschland in äußerster Wuth aufmunterten. Die
Boöͤrse zeigte sich von den drohenden Aspekten äußerst e.schreckt,
und machte heute eine außerordentlich große Baisse durch. Die
offentliche Meinung ist im höchsten Grade beunruhigt und fürchtet
den Krieg sehr. Die Gerüchte, welche die Baisse der Böorse veranlaß⸗
sen, waren folgende: in Rußland gehen starke Truppenbewegungen
vor sich; Frankreich wird Preußen bestimmt auffordern Luxem—
burg zu räumen. Der Moniteur wird dieser Tage eine kriege⸗
cische Note oder selbst ein Manifest enthalten; Bewaffnungen find
angeordnet; Baisse herrscht auf der Berliner Börse; der Marschall
NaceMahon ist durch den Telegraphen nach Paris berufen. Diese
Herüchte sind gewiß sehr übertrieben, aber sie zeigen den erregten
Zustand der Gemüther und die Erwartungen, die man von der
Zukunft hegt.

Paris, 7. April. Ein offizieller Anschlag an der Börse
erklärt die Nachricht, welcher zufolge ein Ultimalum an Preußen
gesendet wäre, für unbegründet. — Die Patrie dementirt noch
—2 verlangt aber. daß Preußen Luxemburg zurück-
gebe ().
Belgien. J
Brüfsel, 6. April. Unsere Börse ist in einer panischen

Furcht. Die Baisse aller Fonds überstürzt sich förmlich. Von
einem Stillstehen ist gar keine Rede, namentlich fallen die Metalli—
zjues wie zu Zeiten des vorjährigen Krieges. Man fragt ver⸗
zebens, auf welche Nachricht hin. 3 75.

Englan d.

— London, 3. April. Der Pall Mall Gajette schreibt ein
Lorrespondent, im welchen sie großes Zutrauen setzt: „Der Vor—
schlag, Luxemburg an Frankreich zu verkaufen, ging nicht
»on den Tulerieen aus, sondern wurde persönlich von dem
ktönige der Niederlande gemacht. Dies ist ein wichtiger Umstand
denn er zeigt, daß die ganze Sache nicht, wie vielfach vorausge—
jetzt wird, irgendwelchen. feindseligen Absichten des Kaisers Napo⸗
ieon gegen Deutschland entsprang, sondern einfach ein Geldscha⸗

her ist, der die Privatschatulle des Svaniers berdichernnollte. Kö.
nig Welhelm III. stedt schog Jange in finanziellen Nöthen und
liegt seit Jahren mit seinen Ministern in Fehde, weil fie seinen
bermäßigen Ansprüchenan die Staatskasse nicht genügen wollen.
Mit Eifer ergriff er Ddaher die Gelegenheit, elen profitlichen Han—
el mit dem Kaiser du machen, und Preußetgzerkannte bald den
Brund der Hartnäckigkeit, imit welcher der Nönig sich weigerle
das unzweifelhafte Recht Preußens auf die militärische Besetzung
her Festung Luxemhurg anzuerkennene .
uli Türkei. α
Konstantänopel, 6. April. Anstatt in Thessalien über—
iimmt Omer Pascha das Obercommando auf der Insal Condia.
Der hiesige russische Gesandte General Ingnatieffeeist zu dem
sange eines außerordentlichen Botschafters erhoben worden
Amerikg.

New-⸗York. 16. März. Der Nothstand im Süden nimmt
mmer größere Dimensionen an, besonders unter der Classender
armen Weißen. Diese sjnd beinähe, dem Hungertode nahe üund
—B ——— Garten⸗
ämereien, um vor Allem- ihr, Land, Pestellen und einige
ebensmitteln darauf erzielen zu koͤnnen. Es ist schon viel durqhh
reiwillige Gaben seitens des, Volkes im Norden geschehen, abet
»ies reicht nicht aus. — Der anhaltende Regen hat dadurch
aß er Flüsse und Bäche zum, Austreten veraulaßte, ungeheuern
Schaden in fast allen Staaten der Union angerichtet, bejonders
ind Ohio und Ost⸗Tenessee schwer heimgesucht worden.
Die ersten Frühjahrswahlen, in Amerika zeigen bereits eine

Kealtion der öffentlichen Meinung gegen die Radikalen. Die Con⸗—
zreßpartei hat zwar in NeweHampshire, das imnmier von Republi⸗
anern vertreten war, gesiegt, aber mit einer weit geringeren Ma—
orität als früher. In Connectikut, wo am 1. d. M. die Wah—
en stattfinden. zweifelte man nicht an dem Sieg der Demokraten;
die Wahl Barnums, des hekanuten Gauklers, im vorigen Monat
jat alle ordentlichen. Leute gegen die Radikalen aufgeregt; auch
der New-York Herald, gewohnt, seine Fahne nach, dein Wind zu
drehen, ist wieder ins Lager der Demokraten übergegangen und
hringt heftige Artikel gegen die Wahl Barnunis, des Humbug;
r erzählt, daß Barnum eine Bude in der Hauptstadt aufgeschla⸗
jen und Denen freien Eintritt gegeben, die ihm ihre Stimnme
ꝛersprachen. —R——— —
— WCewegYyork,. 4. April. Nachrichten aus Mexiko melden,
ʒaß Quaretaro von den Liberalen umringt sei und die Erstür—
nung begonnen habe.
Wermisschte ö
7 Es ist bis jetzt vorgelommen, daß Richter sechs? und noch
nehrere Jahre als Unterfuchungsrichter aufgestellt waren., Da ein
llzulanges Bekleiden des fraglichen Dienstes Uebelstände nach sich
ührt,“ wurde vom Justizministerium“ die: Dauer der Bekleidung
)es Untersuchungsrichteramtes auf. 8. Jahre festgesetzt.
F Zweibrücken, 4. Aptil. Heute hat das kgl. Appel⸗
ationsgericht dahier ein Urtheil erlassen, wodurch ausgesprochen
st: daß kein Strafgesetz gegen die zur Kriegsreservereinberufenen.
Widerspenstigen bestehe, demnach gegen solche auchkeine Strnie
usgesprochen werden könne. Ein gewisser Friedrich Simon von
S„chweigen bei Weißenburg war am 1. März abhin wom Zucht⸗
olizeigerichte zu Landau aus dem angegebenen Grund freigespro⸗
hen worden; die kgh Staatsbehörde halte appellirt, das Urtheil
on Landau wurde aber vom kgl.“ Appellativnsgerichte bestätigt.
In beiden Instanzen war von der Vertheidung zur; Beseitigung.
eder Strafbarkeit, auch die Amnestie, welcheim Friedensschlusse
wischen Bayern und Preußen vom vorigen Jahre ausgesprochen
st, angernfen, in Landau als erstes Vertheidigungsmittel, hier aber nur
n zweiter Linie. Das Zuchtpolizeigericht hatie diese Amnestie als
den betreffenden Straffall nicht begreifend erklärt; das kal. Ap⸗
zellationsgericht erklärte die Untersuchung dieser Frage für über—
lüssig, weil ja überhaupt kelne strafbare Handlung vorliege.
Ohne Zweifel wird diese:: Sache noch an den Kassationshof
ommen. 6weibr. Wochenbl.)n“,
F München- Der höhere Bedarf an Viktualien, namentlich
in Fleisch, in Paris macht sich auch bei uns durch Steigerung
der Preise fühlbar; gutes Schlachtvieh wird in Bahern. allenthal⸗
den von Pariser Agenten zu ungewöhnlich hohen Preisen aufge⸗
auft, Lieferungsverträge für die ganze Dauer der Ausstellung
verden in beträchtlichem Umfange abgeschlossen.
München. Im hiesigen Polizei⸗ und Stadtgerichtsge⸗
ängnisse wurden neulich große Wolldecken auf vriginelle Art ge⸗e
tohlen; ein Paar eingesperrte, Damen“ hatten sich daraus Unter
löcke gefertigt und bei ihrer Entlassung sich mit denselben entfernt.
fMannheim, 5. April. Die Blumenaussftellung des hie⸗
gen Gartenbauvbereins Flora, die der Maimesse vorangehend und
        <pb n="165" />
        zon Ostersonatag den 210 bis zum 285. April dauern wird, ver⸗
spricht sowohl durch die äußere Ausstattung als den inneren Werth
eine ausgezeichnete zu werden und Gäste in großer Zahl anzuzie⸗
hen. Ungefähr 400 fl. sind als Preise für die schönsten Topf⸗
vflanzen, Rosen, Camelien Cinerarien, Azaleen, Pelargonien, Blatt
„flanzen und Gesteäuche, Gemilser, Bouquets und Kränze, Gar
sens und Lehrlingsarbeiten u. dergl. ausgesetzt. Eine Blumen⸗
verloosung ist mit der Ausstellung verbunden, von welcher 5000
Loose, die ursprünglich beabsichtigke Zahl, schon genommen sind
Die Ausstellung wird in den großen Räumlichkeiten der Fettvieh—
halle — über 200 Fuß Länge mit entsprechender Breite — statt⸗
finden und für die aus den Rasen, auf Tische, auf erhöhte Ge⸗—
stelle aufgestellten Gruppen hinlänglichen Raum zuzeingeheuder
Betrachlung bieten. Um die Rafenplätze und Fontginen werden
sich Gesträucher und Bäume gruppiren und den Hintergrund' die
Decoration einer Alpenlandschaft bilden, aus welchet ein Wasser—
fall hervorstürzt über welchen eine Brücke führt, die den Ueber—
gang von'd der, einen“ zu der andeten Seite ‚der Ausstellung
bildet. —

Bei der in Niederösterreich, Ungarn, Galizien und neuer⸗
dings in Böhmen ausgebrochenen- Rinderpest ist der Transport
pon Rindvieh, Schafen und Ziegen (in jebendem oder todtem
Zustande) dann von Rohstoffen von diesen Thieren (in frischem
oder getrochnetem Zustande) aus jenen Provinzen nach Bayern
oerboten. n

f Zur Abwehr der Rinderpest haben pie kaiserlith französi—
schen Behörden die Aufstellung eines Grenzpostens auf dem fran—
zöͤsischen Ufer der Saar zwischen Güdingen und Großblittersdorf
angeordnet. Dieser Posten hat alle zu Berg fahrenden Schiffe
anzuhalten und zu untersuchen und die Einführung von Thieren
(Ochsen, stühen, Schafen, Ziegen und Hunden) zu verhindern.
Auch die Eifuhr von rohem Fleische, Häuten und Knochen der
genannten Thiere und von Fourage über die dortige französische
Grenze ist verboten. Bei vorkommenden Ziuwiderhandlungen sollen
die betreffenden Thiere und Gegenstände mit Beschlag belegt werden.

F.Wer nach Paris, zur Ausstellung geht, nehme einen
wohlgespickten Geldbeutel mit. Die. Hausbssitzer sagen: Sobald
—
x. uns daher auf alle, Fälle vorsehen. - In Gasthöfen und
Pripathäufern sind. die Miethpreise um 50090 gestiegen, in vier⸗
zehn Tagen stehen sie wahrscheinlich doppelt so hoch; vom 15.
April an wollen viele Hausbesitzer nur tageweise vermietheu. Die
Miether find bereits benachrichtigt, daß von bsch Tage au der
ägliche: Miethzins sich nach dem Fremdenzuflusse, richten werde.
Die Wirthe mit festen Preisen haben bereits 2500 aufgeschlagen
und; schlagen- weitere 2590 vom J. April an auf.Die guten
Pariser scheinen die Fremden als eine Beute anzusehen, die ihnen
von dem Wohlwollen des Kaifers ee wird.n

Paras, 32 April. Die kaiserliche Commission hat den Aus⸗
stellungspalast auf dem Marsfelde bei der internationalen Feuer—
versicherungsgesellschaft mit 7,500,000 Fr. versichert. Die Tele—
graphenbeamten im Ausstellungsgebäude sprichen sämmtliche Spra⸗
chen Europas. Unter den Monarchen, welché hier zur Ausstellung
erwartet werden, wird sich auch der König von Bonny (im Nor—
den von Guinea) befinden. In Versailles werden vom 5. Mai
bis 30. Septembert große Feste zu Ehren der Ausstellung veran⸗
staltet werden. Die landwirthschaftliche Ausstellung in Billancourt
wird in acht Tagen seröffnet. Gestern war es sehr leer auf dem
Marsfelde, wahrscheinlich wegen des Regenwetters. Die Preis—

vertheilungen für die Viehausstellungen sollen an den Sonntagen
öffentlich stattfinden. — Die Arbeitseinstellungen dauern ungeschwaͤcht
fort. Außer den Schneidergesellen ist auch für die nüchste Woche
die der Schustergesellen in Aussicht genommen.“
7 Parius, M April. HeuteVormittag um 10 Uhr stürzke
nuf dem Montmartre hinter der Kirche von Notre Dame des
Victoires de Chignaucourt ein im Bau begriffenes Gebäude un—
ler furchtbarem Krachen zusammen und begrub 20 bis 80 Arbei—
ernunterseinen Trümmern. Ganz Montmartre war in einem
Augenblick auf den Beinen und eilie nach der' Angkücksftätte
Sappeurs, Feuerwehrmänner und Soldaten begannen sofort mit
dem Rettungswerke, während der Pfarrer der Notre Dame-Kirche
nit seiner Geistlichkeit die Trümmer bestieg, um von dort herab den
Verunglückten die Absolution in extremis zu ertheilen Gegen ein
hr endlich „haste man dreizehn der Arbeiter, theils todt, theils
chwer verwundet;/ aufgefunden. Die Verwundeten wurden in das
loster der barmherzigen Schwestern, das neben der Kirche liegt,
zebracht. An ärztlicher Hülfe fehlte es nicht, Das eingestürzte
vebäude gehört der Pariser Omnibus-Fompagnie an; es war'
ür Remisen und Ställe bestimmt. In Montmartre, won unge⸗
heure Aufregung herrscht, ist man ganz wüthend über die Omni—
hus⸗Gesellschast· und ihren Baumeister und beschuldigt dieselben,
zurch Nachlässigkeit und zu große Sparsamkeit das schreckliche Un—
glück herbeigeführt zu haben. Herzzerreißend; war der Anblick der
häter, Mülter, Frauen und Kinder der Verunglückten, die sich
derzweifelt über die Leichen, herwarfen und stieren Blickes auf
die Trümmer hinstarrten, welche die ihnen Angehörigen noch bar—
jeii. Das Gebäude war bis zum Dachstuhl fertig gewesen; der
Wind fing sich darin, erschütterte die Mauern ünd führte den Ein—
turz herbei.

4Man schreibt aus Baselland: Eine der schönsten und groß⸗
artigsten Ruinen der Schweiz, das Schloß Pfeffinger, die Zierde
des Birsthales, hat ploötzlich großen Schaden genommen, indem
die nordwestliche Hauptseite des weithin sichtbaren Hauptthurmes
im 22. d. M. von der Zinne bis zum Felsen-Fundament zu—
ammenstürzte. Das Schloß. war seit uralten Zeiten ein kaiferli⸗
hes, Lehn des Bisthumes BaselMehrmals wurde“ es belagert,
ind endlich verdient nach Etwähnung, daß der Dauphin von
Frankreich während der Schlacht bei St. Jacob 1444 sein Haupt-
quartier auf ihm auf geschlagen hatte. — So eben hat der hiesige
hreußische Gesandte, Herr v, Kamptz, dem Vorstande des deutschen
dülfsvereins in Bern die erfreuliche Anzeige zugehen lassen, daß
die königl. preußische Kegierung habe, von nun an der Cegtrals
rasse sämmtlicher deutschen Hülfsvereinen in der Schweiz einẽ
ährliche Unterstützung im Betrage von 2000 Fr. zukommen zu
assen. J 5

4. Die Rew⸗-HYork⸗Times erzählt folgende Begebenheit, die
an vergangene Jahrhunderte erinnert: Eine kleine Tochter eines
Bürgers von Greenfield in Michiganwurde vor einiger Zeit
yon einem tollen Hunde gebissen, ohne daß sich indessen für län—
gere Zeit Symptome von Wasserscheu zeigten. Nachträglich kam
iber doch die schreckliche Krankheit in heftigster Form zum Aus—
hruche, das arme Kind verfiel in Raserei und lag in den schreck⸗
ichsten Leiden. Die hiezu gerufenen Aerzte entschieden nach län—
Jeter Consusation: Auf Wiedergenesung sei keine Hoffnung, und
s sei deßhalb aus Gründen der Humanität geboten, den Leiden
es Mädchens ein Ende zu machen. Nach ihrem Ausspruche ge⸗
hah es, und in kinem neuen heftigen Anfall wurde das Kind
erstickt.

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Abend-Dntoerhaltung
Donnerstag 11. April Abends

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—

T.

FEMAVVII. Uhrmacher.
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        . . J . M * ⸗ * —53
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in Staͤmmen von * bis 9e den Cubilfuß zu 7 Ssr. hienen, n
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ind Kinder, ebenso bockle dernes und der Stadt St. Iubert.
yr din ai res Schuhwerk, zu bedeutend Geboren wurden im Monate
herabgesetzten Preisen. Maär1867 iin
Auch ist eine frische Sendung, Gold⸗ den 2. Nicol
m otogr ier a 7 329838 —B
Ddnebotographierahnienẽ arge g eb
ec; das Einrahnien von Bildern Dare una T. v. Alerander
vird bei mir billigst angefertigt. hee na renez
se darl S. v. Heinrich Maria Horn,
VF —55 Inne b8 5 Bauer,“
Bei dem Unterzeichneten kömen 2 nin adie Sypraz uve
zis 3tüchtige Steinbrecher zur riepriv rid ——
* ——— 6 Tarl Ludwig Friedrich Oskar
Ausbeutung eines Sandsteinbruches in strämer.
giesiger Gemarkung gegen guten Lohn Margaretha T. v. Karl Kuhn.
auerde Beschäftigung erhalten. Joh. Jos. S. v. Georg Wagner,
Rohrbach bei St. Ingbert im Fene S. v. Jakob Friedrich,
— Barbara T. v. Jos. Danzer,
. „16. Maria T. v. Maria Berrang, *
Peter Bender. 18. De T. v. Johann Adam
CAOCSIST eith. J
Pferde-Versteigerung. — Carl S. v. Carl Phil. Siegwardt,
— Mangel an Beschäftigung läßt — 5 ð ba 8*
)er ZechenschmiediJoseph Baum zu Al— heme Cerseontt
enwald umt ebt I 7 v dea Hoeß i'
Montag den 18. April a. veu ———
bei Wirth Ludwig Eberhardt zu Altenwald 2WRudol jS.v. Philipp Munzinget
128 —stück junge kräftige * 33. Inen S. v. enger
ferde worunmter eine trächtige 283. Tarolina T. v. Elisabetha Weiß⸗
Etute nud zwei junge Füllen imn gerber.“ J
Alter von SJahren auj Zahlungzs- 25. Maria Catharina Josephina T.
russtand versteigernr. v. Michael Panl .. —
Unterzeichneter empfiehlt fl. *. 8 Fipe F e
Zeug⸗ Etiefelchen mit Absätze — 30. Lom—⸗ Ti * aeet
P ohnen, 2 4 —— 3
mit Gluten— bes. 3 * Vestorhen findim Monat—
—88 Schuhe 1354 den 1. Elisc ärz48 67: ——— —* J
„mit Glanzled. bes. 2 36 u 1. oe i —
9 Eed. dolph Schwarz. —
— vemm̃ — 3 — — 10 M. alt S. v.
—— atharina Düpont,
ermiethung. Georg 4 M. alt, J Kinder v. G.
Eine Scheuer, ganz in der Nähe des Karolina 5 J. alt, enmnan
Bahnhofes, auch zu einem Magazine sich Maria 8 M. alt, T.“v. Jofeph
ignend, ist sofort zu vermiethen; zu er— Koch,
ragen in der Expd. d. Bl. — 8 2 J. alt, T. v. Martiu
Annonee Peam —
Banke unß Weehfen Geschäft — Larl Wilhelm 1 J. 8 M. alt,
on Gebr. Pfeifrer in Frantfurt a. M. 7 —J Zepp
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8. Pere 2 Ine. W. alt, T. v.
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats— Seorg Schallhammert..
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank— August 2 M. 21 . alt, S. v.
ind industriellen Actien, Incasso von Cous dalentin Schwaan,
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc, under Zu⸗ dof. Gries 39 J. alt, Maurer.
icherung prompter und reeller Bedienung. arolinge M. 21 T. alt, T. h.
Provision 1 per mille ohne doh. Weißgerber, FFR“ — —
ralische sonstige Spefen, — Mainz, 5. Aprit
e— d. Philipp Adam, (Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
IS S Tatharina 7 J. 6 M. alt, T.v. ter 140 Pfund — fl. — ir. — Rog
gebor Grell. — zaenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Zeter Leigner 64 J. alt, Bergmann Pfd.) 15 fl. —ukr. IIS fl. 20 k. 7
ꝛatharina 6J. 6 M. aut, T. Korn (180 Pfoi) 11 fl30 tr. — 11j.
.. Joh. Waqchs. 40 kr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 15 kr.
Seenriette Rollmann 56 Irnalt, — 11 fil. 20 kr.. — Hafer (120 Pfd
Eheftau von Carl Auqust Nenholz, 15 fl. 15 kr. — 5 fli 20 tr.

Maria 1J.8 M. alt, T.
Franz Ganster
darolina 1IJ- 10 M. alt, T.
y. Nikolaus Schröͤck.
Peter Heil 42 J. alt, Blechschmied,
Rargaretha Hager 861J. alt,
Wittwe v. Joh. Hoffnann,
Maria 8 M. Kalt, T. v. Peter
dlahm. 3 2 *
Maria 8 M. alt, T.v. Maria
Dchs ν — v
Beorg 1 M. 21. T. alt, S. va
deinrich Kneibßi
Anna 11 M. alt, T. v. Ludwig
Stotz. u In
Auguste 1 M. 5 T. alt,T. des
zerlebten Joh. Jos. Best,
Peter Gries 2. J. alt, S. d
Peter Gries, —XX
heter Jos. 10 M. alt, S. v Joh.
„chmitt
Peter 1J. 1.M. 25 J. alt, S
v. Joh. Ripplinger, ι.
Joh. August 1. M. 10, T, alt,
A
Mathilde 3 J. 2 M. alt, T. v.
Peter Greß nα
Catharina I.J. 4 M. alt, T.
v. Jakob Hartmann. 128
Vereheliccht haben sich im:::“
Monat März 1867 )—
den 2. Johann Detambel und Katharinä
Laufer, —
Wilhelm Erb und Christina Beft/
Georg Adam Nothof u. Elisabetha
Selgrad, e
Peter?Meyer und Glisabetha
Braun. i ι,e
Johann Zimmer und Maria Beft,
Bernhard Weidmann und Barbara
—
deinrich Franz Alexander Dapping
und Katharina Karolina Brückner,
Georg Heinrich Spengler u. Ca⸗
tharina Horlemann / —
Bernhard Koch und Catharina,
genannt Wilhelmine Kocht!
St. Ingbert den 4. April 1863.
Das Bürgermeisteramt
Chandon.
Worms den 8. April.
Wir notiren heute: Weizen 15 fl. 45 kr
bis 16 fl. — kr. Roggen 11 fl. 45 fr.
bis 11 fl. 50 fr. Gerste 11 fl.40 kr.
»is — fl. —. r. per 100 Kilb. Hafer
5 fl. 30 kr. bis 5 fl. 40 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 13 fl. 30 kr. bis 14fl.
— kr. Roggenmehl — fl. — r.bis — fl.
— fkr. Roggenvorschuß 12 fl. 30 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr.
bis — fl. —kr. Blumenmhl. 17fl. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fl. — tr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. 80 kr. bis
— fl. — kr. Leinoͤhl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fil. — kr. Mohnöl ohne
Faß 41 fl. — kr. bis 47 fl. — kr. per
150 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Branntwein 28 il. 30 kre
bis 29 fl. — ir

owie
dohulversaumnisslisten
ind vorräthig zu haben in der Buchdrucke—
ei des „St. Inaberter Anzeigers.“

4*

Redaktion, Druck und Verlag vonF. X. Demet in St. Ingbert.
        <pb n="167" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der „St. Ingberter Anzeig e r⸗ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dieustag, Donnersstag,
und Sa mst ag. Abounementspreis vlerteljahrig 13 Krzt. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreijpaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet. V
Donnerstag, den 11. April VVDDDD—— 1867.

— 55 — —

Anta 7F0

—
Deutschland.

München, 6. April.'* Seik kiniger Zeit wird aus mehre—
ren Provinzen berichtet, daß die Zahl der als Freiwillige ins
deer eintretenden, noch nicht conseriptionspflichtigen Jünglinge in
azuffallender Weise sich vermehrt, weil die Eintretenden sofort Er⸗
jatzmänner stellen, um dadurch der in Aussicht stehenden allgemei⸗
nen Wehrpflicht sich zu entziehen. Das Kriegsministerium hat nun
in einem Erlasse an die: Beneral-z; und Corpse Commando's aus⸗
geeprochen, daß nach den dermalen bestehenden Gesetzen keinem
um Kriegsdienst geeigenschafteten Baher der freiwillige Zugang
jum Heer und die Wahl der Waffengattung in diesem Fall ver⸗
veigert werden kann und daß die im Heere eingereihten sich un⸗
bedingt durch einen andern Mann vertreten lassen können. Dem⸗
gemäß dürfe kein von einem Freiwilligen burze Zeit oder auch
nmittelbar nach seinem Zugang im Heere angebrachtes Gesuch
um Ersatzmannstellung zurückgewiesen und Seitens der Militärbe⸗
hoͤrden duͤrch keine in den Gesetzen nicht begründete Auflage be—
schränkt werden. Dagegen werden die Commandos bei allen frei
villigen Zugängen zu strenger Prüfung darüber angewiesen, ob
der freiwillig Eintretende die zum Kriegsdienst überhaupt, sowie
zu der erwahlten Woffengaitung exforderlichen Eigenschaften besitzt.
Ferner müsse bei der Entscheidung über das im Dienstweg ein⸗
zubringende Einstellungsgejuch gleichzeitig der Exsatzmann vorge⸗
sellt werden, über dessen allgemeine und besondere Dienstfähigkeit
Jenaue Nutersuchungen anzustellen sei.
Münch en⸗ 7. April. Wie verlautet dürfte die Regierung
i die Lage kommen, die Kaminern in kürzester Zeit wieder ein⸗
herufen zu müssen.

Muünchen, 7. April. JIut hiesigen Ministerium des“ Aeu—
tzern wurde unter den Hausbeamten eine Untersuchung angestellt,
meil jüngst von Depeschen des Grafen Bismard, welche derselbe
nach Müunchen zur. Einsichtnahme geschickt hatte, in öffentlichen
Blaͤttern Mittheilungen gemacht wurden, die überx deren Inhalt
und Form ein vollstündig richtiges Bild entwarfen. Man ist an
betreffender Stelle über diese Tactlosigkeit, solche discrete Dinge
zu veröffentlichen, höchst ungehalten; eigenthümlich bleibt es jedoch
daß man die Indiscretion immer bei den Unterbeamden sucht
Wenn im gegrebenen Fall das Ministerium aber nicht mehr er
reicht, als bei der Untersuchung wegen des Briefes v. d. Pford—
sen's an den Grafen Giese, dessen Veröffentlichung an hoher Stelle
auch äußerst unangenehm vermerkt wurde, so wird es sich noch
smmer kein klares Bild daxüber machen können, wie die Presse
des Oesteren zu ihren Nachrichten gelangt. (ßPf. V.)

München, 8. Aprii. Bis diesen Abend sind zu der Er—
klärung au den Fürsten Hohenlohe bereits mehr als 100 Zustim⸗
mungen von den 148 Abgeordneten eingetroffen.

Speyer, 8. Aptil. Der Hr. Staatsminister des Innern
hat bis jetzt von hier aus die Städte Germersheim, Reustadt und
Dürkheim besucht. Heute reist derselbe nach Kaiserslautern, mor—
den nach Zweibrücken und in den nächsten Tagen nach Pirmasens,
Dahn und Klingenmünster.

gweibrücken, 9. April. Hr. Staatsminister Frhr. v.
Pechmann traf heute Vormittag um zehn Uhr von Kaiserslautern
hier ein, begleitet von Hrn. Regierungsrath Frhr. v. Feilitzsch
dus München und von Hrn. Regierungsrath Frhrn. v. Maillot
aus Speyer. Die angebotene Auͤfwartung der Beamten unter—
blieb auf den Wunsch des Ministers, welcher hingegen den Spihtzen
des Appellationsgerichtes Besuch machte. Die übrige Zeit ver—
wendete der Hr. Minister zur Vesichtigung des Landgestütes, zur
Inspicirung des Gefängnisses, zum Besuche der Gewerbschule und
zur Betrachtung einzelner Gebäude, namentlich des vom Staate
neu acquirirten ehemaligen Schlosses und der Alexanderskirche.
Hr. v. Pechmann, der im Zweibrücker Hofe abgestiegen war, reisie
mit dem Eisenbahnzuge um halb 4 Uhr zum Vesuche eines Ver—
wandten in Frankreich hier weg und wird am nächsten Freitage
wieder unsere Stadt passiren. um sich nach Pirmasens zu be⸗
geben. —

Landan, 9. April. Wie wir hören ist QOestreich mit dem
Resultate der durch die Bundesliquidations-Commisston im Monat
Januar d. J. vorgenommenen Abschätzung des früheren Bundes⸗
naterials nicht zufrieden und es sind heute Mittag als Revi—
ions⸗Instanz zwei österreichische Offiziere, Art. Oberst v. Tiller
ind Art.⸗Haupimann Seyschab, sowie der württembergische Oberst
v. Wagner hier eingetroffen und im „Pfälzer-Hof“ abgestiegen.

(Annw. W))
Ludwigshafen, 10. April. Der Verträge von 1839
ind es drei: 1) ber Londoner Veitrag vom 13. April über die
Trennung Belgiens von Holland und die Feststellung der Grenzen
heider Laͤnder; 2) der Londoner Vertrag vom gleichen Tag, wel⸗
her den vorigen unter die Garantie von Frankreich, Oesterreich,
Hroßbritannien, Preußen und Rußland stellt; 3) der Londoner
Vertrag vom gleichen Tage, in welchem die Bevollmächtigten Oe⸗
sterreichs und Preußens die Zustimmung des deutschen Bundes zu
den aus den vorigen Verträgen hervorgehenden Bestimmungen
über die Territorialverhältnisse Luremburgs aussprechen.
Dienstes-Nachrichten. I

Se. Maj. der Koönig haben sich allergnädigst bewogen ge⸗
unden, unterm 1. April l. J. den Gyinnasialprofessor in Speyer
Priester Dr. Ferdinand Janner, in provisorischer Eigenschaft zum
——
Heschichte der chrisilichen Kunst in der theologischen Section des
eyceums in Regensburg zu ernennen.

Se. Maj. der König haben sich alle rgnädigst bewogen gefun—
den, unterm 4. d. Mts. vom 16. April ĩ. J. an 1. zum Grenz⸗
obercontroleur in Habkirchen, Hauptzollamtsbezirks Zweibrücken,
den geprüften Rechtss und Zollrechnungs-Comissariats-Practicanten
Franz Xaver Welinhofer und 2. zum Grenzobercontroleur in Vin⸗
ningen gleichfalls Hauptzollamtsbezirks Zweibrücken, den beritte⸗
nen Oberauffeher Georg Joseph Banner zu Waldsassen, beide in
vrovisorischer Eigenschaft zu ern ennen.

—S ekuͤttgart, 7. April. Die hiesige deutsche Partei hat
n ihrer Wochenversammlung resolvirt: „Die Versammlung der
eutschen Partei spricht ihre lebhafte Befriedigung über die Be⸗
jandlung der luxemburger Frage im Norddeutschen Reichstage
ind die ud un de Ueberzeugung aus, daß auch das Volk
Zůddeuischlalds die Gefahren und Opfer eines Krieges für die
iationalen Interessen und die Ehre Deutschlands bereitwillig auf
iich nehmen würde, wenn fremde Gelüste nach einem deutschen
Zrenzlande nicht anders abgewiesen werden koͤnnten. — Heute
and in Heilbronn eine Landesversammlung der deutschen Partei
att, welche Resolutionen für das Augusibündniß zwischen dem
Züden und Norden, für die Stuttgarler Februarbeschlüsse und
für die Herstellung eines gemeinsamen deutschen Staatsverbandes
im Innern faßte. —

Berbhin, 7. April. Es ist aus Paris die Nachricht ein⸗
getroffen, daß die Rente um 2 Frs. in Folge kriegerischer Gerüchte
Fefallen sei. Ich muß leider constatiren, daß hier in den aller⸗
ernstesten Kreisen ein Krieg mit Frankreich als unvermeidlich und
nur noch als eine Frage der Zeit angesehen wird, daß man aber
Alles thut, um den ersten einleitenden Schritt dazu zu vermeiden,
daß man auch den Schein einer Initiative vermeidet. Und das
jeht so weit, daß eine Verlegung einer Schwadron Husaren nach
Lduremburg in den letzten Tagen blos deshalb unterblieb, weil
Braf Bismard nicht wollte, daß darin eine, wenn —XW
geringe Verstärkung der Garnison gesehen werde, die nur zu Aus⸗
inandersetzungen und Mißverständnissen führen könnte. Gleich⸗
wohl ist der Krieg eingeleitet und die Dinge nehmen den Gang
wie wenige Mongte vor der Colision mit Oesterreich. Die Si—
tuation ist also ernst und die enropäische Constellation so, daß sie
die äußerste Vorsicht nothwendig macht. Der Rücktritt des preu⸗
disch gesinnten Ministeriums Ricasoli, der Eintritt des Napoleo⸗
risten Ratazzi in das Florentiner Cabinet ist nicht das einzige
chlechte Zeichen in dieser Constellation. Auch in Wien regt sich
Re ültramontane Partei wieder und facht den Preußenhaß an,
        <pb n="168" />
        der aber in Württemberg bis an den Grenzen des Denkbaren an⸗
gelangt hein soll.Uebrigens spricht sich auch Graf Bismarck of⸗
ien über diese ernste Lage aus, vielleicht um den Reichstag in an—⸗
zgenehmer. Temperatur zu hallen. Man glaubt noch immer, daß
am Mittwoch den 190. ds. die Vorberathung beendet sein wird,
dann treten am Donnerstag die Bundesbevollmächtigten zusammen,
zerathen die vom Reichstage beschlossenen Abänderungen, stellen
den Entwurf mit denjenigen Abänderungen, denen auch die Bun⸗
desregierungen zustimmen wollen, zusammen und übergeben dem
Reichstage diese Zusammenstellung zu beliebig langer Discussion,
iber zur Annahme oder Ablehnung en bloec. — Dem armen
herrn Dunker mögen seit gestern gewaltig die Ohren klingen und
dem Kaiser Napoleon auch, dessen sonst so gute Polizei nicht ver⸗
hindern konnie, daß im Ausstellungsgebäude sich deutsche und
französische Arbeiter geprügelt haben, weil letztere täglich eine

Lorbeerktrone vom Haupie der Statue des Königs entfernten, die

den nächsten Tag wieder um das Haupt gewunden wurde. Die

Ausstellung ist übrigens noch lange nicht geordnet und deshalb

werden sich auch die Sachverständigen vom landwirthschaftlichen

Ministerium erst Ende dieses oder Anfang des nächsten Monats

nach Paris begeben.

Berlin, 8. April. Wie der Staatsanz. meldet, beabsich—
rigt die Regierung die sofortige Berufung des preußischen Land—
ages, nachdem die Vereinbarung der Bundesverfassung hergestellt
jein wird. Die Conferenzen der Bundesbevollniächtiglen werden
am 10. d. M. beginnen, um über die vom Reichstage beantrag⸗
sen Verfassungsänderungen Beschluß zu fassen. Der Zusammen⸗
tritt des preußischen Landiages soll bald nach Osiern er⸗
folgen.

Berlin, 9. April. Die, Vossische Zeitung sagt: „Für ei—

nen neuen Kriegsfall würde die Ausrüstung der Armee unverän⸗
dert wie im vorjährigen Feldzuge eintreten. Die norddeutsche Ar⸗
mee ist durchgängig mit Zündnadelgewehren bewaffnet und ebenso
die neu errichtetet sächsischen Truppen. Die Befestigungen der
eieler Bucht, so wie die von Alsen und dem Sundewitt sollen
iu diesem Frühjahr bedeutend erweitert und rasch zu provisorischem
Abschluß gebracht werden ·“··
— Wien, 4. April. Der „Koln. Ztg.“ schreibt man von hier:
Obgleich einige Blätter die Allianz mit Preußen empfehlen, so ist
in der Wirklichkeit an eine solche preußisch⸗ osterreichische Allianz
bis jetzt nicht zu denken. Alle solche Gerüchte werden amtlich de
mentirt, und man wird in Berlin wohl thun, nicht auf Oester⸗
reichs Großmuth zu rechnen, sondern sich darauf gefaͤßt zu machen,
daß die österreichieche Regierung Preußens nächste Verlegenheit in
der rücksichtslosesten Weise ausbeuten wird. Zur Kriegserklärung
ist Oesterreich jeden Augenblick, so lange der Artikel Vades Pra⸗
ger Friedens in schwerlich zu entschuldigender Weise unausgeführt
bleibt, vollkommen berechtigt.

Wien, 8. April. Der franzöfische Botschafter ist heute nach
Paris abgereist; dessen Zurückkunft wird nächste Woche erwartet.
— Der osterreichische Kronprinz ist an dem jetzt allgemein herr⸗
schenden Kätarrh erkrankt, dessen Heilung einen langsamen Ver—⸗
lauf nimmt.

Franukreich.

Paris, 8. April. In der heutigen Sitzung des gesetzgeben⸗
den Körpers erklärte der Minister des Auswärtigen, Hr. v. Mou⸗
ttier in Betreff der luremburgischen Frage: Franreich hat diese
Frage nicht ploöͤtzlich hervorgerufen. Die unentschiedene Position
Limburgs und Luxemburgs führte Vorbesprechungen zwischen Hol⸗
and und Frankreich herbei. Auf eine Anfrage des holländischen
Fabinets berief sich das preußische Cabinet auf die Verträge von
1839. Frankreich mache die Erwerbung von Luremburgs von
)rei Bedingungen abhängig: von der Einwilligung des Königs
»on Holland, von der lohalen Prüfung der Interessen der Groß⸗
nächte und vom Ausspruch des Volkswillens vermittelst des all⸗
gemeinen Stimmrechts. Dann 'ist Frankreich geneigt, mit den
anderen Mächten die Vertragsbestimmungen von 1839 zu prüfen.
Es ist dabei von versoöͤhnlichen Gefinnungen geleitet. Wir glan—
den fest, fügle der Minister bei, daß der europüische Friede nicht
gestört werden wird.“

Paris, 8. April. Der Kaiser, wiederholt man, arbeitet an
ꝛinem Manifeste an das Volk. Gestern hatte er längere Confe⸗
enzen mit dem Kriegs- und dem Marineminister. Die Waffen⸗
zabriken haben dringende Aufforderungen erhaulen, ihre Arbeiten
zu beschleunigen und der mit der Anfertigung von Chassepot⸗ Ge⸗
vehren beauftragten Privatindustrie versprach man Prämien, wenn
ie vor dem bedungenen Termine liefere.

Paris, 8. April. Die wichtigste Nachricht ist heute, daß
der König von Preußen seine Hierherkunft für den Sommer bes
timmt zugesagt hat. Man schöpft daraus die feste Hoffnung,
daß für dieses Jahr an keinen Krieg zu denken sei. Koͤnig Wů—
helm wird in den Tuilerieen absteigen. Der König der Belgier wird

bekanntlich schon⸗ in einigen Tagen hler erwarienz Uebrigens ist
die Kaiserin jetzt won unwohlz 3. J
Paris, 10. Aprik Rach der „France“ gibt ce keine Con⸗
erenz wegen. Luxemburg. Fraukreich wird mit den Mächten di—
eci unterhandeln Die Pariser Stuͤdenten sandten einẽ friedliche
Adresse an die deutschen Studenten. —
NMusiland.

Petersburg, 7. April. Das St. Petersb. Journ. sagt:
Den überstürzten Urtheilen der inländischen Journale bezüglich des
derkaufs des russischen Amerika gegenüber' könne es nur sagen,
»aß eine beiderseits vortheilhafte und die erworbenen Rechte ach⸗
ende Transaction wahrscheinlich sei. Es würde sich⸗ darum hane
»eln die ostsibirischen Häfen zu begünstigen, die Colonicen zuhe—
»en und den beiderseitigen handelspolitischen Interessen im Stillen
Ocean vollkommene Genugthuung zu gewühren.

. Amerika.
NeweYork, 6..April. Die theilweise Niederlage der—
von Eseobedo commandirten Lieberalen wird bestätigt. Miramon
st in ihrer Verfolguug begriffen. — Kaiser Marx ist nach Mexico
urückgekehrt. *
Die Festung Luxemburg.
Abgesehen von der nalionalen und politischen Seite der Lu—
cemburger Frage fällt letztere bekanntlich nanentlich wegen ihrer
nilitärischen Bedeutung ins Gewicht. Es Nist daher von Juͤte—
esse, das Object dieser Streitfrage in seiner militärischen Wich—
igkeit kennen zu lernen. 4
Die „N. Allg. Ztg.“ widmet diesem Gegenstand einen län⸗
jeren Artikel (ohne Zweisel aus der Feder eines militärischen Fach—
nanns) den wir in nachstehender Form reproduciren
Die Festung Luxemburg liegt auf dem linken Ufer der Mo—
el, etwa drei Meilen von diesem Flusse, an der Alzette, einem
leinen Nebenflusse der Sauer, welche in die Mosel faälli. Das
zielfach gewundene, felsige Alzette-Thal ist von steilen Thalwän—
den eingefaßt, welche eine absolute Höhe von 800 Fuß erreichen
und meist senkrecht mauerförmig zur Thalsohl e abstürzen. Die
Festung liegt auf den, dieses malerisch schöne Felsenthal umgeben⸗
den Hoͤhen, theils auf den nackten Fels gebaut, theils in denfel⸗
hen hineingearbeitet, welche Eigenthümlichteit dem Platze den Bei⸗
namen „zweites Gibraltar“ eingetragen hat. Die Befestigungs⸗
verke, welche einen Umfang von nahezu einer Meile umfassen,
erfallen in zwei Haupttheile. Die sog. Oberstadt auf dem lin⸗
en Ufer der Alzette, jst auf drei Seiten durch die senkrechten
Thalwände des Flusses, welchet einen weilen Bogen beschreibt,
eschützt; nur die vierte Seite gestattet auf der Hoͤhe des Fels
hlateaus eine (wenn auch schwierige) Annäherung, ist aber durch
einen dreifachen Gürtel von Befestigungen und detachirten Forts
zeschützt. Sie ist Krone und Centrum der ganzen Festung; eine
rigentliche Citadelle besitzt sie nicht. Den Rebentheil bilden die
Höhen auf dem rechten Älzette-Ufer, mit zahlreichen Befestigungs⸗
werken couronnirt, jedoch von geringerer Stärke, da die eigent⸗
liche Angriffs-Front auf dem linken Ufer liegt, Front gegen Nor⸗
den. Belagerungsarbeiten auszuführen ist schwierig, da der nackte
Fels fast überall zu Tage tritt. Die Festung ist eine wahre
Musterkarte fortificatorischer Anlagen. Nahezu 'alle Befestigungs⸗
Manieren von der Form des römischen Castells bis zu den Vau—
an'schen Mustern und neupreußischen Forts sind hier vertreten,
Alle Nationen von Bedeutung in Mittekeuropa, bis zu den Rö—
nern hinouf, welchen die Festung ihre Entstehung verdanki, haben
uremburg besessen. Der Platz hat wechselnd spanische, französis
he, österreichische, wiederum fraͤnzöfische, und endlich preußische
Zesatzung in seinen Mauern gefehen, ein Beweis, welche Bedeu—
ung derselbe stets behauptet hat. Luxemburg ist zu wiederholten
Malen angegriffen und belagert, einmal (durch Vauban) erobert.
m Jahre 1814 überrumpelt worden. Seit dem Wiener Frieden
»eutsche Bundesfestung mit preußischer Besatzung, ist es mit einem
ostenaufwande: von mehreren Millionen in einen Waffenplatz
ersten Rauges umgewandelt worden. Ein verschanztes Lager, wie
Mainz, Coblenz, Köln, besitzt die Festung nicht, ist jchoch mit
penig Aufwand an Zeit und Geld im Kriegsfalle“ herzuftellen
Der Werth des Platzes ist zunächst ein negativer zu neunen, näm—
ich dad irch, daß er sich nicht in den Häuden der Franzosen be⸗
indet. Bei einem Kriege mit Frankreich werden die deutschen
Armeen voraussichtlich auf zwei Hauptkriegstheatern zu operiten
jaben: Elsaß-Lothringen und Belgien-Niederthein, getrennt durch
die Mittelgebirgslandschaften zwischen Mosel und Maas. Für den
Fall der Offensive über Mittel⸗ und Oberrhein gegen Westen
päre zunächst die wichtige Operationslinie Mainz-aijerslantern
Netz, welche im weiteren Verlauf zum Mornethal führs, in Betracht zu
jehrn. Diese Linie durchschneidet das Netz der zahlreichen ostfran⸗
ischen Festungen, deren bedeutendste hier die Moselfestung Metz

—
        <pb n="169" />
        st Waffenplaßze xrfteu Ranges jedoch von geringerer Bedeutung,

denn Luxemburg (nur 7 Meilen entfernt) in preußischen Händen

ft und ihn im Schach hält. Der Besitzer Luxemburgs ist Herr

des unteren Saarthales, welches nur durch den schwachen Platz

Zaarlouis gesperrt wird';“ das Saarthal durchschneidet aber ge—

radezu senkrecht die ewahnie Operativnslime einer vom mittleren

Rhein gegen die Champagne. vördringenden Armee. Eine franzö⸗

ische Festung Lurxemburg ist, in Verbindung mit Mezz, deßhalb

zurchaus befähigt, die Verbindungslinie der ketzteren ernstlich zu

ompromittiren, und zwingt diese, sich durch Abgabe starker Blo⸗

adecords erheblich: zu Jchmichen. Luxemburg preußisch: bedeutet

ilso Sicherung, fran vüsch? Bedrohang unserer Verbindungslinien

der rechten Flanke.“ Aehnlich,“weungleich in beschränkterem

Maße wird fich der Einfluß einer in französischen Händen befind⸗

chen Festang Luxemburg füe die linke Flanke einer vom Nieder⸗

rhein durch Belgien vorbrechenden deutschen Armee geltend machen.

Finen⸗ ganz besonderen Werth erhält die Festung aber durch vier

Bahnlienten, deren Knotenpunkt Luxemburg ist, ein Umstand, der

—A Eisenbahnen für

die demigen Kriegtuprtua wohl zu heachten bleibt. Diese Bahn⸗

inten sind: 1) die Linie Nauch-Metz-Luremburg, 2) die Linie
Luremburg⸗Namur⸗Brüssel, 3) Luxemburg-Spaa⸗Lüttich, N Mainz⸗
Zaarbrücken⸗Saarlonis⸗ Trier⸗ Luremburg. Die beiden erstgenann⸗

en Linien, welche in Lurxemburg ihren Anschluß finden, laufen

zarallel den französischen Gränzen, berühren mehrere feste Plätze
ind stehen mit dem Centralpunkt Paris, so wie dem Süden und

Norden ves Lundes in mehrfacher direkter Verbindung. Der stra—

egische Aufmarsch der französischen Streitkräfte wird durch diesen
inzigen, den Gränzen parallelen Schienenweg sehr begünstigt,

eine beliebige Verschiebung derselben vonm Süden nach Norden
ind umgekehrt sehr erleichtert. Die Linie Luxemburg-Lüttich läuft
Jarallel der preußischen Gränze auf lurembürgisch-belgischem Ge⸗—
niete, sie verbindet Mosels uud. Maasthal auf dem kürzesten Wege
ind schueidet die Lienie Köln-Lüttich-Brüssel bei Verviers. Luxem—
zurg ist der Knotenpunkt der drei genannten Linien, welchen man

zom frauzösischen Standpunkte aus betrachet, einen sehr erheblichen
»efensiven und offensiven Werth beimeshsen muß. Viertens mündet
sdier die wichtige, das Rhein-Nahe- Saar-Moselthal verbindende
Zahnstrecke, welche, imr Anschluße an die Lienie Luxemburg⸗Namur⸗
—

einzige Verbindung des belgischen und lothringischen Kriegsthea⸗
rers mittelst des. Schienenweges abgibt. Ohne den Besitz von
zuxemburg ist die Verbindung beider sehr in Frage gestellt, ja
ernstlich bedroht. ——— Händen, in Ver—
zindung mit Metz und den nur bis 4 Meilen entfernten Plä⸗—
zen Vongwy und. Thionville, vermag die Operationen jeder den
Mittele und Niederrhein überschreitenden Armee empfindlich lahm
u legen, ist eine nicht zu verachtende Basis für die französische
Offensive gegen die' Rhelnlinie, schließlich eine unausgesetzte bedenk⸗
iche Bedrohung der gesammten preußische Besitzungen auf dem
linken Rheinufer.ni Die erhebliche Bedeutung dieses Waffenplatzes
für preußische Zwecke hingegen würde sich noch bedeutend steigern
aach Vollendung der projectirten Bahnstrecken Trier⸗Köln und

Trier⸗Coblenz, durch die Luxemburg mit den starken Rhein—
estungen“ in direkte Verbindung gebracht würde, gewissermaßen
als deren vorgeschobenen Posten in gleichem Maße für offensive
vie defeusiven JIweche gut geeignet.. Dies ist Grund genug, die
Frage über den Besitz des Platzes der reiflichsten Erwägung zu

anterziehen.
BVBermischtrere

24 Aus Zweibrüde'n, 6. April bringt der „N. A.“ fol⸗
gendeFrages an den Hru.: Ministet v. Bomhard. Wie kommt
3 wohl, daß der Sothn Euerer Excellenz fast unmittelbar nach
Beendigung der praktischen Concurt prüfung in das Justizministe⸗
rium als Äccessist einberufen wurde, da doch an älteren und viel—
eicht befähigteren Kandidaten kein Mangel war? Nachdem sich
cSuete Excellenz, wie Stie versichern, die Handhabung der Gerech—
igkeit und die vorzugsweise Berücksichtigung wirklicher Talente
ind hervorragender Leistungen zur Lebensaufgabe gemacht haben,
verden Sie nur durch Gruͤnde ganz besonderer Art zu diesem
auffälligen Schritte veranlaßt worden sein ?“

FWuͤtzburg, 5. Aptil. Gestern erhielt ich den ersten Theil
nes Manuscripts zur Einsicht, welches demnächst im Druck er—
cheinen und das Leben und Wirken des Hrn. Justizministers v.
Bomhard beleuchteit soll.“ Nach einem knrzen Vorwort behandelt
zet ersie Abschnitt dien Thätigkeit Bomhard's vor seiner Ernen⸗
zuug zum Minister,, undgibt besonders techt hübsche Episoden
aus der⸗ Zeit von 1848, n welcher Hr. v. Bomhard in plötzlich
erwachtem Freiheitsdrang die Rolle des Libtralen spielt, die deut—
chen Grumdrechte nuter Ihönen goldenen Rahmen in seiner Woh⸗
rung aufhängt, sie dann aber plötzlich, als die Luft anders ging,

zleich dem Bilde von Säis verschleierte und für immer verschwin⸗
jen ließ. “»Der zweite Abschnitt enthält pikante Enthüllungen über
die Machinationen, welche angewendet wurden, um den Minister
d. Mulzer zu stürzen und Hrn. v. Bomhard in das Ministerium
u bringen, während in der letzten Abtheilung die ministerielle
Thätigkeit dieses Staatsmanns besprochen und ganz besonders sei⸗
ner Leistungen auf dem Gebiete der Personalfragen unter Beifü⸗—
zung urkundlicher Belege gedacht iß. (N. A.)
7 Nürnberg, 5. April. Der „Fr. K.“ schreibt: Die
oegen des bekannten Excesses (in Nr. 37 unseres Blattes) in der
siesfigen Bahnhofrestauration angeklagten Offiziere Hauptmann
Feuerlein, Oberlieutenant v. Pechmann und Lieutenant Vrandl
efinden sich noch in Untersuchungshaft Kasernarrest). Von einer
zereits ergangenen Urtheilssprechung kann um so weniger die Rede
ein, als noch nicht einmal die Voruntersuchung geschlossen ist.
7 Augsburg, 6. April. Gestern starb hier Graf Ray—
nund Fugger v. Kirchberg uno Weißenhorn, Standesherr und
erblicher Reichsrath der Krone Bayern, Senior des fürstlich und
zräflich Fugger'schen Gesammthauses.
7 In München ist ein Herr in Folge heftigen Nießens
auf eine genommene Tabaksprise von einer Gehirnaffection befal—
len worden und einige Tage darnach gestorben. 7

Leipzig, 8. April. In vergangener Nacht verschied nach
ängeren Leiden Professor E. A. Roßmäßler, der bekannte natur⸗
wissenschaftliche Schriftsteller im Jahre 1848 Abgeordneter zum
deutschen Parlament.

(Eine furchtbare Erfindung). Ein Wiener Chemibker,
derr Leinelbroeck, foll ein Mittel erfunden haben, in kleinen Glas⸗
apseln elektrische Funken anzuhäufen, welche stark genug sind,
einen Menschen zu tödten. Dieses neue JZerstörungsmittel erplo—
dirt bei dem leisesten Druck und ist mit einer konischen Stahl—
hülle umgeben, um in das Fleisch eindringen zu können. Versuche,
velche man damit an Ochsen und Pferden anstellte, sollen voll⸗
tändig gelungen sein; die Thiere fielen todt um, wie vom Blitze
rschlagen, und von allen, welche, wenn auch nur leicht, getroffen
vorden waren, soll keines am Leben geblieben sein. Die Kap—
eln sollen nicht größer als Bleischrot Nr. 4 sein, von dem auf
eine Flintenladung 6 Stück gehen, so daß also mit einem Hinterla⸗
zungsgewehr in der Minute 75 Stück tödlicher Geschosse entsen⸗
det werden könnten. Bei einer solchen Vervollkommnung des
driegsmaterials könnte der Krieg allerdings bald ganz unmöalich
gemacht werden.
7 Am I18. v. Mis. starb in Wien der Privatier Adolph
ẽckhardt, der im Jahre 1801 aus Erfurt als Laufbursche in ge⸗
nannte Stadt gekommen, zum Commis und Handlungschef avan⸗
irt war, sich seit 52 Jahren vom Geschäfte zurückgezogen hatte,
wei Zimmerchen auf der Wieden bewohnte (die er seit 11 Jah⸗
en mit keinem Schritte mehr verließ), fürseine Bedürfnisse täglich kaum
38 kr. ausgab, und bei seinem kinderlosen Tode — nach Wiener
Zlättern — die Kleinigkeit von 5 Millionen Gulden hinterließ.

F ODie Schlüssel von Luxremburg). Kürzlich er—⸗
jielt der französische Staatsminister einen d— des Baron Vast⸗
himeuz. „Ich komme, Ihnen etwas sehr kostbares zu zeigen,“
agte dieser, auf seine Tasche klopfend. — „Und das wäre? —
„Die Schlüssel von Luxemburg.“ — Erstaunt, ungläubig, sah
Mr. Rouher den Baron an. „Kein Scherz,“ sagte dieser, „son⸗
dern die leibhaftigen Schlüssel.“ Und dabei zog er zwei Riesen*
chlüssel aus der Tasche. „Sehen Sie,“ fügte er erklärend hinzu,
„die Sache ist sehr einfach. Ein Großoheim von mir war einst
Bouverneur von Luxemburg und hatte die Schlüssel der Stadt
bei sich behalten. Diese haben sich seither in unserer Familie
als ein Andenken, als eine Art Monument vererbt. So bin denn
ich jetzt im Besitze der Schlüssel. Es fragt fich blos, ob das Schloß
roch dasselbe wie damals ist.“

* Ein franzoͤsisches Blatt schätzt die Menge der Waffen,
velche gegenwärtig in Europa neu angefertigt oder umgearbeitet
verden, auf 11,000 Kanonen und 3,200.000 Flinten.

Die aus Nordamerika herüberkommenden Schiffe erzählen
'ast alle von ungeheuren Eisbergen, welche ganz Aungewöhnlich
veit nach Süden hinabgetrieben sind; unter 440 nöͤrdlicher Breite
ind 330 westlicher Länge (treenw.) fand sich ein förmlicher Com
inent von Eis. Man bringt mit dieser Erscheinung und den mit
hr zusammenhangenden atmosphärischen Störungen die stürmische
ind regnerische Witterung der letzten Monate in Verbindung.

F Der Washingtoner Correspondent der „Times“ stellt eine
eberraschung in Aussicht, welche den Vorkämpfern für die Gleich⸗
zerechtigung der Frauen große Freude machen wird. Frau Frances
L. Blond aus New⸗-York hat sich um ein Consulat in England
zeworben und der Prasident soll schon versprochen haben, sie als
zie Vertreterin der Vereiuigten Staaten an einem britischen Ha⸗
nplake zu ernennen.
        <pb n="170" />
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Taunen-Bauhölzer.
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—Lg

* —F
e D ie ” I —8 a
(
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4 I VOn a — .
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J ditto grün Pꝛ. 3ß fr.. 6
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Weiß P516 fr. per Ppnfd. D
ditto Pa 20 kr. per Pfdd. —36*
Frün hell und dunkel 16 und 18 kr. per Prd. 3,.
Roth 4 18 ir. per pfffß.
Goldgelb 12— 16 ir. per Pfd.
ferner bestens umnd billigst: u82 te r
Berlinerblau,! Bleiweiß Pꝛru. Uꝛ, Bolus, Bronce, „Caput
Mortum- Cassler Erde, Chromgelb, orange, grün und roth, englisch
Roth, Erde grüne, Flugsandel, Kienruß, Kreide: champ. geschlemmte
und geschnittene, Mennig, Neuwiedergrün, Nürnbergerroth, Ocer,
zelb und roth, Rebschwarz, Schüttgelb, Steingrau, Schweinfurter⸗
grün, Umbraun, Wasserblei, Zinkweiß, Zinnoberroth, Wein—
geist und Politur. *.
Farbhoͤlzer roth, gelb und blau.
Allaun,, Apfelkraut, Blaukugel, Chocolade, Corian der, Co—
rinthen, Curcuma, Dinte, Eisenvitriol, Feigen, Gallus, Ge—
würze: Ingwer, Nelken, Pimment, Pfeffer schwarz u. weiß, Fimmt,
Glaspapier, Glaubersalz, Gummi-Arabic, Elimi und Sandarac,
Honig, Haaröl, Johannisbrod, Korkstopfen, Krapp: holl. u. Mull,
Kimmel, Lacritz, Anis in Tabletten und Stangen, Leim 12 Colner,
Lorbeerblätter, Mandeln mit u. ohne Schalen, Muskatnüsse, Nudeln,
Dlivensl, Pech, Petroleum, Pomade. Pottasche, Punjschesfenze,
Putzkalk, Rosinen, Saffran, Salmiack, Salpeter, Schwämme,
Schwefel, feine Seife, Senf, Siegellack, Silbersand, Soda,
Stärke, Stearinkerzen, Stern-Anis, Thee Thran, Vogelsfutter,
Wachs, Wagenfett, Weinstein, Wichse, Zinnsalz, Zunder, ⁊xc. ꝛc.
Leinöl, echt holl: roh und gekocht. Lacke, Copal-Möbel, hell, mittel und
dunkelbhraun, Damarlack, Leinölfirniß, Sicative und Eisenlack.
Pinsel, Dachsvertreiber, Schläger, gew. Vertreiber, Zacken-,
Strich⸗⸗ Haar-, Weiß- u. Anstreichpinsel.
. pe ES.!t. Ingbert im April 1863.

— G G ˖möß—
— —
—

— —

Wohnungss Veränderung.
Ich zeige hiermis zueinen geehrten Kun.
den an, daß ich nicht mehr bei Herru
Schreiner J. Wack, sondern bei Herrn
drauz Ganster auf dem großen Flur
vohnee.. 4
nne Aidolph Ehl, Tincher,
I12 Rlafter Mauersteine sind zu
haben bei·8 —V
unnt Ferd Oberhauser.
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ι ιν nJaksb Marx,
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riren und Bügeln- ebenso im, Weißzeug⸗
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mit Glanzled. bes. 336
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i mit Glanzled. bes. 2 386
J——— Earl Steinfeld.
Bei dem Unterzeichneten können ?
dis 3 tüchtige Steinbrecher zur
Ausbeutung eines Sandsteinbruches in
hiesiger Gemaxkung gegen guten Lohn
dauerde Beschäftigung erhalten.“
Rohrbach beĩ St. Ingbert im
April 18677 J
— Peter Bender.
Frucht⸗Brode, Fleisch⸗ etc. Preife der
Stadt Zweibrücken vom 11. April
Weizen 7 fl. 283 kr, Korn 5 fl. 209 kr.,
Berste 2reihige, 8 fl⸗ 12 tr., Gerste 4.
reihige, 4¶ fl. 35 kr., Spelz 8'fl. — kr.⸗
Spelztern — fl. — AIr., Dinkel 83 i.
530 kr., Mischfrucht8 si. Idekr., Hafer
bfl. 17 kr., Erbsen 5. l. — tr., Wicken
2 fl. 57 Ir., Kartoffeln Ifl. 30 kr. Heu
ifl. 45 kr., Stroh 1. flo 12 tri, pet
Zentner. Weisbrod Ihe Kilogr, I0 ir.,
dornbrod 3 Kgr., 36 kr., ditto 2 Kgr.,
18 kr., ditto 1 Kgr. 9 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 32 kr., J Paar Wech,7 Loth,
2kr., Rindfleisch, J. Qual. 16 ir., 2.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
leisch 14 kr., Schweine fleisch 18 kr., per
zfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.
Butter 28 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
saiserslautern vomL. April.
Weizen J fl. 59 kr., Korn 5 fl. 50 kr.

Spelzlern 7. il. 8383 kr. Spelz 53fl.
24 Ir., Gerste 5 fl. 46 kr., Hafer 4 fi.
49 kr., Erbsen 4 fl. 56 tr., Wicken 3fl.
15 kr., Linsen 55fl. 11 kr. per Zentner.
Brodpreise 6Pfd. Kornbrod 26 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2 Pid.
Meiihbrod 16 kpp.
Redaltion, Druck und Vetlag von g. xX. Demeßz in St. JIugbert. —
        <pb n="171" />
        HSl. Ingberler Anzeiger.

der „St. Ingberter Anz eig e r⸗ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donners stag,
and Samstag Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Rro. ——AIsII 8* Samstag, den 13. April *

1867.
Deutschland.

München, O. April. In militärischen Kreisen erwartet
man für die nächsten Tage die Bestimmungen des Kriegsministe⸗
ums in Betreff der diesjährigen Herbsterercitien. Es soll beab⸗
sichtigt sein, die Truppen in Divisionen zusammenzuziehen und
deshaͤlb'in verschiedenen Landestheilen Lager aufzuschlagen. Es
osl überhaupt beabsichtigt sein, von nun an alljährlich größere
Truppenübungen stattfinden zu lassen; daß dies in der That auch
nothwendig erscheint, davon dürfte man sich, wenn nicht schon frü—
her. jedenfalls im verflossenen Jahre genügend aed haben.

A. A.)

München, 9. April. In der heutigen Sitzung des Gesetz⸗
gebungsausschusses war Herr v. Vomhard anwesend. ohne sich je—
doch an der Debatte zu betheiligen. — Nach der Allg. Ztg. weilt
seit einigen Tagen Hr. Richard Wagner wieder hier.

Sspeyer. Die gewoͤhnliche Nachconscription findet dieses
Jahr am 22. Mai nächsthin statt.“ Da bei der letzten Aushebung
schon sämmtliche Conscribirte körperlich untersucht worden sind, sv
wird sogleich mit der Aushebung degonnen werden. Die einzel⸗
nen Bejirke kommen in der Reihenfolge zum Aufrufe, in welcher
die Aushebung statthatte, so daß also mit Kirchheim begonnen
und mit Frankenthal geschlossen werden wird.

Vom Rhein, V. April. Wenn auch in den deutschen
Waffenblätzen der Rheinfronte nicht mehr geschieht als in den
französischen Festungen, so verdient doch die Art wie die franzosi⸗
sche Presse einige Maßregeln darunter namentlich die Ueberführung
der bedeutenden Rastalter Vorräthe in die mit großartigen bom⸗
bensicheren Lagerräumen und Magazinen ausgestattete Festung
benutzt, die ernsteste Aufmerksamkeit. Das preußische Cabinet hat
in Würdigung der Lage der Dinge und in Consequenz der Prin⸗
cipien der Kriegsverfassung Preußens geeignete Maßregeln längst
angeordnet. Schon seit längerer Zeit scheint man sich in Berlin
so wenig“ wie anderwärts dem Gedanken zu verschließen,
daß an das Gesammte Deutschland in jeder Stunde die Aufgabe
herantreten könnte, jenen immer wieder aufgestachelten Gelüsten
welche seit 1815 die Ruhe Europas bedrohen und, gepaart mit
gewissenloser Leichtfertigkeit, das allgemeine Vertrauen erschüttern,
Ind namentlich am Rhein seit fast einem halben Jahrhundert die
Wohlfahrt der Bevölkerung und Handel und Industrie fieberhaf⸗
ten Schwankungen aussetzen, gründlich zu begegnen. Es ist schon
vor einiger Zeit die Vervollständignng der todten Vorräthe in
den rheinischen Festungen, namentlich für Mainz angeordnet wor⸗
den. Der artilleristische Vertheidigungsapparat in dieser Festung
wird stetig vermehrt oder vielmehr werden die alten durch Ge—
schütze neuer Construction ersetzt. Die Anfertigung von Munition
pird regelmäßig betrieben, so daß die Widersiandsfähigkeit dieser
Festung, soweit diese von dem Mõterial abhängt, bedeutend größer
wie ehedem geworden ist. Die Armirung im engern Sinne, näm⸗
lich die Besezung der Innen und Außenwerke mit Geschützen, wie
überhaupt die vollständige Widerstandsfähigkeit kann nach den ge—
troffenen Maßregeln in höchstt kurzer Zeit hergestellt sein. Zur
Wiederbesetzung von Rastatt durch preußische Truppen sind die
EFinleitungen bereits getroffen. Es ist gewiß, was die
nachste Zeit auch bringen möge, daß eine eroberungssüchtige In⸗
dasion den Gürtel der rheinischen Festungen in einer ganz ande—
ren Verfassung als die Ereignisse des vergangenen Jahres finden
wird. Bessere Schutzwehren aber noch als diese Tod und Ver—
derben bergenden Erd⸗ und Steinkolosse werden sich wie eine un—
jerreißbare Kette in dem deutschen Volke in der Liebe zu m Vater—
lande, dem Muth und der Kraft zur Vertheidigung des heimischen
Herdes und der nationalen Ehre finden. (Pf. Kr.)

Mannheim, 1I. April. Hier liegt eine von Herrn Staats⸗
rath Lamey verfaßte patriotische Erkläruug in Betreff der luxem
burgischen Angelegenheit zur Unterzeichnung auf, welche dem groß
herzoglichen Staalsministerium übergeben werden soll.

Frankfurt, 8. April. Der Lärm über den Verfall Frank⸗
zurts legt sich. Selbst unsere vreußenfeindlichen Blätter gestehen

Weein, daß vornehme Fremden in letzter Zeit hier ihren Wohnsitz
zenommen, und daß bereits Industrielle aus den Rheinlanden die
jünstige Lage der Stadt benützen, um Geschäfte zu begründen,
die massenhaft angedrohte Auswanderung beschränkt sich auf we—
nige Fälle und hat in dem Zuzug neuer Geschäftsleute mehr als Er⸗
aß gefunden. Wir find fest uͤberzeugt, daß die Stadt unter preu⸗
zischer Herrschaft einer Blüthe in Handel und Gewerbe entgegen—
gehi, welche sie unter dem alten Regiment nie erlangt hätte.

Dacmstadt, 11. April. In der „Frankf. Ztg.“ g wird
ausgerechnet, daß durch den Eintritt des ganzen Großherzogthums
in den Norddeutschen Bund der Militäraufwand um nicht weni⸗
ger als 1,325,000 fl. gegen früher steigen würde. Große Kosten
dunten aber auf keinen Fall abhalten, die Wiedervereinigung aller
»eutschen Einzelstaaten zu verwirklichen, abgesehen davon, daß ja
eine künftige Minderung der Mililärlast nicht zu den unmöglichen,
ja nicht zu den unwahrscheinlichsten Dingen gehört.

Berlin, 9. April. Die wiederholt angekundigte Errichtung
ines 13. nun nicht mehr norddeutschen, sondern bereits deutschen
Armeecorps aus den darmstädtischen und badischen Truppen wird
abereinstimmend sowohl aus Darmstadt wie Karlsruhe gemeldet.
Dem norddeutschen Heere werden dadurch nach den Einzelangaben
der betreffenden Regierungsorgane 28 Vataillone, davon 1 Jäger⸗
dataillon, 20 Escadrons, 15 Batterien, 1 Pioniere und 1 Train⸗
hataillon zuwachsen, und die Bedingungen, unter welchen der Zu⸗
rritt dieser Contingente erfolgt, werden genau als die dem 12.
rächsischen Cotps bewilligten bezeichnet. Wie das sächsische Armees
orps würden übrigens guch die beiden fortan im 13. Corps ver⸗
inigten deutschen Contingente gegen ihren bisherigen Bestand
ine bedentende Erhöhung erfahren. Der „Br. Ztg. zufolge ist
heneral Göben zum commandirenden General dieses 13. Armee⸗
orps bestimmt. Dagegen schreibt heute die „B.⸗— u. H.«Zig.“:
Miltheilungen von glaubwürdiger Seite, zufolge ist der General⸗
entenant v Göben, Commandeur der 13. Division, allerdings
nicht, wie früher gemeldet, zum Commandanten von Luxemburg,
vieimehr zum Gouverneur dieser Festung ernannt.“

Berlhin, 10. April. Die Vorberathung über den Verfas—
sungsentwurf ist heute beendigt worden, nicht ohne einigen sächsi—
schen Abgeordneten Anlaß gegeben zu haben, ihren Gefühlen ge⸗
gen Preußen Luft zu machen. Ich will glauben, daß die Worte
des Hrn. Bevel nicht die allgemein herrschende Ansicht in Sachsen
ind, und will auch kein allzugroßes Gewicht auf Nachrichten aus
Sachsen legen, welche von einer preußenfeindlichen Stimmung vie⸗
les zu erzählen wissen. Auffallend bleibt nur, daß keiner der 20
sächsischen Abgeordneten es für nothwendig erachtet hat, ihr Ab⸗
weichen von den Bevel'schen Aeußerungen zu documentiren. Da⸗
mit wird nur das erreicht, daß der Graf Bismarck der öffentli—
lichen Meinung in Preußen, in Sachsen vorsichtig zu Werke zu
gehen, sein Ohr nicht ganz verschließen wird. — Heute findet die
erste Conferenz der Regierungsbevollmächtigten des Norddeutschen
Bundes zur Berathung über die Beschlüsse des Reichstags statt,
und am Montag wird das Resultat der Berathungen dem Reichs⸗
tage vorgelegt werden. Die „Prov.-GCorr.“ bestätigt nunmehr auch
daß die Regierung in den Diäten und in Betreff der Forckenbech'
schen Amendements nicht nachgeben wird. Gehe ich nunmehr
zuf die luxemburgische Frage über, so habe ich Neues nicht mit⸗
zutheilen. Nur das glaube ich aus maucherlei Andeutungen schließen
zu dürfen, daß die europüische Conferenz wegen dieser Frage nicht
jusammentreten wird, wofern anders Naͤpoleon nicht von vornher⸗
ein erklärt, daß er sich dem Ausspruche Europas unterwirft. Preu⸗
zen ist jetzt an die öffentliche Meinung gebunden, wird aber jede
Gelegenheit ergreifen, auf Ausgleichungsvorschläge zur Erwägung
einzugehen. Die Hoffnung auf Erhoͤltung des Friedens dars
nicht aufgegeben werden, aber die Eutscheid ung liegt leider nicht
in Berlin, sondern in Paris, und nicht in den Tuilerieen, son⸗
dern auf den Straßen der Wellstadt )

8'errin11. April. Privatte legramme der „Vörsenhalle“
besagen: Der König derx Niederlande habe zu Gunsten des Prinzen
        <pb n="172" />
        Heinrich als Großherjog von Luremburg abgedankt. Undedes Landes oder der Gloire geopfert worden? Werden die Stimm—
veiter: Vor vierzehn Tagen habe Frankreich Oesterreich ein Offen⸗ berechtigten in Frankreich nie denken lernen? Auf letztere Frage
ivbündniß gegen Preußen angeboten; das Wiener Cabinet sei antworien wir; Nein, so lange ihnen der preußische (oder, was
ichwankend, Herr v. Beust dagegen, die Mil itärpartei dafür ge- dasselbe ist, der deutsche) Schulmeister fehlt! Dann wird in Pa—
wesen, deshalb habe Frankreich sich zurückgezogen und sei seitdem ris auch keine Flugschrift mehr erscheinen können, welche den Ti⸗
Preußen näher getreten. el führt: „Wehe den Barbaren“, und damit die — Deut—
Luxemburg, 9. April. Daß die Luremburger nicht gern schen meint.
in den Norddeutschen Bund treten würden, ist ganz richtig, denn Paris, 10. April. Im gesetzgebenden Körper ist die bon
die Luxemburger sind wo möglich noch stärkere Particulariften als der Majorität gestellte Interpellalion über Luremburg zurückgezo⸗
die Schwaben. Daß sie aber französisch werden wollten, ist noch jen worden, waͤhrend die Interpellationen der Opposition und der
weniger wahr. Die „Köln. Ztg.“ erzählt eine bezeichnende Anek- Mittel partei von allen Buͤreauis verworfen worden sind. — Fast
dote von der Sauer: „In einem der Grenzorte, die mit Trier ille heutigen Abendplätter sprechen sich für die Neutralerklärung
n regem Verkehr leben, kam der Lehrer der Gemeinde ins Schul- duremburgs aus. — Herzog van Gramont, unser Gesandier in
zimmer mit den Worten: „Nun. Kinder, wißt ihr auch schon, Wien, ist heute hier eingetroffen. UV
daß wir französisch werden?“ Darob brachen die kleinen luxem— Paris, 10. April. Man liest im „Elendard“; Der Kaiser
durger Patrioten sofort in Weinen und Wehklagen aus, und als vird morgen Nachmittag 2 Uhr im Bois de Boulogne eine Re⸗
sie nach Hause kamen, hatten sie nichts Eiligeres zu thun, als püe über die Truppen abhalien. Se. Majestät wird perjsoͤnlich
die Unglücksbotschaft ihren Eltern mitzutheilen, worauf diefe in die den Offizieren, Unterofffizieren und Soldaten verliehenen Eh—
aller Bestürzung sich zusammenthaten, zu dem Herrn Dechanten »enkreuze und Medaillen vertheilen. Alle Unteroffiziere der Armee,
des Ortes gingen und dringend um die Anstellung öffentlicher die mil Chassepot-Gewehren versehen sind, erklären in den Regi⸗
Gebete sollicitirten, „denn französisch werden sei noch schlimmer nentern die theoretische Anwendung dieser Waffe. Auf diese Weis
wie die Cholera.“ Zum bessereren Verständniß fei hier noch bemerkt. interrichtet, werden die Truppen in einigen Stunden von dieser
daß die Cholera im vorigen Jahre dort sehr schlimm gehaust ha. Vaffe Gebrauch machen können, sowie sie dieselben in Händen
und damals öffentliche Cebete abgehalten wurden. aben werden.
Luxemburg, 10. April. Ein Exktrablatt der „Union“ Das „Memorial diplomatique“ enthält folgende Mittheilungen:
meldet: Wir sind ermächtigt, folgendes Telegramm zu veröffent- die Nothwendigkeit, für die Reorganisation der Armee in wirksa⸗
lichen: „Haag, 9 April (8 Uhr 10 Minuten Nachmittags). Die ner Weise Sorge zu tragen, und die Maßregeln, welche der Be—
Situation ist dieselbe, allein es ist ernsthaft die Rede, die Neu— athung der Kammern unterbreitet sind, unverzüglich in Anwen⸗
rralität Luremburgs werde durch die fünf Großmächte garantirt hung zu bringen, haben das Kriegsministerium veranlaßt, einige
werden.“ iemlich wichtige Vorkehrungen zu treffen. Die auf ein halbes Jahr
Wien, 7. April. Man erwartet in diplomatischen Kreisen Beurlaubten sind einberufen, die 14tägigen Beurlaubungen, die
dcß das Tuilerieencabinet die grientalischen Angelegenheiten nun⸗ man häufig den Unteroffizieren der Garnisonen großer Städte
mehr keineswegs auf sich beruhen lassen, sondern förmlich die bewilligt, sind bis auf Weileres aufgehoben.
Dedereinbeiufung des Pariser Congresses von 1856 in Anregung Belgien.
ringen werde. 485 .
Prag, 8. April. Im Gzechenclub wurde beschlossen, daß Brüssel— Apri —- steigert sich vberde
die Foͤderalisten bei Vornahme der Reichsrathswahlen unter Proe Stunde zu Stunde, man wird dies leicht begreifen, wenn Van π
test den Landtagssaal verlassen werden. Vei den Debalten machen 'aß bei einem Krieg zwischen Franreich und Deutschland, Belgien gleich—
diese Herren regelmaͤßig Standan am durch feine geographische und politische Lage zum Kampfplatz be⸗
Aus Scheswi geHolsstein. Bei den Control⸗Versamm⸗ immt ist. In Paris trägt man sich sehr ernstlich mit der Idee, Bel⸗
ungen zur Landwehr kommen noch fortwährend Eidesbetweige- Lien zum Abschluß eines Offensid- und Defensivvertrags zu in
rungen und leider hier und da auch Ausschreitungen Einzelner, nd ihm sogar ene Jache w darauf tingenen auf
die freilich scharf geahndet werden, vor. Auf Alsen weigerten sich ine Gehieterweneruns zu ann en * enin
allein 400, den Eid zu leisten, und in anderen Begirten Rorde diesem Augen i V dingen M W wesen —*
chleswigs geht es nicht besser. Vor der Hand ist den eigentli⸗ lien aus seiner urch die Ber rage ihm aufer . en y gewaun.
hen Eidesweigerern michts heschehen, nur daß sie sich ftete Pruzei eisteten Neutralität hervortreten will. Nur wo Ln dir diir
aufsicht gefallen lassen müssen. VDamit hängt auch' die furiwaüh. ich auffallenden undi uns von ieere —* der dpeen
tend starke Auswanderung, und zwar nicht bloß nach Amerika, Imstand bemen Wan n — Doe weg mehr der
sondern auch nach Dänemark, wo die jungen kraͤftigen Leute nat ventuellen nnerion Belgiens id son V nen prn
türlich gern aufgenommen werden, zusammen. Der Fanatismus nußse ein starkes Mittelglied zwischen Deutschland und Frankreich
———
jast kein Tag, an dem nicht von einem Schabernack gemeldet
wird, oder von Abbrennen, Umreißen, Beschmutzen ec. der an der
Zränze aufgesteckten preußischen Adler und Farben. Selten ge⸗
lingt es der Thäter habhaft zu werden. Wohl um den Behörden
mehr Hilfe gewähren zu können, sind jetzt eben auch nach Apen—
rade zwei Compagnieen in Garnison gelegt worden. In Flens—
burg erhielten dieser Tage mehrere dänisch gesinnte Einwohner,
velche sich den Bertrieb verbotener dänischer Schriften (nament-
lich auch illustrirter Witz-Broschüren) besonders haiten angelegen
jein lassen, entsprechende Strafen.
Frankreich. ne
Paris, 9. April. Herr Drouyn de Lhuys hatte eine Un—
zerredung mit dem Kaiser, und man behauptet, daß er Hrn. v.
Moustier wieder zu ersetzen berufen sei. Dies hätte eine gewiffe
Bedeutung, da bekauntlich Hr. Drouyn abtrat, weil seine Politik
dem Vorgehen Preußens sofort entgegenzutreten, im vorigen Jahre
an dem Gesundheitszustande des Kaisers und an dem Widerstande
Rouhers scheiterte.
Paris, 9. April. Wenn die „France“ gut unterrichtet
ist, so sollen die Unterzeichner des Verirages von 1839 nicht zu!
einer Conferenz durch Frankreich aufgefordert werden, um ihre
Meinung kundzugeben, sondern durch directe Mittheilung diploma⸗
tischer Noten um Antwort auf folgende zwei Frage gebeten wer⸗
den: 1) Hat der König von Holland das Recht, Luremburg ab⸗
zutreten? 2) Hat Preußen nach den im vorigen Kriege erlangten
Vergrößerungen noch Grund, die Occupation der Festung Luxem⸗
burg durch seine Truppen fortzusetzen?
Paris, 10. April. Das 5. Linienregiment, das vor drei
Jahren 2000 Mann stark Angers verließ, um nach Mexico zu.
zehen, ist nun 900 Mann stiark dort wieder eingerückt. Die
Frkf. Ztg. fragt: „Sind die fehlenden 1100 der Bertheidigung
        <pb n="173" />
        Veer misschet ess.

f Bonn, 9 April. Der 8Stud. med. Andreas Weber aus
Grau⸗Rheindorf, welcher heute vor den Schranken stand unter
der Anklage: am 12, März c. mit dem Studenten Carl Roͤder
einen Zweikampf (Pistolenduell) vollzogen und dadurch den Tod
des Leßtern herbeigeführt zu haben, wurde für überführt erklärt
und zuͤ 2jähriger Einschließungshaft verurtheilt. Die Herren
Beschworenen haben den Verurtheilten jedoch der Gnade Sr. Maj.
des Königs empfohlen.

4 Am 28. März c. verstarb zu Brandenburg a. d. H. der
letzte der 12 Oberjäger vom Lützow'schen Freicorps, Veteran Georg
Friedrich Heinrich Elsner, der den am 26. August 1818 im Ge—
fecht bei Gadebusch gefallenen Theodor Körner zu Grabe getragen.

Wien. Das neueste in dem Verfälschungsfache sind die
imitirten gebrannten Kaffeebohnen, welche zur Beimischung unter
die ächten Vohnen verwendet werden und denen das Markt-Com—
missariat dieser Tage auf die Spur gekommen ist. Dieser soge—
nannte Kaffee besteht aus dem Augenscheine nach aus gebranntem
Eichelmehl mit einem Kleberstoff gemengt, welche Masse sodann
in Kaffeebohnen ähnliche Formen gepreßt und gebrannt oder ge—
trocknet wird. Das äußere Ansehen entspricht genau jenem der
achten gebrannten Kaffeebohnen, allein sie besitzen teinen Geschmad
und auch keinen Geruch. Die Fabrik dieses neuen Artikels befin⸗
det sich in einer der Vorstädte Wiens und wurde deren Thätigkeit
vom Markt⸗Commissariate bereits eingestellt und die Localitäten
bereits versiegelt. Höchst wahrscheinlich werden die Imitationen
leine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten und es wird in die
sem besseren Falle nur das strafgerichtliche Verfahren wegen Be—
trugs eingeleitet werden.

Aus Bari meldet der Conrriere di Puglia: Das soge⸗
nannte Bauernwirthshaus S. Basile in Mottola- Provinz Terra
d'Otranto, war dieser Tage der Schauplatz eines entsetzlichen Un⸗
glüdss. Die Eisenbahn-Arbeiter an der von Gioja nach Castella-
neta führenden Strecke ließen sich in dem genannten Wirthshause
ihr Mittagsessen bereiten. Die Bohnen, aus denen dasselbe am
Unglückstage bestand, waren in einem Grünspan enthaltenen Ku—
pferkessel gekocht worden, und bei zweiundvierzig Menschen, dar⸗
unter die Familie des Wirths, stellten sich dadurch bald Vergif⸗
ungs-Symptome ein. Siebzehn der unglücklichen Güste sind be
teits gestorben.

uPpetersburg, 4. April. Vom Großherzog von Hessen-Darm—
stadt und dem ehemaligen Curfürsten von Hessen-Cassel sind Be—
bollmächtigte in Sitomir eingetroffen, um für dieselben sehr beden⸗
tende Gütercomplexe in Volhynien anzukanfen. —

4 ationaldank für Freiligrath.) In London hat sich ein
Ausschuß gebildet, um den Dichter Freiligrath durch einen Natio—
naldank zu ehren und ihn seiner vollen dichterischer Wirksamkeit
zurückzugeben. Diesem Streben liegt nun die traurige Thatsache
zu Grunde, daß der populäre Dichter (geboren 1810 in seinen
alten Tagen noch einen harteñ, alle seine Kräfte in Anspruch neh
menden Kampf ums tägliche Brod zu kämpfen hat. Nachdem die
Londoner Zweiganstalt der Schweizer Bank, an deren Spitze er
ttand, eingegangen, befindet er sich ohne Stelle und ist für den
Unterhalt seiner zahlreichen Familie wohl ausschließlich auf die
Pension angewiesen, die er von der J. G. Cotta'schen Verlags—
handlung bezieht.

p Als einen Beweis der Popularität des Grafen Bismard
in England führen wir eine Reclame der großen Kleiderhandlung

⸗on Moses und Sohn in London an. Dieselbe annoncirt: Graf
gismarck's Verdienste um Deutschland sind jetzt allgemein aner—
sannt. Wenigen hekannt dagegen dürfte es sein, daß der große
Staatsmann fast nie ausgeht, ohne sich in einen Ueberzieher ein⸗
uknoöpfen, dessen exactes Gegenstück in Schnitt und Arbeit Mosts
nd Sohn zu 1 8. 15 8. zu offeriren sich glücklich schätzen
u. s. w.“

Brüssel, 7. April. Ein Augenzeuge der Eröffnung der
Zariser Ausstellung erzählt folgenden Zwischenfall der unseres Wissens
noch nirgends veroͤffentlicht worden ist: Die schönste Sculptur der
Ausstellung stellt den sterbenden Napoleon J vor. Ein italieni—
scher Bildhauer hat diesen Marmor gemeißelt, dessen Anblick er⸗
greifend ist. Napoleon J sitzt in einem großen Lehnstuhle, den
iechen, fast erstorbenen Körper in Decken gehüllt; nur der mäch—
ige Kopf, das große fiebernde Auge leuchtet noch von Schmerz
ind Leben; wild-düstere Gedanken furchen noch in der letzten
Stunde die gewaltige Stirn. Als Montag der Kaiser nnd die
daiserin mit ihrem Gefolge von Höflingen u. s. w. in der italie—
nischen Abtheilung erschienen, empfing sie das italienische Comite,
—V——
fiel der Blick des Kaisers auf jene imposante Statue. Mit rascher
Bewegung schreitet er darauf zu. Da läßt sich plötzlich ein pol⸗
terndes Getirache hören. Die Kaiserin wendet sich, und stößt einen
Ang'ischrei aus. Die übrigen Anwesenden sind nicht minder er—
schrocken. Schon glaubt man an eine Höllenmaschine. Man er—
fährt endlich, daß ein Gerüste eingebrochen unter dem Zudrang
—V— Der
daiser war ruhig und kalt geblieben; die Kaiserin wurde aber
krank von dem gehabten Schrecken, und an demselben Tage mußte
deßhalb Diner und Soiree in den Tuilerien abbestellt werden.
Landwirthschaftliches.

Terpentinol gegen Rapsraupen. Ein Guts⸗
hesitzer im russischen Königreich Polen hat seine Rapsfelder an
neim sonnigen Septembertage v. Is. besucht und auf den Pflan—
zen derselben zahlreiche, grüne und graue Raupen entideckt, welche
dieselben zerfressen. Stellenweise waren die Furchen beinahe leer
wie vom Mäusefraß. Behufs näherer Untersuchung der Raupen
simmt er einige Rapspflanzen, die am meisten mit Räupchen be—
Jeckt waren, mit nach Haufe und legt sie auf einen reinen Tisch.
Bei einem kranken Pferde ist ein frischer Verband anzulegen, zu
welchem Terpentinöl verwendet werden muß. Auf den Tisch wird
Zeitungspapier gelegt und auf diesem das Pflaster zurecht gemacht
Cinige Tropfen Terpentindl fallen auf dasselbe, welches dann in
der Schnelligkeit auf die Rapspflanzen geworfen wird. Nach we—
nigen Minuien kommt nochmals der Gutsbesitzer auf sein Zimmer
ind will mittelst der Loupe die Raupen untersuchen, findet die—
elben aber alle todt. Er kommt auf die Vermuthung, daß der
Geruch des Terpentinols die Raupen getödtet habe. Weitere und
zrößere Versuche bestätigen seine Vermuthung. Um nun das Ter—
Zentinöl einer großen Rapsfläche mittheilen zu können, dürfen nur
Zägspäne damu geträukt und dieselben früh, wenn der Thau noch
zuf den Pflanzen liegt, breitwürfig mit der Hand gesäet werden.
Slatt des Terpentinöls kann auch das gewöhnliche Kienöl angewendet
verden, zumal dasselbe bedeutend billiger als erstes ist. Es läge im In⸗
teresse der Landwirthe, bei allensallsigem Auftreten der Rapsraupen von
diesem Versuch Notiz zu nehmen.
—
VAI. ischor,
Hut- und Kappenmacher in St. Ingbert
mpfiehlt sein reichhaltig assortirtes Lager in französischen Seiden—
huten, Filzhüten, igenen Fabricats in den neuesten Arten und Fa
‚onen, sowie eine neue Sendung von Berliner Sommer⸗Kappen,
erner Walk- und andere Kappen zu den billigsten Preisen.
Auch werden alte Hüte gewaschen, gefärbt und neu façonirt.

Hausversteigerung.

Montag den 15. April 1867, Nachmit⸗
tags 1 Uhr, zu St. Ingbert im Hause
der Witwe Heinrich läßt Herr Carl
Riotte, Kaufmann daselbst, sein dahier
gelegenes Wohnhaus mit Hof und Garten
dahinter, auf langjährige Zahlungstermine
in Eigenthum versteigern.

Bis zum Versteigerungstage kann das—
selbe auch aus freier Hand verkauft wer—
den und ist Näheres bei dem Eigenthümer
zu erfragen.

Tannen-Baubölzer.
Unterzeichneter empfiehlt sein wohlassortirtes Lager
in Stämmen von ꝰ/s bis 8/8 den Cubikfuß zu 7 Sgr.,
* — ꝰ 10 v v 7 * 6 Pfennige,
Sparren pro laufenden Fuß .15

IJ Zu denselben Preisen liefere ich bei ganzen Waggonladungen die Hölzer auf alle Stati—
tionen der Pfälzischen Ludwigs-, Saarbrucden Trierer und Rhein⸗Nahe-⸗Eisenbahn. — Die Anfuhr
der Hölzer vou meinem Lager zur Baustelle wird aufs Billigste von mir besorgt.

Ferner empfehle ich zu äußerst belligen Preijen Eichen⸗ Tannen⸗ SKiefern⸗Dielen
Bohlen S&amp; Latten.

— Horn, kgl. Notar.
Geschaͤfts- Empfehlung.
Die Unterzeichnete empfiehlt sich im Goff⸗

riren und Bügeln, ebenso im Weißzeug—

nähen, in allen vorkommenden Arbeiten,
unier Zusicherung guter und prompter Aus—
führung.
Elisabetha Allspach,
Fhefrau von Ad. Ehl.

Ph. Lauig,
Bahnhofsstraße St. Johann.
        <pb n="174" />
        Die
NMatorial- Spezoroi- &amp;
Farbwaarenhandlung
von
FPritz Panzerbieter
in St. Ingbert
offerirt nachstehende Gegenftände von be—
ster und billigster Beschaffenheit:
Alle Sorten von Farbemn, Fir-
nissen, Oelen, Pinselm u. Rür-
stenm, Thran, Siccative, Kreide, Röthel

Weingeist, Schellack, Leim.

Alle Gewüiirze, ganz und rein
zgehmahlen.

Farbhholzer.

OChemisehe Produlte: Alaun
Borar, Salpeter, Salmiac, Schwefel,
Ammonium, Soda, Vitriol, Chlorkalk ꝛc.

Dintéem;: gute schwarze, rothe, blaue,
Copirdinte, Zeichendinte ⁊c.

Cosmetica? Pomade, Haaröl, Bart⸗
wichse, Cöolnisches Wasser, ätherische
Oele ꝛc.

Seĩ fem: Toilettenseife, ordin. Kernseife
Schmierseife, Fleckenseife ꝛc.

Petroleum, Rüböl, Lampenöol ꝛc.

IIEEEEV
Linsen ⁊c.

Delicatessem: Citronen, Corinthen
Rosinen, Feigen, Chocolade, Haselnüsse,
Cacao, Sardellen, Häringe, Capern,
Schweizerkäse, Rahmkäse, Maccaroni,
Honig,“ Malzbonbons, Rettigbonbons,
Englischen Brustzucker, Lakriz,
Citroönat, Orangeade, Muscatnüsse- und
Blüthen, Mandeln, grüner u.“schwarzer
Thee, Vanille, Zwetschen, Kirschen,
Heidelbeeren, Hagebutten, Candiszucker
Zuckerbohnen, Schinken, Schweine
schmalz, Senf, Zucker, Kaffee, Cichorie,
Surogat, Eichelkaffee, Gesundheitskaffee
Johannisbrod ꝛc.

Suppensachemn: Reis, Gerste, Nu⸗
deln, Sago, Suppensternchen, Hafer⸗
grütze grüne Kerne ⁊c.

Getrümke: Liqueure, Rum, Punsch—
essenz, Arac, Cognac, Kirschenwasser,
Magenbitter, Persico, Anisette, Malaga,
Madeira, Zwetschen⸗, Birnens und ordin
Branntwein, Weinessig u. ordi Essig xc.

sSpielIkarten; französische für Piauet,
Tarok ꝛc.

Raueh-&amp; Sehnunstabalce, Ci-
garren, Cigaretten.

Vineralvwasser.

EIXXRXRRRX
ferner: Schwämme, Korkstopfen, Krah—

nen, Glas- und Schmirgelpapier.
Schmirgel in divers. Nr., Stearin⸗
kerzen, Rauchkerzen, Nachtlichter, Wachẽ
(weiß gelb u. schwarz) Wagenschmiere
Bodenwichse, Galläpfel, Stiefelschmiere,
Stiefelwichse, Königsrauch, Blanku—
geln, Fleckenwasser, Hausenblase, Ge—
latine, Stärcke, Putzkalk, Siegel- u
Flaschenlack, Senfmehl, Talc, Bim—
teine, Zündhölzer, Oelkuchen, Streu⸗
sand, flüssiger Leim, Gummi elasti—
cum u. arabicum, Terpentin, Pech
Asphalt, Weihrauch, Glanzoblaten,
Backoblaten, Insectenpulver, Tonco⸗
hohnen ꝛc. ꝛc.

Mainzer Handkäschen, Ochsenmaulsalat, Es⸗

äggurken liefere ein Zros auf Bestelluing.
St. Inabert im April 1867.

F
Pach-Schiefernn.
Unterzeichneter empfiehlt sein Lager in Saar⸗ Mosel⸗ Rhein⸗Belgischen⸗z Französischen⸗

X Englischen⸗Schiefern, in bester Qualität zu billigen Preisen. J
AIcF Die Decdkung ganzer Dachflächen incl. Material, wird, unter Garantie für solide Arbeit,
zu annehmbaren Preisen übernommen.

Ph. Lang..—
v Bahnhbofstrake St. Johann.
Portland-Cement
in vorzüglicher Qualität zu bedeutend ermäßigten Preisen bei AVV—
LHh. LAVg,. —
Bahbnhofsstrake St. Johann. J

—

— ——

— —

8
öä —

214
P. D.
*
Hierdurch bringen wir zur allgemeinen Kenntniß, daß
die HH. Haasenstein &amp; Vogler in Frankfurt a. M., Hamburg,
Berlin und Basel
iadut von uns getroffener Bereinbarung mit denselben fortab allein befugt sind in Deutsch⸗
land Annoncen fuür die durch unsere Gesellschaft gepachteten französischen Blätter zu
vermitteln, und sind daher Aufträge nur an diese genannte Firma zu richten. F
Paris, den 1. April 1867.
—
Gesellschaft Havas, Laffite-Bullier &amp; GQꝛ

Anknupfend an vorstehende Belanmmochung der Gefellschaft Havas, Lassite-
Rullier Oie. zu Paris, erlauben wir uns die Herren Inserenten darauf hinzuwei⸗
sen, daß genannte Gesellschaft von J —.

e⸗ J d

10 der bedeutendsten Blätter in Paris J

Gidele, Débats. Constitutionnei, Presse, Patrise, Opinion nationala,

France, Temps, Pays, Union)

und 200 Provinzial-Blättern ersten Ranges

den Juseraten⸗Theil gepachtet hat, so daß Annoncen, welche in diesen Blättern publi.

cirt derden sollen, vicht direct an die Blätter, sondern an die genannte Gesellschaft zu richten

find, daß mithin Annoncen aus Deutschlaund nur dann zur Aufnahme gelangen ldunen,
wenn dieselben durch unsere Vermittlung ein esendet werden.

Nominelle Liste der Provinzial⸗-Blätter, in denen auch die bei großen Aufträgen
eintretenden, bedeutenden Vergunstigungen genau angegeben siud, stehen gratis und franeo be⸗
reitwilligst zu Diensten.

Der Wirkungskreis unserer bisherigen Filiale in Paris ist in Folge dieses Vertrags
an die vorgenannte Gesellschaft Ubergegangen, wohingegen unsere Wiener Filiale nicht durch
denselben berührt wird.

Haasonstein &amp; Vogler, Zeitungs-Annoncen-Expedition
inmn Frankfurt a. M., Hamburg, Berlin und Basel.
—DR

— —— —— ꝓ 5 400 vos — 5
ä—
—
*
Geschäfts-Anzeige.
Uuterzeichneter bringt hiermit zur An⸗

—X—
Schreibmaterialien⸗
w Haundlung

auf hiesigem Platze eroöͤffnet hat und em—
pfiehlt solche bei reichhaltiger Auswahl und
billigen Preisen zur gefälligen Benützung.

Auch halte ich stets eine große Anzahl
der neuesten und besten Gebet⸗ und
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zu den elegantesten Einbänden auf Lager.

St. Ingbert 12. April 1867

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—

Geschaͤsts-Empfehlung.
Unterzeichneter bringt einem geehrtenhiesi—
sen und auswärtigen Publibum die ergebenste
Unzeige, daß er sich unterm heutigen als
Zchlosser hier etablirt hat, und alle
n sein Fach einschlagenden Arheiten unter
Zusicherung promter und reeller Ausfüh—
ung übernimmt.

Auch werden feuerfeste Kassaschränke,
Pumpen, eiserne Gartenmöbel
angefertigt.

Am geneigte Kundschaft bittet

St. Ingbert den 11. April 1867

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Der Unterzeichnete empfiehlt
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gearbeiteten Leder-Stiefelchen und
Schuhen zu billigen Preisen.

Jakob Marx,
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Der Unterzeichnete empfiehlt:
Zeugstiefelchen für Frauen, Mädchen
und Kinder, ebenso bockledernes ünd
ordinaires Schuhwerk, zu bedeutend
herabgesetzten Preisen.

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leisten, Spiegel und Spiegelgläser
und Photographierahmen ange—
kommen.

IE Das Cinrahmen von Bildern
wird bei mir billigst angefertigt.

. I. Stiofs.
FIrũucht⸗ Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preife der

Stadt Hom burg vom 10. April

Weizen 7 fl. 24 kr., Korn 5 fl. 41 kr.
Spelz 5 fl. — kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fi. — kr., Hafer
4fl. 14kr., Erbsen 5 fl. 25 kr., Kartof⸗
eln 1fl 24kr. per Ztr. Kornbrod, 83 Kgr.,
26 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 15 kr., 2. Qual.
13 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 31 kr.
ver Vid.

Redattion, Druck und Verlag von F. X. Demestz in St. Ingbert.
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* A &amp; 43 — 73444 —7 42 42 33
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der „St. In g berter Anzeiget wit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimah: Dieustag, Donnersstag,
ind Slia mist a g. Abpunementspreis pierteljährig 45 Krzr. Auzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
775 Raum berechnett. J

— — —— — 21 — * —— — ED — — — —
G . M»α J 46 v*rc are 7
Nro. 46. 7* —— * 1 F Dieustag/ den 16. April —V — 7 24 3 — 1867.
* — 58—6 Deutschlaud. ptreußen und Frankreich anbieten lassen. Auch die Nachricht von
Münnchen, I0. April. In Kreisen, die nicht oberflächlich bedeutenden französischen Hafer- und Weizen-Aufkäufen in Nord—
uriheilen, betrachtet man die Sitmation als seht ernst. Nicht daß deutschland ist gleichfalls unbegründte.
nan meinie schon jnorgen könne der Krieg ausbrechen; dies ist Speyver 14. April. Wenn wir die heute eingelaufenen
unmöglich, weil man beiderseits noch nicht zur Genuge gerüstet Rachrichten, insbesondere die offizissen Berliner Correspondenzen
ist, obwohl dafür gax, Manches sowohl in Frankreich als in richtig auffassen, so scheint Preußen geneigt. in die Neutralifirung
Preußen in aller Stͤsse geschehen sein mag; — sondern weil man der Festung Luxemburg zu willigen, d. h. die Festung zu räumen
irgend eine moralische Dioglichkei des Zurücdweichens weder fün unter der Bedingung, daß sie pon den Franzosen nicht besetzt
den einen noch für den andern Theil imehr auffindet, In Frant. vird. Auch einige Großmächte sollen in dieser Richtung thätig
rich wiuschte namentlich die demokratische Partej Erhaltung des ein.. In Wien soll Preußen nach der Köln. Ztg. auf seine Son⸗
Friedens, weil sie alsdann den Sturz des RNapoleonismus alz dirung der Stimmung die Antwort erhalten hahen: Desterreich
Iwiß betrachteleDer Kaiser scheint, wentt duch versdätet, diese vünsche den Frieden und halte auch den Besitz Lureinburgs au
Zefahr im vollen Umfang nun erkannt zu haben. Oesierreich ich nicht eines Krieges werth; komme es dennoch zu einem solchen,
mmt, wie kaum anders zu erwarten stand eine zuwartende Hal. o werde es sich die Frage vorlegen, welches Bündniß für es das
hung au Kommt es zum Kammpfe; so wird vaß Wiener Cabinet dem- vortheilhaftere sei. Diese Antwort scheint in Berlin die Wirkung
selben mit·bewaffneter Neutralilat“ entgegen sehen; es wird Trup dehnbt zu haben, daß man die luremburger Angelegenheit wo
hen aufsiellen, sowohl an der“ preußischen als an der bayerischen möglich auf friedlichem Wege zu lösen sucht.
Grenize· Dee Heebesorganisation hat bereits begonnen. VDer oͤst Dienstes-Nachrichen.
iiche Kaiserstaai wirde seine Allianz so uheuer als möglich zu ver. Durch Regierungsbeschluß vom 12. April wurde der Schul⸗
verthen suchen,und seit 18130 haits ar. mie eine so zünstige Ge- diensterspectant Jalob Oser von Obernheim zum Verweser an
legenheit dazuwie diebmalut puel Die: Mreußischen Kegierunge wird der protest. deutschen Schule zu Kriegsfeld dom 1. Mail. J. an
zut thunt Euddentschlaude grgenübern kine mehr rentgegenkvmmende ernannt. .
Haltung als bisher anzimehmennn Bis jetzt hörte man bei uns „ZDurch Regierungsbeschluß vom 13. April wurde der Lehrer
nur vonl Opfern, die wi rubringeunn mußten und noch bringen sol⸗ Goltlieb Rosenberger in Albersweiler zum Lehrer an der untern
en, nicht von Rechten,“ die ains dagegen eingeräuint wurden; don israelitischen Elementarschule in Rülzheim vom 15. April Jl. J.
hohen Kriegscontributiouen und Landabtretüng, dann von Auf⸗ an ernann. .
Jebung der alten Zollvereinsvexträge und Ersehung derselben durch Kehl, 9. April. Mit den friedlichen Nachrichten stehl in
hier velrohirte Bestimmnug halbjähriger⸗ Kündigung dazu von grellem Widerspruch, daß gestern alle in Straßburg zu bekom⸗
hwe rei imilisarischen Eeiffungen; ohne daß uden Suͤdstaaten auch menden Holz- und Eisenbahnarbeiter engagirt wurden, um in die
aine Vertretung eingerdumt wäre.Klugheit und Billigkeit gebie- Arsenale als Hilfsarbeiter einzutreten. Sodann gehen jeden Tag
ten gleichmäßig,Ninetn anderen Weg Linzuschlägen. Man lasse Eisenbahnzüge mit schwerer Artillerie von Straßburg nach Meß,
ich nicht durch dier jetzigen Erscheinungen auf det Oberfläche täue um jenen Platz zu armiren. In Straßburg sind seit über einem
chen. Sollen die Suͤddeutschen fernere Opser bringen, so muß Jahre beträchliche Erdwerle und neue Verschanzungen aufge⸗
nansie als Deuische auf detn Fußte der: Gleichheit behandeln.“ worfen worden, um die dahinter liegenden Wälle zu decken. Mor⸗
n Metamchenn is April Bej Embfangnahme“ der Adresse gen erwartet man einen fran zösischen Marschall zur Inspicirung
rAbgeordneten erllürte Fürst w Hohenlohe e Ich begrühe die dieser Werke, der Zeughäuser 6
Adresseals Liné! richtige Deufung des Vertrags, durch welche Mainz, 11. April. Gestern wurden die wegen des Franl⸗
Bayern gurr Wahritg der nationalen Imegrität mit: vem übrigen furter Auftritis zur Festungsstrafe verurtheilten Landwehrmänner
Deutschland verbiinden ist., So wenig ich Zweifel darüber befte- ärztlich untersucht, um sie demnächst auf die für sie bestimmte
hahen lassen will, daß“ die Regierung sich den ihr durch jenen! Festung zu transbortiren. Unter denselben besinden sich 9, welche
Vettrag anferlegten Pflichten: nicht entziehen wird, so eraͤchte ich lebenslän glich und 3, welche zu 6 Jahren Festung verurtheilt sind.
es doch als meine Aufgabe, nichts zu unterlafsen; was zur Erhal- Frankfurt, 12.. April. Frankfurt hat nun von Preußen
ung und Sicherung eines ehrenvollen Friedens beitragen wird. eine Stadtverfassung erhalten, unter der es sich besser befinden
Munchen, 14. Aptil. Eine Frn Abend abgehaltene Ver⸗ wird, als unter der alten Staatsverfassung, in der antiker Zopf
sammlung des hiefigen Volksvereifis sprach ihre lebhafte Zustim. und moderne Ideen auf das Seltsamste sich mischten. Wir kön⸗
mung zu der Patriotischen: Adresse der Mitglieder der Abgeordne nen hier nicht in's Einzelne eingehen; es sei daher nur bemerkt,
enkammer aus und begrüßte mit freudiget Anerkennung die Allianz, daß die Grundlage der neuen Verfassung eine rein demokratische
oerträge vom 22.. August 1866 als ersten“ Schritt zur natio⸗ ist, nämlich das allgemeine, geheime Stimmrecht. Die Stadi—⸗
nalen Einiguug; des Gesammtvaterlandes; sie erachtele es jedoch derordneten wählen den Magistrat und schlagen für die Stelle
für die nächste und dringenste Pflicht det bayerischen Regierung des Oberbürgermeisters drei Candidaten vor. Die Einbürgerung
mit allen Mitteln dahin zu streben, daß Ddas nationalen Band, Fremder, die unter dem Zopfregiment des souveränen Senats so
welches Bayern mit Norddeutschlande verbinden soll, baldmöglichst jehr erschwert war, ist bedeutend erleichtert, und Frankfurt kann
e e ι...5 — jetzt eine Welistadt werden, was eben seine Eigenschaft als Carri—
Aschaffenburg?nu LI April?Bel nallen Regimentern latur eines Staates bisher verhindert hat.
der bayerischen Armee wird die beurlaubte Mannschaft einberufen. Darmstadti, 12. April. Nach der Militärconvention ist
Zweck dieser Einberufung ist; die Soldaten in der Handhabung der Höchstcommandirende der König von Preußen; derselbe er⸗
des Hinterladungsgewehres einzuüben. nennt den Dibvisionär, die übrigen Offiziere hingegen werden von
Näürnberg, 15. April. Die gestern“ abgehaltene: Volks- uinserem Großherzog ernannt. Das ganze hessische Contingent
versammlung sprach ihre begeisterte Zustimmung zu det Erklaärung erhält die Bundesmäßige Uniform; ebenso wird auch das preußische
der Abgeordneten aug. ι ennnExercitium und Reglement eingeführt. Die Regimenter bekommen
Speyer, 18. April.“ Die: „France“- erklärt das Gerücht die fortlaufenden Nummern des norddeutschen Vundesheeres. Der
don der Abtretung Luxemburgs an den Prinzen Heinrich der Nie- bittere Kelch, 225 Thlr. per Kopf bezahlen zu müssen, scheint
derlande für grundlos. Es scheint lediglich eine Börsen-Enie ge- uns erspart zu bleiben, da wir voraussichtlich unsere eigene Mi—
vesen zu sein. In dieselbe naturgeschichtliche Gattung scheint die litärverwaltung behaliten.
von der Köln. Zig. aus Paris gebrachte/ Nachricht zu gehören. Darmstadi, 13. April. Hessen wird künftig * Regimen—
zie Körigin von Spanien hätte dem Grafen Bismarck die bewaff- er Infanterie à 3 Bataillone, 2 Regimenter Dragoner à 5
nete Un terstirtzungi- Spanienz im Falle eines Krieges zwischen Schwadronen und 5 Batterien haben ““—
        <pb n="176" />
        Berlin, 10. April. Die Nordd.Allg. Ztgalhebt hervor,
die Festung Lurxemburg habe die nationale Verpflichtung auf sich,
dem Deuͤtschen Bunde zum Schutze zu dienen, sowig den internd
tionalen Zweck, die belgische Neutralität zu garantiren. Die Auf⸗
lösung' des Deutschen Bundes habe diese Stellung icht geändert.
Preußen würde, wenn es die Besetzung Luxemburgs einseitig, d.
h. ohne Zustimmung der londoner Conferenzmächte, aufgäbe, seine
nationalen und internationalen Verpflichtungen verletzen. Diesen
Erwägungen scheine auch die Rede Moustiers folgen zu wollen
Daß eine Absicht, Luxemburg in den Norddeutschen Vund aufzu⸗
nehmen, nicht besteht, habe bereits Graf Bismarck im Reichstag⸗
erkläft.

Baarlin, 10. April. Ueber die Zustände jn Polen schreibt
ein Correspondent der A. Z.: „Das Land ist bereits ganz russisch,
ohne daß man es bis jetzt für nöthig gehalten hat, den Namen
Polen auszustreichen. Im ganzen Lande herrscht die Ruhe eines
sirchhofes, und suß der katholische Clerus hat seine Agitationen
eingestellt, nachdem fünf oder sechs junge Geistliche eine unfreiwil—⸗
lige Reise gegen Osten angetreten haben, von der sie nicht zurück;
gekehrt sind. Von höheren Beamten polnischer Nationalität ist
ntichts mehr vorhanden, und alle unteren Beamten sprechen bereitt
für gewöhnlich russisch. Blos polnische Schriftstücke, ohne beige⸗
fügte russische Uebersetzung finden weder bei der Justiz noch bei
der Verwaltung Beachtung, und man hat sich daher bereits darar
gewoͤhnt, alle Eingaben nur rujssisch abzufassen. In allen Unter
richtss Anstalten den höheren, wie den niederen, wird dem russischer
Sprachunterrichte ebensoviele Zeit gewidmet, als dem polnischen
und allerorten entstehen kleine griechische Kirchen. So sind die
Gränzen zwischen Ruͤßland und Polen bereits vollständig verwischt
wenn auch daß Land guf der Karte von Europa noch Parade
macht.“ .. .

Berblbin, 11. Aprik. Die Bevollmächtigten der norddeut
schen Bundesregierungen haben gestern, Mittwoch Abend 7 Ahr,
ihre Berathungen über die Beschlüsse des Reichstages begonnen
und 32 Stunden lang fortgesetzt. Heute Nachmittag“ 8 Uhr
fand die zweite Conferenz staft. Die Berathungen werden im
ZStaatsministerialgebäude uͤnd nicht im Gebiiude des Herrenhaäuse
abgehglten. .. —
Berlhin, 12, Aprit Der Vorstand des deuischen Ratio
nalvereins tritt am 14, April (Sonntag) hier zusammen.

Berlin, 15. April. (Reichstagh. Graf Bismarch erklärte
die Bundes-Regierungen acceptiren die allermeisten Verfassungs—
Amendements, falls das Haus nachgiebig sei in den Amendemente
betreffend die Diätenfrage und Heereseinrichtungen, welche die Re
gierungen nicht annehmen. Die Bundes-Commissärxe werden fid
im Laufe der Debatten nähet aussprechen.. 5—
Gegenüber den Ausführiumgen Reichenspergers, nach welchen
Preußen keinen Grund habe, den Abänderungen betreffs der Diä—
ten und Heereseinrichtungen ein kategorisches Rein eingegen zu setzen
bemerkt Bismarck? Wenn es dem Redner gelingt, seine Ansichten
zur Geltung zu bringen, würde ich nicht glauben, das Verfafsungs
werk durchfuͤhren zu können und würde den König. um mein⸗
Entlasung dinen 533 5
Wien, 1x. April. Daß das Minisierium für die westücht
Reichshälfte noch vor Eröffnung des Reichsrathes verstärkt werden
wird, ist gewiß; die, Personalfragen sind aber.noch nicht entschie—
den.“ Als fichet gilt, daß Herbst in das Cabinet tritt. — Graf
Cibrario ist nach Florenz berufen worden, da er hjer auf Schwie
rigkeiten gestoßen ist, die sich auf einzelne Bestimmungen des Frie—
densvertrages beziehen sollen; die von italienischer Seite bis jetzt
noch nicht erfüllt worden sindene 48 7...
Wien 12. AprisAufsehen macht die Nachricht einer hie
sigen militärischen? Jeitung, daß die Hinderlader nach dem System
Wängel, welche bereits angenommen wurden“ und schon massen⸗
haft in Arbeit sind, nun für unbrauchbar erklärt worden seien.“
Prag, 13.- April. Die „Bohemia““ meldet als zuver⸗
lassig: Professor Herbst habe das ihm angebotene Portefeuille für
jezt abgelehnt. » J 9J

Ag ram, 12. April. Der croatische Landtag ist für den
J. Mai einberufen. — Hofrath v. Cseh hat, heute als königlich
angarischet Commissar von Fiume und dem Littorale Besitz er—
griffen, Die Thatsachemacht hier“ einen“ niederschlagenden
Eindruchkh . 5 D

Frankreich. 2
Paris, L1. April. Der Monde fürchtet fürn den: Fall
—D
neutral bleiben, Rußland sich aber, vor Englaud durch Ameriko
geschützt mit Preußen verbünden würde. Dagegen ist es Factum
daß die hiesige österreichische Gesandtschaft fich sehr, günstig für
Frankreich ausspricht, ja Fürst Metternich soll schon: Andeutungen
eines Bündnisses zwischen Frankreich uund Oesterreich fallen lassen,
doch man weiß, daß der Fürst ein Brausekobpf und dabei ein

tarker Gegner g Preußens ist. Daß Kaiser Rapolcen zwischen
Spanien und Engand interveniren will, wird hier gleichfalls als
ein für Frankreich günstiges Symtom aufgefaßtz deme es ein
Zeichen des guten Einvernebmens zwischen —5399 und Eng
and sel Der International enthaͤlt heute eknen sehr vfrledlichen
Artikel. Er sagt, de Streit schwebe⸗Aur zwischen Preußen und
»em holländischen König, dessen Souveränität von dem ersteren
heeinträchtigt würde; Frankreichs Ehre, ja Interesse sei gar nicht
bei der Angelegenheit betheiligt. -Es, würde dieser Ausspruch des
ffiziösen Journals noch inehr, Wichtigkeit had wenn dasselbe
nicht zu offenbar filr das englische Publikum bestimint wäre. Die
*rancẽ widerlegt mehrere beunruhigende Gerüchte die hier umlie—
en, wie; Der General Graf v. Palikao habe e Feghiter
Tagesbefehl erlassen, die Reserpen seien eingezogen — ——
ito besser, daß das nicht wahr ist ! —Man erzählt hier Wunder
dinge von einer kleinen neuerfundenen Kanoue, die von zwei Mann gezo—
gen und gehandhabt werden kann. Dieses kleine Mordinstrument joll die
——
Kanone ist jetzt versuchsweise bei der Batden eingeführt worden.
Wir sehen den Nutzen diefes Herniaphroditen giwijchen Handwaffe
umd schwerem Geschütze nicht recht ein nu 5
Pariz 12. Aprit Man liest ig der Fraiice, Die Groß
nachte iaufchen in diescht Au deublche. Detheilun gen uber die
Fragen aus, welche hnein bezitglich des Großhetzogchums Lurem⸗
burg ünterbreitet aͤnd Went boit gut, untertichtet sind, sohatten
diese Mittheilungen n ein Zwecke eine Combination
zu finden, welche geeignet sein die gerechten Empfindlichtesten Frant
reichs zu heruhigen uͤnd Fureha vor eee d Krie⸗
gez zu bewahr enn. J
et — 31
Dv dibecte lüht Ich hute Zerlin melden. bat itz jeht di
Nachricht. Herr Beusdett 9 den Eonig vhli Preußen fiüigelen
— 5
ßari 3.12. Aprileen Diel Opinton mationale“ veroffen
sicht die Petition dex Luxemburger Einwohner an den König pon
Zolland.: Dieselbe lautet Sra Maje WithelmIII.. Konjg et
Riederlande, Furst pom Oranien⸗ Nassaujn Großherzog von Luxeme
hurg u. sa w. Sire! Gestasten: Sig mehreren Ihrer treuen Un-
terthanen Einwohnern, der Stadt; Luxemburg, iu diesem Augen-
blicke tiefer Besorgniß ihrt Stimme an Ihren Thron gelangen,
zu iassen. Luxemburg hat, glücklich und; freigrnmter dem Scepter
Ihres glorreichen Haufes: Prosperirtures: wird ein; ewiges und, ers
enntliches Aundenken, daran: bewahren.n Heute sind die Geschicke
Ihrer Majestät und unserem · Lande /zuwider die Jage nserer
Inabhängigkeit scheinen gezähltez Nach den ernsten Exeignissen des
retzten Jahres, die den früheren deutschen Bund gerstoͤrt haben,
tönnen wir in dienAufrechthaltung unserer, natiogalen Existenz,
kein· Vertrauen mehr haben.Die Festung Luremburg wird ent—
weder zu Norddeutschland oder zu Frankreich gehdren. Was auch
komme, das Land wird unbermeidlich cden Geschicen der Nation
rolgen, die Herrin der Hauptstadt istzen Wennf unter diesen Um⸗
dänden nein Schein von Selbstständigkeit uns vorbehaltensein
koͤnnte, so koͤnnte doch diese Salbststandigkeit nur ephemer, und
ungewiß sein; eine solche Situationm würde nur, den Kampfdes
Landes verlängern oönnen. Einerseits wünscht Frankreich die An—
— DD——
hum vor seinem Anschluß an den morddeutschen Bund, vor, seis
iem Aufgehen in Deutschland zurüch. Wir bewundern, Deutsch⸗
and, aber unsere Sympathien, unsere Sitten, unsere Ueberlieferungen,
mserlebhaftes Gefuͤhl für Gleichheit, unjere hundertjahrigen Freiheiten
iehen uns nicht zu ihm, wohl aber zzu Frantkreich hin.Dort
koͤnnen wir Alle ein neues Vaterland/ wieder finden,uns eine
neue Zukunftschaffen.r Unden Diesen. Gefühle, dieseHoffnungen,
theilt das ganze Land,tnnn Wenn der Krieg zum Ausbruch kammen
ollte, so würden wir, welchestn auchein. Ausgang, wäre, die er⸗
ten Opfer dapon sain; schon zittern, wir sür unsern Herd, une
ere Familien,“ unser Schichsale Ew. Majestäte wird in Ihrer
ochherzigen⸗ Güte unsert Unruhe: begreifen, And; unsere Klage eitts
chuldigen. Wenn Sie, wie wir, fürchten, daß, unsere: Unab—
zängigkeit, so theuer sie uns gauch seinl möge, uns nicht, gargntirt
werden könne, so können Sie Sire, ohng Ihrer väterlichen, Mije
ion zu schaden und ohne die Inleressen uxemburgs preiszugeben
dem Wunsche Frankreichs beitreten.z Die unzweideutige Viebe zu
unserem theueren Land, die Sorge für, seine Zukunft geben uns
diese, Sprache ein. Was auch lommen zmöge, niemals wird die
Anhänglichteit an die glorreiche und edle Familie der Oraniex
in unsern Herzen ersterbeu. Eq lebe Könjg WilhelmIII.!“ IAfFol⸗
zen die Unterschriftennir
Par isi: 18. Aprit. IDie LArbeiterbewegungen machen einen
immer unheimlicheren Eiidruck, Mehrere Deputirte sind entschlossen
die Regierung über die Anwendung umd die Folgen des Gesetzes
vom 25. Mai 1866 zu: interbellirenenuca Die: Truppeunbewegnugen
ind Vorbereitungen zud Mobilmaching nümd in sFrankreich im
        <pb n="177" />
        8
7

Gang, obwohl die Blätterz emur sehrz gnsnahmsweise imd z unte

Vorbehalt solcher Vorgůnge e — A *

igari s; A 8 April. e derFrancewird die Regie⸗

rung in Bälde den Kammern das Resultat der luxemburgischen

Angelegenheit mittheilen. Das genannte Blatt fügt bei, die preu⸗

hische wie die frauzoͤsische. Regierung seien sehr versöhnlich gestimmt
αItalien.

Florenz, 9. April. Rattazzi hat folgendes Programm
aufgestellt: Bemerkenswerthe Verringerung der Büdgets des Krie—
ges und der Marine. Verminderung der Beamtenzahl, ad mistro⸗
live Decentralisation, eine bessere Art der Eintreibung und eine
gerechtere Vertheilung dor Steuern, und vor Allem ein“ friedliche
volitit. Peutralitat unter gllen Upnstauden und gegen Jedermann

Florenz, 10. April. In der Koͤln. Ztg.i begegnen wir
einem interessanten Artikel über die Hofparteien in Florenz. Es
—F deren drei, die einander ungafhorlich zu verdrängen- suchen.

egenwärtig scheint die französische unter, Rattazzi? Oberwasser zu
haben. Sie will mit den Bonapartisten eine Rolle auf den eu—
ropäischen re und Schlochtfelgernt gian und Iigliens Fi⸗
nanznöthe dronen, wie solche Dinge uͤnler Napoleon dem Oheim
geordnet, wurden: auf fremdee Unkoston.,n Die österreichische Parte;
hat ihre Vertreter in deu höchsten⸗ Damens, Militär⸗ unde: Präla⸗
lenkreisen, die Menabrea nach Wien und Tonello nach Rom'ge
schikt haben. Sie wollen Vaͤrstündigiins ünit Römt nnnd! die hzahs
burgische Heirath; sie sind für ein großes Hecr, um in der gro⸗
—AD—— will. Die
preußische Richtung ist nicht eigentlich eine. Partei· Sie heruht
auf der Ehrlichteit Einsicht uud Danlbarkeiteiniger, hollsjehenden
Patrioten, deren Repräsentant Ricgsoli- iste welchar als:; der König
im vorigen. Sonmer schwankten den: Krieg, gegen Oesterreich ein
stellen und Preußen imoStichelafsen woslte antwortetet Das
würe eine Schweinerei!“ Diese Nichtung ist jezt der franzoͤischen
Partei unkerlegen der Gedanke der jfrauzösischen Allianz üherwiegt
den Gedanken der preußischen Allianz. Doch ob jener ausgeführ—
wird, das steht dahin. n —D uiss itt — J
rntnn u — —

Türkei.

N on stam taͤ n v peuos Aprillrl OmeticrPhscha ernnum
Obercommaudanter außs sreta exuunnt ãst,. Will ˖ nichtrahev dort hin
gehen, als bis ihm 25 Mill. Piaster, überwiesen sind, womit er
den rückstandigen Sold der Truppen auszahlen wille
5 Belhgrad, 10. April. Der Zoßte Theil y —5 —

arnison hat die Festung ehuuut αααν Ppuqil ab
gefahren. ri Senn
echt
f Ludwigshafen, 12. April. Die Generalversammlung
der Ludwigshafen-⸗Bexbacher Eisenbahn genehmigte die Vertheilung
einer Superdividente von 32 Gulden gnedie Acti näre, und ; die
Uebernahme des Baues und Betriebs ——— von Winden
e n die Verwastung der pfaͤlzischen Bahnen
laui Nro.' 4 der Tages-Ordnung. 3 31
Zu WMarki⸗Schwaben wurden. in der Nacht vom 6. auf
den 7. Äpril zwei scharfe Schüsse, durch das Fenster in die Woh⸗
nung des Gendarmeriebrigadiers abgefenert, gleichzeitig in die Woh—
nung eines vormaligen im Orte lebenden Gendarmen geschossen.
Diese Frevel stehen mit dem vor Kurzem; zu Markt⸗Schwaben
stattgefundenen Haherfeldtreiben in Verbindung.
St. Johann, 14 April, Derx, hiesigen Polizei, gelang
es gestern, eine Diebsbande von. 6Personen in Nummer Sicher
zu obringen, die theils vus demt Markte theils in hiefigen und
Suabruder Läden große Annexidnen, ausführten. In ihrem, Bei
sitze befanden sich ganze Stücke Sioffe, eine Masse Butter ꝛc.
(Grimdliche Cur.) Dex Erwähnung werth scheint uns pi
gender, amtlich beglaubigte Vorfall aus Oherfranken: an
setzt gebaute fast jeder Witterung trotzende 40 Jahre alte Bote
bon Zell bei Muünchberg erkrankle jüngst in Folge einer Erkältung
an Biagentatart, uͤm fich nun von dieser Verschleimung;avien er
c8 nannte zu curiren, wandie derfelbe folgende Meethode an: erst
trank er zug Erwärmung⸗ des: Magens für 42, kr. Arrac, als dies
nichts half, nahmrer noch ein halbes Seidel Oel zu sich. und
als auch diefes nichts fruchtete, trank er zur Reinigung des Ma⸗
gens ein Seidel Seifenwasser mit einem Zusatz von einem halben
Seidel Silbersand; der Tod befreite ihn naturlich bald von sei
nem Leiden. h—⏑ i n
7 In Paris sind 180. ambulante Oiidelsackblüser uUnde Pif⸗
ferari aus Sicilien angekommen, welche während! der Ausstellung
die Ohrenschmäuse besorgen — —
. Das Chassepotgewehr, dos jetzt so/ viel genanntwird und
das⸗demnächst in Action treten foll, wenn es' den hohen Herren
at getingt den Frieden git erhatten ist egt der tinigen srem
osischen Regimentern, nämlich bei der Kaisergaärde)eingesührt

fürzlich wurde, wie der , Sport* meldet, auf der Satorye Ebene
Fei Versailles damit exercitt. Beie: Ichnellem Feuern vbrachten es
Jeühte Soldaten in der Minuse auf 12. Schuß, bei gewöhnlichem
auf die Dauer berechnetem Feuer d neun Schuß.“ Sieben Sol⸗
daten, die auf den Knieen gebückt jm Angeg logen feuerten in
der Minute 63 Kugein ab, von vernen 18 ins Schwarze trafen
i aner Entfernung von 300 Meilerne Anfanget im Gebräuche
des Gewehres schossen gewoͤhnlich zu nieder, so daß die Kugel
in den Boden einschlug, nach 3—4maliger Uebung jedoch trafen,
sie die Scheibe. Das preußische Zündnadelgewehr tragt bekannt⸗
lich nicht so weit, auch hat es den Uebelstand, daß es bald schmu—
zig wird und nach einigem Gebrauch der Sicherheit des Ver—
chlusses ermangelt. Auch ist das preußischer Kaliher viel schwerer
als das der Chassepotgewehre.

Italienische Blätter erzühlen fast täglich Räubergeschichten.
die geeignet sind, allen Rinaldinie und Fra Diavolo⸗Romanzen
ftarke Concurrenz zu machen. So erzählt ˖ die Italic won Nea⸗
pel die Gefangnahme eines berühmten Räubers uPietro Bianchi
und seiner Geliebten, Generosa Cardamone.“ Dieser: Biancht ein
sunger Mann von sechsundzwanzig Jahren, waxursprünglich Jagd⸗
ebhaber und berühmt: in einer, Heimathsgegend. wegen soeiner
Zraft und, Gewandtheit. Rach Barbaldi⸗ Einsall· in Calabrien
zing er in die Verge und begann ein Brigantenleben. Anfangs
ziemlich, harmlos, aber nach und nach an Kühnheit und Grau⸗
inkeit wachsend, war er zuletzt ein gefürchteter Anführer einer
Bande. Die Generosa, ein junges Madchen von erst siebenzehn
Jahren, folgte ihm dabei überall und sie wurde als eine höchst
— ED so eifersüchtig auf die⸗
ses Mädchen, daß er einst einen seiner Gefährten, welcher der
BZenetosa einige Liebkosungen machen wollte, auf der Stelle mit
wanzig oder mehr Dolchstichen ermordete. Die Brigantenbande
wurde hefprengt und Bianchi lange, verfolgkeer wußten sich aber
durch jerne weiten und schnellen Marsche immer zu retten. Endlich
aber kam ihm ver. Lieutenant De Angelis von den Carabinieri
auf die Spur in dem Dorfe Colla bei Nicotera. Nach langem
vergeblichen Suchen entdeckte man zufällig den Eingang einer
Grotte, welcher künstlich mit Buschwerk verstekk war. Sobald
das Buschwerk beseitigt war, erschallte eine Stentorstimme aus
der Grotie: „Zurüch!“ „Ergebk Euch oder ihr seid todte Leute,“
war die Antwort der — — Weib,“
rief Bianchi und warf sich den Soldaten entgegen, um sich guß;s
äußerste zu vertheidigen, abe oe drangen e 5
so daß Widerstand en Mwar? (VDar warf Bianchio feinen Re⸗—
bolver zu Boden und sagte: 13Ich nergebe mich,: aber nicht wie
ein Feigling, ich ergebe mich wie ein Galantuomo“. Dann gab
er der Generosa einen Abschiedkuß Ind ließ sich abführen ohne
weiter ein Wort zu sagen, oder eine Miene zu verziehen. Die
Höhle war im Innern ganz wohnlich eimgerichtet und erhielt hin⸗
reichende Vorräthe. an Lebensmitteln und Wein. Die Generosa
ist bei· allert ihrcx Wildheit äußerst fromm, sie trug immer ein
Madonnenbild und ein Gebetbuch bei. sich, in letzterem fanden sich
bei ihrer Gefangennehmung eine Anzahl von Abͤlaßzettelchen.
7 Eisenbahn-Ung lüd.“Am 26. v. M.entgleiste
iuf der London⸗ und. Northe Western⸗ Bahn beir Penriethem.in. der
Nähe von Clifion. der Wagen eines Güterzuges in Folge eines
Achsenbruches. Der Zug wurde zum Stehen gebracht, und um
die entgleisten Wagen wieder auf die Schienen zu heben, wurde
rin Theil des Zuges, in welchem sich auch ein Pulverwagen be—
and,auf den zweiten Schienenstrang geschoben, so zwar, daß
zeide eleise versperrt waren, Unglücdlicherweife vergaß man, die
Bahnsperre zu signalisiren, Ein zweiter Güterzug brauste heran
und fuhr unaufhaltsam in den Pulverwagen. Was nun, folgte,
it leichi. zu errathen. Die vier Tonnen Pulver explodirten, Hei⸗
ger undFührer wurden augenblicklich getödtet, die Wagen in die
Luft geschleüidert, und was nicht zertruͤmmert wurde verzehrten
die Flammen. Meilenweit wurde die Erschütterung des Bodens
oerspürt. n mn — —
aif Freib ur g,im April Iur Jahre 1888 kaufte ein ge⸗
wisser Maler Kappeler auf einer Steigerung in Freiburg für 25
alte Batzen ein altes Gemulde, das mit einer Art Kitt überklei⸗
stert war. Kappeler löste dem Kitt ab, und dazeigten sich das
Bild einer · Madonna von einem großen Meister. Ein Liebhaber
in Fteiburg bot ihm in Tausch⸗einbeliebiges anderes Gemälde
seiner Sammlung und 100 Louisd'or dafür, was aber Kappelet
aicht einging, sondern mit seiner Madormna nach Paris und Lon⸗
dont reiste und sie endlich mit vieler Muühen in Paris für 6000
Fr. vaarund seine Wirthshauszeche voni 840 Fr. verlaufte: Die⸗
As Gemälde, welches vom Käufer aufs forgfältigste gereinigt und
wieder hergestellt worden, watatinen. Madonna von Titian und
zing jungsthin in die Hande des Marquis v. Hertfort (welcher
uch vie beruhmte Uhr· vor Yvderdon getorft hat) fur die Summe
bounu 80,000 Fr. über.*
        <pb n="178" />
        —X
Ferdinuand Oberhauser
6
es Cither⸗Virtuosen Herrn
Priedrich IXFrOII aus Brüssel,
mter gefälliger Mitwirkung des hiesigen
Mufikvereins.
1 13
I. Abtheilung.
. „Das treue Herz,“ Mannerchor
von Weber... ,
2. Duverture zu „Tanered“ für Cither
von Rossini.
Triv für Piauoforte zu vier Händen
oon Beet hovene..
4. Fantafie für⸗ Cither über Gebirgs
melodien von Ir. Kroblee
5. Volkslied Chor von Sibcher.
I1. Abtheilung..
z Lied der Landsknechte, Chor
goen Stunz.
»Variationen für VCither“ von Fr.
KLroll. , * 7
3. Potpourri“ „der Prophet“ für
diano von Meherbeer..
Sonate für Cither von Kuhlau—
0. Abschied vom Walde, Chor
bon Mendelssohn..
Eutree Iæ kr.
Anfang halb s Uhr.
De Man erlaubt sich in kunsilie—
jendes Publikum zu diesem Concerte be—
onders einzuladen. da wir in Herrn Kroll
eiinen Cither-Künstler erblichen, den wir zu
jören hier noch nicht Gelegenheit hatten.
Mebhrere Kunstfreunde.
7— J 2324
Geschäfts-Anzeige.
Uuterzeichneter bringd hiermit zur An⸗
eige, daß er unterm heutigen auch eine
Schreibmaterialien⸗
auf hiesigem Platze eröffnet hat und em⸗
pfiehlt solche bei reichhaltiger Auswahl und
ailligen Preisen zur gefälligen Venuhung.
Auch halte ich stets eine große Anzahl
Nr neuesten und: besten! Gebet⸗ und
Andachtsbücher von den einfachsten bis
iu den Llegantesten Einbänden auf Lager.
St. Jugbert 12. April 1867 —
—
Geschäitsagent.
Die Unterzeichneten empfehlen sich, erstere
ui Weißzeugnähen aller Art, zweitere im
Boffriren und Bügeln in allen vorkommen⸗
den Arbeiten, unter Zusicherung guter und
Rompter Ausführung. 57
Elifabetha Allspach,
5 6Ebhefrau von Ad. Ehl.“:
J Eva Allspach,
*Winwe von Georg Gemeinder.
Mehrere Wagen Abtrittsdung vermischt
nit Straßenkehricht (nicht Kohlenasche) sind
u verkaufen bei
Garl Miotte. *
Der Unterzeichnete empfiehlt
ime grope Vnswahl in gut und schön!
earbeit⸗tn Leder⸗ Etiefelchen und
Schuhen zu billigen Preisennn.
Jakob Marrx,
, Schuhmacher.
— — —

5 8 ir Zie suree
VDDach-Schiefe,
Unterzeichneter empfiehlt sein Lager in Saar⸗ Mosel⸗ Rhein⸗Belgi sche⸗ Frauösischen

x Englischen⸗Schiefern, in bester Qualität zu billigen Preisen. 75* wemn 9 iant *
FgDie Degung ganzer Dachflachen jucl. Materigk, wird, unter Gabautie fuͤr solide Arhein
u annehmbaren Preisen übernommen. e e neer4 ——

. ιι ι ν Ph. Lang,“ 2104 ιν α

r e e en .u Babnbojfiraße Si Johann.

8 — J
ααναιανασαααν ι α
. ν —roantit, νν
eeh n gee e e —————
J Hierdurch bringen wir zure allgemeinen Kenntniß, daß v νια
dis HH. Haasenstein &amp; Vogler in Frankfurt a. M Hamburb, 9
Berlin und Basel
aut von uns getroffener Bereinbarung mit denselben fortab allein befugt ind in Deutsch⸗
land Aunoncen für die durch unsere Gesellschaft gepachteten ftanzösischen Blätter zu
oerwitteln, und sind daher Aufträge nur an diese genaunte Firma zu richtein
Varis, den i. April 1805. u
— I000 — J —* 14 jc 6
Gesellschaft Havas Laftito Bullier &amp; —
9 Auknupfend an vorstehende Bekanntmachung der Gesell schaft —A
Rullier &amp; Gico. zu Puris, erlauben wir uns die Herren Injerenten darauf hinzuwei⸗
jen, daß genannte Gesellschaft pvon J . —
S —F * 5— . 59 225* 44
0 der bedeutendsten Blaͤtter in Paris
Giecle, Debats, Constitutionnel, Présce, Patrie, Opinion nationale
1 U 5 77r.3 — ————
J Prance, Temps, Pays, Union —
und 200 Provinzial⸗Blätiern ersten Ranges
den Juseraten⸗Theil gepachtet hat, so vaß Aunoncen, welche in diesen Blaͤttern publi.
tirt werden sollen, nicht direct an die Biaiter, sondern ndie genannte Gesellschaft zu richten
sind, daß mithin Annoncen aus Deutschlaud nur dann zur Aufnahme gelangen können,
wenn dieselben durch unsere Vermiillung ein — — —— —
na Nominelle Liste der Provinzial⸗Blätter, in denen auch die bei großen Aufträgen
eintretenden, bedeutenden. Vergünstigungen genau angegeben siud, stehen gratis und franco be⸗
reitwilligst zu Dienften. — —
Der Wirkungskreis unserer bisherigen Filiale in Paris ist in Folge dieseq Vertrags
an die vorgenannte Gesellschaft ubergegangen, wohingegen nfere Wiener Filiale nicht durch
denfelben berührt wird. F ——— — —
ννHaasenstein &amp; Voglor, Zeitungs- Annoncen⸗Erxpedition
e z rin Frankfurt a. M. Hambura, Berliu und Vasel
J zvůνσααα
—— —— ——0 —6
n r e Portland ⸗—Cement ——
in vorzüglicher· Qualitat zu · bedeutend · ermaßigter· Preifen bet · ··—
.1 — R Tung., —
e —— 1 Bahnhofssiraße Et FJohanü. 2
— —
5f44 pfehlung —— Weizenvorschuß 17 fl. 30 kr.
Geschäfts · Empfehlung bis flEir. Blumenmhie I7 f. Sir
Unterzeichneter bringt einem geehrtenhiesi⸗ dis fl. kr per 700 Kilo Reps
en und auswärkigen Publikum die ergebenste 16 fl. — r bis — fl r. per 835
lnzeige, daß er sich unterm heutigen als Filo, Rübdl ohne Faß 20 ftr ri bis
Schlosser hier eiablirt hat⸗ und -alle 20 fl30 kr. Leinohlohne Faß — l
n sein Fach einschlagenden Arheiten unter eir! big — fl. fr. Mohndi ohne!
Zuficherung promier und reeller Ausfüh⸗ Faß 42 f. tribis fi x. pet!
ung übernimmt. 2** 50 Kilo. Repstuchen —Nn ix. bis,
Auch werden fruerfeste Kassaschränke. ee Branniwein 290 flgo r
Pumpen, eiserne Gartenmöbei bis 80 fi. frn
inn . —
Um geneigte Kundschaft bitteti Frußtureis eißngl daz Mau
ün n t
08 Joh. Jung, Schlosser. genmehl ditis — fl. — ir. Weizen (200
—Mrmiesn vbvidd) u s. gu ix. IG f. — i. —
*5 Vermiethung. Zaorn (180 pfd) I1 ft. 20 tr. ⸗ Ui fic,
Eine Scheuer, ganz in der Nähe des 380 kr. — Gerste (160 11 528 kr.
Zahnhofes, auch zu einem Magazine sich — I * i 020 Pfd..
ignend, ist sofort zu dermiethen; zu er fl. 20 kr. 5 fl. 63— . 553
ragen in der Expd. d. Bl. TæFJram irter
dα Geldsorten 4
vom, 12. April 1863.
Preußische Kassenscheine. 11 44/453
Kreußische Friedrichsdor 3 9 573838
Bistolen ... . 8 4446
dolländische 10 fli⸗Stücke 9 51 e
Ducaten —V —— — — 34436
20 Francs⸗Stücke. —D——
Fuglische Souvereings .11 31335
Kold per Zollfund jein .
Zochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollavs in Gold. 322712
—

Worms den 12. Aprilil.
Wuir notiren heute: Weizen 16 fl. 180 kr.
is — fl. — tr. Roggen 12fl. — ir.
bis — fl. — ir. Gercste 11 fi. 40 k.
dis — fl. — kr, per 100 Kilo,, Hafer
õ fl. 80 kr. bis — fl. — ir. ꝓper 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. — kr. bis —

— fkr. Roggenmehl — fl.— Ar. bis —
— r. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kri bis
Redaktion, Druck und Verlag von J. X Demetz in St, Ingberr.
        <pb n="179" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
—A
der St. Juͤgberter Anzeig éx“ uit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag,
ind Samsta g. Abonnementsdreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Nro. 47.. Donuerstag, den 18. April J —1867.
— —— —— —— —— —AÆESS

αασ
Deutschland.

München, 12. April. Eine neuliche Miktheilung über
die beabsichtigten größeren Uebungslager bestätigt sich, und wird
der Befehl bezüglich der Zeit der Errichtung, der Zahl und Zu—
ammensetzung jenet Lager schon in allernächster Zeit erwartet.

München, 14. April. Man erwartet in den nächsten
Tagen die Besetzung der Kegierungspräsidentenstelle der Pfalz.
Wie man vernimmt, wurde an entscheidender Stelle' für jenen
ßosten unter andern aufmerksam gemacht auf den bisherigen Prä—
identen des pfälzischen Landraths, Anwalt Böcking in Landau.
Derselbe ist nicht nur in der Pfalz allgemein geachtet, sondern
much ein Mann von Talent und von Unabhängigkeit des Charak-
sers und Vermögens. Ob er die Stelle annehmen würde, ist eine
indere Frage. 6pf. 3tq.).

Mänchen, 14. April. Die Bayer. Ztg. schreibt: Se. k.
5. Herzog Karl Theodor in Bayern, höchstwelcher sich mit der
serzoglichen Familie seit einigen Wochen jin Possenhofen befindet,
vird morgen die beabsichtigle Reise A antreten. Seine
Abwesenheit von hier wird sich auf die Dauer einiger Monate er—
trecken. (Einige Blätter brachten die Nachricht, der Prinz wolle
aus Vrirodhch über den Tod' seiner Gemahlin in ein Kloster
ehen.) ß 3 33.
re Mäünchen, 14. April. Wie deim', Nürnb. Corr.“ von gu—
er Seite berichtet wird, soll Graf Taufflirchen in besonderer Sen—
ung nach Verlin gereist sein.

Maäünchen, 15.. April. Nach der „Allg. Ztg. hat der König
zurch ein Handschreiben. an den Kriegsminister v. Prandh unter
em erneuerten Ausdruck ganz besonderen Vertrauens in dessen
dewährte Tüchtigkeit und Hingebung das von demselben einge⸗
reichte Eutlassungsgesuch definitin ablehnend beschieden. — Der
Minister des Junern v. Pechmann ist der „Bayer. Ztg.“ zufolge, gestern
Abend wieder in München eingetroffen. Ju der Pfalz hatte der Hr.
Minister Landau, Speyer, Germersheim, Neustadt, Dürkheim,
Qaiserslautern, Zweibrücken, Pirmasens, Dähn, Bergzabern, Lud—
vigshafen und die Kreisirrenanstalt Klingenmünster besucht.

Ludwigshafen, I6. April. Die gestern erwähnten
Enthüllungen der Kölner Zeitung über die preußischen Bündnisse
nit den suͤddeutschen Staaten bestehen wesentlich in dem Folgen—
zen: Die Südstaaten waren geleitet von dem richtigen Gefühl,
zaß es in Deutschland eine leitende starke Macht geben müsse
Bis zum Krieg hatten sie diese Macht in Hesterreich gesucht; nach—
dem dieses aber geschlagen war, erfaßten die Südstaaten sofort
en nationalen Gedanken in seiner Richtigkeit, daß ein starkes
deutschland nur durch einen Anschluß an Preußen geschaffen wer—
den könne. Eine Anlehnung an Frankreich war ihnen nie (N) in
den Sinn gekommen. Preußen wiederum, bevor es diese Ten—
enz klar erkannte, hatte damals zunächst nur darauf Bedacht ge—
ommen, eine möglichst starke preußische Macht zu gründen und
u diesem Zwecke auch Oberhessen sowie den auf dem rechten
Mainufer gekegenen Theil Bayerns einzuverleiben. Bei den Frie—
»ensverhandlungen verlangte Bismarck, daß alle Süddeutschen
Staaten pro xata der Bevölkerung in gleicher Weise zu den La—
ten des Krieges herangezogen würden, und daß deshalb sowonl
Darmstadt als auch Bayern für die abgetretenen Gebietstheile von
Württemberg und Baden entschädigt würden. Für Darmstadt
var als Entschädigung für die eventuelle Abtretung Oberhessens
ntweder die Rheinpfalz oder das Aschaffenburger Gebiet in Aus—
icht genommen. Bayern hätte von Baden und Württenberg ent—
chädigt werden müffen. Den süddeutschen Staaten war diese
lussicht auf beträchtliche Gebietsabtretungen durchaus unerwünscht.
Zie ergriffen zur Abwendung derselben die Iniative und machten
»en Vorschlag eines Schutz« und Trutzbündnissrs mit Preußen.
Als Bismarck von dem Ernst und der Ehrlichkeit des Angebotes
iberzeugt war, verzichtete er auf die Gebietsvergrößerung Preußens
Gunsten einer allgemeinen Solidarität der deutschen Staaten;
ind so kamen die Bundniffe zu Stande welche dem Ausland ge—

genüber eine Gemeinsamkeit der politischen Haltung herstellen, die
dem Rationalgefühle durchaus entspricht.

Frankfurt, 15, April. Frankfurt behält sein Appella—
ionsgericht, dessen Verlegung in eine andere Stadt im Plane war,
Dresden, 15. April. Das amtliche Dresd. Journ. de—
nentirt die Zeitungsnachricht von der Uebernahme des sächsischen
Bostwesens durch Preußen: es bleibe in dieser Hinsicht bei dem,
bas im norddeutschen Bundesverfassungsentwurfe vorgesehen sei.

— * (Fr. J.—
Leipzig, 12. April. Als Professor Roßmäßler's „letzte
Worte“ finden wir in der „Zukunft“ Folgendes aufgezeichnet:
„Ich hätte gern noch ein halbes Jahr gelebt, bis dahin wird
vohl die Nacht gewichen sein, welche sich uͤber unser allgemeines
Paterland gelagert hat. (Ein paar Minuten später:) Ich hoffe
neine Freunde vergessen nicht, was ich ihnen immer aus Herz
gelegt, daß kein politischer Fortschritt möglich ist ohne Volksbil⸗
dung.

Hannover, 14. April. Der heutige Geburtstag der Kö—
nigin jollte durch Flaggen und Illumination gefeiert werden. Die
—ED
Berlin, 12. April. Die Errichtung der fünften Schwa—
ronen bei sämmtlichen 64 Cavalerie-Regimentern soll jetzt aus⸗
eführt sein, ausgenommen die beiden ehemaligen kurhessischen
degimenter 13 und 14, bei denen erst im Herbst diese Vermeh⸗
ung eintreten wird. Gleichzeitig ist die Friedensstärke der Ca—
alerie⸗Reg. auf je 712 Mann und 687 Pferde und für das
—E
Jesetzt worden. Bei dem mecllenburgischen Dragoner⸗ und dem
raunschweigischen Husaren-Reg. bleibt die Errichtung der fünften
—„chwadron ebenfalls bis zum Herbst ausgesetzt. Durch die Ue—
erweisung der zwei hamburgischen Schwadronen wird dagegen
eim oldenburgischen Dragoner-Reg. die Bildung der fünften
zchwadron sofort bewirkt. — In einem der hiesigen Gymnasien
rschoß sich gestern vor voller Classe ein Tertianer; weil derselbe
nicht versetzt worden war. Auf die Mitschüler machte das Ereig-
niß einen entsetzlichen Eindruk. Bei dem Sohn eines Professors
iußerte sich dieser Eindruck in einem heftigen Blutsturz.

Berlhin, 15. April. Die Freunde des Verfassungsentwurfes
rönnten mit aufrichtiger Befriedigung auf die heutige Sitzung des
steichstages blicken, wenn nicht der Minister des Innern, Bun—
escommissär Graf Eulenburg über die Diätenfrage eine Rede
jehalten hätte, welche ganz unnützer Weise tief verletzt hat, und
n Süddeutschland einen sehr nachtheiligen Einfluß mit voller Be—
rechtigung üben wird. Der Mimister hat sich auf den conserva—
iven Parteistandpunkt gestellt; ob diese Wahl eine glückliche war,
vird er nach den Worten des Grafen Schwerin am besten beur—
heilen koͤnnen. Ich vermuthe, daß ihm eine entschiedene Ant—
vort im Abgeordnetenhause, welches am 29. April zusammentritt,
verden wird. In des Grafen Bismarck Zügen läßt sich sich le—
en, und da müßten sich vielt, viele im Hause Anwesende sehr
rren, oder auch ihm wurde bei der Rede des Grafen Eulenburg
mbehaglich zu Muthe. Die Sitzung wurde abgebrochen, weil
nan sich noch über das Forckenbed'sche Amendement zu Art. 69
erstaändigen wollte. Morgen werden die Berathungen beendet,
im Mitiwoch wird die Session durch den König geschlossen. In
tetreff Lurxemburgs hat man jetzt hier authentisch Kenntniß von
»en großartigen Rüstungen Frankreichs erlangt, und als ich heute
ine den Verhältnissen sehr nahe stehende Person frugte, ob wir
enn ganz ruhig bleiben, da bekam ich die Antwort: „Das ist
jar nicht nothwendig: wir haben sogar so viel Pulver vorräthig,
Zaß wir welches an Frankreich ablassen können.“ Es wird mir
erner mitgetheilt, daß, da durch die Verträge von 1839 die ag⸗
zatischen Rechte der älteren nassauischen Linie auf Luxemburg ge—
ichert und diese Rechte durch die Erwerbung Nassau's auf Preu—
en übergegangen sind, Preußen diese Rechte eventuell geltend
rachen wird. Was die beabsichtigt gewesene Reise des Koönigs
ach Paris betrifft, so sind alle neueren Gerüchte in der Presse
        <pb n="180" />
        ungenau. Bei längerer Dauer der gegenwärtigen Lage unter—
blebt die Reise gan sicher. Eben so ünbegründet sind augenblick
lich die Nachrichten über Vorkehrungen zu Militärtransporten auf
den Eisenbahnen und über den Rücktritt des Kriegsministers. Er
wie Bismarck denken jetzt gewiß nicht darau, diese Ehrenposten zu
verlassen. F F —

Berlin. 15. April. Die Frankfurter Blätter enthalten folgendes
Telegramm: „Der Reichstag erledigte in seiner heutigen Schlußbe—
rathung die Art. I2759 gemäß dem Resultat der Vorberathung
und verwarf alle neu eingebrachten Amendements. Art. 32, die
Bewilligung von Diäten betreffend, wurde gestrichen und der Weg—
fall der Düten festgestellt; für den Wegfall waren 78 gegen90
Stimmen.“ — Zu den verworfenen Amendements gehören ü- A,
das zu Art. LI, die Forderung eines veranwortlichen Ministeri
ums, und das zu Art. 21, die Befreiung der Beamten von Zah⸗
lung von Stellvertretungskosten betreffend.

Berlhin, 16. April. Im Reichstag wurden heute die Art
60 und 61 der Bundesberfassung, dem Resultat der Vorberathung
gemäß, angenommen, dagegen das Amendement des Grafen Stol—
berg abgelehnt, wonach die Heeresleistungen bis zum Erlaß eines
Bundesgesetzes unverändert bleiben. Graf Bismarck hatte die An
nahme des Amendements empfohlen. Zu Artikrl 62 wurde das
Amendement des Herzogs von Ujest mit 202 gegen 80 Stimmen
angenommen, die übrigen Artikel des Verfassungsentwurfs wurden
ohne große Debatten erledigt. Bei der Gesammtabstimmung wurde
der Entwurf mit 230 gegen 58 Stimmen angenommen. Die
Polen protestirten dagegen und legten ihre Mandate nieder Mor—
gen sindet die Schlußsitzung statt.

Berlin, 17. April. Bezüglich der Behauptung, daß Preu⸗
ßen besondere milstärische Vorkehrungen treffe, wird aus authenti⸗
scher Quelle versichert, daß lediglich die im berflossenen Herbfi
begonnene Erweiterungsorganisation der Landwehr jetzt vollendet
wird. Von den Gewehrfabriken werden keine außerordentlichen
Leistungen gefordert, da der vorhandene Vorräth an Zündnadel⸗
gewehren für die nöthig gewordene größere Verausgabung hinreicht
Von einer Armirung der Rheinfestungen ist nichts bekannt. *

Wieen, 18. April. Aus verschiedenen Städten des Aus—
landes wird gemeldet, daß die dort zum Besuche weilenden! öster—
reichischen Offiziere die Weisung erhalten hätten, unverzüglich zu
ihren Regimentern zu stoßen.

Wien, 16. April. Die hiesige „Prefse“ (ein Blatt, das
seither aus verbissenem Preußenhaß die franzößische Allianz pre—
digte) spricht sich heut hinsichtlich der Luxemburger Frage und der
Stellung Oesterreichs zu derselben dahin aus: Oesterreichs Be—
ruf in dieser Angelegenheit sei unparteiische Vermittelung. Frank
reich — sagt genanntes Blatt — solle bedenken, was es heißt,
eine große gebildete und gleichmächtige Nation“ gegen stch zu ha⸗
ben, aber auch Preußen solle nicht die wilde Energie des franzö—
sischen Geistes unterschätzen und Gras Bismarck sich hüten in die
Fehler seines Gegners zu verfallen und das Nautionalitätsprincip
zu überschrauben. Die“ Luxemburger Angelegenheit sei in erster
Linie eine Rechtsfrage, in zweiter eine Gleichgewichtsfrage, ers
in dritter dürfe ihre nationale Bedeutung in Betracht kommen.
Mit dem Streben˖ zur Umkehr diefer Rücksichtordnung könne und
dürfe Oesterreich sich niemals befreunden.“

Frankreichh.

Paris, 13. April. In einem Artikelchen, „Eine Erinne⸗
rung“ überschrieben, setzt die „Liberte“ auseinander, daß zwar der
berwundbarste Fleck für Frankreich hinter Saarlouis und Landau
liege, daß aber auch Luxemburg von der größten Wichtigkeit,
Von Saarlouis und Landau aus bedroht, sei Luxemburg unhalt⸗
bar, es habe sich 1795 gezeigt; und als Frankreich die Linie
Vauban's besessen, konnte der „Moniteur“ vom 7. Dezember
1794 Luxemburg „einen der Schlüssel Deutschlands“ nennen. Am
3. Prairial des Jahres II der Republik kündigte der Volksre⸗
präsentant Talot die Einnahme von Luxemburg in folgendew
Briefe an: „Mit großer Freude kündige ich euch, liebe Kollegen
die Uebergabe der Festung Luxemburg an. Der Besitz Luxem
burgs ist in jeder Beziehung von der höchsten Wichtigkeit; er
sichert uns unbedingt ein prächtiges Land, schafft uns 60,000
Mann, ist ein unüberschreitbarer Wall gegen unsere Feinde und
wird uns bald einen glorreichen, Frankreichs würdigen Frieden
berschaffen.“ — Die „Liberte“ solgert daraus, daß Frankreich
nicht nur Luxemburg, sondern auch Saarlouis und Landau haben
müsse, denn dadurch erhalte die Festung Luxemburg erst ihre
eigentliche Wichtigkeit. (Mit dem Namen Landau begreifen die
Leute natürlich nur kurz die Rheinpfalz; jener Name ist ihnen
geläufiger als etwa der Germersheims.)

— Uebereinstimmende Mittheilungen aus Paris bestätigen
die Nachricht, daß das Tuileriencabinet eine Depesche nach Berlin
gerichtet habe, deren Inhalt „Avenir National“im Wesentlichen
wie jolgt wiedergiebt: „Ich verzichte darauf, Luxemburg zu kau⸗

ten; aber räumen Sie die Citadelle.“ Graf Bismard's Antwort
zabe gelautet: Nichts lieber als das, aber es ist mir unmöglich;
es ist zu spät.“
Paris, 15. April. Der“,Avenir national“ theilt aus
Lyoner Briefen verschiedene Thatsachen mit, für deren Richtigkeit
wir ihm die Verantworilichkeit überlassen. „Seit einigen Tagen,
heißt es diesen Briefen, werden auf dem Güterbahnhof von Lyon
ungeheure Massen von Kriegsmaterial, Kanonen, Haubitzen ⁊c. ꝛc.
perladen. Innerhalb weniger Stunden wurden vor meinen Au—
zen zwanzig Wagen gepackt.Namentlich werden' dieKanonen
bon den Laffeten genommen und in hermetisch (19 verschlossenen
Wagen untergebracht, so daß Niemand unterwegs von dem In—
halt dieser Güterwagons etwas erfahren kann.“ .. „Das
seriegsmaterial von Lyon geht nach Osten; die ganze Artillerie
ist ausgeräumt. — Wir haben in vier Tagen nahe an175,000
Geschützkugeln befördert. Alle Laffetten für Belagerungsgeschütze
und alle Plane sind bereits weggeschickt. Die Gensdarmerie—
Pferde werden sür die Cavallerie requirirt. Die Regimenter
werden in Folge eines um 8 Uhr (14. nn ieee
fehlls organisirt und je um ZCompagnien verstärkt. Die Solda⸗—
len werden jeden Tag eingeübt, je zu 8. Mann, im Freien zu
lagern und abzukochen. Man spricht auch, allein nur in offiziöser
Weise, von einer Reorganisation der Artillerie, die um ein Drit⸗
el permehrt werden soll.
Paris, 15. April. Der „‚Liberte“ geht in ihrem Kriegs-
eifer immer weiter; gestern und vorgestern begnügte sie sich noch
mit dem preußischen Festungsviereck Luxemburg, Saarlouis, Mainz
und Coblenz, heute aber verlangt sie bereits, daß Frankreich das
Kriegsrecht iu jeiner Ansdehnung zur, Anwendung hringe und den
Rhein zur Grenzscheide zwischen, sich und Deutschland mache. Aber
erst haben! Der arenin moatienarbemet zu dieser neuen
-Zchwenkung Girardins: „Wir wünschen der Liberte, daß sie durch
hre neue Politik das Recht der öffentlichen Debits wieder erlange.“
die liberale Presse tritt immer entschiedener zu Gunsten der Er—
jaltung des Friedens auf. — Es wird fortwährend mit außer—
ardentlichen Anstrengungen gerüftet. Bei einem Armeeliferanteti
iefen an einem Tage von 85 Regimentern bedeutende Bestellun⸗
gzen ein uünd derselbe versichett, daß seit dem italienischen Kriege
niemals Anschaffungen von auch nur annähernd gleichem Umfange
zemacht worden seien. Aeußerlich vermeidet man jedoch Alles
was Aufsehen erregen könnte. Der Constitutionell dementirt zum
Beispiel heute sehr scharf den Correspondenten der Times, der von
iinem bis in die Nacht verlängerten Ministerrathe berichtet hatte,
n welchem man über die Eventugalität'eines Ultimatums an Preu⸗
zen verhandelt hatte — Als Curiosum zur Kennzeichnung der
Stimmung sei das Gerücht erwähnt Hr.“vi Rothschild habe im
Verein mit mehren anderen Banquiers dem Kaiser für einen
Krieg gegen Preußen eine Milliarde angeboten. Das Haus Seil—
iiere allein soll bereit sein 10 Millionen zu liefern. Marschall
stiel dringt energisch darauf, daß man die Armeereform schleunigsi
zum Abhschluß bringe. Hr. Rouher soll daher bereits die Drohung
Jaben fallen lassen, man werde eventuell die“ üeue“ Organisation
nuf dem Wege des Decrets einführen. Uebrigens zeigt sich die
Commision sehr gefügig und eine Verständigung mit der Regie—
rung steht nahe bevor, — Dle France zeigt die vollständige Ge—
nesung des kaiserl. Prinzea an. Wenn nur nicht wieder ein
Rückfall eintrit ! *
Pariis, 15. April. Ein Blatt von Bar-le-Duc meldet,
»aß zwei Ppreußische Officiete, welche Pläne von den Befestigungen
Thionvilles aufnahmen, am 11.April daselbst arretirt worden
ind.“ (Thionville, zwischen Luxemburg und Metz, ist das alt⸗
deutsche Dietenhofen. Uebrigens werden die Franzosen ihrer lie—
»enswürdigen Art nach jetzt in jedem reisenden Deutschen einen
Spion sehen). 5 J
Paris, 16. April.Der Moniteur bringt ein Cirkular des
sKtriegsministers vom Gestrigen, durch welches die Taxe für Befrei—
ung vom Kriegsdienste auf 3000 Fr, erhöht wird. (Dieselbe be⸗
trug seither 2300 Fr)).
Paris, 17. April. Die „Patrie“ läugnet nicht, daß mi⸗
litärische Vorbereitungen stattfinden, glaubt aber, daß durch die
keste Haltung Frankreichs der Friede gesichert würde. — Die
France“ dementirt die Verhaftung von vreußischen Offizieren.
England.
London, 6. April. Ein Reisender, welcher nach längerem
Aufenthalte aus dem Innern Mexico's zurücktehrt, giebt eine
Mitleid erregende Schilderung der Zustände des Kaiserreiches.
Welf und Waiblinger schlagen auf sich und Andere los und rau⸗
»en, was in ihren Bereich fällt. Die Posten zwischen Mexico
und Vera⸗Cruz werden regelmäßig ausgeplündert; in demselben
Tempo, wie die Franzosen von Ort znu Ort nach Vera⸗Cruz zur
Finschiffung hinmaschirten, folgten die „Liberalen,“ theils Solda⸗
en, theils Briganten. In Oqaiaca ist der hrasilianische Consul, der
        <pb n="181" />
        dom Kaiser das Amt eines Commissars angenommen hatte, von
den Juaristen erschossen worden. Die Kaiserlichen treiben untev⸗

deß, wo sie hinkommen, Zwangsanleihen ein und pressen zum

Soldaten, wen sie nur abfangen koönnen. In Fabriken dringen

sie ein und schleppen die Arbeiter — tauglich zum Waffendienste

—0

deute die erste Gelegenheit wahrnehmen um fahnenflüchtig zu wer⸗

zen, versteht sich von selbst. Die im November erfolgte Abreise

Fes britischen Gesandten, P. E. Scarlett, motivirt unser Ge⸗

vahrsmann daraus, daß der Kaiser die; Generale Miramon und

hearques aus der Verbannung zurückberufen hegd Er schließt
ine Schilderung mit einem Blicke auf die Lage Vriko's am 8.

Marz d. J.e Auͤe Pofitionen von Wichtigkeit. —nmen ein⸗
sig die Sladte Mexico und Vera⸗Truz, waren Sanm Handen
)a Republikaner; der Handel in allen Zweig⸗ — durchaus
darnieder.

Vöondon, 11. April. Welche Begriffsverwirrung gach in
der englischen Presse häusig herrscht, davon gibt die Morning
host wieder einen glaͤnzenden Beweis. Dieses Lodoner Blatt
sagt nämliche Sollte Preußen auf der Einwerleibung Luxemburgs
in Deutschland bestehe, so wäre das Aergste zu fürchten. Frank⸗
eich kunte dann nie und nimmer zuxückweichen.“ Also Luxem⸗
zurg gehört nicht zu Deutschland) Und Frankreich darf nur be—
sehren, und Alles muß schweigen und weichen u 35

77 l. Italien. ——

In Rom'ist aͤn Auftuf zur Erhebung verbreitet worden,
welcher Garibaldi zu untarstützen verspricht. Die Bevölkerung ist
ruhig geblieben und die Regierung hat Truppen zur Bewachung
der Grenze abgesandt. Rom war am 12. d. als dem Jahres⸗
—DD Stadt, glänzend er⸗
leuchtet. —

Florenz, 10. April Ferxara, der muthige Deputirte, der
das Finanzportefeuille übernommen, ist Sicilianer und genießt
As smanzieller Fachmanm eines guten, Rufes. Das Defizit be⸗
rrägt mindestens 250 Millionen. Nimmt man selbst eine Reduc;
ion des Militärbüdgets auf 120 Millionen an, so erziehlt man
dadurch nur eine Ersparung von: 25—80 Millionen. In allen
inderen Verwaltungszweigen dann man mit den äußersten Anstren⸗
Jungen höchstens noch 10 7515 Millionen erübrigen. Die Beam⸗
en sind ohnehin schiecht befoldet, und selbst ein Minister erhält
zur 17,000 Färs, jährlich.“ Durch Sparsamkeit allein kann man
also im besten Falie höchstens 50 Millionen vom Ausgabebüdget
treichen, als zweites Heilmittel schlagt. man eine bessere Methode
der Erhebung der Steuern vor. Aber eine solche läßt sich nicht
in Handumdrehen schaffen und dürchführen; man wird dazu einer
mehtjährigen angesirengten Arbeit bedürfen. Wenn man in den
aächsten Jahren durch derartige Reformen etwa 25 Mill. mehr
einbringen kann, so hat man allen Grund, sich Glück zu wünschen.
Es bleiben also noch viele Millidnen zu decken. ———

Florxie nz,u 18. April. Die Verhandlungen in dem Prozesse
Bersano sind geschlossen. .3, Dtn
Floren z, 14.April.“ Die Deputirtenkammer hat dem Frie—
densvertrag mit Oesterreich mit 228 gegen 15 Stimmen ihre Zu—
timmung ertheilt. —V —
Florenz. 18. April. Petsano ist zum Verlust det Groß—
idmiralswürde und zum Ersatz der Kosten verurtheit.
ESelbst die Kolnische Zeitung, diese bekannte' Italianissima,
schreibt: Die Stimmung auf der Idurch Garibaldi mit Hülfe
der Engländer und Piemontesen) befreiten Insel Sicilien ift seit
Jahr und Tag eine gedrückte; gegenwärtig hat sich der Bevölke⸗
rungen aber ein solcher Schrecken bemächtigt, daß man jeden Tag
den Ausbruch eines Aufstandes erwartet. In Palermo verprovi—
mtiren fich die Leute füt den Fall, daß die Stadt eingeschlossen
würde. Wenn die französische Partei es durchsetzt, daß Italien
— —
zu jeder Stunde dem Kaiser Napoleon Heerfolge leisten zu können
d geht der italienische Einheitsstaat der galoppirenden Schwind⸗
sucht entgegen.“
Petersbaur'g, 9. April. Die polnische Emigration hat
ncch Angabe der Blätter ihre Organisation vollendet, d. h. sie
hat sich nach echt polnischer Art in vier Lager gespalten, die ein—
inder tapfer bekämpfen.“ Der Anführer des socialdemokratischen
Lagers ist der bekannte Unglücksvogel Mieroslawski. Eine posi—
9 Bedeutung haben diese Organisationsspielereien nicht.

Amerika. —W

New-York, 183. April. Raymond ist zum Gesandten
n Wien ernannt. Ojfizieller Angabe zufolge ließ der Kaiser von
Desterreich den Präsidenten Juarez durch Herr Seward ersuchen,
den Kaiser Maximilian vorkommenden Falls als Kriegsgefangenen
u behandeln

ie Vermischtes. — p Use

2. 4Mündchen, 15. April. Der königl. Ministerialrath im
Ztaatsministerium des Handels und der öffentl. Arbeiten⸗ Herr
Zraun, ist gestern Abends von Paris, wohin er sich als königlich
sayerischer General-Commissär für die dortige Ausstellug begeben?
zaite, hierher zurückgelehrt.

234 Barmen. Die Mittheilungen, welche die deutsche uud aus⸗
bärtige Presse über die jetzige Lage Ferdinand Freiligrath's
zringt, find den hiesigen Freunden des Dichters nicht unbekannt
eblieben und haben diese veranlaßt, in einem Aufrufe an die
Heutsche Nation zu Beiträgen für ein dem Dichter zu übergeben⸗
des Rational-Geschenk aufzufordern. Berechtigt diesen Schritt von
dier aus zu thun, glaubte man sich dadurch, weil Freiligrath
ieroris verschiedene Jahre seines Lebens verbrachte, und weil es
berhaupt wohl weniger darauf- ankommt, von wem, als daß
berhaupt die Sache in Anregung gebracht wird. — Der Ver⸗
eger der „Gartenlaube“, dieses weitverbreitesten deutschen Blattes
sa den hiesigen Herrn feine Unterstützung zuͤgesagt, und so wird
her Aufruf, mit einem vorhergehenden Gedichte von Emil Ritter⸗
aus, in einer der nächsten Nummern (am 26. ds.) der „Garten—
aube“ erscheinen und jedenfalls die erforderliche Theilnahme in
illen Schichten, unseres Volkes erwecken. Es gilt, den Lebens-
bend eines bedeutenden Dichters von drückenden Sorgen zu be⸗
reien und den Beweis zu führen, daß ein großes Volk seine
jervorragenden Männer zu ehren weiß.

4Köln. Eine Deputation der Bürgerschaft von Frankfurt am
Main überbrachte am 9. d. eine Adrefse au Herrn, Classen-Cape.
„elmann, begleiter von einem prachtvollen Ehrengeschenk. Das
xhrengeschent besteht in einer vier Fuß hohen, aus gediegenem
Silber gearbeiteien korinthischen Säule, auf deren Spitze, eine
mit dem Wappen und den Emblemen der freien Stadt Frank—
urt bezeichneie allegorische Figur steht. Der Piedestal enthält in
Basreliefß den Römerberg, die Pauͤluskirche, die Germania und
zas Porträt des Beschenkten.
4.Wie⸗ ein Correspondent der „Koln. Ztg.“ wissen will, würde
daiser Max sein Miramare nicht wiedersehen. Einem in Wien
ingetroffenen Telegramme zufolge, soll derselbe jenseits des Oce—
ins sein Ende gefunden haben, von den Mexicanern gehängt
worden sein. Die auf einem derartigen Umwegein die Oeffent⸗
ichkeit gelangte Nachricht scheint von vornherein wenig glaubhaft.
4 Der Kaiser von Rußland hatte dem Herrn Fox, der in
inem außerordentlichen Auftrage des; Kongresses der Vereinigten
Staaten von Amerika nach Rußland gekommen war, als Zeichen
Illerhöchst seines Wohlwohlens eine kostbare Tabaksdose, mit Bril⸗
anten verziert, geschenkt. Da die Beamten der Vereinigten Staa—
en nicht das Rechi haben, ohne Bewilligung des Congresses Ge—
henke von fremden Mächten anzunehmen, wurde Herrn For und
einen Begleitern durch ein besonderes Gesetz gestattet, die ihnen
»om Kaiser vou Rußland verliehenen Geschenke anzunehmen; ein
inderes Gesetz befreite sie von der Entrichtung der Steuer fürx.
diese Gegenstaͤnde, was nicht unwesentlich war, da-für die Ta⸗
haksdose allein ein Eingangszoll von 4000 Dollars hätte entrich⸗
et werden müssen.
*127*1
4 2* —
Landwirthschaftliches.

Stand der Früchte. Wiewohl das Wetter in der letzten
Woche des März und in der ersten Woche des April sehr rauh
var, hat doch die Vegetation bereits einen gulen Anfang genom—
nen; zahlreiche Bäume und Sträucher find mit schönem Grün
hekleidet und Mirabellen, —V
xrangen in der Blüthe; die Wiesen und andere Rasenplätze haben
hr Frühlingskleid angezogen und die Winterfruchtfelder haben es
hnen zuvor gethan. Der Roggen hat in wärmeren Lagen bereits
Zandlänge erreicht und der Waizen zeigt eine schöne Bestockung.
Fast allgemein lauten in dieser Beziehung die Nachrichten günstig, nur gus
Ren konlinentalen Flußniederungen wird mit Recht Klage gesührt, daß
das nun Wochenlang andauernde Hochwasser-doch mehr Schaden
verursacht hat, als man noch, jüngsthin vermuthete. Am Rhein
venigstens ist an der ganzen Linie von Basel bis Bingen das
Waffer stundenweit in das Flachland hineingegangen und hat
manches hoffnungsvolle Winterfruchtfeld vernichtet. Einen sehr
erfreulichen Stand zeigt der neue Klee und auch ältere Kleefelder,
die bereits ziemlich lückenhaft geworden waren, versprechen bessere
Irträge, als man im worigen Herbst hoffen durfte. Ueberhaupt
deutet Vieles darauf hin, daß die diesjahrigen Futterbestände
schöne Erträge geben werden. Die Bestellung der Frühjahrssaat
nist bereits alerwärts wegen der Nässe des Bodens verspätet; erst
Rier und da, sind Gerste und Hafer zur Aussaat gekommen, weil
nan fürchtei sie schlecht unterzubringen, wie denn überhaupt die
Bestellung der Felder in diesem Frühiabre Vieles zu wünschen
übrig läßt.
        <pb n="182" />
        ⸗ .
Versteigerung.
Donnerstag den 2., Freitag den
3. und Samstag den A. Mai
186 7, jedesmal Vormittags 9 Uhr an⸗
rangend, zu St Ingbert in seiner Behau—
sung und in seiner Fabrik, läßt Herr
Peter Quiring dahier, wegen Woͤhn⸗
sitzveräuderung gane sämmtliche Immobi⸗
ien, Wohnhaus, Fabrikgebäude
u. Ackerland, A Bauplätze, ebenso
seine Maschienen und Werkzeuge
auf langjährige Zahlungstermine vor dem
kgl. Notar Horn dahier versteigern. —
Die Versteigerung beginnt am 2. Mai
1.. J., Bormittags 9 Uhr, wobei das
Ganze vorerst en bloe ausgeboten wird;
erfolgt kein entsprechendes Gebot, so ge—
schehen die Zuschläge im Einzelnen. —
Bis zum Versteigerungstage kann das
Ganze fortwährend aus freier Hand ver—⸗
kauft werden im Geschäftsbureau von
Westphälinger.

St. Ingbert im April 1867.
Viemarkt in Blieskastel
am Dienstag den 28. April 1867

Blieskastel den 16. April 1867,
Das Bürgermeisteramt
P. Knaps.
Holzversteigerung.
Dienstag den 30. April l. J. Vormit—
tags 10 Uhr im Schulhaus zu Ormes⸗
heim, werden die nachbenaunten Hölzer
aus dem dasigen Geneindewalde Schlag
Betttel versteigert, nämlich:
1724 Klafter buchen Scheitholz VI. Kl.
309. Klafter gemischtes Prügelholz,
24 Klafter aspen Prügelholz,
106,00 gemischte Reiserwellen.
Exrfweiler den 15. April 1863.
.Das Buürgermeisterant,
—F Brauuberger.
Ostersonntag und Montag
Bu

bier

vom Faß
à A kr. per Schoppen.
Auch wird Schenkbier verzapft.
L. Weirich.
Farben feinst in Oel abgerieben und
ertig zum Anstreichen empfiehuͤ:
Weiß 12. 15'u. 18 tIr.
Grün hell u. dunkel 12 u. 15 kr.
Noth hell u. dunkel 12 u. 15 kr.
Gelb hell u. dunkel 9u. 12 ir.
Braum hell u. dunkel 15 kZhz.
Zinkweiß 21 r.
Trockenpulver 18 kr.
Philipp Klinck
im Ort.

Die Unterzeichneten empfehlen sich, erstere
im Weißzeugnähen aller Art, zweitere im
Goffriren und Bügeln in allen vorkommen⸗
den Arbeiten, unter Zuficherung guter und
prompter Ausführung.

Elifabetha Allspach,

2 Ehefrau bon Ad. öhl.

Eva Allspach,
Wittwe von Geora Gemeinder
—

8 — — —
2 3 *
Tanuen-Bauhölzer..
Unterzeichneler empfiehlt sein wohlaffortirtes Lagennetn Dei r ef u
. in Stämmien von ?/5 bis ẽ/s den Cubilfuß zu 7 Sgr., S ae 3B in. 7
——— ιιß Pfennige,
ESyarren pro lausenden Fußß.1 ———
Zu denselben Preisen liefere ich bei ganzen Waggonladungen die Hülzer auf alle Stati-
ionen der Pfälzischen Ludwigs⸗, Saarbrücken- Trierer und Rhein⸗Nahe⸗-Eisenbahn. — Die Anfuhr

zer Hölzer vou meinem Lager zur Baustelle wird aufs Billigste von mir besorgt. 6
Ferner empfehle ich zu äußerst belligen Preisen Eichen⸗ Tannen⸗ S Kiefern⸗Dielen,
Bohlen &amp; Latte. . —
P. Laug, ..
vmare. Bahnbofs stra ße St. Joha nn. C

5Ixial vo —

äumt. ⏑
I —S 437 b8
e* —*X 3 J B *4 *1 *447 t
Hierdurch bringen wir zur allgemeinen Kenntniß, dadß

dio HH. Haasenstein &amp; Vogler in Frankfurt a. M., Hamburg,
Berlin und Bag
laul von uns getroffener Bereinbarung mit denselben fortab allein befugt sind in Deutsch⸗
land Annoncen fur die durch unsere Gesellschaft gepachteten französischen Blätter zu
vermitteln, und sind daher Aufträge nur an diese genannte Firma zu richten.
Paris, den 1. April 1867.

—— 8 — ic
Gesellschaft Havas, Laffite-Bullier &amp; Gꝛ
. Auknüpfend an vorstehende Bekanntmachung der Gesfellschaft Hnvas, Laumite⸗

Bullier &amp; CGio. zu Puris, erlauben wir uns die Herren Inserenten darauf hinzuwei⸗
jen, daß genannte Gesellschaft vohn —
2 ⸗ * J * —F
10 der bedeutendsten Blätter in Pari
Giocle, Débats, Constitutionnel, Presse, Patrie, Opinion national, 8*
France, Temps, Pays, Unio 3 ⸗—
2. *357 — 4387 — —
uud 200 Provinzial⸗Blättern ersten Ranges
den Inseraten⸗Theil gepachtet hat, so daß Annoncen, welche in diesen Blaͤttern pitbli⸗
cirt werden sollen, nicht direct an die Bläiter, jondern an die genannte Gesellschaft zu richten
sind, daß mithin Auuoncen aus Deutschland nur dann zur Aufnahme gelangen können,
wenn dieselben durch unsere Vermittlung ein esendet werden. —
Nominelle Liste der Provinziai⸗Blätler, in denen auch die bei großen Aufträgen
eintretenden, bedeutenden Vergünstigungen genau angegeben siud, stehen gratis und franeo be⸗
reitwilligst zu Diensten. —
.Der Wirkungskreis unserer bisherigen Filiale in Paris ist in Folge dieses Vertrags
an die vorgenannte Gesellschaft übergegangen, wohingegen unsere Wiener Filiale uicht durch
denselben beruhrt wirb.. — p
Laasenstoin Vogler, Zeitungs⸗Annoncen⸗ Exrpedition
in Fraukfurt a. M., Hamburg, Berlin und Basel.
J π
———
Am Ostermontag den 22. April Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ zc. Preise der
I Stadt Zweibrücken vom 18. April
Weizen 7 fl. 45 kr., Korn 5 fl. 50 kr.
Gerste Areihige, — fl. — kr. Gerste 4.
ceihige, AZfl. 40 kr. Spelz — fl. — kr.,
Spelzlern — fl. — kr. Dinkel — fl.
— kr. Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
4efl. 33 kr.. Erbsen — fl. — kr. Wicen
2fl. 57 kr., Kartoffeln 1 fl. 80 kr., Heu
ufl. 45 kr. Stroh 1fl, 12 r. her
zentner. Weisbrod 192 Kilogr.,, 19 ir
'ornbrode8 Kgr., 27 kr., ditio 2 Kgr..
81fr., ditto 1 Kgr. Yekr., Gemischtbrod
3 Kgr., 83 kri, J Paar Weck, 2vLoth,
2kr, Rindfleisch, I. Qual. 16 kr.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
fleisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.
Butter 30 kr., per Pfund.

bej VV
akob Quirin.
auf Rentrisch

M
Geschäfts-Anzeige.
Unterzeichneter bringt hiermit zur An⸗

eige, daß er unterm heutigen auch eine
Schreibmaterialien⸗
Handlung
auf hiesigem Platze eröffnet hat und em⸗
ofiehlt solche bei reichhaltiger Auswahl und
zilligen Preisen zur gefälligen Benützung.
Auch halte ich stets eine große Anzahl
»ex neuesten und besten Gebet⸗ und
Andachtsbücher von den einfachsten bis
zu den elegantesten Einbänden auf Lager.
St. Ingbert 12. April 1867
H. Scherpf
Geschäftsagent.
Eiue Parthie vorzüglicher Limburger
Käse empfiehlt billigst
Philipp Klinck
im Ort.

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 16. April.
Weizen 8 fl. 2 kr., Korn 5 fl. 47 kr.
Spelzkern 7 fl. 50 kr. Spelz 5õ fl.
O kr., Gersten5 fl. 47 kr., Hafer 4fl.
24 kr., Erbsen 4 fl. 48 kr., Wicken 8 fl.
12 kr., Linsen 5 fl. 4 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2Pfd—
Weißbrod 16 kr.

— — *
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.
        <pb n="183" />
        St. Ingberler Anzeiger.

4*
der ISt. Ingberter An zeig ex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag,

and Samstag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
I Raum berechnet.

Nro. 48. — Samistag, den 20. April 18867.
.n. ä ασJJ22 æ — — ———— —— — —
Deutschland.

München, 16. April. Das Infanterie-Leibregiment em—
pfängt heute 2500 in Hinterlader umgewandelte Podewils-Ge—
wehre und hat dieselben sofort in Gebrauch zu nehmen. Das
hier garnisonirende Jäger-Bataillon exerzirt seine Rekruten schon
seit mehreren Tagen mit solchen Gewehren. Die Handgriffe beim
Laden sind auf vier reducirt, sie sind sehr einfach und die Aende—
rung im Erxercier-Reglement demnach nur eine geringe. Die Ab—
sicht auf dem Marsfe'de ein Militär-Krankenhaus zu bauen, ist
aufgegeben worden. Vom Gemeindecollegium ist der Antrag des
Magistrats, dem Aktien-Volkstheater ein Kapital von 10,000 fl
zu leihen, einstimmig abgelehnt worden. Bei der gestrigen Ver—
dosung der Staatsschuld wurden von den 392 procentigen und
auf 400 arrosirten Mobilisirungs-Obligationen gezogen, von der
nuf Namen lautenden Obligationen Nr. 95, von den Obligatio
nen au porteur Nꝛ. „—44.

München, 17. April. Aus BVerlin wird telegraphisch be—
richtet: Graf Tauffkirchen ist gestern vom König empfangen wor⸗
den und reiste sofort nach Wien weiter. (Die Seidung des Gra
fen soll sich auf die luxemburgische Angelegenheit beziehen.

Landau, 18. April. Gegenüber mehrfachen namentlich
pon badischen Correspondenten gebrachten allarmirenden Berichten
uͤber bedeutende Rüstungen sowohl in dem Arsenale als an den
Befestigungswerken von Straßburg, können wir aus verläßlicher
Quelle versichern, daß erstere sich nur auf untergeordnete alljähr⸗
lich stattfindende Arbeiten beziehen, und von letzteren — mit Aus—⸗
nahme der Renovation eines kleinen Vorwalls vor dem Steinstra—
zer Thore — sonst nirgends eine Spur wahrzunehmen ist, indem
die Füllung fämmtlicher Gräben und Kessel lediglich durch bei—
piellose Anschwellung und massenhaften Austritt der Ill und
ämmtlicher Bäche des Unterelsaßes bedingt ward. Auch die Gar—
nison der Festung ist in den letzten Wachen nicht vermehrt wor—
den; dagegen sieht man fast mit allen Eisenbahnzügen beurlaubte
Soldaten mit dem Bündel unter dem Arme in die Heimath wan—
dern, und erscheint überhaupt die Stimmung dortselbst — trotz
der kürzlich eingetroffenen Nachricht, daß von den aus Mexico
zurückkehrenden und in St. Nazaire bereits gelandeten Truppen
einige Fuhrwesen-Compagnien nach Straßburg verlegt werden
ollen — keineswegs eine kriegerische oder ängstliche. (A. W.)

Dienstes⸗ Nachri chten.

Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewogen
gjefunden, unterm 138 April l. Is, die erledigte protestantische
—farrstelle in Heimkirchen Decanats Kaiserslautern, dem bisheri—
gzen Pfarrer in Luthersbrunn, Decanats Pirmasens, Joh. Karl
Schöfer zu verleihen. J

Durch Regierungsbeschluß vom 17. April wurde der Schul⸗
oerweser Peter Maurer in Contwig zum Lehrer an der obern
kathol. Schulstelle daselbst vom 1. Mai l. J. an ernannt.

Generalmajor Graf Pappenheim wurde zum Commandanten
der 3. Cavaleriebrigade, Generalmajor Frhr. v. Seckendorf zum
Tommandanten von RNürnberg, Geralmajor Hebberling zum Com—
mandanten von Passau, Oberst Dietl mit Beförderung zum Ge—
deralmajor zum Commandanten von Ulm und Oberst Höggenstal⸗
ler zum Commandanten des Invalidenhauses ernannt; General⸗
capitän Frhr. v. Hohenhausen wurde zum General der Cavalerie
befördert.

Karlsruhe, 16. April. Die „Karlsr. Ztg.“ dementirt
die Nachricht, Rastatt sei von preußischen Truppen bereits besetzt,
und fügt dann hinzu: „Wir dürfen übrigens mittheilen, daf
zuch die Nachricht, es werde zwischen süddeutschen Staaten und
Preußen über die Besetzung der füddeutschen Festungen durch
dreußische Truppen verhandelt, auf, einem Irrthum beruht. Die
allgemeine politische Lage und die militärischen Verhältnisse von
Süddeutschland euthalten glücklicher Weise keinerlei Grund, sei es
zu Kriegsrüstungen solcher Art, sei es zu Demonstrationen gegen
das Ausland.“ (Wir erlauben uns nur zu bemerken, daß wir be
dauern würden, wenn die Frage der Besakung der' üüddeuticher

Festungen nicht offiziell erwvogen würde. Daß Verhandlungen da—
rüber nicht an die große Glocke gehängt werden, finden wir üb—
rigens ganz natürlich. In kriegsdrohenden Zeiten muß man
sich in Betreff von militärischen Vorkehrungen zu bescheiden
wissen.)

Frankfurt, 15. April. Der Geh. Ober-Postrath Stephan
ist gestern hier eingetroffen behufs Regulirung der Uebernahme
des ehemals Thurn und Tarxisschen Postwesens.

Berlin 15. April. Dem Reichstagsabgeordneten Morritz Wig-
gers ist, wie die „Volks-Ztg.“ berichtet, eine von etwa hundert in New—
Hork ansässigen Deutschen unterschriebene Adresse vom 30. März zuge—
jangen, in welcher ihm, Namens der zahlreichen Deutschen in
Amerika, zu seiner Wahl in Berlin als Abgeordneter zum nord—
deutschen Parlament Glück gewünscht wird. Es heißt in derselben
unter Andern:

Heute steht Deutschland wieder wie vor 18 Jahren am Vor—
abende einer bedeutungsvollen Epoche, wie damals ist es die
hohe Aufgabe der Männer des Volkes, über den Gräbern gefal⸗
lener Bruͤder die Errungenschaften eines ruhmreichen Friedens
zum Besten des Bürgerthums, der Gesammtheit der Nation zu
wenden. .. Berlin, würdig, die Hauptstadt eines freien einigen
Deutschlands zu heißen, groß und aufopferungsbereit im Kriege,
ist größer und patriotischer noch im Frieden; das demokratische
Berlin, Ehre und Dank seinen mannhaften und selbstbewußten
Bürgern, hat seine erhabene Pflicht erkannt und erfüllt, indem
es erprobte Volksmänner als Vertreter in das norddeutsche Par—
lament wählte. .. Aller Augen sind mit Spannaung auf die Ent⸗
wickelung der Dinge in Deutschland gerichtet und namentlich nimmt
der Deutsche diesseits des Oceans den regsten Antheil an dem
Verlaufe der Begebenheiten im alten theuren Vaterlande. ..
Möge es gelingen, die Nation aus ihrer theilweisen Zersplitter—
rung herauszureißen, und einen auf dem Fundament echter Frei⸗
heit und wirklicher, nicht bloß soldatischer Einheit errichteten Neu—
bau auszuführen. Von diesem Wunsche beseelt, wünschen die
Anterzeichneten Ihnen Glück zu ihrer Erwählung, indem wir zu—
gleich unser unerschütterliches Vertrauen aussprechen, daß Sie
Ihrem Mandate, den Erwartungen Ihrer hochherzigen Woͤhler
und den ernsten Forderungen des intelligenten deutschen Volkes
vosle Rechnung tragend, mit dem alten unbeugsamen Muthe für
dessen Rechte und Freiheit einstehen und mit aller Kraft Ihres
Geistes und Ihrer Beredsamkeit dahin mitwirken, daß die auf
Freiheit gestützte Einheit Dentschlands errungen, dasselbe auf Jahr—
hunderte groß und mächtig nach Außen gemacht und im Innern
zu Glück und Wohlfahrt geführt werde! Zugleich bitten wir Sie,
bei Ihren Wählern der Dolmetscher unserer brüderlichen Gefühle
und Gesinnungen zu sein, und dieselben unserer tiefen Hochach—
tung zu versichern.

Berlin, 17. April. Die „Norddeutsche Allg. Zig.“
schreibt als verläßlich: Alle Zeitungsbehauptungen über diploma—
tische Erklärungen Preußens und Frankreichs betreffs Luxemburgs
sind unbegründet. In letzter Zeit haben überhaupt keine diplo—
matischen Erörterungen über die Luxemburger Frage stattgefunden;
diese Angelegenheit befindet sich im völligen Stillstand.

Berlin, 17. April. (NRach der Köln. Ztg.) Reichstag.
Eröffnung der Sitzung 10 Uhr 20 Min. Vormittags. Bismarck:
Nach Ueberreichung der Beschlüsse der gestrigen Sitzung des Reichs—
tags durch den Präsidenten waren die Vertreter der Bundesregie—
rungen gestern versammelt. Es wurde beschlossen, der Verfassung
zuzustimmen. In Folge dessen und kraft meiner Vollmacht er—
kläre ich die Verfassung des Rorddeutschen Bundes durch den
Reichsstag und die Regierungen für angenommen. (Beifall.) Der
Graf verliest hierauf die königliche Volschaft, wornach der Reichs⸗
tag heute um 12 Uhr im Weißen Saale durch den Königge—
schloßen werden soll. Schluß der Sitzung 11 Uhr 45 Min.

Berlin, 17. April. Reichstagschluß. Der König verlaß
persönlich die Thronrede folgenden Inhalts: Ich sehe Sie mit
rufrichtiger Genuathuung wiederum um mich versammelt. Di—
        <pb n="184" />
        jüngst durch die Regierungen ausgesprochenen Hoffnungen sind
durch Sie erfüllt worden. Sie haben im patriotischen Sinne
Ihre große Aufgabe erfaßt, und mit freie Selbstbeherrschung die
gemeinsamen Ziele im Auge behalten. Es ist darum gelungen,
das Verfassungswerk auf sicherem Grunde aufzurichten, dessen wei⸗—
tere Entwickelung wir zuversichtlich der Zukunft überlassen dürfen.
Die Bundesgewalt ist mit Befugnissen ausgestattet, welche für
die Bundeswohlfahrt und Bundesmacht unentbehrlich und auch
ausreichend sind. Den Einzelstaaten blieb unter Verbürgung ihrer
Zukunft durch die Bundesgesammtheit die freie Bewegung auf
allen Gebieten die Mannigfaltigkeit ihrer Entwicklung und Selbst
ständigkeit, und soweit es zuverlässig und ersprießlich, ist der
Vollsvertretung die Mitwirkung an der Verwirklichung der großen
Nationalaufgabe gesichert, welche dem Geiste der bestehenden Lan—
desverfassungen und den Bedürfnissen der Regierungen entspricht.
Um die Regierungsthätigkeit vom Einverständnisse des deutschen
Volkes getragen zu sehen, haben Alle, die an dem Zustandekom⸗
men des Nationalwerks mitgewirkt, Regierungen sowie Volksver
tretungen, freiwillige Opfer ihrer Ansichten und Wünsche gebracht
in der Ueberzeugung, daß sie diese Opfer für Deutschland brin
gen und unsere Einigung sie werth sind. Im allseitigen Entge—
genkommen, durch Ausgleichung und Ueberwindung der Gegensätze
liegt gleichzeitig die Bürgschaft, daß eine fruchtbare Bundes-Ent—
wickelung gewonnen ist. Der Abschluß des Bundes rückt auch die
Hoffnungen, welche uns mit unseren süddeutschen Brüdern gemein—
sam sind, der Erfüllung näher. Die Zeit ist herbeigekommen
wo das deutsche Vaterland durch seine Gesammtkraft seinen Frie
den und sein Recht werde zu vertreten im Stande sein. Das
durch den nationalen Reichstag zu erhebendem Ausdruck gelangte
—AI
Widerhall. Nicht minder aber sind die deutschen Regierungen und
das deutsche Volk darüber einig, daß die wiedergewonnene Nati—
onalmacht vor allem ihre Bedeutung in der Sicherstellung der
Segnungen des Friedens zu bewähren hat. Das große Werk,
woran mitzuwirken die Vorsehung uns gewürdigt, geht seiner
Vollendung entgegen. Die Volksvertretungen der einzelnen Staa—
ten werden Dem, wos sie gemeinschaftlich mit den Regierungen
zeschaffen, ihre Anerkennung nicht versagen; der Geist, welcher die
Aufgabe gelingen ließ, wird auch ihre Berathungen leiten. Der
erste Reichstag des Nordbundes darf mit dem erhebenden Bewußt⸗
sein scheiden, daß der Dank des Vaterlandes ihn begleitet und
daß das aufgerichtete Werk unter Gottes Beistand sich segensreich
entwickeln werde für uns und die künftigen Geschlechter.“ Got!
segne unser theures Vatersland.“

Aus Wien, 15. April wird der Allg. Ztg. von zwei Sei—
ten geschrieben, daß Freiherr v. Beust sich entschlossen habe, den
beiden Mächten, welche um Luxemburg in Conflict zu geraihen
drohen seine guten Dienste zur Verfügung zu stellen, und daß er
darauf rechne, die übrigen neutralen Mächte werden seine Bemü—
hungen unterstützen.

.„Wien, 16. April. Der Verfassungsrevifionsentwurf if
zur Vorlage an den nächstens zusammentretenden Reichstag fertig
und bereits einigen Parteiführern vertraulich vorgelegt worden
Auf den 12. Mai wird, wie es nun heißt. der Reichstag einbe—
rufen werden.

Frankreich.

Paris, 16. April. Der Monde meint, Preußen verlange
den Krieg, um die bisher nur lose verknüpften Kleinstaaten eng
an sich zu fesseln; sollte es selbst Luremburg verlieren, würde es
doch durch den gemeinschaftlichen Krieg gewinnen. Der Wiener
Correspondent sendet dem Monde alarmirende Nachrichten von
den ungeheueren Kriegsrüstungen im preußischen Rheinlande. Man
ist in Wien allerdings gut situirt, um die Vorgünge am Rhein
beobachten zu können. — An die Anwesenheit des Herzogs von
Gramont hier knüpftman noch immer Gerüchte von einem beabsichtig-
ten engen Bündnisse zwischen Frankreich und Oesterreich; d'eselben
eutbehren aber aller Begründung da Oesterreich entschlossen ist
neutral zu bleiben. Uebrigens ist geftern auch der russische Staats⸗
kanzler, Fürst Gortschakoff, von Marseille kommend, hier einge—
troffen. Es soll mich wundern, ob die französischen Zeitungs-
schreiber nicht auch noch Rußland ein Bündniß mit Frankreick
abschließen lassen. — Im Publikum nimmt die Kriegsfurcht oder
je nach den Verhältnissen der Einzelnen die Kriegslust immer zu
und die ungünstigen Folgen dieser Befürchtungen für die Ausstel—
lung machen sich schon sehr bemerklich. Von allen Seiten laufen
Nachrichten über ungeheuere Rüstungen ein, obgleich die Regierung
das Geheimniß möglichst zu wahren sucht. In einigen Monaten
wird man vollständig fertig sein. In diesen Tagen verabschiedet
sich ein nahmhafter General in den Tuilerieen vom Kaiser und
richtete schließlich die Bitte an ihn, daß man ihm ein acktives
Kommando übertrage. Der Kaiser erwiderte. vorläufig sei es

dazu noch zu früh, aber in ein paav Monaten werde Jein Wunsch
vielleicht in Erfüllung gehen. à — * J
Par kis, 160 April. VDas Blatt Girardin's, La Libertss, Lewähnte
neulich einer Aeußerung des russischen Vicekanzlers Fürsten Gortscha—
koff, welche meeinem Briefe desselben an einen Pariser Freund
enthalten sein soll. Napoleon,“ schrieb der russische Staats—
kanzler, „hält sich nur noch im Gleichgewicht durch die Ohrfeigen,
welche ihm Bismarck bald von Rechts, bald von links 1ifuhr“
Diese Aeußerung soll in den Tuilerieen große Erbitterung. por—
gerufen haben.
Paris, 17. April. Wie der „Univers“ berichtet, sei der
Naiser letzten Samstag beim Rennen in Longchamps dem preu—
zischen Gesandten Grafen von der Goltz sehr kalt begegnernde
Graf habe sich dem Kaiser genähert, welcher ihn sehr berbindlich
gegrüßt, aber kein Wort an ihn gerichtet habe. Darauf sei der
Gesandte auch von Seite fast aller Personen, welche in näherer
oder fernerer Beziehung zu Regierung stehen, einem ziemlich kalten
Empfang begegnet; ähnlich sei es bei einem Diner des Senats—
——
v. d. Goltz unterhalten habe. — Die „France“ bringt einen Ar—
tikel, überschrieben: Paris und Berlin, in welchem sie nachzu—
weisen sucht, daß der Krieg oder Frieden jetzt nur von Preußen
abhängt, und welcher mit folgenden Worten schließt: „Frankreich
ist geneigt, der Aufrechthaltung des Friedens alle Opfer zu brin—
gen, die mit seiner Nationalehre vereinbar sind. Wenn die heute
versuchte friedliche Bestrebung nicht zum Ziele führt, so kann die
Berantwortlichkeit dafür es nicht treffen
Paris, 18. April. Für die Artillerie werden alle Vor—
bereithungen zur Mobilmachung getroffen und umfassende Pferde—
ankäufe vorgenommen. Der jüngste dahrgarg der Reserve (40,000
Mann) ist statt auf den 1. Januar 1868 nunmehr auf den
1. Mai 1867 einberufen. Metz ist in voller Armirung be—
griffen.
Italien.
Florenz, 16. April. Die Abgeordnetenkammer hat sich
his zum 24. April vertagt. Der Senat hat mit 71 gegen 3
Stimmen den Friedensvertag mit Oesterr ich genehmigt.
Amerikeaa.
Am 1. April ereignete sich wieder ein Negertumult in Char⸗
leston (Südcarolina), weil die Schwarzen darauf bestanden, die
Omnibusse mitbenutzen zu dürfen. Die Polizei widersetzte sich
ihrem Verlangen und holte sie gewaltsam aus den besagten Fuhr—
verken hervor. Einzelne wurden eingesperrt, und als später eine
Schaar farbiger sie zu befreien suchte, schritt das Militär ein und
verhaftete die Rädelsführer. — Die Indianer haben sich des Ter—
ritoriums Dacotab bemächtigt und eine in demselben stationirte
Barnison amerikanischer Truppen unter Oberst Rankin niederge⸗
nacht. F
Der „Shipping-List“ zufolge nimmt der Verlust von Geld⸗—
briefen, welche durch die Post befördert werden, auf beunruhigende
Weise zu. Das genannte Blatt ermahnt dringend seine Correspon⸗
denten, Geld in Briefen durch die Post nicht mehr anders zu schi—
ken. als in Form von Wechseln auf Ordre oder von Vostordres.
Wermischte s.

F Ludwigshafen, 16. April. Vor mehreren Wochen
verschwand der frühere Lotterie-Collector Heller von hier, welcher
feit einigen Jahren in Mannheim lebte. Der 8ljährige Greis
jatte sich eines Nachmittags auf einen Spaziergang begeben und
war nicht mehr zurückgekehrt. Seine Familie hatte auf sein Aus—
finden einen Preis von 1000 fl. gesetzt. Heute nun wurde die
Leiche des Vermißten im Stadtgraben, an der Schleuße gegen den
Neckar aufgefunden. Er war offenbar durch Zufall verunglückt.

FeNenustadt, 16. April. Bei der gestern auf der Haardt
abgehaltenen Weinversteigerung des Herrn J. Fr. Weegmüller
fanden die älteren Weine willige Abnehmer; gut gebaut hatten
ie selbst von der Unsicherheit der politischen Zustände wenig
zu leiden; dagegen wurden sämmtliche 1866er nicht abgegeben,
da die Gebote zu sehr unter dem Preisansatz blieben. Es galt
aber: 1864er Gemischter 220 fl., 18539er 375 fl., 1862er 335
-355- 420 fl., dilio Traminer 460 fl., 1865er Gemischter
365 — 415- 480 fl., Auslese 495 fl.. Riesling und Traminer
370 fl. —

Maikammer, 17. April, Der „Kalmitberg“ ist be—
tanntlich der zweithöchste Punkt der Pfalz. Es hat sich nun dah—
her ein Comite gebildet, welches beabsichtigt auf diesen schönen,
hohen Punkt einen bequemen und steigbaren Thurm zu bauen,
der weithin in den Pfälzergauen nund darüber hinaus eine Zier—
de sein soll und von dessen Höhe man nach allen Richtungen die
entfernteste Aussicht genießt. Bereits sind in der Gemeinde Mai—
sammer einige hundert Gulden freiwillig zusammen gebracht; diese
Zumm—⸗ reicht aher für den Ban, sowie er proiektirt ist nicht hin:;
        <pb n="185" />
        weßhalb das Comite zu freiwilligen Beiträgen alle Freunde der
Zanurschönheiten auffordert.

FAs'st heim in Unterfranken, 12. April. Gestern Nachmittag
3 Uhr schlug bei heftigem, mit Sturm begleiteten Gewitter der
Blitz in den Thurm der hiesigen? Klosterkirche, in Folge davon
hraunten Kirche und Thurm, sowie 8 Wohnhäuser und eine
Scheune vollständig ab.

FDarmstadt, 15 Aprit!? Die *, deutsch. Ausmander
zung“ von Hauschild in Bremen warnt, auf Grund höchst empoͤ—
sender Vorkommnisse auf dem ameritanischen Dreimaster „Mer—
kurhe und auf dem Dampfer „Florida“ der New-Yorker Hapvre⸗
—
hdor der Auswanderungüber Havre.

FGießen, 14. April. Unsere Universität hat einen großen
Verlust erlitten. Heutz starbz der, Senior der Universität geh.
Rath v. Ritgen, — B —
der Entbindungs-Anstalt, 7924 Jahr alt, ein um die Universität
Gießen hochverdienter Mann und lange Jahre hindurch eine ihrer
ersten Zierdhen.

Ein schwerer Diebstahl.) Aus dem Wiener Arsenal, ei⸗
nem milt hohen Mauern eingefaßten und an allen Thoren mili⸗
lärifch besetzten Bau, ist vor einigen Tagen ein vor dem Waffen—
museum aufgestellt gewesener und einst von einem Nürnberger Pa⸗
srigier an don⸗Kaiser KarlVI. geschentter Geschützmörser im Ge—
wicht von 350 Pfd. gestohlen worden.

fParis, DasMusik⸗-Comitee der Ausstellungscommission
in Paris erläßt einen bombastischen Aufruf an die außerfranzö⸗
sischen Militärmusiken, sich an einem Wettkampf zu betheiligen,
welcher au 21, Juli d. Is. im Industriepalaste zu Paris statt
finden solle. Jedes Musikcorps wird zwei Nummern auszuführen
haben, nämlich ein Stück eigener Wahl und zweitens die Ouver—
lure zum Oberon von. Weber. Letzteres Werk wird also eben so
oft zu Gehör gebracht werden, als die Zahl der concurrirenden
Orchester betraͤgt, was schwerlich zu, dem Vergnügen des anwe—
senden Publikums beitragen dürfte. Als Preise werden vier gol⸗
dene Medaillons im, Werthe pon 000; 3000, 2000 und 1000
Francs Ausgesetzt. . J—

Aus New⸗-Hork wird mit der letzten Post mitgetheilt: Die
Chippewa⸗ und Sioux⸗-Indianer, die eben in Newe York anwesend
sind, beabsichtigten vor einigen Tagen der Stadt in einem der
Parks einen Kriegstanz zum Besten zu geben. Sie bemalten üch
zum Kriege, legten ihren ganzen Putz an und polirten ihre To—
mahawks und Scalpiermesser hell und glänzend, dabei nahmen sie
indessen? sor enorte Quantitäten Feuerwasffer zu fich, daß die städ⸗
lijthen Behörden, besorgt, dies Kothhäute möchten die Sache zu
lebhaft aufführen und schließlich einige Zuschauer, um das Ganze

mehr der Wirklichkeit darzustellen, scalpiren, die Festlichkeit rück⸗
zängig machten.

F Colkumbus (Ohio), Hier ist das Tabakkauen unter
den Amerikanern derart ausgeartet, daß an einer der hiesigen
irchen angeschlagen werden mußté: „Das Tabakskauen ist wah⸗
rend des Gottesdienstes nicht gestattet.“
Laudwirthschaftliches. 122

Eggen und Walzen der Saaten im Frühlinge. Ueber
zie Frage, unter welchen Umstünden man im Frühlinge die Win—
zersaaten aufeggen oder umwalzen soll, sind sich viele Landwirthe
ioch nicht klar. Die Einen eggen da, wo gewalzt werden müßte,
ind die Andern walzen, wo man'eggen müßte. Da nun gerade
jeht wieder die Zeit gekoinmen ist, die eine oder“ andere dieser
Verfahrungsweisen in Anwendung zu bringen, so wird es wohl
dankbarst entgegengenommen, wenn wir in wenigen Sätzen die
Punkte hervorheben, auf die es dabei ankommt.“ Jedermann
eiß es, daß der feuchte Ackerboden durch die Einwirkung des
Froftes gehoben und gelockert wird, weil die einzelnen Wassertheil⸗
hen, die den Boden erfüllen, sich durch den Frost ausdehnen und
dann die einzelnen Bodentheilchen keilfoöörmig auseinander treiben.
Weunn daher der Frost lange gegen das Frühjahr hin andauert
ind das Aufthauen nur allmählig ersolgt, dann beharren die Bo⸗
ventheilchen in der ihnen durch den Frost angewiesenen Entfer—
nung und die' Würzelchen der Winterhalmfrüchte verlieren so ihre,
Jenügende Befestigung; wie denn auch selbstredend der letzte Rest
hon Winterfeuchtigkeit aus dem so gelockerten Boden entweicht.
Anter diesen Umstünden muß es im Frühjahre, sobald der Boden
genügend' trocken ist, als dringende Nothwendigkeit erachtet werden,
denselben zu walzen, damit die Würzelchen befestigt, werden und
dem Boden ein größeres Maß von Winterfeuchtigkeit erhalten
Fleibt. Wenn indessen in einem Winter gar kein Frost herrschte
der nur im Vorwinter und dann viel feuchte Niederschläge stattfanden,
aum werden die Bodentheilchen immer breiiger, sie nähern sich
hdann einander immer mehr und der Boden befestigt sich so bis
gegen das Frühjahr hin in der Art, daß von dem Eindringen
der Luft in den Boden und von dem Löslichwerden der Pflan⸗
zermahrungsstoffe kaum mehr die Rede sein kann. In Folge
dessen werden Roggen und Weizen gelb, bleiben in ihrer Entwick—
lung zurück und geben einen geringeren Ertrag, fowohl in Stroh
wie in Koörnern. Unter solchen Umständen ist daher das Aufeg—
Jen der Saaten im Frühjahre geboten. Viele hegen zwar die
Furcht, daß dadurch manche Fruchtstöckchen ausgerissen würden;
jeläugnet kann dies allerdings nicht werden, allein die Erfahrung
zat es hundertfach gelehrt, daß die Bestockung dann um so stärker
und um so üppiger wird.
ilienverstei 29 eichen u. ahorn Wagnerstangen

M obilienv ersteigerung 46 Kift. —8 Scheit ĩ. — III. Qual.

in rnedbein Go 350 buchen. Reiserwellen.

Dienstag den 28. April 1867 Vormit⸗ S XV *
tags Y. Uhr, zu Ormesheim in seinem Schlag; Birkeukopf II. 7. u.
Zause läst Teo band Debre, Wirth 386 eichen Stamme III.-V. CEl.
uͤnd Krämer daselbst, auf Zahlungstermine 16 buchen und ahorn Stämme II. Cl.
versteigern: 4 14 verich. Wagner- und Gerüststangen

jneuen Zweispanner Wagen, 2 Pflüge, l Klafter eichen Misselholz IV. El.

I Egge, IWalztlotß, 80 Bürden Hanf, 29 4 buchen Scheit 1-MII Qual.

28 Hd. Werg und sonstige Ackere unß 334, eichen .knorrg.

Hausgeräthschaften — * ä 3 gIiege mo Epon

Horn,i 25, eichen Prügel und Krappen
—— — 50 buchen Reiserwellen
Schlag: Rehthal 1I1. 5.
6 eichen und aspen Stämme
12 buchen und eichen Wagnerstangen
12 Kift. birken und Weichholz Scheit
Schlag: Bollerberg. III. 2.
8 Klft. buchen Scheit J. u. Ul. Qual.
75 buchen Reiserwellen.
Schlag: Joll scheidt. III. a-
5 buchen Stämme II. El.
1134 Klf. buchen Scheit J. u. M. Qual.
25 buchen Reiserwellen.
Schlag Ommersthal. III. AM.
Z birken und aspen Stämme
7 verschied. Wagnerstangen
9 Kift. buchen u. Weichholz Scheit
Z„chlag: Zufällige Ergebnisse.
6 kiefern Stämme u. Sparren
38 eichen Wagnerstangen
H fichten Gerüststangen

1124 Klft. buchen Scheit R-III.Quat.
33 03, kief. birken u. Weichholz Scheit
19 „versch. Prügel und Krappen.
Zweibrücken den 17. April 1867..
Kgl. Forstamt
Glas.
Von heute an.. *

Orth'sches

4 F *

Bier
vom Faß

bdei— Julius Grewenig.

*
Holzversteigernng
aus Staatswaldungen des k. Forstamtes
Zweibrücken.

Revier St. Ingbert.
Freitag den 3. Mai 1867 Vormitiags
10 Uhr zu St. Ingbert.
Schlag: grosßer Stiefel J. M.
102 eichen Stämme V. — V. El.
82/1 Klafter eichen Misselholz
13 eichen Wagnerstangen
23 Klift. buchen Scheit J. — III. Qual.
192/44, eichen „ II. u. III.,
21, buchen Prügel u. Krappen
23 8, eichen ditto
225 bichen Reiserwellen.
Schlag: Rehthal II. 6.
A.5 buchen Stämme II. CEl.
ahorn Stämme II. CECl.

Nachstehende Sachen stehen bei
Unterzeichnetem zum Verkauf:
Lebrbögen von 2,59, 5, 00 u. 6,00
Meter Spannung, ebenso Kellerbögen
berschiedener Dimensionen, Maurerge—
räthe und Gerüste, 1 zweispänner
Arbeitswagen, neu, l einspänner
desgl. gut erhälten, 1300 Dachziegeln,
Baͤckfsteinplättchen, bearbeitete Sand⸗
steinplatten und Steine zu Fenster⸗
einfassungen, mehrere Steintröge,
Bauholz, eiserne Oefen nebst Zube—
hör und einiges Hausgeräth.
W. Leusentin,
Bauunternehmer.
        <pb n="186" />
        Die
Matorial- Spezorei- &amp;
Farbwaarenhandlung
von
FFIILSPAnzerhieter
in St. Ingbert
ferirt nachstehende Gegenstände von be
ster und billigster Beschaffenheit:
Alle Sorten von Farbhen, Fir-
nüsse n, Oelen, Pinselm u. Rür—
vteoia, Thran, Siccative, Kreide, Röthel,
Weingeist, Schellack, Leim.
Alle Gewiirae, ganz und rein
zehmahlen. 533*
Farb lnv Izer. 3**
shemisehe Produkte: Alaun,
Borax, Salpeter, Salmiac, Schwefel,
Ammonium, Soda, Vitriol, Chlorkalk ꝛc.
Pimntemn: gute schwarze, rothe, blaue,
Copirdinte, Zeichendinte ꝛc.
Dosmetiea: Pomade, Haaröl, Bart⸗
wichse, Cöolnisches Wasser, ätherische
Oele ꝛc.
veũ semn: Toilettenseife, ordin. Kernseife
Schmierseife, Fleckenseife ꝛc.
Petroleuna, Rüböl, Lampenöl ꝛc.
Hüi lsen sr iiehte: Bohnen, Erbsen
einsen ꝛc.
ꝓolicutessenn: Citronen, Corinthen,
Rosinen, Feigen, Chocolade, Haselnüsse,
Cacao, Sardellen, Häringe, Capern,
Schweizerkäse, Rahmkäse, Maccaroni,
Honig, ‚Malzboubons, Rettigbonbons,
Englischen Brustzucker, Lakriz
Citronat, Orangeade, Muscatnüsse- und
Blüthen, Mandelu, grüner u. schwarzer
Thee, Vanille, Zwetschen, Kirschen,
Hheidelbeeren, Hagebutten, Candiszucker,
Zuckerbohnen, Schinken, Schweine
chmalz, Senf, Zucker, Kaffee, Cichorie,
Surogat, Eichelkaffee, Gesundheitskaffee,
Johaunisbrod ꝛc. —
ru ppeusachem: Reis, Gerste, Nu—
deln, Sago, Suppensternchen, Hafer—
grütze grüne Kerne ꝛc.
betranmilce: Liqueure, Rum, Punsch⸗
essenz, Arac, Cognac, Kirschenwasser,
Magenbitter, Persico, Anisette, Malaga,
Madeira, Zwetschen⸗, Birnen- und ordin.
Branntwein, Weinessig u. ordin. Essig ꝛc.
spiellcarten: französische für Piquet,
Tarok ꝛc.
Raueh- S A»ae, Ci-
garren, Cigartetten
IIXR
IXVXVLLIXXVOV
ferner: Schwämme, Korkstopfen: Krah—
nen, Glas- und Schmirgelpapier,
Schmirgel in divers. Nr., Stearin—
terzen, Rauchkerzen, Nachtlichter, Wachs
(weiß gelb u. schwarz) Wagenschmiere,
Bodenwichse, Galläpfel, Stiefelschmiere,
Stiefelwichse, Königsrauch, Blauku—
geln/ Fleckenwasser, Hausenblase, Ge—
iatine, Stärcke, Putzkalt, Siegel- u.
Flaschenlack, Senfmehl, Talc, Bim—
steine, Zündhölzer, Oelkuchen, Streu—
sand, flüssiger Leim, Gummi elasti—
cum u. arabicum, Terpentin, Pech,
Asphalt, Weihrauch, Glanzoblaten,
Backoblaten, Insectenpulver, Tonco—
bohnen ꝛc. ꝛc. z8.3
Mainzer Handkaschen, Ochsenmautsalat, Es—
siggurten liefere ein gros auf Bestellung.
St. Ingbert im April 1867.

F 1
Portland⸗Cement
in vorzüglicher Qualität zu bedeutend ermäßigten Preisen bei
Eh. Langg..
Bahnhofsstraße St. Johanu.
* — —
DAca-Schiefer n. —
Unterzeichneter empfiehlt sein Lager in Saar⸗ Mosel⸗ Rhein⸗Belgischen⸗ Französischen⸗
* Englischen⸗Schiefern, in bester Qualität zu billigen Preisen. ———
I Die Dedung ganzer Dachflächen incl. Material, wird, unter Garantie für jolide Arbeit,
u annehmbaren Preisen übernommen.
Rhb Eeng ———
9 Bahnhofstraße St. Fohann.
597 2* — —7 2
Tannen-Bauhölzer.
lin )
F nterzeichneter empfiehlt jein wohlassortirtes Lager — e in IJ
5 in Stämmen von “/s bis — den Cubikfuß zu 7 Sgr., ———
8 — /ao ⸗ 7 426 Pfennige, J
Sparren pro laufenden Fuß 1 “—
JVe gu denselben Preisen liefere ich bei ganzen Waggonladungen die Hölzer auf alle Stati—
ionen der Pfälzischen Ludwigs-, Saarbrücken- Trierer? und Rhein⸗Nahe⸗Eisenbahn. — Die Anfulv
zer Hölzer von meinem Lager zur Baustelle wird aufs Villigste von mir besorgt. ndl
Ferner empfehle ich zu äußerst belligen Preisen Eichen⸗ Tannen⸗ 8 Kiefern⸗Dielen
Bohlen &amp; Latten. 73
Ph. Lanßß
Bahnhofsstraße St. Johann.
Versseie —Farben feinst in Oel abgerieben uͤnd
Versteigerung. iertig zum Anstreichen empfiehtüt:
Donnerstag den 2., Freitag den Weiß 12. 15u. 18 t.“
3. und Samstag den 4. Mai FGrrün hell u. dunkel 12 u. 15ß kr.
1867, jedesmal Vormittags 9 Uhr an— Roth hell u. dunkel 12 u. 15 r.“
angend, zu St Ingbert in seiner Behau— bBzelb helleu dunkel u. 12 kr.
ung und inseiner Fabrik, läßt Herr Braum hell u. dunkel 15 kr.
Beter Quiring dahier, wegen Wohn⸗ Rinkweiß 21kr.
itzveründerung seine sämmtliche Immobi— rockenpusver 18 tr. —
ien,. Wohnhaus, Fabrikgebäude Philipp Klinck
u. Ackerland, 4M Bauplätze, ebenso 1 in Su*
eine Maschienen und Werkzeugeee umtt.
auf langjährige Zahlungstermine vor dem Ostersountag und Montag
9l. Notar Horn dahier versteigern. — »
Die Versteigerung beginnt am 2. Mai
J. Zermutage 9 Uhr, wobei das
Hanze vorerst en bloe ausgeboten wird; 23
erfolgt kein entsprechendes Gebot, so ge— bier
chehen die Zuschläge im Einzelnen. —
Bis zum Versteigerungstage — kann das
Hanze fortwährend aus freier Hand ver—
auft werden im Geschäftsbureau von
Westphälinger.
St. Ingbert im Apru 1867.

uzt zom Faß
A kr. per Schoppen.
Auch wird Schenkbier verzapft.
L. Weirich.
„Kine Parthie vorzüglicher Limburger
Käse empfiehlt bilügst
Philipp Klinuck
im Ort.
— —— —— ———
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Homburg vom 17. Aput
Weizen 7 fl. 38 tr., Korn 5 fl. 38 kr.
Spelz — fl. — kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fll. — kr., Hafer
tfl. 80 tr., Erbsen 3 l 20 tr, Kartof⸗
eln 1 fl 24kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
27 ir., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
kr., Kühfleisch 1. Onal. 15 kr., 2. Ouat.
13 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr. Schweinefleisch 18 kr., Butter 31 kr.
ober Pih

Holzversteigerung.
Dienstag den 30. April Jl. J. Vormit—⸗
lags 10 Uhr im Schulhaus zu Ormes—
yeim, werden die nachbenannten Hölzer
uus dem dasigen Gemeindewalde Schlag
Bettel versieigert, nämlich:
17 Klafter buchen Scheitholz II. Kl.
30*4 Klafter gemischtes Prügelholz,
24 Klafter aspen Prügelholz,
0,600 gemischte Reiserwellen.
Erfweiler den 15. April 1867.
Das Bürgermeisteramt,
Braunberger.
Viehmarkt in Blieskastel
am Dienstag den 28. April 1867.
Blieskastel den 16. April 1867
Das Bürgermeisteramt
P. Knavps.

Fraukfurter Börse
Geldsorten

vom 19. April 1867.
Preußische Kassenscheine ... 1 447.-45
Breußische Friedrichdder . ..9 5öι—5ννα
Kistolen .. . il. 9 44- 46
dolländische 10 flieStücke , 951—353
Ducaten 33136
20 Francs⸗Stück9 2542- 274
Englische Souvpereingzs..115135
svold per Zollfund fein . .,
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Golde 2 27—28

— —— —— — ——
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
        <pb n="187" />
        Slt. Ingberker AAnzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeig ex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag,

uind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Nro. 49. — Dienstag, den 23. April

1sq.

Deutschlaund.

Muhen, 18. April. Wie mir aus guter Quelle ver—
ichert wird, bezweckt die Mission des Grafen Taufflirchen nach
Berlin und Wien die Anbahnung des Eintrittes Bayerns in den
Norddeutschen Bund und die Vermittlung eines Bündnisses zwi⸗
ichen Preußen und Oesterreich. Die Verhandlungen wegen der Auf—⸗
alnne Bayerns in den Norddeutschen Bund sollen zu erfreulichem Ab⸗
Ausse gelangt sein. Graf Tauffkirchen begab sich übrigens von
Berlin nicht direct nach Wien, sondern kehrte zuerst noch München
zurück, von wo er sich jedoch nachdem er mit dem Minister des
Aeußeren conferirt, sofort nach Wien begab. — Gerüchtweise ver—
lautet hier, die Vermittellung bei Oesterreich solle den Eintritt
Deutschösterreichß in den Norddeutschen Bund bezwecken —
ein Gerücht, das wohl keiner Wiederlegung bedarf. — Gegen—
iber der in preußischen und anderen Zeitungen aufgestellten
Behauptung, daß die bayerische Armee auf das- Mangelhafteste
ausgerüstet sei, daß es ihr sogar an Gewehren fehle, weil sämmt⸗
iche alte Gewehre auseinandergelegt seien, um sie in Hinterlader
zu verwandeln ꝛc., kann ich auf das bestimmteste versichern, daß
für die ganze Armee und noch darüber hinaus Podewils⸗Gewehre
nach altem System vorhanden und außerdem je ein Bataillon
eines Regiments mit Hinterladungsgewehren versehen ist.

Mainz, 19. April. Die bezüglich der Besetzung der Fe—
tungen Rostatt und Ulm zwischen Preußen und den süddeutschen
Staaten geführten Verhandlungen betreffen nur die weitere Aus—
führung der zwischen denselben abgeschlossenen militärischen Bünd—
nisse, gemäß deren Preußen die oberste Leitung im Kriege und in
Folge dessen auch die Obexaufsicht über die Vertheidigungsmittel,
ilso auch über Ausrüstung und Besetzung der Festungen zusteht.
Die Frage der Besetzung durch Truppen scheint nach Andeutung
don unterrichteter Seite dahin entschieden zu sein, daß Ulm ganz
don süddeutschen, Rastatt von badischen und preußischen Truppen
gemeinschaftlich besetzt wird. Dey:Gouverneur wird von den Terri—
orialherren ernannt. Aufxersterem Platz wird das Geniewesen
vahrscheinlich durch Bayern, das Artilleriewesen durch Württem—
berg, in Rastatt die Artillerie durch Baden, das Genie durch Preu—
zen dirigirt werden. Letzteres hat schon vor einiger Zeit Inge—
nieuroffiziere und einige Chargen (sogenannte Wallmeister) in den
cheinischen Pioniercorps zu diesen Functionen bezeichnet und dürf—
sen die Vorbereitungen zur Ausführung der vereinbarten Verfü—
zjungen nicht lange mehr verschoben werden.

Frapkfurt, 18. April. Seit Beginn dieser Woche tagt
JRier bekanntlich eine Commission, welche sich mit der Auseinander—
etzung ween und Stadt (insbesondere Staats- und
Stadthãsd zhatz Vermögen ꝛc.) beschäftigt. Dieselbe besteht regie—
rungsseitig auͤs dem k. preußischen Assessor Hoffmann aus Berlin,
aus den Senatsmitgliedern v. Open, Mumm und Berg, und aus
den Mikhliedern des ehemaligen 5Ier Collegs (ständige Bürger—
repräsentation) Jucho, Reuhl und Scharff-Meyer. Seit gestern
zerlautet nun, daß sich die Commission über die Hauptgrundzüge
eeinigt habe, so zwar, daß diese Einigung, da Hr. Regierungs⸗
ijsesszr Hofmann mit sehr bestimmten Instructionen versehen sein
oll, als eine definitive angesehen werden könne und an der Zu—
timmung der Regierung nicht zu zweifeln sei. Demnach wäre
zie Summe der Schulden auf 18 Millionen Gulden (zumeist Ei—
enbahnanlehen) festgesetzt, einschließlich der vielbesprochenen 6 Mill.
Lriegssteuer aus vorigem Jahre. Von diesen 18 Mill. würde
der Staat (Preußen) 14 Millionen übernehmen, wogegen die Ei—
senbahnen Staatseigenthum werden; auch die Lotterie wird Staats
nstitut. Sämmtliche Häuser, mit Ausnahme des Stadtigerichts-
zebzudes, ebenso der Wald — was mit großer Freude vernom—
nen werden wird — bleiben der Stadt. Vom 1. Juli an soll
eine“ Zprocentige * Einkommensteuer eingeführt werden. Obwohl
vir vorstehende Notizen aus bester Quelle schöpfen, übergeben
wirsie gleichwohl nur mit allem Vorbehalte der Oeffentlichkeit.
— Wir freuen uns ferner mittheilen zu können, daß die Auswei—
uing des Herrn Holthoff aus unserer Stadt wieder zurückgenommen

worden ist; auch sollen seinem etwaigen ferneren Aufenthalte in
Berlin keine Hindernisse mehr entgegengestellt werden.

Darmstadt, 18. April. Hier liegt zur Unterschrift eine
Frklärung auf, in welcher der Eintritt des Großherzogthums
Hessen in den Norddeutschen Bund als unerläßlich und nebenbei
ils die geeignetste Antwort bezeichnet wird, welche Hessen seines
Theils auf die neueste Herausforderung geben kann, die unserer
Nation aus Frankreich wird.

Darmstadt, 18. April. Der Finanzausschuß der zweiten
dammer beantragt, für 1867 und 1868 statt der für die Ge—
'andtschaften geforderten 60,000 fl. per Jahr blos 12,000 fl.
ür einen Gesandten in Berlin und 2000 fl. für Consulate zu
bewilligen, indem er der Ansicht ist, daß alle Gesandten außer
dem in Berlin überflüssig seien. Gelegentlich einer Anforderung
der Regierung für die Geistlichen beantragt der Finanzausschuß
eine neue protestantische Kirchenverfassung auf Grundlage der
—A
ischen teologischen Fakultät an der Gießener Universität.

Dresden, 20. April. Durch eine Bekanntmachung des Ge⸗—
ammtministeriums wird der Landtag Sachsens auf den 29. ds.
auf kurze Dauer einberufen. J

Stuttgart, 17. April. Es ist nun beschlossen, daß so⸗
fort zur Umänderung der Infanteriege wehre in Hinterlader nach
dem System Albini⸗-Brandlen geschritten werde.

Berlin. In der Shnntagssitzung des Maschinenbauarbei—
er⸗Vereins wurde wie wir der Zukunft entnehmen, folgender
Gruß an die Arbeiter zu Paris beschlossen: *

Die Maschinenbau⸗Arbeiter Berlins, erklären:? Wir verab⸗
cheuen jeden Krieg und halten besonders einen Krieg zwischen
Frankreich und Deutschland für gleich sehr schädlich den Interessen
der Civilisation und der Freiheit. Wir wissen, daß beide Völker
nuf ihren weiten, schönen Gebieten Raum genug,. haben, um frei
lücklich und friedlich nehen einander zu leben, und daß nur die
hetzereien derer, die ein Interesse daran haben, der rohen Ge—
valt über Recht und Freiheit zum Siege zu verhelfen, die Völker
uu gegenseitigem Hasse und zum Neide aufzuftacheln suchen““ Wir
ind uͤberzeugt, daß der Arbeiter nichts zu schaffen hat mit dem
dorbeer des Krieges, denn dieser Lorbeer wurzelt in den mit den
Bebeinen der Arbeiter gedüngten Schlachtfeldern, ist befeuchtet von
»en Thränen der Wittwen und Waisen und ist beladen mit den
Flüchen verhungernder Arbeiter. Wir halten die Concurenz der
Arbeit für die einzige unserer Cultur entsprechende Wahlstatt und
den gemeinsamen Kämpf sämmtlicher Nationen für die Freiheit
ind gegen die Feinde derselben für den einzigen unserer würdi—
gen Kampf. So senden wir unseren französischen Brüdern un—
eren friedlichen Gruß!

— Im „Frkf. Journal“ findet sich ein „Aufruf? an die
deutschen Studenten, der die letzteren zu einer Beantwortung der
hekannten Pariser Studenten⸗Adresse veranlassen will. Es wird
vorgeschlagen, die Antwort der Deut schen möge dahin lauten, daß
zuch Deutschland den Krieg „nicht fürchte, aber verabscheue“, und
daß man diesseits des Rheines von dem sittlichen Gefühle des
ranzösischen Volkes und der Weisheit seines Kaisers eine fried⸗
iche Beilegung der Streitfrage erhoffe, da der einmal begonnene
Vertheidigungskrieg jeden Deutschen zu jedem Opfer bereit finden
vürde.

Berlin, 17. April. Der „W. Ztg.“ wird aus Berlin
zeschrieben: „Man will in Kreisen, in welchen man sich sonst nicht
nit den Cancans der politischen Welt befaßt, wissen, daß die In—
uiitative des Königs von Holland durch eine Summe von 1 Mil—
ljon Franken provocirt worden ist, welche ein Adjutant des Kai—
ers einer gewissen Dame, deren Beziehungen zu dem Haag be—
annt sind, hat verabfolgen lassen. Die Verhandlungen haben aber
is jetzt durchaus nicht zu irgend einem Staatsvertrage geführt,
ondern bestehen einzig und allein in Correspondenzen zwischen dem
daiser und dem König von Holland, so daß der Letztere, von ei—
ier Großmacht darauf aufmerksam gemacht, daß Holland das erste
        <pb n="188" />
        Opfer einer ernsten Verwickelung zwischen Frankreich und Preu—
ßen sein müsse, um so eher in der Lage war, den Rückzug anzu—
treten.“

Berlhin, 18. April. Von hier wurde an Pariser Blätter
telegraphirt: Preußen unterhandelt mit Oesterreich wegen Eintritts
des gesammten Großherzogthums Hessen in den Norddeutschen
Bund.

Berlin, 20. April. (Authentisch) Alle die Stadt durchlau—
fende Gerüchte von preußischen Rüstungen sind rein erfunden, bis
jetzt werden keinerlei wirkliche Kriegsvorbereitungen getroffen.

Coblenz, 17. April. Nachdem vorgestern auf dem Ehren—
breitstein ein seingekleideter Herr, welcher sich eifrig mit der Auf—
nahme der Festungswerke beschäftigte, arretirt (derselbe soll sich
später als ein französischer Offizier legitimirt haben), wurde heute
ein zweiter Fremder bei der Zeichnung der Werke auf Fort Ale—
rander überrascht und zur Wache abgeführt. (Fr. J.

Wien, 18. April. Die „Neue fr. Pr., meldet: „Das
Entlassungsgesuch des Handelsministers ist angenommen. Derselbe
ist zum Großkreuz des Leopold-Ordens, zum Befehlshaber des
österreichischen Geschwaders in den ostasiatischen Gewässern und
zum bevollmächtigten Minister für den Abschluß von Handelsver⸗
trägen mit China, Japan und Siam ernannt worden.

Kiel, 18. April. Durch Ministerialrescript werden ohne
Ausnahme ausgewiesen alle Diejenigen, welche in den dänischen Militär—⸗
oerband übergetreten sind; sodann die bleibend zurückgekehrten nord
schleswig'schen Wehrpflichtigen, selbst wenn fie das dänische Unter—
thanenverband auflösen und sich der Einstellung in die preußische
Armee als unsichere Heerespflichtige nachträglich unterwerfen
wollen.

Frankreich.

Paris, 19. April. „Siecle“ macht sich von der norddeut⸗
schen Buudesverfassung keine brillante Vorstellung, ohne jedoch die—
selbe mit der franzöfischen Verfassung vergleichen zu wollen ...
wozu „Siecle“ gute Gründe hat. Die französische Verfassung ist
bekanntlich eine der schlechtesten die es geben kann. Die „Debats“
halten die Rede des Königs von Preußen für farblos, „Gazette
de France“ raucht in vollen Zügen die Friedenspfeife. „Avenir
national“ wittert kriegerische Symptome aus der Rede des Königs
Wilhelm heraus und ertheilt seiner Berliner Namensbase, der
„Zukunft“, den Bruderkuß. Auch das „Memorial“ hält die Ber—
liner Thronrede für kriegerisch.

Paris, 19. April. Die beständigen Rüstungen dauern
fort. Privatbriefen aus Algier zufolge werden die dortigen Re—
gimenter sämmtlich auf den Kriegsfuß gesetzt, und zwar mit sol⸗
cher Schnelligkeit, als stünde der Ausbruch des Kampfes unmit—⸗
telbar vor der Thür. Ich brauche wohl nicht erst zu erwähnen
daß auch in Frankreich selbst mit größter Geschwindigkeit die Vor—
bereitungen fortgesetzt werden. Ein anderes nicht sehr friedliches
Zeichen ist es, daß die Regierung den hiesigen Journalen verbo—
ten hat, von den Rüstungen zu reden. — Die heutige „Patrie“
dementirt die falschen Gerüchte, die hier rirculiren, als ob Frank
reich ein neues Ultimatum an Preußen gerichtet oder andererseits,
als ob das Berliner Cabinet an das Tuileriencabinet eine Depe—
sche gerichtet hätte, in welcher jenes keine Hoffnung auf eine fried⸗
liche Loͤsung mehr übrig lasse. Die „Patrie“ hebt dagegen her—
vor, daß Preußen und Frankreich übereingekommen wären, wäh⸗
rend der Verhandlungen der Neutralen keine directen Communicationen
unter fich stattfinden zu lassen. Ferner hätten die Höfe von Lon—
don, Wien und Petersburg ihre Meinung noch nicht abgegeben
Aber die officiösen Blätter mögen so viel dementiren wie sie wol—⸗
len, so lange das Publikum keine Möglichkeit einer friedlichen
Lösung voraussieht, und so lange es die beständigen Rüstungen
erblickt, wird es sich von seiner Befürchtung nicht erholen. Die
Börse war heute wieder in verzweifelter Stimmung.

Paris, 20. April. Der „Etendard“ dementirt die Nach⸗
richt von Absendung einer französischen Note an Preußen und
sagt, zwischen Berlin und Paris fänden zur Zeit keine directen
Verhandlungen statt. „Etendard“ dementirt ferner die Nachricht
von Einberufung der französischen Reservisten. Das „Memorial
diplomatique“ sagt: Preußen werde Luremburg in keinem Falle
räumen.
Türkei.
Damaskus, 28. März. Die christliche Bevölkerung ist
dieser Tage abermals in große Angst versetzt worden, weil sie
fürchtete sie stehe am Vorabend einer Katastrophe gleich der von
1860. Am 17. d. wurden nämlich Platate angeheftet die in
türlischer nund arabischer Sprache abgefaßt und in der Regierungs—
druckerei gedruckkt waren. Sie gingen von einem sogenannten
Freund des Vaterlands aus, waren an die Muselmanen Syriens
gerichtet, schilderten aufs aufreizendste die Lage der Mohammeda—
ner der Insel Creta, „der Opfer des Aufstands der Griechen.“

ind forderten, unter Anführung des Koran-Spruchs, duß „alle
Hläubigen Brüder seien,“ zu materiellem Beistand auf. Der Haß
ind das Rachegefühl der Mohammedaner lebte wieder auf, und
zs traten sogleich zwei beklagenswerthe Folgen zu Tage: die
Christen wurden von einem panischen Schrecken ergriffen“ und
vollten noch vor einem neuen Blutbad aus der Stadt flüchten.
Die Muselmanen dagegen fanden in dem Plakat ‚eine Aufforde⸗
derung, die Gräuel von 1860 zu wiederholen. Der griechische
Patriarch und einige Consuln legten daher dem Generalgouver⸗
neur Raschid Pascha den Ernst der Lage dar, der jedoch alle
enntniß dieser Brandschrift in Abrede zog, in einem Anschlag
zie aufgeregten Geister zu beruhigen suchte, und an die Menschen—
iebe aller Religionsgenossenschaften appellirte. Allein dies beruhigte
ucht und die Auswanderung der Christen dauerte fort. In Fol—
ge dessen begab er sich persönlich zu den Oberhäuptern der christ—
iichen Gemeinden, und ertheilte ihnen die Versicherung, daß nichts
zu fürchten sei. Auch die Consuln traten endlich im Hause Hrn.
Kogers, des britischen Consuls, zusammen, und beschlossen nach
anger Verhandlung, an Raschid Pascha die Forderungen zu stel⸗
en: 1. die notablen Mohammedaner aller Stadtviertel persönlich
ür Aufrechthaltung der Rnhe verantwortlich zu machen; 2. die
nohammedanischen Geistlichen aufzufordern, in den Moscheen die
Bleichheit füe alle Unterthanen der hohen Pforte zu predigen.
der Pascha bewilligte dies, und seit einigen Tagen sind die Ge—
nüther etwas ruhiger, immer noch wandern einige christliche Femilien
ius. Verfasser des Plakats ist Fetzy Bey, der Secretär Raschids;
bwohl derselbe jetzt seiner Stelle entsetzt ist, glaubt man doch
nicht, daß er ohne Mitwissen des Pascha's und seines Stellver—
reters gehandelt habe. Auch einige andere Personen, die sich bei
zieser Gelegenheit besonders thätig erwiesen, wurden bestraft und
u den Galeeren verurtheilt, so u. a. der Vorstand des Dorfes
datana, der, unter dem Vorgeben es sei der Wille der Regie—
ung, die Bevölkerung aufgefordert hatte, sich mit Waffen zu ver⸗
ehen. — In Aleppo beschäftigt man sich emsig mit Aufsuchung
der Eier der Heuschrecken, um die Verheerungen zu ver—
jindern, welche diese Insecten im letzten Jahre angerichtet haben.
dier aber will man gegen diese Plagegeister ein unfehlbares Mit⸗
el haben, in dem Wasser aus einer gewissen Quelle in Angora,
tleinasien, das die Kraft besitze gewisse Vogel — die Imarmar,
vie man sie nennt — anzulocken, und so die Heuschrecken weg—
‚zuschaffen. Man hat deßhalb eine Flasche dieses Wassers auf
dem Minaret der großen Möoschee aufgestellt, und hofft so die
Rettung der Ernte!
Amerika.

New-York, 17. April. Der höchste Gerichtshof hat für
den kommenden Monat Dezember die Generale Grant, Stanton
uind Hope vor sich berufen, um sich wegen der Beschwerden des
Ztaates Georgia zu verantworten.

ermischtes.

Zweibrücken, 20. April. Der von der kathol. Kir—
hengemeinde dahier als Bauplatz zu der neu zu erbauenden Kirche
der kgl. Regierung vorgeschlagene vordere Theil des hiesigen Mi—
itär⸗Exerzierplatzes wurde von derselben als solcher genehmigt.

Am 12. Oktober 1866 starb wie die neueste Ueberlands⸗
»ost meldet — in Australien, 46 Jahre alt, Hr. Jacob Bauer
»on Frankenthal, allen Pfälzern als wahrer Volksmann und
Flüchtling aus den Jahren 1848 und 1849 bekannt. Er ertrank
nuf einer Fahrt zur Erlangung der nothwendigsten Lebensbedürf—
nisse in den Gewässern des Van-Diemens-Golfs. Eine im größ—
en Elend besindliche Wittwe nebst einem Kinde ist des Verun—
lückten einzige Hinterlassenschaft.

FBerlin. In der „Spener'schen Zeitung“ findet sich vom
dneipenwirth Wisotzty folgende originelle und bezeichnende Tanz—
inkündigung. „Beim Tanzen dürfen die Herren nicht in kurzen
Jacken erscheinen, die Damen aber sollen Schuhe und Strümpfe
anhaben.“

F CGGlückliche Operation.) Im letzten Feldzuge wurde ein
achtzehnjähriger Lieutenaut von der Linientruppe durch einen Schuß
im Oberschenkel schwer verwundet, indem eine Kugel in der Ge—
gzend der Hosentasche eindrang, von wo sie trotz wiederholt im
Wiener Militärspitale vorgenommener Operationen nicht entfernt
werden konnte, da sie nicht zu finden war. Erst dieser Tage sol—
ꝛe es Professor Pitha gelingen, unter Anwendung der Narkose die
mittlerweile bis gegen den Unterschenkel gesunkene Kugel aufzufin—
den und sie zu entfernen. Doch wie groß war das Erstaunen
des Operateurs, als er in der Kugel einen halben Goldreif eines
Ringes fand, welche sonderbare Erscheinung sich nun dahin auf—
lärte, daß die Kugel die Hosentasche und die in dieser sich be—
indende Geldboörse durchbohrte, wobei der in jener Geldtasche sich
efindende Ring mitgerissen worden ist. Hofrath Pitha theilte in
iner Versammlung der Gesellichaft der Merrte das Resultat
        <pb n="189" />
        ieser gelungenen Operation mit, ind zeigte zugleich das interessante f London. Ein höchst interessanles Verzeichniß von Todes⸗
rremplar der Kugel mit dem eingeprägten Ringe. ällen durch Feuer ist in dem letzten Verichte des General-Regi—
Paris. Ein hiesiger Wursthandler hat eine eigene Lotterie trators von Großbritannien und Irland enthalten. Es geht dar—⸗
n Scene gesetzt, eine von hundert auf einen Tisch zusammenlie⸗ aus hervor, daß in den letzten 14 Jahren, vom 1. Janur 1853
enden Würsten enthält namuch ein Funffrantenstück in Gold. Der is J. Januar 1867, 89,867 Personen lebendig verbrannt oder
helulant verkauft das Stück Wurst um einen Sou theuerer, Die uu Tode gebrüht worden nd; von diesen waren 1844 Kinder
ane Collgen, troßdem aber ist der Zuspruch ein ungeheuerer, denn inter einem Jahr; 4530 Kinder von einem und unter zwei Jah⸗
seder hofft der Glückliche zu sein, der für wenige Son eine Wurst cen und 9777 waren zwischen zwei und vier Jahren. Zwischen
ind fünf Franken erobert — Han glaubt, daß die Polizei der dem lter von 8. und 13 Jahren verbrannten 6255 Mädchen
Shpelulation“ bald ein Ende machen wird. ind 3750 Knaben. u. s. w. J
f Eine neue chemische Erscheinung macht jetzt in den Pariser In Spanien versteht man unter dem Wunsche „Glück⸗

Zalons diel Auffehen und bietet eine sehr interessante Unterhal⸗ iche ese“, daß man nicht von Räubern angefallen werde.
ung, welche, da sie längere Zeit in Wirksamkeit bleibt, den seithe⸗ In Rotterdam fand vor einigen Tagen eine öffentliche
igen chemischen Experimenten mit Pharaoschlangen, Teufelsthränen, Versteigerung von Moöbeln Staͤtt, wobei man, um die Straße
hinesischem Gras und Thee ⁊c. den Rang streitig machen wird. veniger zu sperren, den Tisch des Auttionators anf ein Gerüst
Fin Flasche von 10 Loth Inhalt mit wasserheller Flüssigkeit, ein iber den Kanal gestellt hatte. Als die Versteigerung im besten
chädliches Salz enthaltend, und eine Schachtel mit einem unschäd⸗ Bange war und etwa hundert Personen sich um den Tisch des
ichen, in Stücken von der Groöͤße kleiner Bohnen zertheilten Sal- Uutitonators drängten, brach das Gerüst und Verkäufer, Käufer
e bilden die zwei Stoffe, mit denen eine Winterlandschaft erzeugt ind Verkaufsgegenstände stürzten durcheinander in das Wasser.
derden soll. Füllt man mit obiger Flüssigkeit ein Glas 2 Zoll Merkwürdiger Weise ist nur in Mann dabei umgekommen, der
joch an und wirft so viele Stuͤckchen von erwähntem Salze auf m Schlamme erstickte; die Anderen sind theilweise mit leichten
en Boden des Glases, bis dieser bedeckt ist, so rden in weni⸗ Beschädigungen davon gekommen.
gen Minuten die Salzstüdchen sich mit einer weißen Kruste über⸗ Aus Antwerpen wird von fürchterlichen Stürmen berichtet
ehen und. dabei die tauschendsten Formen von Baumen, Fran ie 8 am 14. — 15. April anet am großen de
en. Gräsern, Felsenpartien F aunehmen. so daß sich nach 122 ngerichtet haben. Am neuen Hafenbassin wurde ein Lagerschup—
Stunden eine complete Winterlandschaft gebildet hat. Die e und an der Tete de Flandre ein Holzmagazin umgeweht,
venußte schädli de Salzlssung besteht aus 1 Thel salpertersaurem Feij Vuͤesingen word ein amerikanischer Dreimgster durdh den
Bleioxyd in 8 Theilen Wasser gelöst; die Salzkrystalle sind sube Zurm auf g wegisches Barkschi in
78* r r n gisches Barkse iff geworfen, ein anderes nor
imirter Salmicn— De erzeugten Iy sind dahn die Jrodn e vegisches Schiff war in der unteren Schelde bei Rammekens ge⸗
geon ier Zefetung, namuch Chiorblei mit salpetersaurem Ame srandet. Die Schelde war so hoch gestiegen, daß sie ihre Ufer
noniack. iberschwemmte.

f Aus Paris geht der „Rh. Ztg.“ folgende „Warnung für

deuische zu: „Wenn eine Weliausstellung in Berlin stattfände

und manläse dort eines schönen Morgens in einer Pariser Zei—

rung, die nach Berlin zur Ausstellung reisenden Journalisten,

Schriftsteller und. Künstler sollten sich an Herrn Hermaun Göd⸗

sche wenden, derselbe sei bereit, ihnen mit Rath und That an

zie Hand zu gehen, so würde in Berlin das Erstaunen noch lange

nicht so groß sein, als das Entsetzen der hiesigen Journalisten

ind der gebildeten Deutschen darüber, daß eine Berliner Zeitung

cathen mag, sich in Paris an Herrn Albert Beckmann, secrètaire

de la direction politique du Temps, zu wenden derselbe sei für

die deutschen Journalisten, Schriftsteller und Künstler jeden Mor—

gen von 9 bis 10 Uhr in seinem Bureau, 10 Faubourg Mont⸗

nartre zu sprechen. Dieser Albert Beckmann ist der ungerathene

Sohn einer anständigen Familie in Osnabrück, hat seine Heimath

vegen unredlicher Handlungen verlassen müssen und ist seit acht⸗

eehn Jahren in Paris thätig als Lauscher und Angeber für die

Polizei. Zu seinem Jagdbezirk gehört Alles, was deutsch spricht;

janz besonders ist er aber auf die Berichterstatter der deutschen

Zeitungen dressirt. Die deutschen Flüchtlinge, welche im Jahre

1851 in London waren, werden sich erinnern, zu welchem Zwecke

damals — es war auch Wellindustrieausstellung — von Paris

nach London kam und wie er zur Rückreise veranlaßt wurde.

Schon damals war es bekannt, daß er im franzoͤsischen Solde

tehe und als Correspondent die Interessen des damaligen Prinz

Präsidenten Napoleon in der Koln. Zig. vertrete. Seitdem hat

er sein Gewerbe nicht blos fortgesetzt, sondern auch ausgedehnt.

Er hat in Berlin Verbindungen und rühmt sich naher Beziehungen

um Abgeordneten Geh. Rath Wagener, und es müßte sonderhar

zugehen, wenn er nicht auch die geheime Fonds der preußischen

Regierung angezapft haben sollte. Daͤß er mit der Berliner Zei⸗

ung Post“ in Verbindung steht, hat man aus der „Post“ selbst

ersehen. Daß in der Pariser Presse kein Wörtlein über solches

Trelben laut wird, erklärt sich ganz einfach. Bei der Stellung,

die Beckmann einnimmt, würde kin französisches Blatt, das vor

hm warnte, die Eristenz aufs Spiel setzen. Aber er ist hier so

hekannt, daß ein Deutscher, der in seiner Gesellschaft gesehen wor⸗

den ist, alsbald nur noch mit mißtrauischen Augen betrachtet wird.“

Hiemit stimmt ganz vollständig uberein, was man in der Berl.

Reform liest: „Welche Netze man in Paris auszuwerfen beabsicht,

ʒeweist, daß dort ein förmliches Bureau errichtet worden ist, das

ich der Sorge unterziehen will, für die eintreffenden deutschen

Jourualisten zu sorgen, und das unter der Direktion des Hrn.

Zeckmann stehen soll, desselben Mannes, der früher das schöne

Amt verwaltet hat, die deutschen Zeitungen zu überwachen und

zur Confiscation zu bezeichnen. Der Fluͤch der deutschen Presse

haftet an diesem Manne, und die Deutschen, welche in den 5Oer

Jahren in Paris gelebt, wissen noch mehr von ihm zu erzählen.

PMan hütet sich, in seine Nähe zu kommen. Jetzt ist dieser Mann

nit mehreren Orden geschmückt, und weiß sich, dei Leuteu, die ihr

cht senen. durch Hnlichkeit zu inünniren “)

7 Der russisch⸗amerikanische Telegraph ist zwar aufgegeben,
voch scheint die Regierung der Vereinigten Staaten Willens zu
ein, das Unternehmen wieder ins Leben zu rufen. Zum wenig—⸗
len hat Seward an die Western Union Telegraph Company in
Rew-York ein Schreiben gerichtet, in welchem er die Hoffnung
zusspricht, daß neben dem transatlantischen Kabel auch die con—
nentale Telegraphenverbindung der beiden Hemisphären eine Exi⸗—
tenz haben könne. „Die Vereinigten Staaten und Rußland'“ —
chließt sein Brief — „werden sich ihr Versprechen, das große Werk
u Ende zu führen, nicht umsonft gegeben haben. Die Regierung
Fer Vereinigten Staaten ist aufgeklärt und weise; der Kaiser von
stußland ist sowohl freisinnig als scharfsichtig. Ich werde dem
fürsten Gortschakoff ihre Erklaͤrungen gern mittheilen und mit des
Zraͤfidenten Erlaubniß über die Frage, was nun zu thun sei, eine
Fonferenz veranstalten.“

pPNew-⸗Orleans zählt gegenwärtig eine Bevölkerung von
250,000 Seelen, von diesen sind 85,000 Fremde resp. 25,000
Franzosen, 20,000 Irländer, 20,000 Deutsche, 5000 Italiner,
900 Sicilianer, 10.000 Griechen, Chinesen Malayen ꝛc.

Landwirthschaftliches⸗

— — — —

Laubstreu und Güllenbereitung. Folgende Zu⸗
chrift des Herrn Oekonomen Heinrich Meyer aus Quirnstein ver⸗
nent es wohl in den weitesten ökonomischen Kreisen bekannt zu wer—
en. Er schreibt: ich bebaue 284 Morgen Feld zu zwei Dritteln aus
Zandboden bestehend und daher dem Strohwuchse ungünstig. Treu
ʒer althergebrachten Sitte habe ich darum seit dem Jahre 1851, in
velchem ich das Gut übernahm, vorzügsweise die Laubstreu zur An⸗
vendung gebracht. Ich kann mir nicht verhehlen, daß ich das
Kachtheilige dieser Methode längst erkannte, allein in Ermange⸗
ung von genügenden Mengen von Streustroh blieb-es immer
eim Alten, bis ich im Jahre 1860 genöthig war, einen neuen
Ziehstall zu bauen, dem ich hinsichtlich des Fußbodens die Ein⸗
ichtung gab, daß das Rindvieh auf Lattengerüste zu stehen kam,
zie 4 Fuß lang und 3 Fuß breit, leicht aus den Fugen her—
nsgenommen werden koͤnnen, um sowohl fie, wie auch den 3
zoll tiefen leeren Raum unter denselben gründlich zu reinigen.
Hie Latten laufen unter dem Vieh quer uͤnd sind eine von der
deren um *4 Joll.entfernt. Das Vieh hat so einen ganz beque—
nen Stand und liegt auch nicht allzu fest, weil die Latten mit
iner gewissen Elasticität nachgeben. Aller Urin versinkt sofort
ind die Excremente können leicht beseitigt werden, ohne daß die
Unterlage erheblich beschmutzt würde. So gewinne ich allen Dung
n Form vou Jauche und Koth, welche ich in einer gut ange—
egten Cisterne mit einander mische und immer nur im Jauchen⸗
asse ausfahre. In Folge dessen haben sich die Erträge meiner
Felder und namentlich auch die Strohwüchsigkeit derselben selbst
rockenen Jahrgängen der Art erhöht, daß ich um keinen Preis
deht m der alten Laubstreu-Wirthichaft zurückkehren mbt⸗
        <pb n="190" />
        F 454 . ——
Holzversteigernng
aus Staatswaldungen des k. Forstamtes
Zweibrücken.
NRevier St. Ingbert.

Freitag den 3. Mai 1867 Wormittags
10 Uhr zu St. Ingbert.

Schlag: groster Stiefel J. A.

102 eichen Stämme II. — V. Cl.

824 Klafter eichen Misselholz

13 eichen Wagnerstangen

23 Klift. buchen Scheit J. — III. Qual

1924, eichen, IU. u. UI.,

211, buchen Prügel u. Krappen

28389, eichen ditto
225, buchen Reiserwellen.

Schlag: Rehthal 11. 6.

48 buchen Stämme II. Cl.

2 ahorn Stämme II. Cl.

29 eichen u. ahorn Wagnerstangen
46 Klft. buchen Scheit J. — III. Qual
350 buchen Reiserwellen.

Schlag; Birkenkopf II. 7. 4.
36 eichen Stämme III.-V. Cl.
16 buchen und ahorn Stämme II. CEl.
14 versch. Wagners und Gerüststangen

1 Klafter eichen Misselholz IV. Cl.
59 , bichen Scheit 12III Qual.
534, eichen , knorrg.

3111, bichen Prügel und Krappen
10*, eichen Prügel und Krappen
150 buchen Reiserwellen

Schlag: Rehthal II, 5.

z eichen und aspen Stämme
112 buchen und eichen Wagnerstangen
12 Klft. birken und Weichholz Scheit
Schlag: Bollerberg. III. 2.
8 Klft. buchen Scheit J. n. III. Qual
75 buchen Reiserwellen.
Schlag: Zoll scheidt. III. a.
5 buchen Stämme I. ClL.
1184 Klf. buchen Scheit J.u. II. Qual
125 buchen Reiserwellen.
Schlag Ommersthal. III. AM.
3 birken und aspen Stämme
7 verschied. Wagnerstangen
9 Klft. buchen u. Weichholz Scheit.
Schlag: Zufällige Ergebnisse.
56 kiefern Stämme u. Sparren
28 eichen Wagnerstangen
10 fichten Gerüststangen
112 Klft. buchen Scheit J. -III. Qual.
33 „kief. birken u. Weichholz Scheit
19 „ versch. Prügel und Krappen.
Zweibrücken den 17. April 1867.
Kgl. Forstamt
Glas.
— — — — — —
Ein geschlossener Garten
in den Großgärten, in der
besten Lage, ist zu verkaufen.
Die Erped. d. Bl. ertheilt
Auskunft.

»Ein neuerbautes einstöcki-
ges Wohnhaus mit 3 Zim—
ner und Küche nebst schönem Speicher,
deller und Hofraum, steht billig zu ver—
aufen. Das Nähere in der Erped. d. Bl.

8 ⸗ ⸗

Augenheilanstalt für die Pfalz

in Heidelberg. ED
Vorstand: Dr. Röder.
Die große neuerbaute Anstalt liegt dicht neben dem Bahnhof)

Jedem unbemttelten Augenkranken aus der Pfalz kanu unentgeltliche Aufnahme
ind Behandlung gewährt werden, indem der Verein zur Unterstützung armer Pfälzer
Augenkranker die unserer Anstalt hierdurch entstehenden Kosten trägt. Außerdem ist von
Seiner Majestät König Ludwig J. der Anstalt ein Crundstodkapital. zu demselben Zwede
jeschenkt worden.

Minder Bemittelte werden unentgeltlich behandelt und operirt und haben nur für
dost und Logis 42 Kreuzer täglich zu vergüten. Auch verfügt der Vorstand über einen
Fond, aus welchem gänzlich mitiellosen Kranken die Reisekosten zurückerstattet werden
önnen..

Eine Sprechstunde für leichtere Erkra nkungsfälle wird auch in diesem Jahre in
Mannheim im zweiten Stock des Kaffeehauses von Keßler (dem Pfälzer Hof gegenüber
eden Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 2 bis 4 Uhr abgehalten werden, aber we—
jen zu beschränkter Zeit wünscht man, daß schwerer Erkraukte vder Erblindele immer di⸗
fekt in die Anstalt nach Heidelberg gebracht werden.

Nähere Auskunft jederzeit auf briefliche Anfragen durch den Vorstand

D. V. RSde.
Gandelsschule und Pensionat
für israelitische Knaben in Karlsruhe.“

Die Anstalt liegt außerhalb der Stadt und ist mit einem geräumigen Turnplatze
ind einem Garten versehen. Die Zöglinge werden in drei Classen von einem zahlreichen
ind tüchtigen Lehrerpersonale unterrichtet. Unterrichtsgegenstände: Religion, Deutsch,
Französisch, Englisch, Italienisch, Schönschreiben, Rechnen, Buch—⸗
ührung, Handelscorrespondenz, Physik u. s. w. Austunft ertheilen die
derren: Großherzogl. Oberrath und Schulinspector Altmantn, Medizinalrath Dr. Kujsel
ind Hofbuchhaändler Bielefeld in Karlsruhe, W. J. Baß, H. J. Weiller, und B. Roos,
Banquiers in Frankfurt a. M., Consistorialrabbiner Isidor, Dr. Albert Cohn und Ju—
velier Sigin. Attinghausen in Paris. Auch ist Hr. W. Kahn in St. Ingbert auf gef.
Anfragen gern erbötig, die materiellen und didaktischen Leistungen der Anstalt zu empfeh—
sen. Das Honorar für Kost, Wohnung Unterricht und Wäsche beträgt jährlich fl. 300.
Anmeldungen bei dem

Diireetor Dr. Plato in Karlsruh.
— —

— —

— 2
Hierdurch bringen wir zur allgemeinen Kenntniß, daß *
die HH. Haasenstoein &amp; Vogler in Frankfurt a. M., Hamburg,
Berlin und Basol
aut von uns getroffener Bereinbarung mit denselben fortab allein befugt sind in Deutsch⸗
land Annoncen für die durch unsere Gesellschaft gepachteten frauzoͤsischen Blätter zu
oermitteln, und sind daher Aufträge nur an diesfe genannte Firma zu richten.
Paris, den ĩ. April 1867 *
— 258 Miec
Gesellschaft Havas. Laffite-Bulliee &amp; 0

—
—
— —

—

Anknüpfend an vorstehende Bekanntmachung der Gefellschaft Havas, Lafrite-
Bullier &amp; Cie. zu Paris, erlauben wir nus die Herren Inserenten darauf hinzuwei⸗—
en, daß genannte Geseilschaft von

* M 94 .
10 der bedeutendsten Blätterein Paris
(Sidcle, Débats, Constitutionnel, Presse, Patrie, Opinion nationale.
France, Temps, Pays, Union)
J * * * A *
und 200 Provinzial-Blättern ersten Ranges
den Inseraten⸗-Theil gepachtet hat, so daß Annoncen, welche in diesen Blättern publi—
cirt werden jollen, nicht direct an die Blätter, sondern an die genannte Gesellschaft zu richten
sind, daß mithin Auuoncen aus Deutschland nur dann zur Aufnahme gelangen können,
wenn dieselben durch unsere Vermittlung eingesendet werden.

Nominelle Liste der Provinziai-Blatter, in denen auch die bei großen Aufträgen
eintretenden, bedeutenden Vergünstigungen genau angegeben siud, stehen gratis und franco be⸗
reitwilligst zu Diensten. ..

Der Wirkungskreis unserer bisherigen Filiale in Paris ist in Folge dieses Vertrags
an die vorgenannte Gesellschaft übergegangen, wohingegen unsere Wiener Filiale nicht durch
denselben berührt wird.

Haasenstein &amp; Vogler, Zeitungs⸗Annoncen⸗-Expedition
in Frankfurt a. M., Hamburg, Berlin und Basel.

., zu . —— ————— 2 — 2 ——

α,

— g * ö— —— — —ñe e — —
— ——— ——
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="191" />
        St. Ingberler Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
ind Samstag. Abonnementsvreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden init 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blatischrift oder deren
Raum berechnet.
Nro. 50. Donnerstag, den 28. April

16867.
Deutschland.

München, 20. April. Es ist ein Vertrag über den An—
chluß Bayerns an den Norddeutschen Bund abgeschlossen worden
ind zur Ratificirung hier eingetroffen. Heute hat in Folge dessen
in Ministerrath der mehrere Stunden währte stattgefunden. Im
Allgemeinen sollen die Bedingungen nicht ungünstig sein. In den
nächsten Tagen wird der Vertrag veröffentlicht werden. Oester⸗
ceich hat zugestimmt, aber Bedingungen gestellt. Graf Tauffkir—
jat die hierauf bezüglichen Verhandlungen geleitet.

Mänchen, 28. April. Regierungsdirector Pfeufer zu
Augsburg wurde zum Regierungs-Präsidenten der Pfalz er—
nannt.

München, 23. April. Die „Bayer. Ztg.“ bemerkt: Die
„endung des Hrn. v. Tauffkirchen war durch die drohenden po—
itischen Constellationen veraulaßt und entziehi sich der öffentlichen
Besprechung. Der Eintritt Bayerns in den Norddeutschen Bund
var nicht der Gegenstand der Besprechungen zwischen den Herren
». Tauffkirchen, v. Bismarck und v. Beust, daher ist auch ein
Bertrag darüber nicht abgeschlossen. Unterhandlungen über eine
indere Art des Anschlusses an das übrige Deutschland sind noch
nicht eröffnet.

Dienstes-Nachrichten.

Vom 16. d. Mts. an wurde der kgl. Postassistent Philipp
Urneth von Landau nach München versetzt und an dessen Stelle
jer Accesist Adolph Oehl zum Assistenten in Landau ernannt.

VomRhein, 21. April. Oesterreich, Preußen, Württem⸗
jetg und Baden sind zur Beschickung einer Conferenz zur Revision
er seit 1852 bestehenden Postvertraͤge mit der Schweiz bereit.

Aus Baden, 20. April. Die Friedensbesatzung von Ra⸗
tatt bestand früher aus 6000 Mann; jetzt liegen nur 2000
Hann in der Festung. Die Regierung will nun mittelst Vermin—
erung der Garnisonen anderer Städte die von Rastatt wenig⸗
tens annähernd wieder auf den angenommenen Friedensstand
ringen. Hier kann aber nur eine Vereinbarung mit Preußen
jelfen, die hoffentlich bald zum Abschluß kommt.

Main;, 21. April. Nächster Tage wird General Moltke
ahier erwartet.

Darmstadt, 21. April. Während ein hiesiges Blatt von!
iner Ministerkrisis spricht, die im Anzuge sei, weil der Großher—
og sich weigere, die mit Preußen abgeschlossene Militärconvention
u unterzeichnen, hören wir von sonst wohlunterrichteter Seite,
»aß die Unter:eichnung bereits vorgestern erfolgt sei. Um die
essische Divission nach und nach ganz auf den Stand einer preu⸗—
nischen Truppenabtheilung dieser Bezeichnung zu bringen, soll in
inem Nachtrag zu dieser Convention ein Zeitraum von eiwa 2
Jahren vorgesehen seit. — Der Kronprinz von Preußen wird
n den nächsten Tagen zum Besuch seines Schwagers (des Prin⸗
en Ludwig) dahier erwartet.

Stuttgart, 17. April. Dem „Schwäb. M.“ wird aus
udwigsburg geschrieben: Was ist denn mit uns in Württemberg?
Nan hat ein Schutz⸗ und Trutzbündniß mit Preußen geschlossen,
ind thut nichts für dasselbe. Die beste Zeit läßt man verstrei⸗
hen, ohne einen Entschluß zu fassen, geschweige das Nothwendige
tuszuführen. Alle anderen Reformen kann man bei der jetzigen
lage der Dinge getrost ruhen lassen, aber die Militärreform, und
usbesondere die Bewaffnung * Infanterie mit Hinterladungs—
jewehren, sowie die Einübungbieser Waffe ist so dringend, daß
mur wegen ihrer die Stände einberusen werden sollten, und das
o bald als möglich. Sieben kostbare Monate sind verstrichen,
eit das Schutz und Trutzbündniß mit Preußen abgeschlossen, und
och stehen wir auf dem alten Standpunkte, währeud alles rund
im uns her sich bereits in den neuen Schießwaffen einübt und
eberhaft schnell die Feinde Deutschlands sich rüsten. Bedenklich
hüttelt Jedermann den Kopf, und das Verirauen beginnt gewal⸗
ig zu wanken. Man möchte Lebenszeichen sehen, und zwar solche,
nelche unzweideutig bekunden, daß man entschlossen ist, fuͤr Deutsche
ands Recht und Ehre Alles einzuseken. und nicht zu warten, bis

man geschützt wird, sondern selbst auuh zum Schutze das Mög—
lichste beizutragen.

Stuttgart, 19. April. In Biberach wird am 28. April
ine Versammlung der deutschen Partei in Oberschwaben statt⸗
inden, in welcher die Stellung des Südens zum Nordbund und
ie Genehmigung des Augustvertrages durch die Kammern zur
S„Sprache kommen wird.

—Braunschweig, 18. April. Die Lan desversammlung
jat den vorgestern erwähnten Antrag von Aronheim (die Erhal—
ung Luxemburgs für eine Ehrens und Existenzfrage für Deutsch-
and zu erklären) einstimmig angenommen.

Dresden, 20. April. Den Recruten, deren Einübung
erst in einigen Monaten vor sich gehen sollte, ist der Befehl zum
ofortigen Einrücken zugegangen.

Berlin, 22. April. Morgen trifft der König der Bel—
zier von Paris hier ein, um der Vermählung einer hohenzollern'
ichen Prinzessin mit dem Grafen von Flandern bei zuwohnen. Er
wird bis zum 27. April bleiben.

Berlin, 28. April. Die Nordd. Allg. Zig. 'hebt hervor,
daß Preußen nur die Ansichten der Vertragsmächte über eine Ab⸗
retung Luxemburgs zu hören gewünscht, aber nicht deren Vermit—
elung nachgesucht habe. Das preußische Besatzungsrecht in der
Festung Luxemburg konnte dabei nicht in Frage kommen; die
Berüchte, daß Preußen dasselbe aufgeben wolle, seien unbe—
zründet.

Wien, 16. April. Die Schuldhaft soll endlich auch in
Desterreich aufgehoben werden. Sie überlebte ihre Verwandte, die
Folter, um mehr als 85 Jahre. (Der gesetzgebende Körper
Frankreichs hat neulich ebenfalls die Aufbhebung der Schuldhaft
ʒeschlossen.)

Wien, 19. April. Die „Presse“ hört, die Mission des
orgestern hier eingetroffenen bayerischen Ministerialraths. Tauff-
irchen bezwecke, die Haltung der Süddeutschen Staaten als Brücke
ür ein Zusammenfinden Oesterreichs und Preußens zu benutzen.
Das Wiener Cabinet, dessen Haltung in erster Linie durch ein
vohlmeinendes Vermittellungsstreben bestimmt wird, würde, wenn
es zum Kriege käme, in die Schranken der parteilosesten Neutra—
lität sich einschließen und darin möglichst anhaltend zu verbleiben
uchen. I

Wien, 21. April. Ein kaiserliches Patent beruft den Reichs-
ath auf den 20. Mai. — Die Leitung des Handelsministeriums
ist dem Herrn v. Beke provisorisch übertragen.

Wien, 23. April. Indem die Abendpost auf von der heu⸗
igen N. Fr. Pr. besprochenen Anerbietungen Preußens in der
ruxemburger Frage Bezug nimmt sagt dieselbe: Würde man fran—
‚ösischerseits hiervon Notiz nehmen, so müßte man in Paris zu
der Vermuthung kommen, daß man nicht sehr hoch zu bieten habe,
im das erste Angebot zu übertreffen. Soviel glauben wir jetzt
chon aussprechen zu können, daß, wenn beide Theile sich bezüglich

chrer Offerten in so bescheidenen Grenzen hielten, man über die
ernere Neutralität Oesterreichs vollkommen beruhigt sein könnte.

Pesth, 16. April. Für alle bis zum 17. März begange—
ien Preßvergehen ist eine Amnestie ertheilt, die sich nota bene
rur über Ungarn erstreckt, bei dem man sich Liebkind machen muß.
Die deutsche Reichshälfte hat sich solcher Amnestien nicht zu er—
treuen.

Prag, 15. April. Die Tschechen mit einem Theil des
Adels haben nach stürmischen, man kann sagen knabenhaften Sce—
ien den Landtag mit der Erklärung verlassen, nicht in den Reichs—
rath zu wählen. Daß die Deutschen im Besitz der Mehrheit wa—
ꝛen, hat die Tschechen mit einer Wuth erfüllt, welche sie allen
Unstand vergessen und alle Haltung verlieren ließ. Mit ihren
Zrätensionen, für Böhmen eine ähnliche Stellung zu erhalten wie
Ungarn, machen sie sich jedoch höchstens lächerlich.

Fraukreich.

Paris, 19. Ayril. Die Officiösen geben sich alle erdenkliche
        <pb n="192" />
        Mühe, die von den Kriegsdrohungen beunruhigenten Gemüther
etwas zu besänftigen. So wird die eben erfolgte Einberu—
fung der Reserven von 1864 dadurch gerechtfertigt, daß die Lücken,
welche durch den mexikanischen Feldzug und den an die aus Mexico
zurückkehrende Soldaten bewilligten Urlaub in den Reihen der
Armee verursacht worden sind, wieder ausgefüllt werden. Selbst
der Staatsminister Rouher beeifert sich, Jeden, mit dem er zusam⸗
menkommt, von der Wahrscheinlichkeit des Friedens zu überzeugen.
Aber es läßt sich nicht behaupten, daß diese Bestrebungen irgend
einen Einfluß auf das Publikum haben. Außer durch die unru—
higen Zeiten wird der franzoͤsische Handel augenblicklich auch durch
die Arbeitseinstellung hart betroffen. Heute waren bereits meh—
rere Kleidermagazine geschlossen.

Paris, 20. April. Heute erzählt man sich in diplomati—
schen Kreisen, daß der Kaiser nicht übel gesonnen sei, von der
Luxemburger Angelegenheit gänzlich abzulassen, indem Frankreich
in derselben gar nicht engagirt sei. Thatsache ist es, daß der
zsterreichische Gesandte, Fürst Metternich, dem Kaiser zu einem
solchen Schritte räth. Für den europäischen Frieden wäre natür—
lich ein solcher Schritt sehr erfreulich, aber die Dinge sind sicher
noch lange nicht soweit gediehen, und ich wüßte wirklich nicht,
wie der Kaiser solches Thun vor der aufgeregten öffentlichen Mei—
nung rechtfertigen wollte. — Im Inneren des Kaiserreiches ist
übrigens nicht alles Friede und Freundschaft. Die beiden frühe—
ren Verbündeten Rouher und Lavallette haben sich gänzlich über—
worfen, und der Erstere arbeitet schon daran, den Letzteren ebenso
von der Macht zu entfernen, wie er schon so viele Leute, über
Bord geworfen hat. Dieser Streit ist die Veranlassung, daß sich
Lavallette auf sein Schloß Cavalerin begeben hat. — Die „Presse“
hat heute die. Abgeschmacktheit, ihren Lesern zu derkünden, daß in
Berlin die Landwehr bereits mobilisirt sei. Die „Presse“ hat
überhaupt — und darin ist sie der Dolmetscher des Publikums
— sehr mysteriöse Vorstellungen von der preußischen Militäror—
ganisation. — Bis jetzt haben sich 57 Schneidermeister entschlos⸗
sen, dem Verlangen ihrer Gesellen nachzukommen; aber es sind
noch immer viele große Magazine auf den Boulevards geschlossen.
Auch die Friseur-Gesellen hatten Freitag Abend eine Versamm—
lung, in der sie aber einen solchen Spectakel machten, daß Nie—
mand daraus klug werden konnte, was sie eigentlich wollten.

Paris, 21. April. Der Zusammentritt aller Reserven
in den Hauptorten der Kantone findet auch diesmal wie alljährlich
am 1. Mai statt mit dem Unterschiede jedoch, daß die gesammt:
Reserve heuer sofort der activen Armee einverleibt und also nicht
wie üblich wieder entlassen werden soll. — Die „Liberte“ predigt
heute in einem Brandartikel den Nationalkrieg gegen Deutschland.
Dies hat insofern Bedeutung, als der Eigenthümer des Blattes,
Emil Girardin, allerdings, wie die „Frkf. Z.“ bemerkt, eine feine
Witterung der bevorstehenden Dinge hat. In Paris scheint man
überhaupt nicht mehr am baldigen Ausbruch des Krieges zu
zweifeln. Die Truppenbewegungen nach dem Norden hin dauern
fort; auch an Rüstungen zur See fehlt es nicht.

Paris, 22. April. Der Marschall Mac Mahon, den man
bedanntlich als den zukünftigen Befehlshaber der Rheinarmee be—
zeichnet, ist am letzten Samstag mit Familie in Paris eingetrof—
fen. Die Befehlshaber der verschiedenen Corps, welche die Armee
bilden sollen, sind bereits designirt. Mit den Pserdeankäufen hat
man auch begonnen. Der Kriegsbedarf, der fortwährend nach
dem Osten abgeht, ist ungeheuer.

Paris, 22. April. Man liest in der Patrie: Privatde—
peschen aus Berlin kündigen uns an, daß die Ansichten der drei
Großmächte bezüglich der Luxemburg-Frage fast gleichzeitig der
preußischen Regierung mitgetheilt worden sind. Das Handeln der
Höfe von Rußland, Oestereich und Endland ist demnach heute in
eine neue Phase getreten, es wird jetzt bei den bei Löfung der
Frage direct Betheiligten in Anwendung gebracht. —— —
Unsere Depeschen aus Berlin, welche darin mit den uns aus Lon—
don zugehenden Nachrichten übereinstimmen, stellen noch immer die
Lage mit dem der Aufrechthaltung des Friedens günstigen Cha—
rakter dar, den wir vom ersten Tage an constatirt haben.

Die Liberte erwähnt das Gerücht, welches heute in Umlauf
gesetzt ist, daß Marschall Forey gestern Abend vom Schlage ge—
rührt worden sei. Bis jetzt wird das Gerücht weder bestätigt noch
dementirt.
Paris, 24, April. Patrie und France glauben nicht, daß
die Nordd. Allg. Ztg. die Ansichten der preußischen Regierung
ausdrücke, wenn sie sage Luxremburg werde nicht geräumt. Nach
beiden Blättern müßte dies den Krieg herbeiführen. — Die Re—
gierung wird den Kammern am Donnerftag keine Mittheilung
machen. — Der Kriegsminister hat unterm 11. April das Los—
kaufsrecht für die Armee und die Reserve suspendirt. 20,000
bei den Bauern eingestellte Militärpferde sind von der Regierung

arückgefordert. Der Etendard sagt, Oesterreich, England und Ruß—
land würden neue Schritte in Berlin thuu. Bekanntlich haben
die drei Muchte noch gar keine Schrette in Berlin gethan; und
edenfalls wird die Nordd. Allg. Ztg. die Ansichten des Berliner
Tabinets besser kennen als die vorlaute Pariser Presse. Anm.
d. Red. d. Pf. Kr) 3

Straßburg, 20. April. In der Physiognomie der hie—
igen Stadt zeigt sich gegen früher keine Veränderung, welche auf
Vorbereitungen zu einem großen Kriege deuten könnte.“ Die Gar—
nison wurde noch um keinen Mann vermehrt: üe besteht großen—
heils aus Artillerie; es liegen Mannschasten von drei Regimen—
tern dieser Waffengattung hier; ob aber die Regimenter complet
und, wie man behauptet, zusammen 5000 Mann stark sind, kann
ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Von Infanterie liegt ein Ba⸗
taillon Jäger und ein leichtes Regiment hier, von Reiterei kaum
eine volle Schwadron. Dazu kommt ein Bataillons Pontonniers.
Von neuen Befestigungen ist nichts wahrzunehmen; nur wirden
die bereits früher begonnenen Erweiterungsarbeiten an einem Vor—
verk der Citadelle, etwa 25 Min, vom Rhein entfernt eben vol—
endet d. h. die Böschungen und das Glacis wuͤrden erhöht; es
ind aber dabei keine 20 Mann beschäftigt. Im Zeughaus wird
zagegen sehr stark gearbeitet; im Hof ist ein vollständiger Brücken—
rain aufgestellt, welcher nach Metz abgehen soll; auch viele Ge—
chütze werden dorthin verladen. Im Hofe des Arsenals liegen
erner einige 100 Mörser und Kanonenrohre, 65, 122 und 24
zfünder, zum großen Theil glatt. Auch die Zwieback-Bäckerei ist
eit 14 Tagen in Thätigkeit. Was die Stimmung betrifft, so ist
ie gegen Preußen sehr erbittert und Jedermann glaubt an die
Anvermeidlichkeit des Krieges. Personen, welche gut unterrichtet
ein wollen, behaupten, der Kaiser habe den Krieg saöfort erklären
wollen, als Preußen gegen die Räumung Luxemburgs Einwen—
dungen machte. nur auf das dringende Zureden der Marschälle
und Minister sei er von einer augenblicklichen Kriegserklärung
abgestanden. Was ihn so erbittert habe, sei der Umstand, daß
Graf Bismarck Frankreich weit mehr als Luxemburg versprochen
habe, nun aber nicht einmal dieses zugestehen wolle. Man hofft
hier, Oesterreich werde, sobald einmal der Krieg ausgebrochen sei,
ich auf Seite Frankreichs stellen; Italiens, Scandinaviens und
hollands glaubt man aber jedenfalls sicher zu sein. Die Armee
st ganz kriegerisch gestimmt; die Soldaten sagen: der Kaiser hat
duxemburg erworben, der Preuße will nicht heraus, das kann fich
Frankreich nicht gefallen lassen, also Ktieg.

England.

London, 20. April. Welchen Vortheil kann Europa sich
yon einem Kriege zwischen Deutschland und Frankreich verspre—
hen? fragt der „Economist“. „Große Verwirrung und furchtbare
SZtörungen“ antwortet er sich, „aber keine einzige heilsame Ver⸗
inderung, Deutschland ist im Grunde genommen schon einig und
hraucht keiner blutigen Kittung mehr; Frankreich ist einig, und
die einzig mögliche Veränderung wäre für es eine große Gränz⸗
zrweiterung entweder nach Belgien oder nach dem Rheine hin,
und eine solche wünscht Niemand zu sehen, da sie eine fruchtbare
Quelle neuer Kriege sein würde, und auf der anderen Seite würde
eine Niederlage der französischen Armee den Sturz der Dynastie
und wieder eine Revolution uach sich ziehen. Gutes kann man
iich nicht versprechen, wohl aber viel Unheil. ““

Italien.

Florenz, 17. April. Der« General Garibaldi ist hier
ingetroffen und bei Herrn Crispi abgestiegen. — Der General
Bovone, der voriges Jahr das Schutz- und Trutzbündniß mit
Preußen abgeschlossen, ist nach Paris abgereist. Naturlich werden
in diese Reise Vermuthungen geknüpft. Die Franzosen glauben,
»er General solle nun ein solches Bündniß mit Frankreich ab⸗
chließen.

ESchweizʒzʒ.

Bern, 22. April. Landammann Heer aus Glarus, Mit—⸗
zlied des Nationalrathes, ist zum außerordentlichen Gesandten
der schweizerischen Eidgenossenschaft in Berlin und bei den Regie—
rungen von Bahern, Württemberg und Baden ernannt. 1

Donaufürstenthümer. J
Bucharest, 20. April. Heute war der Geburtstag des
Fürsten und der Jahrestag des Plebiscits, welches ihn auf den
rumänischen Thron gerufen hat. Der Fürst empfing die Glück—
pünsche aller Staatskörper und des diplomatischen Corps. Als
er sich in die Metropolitankirche begab, begrüßte ihn lebhafter Zu⸗
ruf der Bevölkerung. Der Fürst hat befohlen, daß die für -die
Illumination der öffentlichen Gebäude bestimmten Summen unter
zie Armen vertheilt werden sollen.
        <pb n="193" />
        Konstantinopel, 9. April. Dem Warschauer „Dziennik“
ufolge ist der aus dem letzten polnischen Aufstande bekannte Ge⸗—
ecal Langiewicz in türkische Dienste und zum Islam übergetreten
ind kämpfi jetzt in Candia gegen die chriechischen Christen.

Rußiland.

— Wegen eines Salzdiebstahles in Rußland (300,000 Ctr.
ätzt der Präsident des Cameralhofs zu NischneieNowgorod, geh.
Rath Werderwstki nebst einem Rath und dem Magazinverwalter
ieses Hofs im Gefüͤngniß. Es soll ein ganzes Dutzend Kaufleute
‚arunter ein Millionär in die Dieberei verwickelt sein. (In Ruß—
and stiehlt eben Alles.) — Die deutsche St. Petersburger Ztg.
gibt als Belege zur Sittengeschichte Rußlands ein grauenerregen⸗
es Referat über eine Reihe von Morden, Raubmorden, gewalt-
amen Einbrüchen mit mehr oder minder bedeutenden Mißhand⸗
lungen der Hausbewohner innerhalb der letzten Wochen, wo es
rur ausnahmsweise gelang, die Thäter zu ermitteln und zur Haft
zu bringen.

Petersburg, 16. April. Die Finazverwaltung Polens
isst nun vollstündig dem russischen Finanzministerium unterge-
ordnet.
Amerika.

Rew-York, 20. April. Laut Nachrichten aus Merico
bom 13. d. hat Kaiser Maximilian sich bereit erklürt, bedingungs
weise zu capituliren, doch Juarez verlangte unbedingte Uebergabe.
Die Verkaufssumme für die russisch-amerikanischen Besißzungen
heträgt 10 Millivnen. Den Einwohnern bleibt für drei Jahre die
lebersiedelung nach Rußland freigestellt.
Verm isschtes. —
Zweibrücken, 23. April. Der gestern dahier abge—
haltene Schützentag des pfälzischen Schützenbundes hat.:beschlossen:

Angesichts der gefahrdrohenden politischen Lage kein
Schützenfest abzuhalten; dagegen bleibtnes den einzelnen
Lokalvereinen unbenommen, größere Schießen ohne öffent⸗
ichen Charakter abzuhalten;

Das badische Landesschießen in Karlsruhe, sowie das
bayerische Bundesschießen in Auasburg eventuell zu be—
schicken; — 7

Für größtmögliche Verbreitung der Schützenzeitung so⸗
wohl durch Vereine als auch durch Private zu sorgen;

Die Rechnungsablage ergab einen' Ueberschußz von fl.
90. — Der pfalz. Schützenbund zählt 420 Mitglieder.
pLudwigshafen, 49. April. Im Mouat März 1867

hat die pfälz. Luüͤdwigsbahn 210,109 fl. 44 kr. ertragen; gegen
Jen gleichen Monat 1806 Mindereinnahme 17,855 fl. 48 kr. —
Die pfälz. Maximiliansbahn ertrug im März 1867 59,900 fl.
4 kr mehr gegen März 1866 355 fl. 18 kr. — Die Neustadt—
Dürkheimer Bahn hatte eine Einnahme von 4.833 fl. 450kr.,
mehr gegen März 1866 85 fl. 7 kr.
Vom Haardtgebirge, 13. April. Seit einer Reihe
don Jahren waren nicht so viele große Weinversteigerungen aus—
zeschrieben und sind dieselben im Allgemeinen so gut ausgefallen
die in dem gegenwärtigen Frühjahre. Die erlösten Preise sind
nuffallend hoch; so wurden z. B, hei der Königsbacher Versteige—
cung vom 27. März für gemischte Oberländer, namentlich St.
Martiner Weine von 1865 die merkwürdigen Preise von 3055
zid fi. per 1000 Liter das Fuder bezahlt, während sonst in den
zesten Jahrgängen höchstens 250 fl. das Fuder gegolten hatte.
Die 1865er Weine haben einen Mittelpreis von 500 bis 600 fle
n den besseren Sorten und Lagen, und in den geringeren Sor⸗
ten und Lagen einen Mittelpreis von 200 -300 fl.: das sind
ußerordentliche Preise. Für die Auslesen fehlt natürlich jeder
Maßstab. Sogar für die älteren Weine aus den vorzüglichen
Jahrgüngen von 1859, 61, 62 sind schöne Preise bezahlt worden,
io daß die Speculanten und Producenten mit ihren alten Waaren
noch, wie man zu sagen pflegt, mit dem blauen Auge davon ge—
ommen sind. Zwei Gründe sind es vorzugsweise, denen man
die hohen Weinpreise zu verdanken hat, einmal dem großen Be—
darfe älterer guter Weine, um damit die geringeren Weine, z. B.
den 1864er und 1866er, zu schmelzen, oder wie man' bei uns
am Gebirge sagt, solche Weine mit einander zu verheirathen. Auch
hat sich das Äbsatzgebiet fuür die Pfälzer Weine bedeutend erwei—
lert; denn eine Masse von Weinen geht nach den Vereinigten
Staaten von Rordamerika ab. Viele Gutsbefitzer und Weinhänd—
er haͤben daselbst förmliche große Weinagenturen, wo zum Theil
vedeutende Geschäfte gemacht werden. (Fr. J.
.München. Endlich find die Diebe, welche bekanntlich
m Januar l. Is. bei einem Einbruche in die Wohnung des
Henerallieutenants b., Heß einen Werthbetrag von vielen Tausend
Hulden entwendeten, sämmtlich entdeckt und gefangen! Die hiesige

Holizei hatte sofort nach der That ihr Augenmerk auf einen
ewissen hier beheimatheten Johann Hauer gerichtet, welcher frü—
jer als Schreiber, Listenführer u. dgl. in Wien, Paris und
Frankfurt a M., in letzterer Siadt als Kanzlist bei der ehemaligen Bun⸗
vescentralkommission, zuletzt längere Zeit hier gelebt und bereits
vegen eines im hiesigen Staatsbahnhofe verübten Einbruchdieb⸗
tahles eine mehrjährige Arbeitshausstrafe erlitten hatte, und fand
en Verdacht voͤllig begründet, als es wenige Tage nach dem
Diebstahle gelungen war, seine beiden Verbrechensgehilfen, den

Zolzhändler und Taglöhner Franz Müller von Giefing und den
Schustergesellen Johann Heinrich von. Althaidhof, Ger. Pegnitz,
m Zusammenwirken mit auswärtigen Polizeibehörden zu ermit⸗
eln und sammt einem Theile der entwendeten Werthgegenstände
u verhaften. Die Aufgreifung der Hauptperson des verbrecheri⸗
schen Trifolium, welche das Unternehmen geplant und sich sofort
nach dessen Ausführung auf die Flucht begeben hatte, wollte un⸗
jeachtet der umfassendsten und unermüdlichsten Thätigkeit der Si⸗
herheitsbehörden, uamentlich unserer Detektivpolizei, lange nicht
jelingen, obwohl sich als wahrscheinlich heraussiellte, daß ꝛc. Hauer
den Kontinent nicht verlassen und muthmaßlich sich nach Oester⸗
reich gewendet hatte. Endlich benachrichtigte die Behoͤrde in Kla⸗
jenfurt auf teiegraphischem Wege die hiesige Polizei, daß sich
daselbst in jüngster Zeit unter russischem Namen ein Fremder
aufgehalten habe, welcher höchst wahrscheinlich mit ꝛc. Hauer iden⸗
isch und eben in Pehst verhaäftet worden sel. Ein sofort dahin
abgesendeten hiesiger Polizeibeamter erkannte denn auch in dem
Arrelirten den lange Gesuchten und befindet sich nun mit demsel⸗
en und dem bei ihm vorgefundenen Theile der Diebsbeute, wel⸗
he nach bisherigen Nachrichten in 5000 fl. baar, Präciosen, Or⸗
‚ensinfignien ꝛc. besteht, auf der Reise in die Vaterstadt.

p Frankfuri, 18. April. Gestern fand hier die Trau⸗
ing der Fräulein Emma v. Rothschild, Tochter des Reichstags⸗
ibgeordneten Frhrn. M. Carl/ mit dem Frhrnu. Nathanael v.
stothschild, Mitglied des englischen Parlamentes. Sohn des Frhrn.
dionel in London, statt. Va fich die Familie in Folge des To—
—
de diese Vermählungsfeier nur z; im engsten Familienkreise be⸗
gangen. vee 5 Iprahr —

Stuttg art, 17. April. Gestern ist Theodor Mögling,
der bekannte Volilsmann und einer der unerschrockensten Helden
des badischen Revolutionskrieges, in der Irrenanstalt zu Goͤppin⸗
gen gestorben. Eine siebenjährige Einzelhaft in Bruchsal hatte
eine Kraft geknickt, sein holitischeb Denten und Streben nicht.
MNehrere Schlaganfälle trafen ähm, und im dorigen Jahre ent⸗—
vickelte sich eine unheilbate Gehirnkrankheit.. J—

Sdarbrücken, 28. April. Der heute um 4 Uhr 42
Minuten von Bingerbrück hier eintreffen sollende Schnellzug hat
Zerspätung dadurch erlitten, weil im Laufe des Nachmittags im
Fisenbahntunnel bei Wiebelskirchen ein Güterzug mit einer Loco⸗
notive zusammengestoßen ist. Wie wir hören, sollen bei. diesem
Anfalle zwei Menschen verletzt und auch zwei Güterwagen zertrüm—
mert worden sein.

Am 15. d. M. Nachmittags ist auf der Ruhr-Sieg-Eis en⸗
hahn zwischen Letmathe und Altena ein beklagenswerther Unfalk
dotgekommen, indem der Personenzug von Altena mit einer von
der Station Letmathe nach Altena dirigirten Lokomotive zusam⸗
nenstieß.“ Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Personal
»es Zuges und der Maschine erhebliche Verletzungen erlitten hat.
Fin Bremser wurde in seinem Bremshäuschen zerquetscht und blieb
augenblicklich todt, die beiden Maschinisten und Heizer sind mehr
der minder stark beschädigt; von den Reisenden hat einer mehrere
Zahne verloren und zwei andere sollen leichte Contusionen erlitten
haben⸗

Wenn die Luxemburger jeht von ihrem Landesvater ver⸗
auft werden, so ist daß schließlich nichtz anderes als ein Werk
her strengen Wiedervergeltung, sie haben mit dem Verkauf-eines
dandesvaters den Anstoß gegeben. Die „Krz.⸗Ztg.“ erzählt den
erbärmlichen Vorfallwie folgt: Bor einem Menschenalter noch
tand in der Hauptstadt Luxemburg, auf dem jetzigen Wilhelms—
Zlatz die älteste Kirche des Landes. Bei ihrem Abbruch wurden
zie religiösen Erinnerungen der nahe gelegenen Liebfrauentirche
im Bpike „Klingelkirche“ genannt) überwiesen, die historischen
Denkmäler jedoch meiftbietend füt ein Spottgeld verfteigert. Ein
Idvokat erstand füt ungeführ 10 Frs. den Sarg und den Leich⸗
nam des Jahann des Blinden Grafen von Luxemburg, Königs
don Böhmen, und stellte ihn, nachdem die Neugierde befriedigt,
auf seinen Hausboden. Von hier wanderke des ritterlichen Köt
nigs Leichnaͤm mit anderen Nachlaßsachen ins Preußische zu einem
Fabrikbesitzer an der Saar, dort ein ähnliches Unterkommen fin—
‚end. Jaͤhre nachher, als König Friedrich Wilhelm IV. von
Breußen die Rheinprovinz bereisend, auch die Fabrik, eine schoͤne
hemalige Abtei, besuchte, erzählt ihr Besitzer scherzend: „daß er
        <pb n="194" />
        noch einen König beherberge“, und theilte dann die letzten Wan—
derungen der Koͤnigsleiche mit. Der gerechte Unwille uͤnseres un⸗
bergeßlichen Herrn ward erst gemildert, als der Fabrikbesitzer ehr—
furchtsvoll die sterblichen Ueberreste ihm zur Verfügung siellte und
damit sich die Aussicht bot, die schwere Schuld des Luxemburger
Landes wieder einzulösen. Hatte das Großherzogthum Luxemburg
——
teine 6 Fuß Luremburger Erde mehr übrig, so gab ihm der hoch—
herzige König jetzt ein Königs-Grab, wie kein anderes zu finden.
In der auf hohem Felsen wunderbar schön an der Saar gelege—
nen alten Kapelle, die Klause“ genannt, welche mit großen Ko—
sten hierzu neu hergestellt ward, da ruht Johann der Blinde von
Luxemburg. Ehre dem Andenken Friedrich Wilhelm's 1y. .
Als Einsender dieses vor einigen Jahren über diesen Fall feine
Verwunderung gegen Gut-Luxemburger ausdrückte, erhielt er la—
hend zur „zeitgemäßen“ Antwort: „Ja Schade! Ihr Friedrich
Wilhelm IV. hätte aus erster Hand uns ihn besser bezahlt !“

In Chicago kam kürzlich eine großartig angelegte Schwin⸗
delei gegen mehrere Lebensversicherungeͤgesellschaften durch Zufall
uns Licht. Ein Mann daselbst versicherte sein Leben bei mehre⸗s
ren Gesellschaften für circa 14,000 Dollars. Er starb kurze Zeit
nachher und dieses Geld ging in verschiedenen Legaten an mehre⸗
re Personen über. Der Bruder des Verstorbenen hatte von dem
Tode desselben gehört und kam nach Chicago, um über die Hin⸗
terlassenschaft Naͤheres zu vernehmen. Einzelne Umstände brachten
ihn auf die Ausicht, man habe seinem Bruder übel mitgespielf
und er wendet sich deshalb an die geheime Polizei, die alsbald ein
großes Complott ans Licht brachte. Krankheit und, Tod des ver—
neintlich Gestorbeuen war eine blose Commödie von ihm und
ziner Reihe Genossen, wobei die den Tod bescheinigenden Aerzte
n Scene gesetzt. Im entscheidenden Augenblicke schob man einen
deichnam aus dem Hospital unter, der mit Ostentation begraben
vurde, und die saubere Gesellschaft theilte sich in ihren
Raub.
Im Hause des Herrn H. Ehr⸗
lich dahier ist zu vermiethen: Der ganze
untere Stock mit Wirthschaftsein⸗
richtung; sodann 2 Zimmer im 8.
Stock für eine Arbeiterfamilie.
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1efl. 43 kr., Erbfen 5 fl. 10 kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln 1 fl. 30 kr., Heu
fl. 45 kr., Stroh 1 fl., 12 kr, der
Zentner. Weisbrod 130 Kilogr., 20 ir.,
dornbrod3 Kgr., 26 kr., ditto 2 Kgr.,
18 kr., ditto JKgr. 9 ekr., Gemischtbrod
3 Kgr., 33 kr., JuPaar Weck, 7 Lolh,
2kr. Rindfleisch, I. Qual. 1i6 kr.2.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel—
leisch 14 kr. Schweinefleisch 18 kir., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.
Butter 30 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 28. April.
Weizen 7 fl. 52 kr., Korn ö fl. 33 kr.
Spelzkern — fl. — kr. Spelz 5 fl.
56 kr., Gerste 5 fl. 49 kr. Hafer Afl.
37 kr., Erbsen 4 fl. 28 kr., Wicken 3 fl.
51 kr., Linsen — fl. —vkr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1492 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 17 kr.

Holzversteigerung.
Dienstag den 80. April l. J. Vormit—
sags 10 Ubhr im Schulhans zu Ormes—
heim, werden die nachbenannien Hölzer
aus dem dasigen Gemeindewalde Schlag
Bettel versteigert, nämlich:
174 Klafter buchen Scheitholz II. Kl.
3084. Klafter gemischtes Prügelholz,
214 Klafter aspen Prügelholz,
10,600 gemischte Reiserwellen.
Erfweiler den 15. April 1867.
Das Bürgermeisteramt,
Braunberger.
Nachstehende Sachen stehen bei
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Lehrbögen von 2,50, 5.00 u. 6.00
Meter Spannung, ebenso Kellerbögen
berschiedener Dimensionen, Maurerge⸗
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desgl. gut erhalten, 1300 Dachziegeln,
Backsteinplättchen, bearbeiteie Sund—
steinplatten und Steine zu Fenfter—
einfassungen, mehrere Steintröge,
Baubolz, eiserne Oefen nebst Zube⸗
jör und einiges Hausgeräth.
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der „St. Ing bert er Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
ind Samstag. Abonnementsvreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Rro. 5III. 2amdtag, den 27. Aviil 1861.
T
Deutschland.

München, 28. April. Se. Maj. der König hat heute die
5rnennung des k. Regierungsdirektors Pfeufer zu Augsburg durch
Anterzeichnung des betreffenden Decrets vollzogen. Ich glaube, die
ßlalz hat alle Ursache sich zu dieser Ernennung Glück zu wün⸗
hen. Der neue Präsident ist ein anerkannt tüchtiger Beamter,
uͤrch Talent, Kenntnisse, Geschäftserfahrung und Chargkter gleich
jervorrageud, dem dazu noch der besondere Vortheil zu statten
Immt, der Pfalz nicht fremd zu sein, ihre besonderen gesetzlichen
ind Verwaltungs⸗Institutionen aus eigener Erfahrung zu kennen.
Dazu ist er ein in dem kräftigsten Mannesalter stehender Mann,
zer alle Eigenschaft in sich vereinigt, den durch das besondere Ver⸗
rauen des Koͤnigs ihm übertragenen wichtigen Posten würdig
ind zum Besten des Kreises, an dessen Spizze er gestellt ist, aus⸗
ufüllen. (Pf. Ztg.)

München, 28. April. Im Kriegsministerium scheint man,
in die Nähe der Kriegsgefahr nicht zu glauben, denn, wie ich
hore, haben noch in den letzten Tagen Offiziere sechs⸗ und acht⸗
vöchentlichen Urlanb erhalten, Dagegen herrscht in den Finanz⸗
freisen nur geringes Vertrauen in die Erhaltung des Friedens;
der Telegraph brachte diesen Nachmittag von der Wiener Börse
die Meldung einer weiteren namhaften Deroute der Curse vieler
Fffecten, besonders der Creditactien, die diesen Mittag um 5 vCt.
ielen. (Augsb. Abdz...

Mäünchen, 24. April. Der Köln. Ztg. wird von hier
elegraphirt: Graf Tauffkirchens Sendung ist in Berlin geglückt,
u Wien mißglückt. Bahern und Preußen werden bei einem et⸗
vaigen Angriff der Franzosen ihr Augustbündniß in vollem Um⸗
'ang aufrechthalten; die bayerische Armeereform wird beschleunigt.
das Leßhlere wäre natürlich die Haupisache.

Muͤnchen, 24. April. Wie der „N. Bayer. Kur.“ sicher
bernommen haben will, wäre die Formirung der vierten und fünf⸗
en Bataillone angeordnet. Da diese Nachricht bisher kein De—
nenti erfahren hai, so geben wir sie ohne Gewähr hier wieder.
Dem Schwäb. Merk.“ wird geschrieben, daß die Entfernung
»es Hrn. v. Bomhard keineswegs, so gewiß sei. Derselbe habe
aicht mit dem Fürsten Hohenlohe, sondern mit dem Finanzmi⸗
nisser Zerwürfnisse gehabt, deren Ausgleichung allerdings nicht
eicht moͤglich sei. Es verkehre aber keiner der Minister soviel
nif dem Konig, keiner werde so häufig ins Valais citirt als eben
der Justizminister.

Dienstesnachrichten.

Durch Regierungsbeschluß vom 28. April wurde das Gemein⸗
derathsmitglied Jacob Mayer zum Adiunkten der Gemeinde Alt⸗
dorf ernannt.

Durch Regierungsbeschluß vom 24. April wurd He Schul⸗
berweser Valentin Becker in Bischheim, zum Lehrer 'an der pro⸗
rest-deutschen Schule in Ramsen vom 1. Mai l. As. an, ernannt.

Seine Majestät der König haben allergnädigst geruht, durch
öchstes Rescript des Staatsministeriums des Haͤndels und der
iffentlichen Arbeiten vom 9. April, die Lehrstelle der Realien an
der kgl. Gewerbschule Landau in der Eigenschaft eines Lehramts⸗
herweser und geprüften Pfarramtscandidaten Carl Andreä aus
Jettenbach zu übertragen.

Ma'inmn z, 24. April. Heute früh wurden die Redacteure
ammilicher hiesigen Blätter vor den ersten Polizeicommissär citirt,
um Kenntniß von einer Verfügung des Festungsgouvernements zu
rhalten, in welcher denselben angedeutet wurde, sich fortan jeder
Meldung über die Vorgänge in der Festung, Truppenbewegungen
zc. zu enthalten. — Fuͤr die Reserve ist im preußischen Heere die
Marschbereitschaft bis heute noch bestehen geblieben und auch den
hessischen Reservisten soll bereits die Bereitschaftsordre ertheilt wor⸗
den sein. — Für außergewöhnliche Maßregel ist bestem Verneh⸗
nen nach bis jetzt weder bei dem Proviantamte noch bei einer
inderen Verwaltungs- oder technischen Militärbehörde irgend eine
hoͤhere Verfügung ergangen, und es scheint demnach das Gerücht
Vocnach ein hiesiges Handlungshaus Aufträge zur Proviantbe⸗

schaffung für 80,000 Mann erhalten haben soll, nur eine Ausge⸗—
huͤrt der herrschenden Besorgnisse zu sein. Vorsorglich beschäftigt
äich das städtische Quartierungsbüreau mit einem besseren Verthei—
ungsmodus der Truppenbequatierung, und es wird hierbei ein
rruppenstand von 30,000 Mann zu Grunde gelegt. — Inzwi—
chen drückt der Zustand bereits empfindlich auf unsere Industrie,
amentlich auf die größeren Fabriken, welche ohnedies, unter den
Nachwehen der letztjaͤhrigen Krisis leidend, bisher nur mit Zwei⸗—
ritielszeit arbeiten lassen konnten. Aber auch dieser Behelf würde
Fedeutend zu beschränken gewesen sein, hätte nicht ein ausgebrei—
zeter Absatz zum Theil in die fernsten Gegenden der Erde unse⸗
en Geweroͤtreibenden die schlimme Zeit weniger fühlbar gemacht.
Fine Storung der überseeischen Verbindungen würde auch diesen
Vortheil vernichten, und es ist deshalb von einigen Besitzern grö—
zerer Etablissements die Nothwendigkeit, bei dem wirklichen Aus⸗
bruch eines Krieges mit Frankreich die Arbeiten gänzlich einzu—
jellet, bereits ins Auge gefaßt worden. Entlassungen von Ar⸗—
heitern haben in den größeren Geschäften zwar keine oder doch
nur wenige stattgefunden; aber es war übrigens auch die Zahl
der Arbeiter bedeutend unter der früher gewöhnlichen Ziffer ge⸗—
plieben. Die trüben Aussichten für die arbeitenden Klassen stei⸗
gern deren Erregtheit, und es läßt sich an. ihrer Haltung erkennen
daß der Krieg sie in einen erbitterten Kampf gegen den Stören⸗
ried führen würde.
Darmstadt, 22. April. Außer der Milikärconvention ist
ein Schutze und Trutzbündniß nebst Garantievertrag mit Preußen
zu Stande gekommen, Für den Fall eines Krieges zwischen dies
em und Frankreich sollen die buͤndigsten Erklärungen gegeben
vorden sein, wornach die großherz. Regierung in vollkommener
lebereinstimmung mit Preußen handeln wird.

Stuttgart, 28. April. Hier soll ein theilweiser Mini⸗
terwechsel in Aussicht stehen. Der Justizminister v. Neurath
jabe wahrscheinlich die letzten Versuche gemacht, die herkömmliche
sterneichische Politik nochmals geltend zu machen; und der Fi⸗
ianzminister Renner soll nicht wissen, woher das Geld nehmen
uͤr einen allenfallsigen neuen Krieg. Es ist jetzt die Herstellung
von 30,000 Hinterladern bestellt; aber, wird boshaft beigefügt,
ielleicht werden sie fertig, wenn der Krieg vorbei ist, wie es
»origen Sommer mit den Revolvern der Offiziere ging.

Aus Süddeutschland, 28. April. Man gewürtigt
emnächst das Eintreffen von preußischen Militärbevollmächtigten
n München, Stuttgart, Karlsruhe und voraussichtlich auch in
Darmstadt. Der Zustand der Bedrohung von Außen läßt klein⸗
iche Rücksichten offenbar nicht länger mehr zu.

Berlhin, 23. April. Auf vertraulichem Wege wird der
„Hess. Losz“ eine Aeußerang des/Grafen Bismarck mitgetheilt,
velche dieselbe für merkwürdig genug hält, um mitgetheilt zu wer⸗
den. Graf Bismarck soll naͤmlich im Laufe des Winters einer
zewissen Persönlichkeit an der königlichen Tafel zu Berlin folgen⸗
zes Factum erzählt haben: „Nach der Schlacht von Königgrätz
hot mir der französische Gesandte seine Mitwirkung zum sofortigen
Abschluß des Friedens an, Preußen alle bis jetzt gemachten Er⸗
beruͤngen zusichernd. Frankreich verlangte zur Belohnung für
den Beistand, den es uns hier anbot, den Besitz von Luxemburg,
Rheinbayern, Rheinhessen und der Festung Mainz. Darauf
ragte ich Moltke, wie viel Zeit er brauche, um mit der Armee
vor Wien zu stehen ? Moltke antwortete: Vierzehn Tage. Sieb—
ehn Tage zog ich darauf die Unterhandlungen mit dem franzoö⸗
ischen Gesandten in die Länge. Unterdessen war die Armee vor
Wien angelangt und ich war in den Stand gesetzt, die freund—
schaftlichen Vermittelungen der Regierung des Kaisers Napolon
müt dem wärmsten Danke — ablehnen zu können.

Berlin, 28. April. Die „Rordd. Allg. Ztg.“ spricht sich
ür den französischen Vorschlag einer europäischen Münzreform un⸗
er der Beschränkung aus, daß für ganz Europa eine gleiche Gold⸗
uunze im Werth von 10 fl. O. W. — 25 Fres. — 1 Pfd. St
        <pb n="196" />
        geschaffen, dagegen von der Herstellung gleicher Scheidemünzen von
Lfl. abwärts abgesehen werde.
Berlin, 24. April. Die Prov.⸗Corr. bleibt schweigsam
über die Frage: „Krieg oder Frieden“, Sie versichert nur,
in Preußen seien bisher militärische Maßregeln noch nicht ange—
ordnet worden, die preußische Regierung habe sich, ungeachtet der
Nachrichten über militärische Vorkehrungen welche in Frankreich
anscheinend im Zusammenhange mit der Luxemburger Angelegen-
heit getroffen worden, seither nicht veranlaßt gesehen, ihrerseits
Schritte zu thun, welche mit der Hoffnung auf die Aufrechterhal⸗
tung friedlicher Beziehungen zu Frankreich im Widerspruche ftän⸗
den. — Vorläufig sind wir noch in der Periode der Vermitte⸗
lungsvorschläge, und da hört man ganz originelle Dinge zu Tage
fördern, z. B. Luremburg kommt zu Belgien, die Festung bekommt
belgische Garnison, Belgien schließt eine Militärconvention mit
Norddeutschland, das neue Belgien wird nochmals von Europa
zarantirt, oder der Exherzog von Nassau bekommt das Großher—
zogthum Luxemburg, schließt mit Belgien und Holland einen Bund
und Luxemburg wird wieder Bundesfestung, aber ohne preußische
Garnison u. s. w. Ja, derlei Sachen könnten noch mehr ausge—
heckt werden, wenn es sich nur um Luxemburg handelte. Leider
bestätigt aber jetzt auch schon die sehr vorsichtige „Kreuzzeitung,“
was ich vor drei Wochen geschrieben und was ich schon 1864 als
die Forderung Frankreichs hinstellte, und da ist nicht so recht klar,
wie eine Verständigung möglich sein soll, zumal Napoleon jetzt
selbst den Krieg nicht mehr von der Hand weisen soll. — Unler⸗
dessen tritt auch in Berlin eine Entwerthung aller preußischen
Staatspapiere, alles Besitzthums ein, die einem längeren Schwaän—
ken und Schweigen Seitens des Grafen Bismaxck Schranken setzt.
Es genügt nicht zu versichern, unsere Militärverfassung und unsere
Militärverwaltung bedürfen keiner langen Vorbereitung, sie seien
zu jeder Zeit kampffertig; die offene Erklärung nach der einen
oder anderen Richtung hin ist Bedürfniß, ist Pflicht, und dieser
Pflicht wird sich am Ende der Minister nicht entziehen könnin,
wenn der Landtag versammelt sein wird. Man sagt zwar, das
werde nur ein Landtag ad hoc sein und da sei eine Behandlung
der allgemeinen politischen Lage nicht zu erwarten. Diese Ansicht
wird aber nicht allseitig getheilt.
Berlin, 25. April. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ meldet:
Die Thronrede bei Eroffnung des Landtages wird sich nur auf
—0—
gierung über die politische Situation ist bei der Eröffnung nicht
zu erwarten.
Luremburg. Der „Courrier du Grand-Duché“ fährt
fort, den Industriellen, den Kaufleuten und den Ackerbauern des
Landes ausführlich darzustellen, wie alle gewerbliche Thätigkeit bei
einer Annexion des Landes an Frankreich leiden würde. In fei⸗
ner letzten Nummer erklärte er den Ruin des Landes in solchem
Falle. Er geht aber noch weiter und verbreitet sich über die
Steuerverhältnisse. Die Interessen der französischen Slaatsschuld
pro Kopf der Bevoölkerung berechnet, betragen fast so viel als
sämmtliche Staatsabgaben, welche die Luxemburger zahlen. Die
Grundsteuer in Lurxemburg vertheilt sich zu 2 Fr. 30 C. auf die
Hectare und zu 8 Fr. pro Kopf; in Frankreich beträgt sie gegen
5 Fr. pro Hectare und gegen 6 Fr. pro Kopf. Der Handel, sagt der
„Courrier“, würde aufs empfindlichste leiden. Alle unsere kleine
Städte, Diekirch, Echternach, Grevenmacher, Viandin, Remich, de—
ren Beziehungen, Dank dem Zollverein, mit den Bevolkerungen
jenseits der Gränze bestehen, was soll aus ihnen werden, wenn
eines Tages eine französische Douane diesen Zustand der Dinge
unterbricht ? Und schließlich sagt der Courrier: „Wir sehen keinen
Grund unser Land ins Verderben zu stürzen, um durch eine
Annexion unter eine Regierung zu kommen, die noch persönlicher
ist als die, welche wir unablässig deshalb angegriffen haben.“
Witen, 22. April. Die angebliche Offerle des Grafen Bis—
marck soll nach der N. Fr. Presse auf eine im Geist der Unions—
verfassung vom 26. Mai 1849 (welche in Deutschland einen en—
geren und einen weiteren Bund schaffen wollte) vorzunehmende
Abänderung des Prager Friedens hinauslaufen. Oesterreich würde
demnach im weiteren Bunde wieder zu dem im engeren Bunde
geeinigten. Deutschland gehören. Auch solle der Arlikel III. der
norddeutschen Bundesverfassung auf Oesterreich ausgedehnt, für
dieses also Indigenat und Freizügigkeit eingeräumt werden. End—
lich sollen Oesterreich die weitgehendsten handelspolitischen Zuge⸗
ständnisse in Aussicht gestellt sein.
Wien, 24. April. In der heutigen Generalversammlung
der Actionäre der Oesterreichischen Creditanstalt wurde beschlossen
1) eine Restzinsenzahlung von 3 fl. ö. W. per Actie pro 1866;
2) die Eiuberufung einer außerordentlichen Generalversammlung.
um an das Finanzministerium das Ansuchen zu stellen, einen
weiteren Rückkauf der Actien der Creditanstalt im Betrage von
10 Millionen Gulden zu gestatten. — Abends auf der Straße
wurden österreichische Creduͤgctien zu 151 geschlossen.

» Wien, 24. April. Wie die Wiener Ztg. berichtet, ist der Ab⸗
zang der ostasiatischen Expedition für den Herbst dieses Jahres fefstgestellt
und Herr Viceadmiral Freih. v. Wüllerstorff mit der obersten Leitung
dieser Angelegenheit, insbesondere mit der eventuellen Verhand
lung und Abschließung von Handels- und Schifffahrtsverträgen
heauftragt worden. 5*

Hamburg, 24. April. Die Andeutungen der „France“
über umfangreiche dänische Rüstungsvorbereitungen werden durch
dopenhagener Correspondenzen bestätigt. Den dänischen Zeitun-
jen ist bezüglich der Rüstungsfrage und der Küstenbefestigungen
Discretion empfohlen worden.
Frankreich. F
Paris, 23. April. Es soll nicht wahr sein, daß der Ge—
neral Govone nach Paris gesendet wurde.

Paxris, 23. Mai. Die „France“ bringt in Erfahrung,
daß die Heirath des Königs der Hellenen mit der Tochter des
Broßfürsten Constantin von Rußland frest beschlossen ist.

Paris, 24. April. In seinem Tagesbericht sagt der
Moniteur von heute Abend, die dänische Bevölkerung in Schles—
vig wünsche immer eifriger, daß Preußen die Erfüllung der auf
Zchleswig bezüglichen Bestimmung des Prager Friedens nicht län—
zer verzögere.

Paris, 25. April. Der Kaiser hat an den General Chan—
jarnier ein Anerkennungsschreiben gerichtet, hat ihm aber bis jetzt
zoch kein bestimmtes Cammando übergeben. Man behauptet heute
vahrscheinlich mit Uehertreibung, daß Frankreich augenblicklich
20,000 Mann und 300 Kanonen an den Rhein schicken könne.

Paxris, 25. April. Jules Favre hat heute im gesetzges
ꝛenden Körper eine Interpellation in Betreff der Luxemburger
Angelegenheit eingebracht. —

Metz, 25.' April. Die Nachricht deutscher: Blätter, daß
Metz schon armirt und sogar die Bäume nach der deutschen
Zeite rasirt seien, ist unrichtg, Es wurden nur wenige Bäume
ind diese nur zu dem Zwecke umgehauen, um Platz zu der schon
»origes Jahr begonnenen Erweiterung eines Vorwerks zu gewiunen.

Belgien J

Brüssel, 24. April. Die Nachrichten, aus Paris lauten
im höchsten Grade kriegerisch. Alles ist dort zum Losͤschlagen be⸗
reit, versichert uns ein Gewährsmann, dessen Informationen für
uns durchaus maßgebend sind. Napoleon II. wird ein europäi⸗
sches Manifest der Eröffnung der Campagne vorangehen lassen.

England. h
London, 22. April. Die französische Regierung hat in
England 40,000 Hinterlader bestellt, wovon ein großer Theil be⸗
ceits abgeliefert sein soll.
Birminghbeoum, 22. April. Gestern fand eine große De—
nonstration zu Gunsten der Wahlreform statt. Die Procession be⸗
tand aus 100,000 Mitgliedern von Arbeitergesellschaften. In
reier Luft wurde eine Volksversammlung gehalten. Einer Ver—
ammlung am Abend präsidirte dec Bürgermeister von Birmingham.
Italien..
Florenz, 283. April. Die Regierung hat den Bischöfen
ind den Capiteln der Kathedralen die mit Sequester belegt ge—
wesenen Güter wieder herausgegeben.
Florenz, 24. April. Der österreichisch-italienische Han—
elsvertrag ist gestern unterzeichnet worden.
J Türkei. — 4 Au *3
Konstantinopel, 28. April. Griechenland soll von der
Pforte eine Grenzberichtigung verlangt haben. In“ Epirus soll
ine Erhebung bevorstehen.
Amerikeeaa.
New⸗Yort, 9 April. Die in Kraft tretende Reconstruktions—
acte nimmt die allgemeine Aufmerksamkeit in Anspruch. Die Vor—
bereitungen zur Berufung der constituirenden Staatsbersammlun—
jen werden eifrig betrieben. Die commandirenden Generale sor⸗
zen dafür, daß keine regierungsfeindlichen Elemente zu Staats-
zeamten ernannt und bei der Wahl verwendet werden. Sheridan
jat einfach die bisherigen Beamten abgesetzt. Scott hat in einem
Krcular die Farbigen in „ihre Schranken“ zurückgewiesen. Die
Democraten des Südens (d. h. die Sclavenhalterpartei) scheinen
aber wieder Boden zu gewinnen und halten Versummlungen, an
denen sich stellenweis auch Neger in beträchtlicher Anzahl bethei—
igen.
gen Meritanische Zeitungen bringen einen Protest, den die aus—
värtigen Gesandten nach Abzug der Franzosen dem Kaiser Ma—
cimilian eingereicht haben sollen, und dem wir folgende Stelle
nntnehmen: „Das Commando des Kaiserlichen Armeen ist Mar—
suez und Mixamon übergeben worden. Ew. Majestät koönnen
iicht vergessen haben, daß diese beiden Generale Ende des Jahres
        <pb n="197" />
        1866 das Siegel der englischen Gesandtschaft erbrachen und
gewaltthätig die Koffer derselben öffneten, um mehrere Millionen
—
hörig, bestimmt waren, die Dividenden der englischen Schuld zu
zahlen, wegzunehmen. Diefe Millionen verschwanden plötzlich.
Kiemand als die Generale Marquez und Miramon, thätig unter⸗
ffützt vom General Moran, der auch Mitglied von Ew. Majestä
Regierung ist, hat die im Jahre 1859 in Tacubaga und den be⸗
nachbarten Orten begangenen Mordthaten an friedlichen und wehr⸗
losen. Meuschen zu verantworten. Es ist nicht unsere Sache, in
unserer gegenwärligen Stellung zu sagen, ob es politisch oder
menschlich sei, einen so nutzlosen Widerstand fortzusetzen, welcher
Interessen gefährdet, die Ihrer Sorge wohl werth sind. Aber es
ist unsere Pflicht, im Namen des Gesetzes wirksamen Schutz für
die Unterthanen unserer Regierungen zu verlangen, und dieser
Schutz kann nur durch die Entlassung der genannten Offiziere er⸗
langt werden; und sollte diese Entlassung unmöglich sein, so er—
fordert es unsere Pflicht zu proiestiren — (wie es hier von uns
geschieht) — gegen alle etwaigen Acten der Gewaltthätigkeit, die
gegen Personen oder Eigenthum gedachter Unterthanen begangen
erden sollen.“ Das Actenstück trägt die Unterschriften des fran—
zösischeu, preußischen, spanischen, belgischen, englischen und italie—
nischen Gesandten,

Vermischtes.

1 3weibrücken, 23. April. Bei der heute Nachmittag
durch den hiesigen Stadtrath vorgenommenen Wahl eines Bürger⸗
meisiers wurde der seitherige 2. Adjunkt Herr Keller zum Bür⸗
germeister und an die durch diese Wahl erledigte Stelle eines 2.
Adjunkten Herr J. Bruch gewählt.

4 Zweibrücken, 25. April. Diesen Nachmittag um 28
Uhr ereignete sich bei dem Abbruch des Thurmes der ehemaligen
Marimilianskirche ein Unglücksfall, indem der Baumeister und
Mitunternehmer Jacob Philipp von Hornbach durch einen herab⸗
geworfenen Stein erschlagen wurde.

FBei einer am 20. ds. auf Wildschweine veranstalteten
Treibjagd wurde im Gemeindewald von Hengstbach von dem
Ackersmann Konrad Klein von Mittelbach ein Keuler, 200 Pfund
schwer, erlegt.

Wiesbaden,. 215 April. Die herzogliché Familie von
Nassau wird demnächst ihren Aufenthalt in der Schweiz nehmen

Stuttgart, 20. April. Wie man hört, will die Re—

gierung die Errichtung der Apotheken frei geben. EEine nicht un⸗
„edenkuͤche Maßregel!)
1, 7 Breslau, 18. April. Vorgestern starb auf seinem
Schlosse Otimachau an einem Herzübel im kräftigsten Mannes
alter der Freiherr Wilhelm v. Humboldt-Dacheröden, der Sohn
des genialen Gelehrten und edlen Staatsmannes Wilhelm v
Humboldt.

Wien. Der Humorist Oettinger gibt folgende Charakteri—
ttik der europäischen Hauptstädte: Amsterdam marchandirt; Athen
conspirirt; Berlin medisirt; Brüssel debattirt; Dresden achherrjeet
»der wundert sich; Dublin bettelt; Edinburgh träumt; Florenz
zafft; Frankfurt zählt; Genua lacht; Hamburg ißt; Hannover
schläft; Kassel schnarcht; Konstantinopel badet sich; Kopenhagen
schminkt sich; Leipzig liest (aber blos sein Tageblatt); Lissabon
schmollt; London gähnt; Lyon arbeitet; Madrid raucht; Mainz
freut sich auf den Carneval; Manchester packt; Mannheim flucht;
Marseille singt; München trinkt; Neapel schwitzt; Parlermo fächelt
ich Kühlung zu; Paris plaudert; St. Petersburg schweigt; Pesth
chwatzt; Rom betet; Stockholm amüsirt sich; Turin schmückt sich;
Venedig liebt; Warschau seufzt; Wien verdaut.

Paris. Die preußische Riesenkanone aus der Krupp'
schen Fabrik in Essen ist bereits gestern hier angekommen. Man
begann sofort mit der Aufstellung, konnte jedoch heute mit dem
riesenhasten Mordinstrumente noch nicht fertig werden. Dieser Ka—
nonen-Leviathan übertrifft in der That alles andere seinesgleichen
in der Ausstellung.

ꝓ Eine ergötzliche Episode erzählen Pariser Blätter bei Ge—
legenheit der Eröffnung der Ausstellung. Der Gesandte Siams
Jatte sich beim Herannahen des kaiserlichen Paares platt auf die
Erde gelegt und verlangte absolnt, daß der Kaiser und die Kai—
erin uͤber seinen Rücken hinwegschreiten sollten. Da dies jedoch
nicht geschah, so kam das ganze kaiserliche Train zum Stillstand
und man mußte dem siamisischen Krieger verständlich machen, daß
die Majestäten nicht geneigt seien, sich über seine Person hinweg-
usetzen. Als aber alles gütliche Zureden nichts half, ergriffen
einige handfeste Beamten den edlen Mandarin, hoben ihn in die
Luft und stellten ihn wieder sanft auf seine Beine nieder.

Paris, 23. April. Ueber eine kleine Kupferkanone des
Obersilieutenants Martin de Brettes gehen mir die folgenden ver—

aßlichen Data zu. Herr Martin de Brettes war in der vom
daiser vor einem Jahre in St. Cloud gegründeten Feuerwaffen—
Fabrik unter Leitung des Generals Fayé, Commandanten der
jolytechnischen Schule beschäftigt. Das Geschütz besteht aus drei
idjustirten Theilen, die getrennt in verschiedenen Manufacturen
ingefertigt werden. Die in den Festungsgräben in Paris neuer—
ings angestellten Versuche sollen ganz uüͤberraschende Resultate er—
jeben haben, die der Zerstörung einer ganzen Bataillonsfront
zurch nur eine Ladung eines einzigen Gefschützes gleichzuachten ge—
wesen seien. Die Projectile sind Standrohrkugeln (. hiscalers.“),
deren sichere Treffähigkeit sich bis auf 1800 — 2000 Meter er—
ttreckt. Vermittelst einer sehr ingeniös eingerichteten Drehscheibe,
die ein Artillerist handhabt, sei man so im Stande, 40 bis 50
Schüsse in der Minnte (7) abzufeuern. Bei den nahe von Mon⸗
rouge abgehaltenen Versuchen war die Kupferkanone mit einer
dülle bedeckt, so daß die Anwesenden wohl die zerstörende Wir—
ung, nicht aber das Instrument sehen konnten, das dieselbe her⸗
jorgebracht.

fBern, 17. April. Die Seen von Murten, Biel und
deuenburg schreibt man aus jener Gegend, bilden zur Stunde
einen einzigen See. Vor einigen Tagen war der Wasserspiegel
5 Fuß über dem gewöhnlichen Niveau. Links an der Landstraße
ist Alles bis nach Nidau unter Wasser; rechts davon erstreckt sich
die Wasserfläche eine Stunde weit. Der Torfstich ist hier dieses
Jahr rein unmöglich, ebenso ist auch keine Aussicht auf eine Heu—
ernte vorhanden. Somit ist für jene Gegend fast Alles verloren.
Wie schon einmal bemerkt, erinnert man sich eines solchen Wasser⸗
standes seit 1818 nicht mehr; den der Jahre 1831 und 1852
läßt er weit hinter sich.

xNeger! Die neueste Statistik der Negerbevölkerung New—
Yorks spricht durchaus nicht für die beliebte Theorie von der
gJeistigen Unfähigkeit der farbigen Race. Die Neger, jetzt nur
10,000, vor 16 Jahren 16,000 an der Zahl, gehören zu den
riedlichsten und ordentlichsten Einwohner der Stadt und stehen
n dieser Beziehung hoch über den dortigen Irländern. Unter
hnen sind 20 Geistliche, ebensopiel Aerzte und Apotheker, 2 Notare,
2große Kaufleute, 1 Advokat, 50 Schullehrer, 6 gewerbsmäßige
Redner, 25 Musiker, 20 Schuster, 30 Schneider, 500 Kutscher,
90 Wirthe, 2300 Kellner, Köche und dgl., 400 Anstreicher, 500
Wäscherinnen, 100 Ammen, 20 Weissager, 200 Prostituirte und
250 Diebe. Zwei Zeitungen werden von Farbigen herausgegeben
und eines schwarzen Poeten erfreut sich die Stadt. Dreizehn Ne—
ger sind im Besitze eines Vermögens von mehr als 40,000 Dol⸗
kars. Der Schulen für Neger gibt es sieben. Man zählt 82
Ehen zwischen Schwarzen und Weißen und obwohl die Irländer
im lautesten ihre Feindschaft gegen die Neger an den Tag legen,
sst doch der eine Theil in fast allen Mischehen irischer Abstim—
nung; so nahe berühren sich Haß und Liebe. Die besten Köche
ind die besten Diener und Mägde sinden sich in den Vereinigten
Staaten unstreitig unter den Farbigen.

4 Ein Lokalblatt Cincinnati's theilt folgendes Curiosum mit:
Am Samstag Abend kündigte die Congregation der christlichen
AInitarier in Hoplings-Hall an, daß sie in Ermangelung eines
eigenen Pastors den Oberrabiner der Synagogen von Broadway
und Sirthstreet, Herrn Dr. Max Lilienthal, ersucht habe, auf der
hristlichen Kanzel aushilfsweise zu fungiren und in der Kirche
zu predigen. Se. Ehrwürden waren so gefällig, dem Ansuchen
zu willfahren! Die Kirche war gedrängt voll, da man den Rabbi
zu einem christlichen Auditorium sprechen und für Christen und
nit denselben beten hören wollte. Nach dem üblichen einleitenden
Besange bestieg der Rabbiner die Kanzel und hielt ein Gebet, in
velchem er von der Zusammengehörigkeit und Gleichheit der Men—
chengeschlechter sprach, zum Schlusse das Herannahen des Zeite
ouͤnktes erflehend, der alle Menschen von Irrthum befreit und nur
einen Gott anbetend zeigen würde. Es wurde sodann statt des
Fobangeliums das fünfundvierzigste Capitel Jesaias vorgelesen,
vorauf der Rabbi eine Predigt über die religiöse Freiheit hielt;
Bewissensfreiheit hieß es in der Rede ist nur da öglich, wo
Ztaat und Kirche vollkommen von einander getrennt sind..

— Der kürzlich in Cincinnati verhaftete Falschmünzer, Karl
Urich, den ein Washingtoner Blatt den König der Falschmünzer
renni, ist ein Deutscher. Col. Wood, der Chef der geheimen Fi—
ranzpolizei, war ihm seit einigen Monaten auf der Spur. Alrich
jesteht zu, daß er den Credit der Regierung zu ruiniren bezweckte,
indem er seine Fälschungen massenhaft an den Markt bringen
vollte. Sachverständige erklären seine Nachahmung der 100 Dol—
ar Noten der National-Centralbank von Boston und der Natio—
ialzCentral⸗Bank, von New-York für die vollkommenste Fälschung,
velche jemals geliefert worden. Man glaubt iudessen und Ulrich
zersichert es selbst, daß er noch wenig von seinen Fälschungen
in Umlauf gesetzt habe. Er ist auf dem Weg nach New-York,

wo sein Prozeß stattfinden wird.
        <pb n="198" />
        Bekanntmachung.
Am Mittwoch den 1. Mai nächsthin
Nachmittags um 1 Uhr wird auf dem
Bürgermeisteramt das Gemeindeberechtig—

ingsholz versteigert und zwar:

2184 Klafter buchen Prügelholz Schlag

Rothhelle,
3924 — Schlag
Schwammwiese,
38 „Prügelholz Schlag
Rischbach
„eichen Prügelholz Schlag
Rothhelle,
49 i u ⸗ /⸗ Schlag
2* Schwammwiese,
16084, F Prügelholz Schlag
Sengscheiderhohl
184 , liefern Prügelholz Schlacç
Schwammwiese

St. Ingbert den 27. April 1867.

Das Bürgermeisteramt
Chandon.
Bekanntmachung.

Nachstehende Bestimmungen der Allerh.
Berordnung vom 4. Juni 1866 werden
ur Darnachachtung bekannt gegeben:

3 1. Das Einfangen, Tödten und der

Verkauf nachgenannter Vögel ist
nerboten:
Der Spechte, Wendehälse, Baum⸗
läufer, Heher, Kuckucke, Wiederhopfe,
Ammer, Finken, (mit Ausnahme der
sog. Böhemer), Meisen, Staare. Gold⸗
amseln, Goldhähnchen, Zaunkönige,
Nachtigallen, Heide- oder Baumlerchen,
Roth⸗ Blau⸗ Braun- und Schwarz
tehlchen, Gtasmücken, Schwarzplätt⸗
chen, Bachstelzen, Schwalben, Nacht⸗
schwalben, Eisvögel, Störche, Bussarde
und der Eulen (mit Ausnahme der
Schuhu.)

82. Niemand darf Nester, Eier oder
Nestbrut der vorgenannten Vögel au—
ßerhalb seiner Anwesensgebäude und
umschlossenen Gärten ausnehmen oder
zerstören.

83. Vorstehende Bestimmungen sind auch
bei der Jagdausübung zu beobachten.
Z wwiederhandlungen werden nach Art.
s00 Abs. 2 Polstr. an Geld bis zu
15 fl. oder mit Arest bis zu 8 Tagen
gestraft.

SZt. Ingbert 25. April 1867

Kgl. Polizeicommissariat:

J. Krieger.
Mobilienversteigerung.
Samstag den 4. Mai 1867, Nachmit⸗

tags 3 Uhr, zu St. Ingberter Eisenwerk

werden die zum Nachlasse des gewesenen

Fasanenjägers Johann Kurz gehörigen

Mobiliargegenstände auf Zahltermin ver—

teigert, als:

Kleiderschrank, 1 Küchenschrank 1 Com⸗
node, 1 runder Tisch, 1 Küchentisch, 6
Stühle, 1 silberne Taschenuhr, 1 Haus—
ihr, 2 vollständige Betten, 3 Bettladen,
1Nachttisch, eisernes und zinnernes Ge—
chirr, Porzellan, Mannskleider und Hem—
den, Getüch aller Art, und sonstiges Haus—
und Küchengeräthe.

SHSorn, igl. Notar.
Versteigerung.
Donnerstiag den 2., Freitag der
3. und Samstag den 4. Mai
1867, jedesmal Vormittaas 9 Uhr an—

7— —534.

Handelsschule und Pensionat
für israelitische Knaben in Karlsruhe. 5
Die Anstalt liegt außerhalb der Stadt und ist mit einem geräumigen Turnplatze
uind einem Garten versehen. Die Zöglinge werden in drei Classen voön einem zahlreichen
ind tüchtigen Lehrerpersonale unterrichtet. Unterrichtsgegenstände: Religion, Deutsch,
ranzssisch, Englisch, Italienisch, Schönschreiben, Rechnen⸗ Buch⸗
ührung, Handelscorrespondenz, Physik u. s. w. Auskunft ertheilen die
—RB Medizinalrath Dr. Kusel
ind Hofbuchhändler Bielefeld in Karlsruhe, W. J. Baß, H. J. Weiller, und B. Roos,
Banquiers in Frankfurt a. M., Consistorialrabbiner Isidor, Dr. Albert Cohn und Ju⸗
welier Sigm. Attinghausen in Paris. Auch ist Hr. W. Kahn in St. Ingbert auf gef.
Anfragen gern erbötig, die materiellen und didaktischen Leistungen der Austalt zu empfeh⸗
en. Das Honorar für Kost, Wohnung Unterricht und Wäsche beträgt jährlich fl. 300.

Anmeldungen bei dem
Director Dr. Plato in Karlsruhe.

—F— — —— 4 — — —⏑ 7 7—ç—çæ—

Augenheilaustalt für die Pfalz

in Heidelberg.

Vorstand: Dr. Röder. 3

(Die große neuerbaute Anstalt liegt dicht neben dem Bahnhof) —

Jedem unbemittelten Augenkranken aus der Pfalz kann unentgeltliche Aufnahme
und Behandlung gewährt werden, indem der Verein zur Unterstützung armer Pfälzer
Augenkranker die unserer Anstalt hierdurch entstehenden Kosten trägt. Außerdem ist von
Zeiner Majestät König Ludwig 1J. der Anstalt ein Crundstockkabital zu demselben Zwecke
jeschenkt worden. *

Minder Bemittelte werden unentgeltlich behandelt und operirt und haben nur für
dost und Logis 42 Kreuzer täglich zu vergüten. Auch verfügt der Vorstand über einen
Fond, aus welchem gänzlich mittellosen Kranken die Reisekosten zurückerstattet werden
können.

Eine Sprechstunde für leichtere Erkrankungsfälle wird auch in diesem Jahre in
Mannheim im zweiten Siock des Kaffeehauses von Keßler (dem Pfälzer Hof gegenüber
seden Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 2 bis 4 Uhr abgehalten werden, aber we⸗
gzen zu beschränkter Zeit wünscht man, daß schwerer Erkrankte oder Erblindete immer di⸗
rekt in die Anstalt nach Heidelberg gebracht werden.

Nähere Auskunft jederzeit auf briefliche Anfragen durch den Vorstan
Dur. W. Rdcer.

Ein schöner starker
Neufundländer Hund
(Männchen) 3 Jahr alt ist

* * * M
bei Ph. Flory in Zweibrü⸗
cken zu verkaufen.
»Ein neuerbautes einstöcki-
ges Wohnhaus mit 3 Zim⸗
mer und Küche nebst schönem Speicher,
Keller und Hofraum, steht billig zu ver—
taufen. Das Nähere in der Erped. d. Bl.

'angend, zu St Ingbert in seiner Behau⸗1
ung und in seiner Fabrik, läßt Herr
Peter Quiring dahier, wegen Wohn⸗
itzveränderung an sämmtliche Immobi⸗
lien, Wohnhaus, Fabrikgebäude
u. Ackerland, M Bauplätze, ebenso
eine Maschienen und Werkzeuge
auf langjährige Zahlungstermine vor dem
igl. Notar Horn dahier versteigern. —

Die Versteigerung beginnt am 2. Mas
l. J., Bormittags 9 Uhr, wobei das
Hanze vorerst en bloe ausgeboten wird;
erfolgt kein entsprechendes Gebot, so ge—
chehen dier Zuschläge im Einzelnen. —
Bis zum Versteigerungstage kann das
Banze fortwährend aus freier Hand ver—
kauft werden im Geschäftsbureau von

Westphälinger.

St. Ingbert im April 1867.
bei Ppr Schweizerkäse
ei

BP. Sties

Erbsen, Linsen, Bohnen, Ger—
ste, Sago, ꝛ⁊c. ꝛc. bei
p.Etief.
Ph. Flory in Zweibrücken hat 2 ganz
neue eichene mit Zink ausgelegte circa 40
Zentner haltende Oelkasten, welche
nit einer Pumpe versehen sind, zu ver—⸗
aufen.
Strohhutwäsche.

Es werden alle Sorten Stroh⸗, Haar⸗
und Palm-Hüte gewmaschen, gefärbt
und neu façonirt bei

Val. Fischer
Hut- und Kabvbenmacher in St. Ingbert.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der

Stadt Homburg vom 24. April

Weizen 7 fl. 30 kr., Korn 5 fl. 50 kr.
Spelz 5 fl. 50 kr., Gerste, — 2reihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
4 fll. 33 kr., Erbsen 5 fl. 40 kr., Kartof⸗
eln 1fl 30 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 15 kr., 2. Qual.
13 kr., Kualbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 33 kr.
ver Pfd.

Im Hause des Herrn H. Ehr⸗
lich dahier ist zu vermiethen: Der ganze
untere Stock mit Wirthschaftsein⸗
richtung; sodann 2 Jimmer im 3.
Stock für eine Arbeiterfamilie.

Westphälinger.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="199" />
        St. Ingber ker Anzeiger.
— —

— Aäöüäö2———————
der St. Ingberter An ze igex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Dönnersstag

id Samst ag. Abonnementsbreis vierteljührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Dienstag, den 30. April 1867

öse S — —— —

sro ß —
α αααO.-
Deutschland.

München:24. April. Wie man aus militärischen Krei—
en vernimmt, ist eine Aenderung der Formation der Cavalerie
Feabsichtigt: es sollen das 8. Cuirassiere und das 8. Ulanenregi—
nent aufgehoben und Mannschaft und Pfexrde derselben den an—
zern Regimentern zugetheilt werden.

München, 25. April. Nach den „N. Nachr.“ wäre Hr.
. Bomhard zum Staatsrath im ordentlichen Dienst und zugleich
um Reichsrath, der Generalstaatsanwalt v. Steyerer zum Justiz⸗
ninister bereits ernannt.“ Auch ein Correspondent des „Schw.
M.“ bestätigt die endlich erfolgte Entscheidung, fügt aber bei, daß
die Ursache derselben keineswegs in der Amtsführung des Hrn. v.
Bomhard liege, sondern in Differenzen des Letzteren mit seinen
Follegen in Betreff der inneren und äußeren Politik Bayerns.
die Feststellung dieser Thatsache ist allerdings deswegen von Be—
eutung, weil der betzte, von drei Viertheilen der Abgeordneten
mterzeichnete, aber nicht mehr zur Berathung gekvmmene Antrag
n der Abgeordnetenkammer auf dieBildung eines solidarischen
Besammtministeriums gerichtet war. Ein solches würden wir nun
ilso haben. — Die offiziöse Münchener lithographirte Correspon⸗
enz schreibt: Nach eingezogener Erkundigung können wir die in
nehrere Blätter übergegangene Nachricht von groden Pferdeein—
n auf französische Rechnung in der Pfalz für unbegründet
erklären. J

München, 25. April. Der neuernannte Generalquartier⸗
neister der Armee, Graf v. Bothmer, ist gestern nach Norddeutsch-
and abgereist — in Familienangelegenheiten nach Medlenburg,
in Dienstesangelegenheiten nach Berlin, wie von zwei Seiten ver⸗
ichert wird. Unter den jeßigen Verhältnissen ist wohl die leßztere
Augabe die wahrscheinlichere, da in Folge des Augustvertrages
elbst für Friedenszeiten nähere Verabredungen mit dem preußi—
chen Kriegsministerium nothwendig erscheinen dürften.

Munchen, 27. April. Die Mittheilung einiger Blätter,
»aß mehrere höhere Offiziere die Absicht hätten, aus politischen
zründen zurückzutreten, ist ohne Zweifel völlig unbegründet. Da—
jegen heißt es, daß Herzog Ludwig die Absicht habe, aus Gesund—
leitsrücksichten seine Charge als Generalmajor und Brigadier der
Favalerie niederzulegen. — Der Gesetzgebungsausschuß hat gestern
eine Sitzungen wieder aufgenommen. Hr. v. Bomhard war an—
vesend.

München, 28. April. Se. Maj. der König haben nach
tcherem Vernehmen, beschlossen, den Herrn Staatsminister v. Bom—
ard der ferneren Leitung des Staatsministeriums der Justiz zu
ntheben, was demselben beteits heute mitgetheilt worden ist. Hr.
„. Bomhard bleibt aber Staatsrath im ordentlichen Dienste, wo—
—
Schilcher, seinem Ansuchen entsprechend, in den Ruhestand treten
vird. Die Ernennung eines neuen Justizministers ist bis jetzt
roch nicht erfolgt, scheint auch noch nicht festzustehen.

München, 29. April. Hier eingetroffenen verläßlichen
Nachtichten zufolge ist die Conferenz in London von allen Groß—
nächten angenommen. Die baldige Eröffnung ist zu erwarten.

Landanu, 25. April. Heute Mittag ist der Gouverneur
der Festung Landau, Hr. Generalmajor Buz, in Folge telegra—
zhischer Berufung nach München abgereist. Ebenso wie wir hö—
en, der Gouverneur von Germersheim, Hr. Generallieutenant v.
drazeisen. (Annw. W.)

Speyer, 27. April. Der neue Regierungspräsident Hr.
Ofeufer, wird au 1. Mai hier eintreffen.

Dienstesnachrichten.

Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewogen
zefunden, unterm 20. April l. Is. die erledigte protestantische
ßfarrstelle zu Sippersfeld, Decanats Winnweiler, dem bisherigen
Zfarrer zu Hochspeher, Decanats Kaiserslautern, Johann Heinrich
dager, unterm 21. April l. Is. die erledigte protestantische Pfarr⸗
selle zu Gönnheim, Decanats Dürkheim, dem bisherigen Pfavrer
u Vorderweidenthal. Decanakts Bergzabern. Geora Zimmermann

zu verleihen; und unterm 23. April J. J. die katholische Stadi—
vfarrei Amberg, dem Priester Michael Helmberger, Inspector des
Ztudienseminars St. Emmeram in Regensburg zu übertragen.

Durch Regierungsbeschluß vom 25. April wurde der Schul⸗
dienstexspecitant Wilhelm Klein in Reichenbach zum Verweser an
der protest. deutschen Schule in Weilerbach vom 1. Mai. l. Is.
an und das Gemeinderathsmitglied Karl Anton- zum Adjuncten
der Gemeinde Kirrweiler ernannt.

Durch Regierungsbeschluß vom 26. Aprilel. Is. wurde der
zisherige II. Adjunkt Ph. Keller zum Bürgermeister der Stadt
Zweibrücken und an dessen Stelle zum U. Adjunkten das Stadt—⸗
rathsmitglied Johann Bruch daselbst ernannt.
Garlsruhe, 28. April. Zum Gouverneur von Rastatt
ist der Commandant der Jufanterie, General Waag ernannt, und
nicht der Kriegsminister Ludwig, wie gerüchtsweise verlautete.

Main;, 27. April. Der Chef des Generalstabs der pren—
zischen Armee, Generallieutenant v. Moltke, ist zu einer umfas—
senden Inspection der Festung in ihrem ganzen Bestande hier ein—
getroffen. Die Besatzung wird auf 11-12000 Mann gebracht
verden.

Darmstadt, 25. April. Nach der „Main⸗Ztg.“ hat
Preußen an das Großherzogthum 10,000 Zündnadelgewehre zur
zewaffnung der Division überlassen. Die Gewehre sollen dem—
nächst hier eintreffen.

Dresden, 25. April. Glaubwürdigem Vernehmen nach,
wird die Befestigung des Liliensteins, dem Königsstein gegenüber,
beabsichtigt.

Leipzig, 27. April. In don sächsischen Ministerien herrscht
rege Thätigkett. Es werden Entwürfe vorbereitet über Abände—
rung der Militärgesetzgebung nach Maßgabe der norddeutschen
Bundesverfassung, über ein neues Wahlgesetz, über Einführung
»er Schwurgerichte und — über Steuererhöhnng, welche besonders
zurch die Verdoppelung der Militärbedürfnisse erforderlich wird.

Berlin. Die Nordd. Allg. Ztg. schreibt: „Eine Wiener
depesche gibt endlich einigen Aufschluß über die Vorschläge, wel—
he von Seiten des österreichischen —* an die anderen Groß—
nächte gerichtet sind. Dieselben würden darnach auf Neutralisi—
rung Luxemburgs, auf Räumung und Schleifung der Festung
hinauslaufen. Preußen habe gegen die Neutralisirung Luxem—
zurgs und den natürlich daraus folgenden Abzug seiner Truppen
nichts einzuwenden, im Fall der Zweck den die Verträge von
1815 mit dem preußischen Besatzungsrecht verbonden, nämlich die
Zicherung Europas und Deutschlands gegen französische Ueber—
griffe, auf eine andere Weise dauernd exreicht werden könne.

Berlin, 27. April. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ bestätigt,
daß der Landtag durch den König und nicht durch den Grafen Bismarck
eröffnet werden wird, wodurch die Eröffnungsrede selbstverständlich
ine andere Form erhalte. — Die „Kreuzztg.“ sagt: Es seien
Aeußerungen der Großmächte über die Luremburger Frage hier
ingetroffen, sämmtlich dahin gehend, daß der europäische Friede
vomöglich erhalten werden müsse; durch den nunmehr europäischen
Tharakter der Frage seien somit die Friedensaussichten allerdings
tärker geworden.

Berlin, 27. April. Unterrichtete Privatschreiben aus Flo—
enz vom 23. April bestätigen, daß alle Anstrengungen Frankreichs,
Italien zum Heraustrelen aus der Neutralität im Interesse einer
ranzosischen Allianz zu bewegen, vollständig gescheitert sind. —
die hier anwesenden Mitglieder der Opposition der französischen
dammer versichern, daß in Frankreich der Friedenswunsch vor—
herrsche und die überwiegende Mehrheit eine diplomatische Lösung
velche'den beiderseitigen nationalen Regungen gerecht würde, freu—
dig begrüßen würde.

Berlin 29. April. Heute wurde der Landtag durch Se.
Majestät den König persönlich eröffnet. — Die Rede des Königs
chließt: Eine innige Nationalgemeinschaft wird die Nordbunds-
tatten nund die Südstaaten stets vereinigen und die Schutze und
Trutzbünduisse Preußens mit den Südstaaten werden auf den
        <pb n="200" />
        Nordbund zu übertragen sein. Süddeutschlands Bewußtsein der
Befahren deutscher Zerrissenheit und das Bedürfniß nach fester
Nationaleinigung in ganz Deutschland werden diese Aufgabe be—
chleunigen. Die geeinte Kraft der Nation wird Deutschland die
Segnungen des Friedens und einen wirksamen Schutz seiner Rechte
und Interessen verbürgen.

Die Regierung wird einer jeden Friedensstörung Europas
mit allen Mitteln vorzubeugen suchen, welche mit der Ehre und
den Interessen des Vaterlandes verträglich sind. Das durch Ei—
nigkeit starke deutsche Volk darf getrost den Wechselfällen der Zu—
kunft entgegensehen, wenn Sie, die Abgeordneten, mit dem in ern⸗
ten Stunden bewährten preußischen Patriotismus das Einigungs—
werk vollenden helfen.

Wien, 27. April. Die heutigen Morgenblätter constatiren
aus angeblich guter Quelle, daß Oesterreich bebor noch von an⸗
)eren Vermittelungsvorschlägen die Rede gewesen, den bei der Lu—
cemburger Frage betheiligten Parteien folgende den übrigen Groß
nächten mitgetheilte Alternative vorgeschlagen habe: Entweder Neu
iralisirung Luxremburgs, verbunden mit Räumung und Beseitigung
der Festung, oder die Abtretung des Großherzogthums an Belgien
und Aufnahme desselben in die belgische Neutralität. Letzterer
Vorschlag stieß wegen der durch die belgische Verfassung ihm ent⸗
gegenstehenden Schwierigkeiten auf Widerstand Seitens Belgiens.
Nach der Verzichtleistung des Kaisers Napoleon auf die durch den
Vertrag mit Holland gewissermaßen () schon erworbenen Rechte,
tritt der erste österreichische Vorschlag auf Neulralisirung Luxem⸗
zurgs wieder in Wirksamkeit. Es ist gegründete Hoffnung vor
handen, daß Preußen ein Recht aufgiebt, dessen formelles Gewicht
———

Hamburg, 26. April. Rendsburg soll jetzt wirklich zus
einem Waffenplatze ersten Ranges ausersehen sein. Auf der Eider
lommen zahlreiche Fahrzeuge mit beträchtlichen Munitionsvorrä
hen an.

Hamburg, 27. April. Die Hamb. Nachr. bringen al
authentisch ein Wiener Telegramm welches meldet: Als Grund⸗
agen der Verhandlungen werden vorgeschlagen: „Das neutrali—
sirte Luremburg bleibt bei den Niederlanden; die Festung wird
preußischerseits geräumt und alsdann geschleift.“

Frankreich.

Paris, 26. April. Telegraphischen Berichten zufolge
scheint die Börse wieder bei rosenfarbiger Stimmung zu sein. Am
Mittwoch Abend ging die Rente von 68.20 auf 65.50, gestern
Diittag gar auf 65.75 hinauf. Wahrscheinlich hat das Gerücht,
daß Preußen die Räumung Luxemburgs zugestanden habe (was
reilich nicht war ist), dieses Wunder bewirkt. — Der Moniteur
bringt nun das schon erwähnte Decret des Kriegsministers über
die Einberufung dreier Jahrgänge Reservisten (1860, 61, 62)
zur Inspection. Die Hälfte der Dienstpflichtigen von 1864 und
die Reserven von 1865, welche kürzlich keine Exercitien gemacht
haben, werden für Mai und Juni zu Uebungen einberufen. Dieje
Klassen sollen, nachdem fie waͤhrend dieser zwei Monate die Uebun⸗
gzen gemacht haben, für den Rest des Jahres 1867 entlassen wer⸗
den. — Nach einem Telegramm der Fr. Zig. hat die Linke im
zesetzgebenden Körper ein Gegenproject zum Militärorganisations-
entwurf eingebracht. Die Dienftzeit soll mit dem Zwanzigsten
Jahre beginnen und erst mit dem vierzigsten soll volle Befrelung
eintreten. Die Armee wird in ein stehendes Heer (élite), eine
Reserve und eine mobile Garde eingetheilt. Die actibe Dienstzeit
deträgt vierzehn Monate. Die Loskaufstaren sollen aufhören.

Paris, 27. April. Heute sind an Stelle der noch gestern
vorherrschenden kriegerischen Aussichten die schönsten Friedenshoff⸗
nungen getreten. Die „Patrie“ bestätigt die friedlichen Gerüchte,
die schon gestern umliefen, die ich mich aber — wegen ihrer über—
raschenden Neuheit — mitzutheilen gescheut hatte. Nach jenem
Blatte habe Herr v. Bismarck nach seiner Ruͤckkehr nach Berlin
eine sehr friedliche und versoͤhnliche Sprache angenommen. Eng—

land, Oesterreich und Rußland hätten sich geeinigt, den Zusam—
mentritt einer Conferenz vorzuschlagen, zu welcher die Regierun—
zen von Berlin und Paris eingeladen und auf welcher der König
der Niederlande als Großherzog von Luxemburg vertreten sein
—
zur Basis die Räumung der Festung des Großherzogthums und
zum Zweck die Regelung der neuen Lage des Luremburgischen
Landes haben. Man betrachte die Zustimmung der Cabineite von
Berlin und Paris zu diesem Vorschlage als wahrjcheinlich. —
Aus privater Quelle kann ich hinzusetzen daß, wenn die Conferenz
glückt, eine allgemeine Zusammenkunft der Souveräne hier statt
finden solle. — Man ist hier sehr auf die Rede gespannt, welche
der König von Preußen übermorgen bei der Eroöffnung der preu⸗
hischen Kammern halten wird, da man den Kundgebungen der
etzteren einen großen Einfluß auf die Entscheidung der Ftage zu—
gesteht. — Der Staatsminister Rouher hat die Existenz der fried⸗

lichen Stroͤmung in einem Briefe an den Präsidenten des gesetz
gebenden Körpers bestätigt, in welchem er die Deputirten bitten
die Interpellationsforderung der Linken zu verwerfen. Die Re
gierung würde, sobald sie nur könnte, mit Aufklärungen vor das
Land treten, aber im gegenwärtigen Augenblicke würden üöffent.
liche Verhandlungen und Erklärungen nur die friedlichen Bemühun—
gen der Großmächte durchkreuzen. Hierauf haben dann natürlich
die Büreaux auch nicht verfehlt, die Forderurg des Herrn Favbre
zu verwerfen. Als dieses Resultat in der Sitzung des gesetzge⸗
henden Körpers verkündigt wurde, sagte derselbe, daß er und
eine Freunde die friedlichen Erklärungen in dem Briefe des
Staatsministers gern acceptirten, daß sie aber verlangten, die Re—
gierung solle keinen fesien Entschluß fassen, ohne vorher die Mei—
nung der Kammer zu erfragen. Herr Glais-Bizoin fügte hinzu,
man solle nicht wie bei der mexicanischen Angelegenheit handeln.
Der Präsident Schneider aber hielt es nicht für der Mühe werth,
auf die Ansprache der Linken nur ein Wort zu exwidern. —
Neben diesen friedlichen Angaben gehen freilich wieder die Rüstun—⸗
gen zum Kriege ihren ehernen Gang weiter. In der Minister⸗Si—
zung, die heute stattgefunden hat, sollen die großen Befehlshaber—
tellen über die active Armee schon gänzlich vertheilt worden sein.
Selbst von der Marine aus sendet man Geschütze an den Rhein.

Paris, 29. April. Die „Patrie“ meldet als sicher, duß
die Conferenz in London zusammentreten wird. Preußen und
Frankreich haben derselben beigestimmt auf der Grundlage der
Neutralisirung Luremburgs. „Avenir national“ sagt, der Zusam⸗
mentritt der Conferenz wird am 15. Mai erfolgen: die Grund⸗
lage der Berathungen sei Neutralisirung des Großherzogthums
duremburg und Schleifung der Festung. „Etendard“ meldet:
Preußen hat im Princip der Räumung zugestimmt und morgen
werden die Verhandlungen darüber beginnen, ob die Räumung
vor oder nach der Conferenz erfolgen soll. Die Rente stieg gestern
ruf 68. 25.

Vermischres.

F Paris. Als der Kaiser die österreichische Ausstellung
besuchte, ereignete sich ein komischer Zwischenfall. Der Kaiser be—
'and sich mit seinem Gerfolge und in Gesellschaft des Grafen
Wickenburg, des Hofraths von Schafer und anderer Mitglieder
der Commission in der Maschinenabtheilung und besichtigte eben
die ausgestellten, wenn wir nicht irren die oberösterreichischen
Sensen. Um die Güte derselben zu erproben, pflegt man sie auf
ein zu diesem Behufe bereit liegendes Eisenblech zu schwingen,
velches dann von ihnen, wie Papier von einer Scheere, in Strei⸗
fen geschnitten wird. Herr v. Wertheim der Vicepräsident der
Tommission, wollte dieses Exrperiment auch vor dem Kaiser wie⸗
derholen, als er deßhalb die Sense weit ausholend schwang,
fühlte er sich jedoch plößlich von einer starken Hand im rme
zefaßt, er wandte sich um und es ergab sich, daß ein über die per—⸗
önliche Sicherheit des Kaisers wachendes Individuum, welches
der Gesellschaft in einiger Entfernung gefolgt war, die Bewegung
unrichtig verstanden und einem Sendling Mazzinis in den ver—
zrecherischen Arm fallen zu sollen geglaubt hatte. Man kann sich
die Scene und die folgenden Erplicationen denken, welche um so
omischer waren, als Hr. v. Wertheim, wie hier bereits ausstel⸗
ungsbekannt, seines eleganten Fronzoͤsch wegen eben keinen An—
pruch auf einen Sessel in der Akademie zu machen hätte.
Invaliden⸗Unterstützungs-Verein.
Einladung.

Die Listen für den Beitritt zu dem allgemeinen Juvali—
den-Unterstützungs-Vereine sind nunmehr geschlossen. Bei—
zetreten sind aus dem Amtsbezirke Zweibrücken bis jetzt im Gan—
zen 310 Mitglieder mit 1264 fhl. einmaligen, und 2092
fl. 45 kr. jährlichen Beiträgen.

Alle diejenigen, welche ihren Beitritt zum Vereine ge—
eichnet, werden hiemit freundlichst eingeladen, am kommenden
Zonntag den 53. Maitl. J. Rachmittags: 8 Uhr, im
Stadthaͤussaale dahier sich einzufinden, uͤm nunmehr die
iörmliche Constituirung des Vereins vorzunehmen, und zu diesem
Zwecke zunächst zur Wahl des Ausschusses, bestehend aus dem
Vorstande, Schriftführer und Cassier, zu schreiten.

Gemeinde und Corporationen, welche dem Vereine mit ein⸗
naligen oder jährlichen Beiträgen als Mitglieder sich angeschlossen
jaben, wollen hiebei in der Person ihrer legalen Vertreter er⸗
cheinen.

Um möͤglichst vollzählige Betheiligung wird gebeten.

Zweibrücken den 27. April 1867.
Damm
kgl. Bezirkssamtmann.
        <pb n="201" />
        Bekanntmachung.

Am Mittwoch den 1. Mai nächsthin
Rachmittags um 1 Uhr wird auf dem
Bürgermeisteramt das Gemeindeberechtig-
angsholz versteigert und zwar:
12124 Klafter buchen Prügelholz Schlag

Rothhelle,
zd9ꝛ3g2 Schlag
ee Schwammwiese,

3838 Prugelholz Schlag

d Rischbach,

1 „ eichen Prügelholz Schlag

Rothhelle,

o Schlaq

3 Schwammwiese,
1624 Prügelholz Schlag
Sengscheiderhohl,
1844, liefern Prügelholz Schlag
Schwammwiese.

St. Ingbert den 27. April 1867.

Das Bürgermeisteramt
Chandou.
Holzversteigerung
uus Staatswaldungen des k. Forstamtes
Zweibrücken.
Revier St. Ingbert.
Freitag den 3. Mai 1867 Vormittags
10 Uhr zu St. Ingbert.
Schlag: großer Stiefel J. A.
102 eichen Stämme D. — V. Cl.
824 Klafter eichen Misselholz
13 eichen Wagnerstangen
23 Klft. buchen Scheit J. — III. Qual.
19824, eichen „ II. u. III. ,
21, buchen Prügel u. Krappen
238, eichen dittttt
225, buchen Reiserwellen.
Schlag: Rehthal II. 6.
143 buchen Stänme II. CEl.
2 ahorn Stämme II. Cl.
29 eichen u. ahorn Wagnerstangen
46 Kift. buchen Scheit J. — III. Qual.
350 buchen Reiserwellen.
Schlag; Birkenkopf II. 7. 4.
36 eichen Stämme III.-V. Cl.
16 buchen und ahorn Stämme II. Cl.
14 versch. Wagner⸗ und Gerüststangen
1 Klafter eichen Misselholz IV. Cl.
59 buchen Scheit 1-1III Qual.
5244, eichen „ knorrg.
3111, buchen Prügel und Krappen
1014, eichen Prügel und Krappen
150 buchen Reiserwellen
Schlag: Rehthal II, 5.
6 eichen und aspen Stämme
112 buchen und eichen Wagnerstangen
12 Klft. birken und Weichholz Scheit
Schlag: Bollerberg. III. 2.
8 Kift. buchen Scheit Jl. u. Ul. Qual
75 buchen Reiserwellen.
Schlag: Zoll scheidt. III. a-
5 buchen Stämme II. CEl. n
LILISA Kif. buchen Scheit J. u. I. Qual.
25 buchen Reiserwellen.
Schlag Ommersthal. III. M.
Zz birken und aspen Stämme
7 verschied. Wagnerstangen
) Kift. buchen u. Weichholz Scheit.
Zchlag: Zufällige Ergebnisse.
36 kiefern Stämme u. Sparren
28 eichen Wagnerstangen
0 fichten Gerüststangen
LIMA Kift. buchen Scheit J. - III. Qual.
33 „kief. birken u. Weichholz Scheit
9 versch. Prügel und Krappen.
Zweibrücken den 17. April 1867.
2ql. Forstamt
s3148.

Bekanntmachung. —
(Unterhaltung der Distrilisstraßen betreffend).

Donnerstag den B. Mai nächsthin, Vormittags 10 Uhr, werden in der
danzlei der unterfertigten Behörde die Materiallieferungen zur Unterhaltung der nach—
ezeichneten Disiriltsstraßen, und zwar in dem Distrikt Blieskastel für das Jahr 1868,
nden Distrilten Zweibrücken und Hornbach sur die Jahre 1868, 1869 und
870, an die Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden:

I. Kanton Blieskastel: V

1) Straße von Blieskastel nach Neuhäusel in zwei Loosenn.

2) Lautzkirchen über Niederwürzbach und Hassel nach St.
Ingoͤert in zwei Loosen.
rothen Hause nach Aßweiler in einem Loose.
St. Ingberi nach der St. Ingberter Grube in einem Loose.
der Staatsstraße bei Ehlingen über Ormesheim und
Eschringen bis zur preußischen Grenze nach Fechingen
und Saarbrücken in einem Loose.
der Gassenmühle über Ensheim nach St. Ingbert in zwei
doosen.
BliesdalheimHerbitzheimer Banngrenze bis zur franzö—
ischen Grenze bei Reinheim in einem Loose.
Bliesstraße bei Gersheim bis an die Kantonsgrenze bei
Walsheim in einem Loose.
Seelbacher Distriktsstraße in Aßweiler über Ommers⸗
heim und Heckendalheim bis zur Ensheim-St. Ingberter
Dist riktsstraße in einem Loose.

Für die letzgenannte Straße hat die Materialversteigerung nur dann Gültigkeit,
venn die bei der Herstellung der Straße betheiligten Gemeinden bis zum 1. Januar 1868
ammtliche ihnen obliegende Arbeiten so hergestellt haben werden, daß diese ganze Straße
ils Nistriktsstraße übernommen werden kann.

II. Kanton Hornbach. V0
10) Straße von der Mimbacher Banngrenze bis zur Herbitzheimer Bann⸗
grenze in einem Laose.
ber Irheimer Mühle nach Medelsheim von Stundenstein
3 bis 42/6 in einem Loose.
der Medelsheimer Straße über Seyweiler und Wals—
heim bis zur Kantonsgrenze in einem Loose.
Hornbach nach Altheim in einem Loose.
Groß—⸗ und Kleinsteinhausen in einem Loose.
Zweibrücken über den Heidelbinger- und Kirschbacher⸗
Hof bis zur Kirschbacher-Mühle und zwar von der Cont⸗
diger Banngrenze bis zur Kirschbacher-Mühle in einem
Loose.
III. Kanton Zweibrücken.
Zweibrücken nach Wallhalben in vier Loosen.
Falkenbusch über Dellfeld, Rieschweiler und Schmitts-
hausen bis zur Wallhalber Straße in zwei Loosen.
sieschweiler bis zur Kantonsgrenze bei der Fauster⸗
Mühle in einem Loose.
der Staatsstraße bei Webenheim bis zur Banngrenze
von Breitfurth in einem Loose.
der Irheimer Mühle bis zur Banngrenze von Bödwei—
er in zwei Loosen.
Zweibrücken über den Heidelbinger-Hof und zwar vom
Gymnasialgebäude in der Stadt Zweibrücken bis zur
Rimschweiler und Dietrichinger Banngrenze in einem
Loose.
Bedingnißhefte und Looseeintheilungen liegen hierurts zur Einsicht offen.
Zweibrücken, den 24. April 1867. W
Konigl. Bezirksamt,
Damm.
Ich habe unterm Heutigen eine Nieder⸗
age meiner Fabrication als:
*odawasser, J
elterswasser,
Limonade gazeuse,
n ganzen und z Flaschen,
zei Herrn Peter Stief, Farbwaaren⸗
Jandlung in St. Ingbert, errichtet und
vird derselbe zum Fabrikpreise ver⸗
aufen.
Leere Flaschen werden zurück⸗
ppeca und 1 Silbgr. per
Stück vergütet.
Saarlouis den 1. Mai 1863,
IIlIius SOhmidt.
Zu verkaufen: I2 Hühner mit 1
Hahne.
Pon wemn sagf Lie Erved. dieses Blattes
        <pb n="202" />
        Bekanntmachunge ,
Rohrbach Bezirksamt
Zweibrücken.

Aus den Schlägen Kahlenberg, Dietes-
aful und zufällige Ergebnisse, hiesigen Ge—
neindewaldes, werden folgende Holzsorti⸗
nente nämlich:

a· Schlag Kahlenberg.

4 buchen Stämme III. Cl.
1675, Zaungerten.
1225 , Bohnenstecken.

39 Klafter buchen Scheitholz D. Cl.

82. Pruͤgelholz.

18, birken

1050 buchen Prügelwellen.
b. Schlag Dietespfuhl.
4 tiefern Stämme IV. Cl.
25 , Sparren.
7 Klafter buchen Stangenprügel.
8ß8 RKohlprügel.
2, liefern
225 buchen Reiserwellen.
c. Zufällige Ergebnisse.
5 kiefern Baustämme IV. Cl.
20 „ Sparren.
184 Klafter kiefern Kohlprügel.
im Montag, den 13. Maiel. J., Nach—
nitiags um 2 Uhr anuf dem unter⸗
fertuͤgten Amte meistbietend versteigert.

Rohrbach den 27. April 1867.

Bürgermeisteramt
Auck.

Die

Material- Spezerei &amp;
Farbwaarenhaudlung
I von —
EFritæ Panzerhieter
im St. Ingherit
offerirt nachstehende Gegenstände von be—
ster und billigster Beschaffenheit:
Alle Sorten von Farben, TFür-
nmĩssemn, Ocleu, PĩnSIM, u. Biir-
zten, Thran, Sicative, Kreide, Röthel,

Weingeist, Schellack, Leim.

Alle Gewiire, ganz und rein
zemahler.

FarbhoöIzer.

Dhemisehe Produilcte: Alaun,
Borax, Salpeter, Salmiac, Schwefel,
Ammonium, Soda, Vitriol, Chlorkalk ꝛc.

Dintem: gute schwarze, rothe, blaue,
Copirdinte, Zeichendinte ꝛc.

Dosmetica: Pomade, Haaröl, Bart⸗
wichse, Cölnisches Wasser, ätherische
Dele ꝛc.

seĩ sem: Toilettenseife, ordin. Kernseise,
Schmierseife, Fleckenseife ꝛꝛ.

PetroIGuMma, Rüböl Lampenöl ꝛc.
Hülsenfriiehte: Bohnen, Erbsen,

Linsen ꝛc.

Delicateasen: Citronen, Corinthen,
Rosinen, Feigen, Chocolade, Haselnüsse,
Cacao, Sardellen, Häsringe, Capern,
Schweizerkäse, Rahmkäse, Maccaroni,
)onig, Malzbonbons, Rettigbonbons,
Englischen Brustzucker, Lakriz,
Fitronat, Orangeade, Muscatnüsse- und
Blüthen, Mandeln, grüner u. schwarzer
Thee, Vanille, Zwetschen, Kirschen,
deidelbeeren, Hagebutten, Candiszucker,
zZuckerbohnen, Schinken, Schweine⸗
chmalz, Senf, Zucker, Kaffee, Cichorie,
Zurogat, Eichelkaffee, Gesundheitskaffee
Johannisbrod ꝛc.

zuppensacehen: Reis, Gerste, Nu⸗
deln, Sago, Suppensternchen, Hafer⸗
grütze, grüne Kerne ꝛc.

betrümlze: Liqueure, Rum, Punsch-
essenz, Arac, Cognac, Kirschenwosser,

Magenbitter, Persico, Anisette, Malaga,
Madeira, Zwetschen-, Birnen- und or—
zinären Branntwein, Weinessig und or⸗
dinären Essig ꝛc.

vpiellcartemn: französische für Piquet
Tarok ꝛc.

stauen- Sehnupftabalke, Ci⸗
garren, Cigaretten. J

Hineral vwäasser.

InoeιterinehI.
ferner: Schwämme, Korkstopfen, Krah—

nen, Glas- und Schmirgelpapier,
Schmirgel in divers. Nr., Stearin—
kerzen, Rauchkerzen, Nachtlichter, Wachs
(weiß gelb u. schwarz,) Wagenschmiere,
Bodenwichse, Galläpfel, Stiefelschmiere,
Stiefelwichse, Königsrauch, Blauku—
zeln, Fleckenwasser, Hausenblase, Ge⸗—
atine, Stärke, Putzkalk, Siegel- und
Flaschenlack, Senfmehl, Talc, Bim⸗
teine, Zündhölzer, Oelkuchen, Streu—
sand, flüssiger Leim, Gummi elasti—
cum u. arabicum, Terpentin, Pech,
Asphalt, Weirauch, Glanzoblaten,
Backoblaten, Insectenpulver, Tonco—
bohnen ꝛc. ꝛ⁊c.

Mainzer Handkäschen, Ochsenmaulsalat,
Fssiggurken lieferre em gros auf Be—
tellung.

St. Ingbert im April 1867.

— — — — — — — — — — —
Redaktion. Druck und Verlag von F X. Demetz in StInabert

Strohhutwäsche⸗

Es werden alle Sorten Stroh⸗, Haar⸗
und Palm⸗Hüte gewaschen, gefärbt
und neu faconirt be

Val. Fischer
Hut- und Kappenmacher in St. Ingbert.
Ein schöner starker
Neufundländer Hund
(Mäunchen) 3 Jahr alt ist
bei Ph. Flory in Zweibrü—
cken zu verkaufen.
Annonce

Bauk⸗ und Wechsel⸗Geschäft

von Gebr. Prei frer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Vleidenstraße Nr. 8.

„An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank⸗
ind! industriellen Actien, Incasso von⸗Cvu⸗
pons, Banknoten; Wechsel ꝛc. unter Zu—
sicherung prompter und reeller Bedienung.

Provision 1 per mille ohne

iegliche sonstige Spesen.
Der Unterzeichnete hat schö—
nmes kiefern Bauholz in jeger
beliebigen Länge, sowie auch 25 Klafier
6 Fuß langes kiefern Prügel-Holz (Zaun⸗
holz) zu verkaufen. e

Breitermühle im März 1867.
V. Höh.

Donnerstag den 9. Mai d. J. des
Vormittags um 9 Uhr, lassen der pens.
bergmannn Franz Derouet und des⸗
en Sohn, Metzger Ludwig Derouet
zeide zu Elversberg, ihr Wohnhaus daselbst,
ein an der Strafse von Elversberg nach
St. Ingbert gelegenes Ackerstück von 2
Morgen in verschiedenen Bauplätzen und
hre Wiese in der Ruhbach und darauf
hre Mobilien, worunter besonders, Schränke,
Tische, Stühle, Bänke, Fässer, 1J Wagen,
Pflug, Bettzeug und Küchengeräthe, in
hrem mitzuversteigernden Wohnhause zu
Elversberg öffentlich für eigen versteigern.

St Johann, den 27. April 1867

Artois Notar.
Versteigerung.

Donnerstag den 2., Freitag den
3. und Samstag den A. Mai
1867, jedesmal Vormittags 9 Uhr an—
'angend, zu St Ingbert in seiner Behau—
ung und in seiner Fabrik, läßt Herr
Peter Quiring dahier, wegen Wohn⸗
itzveränderung seine sämmtliche Immobi—
lien, Wohnhaus, Fabrikgebände
1. Ackerland, A Bauplätze, ebenso
eine Maschienen und Werkzeuge
auf langjährige Zahlungstermine vor dem
qal. Notar Horn dahier versteigern. —

Die Versteigerung beginnt am 2. Mai
l. J., Bormittags 9 Uhr, wobei das
Banze vorerst en bloc ausgeboten wird;
erfolgt kein entsprechendes Gebot, so ge—
chehen die Zuschläge im Einzelnen. —
Bis zum Versteigerungstage kann das
Banze fortwährend aus freier Hand ver—
rauft werden im Geschäfisbureau von

Westphälinger.

St. Ingbert im April 1867.

Erbsen, Linsen, Bohnen, Ger—
te, Sago, ꝛc. ꝛ⁊c. bei

W. Stief

Worumis den 26. April.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 45 kr.
bis 17 fl. — kr. Roggen 12 fl. 15 kr.
bis — fl. — kr. Gerste 11 fl. 40 kr.
»is — fl. — ir. per 100 Kilo., Hafer
6 fl. 15 kr. bis 6 fl. 20kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. — kr. bis — j.
— kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 17 fl. 30 kr.
bis — fl. —kr. Blumenmhl. — fl. — kr.
bis — fll. — kr. per 70 Kilo., Reps
16 fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 21 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöhl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohndl ohne
Faß 42 fl. — kr. bis 47 fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — kr., Branntwein 32 fl. — kr.
his — JI — I7
Mainz, 26. Avril. J

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mäl—
ter à 140 Pfund fh.— fkr. — Rog—⸗
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 16 fl. — fr. — 16 fl. 40 ku. —
Korn (180 Pfd.) 11 fl. 45 ir. — 12 fl.
15 kr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 30 kr.
— 11 fl. 40 tr. — Hafer (120 Pfd.
3fsJ. 20 i8. — 6fl. 30 kr.

Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 26. April 1867.

Preußische Kassenscheine 1 43-45,4
Preußische Friedrichdde .957--58
Zistolen ....fl. 944-46
holländische 10 fl.⸗Stücke. 950-52
ducaten ......⸗333-35
20 Franes⸗Stücke925-26
“nglische Souvereingszs..1147-51
jold per Zollfund fein ..,
‚ochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 272/2- 281
        <pb n="203" />
        er Anzeiger.
— — — — —
——
— 8

*
I
der „St. Ingberter Auzeigexr“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalzDienst a ge Don ners stag

ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 458 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Arzr. die dreispaltige Zeile Blaͤtischrifte oder deren
Raum berechnet. *

Nro. 53. W Donnerstag, den 2. Miii 1867.

ôàπR1

Deu tschland.

München, 28. April. Se. Maj. der Koͤnig hat folgende
Regimentsinhaber ernannt: den Prinzen Otto k. H. zum Im
haber des 5. Chevaurlegers-Regiments vacant Leiningen, den
hrinzen Ludwig k. H., der bei Helmstadt voriges Jahr verwundet
purde, zum Inhaber des 10. Infanterie Regiments vacant Al⸗
bert Pappenheim, den Generallieutenank und Generaladjutanten
Frhrn. v. d. Tann zum Inhaber des 11. Infanterie-Reg. vacant
Hsenburg und den Generallieutenant v. Hartmann zu Würzburg
sum Inhaber des 14. Inf.; Reg. vacant Jandt. — —XWI
liegt es keinem Zweifel mehr, daß in Unlersteinach in Oberfran⸗
ten. Bezirksamts und Landgerichts Stadisteinach, die Rinderpesi
zum Ausbruche gekommen ist.Eine Anzahl weiterer Erkrankun⸗
gen unter dem Rindvieh daselbst sind von den Thierärzten Enge'
und Schmidt daselbst, sowie von dem gleichfalls dort anwesenden
Hahn an der hiesigen Thierarzneischule als Rinderpestfälle erklärt
woöorden. Die Kreisregierung von Oberfranken hat sofort mit
aller Umficht und Energie, der Verordnung vom Dezember v. J.
üͤber die Rinderpest entsprechend, alle vorgeschriebenen Maßregeln
getroffen, um das Uebel nicht weiter um sich greifen zu lassen,
sondern es in seinem Herde zu ersticken. Auf eingelangten Bericht
hat auch das k. Staatsm:nisterium des Innern schon gestern den
hofthierarzt Sondermann an Ort und Stelle abgefendet, und di⸗
ser bestätigte heute durch den Telegraphen das Vorhandensein der
Rinderpesi. Untersteinach ist nunvollkommenmilitärisch abge—
sperrt, jeder Verkehr mit dem Orte‘ abgebrochen. Ein von Bay
reuth dahin gesendeter Regierungscommissär hat dort während der
Dauer der Krankheit zu bleiben und den Vollzug aller angeord—
neten und noch anzuordnenden Maßregeln zu! überwachen und
ortwährend zu berichten. Außerdem hat sich auf Anordnung des
Staatsministeriums des Innern je ein Thierarzt aus allen
denjenigen Kreisen Bayerns, in welchen kein Thierarzt sich befin
Zet, welcher die Rinderpest bisher selbst zu beobachten Gelgenheit
Jaitte, nach Untersteinach zur Beobachtung der Krankheit und
Dienstleistung dabei zu begeben. Bei der Energie des Vorgehens
der Staatsregierung läßt sich ein günstigerErfolg dahin hoffen, das
die Weiterverbreitung der Krankeit werde verhindert werden.

Germersheim, 303.April:“ Die Nachricht, daß unser
Festunasgouverneur, Hr. Generallieutenant v. Krazeisen nach Mün
hen berufen worden sei, ist unbegründet. (öPf. 3.) —35

Landau, 30. April. Der Gouverneur- der Festung Lan⸗
dau, Herr Generalmajor Buz, ist heute Nachmittag 4 Uhr von
Muünchen zurück wieder hier eingetroffen. Man sagt, die Festung
joll armirt werden.

Dienstes-Nachrichten·

Die durch die Quiescirung des k. Studienlehrers Geeck an
der zweiten Ciasse der lateinischen Schule zu Kaiserslautern in
Erledigung gekommene Studienlehrerstelle wird hiermit zur Be⸗
werbung offentlich ausgeschrieben.
Die betreffenden Gesuche mit vorschriftsmäßigen Zeugnissen
bersehen, sind innerhalb 14 Tagen bei dem k. Subrektorat der
Lateinschule in Kaiserslautern einzureichenn.
Mainz, 28. April. Zu einer eingehenden Inspection der
Festung in ihrem ganzen Bestande, sowohl hinsichtlich der Aus⸗
slaitung der Besatzung, wie der Ausrüstung der ersteren in artille⸗
ristischer und administrativer Hinsicht ist seit gestern ein preußischer
Offizier höherer Charge eingetroffen. Die Verproviantirung und
vollfländige Armirung der VFestung äist indessen jetzt angeordnet
worden. Die Besatzung wird, dem Vernehmen nach, um 6000
Mann verstärkt.“ Sie wird sich übrigens dann immer noch nich.
höher beziffern, als der Friedensstand der Bundesbesatzung betrug,
nämlich 12,000 Mann; wie denn auch nicht übersehen werder
darf, daß die volle Kriegsstärke der Besatzung mindestens 25.00
Mann erfordert, welche nach der preußischen Milititärverfaffung
die Landwehr siellt. Bis jetzt wird noch nicht an die Mobilisi—
·ung derselben gedacht. — Im Falle eines Ausbruches der Feind

seligleiten steht der vollständige Schluß einiger größeren Fäbriken
hebor. — Tine der bedeutendsten Firmen des Plahes und in der
cisenbahnbranche wohl ganz Süddeutschlands, Gebrüder Goldschmitt,
vird aufgelöst. Die dermaligen Chefs siedeln nach Zürich, Prag
und Brüussel über. Der Abgang dieses bedeutenden Hauses, dessen
zillerer Chef durch die bedeutende Stiftung von 35,000fl. zum Besten
chein-hessischer Volksschullehrer sich ein ehrendes Andenken gesichert hat
und dessen Innhaber überhaupt ihre großartigen Mittel stets zur
Bethätigung eines edlen Bürgersinnes anzuwenden bereit waren.
ist ein harier Schlag für den Platz.

In Mainz ist in den letzten. Tagen nicht der General v,
Molike, sondern der General v. Pritiwitz eingetroffett. — Für
die vorläufige Verproviantixung der Festungen Mainz, Coblenz,
duxemburg und Köln soll der Lieferant Kahzenstein aus Bielefeld
einen Aufixag im Betrage von 300,000 Thlr. abgeschlossen habe.

Fraͤnkfuri, 80. April. Dert österreichische Autheil an
dem AÄufwand, der auf die Bundesfestungen verwendeten Summen,
beträgt 13,450,000 fl. Davon treffen auf Mainz 3,150.000 fl.
Lurxemburg 1 Mill. Ulm 5,360,000, Rastatt 3,470,000, Lan⸗
dau 470,000 jl...
Dar mistadt, 26. April. Das heute erschienene Regie⸗
rungsblatt enthält eine Bekanntmachung des großh. Ministeriums
des Hauses uad des Aeußeren, nach welcher die Erhebung der
Mainschifffahrtsabgaben im Großherzogthum in Gemäßheit der
deßfallsigen im Art. 2 des preußisch-hessischen Friedensvertrages
enihaltenen Vereinbarungen mit dem 1. Mai l. J.eingestellt
werden wird. 23 —
gSannover. Rüstungen finden seit längerer Zeit in um⸗
fassendem Maße statt. Täglich durchziehen lange Munitionscolon-
nen unsere Siadt von Ost nach Wesi. Handwerkern, welche Lie—
ferungen für das Militär übernommen, wird für jede vor dem
festgesetzten Tage abgelieferte Arbeit höheren Lohn bezahlt. Durch
Circular des Minisleriums des Innern sind sämmtliche Behoͤrden
veranlaßt, in ihren Bezirken alle verwendbaren Handwerkern zu
Militärarbeit aufzufordern, während die Handwerker aus den Ge⸗
burtsjahren 1840, 41 und 42 in dieser Woche noch eingezogen
werden, um als Handwerker ohne Waffen in der Armee zu die⸗
nen. Bei“ Kavauerie und Artillerie hat jeder Soldat 4 Pferde
zuzureiten“

Berilin, 27. April. Garnier⸗Pagés, der franzosische Fort
schrittsmann und Friedensfreund, ist aus Paris hier eingetroffen,
um die Stimmuig der liberalen Abgeordneten kennen zu lernen.
Er soll beabsichtigen, zur Erhaltung des Friedens einen internati⸗
onalen Abgeordnetentag nach Brüssel einzuladden . 3

Beerin 29. April. Die Throntede mit welcher der Kö—
nig heute die außerordentliche Sesfion des preußischen Landtages
eroͤffnet hat, ist seht ernst, sehr gemessen, aber sie enthält nichts,
was der uͤberaus friedlichen Sirömung irgendwie einen Damm entge⸗
genstellen könnte, und noch weniger hat sie den Charakter einer Provo⸗
cation oder giebt sie verletzten Gefühlen Ausdruck. Das Ceremoniel
der Eröffnung war das gewöhnliche, die Hofloge blieb aber leer.
Eine halbe Stunde nachher hielten beide Häuser ihre erste Ple—⸗
narsitzung. Im Herrenhause wurde der Graf Eberhard zu Stol⸗
berg⸗ Wernigerode wiederum zum Präsidenten, die Herren von
Frankenberg⸗Ludwigsdorf und Graf Brühl wiederum zu Viceprä⸗
sidenten gewählt. Das Abgeordnetenhaus, das im Concertsaal
des Schauspielhauses tagt, wird diese Wahl der Präsidenten ersi
morgen vornehmen; heule sind die Mitglieder in die sieben Ab—
theilungen verloost worden. Was nun die lurxemburger Frage
angeht, so sind mir von zwei gleich zuberlässigen Seiten folgende
Mittheilungen zugegangen: Gesiern (Sonntag) Mittag sind Nach⸗
richten aus Paris hierher gelangt, welche in autorisirter Weise
die fortdauernd frieblichen Gesinnungen Napoleons documentiren
und hinzufügen, daß der Kaiser in der Lage ist, seine friedliche
Besinnung den feindlichen Parteien gegenüber zur Geltung zu
hringen. Anderweitig eefahre ich, daß zwar Preußen wahrschein⸗
sich einer Conferenz in London zur Lösung der luremburgischen
        <pb n="204" />
        Frage beiwohnen wird, daß es aber nicht daran denkt, jetzt oder
päter das Besatzungsrecht in Lrxemburg aufzugeben und Luxem—
hurg zu räumen. Man befürchtet Frankreich werde die Revision
der Verträge von 1815 und eine Grenzregulirung vorschlagen.
Die Gefahr eins Conflictes ist also noch lange nicht beseitigt, fie
wird sogar drohender als je, wofern die Rüstungen in Frankreich
jortdauern.

Berlhin, 30. April. Im Abgeordnetenhaus wurden Hr.v.
Forckenbeck zum Präsidenten, Hr. v. Stavenhagen zum ersten Vi⸗
tepräsidenten gewählhlt.

Berlin, 30. April. Nach der hiesigen Börsenztg. würde
mit der eventuellen Räumung Luxemburgs die Errichtung eines
orenßischen befestigten Lagers bei Trier Hand in Hand gehen.
Wien, 26. April. Es beginni auch Rußland eine erhöhle
nilitärische Thätigkeit zu entfalten. Nachrichten aus Wafhington
zufolge soll der Verkaufspreis für Russisch⸗Amerika in Schiffen,
nicht in Geld geleistet werden! Um so thätiger ist unsere Regie—
rung, um Rußland zu bewegen, sich ebenfalls für die Nentrali—
firung Luxemburgs auszusprechen. Man würde in der orientali—
schen Frage werthvolle Zugeständnisse zu machen bereit sein (D,
venn sich die nordische Großmacht dafür verpflichten würde, fuͤr
die Erhaltung des Friedens thätig zu sien.

Wien, 27. April. Der preaßischen Regierung ist bereits
die Anzeige zugegangen, daß mit der Rückkehr der österreichischen
—AXDD
hes diesseits der Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Revi
son des Aprilvertrages im Wege gestanden, uͤnd es wird sich
eigen, ob es inzwischen auch Preußen gelungen, die bekannten
A
Wien, 27. April. Das Tabaksmonopol geht doch dem
Ende entgegen. Der K. 3. nach ist die Aufhebung des: Monv—
pols schon für das Jahr 1868 in beiden Reichshälften im Prin⸗
nip festgestellt. Dagegen wird angeblich eine Steuer auf die Ta
baksproduktion, auf die Fabrikation und auf den Handel mit Ta—
zak gelegt werden. — Die hier anwesenden merikanischen Frei
villigen versammeln sich täglich und auch noch heute massenhaf
dor der Wohnung des Obersten Leisser (General⸗-Agenten der me⸗
rikanischen Regierung), um ihren rückständigen Sold zu fordern.
Sie werden von einem Tag auf den andern vertröstet. Bis jetz
aber wartet Oberst Leisser vergebens auf die nöthigen Mittel
welche aus Paris eintreffen sollen. Man besorgt ernstliche Excefse
bon Seiten dieser in großer Noth befindlichen Leute.

Wien, 1. Mai. Die Presse schreibt: Die Londoner Con—
ferenz auf Grund des russischen Programms ist von den betheilig⸗
ten Mächten angenommen. Eine vorberathende Sitzung der Be—
dollmächtigten Oesterreichs, Frankreichss, Englands, Rußlands

Preußens, Hollands und Belgiens soll am 12. Mai unter dem
Vorsitz des Lord Stanley stattfindden.
Frankreich.

Paris, 29. Gpril. Der Moniteur“ berichtet über den

feierlichen Empfang, der gestern, Sonntag den 28. dem jungen
Prinzen Tokungava⸗Mimbu⸗Tayo, Bruder des Taikuns von Ja—
pan, in den Tuilerien zu Theil geworden ist. — Die „Opinion
nationale“ warnt dovor, sich zu großen Friedensillusionen hinzu⸗
zeben. Wenn auch wirklich Preußen auf die Neutralisirung Lu⸗
cemburgs eingehen sollte, so sei doch noch die Frage zu beantwor⸗
ten, ob dies neutralisirte Land die Jestung beibeihalten dürfe,
oder ob dieselbe zu schleifen seiz ferner handle es sich darum, zu
wissen, ob Luxemburg dem Zollverein in Zukunft noch anzugehö⸗
ren habe oder nicht und endlich sei es noch sehr fraglich, ob man
Preußen, falls Luxemburg geschleift werden solle, das Recht zuge⸗
tehen könne, aus Saarlouis eine Festung ersten Ranges zu ma—⸗
chen. Von der Erweiterung Saarlouis ist jedoch weniger dit
Rede, als von der Befestigung Triers. — Dem „Etendard“ geh
folgendes Telegramm durch seinen Privat-Dienst zu: Berlin 28
April, 9 Uhr Abends. Unmittelbar nach Schluß der Session der
preußischen Kammer wird der König, vom Grafen Bismarck be—
gleitet, sich nach Paris begeben, um die Ausstellung zu besichtigen.
— Die Conferenzen sollen spätestens bis Ende nächster Woch⸗
exoffnet werdenn. —

Paris, 30. April. Eine im heutigen, Moniteur“ enthal⸗

tene: Note lautet: Beim Auftauchen der Luxemburger Frage war
der Bestand der französischen Armee unter den Normalbestand re⸗
ducirt. Die Regierumg hat sich verpflichtet gesehen, Vorsichtsmaß
regeln zu treffen, den Stand der Armee zu erhöhen, Pferde anzu⸗
kaufen und die Grenzfestungen in Vertheidigungszustand zu setzen.
Neuerdings eingetroffene friedliche Nachrichten veranlaßten jedoch
den Kaiser, den Befehl zu ertheilen, daß keine Vorbereitungen
zum Kriege mehr getroffen werden und daß die entlassenen Sol⸗
daten, deren Einberufung in Aussicht genommen war, zu Haust
bleiben sollen.

Padis, L. Mai. Aus guter Quelle wird versichert, der

oͤnig der Niederlande habe es übernommen, die Unterzeichner
der Londoner Verträge vom 7. März 1839 zu einer Conferen,
einzuladen. — Der Etendard meldet, daß die Verhandlungen fort
dauern, daß aber Preußen noch keine bestimmte Erklärung über
die Vorfragen gegeben habe, von deren Erledigung die Festsetzung
eines Tages für die Eröffnung der Conferenz abhängig sei. (Hier
mit widerlegt nun der Etendard die falschen Nachrichten selber
die er vorgestern in die Welt gesetzt hat.)
.273 England.

London, 15 Mai. In der gestrigen Abendsitzung des Un⸗
terhauses stellte Griffith die Anfrage, ob die englische Regierung
die Garantie der Neutralität Luxemburgs übernehmen würde?
Vord Stanley erklärte, er wolle in Beziehung auf diese Frage
den Congreßverhandlungen nicht' vorgreifen.
Italien.

SFlorenz, 28. April. Nach der .Gazette de France“
hätte Admiral Persano unmittelbar nach seiner Verürtheilung einen
Admiral und zwei Capitäne der italienischen Flotte zum Duell
gefordert. Die Offiziere hätten die Herausforderung sofort ange—
nommen...

Griechenland. 4
Korfu, 30. April. (Ueber Wien). Ans Kanea anf Kan—
dia wird gemeldet, daß Omer Pascha den Feldzug mit 56 Ba—
taillonen türkischer und ägyptischer Truppen eröffnet habe, welchen
die Insurgenten höchsteus 6000 Mamn entgegen stellen könnten,
Musiland.

Petersburg. Man schreibt der „D. Allg. Z.“ von
hier: „Daß die Sympathieen des Kaisers und der gesammten kai—
erlichen Familie Deutschland gehören, darüber kann wohl kein
Zweifel aufkommen. Was die öfsentliche Meinung anbetrifft, so geht die—

elbe unbedingt dahin, (so sehr sie auch sonst für den Frieden ein—
jenommen ist) im Falle eines kriegerischen Conflictes zwischen
rFrankreich und Deutschland müsse Rußland sich sofort auf die
Seite dieses letzteren stellen und durch seine Machtentfaltung dem
riege ein rasches Ende machen, Frankreich demüthigen und
durch diese Demüthigung einen dauernden Frieden in Europa her⸗
zustellen. Diese Ansicht wird namentlich auch von zwei größeren unab⸗
jängigen Journalen, dem, Wjest“, dem Organe des Großgrundbesitzes,
ind der „St. Petersburger Börsen⸗ Zeitung“, welche durch ihre ernste
Tendenz und ihre große Abonnentenzahl zu den einflußreichsten
Zeitungen Rußlands zählt, offen vertreten. Gerade die sonst so
riedliche „Börsen-Zeitung“, welche bei Besprechung der Rußland
doch so nahe berührenden orientalischen Frage für eine unbedingt
riedliche Ausgleichung plaidirte, ist seit dem Auftreten der luxem⸗
»urgischen Frage wie umgewandelt und wünscht eine active Be⸗
theilung Rußlands zu Gunsten Deutschlands beim Ausbruch eines
Conflictes lieber heute als morgen. “

Petersburg, 29. April. Falls die Kriegsbefürchtungen
chwinden, begleitet der Kaiser im Juni oder Juli seine Gemah
lin nach Kissingen und geht dann vielleicht nach Paris.

Amerika.

New-⸗York. 18. April. Marximilian versuchte vergeblich
das Belagerungscorps von Queretaro zu durchbrechen. Juarez
gab den Befehl, den Kaiser eventuell als Kriegsgefangenen zu
dehandeln.

New-York, 27. April. Es geht das Gerücht, daß die
Kaiserlichen Puebla wieder eingenommen hätten.

— Einem Privatbriefe aus New-York entnimmt die „N. 3.“
folgende Personalien: Wie bedeutend der politische Einfluß der
Deutschen in den letzten Jahren gewachsen ist, mögen folgende Falta
zeigen. In der jetzigen Legislatur von Ohio besinden sich acht⸗
jehn deutsche Mitglieder; in der von Indiang fünf; in der von
Illinois acht; in der von Missouri zwanzig. Namentlich in den
vestlichen Staaten ist die Zahl der Deutschen, welche County- und
Stadtämter bekleiden, eine verhältnißmäßig viel größere, wie die
ergend eines anderen Elements. — Augufst Willich ist jetzt Stadt⸗
Auditor von Cincinnati und bezieht eine außerordentliche hohe
Eimahme. Karl Schurz will seinen Posten als Redacteur der
Detroit⸗Post“, eines englischen Blattes wieder niederlegen. Lo—
rena Brentano in Eigenthümer der Chicaqo Staatszeitung“.
Vermischtes.

Speyer 29. April. Vom J. k. Mts. an wird zwischen
Alsenz und Kirheimbolanden eine Postomnibusverbindung ins
Leben treten und gleichzeitig in Gaugrehweiler eine Posterpedition
errichtet werden, welche dem Kaufmanne Heinrich Schmidt daselbst
übertragen wurde. Am gleichen Tage wird auch in Wilgarts—
wiesen eine Postexpedition eröffnet werden, welche dem Gemeinde—
schreiber Ludwig Oehl übertragen wurde.
        <pb n="205" />
        Mainz, 29. April. In der hentigen Generalversamm—
iung de. hessischen Ludwigshahn-Actionäre wurde eineDividente
ür das Betriebsjahr 1866 auf den Vorschlag des Verwaltungs⸗
rathes auf 79 pCt. festgesetzßttz.

PKolun, 26. April. Es geht den „K. Bl.“ so eben die
allen Dombaufreunden willkommene Nachricht zu, daß nach einer
u Händen des Vorüitzenden des Central⸗Dombau⸗Vereins, Herrn
Geh. Justizrath Esser II., durch die Herren Minister der Finan⸗
zen und des Innern gelangten Bescheidung vom 18. d. M., der
Konig dem Verwaltungsausschusse des Central⸗Dombau⸗- Bereins
nuf dessen Immediat-Vorstellung vom 7. Januar d. J.: „zur
ferneren Beschaffung reichlicherer Mittel für den Ausbau der Köol⸗
ner-Dom⸗Thürme, auf weitere acht auf einander folgende Jahre
die Veranstaltung einer jährlichen mit Geldtreffern verbundenen
Lotterie, nach Maßgabe des eingereichten Planes“ gestattet hat.
Somit ist uns die Aussicht eröffnet, daß durch den Ertrag dieser
Brämien-Collecte, in Verbindung mit dem Staatszuschusse und
den freiwilligen Spenden, der Dom in nicht allzu langer Frist
hollendet sein wird.

f Die Riesenkanone von Krupp welche in der Ausstellung
o viel Aufsehen macht, ist von der russischen Regierung um den
Preis von 155,000 Thlr. angekauft worden. Dieselbe wiegt
o o00 Centner, ist hinten 3 Fuß dick und hat eine Bohrung
bon 13 Zoll. Das Geschoß welches aus derselben geworfen wird
wiegt 11,000 Pfund und ein einziger Schuß kostet 4000 Fres.

Der Capitain Casey, Patron des Schiffes „John Londer“
welches im Atlantischen Meere zu Grunde gegangen, ist 33 Tage
in einem die Wogen überragenden Ueberreste des Schiffes hangen
geblieben und hat 28 Tage aller Nahrung entbebrt. Als es ge—
sang ihn zu reiten, mußte man ihm die ersten Gliedmaßen der
Finger und der Zehen abschneiden. Die Holländer, von denen der
ünglückliche geretiet wurde. nahmen ihn mit der größten Lie—
he auf.

fIm Ualgebirge sind neue Sa
vie sie die Geologen kaum geträumt hatte.. J
die einem Herrn Bakative angehören, fand
Masse. Saphire, Topase, Granaten, Malachit finden sich dort
„or; auch Diamanten sind dort schon gefunden worden.
J Laudwirthschaftliches.
Pferdezahnmais. Wiewohl es den Anschein hat,
ils ob die Wiesenfutter⸗ und Kleeerträge so befriedigend ausfal⸗
en werden, wie es seit einer Reihe von Jahren nicht mehr der
Fall gewesen ist, so denken doch unsere Landwirthe mit allem
stecht daran noch andere Grünfutterstoffe für diejenige Zeit aus⸗
zubauen. in welcher selbst in feuchten Jahrgängen das Grünfutter
sar zu sein pflegt. Hierzu eignet sich nun besonders gut der
Pferdezahnmais, eine Pflanze, die auf ihren hohen Werth genü⸗
jend erprobt ist, deren Anbauart aber noch gar vielen Landwir⸗
hen unbekannt ist. Was den Pferdezahnmais betrifft, dessen Ab⸗
ecntung so eigenilich in die Zeit der sogenannten Futterlücke fällt,
d verlangt derselbe. wenn er; 12 bis 15 Fuß hoch werdend, den
nöglichst höchsten Ertrag geben soll, eine etwas geschützte Lage und
einen sehr tief bearbeitelen Boden mit lockerem üntergrunde. Die
Aussaat sollte man, weil er selbst gegen schwache Nachtfröste sehr
mpfindlich ist, niemals vor Mitte Mai vornehmen. Die Bestel⸗
ung erfolgt am besten reihig und zwar auf die zweite Furche in
Ibftänden inder Zeile selbst von 5 bis 6 Zollen. Sehr kräftige
Düngungen mit Stallmist, selbst noch Jauchungen, einige Wochen
or der Saat sind dem Gedeihen des Pferdezahnmaises sehr foͤr⸗
erlich. Selbst in guter Lage und bei bestem Boden geht die
xzintwickelung des Pferdezahnmaises Aufangs nur langsam voran.
WBer diese Eigenthuͤmlichteit nicht kennt, kommt leicht in Versuch⸗
ing, an dem Gedeihen der Pflanzung zu verzweifeln und sie aus⸗
Nacern. andernfalls gibt man die Hoffnung nicht auf und freut
ich um so mehr über das außerordentliche Wachsthum, welches der
Vferdezahnmais später entwickelt.
Invaliden⸗Unterstützungs-Verein.
Einladung.

Die Listen für den Beitritt zu dem allgemeinen Invali—
den-Unterstützungs-Vereine sind nunmehr geschlossen. Bei—
getreten sind aus dem Amtsbezirke Zweibrücken bis jetzt im Gau⸗
sen 310 Mitglieder mit 1264 fl. einmaligen, und 292
l. 45 kr. jährlichen Beiträgen.

Alle diejenigen, welche ihren Beitritt zum Vereine ge⸗
eichnet, werden hiemit frenndlichst eingeladen, am kommenden
Zonntag den 3. Mai n. J. Nachmittags 3 Uhr, im
ẽradthaussaale dahier sich einzufinden, um nunmehr die
ormliche Constituirung des Vereins vorzunehmen, und zu diesem
Zwecke zunächst zur Wahl des Ausschusses, bestehend aus dem
vorstande, Schriftführer und Cassier, zu schreiten.

Gemeinde und Corporationen, welche dem Vereine mit ein⸗
naligen oder jährlichen Beiträgen als Miiglieder sich angeschlossen
jaben, wollen hiebei in der Verson ihrer legalen Veitreter er—
cheinen.

Um wmöglichst vollzählige Betheiligung wird gebeten.

Zweibrücken den 27. April 1866..
Daum
kal. Bezirksamtmann.

Kopenhagen, 16. April. Ein verhafteter Kopenha⸗
gener Postschreiber hat seit Mitte Januar nicht weniger als 1300
Zriefe unterschlagen, darunter einen aus London datirten Brief
des Königs an die Prinzessin Thyra.

In Lissabon ist ein Photograph verhaftet worden, welcher
die rothen 20,000-Reise Bankbillets sehr gut nachgeahmt und in
zemlicher Menge ausgegeben hatte. Die Bankdirektion hat in
Folge dessen beschlossen, sammtliche 20,000 Reisbillets fofort zu
ezahlen und einzuziehen, nur die 18,000 und 10,000-Reis-Bank—⸗
noten im Verkehr zu laffen

fCincolns Mörder.) Ein Brief aus Washington be⸗
cichtet über den in Alexandria verhafteten Mörder des: Präsiden⸗
en Lincoln: Seit seiner Ankunft hierselbst wird er beständig von
zwei Leuten aufs sirengste bewacht. Niemand darf mit ihm spre⸗
hen, ausgenommen sein Advokai und seine Schwester. Es ist
he gestaitet im Garten spazieren zu gehen, doch scheint es, als
denn er an nichts Gefallen mehr fände. Der Ausdruck seines
Fesichtes ist stets derselbe und wird nur, wenn ein Gefängniß
värter oder Beamter sich ihm nähert ein wenig alterirt. Letztere
zalt er offenbar sämmtlich für seine Feinde. Die erste Zusammen⸗
iunft mit seiner Schwester war eine sehr ergreifende Scene, bei
der selbst die Gefaängnißwärter ihre Thränen nicht zurückhalten
sonnten. Der Prozeß wird Ende d. Mis. beginnen.

Man erwartet täglich zu Brest das Riesenschiff Great⸗Ea⸗
tern, das 2500 Nordamerikaner herüberführt, die zur Weltaus—
tellung kommen.

ã
Versteigerung.

Montag den 6. Mai 1867, Nachittags
2 Ühr, zu St. Ingbert bei Seifensieder
Schmitt lasseu Johann Mayer, Tagner
ud dessen Kinder dahier in Eigenthum
ersteigern:

1 R. Acker im Rockenthal, hinterste
hnung, neben Peter Uhl.

49 RK. Wies auf der Spick.

Horn, l. Notar.

Mobilienversteigerung.
Samstag den 11. Mai 1867, Nachmit⸗
ags 1- Uhr, zu St. Irgbert in seiner
zehaufung iaßt Herr Carl Riotte,
Zaufmann, dahier auf Borg versteigeru:
7Kanapee, 1 Pfeilertischchen, 1 Pen
züle, Nrunden Tisch, 1 Nähtisch, 1 Schreib⸗
ult. JKuüchenschrank,“ 1 Küchenschaft, 1
zroßen Spiegel, 1 Feldbettlade, 1 Wiege
ehrere Tische. Stühle, 13. Badmulde.
Bilder, Schaukelpferd, Höhscheere, 1 Deci
nalwaage, Balkenwaage, J kleinere Waage,
vollstaͤndige Ladeneinrichtung, Weißzeug 1
dollenseil. Gartentisch und Gartenbäufe,
dutschenfensterrahmen, Fenster, eisernes Ge—
wirr, Porzellan, 1Bauchbitte, 1 Badbütte,
erschiedene Waschbütten, Sauerkraut- und
Bohnenbütte, 1 steinerne Sauerkrautbütte,
sehrere Oelfässer, 1 Mückenschrank, ver—
hiedene Ladenartikel und Küchengeräthe.
Sornun.“t. Rotar. 7

Sonntag den
5. Mai

TAn-

music

Jung
in St. Inabert

hej

Sonntag
den 5. MaiFreimusik.
XVE

—— — — — —
Gläubigeraufforderung.
Alle Die, welche Forderung an die Ehe—
te Marx Ochs, Nachtwächter und
targaretha Kopp von hier zu ma—
nhäaben, werden hiermit eingeladen,
che ungesaäumt bei dem Unterzeichneten
z2ueden.

Ein geschlossener Garten
in den Großgärten, in der
besten Lage, ist zu verkaufen.

Die Erped. d. Bl. ertheilt
Auskunft. *
Horn, tal. Notar.
        <pb n="206" />
        Bekanntmachung.
Rohrbach Bezirksamt
Zweibrücken.

Aus den Schlägen Kahlenberg, Dietes
oful und zufüällige Ergebnisse, hiesigen Ge—
meindewaldes, werden folgende Holzsorti—

mente nämlich:
a. Schlag Kahleuberg.

4 buchen Stämme III. E.
1675. „. Zaungerten.
1225. „Bohnenstecken.

39 Klafter buchen Scheitholz II. Cl.

3928, „ Prügelholz.

1844 birken ——

1050 buchen Prügelwellen. J
v Schlag Dietespfuhl.
4 kiefern StämmeIV. Cl.

25, Sparren.

7 Klafter buchen Stangenprügel.

—A RKohlprügel.

22, kiefern ,
225 buchen Reiserwellen.
c. Zufällige Ergebnisse.

s kiefern Baustämme 1Y. Cl.

20 ,„ ESparren.

194 Klafter kiefern Kohlprügel.
im Montag, den 13. Mainl. J., Nach
nittags unn 2 Uhr anf dem unter
fertigten Amte meisibietend versteigert.

Rohrbach den 27. April 1867.—
Bürgermeisteramt
——

Donnerstag den 9. Mai d. J. des
Vormittags um 9 Uhr, lassen der pens.
Bergmannn Franz Derouet und des⸗
jen Sohn, Metzger Ludwig Derouet
heide zu Elversberg, ihr Wohnhaus daselbst,
ein an der Straße von Elversberg nach
St. Ingbert gelegenes Ackerstück von 2
Morgen in verschiedenen Bauplätzen und'
shre Wiese in der Ruhbach und darauf
hre Mobilien, worunter besonders, Schränke,
Tische, Stühle, Bänke, Fässer, 1 Wagen,
bPflug, Bettzeug und Küchengeräthe, in
ihrem mitzuversteigernden Wohnhause zu
Elversberg öffentlich für eigen versteigern.

St Johann, den 27. April 1867

Artois, Notar.

Ich habe unterm Heutigen eine Nieder
iage meiner Fabrication als:
Sodawasser,
Selterswasser,

Limonade gazeuse,

in ganzen und Flaschen,

bei Herrn Peter Stief, Farbwaaren—

handlung in St. Ingbert, errichtet und

wird derselbe zum Fabrikpreise ver—⸗

ufen..

VLeere Flaschen werden zurück⸗

genommen und 1 Silbgr. per

Stück vergütet.

Saarlouis den 1. Mai 1867.

AIiIES BGChMidt.
Annoncee
Bank-⸗ und Wechsel-Geschäft
bon iebr. Prei frer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An- und Verkauf aller Arten Staats—
dapiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc.“ unter Zu—
sicherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1per mitle ohne
fegliche sonstige Spesen.

Bekanntmachung.
(Unterhaltung der Distriktsstraßen ug
Donnerstag den 9. Mai nächsthin, Vormittags 10 Uhr, werden in der
Kanzlei der unterfertigten Behörde die Materiallieferungen zur Unterhaltung der nach—
vbezeichneten Distriktsstraßen, und zwar in dem Distrikt Blieskastel für das Jahr 1868
m den Distrikten Zweibrücken und Hornbach sür die Jahre 1868, 1869 und
1870, an die Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden:
41I. Kanton Blieskastel:
1) Straße von Blieskastel nach Neuhäusel in zwei Loosen.
2)Lautzkirchen über Niederwürzbach und Hassel nach St.
Ingbert in zwei Loosen.
3) F „cothen Hause nach Aßweiler in einem Loose.
4) F „ St. Ingbert nach der St. Ingberter Grube'in einem Loose.
5) — „der Staatsstraße bei Ehlingen über Ormesheim und
Eschringen bis zur preußischen Grenze nach Fechingen
und Saarbrücken in einem Loose.—
der Gassenmühle über Ensheim nach St. Ingbert in zwei
doosen. F
Bliesdalheim-Herbitzheimer Banngrenze bis zur franz ö—
ischen Grenze bei Reinheim in einem Loose.
Bliesstraäße bei Gersheim bis an die Kantonsgrenze bei
Walsyeim in einem Loost..
Seelbacher Distriktsstraße in Aßweiler über Ommers-—
heim und Heckendalheim bis zur Ensheim-St. Ingberter
Distriktsstraße in einem Loose. 3
Für die letzgenannte. Straße hat die Materialversteigerung nur dann Gültigkeit,
venn die bei der Herstellung der Straße betheiligten Gemeinden bis zum J. Januar 1868
ämmtliche ihnen obliegende Arbeiten so hergestellt haben werden, daß diese ganze Straße
als Distriktsstraße übernommen werden kan.
—II. Kantou Hornbach.
10) Straße von der Mimbacher Banngrenze bis zur Herbitzheimer Bann—
grenze in einem Laose. *
der Irheimer Mühle nach Medelsheim von Stundenstein
3 bis 428 in einem Loose.
der Medelsheimer Straße über Seyweiler und Wals—
heim bis zur Kantonsgrenze in einem Loose. I
Horubach nach Altheim in einem Loose. *
Groß und Kleinsteinhausen in einem Loose.
Zweibrücken über den Heidelbinger- und Kirschbacher—
Hof bis zur Kirschbacher-Mühle und zwar von der Cont⸗
wiger Banngrenze bis zur Kirschvacher-Mühle in einem
—8 7
III. Kanton Zweibrücereceen. we
Zweibrücken nach Wallhalben in vier Loosen.
Falkenbusch über Dellfeld, Rieschweiler und Schmitts
hausen bis zur Wallhalber Straße in zwei Loosen.
Rieschweiler bis zur Kantonsgrenze bei der Fauster—
Mühle in einem Loose. r 6.
der Staatsstraße bei Webenheim bis zur Banngrenze
von Breitfurth in einem Loose. — —
der Irheimer Mühle bis zur Banngrenze von Böckweä—
ler in zwei Loosen. — —
Zweibrücken über den Heidelbinger-Hof und zwar vom
Gymnasialgebäude in der Stadt Zweibrücken bis zur
Rimschweiler und Dietrichinger Banngrenze in einem
Loose. —F 2..51
Bedingnißhefte und Looseeintheilungen liegen hierurts zur Einsicht offen.
Zweibrücken, den 24. April 1863.

Königl. Bezirksamt,
Damm.
Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
fleisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.
Butter 32 kr., per Pfund.

Frucht⸗j Brod⸗, Fleisch⸗ ec. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 2. Mai
Weizen 7 fl. 50 kr., Korn 6 fl. 2 kr.,
Berste 2reihige, — fl. — kr., Gerste 4⸗
eihige, — fl. — kr. Spelz 5 fl. 33 kr.,
Zpelzkern 7 fl. 10 kr., Dinkel — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
bufl. 53 kr., Erbsen — fl. — kr., Wigen
— fl. — kr., Kartoffeln 1 fl. 45 kr., Heu
fl. 45 kr., Stroh 1 fl., 12 kr., per
Jentner. Weisbrod 19 Kilogr., 20 kr.,
dornbrod 3 Kgr., 27 kr., ditio 2 Kgr.,
8 kr., ditto 1 Kgr. 9 kr., Gemischtbrod

Kgr., 34 kr. 1 Paar Weck, 7 Loth
3 kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr.,2

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 30. April.
Weizen 8efl. 10 kr. Korn 6 fl. 4 kr.
Spelzkern 8fl. 12 kr., Spelz 6fl.
tr., Gerste 5 fl. 47 kr. Hafer Afl.
33 kr., Erbsen 4 fl. 52 kr., Wicken 4 fl.
kr., Linsen 5 fl. 831 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1493 kr. und 2 Pfd.
Weißhrod 17 kr.
Redaktivn, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="207" />
        Sl. Ingberler AAnzeiger.

— —
der „St. In gberter Anzeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag

Imstag Abonnementsvreis viertelihrig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattsichrift oder deren
Raum berechnet.

— — — — — — — — —

Samstag, den 4. Mai, 1867.

sro 54
—
Deutschland. I

München, 30. April. Zu Mitgliedern der Kriegslasten⸗
Ausgleichungscommission in der Eigenschaft als Vertrauensmänner
ud ernanni worden der Gutsbesißer Fryr. v. Thüngen in Zeit⸗
ofs und der Bankinspector Ehrhardt in München. Das k. Staats-
dinisterium der Finanzen hat auf berichtliche Aufrage entschieden,
aß der Z 10 der revidirten Satzungen des Unterstuͤtzungsvereins
ur das igl. Forstpersonal, wonach die Entlaffung eines Vereins⸗
nitgliedes aus dem Staatsforstdienst zur Strafe zugleich den Ver⸗
ust der Ansprüche cuf Unterstützung für seine Angehörigen zur
Folge hat, nur auf die mittelst Ausspruchs des Strafrichters ent⸗
assenen Staatsdiener Anwendung findet, leineswegs aber auf
solche Forstbedienstete, welche unter Belastung des Standesgehalts
ind Tilels aus administrativen Erwägungen aus dem Staatsdienst
entfernt werden.

Mäünchen, 2. Mai. Die „Bayer. Ztg.“ meldet, daß Hr.
d. Bomhard unterm 1. Mai seines Postens als Justizminister
enthoben und als Staatsrath im ordentlichen Dienst belassen ist.
Mil der Verwesung des Jusftizministeriums ist der Staatsrath
Fischer betraut.

Speyer. 2. Mai. Hr. Regierungspräsident Pfeufer hat
zgestern seine Amtethätigkeit begonnen. Derselbe, jetzt 43 Jahre alt,
ar 1834 zum Secrelär im Ministerium des Innern, 1858 zum
Polizeiobercommissir ernannut worden. 1862 wurde er zum
Ppolijeidirektor und Regierungsrath in Augsburg und im Juni
1866. zum Direllor bei der Kreisregierung von Schwaben und
Neuburg befördert.

Dar mnstadt, 30. April. In der heutigen Sitzung der
weiten Kammer wurden 7 fl. Diäten für die hessischen Mitglie⸗
der des norddeutschen Reichstags bewilligt.

Stuttgari, 29. April. Eine von der nationalen Partei
veranstaltete, sehr zahlreich besuchte oberschwäbische Versammlung
jand gestern in Biberach statt und faßte einstimmig folgende Be⸗
—D

1) Nachdem der Nordeutsche Bund sich constituirt und den
Beitriit der süddeutschen Staaten ausdrücklich vorbehalten hat,
jalten wir den möglichst baldigen Anschluß Süddeutschlands an
Jen Rordbund durch das Interesse Gesammtdeutschlands und ins⸗
esondere der süddeutschen Staaten selbst für dringend geboten.
2) Die bedrohliche Lage, in welche sich unser Vaterland durch
die drohenden kriegerischen Verwicklungen zwischen Frankreich und
Preußen versetzt sieht, legt der deutschen Nation die Pflicht auf,
m Süden wie im Norden einmüthig und kampfgerüstet zusammen
u ssehen, um ihr Recht und ihre Ehre gegen jeden Angriff ener⸗
zisch zu wahren. Wir vertrauen daher zu der würtembergischen
Regierung, daß sie in dieser Frage eine deutsch Haltung einneh⸗
me und dem mit Preußen abgeschlossenen Schutz- und Trutzbünd⸗
— Ständekam⸗
mer aber hoffen wir, doß sie der Regierung die Mittel nicht ver⸗
agen werde, deren sie bedarf, um ihre vertragsmäßigen Verbind⸗
lichkeiten zu erfüllen und die Wehrkräfte des Landes in kampfbe⸗
reilen Siand zu setzen. 3) Wir halten es Angesichts der Gefahr
hon Außen für die 'erste und heiligste Pflicht aller Patrioten, daß
ie in dieser nationalen Lebensfrage mit Vertagung aller inneren
Zwistigkeiten und ohne Unterschied der Parteien einig zusammen⸗
lehen. Eine neutrale Haltung Süddeutschlands wäre ein Verrath
im gemeinsamen Vaterlande und würde unfehlbar zu einer blei⸗
zenden Theilung und Zerreißung Deutschlands führen.

Dresden, 1. Mai. In der gestrigen Sitzung der Abge—
»xdnetenkammer erklärte der Präsident Haberkorn, es sei für die
Vertreter der Einzelstaaten eine unvermeidliche Nothwendigkeit,
rachdem die norddeutsche Bundesverfassung eine so überwiegende
Majorität im Reichstage erhalten, alle, selbst. die größten Beden⸗
en schwinden zu lassen. Der sächsische Landtag möge seine be⸗
ügliche Aufgabe rasch erledigen, damit die jetzigen unsicheren und
inheimlichen Zustände schnell beseitigt werden. — Das amtliche
dresd. Journ. bestätigt, daß Sachsen bis zum 1. Juni von den

reußischen Truppen geräumt werden soll, mit Ausnahme von
zeipzig, Bautzen und Königstein. —
erlin. Garnier Pagés und seine Begleiter kehren heute
30.) nach Paris zurück. Die liberalen Mitglieder des Abgeord⸗
ieteuͤhauses gaben ihnen zu Ehren heute Nachmittag ein Abschieds⸗
ssen. LoewerCalbe brachte dabei in franzoͤsischer und deutscher
Sprache ein Hoch aus, auf den Frieden und die Freundschaft zwi⸗
scchen dem franzoösischen Volke und dem deutschen Volke, das mit
zroßem Beifall aufgenommen wurde. Garnier Pagss hielt darauf
ine längere Ansprache und schloß mit einem enthusiastisch aufge—
ommenen Hoch auf die freien Völker.

Berlin 30. April. Dem Vernehmen nach steht der Ab⸗
chluß einer Militürconvention mit Baden in Aussicht. Nach Er⸗
eichung dieses Zieles werden die hessischen mit den badischen
Truppen zu einem großen Corps vereinigt, während die ersteren
jegenwärtig dem 11 Armeecorps (dessen Stab sich in Cassel
—X

Berlin, 1. Mai. In seiner heutigen Sitzung beschloß
das Abgeordnetenhaus die Schlußberathung über die Verfassung
es Norddeutschen Bundes. Referent ist Abgeor neter Twesten.
dach der Prob.-Corr. ist die Preußischerseits und Französischer⸗
eits angenommene Conferenzbasis: Luremburg verbleibt bei Hol⸗
and und wird unter der Garantie der Großmächte neutralisirt,
ils Ersatz des bisherigen preußischen Besatzungsrechtes. England
rläßt in den ersten Tagen des Monats Mai die Einladungen
zur Conferenz. In Folge des Stillstandes der französischen Rü⸗
tungen sieht Preußen von seinen Vorsichtsmaßregeln ab. Die
Zeitungsnachricht von einer bevorstehenden Einrichtung eines be⸗
estigten Lagers bei Trier, berũht nach authentischer Privatquelle
auf Unwahrheit.

Wien, 28. April. Für die österreichische Flotte geschieht
etzt viel; abgefehen von dem Baue von Eisenschiffen, sind fort⸗
vaͤhrend in Pola Wiener Inspectionen. Bekanntlich hat Oester⸗
reich, außer den bei Lissa engagirten acht Panzerfregatten, das
dinienschiff Kaiser mit Panzer versehen. Als Augenzeuge kann
ich berichten, daß das kürzlich in der Kölnischen Zeitung als im
Vaue befindlich erwähnte Linienschiff Oesterreich nahezu fertig ist.
xs soll 8000 (2) Mann im Nothfalle fassen köͤnnen und ist zu
dandungen bestimmt. Der Panzer ist acht Zoll, daher außerge⸗
voͤhnlich stark, die Armirung besteht aus 120 Monstregeschützen
ind einem Riesensporne zum Anrennen à la Tegethoff. Nebst
diesen Schiffen werden in wenigen Wochen Lissa, Tegetthoff und
die drei Kroͤnungsgeschenke von Ungarn, ebenfalls Panzerfregatten
fertig. Im Juni oder Juli hat Oesterreich mindestens 13 Pan⸗
erschiffe zur Action bereit; demnach so viel als Rußland.

Fraukreich.

Paris, 80. April. Auf dem Boulevard des Italiens
wo die Abendbörse gehalten wird) herrschte gestern Abend große
Aufregung. Die Thronrede des Königs von Preußen hatte keinen
zünstigen Eindruck gemacht; dazu kam das Gerücht, Preußen
abe don Frankreich peremtorisch Entwaffnung vor der Londoner
Fonferenz verlangt, ja man wollte wissen, Preußen habe bereits
rei Armeecorps mobilisirt ... und die Rente fiel um 80 Centi.
An der heutigen Mittagsbörse war die Stimmung wieder beru⸗
igter, und die Rente, die einen Augenblick auf 67.75 gegangen
vaͤr, schloß 67.50. (NRach dem telegraphischen Coursbericht des
Ir. Journ. war sie am Mittag des 1. Mai auf 67.95 in die
HZohe gegangen, wahrscheinlich auf die Nachricht hin, daß Preußen
n die Reutralisirung Luremburgs gewilligt habe. Beiläufig be—
merken wir, daß das Etendard-Telegramm, das so viel Schrecken
oerursachte, den betreffenden Artikel des genannten Blattes unrich⸗
ig, weil viel zu positiv gefaßt, wiedergegeben hat. Die an sich
icmnlich unverfaͤngliche Sielle lautet namlich: „Es bleibt noch zu
estimmen, ob die Verpflichtung zur Raumung vor dem Zusam⸗
nentritt der Conferenz eingegangen werden oder nur eine Folge
jer Conferenz sein soll. Die Discussion über diesen delicaten
        <pb n="208" />
        Punkt wird morgen in Berlin eröffnet; allein schon jetzt betrachten
vir den Zusammentritt der Conferenz als gesichert.“ Das Tele—⸗
zramm aber hatte gelautet: „Morgen werden Verhandlungen
eröffnet, ob die Räumnng vor oder nach der Conferenz eröffnel
werden solle.“ Das ist doch etwas gänzlich Anderes!
Paris, 1. Mai. Es wird glaubhaft versichert, der Moni—
teur werde morgen die Eröffnung der Conferenz für den 12
Mai anzeigen. — Der Etendard behauptet, die durch die nieder⸗
ländische Regierung eingeladenen Mächte hätten gestern ihre Zu—
ttimmung zur Londoner Conferenz ertheilt, welche am 7. Mai
zusammentresen werde, ohne daß vorher eine Verhandlungsbasis
festgestellt sei.
Paris, 2. Mai. Der Moniteur meldet, daß der Staats⸗
rath Jonas gestern dem Minister des Auswärtigen, Hrn. v. Mou⸗
ttier, seine Creditive als Geschäftsträger Luxemburgs über—
reicht hat.
Paris, 2. Mai. Man versichert, das Lager von Chalons
werde am 10. Mai unter dem General Lamirault eröffnet wer—⸗
den. Die Regierung wird morgen dem gesetßzgebenden Körper Mit—
theilungen über die Luxemburger Angelegenheit machen.
England.
London, 29. April. (Abgeordnetenhaus). Herr Hors—
nan fragt den Staatssekretär der äußeren Angelegenheiten, ob
er der Kammer über das Uebereinkommen in Bezug auf die Lon—
doner Conferenz zur Schlichtung der zwischen Preußen und Frank
reich streitigen Frage Mittheilungen machen kann. Lord Stanley
antwortet mit folgenden Worten: Ich habe Gründe zu glauben,
daß die Nachricht, es werde eine Conserenz zur Prüfung dieser
Frage in London zusammentreten sich bestätigen wird. Die Con—
erenz ist kein exclusiv-⸗englischer Vorschlag. Alle Mächte haben
sich diesem Vorschlag angeschlossen, und ich glaube hoffen zu kön—
ien. daß er von Frankreich und Preußen angenommen wird. Ich
üge hinzu, daß ich Gründe zu hoffen habe, die Luxemburger
Frage, welche nicht England allein beunruhigt hat, sei auf gutem
Wege, friedlich gelöst zu werden. Ich kann nicht alles mittheilen
vas in dieser Beziehung vorgefallen ist, weil andere Mächte in
der Frage interessirt sind, und ich kein Recht habe ohne ihre Be—
villigung darüber zu sprechen. Ich benütze diese Gelegenheit, um
die Behauptung zu dementiren, England habe seine Meinung über
die Rechtsfrage in der Luxemburger Angelegenheit mit Nachdruck
ausgesprochen. — Im Gegentheil, England hat entschieden den
Regierungen von Preußen und Frankreich seinen festen Entschluß
ausgedrückt, daß die Streitfrage friedlich gelöst werden solle; au—
zerdem habe ich foͤrmlich erklärt, daß, wenn es unglücklicher Weise
zum Kriege kommen sollte, die Stellung, welche England anneh—
pen verde, die einer strengen und unparteiischen Neutralität sein Vermisschte s.
London, 2. Mai. Die Conferenz soll am Dienstag den Aus der Vorderpfalz, 1. Mai. Bei uns werden für
7. d. beginnen: Graf Bernstorff vertritt Preußen. — Der Konig preußische Rechnung große Mengen Heu und. Stroß augekauft,
von Gricchenland ist gestern incognito hier augetommen und reist welche zu Schiff nach Mainz zur Verproviantirung der Festung
heute nach Berlin. — Die Fenierhäupter Burke und Doran sind gehen. Mi qge zu) Bei d b taehabten Ge—
zum Tode verurtheilt worden; doch ist die Begnadigung unzwei — ren Wai. vxer heu e stattgeha 1 pr
felhaft. — Eine Proclamation des Ministers des Innern, Wal vinnziehung der 4 vgt. bayerischen — . 9
bole warnt vor Betheiligung an dem auf den 6. d. angekündig— bpde Frnio de eeen Inmene Atg dee
ten Reform⸗Meeting im Hydepark. — Das russische Panzerge— Fe fhn ——6 W b 8061 i53
schwader ist telegraphisch von, Portsmouth zurückberufen und soll 1348 g g ene
die kaiserliche Familie nach Kopenhagen escortiren. e ¶i dr. —. äe —
London, 3. Mai. Verflossene Nacht erklärte Lord Derbye8. 88. . Iöον Thaler. Gr. Zig.)
im Oberhause: obwohl die vorläufigen Grundlagen der Verhan⸗ F Lindau, 25. April. Heute kam hier der gewiß seltene
lungen noch nicht festgestellt seien, werde die Conferenz doch spä- Fall vor, daß drei Ehepaare, die vor 25 Jahren zur gleichen
restens am nächsten Dienstag zusammentreten. Er bezweifele nicht Stunde sich trauen ließen, gesund und wohl im Beisein zahlreicher
daß eine friedliche, die militärische Ehre Frankreichs und Preu- Nachkommen ihre silberne Hochzeit feierten.
hzens nicht verletzende Lösung werde gefunden werden. f Taxis'sche Briefmarken. Vom 1. Juli d. J. dem
Italien. * des iten z furun — 8 Ineen Post⸗
31 r J s auf den preußischen Staat, treten die seithrrigen Taxis'-
Die Italie bringt fast jeden Tag heftige Ausfälle, Verdäch— ece —8 altiate
stigungen und Verleumdungen gegen Preußen. Heute verhöhnt schen F Jahres
sie Preußen wegen seiner Schwäche zur See: diese Flotte würde aufhören zu ii
im Falle eines Conflictes von der See weggefegt werden. Diese — Abril In heutiger Ziehung der preußischen
Probezeihung leitet sie mit der boshaften Bemerkung ein: Preußen Lotterie siel der eerind von —* Thlr. nach vbioen
3 We e ender senen diner ee bei Weidtmann; betheiligt sind dem Vernehmen nach drei klleinere
e eeDe e een Holdnd ihe 8 wmitde / und vier Unterpostbeamten mit zusammen
Florenz, 1. Mai. Der Kriegsminister legte heute der / sammtlich in dustrie fabricirt ielt ei
Abgeordnetenkammer einen Gesetzesentwurf über die Heeresreorga⸗ hi 4.8 eg n. user Industrie fabricirt jezt einen eigen⸗
nisfation vor. Die Italie meldet, ohne jedoch eine Vürgschaft fuͤr thümlichen Artikel für Amerika. Man trägt jetzt dort Halskragen
hie Nachricht zu übernehmen, daß der preußische Gesandte, Hre'd und VManchetten von Papier, die man nach dem Gebrauche fort⸗
Usedom, nach Berlin abgereist sei. wirft. Der Preis ist immer noch weit geringer, als das Wasch—
geld der linnenen Kragen betragen würde. Solcher Kragen li—
Rusiland. fert nun eine hiesige lithographische Kunstdruckerei contractlich wö—
— Ein kaiserlicher Ukas schafft mit dem Beginne des nächsten schentlich etwa eine Million, und die Ausführung derselben ist so vor⸗
Jahres die Naturalleistungen der Bauern zum Besten der ortho züglich, daß man sie von feinem Linnen kaum unterscheiden kann.
doxen Geistlichkeit in den Gouvernements Kiew, VPodolien und Vol Auch Damen-Spitzenkragen werden auf diese Weise nachgemacht

yynien ab und führt an der Stelle derselben einen jährlichen
GGrundzins ein, welcher für die drei Gouvernements zusammen
über 400,000 R. beträgt, wovon zur Unterstützung des ortho—
doxen Clerus daselbst über 373,000 und für die Bedürfnisse des
römisch-katholischen 44.511 R. verwendet werden sollen.
Amerika.

Die Lage des Kaisers Maximilian ist eine sehr bedenkliche.
Er befindet sich eingeschlossen in Queretaro und hat vergeb ens
zersucht sich durchzuschlagen. Aber wenn ihm dies auch gelänge, so
würde er doch schwerlich der Gefangenschaft entgehen, da die Ju—
aristen bereits vor Vera⸗Cruß, dem Einschiffungs-Hafen, stehen,
Auf Verwenden des österreichischen Gesandten in Washington hat
der nordamerikanische Minister des Aeußern, Hr. Seward, fol—⸗
geude Depesche an den Gesandten der Union Hrn. Campbell ge—
richtetet:

„An den Hrn. L. S. Campbell, Gesandten der Vereinigten
Staaten in Mexico, St. Charles-Hotel, New-Orleans. Die Ge—
angennehmung des Prinzen Maximilian in Queretaro durch die
cepublikanischen Armeen scheint wahrscheinlich. Das strenge Ver—
fahren, welches, wie es heißt, gegen die in Zacatecas gemachten
Gefangenen beobachtet worden ist, läßt dieselbe Behandlung be—
züglich des Prinzen und seiner fremden Truppen befürchten. Eine
'olche Strenge würde der nationalen Sache Mexico's und dem
republikanischen Regierungssystem in der ganzen Welt zum Scha—
den gereichen. Sie wollen schleunigst dem Präsidenten Inarez
den Wunsch mittheilen, den die diesseitige Regierung hegt, daß
der Fürst und seine Anhänger, falls sie gefangen genommen wür—
den, mit derjen:gen Humanität behandelt würden, welche civilisirte
Nationen Kriegsgefangenen zugestehen. Das Departement wird
die Kosten der dem Präsidenten Juarez gemachten Mittheilung
bezahlen. Ich bin u. s. w.“

Die juaristischen Generale wüthen gegen die Gefangenen wie
blutgierigen Tiger. General Escobedo, „Chef der Nordarmee der
mexikanischen Rupublik“, hat den Befehl ergehen lassen, alle ge⸗
fan enen Ausländer, „als Banditen, erklärte Feinde der mensch⸗
lichen Gefittung und des Friedens der Gesellschaft, zur wohlver:
dienten Strafe und der öffentlichen Meinung zur Genugthuung“,
hinrichten zu lassen. Dieser scheußliche Befehl wurde denn auch am
3. März Morgens 7 Uhr, an 135 bei der Einnahme von Zaca—
tecas am 1. März gefangenen Franzosen und 10 Mexikanern,
darunter ein Bruder des Generals Miramon, vollzogen. Einer
nach dem andern wurde erschossen und jeder blutige Leichnam
blieb auf dem Platze liegen, damit der Nächste ihn vor sich sähe.
Wenige zeigten sich schwach, die Meisten sangen die Marsaillaise
        <pb n="209" />
        n
n

f Berlin, 25. April. Heute Nachmittags 8 Uhr fand die
Vermählung des Prinzen Philipp von Belgien, Grafen v. Flan⸗
dern mit der Princessin Marie zu Hohenzollern-Sigmaringen in
der St. Hedwigskirche hierselbst statt. Dem feierlichen Alte bei⸗—
uwohnen, war das diplomatische Corps, die hier anwesenden
Fürsten und Fürstinnen, Generäle, die Minister, die höhern
Slaatsbeamten befohlen. Die Trauung verrichtete der Fürstbi⸗
schof von Breslau. In dem Augenblicke, als das Brautpaar
die Ringe wechselte, eriönten die Glocken der St. Hedwigskirche
und erfolgten 12 Kanonenschüsse. Nach Beendigung der Feierlich⸗
reit fuhren die Eingeladenen zu einem im weißen Saale des
Schlosses stattfindenden Galadiner. Die Wagen in welchen der
onig und die Königin sich befanden, waren mit 8 Pferden be—⸗
spanni, alle Jockeys, Kutscher und Bedienten befanden sich in
hrer Galatracht, die zum Theil dem Ende des 17. Jahrhunderts
angehörte. Die Allongeperücke und der Puder sind dabei stark ver⸗
reten.

* Barmen, 29. April. Dem hiestgen Freiligrath⸗ Comitee
ommen von allen Seiten Beitritts⸗Erklärungen zu; von hervor⸗
ragenden Personlichkeiten— wollen wir hier nur die Herren Ema⸗
nuel Geibel, Friedrich Harkort und Braun in Wiesbaden nennen
7DieWohnungsnoth zu Pesth für die Zeit der
Krönung nimmt immer mehr zu, was bei dem immensen Andrange
bon Fremden für jene Feier natürlich nicht Wunder nimmt
Gleich allen Staͤnden wird auch die Journalistik des Auslandes
bertreten sein. Aus Frankreich und England sendet nahezu jedes
hervorragende Journal seine accreditirten Bevollmächtigten; Deutsch—
iand bleibt nicht zurück und auch das demokratische Amerika ent⸗
sendet aus dem Bereiche der siebenten Großmacht seine Special⸗
Vertreter. Für die englische Gesandtschaft ist im Hotel „jur Kö—
aigin von England“ der linke Flügel des ersten Stocwerkes mit
der Aussicht auf die Donau um die respectable Summe von
2800 fl. für 14 Tage während der Krönung gemiethet worden.

In der Ausstellung auf dem Marsfeld ist heute Löwin
des Tages die famose britische Schönheit “Betzy-Chique.“ Als
Als ihr einer der Pariser Höchstgestellten das Compliment machte
sie spreche französisch wie ein Eugel, remonstrirte die witzige, Miß
Verzeihen Sie, mein Herr, die Engel sprechen englisch.“

— Dem statistischen Ausweise, den Lioyds Büreau in London
eröffentlicht, entnehnieen wir, daß im Jahre 18606 die Gesammt—
jumme der Schiffsunfälle sich auf 11,711 belief. In Aubetracht
der Zeit kommen auf das erste Quartal 4378, das zweite zählte
1760, und das dritte und vierte figuriren mit 2043 und 3330
so daß die Anzahl der Unglücke zwischen 1. Januar ind J. April
das zweieinhalbfache der Summe der— nächsten drei' Monaͤte aus⸗
machen. Nach den verschiedenen Classen finden wir unter dem
Totalbetrage 98 fehlende und 8341 verlassene Schiffe. 1958 Fahr⸗
zeuge erlitien Collisionen, doch nur 198 davon sanken und 492
kamen ohne beträchtlichen Schaden davon. 530 Schiffe scheiter
ten, 3381 ftrandeien, wovon 1672 wieder flott wurden. Genom
men wurden 36 und weitere 18 erlitten durch Seeräuberei Ver—
luste. Durch Feuer kamen 173 und durch schlechte Vertheilung der
Fracht über das Schiff 600 zu Schaden. 1197 wurden lech,
748 verloren Anker oder Ketten. 194 beschädigten ihre Maschi—⸗
nen oder kamen mit ihren Kohlenvorrathe zu kurz, 2048 büßten
Segel oder Talelwerk ein. Von der gaunzen Zahl von 11,711
gingen 2234 Schiffe und in 1846 Fällen das ganze Kargo ver—
loren. Menschenleben gingen im Ganzen 2614 zu Grunde, von
denen merkwuͤrdiger Weise die größte Zahl (989) auf das zweite
Quartal kommt. 10,627 Unfaͤlle kamen auf die Segelflotte und
die Dampfer sind mit dem Reste (1084) vertreten. Die Seeräuberei
suchte ihre Opfer ausschließlich unter ersterer Classe, während die
letztere dafür ein weitaus größeres Procent an Bränden aufzu⸗
weisen hat. Fälle von Meutereu vertheilen sich ziemlich gleich⸗
mäßig.

—In neuerer Zeit sind zahlreiche Agenten eifrigst bemüht.
deutsche Auswanderer nach den Südstaaten Nordamerikas zu lo—
den. Vor solcher Verlockung kann nicht eindringlich genuͤg gewarnt
werden. Selbst den Südsiaaten sehr günstig gesinnte amerikanische
Vlaͤllter mahnen die Arbeiter von der Einwanderung äͤn dieselben
ab, indem sie namentlich auf die Ungewißhett der dorligen Zu
stände, so wie auf die Eigenthümlichkeiten der dortigen Lebens⸗
und Anschauungsweise hinzeigen. Die Grundbesitzer verlangen ein⸗
fach deuische Arbeiter, als Ersatz für die frei gewordenen Sklaven
und schließen mit den Einwanderern in der Regel Contracte auf
ein Jaͤhr ab, wobei die Zahlung des Lohnes erst nach Ablauf
des Jahres erfolgt. ———

Fabrikation von Telegrammen. Die meisten Zei
tungsleser legen den telegraphischen Depeschen. welche die Blätter
bringen, großen Werth bei. Haben wir ja doch dieser Tage ge⸗
jehen, weichen Wirrwarr ein einziges Telegramm auf dem Geld
markl großer Plätze verursachen kann. Daß aber namentlich fran

oͤsische Blätier Depeschen zu ganz bestimmten Zweden sich selbst
nachen, also geflissentlich die öffentliche Meinung täuschen, ist eine
Frfahrungsthaisache, zu der das in Paris erscheinende und für
das oͤsterreichische Interesse thätige „Mem. diplomatique einen
neuen Beleg lieferie. Das Blait brachte am 24. April die an
die Spitze gestellte Mittheilung, daß es in der vorigen Nummer
in nach Berliner Briefen „componirtes“ Telegramm gebracht habe,
dessen Inhalt gänzlich erfunden sei. Der Chef des Preßbüreaus
zaite nämlich den Geranten des „Memorial“ kommen lassen und
hm die Erklärung der Telegraphendirektion vorgelegt, wonach
das „Memorial“ eine Depesche, daß Preußen auf Luxemburg
nicht berzichte, gar nicht erhalten habe; Valfrey gestand nun ein,
daß man in der Redaktion das Telegramm gemacht habe. Hier⸗
auf ließ man ihm die Wahl, vor Gericht wegen Verbreitung
ialscher Nachrichten verfolgt zu werden, oder den Hergang wahr⸗
Jeitsgetreu in seinem Blatte zu erzühlen, und zwar unter dem
Zekenntniß, daß die Depesche fabricirt worden sei. Erst durch
sängeres Bitten gelang es, statt des Wortes „fabricirt“ — „com⸗
vonirt“ setzen zu dürfen. 6Pf. K.)

4 Die Raubergeschichten in Italien nehmen kein Ende; fast
eden Tag liest man in den italienischen Blättern Berichte, ent—
veder über den Fang einiger Banditen oder über deren sich im—
mer wiederholenden Üebelthaten. Die Gazetta Ufficiale vom 22.
April hat eine ganze Reihe von Berichten über Gesangennehmung
der Tödtung von Briganten im den südlichen Provinzen: bei
Salerno wurden in der Nacht vom 17. April in einem Gefechte
mit den Carabinieren drei Briganten erschossen, ein sie begleiten—
des Weib gab sich gefangen. In derselben Nacht wurde an einer
inderen Sielle ebenfabs ein Räuber erschossen. Bei Catangard
wvurden in der Nacht dom 20. April sieben Mitglieder von einer
Zande von neun Räubern gefangen, die einen großen Bauernhof
zeplündert hatten. Bei Potenza wurde am 19 April eine Bande
uͤberfallen, wobei der Anführer, il Predicatore genannt, umkam.
Bei Termini haben drei Cavalleristen zwei berüchtigte Banditen,
velche seit Jahren die Gegend unsicher machten, versolgt und er—
chossen, zwei andere sind gefangen, u. s. w. u. s. w. Trotz alle⸗
dem blüht das Räuberwesen auf's beste, in den römischen Staalen
besonders wird es auf großem Fuße betrieben.

4GDie Sprache des atlantischen Telegraphen). Das Tele;
zraphiren mittelst des transatlantischen Kabels ist nach einer Me—⸗
hode eingerichtei, daß nur Reihen von-Ziffern statt der Buch⸗
laben telegraphirt werden. Sämmtliche Woörter und Silben der
ZSprache, verschiedene, häufigwiederlehrende Sätze und Ausdrücke
iind in fünf Bänden eingetragen. Jede Seite enthält 10 Zeilen
die von O bis9 numerirt sind, um jede Zeile ein Wort, einen
Zatz oder ein Zeichen. Die telegraphischen Signale bestehen nur
nus Ziffern, welche die Zahl der Seite und die Zeile des Sig⸗
nalbandes angeben. Der erste der fünf Bände enthält 10,000
Seiten, die 00000 bis 99999 numerirt sind. Jede Seite ist mit
s Ziffern bezeichnet, indem, man z. B. anstatt 12 die Zahl 0012,
anstait 2435 die Zahl 02435 angibt. Unter den Millionen Sig—
jalen, die in ihm angegeben sind, befinden sich alle bekannten
ZIrte der Welt und eine Reihe von Sätzen. Sechs Ziffer rei—
schen aus, um aus dieser Million von Signalen Eins zu bezeich⸗
nen; die fünf ersten geben die Seitenzahl, die letzten die Zeile
an. Der zweite Band hat auf den Seiten 0000 bis 9999 im
Ganzen 100,000 Signale, die alle Worte der englischen Sprache
ind eine Reihe von Sätzen ausdrücken. Der dritte hat 10,000
Signale auf den Seiten 000 bis 999 und bezeichnet die häufig
»orommenden Ortschaften, die Monate, Tage, Stunden u. s. w.
ind eine Reihe von Wendungen, um kommerzielle, industrielle und
politische Nachrichten auszudrücken. Der vierte Band bezeichnet auf den
Zeiten 00 bis 95 in 1000 Signalen die einzelnen in der englischen
Sprache vorkommenden Silben. Der letzte Band endlich hat nur
100 Signale auf den Seiten 0O bis 9 und drückt die Buchstaben,
Ziffern ünd Interpunktionszeichen und einige Dienstphrasen aus.
Je nachdem 2 bis 6 Ziffern hinter einander telegraphirt werden,
wveiß der Beamte, in welchem der füuf Bände er die Bedeutung
der Ziffern aufsuchen soll. Die Methode, so complicirt sie anfangs
erscheint, ist einfach und insoferne von großem Vortheile, weil sie
ine von keiner andern Meihode erreichbare Schnelligkeit des Te—
egraphirens ermöglicht.
Landwirthschaftliches.

Bienenzucht. Auszug aus einet Denkschrift des Gra⸗
ken G. Stosch auf Manze in preuß. Schlesien. —

Nach verschiedenen interessanten Bemerlungen über die Bie—
nenzucht im Alterthum, wo dieselbe in groͤßter Ausdehnung betrie
ben wurde, da damals Honig das einzige Mittel war, Speisen
ind Getränke zu versüßen, sagt dieser dem rationellen Bienenzüch⸗
er wohlbekannte Graf Stosch, die Bedeutung der Bienenzucht für
Fe Tandwiribichaft hervorbebend, etwa Folaendes: „Die Biene
        <pb n="210" />
        zefördert durch das Einsammeln des Honigs und ganz besonders
des Blumenstaubes, welch letzteren sie zu eigener Nahrung, zur
Zrutfütterung und Wachsbereitung bedarf, die Befruchtung der
Iflanzen in hohem Grade; ja diese Beförderung der Frucht und
dörnerbildung, namentlich bei den im Frühjahr blühenden Pflan⸗
jen, scheint geradezu der eigentliche Beruf unserer Honigbiene im
zroßen Haushalte der Natur zu sein. Von allen anderen den Bie—
ien verwandten Insekten überwintern nur die fruchtbaren Weib⸗
hen (Koͤniginnen); die Arbeiter und Männchen gehen im Herbste
‚u Grunde. Die Hummelkönigin z. B. kriecht gegen die Kälte
Schutz suchend ins Moos oder in faules Holz, faͤllt dort in den
Winterschlaf, aus dem sie beim Herannahen des Frühlings er—
vacht. Nun beginnt sie ihr Nest zu bauen, legt Eier, füttert die
ausschlüpfenden Maden, und erzieht sich so selbst ihr Volk. Zu
Anfang des Frühlings sieht man deßhalb auch nur wenig Hum—
meln, Wespen ꝛc. und diese können daher den Fruchtansaß der
knoten nicht fonderlich befördern. Im Frühjahre ist aber gerade
die Beförderung der Befruchtung doppelt nöthig, da bei der häu⸗
ig eintretenden naßkalten Witterung der Blüthenstaub meistens
don den Staubbeuteln nicht auf die Narbe herabfallen kann. Dies
zu vermitteln, ist nun die Honigbiene geschaffen. Ihr ist der wun⸗

derbare Trieb eingepflanzt, in großer Gesellschaft zu überwintern;

ie ist darum befähigt, gleich beim ersten Erwachen der Natur in

Masse aufzutreten und ihren Beruf, die Beförderung der Frucht—

zildung bei den früh im Jahre blühenden Pflanzen zu erfüllen

ine Pflanzenklasse, zu der viele Gewächse von der größten Wich—

igkeit, als Obstbäume, der Kohl, der weiße Klee u. s. w. gehö—
en. Zu keiner Zeit sind die Bienen so begierig den Blüshen⸗
taub einzusammeln, als im Frühjahr. Mit wahrem Heißhunger
allen sie über die kaum erschlossenen Blüthen her, streifen den
Blüthenstaub von den Staufäden ab, wobei es nicht fehlen kann,
zaß dieser unwillkürlich auf den Fruchtboden der Blüthe herabfal⸗
en muß und dort den Fruchtboden befruchtet.

Der guünstige Einfluß, welchen die Biene auf die Samen⸗
zildung vieler Gewächse äusert, wird bei weitem noch nicht hin—
reichend gewürdigt. Wir sinden es überall bestätigt, daß, wo in
der Schöpfung ganz außergewöhnliche, wunderreiche und feine
Wege eingeschlagen sind, daß es da auch immer die Erreichung
eines ganz besonders wichtigen Zieles gilt. Die Wunder und die
iberraschend feinen Ordnungen im Bienenleben sollten uns daher
auch allein schon darauf hinweisen, daß diesem Insekt ein ganz
hesonders wichtiger Beruf im großen Haushalte der Natur zu
Theil geworden ist. Und in der That: Es ist ganz unberechen⸗
zar, welchen Segen die Bienenzucht durch die Beförderung der
Frucht⸗ und Körnerbildung einem Laude gewähren kann.
Ferner hat Graf Siosch ermittelt, daß in den Zollverein
jährlich für 2 Millionen Thaler oder 8!/3 Millionen Gulden Ho—
nig und Wachs eingeführt werden. Der Zollverein sagt G. Stosch
könnte aber diesen Bedarf nicht nur ganz gut selbst erzeugen, son⸗
dern auch über denselben hinaus für ebensoviel ausführen, was
einen Unterschied von 4 Mill. Thaler oder 7 Mill. Gulden aus⸗
macht oder von 175 Mill. Gulden im Kapitalvermogen.
Bekanntmachung.
Zum Vollzug des Art. 63 des Orts-
yoli zeibeschlusses wird bekannt gemacht, daß,
zer Saatzeit halber, die Tauben von heute
an 14 Tage lang eingeschlossen zu hal⸗
ten sind. ———
Zuwiderhandlungen werden hnach Art.
22 bp. 3 Polizeistrafgesetzb. an Geld bis
zu 10 fl. gestraft.
St. Ingbert 4. Mai 1867.
Kgl. Polizeicommissariat:
J. Krieger.

a- Schlag Kahlenberg.

4 buchen Stämme III. Cl. I
1675, Zaungertten.
1225, Bohnenstecken.

39 Klafter buchen Scheitholz II. Cl.
8388, „Prügelholz.
184, birken —

1050 buchen Prügelwellen.
b. Schlag Dietespfuhl.

4 liefern Stämme IV. Cl.

25 ESparren.

7 Klafter buchen Stangenprügel.

— — Kohlprügel.

3, liefern

225 buchen Reiserwellen.

E. Zufällige Ergebnisse.
5 kliefern Baustämme 19. ClI.

20 , Sparren. —F
184 Klafter kiefern Kohlprügel.

im Montag, den 13. Mainl. J., Nach—
nittags um 2 Uhr auf dem unter⸗
fertigten Amte meistbietend versteigert.

Rohrbach den 27. April 1867.
Biüuurgermeisteramt

Iqhh habe unterm Heutigen eine Nieder⸗
age meiner Fabrication als:
dodawasseer....
Selterswasser.
Limonade gazeuse
in Wren und e Flaschen,

ei Werrn Peter:Stief, Farbwaaren—
jandlung in St. Ingbert, errichtet und
vird derselbe zum Fabrikpreise ver—
kaufen.

Leere Flaschen werden zurück⸗
Jenommen und 1 Silbgr. ver
Stück vergütet.

Saarlouis den 1. Mai 1867,

Fraliras Shnidt.

Donnerstag den 9. Mai d. J. des
Vormittags um 9 Uhr, lassen der pens.
Bergmannn Franz Deronet und des⸗
sen Sohn, Metzger Ludwig Derouet
heide zu Elversberg, ihr Wohnhaus daselbst,
ein an der Straße von Elversberg nach
St. Ingbert gelegenes Ackerstück von 2
Morgen in verschiedenen Bauplätzen und
hre Wiese in der Ruhbach und darauf
ihre Mobilien, worunter besonders, Schränke,
Tische, Stühle, Bänke, Fässer, 1 Wagen,
i Pflug, Bettzeug und Küchengeräthe, in
ihrem mitzuversteigernden Wohnhause zu
Elversberg öffentlich für eigen versteigern.
St Johann, den 27. April 1867
Artois, Notar.
BRBonntag
den 5. Mai Freimusik
bei T. VWVeiricoli.

Gläubigeraufforderung.
Alle Die, welche Forderung an die Ehe—
eute Marx Ochs, Nachtwächter und
Margaretha Kopp von hier zu ma⸗
hen haben, werden hiermit eingeladen,
solche ungesäumt bei dem Unterzeichneten
anzumelden.
Soaurn, kgl. Notar.
Mobilienversteigerung.
Samstag den 11. Mai 1867, Nachmit-
ags 1 Uhr, zu St. Ingbert in seiner
Behausung läßtHerr Carl Riotte,
aufmann, dahier auf Borg versteigeru:
1Kanapee, 1 Pfeilertischchen, 1 Pen—
düle, 1runden Tisch, 1 Nähtisch, 1 Schreib—
pult, 1 Küchenschrank, 1 Küchenschaft, 1
zroßen Spiegel, 1 Feldbettlade, 1 Wiege,
nehrere Tische, Stühle, 1 Backmulde,
Bilder, Schaukelpferd, Höhscheere, 1 Deci⸗
malwaage, Balkenwaage, 1 kleinere Waage,
l vollständige Ladeneinrichtung, Weißzeug 1
Kollenseil, Gartentisch und Gartenbänke,
dutschenfensterrahmen, Fenster, eisernes Ge⸗
chirr, Porzeslan, J Bauchbitte, 1 Badbütte,
verschiedene Waschbütten, Sauerkraut⸗ und
Bohnenbütte, 1 steinerne Sauerkrautbütte,
nehrere Oelfässer, 1J Mückenschrank, ver—
chiedene Ladenartikel und Küchengeräthe.
Hornu, k. Rotar

—8 Sonntag
den 5. Mai Freimu sik.
F. OhhAVαν.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Hom burg vom 1. Mai
Weizen 7 fl. 51 kr., Korn 6 fl. 1 kr.
Spelz 5fl. 35kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
4. 44 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
feln 1fl 30 kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.,
27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 15 kr., 2. Qual.
13 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 33 kr.
yer Pfd

— —

Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 2. Mai 1867.
Preußische Kassenscheine..1 45. -45
Breußische Friedrichsdrr .957558
distolen. fl. 944 - 46
»olländische 10 fli⸗Stücke. 950-352
Ducaten... 533—-45
20 Francs⸗Stück.9 241-25
Englische Souvereings .11 46-50
hold per Zollfund sein.., —
Hochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Holla rs in Gold 2 27-28
SaAun hoert

Bekanntmachung.
Rohrbach Bezirksamt
Zweibrücken. F
Aus den Schlägen Kahlenberg, Dietes—
oful und zufällige Ergebnisse, hiesigen Ge—
meindewaldes, werden folgende Holzsorti—
nente nämlich:

Sonntag den

5. Mai
TAn-
IS ĩ Ic

Jung
n St. Ingberi.

Redaktinn Druck und Rersang ygn

— — —
414
        <pb n="211" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
— werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum herechnet.
— — — — — — — — —
Nro. 55. Dienstag, den 7. Mai
——

— —

68s67.

Deutschland. gesonnenheit allein das Wort zu geben; nicht auf die kriegslu—
München, 30. April. Heute sind von sämmtlichen In— zigen Generale zu hören, spndern auf das Volk und seine berus
aanterieregimentern und Jägerbataillonen Ofsiziere und Unteroffi- enen Sprecher. . Die Nationen wollen den Krieg micht. Die
jere hier eingetroffen, um während der nächsten 12 Tage Exer— — noch in Deutschland.
ne ie Schrehübumgen mit dem auf Hinterladung abgeünderten der fruͤhere Nationalhaß ist hier wie dort erloschen. Gerade das
hodewilsgewehrt vorzunehmen und sodann als Instruckoren zu holk hat die Aufgabe begriffen in Frieden zu verkehren, alle
ienen. Morgen beginnt der Unterricht, zu dem auch der Oberst Thatigkeit auf Hervorbringung zu wenden, allen Ehrgeiz in schö—
Podewils, Direltor der Gewehrfabrik zu. Amberg, eingetrof Fferischen Wettlampf zu setzen. Das Voll — die Studenten von
en ist. Paris, die Arbeiter von Berlin mögen einen Beweis dafür sein!
München, 8. Mai. Der Generalquartiermeister Graf p. hat den falschen Ehrbegriffen mit dem wahren vertauscht. Und
Bothmer wird von der Sendung nach Berlin orgen hier zurück- die Lenker des Volkes wollen es in den falschen wieder· hinein⸗
rwartet. hetzen, 3 eben für ihn sein Gut und Blut zum Opfer ver—
Rünchen, 4. Mai. An Stelle des nach der Pfalz ge- angen
ommenen Pfeufer ist der bisherige erste Vürgermeister von Berlin, 8. Mai. Der, Abgeordnete Twesten als Referent
sürnberg, Hr. v. Wäͤchter, zum Director bei der Kammer des Jat bereits gestern seinen Bericht uͤber die norddeutsche Bundes⸗
Innern der Kreisregieruug von Schwaben und Neuburg ernannt. verfassung dem Präaͤsidenten des Abgeordnetenhaufes übergeben.
dem Hrn. v. Bomhard ist unterin Gestrigen die Stelle eines Der Antrag lautet auf pure Annahme in unveränderter Fassung.
Tdlichen Reichsrathes verliehen worden. Der ersie Secretär der französischen Botschaft. geht auf 14
Dienstes⸗Nachrichten. age in Urlaub; der Botschafter selbst. Herr Benedetti, geht
Durch Regierungsbeschluß vom 4. Mai wurde der Schulleh⸗ lhäler nach Karlsbad ebenfalls in Urlaub. Also ein friedliches
er Thomas Naͤegele in Dahn zum Lehrer der katholischen Schule Unzeichen für die nächste Zeit. Nichtsdestoweniger gehen uach
Anmnweiler, der Schulverweser Johaun Adam Nagel zum Leh- inem Telegramm der „Fr. Zig.“ in den kaufmännischen Kreisen
r der iahe Schule in Otierberg beide vom 16. i. Mits. an, Lerlins noch immer Nagrichten ein, wornach in England frauzo—
ind der Schuldienstexrspectant Xaver Riester von Rülzheim zuim ischerseits fortwahrend Pferde, Hafer und Weizen gekauft werden.
derweser an der kathol. Schule in Burrweilet vom 13. 1l. Mts Ainch die „Kreuzzeitung“ bestaͤtigt nach Privatbriefen die großare
mn, ernannt. igen Fourageankaͤufe in Frankreich, woraus sich das Steigen⸗
Kaͤris ruhe, 1. Mai. Man glaubt nicht recht an den der Haferpreije erlläre.
Frieden, er liegt einmal nicht in der Luft; auch die Friedensteneu Bertin, 8. Mai. Der luxemburgische Geschäftsträger Dr.
henzen der auf Arbeit angewiefenen Klassen scheinen nicht ange— Fohr hat am 830. April dem Grafen Bismatck seine Beglubi⸗
han und kräftig genug ihn zu bewahren. Lassen wir uns nur jungsschreiben überreicht, am 1. Mai Abends sind die Einla⸗
den Rechtsstandpunkt nicht verdrehen; es ist möglich daß Preußen oungsschreiben des Hrn. Tornaco zur Conferenz in London in Ber⸗
umd Deutjchland ein Opfer bringen, um Euroba nicht in das in eingetroffen und gestern Vormittag von Hrn. Föhr dem Gra⸗
Indluck eines solchen Kampfes zu stürzen, dann aber haben sie sen Bismard zugestellt worden. Seit seiner kurzen Anwesenheit
Anspruch auf die Dankbarkeit der Welt. Gefährlich ist die Nache u Berlin hat sich Hr. Föhr bereits überzeugen konnen. daß von
cbigteit unler allen Umständen. Wenn der Ausgleich scheitert, den militärischen Autoritäten ein possitiver Werth auf das Besatz⸗
v wird er es übrigens nicht an Nebendingen thun (Zeitpunkt der ingsrecht Luxemburgs nicht gelegt wird, weder in factischer noch
staumung ꝛc.), sondern an dem einmal erweckten Widerstreit der w strategischer Beziehung, daß aber das Besatzungsrecht hier nir⸗
ZeterDeuischland hat nun und nimmer für seine politische Jends in Zweifel gezogen wird. (Was nützt die Zweifellosigleit,
Hestaliung einen Tribut an Frankreich zu zahlen; Frankreich wenn man —D Preußen
Abst ist am wenigsten berufen, solche Forderungen zu stellen. Derreiwillig aufgeben. wofern Europa die gewünschten Garantieen
Tongreß hat darum nur dann Sinn, wenn Oesterreich, —X ur die privil egirte Siellung des Großherzogthums übernimmt.
atnd sich ausbrüdlich oder stüllschweigend verpflichten, jeden! Penn ferner Hr. Dr. Föhr wegen des Verbleibens im Zolloerein
en Anspruch Frantreichs an Denschlond als einer internatio- befürchtungen gehegt hat, so werden auch diese seit gestern Vor⸗
len Fricdensstocung gemeinfam mit Deutschland entgegenzutre. mittag beseitigt sein, denn vorläufig bestehen die Zollverträge un⸗
en, und zwar mit allen Mitteln. eründert fort, und wenn erst das Zollwesen in Deutschland gere⸗
deene g MaiDie Abgeordnetenkammer hat in ihrer jelt wird, so lann doch Luxemburg Mitglied des neuen Zollver⸗
Jeutigen Sihung die Verfassung des Norddeutschen Bundes under- ins bleiben, wie dies auch die Absicht Preußens ist. Luremburg
indert mit 67 gegen 6 Stimmen angenommen. vird neutralisirt, aber nicht mit Mauern umzogen. Die Festung
Deaes den Man. Anch die erste Kammer hat den Eni- vird seiner Zeit geräumt, aber Luxemburg wird nicht franzoösisches
vurf der Verfassung des Nordeutschen Bundes ohne Debatte ein⸗ dand, und nicht eher wird Luxemburg geräumt, als bis Preußen
timmig angenommen. von Europa die geforderte Garantie erhalten hat. — Was die
anenonnie Allg. Z. schreibt u. A.: „Die Welt krankt küstungen in Frankreich angeht, so haben sie ihren ungestörten
an einem falschen Ehrbegriff; das ist die Ursache des Duells und' Fortgang; in thüringischen Fabriken sind 530.000 Haubayvonnette
des Krieges. Die wahre Chre ist aufs eugste berknüpft mit dem bestellt. —
Recht. Richt mit dem blos äußeren Recht, das unter uünen Berlin, 4. Mai. Wie versichert wird, hat eine der neu—
Anrecht werden kunn, fondern mit dem, was der gerechte Geist ralen Mächte die Frage der Zulassung Italiens und Belgiens
derlangen muß im Hinblick auf die Zukunft, im Hinblick auf die air Conferenz angeregt. (Wenn wahr, so würde dies darauf
vöchsten Interessen der Nation und der Menschheit. Wenn die ielen, aus der für eine bestimmte Frage berufenen Conferenz
alsche Ehre den Vorrang mit Unrecht, die Gewalt den Krieg ver⸗ inen Congreß für Lösung aller schwebenden europäischen Fragen
iangt, so verlangt die wahre Ehre — die Ausgleichung. Die jervorwachsen zu lassen. Die Nordd. Allg. Ztg. spricht sich wie⸗
erechte Ausgleichung, aber die Ausgleichung. Weigert der an⸗ ‚erholt dagegen aus) — Auf der Conferenz wird Preußen neben
zere sich der gerechten Ausgleichung, dann verlangt die wahre hem Votschafter in London, Grafen Bernstorff, noch durch Herrn
xhre ailerdings auch den Krieg, aber den jetzt gerechten Krieg. Savigny vertreten sein. — Die Ernennung von Militarbevoll⸗
Frankreich und Deutschland stehen vor einer ungeheuren Frage. mächtigten bei den süddeutschen Regierungen steht bevor. — Die
eöge man sich noch einmal besinnen auf beiden Seilen! Es ist national⸗liberale Fraction des Abgeordnetenhauses hat beschlossen,
athlich, den prahlerischen Leichtsinn, der mit Allem schon fertig die Gesammtannahme der Bundesverfassung, eventuell die Zustim⸗
I.' hedor er anfängt, in sich zu unterdrücken und der männlichen nung zu den einzelnen Paragraphen derselben. aur Varteisache
        <pb n="212" />
        zu machen; die Fortschrittspartei will eine Resolution wegen ne—
girenden Votums einbringen, deren Fassung noch nicht festgesetzt
ist; das linke Centrum ist noch unschlüssig, etwa zehn Mitglieder
desselben dürften die Refolution der Fortschrittsfraction unter⸗
schreiben.

Berlin, 4. Mai. Die Luxemburger Angelegenheit geht
nunmehr ihren Gang — es ist nichts anders zu melden, als daß
der Gedanke an die Räumung der Festung ein peinliches Gefühz,
nicht blos in Süddeulschland hervorruft und daß die Räumung
selbst, wenn sie statthaben wird, das Signal zu heftigen Angrif⸗
jen gegen den Grafen Bismarck nicht blos in Süddeutschland
geben wird. Aber der Nachricht der „Correspondance de Berlin“,
velche sich eines Tages als das Privatuniernehmen eines be—
annten Banquiers und Börsenspekulanten entpuppen dürfte, daß
Preußen zur Räumung der Festung vor dem Zusammentritt der
Tonferenzen ausgefordert worden sei, muß entschieden widerspro—
hen werden. Von einer solchen Aufforderung ist hier nichts be—
lannt. — Wegen der Vergrößerung des Landes hat man eine
VBereinfachung des Geschäftsganges in amtlichen Dingen beschlossen,
die zunächst darin bestehen wird, daß die Zahl derjenigen Ge
genstände beschränkt wird, für welche bisher die Entscheidung des
Koönigs nöthig war. — Der „Staaisanzeiger“ veroöffentlicht
jeute das Gesetz d. d. 19. Jannar, wonach dem Großherzog von
Oldenburg als Entschädigung dafür, daß er seinen Anspruchen
nuf Schleswig-Holstein entsagt hat, eine Million Thaler aus den
Staatseinnahmen pro 1866 berichtigt werden soll.

Pesth, 3. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin (für Ungarn
blos König und Königin) kommen definitiv am 8. Mai hierher.
— Ein Journal meldet aus sicherster Quelle, daß die Pferdean—
täufe für Frankreich doch noch fortgesetzt werden.

Frankreich.

Paris. Der London „Advertiser“ spottet Derjenigen, wel—
he mit Luxemburgs Neutralisirung die Kriegsgefahr gebannt glau—
»en. Luxemburg sei nur der Strohhalm, der die Richtung des
Windes verrathe. Was Frankreich wolle, sei der Rhein nebst
kleinen Stücken von Belgien und Holland. Dieß Gelüste werde
ihm keine Conferenz austreiben.

Paris, 2. Mai. Aus Barcelona wird gemeldet: Bei ver—
schiedenen Stiergefechten haben Seitens der Bevölkerung feindliche
Demonstrationen stattgefunden; es wurden schleunigst Truppen
nach der Provinz Tarragona beordert, wo bewaffnete Banden sich
jämmeln. Das Losungswort der Insurgenten soll sein: „Es
ebe Prim und die Republick, nieder mit der Koͤnigin und
Narvaez!“

Paris, 8. Mai. Die Patrie bestätigt, daß das Lager von
Chalons am 12. Mai eröffnet werden wird. Das Blait sagt
jerner: Die militärischen Maßregeln, welche gegenwärtig noch
stattfinden, waren bereits vor der im Moniteur verbffenllichtenl
Note angeordnet.

Paris, 8. Mai. In der Sitzung des gesetzgebenden Kör⸗
pers von heute verlas Marq. de Moustier eine Mittheilung der
Regierung über die auf Lurxemburg bezüglichen Fragen, die num—
mehr der Prüfung der Großmächte überwiesen sind. „Es sind
ebhafte Unterhandlungen zwischen den verschiedenen Höfen geführt
vorden. Ein erstes und wichtiges Ergebniß wurde erlangt, und

die Regierung glaubt einem gerechtfertigten Gefühl der Besorgniß
des gesetzgebenden Körpers zu entsprechen, indem sie ihm offizielle
Mittheilung hiervon gibt. Oesterreich, Frankreich, Großbritannien,
Preußen und Rußland haben sich heute mit dem Konig der Nie—
derlande, als Gro herzog von Luremburg, darüber geeinigt, eine
Tonferenz, in welcher jede auf das Großherzogthum bezügliche
Schwierigkeit gelost und die internationale Lage dieses Gebietes
geregelt werden soll, auf der Grundlage der Neutralisirung des
hroßherzogthums, zu eröffnen. Auf Initiative des Königs von
Holland wurde beschlossen, daß die Conferenz am 7 d. zusammen⸗
treten soll. Die Gesinnungen welche alle Regierungen erfüllt, die
ʒwischen Ihnen vor der Feststellung der Conferenz ausgetauschten
Anschauungen geben uns die Versicherung, daß aus diesen Bera—
hungen eine den Interessen und der Wuͤrde der in die Frage
gineingezogenen Mächte entsprechende Lösuig gefunden werden
wird und dieses Uebereinkommen wird den Frieden Europas be—
jestigen. Getreu dem Verhalten, das fie sich vorgezeichnet hat,
wird sich die Regierung des Kaisers im gegebenen Auͤgenblicke be—
eilen, dem gesetzgebenden Körper die Ergebnisse der Londoner Con—
ferenz vorzulegen.“

Der Moniteur veröffentlicht heute die am 29. März 1867
don Frankreich und Preußen unterzeichnete Erklärung über die
Regulirung der Schiffahrtsgelder auf dem Canal des Saar⸗-Koh⸗
lenbeckens.

Der Etendard ist im Stande, die Rachricht der Presse von
der hevorstehenden Abberufunga des Grafen ß d Galt und des

Hen. Benedetti, wenigstens dahin zu dementiren, daß sie, was Hrn
Zenedetti anbelangt voͤllig unbegründet ist.
Paris, 3. Mai. Die Ünion fäangt nun auch an,“ in den
Ton der Liberte und Opinion nationale einzustimmen und mit
em Gange der Luxemburger Angelegenheit unzufrieden zu werden
Zie meint, nach der Thronrede des preußischen Königs sei die
Finheit Deutschlands gewiß, diese bedrohe aber Frankreich in ho⸗
jem Grade. Die Erwerbung Luxemburgs würde wohl dem fran⸗
zösischen Reiche einige Sicherheit gebracht haben, aber die Reu—
ralisation ändere an der Sachlage gar nichts u. s. w. Es ist zu
bemerken, daß die Union früher die Erwerbung Luxemburgs stets
als ganz bedeutungslos dargestellt hatte. In einem zweiten Ar—
tikel predigt dasselbe Blatt Mißtrauen gegen die jetzigen friedlichen
Aussichten. — Im Gegensatze aber zu den Auslaffungen dieser
uid ähnlicher Journale steht die allgemeine Ueberzeugung des
ranzösischen Volkes. So sind in Mühlhausen, den Departement
des Tarn und der Gironde Petitionen um Frieden an den Kai⸗
ser exlassen. Der Maire von Mühlhausen erklärt die Nachricht
der France, als hätten elsässische Fabrikanten sich zur Ausrüstung
von Freicorps erboten, für falsch. — Hr. Charles Lucas, Mit
zlied des Instituts, hat an den Senat eine Petition gerichtet,
die Oeffentlichkeit der Todesstrafe zu untersagen.

Paris, 4. Mai. Das Journal Le Monement sagt, die
Zuftimmung Englands zur Garantierung der Neutralität Luxem⸗
burgs sei sicher. — Man dversichert, die zur Berichterstattung uͤber
die Armee⸗Reorganifation niedergesetzte Commission wolle der Kam—
mer das Recht wahren, das Contingent alle Jahre festzusetzen.
Der Dienst, im stehenden Heere soll fünf Jahre, in der Refecre
drei oder vier Jahre dauern.

Paris, 5. Mai. Die Patrie sagt: Belgien und Italien
ollen zur Londoner Conferenz Einladungen erhalten haben.

Paris, 5. Mai. Der Constitutionel macht darauf auf⸗
nerksam, daß Paris nicht blos durch den großen Zufluß von
Fremden, die zum Besuch der Ausstellung in diesem Jahre hier⸗
her kommen werden, sondern auch vorzugsweise durch den Besuch
»einer großen Anzahl gekrönter Häupter, die von derselben heran⸗
jezogen werden, sehr glänzend sein wird. Es befinden sich augen⸗
alicklich in Paris der König von Griechenland, Prinz Oscar don
Schweden. Binnen einigen Tagen erwartet man den Konig und
die Konigin der Belgier, die Koͤnigin von Portugal, den Prinzen
von Wales, den Prinzen und die Prinzessin von Preußen. —
Man erwartet gleichfalls nächstens die Ankunft des Kaisers vou
Rußland mit zweien seiner Söhne, die des Kaisers und der Kar
erin von Oesterreich und sogar die des Königs von Preußen.
Auch der König und die Königin von Spanien werden Paris
besuchen, sowie der Vice-König von Egypten. Seit fünfzig Jah—
cen“, ruft Herr Boniface mit großem Wohlbehagen aus,“ „wird
Paeis nicht innerhalb seiner Mauern eine soich Versammlung
von Herrschern gesehen haben.“

Belgien.

Brüsse!, 3. Mai. Die Regierung hat eine große Waffen⸗
beftellung in Lüttich gemacht. Bei verschiedenen Fabrikanten ist
die Umgestaltung von 105,000 Gewehren bestellt; weitere 35,000
werden durch die Waffenfabkik des Staates hergestellt.

SHolland.

Haag, 5. Mai. Der niederländische Gesandte in London,
Bentinck, ist zur Vertretung Hollands auf der Londoner Conferenʒ
designirt.
England.

London. Der „Daily Telegr.“ sagt, nur Bosheit und
Schlechtigkeit konnte einen Krieg zwischen so mächtigen Stagaten
wie Preußen und Frankreich wuͤnschen; die Civilisation und der
Reichthum der Welt hätten dabei vernichtet werden können. Es
vãre einem Todesurtheil gegen hunderitausend Menschen gleich⸗
ekommen, vielleicht ebenso viel Häuser und Hütten wären in
Deutschland und Frankreich niedergebrannt worden, die streitenden
Nächte hätten ihre schwere Verantwortlichkeit erkannt und die ganze
Menschheit würde die Regierung verdammen, welche die Friebens
offnungen nun täuschen würde.

— Die Correspondencia“ in Lissabon meldet unterm 28.
». M., daß der König und die Königin, von Portugal um die Kosten ihrer
Reise zur Pariser Ausstellung bestreiten zu koönnen, eine An leihe
»on 4 Millionen Realen beim Hause Knowles und Fortue in
London gemacht haben. Die englischen Bankiers liefern dies
weld gegen Garantie auf die liegenden Güter des Hauses Bra—
janza. Die Regierung hat den Cortes einen hierauf bezůglichen
vesetzentwurf vorgelegt, der augenommen worden ist.

Italien.

Florenz, 2. Mai. Die Büdgetcommission beantragt die

Unterdrückuna der Ministerien des Handels und des Untertichts
        <pb n="213" />
        Das Expose des Finanzministers wird nächsten Montag eine Er—
sparniß“ im Staatshaushalt von 75 Millionen und Deckung des
Deficits durch eine Finanzoperation mit den geistlichen Gütern
yorschlagen. 11

Florenz. 5. Mai. Der italienische Gesandte in London,
Azeglio, ist mit der Vertretung Italiens auf der Londoner Con—⸗
ferenz beauftragt.

Türkei.
Laut Nachrichten, die das französische Marine-Ministerium
aus Kreta erhalten, hatte Omer Pascha sich ausbedungen, daf
gleich bei seinem Eintreffen der unfähige Flotten-Commandant
Mustapha Pascha zurücktrete, der denn auch durch Ibrahim Pa—
scha ersetzt wurde, einen Seemann, der ernste Studien in Eng—
land und Frankreich gemacht hat. Gleich bei Uebernahme de—
Commandos begann Omer Pascha die Schiffsequipagen und ihre
Befehlshaber zu organisiren. Am 10. Mai will er seine Opera⸗
zionen beginnen, und zwar mit 25,000 Mann zu Lande und zu
Wasser in combinirter Weise vorgehen. Die Stellungen von
Omalos und Sphakia sollen in der Front angegriffen werden
während der neun Flotten-Commandant 12,000 Mann ausschiffen
und mit diesen die starten Verschanzungen der Insurgenten im
Rücken angreifen wird.
Nußland.

Von der russisch-polnischen Grenze. Seit die Lu—
xemburger Frage die politischen Kreise Europas bewegt, scheint
auch Kußland auf einen allgemeinen kriegerischen Conflict sich ernst
lich vorzubereiten und dabei gleichzeitig die Dinge im Orient
schuürfer ins uge zu fassen. Wenigstens hoͤren wir seit einigen
Tagen von Truppenmärschen in Polen, Wolhynien und Podolien,
sowie von anderen militärischen. Vorbereitungen, deren Charakter
kaum ein sehr friedlicher scheint. Unter den höhern, wie niedern
russischen Offizieren ist die Kriegslust eine sehr große und gilt
die Allianz Rußlands mit Preußen gegen Frankreich als zweifel⸗
los. In Tarnogrod habe ich von den russischen Jägern in einer
Schänke ein eigenthümliches Kriegslied gehört, dessen Schlußverse
in wörtlicher Uebersetzung als lauten:

Zieh' den Degen, heil'ger Czar!

Ünd ganz Rußland wird marschiren,

G'en die Heiden — diese Türken;

G'ien die Prahler — die Franzosen,

Sebastopol schreit um Rache,

Zieh' den Degen, heil'ger Czar! —
Amerika.

New⸗-York, 15. April. Capitän Wirz, ein Schweizer,
der in der füdconföderirten Armee diente, wurde bekanntlich am
10. November 1865 in Wajhington gehengt, und zwar verur—
cheilt, „eine große Anzahl der in Andersonville internirten Gefan⸗
genen der feindlichen (Noördlinger) Armee vorsätzlich getödtet zu
haben.“ Jetzt triit nun Rechtsanwalt Louis Schade, der schon
während des Processes den Capitän Wirz vertheidigte, im New
Yorker Journal“ mit einer längeren Erklärung auf, in der er
um der Wahrheit und der unglücklichen Familie des Verurtheil—
ten willen, erklärt, daß sein Client, Capitän Wirz, nach seiner
festen Ueberzengung als Opfer eines Complottes und gekaufter
Zeugenaussagen gefallen sei. Wie es jetzt feststehe, daß an der
unglücklichen Madame Surratt (hingerichtet wegen angeblicher
Mitschuld an der Ermordung Lincoln's) ein Justizmord begangen
sei, so auch an Capitän Wirz. Die politische Aufregung jener
Zeit, das Verlangen Jefferson Davis an den Galgen zu bringen
und die Käuflichkeit der Zeugen hätten damals eine gewissenhafte
Rechtspflege fast unmöglich gemacht.

New-Yort, 3. Mai. Nach Berichten, die dem merikani—
schen Gesandten in Washington zugegangen sind, haben die Jua—
risten Queretaro eingenommen. (Demnach müßte der Kaiser Ma
ximilian, der in dem Platze eingeschlossen war, wohl ge—
fangen sein.)
Vermischte s.

f Kaiserslautern, 4. Mai. Heute hielt die hiesige
sammgarnspinnerei ihre ordentliche Generalversammlung ab. Die—
selbe hat, unter der Leitung des Directors Schön, im abgelaufe—
nen Betriebsjahr so glänzende Geschäfte gemacht, daß sie ihren
Actionären 24 Procent vertheilen konnte. Es ist das zweitgrößte
Etablissements der Art im Zollverein.

F München, 4. Mai. Den Haupttreffer bei der am 1
d. Mts. hier stattgehabten Prämien-ZJiehung mit 175,000 fl
soll das Eskompte⸗Geschäft in Berlin, den zweiten mit 28,006
fl. Banquier von Erlanger in Frankfurt gemacht haben,

Darmstadt, 2. Mai. Die hessische Ludwigsbahn-Ge⸗
ellichaft hat auf Ansuchen die Erlaubniß erhalten, Vorarbeiten
owohl für eine Bahnlinie von Darmstadt aus über Oberram—

stadt und Brensbach nach Michelstadt und Erbach, als auch für
die Linie von Worms über Gernsheim nach Darmstadt vorzuneh—
men. Demgemäß sind bereits die Anordnungen getroffen worden,
um diese Vorarbeiten ohne allen Verzug in Angriff zu nehmen.

Frankfurt, 26. April. In vergangenen Nacht wurde
im zoologischen Garten ein Zebra geboren. Das zierlich gebaut
und gezeichnete Thierchen war am Morgen bereits so kräftig, daß
es sich in Galoppsprüngen um die Multer her bewegen konnte,
und diese, welche sich durch ihre Bissigkeit gegen Menschen aus—
zeichnet, hat dem Jungen gegenüber jede Unart abgelegt und
nimmt sich seiner mit der zärtlichsten Sorgfalt an.

Dem Feldzeugmeister v. Benedek wurden dieser Tage in
Graz sämmtliche in- und ausländische werthvolle Orden und Or—⸗
dens⸗Decorationen entwendet. Seltsamer Weifse blieben das Gold
und Silberzeug und sonstige Geräthe unberührt.

Berlkin, 1. Mai. Mit den vom Geheimen Rath Dreyse
vor einiger Zeit construirten sogenannten Revolver⸗Kanonen wer—
den hier seit lurzem Versuche gemacht, die sich der Spen. Zig.
———
7 Trier, 3. Mai Heute Vormittag um halb 12 Uhr
verschied nach laͤngerem Leiden Se. Bischöfliche Gnaden Dr. Leo⸗
pold Pelldram. Diese Trauernachricht wird wohl nicht verfehlen,
inen tiefen Eindruck auf die Herzen der Diöcesanen zu machen,
die den iteuen Hirten der Gemeinde in der so kurzen Zeit seiner
Wirksamkeit, kaum zwei Jahre, lieb gewonnen hatten.

Eine gefährlhiche Drohung. Man erzählt sich,
daß mehrere Pariser Blätter durch eine Drohung des Grafen
Bismaré in große Bestürzung versetzt worden seien. Erzürnt über
den Ton der französischen Presse, soll der preußische Minister er⸗
klart haben, daß er, falls der Krieg ausbreche, die Namen der verschie—
denen Pariser Journale und Journalisten veroͤffentlichen werde,
die in dem Kriege des vorigen Jahres von Preußen Geldunter⸗
rützungen empfangen hätten.

4 Paris, 25. April. Das große Tagesereigniß des
Champ äde Mars bildelt die seit gestern in aller Majestät auf
ihrer Laffette tuhende preußische Monstre-Kanone aus Gußstahl.
Das Ungethüm aus Eisen macht der französischen Bijouterie, den
Miniatiuren Meissoniers und den Brüsseler Spitzen eine gefährliche
Conkurrenz, denn, wie der Mangnet das Eisen, so zieht dieser
Eisenherg die Menschen an. Es gibt in der ganzen Ausstellung
keinent Platz, wo sich interessantere Culturstudien machen lassen.
Die Franzosen betrachten mit sichtlichem Unbehagen die vorsünd—
fluthlichen Formen des gewaltigen Zerstörungsapparates, der die
Eigenschaft besitzt, die in den Herzensfalten der sonst so kriegeri—
schen Gallier versteckte Friedensliebe in geflügelte Worte zu ver—
wandeln. In der unmittelbaren Nähe dieses sonderbaren Frie—
densapostels werden nämlich nur Klagen über den Krieg und
Wünsche zur Aufrechthaltung des Friedens laut. Wer die Stim⸗
mung des französischen Publikums kennen lernen will, begebe sich
zu dem „Canon prussien“ und er wird sich überzeugen, daß bei
aller Gereiztheit gegen den Nachbarstaat, dennoch der Krieg gegen
denselben nichts weniger als zu den brennenden Wünschen der
Franzosen gehört. Die preußischen Arbeiter, welche mit der Auf⸗
stellung und Herrichtung des Geschützes beauftragt sind, werden
mit nicht geringer Aufmerksamkeit gemustert und das Gefühl ihrer
Popularitat vetleiht ihrem Benehmen eine gewisse „désinvolture“,
die an Herausforderung streift. Was ist dies? fragte einen sol⸗
hen ein schüchterner Provinzbewohner. „Das sind Berliner Bon⸗
bons für Euch Franzosen,“ äußerte der Preuße, mit der Hand
aͤrtlich das Prosectil streichelnd. Ein Pariser hätte diese An—
pielung nicht so ruhig hingenommen.

— Zwischen den Pariser Schneidermeistern und ihren Gehil—⸗
fen ist es zu einer Verständigung gekommen.

4Ein Lyoner Blatt bringt einen Brief eines Chemikers von
Marseille, wonach derselbe ein griechisches Feuer erfunden haben
will, das einen Krieg fast unmöglich macht. „Ich bin bereit“,
sagte er, „den Beweis zu führen, daß ich in einer Entfernung
bon 1000 Schritt in weniger als fünf Minuten eine Armee von
yunderttausend Mann mit einem Flammenmeer umzingeln kann,
und eine Stadt vermag ich in wenigen Minuten in Brand zu
stecken. Ist dies kein Humbug, so wäre allerdings kein Krieg
mehr moͤglich.

f Seit einigen Tagen sind die Fische an der Südseite der
Mündung des Forth in Schottland in nicht geringe Aufregung
zurch die in jenen Gewässern seltene Erscheinung von Wallfischen
bersetzt. Diefelben haben sich dort in der bedeutenden Anzahl
von 150 bis 200 Stück eingefunden. Mit Harpunen und Beilen
zewaffnet, warfen sich die Fischer von New Haven sofort in ihre
Boote, um diese gewaltigen Thiere zu erlegen. Nach einer gefähr⸗
sichen Schlacht, welcher am Ufer eine große Zuschauermenge bei⸗
wohnte, war es möglich, 16 Wallsische bei New Haven und 7
bei Granton aus Land zu ziehen.
        <pb n="214" />
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Leonhard Karl 9. M. 12
T. alt S. v. Adam.
Schwarz Elisabeth 1 J.
3 M. alt T. v. Caspar
Weirich Joh. Adam 67 J.
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Mann Georg 5 J. 9 M.
ilt S. v. Joh. Georg.
Schenkelberger Maria 1J.
11 M. 24 T. alt T. v Joh.
Verehelicht haben sich:
den 18. April. Hemmerling Peter u. Be—
der Susanna.
Zentz Ludwig u. Koch Eli⸗
sabetha Charlotte.
Umbehr Carl u. Ritter
Adel Catharina.
St. Ingbert den 5. Mai 1867
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mern, Küche, Maunsärden, Keller,
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Hofrauin, nebst einem schönen
Garten, ist bis 1JuUl i zu vermiethen.
Näheres bei Herrn Adiungt Hoff⸗—
nann hier.

*

Civilstand pro April 1867
der Stadt St. Ingbert.
Geboren wurden:
den 2. April Hoffmann Barbara Annai
T. v. Johann.
Koch Johanna Louisa T.
b. Thomas.
doch Lounfa Wilhelmina,
T. v. Ludwig.
dimmel, Wilhelmine T. v.
delena.
Otmann, Karolina T. v.
Fva.
iefer, Georg S. v. Peter
Zindel, Peter S. v. Joh.
Joseph.
Weidmann, Carl S. v.
Valentin.
Grell Jakob S. v. Jakob.
doth Catharina T. v. Joh.
Schuster Jakob S. v. Jakob.
Jimmermann Nicolaus S
. Michael.
Greß Maria T. v. Johann.

Der Unter⸗
zeichnete hat
unterm heuti⸗
ien seine
Garten⸗

— wirthschaft
„.bhahn eröffnet, und ladet zu
wecht zahlreichem Vesuche höflichst ein.
,
die Unterzeichnete empfiehlt
h als Reidermacherin
inbo Verßzeugnräherin; auch geht
dieselhe außer den Hause aähen.
Wittwe HLéil.,
vohnhaft bei Balth. Heintz im Josephsthal.
Redattion Druds und VBersan ßx687—

— — 2— ——————— —
SNVNnabert.
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        —D 6— An J d 7 d 9
A: e uict t * J —
9 F . 2 — .I.—
8 J 71 J 17146 — — —* — 4 J * J
ered dee * —— —— — —— ———— ze n ey
unn »-H * *
I νιν ιι, ι. . 23 5
der 3Stiugugbertew Anzeiger“mit Jeinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donnersstag
Gd Seaa 'nist a g Abonnementsbreis vierteljährig 45. Krzr. Anzeigen werden mit IKrzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift, oder deren
713 Maum berechnet. 3

Je —ä
Rro? 56. l ιι Donnerstag, den 9. Mai , 1867
— F — — &amp; 8* — * —
—
—
e4 Deutschland . 6
Mänch en, 2. Mai. Ein Kriegsministerialrescript vom 27.
M. verfügt die Auflösung des 3. Cuirassiers und 3. Uhlanen⸗
hegiments zind deren Zutheilungeu den andern Cavallerie⸗ Regi⸗
edlern, welche nun sämmtlich 5Schwadronen (4 Felde und eine
depot⸗ Schwadron) haben werden, in einem Friedensstand von
nGéd Mann und 125 Pfetden: V. 4. die Escadron 169 Mann
und 125 Pferde. Diers.und 4. Escadron des 3. 3Cuirassier⸗
degiments werden aufgelzst; vom Zihnr Uhlauen⸗Regiment kommt
ie erste Escadron zum⸗nIi.dies D. zum 42. Uhlanen⸗ Regiment
ien8.Jumn' 3. und dier. zume GB. Chevaurlegers⸗Neegiment. Die
Eskadrolt, Mittmeister⸗v. Stromer, koinmt also als: Depots Es⸗
adrom nach“ Speyer,“ welches bünftig 310Eskadronen haben wird.
Die neue Formation und der Abmarsch der betreffenden Abtheis
nngen in ihre neuen Garnifonen haben am“11. Mat ain Wollzug
u treten? ——
Maümcheen, 4. Mai. Am IulMai hat der Untetricht der
inberufenen Offiziere und Unteroffiziere (von jedem Bataillon der
Urmec Leinn Hauptmann und zwei Unteroffiziere) in derHaudha⸗
uing der Hinterladungsgewehre, und zwar mit einer theoretischen
gorkesung,“woran sich dann die praktischen Uebungen“ reihen,“ bes
Jonnenit. Die Offiziere: des J. und Z. Generalcommandos werden
on dem Beneralmojor v. Steinle änstruirt, die des 3.. und 4.
— DienJäger
velche vom Donnerstag auf heute: die Hauptwache bezogenz waren
ereits mit Hinterladern verseheubtuu
Mün hen. 5. Mai⸗?u Moch weiß man nicht, wer Justizmi⸗
tister wird. Die Unterhandlungen mit Steyter haben zu keinem
Resultat geführt und sind abgebrochen. Jetzt werden die: Appel⸗
ationspraͤsidenten v. Neumayr, d. Vogt und v. Petersen als die
jenannt, unter welchen die Wahl zu treffen wäre. Früher wurde
iuch Ministerialrath Weis genannt;“ ob mit ihm unterhandelt
purde, weiß ich nicht. Zu! wünschen wäre, daß das Interim
nicht lange dauert; denn dasselbe hat begreiflicherweise mancherlei
zögerungen iind Hemmungen im Gefolge; so würden, um nur
Fines zu erwähnen, die Berathungen des Gesetzgebungsausschusses
dohl bald eine Unterbrechung erleiden, da Gegenstände an die
keihe kommen, in dit man nicht gut eintreten kann, ohne? zu
vissen, wie der neue Justizminister betreffs— derselben denkt. —
In ünsern imilitärischen Laboratorien -wird fortwährend mit gro⸗
Jem Eifer an der Anfertigung von Munition gearbeitet. Auf den
etzten Schrannen hat die Militärverwaltung bedeutende Einkäufe
emacht. — Der Schießcomnüssion ist von einem bayerischen Büch⸗
enmacher das Modell eines Infanteriegewehres vorgelegt worden,
)as in zwei Reserveläufen 25 Patrouen faßt, welche durch einen
ehr einfache Vorrichtung Stück um Stück in woder wielmehr vor
)en Schußlauf geführt werden, so daß mit ganz unbedeutenden
Zwischenraͤumen rasch nacheinander 25, Schüsse können abgefeuert
verden. Außerdem ist das Gewehr auf Hinterladung eingerichtet
ind konnen nach Verbrauch der ersten25 dann immer noch
5—6 Schüsse in der Minute gegeben werden
Muünchen, 5. Mai. Se. Majt der König wird am 11.
Mai nach Schloß Berg am Starnuberger See übersiedeln. Der
Plau, den der König früher gehabt hatte, die im Spätherbste
vorigen Jahres begonnene Rundreise durch Bayern in diesem
Somnmer fortzusetzen und gquch andere Landestheile zu besuchen,
hat durch die inzwischen eingetretene Verlobung und bevorstehende
Vermählung Sr. Maj. natürlich eine Aenderung erlitten. Die
Rundreise wird wahrscheinlich erst im nächsten Jahre, und dann
nit der künftigen Königin zusammen gemacht werden..
Münschen, 6. Mai. Wenn auch der Tag an welchem
die Vermählung Sr. Maj. des. Königs stattfinden wird, noch
nicht unabänderlich feststeht, so ist doch, wie ich heute aus sicherer
Zuelle erfahren habe, der 12. October de J. gaunz bestimmt dafür
n Aussicht genommmen. An diesen Tag knuͤpfen sich nämlich
ohe Familien⸗Erinnerungen des koͤniglichen Hauses: denn am 12.
Mbber I810 hat auch die Vermählung Sr. Maj., des Königs

Ludwig J., und am 12. October 1842 jene des höchstseligen Vas
ters Sreu Maj-a Königs Maximilian II., stattgefunden. Wenn
—ED wird.
ruch die Vermählung Sr. Maj. des regierenden Königs am 412.
Dclober d. J. vollzogen werden::. —Den energischen Maßregeln.
er“Staatsregierung ist es gelungen, die Weiterverbreitung der.
Rinderpest von Untersteinach in Oberfranken aus, bis jetzt zu!
herhindern. Anu keinem einzigen Orte in Oberfranken, und auch
n keiner weiteren Stallung als in den bekannten 13 zu Unter—
teinach ist eine Erkrankung vorgekommen.
Munchen: : Es wurde ängeördnet, daß 1) das Administra⸗
ions⸗Personal der Militär⸗Rechnungskammer Nunter. Wegfall' der
isherigen Respicienten künftig zu bestehen habe aus L.Director⸗
Oberkriegscommissär: 19 Kle aus 7 Rechnungscommissären, näni⸗
ich: 1Dberkriegscommissär 2. Kl., 8 Kriegscommissaren, 3 Re⸗
imentsquartiermeistern 1 Kliyans 14 Rechnungsrevisoren, nänit
ich? 7 Bataillonsquartiermeistern“ und 7. Unterquarliernseistern
daß jedem Generalcommando, ferner dem Artislerie⸗ Corpssscom⸗
nande an Stelle des bisherigen Unterquartiermeisters oder Regi·
nentsactuars ein Regimentsquartiermeister, dem Genie⸗-Corpscom⸗
mando au Stelle des bisherigen Regimentsquartiermejsters ein
Friegscommissätr und. ein Bataillonsquartiermeister beigegeben
werde. — 3 —
—D Dienstes⸗Nachrichten .
Unterm 2. Mai wurde der practische Arzt Dr. Max Dosenæ
seimer in Otterberg zum Bezirksarzte II. Etz in Hornbach er⸗
jannt, welche Stelle er seit, ihrer Vacatur als Verweser verg
ehen hat. E
Darmstadtt, 3. Mai.Dieser Tage wurden Hofrath
zecker und ein Accessist von hier bei Straßburg, wohin sie einen
Ferienausflug unternommen, verhaftet und 48 Stunden lang in
Hefangenschaft gehalten. Die beiden harmlosen Reisenden waren
zämlich, der Hümnel weiß wodurch, in den Verdacht gerathen, sit
eien preußische Spione und hätten 2Offißziere umgebracht. Becker
atte in den Augen jener Spionenfänger auch noch das furchtbare
Zerbrechen begangen, ein Bruder des „Bismarck zu sein.“ Der
Umstand, daß man bei ihm einige Reisekarten fand, machte jeden
Zzweifel verschwinden, daß man es hier mit äußerst gefährlichen
hßersonen zu thun habe und verwirrte selbst die Köpfe der Sicher—
eitsbeamten dergestalt, daß die Gefangenen nur mit vieler Mühe
hre goldene Freiheit wieder erlangen konnten.
Leipzig, 6. Mai.“ Die jungen promovirten Medieinet
verden durch Anschlag am' schwarzen Brett der Universität aufge—
ordert, als Militärärzte in die Armee zu treten. Man bedarf
deren wegen der neuen Heeresorganisation.
Berlin, 7. Mait Major Burg, der preußische Bevoll⸗
nächtigle zu Paris, ist gestern in einer wichtigen Mission nach
zondon aoͤgereist, woselost er wahrscheinlich den preußischen Bot⸗
chafter bei der Conferenz assistiren wird *
Berlin, 8. Mai. Der, Graf v. Bismarck sagte' zu einet
Deputation, welche ihm gestern aus Anlaß des Jahrestages des
Fohen'schen Attentates ihre Glückwünsche darbrachte, die Sitnation
ei ernster als je, IJ
Berlin, 8. Mai. Die hiesige „Boͤrsenzeitung“ hört, das
nglische Cabinet dürfte wegen Uebernahme der Garantie für die
Neutralisirung Luxemburg ernstliche Schwierigkeiten erheben.
Berlin, 8. Mai. Die „Provinz.Corr.“ constatirt die fort⸗
dauernden Rüstungen Frankreichs und fügt hinzu: nur eine schleiif
aige friedliche Entscheidung der Conferenz könne die Regierung
der Nothwendigkeit uͤberheben, Vorsichtmaßregeln für Preußens und
deutschlands Sicherheit zu ergreifen. V —
Was Abgeordnetenhaus hat die Bundesverfafsung mit 226
jegen 91 Stimmen angenommen. . 7
. Wien, 3. Mai. Die Befestigung Wiens scheint eine That⸗
ache zu werden. Die Baudirection ist beauftragt, die Expros
ialioa der für die diesjährigen Festungsbauten erforderlichen
        <pb n="216" />
        Vrundstücke sofort einzueiten. Die Preuen warenꝰ im vorigen sie Izu vermutheci daß drei Sitzun ür di enn V
Sommew freilich gar zu nahe ba— Wien⸗ 9 — u en sd— v
Wien, 83 Mai deegzee Ruůter do. Venedet wurde vwohl sber die Prinzipfrage als über die n s ngeeenn
in dicten Tagen Auf das Freudigste AiberraschtezsWenige Zage, Standes gelommmen. Sie glaͤnbf saredaß dig für ** e
nachdem dem Feldzeugmeister sämmtliche Orden gestohlen worden remburgs zuerkannte gFrift festgesteltt fn) dic Nanmaug eu
waren, erhielt er ein eigenhändiges Schreiben des Erzherzogs Al Paris, 6. eete uͤn die Bodenereditgefellschaf
brecht. Dem in den schmeichelhaftesten Ausdrücken abgefaßten (Orédit foncior) geben Italien auf die Kirchengüter eine De s
— 8 mehrer en —F anderen das Com- von 300 Millionen Franken. — Patrie 8 Morgen gner
reuz des Maria⸗-Theresien-⸗Ordens bei, die der Sieger Conferenz ihre erste Sitzung. Drei Si —R i⸗
von Custozza dem, wie es in dem erwähnten Schreiben heißt, Jung der ihr⸗ zugewlese, * e e e
„hochverdienten General, dem langjährigen Freunde und gn re 3 ee 3— e re 3— a
gefährten sendet, damit er Auszeichnungen keinen Augenblick ente duremburg. ist eine Verständigung bereits er 8* nung tr Festus
—9— die g 8 y in d ere — — —⏑— —— Mai. Der ee vune wien heftiobi
.“*Es sollen-drei Orden sein, die Benedek vomn Herrn. Artikel gegen di —* usliga. in
Erzherzog erhalten; letzterer hat diese Auszeichnungen e ge⸗ aine i siaes
ragen. — ——3 Belgien.
Wien, 4. Mai. GroßesAufsehen- hat der Vortrag des Zrn gsel. 5. Mal⸗n Gefctnethat die belgische Regierun
Armeeobercommandanten üͤber das neue Avancementsgefet fuͤr die ine Einladung erhalten, an der. Conferenz“ in“ Londom Theil
Armee gemocht, da es kaum möglich ist. pie borhanbenn Gebreche nehmen.“ Man glaubt, daß unser Gesandter in Londom, Shspan
offener Ind ernster zubesprechen Der Bericht sar n an de Weyer⸗ den Auftrag erhaltemn werdeoVelgien beit: der
nichts Anderes, als daß unser:Offigiercorps halb aus Unwissenden, Touferenz ziz vertreten —————
halb aus Invaliden besteht. Mit dem verderblichen Proteckiong Eugland üuereret
wesen soll gebrochen, und die: Beförderung soll künftighin nur von oan 3. uag s⸗ oe
dem wissenschaftlichen Fortschritt und, der Tüchtigkeit der Bewer⸗ nagehne, d Dud cherw unter AheimohnwGeinen
e ee mgehheueren Menschenmasse abgehaltene Reformmeetingverlief ohne
z. Mai. Die ¶Ledehlepost bringt Nachrichten aue ung der Rate RPolizei undMilitär nhielten sich in Eutfer—
Athen, 27. Apriln Omer Pascha will die Sphaliolen Fandignn g. — Im Parlament.mird morgen Herr- Laboucherg die: Re⸗
e Lani nee e ee de epnn ee obh ndieselbeneinen epentuellen Garantiepertrag
* gezg —— e ——— udie Neutralisirura? von: Lurembuva dem Parlamente vorher
und Erpressungen abgesetzt. Nus Komsitamnin o pe 37 April: or egen werder e 139 tttute g
Der Vicekonig von Leghpten, unzufrieden nn dem, sangsamen 63 Inpdon Fe Maten Die auste onledemnisi güng ¶ wind.heitte
den en hennrnedne en e eee e achmittag um 3 Uhr, die nächste wahrscheinlich am Samstag
auf Kandig, befindlichen Truppen an den Operaben⸗ ibgehalten werdem. Der Sitzungssaal ist berselbe. wie ‚im Jah
hen Truppen an den Operationen Omer 884, Lord eß fu si eeDhre
Paschas, keinen Antheil nehmen ue337 88 e egee ren
ihde ν ν der gzwei Vertrebernrhaben son wir Lord S
5 Frankreich uan ιιννι iruden. Augenblick 8 Lord 258 — ——
* p arrs, 5. Mai. Der „Phare de la Loire“ bringk fol- 'ellauf der preußischen Panzerfregatte Kronprinz —* aigefumden
Jende, mit 54 Unterschriften versehene Adresse der Arbeiter Von ed om did n V. Mai. Imn der gestrigen Gonferenzsthum v
Losne an ihre Brüder in Deutschland. Sie lautet: an ddie Großmächte, Belgien, Hollandund eneen ihre
an fucht in diesem Kugenblc die Gemuthet zu verwirren Besandlen Luremburg dagehen du e ee eee
ind einen Haß zu erwecken der wnicht existiren därfenn Unn den ertretenn, Die Garantie der Nenutralitat —38
Freiheits idern eine Diderfion zu machen, ruft nian von einer wie wurde als Grundlage der Verhandlungen — ⏑⏑ ———
der anderen Seite zum Kriege auf, als ob der Krieg hätte jer und die Regierungen wurden umsdarauf hbezügliche —
nals eine Frage löfen können. Was hat Frankreich seit Jahr- 2rsucht. England zögert, die Garantie, auf wel her Preußen he,
hunderten durch seine Denfer, durch seine Monarchie, durch seine teht.tgu ertheilen. * — VV————
Revolution gewollt und gesucht? Diese Einheit zu bilden, welche An rikae —* ene
eine Macht/ seine Größe, seine Wohlfahrt ausgemacht hal. Sei , ι, marknr ——————— 53 5
aem Beispiele folgend, hat soeben Italien seine Freihen gegrin- 1..NarHort, 23. Dil Mit dem Dampfer Afia,“ aljo
— durch die Kabelnachrichten bexelts überholi.) Im, Senat ist eine
vird, wenn es fortfährt, mit Vorsicht und Feftigkein zu Werte Resolution eingebracht, daß die Vereinigten Staaten, in Merico
zu gehen: Ihr Brüder von Deutschland, was wollt auch— Ihr? und in der Luremburger Frage vermitlelnd vorgehen sollen. —
die ẽinheit des deutschen Voterlandes gruͤnden Und * Der Fall Puebla's hat den Kaiserlichen 1000, dau Nebubinaneru
s wohl Gerechteres und BVerechtigteres, wie könnte Frankreich e 2000. Mann getostet. Queretaro ais hatt. dedtamgt. Die Berichte
dammen wad es fur sich felbst nis gut finbete Wernn hu, jüber den derzeitigen Aufenthalt Maximilians lauten widersprechend
rine Große in der Schwache der Rachbarböler suchene. Wie doch wird besat gtz daß Kaserliche hingerichtet worden seien Rach
tonnen Euch nur dies fagen Habt guten Dnhe seh une et dem lettten Kabedericht uit Oueretato nun von den Jugtenhe
sort und vervollstündigt es durch liberale, und demolratische In— nommen·) i αν . ꝑ
titutionen, damit wir eines Tages Alle zusammen— den großen ιXIXXSOC. seen An
d iee — vn Rechnet mithin auf gn An die deutsche Nativn — e
Sympathie und nicht auf den Haß einer vergangenen Zeit. Haben Für Ferdinand Freili. bhz, nfur den edlen / Dich⸗
en wir Alle, diesseits und jenfeits des Rheines nur “3* ter eines großen Volles, A ie
„Nieder mit den Waffen! Es lebe die Arbeit und die Freiheit uo“ dannt soweit die deutsche Zunge klingt.denn — *zæ88 88*
n, esultat geliefert, so beschäftigt man si Sein Lebe ifnist kein froherni egenfreser.n geweser
mi der ge en ee e e Nach — — ——.,.——
Aussteller. ie es heißt, soll dieselbe mit. großem Pompe vor den herausriss⸗ vie sJa J onge J un An illle⸗
sich gehen. Der Wagen, welcher bei der Heirath des Kaisers mit gez e e en mautn iah en re
en vagen — der des Kaise: Jezwungen, das Brodeder: Ver ungn zine Ein -bi
d Den ee ee in dei Gelegenheit dieser Feierlich⸗ —
Todestanes 355 belastet mit der Sorge um eine zahlreiche ilie fein
——
Fugenie/ welche heute 42 Jahre alt n. Ineen 3358 he een er enn Prbeen geern e e
In einigen Departements, namentlich im Süden hatdie nuͤr selte wromen „lehnte er seine Leyer an die Seite und
Aitswanderung so bedenkliche Dimensionen angeno hat die dur selten noch entlockte er ihr Tone. die dann aber hinüberklam⸗
ʒen Prafecten, an die ae ne und e enhe nder de u Euno und Widerhall— fanden im deutschen
treffendes Cirkular erlassen werden wußte. i⸗ So hat!er die Herzen der Jugend entflammt, so hat ei
Gestern wurde in der Ausstellung das chinesische Theater er inser Aller Brust zu erhalten edn die nn shan
ür das Gute, Edle und Schöne, ohne welche der eeeune
one e doe 30 der Groöße unseres —S—
icht allein mehr in unseren memnals *
xeichen würde. nen J ser Hefnungen lebt memals 8
Das Ziel, nach dem er unter angestrengter Arbeil — e
mter nicht⸗ erreicht· Nach — — Mühen i ee

offnet. — p

Paris, 6. Mai. Die „Patrie“ hält für wahrscheinlich,
daß die auf morgen den 7. Mai festgesetzte ersie Sitzung der
Londoner Conferenz nur den üblichen Formalitaäten gewidmet wer⸗
den dürfte und daß erst in der zweiten Sitzung auf die einzelnen
Punkte der Beratbung eingegangen werden wiedentFae Fehe vein
        <pb n="217" />
        U
5

it
he
e

gen auf fremder Erde, am Abend, seines Lebense stehend, sIchaut
in eine ungewisse unsichere Zukunft.s à
14D wenden wir unß ran die dentsche Nation. dire Pflicht
st es, dem exgrauten Dichter did Lebenssorgen zu erleichtern und
hmn dadurcht den Daͤntz uñd dier Anerkemiung“ seines ) Vaterlandes
arzubringen 4 üt o
Wie oft 9 n Weite — 38 vaß eh die
Todten zu feiern, den Lebenden nicht zu huldigen weiß. N 113
Die — —— lbirasth's rufen wir ihm zu:
„O lieb', so lang Du lieben kannst! J
O ieb?zjol lang Du ehenmagst !ny13146
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
335.„Wo. Du an Gräbern steh'st und-klagst!“ „543)
Us Nfel —S— eeehh zund Nag :1119
Die Auterzeichneten, persönliche Freunde des Dichters aus
dem Wupperthal, in welchem er einige Jahre seines Lebens ver—
vhrachte, sind zunächst zusammengetreten, um die Initiative zu einem
Rational⸗Geschenkerfür Freiligrath zu ergreifen.
—AA
Städten Special-Comite's zu gleichem Zwecke zu bilden, oder sich
dem hiesigen.“Comite anzuschüeßen. Zugleich ersuchen wir alle
Zeitungs-Redaktionen um gütigen Abdruck dieses Aufrufs und um
Intgegennahme von Beiträgen.

——— gen in den Stand gesetzt zu e
dieltin Manne! zu seinem Geburtstage im Sommer oder spatestens
zu Weihnachten einen ansehnlichen Fonds übergeben zu können —
im Aufirage der Geber und im Namen des deutschen Volkes.

Barmen, im April 186873, 41
F.A. Boelling. Ludwig Elbers. Ernst v.
Eyneru RKeinh. Neuhraus. «Emil Rittershaus.
Ed. Schinck“ Karl Siebel.l
Die Redaction, des „St. In gberter Anzeigers“ ist
gern bereit, Peiträge entgegen zu mehmen, um sie dein Comite in
Barmen zzu, ühermitteln. z . 2314
Bermissichte s. :

Speyer, 7. Mai. Der Herr Regierungspräsident Pfeu—
fer ist“ heute! nach Augsburg ubgereist, umn seine Familie abzuho—
en? mit welcherler am 13. d. -Mehierhere! zurückkomtmen' wird.“

F Ludwigshafen, &amp; Maixz4Zut Erleichterung des Vesuchs
der Pariser Industrie- und Kujistausstellumg werden vom 1. Mai
ib von den pfälz. Eisenbahustationen Ludwigshafen, Frankenthal,
Zpeyer Germersheinm, Dilrkheim, Kaiserslautern, Neustadt und Landau

L., für Einzelnreisende jia Weißenburg nach Paris und zurück,
Retourbillete F. und- P.“ Classe ausgegeben, welche eine Gültigkeitss
dauer von, einem Monate, vierzehn oder acht Tagen habemFine
arte mit einem Monat Gültigkeit kostet in II. Classe 34 fl. 14
r., dto.“ mit 14 Tagen Gültigkeit 29 fl.39 kr. und dio mit 8
TagenGültigkeit 25 fl. b kr. inn

2., Fuͤr Reisends mit Vergnügungszügen via! Weißenburg und
ria Forbach von Ludwigshaen, nach Paris und zurück Billete
II. u. III. Cl. und kostet ein Billet V. Cl. 16 fl. 59 kr. und
in Billet PI. Ch. I1fl. 7.lr.; das Nähere besagen die befon⸗
ders ausgegebenen Affichen.

fLandau, 8. Mait Die von der Badischen Landeszei⸗
tung gebrachte und aus dieser in das Frankfurter Journal über⸗
Jegangene Rachricht, von hier seien 50 berittene Artilleristen unter
unführung ihres Wachtmeisters zu Pserd nach Fränkreich desertirt,
st nichts als eine Zeitungsgente, — In Folge der unsicheren
politischen Zustände ist der Häuserwerth hier nicht ünbeträchtlich
Jefunken. Vor einigen‘ Tagen wurde die Heiligenthal'sche Bier—
zrauerei zwangsweise um 9100 fl versteigert, während sie noch
vor einem Jahre einen reellen Werth von 18—-16000 fl. hatte.

F In Bohmen haben auf dem flachen Lande neuerdings wie⸗
derum tumultuarische Kundgebungen gegen jüdische, der deutschen
Partei angehörige Kaufleute stattgefunden, In Bjela wurden
Fenster eingeworfen und Häuser zu demoliren gesucht. J.5

Da in den, französischen Blättern qus·der Kupferkanone
—V
dern abgefeuert wird, ist es Zeit zu vrwähnen, daß von den Ge⸗
drüdern Eberhardt in Ulm eine Waffe construirt worden ist, die,
nach dent Urtheil von Sachverständigen, von entsetzlicher Wirkung
ein muß und jene französische Kupferkanone mit Leichtigkeit aus
zem Felde schlagt. Auf einem Rahmen mit zwei Rädern liegen
entweder vier Gewehrläufe, oder zwei Kanonen kleinern Kalibers
»der eine Kanone. Jeder Lauf feuert 60 Mal in einer, Minute
Aso die vierläufige Waffe 240 Mal, die zweiläufige Kanone 120 Mal.
Das Laden geschieht durch den Mechanismus, das Abfeuern aller
Zäufe auf ein Mal durch eine Kurbel, die ein einziger Mann mit;
Leichtigkeit vewegt. Die Waffe ist sehr bequem, rechts, links, hoch
jef zu richten. so daß das genaueste Ziel ermöalicht wird

4 Paris, 2. Mai. Unter den zahlreichen Besuchern des
gois de Boulogne befand sich dieser Tage ein stattlicher feister Herr
kr. hatte einen Sitz eingenomen und streckte sich behaglich auf
ʒemselben ns m? Bild vollster Zufriedenheit. Wohlgefällig ruhte
ein Auge auf seiner goldenen Uhrkette, waͤhtend er mit der Hand.
den goldenen Knopf seines Stockes am Munde hielt. Ein blon⸗
der Jüngling mit — Haar, der, vorbeikam, hielt bei ihm
ind setzte sich neben ihn. Schönes Wetter,“ redete der Nachbar
hn freundlich an. „Ach: Gott,“ exwiderte Jener, „was nützt das
chöne Wetter, wenn man sterben muß.“ „Sterben?“, versetzte
ʒer · qlte ⸗Herr sterben in Ihrem Alter, Sie sind doch wohl kaum
wanzig Jahre alt ?“ Freilich wahr,“ versetzte der Blonde jn
wübem Tone. „allein wenn Sie wüßten, wie sehr ich leide, ich
xage den Todeskein in mir — ich bin, damit Sie Alles wissen
yon einem tollen Hunde gebissen worden!“ — Dem alten Herrn
var nun zu Muthe, als würde er selbst von einer Tarantel ge—
tochen; er erhob sich, murmelte binige Worte der Theilnahme
wijchen den Zähnen; der junge Mann hielt ihn zurück, indem
er sprach: „Besorgen Sie nichts, mein Uebel ist. unch; nucht im
etzten Stadium; neine Mitmenjchen haben vonmit nichts zu be⸗
ürchten, aber Alles wa glänzt widert mich an, iund mein Parorxis-
nus stellt sich dann ein, wenn ich es⸗ sehe.“ — Halten rief er
olötzlich, „dieser Stock, Pier nep 11O, welches Leiden!“ mit
iesen Worten fuhr er h.it dem Munde nach dem Stode. nahm
hn zwischen Jeine Zähne, als wollte er ihn zerbeißen, während
er sich gleichzeitig der Uhrkette bemächtigte. Der gute alte Herr
var aͤußer sich; er wollté fliehen und vermochtenes nicht. Plötzlich
chrie der Jüngling: „Retten Sie sich, ich beiße Sie sonst“ Eben
vollte er auf den Herrn losstürzen, als glücklicherweise ein Park—
dächter, der die Scene mit angesehen hatte, auf den Tollen zutrat
ind zu ihm sprach: „Herr ich besitze gegen Ihr Uebel einspecifi⸗
ches Mitlel, das um so wirkfamer sein muß, als Sie Ihren Ne—
zenmenschen in der Thatnichts anhaben, sondern blos nach Gold
zelüsten. Sie müssen nicht von einem Hunde, sondern von einem
Strauß gebissen worden“ sein.“ Der Wüthende ward sogleich
uhig und foigte dem ihn Anredenden, in welchem er einen Poli⸗—
ei⸗Commissar erkannte, der es schon einmal bei einenr ebenso
nißlungenen Diebstahle mit ihm zu thim hatte. 3.

u Führer für die Parisere»Welt⸗Aussteltung 1867.
Preis 12. Sgr. nBerlin, Verlag pon;: AlberßGoldschmidt. Vor—
lehenden Titel trägt ein vor uns liegender praktischer Wegweser
nit einem colorirten Plane won, Paris und inemn; Plane, des
Ausstellungspalastes. Das Buchtein selbst ist in' viet“ Hauptab—
chnitte eingetheilt, nämlich? 1). Die Pariser Weltausstellung 18673;
J. Ankunftein Paris; 3) Paris; 4) die Unigebungen von Paris.
In dem ersten Abschnitt werden die Allgemeinen Bestimmungen
ür die Ausstelung, die Eintrittspreise, die Beschreibung des Aus—
tellungspalastes und die Hauptabtheilungen der Ausstellung mit—
etheili.“ Der zweite Abschnitt gibt dem in Paris Ankommenden
die nöthige Erläuterung über die Gasthöfe, Restaurants, Cafe's-
Fuhrwert. Geldwechsler, Post, Thelegraphen, Eisenbahnen ꝛc. Der
ʒritte Abschnitt Paris enthält, außer dem Verzeichniß der Sehens—
vürdigkeiten in alphabetischer Ordnung, eine Zeiteintheilung für
einen Aufenthalt von einem, zwei sechs oder zehn Tagen, sowie
Hie Aufführung der Boulevards, der interessantestenn und schonflen
Straßen, Pläße, Statuen, Fontainen, Quais, Brücken, Theater,
Lircus, Concerte und öffentliche Bälle. Im viertenAbhjchnitt
indet man Angaben über die e Paris:“ Passy Au⸗
euil, Boulogne, Saint-Cloud, Sebres, Meudon, Vincenneß: iud
Gersailles. Tin Namensverzeichniß zum Plan ist dem Ganzen
um Schluß beigefügt. Das Büchlein bildet zugleich Rxo!n70
on Griebens Reisebibliothek und ist Allen nach Paris Reisenden
vegen seiner praktischen Einrichtung bestens zu empfehlen. a
7In New⸗VYork sind in der Voraussetzung, daß sich Deutsch⸗
ands Einigkeit zunächst auf den Briefmarken ausprägen werde,
ie Postmarken der deutschen Einzelstaaten sehr gesucht.
33582 p* 7 —7
—— 457
Bekanntmachung. 733
2. Bei der gestern' dahier stattgehabten Constituirung eines
Zweigvereins des allgemeinen bayerischen Invaliden- Unterstützungs-
gereins für den Amtsbezirk Zweibrücken sind von der General—⸗
Hersammlung in den Ausschuß gewählt worden: —
1. der k. quiesc. Appellanionsgerichtsrath, Emil Cotta
dahiet als Vorstand, e J
2. der Reniner und Stadtrath Wilhelm Eugen Schulz
von hier als Schriftführer, J
3. der Banquier Adolf Fröhlich dahier als Cassier,
has hiermit den Mitgliedern des Vereins bekannt gegeben wird.
Zweibrücken, den 6. Mai 1867. 23
Damm — ⸗ ⸗s —
Nozirkzamtmann.
        <pb n="218" />
        .Ausschreiben.
Für die St Ingberter Grube wird ein
Bemeinde- und Polizeidiener, welcher auch
die Hut der Gemeindebanndistrikte Schü⸗
rerziegelhütte, Sechseichen, Rischbach und
Mäusbach zu übernehmeti hat, gegen Be—
zug eines jährlichen Gesammtgehaltes von
300 fl. aus der Stadtkasse von St
Ingbert, angestelll.
Bewerber dieser Stelle wollen ihre Ge⸗
suche persönlich binnen 10 Tagen auf un⸗
serfertigtem Amte einreichen.
St,. Ingbert, den 6. Mai 1867.
Das Bürgermeisteramt
— 2 Ehandon.
Mobilienversteigerung.
Samstag den 11. Mai 1867, Nachmit⸗
tags 1 Uhr, zu St. Inßgbert in seiner
Behausung läßt Herr Carl Miotte,
sKaufmann, dahier auf Borg versteigern::
1 Kanapee, 1 Pfeilertischchen, A. Pen⸗
düle, 1 runden Tisch, J Nähtisch, 1 Schreib⸗
pult, .Küchenschrank, ↄb. Küchenschaft,1
gzroße, Spiegel, 1 Feldbeitlade, 1 Wiege,
mehrere Tische, Stühle, 1 Backmulde
Bilder, Schaukelpferd, Höhscheere, 1 Deci—
malwaage, Balkenwaage, 1 kleinere Waage,
lvollständige Ladeneinrichtung, Weißzeug,
Gollenseil, Gartentisch und Gartenbänke,
stutschenfensterrahmen, Fenster, eisernes Ge
schirr, Porzellan, A Bauchbütte, 1 Badbütte,
verschiedene Waschbütten, Sauerkraute und
Bohnenbütte, 1 steinerne Sauerkrautbütte,
mehrere Oelfässer, 1. Mückenschrank / ver⸗
ichiedene Ladenartikel und Küchengeräthe.
e Horn, k. Notar.

sie “ twae 24444 Fs A ι νιJ ueι
4134 ne ν, Ausverkauf u — 9 F

5 48 —VV—— 9 24 * c * — 13 F i J — —
ämmtlicher Langwaaren, Lambrechter⸗ und. Niederländer
Tuchen, Buckskins, seidene und wollene Fraueuhals—
tücher, seidenen und gewöhnlichen Regen schirmen, Sei⸗
densammt-Westen ⁊c. , —— ια ιαν3

t iut J ν —
1 Jos. Firmery. 23
Ir der Hos ewnend Dielenhandlung des Anterzeichneten sind zu
haben — titt ιιÜ7
8 —JV———— A GRVCVCVVAMRAIXLAXVALLGA 3
Vogesen-Dielen zu Fußböden“ gehobelt, und gefügt,

D— ιιν ιιαι—xæ“ dang 8ibreit, Astreine ĩStüch 18 Sge.
αν ν αα ι I. Qualitätten —ι ι

ι αι ιι ιν ι Il ιι Oι να
ν e, ιι _ν ια Astreine, d ν I4 e
α αι I. Qualität. A I Vο
niunt ιιι ι ιι u u L. LOMα α
ν νι uν α, Astreine/ α
ι LQualität νæιαι,
—— — — II. αιæ
—— F A— 22 α— —24
Schwarzwälder-Dielen ebenfalls gehobelt und gefügt.

ι — Iung, 89-breit, Astreine A. Stüch 14 Sgriie
—* .— ιι α IAο ι Çι ααν
—, iß- 10 e 183
ν ν 1— ι 2
3..7 α I α 24α—“
19 —* — IS lIa Quqlitä, 1012

—— — V—— II. 10

— 9 — ————— 4 3 —75 du II- J —* 3 11 ⸗ 137
e ue *— 3 —I —I
. ů, * e5. .ν.

Fußsockel und Thürbekleidung mit schönem Propil
d — 4“ breit delfd. Fusß 60 Pf.

———— a e uch ja in ιιιν 6 ile 46
Auf Verlangen werden die Dielen pro Stück zu 3 Pf. mit einer feinen Vandsäge
getrennt, auch sind nach Bestellung aufgeblattete Dielen für Thürfüllungen zu haben, bei

7 J n L. DZoitz ui Eulzbach *4 F —— J

. Diese Preise verstehen sich por Comtant, gegen Ziel mit 59 Zinsen
— *7 2 J —* — 2 2 4 * — *
p Fruchte, Brode, Fleische ex. Preise der

J —

Siadt Zuweibrücken pom d. Mai.
Weizen z fl.. —tr. Korn 8it 82 tr.
— ————

reihige, 5 fl. — kr. Spelz fle33 tr.
Spelzkern — fl. briu Dinkel — fl.

— kr., Mischfrucht au fluue utr.Hafer

5 l Igtt. Erbsen ßz ful —telWiden

— fl. —kr. Kartoffelun iz 36 kr. Hen

lufl. 45 br., Stroh1 g 12 kr. per

Zentner. Weisbrod Jusz stilogr, 20 tr.,

Kornbrod 83 Kgr.,27 Ir.,ditto 2Kgr.n

18 1t. ditte 1 Kgr Wkr⸗nGemischtbrod

J — —

2 tre. Riudfleschen. Quat I6 tr 2

Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12. fr., Hammel-⸗

fleisch 14 fr.. Schweinefleisch I8iikr. per

Pfd. Wein 24 kr⸗ Bier, 60kr., herLiter.

Vutter 30 kr.het Pfuntzeuuuun

α . 1 ———

CCA ————— ⏑ —— —
Jruchtpreise der Stadt
Kaiferslautern vom⸗7. Mai.—

Weizen — fl. tr. Korn 6efl. 6tr
Spelzkern — fhatr.nn Spelzb6fl-,

7 tr. Gerste 5 fl BOtr., Hafer,, 53 fle

2 kr., Erbsen 6fl. 25ir., Wicken4 fl.

10 ir. Linsen 5 fl. 10 kr.nper Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27.kr.

3 Pid. Gemischtbrod 1492 ir. und 2 Pfd

Weißbrod 17 kvo

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Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich die
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germeister · Ehaudon übernommen und
nächsten. Sonntag eröffnen werde. Bei
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der „St. Ingbeérter Anzeig er“ wit seinein Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag: Donnersstag
uind Samstag, Abonnemenisbreis vierteljiährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet. —

Samstag, den 11. Miiii 167.

ro. 55.—
παÑιι
Deutschland. ssuich seinen Nachbarn genähett, und'jetzt soll dies Alles ins Ge—
München, 6. Mai. Die sächsische Regierung hat in gentheil umschlagen? Wir koönnen iumer noch nicht an einen so
Folge der in der nördlichsten Provinz Bayern's ausgebrochenen traurigen Auswuchs unserer modernen Kultur glaubhen.
Rinderpest nach eingetroffenen Depeschen die Grenzsperre gegen Eine Lehre sollten wir aber daraus ziehen: wenn die Für—
Zahern verfügi, und demnach ist die Einfuhr von Vieh aus Bay— sten und die Regierungen es nur sind, weiche die Völler in sol⸗
in' nach Sachsen verboten. Die Durchfuhr von Vieh durch Vah, hes Unheil stürzen, so sollen diese ihre Angelegenheiten selbit
ern nach dort ist ebenfalls untersagt worden. in die Hand nehmen; sie sollten durch offene, nicht zu verlent
Münschen, 8. Mai. Vis“ zur Auflösung des deutschen ‚Kende Kundgebung zu erkennen geben, daß sie nicht gewillt sind,
Bundes war der belgische Gesandte bei der Bundesversammlungesich in blutigem Streit um ein Phantom die Kopfe zu zerschellen.
leichzeitig auch hier acereditirt; nunmehr aber ist in der Person Auf internationalen Congressen aller Art reichen sich Männer der
egs Heren v. Westerberg ein eigener belgischer Geschäftsträger Wissenschaft, Künstler, Arbeiter, Iudustrieelle, Techniker die Hand,
Her eͤngetroffen. ind nun jollten sie sich wegen so tindischer Beweggründe feind⸗
Mun chen 10. Mai. Die Baher. Ztg. meldet: Preußens lich gegenüberstehen? Wir hielten es für angemessen, daß gerade
Hilitärbevollmächtigter am hiesigen Hofe, Generallieutenant von der jetzige Zeitpunkt, die Pariser Ausstellung, dazu benützt würde,
Hartmann, ist gestern eingetroffen Die Ernennung des baherischen um offene Kundgebungen der Art zu veranlassen. Jeder Ge—
Huiluarbevollmaͤchtiglen nach Berlin sieht in Aussicht hhgäftsmann, der. Verbindungen in Frankreich hat, sollte seinen
Dienstes⸗Nachtichten. — — Geschäftsfreunden bedenten, daß man in Deuschland keinen Krieg
Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewogen wolle, daß aber auch Frankreich kein Recht habe, deutsches Land
efunden:; auf das im Forstamte Wolfstein in Erledigung gekom⸗ zu beanspruchen. Man sotlte Versammlungen . au der Grenze
Nene Revier Duschelberg den dermaligen Aktuar des Förstamtes veranstalten, damit die Völker sich unter sich verständigen, und
suhpolding im- Salinemorstbezirke, L. Petitenlofer, zum provisorie Nan sollte durch Sammlung von Unterschriften eine Art inter⸗
chen Revierförster zu ernennen. aationaler Abstimmung veranlassen, welche gewiß ihren Eindruck
Der k. Forstwart Friedrich Herbst zu Münchweiler im Forst- auf die Regierungen nicht verfehlen würden. Würden in solcher
amte Pirmasens wurde auf die Dauer eines Jahres quiescirt und Weise die Völter sich einander jmmer mehr nähern und durch
in dessen? Stelle der k. Forstgehilfe Georg Steigerwald zu Bildhausen naterielle Bande des Handels sich verbrüdern, so würden auch
in Forstamte Neustadt a./S. zum provisorischen Forstwart nach Kriege immer weniger möglich. a
Münchweiler erraunn· —Gotha, N. Mai.. Der gemeinschaftliche Landtag hat die.
Karssruhe, Re Mai. Wie man vernimmt, ist gestern Verfassung des Norddeutschen- Buudes einstimmig angenommen.
ein Abkommen zwischen Preußen (als Vertreter der Staaten des —Berbinz 7. Pai. Die Conferenz ist heute in London zu⸗
norddeutschen Bundes) und den suͤddeutschen Staaten zur Einfüh- ammnengetreten, die offiziösen Blätter athmen Frieden, der Kaiser
cung einer gemeinsamen Besteuerung des Salzes uͤnterzeichnet dapolgon athinet noch miehr Frieden, aber es scheint jetzt selbst
vorden. Vom 1. Januar lommenden Jahres ab ist das in den in maßgebenden Kreisen Berlins die Ansicht in den Vordergrund
naisten Staaten bestehende Salzmonopol, sowie das preußische zu treten, Frankreich habe nur dem Zufammentritt einer Conferenz
Salzregal aufgehoben, und es wird ein gemeinsamer Grenzzoll zugestimmt um Zeit zu gewinnen. Da wäre nun allerdings zu
„on 2Rthlr. pro Centner Salz und eine Produktionssteuer in vünschen, daß die Conferenzen einen raschen Verlauf nehmen, da⸗
zleicher Höhe eingeführt. — nit man doch wenigstens weiß woran man ist. Vorläufig kann
Früntfurt. Die neueste Nummer des „Arbeitgeber“ und darf die preußische Regierung sich der Erwägung der überein—
)riugt einen sehr lefenswerthen Artikel von Franz Wirth über kimmenden Rachrichten von franzöfischen Rüstungen nicht entziehen.
Krieg oder Frieden“, in dem es unter Anderem heißt; der Widerspruch zwischen den Friedensdersicherungen Napoleous,
Die Wißfenschaft. Handet und Industrie bemühen sich, die velche der König der Belgier für aufrichtig gehalten hat, und die—
Bölker zu einem harmonisch gegliederten Ganzen zusammen'zu en großartigen Rüstungen liegt zu klar am Tage, als daß Preu—
ließen, wahre Gefittung und Wohlstand' unter allen Schichten den es jetzt nicht mehr seiner Würde entsprechend erachten sollte,
u verbreiten; aber immer wieder isi es der Ehrgeiz der Fürsten, LUufllärung und Losung dieses Widerspruches in Paris zu fordern.
der Militärs und einiger bevorzugten Stände, welche all' jene Preußen hat sich vorzubereiten um nicht überrascht zu werden,
Mühe wieder vernichten in unvernüftigen, wahnwitzigen Kriegen. breußen hat jeine Bundesgenossen von dem zweideutigen. Betra-
Was soll es jür einen Sinn haben, wegen Tines Landchens don en Frankreichs in Kenntuiß zu halten, Preußen hat vor den
venigen Quadratmeilen einen blutigen, furchtbaren Krieg zu ent- Völkern Europas Napoleon an den Pranger der Stoͤrenfriede zu
unden, der selbst im günstigsten Falle dem obsiegenden Lande tellen und mit den Waffen in der Hand die Franzosen für immer
Taufende seiner küchtigsten Vurger und Millivnen zerstörten Eigene“ ur Ruhe zu zwingen. So steht die Sache. Heute war die
hums koster! Ist der kindische Ehrgeit, das erste Volt in ßrälim narconferenz zur Erledigung von Formalitäten; Sonnabend
kuropa zu sein, jo viel Blutes werth? Und gelten die Thränen st die erste ernste Conferenz. heute über acht Tage rüstet entwe—
nd Wehtlagen der unglücklichen Familien, welche betroffen wers der Rapoleon ab, oder die deutsche Armee wird mobil gemacht.
en nichis? Werden sich nicht die Gewissen Derer nachträglich‘ Diese Rechnung stellte heute ein Abgeordneter auf, und ich höͤre
uͤhren welche solches Unglück uüber die Völker heraufbeschwören ñie leider bestätigen. — Das Abgeordnetenhaus hat auch heute“
saben? — noch nicht die Generaldiscussion über den Verfassungsentwurf be⸗
Es ist eine eigenthümliche Erfcheinung, daß, wenn man die eudet. Heute waren die Angriffe der Gegner des Entwurfes
Finzelnen im Volle fragt, ob sie einen Krieg wünschen, unter duchtig, denn es traten die Abgeordneten Virchow. Dr. Kosch,
06 kaum Einer if der sich für denselben ausspräche. Mit Schulze (Berlin,) Michgelis. (Allerstein) atzt, wäͤhrend die Verthei⸗—
Ausnahme weniger bramarbaficender Militärs und— politischer digung bon den Abgeordneten Dr. Hahm, Wagener, v. Unruh
harteigünger, welche eine mißliebige Regierung in Verlegenheit And in humoristischer Weise von Hrn. v. Gerlach gesührt wurde.
„ringen möchten, giebt es fast Niemand, der nicht für eine fried.“ „Bekerlin. 8. Mai. Leider sind auch die heute eingegange—
iche Ausgleichung etwaiger Differenzen wäre. Der Handel, die jen Nachrichten über die Rüstungen Frankreichs sehr beunruhigend.
Industtie, streben dahin, die Volker immer mehr zu verbinden, Nicht 80,000, sondern 100,000 Mann werden im Lager von
die Eisenbahnen verbinden dieselben immer enger und jeztzt soll- Chalons concentrirt; die Direktion der französischen Osibahn hat
en alle diese Anstrengungen vergeblich gewesen sein? Frankreich »en Befehl erhalten, alle verfügbaren Transportmittel bereit zu
at der Idee des Menschenfreundes Cobden folgendi, Handelsver⸗ jalten, weil am 12. Mai Truppenconcentrationen bei Metz und
aqge mit ganz Europa abgeschlossen, durch Freiheit im Hande doulon stattfinden werden. Die Rüstungen zur See werden eifrig
        <pb n="220" />
        betrieben; in der Bretagne finden Truppenaushebungen statt; angeblich die Garantiefrage war. Die Stimmung in den diplo—
Belfort wird ein befestigtes Lager, in Wien sind große Getreide matischen Kreisen für die Erhaltung des Friedens ist hoffnumngsvoll.
Finläufe gemacht. Das ist noch nicht genug; ich glaube wir London, 8. Mai. Die heutige Conferenz beseitigte alle
verden baid um eine brennend gewordene europäische Frage reicher Schwierigkeiten. Der Friede ist factisch gesichert. Im Unterhause
geworden sein, ich meine die orientalische; und für diese Mei- exwiderte auf eine Interpellation Labouchere's »LordStanley:
nung habe ich sichere Anzeichen, die ich leider für heute noch nicht Die heutige Conferenz erzielte ein substantives Arrangement, Dank
prücisiren kann. Vielleicht hat dies aber einen wohlthätigen Ein- der Mäßigung der Hauptbetheiligten, und sind nur noch die For⸗
fluß auf die friedliche Loͤsung der luxemburger Frage. malitäten abzuthun.

Berlhin, 9. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm heute, Englands Garantie vermehre nicht, sondern limittirte die bis—
den Gesetzesentwurf wegen Aufhebung der Zinsbeschrünkungen im herige Garantiepflichten. Nach dem Conferenzschluß, der wahr—
Hypothekenverkehr an. scheinlich baldigst eintrete, werde die Vorlegung der Acten statt

Berlhin, N. Mai. Der König von Griechenland ist itern ffinden. Diese Mittheilung ward mit lautem Beifall aufgenommen.
Abend hier eingetroffen und von Sr. Maj. dem König am Bahne“ London, 9. Mai. Der „Globe“ schreibt; Der Erfolg
hofe empfangen und in das Schloß geleitet worden. Das Cere-der Conferenz ist gesichert. Luxemburg bleibt bei Hoͤlland, wird
moniell war dasselbe wie beim Empfange des Königs der Belgier neutralisirt und durch die Großmächte garantirt. Die Festung

Frankreich wird geschleift. Truppen im Großherzogthum werden lediglich
zurt Wahrung der Ordnung gestattet.

Paris, 7. Mai Heute erzählte man sich hier, daß VPreu⸗ London, 9. Mai. die heutige Conferenze Sitzung soll
zen für die Räumung Luxemburgs einen Zeitraum von mindestens die Garantiefrage erörtern. „Times“, „Post'““ und „Herald'“
drei Jahren fordere, weil es inzwischen die Festung durch Ver halten das Resultat der Conferenz für gesichert. Die erstgenann⸗
tärkung der Werke von Trier ersetzen müsse. Der Kaiser — Blätter befürworten Englands Vetheiligung an der Collectiv—
iber diesen Gegenstand mit dem Grafen v.n d. Goltz eine lange! Garantie, „Daily-News“ ist dagegen. —

Unterredung gehabt. — Die für einige Zeit unterbrochen gewe— Ita lien
enen Rüstungen für die Marine in Toulon sind jetzt wieder mit Fz2 .
zrößter Lebhaftigkeit aufgenommen worden. Die Fahrzeuge, weige — Floreuz, 6. Mai. Herr Coppino ist in Alba und Herr
hon sen langer Zeit anr zum Transporte dienten, sind wieder Deplafio in Santarello, und somit sind uun sämmtliche Minister
amrt worden, die alien Linienschiffe sogar mit 80 Kanonen, ins Parlament gewählt. Aus Berlin soll eine Depejche eingelau-
ünter der Beinannung herrscht natürlich eine große Begeisterung en sein, in welcher Preußen seinen Dank ausspricht für die ver⸗
ür den Krieg — Der Zustand des kaiserlichenn Prinzen soll sich ühnlichen Schritte, die Italien in der Luxemburger Angelegenheit
in St. Cloud bedeutend gebessert haben. Wenn es der Zustand gethan hat. —DR
hes jungen Patienten erlaubt, so will die Kniserin mit ihm nach Floreuz, 7. Mai. Der König hat auf jahrlich vier Mil-
Arenenberg im Thurgau übersiedlen. Auch der Kaiser wird nach onen von der Civilliste Verzicht geleistet. — Die Verheirathung
)en großen Uebungen des Lagers von Chalons dorihin gehen. des Prinzen Amadeus mit der Prinzessin Della Cisterna wurde
ari s, 7. Mai. Der Etendard schreibt: Der Fuͤrst von fiziell bekannt gemacht. — VIJ
Waldeck befindet sich gegenwärtig in Berlin, um dem Konig von Floreuz, 8. Mai. Der Gesetzentwarf über die. Armeere⸗
Breußen sein Fürstenihum zu verkaufen. organisation stellt die Friedensstärke auf 200,000 Mann fest und

P'ari z, F. Mol. Ver Monileur von' heute Abend sagt: verlangt für den Kriegsfuß 550.000 Manun. Dadurch würde

Frankreich hai das Programm der Machte bezuͤglich der Neutra: mmmerhin eine Verminderung um 100,000 Mann eintreten. Der
sisirung Luremburgs weiche die Räumung der Festung zur Fol- riegsminister verlangt einen außerordentlichen Credit für die
ze hat angenommen. Indem es auf diese Weise dem Gebote der Umarbeitung der Waffen. Der Finanzminister hat heute einen
Mäßigung und der Uneigenützigkeit folgte, hat es den Mächten leuen Vertrag über den Verkauf der Kirchenaüter un—
ein Pfand seiner versöhnlichen Gesinnungen gegeben, welche eine lerzeichnet. F M55 —W
zünstige Lösung der Frage erwarten lassen. — Die Patrie mel⸗ Florenz. In Folge des Persano'schen Processes und der
zet, daß Rußland und England der Conferenz Entwürfe einer dabei zu Tage gekommenen Enthüllungen über die Zustände der
Bereinbarung vorgelegt haben; und der „Etendard“ will wissen, talienischen Marine hat die Regierung eine Commission niederge⸗
daß der engusche Vorschlag einer Einwendung nicht begegnet sei. etzt, welche die Personal-Acten aller Marine-Offiziere aifs ge⸗
gFerner meldet der Etendard, daß Preußen zur Leitung der aueste prüfen und die geeigneten Borschläge zur Reform des
Reorganisativn der Armeen in Suddeutschland den General Her— Personals einbringen soll. Herr Castelli, einer der Bice- Präfi—
warth b. Bittenfeld nach Stuttgart, den Generald. Hartmann enten des Senates, wird in dieser Commssion den Vorsitz fühe
iach München und den General v. Beyer nach Karlsruhe sendet. n, wie er auch der Untersuchungs-Commission im Persano'schen
(Der Zweck dieser Meldung des imperialistischen Blattes, deren Brocesse brasidirt hat.
zandgreifliche Unwahrheit sofort in die Augen fällt, kann tein
inderer sein als der, die öffentliche Meinung in Frankreich fort—
vährend in kriegerischer Spvannung zu halten. D. Red. d.
Bf. Kr.)

Paris, 9. Mai. Der „Avenir National' enthält ein Pro—
soboll in optima forma über die erste Conferenzsitzung. Es geht
oder ginge daraus hervor, daß der Vertreter des Königs der
Niederlande gegen den zweiten Punkt (Uebernahme von Seiten
des König-Großherzogs nicht ohne Zustiummung der Großmächte
aber Luxemburg zu verfügen) Einwand erhoben habe; es sei dies!
gegen das Souveränetätsrecht seines Herrn, worauf dieser Punkt
gestrichen worden sei.

Der „Patrie“ geht auf telegraphischem Wege von ihrem
vatcorrespondenten in London die Nachricht zu, daß die Aussichten
auf eine günstige Lösung der Luxemburger Frage durch den Con—
greß seit Dienstag, noch zugenommen haben.

Laut den der „France“ aus London zugehenden Nachrichten
zweifelt man in den politischen Kreisen jener Stadt —8
gicht daran, das die Lösung der Luxemburger Frage, die von
der öffentlichen Meinung in Europa so ungeduldig erwartet wird
in günstiger Weise gelösst werde.

Paris, 10. Mai. Das „Memorial diplom.“ schreibt: Ein
zlücklicher Ausgang der Conferenz würde den Zusanmentritt eines
Tongresses anbahnen, in welchem Repräsentanten aller Länder viel⸗—
leicht deren Herrscher selbst. die Grundlagen eines allgemeinen
Einvernehmens herstellen würden, das geeignet wäre, den Frieden
auf dem Continennt zu erhalten und das eurodaische Gleichgewicht
defiinitid zu ordnen.

VRermischtes.

F Zweibrücken, 9. Mai. Vor das Schwurgericht für

das II. Quartal 1867 sind nachstehende Personen zur Aburthei⸗
ung verwiesen: 1. am 20. Mai Georg Peter Stark, Tagner von
Herxheim, wegen Diebstahls; 2. am 21. Philipp Geyer, Tagner,
oon Fischbach, wegen Nothzucht; 3. am 22. Franz Langloth, Tagner
on Obermohr, wegen Körperverletzung; 4. am 23. Anna Maria
Zattung, Dienstmagd von Hengsberg, wegen Diebstahls und 5.
Johann Koch, Kellner und Tapezierer von Elm (Preußen) und
Katharina Mannweiler aus Nußbach, wegen Diebstahls; 6. am
24. Mai, Barbara Engel don Birkenhördt wegen Kindsmord; 7.
am 24. und 25. Peter Lutz, Mühlbursche von Offenbach und
Max Wohlrab, Mühlarzt von Offenbach, wegen Diebstahls; 8.
im 27., 28. und 29. Heinrich Weiß, Ackerer von Bellheim, we⸗—
jen Mords; 9. Jakoch Reinbold, Ackerer von Ilbesheim, abwe⸗
send wegen Koörperverletzung.
München, 4. Mai. Wieder ein hiesiger Gasthef der
3wangsversteigerung unterstellt, und zwar einer der ältesten und
chönsten in der Mitte der Stadt, „die blaue Traube“, erst vor
45 Jahren gänzlich neu erbaut und äußerst zweckmäßig eiugerich⸗
tet. Das ganze Anwesen nebst Inbentar ist auf 139,849 fl.
geschätzt und mit 50,000 fl. und 119,700 fl. Hypotheken belastet.
Aus Bahyern, 6. Mai. Es besteht die Aussicht, daß in
der Woeltausstellung auf Bayern drei goldene Medaillen und auch

England.
London, 9. Mai. Lord Stanleh hatte gestern Einzelbe⸗
prechungen mit mehreren Conferenz-Mitaliedern, deren Gegenstand
        <pb n="221" />
        einige Ehrenlegionskreuze fallen werden; für die Maschinenfabrik
donig und Bauer in Rürnberg ist die goldene Medaille fast ge—
viß; außerdem sind von den Klassen-Preisrichtern gesen 30 sil
berne Medaillen für bayerische Ausfteller beantragt.

Frankfurt, 6. Mai. Der Herausgeber des „Wahren
Jakob“ (Nachfolger der „Frankfurter Latern“). Hr. Stoltze, war
wegen Berletzung der Ehrfurcht gegen den König von Preußen
angeklagt, ist aber vom Zuchtpolizeigericht freigesprochen worden.
Wlr wiederholen, daß die häufigen Preßprocesse nicht gerade die
schoönste Seite der vollzogenen Annerion sind.

FAus dem Sqar-Revier, 9. Mai. Die Herren
Bergwerks⸗Director v. Roenne, auf Grube Heinitz, Berg-Inspec—
ior Hilt von Louisenthal, Berg-Referendar und Berg-Schullehrer
Haentsch zu Saarbrücken, werden sich in Ausführung einer In—
ttructionsreise nach Paris begeben. um sich mit den durch die da⸗
selbst zur Zeit stattfindende Welt-Ausstellung anschaulich gemach
en Foͤrtschritten auf dem Gebiete der Bergwerks- und Hütten—
Industrie bekannt zu machen. Herr v. Roenne wird sich bei die⸗
ser Gelegenheit auch nach Mons und Charleroi zur Besichtigung
der dortigen Coaks-Anstalten, Herr Berg⸗Inspector Hilt aber nach
Valenciennes begeben, um von den dortigen Einrichtungen für die
Verladung der Kohlen in die Schiffe Kenntniß zu nehmen.

Außer den obengenannten kgl. Bergbeamten werden sich mit
Genehmigung des Herrn Handelsministers auch vier Maschinen
werkmeistee nach Paris begeben. Von Seiten der kgl. Bergwerks
Direction sind hiezu, wie wir vernehmen, die Herren Maschinen⸗
werkmeister Schönemanu, Spindler und Lauenroth, so vie Hr Ma—
schinenfteiger Sprenger erwählt worden.

pTrier. 9. Mai. Se. Hochwürden, der Herr General⸗Vicar
und Dom⸗Dechant Murkiui wurde gestern vom Dancapitel zum
Bisthumsverweser erwählt. —

r Bremen, 2. Mai. Nach dem Jahresberichte der deut⸗
schen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger dessen Veröffentli—
chung bevorsteht, hat fich die Mitgliederzahl der Gesellschaft wäh—
rend des Jahres 18866 von 3847 auf 12,692 und die Summe
der laufenden Beitrüge von 4726 auf 13,743 Thlr. gehoben
Die Zahl der, der Gesellschaft einverleibten Bezirksvereine hat

sich gerade verdoppelt von 10 bis 20, darunter 7 binnenländische
Zammeldereine. Außer diesen giebt es im Binnenlande 44 Agenten,
velche für die Gesellschaft Mitglieder werben und Geld sammeln.
Sechs Bezirksvereine haben sich seit leztem Neujahr frisch gebildet.
r Köln, 5. Mai. Für den Dom hat die Kölner Lebens⸗
versicherung „Coucordia“ ein Geschenk von 1000 Thalern bestimmt.
Fahnen und Fichtensträuche auf den fertig aufgestellten Gerüsten
des Domss zeigen uns an, daß nunmehr mit dem Weiterbau des
nördlichen Hauptthurmes und des Hauptportals begonnen wird.
— Die Ausstellung der Schwäben in Paris erregt fast gleiche
Nufmerkjamkeit wie die Krupp'sche Kanone. Was haben sie?
dleider! — Alte, abgetragene? Nein, funkelnagelneue, faft wie
die Kanone und der Preis ist unter der Kanone. Rock, Hose
und Weste (leinen) kosten zusammen 3 fl. 38 kr.; der Rock Ufl.
18 kr. die Wesie 54 kr, die Hose 56 kr. Hält wohl nicht
lang? fragen die Franzosen. — Nein, sehr lang nicht, antworten
die ehrlichen Schwaben, dafür klopfen wir die Hofen umsonst aus!
F In Paris erregt augenblicklich ein musikalisches Curiosum
Aufsehen. Ein blinder Neger aus Nordamerika gibt auf dem Cla—
ier Bewrise von einem musikalischen Gedächtnisse,, welche alles
in der Art bisher Dagewesene übertreffen, und zugleich von einer
vahrhaft wunderbaren Schnelligkeit der Auffassung. Mau spielt
hm irgend ein Musikstück vor. gleichgültig welches, einfach oder
romplicirt, lang oder kurz; Tom hört es an, und macht dazu
die wundersauften Grimassen, daun setzt er sich an das Clavier
und wiederholt das ganze Stück. Mau schlägt einen höchst un—
Jewöhnlichen Accord an, Tom nenut sofort die Noten; aber was
ioch schwieriger und fast urmöglich scheint, man gibt ihm drei
verjchiedene Melodien in drei verschiedenen Tonarten; Tom Abt sie
'ofort alle drei zugleich wieder, eine mit der rechten, eine mit der
inken Hand, und die dritte ait der Stimme. Sein miusikalisches
Bedächtniß ist so starkl, daß er, was er einmal gehört hat, nicht
vieder vergißt; man braucht nur die ersten Tacte eines Musikftü⸗
fes, daß er einmal g hört hat anzuschlagen und so spielt er sofort
das Ganze. Uebrigens ist sein Vortrag ungleich und unvollkommen
and mesn mechanijch als musikalisch; er ahmt nach, was er gehört hat.

Bekanntmachung.“
Am Mittwoch den 15. d. M. Morgens
um zehn Uhr werden auf dem Bürgermei—
steramte dahier nachstehende Arbeiten, als:
1. Herstellung einer neuen Brücke auf
dem Hahnacker,
Reparatur der Brücke am Kirchhof⸗
wege; 7 — —— *
Herstellung eines neuen Dohlchens
daselbst, an den Wenigstnehmenden
zffentlich versteigert.
Plane und Rostenanschlag liegen auf
dem Bürgermeisteramte offen.
St. JIngbert, den 11. Mai 1867.
Das Vürgermeisteramt
Chandon.

Düngemittel

Wohnungsvermiethung.

der 8
Ehemischen Fabrik Griesheim
ir Frankfurt am Main,

Der untere Stock des Carl Groß'—
schen Hauses an der Hauptstraße, (von
Herrn Barminternehmer Leusentin bis jetzt
bewohns bestehend in 3 großen Zim—
mern, Küche, Mansarden, Keller,
Staulung, Nemise, einem großen
Hofraum, nebst einem schönen
Garten, ist bis 1 Jül i zu vermiethen.

Näaheres bei Herru Adiungt Hoff—
mann hier.

Sauere phosphorsauere Kalke
Superphoshphate) zur Düngung des Ge⸗—
reides, für Rüben, Wiesen, Gemüse,
Futtergewachse, Reps u. s. w. in drei
SZorten.

Gedämpftes Knochenmehl, (gua⸗
nisirt) in feinen und gröberem«Purver fin
——
zur Handsaat.)

Rohes Knochenmehl.

Baker Guano⸗Zuperphosphat.

Sombrervo⸗Superphosphat.

Peru⸗Guano⸗ Phosphat. (Ge⸗
äuerter Peru-Gugno.)“

Phosphor⸗Guand.

Griesheimer Guand (concentrirter
Dünger;) feines Pulver, fir Getreide,
Reps, Tabak, Kartoffeln, Hopfen
u. s. w.

Weinberg Gnano (Weinberg⸗
Dünger.) P ..

Peruanischer Guano. Baker⸗
Guand. FP

Fali⸗Superphosphat.

Kali⸗Dünger für Wiesen. Wie⸗
sendüunger. WM

Falifalze. Schwefelsaures Kali.

Futterknochenmehl.

Sodagyps fein gemahlen.

Schwefel Milch, gegen die Trau—
zenkrankheit.

Reichthum an Gehalt.Vorzügliche
döslichkeit. Billige Preise. — Preislisten,
Hebrauchsanweisungen und Analnsen gratis.
Garantie der Analhysen. — KGontrole
er landwirthschaftlichen Vereine.
Niederlage bei Carl Apprederis

in“St. Inabert.

—

*

Bekanntmachung.

Iu Gemäßheit des Art. 40 des Orts-
polizeibeschlusses wird bekannt gemacht, daß
bon heute an bei trockener Witterung die
sämmtlichen Straßen hiesiger Stadt —
und zwar von jedem der angrenzenden
Figenthümer oder Hausbewohner bis zur
Mitte — täglich Morgens um
7 Uhr, Mittägs um 1 Uhr und
Abends um 7 Uhr mit reinem fri⸗
schem Wasser zu begießen sind.

Die Polizeiorgane sind angewiesen, den
pünktlichsten Vollzug der vorstehenden Ver—
fügung mit aller Strenge zu überwachen
und gegen Säumige ohne Nachsicht einzu—
schreifsen. Zuwiderhandlungen sind nach
Art. 101 Abs. 2 Polstr. an Geld bis zu
10 fl. zu bestrafen und unabhäugig von
der gerichtlichen Verfolgung wird gegen
Saumige das Begießen der Straße auf
hre Kosten angeordnet werden.

S5t. Jugbert den 10. Mai 1867.

lg. Polizeicommissariat
J. Krieger.

Ich zeige hieruenn exgebenst an, daß ich die
Gartenuwirthschaft des Herru Bür—
germeister Ehaudon übernommen und
jächsten Sountag eröffnen werde. Bei
zünstiger Witterung findet Harmonie⸗
Musik statt.
Georg Klein.

Ein braves Dienstmädchen wird
zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Die Expe⸗
dition d. Blertheilt Auskuuft.
c Stück Balken à 15

n n?, diverfe kürzere Hoöl⸗

er, Goe sidielen, mehrere Zus chlag⸗

aee eine große Parthie Schrau⸗

benboszen, Kreuzhauen ꝛc. ꝛc. sind
zu verkaufen bei FJ

TLeuæmsen timi.

Natürliche und künstliche Mineralwässer

Soda, Selters, Limonade gazeuse,

Friedrichshaun Nagoezy· Adel—

haidsquelle, Emser u a. m.
liefert wie bisher in stets frischer Füllung
Iriteæ Panzerbieter.
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        Aeccht italienischen Hanfsamen..
Riesen-Welschkorn (pferdezahn-Mais).
vAn e in bester Qualität bi J

Bekanntmachung.
Die Zun Baue eines Wafferhal
tungs⸗Maschinengebäudes auf den
Redenschachte Nrd. J. der Königl. Stein—
kohlengrube Reden-Merchweiler erforderlichen
nachbenannten Arbeitsleistungen und Mar
teriallieferungen sollen:
am Dienstag den 14. Mai
d. J. von Nachmittags 2
Uhr ab,
im Gasthause des Gastwirthes H. Leidner
in Neunkirchen öffentlich an den Mindeft
fordernden verdungen werden.
A. Leist ungen:
Thlr. Sgr. Pf.
1) Maurerarbeiten ver—
anschlagt zu.. 1676 12 3
2) Steinhauerarbeitss. 462 21 2
3) Z'mmermannsarbeitsl. 416 28 10
Dachdeckerarbeitslohhn. 81 20
Dammsetzerarbeitss. 95
Tischlerarb. incl. Mate. —
Schlosserurb.. 528 20
„Glaserarb.. 132 4
42) Anstreicherarb. 5 53 19
ßk. Lieferungen:
10) 500 Eubikfuß Sandsteinwerkstücke.
11) 230 „geschn. Eichenholz.
12) 1,400 Tannenholz.
131 3,510. ) Fuß Tannen Bretter u.
Dielen.
149) 3,540 lauf. Fuß Tannen-Latten.
15) 4.050 Stück gepreßte Form· u. Sat⸗
3 telziegeln.
Reden, den 9. Mai 1867.
Königliche Schichtmeisterei
Reden-Merchweiler.
Annoncæ
Banke⸗ und Wechsel⸗Geschäft
von Gebr. Pfei frer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Re. 8.
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Ju—
sicherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1 per mille ohne
zeoliche sonstige Spesen.

Ir der Holz-⸗und Dielen handlung des Unterzeichneten sind zu
haben: ———
Vogesen-Dielen zu Fußböden gehobelt und gefügt,
12 lang 8“ breit, Astreine à Stück 18 Sgr.
l. Qualität, 1Ov,
I. * 96. e
Astreine 5· 14
J. Qualität, 114048
M. — J
Astreine, 22i,,
: en, J. Qualität 161
— —V v 4 II. u 4 14 is⸗
Schwarzwäl der-Dielen ebenfalls gehoöbelt und gefügt.
14 lang, 8“ breit, Astreine à Stück 14 Sgr.
14 2 9⸗ * 2 154 4—
140 10“; 1958
145, 112 28,
14 12033 24928
145, 8I. Qualität 10428,
⸗ 4— II. e⸗ V— 10 *
— 1 9 0 J. .e * 1112
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Fußsockel und Thürbekleidung mit schönem Provil,
IJ 4* breit à Ifd. Fuß 522 Pf.
F 4 V 414 ey * e— 2 22 6 1/
Auf Verlangen werden die Dielen pro Stück zu 3 Pf. mit einer feinen Bandsäge
getrennt, auch sind nach Bestellung aufgeblattete Dielen für Thürfüllungen zu haben bei
L. Zoitz in Sulzbach
. Diese Preise verstehen sich per Comtant. aegen Ziel mit. 590 Zinsen.
— n⸗ *
Ausverkauf I
sämmtlicher Langwaaren, Lambrechter- und Niederländer
Tuchen, Buckskins, seidene und wollene Frauenhals—
kücher, seidenen und gewöhnlichen Regenschirmen, Sei—
densammt-Westen ꝛc ꝛc.
Jos. Firmery.
Augenheilanstalt für die Pfalz
inu Heidelbeng. —
VvVorstand: Dr. Roder V
(Die große neuerbaute Anstalt liegt dicht neben dem Bahnhof/ Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Icdem unbemittelten Augenkranken aus der Pfalz kann unentgeltliche Aufnahme Siadt Homburg vom 8. ——
und Behandlung gewährt werden, indem der Verein zur Unterstützung armer Hfalzer! Weizen 8 fl. 12 kr., Korn 6 fl. — r.
AUugenkranker die unserer Anstalt hierdurch entstehenden Kosten tragt. Außerdem ist von Spelz — fl. tr., Gerste, — Zreihige, — fl.
Seiner Majestat Konig Ludwiag J. der Anstali ein Crundsodtabitti zu demselden Zwecke — kr., Mischfrucht — I. — tr., Hafer
geschenkt worden. J F 5fl. 8etr. Erbsen — st. — kr., Kartof⸗
Minder Bemittelte werden unentgeltlich behandelt und operirt und haben nur für jseln 1fl Sofr. per Zit. Kornbrod, 3 Kgr.,
Fost und Logis 42 Kreuzer täglich zu bergüten. Aug verfügt der Vorstand über einen 28 kr., ditto 2 Kgr. 19 ir. dul lgr
Fond, aus welchem gänzlich mitlellosen Kranken die Reisekosten zurückerstattet werden 0kr., Kühfleisch 1. Oual. 15 kr. 2. Qual.
lonnen. J —13 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
Eine Sprechstunde fur leichtere Erkrankungsfälle wird auch in diesem Jahre in 14 kr. Schweinefleisch 18 kri, Vutter 33 ir,
Mannheim im zweiten Siock des Kaffeehauses von Keßler (dem Pfalzer Hof gegenüber ver Vfd.
jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 2 bis 4 Uhr abgehalten werden, aber we
zen zu beschränkter Zeit wünscht man, daß schwerer Erkrankte oder Erblindete immer di⸗
rekt in die Anstalt nach Heidelberg gebracht werden.
Mähere Austkunft jederzeit auf hriesliche Anfragen durch den Vorstand
ID. WV. 125346.
Zu vermiethen.
3 bis 4 Zimmer, mit oder ohne Möbel,
im 2. Stock des frühern Winter'schen
Hauses.

— — — — — —
Fran furter Börse
Geldsorten
vom 9. Mai 1867.

Breußijche Kassenscheine. 1 458. 459
Breußische Friedrichsdor 957-658
Vistolen —. 989 4547
)olländische 10 fl⸗Stücke 9 50-252
Ducaten. 5 33-45
20 Francs⸗Stücke 925-26
Englische Souvereingg11 46-50
Bold per Zollfund fein .. — —
Aochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 227228

Sonntag den 12. Mai Er⸗
oͤffnung meiner Kegelbahn mit
Musik und Gesang-Vortrag.

Johann Fes.
Stt — — —
—— —

Gaäeorg Alein.
— — “
RMRedaltion Drud und Verlna von F. æ Demek in St. Inabert.

——

—
        <pb n="223" />
        k. In berler nzeiger.
29 R0
der „St. Ingberter An zeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal. Dienstag, Donnersstag
Samstag Abonnementsbreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige. Zeile Blattschrift odet deren
Raum berechnet.
— — — — —— —
Dienstag, den 14. Meii 1867.

Deutschland.

München, 10. Mai. Die Ausfertigung der Militärent
laßscheine an die zurückgestellten Conscribirten der Altersklasse von
1844 ist bis auf Weiteres ausgesetzt.

Muünchen, 10. Mai. die Artillerieübungen auf dem Lech
ield finden dieses Jahr vom 16. Juni bis 14. Juli unter dem
Fommando des Obersten v. Lutz und vom 31. Juli bis Ende
Iugust unter dem Commando des Obersten v. d. Tann statt. —
der neu ernannte Regierungspräsident der Pfalz, Herr Pfeufer
ist aus Speyer hier eingetroffen.

München, 11. Mai. Der erst jüngst zum Commandanten
in Ulm ernanute Generalmajor Dietl soll als Militär⸗Bevollmäch⸗
igter Bayerns in Berlin in Aussicht genommen sein. Derselbe
ist denn auch von Ulm hierher berufen und hatte gestern und
heute längere Unterredungen mit dem königl. Kriegsminister. Herr
Generalmajor Dietl zählt zu den wissenschaftlich gebildetsten Offi⸗
—DVVV militärischen und
iplomatischen Missionen verwendet werden.

Dienstes⸗Nachricheen.

Durch Justizministerialentschließung von 5. Mai wurde dem
Berichtsboien Johann Heinrich Clundt in Kaiserslautern gestattet,
den Gerichtsbotencandidaten Joseph Ludwig Clundt und dem Ge⸗
ichtsboten Johann Jacob Nitolaus in Bergzabern, den Gerichts
holencandidalen Karl Wolf von Gleiszellen auf ein weiteres Jahr
als selbstständigen Gehilfen beizubehalten.

Se. Maj der Koönig haben Sich allergnädigst bewogen ge—
junden, den Landgerichtsdiener Jakob Rothhaar von Bergzabern in
zleicher Eigenschaft auf sein allerunterthaͤnigstes Ansuchen nach
dandau zu verseten und die hierdurch in Erledigung kommende
dandgerichtsdienerstelle in Bergzabern dem pensionirten Hornisten
Joseph Reger aus Auerbach auf Ruf und Wiederruf zu verleihen.

Se. Maj. der Konig haben allergnädigst geruht, dem Ba⸗
raillonsarzte Dr. Carl Pfirsch vom Festungs-Commando in Ulm
die nachgesuchte Entlassung aus dem Heere zu bewilligen.

Hildburghausen, 8. Mai. Die Rinderpest, welche
don aus Böhmen kommenden Ochsen zuerst in dem benachbarten
Haesebrieth eingeschleppt worden sein soll, macht leider bei uns
shreckenerregende Fortschritte. Gestern allein wurden 44 Stück ()
Rindvieh erjschossen und die Sectionen derselben von den zahlreich
zum Studium der Seuche hier anwesenden Thierärzten (aus Bay⸗
rn die Veterinür⸗Aerzte L. Hahn und M. Brüller) vorgenommen.
Die Kadaver verschaart man in 8 Fuß tiefe Gräber. Die Orte
and mit Militärcotdon umschlossen, kein Einwohner darf heraus
und Niemand hinein ohne Pasirschein. Kirche und Schule sind
— ———— Bayern, dem
die ersten ausgebrochenen Fälle zur Behandlung anvertraut worden
waren, und dessen Unkenntniß die rasche Verschleppung zuzuschrei⸗
ven sein soll. Möchte man doch endlich, durch Schaden kllug ge⸗
macht, zur Einsicht gelangen, wie dringend nöthig eine gründliche
Reorganisation des Civil-Veterinärwesens in den meisten deutschen
Ländern ist.

Berlhin, 10. Mai. Preußen hat der Ruhe Europas ein
Opfer gebracht, dessen moralischer Werth nicht zu unterschätzen,
und von dem nur zu wünschen ist, daß es nicht unnütz gebracht
sein möge. Luxemburg ist neutralisirt, diese Neutralisation ist von
Europa auf dem Papier garantirt, das Großherzogthum bleibt
ein selbstständiger Staat, der durch Personalunion mit Holland
herbunden ist. Dies Alles ist authentisch; der Frieden ist gesi—
hert und Frankreich wird nun hoffentlich abrüsten, sonst — ja
Hust dauert der Frieden nur noch ein Monat, hörte ich heute an
gewissem Orte äußern. Bis vor wenigen Tagen hatte man eine
kriegerische Wendung befürchtet; und dies ist der Grund, warum
die Regierung die Kammern nicht vertagt hat. Hoffentlich wird
dieser Hintergedanke nicht der Regierung vorgeschwebt haben, als
ie heuie dem Herrenhause mittheilte, dieses werde sich mit dem
Berfassungsentwurf für den norddeutschen Bund erst dann zu be⸗
affen haben. wenn das Abgeordnetenbaus in zweiter Lesung schlüs⸗

sig geworden sein wird, also am 831. Mai, so“ daß erst am 31.
Jum der formelle Schluß der Session stattfinden kann, da daß
herrenhaus nun auch die Intervalle von 21 Tagen innezuhalten
jat. — In politischen Kreisen behauptet man, daß bis zum 11.
Mai Abends das neue Londoner Protokoll unterzeichnet sein wird,
ind daß dieser rasche Verlauf den Verhandlungen. Preuüßens kate⸗
zorischer Erklärung zuzuschreiben sei, sich Angesichts der franzosi⸗
chen Rüstungen nicht bis zur Concentration der Truppen bei
Metz und Toulon, welche bekanntlich am 12. Mai beginnen sollte,
inhallen lassen zu wollen. Bleibt Alles ruhig, dann hat diese
duhe Preußen eine Baarsumme von über 88 Mill. Thlr. an
Mobilmachungskosten erspart und es zeigt sich heute, daß die für
die Aufrechthaliung der Kriegsbereitschaft bis 31. Jan. 1867
dom Abgeordnetenhause bewilligte Summe von 20. Mill. ein
Jut angelegtes Capitai war. — Es hatte fich das Gerücht ver⸗
reitet, dah die 19 hannoverischen Reichstagsabgeordneten nach
Berlin berufen werden würden, inn an den Berathungen im Staats⸗
ninisterium über die Organisation des ehemaligen Konigreichs
Hannoder Theil zu nehmen. Dieses Gerücht entbehrt der Ge⸗
nauigkeit. Es ist allerdings die Absicht der Regierung, Vertrau⸗
ensmänner aus diesem neuen Landestheile über die Organisation
zu hören, doch werden diese Herren nicht nach Berlin berufen
derden, sondern die Conferenzen werden in Hannover stattfinden,
uch ist darüber durchaus nichts beschlossen, daß gerade jene 19
Reichslagsabgeordnete die Vertrauensconferenz bilden müssen. —
Nach der „Zeidl. Corr.“ liegt es in der Absicht der Regierung,
Fen oberen Offizieren und Militärbeamten der schleswig,-holsteini⸗
chen Armee aus den Jahren 1848, 49 und 50, soweit sie im
Zriege verwundet oder durch die Strapazen in demselben dienst⸗
infähig geworden sind, dieselben Beneficien zuzuwenden, welche
zurch das Geseß vom 16. October 1866 den gieichen Kategorien
der preußischen Armee zugewiesen worden sind.
BerrTin, 11. Mat Es gilt als feststehend, daß der Kö—
aig mit dem russischen Kaiser die Ausslellung in Paris besuchen
vird. — Das „Reue Allg. Volksblatt meldet: Nach bestimmten
hier bereits gegebenen Andeutungen soll die Einstellung der fran⸗
—VVV nunmehr bevorstehen.
Berhin, 11. Mai. Der verhängnißvolle Tag des 12.
Mai wird nicht heranbrechen, ohne daß in London eine allseitige
Verständigung zu Stande gekommen ist. Nach amtlich hier ein⸗
etroffenen Depeschen wird das Neutralisirungsprotokoll in London
eute noch unterzeichnet, nachdem alle noch vorhanden gewesenen
Schwierigkeiten gehoben worden sind; in Betreff der franzosischen
züstungen sind ebenfalls freundschaftlich beruhigende und doch bin⸗
dende Erklärungen erzielt worden. Andererseils möchte ich keine
zu große Hoffnung setzen auf die Erfüllung des in London kund⸗
gegebenen Wunsches einer allgemeinen Entwaffnung. Das Bestehen
der Turkei ist ein Uebel, aber von allen europäischen Cabinetten
ls ein nothwendiges Uebel anerkannt. So lange diese Ansicht
naßgebend bleibt, so lange man sich nicht auf gütlichem Wege
iber die Beseitigung dieses Uebels verständigt, so lange bleibt
atürlich die große drientalische Frage ungeloöst, bleibt Europa
in bewaffnetes Lager. Gewisse Diplomaten bleiben dabei, daß
illes, was an Zerwürfnissen seit 1886 in Europa vorgekommen,
zur das Vorspiel zu dem großen Drama, die orientalische Frage
jenannt, ist; sie fügen hinzu, daß die „deux mois““ des Hrn. v.
Zeust Worle, im bitteren Ernst gesprochen, sein konnten, Jetzt
ist die Haupisache die, den Tag der Räumung Luxemburg hinter
ins zu haben; es ist kein Tag der Freude für das deutsche Herz.
Ehe wir aber ein Urtheil abgeben, ehe wir eine Verurtheilung
aussprechen, wollen wir den Inhalt des neuen Londoner Vertra⸗
ges kennen lernen; vielleicht finden wir darin Anhaltspunkte für
othwendige Abwehr gegen die französische Presse, welche nicht
verfehlen wird, das Ergebniß der Londoner Conferenz als ein
Triumph Napoleons darzustellen, als einen Sieg über den Sie⸗
ser von Sadowa. Angenommen es sei ein Sieg, so ist es ein
rchussieq, denn der Vertrag vom heutigen Tage heißt in seinen
        <pb n="224" />
        Fonsequenzen nichts weiter als Coalition Europas gegen; Paris, 11. Mai. Der Etendard meldet, daß in der ge—
Frankreich. — trigen Sitzung der Londoner Conferenz der bereinbarte Vertrag
Berlin, 12. Mai. Der Gesandte der Vereinigten Staa- araphirt wurde. Als Hauptbestimmungen dieses Vertrages gieb
en, Herr Wright, starb heute Morgen nach sechsmonatlicher pas genannte Blatt an: Definitive Lösung des Bandes zwischen
rankheit. Die kirchliche Feier findet Montag Mittag in der deutschland und Luxemburg ; Raumung und Schleifung der Fe—
Dorotheenlirche statt, dann wird die Leiche heimgesandt. tung; Souveränität des Koͤnigs der Niederlande über Luxemburg;
Wien, 9. Mai. Es sind von der Regierung vier erblicht seutralisirung des Landes unter Garantie der Großmächte. Den
und zwanzig lebenslängliche Mitglieder des Herrenhauses des ranzoösischen Kammern wird wahrscheinlich morgen eine officielle
Reichstages ernannt worden. Unter 8 befinden sich neben Nittheilung darüber gemacht. — Die Patrie meldet, daß der
einer Anzahl von Mitgliedern des hohen Abels und der hohen xreußische Bevollmächtigte, Graf Bernstorff, einen viermonatlichen
Büreankratie auch einige Männer der Wissenschaft, wie die Unis Zeitraum als hinlänglich für die Raumung der Festung bezeichnet
versitäts professoren Arndts und v. Hasner, der Staatsrath v. Hock, jabe. Ferner theilt die Patrie aus guter Quelle mit, daß die
der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Dr. v. Karajan. von Preußen verlangte Räumungsfrist zugestanden sei und daß
Der Dr. v. Hasner war bisher von der Regierung ernannier der Vertrag heute unterzeichnet werde. * Auf dem Boulevard
Bräsident des Abgeordnetenhauses. des Italiens (Abendbörse) stand gestern die Rente 69. 10.
Agram, 10. Mai. Die Polizei fahndet jetzt, wie es scheint Paris, 11. Mai. Nach einer Depesche des „Avenir natio-⸗
auf panslavistische Schriften. Wegen Besitzes solcher wurde ein sal“ würde Luxemburg jedenfalls im Zollverein bleiben. Die
Deputirter verhaftet und ins Gefängniß geführt. Tonferenz ist erst um 8 Uhr zusammengetreten, angeblich der
Frankreich. ditze wegen. Der wahre Grund des Aufschubes soll aber gewe—
1 6 jen sein, daß der preußische Bevollmächtigte seine Instructionen
Fatis, 9. Mai. Die Friedensbestre bungen in den höchsten Zoch nicht empfangen hatte Viele stegierungen die Ji osesbe
Pariser Kreisen haben jetzt eine mächtige Verbündete gefumden. zuf die Discretioc der framgosishen Regieung nicht verlasseg
Die Kaiserin, sagt man, unterstütt die friedlichen Borsclage des zertehren mnit ihren Bebolmgtigten übe Sftende E⸗ steht
Staatsministers Rouher mit großem Eifer. — Die Deputirten etzt fest, daß der König von Preußen sich zu gleicher Zeitmit
verden mit Bittschriften Betreffs der merikanischen Anleihe über⸗ dem Kaiser von Rußlaund in Paris aufhalten vird — In der
uft, und ebenso sieht sich Herr Rouher nvon Anliegen in dieser estrigen Sihung des gesetzgebenden Koͤrpers betlagte sich Herr
Frage bestürmt, Die Bemwegung in den Depar tements ist in Ber FJlaig Bizoin uber die Langsamten der Commissionen. Sonst ka⸗
gug hierauf so lebhaft geworden, daß die Regierung Rücksicht auf dieselbe den nur Verhandlungen ber locale Gesete und dann das Geseß
nehmen muß. Herr Rouher hat nun mehreren Deputirten ertlart hegen Abander ing des timinalprocesses vor In Betreff des
daß zr binnen dierzehn Tagen einen Gesetzesentwurf zu Gunsten Zenats ist die all gemeine Erwartung getausche worden, die Pen
Rr Inhaber der merxikanischen Obligationen im gesetzgebenden don wegen der Bischofsversammlung in Rom kam noch mecht zur
sorper einzubringen gedenke. 8* Sprache. Man zweifelt stark daran, daß das Presgesetz noch in

Paris, , Nai. Worgen wird im Senat eine wichtige diefem' Jahre zur Verhanbiung kommt; und vaß das Vereinsge⸗
Debatte stattfinden. Die Petition eines Herrn Wallon hatte da⸗ setz beiriffi, so hat man es ehl definitid fallen lassen. Gefehe,
auf, gufmerlsam gemaqt. daß die demnächstige Zusammenkunft die anderbwo zu reactionar erscheinen, sind den hiefigen Reaet
der Bischdfe in Kom den Zwed habe, die den Grundsätzen der aren noch zu liberal. — Der Aufenthalt in St. Cloud bekommt
Freiheit in der französischen Kirche entgegengesetzten Principien ʒem kaiserlichen Prinzen gut.
riumphiren zu machen, und verlangt deshalb, daß die Regierung St. Nazaure, 9. Mai. Der Postdampfer „Imperatrice
ieser Lage ihre Aufmertsamkeit widme. Die Commission des Se- Fugenie“ ist bon Vera-Erug und ben Amsten ugelonnen
nats hat — ein gbedeutsames Zeichen — beschlossen, diese Petition erließ Vera⸗Gruz am 180 Habannah am 18. heil n vog
dem Justiz. und Cultusministet zut Berüchs htigung zu übergeben. es Schiffes defand sich Pring Jturbede — Veratceuz wer doch
Die Commission der officlelsten Korperschaft. Frantreichs tritĩ also mner don 3000 . Mann dnd Genera Bvenabibes belagert. Die
den Ultramontanen enischieden entgegen. Man ist gespannt, wel⸗ kfinnahme von Puebla durch die Juaristen hat sich best atigt. Ge⸗
—— die im Senat sitzenden Cardindle beobachten eral Doarquez var mit 6000 Mann von Viexits ausetrochen,

Paris, 10. Mai. Nach der France“ ist der Vertrag in um Vredla wieder zu mehmen
Bezug auf das künftige Schidsal Luxemburgs gestern schon pa— England.
raphirt worden, aber die Bevollmächtigten mußlen erst noch an London, 11. Mai. Der „Globe“ meldet: Beim bevor⸗
hre betr. Regierungen berichten, und die Berathung hat nur we⸗ tehenden Schlusse der Conferenz wird wahrscheinlich von Sei⸗
nige Stunden gewährt. Alle Fragen, die sich auf die Räumung en der englischen Regierung eine allgemeine Entwaffnung ange—
und Neutralisirung beziehen, sind als gelösst zu betrachten. Das 'athen oder formell vorgeschlagen werden, und könnte daraus der
System der Personalunion des Großherzogthums mit dem König- Zusammentriit eines Congresses hervorgehen.
reich der Niederlande ist definitid angenommen worden. In der London, 12. Mai. In der gestrigen Conferenz⸗Sitzung
zanzen Verhandlung hat sich ein versöhnlicher Geist kundgegeben, vurde der Tractat in Betreff Luxembürgs unterzeichnet. Die Ra—
und Lord Sianley hat sie mit großer Geschicklichkeit geleitet. So ification desselben soll innerhalb eines Monats erfolgen, worauf
wie die Bestatigung der Souberane eingetroffen, wird der Vertrag die Raumung der Festung Seitens Preußens sofort beginnt.
offiziell publieirt werden. Jetzt kann also die aufgeregte Stime Die Verbleibung Luxemburgs im Zollverein ift angeblich
mung Europas sich desinitid beruhigen. tipulirt.

Paris, 10. Mai. An der Boörse ist anhaltende Hausse. Das Reuter'sche Telegraphen⸗Bureau erklärt mit Rüchicht
Der italienische Finanzbericht ist hier sehr günstig aufgenommen, auf die von ihm gebrachte und von einigen Zeitungen bezweifelte
worden. Gerüchtsweise verlautet, daß in Spanien zahlreiche Ver⸗ und bestrittene Nachricht, wonach England gezögert habe, der Ga—
haftungen stattgefunden haben. England soll beabsichtigen (7), rantie beizutreten, dieselbe sei vollstandig gegrundet gewesen, erft
in der Schlußsitzung der Conferenz einen Antrag auf aligemeine oie Einstimmigkeit der anderen Maächte habe England veranlaßt,
Entwaffnung zu stellen. beizutreten.

Paris, 10. Mai. Die Haltung der europäischen Mächte
hat zur Nachgiebigkeit Frankreichs in der Luxemburger Frage nicht
wenig beigetragen. Die entschiedene Weigerung Hesterreichs, auf
die von hier gemachten Allianz-Anträge einzugehen, hat den Be⸗—
strebungen der hiesigen Kriegspartei den ersten Stoß versetzt. Hr
d. Beust wurde durch die ungarischen Minister unterstützt, deren
Mehrzahl gegen jedes Bündniß mit Frankreich sich ausgesprochen
hatte.

Paris, 10. Mai. Man schreibt dem „Moniteur“ aus
Madrid, daß dem Zuge ihres Herzens folgend, die Königin ein
Amnestiedekret zu Gunsten der Milikärpersonen, welche an den)
Januar- und Juni-⸗Ereignissen Theil genommen haben, uuterzeich⸗
net hat. Die Offiziere sind jedoch von dieser Amnestie ausge—
schloffen. Die augenblicklich in den Gefängnissen befindlichen
Soldaten und Umeroffiziere werden in Freiheit gesetzt, die in der
Berbannung lebenden koͤnnen fich innerhalb 830 Tage, von der
Promulgation des Dekrets an gerechnet, bei spanischen Behörden
»der Gesandten zur Heimkehr anmelden. Sie werden alsdann
von dem Kriegsminister verschiedenen Corps zugetheilt werden.

Italien.

Florenz, 9. Mai. In der Deputirtenkammer legte heute
der Finanzminister Ferrara seinen Bericht über die Finanzlage
h»or. Das Deficit wird darnach Anfangs 1869 580 Niill. Lire
ʒetragen. Eine Aufnahme von 600 Mill. auf die Kirchengüter
vird stattfinden unter der Form einer außerordentlichen Besteuer⸗
ung. Die Büdgets von 1867 und 1868 sind gesichert ohne eine
neue Steuer. Bleibe trotz der Ersparnisse gleichwohi ein Deficit,
so werde die Mahlsteuer eingeführt werden.

Rußland.

Petersburg, 11. Mai. 18,000 Fabrikarbeiter, beunru⸗
higt durch Gerüchte über beabsichtigte Herabsetzung der Eingängs-
zölle, haben dieserhalb ein Anfrageschreiben an den Finanzmini⸗
ter gerichtet. Letzterer erwiederte: Die Regierung habe keine frei⸗
jändlerifsche Absichten und befinde sich auch nicht in der Nothwen⸗
digkeit, fremden Mächten gegenüber Aenderungen ihres Zolltarifs
ugestehen zu müssen; sie werde die bestehenden Zollverhältnlsse
mveraändert lassen.
        <pb n="225" />
        te
ig
bi
en
—2
n
3

t

4

Vermischtes.

. Grünstadt, 9. Mai. Nachstehende Mittheilung erregt
zewiß bei vielen Ihrer Leser Interesse, da die hiebei angeführten
rinzelheiten nicht Jedermann bekannt sein dürften. Einem Fa—
nilienvater, F. H., aus unserer näheren Umgebung wurde vor
nehreren Wochen das fiebente Söhnchen geboren. Der Vater
vandte sich an Se. Maj. den König, um ihn als Taufpathen
uu erbitten. Ungefähr 14 Tage darauf, nachdem auf amilichem
Bege Erkundigungen über Stand und Verhältnisse der Familie
ꝛingezogen worden waren, traf die Anordnung ein, daß der Kö—
aig als Taufpathe in das Tauf⸗ und Kirchenbuch eingeschrieben
verde, nebst näheren Bestimmungen, wie die Kindtaufe abgehalten
und das als Geschenk mitfolgende Geld verwendet werden sollte;
und zwar so, daß die Thaler für die bei der Taufe betheiligten
hersonen, die Guldenstücke für das Kind bestimmt sind. Ferner
war in dem Schreiben mitgetheilt, daß der Knabe nach Erreichung
eines gewissen Alters in die Kriegsschule aufgenommen werden
fönnte. Der 73jährige Großbater des Knaben vertrat bei der
Taufe die Stelle des Königs. Nordpf. Wochenhl.

F München, 9. Mai. Der Oberhofmeister Sr. Majestät
des Königs, Herr Graf von Castell, begibt sich nächsten Samstag
nach Paris, um für die Hoshaltung unserer künftigen Koönigin
die Moblirung der Appartements und verschiedene Einkäufe zu
hewerlstelligen; es handelt sich indessen hiebei nur um Gegen—
stande, die im Inlande nicht zu haben oder von unsern Gewerbs⸗

leuten nicht gefertigt werden können. (Pf. Z1ig.) (7)

f Das Münchener Bier feiert auf der Pariser Aus⸗
stellung einen Sieg, wie viele kaum erwartet haben: der Mün—
chener Spatenbrauer G. Sedlmeier erhielt den ersten und der
bekannte Wiener Brauer Dreher den zweiten Preis.

F Mainz, 8. Mai. Ich habe Ihnen von einem neuen
Opfer der Spielhöllen zu berichten. In einer Gemeinde des Ried's
lebte ein Gutsbesitzer, ein angehender Dreißiger, in den glücklichsten
üußeren Verhältnissen. Ein nicht mit Hypotheken belastetes größe—
res Bauerngut, ein reizendes Weib, das einzige Kind sehr vermö
zender Eltern, die Achtung und Liebe der Bewohner des Ortes,
Alles schien sich zu vereinigen, um das Leben des jungen Mannes
zu einem glücklichen zu machen. Nur eine Leidenschafl beherrschte
ihn und ihr sollte er zum Opfer fallen: Das Spiel. Vie
grünen Tische in Wiesbaden und Homburg derschlangen bedeuten⸗
de Summen, die bei Geldverleihern aufgenommen wurden. Einer
derselben, aus Darmstadt, hatte für seine Forderung, die sich auf
mehrere tausend Gulden belief, gerichtliche Pfändung erwirkt und
ollte dieselbe heute vorgenommen werden. Vergeblich drang der
Gutsbesitzer in seinen Schwiegervater, ihm aus der Verlegenheit
zu helfen. Eben sollte die Pfändung vorgenommen werden; da
ertönte ein Schuß und fand man im oberen Stock des Hauses
den Gutsbesitzer mit zerschmettertem Schädel als blutige Leiche.
Seine Zahlungsverbindlichkeiten waren im Verhältniß zu seinem
Grundbesitz und der in Aussicht stehenden Erbschaft geradezu ver—

schwindend; aber daß er, einer der angesehendsten und wohlhabend—
ten Einwohner des Ortes, gepfändet werden sollte, erirug sein
Stolz nicht. An seinem frühen Grabe weinen eine hochbetagte
Mutter, die kaum erst vom Krankenlager erstanden und, sein ihn so
ansäglich liebendes Weib mit 2 Kindern.

F Berlhin. Im Viltoriatheater wurde kürzlich die Zau—
⸗»erposse „Uriella“ von Hopf aufgeführt. Im zweiten Act fand
besonders ein Couplet Beifall, dessen Wortlaut foigender ist:

„Ich spräch' wenn ich der Herrgott wär'
Zu Bismarck heut am Tag:

Mir wird's Regieren äußerst schwer,
Komm, hilf ein bischen nach!

Bei dir ist, wie bei mir, Parol':

„„Nur fest! und g'rade durch!““

Mit dieser Losung kommst du wohl
Auch über Luxemburg.“

Der König, welcher in vergangener Woche der Darstellung
m Victoriatheater beiwohnte, soll nach dem Anschluß lachend zu
Director Cerf gesagt haben: „vor drei Jahren hätte das Publi—
um diesen Vers ausgepfiffen.“

F Der alte Vinde hat im norddeutschen Reichstage nicht
weniger als 60mal gesprochen; nach ihm am meisten Graf Bis—
narck, nämlich 48mal, Lasker 40mal, Schwerin 31mal, Braun,
der Bär von Wiesbaden, 21mal.

7 Magss ein Omen sein! Als neulich Preußen und Fran⸗
josen in der Pariser Ausstellung hinter einander geriethen und
die Preußen der Ueberzahl weichen mußten, kamen ihnen die Oest⸗
reicher, namentlich die Wiener, mit ihren Fäusten zu Hülfe. „Das
zibt's nit, riefen sie, daß Deutsche von Franzosen geschlagen
werden.

rLondon, 3. Mai. In Liverpol ist die Nachricht einge
cossfen von einem Zusammenstoße auf offener See zwischen dem

Dampfer „Scotia“ der Cunard-Linie und dem Schiffe „Berkshire“
von Boston. Wie es scheint, hatte man in der Nacht vom 11.
auf den 12. v. M. auf der Scotia ein fremdes Schiff in einer
hedenklichen Annäherung bemerkt und die nöthigen Maßregeln ge⸗
roffen, um dem Zusammenstoße zu entgehen. Wahrscheinlich aber
zemerkte man auf dem andern Fahrzeuge die drohende Gefahr erst
n der nächsten Nähe des Postdampfers und in der Aufregung
ind Verwirrung des Augenblicks lenkte man das Schiff durch das
Steuer erst recht in den Untergang hinein. Die ersten Augen⸗
zlicke nach dem Zusammenstoße sollen gräßlich gewesen sein; das
Takelwerk beider Schiffe hatte sich in einander verwickelt und die
Berkshire zerschellte vollständig, während zugleich die Scotia durch
Beschädigungen am Radkasten hart mitgenommen wurde. Glückli—
herweise ging bei dem Unglücke kein Menschenleben verloren. Die
Mannschaft des sinkenden Schiffes rettete sich noch zur rechten Zeit
an Bord der Scotia. Es war buchstäblich das nackte Leben
vas sie retteten, nur die Frau des Capitäns haite trotz der all⸗
jemeinen Verwirrung Geistesgegenwart genug, ihre Koffer mit
stleidungsstücken in Sicherheit zu bringen.

x Die deutschen Weinkiefer haben vor einigen Tagen ein
Pröbchen gehalten im Pariser Ausstellungspalast, wobei 160 Fla⸗
chen Rheinwein auf dem Platze blieben, einer großen Anzahl
Flaschen geringerer Sorten nicht zu gedenken. Den Wein hatte
ie hessische Abtheilung gelieferi.
Landwirthschaftliches.
Das Obenauflegen der Kartoffeln. Mittelst
dieser Methode der Kartoffelpflanzuug hat Graf Pinto, so berichtet
das landwirthschaftliche Intelligenzblatt günstige Erfolge erzielt.
Anderweitige Versuche dagegen sind, wie schon mitgetheili, zu Un—
zunsten des neuen Verfahrens ausgefallen. Neuerdings berichtet
der Landwirth über drei fernere Versuche, angestellt durch die
herren W. Junke und Leisewitz, Proskau und F. Schulz in Jena,
dieselben haben ebenfalls ungünstige Resultate ergeben. Dagegen
ringt die „landwirthschaflliche Dorfzeitung“ folgenden Bericht
iber einen durch Herrn Stellter, Gr. Mischen, gemachten, zu
Bunsten des neuen Berfahrens ausgefallenen Versuch:

In Gr. Mischen lieferten 6 Q.⸗R. Acker, welche in Kämme
jepflügt, am 27. pril mit Kartoffeln bestellt und leicht zugeeggt
vurde, während 4 Wocheu später als die Kartoffeln anfingen aufzu—
sehen, der Acker glatt geegt und die jungen Pflanzen zweimal behäu—
elt worden waren, 233 Pfd. Kartoffeln, also pro Morgen 6990
Pfund. —

Nebenan waren ebenfalls 6 Q.⸗R. aufgedrillt, die Kartoffeln
an demselben Tage gelegt, unbedeckt 4 Wochen liegen gelassen und
— als obige 6 Q.eRK. glatt geeggt wurden — dann erst zu⸗
zeschleppt und gleich glatt geeggt worden. Das Kraut kam
»ald dem der nebenstehenden Kartoffeln nach, starb übrigens auch
zu gleicher Zeit mit jenen Kraut ab. Diese 6 Q.⸗R. lieferten
307 Pfund also pro Morgen 9210 Pfund, demnach 2220 Pfund
mehr als die obenaufgelegten Kartoffeln. Die erst später zuge⸗
»ggten Kartoffeln wurden nicht behäufelt, sondern, wie die Vor—
chrift des Grafen Pinto lautet, nur mit der Furchenegge gerei⸗—
naigt. Das Verfahren hat den Nachtheil, daß erstens das Unkraut
nicht so leicht zerstört wird wie beim behäufeln, zweitens werden
leicht Kartoffeln ausgerissen, und endlich wachsen ziemlich viele
Kartoffeln aus der Erde heraus und werden in Folge dessen grün
und schlechtschmeckend.

Hiernach erscheint wenigstens das feststehend, daß die An—⸗
vendung des neuen Verfahrens unter gewissen Verhältnissen vor—⸗
heilhaft ist; dieselben zu ermitteln, das wird die Aufgabe fernerer
VLersuche sein. — Eine Rücksicht gebietet sich dabei von selbst, die
auf die Frühjahrsnachtfröste.

Kochsalz als Düngemittel. Den zahlreichen Versuchen
mit günstigem Resultate, welche über die Wirkung der Kalisalze
zur Veröffentlichung gekommen find, fügen wir den folgenden an.
Im vorigen Herbste über die geeignetste Düngung einer nicht
ewässerbaren auch nicht der Ueberschwemmung ausgesetzten Wiese
zefragt gaben wir den Rath, einen Versuch mit Straßfurter Ka—
isalz zu machen. Diesem wurde entsprochen und schon Anfangs
November die Düngung ausgeführt und zwar kamen auf 2883
Zuadrat-Ruthen⸗8 Ctr. dieses Salzes besserer Oualität. Die
dosten betrugen 6 Thlr. 4 Sgr. 7. Klftr. in der Mitte blieben
absichtlich ungedüngt, um die Wirkung des Kalisalzes vergleichend
erkennen zu können. Vorgestern hatte ich Gelegenheit, die betref⸗

fende Wiese zu besichtigen und ich war im hohen Grade über⸗
xascht zu beobachten, daß das Gras auf dem gedüngten Theil
zanz üppig steht und jetzt schon 4 Zoll hoch dicht geschlossen steht,
vährend auf dem nichlgedüngten Plotze, der in der Bodenquali—
ät nicht den geringsten Unterschied bietet, das Gras kaum zum
Ansatze gekommen ist. Es ist nicht zu bezweifeln, daß sich die
düngekosten reichlich lohnen werden.
        <pb n="226" />
        Bekanntmachung.

Am Mittwoch den 15. d. M. Morgens
um zehn Uhr werden auf dem Bürgermei⸗
teramte dahier nachstehende Arbeiten, als:

1. Herstellung einer neuen Brücke auf

dem Hahnacker

RKeparatur der Brücke am Kirchhof⸗

wege;

Herstellung eines neuen Döhlchens

daselbst, an den Wenigstnehmenden
zffentlich versteigert.

Plane und Kostenanschlag liegen auf
dem Bürgermeisteramte offen.

St. Jngbert, den 11. Mai 1867.
Das Buürgermeisteramt
Chandon.

Eine große große Auswahl der neuesten
herrn⸗ Damen⸗- und Kinder-Strohhiüte em—
vfiehlt billig, um mehr als die Hälfte des reellen
Preißes

Düngemittel

Reichthum an Gehalt. Vorzügliche
Löslichkeit. Billige Preise. — Preislisten,
Gebrauchsanweisungen und Analysen gratis.
— Garantie der Analysen. — Controle
der landwirthschaftlichen Vereine.
Niederlage bei Carl Apprederis

in St. Ingbert.

Ehemischen Fabrik Griesheim
in Frankfurt am Main.
Sauere phosphorsauere Kalke
Superphosphate) zur Düngung des Ge⸗
reides, für Rüben, Wiesen, Gemüse,
Futtergewächse, Reps u. s. w. in drei
Zorten.

Gedämpftes Knochenmehl, (gua⸗
nsirt) in feinem und gröberem Pulver für
Hetreide u. s. w. (zur Maschinen⸗ und
ur Handsaat.)

Rohes Knocheunmehl.

Baker Guano⸗ZEuperphosphat.

Zombrero⸗Superphosphat.

Peru⸗Guano⸗ Phosphat. (e⸗
auerter Peru-Guano.)

Phosphor⸗Guano.

Griesheimer Guano (concentrirter
Dünger,) feines Pulver, für Getreide,
eph Tabak, Kartoffeln, Hopfen
u. s. w.

Weinberg Guauo (Weinberg⸗
Dünger.)

Peruanischer Guauo. Baker⸗
Guano.

ali⸗Zuperphosphat.

Kali⸗Dünger für Wiesen. Wie⸗
sendünger.

, Schwefelsaures Kali.

Futterknochenmehl.

—Ad

SchwefelMilch, gegen die Trau⸗
benkrankheit.

der

Frische
Sardellen

— —
Bekanntmachung.

In Gemäßheit des Art. 40 des Orts⸗
polizeibeschlusses wird bekannt gemacht, daß
hon heute an bei trockener Witterung die
ammtlichen Straßen hiesiger Stadt —
ind zwar von jedem der angrenzenden
Figenthümer oder Hausbewohner bis zur
Mitte — täglich Royrqet um
Uhr, Mittaägs um 1 Uhr unud
Abends um 7 Uhr mit reinem fri—
chem Wasser zu begießen sind.

Die Polizeiorgane sind angewiesen, den
—RBV vorstehenden Ver⸗
ügung mit aller Strenge zu überwachen
ind gegen Säumige ohne Nachsicht einzu—
schreiten. Zuwiderhandlungen sind nach
Art. 101 Abs. 2 Polstr. an Geld bis zu
10 fl. zu bestrafen und unabhängig von
der gerichtlichen Verfolgung wird gegen
Säumige das Begießen der Straße auf
ihre Kosten angeordnet werden.

St. Ingbert den 10. Mai 1867.

Agl. Polizeicommissariat
J. Krieger.

bei EPritz Panzerbieter.
Zu vermiethen.
3 bis 4 Zimmer, mit oder ohne Möbel,
im 2. Stock des frühern Winter'schen
Hauses.
Georg Klein.
16 Stück Balken à 15

Fuß ?na?, diverse kürzere Höl⸗
er, Gerüsidielen, mehrere Zuschlag⸗
hämmer, eine große Parthie Schrau⸗
venbolzen, Kreuzhauen xc. ⁊c. sind
zu verkaufen bei

WV. Leusenm fim-

Bei Carl Riotte ist zu verkaufen
eine Bauchbütte, die Hälfte der La—
deneinrichtung,/ ein langer Tisch, eine
feine Kaffeservice mit Goldstreif.

Die neben Herrn Kaufmann Joh. Wol!
dahier gelegene Scheuer des Herrn Gustab
Zix von hier ist zu vermiethen oder zu
verkaufen im

Commissions⸗ Bureau von
Vestphuü IIngeær.

—— — —
— ⸗—

v 2* 2
Pfälzische Eisenbahnen.
— Mai
Fahrvlan vom 15. Mai 1867 an.
n — ——
GHomburg ⸗St. Ingbhert. St. Inabert —Homburg.
— —— — * —— — —— — — ⸗ 7 7 7
rnfuet . . . AbgJ — 830 o Tso TM 1404 A —— — —
Rainn. * 33 e zlon Stationen. ASe —— ———
»udwigshafen . . —3 7 e 7 —* Moa e ,
:peyer *—2* — AX J J —
Straßburg 33 410 nn 0M 11350 3t. Ingbert ) Abg 2501810 740
Veißenbung . 5 25Mä 5 * 3 —V 2..5., 4322 788
Tarlsruhe. 5 5— 5..Würzbach.. 15 5331 82
Maximiliansau. 5 d i 9 *w * eevaußtir —* J 33 315
Landaun. 622 52 zierbach .. 40 8 51 8 25
Neuftadt. . ISM — 207 Zchwarzenacker Ank 50 — 835
»aiserslautern . . 8 833, 2—3 2,830, somburg.⸗ 25* * 612 850
— 46, 9 34, zweibrücken . . .1 55 IABAK F—
.ih· ¶ Tasg oniburg. . . . Abg. MA 2 FJITAM
*ter — daiserslautern . . Ank.— 953,310 717 X 40,
8 2Jsch Reustadt .. 1047.42 33—-
. evbende dandau .. ITMBSSOA TSIMV —
s50 V 30 Morimiliansau 2304 840, 925) —
„FIJ FFF Sarlsruhe.. 1—2915,10 b61 —
856 50 Weißenburg . 210, 630, 843, —
* 46 *— ?x1traßburg⸗ 255, 9302M 1023
*6 75 8 Speyer .. 330 535A9 46 —
20 onigshafen 30 330, 940 —
29 Mainz. 8SAM 810,8 — M —
30 10 40 Frankfurt.. 4 217, 940, 920, —
xy Die Strecke Hassel — St. Ingbert wird später eröffnet und erfolgt hierüber besondere Bekaunimachung.

— —

kedaktion, Druck und Verlag von F..

HBemes in St. Jngbert.
        <pb n="227" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der „St. In gberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Dienstag, Donnersstag
und Samstag. Abonnememsspreis vierteljiährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

Raum berechnet.
Nro. 59. — Donnerstag, den 16. Mai J 1867.

J 3*
—

ã
Deutschland. J
München, 14. Mai. Se. Maj. Köͤnig Ludwig J. ist von
Rom kommend gestern Nachmittag und J. M. die Königin-Mutter
zestern Nacht von Darmstadt zurückkehrend, wieder hier eingetrof⸗
sen; zu höchst deren Begrüßung war Seine Majestät der regierende
König von Schloß Berg hierher gekommen, kehrte jedoch Nachts
11 Uhr dahin zurück. — Die in jüngster Zeit hier stattgehabten
Schußprüfungen der in Hinterlader abgeänderten bisherigen Pode⸗
vils⸗Gewehre haben sehr günstige Resultate ergeben. So wurde,
wie mir mitgetheilt wird, von einer aus 20 Mann bestehenden
Section ein Schnellfeuer à 20 Schuß — 400 Schuß, im Zeit—
raum von 243 Minuten auf eine 400 Schritt entfernte Scheibe
abgefeuert; fünf Sechstel dieser Schüsse hatten die Scheibe getrof⸗
fen, ein sehr günstiges Resultat, sowohl hinsichtlich der Schnellig⸗
keit des Feuern's, als hinsichtlich der Treffähigket.

Dienstesnachrichten.

Durch Regierungsbeschluß vom 11. Mainl. Is. wurde der
Lehrer Jacob Ludwig Ehresmann in Höheinöd zum Lehrer an
der prot.⸗deutschen untern Schule zu Waldfischbach vom 27. 1. Mts.
in und der Lehrer an der prot.⸗deutschen Vorbereitungsschule in
Bermersheim, Ludwig August Ecarius zum Lehrer an der dorti⸗
zen prot.-deutschen obern Knabenschule vom 20. l. Mis. an, er⸗
tannt.

Durch Regierungsbeschluß vom 13. Mai wurde der Pfarr⸗
amtscandidat Conrad Reiffel in Speyer zum Lehrer an der neu
errichteten höheren Knabenschule in Speher ernannt.

Aus Karlsruhe, 10. Mai schreibt man dem „Schwäb.
Merk.“: „Die in Rastatt vorbereiteten sehr energischen Maßnah—
men für Instandsetzung der Festung sind, wie man vernimmt, jetzt
eingestellt.“

Karlsruhe, 13. Mai. Nicht weniger als 28 badische
Iffiziere sind zur Dienstleistung in preußischen Druphenabtheilun⸗
zen befehligt worden.

Darmstadt, 13. Mai. Die zweite Kammer hat heute in
geheimer Sitzung statt der für den Prinzen Wilhelm geforderten
Apanage von 18,000 fl. jährlich nur eine solche von 12,000 fl.
mit 24 gegen 19 Stimmen bewilligt.

Stusttgart, 10. Mai. Ein neues Kriegsdienstgesetz ist
ausgearbeitet. Dasselbe würde die Stärke der württembergischen
Armee auf mehr als 60,000 Mann bringen, was mehr als drei
Brocent der Bevölkerung ausmacht.

Leipzig, 10. Mai. Gestern Abend waren dritthalb Tau⸗
cend Personen im Saale Odeon versammelt, und beschlossen auf
Zzie Befürwortung des Reichstagsmitgliedes Drechsler Bebel von
hdier, Advokat Winter und anderer hiesiger Bürger, des Gerbers
Calm aus Bernburg und Andere, folgendes Telegramm an Gar—⸗
nier⸗-Pages, Volksvertreter in Paris, abzuschicen.

„Nachftehende Erklärung wollen Sie gütigst in geeigneter
Weise zur Kenntniß des französischen Volkes bringen; Tausende
aus allen Theilen Deutschlands in Leipzig versammelte Männer
zringen dem französischen Volke ihren herzlichen Gruß, und fühlen
ich zu der Erklärung gedrungen, daß sie mit tiefem Bedauern
die Wohlfahrt zweier großer Nationen durch diplomatische Verwi⸗
kelungen bedroht sehen. Neben dem Verlangen, ihre Ehre und ihr
nationales Recht geachtet zu sehen, kennen sie nur den einen Ehr—
zeiz, mit ihren Rachbarn in dem ruhmvollen Kampfe für die
Freiheit und Eintracht der Völker zu wetteifern. Möge Frankreich
zie deutsche Ehre achten, wie Deuischland die französische, so wer—
zen sich die Schreckniffe vergangener Zeiten nicht wiederholen.

Berlin, 11. Mai. Wäaͤhrend der Zeit bis zu der auf
den 29. Mai anberaumten nächsten Sitzung des Abgeordneten⸗
jauses werden den Abgeordneten die Diaͤten fortgezahlt auch bleibt
;zas Büreau des Hauses in Thätigkeit.

Berlhin, 18. Mai. Nach menschlicher Berechnung ist die
Erhaltung des Friedens als dauernd gesichert anzusehen, seitdem
Napoleon III. seine letzten Erklärungen hierher hat gelangen laf⸗
sen, und zwar auf freundschaftlichem, vertraulichen Wege. Er

Hat die Rüstungen gewissermaßen entschuldigt und ist dabei geblie—
hen, daß dieselben nicht gegen Preußen gerichtet waren, sondern
einzig den Zweck verfolgten, die bedeutenden Lücken, welche die
Erpeditionen nach fernen Gegenden in das Heer gerissen hatten,
vieder auszufüllen. Ob man dem aufs Wort glauben darf, mag
meroͤrtert bleiben; in schwieriger Lage bleibt der Kaiser; denn
denn er jetzt die Rüstungen einstellt oder rückgängig macht, so
hjat es sich eben um mehr als um das Ausfüllen der Lücken ge—
andelt. Die Vorbereitungen für die Marine wollen auch nicht
o recht zu den kaiserlichen Betheuerungen passen, doch muß man
etzt eben ein Auge zudrücken. Die Situation consolidirt sich, die
uropäischen Mächte haben in London ein gutes Stück Arbeit ge—
nacht. Ich kenne natürlich den Wortlaut des Vertrages nicht,
iber er soll, wie ich höre, unter anderen Bestimmungen auch eine
enthalten, welche eine Veräußerung Luxemburgs an Fraukreich
russchließt; die Bürgschaft hierfür soll selbst sehr präcis gefaßt
ein. Eines hat Napoleon auch erreicht: so eine Art von Für—⸗
denfahrt nach' Paris, denn es steht fest, daß der König im
zächsten Monat sich dorthin begiebt. Den empfindlichen Punkt
erühre ich zuletzt, die Räumung und Schleifung der Festung.
der Termin dafür ist wohl noch nicht festgestellt; es bedarf dazu
nancherlei zeitraubender Vorbereitungen, deren Vollendung sich
nicht genau bestimmen läßt. Die Kosten für die Schleifung
rägt, wie ich höre, der Großherzog von Luremburg, und es soll
auch der Fall vorgesehen sein, daß Mitglieder des früheren deut—
chen Bundes Ansprüche wegen eines Antheils an den Kosten,
velche auf die Armirung der Festung verwendet worden sind, er—
jeben könnten. Es würde in diesem Falle dasselbe Verfahren
ringeschlagen werden, wie bei der Auseinandersetzung wegen des
inderen gemeinschaftlichen Bundeseigenthums, d. h. es wird auch
ür Luxemburg eine Bundes-Liquidations-Commission zusammen—
treten.

Coblenz, 11. Mai. Gestern rückte von hier ein Deta—
hement von 80 Mann Pionire der achten Pionir-Abtheilung
aach Luxemburg; auch ist ein starker Transport Pulver per Schiff
dorthin abgesandt worden, wahrscheinlich um bei der Demolirung
der Luxemburger Festungswerke verwandt zu werden. Das Fü—
ilierbataillon des 68. Infanterie-Regiments, welches vor sechs
Wochen nach der preußisch-holländischen Grenze zur Verhütung
der Einschleppung der Rinderbest ausgerückt war, trifft morgen
wieder hier ein.

Wien, 11. Mai. Für das Herrenhaus des Reichstages
wird jedenfalls der Fürst Carlos Auersperg wieder zum Präsiden⸗
len ernannt werden. Im Abgeordnetenhaus soll der durch die
Ernennung des Dr. v. Hasner vacant gewordene Präsidenten⸗
posten durch den Dr. Giskra ersetzt werden, und zwar auf den
yersönlichen Wunsch des Kaisers. In dieser Ernennung will man
einen Act des Entgegenkommens gegenüber der liberalen Rich—
ung des Hauses finden. — Ueber das Schicksal des Kaisers von
Mexico herrscht hier die vollständigste Ungewißheit; selbst die kai⸗—
serliche Familie soll seit längerer Zeit ohne alle Nachricht sein.
— In Paris rechnet man natürlich auch auf einen Besuch des
daisers Franz Joseph zur Weltausstellung: es ist aber noch gar
richts darüber bestimmt.

Wien, 12. Mai. Die Krönung des Kaisers zum König
don Ungarn ist auf den 2. Juni festgesetzt. Die Krönungs-Cere—
nonien werden schon vier Tage vorher in Pesth, wohin der Kai—
er und die Kaiserin sich am 9. d. M. begeben haben, ihren An—
iang nehmen.

Wien, 14. Mai. Wie die heutigen Morgenblätter berich—
en, hat der preußische Gesandte dem Hrn. v. Beust officiell den
janz besonderen Dank der preußischen Regierung für seine ange⸗—
trengten Bemühungen zur Herbeiführung des Susgleiches in der
duremburger Angelegenheit ausgedrückt.
—Agram, 10. Mai. Der Entwurf der Majorität der ver—
einigten Nationalen der Adreßcommission stellt sich in Beantwor—
ung des köniql. Eröffnungsrescriptes durchaus auf den Standpunkt
        <pb n="228" />
        der Gleichheit mit Ungarn und verlangt eine vorgängige Ver—
einbarung über das Inauguraldiplom. Der Minoritätsantrag
geht auf Beschickung des ungarischen Landtages unter der Bedin—
gung' der Garantie der Selbststündigkeit Croatiens. Ein Sepa—
ratantrag will vor Erledigung »„der in der Landtagsadresse von
1848 ausgedrückten Beschwerden überhaupt keine Berathung über
die Königskrönung. — In Fiume soll die Erbitterung gegen di⸗
Magyaren größer sein als im Jahre 1848.

Agram, 12. Mai. Ein aus Anlaß des gestrigen Land
tag sbeschlusses beabsichtigter Fackelzug ist vom Banus ver
boten worden, weshalb der Stadthauptmann sofort seine Stelle
niederlegte.
—
Fraukreich.
Paris, 11. Mai. In den Tuilerieen herr scht jetzt ein
rastlose Thätigkeit; man bereitet sich auf den glänzenden Empfang
der hohen Ausstellungsgäfte vor. — Seit dem 1. Januar haben
allein die Pariser Gewehrfabrikanten 200,000 Hinterlader ge
liefert oder zugerichtet; und die 200,000 aus Amerika sind soeben
eingetroffen.

Paris, 12. Mai. Das „Journ des Dabats“ erinnert au
die in dem Briefe des Kaisers vom 19. Januar d- J. verspro⸗
chenen liberalen Reformen, die im Kriegslärm der letzten zwei
Monate fast vergessen worden wären. Das Versprechen ist frei—
lich gemacht worden, wird aber, wie es scheint, schon wieder
bereut.

Paris, 13. Mai. Im gesetzgbenden Körper, machte heute die
Regierung über den in London abgeschlossenen und unterzeichneten
Vertrag folgende Mittheilung: Zunächst wies sie aduf die versöhn—
liche Haltung der französischen Regierung während der Unterhand—
lungen hin und auf die Bemühungen der Mächte zur Erhaltung
des Friedens. Nach dem Austausch der Ratificationen werde sie
den Text des Vertrages mittheilen, dessen Hauptbestimmungen sie
aber jetzt schon geben könne. Zunächst wird die Einladung Hol—
lands zur Conferenz erwähnt und bemerkt, der Großherzog vor
Luxemburg habe erklärt, daß er, die Verbindung des Großherzog—
thums mit dem Hause Oranien aufrecht erhalten wolle. Die Er—
klärung wird acceptirt. Das Großherzogthum ist jetzt zu einem
neutralen Staat erklärt und dessen Neutralität unter die Sanction
der Collectiv-Garantie der Mächte, mit Ausnahme Belgiens, ge—
stellt worden. Außerdem hat man sich darüber verständigt, daß
die Stadt Luxemburg aufhören solle, eine Festung zu sein, und
der Großherzog hat sich vorbehalten, in derselben nur so viele
Truppen zu halten, als zur Aufrechthaltung der Ordnung uöthig
ist. Demzufolge erklärte der König von Preußen, daß die preu—
ßzische Garnison in Luxemburg Befehl erhalten werde, die Festung
zu räumen, sobald die Ratificationen ansgewechselt sein werden
und daß man während dieser Operation Artillerie und Munition
daraus zurückziehen werde, was in der möglichst kürzesten Zeit
bewerkstelligt werden soll. In der Festung sollen nur so viele
Truppen gelassen werden, als für die Sicherheit der Wegbringung
des Kriegsmaterials unumgänglich erforderlich sind. Der Groß
herzog hat die Verpflichtung uͤbernommen, die nöthigen Maßre—
geln zu ergreifen, um Luxemburg zu einer offenen Stadt umzu⸗
gestalten, und zwar durch Demolirung der Werke, wie er sie für
genügend erachten wird, um den Absichten der Mächte zu ent
sprechen.

Die Demolirungsarbeiten werden unmittelbar nach dem Rück
zug der Garnison mit Rücksicht auf die Interessen der Bewohner
borgenommen werden. Die Ratificationen der Uebereinkunft sind
innerhalb vier Wochen auszuwechseln. Der Vertrag endspricht
—V—
eine in schlimmen Tagen gegen uns geschaffene und vierzig Jahre
lang aufrecht erhaltene Situation; er schafft an unserer Nord
grenze einen neuen neutralen Staat, sichert dem Großherzog die
vollstündige Unabhängigkeit Luxemburgs, beseitigt die unmittelbare
Ursache des Conflikts, gewährt Europa den Frieden und gute
Beziehungen mit den Nachbarn. Es ist vielleicht das erste Mal,
daß es der Vereinigung einer Conferenz gelungen, dem Krieo
vorzubeugen, anstatt ihre Thätigkeit auf die Sanction der Resub
kate des Krieges zu beschränken.

Paris, 14. Mai. Der heutige Morgen-Moniteur bring!
ein kaiserliches Decret, welchem zufolge alle dem Jahrgang
1860 angehörigen Unteroffiziere und Soldaten der achkiven
Armee, die bis zum 31. Dezember 1867 von der Militärdienst
pflicht frei werden, sofort in die Heimath zu entlassen sind

— Der bekannte Republikaner Langlois macht in einem Schrei

ben den Vorschlag, daß kein Offensivkrieg künftig erklärt werden
solle ohne vorherige Billigung der Mehrzahl der Bürger durch
oöffentliche Abstimmung und daß alle, die dafür stimmen, sofort
in die aktive Armee treten müssen und Journalisten und Redner
die zum Kriege reizen, die Abantgarde zu bhilden baben.

F England.

Lon don, 14. Mai.' Gestern Abend theilte im Oberhause
Lord Derby mit: Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am Sams—
tag, die Ratification soll binnen vier Wochen erfolgen. Die Ver—
tragspunkte sind folgende: Ewige Neutralisirung Luxemburgs wird
anerkannt und Collectivgarantie durch alle Mächte; die Raäumung
der Festung findet Statt und ihre Schleifung, so weit der König
von Holland es für genügend erachtet; Luxemburg verbleibt Ei—
genthum des Königs von Holland. Lord Alderley fragte: Wurde
Englands Verpflichtung nicht vergrößert? Lord Derby erwiderte:
Nein, weil die Garantie collectiv ist.

Griechenland.

—Aus Corfu 14. Mai wird gemeldet: Omer Pascha hat
am 4. Mai Sphakia (auf der Insel Candia) durch die Engpässe
von Kapi und Kallikrati angegriffen. Durch die Aufständischen
zurückgeworfen, hat er am folgenden Tage den Angriff erneuert;
der Kampf dauerte bis zum Mittag des 6. Mai. Omer Pascha
wurde abermals mit großem Verlust zurückgeworfen und gezwun—
zen, sich in die Ebenen von Apocorona zurückzuziehen. — Die
Nachricht kommt aus griechischer Quelle und bedarf daher sehr der
Bestätigung. . at . 4

J — I Türkei. J

Aus Belgtad, 10. Mai, wird gemeldet: 400 Tscherkessen

Familien ständen an der serbischen Gränze und bäten um Erlaub—
niß, durchs Land zu ziehen, da sie nach Rußland zurückzukehren
vünschten. Ein wiener Telegramm, das diese Nachricht bringt,
fügt hinzu, sämmtliche in der Türkei untergebrachte Tscherkessen
seien im Aufstande und forderten nach Rußland heimgesandt zu
werden. ()

Ameri ka.
New-York, 13. Mai. Davis wurde gegen Hinterlegung
einer Caution auf freien Fuß gesetzt muß sich aber im November
wieder stellen.

Vermischtes.

.Ludwigshafen, 18. Mai. Die pfälzische Ludwigsbahn
hat im April 1867 im Ganzen 188,219 fl. 33 kr. vereinnahmt.
Wenigereinnahme gegen den gleichen Monat des vorigen Jahres
6840 fl. 23 kr. — Die pfälz. Maximiliansbahn hat im April
1867 im Ganzen 54,620 fl. 9 kr. vereinnahmt. Mehreinnahme
gegen den gleichen Monat des vorigen Jahres 1211 fi. 534 1r.
— Die Neustadt-Dürkheimer Bahn hat im April 1867 im Gan—
zen 4788 fl, 56 kr. vereinnahmt. Wenigereinnahme gegen den
gleichen Monat des vorigen Jahres 237 fi. 32 thz.

.Nach einem Ausschreiben des k. Consistoriums in Speyer
bom 29 April abhin (Amtsblatt vom 4. Mai) wird die theologi—
sche Anstellungsprüfung für das Jahr 1867 am 3. Juli l.
J. ihren Anfang nehmen. Die concurrirenden Candidaten werden
zur rechtzeitigen Meldung aufgefordert.
7Speher, 14. Mai. Vom 16. 1. M. an treten beim Ver⸗
kauf der Kohlen auf, der k. Steinkohlengrube Mittelbexbach fol—
gende Preise in Kraft: 139 kr. por Centner von den Gruben—
Jalden ab, und 1524 kr. per Centner vom Bahnhof Berbach ab
eingeladen in die Waggons, incl. Ladgeldes.

.T Speyer, 14. Mai. Gestern Abend starb dahier der
durch seine Compositionen auch in weiteren Kreisen bekannte Mu—
siks und Gesanglehrer am hiesigen Gymnasium H. B. Wiß nach
längeren schweren Leiden im 67. Lebensjahre.

Die bayerische Lehrerztg. enthalt einen Aufruf des Haupt—
Ausschusses des bayerischen Volksschullehrer-Vereins an dessen Mit—
Jiieder, nach welchem die 8. Hauptversammlung zu Augsburg den
2., 3. und 4. September l. Is. stattfinden wird. —

. München, 9. Mai. Gestern publicirte das Bezirksge—
richt rJ. das Erkenntniß in der Duellsache zwischen dem Candi—
daten des Ingenieurcurses, Mich. Witt mer, Posthaltersohnes
von Ottobeuern, und dem Chevaurlegers-Lieutenannt v. Baur⸗
Breitenfeld, nachdem die betreffende Verhandlung am Samstag
gepflogen worden war und im Wesentlichen nachstehende positive
Daten über den Vorfall constatirt hatte. Auf einem Balle am
Sylvesterabende war dem Wittmer von v. Baur Satissfaction
derweigert worden, worauf ihm jener eine Ohrfeige gab. Die
Angelegenheit kam vor das militärische Ehrengericht zu Augsburg,
und v. Baur forderte sodann den Wittmer auf Leben und Tod
zum Pistolenduell. Wittmer wollte nur auf Säbel Satisfaction
geben und nahm das Pistolenduell erst an, nachdem die Forde—
rung auf einen zweimaligen Kugelwechsel auf 5 Schritte Barriere
reducirt, worden war und ihm drohend gesagt wurde, wenn er
nicht annehme, könne es ihm passiren, daß ihm v. Baur auf's
Zimmer komme, und ihn da erschieße. Der gewöhnliche Sühne—
versuch vor Beginn des Duells, welches am 12. Jan. im Wäldchen
        <pb n="229" />
        bei Harlaching stattfand, scheiterte an der Weigerung v. Baurs
Nach dem ersten resultatlosen Kugelwechsel machte Wittmer
nochmals einen Sühneversuch, indem er den v. Baur um
Berzeihung bat und meinte, da er nun Genugthuung gegeben,
könnte es genug sein. v. Bauer bestand auf dem zweiten Kugel—
wechsel und erhielt die tödtliche Wunde in den Unterleib, an der
er am 18. Januar im hiesigen Krankenhause starb. — Das Ur—
theil lautete auf eine Festungsstrafe von 6 Monaten, während die
Staatsbehörde 18 Monate beantragt hatte. Wittmer meldete
gegen das Urtheil sofort die Berufung an, und dem Vernehmen
nach geschieht dies auch von Seite der k. Staatsbehörde.

. München, 1. Mai. Die Cadballerieregimenter werden
vom 11. Mai ab in folgender Weise dislocirt sein: Generalcom—
mando München: 1. Cuirassirregiment Prinz Karl von Bayern⸗
Stab und 5 Escadron in München. 2. Cuirassierregiment Prinz
Adalbert: Stab 1., 2., 3., 5. Escadron in Landshut, 4. Esca—
dron in Nymphenburg. Chevaulegers-Regiment Herzog Maximi—
lian: Stab, 3., 4., 5. Escadron Freising. 1. und 2. Escadron
München. Generalcommando Augsburg: 4. Chevaulegers-Regi—
ment König: Stab, 2., 3., 4., 5. Escadron Augsburg, 1. Es—
cadron Kempten. 1. Uhlanen-Regiment Großfürst-Thronfolger
von Rußland: Stab und 5 Escadronen in Dillingen. General—
rommando Nürnberg: 1. Chevaulegers-Regiment Kaiser Alexander
don Rußland: Stab, 4. und 5. Escadron Nürnberg, J. und 2
Escadron Neumarkt, 3. Escadron Schwabach. 2. Uhlanen-Regi-
ment: Stab und 5 Escadronen Ansbach. Generalcommande
Würzburg: 2. Chevaulegers-Regiment Taxis: Stab, L., 3., 4.
5. Escadron Bamberg, 2. Escadron Neustadt a. A. 5. Chevau⸗
legers-Regiment Prinz Otto: Stab, 3., 4., 5. Escadron Spehyer,
l. und, 2. Escadron Zweibrücken. 6. Chevaulegers-Regimen⸗
Großfürst Constantin Nikolajewitsch: Stab, 4., 5. Escadron Bay⸗
reuth, 1. und 2. Escadron Amberg, 3. Escadron Forchheim.

F Frankfurt, 10. Mai. Gestern Mittag verschied nach vier
monatlichen Leiden der Director der israelitischen Realschule, Dr.
Sigismund Stern. Seine hervorragende pädagogische Bedeutung
gereichte nicht nur der Anstalt, welcher er zwölf Jahre vorstand,
zu nachhaltiger Förderung, auch in den weitesten Lehrerkreisen
wirkte er anregend durch Wort und Schrift.

F Die Schlesier sind prächtige Leute und haben sich von je—
her zu helfen gewußt. In einem Wahlbezirke standen bei den
Parlamentswahlen einander zwei Grafen gegenüber, ein liberaler
und ein conservativer. Die Leute des conservativen Grafen
sprengten das Gerücht aus, ihr Graf gebe jedem einen Thaler,
der ihn wähle. Allein die Leute des lieberalen Grafen waren
noch klüger. „Einen Thaler will er Jedem geben?“ fragten sie
die Wähler. Wie soll ers denn wissen, wer ihn gewäühlt hat,
wenn nicht Jeder unter des Grafen Namen seinen eigenen Namen
schreibt — zum Zeichen daß er ihn gewählt hat? — Das leuch—
tete den Wählern des Grafen ein, sie schrieben zuerst den Namen des
Grafen und dann groß und deutlich ihren Namen auf den Wahl—
zettel. Leider wurden alle diese Wahlzettel ungültig;, denn das
Besetz schreibt ausdrücklich vor, daß der Stimmzettel bei Strafe
der Nichtigkeit außer dem Namen des Gewählten nichts enthalten
darf. So ging denn der lieberale Graf als Sieger aus der
Wahlschlacht hervor.

fF Zur Pariser Industrie-Ausstellung.) Die Klassen⸗
uurys sind in voller Thätigkeit. Es dürfte daher für die bayeri—
schen Aussteller von Interesse sein, über die Art und die Anzahl
der zu ertheilenden Belohnungen und Auszeichnungen etwas Po—
sitives zu erfahren. Abgesehen von einer Summe von 250,000
Franks, die von dem Preisgerichte für hervorragende Leistungen
an Werkführer und Arbeiter der an der Ausstellung betheiligten
Fabriken vertheilt werden soll, hat die Jury über folgende Preise
zu verfügen: 100 goldene Medaillen (4 1000 Frks. Goldwerth)
1000 silberne Medaillen, 3000 Bronce-Medaillen, 5000 lobende
Erwähnungen, zusammen 9100 Preise. Die Gesammtzahl der
Aussteller beläuft sich auf 43,000, welche sich in folgender Weise
uuf die einzelnen Länder vertheilen: Frankreich 11,645, England
3509, Italien 3992, Oesterreich 3072, Norddeutschland 2206
Spanien 2071, Belgien 1447, Rußland 1392, Brasilien 1073,

Portugal 1026, Schweiz 986, Griechenland 892, Ver. Staaten
778, Schweden 602, Norwegen 387, Bayern 260, Württemberg
230, Baden 200, Hessen 220 ꝛc. Bei den früheren Weltausstel⸗
lungen in London (1851 und 1862) und Paris (1855) kamen
in London 1851 auf 17,000 Aussteller 5186 Preise, Paris 1855
auf 22,243 Aussteller 12,305 Preise, London 1865 auf 27,446
Aussteller 12,305 Preise, dagegen gegenwärtig in Paris 1867
auf 43,000 Aussteller 9100 Preise. Das Verhältniß ist demnach
ein äußerst ungünstiges, denn von 43,000 Ausstellern werden
nicht weniger als 33,900 leer ausgehen. Nach der Wahrschein—
lichkeitsrechnung, die allerdings im vorliegenden Falle, wo mit
inkommensurablen Größen zu rechnen ist und sich mitunter Ein—

lüsse eigenthümlicher Art geltend machen, auf ziemlich schwachen
Füßen steht, hätte Bayern mit seinen 260 Ausftellern (der ge⸗
verblichen Ausstellung) nur Anspruch auf eine goldene Medaille,
z silberne Medaillen, 18 bis 20 Bronce-Medaillen und 30 lo⸗
»ende Erwähnungen. Es würde somit nur 22 Procent der bay—
erischen Aussteller prämiirt werden. Bei den hervorragenden Lei⸗
tungen der bahyer. Industrie auf der Industrie-Ausstellung und
zei der kräftigen Vertretung der vaterländischen Aussteller in und
außerhalb der Jury wird sich aber ohne Zweifel das Verhältniß,
der Belohnungen zu der Ausstellerzahl weit günstiger gestalten,
als es nach obiger Auseinandersetzung scheinen möchte. Da die
Ausstellung auf dem Marsfelde bei Weitem nicht den internatio—
nalen Charakter trägt, wie die 1862 in London, sondern vor—
jerrschend eine mitteleuropäische mit vorwiegend französische Fär—
zung ist, so macht sich begreiflicher Weise auch in der Jury der
ranzößische Einfluß in mitunter unerquicklicher Weise geltend.
Dadurch, daß von Seiten des bayerischen Generalkommissariates
nehreren Jury⸗Abtheilungen Deputirte beigegeben worden, ist Sorge
dafür' getragen, daß den nachtheiligen Strömungen ein Damm
nigegengestellt werde. J J

4 Cokomotiven-Diebstahl). Ein Pariset Blatt schreibt:
Der bekannte Ruf der englischen Spitzbuben hat den französischen
nicht Ruhe gelassen. In dem Bestreben, es ihnen gleich zu thun,
jaben sie jetzt einen Diebstahl ausgeführt, der seines Gleichen
uucht, — sie haben aus der bayerischen Abtheilung im Ausstellungs⸗
zebäude eine Lokomotive sammt Tender gestohlen.“ Der Verlust
dieser Maschine muß für die Aussteller um so empfindlicher sein,
als sie auf eine Preismedaille dafür sich Rechnung gemacht hatten.
— Vergebens zerbrach man sich den Kopf, wie es den Dieben
nöglich geworden war, diese Gegenstände fortzuschaffen. Da klärte
sich die Sache dahin auf, daß die Maschine nur ein kleines Mo—
dell gewesen war in der Größe eines Kinderspielzeuges.

F Die berüchtigte Pariser Bänkelsängerin Theresa gab neu—
iich in Marseille Gastrollen und sang so unfläthige Lieder, daß sie
die Arbeiter zum Tempel und der Stadt hinaus jagten. Schade,
daß ihr Gönner, Prinz Plon-Plon nicht dabei war. Vor einem
Jahre hat die hübsche Dirne vor dem Kaiser gesungen.

Die Ehrenpreise für Malerei bei der pariser Weltausstel⸗
lung sind wie folgt vertheilt: Die große Ehrenmedaille erhielten
die Franzosen Meissonnier, Cabanel, Gérome, Th. Rousseau, die—
Deutschen Knauß und W. v. Kaulbach, der Belgier H. Leys und
der Italiener Stephano Ussi. Medaillen erster Classe erhielten
die Franzosen Bretou, Pils, Fromentin, Millet, Robert Fleury,
Bida, Frangais und Daubigny, die Belgier Stevens und Wil⸗
lems, der Spanier Rosales, der. Engländer Calderon, der Oester—
reicher Matejeko und die Deutschen Horschelt und Piloty. J

FAn mehreren Orten in Frankreich ist nun leider auch die
stinderpest aufgetreten, ebenso in den sächsischen Herzogthümern
doburg, Hildburghausen und Meiningen; es ist demnach durch
das k. Staatsministerium des Innern am 4. l. M. die Grenz⸗
perre gegen diese Länder, aber auch vorher schon bezüglich der
nländischen infizirten Orte von den Behörden alles Nöthige und
gesetzlich Vorgeschriebene zur Verhinderung einer Weiterverbreitung
er Seuche angeordnet worden. Die allerhöchste Verordnung vom
6. Dezember 1866 (Amtsblatt Nr. 96) enthält alle Maßregeln
zjegen die Rinderpest, und die dazu vom k. Staatsministerium
des Innern vom 9. Dezember (Amtsbl. Nr. 98) erlassene In—
fruction ergänzt diese Maßregeln und ordnet das Verfahren.
RMicht unnützlich dürfte es aber sein, die Viehbesitzer wiederholt
auf eine Verordnung der Landes-Administration vom 2. Oktober
1815 (Amtsbl. S. 270) aufmerksam zu machen, welche in ihrem
arsten Theile sub lit. A. die Natur und Kennzeichen dieser
drankheit, und dann suhb lit. B. die Verhaltungsmaßregeln an⸗—
gibt. Das betreffende Amtsblatt wird wohl in den meisten Bür—
germeistereien zu finden sein, und wo dies nicht der Fall ist, mag
dieselbe in Siebenpfeiffers Handbuch nachgelesen werden. Diese
Verordnung hat zwar keine gesetzliche Giltigkeit mehr, hat aber
immer noch in lit. A. praktischen Werth. Die Strafartikel 459
— 462 des code pénal sind durch den Art. 363 des neuen
Strafgesetzbuches ersetzt. Nach diesem Art. 363 ist die boshafte
Verbreitung einer Viehkrankheit mit Gefängniß von 1 bis 5 Jah—
ren nebst Geldstrafe bis zu 1000 fl. bedroht. Die Zuwiderhand—
lung gegen polizeiliche Sicherungsmaßregeln, sei sie vorsätzlich oder
»ahrlässig, wird mit Arreststrafe bis zu 42 Tagen oder mit Geld—
huße bis zu 150 fl. bestraft; würde aber in Folge Zuwiderhand—
lung fremdes Vieh von der Seuche ergriffen, so tritt Gefängniß
his zu 1 Jahre, oder Geldbuße bis zu 400 fl. ein. Sollte un—
sere Provinz das Unglück haben, daß auch hier die Krankheit
auftritt, so mag es einigermaßen zum Troste dienen, daß die Ge—
etzgebung, wie in anderen Ländern, so auch in Bayern die des—
allsigen Verluste der Viehbesitzer als Staatslast ansieht und diese
Verluste aus Staatsmitteln vergütet
        <pb n="230" />
        Mobilienversteigrung. Eine große große Auswahl der, neuesten
Sdpng denteiiethat hutn Herrn- Damen-⸗ und Kinder VStronnüte em.
—88 nachbenannte Gegenstände auf Borg pfiehlt billig, um mehr als die Hälfte des reellen
dersteigern: Preißes “

1 Sopha, 1 Kleiderschrank, 2 Bettstellen, 32. *22 J ——
Wiege Tische Stuͤhle Waschbutten, — L Herz wy
üchengeräthe, Lehrbögen verschiedener Grö— —
w Karren, Eimer und sonstige Maurerge—
äthe.
tà W. Leusentin.
Wohnungsvermiethung.
Der untere Stock des Carl Groß'⸗
ichen Hauses an der Haupistraße, (von
Herrn Bauunternehmer Leusentin bis jetzt
dewohnt) bestehend in 5 großen Zim—
mern, Küche, Mansfärden, Keller,
Stallung, Remise, einem großen
Hofraum, nebst einem eca
Garten, ist bis 1I Jul i zu vermiethen.
Näheres bei Herrn Adjunkt Hoff—⸗
mann hier.

Hierdurch bringen wir zur allgemeinen —R
dio HH. Haasenstein &amp; Vogler in Frankfurt a. M. Hamburg,
Beorlin und Basel
jaut von uns getroffener Bereinbarung mit denselben fortab allein befugt sind in Deutsch⸗
laund Annoncen fur die durch unsere Gesellschaft gepachteten französischen Blätter zu

vermitteln, und sind daher Aufträge nur an diese genannte Firma zu richten.
Paris, den 1. April 1867. J
— ie F
Gesellschaft Havas. Laffite-Bullior &amp; O
Anknüpfend an vorstehende Bekanntmachung der Gesellschaft Uavas, Lamaite-
Rullier &amp; Oie. zu Paris, erlauben wir uns die Herren Inserenten darauf hinzuwei—⸗
jen, daß genannte Gesellschaft von — * J

10 der bedeutendsten Blätter in Paris

(Siôclo, Débats, Constitutionnel, Presse, Patrie, Opinion nationale,

France, Temps, Pays, Union)
VJ 232422
und 200 Provinzial-Blättern ersten Ranges
den Inseraten⸗Theil gepachtet hat, so daß Annoncen, welche in diesen Blättern publi⸗
cirt werden sollen, nicht direct an die Blätter, sondern an die genannte Gesellschaft zu richten
sind, daß mithin Annoncen aus Deutschland nur dann zur Aufnahme gelangen können,
wenn dieselben durch unsere Vermittlung eingesendet werden.

Nominelle Liste der Provinzial-Blätter, in denen auch die bei großen Aufträgen
eintretenden, bedeutenden Vergünstigungen genau angegeben siud, stehen gratis und franco be⸗
reitwilligst zu Diensten.

Der Wirkungskreis unserer bisherigen Filiale in Paris ist in Folge dieses Vertrags
an die vorgenannte Gesellschaft übergegangen, wohingegen unsere Wiener Filiale nicht durch
denjelben berührt wird.

Laasoenstein &amp; Vogloer, Zeitungs⸗Annoncen-Erxpedition
in Frankfurt a. M., Hamburg, Berlin und Basel.

Ich zeige hiermit ergebenst

—ann, daß ich von jetzt an,

mein neues Atelier neben der Holz

handlung des Herrn Otto Weigand,

Kohlenstraße, eröffnet habe und von Mor⸗

zens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge

ntgegennehne.
B. Ollig, Photograph.

Sonntag den —10. Mai 3

IAarmoniemusiIc
L. Weirich.
Zu vermiethen.
2 Zimmer, eine Speicherkam—
mer und Keller in dem Jakob
Fiack'schen Hause in der Oberstadt.
J. J. Fiack.
Zwei fleißige Schneidergesellen fin⸗
den gegen guten Lohn dauernde Be—
schäftigung bei
Lorenz Heil
in St. Ingbert.

— —— — — —
YIOBS-
— —

X—

Griesheimer Guano (concentrirter
Dünger,) feines Pulver, für Getreide,
33 Tabak, Kartoffeln, Hopfen
u. s. w.

Weinberg Guano (Weinberg
Dünger.) A

Peruanischer Guano. Baker—
Buano.

Kali⸗Superphosphat.

Kali⸗Dünger für Wiesen. Wie—
sendünger. 20**

Schwefelsaures Kali.

Futterknochenmehl.

Sodagyps fein gemahlen.

Schwefel-Milch, gegen die Trau—
zenkrankheit.

Reichthum an Gehalt. Vorzügliche
Löslichkeit. Billige Preise. — Preislisten,
Bebrauchsanweisungen und Analysen gratis.
— Garantie der Analysen. — Controle
der landwirthschaftlichen Vereine.
Niederlage bei Carl Apprederis

in St. Inabert.

Zentner. Weisbrod 19 Kilogr., 20 kr.
Kornbrod 8 Kgr., 27 kr., ditto 2 Kgr,
18 kr., ditto 1 Kgr. 9 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 84 kr., 1 Paar Wedh, 7 Loth,
2 kr. Rindfleisch, 1. Qual. 16 kr.2
Qual. 185 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel—
leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter
Butter 28 kr., per Pfund.

Eine frische Sendung pfälzer Saat
haufsamen, sowie Sago, Salatöl
und Soda, empfiehlt
v. Zepp.
Vorzügliche Wagenschmiere in 1
Pfd.⸗Kistchen empfiehli

Fruchtpreise der Stadt—
Kaiserslautern vom 14. Mai.

α,
DBurt

E2Etel

Weizen 8 fl. 13 kr. Korn 6 fl. 4 fr
Spelzkern 8 fl. — kr., Spelz 5 fl
51 kr., Gerste 5 fl. 59 kr., Hafer 4fl
45 kr., Erbsen 5 fl. 26 kr., Wicken 4 fl
8 kr., Linsen 5 fl. 3 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr
3 Pfd. Gemischtbrod 1493 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 17 kr.

der
Ehemischen Fabrik Griesheim
in Frankfurt am Main.

Sauere phosphorsauere Kalke
(Superphosphate) zur Düngung des Ge—
treides, für Rüben, Wiesen, Gemüse,
Futtergewächse, Reps u. s. w. in drei
Sorten.

Gedämpftes Knochenmehl, (gua⸗
aisirt) in feinem und gröberem Pulver für
Betweide u. s. w. (zur Maschinen⸗ und
ur ed

Rohes Kunochenmehl.

Baker Guando⸗Superphosphat.

Sombrero⸗Zuperphosphat.

Peru⸗-Guano⸗-Phosphat. (Ge⸗
auerter Peru-Guano.)

Phosphor⸗Guano.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 16. Mai.
Weizen 7 fl. 50 kr., Korn 5 fl. 538 kr.

Berste 2reihige, — fl. — kr., Gerste 4

ceihige, 5 fl. — kr., Spelz 5 fl. 3 kr.,

Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.

— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

1fl. 49 kr., Erbsen 5 fl. — kr., Wicken

— fl. — kr., Kartoffeln 1efl. 36 kr., Hen

Ufl. 24 kr., Stroh 1 fl. 12 kr., per

Mainz, 10. Mai.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 16 fl. — tr. — 16 fl. 45 kr. —
Korn (180 Pfd.) 12 fl. 20 kr. — 12 fl.
40 kr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 45 kr
— — fl. — kr. — Hafer (120 pfd.
6fl. — kr. — 6 fl. 10 kr.

—
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingb⸗
        <pb n="231" />
        4
Slh. Ingberler AAnzeiger.
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Di
zeiger mit seinem enstag, Donnerssta
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile dihaci oder sa
Raum berechnet.
Samstag, den 18. Mai — 1867
— I — — — m
Deutschlaud.

München, 14. Mai. Die Referenten über die verschiede—
nen Gesetzbücher sind vollauf beschäftigt und arbeiten unausgesetzt
an deren Vollendung. — Bezüglich der Ernennung des Nürn—
berger Bürgermeisters v. Wächter zum Regierungsdirektor in
Augsburg steht es sehr in Frage, ob derselbe diese neue Stel⸗—
lung annehmen wird. So viel man uns versicherte, werden von
den Gemeindebevollmächtigten Nürnbergs bereits diejenigen Schritte
gjethan, welche für Nürnberg den empfindlichen Verlust eines Man⸗
nes, welcher sich namentlich in den Volkskreisen die vollste Ach—
ung und Liebe erwarb, wohl kanim befürchten lassen.

München, 15. Mai. Zum baherischen Consul in Gibral⸗
tar ist der Kaufmann Ferdinand Schott daselbst ernannt. —
Das Gendarmeriecorpscommando, das vom Ministerinm des In⸗
nern um sein Gutachten wegen der heabsichtigten Umänderung
der Gendarmerie in ein Civilinstitut angegangen, wurde,
prach sich, wie man der „A. Abztg.“ meldet, nicht gegen eine
olche aus, betonnte jedoch die Gefahr, die daraus entstehen könnte,
ein Institut, das seit 50 Jahren gute Dienste geleistet habe, auf
einmal abzuschaffen oder wenigstens in seinem innersten Wesen zu
indern, machte darauf aufmerksam, daß es sehr schwer sein werde,
die hinlängliche Anzahl der Mannschaft zu erhalten, und schlug end⸗
ich vor, die beabsichtigte Umänderung einmal bei der Stadtcom⸗—
pagnie, deren Reorganisation ohnehin am dringendsten gewünscht
verde, zu versuchen und diese erst, wenn sie sich da erprobt habe,
bei der ganzen Gendarmerie vorzunehmen. Dazu bemerken die
„N. Nachr.“: Aus der ganzen Art, wie diese hochwichtige Frage
behandelt wird, scheint uns hervorzugehen, daß auch hier wieder
die bisher so beliebten halben Maßregeln, die noch nie zu einem
gedeihlichen Ziele geführt haben, ergriffen werden wollen; will
man nicht eine Umänderung unserer Sicherheitsmannschaft im
Sinne des einzig richtigen Constablersystems, dann lasse man
die Sache gleich lieber ganz beim Alten!

Wäürzburg, 12. Mai. Gestern Nachmittag fand in der
ikademischen Aula eine höchst zahlreiche besuchte Versammlung der
hiesigen Studentenschaft statt, in welcher die Friedensadresse
der Straßburger Studenten verlesen und mit Acclamation dem
Ausschuß der Erlaß einer deren Inhalt entsprechenden Erwide—
rung übertragen wurde.

Dienstes⸗Nachrichten.

Zu Forstamtsactuaren wurden ernannt die k. Forstgehilfen:
Wilhelm Ewald von Forsthof beim Forstamte Kemnath,
Ludwig Hamm von Poppenlauer beim Forstamte Ruhpolding
und Hermann Mayer von Freising beim Forstamte Weil—
deim

Wiesbaden, 16. Mai. Wie wir vernehmen, sind dem ge—
wefenen Herzog Adolph in der Uebereinkunft bezüglich der Do—
nänenfrage sämmtliche Oekonomien und Weingüter, sowie der
Selterser Brunnen überlassen worden.

.Dresden, 14. Mai. Das Obercommando über alle
Truppen in Sachsen geht an den Kronprinzen von Sachsen als
ommandirenden General des 12. norddeutschen Bundesarmeecorps
iber und damit wird das bisherige preußische Gouvernement in
Dresden aufgelöst.

Berlhin, 14. Mai. In dem Augenblicke, wo Sie diesen
ZBrief erhalten, kennen Sie vielleicht schon den Wortlaut des
Londoner Pratokolls, wenn auch Hr. v. Moustier erklärt hat, den
Text erst nach der Ratification dem gesetzgebenden Koͤrper mit—
cheilen zu wollen. Sie werden darin keine Bestimmung über das
ernere Verhältniß Luremburgs zum Zollberein finden. Einige
Worte der Aufklärung dürften von Interesse sein. Das Groß—
erzogthum gehoͤrt zum Zollverein in Folge eines völkerrechtlichen
nternationalen Vertrages, nicht als deutsches Bundesland. Dieser
Vertrag konnte durch Krieg aufgehoben werden, sonst muß er für
den Zeitraum, für den er abgeschlossen ist, in Kraft bleiben. Das
lufhören des Vertrages war demnach keine nothwendige Conse—
nenz der Reutralisation, wie die Räumug der Festung, und

diese Ansicht haben auch‘ die Vertragsmächte zu der ihrigen ge—
macht, denn sonst würden sie eine entgegenstehende Bestimmung in
das am 11. Mai abgeschlossene Protokoll aufgenommen haben.
Luremburg bleibt also beim Zoll verein. Was die Erklärung des
Marquis v. Moustier betrifft, so scheint dieselbe mit großer Sorg⸗
falt so abgefaßt zu sein, daß sie möglichst Alles hervorhebt, was
der Eigenliebe der Franzosen schmeicheln könnte. Diese große
Sorgfalt sieht aber einem Siegesbülletin des „Moniteur“ nach
einer Niederlage ähnlich, und, ist sie auf das Schriftstück verwen—
det worden, um den zweifelhaften (7) Erfolg der französischen
Diplomatie zu verhüllen, so kann man sich auch den rauhen Ton,
Preußen gegenüber, erklären. Moustier vergißt, daß er mit sei—
ner. Erklärung den Bruch der freundschaftlichen Beziehungen zwi—
schen Deutschland und Frankreich constatirt, ja ihn noch unheil—
harer macht. Luremburg in den Händen eines freundlichen Nach—
hars, dem man traut, konnte niemals zu einer offensiven Posi—
tion werden, und in dem Augenblick, wo Moustier die Furcht
vor einer solchen offensiven Position ausspricht, giebt er ein un—,
zerechtfertigtes und beleidigendes Mißtrauen gegen Preußen zu
erkennen, das früher oder später seine blutigen Früchte tragen.
wird. Die Erklärung hat in diplomatischen, nichtpreußischen, auch
nicht einmal preußenfreundlichen Kreisen einen unangenehmen
Eindruck gemacht; man hält diese französische Provocation für
ohnmächtig und darum für ungeschickt.

Berlin, 14. Mai. In den letzten Tagen haben häufige
Sitzungen des Staatsministeriums stattgefunden, welche der inne—
cen Organisation der neuen Landestheile gewidmet waren. Die
Berathungen sind so weit gediehen, daß schon in der nächsten
Zeit die allgemeinen Grundsätze sowie die Specialitäten dieser
Drganisation festgesetzt sein werden. — Der Kronprinz wird mit
einer Gemahlin zu Ende der Woche nach Paris reisen.

Berlbin, 17. Mai. In diplomatischen Kreisen wird entgegen
)em Dementi des Londoner „Globe“ bestätigl. daß England sämmt—
hen Höfen Entwaffnungsvorschläge zugesandt habe, und daß
denselben Rußland, Italien Schweden und Dänemark bereits beige—
treten seien.

Luxremburg, 12. Mai. Die Nachricht aus London, daß
die preußische Gurnison die Festung räumen werde, hat wie vo—
rauszusehen war, allgemeine Bestuͤrzung verursacht. Das „Lu—
rxemburger Wort“ und der „Courier“ suchen heute die Einwoh—⸗
nerschaft nach Möglichkeit zu trösten und ihr vorzurechnen, daß
die Opfer an Wohlstand, welche die Stadt allerdings würde
hringen müssen, am Ende doch wohl nicht so gar ungeheuer sein
vürden. Der Courier schlägt vor, die Casernen und sonfstigen
nilitärischen Gebäude in Fabriken und industriellen Etablissements
zu verwandeln.

Luxemburg, 13. Mai. Die bisher mit Eifer betriebenen
UArbeiten in der Festung sind eingestellt, die Arbeiter sind entlassen
worden.

Wien. Oesterreich besitzt in diesem Augenblicke noch fast
an zwei Millionen Joch Urwald! Forste, in denen noch nie eine
Axt erklungen, die wohl niemals noch der menschliche Fuß betreten!
Hibt es, mit Ausnahme vielleicht des russischen Gebietes noch einen
zweiten Staat in Europa, welcher ähnliche Verhältnisse aufzuwei—
sen vermöchte? Aus dem Kaiserstaate exportirt man derzeit an
30 Milionen Kubikfuß der vortrefflichsten Hölzetr, im Werihe von
nehr als 30 Millionen Gulden, allein demungeachtet ist die Holz—
ausfuhr noch lange nicht das, was sie sein könnte; sie steht tief
unter der dauernden Ertragskraft des österreichischen Waldstandes
ind vielfach unter der kaum berechenbaren Masse jener Holzvor-
räthe, welche in den ausgedehntesten Urwäldern seit vorhistori—
schen Zeiten aufgespeichert sind. Die Ziffern sind von einer ver—
chwindenden Kleinheit, wenn man bedenkt, daß von dem alljähr—
lichen Holzuwachse allein der croatisch-slavonischen Wälder, nach
Deckung des heimischen Bedarfs, dauernd 80 Millionen Cubikfuß
ür den Export erübrigen würden; daß von den Holzvorraths-
deberschüssen ein- für allemal mindestens 1000 Mill. Cubßfuß
        <pb n="232" />
        abgegeben werden könnken, ohne dem heimischen Bedarfe auch! ministeriellen Erlaß vom 15. Mai die Einfuhr von Wiederkäuern
nur den⸗ mindesten Abbruch zu thun.“ Legt man an diese Siffermsferner Die Einfuhr von frischen Häuten und frischen Thierabfällen
nur den oberflächlichsten Maßstab der Schätzung, so erhellt, —56 der ganzen französischen Grenze, von Lauterburg bis zum
aus den croatisch⸗slavonischen Wäldern, die jetzt nicht mehr als Departement Sapvoyhen einschließlich, verboten. —
10 Millionen Cubikfuß Hölzer exportiren, gar leicht das — Marseille, 14. Mai. Heute Morgen ist der Marschall
und, in Gulden berechnet, mit Leichtigkeit jährlich um 40 Mill. Mac⸗Mahon aus Algier hier eingetroffen. —
Gulden aus geführt werden könnten, ohne daß deren Abgang für England
den örtlichen Gebrauch irgendwie fühlbar würde. Dabei sind die g 14. April: Ei 7 G
Wwaldprodulle falumluich von der vorlreffüchsten Seschaffenheit. das vand drre 4 Fint Fite zu e Um·
Geschlecht der Hölzer so vielgeartet, daß absolut jedes gewerbliche e e e et ei Ae e den n un g von
Bedürfniß, der Schiffe und Häuserbau, der Maschinenban, das Parlamentsmitg iedern gezeichnet, im Begriffe, an Lord Alber⸗
Inbe Lithlechamnert, die felne DrFolera ben daraus befriedige corn den Statthalter von Irland, abgesandt zu werden. Doran der
Herden lbonnie. 7 Di Dolte ren ee
esih. 15. Mai. Das Immunitätsgesetz für die Mitglie- der Krone amempfohlen wurde ist pereits zu ehenslanglicner Trans
der des croatischen Landtages hat die i neeene ndie cchauen. Portation begnadigt; in Burkens Fall erwartet man die Allerhöchste
Sollte der Landtag sich aber trotzdem renitent zeigen, so wird Entscheidung vor Ende der Woche. J.
die Krönung des Kaisers als König von Ungarn auch ohne Ver⸗ Italien.
tretung des croatischen Landtages stattfinden. Florenz, 14. Mai. Der Finanzminister Ferrara legte
Bremen, 14. Mai. Im Augenblick wird mit Preußen zeute den Gesehesentwurf über das Kirchenvermögen vor. Ver
über eine Militärconvention unterhandelt. Das Bremer Bas Staat wird auf dasselbe 600. Mill. aufuehmen. Auf Rechnung
raillon wird in Zukunft sich wenig von einem preußischen Batail: dieser Summe werden verwandt werden die zu Gunsten des Cul—
lon unterscheiden; nur soll preußischerseits die Freiheit der in zus eingeschriebene Rente und 12 Millionen von den kirchlichen
fremde Welttheile gehenden jungen Kaufleute von den jährlichen ktabliffements. Der Rest wird vertheilt als außerordentliche
Einberufungen während der Reservedienstzeit zugestanden sein. Steuer auf die Kirchengüter, die halbjährig von 1868 an zu
— Sübed, 18. Mai. Mit Preußen schweben Verhandlungen entrichten ist. Die Unbverkäuflichkeit der Güter ist aufgehoben.
über den Bettritt zum Zollvereiinenn. ι. Was von den Gutern übrig bleibt, wird zur Bestreitung der Pen—
Dänemark. sionen und des Cultus verwandt. Die genannten Operationen
Kopenhagen, 14. Mal. Die Uebersiedelung der wehr; lönnen einer Handelsgesellschaft übertragen werden, deren Com-
pflichtigen Männschaften aus dem Herzoͤgthum Schleswie miffionsgebühr 3. pCt. nicht überschreiteiee.
nach dem Konigreiche hat erhebliche d en — Griechenland.
Pach übereinstimamenden Nachrichten wird Seitens der preußischen. At hen, 9. Mai. (Ueber Marseilley Die Mächte haben
Behoörden in dem Herzogthum Schleswig wider diejenigen, welche beantragt, daß auf Kandia ein Waffenstillstand abgeschlofsen werde,
von dem tractatmäßig ihnen gesicherten Rechte nun Gebrauch ma- um unterhandeln zu können. England soll anrathen, diesem Vor—
chen und in den danischen Unterthanenverband sich aufnehmen schlag Folge zu leisten.
lassen, mit unnachsichtlicher Härte verfahren, resp. sie rücksichtslos Türkei...
ausgewiesen, was man hier mit den Friedeunstractaten nicht in 3 5 — —
Uebereinstimmung zu bringen weiß. Hierdurch werden insbeson-⸗ Konstantinopel, 8. Mai. leber Warseille.). Das Ge⸗
dere diejenigen Wehrpflichtigen und Reservisten betroffen, welche set welches den Fremden das Recht. Grundeigenthum I exwer
Haus und Hof und Familie in Schleswig zurücklassen mußten. kü werleihen sol soll fertig sein— Sie genwen ouen. blos die
Inzwischen und relatid erhebliche Beiträge zur Unterftützung hilfs— Rrundsteuer entri hten und auch ferner Wier der Gerichtsbarleit
553 Schleswiger gezeichnet. Alle Jvunrnate fammeln für die ee 59 Ferden neue Verstärkungen nach
nglücklichen. J Sirus und J

—VVDVDVDVDD— Amerika.
Frankreich New-York, 4. Mai. (Ueber Brest durch den Dampfer

Paxis, 15. Mai. Herr Pierre Baraynon, der jetzige Pereice“n)“ Die letzten Nachrichten aus Mexiko bestätigen die
Lhefredacteur des Memorial. Diplomatique, der fich sehr viel mit sederlage der Juͤwerialisten durch Porsirio Diaz, den Tod Mi—
ttrategischen Erfindungen à la Girardin beschäftigt, verlangt heute mons und die Fluͤcht des Kaisers Marimilian. J
wieder einmal eine definitive Regelung der Nordostgrenze Frant Rewey ork, 13. Maĩ. In Mobile ist eine Empörung aus—
reichs, damit auch der nunmehr geschlossene Friede dauerhaft- jei. zebrochen. Herr Kelly, Mitglied des Congresses, ist angefallen,
Der Hert Gränzberichtiger macht am Schlusse seines ftrategischen ehrere Perfonen finde getodtet worden Die Mintärbehörden
Galimathias folgenden Vorschlag: Es wäre für die Fortdauer haben die Ordnung wieder her estellt. — Die Neger von Rich—
des Friedens außerst wünschenswerth, daß ein Arrangement (und onm d Rew Orleang egen beunruhigende Tendenzen an
wäre es auch gegen Geld) uns als Grenze zwischen Saarbrücken den Tag. J
und der Zweigbahn der Trierer Linie nicht allein das Bett die— — Der Lieutenant Maximilians, Marquez, hat in Me⸗
ses Flusses er Saar) sondern auch selbst den südlichen Abhangriko eine Brandschahung von 800, 000 Tollars, mieist von Aus-
der rheinischen Eisenbahnstrecke als Grenze verschaffte. Denn diese ndern, erhoben Din London und South Amerikan Bante mußie
Bahn scheint wirklich gebaut zu sein, um uns einen Fluß und z0000, die Frau des franzosischen Gesandten, als Mexikanerin,
tinen eee — Aetungen uͤp Be883 8000 Dollars bezahlen, die Häuser derer, welche die Zahlung
auf unsere Brust zu wälzen. Dann werden Metz und Thionville 3 F Inseer
— verweigerten, wurden blokirt und ihnen das Wasser abgeschniten.
wir auch Tage abwarten müssen, wo wir zum Handeln stärker
aind vielleicht auch berechtigter sind, so können wir im Gefühl der
Sicherheit unserer Grenzen und im Vertrauen auf unsern Vatrio—
tismus diese Tage herankommen sehen.“

Paris, 15. Mai. Der „Temps“ sreut sich zwar über die
Räumung Mexiko's wie über den Londoner Vertrag; indeß
fändet er, daß, während Graf Bismarck in der letzten Zeit stets
seine Absicht erreicht habe, die französische Regierung immer auf
die von ihr verfolgten Pläne habe verzichten müffen. Durch den
Londoner Vertrag habe Europa die neuen Zustände in Deutschland
anerkannt, zugleich aber Frankreich sein Streben nach der Rhein⸗
grenze für immer aufgegeben. Luxemburg sei bei Weitem nicht
eine so starke Bedrohung Frankreichs gewesen wie Saarlouis und
Saarbrücken. Um aber sich in die schlimmen Dinge wie die me—
rikanische Expedition und den Luxemburger Streit eingelassen zu
haben, müsse die kaiserliche Regierung von ihren Agenten im Aus—
lande schlecht bedient gewesen sein. Nachdem das persönliche
Regiment solche Niederlagen erlitten, sei es um so mehr an der
Zeit, der Nation wieder einen Antheil an der Lenkung ihrer Schick⸗
sale zu übergeben.

Paris, 17. Mai. Der Moniteur schreibt: Da der Aus—
zruch der Rinderpest in Deutschland constatirt ist, so ist durch

Bermischtes.

7 Das Staatsministerium des Handels und der öffentlichen
Arbeiten hat zur Hebung und Förderung der landwirthschaft—
lichen Fortbildungsschulen den Staatsbeitrag von 4000 fl.
an das Generalcomite des landwirthschaftlichen Vereins ausbezah—
len lassen, welch' letzteres hiervon die Summe von 2400 fl. so⸗
fort an die Kreiscomites gleichheitlich vertheilte, den Rest aber
später zur Vertheilung bringen will.

F Stuttgart, 14. Mai. Die „Schw, Volksztg.“ berichtet:
„Das hiesige Polizeiamt belegte heute in einer hiesigen Druckerei
eine große Anzahl von Lotterieloosen, Prospecten und Verlosungs⸗
plänen mit Beschlag, welche anf die Ausspielung eines an der Pro⸗
menade in Frantfurt liegenden Hauses mit Garten, Mobilien
Silbergeschirr, Equipagen, Pferden und Werthpapiere (öosterrei⸗
hischen 250 fl.-Loose, badische 35 fl.-eLoose, Mailänder 45-Fr.
Loose und Freiburger 15-Fr.-Loose) Bezug haben. Der Preis des
Looses ist auf 1 Thlr. normirt. Die Preise sind auf 200,0000
fli, 50,000, fl, 15,000 fl., 10,000 fl., 2 à 5000 fl., 3 2
2000 fs. 6 à 1000 fs. 15 à 5600 fl. 39 à. 400 fl., 480 à
150 fli, geplant.“Als Unternehmer gerirt sich ein G. Weir in
London. Nach polizeilichen Erhebungen ist aber die ganze Unter—
nehmung 'eitel Schwindel und ihre eigentlichen Urheber ein
        <pb n="233" />
        1
AJ

Frankfurter Schornsteinfeger, ein bankerotter Kaufmann und ein übel⸗
serüchtigtes driltes Subjeck. Es darf dankbat anerkonnt werden,
daß die Polizei durch ihr Rrajches und geschicktes Vorgehen den
xrohenden Betrug noch rechtzeitig unterdrückte.

F Berlin, 13. Mai. Gestern fand vor Bierlocalen in der
hasenhaide eine furchtbare Prügelei zwischen Soldaten Statt, und
war waren Gardeschützen mit ˖ Gardepionieren in Kampf gerathen.
Dieser nahm einen so gewaltigen Umfang an, daß Militär auf⸗
geboten wurde und wigderholt mit gefälltem Bayonnet gegen die?
Kämpfenden vorg ehen mußte. Verwundungen konnten bei so er—
hitterten Känipfen schon nicht ausbleiben. Die Untersuchung ist
eingeleitet. Bürgerliche Personen waren bei dem ganzen Handel
zar nicht betheiligt. Vielleicht führt dieser Anlaß auf die bis
1848 bestandene Vorschrift zurück, daß Soldaten gußerdienstlich
nur unbewaffnet ausgehen dürfen.

Hörde, 10. Mai. Durch Entzündung schlagender Wener

derunglückten gestern auf der Zeche „Schleswig⸗Holstein“ bei As—
eln 14 Bergleute, wovon drei auf der Stelle todt blieben; zwei
tarben einige Stunden später und einer gab diese Nacht im hie—
igen Krankenhause der Hermannshütte seinen Geist auf. Ueber
den Zustand der übrigen acht Bergleute hat man noch nichts
NRäheres erfahren. — J

Aus der Grafschaft, Camburg bei Naumburg a. d. S.
theilt man folgende, bisher noch nicht beobachtete Erscheinung dus
der Gesellschaft der Nachtigallen mit. Mit einer fast militärischen
Pünktlichkeit stellen sich hier die Nachtigallen am 23. April all—⸗
ährlich ein. zz Jede bezieht ihren eigenen Busch. Das Männchen
lötet bei —* und Nacht, und zwar so lange, bis sich die Eltern⸗
orgen einstellen, was meistentheils Mitte Juni der Fall ist. Dann
schweigen alle Pfeifen. Die Eltern sind ausschließlich mit päda—
zogischen Arbeiten beschäftigt und nur hin und wieder hört man
in zuͤnkisches Gezwitscher der Alten, indessen das sehr bald in
rrauteste Schäfereien sich verwandelt. Ganz abweichend von die—
er Regel erschienen diesmal schon am 16. April die kleinen Sän⸗
ger vom Blatte und blieben mehrere Tage schaarenweise vereinigt,
tatt wie sonst sich zu separiren. Ganz nach Art der Schwalben
jaßen oft 20—30 Stück? Nachtigallenmännchen auf einem Baume
mnd entwickelten einen musikalischen Wettstreit von der: wunder⸗
arsten Wirkung. Als wenn die ganze Waldcapelle unter Leitung
eines Dirigenten stände, hörte man bald Solo⸗s bald Chorvorttäge
Dieser Sängerkrieg wührte acht Tage. Häufig fand ein Wechsel
der Plätze Statt, als solle die Akustik der Umgebung geprüst wer⸗
den. Kein Geräusch war im Stande den Sängerkrieg zu unter—
zrechen, bei welchem, wie von Ornithologen versichert wurde,
uicht ein einziges Weibchen zugegen war. Ganz ähnliche, Grup⸗
zirungen sind auch in Unstrutgau beobachtet worden. Uebrigens
ind die Tierchen diesmal zahlreicher als je erschienen.

f Die Cermonie der Fußwaschung besteht noch immer
am Hofe zu Wien. Auch am letzten Gründonnerstage wurde die—
elbe in der üblichen feierlichen Weise begangen. Ihre MWajestät
die Kaiserin trug ein schwarzes Kleid, Perlenschnüre als Halz-
chmuck und in den Haaren, Se. Majestät der Kaiser die Gene—
al⸗Uniform. Di⸗ Ceremonie wurde im Rittersaale unter Assi—
stenz des Schotten⸗ Prälaten durch Ihre Majestäten vorgenommen.
Im elf Uhr, nach erfolgter Fußwaschung, zogen sich Ihre Maje—
stäten in ihre Arppartemens zurück. Die 24 Armen erhielten
nach der Fußwaschung zwoͤlf der auserlesensten Fastenspeisen, als
Fische, Backwerk ꝛc. in einem Holzgeschirr, welches mit dem kai—
erlichen Adler versehen war; je zwei Maß Wein; ein kleines
Beutelchen mit 30 Silberlingen, mit kleinen schwarz⸗gelben Schnür—
hen zusammengezogen; ein irdenes grünes Krügel, gleichfalls mit,
dem kaiserlichen Adler versehen, und einen Zinnbecher, in welchem
die Jahreszahl und das Datum der Fußwaschung eingravirt war.
die Armen wurden nach Abspeisung in Fiakern wieder nach ih⸗
er Wohnung gebrachtt.

F Der Haupttreffer von 300,000 Fl. bei der Anfangs
d. Mis. erfolgten Verloosung der Gewinn-Nummern des öster⸗
reichischen 1860er Anlehens fiel dem Bischof von Brünn zu.

F Färchterlicher Kampf mit einem wüthenden Büffel
und Unglücksfälle durch scheue Ochsen. Wien, 27. April.
Fin Schauspiel, schreckenerregend in seiner Atrt nahm am Donner—
tag Nachmittags beim Maßleinsdorfer Bahn-Frachtenmagazin
einen Anfang, um in eben so furchtbarer Weise bei der Gau⸗
enzdorfer Linie zum Abschluß zu kommen. Ein mit einer Heerde
Ochsen mittelst der Südbahn angekommenet stoörriger Büffel machte
ich nämlich von seinem Triebe los und eilte wüthend über die
Felder gegen Gaudenzdorf zu. Hier stellte sich ein „Comfortable—
utscher ihm eutgegen und wollte denselben mittelst eines Strickes
jiu Boden werfen, das wüthende Thier rannte ihm aber beide
hörner in die Seite, hob ihn auf und schleuderte ihn weit hin—
er sich zur Erde; die 70jährige Pfründerin Anna Polsch ging
m selben Augenhblicke über die Straße, kaum sab sie der Stien,

atz er sie mit seinen Hörnern zu Voden warf, dann, setzte er sei-

nen Lauf fort, stieß die 17jährige Handarbeiteria Josefa Froh—

»qum zu Boden und verletzte sie schwer am Kopfe. Kaum war

dies geschehen, als die Victualienhändlerin Franziska Trenner auf

zie Straße trat, um ihren 5jährigen Knaben, der dort spielte,
jereinzuholen, der Stier hatte sis bereits aber bemerkt, mit ge—
enkien Hörnern stürzte er auf sie los und bohrte ihr eines seiner
zörner durch die Wange, Mundhöhle und den Hals, so daß die
vornspitze unterm QOhr herausdrang und die Unglückliche lebens—
zefährlich verletzt zu Boden sank. Nahe an der Gaudenzdorfer
dinie warf er die 21jährige Fabrikarbeiterin Anna Lobl zu Bo—
den und brachte ihr eine Verletzung am Unkerleibe bei. Indessen
var das Gerücht von dem wüthend gewordenen Büffel bis zur
dinie gedrungen; diese wurde geschlossen, ein Polizeisoldat stellt
ich vor dieselbe zog seinen Säbel und führte gegen den anstür—
nenden Stier einen Hieb, der aber wirkungslos abprallte und
enen noch mehr reizte. Er stürzte auf den Angreifer, warf ihn
vie einen Ballen in die Höhe, so daß der arme Polizeimann sich
nehrmals um die eigene Achse drehte, brach ihm theils durch
zoͤrnerstöße, theils durch Herumtreten auf seinem Körper vier
dippen und verletzte ihm mehrere edle Brustorgane, so daß we—
nig Hoffnung auf Rettung vorhanden ist. Jetzt wurden von meh—
ceren Fleischhauern ihre Hunde losgelassen und auf das Thier
gehetzl, die Fleischergehilfen selbst bewaffneten sich mit Beilen, so
wie die an der Linie stehenden Finanzwachmänner mit ihren Sä⸗—
jeln, die“ Hunde griffen den Stier wüthend an, die Fleischerge—
ilfen hieben aauf ihn mit ihren Beilen ein, bis er endlich am

anzen Körper mit Wunden bedeckt, zusammensank, aber noch im

odeskampfe-zwei Hunde mit den Hörnern durchborte. Sonder⸗
zar bleibt es, daß einem Polizeisoldaten, welcher auf den Büffel
chietzen wollte, dies von einem seiner Vorgesetzten nicht gestattet
vurde. — Am'demselben Nachmittage fand gleichfalls in Gau—
denzdorf durch scheue Ochsen ein schreckliches Unglück statt. Zwei
nn einem Lastwagen eingespannten Ochsen wurden, als sie die
Straßen hinabfuhren, plötzlich scheu, rissen aus und rannten, Alles
n verzweifelter Angst vor sich herjagend, den Passanten nach.
Zwei auf der Straße spielende Kinder waren die ersten Opfer
ser wilden Thiere die über sie wegrannten und sie erdrückten.
die Mutter der Kinder, eine Greislerin, war denselben zu Hülfe
geeilt, doch leider nur um selbst ein Opfer der wüthenden Thiere
uwetden iEiner der Ochsen erfaßte die unglückliche Frau mit
den Hörnern und jpießte sie völlig nieder, so daß die Unglückliche
oluttriefend und im bewußtlosen Zustande ins Spital gebracht wer⸗
»en mußte. Erst nach langen Mühen konnte man der wüthenden
Thiere habhaft werden. 1ν

Während der Pariser Welt-Ausstellung werden die beiden
dieblings-Residenzen der Königin Marxig Antoinette und der Kai⸗
erin Josephine, die Schlösser Trianon und la Malmaison, so
iel als möglich wieder eingerichtet wie sie zur Zeit waren, als
zie genannten Fürstinnen sie bewohnten. Man hat' zu diesem
Zzwecke alle Möbel, Kunstwerke und sonstigen Reliquen aus jener
zZeit zusammengesucht, und das Publikum wird, sobald die Ein⸗
ichtung vollendet ist, in beiden Schlössern Zutritt haben. **P4

.FsZur Geschichte der Chignons. Im Lokale einer bel⸗
zisch-französischen Douane ereignete sich folgendesz einer Dame
velche mehrmals' in der Woche diese Tour machte, entfiel ein⸗
nal im Visitationszimmer ihr schon immer durch seine Größe
ruffälliges Chignons, und zwar unter einem so eigenthümlichen
Heräusche, daß ein Beamter sich veranlaßt fühlte, dasselbe sogleich
uu untersuchen und fiehe da! — es fand sich eine große Menge
hon Golde und Silbersachen darin verborgen.

Aus Winterthur, 4. Mai. Im benachbarten Dittikon
darb vor Kurzem in seinem 69. Lebensjahre der letzte Nachkomme
Zwinglis, der Pfarrer Heinrich Zwingli. Er besaß noch manche
Hegenstaͤnde, die seinem Ahnherrn, dem Reformatoren Zwingli,
jehöͤrt hatten, u. A. eine Tasse, welche die Stadt Zürich dem—
elben als Hochzeitsgeschenk verehrte. D

Friedrich Kapp, einer der fähigsten Advocaten in New—
Jork und in weiteren Kreisen als Verfasser des, Soldatenhandels
eutscher Fürsten in Amerika“ und anderer historischer Schriften
ortheilhaft bekannt, ist vom Senat des Staates New⸗-York als
Mitglied der „Emigration⸗Commission“ des Staates New-York
zestätigt worden. Durch diese Bestätigung ist dem deutschen Ele—
—DV
Bräsident der deutschen Gesellschaft ex officio Mitglied jener Com⸗
nission ist, zählt diese aus sechs Mitgliedern bestehende Commission
etzt zwei Vertreter, welche die Interessen deutscher Einwanderer
raͤftig wahrnehmen werden. — —

F Depeschen aus Philadelphia melden eine große Feuers⸗
zrunst in Petroleum Centre, welche das Union⸗Hotel, das Thea⸗
er, mehrere Läden und andere Gebäude in Asche legte. Wegen
Kerdacht der Brandstiftung fanden Verhbaftungen statt
        <pb n="234" />
        Bekanntmachung.

galon Oehler.
Samstag 18. Mo im großen Saale
u. Sonntag 19. W des Herrn
4867 Georg Jung
J Afuden hei gutbesetztem Orchester und brillanter Beleuchtunug * V
Zwei große Vorstellungen
att, wozu ergebenst einladeeeeee ———
Louis Cehler,
. e rofewor dar Uagis.
„Preise der Pläßzse.
Erster Platz 24 kr. Zweiter Platz 12 kr. Dritter Platz 6 kr.
Cassa⸗Gröffnung halb 8s Uhr. Aufang 8 Uhr. *
Eine große große Auswahl der neuesten
Herrn⸗ Damen⸗ und, Kinder-Strohhüte em-
pfiehlt billig, um mehr als die Hälfte des reellen
— J n J — L Heôrz w I i*
Sommas den 19. ai
IIXEEXV
bei VE. Weirich.
Zu vermiethen.
2 Zimmer, eine Speicherkam-
mer und Keller in dem Jakob
Fiack'jchen Hause in der Oberstadt.
I. J. Fiack.

Behufs Abftellung eines Unfugs, wel⸗
her bei einem Theil der hiesigen Arbeiter
einreißen will, insbesondere an den Zahl⸗
lagen sich breit macht und nicht selten zu
rohen Erzessen ausartet, sowie zur Auf⸗
—V
nung werden folgende Gesetzes⸗ Bestimmun⸗
zen zur Darnachachtung veröffentlicht:

L. Handwerksgesellen, Gewerbsgehilfen u.
Fabrikarbeiter, welche den sog. blauen
Montag feiern, werden bis zu JOo fl. oder
mit Arreft bis zu 3 Tagen gestraft. Die
gerichtliche Verfolgung dtent von Amts⸗
wegen und die Polizeibehörde ist befugt,
die Uebertreter zur Arbeit zwangsweise
vorführen zu lassen. (Art. 211 Polstr.)
Um irriger Auslegung vorzubeugen wird
bemerkt, daß der in Müßiggang zuͤgebrachte
Tag nicht absolut ein Montag sein muß,
sondern daß auch das Blaumachen an je—
dem andern Wochen- resp. Arbeitstag
strafbar ist. 3

2., Die musikalischen Aufführungen,
Kegelspiele oder sonstige geräuschvolle Un—
erhaltungen, welche im Innern der Ge⸗
neinde in Wirthschafts- oder Privatgärten
oder in sonstigen nicht geschlossenen Räum—
lichkeiten abgehalten werden, dürfen nicht
über 10 Uhr Abends verlängert werden.
Die Polizeibehörde ist berechtigt, solche
Storungen der Nachtruhe — welche bis
zu 10 f. gestraft werden — udabhängig
von der Seherin abzustellen. (Art.
65 Polstr. u. Art. 3 des Ortspol.Beschl,)

Zum Vollzug dieser Gee Bestim⸗
muigen werden die Wirihschaften und
Wirihschaftsgärten durch das Polizeiperso
nal nach Vorschrift controlirt und Ueber—
retungen ohne Nachsicht beanzeigt werden.

St. Ingbert 18. Mai 18683.

Koͤnigl. Polizeicommissariat
J. Krieger.

? 7 23244 J v
J. Maiers
IEnSGCFÆACO-BUTEOAV
in Stuttzartt

S8Silherburgstrasse 166.
besorgt Inseratoa unter strenger Dis-
kretion in alle Zeitungen, Tages-
blãtter und Zeitschriften, übernimmt
in Fallen die IIustrirung und Ab-
fassung der Inseratoe, berechnet dio
Originalkosten und besorgt die Er-
thenlung der Auskunft.

Tanz ⸗ Unterricht.
Den Damen und Herren, welche sich
bei meinem Unterricht betheiligen wollen,
diene zur Nachricht, das Montag den 27.
Mai Abends 7. Uhr im Saale des Herrn
Cafretier F. Oberhauser die erste
Stunde beginnt.
F. Froer, Tanzlehrer
von Kaiserslautern.
Die neben Herrn Kaufmann Joh. Wol!
dahier gelegene Scheuer des Herrn Gust av
Zrr von hier ist zu vermiethen oder zu
verkaufen im
Commissions⸗Bureau von
VS.estDohS Iinger.

Ich zeige hiermit ergebenst

. an, daß ich von jetzt an,
mein neues Atelier neben der Holz
handlung des Herrn Otto Weigand,
dohlenstraße, eröffnet habe und von Mor⸗
gzens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
entgegennehme.

B. Ollig, Photograph.
150 Centner gutes Heu
F. J. Schwarz.

Zwei fleisige Schneidergeseilen fin
den gegen guten Lohn dauernde Be—
schäftigung bei

Lorenz Heil
in St. Ingbert..

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Bank⸗ und Wechsel-Geschäft
bon Gebr. Pfei frer in Frankfurt a. M.

Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An⸗- und Verkauf aller Arten Staats-—
papierd, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind industriellen Actien, Incasso von Cou—
pdons, Bauknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.

Provision 1 per mille ohne
ijegliche sonstige Spesen.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Hom burg vom 15. Mai
Weizen 8 fl. — kr., Korn 6 fl. 4 tr.
Spelz — fl. -- kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— xr. Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
—E
feln Ufl. 36kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
28 kr., ditto 2 Kgr. 19 kr., ditto 1 Kgr
Io tr., Kühfleisch 1. Qual. 15 kr., 2. Qual.
13 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 33 kr.
ver Pfd. I
Frankfurter Börse
Geldsortee
vom 16. Mai 1867.

Wohnungsvermiethung.
Der untere Stock des Carl Groß'—
schen Hauses an der Haupistraße, Won
Herrn Bauuuternehmer Leusentin bis jetzt
zewohnt) bestehend in 5 großen Jim
mern, Küche, Mansärden, Keller,
Stallung, Remise, einem großen
Sofraum, nebst einem schönen
Garten, ist bis 1 Jui zu vermiethen.
Näheres bei Herrn Adjunkt Hoff
mann hier.

Preußische Kassenscheine. .1 45/3.-4598
— 56/357/2
Pistolen .... fl. 9 44 -46
Zollandische 10 fl.-Stücke . 9 50 -52 —
Ducaien...... 5383-238
20 Francz⸗Stücke.289 27-28
xẽnglische Souvereings .. 11 49 -583
zold per Zollfund fein. — —
hochhaltiges Silber per Zollpfund —.—
Dollars in Gold 2 27228

Eine frische Sendung pfälzer Saat
hanfsamen, sowie Sago, Salatöl
und Soda, empfiehlt

Berichtigung.
In dem Zweibrücker Fruchdpreise
»om letzten Donnerstag soll es heißen statt:
P. ZJepp. Korn dfl. 58 kr. Korn 5 fl. 38 kr.

*
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in Si. Ingbert. J
        <pb n="235" />
        Sl. Ingberler Znzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag

and Sa mstag Abomnementspreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

2 — — — — — —t — — — —

Dienstag, de 21. Mai 1867.
Rro 6SEs.
Aα
Deutschland.

Muünchen, 16. Mai. Heute endeten die Schießübungen
mit den neuconstruirten Hinterladungsgewehren, an denen sich 56
Hauptleute und 112 Unterofsiziere betheiligt hatten. Es wurden
eden letzten Tagen verschiedene Versuche angestellt, um die
Schnelligkeit der Schießwaffe gegenüber mehreren Mandvers der
Infanterie und der Cavalerie zu erproben, bei welcher Gelegenheit
die erst hier eingerückten Chevauxlegers eine glänzende Probe
threr Leistungsfähigkeit gaben, indem sie einen Raum von 300
Schritten in 15 Secunden durchritten.

München, 16. Mai. Die Vertretung der Interessen der
Angehörigen des Großherzogthums Luxemburg in Bayern wurde
der ruͤssischen Gesandtschaft dahier übertragen.

Muͤnchen, 17. Mai. Nach der Bayher. Ztg. sollen die Re⸗
rognoscirungsübungen der Ossiziere des Generalquartiermeister⸗
stabes dieses Jahr in der Pfalz und eventuell im Schwarz⸗
walde staitfinden. — Wegen der Schwierigkeiten, auf welche die
Ernennung eines neuen Justizministers stößt, wird das der⸗
malige Provisorium wahrscheinlich noch einige Zeit dauern. —
Bei den für nächste Woche in Aussicht stehenden Verhandlungen
don Bebollmächtigten der südde utschen Staaten soll es sich
desouders um militärische Fragen handeln.

Muünchen, 18. Mai. Wie der „Landbote“ erfährt, hat sich
der preußische Militärbevollmächte, General v. Hartmann, hohen
Militärs gegenüber äußerst befriedigt über seine Wahrnehmungen
nd Beobachtungen der Armee-Anstalten und militärischen Insti⸗
sute in Muͤnchen ausgesprochen und wiederholt versichert, daß
seine Erwartungen durchwegs weit übertroffen worden sein.

Fraukfurt, 17. Mai. Als vor mehreren Wochen die
Regierungspropositionen bezüglich der Trennung des Stauts⸗
bon dem Stadivermögen bekannt wurden, glaubte man schon
hoffen zu dürfen, daß eine Ausgleichung in dieser verwickelten
Frage werde gefunden werden. die Vorschläge waren für die
Stadt nicht günstig; aber da von dem Ausgang der Verhandlun⸗
gen auch die Erledigung der unglückhseligen „GbeMillionen⸗Frage“
abhing, so hoffte man eben doch, daß durch beiderseitiges Entge—
genkommen ein erträgliches Compromiß zu Stande kommen werde.
Diese Hoffnung ist vereitelt. Senat und 51Ir Collig haben die
Proposition der Regierung abgelehnt und es soll nun eine neue
Deputation zu dem Könige mit dem Auftrag gehen, diesem eine
Denkschrift des Senats vorzulegen, worin die Unannehmbarkeit
der Vorschläge überzeugend nachgewiesen sei. Man vermuthet, es
würde nun dald die Auflösung der genannten Körperschaften er—
folgen und die Wahl des Buͤrgermeisters, der Stadtwerordnelen
ꝛc. angeordnet werden.

Frankfurt, 18. Mai. Gesiern hat das s51er Colleg
abermals eine Sitzung gehalten, in welcher die Frage wegen
Trennung des stadtischen von dem Stadtvermögen ganz
merwartet eine friedliche Wendung genommen hat. Herr Regie—
rungscommissät Hoffmann soll noch Concessionen gemacht haben
die einen annähernd befriedigenden Ausgleich mit ziemlicher Si⸗
herheit hoffen lassen. Es geht nun keine Deputation zum König,
sondern man hat eine Denkschrift an das Ministerium agee
worin nachgewiesen wird, daß die Stadt große pecuniäre Verluste
erleide, wenn die Regierung keine weiteren Zugeständnisse mache.
—VD 200,000 Ffl. belaufen, und
da die Stadi in den nächsten Jahren außerdem noch große Aus—
gaben für unumgänglich nöthige Bauten (Schulen, Canalisation,
Vrücken ꝛc.) bevorstehen, so wird man wohl zu einer. Anleihe
schreiten muͤssen. Es ist von einem Lotterie⸗Anleihen von 5 Mill
Gulden die Rede. — Ein Bamberger Schiffer, der eine schwarz—
rothgoldene Flagge aufgehißt hatte, mußte diese gestern auf
polizeiliche Weisung entfernene — Wiederum ist ein Majestäts—
beleidigungs-Proceß gegen einen hiesigen Bürger eingeleitet
worden. Der vierte derartige Fall seit wenigen Wochen.

Wiesbaden, 15. Mai. Im Lande Rassau circulirt eine
Petition an den König, welche sich gegen die Ansprüche des ge—

wesenen Herzogs an die Domänen, deren wir schon mehrmals
Jedacht haben, ausspricht. Leider ist die Aussicht auf Erfolg ge⸗—
ring, da eine Uebereinkunft zwischen dem Herzog und der Krone
Preußen bereits abgeschlossen sein soll.

Weimar, 170 Mai. Gestern nahm der Landtag die Mi—
itärcönvention mit Preußen an. Durch dieselbe werden dem
rande bis 1874 nicht weniger als 700,000 Thaler gespart. Der
Fahneneid wird dem Köoig von Preußen geleistet, der auch das
gegnadigungsrecht hat.

Berlin. 18. Mai. Ein geftern abgehaltener Minister-
zath beschäftigte sich mit inneren Fragen. Die officiösen Kreise
tellen dem englischen Entwaffnungsvorschlag keine gün⸗
tige Aufnahme in Aussicht. Ein etwaiger positiver Antrag Eng⸗
ands auf Verminderung des Friedenspräsenzsiandes würde als
ein Antrag auf Desorganisation der preußischen Armee betrachtet
verden. die preußische Regierung soll für den großen Pariser
Ausstellungspreis von 100,000 Franks Herrn Schulze aus
Delitzsch vorgeschlagen haben. (Mitbewerber ist der Elsässer Fa⸗
zrikant Dollfuß.)

Berlin, 18. Mai. Mit großer Behaarlichkeit wird die Be—
Janptung aufrecht erhalten, daß über die Entwaffnungsfrage
noch immer Unterhandlungen zwischen den europäischen Mächten
datifinden; hiervon ist aber in unterrichteten Kreisen nichts be⸗—
annt. —Der neue schweizerische Gesandte, Nationalrath
Dr. Heer, ist heute von König in besonderer Audienz empfan⸗
zen worden. Dr. Heer hat sich hier in allen Kreisen, mit denen
r in Beruhrung kommt, der zuvorkommenden und rücksichtsvoll-
ten Aufnahme ju erfreuen, wie sich dies übrigens gar nicht an⸗
hers erwarlen laͤßt. Einmal sind die internationalen Beziehun—
gen zwischen Preußen und der Schweiz so cordial wie nur mög⸗
lich; und dann erinnert man sich in hohen militaͤrischen Kreisen
der rühmenden Urtheile der schweizerischen Officiere über die preu⸗
zischen Militarverhältnisse, und solche Dinge werden hier gern gehört.
Baron Hoksoll neben seiner officiellen Mis sion in Sa⸗
hen der Auflösung des deutsch-bsterreichischen Münzvertrages den
vertraulichen Auftrag haben, die Wiederaufnahme der Verhand⸗
iungen über den neuen Zoll vertrag zwischen Oesierreich und
dem Zollverein vorzubereiten. Die einzige wesentliche Differenz
wischen Berlin und Wien befteht bekanntlich in Betreff der Wein⸗
zölle. Giebt Oesterreich nach, so steht dem Abschlusse eines neuen
Vertrages nichts im Wege, da Preußen der Zustimmung der Zoll⸗
vereinsstaaten sicher ist. — Die Regierung des Fürstenthums
Birkenfeld führie seit längeren Jahren einen Proceß gegen die
Krone Preußen, von der sie gewisse Berechtigungen von erhebli⸗
lichem Werthe an den Waldungen des Amtes Wildenburg bean—
pruchte. Dieser Proceß ist jetzt in letzter Instanz zu Gunsten
hirkenfelds enischieden und hat das Fürstenthum daraus eine Ent⸗
chãädigungssumme von etwa 70,000 Thlr. zu erwarten.

Wien, 17. Mai. Baron Hock, der in Sachen des Münz—-
ꝛertrages in Berlin ist, hat nebenbei auch Auftrag, in vertrau⸗
licher Weise Verhandlungen über die Revision des Zoll⸗
prertrages einzuleiten. Die Frage der Weinzölle ist dabei die
Dauptsache. — Die Eröffnung ssitzun gen der beiden Reichs⸗
cathshäuser finden am Montag, die feierliche Eröffnung mittelst
Thronrede findet am Fienstag statt. — Die Debatte bezeichnet
die Pariser Zeitungsnaͤchricht über angeblich in jüngster Zeit von
den Großmaͤchtengemachte abermalige gemeinsame Vorstel—
lungen bei der Pforte bezüglich der kandiotischen Angelegen⸗
heit als ungenau. Nach der Debatte hat Frankreich allein dies⸗
mal einen solchen, wenn auch erfolglosen, Schritt gethan. Fuad
hascha versicherte, die Pforie besitze Kraft und Mittel zur Be⸗
wältigung des Aufstandes.

Wiüsen, 17. Mai. Wie das heutige Amtsblatt berichtet,
ind durch eine kaiserliche Entschließung vom 15. Mai, behufs
Wahrung der religiösen Ruhe der Protestanten, die frühere
Proiestanten⸗-Patente sammt den dazu gehörigen Verodnungen
uußer Wirksamkeit gesetzt.
        <pb n="236" />
        Wien, 17. Mai. Wie die Amtszeitung meldet, sind die
Herren Carlos Graf Auersperg zum Präsidenten und Graf Küf—
stein zum Vicepräsidenten des Reichsraths, sowie die Abgeordne
ten Giskra zum Präsidenten, Hopfen und Zimialkowski zu Vice—
präsidenten des Abgeordnetenhauses ernannt worden.

Wien, 18. Mai. Die „Generalcorrespond.“ (französische
Ausgabe) sagt: In competenten Kreisen wird die angebliche
Existenz einer zwischen dem Sultan und dem Fürsten von Ser—
bien abgeschlossenen Convention bezweifelt. Es ist selbstverständ⸗
lich, daß die Nachricht über angebliche Reclamationen Oesterreichs
und einen darauf bezüglichen Notenwechsel zwischen Oesterreich
und der Türkei vollständig erfunden ist.

Agram, 16. Mai. Heute hat in Fiume aus Anlaß der
Johannisfeier eine großartige antinationale Demonstration statt⸗
zefunden. Die aufgehißten ungarischen Fahnen wurden von den
Sicherheitsorganen abgenommen. Die Magyarenpartei hat unter
gruns des Malkovics den Stuhlrichter Padavics thätlich in⸗
sultirt.

ftändnisse. Selbst Hr. Gladston erklärte, daß durch dieselben die
Reformbill in befriedigender Weise umgestaltet sei.
— London, 18. Mai. Die Verbindung mit Amerika mit—⸗
telst des neuen Kabels, das durch Eisberge beschädigt wurde, ist
unterbrochen und es arbeitet jetzt das alte Kabel wieder.
cFürkei.

Konstantivopel, 16. Mai. Die Pforte erklärt die Ge—⸗
rüchte, wornach Omer Pascha und Mehemet auf Kandia geschla—
gen worden wären, für unbegründet.

Rusiland.

Petersburg, 16. Mai. Die russische Telegraphen-Agen⸗
tur meldet: Der Konig von Griechenland ist zum Chef des ersten
Newotischen Infanterie-Regiments ernannt worden. Nach einem
hier eingetroffenen Telegramm aus Athen vom 14. d. soll Omer
Pascha nach dreitägischem Kampfe geschlagen worden sein.

Amerika.
New⸗York, 2. Mai. Nach den Berichten der hiesigen
Frankreich. den ee steht Amerika am Vorabend eines blutigen In⸗
Paris, 16. Mai. Das Verbleiben Luremburgs im dianerkrieges, der voraussichtlich ,manches junge Glück vertrüm⸗
Zollverein soll von den Mächten nicht geduldet werden. Nach mern, viel Elend verbreiten und viel Opfet kosten wird.“ Die
Austausch der Ratifikationen des Londoner Vertrages wird eine Regierung,“ fährt die „Newyorker⸗-Handelszeitung“ fort, „scheint
Fommission der unterzeichneten Mächte zusammentreten, welche den das Verhältniß mit den Rothhäuten lange nicht ernst genug auf—
Zollvereinsvertrag durch liberale Handelsverträge des Landes mit gefaßt und nicht die unerläßlichen Vorbereitungen getroffen zu
seinen drei Nachbarn Preußen, Frankreich und Belgien ersetzen zaben, wodurch jetzt eine sehr bedrohliche Situation entstanden
soll. — ist. Ueberall erhebt in den Ebenen des fernen Westens der Sohn
Paris, 17. Mai. Am verflossenen Mittwoch fand in den der Wildniß den Tomahawk und betritt den Kriegspfad. Unsere
Tuilerien ein großes Galadiner statt, welchem unter Andetn bei- Garnisonen sind bereits auf ihre Forts beschränkt und werden in
wohnten: Der König und- die Königin der Belgier, Prinz von denselben belagert. Der General Hancock, dem die Leitung der
Wales, Herzog von Edinburg, Prinz Oskar von Schweden, Operationen obliegt, kam mit den Häuptlingen der Chevennes
Großfͤrstin Marie von Rußland mit Tochter und Sohn, Prinz und Siour zusammen und erhielt von ihnen die schonsten Ver⸗
Napoleon, Prinzessin Mathilde, die verwitiwete Herzogin von Ha- sprechungen; aber als er am nächsten Morgen weiter mit den
milton, die Familie Murat, Lord Cowley, Baron Budberg mit Stämmen conferiren wollte, ergab es sich, daß diefelben nächt⸗
ihren Gemahlinnen, sämmtliche Minister mit Gemahlinnen, licher Weile ihr Dorf geräumt und die zFeindseligkeiten begonnen
Fould, Troplong, Persigny, Drouyn de Lhuys mit Gemahlinnen, halten, worauf das Dorf von den Unsrigen verbrannt und so⸗
die Marschälle Randon, Canrobert, und Bqzaine, der Erzbifchos nit der Vernichtungskrieg inaugurirt wurde. Der kühne Reiler⸗
von Paris und dann noch eine lange Reihe von Personen des zeneral Custer setzt den Entwichenen nach, kann sie aber nicht
Hofstaates des Kaisers, der Kaiserin und ihrer hohen Gäste. Die inholen und auch die Verfolgung nicht fortsetzen, weil es seinen
Königin von Portugal und ihre Schwester, die Prinzessin Clotilde pferden am gewohnten Futter gebricht. Vereinzelte Ansiedelungen
waren nicht anwesend. werden überfallen, die Einwohner massacrirt. Wäre den Lesern
Paris, 18. Mai. Man denkt wieder sehr eifrig an die damit gedient, könnten wir ihnen eine Gallerie der haarsträu—
Verwirklichung eines europaischen Fürstencong resses und hält bendsten Vorfülle liefern. Beispielsweise sei nur erwühnt, daß
einen solchen jetzt für ausführbar, weil die Fürsten mit ihren Völ- ein alter Wann bei Greenwood im Severner Thal von India-
lern in Frieden leben. — Privatbriefe aus Berlin zeigen an, tern mit Keulen erschlagen wurde, wobei fie seine beiden 15 und
daß der Konig von Preußen gestern die Ratification des Lon- 18 Jahre alten Töchter fortschleppten mißhandelten und zuletzt auf
doner Vertrages vom 11. Maĩ unterzeichnet hat. Wir glauben die schauderhafteste Weise zu Tode marterten. Es versteht sich
zu wissen, daß der Kaiser Rapoleon seinerseits seine Unterschrift don selbst, daß es ein Verbrechen wäre, aus Sentimentalität für
heute gegeben hat, und daß die Ratificationsurkunde selbst heuie die Indianer die Colonisten ihrem Schicksale überlassen und effec—
wischen den Höfen von Berlin und Paris ausgewechselt werden lid die fernere Colonisation an den äußersten Grenzen der Civi⸗
wird. Die Signaturen der übrigen Souveräne bonnen nicht lange lisation unmöglich zu machen. Ein regulärer, großer Feldzug
auf sich warten lassen. — Während eine Adresse des Luxembur- ist unvermeidlich; derselbe ist außer furchtharen Mühseligkeiten und
ger Gemeinderathes und die Sprache der bedeutendsten Organe Gefahren mit Kosten verbunden. —
des Großherzogthums deutlich zeigen, wie betrübt die Beölkeruung New-York, 17. Mai. Jefferson Davis ist über Canada
des letzteren über den Abzug der preußischen Besatzung ist, nehmen sin New- York angekommen.
die französischen Blätter eine Prügelei in Remich und eine kleine.“ — Marshall, der Mann, der Californien zu Dem gemacht hat,
Schlägerei in der Unterstadt von Luxemburg zum Anlaß zu der was es in den letzten 20 Jahren geworden, indem er es war,
Behauptung, daß die Lurxemburger den Rückzug der Preußen gar der im Jahre 1848 zuerst Gold in jenen Gebieten entdeckte, hat,
nicht erwarten könnten. Manche unabhängigen Blätter geben sich nach Briefen von daher, neuerdings fast an demselben Orte, wo
noch immer den Anschein, als ob sie an den letzteren uͤberhaupt er zur Zeit die ersten Spuren von Gold fand, eine reiche Sil—
nicht glaubten, da in dem Vertrage kein bestimmtes Datum für bermine entdeckt. So greift er nach 18 Jahren, die das wilde
denselben festgesetzt sei. dand bevölkert und die große Stadt San Franzisco mit ihrem
Paris, 18. Mai. Wie die „Patrie“ mittheilt, sind gestern Welthandel geschaffen, fast an demselben Ort, wo er damals be⸗
die Ratificationen des Londoner Vertrags ausgewe hselt wor⸗ gonnen, zu Hacke und Spaten. Der Entdecer hatte seit mehre—
den. Die Conferenz wird nächsten Mittwoch oder Donnerstag den Jahren in wirklicher Dürftigkeit von dem Ertrage eines
nochmals zusammentreten, um die letzten Formalitäten zu vollziehen kleinen Gartens bei seinem Hause in der Nahe von Caloma ge⸗
lebt. Da er aber ein eigenthümlicher Charakter ist, der sich in
England. einer einsiedlerischen Zurückgezogenheit gefällt und die Gesellschaft
Lon don, 16. Mai. Gestern wurde ein großes Meeting der Menschen scheut, wenig Bedurfnisse großen Hang zu einem
in James Hall gehalten, dessen Zweck die Prüfung der jetzigen unstäten Leben und außerdem einen bedentenden Siolz besitzt, so
dage der Reformfrage war. Der Saal war voll; Hr. Karley fanden die Versuche, die von verschiedenen Seiten gemacht wurden
gräsidirte der Versammlung; die Parlamentsmitglieder Briget, eine Lage zu berbessern, keine besonders freumdlichde Aufnahme,
Mill, Poller und Forster, sowie Hr. Beales und andere Persoͤn⸗ vurden dielmehr rauh abgewiesen.
lichkeiten waren anwesend. Mehrere Beschlüsse wurden vorge⸗
schlagen und Reden gegen den Reformvorschlag der Regierung
gehalten. Die Redner weisen die Bill als Lösung der schweben⸗
den Frage zurück und rathen die Reformagitation so lange fort⸗
zuführen, bis alle Beschränkungen der jetzigen Bill abgeschafft sein
werden. Hr. Briget erklärt, in wie fern die Bill in seinen Augen
ungerecht ist. Er hat einen feurigen Aufruf zu Gunsten einer
neuen, besser organisirten und entschiedeneren Agitation erlassen.
London, 18. Mai. In der Unterhaussitzung von gestern
Abend machte die Regierung in der Reformfrage wichtige Zuge—
        <pb n="237" />
        philipp, Wirth in Friesenheim; 9. Steitz, Johannes, Gutsbesitzer in
Sit. Alban; 10. Gund, Valentin, Gemeinderath in Mechtersheim;
11. Fitting, Adolph, Gutsbesitzer in Tiefenthal; 12. Konig, Frie⸗
drich, Gemeinderath in Oggersheim; 13. König, Philipp, Kauf⸗
nann in Pirmasens; 14. Bauß, Friedrich Gerber in Winnweiler; 15.
hehrlein, Jak. jun. Holzhändler in Marimiliansau; 16. Gauly,
Franz Joseph, Rentner in Rheinzabern; 17. Deimling, Paul,
Dekonom in Hettenleidelheim; 18. Wolf, Carl Heinrich, Bürger⸗
neister in Wachenheim; 19. Custer, Peter, Stadirath in St.
Ingbert; 20. Exter, Jakob, Rentner in Neustadt; 21. Kunzmann
Tarl Franz, Rentner in Haßloch; 22. Breinig, Georg Adam,
Adjunkt in Oberlustadt; 23. Leinenweber, Ludwig, Rothgerber in
pirmasens; 24. Jäger, Johann Michael, Kaufmann in Kandel;
25. Brauer, Wilhelm, Adjunkt in Flomersheim; 26 Süß, Carl Phi⸗
iipp, Gerber in Speyer; 27. Tremmel, Conrad i., Oekonom in
Waldsee; 28. Neumayer, Joseph, Advakat in Kaiserslautern; 29.
Frank, Jakob, Bürgermeister in Alsenbrück-Langmeil; 30. Schwarz
Joseph, Ackerer in Einöd. J

F Speyer, 14. Mai. An dem juristischen Staats⸗
egers welcher gestern begonnen hat, nehmen 10 Candidaten
Theil.

München. Wenn den Franzosen die Augen über ihre
eigenen Zustände nich bald aufgehen, so sorgt das Eentral⸗Co⸗
nite unseres landwirthschaftlichen Vereines wenigstens demnächst
zafür, daß ihnen die Augen übergehen, denn es ging von
haris aus eine Bestellung von 20,000 Stück Meerrettig hierher.
MNan sieht, die Franzosen müssen immer etwas zum „Reiben“
haben, aber es soll sie diesmal viele Thränen kosten. Gärtner
in Bamberg, Bayersdorf und Großreuth bei Nürnberg sollen die
Bestellungen übernehmen.

Fe Karlsruhe, 17. Mai. Gestern Morgen hat in der Nähe
uinserer Stadt, im Hardtwald, zwischen zwei Zoglingen der Aka⸗
zemie zu Hohenheim, einem Polen und einem Russen, ein Pisto⸗
ienduell stattgefunden. Der Anlaß dazu soll politischer Art gewe—
sen sein: ein Zwist zwischen beiden jungen Leuten über das Schick⸗
sal Polens. Das Duell nahm einen sehr unglücklichen Ausgang,
indem der Russe fehr schwer verwundet wurde. Er wurde in das
hiesige Diakonissenhaus gebracht. Sein Gegner hatte sofort die
Flucht ergriffen, wurde jedoch von dem Telegraphen überholt; im
Stuttgart verhaftet, wird derselbe heute hierher gebracht werden.
Der eine Duellant soll aus Warschau, der andere aus Odessa sein.

FStuttgart, 14. Mai. Gestern ist der erst neu er⸗
bdante Lagerbierkeller des Bierbrauer Müller plötzlich eingestürzt.
Hunderte von Eimern Lagerbier sind vernichtet; aus einer im
deller angebrachten Abzugsdohle stromte das den zerschlagenen
Fässern entronnene Bier gegen zwei Stunden lang gleich einem
tleinen Bache aus und ward zum Theil von einer Anzahl Per—⸗
onen, die mit Gefäßen aller Art herbeigeeilt waren, aufgefangen.
eber die Entstehungsursache des Unglücks, durch welches dem
Besitzer ein sehr bedeutender materieller Schaden erwächst, kann
erst eine genaue technische Untersuchung Auskunft geben, indessen
scheint die bedeutende Nässe des vergangenen Winters und des
Vorfrühlings nicht ohne Einfluß gewesen zu sein.

Meiningen,. 14. Mai. Gestern Rachmittag 1 Uhr
zrach in dem benachbarten Dorfe Dreyßigacker ein Brand aus,
velcher in der kurzen Zeit von drei Stunden nicht weniger als
145 Gebäude, darunter 50 Wohnhäuser, in Asche legte. Auch
dieser Brand soll durch das Spielen von Kindern mit Schwefel⸗
hölzern veranlaßt worden sein!

F Hildburghausen. Die Dorfzeitung erzählt: Im dem
Waldorte Ernstthal im Schleusegrund war am 5. Mai Jahr-⸗
narkt; ein Arbeiter, von Nordheim, vielleicht etwas angetrunken,
vollte über die Grenzbrücke ins preußische Wirtyshaus (Hütten⸗
schönau) gehen und wurde von dem preußischen Militärposten,
der dort wegen der Rinderpest aufgestellt ist, zurückgewiesen; er
vollte sich das nicht gefallen lassen und fügte, als der Posten er⸗
lärte, er müsse von seiner Waffe Gebrauch machen, eine unar⸗
ige Einladung hinzu. Der Posten schoß und der Arbeiter war
ine Leiche.

— Man schreibt aus Junsbruck, 7. Mai: Kürzlich fand
zeim hiesigen Landesgerichte eine Schlußverhandlung statt wegen
einer That, die in unsern Bergen wohl selten vorgekommen 39
zürfte. Auf der Anklagebank saßen acht stämmige Brandenberger
Burschen und eine junge Unterinnthalerin. Die That bhnüpft fich
m den tragischen Untergang eines Gebirgsreisenden auf unserem
Hochgebirge Josep) Karl, 36 Jahre alt, lediger Bauerssohn!
ius Regensburg, zuletzt in München lebend, kam im Sommer
zorigen Jahres nach Brandenberg und nahm daselbst beim Wirthe
Hintiner eine bleibdende Wohnung. Seine Absicht war, von diesem
Punkte aus auf das Hochgebirge Excurfionen und Jagdpartieen
su machen. Er wurde als freundlicher Mann mit dem Volke bald
Jjanz vertraut. und schien sich in der Bergeseinsamkeit sehr behaq⸗

lich zu fühlen, nicht ahnend daß gerade der Ort, wo er vielleicht
die reinste Freude in seinem Leben genossen, seine Todesstätte sei.
Im Herbste stieg der Bauerknecht Joseph Arzberger auf die soge⸗
rannte Stubenwand. Hier fand er einzelne Kleidungsstücke eines
Mannes, bei längerem Nachsuchen ein Gewehr und endlich, als
er, von einer trüben Ahnung erfaßt, noch weiter nachforschte, den
deichnam jenes Fremden, den er im Wirthshause des Dorfers ge⸗
ehen und kennen gelernt hatte. Auch der Bruder Arzbergers
ind die Sennin Anna Arzberger kamen zur Stätte des Unglücks.
Mit den Kleidungsstücken wurden auch 5 Napoleonsd'or gefunden,
velche Joseph Arzberger mit sich nahm. Nachdem er bei Gericht
zie Anzeige von dem Vorfalle gemacht hatte, erschien am 6. Ol⸗
ober eine Commission mit acht zum Transport des Leichnams
hestimmten Trägern. Nachdem die Commission den Augenschein
»ollzogen, betrachteten die Trägern die Kleidungsstücke des Ver⸗
mglückten und bei dieser Gelegenheit bemerkte Einer von ihnen
in Klingen von Metall, man forschte nach und fand wirklich im
tleide eingenäht ein Säckchen Gold, 50 Napoleonsd'or betrug
»er Fund, den die Genossen redlich () unter sich vertheilten.
Die Commission selber fand in der Brieftasche des Verunglückten
oͤ6 fl. 30 kir. Oe. W. in Banknoten, 9 bayerische Noten à 10
l., über 22,000 fl. Werthpapiere, ferner beim Wirthe Hintner
inter den Effekten Karl's 16,000 fl. an Obligationen und 10,334
i. an Wechseln. Die Leiche war bereits in Verwesung begriffen.
kiner von den Trägern gab das Geld, das ihm bei der Theilung
ugefallen war, seiner Braut Therese H., welche deßhalb als Diebs⸗
jehlerin ebenfalls in Anklagezustand versetzt wurde, die anderen
zurschen aber derputzten ihren Theil. J. L. suchte später an der
Anglücksstätte noch einmal nach Geld und fand noch 80 Stück
stapoleon's, die er in Innsbruck auswechselte. Ebenso fanden
wei Andere später noch eine Summe von 10 fl. Oe. W. an
zleicher Stätte. Es dürfte wohl sellen vorgekommen sein, daß ein
Zebirgsreisender solche Summe Geldes durch die gefahrvosten, men⸗
chenleeren Pfade seiner Wanderung mit sich trug. — Die An—
lage der Staatsbehörde ging auf Verbrechen des Diebstahls.
der Gerichtshof war der Ansicht, daß kein Diebstahl vorliege,
vohl aber das Verbrechen des Betrugs durch Verheimlichung ge—
undener Sachen. Fünf Burschen wurden dieses Verbrechens zu
wei Jahren schweren Kerkers, einer wegen Uebertretung des Be—
ruges zu acht Tagen Arrests vernrtheilt. Nur ein Angeklagter
ammt dem Mädchen wurden wegen Mangels an Beweisen frei⸗
zesprochen. Die Verurtheilten meldeten die Berufung an.

F In der Pariser Ausstellung wurde ein Riesenfpie—
gel, 16,000 Fres. werth, aufgehängt; ein Arbeiter schlug einen
Ztift im Rahmen zu tief ein und sprengte das Glas.

fKirchen-Einsturz. Der Abend-Moniteur schreibt: „Ein
zeklagenswerthes Ereigniß hat die Bewohner von Lonesmes (Coteé
V Or) in Bestürzung versetzt. Die Kirche des Orts ist eingestürzt;
12 Versonen wurden verwundet und 10 getodtet.

fFParis, 16. Mai. Am verflossenen Sonntage wurden in
zem „Restaurant Omnibus“ auf dem Marsfelde folgende Victua—
ien verbraucht: Rindfleisch 1000, Kalbfleisch 200 und Hammel⸗
leisch 380 Killogrammes, Hühner 60 Stück, Schinken 19 Stück
Würste 48 Stück, Sauerkraut 200 Kilogr., Brod 1240 Kilogrs.
Wein 3500 Flaschen. Der „Restaurant Omnibus“ ist eine nach
»em Duval'jchen Bouillonsystem und hauptjächlich für bescheidene
Fonsumenten berechnete Speiseanstalt.

f Am I1. Mai wird im Cercle national das große Schach⸗
Turnier abgehalten, zu welchem der Amerikaner Murphy erwartet
vird, und das der Prinz Murat dirigirt. Am Napoleonstage, den
15. August, kommt dann auf dem Felde des Mars die preisge—
roͤnte Friedenshymne der Völker zur Absingung, in welcher der
Triumph des eisernen Industrie-Friedens über die lanonisirten
Fisen-Würfel des Krieges gefeiert wird.

f London, 11. Mai. Von dem Mechaniker Grubb in Dub⸗—
in ist ein Fernrohr verfertigt worden, das zu den größten von
den Astronomen benutzten Telestopen zählt und für Melbourne in
lIustralien bestimmt, es den dortigen Gelehrten ermöglichen wird,
zie Beobachtungen der südlichen Halbkugel den am uördlichen Him⸗
mel angestellten würdig und ergränzend an die Seite zu stellen.
Von den Dimensionen dieses mit größter Sorgfalt gearbeiteten
znstruments sei angeführt, daß die Roͤhre desselben 177 Centi⸗—
neter — 66 Zoll im Durchmesser hat: ein erwachsener Mensch
ann daher in derselben bequem stehen. Das Gewicht des Ganzen
zeträgt 200 Centner.

F Wie man aus Rom schreibt, ist Msgr. Dupauloup, Bi⸗—
schof von Orléans, der dieser Tage in Rom eingetroffen ist, das
Opfer eines frechen Diebstahls geworden. Als derselbe in der
ür ihn bereiteten Wohnung seine Koffer öffnen ließ, waren sie
ämmtlich anstatt ihres anfänglichen Inhaltes mit Stroh und
Inrath angefüllt.
        <pb n="238" />
        Conventionelle
Zwangsversteigerung.

Samstag den 25. Mai, Nachmittags 1
Uhr im Schulhause zu Niederwürzbach
dird auf Betreiben der Elisabetha
Vollenweiler, gewerblose Ehefrau von
Ferdinand Grünagel, Stuhlmacher,
—DD—
Letzterm selbst durch den kgl. Notär Wiest
zu Blieskastel das sogenannte Barrierhaus
uinter Plan Nr. 12421 vier Dezimalen
Fläche enthaltend und Plan Nr. 1242 3
ehn Dezimalen Pflanzgarten dabei; Alles
zelegen an der Stvaße von Niederwürzbach
iach St. Ingbert, — wegen Nichtzah⸗
lung des Kaufpreises anderweitig verstei—

gert werden.

Aus Auftrag

Faßbender.

5

Zu bevorstehenden Feiertagen bringe mein neu assor⸗
tirtes Lager in allen Sorteu Lambrechter und Nieder—
ände 5.

Tuche S Buxkins,
'o wie eine große Parthie halbwollene, baumwollene und
leinene Hosenstoffe zu den billigsten Preisen in wohlwollen⸗
de Erinnerung.

A Auf Berlangen werden ganzze PREr JIOS. WMOII
Anzuge nach Maßen zu den billigsten
Preisen angefertigt. — an dor Lohlenhaldo. —

Unm mit unsern vorjährigen fagonirten RIei-
derstossen rasch zu räumen haben wir dieselben
einem billigen Ausverkauf ausgesetzt und empfehlen
ganz neue Sachen ebenfalls sehr billg. —

J. Lyon SõShueæ
geegenüber dem Hotel Guepratte.

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J haben:

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Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="239" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
*257 7 0 — — — . p 17 33 — A — 60 241
3 6 ιÇ Gttu : 3
ι LιN-
— zeipeer— 327 1* —
der „Si Ingberter Auzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatteerscheint wöchentlich drelinal: Daem st ag, Dynnersstug
imnd Samst ag Abonnementsvbreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3. Krzr, die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
e Raum berechnet. —A
Aro. 62. 76....5* Donnerstag den 28. Miii 1867.
— — — — — — — — —— —
Deutschland ⸗⸗
München, 20. Mai. Wie wir bestimmt vernehmen, ist der
Ministerialrath Graf Tauffkirchen zum Gesandten in Petersburg
mannt worden. Es sollen noch mehrere Veränderungen im Per·
sonal des diplomatischen Corps bevorstehen. — Der Chef des
Generalstabs Graf von Bothmer wird nächster Tage von Berlin
wieder hier eintreffen. — Die Knigin⸗Mutter und Prinz Otto
——— Majestät den König Ludwig
i in Schloß Berg uͤnd kehrten Abends 8Uhr“ hieher zurück.
Heute Vormittag erfolgte die Abreise nach Hohenschwangau König
dudwig J. erschien gestern Abends im englischen Garten und
durde von der beim chinesischen Thurm sich befindenden nach
Tausenden zählenden Menge mit lauiem Hochrufen begrüßt.
Münchien, 20. Mai, Die Staatsregierung ist in Unter⸗
handlung über den Ankauf zwei Häuser zur Erweiterung der
Landtagslocalitäten. Der Abgeordnete Umbscheiden hai
einen mehrwöchentlichen Urlaub aus Gesundheitsrücksichten an—
zgureten.
z Maunchen, 22 Mai. Die Bayer! Ztg erklärt die Rach—
richt über Unterhandlungen Betreffs des Eintrittes Süddeutschlands
in den Norddeutschen Bund für thatsächlich unbegründet,
ziebt aber die Moͤglichkeit zu, daß Unterhandlungen zwischen
zen süddeutschen Staaten stattfinden über Anknüpfung natio—
aaler Beziehungen der Südstaaten zum Nordde utschen Bunde
m Sinne des Ari. 4 des Prager Friedensvertrages und des Art
79 der Rorddeutschen Bundesverfassing. —
Speyex, 21. Mai. Nach einem Telegramm aus Berlin
sollen in nächster Zeit wegen der Reconstruction des Zollvereins,
nit Rücksicht auf die bevorstehende Publikation der norddeutschen
Bundesverfassung, Verhandlungen mit den füddeutschen Staaten
beginnen. Der Eintritt von Mecklenburg und Lübeck in den Zoll⸗
berein soll gemäß der norddeutschen Bundesverfassung früher er⸗
solgen, als bis jetzt angenommen wurde. Wegen Mecklenburgs
steht ein Rachgeben Frankreichs (in der bekannten Weinzollfrage
irsih 533..
Aus Paris wird gemeldet, daß die fränzoͤsische Regierung
alle europäischen Regierungen zu einer internativnalen Münzcon⸗
ferenz wiederhoͤlt eingeladen habe. Die Conferenz soll am 17. Juni un⸗
ler Vorsitz der Minister Rouher und de Moustier beginnen. Die
zrößern europäischen Staaten und Nordamerika hätten bereits ihrt
cinahme zugesagn.. Gf zig5
23 i Dienflesnachrichten 3
Durch Regierungsbeschiluß vom' 19. Mai. twurde das Ge⸗
meinderathsmitglied Anton Pallmann zum Bürgermeister der Stadi
Ldandstuhl ernannt. —
Darmstadt, 20. Mai. Die zweite Kammer hat heute
30,000 fl. sür Aufbesserung der Schullehrer gehalte und 300
d. als geringsten Gehalt genehmigt.
Weimar, 20. Mai.“ In seiner heutigen Sitzung nahm der
Landtag. die Verfassung des Norddeutschen Bundes einstimmig
und die Anträge, von Fries in Betreff der Diäten und Grund⸗
rechte mit 22 gegen 5. Stimmen an.
Hannover, 20. Mai. Bei dem Banquier Meyer dahier
sind 40, oo0 Thir. als zum Privatvermögen des Königs
Beorg gehörig, mit. Beschlag belegt worden. Auch haben in den
letzten Tagen umfassende Haussuchungen und Verhaftungen bis
in die höchsten Staͤnde hinauf staͤttgefunden. Der König Georg
und defsen Sohn haben die Idee des „bis an das Ende der
Zeuen“ bestehenden Welfenreichs immer noch nicht aufgegeben und
scheinen für dessen Wiederherstellung irgend ein Wunder der Vor—
ehung zu erwarten, vernachläsfigen inzwischen aber antipreußi⸗
sche Wuͤhlereien im Lande selbst keineswegs.
Berlin, 19. Mai. Die „N. Allgem. Ztg.“ kommt auf das
internationale Verhältniß Oesterreichs zu Preußen⸗Deutschland
() zu sprechen und sagt: J —
Ddie Eteignisse des vergangenen Jahres, welche die Loͤsung
aationalen Frage Deutschlands durch Hinwegräumung des

dieselbe unmöglich machenden Dualismus gebracht haben, mußten
nuf der andern Seite eben durch diese formelle Loslosung Oester⸗
eichs von Deutschland eine neue internationale Frage schaffen, die
Fraͤge nämlich, wie Oesterreich bei einer kriegerischen Verwickelung
ßreußen Deutschlands mit einer andern Macht seine Stellung wäh⸗
en werde: ob dasselbe den Einflüsterungen der Leidenschaft Ge⸗
sör gebend, im Versuche, die Resultate des letzten Krieges wieder
ückguͤngig zu machen, auf der Seite unserer Gegner zu suchen
ein, ob es neutral sich verhalten, oder aber die durch den Krieg
interhrochene glorreiche frühere Waffenbrüderschaft mit Preußen
nuf's Neue schließen werde. So konnte es nicht gusbleiben, daß
hei der wegen der Luxemburger Angelegenheit drohenden Kriegs⸗
jefahr die Frage lebhaft erörtert wurde, ob Oesterreich mit Frank⸗
eich oder mit ums sich alliiren, oder ob es eine aufrichtige Neu—
cralität beobachten werde ? Mit großer Genugthuung haben wir
bei Eroörterung dieser Frage die erfreuliche Wahrnehmung gemacht,
daß in der Journalistik der deusch⸗osterreichischen Länder die Alli⸗
mng mit Frankreich, so viel wir wissen, nur wenige Fürsprecher
gefunden hat. Vergeblich hat ein Theil der französischen Presse
den Lockruf ertönen lassen; der gesunde Sinn der österreichischen
Bebolkerung hat von dem eben so verführerischen wie verwerfli⸗
hen und gefährlichen Gedanken eine Politik der Rache zu führen,
mit Entschiedenheit sich abgewendet. I

Die bevorstehenden Reisen fürstlicher Personen nach Pa⸗
is gewinnen nach der Lage der Dinge fast die Bedeutung eines
ↄoliuschen Ereignisses. Morgen Abend begeben sich, wie versichert
wird, der Kronprinz und die Kronprinzessin nach Paris. Gegen
Ende dieses Monats trifft der Kaiser von Rußland hier ein,
wirb eiwa 24 Stunden hier verweilen und alsdann die Reise
aach Paris antreten. Der in den Zeitungen gemeldete Ausflug
des Kaisers nach Kissingen wird stark bezweifelt. Es scheint nach
den gegenwärtigen Bestimmungen nicht, als ob Se. Majestät der
Zdnig mit dem Kaiser von Rußland gemeinsam nach Paris reisen
werde, doch werden die beiden Souverane dort zu derselben Zeit
oerweilen ·c·...

Berkin, 20. Mai. Die Luxemburger Affaire hat ein
Resultat gehabi, welches der Kaiser Napoleon nicht in den Kreis
jeinet Berechnungen gezogen zu haben scheint und das auch Pläne
in anderen Kreisen durchkreuzen dürfte. Dieses Resultat läßt fich
in den Satz zusammenfassen: wiederholt dargethanene Nothwen⸗
aigkeit für Oesterreich und Preußen, sich in allen europäischen
Fragen zu verständigen und zusammenzugehen. Ich halte die Zeit
nicht mehr fern, wo dieser Satz in Wien wie in Berlin der Aus—
zangspuntt für alle politischen Operationen sein dürfte, womit
ann die Auseinanderhaltungstheorie Napoleons über den Haufen
zjeworfen wäre. Die Nachgiebigleit Preußens in London wird
hre Früchte tragen und an dem Tage anders beurtheilt werden,
vo der nur aufgeschobene Conflict aufs Neue zum Ausbruch
Immt. Was den Vertrag vom 11. Mai betrifft, so ist er aller⸗
dings bereits vom König von Preußen unterzeichnet worden, aber
erst heute Vormittag. Es find im ganzen 8 Ratificationsurkun⸗
den auszutauschen und zwar zwischen Frankreich, Preußen, Oester⸗
reich, England, Rußland, Italien, Belgien und Holland .
8eThin, 22. Mai. Die Zeidler'sche Correspondenz spricht
von der Entdeckung einer weitverzweigten Verschwörunglin Han⸗
nover zu dem Zweck der Organisirung eines bewaffneten. Wi⸗
derstandes.
guxemburg, 18. Mai. Man will bestimmt wissen, daß
ein Theil der hiestgen Garnison (wie es heißt das 88. Regi⸗
ment) nach Rastatt bestimmt sei. n

Wien, 17. Mai. Die neue Freie Presse schreibt: „Die
zroßen stehenden Heere sind nicht bloß eine permanente Gefahr
ur die Freiheit der Völker, sondern auch die furchtbarste Bedro⸗
hung ihres Friedens, ihres Wohlstandes. Das heutige Europa
rühmt fich großer Fortschritte in der allgemeinen Bildung, aber
es gibt keine drastischere Negation als dessen was der Geist, die Ar⸗
beit' die Industrie, der Handel schaffen, als diese ungeheuren
        <pb n="240" />
        Armeen, deren Bestand allen Gesetzen einer gesunden Volkswirihschaft
Hohn spricht und jeden Augenblick die abscheulichste aller Barba⸗
reien, den Krieg, zu entfesseln droht. Mit solchen Soldatenmas
sen ist es aber eben so wenig möglich, dauernden Frieden zu erhalten,
als neben solch ungeheuren stehenden Heeren die politische Frei⸗
heit bestehen oder nur auftommen und die die Völker erdrückende
Steuerlast verringert werden kann.

Wien, 20. Mai. Die Sizungssäle der beiden Häuser
des Reichstags haben bei der heutigen Eröffnung dieselbe Aus—
stattung wie früher. Die Mitglieder des Herrenhauses erschienen
fast alle in einer Uniform; der schwarze Frack ist nur spärlich
bertreten. Von den Erzherzogen wohnte keiner der Eröffnungs
sitzung bei. Die Physiognomie des Abgeordnetenhauses zeigt eben⸗
falls keine Aenderung. Die polnische Fraction sitzt wieder auf
der äußersten Rechten; die kleine slovenische Fraction nimmt eini⸗
ge Sitze im rechten Centrum ein. Der Präsident Dr. Giskra
erwähnt in seiner Ansprache der vergangenen traurigen Epoche.
Mit tiefer Wehmuth müsse man auf die Verirrung jener Räithe
der Krone zurückblicken, welche sich dem Wahne hingegeben hätten,
auf der Basis der Sistirung und Verfassungs-Suspension den
Neubau des Staates aufzuführen. Nur mit umflortem Auge könne
der Freund des Vaterslandes zurückblicken auf jene Periode, wo
dem Staate eine Provinz verloren gegangen, wo die tausend
jährige Zusammengehörigkeit mit dem Mutterlande zerrissen wor—
den sei. Allein mit Vertrauen auf eine bessere Zukunft könne das
Haus jetzt rathen und thaten. Eine große und schwere Aufgabe
sei dem Hause beschieden: politische und sociale Reformen
der manigfachsten Art seien durchzuführen; zur Wahrheit müsse
werden die Gleichberechtigung der Nationalitäten, die Gieichberech
tigung der Confessionen, die Durchführung eines ehrlichen Consti
tutionalismus, wie solcher einem anderen Theile der Monarchie
bereits zu Theil geworden. Der Ausgleich mit den Ländern
jenseits der Lertha sei in einer den beiden Reichshälften gerecht
werdenden Form durchzuführen. Diese Ziele schnell und energisch
zu erreichen, sei die Aufgabe des Hauses.“ Moͤge der Genius von
Oesterreich dem Werke der Neugestaltung freundlich und foörderlich
——
Haufes in deutscher bömischer, polnischer, ruthenischer, slovenischer
und italienischer Sprache.

Fraukreich. W
Paris, 19. Mai. Man schreibt der „Köln. Z.“: Der
Kaiser besuchte gestern die österreichische Ausstellung, wo ellektrische
Minen⸗Apparate aufgestellt sind. Einer derselben sprang in die
Luft, und das Gerücht verbreitete sich, der Kaiser habe Schaden
genommen. Glücklicher Weise war die Ladung nur sehr schwad
und der Kaiser kam mit dem bloßen Schrecken davon.“
Paris, 20. Mai. Der „Patrie“ zufolge wäre zwischen der
Regierung und der Armeecommission des gesetzgebenden Körpers
ein Ausgleich in der Art erfolgt, daß die Commission für die
ses Jahr ein Contingent von 800,000 Mann annimmt, aber
für die folgenden Jahre sich das Recht der jedesmaligen Feststel
lung des Contingents vorbehält. Der „Moniteur“ meldet, daß
der Kriegsminister auf Befehl des Kaisers die Militärloskaufs—
jumme von 8000 auf 2500 Frs. herabgesetzt hat...
— Paris, 21. Mai. Die Regierung soll, wie das „Jour—
nal de Paris“ und die „Union de l'Quest“ vernehmen, mit dem
Plan umgehen, Nanch in einen großartigen Waffenplatz zu ver—⸗
wandeln, der gleichzeitig mit dem Lager von Chalons, wie mi
Metz und Straßburg in Verbindung gesetz wurde.
England.
.. London, 22. Mai. Ein Erlaß der Regierung verordnet,
daß importirtes Vieh in den Häfen des Landes sofort ge—
schlachtet werden muß. Nur von London, Harwich und South—
hampton aus darf Importvieh lebendig weiter befördert werden.
* Italien. 8
Fiorenz, 18. Mai. Entgegen anderen Nachrichten meldet
der „Movimento“, daß Garibaldi aus Verdruß über die Un—
thätigkeit der Regierung und des Parlaments in der römischen
Angelegenheit nach der Insel Caprera zurückkehren wolle, „um
dort zu erwarten, bis das Uebel, welches seinen Gipfelpunkt er⸗
reicht hat, selbst das Heilmittel an die Hand gebe.“ — Ein anderes Blatt
berichtet aus Rom, daß nach den dort vorgenommenen zahlreichen
Verhaftungen viele junge Leute ihre Heimathstadt verlassen haben.
V NRustland.
Die Befugniß, eine Ehe zu schließen, ist den Militärper sonen
in Rußland erheblich beschränkt. Dennoch bestimmt das Militär⸗
strafgesetzbuch (Artikel 458 und 459), daß jeder Militär, der un⸗
ter Heirathsversprechen ein Mädchen verführt hat, dasselbe eheli—
chhen muß. Um diesen Widerspruch zu heben, hat auf Befehl
des Kaisers der Kriegsminister neuerdings ein Reglement erlassen.

wonach die Offiziere und nicht graduirten Militärs, die gewisse

Standesvorcechte genießen und nicht an die Dienstzeit gebunden

sind, für das obenerwähnte Vergehen aus der Armee gestoßen und

auf 16 Monate bis zwei Jahre in ein Zuchthaus gebracht, alle

anderen nicht graduirten Militärs aber im Falle gleicher Verschul

dung auf ein Jahr in die Strafcompagnie gestellt werden sollen.
Amerika.

ReweYork, 7. Mai. Aus Matamoras in Merico gehen
dem Courier des Etats-Unis folgende Nachrichten zu: Die Jua—
risten hatten einen Kurier gefangen genominen, der bom Kaiser
Maxi milianan dessen Stellvertreter, General Marquez, abge
andt war; natürlich wurde derselbe erschossen. Juarez hat ein
Dekret erlassen, welches den Angehörigen europäischer Staaten
die das Kaiserreich anerkant haben, das Vorrecht det“ Immatri—
culation,, d. h, ihrer Nationalität beläßt. lIle Fremden mit
Ausnahme der Angehörigen der Vereinigten Staaten sind der
Militärdienstpflicht und der Zwangssteuer unterworfen. J

Echwurgerichtsfitzungen.
AII. Quartal 1863.

Zweibrücken 20. Mai. Verhandlung gegen Georg' Peter

Stark, 29 Jahre alt, ledigen Tagner von Herrheim

bei Landau, des Diebstahls im Verbrechensgrade angeklagt.,
.Der Angeklagte, der sehr übel beleumundet ist und von sei—
nen letzten 15 Lebensjahren 2. Jahre in der Besserungsanstalt, 2
Jahre im Gefängniß und 7 Jahre im Zuchthaus zugebracht hat,
var Samstag den 29. Dezember abhin des Abends mittelst
Zwangspasses zu Hause gngekommen. Des anderen Tags, Sonn—
ags Mittags, hatte sich Georg Franz Kuntz, Ackerer in Herxheim,
nachdem er die in den Hof gehende Hausthüre an seinem auf
den sogenannten Kirchweg gelegenen Wohngebäude, sowie einen
weiten Zugang aus der offnen Waschküche in das Haus abge⸗
perrt, das Hofthor aber offen gelassen hatte, mit seiner bei ihm
wohnenden Schwester in den Nachmittagsgottesdienst' begeben. Als
dieselben später wieder nach Hause kamen, bemerkten sie, daß die
Verbindungsthüre zwischen der Waschküche und dem Hause durch
Lossprengen des Schließklobens wahrscheinlich mit einer gewöhnlich
im Hof stehenden, nachher aber in der Waschküche vorgefundenen
Axt gewaltsam geöffnet war und daß folgende Gegenstände fehl—
ten: ein ganzer Kuchen und ein Stück Kuchen, ein Paar schwatze
und ein Paar gestreifte Hosen, zweil lederne und ein tüuchener
Tabaksbeutel, ein Stockdegen, eine Pelzkappe, ein Mannshemd
und ein Paax wollene, lederbesetzte Schuhe. Der Thäter war
wahrscheinlich durch den Garten hinten eniwichen. Nachdem sich
der Verdacht zuerst auf einen andern gerichtet hatte, erinnerte fich
der gegenüber wohnende Nachbar, Wagner, an jenem Sonntag
ungefähr um 2 Uhr herum einen kleinen Burschen mit dicken Ba—
fen und blauem Kittel, welche Beschreibung ganz auf den Ange—
clagten paßt, in die Wohnung des Kuntz hineingehen, aber nicht
mehr herauskommen gesehen zu haben, glaubt auch heute in dem
Angetlagten den fraglichen Burschen wieder zu erlennen. Nach
Verbüßung einer einmonatlichen Gefängnißstrafe wegen eines in
Frankreich begangenen Diebstahls wurde der Angeklagte über die
Brenze geliefert, wobei er die schwarzen Hosen und das gestohlene
Hemd von Kunzz trug, die er jedoch schon früher besesseu haben
will. Von den übrigen abhanden gekommenen Effekten fand sich
sonft nichts bei ihm vor. Stark will am fraglichen Sonntag,
nachdem er die Nacht in einer Scheuer zugebracht, Herxheim in
aller Frühe schon verlassen und des Nachmittags in Winzenbach
im Französischen beim Maire um Arbeit nachgesucht haben. So—
wohl Letzterer, wie ouch dessen Ehefrau erklärien jedoch, den An—
gellagten nie zu Gesicht bekommen zu haben. Der Vertheidiger,
Herr Rechtskandidat Schmidi, stellte auf, bei den Zeugen sei
ein Irrthum sehr leicht möglich, die vorgefundenen Hosen und
Hemd könnten auch leicht anderswo, her als von Kunz ruͤhren, aber
selbst wenn der Diebstahl gegen Stark erwiesen sei, könne doch,
da die Thüre nur mit einem Kloben schlecht befestigt gewesen von
Einbruch nicht die Rede sein. Der Angeklagte wurde einfach schul⸗
dig erklärt und zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt. J
Vermischtes.

k Professor Li ebig aus München, welcher bei einer Aus—
tellungscommission als Präsident fungirt, wurde am vorletzten
Sonntag zur kaiserlichen Tafel gezogen und ihm die Aufmerk⸗
amkeit erzeigt, daß für die Suppe Fleisch-Ertracie seines Sy—
stems verwendet wurden. Der Kaiser unterhielt sich mit ihm in
deutscher Sprache über die rationelle Nahrung der arbeitenden
Klassen.

t Die Nachforschungen zur Ermittellung der Moͤrder des
Bäderlehrlings Corny, welhe nahezu wegen örfolglosigkeit einge
tellt waren, sollen jetzt nach Mittheilung berliner Blaätter neue
Anhaltspunkte gellefert haben. — —
        <pb n="241" />
        se
n
d
e

— Verunglückte Rektifikation. Vor wenigen Tagen
st der letzte Band von Guizot's Memoiren erschienen. In dem⸗
elben erzählt der Verfasser unter Anderem, daß nach dem Straß⸗
»urger Putsche Louis Philipp, von seinem guten Herzen ge—
eitet, 12,000 Fres. an Louis Napoleon schickte, der fie
erhielt, um ihm die Reise nach Amerika zu ermöglichen. Der
daiser schrieb an Herrn Guizot, um diese Angabe als ungenau
u bezeichnen und um eine Berichtigung zu ersuchen. Herr Gui—
vot jedoch erwiederte, daß er zu seinem Bedauern in die gewünschte
Rektificirung nicht einwilligen könne, weil er für die Richtigkeit
ieiner Angaben — die Beweise in Händen habe.

Man theilte kürzlich mit, daß für den Kaiser der Fran⸗
zosen in Wien eindurch einen sanften Gang ausgezeichnetes Pferd
im Werthe von sonst höchstens 2000 Frs. für 20,000 fl. ange—
cauft sei. Die Thatsache des Ankaufs ist nach der „L. A. 3.“
richtig, nur daß der Kaufpreis stark überirieben ist; nicht 20, 000
jondern 5000 fl. sind gezahlt. Aber den interessantesten Theil
der Sache hat man absichtlich oder unabsichtlich unterdrückt. Das
pferd ist nämlich vor allen Dingen deßhalb ausgesucht, weil es
wie eine Maner im stärksten Feuer steht, und verkauft ist es aus
»en kaiserlichen Stallungen durch den Oberstallmeister Grafen
Brünne.
Ferdinand Freiligrath.

Mitten im geräuschvollsten Theile der Londoner City, in

den „Royal buildings“, zwischen den königlichen Börsengebäuden
hefindet sich die schweizerische Bank, und in einem ihrer Vuͤreau's
vom frühen Morgen bis zum sinkenden Abend sitzt an den Schreib⸗
tisch geschmiedet der Menager dieses Bank-Comptoirs — Ferdi—
nand Freiligrath. Der wüste Lärm, der von der Börse heru⸗
berschallt, und das fortwährende Getöse der Tausende von Wagen
die auf der belebtesien Straße der City dahinrollen, hallen in
dem Ohre des emsigen Arbeiters wider, der im aufreibenden Dien⸗
ste des Tages das Brod für seine Lieben mühsam erwirbt. Nur
hie und da unterbricht ein Besuch aus der deutschen Heimath die
Arbeit. Fragt der Besucher, warum der Dichter seiner Muße den
Rücken gekehrt, dann antwortet Freiligrath dem Fragenden, wie
er 18605 Gustav Rasch erwiderse: „Horen Sie dies Geräusch,
athmen Sie den erstickenden Dunst, sehen Sie das ruhelose Trei⸗
ben da unten in den Straßen, und dann fragen sie mich warum
ich nicht mehr dichte? Bis zum Abend hält mich täglich diese
Atmosphäre fest, und seit Jahren habe im mich nur Sonntags
aus derselben loßmachen können. Klapka, der als Theilnehmer
der Bank jährlich seine Inspectionsreise hierher macht, verspricht
mir immer einen Urlaub auf das nächste Jahr. Aber es wird
nichts daraus, und ich sitze immer hier fest· Dam ergreift er
vohl die Feder und schreibt dem Touristen einige Worte ins Ta⸗
chenbuch, welche die ganze Fülle der feurigen Sehnsucht des Ver⸗
dannten nach dem lieben Heimathlande athmen. Um 7 Uhr
Abends verläßt Freiligrath die City und fährt in der Richtung
nach Nordost per Eisenbahn, die über die Dächer der Hãäuserreihen
über einen Friedhof und durch stille Gegenden der Riesenstadt
hren Weg nimmt nach Hackneh. Dort erwarten ihn bereits Gat—
cin und Kinder: Ida Freiligrath, geborne Melos aus Weimar,
als Kind Goethes Liebling, der jhren Spielen zusah, noch heute
eine schöne stattliche Frau, mit blondem Haar und zarten intelli⸗
genten Zügen; die Töchter im Alter von 18—-20 Jahren, lieb⸗
liche Mädchengesichter mit dunklen Augen und dem zarten Colorit
der Mutter, der älteste Knabe, der blonde Perch, und dessen
jüngerer Bruder. Welche Bedrängnisse an den vielgeprüften
Sänger des deutschen Volkes herangetreten sein mögen, wir wis⸗
sen es nicht; aber die blose Nachricht davon rührt unser Herz.
Als vor 10 Jahren eine Gesellschaft von Engländern zusammen⸗
rat, um ihm eine sorgenfreie Existenz anzubieten, da wies Frei⸗—
ligrath solchen Antrag von sich, mit dem Ausspruche, daß, wenn
er je einmal in die Lage kommen sollte, der Hilfe zu bedürfen,
er solche nur von seinen Landsleuten annehmen würde, die seiner
vohl nicht vergessen würden. Als ihn der amerikanische Dichter
dongfellow einlud, über den Ocean zu kommen, und seiner im
neuen Continente die größten Auszeichnungen harrten, da eilte
r, bei der Nachricht von der Erhebung seines Vaterlandes nach
Düsseldorf und stelite sich an die Spihe der demokratischen Par⸗
ei. Eine flüchtige Skizze seines Lebeus und Schaffens mag uns
den herrlichen Mann in's Gedächtniß rufen.

Ferdinand Freiligrath wurde am 17. Juni 1810 zu
Detmold geboren. Der Bück des Knaben fiel da auf die Höhen
des Teutoburger Waldes, in dessen Schluchten Hermann die gro⸗
ze Befreiungsschlacht geschlagen. Sein Valer war Bürgerschulleh⸗
der, die Mutter ward ihm schon im siebenten Jahre entrissen.
Ihr Bruder, Kaufmann in Edinburgh, wollte den Knaben adop—
ciren und siin aroßes Geschäft dereinst auf ihn vererben. Diese

Aussichten entschieden seine kaufmännische Laufbahn. In Soest
xrachte er seine Lehrjahre zu, wo er viel mit Grabbe derkehrte.
Als Commis eines Bankierhauses ging Freiligrath nach Amster⸗
dam. Der Bankerott des Onkels, der Tod des Vaters waren
wei Schläge, welche die ganze Energie der Jugend in ihm he—
causforderten. Von 1837 1839 conditionirie er in Barmen.
In dem Gemüth des jungen Kaufmanns hatte sichs bereits mäch⸗
ig geregt. Einzelne seiner Gedichte veröffentlichte das Morgen⸗
latt, andere führte Chamisso (1833) in feinem Musen⸗Almanach
»or. Die Pracht seiner Bilder, seine Originalität, seine farbige
Schilderung vom „Wetterleuchten in der Pfingstnacht“ vom ,Wuͤ⸗
tenkönig,“ von der Stimme am Senegal“ erregten das Crstau—
nien Aller. Mit wachsender Schnelligkeit stieg sen Ruhm. Der
ersten Ausgabe seiner Gedichte (1838) ließ er die herrliche Samm⸗
ung „Zwischen den Garben“ folgen. Die Laufbahn des Kauf⸗
nanns hatte er verlassen und die des Schriftstellers erwählt. Jetzt
olgten 1839 das „Rheinische Odeon“ und das „Rheinische Jahr⸗
»uch,“ 1841 das „Romantische Westphalen.“ Noch trat kein po—
itischer Gedanke in seinen Poesien hervor. An der TendenzeLyrik
des „Jungen Deutschland“ findet er kein Gefallen und ruft Her—
wegh die bekannten Worte zu:
Der Dichter steht auf einer höhern Warte
Als auf der Zinne der Partei...
wber nicht lange mehr, und er stürzt sich in das Gewoge der
Parteien, und bald wird er als politischer Dichter „der uner⸗
chrockendste Repräsentant des modernen Gedankens“ Im Jahre
844 lehnte er die Pension, welche Alex. v. Humboldt ihm beim
dönige Friedrich Wilhelm IV. erwirkt hatte, ab und veröffentlichte
zleichzeitig sein „Glaubensbekenntniß.“ Mit dem Glaubensbe—
enntniß wurde Freiligrath der Liebling des Volles; aber die Re—
zierungen des seligen deutschen Bundes dachten minder wohlwol—
end und Freiligrath flüchtete nach der Schweiz, von da nach
dondon, wo er, um seine Familie zu erhalten bei Huth &amp; Co
intrat. Der Anblick der Armen und der Elenden entrang ihm
nanches herrliche Gedicht, so das „Lied vom Hemde,“ „Irland,“
»ie „Seufzerbrücke“ u. a. Der Ausbruch der Februarrebolution
in Paris fand ihren Widerhall in Deutschland, die deutsche Tri—
rolore ward aufgepflanzt und „Schwarz, Roth, Gold“ — „Pul⸗
oer ist schwarz, Blut ist roth, golden flackert die Flamme“ —
ubelt der Dichter ihr aus vollem Herzen zu. Das Letzte Lied
das er in der Verbannung sang: „Die Amnestirten im Auslande“
ündigt seinen Aufbruch in die Heimath an:
Wir treten in die Reiseschuh'
Wir brechen auf schon heute!
Run, heil'ge Freiheit tröste du
Die Mütter und die Bräute!

In Düßfseldorf wird er der Führer der demokratischen Partei.
Jetzt läßl er die herrlichsten Lieder erklingen, Juwelen in dem
„chatzkästlein der Poesie, wie das vom Tode:

Auf den Hügeln steht er im Morgenroth,
Das gezückte Schwert in der sehn'gen Hand 9
Wer ich bin? Ich bin der Befreier Tod!

Bin der Tod für die Menschheit, das Vaterland!

Als die reactionären Staatsweisen in Berlin das Heft wie—
jet in Händen hatten, da erinnerten sie sich des Dichters, der
Ca irats und „die Todten an die Lebenden“ gedichtet. Er ward
uns Gefängniß geworfen und vor die Assisen gestellt. Aber am
thein waren die Geschworenen keine Unteroffiziere, sondern frei⸗
innige muthvolle Bürger, die den Dichter der Freiheit schuldlos
rklärten. Von Neuem verfolgte die Regierung den Dichter und
xchriftsteller, und dieser rettetete sich und seine Ueberzeugung auf
den freien Boden England's. Dort lebte er ein arbeilsamer Tag⸗
verker und seine Muse ist verstummt. nur selten hat er sich in
etzter Zeit vernehmen lassen, das eine Mal an dem Grabe Jo—
hanna Kinkel's:

Zur Winterzeit in Engelland, m *

Versprengte Männer, haben

Wir schweigend in den fremden Sand —*

Die deutsche Frau begraben —
ind ein anderes Mal zur Feier des hundertjährigen Geburtstages
Schillers, ein Festgedicht welches die Amerikaner von ihm erbeten und
erlangt haben. Es wurde in der ganzen Union von allen deut—
chen Vereinen und Gemeinden nach derselben Melodie vorgetra⸗
gen. Freiligrath ist aber nicht blos ein Tendenzdichter, der Sän—
ger der Freiheit und als solcher uns werth. „O lieb' so lang
on lieben kannst,“ „Ruhe in der Geliebten,“ stellen ihn als tief—
einpfindenden Lyriker in die erste Reihe der lebenden Dichter. Sei—
ten politischen Ansichten werden wohl Viele nicht beistiumen,
einen Genius aber Alle bewundern und seinen Charakter
erehren.
        <pb n="242" />
        Bekanntmachung Zu bevorstehenden Feiertagen bringe mein neu assor⸗
, irtes Lager in allen Sorteu Lambrechter und Nieder⸗
Der Mechanikus Lorenz Offene: deree ev ——
von. St. Ingbert, d eeeed Len änder . —VVV * —
auf dem groken Flur in hiesiger Sta J ——— X Mα_
e ude, einen tleinen* Tuche 8 Buxkius ι
beu ——— —
eeee ucene iheie leinene Hosenstoffe zu den billigsten Preisen in wohlwollen⸗
e eeeze segundet. gg )e Erinnerung.
prache erheben zu sollen glauben, werden I Auf Verlangen werden ganze J 2**
hiermit aufgefordert, solche innerhalb 14 Anzüge e e — bin Potor Jos. WolI.
Tagen bei dem unterfertigten Bürgermei⸗ Zreisen angefertigt an der Kohlenhalde.
steramte zu machen, woselbst. zu Jeder — — — — — —
—8 Sihas winhh Um mit unsern vorjährigen fagonirten IKGIeiĩ-
tIngbert den 22. Mai 6,66 Uerstosfson rasch zu räumen haben wir dieselben
wvas enn einem billigen Ausberkauf ausgesetzt und empfehlen
MNhbehberie ganz neue Sachen ebenfalls sehr billig.
Möbelversteigerung. 1. 4 841 —
Samstag den 25. Mai l. J. Nachmit⸗ 2— —A
lags 2 Uhr werden die noch vorhandenen gegenüber dem Hotel Guepratte.
Moͤbilien des Bauunternehmers Leusentin St. Johann a/Saar.
ai een Hebeiß 1 Gi A —
recheisen, auch Hebeisen, imer,
Drathgeflecht, 8 — .. nzeige. WV
und Eimerse 2 Sfensteine, 1. Kamin⸗ ⸗GEinige rößere Tische für
dach, Verputzbretter, Pinsel, Hämmer, Wirth Md e hr quit A e
— Ziegelmehl 2Sieben rin Pe eit u
und dergl· * — oßer Kleiderschran
Horn— igl. Retcn.“ noch gänz neu, J kleines
(Conventionellee Schränkchen, so wie einige
Zwangsversteigerung. Defen find zu verkaufen.
Samstag den 25. Mai, Nachmittags1 Näheres bei
Uhr im Schulhause zu Wirge Joh. Friedrich.
vird auf Betreiben der Elisabetha 55
orrgee Foe Ehefrau von s 8 Lirbhe v * N e,
Ferdinand Grünaggel, Stuhlmacher, 7*
8 in — wohnhaft unde, Main; er Han d as chou
Letzterm selbst durch den kgl. Potür Wiest ei Erit- PBFMAEDIGMGAM.
zu' Blieskastel das sogenannte Barrierhaus
unter Plan Nr. 12423 3 vier Dezimalen
Fläche enthaltend und Plan Nr. 1242 Us p
zehn Dezimalen Pflanzgarten dabei; Alles
gelegen an der Straße von Niederwürzbach
—D00
lung des Kaufpreises anderweitig verstei—
gert werden.
.... FaßKbender.

Minoralwasser.
Selters wasser.
sSodawasser.
LImonnde gazeuse.
— * 7
Friedrichshaller Bit-
tervwasser *
AdéIhaidsquelIe. — 5
Luuser Wasser. *
(Alle anderen Sorten besorge
ich auf Verlangen billigst).
Fritz PAnBLGThietelr. *
at wiatett z*
—

Verschiedene den Herrn Gebrüder Dör⸗
gehörige Wiesen, St. Ingberter Bannes,
sind sofort zu verpachten durh
Westphälinger.
Ein ganz neu erbautes Wohnhaus
ist zu vermiethen lie
Georg Haas.
Limburger Käse per
Stück 16, 17 und 18 kr.,
in Kisten billiger, bii
W. Weiler in St. Ingbert.
Unsern verehrten Kunden die ergebenste
Anzeige, daß wir von heuse an die Qui⸗
ring'sche Werkstätte übernommen
jaben und sind jetzt dadurch in den Stand
jesetzt alle Arten von Schlosser⸗ und
mechanischen Arbeiten auf das
schnellste und bilkigste cuszuführen.
St Ingbert im Mai 18673.
Joh. Jung &amp; Georg Haas.
Ad bis 30 Schoppen Milch kön⸗
nen noch täglich zum Wiederverkauf abge⸗
geben werden.
Näheres zu erfraaen Ensheimerhof.
Zu verkaufen:
Aweine, / Jahr alt.
Zu verpachten:
2 Morgen ewigen Klee, wovon 1
Morgen voricja, iger.
Nicolaus Eich, Leinenweber.

Fruchte⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der

Stadt Zweibrücken vom 23. Mai.
Weizen 7 fl. 32kr., Korn 5 fl. 51 kr.
Gerste Zreihige, — fl. — kr., Gerste 4—
deihige, — fi. — kr., Spelz 5 fl. 8 kr.,
Spehzkern — fl. — kr. Dinkel 3 fl.
30 kr. Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
1fl. 45 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln 1 fl. 30 kr., Heu
1fl. 24 kr., Stroh 1fl. 12 kr., per
Zentner. Weisbrod 192 Kilogr., 20 kr.,
ornbrod 8 Kgr., 27 kr., ditio 2 Kgr.,
18 kr., ditto J Kgr. 9 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 34 kr. 1 Paar Weck, 7 Loth,
2kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 tkr. 2.
Dual: 15.kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
Jeisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr. per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr. ber Liter
Butter 80 kr., ver Pfund.

Wohnungsvermiethung.
Der untere Stock des Carl Groß'⸗
schen Hauses an der Hauptstraße, Gon
Herrn Baunnternehmer Leusentin bis jetzt
hewohnt) bestehend in großen Zim⸗
mern, Küche, Mansärden, Keller,
Stallnng, Remise, einem großen
Hofraum, nebst einem oe
Garten, ist bis 1Juli zu vermiethen.

Näheres bei Herrn Adiunkt Hoff⸗
mann hier.

Die neben Herrn Kaufmann Joh. Woll
dahier gelegene Scheuer des Herrn Gustav
Zix von hier ist zu vermiethen oder zu
verkaufen im

Commissions-⸗Bureau von —
———
Ich zeige hiermit ergebenst
an, daß ich von jetzt an,
nein neues Atelier neben der Holz—
handlung des Herrn Otto Weigand,
Kohlenstraße, eröffnet habe und von Mor—
gens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträg
entgegennehme.
B. Ollig, Photoaraphh.·.

*
— —
7

FIruchtvreife der Stadt
HGaiscersslautern vom 21. Mai.“

a
1
Weizen 8 fl. 7 kr., Korn 5 fl. 88 kr.
Spelzkern — fl. — kr., Spelz 5 fl.
47 kr., Gerste6 fl. 8 kr., Hafer Afl.
31 kr., Erbsen 5 fl. 19 kr., Wicken 4 fl.
3 kr., Linsen 5 fl. 2 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1493 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 17 ꝛr. — u
NRedaktion. Druck und Verlag von F Demek in St Inabe
        <pb n="243" />
        Sh. Ingberler Anzeiger.
der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal. Dienstag, Donnersstag
d Samstag. Abonnementsvreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder een
Naum berechnet. 0
Rro. 63G Samstag, den 285. MDi e 1867.
—— —— — — — — — — — — — —— ——— — —
Deutschland.

München, 21. Mai. Das eben ausgegebene Militärverord⸗
nungsblatt Rr. 14 enthält die allerhöchste Genehmigung der For⸗
natton der Feldbatterien zu je sechs Geschützen, und zwar beim
und 2. Artillerieregiment je 1 Vierpfünder und 3 Sechspfün—-
der, Feldbatterieen; beim 8. reitenden Artillerieregiment 4 Vier⸗
Ffünder Feldbatterien und beim 4 Artillerieregiment 2 Viertel⸗
pfünder, und 6 Sechspfünder Feldbatterien.
München, 21. Mai. Die Festungseigenschaft der
Vesten Marienberg, Rosenberg, Wülzburg und Oberhaus (mit
Finschluß der Stadt Passau) ist aufgehoben. — In Gunzen⸗
hausen ist der Landtagsabgeordnete Bürgermeister Hensolt heute
rüh gestorben. An seine Stelle tritt der Ersatzmann Bezirks⸗
mimann Scheidemandel von Feuchtwangen in die Kammer.
Das Hof- und Staatshandbuch für 1867 hat die Presse ver⸗
lassen und kostet das Exemplar 2efl.

Dienstesnachrichten. *
Durch Justizministexialentschließung vom 19. Mai wurde dem
Berichtsboien Wilhelm Meier in Ludwigshafen gestattet, den Ge⸗
cichtsbotencandidaten Johann Georg Becker von Goͤnnheim, als
unctionirenden Gehilfen auf die Dauer eines Jahres anzunehmen.
Darmfstadt, 21. Mai. Am verflossenen Sonntag sind ver—
mittelsft Extrazugs 8000 Stück Zündnadelgewehre, hier ein—
getroffen. Aus Wesel trafen am Sonntag Abend 400,000 scharfe
Zündnadel-Patronen für unsere Armeedivision hier ein ·
Hannover, 21Mai. Nebst den 40,000 Thlr. bei
Meyer sind bei einem andern Banquier noch 30,000 Thlr. in
Beschlag genommen worden, welche ebenfalls zum Privatvermögen
— Es
stehen sehr ernste Maß regeln der preußischen Regierung in näch⸗
ter Aussicht.

Berrin, 21. Man. Die Militärpartei in Frankreich
s mit dem Vergleiche vom 11. Mai nicht zufrieden; sie arbeitet
ioch immer auf den Krieg hin, will aber die Ausstellung nicht
jdren und hat es für gutn befunden, die Partei bis zum Mai
1868 zu verschieben, weil die Flotte, welche mit operiren soll,
im Winter in den nordischen Gewössern nicht activ eingreifen
koͤnne. So berichtet man der Allg.: Ztg. aus Paris. So frivol
und leichtfertig auch diese Aeußerungklingen mag, so ist sie den—
noch nicht undegründet. “Das franzosische Volk und der Kaiser
elbst wollen den Frieden; jene nichtnutzige Partei aber, welche
ich um die Wohlfart von 80 Millionen Menschen gar nicht küm—
mert, wenn sie nur ihre Zwecke erreicht, denkt und handelt so,
vie es der Allg. Zig. geschrieben wird. Hoffentlich bleibt es
beim Denken; keinenfalls aber sind diese Bestrebungen von augen—
blicklichem Einfluß auf die offiziellen Beziehungen zwischen dem
—D VV
jugespitzte tendenziöse Erfindung, wenn man dem Aufschub der
Reise des Kronprinzen politische Erklärungsmotive unterlegen
will.

Berlin, 21. Mai. Für die preußische Marine sind
m Bau begriffen und werden im laufenden Jahre oder im Jahre
1868 vollendei sein: 2 Panzerfregatten in England, 1 Panzer—⸗
fregatte in Frankreich, eine gedeckte Corvette auf der königl. Werft
in Danzig und 1 Tranzporifahrzeug auf einer preußischen Pri⸗
datwerft.“ — Der österreichische Bevollmächtigte für Münz-⸗ und
Zollsachen, Frhr. v. Hock ist nach Wien zurückgereist um seinen
Sitz im Herrenhaus einzunehmen.

Berlin, 22. Mai. Zu welchen Mitteln die französische
Regierung greifen muß, um die Eitelkeit der Nation zu besriedi⸗
Jen, zeigk die Nachricht des „Moniteur“, der König von Preu—
zen habe den Londoner Vertrag einen Tag früher als Napo—
eon ratificirt, während es feststeht, daß die Ratificationen erst
am 20. erfolgt und am 21. nach London abgegangen sind, wo
ie am 23. (morgen) ausgewechselt werden sollen. Dann wird
zer Vertrag eine vollendete Thatsache sein. — Was die Reisste
»es Koͤnigs betrifft, so wird erst in nüchster Woche der Zeit⸗

ν α,
* 11. 4

!
vunkt näher festgesetzt werden, zu welchem sich der König im Mo⸗
nat Juni nach Paris begeben wird. „Rück sichten verschiedener
Art lassen möglicher Weise einen kurzen Aufschub des Besuches
his. nach den bevorstehenden Landtagssitzungen und nach dem
Bfingstfeste angemessen erscheinen“ — sagt die „Prov.-Corr.“ —
Dieselbe enthält eine sehr ernst gefaßle Darstellung der Vorgänge
in Hannover und erklärt, daß die Regierung nunmehr nicht län—
zer Nachsicht gegen den König und seine bethörten Anhänger üben,
daß aber auch die Königin Marie sich den Bedingungen zu unter
verfen haben wird, unter denen sie noch länger als Gast des
önigs von Preußen in Hannover verweilen kann. Die „Prov.
Corr.“ bestätigt die Verhaftung eines Abgesandten des Königs
yon Hannover in Frankfurt und die Beschlagn ahme von Brief—⸗
chaften, welche derselbe' sorgfältig verborgen hat te und aus wel⸗
hen unzweifelhaft hervorging, daß unter den Anhängern des Ex—
onigs landesverrätherische Pläne verfolgt werden. — Im Uebri⸗—
gen herrscht auf politischem Gebiete Windstille, aber zu schreiben
giebt es Spalten voll, wenn man alle die Unwahrheiten, welche
nan in der Presse verbreitet fieht, dementiren wollte. —
Trier, 20. Mai. Wie man vernimmt werden demnächst
wei Schwadronen Husaren von hier in den Kreis Oitweiler ver—
legt. Dagegen soll hierher Artillerie und der in Luxemburg bis—
her garnisonirende Theil der 16 Division dislocirt werden. Auf
diese Weise erhielte Trier eine ansehnliche Verstärkung der Gar—
azison. Neueste Verliner Pripatnachrichten bestätigen nochmals,
daß man an einen Ersatz für die Veste Luxemburg denke und
hierzu Trier mit einem befestigten Lager ausersehen sei.
—Wien, 21. Mai. Die allgemeine Oposition, welche der
Plan der Befestigung Wiens hier gefunden, hat die Regierung
deranlaßt, die Frage noch einmal in Erwägung zu ziehen; und
o ist denn dem Vernehmen nach beschlossen worden, von der Aus—
ührung des Projectes Abstand zu nehmen und nur den Brücken⸗
ropf bei Floridsdorf und ein Fort auf dem Laaer Berg aufzu⸗
ühren. — Im Abgeordnetenhaus sind mehr als zwei Dritt⸗
heile der Mitglieder Neulinge; schon aus diesem Grunde kann
haher von einer festen Parteibildung nicht schon jetzt die Rede
ein. Einstweilen gruppirten die Abgeordneten sich nach der
2dandsmannsschaft: die Polen für sich, die Steyerer mit den Ober⸗
sterreichern für sich, die neun Slovenen für sich u. s. w. Aus
Böhmen fehlen vierzehn, aus Mähren drei renintente Mitglieder
— die guten Leute sind auf der „Ausstellung“ in Moskau. Erst
vährend der Adreßdebatte wird die eingentliche Parteibildung vor
iich gehen. V
Wien, 22. Mai. Heute Mittag fand die feierliche Eröff⸗
nung des Reichsraths statt. Die Thronrede des Kaisers
agt, daß der Kaiser die Herstellung constitutioneller Einrich—
kungen unverrückt im Auge behalten habe, und geht dann auf das
zefriedigende Abkommen mit den ungarischen Kronländern
iber, welches deren Zusammengehörigkeit mit der Gesammtmonar⸗
hie, den Reichsfrieden im Inneren und die Machtstellung des
Keiches nach Außen sicherstellt. Der Kaiser hofft, der Reichsrath
werde dieser Vereinbarung seine Zustimmung nicht versagen und
zie Vortheile nicht unterschätzen, welche auf der vom Kaiser ein⸗
geschlagenen Bahn für die Stellung Oesterreichs im Staatenver⸗
zande Europas bereits fühlbar geworden sind; ferner betont er,
daß die neue Verbürgung der Rechte und Freiheiten der ungari—
schen Kronländer die gleiche Sicherheit für die übrigen Länder
nothwendig im Gefolge haben müsse. Die Thronrede spricht die
Absicht des Kaisers aus, den einzelnen Kronländern im Wege
der Vereinbarung mit dem Reichsrathe jede Autono mie-Erwei—
erung zu gewähren, die ihren Wünschen entspricht und ohne
Befährdung der Gesammtmonarchie zugestanden werden kann. Als
Besetzesvorlagen werden verheißen: Ministerverantwortlichkeit,
Modification des Paragraphen 18 der Verfassung. Für die
Ausgaben des laufenden Jahres sei vorgesorgt, so daß der Reichs-
ath sich der Lösung dauernder Finanzaufgaben hingeben koͤnne.
zchließlich sagt die Thronrede: Nicht ein geheimer Gedanke der
        <pb n="244" />
        Wiedervergeltung ist es, der unsere Schritte leitet, sondern das Dänemark.

Bestreben durch unser Schaffen die Ungunst und Feindschaft in Kopenhagen, 20. Mai. Am 26. kommt der Koön

Achtung und Zuneigung zu verwandeln. (Die Rede wurde öfs von Griechenland hierher, der inzwischen mit der ältesten Vane

ters durch Beifallssturm unterbrochen.) des Großfürsten Constantin Nikolajewitsch in, Petersburg derlen

Holland. vorden ist. J

Haag, 21. Mai. Der König als Großherzog von Lu—

huzs eeniichnee gestern den Londoner Vertrag vom 11.

Mai d. J.

Schwurgerichtsfitzungen.
II. Quartal 1867.

Zweibrücken, 21. Mai. Philipp Geyer, 87Jahre alt,
ediger Taglöhner zu Fischbach im Kanton Kaiserslautern wohn⸗
jaft, ist der Nothzucht angeklagt. Die k. Staatsbehörde ist durch
derrn k. J.. Staatsprocurator Hanauer, die Vertheidigung durch
derrn Rechtskandidaten Petri vertreten. Am 21.. Mai v. Ie
eigte die 66 Jahre alte Margaretha G., Witiwe K. von Si.
Ingbert an, daß sie vom Angeklagten im Walde bei St. Ingbert
enothzüchtigt worden sei. Zeugen der That waren nicht zugegen und
neruht die Anklage zumeist auf der Aussage dieser Frau, welche
edoch nach den Ausführungen der-k. Siaatsbehörde durch den
irztlichen Befund, die Flucht des Geyer ins Preußische und die
Inerklärbarkeit einer unrichtigen Anzeige unterstützt wird. Die
Bertheidigung berief sich darauf, daß der angeb lich mißbrauchten
ein schlechter Ruf über Sittlichkeit und Glaubhaftigkeit zur Seite
tehe, daß nach ihrer eigenen Erzählung die Einwülligung hervor
euchte, und daß es ihr bei ihrer Anzeige nur um Erlangung des
hr von Geyer versprochenen, aber nicht gegebenen Geldes zu ihun
Jjewesen sei. Die bei verschlossenen Thüren geführte Verhandlung
entzieht sich näherer öffentlicher Besprechung. Geyer, welcher nach
iner in Preußen erstandenen sechsmonatlichen Gefängnißstrafe we
gen Diebstahls nach diesseits abgeliefert wurde, steht in schlechtem
Rufe und wurde schon wegen unsittlicher Handlungen. bestraft.
Auf das Nichtschuldig der Geschworenen wurde Geyer sofort in
Freiheit gesetzt. ν —

Zweibrücken, 22. Mai. Franz Lanzloth, 23 Jahre
us alt, lediger Taglöhner von Obermohr, ist der vorsätz⸗
lichen ohne überlegten Entschluß verübten Korperberleß⸗
3, ung mit nachgefolgtem bleibendem Nachtheile angeklagt.
Die k. Staatsbehörde jst durch den k. Il. Staatsprocurator
Herrn Munzinger, die Vertheidigung durch- Herrn Rechtscandi⸗
daten Rosenberger vertreten. Die bekannte unselige Eifersucht der
Bauernbursche gegen auswärtige Bewerber der Mädchen ihres
Dorfes gab, wie leider schon so oft, auch hier den. Anlaß zu dem
raglichen Verbrechen. Der Angeklagte nämlich und sein Kamerad
Wiegand hatten mit zwei Mädchen von— Spesbach eine Bekannt⸗
schaft, weshalb sie sich am 13. Januar abhin, einem Sonntage,
in dieses Dorf begaben. Nachdem sie in der Wirthschafte von
Pletsch allda einige Glas Bier getrunken, begaben sie sich in Ge—
ellschaft der beiden Mädchen auf,den Heimweg gegen Obermohr.
Ihnen nach: folgte ein ganzer Zug Spesbacher Bursche von denen
mehrere mit Stöcken sich versehen hatten. Nach urzer Begl ei⸗
ung kehrten die beiden Mädchen gegen Spesbach zuruͤck undre—
deten den Spesbacher Burschen bei der Begegnung noch zudoch
die Obermohrer in Ruhe zu lassen, da sie ja nichts mit ihnen
wollten. Doch sofort begannen die Spesbacher mit Steinen nach
ranzloth und Wiegand zu werfen und ihnen schärfer nachzueilen
Den andern voraus eilte querfeldein Daniel Stuppi aus Hüt
chenhausen, in Arbeit zu Spesbach, und traf bald auf Wiegand
den er an Arm und Schulter packte, worauf dieser mit den Wor⸗
en: „Stuppi, bist Du's,“ auch ihm griff, ohne daß jedoch ein
Raufen stattgehabt hätter Im nämlichen Augenblich zog Lanzloth
ꝛin blind geladenes Terzerol aus der Wammstasche, schoß ab und
Stuppi eilte ins linke Auge von⸗ dem, Pfropfen getroffen, nach
Obermohr zurück. Daselbst wurde ihm von einer Wittwe Schmidt
der Pfropfen aus dem Auge, entfernt und zur Linderung der
Entzündung und Hitze in der Augengegend —: aum glaublich,
aber wahr — ungeloschter Kalk mit Baumwolle bedeckt uͤber das
Auge (oder die Stirne, wie Zeugin; Schmidt sagte) aufgelegt.
Stuppi begab sich dann nach, Hütschenhausen, wo er dann der
großen Schmerzen wegen diesen Verband abriß und sich andern
Tages ärztlich behandeln ließ. Er war etwa 14 Tage krank und
nat die Sehkraft des linken Auges auf immer verloren. Das
Butachten des k. Bezirksarztes in Landstuhl bezeichnet diesen Ver—
lust als einzige und nothwendige Folge des erhallenen Schusses,
an deren Herbeiführung das Auflegen des Kalkes auf die Umge—
hung des Auges, ohne daß ins Ange selbst Kalt gekommen wäre
keinen Theil gehabt habe. Lanzloth. und Wiegand hatten die
blind geladenen Pistolen nach ihrer Angabe deshalb mitgenommen,
um sich etwaiger Angriffe durch Wölfe zu erwehren, wahrschein⸗
licher aber um die Obermohrer Burschen durch Schreckschüsse von
iich abzuhalten. Während Stuppi und einige andere Zeugen be⸗
Jaupten, daß Lanzloth gezielt habe, will dieser blos, einen Schuß
in die Luft gethan haben, um die Obermohrer zu schrecken der
aber wider sein Wissen und Wollen nunglücklicher Weise den Stupp

Frankreich. —
Paris, 21. Mai. Die internationale Conferenz be⸗
hufs Herbeiführung einer Münzeinheit wird hier demnächst zu—
ammentreten und man hofft auf einen günstigen Erfolg derselben.
Wäre sehr zu wünschen.) Preußen macht zwar noch Schwierig⸗
keiten, indeß man glaubt, daß dieselben werden überwunden wer—
den können, wenn Frankreich nur die doppelte (Gold- und Sil—
ber⸗) Währung aufgiebt. Die Münzeinheiten für beide Länder
vürden dann Fünf- und Fünfundzwanzig-Frankstücke in Gold
verden. Oesterreich soll sehr geneigt sein, sich dem französischen
Münzsystem anzuschließen; doch legt man auf dasselbe wenig Ge—
vicht, weil es ja meistens nur Papiergeld fabricirt. — Frankreich
scheint jetzt gänzlich die Rolle Rußlands im Oriente übernommen
u haben, so ängstlich zeigt es sich in Betreff der Interessen der
orientalischen Christen. Der französische Gesandte bei der hohen
Pforte hat dieselben nocheinmal aufgefordert, das Blutvergießen auf
Creta einzustellen; aber seine Vorstellungen sind mit der Bemerkung zu—
rückgewiesen worden, daß die Pforte stark genug sei, um die Auf—
tände in ihrem Gebiete niederzuschlagen. Die französische Regie—
rung hat nunmehr die übrigen Großmächte gebeten, sich mit ihr
zu einem Collectivschritt in Konstantinopel zu vereinigen!
Paris, 22. Mai. Die Reise des Sultans Abdul Aziz
nach Frankreich hat auch den politischen Zweck, die Pläne Ruß—
lands zu durchkreuzen, welche durch den Umstand, daß der Fürst
Gortschakoff den Czaren hierher begleitet, deutlich genug bezeichnet
sind. »uch der Sultan wird von seinem Minister des Aeußeren
Fuad Pascha, begleitet sein. — Sofort nach der allseitigen Rati—
fication des Londoner Vertrages wird der Marquis Moustier
sämmtliche Documente, welche sich auf die gesammten Verhand⸗
ungen beziehen, zusammenstellen und dem gesetzgebenden Koͤrper
yorlegen. — Der König von Preußen hat auf die Bitten der
franzoͤsifchet Regierung hin (7) seine Reise hierher verschoben.
Dbwohl der Czar am 12. Juni wieder abreist, wird der König
erst am 15. oder 16. Juni hier anlangen. — Leiderbestätigi
sich meine gestrige Nachricht über den Abschluß des Vertrages
zwischen Rothschild und der italienischen Regierung betreffs der
talienischen Kirchengüter nicht; Vielmehr steht der Äbruch der be⸗—
treffenden Verhandlungen bevor. Eine Unterredung zwischen Hrn.
d. Rothschild und dem päpstlichen Nuntius Chigi soll dieses Re—
sultat gehabt haben. Dagegen spricht man in Börsenkreisen von
neuen Verhandlungen,“ die uit dem Hause Erlanger begonnen
— uw czh eer
.. Italien... den
Slorenz, 18. Mai. Die Herren Rothschild und Fremy
haben ernste Schwierigkeiten erhoben gegen das ihnen zur Unter⸗
zeschnung nach Paris gesandte Projekt wegen Veräußerung. der
Kirchengüter. Ratazzi hat eine, sehr Feste Aufforderung an die
Herren geschickt und wenn dieser keine Folge geleistet wird, will
er alle Unterhandlungen als abgebrochen betrachten. Man' sagt,
Herr Landau habe im Namen Rothschilds zugleich die Regie des
Tabaks für dieses Haus beansprucht, doch weise die Regierung
diese Zumuthung zurück- da ein genueser Haus bessere Bedingun⸗
geu bietet. Die Bureaur, welche heute die Discussion des Gesetz⸗
borschlags begonnen haben, erklären, abwarten zu wollen, bis der
Vertrag mit den Banquiers ihnen mitgetheilt ist, ehe sie einen
Veschluß fassen. , F
— Die Vermählung des Prinzen Amadeus wird in der
Hofkapelle von Turin durch den neu ernannten Erzbischof dieser
Stadt, Msgr. Ricardo di Natro, vollzogen werden Es sollen
bei dieser Veranlassung große Volksfeste, Feuerwerk, Regatten x.
stattfinden. es See er ge
Florenz, 18. Mai. »Die „Avanguardia“ veröffentlicht den
nachstehenden Biief: F—
Florenz, den 17. Maie
An 'die italienischen Liberalen! Da mir das Wohl der Rö—
mer am Herzen liegt, so habe ich die von mir vertrauensvoll er—
nannte und in Florenz residirende Central Emigration ermäch—
tigt, Mandate zur Unterstützung der Römer auszugeben. Ich
einpfehle also allen Patrioten an, welche die Pflicht, der Leidenden
nicht; zu vergessen und die: Würde des Vaterlandes begreifen, der
Werbreitung dieser Mandate ihre eifrige Mitwirkung zu Theil
werden zu lassen. Den italienischen Journalen würde ich für
Veröffentlichung dieser Erklärung dankbar sein
G. Garibaldi.
        <pb n="245" />
        io
er
IV

getroffen habe. Dieser Jowie VLanzloth stehen in gutem Ruse.hart an, während der Lieutenant abseits stand. Das Publikum
Fue diefem Thabestande sah dik kStaͤntabehorde das obenbezeich⸗hielt bis in die Racht den Platz besetzt und einige Wachen wur⸗
Jete Verbrechen begtündel. Lanzloih habe den Stuppi geschossen den verstärlt. Was wird aber weiter gegen diese übermüthige
und zwar geschossen mit der Absicht denselben zu treffen?· Denn Soldateska geschehen.
er habe gezielt, wie dies Stuppi und andere Zeugen ausdrüclich F Nach einer Generalbverfügung des k. Generalpostamts tritt,
fagten und wofür auch sbräche, daß er über die Schulter des vie Berliner Blätter melden, zum 1. Juni eine veränderte Behand⸗
Wiegand hinweg den blos zwei Schritte entfernten Stuppi wirk⸗ lung der Postvorschüsse ein. Das neue Verfahren, welches seit
ch detroffen habe. Ein beabsichtigter Schuß in die Luft aber dem 1. April d. J. in den östlichen Provinzen schon versuchsweise
hätte den Stuppi nicht treffen können. Wer in solcher Nähe ge- in Anwendung gekommen ist und nach den darüber angestellten
gen einen Menschen einen Schuß abfeuere, müsse sich klar sein Ermittellungen als zweckentsprechend sich bewährt hat, wird von
das daraus entstehen könne; und so müsse Lanzloth auch für die dem bezeichneten Zeitpunkte ab auf den gesammten Umfang des
Folgen seines Schusses, hier einen bleibenden Nachtheil, einstehen. Ireußischen Postgebiets ausgedehnt. Außer einer wesentlichen Er⸗
Daß der Verlust des Auges wirklich eine Folge des Schusses sei, leichterung für die Eisenbahn⸗Postbureaux, welche bisher vorzugs⸗
darüber könne nach dem Gutachten des Arztes kein Zweifel sein. weise mit der Vermitiellung des Postvorschußverkehrs belastet wa⸗
Lanßloth musse alfo für schuldig erklart worden, wenn auch zu seinen ren, bringt dasselbe auch bei den betheiligten Postanstalten eine
Bunsten Reiz wohl angenommen werden müsse. Dem entgegen größere Vereinfachung dieses Dienstzweiges und erfordert ungleich
bestritt die Vertheidigung jede Schuld des Angeklagten. Vielmehr weniger Arbeitskräfte als das frühere Verfahren.
sei es die Schuld Anderer, der Spesbacher, daß er als Ange— F Vor Kurzem kehrte ein Luxemburger nebst Bedienten spät
tlagter erscheine. Ihre Verfoigungen, ihre Steinwürfe und der Abends zu Paris in ein Hotel zum Nachtquartier] ein. Am
Angriff des Stuppi hätten ihn gezwungen, zur eigenen Rettung indern Morgen hörte ein Kellner des Hauses den Herrn an die
vor Uebermacht den blinden Schuß zu hun. Von einem Zielen Thür seines Dieners trommeln und derartige Laute ausstoßend,
sei da keine Rede gewesen; denn der Angriff des Stuppi und zaß er höchst erregt und verwundert zu seinem Herrn. läuft mil
tet Schuß seien Eins gewesen“ Wozu -guch Zielen wenn man »en Wortenz; „Wir haben Chinesen diese Racht hier gehabt, ich
blind geladen habe, also gerade dadurch beweise daß man keinen sabe Einen sprechen gehört.““ Die Worte die der Kellner gehoͤrt,
Schaden thun wolle⸗ Das Treffen beweise nichts für das Zie varen nämlich:Jean, brang mr d'Schuh, d'Sung sehengt sehung
— —— aquch. Wiegand der eigene Kamerad, getroffen worden ching!“. Im Luxemburger· Deutsch heißt es nämlich: Johann
— schon schön.
ein Unglücksfall vor, aber, keine absichlliche auch wicht einmal eine .f⸗ Der durch seine asiatischen Wanderungen belannte Ungar
fahrlässige Handlung, da vom Gebote der. Vorsicht im Gebrauche Bambry (Hr. Bamberger) übersetzt, wie das, Dresdener Jour—
der Pistole unter Jolchen Umständen wohl keine Rede sein könne al“ meldet die Bibel fuͤr die —8— Vibeigesellschaft in die
be aber Lauzloth felbst treffen wollen, so sei er straflos wegen aari — Aheln ür den Bogen Lin r
— ouen V. b gen atarische Sprache und erhält für jeden Bogen ein Honorax von
gerechter Nothwehr; jedenfalls lägen die Milderungsgründe der 3 f äftu: di *
—86 F 500 fl. Jedenfalls ein gutes „Geschäft“; die Propheten, Evan
schuldhaften. Ueberschreitung der Nothwehr und des Reizes vor gelisten u. s. w. erhielten nicht so viel für den Grundtert.
Zudem sehe nicht, einmal fest, ob das Auge durch den-Schuß 4D Tralerdiretiion in Herma Siebenbů
Zudem „nicht, einmalfest, ob das Auge durch den Schuß —7.34 Die Theaterdirektion in Hermannstadt ¶Siebenbürgen) ist
oder die unfinnige Auflegung des Kaltes auf Stirne und Augen- die, erite, welche eine Vorstellung für den Freiligrath-Fond deran⸗
deckel vetloren · worden seit. Auf: vas Nichtschuldig der: Geschwo- falteter“ Die Hermannstädter Zeilung, welche diese auf den 17
renen wurde Lamloth in Freiheit gesetzt. Mai angesetzte Vorstellung anzeigt, fügt“Ddiejer Mittheilung die
nachstehenden Worte an: „Sind wir durch unsere Liebe zum en⸗
Vrerremasachet ¶v. geren Vaterlande auch frei vom deutschen Kosmopolitismus, so
Iu Kaiserslautzru, 20..Mai. In der heute dahier statt— soll uns dies doch nicht abhalten, einen kosmopolitischen Wohlthä⸗
gefundenen Generalersammlung der Actionare der Baumwoll iigkeitssinn zuh besitzen und zu zeigen, daß wir dankbar gegen. die
Pinnerei Kaiferslautern wurden von dem Reingewinn à79,3783 ichtstrahlen, die von den Centren deutscher Bildung auch in un—
23 r. dertheilt 1) 20 Procem Dibidende 16740 fl. 2)77 eren Often gedrungen sind, Herz und Hand einem heimgesuchten
Proc. Tantieme an den Direktor 38271. fl. 48 kr., 8) an die zegabten Dichter und edlen Menschen nicht verschließen.
rankemasse 500 fl. M Aoschreibungen a) Mobilienconts 18886. I,Revolutionsba piergeld. Wir erwähnten neu⸗
I. 35 kr. b) Immobillencouto 10,000 fl. Ferner wurde beschlos ich, daß das Centralcomite der roömischen Emigration eine Anleihe
sen an die Inhaber von je 3 alten Altien eine neue à 300 fl. Lon sechs Millionen Lire mittelst Ausgabe von' 1000, 250 u. 5
auszugeben. J 7. . direscheinen effectuiren will, damit Garibaldi eine neue Erx⸗
.Speyer 22. Mair Die Lokalitäten der hiesigen Gewerbe dedition· gegen Rom vorbereiten kann. Die Bons oder Scheine
schule am Marktplatz sind in eine — Kaserne umgewandelt wor⸗ bieser Anleihe sind Papiere in grüner Farbe, in jeder Ecke die
den. Statt der Schulransen hängen jetzt Tornister an den Wän⸗ Angabe,5 Lire“ tragend. In der Mitte liest man: „Hilfe für
den und stattmit Lineglen hied' min Himerladern mandorirt. die romische. Insurection.“ Unten, befindet sich die Signatur: Für
Wann wird einmal in Euroha eine Kaserne in bine Schule um, das Comite: Matio Montecchi. Auf der Rüchseite ist u. A. an—
gewandelt. gemerkt: Einlösbar nach demEintritte Roms in die italienische
In det Gegendvon“; Bruchmühlbach, Zweibrücken und Einheit. uiee z Soiesz e
Homburg, sind jn, Folge der staxken Reife Bohnen,Kartoffeln FParis, 18. Mai. Von Seiten des Kriegsministeriums
u. w. vollstandig erfroren. werden Vorbereitungen gelroffen zu einer großen Truppenrevue
F MunchenDie bisherigen Taris'schen Francom ar— welche Napoleon in Gegenwart des Kaisers von Rußland und
ken ünd Couberte dreten vom 4. Juli an, wodie Fränkfurter des Konigs von Preußen abhalten wird. Ferner werden in den
Post am den préußtschen Staat übergeht, außer⸗ Giltigkeit. Die größeren Theatern Galavorstellungen stattfinden. DerSultan
hreußischen Posanstalten dergüten die dis zu diesem Termin ge. vird ebeufalls nach Paris— tommen:⸗
kauften, jedoch noch nicht gebrauchten Marken in Baarem gegen 7 Paris, 17. Nat Der von der Hütte Tarnowitz mit
deren Rückgabe. Rach dem 1.*Juli hört diese Einlösung quf. ausgestellte Lleine Sil erblock im Werthe von 300 Thalern ist in
p Mainz, A Mat. — Seit gestern Abend besindet sich der Zeit vom Abend des 16. bis Morgens 7 Uhr des 17. d.
anfere Sicdt in großler ¶ Aufregangee In dem Brauhaus zun R. aus Saal 33 der Ppreußischen Abtheilung gestohlen worden.
Stadt Mainz“ wollie ein Poligeidiener in einem fremden Manne Angestellte Recherchen sind bis jetzt fruchtlos geblieben.
einen Refractär gus dem Hessen-Homburgischen erkannt habex und »*Praris, 21. Mai! Auf den 20. Juni kündigt man das
ihn verhaften, worüber ein Tumult entstand, da der Gefaßte sich Erscheinen des neuen Journals „La Situation“ unter der
»eharrlich für unschuldig erklärte. Der Polizeidienet nahn die Redaction des Hrn. Grenier, ehemaligen Redacteur des „Pays““
hilfe einer Militärpatrouille in Anspruch, welche aus einem' wos an. Hre; Holländer, der frühere Chef des Preßbüreaus im Mi⸗
zenden Haufen von Menschen einen angeblich Unschuldigen her— nisterium des Innern, wird der Gerant sein; ein Capital von
niusgriff. und gebunden auf die Hauptwache bringen wollte, um nicht weniger als V Millionen soll für die Unterhallung des
hn an die bürgerliche Behörde abzuliefern. Es gelang dem Ver⸗ Blaͤttes hestimmt sein. Nach Innen wird es natürlich völlig Re⸗
Jafteten jedoch zu entwischen, worüber der etwa 100 Mann starke zierungsorgan sein, nach Außen aber eine ganz besondere Hal—
Haufen in ein „Halloh“ ausbrach. Ein Soldat der Pattouille ung einnehmen. Die „Situation“ wird sich nämlich speciell der
seuerte auf das Commando eines herbeigekommenen Lieutenants In teressen der abgesetzten deutschen Fürsten aunehmen
in die Menge. Die Kugel traf einen ruhig dastehenden junigen Mann ind für dieselben plaidiren, so daß sie sehr preußenfeindlich und
in den Oberschenkel undstreifte einem davon eilenden · Knaben ziemlich kriegerisch sein wird. — Um zu zeigen, wie sich hier die
das Bein, Die verwundeten wurden sofort in das Hospital trans- Ansichien von dem deutschen Charakter geändert haben, lassen Sie
portiri, mo die Wunde des jungen Mannes für nicht ungefährlich mich anführen, daß man in der hiesigen Volkssprache einen hart—
ertlärt worden sein soll. Der Oberst des betreffenden Regiment er— näckigen, aigensinnigen Menschen nur noch schlechthin un Prussien
schien kuüra darauf auf der Wache und ließ deren Commandanten nenunt.
        <pb n="246" />
        Haus- und Wiesenpersteigerung
zu Ensheim.
Mitwoch den 12. Juni 1867, Morgens

10 Uhr zu Ensheim, läßt Peter Foh's,

früher Gastwirth, jetzt Privatmann allda

auf Zahltermine in Eigenthum versteigern:
sein in der Nähe der Gebrüder Ad t'schen

Dosenfabrik stehendes Wohnhaus mit Land⸗

wirthschaftsgebäude und einem wenig ge—

brauchten Bäckerofen, in welchem Hause 29

Jahre lang Gastwirthschaft mit gutem Er—⸗

olg betrieben wurdz
1 Tagw. 60 D. Wiese unterm Nun—⸗
weg zwischen Gemeindeweg, die ganz
gewässert werden kan;;z;:;:

93 D. Wiese, die Geisbrunnerwies; —

alles Enheimer Bannes.

Blieskastel, den 24. Mai 1867.
Wiest k. Notar.
Wiesenverpachtung.
WMontag den 3. Juni 1867 Morgens
um 10 UÜhr zu Altstadt im Schulhause
läßt Herr Ludwig Nieser, Doktor
der Rechte in Mannheim, seine auf dem
Banne von Altstadt gelegene Wiese für die
diesjährige Heu⸗ und Ohmeterndte verpach⸗
ten, nämlich

32 Tagwerke 50 Dez. Wiese in den

Krezenwiesen in 42 Loosen. J

Homburg im Mai 1867.
Rartols, kgl. Notar.
Herstellung eines Brunnens
in der Gemeinde Ormesheim.

Am 4. Juni nächsthin um 2 Uhr Nach—
mittags auf dem Bürgermeisteramte Erf—⸗
weiler, werden die zur Herstellung eines
zerfallenen Brunnens in der Gemeinde
Drmesheim erforderlichen Arbeiten, beste—
hend in Pflasterarbeit, Lieferung von 60
l. M. gußeisernen Roͤhren, einem gußeiser—⸗
nen Brunnenstock, einem Brun nentrog von
Sandsteinen, veranschlagt im Ganzen zu
250 fl. — im Minderversteigerungswege
pergeben. —

Der betreffende Kostenanschlag liegt in⸗
zwischen hierorts zur Einsicht offen.
Erfweiler den 22. Mai 1867.

. Das Bürgermeisteramt
Braunberger.

F Schnappbach.

Sonntag den 26. Mai Concert der
Altenwalder Bergmusik, bei gün⸗
stiger Witterung, andernfalls 8 Tage
später, bel

M. Schneider.
Anzeige.
Einige größere Tische, für
Wirthstische sehr gut geeig⸗
net, 1 großer Kleiderschrank
noch ganz neu, J kleines
Schränkchen, so wie einige
Oefen sind zu verkaufen.
Näheres bei
Job. Friedrich.

Limburger Käse per
Stück 16, 17 und 18 kr.,
in Kisten billiger, bei

W. Weiler in St. Ingbert.

Feuerversicherungsbank für Deutschland
J in Gotha —
Nachdem Rechnungsabschlusse der Bank für 18 66 beträgt bdie Ersparniß für das
oergangene Jarr 2 en
70 Procent —
der eingezahlten Prämie wmn νι ,“
JJeder Bantktheilnehmer empfängt diesen Antheil nebst einem Exemplar des Ab—
schlusses von Unterzeichneten, bei welchen auf die ausführlichen Nachweisungen zum Rech—
aungsabschluß zu jedes Versicherten Einsicht offen liegen. 333
Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Gesellschaft
beizutreten, geben die Unterzeichneten bereitwilligst desfallsige Auskunft und vermitteln die
Versicherung. I ν ιι ιν v äXαä
.Landau, den 18. Mai. 1863.. net e—
Louis HMayxer, Hauptagen.
2* Die Agentem —
Frita Panzerhbieter, in St. Ingbert“ mue
V. Neubecker, in Hornbach 6*
. Pracnt, in gweibruen.
Um mit unsern vorjährigen fagonirten ICIcĩ-
derstossen rasch zu räumen aben wir dieselben
einem billigen Ausverkauf ausgesetzt und empfehlen
ganz neue Sachen ebenfalls sehr billlg..
— gegenüber dem Hotel Guepratte.
* 8t. Johann a/Saar..
— 3Z5 455—— 3 T.. — ——7——
Zu bevorstehenden Feiertagen bringe mein neu· assor⸗
tirtes Lager in allen Sorten Lambrechter und Nieder⸗
länder
so wie eine große Parthie halbwollene, baumwollene und
leinene Hosenstoffe zu den billigsten Preisen in wohlwollen⸗
de Erinnerung.
„ Auf Verl den goe JS
tie ait Toter oσ. WolI,
PBreisen angefertigt.
Zu vermiethen:

Das dahier in derOberstadt gelegene,
der Frau Wittwe Best gehörige zweistöckige
Wohaus mit vollständiger Bäckerei
und Wirthschafts⸗Einrichtung is
zu vermiethen durch

das Geschäftsbureuuu

Die neben Herrn Kaufmann Joh. Woll
dahier ge legene Scheuer des Herrn Gustas
Zirx von hier ist zu vermieihen oder zu
verkaufen im

— — —
SEonntag

den 26. Mai

Eröffnung der

Heuß er scen
Gartenwirthschaft
mit Harmoniemusik.
Lagerbior-⸗Anstioh
Victor Oberhauser-

Commissions-⸗Bureau von
A—liIn⏑....

Ich zeige hiermit ergebenst

Han, daß ich von jetzt an,

nein neues Atelier neben der Holz⸗

handlung des Herrn Otto Weigand,

Kohlenstraße, eröffnet habe und von Mor⸗

gens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
entgegennehme.

B. Ollig, Photograph.

Unsern verehrten Kunden die ergebenste
Anzeige, daß wir von heute an die Qui⸗
ring'sche Werkstätte übernommen
jaben und sind jetzt dadurch in den Stand
gesetzt alle Arten von Schlosser⸗ und
mechanischen Arbeiten auf das
schnellste und billigste auszuführen .

St Ingbert im Mai 18363.

Joh. Jung &amp; Georg Haas.

Eine Kaut Strohdung ist zu ver—
taufen bei

Ein braves, zuverlässiges Dienstmäd⸗
chen, wird zum sofortigen Eintritt gesucht.
Wo sagt die Expd. d. Bl.

4 neue Zimmer, mit Keller und
Harten, zu zwei Wohnungen sich eignend,
sind zu ve rmiethen bei

Joh. Schmidt

Gebr. Mayer.
Ein ganz neu erbautes Wohnhaus
ist zu vermiethen bei
Geora Haas.

in der Gasse.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="247" />
        Sl. Ingberle
St. gber 3.3
. Ingberler Zenzeiger.
Der „St. Ing berter Anzeige r“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Dienstag, Donnersstag

und S a m stag. Abonnementsvbreis vierteljührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
.Raum berechnet.

Nro. 64. J — Dienstag, den 28 Maii 1867.

— — — — — —— — —— ———— — —
—16 Deutschland
München, 28. Man. D brechen auch für die neuen Landestheileni
9 23. Der Ab andestheile übert he
hat Fe epe über den Entwurf —R —— — — — em gehatzeegenn t F
eindeordnung vollendet und dem Vorst z ischen Ge-⸗553* r. seiner Zeit nach Paris gegan en fei uð
dungsausschusses übergeben. — Heute si rstand des Socialgesetzge Zrieg gegen Preußen zu schüren. (Dari in ein, un den
⸗ —* —28 ——— en zu schüren. (Darin hat vielleicht die Kriegs⸗
Awbungen in der Pfalz befoh ute sind die zu Fecognojcirungs wuth gewisser Pariser Blätter
bungen in der Pf hlenen Officiere des G 3 riser ihren reellen Grund gehabt.) Di
hier bgereist. Sie werden sof eneralstabs von N A. Z. dementirt die Nachricht Brund „gehabt, ie
aboe 536 tnach ihrer Ank neut. richt von der beabsichtigten Zurück—
Orten ihrer Betimmung ihre p nkunft an den bersetzung Obergs nach Ha absichtigten Zurü
ten beginnen. — Di dib 8 nach Hannover, indem sie hinzufügt: Di
sche Arnee zählt nach der en eenw je baheri Liberalen scheinen sich über die B —
eer u erlegenheiten, w e⸗
pei i ehnt in Vie een ð —IX aus dieser —— S
schütze in den estungen und die zum Bel —5 erli
eha inen e dum ze agerungspark gehörigen Berlin, 25. Mai.' Daß den Franzo
nag vor Ankunft aus Rom vn ne Iee 88 B an V Mai gebracht, Fg nde e
worden sein. —. Rach dem „Fränk HKutRinde —B ehen, daß aber die franzosischen Regi
Diplomatie solgene endern Kur“vsind in der baherischen König von Preußen in dem A hen. Regierungsblatiet den
diplom eeeeo e renn ugenblicke, wo er die Gastfreund⸗
die Gesandten in London g Pensionirt werden schaft des Kaisers Napoleon in Anspruch ne zVanreun
Marogua); ernannt sind oder * d. Ceune) und Vrüssel (Graf Fufe: „Auch in Main haben die een v der
rden Graf b. Tauffti R u Nainz. haben die Preußen nichts zu thun
Petersburg, Graf W. Quadt * Taufstirchen naq Kastatt ist nicht minder eine Beleidigung für Fr zu thun, und
— —— deeeehe d. Die hach beniburg enipfangen aree gung für Frankreich als Lu—
nene 3 garten nach L 5. gen, ist, vulgär gesprochen, d
—8 an —* aen nenWhüehung h. ⸗⸗ n eranh d
mMeehe u Vrien des Landrathegesehes vom, 28. *5* ; sollten die Franzosen ihrerseits v
i862 die Croffnun zhesehes bom 28. Man ob der Ausspruch zu verwirklichen n hrerseits verfuchen wollen
352 die Croffnung der Landrathsb wirklichen ist? Wir haben h
Noͤnigsreichs auf Dienstag den 2. Juli sbersammlungen det morgen Frieden und was 3 für heute und
igsrer gn de n nathsthin festge Fried vas au uns diesseits des Rheines li
Münnchen, 24. MRai. Der sthin festgesetzt. wollen wir für den Frieden einstehen, aber süee u
ligte, deneratd —* r preußische Militärbevollmäch⸗ Brenzen! — Die Börsenz. hat mi aber —n Alles hat seine
—** * „geht nach Ulm um di — 3 4 . ha mit ihrer Auffassung des Oberg
sichtigen; und wahrscheinlich wirde die Festung zu be schen Falles einen gewaltigen St g des Oberg'⸗
gtig p auch der Militärdevollmächti —— g urm in gouvernementalen Regi—
in Stuttgart General v. Obernitz, dort Woliszashtigte dnen heraufbeschworen. Das Ministerium will soli epe
gte lidarisch für d
ser Tanae tann man anfs Nei anwesend sein. Aus die⸗ Justizminister eintreten und den Kampf auf aidonschrden
———— erheu saue. Zuructversegung Oberas int mi e e nd Ded Due
ge der süddeutschen Fest BGerü gs ist nicht, oder jetzt nicht mehr die R
Zreußen und den sudbeuischen Regi Fesmngen zschen Geruchtsweise dertautet. von eine d e rr
sierun dern⸗ m Antrage au 333
getroffen sein muß. — Die. ——————— a — — der in seinen Erwägungen —5* —e—
hot am 15. Mai in Wurzburg ihre Thatigkeit — enlen des Abgeordnetenbauses Rechmms —* auc
Muündqhen, 25. Mai. Es erweist sich e daß weis Wien, 25. Mai. Die Wien. B. ‚veröffentlicht de x
— ð Iedt Berg berufen worden sei — 3— une w ee und Einnahmen im 8 —*
e gestellt, daß der König zur A— n . J; Die Ausgaben beirugen 102 Milli — *
Paris reisen werde. — Referent Mü 9 uͤsstellung nach men 86 Millionen. Ge 2 Millionen, die „Einnah⸗
ris renen werde. ast * . Gegen den Vorschlag bet e Aus
de sein, sein R z ünch wird demnächst im Stan- 6 Millione er 7 6 g betrugen die Ausgaben
— eferat über die Gewerbsgeseitzgebung vorjue! eey ignndie —— dagegen 15 Mill. mehr.
Hannoder, 25. Mai. Unter den Bedi denz dus Washingtoni ie Abendhost bringt eine Correspon⸗
— v 39
men des ferneren Aufenthaltes der n ee dor blikanische n e Fe —9— wege Dene ——
ee — —
d die Personen ihrer Umgebung n, welche dem Kaiser Marimilian di
— mgebung von dem sermögli ximilian die Abreise nach Mexic
n . Es scheint nnn ab ermöglichen würde. Sodann enthält das Paheo
lich glaubwürdigen Mittheilun ßzdi er, nach angebe legr hält das genannte Blatt ein Te⸗
gen, daß die Königin si gramm aus Mexico vom 5. Mai i —*
rüstel, zu gehen. An Schaufenstern, die i gin sich ernstlich der Stadt Meri nach welchem die Belager
8 , die ih h ernstlich der Stadt. Merico noth fo td Jerung
w Vihdern horzugemeise hewdidme —8 D ie —F hedrängt, sich noch rtdauerte und Queretaro, obwohl hart
Sosen een gieichsam. Die fernere Ausstellung J— Pesth, 21. Mai. Mit dem Concordat will
roe che unter Audrohung eventueller Geschäftsschließung æS so wenig Federlesens als en — Ab⸗
6* F ebsten würde man es einfach ignorir ichen; am
Ma ↄ Beschlagnahme von Geldern bei dem Banquier Adolph (ultramontane) Partei n z sel an en
r Fe hat sich als Mißgriff der Polizei heraus vird man es in wenigen Worten nen ad tseen de so
4 n von dem genannten Banquier d Bo Seite werfen. Auch der U — I als gesetzlich bei
zugehenden direkten Mittheilungen wurden der Borsenztg. das Condord der Unterrichtsminister, Baron Edtvös, ha
4 zeschafisbi t für ungesetzli — Idwin di
des Hauses mit Beschlag belegt und die Ir die Geschaftsbucher d Sien gesetzlich. Einem katholischen B
t hefs zum Poltzeievu⸗ der (uach Vorschrift des Concordats en Vqrer—
ceau hefuͤhrt, dort aber stellte fich die Grundlosigkei lizeie ue fucht holle, se Concordats) um die Erlaubnitz nachge⸗
lichen Vermuthungen heraus. D rundlosigkeit der polizei— hatte, seinen Sohn in ein protestantisches G ge⸗
eraus. Demzufolge wurden die i zu dürfen, sagte Herr v. Eötvös: „Die E gymnasim geben
wahr genommenen Chefs entlassen, die Bes e i i Edtvds: Die Erlaubniß kann ich Ih—
— ee Beschlagnahme der Bücher 8 aen, denn ich kann nicht eigens erlauben h
die Geschäftsinhaber gerichteten Fragen Aznnn an den r n Gejeh Jonen volntommen freitehn J
—75 duß die Polizei den mit den vermutheten —— * Frank reich.
bindung stehenden Georg⸗ Marien Bergwerks⸗ und Huͤtten-Verei Paris, 24. Mai. Alle Blätter nehmen die Eröff
für walitinchen Inon enende Geseuschaft gehalten hat! ein de de 8 Oestexreich günstig auf, nur e
erin, 25. Mai. Diejenigen Militärpfli t! ob die ernsten Lehren, welche nach dem G — Viele,
neunen Landestheile, welche v itaͤrpflichtigen der elbst Oesterreich zweimal i eständnisse des Kaisers
I he e —2 I der Mal auch AIS Derennien erhalten. dicses
en bei den Behörden melden amne firte D s MonaeParius, 24. Mai. Die Re Vunn
en Ve 3 — 2 Nau. run i
mergericht ist die Untersuchung und n idug ene dam rage ihren Frieden mit dem eeen in der Armee⸗
aatsver· tern hat die Schlußsitzungdes Staatsrathes über di gemacht. Ge⸗
r diesen Gegenstand
        <pb n="248" />
        stattgefunden und man setzte den Evectibstand der Armee
auf 800,000 Mann fest und bestimmie, daß die Stärke des Con—
tingents jedes Jahr durch ein spezielles Gesetz bestimmt werden
soll, welches das Contingent in zwei Theile theilt: die active Ar⸗
mee und die Reserbe. Dieser letztere Umstand erhöht den Einfluß
des gesetzgebenden Körpers bedeutend. Die Interpellationsforde-
rung, welche von den Deputirten der Linken in Betreff der Ve—
reinsrechtes gestellt war, ist heute Mittag von sämmtlichen Büre
aux zurückgewiesen worden.

Paris, 24. Mai. Der französische Boischafter in Berlin
hat hierher gemeldet, daß Preußen nunmehr auch das internatio⸗
nale Meersignal-System angenommen hat. Das Berliner Cabine
wird sich gleichzeitig bemühen, auch die andern seefahrenden Staa⸗
ten Deutschlands zur Annahme dieses Systems zu veranlassen. —
In der gestrigen Sitzung des gesetzgebenden Körpers wurde das
neue Naturalisationsgesetz durch Namensaufruf mit 2831 gegen
15 Stimmen angenommen. Durch dasselbe kann der Auslander
der nach vollendetem 21. Jahre, Jaut Art. 183 des Code Napoleor
die Ermächtigung, seinen Wohnsitz in Frankreich aufzuschlagen,
erlangt und sich drei Jahre hindurch daselbst aufgehalten hat, zum
Genuß aller französischen Bürgerrechte zugelassen werden. Diese
Frist von drei Jahren kann in Ausnahmsfällen auf ein Jahr
herabgesetzt werden.

Paris, 25. Mai. Der Londoner Vertrag wird nächsten
Donnerstag oder Freitag dem gesetzgebenden Koͤrper mitgetheilt
werden. — Der Kronprinz von Preußen ist gestern Nachmittag
eingetroffen und hat schon heute Vormittag die Ausstellung besuchi
Der Czar trifft am 1. Juni bestimmt ein. Es heißt, der Kaiser
Napoleon werde im September Besuche in London, Berlin und
Petersburg machen.
England.

London, 22. Mai. Wir geben im Folgenden die von der
„Köln. Ztg.“ mitgetheilte Uebersetzung des Londoner Vertrages
bom 11. Mai 1867 mit Weglassung der Eingangs⸗ und Schluüß
formeln.

Art. 1. Der Konig der Niederlande, Großherzog von Luxem
hurg, hält die Bande aufrecht, welche das genannte Großherzog
thum mit dem Hause von Nassau⸗Oranien verbinden, kraft der
Verträge, welche diesen Staat unter die Souveränität des Königs
Großherzogs, seiner Nachkommen und Nachfolger geftellt haben.—
Die Rechte, welche die Agnaten des Hauses von Nassau auf die
Erbfolge des Großherzogthums kraft derselben Verträge besitzen
sind aufrecht erhalten. Die contrahirenden Theile acceptiren dies⸗
gegenwärtige Erklärung und nehmen davon Act.

Art. 2. Das Großherzogthum in den Grenzen, wie sie durch
den, den Verträgen von 16. April 1839 angefügten Att unter
der Garantie der Höfe, von Oesterreich, Frankreich, Großbrittanien,
Preußen und Rußland festgestellt sind, wird kuͤnftig einen für
immer neutralenStaat bilden. Es wird gehalten sein, diese Neu⸗
tralität den anderen Staaten gegenüber zu beobachten. Die con⸗
trahirenden Theile verpflichten sich, den durch den gegenwärtigen
Artikel stipulirten Grundsatz der Neutralität zu beobachten. Die—
ser Grundsatz ist und bleibt gestellt unter die collective Garantie
der Mächte, welche den gegenwärtigen Vertrag unterzeichnet ha
ben, mit Ausnahme Belgiens, das selbst ein neutraler Staat ist.

Art 3. Da das Großherzogthum Luxemburg nach den Be—
stimmungen des vorhergehenden Artikels neutralisirt ist, so wird
die Aufrechthaltung oder die Errichtung von befestigten Plätzen
auf seinem Gebiete ohne Nutzen und ohne Gegenstand. In Folge
dessen ist man gemeinsam übereingekommen, daß die Stadt Lu—
remburg, welche in der Vergangenheit in militärischer Beziehung
als eine Bundesfestung angesehen wurde, aufhören soll, eine be—
festigte Stadt zu sein. Der König-Großherzog behält sich vor,
in dieser Stadt die nöthige Zahl don Truppen zu unterhalten
um daselbst über die Aufrechthaltung der Ordnung zu machen.

Art. 4. Gemäß den in den Art. 2 und 83 enthaltenen Sti—
pulationen erklärt der König von Preußen, daß seine Truppen
welche gegenwärtig die Besatzung von Luxemburg bilden, den Be—
fehl erhalten werden, mit der Räumung dieses Platzes unmittel-
bar nach dem Austausche der Ratificationen des gegenwärtigen
Vertrages vorzugehen. Man wird gleichzeitig damit beginnen
die Artillerie, die Munitionen und alle Gegenstände zurückziehen
welche die Ausrüstung der genannten Festung ausmachen. Wäh—
rend dieser Operation wird nur die Truppenzahl dort bleiben,
welche nöthig ist, um die Sicherheit des Kriegsmaterials zu über
wachen und um die Erpedition desselben zu bewerkstelligen, die in
einer möglichst kurzen Frist vollendet sein wird.

Art. 5. Der König⸗Großherzog kraft der Souberänitätsrech
welche er über die Stadt und die Festung Luxemburg ausübt,
verpflichtet sich seinerseits, die nöthigen Maßregeln zu treffen, um
die genannte Festung in eine offene Stadt zu verwandeln vermittelst ei⸗
ner Schleifunag (Demolition). welche Sr. Mai. für genügend er—⸗

achten wird, um die Intentionen der contrahirenden-Theile zu
erfüllen, die in den gegenwärtigen Vertrage ausgedrückt stnd. Die
dazu nothigen Arbeiten werden unmittelbar nach dem Abzuge der

Garnison beginnen. Sie sollen mit aller derjenigen Schonung

bewerkstelligt werden, welche die Interessen der Stadibewohner er

fordern. Der Konig-Großherzog verspricht außerdem, daß die

Befestigungen der Stadt Luxemburg, künftighin nicht wieder her—

gestellt und daß kein anderes militärisches Etablissement daselbsi

aufrechterhalten noch gegründet werden soll.

Art. 6. Die Mächte, welche den gegenwärtigen Vertrag un—
terzeichnet haben, constatiren, daß, da die Auflösung des Deut—
schen Bundes gleichmäßig die Auflösung der Bande herbeigeführt
hat, welchedas Herzoghhum Limburg in collectiver Weise“ mit
dem Großherzogthum Luxemburg an den genannten Bund ge—
knüpft haben, so folgt daraus, daß die Bezlehungen, deren Er—
wähnung geschieht in den Arkikeln 8, 4 und 5 des Vertrages
pom 19. April 1889, zwischen dem Großherzogthum und gewis⸗
jen Territorien, die zu dem Herzogthum Limburg gehören, zu be—
stehen aufgehört haben, indem diese Territorien, einen integriren
den Theil des Königsreichs der Ni-derlande zu bilden.

Art. 7. Der gegenwärtige Vertrag soll ratificirt und die
Ratisicationen desselben in London ausgetauscht werden im Zeit—
raume von vier Wochen oder früher, wenn es sich thun läßt.

Diesen sieben Artikeln ist noch folgen de Erklärung beigefügt:
Es ist wohlverstanden, daß der Artikel 8 dem Rechte anderer neunta-
len Staaten keinen Eintrag thut, ihre festen Plätze auf ihren
Territorien zu erhalten und nöthigenfalls zu verbessern.

„London, 22. Mai. Die traurige Lage des Kaisers Ma⸗
cimilian von Mexieo, über dessen Schicsal bisher nur das be—
kannt ist, was die unzuverlässigen new-yorker Berichte mittheilen,
erregt hier allenthalben große Theilnahme. Wenn auch in Eng⸗
länd für die Neugestaltung Merico's vermittels französischer Bayon⸗
nette niemals lebhafte Sympathieen verspürt wurden, so freute
man sich doch eben so wenig über die Thatsache, daß es der Ein—
fluß der Vereinigten Staaten von America war, welcher die Fran⸗
zosen zum Abzuge zwang und die republikanische Parte zum

Widerstande gegen die neue Ordnung der Dinge aufmunterte. Die
Grausamkeiten, deren sich die Generale von Juarez zuletzt schuldig
machten, haben das Gefühl des Bedauerns mit dem Schicksal⸗
des Kaisers Max begreiflicher Weise erhöht, und die Spaltung
in der republikanischen Partei selber verleiht der früher oft aus
gesprochenen Ansicht Gewicht, daß die Amerikaner selber fich schließ⸗
lich berufen fühlen werden, das zu thun was sie Andern miß⸗
gönnten, nämlich in Mexico einzuschreiten und der unabsehbaren
Anarchie daselbst ein Ende zu machen.

London, 25. Mai. Morgen wird in Jameshall wieder
ein Reformmeeting abgehalten, bei welchem Hr. Siuart Mills
und andere Mitglieder des Parlaments sprechen werden. — Eine
Deputation von 50 Mitgliedern des Unterhauses hat bei Lord
Derby um Begnadignng der zum Tode verurtheilten Fenier ge⸗
beten. Einer Deputation die in Dublin das gleiche Ersuchen
stellte, hat der Vicekönig von Irland geantworket, daß jedenfalls
gegen einige der Verurtheilten das Todesurtheil würde vollzogen
werden.

Amerika.

Newyork, 11. Mai. Die Südstaaten nehmen fortwährend
die Aufmerksamkeit des Publikums in Anspruch. Radicale Con—
greßmänner bearbeiten die Bevölkerung daselbst mit großem Eifer
und wechselndem Erfolge. Senator Wilson, der augenblicklich in
Montgomery sich aufhält, erhielt dort eire große Odation nebst
Fackelzug Seitens der Neger von Augusta und Georgia. In
New⸗Orleans hält Senator Kelley Versammmlungen und Reden.
Die Farbigen die sich in ihrer politischen Bedeutung zu fühlen
beginnen, lassen sich stellenweise Ausschreitungen zu Schulden kom—
men, und in Richmond kam es in den letzten Tagen zum offenen
Krawall. Ein wegen Schlägereien verhafteter Neger wurde von
dem schwarzen Pöbel der Polizei entrissen, zwei Polizisten wurden
jämmerlich zerschlagen und man mußte schließlich die Polizeimann-
schaften concentriren und Truppen requiriren, worauf die Stra⸗
zen gesäubert wurden und die Ruhe wieder eintrat. Das Einschrei⸗
ten des Militärs rief jedoch unter der farbigen Bevölkerung große
Aufregung hervor. — In Newyork tagt gegenwärtig eine Ver—
sammlung für die Rechte der Frauen. Stimmrecht der weiblichen
Bevölkerung wurde warm befürwortet; — Eine alte Bestimmung,—
nach welcher Sonntags alle Laden geschlossen sein müssen, wurde
von der Newyorker Polizei hervorgesucht und wieder in Kraft
gesetzt. Da indessen das Publikum, besonders die Ladenbesitzer,
in die größte Mißstimmung geriethen und ein Aufstand auszubre⸗
chen drohte, wurde das mißliebige Verbot zurückgezogen. Die
Schutzzöllner bereiten sich zu einein neuen Sturme dor, um einen
höheren Tarif durchzubringen.
        <pb n="249" />
        Schwurgerichtsfitzungen.
37 . Duarial 1863.
Zweibrücken, 23. Mai. Verhandlung gegen Anna Ma
ria Battung, 47 Jahre alt, ledige Dienftmagd von
Henssberg, wegen dreier krimineller Diebstähle.
Seit ihrem vierzehnten Lebensjahre hat die Angeklagte im
Ganzen 23 Jahre 7 Monate und 8 Wochen in Strafhaft ver—
hracht, wovon 21 Jahre 6 Monate auf 10 Bestrafungen wegen
Diebsiahls kommen. Seit Februar 1866, zu welcher Zeit sie
ihre letzie Strafe abgebüßt hatte, trieb sie fich größtentheils be—
schäftigungslos in der Pfalz herum. Am 7. Januar abhin war
sie in Edesheim, schlich sich des Abends um 7. Uhr in den obern
Stock des Wirthshauses zum Adler allda und nahm dort aus
einem offenen Zimmer 2 halbwergene Leintücher vom Bett, einen
wollenen Teppich vom Tisch und einem braunen Ueberzieher vom
Nagel weg, welche Gegenstände sie des andern Tags zu Landau als
Maria Weiß von Godramstein im Pfandhause versetzte. Am 11.
Januar war die Angeklagte in Edenkoben, wo fie des Abends
nach 8 Uhr aus einem Gastzimmer im obern Stock des Gasthau⸗ Dermisschtes.
seß zum Schaf 2 Couverten und 2 Leintücher wegnahm, die sie — Es cursiren folgende falsche Münzen: Falsches bayer.
Tags darauf gleichfalls im Pfandhaus zu Landau versetzte. Den Zweiguldenstück aus Zinn; falscher bayer. Vereinsthaler 1860,
fandschein vertante sie an den Trobler Lob Schlüsseibium von dus Zinn, jalscher s. g. Laubthaler, 1767, aus Glocenspeise,
da Am 18. vesselben Mongis war die Vattung in Contwig alscher österr. Kronenthaler, 1784, aus Glockenspeisez falscher
ho sie des Abende gegen, 6 Uhr aus einer unverschloffenen Ober . g. Brabanterthalet aus einer Mischung von Zinn, Blei und
siube des ihr von früher bekannten Wohnhauses von Wirth Frie- Zink; falscher Sechser aus Blech. J
buch Basters 2Vedteitzügen, 2Kissenzugen und 2 Leintücher 7 Kaiserskäutern, 20 Mai. In der heute dahier statt—
entwendele. Von da begab sie sich noch am nämlichen Abend gefundenen Generalversammlung der Actionäre der Baumwollspin⸗
nach Zweibrücken, wo sie ungefähr um 8 Uhr von der Magd des nerei Kaiserslautern (Kampertsmühle) wurden von dem Reinge—
Oekonomen Bradfisch in dessen Schoppen, in welchem Wäsche auf⸗ vinn a 79,373 fl. 283 kr. vertheilt: 1) 20 Proc. Dividende
gehängt war, gesehen und von Lehlerem der Polizei übergeben 86,749 fl..2) 7 Proc. Tantieme an den Direchor 3271 fl. 48 kr.
durde. Von der fraglichen Wäsche waren zwar einige Stücke 3) an die Krankenkasse 500 fl., 4) Abschreibungen a) Mobilien⸗
weggetommen, aber nicht dei der Angeklagten vorgefunden. Da- vnto 18,861 fl. 85 tx., b) Immobilienconto 10,000 fl. Ferner
gegen hatte dieselbe einen Sack und in demselben die dem Basters wurde beschlossen, an die Inhaber von ije 8 alten Actien eine
eniwendeten Gegenftände bei sich. Sie gefland diesen Diebsiahl, neue à 800 fl. auszugeben. *
wie auch später die beiden anderen Diebstähle in Edesheim fKais,erslautern, 25. Mai. Der landwirthschaftliche
und Edenkoben. Bei dem Geständnisse der Angeklagten, welche Bezirksverein Kaiserslautern gedenkt dahier am 7. Juli ein allge⸗
burch Herrn Rechtscandidaten Lo her vertheidigt wurde, waren neines landwirthschaftlichez Kränzchen abzuhalten. Bei Gelegen⸗
die Verhandlungen kurz so daß bereits um 10 Uhr der Schul- xit dieses Kränzchens wird eine Ausstellung landwirthschaftlicher
digausspruch der Geschworenen, sowie die Verurtheilung der An⸗ beräthe und Maschinen stattfinden, welche- in den Räumen der
geklagten zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren erfolgte. Landwirthschaftsschule pom 7. bis 14. Juli geöffnet ist, und mit
Zweibrücken, den 24. Mai. Verhandlung gegen Bar— welcher eine Loiterie von laudwirthschaftlichen Gegenstaͤnden mit
bara Eugel, 19 Jahre alt, Tochter des Tagners An— Loosen zu 30 Kreuzer verbunden' ist. Die Auswahl der Gewiun⸗
dreas Eagt in Birhenhorde des Kindsmords angellage ste. hat nur aus den qusgestollten Gegenständen gu geschehen, und
und vertheidigt durch Herrn Rechtscandidaten Boding. a ren 83 A De ee 3 8
Die Angeklagle leugnete fortwährend ihre Schwangerschaft de gue zann gemeine Brynchüatkeit de Pappirun
und hatte auch zum Empfang des Kindes nicht die geringste Vor Aß der —— Verehuns ist gun angemeine
bereitung getroffen. Nachdem nun in Birkenhördt das Gerücht ven Prryrestung guler vew hrter landwirthschaftiicher Gerathe
berbreitet worden war, die Angeklagte sei niedergekommen, unter und Majchinen beizutragen. und es steht wohl zu erwarten daß
—— * von Seite der inlelligenten landwirthschaftlichen Bevölkerung der
suchte ber k. Bezirksarzt dieselbe am 26. März abhin, und fand, tz di uͤn 5
daß sie einige Tage vorher geboren habe. Die Angeklagte gestand Pfalz diesem gemeinnützigen Unternehmen des hiesigen Bezirksver—
nun, am 20. März abhin des Abends um“ 237 Uhr in der us eine lebhafte Betheiligung zugewendet W
Scheuer des Pfarrhauses hinter der Chaise, als sie die anderthalb f. Zweibrücken, 23. Mai. In der Nacht vom 15 auf
Fuß hohe Schwelle der Thuͤre aus dem nebenan befindlichen Laub— den 16. Mai deserlirten aus der Zweibrücker Garnison drei Sol⸗
sialle überschreiten wollte, von der Geburt überrascht worden zu neten, worunter ein Tambour Namens Rupert, auf dessen
sein. Das Kind sei gefallen und auf den Boden gefahren. Sie Trommel man den Vers fand:
sei ohnmächtig geworden, und als sie nach einer halben Stunde Mein lieber, guter Koͤnig,
wieder zu sich gekommen, habe das Kind todt neben ihr gelegen. Ein Groschen ist zu wenig.
Bei der Geburt sei Niemand zugegen gewesen, und sie habe dem Die Trommel liegt im Ec,
Kinde nichts zu Leide gethan; die Leiche habe sie am Bache ge⸗ Der „Rupert“ der ist wg. (A. Wb.)
waschen, in ihr elterliches Haus getragen, dort bekleidet, in eine Aus den Vogesen, 28. Mai Der pfalz. Lehrer⸗
Sdachiel gelegt und ihrem Bruder Aadreas zur Beerdigung auf dexre in hat sich nunmehr definitiv constituirt, und es sind dem⸗
dem Kirchhofe übergeben. Wenn das Kind Verletzungen an sich selben aus 25 Gantonen bereits 875 Mitglieder beigetreten. Die
gelragen habe, so konne sie nicht anders denken, als daß Jemand erste Generalversammlung dieses Vereins wird am 25. September
das Kind nach dem Weggange hres Bruders vom Kirchhofe ger d. J- eu. Laiserslautern abgehalten werden Zu welcher der stün⸗
no nanen und angeschlagen habe, um fie ins Unglüc zu' bringen dige Ausschuß das Prograum bereits festgestellt und veröffentlicht
Rach dem bezirkatzilichen Gutachten war 1. das Kind der Un- hat. — Die Gesammtzahl der Volkaschulen im Konigreich
idgien lebenssahlg ha daghelde nach der Geburt gelebt, beträgt derzeit 7120 in der Pfalz 1510. 7. Zer Etadtmagi
uͤnd 3. ist dasselbe in Foige der ihm nach der Geburt zugefüg⸗ irat zu München hat für diejenigen Lehrer der Haupistadt, welche
ten Kopfberletzungen gesiorben. Der Schädel des Kindes war die allgemeine Lehrerversammlung zu Hildesheim am 11. 12. und
sershineltert. und diese Knochenverletzungen waren der Art be- 13. Juni l. J. besuchen wollen, einen Reisezuschuß von 300 fl.
chaffen, daß sie nur dem lebenden Kinde und zwar mit großer aus städtischen Mitteln bewilligt, gewiß ein erfreuliches Beispiel.
Gewall zugefuͤgt worden sein konnten. Ferner fauden sich an der das auch in unserer Pfalz der Nachahmung verdient.
borderen Halsseite Eindrücke von Fingernägeln und hlutunterlau— f In München hat sich am 21. d. ein junges Mädchen S.
fenen Quetschungen vor. Das ärztliche Gutachten geht ferner C., die Tochter eines dort wohnenden Handelsagenten aus der
dahin, daß die constatirten drei Knochenbrüche nicht durch bloßes Rheinpfalz, mittelst Arsenik vergiftet, weil ihr Geliebter ihr einen
Auffallen des Kindes auf einen harten Gegenstand entstanden sein Absagedbrief geschrieben.
tönnen, zumal die fragliche Scheuertenne mit allem Geniste von F Die beiden Chinesinnen, die auf der Weltausstellung in
Heu ganz überdeckt war. Auch sei es möglich, daß die Angeklagte einem Theeladen figuriren, erregen allgemeine Aufmerksamlkeit. Die
ohne fremde Hilfe geboren, sowie daß sie die Reinigung und Be⸗ eine ist 15, die andere 17 Jahre alt, und man hoͤrt sie nicht
kleidung der Kindsieiche allein besorgt habe. Die Vertheidigung sprechen noch singen; dafür rauchen sie. Sie tragen blauseidene
führte aus, daß man vor Allem den Moment von der Geburt Roben mit einem Drachenbilde auf der Brusst und einer Sonne
his zur Begrabung der Kindsleiche ins Auge fassen müsse. Diel auf dem Rücken; ihre Füße sind wirklich wunderklein
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        Wiesenverpachtungg.
Montag den 8. Juni 1867 Morgens
im 10 Ühr zu Altstadt im Schulhause
äßt Herr Ludwig Nieser, Doktor
der Rechte in Mannheim, seine auf dem
Banne von Altstadt gelegene Wiese für die
diesjährige Heu⸗ und Ohmeterndte verpach—
en, nämlich: —
82 Tagwerke 50 Dez. Wiese in den
Kerzenwiesen in 42 Loosen.
Homburg im Mai 1867.
Bartels, kgl. Notat.

Feuerversicherungsbank für Deutschland
inn Gothaa.
Nachdem Rechnungsabschlusse der Bank für 1866 beträgt die Ersparniß für das
70 Procenn7
er eingezahlten Prämie e
Zeder Banktheilnehmer empfängt diesen Antheil nebst einem Exemplar des Ab—
hlusses von Unterzeichneten, bei welchen auf die ausflührlichen Nachweisungen zum Rech—
zungsabschluß zu jedes Versicherten Einsicht. offen liegen.. —
Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Gesellschaft
»eizutreten, geben die Unterzeichneten bereitwilligst desfallsige Auskunft und vermitteln die
Versicherung. 1
Landau, den 18. Mai. 1866737. —
— Louuis Maxer, Hauptagent..
Die Agente..
Frita FPanzrerbieter, in St. Ingbert
Va Neubecler, in Hornbach
J. Praclit, in Zweibrücken. 40*
Zu bevorstehenden Feiertagen bringe mein neu assor—
tirtes Lager in allen Sorten Lambrechter und Nieder—
läuder —
J — 8 4 * * ee —
Tuche 8 Buxkins
o wie eine große Parthie halbwollene, baumwollene und
einene Hosenstoffe zu den billigsten Preisen in wohlwollen⸗
de Erinnerung. 44
Auf Verlangen werden ganze WM
imig nach Maßen zu den billigsten Toter JoOSs. —XRX
Breisen angefertigt an der Kohlenhalde.
Kiefern 2011n6 n IL. Qualität
zu haben bei

Die —
Material-Spezerei &amp;
Farbwaaren-Handlung
von —
Pritaæ Fanzerbieter
empfiehlt alle Sorten von —V
Rii rqtein: Faß⸗- Glaͤser⸗ Haar⸗ Koth⸗
Kleider⸗ Zahn- Nagel- Pferds- Pot de
chambre⸗ Plafond- Schmier⸗ Lampris-
Wichsbürsten;
—X——
ckersangen, Spinnenkopfe;
Pinsel: Firniß⸗ Leim-⸗ Striche Maler—⸗
Weiß⸗ Rasirpinsel.
Zu vermiethen:
Das dahier in der Oberstadt gelegene,
»er Frau Wittwe Best gehötige zweistöckige
Wohnhaus mit volistaͤndiger Bäckerei
und Wirthschafts⸗Einrichtung ist
zu vermiethendurch —J—

das Geschäft sburenau

— unu639. Scherpf.

„Ich zeige hiermit ergebenst
an, daß ich von jetzt an,
nein neues Atelier neben der Holz⸗
handlung des Herrn Otto Weigand,
dohlenstraße, eroffnet habe und von Mor⸗
zens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
ntgegennehm. —
B. Ollig, Photograph.
Eitronen und Tapioeca sind frisch
ingekommen bee
— Fritz Panzerbieter.
JIa.. Daß der Preis von 1Gulden,
als reiner Arbeitslohn eines Kleidchens,
düs Therese: Marx für mein Kind von
3 Jahren anfertigte, viel zu hoch ist, be—
kunde ich hiermit öffentlich. —
St. Ingbert 28. Mai 1867. F
BR. Schwaan, Schneider.

Ph. Lang zus gt. Jolam.
Um. mit unsern vorjährigen fagonirten IIei-
lderstoffen rasch zu räumen haben wir dieselben
einem billigen Ausverkauf ausgesetzt und empfehlen
ganz neue Sachen ebenfalls sehr billig.
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gegenüber dem Hotel Guepratte.
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Oefen sind zꝛ verkaufen. nn ohne Faß 19 fl. — r bis
Näheres bei J IJ 20 fl. 7 r. Leinöhl ohne daß — fl.
Job · Friedrich · ¶ gtb sz Eprebucz.ohne
530 Kilo. Repskuchen 68 fl. — kr. bis
30 fl. — kr. Branntwein 82 fl. — kr.
bis — fl. — kr.

— Limburger Käse per
Stück 16, 7 und 18 kr.,
in Kisten billiger, bi

B. Weiler in St. Ingbert.
v⸗ Lechfel pro 100
Stück . sind beständig vor—⸗
räthig bei
c. Deẽmetz.
n⏑··
Bauk und Wechsel⸗Geschäft
von Gehbr. Psei sfsfer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An⸗- und Verkauf aller Arten Staats—
dapiere, Anlehenstwose, Eisenbahn⸗, Bank—⸗
ind industriellen Actien, Incasso von Cous-,
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sicherung prompter und reeller Bedienung
Provision 1per mille ohne Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 45 kr.
jegliche sonstige Spesen. bis — fl. — kr. Roggen 12 fl. 15 kr.

Mainz, 24. Mai.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
ter à 140 Pfund — fl. — it. — Rog—⸗
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 16 fl. 15 fr. — 17 fl. — kr. —
orn (180 Pfd.) 12 fl. 20 kr. — 12 fl.
30 tr. — Gerfie (100 Pfd.) 11 fl. 46.
— 12 fl. — tr. — Hafer (120 Pfd
6fl. — kr. 6 — fl. 10 kr.

Nedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbetrtt.
        <pb n="251" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.

der S t. Inaberter Anzeig ex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
d Samstag. Abonnementsvreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Rro. 65. — Freitag, den 81. Mai 1s67.
— — — — — —— — — —
Deu tschland. wird auch dem einleuchten, der nichts von der Art der Geschäfte
München, 26. Mai. Der Generalmajor Graf v. Both⸗ versteht, welche Frankfurt mit deim Süden Deutschlands macht,
ner ist gefiern aus Berlin wieder hier eingetroffen. — In seiner wo eben der Guldenfuß herrscht. — zSeit Vrung, Madai die
horgestrigen Sitzung hat der Gesetzgebungsausschuß den Artikel weiteren Verhandlungen mit unseren städtischen Behörden
iber die Personalhaft in Betracht gezogen und zunächst der der Ausscheidung des Staatss voni Stadtvermoͤgen führt, nimfnt
hestimmung beigestimmt, daß die Voilstreung mittelst Personal⸗ diese Angelegenheit eine für uns günstigere Wenduug; Aeußerungen
sat nur auf Grund richterlicher Entscheidung oder gesetzlichen des Hru. Regierungspräsidenten v. Möller in Kassel und des
Hestimmung und nur auf Begehren des Gläubigers erfolgen darf Hrn. v. Madai erlauben, noch auf einige Zugeständnisse bezüglich
Der Ausschuß beschränkte dann die Fälle, in welchen die Personal der Eisenbahnen zu hoffen. .. .
ast zulassig sein soll, auf Wechselverbindlichkeiten und 1000 fl. Stuttgart, 26. Mai. Mit Rothschild ist ein Eisenbahn⸗
bersteigende Forderungen an Äusländer, die kein hinreichendes anlehen von 15 Wilk. abgeschlossen. 38
unbemegliches Gut haben, dann auf flüchtige oder der Flucht Dresden, 27. Mai. Die letzten preußischen Truppen haben
ringend vberdächtige Juländer. Die angedrohte Personalhaft soll heute früh die Stadt verlassen. —4
nicht stattfinden duͤrfen: gegen die Wittwen und Erben der Shuide Berlin, 27. Mai. Eine geradezu böswillige Erfindung ist
ud dag achibe Mile, einige weitere Vorschläge des k. Re- die Behauptung, Graf Bismard habe Napoleon Luxemburg
jierungscommisiärs wurden vom Ausschusse abgelehnt. und in Viarriß sogar das linke Rheinufer angeboten. Hatte
eeee mai Das auigemeine protest. Missions det Graf, in Betreff Luremburgs die Hände gebunden gehabt, so
reft der Pfalz wird dieses Jahr am 19. Juni in Edenkoben wäre es im vorigen Sommer doch leicht genug gewesen nach dem
bgehalten werden. Hiebei sind. Ansprachen des ebangelischen 14. Juni zu erllären, daß er Luxemburg als. Bundesfestung
spfarters Schoßer aus Reichenbach im Großherzogthum Hessen, des auun, da der Bund nicht mehr existire und daß er es Holland
Deissionärs Huhn von der Brüder-⸗Conferenz in Bertholdsdorf in freistelle, die Festung zu besitzen. — Früher mag Graf Bismarck
Sachsen und des Missionürs Irion in Karlsruhe in Aussicht ge⸗ wohl einmal geglaubt haben, die Conservativen in Hannover
n, u deren Eintudung die erforderliche allerhöchste Vewil Cseien den Lideralen am Rhein borzuziehen, aber in Biarritz
sigung bereits ertheilt worden ist. hatte er diese Ansicht gewiß nicht mehr. — Nachdem nunmehr
VDer baherischen Lehrerzeitung entnehmen wir folgenden der Kronprinz in Paris eingetroffen ist und die Reise des Konigs
Aufruf: „An Bayerns Lehrer.“ Seit einiger Zeit mit Abfafsung dorthin in sicheret Aussicht steht. spricht man schon von Gegen⸗
iner Dentschrifte, Das Institut der Schulschwestern und die desuchsprojelten des Kaisers Napoleon. Moglich ist es schon, daß
Vollsschule in Bayern“ befschäftigt, ersuche ich alle Lehrer, denen der Kaiser Napoleon die Gegenbesuche abstattet aber erst wird er
eine durchgreifende Reform der Volksschule am Herzen liegt, mir wohl von den gekroͤnten Häuptern dazu eingeladen werden müssen,
hre Beobochtungen über obigen Gegenstand, soweit sie solche in und dann erst wird man den Zeitpunlt 3. B. der Ankunft Na⸗
hren Wirkungsireisen zu machen Gelegenheit hatten, in frankirten holeons in Berlin festseßen können. Vorläufig ist alles Conjectur.
Vriefen mitzucheilen, da nur auf diesem Wege eine erschöpfende Wien, 25. Mai. Der Kaiser wird am 27. oder 28. Mai
und wirksame Vesre done dieser wichtigen Frage möglich ist jach Ungarn zurückkehren und sechs Tage vor der Krönung daß
Alle freisinnigen, Blätter sind dringenst um Verbreitung dieses Schloß Gödoͤlls beziehen, von wo aus der feierliche Einzug in
Aufrufs gebeten. Milienberg (Unterftanken), 16. Mai 1867. pesth mit der Krönungsdeputation gehalten wird. Die Krönungs⸗
8S8udwißg Bauer, k. Studienlehrer. deste werden jedenfalls in der Pfingstwoche vor sich gehen, da die
Dienstes⸗Nachrichten. Bereinbarungen des ungarischen Ministeriums mit der Deakpartei
Se. Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen ge⸗ die rechtzeitige Erledigung der dem ungarischen Landtag vorliegen⸗
sunden, unterm 24. Maist. J. den Vicepräsidenten der k. Re⸗ den Gesetzesvorschläge und des Inauguraldiploms sicher stellen. —
gierung der Pfalz und Director der Kammer des Innern, Frie- In der Petitionscommission des Abgeordnetenhauses hat der
ʒrich Wilhelm v. Bettinger, in den Ruhestand zu versetzen und Kriegsminister v. John über die Befestigung Wiens bereits Aus⸗
zum Regierungsdirectar der Kammer des Innern den Regierungs kunft gegeben. Demnach soll aus Wien keine Festung sondern
alh Maͤrimilian de Lamotte zu befördern; unterm 16. Mai l. J. ein verschanztes Lager gemacht werden; es sei dis ein lang ge—
die Grundung einer Actiengesellschaft zur Errichtung und zum Bes hegter, von den ersien militärischen Autoritäten gebilligter Plan,
rieb einer Anilinfabrik zu Kaiferslautern mit der Firma „Anilinfabrif dessen Ausführung höchstens 11 Mill. kosten werden, wovon 4
staiserslautern“ mit dem Sitze in Kaiserslautern und einem Grund- auf das laufende Jahr entfallen. Außer dem Kriegsminister wird
capitale von 150,000 fl., welches in 300 Stück Actien zu 500 es wohl nicht Jedermann klar sein, daß zwischen einer Festung
l. je nach Verlangen auf Namen oder auf den Inhaber lautend und einem verschanzten Lager ein wesenllicher Unterschied bestehe;
begeben wird, auf die Dauer von 50 Jahren zu genehmigen, und alle großen Festungen moderner Construction sind verschanzte Lager.
2die von dem provisorischen Comite vorgelegten Gesellschafts· “ Wien, 26. Mai. Die Wiener Zig. meldet, Fürst Hohen⸗
Statuten mit einigen Modificationen zu bestätigen. lohe ist definitiv zum ersten Obersthofmeister des Kaisers ernannt.
Am 1. k. Mis wird in Godramstein eine Posterpedition ins! Wien, 29. Mai. Die „presse“ meldet: Frankreich
Leben treten, welche dem feitherigen Postboten Georg Nicolaus und Rußl and haben aus Veranlassung der Niederlage Omer
Schad übertragen wurde. Vom gleichen. Tage an wurde die Paschas aufj Kandia an die Unterzeichner des Pariser Friedens
durch Rücktritt des Posterpeditors Weißenburger erledigte Poster⸗ von 1856 eine identische Note gerichtet, um dieselben zu einem
»edilion Neuburg a. Rh. dem pensionirten Gendarmen Karl Höll Collectivschritt zu Gunsten der Kandioten bei der Pforte zu bewe⸗
ring übertragen. gen. Die Note schlägt eine allgemeine Abstimmung auf der Insel
Frankfurt, 27. Mai. Die Mitglieder der Handels vor.
tammer und des Rechneiamtes sind von Herrn v. Madaizu Agram, 27. Mai. Die heutige Landtagssitzung fand
einer commissarischen Bexathung wegen Einführung der Thaler— unter dem Präsidium des Banus Soccevicch statt. Das koͤnig⸗
Valuta in Frankfurt eingeladen. Da die Aufforderung ausdrück- liche Auflösungsrescript lautet wörtlich: „Mit Rescript vom
ich dahin lautet, auch die Unzuträglichleiten und Schäden gewis- 23. April haben Wir den croatisch⸗slavonischen Landtag zu dem
enhaft anzugeben, welche eine solche Maßregel für unsern Wech- Behufe einberufen, damit Croation und Slavonien bei der bevor⸗
elplatz zur Folge haben könnte, so handelt es sich hoffentlich nur dehenden Krönung am ungarischen Landtag vertreten, werden,
im eine principielle Erörterung der Frage und nicht um die Ab⸗ und daß die obschwebenden Differenzen hinsichtlich der Loͤfung der
icht einer wirklichen Einführcaig des Thalerfußes, denn daß da— taatsrechtlichen Fragen und der gemeinfamen een be⸗
nit unser ganzer Handel und Wandel zu Grunde gerichtet würde eitigt werden. Da aber in der Landtagsadresse die Majorität.
        <pb n="252" />
        solche Anforderungen gestellt werden, welche die Erzielung des
constitutionellen Ausgleiches unmöglich machen, und da es nicht
Unser Wille ist, die Kronung weiterhin zu vertagen, so erkläreu
wir den Landtag für aufgelöst mit dem Vorbehalte, denselben
bald wieder einzuberufen.
Frankreich.

Paris, 25. Mai. Einer der treuesten österreichischen Ad—
jutanten des Kaisers Marimilian weilt augenblicklich in Paris.
Er ist am 16. April von Mexico abgereist und brachte nun man—
cherlei Aufklärungen über den damaligen Stand der Dinge in
jenem Lande. Zehn Tage nach der Einschiffung des letzten fran⸗
zöfischen Bataillons war die Verbindung zwischen der Küste und
der Hauptstadt gänzlich unterbrochen worden. · Der Kaiser Mari—
milian selbst war am 18, März ploötzlich von der Haupiftadi auf⸗
gebrochen, ohne irgend einen fremden Begleiter, nur von Mexi⸗
kanern begleitet. Seit dieser Zeit hatte man keine Nachricht mehr
von ihm empfangen. Er war entschlossen mit Marquez bis auf
das Aeußerste zu kämpfen, aber ohne seine französischen und oͤster⸗
reichischen Freunde, um diese nicht der Rache der Juaristen aus
zusetzen, und um als Mexricaner nicht als Fremder zu unterliegen.
Sehr kritisch war die Stellung der 500 Oesterreicher, die noch in
Mexiko sind, und schon jetzt beinahe Hunger starben, da sie ihren
Sold so gut wie gar nicht ausbezahlt bekamen. Man glaubt
übrigens daß die Person des Kaisers stets respectirt werden
würde.

Paris, 27. Mai. Die Uneinigkeit dauert in unseren
offiziellen Kegionen fort. Sie erinnern sich, daß die beiden Ver—
wandten Rouher und Lavallette schon seit langer Zeit durch Fa⸗
milienzwistigkeiten getrennt sind, welche des Ersteren zeitweilige
Entfernung auf sein Landgut zur Folge hatten. Dieselben sind
mit erneuter Heftigkeit ausgebrochen und werden höchst wahrschein⸗
lich die Entfernung des Ministers des Innern herbeiführen. Auch
Hr. v. Moustier, mit dem man, wie Sie wissen, schon lange un—
zufrieden ist, wird dann in den sicheren Hafen des Senates ein—
laufen. Zu seinem Nachfolger ist der Furst Latour dꝰAuvergne
ausersehen. Für diesen würde Lavallette nach London gehen.

Paris, 28. Mai. Die Reise des Königs von Preußen
nach Paris soll jetzt nach telegraphischen Nachrichten aus Berlin,
auf den 4. Juni festgesetzt sein. Die Generale v. Moltke v.
Treskow und v. d. Goltz werden den König bekleiden, der am
14. wieder nach Berlin zurückkehrt. Für den Kaiser von Ruß⸗
land wird, nach der Patrie eine grotze Revue vorbereitet werden,
an welcher 50 Bataillone, 530 Schwadronen und 18 Batierien
Theil nehmen.“ Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preu⸗
ben bleiben bis zur Ankunft des Kaisers Alexander in Paris und
werden der Gala-Vorstellung am 4. Juni anwohnen, zu der sieb⸗
zehn gekrönte Hüupter und Prinzen angesagt sind. Es wird der
4. Act der Afrikanerin und der 2. Act von Gisella gegeben; im
Ballet werden alle Mitglieder des Balletcorps unter der Willis
erscheinen. Die Ehrenloge wird in der Milte des Amphitheaters

aufgeschlagen und der Architekt des neuen Opernhauses, Garnier
hat bereits die nöthigen Arbeiten angeordnet.
Eungland.

London, 27. Mai. Im Unterhaus erklärte Disraeli, dem
Fenier Burke sei die Todesstrafe von der Königin erlassen. —
Auf Einladung der Königin wird der türkische Sultan im
Juli nach London kommen.

Italien.

Florenz, 26. Mai. Nach der „Opinione“ soll die große
Finanzoperation des Finanzministers Ferrara heute in Turin
mit mehreren Bankhäusern von Paris, London uͤnd Frankfurt,
die durch das Haus Erlanger und Co. repräsentirt waren, ab⸗
geschlossen worden sein. Die Regierung würde Obligationen im
Besammtbetrag von 430 Millionen Lire ausgeben, die in 25
Jahren rückzahlbar sind.

Florenz, 28. Mai. Nächsten Samstag wird die Regie—
rung dem Parlament den mit Erlanger u. Cß. erzielten definiti⸗
ven Abschluß der auf die Kirchengüter begründeten Finanzopera⸗
tionen vorlegen.
Amerika.

New-NYork 28. Mai. Das heute hier eingetroffene Jour—
nal von San Louis Potofi“ meldel, der Prasident Juarez habe
die Erschießung des Kaisers Marimilnan und der mit
demselben gefangen genommenen Offiziere angeordnet..

Schwurgerichtssitzungen.
II. Quartal 1867.

Zweibrücken, 25. Mai. Verhandlung gegen 1. Peter
Lutz, 31. Jahre alt, Mühlbursche aus Offenbach bei Landau; 2
Max Wohlrab, 34 Jahre alt Muhlarzt aus Tirschenreuti im

jenseitigen Bayern welche mit zwei⸗ weiteren flüchtigen Angeklag
ten nämlich: 8. Remigius Zehentner, 27 Jahre alt, Mühl.
bursche aus Irrsee, Bezirkgamt Kaufbeuren und 4 Aloys Hipp

42 Jahre alt, Mühlbursche aus Ottersweier im Badischen. vor

das Schwurgericht verwiesen worden sind, um sich wegen eines
don ihnen gemeinschaftlich verübten Diebstahls von Frucht und
Hemden zu veraniworten, ersterer durch den Rechtscandidaten Er
belding, der zweite durch den Rechtscandidaten Sauter vertheidigt
„Die NMühlräume des Müllers Wambsganz in Speyer, de—
stehend aus Mahl- und Schälmühle, stehen mit dem Wohngebäude
in innerer Durchgangverbindung. Am 30. Januar abhin erhielt
Müller Wamsganz 830 Säcke Weizen, die am folgenden, Morgen
in der Schälmühle aufgestellt wurden. Am 1. Februar in der
Frühe entdeckte er alsbald, daß von den 80 Säcken Weizen 16
im Werthe von 270 Gulden entwendet worden waren und daß
das Hängschloß, welches die äußere Thüre des Wasser baustegẽ
derschließt; erbrochen, aber auffallender Weise diese Thüre wieder
jeschlossen und das Hängschloß selbst wieder so eingehängt war,
als sei nichts geschehen. Wambsganz stellte sofort seinen Mühlbur⸗
chen, den Angeklagten Wohlrab, zur Rede, der jedoch von einem
Diebstahl nichts gemerkt haben will. Wambsganz hatte blos einen
Mühlburschen, den Angeklagten Wohlrab, der sich in der Nacht
»om 31. Januar auf den 1. Februar allein in der Mühle be—
fand, mit Mahlen beschäftigt. Der k. Polizeicommissar hat sofort
jestgestellt, daß das fragliche Hängschloß unbedingt von innen er⸗
brochen, und daß die Säcke mit Weizen, wie die Spuren zeigen
pon mehreren mittelst eines zweispännigen Wagens, der die badi⸗
jche Spurweite hatte, fortgebracht worden sein mußten. In dor
Mahlmühle fand sich eine sogenannte Champagnerbille mit der
höchst wahrscheinlich das Haupischloß erbrochen worden war. An
dem Bretterverschlag des Wasserbaufteges fanden sich keine Spuren
von Erbrechen oder Einsteigen. Wohlrab, mit aller Entschieden⸗
heit seine Unschuld betheuerad, wurde sofort verhaftet. Der kgl.
Bendarmerie gelang es am 5. Februar der gestohlenen Frucht
habhaft zu werden, wie auch die Diebe selbst zu entdecken. In
der Garnisonsmühle in dem benachbarten Stadichen Philippsburg
wurden die 16 Säcke Weizen beschlagnahmt. Dieselben waren
»on dem dortigen Bäcker Hainzmamn am 1. Februat zum Mah⸗
en dahin gebracht worden, welcher zugestand, daß er den Weizen
oon dem Käsehändler Dahm und dem Zimmermann Heilig von
Philippsburg am 1 Februͤar um 230 fi. gekauft habe. Diese bei⸗
den im schlechtesten Rufe stehenden Individuen laãugneten hartnü⸗
fig, die Frucht an Hainzmann verkauft zu haben. Die Säcke
selbst konnten nicht aufgefunden werden, und erst am 7. Februat
zelang es der badischen Gendarmerien dieselben im Hochgestade
des Rheins in der Nähe eines Ackers von Dahm zu finden, wo
sie von diesem vergraben waren. Zugleich wurde hergestellt, daß
vom 3. auf den 4. Februar die Angeklagien Lutz, Zehentner und
Hipp bei Wirth Hildenstab in Philippsburg übernachteten, daß
sie am Abend ein Häufchen Geld vor fich auf dem Tische gehabt,
das sie unter sich getheilt, wobei fie in Streit geriethen. Der An⸗
zeklagte Lutz wurde unterm 15. Februar in Oberwalluf verhaf⸗
tet. Die Angeklagten Zehentner und Hipp konnten bis zur Stunde
nicht zur Haft gebracht werden. Heilig und Dahm, anfangs jede
Betheiligung an dem Diebstahle in Abrede stellend, ließen sich
päter zu folgendem Geständnisse herbei. Am 81. Januar seien
Lutz, Zehentner und Hipp zu ihnen nach Philippsburg gekommen
und hätten bestimmt, in der Nacht vom 81. Januar auf den 1.
Februar an der Wambsganz'schen Mühle fragliche 16 Sädee
Weizen mit ihrem Fuhrwerk zu holen. In Begleitung des Hipp
jeien sie Abends um 8 Uhr — Lutz und Zehentner waren schon
poraus — mit der Fuhre nach Speher gefahren und daselbst um
2 Uhr an der Wambsganz'schen Mühle angekommen, wo die
Frucht schon herausgelegen habe. Nachdem sie mit Lutz und Ze—
hentner die Frucht aufgeladen, seien fie nach Philippsburg zuruͤck;
allda Morgens angekommen, sei die Frucht von Hainzmann in
die Garnisonsmühle verbracht worden. Ob der Mühlbursche des
Wambsganz, nämlich Wohlrab, an dem Diestahl betheiligt sei,
önnten sie nicht sagen, vermutheten dies jedoch aus Aeußerungen
der übrigen Mühlburschen.

Während der Angeklagte Lutz Anfangs jede Betheiligung an
dem Diebstahle in Abrede siellt, wurde durch die Untersuchung in
Verbindung mit seinem späteren Geständniß, mit welchem er auch
Jauptsächlich den Wohlrab zu belasten sucht, festgestelli, das gegen
Iinde Januar die Angeklagten Lutz mit dem Spitznamen die, Raß“,
dipp mit dem Spitznamen „Räuͤber“, und Zehentner mit dem
Spitznamen „Bürgermeister“, sich in Neustadt getroffen haben.
Nachdem sie einige Zeit mit einander herumgezogen waren, ka⸗
men sie gegen Abend am 80 Januar nach Speyer; Lutz und
hipp gingen in die Sezzer'sche Bierwirthschaft, während Jehent⸗
ner sich in die Wambsganz'sche Müuͤhle begab, angeblich, um dem
Wohlrab eine Pfeife zu verkaufen. Bald darauf kam Zehentner
        <pb n="253" />
        ẽ

zurück und erllärte: „ich hab sonst einen Handel gemacht, ich
hab's ausgemacht mit dem, der in der Mühle schafft, da konnte!
an eine Fuhre Weizen holen“, und auf die Einwendung von
Ldutz, daß man von hiinten nicht in die Mühle kommen löonne,
deruhigte er ihn mit den Worten :, das wird schon alles besorgt, bis
wir iommen?. Am 31. Januar Morgens gingen alle drei nach
pᷣhilippsburg, um mit Dahm und Heilig zu accordiren. Am
Rtachmittag des 81. Januar brachen Zehentner und Lutz sodann
— — vom Stor⸗
chen aus, wo sie zuletzt gesehen wurden, zur Aulsführung ans
Werk. Die Thuͤre des Wasserbaustegs fanden sie offen und das
Hangschloß durch Erbrechen beseitigt, die 16 Säcke Weizen brach
sen sie aus der Schälmühle durch den Wasserbausteg ins Freie.
Gegen 12 Uhr kamen Hipp, Dahm und Heilig mit den zweispä⸗
nigen Wagen, und es wurde die Frucht aufgeladen, wobei die
pferde noch gejültert wurden. Lutz behauptete, Wache gestanden
zu haben, mit Wohlrab aber in keine direkte Verbindung gekom
men zu fein. Nachdem der Wagen beladen war, fuhr die Ge⸗
sellschaft nach Philippsburg, wo die Sache den bereits geschilder
len Verlauf hatte. Am 1. Februar blieben Hipp, Zehentner zund
Lutz bei Dahin, nachdem sie von demselben einstweilen 18 Gul—⸗
den erhalten hatten, am 2. Februar gingen sie nach Wiesloch, wo
sie acht Mannshemden verkauften, über welche hergestellt ist, daß
sie bei Gelegenheit des Weizendiebstahls aus der Schwarzwasch⸗
jammer des Wambsganz mittelst Losbrechens eines Bordes dieser
Kammer entwendet worden sind. Am 8. Februar ließen sich die
Angeklagten wieder nach Philippsburg fahren um i ren weiteren
Lohn zu holen. Nachdem Heilig Geld beigeschaft, zahlte er dem
Hipp, Zehentner und Lutz 531 Gulden welche vertheilt wurden
Sie begaben sich nun nach Ludwigshafen wo sie sich trennten.
Lutz nahm seinen Weg rheinabwärts, und wurde, wie erwähnt,
in Oberwalluf verhaftet Außer diesen beiden Diebstählen gesteht
Lutz noch zwei weitere Entwendungen von zwei Säcken Mehl
sechs Säden Weizen zu, die er und Wohlrab im Monat Dezem⸗
ber abhin zum Nachtheile ihres Dienstherrn Wambsganz, allwo
damals beide gleichzeitig in Arbeit standen, unter Theilnahme von
Dahm und Heiig derubt hätten. Dieser Diebstahl ist nicht Ge⸗
genftand der heutigen Verhandlung. Dahm und Heilig, welche
Anterschleife von Nühlburschen gewerbsmäßig begünstigen, werden
von den badischen Gerichten abgeurtheilt merden. 8

Gegen Wohlrab liegt nichts weiter Nachtheiliges vor, als
das er verschwenderisch und dem Trunke ergeben sfein soll. Lutz
ist sehr schlecht beleumundet und wurde schon oͤfter wegen Dieb⸗
siahl bestraft. Zehentner und Hipp sollen raffinirte Bursche sein
die auch schon oͤfter wegen Diebstahl bestraft wurden. 3*4

Der Vertheidiger des Lutz stellte auf, das kein Beweis vor
liege, daß Lutz zur Zeit des Diebstahls in der Mühle war, de
der Diebstahl in der Stadt Speyer verübt worden, so sei Wache⸗
stehen sehr nöthig gewesen, und diese Rolle habe Lutz gehabt und
sei daher nur der Teilnahme an dem Diebstahl schuldig, wogegen
die k. Staatsbehoͤrde diese Aufstellung bestritt, weil Lutz in der
Mühle am bekanntesten gewesen sei, er daher auch thätig beim
Herausschaffen der Säcke gewesen sein müsse. Bezüglich des Wohl⸗
rab sagt die k. Staatsbehörde, er allein sei in der Mühle ge—
wesen und müsse das Hängschloß von innen erbrochen haben, er
habe offenbar mit Zehentner den Diebstahl verabredet; er umgehe die
kritische Zeit, um sagen zu können, er habe geschlafen. Jedes ein⸗
zelne Moment das gegen Wohlrab vorliege, sei zwar nicht schwer⸗
wiegend, aber alle zusammenfaßt, begründen die Schuld des An—
geklagten, wozu außerdem noch die Belastung des Lutz komm⸗
Ddie Vertheidigung des Wohlrab führte in längeren Vortrage aus,
daß alles, was man gegen denselben aufstellte, uur Vermuthun⸗
gen seien, weil man annehme, der Diebstahl habe nicht anders
degangen werden können, den Erklärungen des Lutz dürfe man
aicht diel Glauben beimessen.

Die Geschworenen erklärten den Peter Lutz der Theilnahme
zür schuldig, worauf derselbe zu einer sechsjährigen Zuchthaus—
trafe veruriheilt wurde; Wohlrab dagegen wurde freigesprochen
ber wegen des weiter ihm zur Last liegenden oben berührten
dee vorerst auf Antrag der Staatsbehörde noch in Haft
ehalten.
Vermischttee—

St. Ingbert. Morgen (J. Juni) wird die
Bahnstrecke Hafssel-St. Ingbert, sowohl für den
Personen⸗ als Güterverkehr dem Betrieb überge⸗
ben, und ist der neueste Fahrplan für den Sommer⸗
dienst vom 158. Mai 1867 maßgebend. (Es wäre
sehr zu wünschen, wenn wir auch einen Anschluß
au den 1. Zug hätten, der nach der Pfalz geht.)

München, 26. Mai. Der oberste Gerichtshof hat in seiner
gestrigen Sitzung ein sehr wichtiges Urtheil erlassen, nämlich mit—
elst KFerwerfung des Rekurses der k. Siaatsbehörde gegen ein frei—

sprechendes Urtheil des kKe App.«Gerichts der Pfalz vom 4. April
d. J erkannt, daß die Reservisten⸗ aus früheren Altersklassen,
velche versaumten, beziehungsweise sich weigerten, dem vorjährigen
Nufgebote zum Eintritte in die Reserve-Bataillons Folge zu lei⸗
ten, nach dem dermaligen Stande der Gesetzgebung straflos seien.
hon Seite der hiesigen Generalstaatsanwaltschaft war der Antrag
auf Cassation gestellt und darzuthun gesucht worden, daß wider⸗
ipenstige Reservisten den nämlichen Strafen, welche das Heeres⸗
ergänzungsgesetz den widerspänstigen Conscripirten androht, unter⸗
ijegen. Wie ich vernehme, hat sich ein disseitiges Appellationsge⸗
cicht der letzteren Ansicht angeschlossen. —

Der bayerische Invaliden-Unterstützungsverein,
dessen Centralausschuß in München seinen Sitz hat, zählt nun,
mehr 8 Kreis- und 160 Zweigvbexreine, so daß nur noch wenige
Verwaltungsbezirke fehlen, bis der Verein seine gegliederte Orga⸗
nisation über das ganze Königreich erlangt hat.

7 Nürnberg, 27. Mai. In der verflossenen Nacht nach
10 Uhr trat bei Ebensfeld an dem von Hof nach Bamberg fah⸗
renden Postzug Nr. 28 eine Erxplosion der Locomotive „Oedipus“
ein. Der Locomotivführer und Heizer wurden getödtet, dem Zuge
und den Passagieren stieß ein weiterer Unfall nicht zu.
Sufthgart. Bei der Rundreise, die das württember⸗
zische Königspaar gegenwärtig durch den noöordlichen Theil des
Landes macht, hatte ein Poet in Künzelsau an seinem Hause
—

n „Liebe zu dem Landesvater

Ist der beste Hinterlaber!“

Der Correspondent der das niedliche Zeugniß süddeutschen
Ktoyalismus mitiheilt, bemerkt mit gutem Humor dazu: welcher
Pairiot muß nicht über diese wohlfeilste Art eine der kostspielig⸗
len Fragen der Gegenwart zu lösen, lächeln und bedauern, daß
nan in jonst ungewohnter Eile preußische Zündin adelge⸗
gewehre bestellt hat!

4 Ein fürchterlicher Unglüdsfall ereignete sich letzten Freitag
Nachmittag in der Nähe der Ortschaft Orb im Magfelde. —XE
Zinder, heils Knaben, theils Mädchen in einem Alter von 8 bis
10 Jahren hatten sich eines Holzkahnes bemächtigt und spielten
in demjelben. Einige Knaben machten nun aus Muthwillen den
ahn vom Ufer los, und das Boot bewegte sich bald in der
Milte des Flusses. Die in demselben besindlichen Kindern machten ein
Beschrei und liefen in dem Fahrzeug auf und nieder, wodurch
endlich dasselbe umschlug und die darin sitzenden 12Kinder in
den Wellen begrub. Mehrere am Ufer anwesende Personen hat⸗
en den Unfall gesehen und suchten die unglücklichen Kinder zu
retten, doch gelang dieses nur bei sieben, die übrigen fünf versan—
len in den Fluthen.

7 die Deutschen in Hongkong und Schangha
(Asien) haben für die Invaliden des vergangenen Jahres Samm-
ungen veranstaltet, welche mehrere tausend Thaler abwarfen.

London, 23. Mai. Ueber das große Derbyrennen ist zu
bemerken, daß das Hauptrennen erst um 3 Uhr stattfinden konnte, da
es volle *4 Stuuden währte, bis der Ablauf (the starting) re—
gelrecht von statten gehen konnte. Von den 80 Rennern die sich
detheiligten, gewann The Hermit“ den ersten Preis. „Marks-
mann“ war der Zweite, „Vauban“ (der Favorite) der Dritte
am Ziele. Der Eigenthümer des „Hermit“ gewann über 250,000

pfd.⸗Stl. (der Nam des Glücklichen ist Chaplin), sein Freund
Capitän Machell, der stark auf den Eremiten gewettet hatte,
63.000 PfdStl., und beide zusammen händigten dem Jockey
Daley, der den Sieger geschickt zum Ziele geführt hatte, noch auf
der Rennbahn ein Geschenk von 9009 Pfd.-St. (108.000 Gul-
den ein.

7 Aus der Gemeinde Bocagnano in Corsica wird wieder
bon einem jener Familienduelle berichtet, deren Tradition auf die⸗
ser Insel nicht ausgerottet werden kann. Drei Brüder Miricogni
fanden sich in einem Gehölze mit drei Brüdern Serpaggi zusam⸗
men und stürmten mit Aexien Dolchen und Spießen auf einan—
der los. Alle sechs Combattanten wurden von Hieb- und Stich⸗
wunden bedeckt, leblos auf dem Kampfplatze gefunden. Das Mo⸗—
tiv dieses wilden Kampfes soll lediglich materieller Natur ge—
wesen sein.

Wavschau, 13. Mai. Zu all den Plackereien für die
Jiesigen Hauseigenthümer ist eine neuer hinzugekommen. Der

Oberpolizeimeister hat befohlen, daß alle Hausknechte bis zur er⸗
warteten, Ankunft des Kaisers uniformirt werden sollen, und zwar
auf Kosten der Hausbesitzet. Sie sollen blaue Blousen erhalten
und weiße Schürzen. Wer die warschauer „Strore‘ kennt, wird
hegreifen, daß man ihnen alle acht Tage neue Blousen und neue

Schürzen wird anschaffen müssen. Ferner ist der Befehl ergangen,

die Häuser, so wie die gemauerten und hölzernen Zaune frisch

anstreichen zu lassen, was fast alljährlich wiederholt werden muß,
venn der Kaiser erwartet wird.
        <pb n="254" />
        c(Eingesandt.) n
Auf den Tod unseres theuern
Freundes Vietor Grafsion,
ĩRinnet still, der Wehmuth heil'ge
— —— *5* Zähren,“* ————
Rinnet hin auf dieses Theuern Grab!
Daß der Heimath Strahlen seine
ESS.“«“0el verklären,
Streifte er des Fleisches morsche Hül⸗
e —
Schlummre sanft den Schlaf der Le⸗
bensmüden
Gottergeb'ner; frommer Dulder, Du!
Deine Asche ruhe jetzt in heil'gem
uFrieden
Ging doch Deine Seele ein zur ew'
gen Ruh! 31486
. Engel sahst Du Dir entgegenschweben
Mit dem Kranz den keine Zeit ent⸗
—0 laubttb..

Und sie trugen Dich in's bess're
Leben.
Dort zu schauen, was Du hier ge

glaubt.

Diesen Glanz hat uns die Nacht

bverborgen,

Bis erlöschend einst das Auge uns

A—— briht.—

Dann erst tagt auch uns der ew'ge
J 22— —— Morgen
Wir seh'n Dich dort und weinen
mee “ e nicht.
Aber noch, umschattet von Cypressen,

.Schau'n Dir trauernd Deine Freun⸗

J de nach,

Ihren Herzen bleibst Du unvergessen
Ob das Deine gleich im Tode brach.
Bet für uns, geliebte Seele, fromme,
Die im Geist vor Deinem Grab wir
steh'n,
Daß Dein Friede über uns auch
komme,

Und wir freudig Dir entgegen geh'n

Speyer

— — Joh. Ka....
Georg Kre..

Haus- und Wiesenversteigerung

zu Ensheim.

Mitwoch den 12. Juni 1867, Morgens
20 Uhr zu Ensheim, läßt Peter Fohs,
rüher Gastwirth, jetzt Privatmann allda
anuf Zahltermine in Eigenthum versteigern:
ein in der Nähe der Gebrüder Ad t'schen
Dosenfabrik stehendes Wohnhaus mit Land⸗
virthschaftsgebäude und einem wenig ge—
zrauchten Bäckerofen, in welchem Hause 29
Jahre lang Gastwirthschaft mit gutem Er—⸗
olg betrieben wurd;;

4. Tagw. 60 D. Wiese unterm Nun—

weg zwischen Gemeindeweg, die ganz

gewässert werden kann;

93 D. Wiese, die Geisbrunnerwies; —

alles Ensheimer Bannes.

Blieskastel, den 24. Mai 1867.
Wiest k. Notar.
Zu vermiethen:
Das dahier in der Oberstadt gelegene,
)er Frau Wittwe Best gehörige zweistöckige
Wohnhaus mit vollstaͤndiger Bäckerei
md Wirthschafts⸗Einrichtung ist
zu vermiethen durch
das Geschäftsbureau
H. Scherpf.

Kiefern HRohnengerten —L. Qualität
u haben bei
— Ph. Lang au gt. Johann, 764 *

—** —

iee J ———— a ee e e Den

Hierdurch bringen wir zur allgemeinen Kenntniß, dößg
dio HH. Haasensgtein &amp; Vogler in Frankfurt a. M., Hamburg, F
Berlin und Basegs

aut von uns getroffener Vereinbarung mit denselben fortab allein befugt sind in Deutsch⸗
land Annoncen für die durch unsere Gesellschaft gepachteten framzsischen Blatier jzu
vermitteln, und sind daher Aufträge nur an diese genannte Firma zu richten.

Paris, den 1. April 1867. — —— .
5 Jie
Gesellschaft Havas, Laffito-Bullier &amp; O
Aunknüpfend an vorstehende — der Gesellschaft Havras, Lattite-
RuIIier &amp; Cie. zu Paris, erlauben. widꝰ uns die Herren Inserenton durauf hinzuwei⸗
sen, daß genannte Gesellschaft van J—
—190 der bedeutendsten Blätter in Paris

Gisele, Débats, Constitutionnel, Presse, Patrie, Opinion nationale,e,
J Prance, Temps, Pays, Pnio
. or T * 3.

und 200 Provinzial-Blättern ersten Ranges i
den Inseraten⸗Theil gepachtet hat, so daß Annoncen, welche in diesen Blattern publi⸗
cirt werden sollen, nicht direct an die Blätter, sondern an die genannte Gesellschaft zu richten
sind, daß mithin Annoucen aus Deutschland nur dann zur Aufnahme gelangen können,“
wenn dieselben durch unsere Vermittlung eingesendet werden.

Nominelle Liste der Provinziai-Blätter, in denen auch die bei großen Aufträgen

eintretenden, bedeutenden Vergünstigungen genau angegeben sud, stehen gratis und franeo be-

reitwilligst 1 . *

Der Wirkungskreis unserer bisherigen Filiale in. Paris ist in Folge dieses Vertrags

an die vorgenannte Gesellschaft übergegangen, wohingegen unsere Wiener Filiale nicht durch

denselben berührt wird.

Laasenstein &amp; Vogler, Zeitungs-Annoncen-Expedition

2 iu Fraukfurt a. M., Hamburg, Berlin und Basel.

rr
Ec
Herstellung eines Brunnens
in der Gemeinde Ormesheim.
Am 4. Juni nächsthin um 2 Uhr Nach⸗
nittags auf dem Bürgermeisteramte Erf⸗—
veiler, werden die zur Herstellung eines
erfallenen Brunnens in der Gemeinde
Irmesheim erforderlichen Arbeiten, beste—
jend in Pflasterarbeit, Lieferung von 60
l. M. gußeisernen Röhren, einem gußeiser⸗
ien Brunnenstock, einem Brunnenirog von
Sandsteinen, veranschlagt im Ganzen zu
250 fl. — im Minderversteigerungswege
ergeben.
Der betreffende Kostenanschlag liegt in⸗
wischen hierorts zur Einsicht offen.
Erfweiler den 22. Mai 1860..
Das Bürgermeisteramt
Braunberger.
Wiesenverpachtung.
Montag den 3. Juni 1867 Morgens
im 10 Uhr zu Altstadt im Schulhause
äßt Herr Ludwig Nieser, Doktor
zer Rechte in Mannheim, seine auf dem
Banne von Altstadt gelegene Wiese für die
»iesjährige Heu⸗ und Ohmeterndte verpach⸗
en, nämlich:
32 Tagwerke 50 Dez. Wiese in den
Kerzenwiesen in 42 Loosen.
Homburg im Mai 1867.
Bartels, kgl. Notar.
Ich zeige hiermit ergebenst Weizen 8 fl. 12 kr., Korn 5 fl. 59 kr.
an, daß ich von jeßt an, Spelzkern — fl. — kr., Spelz 83 fl.
mnein neues Atelier neben der Holz— 42 kr., Gerste 5 fl. 52 tr.,“ Hafer 4fl.
handlung des Herrn Otto Weigand, 29 kr., Erbsen 4 fl. 51 kr., Wicken 4 fl.
dohlenstraße, eröffnet habe und von More 24kr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.
jens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
ntgegennehme. Z3 Pfd. Gemischtbrod 1422 kr. und 2 Pfd.
B. Ollig, Photograph. Weißbrod 16 Ir. 8

Zahnarzt 15 I0her
in Zweibrücken
ist für jede Zahnoperuütion so wie zur Ein—
etzung künstlicher Zähne täglich in dem
Ddause des Herrn Kartenfabrikanten Poppe
in der Pfarrgasse zu sprechen.
Frucht⸗, Brode, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 81. Mai.
Weizen 7 fl. 32 kr., KHorn 6 fl. Ikr.

Gerste Zreihige, — fl. — kr., Gerste 42

reihige. — fl. — kr., Spelz — fl. — kr.,

Spelzkern — fl. — kr. Dinkel — jl.

— ir., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

bfl. 48 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicen
fl. — kr., Kartoffeln 1fl. 30 ir. Heu

fl. 24 kr., Stroh 1 fl. 12 kr. per

Zentner. Weisbrod 192 Kilogr., 19 kr.

ornbrod 8 Kgr., 28 kr., ditio 2 Kgr.,

9 kr., ditto 1 Kgr. 10kr., Gemischtbrod

Kgr., 33 kr., 1Paar Weck, 7 Loth,

2kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr. 8.

Dual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel-

leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per

Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.

Butter 24 kr., per Pfund.

ü——2
Nedaltion, Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
        <pb n="255" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donner sst ag
Saamstag. Abonnementsdreis vierteljährig 45 Krzt. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispallige Zeile Blatischrift oder deren
Raum berechnet.
J F
Nro. 66. a Samstag, den 1. Juni — 1867.
Deutsichland. I wird hereits fortgeschafft; indessen bleibt die Garnison vorläufig
München, 27. Mai. Militärischerseits soll man sich mit noch dort. . 4⸗
der Frage beschäftigen, ob nicht, wie es in Preußen bereits der Venlo, 24. Mai. Der holländische Finanzminister traf
Fall ist, so auch in Bayern das Militärbaugarnisonswesen den heute mit dem Gouverneur der Provinz Limburg hier ein. Der⸗
nilbubehörden uͤbertragen werden konnte.Also scheinen die selbe tam von Mastricht, wo er mit der. Stadt Unterhandlungen
Freußischen Militäreinrichtungen doch nicht so schlimm zu sein, vegen der Uebernahme des Terrains der dortigen Festungswerke
aß nicht auch Bayern hie und da etwas von Preußen lernen gepflogen, denn auch Mastricht joll nicht mehr Festung bleihen,
önnte! ondern die Werke geschleift und das Terrain zu städtischen Zwe—
München, 30. Mai. Herr Abg. Prof. Cdel beantragt ken benutzt werden.
als Referent über das Gemeindegesetz sehr zahlreiche Modifica— Frankreich.
lionen des Regierungsentwurfes. Das sehr umfangreiche Referat Paris, 28. Mai. Es stehen höchst interessante Debatten
vird bis zur nuchsten Woche gedrudt sein und danu vertheilt wer⸗ m gesetzgebenden Körper bevor. Herr Thiers arbeitet an einer
Hen. Gestern hat auch der Äbg. v. Münch sein Referat über zroßen Rede über die Lurxemburger Frage; er schließt mit dem
„as Gewerbegeseh vollendet und dasselbe wird sofort zum Drud dobe des Benehmens der Regierung in diefer Angelegenheit. Herr
ommon. — Dem Vernehmen nach ist für den Herbst ein großes Fabdre soll entschlossen sein, das Militärge set mit aller Kraft sei—
dager auf dem Lechfelde beabsichtigt und werden mehrere Brigaden jer Beredsamteit zu bekämpfen — Eine nochmalige Aussöhnung
hiezu zusammengezogen werden. Die Beurlaubten der Regimen- wischen der Regierung und der Armeecommission ist in der
er und Bataillone sollen hiezu auf den 2. September zu ihren jeutigen Sitzung der letzteren erfolgt und zwar hat die Regierung
Abtheilungen einberufen werden und letztere dann sofort in das pn Neuem nachgegeben. Die mobile Nationalgarde wird eine
Lager abmaschiren. Die nähere Bestimmung hierüber, wie über Aose Miliz bleiben und nur ein Tag im Jahre zusammentreten,
die diesjährigen Herbstwaffenübungen überhaubt, wird für die näch nicht in dem Hauptorte des Arrondissements, wie der Staatsrath
ien Tage erwartet. — »s ursprünglich gewollt hatte, sondern in denjenigen der kleinen
Karlsenhe, 28. Mai. Der bekannten Kundgebung der Kantone wie die Commisfion es bestimmt hatte.
badischen Abgeordnet en (für Erstrebung des Eintrittes der Paris, 29. Mai. Die Rüstungen dauern noch immer
jüddeutschen Stiaaten in den Nordbund) sind unter Anderen aus zort. Nach der Eavalerie soll nun auch die Artillerie mit hin—
der ersten Kammer noch beigetreten der Fürst v. Leiningen, der änglichen Pferden persehen werden. Hierzu hat man Pferde in
Fürst Erwin v. d. Leyen, der Fürst Wilhelm v. Löwenstein⸗Freu⸗ Angarn aufgekauft, selbst zu den beträchtlichen Preisen von 7 —
denberg und der Frhr. v. Goöler. Wohlihuend berührt gegenüber 305 fl. und zwar 10,000 an der Zahl. Sie werden per Ei⸗
ʒer pedantischen Beitrittsversagung des Heidelberger Professors enbahn durch Krain nach Genua gebracht und von dort zu Was⸗
Wundt die Erklärung des Fürsten d. d. Leyen, daß er zwar den ser nach Marfeille spedirt. Und bei solchen ewigen Rüstungen
Inhalt der Motivirung der Kundgebung nicht unbedingt anerken⸗ wundert sich die Regierung, wenn das Publikum ihren Friedens-
en könnte, dennoch aber dem Schlußergebniß der —— nicht traut. — In der gestrigen Sitzung des ge⸗,
hne Vorbehalt beitrete. So spricht ein Mann der über dem Man⸗ setzgebenden Körpers wurde die Discussion des Gesetzentwurfes
zel des Tüpfleins über einem J seines ‚Pragramms“ die Haupt⸗ uüber die Handelsgesellschaften fortgesetzt. Der Handelsminifter
sache nicht vergißt. (Pf. K). de Forcade Ja Roquette betäͤmpft das gestern erwahnte Amende⸗—
Bexhlin, 29. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ sagt: Die ment Olliviers, aber nicht etwa mit sachlichen Gründen, sondern
hannover'sche Untersuchung ist, des bedeutenden Materialumfangs nit der Phrase, Herr Ollivier stürzte sich unbedachtsam auf Frei⸗s
degen, erst heute dem Oberstaatsanwalt des Kammergerichts jeit, während die Regierung und mit ihr der gesetzgebende Kör⸗
ibergeben worden, welcher heute die Leitung der Untersuchung der langsam, aber um so sicherer auf dieselbe losmarschirten!
übernimmt. herr Ollivier fand freilich die Langsamkeit des Marschirens so
Berlhin, 29. Mai. Zu Oberpostdirectoren find designirt: zroß, daß sie einem Stillstand täuschend ähnlich sehe. Herr Haent-
siesen für Kassel, Meyer für Frankfurt-Nassau, Vahl für Darm- ens weist nach, daß das protectionistische System den allgemei—
dadt. Die Amtsthätigkeit derselben beginnt am 1. Juli. nen Interessen vielmehr schade als nütze und daß besonders eine
Wlen, 20. Man Die Abendpost schreibt: Im Gegen- uusgedehnte Preßfreiheit nöthig sei, um den Umtrieben gewisser
gtz zu der Nachricht von der Gefangennehmung des Kaisers von Froßer, vom Staate begünstigter Capitalisten entgegenzutreten,
drit rd der dereisen Vesaubtschaft dahier berichtet? Die Lrotzdem wurde das Amendement Olliviers mit. 161 gegen 47
Ktehublikener wurden vor Quaretaro vollständig geschlagen. Juarez *timmen verworfen. — Der Minister Lavallette hat in der That
siuchug. Fur den Fall der Bestätigung der Gefangennesmung im Einberständnig mit dem Preßdirector die Erlaubniß det Her
des Kaisers sind österreichischerseits die eifrigsten Schritte gethan wusgabe der „Discussion verweigert. Die Sache schwebt jetzt
porden, um dessen Infreiheitsezung zu bewirken. zur Entscheidung vor dem Kaiser. Mehr als die Gesetzentwürfe
Wien. 30. Mai. Die Reise des Kaisers nach Paris ist über die Armee, das in und Preßwesen scheint ,
ur die Zeu gwpischen dem 80. Juni und 10. Jui in Aussicht ter überdies der neue esetzentwurf über den Luxemburg⸗ arten
enommen. im Herzen zu liegen. — Augenblicklich ist ein wichtiger Gesetze
Ish, 20. Mal. Die Deputirtentafel des Landtages piwürf ver dem Saarutez Sh ein Inerreee
zat bei namentlicher Abstimmung den Gesetzentwurf über die ge⸗ ur die in he usübung ihres Berufes verwundeten und ber—
neinsamen Angelegenheiten mit 209 gegen 89 Stimmen tümmelten rbeiter organisitt werden. IJ .
ingenommen. Paris, 29. Mai. Gestern fand der Ball der österreichi—
schen Gesandischaft statt, bis jetzt das großartigste Fest in der
an Großartigem so reichen Auͤsstellungssaison. Der Tanzsal selbst
war im Garien aufgeschlagen und gewährte durch hohe Glasschei—
Fen nach allen Seiten hin auf die in elektrischem und bengalischem
dichte prangende Baumgruppen und Statuen den herrlichsten An⸗
lick. Das Orchester des Wiener Strauß war beinahe völlig
sinter einer Blumenwand verborgen und erregte die größte Be—
otinderung. In der ersten Quadrille tanzten der Kaiser mit der
ddnigin der Belgier, der Kronprinz von Preußen mit der Kai—

Holland.

Von der holländischen Grenze, 22. Mai. Die
Festungswerke von Venlo sollen, nach Angabe niederländischer
Zlaͤtter, geschleift und somit Venlo zu einer offenen Stadt gemacht
werden. Der Werth dieser Maßregel für das Wohl und das
Fortkommen der Stadt wird, mit Rüchicht auf die Lage der
neuen Maasbrücke und die Concentration der derschiedenen Eisen⸗
dahnen, sehr hoch angeschlagen. Sämmtliches Kriegsmaterial
        <pb n="256" />
        serin, der König der Belgier mit der Kronprinzessin, der Herzog mögensverhältnisse bestanden zwischen dem Angeklagten und dessen
von Edinburg mit der Prinzessin Mathilde, der Herzog von Leuch⸗ Stiefsohn Mißhelligkeiten, wobei Ehefrau Weiß, die die Interessen
ienberg mit der Fürstin Metternich ꝛĩ.. Um 8 Uhr fand das ihres Sohnes gefährdet sah, solche zu wahren suchte, was für
Souper statt. Der Kaiser und die Kaiserin führten je an einer ihren Ehemann ein Grund feindseliger Gesinnung gegen sie ge—
Tafel den Vorsitzz An der des Kaisers waren u. A. die Köni- wesen sein mag. Sie hatte sich häufig über Mißhandlungen
gin der Belgier, dte Kronprinzessin von Preußen; Prinzessin Ma⸗ und Drohungen von seiner Seite zu beklagen; auch hatte er im
thilde, der Herzog von Edinburg, der Herzog von Leuchtenberg Jahre 1862 des Nachts, als er sie schlafend glaubte, den Ver⸗
ec. ꝛc. An der der Kaiserin: Großfürstin Marie und ihre Toch— such gemacht, sie mit einem Tuche zu erdrosseln, wogegen sie nur
ter, Prinzessin Murat, der König der Belgier, der Kronprinz von durch den Umstand gerettet wurde, daß sie gerade wachte und sich
Preußen, der Prinz von Sachsen⸗Weimar ⁊c. ⁊c. Für: die übri⸗ zur Wehre setzen konnte. Bei der sofort nach dem heute fraglichen
gen Gäste waren in zwei großen und höchst geschmackvoll einge Vorfall eingeleiteten Untersuchung ergab sich, daß der im oberen
richteten Gartensälen je zehn Tafeln von Zehn Gedecken servirt. )ausraum⸗ befindliche Mehlkasten ganz leer und in demselben
Der Cotillon begann um 4 Uhr und dauerte bis halb. Gi Uhr. Leine Spur ersehen hieß, daß kürzlich noch Mehl daraus gehol
Die Strahlen der aufgehenden Sonne verdrängien das zuletzt worden sei und daß der Mehlvorrath in der untern Kammer
noch mit äußerster Intensität aufwallende elektrische Licht. Jede aufbewahrt werde. Mehl zum Backen wird auch gewöoͤhnlich nicht
der Damen erhielt durch eine zarte Aufmerksamkeit der Gastgeber in der Backmulde, sondern in einer sog. Wanne getragen. Der
beim Cotillon einen Fächer aus grauem Holz mit einem gemalten Angeklagte ist von einem früheren Leiden her am rechten Bein
Vergißmeinnicht, Wiener Fabrikat. Um das Vergißmeinnicht he⸗ jinkend. Bezirlsarzt Dr. Schmauß der denselben als wohlge⸗
rum steht zu lesen: Ambassade d'Autriche 28. Mai 1867. B8 —— daß de inen 8
Die Fürstin selbst hatte die Vorbereitungen zu diesemFeste gehindert habe, die That durch Einstemmen de
* * ins Einzelne hinein angeordnet. Sie zu begehen, was jedoch Bezirksarzt Pr. Bopp von Landau für

3 di gzschmi des Gartens — ——
wurde namentlich, was die Ausschmückung des Gartens anbetraf unmöt tu A
von Alphand, . Di der Pariser a und; sich hierzu eines schweren breiten Werkzeugs bedient, während

phand, dem Direktor der Pariser Promenaden und von Fd

Barillot, dem ersten Stadtgartner wesentlich unterstützt. der kal. Bezirksarzt Dr. Rausch dahier die Anwendung des Kniees

— 7 — zeg eines Prügels oder sonstigen schweren nud stumpfen Werkzeuges,

Das „Journal de Paris vernimmt daß Marschall Niel — —
Befehl ertheilt habe, alle französische Artillerie-KRegiementer auf 99 *

3—6 838 Küche konnte der Angeklagte durch den Keller in den Hof
den Friedensfuß zu setzen. Die Pferdezahl eines Regiments wird ind so das Haus derlessenvohne die Haushüreöfften
demgemaäß don 1500 und selbst 2000 auf 750 oder 830 zurüch zu muͤssen. Dem schon genannten Nachbar Peter Kramer war
Jeführt werden. —e 333.atatu es gleich im Anfang aufgefallen, daß ein sogenannter Tabaks-

Das „Journal de Paris“ spricht in etwas xäthselhaften ammer fehle; derselbe wurde nach einiger Zeit im Keller, im
Ausdrücken von dem Minister eines kleinen deutschen Hofes der Grunde steckend, gefunden. Derselbe paßt jedoch nach AÄnsicht
auf dem österreichischen Gesandtsrhaftsballe gewisse wenig diplo⸗Razen Bezirksarztes Dr. Schmauß nicht zu den Verletzungen der
matische Worte habe fallen lassen. Es gehe aus denselben her⸗ Ehefrau Weiß. Am Hofthor fanden fich einige Blutspuren.
bor, daß Preußen noch nicht auf dem Punkien sei, um dem Aufß Nachdem am Dienstag das umfassende Zeugenverhör zu Ende
zehen Deutschlands in sich ein Ende zu machen. gegangen war, begannen am folgenden Tage nach Vorlesung eini⸗

— — jer Actenstücke die beiderseitigen Vorträge. Die nnnenord.

0 rarrichta6 nen. ne childerte vor allem nochmals dem Befund der Oertlichkeiten am

Schwurgerimte azungen. ν 15. Februar und den der Leicher der. Ehefrau Weiß: Schon die
.OQuartal 1867. J * 3
A4 . . 4— 4 iußeren Verletzungen, die Lage der mit Mehl bestreiten Leiche
Zuweibrücken, 27. Mai und folgenden Tagen. Verhand seben der Trebpe u zur Seite höher liegender Backmulde, das
lung gegen Heimrich Weiß, 32 Jahre ält, Ackersmann Fehlen des Mehles unter der Frau, das glatte Anliegen der Arme
zu Bellheim wohnhaft des Mords seiner Ehefrau Ver ann Hleiber ausgerestckten Leiche, namenlich aber die schon
ronika Hellmann angeklagt. eegen 9 Uhr an ihr gefundene Kälte und Steifheit (die untrügli—
In das Haus des Angeklagten gelangt man vom Hofe aus hen Zeichen der Leichenstarre) hätten allgemeinen Verdacht einer
durch die Hausthüre und betritt hier zuerst einen Vorplatz, der Gewaltthat erregt. Dies im. Zusammenhalte mit dem inneren
geradeaus in die Küche, links in die Wohnstube und rechts über Leichenbefunde, dem totalen Leberriß, dem Bruche des Zungen—⸗
eine ungeführ ia Meter breite Stufe in eine Kammer führt. Von beines, der Zerschmetterung des Brustbeines und sämmtlicher Rip⸗
dieser Stufe aus geht: im Vorplatz an der Wand gegen die Kam— pen hätte diesen Verdacht zur Gewißheit erhoben und nach dem
mer zu eine Stiege in den oberen Hausraum, die 13 Stufen übereinstimmenden Gutachten dreier Aerzte stehe fest, daß solche
enthält, aber ohne Geländer ist. Als am 15.. Februar abhin Erscheinungen nur von einer Gewaltthat und nie von einem na—
der Nachbax Peter Kramer des Vormittags gegen veun Uhr das mentlich nach Lage der Oertlichkeiten so unbedeutenden Falle her⸗
Haus des Angeklagten betreten und die Hausthüre öffnen wollte, rühren könnten, auch nicht, wenn die mit Mehl gefüllte Bac—
zing sie nur halb auf und, als er eingetreten war, fand ex die mulde auf die herabgestürzte Frau nachgefallen wäre. Dies aber
Ehefrau Weiß völlig angekleidet auf dein Rücken und mit dem sei nicht einmal möglich gewesen, da die Backmulde sonst nicht
—DD Leiche und höher als diese, sondern auf ihr gelegen
gen. Gesicht und den obere Theil ihres Körpers war mit Mehl hätte. Auch koönne nicht ein Zurüchschieben der Mulde durch die
bedeckt, solches befand sich auch am Voden, und auf dem untern Gefallene oder Zurückprallen von dieser aufgestellt werden, weil
Theil der Stiege; sowie in einer halbumgestürzt an der Kammer- ja die Arme der Leiche strack am Leibe angelegen hätten und die
thüre liegenden Backmulde. Die Glieder waren schon steif und Tlasticität des Brustkorbes durch die Zerschmetterung erloschen ge—
nur in den Achselhöhlen noch Wärme bemerkbar. Das Bett war wesen wäre. Ebenso spräche die Maskirung der Sache, nämuͤch
bereis gemacht, am Ofen stand Sauerteig zum Backen angerührt das Bestreuen mit Mehl und die geordnete Lage der Leiche gegen
Eine viertel Stunde vorher war dert Angeklagte gesehen worden, einen Unglücksfall. Es stehe demnach unzweifelhaft sest, daß hier
wie er mit oinem Dungkarren seinen Hof verließ und auf das ein Verbrechen verübt sei, dessen Thaͤter noch zu erforschen oͤleibe.
Feld fuhr. Gewöhnlich öffnete Ehefrau Weiß Morgens die Fen— Davon, daß irgend] ein Dritter dies gewesen, konne bei dem
ster, reinigte das Zimmer, half ihrem Manne beim Einspannen Umstande, daß eine Viertelstunde nach dem Wegfahren des An⸗
und machte, wenn er fort war, das Hofthor zu; von allem dem geklagten seine Frau schon als Leiche gefunden und nicht der
war jenen Morgen richts geschehen. Nach dem durch den k, Bes leiseste Verdachtsgrund der Anwesenheit einer dritten Person in
zirksarzt von Germersheim konstatirten Befund der Leiche, gab der der Zwischenzeit oder eines Motives zu solcher That aufgekommen
selbe sein Gutachten dahin ab:e daß die verschiedenartigen dorge⸗ fei ernstlich wohl nicht die Rede sein. So weise den don vornherein
fundenen Verletzungen unmöglich durch einen Fall über die Tre— schon alles auf den Angellagten als Thäter hin, gegen den aber auch
be entstanden sein können, oder daß, wenn Ehefrau Weiß wirk⸗eiue Reihe der gewichtigsten Indicien sich ergeben hatten. Vor allem
üch gefallen, sie dann, ehe sie sich erheben konnte, meuchlings dehe unumstößlich fest, daß beim Verlassen des Hauses durch ihn die
überfallen worden sei, kräftige Hände hätten ihren Kopf rechls Frau schon geraume Zeit eine Leiche gewesen und dies allein ent⸗
und links an die Kante der untern steinernen Stufe geschlagen, scheide schon den ganzen Fall. Gegen 9 Uhr nämlich sei die Frau
sie am Halse gewürgt, ihre an den Seiten gepackte Brust don in Leichenstarre gefunden worden, müsse also spätestens um 6 Uhr
born nach hinten zusammengepreßt, indessen das mitten auf ihr ums Leben gekommen sein, während Weiß erst um 8 Uhr herum frü⸗
Brustbein gesetzte Knie des ÄAngreifers einuen heftigen Druck aus— hestens halb 8 Uhr weggefahren sei. Er aber behaupte, daß beim
übte, infolge dessen Knochenbrüche entstanden und durch das auf Wegfahren die Frau noch gelebt, gearbeitet und ihm nachgesehen
die Eingeweide wirkende Gewicht die Leber geborsten und so der habe. Wozu diese Lüge uͤnd das Bestreben, sein Wegfahren mog⸗
Tod rasch eingetreten sei. Der Angeklagte hatte sich mit seiner ichst fruh und sein Wiederkommen möglichst spat zu setzen, da doch
20 Jahre ältern Frau im Frühjahr 1857 verheirathet, welch erwiesen sei, daß er um 9 Uhr gekommen fei und man zum Hin- und
Letztere einen Sohn erster Ebe halte. Wegen der bezüqlichen Ver Herfahren vom Acker nur eine Stunde brauche. Moge er wegge⸗
        <pb n="257" />
        sen
en
ür
ge⸗
en
m
.
ut
d
n
it

fahren sein— wann' et wolle, das. steheftst, daß dine Viertelstunde jen Untersuchung verlautet, daß gegen den Soldaten, welcher die
iach seinem Abfahren die Frau schon starr und kalt gefunden wurde. beiden Schüsse in die Menge sandte, scharf eingeschritten werden
wWie berdächtig sein Benehmen bei der Kunde von einem Ereig⸗ doll, da namentlich die obere Festungsbehörde die Ausschreitung
msse in seinem Hause! Dreimal habe er auf dem Rückweg gehört ungerechtfertigt finde. Unter dem früheren Verhältniß einer dua⸗
eine Frau ser im Ohnmacht gefallen, die Frau seines Stiefsohnes istischen Garnison war wenigstens die Garantie vorhanden, daß
dei die Treppe herabgestürzt und ondlich seine Frau liege todt dergleichen Vorfälle nicht ganz der Oeffentlichkeit entzogen blieben.
aheim und stets sei die ruhige Antwort die nämliche gewesen: In dem gegenwärtigen Uebergangszustand sind aber die Verhält⸗
Ach Gott! Das wird doch nicht sein!“ ohne daß er nur seinen nisse der Stadt zur Festung noch ungeregelt, und der Herr Ju⸗
Schritt beschleunigt habe. Woju die Versuche, die im Hause an⸗ stizministet hat auf die Interpellation der Mainzer Abgeordneten
zetroffenen Leute aus Leben seiner' Frau bei seinem Weggange in der Kammer nichts als ein Achselzucken gehabt; nicht einmal
lauben zu machen? Er habe auf das gemachte? Bett und von inen schwachen Schimmer von Hoffnung auf eine endliche ver—
iner Frau angeblich abgerahmte Milch hingewiesen und als ihm tragsmäßige Regelung ließ er durchblicken. So bleiben denn diese
ier wegen der Molke auf der Milch erwidert worden, die sei Verhältnisse einstweilen noch den militärischen ‚Ermessen“ anheim⸗
chon am Abend vorher abgerahmt worden, habe er dem Zeugen zegeben.
Dorrzadf zugemuthet er solle sagen, wie er die Frau- die Milch “7 Die Modefar be der diesjährigen Pariser Seidenbuͤnder
Morgens habe abrahmen sehen, und den Zeugen Peter Kramer st braun, oder „Bismark.“ Man hat dieselben in vielen Nuancen,
habe er erfucht, ihm aus der Noth zu helfen. Auch der Schwester ils: Bismareck faché, Bismarck de bon humeur, Bismarek foncé,
seiner Frau gegenüber habe er verdächtige Aeußerungen fallen ꝛismerek caporal, Bismarck poivrade u. a m. endlich auch:
assen wie: „An' so einem Instrumente werden sie nichts finden“ Zismarek in extremis! So berichten die französischen Blätter.
auf den Vorhalt nämlich, ob er am Beil gewesen — „Meine 4 Eine Masure, preußischer Reservist, hatte sich noch nicht
Vronich (Veronika) ist an Allem Schuld, die hat mich soweit gee ange eine Frau genommen, als die Einberufungsordre kam. Es
bracht,“ und endlich, als diese ihn fragte, ob er die am ersten Tage zing nach Böhmen und bei Trautenau blies ihm eine österreichi⸗
nicht vorhandenen Blutspritzer am äußeren Thorpfosten etwa ge- che Kugel das Lebenslicht aus.Seine Kameraden sahen ihn
macht habe, mit gesenktem Kopfe die Erwiderung: „Nimm einen an einem Hohlweg fallen und ließen ihn liegen. Die Todesnach—
nassen Lumpen und wische sie ab.“ Hiernach sei die Gewißheit richt kam seiner Frau richtig zu. Die weinte tapfer und nahm
gegeben, daß Weiß der Thäter sei und es sei Zeihailtig wie er zach einem halben Jahre einen andern Mann.“ Vor! ein paar
eine Frevelthat ins Werk gesetzt habe, sob durch Treten, Knieen oder Wochen aber siellte sich der Todte frisch und gesund wieder ein
Schlagen. Ftage man nach dem Beweggrund zu der That, so liege und das Gericht soll nun den ersten Mann in Haus und Hof ꝛc.
zieser in dem Hasse gegen seine Frau, den Zerwürfnifsen mit vieder einsetzen. Er war allerdings schwer verwundet gefallen,
dem. Sohne derselben wegen der Vermögensverhältnisse und der von eĩnem Lazareth ins andere gebracht und endlich geheilt wor⸗—
Habsucht des Angeklagten Daß vas Leheliche Leben desselben den. Auf dem Heimweg im Winter fand er lohnende Arbeit und
ein glückliches gewesen, gete gr Daran feiabet nur er selbst jo wurde es Frühjahr bis er heimkehrte.
schuld gewesenSeiune Frau habe sich so vielfach und so überein⸗ F Die Lütticher Gewehrfabrikanten sagen, sie hätten keine
timmend über die heimlichen nud raffinirtesten Mißhaudlungen Angst vor einem Kriege Napoleons gegen Preußen gehabte; um
ihres Mannes und mehrmals mit deutlichen Spuren von solchen nit den preußischen Zündnadeln Krieg zu führen, müsse Napo—
veklagt, über Erhängungsdersuche, die'er schon an ihr gemacht, leon Chassepots Gewehre haben und die hätten ihm bis auf ein
sowohl in Deuifchland als guch in Amexila-(von 1861 auf 1862) paar tausend Stück gefehlt. Sie müßten dies am besten wissen;
daß an alle dem' etwas Wahres sein müsse. Ebenso müsse er denn sie müßten Napoleon die Chassepots (wenigstens die meisten)
nach den Andeutungen seiner Frau in Amerika eine schwere That liefern, aä Stück 72 Francs. Solche Gewehre mache man aber
peruͤbt und deren Verrathen durch die Frau gefürchtet haben. Aus nicht so leicht wie der Bücker die Bretzeln, dazu gehöre Zeit und
alledem ergebe sich aber auch die Absicht, seine Frau zu tödten, war von jetzt an wenigstens noch 14 Monate. Sie hätten auch
and der überlegte Eutschlußt hei seinem Handeln, wofür auch/ die 15 Monate contractliche Lieferungszeit.
Jewaltigen und vielfaͤltigen Verletzungen der Frau sprächen. S-- 7 Im Vatican zu Rom ist man lebhaft mit dem bevorste-
mit sei die Anklage des Mordes nach allen Seiten hin begründet. senden Jubelfeste des acht:ehnhundertjährigen Marthyriums
Schluß folat — A
— prochen werden soll, weil er als Entdecker der neuen Welt diese
—VV— Zermir q ꝛe s ugleich für den katholischen Glauben erobert hat. Mehr als
* Zweibrücken, 28. Mai. Auf der Pariser Ausstellung 500 Bischöfe haben ihren Besuch angesagt, 80 derselben werden
wird auch unsere Pfälzer Pferdezucht, und zwar in sehr wür⸗ die Gastfreundschaft des Papstes selbst genießen. Pikant ist es,
diger Weise vertxeten sein. Herr Jakob Stalter, Gutspächter daß Antonelli nur französische Bischöfe, und zwar gerade diejeni⸗
pom Ernstweiler Hofe, wird vom 15.. Juli ab auf seine alleinigen en eingeladen hat, welche im vorigen Jahre dem Pabste eine
Kosten, ohne jede Beihilfe von Seiten des landwirthschaftlichen Denhschrift überreichten, in welcher sie um die Absetzung Antonel⸗
Bereins, die Ausstellung mit 3 Hengsten und 2 Stuten der edel: ü's haten. Das heißt glühende Kohlen auf Feindeshaupt sammeln.
sten Abkunft (Schamyl) beschicken. Die Pferde sind, was Kör- 7F Tunnel unter dem Missifssibpi.Die verschie⸗
derbau und Eleganz anbelangt, in jeder Beziehung sehenswerth. denen Eisenbahngesellschaften, deren Linien in St. Luis (Missouri)
Sie gehören sämmtlich dem Reit-, resp. leichten Wagenschlage an. nünden, haben ihren Plan, eine Eisenbahnbrücke über den Strom
Die franzosische Regierung hat anerkennenswerther Weise außer zu bauen, wegen der zu großen Schwierigkeilen aufgegeben, und
onstigen Erleichterungen dem Hrn. Stalter zur Förderung seines wollen dafür auf gemeinschaftliche Kosten ein Tunnel unter dem
Unternehmens eine Frachtermäßigung von 50 Proc. gewährt. Mississippi anlegen. Sobald der Congreß die Erlaubniß ertheilt
Dem Unternehmen des Hrn. Stalter wünschen wir das Glück, jat, wird man ans Werk gehen. Der Tuunel soll nur eine
velches es bei den damit verbundenen Schwierigkeiten und dem dänge von 195 Kilometer (3600) Fuß erhalten, allein die Arbei⸗
roßen Rrisico verdient. er werden mit solchen Hindernissen zu kämpfen haben, daß die
Mainz, 29. Mai. Der Schuhmacher R. ist den am Abend dosten mehr als 7 Millionen Gulden betragen und die Ausfüh⸗
des 20. d. erhaltenen Schußwunden erlegen. Aus der eingeleite-/ rung mindestens 3 Jahre in Anspruch nimmt.

Mobilienversteigernuug.
Samstag den 15. Juni 1867. Vor⸗
nittags 9 Uhr zu St. Ingbert in ihrer
Behausung lassen die Wittwe und Kinder
des daselbst verlebten Baͤckers und Wir⸗
hes Georg: Best auf Zahlungstermin
his Martini nächsthin in Eigenthum ver⸗
teigern;
2 Kleiderschränke, 4 vollständige Bet⸗
ten mit Zugehör und Bettladen, 1
Secretair, 1 Pfeilerschränkchen, 1run⸗
ꝛer Tisch, 24 Stühle, 83 Wirthstische,
nehrere Bänke, alle zur Bäckerei ge—
jörigen Geräthschaften, 1 Dezimal⸗
waage, 1 Balkenwaage, eisernes Kü⸗
hengeschirr jeglicher Art, Getüch und
Weißzeita aller Sorten in großer

Zahl, 292 Ohm Brantwein, Fässer,“
Bütten, 1 Bauchbütte und sonstige
Gegenstände.

4 Tagw. 60 D. Wiese unterm Nun⸗
weg zwischen Gemeindeweg, die ganz
zewässert werden kann;
93 D. Wiese, die Geishrunnerwies; —
alles Ensheimer Bannes.
Blieskastel, den 24. Mai 18623.
Wiest k. Notar.
Donnerstag den 6. Juni nüchfthin des
Morgens um 10 Uhr in dem städtischen
Waaghause zu Zweibrücken läßt Herr Leo
Brosßß von da 1 größere und 1 kleine
Drefschmaschine und eine Kartoffel-⸗
mühle, neu und bestens construirt, frei⸗
willig gegen baare Zahlung versteigern.
Rettig
A. Gerichtshofe

Horn, kal. Notar.

Haus⸗- und Wiesenversteigerung

zu Ensheim.
Mitwoch den 12. Juni 1867, Morgens
0 Uhr zu Ensheim, läßt Peter Foh s,
rüher Gastwirth, jetzt Privatmann allda
znuf Zahltermine in Eigenthum versteigern:
rin in der Nähe der Gebrüder Ad t'schen
dosenfabrik stehendes Wohnhaus mit Land⸗
virthschaftsgebaude und einem wenig ge—
rauchten Bäckerofen, in welchem Hause 29
Fahre lang Gastwirthschaft mit gutem Er⸗

olg betrieben wurde;
        <pb n="258" />
        Wiesenverpachtung.
Montag den 3. Juni 1867 Morgens
um 10 Ühr zu Altstadt im Schulhause
säßt Herr Ludwig Nieser, Doktor
der Rechte in Mannheim, seine auf dem
Banne von Altstadt gelegene Wiese für die
diesjährige Heu⸗ und Ohmeterndte verpach—
en, nämlich:
32 Tagwerke 50 Dez. Wiese in den
erzenwiesen in 42 Loosen.
Homburg im Mai 1867.
Bartels, kgl. Notar.
nerwohy.

—D—
ont

n
Arni
q 2 24*
J—
Hunc.
2Commando.
Montag den 17. Juni —
Jahrmarlat
in St. Irhbert.
Viehmarkt
zu Blieskastel
am Pfingstdienstag den 11. Juni l. J.
Blieskastel den 29. Mai 1867.
Das Bürgermeisteramt
MP. Knaps.
R Limburger Aänse
ver Pfund 15 kr. in Kuͤten billiger.
Peter Stief.
Aq bis 30 Schoppen Milch kon⸗
nen noch täglich zum Wiederverkauf abge—
geben werden.

Näheres zu erfragen Ensheimerhof.
Sonntag Nachmittag 2. Juni
PrOCISICSSCIIM
bei M. Schneider

in Schnappbach.
Ich erhielt wieder eine Sendung gut
zeräucherter Pälzer⸗Schinken.
Erit2æ PAnzer Dieteor.
Milchverkauf.
Von jetzt ab, bekomme ich
täglich 2 mal Milch und
war Morgens 5 Uhr und
Abends 6 Uhr.
Auch werden noch einige Monatskun⸗
en angenommen.
P. Stief.
Bad⸗Gröffnung.
In meiner Bade-Anstalt
kann man jetzt wieder je—
den Tag kalte und warme
Bäder haben.
GEs ladet hierzu höf⸗
lichst ein
J. Grewenig, jr.
αιαιααα 42q

Eisenbahn-GEröffnungs-Ball
Sonntag den 2. Iun15c.
bei Ferdinand Oberiauser.
Anfang Abends 8 Uhr.
— — —— — — 728 — —
Feuerversicherungsbank für Deutschland
im Gotin.
Nachdem Rechnungsabschlusse der Bank für 1866 beträgt die Ersparniß für das
vergangene Jahr —AV — —
70 Vrocent —
der eingezahlten Prämie a *
Jeder Banktheilnehmer empfängt diesen Antheil nebst einem Exemplar des Ab-
ichlusses von Unterzeichneten, bei welchen auf die ausführlichen Nachweisungen zum Rech-⸗
aungsabschluß zu jedes Versicherten Einsicht offen liegen. *
Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Gefellschaft
beizutreten, geben die Unterzeichneien bereitwilligst desfallfige Auskunft und dermiiteln die
Versicherung. .—
Landau, den 18. Mai. 18672.
n Louis Hayer, Hauptagem. —
n Die Agenten: — un
Fritæ Panzerbieter, in Si. Ingbert ———
V. Neubechker, in Hornbach
. Pracet, in Zweibruͤcken. DV
Um mit unsern vorjährigen fagonirten RIleĩ-
ilerstossen rasch zu raͤumen haben wir dieselben
einem billigen Ausberkauf ausgesetzt und empfehlen
ganz neue Sachen ebenfalls sehr billlg.
J. Lyon Söhnmne
e6 gegenüber dem Hotel Guepratte.
8gt. Johann a/Saar.
Kiefern ROhHhenGGten I. Qualität
zu haben bei
Ph. Lano zu St. Johann.
Zahnarzt r——

. 4 neue Zimmer, mit Keller und
Garten, zu zwei Wohnungen sich eignend,
sind zu vermiethen bei

Joh. Schmidt

in der Gasse.
Fruchte, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der

Stadt Homburg vom 29. Mai
Weizen 8 fl. — kr., Korn 5 fl. 38 kr.
Spelz 4 fl. 15tr., Gerste, — Areihige, — f.
— kr., Mischfrucht 6 fl. — kr., Hafer
dfl. 40 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
jeln 1fl. 80 kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
Iltr., Kühfleisch 1. Qual. 15 kr., 2. Qual.
13 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 82 kr.

ver Pfd.

in Zweibrücken
sst für jede Zahnoperation so wie zur Ein—
tzung künstlicher Zähne täglich in dem
dause des Herrn Kartenfabrikanten Poppe
n der Pfarrgasse zu sprechen.

Engli. Patent. Stiefelwichse
vird jeden Dienstag, Donners—
tag und Samstag, frisch gemacht bei

P. Stief.

M äàXÄôò Oà”ÑãôXxäXäÛÛ.u XäûXòôà»Ddpr

——
Bekanntmachung.
Unterzeichneter macht hiemit bekannt, daß
von heute an, jeden Tag früh 5 Uhr,
frische süße Milch zu haben ist.
St. Ingbert den 1. Juni 1867
L. Wohlfart.
Annoncqo
Bauke und Wechsel⸗Geschäft
on Gebr. Pfei fror in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An⸗ und Verkauf aller Arten Staats-
apiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind industriellen Actien, Incasso von Cou—
yons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
icherung prompter und reeller Bedienung.

Provision 1 per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.

Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 28. Mai 1867

Preußische Kassenscheine.. 1 45.-452
Preußische Friedrichsdor 9 56/-657/
Pistolen —XXEDE 9 44 - 46
holländische 10 fl.⸗Stücke 50-352
)ucaten..... 33 -335.
OFrancs⸗Stücke.. 28-29
nglische Souvereings. 52 - 56
zold per Zollfund iin.. —
‚ochhaltiges Silber per Zollpfjund — —
Dollars in Gold 227228

— —

Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Jagbert.
        <pb n="259" />
        —V—— ι— α sι —V—— u alie
.3 L. * , 24 —— * :
* ———— J n berfer * g n N — .1
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ια α ι ι ιι, —
ιι] äα αιι ιιιν ι_ ι_ιαι uνο ασx
der StoIn Fb erter An ze ig LEre mit seinem Anterhaltimgsblatte erscheint wöchentlich Ddreimalea Dienst asg, Domner4astagl
ind Samstag Abonnementspreis vierteljährig 46. Krzri Anzeigen werden mit 3 Krzr. wie⸗ dreispaltigenZeile Blattschrift odere derdn
6 ath. staum berechnet. ανο ι ν ιιιÂι
—F 7 2 72* 222 —— —1 — * — — — äS * —— “ 4 * —2 —
Nro. 67* J wvi F — n —3R Diensta — den A. Juni e * nocha unde mna 1867
— — —D————
Deutschland. eh vaß J ——— r een und daß
Müruchee i 30. Mai. Im Ministerium ist man sehr an⸗ne, nach dem Ausfall dieser Beshrechn ugen Oesterreich Seinen lange
zelegentlich mit den ee nn —X den v84 hon signulisirte Entschadigumg für ertittene Verhuie am Lundern
ns memretenden Landtag eingebraͤcht verden sollen; neben dem U, usficht gestelt werden soll, enn die Frage vine grieduiche. Aojum
ee eesue die Ihre isos aad 1860 ducfte das neue Schult rhalt,— wenn . mit anderen Worlen dasbisherigen notthwenvig
Jesetz, das wegen Errichtung eines Verwaltungsgerichtshofes, ein lebel, die muselmännische ierese in Europa, ohne Bluver-
ues Verggeseß sich daruster besinden Ob die beiden perma- zießen beseitigt werden lann Aus ———
nen Ausschuüsse des neuen Cibilprozefes und gar, der. wegen dit vor langerer Zeit gemachte Mittheilung bestütigt wornach
e sogenanmene Socialgefe ßzen bis dahin mite ihren Zesterreich die Rerzogewing und Bosniem erhalten das Nonigreich
Arbeiten. zu Ende sein, so —daßsie von den Kammern koͤnn⸗ Lriechenland vergroßert ein Königreich Bulg axirnuunter einem
en berathen, werden, diese Fragedürfte 57— inbedingt ussischen Großfürsten -aufgerichtet, dem schwarzen Mesr der Cha⸗
aun bejahen sein. Der letztrree Ausschuße wirde erst nach alter des mare Qangum genommen werden soll ee
pfingsten, jeine Beräthungen veginnen, da jetzt erst einzelne (noch nijsishe Programm feit 850.im Sommen.welches biahet dem
uicht alleß Referenten mit ihren Vorträgen sertig geworden sind. Zaiser Mapoleon nicht sehr ·zugesagt haben fol. Preugen wicd
Die es aber muit dem Gefehen twurf wegen der Heeresorganisation die Interessen des Hohen gollern an der Donau esicher · wahrnehmen
jeht, davon lautet gar nichtz, Daß — ine überaus —Die Organisationsfrage in: Betreff Haunovers befindet sich
igendes Bedutfniße iste das heigt zu allem Ruͤderen auch . noch in dern leßten Stadinm, das ¶ Staatsministermm wirdenuchstens
ine in den lehten Tagen ergangene Fufscheidung des obersten kine definitiven Veschlüsse fassen.. Wie ich höre soll sig die Or
Berichtshofes, wodurch derselbe aussprach, daß nach den dermali⸗ unatur der Berwwalnmg m Weasenttichen an —J glterei
Gesetzen die Reservisten nicht gezwungen werden können, dem andestheile anschließen. Die Zeidlersche borresp Aneint.
Linruf zu den e eenge haistene. Diese Ente Braf Bismard werde wohl erst in der ¶ zweiten Halfte des Mo⸗
heidung wurde hervorgerufen durch die (auch während des lehten at. Jumi einen langeren Uriaub nehmen koͤnnen Wie ich hoͤre,
ndlages jur Sprache getommeneß diassenhafte Reniteng pfuͤzi. oill Graf Bismartk die zweite Abstimmung im Herrenhause abe
her Reserristen waͤhrende des vorigen Sommets, und die Siaats- varten Gerüchte von seinent Rücktritt nach der Prollamitrung
nwalischaften hanten gegen diefe e nümlichen Slrafen beantragt »er Verfassung werden mir /als unbegründet bezeigneü
velhe daz Geseß den wderspenstigen Conscispirten androhn. Was Bexlin 1. Juni. Im Hetren haug wurde hense ba⸗
aite hendes Recht ist damit wohl ausgesprochen, ügleich aber noch lriwesenden der Entwurf der morddeuschen Buuven ver atsung mnach
nehr jun Evidenz hebracht, dahß micht schnel gemugein nieues urzer Generaldebatte einstimmig angenemmen.— Die Hreuz⸗
stecht geschaffen werden muß ettung,vernimmt, daß die Wahlen zum Reichstag am 15. Jul
Mun hen, FJumni.Die besbrochenen Gesandischaftsernene Re Eröffnung der Bundesrathssitzungen am 1.August und die
nungen sind nun erfolgt: Fraf be Saufftirchen für Petersburg kröffnung des Reichstags ant“ September stattfinden werden
Donniges fur Bern,e Graf Quonde Jonn sur Haag und Bruft Unfangs Oktober sollen die —nenen Landet . füt den preußzischen
Az V Riederer fur Karleruhe, Graf, Panagarten fur London; Landtag wählen, welcher zu Anfang des November zusammentritt,
d. Tautphöus für Florenz. aachdem Ende Oltsber die Provinziallandtage versammelt waren.
Muü nche n, . Jum. Von, jetzt an in wenigen Wochen F, Die „Rorddeutfche Allg. Ztg.“ bemerlt der Augsburger „Allg.
vird die, ganze bayerische Armee mil Hinterladern (abgeänder- 3.“ gegenüber, daß Preußen von seiner früheren Concession eines
in Podewils versehen fein Der Diretlot der Amderder Ge⸗ Angangszolis von 3 Thlt. pro Kentner auf öste rreichische
pehrfahrit, Hr. d. Podewils, befindet sich“ hier und hat heute B eine nicht abgegangen sei. —“ Die Boͤrfenz.“ — erfährt, daß
iner Verathung n“ Kriegeministerium beigewohnt. . In Bes xstern der Bangquier Ezechiel Simon aus Hannover gegen eine
reff der diesjahrigen Herbstwaffenübungen. vernimmt man, daß Taution von 10,000 Thlra seiner Haßt entlassen worden ist.
nalnentlich auf dein Lachfehren mehrete Brigaden zu größeren , Berlin, L. Juni. In Potsdam haben gestern lange Unter⸗
Lebungen zusammen gegogen werden sollen. Die Beurlaubten der edungen zwischen dem auf der Durchreise nach Paris hefindli
Aressenden RKegimemer souen hierzu aufe den 2 September ein⸗ hen Czaren und dem König Wilhelm stattgefunden an welchen
hexufen werden — her Fürst Gortschakoff und der Graf v. Bismarck Theil nahmen.
Deü nhen 3. Juni. Die VBayerische Zeitung“ meldet: Itafien und Belgien werden ihre diplomatische Pertretung bei
Fürst Hohenlohe ist am 2. Juni, Abends, zu Ministercon⸗ den. Staaten deg Norddeutschen Bundes in Berlin concentriren.
serenzen in Zollvereinsangelegenheiten nach Berlin abgereist. » Berlin, I. Juni. In Kreisen, wo sonst Gerüchten in den
Aus der Pfalz, 31.* Maͤl.“ Sicherem Vernehmen nach eltensten Fällen Beachtung gezollt wird, debattirt man seit einigen
vird die allerhöchste: Verbescheidung der ·Verhandlungen der letzten Tagen mit einer gewissen Beharrlichkeit die Eventualität des
arotestantischen Generalshnode in nächster Zeit erfolgen: (Bayr. Z.) kücktritis des Grafen Bismarck nach- der Proklamirung dor Ver⸗
Darnmistadt, L. Juni.“ In der zweiten Kammer: wurde assung des Porddeutschen Bundes. Man erzählt, Graf Bismarck
heuté über den Antrag auf- Eintritt des ganzen Großherzogthums jabe selbst geäußert, er wolle sich Ruhe gönnen, sobald er sein
in den Norddeutschen Bund berichtet.“ Ein Mitglied des Aus- Werk, ein gemeinsames Norddeutschland, vollbracht hat. Ich be⸗
chusses empfiehlt die Ablehnung; zwei verlangen unbedingte An⸗- nerke, daß in diesen vollständig unabhängigen Kreisen Graf Bis⸗
raͤhme; zwei anderofofortige Berhandlungen mit Preußen und narck vielen Sympathieen begegnet, daß man seinem körperlichen
den süddeutschen Staaten wegen eines ganz Deutschland umfassen⸗ zustand Rechnung trägt, andererseiss aber den Wendepunkt, wel
den Bundes, und, falls diese Verhandlungen erfolglos bleiben hex eben bezeichnet worden ist, für micht geeignet hält zum Rück
ollten, innerhalb eines Jahres beim Präsidium des norddeutschen ritt des ruhmgekrönten“ Staatsmannes.n Es-genügt, nicht die
Bundes den Eintritt Hessens in denselben, ohne die anderen süde droclamirung des neuen Bundes, sondern es gehört auch zur voll-
ꝛeutschen Staaten zu beantragen; zwei weilere Mitglieder ver⸗ tändigen Durchführung des begonnenen die vpöolkerrechtliche An—
angen sofortige Verbindung der süddeutschen Staaten mit dem rlennung des Bundes Seitens der anderen Staoten, es gehört
stordbund und, falls erfolglos, Verhandlung mit Preußen wegen dazu die Regelung des Verhältnisses zu Süddeutschland, da⸗
Fintritt Hessens in denselben. — Der Kriegsminist ex verlangt nit das Ausland aufhöre, Deutschland yut für einen geographie
02,0900 fl. für zwei Batterien Vier- und Sechspfünder. chen Begriff zu halten. 3 *
Berlin, 81. Mai. Graf Bismartk begiebt sich auf den Berlin, 1. Juni. Die, „Börsenztg.“ meldet, daß der Be⸗
Wunsch des Koͤnigs ebenfalls nach Paris, wo wichtige Vespre- uch des Kaisers Napoleon hier um die Mitte des September
Aungen uͤher schwebende Fragen, ftattüindeg werden. Ich höre, aunmehr angemeldet worden ist. — Es bestätigt sich, daß
        <pb n="260" />
        Mecklenburg selbst in Varis den Wunsch kundgegeben hat, wegen
der Regelung seiner handelspolitischen Bezichungen zu Fraukreich
in Verhandlungen zu tretem Diese sind bereits eürgeleitet. 5*

BexdinzeFJum. Die heutigen* Morgenblätter mel⸗
den, daß der — Parisaus einen Besuch) in London
machen werde. * *

Berlin, 3. Juni. (Athentisch) Der Tag des Abmar⸗
sches der preußischen Garnison aus Luxemburg ist noch nicht be—⸗
timmt, jedoch festgesetzt, daß die Luxemburger Garnisonstruppen
nach ihrem Abzug vorläufig nach Trier, Saarbrücden, Saarlouis,
Mainz und Frankfurt dislocirt werden. —

„Wien, 31. Mai.— Der Abendpost zufolge meldet eine De—
pesche Der österreichischen Gesandtschaft in Washingtou? vom 80.
MNai. Nachts, daselbst sei nur bekannt, daß nach Chambells Be—
richten Escobedo am 15. Mai Queretaro eingenommen und daß
dex, Kaiser von Mexico vohne, Bedingung capitulirt habe, — Das
neue Fremdenhlatt veröffentlicht den Entwurf der dem Abgeord⸗
netenhaus vorzulegenden Adresse. Derselbe bezeichnet. u. A. eine
zerfassungsmäßige Revision des Concordats als unabweislich
und werspricht die gewissenhafteste, Erledigung. der Finanzvor—
lagen. 34 .

Pest h. 27. Mai. Großeg Aufsehen erregt ein offener Brief
Kossuths an Deak, der am letzten Samstag in den Spalten des
Magyaxr Ujsag“ veröffentlicht worden ist. In Folge dessen wurde
das Blait an dem gengnuten Tage in 8000 Exemplaren perkaufit
und in der zehnfachen Anzahl von Exemplaxen ist der Abdruch
zes Briefes in die Comitate vexseudet, worden., Der Enthusias⸗
nus, welchen der Briefherporrufenn muß, wird nanrntlich auf
»em Lande sich in außzerster Potenz, manifestiren, wwd Ludwig Kos⸗
suth noch immer wig ein Heilger perehrt jst und seiu Hild in
eder Hütte hängt, Das Schreiben, welches gur. der Form nach
die Adresse, Doaks frägt und in der That ein Manifest au das
ungarische- Volk ist, enthält eine scharfe, Kritik, welche derx große
Igitator ꝓou⸗ I849 gegen den Agitatog von 1861 xichtet.
Pest ha 29. Mai. Heute wurde der Gesetzesentwurf. über
die gemeinsamen- Angelegenheiten in der Deputirtemafel bei Ab⸗
vesenheif hon 83. Mitgliedern mit 208 gegen 88. Stimmen an—⸗
zonommentee Denk wird den Autrag stellen den Wiener Reichsrath
um Kromnngsfest einzuladen. Heute Abend beginut der betreffende
Ausschuß, zu dessen Mitgliedern auch Deak zählt, die Ausarbeitung
zes Inauguraldiploms. Deak wird auf den Brief Kossuths nicht
nuworten, aber in den Vlüttern erklären, Kossuth habe diesen
Brief nicht ihm, sondern gegen ihn geschrieben; dex, Brief sei also
in Zeitunggartikel, eine oͤffentliche Anklage, gegen. welche sich zu
rechtfertigen er nicht füx noͤthig finde. Die, Gründe seiner Poli—
ik liegen offenda in seinen Reden; ex, habe, den friedlichen
Jusgleich für. heilsamer gehalten als eine Politik, die uns auf
Zuwarten, und, weiteres Leiden anweist und, die Zukunft des
Staates von zufälligen Ereignissen abhängig macht.Wer? kei⸗
nem Machtgebote gehorcht, wer nun das Wohil des Staates vor
Augen hat, der trxage die Last der Verantwortlichteit leicht, Er
dehe also für seine Ansicht ein. Diese habe er Niemanden auf⸗
gedrungen.„Die,; Majorität theile eben seine, Ueberzeugung und
sedürfe sejner Rechtfertigung nicht.— ν nt re,
ινιν FJrankreich, ι ιναν
Patis,'81, MaiDie schönen Hoffnungen,welche“ man
noch dieser Tagel auf kein kbetales Vorgehen von Seiten des
Zaisers gesetzt hatte, scheinen nun gänzlich“ gescheiterb zu sein
In der Umgebung des Kaisers stritten fich zwei verschiedene Strö⸗
nungen um den Vorrang. Die eine wuͤnjchte aufrichtiges Ein⸗
zehen in die Bahn des Liberalismus, während die andere unter
Leitung des gegenwärtigen Ministeriums das Beharren auf dem
alten regetionären Wege anrieth.r Für die erstere Eventualität
väre Ernennung eines liberaleren Mannes zum Minister des
Immern und die Auflösung des gesetzgebenden Korpers eine con-
ditio sine qua non gewesen. Der Kaiser scheute aber im letzten
Augenblicke den Schein der Nachgiebigkeit, der aus diesen Maß—
regelnhätte entstehen können, und er fürchtete zugleich/ in. den
neuen Maͤnnern, an welche er: sich hätte wenden müssen, keine
hinreichend sichere Stütze zu finden. So hat et denn den Vor—⸗
chlägen des Herrn d. Lavallette sich angeschlossen.— Man giebt
iich hier die groößte Mühe, den Kaiser Alexander zufriedenzustellen.
So wird man ihn vom Nordbahnhofe nach dem Palais Elyse
nuf Nebenwegen — durch die Rue Lafayheite ·—führen, damit
er nicht den Boulevard Sebastopol zu passiren habe, welcher un
weifelhaft traurige Erinnerungen in dem Herzen Sr. Majestät
vachrufen würde. — Es wird wieder auf, das Bestimmteste vers
ichert, daß der Kaiser Maximilian'sich in Queretaro auf
Bnade und Ungnade ergeben habe.
BParxis, J. Funi. Diesen Nachmittag don! halb 4 Uhr
in war ganz Paris auf den Beinen, um den Einzug des Czaxen
sun sehen. Die Vonlevards und Sträßen waren mit französischen

und russischen Fahnen geflaggt und Abgesperrt. Um dem Czaren
hdei den Parisern einen guten Empfang zu bereiten, haflen vor
acht Tagen die Blätter die Nachricht gebracht, er habe · Auftrag
gegeben, während seines zehntägigen Aufenthaltes hier die Sum
me von'5 Millionen Franken zu verausgaben. Trotzdem war
der Empfang nichts weniger als warm. Nach 4 Uhr war der
aiser in einem Prachtwagen zu dem Nordbahnhof hinausgefahren
gefolgt von den hier anwesenden Marschällen und den anderen
zöchsten Militär« und Civilpersonen. Gegen 5 Uhr kamen sodann
Barde⸗Uhlanen mit zwei kaiserlichen Piqueuren an der Spitze he⸗
angesprengt, dann folgten der Wagen, in welchem der Kaiser
lapoleon, der Czar und dessen beide ältesten Söhne saßen, sodann
vieder Garde Uhlanen und endlich die übrigen Wagen.; Einzelne
Ztimmen riefen Vivo PPmpereur!“ — welcher Ruf jedoch nur
venig Anklang fand, kaum daß die Zunächstehenden die Hüte ab—
zogen. Das Publikum bestand freilich zu einem Theil aus Frem—
den. Der Kaiser Napoleon sah gut und vergnügt aus. Eine
Menge Stadtsergeanten und Garden von Paris war aufgeboten.
Der bayerische Handelsmin ster v. Schlör, welcher seit sechs Ta—
gen zur Besichtigung der Weltausstellung hier war, ist diesen Abend
nach München zurückgereist.

Paris, I. Juni. Der Moniteur meldet: Die Aus—
vechslung der Ratificationen des Vertrags, welcher die
Berhältnisse des Großherzogthums Luxemburg regelt, hat am 81.
Mai in London stattgefunden.

Paris; K. Junin“ In der Stimmung des hiefigen Publi—
ums geht ein eher Umschwung vor sich. Vor noch sehr kurzer Zeit
var das Mißtiuen allgemein und man' glaubte keineswegs an
zie Aufrechthaltung des Friedens über den Herbst hinaus, jetzt
aber hat man das Zuttauen, daß sogar in den nächfter Jahren
überhaupt ein Krieg nicht mehr möglich sein werde. Verschiedene
Umstände haben zu dieser plötzlichen Sinnesänderung beigetragen;
uförderst die nun wirklich erfolgende Ankunft der europäischen
Souveräne, der man die größte Tragweite zuschreibt, und dann
jer Umstand, daß in ganz Europa die Friedensliebe viel stärker
st, als man gedacht haben mochte, und daß, diese auch 'in der
That diesmal die Kraft gehabt hat, sich geltend zu machen. Nun
laubt man, daß es Europa jedesmal ebenso wie diesmak ge⸗
ingen werde seine friedlichen Wünsche durchzuführen. Außerdem
äßt auch Preußens maßvolles Auftreten in der Luremburger,
der schleswigschen und der süddeutschen Sache von dieser Seite
eine Conflicte fürchten; ja es beginnen allmählig die Sympathieen
vieder zu erwachen, welche ein Theil der französischen Nation
ur Norddeutschland gehegt hat. — Graf Bismarck wird seinen
donig nun doch nach Paris begleiten.
zua .in: Je England. ———

Man erwartet binnen kuxzem die Antunft des ehe—
mals süd staatbichen, Präsiedenten Jefferson Davis
in England. — —— —

F 27 Belgien. J 9— *
Bxrüfsel, 2. Jun Dem. „Journ. de Brurxelles“ zufolge
hat die Pforie einem neuen Vorschlag des Kaisers Napoleon,
zur Prüfung der Beschwerden der Kandioten eine internationale
Anter suchungscommission niederzusetzen, zug estimmt.

Italien. ”

Florenz, 1. Juni. In der Deputirtenkammer hat die
herathung des Budgets begonnen. Die gersten ratificirte fi—
ianzielle Uebereinkunft wird der Kammer nächsten Montag vorge—⸗
egt werden. — Garibaldi ist unpäßlich und kehrt heute nach
Faprera zuruk.
Ronstantinopel, 31. Mai. Der Levante Herald mel—
et: Fuad Pascha hat neuerdings den Vertretern der Mächte eine
Lircularnote übermittelt, welche die Beschwerden der Pforte gegen
Briechenland recapitulirt und dieses für die Folgen seiner Hand—
ungsweise verantwortlich macht. — —

,
—A — — Schwurgerichtssitzungen.
e II, Quartal 1867. e —
Eschluß der Verhandlung gegen Heinrich Weiß von Bellheim).
Dem Vortrtage“ ber“E. Staatsbehörde entgegnete im Wesenilichen
ie Vertheidigung, daß von vornherein Vorsicht nöthig sei, weil
Borurtheil und Spick der Phantasie gegen den Angeklagten in
Bellheim thätig gewesen und ulles Folgende beeinflußt habe. Man
sabe einen anderen Thäter nicht zur Haud gehabt, sei daher auf
Weiß gefallen und habe nun in phantasiereicher Weise die von
ornherein auf einen Sturz deutenden Merkmale in der Art zu⸗
echtgelegt, duß sie auf den Angeklagten als Thäter paßten. Des⸗
alb aber sei er dies noch nicht; denn schon mancher Mord sei
egangen und der Mörder nicht entdeckt worden. Daher habe
        <pb n="261" />
        ren
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3—

Beiß auch micht nachzuweifen, .daß“ ein; Anderer und, Wer der
Noörder sei so wenig als man von ihm den Beweis dafür ver⸗
angen koͤnne, daß wirklich ein Sturz von der Treppe die Todes
irsache gewesen sei. Vielmehr müsse die Anklage das Gegentheil
arthun, und wenn nur noch die entfernte Möglichkeit übrig
leibe, daß ein Anderer der Mörder oder ein Fall die Veran—
assung des Todes, dann könne kein Schuldig gesprochen werden.
Diese Möglichkeit bestehe aber. Denn sei es unmöglich, daß die
Frau, um unten Platz zum Backen zu bekommen, das überflüssige
Mehl in den oben befindlichen leeren Mehlkasten habe hinauftra⸗
jen wollen? Mit der schweren Backmulde vor sich in den Armen,
jabe sie oben an der Treppe einen ihrer hysterischen Anfälle —
olche wurden allerdings hie und da bei ihr beobachtet — bekom⸗
nen, sei gegen die Wand gefallen und von da zurückgeworfen,
ei sie seitwärts die Treppe herabgestürzt und ihr nach die schwere
Mulde, welche sie mit Mehl überdeckt und dann zurückgeprallt
der von der Frau zurücktgeschoben worden sei. Durch diesen Fall
jei die Leber geborsten, wären die Rippen mit dem“ Brustbein
und das Zungenbein gebrochen worden, vder es sei nur ersteres ge⸗
schehen und eine unbekannte dritte Hand habe die übrigen Verletzungen⸗
deigebracht. Wäre das letztere selbst dom Anklagten geschehen so
wäre- es an der durch den Leberriß bereits entseelten Frau geschehen
johin kein; Mord, da mau kinx Leiche‘ nicht morden könne. Nun
dehe das ärztliche Gutachten zwar entgegen, allein die Erfahrun-
gen der Medicin seien noch nicht abgeschlossen, es könne auch
später einmal ein Fall des Bruchs des Zungenbeinss, durch Sturz
hbeobachtet werden, und die Geschworenen haͤtten, nicht' gebünden
an dein erpertisches. Gutachten, die Sache, sich selbst zurecht, zu le⸗
gen? Daß die Frau Ieem Weggehen ihres Mamnes ums Le⸗
ben, gelommenh sei micht exwiefen, wohl aher das Gegentheit. Der
erste Sachverständige, der Leichenstarre an ihr pesee habe, sei
det Bürgermeister und Unteratzt Reicheti!“ Der hei aber erst um
11 Uhr gekommen, und hiernach falle die- odeszeite zwis chen 7
und 8 Uhr, wo gerade, Weiß schon ins Feld gefahreu sei.“ Die
Leute, die une Oz Uhr schon-Leichenstarre wollten beobachtet haben,
seien ungebildete unwissende Bauern, die hiervon nichts verständen
und welche Bewandtnißees mit der Viertelstunde habe, die zwischen
dem Wegfahren des Weiß und der Ankunft des Kramer und
Anderer liegen solle, so dse man, daß auf dem Lande die Zeit⸗
angaben keinerlei Vetläsfigkeit gewährten. Die Frauhabe aber
wirklich noch zut“ Jeit Ves Weggehens von Weiß gelebt und ge—
ubeitetr:n Das / beweist das demathte: Bett, die gekochte: Suppe,
die getroffenen Zurüstungen zum Backen, der geordnete pollstän⸗
dige Anzug derselben, was alles Weiß nicht hade besorgen boönnen,
endlich der Befund des Magens, wornach sie kurz nach einer
leichten Mahlzeit, wohl die Morgenmahlzeit, beisftzrbesehg Auch
habe das jeden Morgen kommende Bäckermädchen auf die Frage
zon Außen, ob man etwas brauche, eine Stimme gehört, die
war anders geklungen wie sonst, ihm abet doch die der Frau
Weiß geschienen habe. Den Dörrzapf habe Weiß bezüglich der
abgerahmten Milch zu nichts bewegen, sondern ihn blos überzeu⸗
zen wollen, das müsse doch die Frau gethan haben, und wenn
er das glaube, könne er es auch sagen. Ueberhaupt liege weder
m Benehmen des Angekagten bei der Kunde des Unglücks, noch
in seinen späteren Aeußetungen etwas verdächtiges. Ihm seien
rerschiedene Nachrichten geworden, und über jede habe er sein
Bedauern ausgesprochen; seiner Schwägerin gegenüber aber habe er —9 ——
eren verfängliche Fragen einfach zurückgewiesen. Und wozu die—
Blutspritzer am äußeren Thorpfosten anbringen, wenn nicht, um den
erdacht gegen außen zu lenken? Wozu aber dann das Geheiß
olche abzuwischen? Damit sei es also Nichts, so wenig, wie mit
den angeblichen früheren Drohungen und Mißhandlungen gegen
eine Frau. Das sei alles das dumme Geschwätz einer zänkischen
aunenhaften, ihren Sohn gegen den Mann bevorzugenden Frau
ind die Ausgebutt ihrer hysterischen Zufälle und Wahnbilder.
Dahin gehöre auch die Andeutung über ein in Amerika begange—
res Verbrechen. Wo sei Haß nachgewiesen? Stets habe er die
Frau liebreich und zärtlich behandelt und die einzige Ursache zu—
veilen vorkommender Zerwürfniffe habe der Stiefsohn Franz ge⸗
zeben, der mit Hilfe seiner Mutter auf Kosten des Angeklagten
ich zu bereichern gesucht habe. Sohin sei nicht nachgewiesen, daß
mn Frau Weiß überhaupt Gewalt geübt worden, und wenn dies
zer Fall, ob es nicht ein dritter oder der Angeklagter doch erst
an der Leiche gethan habe. Keinesfalls habe die k. Staatsbehörde
zen Beweis der Absicht zu tödten und des übetlegten Entschlusses
geführt, da die Art und Weise, wie der Tod beigracht worden,
nicht feststehe und nach Allem anzumehmen sei, daß Weiß, wenn
r der Thäter, bei Gelegenheit eines entstandenen Disbutes im
Assecte und ohne Absicht zu tödten, gehandelt habe. Nach 7 Uhr
rfolgte der Ausspruch der Geschworenen; Weiß wurde der Töd—
ung ohne Vorbedacht für schuldig erklürt und zu sechzehnn Jahren
Zuchthaus verurtheilt. — J
Zweibrücken 3Z31. Mai. Unterm Heutigen wurde die lJetzte

Sache dieser Schwurgerichtssession, und zwar phne Zuziehung von
Heschworenen⸗gegen den flüchtigen Angeklagten Jakob Reinbold,
28. Jahre alt, Ackerer von Ilbesheim, verhandelt. Derselbe ist
»er kriminellen Verwundung angeklagt. Der Anlaß zu nachstehen⸗
dem Vorfalle war ein unbedeutender. In der Disque'schen Wirth—
schaft zu Ibbeshein war am 83. September abhin im oberen
Ztocke Tanzmusik. Bei dieser Gelegenheit klopfte der Bäcker An⸗
indreas Schmitt von Lauf mit seiner leeren Weinflasche zum Zei—
hen, daß er noch Wein haben wolle, auf den Tisch, in Folge
dessen aus den auf dem Tischen stehenden Gläsern der anderen
Burschen etwas Wein auslief. Dies wurde ihm von einem der⸗
elben in barscher Weise verwiesen, und als Schmidt in den Sack
zriff, um Geld zur Bezahlung des Weines hervorzuholen, wurde
zuf einmal gerufen, er wolle das Messer ziehen. Nun ging es
von verschiedenen Seiten über Schmitt los. Der Angeklagte
ackte ihn am Halse, schleifte ihn zum Zimmer hinaus, schlug
ind trat ihn mit Füßen, und warf ihn eine Treppenabtheilung
um die andere hinab, bis ex in der Einfahrt ankam. In Folge
dieser Mißhandlung brach Schmitt sein rechtes Bein, mußte nach
Hause getragen werden und war ungefähr 140 Tage arbeitsun—
ähig. Der Angeklagté hatte fich der gerichtlichen Verfolgung
zurch die Flucht entzogen. Er wurde vom Gerichtshofe in con-
amaciam zu einer Aiährigen Zuchthausstrafe verurtheilt.

gZer m ifsch t e s. 17

— Es ist wohl nicht überflüssig, darauf aufmerksam zu machen,
)aß die im vorigen Sommer ausgegebenen preußischen Darlehens-
assenscheinen? J, 5 und 10 Thaler vom LJuli 1867 au von
nen öffentlichen Cassen in Preußen nicht mehr in Zahlung ge⸗
ommen werdem
7 Mannheim, 29. Mai. Die Oper unseres Hoftheaters
xieidet durch den Abgang der Ftau Michaelis⸗Nimbs, welche sich
prerstin das Privatleben zirrückzieht, einen schweren Verlust.
Frau Nimbs ist heute zum letzten Male aufgetreten. Dagegen
vird V. Lachner, welcher durch längere Krankheit der Leitung des
Irchesters entfremdet wat, dieselbe wie wir hören, in nächster
Woche übernehmen.

F Karlsruhe, 831. Mai. Bei der heute stattgehabten
Serienziehung der badischen 35 fl.-Loose sind folgende 20 Serien
jezogen worden: Nr. 86, 198, 980, 1076, 1283, 1616, 2244,
850, 2556, 2807, 2868, 3446, 3829, 4066, 4788, 4880,
35704 5907, 6627 69838. 4.

—7 Hamburg, 29. Mai. Die Sammlungen für den
Freiligrathfond dauern fort und haben bereits an 6000 fl. erge⸗
ven. Fast täglich finden Vorstellungen zum Besten desselben statt.
Beie einer gestern zu diesem Zweck im St. Georgtheather veran—
talteten Vorstellung faud, sehr charakteristisch für die hier herr—
chenden Stimmung, folgende Stelle eines von Hermann Voget
jerfaßten Epiloges rauschenden Beifall: 13..
zz Und wo es klingt (das deutsche Lied), ob an der Do—
nau Borden

Db von des Rheines grünen Rebenhügeln,

Ob an der Nordsee, an des Belts Gestaden —

Ist aller Deutschen einig Vaterland.

Ja, einig heut' auch trotz des Bruderblutz,

Das jüngst des Mains, der Elbe Fluth gefärbt,

das deutsche Volk ist Eins in Nord und Süd,

Db Diplomaten auch auf Furstenwort

Durch Deutschlandsherzen eine Scheide zogen;

Db aus des Vaterlandes Grenzen se

Des deutschen Reiches aͤltste Söhne bannten, —

Das 'deutsche Volk ist Eins trotz alleden.

And regt es sich, so stürzen ein die Schranken,

Bricht morsch der Diplomaten Werk zusammen.“

— Verflossene Woche wurde das Hündchen des Briefträgers
n Höchst a. M. von einem großen Fleischerhunde gebissen, daß
s eine klaffende Wunde am Leibe erhielt. Um das Thierchen
‚on seinen Schmerzen zu befreien, trug es dessen Eigenthümer an
»en Main, um es zu ersäufen. In dem Augenblicke, als er es
erfassen und in das Wasser werfen wollte, gab ihm das Thierchen
n seiner Todesangst einen Biß in die Hand. In Folge der er⸗
zaltenen und nicht beachtenden Verletzung stellte sich Ende der
zerxflossenen Woche bei dem Betreffenden die Tollwuth ein und starb
»erselbe am Samstag Morgen·

Dr. Werner in Breslau hielt kürzlich einen Vortrag über
„Bier und dessen Verfälschung,“ wonach die Analyse des Bieres

einer großen Brauerei ergab: 8 Theile Dreiblatt⸗Extract, 1 Theil
Pomoranzen⸗Erteact, 8 Theile Dertrin, ' Theil Pigrinsäure mit
deutlichen Spuren von Kupfer. Noch schlimmer war es mit Ber⸗
liner Bieren, von denen das eine Quassia⸗Exträct, wilden Ros—
marin⸗Ertrart, wasserig⸗ spirttussen Kräbenaugen⸗ Extract (Strychnin
und Dertrin enthielt.
        <pb n="262" />
        Versteigerung.
Donnerstag den 6. Juni nächsthin des
Morgens um 10 Uhr in dem städtischen
Wanghause zu Zweibrücken läßt Herr Leo
Groß don da 1 größere und 1 kleine
Drefchmaschine und eine Kartoffel⸗
mühle, neu und bestens construirt, irei—
willig gegen baare Zahlung versteigern.
Mettig
Igl. Gerichtsbote.
Die neben Herrn Kaufmann Joh. Woll
dahier gelegene Scheuer des Herrn Gustar
Zix von hier ist zu vermiethen oder zu
herkaufen im

Commissions⸗ Bureau von
Westphälinger.

—
F

am Sonntag

erloren! Abend im Zu⸗

ge von Hom⸗

—X

vothes juchtlede rnes

Vortefeunille, enthaltend

3 Fünuf Thalerscheine,

ein Zehn Guldenschein und zwei

quittirte Rechnungen. Der redlche

Finder erhält eine gute Belohnung in der
Red. d. Bl.
Wohnungsveränderung.
Ich benachrichtige hiermit meine geehr—
ten Kunden und Gönuer, daß ich von
jetzt an in meinem Hause, frühere Becker⸗
schen) hinten an der katholischen. Kirche
wohne. 2*
Nicolaus Schiitz, Glaser.
prrLimburger Käse
dper Pfund 15.kr. in Kisten billiger.
beter Stief.

8L

Der 'untere Stock im dause des
Herrn Zär, bestehend in ä Zimmer- Küche
und Keller ist zu, vermiethen. ο
— —— 2 H. Westyhälin ger.
Viehmarkt
zu Blieskastel
am Pfingstdienstag den 11. Juni J. J.
Blieskastel den 29. Mai 18687.—
Das Bürgermeisterant 5.
P. Knaus.
Milchverkauf.
Von jetzt ab, bekomme ich
täglich Z mal Milch und
zwar Morgens 5 Uhr und
Abends 7 Uhr..
Auch werden noch einige Monatskun⸗
den angenommen.
. Stief.
Mehrere Beete Wiesen in den Groß⸗
wiesen sind zu vermiethen bei
Joh. Woll in der Oberstadt.
»Ich zeige hiermit an, daß ich

von heute an den Schoppen
fuße gute Milch zu 214 Kreuzer
ertaufe.
Dohaun Mollen.

—— a — — 2 8 ee F 2 e 4*
Feuerversicherungsbank für Deutschland
J in Gotha....
. Nachdem Rechnungsabschlusse der Bank für 1866 beträgt die Ersbarniß für das
vergangene Jaht: —2* ια να2.
— * ͤngn tan 70 Procent F — * en
der eingezahlten Prämie
Jeder Banktheilnehmer empfängt diesen Antheil nebst einem Exemblar des Ab—
chlusses von Unterzeichneten, bei welchen auf die ausführlichen Nachweisungen zum Rech—
nuͤngsabschluß zu jedes Verficherten Einsicht offen liegnn. 3
Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Gesellschaft
beizutreten, geben die Unterzeichneten bereitwilligst desfallsige Auskunft und permitteln dit
desihert
Landau, den 18. Mai. 188665..
Louuis Maxyer, Hauptagent. 3
—J uaß «Die Agenten α 8* —* *
Prereütæ Pamzerbhieter, in St Ingbert ν, α ι
N38 W. Meuhbeceer, in Hornbach —ι D———
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bis — fl. —: r.. Gerste — fl. s kr.
bis — fll. — kr. per 100 Kilo. Hafer
— fl. ⸗ kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 14 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl — fi. — kr. bis — fl.
— tr. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kre bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß — fl.— kr.
bis — fl. — kr. Blumenmhl. — fl.kr⸗
bis — fl. — kr. per 70 Kilo.,“ Reps
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85
ilo. Rüböl ohne Faß 19 fl. — kr dis
20 fi. — ir. Leinohl ohne Faß — fl.
— ir. bis — fil. — kr. Mohnöl ohne
—A—
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80 fl. — tr. Branntwein 832 fl. —r.
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genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
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Korn (180 Pfd.) 12 fl. — kr. — 12 fl.
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28* —
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F Raum berechnet.

Donnerstag, den?6. Juni 43 1867.
Deutschland. **

Müunchen, 1. Juni. An den großen Feierlichkeiten in
som werden dem Vernehmen nach von den Bischöfen Bayern's
ie Bischöfe von Regensburg und Würzburg theilnehmen und dem—
aächst ihre Reise dahin antreten.

Münche'n, 2. Juni. Der gewesene Gesandte in London,
Hr. v. Cetto, ist zum Staatsrath im außerordentlichen Dienft
ernannt. — J

Dienstes-Nachrichten. P

Durch Regierungsbeschluß vom 2. Juni wurde der Schul—
diensterspektant Friedrich Frey von Beindersheim zum Verweser
an der untern tathol. Schule in Contwig vom 1. Juni l. J.
an ernannt. —

Durch Regierungsbeschluß vom 8. Juni wurde der Schul—
ienster, pektant Jakob Fickinger von Mittelbach zum Verweser an
der protest. deutschen untern Schule in Eßweiler vom 17. Juni
. J. an ernannt. ——

Durch Regierungsbeschluß vom 4. Juni wurde das Gemein—
derathsmitglied Peter Funk zum Adjunkten der Gemeinde Spirkel—
bach und der Schuldiensterspectant Conrad Kuhn von Lambsheim
um Lehrer der kathol. Schule in Siebeldingen, letzterer vom 16.
Juni l. J. an ernannt.

Der k. Forstgehilfe Christian Erras in Hipoltstein wurde
‚um provisprischen Forstwart zu Ellersdorf im Forstamte
Amberg ernannt.. J

Durch die Ruhestandsversetzung des k. Forstwarts Karl Gleiß—
ner ist die Wartei Geisleithen im kgl. Forstamte Tirschenreuth in
Erledigung gekonmmen .

Karlsruhe, 2. Juni., In einer jüngst erlassenen Verord⸗
nung des Oberschulraths wird die Thatsache bestätigt, daß der
Besuch der Schullehrerseminare alljährlich abnimmt. Bei
der schlechten Besoldung, welche die Lehrer auch in Baden haben
ist es eben kein Wunder.

Karlsruhe, 4. Juni. Die Karlsruher Ztig. bringt nä—
jere Angaben über den Umfang des Tabakbaues im Zollperein
für das Jahr 1865, da ‚die Einführung einer gemeinsa—
nen Besteuerung des Tabaks in Aussicht steht.“

Daxrmstadt, 831. Mai. Aus der heutigen Sitzung der
weiten Kammer tragen wir noch nach, daß nach Angabe des
Finanzministers die Regierung seit längerer Zeit verhandelt über
die Erbauung folgender Bahnen: 1) Bahn von Offenbach nach
Hanau; 2) Odenwaldbahn; 3) Bensheim nach Worms; 4) Darm—
stadt nach Worms; 5) Gießen-Grünberg-Alsfeld-Fulda; 6) Gießen⸗
Büdingen Gelnhausen; 7) Mainz-⸗Alzey-Kaiserslautern; 8) Alzey—
Bingen; 9) Monsheim-Grünstadt-Dürkheim. Diese Bahnen wür—
den etwa 45 Millionen kosten, eine Summe, welche ohne beträcht⸗
iiche Verluste kaum zu beschaffen sein würde; eine solche Verant⸗
wortung könne die Regierung unter den jetzigen Verhältnissen
aicht übernehmen. Sie sei voriges Jahr mit der hessischen Lud—
vigsbahngesellschaft in Verbindung getreten wegen der rheinhes—
sischen, mit einer englischen und der bergisch⸗märkischen Gesellschaft
wegen der oberhessischen Bahnen; aber die politischen Ereignisse
hätten diese Projecte vereitelt. Darauf habe die erstere Gesell—
chaft den Vorschlag über Ankauf der Main-Neckarbahn gemacht;
und die Regierung frage nun die Stände, ob sie dem Projecte
ustimmen, und welche Linien sie wünschen? Mit der preußischen
Regierung sei man wegen Abtretung der Main-Weserbahn in Un⸗
zerhandlung; und auch hierüber frage die Regierung nach der
Meinung der Stände. Aus der Antwort des Abgeordneten Metz
ist noch hervorzuheben: Es sei sonderbar, daß man den Ständen
Fragen statt Vorschläge vorlege. Man habe Jahre lang den
Ständen keine Antwort gegeben, weil man keine Energie, keine
Entschlußfähigteit besitze, weil sich zwei oder drei Seelen im Mi—
nisterium befänden; die Vorlage eines Eisenbahnnetzes,
velches schon seit vier Jahren gefordert werde, müsse gemacht
derden.

Darmstadt, 1.Juni. Sämmtiliche hessische Postmeister
hegeben sich demnächst in preüßische Städte, um den preußischen
Postdienst kennen zu lernen, da mit dem 1. Juli unsere Postver—
valtung von Preußen übernommen wird.

Frankfurt, 5. Juni. Nach der „Börsenztg.“ steht die
Ausgabe von 5 Millionen Schatzscheinen, in neunmonatlichen
Terminen rückzahlbar, bevor.

Hanmnodver, 1. Juni. Die Königin Marie verläßt end—
ich daͤs Land. Zunächst geht fie nach Hummelheim im Alten⸗
zurgischen und spaͤter nach Hietzing. — Die Haussuchungen und
Verhaftungen aus Anlaß der entdeckten Verschwörung dauern
roch fort; selbstverständlich aber können wir bei unserem be—
chränkten Raume nicht von jedem einzelnen derartigen Fälle Notiz
iehmen.

Schwerin, J. Juni. Heute eröffnete der Großherzog in
Person den außerordentlich einberufenen Landtag. In den lan—
»esherrlichen Propositionen wird die Annahme der norddeutschen
Bundesverfassung empfohlen, da dieselbe bei allen sonstigen Män—
zeln doch Schutz gegen Außen und gegen destructive Tendenzen
m Innern gewähre.

Berlhisn, 31. Mai. In Wien circulirt das Gerücht, daß
»ie Juaristen 60 Millionen (Franken? Gulden? Dollars?) als
Lösegeld für Max verlangen. Es ist dies wohl nur eine Ver—
nuthung, da man in Wien es für unwahrscheinlich hält, daß Ju—
rrez die Gelegenheit nicht benutzen sollte, um für die dem merika—
rischen Lande durch“ das napoleonisch-bonopartistische Abenteuer ge—
chlagenen Wunden einen geringen Ersatz zu erhalten. Sollte sich
nun aber das Gerücht? von dem Lösegeld bestätigen, so würde die
zar nicht unwichtige Frage entstehen, wer das Losegeld bezahlen
'olle? In Wien dürfte es schwer, wenn nicht unmöglich sein, eine
Zumme aufzubringen; man würde von dort aus auch wohl Re—
zreß an den Kaiser Napoleon ergreifen, für den es eine morali⸗
che Pflicht wäre, seinem Schützlinge wenigstens das nackte Leben
zu retten. Eine eigenthümliche Ironie des Schicksals wäre es,
wenn jetzt plötzlich Max mitten in den Monarchencongreß zu Pa⸗
ris hineinschneite.

Berlin, 1. Juni. Der bevorstehenden Zollconferenz soll
iun doch keine Berathung des Bundesrathes vorhergehen. Da
Breußen durch die Bundesverfassung Vollmacht zu Unterhandlun—
jen mit den süddeutschen Staaten hat, so wird der Bundesrath erst
ann berufen werden, wenn es sich um Vorlage der die Zollge—
zgebung betreffenden Verträge an den Reichstag handelt. Der
TFonferenz wird namentlich auch die Aufnahme der Elbherzogthü⸗—
ner in den Zollverband zur Beschlußfassung vorgelegt werden.
Von Bayern soll, wie es heißt, die sogenannte Präcipuenfrage
zur Sprache gebracht werden, d. h. die Frage der Vorausbezüge
aus der gemeinsamen Zollkasse für gewisse Artikel...

Berlin, 1. Juni. Am heutigen Tage hat die Uebernah⸗
ne des ehemahligen hessischeu Oberamtes Meisenheim durch den
Oberpräsidenten der Rheinprovinz stattgefunden. Das Oberamt
st dem Regierungsbezirk Coblenz zugetheilt.

Berlin, 3. Juli. Die hier angekommenen Minister, Fürst
Zohenlohe, v. Varnbüher, v. Dalwigk haben wegen Re—
Jelung der Zollverhältnisse zwischen Süden und Norden heute
ine Conferenz gehabt, welche einem Gerüchte zufolge Graf
Bismarck präsidiren sollte. Es handelt sich um Verständigung
iber ein wichtiges Princip. War nämlich bisher leider in allen
Begenständen, welche im Zollverein verhandelt wurden, Einstim—
nigkeit erforderlich zu jeder Abänderung der bestehenden Bestim—
nungen, so werden sich jetzt auch die süddeutschen Staaten dem
Majoritätsprincip unterwerfen müssen, welches für die Gesetzge—
zung über die gesammten Verkehrsverhältnisse nach der Verfassung
—DDD
and muß auf diese Bedingung eingehen, wenn der Zollverein in
einem jetzigen Umfange weiter fortbestehen soll, und die süddeut—
chen Staatsmänner sind gewiß nur mit der klar ausgesprochenen
Absicht nach Berlin gekommen, dem Vrincipe sich unkerzuordnen
        <pb n="264" />
        und das Wie der hiernach nothwendig werdenden Einrichtungen
zu vereinbaren. Von einem süddeutschen Staate ist bekanntlich
hereits der Vorschlag gemacht worden. Abgeordnete aus Süd—
deutschlund in den Norddeutschen Reichssstag für die einschlägigen
Berathungen eintreten zu lassen und denselben in Zollangelegen⸗
heiten ein Votum zu bewilligen; gleichzeitig würden auch die süd⸗
—D———
absenden. Nach den Ministerconferenzen sollen Zollconferenzen
ttattfinden, bei welchen auch die übrigen Zollvereinsstaaten Nord—
deutschlands mit vertreten sein werden. — Wie ich vernehme
steht eine bedeutende Tarifermäßigung für den internen Telegra—
p hen⸗Verkehr bevor.

Wien, 1. Juni. Der Adreßentwurf für das Abgeord⸗
netenhaus, für welchen der Abgeordnete Herbst der Referent ist,
führt eine rückhaltlos offene Sprache, die nichts bemäntelt, nichts

zudeckt, aber doch vollen Glauben an Oesterreichs Zukunft ausspricht
und ein vollständiges politisches Programm giebt. Die Einlei⸗—
tung enthält eine scharfe Verurtheilung der Sistirungspolitik. Bei
iller Anerkennung der Thatsache, daß die Regierung in die ver—
tassungsmäßige Bahn wieder eingelenkt ist, ist alles bermieden,
wpas bex die Thatsache des Ausgleichs mit Ungarn hinausgeht
und der Feststellung des Rechtsstandpunktes vorgreifen könnte; nur
läßtz dex Entwurf durchblicken, daß in der finanziellen Seite des
Ausgleichs der Schwerpunkt der Verhandlungen liegen wird. Aber
nijt vollster Offenheit tritt er in die Verfassungsfragen ein, welche
für die Länder diesseits der Leitha zu lösen sind. Er fordert,

daß auch hier das Verfassungsleben mit den starken Bürgschaften
der ungarischen Verfassung umgeben werde, und stellt eine durch—
greifende Reform der Verwaltung, eine freisinnige Regelung des

Vereinswesens, die Verwirklichung der Preßfreiheit und endlich

eine gründliche Revision des Concordats als unerläßlich hin. Ue—

der die bisherige Finanzwirthschaft bricht er in wahrhaft vernich—

sender Weise den Stab und schließt, indem er freudig die Zusi⸗

cherung annimmt, daß eine Politik der Wiedervergeltung werde

berschmäht werden, mit einem Appell an die versöhnte und ver—

einte Kraft Oesterreichs, welche allein die Drangsale zu überwin—

den hoffen lasse, „die schon in naher Zukunft hereinbrechen könn⸗—

ten.“ — Der Adreßentwurf für das Herrenhaus, für welchen

Anton v. Auersperg (der Dichter Anastasius Grün) Referent ist,

perurtheilt nicht minder entschieden glögder Entwurf für das Ab—

geordnetenhaus die Sistirungspolitik uud ——8* nicht minder

energisch die schlimme, Lage in der das Reich sich befindet. „Noch

nie — heißt es da — so weit die Blätter der Geschichte reichen,

war dies Reich von einer solchen Wucht der manigfachsten Be—⸗

drängnisse heimgesucht wie in der jüngsten Epoche,“ nnd: „lein

Schleier ist dicht und groß genug um all die Schäden und Wun—

den, an denen der Staatskörper leidet, zu verhüllen.“ Im Ge—⸗

gensatz aber zum anderen Entwurf, welcher das Hauptgewicht auf

die Freiheitsfragen legt und die Wiederherstellung der ungarischen

Verfassung einfach als Thatsache hinnimmt, behandelt der Ent⸗

wurf fürs Herrenhaus aufs Eigenhändigste den Ausgleich, dem

jast die Hälfte des Raumes gewidmet ist, und spricht sich nur

zleichsam im Vorbeigehen für eine nothwendige Vervollständigung,

Belebung und Befestigung des Verfassungslebens aus. Üeber

Reformen auf dem Gebiete der Gesetzgebung ist er stumm und

empfiehlt nur im allgemeinen „erhöhte Pflege geistiger Cultur,“

von der er die Steigerung der materiellen Wohlfahrt abhängig

nacht. — Die Neubildung des Cabinets scheint auf unerwar—

ete Schwierigkeiten zu stoßen. Herbst und Anton v. Auersperg

haben vorläufig jedes Portefeuille bestimmt abgelehnt; ebenso

Berger aus angeblichen Gesundheitsrücksichten. Wahrscheinlich wird
— ** noch eine geraume Zeit lang in der Schwebe

eiben.

Pesth, 1. Juni. Der Kaiser ist heute wieder hier einge—
roffen. — Die Magnatentafel des Landtags hat heute den Ge—
etzentwurf über die gemeinsamen Angelegenheiten einstimmig an—
genommen, die Beschlußfassung über die vier Entwürfe (Betreffs
des Palatins, des Ministeriums, der Nationalgarde und der Büd—
getvotirung) aber wegen Zeitmangel auf nächsten Montag verscho—
ben. — Wegen einer angeblichen Lücke in der Entsagungsurkunde
des Kaisers Ferdinand waren Bedenken entstanden, welche nun die
Deputirtentafel durch Inarticulirung (d. h. Einregistirung) beseitigt
hat, so daß die Krönung dennoch an dem festgesetzten Tage stati
finden kann.
Frankreich.

Paris, 2. Juni. Aus guter Quelle wird versichert, der
aiser Alexander werde von Paris aus eine Amnestie für die bei
den letzten politischen Ereignissen in Polen compromittirten Polen
protlamiren.

Der Kaiser und der Czar, die zwei Großfürsten, der Kron—
prinz von Preußen, der Konig und die Königin der Belgier und
die übrigen fürstlichen Persöonen wohnten dem Wettrennen im.

Bois de Boulogne bei. Die Kaiserin und die Kronprinzessin
von Preußen waren nicht gegenwärtig. Bei dem Rennen, wel.
hem eine ungeheure Menschenmenge zusah, kamen zwei französische
Pferde zugleich ans Ziel; ein englisches war das dritte.

Wie die „Liberte“ wissen will, hätte der Kaiser von Ruß⸗
land in der kaiserlichen Tribine auf der Ren nbahn von Long
hamp ein Dekret unterzeichnet, durch welches alle gefangenen und
lach Sibirien verbannten Polen amnestirt würden.

Paris, 8. Juni. Gestern fuhr der Kaiser mit dem Cʒa⸗
ren, dem König der Belgier und dem Kronprinzen von Preußen
n das Boulogner Holz. Eine Menge von Gesandten mit ihren
Damen und andere politische Nolabilitäten hatten sich dem Zuge
angeschlossen. Die sehr zahlreich versammelte Menge — über
100,000 Menschen, — hielt sich durchaus ruhig, nur die vielen
anwesenden Preußen grüßten ihren Kronprinzen durch Hutabneh⸗
men, was derselbe freundlich erwiederte. Man ist ungemein auf
den Grafen v. Bismarck gespannt, zu dessen Ankunft mit dem
König von Preußen sich wahrscheinlich eine noch größere Menge
versammeln wird, als zu der Ankunft des Czaren. Bei dieser Ge—
legenheit muß ich Ihnen eine wahre Anekdote erzählen. Ein be—
kannter hiesiger Journalist wollte in den Wagen des Czaren hin—⸗
einrufen: „Vive la Pologne!“ Er irrte sich aber, steckte seinen
Kopf in die langsam fahrende Carrosse des Fürsten Gortschakoff
uind rief aus allen Kräften sein Hoch. Der russische Kanzler be—
znügte sich, abwehrend mit dem Kopf zu schütteln und den Zeug—
inger halb drohend, halb scherzend zu erheben.

Paris, 5. Juni. (Ohne Quelbenangabe) Auf Ansuchen
Frankreichs schickte der Präfident Johnson Hrn. Campbell neuer—
dings zu dem Präsidenten Juarez um die Freilassung des Kaisers
Marximilian zu erwirken. — Frankreich stimmi dem russischen
Vorschlag in der orientalischen Frage bei.

England.

London, 31. Mai. Im Unterhaus wird mit 306
zegen 179 Stimmen ein Antrag zur Reformbill angenom-⸗
nen, welchem zufolge kein Flecken unter 10,000 Einwoͤhnern
mehr als Einen Repräsentanten in das Parlament sen—
den soll.

London, 81. Mai. Wie Cremieur in Paris beim Kaiser
jatte Sir Francis Goldsmid hier sich eine Audienz bei Lord
Stanley erbeten, damit er seinen Einfluß für die gehetzten Juden
n der Moldau verwende. Sir Francis kam zu spät, denn Lord
Stanley hatte bereits an Lord Lyons nach Konstantinopel fehr
ntschiedene Weisung ertheilt, beim Fürsten Karl zu Gunsten der
Juden zu interveniren, die wahrhaft herzerschütternde Berichte
iber ihre Lage hierher geschickt haben. Diese plötzliche Judenhetze
st um so auffallender, als Fürst Karl sich zu Gunsten der vouͤ—
tändigen bürgerlichen Gleichstellung der Juden in der Moldau
irst vor Kurzem persoönlich ausgesprochen, man darf wohl sagen,
erpflichtet hat.

— Der Streit mit Spanien wegen widerrechtlicher Beschlag⸗
iahme eines englischen Fahrzeuges ist kaum seit einem Mongie
n einer für die spanische Regierung eben nicht schmeichelhaften
Weise beendigt worden, so kommt schon wieder die Meldung hie—
her, daß auf einen englischen Dampfer von dem spanischen Ka—
nonenboot Prosperidad geschossen worden ist. Der Dampfer heißt
Beninsula, macht die Fahrt von London nach Spanien uiun schon
eit 20 Jahren und muß den spanischen Küstenwachen und Kreu—
jern sehr wohl bekannt sein. Trotzdem wurde er auf seiner letz⸗
en Fahrt durch zwei Schüsse des genannten Kanonenbootes zum
Stehen gebracht und hatte ein insultirendes Verhör zu bestehen,
weil er angeblich zu nahe an der Küste hingefahren. Schließlich
wurde ihm die Weiterfahrt gestattet, doch erzeugen Vorfälle dieser
Art immer böses Blut.
Italien.

Aus Turin bringt der „Moniteur“ eine ausführliche Be—
cchreibung der Feierlichkeiten, welche gelegenilich der bürgerlichen
ind kirchlichen Trauung des Prinzen Amadeus stattgefunden ha—
ben. Die Hauptpunkte des Ehepaktes sind: Gütertrennung, 200, 000
Fres. jährliche Rente für das junge Paar, so lange die Mutter
der Prinze ssin Cisterna am Leben bleibt und eine Million baar
von Seiten dieser letzteren. Das Nadelgeld der Herzogin von Aosta
st auf 50,000 Fres. jährlich festgestellt.

Amerika.

Washington, 81. Mai. (epesche des österreichischen
Besandten nach Wien.) Queretaro wurde am 15. Mai in den
rühen Morgenstunden durch Ueberrumpelung genommen. Der
daiser zog sich in die obere Stadt zurück, allein ein heftiger Ar—
islerieangriff zwang ihn, sich auf Discretion zu ergeben, mit Me—
ia und Castillo y Cos. ADie Depesche Escobedos ist vom 16. Mai
atirt. Bis dahin war kein Gewaltact erfolgt. Ein anderes
utes Zeichen in Bezug auf die Absichten von Juarez ist die
        <pb n="265" />
        sin
el⸗
he

ß⸗
g⸗
J

—J

Freilassung von 600 in Puebla gefangenen Ausländern. Uebri—
jens verwendet sich die Regierung der Vereinigten Staaten nach—
prücklich für die Freilassung des Kaisers und dafür daß für den
persönlichen Schutz Sr. Majestät bis zur Einschiffung gesorgt
verde. (Nach anderweitigen Nachrichten hätte Juarez jedoch er—
ärt, daß die Freilassung des Kaisers eine Unmöglichkeit sei.)
Vermischtes.
München. Es ist die Rede davon, daß die Herzog-Max⸗
Burg von der k. Civilliste sür das Militärärar erworben werden
olle, um daselbst die einer wesentlichen Umgestaltung entgegense—
Jende Kriegsschule zu etabliren.

fLandau, 2. Juni. Bei dem am verflossenen Freitag

in Burrweiler stattgehabten Brande ist ein in der Wiege
zjelegenes etwa über ein Jahr altes Kind mitverbrannt; das
Feuer war dadurch entstanden, daß ein 4jähriger Knabe mit Zünd—
hölzchen einige Hobelspäne anzündete; als endlich die Flammen
aus dem Hause schlugen und die Nachbarn herbeieilten. hatte sich
der kleine Uebelthäter unter das Bett verkrochen; die Eltern waren
im Felde und hatten die Kinder allein zu * uee

f Landau, 4. Juni. Heute wurde das Contumacial-⸗Urtheil
vom 31. Mai abhin gegen Jakob Reinbold von Ilbesheim dahier
in offigis vollzogen. Das Verfahren dabei war folgendes: Es
wurde ein s. g. Schandpfahl auf dem „kleinen Platze“ errichtet,
an welchem der Scharfrichter Heinrich Graul von Irheim
einen Auszug des Urtheils gegen den flüchtigen Verbrecher wäh—
cend einer Stunde, von 8—59 Uhrr Vormittaͤgs anschlug; während
dieser Zeit nahm der k. Bezirksgerichtschreiber Domicil bei dem
gegenüber wohnenden Mohren-Onkel und errichtete ein Protokoll
äber das Geschehene. (A. W)

tSaarbrückcen, 4. Juni. Nach einer Bekanntmachung
Nönigl. Regierung zu Trier vom 27. Mai, c. ist die Polizeiver—
ordnung vom 14. Mai, betreffend das Verbot der Ein- und
Durchfuhr von Rindvieh ꝛc. über die bayerische Grenze wieder
aufgehoben und dafür verordnet worden, daß nur die Ein— und
ge österreichischem Vieh über die baherische Grenze unter—
jagt ist.

f Köhn; 1. Juni. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß
die schon seit Decennien projektirie Eisenbahn zwischen Köln und
Trier bald zu Ausführung gelangen werde, denn gerade in den
etzten Monaten hat es sich gezeigt, eine wie wichtige Rolle eine
solche Bahn beim Ausbruche eines Krieges, der immer noch nicht
den Unmöglichkeiten beizuzählen ist, zu spielen berufen sein dürfte.
Dazu kommt noch, daß es endlich an der Zeit ist, den lange
schon berechtigten Juteressen und Wünschen der Eifelbewohner
Rechnung zu tragen durch den Aufschluß jenes Gebirges. — Der
Vergnügungszug, welcher während der Pariser Ausstellung an!
edem Freitage von hier weiter nach Paris fährt, hatte gestern
Abend schon hier nahe an 500 Perfonen nebst 415 Stüd Ba—
gage. Der Fremdenverkehr hat fich überhaupt schon sehr gehoben.

Berlin, 81. Mai. Vorgestern wurde im hiesigen Thier—
garten ein junger Mann entseelt vorgefunden; derfelbe hat sich
mit einem Terzerol eine Kugel durch das Herz geschossen. Aus
der Matrikel, welche man bei ihm fand, ergab sich, daß der Ver—
storbene ein Student war; ein Brief den er vor seinem Tode
zeschrieben, gab zugleich über das Motib Aufschluß, welches ihm
»as Terzerol zum Selbstmord in die Hand gedrückt hatte: Der
unge Mann erklaͤrt darin, daß er vor 4 Wochen einen Ehren—
chein über 18 Thaler ausgestellt habe, woftr er don dem Geld—
geber 15 Thaler erhalten. Diesen habe er gebeten, den Schein,
der jetzt fällig gewesen, zu prolongiren, wozu er denselben nicht
habe bewegen koͤnnen. Der Gläubiger sei nicht zu erweichen ge⸗
wesen; da ihm aber keine Möglichken sich gezeigt habe, die Sache
zu ordnen, er aber den Tod einem ehelosen Leben vorziehe, so
habe er beschlossen, sich das Leben zu nehmen. „Schließlich“, so
heißt es in jenem Briefe, „empfehle ich jenen ehrenwerthen Gläu—
biger, der nur 150 pCt. nimmt, allen denjenigen die sich ruin i—
cen wollen.

- In Paris wird auch der alte afrikanische Wüstenlöwe
Abdel-Kader erwartet. Der Kaiser von Marocco hat abge⸗
chriebhann.

—Der zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigte Fenier!
Zurke ist sofort nach dem Montgoy⸗Gefängniß abgefürrt und in
die vorgeschriebene Sträflingsjace gesteckt worden. Seine Begna-
digung hatté er mit stutirter Gleichgültigkeit aufgenommen, doch
var er seitdem sichtbar ruhiger und bei besserem Appetit als in
en letzten Tagen. Für den ebenfalls zum Tode verurtheilten
Me'Afferty ist die Begnadigung noch nicht ausgefertigt doch wird
ie nicht lange mehr auf sich warten lassen.

-Branmd. Ueber einen kürzlich in Brody stattgehabten
urchtbaren Brand wird der wiener „Presse“ von dort unter

dem 25. Mai geschrieben: „Nach einem Intervall von 8 Jahren
der letzte Brand war am 5. Mai 1859) wurden wir vorgestern
neuerdings von einer furchtbaren Feuersbrunst betroffen. Um
5 Uhr Nachmittags des 23. d. brach das Feuer, dessen Ursprung
noch unermittelt ist, in einer engen, aus hölzernen Häusern be—
tehende Gasse aus, griff bei dem Vorhandensein leicht brennba—
rer Stoffe, und angefacht durch einen scharfgehenden Wind so
rasch um sich, daß man kaum wußte, wohin zuerst die Spritzen
ind Mannschaft zu dirigiren, und bald stand das ganze erste
Stadtviertel in hellen Flammen. Das Feuer begnügte sich nicht
nit den niedrigen hölzernen Wohnhäusern der Armen, die es rasch
vegfegte, es griff die beiden Synagogen an, von denen die eine
nicht unerheblich gelitten. Von da zog sich das Feuer, Alles auf
einem Wege vernichtend, zum großen israelitischen Spital, aus
»em die Kranken winselnd krochen, um sich in nahen Gärten zwi—
chen schützendem Gebüsch zu verbergen. Das Spital wurde voͤllig
niedergebrannt, ebenso die herrschaftliche Bierbrauerei nebst den
sdebengebäuden. Der Brand griff dann ein großes, der Herrschaft
ehöriges Holzlager an, verbreitete sich über die Bauernhütten des
zorwerkes Folwarki, wendete sich mit dem Winde gegen das
istliche und südliche Stadtgebiet, griff die Lembergergasse, die
Zfarrgasse und einen Theil des Ringes an und legte so inner—⸗
jalb 14 bis 15 Stunden 700 Häuser in Asche, machte 4000
Menschen obdachlos und- tödtete zehn Menschen, von denen Eini—
ze erstickten, Andere verbrannten, denn das Feuer griff so vehe—
ment um sich, daß man sich — eine Minute früher ziemlich sicher
— nur mit Lebensgefahr durch Flammen und Rauch, welche
aus allen Gassen schlugen, flüchten konnte. Der Wirbelwind
schleuderte überdies die glühenden Kohlen von den prasselnden
und krachenden Dächern, daß es buchstäblich Feuer hagelte! Es
var ein entsetzliches Schauspiel, das Herz und Nerven erschüt—
erte!“
7 Die „Newhorker Handels-Ztg.“ schreibt unter der Ueber—
ichrift: „Eine wohlgemeinte Warnung:“ „Unter günstigen Zeit—
erhältnissen finden hier einwandernde Handwerker in der Regel
ehr bald gut bezahlte Arbeit und, wenn sie sich mit geringem
Lohn begnügen, oder in der Beschäftigung selbst nicht wählerisch
ind, auch wohl in stiller Zeit, wie die gegenwärtige, soviel Ver—
ienst, um gegen Noth geschützt zu sein. An Feldarbeitern ist sel—
ten Ueberfluß und kräftige Männer, die ins Land gehen, ohne erst
in dem theuern New-York Geld und Zeit zu verlieren, kommen
um den Erwerb des täglichen Brodes nicht in Verlegenheit. Nicht
'o Handlungsdiener, von welcher Classe, selbst während der leb—
jaftesten Geschäftsperioden, in der Regel sehr viele mitunter äu—
zerst fähige junge Leute, die vergebens Stellen suchen, und die
»esten Empfehlungen bieten keine Garantie für ein Unterkommen.
In diesem Augenblicke ist die Zahl der unbeschäftigten Commis
so groß, daß hier in New-York allein vielleicht Tausende derselben
brodlos sind, oder nur durch Bereitwilligkeit zu jeder, auch der
niedrigsten, Arbeit ihr Leben fristen. Dabei sind die Aussichten
ür die nächste Zunkunft nicht der Art, daß auch nur dem grö—
zeren Theile der jetzt stellenlosen Commis Hoffnung auf baldiges
Placement gemacht werden könnte. Wir halien es demnach für
insere Pflicht, solche Commis, die nicht hinreichende Mittel be—
itzen, um auf mindestens sechs Monate hinaus ihre Erxistenz zu
ichern, vor der Auswanderung nach den Vereinigten Staaten zu
varnen, denn wie hier, geht auch auf den übrigen Handelsplätzen
»er Union das Geschäft sehr still.“
Theater in St. Ingbert.

So eben wurden wir durch die erfreuliche Nachricht überrascht,
daß schon im Laufe dieser Woche die Schauspieler⸗Gesellschaft des
ür die Pfalz conzessionirten Directors A. Schroth aus Mann—
jeim, bei uns eintreffen wird, um eine Reihe theatralischer Vor—
tellungen hier zu geben.

Sicheren Erhebungen zu Folge, erfahren wir hierüber, daß
ziese Gesellschaft, befühigte und talentvolle Kräfte aufzuweisen hat,
ie durch die Aufführung ihrer Schauspiele, Operetten Sing- und
Lustspiele in den bedeutendsten Städten der Pfalz, sich uungetheil—
ien Beifall erworben.

Wir fühlen uns veranlaßt, besonders hervorzuheben, daß
Ditector, so wie die Milglieder der Gesellschafi, (wie uns Augen
n. Ohrenzeugen versichern) durch tadellosen Wandel durch solides
zhrenhaftes Betragen, sich die Achtung und Zuneigung der Ein—
vohner ihres jeweiligen Aufenthaltes errangen, Wir hielten es
ür Pflicht, unsere Mitbürger hierauf aufmerksom zu machen und
jlauben unter solch günstigen Hinweisungen erwarten zu dürfen,
aß die strebsamen Bemühungen einer so gut empfohlenen Gesell—
chaft, durch fleißig zahlreicher Betheiligungen des Theaterbesuches
rmuntert und belohnt werden möchten.

Mehrer—Theaterfreun
        <pb n="266" />
        Landwirthschaftlicher Verein.
Denjenigen Herren in Zweibrücken und
St. Ingbert. welche im Monate April l.
J. Loose des landwirthschaftlichen Kreis—
Hmite's von Unterfranken und Aschaffen⸗
»urg zu der am 4. Mai l. J. in Würz⸗
burg veranstalteten Verloosung landwirth—
chaftlicher Geräthe und Maschienen genom⸗
men haben, diene zur Nachricht, daß aus—
weislich der anher mitgetheilten Gewinn⸗
liste aus Litera G der Loose, welche allein
im hiesigen Bezirke zur Ver *5 kam,
nur die nachstehenden ee ge⸗
vonnen haben, und zwar:
.Ad 331 eine Hornsby'sche Dampfdresch-
maschine mit Lokomobile;
619 „ große Buttermaschine;
„ 546 8, Baumscheere;
984 , Waschausringmaschine.
Zweibrücken, den 8. Juni 1867.
Das landw. Bezirkskomite
WVieyhmarkt
zu Blieskastel
im Pfingstdienstag den 11. Juni l. J.
Blieskastel den 29. Mai 1867.
Das Bürgermeisteramt
P. Knaps.
Wohnungsveränderung.
Ich benachrichtige hiermit meine geehr—
en Kunden und Gönner, daß ich von
etzt an in meinem Hause, (frühere Becker⸗
chen) hinten an der katholischen Kirche,
vohne. —F
Nieolaus Schütz, Glaser.
Eine frische Sendung Pr Limburger
Käse ist wieder angekommen bei
Pet. Stief.
Bestes Apfelkraut ist wieder ange—
ommen bei
Fritz Panzerbieter.
Am Pfingst⸗
montag
AZ-
r8Sĩlc
Jakob Quirin
auf dem Rentrisch.
Mehrere Beete Wiesen in den Groß⸗
wiesen sind zu vermiethen bei
Joh. Woll in der Oberstadt.
Ich zeige hiermit ergebenst
an, daß ich von jetzt an,
mein neues Atelier neben der Holz-
handlung des Herrn Otto Weigand,
Zohlenstraße, eröffnet habe und von Mor⸗
gens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
entgegennehme.
B. Ollig, Photograph.
Milchverkauf.
Von jetzt ab, bekomme ich
täglich ? mal Milch und
zwar Morgens 5 Uhr und
Abends 7 Uhr.
„Auch werden noch einige Monatskun⸗
Wen angenommen.
P. &amp;tief.“

ι
—— ——

Montag den (10 Juni
——
Jahrmarkt
in St. Ingbert.
Ich zeige hiermit an, daß ich
von heute an den Schoppen
— gtite Milch zu 2*40 Kreuzer
erkaufe.

19.,
21. ĩnn
21. ,
23.,

Ludwig 7 M. 20 T. alt S. v.
Jakob Eicher, de,
Jakob 11. M. alt S. v. Jalkoh
Stief. .
Jakob Zir 73 Jahre alt, .
Anna Maria Franziska 1 Jahr
5 M. alt, T. v. Heinrich Scherpf,
Carl 2M. 7 T. alt, S. v.
Carl Siegwardt
GBeorg 4 J. 3 M. alt, S. v.
Peter Schweitzer,
Louise 6 M. alt, T. v. Karl
Schwarz, 53 4
Catharina Fiack 46 J. alt, Ehefr.
o. Heinrich Eich,
Peter 1M. 6 T. alt, S. v.
Nicolaus Ochs,
Philipp Heinrich Schaum 71J.
alt, Glasmacher,
Johann 1 J. 7 M. alt, S. v.
Johann Becker,
Joseph 1 J. 1M. alt S. v.
Michael Noll,
Eva geb. Fuhrmann 65 J. alt,
Ehefr. v. Ludwig Fuhrmann
von Kleinbundenbach.
Jakob 1 M. 14 T. alt, S. v.
Jakob Schuster.
Verehelicht haben sich:
2. Mai. Valentin Michael Knapp mit Eli⸗
sabetha Kraus,
Peter Weis mit Maria Anna
Lofobre
Georg Fichter mit Margaretha
Goergen,
Joseph Roth mit Maria Catha—
rina Weber, I
Nikolaus Wagner mit Kathari—
na Kihm,
Karl Weiser mit Magdalena
Feß, 2
Peter Uhl mit Katharina Alber—
tha Schmidt.
St. Ingbert den 4. Juni 1867.
Das Bürgermeisteramt
Chandon.

24.,

Johaun Mollen.
Civilstaud der Stadt
St. Ingbert.
Geboren wurden im Monat
Mai 1867:
2. Mai. Magdalena T. v. Georg Schmitt,
A
55. . Zoseph S. v. Heinrich Abel,
5., Tarl Rudolph August S. v.
Martin Zott,
Louisa, T. v. Jakob Hemmer,
Anna Maria T. v. Pet. Groß,
Fmilie T. v. Jakob Spohn,
dudwig S. v. Heinrich Hauck,
Julius S. v. Johann Uhl,
Magdalena T. v. Joh. Joseph
dellenthal,
Maria T. v. Nic- Steinfeltz,
Joseph S. v. Jakob Theis,
Foseph S. v. Christian Beck
Foseph S. v. Georg Stief,
Maria Elisabetha Eugenia T. v.
Peter Heusser,
Tatharina T. v. Pet. Schweitzer
Maria Louisa T. v. Joh: Woll
klisabetha T. v. Peter Redel,
Ldudwig S. v. Joh. Jos. Ba⸗
tian,
Joseph S. v. Johann Latz
Margaretha T. v. Peter Kuhn,
Johanna T. v. Peter Schmitt,
Fohann S. v. Joh. Giesen,
deorg S. v. Georg Gentes,
dichard Johann S. v. Michel
dreitz,
rouisa T. v. Michael Wilhelm,
Flisabetha T. v. Joh. Schwarz
Wendel S. v. Friedrich Wachs,
Margaretha T. v. Nikolaus
Neyer,
Joseph S. v. Peter Uhl, Schmelz⸗
irbeiter,
deinrich S. v. Heinrich Schmitt,
Zergmann.
ßestorben sind:
Flisabetha 8 Monate alt, T. v.
Peter Zintel,
MNaria 1 J. 6 M. alt, T. v.
heinrich Schmitt,
deinrich Stief 68 J. u. 2 M.
ilt, Kaufmann, a
datharina 10 M. alt, T. v.
Heorg Kiehl,
deinrich 2 J. 8 M. alt, S.
o. Joh. Ripplinger,
sßeorg Best 37 J. alt, Bäcker,
Jakob Schwarz 37 Jahre alt,
Walzer,
Margaretha Kaffitz 28 J. alt
Ehefr. v. Alois Holzner,
Joh. Joseph Leonhard 19 J. 4
M. alt gewerblos,
datharina Roth 37 J. alt Wb.
o. Jos. Bauer,
Victor 16 J. alt S. v. Victor
hraffion,
stegina 1J. 6 M. alt, T. v.
Bgalthasar Gebhard,

24.
258.,
27.,
28.,
28.,
29.,
30.,
30.
31. ,

11.,
is.
14.;
—
14.

15.
16.,
16..,
17.,

9.,
16.,
21..
28.,

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 6. Juni.
Weizen 7 fl. 32 kr., Korn 6 fl. 1kr.

Berste Areihige, — fl. — kr., Gerste 4

ꝛeihige, — fl. — kr., Spelz — fl. — kr.,

Spelzkern — fl. — kr. Dinkel — fl.

— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

kfl. 48 kr., Erbsen — fl. — kr. Wicken

— fl. — ir., Kartoffeln 1 fl. 30 kr., Heu

Ufl. 24 kr., Stroh 1 fl. 12 kr., per

Zentner. Weisbrod 19 Kilogr., 19 kr.

dornbrod 3 Kgr., 28 kr., ditto 2 Kgr.

19 kr., ditto 1 Kgr. 10kr. Gemischtbod,

3 Kgr., 33 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth,

2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr., 2.

Qual. 15 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel—

leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per

Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.

Butter 24 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 4. Juni.

Weizen 7 fl. 35 kr., Korn 5 fl. 53 kr.
Spelzkern — fl. — kir., Spelz 5 fl.
31 kr. Gerste 5 fl. 58 kr., Hafer 4fl.
30 kr., Erbsen 4 fl. 50 kr., Wicken 3 fl.
59 kr., Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
3 Ppfd. Gemischtbrod 142 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 16 kr.

14.
17.5,

Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        Jι, , 8d 6 A rdd
— — — 4 * t
St. Ingberler Anzeiger.
7 ————— o XquTm., — 2 *
, , —X —VV — — — d eeths bx di ici
i)νν — 0
i l ,. nu., — — 29
der „St. Ingbert er Anzeigee exmit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstan, Donners stag
Ad Saamsia g. Abonnemenfsbreis vierteljährig 450 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr.die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
— Raum berechnet.“
—* 9 ——— ιι —* Z — — — — —— *
Nro. GHY. n ιCE »εag, den 8B. Juni —* n 1867.
J i — 11——*
— Deutschland. α.
München, 4 Junt.“Der“! gusgearbeitete? Entwurf eines
Schulgesetzes ist im Ministerium des Innern für Kirchens und
Schulangelegenheiten einer Lommissionellen Berathung unkerstellt.
Der Staatsminister v. Gresser soll beabfichtigen, einige tüchtige
Fachmänner zu berufen; um'deren Urtheile über die einzufuͤhrende
Reform des Volksschulwesens zu vernehmen! Der Staatsver⸗
rag zwischen Oesterreich und Bahern wegen des Baues der Müln⸗
henu⸗Brauͤnauer Eisenbahn äst endlich unterzeichnet. — Die „Con-
erenz süddeutscher Minister“ welche am Himmelfahrtstag in Nörd⸗
lingen soll staltgefunden haben, redueirt sich auf eine Zusammen⸗
kunft des Fursten Hohenlohe mit HerrnendeVarnbüler; bei
velcher dieselben über ein gemeinsames Verhalten bein der Berli⸗
ger Conferenze sich mögen besprochen häben.(Ein- Münchener Te⸗
egramm der „Koͤln. Zig.“ sagten die eindringlichen Vorstellungen
zes Hrn. ve Varnbüler, welcher ben gegenwärtigen provisorischen
Zustand des Zollvereins für unhaltbar erklärte,“ sollenn auf die
Rheschleunigung der Verhandlungen mit Berlün besonders einge-
wirkt haben: Auch hat Herr v. Varnbüler sehr entgegenkommende
Instructionen nach Berlin mitgenommen.)
Maunmchen, 5.0 Juni. Die Arbeiten an dem Gesetzentwurf
vegen! der meuen Heeresorganisation befinden sich im vollen Gang
and sind bereits soweit gediehen, duß es keinem Zweifel unterliegt,
es werde der vervollstandigte Entwurf dem Landtag bei' seinem
nächsten Zusammentritt in Vorlage gebracht werden können ·
Borlim, 5. Juni. MDie hrute erschienenen, Provinz.⸗Corr.“
zestatigt meine Mittheilungen iu Betreff der Wiahlen zum
Reichstag. — Dieselbe widmet auch der Reise des Königs
aach Paris einen Artikel, in welchem sie auf deren politische Be—
deutung und Wichtigkeit hinweist. Die Reise wurde in der That
erst beschlossen, nachdem Herr v. Benedetti Namens des Kaisers
Rapoleon amtlich erklärt hatte, daß Frankreich auf jegliche engere
Beziehung zu dem Großherzogthum Luxemburg, namentlich auch
in Betreff der Zoll⸗ und Handelsverhältnisse, verzichtet habe. Man
cheint hierauf ein besonderes Gewicht gelegt zu haben, — Die
Prov.«Corr.“ meldet ferner, daß die Verhandlungen mit den Mi—
zistern Süddeutschlands zu einer Verständigung über die we—
entlichen Grundlagen des anzubahnenden Verhältnisses in
Zolkvereinssachen geführt haben. —VV —
Nach einem Kabeltelegramm, welches die „Ind. belge“ aus
New⸗ York vom 1. Juni empfäußgt, sollen Maximilian und seine
Dffiziexe standrechtlich erschossen worden sein. Die Volkszeitung
zemerkt hierzu: Unglaablich klingt die Nachricht nicht. Bei dem
Hauß, welchen die Freiden in Mexiko auf sich geladen haben und
bei der Erbitterung Juarez, besonders darüber, daß, Maximiliau
bei seinem Regierungsantritt ihn und sein Heer als Räuber be—
eichnet und als solche viele Offiziere hat erschießen lassen — am
1. October ließ Max die gefangen genommenen jnuaristischen
Generale Arteaga und Salazar erschießen — ist die gemeldete
Thatsache als Act der Rache wohl denkbar. Auf jenen Befeh“
Maximilians recurriren darum wohl auch diejenigen Blätter,
welche das Auftreten Inarez vertheidigen odex entschuldigen.“
Berlin, 6. Juni. Nach der „Kreuzztg.“ ist die Tren—
ung des Marinewesgens vom Kriegsministerium beabsichtigt.
Wien, 5. Juni. Ju der Nachtsitzung des Abgeordneten⸗
jaufes legte der Justizminister Comers einen Gesetzentwurf über
die verfassungsmäßige Vehandlung ümfaungreicher Gesetzentwürfe
vor und kündigte als bestehende Vorlagen an: Strafgesetz, Straf⸗
brozeß, Cibilprozeß, Concursordnung, Verlassenschaftsbehandlung,
Pflegschaftsbehandlung, Grundbuchsordnung, Einführung der Frie—
zZensgerichte, Stellung der Richier und Gerichtsorganisation. —
In der hierauf folgenden Spezialdebatte wurden die ersten 12
Alineas der Adresse unverändert angenommen. —
.. Wien, 6. Juni Die Erzherzogin Mathilde ist heute Morx⸗
zens 6. Uhr gestorben. — In der gestrigen Nachtsitzung des Un—
kerhauses wurde der Adreßentwurf in dritker Lesung mit allen
gegen zwei Stimmen angenommen.—

Paris, 4. Juni. Trotz seines Amnestieerlasses erfreut sich
der Kaiser von Rußland hier keiner Popularität. Als er heute
rüh das Museum von Cluny besuchte, stießen die zahlreich ver—
ammelten Studenten den Ruf: „vive la Pologne“!“aus. Eben⸗
'o erhielt der Kaiser am Thor der russischen Kapelle ein Zeichen
des Mißfallens, als er auf seinen Wagen wartend die Grüße der
Menge nicht schnell genug erwiederte. — Ein Gerücht, das schon
lange umging, das ich aber bisher noch nicht zu melden wagte,
bestaͤtigt sich fast bis zur völligen Gewißheit. Die Kaiserin
hefindet sich abermals in interessanten Umständen, und zwar in
einem schon ziemlich vorgerückten Stadium. — Leider lassen die
Andeutungen, die von allen Seiten kommen, kaum mehr hoffen,
daß der Kaiser Maximilian mit dem Leben davongekommen sei.

Paris, 5. Juni? Wie ich höre, haben 3 — die Ver⸗
handlungen über die orlentalische Angelegenheit besonnens And
hat man bis jetzt beschlossen; daß Rußland und Frankreich gemeine
chaftlich die übrigen Großmächteauch die sechste: Italien —
auffordern sollten, eine Vermittelung in der kandiotischen Sache
n übernehmen. Wir erfahren aber, daß Frankreich nicht darauf
eingeht, etwas ohne Oesterreich und besonders ohne England un⸗
ternehmen. — Die Häupter der polnischen Emigration haben
Paris verlassen, um erst nach der Abreise des Czaren dahin zurück—
zukehren. Diejenigen Polen, welche, weil von der kaiserlichen
Regierung mit Geldmitteln unterstützt, sich nicht aus Paris ent—
fernen dürfen, haben den Befehl erhalten, sich nicht auf den Stra⸗
zen zu zeigen, während der Czar sie durchzieht. Unter den Stu—
denten, welche gestern den Ruf „Vive la Pologne* erhoben ha⸗
hen, sind sofort Verhaftungen vorgenommen worden. Trotzdem
haben sich gestern Abend vor der Oper, als der erste Wagen sich
zeigte, diese kindischen Demonstrationen wiederholt.“Die Advoka⸗
enkammer hat zwei ihrer Mitglieder in Anklagestand versetzt, weil
dieselben bei dem Erscheinen des Czaren im Justizpalaste aleich⸗
falls, Vivo la Pologne* gerufen haben.
Paris, 5. Juni. Der König von Preußen ist präzis 4
Uhr, wie der Moniteur gemeldet, im Nordbahnhof eingetroffen
und mit demselben Ceremoniell wie der Kaiser von Rußland,
von dem Kaiser empfangen und auf dem angezeigten Wege nach
den Tuilerieen geleitet worden. Das Wetter war wunderschön
und der ganze Weg den der Zug zurückgelegt, auf beiden Seiten
der Straßen mit einer dichten Menschenmenge besetzt. Viele
Zäuser waren mit Fahnen, beinahe sämmtlich die französischen
Farben tragend, geschmückt. Stellenweije hörte man den Ruf des
Bublikums: „Vive VEmpeéreur!“

— Die France sagt in ihren heutigen Betrachtungen über
den König von Preußen: Was uns betrifft, wir erklären aufrich—
nig, daß, wenn wir Prenßen wären, anstatt die Ehre zu haben,
Franzosen zu sein, wir auf diesen König und auf diesen Mini—
tex siolz sein würden. Der Empfang, der ihnen hier bereitet
sein wird. kann sicherlich nicht diese in Berlin so natürlich⸗
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        Bewunderung wiedergebeu; aber er wird nihts destwaveniger das daas daß dennez n
Begenstück. 49 Tambour sei, der eins Reise jncognito/ machen wollte. Was er
s ist Der Figaro giebt einen Plan der Truͤppenaufftellung bei eigentlich beabsichtigt habe, ob er etwa habe desentiren wollen ist
ꝛer inimer noch auf morgen anberaumten, Revue-zu Longchamp. nicht bekannt.⸗ Donnerstag⸗ Mittags wWurde dehehe in Augsburg
Die hohen eruchten mn ze ee Truppen Zngelietent und — e Ienmn mgen 8
auf verschiedenen Wegen nach dem Paradeplatz verfügen um sich einem seidenen Sonnenschirm in der Hand den escortire en⸗
zu in e Mitte desselben zu einer großen Schaar &amp; vereinigen. darmen bis zur h. Kreuz⸗-staserne voran.
Es gibt zunächst eine französische Gruppe mit dem Kaiser an der FHamburg, 3. Juni. Für den Freiligrathfonds sind
Spitze, der sich außerdem noch die Prinzen von Hessen⸗Darmstadt As heute hier 10,000. Mard / 4000 Thlr. Pr. Cr.)X einge⸗
und Sachsen⸗Weimar anschließen, en dn wne agangen; eimer. Drinnse Wan guod. Rew Hort zupolse wurden? dort
GBruppe, mit den französischen Ofsizieren General Leboeuf, Genes n wenigen Tagen 20, ollars subscribirt.
neral Fave, Baron Bdurgoing, * de Lauriston, und Capi⸗ 5 Das Hamburger Postdampfschiff ·, Cimbria“ ist vorstern
täju de Cherisey, endlich eine preußische Gruppe, inn dek außen den nit, Shäar Passagieren, starker Post und Ladung nach / Rew Yqrt
nilitärischen Begleitern des Koͤnigs sich auch Graf Bismarck als abgegangen.
Fuirassier-General befinden wird. Dieser Gruppe sind die fran⸗ Große Theilhnahme erregt das Schichsal des ehe—
osischen Generäle de Failly und Neille beigegeben. 64 gesattelle naligen Mitgüeds der fächfischen prphisoüschen Regierung von 1849
Pferde aus den kaiserlichen Marställen sind für den morgigen dezß Advocaten Tiezschinn he von- Banzen, wehcher or einigen
Tag den hohen Gästen zur Verfüguug gestellt. Jahren amneslirt, chon gebrochen ünd krank in Feiner Vatersiadt
⸗ —8 en * hend gen spre n dene inlangie und jetzt laut Verhandlung der Gemeindebehörden dajelbsi
wohnten der Kaiser, der Czar. der Konig und der Kronprinz u deren LAlmoseneinpfängern gehört
pon Preußen bei. Auf den Tribünen-befanden sich die Lasserin — — — e ne ee eseerfaigeuft— der Parijer
und die Kronbrinzessin von Preußen nebst. anderen Prinzessinen. Weltansstellung erntet ein belgischer -Uhrmacher, Herr Henrotay
dnturmense war so ungeheuer groß, daß Paris beinahe yn Vwerpiere wit iner endnet vi den Palast Napoleons
Ze Zant va a micht uhe en a
jel in der Rahe der Cascade von Longchampq ein Schuß auf in Thnen un ven en e en de donjon) ge⸗
en Wagen der beiden Kaiser. Der Königdan Preußen ftuhr igen bon b0 Santen e h e n ne Piattform
intendrein. Burger ergriffen den Alttent ater, welher wahrs hein. Werragte üͤber welche der üosteree he Adler des hen nn
lich ein Pole, dem Namen nach aber unbekannt ist. In Paris Das“ Ens * sentinte die Iiuel
9 . au u chwebt.en Das! Ensembleder Penduluhr repräsentirt die Insel
herrscht großs Bestürzung. Des Abends erschienen beide Kaiser, Elba, das Meer. und den, Goninent. Duf dem- Meere rudern
der König, die Prinzen und Prinzessinnen auf dem Balldes —9 — n 5*
russise Gefandten Der Fate ee de diteAcenane d.Kauffahrteis hiffe— Vor dem Palais befindet sich ein englischer
ee eandien. VDe Faler wurde m Barten, in dessen Mitte eicn-Wasserstrahl jpringi. Die Slumden
Paris, 7. Juni. Es hat ein Attentat auf den: Cza— e eeeee —5 6 7
oen stattgefunden. Ein zwanzigjähriger polnischer Flüchtling schoß nn Echnab lnimmt be * e
— an 9 ut, (lüch guwnSeite wendet, —mit: dem Degen
auf denselben mit einem doppelläufigen Pistol. Ein Oberst Lalle⸗ nu biner Kanone, die S A—

A ———— e me; die Stumden,schlägt; zund, dann, den Degen
nand ergriff! den Attentäter; das Volk wollte ihn insnltiren. vieder an seinen Platz- fletlt/ Um hr geht der- Noöiser mnn
Eine Frau und zwei Münner wurden verwundet . 666 b ee rrrrne “—

gwer anne it periduiteeinem⸗ Gefolgepn7Personen, aus seinem Palaisen,Die Schild⸗
*Italien. 3 — Da de ee ee re “ de
Flore uz, 5. Juni. In den Büreau's der Deputirtenkam- vewehrenn Der Kaiser promenirt einen ugenblig in dem en.
ner wurden der Gesetzesentwurf über die Kirchengüter und, der ann besteigt or den Thurm,-Rm zu prüfen ob das: Meer frei
Bertrag mit Erlanger abgelehnt. Die Büreau's bringen ein Ger st und ob er sich mit, seinen Tauppen,neinschiffen kann. Umn2
zenproject ein., Der Ruͤcktritt des Finanzministers, ist, wahr. Ihrmist der Kaiser eingeschifftinm mane sieht die Kriegsschiffe, auf
cheinlich .. J zatürlichem⸗ Wasser defiliren; reitte bleine hydramlischa Mühle hült
das Wassen in Bewegung.) Am 81Ahtnerscheint Napoleonr L. auf
inem; weißen Roßngefolgt. vone seinenTruppenen unde bespannten
Artillerier Pifcen. Albesnndrängt sicht zundieseimen meisterhaften
Verkeg —) J
F. Paru s.Wie: der Figaro verfichert wirrden. amverflos⸗
enen Sonntag auf demMarsfehde nicht weniger als 80 Taschen⸗
iebe auf frischer That ergriffen. Diese Zahl beweist vielleicht
ebensoviel für die hohe Gefaͤhr,“ welche die Taschen“ der Besucher
der Aussteller ausgesetzt sind, als für die: Geschicklichkeit und die
Wachsamkeit der Polizei.
f Ein RNewyorker Luftfchlffert ersucht die „Fereuzzeitung“
olgende „Notiz für die Königlich preußische Regierung abzudrucken;
„Newyork, 14. Aprik: Durch langjährige Erperimente und prak—
ijche Versuche bin ich dahir gekangt; vermittelsteines Luftballons
ie Luft zu durchfegekn mit derfelben accuraten Conttole und Si⸗
derheit wie ein Schiff das Meer, oder einen Strom durchfurcht
ind bestimmt sein Ziel erreicht. Mit derselben Bestimmung durch⸗
egle ich die Luft gegen den Wind, möge es in jeder, Jahreszeit
jewünscht werden. Diese meine Erfindung! habe ich praktisch bee
vährt, als ich nhch in Deutschland war, und hier in Amerika
ruch; allein dieses neur Litftballon⸗ System ist noch immer mein
alleiniges Geheimniß; warum so? du ist die Ursache einfach diese
ch will einer Regierung damit dienen, iwo ich garantirt bin und
wverde, daß meine Eefindung mir nicht streitig gemacht wird, und
auch eine Belohnnng dafür ethalte.“ Die Erpenses zur Construc-
ion eines solchen Lufthallons sind nicht groß, und es können
ünfundzwanzig solche Luftballons „construirt werden, von der
zrößten formidablen Form, wo jeder Ballon viers bis fünftausend
pfund tragen kanm init Sicherheit; die Kosten für alle fünfund⸗
wanzig Ballons überrngen nicht die Kosten eines einfachen KHanonen⸗
„ootes. Mein neues Luftballon⸗System ersetzt theils die Marine
oder die Geschwader zur See, theils die Armee zu Lande, weil
eder Aeronaut im Stande ist, mit einem solchen Ballon Truppen im
Felde, im Lager oder in Festungen zur zerstören und den Sieg
iuf dem Schlachtfelde zu ichern. Wie auf der See kömren Schiffe
erstort werden, einzeln oder in Gefchwaders, ohne daß meinem
Ballon etwas angethan werden kann, durch die einfuche Manipu—
ration bei herabschleudern von Projektils quf das Objekt, welches

V —R —A 8 7? 358
1Kaiserslautern, 5. Juni. Ein furchtbares Ereigniß
dersetzte heute Nachmitiag die ganze Stadt in Aufregung. Eiwa
39 Seminaristen begaben sich mit ihrem Schwimmlehrer an die
im „Blechhammer Weiher“ angelegte Schwimmschule. Während
der Zeit, in welcher die Schüler sich abkühlen wollten, machten
twa 12 derselben eine Fahrt auf dem im Weiher sich befindli—
hen Kahne. Beim Aussteigen kamen etma 20 Personen auf eine
Stelle des Gerüstes, die diese Last nicht zu tragen vermochte, ob⸗
Jeich die ganze Schwimmschule vor einigen Tagen reparirt wurde.
Das Gerüst brach:: Alle stürzten in die Wellen, sieben fanden
ihren Tod. Wir theilen nachstehend die Namen der Verunglück—
en mit: Jatob Groß von Eischberg, Hermann Ruth von
Leistadt, Ludwig Stexnberger von Freisbach, Adam Faul
»on Weilerbach, Philipp Ramge von Dreiseu, Wilhelu Sit⸗
el von Gangloff und Karl Zipfel von Wachenhein.

x Aus dem Bezirk Neustadt, 5. Juni. Betreffs der Leh—⸗
rexversammlung in Hildesheim wird mitgetheilt, daß von dort
zwei Ausweise angelangt sind, welche den kostenfreien Aufenthalt
daselbst, sowie bedeutende Begünstigungen von Seiten vieler Eisen⸗
jahn-Direltionen, denen sich gewiß auch die pfälzische anschließen
wird, in Aussicht stellen. Es blieben daher nur noch die nicht
ehr großen Reisekosten zu bestreiten, die durch den Beitrag eines
Schulfreundes schon theilweise gedeckt sind. Die Ausweise werden
dem Vorstande des pfälzischen Lehrervereins, Lehrer Gärtner in
Iggelheim, zu geeigneter Verwendung zugesellt werden.

. Ludwigshafen, 5. Juni. Heule hat sich die Actienge—
ellschaft für Fabriktion von Eisenbahnwagen unter der Firma
„Waggonnfabrik Ludwigshafen“ coustituirt.

München, 1. Juni. Vor einigen Tagen waren es 30
Jahre, daß Se. Majestät König Ludwig J. zum Inhaber eines
osterreichischen Dragoner-Regiments ernannt worden ist. Aus
diesem Anlasse befindet sich gegenwärtig eine Deputation des Re—
jiments dahier, bestehend aus 8 Offizieren, um dem Juhaber die
Glückwünsche des Regiments darzubringen.

r Utm, 30. Mai. Gestern wurde in Neu⸗Ulm ein Frauen⸗
immer, das in einem Gasthof logirte, von der Polizei verhaftet.

*
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        er
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iĩ
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*7

zernichtet werden soll. Ich habe xg robirtg und bin practisch
aͤberzeugt von der Ausführbaͤrkeit in Großen *mögen unch soge-
annte weise Proͤfessoren daruͤber lachen. Will die konigl preu—
zische Regierung meine Erfindung für Kriegszwwecke engagiren, ich
hin bereit, Preußens Könige und seinem Volke zu dienen, wenn
ch mit Geld-wersehen werde Durch den konigl. Preußischen Gene⸗
calconsuß von Mewhorl. und derpftichte zuich, ͤngesäumt nach Ber—
lin zu reisen, um die Sache auszuführen. Kiner königl. preußi⸗
schen Regierung und ihrem König ergebensten Diener, FrixX.
Pappey, Aeronaut, Nr. 5458 Broadwah, Singer Manufacturing
Co.“ — Ve geherenzzejtung“dfügt- hiuzn „Aus dem ⸗Begleit-
ichreiben erschen 3* der 35 Windsegler sich be⸗
reits zwei Mar an Depreußlsche Regierung gewandt habeaber
ohne Antwort geblieben sei. Wir dürfen wohl aunehmen, daß
auch die obige Veröffentlichung ihm weder Antwort noch Geld
zerschaffen wird, wollten aber doch unseren Lesern das Curiosum,
bez. den Humbug nicht A—
fEin gräßliches Jagdaben teuer.“* Ein Privatbrief
eines Offiziers dex französischen Besatzung, in Cochinchina schreibt
uus Saigun, vom I51 Jannar d. Is.: Ein Sergeant von det
Maxinez von der Garnison in Barhea der mit zwei Soldaten
auf aderũ Jagd Awar ist von einem der Tiger, von denen die Um—
zegend winnnelt, zexxissen worden. Dieser Unglückliche war auf
der Jagd nach Buͤffeln und⸗Elephanten, von denen es hier auch
diele gibt, und gerade etwas von seinen Kameraden entfernt, als
er plötzlich ant rechtene Bein von einem ungeheueren Tiger ge—
zackt wurde; der mit Linemgewaltigen Sprunge sich. auf ihn
türzte.“Autf das Gesthrei des Armennkamen feineKameraden
Jerbet · iind hattet Anelr enisetzlichen Anblick. Der Tiger berzehtte
den Sergeanten lebendig! Beide. Männer wurden davon st ergrif⸗
jen, daß sie hnmächtig wurden. Der Tiger unterdeß ließ seine
Beute micht los und jchleppte sie nur einige Schritte weiler. Abends
anden Offiziere derselben Garuison, die anuch auf der Jagd waren,
die beiden Soldaten noch ohnmaͤchtig; sie wurden zum Leben zu⸗
rückgebracht, aber sie waren wahnsinnig geworden.“ An ihrem
Geschrei, ihren Geberden, merkten die Offiziere, daß die Leuite
mijtz ejnem, Tiger zu thun gehabt,een Ineder That fanden sie auch
weiterhin den Rumpfe des anglücklichenz Sergeanten in einemn Ba—s
he. Rach der , Aussage des Wundarztes kann er erst nach einem
langen Kampfe mit dem Tiger gestorben sein, der sich einbeson⸗
deres Vergnügen dargus Femacht zu huben schien⸗ ihne grausam
zu quälen, indem ernmnurdas Fleisch von den Füßen und Bei—
nen; seinen⸗Opfers Abftoßate FSorhat sicht dieser Unglückliche bei
ebendigen Leiberselbst verzehren gesehen! Der Arme war' erst 16
Jahre alt; tiner der beiden Soldaten ist/ wieder zu sich gekom⸗
men, aber moch sehrischwach und hat ein nernöses Zittern behal⸗
zen, an dem Auskommen des Andern zweifelt man i.
Folgende Herscher, Präsidenten und Dictatsren haben seit
der Unabhängigkeit Mexitos von Spanien dort regiert: 2 7
1821 iurbide, Obergeneral. 1822 — Iturbide Kaiser.
1828 — Generale Guerrero, Bravo und Regrette, Dictatoren.
1824 — General. Pedraoz. Präsident. 1829 — Guerrero, Dic⸗
ator. 1830 — Bustamente, Praͤsident. 1832 — Pedrazzo, Praͤsident.
1835 — Santa Anna, Präfident. 1837. — Bustamente, Präsident
1840 — General Fariaos, Präsident. 1841 — Bustamente Präsi—
dent. 1842 — Santa Anna, Präsident. 1843 wurde SantaAnna ver—
agt und es folgte eine Anarchie, in welcher ungefähr ein Dutzend die
zberste Regirrungsgewalt beanspruchten. 1844 — Santa Anna,
Dictator. 1845 — General Cavalyo, Präsident. 1847 — Jose
Fusto Caro, Präsident: 1847 Paredes, Prüsident. 1848 --
Santa Anna, Präsident. 1849 — Herrera, Präsident. 1850
— ·Arista. Präsident.“ 18832 — Juan Celianos, Präsident.
1853 — Manuel Lembardini, Praäsident. 1833 — Santa
Anna Prüsident. 20 April 18833 — Santa Auna, Dictatot.
20. Dezember 1833 — Alvarez, Dickatotr. 1836.— Comon⸗
vrt, Präsident. 1858 — Miramon, Vice⸗Präsident. 1839 —
Zulsaga, Prüsident. 1860 — Miramon, Präfident. 1861 —
Fuarez Präsident. 1863 — Marimilian, Kaiser. Also in 35
Jahreu 82 verschiedene Regeütken, 2 Mal ein Kaiser, 5.Mal
Dictator, mehrmals Bürgerkrieg und zur Abwechslung allgemeine
Anarchie.
fUeber die Verheerungen, welche die Cholera in Buenos—
Ayres anrichtete, schreibt der dort erscheinende „Standard“ vom
25. Aprit: Die beiden letzten Wochen waren üheraus traurig.
illeber, 60,000 Menschen find vor der Senche aus der Stadt ge⸗
lohen, Trotz aller Bemühungen der Behörden war die Sterb⸗
ichkeit bis zum Charfreitag in der Zunahme begriffen und erst
dann minderte sie sich, Dank dem Witterungsumfchlage. Seit
den letzten 24 Stunden hat sich die Sterblichtett in den Hospi—
aͤlern so vermindert, daß die Aerzte endlich an ein Verschwinden
jer Seuche glauben. Mittlerweile stocken alle Geschäfte in Folge
er strengen Quarentäne Vorschriften auf den Flüssen.

Raris, 4. Juni. Die heutige Galavorstellung in der Oper
virs eine sehr prachtvolle sein. Die kaiserliche Loge mußtẽ erwei⸗
ert werden, um die Zahl der fürstlichen Gäste fassen zu können.
Sie wird mit Vorhängen und glänzenden Draperieen geziert,
Pflanzen werden aber nicht angebracht sein, weil die Kaiserin die—
elben für ihren jetzigen Zustand schädlich hält. Drei Throne
verden gqür die beiden Kaiser und die Kaiferin aufgestellt sein,
die übrigen fürstlichen Gäste werden auf 13.5215 Fauteuils Platz
tehmen. Beim Eintritte der Souveräne wird das Orchester die
russische Nationalhymné spielen., Wie viel diese Vorstellung kostet,
ann man schon daraus ersehen, daß der Sammeiteppich, welche
die‘ Treppe und das Vestibül schmückt; allein 20,000 Frs. ko—
tet⸗· Der·Platz kostet aber auch 800 Frs.le
. uα ν αν
Aup Landwirthschaftliches.

„Die Heuwerbung. Die heraunahende Heumachzeit
ermuntert uns, auf einige Fehler hinzueisen, welchet bei der Heu—
werbung gewöhnlich begangen werden. Zuförderst muß
man es gis xin Hauptübelstand ansehen, daß viele ja die meisten
Landwirthe das Gras einen zu hohen Grad der Reife erlangen
assen, von der Ansicht ausgehend, dasselbe müsse vöͤllig reifen
Zamen ansetzen, damit sich die Wiese jährlich besamen könne.
ẽEs ist dieses indessen ein sehr großer Irrthum, denn die gut ge—
flegle Grasuarbe bedarf der Besamung nicht, wejl die Graswur⸗
jeln die Fähigkeit tn sich tragen, stets neu auszutreiben, so lange
der Boden den Bedingungen der Ernährung enispricht, und fällt
dieser letztere Faktor weg, daun würde auch. die neue Besamung
nichts nuͤtzen. Ale gut gepflegien Grasländereien und insbesondere
die mehrschürigen Wiesen, deren Gras man niemals Samen bil⸗
den läßt und die dennoch in üppigster Narbe prangen, liefern
dafüt den hesten Beweis. Es dann dem insichtigen nicht zwei—
elhaft sein, daß ein Heu, das Samen gebildet hatte, kaum mehr
verth ist als Stroh. Sehr sorgfältig angestellte Fütterungsver—
uche haben dieses, wie vorauszusehen war, in unwiederlegüchster
Weise gezeigt. Nicht minder muß es Demjenigen der mit den
Besetzen des Pflanzenlebens nur halbwegs vertraut ist einleuchtend
erscheinen, daß die Graswurzeln; dereren Stengel reifen Samen
ragen, eine bedeutende Abschwächung erfahren und innerhalb we—
niger Jahre die Fähigkeit, eine üppige Vegegation zu entwickeln,
erlieren, wie denn auch selbstverständlich der Boden in seiner
draft jehr geschwächt wird, der richtige Zeitpunkk zum Mähen
zer: Wiesen bleibt immerdar der, wenn die meisten der verschiede⸗
ien Graßarten mitten in der Blü.he stehen, denn zufrüh gemähte
Bräser liefern ein zu maties Heu, indem die Kraftstoffe etfuhrungs⸗
näßig dann recht in den Stengeln und Blättern zur Vertheilung
ommen, wenn die Blüthe begonnen hat.

Das Salzenedes Heues hat sich nach mehrjähriger, prak—
ischerErfahrung vieler Landwirthe als sehre nützlich und vortheil⸗—
jast etwiesen; indem hiedurch nicht nur vielen nachtheiligen Ver—
inderungen bei längerer Aufbewahrung des Heues vorgebeugt,
'ondern dasselbe von dem Vieh anch lieber genommen wird. Da
»er Landwirth ja doch darauf angewiesen ist, mit seinem Vieh,
zesonders mit dem Mastvbieh, Salz zu füttern, so wird die Ver—
abreichung eines Theils desselben, nach oben angegebener Art für
um Besten gefunden. Das Salzen des Heues wird am Besten
zeim Abladen, oder auch schon beim Aufsetzen desselben auf dem
Felde vorgenommen. Man rechnet auf den Centner Heu s a
Pfund Viehsalz. Das Salz dient hier nicht als Nahrung, aber
e2s reizt, erleichtert die Berdauung und macht es dem Thiere mög⸗
iich, eine größere Quantität Nahrung zu verzehren und zu assi—
niliren. Man hat schon die Beobachtung gemacht, daß Thiere,
velche längere Zeit mit gesalzenem Heu gefüttert wurden, später
kein ungesalzenes mehr fraßen.

Ueber die Schädlichkeit der Kartoffelkeime.
ẽs ist wohl schon genügend bekannt, daß besonders die im Keller
iufbewahrten Kartoffeln nach Ablauf des Winters lange, blasse
deime austreiben, aber noch nicht genug bekannt, daß solche
deime einen Giftstoff enthalten, unter dem Ramen Solanin. Wie
zielfach aber kommt es vor, daß man solche Keime den Schwei—
nen zu fressen gibt, welche dann erkranken, ja sogar crepiren,
venn sie viel davon gefressen haben, denkt abet nicht darun, daß
hzieses von den Kartoffelkeimen herrühren könne. Auch sollen
chon Fälle vorgekommen sein, daß Rindvieh mit welichem man
zauptfüchlich Kartoffelschlempe fütterte, erkrankte und später crepirte,
hne daß man gleich die Urfache finden konnte. Man hatte näm—
ich gekeimte Kartoffeln zur Branntweinbereitung bemitzt, ohne
die Keime zu entfernen, det in den Keimen enthaltene Giftstoff
zlieb bei der Destilation in der Schlempe zurück, und wurde dem
zieh gegeben. Es ist daher eine unerläßliche Sache, die Keime
der Kartoffeln vor einem weiteren Gebrauche derselben zu ent⸗
ernen.
        <pb n="270" />
        Bekanntmachung.
Nachstehende gefundene Gegenstände kön⸗
zen von den sich legitimirenden Eigenthü—
ern nerhalb 14 Tage im Polizeibüreau
u Enppfang genommen werden, nämlich:
1) zwei Slück Kupfer, wahrscheinlich ein
Modell
2) an Geld 5 fl
3) ein Portemonnaie mit etwas Münze;
9 eine wollene Kaputze;
5) zwei Stücke von Ketten.
St. Ingbert den 7. Juni 1867.
Königl. Polizeilommissariat:
Grieder.

— 28 ⸗ 2 —
Tivoli in Dweibrüuecken..
Pfiugst-Montag, Morgeus 11 Ur: ——— —— J
Bock, Bockwürste mit Musikz

Nachmittags halb 4 Uhr: * ιν w
607 ν n e J— — ——

2 ⁊ PF 6 2* J J
II—
balb 3 Uhr: Steigen von Luftballonsz J — *
Abends: —* J — —R— —*2* zinr u *
Grosses Teuerwerlt.
Mountag den 17..Juni

aeett

uin SEt. Ingbert.

nin⸗zer Haνιιν,

ViIIexoyꝰ's Runmi Icuse,,

Emimnemn th. Sehweiererhüse l

bei Fritz Panzerbieter.
Vervachtung.
Maria Schuster hat 86 Ruthen
Wies in den Eichertswiesen für die dies—
—

zachten. 65

Wiesenversteigerung.
Dienstag dein 11. Juni 1867, Nachmit⸗
ags 8 Uhr, zu St. Ingbert bei Ferdi⸗
rund Oberhauser, läßt Bauunternehmer
deinrich Müller von Elversberg 6
is 7. Morgen“ Wiesen in den Schierer⸗
viesen oder in der Ruhbach St. Ingber⸗

er Bannes in Eigenthum versteigern.
Sorn, kal. Notar.

Theater in St. Ingbert.
Direktion von August Schroth.
Monutag den 10. Juni 1867.
Imm Sanle des Urn. Oh erhauser.
Zweite
Probe⸗Vorstellung.
Das Kätchen
von Heilbronn,
o der 3
Der Dra u n
in denr Sylvesternacht.
Nitterschauspiel in 3 Acten von Hollbein;
ür die Bühne bearbeitet von Heinrich v.
leist, nebst e inem Vorspiel:
Das heimliche
Gericht.
Dritte Probe⸗-Vorstellung.
Mittwoch den 12. Juni 1867.
Im Annle des Hri. Oberhauser,
Fanchon Vivieux
J genannt
Die Grille

Mobilienversteigerung.
Samstag den 15. Juni 1867. Vor⸗
nittags 9 Uhr zu St. Ingbert in ihrer
Vehausung lassen die Wittwe und Kinder
zes daselbst verlebten Bäckers und Wir⸗
—DD
bis Martini nächsthin in Eigenthum ver⸗
teigern;
2 Nleiderschränke, 4 vollständige Bet—
ten mit Zugehör und Bettladen, 1
Secretair, 1 Pfeilerschränkchen, 1 run⸗
der Tisch, 24 Stühle, 8 Wirthstische,
mehrerxe Bänke, alle zur Bäckerei ge⸗
hdrigen Geräthschaften, 1 Dezimal⸗
waage, 1 Balkenwaage, eisernes Kü—
chengeschirr jeglicher Art, Getüch und
Weißzeng aller Sorten in großer
Zahl, 212 Ohm Branwein, Füsser,
Zütiten, 1 Bauchbütte und sonstige
Gegenfttände

Eine frische Sendung / PESchweizer
Käse ist wieder angekommen bei
Wet. Stief.
Ich zeige hiermit ergebenst
—aaun, daß ich von jetzt an,
mein neues Atelier neben der Holz⸗
handlung des Herrn Otto Weigand,
Kohlenstraße, eröffnet habe und von Mor—
gens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
entgegennehme.
B. Ollig, Photograph.
Wohnungsveränderung.
Ich benachrichtige hiermit meine geehr—
en Kunden und Gönner, daß ich von
letzt an in meinem Hause, frühere Becker⸗
chen) hinten an der katholischen Kirche,
wohne.
Nicolaus Schütz, Glaser.
Ih zeige hiermit an, daß ich
von heute an den Schoppen
süße gute Milch zu 224 Krenuzer
verkaufe. —V — —
ZJobann Mollen.

oru, kigl. Notar. J
Samstag den 22. Juni 1867, Nach—⸗
mittags 1Uhr in seiner Behausung zu
St. Ingbert, läßt Jakob Wack Schrei⸗
ser daselbst wohnhaft, folgende Mobiliar—
gegenstände öffentlich in Eigenthum auf
Credit versteigern, nämlich:
2 Kleiderschränke, 8 Bettladen, 2
Küchenschränke, 3 viereckige u. 1 run⸗
er Tisch, 1 Arbeitstisch, 12 Stühle,
1 Pfeilerschränkchen, 1 Nachttisch, 1
dinderwiege, 4 große Bilder, 36
Scheiten Buchenholz, Schreinerwerk⸗
zeug, 4 Bienenhäuser, 1 Dreibäuer
uimd 3 Einbäuer-Dzierzonwohnungen
großer Reisekoffer, Eisengeschirr,
sowie sonstige Haus- und Küchenge—
geräthschaften. F
Horn, kgl. No tar.

oder
Die Hexe und der Bauer.
Ländliches Charakterbild in 5 Abtheilungen
von Cbarlotte Birch-Pfeiffer.
Wohnungsveränderung.

Der Unterzeichnete macht hiermit die er—
zebenste Anzeige, daß er seine bisherige
Wohnung bei Herrn Bäcker Hagemann
erlassen und nun in seinem eigenen frü⸗—
her Metzger Greff'schen Hause Neugasse
Vro. 47 wohnt.

Derselbe hält stets Lager in allen Ar⸗
ten neuer Uhren, und Bijouterie-Wagren.
Zugleich empfiehlt sich derselbe in Repa—
aturen von Uhren und Goldwaaren.

Für die Güte wird garantirt und feste
illigste Preise zugesichert.

Blieskaͤstel im Juni 1867.

. OdàIXin. Ubrmacher.

Sas heil. Vsinguneßte
wegen ert veint am Dienstag der
„Et. Ingberter Anzeiger“ nicht.

Die Medaction.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ 2c. Preise der
Stadt Hom burg vom 5. Juni
Weizen 7 fl. 53 kr. Korn 5 fl. 54 kr.
Spelz 5 fl. 13 kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — sl. — kr., Hafer
4 fl. 54 kr., Erbsen — fl. ⸗ kr., Kartof⸗
ieln Ufl. ZOkr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.,
27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgt
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 15 kr., 2. Oual.
'Z3 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 28 kr.
per Pfd.
tedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. JIngbert. —

Gut geräucherte Pfälzer⸗Schinken,
einste — Citro⸗
nen, feinsten grünen und schwarzen
Thee, Pomade, Haaröl, Bart—
IXX
e a» e.
Moine Wirthschaft
ist nun eröffnet

Bergmann Ludwig Stolz,
jat circa 45 Ruthen Wies in den Eicherts⸗
viesen für die diesjährige Heus und Ohmet—

J rnie zu verpachten, oder auch dieselbe aus
X. J. Stief. jfreier Hand zu verkaufen.
        <pb n="271" />
        St. Ingberler Anzeiger
gberler Anzeiger.
der „St. Ingberter Anz eig ex⸗ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
S a msag. Abonnementsvreis vierteljiährig 48 Krzr. Anzeigen werden it 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
— — — — — — — — — — —— — —
Nro. 70. Donnerstag, den 18. Iunn —— 1867.
—— —————— — ——— —— — — —— —
Deutschland.
—München. Am 17. Juni wird in Paris eine Con⸗
kerenz zusammentreten, um über die internationale Münzeinigung
u berathen. Bayern wird dabei durch den. Münzmeister Haindel,
velcher ohnehin Commissär für die Weltausstellung ist, vertreten
in. — Generallieutenant v. Brodesser wird auf seiner Inspec⸗
tionsreise auch die Pfalz besuchen. 88
Münmch en, 8, Juͤni. Der „A. Abdz.“ entnehmen wir
nachstehende Einzelheiten. Das Referat des Abg.Münch über
den Gewerbsgesetzesen twurf ist nunmehr gleichfalls bereits
dem Drucke übergeben und wird in ein paat Tagen vertheilt sein.
Dasselbe adoptirt vollständig die principiellen Grundlagen des Re⸗
gierungsentwurfes. Die vorgeschlagenen Aenderungen sind meist
edactionelle. Die wesentlichsten materiellen Modificationsvorschläge
bestehen darin, daßz die Ausübung der Preßgewerbe, die der
Regierungsentwurf bekanntlich der Concessionspflicht uaterwirft,
unter gewissen Voraussetzungen (guͤter Leumund ꝛc.) nicht vorent—
halten werden soll, daß ferner die Ausübung der Baugewerbe,
soweit für die Bauarbeiten eine baupolizeiliche Genehmigung vor—
zeschrieben ist, ebenso das Blitzableite rsetzen von dem Nach⸗
eife der Befähigung abhängig gemacht werden will. Aus den
zahlreichen Modificationen im Edel'schen Referate über den Gesetze
eniwurf über die Gemeindeverfassung heben wir einslweilen fol⸗
gende aus: Von den Bestimmungeo des Entwurfes war insbeson⸗
dere jene scharfen Angriffen ausgesetzt, welche die Staatsaufsicht
behandelt. Referent hat alle Ausdrücke zu beseitigen gesucht, aus
welchen stillschweigende Vorbehalte zu einer weit greifenden Be⸗
vormundung der Gemeinden gemacht und deren Selbstverwaltungs⸗
recht illusorisch werden könnten. Namentlich wurde hervorgehoben,
daß die Handhabung des Vollzuges des gegenwärtigen Gesetzes
nur fo weit überwacht werden solle, als das Gesetz selbst der
Thätigkeit der Verwaltungsorgane bestimmte Schranken gesetzt
oder dieselben an bestimmte Formen geknüpft hat, daß aber nicht
anter diesen Gefichtpunkt eine Kritik oder Beanstandung darüber
geübt werden könne, ob die Gemeinde von ihrer Befugniß einen
weckmäßigen oder unzweckmäßigen Gebrauch gemacht habe.
Zum Art. 161 — Verwaltung des Gemeindevermögens —
demerkt Referent, daß zwar gegenüber dem bestehenden Rechte
in dem Entwurfe eine bedeutende Erweiterung des freien
Verfügungsrechtes vorgesehen ist, das jedoch diese Erweite⸗
rung nicht vollständig zureichend erscheine . Es wird eine weitere
Ausdehnung der Befugnisse beantragt und statt der im Entwurfe
oorgeschlagenen Maximalsumme, innerhalb deren sich die Gemein⸗
den frei bewegen koͤnnen, die Seelenzahl derselben zur Richtschnur
zenommen und darnach die Grenzlienien des freien Verfügungs⸗
dechtes der Gemeinden abgestuft. Zu Art. 162 — Beschwerde⸗
recht gegen Beschlüsse der vorgesetzten Verwaltungsbehörden —
außert Reserent, däß nach seiner Anficht die Errichtung eines
Verwaltungsgerichtshofes, unentbehrlich sei, wenn die nöthigen Ga⸗
cantieen zur Sicherstellung der Gemeindeautonomie gegen mögliche
Uebergrifse der Aussichtsbehörden gegeben werden sollen. Nur
das Zustandekommen einer solchen Einrichtung könne einigen Er⸗
jatz dafuͤr bieten, daß der Entwurf es nicht unternommen habe,
für die Handhabung der Oberaufsicht und für Entscheidung von
Streitigkeiten und Beschwerden in inneren Gemeindeangelegenhei⸗
en neben den Staatsbehörden die Mitwirkung von Organen hö—
herer Stufen des socialen Lebens in Aspruch zu nehmen. Art,
152 soll demnach dahin gefaßt werden: „Gegen Beschlüsse der
vorgesetzten Verwaltungsbehörden in Gemeinedeangelegenheiten steht
den Geaͤmeindeverwaltungen innerhalb 14 Tagen die Beschwerde
—0 Instanz entschei⸗
det, soferne nicht die endliche Entscheidung gesetzlich dem Verwal—
mngsgerichtshofe zusteht.“ Den Art. 156, welcher bestimmt, „die
Heeederalhe, die Gemeindebevollmächtigten nnd die Gemeinde—
nusschüsse können von dem Könige aufgelöst werden ⁊c.“ beantragt
Referent zu streichen. Es sei allerdings nicht zu verkennen, be⸗
erkt Refcrent, daß die Consequenz der Auflösbarkeit der Abge—

—
rordnetenkammer, der Landräthe und Bezir ksräthe für die Auflös—
barkeit der zur Verwaltung der Gemeindean gelegenheiten und Ver⸗
waͤltung der Gemeinden gewählten Körperschaften spricht. Allein
die vorgenannten poliiischen Koörperschaften haben nur eine perio⸗
dische Wirksamkeit, während die Gemeinden in Permanenz bleiben
und bestaͤndig wirksame Organe besitzen müssen. Ueberdies hat
ein solches Kronrecht zur Auflösung der Gemeindeorgane bisher
noch nicht bestanden, und es würde die Aunahme des Artikels als ein
chwerer Verlust an dem bestehenden Rechtsstande der Gemeinden
mpfunden werden.

München, 10. Juni. Vom 1. Januar 1868 an tritt
in Slelle deß bisherigen Verwaltungs-, Geschäftze oder Etats-
ahres (4. October bis 30. September des naͤchsten Jahres) das
dalenderjahr. Das Geschäftsjahr 186667 hat zum Zweck
der Durchführung dieser Maßregel fünf Quartale zu umfassen
ind sich auf den Zeitranm vom 1. October 18606 bis zum 31.
Dezember 1867 auszudehnen. — Verschiedenen Anzeigen zufolge
„eschäftigt man sich in den betreffenden Ministerien mit der Frage
ob nicht die vielen Feiertage unseres Kalenders vermindert
verden können. — Das Kriegsministerium hat eine Anzahl von
Offizieren und Militärbeamten zur Ausstellung nach Paris geschickt
gehufs Studiums des militär⸗technischen Theiles derselben und
derwendung der hieraus gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen
ür die bayerische Armee.

Dienstes⸗Nachrichten. J

Seine Majestät der König haben unterm 5. Juninl. Is.
allergnädigst zu genehmigen geruht, daß der Steuer und Gemein⸗
de⸗Einnehmer Franz Hagemann von Rocenhausen, seiner Bitte
villfahrend, auf die erledigte Steuers und Gemeinde⸗Einnehmerei
Fdenkoben versetzt werde.

Durch Regierungsbeschluß vom 7. Juni wurde der Schul⸗
diensterspectant Wilhelm Kiefer von Speyher zum Verweser an
der gemeinschaftlichen Schule zu Sanddorf vom 12. 1. Mts. an
rnannt. —

Karsruhe, 10. Juni. Der Landtag wird in der Mitte
»es Monats September zusammentreten. Die hervorragendsten
Begenstände der Verhandlung werden das Militärgesetz und der
reue Zollvertrag sein. Da jenes auf der Grundlage der allge⸗
neinen Wehrpfuͤcht beruht, so wird das badische Heer bedeutend
zröͤßer werden als bisher, und es sind daher zu den früheren
eue Garnisonsorte in Aussicht genommen; so soll z. B. nach
Deidelberg ein Bataillon Infanterie verlegt werden. Diese Gar⸗
uson würde sich zugleich für den einzuführenden einjährigen Mi⸗
itardienst für Freiwillige empfehlen, weil derselbe gestattet, daß die
Militarpflichtigen ihre Universitätsstudien fortsetzen
rönnten.

Frankfurt, 10. Juni. Die Eingabe der ständigen Bür—
gerrepräsentation bezüglich der Ausscheidung des Staats⸗ von dem
Stadtver mögen ist abfällig beschieden worden. In dem be—
reffenden Minssterialschreiben soll gesagt sein, die 51er suchten
war nachzuweisen, daß die Propositionen der Regierung mit gro⸗
zen Nachtheilen für die Stadt verbunden seien; allein bei einer
veisen Sparsamkeit werde sich das weniger fühlbar machen.

Zuxremburg, 7. Juni. Die Garnison rüstet zum Abgang,
ind binnen 14 Tagen wird die Festung geräumt sein. Gleich
nach dem Abzug der Preußen werden von den in Echternach und

Dieburg garnisonirenden luxemburgischen Truppen 1000 Mann
nziehen. Der mit dem Verlust der preußischen Garnison ver⸗

knuͤpfle Verlust für Stadt und Land läßt sich nach der Thatsache
rmessen, daß eine Garnison einschließlich der Generalität und der

Ztabsoffiziere jährlich eine Summe von beinahe —A
Bulden in Umlauf setzten.

Oldenburg, 8. Juni. Das Militärbüdget des Nord⸗
euischen Bundes zwingt alle Staaten, auf Ersparungen im
Sfagtshaushalt zu denken. Zu dem Ende wird im nächsten
Herbst der Landtag wieder zusammentreten.
        <pb n="272" />
        Wien, 8.Juni.“ Ein kaiserliches Handschreiben amnestirt
alle bis zum Krönungstage wegen Majestätsbeleidigung oder Be—
leidigung der Mitglieder des kaiserlichen Hauses Verurtheilten in
den nicht⸗ ungarischen Kronländern und stellt alle dießbezüglich an⸗
hängigen Prozesse ein. Durch dasstlbe kaiserliche Handschreiben
sind 454 Sträflingen die Reste ihrer Strafzeit erlassen, bei —
Sträflingen ist die lebenslängliche in zeitliche Kerkerstrafe, bei 8
die Todesstrafe in Freiheitsstrafe umgewandelt.

Wien, 8. Juni. Der Prager „pPatriot“ erhielt ein Wie—
ner Privat⸗Telegramm vom 7. Juni Abends, wonach „es ver⸗
lautet, Kaiser Max nebst den höheren Offizieren seiner Begleitung,
Wickenburg und Khevenhüller, hätten freiwilligen Tod gesucht und
gefunden.“ Diese Nachricht steht im Widerspruch mit der Nach—
richt aus Newyork, wornach Maximilian kriegsgefangen sein soll.
Graf Wedell (Hannoyeraner), der vor einigen Monaten den Prin—⸗
zen Bernhard Solms in Wien im Duell erschoß, ist, wie die
„Presse“ berichtet, wieder nach Qesterreich zurückgekehrt und vom
Kaiser Franz Joseph durch Begnadigung von der Strafe für den
Zweikampf befreit. — Aus Wien wird gemeldet, daß der Ge—
meinderath sich zur Abhaltung des „dritten deutschen Bundesschie⸗
ßens“ im Jahre 1868 bereit erklärt hat.

J Wien, 11. Juni. Bei der Wiedereröffnung der Reichsraths
sitzungen am 17. Juni werden bezüglich der Wehrordnung und
der Befestigungsfrage zufriedenstellende Erklärungen im Sinne der
Reichsrathsadresse erfolgen. Im Unterrichtswesen und der Ehe—
gesetzgebung wird Trennung der Staatsinstitutionen von den kirch—
lichen beabsichtigt.

Pesth, 8. Juni. Gestern Nachmittag um 2 Uhr erschien
die vom Landtag ernannte Deputation in der Burg zu Ofen, um
in Gegenwart des Kaisers und der Kronhüter die Krone und die
Reichsinsignien in die eiserne Lade zu legen, welche mit großem
Gepränge in die Krönungskirche gefahren wurde. Im Lauf des
Tages traf der Frhr. v. Beust in Pesth ein. Den heutigen Tag
oerschönt das herrl ichste Wetter. Seit halb 4 Uhr des Morgens
dröhnten die Kano nensalven. Schon am frühen Morgen waren
die Straßen der beiden Schwesterstädte außerordentlich belebt. Die Ban⸗
derien der Comitate begaben sichzu ihren Sammelplätzen. Die Depu⸗
tirten in Gala versammelten sich um halb sechs Uhr in ihrem
Berathungssaale. Um 7 Uhr begann die Ceremonie der Krö—
nung mit dem Auszuge aus der Burg. Um halb 8 Uhr erschien
der Hof und der Koͤnig in ungarischer Generaluniform, die Mi—
nister und die Reichswürdenträger zu Pferde vor der Kirche. Der
König wurde überall mit größter Begeisterung empfangen. Dann
folgten die Königin in goldenem von acht weißen Pferden gezo—
genem Wagen, die kaiserlichen Kinder und die Palastdamen. Un
gerische Garden schlossen den Zug. An der Kirche wurden die
Majestäten von den Bischösen empfangen. Die Krönungsceremo⸗
nie selbst dauerte über eine Stunde. Als Andrassh nach deren
Beendigung Eljen auf die Majestäten ausrief, hallte es in der
Kirche und auf dem Platze donnernd wieder. Der Rückzug ging
nach der Garnisonskirche zum Ritterschlag, der nach 10 Uhr statt⸗
fand. Als der Konig herauskam und den Krönungsschimmel be—
stieg, wurde er mit namenlosem Jubel begrüßt. Nach vollzogener
Eidesleistung auf dem Krönungshügel des Franz-Josephsplatzes
fand gegen 12 Uhr die Ceremonie der vier Schwertstreiche statt
Der König ritt in kurzem Galopp den Hügel hinan und wendet

‚das Pferd bei jedem Streiche' nach der betreffenden Himmelsge—

gend. Herr v. Beust wurde an mehreren Punkten enthusiastisd

begrüßt. Am Nachmittag war Volksfest auf der Generalwiest

Ofen mit der üblichen Vertheilung von Fleisch, Brod und

Wein.
Frankreich.
Paris, 8. Juni. Man hat noch nicht die Befürchtunc
aufgegeben, daß das Attentat gegen den Kaiser von Rußland
aus einem Complott hervorgegangen sei, und sechs bis sieben
Personen sind auf diesen Verdacht hin verhaftet worden. Die
polnische Emigration spricht in einer Adresse an den Kaiser Napo—
leon ihren Abscheu über das Verbrechen aus. Die Polizei ist
nach dem vorgefallenen unnachsichtig gegen die Personen, welche
den Ruf „Vive la Pologne?“ ausgestoßen hatten. Sie sind noch
immer in Mazas, wo auch der Attentäter Berezowsky sitzt, und
zwar in derselben Zelle, in der einst Orsini gesessen. — Heute ist
zum ersten Mal das Blatt des Hrn. Hollander La Situation“
erschienen. Herr Hollander ist ein geborener Deutscher, der sich zum
franzöfischen Polizeispion gegen die Deutschen hergegeben hat und
daun die Direction des hiesigen Preßbüreaus uͤbernahm. Wie
er auf diesem Posten gegen die deutschen Zeitungen wirthschaftete
ist bekannt. Und dieser Mann tritt als Verfechter des schwer be—
drückten Deutschland nach Außen, nach Innen als Verfechter des
Liberalismus auf. Diese Wendung des Strebens ist dadurch zi
erklären, daß er vom Exkönig von Hannover reichlich bezahlt wird.
Schon in seiner heutigen Rummer verlangt er einen Congreß

über die deutsche Frage, welcher den Rhein, Hannover, Hessen,
Schleswig-Holstein u. s. w. Preußen abnehmen und Letzteres zum
Heile Europas und natürlich auch Deutschlands unschädlich machen
soll. Ob wohl Herr Hollander viel ausrichten wird.

Paris, 8. Juni. Inm Konstantinopel -herrscht eine große
Gährung und eine Revolution steht zu befürchten. Die Zeitungen
sind suspendirt und viele Verhaftlungen vorgenommen wor—
den. Die Minister gehen nicht ohne Escorte mehr aus. Der
Großvezir Ali Pascha darf sich aus seinem Palaste gar nicht
herauswagen. Die Aufregung des Volkes ist sehr groß. Unter
den Verhaftelen befinden sich fünf Pascha's, ferner der Divisions
General Hussein Pascha und der Commandenr der Gensd'armerie
Mustapha Pascha. J 1

Paris, 9. Juni. Der Moniteur meldet, daß gestern
Nachmittag um 4 Uhr der Kaiser mit dem GEzaren allein und in
einem kleinen offenen Wagen zur Ausstellung fuhr, um die ägyp—
tische Abtheilung zu besichtigen; die Monarchen wurden mit leb—
haften Zurufen begrüßt. Der Moniteur fügt hinzu, daß das At—
tentat in Frankreich und im Auslande von Fürsten und Völkern
einstimmig mit Abscheu aufgenommen wird und daß Napoleon III.
so wie Alexander bereits zahlreiche: Zeugnisse allgemeiner Theil⸗
nahme empfangen haben. —

Das Droit meldet, daß die Untersuchung gegen Berezowsky
schon so weit vorgeschritten sei, daß der Angeklagte bereits in der
zweiten Hälfte des Juni vor die Assissen des Seine⸗Departements
gestellt werden könne.. we

Paris, 9. Juni. Der große Ball im Hotel de Ville ist

über alle Maßen glänzend ausgefallen. Die k. k. Majestäten und
ihre allerhöchsten Gäste fuhren in geschlossenen, im Innern aber
hell erleuchteten Staatskarossen, nach dem in einen Feenpalast
verwandelten Stadthause. Längs der Rivolistraße erscholl aus den
—XVV
Oꝛar! Noch stärker und begeisterter war der Empfang, welchen
die Gesellschaft im Hotel de Ville selbst den allerhöchsien Herr⸗
schaften beim Eintritte bereiteee.

Parris, 9. Juni. Gestern endlich wurde im gesetzgebenden
Körper der lang erwartete Entwurf des Armeegesetzes eingebracht.
Derselbe umfaßt 19 Artikel in vier Abschnitten. Nach ihm soll
der Effectivbestand der Armee, actives Heer und Reserve, 800,000
Mann betragen. Die Stüärke des jährlich einzuberufenden Contin⸗
jents wird vom gesetzgebenden Korper durch ein besonderes Gesetz
estgestellt. Der Dienst im activen Heer dauert 5, der in der
Reserve 4 Jahr. Die Reservisten können sich in den beiden letz—
ten Jahren ihrer Dienstzeit, also vom 27 Lebensjahre an, ohne
vorgängige Ermächtigung verheirathen, falls sie nicht zu aclivem
Dienst einberufen sind. Es wird eine mobile Nationalgarde ein⸗
eführt, die nur durch besonderes Gesetz einberufen werden kann.
Zu ihr gehören von 1807 ab alle junge Leute, die durch die
Ziehung nicht der activen Armee einverleibt werden und alle frei⸗
willig sich Meldenden. Die Verpflichtung zum Nationalgardedienst
dauert 5 Jahre. Die Offiziere werden vom Kaiser, die Unter⸗
affiziere und Corporäle von der Militärbehörde ernannt. Die
Nationalgarde muß Uebungen in ihrem Kanton und Batallons⸗
und Exercierübungen in ihrem Bezirk mitmachen, deren Dauer
während 5 Jahren nicht 2/3 Monate, während eines Jaähres
nicht 25 Tage übersteigen daff.

Paris, 10. Juni. Der Kaiser von Rußland wird morgen
mit seinen beiden Söhnen Fontainebleau besuchen. Der Kaiser,
der Prinz von“ Preußen und die sich augenblicklich in Paris auf⸗
haltenden Prinzen werden den Kaiser Alexander auf diesem Aus—
luge begleiten. Abends wird der Kaiser mit seinen Söhnen
auf der Gürtelbahn sich aaf die Nordbahn begeben, um nach
Darmstadt abzureisen, wo er zwei Tage zu bleiben gedenkt; von
da geht er nach Stuttgart, wo er gleichfalls 2 Tage bleiben will.
In fünf oder sechs Tagen werden Kaiser Alexander und seine
heiden Söhne in Berlin sien. — J—

Wie der „Etendard“ meldet, wird der König von Preußen
Paris am 14. Juni verlassen. Er wird mit der Sraß burger
Bahn reisen, weil er nach Carlsruhe zu gehen gedenkt, um mit
dem Großherzog von Baden eine Zusammenkunft zu haben.

England.

Londan, 10. Juni. Um die Mitte des Monats Juli wird
eine große Flottenrevue stattfinden. Der Herzog von Buckingham
ist in einer Spezialcommission an den dänischen Hos
gereist.
Italien. 1
Florenz, 8. Juni. Morgen Abend findet zur Berathung
äber den Entwurf für Liqnidation der Kirchengüter eine
Tommissionssitzung statt. Die Annahme desselben ist sehr zwei—
jelhaft. —
— Der Papst, der jetzt 75 Jahre alt ist, wird am 16. Juni
25 Jahre lang regiert haben. Unter den 259 Pädpsten, die seit
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St. Petrus aufeinauder gefolgt sind, befinden sich nur 53, welche ral v. d. Goltz war in den Jahren 1852 bis 1856 Brigade—
amnühernd jo lange regierten. 3 General in Düsseldorf. t
* Donaufürstenthümer. — * (E ber * I9 Im In * wanderte
Bukarest, Id, Jum Nächstens soll an verschiedenen on mimgen Qyoeramt o tenburg) in Württemherg ein un⸗
— —S — —— vice —IA
hen elbe, der inzwischen sich ein Vermoͤgen erworbeu, ü errasch e nun
88 zu vorigen Weihnachten 18 Verwandte in Wurmlingen mit einer
ι!α ie Türkei.. Christbescheerung, die in einem von New-Orleans aus gesandten
Konstaäntinopel, 11. Juni. Die Nachricht von einer an- Wechsel im Betrage von 17,000 fl. bestand. Jeder der Beschenk⸗
geblichen Verschwdrünm gereducirt sich darauf, das einige tausend ken erhielt über 1200 fl. als seinen Antheil.
Fungiürken deren Wortführer einige aufgeklärie Ulemas sind, bei7 Die Kugelspritze des Herrn Gustav Struve erhält
—A gefährlichere Concurenz. Dem „fliegenden Dra—
den wollen. Die Radelsführer wurden verhaflei. Die Berichte hen“ welcher dem Feinde siedendes Oel auf den Kopf gießt; dem
der britischen Consuln an den Gesandten Lord Lyons constatiren Gebärvater“, welcher, an seinem Ziele angelangt, ein neues Ge⸗
lübereinstimmend die güustige Lage der“ Christen, und dementiren choß ausspeit, das wiederum, sobald es crepirt, ein anderes Pro⸗
die Rachrichten von, angeblichen Christenniedermetze— zectil abschickt und so weiter bis auf zehn Meilen; der großen
lungen 7 Blendlaterne und dem geschleuderten Bienenkorbe; dem Blasebalge,
Laut einem Te rammm aus Constantinopel, 8. Juni, ist, velcher dem Feinde Sand in die Auge streut, und vielen ande—
in der Provinz —5* eine großartige Epidemie ausgebrochen ren sinnreichen Erfindungen ist jetzt, wie das Militär⸗Wochenblätt
doch ist der Ausbruch der eigentlichen Pest noch nicht offiziell con— herichtet, durch den Vorschlag eines Apothekers der Rang abge—
statirt. Die türkischen Behörden haben Vorsichtsmaßregeln er⸗ laufen, welcher mit der Aussicht auf enorme Wirksamkeit die größte
griffen. Humanität verbindet. Der edle Menschenfreund schlägt vor, Gra⸗
naten von ungefährlicher Hülle mit ein werig Pulver und einer
großen Quanutaͤt Veratrin zu füllen. Wenn eine solch Granate
in ein Bataillon geworfen wird und darin platzt, so wird die
ganze Mannschaft eine halbe Stunde lang in so krampfhaftes
stiesen versetzt, daß sie völlig kampfunfähig ist und ohne Blutver⸗
zießen gefangen genommen werden kaun.
Fine Schandthat, wie sie nur bei englischen See⸗
leuten noch vorkomimt, wird von Plymouth berichtet. Ein sieben⸗
ehnjähriger Junge von guter Familie, der als Midshipmann auf
einet Kriegskorvelte eingetreten, wurde von anderen Offizieren ge⸗
zackt, auf eine Kanone gebunden und ihm dann von Matrosen
nit einem scharfen Instrument ein Pfeil auf dem Nasenflügel
eingeschnitten und mit Pulver eingewetzt, so daß der Junge auf
Lebenszeit entstellt bleibt. Statt aller Strafe wurde der Anfüh—
rer, der ermiltelt wurde, aus dem Dienste entlassen. Die Zei⸗
tungen dringen darauf, daß der Unhold nun auch vor das Crimi—
nalgericht gestellt werde.

Frauenverkauf. In Odesssa (Rußland) wird ein
drmliches Gewerbe aus dem Verkauf hübscher Frauen ins Aus—
and getrieben. Die dieser Industrie Beflissenen verheirathen sich
ind reisen mit der jungen Frau sofort nach Konstantinopel ab;
ie kehren allein zurück, aher nach einigen Monaten reisen sie
wieder mit einer jungen Frau dorthin, welche sie natürlich in ei⸗
ner anderen Stadt erworben haben. Diese Geschichte hat sich
iemlich lange und mit solchem Erfolge fortgesetzt, daß es einigen
dieser Frauenhändler gelungen ist, sich in verhältnißmäßig kurzer
Zeit ein bedeutendes Vermögen zu erwerben. Sie hätten viel⸗
eicht auch die Früchte ihrer Industrie in Ruhe genießen können,
venn es den betrogenen Frauen nicht gelungen wäre, die Sache
ainhäugig zu machen. Jetzt sitzen die Schuldigen bereits im Ge—
fängnisse.

Baltimore, 9. Mai. Heute war hier ein kleines
ils Schooner getackeltes Schiff von 23 Tonnen Tragfähigkeit
und 20 Fuß Länge ansgestellt, das am 20. d. M. nach Euro—
pa absegeln soll. Drei Männer und ein Knabe wollen die Reise
auf demselben mitmachen. Das Schiffchen, wohl das kleinste,
das sich je über den Ocean gewagt hat, ist für den kais. Prinzen
don Frankreich bestimmt.

6437315 Amerika. d I degees
NeweHorke7, Juni. Nachrichten aus Meriko melden,
daß die Liberalen dieStadt Quereiaro verlassen haben und daß
sie nach der Stadt Mexiko gehen und Maximilian als Kriegsge—
fangenen mitnehnen.
New⸗-York, 9. Juni. Lopez hat zu Queretaro den Kai—
ser Maximilian verrathen. Mit den am Samstag abgegangenen
—* wurden 124 Millionen Dollars an Contanten ver⸗
in New-York, tu. Juni, Nach Berichten der Journale hat
General Escobedo die Niedersetzung eines Kriegsgerichts angeord⸗
net, das auf den' 29. Juni über den Kaiser Maximilian aburthei—
len sollte. Mendez ist erschossen.
reFolgendes ist, dem Rio Diario“ zufolge dies Basis, auf
welcher die, Sclaverei in Brasilien allmälig abgeschast werden soll:
Vollständig erloschen soll sie im' Jahre 1900, somit in 833 Jahren
sein“. Diejenigen welche dann noch Seclaven besitzen sollten, wer—⸗
den vom Staate für ihre Freilassung entschädigt. Vom Tage
der Veröffentlichung dieses“ Dekretes angefangen, sind alle in
Sclavenfamilien geborene Kinder frei. Alle gegenwärtig minder—
jährigen Kinder von Sclaven erhalten, wenn sie 20 Jahr alt sein
werden, ihre Freiheit. Besondere Emancipationsgerichtshöfe haben
für die Ausführung dieser Beschlüssel Sorge zu tragen. Für die
Befreiung der dei Staate und den verschiedenen religiösen Or—
densgesellschasten gehörigen Sclaven wird von Seiten der Resgie—
rung eine bestimmte Summe ausgesetzt. Außerdem wird ein be—
sonderer Fond gegründel, um jährlich eine verschiedene Anzahl
Sclaven loszukaufen, so daß im Jahre 1900 die meisten ihre
Freiheit bereits erhalten haben werden. —

Vermischte s.

7 Zweabrücken.“ Die Schwurgerichtssitzungen für das III.
Quartal 1867 werden am 19. Angust ihren Anfang nehmen
Zum Schwurgerichtspräsidenten ist der k. Appellationsgerichtsrath
Karl Heinrich Schmidt ernannt.

Laut Beschluß der Direktion der pfälz. Bahnen können
die Conseripirten, schon ehe sie eingereihet sind insoferne sie eine
Bescheinigung vom betreffenden Bürgermeisteramte oder k. Bezirks⸗
amte besitzen, von der zunächst gelegenen Eisenbahnstation um die
halbe Fahrtaxe nach Speyer fahren. —
Landaun, 7. Juni. Es wird uns bestütigt, daß in näch⸗
ster Zeit das in den beiden letzten Jahren mit einem Kostenauf⸗
wand von über 200,000 fl. neuerbaute Vorwerk unserer Festung
auf der Wollmesheimer Höhe (Bockensatz) auf den Abbruch in
mehreren Abtheilungen versteigert werden wird. (A. W.»

Mannheim, 8. Juni. Eine Deputation, welche in der
Tabaksfrage sich nach Karlsruhe begeben, ist von da zurückge⸗
kehrt. »Aus der Besprechung, welche dieselbe mit dem Handels⸗
minister gehabt,“ geht hervor, daß über die Einführung der Tia—
bakssteuer kein Zweifel besteht, und daß dieselbe so hoch ge—
—
die deutschen Staaten werden wird, daß die letzteren aber über
den Modus der Besteuerung und Erhebung bis jetzt noch nicht
einig sind.

F Wesel, 7. Juni. Heute Morgen 42 Uhr verschied
hier der seit einigen Jahren nicht mehr active General-Lieutenant
Baron v. d. Goltz, Ritter des Eisernen Kreuzes und zuletzt Com—
mandenr der 10. Division. Die preußische Armee hat in ihm
einen ihrer tüchtigsten Generale verloren, der es sich auch stets
zurt Aufgabe machte, das Wohl der Soldalen zu föordern. Gene—

34 Landwirthschaftliches.

Sland der Früchte. Wie berichtet wird, soll der
Stand des Weizens in England, der Pfalz, Franken, Böhmen
ind Schlesien ein sehr erfreulicher sein. Ueber den Stand des
Roggens lauten ebenfalls die Gerüchte gut. Obschon derselbe sich
bei der im April stattgehabten warmfeuchten Witterung an man—
chen Stellen in den Niederungen stark lagerte, so hat sich dersel⸗
be durch die eingetretene trockene Witterung doch wieder ziemlich
aufgerichtet, so daß von demselben jetzt auch noch gute Ernten zu
erwarten sind. Der gelagerte Roggen ist hauptsächlich nur da zu
inden, wo er in guter Dungkraft stehenden Feldern angebaut
wurde. Der Raps steht allgemein sehr schön und verspricht
reiche Ernten. Obschon die Gerstensaaten meistens bei ungünsti—
gem Wetter ausgestellt wurden, so stehen sie im Ganzen doch
gut, worunter die früh ausgesäete doch den Vorzog verdient. Der
dlee steht im Ganzen sehr gut, besonders der neue, und verspricht
»esonders bei dieser Witterung, vieles und gutes Heu. Der
Stand des Weinstocks wäre im Ganzen auch gut zu nennen
venn er in den letzten Tagen des Mai, besonders in den Niede—
rungen nicht zu sehr durch den Froft gelitien hätte.
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        e 7

Mobilienversteigerung.
Samstag den 15. Juni 1867. Vor⸗
mittags 9 Uhr zu St. Ingbert in ihrer
Behausung lassen die Wittwe und. Kinder
des daselbst verlebten Bückers und Wir⸗
thes Georg Besst auf Zahlungstermin
his Martini nächsthin in Eigenthum ver—
steigern:
Kleiderschränke, 4 vollständige Bet—
tien mit Zugehör und Bettladen, 1
Secretair. 1 Pfeilerschränkchen, 1 run⸗
der Tisch, 24 Stühle, 3 Wirthstische,
mehrere Bänke, alle zur Bäckerei ge⸗
hörigen Geräthschaften, 1 Dezimal⸗
waage, 1Balkenwaage, eisernes Kü⸗
chengeschirr jeglicher Art, Getüch und
Weißzeug aller Sorten in großer
Zahl, 2092 Ohm Branwvein, Fässer,
Buiten, 1 Bauchbütte und sonstige
Gegenstände.
Horn, kal. Notar.
Samstag den 22. Juni 1867, Nach⸗
nittags 1Uhr in seiner Behausung zu
Si. Ingbern, laäßt Jakob Wack Schrei⸗
ner daselbst wohnhaft, folgende Mobiliar⸗
Jegenstände öffentlich in Eigenthum auf
redit versteigern, nämlich ——
2 Kleiderschränke, 8Bettladen, 2
vn Küchenschränke, 8 viereckige u. J run⸗
ter Tisch, 1Arbeitstisch, 12 Stühle,
*1 Pfeilerschränkchen, 1 Nachttisch, 1
RKinderwiege,“ 4* große Bilder, 86
Scheiten Buchenhoͤlz, Schreinerwerk⸗
Feug, 4 Bienenhäuser, 1. Dreibäuer
und 3 Einbäuer-Dzierzonwohnungen
1 großer Reisekoffer, Eisengeschirr,
sowie sonstige Haus— und Kuchenge⸗

geräthschaften.

Horn, kgl. Notar.

Zchlag Klosterkopf. II. M. a.
38 buchen Stämme III. Cl.
1084 Klftr. buchenScheit anbr.
Schlag Zufällige Ergebnisse.
25 eichen Stäͤmme III.-V. Cl.
16 buchen Stämme UI. Cl.
40 tiefern Stämme I. - W. Cl.
69 kiefern Sparren
171 fichten Siämme I. — IV. Cl.
17 fichten Sparren
3 hainbuchen Stämme U. Cl.
A Kiftr. eichen Misselholz IV. Cl.
682. Klftr. buchen Scheit . —III. Qual.
3 Kliftr. eichen Scheit knorr. u, anbr.
1 Klafter birken Scheit aabr.
284 Klftr. fichten Scheitholz
20 Klftr. verschiedene Prügel u. Krappen.
Zweibrücken den 10. Juni 1867.
Kgl. Forstamt:
Glas.
Theater in St. Ingbert.
Direltion von August Schroth.
Erste Vorstellung im IJ. Abonnement.
Freitag den 14. Juni 1867.
Im Sanle des Hrn- Obernauser.
Das
* * da J 1 We
Gefaͤngnist
oder—

Grüne Kerne, Hirse, Suppen
sternchen, gewöhnlicher Sago nud Ta.
piocea⸗Sago, Reis, Nüudeln, ꝛe
hei PFrita Panzerbieter.

Bergmann Ludwig Stolz,
at circa 45 Ruthen Wies in den Eicherts⸗
viesen für die diesjährige Heu⸗ und Ohmet—
zrnte zu verpachten, oder auch dieselbe aus
reier Hand zu verkaufen.

„Ich zeige hiermit ergebenst

an, daß ich von jetzt an,

mein neues Atelier neben der Holz—

haudlung des Herrn Otto Weigand,

ohlenstraße, eröffnet habe und von Mor—

zens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
mtgegennehme. 7
B. Ollig, Photograph.

— ——
Annonoe

Bank und Wechsel⸗Geichaͤft
von Glebr. Prei er in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank
— ———
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zur
sicherung prompter und reeller Bedienung.
Propision Aper mille ohnen
iziegliche sonstige Spesen.
Er muß 4Tage brummen.
Original⸗Lustspiel in 5 von Roderich
—A

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ etc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 18. Juni.
Weizen 7 fl. 38 kr., Korn 5 fl. 59 br.
Berste Areihige, — fl. — kr., Gerste 4
ceihige, — fi. — ir. Spelz 5 fl. 6 kr.,
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.
— tr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
1ufl. 59 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln 1 fl. 39 kr., Heu
ufl. 12 kr., Stroh 1 fl.— kr., per
Jentner. Weisbrod 1Us Kilogr., 20 kr.
ornbrod 3 Kgr., 27 kr., ditio 2 Kgr.
—
3 Kgr., 84 kr., TPaar Weck, 7. Loth,
2ur., Rindfleisch, J. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
pfo Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter.
Butter 24 kr., per Pfund.
Fruchtvreise der Stadt

Kaiserslautern vom 11. Juni.

Weizen 8 fl. — kr., Korn 5 fl. 56 kr.
Spelzkern — fl. — kri. Spelz 53fl.
I8 ke., Gerste 8 fl. 54 kr., Hafer Afl.
48 ir., Erbsen 5 fl. 15 kr, Wicken 4 fl.
— tr., Linsen — fl. — kr. per Zentner..
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 27 kr.
3 ppffd. Gemischtbrod 1492 kr. und 2 Pfd
Weißbrod 16 kr.

8. 97
Wohnungsveränderung.
Der Unterzeichnete macht Liermit die er⸗

gebenste Anzeige, daß er are bisherige
Wohnung bei Herrn Bäcker Hagemann
zerlassen und nun in seinem eigenen frü—⸗
her Metzger Greff'schen Hause Neugasse
Nro. 47 wohnt. — I
Derselbe hält stets Lager in allen Ar—⸗
ten neuer Uhren, und Bijouterie⸗Waaren.
Zugleich empfiehlt sich derselbe in Repa—
raturen von Uhren und Goldwaaren.
Fuür die Gule wird garantirt und feste
billigste Preise zugesichert.
Hlieskastel im Juni 1866.
NOCKiT., Uhrmacher.
— — ? ——
Gutes Apfelkraut ist wieder an⸗
gekommen. RF
Fritz Paunzerbieter.

Montag den 17. Juni
8
Jahrmarkt

in St. Ingbert.
In meinem Heuse im Josephs⸗
hal sind 2 Zimmmer zu vermiethen und
ofort beziehbar.
A. J. Motor«. Kaufmann.
Unterzeichneter vermiethet, bis 1. August
heziehbar, sein dahier an der Hauptstraße
gelegenes Wohnhaus. Näheres bei dem—
»Iben.

GHolzversteigeruug
aus Staatswaldungen des kgl.
Forftautes Zweibrücken.
Mittwoch den 26. Juni, 1867 Vormit
tags 10 Uhr zu Neuhäusel bei Ad—
jungt Hussong; bei günstiger Witterung
am Fraueubruunen.

MRevier Neuhäusel.
ESchlag Lambertsberg 1. 2.
35 buchen Wagnerstangen
. 76 eichen Wagnerstangen
7 Weichholz Stämme
Z80 Klaft. buchen Scheit I. Cl.

Schlag Lampertsberg IV- 4.

78 buchen Wagnerstangen

19 eichen ditto.
2 Weichholz Stämme
2356 alfir. buchen Scheit II. Qual.
155 Zifte. aspen Scheit.
Schlag Lambertsberg IV. 5. a-

133 buchen Wagnerstange
28 eichen ditto.

4 aspen Stämme
324 Klstr. buchen Scheit II. u III.
Qualitat. 77
1214 Klftr, aspen Scheit
25.4 Klftr. aspen Pruͤgel.
Schlag Lampertsberg 1V. 5. b.

21 kiefern Baustämme IV. Cl.

227 kiefern Sparrfren

114 Klftr. aspen Scheit 3 e

Sgynn Kiftr, kiefern prugel 32 1..4

— — — — — — —
Frankfurter Börse
u Geldsorten
vom 11. Juni 1867.
zreußische Kassenscheine . 1458. 4514
reußische Friedrichsddr. 9 864-67/
viflen.. 844246
olländische 10 fl.⸗Stücke 50-52
Ducaten 33 35
20Francs⸗Stücke 28-29
Englische Souvereings . 52- 56
hold per Zollfund jein. 7 —
FV dochhaltiges Silber per Zollpfund —. —
zoszer. Dollars in Golde — 2 27-28

Ein Morgen zehn Ruthen Wies in der
Rischbach sind zu vermiethen:; das Nähere
zu erfragen bei

A. J. Fiack.

—
Vedektion Druck und Verlog von F x* Demes in St. Inaber I
        <pb n="275" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
der S t. Ingberter Anze ig er“ mit jeinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag

md Samstag. Abonnementsbreis vierteliährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blatischrift odet deren
Raum berechnet.

Nro. 71. . Samstag, den 15. Juni * — 1867

e 3 gÿ ÿ sE8 Izà ÿg àαä ö— — — — *
Deu tschland.

München, 10. Juni. Anfangs der nächsten Woche werden
die Berathungen des Socialausschusses beginnen. Bei den
manichfachen Schwierigkeiten, welche sich ergeben, wird es ziemli—
her Anstrengungen bedürfen, wenn der Ausschuß bis zum Wieder⸗
‚usammentritt der Kammer seine Aufgabe vollständig erledigen
soll. Die Kammerberufung erwartet man spütestens bis Mitte

Zeptember.

München, 11. Juni. Die spanische Gesandtschaft
dahier ist aufgelsst worden; die Vertretung der spanischen Inte-
tessen wird entweder dem spanischen Gesandten in Wien oder
)em in Berlin übertragen. — Der Generalmajor v. Ow ist zum
zayerischen Militärbevollmächtigten in Berlin
rnannt.

München, 12, Juni. Der Abgeordnete Bürgermeister
Fischer von Augsburg hat zwei von den ihm übergetragenen Re⸗
jeraten vollendet, nämlich das über das Heimaths- und Auf⸗
enthaltsgesetz und das über das Ansässigmachungs- und
Verehlichungsgesetz. — Wie die Bayer. Ztg. vernimmt, hat!
der König, dem Antrage der Speyerer Generalsynode entsprechend,
zu genehmigen geruht, daß eine Feier des fünfzigjährigen,
Bestandes der Union in der Pfalz veranstaltet werde, daß
sur Deckung der Kosten für die Errichtung eines Denkmals in
der Stiftskirche zu Kaiserslautern eine allgemeine Sammlung un⸗
ser den Protestanten der Pfalz stattfinde uud daß von Seite des
protestantischen Consistoriums in Speyer die zur Ausführung und
Vorbereitungen erforderlichen Einleitungen im Benehmen mit 10
aus allen Theilen der Pfalz von jener kirchlichen Behörde auszu—
vählenden Vertrauensmännern getroffen werden. Diese Feier
vird im Herbste des nächsten Jahres stattfinden, da die Vereini—
Jung der früher getrennten, protestantischen Confessionen der Pfalz
im 10. October 1818 die landesherrliche Bestätigung erhielt.

Dienstes⸗Nachrichten.

Seine Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen ge⸗
runden, unterm 29. Mai vom 1. Juni l. Is. an: den könig—
ich außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister
am koöniglich großbrtitanischen Hofe, August Frhrn. v. Cetto, auf
ein mit Bezug auf 8 22 lit. O der R. Beilage zur Verfassungs-
Urkunde gesiellies unterthänigstes Ansuchen von diesem Posten ab⸗
zurufen und unter dem Ausdrucke der allerhöchsten Zufriedenheit
nit dessen vieljährigen treuen Diesten in den Ruhestand treten zu
assen; den koöniglichen Ministerialrath extra sbatum im lönigli—
hen Staatsministerium des königlichen Hauses und des Aeußern,
arl Grafen von Tauffkirchen, zum koͤniglich außerordentlichen
Vesandten und bevollmächtigten Minister an dem kaiserlich russi—
schen und königlich schwedischen Hofe zu ernennen; den königlichen
Otinisterresidenten an dem königlich belgischen und dem königlich
niederländischen Hofe, Legationsrath Marimilian Grafen von Ma—
rogna, mit Rücksicht auf dessen leidende Gesundheit von besagten
Hoͤfen abzurufen und nach Maßgabe des 8 22 lit. D der IX.
Zeilage zur Verfassungs-Urkunde unter dem Ausdrucke der aller—
jöchsten Zufriedenheit mit dessen bisherigen Dienstleistungen in
zen Ruhestand treten zu lassen; den in Disponibilität stehenden
Brafen Friedrich von Quadt-Wickradt-Isni zum kgl. außerordent⸗
lichen Gesandten nnd bevollmächtigten Minister an dem kgl. bel—
sischen und dem kgl. niederländischen Hofe zu ernennen; den kgl.
Ministerresidenten in der Schweiz, Legationsrath Eduard Frhrn.
. Riederer, von diesem Posten abzurufen und zum kgl. außeror—
dentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am großh. ba—
ischen Hofe zu ernennen; die hiemit erledigte Stelle eines königl.
Ministerrefidenten bei der schweizerischen Eidgenossenschaft dem
n Disponibilität stehenden kgl. geheimen Legationsrathe Dr
Wilhelm v. Dönnigis zu verleihen nnd den kgl. Ministerial-Acces-
isten im kgl. Staalsministerium des kgl. Haufes und des Aeußern,
zrhrn. Rudolph v. Tautphöus, zum kgl. Legations-Secretär bei
der kal. Gesaundschaft am kal. italienischen Hofe in provisorischer

Eigenschaft zu ernennen; unterm 7. Juni l. Is. von der Wie—
derbesetzung der Stelle eines weltlichen Consistorialrathes bei dem
k. protestantischen Consistorium Speyer bis auf Weiteres Um—
jang zu nehmen, dagegen dem genannten Consistorium einen
Assessor mit dem Range eines Regierungsassessors beizugeben und
diese Stelle dem bisherigen Bezirksamtsassessosr Theodor Wand
in Pirmasens und zwar unter Fortdauer seines Dienstprovisori⸗
ums zu verleihen.

Durch Regierungsbeschluß vom 12. Juni wurden die Forst⸗
gehilfen Karl Candidus zu Neidenfels auf die Forstgehilfenstelle
heim Revier Lemberg, Forstamts Pirmasens, und Johann Voll—
ner zu Lemberg auf die erste Forstgehilfenstelle beim Revier Nei—
)enfels, Forstamts Dürkheim, beide ihrem Ansuchen entsprechend
om 1. Juli l. J. an versetzt.

Stuttgart, 10. Juni. Mit Bayern wird gegenwärtig
nich wegen der Festung Ulm verhandelt. Ueber- die -Theilung
der Besatzung und über die Commandoverhältnisse ist man ziem—
ich einig; dagegen gehen die Meinungen und Absichten in Betreff
der Kosten der Instandsetzung und Unterhaltung der Festung weit
aus einander. Uebrigens ist noch gar nicht entschieden, ob das
Artilleriematerial in Ulm bleibt oder unter die Mitglieder des
vormaligen deutschen Bundes getheilt wird. (Fr. J.)

Stuttgart, 10. Juni. In den nächsten Tagen werden
3000 preußische Zündnadelgewehre zur Einübung unserer Infan—
erie eintreffen. — Die Reorganisation der Artillerie ist im We—
enilichen durchgeführt; sie besteht in der Trennung der Feld- von
der Festungsartillerie, in der Einführung des preußischen Hinter—
aders mit durchaus gleicher Art der Bedienung in sämmtlichen
Feldbatterien, in der Reduktion der letzteren von 8 Geschützen
iuf 6 und in der Bildung der Depotabtheilungen und Muniti—
„vnskolonnen aus den geschlossenen Bataillonen. Diese Aenderung
nsbesondere gestattet einen leichten Uebergang von der Friedens-
ur Kriegsformation.

Hildes heim, 11. Juni. Heute Morgen' wurde die erste
dauptversammlung der deutschen Lehrer eröffnet, welcher un gefähr
300 Theilnehmer anwohnten. Legationsrath v. Bülow begrüßte
die Versammliung im Namen der Regierung; Bürgermeifter Boy—
en im Namen der Stadt Hildesheim. Th. Hoffmann hob in
seiner Eröffnungsrede hervor, daß die deutsche Lehrerversammlung
zum ersten Maale im preußischen Staate abgehalten werde. Nach—
dem noch Backhaus aus Lüneburg über Charakterbildung gespro—
hen, eniwickelte Lehrer Hoffmann in einem Vortrag die Princi—
dien, welche die Gesetzgebung in Bezug auf den Unterricht in's
AIuge zu fassen habe, und zwar: 1. Der Unterricht berücksichtige
die körperliche und geistige Ausbildung. 2. Der Unterricht sei
national. 3. Der Unterricht sei nur beschränkt durch das Maß
der Mittel und die Fähigkeit der Schüler. 4. Der Religions—
interricht verbleibe der Schule, bis er in den Confirmandenunter—
richt übergehe. 5. Weil der Religiosunterricht der Schule ver—
leiben soll, bedarf sie deßhalb nicht einer doppelten Beaussichti—
jung der Behörden. An der Debatte betheiligten sich Knippen-
jerg aus Bremen, Backhaus aus Lüneburg, Peetz aus Berlin,
züben aus Bremen und Löw aus Magdeburg. Die Versamm⸗
ung erklärte sich mit sämmlichen Sätzen einverstanden, nachdem
—V
die nationale, religiöse und allgemeine Bildung bezwecken.

Braunschweig, 10. Juni. Die ftändige Deputation
des deutschen Juristentags hat beschlossen, die diesjährige
Versammlung auf den 26. bis 29. August nach München auszu⸗
chreiben.

Berlin, 11. Juni. Seit mehreren Tagen verweilt in
Spandau auch ein königl. württembergischer Artillerie Hauptmann
». Finck, um wegen der an die württembergische Regierung abzu—
jebenden Zündnadelgewehre, sowie wegen Umänderung der würt—
embergischen Gewehre Vereinbarung zu treffen.

Berlin, 11. Juni. Der Koͤnig von Preußen kehrt über
Zrüssel zurück und wird am Samstag in Berlin eintreffen.
        <pb n="276" />
        Berlin, 13. Juni. Das Programm der Nationallibe- lentat die Freundschaftsbande zwischen den Souveränen von Ruß—
ralen ist veröffentlicht. Dasselbe bezeichnet als Zweck der Na⸗ land und Frankreich nur enger geknupft habe. Auch constatirt
tionalpartei: Die Herstellung der Einheit Deutschlands zur Macht das offizielle Blatt, wie glücklich die Journale über die Anwesen⸗
ind Freiheit, die Cinigung ganz Deutschlands unter einet Ver⸗- heil des Königs von Preußen in Paris und über den demselben
'assung sei die höchste Aufgabe und der Beitritt Süddeutschlands dom Kaiser zu Theil gewordenen herzlichen Empfang sind. den
daher zu befördern. Das Programm führt auch die anzustreben⸗ neldet es, daß wegen der Theurung der Sold der franzosischen
den Verfafsungsreformen auf, worunter Ministerverantworilichkeit, dinientruppen bis zum 31. Dezember d. J. um 4 Ets. erhöht
Revision der preußischen Verfassung, Reform des Herrenhauses. vurde. Dem Ball auf der preußischen Gesandtschaft haben der
Die Verschmelzung der neuen Landestheile mit den alten sei noth- dönig Wilhelm, der Kaiser und die Kaiserin beigewohnt. Der
wendig, aber mit Wahrung des Grundsatzes, daß wir den neuen Großherzog von Mecklenburg⸗Schwerin ist eingetroffen; der Sul⸗
Provinzen folgen, wo sie uns in Justiz und Verwaltung voran 'an wird am 2. Juli eintreffen; nach dem Etendard soll auch
ind. Eine den Gesetzen entsprechende Verwaltung sei für das der Papst Lust haben Paris zu besuchen.
Zusammenwirken der Regierung und der Volksvertretung uner. Pari-s, 12. Juni. Die Frage der merikanischen Obliga⸗
ußlich. zionen wird immer drängender. Die Besitzer meist kleine Capita⸗

Pesth, 10. Juni. Gestern Nachmittag um 4 Uhr fand das listen, sehen mit dem größten Kummer die Verzögerung, welche
Lrönungsbankett im Redontensaal statt. Nach der Entfernung ihre Entschädigung immer noch erführt. Jetzt haben sie ein Co—
der Majestäten begannen die Trinksprüche. Unter diesen sind zu mite in Paris ernannt, welches ihre Sache bei der Regierung
»emerken der des Herrn Szentivanyi auf den Wiener Reichsrath, verfechten und für den Fall einer weiteren Verzögerung eine Ge⸗
velcher Fürst Auersperg in deutscher Sprache erwiderte, indem er aeralversammlung der Betheiligten zusammenberufen sol Die
bezeichnend genug für die Lage) sagte, auch für Oesterreich sei Besitzer der Obligationen können sich auf die feierlichen Verspre⸗
die Sonne im Osten aufgegaugen. Ein Toast von ungarischer hungen berufen, die ihnen so häufig von der Regierung gemacht
Seite auf Herrn v. Beust, in welchem dieser als Morgenstern be⸗ vorden sind. Die letztere ist moralisch gebunden, die Verluste zu
eichnet wurde, gab dem Ministerpräsidenten Anlaß, in kurzer ersetzen, die sie veruͤrsacht hat, und wird sich trotz allen Sträubens
Rede zu erwiedern: er hoffe, daß nach dem Morgenstern in der ind Hinschleppens dieser allerdings lästigen Verpflichtung endlich
Eintracht der beiden Vertretungskörper der Tag in vollem Glanze nicht entziehen können. — Troß der allgemeinen Entrüstung, wel⸗
trahlen werde; wo das Herz am rechten Fleck, die Hand bei der he das Berezowski'sche Attentat hervorgerufen hat, soll das Leben
Arbeit und Ruhe im Gewissen, da könne der Erfolg gemeinsamen es Czaren von Neuem bedroht gewesen sein, Die Polizei soll
Wirtens nicht fehlen. Als der Redner spüter den Saal verließ, —3puren gehabt haben, daß ein anderer Pole gleichfalls ein Attentat
erhielt er in lauten Eljenrufen Beweise der wärmsten Sympathie. veabsichtigte, hätte denselben aber nicht habhaft werden konnen.
Am Abend wurde die Amnestie verkündigt. Die Schwesterstädte — Das Mem. diplom. giebt nicht zu, daß die Reise des Laisers
waren prachtvoll illuminirt. Heute wurde dem König und der Franz Joseph nach Paris zweifelhaft geworden sei, die Fürstin
bnigin das Landesgeschenk feierlichst überreicht; dann kamen De- Metternich treffe schon Vorbereitungen für ein bei der Ankunft des
putationen aller Art vor. Die ersie derselben war die croatische. Kaiserpaares zu gebendes Fest. — Heute Abend findet der große Ball in
Auch die Deputationen bringen dem Herkommem gemäß Ge⸗“ der preußischen Gesandschaft statt. — Es findet augenblicklich vor dem
chenke dar. Untersuchungsrichter das Zeugerverhör in der Berezowski'schen

Pest h, 11. Juni. Der König und die Königin haben den UAngelegenheit statt; die Wunden des Polen werden in einigen
Betrag des Krönungsgeschenkes (100,000 Ducaten)Tagen vollständig geheilt sein. — Nächsten Montag beginnt im
zu einer Stiftung für Wittwen und Weisen von Honveds und für Hiinisterium des Auswärtigen die Münzconferenz, bei der fast
herkrüppelte Honveds gewidmet. alle europäischen Mächte vertreten sein werden (auch Bayern), eben⸗

Lurem burg, 9. Juni. Vorgestern Abend ist der Prinze so die Vereinigten Siaaten von Nordamerika. Es handelt sich
Statthalter aus dem Haag hier eingetroffen. Am Thore des darum, über die Mittel zu berathen, um zu einem gemeinsamen
Viaducts wurde er festlich von drei Musikcorps, welche die nieder⸗ Münzfuß in Europa zu gelangen.
ländische Nationalhymne spielten und von einer großen Volks⸗ Eugland.
nenge begrüßt . Dem Luremb. Wort“ zufolge versprach er— London, 11. Juni. Die „Times“ meldet, daß die Köni—
d ndomdurgine Dunerstadt . Cchafewedn wollen. ge Pat zin nahstens ihluc hon nach Wien und nach St Peters-
Bischof von Luxemburg tritt am nächsten Mittwoch auch die Reise I — e *8* eis

AXsilz urg absenden wird, um den Hosenband⸗Orden den Kaisern von
zach Rom zum Petrus Inbildum. an. — Wach Abzug der preu⸗ Desterreich und von Rußland zu überbringen. Dieselbe Ehre ist
zischen Garnison soll unser Contingent die Stadt besetzen und esten J 34 *
—358 86 — 37 ⸗ dem Sultan vorbehalten bei seinem bevorstehenden Besuche in
ind zu diesem Vehufe drei Jahrgange einberufen worden. dondon. Man glaubt die Königin werde perföhnlich der Cere⸗

Frankreich. nonie beiwohnen.

Paris, 9. Juni. Man liest in dem „Figaro“: Es geht Spanien.
das Gerücht. daß zwischen dem Czar, dem Kaiser Rapoleon und Madrid, 10. Juni. Die Königin soll die Absicht haben
»em König von Preußen ein Uebereinkommen über eine theilweife iich zum St. Petersjubiläum (29. Juni) nach Rom zu begeben.
uu bewerlstelligende Entwaffnung zu Stande gekommen wäre. Im Auf der Rückreise würde sie die Pariser Ausstellung besuchen.
Falle dasselbe definitid angenommen werden sollte, dermuthet man yyjt Rom schweben Unterhandlungen wegen Abschaffung der über⸗
daß die drei Cabinete es am 18. Juni, als am Tage der Schlacht fussigen Feiertage.
yon Waterloo offiziell verkündigen würden (?)J.

Gestern brachten die „Debats“ die Sprache auf Mainz, in⸗
dem sie äußerten, Preußen müsse seine Besatzung aus dieser Fe—
stung zurückziehen, und heute enthält das „Pays“ einen Ariikel,
worin es die Rheingrenze wieder in ziemlich groben Ausdrücken
Herr Granier de Cassagnac hat den Artikel gezeichnet) reklamirt.

Man begreift nicht recht, was diese Demonstrationen gerade im
Augenblicke, wo der König von Preußen sich hier aufhält, bedeu⸗
sen. Man muß daher annehmen, daß dieser Artikel von den
nämlichen Leuten inspirirt ist, welche durch die „Debats“ fich
bdernehmen ließen.

Der Marquis de Moustier hat gestern den Großcordon der
Ehrenlegion erhalten.

Garibaldi hat an Juarez geschrieben, um ihn im Namen
der Sachc der Freiheit, der sie beide dienten, zu bitten, das Le—
dꝛen Kaiser Maximilian's nicht anzutasten.

Man bemüht sich, aus der Anwesenheit der Ksnigin Maria
Pia von Portugal und der des Generals Lamarmora in Rom,
der bereits mehrere Unterredungen mit Antonelli gehabt, den
Schluß plausibel erscheinen zu lassen, daß bei Gelegenheit des
bevorstehenden großen Concils eine offene Versöhnung des Papstes
mit dem Konigreich Italien stattfinden wird.

Im Auftrage des Sultans hat hier Djemil Pascha soeben
einen Schmuck im Werthe von 2 Mill. bestellt welcher zu einem
Geschenk für die Kaiserin bestimmt istt.

Paris, 12. Juni. Der Moniteur bemerkt, daß das At—

Vermischtes.
München, 5. Juni. Ich beeile mich, Ihnen mitzu—
heilen, daß eingeg angener Nachricht von Paris zufolgevon den
260 bayerischen Ausstellern der gewerblichen Adtheilung gegen
180 (entsprechend 70 Proz. von dem Preisgerichte pramirt wars
den. Dabei sind freilich die „lo benden- Erwähnnngen mit inbe⸗
        <pb n="277" />
        griffen. Diees giüustige Erzenant ein Beweis für die her⸗
horragenden Leistungen der bayerischen Industrie und für die
thattraftige Vertretung der Aussteller durch die bayerischen Kom⸗
missäre und Jurymitglieder. Wie verlautet, soll im Monat Juli
eine feierliche Vertheilung der Preise an die bayerischen Ausstel—
let in München durch den Handelsminister stattfinden, bei wel
her Gelegenheit auch mehrere hervorragenden Fabrikanten Aus—
zeichnungen ertheilt werden sollen..

Köln, 11. Juni. Das von dem hiesigen Verein „Co—
lumbia“ veranstaltete erste Preisfliegen von Brieftauben hat am
9. d. stattgefunden. Die Tauben konnten zu Brüssel, des regne⸗
rischen Wenters halber, erst um 812 Uhr aufgelassen werden. Die
erste derselben langte schon um 1193 Uhr hier an, hatte so nach
den Weg von der belgischen Hauptstadt nach Köln innerhalb 8
Stunden zurückgelregt.. 5

p Oskar Becker; bekamu durch das Attentat auf der
Koönig von Preußen, ist, nachdem er aus mehrjähriger Einzelhaf—
(in Bruchsal) entlassen worden in Amerika dem Wahnsinn verfal⸗
en. Aus Dresden schreibt man darüber der Voss. Ztg.: Sein
hier lebender Vater, sowie der Onkel Becker's, Pastor Weber
in Hosterwitz bei Pillnitz, welch Letzterer durch ein Bittschreiber
an den König von Preußen die Begnadigung für seinen Neffen
erlangte, beabsichtigen die Unterbringung des Unglücklichen auf den
Sonnenstein. ——

7 Die Zahl der in London angesiedelten deutschen Israeliten
hat sich in den letzten 20 Jahren so sehr vermehrt, daß sie sich
nun eine eigene Synagoge gebaut haben. Sie enthält gegen 700
Plätze und wurde vor einigen Tagen festlich eingeweiht. —

2Raubwesen in London.“ Die in den letzten Wochen
sich mehrenden Raubanfälle von starten Banden gmm hellen
Tage in London veranlafsen zahlreiche Zuschriften i die Zei⸗
tungen. Bisher glaubte ich, schreibt ein Tourist, ohne Gebirge
gebe es keine Briganten; nun aber habe ich in London mit ei⸗
genen Augen Dinge gesehen, die in Neapel nicht vorkommen
können; fliegende Colonnen von Räubern sind dort inbekannt.
Bon hundert Räubern verfolgt, sah ich einen Fremden durch den
City road laufen; ich selbst derlor dabei“ nur me inr Uhrt und
mein Taschengeld.

F EEin Bettler und, fein alter Hund — im Genfersee.)
Letzter Tage sah man am Ufer des Genferser's einen alten Mann
der einen Hund an einer Kette führte. Das arme Thier war in
augenscheinlicher Auftegung und Angst, versuchte „aber nicht, sich
gegen seinen Führer zu sträuben oder zu wahren; nut 3uweilen
blickte es bittend zu ihm empor und versuchte um seine Füße zu
schwänzeln, als ob es ihn anflehen wollte. „Axmes Thier“
sagte der Mann vor sich hin, „es scheint zu ahnen, was ihm
devorsteht.“ — „Was steht ihm denn bevor?“ fragte ich. —
Ei, Herr, ich gehe, ihn zu ersäufen.“ — „Warum wollt Ihr
das thun?“ Seid Ihr der Herr des Hundes?“ — ZLerstehl
sich, und er ist alt — armer Ponto, es thut mir vecht leid,
aber es muß geschehen.“ Der Hund wimmerte leise und tkauerte
sich zitternd dicht an seinen Herrn. „Er scheint gar nicht so alt
zu sein, und es ist doch grausam, einen Hund zu ersäufen,“ er⸗
widerte ich. — „Herr, er ist ganz nuttzlos, und ich kann ihn
nicht ernähren.“ Dabei band er ein kleines Book bos, hob don
Hund in dasselbe und ruderte eine Strecke in den See hinein.
Als er ein gutes Stück vom Ufer entfernt war, hob er den
Hund plötzlich in die Höhe und warf ihn mit voller Kraftin
das Wasser. Er mochte sich indeß wohl über dessen Alter und
Schwäche getäuscht haben, denn das Thier tauchte sogleich wie
der empor und schwamm dem Boote muthig nach. Der Mann
stieß es mehrere Male mit dem Ruder weg, zuletzt wurde er
ganz ungeduldig, stand auf, holte zu einem gewaltigen. Schlage
aus, verlor dabei das Gleichgewicht und fiel selbst in das Was
ser. Er konnte nicht schwimmen und wäre verloren gewesen,
wenn nicht sein eben noch gemißhandeltes Thier Alles aufgebo—
ten hätte, ihn zu reiten. Der treue Hund schwimmt zu ihm he—
ran, packt ihn fest am Rodkragen hält ihn über Wasser und
wacht so über sein Leben, bis ein vom Ufer zu seiner Rettung
ein entsendetes Boot ihn erreicht und ihn bald bewußtlos auf⸗
nimmt. Der Hund aber kauert sich neben ihn, heult, bellt, leckl
seine Hände und sein Gesicht in der größten Aufregung und
Hingebung. — „Ich dente, dieser Hund verdient einen besseren
Herrn!“ sagte ein Herr, der dem ganzen Vorfall beigewohnt hatte
und machte dem Geretteten ein glaͤnzendes Gebot auf seinen Hund.
aber der Man umfaßte sein Thier und sagte kurz: „Nein, Herr
niemals, ich hatte Unrecht — jetzt, so lange ich eine Brodrinde
habe, will ich sie mit meinem armen Ponto theilen.“ — Der
Mann hält sein Wort und wird seinen Hund treu bis an des—
sen Lebensende pflegen. d

fDie gemeinschaftliche Salzsteuer, welche kaut Ver—
traa vom 8 Mai d. J. . im NBollverein pom 1. XRcnmuär 1868

ab mit zleichzeitiger Aufhebung des Salzmonopols eingeführt wer⸗
den soll, beträgt 3 fl. 830 kr. pro Zollcentner Nettogewicht für
illes im Zollverein gewonnene so wie für das aus dem Ausland
ingeführte Salz. Steuerfrei bleibt jedoch das zu landwirthschaft—
lichen Zwecken, d. h, zur Viehfütterung und zur Düngung, sowie
das zu allen sonstigen gewerblichen Zwecken bestimmte Salz (mit
Ausnahme des Salzes für solche Gewerbe, welche Nahrungs⸗ und
Henußmittel für Menschen bereiten, namentlich auch des Salzes
für die Herstellung von Tabaksfabrikaten, Mineralwässern und
Bädern). In Beziehung auf das steuerfreie Salz steht es den
Finzelstaaten frei, eine Controlgebühr von höchstens 7 kr. pro
Tentner für eigene Rechnung zu erheben. Die „Karlsr. Ztg.“
der wir diese Angaben entnehmen bemerkt dazu: „Die Freigebung
des Salzhandels im ganzen Zollverein ist jedenfalls ein so be—
deutender Fortschritt, daß das Opfer, welches unsere (badische,
aber auch die bayerische) Staatskasse zu bringen haben wird, da—
durch wohl aufgewogen werden wird. Sehr wichtig ist es, daß
daz Salz für die landwirthschaftlichen Zwecke Abgabenfrei bleibt;
küünftig werden wesentlich die Transportkosten allein auf diesem
Salz ruhen, denn die kleinen Controlgebühr kommt nicht in Be—
tracht und es läßt sich voraussehen, daß die Fracht Salz in
wenigen Jahren ungefahr auf die gegenwärtigen Tarifsätze für
Steinkohlen herabgehen werden. Billiges Salz ist für die Land—
wirthschaft und zaͤhlreiche Gewerbe von so großer Bedeutung,
daß man einen entschiedenen Aufschwurng derselben und dadon äuch
eine günstige Rückwirkung auf die Staatseinnahmen im Allgemei—
nen erwarten kaun. Auch ist wohl aänzunehmen, daß das Stein—e
salz welches von den geringsten Gewinnungskosten belastet ist, fehr
chnell seinen Weg zu uns finden werde.“

Von der deutschen Gesellschaft der Stadt New-Hork wird
wiederholt eine⸗ Warnung an alle Auswanderer erlassen, nicht
über fremdländische Hafenplätze, namentlich nicht über Hull und
Liverpool auszuwandern, Bei dieser indirecten Beförderung über (Hull
und Liverpool) hat der Auswanderer zunächst allerhand Unbequemlich⸗
keiten, die namentlich im Wechsel der Schiffe liegen, zu bestehen,
uind dann ist er auf englischen Schiffen ebenso sehr wie auf fran⸗
zösischen und holländischen von einem Schiffsvolk und von Mit—
reiseuden umgeben, welche eine andere Sprache reden und sich
nur zu oft hoͤchst rücksichtslos gegen die Deutschen zeigen. Ganz
empbrend benehmen sich neuerdings“ die Irlaͤnder gegen unsere
Laudsleute; so wird der Weser-Ztg. unterm 19. Mai aus Lon—
don berichtet? „Wieder einmal haben es gestern die Irländer auf
inem Auswandererschiffe, dem von Liverpool nach Philadelphia
beslümmten,Tuscarora“, durchgesetzt, daß die deutjchen Passagiere
welche ihre Ueberfahrt auf diesem Schiffe bedungen ˖hatten, das—
selbe verlassen mußten. Die Flußpolizei erwies fich außer Stande
der Gewalt zu steuern und die Gerichte, an welche die Deutschen
ich in ihrer Noth um Beistand wandten, hatten nur den Trost,
ür sie einschreiten zu wolen, falls das Schiff den Merseh uoch
nicht verlassen habe. — Die Beschwerden der auf englischen
Schiffen Ausgewanderten erstrecken sich ferner hauptsächlich auf
die folgenden Punkte: Mangel an Raum und frischer Luft; Un—
ceinlichkeit der Schlafstäͤtten und der Plätze für die Verrichtung
zatürlicher Bedürfnisse; mangelhaftes Zubereiten der Speisen, so—
wie unregelmäßige und ungleichmäßige Vertheilung derselben; gro—
de eep don Seiten der Schiffsmannschaft, unter deren
unmittelbarer Beaufsichtigung die Zwischendeckpassagiere sich befin—
den, und Chicanen und Beleidigungen, welche an den Deutschen
von Passagieren anderer Nationalitäten verübt werden. Hierzu
ommt, daß durch das Ueberfüllen dieser Schiffe mit Passagieren
und in Folge der dadurch auf denselben herrschenden Unreinlich—
keit sehr häufig ansteckende Krankheiten, z. B. Cholera, Typhus,
Schiffsfieber und Pocken entstehen, und daß, um die- Verbreitung
dieser Krankeiten zu verhüten, die Auswanderer genöthigt werden,
nach ihrer Ankunft im New-Yorker Hafen oft mehrere Wochen
in den Quarantaine-Anstaltenzu verbringen. Der einzige anschei⸗
nende Vortheil, welcher den Reisenden von den von England aus
abgehenden Dampfschiffen geboten wird, ist der etwas geringere
Preis. Untet diesen Umständen hält es die erwähnte Gesellschaft
ür ihre Pflicht, unseren Landsleuten abzurathen, sich den Un—
mehmlichkeiten und Gefahren auszusetzzen welche sie nach
Aussage der kürzlich in Rew-York angekommenen deutschen Aus—
vanderer mit der Reise auf endlischen Dampfschiffen verknüpft
ind, und fie zu warnen, sich durch interessirte Agenten und
Maäckler verlocken zu lassen, zur Ersparniß einiger Thaler die Reise
über England zu machen, und denselben zu empfehlen, bei dem
Ankauf ihrer Reisebillette darauf zu sehen daß dieselben für die
direct von Bremen oder Hamburg nach New-York abfahrenden
Dampschiffe bestimmt sind. Diese Vorsicht ist nothig, weil Agen—
—
reisen wollen, häufig Billette geben, welche sie allerdings nach
jenen Seehäfen briugeuͤ, aber nur um sie auf kleinen Dampfbö
len nach enadlifchen Häfen zur Weiterbeförderung zu üherliefern
        <pb n="278" />
        Samstag den 22. Juni 1867, Nach⸗
mittags 1Uhr in seiner Behausung zu
St. Ingbert, läßt Jakob Wack Schrei⸗—
ner daselbst wohnhaft, folgende Mobiliax—
gegenstände öffentlich in Eigenthum auf
Tredit versteigern, nämlich:

2 Kleiderschränke, 8 Bettladen, 2
Küchenschränke, 3 viereckige u. 1run⸗
der Tisch, 14 Arbeitstisch, 12 Stühle,
1 Pfeilerschränkchen, 1. Nachttisch,1
Kinderwiege, 4 große Bilder, 36
Scheiten Buchenholz, Schreinerwerk⸗
zeug, 4 Bienenhäuser, 1. Dreibäuer
und 3 Einbäuer-Dzierzonwohnungen
1 großer Reisekoffer, Eisengeschirr,
sowie sonstige Hauss und Küchenge⸗
geräthjchaften.
Horn, kgl. Notar.
Bekanntmachung.
Am 24, Juni nächsthin, Vormittags 11
Uhr, vor dem Schulhause zu Ensheim wer⸗
den folgende gegen Rikolaus Fleisch,
Sohn. von Nikolaus, Handlungscommis,
in Ensheim wohnhaft, gepfündete Feldfrüchte
zegen gleich baare Zahlung zwangsweise
dersteigert, als:
Das Heugras in circa 3 Tagwerken
66 Dezimalen Wiesen im Rohrbach und
in den Rohrgärten, in sechs Parzellen;
Das Korn in cixca 85 Dezimalen
Acker in den Rohrgärten und im Pfiffers⸗

berg, in zwei Parzellen. e7 eh
Alle Grundstücke auf Ensheimer Bann
gelegen. S gtze See * —WW ——
Blieskastel, den 12. Juni 1863..

Der instrumentirende kgl. Gerichtsbote

Neu.

MXä—

— — J——
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des kgl.
Forstamtes Zweibrücken.

——— ————
Mitiwoch den 26. Juni 1867 Vormit—
tags 10 UÜhr zu Neuhäusel bei Ad—
jungt Hussong; bei günstiger Witterung
am Frauenbruunen. *

RNevier Neuhäusel.

Schlag Lambertsberg 1v. 2.

35 buchen Wagnerstangenn

76 eichen Wagnerstange J—

7 Weichholz Stäümme I

Zchlag Lampertsberg IV. A.

78 buchen Wagnerstangen

9 eichen dit.

2 Weichholz Stämme 1
484 Klftr. buchen Scheit II. Qual.
184 Klftr. aspen Scheit.
Schlag Lambertsberg 19. 5. 2.
185 buchen Wagnerstangen IJ
26 eichen ditto. —
4 aspen Stäͤmme ——
324 Klftr. buchen Scheit II. u DI.
Qualität.
12144 Klftr. aspen Scheit
284 Klftr. aspen Prügel.
Schlag Lampertsberg IV. 3. b.

21 kiefern Baustämme IV. El. yy
227 kiefern Sparren 97

19 Klftr. aspen Scheit

29,14 Klftr, kiefern Prügel 5 I.

Schlag Klosterkopf. II. A. a.
38 buchen Stämme UI. GI.
10*4 Kiftri buchenScheit Anbren
Schlag Zufällige Ergebnisse.
25 eichen Stämme III.-VY. El.
16 buchen Stümme Ul. C.
40 tiefern Stämme II. — IV. CI.
69 liefern Sparrennn
171 fichten Stümme J. — IV. FI.
.7 fichten Sparren 4
3, hainbuchen Stämme 1. CL.
4 Kiftr. eichen Misselholz IV. Cl,
682 Klftr. buchen Scheit ..-Il Qual.
3 Alftr. eichen Scheii knorr. u. anbr
1Klafter birken Scheit anbꝛr.
25. Kifir. fichten Echeithoiz
20 Klftr. verschiedene Prügel u. Krappen
Zweibrücken den 10. Juni 1807.
Rgl. Forstamt::
Glas
Sonntag Nachmittag (Morgen)
bei günstiger, Witterung
Waldparthie
am sogenannten Köpfchen
an der Blieskastler Straße, rechts im Walde
Johanu Bosche, Wirih.
Blumen-Vasen

ordinare und vergoldele, in großer Aus—

wahl, empfiehlt zu billigen Preisen. F
Joh. Firmery.
Theater in St.“ Ingbert.
Direktion von August Schroth.
Zweite Vorstellung im J. Abonnement
Sonntag den 16. Juni 1867.
Imm Suale des EIrn. Oberhauser.

LUuUTMPaci-
—Vagabundus“
oder
Das liederliche Kleeblatt.
Zauberposse mit Gesang und Tanz in 3
Akten nebst einem Vorspiel:
Die FSeenwette
von J. Restroh — Musik von-Adolph
Müller.
Mit neuer Wolken⸗Dekoration.
Das frühere Quiring'sche Haus ss
ganz oder in zwei Wohnungen getheilt zu
vermiethen.

J Georg Haacss
Johann Jung. I
Montag den 17. Juni

Jahrmarkt

in St. Inabert.

——
» Ich zeige hiermit ergebenfi

aan, daß ich von jetzt un,

mein nenes Atelier neben der Holz—

handlung des Herrn Otto Weigand,

Kohlenstraße, eröffnet habe und von Mor⸗

gens 8 bis Abends 6 Uhr gef. Aufträge
entgegennehme.
B. Ollig, Photograph.

Wohnungsveränderung.

Der Unterzeichnete macht hiermit die er—
ebenste Anzeige, daß er seine bisherige
Wohnung bei Herrn Bäcker Hagemann
verlassen und nun in seinem eigenen frü—
—A
Nro. 47 wohnt.

Derselbe hält stets Lager in allen Ar—
len neuer Uhren, und Büpouterie-Waaren.

Zugleich empfiehlt sich derselbe in Repa—
raturen von Uhren und Goldwaaren.
Für die Güte wird garantirt und feste
billigste Preise zugesichert.
Blieskastel im Juni 1863.

NoOdâ qIim, Uhrmacher.
Vermiethung.

Eine Scheuer, ganz in der Nähe des
Bahnhofes, auch zu einem Magazine sich
eignend, ist sofort zu vermiethen; zu er—
fragen in der Erpd. d. Ri
Unterzeichneter vermiethet, bis 1. August
beziehbar, sein dahier an der Hauptstraße
gelegenes Wohnhaus. Näheres bei dem—
selben.

.J . J · Fiack.
.Bergmann Ludwig Stolz,
hat cirea 45 Ruthen Wies in den Eicherts⸗
wiesen für die diesjährige Heus und Ohmet⸗
ernte zu verpachten, oder auch dieselbe aus
freier Hand zu verkaufen
—
In meinem Hause im Josephs⸗
thal sind 2 Zimmmer zu vermiethen und
sofort beziehbar.
A. J. Peters, Kaufmann.
AnnOoOncqe
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft
von Glebr. Pfeiĩ er in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats-
paͤpiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
sicherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1 per mille ohne
dealiche sonstige Spesen.
Des hl. Frohnleichnahmsfestes wegen,
wird der Zweibrücker Frucht uü. Vieh—
markt am Freitag den 21. d. Monais
abgehalten.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Hom burg vom 12. Juni
Weizen 7 ft. 55 tr. Korn 5 fl. 47 tr.
Spelz — fl. — kr., Gerste, — 2reihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fi. — kr., Hafer
4 fl. 57 kr., Erbsen — f. — kr., Kartof⸗
feln 1fl. 30 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
27 fr. ditto 2 Kar 18 tri, dittw 1 hgr—
detr., Kühfteisch 1. Qual. 15 kr., 2. Ondt.
18 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
4 tr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 28 kr.
ver Nfb.
— — — — — —
Frankfurter Börse
Geldsorten —A —

vom 13. Juni 1867.

Preußische Kafsenscheine.. 4 45.-4533.
Preußische Friedrichsdder .9 16/-87
Pistolen ..... if 944-246
Holländische 10 fl.⸗Stück⸗ 250-252
Ducaten.. — *33 ·33
20Francs⸗Stücke. 8928-29
Englische Souvereingg. 11 52 -56
—XV——
Hochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 227228
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demesz in St. Ingbert. * —
        <pb n="279" />
        Sl. Ingberler Acnzeiger.
der 481t. Jugbertex Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donner sstag
ind S amst ag, Abonnementspreis vierteljährig 458 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
e Wn e hke a Weser Raum berechnet. J J
Nro. 72 — — Dienstag, den 18. Juni — 1867
— ———— — r —— —— — — — ö— — —

αιXαÄàäαä
— Deutschland. 7—
Mündchen, 15. Juni. Uebermorgen geht der zum Militär—
bevoll mächtigtien in Berlin ernannte Generalmojor v. O w
auf seinen Posten ab. — Die Theilnahme der württem be re
zischen Artil lerie an den Schießübungen der bayerischen
ürtillerie auf dem Lechfelde wird für dieses Jahr unterbleiben,
veil die württembergische Artillerie in einer Umbildung begriffen
st. — Der bayerische Gesandte in Rom, Freiherr v. Verger, ist
edenklich erkrankt. — Bezüglich der zukünftigen Gestaltung der
Hendarmer ie werden demnächst Conferenzen der bezüglichen
Referent eu der Minsterien des Innern und des Krieges statt⸗
inden. — Der Socialausschuß tritt übermorgen zusammen und
wird seine Arbeiten mit der Berathung des Gewerbegesetzes be—
zinnen. — Nachdem sich die Post-Francocouverts allenthalben als
weckmäßig erwiesen haben, werden dieselben nun endlich auch in
Bayern eingeführt. —V — ——
Dienstes⸗Nachrichten ·. .. 7

Seine, Majestät der König haben unterm 7. d. Mts. Aller⸗
znädigst zu genehmigen geruht, daß der Steuere und Gemeinde—
Linnehmer Friedrich Hertel von Otterberg, seinem Ansuchen ent⸗
prechend, auf die erledigte Steuer⸗ und Gemeinde-Einnehmerei
Bermersheim versetzt werde.

Durch Regierungsbeschluß vom 14. Juni wurde der Schul⸗—
verweset Vaniel Weber in Göollheim zum Verweser an der protest.⸗
‚eutschen untern Schule in Germersheim vom 1. Julinl. J. an
ind der Schuldiensierspectant Leonhard Vogel von Hinterweiden-
heil zum Verweser an der kath. Schule in Bann vom 16. Juni
IJ. an ernannt

Mannheim, 16. Juni. Heute hatte im „Badner Hofe“
dahier in Sachen der Tabakbesteuerung eine zahlreiche besuchte
Versammlung von Mitgliedern des landwirthschaftlichen Vereins
tatt. ·Auf Antrag des Hrn. Ritzhaupt, Präaͤsidenten der Handels⸗
ammer in Heidelberg, wurde der Beschluß gefaßt, eine Commis⸗
sion mit der Ausarbeitung einer Denkschrift zu beauftragen, welche
üch gegen jegliche Besteuerung des Tabakls aussprechen und welche
an maßgebender Stelle vorgelegt werden soll. In diese Commis-
ion wurden gewählt für die Producenten die Herren Dr. Herth,
Scipio, Bürgermeister Seiz von Seckenheim und Geh. Rath Rau
in Heidelberg; sür die Händler die Herren Anderst in Heidel—
berg, H. C. Diffene, Julius Hirschhorn und Ph. Kloos in
Meannheim; und für die Fabrikanten die Herren Ritzhaupt und
Jacob Landfried in Heidelberg und Max Mayer und L. Hirtler
n Mannheim. Zugleich einigte man sich dahin, daß die Com—
nission zum Behuf einer wirkfameren Agitaätion gegen die Einfüh—⸗
rung der beabsichtigten Besteuerung in Bälde einen deutschen
Tabakstag für Producenten, Händler und Fabrikanten aus—
chreiben solllee.

Kärlsruhe, 18. Juni. Zum Militärbevollmächtigten in
Berlin ist der Artillerieoberst Graf v. Sponeck ernannt. — Der
Frkf. Ztg. zufolge wird dieser Tage, wahrscheinlich in Karlsruhe,
eine größere Versammlung von Tabakproducenten, Tabakfabrikan—
ten ꝛc. abgehalten werden, um über die bevorstehende Einführung
der Tabaksteuer zu verhandeln. —

Darinst adt, 15. Juni. Heute Nachmittag kam der Czar
mit seinen beiden Söhnen hier an; derselbe reist morgen Abend
hier ab. — Oberst Beckex im vorigen Jahr: Generalstabschef der
Armee, ist penfionirt..

Wiesbaden, 12. Juni. Nach der Mittelrh. Ztg. hätte
—
daß er nicht mehr geneigt sei, das vollständig ausgearbeitete und
—
zen anzunehmen und seine Vertreter, Prinz Nicolaus und v.
Heeimskerck, deßhalb zurückberufe. —

Aus Thüringen, 41. Juni. Wenn einer Correspon⸗
—VDVV———
mehr Boden, daß den kleinen thüringischen Staaten fernerhin die:

Sonderexistenz unmöglich sen würde, da sie nicht im Stande
wären, nebst den Leistungen für den Norddeutschen Bund auch
noch die Kosten für ihre eigenen Regierung zu tragen, und daß
daher eine vollstandige Einverleibung mit Preußen in jeder
Hinficht das beste für sie sein würde. In Beziehung auf Cobusg
wird dies in einer kleinen Schrift speciell nachgewiesen, die viel
Aufsehen macht. Dieselbe führt den Titel: „Was soll aus dem
Herzogthum Coburg werden? Ein Beitrag zur Lösung kleinstaat—
icher Verhälnisse.“ In Geldsachen schwindet also auch die klein—
taatliche« emüthlichkeit! J

Berlin, 13. Juni. Der König geht Anfangs Juli zu ei—
ner vierwöchentlichen Badecur nach Bad Ems. Die Königin ist
noch bei ihrer Tochter der Großherzogin von Baden, in Baden.
Am Montag findet hier zu Ehren des Czaren eine große Parade
tatt. Der Kaiser Napoleon soll hierher kommen, sobald der Sul—
ran Paris verlassen hat. — Im Finanzministerium ist man au—
zenblicklich mit der Aufstellung der Voranschläge für den Nord⸗
deutschen Bund beschäftigt. U

Berlin, 14. Juni. Die Verhandlungen Preußens mit der
Jhessischen Regierung wegen eines Postvertrags sind ihrem defini—
iiven Abschlusse nahe; ist der Vertrag vollzogen, dann ist das
ganze bisherige Thurn⸗ und Taxis'sche Postgebiet in den Händen
der preußischen Postverwaltung. — Die Eingabe der städtischen Be⸗
hörden von Frankfurt a. M. welche Einwendung gegen den Ent—
wurf einer Auseinandersetzung zwischen dem Stadt- und Staats-
hermögen Frankfurts gemacht hatten, ist von dem Finanzminister
abschlaͤgig beantwortet worden. Der Minister erachtet die vorge-
zraͤchten Angaben über die sich herausstellende Leistungsunfähigkeit
der Stadt für nicht zutreffend und hält den Entwurf aufrecht. —
Auf dem in Florenz im September stattfindenden statistischen Con—
zreß wird Preußen amtlich durch den Geh. Regierungsrath Dr.
Engel vertreten sen.

Berlin, 15. Juni. Nach hier eingetroffenen Nachrichten
scheinen nun auch England und Oesterreich bereit gegen die Ab⸗
endung einer internationalen Untersuchungscommission nach Can—
dia keinen Widerspruch zu erheben, wenn die Pforte sich damit
einverstanden erkärt (was bis jetzt aber nicht der Fall ist). — Die
Züstenbefestigungsarbeiten an der Ostsee werden jetzt eifrig betrieben.

Berluͤn, 15. Juni. Der Staatsanz. publicirt heute eine
ᷣnigl. Verordnung vom 27. v. M., die von dem gesammten
Staatsministerium contrasignirt ist, und worin die durch das Ge—
etz vom 24. Juni 1858 festgestellten Obliegenheiten des hannö⸗
erschen Staatsraths nunmehr dem preußischen Gesammtministerium
ibertragen werden.

Borlin, 15. Juni. Die Rückgabe von Nordschleswig an
Dänemark wird unter den von Preußen gestellten Bedingungen,
und zwar wahrscheinlich ohne allgemeine Abstimmung, worüber
indeß eine Entscheidung noch nicht getroffen ist, noch vor dem 1J. Octbr
d. J. erfolgen. Die Verständigung zwischen beiden Theilen ist in
den Hauptpunkten bereits Thatsache.

Potsdam, 16. Juni. Der Koͤnig mit dem Grafen Bis—
narck und dem General v. Moltke ist gestern Abends 6 Uhr 15
Min.“hier eingetroffen und von der Kronprinzessin und den Spi—
zen der Behörden am Bahnhofe empfangen worden. Der
önig und die Kronprinzessin fuhren nach Babelsberg. — Heute
Vormittag isi der Czar eingetroffen. J

Wien, 12. Juni. Gleich nach dem Bekanntwerden der

stachricht von der Einschließung des Kaisers Maximilian in
Queretaro wurden von den Angehörigen der kaiserlichen Familie
Vorkehrungen zur Beschaffung einer größeren Summe für den
Fall getroffen, daß ein Lösegeld verlangt werden sollte. Der
aiser Ferdinand in Prag und die Ellern Marximilians sollen
sich dabei besonders betheiligt haben.
— Laut eines Corresp. der Köln. Ztg. halte der amerik. Cony
sul in Paris es nicht mehr für nöthig seine Ueberzeugung zu
oerhehlen, daß eine Kugel dem Leben des Kaisers Maximilian
ein Ende gemacht habee.
        <pb n="280" />
        Wien, 18. Juni.“ Eine allgemeine Amnestie für das nicht
ungarische Oefterreich foll doch noch, aber erst nach Vollendung
des Verfassungswerkes für diese Reichshälfte erlassen werden.—

Penh, 18. Juni. Gestern wurde in der Deputirtentafel
das mit der königlichen Genehmigung versehene Exemplar der Ge⸗
setzesartikel über Aenderung der 1848er Gesetze und über die ge—
meinsamen Angelegenheiten vorgelegt. Eine Deputation beider
Tafeln sprach dem Königspaar den Dank des Landtags für die
Amnestie und für die Bestimmung des Kronungsgeschenkes (zu
einer Stiftung für Honveds) aus. Am Abend fuhren die Maje—
ftäten durch festlich beleuchtete Straßen zur Rückreise nach Wien
mm den Bahnhof, wo sie die Mitglieder der beiden Landtagstafeln
owie die Spitzen des Landes- und Gemeindebehörden zum Ab—
chied versammelt trafen. Ju Laufe des Tages hatten sich meh⸗
rere der anwesenden fremden Gesandten dem Helden des Ausglei⸗
ches, dem Herrn Deak, vorstellen lassen. Hr. v. Beust: hatte
vor seiner schon vorgestern erfolgten Abreise nach Wien eine drei⸗
ffündige Unterredung mit dem Primas von Ungarn im Prima—
tialpalaste gehabt. —

—Be'st h, 15. Juni.“ Im Deak-Club legte heute Somssich
einen Gesetzvorschlag vor weogen Ausdehnung des Wahlrechts auf
die Juden. Der Minister erwiederte, im Herbste werde die Ju—
denfrage, verbunden mit einem Incolatsgesetze erledigt werden.

Agram, 12. Juni. Die politisch Compromittirten Croa-
tiens wollen von der in Pesth erlassenen Amnestie keinen Ge—
oruuch machen, weil Croatien kein Nebenland Ungarns mehr sei.
In Fiume hat die ungarische Partei eine bedeutende Ruhestörung
oeranlaßt.

Lemberg, 12. Juni. Die Zugeständnisse ides Herrn v.
Beust an die Polen, deren schon Jerwäͤhnt wurde, sollen darin
estehen, daß alle vom Lemberger Landtag gefaßten, die Autono⸗
nie Galiziens betreffenden Beschlüsse vom Kaiser sanctionirt wür⸗
den. Darnach bekäme Galizien einen Hofkanzler, einen galizischen
Schulrath, die polnische Sprache als Amtssprache in Amt und
Gericht, ein eigenes Obergericht in Lemberg, Erweiterung des
Wahlgesetzes ꝛc. Zum Hofkanzler (oder nach Anderen zum ga—
izischen Minister ohne Portefeuille) würe: Graf Alfred Potocky
veftimmt.. c

Luremburg, 11. Juni. Die Staändeversanm m⸗
unmg ist zum Behuf der Genehmigung des Londoner Vertrags
om LI. Mai dieses Jahres auf den 18. ds. Mtis. einbe⸗
rufen.
Frankreich.

Paris, 10. Juni. Der Koͤnig von Italien wird nicht hier—
Jer Fommen. Er soll geäußert haben, er besäße nicht einmal das
dhige Geid, um III. Tlasse fahren zu können. Der Pring Hum—
zert hat diesen Entschluß dem Kaiser Napoleon mitgeiheili. Heute

rüh ist auch der Prinz Napoleon angekommen.
Paris, 12. Juni. Der „Siecle“ erklärt: 1) eine Allianz
wischen dem demokratischen Frankreich und dem moskowitischen
Czarismus sei unmöglich; 2) jede Revision des Pariser Vertrages
von 1856 würde den dem vordringenden Barbarenthum entgegen
gestellten Wall umstürzen; 8) eine Allianz zwischen den für Ver—
heidigung der Volksrechte bewaffneten Nationen Frankreichs und
Deutschlands würde für das Wohl der Menschheit wünschenswerth
ein unter der selbstverständlichen Bedingung jedoch, daß die na—
ionalen Anforderungen gegenseitig befriedigt würden. Wer die
ranzoͤsische Denkweise kennt, der weiß, daß hiermit die Zurücker⸗
tattung der Rheingränze gemeint ist, für welche Meister Havin
yom Siecle seine Allianz feilbietet. Mit mehr Sinn bemerit ein
anderes Blatt, die Opinion nationale, daß der Prager Friedens—
yertrag in Betreff der Garantie / welche er auf franzosischen An—
rieb einem neuen Rheinbund gewähren jollte, durch die August
erträge des worigen Jahres bereits zerrissen ist, dies ist eine Thatsa—
he / an welche die Franzosen nur mit schlecht verhaltenem Grimm
»enken können. — Das neue Blatt „La Situation“ bekauntlich
durch Geld des Exkoͤnigs von Hannover ins Leben gerufen / zeigt
eine Tendenz doch etwas zu ungeschickt. Es erregt selbst unter
den Franzosen ein Lächeln, daß es in diesem Organ noch immer
zin „Königreich Hännover,“ eine „Freie Stadt Frankfurt“ ꝛc.
ziebt. Die Originalcorrespondenzen aus Hannover,
Wieshaden, Hamburg zc. scheinen sfämmtlich hier angefertigt, zu
werden.
Pariz, 13. Juni. Die zahlreichen Besprechungen und
Berathungen der Diplomalen während der Anwesenheit der Mo—
aarchen haben eine gewisse Zuversicht erzeugt, daß gemein haftliche
Festsetzungen der französischerussischen und preußischen Staais—
nänner die Wiederkehr ernstlicher Schwierigkeiten zwischen den
eitenden Machten des Continents vorerst verhůten werden. — Heute
Abend findet in den Tuillerien eine intime Vereinigung zum Ab—
chiede von dem König von Preußen statt. Der Czar hat außer zahlreichen
Irden über eine Million Fraͤnken an die verschiedenen Wohlthä—

tigkeitsanstalten vertheilt. Der · Abmg von Preußen“ Wird nicht
veniger thun. 7*87 — 7
Paris, 14. Jumi.“ Auf dem großen Ball Pder preußi—
schen Gesandtschaft hat der König von Preußen, Andem er sich zu
den dort anwesenden Oesterreichern wendete, auf die Gesundhein
des Königs von Ungarn (d. h. auf das Gelingen des Ausgleichs
mit den Ungarn) geirunken. — Der Abg. Jules Favbre ist an
einem Blutsturze verstorben.
Paris, 16. Juni. Im nichtam tlichen Theile zeigt der
Moniteur an, daß der Kaiser die Solde rhöhung von 4 Centimes
äglich auch auf die Marinetruppen ausgede hnt hat und daß vom
10. d. M. an diese Verfügung in Kraft treten wirdr.
J England. 261
London, 15. Juni. Im Unterhaus interpellirke gestern
Abend Labouchere wegen der, bon England mit übernommenen
Garantie für die Neuträlisirung Lurxemburgs. In seiner Ant—
wort darauf sagte der Minister Lord Stanley?! „Vielemeinen
die Luxemburger Frage sei nur ein Vorwand gewesen, der Ab—
schluß des Tractates werde die Gereiztheit nicht mildern und 'ri⸗
nen späteren Kriegsausbruch nicht verhindern. Ich dagegen glaube,
»s gebe jetzt nichts, was den Krieg unvermeidlich, ja nur wahr⸗
cheinlich mache. Zeit gewonnen, ist viel gewonnen die Aufregung
chwindet täglich, tausend Gründe sprechen beidersseits für, keiner
gegen den Frieden. Preußen braucht weder Zuwachs seines Kriegs-
ruhmes, noch Deutschland größere Einigung-⸗ da etzteres gesichert
st; es braucht nur Muße, um sie zuconsoldireu? Franukreich
vünscht kein deutsches Venetien, keine Grenzbericht ig ung. Die Be—
iehungen beider Staaten zu einander“ sind seit dem Conferenz⸗
chluß fortschreitend freundlicher gewordeü, das frühere Mißtrauen
chwindet und, obwohl kein Prophet, glaube ich nicht,/ daß der
Friede jetzt gefährdet ist. England übernahm die Garantie als
einziges Friedensmittel. Das Parlament wird im gegebenen Falle
durch Verweigerung oder Bewilligung der Krieg skosten die Aus⸗
ührung der von England übernommenen Garan tieverpflichtungen
renehmigen oder verhindern können. *
J Schweiz. e e aeete
Bern, 12. Juni. Nachdem der Kantonsrath vbo n Solo—
hurn die Verminderung der Feiertage beschlossen, fordext. die ka—
holische Geistlichkeit von den Kanzeln, herab das Volk zu der ihm
Jesesetzlich zustehenden Einsprache („Veto“) auf, obwohl die päpst⸗
liche Curie bereits den großen Fabrikanten, ausdrücklich ge stattet
jat, an den abgeschafften Feiertagen arbeiten zu lassen. Warum
soll aber diesen der Landmann, der Handwerler und Taglöhner
nachstehen? . t ”e
Italien ⏑—
Florenz, 14. Juni. Eine Verständigung über die Kir
hdengüterfrage zwischen dem Ministerium und der“ betreffenden
Tommission der Deputirtenkammer ist wahrscheinlich. — Es gehl
das Gerücht daß der Papst sehr krank sei..
Florenz, 15. Juni. Die Deputirtenkammer hat heute
einen unlängst gestellten Antrag anf parlamentarische Untersuchung
über die Verwendung der geheimen Fonds während der ersten
pier Monate voun 1867 mit 162 gegen 114 Stimmen verworfen.
— Die Ungewißheit über das Schicksal des vom Fin anzministen
eingebrachten Gesetzentwurfes und des Vertrages mit Erlanger
dauert fort. Außer Hrn. Brasseur ist nun auch Hr. Landau,
der Vertreter Rothschilds, mit Angriffen aAuf die Loyalität dee
—A
Amerika
Nach Berichten aus den Vereinigten Staaten steht es mu
den Finanzen derselben nicht besonders gut.“ In einem Berichte
des Finanzministers klagt derselbe über die vermehrten Ausgaben,
iber Mißwachs im vorigen Jahr und: über Geschäftsstille, was
einen nahmhaften Ausfall in den Einkünften und eine zeitweise
Zunahme der Staatsschuld in Aussicht stelle. Wie groß die Ge—
chäftsstockung ist, geht daraus hervor, daß die Staatseinnahmen
nus der Einkommensteuer um 50 Prozent, d.' h. auf die Hälfte
zefallen sidd. J J
New'⸗York, 25. Mai. Jefferson Davis kam während der
Nacht hier an, bezog in aller Stille in dem NeweYork-Hotel, dem
Züdländer⸗Hauptquartier, seine Zimmer, beschränkte sich am fol—
zenden Tage, ohne das Haus zu verlassen, auf den; Empfang
seiner nähern Bekannten und vermieth gewandt jede Gelegenheit
zu Demonstrationen, welche sein Leben bedroht hätten. Er reiste
——
jespielt“ — Unter den vom 1. bis zum 14. Mai angekommenen
12,926 Zwischendeck-Einwanderern waren nur 3500 mit Ham
»urger und Bremer Schiffen gekommmen. Die Irländer sind also
am meisten vertreten. Sie sind hier in New-PYork so stark, daj
sie ihre Leute in den Wahlen leicht durchsetzen und in dieser frü—
her ausschließlich protestantischen Stadt, wie es imlängst geschehen
        <pb n="281" />
        i⸗
u
1t
8
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die Jesusteg lintetstühen aigssen ahten J Dir? Unson drt
37 Ets vief * —V* 257. Per drt — 7
Gefahr, die —— de eed
er oder spater die Existenz dieses va
9 Ihe der swiler die Erxistenz dieses dändchens gefähr⸗
weyotk, 4. Juni. Chilt und Peru weisen die Ver
« l * —
mttlung der Vereinigten Staaten zurück, Ien
—— — erhalten. Man Lbersichert · die Generale
r 35
rimilians.. w — jede Rüchichtnahme in Betreff Ma⸗
RNew⸗NYort, 14. Junh.: Dienk αα *
ort. 44. . Dienkriegsgerichtliche Unterfu⸗
ung gegen de J— tu
X den saiser W biaem wird geheim ge—

wollen National-Logen und eine fie glle umfassende Nnversal⸗
Broßlogé ängestrebt werden.

Für die preußische Flotte wird in London an der Themse
etzt eine Panzerfregatte gebaut, die ursprünglich für die
uückische Regierung bestimmt gewesen war und eines der allerstärk
den Kriegsschiffe zu werden verspricht. Bei einer Länge von
335Iomh ad einer Breile von 60 wird ihr größter Tiefgang
2613 betragen. Die Stärke der Panzer ist auf 8 berechnet.
Ihre Bewaffnung soll aus 30 Geschützen bestehen, darunter viele
Jödo ir. schwer, die ein 80 Ctr. schwetes Geschoß schleudern
ponnen Diefes gewaltige Kriegsschiff wird den Namen Wilhem
. führen.
— — —2
Vermischtes.

f Aus der Pfal z, Die zweite Wanderversammlung der tech⸗
nischen Lehrer Bayerns tagte —am oe und! 10. Juni in Fürth.
Die Zahl der Anwesenden belief sich auf 48, Aud es · waren fast
sämmiliche Gewerbschulen vertreten. Die Verhandlungen, von den
Herren Dr. Brentano aus Fürth und Lambert aus Wuͤrzbirg gelei⸗
et, betrafen Wünsche und Anträge dus dem Gebiete; der einzel⸗
nen Lehrfächer. Von allgemeinerxem Interesse dürfte es vielleich
sein, daß die Versammlung sich einstimmig den Antrag aneignete
S fei bei der bevorftehenden Heeresorganisatiotz nach dem Vorgange
Sachsens,den Apsolyentetz der Gewerbsschule Idqaz Recht einjährie
gen Dienstes zuzugestehen. Als, nächstzähriger Vexsammlungsort
Regenshurge eventuell Kaiserslauternin Aussicht: genommen.

f Zweibrücken, 165 Junl. Heute Boarmijttag I0Uhr
wurde am hiesigen Baͤdeplatz oberhalb der Schleußen“ die Leiche
eines bis jetztatihekannten Mannez aus dem Wasser gezogen, dieselbe
eet pekleidet, aber schon der Verwesung ziemlich nahe und
scheint etwan d Tage im Wahser, gelegen zu sein.“ Nach der ge—
richtlichen Befichtigumg wurden an“ derselben keinerlei Verletzungen
wahrgenommen und ist der Tod offenbar durch Ertrinken aus Un—
borsichtigkeiterfolgte“ Der Kleidung, nach ist der Verunglückte
entweder ein Handwerksbuͤrsche dder ein Tagarbeiter, im Alter
bon“Z0 bis 40 Jahren; derselbe besaß noch 1fl. 40 kr. Münze,
aber keine Papiere, welche uüͤber seine Herkunft Aufschluß geben
fönnten. ĩid urinit

.xf Vudwigshafen,“ 15.“ Juni. Im: Monat Mai, 1867 hat
die pfälzt Ludwigbbahn 204,603 fl. 19 kr. gegen den gleichen
Monat 1866 Mindereinnahme 186fl. 39 kr. — Die pfälz
Maximikansbahnerteiig im Mai 1867 60,896 fl 20 kr., mehr
gegen Mai 1866 6108 fl. 50 kr. — Die Neufstadt⸗Dürkheimer
Bahn hatte eine Einnahme von 5,448 fl. 8'kr., weniger gegen
Mai 1866 284 l. 36 trib

Kempten, 11. Juni. Eine gräßliche Unthat wurde

in dem dreib Stundenzon hier entfernten Dorfe Altusried verübt.
Ein dreißigjähriger VBanernsohn erstach in einem Aufalle von
Tobsucht seine Mutter und seine zwei Brüder; den“ Vater ver—
wundete er und die Schwester konnte nur eine schleunige Flucht
in den Kellet vor dem Schichsale ihrer Mutter und ihrer Brüder
retten. Den Leichnamen der Gemordeten hieb der Wüthende mit
einem Beile die Köpfe ab, warf erstere vor die Hausthür und
sr ie daneben. Die ganze gräßliche Geschichte, ereignete

ich am Pfingstsamstag Nachts; die erste Ursache dazu soll ein
Streit wegen neuen Halstüchern gewefen sein, welche den beiden
nun ermordeten Brudern gekaufl worden waren, während der
Tobsüchtige leer Ansgegangen war:. Nur mit“ Mühe wurde man
des Leßteren Meister, als män ihn festnehmen wollte; der dabei
brtheiigte pr soll auüch. Roch einige leichte ngen
welche ihm der völlig Rasende beibrachte, davongetragen haben. 3
Gleiche Anfälle, jedoch im gelinderen Grad, sollen bei dem Mör—⸗ Landwirthichaftliches. —
der schon bfters, besonders nach dem Genuß geistiger Getränke — Bedeutung der ersten Milch. Wie oft kommt es
vorgekommen sein. noch vor, daß sobald eine Kuh gekalbt hat, die erste Milch ab⸗
4Der 14. Jahresbericht des Hauptvereins der ebangelischen gemolken und auf die Miststäte oder ins Jauchenloch ausgegossen
Gustav⸗Adolphstiftung fur Bayern prö 1868/66 weist nach, daß vird, indem man glaubt, sie sei dem Kalbe, sowie anderm Vieh
V ver schweren Auserderungen dieses Jahres ud der in dem⸗ zegeben, schädlich. Gerade die erste Milch son dem Kalbe gege⸗
selben von allen Sejten so großartig hexvorgetretenen Opferwillig⸗ ben werden, da sie die kräftigste und angemessenste Nahrung sür
keit zur Linderung der Roth der vom' Kriege verwüsteten Gegen⸗ dasselbe ist, indem sie die besondere Eigenschaft besitzt, die unreinen
den und zur Erleichterung des schweren Looses der im Kriege Ver⸗ Substanzen aus dem Gedärme der Kälber zu entfernen. —
wundeten, die Einnahmen sich beträchtlich gemehrt haben. Während Das Mästen der Kühe. Es ist ein großer Irrthum
im Verwaltungsjaht 1864/630 die Einnahmen der sämmtlichen jon vielen Landwirthen, wenn sie, glauben, daß man diejsenigen
Zweigvereine, der beitragenden Dekanate und Frauenvereine 12,614 Zühe, welche man zu mästen beabsichtigt, nicht mehr zum Bullen
. und die wirklichen Einnahmen des Hauptdereins 7869 fl. be⸗ lassen dürfte. Die Erfahrung hat festgestellt, daß Kühe im träch⸗
trugen, beliefen sich dieselben im Jahr 1865/66. auf 14600 fl. tigen Zustande schneller fett werden. wie nicht irächtige. Wenn
umd 9710 l.,Der Perein hal' mit diesen Gaben 28 inlän⸗ die Brimst bei einer Kuh nicht befriedigt wird, besißzt sie nicht
dische und, 2i auslandische Diaspora-Gemeinden, Orte und An⸗ die nöthige Ruhe zu einer guten Mastung. Ene Zur Schnell⸗
stalten unterstützt J —— mist aufgestellte Knh zu melken ist fehlerhaft, indem die Nah⸗

F Ein Freim auer rcongreß fand am' 8. und 9. Juni in rungsmittel nicht zu gleicher Zeit zur Erzeugung d er Milch und

der alten Neichsstadt Worms statte Aus 28 Logen Deutschlands des Fettes dienen können. Am schnellsten mästen sich die kastrir ⸗
waren jahlteiche Verkreter eingetroffen Wie wir vernehmen wurde ten Kühe, weil— diese nichts mehr mit. der Bruünstigkeit zu
der Grumdriß eines allgemeinen Bundesgesetzes beschlossen., Esl thun haben .

Eine komische Geschichte erzäht der Pariser „Figaro“.
Vor ungefähr einem Monat tritt ein Unbekannter, in einen Pa⸗—
riser Laden 'und bestellt 18 Männermützen von ganz neuem Schnitt
nit der Bitte, sie ihm nach 24 Stunden zu liefern. Der Mü—
zenmacher fragt den Fremden, der sehr elegant gekleidet war, um
den Zweck der 18 Mützen und erhält zur Antwort: der Fremde
reise viel und verliere fast täglich eine Mütze, so daß er immer
inderthalb Dutzend mit sich führe. Am andern Tage holt er
eine 18Mützen. Der Laden⸗Inhaber aber, ein unternehmender
Manti, hatte sich ein Muster von der neumodischen Mütze gemacht,
in Stuck mehr angefertigt und dieses ans Fenster gehängt. Ein
Bürger von Brüssel, der mit seiner Familie die Ausstellung be—
uchit, geht an dem Laden vorbei, steht still und ruft aus: „Das
ist“ Dne schöne Mütze, die möchte ich kaufen.“ Gesagt. gethan!
Heit der neumodischen Mütze auf dem Kopfe geht er, seine Frau
am Arm, nach dem Marsfelde, um zum lehtenmal' vor seiner
Rückreise nach Brüssel die große Welt-Ausstellnng zu besuchen.
Plötzlich flüstert ihm ein Individuum einige Worte zu und ver—
chwindet; gleichzeitig fühlt er aber eine Hand in seiner Tasche.
Aha, denkt'er, das Taschentuch, ist fort! Er greift dahin und
indet — zwei Tabatieren, fünf Uhrketten und elf Taschenuhren!
stach kurzer Ueberlegung fragt der Brüsseler nach einem. Polizei⸗
»nreau, aber wenige Schritte, und ein Sicherheits-Beamter faßt
hn am Kragen und führt ihn mit sich fort. Bei dem Polizeicom⸗
nissär klärt sich alles auf. Die neumodische Mütze war ein Er⸗
kennungszeichen für Taschendiebe, und einer derselben hatte, in
der Furcht ertappt zu werden, die geftohlenen Sachen in die Ta⸗
sche dines Mannes befordert, den er für seinen Diebgenossen hilt.
p.Ansbacher-Gunzenhauser fl.⸗7, Loo se. Prämienziehung am
13. Fum. Serie 3607 Nr. 11 16,000 fl. Serie 3088 Nr.
36 2000 fl, Serie 2146 Nr. 16 500 fl. Serie, 979 Rr. 40,
Serie,1249 Pr. 12, Serie 1883 Rr. 13, Serie 3607 Nr. 28,
Serie 4768 Nr. 8 jede 100 fl.

7 St. Ingbert, 17. Juni. Es dürfte im Interesse des
Publikums sein, auf ein demnächst im Selbst⸗Verlage des Ver⸗
fsers, des in weiteren Kreisen bekannten Lehrers der Handels⸗
vissenjchasten L. Baumblatt in Kaijerslauternericheinendes
Buch

Die Wechsellehre für Schule und Volko—
aufmerksam zu machen. Dasselbe erschöpft die Lehre vom Wech—
selrecht so vollstandig, wie keines der bis jetzt erschienenen Werke,
und ist ein unentbehrlicher Rathgeber für den Handels⸗ und Ge—
verbestand, der in allen vorkommenden Fällen darin Aufschluß
indet. Dem Buche sind 24 Formularien in deutscher, französi⸗
scher und englischer Sprache beigefügt, wie die Subscriptions⸗Liste
wvelche dieser Tage in Circulation gesetzt wird, näher bezeichnet.
        <pb n="282" />
        Bekanntmachung.
Am 24. Juni nächsthin, Vormittags 11

Uhr, vor dem Schulhause zu Ensheim wer—

den folgende gegen Nikolaus Fleisch

Sohn von Nikolaus, Handlungscommis

in Ensheim wohnhaft, gepfändete Feldfrüchte

gegen gleich baure Zahlung zwangsweise
nersteigert, als: —

. Das Heugras in rirca 3 Tagwerken
66 Dezimalen Wiesen im Rohrbach und
in den Rohrgärten, in sechs Parzellen;
Das Korn in circa 95 Dazimalen
Acker in den Rohrgärten und im Pfiffers
berg, in zwei Parzellen.

Alle Grundstücke auf Ensheimer Bann

zelegen. J

Blieskastel, den 12. Juni 1867.
Der instrumentirende kgl. Gerichtsbote
Neu.
Holzversteigerung
in Ormesheim.
Mittwoch den 26. Juni nächsthin, Mor
gens 10 Uhr, zu Ormesheim im Schul—⸗
hause, werden folgende Holzsortimente aus
dem Gemeindewalde „Schlag Bettel“ ver
teigert, nämlich:
34 eichen Baustämme,
104 eichen Schälstangen,
984 Klft. eichen Schälprügelholz,
550 eichen Schälwellen.
31,25 gemischte Reiserwellen von Nr
101 - 148,
4 Klft. buchen Prügelholz, zufälliges
Ergebniß. J
Erfweiler den 14. Juni 1863.
Das Bürgermelsteramt
Braunberger.
Donnerstag den 20. Juni
(fFrohnleichnamstagh.
Grossoss

2 * J — ade
Feuerversicherungsbank für Deutschland
inn Gotla.. ,
Nachdem Rechnungsabschlusie der Bauk für 1866 beträgt die Ersparniß, für das
70 Procent
der eingezahlten Prümie ιιαι ιν. e
Jeder Banktheilnehmer empfängt diesen Antheil nebst einem Exemplar des Ah—
chlusses von Unterzeichneten. bei welchen auf die ausführlichen Nachweisungen zum Rech⸗
nungsabschluß zu jedes Versicherten Einsicht offen liegen. 37.
Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs⸗Gesellschaft
beizutreten, geben die Unterzeichneten Bereitwilligst desfallsige Auskunft und vermitteln di⸗
Versicherung. *21

Landau, den 18. Mai. 1867. 14—73

. Louis Hayer, Hauptagent.
— Die Agsntemmm 47
ritz Panzerhieter, in St. Ingbert

* WV. Neubecelcer, in Hornbach ri
aer J. Pracht, in Zweihruͤcken.“ *
Um mit unsern vorjährigen fagonirten IRCIei-
derstossem rasch zu räumen, haben wir dieselben
einem billigen Ausverkauf ausgesetzt und empfehlen
ganz neue Sachen ebenfalls sehr billig.
. Lyon Sõhne

gegenüber dem Hotel Guepratte. **

8St. Johann aSannee.

Erste Qual. Schweine schmal,

SF Pomade ist wieder zu haben bei u

P. JZepp.

7 Der untere Siock im Hause des
Herrn Zix, bestehend in 5 Zimmer, Küche
ind Keller ist zu vermiethen und bis 1.
Zebtember beziebar. —

S. RMestphälinger.

Theater in St. Ingbert.“

Unterzeichneter vermiethet, bis 1. August
beziehbar, sein dahier an der Hauptstraße
gelegenes Wohnhaus. Näheres bei dem—
jelben. — *

I. J. Fiack.

Das frühere Quiring'sche Haus ist
ganz oder in zwei Wohnungen getheilt zu
vermiethen. VDD——

Georg Haass
Dohaun Jung.

Worms den 14. Juni.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. — kr.
bis — fi. — kr. Roggen 12 fl. — kr.
bis 12 fl. 15 kr. Gerste 12 fl. 15 ir.
bis 12 fl. 20 kr. per 100 Kilo., Hafer
5fl. 50 kr. bis 6 fl. — kri per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. 80 kr. bis — fl.
— r. Roggenmehl — fl. — kr. bis — s.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß — fl. — kr.
bis — fl. — kr. Blumenmhl. — fl. — kr.
bis — fl. — kr, per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fl. — xr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 21fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöhl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — tr. Mohnöl ohne
Faß — fl. — kr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen 68 fl. — kr. bis
80 fl. — ir. Branntwein 832 fl. 30 kr.
bis — fi. — r—

Ditrektion von August Schroth.
Dritto Vorstellung im J. Abonnement.
Dieustag den 18. Juni 1867.
Imn Saale des Hrnt Oberhauser.
ENGLISOMI.
Lustspiel in 2 Acten von C. A. Görner.
der Altenwalder Bergmusik in der Ferd.
Oberhausfer'schen Gartenwirth—
schaft. — *
Anfang 8 Uhr. *8
Eintritt ßb kͤr.
Für den heil. Frohnleichnamstag empfehle
ich vre schöͤnes Kunst⸗ oder Kuchen⸗
mehl.

Vorher: *
A—— *2
Eigensinn
o der: —V
Gott lei Dank. der Tisch
ist gedecht.
Neues Lusispiel in 1 Ack von Roderich
Benedirt.
Donnuerstag den 20. Juni 1867.
Vierto Vorstollung im J. Abonnement,
Im Saale des Herrn Oberhauser.
Leonore,
die Todtenbraut,
oder:
Die Vermählung uit dem
Grabe
Schauspiel mit Gesang (Melodram) in
3 Abtbhbeisvngen.

B. pPP-
Ich ersuche hiermit Jedermann meinem
Sohne Joseph Lefebre, auf, meinen
Namen weder etwas zu borgen oder zu
leihen, indem ich für denselben keine Zah—
lung mehr mache. W
A - —B
Qle
an Verkäufer per Pfd. zu 28 kr. oder
8 Sar. empfiehlt

— Mainz, 14. Juni. —

Gruchtpreise.) Weißmehl das Mal—

ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—⸗

genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200

— — pid) Is fi. 15 r. — is s. —

weiten Stock meines Wohnhauses — — . — — GKorn (I180 pfd.) 11 fl. 40 fr. — 12 fl.

8* 3* * 4 Zimmer, — * Tes hl. Frohnleichnamsfestes we- 10 kr. — Gerste (1600 Pfd.) 11 fl. so ir

zu vermiethen. A— zen erscheint das Donnerstags⸗ — 12 fl. — ir. — Hafet (120 Pfd
MNieolaus Rodenbusch, Küfer. blatt den darauffolgenden Tag. 5 fl. 20 kr. — — fl. — kr.

Pedaktion. Druck unn Verlag hon F. R Dem⸗k in St Inabert.
        <pb n="283" />
        Ang erker Anzeiger.

—A 22* —, 77 744 V
—V — en ee

18 ————

——

—⏑ —
——
der „Sh —— g berrer An zeige cmit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalz Dienstag, Do nuersstag
und Sa mstag. Abonnementspreis viertehährig 48 Krzr, Anzeigen werden mjt 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
J ie Raum berechnet.

Nro. 73. h Freitag den 21. Jui 3* 1867.
z ö
—T Dentschland. ιν
München. Das Handelsministerium hat, unter Hinweis
nuf den Jahresbericht der Handelslammer von Unterfranken umnd
Aschaffenburg, sich an das Cultusministerium mit dem Wunsche
gewendet, leßteres möge sich direct mit Rom wegen Verminderung
resp. Abschaffung der kirchlichen Feiertage ins Benehmen setzen.«
Das Handelsministerium beantragt, daß in Zukunft nur mehr
als Feiertage zu begehen seient die Sonntage. der Christtag, der
Stephanustag, Neujahr,der zweite Ostertag. Christe Himmelfahrt,
Frohnleichnam. Maria Himmelfahrt, Allerheiligen; alle übrigen
Festiage sind abzuschaffen, die Diöcesau⸗Patrone auf die Sountage
zu verlegen und können pro choro gefeiert werdenn
Die Münchener „Reuesten Rachrichten,“ sind don dem Ge—
meindegesetzentwurf des Abgeordneten Edel nicht in jeder Hinsicht
erbaut. Sie schreiden: „Die Art und Weise. wie sich der Ab⸗
geordnete Dr. Edel als Referent über den Gemeindegesetzentwurf
nit dem allerdings schwierigen Thema der Gemeindesteuern abfin⸗
det, dürfte mit den volkswirthschaftlichen Zeitanschauungen sehr
venig im Einklang stehen.“) Für Einführumg und Regulirung von
Verbrauchssteuern auf gemeine Lebensbedürfnisse soll den Gemein—
den nach dem Wunsche des Referenten die größtmögliche Freiheit
eingeräumt werden, sofern solche nur sich nicht auf die zum au⸗
zergemeindlichen Abfatz und Handel bestimmte Produktion erstrecken.
Selbst diese letztere Veschränkung soll auf die Ausfuhr von Fleisch
und Brod nicht ausgedehnt, für diese vielmehr jede Rückvergütung
von vornherein ausgeschlossen werden. Also freieste Einführung
der soust so verpönten Verzehrsteuern, eine wahre Vorliebe für
Bertheuerung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse, ein förmliches
Poussiren des Octroi's wogegen: gerade jetzt in aller Welt aufs
Lebhafteste agitirt wird. Aufschlagszölle, Verkehrsschranken, Schlag⸗
haume von Dorf zu Dorf, so zu sagen Bicinal⸗Zollschranken, auf⸗
erichtet in demselben Angenblick, wo Verkehrsfreiheit die allge⸗
neine Losung geworden ist? das äußerste Maaß der Freiheit ge⸗
rude in den Punkten, in melchen die Gemeindefreiheit mit der
Freiheit des Gesammtverkehrs unverträglich ist. Und dabei scheint
der Referent auch eine ganz besondere Schwärmerei für Bierbe—
stteuerung und Biervertheuerung in sich zu tragen! Er glaubt sich
gegen alle fernere Beschränkungen des Matze oder Bieraufschlages
ausdrücklich verwahren zu müssen, weil es „aus vollswirthschaft⸗
lichen () Gruünden zu wünschen sei, daß die Bierconsumtion nicht
in das Uebermäßige gesteigert werde.“ Der Referent steht nicht
an, seine Ansicht dahin auszusprechen, „daß die Verzehrung die—
es Produkts bereits beiden unteren Classen des Volkes eine Ausdehnung
erreicht habe, die weder in sittlicher, noch in wirthschaftlicher (9
Beziehung wünschenswerth ist, sowie sie auch im Auslande einen
anerschöpflichen Stoff zur Verhöhnung des. bayerischen Volkslebens
hilde“. Welch' wohlwollende Sorge für das arme niedere Volk!
So recht im wohlmeinenden Simne der weiland Luxusgesetze, Kleiderorde
nungen u. dgl. m., damit doch ja nicht zuviel producirt werde!
Wir können hier das Thema nicht wohl weiter verfolgen, es sollte
nur Einzelnes zur Probe aus dem sonst überaus gediegenen Ela—
borat herausgerissen werden, um zu zeigen, daß „der Sonnen⸗
strahl der Freiheit“ nicht überall das in Rede stehende Referat
durchleuchtet und nicht Alles, was Freiheit heißt, auch Freiheit ist.“
München, 16. Juni. Der bayerische Gesandte am russi⸗
schen Hof, Graf v. Tauffkirchen, ist, kaum von einer Sendung
nach Stuttgart zuruckgekehrt, abermals in besonderer Mission, und
war diesmal nach Berlin, vorgestern Abend abgereist.
München, 17. Juni. Die Baher. 3. dementirt in der
chr eigenthümlichen Weise die Notiz, nach welcher Fürst Hohen⸗
lohe vor seiner Abreise nach Berlin nicht in der Lage gewesen
wäre, die erforderlichen Vollmachten vom Konig zu erhalten. Sie
jagt nämlich: „Nachdem über die Berathungsgegenstäude der Ber⸗
liner Confetenz eine vorherige Feststellung nicht stattgefunden hatte
V WFin Buid in irgend ein vollswirthschaftliches Kompendium oder in die
Protoiolle der volkswirihschaftlichen Congresse hätte den Hrn. Referenten beleh⸗
ren können, wie über die Verwerflichkeit der indirecten Steuern überhaupt
dolle Einssimmigkeit in kompetenten Kreisen herrscht.

—
kounte auch selbstverständlich eine erschöpfende Instruction von dem
Minister nicht erbeten werden, und deshelh war derselbe erst nach
Beendigung der Conferenz in der Lage, das Resultat dem Mini—
terrathe vorzutragen und die definitive Enischeiduug Sr. Maj.
inzuholen.

München, 17. Juni. Die Augsburger Abendztg. enthält
nachstehenden Attikel: Von vielen Zeitungen wird die Zögerung
Baherns in Betreff der Reconstruction des Zollvereins dahin aus—
gelegt, als ob die bayerische Staatsregierung gewillt sei, den Zolls
herein gänzlich aufzugeben. Das ist aber vollständig unbegrün—
det. Soviel ich über den Gang der Verhandlungen erfahren
tonnte, war dieser in großen Zügen folgender: Die süddeutschen
Minister waren eingeladen worden, nach Berlin zu kommen und
dort mit Bismarck über die Reconstruction des Zollvereins Bera⸗
thung zu pflegen. Leider waren pon Seite Preußens keine be—
timmten Anträge gestellt, über die man in den Ministerberathun⸗
jen der süddeutschen Staaten vorher hätte Beschluß fassen können.
hei uns wurden im Ministerrath die Instructionen ausgearbeitet,
wvelche dem Fürsten Hohenlohe zur Basis seiner Zugeständnisse in
Berlin gelten sollten und die dem König vorgelegt und von ihm
auch sofort unterzeichnet wurden. In Verlin stellte sich aber he—
raus, daß die Forderungen Bismarcks über das Maß der Zuge—
tändnisse hinausgingen, welche Hohenlohe aus München mitge—
hracht hatte. Deshalb kounte er dort keine bindende Antwort geben
und nahm die Anträge Preußens ad referendum heim nach
München. Durch die Unterlassungssünde Preußens wurden nun
aachträgliche Verhandlungen nothwendig, die zur Zeit noch im
hange sind, aber keineswegs den Anschein haben, als führten sie
u einer Sprengung des Zollvereins durch Bahern. Im Gegen⸗
heile ist es höchst wahrscheinlich, daß schon in nächster Zeit eine
zefriedigende Losung der Angelegenheit erzielt werde. — Fürst
dohenlohe ist nach Schillingsfürst abgereist.

Speyer, 19. Juni. Am 26. d. M. werden sich die
Mitglieder des Consistoriums mit den von letzterem erwählten 10
Vertrauensmännern zu einer Berathung über die zur Feier des
Mjährigen Bestandes der Union in der Pfalz erforderlichen Vor⸗
zereiiungen in Kaiserslautern vereinigen. Als Vertrauensmänner
ind erwählt: Prodecan Ney von Mutterstadt. Decan Wanzel von
Zell, Decaͤnatsverweser Krieger von Zweibrücken, Pfarrer Hofer
n Edenkoben, Pfarrer Risch in Kusel, Bürgermeister Diehl von
Pirmasens Staatisprocuratur Dupré in Frankenthal, Hüttenwerk⸗
esitzer Frhr. v. Gienanth in Hochstein, Gubsbesitzer Otto Hilgard
in St. Johann nund Kaufmann und Landrathsmitglied Philipp
Rothhaas in Kandle.

Karlksruhe, 18. Juni. Der Tabak spielt seit der Mi—
usterzusammenkunft in Berlin die Hauptrolle. und schon regt sich
ie Agitation gegen etwaige Steuer in der bad. Pfalz, geschürt
nis Leibeskräften von allen Oppositionsparteien. Für Baden ist
zie Frage allerdings sehr ernst; hier handelt es sich um Millionen
ind um einen Arbeitszweig für Tausende. Alle Stimmen sind
ibrigens darin einig, daß Tabak das erwünscheste Object der
Besteuerung bilde. Auch unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß
man die Lösung erleichtern kann, wenn man die Steuer nicht zu
hoch bemißt und auf den Verbrauch legt, zugleich auch die Ueber⸗
Jaugssteuer fallen läßt letzteres ist für Baden der Hauptpuntt.

Karlhsruhe, 17. Juni. Der Großherzog hat am 11. d.
M. die Ratifikationsurkunde zum Berliner Vertrag vom 4. d. M.
mterzeichnet⸗

Wiesbaden, 14. Juni. Die auch von uns gebrachte
Notiz, daß die Unterhandlungen in der Domänenfrage ins Stocken
gerathen seien, soll nicht begründet sein; es sei nur durch die Ab⸗
vesenheit des Königs und des Grafen Bismarck eine kurze Unter⸗
brechung eingetreten. B

Berlin, 15. Juni. Die „Rat.«Lib. authographische Corre—
pon.“ schreibt: „Einheit und Freiheit! Darin sind alle libe—
ralen Fractionen einig, daß mit der Einheit Deutschlands auch
dessen Freiheit zu erstreben ist, denn beide bedingen einandet, und
        <pb n="284" />
        nür durch die freie politische und sociale Entwickelung' können die

noch durch Fo! viele Verschiedenheitew getrenuten deutschen Stämme

zu einem“großen ftaatlichen Gauzen zusammenwachsen und zur

Neubczründung eines starken deutschen Reiches gekangen, welches

die Centralkraft Cuwpas zu bilden hat. Aber in den Mitteln

zur Erreichung dieses großen und wichtigen Zieles weichen die lie⸗
beralen Parteien von einander ab. Die einen verlangen einen
starren unbeugsamen Rechtskampf für die Anerkennung der Reichs-
zerfassung von 1849, wenn auch in veränderter Form, während
die anderen das frische Ergreifen der gegenwärtigen Lage der

Dinge und die Benutzung der Vortheile fordern, welche die durch

den deutschen Krieg erzeugte Nothwendigkeit eines Zusammenge—

jens der preußischen Regierung mit der deutscheir- Rativn der

Volkspartei gewährt. Die hieraus hervorgegangene Compromiß-

politik hat zur Beendigung des Verfassungskampfes und zur An⸗

rahme der Verfassung des Norddeutscher Bundes geführt, aber
es läßt sich auch nicht leugnen, daß die inneren Zustände Preu—
zens dadurch nicht besser geworden sind, und daß ganz Deutsch⸗
land mit Mißtrauen darauf blickt und sich fragt, ob es sich einer

Hegemonie überlassen darf, welcher die Gewähr einer fortschrei⸗

enden Entwicklung fehlt und von der im eigenen Lande gefürch⸗

tet wird, daß sie die Machtenfaltung über die Fortbildung des

Rechtsstaates zu stellen trachte. In dem' Widerstreite des alten

conservativen Regierungsprineips mit dem neuen liberalen, wel⸗

hes der Fortschritt der Zeit erfordert, liegt allerdings das größte
demmniß für die Freiheitsentwickelung der Gegenwart; aber um
dᷣ nothiger ist es auch, daß die lieberalen: Parteien ihre volle

Kraft an die Ueberwindung desselben setzen und nicht müde wer⸗
den, der preußischen Regierung wie denen der andern deutschen

Staaten zu beweisen, daß sie nur durch die Hingebung an die

Volksinterresser und die Einigung mit der Vollsvertretung ihr

Fiel, die Begründung einest Bundesstaates mit dem Kern einer
tarken Centralmacht, erreichen können. Der monarchische Bundes⸗
xaat, welcher jetzt begründet werden soll, ist eine noch durchaus
unvollkommene Erscheinung, der nothwendigeine andere Gestalt
zegeben werden muß. Dazu wird aber der Eintritt der Vertre⸗
er. Süddeutschlands in den norddeutschen Bund unzweifelhaft füh—
ꝛen, Mit dem Beschlusse der füddeutschen Stauten, für die Ber—
retung ihrer materiellen Interessen Abgeordnete wählen zu lassen
und in den Reichstag“zu senden, um eine Neugestaltung des Zoll⸗
oereins! zu bewirken; ist bereits ein erster Schritt zur Einigung
gethan. DieNothwendigkeit der wirthschaftlichen Einheit Deutsch⸗
lands ist ausgesprochen, an dem Reichssstage wird es sein, daran
die Forderung der politischen Einheit zu knüpfen und den vollstän⸗
Jigen Anschluß Süddeutschlands an den Norden zu bewirken—
Der vereinten Nationalbertretung Deutschlands muß und wird es
zelingen, die parlamentarische Regierung zunerringen, welche den
nonarchischen Bundesstaat in einom constitutionellen, umgestalteten
Deutschland ebenbürtig neben England stellen und Frankreich zu

iner neuen Freiheits-Entwickelung anspornen wird.

Berlin, 17. Juni⸗Es bestütigt sich vollkommen, daß
Bayern in dem' erweiterten Bundesrathe sechs Stimmen haben
voll und Preußen sich ein Veto vorbehält. Die Zeitungsnachricht
iber, daß Bahern dies beantragt habe, scheint unrichtig. Wie aus
den Protokollen der Minister-Conferenz hevvorgehen soll, befürwor⸗
ete Württemberg zwej Stimmen mehr für Bayern. Die ande⸗
en Staaten stimmen zu. Selbstverständlich wurde die Zustimmung
dex anderen Zollvereinsmitglieder, wie für alles Andere vorbehalten.

Berlin, 17. Juni. Ich habe heute eigentlich nur zu be⸗
richtigen, und keine positive Thatsache zu melden, mit der einzigen
Uusnahme, daß sich der König seit seiner Rückkehr: aus Paris
ehr offen sehr günstig und sehr zuversichtlich in Betreff der Be—
estigung des Friedens in Europa ausspricht. Nur die kandiotische
Frage hat zum Eingehen in Details Anlaß' gegeben; von einer
franco⸗preußisch⸗rufsischen· Allianzt ist nicht die Rede gewesen.

— Berhlin, 19. Juni.« Die Prov.Corr. sagt: Die am 4.
Juni d. J. abgeschlossene Uebereinkunft in- Zollangelegenheiten
stellt Folgendes fest: die Aufrechthaltung des Zollvertrages vom
16. Mai 18653 eine gemeinsthaftlicher Vertretung der Regierungen
des Zollvereins nach Maßgabe des ehemaligen Bundesplenums
nit einer Aenderung zu Gunften Bayerns (welches 6 statt 4
Stimmen erhält) und mit Entscheidung durch Mehrheitsbeschlüsse;
ein Zollparlament in dem durch süddeutsche Abgeordnete verstärk⸗
len norddeutschen; Reichstag. Preußen beruft die ersahrwiungen
der Zollvereinsorgane und führt den Vorsitz in denselben; es schließt die
Handels vertrage um Namen Allex, ab und hat ein Veto gegen
Reuerungen in der Vereinsgesetzgebung. Bayern hat, bereits zu—
gestimmt. Die Zollconferenzen werden vermuthlich am 26. Juni
heginnen. — Die Nordd. Allg, Ztg. meldet,, daß der. Graf v.
Tauffkirchen gestern den Beitrxitt Baherns zur Zollübereinkunft un—
erzeichnet hat, und daß die am 26. Juni zusammentretende Zoll⸗
onferenz von Tariffragen nur einen anderen Modus der Tabak
esteuerung und im Uebrigen nur Allgemeines über das neut

Zollvereinsverhäktniß auf Grund«der Zollübereinkunff vom 4.
Funj berathen wird. — Die Kreuzztg. dementirt die Nachricht.
Jaß wegen Nordschleswig ein Abkommen bereits getroffen sei.
Das Staatsministerium hat entschiedem das Hannover ine un—
jetheilte Provinz mit Regierungsbezirken und Landrathsäm—
tern bleibt.
Wien 12. Juni- Es ist ein wahrer Meisterstreich den
die Regierung in Ungarn mit ihrer ausnahmslosen Amnestie und
roch mehr damit gethan hat, daß der Kaiser das Krönungsge—
chenk von 1200,000, Dukaten, welches ihm und seiner Gemahlin
yom Landtage votirt war, zur Unterstützung der invaliden Insur—

jenten (Honveds — Landesbertheidiger) aus den Jahren 1848

18489 so0 wie der Wittwen und Waisen aus jener Zein bestimmt
hat. Es bedarf wohl keiner weiteren Eroͤrterung. daß eine zarte⸗
innigere Weise, diese Subsidien zu gewähren, kaum denkbar war,

ils indem der Monarch gewissermaßen nur den Vermittler spielte,

zurch dessen Hände die freie Gabe der Nation an die Opfer des

Revolutionskriegez überging. Dier Bevölkerung selber hatte zu

yerschiedenen Malen, unter Bach und noch im Jahre 1864, An⸗

treugungen gemacht, den Honveds unter die Arme zu greifen, im⸗

ner aber war die Regierung diesen Versuchen energisch entgegen—
gJetreten. Um so größer ist nun heute der allgemeine Enthusias-
nus. Der kaiserliche Abt der Milde wird auch nach Ablauf von

18 Jahren noch einer großen Anzuhl von Nothleidenden, nament—

ich aber vielen unbemittelten Familienmitgliedern. der damals Ge⸗

allenen zu Gute kommen. Was die Heransgabe der confiscirten
ßüter anbelangt, so zweifle ich, ob nach den zahlreichem weilwei⸗
en Amnestie⸗Erlassen seit der Kaiserreise vom Jahre 1857 noch
ziele erkleckliche Rebellenbesitzungen unter Sequester ftehenz guch
ie Anzahl der Gefangenen,: wenigstens ausn der Zeit des Bür—
serkrieges, welchen die Amnestie heute noch die Pforten des Ker⸗
ers zu offnen hat, nachdem Bach und Schmerling, Forgach und

Majlath, um die Wette Begnadigungen einzelner Verurtheilten so
vie ganzer Listen und Classen erwirkt, dürfte keine nennenswerthe
eim. Allein die Hauptsache ist, daß mit der ausnahmslosen Be⸗
madigung, welche auch Kossuth ohne weiteres die Rückkehr in das
Zaterland gestattet, wenn er nur dem Monarchen Treue schwören
vill, die unheimliche Einwirkung der Emigration für immer ge⸗
hrochen und die letzte Spur des verfussungslosen Regiments vers
vischtist. Deak erklärte in seinen Adressen von 1861 und 1866
u wiederholten: Malen, die Ausgewanderten; deren-Heimkehr die
ingiltigen Sprüche fremder, illegaler Tribunale, der Kriegsgerichte
daynau's und dann der oktroyirten Bach' schen Gerichte im Wege
tünden, seien Opfer der Gewalt nicht der Justiz; von einer ehr⸗
ichen Herstellung des Constitutionalismus könne nicht die Rede
ein, bis die ihrer Rückkehr im Wege stehenden Hindernisse besei⸗
igt seien. Auch dieser letzteven Forderung. Ungarus ist jeßt rück⸗
zaltlos omsprochen und damit der Emigration für die Fortsetzung
des Martyriums und für fernere politische, Agitationen in der
Zoimath der Boden unter den Füßen weggezogen. Klapka, der
jestern bereits auf dem Wege nach Pesth durch Wien kam, wird
eine „ungarische: Legion“ mehr gegen Oesterreich anwerben; eben
o rustet sich Görgey, dessen Tochter schon- in Pesth bei der Krö—
nung als eine der ersten Schönheiten Ungarns-gestrahlt hat, sein
tilles Asyl in Kärnthen, wo er bekanntlich internirt war, mit ei⸗
nem. Wohnorte in feinem Vaterlande, zu vertauschen; und auch
»er „Gouverneur“ Kossuth ist politisch ein todter Mann, mag er
sun im London bleiben oder den verlangten Eid leisten und mit
einer ganzen Vergangenheit brechen, um den Abend seines Lebens
auf ungarischer Erde zubringen zu koönnen!

Wicen, 15. Juni.“ Man berichtet uns, der Kaiser werde
zie Reise nach Paris bereits am 3. Juli antreten und die Kai—
erin werde mitreisen. Hr. v. Beust und ein großes Gefolge
verde das Kaiserpaar begleiten. Wenn es dabei bleibt, wird
zer staiser in Paris mit dem Sultan zusammentreffen. Kaum
)ürfte mehr zu besvrgen sein, daß eine Trauerbotschaft aus Me—
iico die Ausführung der Reise vereiteln werde. War schon die
Thatsache, daß Kaiser Maximilian nach der Einnahme von: Que⸗
retaxo zum Kriegsgefungenen erklärt und nach der Haupistadi
Mexiko abgeführt wurde, insofern eine beruhigende, als dadurch
die Entscheidung übet sein Schicksal hinausgeschoben wurde, so
»ildet die mittelst Cabeltelegramms aus New-York vom: 14. d.
ingetroffene Nachricht, daß die kriegsgerichtliche Untersuchung gegen
aiser Muximilian geheim geführt wird, ein weiteres Moment
der Beruhigung. Es liegen aber noch positivere Anhaltspunkte
zor, welche beinahe die Gewißheit gewühren, daß für Kaiser
Maximilians Lebem von der gegen ihn eingeleiteten. kriegsgericht⸗
ichen Untersuchung eine Gefahr nicht mehr zu befürchten ist.
Man erzählt hier nämlich es sei dem kaiserlichen Hofe ein Tele—
Rsramm, zugekommen, worin Kaiser Maximilian selbst anzeigt, daß
x sich in Kriegsgefangenschaft befindet und sich einer dem Ge—⸗
zrauche und den Gesetzen civilisirter Nationen vollkommen ent⸗
prechenden Behandlung zu erfreuen habe
        <pb n="285" />
        Wien. 17. Juni.' In der heutigen. Sitzung des Unter⸗e
jauses beantragte Mühlfeld die Wiederaufnahme der Verhandlun—
jen über das von ihm eingebrachte Religionsgesetz. Eine Zu⸗
hrift des Kriegsministers übergibt das neue Wehrgesetz zur ver⸗
massungsmäßigen Behandlung. Hr. v. Beust bringt folgende neue
Hesetzentwürfe ein? Aenderung der Februarverfassung Abänderung
des 8 13 und eine Vorlage über die Verantwortlichkelt der Mi—
nister. u Ferner theilte er mitr Die Angelegenheit der Befestigung
Wiens werde als gemeinsame Angelegenheit den Delegationen zur
berfassungsmäßigen Behandlung vorgelegt werden; der Kaiser habe
zie Einstellung der Befestigungsarbeifen angeordnet. Das Haus
nahm diese Mittheilung beifällig auf.. Der Justizminister erklärte,
er sei vom Kaiser ermäͤchtigt, die Schwurgerichte in den Entwurf
ʒer Strasprozeßoromnge aufzunehmen, welcher nüchstens dem Un⸗
erhause vorgelegt werden wird. “7 .4
Wien, 14. Juni,, Goneral Klapka vermuthlich durch seine
Freunde zeitig genugebenachrichligte beeilte fich“ von der Gnade
des Königs Gebrauch zu machen und weilt seit Montag auf östor⸗
ceichischem Gebiete. Von Intexesse für Sie dürften trotzdem ei—
nige Einzelnheiten über die Umstände, sein, unter welchen der be⸗
Ahmte Insurgentengeneral hier in Wien eingetroffen: General
lapka dangte in Gefellschaft des preußischen Generals“ Herwarth
v. Bittenfeld hier an, und nahmen Beide im Hotel /Zum Lamm“
Leopoldstadt, ihre Absteigquartiere. Der Hotelier der seinen Oh
ren nicht krauie, als er den Namen Klapka nennen hörte, fragte
—V
alles Andere, als den berühmten Vertheidiger von Komorn in
seiner Person ahnen ließ um dessen Taufnahmen und Charakter.
Der Befragte nannte sich mit der lakonischen Bemerkung: „Es ist
war überflüssig, die Polizeir kennd mich schom.“GenercibHor⸗
warth begibt sich, wia es heißt,pon hiere nach einem österreicht
schen Badeort. Während feines kurzen Aufenthaltes hier gelang
eß ihm, die Kreise, mit denen er in Berührung kam, vollständig
stix sich einzunehmen. Manxrühmt ihm, Liebenswürdigkeit und
eimen jehr feinen Tack nach 5
Agram, 1831Jin.in Mehrers Hundert Bauern übesrfielen
gestern, die gräflich Erdödy'sche Herrschaft Setus und wolltem mit
herbeigebrachten, Pflügen die Herrschaftsgründe für sich, ackern.
die Gendartnerie schritt ein und stellte die, Ruhe wieder here
Luxpembung, 16. Juni Morgen wirde das preitische
Infauterie-Regiment Nr. 69 die Festung Lurxemburg verlassen;
die übrigen Truppen der Garnison werden ihm bakd Nachfolgen:
Zum Lebewohl schreibt heute das „Luxemb. Wort“; Wir wollen
die Garuison nicht abziehen lassen, ohne ihr das geugniß mitzu⸗
geben, daß ihre, Disciplin im Allgemeinen und fast immer eine
musterhafte war und daß das Verhalten der Truppen, gegenüber
der Buͤrgschaft so viel wie möglich ein zuvorkommendes war, Wir
bedauern den Abzug der Garmson, nicht nur, weil sie der Bür⸗
gerschaft große Voriheile verschaffte, sondern auch, weit ste wührend
ber 50 Jahre gute Beziehungen, mit den Behbrden und der
Burgerschaft pflog. Wir hätten gewünscht, sie noch länger- hier
zu sehen, allein wir wollten und mußten die; Unabhängigkeit un—
feres Vaterlandes der Garnison vorziehen.“ —
Frankreich.
Parais, I63 Juni. Morgen Abend gibt Strauß mit sei⸗
neu Mußkern in dem sogenannten .Ooncért dos hamqs P-
zoes ein Concert zum Besten des deutschen Hospitals, das in
Paris errichtet werden soll. Die Fürstin Metternich, die ander
Spitze des: Damencomite's steht, das sich m Auftrage des hiefi⸗
gen deutschen Hilfsvereins mit ven Sammlungen für dieses Un⸗
ernehmen beschäftigt hat das Straußsche Concert veranstaltat: Die
ganze Pariser Boau Monde wird dort versammelt sein.
Paris, 17. Juni. Der Etendard meldet, daß eine Col—⸗
lectivnoto der Mächte in Betreff der Niedersetzung einer Unlersu—
hungscommission⸗ für Kandia am 15. Juni der Pforte zugestellt
worden isn. uv
England. 9 —V——
London, 14. Juni. Die Reformliga welcher der Voden
unter den Fußen zu schwinden anfängt, wirft sich jetzt auf freinde
ebiete und hat beschlossen, eine Adreffe an die Völker Eu— W
dopas zu richten, die demnächst versandt werden soll und mit 4Eine resolute Amerikanerin. Chicago, 22. Mai.
den Worten beginnt: Brüder, es ist Zeit, dag wir zu einem Charakteristisch amerikanisch ist das Benehmen eines Mädchens in
achtigen brüderichen Verstündnisse unserer gegenseitigen Interessen Juͤdiann, die hren 19jahrigen Verführer mit dem Revolver in
and gemeinsamen Rechte gelangen,“ und dann von Despotismus, der Hand, oder vielmehr .an seinet Stirn zwang ihr zum Di⸗
Willkür, Volkerglück. Brüderlichkeit declamirt. 43 friltzgeistlichen zu folgen, um eine Heirathsexlaubnißz zu holen,
Türkei. —* hanh sum Friebensrichter, vor welchen sie ihn durch dasselbe drae
Aus griechischen Quellen stammt die von Herallion, HII. Juni stische Mittel zu einem mürrischen leisen Ja bemoyg: Der. Ehe⸗
datirte Nachricht, daß Omer Pascha in seinem Marsch auf Sikia mann wider Willen machte sich zwar sofort aus dem Swmube unß
und Apokoronos mit schweren Verlusten zurückgeschlagen worden ließ das Mädchen die Gebühren bezahlen, aber sie ist doch in den
sei und sich mit dem ebenfalls geschlagenen und in ein verschanze · Augen der oͤffentlichen Meinung legalisirt, und das war Alles,
es Lager geflüchteten Mehemet Pascha nicht habe, vereinigen.awas sie wollte.

oͤnnenz ferner daß der türsischte Kriegsunnpfer Isidhty welcher
den Aladion verfoigt und, nach Cerigotto gejagt hatte, mit schwe⸗
rer Havarie, Todlen und Verwündeten uaqh Kreta zurückgekehrt sel.
Aus Konstantinopel, 15. Juni wird telegraphirt, daß an
ziesem Tage das Gesetz publicirt wurde, welches den Fremden
runderwerbungs⸗ und Grundbesitzrechte verleihtt.

86
        <pb n="286" />
        Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des kgl.
Forstamtes Zweibrücken.

— —

— — —
Mittwoch den 26. Inni 1867 Vormit⸗
ags 10 Uhr zur Neuhäuset det Ad⸗
unkt Hussong; bei günstiger Witkerung
im Frauenbrunnen.

Revier Neuhäusel.

Echlag LKambertsberg IV. 2.

35 buchen Wagnerstange

7s eichen Wagnerstangen *

7. Weichholz Stämme

804 Klaft. buchen Scheit U .

Echlag Lampertsberg 1IV. A.

78 buchen Wagnerstangen

19 eichen ditffo. i

8 Weichholz Stämme

424 Klfir. buchen Scheit II. Qual.

bin Fifir. aspen Scheit.
ZSchlag Lambertsberg IV. 8. 3.
135 buchen Wagnerstangeenn

26 eichen dit. 2

4 aspen Stämme D

324 Klftr. buchen Scheilt II. u III.

Qualitäͤättt.
1224 HKlftr. aspen Schei

294 Kljtr. aspen Prügel.
Zchlag Lampertsberg IV. 3. bB.
21 tiefern Baustämme WV. Cl.
227 liefern Sparren
LuA Klfir. aspen Scheiii
29/10 Klftr, kiefern Prügelvt .
Schlag Klosterkopf. II. A 4.
38 buchen Stämme III. El. n.

1024 Kiftr. buchenScheit anbr.
zchlag Zufällige Ergebnisse.
25 eichen Stämme UI. —V, Cl.
16 buchen Stämme UI. CG....
10 kiefern Stämme I. — W. Cl.
69 kiefern Sparren *
fichten Stämme J. — 1VY. CI.
fichten Sparrren

, hainbuchen Stämme U. C.

1. Klftr. eichen Misselholz IV. El.“
682. Kiftr. buchen Scheit J. — III. Qual.

3 Klftr. eichen Scheii knorr. ü. anbr.

J Klafter birken Scheit anbb.

254 Kilftr. fichten Scheithozz
20 Klftr. verschiedene Prügel u. Krappen.
Zweibrücken den 10. Juni 186873.

Kgl. Forstamt::
. 3 Glas.
Verloren!
VBom St. Ingberter Eisenwerk bis nach
St. Ingbert ist an brauner Filzhut
zerloren gegangen. Der redliche Finder
vird gebeten denselben gegen eine Beloh—⸗
vung in der Expedition d. Bl. abzugeben.
v —
Waldyvarthie,
nächsten Sonntag den 23. Juni
am sogenannten Schlägelchen
in der Nähe von Rohrbach.
Für gute Speisen und Getränke ist
»estens gesprgt.

NAudolph Daniel Kunz.
—a Räcker, in Rohrbach.
Erste Qual. Schweineschmalz

F Pomade ist wieder zu haben bei
P. Jepp.

“ —— 7 — æ
Hierdurch bringen wir zut allgemeiuen Keuntniß, daff
die UII. Haasenstein &amp; Vogler in Frankfurt a. M., KLawmburg,
2 Berlin und Bast
aut von uns getroffener Vereinbarung mit denselben fortab allein befugt sind in Deutsch⸗
land Aunvnren für die durch unsere Gejelischaft gepachteten framosischen Vioner
ʒerxmitteln, und sind daher Aufträge nur an diefe genannte Firma zu richten.
Paris, den i. April 1866.
2 7— 47* ie
. Gesellschaft Havas, Laffite-Bullior &amp; Ot
Aulnupfend an vorstehende Bekannimachung der Gesellschaft Mavns, Lamα
tullier x COio. zu Puris, erlauben wit uns die Herren Inserenten darauf hinzuwei⸗
en, daß genannte Gesellschaft vnn WR
10 der bedeutendsten Blätter in Paris
(Gidele, Débats, Constitutionnel, Presse, Patris, Opinion nationale,
Prance, Temps, Pays, Uniom)
.und 200 Provinzial⸗Blättern ersten Rauges
en Inseraten⸗Theil gepachtet hat, so daß Annoncen, welche in diesen Blaͤuern publi⸗
cirt werden sollen, nicht direct jan die Blaätter, sondern an die genannte Gesellschaft zu richten
sind, daß mithin Annoncen aus Deutschland nur vann zur Aufnahme gelangen können,“
wenn diefelben durch unsere Vermittlung eingesendet werden. 1
4 Nominelle Liste der Provinziai-Blaͤtter, in denen auch die bei aroßen Aufträgen
intretenden, bedeutenden Vergünstigungen geuau angegeben fiud, stehen gratis und irnes ve
reitwilligst zu Diensten. 7 *
Der Wirkungskreis unsetet bisherigen Filiale in Paris ist in Folge dieses Vertrags
an die dorgenannte Gesellschaft Abergegangen, wohingegen imsere Wiener Fiuale nicht durch
denselben berührt wird. 5 — *
aassonstoin Voslor, Zeitungs⸗ Annoncen⸗ Erpedition
iun Frankfurt a. M. Hamburg, Berlin und Basel.
e e eges ge 77
—— (— — — ————— —
Warnune drucht- Vrod⸗ Fleisch ꝛc. Preife der
— 2 9. Stadt Zweibrücken vom 21. Juni.
et zat
— Berste Lreihige, — fi. — kr. Gerfte 4—
Ramen weder etwas zu borgen oder zu eihige, — fi. — kr. Spel ff
eihen, indem ich für denselben keine Zah⸗ ʒpehtern * fl. Di 77 kr
ung mehr moche. pqæ vee nie. Mischfrucht fii * dat
J— —2 — — oq
Johaun Lefe r —FS J —5 Widen
* in St. t. 7 fl. &amp; x., Kartoffeln 1 fl. 30 kr. Heu
Theater in St. Ingbert. 7 «̃, e zu
Zentuer. Weisbrod 19 Kilogr., 20 7r
dotnbrod 8 Kgr., 28 kr., ditoe2 Kgr.
i9 r., ditto TKgr. 10 kr., Gemischtorod,
J sigr., 834 kr. T Paar Weck7 voih,
kr. Rindfleisch, J. Qual. is ktr
Qual. 16 Ar., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
leisch 14 kr. Schweinefleisch 18 kr, per
gfd. Wein 24 kr., Bier, 6kr., per Liter
zutter 24 kr., per Pfund.

Direltion von Auguft Schroth.
SDountag den 23. Juni 1867.
kFunfste Vorstellung im IJ. Abonnement

Im Saale des Herru Oberhauser.
Robert
dder Teufel,

dohn der Hölle,
Verbannter Fürst der
Normandie.

Neues Schauspiel in 4 Alten,

stach der Oper bearbeitet von Caharlotte

Birch-Pfeifer (Verfasserin der Grille.)

Sonntag Nachmittag 28. Jun

bei günstiger Witterung P

MWalevartle

ant sogenannten Köpfchen

an der Blieskastler Straße, rechts im Walde.
Johann Bosche, Wirth.

Im zweiten Stock meines Wohnhauses

sind 8 bis 4 Zimmer, vornheraus, sofort
u vermiethen. —&amp; IJ
Nieplaus Rodenbusch, Kuüfer.
—
an Verkäufer per Pfo. zu 28 kr. oder
8 Sgr. empfiehlt

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ec. Preise der
Stadt Homburg vom 19. Juni.
Weizen 8 fl. 1tr., Korn 5 fl. 835 tr.
Spelz — fl. — kr. Gerste. — 2reihige, — ft.
A. kx. Mischfrucht — st. — kr Hafer
wl. 36 tr. Erbsen — si. — kr., Karlofe
eln 1jl. 36kr, per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
28 kr., ditto 2 Kgr. 19 tr., ditto 1 Kgr
10 tr. Kühfleisch 1. Qual. 16 ir., 2. Quu.
14 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
5 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 28 kr,
jer Pid.
— — —

Fruchtvreise der Stadtt
Kaiserslautern vom 18. Juni.—
Weizen 8 fl. 8Skr., Korn 6 fl. 5 kr.
Spelzlern — fl. — ir. Spelz 5 sl.
52 kr., Gerste 5 fl. 48 kr. Hafer 4f1.
s6 tr., Erbsen 5 fl. 20 tr., Wicken 4 jl.
— kr- Linsen — fl. — kr. per Zentner..
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrsd 27 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1492 kr. und 2 Pfd.

.LePD. Weißbrod 16 kr.

stedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="287" />
        J — B; 57 4 9 *3 * 4
—6— 3 D5 * — A
5 herter * n cq1 er. J
Viei e — L

J — — 7 Dad D 44 3

— , r ιν , —α *
νι ννν Bαιι

* — ede 3 1 — 4* 3 — 424 hei 4 dreimal: Dienst ag D on ners stag

t. JIn gberter Anzeig er' mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchenttich dreimal. Dien stage Donnersstag

r eSn de ee e ¶ Krzr. Anzeigen werden inst 3 Hrzr. die dreispaltige Zeile Vlattschrift oder deren

——— . i — * . Raum berechnet. F —⏑———

— — S—V ——III.S!;.. —— T—5c—c————
Rro. 74. in n is Samstag⸗ den 22. Junt 32* . e rpe —1867.
— * —* —— —— —— o
—— D— dure weherz 5737
Einladung zum Abonnement.
Mil dem J. Juli nächsthin peginnt ein heues Quar—
al für die Monate Juli, August und September. Wi
nachen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen Bitte
zufmerksam,⸗ihre Bestellungen? gefälligste recht ze itige zu er⸗—
neuern. Namentlich erfuchen wir diejenigen ünserer Abonnenten
pelche das Blatt dirch die Post, deziehen, für eine mogliͤchst
baldige Bestellung bei der betreffenden Posterp edaͤt ion oder
‚en resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versandt
des Blattes keine Verzögerung erleide.
Der St. Ingbertet Anzeiger wird wie blsher Omal pchent⸗
ich mit. Unterhaltungsbl — den pierteljährigen Preis
von 45 Kreuzern erscheinen. ι ια
Zu zahlreichem Abonnement ladet ein ⸗n tir Gν.—
J J u Die Expedition. :
VB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die
oou der Erpedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt für das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, soferne
iie dasselbe vor Ende dieses Monats nicht aus—
drücklich abbestellen. .R In ier ug
Deutschland.

Munchen, 109.— Juni. Der mit Preußen abgeschlossene
Bertrag wegen Aufhebung des Salzmonopols hat die Ratification
des Konigs erhalten. — Die Bayer. Ztg. theilt mit, daß in dem
zur Zeit in Ausarbeitung begriffenen neuen Schulgesetz auch eine
ꝛene Regulirung der Lehrergehalte und hierbei eine beträchtliche
ẽrhöhuug der seitherigen Minimalgehalte in Aussicht genommen
st. — Seit der Münzconwention vom 25. August 1837 bis zum
Schluß von 1866 wurden im Ganzen für 111,945,644 fl. 15
r. bayerische Münzen gepräg9lk. J

Darmstadf, 20. Juni. Auf nächsten Samstag ist eine
Sitzung der ersten Kammer anberaumt zur Berathung einer
Botlage über Einführung der norddeutschen Bundesverfafssung in,
dem nordmainischen Hessen. — Der Postvertrag mit Preußen
oll noch nicht unterzeichnet sein, obschon die Post am 1. Juli
Preußen übergehen soll; dem Anschein nach gefällt dem Großher—
jog die Uniwandelung, der, Postheamten- in „königliche Die—
aer“ nicht. —— — J

Frankfurt, Ao. Juni. Die „Frankf Ztig.“ ist wegen
ines Feuilletonarttkels wegen Verletzung der Ehrfurcht gegen den
König und Bbeidigung der Oberhäupter anderer Staaten unter
Anklaͤge geftellt. Der incriminirte Artikel bespricht, mit dem Be—
treben im französischen Feuilletonstyl pikant zu sein, die Monar—⸗
chenbesuche in Paris. —

Berlhin, 17. Juni. In unterrichteten Kreisen weiß man
nichts davon, daß Oest rrerch gegen die zwischen Preußen und
dessen⸗ Darmstadt abgeschlossene Convention Einspruch erhoben
habe, noch daß die militärische Orgauisat ion in Süd—
deutschland ins Stocken gerathen ist, noch daß neuerdings
das Verbleiben des französischen Botschafters Benedetti in Berlin
wieder in Frage gestellt ve soll. — Das Centralbureau des Zollver⸗
eins hat eine Uebersicht über die Anpflanzungen, den Ertrag und
»en Preis des Tabaks in den Zollvereinsstaaten pro 1866 zusam⸗
nenstellen lassen. Wir ersehen hieraus, daß in den alten Pro—
pinzen Preußens 25,976 Morgen, in den neuen Landestheilen
3,387 Morgen, und in dem mit Preußen im engeren Zollver—
bande siehenden Ländern (Anhalt ec.) 1822 Morgen mit Tabak
zebaut waren. In Bayern waren 22,192 Morgen, in Sachsen
Zu, in Wurttemberg 786, in Baden 33,669, in Hessen-Darmstad!
5118, in Thüringen 888, in Braunschweig 92 Morgen mil
Tabai bestelli. Der Ertrag belief sich in den alten Provinzen
Preußens auf 197,249 Ett., in den neuen Landestheilen auf

33,0607 Cir. in Bayern- auf 166,249 Ctr. in Sachsen auj
1015 Ctr. in Württemberg auf 8450 Etr., in Baden auf
300 283 Etr. in Hessen⸗ Darmstadt. auf 41,087 Etr. u. s. w.
Berlin, 18. Juni. Die Kreuzztg.“ meldet, das Staats-
ninisterium heschaͤftige sich mit der Frage der Aufhebung der
Spielbanken,. “— Die „Vörsenztg.“ versichert nach einer
hr zugegangenen angehlich zuverlässigen Mittheilung. der Kaiser
qͤa pro seon habe die Einladung zu einem Besuche in Berlin
destiimt angenonimen und werde im Laufe des Monots October
ahin kommen. —

Frankreich. —

Dieses Land, „reich genug seinen Ruhm zu bezahlen“ und
xxunkende Invalidenhäuser zu erhalten, kann troz dem guten
Willen des gegenwärtigen Unterrichtsministers die Mittel nicht er—
chwingen, im Dienst ergrauten Lehrern ein Auskommen zu sichern
Das neueste Gesetzbullein enthält kaiserliche Dekrete, welche einem
78jährigen Lehrer nach 49jähriger VDienstzeit eine jährliche Pension
von 100 Franken und einem 74jährigen nach 50jähriger Dienst⸗
eit eine Pension von 61. Franken bewilligen. Jede Bemerkung
Jierüber erscheint überflüssig, der Glanz von Paris, die Hoffefte,
die Heeresbermehrung, die Appanagen der Hofschranzen und Se⸗
ratoren, And Lehrerpensionen von 100 und 61 Franken, andere
'ogar von 50 Franken, sind für das gegenwärtige Regime be—
zeichnend genug. —

Paris 17. Juni. Die „Situation“ stellte in einem Ar—
zikel über den Jahrestag der Schiacht bei Waterloo (18. Juni)
folgende Betrachtungen an: „Wir (Franzosen) haben uns an
all, unseren Feinden gerächt, die uns damals mit ihrer Ueber—
macht erdrückten. Die Russen haben wir in der Krim, die Oe—
tterreicher in Italien geschlagen, die Engländer hei Inkerman ge⸗
cettet; wann vird nun die Reihe an die Preußen kommen?“
Die Pariser Presse nimmt übrigens auf das Organ des ehema⸗
igen Polizeispiyns Hollander nicht im mindesten Rücksicht. —
Bestern Nachmittag iß der Vicekönig von Aegypten hier
angelangt ud am Bahnhofe von vem Seine⸗ und dem Polizei—
—DDD
empfangen worden. Er und sein Gefolge sind mit Gold überla—
den. — Nach der „„Patrie“ stehst es fest, daß der Kaiser von!
Desterreich im Laufe des Juli nach Paris kommt. Der Wiener
dof muß also gute Nachrichten aus Mexico haben. — Ber e—

o w sky wird nicht von Jules Favre vertheidigt werden,
ondern wahrscheinlich von dem Advocaten Grevy. Wie
»ie „Petite Presse“ mittheilt, wird der Attentäter übrigens
ehr aufmerksam behandelt. Charakteristisch ist der Zug, daß der
unge Mensch steis damit beschäftigt ist, „was man wohl von ihm
agt,“ ganz wie Oscar Becke.

Paris 18. Juni. Der „Moniteur“ zeigt an, daß die
nternationale“ Münzconferenz sich gestern im Ministerium des
Auswärtigen versammelt hat. Vertreten sind auf derselben:
Frankreich, England, Oesterreich, Baden, Bayern, Belgien, Dä—
nemark, Spanien, die Vereinigten Staaten, Griechenland, Italien,
die Niederlande, Schweden und Norwegen, die Schweiz- die Tür⸗
kei und Württemberg. — Heute wurde der Bericht der Büd—
getcommisfigon des gesetzgebenden Körpers, ein Quartband
jon 165 Seiten, ausgegeben. Die Commission ist gar nicht be—
mruhigt und findet, daß die Finanzlage Frankreichs niemals
„klarer““ gewesen sei als in diesem Augenblick; auch die politische
Lage sei nicht der Art, daß sie einen schlimmen Eindruck mache.
„Jin Innern — sagt der Berichtstatter Dumiral — ist Alles
ruhig. Die einzelnen Wahlen, welche nacheinander stattgefunden
haben, sind ein Beweis dafür, daß die Bevölkerung mit dem Ver—
jalten der Regiernng einverstanden ist. Das Land ist stolz auf
»en Glanz der Aussiellung, glücklich durch die Besuche, welche die
Beherrscher der ganzen Welt Paris abstatten, dankbar gegen den
Daiser und voll tiefer Anhänglichkeit an seine Dynastie. Aus—
daätts hal sich seit der Londoner Conferenz manches Gewölk
        <pb n="288" />
        verzogen, und man faßtz jetzt die Zunkunjt mit überlegten Ver⸗
trauen ins Auge. . — Die Kosten der — Expedi
tion belirugen don 1861 bis 18674nd. — Fitcge
Paxis, Ad Zuni. Nachdent die Aussicht üuf ein Bünd⸗
niß Frankreichs Pirade sa ziemkich vunglaubwürdig gewor⸗
den ist, setzen mahchs hiesige Poutiker ihre Hoffnung auf die Hier—
herkunft des Kaisers von Oesterreich, von der sie das Zustande⸗
kommen einer franco⸗österreichischen Allianz erwarten zu dürfen
glauben; ich brauche wohl nicht zu sagen, daß ernsterͤ Kreise diese
Meinung nicht theilen. — Auch die französische Regierung scheint
fuͤr das erste festen Frieden zu hoffen. Man erzählte we⸗
nigstens heute an der Vörse, daß die Regierung beabsichtige, zwei
Jahresklassen der activen Armee zu entlassen. Da auf diese Weise
ein Drittel der Armee in die Heimath zurückkehren würde,
ware die Ersparniß an Menssichen und Geld ungemein groß.
— Man haͤtte bestimmt erwaxiet, daß der große Preis von
100,000 Fr. welchen der Kaiser fur Denjenigen ausgesetzt hatte,
welcher das Meiste zur Hebung der arbeitenden Klassen gethan
Herrn Schulze⸗Delitzsch zufallen würde. Aber die betreffende Com⸗
mission hat denselben ganz fallen lassen und den Preiß in fünj
Abtheilungen geschieden, die nach — Rußland, Spanien, Italien
Hdolland, Porlugal, d. h. meistens in Luͤnder kommen, in denen
die arbeitenden Klassen am niedrigsten —A Un⸗
gerechtigkeit findet scharfen Tadel. — Fur die Ausstellung bereitet
maneine Reihe glänzender Feftlichkeiten“ vor, welcheeinen mehr
demokratischen Charakter tragen werden als diejenigen;“ welche man
den Souveränen gegeben halr⸗- Zuerstkommt am 1. Juli die
zroße Preisvertheilung; wenige Tage darauf giebt der Kaifer den
Ausstellern im Boisz de Boulogne ein prächtiges Fest mit Illu—
mination. Die Aussteller ihrerseits als. Leute vonLebensari
wollen es sich nicht nehmen lassen, die Höflichleit zu erwidern und
werden dem Kaiser ein Bankett und einen Ball offeriren,Die
Reihe dieser Festlichkeiten soll durch eine Nachtfeuer im Park, der
Ausstellung beendigt werden. n t a

Paris, 21. Juni. Es wird persichert die Königin von
England werde am nächsten Samstag hier eintreffen, 5. Die of⸗
siciösen Blätter dementiren die Nachricht. nach welcher die, Vertre⸗
ser der Großmächte während ihres hicßgen Aufenhalts jhrer Sou—
beräne Conferenzen abgehalten hätten. — Der EtendardHerklärt
die Nachricht, daß der Kaiser Napoleon im October nach, Berlin
gehen werde für ungenauu.. 46

England. ιν

Birmingham, 18 Juni. Eestern ist es hier zwifchen
Protestanten und Katholiken zu Untuhen gelommen, welkche diesen
Morgen fortdauern. Das Empörunqhsgeseß ist verkündet worden
und die Einschreitung der bewaffneten Macht wurde udthig. Ver—
gjangene Nacht ist ein Soldak durch einen Flintenschuß getbdte
worden und, ein Polizeimann wurde so gefährlich verwundet, daß
sein Leben in Gefahr ist.“ In den Straßen herrscht bis halb ein
Uhr Nachts eine große Unordnung. Zwei Straßen sind gänzlich
der Plünderung überliefert woͤrden. Eine katholische Kapelle wurde
angegriffen und erlitt großen Schaden.“ In' diesem Augenblick
bilden sich Banden bewaffneter Individnen. Die Aufregung dau⸗
ert fort.

London, 19. Juni. Die letzten Nachrichten aus Birming-
ham bestätigen, daß in dieser Stadt die Ruhe wieder hergestellt
vorden ist. (Die Unord nungen waren durch Predigten des pro—
testantischen Wand erpredigers Murphy entstanden, welcher nach
der Köln. Ztg. in einem für ihn errichteten Zelte, das er Ta—
bernakel nennt, Ansprachen hielt. „Ich bin selbst kein gelehrter
Mann, sagte er, aber ich will von dem Rechte der Redefreiheit
nicht ablassen, und wenn sie über meinen Leichnam hinwegschrei—
ten sollten — die Priester von Rom sind Morder, Taschendiebe,
Menschenfresser und Lügner — mir könnt ihr euer Geld ebenso
gut geben, wie dem Papste u. s. w.“ Leute aller Ansichten ver—
uͤrtheilten die Vorgänge entschi eden) Pf. Ztg.

Ec”chweiz.

Bern, 16. Juni. Der Bischof von Basel, der französch⸗
—
Großrathsbeschlüsse von Bern und Solothurn, betreffend Vermin⸗
derung der Feiertage, mit dem Befehl an die Geifilichkeit, diese
Festtage doch zu feiern. Es fragt sich nun, ob die Lehrer und
Schutjugend auch hierzu angehalten werden sollen; denn diesen ge⸗
bietet der Staat Schule zu halten. Hier droht nun der Conflict
die Geistlichkeit von Solothurn, welche stets vom besten Geiste be—
seelt war und dem Kaiser gibt was des Kaisers ist, ersucht den
Bischof, sich für Beilegung des Streites an Rom zu wenden.“

Italien.
. Rom, 16. Juni. Der Papst
Monat Januar 1869 eiune allgemeine

oll sich anschicken für den
Kirchenversammlung einzu—

bexufen. Der Erzbischof von Sevilla, Cardinal Cuesto, ist mu

22 anderen Bischoͤfen Spaniens hier eingetroffenz Man— setzt die
Beinächer Hes Quirinals in Bexeitschaft für die Königin von
Spanien, die quf Ende Junu mit der Konigin von, Poatugal er—
wartet wird⸗·

Florenz, 18 Juni. Die Commission für die Kirchengu—
er hak eine Untercommission ernannt, um über die ihrer Prüfung
unterworfenen Gegenstände einen speciellen Gesetzesentwurf zu ver—
fassen. Die Grundlagen desselben sind bereits vereinbart und
nur noch die Artikel zu formiren. Es scheiut der“ Finanzminister
verde fallen müssen. — In der vorgestrigen Kammerfsitzung ging
es stürmisch her: es handelte sich um die 196 Mill. für geheime
Ausgaben. Die Linke erhob sich wie Ein Mann dqgegen. Ra—
azzie erwiderte, diese Ausgaben seien leider unentbehrlich und
ihre Natur verbiete jede Rechenschaftsablegungz die Kammer müsse
sich auf die Ehrlichkeit der Regierung verlassen. Uebrigens sei
eit seinem Eintritte ins, Cabinet die Hälften des für dieses Jahr
nusgeworfenen Fonds bereits ausgegeben gewesen. Diese Erklä—
lärung goß Oel ins Feuer, und Crispi erhobe sich mit Wuth, um
eine Untersuchmig zu verlangen?: Er machie bei dieser Gelegen—
Jeit einen Ausfall auf die Halbgötter,“welche sich gegenseitig in
der Regierung ablösen zum großen; Nachtheile des Landes aber
die Zeit der Idenle sei vorbei ꝛc. Die Linke beschuldigt näͤmlich
die Regierung, die geheimen Fonds zu Wahlzwecken venutzt zu
haben.“ Nun ergriff Ricasoli das Wort aund bekämpfte Crispi
—V—
lange von Niemandem angebetet; zu werden; er habe die Kammer
aufgelöst und sich zurückgezogen; er sei Niemandem Rechenschaft
jchuldig. Endlich wurde abgestimmt mit Namensaufruf und 162
gegen 114 Stimmen verwarfen den Antrag Crispi's. Diese
Zahlen geben zugleich einen richtigen Begriff von dem Verhältnisse
der beiden Parteien. Die Majorität ist ziemlich bedeutend. —
Herr Erlanger ist wieder hier, um wienman glaubt,en der Regie⸗
rung neue Anträge zu, machen, je nachdem die Gegenvorschläge
der Kammercommission den Beifall dieses Finanzmannes finden
vürdenn.— —

SFSlorenz, 20. Jüni. Cin gegen den Kirchenstaat gerich
cetes revolutionuͤres Umernehmen“ ist ohne Blutvergießen unter⸗
)rückt worden. Es haben 50 Verhaftungen unter der Garibaldi
chen Partei stattgefunden.
4. Rusiland.
unte Petrer seburg, 18. Juni. Der Großfürst Kon⸗
tantin und seine Famalie reisen noch in dem laufenden Mo—
grat nach Kopenhagen .:. * he
ui J t Amerika. Ser
Eimn Brief des Gesandten von Juarez in Washington, Ro—
nero, welcher veroöffentlicht worden ist, suchte die Hinrichtung Ma—
Imilian's im voraus zu rechtfertigen..Er sagt, derselbe würde,
o lange er lebe, immer eine Gefahr für Mexico und ein Mittel⸗
„»untt für die Feinde der Republick bleiben. Man würde die
Lerschonung desselben nicht der Großmuth, sondern der Furcht
— DDDDD0
Maximilian nothwendig erschossen werden müsse. Ich will nur
jagen, daß ihm alle und jede Macht genommen werden müsse,
Mexico zu schaden, ebe man ihm erlaubt. abzureisen.
Vermischres.

7 Die Staͤtistik der in der Pfalz vollzogenen Trauungen
veist für 1859/60 4288, für 1864 65 53282 und für das ver—
jangene Jahr 5233 auuf..

7 Landau, 18. Juni. Am 16. ünd 17.“ Juni war der
Artillerie Corps-Commandant Herr Generallieutenant Ritter v
Brodesser aus München zur Inspicirung der nur noch aus2
Batterien bestehenden Artillerie hier, und gestern Abend ist auch
der Truppen⸗Corps⸗-Commandant in der Pfalz, Hr. Brigadier
iud Generalmajor Cella aus Speyer zur Inspicirung der Infan—
erie hier eingetrofffee. A. Ww.
FSpeher, 17. Juni. Die konigl. Regierung det Pfalz
jat den Beginn der Schlußzeit für die Wildenten dieses Jahr
chon auf den 15. Juni fixirt. Die in letzter Zeit gemachten
Erfahrungen wiesen nämlich darauf hin, daß die jungen Wild—
enten meist schon im Juni erstarkt sind, nach dieser Zeft aber
zu verstreichen pflegen, wodurch selbstverständlich die Entenjagd
ühlbare Einbuße erleiden würde, wenn deren Eröffnung iu ein—
pätere Zeit fiele.
7 Würzburg, 17. Juni. Gestern fand wie die „Aschaff
3.“ meldet, auf dem Friedhofe zu Helmstadt die Einweihung, des
den im Kampfe vom 25. Juli gefallenen und auf dein genann—
en Friedhofe beerdigten preußischern Kriegern errichteten Denk—
nals statt. Auf den an beiden Seiten des Denkmals angebrach—
en Mettalltafeln sind die Namen all Derer verzeichnet, welche
        <pb n="289" />
        R
ie
m
7e⸗

mter demselben ruhen. und zwar sind es 86 ffiziere und
—A * nhen anded dnd n Hiite. und
7 Eise mach, I7. Junine Das 800jährige Jubeläum der
Vartburg witd am 28, August d. J. festlich begangen werden.
ißts. Hratoxium: NDie heilige/ Elijabeth,“ kommt dabei zur
AIufführung. 4443 tkerwere

Psarbrückeln 2113 Juni.Belm: Spieien mehterer
dinder an dem Ufer der Saar- hatte gestern Nächmittag eines
‚erselben das Unglück, in den Fluͤß zu stürzen.“ Ein mit Angeln
iich amusirender junger Mann, Herr Plichom aus Paris, sprang
„dilig angekleidet dem forttreibenden Kinde nach und hatte das
Hlück, dasselbe lebend ans Ufer zu bringen. Ehre der schönen
That , - .

Mauinz 18. Juni. Aus unserein Nachbarorte Hechtsheim
wird berichtet, daß Sonntag Nachmittag daselbst in Withshäusern
zreußische Soldaten Excesse sich erlaubten, in Folge deren es zu
Thailichkeiten zwischen ihnen und Ortsangehörigen kam. Es sol—
en Verwundungen vorgekommen sein. Einige' den Soldaten
abgenommene Sabel wurden heute durch die Ortspolizei hierher
abgeliefext. 6 —

f Berlinz I8. Junt, Gestern fand in den dereinigten
Raumen der Vidoria-Theaters das vön einem Eomite veranstal⸗
ete — Beften“ des dem Dichter zu gewährenden
Nationalfonds Htatt Der? Befuͤch des Publikums war ungemein
groß und beide Häuser“ gefüllt. Der Mittelpuuct des Festpro—
gramms war Po Gottschall's Festrede auf Freiligrath, die
nur durch- eine ungeschickte Anorduung unmittelbar hinter dem
Besange: Reich mir eine Kanne Wein!“ folgte 3

F In Glokau hat am 13. eine dreifache Hinrichtung statt⸗
gefundene; Die Hingerichteten waren: *1) der Hausler John aus
Neudbrf bei“ Pokkwiz, ider am 8.“ März 1865seine LIjährige
Stieftochter Henxiette Klessing erhängt hatte; 2) der Reservist der
2. Comp. poinni, InfeRegt. Nr. 42. Wadiczewskij quss Schlochau
Reg.⸗Bez Marienwerder, der am 13. Juni 1866 den Hauptinann
v. Petersburg⸗zerschossen Hatte,. und endlich 3) der Füsilier des
vestfäl. Füs. Regt. Nr. 837, Dolle aus Voßwinkel, Kr. Arnsberg,
schuldig eines aun E8. August. 1865 an dem Schlachtviehändler
GBottfried Pannewitz aus Sarnowko verübten Rauhnaordsiatn

F Eine kleine Boshaft. Paris. Der Figaronzexzählt
Folgendes: „Vor Eeinigen Tagen promenirte Herr Thiers im ge⸗
etzgebenden Koörper und unterhielt sich mit dem Minister Rouher.
„Die Regierung des Kaiserz,“ meinte Thiers, „hat wenigstens
in Verdienstz fie hat einen großen Minister geschaffen.“ — Rouher
nahm dieses Lob für sich und. machte eine leichte Verbengung.
„Ich will sagen,“ fuhr Thiers fort, „zwei große Minister.“ Noch
icherer, daß Thiers ihn ebenfalls meine, machte Rouher von
Neuem. eine Verbeugung, aber das boshafte Mäunchen fügte⸗ hin—
zu: „Ja! zwei große Minister: Cavour,und Bismarck.“ Dieses
Mal blieb die Verbeugung aus. J

An der Pariser Vorse versuchte dieser Tage ein Taschen—
Rieb, einem Bankier ein Portefeunille das 10,000 — enthielt
zu entwenden, wurde aber auf der That ergriffen. Es war ein
kngländer. — Der Vorfall erinnert an einen älteren Vörsenscherz.
EFinem großen Bankier wurde das Taschentuch gestohlen. Er hielt
den Dieb fest, um ihn der Polizei zu überliefern. Da näherte
iich ihm ein College und sagte: „Lieber Freund, lassen Sie thn
laufen; wir haben Alle klein angefangen.“

Bern 14. Juni, In dem Canton Baselland ist ein in
dortiger Gegend unerhörtes Verbrechen begangen worden. Unge—
fähr 20 Minuten von Reinach, an der stark begangenen Land—
straße nach Basel, berichtet man von dort, steht der vor 10 Jah—
cen neuerbaute Kunzenhof, in welchem Joseph Kunz von Reinach
eine Wirtschaft betreibt, Letzten Dienstag ging seine Frau mit
sirschen auf den Markt nach Basel, der Mann mit jüngeren Kin⸗
dern auf ein Stück Land. Ein Mädchen von 13 und ein Knabe
don 9 Jahren wurden zu Hause gelassen, um einem etwaigen
Gaste einen Schoppen holen zu können. Während des Vormit—
jags will Geschaftsmann Vonart aus Dornach einkehren, findet
aber die Wirthsstube leer und überhaupt eine unheimliche Stille
im Hause. Nach längerm Warten auf die Wirthsleute entschloß
er sich zum Nachsuchen, ob denn gar Niemand zu Hause sei. Er
kommt ins Schlafzimmer und findet vor einem Bette den Knaben
erdrosselt, eine starke Schnur um den Hals geschlungen, die Kästen
erbrochen. Unten im Keller fand man das Mädchen ebenfalls
erdrosselt, daneben einen‘ Knüttel, mit welchem es wahrscheinlich
»etäubt worden war, und ein Schoppenfläschen in welchem es
Wein zu holen gedachte. Die arme Mutter vernahm das Un—
glück auf der Heimkehr von Basel. Es ist fast unglaublich, wie
in so frequentirter Landstraße mitten am Tage, zu einer Jahres⸗
eit, in der fast die ganze ländliche Bevölkerung auf dem Felde
zu arbeiten hat, ein sd frecher Raub- und Doppelmord möglich
var, und man sollte fast meinen, daß nur ein mit den Verhält—
nissen agenau Bekannter der ruchlose Thäter sein könne. Geraubt

wurden etwa,200 Franken baares Geld und Kleidungsstücke.
Gestern hat man ein der That verdächtiges Individuum gefänglich
ingehrachtr 484823 776

7 7 In Amerika braucht eine Dame keinen Mann zu haben
um Frau: Doctor zu sein. Die Hochschulen in Boston, Rew-Vork
mmd Philadelphia bilden eine Menge' weiblicher Aerzte. Soeben
ind wieder 300 Frauen als Aerzte „mit dem Zeugniß der Reife“
in die amerikanische Praxis entlassen worden.

— Eine große amerikanische Vergnügungserpedition
vird binnen Kurzem mit dem Dampfer „Quäker City“ im Mit—
elländischen Meere eintreffen, um die interessantesten Häfen Spa—
niens, Frankreichs Italiens, und der Türkei sowie des hl. Landes
mabesuchente Soviel es heißt werden die Theilnehmer an dieser
Gesellschaftstour zwischen 200 und 300 Personen zählen. Unter
den bedeutenderen Persoönlichkeiten, die dabei genannt werden, be—
indet sich auch General Sherman, dessen Dienste in dem Bürger⸗
riege seitens der Regierung bei diefer Gelegenheit eine neue An—
rkennung gefunden haben, indem von derselben sämmtliche Ge—
andten und Consuln im Auslande an denjenigen Orten, die der
heneral befuchen dürfte, durch Circular von den Absichten und
zem Reiseplan desselben in Kenntniß gesetzt worden sind. Ver—
tärkt wird diese Aufmerksamkeit noch durch die Beifügung der
xrklärung, daß die ihm von fremden Regierungen etwa erwiese⸗
ten Zuvorkommenheiten dankende Anerkennung finden werden.
Beneralmajor Banks, der mehrfach genannte Vertreter Massachu⸗
etts im Congreß, ist ebenfalls unter den Reifenden. (Nicht allein
n seinen industriellen Unternehmungen auch in seinen Vergnü—
gungsuͤrten ist das amerikanische Volk großartig. Im Sommer
nachen von Newyork aus wöchentlich Dampfboote Excursionen ca.
O0. Meilen weit in die hohe See, um den billigen Preis von un⸗
ahr te Peren—
224Der Etkaiser Marximilian von Mexiko hat sich während der
Zeit seiner Regierung schon in der allertraurigsten Abhängigkeit
‚on, den Franzosen befunden. Der NeweHorker Correspondent
Fer Aligemeinen · Zeitg. schreibt darüber; Soll die geheime Ge—
chichte der Folterqualen, welchen der Unglückliche durch den bru—
alsten aller christlichen Paschas, den Maͤrschall Bazaine ausgesetzt,
vard; ungeschrieben bleiben ? Soll man mit Maximilian auch
)as Andenken an die Treulosigkeiten und Rohheiten begraben,
die ihn selbst ein Verbleiben in Mexiko mit der Gefahr des To—
des von Henkers Hand. der Schmach vorziehen ließen, an der Hand
ines Vazaine sich zu flüchten, oder gar — von ihm verkauft zu
verden ? Ja, wenn einem Manne zu trauen ist, dessen Ehrenhaf⸗
igkeit in keinem Falle der Bazaine's nachsteht, dem mexikanischen Gene⸗
·al Porfirio Diaz, so hat jener französische Consul sich vor seinem Abzug
erboten, Maximilian und seine Generale an die Republikaner auszulie—
ern, wenn man dafür seine (Bazaines) halbe Million Doll., von Guer⸗
illeros unbehelligt außer Land passiren ließe! So schreibt Porfirio Diaz
„em merxikanischen Gesandten in Washington und fügt hinzu: „Dieses
vnerbielen schien mir denn doch zu unehrenhaft und ich lehnte es
ab.“ Niemand welcher über die Beziehungen genau unterrichtet
ist, die in den letzten Jahren zwischen Bazaine und Maximilian
jestandem findet in det Angabe des mexikanischen Generals eine
nnere Unwahrscheinlichkeit. Wird er ihr öffentlich entgegentreten?
Bielmehr wird sein Kaiser dulden, daß er darauf schweige? Und
wenn solches Schweigen geduldet wird, welche Schlüsse werden
daraus zu ziehen sein?! Mit einem Treubruch — mit dem Bru—⸗
he des zu Soledad gegebenen Ehrenworts die Truppen von Ori⸗
aba nach Vera⸗Cruz zurückzuführen, wenn die Unterhandlungen
ich zerschlügen — hat das französische Attentat auf Meriko ve⸗
jonnen; hat es mit dem Versuche zu einer Judasthat geendet?
ware ein würdiges Ende für solchen Anfang gewesen. O, über
len unglücklichen Fürstensohn, der nicht gelernt hatte, daß man die
Ddanger nie so sehr zu fürchten hat, als wenn sie Geschenke bringen,
Gemeinnütziges.

Zur Prüfung seidener Gewebe auf eine Beimischung
on Wolle empfiehlt Professor Dr. Wagner folgendes Verfahren
ils ganz zuverlässig: Man kocht ein Stückchen des Stoffes, wo—
u dem Gewichte nach .10 Gramm genügt, in 5 — 10 Cubik⸗
entimeter Kalilauge, welche die Wolle auflöst, verdünnt daun bis
zuf 100 Cubikcentimeter, nimmt von der Flüssigkeit etwa 1 Cubik⸗
entimeter und fügt derselben einige Tropfen Xinopruduatr nun
u (welches aus einem chemischen Laboratoriunt zu beziehen ist),
vonach bei Gegenwart von aufgelöster Wolljubstanz eine violette
Färbung eintritt. —

—Zum Firnissen von Zeichnungen soll sich folgendes
n einer englischen chemischen Zeitschrift angegebene Verfahren be—
vährt haben: Man verdünnt Canadabalsam mit Terpentin, setzt
ein Viertheil des Volumens hellen Copalfirniß zu, überstreicht da—⸗
nit die Zeichnung mit einem flachen Kameclhaarpiusel und läßt
zdann einige Stundenlang trocknen.

— —
        <pb n="290" />
        Conventionelllee

Zwangsversteigerung.

Mitlwoch den 3. Juli 1867,. Nachmit⸗
ags halb 3 Uhr zu Ensheim im Schul⸗
hause wird das nachbezeichnete auf Ens—
—
reiben der Erben, und Rechtsnachfolger
der Verlebten Eheleute Franz Adt und
Maria Zapp von Ensheim gegen Nicolaus
Fleisch, d. j. von da wegen Nichtbezahlung
des Kaufpreises auf Eigenthum versteigert
rämlich:

1) eine im großen Rohrbach gelegene

Mahlmühle mit Hof und Zuge⸗

hyr, 3 Dec. Fläche, im Thale bei

Ensheim..

2) 3 Tagw. 98 Dec. Ackerland dabei

3) 3 Tagwerk 47 Dec. Wiese, daselbst

4) 1 Tagw. 2 Dec. Acker und Wiese

ebendaselbst.
Horn, igl. Notar.
Freiwillliig
geruhtliche Versteigerung.

Samstag den 6. Juli 1867, Nachmit-⸗
ags um 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem
Hause in der Gasse lassen die ‚Wittwen
ind Kinder des daselbst verlebten Maurer⸗
meisters Jose ph Gries die nachbezeich—
neten Liegenschaften St. Ingberter Bannes
zringender Nothwendigkeit halber und un⸗
er gerichtlicher Ermächtigung öffentlich in
Figenthum versteigern nämlich:

Errungenschaftsstücke:

Plannum. 8390. 11 Dec. Acker — Gar⸗

enland — auf dem Geistbusch neben Pet.

Schwarz und Erben Nelz

Plannum. 2858, 262 Dec. Acker am

Seyenrech nehen Peter Doll und Joh.

Fintel.

plannum. 8052. 26 Dec. Acker auf'

Mühlenthal neben Wittwe Behr und!

Ludwig Behr.

Zum Nachlaß des Joseph Gries
gebörig:
Plannro. 3004. 20 Dec. Acker auf
Mühlenthal neben Gebrüder Grell und
Jos. Detemple.
Horn, tgl. Notar.
GHolzversteigerung
in Ormesheim.
Mittwoch den 26. Juni nächsthin, Mor⸗
gjens 10 Uhr, zu Ormesheim im Schul—⸗
jause, werden folgende Holzsortimente aus
»em Gemeindewalde „Schlag Bettel“ ver—
teigert, nämlich: —F
84 eichen Baustämme, d
104 eichen Schälstangen, *

984 Kift. eichen Schälprügelholz,
550 eichen Schälwellen,

31.25 gemischte Reiserwellen von Nr.
1011483,

Klift. buchen Prügelholz, zufälliges
Ergebniß.
Erfweiler den 14. Juni 1867.

Das Bürgermelsteramt
raunberger.
Verloren

ging, vom

Schmelzer⸗

d bis an die Eisen bahn

e ein weißes seide⸗

Foulard. Der red⸗

he Finder wird gebeten, das⸗

elbe gegen eine Belohnung in der Erxrpd.
». Bl. abzugeben.

AUm mit unsern vorjährigen fagonirten ICIEĩ-
derstofsen rasch zu räumen, haben wir dieselben
einem billigen Ausverkauf ausgesetzt und empfehlen
ganz neue Sachen ebenfalls sehr billig.

—- LXIonmn Söhbne

gegenüber dem Hotel Guepratte.

—V —— — St. Johann a Saar.
Theater in St. Ingbert

Wohnungsveränderung.
Der Unterzeichnete macht hiermit die er⸗
gebenste Anzeige, daß er seine bisherige
Wohnung bei Herrn Bäcker Hagemann
»erlassen und nun in seinem eigenen frü⸗
jer. Metzger Greff'schen Hause Neugasse
Nro. 47 wohnt.

Derselbe hält stets Lager in allen Ar—
ten neuer Uhren, und Bijouterie-Waareun.

Zugleich empfiehlt sich derselbe in Repa—
raturen von Uhren und Goldwaaren.
Für die Güte wird garantitt und feste
billigste Preise zugesichet.
Blieskastel im Juni 18663..

I. Noolinm,- Uhrmacher.
AUe Morgen Wiese im
Forrellen⸗Weiher wird für
die diesährige Heu⸗ Erndte
verpachtet durh
Johann Klein senior, Rentner
Gute Häringe und Sardellen bei
ritæ Panzerhieter. J
Sonutag den 23. Jumi —
Ball
beim Haseler Bahnhof.
Bei ungünstiger Witterung in meiner
Behausung.
MPeter Luck, in Hasel

Eine neue Spieluhr, die 10 der neu⸗
sten Stücke spielt, zugleich eine gute
Stundenuhr hat, steht billigst bei dem Un⸗
erzeicheten zu verkaufen. J

Ludwig Entzer, Schreinermeister

in Kaiserslautern.

Sonntag Nachmittag 23. Juni

bei günstiger Witterung
Waldparthie
am sogenannten Köpfchen
an der Blieskastler Straße, rechts im Walde.
Johann Vosche, Wirlh.

Der untere Stock im Hause des
derrn Zirx, bestehend in 5 Zimmer, Küche
ind Keller ist zu vermiethen und bis 1.
September beziebar.

H. Westphälinger.

Ich ersuche hiernit Jedermann meinem
Sohne Joseph Lefebre, auf meinen
Namen weder etwas zu borgen oder zu
eihen, indem ich für denselben keine Zah—
ung mehr mache.

Johann Lefebre.

Im zweiten Stock meines Wohnhauses

ind 3 bis 4 Zimmer, vornheraus, sofort
zu dvermiethen.

Nieolaus Rodenbusch, Küfer.

Direktion von August Schroth.

Mittwoch den 26. Juni 1867.

gochato Vorstollung im J. Abonnemem
Im Saale des Herrn Mberhauser.
Der gerade Weg
der beste,
Die Candidaten Wahl.

Lustspiel in zwei Akten von Wwuis
2Valdparthie,
nchsten Sonntag den 23. Juni
am sogenannten Echlägelchen
in der Nähe von Rohrbach.
Für gute Speisen und Gestränke is
bestens gesorgt.
Rudolph Daniel Kunz,
Bäcker, in Rohrbach.
Vermiethung.
Eine Scheuer, ganz in der Nähe des
Bahnhofes, auch zu einem Magazine sich
eignend, ist sofort zu vermiethen; zu er
ragen in der Exppo. d. Bli. 5—
Erste Qual. Schweine schmalz
S Pomade ist wieder zu haben bei
P. Jepp.
Das frühere Quiriug'sche Haus ist
ganz oder in zwei Wohnungen getheilt zu
vermiethen. J J

Georg Haaßg
Johann Juug.
Amnonce
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft
von Gebr. Prei fer in Frantfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An- und Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
sicherung prompter und reeller Bedienung.

Provision1 por mille ohne
jegliche sonstige Spesen.
Frankfurter Börse

Geldsorten

vom 20. Juni 1867.
Preußische Kassenscheine .. 145.-451.
Preußische Friedrichsddr .9 56157
Jistolen . fl. 3 1S46
holländische 10 sP. Stücke 9 30282
Ducaten.. 33335
20Francs⸗Stücke.. 9 281-29.
Tnglische Souvereings.113236
Hold per Zollfund fein .., -
dZochhal tiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 279 - 28
— —
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="291" />
        Slh. Ingberler Anzeiger.
14
— —

—JAV—
en wenn ied *3 E. . . — xä—
Der St. Ingberteex: An ge geets. Mnit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wocheutlich dreimal? Diden sta g Donnersstag
und Saa mstag Abonnementshreis vieriechährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeilb —RXB ober! deren
Raum berechnet. *
—8 — —— 777— 323 —— z ——— 37
Nro. 75. )α grar3 Tienstag, den 25. Juni J F * 1* — 8 1867.
— — — — — E— ————— — — — cæ
ueute ernennung eines. Justizministers in . Verbindung stehe, wirde itk
Einladung zum. Abonnement. e nn aed hedeihnet; ͤn Gegentheit sei
Mit dem in, Jaun dahschin begiunt eim meue z. Ou gr- gugee Gadnen sa eeee deß t u d un
tal für die Monate Juli, August und September. Wir iachsuche. F. Im nächllen Herbst wird Zunter Prinz Luitpolds
machen misere verehrlichen Leser hierauf. Muit ver freundtichen Bitie Lommaudoein Aemeecorhẽ zuhn Vehuf de hn pn gro
—— icdngen amnn rechteinige zu ers zeren Truppenbungen zusainmengezogen. Am 1.« eptember
aufmerksam, ihre Beste ungen gefällig 3 id dasselde sih an den, Lechfelde concentriren nahdem d
neuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten, bpen 3 uee eeen Gernsonseten deut
welche das Blatt durch die Post beziehen, für eine mög lich st wurden. Auch poii den nicht zu diesem Corps gezogenent Truppen
baldige Beftellung bei der betöeffenden Post exp edit,ion oder werden auf die Daur: gon Wrchen (22. August bis 18. Sept.)
den resp. Postboten Sorge tragen: zu wollen, damit der Versandi groͤßere Nebungen mit Berücfichtigimg dex hrtuͤcheh und dienstli—
in Rorzs— eideee hen Verhällnisse bgehalten werden.
des VBlattes keine Verzögerung erleide. ee 8 Znhes Rechrichien —— i
* VRmalierfoer wirße wire hishe ZuGßem E wena ———
Der Si. e n Stine Majestät der König haben sich »allergnädigst bewogen
lich mii Unm tethaltungs44blatz um, den. ertz haͤhrigen Preie gefunden, umerm i hn Jum i. Is den Begirlsamtsasefsor ¶ on
von 45 Kreuzern erscheinen, nn Kaiserslautern, Emmerich Joseph v.. Moers zum Bezirksauitmann
Fu zahlreichem Abonnement: ladet ein ⸗ι von Germersheim zu befördern und zum Bezirksamts-Assessor von
pan — Die Expedition. Kaiserslautern den Regierungs-Secretaͤr Gustab Schmitt zu Speyer
A. Zenienigg, Abbnnenteutn den Nneiner durx bie auf Ansuchen zu vernennen. ,
MI. Denjenigen Abomienien, welche den Anzeier — — —EDD———
von der Erpedition heauftragteu Zeitungsträgex erhalten, wird das wurde heute ein Proßproceß verhandelt, betreffend die in Frauen⸗
Blatt für das kontender Quactal zegelnäßig fortgeliefert, soferne eld Schweiz) erschienene Vrochüre Hern. v. d. Pfordtens
sie dasselbe! vor Ende dieses; Mongts micht aus Wirken umd Wirkungen,s die auf Antrag der Staatsanwaltschaft
drücklich ab bestel len. “ 7 — mit: Beschlag belegt worden war, weil sie —A der Au⸗
Deuntfchland. vrdnungen der· preuß. Obrigleit, Beleidiguugen', der Ppreußischen
, 20. Imi n dusa' de Pird! es dei Armiee,r Exrfurchtsverletzung des Mönigs 2c. nac. enthalte. Das
Munqhhen, 20. Juni. dJm ganzen Lande wird es, Den Juchtpolizeigericht hatte auf Freigabe erkanet untd die Staatsan-
freudigsten. Eindrus. ntöchen wennt das heute mit. großer Sichet: walischaft gegen dieses Urtheil recurrirt,MDer Appellhof nahm
heit auftretende Gerücht sich bestätigen sollte. daß jener Candidan ich arger. Verhandlung, zu der weder eim Bethngter noch ein
sür das Justizmindstersum, Aber desen Vorschlag an den Konit Vertheidiger erschienen, an, daß in der Vrochüre allerdings die
die Minister seit einigen Tagen sich geeinigt haben, kein anderer dem Komge shuidige Ehrfurcht verleht sen bestatigte die Beschlag⸗
sei. als der Freihert p. Mulzer, der 1850 mit dem Friedens. Fahme umd verfügte die Unterdrückung der in den hiesigen Vuch—
minjsterim des Herru v. Neumayr dasselbe Portefeuitle. sodann haudlungen vorgefundenen Erentplare ·Die Liquidations—
das große Werk der neuen Strafgesetzbücher glücklich hinausführte hm mifsion zu deren Verhandlungen vor kinigen“ Tagen der
und IS um nlsemeinen Leidiesen ans uog nicht pWng ge Vorsigende⸗Ministerialdirector und Geh. Oberfinanzrath Bitler
wrten Ursachen seine rSlelle enthoben und zum Prasi denten de⸗ aus Berlin, wieder hier eingetroffen ist, beschäftigt sich augenblick⸗
Epetlationsgerihis in Pasfau ernannt wurde. Frhr.v. Mulzee sch mi der jehr berwicelten. Augelegeuheil der Johanmterschind.
ist augenblidlich hier anwesend, und man hofft daß seine Wieder C handen sih hierber um die Ruͤchahlung eines Amehene von
ernennung in den nächsten Tageu bevorstehe. 200,000 fl. welches der Orden zu Beginn dieses Jahrhunderts
München, A. Juni. Ueber den Modus der Tabaksbe gemacht ·...
sleaerung ist man bis jetzt Aselbst in Berlin noch nicht schlüssig SBerkin, L2. Juni. Di Kreuzz. schreibt: „Ein zuverlüs⸗
ünd folglich weiß man hiet nichts Näheres darüber. Aber da die iger Mann, welcher von einer Reise aus Ungarn zuruͤckgekehrt
Intention besteht, aus der Steuen ein erkledliches Resultat zu er⸗ st aversichert uns daß die Pferdeankäufe daselbst für die sranzö—
zielen, so befürchtet man, daß die Veranlagung eine dreifache wer“ Ische Regierung durch französische Offiziere in ausgedehntem Maße
den könnte. Es könnte sowohl der Handel und die Fabritation origesetzt werden. — Die philosophische Falultät der Uuiversitaät
als auch die Production' besteuert werden. In den Kreisen der dhalle hat den Grafen Bismarck, den Kriegsminister v. Roon, den
Abgeotdneten und anderen fachkundigen Männer ist das Urtheil General Moltke und den Cultusminister v. Mühler zu Ehrendok—
daruͤber je nach der politischen Parteistellung des Urtheilenden ver⸗ pren ernannt. — Wie die Nordd. Allg. Ztg. meldet, wird mit
schieden. Der deutschnationale Theil hält die Besteuerung für eine der: Zusammensetzung der Regierungsbehörden im Regierungsbezirk
schwere Wunde, die momentan dem Tabacksbau geschlagen, jedoch Wiesbaden „vorgegangen werden. Zunächst. werden die oberen
mit der Zeit wieder ausheilen wird; die Particülariften aber pro Stellen der drei Abtheilungen der Regietung besetzt, eine neue
phezeien den Ruin dieses Zweiges der Landwirthschaft. Da noch Besetzung der Aemter und der Landrathsstellen erfolgt nächstens.
jeder sichere Anhaltspunkt fehlt, so ist es gewagt- sich jetzt schon Berlin, 24. Juni. Der Schluß des Landiages fand heute
in Raisonnements einzulassen. Unerwähnt mag jedoch eine Licht durch den, Finanzminister statt. In der von ihm verlesenen wird
seite der neuen Steuer nicht hleiben, die nümlich, daß durch sie gedankt für die Annahme der Bundesverfassung Seitens des Lan—
die Uebergangsstener hinwegfällt, welche den Verkehr innerhalb des sages, für die Bereitwilligkeit bei dem Verzicht eines Theiles der
Zollvereinsgebietes mit den zollamtlichen Abfertigungsmodalittiten bisherigen Rechte, wodurch der der deutsche Sinn des preußischen
belästigt und erschwert hat. — Bezüglich Gines vom Fürsten v. Wolfes sich wiederum bethätigt habe. Die Verkündigung der Nord—
Hohenlohe eingereichten Demissionsgesuches ist nichts Zuverlassiges depischen Bundesverfassung sei unmittelbar bevorstehend ..
belannt. Derartige Gerüchte werden in tendenziöser Absicht von. 35Somit sei die nationale Entwickelung Deutschlands neu be—
der ultxamontanen und Odofpartei ausgestreut. welchen der Fürst gründet. Preußen darf mit Genugthuung hierauf blicken, da die
nach wie vor ein Dorn im Auge ist. — Als den Justizminister, Reugestalung Keimen entsbrossen setn welche in Preußen von Fürst
der in Aussicht genomnen sein soll, bezeichnet tman den früheren und Volk' gepflegt. wurden. Die Thronrede erwühnt sodann die
Inhaber des Justizportefeuilles, Frhrmm d. Mulzer. aationale Gemeinschaft mit dem Süden, welche nach den Schutz—
München, 22. Juni. Der Hr. Ministerialrath v. Weber Ind Trutzbündnissen jetzt auch auf das Wirthschaftsleben durch den
reist morgen Abend nach Berlin ab. — Die Vermuthung, daß Zollverein ansgedehnt sei, desser Gründung einst den Beginn der
die Anwejenheit des Hrn. v. Mulzer in RMuünchen mit der Wieder- einheitlichen Entwickelung Deutschlands bezeichnete.

I
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        Die Mede. hebt. dis freundschaftlichen Beziehungen des Kd—
nigs zu den ugchtigen Nachbarfürsten hervor, wodurch ein dauern⸗
der Frieden verbürgt sei. Das Streben ver Regierung seit daß
die Bedeutuug des neuen Staatswesens sich dornehmlich in der
Sicherung des Friedens bewähren müsse. —

Frankreich.

Paxis, 19. Juni. Mit den letzten Dampfbooten aus Ame ·
rita sind über 100 bayerische und andere südstaatliche Sol⸗
haten, von denen viele im letzien Feldzuge verwundet wurden, in
Habre angekommen. Dieselben waren herübergekommen, weil sie
glaubten, daß der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland aus⸗
btechen werde. Sie hatten die Absicht wieder jn ihre respectiven
Armeen einzutreten. — Es ist die Rede vom Abschlusse einer ruß
ischen Anleihe in Paris. V
Pari 3 20. Juni. Beinahe könnte man sich wieder in
die Zeit kurz vor dem Auftauchen der Luxembutger Frage zurück-
herseht glauben. Es herrscht hier wieder dieselbe Gegnerschaft — nicht
Feindschaft — dasselbe Schmälen und Grämen gegen Preußen, wie
hor drei Monaten. Die Journale, offiziöse wie unabhängige,
beklagen die Unterwerfung Bayerns unter den neuen Zollverein,
die sie üͤbtigens als ein Werk des Zwanges betrachten. Mit be—
fümmerter Miene sehen sie die völlige Zusammenfassung Deutsch—
lands unter preußischer Führung aus diesem Zollverein hervor⸗
gdehen. Der Unterschied gegen damals ist nur, daß das große
Hublikum sich nicht so lebhaft an diesem neuen joutnalistischen Feld⸗
zuge gegen Deuitschland betheiligt; es ist zu froh, der erst vor
Hurzem drohenden Gefahr des Ktrieges mit diesem Lande entgan⸗
gen zu sein, als daß es jetzt von Neuem auf dieselbe lossteuern
dollte, und dann sieht es auch diese Dinge für unabänderlich an.
Aber krotzdem will man doch“ Prrußen und dessenr Bestrebungen
in Deutschland keineswegs wohl, nud deshalb ist Oesterreich vot
Allem Gegenstand allseitiger Sympathien. Mam gefällt“ fich da⸗
rin, auch in offiziösen Kreisen die Verwaltung des Herrn vr Beust
als das Muster eines besonnenen Liberalismus und als: den ein—
zigen Hott der Freiheit aufzustellen. Artikel in manchen Pariser
imd Departementalzeiumgen machen schon auf. die demnächstige
Ankunft des Kaisers Frauz Joseph und seines Ministers aufmerk
samn und fordern das Publieum zu lobhafter Bethatigung der Zu⸗
neigung für diese beiden Gäste auf. Aus den wenig freundschaft⸗
lichen Beziehungen, welche besonders unsere offiziofe Weltaugen⸗
hlicklich zu Preußen unterhält, erklärt sich auch das Dementi, wel⸗
ches gestern die France,': heute der“ Etendard der hevorstehenden
Reise des Kaisers nach Berlin geben. Napoleon hat in der That
dem Konig Wilhelm versprochen, ihm nach dem Schluß der Aus—
stellung einen Gegenbesuch in Berlin abzustatten, indeß er wird,
wenn die Lage sich nicht verbessert seine Absicht ändern yum
nicht Durch seine ÄAnwefenheit in Berlin die Handlungsweise Preu⸗—
zens gleichsam gutzuheißenn Trotzdem aber ist an eine ernstliche
Verwickelung keineswegs zu denken. Ein Beweis hierfür ist, daß
in der Thal zwei Altersklassen der französischen Armee, diejenigen
der Jahre 1867 und 1868, in ihre Heimath werden zurückgesandt
werden.Diese Maßregel wird allerdings nur einen provisorischen
Fharakter an sich tragen. — Gestern Abend liefen hier. dunkele
Heruchte über den Exkaiser Marimilian um. Man sprach von
Ie thatfüchlichen Hinrichtung und fügte selbst hinzu. daß das
Zriegsgericht ihm die traurige Ehre verweigert hat als Soldat zu
sterben und ihn zur Strafe der gewöhnlichen Verbrechen (d. h.
zum Strang) verurtheilt hat. — Der Graf v. d. Goltz hat sich
bei Roicher über die Haltung der Situation beschwert, und es ist'
ihm darauf eine theilweise Genugthuung zu Theil geworden, in⸗
dem heute früh der Constitutionnel eine kurze Note veröffentlichte,
in welcher der Situation jeder Zusammenhang mit der Regierung
abgesprochen wird. — Man haält den Besuch der Kaiserin von
Rußland und der Königin von Preußen im Anfang des Herbstes
für gewiß. — Alle diesenigen, welche „Vive la Pologne“ gerusen
haben, sind nunmehr befreit worden, mit Ausnahme eines Cor⸗
ectors des Temps, der schon einmal wegen politischer Vergehen;
derurtheilt gewesen war. — Herr Rattazzi wird in den nächsten
Tagen hier erwartet. — Der Sultan wird morgen von Konstan⸗
tinobel abreisen, Fuad Pascha wird ihn nun doch begleiten.

Paris, 23. Juni. Dem Etendard wird telegraphirt, daß
Hr. Seward in Wien die Verurtheilung des Exkaisers Moximi—
uͤenn zur Verbannung und die bereits erfolgte Abreise dessel⸗
ben nach Europa gemeldet habe. Ferner: daß Oesterreich in einer
der Pforte am 16. Juni überreichten Rote des Hrn. 'bv. Veust
der Coͤlleckivnote Frankreichs, Preußens, Rußlands und Italiens
in Vetreff der candiotischen Angelegenheit beigetreten sei.
F England. 00

— . London, 20. Juni. Der Herzog von Edinburgh (Prinz
Alfred,) der Seemann der koniglichen Familie, hat Euroa auf
lange Zeit — etwa ein Jahr — Lebewohl gesagt. In voriger

Woche fuhr er auf seiner Fregatte Galatea von Gibraltar ab
unächst noch Madeirä aum spaäter nach Rio de Janeiro, nad
Südafrika und Australien zu segeln — denn unter Segel wird
die Reise gemacht F und schließlich an Katß Horn vorbei nach
England Aruczutehren.

Italien.
Slorenz, 23. Juni. Ferraris ist von der Commission
iber die geistlichen Güter zum Berichterstatier gewählt worden
die Commission wird vorschlagen, die Regierung zur Ausgabe
jon Obligationen zu ermächtigen, die in bestimmter Frist aus dem
Ertrage der geistlichen Güter amortisirt werden sollen.. Diese Fi—
naͤnzopetation soll jedoch verschoben werden, bis abgestimmt ist
iber die neuen Auflagen, —welche einen Zuwachs der Einnahmen
um 80 Mill. sichen.

uittit merikaru—,
New⸗-York, 2LAm Juni. General Santa Anna
von den: Juaristen. gefangenr genommen worden.
. Vermischtes.

7 In München, wo Gambrinus lange Zeit unümschränkt
regierte, sind zahlreiche Sodawasser⸗Buden errichtet worden, in
»enen sogar die Arbeiter, wenn sie Abends von, den Baugerüster
teigen, aͤnen herzhaften Schluck nehmen. Die Augsburgerin knüpft
an dieses Zeichen und, Wunder eine culturgeschichtliche Betrachtung
und Hoffnung. 1) Die Betrachtung, daß das Bier in München
und Bayern) an Güte immer mehr abnimmt, auswürts detegen na⸗
mentlich auch im Weinland Württemberg, immer befser wird
3) Die Hoffnung, daß mit der Güte des Biers auch der Dunfi
ibnehmen und manches süddeutsche Ingenium den. Rorddeutschen
eigen werde, wie es: seithex nur im Schlummer gehüllt gewesen
ei. Sie setzt hinzu, Wasser thut's freilich nicht auch die Volks
chulen. und die Gelehrtenschulen müssen ein bischen nachhelfen.
Mancher wackere Mann und Beamte sei sicherer auf der Kneipe
als in seiner Studirstube zu treffen. u. s. w.

7Schon wieder ist ein Unglücksfall durch Verbrennung zu
egistriren. Aus Bleiburg meldet der „Wanderer“ unterm 17.d.
Gestern Abend war das Bleiburger Schloß der Schauplatz eines
raurigen Ereignisses. „Dier Frau Gräfin Gabriele v. Thurn
vollte die Lampe auf ihrein Schreiblische mit einem Streichhölz⸗
hen anzünden; da faͤllt das Phosphorkoͤpfchen desselben unbemerkt
auf ihr Kleid, dasfelbe fangt Feuer und im Nu stand die arme
Frau lichterloh in hellen Flammen.Trotz der angewendeten
doschversuche, bei denen sich ihr Gemahl, Graf Georg Thurn— die
dande bis an die Handknöchel selbst schwer verletzte, brannten
das HKleid, die Unterröcke ꝛc. bis ans Mieder zusammen, und er—⸗
lüt die bek agenswerte Dame die schmerzlichsten Brandwunden
Dbwohl schwer verletzt, fand sich am 17. d. Morgens die Erä—
iin noch bei vollem Bewußtsein. —

7Arnsberg, 18. Juni. Wie dieser Tage in Glogau

ind Bromberg, so hat auch hier am 15. d. eine Hinrichtung
tattgefunden, nämlich die des berüchtigten Fabrikarbeiters Bern⸗
hard Prior aus Langscheid, welcher 1865 seine beiden Stiefkin—
zer im Alter von 6 und 8 Jahren ermordet und bereits Anstal⸗
en gemacht hatte, seine Ehefrau zu beseitigen. Zwei Mal war
Prior, während seiner Haft ausgebrochen.
—7 Berhin. Durch Erlaß des Handelsministeriums sind
die königlichen Eisenbahndirectionen angewiesen worden, bei sämmt⸗
lichen Courier⸗, Schnelle und Eilzügen auch dritter Classe-Coupés
füc Nichtraucher einzurichten und nach 6 Wochen über die erfolgte
Ausführung zu berichten. Auf der Ostbahn wo diese Einrichtung
chon besteht, hat sie sich vortrefflich bewährt, da die betreffenden
Toupéss immer von Damen besetzt werden.
7 Berlim. Während der König Wilhelm in Paris war,
wurden nahezu 500 Gesuche um Verleihung preußisccher Or—
den auf der preußischen Gesandschaft eingereicht; die Leute wa—
ren theils Franzosen, theils Fremde, welche die Gelegenheit be—
rutzen wollten. Auch an 200 Gesuche um eine Audienz wurden
in den Grafen Bismardgerichtet; er hat aber kaum zehn dieser
Besuchsteller zu sprechen Lust gehabt.
— F Eine Schützenkönigin Das „Bündner Tagebl.“
chreibt: Am Provinzialschießen in Genua, welches vom 19. bis
29. Mai dauerte, hat eine Graubündnerin dem Schweizernamen
ẽͤhre gemacht, Maria Müller, ein Mädchen von erst 13 Jahren.
Sie hat eine goldene Medaille und mehrere Prämien herausge—
chossen und figurirt unter den ersten Helden des Festes. Einzig
ihr Bruder Georg, Buchsenschmied am Festplatze, ist im Verzeich⸗
uniß der Gewinner so oft oder noch öfter aufgeführt als sie. Ihr
Bruder wäre, wie gersichert wird, überall der Erste gewesen, wenn
s ihm hätte conveniren können, als Fremder den Haß des Schü⸗
zenpublikums auf sich zu laden.
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        rd
7

II

n.
Re

3

Fuͤt“ die gute Stadt Paris machte ihr gewandter Ober⸗
hürgermeister mit dem deutschen Namen Hausmann die Honneurs
Fr hab den fürstlichen Gästen einen Ball, der 900,000 Franks
sostelen. Unsere Miitel erlauben uns das, sagte er, als er tief
in den stadtischen Säckel griff; ja wohl, sagten die Pariser, man
sebt weir flotter, wenn man von anderer Leute Geld lebt, als
us der eigenen Tasche. Den Grafen Bismarck setzte Herr Haus—
mann bei Tafel zwischen zwei Geueralinen, zwischen die wunder—
chöne Herzogin von Magenta and die kaum weniger schöne Gräfin
Fleutyh.“ Das war eine scherzhafte Anspielung darauf, daß der
dreußische Minister in Paris in Cürassier⸗Uniform aufgetreten
var.“ Der kleine Krieg unter den Tischnachbarn wurde rasch sehr
febhaft und bedenklich, aber det Graf war galant genugt zu ge⸗
dehen, daß la belle France jsogar in seinen strategischen Blößen
fehr gefährlich sei. Auf die Frage, wie das Fest ausgefallen, soll
Graf Bismarck geantwortet haben 5.,Es war eine gute — Haus⸗
mannskostl

4Eine seltsame Verwandscha ft. IDie? Blätter
machen auf die entfernte Verwandtschaft aufmerksam, die zwischen
dem Sultaͤn und dem Kaiser Napoleon Ul. besteht. Bekanntlich
urde eine Cousine der späteren Kaiserin Josephine, Mlle. Dubuc
de Revioͤre, eine reizende Kreolin, im J. 1788 von Seeräubern er⸗
beütet und dem Sultan Selim III. zum Geschenk gemacht. Dieser
erhoh sie zum Range: einet ersten Sultanin. Abduͤl⸗Aziz stammt
aber in dritter Generation aus dieser Ehe ab. Andere behaup⸗
ten jedoch mit Recht, daß es mit der Verwandschaft wenig oder
Nichts sei. Mahmud, der Vater des gegenwärtigen ·Sultans,
war nicht der Sohn, sondern der Vater Seelims III.

Lebendig eingemauert. In der Straße Foria in
Neapel werden in einigen Häusern im vierten Stockwerke moblirte
Zimmer an Handwerker vermiethet; ein solches Zimmer bewohnte
din Maurer. In der Nacht vom 6. dieses hörte er, daß man
an seine Thüre heftig klopfte und mehrnals seinen Namen rief.
er!öffnete sogleich und erblickte“ zwei ihm unbekannte Männer,
welche verlanglen, daß er wegen einer dringenden Arbeit mit ih—
nen komme. Der arme Mann war aufangs unschlüssig, aber ge—
gen das Versprechen einer glaͤnzenden Belohnung entschloß er sich
rudlich doch, den Maännern zu folgen. In der Straße angelangt,
fanden sie einen Wagen por, den sie alle drei, bestiegen , in die—
sem Augenbitte zogen dic beiden Mäannet jeder ginen“ Rebolver
aus der Tafche und, verxbaguden dem zitternden Maurer die Augen.
Der Wagen rollte ee Zeu fort und wechselte oft die
Richtung, als er hielt, ließ inan den Maurer aussteigen, führte
ihn in ein Haus über mehrere Treppen und nahm ihm endlich
die Binde ab Es wurde ihm befohlen, in die Mauer des Zim
mers, wo inan sich befaud, eine so große Oeffnung zu machen
daß man einen Sarg hineiustellen könne. Der Maurer weigerte
sich; da drohte man ihm mit dem Tode und er gehorchte. Als
er mit der Arbeit fertig war, brachte mun aus einem Anstoßen⸗
den Gemache einen leeren Sarg nebst dem Deckel, hierauf erschien
gebunden und von den zwei Männern geschleppt, eine sich vergeb⸗
uͤch sträubende, elegant gekleidete junge Frau. Die Unglückliche
wuͤrde gewaltsam in den Sarg niedergelegt, dessen Deckel man
uͤber ihr zunagelte, dann wurde der Sarg in die Oeffnung der
Wand gestellt und der Maurer, abermals mit dem Tode bedroht
wurde gezwungen, das Loch 'wieder vollständig zu vermauern.
Dann verband man ihm die Augen, brachte ihn wieder in den
Wagen und führte ihn nach einem freien Pae wo man ihm
10 Piaster gab und mit dem Bemerken laufen ließ, er konne die
Sache weiter erzählen, wenn er wolle. Der Mann begab sich au—
genblicklich auf die Polizei und machte die Anzeige, aber da er
gar keine Spur anzugeben vermochte, blieben die Rachforschungen
der Polizei vorläufig fruchtlos.

Am 4. Juni segelte ein eigenthümliches Fahrzeug von New⸗
York nach Havre. Es ist eine Art von Floß neuer Erfindung,
destimmt zur Rettung Schiffbrüchiger in See. Der eigentliche
Koͤrper des Fahrzeuges besteht aus drei luftgefüllten Schläuchen
von Gutta⸗Percha mit russischem Segeltuch überzogen, Diese
Schläuche sind chlinderförmig, 25 Fuß lang und 26 Zoll weit,
darauf ruht das Deck. Die Takelung ist die eines Schooners.
Das Fahrzeug hat nur drei Mann Besatzung, Man hofft, es
werde die Fahrt in bierzehn Tagen machen können, wenn es über—
haupt ankommt.
4 Im Jahre 1819 wagte das erste Dampfschiff, die „Sa—
bannah,“ die Fahrt über den atlantischen Ocean.. Es brauchte
26 Tage um von Newyork nach London zu gelangen. Weitere
19 Jahre vergingen, bis im Jahre 1838 der „Sirius“ die erste
regelmaßige · Dampfschiffahrt z vischen England und denVer.
Slaasen don Nordamerika eröffnete. Die erste Fahrt von London
nach Newyork dauerte 17 Tage. Im vorigen Jahr, also im
47. nachdem das erste Dampfschiff den Ocean durchkreuzt, und
im 28 der Ersffnung regelniäßiger Fahrten zwischen England

ind den Ver. Staaten, wurden nicht weniger denn 1126 Fahr⸗
sen von 15 verschiedenen Gesellschaften über das Meer gemacht.

FErndte des Schauspielers Dawison. Daß die
zolde nen Lorbeeren, welche Dawison in Amerika sammelte,
Ziele seiner Collegen und Colleginnen nicht schlafen lassen würden,
var uͤm so mehr vorauszusetzen, als sie gerade das einzige sind,
vas von unserer heutigen sogenannten Kuͤnstlerschaft erstrebt zu
verden pflegi. Nach einer statistischen Zusammenstellung der Da⸗
wisou'schen Gastspiele in. einem Newyorker Blatte trat der Künst⸗
ser in Unmerika 76 Mal auf, darunier in Newyork 61 Mal, in
Brooklyn 1, Philadelphia 5, Baltimor 8. und Boston 1 Mal,
and zwar in dreißig verschiedenen Rollen. Seine Einnahmen be—
iefen sich: Erstes Bastspiel im Stadttheater Gew⸗York) 22,871
Doll., Philadelphia 1861,. Thalia-Theater (New-Yort) 3125,
Winter⸗ Garden (Rew⸗York) 22,000, erstes Gastspiel in Baltimore
1980, zweites Gastspiel im Stadttheater 10301, Abschieds⸗ Gast⸗
spiel im Stadttheater 10,891, Abschieds-Gastspiel in Baltimore
Zis, aing Vorstellung in Boston 1002 Doll. Total (inch. Zin—
sen .) 49,059 Doll.
Landwirthschaftliches.
r ee

— er Mastun g. Durch die Mästung des Viehes soll
zin größeres Gewicht und ein besseres Fleisch erzielt werden. Dem⸗
joch muß gauch, auf der flachen Hand liegen, daß das Fleisch an
Qualität sowie an Quantität immer mehr zunehmen muß, je lün⸗
ger die Mästung fortgesetzt wird. 5324

Da aber mancher Landwirth durch die Mästung seines Vie⸗

hes hauptsächlich sein Futter aufs Höchste zu verwerthen sucht,
so gilt es für ihn zu wissen, ob ihm die Zunahme des Fleisches
an Werth bei einer lüngeren Mästung in dergestalt bezahlt werde,
daß er für die längere Dauer der Mäftung und für das bessere
Fuͤter mit welcher er die Mästung zu beendigen hat, ebenso gute
Verwerthung erhält, als für das in erster Zeit der Mastung an⸗
gewendete. Ich glaube die Ueberzeugung zu haben, daß bei dem
höchsten Grade der Mästung, das Futter nicht vollkommen ver—
erthet wird, weil der deulsche: Megger weniger das Vieh nach
der Qualität des Fleisches, sondern mehr dem Gewicht nach be—⸗
Jahlt. GBei dem Vichmästen in England, ist es wohl anders,
Heil dieser das Fleisch je nach dem Grade der Mästung bezahit
bekommt.) Dabei muß wman berücksichtigen, daß das Vieh, je län⸗
zek'man die Mästung fortsetzt, in einem imuner geringeren Ver—
jältnisse an Gewicht zunimmt, dabei aber immer bessere wenn auch
twas weniger Nahrungsmittel verlangt und, auch in der letzten
Zeit der Mästung ein größeres Risico vor Unglücksfällen zu be—
fürchten hat

Nicht geiten koämmen Fülle vor, wo das Vieh, im höchsten
Grade der Mästung nicht mehr so viel aun Gewicht und Fleisch⸗
werth zunimmt, als seine tägliche Fütterung kostet. Der Vieh⸗
naster wird sicher in den meisten Füllen einen größeren Gewinn
von seiner Mastung haben, wenn er z. B. zwei Ochsen, elknen
nach dem andern drei Monate lang möstet, als einen einzigen
echs Monate lang. Ich bin der Ansicht, daß man, wenn der
Metzger mit dem Vieh zufrieden ist und einen nur leidlichen Preis
hietet, den Zeitpunkt benutzen und verkaufen soll, denn bei der
Mästung wird dieser Grundsatz durch eine genaue Rechnung un⸗
terstützt werden.

Ueber das Ausputzen der Obstbäume. Wie schon be—
kannt soll diese Arbeit nicht nur zur Verschönerung der Obstbäu⸗
me, sondern auch haupsächlich zu einem besseren Gedeihen, und
mehr und besserem Obsibringen sehr viel beitragen. Unter dieser
Arbeit versteht man aber nicht allein die Entfernung des Mooses
nd der duͤrren Aeste, zsondern auch derjenigen Aeste, welche einan⸗
der hinderlich sind und wenn, sie. auch noch so schön aussehen.
Beim Abschneiden der Aeste muß man hauptsüchlich dafür sorgen,
haß man einen schrägen glatten Schniit bekommt, damit keine
Feuchtigkeit darauf stehen bleiben kann, weil sonst leicht Fäulniß
iatsteht. Sehr zu empfehlen ist, größere Schnittflächen mit einem
dobel glatt abzuhobeln. Was nun die Zeit des Ausputzens der
Zaume betrifft, so glauben noch die meisten Baumzüchter, es solle
ind müsse diese Arbeit im Frühjahre vorgenommen werden, wie
es auch noch gewöhnlich geschieht. Erfahrungsmäßig soll aber
Hies gerade die ungünstigste Jeit zum Ausputzen der Bäume sein,
weil es nicht selten ein Erkranken der Bäume zur Folge habe,
da det Sajt in dieser Zeit sehr zuckerhaltig und daher leicht gah⸗
rungsfähig sei, gern auslaufe, und dadurch an der Luft essigar—
ig werde, wodurch sich dann bei feuchter Witterung die sog.
Branudpilze bilden, welche an Aepfelbaäumen gerne Brand, über⸗
haupt an Baumen gerne Krebskrankheiten verursuchen. Zur Aus—
uͤhruuͤg dieser wichtigen Arbeit, ist die Zeit wo die Baume mit
hrem vollen Grün begleitet sind, die günstigste insbesondere ist
aher der Monat Juli, zur Vornahme dieser Arbeit zu em—
pfehlen.“
        <pb n="294" />
        5Wouventivnelle
Zwangsversteigerung.
Mittwoch den 3. Juli 18607, Nachmit
ags halb 3 Uhr zu Ensheim im Schuls

Jause wird das nachbezeichnete auf Ens—
jeimer Banne gelegene Gütchen auf Be—
reiben der Erben und Rechtsnachfolger

»)er Verlebten Eheleute Franz Adt und
Maria Zapp von Ensheim gegen Nicolaus

Fleisch, d. j. von da wegen Nichtbezahlung

—V

nümlich
1) eine im' groͤßen Rohrbach gelegene
Mahlmühle mit Hof und Zuge⸗
hör, 3.Dec. Fläche, im Thale bei
Ensheim. 35

2) 8 Tagw. 93 Dec.Ackerland dabei

3) 3 Tagwerk 47 Dec. Wiese, daselbst

4 1 Tagw. 2 Dec. Acker und Wiese
ebendaselbst.

Horn, kgl. Notar.

Freiwillig

gerichtliche Versteigerung.

Samstag den 6. Juli 1867, Nachmit⸗

ags um 2 Uhr zu St. Jugbert in ihrem

dause in der Gasse lassen die Witnwen

und Kinder des daselbst verlebten Maurer⸗

meisters Joseph Gries die nachbezeich—

neten Liegenschaften St. Ingberter Bannes

)ringender Nothwendigkeit halber und un—⸗

er gerichtlicher Ermächtigung öffentlich in
rjgeuthum versteigern namlich:

Errunugenschaftostücke:
Alannum. 3590. 11 Dec. Äcker — Gar⸗
enland — anf dem Geistbusch neben Pet.
Schwarz und Erben Nelz 6*
Plannum. 2858. 262 Dec. Acker am
Seyenrech neben Peter Doll und Joh.
Zintel.

Plannum. 3052. 26 Dec. Acker“auf
Mühlenthal neben Wittwe Behr und

Ludwig Behr.

Zum Nachlaß des Joseph Gries
eborig ·
Plannro. 3004. 20. Dec. Acker, auß
Mühlenthal neben Gebrüder Grellund
Jos. Detempsle...

Horn, kal. Notar..
lt

—zu Blieskastel,
anm Dienstag den 2. Juli 1867.

Das Buürgermeisteramt:
M. Knaus.
Holzversteigerugg
aus Staatswaldungen des kgl.
Forstamtes Zweibrücken.
Mittwoch den 26. Juni 1867 Vormit⸗
tags 19 Uhr zu Neuhäusel bei Ad—
iuntt Hussong; bei günstiger Witterung
am Frauenbrunnen.—
Revier Neuhäusel.
Schlag Lambertsberg iV. 2.
33 huchen Wagnerstangen .7
76 eichen Wagnerstangen —V
7Weichholz Stämme
394 Klaft. buchen Scheit . Cl.
Schlag Laupertsberg IV. 4.
78 buchen Wagnerstangen J
49 eichen; ditto.
— M—— —

122 Weichholz Stämme *
d 24 Klftr. buchen Scheit A. Oual.
luKlitre aspen Scheit.
zchlag Lambertsberg 1V. 3. 4.
135 buchen, Wägnerstgggen5
286 eichen dits. 5
4 aspen Stämme
32/4 Klftr. buchen Scheil VU, u III.
.. Qualitüt.. ——
12 Klitx. aspen Scheit4
234 Klftr. aspen Prugel.
kchlag Lampertsberg IV. 3. P.
21 kiefern Baustämme IV. EI.
227 fiefern Sparren
114 Klftr. aspen Scheit
2924 Kiftr, kiefern Prügel 5*1.
Schlag Klosterkopf. II. A n.
38 buchen Stämme III. El. »
10844 Klftr. buchenScheit anbr.
Zchlag Zufällige Grgebnisse.
25 eichen Stämme 11. -Y. Cl
16 bachen Stämme Ul. FKl..
10 kiefern Stämme IUI. — WV. Cl..
39 kiefern Sparren —
.71 fichten Stämme J. — JV. El.
7 fichten Sparren ——
83 hainbuchen; Stämme II. Cl.
Vi Klfir. eichen Misselholz WV. KVl.
BG8ꝛ Riftr bichen Scheit l.III. Qual.
3 Klftr. eichen Scheit hnorr. u. anbr.
1Klafter bitken Scheit anbr.
284 Klstr. fichten Scheitholz
20 Klftr. verschiedene Prügel u. Kruppen.
Wwerltatcenedoh 10. Juui 18687.
Hgl. Forstant:
— —— X i rß — Glas.

Theater in St. Jugbert.
Wirektion von August Schroth.
r Freitag den 28. Juni 1837. J
Siobente Vorstollungim I. Abonnement

Im Saale des Herrn Oberhaufer.
Deborab,
oder: ν“
Christ ludin.
Volksspiel in 4 Aklten von iDr.1. S. H
Moseuthau—,auin
Die am 20. Juni erfolgie glückliche
Entbinduͤng meiner lieben Frau von einenm
räftigen Knaben zeige statt jeder besonde—
ten Mittheilung Freunden und Bekannten
zierdurch an. J

Stettin den 21. Juni 1867
W. Leusentin.
Eine — D die 10 der neu
sten Stücke spielt, zugleicheine gute
Stundenuhr hat, steht biligst hei dem Un
erzeicheten zu verkaufen. —

Ludwig Entzer, Schretnermeister

in Kaiserslautern. *

Warnung.
Ich zwarne hiermit Jedermaun meiner
Frau Kath. geborne Heinrich, weder
twas zu leihen noch zu borgen, indem ich
eine Zahlung mehr für dieselbe mache.

Rohrbach den 23. Juni 1867

Mmieosaus;Klahm.
Die Jahresfeiere des Gustav Adolf
Zweig vereins für das Decaugt Hom—
ourg, iwird am kommendeii Sonntage den
30. Juni 1867 in der, prot. Kirche zu
5i. Ingberit. abgehalten. Der Got—
esdienst beginnt um 83 Uhr Nachmittags.
Alle Freunde der Gustav-Adolf⸗Stiftung
ind zur Theilnahme eingeladen.
Krieger, Pfarrer.
Für das! chiesige GustavzAdolffest' em⸗
fehle ich sehr schoͤnes Kuust⸗ oder Ku⸗
chenmehl. 3—
wene * J PZepp.
Warnung. .
Nachdemmeine Frau Elise geborne Hol⸗
er ohne mein Wissen aus dem ehelichen
Zzause eutflohen ist, so warne ich hiermit
Federmann ihr Richts auf meinen Namen
zu borgen oder zu leihen, bis ich es wie—
)er selbst öffentlich widerrufe. 7
Landstuhl den 23. Juni 18653..
Jakob Gamber Hutmacher.

AnHnnnoneeæ

Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäfe ——
don Gebr. Preirer in Frantfurt qcm.

Comptoir: Bleidenstraße Rr. 8.
An⸗- und Verkauf „aller Arten Staats⸗
apiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel —A
ichexung prompter und reeller Bedienung

Provision 1 per mille ohne
iealiche sonstige Spesen.

Wormis den 20. Juni.
Wir notiren heute: Weizen 16fl. 10 kr.
bis 16 fl. 20 kr. Roggen 12 fl. 53 kr.
bis 12 fl. 20 kr. Gerste 11 fl. 20 kr.
ꝛis 12 fl. — r. per 100 Kilo. Hafer
õfl. 50 kr. bis 6 fl. — kr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 14 fl. — fr. bis 14fl.
20 kr. Roggenmehl — fl. — ir. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bis
—
bis 17 fl. 30 kr. Blumenmehl. — fl. — kr
bis — il. — ir. per 70 Kilo. Reps
— fl. — kr. bis — fl. — r. per 85
silo. Rüböl ohne Faß 20 fl. 30 kr. bis
— fl. — kr. Leinoöhl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr: Mohnöl ohne
Faß 41 fl. — kr. bis 42 fl. — x. per
50 Kilo. Repskuchen 70 fl. — kr.bis
78 fl. — kr. Brunntwein 32 fl. 30 kr.

his 33 fl tr

— —

Von einer Ladenein⸗
F richtung für Spezerei⸗ und
rarbwauren, können fünfzig neue Schub⸗
aden, größere und kleinere, sammt den
hestellen ꝛc. ꝛc. zusammen oder auch in
wei Theilen billig abgegeben werden. —
aheres bei F
Georg Veters, seni or hier. e
N AVMIMCCA Fruchtpreise) Weißmehl das Mal—
e Morgen Wiese im erde pnn 34
Rrressen— iho 63665 Jeumehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Foͤrrellen⸗Weiher wird für th lh ig pchen Goc
dix diesjährige Heu-Erndte enn ase pfo) in 30 6. — 12.
— —
zur 7v IIVI. r.
erpachtet durch sre g. sr. gafe Gꝛò Ppu.
Johann Klein senior, Rentner. AB fl. 20 tr. 5 fl. 30 ..
Maktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

— ——
        <pb n="295" />
        St. Ingberler AAnzeiger
* 44 1I L. —
* —— ———— — —— 27
der St Jug bert er Angeiger“ mit seinem Unterhaunmmgsblaue arjcheint wochentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
S nseage Lcbonnementshreis dierteüährig 1ß Kryr Anzeigen werden min S Krzr. die dreupaltige Zeile Blanischrift oder deren
Raum berechnet.
— — — — — — ——

— — ö——— — — — —
Nro. 76. ————
—— —— —
Einladung zum Abonnement.
Mit dem 1.Juli nachsthin beginnk ein neues Quar⸗
tal für die Monate Juli, August. und September. Wir
nachen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen Bitte
nufmerksam, ihre Bestellungen gefälligst rechtzeitige zu er—
neuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
welche das Blait durch die Post beziehen, für eine mö glichsi
baldage Bestellung bei der betreffenden Posterpedit ion oder
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versand;
des Blattes keine Verzögerung erleisdhe.
Der St. Ingberter Anzeiger wird wie bisher Zmal wöchent.
lich mit Unterhaltungsblatt um den vierteljährigen Preis
von 45 sereuzern erscheinren. —
Zu zahlreichem Abonnement ladet ei
Die Expedition.
XB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die
hon der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Zlatt für das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, soferne
sie dasselbe vor Ende dieses Monats nmicht aus.
drücklich abbestelben.““ i e
Deutschland. J
München, 28. Juni. Es veorlautet, daß der König sich
deumächst zum Besuch der Industrieaussteltnng nach Parig bege—
— VDD——
Innern uͤnd der Justiz damit um, die Vertretung der Staatsan
waltschaft an den Stadt⸗ und Landgerichten wieder den Districts
behörden zu überweisen. — Das auf dem gete zu concentrirend
Armeecorps wird im Ganzen bei 17,000 PMuann stark sein. Zu
zen in der zweiten Woche der Lagerperiode stattfindenden größe
ren Mansvern in der württembergischen Grenze ist zwar auch die
Theilnahme württembergischer Linientruppen in Aussicht genom
——
Muünchen, 28. Juni. Mit Rüchsicht auf die Nothwendig
teit, die gesammte Infanterie des bayerischen Heeres in der Hand⸗
habung uͤnd Behandlung des neuen Hinterladungsgewehres na
nent.ich auch beim Scheibenschießen zu unterweisen, hat das kgl.
Zriegsministerium angeordnet, daß vom 1, Juli ab ein Urlaubs
wechfel der gesammteu älteren Mannschaft in der Art eintreten
joll, daß die gegenwärtig beurlaubten älteren Mannschaften par—
chienweise mit Rücksicht auf die verfügbaren Schießstände und so
—
normirten Präsenzstandes einberufen werden. Für jeden in solcher
Weise einberufenen Mann der Linieu⸗-Infanterie-Butaillone ist die
Unterrichtszeit auf 5 Tage, für jeden Mann der Jägerbataillone
nuf 8 Tage normirt. Davon sollen jedoch jene Mannschaften
wusgeschlossen sein, welche zu den Herbstwaffenübungen einberufer
und dabei den erwähnten Unterricht erhalten werden. Zur Auf
nahme desselben wird auf Befehl des Kriegsministeriums bereits
die Jesuitenkaserne daselbst in Siand gesetzt. Die Vertretung des
zu dem bevorstehenden concours musical international nach Pa—
ris abgehenden Musikcorps des 1. Infanterie-Regiments Könit
wird daselbst der bereits dort befindliche Major v. Schlichtegrol
des genannten Regiments übernehmen. Dem Musikcorps wird der
Oberlieutenant Frhr. v. Völderndorff des nämlichen Regiment?
beigegeben sein.
München 24. Juni. Nach den Beschlüssen des Social⸗
gesetzgebungsausschusses sollen fernerhin nur folgende Erwerbszweige
der Conceffionspflicht untermorfen bleiben: Privat-Eisenbahn⸗
und Dempffchifffahrths⸗- Unternehmungen, Privat⸗Unternehmungen
don ——— und Bankanstalten (gemeindliche Anstalten dieser
Art nicht einbegriffen), das Apothedergewerbe, die Bereitung von
Gift oder Arzneien, deren Verkauf beschränkenden Verordnungen

unterliegt, sowie der Handel mit diefen Waaren, das Trödlerge-
werbe, dann Commisssons⸗ und Anfrageburecus. Der int Regie—
rungseutwurfe vorgesehenen Concessionspflichtigkeit der Großge⸗
werbe glanbte die WMajorität des Ausschuffes nicht beistimmen zu
bönnen. Die Vertretung der Staatsregierung zeigte sich geneigt
gegen Aufrechthaltung des Concesstonszwangs für den Detailhandel
mit Preßerzengnissen und für die Lesecabinete und Leibibliothelen,
die eigentlichen Erzeugungsgewerbe: Druckereien, lithographische,
ohotographische Anstalten, damm den Verlagsbuchhandel, frei zu
zeben, konnte aber auch für eine solchergestalt modificirte Propo—
ition eine Majorität nicht gewinnen. Die Concessionspflichtigkeit
der Wirthschaftsgewerbe wurde zwar für das diesrheinische Bäyern
als angemessen erkannt, zu Gunsten der Pfalz aber auf Andrin⸗
gen der pfälzischen Ausschußmitglieder eine Ausnahme statuirt.

Muünchen, 24. Juni. Vorgestern wurde die Kriegslasten⸗
ausgleichung für den Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffen⸗
burg vollendet und für diesen Kreis der Betrag von 2,981,358
fl. 338 kr. zur Zahlung angewiesen. Auch für andere Regie—
rungsbezirke wurden bereits mehrere eingenommene Liquidationen
geptüft und festgesetzt, so daß fich die Gesammtsumme, welche bisher
Jur Einweisung bei den Kreiskassen gelangte, auf 8,058,640 fl.
48. kr. beiäust. Am 23. Juni hat fich die Commission in
Bayreuth eingefunden und wird am 24. daselbst ihre Thätigkeit
beginnen. —* Die Ausarbeitung des Entwurfes der künftigen
Wehrverfassung wird im Ministerium des Imern eifrig fortgesetzte
Ein Correspondent der Allg. Ztg. hört, daß der Entwurf die
Normen für alle Kategorieen der bewaffneten Macht,also die
Organisgtivn und Erganzung der eigentlichen activen Akmee- der
Rescrve und der Landwehr nebst den Strafbestimmungen enthal—
jen wird, deren Nothwendigkeit die Ausspruche des obersten Ge—
richtshofes in Betreff der widerspänstigen Reservisten des verflosse⸗
nen Jahres datrgethan haben. Der Entwurf dürfte an 200 Ar—
tikel in fünf Abschnitten umfassen; er wird dem Landtag alsbald
nach dessen Wiederzusammentritt vorgelegt werden können.

Aus der Pfalz, 24. Juni. In der heutigen Sitzung des:
Verwaltungsraths der Pfälzischen Bahnen wurde, dem Vernehmen
nach, von der Direction auch Bericht erstattek über das Ergebniß
der Grunderwerbsverhandlungen für die Landstuhl-Kuseler Bahn
Es ging daraus hervor, daß diese Verhandlungen im Ganzen ei⸗—
nen befriedigenden Verlauf genommen haben, daß es aber bei den
Rückständen und erwachsenden Processen noch ungewiß ist, ob die
für Grunderwerbungen im Kostenvoranschlag vorgesehene Summe
ausreichen wird oder nicht. Ferner hat der Verwaltungsrath das
bon der Direckion entworfene Gesuch an die Staatsregierung um
Ertheilung der Bauconcession für die Alsenzbahn gut geheißen, des⸗
gleichen den Vertragsentwurf für Beschaffung der Geldmittel. Da
nun auch schon vor mehreren Wochen das k. Handelsministerium
ein der Förderung jenes Unternehmens sehr günstiges Reskript er⸗
lassen hat, so ist an der baldigen Inangriffnahme der Alsenzbahn
kaum mehr zu zweifeln, um so weniger, als der Verwaltungsrath
die Direckion zugleich ermächtigt hat, mit der Detailprojectirung
der genannten Linie unverweilt vorzugehen. Ebenso wurde der
Entwurf des Geldvertrags für die Winden-Bergzaberner Bahn ge⸗
nehmigt und die Nachsuchung der Bauconcession für diese Strecke
beschlossen, so daß also damit ein wichtiger Schritt zur Realisi⸗
rung beider Unternehmungen geschehen ist.

Dienstes-Nachrichten.

Seine Majestät der König haben sich allergnüdigst bewogen
efunden: unterm 18. Juni l. J. die Gründung einer Actien⸗
Gesellschaft zur Errichtung und zum Betriebe einer Waggonfabrik
in Ludwigshafen mit der Firma: „Waggonfabrik Ludwigshafen
mit dem Sitze in Lundwigshafen a / Rh. uud einem Grundcapi⸗
tale von 3806,000 fl., welches in Aktien zu 1000 fl. auf den Na⸗
men lautend, begeben wird ani die Dauer von 25 Jahren zu
znehmigen. —

Unterm 10. Juni wurde dem k. Gerichtsboten Baumgäriner
        <pb n="296" />
        in Grünstadt von hohetsk. Regierung genehmigteden Gerichts⸗ nicht in Abredeéstellen, doch dürfte Vas Gerücht Jaum«amne
ee Carl Michel als subssandigen dienne inn g Dose Iu —
2 8 5daß ernste Gegenmaßregeln getroffen werden. ———
8 aAsrihi, es. Juni. Der Staatswminister Moiltthein Ie — ergoee eed repwirever yvon dem
sich heute zu der Zolsvereinsconferenz, die morgen in Berlin er- Abvocaten Nraʒovice an die Vinodoler Bebölkerung Lerlassenen
biinetmud, W . 18. Juni. Das Comite für Errichtun anien gege Nani hyr eerden
er g, 18. . — In Fiume circulirt, ie N. Fr. Pr.
eines nationalen Denkmals des unvergeßlichen deutschen —— ein in italienischer Sprache ene —— ——
mannes und Retters in der Noth, Frhrn. d. Stein, hatte sich am die croatische Rationalpartei und die Besucher: des oeheden
Sonntag dahier versammelt, und dach. Ausfüllung der, Vücken, Slavencougresses gerihhtet in. Der Schltseh nrn en
welche durch Tod und Wegzug entstanden sind, beschlossen: die dem russischen Consul, wenn ihm das Leben lieb ist. Hoch ein
bisher eingegangenen Beiträge nebst den hinzugekommenen Zinsen starkes Oesterreichl — Hoch die magharische Nation! Tod den
im Gesammtbetrage von 11,000 fl., nunmehr; zur“ Ausführung Russendanu — ——
eines würdigen Monuments auf einem Felsenvorsprung nahe be Holland ——
der Stammburg und Geburisstätte des allverehrten Mannes zu Nas⸗ CITS —
sau an der Lahn zu verwenden. Es werden deshalb zuvörders palf — 2. Inm, Die dreutische Feglerung soll von der
die Künstler, welche dem Unternehmen in vaterländischer Hinge— hollandischen. die. Austeuung pon od gefluchteten honnoberischen
bung ihre Talente zuzuwenden geneigt sind, gebeten, ihre Entwürfe Militärs (Offizieren und Gemeinen)“ verlangt, und, erhalten
bis Ende Monats Sept. d. Jan das Comite einzusenden. Nicht jaben.eS ν l eet
minder werden —— Freunde des. Verstorbenen ersuch— Frankreich. —— I
die an dem Tribut der Dantbarkeit, welche das Vaterland seinem Paris, 21j. Juni. Aus Konßantikobel kreffen fortwährend
großen Todten schuldet, jetzt noch erwünschten Antheil nehmen Flüchtlinge von ——2 hier ein sde es ed daß en
wollen, ihr Gaben einem der Unterzeichneten Comite. Mitglieder entdeckte Verschwörung! viel bedeulender war als man anfänglich
zui Aensclele. ude Deneeehe u ee uhe Denkmal. glaubte. in *
Heidelberg den 16. Juni 1867, Pagenstecher senior, Gervinus Herr Artom VLegationsrath bei der italien. Gesandtschaft, ein
— —2 —7— —— 77 *7 b. t ⸗—
ae 3 in Nassau Diplomat von seltener Begabung und, genauer Kenntniß der deut—
yj att, B Un Wiesbaden 5i.35 chen Verhältnisse, soll wie man versichert, als bevollmächtiger
Darmstadt, 25. Juni. Die, norddeutsche Bundesverfas⸗ Minister nach Karlsruhe gesandt werden. J
sung wird heute zur Einführung jm nordmainischein Hessen vom i. une ee gesandt werdenn. 523
6 n emorial Diplomat. bringt folgende Wittheilung: Die
Dres dean 28. Juni. Das Gesetzblatt publieirt die nord⸗ — latter berichteten neulich, daß eine im Dienste dert Kai⸗
—
i 28Jum. cEiniges Aufsehen, erregie hier die unden worden sei. Ein Brief den winn aus Triest von einer
heute durch hiesige Zaungen dekant deworcbene geerntfolgte Orersonandnher witzunbedingtes Zutrauen schenken, empsangen
e e eaeeat ate Gotneat esthert. daß die sragtiche Person. Die auerdings im Die .aita. der
Ministerprasidemen Grafen d. Bismarck dag Ehrenbürgerrecht der Farneun dre d
Stadt Berlin zu verleihen. Der, Antrag, war von dem jetzt auf polizeiticher Begleitung nach Wien . gehracht wurde. . Es scheint
einer Curxeise befindlichen Oberbürgermeister Seydel ausgegangen daß auf derselben ˖ eine furchtbarse Anklage lastet/ deren Natur
und hätte, um Geltung zu exlangen, voun der Siadtverordneten ——— — andeutet.n Wir glauben aben üben diesen Vuntt
Versammluug bestätigt werden müssen.. . die strengste Zurüchaltung beobachten zu müssen. bis daß die ge
ü eeeeen eaiehe Gescpiotenange ent⸗ idche Untersuchung gestattet, ein, qufThatsachen begründetes
hält das Publikationspatent übet die Norddeutsche Bundesverfas— sethen w 35* ——— —
fung datirt 24. Juni 1867. und bestimmt die, Inkrafttretung füur Seit gestern Abend, schreibt man der Koln.! Zig.“, rircu⸗
Hen. Umfang der Monarchie und die durch das Gesetz vom“20 lirt in Paris eine in finanzieller Beziehung außerst wichtige Nach⸗
8— w er Wan damit vereiniaten Landestheil⸗ — pu — 58— ed sei⸗
auf den 1. August 1863. J nen ehemaligen Commis, den Herren Pereire, heutzutage Direc—
Verlie. nai. Die Königin Augusta bleibt in Winde oten des Gebit Mibeilier, eine Versöhnumg satigefunden Sie
sor, bis die Königin Victoria nach Osborn geht; dann geht sie cheinen sogar bereits ganz intime Freunde geworden, zu sein,
zu mehrtägigem Aufenthalt nach, Paris, won sie im preufischen denn gestern Ahend, um 6 Uhr wurde der Hert Baron mit Emil
Botschaftshotel Wohnung, nimmt, und kehrt am 18. Juli nach Pereire auf dem Eisenbahnhofe der Rue St. Lazare in einer und
Coblenz zurück. — Der schweizerische Gesandte Dr.“ Heer, ist derselben Eguipage gesehen. Die Aussöhnung dieser bisher so
nach Dresden abgereist, um wie in Sluttgart, München und üußerst bitteren Feinde mag für sie selbst sehr nutzbringend wer—
darlsruhe seine Veglaubigungsschreiben zu überreichen, 657 den, für die Allgemeinheit, d. h. für alle die, welche mit Vörsen
Agram, 18. Juni. Durch die Auflösung des croatischen und finanziellen Geschäften zu ihun haben. muß man es aber als
Landtages und die Heimreise der Landkagsabgeordneten; wurde ein Unglück betrachten, daß die zwei Haupthähne der Pariser
die Agitation auf das flache Land verlegt, und ist alles bereits Börse, welche sich bis jetzt die Stange bhoten, sich zur Ausbeutung
in einer fürchterlichen Gährung begriffen. Iede, Ordnung ist auf. des Pariser, Geldmarkes geeinigt haben weie dieser in Zukunft nur
gelost und eine Willkürherrschaft, die an das Fhustrecht, “erinnert, noch mach ihrer Pfeife taͤnzen wird. Nach der Einigung dieser
hat Platz gegriffen. Tag für Tag sind blutige Zufammenstöße Herren werden die. Verhältnisse der Pariser Börse wieder gerade
zwischen den Nationalen und Unionisten zu verzeichnen. In Ero, lo sich gestalten, wie sie bisvor 1881 waren, wo Rothschild dort
atien wird jede unionistische Demonstration streng. geahndet und als alleiniger Herr gebot, ohne irgend ein Gegengewichtt und dic—
in Slavonien gegen nationale Ruhestörereingeschritten, Selbst selbe ganz nach Belieben aufs und niedertanzen ließ, d. h. für
unter dem Mililär findet bereits eine bedrohliche Parteispaltung sich und seine Freunde ausbeutete. Damals hatte jedoch die Sache
statt. Die Anarchie aber herrscht in Fiume,“ Buccari, und dem doch nicht die Trägweite, wie heute. Einerseits gab es nicht den.
Küstengebiete. Der Vicegespan Vöncino waltet an der Stelle des hundertsten Theil der Nenten und anderer Werthpupiere, die heute
ahberufenen Civileapituns Smaic mit eisernet. Strenge und hat circuliren, und andererseits waren die Papiere nicht so in die
zäͤhlreiche Verhaftungen unter den unionistischen. Ruhedrern bor⸗ Allgemeinheit gedrungen, wie heutc, so daß das große Publicum
genommen. Dem Befehle des ungarischen Commissärs Cseh, die unter — Alleinherrschaft wenig zu leiden hatte. Wenn
Verhafteten frei zu geben oder doch wenigstens mit der Untersu man bedenkt, daß es den Herren Pertire, trotz ihrer Feindschaft
chung bis zu seiner Rückkunft nach Fiume zu warten, „nach An- mit Rothschild und dem Ruin ihres Instikuts, des Gredit Mobi⸗
ordnung der ungarischen Regierung,“, enigegnete Voncino, daß lier, gelungen ist, in fünfzehn Jahren für sich allein (Ddie Sum—
er keine ungarische Regierung für ihn oder für“ Croatien über, men, welche ihre Freunde und Gönner sich anzueignen Gelegenheit
haupt als maßgebend anerkeüne. Ersetzte auch vor wie nach hatten, sind darin nicht mit einbegriffen.) 2 bis 800 Millienen
seine Untersuchung fort und wird in seiner Amtshandlung von hurückzulegen, so wird man eẽmessen köunen, welche Anzahl von
den Municipien unterstützt. Die Unruhen haben bereits einen so Millionen Frankreich der Bund des „Fränkfurters“ und des
bedrohlichen Charakter angenommen, daß selbst das ultra⸗natio⸗ „Bordelaisers? kosten kann.
nale Blatt, dien, Agramer Zig.“ es an der Zeit findet, beschwich⸗ Parris,-24. Juni. die hiesigen Blälter bringen, mit Aus—
tigend und vermittelnd aufzutreten⸗ In Dalmatien sind Gerüchte nahme der Liberte, nicht die Depesche der englischen Blatter in
von einer weit nerzweigten EConspiration verbreitet, die nichts ande welcher gesagt wird, daß der Er⸗Kaiser, Marximilian den Kaiser
res als die Losreißung der südslavischen Laͤnder von Oesterreich Napoleon, der Feigheit uad der Infamie auklagt, weil er ihn
und die Herstellung eines Donaustaatenbundes unter russischem im Stiche gelassen habe. Zugleich stelle sich der Kai—
Protectorate anstrebt. Daß ruhsische Agenten, so wohle hier als in sser Marimilan den curopuüüschen Fuͤrsten als warnendes Bei⸗
Serbien und Bulgarien große Energie entwickeln, läßt sich wohl'fpiel dar, damit sie nicht das Opfer der Treulosigkeit Napcleon's .
        <pb n="297" />
        ils
n.

m
n
rt
t,
n
r
t
n

würden. IOdder?) Kaisen Marimtlian wirklich eine derartige

Proclamation erlassen, muß vor der Hand noch dahingestellt

sleiben. ee — —— 223

Paris, 24. Jum. Man braucht der „theilweisen Entwaf—

rung“ Frankreichs gerade keinen großen Werth, beizulegen. Die
0,000. Mann⸗ dier nach Hause geschickt wurden, sind durch sechs—
ährigen Dienst völlig geschulte So ldaten, welche jeden Augenblick
oilder einberusen werden können. Auch bleibt die stehende Armee
och immer 400,000 Mamn stark, alsp die bedeutendste in Europa.
die kaiserliche Regierung wird nach Abwickelung der Ausstellung
zuf die Enwickelung der europuschen Verhältnisse wieder mehr.
hestimmend einzuwirken bestrebt sein. Die „Patrie“ empfiehlt
schon dienn ond dachleb wigsche Frage“ jhrer vollen Aufmerk-
jamkeit; ebenso fabricirt die „France“ Correspondenzen aus Hef⸗
sen und ——— ponFfurchtbaren Bedruͤckungen dieser
„unglücklichen“ aͤder aseln und behaupten, daß die VBewohner
die Ankunft der — Franzosen kaum erwarten könneiun'!!, Man will
aber auch eine thatsächliche Die mornstrationgegen Preußen
ins Werk setzen durch Veranstaltung einer droßartiget; Sammlung
zu Gunsten der „unterdrückten Rordschleswiger.“ TDie italie
nische Regierung hat dem römischen Hofe“ erklürt, daß sie, wenn
eine Repolution im Kirchenstaat ausbrechen sollte, keiuertei fremde
Einmischuüg gestatten! sondern Truppen die Grenzeüberschreiten
lafsen würde.⸗Man behauptet, diese Erklärung sei erst nach Ver—
adredung mit der franzöfischen Reglerung erfolgt. Der vorbezeich?
nete Falbt lann Jeicht einttelen / denn zwem MPricht von vbehorste hen⸗
den neuen. Augriffen der Garibaldiduer, Die vrientalische Frage
taucht ammeranuschederernuse Aus Zierlässifger Quile wird
berichtet, daß die Türkenbet den inBraila besuͤgtemn aufständi⸗
schen Bulgaren 22 Anssisch Kunbnen funden“ haben. Auf der
anderen Seite herrschutin e einmal große Aufregung
weil die Türken 20, Serben, welche sich unter den aufständischen
Bulgaren befanden, m Rustschuck erschießen ließen. Die Pforte hat
nun zugegeben, daß die halb europälsche, halbkürkische Untersu—
chungscommission nach Hreta abgesandt werde. So liegen überall
Stoffe zum Ausbruche eines neen großen Brandes bereit.“Berezorusk
wird am 12.Juli »bort datß Schwirrgericht kommen. — Das
Ausstellungsfest ame 1. Jitln scheint ein überans glänzendes wer⸗
den zu wollen. Dig, Centralplattform, über welche die pröjsge
krönten Ausstell ex defilireu werden, joll-mit 10 Trophäen geschmuͤckt
werden, die aus den getrönteneProdukten der 10 Gruppen der
Ausstellung bestehen Umfangreichere Gegenstände, wie Locomo⸗
tiven u. s. w, werden nur durch Zeichnungen,Photoͤgrdhieen
»der tleine Modelle dargestollt. 460 Sänger, 600 Cipihnusiker
und 200 Militärmusiker werden die Hymne von Rossinee ausfüh—
ren. Es jst zu bemerken, daß bei allen diesen offizieslen Gelegen
heiten das Personal wie das Material der norddeuschen Aussiel
lung stets sorgsam übergangen wird. Die Pariser Commissibn
zeigt sich Allem,was norddeutsch ist, so abgeneigt, daß selbst die
hiesigen Blätter dies hervorheben.

Paris, 25. Juni Das Journal de Paris“ glaubtedie
zünstigen Nachrichten, welche Constitutionel und Etendard über das
Schicksal Maximilians gebracht, vorläufig nicht bestätigen Ju düw
jen. Nach Mittheilungen die kürzlich zwischen dem französischenGesand
ten in Washington und Hrn. Seward gewechselt worden, habe man
noch keine possitive Nachricht, über Maximilian daselbst erhalten
und der amerikanische Gesandte für- Mexico, Herr Campbeul sei
immer noch nicht bei Juarez eingetroffen, Doch glauht Herr Camp⸗
bell, Juarez werde seinen Gefangenen gegen Lin Losegeld freid
zeben, unter der Bedingung, daß die Vereinigten Staaten feierlich
versprechen, sich jedem neuen Unternehmen gegen Mexico von Außen
her mit den Waffen widersetzen zu wollen. Nach andern Nach—
richten aus englischer Quelle wäre Maximilian imQueretaro
schwer verwundet worden, so daß man an seinem Aufkommen
weifeln müsse. —

Paris, 26. Juni. Die-Büdgetcommission? hat: gestern
Abende eine außerordeutlichen Sihung gehalten, um die
Mittheilung eines Gesetzentwurfs enigegenzunehmen, welcher
158 Millionen für die Neubewaffnung der Marinearmee perlangte
Wegen Einbringung dieses Entwurfs wird die, Büdgetberathumg
auf den 29. Juni vertagt J — ——

Italienn.
Forenz, 22. Juni.“ Die „Opinione? sagt. Man ver⸗
sichert, daß die Commission für den Gesetzentwurf über die Kir—
henguter die Bestimmungen des Gesetzes vom 7. Juli 1866 mil
dem Zusatze aufrechterhaͤlt, daß der convertirbare kirchliche Fond
für die Unterhaltung, des Cultus verwendet werden soll, Dg. die
Veräußerung der Kirchengüter mehrere Jahre erfordert, so soll die
Commissien vorschlagen, der Regierung die Befugniß zu erlheilen,
Creditscheine in der Form von Bodenobligationen auszugeben, die
innerhalb einer besfimmten Reihe von Jahren vermittelst des Er—

trages und des Kaufpreises jener Güter umortisirt werden. Die
Ausgabe nelouf dem Weg der Suscription im Lande selbst vor
fich gehentDer lästigen Bedingungen“ wegen, welche die damit
zu beauftragenden in und ausländischen Creditinstitute und Bank—
häuser im gegenwärtigen Augenblick ohne Zweifel auferlegen wür⸗
den, will die Commission die Operation aufschieben bis nach der
Abstimmung über die neuen Steuern, da man durch diese der
Staatskasse eine Mehreinnahme von 80. Millionen sichern zu kön⸗
nen glaubti!nie ν
— ——
— 7 —

—
Zebr mi sich te .
14 Vudwigshafen, 24. Juni.“ Dem Vernehmen nach soll
das diesjährige Jahresfest des pfülzischer Hauptvereins der Gu—
tav⸗AdolpheStiftung am80, und 310 Juli in unserer Stadt
wbgehalten werden. Die günftige Lage dersklben für eine solche
Festfeier läßt einen zählreichen Besuch“ sowohl aus der“ Pfalz als
zus dem benüchbarten Baden und Hessen erwarten. “VWas Proe
jramm des Festes werden wir später mittheilen.
J— LIen au, Dle /ifraelitifche Cultusgemeinde hat das Haus
er Frau Wittwe Schickendantz für 12,000 fl, gekauft, zum
Zwecke einet spatern Verxeinigung, xcsh, einez Reubaues der
-ynagogen
Speyerr Juni, Der Kolner Maͤunergesangverein wirde
dommenden Souüntag und;, Montagin, Worms 2Concerte zum
Ausbau des Thurmes der Liebfrauenkixche daselbst geben und bei
dieser Gelegenheit auch unsere Stadt wieder mit einem Besuch.
beehren.Die Sänger treffen Montag Morgens kurz mach 9 Uhr
nit eiuem. Ertrazuge hieraeiu, And zwar, werden 84. Mitglieder
ich dem Ausfluge, anschüeßen. In ihrer Gesellschaft wird auch
—D—
mittags, 4 Ahr in Worpmsein, zweiteg Concert stattfinden foll,
sor wird unser Besuch e nach 12. Uhr die Rückreise wieder an⸗
reten můssen. i e
ir Muüchen,“28. Juni. Vor einigen Tagen hat in Hof die
Trauung des Fürsten Paul vonn Thurn und Taris(6. Sohn
des Fürsten Max in Regensburg aind früher Flügeladjutant des
Zönigs) anis: Fraulein Fontelive (ulse Fräusein Kreuzer vordem
im⸗ — A
drren der Herzoge Delln Roeca und die Schauspielerin Frau Gro⸗
vecker? von Berlinß! we lche beide ihrerseits mur den vom Papst er—
zetenen· Dispenbi(Frau Grobecker- ist von ihrem ersten Gatten gee
qieden) exwarten, um ebenfalls den ·Ehebaind zu schließen.
. Die Rinderpest in Thüringen hat zwei Opfer eige nthüm⸗
icher Art gefordert. Es haben nämlich zwei Viehbesitzer, der eine
uh derd Goburge Baherischen Grenze, der andere bei Arnstadt, da—
uber ben“ Verstand verloren, daß in Folge polizeilicher Anord-
uunga ihr; gesammter Vjehstand wegen · Verdachts der Seuche ge⸗
rödtet worden ist. Beide befinden sich im Irrenhause.
t Aus Haäͤlber stadt vom 20. Juni berichtet die —, Halberstädter“
ZeutgarynSeit einigen Tagene furde hier Erkrangen, an J.krch i—
nen in großer Ausbreitung vorgekommen. I det· Ctgarten⸗
fabrik von Lindau und Winterfeld sind- vorgestern 19, gesteyn 8
Arbeiter erkränkt; in einer, Familig Ast des Vater, der Sohm unde
die Schwaͤgerin leckrankt; in einex Straße liegen 40 Personen
—— — — J
Der 28jährige Czeche Tenek Scherzl aus Prag⸗ der dceis
zig Sprachen (darunter Chinesisch und Japanesisch) spricht, ist in
Betersburxg angekommen, uͤm in ruüsfische Dienste zu treten. “
242 Man liest im „Moniteur de bhArmee:“ Ein“ ehewmaliger
reitender Jäger von der Kaisergarde, Namens Dürck, der sich
18141 unter der Escorte Napoleons während des raschen Zuges
pom Rhein nach Paris, dann nach Fontainebleau und, Lyon be—
funden hatte, lebte seitdem in der Umgegend von Speyer (ehemaliges
Dephrtement Mont! Tonnere, wie der,Moniteur de l'Armee“ er—
klärend beifügt), wo ex geboren ist. Bereits über 80 Jahre alt,
wollte er nicht sterben, ohne den Neffen seines Kaisers gesehen
u haben, und scheute es nicht, troß seines hohen Alters, die
Keise nach Paris zu unkernehmen. Er wurde zuerst v on dem
kriegsminister empfangen, der, nachdem er seine Papiere geprüft
und in: Richtigkeit befunden hatte, ihn durch einen seiner Ordon—
ianzoffiziere zu dem Kaiser führen ließ. S. M. geruhte, den
hrwürdigen Veteranen zu empfaugen und ihm das Ehrenlegi ons⸗
kreuz nebst einem weiteren Beweise seiner Frejgebigkeit zu verleihen.“
7Sir Fenimore Smith, einer der aͤltesten Nabobs, ssarb zu
Anfang des vorigen Jahres zu Maxwell bei London und vermachte
sein auf 4 Millionen Pfd. Sterl? geschätztes Vermögen fast' ganz
den verschiedensten Wohlthätigkeits-Anstalten der garzen Welt.
—A VD——
iner Allgeineinen Schule,“ in welcher alle Nativnen der Erde ver—
reten sein und die ihren Sitz in Aegypten oder einem Thale des
Libanon haben soll

— 5344537 — —
— 8
        <pb n="298" />
        * 5 *
Ausschreiben.
Am, 16. 1. M. wurde im Schwarzbache

deim hiesigen Badeplatze eine männliche
Leiche gefunden, die schon etwa 8. Tage
im Wasser gelegen, haben maß. — Sie ist
die eines Mannes in den dreißiger Jahren
mit braunem kurzgeschnittenem Haupthaure
und blondem Schnurrbarte, und war, die
Kopfbededung⸗welche nicht · aufgefunden
werden konnte, ausgenommen,/ vollständig
bekleidet, und zwar mit einem braunen
Tuchwamms, schwarzer Tuchweste, meißen
vergenen Oberhosen und blauen leinenen
Unterhosen, die mit esnem schwar en Leder⸗
zürtel, zusammengehalten wurden, einem
veißen leinenen Hemde, weißen leineuen
Strümpfen, einer blauen seidenen Hals—
hbinde und neuen Schuhen. In der linken
Wammstasche befanden sich ein Stüd
Schwarzbrod,“ und ein geheftetes, unbe—
schriebenes aus 6 Blättern bestehendes,
roth linürtes Notizbuch, eingehüllt in einen
olauen Pappendeckelüberzug. In der rech⸗
ten Hosentasche fand sich ein altes schwarz⸗
ledernes Portemonaie, welches einen Baar⸗
betrag von 1 fl. 40 kr. in Sechsern,
Grofchen und Kreuzern enthielt. Nach ge⸗
richtsärztlichenr Gutachten ist der Tod durch
Ertrinken aus Unvorsichtigkeit erfolgt.
Die bis jetzt zur Ermittelung des
Mannes umd der, Heimath des Ertunke⸗
nen dessen Leiche“ sofort“ dahier beerdigt
wurde, angestellten Recherchen waren er⸗
tolglozs.“ 5 3 77
Es ergeht deshalb an sämmtliche
Ortsbehörden und Sicherheitsorgane, sowie
in Alle, welche über die J dentität der
Person des verunglückten Mannes Auf—
chluß zu geben vermogen, die Einladung,
achdiemiche Mittheilungen an die unter⸗
sertigte Behbrde gelangen zu lassen, wobei
hemerkt wird daß die Kleidungsstücke und
Effecten des Ertrunkenen im hiesigen Hos⸗
ptale zur Recognoscierung aufbewahrt
werden —”,.
Zweibrlicken den 24. Juni 1867.1 154
Königl, Bezirksamt
.ιι Damm,.
4 F 2
Bekanntmachung.
Nächsten Montag, 1. Juli,
Mittags von A—s Uhr im ge—
wöhnlichen Lokale dahier, wird die Visi⸗
sation der Hunde durch den Bezirksthier⸗
arzt vorgenommen. Sämmtliche Hunde,
mit Ausnahme jener, welche das Alter von
zrei Monaten nicht erreicht haben und noch
nicht aus dem Hause gelassen werden, sind
rechtzeitig vorzuführen ··..

Wer Hunde dieser Visitation entzieht
der dr rechtzeitig unterstellt ist nach Art.
142 Ziff. 1 Polstr. an Geld bis zu 10
fl. zu bestrafen.

Zugleich wird wiederholt zur pünktlichen
Darnachachtung erinnert, daß Hunde wäh—
tend der Nachtzeit eingeschlossen zu halten
ind umd daß freilaufende Fangeund
Metzgerhunde; überhaupt Hunde größerer
Battung, mit einem wohlbefestigten Maul⸗
—R

St. Ingbert den 26. Juni 1867.

Königl. Polizeicommissariat:
ν. n
Minderversteigerung.
Samstag den 6. Juli nähin, des Nach⸗
mittags um 2 Uhr zu Erfweiler auf dem

Bürgermeisteramtslocale, werden zur Fort⸗
ug des Straßenbaueg in der Gemeinde
Erfweiler⸗ Ehlingen solgende Ar—
zeiten im Min derversteigerungswege .ver⸗
geben nämlich: uu, san
J * t.
Grundarbeit veranschlagt zu 203 24
3. 8302 lauicude Meter Linien⸗
fteine und 60 Kblintr. Pfla⸗*
ersteine. noxauschlagt zu 200608
8. Das Sezzen der Liniensteine
und Pflastern der Straßenrin⸗
nen, vboranschlagt zzu 78
— — ——
Unmittelbar nach dieser Versteigerung
werden. zur Herstellung zweier Dohlen und
iner neuen Kirchhofstreppe zu Erfweiler⸗
khlingen a. 4. Kubimtr. Hausteine ver⸗
Jeben, welche sammt dem Mauerwerk der
Treppe zu ca. 40 fl. veranschlagk sind.
Plan Vind Kostenanschläge über vorste
hende Arbeiten liegen im Amislocale des
unterfertigten Amtes zur Einsicht offen.
Erfweiler, den 21. Juni 1860.
—, Das Bürßgerwmeisteramt:
*Brauuberger.
Die Jahresfeier des Gustav⸗Adolf⸗
Zweigvereins für das e
hurg, wird am lommenden Sonntage den
302 Inni 1367 in der prbt. Kirche zu
Ingberterabhalten, Der Gost⸗
tesdienst beginnt um 3 Uhr Nachmiitags.
Alle Freunde der Gustav-Adolf-Stiftung
ind zur Theilnahme eiungeladei.
Krieger, Pfarrer.
Echmirgel, grob u fein.
Rchmirgel⸗Papier
Schmirgel⸗Leinwand.
Glaspapierr..
Bim seusteine.
bei Fritz Panzerbieter.
Sonntag den 80. Juni, Nachmittags
s
Waldparthie,
1
in der Kohldoöolle.

Füt Gute Getränle und Speisen wird
destens gesorgt werden.

MWeter ESchweitzer. Wirth.
— UBMTIIRX. TAAIEETT
Tanzmusik
Sonntag den 30. Juni auf
dem Tivoli in Blieskastel.
Pfaͤlz. Schinken
hei Fritz Manzerbieter.
Ein junger tiegexrar⸗
tig gefleckter Dogghund ist
am Dienstag Nachmittag ab⸗
handen gekommen und er—⸗
hält der Ueberbringer des⸗
selben von dem Eigenthü—
mer Jakob Christmann
Wirth in Sulzbach eine gu⸗
te Belohnung.

Vor nn wird gewarnt.

Feinstes Salatöl, ordindrer Efsig,

Weinessig empfiehlt
Frit Panzerbieter.

**0 3u Blieskastel /
am Dienstag den 2. Juli 1863.
Das Bürgermeisteramt:
* —
Bei dem Unterzeichneten
kann ein Lehrling Aufnah—⸗
me finden und sogleich ein—
treten,

Narl Umbehr, Scdhlosser.
3ur Nachricht. F
Zohann Weißer Schuhmacher da⸗
hier hat keine -Berechtigung, Ausstände in
neinem Namen einzutreiben poder, quch auf
nich etwas zu borgen oder zu leihen, in—
dem ich nicht gut dafür bin,

St. Ingbert 27. Juni 1883.
Weter Weißer Wit.
Vß. Norgen Wiese im
Forrellen⸗Weiher wird für
die diesjährige Heu⸗Erndte
derpachtet durch .
Johaun Klein senior, Rentner.
Eine neue Spieluhr, die 10 der neu—
sten Stücke spielt, zugleich eine gute
Stundenuhr hat, steht billigst bei dem Un⸗
erzeicheten zu verkaufen.

Ludwig Eutzer, Schreinermeister
in Kaiserslauterr.
Annonoæ

Bank-⸗ und Wechsel⸗Geschäft

bon Glebr. Pfei frer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraßße Nri 8.
An-⸗ und Verkauf aller Arten Staats⸗
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank⸗
und industriellen Aetien, Incasso von Coue
dons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.
Provision l per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.“
Frucht⸗, Brod⸗, Fleische ꝛc. Preise der

Stadt Zweibrücken vom 27. Juni.

Weizen 7 fl. 33 kr.“Horn 6f1. 11 kr.
herste 2reihige, — fl. — kr. Gerste F
eihige, — fl. — kr., Spelz 5 fl. 15 kr,
Spelzkern — fl. —kr Dinkel — fi.
— kr. Mischfrucht — ssl. — kr. Hafer
5 fl. 7 kr. Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr. Kartoffeln 1ufl. 30 kr., Heu
lfl. 12 kr., Stroh 1fl. — kr.“ per
Zentner. t Weisbrod Lih Kilogr. 19 kr.
dornbrod 3 Kgr., 28 kr., ditto 2 Kgr.
i9 kr., ditto 1 Kgr. 10 kr. Semischthecd
3 Kgr., 33 kr. TPaat Weck, 7 Loth,
ir Kindfleisch, J. Qual. is tr8
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 tr., per
Bfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter.
Zutter 24 kr., per Pfund

Fruchtpreise der Staddtt

Kaiserslautern vom 25. Juni.

Weizen 8 fl. — kr., Korn 6 fl. 22 kr.
S„pelzkern — fl. — kr., Spelz 6 fl.
3 kr Gerste — fl. kr.— Hafer S5fl.
3 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken l. fl.
— kr., Linsen — fl. — kr. per Zentn.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 2 ir.
3 Pfd. Gemischtbrod 15 kr. und2 GD.
Weißbrod 17 kr.
Redaltion, Druct und Verlag von, F. X. Demetz in St. Ingbert. *. J
        <pb n="299" />
        — *457 36 4

—— — J —F —*8 4 —* * 442 2 * 19

üat αιHH. . 8 0 5 FJ

. D — M D W 1 * n cq. 9*

J * — buna —R ——— J3 νι — J— — 5 “ VJVV J — 0 *

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e urtet Uri

—— —
, * . —
der St. Jugberter Auzeiger“. mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donneérs fta g
innd Samstag. Abounementspreis pierteljaͤhrig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

ιι ιι Raum berechnet ... J 5
Nro. 77. ιν ι SEamstag, den 29. Jun1ii 453 1867.
— SB———’⏑⏑—⏑»,’ee —⏑⏑yoeueerüreee——,—e,leeordrdrodreoeo—e,—,e,e,e,e,e,,eo,,,,,,,,,,, ,, ————— —c—c—— ———— —— — bi —Z *8 Çααιαα * — — — EECÆeE pàäαOα Z — EöösI„ABBEEES
en ur e eern ee rn de 23 mie kenctm — —— VDV 2441
2*8* — Deutschland.ne — — a on am 11. d. Ms. eeehein gehaltenen V.enr⸗
cu Münchern, 26. Juni. Graf“ deTauiffkoͤrch en wird Lag. zwischen Walded, und Preußen wvorg legt, woruach
bd den nachsten Tagen auf e eet 238 die gesammite Derwautung deg Fuüirst nthumer Waldec und Inr
re ee abreisen dins nese eines Geasuhes der vorma ont. mit Ausnahme der geistli hen Ange legenheiten. an Preußen
ligen Freigemeinden in Würzburg und Fürth hat- das übergeht. aber selbstständig im Namen des Fürsten und nach der
Ministerium des Innern derartigen Genossenjchaften zwar nich! Berfassung und Gesetzgebung der Fürstent hümer geführt wird.
Ils Privatkirchengesellschaft anerkannt, aber doch ausgesprochen Preußen wollte mit Ruͤchicht auf das Ausland und auf Süds
doß dieselben, so lange sie die im Art. 13 des Vereinsgejetzee deutschland jetzt noch nicht förmlich annectirenn.
⸗ —u 49 eit gesetze⸗ 68 958 3.. — — Arl
Fezogenen Schranken nicht überschreiten, fortan als nicht peo li— n. 25 Isn. Dem Schm. M wind geschrie
ische Vereine zu behandeln feien. — An der am 1. Juli 73 Gegen die Einführung det 4 b afsste urer wird in
n Paris stattfinden Preiss vert heilung in der Ausstellung eipzig besonders pon Seite des Vereims der E aerengrbeter ag—
vird von hier gus auch der Handelsministerialrath p. Braun irtn „Jur den Leiphiget Handelstamimerbezirk. der jahrlich an 200
Theil nehnien. . Erst in, den, jüngsten Tagen hat die preußi Mill. Cigarren jabricirt.ist diese Stener von erhebttiher Bedentung.
sche Regierung auerkaunt, daß sämmiliche Köst en, welche vom Ma in z. 25. Juni. Der größte. Theil der Lurreen bu r⸗
Tage des Friedensschlusses bis zum Abzug der preußischen Trup Jer Festuungsgeschttze wird zur Vervolftandigumg des bie⸗
den auf Einquatirung, Verpflegung ꝛc, derselben erlgufen sind hen Geschtchwesens vernhen det ¶ werden; eß it eine: Anzahl Ge⸗
zicht von Bahern, sondern pon Preußen zu tragen sind. chutze chweren galibers bereits hier eingetroffen. —
ii i Junn Se Zordd. gung Zeu. hat ven gut
—— Viennes Nachrichten.73 unterrichteter Seite die Ermächtigung,e alle Rachrichten über die
Seine Majestät der König haben“fich ailergnädigst bewoögen Aufhebung der Lottersen in den Hneuen Landestheilen und über
gef unden: unterm 20. Juni N. J. die katholische Pfarrei Dei die , der Anzahl der Loose der preutzischen Classen⸗Lot⸗
Zesheim, Bezirksamt Neuftadteann d. — H. dem Priefter Heinrich torie als vorei ig? zu bezeichnen — Wie dassetbe Blatt. meldet,
nießel Pfatrer in Venningen, Bezirksaints Landaucin d. Pf — dürften bei Besetzung der Verwaltungsstellen in den Regierungen
die katholische Pfarrer Oberhochstade Vezirkzamig Landau i. d Pf. Fil Kassel und Wiesbaden einige der dortigen Veamten Berücküch—
dem Priester Jalob Grobholg. Pfarrer in Billigheim, Vezirksamte tigumg finden. 3
Dergzabern, zu übertragen; und interm gleschen Datum nuf das Berbin, 25, Juni. Der Staatsan,. veröffentlicht einen
imn Forstamte Eichelsdorf in Erledigung deibnnmene, Revier Ma⸗ koul. Erlatz vom 23. . Mai, betreffend die Vereinigung der Thurn
oldsweisach den dermaligen Actuax des Forstamtes Aschaffenburg und Taris'schen Postbezirke mit dem preußischen Postgebiete. Der
a i eann le i um brodisorischen Revierförser zu er selbe bestimumt, daß dom . Juli De J. Ab die Bestimmungen des
denuen, 70 preußischen internen-Post · Tarifs imnd des Zeitungs⸗Provisionsta⸗
Karssruhe, 26. Innie Der Großherzog hat heute in tarifs auf den Austausch zwischen den gegenwärtig preußischen
hesonderer Audien, das Beglanbigungsschreiben ves neuernannter und den bisherigen Thurnnund. Taris' schen Poftbezirken. ausge—
däanerischhen Gesandten v. Ruse deer entgegengenommen.“ dehnt werden sollen. ,
hor“ einiger Zeit war von der Kinführung einer allgemeinen — Der Könmag wird am 4. Juli in Bad Ems ein—
Finkommensteucer neben Capitalz, Klassen⸗, Ge werbesteuer treffen.“
c. nach preußischem Muster die Redez man scheint aber davon Berlin, 26. Juni. Graf Bismardh ist zum Bundeskanz⸗
abgegangen zu sein und den Mehraufwand des Büdgets lediglich ler ernannkt, wird also den Vorsitz im Bundesrathe führen und
urch Erhohung bestehender Steuern decken zu wollen, die dann die Geschäfte des Bundes leiten. Mit Rückhicht hierauf wird der
wieder herabgeseht würden, wenn die neuen Zollvereinssteuern Graf schon am Ende des Juli. von seinen Gütern aus Pommern
ins Leben treien. In allen Ministerien wird an der Aufstellung hier wieder rintreffen, da der Bundesrath bereits Anfangs Allgust
dem Büdgets fleißig gearbeitet; der Mehrbedarf soll nach Ein— berufen werden soll. — Die Ratificationen des Präliminarzollver⸗
deanung des Ausfalis in den Salzeinnahmen nicht unter Z Mil, trages vom 4, Inni sind mit Bayern, Württemberg und Baden
lionen oͤleiben. — Die von radicaler und ultramontaner Seite bereits ausgewechselt; der Austausch mit Hessen dürfte unverweilt
verfuchte Tabaksagitation ist auch in Baden berhufft, ohne irgend erfolgen. Die Zollconferenz ist heute zusammengetreten, num den
ein Resultat zu erzielen; selbst die Beauftragten der Mannheimer auf Grundlage der Uebereinkunfi vom 4. Juni abzuschließenden
Versammlung müssen sich dazu bequemen, über die zweckem äs Vertrag festzustellen.
zigste Beste uerunggsarrt Vorschläge zu machen, statt Berlin, 27. Juni. Das neben der strafrechtlichten Ver⸗
das freilich viel radicalere Thema „Gar keine Steuer“ unnützer folgung? eingeleitete Disciplinarverfahren gegen Twest en und Las⸗
Weise breit zu treten. Auch beiden Tabaksinteressenten bricht ker wegen der vor dem Kriege gehaltenen Landtagsreden
der gesunde Volksverstand durch, der da meint, daß Deutschland wird nunmehr verhandelt. Im geftrigen Termine wurde Twesten
reich genug ist, um seine Einheit zu beza hlen . denm Vernehnien nach zu 100 Thlr. Geldstrafe verurtheill. Der
Darmsia di, 27. Juni. Die erste Kammer der Stände Termin für Laskar ist auf den 8. Juli anberaumt.
aahm die Mütheilung der Regierung in Vetreff des Aluinzvertrags Wien, 22. Junit. Unter denen, welchen der kaiserliche
nin Preußen einfach zur Kenntniß und genehmigte die Militärcon- Ammestieakt zu Gute kommt, befinden sich Pater Füster. Feldkap⸗
dention nach den Amendements des Ausschusses mit allen gegen lan der akademischen Legion und Abgeordneter, als Schriftsteller
drei Silmmen. Der Amrag von Goldmann und Genossen über in Philadelphia; Tausenau, Sprecher des demokratischen Klubbs,
den Eintritt des Großhergogthums in den norddeutschen. Bund Sptachlehrer in London; Dr. Kudlich, Abgeordneter, Bürgermei⸗
deranlaßte eine mehrstuüͤndige sehr erregle Debatte, welche Ableh⸗ ter in Hoboken bei New⸗York; Gold marck, Abgeordneter, Besitzer
umg der Aus,chuß⸗ und aller gestellter Amendements zur Folge einer großarligen chemischen? Fabrik in Brooklin bei New-York;
hatte. Hritzner jun. Mitarbeiter der „Constitution,“ Literat in der
Schweiz; Niederhuber, Literat, derzeit verschollen; Sigm. Eng⸗
lander, Redacteur des „Charivari,“ Schriftsteller in London; Vio—
sand,“ Abgeordneler, derzeitiger Aufenthaltsort unbekannt; Wut⸗
schel Hauptmann in der akademischen Legion, Oberst in der ame⸗
rikanischen Armee; Dr. Wiesner, verschollen; Ludwig Eckhardt,
Helehrter, Professor in München; Kuchenbäcker, Oberlieuten nt in
der Armee, später Professor der Kriegswissenschaft in Philadelphia,

Frankfurt, 27. Das Amisblatt enthält eine Bekannt—⸗
mackzug des Finanzministeriums, nach welcher vom 1. Julind. J.
die 8.bergangsabgabe von Tabaksblättern und Tabaks⸗
iabristten, welche aus Bayern, Württemberg, Baden und dem
Großherzogthum Hessen kommen, in den Regierungsbezirken Kass⸗
sel und Wiesbaden erhoben werden wird.

Arolsen, 23. Junie“ Die“ Regierung hat dem Laud
        <pb n="300" />
        jetzt in der Schweiz; Dr. Fric, czechnischer! ditcrat in der bemerkt haben hoͤm der Eintrit Von ganz Hessten iteden Nord
Schweiz) Haugh Geuerälstäbs-Fhef Messenhausers zind Brigädet deutschen Bund gwwürden als Lind Btuch, des Prager Friedends anzu—
General unter Garibaldi, im Jahre 18839 und 1886; der Schrift ehen sein und d⸗ Deferdic 83 allen den Verbindlichkeiten
steller Moriz —* Stutltgart à Heiffnerb einsi Redacteur Defreienydienes in diesem Frieden Abernommen habe“ Hedenfalls
der Constitution. æ — ist diese Betonung der zothwendigen Trennung Deutschlands in
Wien, 26. Juni. Am verflossenen Samslag schon sind drei Theile der Punkt der Annäherung zwischen- Frankreich und
die Befestigungsarbeiten am Laaer Berg thatsächlich Oesterreich, aber dieser Punkt wird sich sicher nicht zur Basis ei—
eingestellt worden. — Die Abreise des Kaisers nach Paris nes Offensivbündnisses zwischen den beiden Mächten entwickeln. —
soll nach den neuesten Nachrichten auf, den 28. Inli festge Wahrend die hiesigen Zeitungen sich den Anschein geben,! als sei
setzt sei. die Hierherkunft des Kaissers Fränz Joseph niemals in Frag
Pesth, 24, Inni. Wir berichtigen, daß der Deputirte, jewesen, sagen zuverlässige Briefe aus Wien das Gegentheil. Man
welcher den Antrag auf Besseitigüng des Concordats ist in der Hofburg sehr aufgebracht über die Verbindungen, welche
zellte, nicht Sigmund schlechtweg, sondern Sigmund Bernakh Bazaine vhne und sogar gegen den Kaiser Maximilian in der
heißt; derselbe gehört der Linken Deputirtentafel an. — Heute letzten Zeit mit den Zuaristen unterhielt, und die in einem hier
soll die Wahl der Deputation stattfinden, welche mit der Depu nicht veröffentlichten Brief des Generals Porfirio Diaz aufgedeckt
tation des Wiener Reichstages verhandeln wird. Jede dieser werden. — Der gestern. Sim gefetzgebenden Körper überwiesene
Deputation besteht aus 15 Mitgliedern, wovon je 10 den bei- Entwurf betreffs eines außerordentlich en Credits für Heer und
derseitigen Abgeordneten, 5 den Herrenhäusern entnommen sind. Marine läßt durchblicken, duß die Deckung Ie Ausgaben durch
2243 — 42 die schwebende Schuld nur eine augeunblickliche sei und später durch
J Frankreich. — 3. 3.. eine Anleihe hewirkt werden sollene,
Paris 25. Juni. Die „France findet es namentlich im —— ud
höchsten Grade naib, daß man in Deutschland der Meinung sein Eng —
kann, das Verhältniß der süddeutschen Staaten zum Zoülver Löondon, 22. Jum.Die große Flottenrevue vor Ports.
re in gehe Frankreich nichts an. Es ist ja Rein Glaubenssatz mouth, bei der der Sultan anwesend sein wird, itt quf den 17
hier, daß das Tuileriencabinet das Recht habe, sich in alle und des nächstens Monats anberaumt und verspricht in jeder Bezie—
jede Angelegenheiten in allen fünf Erdtheilen zu mischen. Wenn hung interessant zu werden“ Deb Admiralität-liegt daran, bei
Frankreich, meint dass genannie Blatt, mit England, Italien dieser Gelegenheit die Veränderungen anschaulich zu machen, die
Belgien u. s. w. Haudelsverträge abgeschlossen habe, so habe neuster Zeit in der Flotte vorgenoinmen worden sind, und —dem⸗
keiner dieser Staaten auch nur das Geringste von seiner Selbst gemäß wird sie Kriegsfahrzeuge der verschiedensten Construction
ständigkeit aufgegeben. Mit dem neuen Zollverein aber sei dies dabei erscheinen lassen, vom hölzernen“ Schraubendampfer alterer
ganz aänders: .Die Staaten, die ihn bilden, entäußern sich zumn Bauart'bis zur schwersten“ Panzerfregatte, dem⸗ neumodischen
Vortheil der Allgenmeinheis gewisser Attribute der souverünen Thurmschiff und den allerneuesten Producten der Schiffbaukunst,
Macht. Nicht allein unterwerfen sie sich den Entscheidungen des den geparzerten Kanonenbooten. Es handelt sich“ demnach nich;
Zollparlamentes, sondern sie verzichten auch noch darcuf, fortan um ein bloßes Parademanüver,n sondern auch um eine wissen—
selbst mit den auswärtigen Mächten zu unterhandeln; sie übers schaftliche Revue dessen, was in diesem Zweige der Krigslunst
lassen das der Autorität Preußens, beugen sogar im Voraus ihs jüngster Zeit geleistet morden ist. .
ren Willen v dem preußijchen Veto. Daß dies für Preußen .4 Italien. * n ια
zut sei; daß Deutschland selbst dies System für seinen Interresß 5
sen entsprechend halte; daß die ee —88 aus denen dis Fls reng 26. Junt. Die Abgeordnetenlammer hat gestern
der neue Zollverein besteht, das Recht haben sich so zu einer Zoll⸗ den —5 be Corte ggnbrn Wicotern und anderen Ab⸗
union zu vereinigen und dem Cabinet von Berlin jene souveräne en gufzuheben und au⸗
Rechte ee auf welche die Regierungen und Völker soust eee nen zurüczuführen, mit 207 gegen 88 Sum—
so eifersüchtig stnd, das ist ihre Sache.“ Aber daß diese Arbeit men angenommen u g
der Absorption und der Concentration als eine ee ohne Faorenz, 26. Jimi. In Folge der u nterdrũung gro⸗
Folgen umd ohne Tragwelte betrachtet werden konne, durfte denn der Militarcommandos hak Lamarmora um seine Entlassung nach—
re riseesein eteen etdene ne cFyt. das Gerücht, daß auch Cialdini seine Entlas⸗
w'aris, 25. Juni. Nach Berichten aus der Bulgarei ung eingereicht
5 g Aeenie ungeheuer; die ganze Jugend u im —** rdmi jche Insurrec ondevinlue hat solgende Vroelantkion
Begriff sein, sich zu erhebem Die Notiz, daß die türkische Re— rlaffen 334 J
gierung materielle Beweise von der ee Ruß⸗ —— unbezwinghates Fener das Joch welches un
ands in der Bulgaren gefunden hat, wird heute auch von i bedrüctt. zu hrechen genährt. durch schlecht begründete Hoffnungen,
nen hiesigen Abendblatte bestätigt. Dieses Blatt fügt noch hinzu, daß Alles un der Grenze zu inem Aufstande rbrritet sei at
die türkische Regierung habe eine scharfe Note nach St. Peters mehrere unserer Mitbürger Jur Auswanderung bewogen. Andere
burg gerichtet. — Die degierung hat sich endlich doch genöthigt snhen sich sinnlosem Schreden auf dn sren RNoden Jialien⸗
zgesehen, behufs Deckung der in diesem Frühjahr stattgefundenen geflüchtet. Vir glauben. daß dies sinnlojen Schrecken, wie n
Rustungen und der Neubewaffnung der Jufanterie zu einem au— inger Enthusiasmmis uun Jas Werk.unferer Feinde sein konnen
herordentlichen Mittel zu greifen. Sie schlägt eine neue Eimmi s— se welche in Italien erfüllt wird kann ghre vollstan⸗
sionvon Schatzschetnen im Betrage von 158 Mill, vor. dige Entwicelung nur in Rom finden— kann nur duf demt Labr
Dadurch würde die schwebende Schuld auf eine Milliarde erhöht iol triumbhiren. Unsere Feinde suchen auf —F Weise dis Revo
werden. Indeß findet dieser Deckungsmodus in finanziellen Krei— lutions partel in bid zu schwachen indem fie die Liberalen ent
sen keinen Anklang, denn man ist überzeugt, daß die Einführung —XX Idmn Sugt den Furchtsamen. welche vor dem
des neuen; Militargesetzes die Negocirung einer Anle i'he unum— Gedanken an n Daft erschrecen Weinn sie sich bereit erllaren,
ganglich machen wird, und sieht also nicht ein, wozu diese halbe dem Carabiner nes Zuaven zu trotzen, daß ein wahrer Burger
Maßregel dieuen soll. — Die internationale Rünzcoem- wenn das Wohl woe Vatertlandes e erfordert ungerührt bleiben
mission hat den Kaiser ersucht, den Vorsitz in ihr dem Prin⸗ Nuß vor dem Gefangmisse. dem Priester, wie vor dem —A
zeu Napoleon zu übergeben, eine Bite, welche der Kaiser will⸗ Schergen. Sagt denen I ungeduldig find 8 Waffen zu er⸗
sahrt hat. — Um Soumtag wird der Sulnan mit voller Ber Keeifen, daß Muth ohne Vorsicht stets zu kindijchen oft schmahli—
stimmtheit hier erwartet. — Die Preise, die am 1. Juli werden hen Resultaten fuͤhrt, daß der Rame des Generals Baribaldi
dertheilt werden, sollen aus 3000 Mebaillen und 400 Kreußen den wir wnds wittt haben jeden Verdacht abweist als ob wir
der Ehrenlegion bestehen. * unnützer Weise zoͤgern woll ton daß es Männer gibt, welche die
Paris, 26. Juni. Einige antipreußische „Politiker,“ die Jeeigneten Maßregeln ergreifen, um den Erfolg einer Insurrec⸗
den kriegerisch geünnten Ministern mehr Einfluß auf die Ent tion zu sichern. und daß das Voll, das wahre Volk. welches weder
schlüsse des Kaisers zuschreiben, als sie in der That besitzen, fürch— dom Geiste der Unordnungnoch von eutehrender Furcht gelertet
ten, daß die Hierherkunft des Kaisers von Oesterreich den Frie 8 sich einzig und allein hereit halten mus, ezuschlagen, penn
den gefaͤhrden würde. Indeß in gut umerrichteten dreisen wer- die insurrectionelle Central-Behörde das Signal zum Kau—
den diese Besorgnisse nicht getheilt; denn obwohl Oesterreich der pfe gibt.
neuen Gestaltung Deutschlaunds abgeneigt ist, so kannes
doch nicht an einen Krieg gegen Deutschland denken. Man hat
jelbst die Schritte, de Oestecreich in der letzten Zeit gegen, das
Vorgehen Preußens in Deutschland gethan haben soll, sehr über—
trieben, wenn nicht total erfunden. Wie ich höre besteht die ganz—
Opposition Oesterreichs in einer Aeußerung des Herrn v. Veust
der dem Herrn v. Gaͤtern, dem hessischen Gesandten in Wien.

Das Insurrections-Comite.
Die', Italie“ erwähnt des Gerüchtes, daß Anfang Juli in
Rom ein Aufstand losbrechen werde, mit dem Zusatze, die italie—
nische Regierung werde thun, was in Folge; des Septemberver—
trags ihre Pflicht sei.. 3
VV— 5 4* 2353*

Spanien.

Die Indepedance Belge (ein in Brüssel erscheinendes großes
        <pb n="301" />
        ord
zu⸗
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ils
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Blanß! hilugt ine Torrespondetige aub Madrid vom 16. Jum,
delche die Zustände des Landes als sehr trostlos schildert.
Nachdem die Presse schon seit vielen Monaten ein gezwungenes
Schweigen bewahrt/ nachdem die Regierungsmaßregeln und die
polizei auch die Jeiseste Aeußerung über die politischen Zustände
verbot, ist jetzt auch noch die Freiheit, der Rede von der
Tribüune der Kammern abgeschafft wordeu. Am 13. hat
ie Zweite Kammer 157 gegen 160Stimmen eine Reform ihrer
Reschäftsordnung Heschlossen, trotz, der. energischen Protestationen
des Marquůjs vom Funden sund des Herrn Canodas del Castillo,
velcher letztere in biner feurigen Rede diese Reforin als den Tod
aller politischen Discussion und das Aufgeben der Initiative
der Deputirten, bezejchnetz. Die angenommene Reform wird
vahrscheinlich⸗ ofort in Mrattische Wirksamkeit treten, die Regie⸗
rung wird sich mit dem Präsidium der Kanmier verständigen über
die zukünftigen Bedinguügen der Zulassung zu den Zuhörex-Tri⸗
hünen. NUeber Die absolutistischen Tendenzen, welche sich in der
Kammer kund geben ünd von der clericalen Presse so Lifrig ge—
fördert werden“ sagt inMadrider“ Blatt, die Epoca; Von
welchen Begebenheiten“ müssen wir Zeugen sein! —Was bereitet
sich vor für unser Vaterland! Muß man sich nicht fragen, wenn
mauso, extrapagante Fachen liest — ob wir, in Spanien
Alle totl gewordene sind ? Leidet' ist Europa seit langer Zeit
schou überzeigtbasß wir Hufgehört haben, zu“ der Gruppe von
civilifirten Nationen zu gehören.“ 4 —
minen Numnn— —2 darauft dem Papste 253 Millionen
Realen zu schenken; für, ihre Reise“ nach Paris will sie sich jetzt
mit 15 Millionen Keal: A Mllionen Gulden) begnügen, anstatt
der Anfangs geforderten 25; der Minister Barzunallamn⸗aber
esaadiehegr konne Inn Summen, melche nicht im Budget vor⸗
gesehtin sind, nicht' gebein“ Gegenüber dem allgemeinen: Wunsche
nach Erspartngenne an. der Stagtshaushaltung gibt dieses Verlan⸗
gen der Königin ns gvofsere Anzufriedenheit Anlaß. eehun
t Portugallea
—— —00 787 4 ,—

JJ Feee hat die“! Debutirtenklinmer
mit großen· Hajoritut bas * angenommen, welches in Potku—⸗
gal die Todesst r heiruufhebt.nee!

—I ——— Außßland. 8 J——

Riga, 26. Juni. Der Kaiser ist heute Abend 10, Uhr

hier eingetroffen und würde auf dem Baähnhofe von' det. Spitzen
der Kihile jmd Militigutehigt derd empfangen. Die Stadt war beleuch
ig und eine großt Pollsmenge begkeitete den Kaiserzug mit Piyatrufen
1 31 3752 — — Aumerik. 324* e
te 4 vreri a P333 88
l elo y rh z. Juut!“ Der, Prassdent Johnson“ Hhat der—
ordnet, (das Gesetz über dis Redonstruction der. Südstaaken
nach per Entjscheidung dest Generplstantsanwaltes unszuführen?:
Mu dem Kaiser, Maximulian, wurden in Quexataro 18
Geierale / I8 Obersten 15 SberstLieutenants, 16 Capitäns, 36
Majoxs und 389 Offiziere Iniederen Ranges, im ?Ganzetg 437
Offiziere gefangen genommen.taz

Rib Janeiro,'22. Mai.Heute wurden die Kammern
mit einer Thronrede erdffuet, in deresbezüglich der Abschaf—
fung, den Schaverei Heißt:: „Die Lage der Sclavenbevölkerung
muie hald des Reiches verdient Ihre volle Aufmerkfamkeit, und
es gilt, derartige Vorkehrungen⸗-zu treffer, daß unter Achtung
der besteheͤnden Eihenthumsverhaͤltnisse und vohne den Bestand
unserer Hauptindustrie des Ackerbaues, aufs Spiel zu setzen, den
großen Intetressen der Emanktipation Genüge gesthehe. InBe—
treff des paraguitischen Krieges heißt es: „Der pom Präsidenten
don Paraguay heraufbeschworene Krieg ist zu seinem erwünschten
Ziele noch nicht gedie hen. Getreu der zwischen ihnen abgeschlosse
nen Allianz werden jedoch Brasilien, die Argentina und Uraguay
zasselbe binnen Kurzem erreichen.“ Vorläufig hat der Kries
olos ein Deficit im Staatsbüdget zur Folge gebaber;
—
VBermisicht es.

4 Der allgemeine deutsche Feuerwehrtag welcher in der letz⸗
ten Hatfte des August in. Braunschweig zusammentreten sollte
wird in diesem Jahre nuͤcht abgehalten werden:“?

F Festprogkamm, des 2. badischen Landesschleßens
in Karlsruhe.“ Samstag, 8. Aug. und Sonntag 4. Aug. Vor⸗
mittags: Empfang der auswärtigen Schützen am Hauptbahnhofe
Sonntag! 4. August 9 Uhr: Versammlung auf dem Ludwigsplatze,
11 Uhr: Zestzug nach em Festplatze, Aufstellung der Fahnen bei
dem Gabemempel, Nachmittags: Schießen, Abeuds, Festoper.
Montag 53. Aug. Morgens 6 Uhr: Beginn des Schießens, Abends
Banket im der Festhalle. Dienstag den 6. Aug. Abends: Thea—
tervorstellung, hierauf gesellige Unkerhaltung auf dem Festplatze.
Mittwoch 7. Aug. Nachmitags 293 Uhr: Ausflug mit Musik auf
der Nhernbahn nach Naxau, Abends: Garterfest im Museums⸗
jarten. Donnerstiz, 8. Aug. Abends: Festball im großen Saale
der Gesellschaft Eintracht. Samstag den 10. Aug. Abends: Ge⸗

angvortrüge des hiesigen Gesangvereine. Sonnlag. 11. Aug.
Nachmittags 4 Uhr: Feierliche Vertheilunge der 10 ersten Preise
einer jeden Festscheibe. Die Tagesprämien und Becher werden
jeweils am folgenden Tage um 12 Uhr Mittags am Gaben—⸗
empel ausgegeben; die Ehrengaben und Festprämien nach Been⸗
digung des ganzen Schießens. Geschossen wird, täglich von 6
Uhr, Morgens bis 12 Uhr Mittags und von 2 Uhr Rachmittags
bis 8 Uhr Abends..56

Wiesbaden, 25. Juni. Der heute in uuseren Wäldern
volkenbruchartig niedergegangene Regen hatte alle Bäche derartig
ingeschwellt, daß fast die ganze Stadt unter Wasser gesetzt wurde.
Der Schaden an Wegen, Straßen, auf den Feldern, Gärten
c. ist enormis Die schönen Anlagen sind beispiellos verwüstet.
der Weiher am Kurhause trat über die Ufer, setzte das ganze
urhaus unter Wasser und ergoß seine Fluthen über die Anlagen
nuf dem warmen Damm, wodurch ein großes Stück der Bach⸗
üͤberwölbung einstürzte. Die Stühle und Bänke der Kursaal⸗
Ankagen würden bis in die Nähe des Victoriahotels fortgetrieben.
Hdunderte von Arbeitern sind jetzt damit beschäftigt, den Schutt
und Schlamm überall zu entfernen, so daß die Spuren des gräu—
lichen Wetters wohl in wenigen Tagen beseitigt sein werden. Die
Spielbank wird übrigens auf einige Tageé geschlossen bleiben müs—
sen. Mehr noch wie in Wiesbaden scheint der gestrige Gewit⸗
erregen in dem Orte Sonnenberg gehaust zur haben. Dort fie⸗
en Wolkenbrüche, Häuser wurden zerstört; Vieh kam um 3. Das
ieué Haus des Gastwirths Frees ist buchstäblich mitten durchge—
brochen. Die Eigeuthümerin mußte aus dem Feuster springen, so
rasend schuell stieg die Fluth. Das ganze' Thal ist in einen
See umgewandeli.

7. Para s. Meber die Kunststücke eines Chinesen, die jetzt
im chinesischen Theater bewundert werden, erzählt ein Pariser
Correspondent: Dieser Chinese ist in der That ein ganz erstaun—
licher Mensch, das Publikum reist: Mund und Nase auf und
veiß gar nicht mehr, was es denken soll, ob der Mensch einen
Straußenmagen«pder gar keinen Magen hat, vb er aus Fleisch
ind Blut ist, wie wir andern Staubgebornen, feodere obe ev aus
einer, andern Masse gebildet ist. Folgendes find die Künste, die
zieser seltsame Sohn des himmlischen Reiches zum Besten gibt:
Zunächst verschluckt er ein halbes Dutzzend rohe Eier mit ihren
Schaalen und gibt dieselben mit der größten Leichtigkeit wieder
von sich;, sodann verschluckt er eine Glaskugel, dreht sich eine Ci⸗—
Jarette, vaucht dieselbe und gibt dann die Glaskugel wieder von
aͤch, ohne daber, auch nur eine Gesichtsmuskel zu verziehen. Hie⸗
rauf ergreift er eine Säbelklinge — aber eine wirkliche Säbel—
inge aus gutem Stahl, etwa einen Meter lang — verschluckt
diese Sübelklinge bis zur Hälfte, nimmt, eine eiserne Kugel, dig,
30 Pfund wiegt, befestigt die Kugel vermöge einer in derselben
ingebohrten Oeffnung an den Säbelgriff, so daß ihm durch den
Druck dieses Gewichtes der Säbel bis an den Griff in den Leib
ährt, nimnt nun die Kugel wieder ab, setzt ein geladenes Ge—
wehr an ihre Stelle, schießt ab, wirft das Gewehr weg, zieht
hierauf den Säbel aus seiner lebendigen Scheide — das heißt
aͤlso aus seinem Körper — heraus und grüßt das Publikum
ächelnd, als ob er höchstens einen Kirschkern verschluckt hätte.

7 Eim englischer Arzt Dr. Richardson ist durch eine Ent—
deckung zum Wohlthäter der leidenden Menschheit geworden. Er
hat naͤmtich ein Mittel entdeckt, einzelne Theile des Körpers un—
⸗empfindlich gegen den Schmerz zu machen. Diese Unempfindlich—
leit wird dadurch hervorgerufen. daß nian aus einem Instrument,
welches wie eine den allerfeinsten Thau aussprühende Fontaine
wirkt, einen Aethetregen auf den kranken Theil richtet. Bald
nachdem man' das' Instrument auf irgend einen Theil des Kör—
hers hat spielen lassen, hört an dieser Stelle alles Gefühl auf.
Waͤhrend einer kürzlich gehaltenen Vorlesung tödtete Dr. Richard⸗
son Theile seines Armes, in die einer seiner Collegen große Na—
zelin stieß. ohne damit den geringsten Schmerz zu verursachen.
Die Wichtigkeit, dieser Entdeckung ist einleuchtend, denn die Gefahr
die man seither lief, den ganzen Körper unempfindlich zu machen,
ist vermieden, und die schmerzhaftesten Operationen lassen sich eben
so für den Patienten unempfindlicht ausfützren wie unter dem
Finfluß des Chloroforms. In England wird dieses Mittel bei
Denschen und Thieren mit so gorßem Erfolg angewendet, daß
zie Aerzte ihrem Collegen eine öffentliche Auszeichnung haben zu
Theil werden lassen.

—7 Warnung. Der Courrier des Etats-Unis vom 25 Mai
darnt europüische Erporteure bezüglich der Declarationen für die
Besteuerung der nach den Vereinigten Staaten zu exporlirenden
Weine x. Das Blatt bezeichnet einen ehemaligen Untertinneh—
mer beim Zollamt zu Newyorl, welcher mit den Dampfer Ville
de Paris nur in der Absicht nach dem Continente gereist war,
vm Erporteure in ihren vier Pfahlen auszufpioniren, ihnen Fallen
zu legen und dann die Denunciations;Beute von der amerikanischen
Zollbehörde einzustecken.
        <pb n="302" />
        Conventivnelle
Zwangsversteigerung.
Miliwoche den 3. Juli 1867, Nachmit-

ags halb 3 Uhr zu Ensheim im Schul—⸗
hause wird das nachbezeichnete auf Ens—⸗
heimer Banne gelegene Gitchen auf Be—
treiben der Erben und Rechtsnachfolger
der verlebten Eheleute Franz Adt und
Marig Zapp von Eusheim gegen Nicolaus
Fleisch, di j. von da wegen Nichtbezahlung
des Kaufpreises auf Eigenthum versteigert
nämlich..
2..1) eine im großen Rohrbach gelegene
4Mahlmühle mit Hof und Zuge⸗
hör, 8 Dec. Fläche, im Thale bei
Ensheim...
2) 3 Tagw. 93 Dec. Ackerland dabei
3) 3 Tagwert 47 Dec. Wiese, daselbst
4) 1 Tagw. 2. Dec. Acker und Wiese
. ebendaselbst..
Morn, kigl. Notar.
Freiwillig
gerichtliche Versteigerung.
Samstag den 6. Juli 1867.. Nachmit⸗
zags um 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem
Hause in der Gasse lassen die Wittwen
und Kinder des daselbst verlebten Maurer⸗
meisters Jose ph Gries die nachbezeich⸗
eten Liegenschaften St. Ingberter Baunes
dringender Nothwendigkeit halber und un⸗
ter gerichtlicher Ermächtigung öffentlich in
Figenthum versteigern näͤmlich
Errungenschaftosstücke.
Plannum. 3590. 11 Dec. Acker — Gar—⸗
tenland — auf dem Geistbusch neben Pet:
Schwarz und Erben Nez
Plannum. 2858. 269 Dec. Acker am
ZSeyenrech neben Peter Doll und Joh.
Fintel..
Planmnum. 3952. 26 Dec. Acker auf
Mühlenthal neben Wittwe Behr und
Ludwig Behr..
Zum Nachlaß des Joseph Gries
..gehörig:
Plannro. 3004. 20 Dec. Acker auf
Paählenthal neben Gebrüder Grell und
Jos. Detemplee. .
Horn, kal. Notar.
Vicrrartit
zuu Blieskastel,*
am Dienstag den 2. Juli 1867.
.Das Bürgermeisteramt:
M. Anaps.
— — BB2MBß—22——2—2— *
F V Die . e
Schreibmaterialien⸗ und
Kunst-Handlung.n
ILI. Scher pf
in. e
— —87 i. —22 8P
BV t. Amoangg bert
bringt undurch ihr Lager in empfehlende
rrinnerung, insbesondere: J
Schreib⸗ Zeichen⸗ Post⸗ Pack und Fen⸗
ster-Papiere sowie Seidenpapiere in
allen Farben; Brief⸗Couverten, Bleistifte
in allen Farben, mehrere 100 Sorten
Stahlfedern, Kielfedern, Oblaten, Sie—
gel⸗ und Packlack; Gallus-Tinten, Ani⸗
lin⸗ Schreib⸗ und Copir⸗Tinten in blau⸗
violettem und rothviolettem Lustre, bunt⸗

X

und, Luxus⸗ Tinten, elegante practische
Tintengläser; Abzieh⸗ und Modellier⸗
Bilder, Lichtschirmen zc.; liniirte Schul—
vapiere, Hefte und Heftdecken, Gummi—
Schwarzkreide, Mundleim, Schulbücher
Schönschreib-⸗ und Zeichen- Vorlagen;
Geschäftsbücher in Folid, Strazzen, No—
izbücher, Copirpressen, Copirbücher und
Zubehör, lithographirten Etiquetten,
—A
darten; grotze Auswahl von Gebet- Er⸗
bauungs⸗ und Betrachtungs-Büchern, bit
zu den feinsten. Chagrin und, Sammt
Finbänden; Heiligenbilder in Phötogra—
phie, Lithographie und Staͤhlstich; Ro—
senkränze; Devotionalien, als: Kruzifixe,
Kreuze, Medaillon, ꝛc. in Messing, Se—
milor und Silber; Oeldruckbilder und
Oelgemälde; elegante Luxus-Schachteln
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zeug, für Perlen, Briefmarken, Feuer⸗
zeuge, Farbkästen, Gants, Arbeitskasten
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Wandtaschen, elegante Necessaires und
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ren Rabatt.—

Theater in St. Ingbert.
.
Tirettion don Riguft Sqhroth.
I ESountag deu 20. Inni 18672.
Aohto Vorstollung in I. Abonnomeut.
Im Saale des Herrn⸗Oberhauser.
5 *282* J — ι ——
Muttersegen
us und ν *
.Vaterfluch
Die Verle von Sopoyen.
Schaufbiel mit Gesang in 35. Abtheilungen
von Fricderich. Musik von Schäffer.
Bei dem Unterzeichneten
kaun ein Lehrling Aufnah—
me finden und sogleich ein—
* — treten, , 41 71 * 9 69*
— —— — — 131 2 —
Auf die Warnung des Hut⸗ Karl Unmibehr, Schlosser.
ee Jakob Gamberin — ò —
Landstuhln. daß derselbe für mmeine Toch-⸗ t jy deu 2quuĩ
ter Elisabetha Holzer keine Zahlung leiste, Sonrian den 30 * Jimi
so bemerke ich, daß ich stets in jeder Bee 4 —522224
ziehnng mich: für dieselbe verbürge, sowie Harmonie ———
nuich bemerke, daß dieselbe gegen ihren 3326
saubern Herrn Gemahl einen Eheschei— von der ——JWR Bergmusit
dungs: Prozen eingeleitet hbaa. in der Heusser'schen Lust,
St. Ingbert den 28. Juni 1867 wozu hoflichft eiuladet⸗
— B8 oljʒer. otar ODbD.AVM2ν.
Sonuntag den 30. Junun — — —
XLXLXL Ein junger tiegerar⸗
der hiesigen Bergmusik tig Iegter Dogaund un
im Garten des zu lentag ogntine ab—
344 anden gekommen zund er—
erd. Oberhauser. Inaiee de
Sonntag den 80. Juni, Nachmittags selben von dem Eigenthü⸗
Waldparthie, wer Jakob Christmaunn
im der Kohlddlle. .. Wirth in Sulzbaͤch eine gu⸗
Für Gute Getränke und Speisen wirt te Belohnun e
bestens gesorgt werden. — ICCC
Weter Schweitzer, Wirth. Vor Ankau wird gewarnt.
—— — — —ñ— — ú — w⸗ — 352 B.. —-
Feinstes Salatöl, ordinärer, Effig, Frucht⸗, Brode, Fleis e Ireie der
Weinessig empfiehlt —— Stadt Homburg vom, 26. Juni.
Fritz Vanzerbieter. , Fe 58 — ii 10 kr.
SFM —“„pelz — fl. — kr., Gerste, Zreihige, — ii:
Beigstner AWbreise von hier. biscteuee e e
empfieblt sich Bestens sgar fl. 9akr., Erbsen — fi, tr., Kartof⸗
St. Ingbert den 29. Juni 1887. ealn u fi. Zo ra her Zir, Korpbred 3 Kgri
Gustæav FHOIISCHB ber· 28 kr., ditto 2 Kgr. 19 kr., ditto1 Kgr
—R Unng 10 tr., ühfleisch 1. Qual, 16 kr. 2. Qual.
Wohnungsverä nderung. elsicsch i e
Der Unterzeichnete macht hiermit die er⸗ 8 kr.“ Schweinefleisch 18 kr., Vutter 28 kr.
gebenste Anzeige, daß er seine bisherige per Nit
Wohnung bei Herrn Bäder Hageman —— T55 ——
verlassen und nun in seinem guenn wy . Fraudser Vore J
— VVV orten
Nro. 47 wohnt. * mu Mern De Pechihe &amp;«j 27. Juni ——
Derselbe hält stets Lager in allen Ar⸗ Preußische Suhenscheine . I. 115 43ö
ten neuer Uhren, und Bijouterie-⸗Waaren. te Diedricüdnrtg I
Zugleich eanpfiehlt fich derselbe in Nepas lnieiche 10 fl. Stücke n 333733
raturen von Uhren und Goldwaaren. Ducaten 5 38 3335
Für die Güte wird garantirt und feste eee Wu 1 5 —8
Silligste Preise zugesichert. ——— —BA
Blieskastet im Juni 18633. Zochhaltigen Suber der Zollpfund 2
— V 2 271 - 28
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Dem eß in St. Ingbert. —
        <pb n="303" />
        St. Ingberler Anzeiger.

m 448* J

Der „Si Ingberter Anzeig er mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
und Samst ag, Abonnementsbreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Nro. 78 9— — I Dienstag, den 2. Juli 1867.
—A— ——— ——————— — — —

—MW——— SS
Deutschlaude..
Muünchen, 27. Juni. Die Nachricht von einer aus An ·
laß des Zollvereinsvertrags beabsichtigten früheren Einberufung
des Landiags entbehrt der Begründung. —33,.5

München, 28. Juni. In der Augsb. Abdzgt. werden
alle Mittheilungen über eine angeblich beabsichtigte Reise des Kö—
nigs nach Paris für leere Vermuthungen bezeichnet: es sei darüber
noch gar nichts bestimmt.

München 28. Inni. Der Referent im Kriegsministerium
Major v. Massenbach, geht als Ministerialcommissär nach Landau,
um daselbst mit dem Festungsgouvernement die Maßnahmen zu
heraihen, welche auf die Abrüsiung der Festung fich beziehen, do
diese durch die allgemeinen Verhältnisse und durch den bevorstehen⸗
den Abschluß des Liquidationsgeschäfts in Bezug auf das beweg⸗
liche Eigenthum in der bisherigen Bundesfestung bevorsteht. —
Dem Obersten Karl v. Orff im k. Geniestab wurde das Commando
der Kriegsacademie übertragen. J

—München, 30. Juni. Das österreichische Kaiserpaar isi
heute Nachmittag 2 Uhr von Regensburg (wohin es zur Beerdi⸗
zung des Taris'schen Erbprinzen gekommen war), hier eingeiroffen.

Die Kaiserin ist safort, der Kaiser um 4*4 Uhr nach Possenhofen
weiter gefahren.

Regensburg, 27. Juni. Das fürstlich Thurn⸗ und
Taxis'sche Haus wurde seit einem Jahre schwer heimgesucht. Im
vorigjährigen Kriege wurde der Prinz Theodor an der rechten Hand
jo schwer verwundet, daß er vorläufig pensionirt werden mußte;
letztes Frühjahr starb die Prinzessin Amalie, verehelichte Gräfin
— DD0 auch der Erbprinz
Maximilian, geb. am 28. Sept. 1881 und bermählt am 24. Au⸗
gust 1858 mit der Prinzessin Helene, Tochter des Herzogs Mari—
mülian in Bayern und Schwester der Kaiserin von Oesterreich,
der Königin von Neapel und der Braut unseres Koönigs. Aus
Rieser Ehe sind drei Kinder entsprossen, zwei Töchter und ein
der nunmehrige Erbprinz Maximilian, geb. den 24. Juni

68 J

Um moralische Eroberungen zu machen fing der alte Fritz es doch
was anders an; er ließ selbst an den Mauern angeheftete
Schmähschriften gegen seine Personen niedriger hängen, damit
—

Berlin, 36. Juni. Zur Erinnerung wird folgende Ca⸗—
zinectordre Friedrich Wilhelm III. reproducirt: „Ich habe sehr
nißfällig vernehmen nmüssen, daß besonders junge Offiziere Vor⸗
züge ihres Standes vor dem Civilstande behaupten wollen. Ich
verde dem Militär sein Ansehen geltend zu machen wissen, wenn
es ihm wesentliche Vortheile zu Wege bringt, und das ist auf
dem Schauplatze des Krieges, wo sie ihre Mitbürger mit Leib
ind Leben zu dertheidigen haben. Allein im Uebrigen darf sich
kein Soldat untersiehen, weß Standes und Ranges er auch fei,
inen meiner Bürger zu brusquiren. Sie sind es, nicht ich, die
die Armee unterhaͤlten, in ihrem Brode steht das Heer der mei⸗
nen Befehlen anvertrauten Truppen, und Arrest, Kassation und
Todesstrafe werden die Folge sein, die jeder Kontravenient von
neiner unbeweglichen Strenge zu gewärtigen hat. Berlin, den
1. Jan. 1798.“

Berlin, 28. Juni. Die Zollconferen;, welche vor⸗
zestern ihre Sitzungen begonnen hat, zählt folgende Mitglieder:
ür Preußen: geh. Rath v. Pommer-Esche, Ministerialdirector v.
Philipsborn, Ministerialdirector Delbrück; für Bayern: Ministerial—
raih v. Weber, Oberzollrath Gerbig; für Sachsen: geh. Finanzrath
v. Thümmel; für Würtemberg Gesandter v. Spitzemberg, Finanz—
rath Riecke; für Baden Stagatsminister Mathy; für Hessen: geh.
Obersteuerrath Ewald; für die thüringischen Staaten: geh. Rath
Thon; für Braunschweig und Oldenburg Ministerresident Dr.
o. Liebe.

Berlhin, 29. Juni. Der Kronprinz reist heute Abend
nach Paris, wohnt dort am Montag der Preisvertheilung bei und
kehrt hierauf direct hierher zurück um am 8. Juni an der Sie
gesfeier in Potsdam Theil zu nehmen, zu der auch der Graf v.
Bismarck erwartet wird. Der König von Schweden kommt im
August auf der Durchreise nach Paris zu einlägigem Aufenthalt
nach Berlin.

Wien, 23. Juni. Jetzt, wo die Fortdauer des Zollver—
eins gesichert ist, füuhlt man immer mehr das Bedürfniß, sich zu
demselben in ein enisprechendes Verhältniß zu setzen. Wahrschein⸗
lich wird es zu einer Verständigung kommen, zumal man hier
Willens sein soll, in der Weinzollfrage die von Preußen angebo—
tene Herabsetzung des Tarifs auf 3 Thlr. per Zoll-Centner an—
zunehmen. Die?Schwierigkeiten welche dem definitiven Abschlusse
der englischeösterreichischen Zollderhandlungen im Wege standen
und sich auf die Fraͤge der Eisenzölle bezogen, sind als gehoben
zu betrachten; der definitive Abschluß wird jetzt wohl binnen kur—
zem erfolgen.

Wien, 8W. Juni. Wie die Presse erklärt ist die Antwort
der Pforte auf die letzte Collectivnote der Mächte eingetroffen. Die—
selbe erklärt, Omer Pascha habe die bestimmte Zusicherung ertheilt
hinnen Monatsfrist das Ende des candiotischen Aufstandes herbei—
uführen. Bis dahin könne die Regierung des Sultans keinerlei
Verpflichtung über Unterhandlungen eingehen. Solte jedoch Omer
hascha bis zum Ablauf dieser Frist, d. h. bis zum 17. Juli,
ücht reussirt haben, so werde der Kampf nicht fortgesetzt, sondern
Unterhandlungen behufs Zusammentritts christlicher Notabeln un⸗—
ter dem Beistand der Mächte eingeleitet werden.

Wien, 30. Juni. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge,
deren Verlässigkeit leider unzweifelhaft ist, wäre der Kaiser Maxi⸗
milian am 19. Juniser schossen worden.

Wien, 30. Juni. Die heutige Amtszeitung publizirt ein
caiserliches Handschreiben, welches den Hrn: v. Beust unter Be—
assung desselben in seinen Stellungen als Minister des kaiserlichen
Zauses und des Aeußern, zum Reichskanzler ernennt, dem Grafen
Taaffe die Stellvertretung im Präsidium des Ministerrathes über—
rägt, den Justizminister d. Komers seiner Stellung enthebt und
den Ritter v. Hye zum Justizministet ernennt, indem ihm gleich—

Dienstes⸗Nachrichten.

Seine Majestät der König haben sich allergnüdigst bewogen
gefunden: unterm 20. Juni l. Is: den bisherigen ordentlichen
Hrofessor an der Unidersität und am eidgenössischen Polytechnikum
in Zürich Dr. Rudolph Julius Emanuel Clausius zum ordentlichen
Professor der Physik in der philosophischen Fakultät der Universitä
Würzburg zu ernennen.

Durch Regierungsbeschluß vom 28. Juni wurde der Forst—
gehilfe Philipp Mang zu Hördt in gleicher Diensteseigenschaft au
die Forstgehilfenstelle beim Revier Erlenbrunn Forstamts Pirmasens
dom 20.“ Juli l. J. an versetzt und der geprüfte Forstschutlehr⸗
iing Georg Ernst Demuth zu Otterberg zum Forstgehilfen beim
Revier Hördt Forstamts Speyer ernannt.

Derek. Forstamts-Actuar Karl v. Axthalb von Vohenstrauß
wurde auf sein Ansuchen als Forstamts-Actuar und Functionär
an das Kreis⸗-Forstbureau bei der k. Regierung von Unterfranken
und Aschaffenburg versetzt und an dessen Stelle zum Actuar beim
Forstamie Vohenstrauß der k. Forstgehilfe Bernhard Thoma von
HZielenhofen ernrannt.

Skuttgart, 28. Juni. Der Justizminister hat beim
ländigen Ausschuß einen Gesetzentwurf über Abschaffung der kör
perlichen Züchtigung eingebracht.

Frankfurt, 28. Juni. Die Frankfurter erfreuen sich
einer dorher ungekannten Preßpolizeiwirthschaft. Das „Fr. J.
wuͤrde dieser Tage zweimal, die in franzosischer Sprache erschei
nende Europe mehrmals rasch auf einander confiscirt. Das letzt
genannte Blatt will einer Angabe der Fr. Ztg. zufolge nicht nach
Dresden, sondern nach Mainz übersiedeln; ob dies aber nicht aus
dem Reyen unter die Traufe kommen hieße? Auch das Hanpt—⸗
blatt der gestrigen Frankfurter Ztg. ist wegen eines Auszuges aus
einem Artitel der Wiener N. Fr. Pr. mit Beschlag delegt worden.
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        zeitig die interimistische Leitung des Unterrichtss und Cultusmini-' gegen Preußen werden jeden Taghefiger. Der Auikel NvFrance
steriums überkragen wird. Ein anderes kaiserliches Handschreiben muß nach den Aeißerüungen det t. A. Z.“ sehr beachtens werden
an den Hofkanzler von Croatien enthebt den Banus Baron Solk- Was den Marquis de Mouftier persönlich anbelangt, -fo scheint der
tevic seiner Stellung und ernennt den Baron Levin Rauch zum selbe neben den Drohungen- in der France“ Alles aufzubieien, um
Locum tenens des Banus. Den Entlassenen, Justizminister v. die Regulirung der Lämschen Frage auf friedlichem Wege zu er⸗
Komers und Baron Sokcevic, hat der Kaiser das Großkreuz des langen.
Leopoldordens verliehen. Paris, 28. Juni. Der „Courier des Etats Unis“ meldel
Pest h, 38. Juni. Die Deputirtentafel nahm in ihrer heu⸗ über die Einnahme von Queretaro und den Verrath des Lopez:
ligen Sitzung den vom Ministerium eingebrachten Gesetzesentwurf „Mitten in der Nacht wurde- das Zelt des Kaisers Maximman
über die Wahl einer Commission für die allen Ländern der Mo— von Soldaten“ ümringt, die verrätherifcher Weise herbeigeführ!
narchie gemeinsamen Angelegenheiten an und vollzog sodann die waren. Maximilian erwachte und trat mit gezogenem Degen
Wahl von 10 Mitgliedern der Reichsfinanzcommisfion. ODie heraus; als er erkannte, daß er verrathen sei, erklärte er auf die
übrigen fünf wählt bekanntlich die Magnatentafel) N Aufforbetung, sich zu eigeben, daß er nur dem commandiveaden
Rudolstadt, 28. Juni. Heute ist Fürst Friedrisch General Escobedo jeinen Degen überreichen werde. Dieser wurde
Günther von Schwarzburg, der seit 1814 regierle, im Alter benachrichtigt und nahm von dem unglücklichen Fürsten den Degen
von 74 Jahren gestorben. in Empfang. Ein Kampf hatte micht Jatt; die Veste Vera Cruz,
. Hamburg, 28. Juni. Nach den Hamb. Nachr. steht der velche die Stadt beherrscht, war den Belagerern durch. denselben
Eintritt Altonas in den Zollverein fest. Das Generalcommande Offizier übergeben worden, dem ihre Vertheidigung anvertraut war.
des 9. Armeecorbs wird von Schleswig nach Altona verlegt. der traurige Held dieses Verrathes in der Oberst Miguel Lopez,
Frankreich.· e — Gonmandam.won eere un —B dann
J aantlick, Moin un, Oberst des Cavalerie-Regiments Kaiserine. Lopez war früher ein
Paris, 27. Juni. Während die öffentliche Meinung nicht 7 8 34656 5 T. IRE BM el
pon neuen Aufreizungen gegen Deutschland nichts wissen will, grei⸗— ú— Shhesdhinh ed e 58
fen die offiziösen Blaͤtter Preußen wegen Nordschleswigs wieder — Auch hatt er ter Forey y⸗
mit Heftigleit an. Nach der France hat Frankreich eine Macht Zien eihallen Für smen Veprath erhiel —2 nen *
den Ven dreen e dee des. Was die That des Lopez. noch erschwert, ist der Umstand,
8— — 7 A y 7 a daß sie in dem Augenblicke exfolgte, wo die Kaiserlichen gegen die
ee te ee Gez ee n 3
Gunsten dere Nordschleswiger! Uebrigens kommt die — ag g eant he; er hat ein Anre unsere
ungünstige Stimmung auch in höheren Kreisen immer mehr zum 3 29. Juninn Der Sultan in 4mn1 iese
Ausdruck. Selbst Moustier ist denselben noch nicht kriegerischge— 8 , In er nien inr malp, dicen
nug gesinnt und soll durch Drouyn de Lhuyhs ersetzt werden, des— * Foris des ——— per uge
sen Vorliebe für Oestetreich hinxeichend bekannt ist. Aber je mehr a cpsen * ẽr see nge e rgen
die Regierung wieder mit dem Säbel rasselt, um so weniger wil dasda trugen n e rr Ehrenue —— ug — ea u
die Büdgetcommission auf die Emmission neuer Schatzbons einge⸗ tuge * der Sun sr —I5 stug eg d beslau⸗ s̃ —
hen. Man muß bedenken, daß das 1868er Büdget von 22060 rep dr 53 9 I Fatnan p 4 In
Mill. hauptsächlich durch 1300 Mill. indirecter Steuern gedeckt nach Marseille und auf dem 38 cu vahuh fe Nhh
werden soll, die sich kaum bei der jetzigen Geschäftsstockung und ßhzaͤriz, 29 dn Mon soriht f ee, Wer e
noch weniger bei Entstehung ernster Verwickelungen ergeben werden. u der I S68 a b Suuů ewer n g
Man hat um die Nachtraͤgsforderungen für 1867 zu decken, 90 Ibi e do ep ee 6 ac 9
Millionen Mehreinnahmen in den indirecten Steuern angenom⸗ den —* Iprocenuger Reiue aiso —J eg
men, während diese in den ersten vier Monaten hinter dem Vor— ard —* adg it dies wg kl e— —* voch —
anschlag zurückgeblieben sind. Die Commission sieht also ein, daß hin in ehe ed zwar e Ie e, a xh immer⸗
die schon an und für sich bedenkliche Vermehrung der schwebenden chadigung · Italien. a ee
Schuld doch nicht hinreichen würde, allen Verpfuͤchtungen zu ge— — n 3 —
nügen, und daß dieser Weg die Regierung bei jeder Trübung der Ro m 29. Juni. Die Ceremonien.der Canonisation sind
Lage nicht nur zu vollkomniener Mittellosigkeit sondern felbst zu mit großer Pracht vollzogen worden; es waren an 100, 000 Fremde
finanziellen Verlegenheiten führen würde, und will also eine neun dugegen und dem Papste wurden lebhafte Zurufe gebracht.
Subscription von, Renten erdffnet wissen. — Man spucht hiet e borenz, 27. Juni. Die Gazettapon Florenz bestätigt
davon, daß der Kaiser an der großen Flottenrevue in Spitthead daß Lamarmora seinen Abschied verlangt, der aber nicht gewährt
theilnehmen und von der Königin Victoria mit dem Sulian zu⸗ worden e Gialdinis Rüdtritt wird dementirt Ferrara hat
in 8
aris, 28. Juni. Der Presse zufolge hat die Regierunc d y; versed n att⸗
in der Büdgetcommission erklärt, ded —* Theil —* gefor finden. Das Project der Liguidation beruht anf folgenden Grund⸗
derten 158 Millionen für Erneuerung und Vervollständigung der zugen. Gleichmaßige Ausdehnung des Gesetzes uüͤber de Aufhebung
Ausrüstung der Armee verwendet sei und daß vor Ablauf“ vor und Convertirung auf alle geistlichen Güter, mit alleiniger Aus—
3 Monaten Frankreich über 750,000 wohlbewaffnete und wohl⸗ nahme der Pfarreien. Erhebung einer Tare von 30 pct. von
ausgerüstete Soldaten verfügen werde. Die Regierung will jetz Aer convertirten geistlihen Befitzungen. Die Immobilien, welche
keine Anleihe, weil die Augsaben noch fortdauern und es ihr Ligenthum des Staates geworden, werden vertauft unter Aufsicht
zweckm äßiger erscheint, den gesammten Aufwand zu consolidiren. Aer Control· Commijsion welche gleichfalls mit der Lontrole der
Die Presse glaubi, daß alsdann die Ermächtigung zu einer An Finanzoheration beauftragt wird die mit dem Erlös des Verkau⸗
leihe im Berage von 750 Millionen würde gesorvert werden. c3. der Güter dermittelst hypothekarischer Obligationen unter speci—
— Das, Mem, diplom, sagt, daß nach Briefen us Mexico vom ler Garantie und rüchzahlbar al pari in 15 Juhren orgenom⸗
26. Mai Marimilian in das Lager des Geuerals Porfirid Diaz en werden soll, wodurch eine Summe von, 400 Millionen er⸗
bei Mexico abgeführt worden sei, und daß dieser General ge ben würde. Der Vericht schließt mit der Zaregung der Noth⸗
außert hahe, das Leben des Exkaisers laufe keine Gefahr. Nwendigkeit strengster Sparfamkeit einet Reform des Rechnungs-
Paris, 28. Juni. Der Corresp. Habas geht' folgendes wesens und Erhebung nenet Steuer. 4.
Telegramm aus Toulon zu: Man trifft Vorbereitungen für den Iorenz. — Junt. Die Deputirtenkammer hat gestern
Empfang des Sultans. Der Herzog von Tarent, der Marquis ohne Debarne den Gesetzesentwurf uüber die Ppreov sorische Fortfuh
von Habrincourt und der General von Beville, welche dom Kaiser tung des Büdgets für den ganzen Juli mit 215 gegen 18 Stim—-
Sr. ottomanischen Majestät entgegengesandt sind, sind hier einge, Jen angenomnen. — Sicherem Vernehmen nach begiebt sich der
troffen. Das ganze Geschwader autert auf der Rhede. di— Lrondrinz Humbert demnächst nach Berlin, um der militaͤrischen
Brustwehren und die Küste sind auf einer Strecke von drei Kilom Feier der Schlacht von Königrätz am 83. Juli daselbst betzu
der Bevölkerung geöffnet, welche auch dem Schauspiele des Em wohnen. — ——
pfanges beiwohnen. wird. Spauien.

Es sind die Befehle für den Einzug des Sultans, der mor⸗ Madrid, 28. Juni. Im Ministerium häben wieder
gen Samstag um O Uhr erfolgt, ertheilt worden. Er wird sich Wechsel stattgefunden: Der Justizminister Arrazola hat an Calon—
etwas ausruhen und wahrscheinlich das Arsenal besichtigen. Um es Stelle das Auswärtige, Roncali“ die Juftiz und Bells die
2 Uhr Nachmittags wird er mit der Eisenbahn weiter reisen Marine übernommen, Auch der Colbuieenminister ist zurück—
Graf von Palikao ist in Lyon geblieben, um den Sultan bei getreten.
seiner Dirchreise durch die Stadt zu empfangen. J Griechenland. — —

Paris, 28. Juni. Die Angriffe der französischen Blätter Patras, 23. Juni. In mehreren grichischen Städten wird
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        döln⸗Mindener Bahn ermächligte die Direktion die Eisenbahn von
Osnabrück bis Bremen und von Bremen bis Hamburg einschließ—
ich der Elbbrücke zu bauen, sowie zur Ausgabe der dazu erfor—
derlichen Obligationen und Altien Litera B.
7Wunderim 19. Jahrhundert!? Aus Walldürn
vird dem „B. B.“ folgendes Wunder verkündigt: Am letzten
Frohnleichnamstage soll die blindgeborne und mit dem Staphylom
eider Augen behaftete Valentine Bauer aus Sulzbach, welche
Ir. Prof. Knapp zu Heidelberg aus seiner Augen-Heilanstalt nach
Tagen mit der Bemerkung entließ, daß keine Besserung zu hoffen
ei, nachdem man sie zu Walldürn auf den Gnadenaltar gehoben,
ehend geworden sein. Das Factum ist vorläufig durch ein im
ßfarrhause zu Walldürn aufgenommenes und vom Bezirksarzt
Ir. Ferd. Reeß, Pfarrer Dieß, Dr, Wingerath und Don Louis
de Carwajal unterzeichnetes Protokoll festgestellt!
F Aus Leobfchütz, 23. Juni, schreibt man der „Schl.
3.“; „Eine Unthat, wie sie die Phantasie sich nicht schauerlicher
rdenken kann, ist vdrgestern Nacht im österreichischen Dorfe Grose,
ina Stunde von Leobschütz entfernt, verübt worden. Ein bis
zahin unbescholtener Mann, der auch nicht in ungünstigen Ver—
jältnissen gewesen sein soll, der Besitzer einer Gärtnerstelle, ver—
etzte seinen sämmtlichen sieben Kindern und seiner Frau in jener
Türkei. Nacht so gefährliche Hiebe, daß Kinder Sgenz darm en
pe286 Die Nachricht des und einige hoffnungslos darniederliegen. Nach dieser entsetzlichen
dard donsgnt Ie p * Inm 7r rene des im That e der Verbrecher seine Scheune an und erhing sich selbst
englischen Note, welche die Collectivnote der an— ine. ei: de
deren Hächte unlerstuhe. wird für grundlos ertlart auf dem Boden derselben. Es ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt,
euht wirn Dur grundie —00 ob diese Verbrechen in einem Anfalle von Wahnsinn erfolgt sind,
J— Rußland. oder welches Motiv ihnen zu Grunde liegt. J
Petersburg, 29. Juyi. Det Fürst Gortschakoff ist anh Dem „Wanderer“ geht aus Bleiburg, 23. Juni, die
Tag seines 50juhrigen? Dienstjubiläums zum Reichskanzler ernannt Trauerkunde zu, daß die Gräfin v. Thurn an diesem Tage
worden. —Die' Ausfuhr von ullea Holzwaaren, Malten, Theerin Folge der erlittenen Brandwunden gestorben sei. Gabriele
ind Holzrinden aus Rußland und. Polen nach dem Auslande ist! Bräfin von Thurn, geborene Reichsgräfin Palffy-Daun v. Eröd,
so lif réibgestaktet woeden? e r jatte kaum das 26. Lebensjahr erreicht.
Petersburg, 30. Juni. Die Reichsbank gibt zum F Die böhmische Stadt Mschno, welche vor mehreren
Zweck von Unterstüßung des Handels 85 Millionen Papiergeld Jahren von einem großen Brandunglück betroffen wurde, war am
ius, welchem die Regierung die Coursgarantie zugestanden hal. 22. Juni wieder der Schauplatz eines großen Brandes. Kirche,
— Zfarrhaus, Rathhaus und außerdem noch 54 Häuser und Wirth—
Bermischtes. 7. schaftsgebäude wurden eine Beuute der Flammen. Aber auch 'der
Ludwigshäfen, 80,, Juni. Von den Ausstellern Verlust vieler Menschenleben ist zu beklagen. In einem Hauͤse ist
nus der Pfalz wurden nachfolgend bezeichneten Preismedaillen zu; eine ganze Familie, Vater, Mutter und fünf Kinder verbrannt.
erkannt. 1) Die goldene Medaille: der Pfälzischen Eisenbahndi— F Aus Turin wird der „A. Z.“ vom 14. Juni geschrieben
rection in Ludwigshafen, Buhl in Deidesheim, Jordan in Deides- leber die Erfindung des hiesigen Charcutier Cirio, Fleijsch, Fische,
jeim. 2) Die silberne Medaille: der Collectivausstellung in Pir⸗ Obst, Gemüse und andere Victualien auf Monale und Jahrę
nasens, der Kaiserslauterer () Fabrik, Lichtenberger in Hambach, jinaus frisch aufzubewahren, für welche der Erfinder auf der ge—
Dingler und Wolff in Zweibrücken. 3) Die Vronce-Medaille: genwärtigen Pariser Ausstellung die goldene Preismedaille erhielt,
Weberei Kaiserslautern, Gaubath bei Schmidt in Pirmasens bin ich im Stande, Ihnen folgendes mitzutheilen. Das ganze
Mitarbeiter⸗Preis) Gebr. Gienanth in Hochstein, Schlinck und Verfahren ist so einfach, daß man sich wirklich wundern muß so
Rulsch in Ludwigshafen, Hermann in Kaiserslautern, Pfälz. Eisen- nerkwürdige Ergebnisse nicht früher auf diese Weise angestrebt und
ahndirection in Ludwigshafen, Brück in Landau, Biffart in Dei- ntdeckt zu haben. Das zu conservirende Fleisch wird in einen
desheim, Hoffmann in Dürkheim. netallenen hermetisch verschließbaren Raum gebracht, welcher einer—
F Ludwigshafen, 1. Juli. Zu den gestern mitgetheilten eits mit einer Luftpumpe, andererseijs mit einem Gefäß in Ver—
amen der in der Pariser Ausstellung aus der Pfalz Prämiirten zindung steht, welches eine dünne Auflösung von Kochsalz enthält,
st noch Herr Schmidt in Pirmasens als „Außer Concours“ zu her man, will man dem Fleisch eine intensivere Färbung geben,
ügen. twas Salpeter beifügen kann. Das Fleisch wird nun der Wirkung
t. Speyer, 29. Juni. Am 14. Oktober wird eine Prü- der Luftpumpe ausgesetzt. Hat man den Raum bis auf fünf
rung für den Steuergehilfendienst, sowie für den Steuer⸗ und Ge- Millimetres oder, wenn mögüch noch mehr luftleer gebracht, so
meindeeinnehmereidienst stattfinden. Die Gesuche um Zulassung zu perrt man mit dem Hahnen die Puinpe äb, und öffnet den Hah—
iesen Prüfungen sind bis längstens 20. Aug. d. J. bei der k. jen des Rohrs, durch welches das Salzwasser herbeiströmt. Das
Regierung einzureichen. Fleisch wird je nach der Größe des Stückes eine verhältnißmäßige
F Muünchen, 29. Juni. Se. Majestät der König haben Zeit mit der Salzlösung in Berührung gelassen, welche Zeit aber
hem Verwaltungsausschusse des Central⸗-Dombau-Vereins zu Köln nie einige Minuten überdauern darf. Ran nimmt nun das Fleisch
die nachgesuchte Bewilligung zum stempelfreien Absatze von Loosen vus dem Rezipienten heraus, hängt es an einem recht lufffreien
der zum besten des dortigen Dombaufonds in den nächsten 8 Ort auf, damit die Feuchtigkeit ablaufe und trockne. Schon nach
Jahren beabsichtigten Verloosungen von Geldprämien und Kunst- venigen Tagen kann man es verpacken und über Land und Meer
verlen im Königreiche Bahern vorläufig auf die Dauer von drei dersenden, ohne daß es einen Geruch annähme oder gar in Fäul⸗
Jahren zu ertheilen geruht. niß überginge. Es verdient erwähnt zu werden, daß bei der Luft⸗
.VomI, Juni muß für den Tabak, welcher nach dem eermachung des Recipienten das darm enthaltene Fleisch oder
dassauischen, Frankfurt, Kurhessen und den andern preußisch ge- ede andere Eßwaare sich um ein Drittel im Raum ausdehnt und
bordenen Läuder aus Bayern, Württemberg, Baden und Heffen dergrößert. Gerade diese Ausdehnung der innern Gefäße und
jeht, 20 Silbergroschen vom Centner Uebergangssteuer bezahlt Poren der Nahrungssubstanz ifi es, welche die Salzlösung in hin—
werden. . länglichem Maß zuführt und aufsaugen macht. Es kann vorkom—
Falsche preußische Banknoten. Das Hauptbankdirecto· men, daß, wenn das Fleisch lange Zeit in Kisten verschlossen war,
um macht bekannt, daß neuerdings Nachbildungen der Zehn-Thaler-⸗ es einen üblen Geruch annimmt, welcher aber alsbald wieder ver—
Noten wieder häufiger vorkommen und fordert das Publikum auf, schwindet, wenn man es der freien Luft aussetzt oder einige Stun⸗
diese Noten vor der Annahme genau zu prüfen oder sich doch we- zen in frisches Wasser legt, wie die jüngsten vor der societé d'en-
aigstens jedesmal den Einzahler zu notiren. ouragement zu Paris vorgenommenen Experimente schlagend be—
Das hessische Papiergeld (Grundtentenscheine) zu 1, 58, wiesen. Dagegen soll, wie schon früher von anderer Seite bemerkt
iO, 35 und 70 fJ. wird bis zum 1. Juli 1868 außer Curs ge⸗ vurde, dies Fleisch bedeutend an Nahrkraft verlieren.
etzt. In der Zwischenzeit kann dasselbe bei den großherzoglichen
Rentamts⸗ und Hauptzollamts-Kassen, bei den Obereinnehmereien
d Distriktseinnehmereien gegen neues Papiergeld umgetauscht
werden. ——— —
Köln. 28. Juni. Die heutige Generalversammlung der

F Bevdllkerung gegen die Freimaurer aufgehetzt. Hier erfolgten
setzten Sontag aus diesem Anlasse Ruhestörungen.
Donaufürstenthümer. 0

Belgrad, 24. Juni. Ich fagte in einem meiner letzten
Briefe an die Allge Ztg. daß ich von dem Bulgarischen Aufstunde
nichts erwarte. Die. Ereignisse haben bereits meine Bemerkung
zerechtfertigt. Ein Bulgare hat die Liste aller Verschworenen
ammt der nationalen Negierung dem Mithat Pascha übergeben,
md bis zur: Stunde dürfte kein einziger seinem Schicksal entronnen
ein. Die Hauptanführer Tozio und Dimitroff sind eingefangen
ind letzterer ist bereiis in Ternovo aufgehüngt worden. Zwar
zält sich Philippe, aber die Hoffnung des Gelingens ist auf Rull
educirt. Freilich höre ich aus sehr guter Quelle, daß die Bul—
garen in Galatz eine Masse Gewehre, Munition und etwa 20
danonen bereit halten, um dieselben nach Bulgarien zu schmuggeln.
Allein dies alles würde zu spät kommen. Der bulgarische Auf—
tand ist für jetzt als beendigt zu betrachten.

Belgrad, 30. Juni. Der Kriegsminister geht dieser Tage
nrach Wien, Brüssel und Paris. —Die serbische Regierung trifft
allenthalben Anstalfen zur Umgestaltung der Gewehre in Hin-!
erlader.““
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        Samen gebildet haben. Da nun wieder die Heumähzeit da ist, allzusehr zurückgedraͤngte wird, ist ohne Beweis ilar. Wieder ander
d wollen wir auf den großen Nachtheil aufmerksam machen, der wollen nicht glauben, daß durch das Zeitigwerden des Grassamentz
fich durch das zu späte Mähen der Gräser ergibt. Biele Land⸗ edie Wurzeln krank und schwach gemacht werden und der Boden verarm
wirthe glauben, man dürfe das Gras erst mähen, wenn es zeitig Allein wer nur ein wenig die Wachsthumserscheinungen kennt, der weiß
ist, d. h. den Samen gebildet habe, indem so die Wiese ihre noth⸗ es, daß allemal, wo eine Pflanze zeitigt, der Boden viel mehr an—
wendige Besamung erhalte. Allein eine gutgepflegte Wiese bedarf zegriffen wird, als da, wo man sie nicht zut Samenausbildung
einer solchen Besamung nicht. Es folgt dies klar daraus, daß die gelangen läßt. Jost in Mannheim machte hierüber einen inte—
gewöhnlichen Rasen⸗ und Bleichplätze niemals zum Samenansatze essanten Versuch. Er ließ auf einer 400 Klafter großen Wiese im
sommen uͤnd dennoch stets eine üppige Grasnarpe haben: Eine Jahre 1863 die Hälfte des Grases mähen, als eben die Gräser
gut gepflegte Wiese trägt in ihren Wurzeln das Vermögen, Jahr- in vollster Blüthe standen, auf der anderen Hälfte ließ er den
zehnte, ja Jahrhunderte lang ohne Erneuerung durch Ansaat aus— Brassamen völlig zeitigen, ehe er mähte. Während ihm der Jent—
zubauern. Andere meinen, durch späteres Mähen werde das Bo⸗ ner Heu der ersten Art 42 Maß. Milch produzirte, erzeugte ihm
—ED00 Kühen der Zentner letzterer Art nur 17142 Maß. —
Das ist wohl richtig. Allein in demselben Grade, in welchem Im Jahre 1864 erntete er auf der spät gemähten Hälfte 7 Zent—
das Bodengras stärker wird, verholzt das verblühete Hochgras und ner 43 Pfund weniger als da, wo das Mähen in vollster Gras—
hiebei wandeln sich die Nährstoffe desselben in Holzfaser um, wo⸗ blüthe vorgenommen worden war. Solche Thatsachen sprechen sehr
her es denn kommt, daß solches Heu keine Kraft hat, daß also die lar gegen das zu späte Heu⸗Mähen. Jedermann kann durch Nach—
Zualität des Heues durch das Spätmähen sehr gefährdet wird. ihmung dieses Versuches sich über die Wahrheit jenes Ergebnisses
Zaß dadurch selbstverständlich der Nachwuchs (Grummetansatz) oollste Gewißheit verschaffen.
J reimilssi Herr Gustav Hix dahier hat zu ver⸗
Freiwillig J * miethen: 1. seine Scheuer in der Ober⸗
gerichtliche Versteigerung. adt 2. sein Gans iun Muüdleneck und
Samstag den 6. Juli 1867, Nachmit- 8. eine schöne Wohnung in seinem Hause
ags um 2uhr zu St. Ingbert in ihrem an der Grubenstraße.
Haͤuse in der Gasse lassen die Wittwen Näheres im Geschaftsbureau · F—
und Kinder des daselbst verlebten Maurer⸗ Westphälinger.
meisters Jo se ph Gries die nachbezeich—
neten Liegenschaften St. Ingberter Bannes
dringender Nothwendigkeit halber und un—
er gerichtlicher Ermächtigung öffentlich in
Figenthum versteigern namlich:
Errungenschaftsstücke:
) Plannum. 3590. 11 Dec. Acker — Gar⸗
enland — auf dem Geistbusch neben Pet.
Schwarz und Erben Nelz
Plannum. 2858. 2693 Dec. Acker am
Seyenrech neben Peter Doll und Joh.
Zintel.
Plannum. 3052. 26 Dec. Acker auf
Mühlenthal neben Wittwe Behr und
Ludwig Behr.
Zum Nachlaß des Joseph Gries
gebörig:
Plannro. 3004. 20 Dec. Acker auf
Muühlenthal neben Gebrüder Grell und
Jos. Detemple.
Horn, igl. Notar.
Minderversteigerung.
Samstag den 6. Juli nähin, des Nach—
nittagsDen.2 Uhr zu Erfweiler auf dem
Bürgermeisteramtslocale, werden zur Fort⸗
etzung des Straßenbaues in der Gemeinde
Erfweiler⸗ Ehlingen folgende Ar—
beiten im Minderversteigerungswege ver—
geben nämlich:
fl. kr.
l. Grundarbeit veranschlagt zu 203 24
2. 302 laufende Meter Linien⸗
steine und 60 Kbkmtr. Pfla⸗
stersteine, voranschlagt zu 200 08
3. Das Setzen der Liniensteine
und Pflastern der Straßenrin⸗
nen, voranschlagt zu 77 33
Summa 481 05
Unmittelbar nach dieser Versteigerung
werden zur Herstellung zweier Dohlen und
einer neuen Kirchhofstreppe zu Erfweiler⸗
Ehlingen ea. 4 Kubimtr. Hausteine ver—
geben, welche sammt dem Mauerwerk der
Treppe zu ca.. 40 fl. veranschlagt sind.
Plan und Kostenanschläge über vorste⸗
hende Arbeiten liegen im Amtslocale des
unterfertigten Amtes zur Einsicht offen.
Erfweiler, den 21. Juni 1869.
Das Bürgermeisteramt:
Neaunheraer.

Theater in St. Ingbert.

Direktion von August Schroth.
ꝰMittwoch den 8. Juli 1887.
Neunte Vorstellung im JT. Abonnemenr
Im Saale des Herrn Oberhauser.

* X V
Ein glücklicher
Familienvater

Tante Kobold u. Onkel Satanas
Reues Lusviel in 3 Akten von Görner.

DDder:

Annonce
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft
von Gebr. Pfei ffer in Frantfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
»apiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind indystriellen Actien, Incasso von Cou⸗
pons, Bankhoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.

Provision 1 per mille ohne
jegliche sonstige Spesen.
Wormis den 28. Juni.

Wir notiren heute: Weizen 15 fl. 50 kr.
bis 16 fl. 15 kr. Roggen 12 fl. 5 kr
bis 12 fl. 20 kr. Gerste 11 fl. 40 kr.
bis 12 fl. — kr. per 100 Kilo., Hafer
õfl. 50 kr. bis 6 fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. — kr. bis 14fl
20 kr. Roggenmehl — fl. — kr. bis — f.
— ir. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bi⸗s
12 fl. 15 kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr
bis 17 fl. 830 kr. Blumenmehl. — fl. — kr
bis — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
— fl. — ir. bis — fl. — kr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. 30 kr. bis
— fl. — kr. rindh gne Faß — il.
— ir. bis — fl. — kr. Mohndl ohne
Faß 41 fl. — kr. bis 42 il. — kr. per
30 Kilo. Repskuchen 70 fl. — kr. bis
78 fl. — kr. Brankitwein 832 fl. 30 kr.
bis 33 fil. — kr
Mainz, 28. Juni.

(Fruchtpreises) Weißmehl das Mat—
ter A140 Pfund — fl. — ir. — Rog—
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
fd.) 15 fl. 20 kr. — 16 fi. — ka.7
om (180 Pfd) 1T1 ft. 80 ir. — 12 fl.
40 kr. — Gersie (160 Pfd.) 11 fl. 80 kr
— — ft. — trxr. — Hafer (120 Pfd.

Karl Umbehr, Schlosser. 5 fl. F, kr. — — fl. — g v

— —

Redaktion, Druck und Verlag von F. x. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="307" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
der „St. Ing berter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal? Dienstag Donnersstag
Id Samstag. Abomnementsbreis vierteliährig 450 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
—
Nro 2953. — , , Donnerstag, den 4. Juni — — 1867—
— — J — —1867.
Deu tschland. 1

Müncheu; 28. Juni. Die Gemeindebevollmächtigten der

ziesigen Stadt haben sämmtlich dem Beschlusse des Magistrats,
wonach die Gehalte der hiefigen Schullehrer, je nach ihrem Dienstes⸗
Ater 300- 1000 fl. und jener der Lehrerinnen 300 -600 il. vomn
l. Oktober d. J. an betragen soll, beigestimmt.
Muͤnchen, 830. Jumi. Bald nach seiner Ankunft dahier
vom Begräbniß des Erbprinzen von Taxis in Regensburg) er
hielt der Kaiser Franz Joseph die Trauerbotschaft von der Er⸗
schießung seines Bruders in Mexico und reiste sofort stalt nach
Possenhofen, nach Wien zurück. Die menschliche Theilnahme an
dem Unglück, welches das Kaiserhaus betroffen hat, ist allgemein
— Der Konig hat den Abgebrannten von Eschenbach 1000 fl.
anweisen lassen. — Die Allg. Ztg. meint, die gestern erwähnte
Besprechung der Mitglieder des Militärausschussez der Abgeordne—
senkammer müsse sich um Fragen von Bedeutung gedreht haben,
sonst würden die beireffenden Abgeordneten sich nicht eigens nach
München begeben haben. Näheres weiß man darüber jedoch nicht.
— Nach dem „Frünk. Kurier“ bezwecken saͤmmtliche Eisenbahn—
projectirungen, welche im diesseitigen Bayern stattfinden und wo—
mit 70 Ingenieure beschäftigt sind, die Ausarbeitung eines Eisen⸗
bahnnetzes, welches dem kommenden Landtage vorgelegt werden!
joll. Das Handelsministerium soll die Absicht haben, auch auf
allen größeren Strecken der Staatseisenbahn Retourbillets einzu—
ühren. Die Veriräge mit Oesterreich wegen der Braunauer Bahn
sind vom König noch immer nicht ratificirt. — Die Notiz, daß
hier ein neues großdeutsches Blatt gegründet werde, hat sich als
uͤngenau herausgestellt. Auch das Roͤckel'sche Unternehmen (eines
demokratisch⸗particularistischen Volksblattes) hat nur wenig Aussicht
zu Stande zu kommen. 6

Speyer, 2. Juli. Die Sitzungen des Kreislandraths wur⸗
den heute durch den kgl. Regierungspräsidenten Hrn. Pfeufer
mit folgender Ansprache eröffnet:

„Meine Herren! Seine Majestät der König haben durch
Allerhöchste Enischließung vom 22. Mai l. Is. den Landrath der
Pfalz auf den heutigen Tag einzuberufen geruht. Ich schätze mich
zlücklich, der Vollzieher dieser Allerhöchsten Willensmeinung und
berufen zu sein, mit Ihnen, meine Herren. die Interessen der Pfalz
zu wahren und nach Möglichkeit zu fördern. Sie haben, in rich⸗
liger Erkenntniß ihrer Pflicht, den im Kreise sich geltend machen⸗
den Bedürfnissen in anerkennenswerther Weise bisher Rechnung
getragen. Ich bitte-Sie, in diesem Pflichteifer nicht zu erkalten
und durch enehmigung der Ihrer Beschlußfassung unterstellten
Propositionen der Kreisregierung die zur Ausführung erforderli⸗
chen Mittel zu gewähren. Besondere Vorsorge ersuche ich jenen
Vorschlägen zuzuwenden, welche dem Gebiet des Unterrichts
und der Erziehung, diesen Gundlagen einer fittlichen Ordnung
im Staate, angehören ·..

„In dieser Beziehung wird der Antrag auf Erweiterung der
dreisgewerbschule in Kaiserslautern Ihre Aufmerksamkeit in her—⸗
zorragender Weise in Anspruch nehmen. Mit Gewährung der
siefür beantragten Mittel werden Sie eine Anstalt gründen hel—
jen, welche die Grundsätze und Ergebnisse für das gewerbliche,
landwirthschaftliche und industrielle Leben in erhöhtem Maße nutz-
dar machen wird. Ueber die Nothwendigkeit zur Schaffung einer
olchen höheren Bildungsanstalt, und zwar im Herzen der Pfalz
darüber wird auch bei Ihnen, meine Herren, kein Zweifel bestehen.“

„Seit Sie zum letztenmale getagt, gingen große, bede u
tungsvolle Ereignisse im deutschen Vaterlande vor sich.
Dem menschlichen Auge ist die Zukunft verschleiert; der Lenker der
Geschicke, der Throne und der Völker wird, das muß unsere Hoff⸗
nung und Zuversicht sein, dieselbe zum Wohle Deutschlands, zum
Besten unseres engeren Vaterlandes wenden! Die Pfalz blieb von
den Schrednissen des Krieges befreit. Mit festem Auge sah sie
iber denselben entgegen. In Zeiten der Gefahr erprobt sich der
echte Mann. Die Pfalz wankte nicht in ihrer Treue zum ange
seinntlen Herrscherhause, in ihrer Liebe zum deutschen Vaterlande

In dieser Treue und Liebe wollen wit auch ferner fest zusammen—
filehen und uns jeder Zeit um das in Ehren gehaltene Banner
unseres Pfalzgrafen schaaren, Allerhöchstwelcher seinem Volke und
dem Stammlande Pfalz⸗Zweibrücken eine holde Königin zuführen
wird. Lassen Sie uns, dem Gefühle der Freude über dieses glück
liche Ereigniß Worte leihen durch ein Hoch auf Seine Majestät
den König, den Pfalzgrafen bei Rhein: „Seine Majestät der
tönig Ludwig lebe hoch!“—

IIn dem Personalsiande des Landrathes hat sich durch den
eider erfolgten Tod des Vertreters der Stadt Zweibrücken, Herrn
Bürgermeissers Stengel, eine Veränderung ergeben. Der
Versiorbene war ein langjähriges Mitglied des Landrathes, welcher
einer ersprießlichen Thaͤligkeit ein ehrendes Andenken bewahren
vird. An Stelle des Hrn. Stengel tritt dessen Ersatzmann Hr,
Bürgermeister Dr. Haniz (von Hornbach.) Ich ersuche Herrn
Dr. Hanitz vorzutreten und den vorgeschriebenen Eid zu leisten.
Mach erfoigter Beeidigung): Die zu Ihrer Berathung erforderlichen
Aufschlüsse werden die Herren Referenten der Kreisregierug, sowie
herr Regierungs⸗Director v. Lamotte jeder Zeit ertheilen. Und
nun, meine Herren, erkläre ich im Namen Seiner Wajestät des
önigs die Sitzungen des Landrathes der Pfalz für eröffnet.“
dHierauf wurde Hr. Anwalt Böcking von Landau zum
Bräsidenten und, nachdem Hr. Dr. Jakob aus Gesundheitsrück⸗
sichten abgelehnt. Hr. Notär Sch midt von Otterberg zum Secre⸗
tär gewählt.

Der Präsident berührte sodann das Ableben des Landraths—
mitgliedes Hrn. Stengel von Zweibrücken und ersuchte den Land⸗
rath, demseiben die Anerkennung für seinen stets bewiesenen Eifer⸗
und seine Wirksamkeit im Landrathe durch Erhebung von den
Sitzen auszudrücken was sofort geschah. Hierauf legte der Prä—
sident zwei Entlassungsgesuche von Landruihsmitgliedern vor, das
eine von Hrn. Bürgermeister Heß von Germersheim, das andere
von Hrn. Wanzel aus Rösselsbrunn. Hr. Heß begründete sein
Hesuch mit Rücksichtsnahme auf die Wahlmänner des Kantons
Speyer (welcher seit langen Jahren im Landrathe undver treten ist
ind durch den Eintritt des Ersatzmannes, Hrn. Bürgermeister
daid von Speyer eine Vertretung erhielte.) Der Landrath er⸗
achtete diesen Grund aber für unstatthaft und beschloß die Einbe—
rufung des Herrn Heß. Die Gründe des Herrn Wanzel stützen
ich auf Familienverhaͤltnisse, die jedoch nicht näher berührt und
ingegeben wurden. Der Landrath beschloß daher die Entscheidung
dieses Gesuches auf die nächste Sitzung zu vertagen, um eingehen⸗
dere Erhebungen darüber vornehmen zu können. Die nächste Sitz-
ung wurde auf Donnerstag den 4. Juli Vormittags 10 Uhr. an⸗
deraumt.

Dienstes⸗Nachrichten.

Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewogen
gefunden, unterm 25. Juni J. J. die erledigte protestantische
ßfarrstelle zu Neuhäusel, Decanats Homburg, dem Pfarramtscan—
didaten und derzeitigen Expositus zu Landstuhl, Karl Michael
Ludwig Hollensteiner von Grünstadt, die protestantische Pfarrstelle
zu Winterbach, Decanats Zweibrücken, dem bisherigen Pfarrer in
Breitfurt, Decanats Zweibrücken, Georg Käarl Ludwig Steinicken
zu verleihen.

Stuttgart, 28. Juni. Im „Staatsanz.“ läßt die Re—
gierung in einem ausgezeichneten Artikel die Angriffe der parti—
ularistischen Presse auf den Zollvertrag mit Preußen widerlegen.
Zuerst erklärt das Blatt der Regierung die Behauptung, daß
ßreußen den Zollverein zu kündigen nicht gewagt hätte, für eine
eere Täuschung, und hebt dann weiter folgende Punkte hervor:
1) Gesicheri ist das Zollvereinsgebiet, das sich um Schleswig—
HDolstein und wahrscheinlich früher oder später um die Hansestädte
ind Medlenburg vergrößert. 2) Gesichert ist die Theilung der
Zolleinkünfte nach der Kopfzahl, so daß die süddeutschen Staaten
durchaus kein Einbuße erleiden, sondern im Gegentheil aus der
Vergrößerung des Vereinsgebie tes nur Gewinn ziehen. 3) Die
Zesteuerunasobjecte sind auf Zucker, Salz und Tabak beschränkt
        <pb n="308" />
        und. die Einführung anderer Objecte (Most oder Wein, Bier, 'eifern wieder wie ehedem gegen die „Apostaten“ die am eine neut
Branuntwein) könnte nur durch einstimmige Zustimmung aller Re— Auflage des Religionsedicies denken und setzen ihre Hoffnung auf
gierungen und Ständekammern geschehen. 4 Das Zollparlament den — Herrn v. Beust, der als protestantischer Staatsminister
ist in seinen Berathungen auf Zollsachen beschränkt. Was die hier ja doͤppelt vorsichtig sein müsse. An die öffentliche Meinung
Gefahr einer Ueberstimmung der Württemberger betrifft, so kann in und außer Oesterreich denken sie nicht, und wie es scheint, auch
es einem verständigen Manne nicht in den Sinn kommen zu be⸗ nicht an den in der ungarischen Deputirtentafel gestellten Abschaf.
haupten, daß 17 Hunderttausend Schwaben den 30 Millionen jungsantrag, der das Fortbestehen des Concordats außerhalb Un⸗
Rorddeutschen in jeder Angelegenheit ihre Meinung octroyiren garn unmöglich macht wenn nicht gleich wieder von vornherein
müßten. Wir sind vollberechtigt wie die Rorddeutschen; uur wollen zweierlei Maß fiürr die beiden Reichshälften eingeführt werden soll.
diese natürlich nicht zugestehen, daß Ein Schwabe so viel werth, Wien, 1. Juli. Die ersten allerdings wenig ausführlichen
fei, als zwei bis drei Preußen, was die Meinung des Stutt- Nachrichten über die Hinrichtung Marimilians bringt die offiziell⸗
zarter Beobachter zu sein scheint. — Der Landtag wird im Sep- Wiener Ztg. in zwei Telegrammen, die der Regierung zugegan⸗
lember zusammentreten. gen sind Das erste derselben ist von dem k. Generalconsul in
Goͤtha, 29. Juni. Also mit dem vorgestrigen Tag war New⸗PYork, Loosey, aufgegeben. Es lautet wörtlich: „Wien von
der erste Jahrestag der denkwürdigen Laängensalzer Amerita. Aufgegeben den 30. (29) Juni, 2 Uhr 14 Minuten
Sch lacht endlich herangekommen. Beträchtliche Schaaren wan- Vormittags: Ich habe folgende Depesche erhalten: Aus Mexico
derlen von hier und aus weiter Umgegend nach dem Schlachtfeld, wird mir via Rew⸗Orleans, 29., vom Geschäftsträger die Nach—
am in ernstestem Gedenken und wehmüthigem Rückblick an jene richt mitgetheilt, daß der Kaiser Maximilian am 19. Mor—
heißen Stunden bei den mächtigen Gesammigräbern der Gefallenen gens um 9 Uhr erschossen worden ist. Der Präsident verweigert
ju weilen, und den programmatisirten Denkmalsfeierlichkeiten an- die Auslieferung des Leichnams. Die „Elisabeth“ ist zum Trans—⸗
zuwohnen. Es galt zuerst der Enthüllung desjenigen, ebenso rei⸗ port der Oesterreicher von Vera⸗Cruz bestimmt. Groller Schiffs⸗
hhen als geschmactvollen Marmorobelisken in der Nähe der Kallen- capitän. Gez. Loosey. Das zweite später angelangte Telegramm
berg'schen Mühle, welchen kameradschaftliche Gesinnung der Of. von dem k. österreichischen Gesandten bei den Ver. Staaten, Ba—
fiziere des 25. rheinischen Infanterieregiments den ron v. Wydenbruck, lautet: „Wien von Amerika. Aufgegeben am
Obßfern jenes Tags aus ihren Reihen gestiftet hatte. (Dies Re- 29. Juni⸗4 Uhr 25 Minuten Vormittags. Samstag. Mit
giment fieht jetzt in Hadersleben [Schleswig] und Umgegend.) Entsetzen melde ich, daß ich soeben folgendes Telegramm von
unmittelbar dacauf wurde auf dem Judenhügel der Grundstein zu NRew-Orleans erhalten: Von Vera⸗Cruz kommt mir die telegra⸗
inem in bedeutenden Dimensionen in Ausficht genommenen Denk hhische Nachricht der Verurtheilung und des Todes des Kaisers
mal gelegt, welches Langensalza's Bürgerschaft aus allseitigen Beie Maximilians zu. Juarez ist im Besitz der Leiche. Die Depesche
srägen dort errichten will. Die Betheiligung an der ziemlich lange ist unterzeichnet vom Schiffscapitän G roller, die Nachricht im
andauernden Feierlichkeit war eine überaus lebhafte, sowohl vom auswärtigen Amt noch nicht bekannt. Ich erfahre ferner, daß
Pilitar, als — noch weit mehr — vom Civil. Von hier war die Hinrichtung durch Erschießen am 19. Juni 7 Uhr Morgens
ebenfalls eine militärische Deputation dort. Von einer Anwesen- erfolgte. Gezeichnet Wydeubruck.“ An diese Nachricht knüpft die
heit vormaliger Hannoberaner verlautete nichts; dagegen marschir N. Fr. Pr. die folgende Bemerkung: „Vor Allem furchtbar aber
len im Zug verschiedene Verwundete aus jener Schlacht. Im La⸗ wird diese Nachricht an die Pforten der Tuilerieen pochen, wo
zareth in Langensalza liegen noch 5 derselben. die eigentlichen Urheber dieser großen Tragödie auf goldenen
Berlin, 30. Juni. Trier wird, wie die K. Z. meldet, Thronen sitzen. Die Fackel dieses Leichenopfers wird eine un⸗
in umfassender Weise befestigt werden und die Central-Artillerie heimliche Beleuchtung auf jene Hallen werfen, wo man dieses ganze
Werkstätte in Spandau soll in einem Umfange erweitert werden nexicanische Unheil ersonnen und erzwungen () hat und nun so
um dieser Anstalt selbst den Vorrang von den gleichen englischen schmachvoll untergehen lassen mußte.
und französischen Etablissements zu sichern. Prag, 30. Juni. Der in Petersburg erscheinende Golos
Berlin, 1. Juli. Nicht blos in unterrichteten Kreisen Zeröffentlicht einen Artikel über Errichtung einer slavischen Föde—
von Paris, wie die „Koöln. Ztg.“ schreibt, sondern auch in ernsten ration auf den Ruinen Oesterreichs und der Türkei mit Moskau—
streisen anderer Haupistädte Europas ist die Besorgniß vor krie- Prag und Belgrad als Centralpunct.
gerischen Verwicklungen rege; doch meint man, der —XXC —W
Zeitpunkt, wo an gewissen Orten die Batterien demaskir: werden — 3 * 7
sollen, werde in diesem Jahre noch nicht eintreten, während in Die „Liberte“ bringt Briefe aus Mexico vom 12. Juni, nach
Paris die Ansicht vorherrscht, der Herbst werde schon alle Erinne⸗ welchen Maximilian am 83. Juni vom Kriegsgericht zum Tode ver—
rungen an die Friedensdemonstrotionen verwischt haben. In urtheilt worden ist. Am selben Tage habe eine Deputation von
Weden aber und'nichtin Paris liegt die Entscheidung übder 50 Damen aus San Louis de Potosi Juarez gebeten, Maximilian
Krieg und Frieden in Europa, heute wie seit 1859. Das ist das Leben zu · schenken. Der Prasident habe geantwortet, er werde
alles, was ich für heute sagen kann, und ich überschreite vielleicht hun, was mit der Gerechtigkeit und seinen Pflichten vereinbar sei
schon die Grengen des Erlaubten, wenn ich hinzufüge, daß die ge⸗ Er habe die Damen gefragt, warum Niemand petitionirt habe, als
heime Politik Oesterreichs sehr viel zu wünschen übrig läßt, daß so viele Liberale hingerichtet wurden. Einige Tage nachher sol
aber Herr v. Beust nicht so gut wie seine Vorgänger die Weg⸗ Maximilian um eine Unterredung mit Juarez gebeten haben, dem
dieser Politik in einen uͤndurchdringlichen Schleier zu hüllen vers er wichtige Entdedungen zu machen habe.· —
stehtn Was Deutschiand vor allen Dingen noth ihut, das is der sterreichische Admiral Tegethoff, der auf der Rückreist
scharfe Wacht, damit wir nicht überrascht werden, weber von den von Amerika seit einigen Tagen in Paris ist, ist von dem Kaiser
außeren noch von den inneren Feinden, weder von den fremden zu vertrautem Cirkel in die Tuilerien geladen und mit großer Auf⸗
doch don den Leinheimischen Schwarzen und Rothen. Gleichwohl merksamkeit behandelt worden.
und trotz alledem lege ich auf die Ergüsse der kranzösischen Presse Paris, 28. Juni. Der Allg. Ztg. wird von hier ge—
zegen Preußen keinen gar zu großen Werth. Das Schreien gegen schrieben: Der persönliche Eindruck, welchen der Großherzog von
Preußen beschäftigt die Franzosen und macht die Armeereform Baden und dessen Gemahlin hier zurückließen, ist der allerbeste
schmackhafter. der offene Freimuth aber, mit welchem dieser Fürst seine deutsch
Wiüen, 28. Juni. Der Berliner „Kreuzz.“ wird geschrie- patriotische Gesinnung kundgab, konnte nicht verfehlen, mancherlei
ben: Der Abgeordnete Mühlfeld hat neulich die Wiederaufnahme Mißfallen zu erwecken. In Gesprächen mit den Ministern machte
der Verhandlungen über, die confessionelle Frage beantragt, und derselbe kein Hehl aus seiner Bereitwilligkeit, an seiner Souve—
der Anttag ist in verfassungsmäßßige Behandlung genommen wor- ränität diejenigen Opfer zu bringen, welche für die Foörderung
den. Die nothwendige Folge davon ist, daß binnen Kurzem das des deutschen Einigungswerkes dienlich erscheinen könnten. Das
Concordat einen Gegenstand der Discussion im Reichsrathe bilden mundet in den offiziösen und offiziellen Kreisen natürlich nicht.
wird. Diesmal jedoch wird die Verhandlung nicht resuliatlos im Paris, 80. Juni. Die chauvinistische Partei weiß nicht,
Sande verlaufen; von dem Abgeordnetenhause wenigstens kann was fie thut, oder glaubt sie mit leeren Taschen einen europäischen
man gewiß erwarten, daß es der Regierung ganz concrete Erkla Lrieg beginnen zu können? Emil de Girardin erweist diesen Leu—
cungen abverlangen und auf deren Verwirklichung bestehen wird en heute den Dienst, ihnen zu zeigen, wo Frankreichs Gefahr
Das Herrenhaus seinerseits dürfte, soweit die Verhälinisse sich keckt. „Die Gefahren von 1847 bis 1867, ist ein Artikel der
übersehen lassen, wenig Neigung haben, solcher Haltung der an⸗ „Liberts“ überschrieben, der so beginnt: „Am 1. Juͤni 1867 be—
deren Kammer Hindernisse in den Weg zu legen.“ Weiterhin rug die schwebende Schuld 888,005.000 Irs. Hiezu die Summe
sagt der Correspondent des genannten Blattes, daß man in kirch von 158,592,719 Frs. gerechnet, macht 1,046,597,819 Frs. sage
lichen Kreisen einer Revision des Concordats nicht abgeneigt sein eine Milliarde und sechsundvierzig Millionen fünf Hundert sieben—
duͤfte. Dies ist aber ein Irrthum. Der Kreuzzug der ultra- undneunzig Tausend achthundert und neunzehn Franes. Die schwe—
montanen Blatter, die zu all ihrem Thun bekanntlich die Parolt bende Schuld betrug am 24. Februar 1848 nur 769,067,92 1 Frs,
aus dem erzbischöflichen Palast holen, gegen den ersten schwachen vie dies aus folgenden Herrn Achille Fould entlehnten Angabn
Anlauf des Abürordietenhauses steht mieder in pollerx Blüthe: sie »rhesst .24. Februar 1848: schwebende Schüld. die Sparkesen
        <pb n="309" />
        mitgerechnet, 959,067,921 Frs. 69 C., wovon abgeht an Baar
nt“an Guthaben bei der Bank 135 Millionen, an Werthpapieren
im Portefeuille 55 Millionen, also 190 Millionen, so daß bleibt
———

Paris, 1. Juli. In der Rede, welche der Kaifer bei der

Preisvertheilung im Industriepalast heute gehalten hat, ist u. A
hervorgehoben, daß Voͤlker und Könige herbeigekommen seien, um
die Anstrengung der Arbeit und der Idee der Versoöhnung und
des Friedens zu krönen. „Solche Zusammenkünfte heißt es wei ⸗ Vermischtes.
Rerfücken den Haß. Seien wir stolz darauf, daß wir je⸗ fLandau, 2. Juli. Eine originelle Beerdigung hat heute
n ein großes glücküches und freies (Y Frankreich zeigen konnten, Abend 6 Uhr dahier stattgefunden; der Verblichene war der frü—
s fich nemals durch materielle Genüsse entnerven läßt. Auf— Fere Militär⸗Backermeister Bauer, welcher sich noch zu Lebzeiten einen
mertsame Geister werden errathen haben, daß die nationale Fiber vollstandigen Capuziner⸗ Anzug aus dem Kloster zu Jngolstadt
sets bereit ist, sich für die Ehre des Landes in Bewegung zu commen üieß, und, seinem letzten Willen gemäß, die Kutte und
ehen; aber diese edele Empfindlichkeit ist keim Grund der Furcht Zürtel als Leichen⸗Anzug, sowie Rosenkranz und Kreuz mit in
n die Ruhe der Welt, denn wir haben bewiesen, daß wir der den Sarg bekam; ebenso hatte er verfügt. daß 6 tatholische Geist
ifrichtigen Wunsch hegen, im Frieden zu leben.“ Zum Schluß liche seine Leiche zur Erde bestatten, dagegen sich jede andere Be—
rucdt der Kaiser die Hoffnung aus, daß die Aussiellung von Jleitnng verbeten. Dem entsprechend, wurde Niemand zum Lei—
1367 eine Aera der Harmonie und des Fortschrittes bezeichnen henbegaͤngniß eingeladen und es folgten auch nur die nächsten
derde, und den Glauben, daß mit Gottes Hilfe die großen Grund— Gerwandten, 10 Personen dem Sarge. Er war ein eifriger Ka—
suͤhe der Moral und der Gerechtigkeit definstiv triumphiren merden. holik, und starb, 738 Jahre alt, linderlos, als Wittwer, mit Hin⸗
die allein die Throne befestigen, die Völker erheben und die laͤssung eines bedeutenden Vermögens, über welches er durch Le—
Menschheit veredeln kͤnnen date verfügt hat.— —

Puariz gJuli. Heute concentrirt das gesammte Intet ⸗ Zum Steindenkmal hat König Ludwig J. 800 fl. an
esse sich in dem großen Feste der Preisvertheilung. Dei —
Ausstellungspalast von 1885 war in ein ungeheueres Amphitheatet RKührender Absschied. “„Der Münchener Bote
erandelt in welchem über 17, 000 Menschen Platz fanden. “Um klagt: Gestern, kurz vor 11 Uhr wurde im Hofbräuhause der letzte
Ta ühr begann die Musik die Friedenshymne zu spielen. Die Banzen des Urstoffs angezapft und wird von heute an Zacherlbier
hreisgekronten Aussteller traten ein und begaben sich zu den Tro— ausgeschenkt. Das Scheiden schmerzte um so mehr, als gerade
sphuͤen, die man für jede Gruppe aufgerichtet hatte. Um 2 Utzr noch in den letzten Siunden der Trunk ein ausgezeichneter ge—
eschien der Kaiser und sein Gefolge, die Kaiserin, der Sultan vesen, Gas ist schmerzlich für die MünchenerJ.
die Prinzen von Wales und von Preußen, der Prinz Humbert Wurzburg, 30. Juni. Großzes Aufsehen erregte hier
u. s. w. Beim Eintritt des Hofes wurde die große Hymne Roffinis die vorgestern erfolgte Verhaftung eines dahier in Urlaub befind—
an den Kaiser und sein tapferes Volk ausgefuüͤhrt, die indessen kein lichen Lieutenants vom 8. Inf.Reg. welcher einem hiesigen Schnei⸗
Verdienst hat, als das, von einer ungeheuren Menge Menschen dermeister, bei dem er sich ein Corsett · hatte machen lassen, eine
musgeführt und schließlich von Kanonen und Glocen begleitet zu Zackuhr entwendete unddieselbe einemhiesigen Uhrmacher zum
werden. Hierauf las Herr Rouher einen Bericht über: den Ver—⸗ taufe anbot. 34
lauf der Ausstellung vor, und der Kaiser antwortete in einer etwas FNeue Hinterlader. Der technische Director der Kra⸗
herwirren, aber friedfertigen Rede, die ziemlich kalt aufgenommen merelett'jchen Fabrik in Nürnberg. Hr. Werder hat ein Rückla⸗
ürde. Hiun folgte der langweiligste Theil der Feierlichkeit; die hegewehr erfunden, welches, auf einem neuen System beruhend,
herschiedenen Gruppen der Aussteler mit ihren Banueru traten zanz vorzügliche Eigenschaften haben soll. Dieses Gewehr ist nicht
nach der Reihe vor den Thron und die vorzüglichsten Aussteller repelirend, sondern einfach zu laden. Zu diesem Behufe wird 1)
empfingen einzeln ihre Belohnung. Darauf machten ver Kaiser die Patrone eingelegt; 2) während des Auffahrens zum Anschlage—
und seine Gaste den Rundgang durch die Räume. Der 3— shlieht sich der Mechanismus durch das Aufziehen eines Hahnes;
sah sehr niedergeschlagen aus; auch seine Stimme hatte nicht die zy nach dem Feuern öffnet sich der Mechanismus ganz von selbst
dewohnte Kraft. Zwischen ihm und der Kaiserin ging der Saul während des Herabbringens zur neuen Ladung. Es, fallen somit
lan, ein schöner majestätischer Mann, der aber offenbar durch das die Tempo's für das Oeffnen. und Schließen des Mechanismus
ngewohnte der ganzen Ceremonie etwas verwirrt war, Sowie hinweg. Wie bei vielen Rückladegewehren entzündet auch hier
der“ Zug durch eines der Lünder kam, in welches der Raum ab⸗ in sumpfer Stahlstift die Zündung im Boden der Pattone
deiheilt war, spielle die Musik die betreffende Rationalhymne. Di welche aus Papier, Carton oder Meilall gefertigt sein kan. Man
Teremonie ist im Ganzen ziemlich kalt und uninterefsant verlaufen ladel zielt und feuert bequem in 3Secunden. daher 12. Schürse
Die offiziösen Journale haben es so lange wie moͤglich verschwiegen, ver Minute.
imdeß es ist jeht für Riemand ein Geheimniß mehr, daß der Kai 7. Am 1. Juli Abends beging ein annger Mensch aus
ser Mar imi inn am 19. Juni erschossen worden ist. Diese Bischmisheim, welcher in Saarbrücken in Arbeit gestanden, die
Thatfache wirft ein trauriges Licht auf das heutige Fest. Die Anvorsichtigkeit, gleich nach eingenommenem Nachtessen sich in der
Ziwietracht und Unordnung, die auͤgenblidlich in unseren höchsten Saar zu baden; kaum ins Wasser eingetreten, machte ein Schlag⸗
Regionen herrscht, sprach sich lennbar genug in der Rede“ des luß seinem Leben ein Ende und fand man heute Morgen die
Kassers aus, die eigentlich jedes sesten Zusammenhanges entbehrte zache unfern der Stelle, wo der Verunglüdte das Land verlaj⸗
Ind gar keinen bestemmten Sinn hatte. — sen hatte. e,
Paris. LJun. Die Liberte meldet, daß der amerikani— Dufseldorf, 80. Juni, Gestern wurde hier selbst
sche Gesandie in Paris, General Dix gestern auf die von der auf der Ober-Post⸗Direction ein Paquet geöffnet, welches die
Independance gemeldete Nachricht hin, auf telegraphischem Wege hon in Verwesung übergegangene Leiche eines Kindes enthielt.
in Wajhington bestimmte Auskunft. über das Schichal Marimi Das Paket war von Crefeld nach Schlesien adressirt, dort aber!
lian sich erbat. Bis heute Nachmittag war noch keine Ansert dessen Annahme verweigert worden. 4. —
von jenseits des Oceans eingetroffen. — —* 7 In Hannovex wurde eine Schrift Enthüllungen der

IOItalien. .e Wahrsagerin Marianne Lenormand beschlagnahmt ; sie prophezeit

Rom, 29. Juni. Wie der „Gazette du Midi“ aus Rom d —— — den Zerfal Preußens

geschrieben wird, spricht man davon, daß der Erzbischof von Paris nd ereen 7350 Im einein Bericht
Die schöne Amerikanerin. In einem Bericht des
den Plan einer katholischen Universität überbringe— 38 Fie Erche
* — Bund“ über die Pariser Weltausstellung liest man: Die Erschei⸗
welche die französische Reg'erung in Paris begründen lassen würde — — .
Plaut soltbereins die Zudimmung einer din t vige zung, welche am meisten Aufsehen gemacht hat, war eine Ameri⸗
* n inn pou a zahl don Bischä. inctin. Tochter des Senators Clay, wegen ihret engelhaften
xhalten hauene — Schönheit. Schon Papst Gregor der Große hatte einst beim An⸗
Rußland. I zlic von“ jungen Angelsachsen, die auf dem Sclavenmarkt zu Rom

Petersburg, 26. Juni. Im Weißen Meere sieht, es feilgebbten wurden, von deren Engelsantlitz gerührt, beschlossen,
noch viel schlimmer aus, als man nach den bis gestern eingegange- Missionäre nach Btitanien zu schicken, weil solch ein Volk nicht
nen Berichten annahm. Die neuesten Telegramme aus Petersburg im der Nacht des Heidenthums derharren dürfe.“ Diese augel⸗
und Archangel behaupten, daß wenigstens 100 Fahrzeuge verun lächsische Schönheit scheint in Amerika zuweilen zu wahren Wun—
glückt seien und die Matrosen sich theils in trostloset Lage auf der derblumen sich zu entfalten. Selbst die Haiserin Eugenie,
Küste von Lappland, theils auf schwimmenden Eisfeldern befänden noch jetzt eine Schönheit, blieb einen Moment wie erstarrt stehen,
Zun en e ne an Load Sladlen bestatigt Sir A. Vuchs als süe duftig das zeizende Mädchen ereligte. Ihr Haar ist rein
Nan, der britische Botschafter am Hofe des Czaaren, diese trauri— wie aus Goldsaden desponnen. der Teint wie von weißen Rosen.
den Rachrichten und bemerkt. dak er die russische Regieruna um' die Augen braun.“

-ülfeleistung gebeten habe, doch stehe in Archangel leider nur ein
feines Dampfschiff zu Gebote. Lord Stanley hat daher die eng⸗
ischen Consuln in Kopenhagen, Stockholm und Petersburg sofort
beauftragt, fich mit den dortigen Regierungen in Verbindung zu
sehen, damit den Schiffbrüchigen alle mögliche Hilfe zugeschidt
werde und die Admiralut hat zwei Dawpffchiffen Befehl gegeben,
nverzüglich nach dem Weißen Meere abzugehen.
        <pb n="310" />
        Am kommenden Sonntag

den 7. Juli wird bei günsti—

ger Witterung eine Waldparthie mit

hiefiger Bergmusik, im Hochwalde auf den

sechs Eichen abgehalten, wozu höflichst
einladet J . 335
—SEvberbard.

Für gute Speisen und, Getrüike vird
bestens gesorgt werden.

—A A J
Pfälz. Schinken
1 bis 7 Pfund schwer.

Fritz Panzerbieter.

Herr Gustav Zix dahier hat zu ver⸗
miethen: 1. seine Scheuer in der Ober⸗
stadt, 2. sen Haus im Mühleneck und
3. eine schöne Wohnung in seinem Hause
an der Grubenstraße. J

Näheres im Geschäftsburegu:

Westphälinger.
Warnung. —

Ich ersuche hiermit Jedermann meinem
Sohne Johannes Luck, Bergmann,
weder etwas auf meinen Namen zu borgen
noch zu leihen, indem ich von houte an
keine Zahlung mehr für denselben mache.

Hasel den 3. Juli 1866..

Peter Luck.
— —
Auf dem
erloren Wege von
er neuen Schmelz
ber den Eisenbahn⸗
damm bis nach He⸗
ckendahlheim, wurde am ver⸗
flossenen Samstag ein weiß—
lederner Geldbeutel mit einem
Schlößchen, worin circa 14 fl.
bestehend in einem Zehngul⸗
denscheine, 2 Halbeguldenstü⸗
cken und das übrige in kleiner
Münze, von einem Schmelzar—
beiter verloren, und wird der
redliche Finder gebeten, solche
in der Redaction d. Bl. gegen
eine augemessene Belohnung
abzugeben.
Mein 3 stöckisches Wohn—
haus an der Hauptstraße gele⸗
gen, neben Serß Bleif und
Gebr. Dörr, nebst einem klei—
nen Gärtchen, ist aus freier
Hand zu verkaufen. Mehrere
Zahlungstermine werden ein⸗
geräumt.
Geora Kies.
Kiefernes Bauholz, in jeder belie⸗
zigen Länge und Dicke, sowie 88 bis
10 Klafter kiefern und birken
Klafterholz sind bei Unterzeichneiem zu
verkaufen. ———

Bal. Höh
Breitermühle.

Theater in St. Ingbert.
Dircktion von Auͤgust Schroth
Freitag den 8. Juli 1867.
Zehnte Vorstollung im I. Abo nnement.
Im Saale des Herrn Oberhaufer.
Der
Sonnwendhof,
Volksspiel in 53 Abtheilungen, von Dr.
Mosenthal (Verfasser der Deborah.)

Auf die Warnung des Hut—
F machers Jakob Gamber in
Landstuhl, daß derselbe für meine Toch—
ex Elisabetha Holzer keine Zahlung leiste,
o bemerke ich, daß ich stets in jeder Be—
siehung mich für dieselbe verbürge, sowie
auch bemerke, daß dieselbe gegen ihren
saubern Herrn Gemahl einen Eheschei⸗
dungs-Prozeß eingeleitet hat.
St. Ingbert den 28. Juni 1867
Bei Unterzeichnetem ist im zweiten Stock

seines Hauses im Mühleneck ein Zimmer

zu vermiethen, u. kann sogleich bezogen werden.
Eberhard.

8 bis 10 Meter schon abgerichtete
Pflastersteine billigst zu verkcaufen bei
Georg Hussong

in Neuhäusel.
Annone
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft
don Gehbr. Pfeifrer in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
Ans und Verkauf aller Arten Staats—
dapiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—⸗
ind industriellen Actien, Incasso von Cou—
»ons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.
PVrovision 1per mille ohne
iealiché sonfstige Spefen.
Civilstand der Stadt
Et. Ingbert.
Geboren wurden im Moͤnat
Juni 1867:
den 1. Carl Marimilian S. v. Friedrich
Lejeune,
Barbara T. v. Philipp Adam,
Philippina T. v. Philipp Leppla,
Heinrich S. v. Peter Behr,
Maria T. v. Nicolaus Betz,
Jakob S. d. Philipp Jung
douisa Margaretha T.v. Wil⸗
jelm Pfeilstücker,
Ludwig S. v. Christian Hohlweck,
Valentin S. b. Peter Schwarz,
Georg S. v. Georg Steinfelz,
Johann S. v. Joh. Feller,
Jakob S. v. Joh. Johann.
Elisabetha T. v. Margaretha Kopp,
Jofeph S. v. Peter Wack,
Sophia Carolina T. v. Heinrich
Becker,
Margaretha T. v. Joh. Kiefer,
Jakob S. v. Peter Georg,
Tarolina T. v. Ferd. Oberhauser,
Barbara T. v. Barbara Weis,
Iuob Ludwig S. v. Elisabetha
eß,

— —

—XT
*
——

3—

27. Maria D. w. Nicolaus Stolz,
27. Magdalena T. v. Peter Schmitt,
30. Jalob S. b. Nicolaus Pres
mann.
Gestorben sin d im Monate
Juni 186873
den 4. Jakob Ostheimer 64 J. alt,
Bäcke.
4. Maria 1 J. 8 M. alt, X. v.
Peter Würʒzʒʒʒ
„ 5. Adam 3 J. 11 M. alt S. v.
Joseph Haselmele..
Fakob 2 M. 'alt. S. w. Jalob
Brell,
Adam 1 J. 11 M. alt, S. v.
Peter KlosS
Margaretha 3 M. alt, T. v. Karl
Kuhn, * e 3
Bertha 8 M. alt, T. v. Friedrich
Birkelbach h *
Susanna Johannna 2 J. 3 M.
26 T. alt, T. v. Mathias Ro—
dermann,
Magdalena 6 J. 1 M. alt, T.
v. Jakob Bleift.
19. Jakob 5 T. alt S. v. Johann
Johann, 00
„21. Ludwig 7 M. alt, S. v. Mas
thias Salvamoser,
„24. Maria Jungfleisch 43 J. alt Ehe—
frau v. Georg Herz.
„ 28. Peter Wagner 82 J. alt, Berg⸗
mann.

Verehelicht haben sich im Monate
— Junils67
den 18. Juni. Peter Verner mit Lina

Uhl.
St. Ingbert, den 2. Juli 1863.
Das Bürgermeisteramt
GGhandon.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ v Sreise der
Stadt Zweibrücken vom 4. Juli.
Weizen 7 fl. 12 kr.“ Korn 6 fl. 4 fr.
Berste Zreihige, — fl. — kr. Gerste 4
eihige, — fl. — kri Spelz 4 fl. 40 kr.,
Spelzkern — fl. — tkr., Dinkel — fl.
— kr. Mischfrucht — f. — kr., Hafer
5 fl. 1 kr. Erbsen — fl. — kr. Widen
—fl. kr., Kartoffeln 1fl. 830 kr. Heu
fl. 12 kr. Stroh Ifl., tr per
Zentner. Weisbrod Iu Kilogr., 19 tr.
dornbrod 83 Kgr., 28 kri, ditio2 Kgr.
O kr., ditto 1Kgr. 10 kr. Gemischtbrod,
3 Kar. 33 kr, IPaar Weck, 7 Loth,
2kr., Rindfleisch, J. Qual. 18 kr.,2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel⸗
leisch 14 kr. Schweinefleisch 18 eac he
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter.
Butter 24 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 2. Juli.
Wei zen 7 fl. 59 kr., Korn 6 fl. 18 kr.
Spelzkern — fl. — tr., Spelz 53 fl
—A
ã6 kr., Erbsen — fl. — kr. Wicken 4 fl.
Itr., Linsen — J. — kr. per Zentner
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 15 kr. und 2Pfd
Weißbrod 16 kr.
Redaltion, Druck und Verlag von F. x. Demet in St. Ingbert.
        <pb n="311" />
        rtert

— —

—t
Der St. In g dart er Anzeig er! czuit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreinal: Dienstag, Donnersstag
Id S n siag. Abomementsbreis vierteliöhrig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Nauum berechnet.
Nro 80 eSasstag/ den 8. g3unnnn4867.
— — —— — —
—
Deutschland.

Mümchen, 2. Juli. Der Entwurf, des Programms für
die Feier der Vermählung Sr. Majestät des Königs am 12. Oct.
d. J. ist am vorigen Freitag in einer Berathung festgestellt wor⸗
den. an welcher die königl. Staatsminister des königl. Hauses und
des Aeußern, dann des Innern, sowie die Chefs aller Hofstaäbe
heilgenommen haben. Dieser Entwurf ist nun der Genehmigung
Sr. Maj. des Königs. unterbreitet.

Munchen, 3. Juli. König Ludwig J. reist nächstet Tage
von Salzburg aus incognito, unter dem Namen eines Grafen v.
Sstessart, nach Paris zum Besuche der Industrieausstellung. —
Graf Tauffkirchen wird sich am 6. ds. nach Petersburg auf sei⸗
nen Gesandten-Posten begeben.

München, 3. Juli. Der Abg. Fischer wird nächster
Tage auch das Referat über das Armengesez vollen
den. Dann werden die eie über sämmtliche Sozial
gesetze vorliegen. Es finden zwischen dem Abg. Fischer, als Re—
fereut über den Gesetzentwurf bezüglich der Ansässigmachung, und
dem Abg. Edel, Referent über die Gemeindeordnung, Konferenzen
ftatt, um einen Ausgleich der über wesentliche Punkte abweichen⸗
den Ansichten beider Referenten zu erzielen. Der Ausschuß wird
deßhalb vor Ende dieser Woche seine Sitzungen nicht fortsetzen
iuid dann zunächst der Gesetzentwurf bezüglich der Ansässig—
machung ꝛc. zur Berathung gelangen. Zuvor aber wird die
Schlußberathung,' resp. definitive Abstimmung über den Gesetz⸗
enswurf das Gewerbswejen betr.“, stattfinden, zu welchem Be—
hufe die deßfallsige Subkommission des Ausschusses den Gesetzent⸗
wurf nach den bisherigen Beschlüssen des Ausschusses neu redigirt
hat; die neue Redaktion gelangte bereits zur Vertheilung.
München, 3. Jus. Glaubwürdige Nachrichten aus Wien
melden, daß die Reise des Kaisers von Oesterreich nach Paris auf
uatbestimmte Zeit verschoben, aber keineswegs aufgegeben ist.
München, 8. Juli. Wie der „Landb.“ vernimmt, wird
der Sultan Abdul Aziz auf seiner Rückreise von Paris über
Wien nach Konstantinopel anch unsere Stadt besuchen, wo für ihn
und ein Gefolge von 90 Personen bereits im „Bayerischen Hofe“
das Abfteigequartier bestellt ist.

München, 4. Juli. Die „Bayer. Ztg.“ ergänzt ihre An⸗
gabe von der bevorstehenden Abrustung der Festung Landau da⸗
hin, daß die Abrüstung nur theilweise geschehen und Landauals
fester, sturmfreier Depotplatz erhalten werden soll.

Würzburg, 8. Juli. Am 22. Juli werden die Bischöfe
Bayerns hier eine Zusammenkunft haben, wie dies in den beiden
Voriahren in anderen Städten stattgefunden hatte.

Speyer, 4. Juli. (Landrathsverhandlungen.) In der
heutigen Sitzung beschloß der Landrath, auf den Vorschlag seines
Präsidenten, eine Glückwunsch-Adresse an den König, aus Anlaß
der Verlobung Sr. Majestät, zu richten und wählte die HH.
Prodecan Ney, Decan Wanzel und Dr. Jakob zur Entwerfung
derselben. In Bezug auf das Entlassungsgesuch des Hrn. Wan—
zel aus Rösselsbrunn beschloß die Bersammlung, durch Vermitte—
lung der k. Regierung nähere Erhebungen über die Gründe des—
selben zu erholen. Hr. Feldbausch erstattete sodann Bericht über
die Rechnungsergebnisse der Schullehrer-Pensionsanstalt im letzten
Jahre. Dieselbe hatte eine Einnahme von 88,867 fl. 46 kr.,
cine Ausgabe von 88,354 fl. 26 kr. (darunter eine Kapitalanlage
von 34,705 fl. und der Rückersatze eines von der k. Filialbank
Ludwigshafen erhaltenen Vorschusses von 7037 fl. 55 kr. Der
Vermögensstand der Anstalt betrug am 1. Octbr. 1866 163,991
fi. I3 kr.; Mehrung gegen das Vorjahr 6155 fl. 43 kr. Diese
Rechnuung wurde vom Landrath genehmigt. Sodann referirt das
Landrathsmitglied Hr. Lederle über den Stand des Marimilians—
getreidefonds; derselbe weist ein Vermögen von 151,027 fl. 47
ir. nach, gegen das Vorjahr um 6627 fl. 47 tr. mehr. Auch diese
Rechnung wurde von dem Landrathe genehmigt. Herr Rothhaas
braüchte hierauf einen Antraa ein. .die Vesteuerung des Tabaks—

baues betr.,“ welcher dem 5. Ausschusse zur Prüfung übergeben
wurde. Näch ste Sitzung Freitag den 5., Nachmittags 3 Uhr.

Dres den, 2. Juli. Der König ist gestern Abend hier
eingetroffen. Der Hof hat heute eine dreiwöchentliche Trauer für
den Kaiser Maximihan angelegt. — Bei Lugau stürzte gestern
ein 120 Ellentiefer Kohlenschacht zu ammen, wodurch über 200 Ar⸗
beiter verschüttet wurden, für deren Rettung wenig Hojf⸗
nung ist.

Berlin, 3. Juli. Die möglichen politischen Folgen der
dinrichtung Marximilians beschäftigen heute die Aufmerksamkeit fast
chen so sehr, als der Tag von Königgrätz. Allgemein hört man
Napoleon III. verdammen, und am häufigsten werden Betrachtun⸗
gen angestellt, über den Einfluß, welchen die mexicanische Kugel
auf die Beziehungen Oesterreichs zu Frankreich haben
könnte. Hört Franz Joseph auf die Stimme seines Volkes, so
wendet er sich von den gleißnerischen Verlockungen, die von der
Seine her auch an ihm versucht werden, ab und tritt ehrlich und
offen auf die Seite Deutschlands, womit dann auch der Frieden
gesichert wäre. — Nach der „Prov.-Corr.“ reist der König über⸗
morgen nach Ems ab. Ueber spätere Reiseplüne sind feste Be⸗
stimmungen noch nicht getroffen. Diese hängen von gar Man⸗
herlei ab; ich will aber gleich hinzufügen, daß in Regierungs—
kreisen von der Eventualität irgend welch kriegerischer Verwicklung
nicht im Entfernteften die Rede.ist, wohlberstanden für dieses Jahr.
Denn wozu Napoldon mit Hilfe seiner Presse für nächstes Jahr
sich drängen lassen will, das vermag heute noch Niemand vorher⸗
zufagen. — Der erste Artikel des pon Preußen der Zollconferenz
borgelegten neuen Vertragsentwurfes lautet: „Die
contrahirenden Theile setzen den behufs eines gemeinsamen Zoll⸗
und Handelssystems errichteten, auf dem Vertrage über die Fort⸗
dauer des Zoll und Handelsvereins vom 16. Mai 1865 beruͤhen⸗
den Verein bis zum letzten December 1877 fort. Bis dahin blei—
den die Zollvereinsverträge vom 22. und 30. März und 11. Mai
1833, vom 12. Mai uͤnd 10. December 1835, vom 2. Juni
1836, vom 8. Mai, 19. Oktober und 13. November 1841, vom
4. April 1858 und vom 16. Mai 18685 nebst den dazu gehöri⸗
gen Separatartikeln zwischen den contrahirenden Theilen ferner in
Kraft, soweit sie bisher noch in Kraft waren und nicht durch die
folgenden Artikel abgeändert sind. Mit diesen Beschränkungen und
vorbehaltlich der Verabredung im Art. 7 finden die Bestimmungen
der gedachten Verträge auch auf diejenigen zum norddeutschen
Bunde gehörenden Staaten und Gebietstheile Anwendung, welche
dem Zoll⸗ und Handelsverein noch nicht angehörten.“

Berlin, 3. Juli. Der »König hat den hannöverischen
Veieranen, welche den Feldzug von 1813 —15 mitgemacht haben,
30,000 Thlr. als Unterstützung gewährt.
Berlin, 3. Juli. Die Prov.Corresp.“ meldet: Ein die
Pensionirung der schleswig-holsteinischen Offiziere betreffender Ge⸗
setzentwurf ist bereits ausgearbeitet und wird dem nächsten Land—
tage unterbreitet werden.

Berlin, 4. Juli. Der Staatsanzeiger enthält folgende
Verordnungen: 1. betreffend die Einführung des preußischen Ci—
vilprozeßverfahrens in den neuen Landestheilen mit Ausnahme
vou Hannover, Frankfurt und Meisenheim; 2. betr. die Errich—
tung einer königl. Polizeiverwaltung in Frankfurt; 83. betr. die
Cinführung der Rübenzuckerbesteuerung in den Elbherzogthümern;
4. beir. die Aufhebung der Accise in Frankfurt als Staatssteuer.
— Gelegentlich der gestrigen Feier der Schlacht von Königgrätz
haben keine Ernennungen und Beförderungen stattgefunden. —
Rach der Kreuzzeutung gehen die Verhandlungen der Zollconferenz
dieser Woche zu Ende. Vasselbe Blatt bestätigt, daß die Aus—
veisungen der nordschleswig'schen Familien, deren Söhne sich
zurch die Flucht ihrer Militärpflicht entzogen haben, vorläufig
eingestellt seien.

Berlin, 4. Juli. Der Disciplinarhof verurtheilte Hrn.
Lasker zu 100 Thlr. Geldstrafe wegen außerhalb der Kammer
        <pb n="312" />
        jehaltener Reden, sprach denselben jedoch wegen der incriminirken
sammerreden auf Grund des Art. 84 der Verfassungsurkunde frei.

Pot,s dam, 8. Juli. Heute Morgen um 8. Uhr rafen
zier von Paris die Kronprinzen von Preußen und“ von Italien
ein. Mer' Letztere ist im hiesigen städtischen Schlosse abge—
tiegen.
Frankreich.

Paris, 2. Juli. Es haben folgende Ernennungen für
die Ehrenlegion stattgefunden. Aus Bayhern erhält Frhr. v. Lie—
dig das Commandeurkreuz; zu Offizieren der Ehrenlegion wurden
die Herrn Paul und Braun, zu Rittern derselben die Herren
Haindl, Otto Steinbeis v. Bruneberg, v. Creling und Faber er⸗
nannt. Aus Württemberg das Ritterkreuz die Herren Fehling Leins,
Senft, Staub und Schmitt; von Schweizern wurden Dietz aus
Basel mit dem Offtzierkreuze, Turban und Metz von Freiburg
nit dem Ritterkreuze decorirt.

Paris, 3. Juli. Unter den Ernennungen zur Ehrenlegion
inden wir: zum Großoffizier: Herzog von Rauibor, zu Offizieren
Herzog, Krupp, Hoffmann, Koch und Dode; zu Rittern: Kar—
narsch, Maurice, Wiesner, Günther, Borsig, Kuffer, Pflaume,
Siemens, Blume, Faucher, Hoesch, Zimmermann, Vippe Gruson
und Major v. Burg.

Paris, 3. Juli. Die Prefse sagt, der Tod Maximilians
ei offiziell bestätigt, Fürst Metiernich habe 1 Uhr die Nachricht

davon nach den Tuilerien gebracht. Der Hof werde während 21

Tagen Trauer anlegen. Es scheint sicher daß der Kaiser von

DOesterreich nicht nach Paris kommen wird. D

— Italien.

Turän, 28. Juni. Eine Million dreihunderkacht—

zehn tausendsiebenhundertundacht Franken im

verflossewmen Jahr von den Verrechnern verun—

reute Staatsgelder! Hier hat man in einem einzigen

Satz ein Bild der innern Verwaltungszustände Italiens. UÜnd

es ist nicht eine unzuverlässige Quelle, der wir dies entnehmen,

ondern der Bericht der Oberrechnungskammer an das Parlameni
iber die Finanzverwaltung im Jahr 1866, der dieses Ergebniß
ausspricht. Würden wir diese Angabe anderswo gefunden haben,
vir hätten nicht gezaudert, sie als Erfindung, als Verleumdung
zu erklären. So ist es eine Thatsache, die an erschreckender Wahr⸗
heit noch zunimmt, wenn man den Zusatz der Oberrechnuugskam⸗
mer liest: „daß der größte Theil dieser Veruntreuungen wahr—
cheinlich hätte verhütet werden können; wenn die mit der Ueba—
vachung der öffentlichen Kassen beauftragten Inspectoren ihrem

Amt mit größerm Fleiß nachgekommen waären, und die Admini—
tration strenger darüber gewacht hätte, daß in der Regel keine
Zzrößere Summe in den Kassen verbleibe, als die Summe der ge⸗
eisteten Caution ansmacht. Wir hätten es also hier mit zwei
Kategorien von Schuldigen zu thun, mit den eigentlichen Dieben
— den Kassenbeamten — und den Begünstigern derfelben, den
aumseligen und dienstvergessenen Inspecioren; denn dem Sprich⸗
vort zufolge ist derjenige, welcher den Sack hält, so gut Dieb
ald der, welcher zugreeift, und da die gestohlenen 1,318,708 Fr.
sich auf 110 Kassendiebe vertheilen. so hälten wir auch 110
Diebsbeschützer.

Rom, 2. Juli. 450 Bischöfe und Prälaten haben dem
Papst eine Adresse überreicht In derselben versprechen sie ihm
vollständigen Gehorsam. Der Papst antwortete auf diese Adresse:
er habe immer Italien geliebt und hoffe, daß der Himmel, in
dessen Hand die Schichsale Italiens liegen, das gemeinsame Va—
erland vor dem moralischen und religiösen Untergang bewahren
werde.

Florenz, 2. Juli. Die Deputirtenkammer hat heute die
Artikel des Handelsvertrages mit Oesterreich angenommen. —
Die Commission, welche mit der Untersuchuug der Lage von Pa⸗
ermo beauftragt worden war, hat ihren Bericht eingebracht.

Florenz, 83. Juli. Der Finanzminister hat seine Ent⸗
lassung verlangt und erhalten; als sein muthmaßlicher Nachfolger
vird Hr. Coretera bezeichnet.
Dänemark.

Kopenhagen, 4. Juli. In der gestrigen Sitzung des
Folkethings wurde ein von 80 Mitgliedern verschiedener Frac—
tionen unterzeichneter Entwurf einer Adresse an den König einge—
hracht, in der im Anschluß an die Worte der Thronrede bezügüch
der von Seite Preußens noch nicht erfolgten Rückgabe Nord⸗
schleswigs gesagt ist: der Reichstag wolle den nordschleswig'
ichen Brüdern die vollste Theilnahme und zugleich das feste Ber—
trauen aussprechen, daß der Artikel V des Prager Friedens eine
Ausführung erhalten werde, durch welche eine wirtliche Trennung
zwischen Deutsch und Dänisch hergestellt und der Grund zu einer
vahren Freundschaft zwischen Deutschland und Dänemark gelegt
verde.

J Amerika.
New-Yorhk, 1. Juli. Mach Berichten aus M exiceo
jaben die Republikaner nunmehr auch die Hauptstadt Mexico besetzt.
Reo de Janeiro, 22. Mai. Folgendes sind die
Zrundzüge der Vorlage, welche wegen Absch affung-der
Sclavere si den Kammern gemacht werden soll. Die Sclaverei
oll 1) nach 33 Jahren ganz und gar aufhören; 2) der Staqat
nach Ablauf dieser Zeit die Besitzer von Sclaven entschädigen;
3) alle Kinder, welche von Sclavinnen nach Veröffentlichung des
Besetzes geboren werden, follen frei sein; 4) Kinder, die im Hause
)es Herrn ihrer Muter erzogen werden, sind verpflichtet, dem—
elben 20 Jahre ohne Geldentschädigung zu dienen und sollen
päter gegen Zahlung eines bestimmten Lohnes zur Arbeit ver—
yflichtet sein; 5) ein Emancipationscomite wird in jedem Districke
ie Ausführung des Gesetzes überwachen; 6) zum Freikauf von
Sclaven soll jährlich ein bestimmter Fonds ausgeworfen werden

Der Tod des Kaisers von Mexiko.“
Kaum sind sie noch verrauscht die Ballfeste und sonstigen
Feierlichkeiten, die der Dezemberkaiser den Potentaͤten von Rußland
und Preußen, veranstaltete noch weilt der Herrscher der Moslems
an den festlich geschmückten Ufern der Seine und seine kaiserlich
vnigliche Majestät, der Kaiser von Oesterreich, will' sich
eben aufmachen, seinem Besieger in Paris einen Besuch abzu—
sttatten, um sich dabei wohlfeile Lebehochs zu holen, welche ihm
nitleidig das französische Volk im Gefühle seiner Siege vom
Jahre 1859 spenden wird. Da fällt drüben über dem Weltmeer
ein Schuß und der Bruder des Kaisers von Oesterreich,
der Schwager des Königs der Belgier hat aufgehört zu
leben; Max von Oesterreich hat das Ende gefunden, das ihm von
Anfang an, von allen Einsichtigen prophezeit war, nachdem er sich
durch die Künste und Lockungen Louis Nopoleons zur Usurpation
der Herrschaft über Mexico hat verleiten lassen. Es war nicht
der schlechteste der Söhne vom Hause Habsburg dieser Erzherzog
Marx, der, nachdem erst die unglückliche Erzherzogin Mathilde die
Fönigskrönung zu Ofen durch ihren Tod getrübt, jetzt durch sein Schick—
sal die Kaiserreife nach Paris vorläufig sistiren macht, er war noch
der liberalsten einer gewesen aus diesem Jürstenhause. Aber
der Machtkitzel steckte auch in ihm, auch er glaubte sich schon
durch die Geburt zum Herrscher bestunmt und so zog er
denn 'nach Mexico, um mit Hülfe fremder Söldner eimen
Thron sich aufzurichten bei einem Volke, das nichts von
hmm wissen wollte, denn nur die Ultramontanen und die
nilitärischen Stellenjäger hielten zu ihm. Der Kern des Volkes
hielt zu der rechtmäßigen Regierung des Landes zu dem Präsi⸗
denten der Republikt, Benito Juarez. Und als der neue Kaiser
»on Meriko dies sah, als ihm die Augen aufgingen über die
Komödie die man mit ihm gespielt, als man ihm im Namen des
Landes die Kaiserkrone anbot — da warf er nicht die Krone,
den goldenen Scepter von sich, sondern er decretirte kalten Blutes
den Tod allen denjenigen die nicht ihm, dem Usurpator, unter⸗
hänig sein wollten, und hunderte von charachterfesten, freien Me—
rikanern, Generale wie Soldaten wurden auf sein Geheiß nieder—
Jemetzelt. Doch sieh: das Blatt wandte sich. Auf die Drohung
der mächtigen Nachbarrepublik hin verließ ihn der Verbündete, der
hn in die Falle gelockt und ohne Rückhalt im Volk, das er zu
heherrschen sich erkühnt, kommt der „Kaiser von Mexiko“ nach
venigen Monden vor das Kriegsgericht dessen, den er für vogel⸗
rei erklärt hatte, vor den rechtmäßigen Regenten der Republik
Meriko, dessen Generale und Offiziere er hatte niederschießen lassen.
Und die nun über ihn zu Gericht sitzen, wägen den Mann nach
einen Thaten, fragen Richts nach dem Firlefanz von hoher Ge—
urt und Gesalbtem Haupt, für sie ist der Erherzog Max ein
Fremdling der sie mit Krieg überzog, ihr Geld raubte, ihre Väter
Brüder und Söhne tödtete wider alles Recht, blos vermöge einer
uingemaßten Gewalt. Auf solchen Thaten steht überall und allent—
jalben der Tod, der denn auch nach Gesetz und Recht dem Usur⸗
pator wurde. — Oder ist es nicht so? Hätte der Fürstensohn,
weil er eben dies war, frei ausgehen sollen trotz seiner Gewalt—
thaten? Gewiß nicht. Wir koönnen es bedauern, daß dieser ur—
sprünglich nicht unedel angelegte Mann so enden mußte, doppelt
bedauern, daß der Ex⸗Kaiser von Mexiko eigentlich für einen An—
dern, der die Hauptschuld trägt, bluten mußte; aber wir können
einen Stein werfen auf die, welche das Todesurtheil gefällt. Sie
jaben geurtheilt nach Recht und Gesetz und nach der Pflicht,
velche sie beschworen, ihr Vaterland zu schützen, nach dem Recht
ind den Satzungen, wie sie die Fürfsten selbst stets unbarmherzig
zjeübt. Und mit diesem Urtheilsspruch und feinem Vollzug hat
»as Volk von Merico seine Souveränität gewahrt, gegenüber allen
froberungsgelüsten fremder Abenteurer; es ließ sich nicht hinreißen
von der falschen, romantischen Sentimentalität der Europäer, die
emselben Herrscher, der sie und ihre Freiheit mit Füßen getreten
        <pb n="313" />
        geblendet von dem ujurpirien Glanz, vor der auf ihre Kosten her—⸗
Feflellten Pracht, zujubeln, Ja, sie ist mehr diese That:mag
Zan sie von einer Seite für unpolitisch halten, weil fast fämmt—
liche Großmächte sich für den deutschen Fürstensohn bei dem Volke
son Mexiko verwandt hatten, mag man sie vom Standpunkte der
reinen Humanität aus tadeln, wie viele Maͤnner des Volkes, und
auch wir, jeden politischen Mord prinzipiell verdammen: uns
cheint fie ein Menetekel, mit blutiger Schrift geschrieben für alle
herrrscher und Fürsten, daß jeder Rechenschaft geben muß, für
das Blut, das er unrechtmäßig vergoßen; und besonders mag
vpohl der Belsazar an der Seine nach den durchschwelgten
Fesinächten schreckensbleich hinstarren über den Ocean, und der
Stunde gedenken, wo das Volk von Frankreich Rechenschaft fordert.
Vermischtes.
pKaiserslautern, 29. Juni. Das k. Consistorium und
die von demselben nach dem Beschluß der letzten Generalsynode bei⸗
Jezogenen Vertrauensmaͤnner haben sich mit dem hiesigen Pres⸗
yierium in einer am letzten Mittwoch dahier stattgefundenen
Herathung proviforisch dahin vereinbart, daß das von Hrn. Horn⸗
hderger in Mannheim entworfene Beld „Die Vereinigung
»om Jahre 1818“ darstellend, in carrarischem Marmor aus—
geführt und in der Stiftskirche an einer Seitenwand des Chors,
Fegenüber dem Haupteingang, aufgestellt werde. Die Kosten hie⸗

i konnen sich wohl auf 8—9000 fl. belaufen. 4

München, 2. Juli. WVergangene Woche wurde in einem
Hause der Vorstadt wieder eine Baarschaft von 7400 fl., von
son dem im vergangenen Winter an, General v. Heß verübten
Diebstahl herrührend und meist in Goldbestehend, ausgegraben.
Ziwei der in der Frohnfeste verhafteten Diebe hatten“ einen Ge—
ngnißwärtergehilfen gewonnen. der mit ihnen gemeinschaftliche
Zache machte, aber dann von andern Bewohnern der Frohnveste
»errathen wurde. (K. f. N.) 44

FDresden, 4. Juli. Der Durchbruch zun dem Luͤgäuer
Schacht, in welchem 200 Bergleute vrrschüttet sind, ist vollendet,
in mit Lebensmitteln persehener Steiger ist in denselben inge⸗
fahren. *.

Kolu, 3. Juli. Ein Duell hat gestern in der Frühe
nuf dem Infanterie-Schießplatze. am Gremberg hinter Deutz statt⸗
jefunden. Lieutenant Koch vom Ostpr. Füs.⸗Regmt. Nr. 33 fiel
zeim ersten Schusse, von seinem Gegner, einem Adjutanten vom
3. Rhein. Inf.“Regint. Nr. 65, ins Herz getroffen. Die Köln.
Ztg.“ bringt bereils die Todesanzeige des Gefallenen. *5

fDer Redacteut der „Sängerhalle“ Heinrich Pfeil, schlägt
vor, in diesem Jahre und zwar am 21. Juli eine gemeinsame
Frinnerungsfeier an das erste deutsche (Dresdner) Bundes-
Jesangfest dadurch zu begehen, daß jeder Verein sein Festheft zur
dand nimmt, daraus die Lieder jener Tage singt, Abends Schlag
10 Uhzr Mendelsohns unvergängliches Lied „Wer hat dich, du
schöner Wald“ erklingen läßt und eine Beisteuer fammelt für jes
jen Mann des Volks, der verbannt auf fremder Erde lebt —
Ferdinand Freiligrath. —

p Im sog. Eichenthal bei Heringen (pr. Sachsen) wurde
am 22. der Kopf eines etwa 20jähr. Mädchens, kurz vom Hals
ibgeschnitten und mit Blut besudelt, aufgefunden; sicher liegt ein
abscheuͤliches Verbrechen vor.

Rach dem „Volksfreund' wurde am 24. Juni ini Late⸗
zau zu Rom ein Mdann verhaftet, der ein Attentat auf Pius IX
zeabsichtigt haben soll. J

'In Gera ist ein Mann dadurch verunglückt, daß er sich
in die Reifen der Krinoline eines vor ihm gehenden Mädchens
derwickelte, fiel, den Arm brach und in Folge eingetretenen Bran⸗
des starb.

7 Der große Berliner Handwerkerverein hat
bei der Weltaͤusstellung die große goldene Medaille erhalten.

fHamburg , 28. Juni. Hier anwesende Mitglieder der
ehemaligen hannoverschen Armee wollten durch öffentliche Festlich—
ichkeiten den gestrigen Jahrestag der Schlacht von Langensalza
feiern. Die hiesigen Blätter wiesen jedoch die bezügliche Einla—
dungs⸗ Annonce zurück, und der Polizeihert Senatot Dr. Petersen,
»erweigerte dem Festcomite die Erlaubniß zur Abhaltung einer
»emonsirutiven Feier. Die Betreffenden veranstalteten darauf
einen Privatball.

Bern, 28. Juni. An dem eidgenössischen Turnfeste, das
ietzten Sonntag in Genf begonnen hat und gestern endete, haben
ich ca. 500 Turner betheiligt. Unter den Fahnen der Turner
ah man auch diejenige von Mühlhausen, der Schweizerturner in
Paris und eine ungarische Turnerfahne in Pesth. Bellinzona
vurde als nächster Festort gewählt.

p Im nördlichen Schweden z. B. in Vesterbotten, sieht es
ehr traurig aus. So berichtet ein dort wohnender Prediger,
velcher 6713 Jahr alt ist, nund noch nie eine so große Noth ge⸗
ehen und gehört hat, daß Kinder und Erwachsene zu Dutzende

bettlägexig sind, und als Nahrung die Rinde der Föhrenhölzer
nauen.? Andere, welche noch im Besitz von Milch sind, kochen
ieselben mit Baumrindenmehl und Grassamen zu einem Gericht
usammen.—

7 In Pergine waurde ein in einer Winkelschenke übernach⸗
ender italienischer Arzt durch eine von dem Wirthe um den Preis
on 30 fl. gedungene liederliche Dirne mit einem Dolche lebensge⸗
ährlich berwundet, durch den Wirth — nachdem ihm die Augen
usgesiochen — dann vollends getödtet und in Stücke zerschnitten;
dirne und Wirthsfamilie wurden am⸗ 24. gefänglich in Trien
ingebracht —E

Bei der Stadt Marion in Ohio sind mehrere menschliche Sce⸗
ette ausgegraben worden, die einer ausgestorbenen Race anzugehören
cheinen. Die der Frauen sind größer als die meisten unserer
heutigen Männer, und die der Männer deuten auf eine Höhe von
7 bis 8 Fuß.

— 5 Unter den verschiedenen Projecten, Amerika mit allen Thei—
len der Erde in telegraphische Verbindung zu bringen, ist folgen⸗
»es;fast zur Reife gediehen. Es ist dies eine telegraphische Ver—
hindung von Florida nach Cuba und von da über verschiedene
Inseln Westindiens nach Cap St. Roque in Südamerika. Von
Fier aus soll über das Cap der Grünen Inseln die Linie nach
er Küste Afrika's ausgedehnt werden, dann längs der Küste und
die Canarischen Inseln berührend, nach Cadix.

14 In der Kapftadt sind durch den Einfluß der Englän—
der die Preise dermassen gestiegen, daß man mit 10,000 pr. Thl.
aum eine einfache bürgerliche Haushaltung führen kann; bei dem
Mangel an Arbeitern muß Alles von Außen herangeschafft werden;
Eier kosten 10.Sgr., ein Blumenkohlkopf 1Thlr., ein Hahn
2, Thlri, eine Weintraube 10 Sgr.

Landwirthschaftliches.

S“chädlichkeit des schimmeligen Futters. Nichts
virkk schädlicher und nachtheiliger auf die Gesundheit aller unserer
dausthiere, als die Fütterung von schimmeligem Futter. Es ver⸗
inlaßt zunächst Kohit und Unverdaulichkeit mit Auf⸗
reibung des Unterleibes und Abgang dünnflüssiger Excremente, in
veiterer Steigeung Entzündung und Brand und da—
zurch häufig den Tod. AÄuch treten oft noch nebenbei Krämpfe
ind lähmungartige Zustäüde hervor, ähnlich, wie man sie bei
charfen Giften bemerkt. Schimmeliges Futter bei trächtigen Thie—
en gefüttert, exzeugt sehr gerne Fehlgeburten. Wie oft
ommtses aber noch vor, daß der Landwirth seinem Vieh solche
chimmelige Nahrungsmittel gibt, ohne an eben angegebene unan—
jenehme und gefährliche Folgen zu denken, oder füttert manchmal
futter bei seinen Thieren, welches schimmelig ist, ohne daß er's
—
iern derselben bildet, wie z. B. bei starkstengeligen hohlen oder
orösen Pflanzen, sowie auch bei schlechtgepreßten Oelkuchen ꝛc.
Schimmelige Oelkuchen wirken bei Wiederkauern schon in gewöhn⸗
icher Gabe gegeben, nachtheilig, ja oft tödtlich auf dieselben ein.
In neuerer Zeit sollen Fälle vorgekommen sein, wo schimmeliges

eun und schimmeliges Brod, Pferden gegeben, sehr schnell den

'od herbeigeführt hat. Es ist daher eine unerläßliche Sache des
dandwirthes, dafür: Sorge zu tragen, daß keine Schimmelbildung
zei seinen Futtermitteln vorkommt. Diese Schimmelbildung wird

im Besten verhindert durch trockene Aufbewahrung der Futtermittel,
oder durch gänzliche Abhaltung oder auch vollkommene Zufuhr der

ruft auf dieselben. Sehr kehlerhaft ist es, das Heu oder Futter⸗

troh auf schlecht gedeckten Stallungen (wie es noch so häufig vor—
omint) aufzubewahren, indem solches Futter nicht allein schimmelt,
ondern sogar fault.

Veränderung des Mehls durch die Einwirkung der
ZSonne. Häufig kommt es vor, daß man aus Waizen- oder
stoggenmehl, troß aller Sorgfalt beim Backen doch keine schöne
Badwaare erhäli, wobei man dem Mehle sogleich eine Fälschung
zuerkennt. Man läßt es untersuchen, findet aber weder mikrosko⸗
hisch noch chemisch eine Verfälschung. Solches Mehl bekommt der
Müller oder Verkäufer wieder zugeschickt, weil es fast unbrauchbar
st. Der Müller sagt, es hat sich beim Mahlen auf den Steinen
rhitzt, und der Verkäufer gibt dem Umstande die Schuld, daß
heim Transporte die Sonne auf die Mehlsäcke geschienen haben
nüsse. Man hat schon viele Versuche angestellt und hat gefunden,
daß das Mehl die Einwirkung der Sonnenstrahlen
nicht vertragen kann, selbst wenn dieselben auch nicht
direct darauf fallen. Sobald die Sonnenstrahlen auf das Mehl
ainwirken, geht dieselbe Veränderung des Klebers vor, wie auch
»eim Mahlen der Frucht, wenn das Mühlwerk zu schnell geht und
die Mahisteine sich erhitzen. Aus diesem Grunde wäre zu empfeh⸗
en, den Transport des Mehles womöglich bei kühleu Tagen
der Nachts vorzunehmen, sowie das Mehl an einem kühlen
nicht aber an einem von den Sonnenstrahlen betroffenen) Orte
rufzubewahren.
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Theater in St. Ingbert.
Direktion von August Schroth.
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Elfto Vorstollung im J. Abonnement

Im Saale des Herrn Oberhauser.
Wihelm Tell
Die Befreiung der Schweiz.
Großes Schauspiel in 5 Acten von
Friedrich Schiller.
Sonntag den 7. Juli Nachmittags
383Uhr.
IL. Linder-Vorstellunzsz.
— Das
Versprechen Hinter“m Heerd,
oder:;:
Dor Berliner aus denm Alpen.
Alpenscene mit Gesang und Tanz in
2 Acten.
Vorher:;: —
Die lustig, lebendig⸗todten
Eheleute,

oder:t

Spektakel über Spektakel.
Lustspiel in einem Akt von Blum.

oder:;

— — erC — —
Montag den 8. Juli.
(Auf Vieles Verlangen)
Philippine Welser
Die
Krone der deutsehen Frauen.
Historisches Schauspiel in 5. Acten von
Oskar von Redwitz.
7 Auf dem
derlarei u von
der neuen Schmelz
über den Eisenbahn—
damm bis nach He—
ckendahlheim, wurde am vor⸗
letzten Samstag ein weiß—
lederuer Geldbeutel mit einem
Schlößchen, worin cirea 14 fl.
bestehend in einem Zehngul⸗
denscheine, 2 Halbeguldenstü⸗
cken und das übrige in kleiner
Münze, von einem Schmelzar—⸗
beiter verloren, und wird der
redliche Finder gebeten, solche
in der Redaction d. Bl. gegen
eine angemesfene Belohnuͤng
abzugeben. I
Warnung.
Ich ersuche hiermit Jedermann meinem
Sohne Johannes Luck, Bergmann,
weder etwas auf meinen Namen zu borgen
noch zu leihen, indem ich von heute an
keine Zahlung mehr für denselben mache.
Hasel«den 3. Juli 1867.
Peter Luck.

Zwei tüchtige Schreiuergesellen
finden gegen guten Lohn sofort Beschäfti—
gung bii 53
5Johann Weiß
auf der Schnappbach.
8 bis 10 Meter schon abgerichete
Pflastersteine billigst zu verlanfen boi
Georg Hussong
in. Neuhäusesl.
In meinem Haͤuse ist ein schönes Jim—
mer mit oder ohne Möbel zu jeder Stun—
de zu vermiethen...
Auch köunen mehrexe Abeitsleute Schlaf—
stätte bekommen. 4
Franz Huber.
Am kommenden Sountag
. den 7. Juli wird bei günsti—
zer Witterung eine Waldparthie mit
hiesiger Bergmusik, im Hochwalde auf den
sechs Eichen abgehalten, wozu höflichft
einladet. J —
Eberhard.
Für gute Speisen, und Getränke wird
bestens gesorgt werden.
Niefernes Baubolz, in icder besse⸗
bigen Länge und Dicke, sowie 838 bis
10 Klafter kiefern und birken
Klafterholz sind bei Unterzeichnetem zu
verkaufen. 7
Breitermuhle.
Mein 3 stöckisches Wohn—
haus an der Hauptstraße gele⸗
gen, neben Georg Bleif und
Gebr. Dörr, nebst einem klei⸗
nen Gärtchen, ist aus freier
Hand zu verkaufen. Mehrere
Zahlungstermine werden ein⸗
geräumt. —
Georg Kiel.
y —
Bankre und Wechsel⸗Geschäft
von Gebr. Pfei fler in Frankfurt a. M.
Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
Ans rund Verkauf aller Arten Staats—
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗ Vank—
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
pons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
sicherung prompter. und reeller Bedienung.
Provision 1 per mills ohne“
—irealiche sonstige Spesen.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch-2c. Preise der
Stadt Hom burg vom 83. Juli.
Weizen 7 fl. 58 kr. — 6 fl. — kr.
Spelz — fl. — kr., Gerstͤ, — Zreihige, — fl.
— kr. Mischfrucht — fi —kr Hafer
5 fl. 7 tr., Erbsen —fl. — kr.- Kartof⸗
jeln wil. 80 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgri,
27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
9 fr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Quul.
14 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
—O—
per Pfd

— — — — — — —— —
Frankfurter Borse
Geldsorten
vom 4. Juli 1863.
Preußische Kassenscheine. ., 145-451.
Preußische Friedrichsddor ..9374858
histeien7.*. f. 3
dolländische 10 fl.eStücke 930—528
Ducaten .. . 5 33 -85
20Francs⸗-Stücke ...228-29
Englische Souvereings.11 32-36
Bold per Zollfund feiin .. — —
H ochhal tiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 227—228
Redaltion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inghert.
        <pb n="315" />
        54 VV — ι α 3 —A — 2* —8 ——
—X — ß — - 2 —
* er er ⸗ n ?c0 J.
— I n —R J D B ———
JO 6— 8 — 2 —A ———
— Ap e 7*
— nus G νι een uee ecen 358 24 2 —
Der „Stt. Inggbeerien Amg eritge xe. mit jeinem ¶Untexhaltungsblatte erscheint wͤchemlich drcimal: Die nstag, Domnersag
S ams ag. Abounementsͤpreis vierteliührig As Krzr. Anzeigen erden mit ß. Kzr die dreispaltige DZoile Blattichrist: oder deren
—D Raum bexechneft. n t
Nro.“ 81. ne sn etz e tele ar A Diens tag⸗ den P. Juli —D——— 1867
. rde e ι ν J,
i — D —— Deu tichland. ν—
München', 8. Imti, Die von der Kriegslasten⸗Ausglei⸗
hungs⸗Commission bis Ende Juni d. J. zur Auszahlung ange⸗
viesenen Entschädigungssummen für Leistungen aller Art an ver⸗
undete und feinduͤche Truppen. wie für die durch Kriegsoperatio—
nen herbeigeführten Beschaädigungen an beweglichem und unbeweg
lichem Eigenthume entziffern im Ganzen den Betrag von 83,3545/638 fl.
verldeilen sich auf die, einzelnen Kreise des Königreiches, wie
solgt? Oberbayern 17 fl. Niederbayern 17 fl Pfalz 5341 fl.
Oberpfalz 17,787 fl., Oberfranken 483,470 fl., Mittelfranken
19,870 fich Unterfranlken 2,990,030 fl.,Schwaben 80984 fl.
Die Prüfung und Festsetzung der Ansprüche an die Kriegslasten⸗
Ausgieichungskasse für den Kreis Oberfranken wurde am 1. Juli
. J. zu Ende veführt, und ift deßhalb die Kriegslasten⸗Ausglei⸗
hungs⸗ Commission am 2. d. M. nach Muürnberg übergesiedell
München. 8. Juli. Prinz Ludwig von Orleans, Herzog
hon Remours, zweiter Sohnwes verstorbenen Königs“ Lonis
Philipp von Frankreich weitt augenblidlich in unserer? Stadt
Feifelbe war gestern vom Prinzen Adalbert, gegenwärtig in Nym⸗
phenburg, zur Tafel gezogen.
München, 5.“ Jult. NKoönig Ludwig R.rist gestern! über
Anterpeissenberg nach Hohenschwangau gereist. um daselbst Behufs
eines Besuches der Königin Mutter und der Begrüßung der gleich⸗
falls dort eintreffenden Verwandten aus Hessen (deß Prinzen Karl
ind der Prinzessin Ehsabeth, Schwester der — ———
3 bis 4 Tage zu verweilen. Alsbald nach der Rückkehr des
dönigs wird inMünchen der neue Gesandte der Schweiz!in
Audienz empfangen werden. Der Koͤnig hat den Prinzen“ Otto
zeauftragt fich nach Salzburg zu begeben und dem Kaiser von
Desterreich unter Ueberreichung eines eigenhändigenSchreibens
Sr. Majestät aus Anlaß des Todes des Kaifers Maximilian zu
ondoliren. — cDder Staatsminifter des Innern für Kirchen und
—A Hr.'v. Gresser, ist von Paris hierher zu—
ückgekehrt und hat die Leitung des Kultusministeriums wieder
sbernommen · —Der Generallieutenant und Vorstand der Mili ⸗
är⸗ Rechnungskammer arnd Fonds⸗Commission, Hr.“ v. Hagens,
st in einem Alter von 65 VJahren gestern gestorben. g8u·: Wien
hait am 32 d. M.“ der Austausch der Ratificalionen des bayerisch⸗
sterreichischen Staatsvettrags über den Bauder Neumarkt⸗ Brau—
nauer Eifenbahn stattgefunden. ———— F
Manchen, 653. Juli. Nach der Augsb.“Abdz. hat ber
Zocialausschuß eine: Besprecheng gehalten. Weil weder der Re⸗
serent noch ein Vertreter der Staatsregierung anwesend war, so
onnie die Schlußabstimmung über den Gesetzesentwurf nicht statt—
inden. Auch die Discussion über die Differenzen zwischen dem
kveleschen und⸗ dem Fischer'schen Referat ·be üglich Gemeindebürger
ind Heimathrecht und Gemeindeangehörigkeit führte nicht zu einem
Beschlusse. Nächsten Montag beginnt nun die Berathung der
Besetzesentwürfe über Ansässigmachung und Verehelichung, Hei⸗
malh und Aufenthalt auf Grund des Fischer'schen Referates. —
Heuie hatin Salzburg eine Conferenz vonbaherischen und öster⸗
reichischen Eisenbahnbeamten zum Zwecke der! Herstellung eines
geregelien Tranzportes füt den unzweifelhaft mach der Exrnte
wieder eintretenden Fall eines⸗ groͤßen und nachtheikligen Getreide⸗
verkehrs von Ungarn nach Westeuropa stattgefunden. Nächsten
Mittwoch wird das Infanterie⸗Leibregiment eine Gedenkfeier des
Jahrestagsder Wlutigen Gefechte bei. Kissingen und. Nüdlingen
oeranstalten.
Spieyer, 5. Juli. (Drittæe Sitzung des Land-
at heiß der Pfialz, Nachmittags 8 Ahr.)“ Der“Präsident
iegte eine durchk. Regiernng übermiktelte Bitte des Pensions-
dereins für die Relicten der Einnehmer der Pfalz um ·eine jähr⸗
iche Unterstütziumg qus Kreisfonds vor, welche dem F.Ausschusse
ur Prüfung überwiesen wurde. Hierauf verlas Herr Ney den
Fntwurf dew an Se.k. Majestät zu richtenden Adresse bezüg
lich Allerhöchftderen Verlobung, welche lautet: Allerdurchlauchtig
ster, Großmächtigsiler König, Allergnädigster König und Herr

—
7

2 *
Bon Ew. b. Majestät allergnüdigst /berufen, sind wir, die allex⸗
interthünigst unterzeichneten Mitglieder des pfalzischen Landrathes,

n diesen Tagen zu den ams gesetzlich abtiegenden ⸗ Verhandlungen
usammeungetreten.Indezm wir beim Beginne unsererx. Axheiten
uif die bedeutsamsten Gvreignisse des vergangenen Jahres zurück⸗
ücken, ritl uns ein Ereiguiß ontgegen. das für das künftige
debensglück nnseres geliebten: Pfalzgrafen vou der höchsten ; Bedeur
ung ist, nämkich die Veriobuug Ew. k. Majestüt mit J. H. der
— D — Bayern. Von der inni⸗
jen Ueberzeugung durchdrungen. daß nach Gottes weiser Ordnung
zas schönsie und dauerndste Glück wie für alle Menschen so auch
ür die gekrönten Hüupter am besten in einem durch Gottesfurcht
diebe und Treue Heheilegten Familienleben gedeiht,n, und daß ein
vlches Familienleben auch die gesegneiste Pflanzschule zur Foͤrde⸗
euung der allgemeinen: Wohlfahrt uist, bPringen wir⸗Ew.'k. Maj.
u Kllerhöchst ihrer Verlobung unsere ebenso:innigen als ehrerbie⸗
igen Glückwünsche dar, und bitten den, ewigen Lenfer aller mensch⸗
ichen Schichsale, daß er, die Verlobung Ew. k. Majestät zu einer
jeichen Queliedes Segens für Ewnt. Maj. für, Allerhoͤchstdero
önigl. Haus uund für unser ganzes Vaterland wexden lasse. Mit
ziesen aufrichtigen / Segenswünschen verbinden wir die erneuerte
Bersicherung unserer Trene und, Ehrerbietung und perharren Ew.
t. Maj. ⁊c.“ Diese Adresse wurde vom Landrathe genebmigt
und deren Absendung beschlossen.
*Franmkemthale8. Juli 1867. Da die bisherigen Berathun⸗
des Sozialgesetzgebungsausschusses die Be⸗
urchtung roddtfertigen daß die freiheitlichen, Institutionen der Pfalz,
usbesondere die — Dder Gewerbe,“ Verehelichung, Ansässig-
nachung und des Aufenthaltes ernstlich- gefährdet sind, und es
sohe Zeit ist zur Kundgebung der in der Pfalz herrschenden
Wünsche, so fand⸗ letzten Samstag eine zahlreich besuchte Volks⸗
jersammlung hier ftatt, welche einftimmig nachstehende Resolutionen
mnahmen, und einigen Männer aus ihrer Mitte beauftragte, die⸗
elben unverweilt dem Landrathe der Pfalz vorzulegen. Dieselben
lauten — 6 7
oheere Qieem der a uhh deruVPfal zu
Die Institutionen der Pfalz, deren Vorzüge Hauptsächlich in
jer ziemlich unbeschränkten Freiheit des Aufenthalts, oder Ansässig⸗
nachung, der Verehelichung und der Gewerbsausübung hervortteten,
zildeten von jeher den Glanzpunkt ihrer Gesetze, den Stolz ihrer
hewohner. Um den hohen Preis langjähriger Fremdherrschaft
rtauft, sind sie ihr seitdem zur Quelle ihres Wohlstandes, ihrer
Bildung und Gesittung geworden. Zufrieden im Genusse ihrer
Institutionen sehnte sich die Pfalz niemals nach einer Aenderung
‚erselben, wiewohl diese, wie alles Menschliche, der Verbesserung
ahig waͤren; auf · eine Verschlimmerung war sie aber weit weniger
orcereitet Darum bemäãchtigten sich der pfälzischen Gemüther ein
— Provinz mit dem Bekanntwerden der
zon der!kal: Staats-Regierung dem Landtage. vorgelegten Socialge⸗
etzentwürfe die Einladung trat, sich mit Gesetzentwürfen zu befreun⸗
zen, welche nicht nur auf den vorhandenen best en Einrichtungen
des Landes nicht weiter bauen; sondern nur verkümmerte Anfänge
der·obenerwähnten Vorzüge der pfäülzischen Institutionen reprodu
diren. Die “Pfalzwar einstimmigin ihrem Urtheile, daßdie
euen Entwürse, auch bein uns mit Gesetzeskraft bekleidet, die
fülzischen Interessen anf das Tiefste beschädigen würden, sie ver⸗
traute aber,daß bei den gefetzgebenden Factoren noch die Ueber⸗
jeugung Eingang finden werde, es sei entweder von einer
lebertragung der Gesetze auf die Pfalz überhaupt Umgang zu
iehmen, oder aber die Gesetze den hier herrschenden Prinzipien un⸗
upassen. Diese Hoffnung ist-bis jetzt nur unvollkommen in Er⸗
ullung gegangen. Denn schon hat der auch auf die Pfalz aus⸗
edehnte Gewerbegesetzentwurf die erste Lesung des Ausschusses passirt
ind außer andern Unzuttäglichkeiten einen neu eingeschobenen Ar⸗
ikel geschaffen, der, indem er der, Polizei unter gewissen Voraus⸗
etzungen das Recht einräumt, die Ausübung der Gewerbsbefugnisse
janz oder zeitweise zu entziehen mit dem Princip der Gewerbe⸗
        <pb n="316" />
        freiheit unbarmherzig aufräumt. Schon liegt der Entwurf des Siände kennen zu lernen wünsche⸗ denn die Bahnrichtung Die—
Referenten, Abgeordneten Fissccher, über „Heimath, Verehelichung burge Umstadt und durch das Mumlingthal scheint projecliri
und Aufenthalt“ vor, der, wiewohl gleich dem obenerwähnten Ge— zu sein. 56
werbegesetzentwurfe an Werth entschleden der Regierungsvorlage Frankfurt, 4. Juli. Unsere guten Sachsenhausener,
vorzuziehen, dennoch die in der Pfalz bestehende Freizügigkeit und die wenigstens noch leine desondern Freunde des preußischen Ad—
Verehelichungsfreiheil fast ganz zu vernichten droht, deun, indem lers geworden sind haben am J. Juli einen kleinen Troft erhal⸗
er die Erwerbung der Heimath und das Recht der Verehelichung ten, indem an dem einstigen deutschen Ordenshause, das seit
oon formalen Beschlüssen der Gemeindebehörden abhängig macht Jahren als Kaserne, bald von Oesterreichern, Bayern und zuletzt
(Art. 16 und 20); indem er die Erwerhung der Heimath an Preußen benutzt worden war, nun aber vom Militär geräumn iñi.
viele zum Theile sehr lästige Bedingungen knüpft (Art. 16), in⸗ an jenem Tag der österreichische Adler und das dentsche Ordens
dem er der Freiheit der Verehelichung andere als aus dem Civil wappen angebracht wurde. Das Gebäude ist nämlich Eigenthum
rechte erwachsende Schranken setzt (Arl. 22); indem er endlich der Oesterreichs, und Erzherzog Wilhelm Großmeister des deutschen
Freiheit des Aufenthalles Fallstricke legt, denen selbsu der Bestꝛ Ordens im Kaiserthum Oesterreich. Dies ist wohl jetzt der · ein⸗
aum zu entrinnen vermag (vergl. die ußerst bedenklichen Artikel zige Fall, daß cuf preußischem Gebiete, außer an Gesandschafts
32. 33. 34. 35. 37 uud 388) Jegt er nur allzuhäufig die Ent ber Konsulatsgebäuden, der österreichische Adler figurirt. Hier,
scheidung in das Ermessen der Behörden, wo lediglich der Wille wo noch so viele österreichische Sympathien vorhanden sind ist
dessen, der sich verehelichen oder niederlafsen will, maßgebend sein er für manches Auge eine, wenn auch nutzlose Erquickung. — Die
jollte; statuirt er eine mit dem Rechtsstaate nicht zu vereinbarende hiesigen Stadtverordnetenwahlen sind. auf den 18. 8. ausge⸗
staatliche Vormundschaft greift er zu tief in die persönliche Freiheit schrieben. d
des Bürgers ein. Rechnet man hinzu, daß die am meisten vee Dres deu, 6. Juli. Das „Dresdener Journal“ publiciri
klausulirte Aufenthaltsfreiheit eine Vorbedingung zur Erwerbung die Verordnung über Ausführung der Reichsberfassung. Die bis—
der Heimath bildet (Art. 16, Ziff. 2); daß von der Möglichteü herigen Gesetzesbestimmungen gegen die Niederlassung von Israe⸗
des bloßen Aufenthalts oft die Ausübung des Gewerbes und die ilen sind außer Wirksamkeit gesetzt. — Von Lugau sind seit ge⸗
Verehelichung abhäugt, so leuchtet ein, daß in den berührten Ent stern keine Nachrichten eingetroöffen. Man glaubt, daß sämmtliche
würfen blos der Schatten der, der Pialz garantirten Freihenen Verschüttete kodi inde...
übrig bleibt. Hannover,3. Juli. Die Königin wird nun endlich
Forischritt auf allen Gebieten des socialen Lebens ist aber die Marienburg verlassen und sich dorthin degeben, wohin sie ge
die Losung unserer Zeit und nur ein Volk, das entnerot und hört, nämlich zu ihrem Gemahl nach Hietzing. Die Dame wolite
sittlich heruntergeldmmen ist, gibt freiwillig diejenigen Gesetze auf sich dem sonst üblichen Usus, nach welchem der Souvberän des
in welchen es die mächtigsten Hebel zum geiftigen und ma Landes ihre Umgebung zu bestimmen hatte, nicht fügenen.
seriellen Emporblühen gefunden hat. Weun daher die Pfalz Lübec, 6. Juiüi. Lübeg hat mit Preußen eine ähnliche
gegen die Uebertragung der neuen Gejetze in der oben gedachten Militärconvention abgeschlossen wie Bremen. —9
Fassung protestirt, so uüͤbt sie dios eine Pflicht, die jede Provinz Berlinm, 4. Juli. In dem der Zollconverenz
die fich selbst achtet, üben muß, eine Pflicht, die sich sehr wohl vorgelegten Vert ragseutwurfe proponirt Preußen, daß Ein⸗
mit dem Bewußtsein der Pfalz als Theil eines ganzen verträgt. gangs-, Ausgangs- oder Durchgangsabgaben an den gemeinschaft⸗
da die Fortexistenz der VMonarchie so wenig in Zukunft von dey ichen Landesgrenzen nicht exhoben werden sollen. Es können
Generalisttung der Gesetzgebung abhängig sein wird, als sie es auss bereis im freien Verkehre des Einen Gebietes befindlichen
in einer 50jahrigen Vergangenheit war Gegenstände auch frei und unbeschwert in das andere Gebiet ein—
Die ergebenst Unterzeichneten welche überzeugt sind, daßes zeführt werden mit Ausnahme jedoch von Spieltarten und von
blos des Hinweises auf obige Vergleichung der neuen Gesetzen inlündischen Erzeugnissen, welche im Innern der coutrahirenden
mit den Ppositiven Institutionen der Pfalz ind blos der rückhalts- Theile einer nicht gemeinschaftlichen Steuer unterworfen sind. Die
losen Kundgabe der in der ppfalz herrschenden Auschauungen be⸗ Freiheit des Verkehrs und des Haudels zwischen den Zollvereins⸗
darf, um die kgl. Staatsregierung und die Kammern, wolche geꝛ staaten soll auch dann nicht beeinträchtigt sein, wenn bei dem
wiß eine Provinz nicht ohne Noth zurüchstoßen werdeu, fün deun Fiutritte außerordentlicher Ümstände, insbesondere auch bei einen
Wunsch der Pfalz empfäuglich zu machen, erlauben sich daher drohenden oder bereits ausgebrochenen Kriege, einer der Vereins⸗
an einen hohen Landrath den drin genden Wunsch zu richten taaten sich veranlaßt sehen sollte, die Ausfuhr gewissex im inneren
als das eompetenteste Organ der Pfalz, an die maßgebenden Verkehr befindlicher Erzeugnisse oder Fabrikate in das Ausland
Stellen die Rechtsüberzeugung der Pfalz zur Kenntniß zu bringen, ür die Dauer jener außerordentlichen Umsläude zu verbieten
dahingehend: „Daß der Gewerbegefetzentwurf insofern der oben⸗ In einem solchen Falle soll darauf Bedacht genommen werden,
erwähnte neue Zusatz-Artikel beibehalten wird; der Entwurf über daß ein gleiches Ausfuhrverbot auch von ailen anderen Zoll⸗
Heimath, Verehelichung und Aufenthalt, insofern die den Erwerb vereinsregierungen erlassen werde. Es kann sich jedoch jeder Zoll⸗
der Heimath, die Freiheit der Verehelichung und des Aufenthaltes oereinsstaat, in dessen Interesse ein solches Verbot nicht liegt, von
hemmende Schranken nicht fallen, wie solche in den Artikeln 1. der gemeinsamen Maßregel ausschließen. Die Zollvereinsssiaaten
2, 8, 5, 34, 35, 37, des Entwurfs über Heimath, Verehelichung räumen sich gegenseitig das Recht ein, zur Abwehr gefahrlicher
und Aufenthalt sind; endlich die übrigen Theile der Sozialgesetze und ansteckender Krankheiten von Menschen und Vieh die erforder⸗
gebung, deren nähere Wuͤrdigung, späterer Uuntersuchung vor ichen Maßregeln zu ergreifen. In dem Verhältnisse des einen
behalten bleiben mag, inspweü auch sie der stagtlichen Vereinsstaates zum anderen dürfen jedoch daun leine anderen
Vormundschaft und der Polizeigewalt zu weit gehende Con hemmenden Einrichtungen getroffen werden, als die, denen unter
cessionen machen, für die Pfalz unannehmbar seien. so sehr auch Amständen der innere Verkehr des Staates der sie anordnet, un⸗
annoerkannt werden müsse, daß die neue Gefetzgebung einem Be⸗ terliegt. —V— —
dürfnisse der gegenseitigen Kreise des Königreichs abhelfen mag. Berlin, 6. Juli. Zufolge der Norddeutschen Allg. Zig.
Eines hohen Vandrathes orgebenste: Folgen zahlreiche Unter wird die Zollconferenz voraussichtlich im Lauf der nüchsten Woche
schriften. EEs mögen nun, was sehr zu wünschen, alle an endigen, da es sich nur noch um die formelle Redakton der Be⸗
dern Städte der Pfalz durch ähnliche Adressen, nicht zurüdbleiben schlüsse handelt. Durchweg herrscht die erfreulichste Ueberein⸗
Die RedJ). stimmung.— *.
Dienstes⸗ Nachrichten. Berlin, 7. Juli. Ueber den Austritt Oesterreichs aus
Seine Majestaͤt der Könighaben sich allergnädigst bewogen dem deutschen Münzverein ist nunmehr ein Vertrag zu Stande
gefunden, unterm J. Juli 4. Is. den Polizeicommisiar Adalber! gekommen, dessen Rafification bevorsteht.
Geib von Annweiler zum Bezirksamts-Assessor in Pirmasens in Em:s, 6. Juli. Kurz nor 12 Uhr erfolgte die Ankunft des
provisorischer Eigenschaft zu ernennen. Köonigs von Preußen. Es ertönten lebhafte Hochrufen. In seiner
Seine Majestät der Konig haben Sich allergnädigst bewogen Begleitung befanden sich die Generale von Herwarth und Plonski
gefunden, unterm 4. Juli l. Is. dem Registratar der Regierung und die Regierungs-Präsidenten, v. Möller und v. Diest. In Lim⸗
Kammer des Innern, der Pfalz, Valentin ẽsuener. Iu gachee hburg wurde der König von dem Bischof empfangen.
suchten Ruhestand für immer auf Grund des 3. 21 t. b. x Wienm, 5. Juli. Die „Wien. Abendpost“ bringt einen
Verfassungsbeilage zu bewilligen, und zum Registrator der Regie- Artikel, der gegen directe und indirecte Anschuldigungen und Ver—
cung der Plalz, Kammer des Innern, des Functionär dieser dachtigungen der österreichischen Politik von Seite der preußischen
Kreisstelle, Franz Ferdinand Osthelder aus Speher, in brovisori Presse im Allgemeinen polemisirt und auf einen die Stellung
scher Eigenschaft zu ernennen. Oesterreichs zu Preußen besprechenden Artikel de
Darmstadt, 6. Juli. In der ersten stammer erklärte „Schles. Ztg.“ speciell erwidert: Es ist bekannt, daß Hr. v. Beust
Hr. v. Dalwigk, daß die Richtung der Odenwaldbahn lediglich unmittelbur nach seinem Amtsantritte sich bemühte. die Schwierig⸗
imn Interesse des Odenwaldes bestimmt werden würde. Finanz⸗ keiten bezüglich der Inhaberschaft preußischer Regimenter zu besei⸗
A — Ansichten der ägen, daß derselbe die erste Anregung zur Wiederbefestigung der
Hauptparteien die Stagatsregierung vorerste die Ansichten der Veziehunqgen Oesterreichs um Zohverein gegeben und in der Luxem
        <pb n="317" />
        hurger Angelegenheit sich den vollen Dauk auch der preußischen
Zagespresse verdient hat. Selbst die klaren Bestimmungen des
pᷣrager Friedens haben ihn weder zu einer Einsprache gegen die
Schutz⸗ und Trutzbündniffe mit den süddeutschen Staaten, noch
zu einem diplomatischen Eingreifen in die jüngsten Jollvereins⸗
verhandlungen bestimmt. Auf jedem Gebiete war die öoͤsterreichische
Politik über den Buchstaben der rechtlichen Satzung hinaus be⸗
uht, ein freundschaftliches Verhaltniß zu Preußen zu begründen
ind festzuhalten. Dies sind positive Thatsachen, welche genügende
Rtückschlusse auf den Charakter der österreichischen Politik gestatten.
Fine großere Annaäherung herbeizuführen, war nicht möglich, denn
don preußischer Seite ist nicht ein Antrag ausgegangen, welchen
Desterreich abzulehnen in der Lage gewesen wäre. F
Wäen, 53. Juli. Bei Besprechung der nordschleswig'schen
Frage sagt die, Presse“ bezüglich des gegenwärtigen Standes der—
selben: ,Oesterreich habe nicht das geringste Interesse Preußen zur
Hingabe Nordschleswigs ohne alle Garantie zu drängen; es könne
cahig die Verständigung zwischen Preußen und Dänemark abwar⸗
len; es habe am allerwenigsten Ursache, Partei zu ergreifen oder
eine gefährliche Vermittlerrolle zu übernehmen; os sei, so lange
nan es felbst nicht belästigt, mit der Zuschauerrolle zufrieden.“
Wien, 6. Juli. Ein kaiserlicher Befehl ordnet an, daß in
dankbar ehrender Erinnerung an die hervorragenden Dienste des
Kaisers Maximilian um die kaiserliche Kriegsmarine, diese eine
feierliche Trauergottesdienst abzuhalten habe und die auͤsgerüste⸗
en Schiffe während 7 Wochen umflorte Topmastflagge tragen
sollen.

Wien, 7. Juli. Ein Gerücht meldet: Admiral Tegetthoff
habe die Mission erhalten, fich mit einem Kriegsschiff⸗ Geschwader
In die meritanische Küste zu begeben, um die stexblichen Peberrefte
des Kaisers Maximilian zu reclamiren.

Frankreich.

Paräus, A: Juli.“ Im gesetzgebenden Körper hat Thierd

wegen des Todes Maximilians seine Rede über Moexicde pert
schoben. Dkea) J

Paris, 5. Juli. Der „Patrie zufolge bestätigt es sich
nicht, daß der Sultan beschloffen habe, seinen Aufenthalt in Paris
abzukürzen. Er wird, wie im Voraus bestimmt war, am 10. Paris
zerlassen, um sich an VBord der kaiserl. Yacht Reine⸗Hortense nach
England zu begeben, begleitet vom Panzergeschwader.

Wie der Etendard“ wissen will, hätten alle europaischen
Machte ihre Vertxeler von Mexiko abgerufen. Selbst die Vereinig⸗
den Staaten würden keinen Vertreter bei Juarez lassen⸗
Nach dewselben Blatte würde Kaiser Fran Foseph· aimn
llrengsten Jucognito auf durze Zeit zux Besichtigung der Ausstel
dung hieher kommen. Doch wüͤrde diese Reise noch nicht in dex
nächsten Zeit stattfinden. n

RParis, 6. Juli. Gerüchtweise pexlautet, der Kaiser wolle
inen Condolenzbesuch in Wien machen. — Der Sultan bejuchte
gestern die hervoragendsten hiesigan Kirchen. — Die Regierung
beabsichtigt zu ihrer Vertheidigung, eine neue Serie von Depe⸗
schen uͤber Mexild den Kammern mitzutheilen.- ——

England.

London, 4. Juli. Im engkschen Oberhause hat Lord
Derby die von England für die Reutralität Luxemburgs mitt⸗
ibernommene Collectiv⸗Garantie abermals in einer Weise definirt
welche beweist daß gar nichts garantirt wurde. Lord Russel
meinle sehr naiv, die Garantie sei doch etwas mehr als ein Pa—
pierfetzen. Nun, die Zukunft wird es lehren.

London, 7. Juli. Der Vice-König von Aegypien ist ge
stern Abend hier angekommen..

Dex offizielle Bericht über die Hungersnoth in der indischen
Probinz Or ssa während des Jahres 1866 wurde dem Parlament
vorgelegt. Aus demselben geht hervor. daß von einer Bevölke—
rung von 2,600,000 Seelen über 600,900 vom Hunger hinweg—
gexafft wurden.
Belgien.
Brüssel, 6. Juli. Das Ein- und Durchfuhrverbot für
Vieh, frische Häute, Fleisch und frische Abfaͤlle aus dem Zoll⸗
verein ist aufgehoben. — Der Konig geht nicht nach London.
Die Konigin und der Graf von Flandern reisen nach Wien und
Miramare, um den Versuch zu machen, die Kaiserin Charlotte
nach Belgien zurüchzuführen. .
Italien. ee
41 renz, 6. Juli. Gestern berieth die Deputirtenkamuier
das Kirchengütergesetz. Die Regiexung nahm den von der Com⸗
mission gemachten Gegenvorschlag vorbehaltlich einiger Abände
ruugen an. Man vernimmt das Haus Krlanger hahe die Ini⸗
tiatide zur Augfhebung seines mit der Regierung abgeschlossenen
Vertrages ergriffen. um dieAngelegenheil /zui vereinfachen. — Der
hiesige Hof legt eine zwanzigtäͤgige Trauer für den Kaisex Ma—
rimilian an—

ESpanien. α.

. Auf“ der phrenaischen Halbinsel scheinen sich Unruhen von
rheblicher Tragweite vorzubereiten. Wie die Epoque meldet,
anehmen die Guerrillabanden, welche sich in der Umgegend der
panischen Hauptstadt zeigen in beträchtlicher Weise zu, die Kom⸗
nunikation vermittelst Eisenbahn und Telegraph ist unterbrochen
und die spanische Regierung befindet sich bei der bekannten Stim⸗
mung des Landes mit Einem Worte in großer Rathlosigkeit.

cTurkennn.

Agoßstantinopel, 8. Juli. Das vorläufige Ergebniß
der Unlersuchung gegen die jüngst Verhafteten constatict, daß die
Berschworenen die Absicht hatten, die Minister zu grmorden und
den Sultan zu zwingen, Männern jhrer Partei das Ruder der
Regierung in die Hand zu geben; eine Verfassung zu verlangen,
habe nicht in ihrer Abßcht gelegen. Die türkische Corvette Jazedin
ist zur Verfolgung des griechischen Dampfers Arladion ausge—
laufen. . , α

—V———— Amerifa, i t — :.

Rach Berichten von Mexicoe war Santa Anna in Bera⸗eCruz
un 4. Jun gelandet, aber von den Commandeuren des amerila⸗
nischen Dampfers Tacony und des britischen Dampfers Jason ge⸗
wungen worden, um V. Juni den Hafen zu verlassen und sich au
Hord des amerikanischen Kauffahrers Virginia einzuschiffen. Dieses
Schiff wurde später in Sisal an der Küste von Yucatan von jua⸗
ristischen Seesoldaten festgehalten und Santa Anna mit Gewalt
ans Land geschleppt, wo er nach zweifelhaften Angaben zum Gal⸗
gen verurtheilt worden sein soll. Noch zweifelhafter ist eine an—
zere Behauptung, daß er die Juaristen geschlagen und große Aus⸗
icht auf die probvisorische Präsidentschaft habe.
J Vermissschte 8. ιιιι.

F Bei der Grundsteinlegung am neuen protestantischen
Schulhause zu Heidelberg iprach u. A. ein Mitglied des Orts—
chulraths bei den üblichen drei Hammerschlägentnn

Eins, Zwei, Drei n
Die Schule bleibe frei —
Von Muckeng uud; Pendanten »39
Und andern Obscuranten;
Eins, Zwei, Drei:
Die Schule werde freill 4

7 Stuttgart, 2.:Juli. Am hetzten Sonntag erblickten
die Passagiere deß von Heilbronn nach Stuttgart fahrenden Bahn⸗
ugs cur graͤßlichrs Unglück. welches sich auf der Landstraße zwi—
chen Bietigheim und Befigheim gutwuget Dort sah · inat, daß ein
Gefährt, in welchem sich mehrere Herren und Frauen befanden,
mit den ischen gewordenen Pferden einem Abgrunde zurollie und
denselben etliche 30 Fuß tief hirabstürzte. Man sah, wie sich
das Gefährt ein paar Mal übhexrschlug, ehe es auf dem Boden
ankam, und sah auch, daß sich nach dem Fall einige der Verun⸗
zlückten wieder aufrafften, andere aber, sowie auch die Pferde
odt liegen blieben. Im Bahnzuge hetrschte nicht geringe Auf⸗
regung und Bestürzung, es lonnte von ihm aus üubrigens keine
Hilfe heleistet werden, da er seinem Ziele zueilen mußte.
Flensburg, 2. Juli. Der preußische Postwagen ist
gestern von der jülandischen Bahn mit demolirtem preußischen
jldler angekommen.

—Ver österreichische Klerus umfaßt 55,630 Personen; es
hestehen 720 Männerflöster mit einer Gesammtfumme von 9669
aud 298 Frauenklöster mit 5198 Bewohnern; das gesammte
sirchendermögen beträht 185,672, 967 fl. mit 19,639,7183 A. jühr⸗-
licher Einkünfte. . J F —

In Rom fordert die Cholera käglich 5302.60 Opfer; die
rankhen aber wird qerniciose algide (Sumpffieber) genannt; 5
Aerzte, welsche ihr den richtigen Ramen gahen, wurden polizeilich
eingezogeen. —

Ani den im Weißen Meere verunglüdten englischen
Schiffsmannschaften Beistand zu leisten, werden von der Regie⸗
rung zwer gewaltige Dampfer, Brenda und Montezuma, ausge⸗
schiat. Mil Proviant, Betten Aerzten und Medicamenten reich
lich versehen, werden sie im Stande sein, mindestens 500 Schiff⸗
bruͤchige an Bord zu nehmen und entsprechend zu verpflegen.

7 Dae Unglücks-Katastrophe im Kohlenschachte
hei Lugau.“ Das „Chemnitzer Tageblatt“, schreibt unterm
2. Juli Schon gestern Abend derbreitete Jich u unserer Stadt
die Rachricht daß sich in einem der dortigen Kohlenschachte ein
hedeutendes Unglüd ereignet habe, was Jeider heute in vollem
Umfange bestätigt worden ist. Gestern Vormittag gegen 10 Uhr
ttürzte, aus bisher noch nicht genau ermittelter Ursache in dem
dem Zwickau⸗Lugauer Steinkohlenverein gehörenden Werke „Neue
Fundgrube“ der Föoͤrderschacht in einer Tiefe · von 420 Ellen von
—D Zimmerhölzer, so wie nach—

Jehendes Gestein in das Werk hinab, so daß der Schacht in einer
        <pb n="318" />
        Tiefe von 270 Ellen vollständing zigefülsi ist. Unglücklicherweise befan Bexwandter des preuß. Königshauses, ist im den katolischen Prie—
den sich zur Zeit des Ereignisses nach den big jetzt möglichen Frmitte terstand eingetreten und las am 26.-Juns in der Berliner Hed
lungen. gegen 104 Bergleute mit einem. Steiger in dem Werke vigstirche seine erste Messer e gtn te e
die, da dasselbe nux I besitzt/ falls die Unglücke n rne ü—
lichen/ nicht theilweife schon durch die Kataftrophe getödtet worden —iεp nu andirthschaftliches
sind⸗ von der Oberwelt abgeschnitten wurden. Va. der Schaht San d, der Fertichte, Die Nochrichten uber den Stam
im Ganzen über 900 Fllen Tiefe hat und die erste Arbejtsstreke, der, Früchte lauten Jast von Tatg, zu Tag günstiger v
woselbst sich die Ausglücklichen hefinden, 828 Ellen von, der Ober⸗ Winterfaüchtehaben normal berbluht. und zeigen einen reichen
fläche entfernt ist, so dürfie die Hoffnung auf Rettung eine sehr dörneransatz. ¶ Die Sommer frücht kamen Wwar spät znt In⸗
geringe sein .umfomehr. als eider anf der sest. vertenten Bruch. dal hand zur Enimwiginng, hiiemm die wasnene enz
telle sich bereits Wasser angesammelt hat. Merkwindig bleibt eßzten Wochen hat nich, herfohlte Amgnches jcheinbar Berfaumte
der Umstanid, daß bei Beginn der Natastrophe noch dren Arbeiter ollanf wieder · gut zu machen/ Die Fartt et exm en/ fallen allent
Zeit gewännen, sich zu wretten. Dieselben sollen ausgeftigt haben, halben recht reichlich auß, insbesoudere Hiefert der —öVV
zʒ seir schon vorher din vetdächtiges Knattern der Schoͤchtholze von Hrinrfuster unnd Heunamn die— man gar micht mehr gewöhm ist
ihnen vernommen und deßhalb der auit verschüttete Steiger ersucht Diec Kartoffehne sind zwar -zumeift spüt gurx Anpflanzung ge
worden, sie ausfahren zu lassen, was derselbe aber verweigert habe. kommen, dennoch gibt es bereits neue, deren gute Quantität und
Das Weilere wird wohl die spätere Unterfuchung ergeben.Das Ergiebigkeite nan ldobt; auchdir Futterrüben haben selther recht
Hinabstürzen der Masse hat bis heute Abend 5 Uhr fortgedauert gites Wachswetter gehabt. Der Wenicagst o ch.iberall eine sehr
so daß das Schlimmste zu befürchtenn fteht. — Schon jetzt möch⸗ üͤppige: Vegetation entfaltend, ist weichlich mit. Gescheinen behangen
ten wir darauf hinweisen, welches schreckliche Elend über die Fa- die hereits verblüht habenn Einen großen Ausfall zeigt —*
milien der Unglücklichen hereingebrochen: ist, ihre Frauen umn Kine Heuernterin den ausgedehnten Flußniederungenn War auch
der (es befindet fich unter den Verunglückten, wie wir mernehmen durch die nützlichen Ueberschwemmumgen, im Winder der Boden
u. At ein Familienvater von eun Kindernd stehen vhne Ernährer reichlich geteänkt und konnten so die Gräser in der nersten Hülfte
da. Schnelbe und: energische Hülfe thut noth.n νν νν des Ronats April rasch zur Entfaltunng kommen, so gingen sir
In Turin fand man am, 30. Juni in der Rähe der Doras doch, veranlaßt durch die in den letzten LAprilwochen. stattgehabten
Brücke den Leichnam des jungen rufsischen Fuͤrsten Rilolaus Tra Hochwasser in Fäulniß über und haben sich seitdem nicht mehr
boskoh. ν ν en erholt; auf sehr ausgedehnten Wiesencompleren mußte son dir
T Ein: Sohn des Fürsten Boguslaw Radziwill, also ein Heuwerbung ganz unterbleiben ⸗·

MNiefernes Bauholz, in jeder belie—
bigen Länge und Dicke, sowie⸗ 8353 bis
10 Klafter, kiefern und birken
Klafterholz sind bei Unterjeichniemn
verkaufen ·... —————
Val Höh
n e et Breitermühle.
5 1863er Wein üher die Straßt
zu 12 kr. und 1866er zuns kr. per
Schohpen be
Westphälinger.
Bei Unterzeichnetem sind wieder eingetroffen
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D 3 icherung prnnrn uidln. Dednnuug
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— —
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        St. Ingberler Znzeiger.

der St. J ugberter An zeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersst ag

ind Samstag. Abonnementsvreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

NRro. 82. Donnerstag, den 11. Jui. 1867

— — — — ——— — 4

α
Deutschland. V

München, 7. Juli. Det zum kgl. Gesandten in Peters—
burg ernannte Graf von Taufftirchen verläßt heute Abend mit
dem Eilzuge München, um sich nach der russischen Hauptstadt zu
begeben. —

8 — Irhr. v. Mulzer soll dieser Tage wirklich um seine Pen⸗
sio nirung eingekommen sein.

— Der Einladung zu einer Postkonferenz nach Berlin wird
Bayern dem Vernehmen nach, vorläufig keine Folge geben. Die
Hründe scheinen mehr politischer Natur zu sein, und man kann
—IVDD
Preußen seiner Zeit den Vollzug der in der letzten Postconferenz
zu Karlsruhe gefaßten Beschlüsse ablehnte, bis es die Organisation
Zes Postwesens im Norddeutschen Bunde vollendet hat.

München, 8. Julli. Bezüglich der Berliner Zohl—
ronferenzen erfahren wir, daß noch Ende voriger Woche die
Schlußberathung über den Entwurf eines neuen Zollvereinsvertra—
ges stattgefunden hat, so daß die Unterzeichnung desselben im Laufe
diejer Woche erfolgen kann.

— Die Vertreter Bayerns bei der Pariser Münzeonferenz
Staatsrath v. Hermann und Obermünzmeister v. Haindl
ind am Sountag Abend hierher zurückgekehrt. — Unser genialer
dumorist, der „Volksbote“, kanzelt diejenigen, welche den Zoll⸗
sertrag vom 4. Juni billigen, gehörig ab, den Zollvertrag
nach welchem Süddeutschland und vorweg Bayern mittelst neuer
Steuern ausgebeutet werden soll, um das preußische Defizit zu
decken, was jedoch die Fortschrittler ganz in der Ordnung finden
während stumpfsinnige Bierphilister wie ächte Türken sich lahm und
tegungslos ins Schicksal ergeben. — Das Militärgesezß ist
im Entwurie vollendet und wird nun zu weiterer Berathung dem
Staatsrathe unterbreitet. — Bei der demnächst in Berlin zusam—
mentretenden Conferenz des deutsch⸗-österreichischen
Postvereins wird Bahern durch Ministerialrath v. Sutner
und Generaldirectionsrath Baumann vertreten sein. Das Handels—
ministerium arbeitet auf eine neue Organisation des Postdienstes
und auf Trennung Post von den anderen Zweigen des Ver—⸗
kehres hin. — Die Berathungen des Socialausschusses
werden voraussichtlich erst in der nächsten Woche wieder beginnen. —
Wie die „Kemptener Ztg.“ hört, ist gegen die Redaction des
Berliner „Kladderadatsch“ auf Grund eines in der jüngsten Num⸗
mer jenes Blattes enthaltenen boshaften Witzes eine Untersuchung
vegen Majestätsbeleidigung eingeleitet worden.

— Der Ausschuß für die Socialgesetzgebung hat in seiner
beutigen Sitzung den von der Staatsregierung vorgelegten Gesetz
entwurf über Ansässsigmachung und Verehlichung ein—
stimmig abgelehnt. Die Staatsregierung sah sich hiedurch veran⸗
laßt, eine völlig neue Redaktion der übrigen Gesetzentwürfe über
Heimath, Aufenthalt und Verehelichung vorzunehmen und hat zu
diesem Zwecke ebengenannte Gesetzentwürfe zurückgenommen, um
sie am kummenden Freitage in der neuen Fassung und unter
Herübernahme jener Bestimmuugen des Ansässigmachungsgesetzes
welche fernerhin noch nöthig erscheinen, in Vorlage zu bringen
Die Debatte in dieser Sitzung war, gutem Vernehmen nach über⸗
haupt belebt; namentlich entwickelte sich zwischen dem Herrn Mi—
nisterialcommissär v. Riedel und dem Ausschußreferenten Hrn
Buͤrgermeister Fischer eine sehr lebhafte Diskussion. — Auch Hr.
Prof. Dr. Edel wird, wie wir hören noch einige Modificationer
zu seinem Referate über die Gemeindeordnung einbringen.

München, 9. Juli. Die „Corresp. Hoffmann meldet
Der neue Zollvereinzvertrag wurde gestern in Berlin unterzeichnet.
Die Einladung der preußischen Regierung zu Postconferenzen in
Berlin ist von der bayerischen Regierung angenommen, jedoch die
—X—
dorgängige Mittheilung der Berathungsgegenstände erbeten worden

Augasburg, 7. Juli. Die „Augsb. Abendzeitung“ be—
richtet: Heute hat dahier ein Zusammentritt von Mitgliedern und
Gesinnungsgenossen der baynerischen Fortschrittspartei

zu einer vertraulichen Besprechung über die gegenwärtige Lage
stattgefunden. Demselben wohnten auch die Abgeordneten Dr.
Brader, Dr. M. Barth, Crämer von Doos, Fischer, v. Soyer,
Sing, Dr. Völk, bei. Man hat in allen Punkten, welche zur
Besprechung kamen, wesentliche Uebereinstimmung der Anwesenden
constatirt. Das Ergebniß der Berathung war die Einleitung zu
einer größeren Versammlung der südwestdeutschen Parteigenossen,
um sich über die Stellung zum norddeutschen Bunde namentlich
in der Zollvereinsfrage zu verständigen. Wie wir hören ist Stutt⸗—
gart als Ort der Zusammenkunft in Aussicht genommen.

Stuttgart, 5. Juli. Die französische Regierug hat zum
Schutze der fremden Auswanderer an den großen Stationen von
Straßburg, Paris und Havbre besondere Commissariate errichtet;
an anderen weniger wichtigen Punkten sind schon vorhandene Be—
amten entsprechend instruirt worden. — Der Aufenthalt des Kö—
„nigs von Württemberg in Paris wird sich auf ungefähr zehn
Tage erstrecken.

Dresden, 6. Juli. Das Dresdener Journal veröffent⸗
licht die Ausführungsverordnung zur Reichsverfassung. Die gegen
die Niederlassung der Israeliten in Sachsen bisher bestandenen
gesetzlichen Bestimmungen sind durch dieselbe außer Wirksamkeit
gesetzt worden.

Berlhin, 5. Juli. Die Bevollmächtigten der Zollconferenz
werden noch im Lanfe dieser Woche den materiellen Theil ihrer
Berathungen beenden; die Schlußredaktion des Vertrages wird in
den ersten Tagen der nächsten Woche vorgenommen werden können,
so daß diese Herrn Berlin schon binnen 8 Tagen verlassen dürften.
Der preußische Vertragsentwurf hat allseitige Zustimmung erhalten.
— Es macht sich jetzt überhaupt alles auf Reisen; auch das dip⸗
lomatische Corps benutzt die Abwesenheit des Königs und des
Grafen Bismarck zu Ausflügen; so hat der französische Botschafter
Mr. Benedetti schon gestern Berlin verlassen. Der Finanzmini⸗
ster v. der Heydt begibt sich auf 14 Tage nach Marienbad und
wird weitere 14 Tage am Königssee verbringen. — Es ist ge—
boten, alle über die Abreise Mariens aus der Marienburg in
Umlauf gesetzten Gerüchte mit Vorsicht aufzunehmen. Offiziell ist
hier darüber nichts bekannt; man weiß auch nichts von einem
in neuester Zeit erlassenen Schreiben unseres Königs an jene
Fürstin. — Die Provinziallandtage werden in der 2. Hälfte des
Monats Octobers zusammentreten.

— Die Mittheilung der Journale von einer Zuschrift des
sönigs von Preußen an die Königin Marie von Hannover ist
gänzlich erfunden; eben sowenig wurde ein Schreiben des Gene—
ral⸗Gouverneurs übergeben.

— Der preußische Staatshaushalt ist gegenwärtig weniger
günstig als in den vorigen Jahren; die preuß. Finanzverwaltung
dürfte in diesem Jahre mit einem Defizit abschließen.

Berlin, 6. Juli. Man versichert, der neue Vertrag zwi—
schen den Zollvereinsstaaten werde erst im Januar 1868 in
Wirksamkeit treten, und das Zollparlament daher nicht vor dem
nächsten Frühjahre sich versammeln.

Berlin, 8. Juli. Die Nachrichten, daß Frankreich
zu Gunsten Dänemarks in der nordschleswig'schen
Angelegenheit intervenirt, sind verfrüht, ebenso haltlos ist
die Mittheilung, daß Graf Bismarck bereit sei Düppel und
Alsen an Dänemark zurückzugeben. — Die verbreitete Nachricht,
daß Napoleon einen Brief an Franz Joseph gesandt
und seinen Besuch angezeigt, ist sehr zu bezweifeln, trotz einem
sich sehr annähernden Verhältniß zwischen Frankreich und
Desterreich.

Wien, 4. Juli. Die letzten Nachrichten über den Geistes⸗
zustand der Kaiserin Charlotte in Miramare lauten ganz trostlos.
Die Aerzte geben wenig Hoffnung auf Wiederherstellung, und die
Kranke maqhht sowohl in lichten als in umwölkten Momenten
jortwährend Versuche Hand an sich zu legen.

(Bündnisse und Enthüllungen.) Der N. Fr. Pr,
wird aus Paris von unterrichteter Seite und nicht etwa als
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        Kombination, sondern als ernste Wahrheit, die jeder Dementirung! Das Journal veröffentlicht die Namen von vierzehn auswaͤr
trotzen kann (deren Richtigkeit wir uns aber trotz alledem noch tigen Blättern, die gestern in Paris auf der Post mit Beschlag
eimgermaßen zu bezweifeln erlauben), wie folgt geschrieben. Man belegt worden sind. Es befinden sich darunter fünf deutsche Blaiter
hetraͤchtet hier die preußisch⸗russische Allianz, kraft welcher Preußen — Die angeblich beabsichtigte Sendung eines dsterreichi—
so rasch als möglich Süddeutschland, Rußland Galizien absorbiren schen Geschwaders unter Tegethoff. nach Merxico, um die Heraue—
Und Oesterreich noch eher als die Türkei getheilt werden soll, als gabe des Leichnams des unglücklichen Marimilian zu erlangen,
ine wpischen Berlin und Petersburg längst schon vertragsmäßit erregt hier großes und gerade nicht freudiges Auffehen. Man ist
festgestellte Thatsache. Dies halten Sie fest bei Veurtheilung der überzeugt. daß der betreffenden Drohung gegenüber die Herausgabe
beborstehenden Veränderungen in Frankreich welche ein Minister— icher nicht stattfinden wird, und was bliebe dann der österreichi⸗
wechsel einleilen wird. In den Tuilerien ist man der Meinung, schen Flotille übrig, als Vera⸗Cruz zu bombardiren, eine Stabt,
daß dieser preußisch⸗russischen Allianz ein Gegengewicht in einer die sich dem Kaiserreiche gerade bis zuletzt ‚am treuesten gezeigi
Allianz zwischen Oesterreich Italien und Frankreich gegeben wer— hat ? Hoffentlich wird die ganze Nachricht sich als unwahr her—
den solle, deren nächster Zweck wäre, vor Allem die Absorbirung ausstellen. J J .
Süddeutschlands durch Preußen zu verhindern. Sollte derlei —Der Sultan hat jeine Abreise noch bis zum 12ver⸗
ernstlich versucht werden, so würde dies als Kriegsfall betrachtet schoben. Johnson und Sew ard werden in Folge der meri⸗
werden. Frankreich besetzt Süddeuischland, welches späterhin be— canischen Ereignisse nicht nach Paris kommen. Der Kaiser hält nun
ftimmt ist, mit Oesterreich vereinigt zu werden. An Jialien tritt doch heute Nachmittag um 4 Uhr eine Revue zu Ehren des Sulb⸗
Oesterreich das Trentino ab, und wenn der Verlauf des Krieges tans — wenn auch im kleineren Maße als früher beabsichtigt
der Wiederherstellung Polens günstige Chancen eröffnet, so würde wurde — in den Champs Elysbes ab. — Der junge kaiserliche
Desterreich Galizien an Polen überlassen. Das sollen die Grund⸗s Prinz ist gestern Nachmittag 512 Uhr wohlbehalten in dem Pyh—
süge des Vertrages sein, welcher ein Gegengewicht gegen die renäenbade Bagnoͤres de Luchon angelangt.
breußisch⸗russische — Fonar esnpn ist. —8 ae England.
—E666 , 6
russischen Bündnisses sein und die vorerwähnten Grundzüge sind Zfa hesn unden Dampfers deu lange gesuchten Fenier Genetal dal
in Wien in den maßgebenden Kreisen kein Geheimniß mehr, ja man — h en e *
—EVVV pi u Dirneee en Vrrcuun
zrfolgt ist.“ Welche Entschädigung sich Frankreich eventuell be—⸗ nach esang b8
dingt, gibt der Pariser Correspondent der „N. Fr. Pr.“ Türkei. —
nicht an. Konstantinopel, 10. Juli. Es wird offiziell gemeldet,
Wien, 9. Juli. Die „Presse“ schreibt: Der Sultan trifft daß Omer Pascha nach der Landung der tkürkifchen Truppen bei
am 21. Juli in Wien ein und verweilt bis 27. Juli in Wien Castelfranco die bei Sphakia verschanzten Kandioten gänzlich
und Pesth. — Die Reise des Kaisers von Oesterreich nach Paris geschlagen und die Höhen von Sphakia erftürmt hat und besetzi
ist in erster Woche des Septembers beabsichtigt. I halt. Die meisten Districte sind unterworfen; eine große Zahs
Pesth, 6. Juli. Durch kaiserl. Entschließuung wurde 217 derselben hat die Waffen abgeliefert. 7
siebenbürgischen Sträflingen und Untersuchungshäftlingen der Reß Amerika.
der Strafzeit, resp. die Untersuchungshaft, nachgesfehen. New⸗York, 19. Juni. Der heitere politischen immel
Agrxam, 85. Juli. Die Statthalterei hat sämmtliche Mu der nordamerstanischen Freistanten scheint sich wieder e
nicipial⸗Amter, wahrscheinlich auf Grundlage eities Polizeiministe- wollen. Der Präasident der in der neuesten Zeit entschlofsen
rialErlasses, verstandigt, daß über zweihundert russische Emissäre ichien, das Rekostruktionsgesetz in strenger Uebereinstimmung mit
äch in Croatien und Slavonien herumtreiben. feͤner Auspflicht gewissenhaft durchzuführen so daßeinestheii—
Agram, 6. Juli. Der Correfpondent der Independance 5*— 4— „g ve
auf das Project der gerichtlichen Verfolgung deselben verzichtet
und des Journal des Debats wurde soeben ausgewiesen; derselbe wurde, anderntheils die unruhigen Elemente des Südens sich be—
ist nach Wien abgereist, um sich beim Herzoge von Bramont zu Fits anfchicten, sich in das unbermeidliche zu fügen, macht jetz
beschweren. — Eine projectirte Serenade zu Ehren des Bischoft wieder Miene aufs Neue den Fenerbrande in unsere Verhãltnisst
Stroßmayer wurde beboöͤrdlich untersaga .. zu werfen. Der Präsident gibt dem Gesetze die Auslegung, daß
Fraukreich. die in den Südstaaten eingesetzten Militaͤrgouverneure lediglich
Paräas, 7. Juli. Die „Debats“ haben den Muth, die Bestehendes zu schützen, nicht aber schädlich wirkende und der neuen
offiziöse Presse wegen ihrer underschamten Angriffe auf die Oppo- Ordnung der Dinge widersprechende Staatsgesetze außer Wirksam⸗
sition (der man das Fehlschlagen der meficanisscchen Erpe keit zu setzen, oder Kontrole über die innere Organisation ihrer
dition zur Last legen will!!) gehörig zurecht zu weisen und Distrikte zu üben haben. Zu seiner Unterstützung hat ex sich eir
zu constauren, wem eigentlich die Hauptschuld der traurigen von gleicher Anschauung ausgehendes Gutachten des —2
Vorgänge in Mexico zuzuschreiben ist. Der ‚Temps“ sagt: „Die walts Stanbery bestellt, gemäß dessen der Präsident das in dieser
Geschichte wird das Drama von Queretaro vor ihre Schranken Richtung von den Militärcommandanten Verfügte (namentlich
fordern; sie wird aburtheilen und sie hat bereits die blutigen Eine und Absetzen von Beamten) das Geschehene zu widerrufen
Staaismarimen abgeurtheilt, welche nacheinander den Herzog v und folgerecht die dadurch descretitirten Generale von ihrer Stel—
Enghien in den Festungsgräben von Vincennes, den König Murat lung zu entfernen hätte. Daß weder das Eine noch das Andere
in Pizzo, Ney auf dem Platz des Observatoriums in Paris, Ar, die Meinung des Congrefses war, weiß Jedermann, und Herr
teaga und Maximilian in Mexico tödteten.“ — Die Anklage- Johnson selbst hat es in seiner Veto-Botschaft deutlich genug aus—
lammer hat Bexezowski vor die Geschwornen verwiesen gesprochen aber schon ist eine Cabinets-Confultation über den
Emanuel Arago wird seine Vertheidigung führen. — Dem Su!« Gegenftand abgehalten worden, und mit jedem Tage wird eim
kan scheint das Leben in Paris und die veränderte Lebensweise unheilvolle Ordre erwartet. Der Ernst des Gegenstandes ist
nicht am besten zu bekommen. Die Kosten seiner Reise und seines kaum zu überschätzen. Die Gouverneure sind vor der Bevölle—
Aufenthaltes sollen bereits auf 6 Millionen Gulden angewachsen rung, die sie regieren sollen, blamirt, ihr Ansehen und ihre Ge⸗—
sein. Er hat eine Masse Geschenke mitgebracht, Brillantdosen und valt ist gebrochen, der Zweck des Rekonftruktionsgesetzes vor der
Orden aller Klassen, auch von der Sultanin Valide ein Kaffee Hand vereitelt, der Friede gestört. Der ganze innere Conflikt
service von Email Diamanten für die Kaiserin Eugenie. entbrennt aufs Neue.“ Von einer schleunigen Reconstruction ist
Parris, 8. Juli. Der Rath des Ordens der Ehrenlegion ticht mehr die Rede. Wir haben eine Ertra-Sitzung des Con—
st heute unter Vorsitz des Groß⸗Kanzlers, Generals Grafen v. zresses im Juli, eine Erneuerung der Anklags-Agitafion- zu er⸗
Flahault, zusammengetreten, und wird über die Degradirung des darten. Das Vertrauen des Congresses zur Loyalität des Prä⸗
Zerräthers Maximilans, des Obersten Lopez, berathen. Die Ent; ädenten ist übel“angebracht gewesen. Mann kann jetzt“ fast be—
scheidung des Rathes war noch nicht bekannt geworden. dauern, daß nicht energisch gegen ihn vorgegangen wurde, denn
Die „France“ meldet, daß Fuad Pascha diesen Morgen einen wir wären alsdann darüber hinaus, und Menschen wuren un⸗
Vesuch des Grafen v. d. Goltz erhalten hat. Man glaubt, der chädlich gemacht, welche förmlich aufs Unheilstiften versessenn zu
preußische Gesandte habe von seiner Regierung den Auftrag erhal ein scheinen. Stelle man sich zum Beispiel vor, daß“ jetzt der
ten, den Sultan einzuladen, auf seiner Rückkehr von Englaͤnd General Srant an der Spitze der Nation ftände.“ Es würe ein
den preußischen Hof zu besuchen. Die „France“ glaubt aber auch gewaltiger Unterschied .
zugleich, daß der Sultan auf seiner Rückkehr nach Konstantinope Ein Newyorker Blatt bringt über den Fall Quérekaros
hur dem Kaiser von Oesterreich einen kürzen Besuch zugedach und der Gefangennahme Maximilians einen Bericht, zu—
hatte. 9J sammengestellt nach Correspondenzen gus dem Lager Escobedos wie
Das „Journal de Paris“ will wissen, daß der Sultan wege aus der belagerten Stadt. Es heißt in dein Berichte: Kaiser
Trauer am österreichischen Hofe nicht über Wien reisen wird Maximilian und seine Generale hatten beschlossen, um der dro—

der
        <pb n="321" />
        jenden Hungersnoth zu entgehen, mit dem gesammten, auf 6⸗ bis
höchstens 7000 Mann zusammengeschmolzenen Heer auszufallen

Ai Zeit war die Nacht des 14. Mai bestimmt. Mertwürdiger

weise hatte Escobedo fast für dieselbe Zeit, einen allgemeinen

Zlurm festgesetzt. Beides unterblieh, der Ausfall, weil Maximi

nans Generale mit ihren Borbereitungen nicht zur rechten Zeit fer—

tig geworden waren, der Sturm Escobedo's aus einem andern

Grunde. Er war überflüssig geworden. Escobedo und-Oberst Lo—

pez waren üher den Verrath des Schlüssels der Stadt, des Klo⸗

sters La Cruz, handelseins geworden. Das Kloster, ein gewal—
uͤges Bauwerk der alten Conquistadoren, ein Viertel Kirche, drei
Wertel Fort, außerordentlich fest, hatte Maximilian zu seinem
Hauptquartier gewählt und das Commando in demselben demjeni⸗
gen Offizier übergeben, den er durch Wohlthaten am festesten an
ich gebunden glaubte und dessen offenes, joviales Wesen kaum
inen Argwohn aufkommen ließ. Gerade als Escobedo die Or⸗
dres zum Angriff auf La Cruz ausgab, ging ihm ein Schreiben
don diesem Lopez zu, das ihm gegen eine Geldsumme. (3000 Un⸗
zen Gold oder 120,000 fl.) die Auslieferung der Citadelle anbot.
Escobedo ging bereitwillig auf die Forderung und die sonstigen
Bedingungen ein. Im Schatten der Nacht rüctten nun er und
Forona vor die Wälle von La Cruz. Dq befahl Lopez seinen
Truppen in dieser Citadelle, ihre Waffen niederzuiegen und wäh—
rend er aus einem Thore ausrückte, um sich mit den Seinigen zu
ergeben, zogen die republicanischen Truppen durch ein anderes ein
um ihre Stelle einzunehmen. Den zanxn Rest der Nacht war
da Cruz von den liberalen Soldaten besetzt, in dergir dseittke Marxj⸗
milian ruhig schlummerte. Maximilian ist indeß ein Fruͤhauf
steher, ind ex war einer der Ersten, der merkte, daß nicht Alleg
richtig sei. Rasch weckte er den Prinzen Salm⸗Salm und eilte
nach der Thür. Aber der Ausweg war schon yon einer Truppe
liberaler Soldaten unter dem Oberst Rincon Gallardo besetzt.
Lopez war auch in der Nähe. Als der unglückliche Fürst den
Posten passirte, flüsterte Lopez mit heiserer Stimme: „„Das ist
er!“ und forderte Rincon auf, seine Beute festzuhalten. Rincon
ist ein braver Soldat, der an diesem Schergesanit wenig Geschmack
fand. Einem großmüthigen Impuͤls folgend, trat er an Marx hinan
und sagte: „Sie sind kin Bürger! Sie sind tkain Sotdat! Wir
brauchen Sie uicht — vamos“ Gehen Sie!) und trieb den eystaun;
ten Kaiser aus dem Kloster. Dieser 8W ihn die Fuße truͤgen
nach dein Cerro de la Campana am andern Ende der Stadt. Ebhen⸗
dahin folgten ihm seine ungarischen Husaren und was sich von
seinen Generalen, und Offizierendurch die Feinde Bahn: brechen
lonnte. Bisher waren nur wenig Schüsse, gefallen.n. Geueral
Torona, der College Escohedo's, hatte vonj va Cruz aus rasc
alle feindlichen Linien in Besitz genommen; die kaiserlichen Sgh
daten leisteten kaum irgendwo nn und riefen um die
Wette: „Es lebe die Freiheit!“ Miramon wollte indeß nicht ohnt
Fampf weichen; er sammelte rasch einen Theil des Kaiserin⸗Regi⸗
ments und rüstete sich zum Widerstand. Einer der ersten Schüsse
traf ihn jedoch ins Gesicht und machte ihn für den Moment blind
Er fiei und wurde mit seiner ganzen Schaar gefangen genommen
Detr Cerro de la Campana, wohin Maximilian sich mit den Ge⸗
neralen Mejia, Castillo, Apellano und Prinz Salm-Salm gerettet
hatte, ist ein befestigter Hügel, der das äußerste Ende! der· Stad
beherrscht. Man erkannte aber bald, daß jeder Widerstand und
jeder Fluchtversuch unmöglich war. Vier Bataillont Infanterie
und fast die ganze Cavalleriedes Feindes hatten den Hügel um⸗
zingelt. So wurde denn, eine große. weiße Flagge herabgeschickt
und der Kaiser gab sich inik allen seinen Offizieren dem General
Coxona gefangen. Man ließ jihnen ihre Pferde, Waffen und ihr
personliches Eigenthum und führte sie um die Stadt herum nach
La Cruz. Die Husaren und die anderen kaiserlichen Soldaten
exgaben sich größtentheils. Corona's amerjkanischer Ehrenlegion,“
einem beristenen Corps von etma 50 Amerikanern, sämmtlich von
Offigiersrang, die pon Mazatlan ab bis Queretaro Corona's be—
ständige Begleiter gewesen.

—
— —— —
Vermischtes, 8338

7 Die Direckion 7der: Pfülzischen Bahnen hat für das am

30. und 31. d. Mts. dahier stattfindende Jahresfest des pfälzischen
Hauptvereins daer Gust aveAdolph-Stiftung den Fest⸗
besuchern eine Fahrtaxexmäßigung von 50 pCEt. in: der Weise be⸗
willigt, daß die von denselben auf allen pfälzischen Stationen zur
Fahrt hierher gelösten einfachen Fahrkarten fuür. die bezeichneten
Tage gleichmäßig zur fFreien Rüchfahrt bis zum 831. gelten. Je—
doch haͤben sümmtliche Festbesucher, welche diese Begünstigung freier
Rückfaͤhrt genießen wollen, sich durch —B————— welcht
nach einem vorgeschriebenen Formular von den Vorstäuden der
Localvereine auszustellen sind, als solche auszuweisen.“ Die nothig—
Anzahl solcher Karten soll den Lorxalvereinen auf Verlangen dur
Herrn Pfarcer Feim übermittelt werden und dürfle dedhald densel⸗

ben anzurathen sein, möͤglichst bald die Zahl der gewünschten Kar⸗
ten anzugebe. 23
Muünchen, 6. Juli. Zu der Jahresfeier des pfälzischen
Zʒauptvereins der Gustav⸗Adolph⸗Stiftung am 30. und
I. August (in der Kirche zu Ludwigshafen) werden an den Prä⸗
aten De. Zimmermann in Darmstadt, den Professor der Theo—
ogie Dr. Holzmann an der Universität Heidelberg und an Kir⸗
henrath Dietz in Wiesbaden, oder in dessen Verhinderung an den
pfarrer Wilhelmi zu Braubach Kinladungen ergehen, bei dieser
Feier durch Festvortrage sich zu betheiligen.
pRürnberg, SInli. Der Kaiser von Oesterreich hat für
das Hans Sachs-Denkmal einen Beitrag von fl. 300 östr. Währ.
an das Comite gesendet.“ Ferner vernehmen wir, daß derselbe
auch seinen bisherigen Jahres-Beitrag für das Germanische Mu⸗
seum neuerdings bewilligt hat.
p'Stuttgart, 1. Juli.“ Diesen Abend wurde die Olga⸗
straße durch einen entsetzenerregenden Vorfall. in Schrecken und
Allarm versetzt· Der große: Hund eineg: Vewohnerß dieser Stya⸗
he überfiel ohne irgend eine äußere Veranlafsung einen ruhig
seinen Weges gehenden Knaben von etwa 7—8 Jahren, biß ihm
in den eee und zerfleischte denselben völlig (man zählt bis
zu 8Bißwunden und eine Kopfader ist berletzt),sv daß,“ wie
man hört, selbst der sogleich herbeigeholte Arzt an dem Aufkommen
—

Im Frankfurter Stadtwalde würde ein Mädchen ermor⸗
det aufgefunden, uls Mörder wurde deren Geliebter;, aus Wornis
deenaee — In Eingurg starb der Landschafts-Maler
ReCulloch 63Jahre alt. In Kassel sind die Brode und
Ieischpreise zu außerordentlicher Hoͤhe gestiegen. 9
In der pommer'schen StadtePol uso h wuͤrde Graf Bis—
narck jüngst, als er sich guf, sein dort belegenes Gun Varzin begab,
mit Blumenregen und sonstigen Festlichteiten begrüßt. Darüber
Fefragt, soll er, der „Cösliner Zeitung“ zufolge, geäußert haben?
Der freundliche Empfang hat mich in nicht geringe Verlegenheit
gesetzi. Denn wie ich aid Unpoputgrer Minister gufzütreten hatze,
weiß ich zwar genau; wie ich, mich aber als populärer Minister
zu denchmen habe, darüber hat' es mir pither, guzGelegenheit ge—
kehlt genügende Erfahrungen zu sammeln.. 2.¶.
I Cobléen zu,8. Julig Die A8. Generalbersammluuig der
katholischen Vereine Deutschkands wird, wie der „Euchaxius meldet,
am IO. 11. und 12. September zu — Dags
horbereitende Comite wählte zur seinem Prafidenten den Laͤndes-
hauptmann Hofrath Dr Hafflwanter 4
44Marjenthe, 5. Juli. Die aus Bachteinen gobaute
Hrucke, welche über den neuen Cours Lieutaud nach ie
st zusaminenigestürzt. Man spricht von etwa zwanzig Kodten und
verwundeten,. Arbeitern. e

F Die neuesten Nachrichten aus Lugau lauten hoffnungslos.
Unterm 5. Juli wird berichtetz Die-Versucht, mit schweren (mit
Zteinen gefüllten) Tonnen den Schacht frei zu machen, sind miß⸗
zlückt; sie berursachten nur neue Brüche Gn letzter Racht sind
dieder deren sechs erfolgt.) Man hat daher alle Versuche,, jchnell
zu den Verunglückten zu gelangen, aufgegeben und einen *
dber langsameren Weg ringeschlagen, indem man zunächt den
noch erhaltenen Schachtzimmerbau und das Schachthaus verstaͤrkt
und sodann von der untersten erhgltenen Bühne mit eisernen
Blechrohren, die man zusammen I und in den eingebrochenen
Theil an Seilen hinabläßt, bis zu dem Verfüllungsorte hinab—
Jeigt. Dorkt 'angelangt, werden Arbeiter die den Schacht spexren⸗
den⸗Massen abrdͤumen. Ist der Schacht tiefer gut erhalten, so
ist noch Hoffnung zur Rettung der Verunglückten, eventuell zur
Herausschaffung ihrer Leichen; ist der Schacht aber weiter unten
auch wieder bruͤchig, so bleibt nichts übrig als ihn zuzufüllen und
hon vben wieder abzubauen. — Die Zahl der Verunglückten be—
irägt 102; fie hinterlassen 44 Frauen, eine Braut, 137 Kinder,
außerdem hilfsbedürftige Vater und Mütter.“ Der Director der
neuen Fundgrube ist iheils zu seiner Sicherheit, theils weil ihm
grobe Fahrlaͤssigkeit in der Unterhaltung des Schachts zur Last
gelegt wird, verhaftet; jedenfalls kamen grobe Fehler im Betriebe
vor; nicht einmgl die schadhafte Schachzimmerung, wurde re—
parirt. e .. II
7.Herr Frajer der Erfindir des neuen Geschühes, Mnomit Emz⸗
land jetzt seine Land⸗ und Seemacht bewaffnet, und MahoricPalliser,
der die Geschosse aug gekühltem Eisen erfunden hat, machen mit
ihren neuen Einrichtuugen .bessere Geschäfte als Snider, der in
Dürftigkeit und Noth verstorbene Vater des englischen Hinterla⸗
dungsgewehrs. Auf Befehl des Kriegs⸗ Ministeriums erhält Fraser
als Abschlagszahlung zunächst 5000 L. und Palliser in derselben
Weise 10,000 L.:Vetzterem sollen im „nächsten Jahre weitere
3000 L. zur Ermuthigung · und Anregung auf dem beschrittenen
Wege fortzufahren, zu Theil werden
e eei e vane ver cniden Wochen ein armonisch—
        <pb n="322" />
        ⸗atholijches Mädchen einen Armenier von gregorianischem Ritus
geheirathet und am folgenden Morgen wurde das junge Ehepaar
m Bette erdrosselt gefunden. Jetzt zeigt es sich, daß die That
auf Antrieb des armenisch⸗katholischen Priesters Obanes, von diesem,
dessen Bruder, dem Halbbruder der Braut und einem Vierten aus
zeligiösem Fanatismus verübt wurde. Die Behörden haben den
Priester, gegen den eine so furchtbare Anschuldigung vorliegt,
zgegen Caution in Freiheit gesetzt. —

F Heliotypographie ist, wie die „New-Yorker Handels-
Zeitung“ schreibt, der RName einer neuen Erfindung im Gebiete der
Daguerreotypie, resp. Photographie. Schon lange Zeit hatte man
Versuche angestellt, mit Hülse des Sonnenlichts meiallische Typen
jerzustellen, mit denen man, ähnlich wie in einer Buchdruckerpresse
»rucken kͤnne. Das Gesuchte scheint gefunden, da sich in New—
Hork Nr. 70 Fulton Street, eine Heliotype⸗Compagnie gebildet

Jjat, welche Probe-Exemplare von Heliotypen geliefert, welche die
—DDDDDD
nerhalb 12 Stunden von einer Kupferplatte ein äußerst sauberes
Jenaues Heliotype einer Karte Frankreichs, welches sofort zum Drua
in irgend einer Presse benutzt werden konnte. Höchst wichtig
dürfte die Entdeckung sein für die Vervielfältigung seltener Manu⸗
cripte, Autographien ?c., da die Genauigkeit eine überraschend große
ist. Die Compagnie glaubt im Stande sein zu können, innerhalb
2 Stunden Platten von Illustrirten Zeitungen Europa's zu
iefern, so daß man innerhalb 24 Stunden dieselben vollständig
rachdrucken kann.“

Stockhohm, 28. Juni. Der 98 Quadratmeilen große
Wenersee ist in bedenklicher Weise gestiegen; große Strecken siehen
anter Wasser. — In Gefle (Nordschweden) haben die Vergwers—
Arbeiter Strike gemacht.
Geschäfts-Eupfehlung.!
Der ergebenst Unterzeichnete bringt hier⸗
mit zur Kenntniß, daß er sein Geschäft
ils Schweinemetzger hier angefangen
Jat, und ein in allen Sorten (bis zu den
ieinsten) gut assortirtes Wurstlager hält.
Frisches, gesalzenes und geräuchertes
Schweinefleisch ist beständig zu haben.
Mein Laden ist in dem frühern Georg
Beters'schen jetzt Ph. Klinck'schen Hause.
St. Ingbert 11. Juli 1867. —
n νιαν jun. I
Ich bringe meine
lelle J
Tapeten-Muster⸗
karte
sowie Fenster-Roulaur
aus der Fabrik Heinrich
Lotz u. Comp. in Kaisers—
lautern in empfehlende Er—
innerung.
St. Ingdert im Juli 1867. —
Crewoenig jur.

Theater in St. Ingbert.
Direktion von Augusi Schroth.
.Freitag den 12. Juli 18673.
Frste Vorstellung im II. Abonnemnemt

Im Saale des Herrn Oberhauser.
Einer von unsere
45—

Zu bedeutend herabgesetzten Preisen em
pfiehlt der Unterzeichnete eine große Aus
wahl in allen Sorten Kappen. Ge—
wallte Kappen die früher ein Thlr. ge—
kostet haben, werden heute zu 34
verkauft. W

Irauz Huber,
Kappenmacher.

Kiefernes Bauholz, in jeder belie⸗
bigen Länge und Dicke, sowie 38 bis
10 Klafter kiefern und birken
Klafterholz sind bei Unterzeichnetem zu
verkaufen.

Val. Höh
Breitermühle.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der

Stadt Zweibrücken vom 11. Juli.

Weizen 7 fl. 14 kr., Korn 6 fl. 18 kr.
Gerste 2reihige, — fl. — ir. Gerste 4
reihige, — fl. — kr. Spelz — ifl. — kr.
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.
— kr., Mischfrucht — sl. — kr. —W
5 fl. 2ur. Erbsen — fl. — kr. Widen
— fl. Akr., Kartoffeln üfl. 30 ir. Heu
lufl. 12 kr. Stroh 1 fl. — xr per
Zentner. Weisbrod 134 Kilogr., i8 fr
dornbrod 83 Kgr., 28 kr., ditid 2 Kgr
19 kr., ditto 1Kgr. 10 kr., Gemischtbrod,
3 Kgr., 82 kr. JePaar Wed. Loth,
kr., Rindfleisch, J1. Qual. i8 ir.
Qual. 16 ir., Kalbfleisch 14 kr. Hanimel-
leisch 14 kr. Schweinefleisch 18 ir.per
Pfd. Wein 24 kr. Bier, 7 kr. per Liter—
Butter 24 kr. per Pfund.

Große Posse mit Gesang in 4 Akten und

7 Bildern von D. F. Berg und D.

Kalisch. Musik von Sfolz. und
—Conradi
Mein 3 stöckisches Wohn⸗
haus an der Hauptstraße gele—
gen, neben Georg Bleif und
Gebr. Dörr, nebst einem klei⸗
nen Gärtchen, ist aus freier
Hand zu verkaufen. Mehrere
Zahlungstermine werden ein⸗
geräumt.

Georg Kiel.

5 Ein Kuhmagen ein⸗ u. zwei⸗
—V
»ollständiges Ackergesrästhe, sind zu ver
taufen bee I

Philipp Günther,

—XR Schnappbach.

Bauk⸗ und Wechsel⸗Geschäft
pon Gaebr. Pfei ffer in Frankfurt a. M.

Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An- und Verkauf aller Arten Staats-⸗
apiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind industriellen Actien, Incasso von Cou⸗
vons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu—
icherung prompter und reeller Bedienung.

Provision 1 per wille ohne

iegliche sonstige Spesen.

SZonm⸗ag den 14. Juli J

r—νι;

n 2ten Stock der G. Peters'-
chen Wirthschaft, wozu freundlichst ein⸗
adet

Wegen Geschäftsveränderung sind
aus freier Hand bei Unterzeichnetem
mehrere
Wirthschaftsgeräthschaften
cu verkaufen, nemlich; J

Mehrere lange Tische, ein runder
Tisch, Stühle, Bänke, kleine und
große Lampen, Flaschen, Gläser, Ga—
beln und Messer, Messing⸗Krahnen
und mehrere Wein- und Bierfässer.

Jakob Stief.

— —e —ñ —
Fruchtpreise der Stadt
Kaifers lautern vom 9. Juli.
Weizen 7 fl. 51kr., Korn 6 fl. 19 kr.
Spelzkern — fl. — tr. Spelz 5 fl.
36 kr., Gerste 5 fl. 12 kr., Hafer 4fl.
57 kr., Erbsen 4 fl. 44 kr., Wicken 4 fl.
7 kr. Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28 Ir
3 Pfd. Gemischtbrod 15 kr. und 2 Pfd
Weißbrod 16 —

Sonntag den 14. Juli
zwischen Heckendahlheim und Ensheim
im sogenannten „Allment“

*
Waldparthie
mit Harmoniemusik.
Heckendablheim im Juli 1867.

Wittwe Buchheit.
Ich jzeige hiermil an— daß ich wieder
vie früher das Woll schlumpen besorge.
Ehefrau von
Joh. Leyrer,
Hutmacher. 1

— — — ——
Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 9. Juli 1867.
Preußzische Kahenscheine .. 1 48.-452.
n Koch ede Friedrichsde
— 2 . — — 4
— — — — llandische 10 fl. —
Zwei tüchtige Echreinergesellen ——3 Suae PFP 2
inden gegen guten Lohn sofort Beschäfti- 20Francs-Stücde.. 328228
gung bei e 8 ... 11 52-356
— vhann Weiß de un ein — — —
auf der Schnappbach. Whha — 83 Per Jolbsüne 2 —*
Redaltion, Drud und Verlag von F. x Demet in Si. Inabert—
        <pb n="323" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— — ——
Der „St. Ing bert er Anze ig ex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donners stag
i Sa mstag. Abonnementsvreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Nro. 83. — F JF Samstag, den us. Jult » 1867.
— — - —⸗ M— — ——— ———— — —

—
Deutschland.
Munchen, 10. Juni. Das Ergebniß der internationalen
Müunzconferenz zu Paris ist folgendes: Es soll eine gemein⸗
same einheitliche Münze geschaffen werden, welche eine Goldmünze
X Goldwaͤhrung einge⸗
füͤhrt und der Anschluß an das am meisten verbreitete System
bewerkstelligt werden.

Ene Mümchener Correspondenz enthüllt unrichtige Angaben
über d⸗ Besprechung, die am 5. Juli im Ausschuß fuͤr die So⸗
zialgesetze stattfand. Die dort erwähnte Differenz zwischen den
Berichterstattern des Heimath⸗ und des Gemeindegesetzes bezieht
sich zunächst nur auf einen allerdings wichtigen Punkt. Auch war
im Ausschuß nicht die Rede davon, über das Heimathgesetz ein
neues Referat ausarbeiten zu lassen, welches mit den Ansichten
der Majorität besser harmonirt. — Falsch ist ferner die Angabe,
daß eine Zusammenlunft von süddeutschen Abgeordneten X
igt sei, um sich über die Grundlagen eines Wehrgesetzes zu ver⸗
ständigen.

Eine Conferenz von Deligirten der deutschen Hilfsvereint
für die Krankenpflege und Unterstuͤzung der Soldaten im Felde
wird am 22. in Wuͤrzburg zujammentreten, um die im letzten
riege gesammelten Erfahrungen auszutauschen, sich üͤber die zwech
maßigste Organisation der freiwilligen Hilfsthätigkeit zu verstän⸗
digen, etwa räthliche Ergänzungen det Genfer Convention von
1864 vorzubereiten, und namentlich durch Anknüpfung perfonlicher
Verbindungen das Zusammemwwirken der deutschen Hilfsvereine fün
den Fall eines wieder ausbrechenden Krieges zu befördern.

Frankfurt, 8. Juli. Nach sehr bestimmten Mittheilun⸗
gen aus verlässiger Quelle können wir in Bestätigung anderwei⸗
liger Angaben berichten, daß man ohne allen Zweifel mit der
geineinsamen Einführung der Tabaksteuer bis zum Zusammentritt
des künftigen Zollparlaments warten wird, resp. daß letzterem die
bezüglichen Voriagen gemacht werden sollen. Ueber diese Vorlagen
ist man aber noch lange nicht einig, und sollen vor deren Ent
werfung allenthalbben die competenten Behoͤrden und die Bethei
ligten mit ihren Guthaben gehört werden. Wie man weiß, steh
übrigens die geeg der Tabakbesteuerung schon lange auf der Ta
gesordnung dẽes Zollvereins; vor einem Jahrzehnt wurde sie be—
handelt, und war damals. wo mehrere Regierungen eine sehr
hohe Steuer wünschten, sogar von der Einführung des Monopols
die Rede. Wir wissen, daß auch jetzt einige Regierungen beab
sichtigen, diese Steuer zu einer wirklich ergiebigen Finanzquelle
zu machen. Es wird nun Sache aller Betheiligien sein, sich zu
ühren, damit in die ganze Sache die richtige volkswirthschaft
liche Klarheit kommt, und nicht schließlich Anträge durchgehen.
welche fürs Erste zwar jenen Zwed erfuͤllen möͤgen, aber für die
Frigk die Quele selbst derstbren, indem sie die bezügliche Pro—
ducuion und Fabrikation vernichten.

Die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird
nun doch in Frankfurt und zwar vom 18.- 24. September aber
(nach dem gegenwärtigen Programm) ohne die sonst üblichen
Festlichkeiten, gehalten.

wie die B. und H.⸗Ztig in Bäreff des Fürstenthums Wal
deck eieet ist der fürstliche Geh. Rath v. Stockhausen, der bis⸗
her die Verhandlungen wegen Abtretung des Landchens an Preu
hen vertraulich geleitet hat, zum veraniwortlichen Staatsministe:
crnannt worden um in dieser Eigenschaft die Angelegenheit offi⸗
ziell abzuschließen. Er befindet sich gegenwärtig bei den in Nau⸗
heim weilenden Fürsten und wird in den nächsten Tagen in Ber⸗
lin sein.

Fraukfurt, 9. Juli. Das Journ. de Paris glaubt zu
wissen, daß Vreußen unterm 20. Juni an seine diplomatischen
Agenten im Auslande ein Rundschreiben erlassen habe, welches
die Anschauungen des Berliner Cabinets über die wahrscheinlichen
Folgen der Reise des Königs Wilhelm dach Paris darlege. Der
—— diese Reise zur
Sidemna ind Befeniqung des eurod gischen Friedens beigetragen

haben werde. Die diplomatischen Agenten Preußens seien ermäch⸗
ligt worden, von diesem Schriftstück den Negierungen, bei welchen
sie beglaubigt sind, Mittheilung zu machen.
Seiphig, 7. Juli. Gestern Abend fand in den Räumen
des Schützenhauses die zweite dahier veranstaltete Freiligrat h⸗
Feier siatt. Goitfried Kinkel aus Zurich hielt die Festrede;
er war speciell zu diesem Zwecke hierhergekommen und betrat sonach
zum ersien Male seit 17 Jahren wieder den deutschen Boden.
Berlin,V. Juli. Die Zollconferenz hat gestern
den Vertrag über die Fortdauer des Zoll⸗ und Handeksvereins
uuierzeichnet und damit nach sieben Sitzungen ihre Thätigkeit ge⸗
schlossen. Der Vertrag gleicht dem preuͤßischen Entwurfe mit Aus
naͤhme weniger unwesentlicher Modificationen. Gleichzeitig ward
auch ein Schlußprotokoll vollzogen, durch welches u. A. festgesiellt
vird, daß die aus den Abrechnungen aus den gemeinschaftlichen Ern⸗
nahmen sich ergebenden Herauszahlungen an undere Vereinsstaaten,
soweit fie nicht durch die bei den Zollkassen eingegangenen Münzen
des enisprechenden Staates oder der mit letzterem in genauer Ueber⸗
einstimmung stehenden Staaten geleistet werden können, nur entwe⸗
der in Vereinsthalern, oder Guldenstücken, nicht aber in Theilstücken
des Thalers oder Guldens ausgeführt werden sollen. Das Schluß⸗
protololl besagt ferner, daß Preußen zur Ausuübung der ihm zu⸗
stehenden Controle wegen Einhaltung des gefetzlichen Verfahrens
bei der Erhebung und Vexwaltung der gemeinschaftlichen Abgaben,
Beamte der süddeutschen Staaten unter Verücksichtigung der Wünsche
der belreffenden Regierungen verwenden werde. Einige der Bevoll⸗
—X verlassen; die hier gebliebenen
sind heute bei dem württembergischen Gesandten, Herrn v. Spitzen⸗
herg, zum Diner eingeladen. Vorher fand im Finanzministerium
noch zwischen dem Geh. Ober⸗Finanzrath Scheele und einigen Con⸗
erenzmiigliedern eine Besprechung über die Salzfrage statt. —
Die landwirthschaftliche Abtheilung der preußischen Aus—
stellung in Paris ist bei der Preis- und Ordensverleihung
ganz unberücksichtigt geblieben.

Die Beil. Borsenztg. meldet: „Die preuß. Regierung
ruft ihrer Gesandten aus Mexico nicht ab. — Graf Bismarck
verkauft sein Gut Schönhausen an seinen Bruder und vermehrt
seine neuen pommerschen Befitzungen. — Die Nordd. Allg. Ztg.
erklaͤrt die Rachrichten französischer Blätter, daß Frankreich wegen
Nordschleswig Vorstellungen in Berlin erhoben, oder sich sonst in
diese Angelegenheit sich eingemischt habe, für durchaus unbe—
gründet.

Berhin, 10. Juli. Nach den auf der Zolconferenz ge⸗
faßten Beschlüssen wollen die Zollvereinsstaaten gemeinichaftlich
dahin wirlen, daß durch Annnahme gleichförmiger Grundsatze die
Gewerbsamkeit gefördert und der Befugniß der Angehörigen
des einen Stagates, in den anderen Arbeit und Erwerb zu suchen,
moͤglichst freier Spielraum gegeben werde. Es soll auch von den
Angehörigen Eines Vereinsstaates, welche in dem Gebiete eines
inberen Handel und Gewerbe treiben oder Arbeit suchen, keine
Abgabe entrichtel werden, welcher nicht gleichmäßig die in dem⸗
elben Gewerbeverhältnisse stehenden eigenen Angehörigen unter⸗
vorfen sind. Desgleichen sollen Kaufleute, Fabrikanten und andere
hemerbelreibende, welche sich darüber ausweisen, daß sie in dem
Bereinsstaate, in welchem sie ihre Wohnsizze haben, die gesetzlichen
ee für das von itznen betriebene Geschäft entrichten, wenn
ie dios für dieses Geschäft persönlich oder durch die in ihren
diensten stehenden Reisenden Ankaufe machen, oder Bestellungen
anter Mitführung von nur Mustern suchen, in den anderen Staa⸗—
en keine weiteren Abgaben hierfür zu entrichten verpflichtet sein.
Beim Besuche der Märkte und WMessen zur Ausübung des Handels
und zum Absatze eigener Erzeugnisse oder Fabrikate, sollen in je—
demn Vereinsstaate die Angehörigen der anderen Vereinsstaaten
benso wie die eigenen Angehörigen behandelt werden. — Die

Seehafen der Staaten des Norddeutschen Bundes sollen dem
dandel der Uuterthanen der übrigen Tcontrahirenden Theile gegen
Hdoͤllig gleiche Abgaben, wie solche von den eigenen Angehörigen
        <pb n="324" />
        entrichtet werden, Afen stehen. 4 oslen;

und Handelsplaͤtzen — ——

her —I5 Fergulaßt: werden

übrigen — in vorkomme:

Rath und That uAnehmen. F —

Berlhin, 10. Juli. Der Staatsanzeiger veröffentlicht die
Frlasse, betreffend die Emission von 5 Millionen Thalern in
Schatzanweisungen und die Ermäßigung der Consulatsgebühren in
den europaischen Hüfen. — Die „Prov.Corresp.“ sagt? ein De⸗
ficit im preußischen Staatshaushalte sei weder vorhanden, noch
un besorgen. *
J4Wen, 10. Juli. Eitzung des ee Abg.
Dr. Muͤhlfeld begruͤndet seinen Antrag bezüglich des Religidns
gesetzes. Er hebt hervor, wie der Wunsch nach Aufhebung des
Foncordates sich seit der ursprünglichen Einbringung seines An—
trages in der Bevölkerung noch gesteigert habe, wie Freihejt⸗ und
Gleichheit auf religiösem Gehbiete noch nothwendiger“ seien, wie
cuf dem Ppolitischen, wie in Oesterreich die inneren und äußeren
Verhältnisse sich anders gestaltet hätten, wenn eine größere religiöse
Duldsamkeit bestanden haben würde. Auch der Einfluß in Iu
aud hätte sich anders gestaltet. Redner tadelt die Nichtaufnahnle
der Jirgeliten Ungarns in die Schwurgerichtslisten und fordert
das Haus, auf, Ungarn mit seinem. Bespiele vorzugehen, Die
Regierung möge umkehren die Zeit drängt. Das Haus be—
chließt den Religionsgesetzentwurf einem a d e Mit⸗
zedern zuzuweisen. — Im Verlaufe der. Sitzung wurde das
Ministerverantwortlichkeitsgesetz mit einer⸗ inzigen umwesentlichen
Vexanderung nach der Fassung des Ausschufet ite zweltern umd
hruter Lesung angenommen 7
no 14 Frankreich ν-ια 8
nye tuu z aͤvi 8359. Juli. “Der: Konig von Württemberg ist gestern
hier augekommen.“ Dem · Vernehmen nach hat Gecreral Prim bei
Barcelono eine Ladung bewerkstelligt. nu et u e 458
» Die Papiere Maximilians sollen; mach den Einen, inin den
Händen des Herzogs von Aumale sich befinden, nach den Andern
—A ———
:. Paris, 10. Juli⸗ 1Im gesetzgebenden: Körper sprachen
Thiers und Jules Favreübet die Vorgängen in, MexikoDLetzterer
sugte: Maximilian sei im WVertrauen auf die ihm von der
sranzösischen Regierung gegebenenVersprechungen: nuch Mexieo
gegangen, er hätte daher auch von devefranzösischen Armee beschützt
werden müssen. Sein Blut werde auf Frankreich kommen.“ Der“
Staatsminister Rouher protestirte energischgegen diese Vor
würfe. —
In der heutigen Sitzung des gesetzgebenden Körpers erklärt
Pelletan zu Protokoll, daß nicht die kaiserliche, sondern schon 1848
die provisorische Regierung die politiische Todesstrafe
abgeschafft habe. Das Kaiserreich hat sie nicht wieder eingeführt.

allein Rouher selbst habe 1852 eine Vorlage im Namen-der Re⸗
gierung gemacht, für das Verbrechen des Complotts zum Umsturz
der Regierung die Todesstrafe wieder herzustellen. Die Vorlage
sei aber schon an dem Widerstande der Commission gescheitert und
zuruckgezogen worden. Rouher gab dies zu und wurde dann übe
die mexicanische Angelegenheit debattirt, über daß Mißlingen der
selben, deren Ursachen und Wirkungen. ⸗
Marseille, 10. Juli. Die Briefe aus Rom sind dom
7. d. M.“Die Fremden beschleunigten ihre Abreise wegen der
ftarken Hitße und wegen mehrerer Cholera⸗Todesfälle. Das Ma—⸗
rimum der Sterbfälle täglich hat nicht fünfzehn überschritten. Die
Festlichkeiten haben mit dem pontificalen Hochamtin St. Johann
von Latron, als der Mutterkirche geschlossen. Der Papfst ist vom
Tode des Kaisers Marimilian tief erschüttert worden.n
Eine lange Haussuchung hatte beim Pater Carnelli, der am
Quirinalpalast wohnt, stattgefunden. Derselbe- war der Mitschuld
an den Verdffentlichungen des Cardinals: Andrea beschuldigt.
Man hatte seine Papiere mit Beschlag belegt und ihn in der En
gelsburg gefangen gesetzt. n ν ι αν.

E.nugland.

Lomdon, 8. Juli. Der Vicekönig bon Egyplem begib
sich heute nach Windsor. Am Mittwoch wird bei Lord Derby
ein großes Bankett stattfinden. Se. egyptische Hoheit hat di⸗
Einladung zu einem Fest in dem Krystall-Palast augenomnmen,,
., London OY. Juli. In der heutigen Unterhaussitzung stellte
Layard die Juterpellation, ob es wahr sei, daß der Arkadion guf
ein türkisches Kriegsschiff gefeuert habe, wodurch mehrerz türkische
Matrosen getödtet wurden, und ob dies nicht ein. Aklt der Sce
rduberei seirLord Stanley erwidert, der Sachverhalt ser wfent
lich richtig, die Angelegenheit sei. dem er der“ Kron
juristen überwiesen worden, und insolange ihm der z‚Ausspruch der—
jelben nicht zugekommen sei, konne er seine Meinung nichtaus
drücken: et bezweifle jedoch, daß die Großmächte eine“ Genugkhu

em ftemden Sees) u d3⸗Fo9 rdfdu ng seitens dec Türkei einsticamig Emterstützen
d7) des — * .
Andehörigen Dder Epauiien.
idmöglichftit Der Infurdertiog m Epfniennspim batäudigenenacvachsen,
Die Anhänger O'Kommels bereiten ine Bewegung in Madrid
elbst vor. General Prim hat in Begleitung des Obersten Sen—
da Paris plötzlich verlassen, um an einem (natürlich nicht bekann—
ten) Punkte Spaniens zu landen und die Leitung des Aufstands
zu übernehinen. 7 ntae I
Maßbrriud, 83 Julit““ KGr. Epins hat die Regierung daran
rinnert, daß es nöthig sei, sich mit Italien in Verbindung zu
etzen, um die früher versprochene Herausgabe des, Friwatepue
hums der dAWgesetzien Fürsten zu erlangen. —6
Meadrid: 8 Juli⸗Die Situation · vernimmt· Aus · Ma⸗
drid, daß die Eisenbahn zwischen Baxcelona und Taragon bei
Molcos del Rey von den?? Iustirzesiten unterbrochen sei. Der
Heneral Pezuela⸗ Graf“ von Chesto, waäͤre nach! Katalonien geschickt
vorden, um dort den General Gasset zu erxsetzen und mit größe
rem Nachdruch als dieser aus der Probinz gebürtige Generalden
Aufstand zu bekämpfen.: 1ια e Naen An
eanu ne Griechenland. ν guau 1u.
Akthean O. Juli. Da, dig Provinz. Kissämos ihre Untert
verfung berweigeri hat verbiasinten diei urken nin Samstag
neun Hrtschaften und tödleten H inder und, Greise * * *8
⸗ ?&amp; 36 rrttei tu
Apen g Türkein n —D————
81 Det frilhere Fürste Cusch hat am den Fürsten Kaple geschrier
den und um die Erldubnißß unchgesucht, wieder mach:: Rumänien
—D00—
el sehr erfrent: gewesent zu sein und den; Thron gern geopfert 3n
habeny das er ja die danze Zeit, woner Krone unden Schwert ber
seffen! nur den einen Wunsch gehabt habe, wbaldigst einen Mach⸗
jolger zu bekommen, der ihn so sehr übertreffe wie FürstzeKarb.
Daß sein Sinnen Ande Trchten darcuß gegangem seine Dynastie
mꝰ Hospodarat erblich zu befestigen; davon schweigt er.naMebrigens
ist ihm! die Rückkehr mach Rumänien verweigert worden. pu Gι
— J .. Rußland. ————
weteüburge. Juli Heufe ift die Verlobuing der
Sotee ie Konflantsnowna. gůt dein König vbn Griechenh
nd ittet dectunmih hoded. Die bigenttde deier sindtt
morgen:. Sralb— n ιι ι ια α
u Die Sinrichtung Maximlians.
eitDas Pariser“ Blatt Figarone hringtüber die Verurtheilung
uind Hinrichtüng Maximikans einen Bericht, welchen dasselbe dem
in Euu er et ast o* (Merxico) erscheinenden Blatte Efsperanza“ ent⸗
—DD
stehendes mit .... —
Nachdem' den Gettigenen nämlich bemn Kaiser Marund
den Genexalen Mir a m dn und Meegji'ch das Todesurtheil vet⸗
kündet worden war, brachte man sie näch dem sehemaligen Kloster,
welchez den Franzosen als Spital gedient hatten“ Dets Altar—
es war die Todtenkapelle — wurde im' Hintergrunde Deß Gefäng⸗
nisses aufgeftellt.Die Schildwachen erhielten Befehl/n jedennie—
derzuschießen, welcher ohne eine Ermächtigung des Capitäns Gou⸗
alez ein⸗ oder ausgehene wirrde Mebrigens Iieß? maneNiemand
—0—
hian's. Ein wenig fpäter kam der Bischof von Queretaro, mn
reine geistlichen Dienste unzubieten,“ welcheé die Gefemgenen nach
ner kurzen Berathung imtet sich annahinen!“ Die Kacht verging
Unterredungen mit, leiser Stimme; sie üeichteken Miramon
litt stark an seiner Wunde am Auge, welche er mit frijchem Wasfer
kühlte. Me a verfiel in tiefen Schlafti⸗ Marimilian: verlangte
Paͤpiet und Dinte. Er Ichrieb zwei Briefe, den einen in deutscher
Zbracht an die Erzherzogin Sophie,“ seine. Multter,n den zweiten
an seine Frau.“ Er übergab sie Beide dem Bischofe mit: der; Bitte,
sie an ihre Adresse gelangen, zu lassen. Grlegte aint Haarlvcke
bei, melche ihm die Frau eines! der Ketkermeifter abschnitt, küßte
sie und steckte sie in das schyn heschlossene Couvert. Gegett40Uhr
wünschte Maxrimli an' die Messe zu hören“ die det Bischof
las; man mee Desuhnuen und alle Drei nahmen das 'heilige
Abendmahl ein:Es scheint, daß nach der Messe der Kaiser Lange
Zeit auf dem harxten Steine knieend verbließ —Ein Veistuhl mar
nicht vorhanden: Er stutzte die Angen-ind-Stirn nitft feine Haunde.
Man weiß nicht, ob er hetete oder, weinte. Meira moin mwar
bleich und niedergeschlagen: Mez ka warentzückt! man' darf nicht
nicht vergessen;, daß küteein Indicher und daͤß es ein Ruhm flir
ihm ist, mit selnem Herrn, wie er“sagt/gu sterbene Als es 7. Uhr
FIng vernahm inan die Mnusik' der Proͤzeffivnnndeder Capitan
o zalle z frat, mit den Vinden in die VFapelle⸗ Mirumon
ließ sich ‚die Augent verbinden,“vhne die⸗ geringste-Vewegung zu
machen. Mefid!wöeigerte fich dies thün ar täfsen, And als kun

124
        <pb n="325" />
        der· Capitaͤn verfuchen wollle, seinen Widerstand zu brechen, fagke

der Bischof einige leise Worte zum General, worauf er? sich:Die

Augen verblnden ließ.Der Qaiser abet erklärte, daß er folches

aicht dulden werde. Gonzaalee z zögerte / einen Augenblick, grüßte

zann den⸗Kafrser und stellte sich an die Spitze der Escorte.“ Die

—0

Lanciers bedeckt, dann kamdie Musit, einen Trauermarsch jpielend
Ein Bataillan-Infanterie; daß Gewehrein Arm, in zwei Reihen.
jede vier Mann hoch, bildete das Spalier.

Als der Zug dien große Spitalpforte erreichte, sagte: Mejia
sehr laut „Sire geben Sie uns zum letzten Male ein Beispie!
hon Ihrem edlen Muthe wir folgen: den Schritten⸗Ew. Majestät.“
un In“ dem Augenblicke gogen Die! Franziskanernworüber; die
beiden ersten trugen das Kreuz und das geweihte Wasser, die übri⸗
genhielten Kerzen.FJeder von den dret · Saärgen ward von einer
Gruppe von vier Indianern getragen; hinterher⸗ folgten die drei
schwarzen Hinrichtungskreuze nebst den Bänken.“ .inn

Capitaut Gonzalez gab, nunmehr Maximilian ein Zeichen
auszusteigen, Der Kaiser näherte sich muthig mit den zu den
—2— Pertraten tesprochenen pn nes atla liüberhad!“

Der Anbluk des Zuges var impsant.“ Voram schritt der
Naissevzu seiner Rechten vert Abbé Fischer, zu seiner Linken
der Bischof. Hintendrein folgte, unterstützt von zwei Franciscanern,
die jhm den Arm gaben, Mira mon, undMeeiia'*:zwischen
den beiden Priestern von Santa Cruz.

Als, man den Gipfel des, Hügels erreicht hatte, sah Maxit
miszam siart dies Ageheudo. Conne den Dann zog“ er seine
Uhr und ließ eine Feder spielen, welche das überaus verkleindrte
Porträt der Kaistrin Charlotte verbarg.rn Er drückten es an
Aie Lippen und sagte, indem ezr dem Abhe Fischer die Kette reichte:
Aeberbringen Sie dieses Andenken meiner vielgeliebten Gattin in
Fuxopa, und gollte dieselbe Sie jemals verstehen können, so sagen
Sie ihr, daß meine Augen sich schließen mit ibrem Bildnisse, das
—
.Man hatte eine. Stelle unweit der dickem ußereͤn Lirchhofs
mauer erreicht; dumpf zusammen hallten, die. Sterbeglocken⸗ Rur
die Personen vom Zuge waren zugegen, da man der Menge den
Weg vertpetenn hatte, Zamit ne nicht die Anhöhe hinaneilte.

Die drei Bänke miln den Plankenkreuzen wirden Hegenedil
Mauern gestellt, die drei cherancommäudirten Pelotons Gtotten)
—— eserve Unterofficineen Vestehend
nähertetr sich vek Veturtheilten: bis: nußdrei Schritte.
Als der Kaausee r diet VBewegimge der Gewehre bemerkte
meinte der, man ftehenim Begriffe, zu fouern, und näherte sich leb
haft seinen beiden Gefährten, die er mit rührender Inbrunft um
armte. αα. e

Miramon sank überwältigt auf die' Bank nieder, wo er
zusammengesunken sitzen blieb; die Franziscaner legten seine Arme
reuzweise über einander. Mejia exwiderte die Umarmang Marxi—
milians schluchzend mit Worten, die kein Mensch vernommen, dann
treuzte er die Arme über die Brust und blieb aufrecht stehen. et,

Der Bischof fagte im Nähertreten zu Maximilian: „Sire
geben Sie ganz Mexico in meiner Person den Kuß der Versöh—
nung; mögen Eure Majestät. im letzten Augenblicke Alles verzeihen!“
Derx Kaiser, innerlich sichtbar erregt; ließ sich umarmen und
schwieg. Dann rief er mit starker Stimme :!u ιιν

„Sagen Sie Lo pruez. daß ich ihm' seinen Verrath- perzeihe
jagen Sie ganz Mexico, daß ich ihm sein Verbrechen verzeihe!“

Hierauf drückte Se. Maj. dem Abbé Fischer die Hand, und
dieser, dem die Stimme den Dienst versagte, fiel dem Kaiser zu
Füßen und benetzte dessen Hände, die er küßte, mit seinen Thränen

Viele von den Umstehenden weinten; Marximilian machte leist
seine Hände los und sagte, indem er einen Schritt worwärts machte,
irdnisch mit einem schwermüthigen Lächeln zu dem Offizier, der di⸗
Hinrichtung commandirt: „A la disposition de usted!“ (Ich
tehe zur VerfügungJJJ. iteuen

In dem Augenblicke, wo auf ein Zeichen mit dem Degen die

Gewehre auf seine Brust angelegt wurden, murmelté er einige
Worte auf Deutsch, und die krachenden Schüsse hüllten die Zu—
schauer in eine Rauchwolke. Mira mon roslte schwerfällige wie
vom Blitz getroffen, nieder. Mejara blieb stehemund' fuchtelle
mit den Armen in der Luft umher; ein Schuß aus nächster Nähr
Ins Ohr machte seinem Leben in Ende. 13. t
Der Kaifer: fiel auf das Kreuz, an welches ex sich auge
lehnte man hob ihn sofort duf und legke ihn mit den beiden Ge—
ieralen iu den Sarg.“ Das Begräbniß fund sofort in dem Kitch-
hofe statt und der Bischof ertheilte die Absolition.nn t

7 Der Briefß Marimilians Nun feine Gemahlineisoll Lalso
auten: —D—— .37 8.4

*.Weine vielgeliebte Charlotta! ·22 —8

Wenn Goif es zuläßt, daß Du eneẽ Rages genesess imt

diese Zeilen liest. sdo wirst Du die uünzk a Schick.

sals kennen lerüen, welches mich ohne' Unterbrechung schlägt, selt
Deiner Abreiset nach Enropa. Du hast mit Dir mein Glück und
moeine Seele fortgeführt. „Warum habe ich Deine Stimmennicht
gehört! — So viele Ereignisse, ach! so viele plötzliche“ Schläge
haben die Fülle meiner Hoffnungen zerstort, so daßß der? Tod Ffür
mich eine glückliche Befreiung und keine Agomie! ist.“ Ich“ werde
zlorreich sallen/ wieein⸗ besiegtere König, nicht entehrt.Wenun
Deine Leiden zu heftig ssind, wenn Gott' Dich bald mit' mir: bev⸗
einigt. so werde ich seine göttliche Hand segnen,welche uns schwer
—XDDDD . ——
— —— dan u Dein armer Mar.“
ι,— ν
13l Das anuneuerer Zeit häufignerwähnte Blutdekret Maximi⸗
bians vom Oktober 1868 lautet: e
Art: F. Jedes Individium. welches zu einer bewaffneten
Bande gehört sie möge einen golitischen Borwand zhaben, cder
nicht, solldutch ein Kriegsgericht abgeurtheilt werden. Wird des
schuldig befunden/ wenn auch nur der Thatsache, zu der Bande
gehört zu haben, so wird es zum Tode wverurtheilt und das Ur—
theil in 24. Stunden vollzogen .
Art. L.“ Jedes Individuum, welches zu einer Bande gehoͤrt
und im Gefechte gefangen wird, soll vom Commandixenden, des
Truppentheiles, welcher dasselbe gefangen hat, abgeurtheilt werden.
Dieser wird den Schuldigen verhören, seine Vertheidigung anhö—
cen uind sein Urtheil aussprechen, welches in Ad Stunden voll⸗
ogen wird urrnan Pee3*
ne Arter8. Von der; Todesstrafe sollen nur solche ausgenom⸗—
men sein/ welche beweisen können, daß sie mit Gewalt; gezwungen
worden find/ in die Vande einzutreten, oder daß, sie sich zufälli—
ger Weise bei detselben befanden. ee,
Arti. Wenn! gemäß, Art. 3. der Commandank eines
Truppentheilesfindet, daß der Gefangene in einem darin erwähn⸗
ten Falle ist, so wird er kein Urtheil aussprechen, sondern wird
den Gefangeffen zühherweisen und seinen Bericht an das Kriegsge—
richt dibet geben, amer welchem, er steht. —.1z 24
r.t. ä. Gtrichtet. und verurtheilt sollen, werden gemäß Art,
diejenigen,welche freiwillig den Guerilleros mit Geld oder an—
deren Dingen Hilfe leisten, diejenigen welche ihnen Mittheilungen
Rachrichten oder Rathschläge geben; diejenigen welche bewußter
Weise- an Guerilleros DesenPferde Dehensmittel oder irgend
onstige mäliterische GeAmsiände verkaufen.
uen να 85 rem ã ssch te s. ινι Gν ιιι
, , An der Brodhergiftung im Wuürzburg“ finde in, Simmma

1217 Petsouete erkranlt, keine gestorben: ιι ναι ν

upaeDer hingerschtete Kaiser von Mexico war uChefe des Nten⸗
märkischen Dragonerregiments Nr. 3 und ist das einzige Mitglied
der oͤsterreichischer Knhiserfamilieaawelches“ nach Beendigung des
ihu en e —

F Mainz, 8. Juli. Eine heute auf den Kirchhof verbrachte
Leiche, war die eines —— aus Worms, der vor
einigen Tagen in den Weinbergen gicht weit pon der ECisenbahn⸗
tation Laubenheim mit zerschossenem Gesicht aufgefunden,“ im hie—
igen Hospitak untergebracht wurde, Moch im der leßten Stunde
bekannte sich derselbe als Mörder eines Anfangs der Woche in
dem Franfurter Stadtwalde qufgefundenen Maͤdchens.
Coln, *. Inli. Unseret Studt steht Aeder ei großar⸗
tiges Dombaufest bevqr, welches ain 4. Sept. d. J. gefeiert wird.
1842 constituirte- sich nämlich der, Fentral-Domdandzrein, und
von da ab dadirt die neue Bauperibde, ee 25 Jahre
umfaßt. Das Jubiläum wird an dem Tage gefeiert, an welchem
vor einem piertel Jahrhundert der Grundstein zu dem Südpor⸗
talẽ gelegt wurde: am 4. Sept.“ Heute Abend' haben die Siadt—
verordneten 5. Mitglieder gewählt welche zu dem Vorstande des
Dombau⸗Vereins delegirt werden,“ und 'gleichzeitig votittedie
Stadt 3000 Thlr. als Beitrag zu' den Kosten..

. A Dres den. Staatsanwalt Jaspis vom Chemnitzer Gerrichts
amt weilt aͤuf der Unglücksstätte zu Lugau zur Vorumersuchung der
Ursachen der Katastropheund: Formulirung der Anklageacte wieder
den Bergverwalter Müller!⸗nMieMusfichten cruf!Ret⸗
lung der Veruͤuglükten sind zlemlech geschwunden; jcman fürchtet
bereits. den: Cinstutz des Maschinen“ ind Schachtgebäudes.·
Auee Lerb zig, 9. Jukl. Futt die Lutjauter. Verschltiteten rtru—
gen; bis gestern die hiesigen Geldsammlungen. bereits über 3000
Thalervon Dresden sind 1500, von Chemnitz 1100 Thlrx. dort⸗
hin gefandt worden. Die Theilnahme fuͤr die Hinterlafsenen der

o schrecklich Verünglückten ist außerordentlich groß * werkthätig.
ünd⸗ dürfte wohl⸗ die Zukunft der verwaisten Familien als einiger—
maßen sichergestellt schon jetzt' zu betrachten“ sein. Zu deu Eijen⸗
röhren, die bei den! weene Auiwendung
lomnmen Neferte An Hiesiges Haus 180 Eentuer Blech Tein Ber—
iner Faus schickke Oo0 Fentner ver Ertrazug an den Unglückson
        <pb n="326" />
        Unter den Verunglückten befanden sich auch drei Böhmen, welche
mit ihren kein Wort deutsch redenden Familien erst wenige Tage
zugezogen und an dem verhängnißvollen Tage zum ersten Male
angefahren waren.
Nürnberg, 9. Juli. Auf der Nürnberg⸗Fürther Lud⸗
wigsbahn ist seit vorgestern neben den optischen Signalen auch
der elektrische Telegraph eingerichtet, selbstverständlich nur für den
Bahndienst, da füxr den s. g. gemischten Dienst bei Bestehen des
Staatstelegraphen kein Bedurfniß vorhanden istt.
FDresden, 10. Juli. Die Rettungs-Arbeiten im Stein⸗
kohlenschachte bei Lugau sind als hoffnungslos eingestellt worden.
FHr. v. Beust hat sich — auf Ersuchen der Herausgeber
des ungarischen Krönungsalbums — so photographiren lassen
(zu Pferd, mit dem großen Orden ⁊c.) wie er am Krönungszuge
ur i Karten; grotze Auswahl von Gebet⸗ Er⸗
Zur Ste ner der Wahrheit — bauungs⸗ . Betrachtungs-Büchern, bis
Folgendes: * g den feinsten Chagrin und ——
Nachdem mein Sohn Jakob auf dem inbuͤudenz Heiligenbilder in Photogra⸗
—ç83 angelangt ist auch a der phie, Lithographie und Stahlstich; Ro⸗
Deffenilichkeit volllommen entlarvt zu wer⸗ enkränze; Devotionalien, als: Kruzifire,
den, wagt es derselbe in öffentlichen Wirths⸗ Freuze, Medaillon, ec. in Messing, Se⸗
socalen sich dahin auszusprechen: „er sei nilor und Silber; Drdrue er und
bei Auslieferung seines mütterlichen Ver⸗ DZelgemaldeʒ elegante Luxus⸗Schachtelu
mögens betrogen worden und er werde die Etuis für Uhren, Hückel⸗ und Strick
bezüglichen Acten umwerfen.“ zeug, für Perlen, Briefmarlen. Feuer ·
Da die Wirthshaushelden, zu denen jeuge, Farbtästen, Gants, Arbeitskasten
mein Sohn Jakob leider auch zählt, un— Rähsteine, Nähkästchen, Wandkoörbe und
serfiüzt vom Eigennute und somftigem Wandtaschen, elegante Necessaires und
schmuützigem Anhängsel, für ihre Lügen hie papeteries... .
und da willige Gläubige finden, so will Wiederverlaäufer erhalten angemesse⸗
ich hiermit nur Jedermann ersuchen, die nen Rabatt · —
ne d bnnn pedn pud uhhe Sonnta g den 13. uu
— — 83
spielen kann und mir vergönnt sein wird, I —IV — —————
mit den Verführern meines Sohnes das in 2ten Stock der G. Peters
geeignete Wort zu sprechen. chen Wirthschaft, wozu freundlichst ein—
Die Verdächtigungen, welche mein Sohn adet
Jakob gegen Herrn Westphälinger 7
auszustreuen sucht, sind durch und durch
lügenhafte Erfindung. Was Herr Weste
phaälinger in der Angelegenheit zwischen
mir und meinem Sohne Jakob geschrieben,
gethan oder gesprochen hat, geschah Alles
ach meinem Willen und Befehle; das Ge⸗
schehene werde ich verantworten.
St. Ingbert, den 13. Juli 1867.
J. Ahuure,
Gastwirth u. Metzgermeister.
Die
Schreibmaterialien⸗ und
Kunst-⸗Handlung.
vrom
II. Scher pf

Theil nahm; das Bild soll dem ungarischen Gedenlbuche einver—
eibt werdun.— 3
4.4 In der Wallfahrislirche zu Wies bei Steingaden wurden
in der Nacht vom 8. Juli die Monstranz, das Ciborium und
noch mehrere andere Gegenstände entwendet, sowie die Opferstoͤce
erschlagen; von den Räubern noch keine Spur.

4LEin Haupitreffer der am 1. Juli gezogenen östr, Credit⸗
pose (mit 40,000 fli) fiel auf die arme Nachtlichterhausirerin
Hrammatika in Wien.

Die Eisenbahn von Oldenburg nach Bremen soll am 15.
. eroͤffnet werden. 7 3

4 Die den Behörden bekannte Anzahl der Irrsinnigen betragt

—8 Walis 49,081 (15,291 mehr als vor zehn
Jahren). ——
Sonntag den 14. Juli
zwischen Heckendahlheim und Ensheim
im sogenannten „Allment“

v
Waldparthie
mit Harmoniemusik.

Heckendahlheim im Juli 1867.
Witwe Buchheit.
Geschäfts-Eupfehlung.
Der ergebenst Unterzeichnete bringt hier⸗
mit zur Kenntniß, daß er sein Geschäft
als Schweinemetzger hier angefangen
hat, und ein in allen Sorten (bis zu den
einsten) gut assortirtes Wurstlager hält
Frisches, gesalzenes und geräuchertes
Schweinefleisch ist bestündig zu haben.
Mein Laden ist in dem frühern Georn
Beters'schen jetzt Ph. Klinck'schen Hause.
St. Ingbert 11. Juli 1867.
ινx jun.
Zu bedeutend herabgesetzten Preisen em
ofiehlt der Unterzeichnete eine große Aus
vahl in allen Sorten Kappen. Ge⸗
wallte Kappen die früher ein Thlr. ge⸗
tostet haben, werden heute zu 34 kr.
derkauft.
Franz Huber,
Kappenmacher.
Frucht⸗, Brod⸗,Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Homburg vom 10. Juli.
Weizen 8 fl. 5 kr. Korn 6 fl. 17 kr
Spelz 5 fl. — kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
z fl. 5 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
eln 1, fl. Z0 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
29 kr., ditto 2 Kgr. 20 kr., ditto 1 Kgr.
»O kr. Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual
4 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammelfleisch
3 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 28 kr
ner Pid

Ich Endesunterzeichter Wilhelm Fink
Zimmergeselle aus Collweiler bei Landstuhl,
danton Wolfstein, warne hiermit jeden Col⸗
egen, bei Zimmermeister Bach auf dem
Bildstock, Kreis Oitweiler, zu arbeiten,
veil es ihm gehen könnte wie mir, indem
ich für meinen Arbeitslohn noch . Thlr.
ju gut habe, und nichts bekommen kann.

Wissesim Fink, Zimmergesell.
Wegen Geschäftsveränderung sind
aus freier Hand bei Unterzeichnetem
mehrere
Wirthschaftsgeräthschaften
zu verkaufen, nemlich:

Mehrere lange Tische, ein runder
Tisch, Stühle, Bänke, kleine und
zroße Lampen, Flaschen, Gläser, Ga—
hdeln und Messer, Messing⸗Krahnen
und mehrere Wein- und Bierfässer.

Jakob Skief. Die Redaetion.
Redattion. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

in
St. Tber
bringt andurch ihr Lager in empfehlende
Erinnerung, insbesondere:
Schreib⸗ Zeichen⸗ Post⸗ Pack und Fen⸗
ster ⸗Papiere sowie Seidenpapiere in
allen Farben; Brief-Couverten, Bleistifte
in allen Farben, mehrere 100 Sorten
Stahlfedern, Kielfedern, Oblaten, Sie⸗
gel⸗ und Packlack; Gallus-Tinten, Ani⸗
lin⸗ Schreib⸗ und Copir⸗Tinten in blau⸗
biolettem und rothviolettem Lustre, bunte
und Luxus-Tinten, elegante prackische
Tintengläser; Abzieh⸗ und WModellier⸗
Bilder, Lichtschirmen ꝛc.; liniirte Schul⸗
papiere, Hefte und Heftdecken, Gummi,
Schwarzkreide, Mundleim, Schulbücher,
Schönschreib⸗ und Zeichen-Vorlagen;
Geschäftsbücher in Folio, Strazzen, No—
izbücher, Copirpressen, Copirbücher und
Zubehör, lithographirten Etiquetten,
Satzschachteln, fein gemalte Gratulations⸗

Frankfurter Börse
Geldsorten
vom 11. Juli 1860.

Preußische Kassenscheine. . 1 45.-454
ßreußische Friedrichadr .. 987/2-838
histolen ...fl. 944-46
holländische 10 fl.⸗Stücke . 950-52
Dducaten.... 5334-365
20FFrancs⸗Stücke... 29282-29
ẽnglische Souvereings.11 52-56
hold per Zollfund feinn. — —
ochhaltiges Silber per Zollpfund —
dolars in Golß —A
Man bittet höflichst.

die Annoeen am Abend

vor dem Erscheinen des Anzei—⸗

ers einzusenden, weil durch *

zahnverbindung das Blaͤtt frü—⸗

her zur Post befördert werden
muß.

BB
        <pb n="327" />
        n
d
de

ta
n

w ι 2ti 132 7 4 0
* 44 Nn hertfer n ecqùü er
* J 9 — J — .. ůu ⸗ — —
2—6 0
iν n ue —**
l un ι —— v— 234

Derl ‚St. Ingberter Anzeigkr“ mit seinen Unlerhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
ind Sgmit ag. Abonnementspreis vierkeliͤhrig 45 Krzr. Anzeigen werden mit gren van atige Zete Bietischeift vder daren

J Maum berechnet.

— 1757 —

1
— — —— — 418 —A 144 —— — e e — * — — —— — — ——
Nro: 84., — αν * — e Dienstag, den 16. Juli — —— * Au * 1867.
——— —————— — — — — * — — — b — — — ——————— — — — — — —
— — e d
— 7 Deutschland. J ——— J —E— ge zu oren ohae 88 pn Hei⸗
Miürnche un, 11. Juli. Der Entwurf der we'uen Hees mathrecht daselbst zu erwerben und ohne usgewiesen werden zu
resorga ij autographirt Abgeordneten — lonnen.“ Will er das Heimathrecht hier erwerben, jo genugt die
cheilt worden, und trotz des Geheimnisses. das ihn umgibt, dxingt wirkliche Niederlassung nebst einer bei dem Bürgermeifteramte
Wubon manches ins Publikum. Derselbe ist, wie verlautet, in wohl der alten als der neuens Heimathgemeinde gemaqhten Erklä⸗
ehrere Abschnitte geiheilt, der exste handelt voun der Militärver⸗ rumg ind verbunden mit der sofortigen baaren Bezahlung des in
assang.Die Militarpflichtigkeit soll vom 20. bis zurückgelegtem der ietzten bestimmten, nach dem Jahresergebniß des unmittelbaren
Ebensjahre dauern, die Armee in die active Armee (3 Jahre Bemeindevermögens zu berechnenden Bürgereinzugsgeldes, das im
Diensipflicht) Kriegdreserbe (S.Jahre) Legion Landwehr uind teinem Falle 260 fl. liberschreiten darf. Der Antrag will weiter
Landsturm ingetheilt werden. — Influme der einjahrigen Frei daß, wenn ein Siaatzangehoriger das Heimathrecht in der Ger
willigen, der Capiiulation, der Begünstigung gedienter Unteroffiziere neinde, in welcher er sich niedergelassen hat, nicht erwirbt. et zwar
der Tontroiversammhingen und Uebungen für Kriegsreserve, Len ein früheres Heimathrecht beibehalte, dagegen · schuldig sei, alljahr⸗
ondre und Landwehr sind beihehalten. Wenn dig Ergänzungs ich durch Vorauszahlung volle Bergütung zu leisten fuͤr die allen
nannschaft den Bedarf überstelgt. so entscheidet Lövsung. Die Zinwohnern zu dut · kommenden Verwendung aus dem ——
der acliden Armee angehörenden Pflichtigen follen im Frieden nun aren Gemeindevermögen mit. Ausschluß des Aufwandes für die
bis nach vollendeter militärischer Ausbildung präsent jein. Wehr⸗ jeimathberechtigten Armen·4
scteine sollen gebildet werden.. Fur jede Budgelperiode soll dit — — Oberbayern hat
Slatke der achben Arince durch“ ein besonderes Gesetz festgesetz! einen Antrag, die Zahl der Latholij ch en Feier tage zu
werden. Der zweite Abschnitt behandelt das Vecrutirungsgeschäft sermimdern, einstimmig (elbst die Vertreter ber katholischen
Es sollen so viele Ergäuzungsbezirke geschaffen werden, als dit BHeistlichkeit nicht ausgenbmmen) angenommen ——
Armee Infanterie⸗Regimenier zählt, in jedent Bezirke sollen die Kaiferslauteru, 13. Juli. Nach det „Pf. Vols tg
Rectutirumgegeschäfte von einer Commission bestehend aus einem vurde in der gestrigen Siadtrathssizung eine Commission ernannt
Slabsofficiere. einem Rezirkzamtinann, drei bürgerlichen Beifitzern. am einen VProte st gegen perjchiedene Bestimmungen des neuen
nem Vchirks und einen Prittärarzle unter Mitwirkung der Ge— Sorialgesetzes zu entwerfen, der an den Soeialgesetzgebungsaus
eee iede nin Burgeemeister besorgte gerden. Ver dritt« schuß in Munchen gerichtet werden soll. Die Frankenthaler Re—
Abscheutt enthält verschiedene Strafbestimmungen, der dr end 33— 81 u. Blis.) soll diesem Proteste zu Grunde
lich ücbergangsbestimmungen, darunter die, daß die Landwehr bie gelegt —ã
8 nn nothwendigen Reorganisation in ruhende Activi- Frankfurt; 10. Juli Die Liquidationskommission hat
at zu treten habe. α aun auch die Angelegenheit der sogenaunlen Kriegskosten zur Er⸗
WMün chen 12. Juli. Der Vevollmächtigle Bayerns be ledigung gebracht. Dieselben- zerfalen a) in die Kosten der Ar⸗
den Zollconferenzen in VBerliu Ministerialxath n. Weber ist heute mirung und Proviantirung · der Festungen Mainz, Ulm, Rastatt
dee e e Zoletemeberirag bom 8. Zul und Landan mit 526,626 f. Gtr., b) in die Kosten der Schanzen
so in ia den wesemtichen Punlien identisch mit den vom bei Sranksurt 4 M. mit 53,494 fl. 40 lr.Je) in die Kosten des
18 M s8oͤt Neu sim nur diejenigen Bestimmungen, welche Amzugs der Bundesversamuilung nach Augsburg mit 8041 fl.
in de Uebereunft don 18. Jum d. J. enthalten sind und kr. gusammen 388, 162 si. 30 ir. Nachdem sämumtliche Kosten⸗
von welchen die hauptfächlichsten das Zollparlament, der Zollbun⸗ hetrage festgestellt, anerkannt und bezahlt worden, auch die Rebar⸗
deralt und die im Princip ausgesprochene Besteuerung des Ta⸗- ition derselben auf. diejenigen Staaten,. welche hiefür einzutreten
bals sind. lUeber die Mod alitäten dieser Steuer sind indessen zaben, stattgefunden hai, wurden die berechneten Beträge den be⸗
bis jeht noch keinerlei Verhaudlungen gepflogen worden, sonderr reffenden Regierungen im Abrechnungsbuch zur Last geschriebon.
die Tdbalssteuerfrage wird vem nachsten Zollparlament zur Ent Auf, Bah eErn trifft bei dieser Vertheisung bei a) 86.9751. —
sGeibung vorgelegt werden. Als Roanicationstermin ist der 18 bei b) 9214 fl. 17 ir. bei e) 1898 fl. 46 kx. zusammen 97588 fhb
Sesoberde J angenommen worden um den süddeutschen Staaten 3t Wergleichsweise mag hier der auf das fast ganz vergessene
Zeit zu lassen, den betreffenden Landtagen die auf den neuen diechtenstein fallende Antheii angeführt werden; er beträgt 152 il,
Zollvereinsberirag bezüglichen Vorlagen machen zu können, A— —
e aee ee i en Dir Abreise des Königs nach Paris Berlin, 10. Juli. Der Regierungzvath Meding welcher
ist auf nächsten Dienstag festgesetzt.. die Agitationen des Hitzinger Hofes gegen die preußische Regiexung
Wien wir verehmen, hat das Staalsministerium des Rit großem Eifer leitet. ist belanntlich mit einer unehelichen En⸗
Inneren eine neue Veroconung, die Bewilligung zur Veranstal. kelin des Königs Jerome dermähld. Auf diesen Umstand scheint
Zung dffentlicher Lotterin oder Ausspielungen und zur Aufstellung x fuꝛ die Preße Agitationen, welche er in nenerer Zeit gegen
von Gluͤcksbuden an —— i bea ausgeorbeuet weiche Preußen, namentlich in Paris getrieben hat, große Hoffnungen
die ecen erhallen hat und demnächi im Regierungsblatf debaut zu haben. Wie wir erfahren, sind indeß seine sämmtlichen
erscheinen wird. Die Berordnung. bezielt insbesondere eins Er- hum Theil zieinlich zudringlichen Versuche fich den dortigen höhe ⸗
wenleynng der Zustäͤubigkeit der Kreisregierung zur Ertheilung frag en Regierungslreisen zu nahern, erfolglos gewesen. Herr Meding
nhe Beiligungen Fegenüber den zur Zeif. bestehenden Vor⸗ oll auh da, wo er es am wenigsten erwartet hat, verschlossene
— 3362 Thüren gefunden haben. 34..38
W Montag den 18. d. M. findet die nächste Sitzung 7 Der Kronprinz von Jialien, Prinz Humbert, ver⸗
des Ausschusses für Sozialgesetzgebung! statt. In derselben wird ieß am 6. Berlin und ging nach Petersburg. Wenn die Zeid⸗
voraussichilich die Betathung der bereits im Druck erschienenen lersche Correspondenz recht unterrichtet ist. so wäre der Pring wie
nnee iedaltionsvoischlage ver Staatsregierung übet Heimather- der auf der Brautfahrt und jein Augenmerk nun auf eine xussische
werb und Verehelichung beginnen.“ Die neue Redaction ist im Broßfürstin gerichtet. Die Verbindung mit dem russischen Kaiser⸗
Wesemlichen überelnstmnend min dem früheren Regierungsent Jause wird den Gerüchten einer politischen Allianz zwischen Preir
winfe nur ist · das Institii det Ans assigmachung ganz aus dem en, Nußland und Italien einen neuen Halt geben. 37
selben eutfernt. »Zu Art. 2b, welcher von der Neubegründung —Berlin, 11. Juli. Die nordamerikauijche Regierung hat
der Heimath durch Aufnahme handelt, beantragt Aby. Kolb eine üngst einen Bevollmüchtigten nach Eukopa gesandt, um in Paris
uene Fafsung. nach migg jeder volljahrige bayerische Staatsan: Loudon und Berlin Postberhandammgen anzulnlipfen, welche auf
gehörige das Recht hat, in jeder Gemeinde des Sinats mit ei⸗ eine Erleichtermtg des directen Postverlehrs gerichtet sein sollen.
Jenem Hausfstand sich niederzulassen; ebenss daselbst jedes an sich der von Merico abberufrne preußische Ministerresident pv. Wagnu
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        erleidet dadurch einen Serlust von 50 000. Reichsthaler, denn so canische Unternchmen als einen gerertiigen politishen d⸗ ler und
hoch belduferFiuré?Feungs ↄnen Jeine GBesandtichaftsa! alseegaehine g rypublikanischen Vincip.
Hotels. Mo * de e Banquier⸗ 9— raᷣe — —5 über
Magais und Dex⸗General⸗Sjeuer ig letzten Ißgs Kaisges rximilijan — angeblich gach der
Anee — sich auf Urlab —2 nach Gothi - 9 —— de
hegeben. F — vird von der „K. Zsdie übrigens viese Mittheilung gleichfall⸗
Eine zwischen Preußen und Anhalt abgeschlossene Militär brachte) für eine dreiste Mystification gehalien, da aus dem Innern
Convention tritt mit dem 1. Oct. in Kraft. Mexico's in der verhältnißmäßig kurzen Zeit vom 19. Jum, dem
unm In Kurhessen wird sehr über die seit 1, Juli, eingeführte Hinrichtungstage, bis zur Veroffentlichung jmeFigqry“ gar keine
eugeme Steusrhöhung geklagfgt.. Nachrichten in Enropa eingetroffen sein konnn.55 en.
Berlhin, 18 Juli. Durch königliche Verordnung vom Paris, II Juli. der Präsident des gesetzgebenden Körpers
25. Juni wird in den neuen Landestheilen (mit Ausnahnme von jat heute in den Tribünen den Artikel des Reglements anheften
Negenteim und Kaulsdorf) das preußische Styrajgejfetzzuch wom assen, welcher eine jede Kundgebung in den ——
BVeptember. d. J. an eingeführt.. Lbaijallsbezeugungen, die sich am Ende der Rede des grn.i
Wien, 10. Juli. In einem kaiserlichen Familienrathe Fabre hätten hören Jassen, jollen zu dieser Maßtegel Veranlassung
wurde nach der allgemeinen Zeitung beschlossen, der unglücklichen gegeben haben. —
en a den, Tod ihres Gemahls mitzutheilen; der „T Glausen.) Dertn ee de 3 veröffentlicht
Director der Wiener Irxenanstalt. Dr. Riedl, ist dami beauflragt einen Bericht des Marjchalls Niel vom Idrit wwelcher consta⸗
dig Königin der Belgier und der Graf von Flandern werden da- tirt, daß die Rücktehr der Fremdenlegibn hits Mertikondie Zahl
bei gegenwärtig sein. F. Von Kaiser Napoleon-existirt kein eigen: der disponiblen Hifiziere dermehre unde datz Abancenienut vei der
hündiges Schreiben an den Kaiser von,- Oesterreich sondern nur Infanterie verhindere. Um dem abzuhelfen, brantragt Narschall
n Kondolenztelegramm. das über den Inhalt des gefälschten Riel bei jedem Infauterier gimente die im FJahre I886 aufgelaf
Briefes kein Wort euthält. seuen zwei Compagnien ipjeder zu egrichten. Det Katset hat diest
ren. Dar Sltltan wird sicher über Wien nach Konftantinobel zu— Maßregel genehmigt.Die Maßregel ist. gletchbedeutend mit der
rücehren. Das Zusammentreffen mit dem Könige von, Preußen Sinberüfung von 30.000 Manu ) ——
joll den bisherigen Arragements zufolge in Coblenz stattfinden — Die Verniehrungder franzofihen Nrmiee lim weilãufig
Wien, I3. Juli. In der heutigen Sttzung des Abgeord 300 Compagnien ist in weiterer Beweis, daß Frankreich fort und
sietenhauses legte. der Finanzminister in einer? dreistündigen, mit fort rüstet, uͤnd ein Belegfur deu Ein⸗
bielem Heifall aufgenommenen Rede die Finamnzlage ODester, duß des Marschalls Niel,In Pari fowohl als in, der Provinz
richs poin Jahre 1863 bis heute dar und gelangte zu folgen· detrachtet man der Krieg Frankreichs gegen“ Preußen aͤls etwae
den Schlüssen: „Wir haben 3046 Millionen Staatsschulden, 127 janz Unhernieidliches. N — —
Millionen Zinsen, 24 Millionen-Amortisationen, Papiergeld und Zigalienische Rente steigend, auf das! Gerücht hin“ Roth—
chronisches Deficit Ist Hoffnung oder Aussicht, aus dieser trau. (hild ünterhandle neutrdings mit dem Florelrliner Cabinet. Man
rigen Lagemit Ehren herauszukommen. Nach ——— — des sranzonschen
lucberzeugung beiahe ich diese Lebensfrage. VDer Ausgleich mit Gesandten in Merxiko Dans.n w
Ungarn ist schwierig. wird aber gelingen.“ Nachdem der Ministen * Paris, 12. Juti. Es scheint beinahe/ J meri⸗
noch betont hatte, wie wenig zur Ausnüßung der Vortheilt der käanksche ee ernstere Folgen Paden wlirde, als
37 * I 9 7 * —B * 51 — 4 —A — id— ——F
Yandesautongmie der Steuerreform zc. geschehenn, gIchließt, ex man glauben follte. Die Regiexung hibt sich den Anjchein uͤber
Oesterreich hat sich wieder erholt. sich nach Außen“ hin Achtung das Schicksal ihres Gesandten in Rericb keineswegs beruhigt zu
erworhen, und, die hier im Hause dringlichst betonte Ümkehr die kin, sonderm vbielmehr . zu firchtert* daß die Juarstent den e
sich kEben vollzieht. wird das ihrigg thun.“ 5 Dano zwar nicht am Leben, wohl kber an der A Freihent kän⸗
Agram—, 12. Juli. Vermuthlich als Gegen⸗Demonsication len werden! Läßt sich uf diesen Canebas nicht ein Wweite
gegen dije Homwede Unterstüzung haben gesters in Slavonien Samme mexicanische Exbeditivn ficken donWie herrlich“ Von Neuleni würde
lungen für mothleidende Grenzer begonnen. en un sch ei e 3 ertewen ede die⸗
e z Frfi ia ses Mal mindestens 120 18 Tausend Manm stark sein müßte.
J .ti Irontreich· — Sehen wir ab von den Opfern an Mejtschen, Geld n e
atin Deniuug Juli“ wirde der Kaiser⸗Naͤspoleo ũischwerlich T,— * —8æ
8 owertig zal, welche der ubenteurtliche Plänkosten würde; sehen wir jelbit
sot bald vergessen können, Die beiden Kammermatadoren Thiers aͤbe von vem Widerwillen ber frumsischen RNaubr! ehen inen
indd Jules“ Favre haben durch ihre im gesetzgebenden Körpen lchen neein ee a pe eon gegen ein
— jolchen Plan?wilrde aber im Fall feiner Durchführuug Frankrei
uüber die mericanifsche Erpedition gehaltenen Reden dein Tug t in e e anet Zuft —
Fn me— 1179e — c exm nicht für die zwei nächsten Fuhre“ in Furopa!“ abdiciren und die
einen hoheeine geschichtliche Bedeutung verliehen. Fast jeder Saut —— Aßeng ung
hohe. i htlich d dereene Fuft beder Plaäne Preußens und Rußlands ungestort. sich wollenben äsfen
in dieer Reden enthält eine Anklage gegen die Regierung vder düssen ESo fällt die Napoleonische Politik aus einer Sagtgusse
eine Verurtheilung.Det größte Vorwurf welcher ihr gemacht wird usen. An e GbRrcus niset —
ne BSerurrheuung. PR wur pe —3 in die andere, und es ist durchaus nicht zu pfeiduunderine daß Hr.
ist ver, daß sie znerst die Kammer und das Land angeschwindelt1 e eee arn u aun perwugdfru, daß
ec g b ane enge ndel souher sehr trüb gestimmt?und mißmuthig in 9
habe indem sie den wahrein Zwechk des“ mericanischen Unter— — —— Zqhuwen an fan
nehmens,“die Errichtung einer Momarchie in Mexico vere 3 4 eiz. . α
gieümlischtüund vorgegeben habe, die Erpeditidn werde nur . Bern8. Juli. Fie enicr Desgendot adem Bun⸗
intern omimen⸗ um den französischen Angehörigen, denen Verluf desrathe pifiziell angezeigt. daß Rie jhren hiesigen Gesandtschafts⸗
gedroht, zu ihreiir Rechte zu· verheifen.“ Ruch später habe die Re, dosten aus „Sparsamteitsrüdsichten! Deinzieha. Der bisherige Ge⸗
gierung dem Lande die Wahr heiüt stets vorenthalten. Fubbra andte, Marquis de Remita, hat. Bern bereits werlassen..v Ver—
beschuldigt die Regierung wiederholt in starklen Ausdrücken der muthlich wird jetzt ein spanisches Konsulat inder Schweiz emchtet.
Wnwährheite! Fortwährend habe man die Sache Marimilians Italien. ι —
As die siegreihe dargestellt⸗ der . Monitenr habe gestrotzt · von ldrenz;n9. Juli“ Wigri bal die scheinte die römische
Siegesherichten · vvn Huldigungen, die Maximilian bereitet worden Frage auf eine meue Weise behandeln zu wollen? WVom'nahen
seitt sollten. Die Rede Jules Favre's ist unstreitig eine der besten Castelverano schrieb er am 4. Juli an einen Freuundein Florenz
die ner dis jetzt gehalten hat. Am Schluß derselben rief er aus: solgende Zeilen rNachdem. num schon so Vielesn über Romge
Durt netzt eunserer Soldaten, welcher in Metich zun brochen wurde, wäre ich der Meinung! die Presse sollte nun zu
Erfürl ung“setner Pflicht gefallen, ist des Mitleide Thaten drängen oder wenigftengs auf Line an Vongparte: gerichtete
nnd der Sympathie wert her, als Marimilign.“« Die Abresse, worin die Bitie emhalten wärre uns die Erlaubniß geben
Limbe zollte dieser Stelle lauien: Beifall, während die Rech te In woͤllen dahin zu gehen.ey ιν!” *
die Anhänger der Regierung, lärmend den Ordnungsruf berlangte Spanien. abt
Der Präsident Schnei der, tadelle die Ausdrudsweise Favre's — Lin 4 Mifähl durg pi ßticten“ag —7— 3
worauf dieser verseßte: , Der Erzherzog Maximilian war auf den geg Jde— Aiberte⸗ erfährt! ued een riefen Fus Nadrid vom
Glauben der Versprechuungen Frankreichs und unter dem Schuhe R, Juli. daß ein Komplott be F —B
seiner Armee nach Mexico gegangen. Frankreich hütte das Leben Spanien entdest worden ist. Je n an Ongelein. Aher zi j-
Maximilians gegen die Ereignisse schühen müssen. Sein Blu tausend Verhaftungen vorgenomnen. worden sein e u,
kommt über unssere Regrerung.“ Dagegen protestirt Griechenlande — ——
der Minister Rouher auf's lebhafteste indem er“ jede Verant· Athen, 6. Juli.n Andie hiesige Regierung“ gebangte aDe⸗
wortlichkeit der Regierung fürr den Tod Maximilians zurückwies bejchen laisen eine baldige diplomatische Löfung der kretischen An⸗—
und erklärte, die Regierung habe letzteren mehr als zwanzig. Mal jelegenheit hoffen Im Piräus werden machstens fünf rufsische
ersucht, sich mit den französischen Truppen einzuschiffen. —Alle Fregatten einlaufen. In Syraa fanden Lärmende Demonstra⸗
Proteste aber werden die Stimme der öffentlichen Meinung nich ionen statt. — Die griechijche Regierung kaufte in London eine
beirren und diese hot ihr Urtbeil gefällt; sie verdammt das mext mit I6 Kananen ausgerütete Frecuuee
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        r
*
3

ui ean danee Amerikabic pn
ne weh derk 371 Innt. Die Rakistkakionen des gzwischen
Rußland und den Vereinigten Staaten abgeschlossenen Kaufver⸗
Ahes wer riussisch⸗amerikanischen: Besitzuigen sind am 20. Juni
n isnan ausgetanschteirworden· Das neuerworbene Gebie⸗
htt dem Viilitürbezirke, in dem Oregonnund Wafhington liegt,
nverleibt werden.“ Die Kaufsumme' beträgt 7,200,000 Dollar,
ie binnen EO Monatent“ in' Gold aunszuzahlen sind. —Suratt's
Advocat fucht ein. Alibir wührend der Nacht von Lincoln's Ermor⸗
dung zu beweisen. * J J

Ddie Gefahr eines Iudiganerkriseg e's amit allen seinen
Schrecken und Graueln rückt für 'die Vereinigten Staaten immer
miher heran. Wie die Newyorker Handelszeitung“ meldet, “ist
General Sherman noch im letzten Augenbticke bemüht, Alles daxan
zu setzen, was den Ausbruch · verhüten kann.nJedoch“ — fügt
das Blatt hinzu: Darf man sich kainn der Hoffnung hingeben,
Iuß es ihm gelingen⸗ wird weil gar zu vielen Strolchen mit einer
Jagd uf dir Rothhäute gedient ist Von⸗ Solchen werden bei⸗
pielsweise Preise ausgeboten! fürtJudianerscalpe mit den Ohren
daran.“* 1 ν, iu

nu ee we Nolr herLobtJuni,! Der Präsident sollWeabsichtigen,
General Shexridan zu entsetzen!und sein Commondo General Rons⸗
seau zu geben, — Die Indianer in Kansas und Nebraska hatten
die Feindseligkeiten wieder aufgenommen.

In New-⸗Orledes inde wor Kirrzein für 100,000 Doll.
Ztaats noken der ehemaligen fudstaatlichen Konförderalion mit an⸗
derer Makulatur; gemischte anter BESgre Her!n Pfd. verkau⸗
morden⸗ aien—

2

r ιι V ö ch b e ν
Ineagwepherü'ck einen 130 Jull.d Sicherm Vernehmen nad
witdin uͤngefähr 8 Wochen Prinz Oft tv zur Inspection des hier
aknisonirenden 5. Chevaurlegers-⸗Regiments, dessen Regiments
Inhaber derfelbe ist, eintreffen. Auch die Musik dieses Regiments
die Jeither bei dem Stabe in Speyer hüg, wird auf zwei Monate
hiehet herlegt werben.“ ⏑——
Angeute fande! hier vie Sithodenfur den VDekanatsbezirh
Iweibrucen statt — —— en Ae —
Der Brschof von“Sepeehar Lerhielt zu selttem am
1O. Juli gefeirrien 21ljahrigen Amtoinbilum vom Seelsorgerklerue
2000fl. Geldgeschenk; vom Domtapitel und der der Stadtgeist
lichteit emen Bischofstabrn I73,
Münschesn 12.* gulitebnig Ludwig J., —ist gestern
Abends mit dem Wiener Eilzug hier angelangt und nach kurzem
Aufenthalte mit de nselben Zuge zum Vefuche det Weltautsstellung
dach Paris!abgereist. Der Ailfenthalt in Paris wird sich kaum
uͤber · 8Tage erstrecken und wird det König von dork zurückkehrend
sich sogleich direct nach Leopoldskron begebennn
—Angs burg I Juli. Gestern Morgens gegen 7Uhr
hatten. im Labotawrium des Vechfelbtlagers einige Artilleristen das
Ungeschick-eine 24pfüudige: scharflaborirte Granate fallen zu lassen.
Diej ·hierdurch vernulaßte Explpsidat tadtete, einen Mann sofort,
perwundete 2 lebensgefährlich pghrende, prwweitere mit leichten Ver⸗
letzungen davon kamen. iee

GSaggerasshe Bäde)!“ Kissingen zählte bis 8.:Juli
4010 a ; Raͤchenhall bis 4. Juli 1601 3. Bad Krankenheil
in Tölze. bis22. Juni: 150; Heilbrunn, bis 22. Juni; 165
Mineralbad Alexanderbad, bis 27. Juni: 67; —
stalt Wunsiedel, bis 27. Juni? Mineralbad Rosenhein, bis
30. Juni: I150 KurgüästeuLe Passanten; Ludwigsbad, bis
20. Juni: 51; Steben bis 28 Juni: 1473; Minerglhad · Mhem
stadt bis 80. Juni? 113; Wildhad Adelholzen, bis 3. Juli⸗ 150
Eurgäste 366 Passanten; Schwefelbad Abbach, bis 28. Juni: 120.
Ein kecker Berchtesgabenex Nauens Stanzerer

drachte es in Folge einer Wette am 80. Juni fertig, an Einem
Tage von Berchtesgaden aus den Watzmann“ zzu echesteigen, dort
eine Flagge aufzupflanzen, nach Berchtesgaden zurückzukehren, dort
zu Mittag zu essen, den Watzmann zum zweiten Mal zu besteigen,
die Flagge hermterzuholen und, Abends *29 Uhr wieder in Berch⸗
kesgaden zu sein. Die Partie' nach dem Watzmann erfordert für
einen rüstigen Touristen 8 Stunden.
— Vox einiger Zeit wurde die Schloßruine zu Hei—
de 1berg'von Mitgliedern des unlängst gegründeten Schloßvereins
unter Begleitung von sachvetständigen Architekten und Ingenieuren
genau untersucht. Es stellte sich hei dieser Gelegenheit mit Sicher⸗
heit heraus⸗ daß' der auch in seinen Ruinen majestätische Bau
durch die Bohrung' des Eisenbahntunnelz im Schlosse Risse und
Sprünge erhalien hat.i

pDie Kolnische Zig. bringt in' einer Correspondenz aus
New-NYork, 26. Juni. folgende Mittheilung: Die Stelle eines Ge
sandien der Ver Stanien“ in Mexikö ist vein bisherigen Fonsut in
Mexiko. Markus Otterbuta, gegeben wordenWozu es ein

lückskind m dieser Welt nicht noch bringen: kann da Det Mar—
zuis d'Otterburg, wie ihn einige amerikanische Zeitungen nannten
ind noch nennen, ist ein geborener Landauer, wo sein, Vater ein
leiner jüdischer · Handelsmann war.“ In' Amerika augekommen,
wandte er sich nach Milwaukee in Wisconsin, wo er Anfangs
einen kleinen Cigartrenladen hielt, aber sehr bald Bankerott machte,
dann Faktotum einer kleinen reisenden Schaufpieler-Gesellschaft
wurde, und schließlich als Annocen-Agem und,zLokal Redacteur eines
tleinen republikanischen Blattes Beschüftigung fand.“' Bei Linkoln's
Amtsantritt wandte sich Otterburg nach Washington, nfiel aber
mEramen für eine untergeordnete Clerkstelle in einem der dor⸗
tigen Ministerien durch und erhielt endlich nach monatelangem
Petitioniren auf Empfehlunge des Generals Karl Schurz- das
FSonsulat in Mexiko. Otierburg traf hier ein als Juarez noch
am, Ruder war, und blieb auch während der Herrschaft der
Franzojen und Marimilians der einzige Vertreter der Vereinigten
Zztaaten. Bei letzteren stand er recht gut angeschrieben, ein Um—
tand, der ihn durchaus der jetzt siegreichen republikanichen Partei
aicht empfiehlt. Otterburg hat eine genaue Orts- und Straßen-—
ennmiß von Mexrico, indessen ist dies alleinn noch nicht geignetz
hnezum wirksamen Vertreter ded Vereinigten Staaten zu mathhen
oAbst wenn er, was übrigens nicht vorauszusetzen ist, wom Senate
destätigt werden solltenn i
Die Mission in Merikoist zut Zeit die wichtigste aller dip⸗
omatischen amerikanischen Posten und verlangt einen Mann,* der
nit der genanen Kenntniß des spanisch-ameriknnischen Charakters
iplomatische Erfahrung und persönliche: Repräsentation vereinigt.
An jolchen Männern ist hier kein. Mangel, aber die Frage ist
allerdings, oh sie von Johnson⸗Seward ein Amt annehmen wer⸗
den. Hiesige fremde Diplomaten: und anterikanische Zeitungen
neinen, Seward habe Otterburg ernannt,“ weil dieser zu viel
iber seine zweideutige mericanische Politik wisse und weil erges
meinschaftlich mit ihm in mexikanischen Kirchengütern spekultrt
jabe.n Dieses Motive ist aber zu weit hergeholt, denn einmal ist
Ottetburg zu unbedeutend, zu einflußlos, um gefürchtet zu werden
unde dann war es Seward nur darum zu thum⸗ nachdem er: so
ange gezögert, sofort einen Vertreter an Ort und Stelle zu haben.
Otterburg war da, und deßhalb fiel die Wahl auf ihn.Uebri—
gens ist er, vom hiesigen Parteistandpunkte abgesehen, ebensogut
uuch noch viel besser, als viele frühere und gegenwärtigen: ameris
kanische Gesandte, die, von andern Unzulängüchkeiten nicht zu
reden, nicht einmal die Sprache des Landes sprechen, in welchem
iie die Vereinigten Staaten repräsentiren.“ Otterburgspricht
Französisch und. Spanisch gleich guten be
n Hannover,!'O.“Juli.“ In Hannover wurde eine Milch—
ran, welcke einen Soldaten'auf dem Posten durch das Wort
Schafskopf“ beleidigt haben sollte, zu 1 Thlr. verurtheilt, der Soldat
zatte sie durch eine Anrede per „Du“ gereizt.“Ein Dienstmann
vurde zu 8Tagen Gefängniß verurtheilt, weil er auf dem Bahn⸗
hofl einent, Poligeisergeanten eine quoltische Grimasset getnacht hatte.
F In Köoln trilt die Cholera wieder stärker guf; Jauch in
Elberfeld und Düsseldorf fordert siel Opfer. i intutz
h rzußißche Maslehetestafseni siche in elt! Läul
Aer Minister giverfugung sollen guch mach, dem⸗ L. Juli. die kghe
Bank sowie allen öffentlicher“ Cassen diese Scheine annehmen, aber
nicht ausgeben., Demnach behalten diel Scheine eimtweilen ihren
Cours, werden aber allmälig, eingezogen z64ů“
V Die Ausgaben für das zu Ehren der Ankunft. des Preu—
zen⸗Koönigs in Ems abgebrannle Feuerwerk wurden von der dor—⸗
ligen Spielbank bestritten; es kostet dasselbe 4000 Thlr. Das
doublo org und ganze refait“ erlauben ihr solche Ausgaben
uͤbrigens leicht. — Hr. Staeber ist in Ems eingetroffen. Die
„Spen. Ztg.“ schreibt ihm eine Mission in Sachen der Geueralin
Haunttoff zu . ινS eru
Die Gemeindeveriretung Hietzbug hat die Errichtung
ines Monuments für den Erzherzog Maxun der sühnenbürger
Hietzings war, angeregt. zu ee etuebtz WIe
x Der Volsbote läßt sich aus Wien berichten, die Königin
Marie von Hannover sei dort am 8. Juli-angekommen und habe
in der Hofbuͤrg Wohnung genommen und knüpft daran einige
Bemerkungen uͤber deren langes Märtyrerthum. Der gute Mann
verwechselt offenbar die in Wien angekommene Königin der Bel⸗—
zier mit der noch auf der Marienburg weilenden Exkönigin von
hannover. V————
14Prag, 11. Juli. Ein Telegramm der Bohemia meldet,
daß gestern bedeutende Arbeiter⸗ Unruhen in det Schafwollwaaren⸗
Fabrit zu Boöhmisch⸗Aicha ausgebrochen sind. Zufolge Requisition
des dortigen Bezirkzamtes mußte am Nachmittag eine Jäger⸗Com⸗
pagnie von Reichenbach nach Aicha marschiren. *
7 Dr. meòâd. Rudolph'Topp, An VBtaunschmeiger der für die
Gãrkenlaube jenen Amazonenartikel geschrieben halte, in Folge
dessen genanntes Blati in Vreußen verboten wurde ler legte das
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        Zcheitern dieses Schiffes und den Untergang der Bemannung/7 Bromberg, 3. Juli. I Gestet Abend neckte eine An⸗
5 3 8 zur Last) ist am 26.Mai in ahl Knaben einen Posten an den Schanzen des Exercierplatzes
Fincinnati gestorben. uν. . un der Danziger Chauffee. Nachdem · der Soldat längere geir
Irsier, 6. Juli. Die Mäuse haben- auf dem linken den Ubermuth der zudringlichen Knaben ertragen, machte er, als
Moselufer von Trier bis Igel einr Menge Kornfelder der Art üe es iumer ärger trieben, von giner ¶Woffe Gebrauch. Die
gelichtet, daß häufig auf einem Quadratfuß nur vier bis fünf —V davon, nur rin Knabe, welcher fich passiv er⸗
Halme stehen. Man hat deshalb frühzeitig mit dem Kornschnitf halten, blieh im Bewußtsein seiner Unschuld stehen. Ein Bajon—-
egonnen und dabei auf einem Morgen Land, der sonst 2002 300 etstich durchbohrie emes seiner Beine, so daß er sofort zusammen-
Garben geliefert, noch 50 60 Garben geretiet. Aber auch von brach und, nach Hause geschafft werden Nußte· ¶ d
diesem Rest wird kaum die Haufte zu borgen / sein . . 12em berg, 1I. Juii. Laut Rachrichten aus Przeumsl
7 Der auf der Fahrt nach Hamburg begriffene Schrauben⸗ tand daselbst gessern der Sanfluß 22 Fuß über:Null.“ Die
dampfer Mary Riron“ ist durch Selbstentzüumdung einer Kohlen. Stadt ist vollig abgeschnitten, die Vorstädte unter Wasser, mehrere
adung 25 Meilen von Bexrh Head jämmerlich zugerichtet worden. Häuser zerstört, unübersehbare Flachen überschwemmt, der Schaden
v daß es ein Wunder genaunt werden darf, daß er nicht. ganz mormz bei den Rettungsaustalten ist, ein Polizeiwachmann er-
zu Grunde ging. Das angesammelte Gas erplodirte nämlich, runken. — Hier fortwaͤhrend Regen. Arepea re
Meich den schlagenden Wettern in Kodblengruben, zertrümmerte 7 Lenm ber g. 12. Juli. Das Waßfer hat nenerdings eine
inen Theil des Fahrzeuges und —beschädigle mehrere von der Brücke an der galizischen KarleLudwigbahn diesseits der Stalion
Mannschaft derart, daß an ihrem Aufkommengezweifelt wird Mosciska weggerissen, so daß der Betrich noch weiter beschranti
— Ein schlimmeres Unheil ist der Barke Meteor am 14. Juni werden mußie. A —
auf der Fahrt von Rew⸗-HYork nach London zugestoßen. Eine Das „American Variety Theatre“ in Philadelphia ist aim
Laduag Palmöl gerieth in Brand, und zwei Steuerleute und 20. Juni abgebrannt; der Brand kam während der Vorstellung
füuf Matrosen kamen in den Flammen um.n Die übrige Mann- uns; bei dem Umsturz der Frontmnuer; wurdru 50 Pexsonen ge⸗
chaft nebst dem Capitän wurde durch ein anderes Schiff gerettet lödiet, 10 perwundet,, mne an Fa dret
und gestern in Falmouth ans Land gesetztenu — ⏑ ⏑ ια
F In der Nacht des 4. d. M. ist auf einem bei Wiemn Faudwirthichaftliches
ruhenden Donauschiff der Kaufmann Fischer von Topolya plötz⸗ Amerikanische Blätteresberichten,: daß der Mais in
lich verschwunden; am 3. wurde sein Leichnam in der Donau ge⸗ diesem Jahre eine außeroxdentlich reiche Erxnteveriprethe;: nuch die
unden; aus blauen Flecken des Körpers und fehlenden Werth⸗ Waizen stünden allgemein schön und in Folge desson seien die
gegenständen schließßt mun auf stattgehabte Erwürgung desselben. Preije ĩur. Brodfrüchte in den Letzten· Wochen· wesenilich esunlen.
7 Bei einem Feste inCalais „arbeiteten““Pariser und die englischen Nachrichten sprechen sich über den Stand einzelnen
Londoner Taschendiebe um die Wette. Abends kamen Fruchtgattungen, so über den Waizen vortheilhaft aus, während
die Colkegen bei Wein und Grog in einem Wirthshause zusam? bezüglich anderer, so hinsichtlich der Gerste, Besorgnisse. gehegt wer⸗
nen, um sich gütlich zu thun und zu fruternisiren. Sie zählten deu. Die Preise für Gerste sind in die Hoͤhe —XL
ihre Beute zusammen, die Engländer hatten 45 goldene Uhren er⸗ ülten Vorrüthe sind so gut wie erschöpft uüͤnd die neuen Aussichten
beutet, die Franzosen nur 10, die Engländer waren die geschick“ ind nicht günstig. Dagegen hofft man bezüglich anderer Sommer⸗
eren. Die Franzosen trugen ihnen das nicht nach, sie ließen gewächse reiche Erträge. In Holland ist Ursache zur Klage
ihre englischen Collegen leben, hielten sie frei und becherten zufam ˖ vorhanden, denn die Winterfrüchte sind zum großen Theil durch
men bis gegen Morgen: Als aber die Engländer Morgens aus die Ueberschwemmungen vernichtet worden und die danm Sammer⸗
ihrem schweren Rausche erwachtcu, waren die Franzosen sammt gewächshaue zugedachten Flächcn haben so lange unter I ge⸗
allen englischen Uhren,. Geldbörsen 2c. auf, und davon nach dauden, daß ihr Anbau wochenlang verzögert wurde. Kartoffeln
Pariss. e ennten kauni die Hälfte so viel zur Aussaat kommen, als in
3 Bern, 9. Juli. Der Natidnalrath beschloß, vom 1. Juni ruheren Jahren; die betreffenden Feider wurden zumeist mit Rüben
1868 an die Telegraphentare auf 50 Cent. herabzujetzen und für angebaut. Aus Frankr euch gehen günnstige Rachrichten ein'
den Ausbau des Netzes 50,000 Fr. zu bewilligen.. ebenso aus Belgien. Korn umd. Waizen sind gut überwinteri
F.In Lopenhagen wurde am 8. Juli ein noch? sehr vorden und haben unter dem Einfluß günftiget Frühjahrswifterung
ugendlicher Privatpostschreiber ertappt, der dis jeßzt nach eigenem ꝛine dielversprechende Entwichlung erlangt. Nicht minder zeigen
Bestündnisse nicht weniger als etwa 1000 Briefe mit reichlich auch die Sommergewächse einen schönen. Stand; nur über denje⸗
3000 Thlr. Inhalt unterschlagen hatte. nigen der Gerste wird stellenweise geklaat.
Wohnungsveränderung.Theater in St. Ingbert.
Seit dem 13. laufenden Direltion von Auaust Schroth.
Monats Juli wohne ich in henence fur Lima idingelain.
dem Hause des verlebten Be⸗ Mittwoch den 17. Juli 1865.
utzarzes Rarn — Im Saale des Herrn Oberhauser..
Link in der vorderen Straße. W —
Bliestastel den 14. Juli 1803 Er ist Baron,
aßbender. ——

August im Frach.

Posse mit Gesang in 3 Abtheilungen pon

Rohert Kabn: Musik von Haubtner.

.Ein braver gesitteter Junge

ann sofort bei mir in die Lehre eintreten.

A melrer, Swreinermeister.

Ein Garten, auch als Bam

platz sich eignend, in dem Bruch—

cech neben Herrn Gebrüder Krämer und

Franz Fichter gelegen, ist billigst zu ver—

aufen bei — .

xi. Rot, Drathzieher.

Nein oberer Stock ist u vermie.

en, und kann in circa 5 Wochen bezo—

en werden.

2
Kiefernes Bauholz, in jeder belio,
bigen Länge, und Dicke,“ sowie: 833 bis
410 Klafter kiefern ind“ birken
slafterholz find dei Unterzeichnetem zu
verlaujen. 353*

eee — * BVal. Hoh —V

: vau, Breitermühle.

Worms den 12.1Juli.·
Wir notiren heute: Weizen 16fl. 15 ir
bis 16 fl. 30 ksx. Roggen 12 fi. — fr.
bis 12 fl. 20 Ir. Gerste 12 fl. — r.
bis — fl. — tr. per 100 Kilo., Haser
ↄfl. ⸗ r. bis fl. — kr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 14.fl. 15 kr. bis — jl.
— ifr. Roggenmehl — jl. — ir. bitß — fl.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kr. bih
— fl. —.r. Weizenvorschuß — fl. — kr
bis — fl. — kr. Blumenmehl. 17 ft. — kr
bis — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
15 fl. 21 kr. bis 15 jl. 30 kr. per 83
Kilo. Rübök ohne Faß 21 fl. —Ar. bis

21 fl. 30 kr. Leinohl ohne Faß — jl.
— kr. bis — fjl. — Akr. Mohmoöl ohne
Faß — l. — ir. bis fl.lre her
50 Kilo. Repskuchen l. sr. bis

* *fl. ri Branntwein 33 il. — kr

Naeob Kihm. — bis — il. — kr: ae .

— —— —— — ———— ——— — — — — — —

Redaktion, Druck und Verlag nn X X. Dametz in St. Iuabert· ihe

Der zweite Stock meines Wohnhauses
un der Haupistraße, bestehend in fünf
Zimmer, Küche, Mansardezim⸗
uter, entsprechendem Keller⸗ und Spei⸗
cherräumlichkeiten, ist bis 1. Au⸗
qust beziehbar, zu vermiethen.

IJ. J. Fiack.

Zwei bis drei gute Tüncher oder
Austreicher finden dauernde Veschäfti—
zung bei dem Unterzeichneeen

St. Ingbert den 15. Juli 1863

Aßoluh Ehl.
Ein Wohnhaus mit Stallung
ind daraustoßenden Garten auf dem
Hahnacker gelegen, ist auf Zahlunastermin
u verkaufen bei
        <pb n="331" />
        Ingberler Znzeiger.

Der „St. Ing bertet Anzei gex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Do nners stag
und Samstag. Abonnementspreis viertetjährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Nro. 85. —D—— PDonnernstag, den 18. Juli —D06 1867.
a Deutschland.

München, 14. Juli. Die Reise des Königs nach Paris
st eine beschlossene Sache. König Ludwig VI. wird München am
Samstag, den 20. Juli verlassen, und zwar inkognito. —

Muünchen, 15. Juli. Die auf heute bestimmt gewesene
Sitzung des Socialausschusses ist auf Mittwoch verlegt, wahrschein⸗
lich wil die von dem Abgeordneten Dr, Edel bereits früher an⸗
gekündigten und nunmehr eingebrachten Modifikationen in Bezug
auf das Wohnsitzrecht erst geflern zur Vertheilung gelangt sind.

— Der feierliche Act der Traunmng des Königs soll
nach der „Allg. Ztg.“ auf den 18. Oct b. J. in der Hoffirche
u St. Michael fesigesetzt sein. 7

— Die Nachricht, daß der Graf von Thruffkirch en vor
seiner Abreise nach Petersburg dem Koönig eine Dentschrift über
die Lage des Landes vorgelegt habe, wird als vollständig unbe⸗
zründet bezeichnet.

München, 15. JuliIn der Einleitung zu seinem Refe⸗
rale über den Gesetzentwurf; die öffentliche Armenpflege betreff.
merkennt Abg. Fischer uunter den jetzigen Verhältnissen die Noth—
wendigkeit einer gesetzlich geregelten Armenpflege, deren Thätigwer⸗
den sich nöthigenfalls erzwingen⸗ asse die Thätigkeit der freiwil⸗
ligen rmenpflege solle übrigens keineswegs geheimmt, sondern
dielmehr gefördert werden. In Bezug auf die Thätigkeit der
irche äußert sich Referente ui

„Zweifellos ist es, daß die Kirche ganz vorzugsweise den Be⸗
ruf hat, auf dem Gebiete der freiwilligen Armenpflege thätig zu
verden, und man kann nur wünschen, daß sie diesen Beruf auch
mit gutem Erfolge zu erfüllen versuche. Ebenso zweifellos scheint
es mir aber, daß es nicht gerechtfertigt und auch nicht zweckmü—
zig wäre, die für die Armenpflege erforderlichen Mittel zwar mit
duͤlfe gesetzlichn Zwanges aufzubringen, deren Verwendung jedoch
den Kirchengesellschaften zu überlassen. Die freiwillige Armen—
pflege muß den Charakter der Freiwilligkeit in allen Stücken wah—⸗
ren. Angezeigt erscheint es mir dagegen, der Kirche die Entfal—
tung ihrer Thätigkeit auf dem Gebiete freiwilliger Armenpflege
dadurch zu erleichtern, daß die Kleriker mehr und mehr von der
Röthigung, an der Lösung rein staatlicher Aufgaben mitzuwirlen,
hefreit und daß sie namentlich der oft lästigen Verpflichtung ent⸗
soben werden, unter allen Umständen und schon kraft ihres Amtes
in Besorgung der öͤffentlichen Armenpflege überall theilzunehmen.
— Das Aufhören der bisherigen vorzugsweisen Betheiligung des
lerus an der öffentlichen Armenpflege wird einerseits demselben
die nöthige Zeit zu gewünschter Entfaltung ersprießlicher Thätig-
eit auf dem Gebiete freiwilliger Armeupflege gewähren und wird
indrerseits die außerdem auftauchende Frage als gegenstandlos
erscheinen lassen, wie es gerechtfertigt werden könnte, daß nur die
Religionsdiener gewisser und nicht die aller im Staate bestehen⸗—
den Kirchengesellschaften zum Eintritte in das Verwaltugsorgan
der öffentlichen Armenpflege berufen werde.

Als Hauptaufgabe der Armenpflege bezeichnet Referent, der
Perarmung entgegenzuwirken, als Mittel zur Lösung dieser Auf⸗
zabe fordert er: Fürsorge für Erziehung und Ausbildung armer
dinder; Erleichterung des Auffindens von Arbeitsgelegenheit;
Bründung von Sparkassen; Förderung der Vorschußvereine; die
Befugniß der Armenpflege, Kuratel über schlechte Haushälter zu
—XDD
timmend mit dem Regierungsentwurfe erklärt Referent, daß die
ffentliche Armenpflege zunächst Sache der politischen Gemeinde
ei, daß der Staat dieselse nicht centralisiren dürfe, daß überhaupt
)ie gesetzliche Armenpflege nur eine subsidäre sein, d. h. erst dann
deginnen solle, wenn die hilfsbedürftige Person nicht von anderer
A
zerer Bedeutung am Regierungsentwurfe schlägt Referent nur
wenige vor.—

Sipeyer, 13. Juli. In der Landrathssitzung vom 18. Juti
ias der Praͤsident der Versammlung nachstehendes Handschrei⸗
zen Sr. Mai. des Königs vor: „Herr Landrathspräsident! Der

nun in Speyer versammelte Landrath hat aus Anlaß Meiner
Verlobung seinen Gesinnungen treuer Anhänglichkeit an Mich und
Mein Haus in warmen Worten Ausdruck gegeben. Ich entbiete
zem Landrathe, als dem Vertreter der schönen Rheinpfalz, des
Ztammsitzes Meiner Ahnen, hiefür Meinen freundlichen Dank und
öniglichen Gruß. Möge das Band, das ich mit meiner theueren
Braut, Herzogin Sophie, zu knüpfen gedenke, gleich wie Mir so
auch Unserem geliebten Vaterlande zu Glück und Wohlfahrt ge—
reichen. Ich verbleibe mit Werthschätzung Ihr gnädiger König
dudwig. Schloß Berg, den 10. Juli 1867.“ — Der Präsident
zringt hierauf auf Se. Maj. den König ein dreifaches Hoch aus,
in welches der Landrath mit Begeisterung einstimmt. — Sodann
wurden folgende Anträge eingebracht: 1) vom Herrn Landraths—
zräsidenten, ‚den Civilproceßentwurf““ 2) von den Herren Feld⸗
zausch und Heß, „den Bau einer Eisenbahn von Germersheim
über Bellheim, Rülzheim und Rheinzabern nach: Wörth a. Rh.“,
3) von Herrn Reudelhuber, „die Behandlung und Förderung der
fälzischen Angelegenheiten in den verschiedenen k. Staatsministes
rien“, und: 4) von Herrn Geissert,die Errichtung einer: Poste
mnibusverbindung zwischen Speyer und Neustadt mit einer Post⸗
xpedition in Duttweiler betreffend. Diese vier Anträge werden
»em 5. Ausschusse zur Berichterstattung überwiesen.
Dienstes-Nachrichten.
Durch Regierungsbeschluß vom 15, Juli wurde der Schul⸗
oerweser Christian Maurer-ir Dürkhein zum Lehrer an der prot.⸗
deutschen untern Mädchenschule und der Schullehrer Adolf Jöke
'n Erlenbrunn zum Lehrer an der untern protest. Knabenschule zu
Dürkheim vom 20. l. Mts. an ernannt. 4

Durch Entschließung des. k. Staatsministeriums der Finanzen
vom 11. Juli J. J. wurde die erledigte Bezirksgeometerstelle in
Veilheim dem Bezirksgeometer, Reher in Kusel, seiner Versetzungst
itte eutsprechend, übertragen und zum Bezirksgeometer für den
Bezirk Kusel der Messungsassistent Anton Schleifer in Weilheim
estimmt.

Berlin, 15. Juli. Nach der „Zeidler'schen Corr.“ steht
zie Ernennung des Grafen Bismarck zum Bundeskanzler in den
nächsten Tagen bevor. Wer Bundesvirekanzler werden soll, ist
noch unbestimmt. — Die Gerüchte, daß Benedetti und Graf v.
3. Goltz Nachfolger erhalten sollen, treten wieder auf. — Der
„Staatsanzeiger“ motivirt die Verordnung, welche die Verwaltung
zer dem Staatseigenthum angehörigen Activ-Capital⸗-Fonds der
neuen Landestheile der General⸗Staatscasse in Berlin überweist,
und sagt: dem Grundsatze gleicher Besteuerung gemäß beabsichtigt
die Regierung, auch die Staatsschulden der neuen Landestheile
nit den preußischen zu einer einzigen zu verschmelzen.

Frankfurt, 12. Juli. Eine Deputation des Senats nnd
des 51. Collegiums reist nach Ems, um bei dem Könige persön⸗
lich die Interressen der Stadt in Sachen der Auseinandersetzung
des Staats- und Stadivermögens zu vertreten.

Ems, 14. Juli. Der König von Portugal ist hier einge—
roffen, der König von Preußen empfing ihn an dem Bahnhose;
erx reist morgen nach Paris weiter. — Der Sultan trifft am 22.
Juli in Coblenz ein, wo ihn der König von Preußen empfan⸗
jen wird.

Aus dem Nassauischen, 10. Juli. In der Zeit vom 20.
April bis 30. Juni haben in unserer Provinz nicht weniger als
5 Redemtoristen⸗Missionen stattgefunden, von denen keine unter
10 Tagen währte.

Fuͤr die erste Maßregel der Austreibung nordschles—
wigscher Familien will Niemand verantwortlich sein; ein
Regierungsorgan in den Herzogthümern schreibt es dem andern
zu. Während nach den letzten Auseinandersetzungen die Maßre—
gjel nicht von dem Obergerichtspräsidenten Scheel-Plessen, sondern
»em Regierungspräsidenten v. Zedlitz und dem Vicepräfidenten v.
Ellwanger ausging, wird Namens der letztern jetzt die Initiative
hierzu dem Militärdepartementsrath Regierungsrathen Krupka
        <pb n="332" />
        ——————
Im Bu ebutg ist eine Kegiekuchskrisisz zausgebrochek VBuͤ Drunrsh —* eden
Abwickelutzg IA— * e dauitatans bhn — Resultat zufrichen sein.
sing ande Haupenunu Funkrin, Peusion gegantend. Da sie noch * aglan d —
rüstig sind, so entsteht die Frage; wer bezahlt die, Pension, die London,4 I Der Su l tan ist hier — das ist
Kaffe des Fursten oder das Land? Die Ruflöfneg des Büdes in Ereigniß, welches jedes andere öffentliche Interesse absorbirt
urteschen Miltars sieht in Kurzem devor Ver Furs in vor Lorgestern Rachmittags 8 Uhr kam er, im Bahnhof von Charing.
mden Tagen nach Wildbad aͤbgereist; man versichern r werde Lroß an. Für seinen Empfang hat sich der Hof mehr angestrengt
den“ Winmter in der Schweig zubringen und erst in eiwa 156 als für irgend einen der jetzt lebenden Monarchen, die zů Gafie
Jahren, oder wie ein Gerücht will, gar nicht mehr zurückkehren hierher kamen. Zwölf Hofequipagen in Galan- soviel war? nicht
Wisen, 12. Jun Der We W. schreibte Es wird uns aufgeboten, als der Kaiser Napoleon hier einzog. In einer der⸗
jeute mitgetheilt, daß von preußischer und russischer Seite Vorbe⸗ selben · faß der Sultan- im goldverbrämten Rock zur Nechten des
Rungen zu gemeinschaftlichen mihtärifchen Mandverm in Preu in Generalsuniform gekleideten Prinzen von Wales und fuhr durch
Fisch⸗Schlesien und dem polnischen, fog Kratauer Gebiete getrofe in. von. GardesCuirassiren gebildetes Spalier überTrafalgat
en wurden. Die Haupiquartiere sollen in Myszkow und Kozie- Square, Whitehall und St. James Park nach dem Palast der
owyh (Polen,) sowie in Tarnowitz und Beuihen (Schlesien) fein; Königin. Der Menschenandrang war“groß, die Begrüßung leb⸗
ye Sun Generaͤl Steinmetz, von russischer Ge— ve 43 qeawat Der Sultan jfahndick und bräunlich,
er ausah kommandiren. aber 8 nicht so griesgrämig aus, wie Pariser Correspon
Wisen, 16. Juli. Das Abgeordnetenhaus hat in seiner denten englischer — S— e ee
zeutigen Sitzung sich nach mehrstündiger Debatte mit 79 gegen Tausende von hübschen Frauengesichtern, die ihn anstierten und
6 — gegen die principielle Äbschaffimg der Todesstrafe e hem Wone — waͤre. Ande via e
usgesprochen. —— * nterhielt er sich mit dem Prinzen von Wales aber er schaute
e e gese h danu eueh rnm
ein. oe, in der. u und in enschenmassen,
geesth. Is. Juli. Cin inspirirter Artikel des Magyar— pelche ihn mit merkwürdig lebhaftenn Zuruf — ic
Drszag erklärt, das Ministerium werde feine Zustimmung zu' der tem Sohne Izzedin Effendi und den ihn begleitenden Großen hat
— F AI — Autonomie geben, er⸗ n — —— Es ist das erste
ahnt jedoch zur Geduld. Mal, daß ein Stammhalter degß alten Kalifengeschlechtes sich s
Nachdem die Beschlüsse des 1868er und 1868er Her⸗ och in den Norden ee Sin —ö
nannstädter Landtages außer Kraft gesetzt wurden, sind Zweifel vuf, einen widerwillig anerkannten Lehnsherrn von Dover nach Lon⸗
getaucht, ob der Siebenbürger oberste Gerichtshof, wecher durch don begleitet hatte, verbrachte den Abend bei einem Festmahl, das
esen Landtag zu Sitande gekommen, zu Recht destehe In Foige zin aristokratischer Cluh ihm. zu Ehren veranstaltet hatte. Der
zeffen ertlart der Justizminsster im heuligen Amtsbiaite baß der Sultan war gestern zum Besuch der Königin in Windsor-Schloß,
cen nger werhe Gerihehofe din e neee inaten wo er etwa ane Stuͤnde perweilte. Morgen wohnt er einer Par—
Aefuüͤgt wird, in seinem Wiriungskreise verble dt BIn die amentssitzung bei. ινα ..
8 Schwurgerichtsliste sind drei Israeliten aufgenommen Schweiz. —
vorden. . Ber 1 8 i. Im i e
— Kos sut h's Wahl zum Deputirten in Waitzen wird ein⸗ — 88
stimmg erfolgen. Auch die Wahl seiner beiden Soͤhne ist gesichert. matische Vertreter nur in Paris, Florenz, Wien und Berlin even⸗
Frankreich. zuell: nach Belieben? des Bundesrats auch in Washington hal—
In der Sitzung vom 12. sandte der bekannte Plänkler der len e —B — 3
Oppostion der Rbgeordnete Garh Beiz gain die hihen Pfee ‚us eidgeubstesche Schützenfest hat am 10. in Shwyz be
anee Saire gegen die in nere Holnt des Kaisers dag 6 gonnen .· Die Theilnahme ist außerordentlich groß; am ersten Tage
zebniß, zu dem er nach einer Prüfung der inneren Zustände Frank nahmen Aber 3000. Peesonen umFestnahle Theil. 334
reichs gelangt, ist ein sehr trostloses. „Die Wahrheit“, sagt er, Bern— 13. Juli.MDie: Bundesversammlung reiste heute
„läßt sich in den wenigen Worten widerlegen: Ohneée Recht auf das Schittzenfest mach Schwyz und führte g. japanesische Ge⸗
und ene Fereih din ZIhh habe die Vilang gezoen Das 'andte mit sich. n 6
aͤpitel der Verlunste ist umfassend und vollständige Iu's Ka I n Italien:αν
bilel des Habens kann man einzig einschreiben: Richts. Nichts In Catania. üünd hnehreren. Pimtten West⸗Siciliens ist
und wiederum Richts!“. Hierauf erfolgte eine kurze Zurecht. in Aufstand ausgebrocheh.? Vel Vilerbo find an der papftuch
weisung des Präsidenten Schneider. Glais-Bizounschließt vbrenze 400 Garibaldigner koncentrich5 hen
seine Rede mit folgendem Ausrufe: „Der Nation von 1789, die Die Gazette die Totino⸗ beroffentlichie jüngsthineinen Ar⸗
große Nation, deren erste gesetzgebende Versammlung das schönste ilel, um die gegen Rom gerichteten Versuche im Namen des Na—
Monument, das in der menschlichen Gesellschaft sich erhebt, die Ere ionalgefühls zu unterstüten und zu ermuntern. General Gari
flärung der Menschenrechte, etrichtet hat, diese Nation, welche die daldi hat ihr jetzt einen Bu“ übensandt in⸗ welchem W
erste Stelle auf der sittlichen Stufenleiter einnahm, diese Ration ind meht seinen Entschluß ausspricht. felost zur Befreiun gen
st berlegt darüber, daß man fie vor den Augen der Cbilisicten nit beizutragen. Ohne Nom“ sagte er, giehl es n * a⸗
Weit sol lange mi den Eselsohren auf dem Kopf in den libt es kein Wohlergehen, giblees — B —*
Strafwinkel stellt.“. Dieser Ausruf zog ihm einen Ord- erhin schreidt Garidaidi Folgendes Die 5* npeni
nungsruf zu, was den Spottvogel zu der Bemerkung veranlaßte, vird statthaben, und was die mphrungen betufft jo wein
er fuͤhle sich dadurch geschmeichelt.. Jetzt war natürlich unter der wo sie anfangen, aber man weiß nicht wo sie aAnfhoren⸗ e
Kainmermehrheit, den Anhängern der Regierung, der Teufel loss. 6Keuns e eeet
Sie verlangte einen zweiten Ordnungsruͤf, welcher jedoch nicht 63155 — Griechenland. J
ige ι ιιιιαν At hen, 11. Julian cachrichten ans Candia vom T0. d.
Der Prozeß Berezowski hat am 12. d. bereitz ein kleines melden ¶ Omer · Pascha woulte durch den Engbaß von. Kallikrale
— F —— nach Sphakia dringen?wurde aber mit einenn Verluste von 3800
einer Unterhaltung über das Attentat erklärt hatte, Berezowski Tondten und Verwundeten zurückgeschlagenthp.-un
ei kein Mörder gemd sondern ein Rechtsvollstrecker (justicier), —
widuear d Wontiih Dehtntn verurtheilt Vrrr iiitech tes.
J aris, 16. Juli. Bexezowski, dessen Prozeß gestern Sammtliche Vorschitßos ine san der Pfalze welden am
tattfand, wurde von der Jury für schuldig vn ere * J 3* 3 — Ine 9 taannen e 3 v m
tänden erklärt und darauf vom Gerichtshof zu lebenslänglicher dun gin Speye rzusciumenreten, um dug Pfäl G
Zwangsarbeit verurtheist. — Im gesetzgebenden Körper —D—— der im de B
var man gestern zur Berathung des Kriegsbudgets gelangt. Gar— wesen jo hoch bewiehte Nuweit der danhen e
5 8 —8 d en 53— sich huͤten, bei derr Schu 3 Deliz sIch hal bereits 3 ecichaienn
De cdacht von Einmischungsgelüsten zu erregen, ig Jugefagt, worcuf wir die Freunde, der Sache! quf—
denn ein solcher würde alsbald die se ie ———— eee ehn — die FZreuude der Sache— us
haben. Der Redner will, daß die Kammer in friedlicher Richtung Mün — Entjchtießung des I.
auf die Regierung zu wirken suche, und meint, ein freies Deutsch- Staatsministeriums des. Handels und der öffentlichen Arbeiten
land werde niemals eine Gefahr für Frankreich sen. 9 —D Guehmigt daß 5—
Paris, 16. Juli. Gestern, hatte der König Karl von die selbständige Station Augsburg, und yom J. Oct. at, die
        <pb n="333" />
        relbständige Station Landaitin' der Pfalz in Telegraphenstationen Unglücksfall. Rathenow, 30. Juni. Gestern
nil gemischtem Dienste umgewandelt werden. Ersterer wird daber uhren in der Havel bei Rathenow 14 Husaren des Ziethen'schen
in mürttembergischer, letzterer ein badischer Telegraphenbeamter bei⸗ zusaren-Regiments unter Aufsicht eines Schwimmlehrers zum
gegeben werden. u 7* -„chwimmen. Die Havel führte bei heftigsten Nordwestwinde große
Iegee S.M. der Konig hat den Hofkapellmeister Dr. Hans von Wellen. Zur Schwimmanstalt kann man nur mittels eines Kahnes,
Bun ho w als bayerisches Mitglied der für den musikalischen Wett— veil der Weg, der über Wiesen führt, vom Eigenthümer verboten,
ampf · in Paris⸗ zusammentretenden Jury bestimmt. zuch gegenwaͤrtig mit Wasser überfluthet ist. Die 14 Mann be—
4p. Für die bevorstehende Versammlung des deutschen Jüri⸗ anden sich im Kahne; keiner derselben konnte fahren, der Kahn
en aes hat sich aus der hiefigen Buegerschaft ein desonderes Hlug um und Alle fielen ins Wasser. Vier derselben retteten sich
Festcomrté gebildet, das sich einen festlichen und gasifreund⸗ urch Schwimmen ; zwei, wurden von einem in der Nähe befind—
ichen Empfang der Theilnehmer an der Versammlung zur Auf— ichen Schiffer, Heinsdorf jun., und einer von einem Bedienten
zabe gestellt hat.· * erettet. Die übrigen sieben, darunter der Schwimmlehrer fanden
de aahen 13. Juli Die hiesigen Schweizer veranstalten n dem Wasser ihen Tod.
eute Abend dem noch hier weilenden Gesandten der Eidgenossen⸗ 7. Körn;, 11. Juli. Gestern passirten ca. 100 Russen vom
haft, Herrn Dr. Heer, zu Ehren ein kleines über die Schranken Nusik Corps der Kaisergarde zu Pferde durch Köln, um sich nach
Zattemoannschaft nicht hinausgehendes Fest im Augustiner⸗ baris zur Theilnahme an dem großen Musikfeste zu begeben.
eller. o Dem Grafen Bismarck ist von den in China lebenden

Mäuünchen, 14. Juli. Als Curiosium theilen wir mit, Deutschen ein silberner Pokal, eiwa 5 Pfd. schwer, innen stark
zaß im Augenblicke bei unserm Magistrate nicht weniger als 129 ergoldet, als Zeichen der Anerkennung übersandt worden. Den
Individuen aus allen möglichen Kategorien der Gejellschaft um deckel desselben bildet die Büfte Bismarck's, Am Fuße erblickt
Ine einzige erledigte Bierwirthschaftsconcession petitioniren; — es nan verschiedene Wappenschilder preußischer Geherale, als: v. Roon,
st dies eine sehr betrübende Wahrnehmung, wenn man sie mit Moltke, Herwarth v. Bittenfeld, Vogel v. Falkenstein, v. Stein⸗
er Erfahrung zusammenhält, daß meistens nach Erlangung einer netz— während rings herum auf sechs großen von einaunder ge—
dirttee ader Nramersconceffion ver Vetreffende die Hande in den dennten Standarten Gedenktage des vorjährigen Feldzuges ein—
cchoos legt, bis ihn als nothwendige Foige das Verderben ereilt. rravirt find. . —
Gestern verurtheilte das Schwurgericht eine unserer gefährlich — Die Verliner Polizei hat am Dienstag einen fremden Wun⸗
jen und berüchtigsien Professionsdiebinnen, die schon vielfach be— ʒerdoctor verhaftet, der dort ein Elixir gegen jedes menschliche Leiden,
trafte Näherin Karolina Küener v. h., welche sich wieder eine nit Ausnahme des leeren Geldbeutels, verkaufte. Es hatte sich
ange Reihe von Kleider⸗,“ Bette und Waschdiebstählen mittelst n der That schon eine Menge leichtgläubiger Käufer gefunden.
ctinjchleichens in Gaste und-Privathäuser, ja sogar zweimal in N Der vom Jahre 1848 her bekannte Corvin, eigentlich b.
die konigliche Residenz und mittelst Gebrauchs von Vachschlüsseln rorbin⸗Wiersbißti, wegen seiner Theilnahme am badenschen Auf⸗
chuldig gemacht hatte, zu einer Zuchthausstrafe von 16 Jahren. lande 18409 kriegsgerichtlich zum Tode verurtheilt, turz vor der
Bei Selb wird seit 11. Juli. Seitens der Herren Jäger fretution aber zu IO jährigem Gefängniß begnadigt, welche Strafe
imd Comp, aus »Augsburg auf Petroleum- und Steinkohlen ges r durch einen 9 jährigen Aufenthalt im Zellengefaͤngnitz zu Bruche
wohrt. nue — al verbüßte, um alsdann nach England und später nach Nord-
Landshut, 12. Juli.“ Bei dem gestern zum Schlusse mmerika zu gehen, befindet sich, wie die „Staatsb. Ztg.“ mit⸗
des heurigen Landraths vom. Regierungspräsidenten Herrn v. heilt, seit donnerstag in Berlin. und zwar als amcrikanischer
Doh ergegebenen Diner, ward von demselben“ folgender Haupt⸗ Ztaatsbürger, da er in der Union eine Stelle im Finanzministe⸗
—X .. uiium begleitete, nachdem er den Krieg gegen die Konfedörirten
* Meine Herren! 3 ugleich als Berichterstatter für die „Augsb. Allg. Ztg.“ und die
2 Gestern erhielt ich die frohe Kunde, aondoner „Times“ mitgemacht, infolge dessen er auch den Rang
. —Daß ani 12. October zur Morgenstunde, eines Obersten erlangt haite. — In der Aussicht einer Anstellung

Se. Majestät der König von Bayern, ils ameritanischer Consul in Deutschland hat Corvin zugleich die

Seine Vermählung mit Herzogin Sophie Charlotte Nission, über die Zustände in Deutschland als Correspondent der

F 9 vwerde feiern! 555 RewePYork Times“ Bericht zu erstatten.

macu iun Ze Derihnnkabecich Sie ein erhe ern Wegcn Wordes des Linsireiwerg Darnnami unt d na
J inugZuVrheheis das Glas voll Brausewein — nahme daran wird vom Berliner Stadtschwurgericht der Schmied—
ni s Ich will'etz durch einen Trinkfpruch weihen zeselle, Salomon zur Todesstrafe, die Anstreicherswittwe Hartmann
Juf des exhabenen Brauitpaares Erblühen und Gedeihen: Ehefrau des Ermordeten) zu 15 Jahr Zuchthaus verurtheilt.

urch Droͤhteciast don Oft. Sud, West oder Norde F Guriosum.) Als der König von Sachsen Ende Juni Ober-
iFin falscher Appetit dem Bayer'schen Hort —1 niesentbal paffirte, hatte man daselbst eine aus zwei Schilteesäul en

Dann wird fich hewähren auf's Reue „estehende, mit grünen Zweigen umwundene Ehrenpforte errichtet.

Die alte Bayer'sche Treue!!, 7 In Paris ist am 15. Juli um 5*2 Uhr Morgens der
Mil diesem Trinhspruch w ür unser Glaͤs weihen, uftballon des bekanunten Luftschiffers Godard aufgestiegen; der—

Auf des erhabenen Brautpaares Erblühen luud' Gedelhen, — elbe wendete sich zuerst in der Richtung vach Brüssel, dann östlich
Und inbrünstig wie ein Gehet * ind kam, wie die Köln. Zig. meldet, Äbends 6 Uhr in der Nähe
in dreimal Hoch auf des Kbnigs Mäjestät— vdon Langenfeld an der neuen eez Bahn wieder auf
Und dessen holdselige Braut, die Erde herunter. Die Reisenden, unter denen Herr Flammarion,

Auf die ganz Bayern pertrau, ein Mitredakieur des „Siecle,“ wußten anfangs nicht wo sie wa—

BSieite leben Beide hoch!“ hoch! hoch!u een, da keiner deutsch verstand, bis endlich ein Herr aus Köln
7 In Seißen (bei Blaubenern) sind. mehrere Erkrankungen Aufschlüsse ertheilte. Herr Flammaion fragte, ob in Köln ein
in Folge Genusses von Roggenbrod vorgekommen, wahrscheinlich größeres Blatt erscheine, und als ihm die Köln. Ztg. genannt
zurch Verunreinigung' des dazu verwendeten Mehis mit dem jg. vurde, fragte er, ob dieselbe in französicher Sprache erscheine.“ *
Brand oder Mutterkorn. Ale Telegraphene und Postbureaus von Paris sollen auf
Für die feierliche Erbffnung der Mannheimer Eisen- eigenthümliche Weise in die rascheste Verbindung gesetzt werden.*
— D — Anter dem Straßenpflaster werden nämlich eiserne Röhren ange⸗
Personenverkehr muß noch eingestellt bleiben, da die Arbeiten an egt, in welchen die Depeschen durch -das. ueue Luftdrudsystem
aine ehileteduf bd'a hers ger Seue noch micht vollendet sind, ortgeschaftt werden. Die Schnelligkeit sist. gegen-taufend Schritt
vie die Karlsruher Ztg.“ schreitftt. in einer Minute.

In Heidelberg wurde unter den Studenten für Freilig— 7 Aus Basel bringt der „Landschäftler“ folgendeũ Bericht:—
rath gesammelt; der Erfolg war gering denn die Verbindungs- Letzten Sonntag fand, in Liestal ein Mädchenturnexamen statt,
aidenuen, ut Ansnahne der Bunschenschaften, haben sich von der über dessen Ergebnisse einstimmiges Lob hetricht.“Wer, den Uebun⸗
Sammlung ausgeschlossen. en beigewohnt, sagt der „Landschäftler“, hat sich überzeugen

7Haltesaud. S. O9. Juli. Das Urtheil des Senats der önnen, daß man mit Mädchen im Turnen etwas Rechtes leisten
Unniversität gegen die Corps der Studentenschaft wegen eines anu. Wollen wir für einen küchtigen Nachwuchs, für ein kräftis
Confliktes mit den andern Verbindungen bei dem allgemeinen Jueige s Geschlecht sorgen, so müssen wir gerade die Körperbildung
ilaͤmtscommerce geht dahin, daß den Corps bis zum 1. Oktober der Mädchen uuüs sehr angelegen sein lassen. Bis jetzt sind
das Tragen der Farben untersagt ist.“ Alsbann haben sie einen die Mädchen ganz besonders die Kreuzträger der pädagogischen
Revers zu unterschreiben, sich für den Fall, daß wieder. derglei⸗ Schwindelei unserer Zeit gewesen. Ist das eine Erziehung küns⸗
hen „Ungehörigkeiten“ vorkaͤmen, als aufgelöst zu betrachten? Dem iher Hausfrauen und Mütter, wenn man die Mädchen vom 6.
Vernehmen nach veabfichtigten die · Corpe me Apperttatsone gegen iVLebensjahre 80Stumden tagligean die Schulbank fessest
isen n heil dei dem Nüisterium eimzurichen. — 2*7 Vergessen wir nie, daß das, was den Leib bildet, auch dem Geiste
        <pb n="334" />
        zu gut kommt, und daß uns schon die alten Griechen gezeigt haben,
wie eine wahre Erziehung nur in der harmonischen Auͤsbildung
don Geist und Körper besteht. — ——— —
fDie in Rom gewesenen deutschen Bischöfe wollen nächsten
Oltober in Fulda eine Versammlung abhalten.
x Eine drollige Geschichte trug sich dieser Tage in einer
englischen Strafanstalt zu, in welcher noch die Tretmühle für Va—
gabunden und Arbeitsscheue als Strafe gilt. Der Oberrichter
Platt hatte noch nie eine Tretmühle arbeiten gesehen, und wollte
sich selbst von der Art der Strafe überzeugen; darum stieg er selbst
auf die Mühle und ließ sie durch den Wächier in Bewegung se—
zen; die Strafe besteht darin, daß der Sträfling die Speichen
eines Rades das sich immer dreht, ersteigen muß und so oft eine
neue Speiche kommt, muß dieselbe Bewegung wiederholt werden.
Nach einer Minute hatte der Oberrichter genug des Spasses und
rief, man solle einhalten. „Verzeihen Sie, rief der Wächter, das
geht nicht! Die Mühle steht erst in zwanzig Minuten still. —
das ist die kürzeste Zeit!“ — Man sielle sich den Aerger · des
Richters vor, dem der Schweiß herabrieselte. So mußte er zwan⸗
zig Miunten ausharren bis er erlöst wurde. Manche meinen der
Oberrichter werde fottan die Strafe doch für zu strenge halten!
In Ribd-Janeiro hat kürzlich eine nicht unbedeutende
Emeute stattgefunden. Zwei Brüder Figueirede, Möbelhändler,
waren der Polizei angezeigt worden, daß sie ihre Schwester und
ein Kind von sieben Jahren bei Wasser und Brod in einem dun⸗
keln Raum seit langer Zeit eingesperrt hielten. Die zwei Perso—
nen wurden wirklich, vor Entkräftung dem Tode nahe, entdeckt
und befreit; die schuldigen zwei Brüder aber unbegreiflicher Weise von
dem Polizeidirector freigelassen. Dies brachte die Stadt su, in
Aufregung, daß sich unter dem Nuf: „Tod den Schuldigen! Tod
dem Polizeichef!“ viele Volkshaufen zusammenschaarten und gegen
die einschreitende Schutzmannschaft fowie gegen eine Abtheilung
Cavalerie revoltiren. Als letztere blank zog, fiel ein Steinhagel
aus der Menge, der mehrere Soldaten verwundete und zwei Pferde
södtete. Einige Minuten später stürmten die Volksmassen ein der
Nationalgarde gehöriges Zeughaus und nun begann ein ernstlicher
Kampf; nach und nach wurden Truppenverstärkungen herbeigezogen
und schließlich behauptete das Militär den Platz. Es find üder
100 Personen verwundet und 5 getödtet; ein Hauptmann erhielt
rinen Schuß ins Knie. Neue Unruhen werden befürchtet.

F. In Kalifornien tödtet man die dort häufig portommenden,
sehr wilden grauen Bären vermittelst Strychnin, das in einer
Talgpille verabreicht wird, die ihrerseits in ein Stück Hammel.
fleich eingenäht ist.

andwirthschaftlichess.
Die Kalifsalze. Von den verschiedenen Mineralstoffen
deren die Pflanzen zu ihrem Ausbaue bedürfen, hat im Laufe
der Jahrhunderte keines so sehr im Ackerboden a bgen mme n
als der Kali, denn rine ganze Reihe von einzelnen Culturpflan⸗
jen hat, seitdem man fie anbaut, anf diesen Stoff besonderen An⸗
pruch erhoben, wie z. B. der Weinstock, die Kart offelhn,
ꝛer Tabak. Die Felder haben von jeher Kali hergeben müssen,
iber man hat es ihnen nicht wiederersetzi, und so sind sie allmä⸗
lig in einen sehr merklichen Zustand der Verarmung an diefem
Stoffe gerathen. Wein und Tabak wurden und werden zumeif
denjenigen Gegenden entführt, in denen man sie anbaut und wenn
auch der Wein und die Kartoffeln da als Nahrungsmittel resp.
Futterstoff verbraucht werden, wo man sie culnipirt, so chat. dieses
auf den Ersatz des im Boden stattgehabten Kalientzuges wenig
Finfluß geübt, weil sowohl die Excremente des Menschen⸗ wie die
Auswurfstofe des Thieres an Kali höchst arm sind, indem dasselbe
soweit es im Körper keine Verwendung findet, meistens durch den
Urin ausgeschieden wird, der aber anerkannter Maßen aus Un—
enntniß seines Werthes Jahrhunderte hindurch als Dünger un—⸗
aeachtet geblieben ist und selbst in unserer aufgeklärten Zeit leider
zielfach noch unangewendet bleibt. Und so ist es denn erklärlich,
daß die kalihaltigen Düngemittel, wo sie in richtiger Weise An⸗
wendung finden, überraschende Resultate liefern. So hat sich die
Anwendung der Mistjauche, als eines kalireichen Düngerstoffs, in
dielen. Gegenden nicht allein zur Düngung der Weinberge. sondern
auch zur Kräftigung anderer Cultur-Felder auf's Vortrefflichste
bewährt, Ebenso haben die Düngungen-mit Straßfurter Kalisalzen
Vertrauen erweckende Resultate geliefert, die nicht verfehlen werden,
diesen Düngestoffen mehr und mehr die verdienie Anerkennung zu
ichern. Auch in diesem Frühjahre wieder hat die landwirthschaft⸗
iche Lehranftalt in Worms eine Reihe vergleichender Versuche in
Bang gesetzt, deren Resultate, so weit es sich jetzt schon ermessen
äßt, recht günstig ausfallen; Kohl ge müse, die auf einem ganz
uncultivirten Boden mit Straßfurter Kalisalz zur Anpflanzung ka
men, zeigen eine außergewöhnlich üppige Vegetation in gleicher
Weise Kardoffeln, welche auf einem abgebauten Felde gesteckt
vurden. Ueber den günstigen Erfolg, den diese Düngemitiel auf
Brasländereien zeigen, wurde früher berichtet, doch muß hier nach—
getragen werden, daß eine Düngung mit 7 Cir. Kalisalz auf
einer nicht überschwemmt gewesenen und nicht bewässerbaren
Wiese in diesem Jahre eine Vermebrung um 47 CEtr. zur Folge
zehabt hat.

pn—.
Für die besonders zahlreiche und ehren⸗
odlle Betheiligung bei der Beerdigung un⸗
eres theuern Vaters des kgl. Bergrathes
Friedrich Sievert, sowie für den er⸗
hebenden Grab⸗Gesang des hiesigen Gesang—
dereins, sage ich im Namen meiner Familie
meinen verbindlichsten Dank. *
St. Ingbert, den 17. Juli 1867. —
L. Sievν»t.

Theater in St. Ingbert.!
Direktion von —X Schroth. *
3. Vorstellung im II. Abonnemont.
Freitag den ib. Juli 1863.
Im Saale des Herrn Oberhauser.

Ein Wohnhaus mit Stallung
ind daranstoßenden Garten auf dem
dahnacker gelegen, ist anf Zahlungstermin
uu vertkaufen bej
Jaeob Kihm.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ etc. Preise der

Stadt Zweibrücken vom 18. Juli.

Weizen 7 fl. 51 kr., Korn 6 fl. 50 kr.
Berste 2reihige, — fl. — kr., Gerste 4—
reihige, — fi. — kri, Spelz — fl. — kr.,
Spelzkern — fl. — kr. Dinkel — fl.
ixr. Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
ö fl. 18 kr. Erbsen — fl. — kr., Wicken
fl. — kr., Kartoffeln 2fl. — kr., Heu
lufl. 12 kr., Stroh 1 fl.. — kr., per
Zentner. Weisbrod 19 Kilogr., 20 kr.
ꝛꝰornbrod 8 Kgr., 31 kr., ditio 2 Kgr.
21 kr., ditto 1Kgr. 10 kr. Gemischtbrod,
3 Kgr., 36 kr. 1.Paar Wech, 7 Loth,
2 kr. Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Bfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter.
—W

DDie 28
Lieder des Musikanten.
Neues Charactergemälde mit Gesang in
3 Abtheilungen und 5 Acten

Hausversteigerung.
Samstag den 27. Juli 1867, des Nach—
mittags um 2 Uhr, bei Ferdinand Ober—
berhauser, läßt Wilhelm Guckeisen, Schuster
hier wohnhaft, sein zweistöckiges im Müh—
lenech, neben Schreiner Wolf gelegenes
Wohnhaus auf langjährige Zahltermine in

Eigenthum versteigern.
Horn, kgl. Notar.

Jakobsfest
Sonntag, den 21. Juli in Blieskastel
auf dem Tivoli

Ein größeres Mühlen-Geschäft
ucht zu seiner Vertretung am hiesigen Platze
ind in der Umgegend einen tüchtigen
Agenten.

Ausgedehnte Kundschaft ist bereits er⸗
vorben. Die Adresse zu erfragen bei der
Redaction d. BlI.
Ein braver gesitteter Junge
tann sofort bei mir in die Lehre eintreten.
Joh. Schmolzer, Schreinermeister.

Ein Garten, auch als Bau—
platz sich eignend, in dem Bruch⸗
cech neben Herrn Gebrüder Krämer und
Franz Fichter gelegen, ist billigst zu ver—
aufen bei
zish. Betz, Drathzieher.
Mein oberer Stock ist zu vermie—
hen, und kann in circa 5 Wochen bezo⸗
gen werden.

—

Warnung.

Fruchtpreise der Stadt
aise eee vom 16. Juli.

Weizen — fl. — kr. Korn 6fl. 51 kr.
Spelzkern — fl. — kir. Spelz 53 fl.
37 ir. Gerste 5 fl. 31 kr., Hafer 53fl.
11 kr. Erbsen 5 fl. 30 kr., Wicken — fl.
— kr., Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 30 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 16 kr. und 2 Pfd.

Weißbrod 16 ,ir.
Redaktion, Drud und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingberrtr.

Ich ersuche hiermit Jedermann meinem
Sohne Nicolaus Becer weder
etwas zu borgen noch zu leihen, indem ich
keine Zahlung oder Garantie für denselben
eiste.

Bernhard Becker Wittib auf der
Rittersmühle bei Oberwürzbach.
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24
der StiJugberfer Anz F ex mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöͤchentlich dreimal: Dienstag, Donnersta g
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blatischat oder deren
I 9 aum berechnet.
— ———V
* lrt ο νιι, X —
Nro. —A * —e— yESamstag, der
—— —— —
3; rnι ια . 33..
* J — d Deutschland. eenn Durch Regierungsbeschluß vom 16. Juli wurden die Schul⸗
Munchen- 12. Juli. Der Landraih don Oberbayern hat verweser Georg Giehl in Quirnheim zum Lehrer an der protest.⸗
n seiner heutigen Sitzung beschlossen: aus Anlaß der Vermäh- utschen Schule in Eisenberg vom 24. Juli 1. J. an und Phie
ung Sr. Maj. des Konigs ein der handlichen Bevoͤllerung ent- ipp Stempel in Leistadt zum Lehrer an der protest.deutschen
nommenes fittsames Brautpaar mit 1006 fl. aus Kreismit- beren Schule dafelbst vom 20. Juli 1. J. an ernannt. 4
eln auszustatten, und die Wahl desselberi der königl. Kreisregie- Durch Regierungsbeschluß vom 18. Juli wurde der Schul⸗!
nng werinnaen n a n eeetnt Crn muen veng Wonhosen num Vorweser. an.der
Maunchen 18. Juli“ Hier spricht man ganz bestimmt da⸗ Rotest.deutschen Vorbereitungsschule zu Heuchelheim hom 1. Aug.
von, daß eine neue Uniform im Werke, ja schon genehmigt sei; i Is, an; ernantt.
namlich Wasfenroc mit zwei Reihen Kubpfe, graue Hosen, graus Farlsruhe, 18. Juli. Die großh. Regietung hat, wie
Mantel, die franzoͤsische Holzmutze, wie sie auch die oͤsterreichischen nan hört. die Errichtung zweier Dankmäler für. die im vorjährie
Zoldaten tragen. —A—— jen Kriege bei Werbach und Hundheim gefallenen Badener in
Munn hen, I6. Juli. Die auf Montag den 13. festgesetzt lussicht genomme. WW *
jewesene Sihung des Sozialgesehgebungsausschusses ist auf mor⸗ St utt gart, 14. Juli. Die auch von bayerischen Blattern
zen verschoben worden, und zwar mit Küchicht auf den Umfang visirte vertrauliche Besprechung von Mitgliedern und Gesinnungs-
der zu Artikel 20, und 265 des Regierungsentwurfes (Heimath enofsen der Fortschrittspariei in Süddeutschland wird nun am 3.
c. dett. Y. bereits vorliegenden Modificatienen, zu welchen jetzt Lugnft dahier stattfinden. Sie ist auf etwa 60 Theilnehmer be⸗
asch folgender Vorschlag des Abg. Dr. Brater gekommen ist: echnet. wovon 20 auf Bayern, 15 auf Württemberg (deulsche
An der, Stalle der Artilel 2b umd Se im Regierungsentwurfe Partei) und die übrigen auf, Baden und Hessen kommen. Es
Hlage ich folgende Fassung vor: Ein Staatsangehoöͤriger, der oll fich hiebei zunächst um Verständigung über die Stellung zum
ich nach erreichter Volljaäͤhrigleit sechs Jahre laug ununterbrochen in norddeutschen Bunde, namentlich in der Zollvereinsfrage, sowie
ꝛiner fremden Gemeinde aufgehelten“ hat; ohne. mit Ausnahme em eine gleichmäßige Haltung der Partei angehörigen Abgrordeid
augerordentlicher Nothfalle Unterstützung aus Mitteln der öffente ieten der vier süddeutschen Kammetn handeln. e
ichen Armenpflege angesprochen und einpfangen zu haben, erlangt Bexlim-16. Juli.“ Die Fortjschrittspartei wird bei den⸗
mit dem Ablaufe dieser Frist die Heimath in die Äufenthaltsge- keichstagswahlen überall da, wo nur mit Hülfe der Nationalen
meinde... Der Aufenthalt wird umierbrochen durch eine Abweseuheit in liberaler Candidat durchzubringen ist, Compromisse nmit den?
von mehr als sechs Monaten und durqh volizeiliche Ausweisung dational-Liberalen eingehen. Von Letzteren erwariet fsie mit Be⸗
uf kürzere Zeit: (Golgt als dritter Absatz der in den Vorschlä-. immtheit gleiches Entgegenkommen. Für Berlin hat die Jort⸗
jen des Herrn Dr. Edel exthaltene dritie Absatz des Art. 2d) hrittspartei Aussicht auf die Wahl zweier Mitglieder ihrer Frac⸗
Derselbe lautet · Erwerben in Folge vorstehender Bestimmungen ion an Stelle der bisherigen Abgeordneten Lasker und Vaerstenn
hersonen, welche im Verarmungsfalle- auf Kosten der Staatskasse Bexrlin, 17. Juli. Die. Bank- und Handelszeitung Drn
der einer andern dffentlichen Kaffe gu unterstüßen sind, ein neues hreibt; Neuere Rachrichten aus Ungarn bestätigen nicht nur dier
Heimathrecht so wird dadurch an der bisher bestandenen Untere isher gemeldeten Pferdeanläufe für franzoöfische Rechnnung,fien»c
jdützungspflicht nichts geänderi.“ Die entsprechenden“ Bestimmun⸗ nelden auch, daß in letzter Zeit die Anträge zu diesen Aufäufenen
zen über die Anmeldung der in einere fremden Gemeinde ihren rweitet worden find e.
Aufenthalt Nehmenden waren dem III. Abschnitt vorzubehalten. Die russische Correspondenz erneut ihre schonn
Zur Erläuterung bemerle ich, daß nach meiner Ansicht die Erhe- rüher ausgestoßenen Seufzer und verharrt in ihrem Unwillen übet
zung der bisherigen Anfnahmsgebühr sich künftig an den Erwerb zrankreich und namentlich über Oesterreich, die Rußland nicht
»es Bürgerrechts knüpfen, daneben aber eine weitere Gebührener⸗ jelfen wollen, dem Sultan an den Kragen zu gehen. Die Reise-
jebung nicht eingeführt werden soll·. »es Sultans nach Paris und London hat, meint die R. K., gar
— Mehreren Blättern zufolge ist dävon die Rede, daß die keine politische Bedeutung, denn in der orientalischen Frage ist
Zeschäftseintheilung im Rriegsministerium, welche gegen⸗ ↄAie Rolle des. Sultans eine sekundäre, die Entscheidung liegt in
vartig nach Referaten geordnet ist, wieder geändert, d- h. daß den Händen der chriftlichen Bevöllerung. Er wird - ihun, was
u dem System der „Minifterialsectionen“ zuxüctgelehrt werden soll, Furopa ihm vorschreibt, er selbst hat dem europäischen Tribunal
wie es schon früher beftande Es würde damit auch die Militär⸗ veder Rath zu geben, noch Vorschläge zu machen. Seit langer
kechnungslammer als selbsistandige Stelle aufgehoben werden. — Zeit schon liegt der Knoten der Frage in Europa, aber die Machte
zriegsminister Frhr. v. Prankh tritt am 20. d. Mis. einen efinden sich dieser Frage gegenüber in Verlegenheit und können
nehrwochentlichen Urlaub nach Salzburg an. — Die militarische s nicht zum Handeln entschließen, weil es nicht weiß, was es
Begleitung des Eonigs nach Paris wird aus einem General und vom Sultan verlangen foll. Die R. K. beklagt die Roile, welche
inem Flügeladjutanten beftehen. Der bhisherige Ministerresident die europuische Diplomatie in der cretensischen Sache spielt; sie
n der Schweiz, Here Donniges, ist zum außerordentiichen offt aber, daß Augesichts der sich vorbereitenden Aufstände in der
Besandten und bevollmaächtigtigten Minifter daselbst ernannt worden. Bulgarei und in den andern Provinzen Europa wol verpflichtet
München, 16. Juli. Die Kertegslastenaushes kin wird aus seiner Apathie herauszutreten. Es kann den Vol—
zungs Fommifsina hat ihre Aufgade zu Ende geführt ern, die sich zur Verthe idigung ihrer legitimen Rechte erheben,
md 4 der Vorstand derselben, Mimisteriakrath Dudois wieder hier einen Schutz nicht versagen.“ Und Polen?!
ingetroffen· Wie wir bernehmen wird jedoch ein nochmaliger Frankfart, 17. Juli. Einer von he Ems ab⸗
Zusammentritt der Kommissien in nachster Fe erforderuch wer— jesandten Deputation versicherte der Koͤnig, die Nusführung der
en um noch einzelne Roclamationen und VDeschwerden zuc Erle⸗ Berordnung wegen Aufhebung der Lotterie, soweii fie Frankfurt
igung zu bringen J etreffe, solle ausgesetzt werden und die Erledigung gleichzeitig mit
ιö Rececß Angelegenheit erfolgen.
Dienstes⸗Nachrichten.. 7 Auch der Baron M.-C. v. Rothschild ist in der Frankfurter
Seine Majestãl der Konig haben allergnädigst geruht,“ un Angelegenheit zur Audienz nach Ems abgereisft. »
erm 9. Juli J. J. die protestantische Pfarrftelle zu Asselheim, Wien, 16. Juli. Das russische Kabinet hat Anlaß ge⸗
—XVODD zu lassen, daß gemeinschaftliche ruse
n Marienthal, Decanats Obermoschel, die protestantische Pfarr sch⸗preußische Militär⸗ Mandber nicht beabsichtigt werden.
kelle zu Heuchelheim, Decanats Frankenthal, dem Pfarrer Philipp Wien, 18. Juli. Die Wiener Correspondenz schreibt, daß
dacob Höpffner in Sembach. Decanats Winnweiler zu verleihen bhr don verläßlichee Seue die Nache va 6
        <pb n="336" />
        beabsichtigten Uebersiedlung dez Exkönigs von Hannover nach Paris Beendigung der Session nach Karlsbad, wird jedoch zur Erdff⸗
als vollkommen ede bezeichnet — — Im Herrenhaus nung der Generglrathssitzung nach I
wurde heute das Ministekverantwortlichkeit * France demenlirt das Berücht, daß Frinz Rdtpoleon
Aenderuga oR vnedntaus Peschlossenen Fist et pιαα san den de Hof ab⸗
mgenomman! en Eheh werde. Sie be 4* daß der * 7— einer
fünf Pitgled toti noe zu rhon dlciigInit Ungarn navtimsn — 3 wird Nopen⸗
vollzogen. hagen gar nicht berühcess werde, w für den Augenblid“ der

Frankreich Zönig der Hellenen, Großfürst Constantin und mehrere hohe

nr s eu Sfz. borsonendes russischen Hofes befinden.

Paris, 15. Juli. Im gesetzgebenden Koͤrber sagte Juüles Die Cpoque vil que hater Quel wiagon q
Favre: . Die Luxemburger Frage seit mit strafbarem; Leichtsinn — ——— —S hangg⸗⸗ ů—Ñα
——— worden; die Völler wyollen ¶ den Frieden und stüstungen nicht einsteit.Ihren Ertumdigungen nach sins sett dem
vollten ihre Angelegenheiten auch demgemäß ordnen, sonst könne guts. cliefern und Iu. Bestelung bed ä Weires Tu
Frankreich ein neues Mexico in Europa vor sich finden - Nouher ldo, ood N Fullerleienb o ooo Nbee Fihel 43 *—
pr darauf: Die gefährliche Seite der LuremburgenFrnge gatent vie in Tzakos verwandeli werden kbimen, Ldoo sen
habe nicht in Paris, sondern in Berlin gelegen. sie lag in deu —
bekannten patriotischen Gelüsten und in militarischer Kriegslust. Tournister, 200,000 Hemd i 30,000 Feldflaschen, 230,000 Fla⸗
Wir haben durch Besonnenheit und Festigkeit vox den Londoner Fell Leibbinden. 90.0oo —— 8 o doo. Mintel, doo
———— Zuremburger Frage habe Richt Zwietracht Jadallerie-Beintleider 10 Vod Cabatetie Bränsel nd 1d oäà a
und Uneinigkeit zwischen Frankreich und Preußen hervorgerufen. ltragere ο νι νιιι ν.
ondern Aawehet ge r 3— in αανν αν Englände Loιαä ι α
haen Die deuge dun hatr gsen wperde von Frentn n gad an 18. Jut etegte wühtaid del Jldilentedüh,
deich ohne Bedauern sur die VPergangenheit und ohnen Besorgmiß herrechte die aönigin dem Sunn ere vber doch —5
für die Zukunft angesehene —V *Fᷣ g — —— ind Albert die Insignien des Hosenbandordent u

—6 dotge er Firen ee 3town16. Julle Der Dampfer Cin d Bab
Fuͤrsten-Befuqhe in diefenn Jahre shon 8q. Relli lüonen more ¶ hringt Nachrichten ansNem ort vone unn De
berausgabt — . r· ναα Tongreß det Vereinigten Staaten hat den Vorschlagdie. Befrie

Paris 16. Jut. Man liest im Constitutionnels ndee un ee ee ge vane pfinden
Wir bringen. an,Erfahrung. daß der — auszudrücken, verworfen. Zahlreiche. mericanische Flüchtlinger sind
August in's Lager von Chalons begeben wird.n In den nersten i Ferag angelommenn Ma Pgene ———— Zuarez
Tagen des Monats September wird Se. Maj! mit der: Kaiserin sle die welde in hernraiserlichen Armeegedient haben, ihreg
nach Siautitz aAbgehen Diese Projecte sind m Auslanda / betanns Zurgerrechtes fut so senge ni vis ee Wiehen
gemogt worden damit die Fursten, wehe deabnatig w solten. infe hung in den seitheren Siamg dich die Hegerun Regternng ge
den Majestäten Besuche abzustatten, benachrichtigt sind,r daß. diefel⸗ igt sein wirdet Die Odefien d —*2 eee e
ben nach dem. Monat August von Paris entfernt findenvon un daptleme i 2jtihege Gesangnn betrehen eeun

E.Die Anwesenheit des Königs Ludwig Pavon Bahern ver Ae hohrren Beoamten werden wegen hochberrahe gbgeurthejlt wer⸗
seinnblJahren die französische Hauptstadtn wiedersieht/ gibte den en. Alle fremden Soldaten werben gerranm
Tageschronisten der Blatter eine Füllender⸗ anteressantesten, wennt J000 —— —8* * n
i w der. Wohrhen mnde hervintimmendm.¶ ünterhaitunden h..n tglv ve nC. Be viee e Vid apetlheczcie die Nuc
toff an die Hand. Hr- Feyrnet im -Temps führt ihn seinen Zaben —
wsen ais Ganner. Sanger uund aronen dnen ud, jo daß daß, Sefc n e e e
por.n ln. Denn vn der That.“ sagt er, es war in Straßzburg, wo onen belragt Die Deputirienla mmeg beendigte, heute Abend dir
d.da Zt der Won grenue Sein Date der Piatauraf won Dicufsion üer die Hisiom Fnelogehach üon
Zweibrücen· Birlenfeld befehligte in dieser Stadt Das in frauze I Rach den eemeeepe As. dioen
si gen ¶ Dien ten stehende elsassische Regiment: Konig. Zudmwig Antibes she Legton (hug Framsosen hesthe h durch ahicehe Den
war heim Pathe- und ein uderans ftegebi ger Pathe det tionen Lon 1809u god Minn gusanngesen
seinem Tauflind eine Pension von 12000 Vivres nnd einen Diar n 4 * je — dy
mantenstrauß im Wecthe von 80,000 Fre. in die Wiege legte ein e α enlan nda or mi ↄdhe —A
Mon ergahl guch daß die Grenadiers des elsassischen Regiments Aanhrena AGn. Juli.in Rachrichten mis Candiauwonn rD. Jult⸗
dem kleinen Oberst eine mit dem Haarnahrere Schnurrbärte ger Elden. has ganzliche Scheitern ader murtis chen Anstreugungen in wen
füllie Matraze zum: Gesthenk machten. ()n Ich weiß es nicht, sag! sPohlweg von Kalilratis an Sphatia nmerere eeee
Her. Feyrnet, ob er auf diesem kriegerischen Lager ischlummerte, peenden gen nnn I
gewiß aber ist, daß er durch Berührnng mit demfelben nicht don Perbrsbug 16, Jull. eeiengnnn
demFieber des militärischen Ruhms angestedt: wutde;“ doch hat erfährt, daß die iben e an das amerilanische,
er, wenn auch von keinen Eroberungsgedanken erfüllt,nam VJahre Haus Wynans verkauft worden ist, und daß Kauͤffumne sn!
1818 nicht gezögert, sein Blut für das deutsche Vaterland zu ver⸗ hret Raten zahlbar fein soll. —5
zießen. . Unter feinen vielen Verdiensten um Hebung · der ———— ee e
Kunst, den monumentalen Ausbau von Munchen, die Befreiung id . ——— * —VV———— —
Hrie hemanbo u s w wird dann auch noch die Abschaffnng , IsEin. amer kanisches Vlatte schreibtt mi Dernmericamische v
de Voites d vie Gründung des Zollbereine augefuührt Tire g Ptasident Juarez. ist ein politischer / Fanatileterkalt, sein, züh undo

Die von der spanisen Regierung for eiseig abgelengneie unbeugsam der nicht aus ¶Grausamteit.r Bluk. vewgießt, ondem
in sureeen e e we gunge in Spanten nimnne amer vtil fich überzeugt hat. dast. das dergossented BlufInathmendig
ngureotin X. — Ealtalomen ist wie war zur Erhaltung der Republik; weil er eines Scheidewand auf⸗
größere Dimenfionen an.n·Die ganze Provinz Cata onien ist, wie stellen will zwischen der alten rund;der, meuen Weit, Juarez ist
— ——
Pp Ji Ebogiuns. und Joutnal de Parls gaht welhes lodter Er ist awas mehe aiejech ig Ihee nn,
sprechen heutt. won .niner Sreursion. welche ring NRaboleor bis e sehee de ehe en
nach. Kopenhagen aus dehnen will wa er, wie es heißt. eine po⸗ —
litische Misfien erfüllen sol. .ruun e ren Achatigt ifß. Er sorich sponische veiches r radeilen n La,

Parxis17. Juti Det Aufstamndein Sbanien ninimt zeinisch mischt, wo er es fur Inothig halt, Ein politischer uder
immet meẽhr zit Die Guerillas zeigen sich nicht allein bei Tore ügidfer Fangister isdlet mehl, un eine kleinuhe Roge, zu be—
onon fonderr auch schon in Aragon bei Barbastro und, Huesca. rrsebigen, auch sehen wit in der Handlungsweise des Juarez eie
Dieselben stehen in Verdindung mit den Aufständigen bei Rioja. jen Gedanken von Hatz oder Grausamleit, kr. erblidte in Maxi⸗
Andere Banden haben sich in den Umgebungen hon Burgos, sowie milian den Vertreter einet, Idec welche ern aͤm Bluteerstiche;

bei Silbas und Satander gezeigt. Trotz dieser.— ünsicheren. Lage denn welche Geschicket auch jur Megico noch orbehallen sein mo
in Spanien möchte die Kniserin Eugenie doch gax zu gerne den gen, es wird noch in langer Zeit nicht zut Monarchie zurückleh⸗
Kronprinzen Humbert von Italien mit einer spaͤnischen Infantin desn, wie Rapoleon und sein Vatei Rouher wahnen! Juarez
berheirathen. Der Kgiser Napoleon soll wieder siark an ind eine Rechtfertigungieine Defensio populi mexicani -
Rheumatismus leiden. — Heute ist wiedez einmal sein einziges u veröffenilichen: und er wird —— daß
deutsches Blatt. hhier ausgegeben wordenz die meisien peutschen. r seinemn Lande ein Unglüd habe ersparen woslen, wie dassenige::
Journale feiern mun seit Mitte voriger Woche. . it velches für Franlteich muis der Nichtbestrafung des Urheberg7

Paͤriz, 18. Juli.“ Der Kaiser begibt Ich nfanas adesde Expedition von Straßburg unde Bologne schließlich erwach⸗5

nüchsten Monats nach Plombieres, Staatsminister Rouher nach sen ist re tnnd ιιν — —

7 J αιιν α A ν ιν —α
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        . .IF. Ceuischkatholicismus.) „Der deutjchlath—- Prediger Uhlich
ruis Heagdeburg berichtel in seinent Blatte, daß ihm in diesem
— V—— ach t een 12133 I ünee ern
Verrelhhiß er eii asnge ae Pelche bei u entgegentomme. Ein Frau furtet Blatt knupft an die bou-
vex mlernationalen Kunste und — d hm gemeldete Nachricht, daß dis Wirksambeil Uhlich 4 überall von,
ffulzische Aussteller extheilt murden. J. Goldene MedaislennDie roßem⸗ Erfolge hegleitet sei, die Bemerkung, die freiereligiöse;
nn der baherisch pfalztschen Tisenbahnem in Ludwigehafen; Ein eeege Jetzt eiwas RNachhalnigeres. hervorbringen, als.
Nodell der Eisenbahnschiffbrüde überden Rhein. F. P. Buh or zwer Ja hrzehnten. — — — ——
in Deidesheim:. Weine. Lo A. Jordan in Deidesheim: . Weine. Aache —A Juli. Seit vorgestern sind hier die wun⸗
J. Silberne Medaille: Die Schuh-Industrie ijn Pirmasens: Schuhe. 8 Reliquien wieder ausgestellt. Darunter ist ein wun⸗
iltramgarinfobrit ij gaiserolqutern Nltramaxine. C. Lichtenberger dert uendes weißes Hleide der Juugfrau Maria, ein Taschentuch;
a Hambach: Chemilalien. III. Bronze-Medaillen: Gg. Seybold Johannes des Täufers u. sz wrh
n Landau Eine Thurmuhr. Kammgarnspinnerei Kaiserslautern · . Auch en, 18.. Juli.Die A. 3.“ Ichreibt Der Zuorang
adngene Garbah Doopereenvei vrn Sgmidt, zur Heiligthumsfahrk wur am gestrigen, Zage rin olbssaerz von
Schuhsabrikant zu. Pirmasenau ee X asein anlen Gegenden der Windrose sirbinten I zu Wagen und
risen und Bleche .Schlink und Rutsch in Ludwigshafen Shment Her Eisenbahn die frommen Wallfahrer herbei, um die Reliquien
De mittelst Schwefeltohlenstoff extrahirt. durt ind Rutsch in zu scehen. Rach einer amtlichen Zählung an sämmtlichen Thoren
dudwigshafen?: Chemikalien Fra Hexrman ee det! Etadt “zogen gestern nicht weniger wie 49,600 Pilger durch“
Apparate zum⸗Auslaugen ger Farbhölzer. rechsonsder pfälz! ieselben ein: Rechnel man nun, daß aus der Gegend von Burte
hahnen in Ludwigshafen Telegraphen · Appalat. G. Brüch gus cheid, wo die Stadt offen ist, ebenfalls mindestens 2—3000 Per⸗
daudau Goanbleberpasteten⸗· Rtheinische Früchsenhandlung in 8 sonen een zahlt man hierzu die nahezu 16,000 Menschen,
eaheim·⸗ Ande Lund; Adle Biffar)t Eingemachie · Früchtei —Diri W. velche die Eisenbdahnen pom Rheine her, von Eupen, aus Belgien.
hoffmann in Dürkheim nib. H. 0 Pfalzer? Weine. Krümer und dholland und vom Niederrhein nach Aachen· brachten, so ergibt sich
domp. in Wachenheim?n Weine.n. IV. Ehr nvolle Etwähnung: dꝰaraus die Summe von circa 68,600 Personen, alsd etwas nehr.
dow. Kirchweger in / Frimtenthal Wioline⸗ Aund Altviola. J. Oeh- uls die Bevölkerung unserer Staͤdli Bberugte⸗ Daßl es bei. dem
ert in Schonthale⸗ Kuche Ind Buchsline. ebruder Eskales in ingeheuren Conflux von Menschen zu einzelnen Stöxungen der
dweibruen Seidenpiusche. Ludw. Bauer in Edenkoben: Leder, Irdnung kam, ist nur zu erllaäͤrlich. So passirte jogar vor und
üner Konnr Herm. Schmidte in Hirmasens: Schuhe, unnThell in der Münfterkirche ein ¶ unangenehmer Auftritt, der
— den Einzug der Prozessionen zur Besichtigung der Heiligthümer,
Wef inden ich wei se Anen b Ana Dieg sinde I) Prscose deeinige Zeit heinmte. Ein auswärtiger Kaplan wollte mit seinenr
AMallinger, welche sSorte in jeder: Hinsicht · seht —2 —8 pfortindern dohen die porgeschriebene Ordnung, sich in die Pro⸗
ant und gallgemeine, Werbrei tug bedient i.⸗ * gelb Seiden⸗ ession eindräugen, fand hiebei jedoch so euergischen Widerstandn,
raübe mit —* großen Früchten, und — ckannteJakobs- daß sich alsbald eine Schlägerei entwickelte. Es mußte Militär
raube. frühs ea (Dürkh. Anz.) J. , zequirirt, werden, und nur dem umsichtigen Einschreiten der Polizei.
4 Am' 18 Imnli Nachmittags gegen 4 uheschlüg det Bekige owie dem iftigen gütlichen Zureden der Gejstlichkeit gelang es,
ohne gu zünden in die — Heconamen Siegelin die Ordnung gegen 83 Uhr wieder herzustellen so daß von da ab
dehen —V — und beschädigts eine Kuh derart, die Prozession uüungestört ihren Fortgang nehmen onntes gEine
aß —— st fort gelodte yerdan wußte Siegel Hhat sein zanze Reihe don Tascheudiebstählen: sind gestern in dem Menschen⸗
bich e in eed chlihen Saeben.u inc zewühl, hanptsächlich in den Umgebungen des⸗ Doms werubt D
aF Nurnberg, 17. f Vou 75* iis gelangteldin vorden?! so⸗ daß es ben Anschein hat, daß mit den Pilgern zu—⸗
Ir. Galimberti⸗Besitzes des Gasthaͤuses zunn * Rosse dahier jleich eine Bander Taschendiebe eingezogen dist, um hier iCeseazuen!
ʒie lelegraphische⸗ Aufräge, ob er in der Lag fei,? den Sultan Jaltend —8 75 e
nit 100 Personen Gefolge auf seiner Durchreisẽ ju beherbergen. 21 6 vei nem Chemnitzer: Fuhnkantena in KFonditlon ster taß
da jedoch die Anfrage lediglich von Seitẽ eines dortigen Gast hender junger Mann des mit 10,000 Thlt. anvertrauten. Geldes.0
virths gestellt wurtde so wird fie für das gehalten, was sie wahr. zach Amerita durchbrennen wollte, wunde in Hamburg nebst ent⸗“
cheinlich ist ifüt einen schlechten Witßz vendeter Summe. attrapirt. n pu 77 —
Maimz; I5. Juli⸗ Währenð maun ·ik Bahern damit um⸗2 3 Jurdem Coinptoir des Banquierb Alet. M. u. Co. in Berlin““
Jeht, die Fee rit ag e⸗ zu xeduciten, macht sich in unserm Lande erschien dieser, Tage ein Bauer, der im Auftrage seines Gutsherrni
as. entgegengesetzte Strebem geltend · Sr ganz Ansez der Handa nge wichtigt Documente zit übergeben hatte. Um“ sich nun zug
ind einige lirchliche · auch zu hürgerlichen Feiertagein grworden, an zergewissern, daner sich auch am Lichtigen Platze befinde, frug der ent
henen die Schulen geschlossen wexdenund an vielen · Orben wuße tte zuvot den dortigen Cajsirer Vin sch hier nicht rech ber
en es die Pfarrer.beraits dahis— gut bringen. daß auch dien eir· em Vanauerotteut Needt —Ein schallendes Gelächter entstand bein
een A ew Frage unter den Comptoirisien, und machten ihn dieselben
zie ungleiche Handhabung hestehender, Gesetze vor die Augein. Die zarauf ausmerlsam, daß er wohl hier bei dem Banquier Hr. M
ffentliche Feier abgestelltr, SFeiertage, namentlich der Schluß der ich befinde, aber, a e ihr Prinzipal nicht. Mei⸗
Zchulen an solchen ist durch Gefetze und Verordnunugenantersagt; and sin er sich im Titel zu hoch derstiegen, rwiderte der Allen
und der ehig. Vischof GKotser) anahm. Dicnwetzeffenden Bestimmun⸗ Was meht is. kann ja sioch — —
r ve — S —* geschieht das suftrages ett —
egentheil;und es siemandß da, uum⸗dem Gesetze Achtung zuss 4 —VBV —— ——
erschaffen.: Shpricht dagegen! ein —ãæãâ— M * Wien!“ Der ¶Haupttreffer der A—
hrobe Lines Fre undes einigenTrostesworte,- oder halt vel eltten la Wurde, gutem Vernehmen nagh von einened en Werf⸗
eIn 7* ar uiten eu von Pola beschäftigten Arbeiter gewonnen, uns hatzgich der-
onstigen Erbquungsyortag, oder Ipricht derß schon mit Schirm unde in —— r
Hui. dewehrl, auch Nurpyenige. Worte zum Abschigd, so gehlt elbe nach Nichtigstelung der ——— r Mencaden Es
—D — — ——— — pgrtrung derrus hierher gewendet.
iche Handlungen-bezüglichen Berordnung? aus dem Jahre 18830 7— Die Wiener Kohlensirma Gebr. Gutumanii hatdie gea⸗—
tets uit. Veruürtheilzmgen endigen. dinnuen, Kohlenlieferungen für die wrolisch!italienschen:c⸗
. Wiesba dien L5. Juli. Die Regierung wilk detn Spiel⸗ hahnetn bet Sudbahngesellschaft übetnommen und zu diesen Zwece·t
)ächtern das Spisel noch bis zum 34..December 1870 unter der die ganze Forderung der Kohlenwertke der böhmischen Eisemindue
Bedingung gestaiten, daß 1) die Dipidende auf 6 Proc. des Ac⸗ driegeseuschaft, des westböhm. Vergbaus und Hüttenvereins, der
e ee r Sbetne mez in slabtisher Founds NRautauer Kohlengrube, der fürstl Thurn und Tarisschen und ·
ür Curzwecke in derz Höhe“von 800,000 fl angesammelt, 3) dudra'schen · Werke ꝛtc. übernommen. J
nus dem Rest des Reinertrages wahrend der vier Jahre die Amor -· 7 GEin Gaunerstückchen) Aus Danzig war ybt anetgeit
asation der Actien destritten wirde Riur auß diese Weise glaubt der' Rentier Weißstock mit 20 bis 30,006 Thlrue wetschwuden,
zie Regierung vs dem Parlament gegenüber verantworten-zu kön- deren Befitz theilweise gefälschten Wechseln zu verdanken war ·
aen, daͤß das Spiel nicht sofort aufgehoben wird, wenn die alt Nicht lange nach ihm suchte uch der wielfach dekannt und von
preußische Gesetze, welche das Spiel derbielen- hier eingeführt wer odsen Schuldnern gefürchtete Erecutionsinspector voin dorligen —F
den. Willigen die Spielbankunternehmet nicht ein, so setzen sie Ziadtgerichte unter Hinterlassung zahlreicher Schulden ben sicherug
ich der sofortigen Aufhebung aus.“ (Eine ähnliche Stundung Boden Amerika's auf. Doch hatte sich derselbe zuvor rinen Ver⸗
älten die Fraukfurter für ihre Lottetie perlangt, die in diesem haftbefehl gegu Weißstock zu berschaffen und bei seinet Ankunft
Jahre auszuhdren hat, in Rewydtl denselben so zu benützen gewitßt,* daß era bon dem
ünelee bearbeileen sach ⸗Aor Juti Artitleriften engsteltn Falscher Sg006 vare Dollars Jit scinen Gunsten
uind Infanteristen mit der blanken Waffe- 273 n jerausschkug. J

— — 9
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        7Zwei Urtheile. Von der Pariser Ausstellung schreibt gegen solche Canaillen hat man unser armes Böbs geschict und
MNichael Klapp in dem „Pesther Lloyd:“ In der mexicanischen er ist nicht mehr zurückgelommen 8 Da Hatte æs sich ein belams
Exposition interessirte es mich zu wiederholten Malen hinzuhor⸗ ler Financier mit seiner Trauer um die merxicanische Expediton
hen, was sich die Franzosen, die an dieser getreuen Darsiellung schon leichter gemacht. Er sagte blos, als er am Arme einet
der Eingebornen Mexico's vorüberklommen, so über den ganzen anderen Herrn vor den Nexicaner Bildern vorbeiging, sich vor
Handel zu sagen pflegen. Einmal hatte ich einen erschütternden, die Stirne schlagend: „Und auf solche Leute haben wir gelie
einmal einen komischen Eindruck von dem Gehoͤrten. Einer „Dame hen!“ Azteken auf Aktien — es isi ein Skandal!“ Und er sagte
der Halle,“ die mit ihrem „Alten“ an einem Sonntag in die bies in deutscher Sprache, Lin welcher sich der genannte Vankier
Ausftellung gegangen und auch unter die Mexicaner gerathen war, gewöhnlich nur zu — argern pflegt. Die Dame' der Halle⸗
jah ich beim Anblick dieses Gesindels der mexicanischen Berge hdat das Blut, der Hetr Bankier das Gut, mit dem sie die meri⸗
dicke Thränen über die Wange rollen. Sie wischte sie mit der anische Frage bezahlten, bellagt Verdammtiiß aber lag in den
indern Hand weg und ich hörte sie zähneknirschend sagen:“ Und beiden Aussprüchen⏑ 7
Zausversteigerung.
Samstag den 27. Juli 1867, des Nach—
mittags um 2 Uhr, bei Ferdinand Ober⸗
berhauser, läßt Wilhelm Guckeisen, Schuster
hdier wohnhaft, sein zweistöckiges im Müh—
leneck, neben Schreiner Wolf gelegenes
Wohnhaus auf langjährige Zahltermine in
Eigenthum versteigern. 3
BSorn, igl. Notar.
Hausversteigerun .
Samstag den 3. August 1867, Nach-
nittags 2 Uhr bei Seifensieder Schmitt
assen die Kinder der verlebten Ehefrau
von Marr Ochs, Nachtwächter, das zum
Nachlasse ihrer Mutter gehörige in der
GBasse neben Wittwe Brausen und Zim—
mermann Uhl gelegene Wohnhaus mit
S„Stall, Hof und Garten dahier der Un—
cheilbarkeit wegen in Eigenthum versteigern.
Gorn, kgl. Notar.
Bekanntmachung..
Donnerstag den 1. August e.,
Rachmittags 3 Uhrry
läßt der zu Friedrichsthal wohnende Glas⸗
macher, Hr. Ludwig Zeller zu Neu—
dorf bei Wirih Jacobs, sein zu Neu⸗
dorf neben den beiden Schlafhäusern in
der Nähe der Colonie Altenkessel gelegenes
Wohnhaus, in welchem 'eit einer Reihe
von Jahren mit gutem Erfolge eine Gasi⸗
virthichaft und Specereigeschaͤft betrieben
wird, nebst mehreren Morgen Ackerland ver⸗
ziehungshalber zum Eigenthum versteigern.
Wegen seiner großen Räumlichkeiten und
leiner günstigen Lage eignet sich das Haus
zu jedem Geschäftsbetrieiee.
5* Mügel, k. Notar
iin Saarbrücken.

Wohnungsveränderung.
Seit dem 13. laufenden
Monats Juli wohne ich in
dem Hause des verlebten Be⸗
zirksarztes Herrn Doctor
dink in der vorderen Straße.
Blieskastel den 14. Julr 1867
. Der lkal. Gerichtsbote ,
Faßibender.
Ich ersuche hiermit Jedermanm meinem
Sohne Niccolaus Bedckev. weder
twas zu borgen noch zu leihen, indem ich
eine Zahlung oder Garantie für denselben
—B We
Bernbard Becker Wittib auf der
Rittersmühle bei Oberwürzbach,
Ein groößeres Müshlem⸗ Geessch aft
sucht zu seiner Vertretung am hiesigen Plaße
uind in der Umgegend einen tüchtigen
Agenten. J ν.
Ausgedehnte Kundschaft ist bereits er⸗
worben. Die Adresse zu erfragen bei. der
Redaction d. Bl. *

Ein Garten, auch als Bau⸗
plaß sich eignend, in dem Bruch⸗
zech neben Herrn“ Gebrüder Krämet und
Franz Fichter gelegen, ist billigst zu ver⸗
taufen bei V
Wilh. Betz, Drathziehernn
Feinsten. nSrn,
reinschmeckendes RIMOI, Sn
delem Hũrimges lin den näch—-
sten Tagen eine Sendung „Frins ch er),
Sohweimeas nmaie beit
us Fritz Panzerbieter.
Der zweite Stock meines Wohnhauses
un der Haupistraße, bestehend in fünf
Zimmer, Küche, Mansardezim
mer, entsprechendem Keller⸗ und Spei⸗
cherräumlichkeiten, ist bis 1. Au⸗
X heziehbar gur· vermiethen.
B. J. Fisc
— — — t
cLerr. auholz, in jeder belie⸗
hbigen Länge“ und Dicke, sowie 83 bis
10 Klafter kiefern und birken
k lafterholz sind bei Unterzeichnetem zu
verlaufen.“ —* Aννι
74 * * Val. Höh
p e Breitermühle.n
Vank Annonoe aag a
Bauke⸗ nud Wechsel⸗Geschaͤft —RX
von Gebr. Pfei Ner in Frautfurt a. M.
Comptoir: Sleidenftraße Nr. 80
An⸗ und Verkauf aller Arten Staats
pabiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗·Bant⸗
und industriellen Actien, Incasso von Cou⸗
pons. Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
ficherung prompter und reeller Bedienung.
Provision 1per mille phnen
onn egliche fFonstige Spesen.
Frucht⸗, Frod⸗¶ Fleisch⸗ etc. Creise der
Stadt Homburg vom 17. Juli.
Weizen 7 fl. 33 kr Korn 7 fn Itr.
Spelz Il. — kr. Gerste, — 2reihige, — A
kx., Mijschfrucht — fl. — ir., Hafer
5 fl. 8 fri, Erbsen 5 fl. 40 r., Kartof⸗
feln 1, fl. 86tr. per Ztr. Kornbrod, ß agr
31 kr. ditto2 Kgr. 21 kr. ditio 1 Kgr.
Il tr., KNühfleisch 1. Qual. 15 kr. 2. Qual.
18 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammelfleisch
15 kr., Schweinesleisch 18 kr, Vulter 28 kr.
ver Pfd. ü

din braves Dienstmad hen tann sogleig
n Dienst treten. Auskunft hierüber erlheilt
ie Expedition ds. Blts.
Gutes wasserdichte Seie⸗
felschmiere, Stiefelwichfe (ose und
n Schachteln), Echmierthran, sind zu
zaben in der Materialhandlung von

— ,

Oitromen undde r
ken (bester Qualitat 6—7 Pfd. schwer),
ind wieder frisch angekommen bei

M. PAnzéerhieter.

Theater in St. Ingbert.
Direltion von August Schroth.*

4. Vorstellung im II. Abonnemoent.
Sounutag den 21. Juli 1863.

Im Saale des Herrn Oberhause r.
Stadt und Land

2*

.
Scafferlath Nr. 1 und 2. — AB.
schwarzer Reiter Nr. 3. — Rother Ele—
phant. — Portorico. 5- Schwanentanaster
Nr. 1. — Varinas. — Schwarzwälder. —
Blauer und schwarzer Fuchs. — Tabac
anglais. — Rolltabak. — Schwizents. —
Fisenbahner. — Roth Dampfschiff. —
Türkischer Tabak. — Holländer ꝛc.
Digarren u. Cigaretten.
Salonseuerzeug und gewöhnliches
Feuerzeug. 8
Ideme &amp; hölzerne Pfeifen,
Pfsei fsendec Kel, ——
hnupfta basz: Lotzbeck. —
Kapé mit und ohne Rose. — Virginie. —
Holländer ꝛc. empfiehlt
Fritr Panzxerbieter.

* oder:
Der Viehhändler von
Oberoͤsterreich.
Charakterbild mit Gesang in 4 Alten von
Kaiser. Musik von Müller.

e 2*
srar urter Börse
e Geldsortenn..
, dom 18. Juli 1863. *
Hreußzische Kassenscheine.. 1 451
Hreußische Friedrichs dor. 8 378
Pistoien fl. 8 44-463
Dolländische 10 fl.Stude 950-52 —
Ducaten... 3 334536 9
20Francs⸗Stck b28-29. 6
Englische Souvereings uiĩ 332880
hold per Zollfund fein , —— —3 B.
Zochhaltiges Silber per Zolpfund er
dollars in Gold 2272283

Mein oberer Stock ist zu vermie—
then, und kann in circa 5 Wochen bezo⸗
gen werden. .*

Jae. Stief.
Ein braber gesitteter Junge
lanin sotort hei mir in die Lehre eintreten.
Joh. Schmelzer, Schreinermeister.

J

dedaltion, Druck und Verlag von G5. x. Demetz in St: Ingbert..

—
3

15
        <pb n="339" />
        * — 3— 9 J

i F ð F 0 ng er er nzeiger. I
— 1. —„ — — — —
— ιια * —ADDD—— —
— ιι
der St. Ingberter Anzéig er“ mit · seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnerrentsbreis vierteljährig 45. Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
ô —
1867

X 2 — —X *
Rro. 87.* — Dienstag, den 23. Juli
eteb Deutschland. 1ungen NMode geworden zu sein. Abgesehen von dem hier und
—Munchen, 19. Juli. Die k. Staatsregierung hat nun⸗ n Berlin eingeleiteten Prozeß. gegen den Kladderadatsch
nehr endlich zwei Geseheniwürfe, von denen wenigstens der eine vurde hier die geltrige Nummer des „Volksboten“ und in Augs⸗
chon seit einem Dezennium als ein äußerst dringendes Bedürfniß »ur g die gestrige Nummer des Anzeigebl. con⸗e
ertannt ist. ausgearbeulet, nämlich einen Gesehentwurf ü ber di scirt, das letztere wegen einer Bermerkung über den Gestra—
die Privat-Rechtsverhältnisse der Genossen- er Jesuitenscandel, der erstere wegen eines polemischen Schimpf⸗
schaften und einen über die Aktien-Gesellschaf— artikels gegen die „Bayer. Zeitung,“ in dem eine Beleidigung
en bei denen der Gegenstand des Unterneh- 'er Staatsregierung enthalten jein soll. Den „Volksboten“ könnte
nens nicht in Haändelsgeschäften besteht. In we- Nan doch füglich den Leuten zuzählen, die überhaupt nicht belei—
aͤgen Tagen werden die Cutwütfe zur Verathung in den Staats. igen können, und wir glauben auch nicht, daß die Staatsregie-
ihe gelgngen und jedenfalls bei dem nochsten Landiage eingebracht ung viel provitiren wird, wenn sie der von demfelben praktticir⸗
verden. 7* ten Preßfreiheit eine Märtyrerkrone aufsetzt.

Wie dem „Fränk. Kur.“ geschrieben wird, soll es nich Munchen. Mit großer Bereitwilligkeit kommt der Koͤnig
anmöglich sein, daß KönigLunid waing II. nach der Pariser Reise den Wünschen des Ausschusses entgegen, der die Vorbereitungen
ich zum Vesuch an das österreichische Hoflager begeben wird. zum deutschen Juristen tage dahier trifft. So bewilligte er
die nüchste Intention hiebei wäre keine politische, sondern nur zie freie Venütung der herrlichen Rüume des k. Odeons, wo die
die, eine Convenienzvisite zu machen. Eine andere Frage aber Plenarversammlungen und die Sektionssitzungen stattfinden werden.
stdie, ob nicht dieser Befuch, beziehungsweise die Zusammen- Nit gleicher Liebenswürdigkeit gestattete er, daß am 27. August
unft. (zu welcher kürzlich. die erste, auch nur in „verwandtschaft- ine Festvorstellung im Hoftheater gegeben werde, zu welcher den
ichem“ Sinne gemachte, Anregung von der Kaiserin Elisabeth Hitglieder des Juristentages— 600 Billeis auf die besten Plätze
zelegentlich ihrer Fahrt mit dem König Ludwig von Starnberg es Hauses zu unentgeltlicher Verfügung stehen. Auch ist zu er—
ach Traunstein ausging) — alsbald von österreichischer Seite zu varten, daß der König sich beim Juristentag durch einen Prinzen
volitischen Zwecken ausgebeutet werden wird. Auch sind die baye- zus dem k. Hause vexrtreten lassen werde. Solche Freundlichkeit
ischen Prinzen und Onleis: des Königs, obwohl sie gar keinen erührt gegenüber der ungastlichen Haltung des Magistrats
herfönlichen Einfluß auf ihren Neffen haben (oder vielmehr gerade soppelt angenehm. 1
beswegen) sehr für. diese Reise eingenommen. Ueberhaupt konzen. Berxlin, 20. Juli, Der Staatsanzeiger“ bringt u. a.
rirt sich in diesen Prinzen, vornehmlich in dem Prinzen Luit pold ine k. Verordnung, durch welche die Erbschaft ssteuer in den
as, was man hier die „osterreichische Partei“ zu nennen pflegt neuen Landestheilen eingeführt wird.
ind womit auch die klerikale Richtung in den Hofkreisen Eins ist. Der mit dem Großherzogthum Hessen nunmehr definitiw
Dieser Prinz, obwohl im großen Ganzen, wie schon erwähnt, ohne cbgeschlossene Po stber trag ist gesiern in Darmstadt preußischer-
Finfluß, läßt keine Gelegenheit vorübergehen, um in seiner Sphäre 5 ue

— —ER
den Antipathien und Sympathien der angedeuteten Art Luft zu deidhact Umergeichnet worden. — Der Staalsanzveroffemt⸗
nachen. Als Feldzeugmeister ist er jetzt der höchste Militär in der gt ine K. Verordnung e 888
hayerischen Armee; der preußische Militärbevollmächtigte, General 146 dez4353 346
ane ee he e se ga seue nseen gemat ind Regalien in den neuen Landesth eilen den für die
8 e ; 8
prinz 55— hat sich jedoch bis heute noch nicht veranlaßt ir e Deeghe geltenden Grundsätzen und Bestimmungen un
sehen, den General zur Tafel zu laden. Ja, es steht zu be— 4 F
cden ah o b e — aee zu Berlin, 20. Juli. „Wenn das deutsche Vol kauf dem
de hrohen Mandvrern im September erhalten Wege der Einigung des Gesammtvaterlandes weitere Schritte thut,
wird? Die Stellung, welche Bayern jetzt in Deutschland einzu⸗ ind wenn die Volksvertretungen Süddeutshlands ihre
nehmen hat, ist uns durch die, von uns mit herbeigeführten, Er— Kegierungen auf diesen Weg zu verweisen die Initiative ergreifen
iss und durch han best im mte Vertra ijo wird Napoleon diesem Vorschreiten nicht hinderlich in den Weg
b ge vorgezeich⸗
aeen derf binig fragen, ob ein daherischer Prinz deswegen reten, denn vor des deutschen Volkes Stimme hat er allen Re—
o hoch appanagirt und gagirt wird, damit er an der Spitze pect und des Volkes Stimme vernehmen auch die Franzosen.“
iner war stillen aber systematischen Opposition steht gegen eine So spricht sich ein hochgestellter Franzose in einem Privatbriefe
dei hagehhehneee vaceeht vorsgrehenze an einem eben so hoqhgeste iten Dichtdeutschen qus und knundit au

München, 19. Juli. Nachdem der Entschluß des Königs diese Bemerlung die Ansicht, daß weder die sich son vollziehende
bekannt geworden, aus Anlaß seiner Ver mählung je ein ar— xinigung, noch die nordschleswig'sche Frage die Erhautung des
mes und gesittetes Brautpar aus den verschiedenen Regierungs⸗ Friedens gefahrden werden. nur solle Deutschland atdein wirth e
bezirken mit einem Geldbetrage von 1000 fl. auszustatten, haben haften und keine Bündnisse vor der Zeit eingehen. Diese Bemer-
ie versammelten Landräthe von Oberbahern, Niederbayern, Pfalz, ung ist richtig und der dingerzeig sehr deutlich.

Sberpfalg Oberfranten. Millelfranken und Unterfranken zur Be Wien, 20. Juli. In der heutigen Sitzung des Abge⸗
hanung ihrer Theimnahme an dem koniglichen Ehebunde gleiche »X du etenh qusses wurden die Anträge des confessionellen
usje I00d fl. aus Kreismilteln zur Aussialtung je, eines weie lusschusses in Betreff einer Reform des Eherecht es, des Ver⸗
Branpaabtes uc Verfügung Hesteüt. — Im Gefolge des ältnisses der Schule zur Kirche und einer Regelung der in⸗
ddnigs der mit dem morgen Äbends 10 Uhr 10 M. von exconfessionellen, Verhältnisse angenommen. Der Cul⸗
ier abchenden Eilzug die Reise nach Paris antreten wird, wer⸗ usminister erllärte, daß die Regierung die RPothwendigkeit F
en sich befinden der Generaladjuiam v. d. Tann, der Flügelad- kegelung der Religionsderhaältnisse anerlenne aber auf eine bal⸗
tant Hauptmann von Sauer, der Cabinetssecretär von Lubh, der ige befriedigende Losung aller darauf bezüglichen Fragen im Weg
Rath Vrochier, der Hofcaffirer Grünewald ünd als Reisecommis- onsiliatorischer Verhandlungen mit der Kirche hoffe.

sar der Generaldirectionsrath A. Schamberger. Die Dauer der Wien, 19. Juli. Die „Neue fr. Presse“ meldet: „An—
Peise wird sich auf ungefähr 8 Tage erstrecken. äßlich der neulich vorgekommenen barbarischen Judenverfolgungen

München, 20. Juli. Der Sultan wird auf der Reise n Galatz Seitens der rumänischen Behörden hat die österreichische
rach Wien die bayerische Eisenbahnlinie von Aschajfenburg über Kegierung das kaiserl. Consulat in Galatz angewiesen, unverweilt
Würzburg, Nürnberg, Regensburg nach Passau benüten und so⸗ Schritte zu thun. um die Bestrafung der Schuldigen zu erzielen
nit nicht nach München kommen. ind fernere Exzesse zu verhüten, indem die kaiserl. Regierung gleich—

Münch'en. In der letzten Zeit scheinen Preßverfol— eitig ihre höchste Entrüstung über diese Vorkommnisse aussprach.
        <pb n="340" />
        und das Consulat aufforderte, diesem Gegenstande Heine ernsteste werden, Einer wuß doch schließlich Fahlen, und Jein nderer in
Aufmerksamkeit zuzuwenden, gleichviel ob die von den Verfolgunz! so schwach, sich ohne Widderrede y besteuern zu lassen. Go gib
gen Betroffenen osserreichische Unterthanen oder Angehörige anderer Ass das indische Amtz Vndia Hause, das große Banfett die igl
Stagten erg Man siehe weiter unten „Donauürstenthümer“. Familieist der Gast statt den Wirthazu machen,“ di Craͤme der
Die Mission Tegethofss an Juagrez ist nur eine private, Treme der Londoner- Gesellschaft schweigt und“ergoötzt sich n einer
der Wiener Hof heht von allenpoltischen Fragen ab und wen⸗ Scene von vriemahschemm Glange und die aiemen indise
det sich lediglich als Familie des Hingerichteten an Juarez mit Bauern zahlen ihren Herren zehntausend Pfund Sterling mehr.
der Bitte um Auslieferung der sterblichen Reste; es befindet sich Wenn das nicht ein schmutziger Handel, ein Stück gemeinen Gei—
daher auch kein österreichischer General sin seiner Begleitung, wie es ist, der fich zur Unehrlichkeit versteigt, so möchten wir gern
behauptet wurde. wissen, was Sir Stafford Nothcote dafür zu sagen weiß.Ein
Hamburg, 20. Juli. Entgegen den von verschiedenen Araber stiehlt oft lieber, als daß er seinen Gast unbewirthet von
Blaͤttern gebrachten Nachrichten über die angeblich ekkalteien Be⸗ dannen ließe; er macht sich aber nicht deßhalb zum Diebe, um
ziehungen zwischen Rußland und Frankreich versichert ein. Jele- eine eigene Milch und seine eigenen Datteln zu sponen. Einer
gramm der hiesigen „Borfenhalle,“ daß der Großfürst Constantin örittischen Regierung des neunzehnten Jahrhunderts war es vorbe—
seute nach Stuttgart zu seiner Schwester Olga abreist und hie- halten, ihre ächttausend Meilen entfernt lebenden Unterthanen aus—
rauf sich mach. Paris begibt. zuziehen, um ein Fest zu eßreiten, an dem jene nicht Theil neh⸗
men können, und das nur denen als Lob zugeschrieben wird, die
von den armen Bauern die Kosten eintreiben,
London, 19. Juli. Das Bankett. welches die Stadt
dondon gestern den Sultam gegeben hat, war prüchtig. Der
Sultau hat auf eine ihm überreichte Adresse geantwottet: der
Zweck seiner Reise sei der, zu sehen was noch in der Türkei zu
thun übrig sei, um das begonnene Werk zu vervollständigen, und
dann auch der, die guten Beziehungen zwischen Eugland und der
Türkei wo möglich noch meht zu befestigen. 5
London, 21. Juli. Nach dem Medical Journak wird
die Prinzessin von Wales für das Ende der Saison nach Wies⸗
baden reisen. J d vaehkgezef ung
Spanien. —
Madrid, 18. Juli. Einer Bekanntmachung der Regierung
zufolge ist die Zahl der kirch lichen Fesste auf dreizehn be⸗
schränkt. Die Zeitungen haben ein „Mitgetheilt erhalten, welches
deren Erscheinen am Sonntag verbietet.
Griechenland.
Athen, 20. Juli. Es wird aus 53 Dampfschiffen mit 80
Zanonen ein kretisches Capergeschwader gegen türkische
Fahrzeuge gebildtte.. int eeu e
Donaufürstenthümer.·...
Unlerm 17. d. wird aus Buka rie st gemeldet: Zehn „israe⸗
litische Vagabunden“ (so beliebt man nämlich in Rumänien die
aus den Donaufürstenthümern vertriebenen Juden zu nennen),
welche nach der Türkei, ihrem Heimathlande, geschafft worden
waren, wurden von einer türkischen Barke an das rumänische Ufer
zurückgebracht. Da man sich aber da weigerte, sie aufzunehmen
ließ sie der Commandant der Barke in die Donau werfen. Acht
derselben wurden von den Einwohnern von Galatz gerettet, zwei
ertranken. Das amtliche Blatt von Rumänien fügt eine Mitthei⸗
ung hierüber hinzu, das Ministerium habe eine Commission äb⸗
zeschickt, welche eine genaue Untersuchung über diesen Borgang an—
— t re
2 —A
Dänemarkk..
—Kopenhagen, 220. Juli. Großfürst Konstantimnreist
heute Abend über Kiel: nach Paris ab, von wo er nach einem
achttägigen Aufenthalte hierher zurückkehrt. Die Nachricht pariser
Zeitungen, der König von Dänemark werde mach Paris veisen,
st wie von unterrichteter Seite verlautet, sunbegründet.
Mußland.
Petersburg, I8. Juli. Einkaiserlichet Erlaß be—
stimmt, daß vom 1. September d. J. ab das dffentlichre
und mündliche Gerichtsverfahrren bei den Maulitär—
behöord en eingeführt werden soll, wie solches die Cipilbee—
hönrden genießen, unter Uebereinstimmmung mit den Forderun⸗
gen des Disciplin und den Bedingungen des Kriegsdienstes.“ —
In diefer Beziehung ist also Rußland nunmehr por uns voraus,
da bei uns das Gerichtsverfahren bei den Militaͤrbehörden nicht
offentlich stt.. ,.
Amerikaaa.
Vew-Yord, 10. Juli. In Neworleans wird angeblich ein
Anternehmen gegen Juaxe z organisirt., woran mehrere österrei—
hische Offiziexe Theil nehmen wollen. () Der mexikanische Ge⸗
andte Romero stell die Nachricht von Santa Auna's gewaltsa⸗
ner Gefangennahme und Hinrichtung in Abrede...
Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß der ausfuͤhrliche
Bericht, den wir s. Z. über die Him richtung des Kaisers
Masximilian aus der Quelle des Pariser „Figaro“ brachten
nichts war als eine Erfindung. Die Aechtheit war schon von
—E —— ist an demselben nur
das Datum der Herichtung. Es liegen jetzt ausführliche am t⸗
ich e Mittheilungen über die Verurtheilung und Erschießung
»es Kaisers vor, denen wir für heute nur einiges Wesent-⸗

Frankreich.

Paris, 18. Juli. Die Zustände in Span ien verwirren
sich immer mehr. Viele bürgerliche und militärische Beamte sind
zu den Aufständischen übergegangen, wie man aus den zahlreichen
Aufforderungen an sie ersieht, sich vor die Kriegsgerichte zu stel⸗
sen. Von Verkehr ist keine Rede mehr, das Elend ist ungeheuer.
So hat denn auch Prinz Humbert von Italien die Einsicht ge—
Jabt, die Verbindung mit einer spanischen Infantin abzuschlagen,
welche die Käiserin Eugenie gar zu gern herbeigeführt hätte. —
Mauñ erzählte gestern an der Börse, daß Herr Dano von Jua⸗
rez (selbst?!!!) erschossen sei. Diese übele Nachricht hat sich nich
bestätigt. — Die französische Regierung zeigt sich Italien fort⸗
wahreud günstig und werde eine Anleihe dieses Landes soviel
vie möglich erleichtern, doch fordert fie, daß Italien seine Armee
n schlagfertigem Zustande erhalte. Ebenso soll in Frankreich,
um dem wachsenden Bedürfniß an Officieren zu genügen, die Zahl
der Zöglinge auf der Militärschule zu St. Cyr von 250 auf
300 erhbht werden.

Paris, 10. Juli. „Dem „Constitutionel“ zufolge wird
die Kaiserin nächsten Montag nach Osborne reisen, um der Kö—
nigin Vickoria einen Besuch abzustatten.

— Berezowski hat auf Cassation des Urtheilsspruches ange—
ragen. Fürst Karl von Rumänien wird nächstens nach Paris
kommen. Die „pPresse“ behauptet, in Italien werde Crispi bald
an Ratazzis Stelle treten, und versichert, die geistlichen Güter
würden verkauft und der Clerus vom Senate entschädigt werden.

Paris, 19. Juli. Der Vicekönig von Aegypten
trifft heute Abend, von London kommend, wieder in Paris ein
Wie es heißt, wird auch der Fürsst vo u Rum ünien (bekannt⸗
lich ein Hohenzoller) nächstens hierher kommen. Morgen trifft
aus Ems, wo er sich zum-Besuch des Königs von Preußen be—
fand, der König von Portugal ein. — Berezowski
hat die gesetzliche Frist für Nachsuchung um Cassation verstreichen
assen. — Nach der „Gazette de France“ hätte der Sultan der
Zoönigin von England die Zusage gemacht, er werde der. Insel
Candia nicht blos einen christlichen Gouverneur, sondern auch
eine Verfassung geben. Aus Rio de Janeiro erfährt das—
selbe Blatt, daß daselbst, um der in Paraguay operirenden Ar⸗
mee die dringend nothwendigen Verstärkungen zugehen lassen zu
fönnen, jeder brasilianische Bürger, der zwei Mann in Waffen
zellt, den Baronentitel, wer zwei Schwarze stellt den Rittertitel
erhält.·.

Paris 20. Juli. Der Sultan wird nicht nach Ems ge—
hen.“ Das portugisische Königspaar ist heute Nachmittag
ingetroffen, die Prinzessin von Oldenburg mit ihren Kindern
heule Morgen. — Die „Epoque“ weiß von Gerüchten über eine
nnigere Annäherumg zwischen Frankreich, Oesterreich, Ita
lien und — der Türkei. —UV — — —

England. — —
London. Ein Theil der Londoner Presse ergeht sich
bitterem Tadel über die Art, in welcher dem Sultan eine ge⸗
iemende Gastfreundschaft und glänzende Feste bereitet werden.
Die Kosten hiefür trägt nämlich nicht die Königin oder die Re—
zierung als solche, sondern das „inländische Amt.“ So
sagl us a. der „Spektator“: Achttausend Meilen weit von uns
iebt ein dunkelfarbiges Volk von 200 Millionen, die thun müssen,
wie Sir Stafford Northcote (der Minister von Indien) sie heißt,
und die gut, ein wenig mehr im Schweiße ihres Angesichtes ar—⸗
heitenn können, damit ein Gast Großbritaniens ordentlich bewirthet
werde, ohne daß Großbritanien die Rechnung zu bezahlen brauche.
Freilich, eine Hungersnoth herrscht dort und noch sterben dort im
mer Leute am bitttern Mangel; das thut aber nichts, ihre Haut
ist ja dunkelfarbig. Freilich von dem Schaugepränge werden sie
üchts sehen, auch eher nichts davon hören, als bis die Sache
angst borüber ist; ihre Herren aber sehen es ja, und damit müs⸗
nedie Untergebenen zufrieden sein. Das Fest aber muß gegeben
        <pb n="341" />
        liche enmnehmen lonnen Maxrimilian⸗ wurde schon am 16. Juni
zum Tode verurtheilt. Die Hinrichtung ward jedoch auf 3 Tage
hinausgeschoben, um ihm Veit/zur Otdnung seiner Angelegenhei⸗
sen zu lassen. In jenen Tagen noch verwendeten sich die Ge⸗
jandten vonPer eußen und Emnglan d gemeinschaftlich auf's
dringendste bei Juarez für den Prinzen, jedoch umsonst. Am Mor⸗
gen des I9. Juni wurde dier Execution vollzogen. Marimilian
Zandte das Gesicht der Front zu, die Generale Miramon und
Mejia dagegen erhielten, als Wierrärt hier, die Kugeln in den
Rücken.Arme Charloitel“-soll das letzte Wort des Kaisers
gewesen fei. — Aus: den vorliegendenMittheilungen am er i⸗
amnäischher Blätter geht mit Bestimmtheit hervor, daß Ju ar ez
persöhnlich nicht für die Hinrichtung Marimilians war, daß er
aüber dem Drängen der Generale und Soldaten nicht widerstehen
donnte, ohne sich selbst einer Gefahr auszusetzen.

Unter den Papierein Maximilians, die manlin
Queretaro aufgefunden hat/“ befand sich ein Testament, durch
welches er im Falle! seines Todes Theodosio Lones Jose Maria
Lamatea und Marquez⸗ zu Regenten des Kaiserreichs ernennt.
Ein Theil des Silberzeugs Maximilians ist in Matamoras dem
Publikum als Siegstrophäe ausgestellt worden. Man hat noch
keine authentische Nachricht über die Behandlung, die der Leich—
nam Maximilians erlitten hatt.—

Der ehemalige Adjutaut Maximilians, General Woll, er—
zählt in einem Schreiben an den Courier de Tarn et Garonne“,
daß er als Präsident der Kommission, welche mit Durchsicht der
Papiere der Offiziere der mexicanischen Armee betraut war, den
MichgelLopez mitseinem Anstellungsgesuch- zurückgewiesen
habe, weil er einige Jahre zuwor die damalige Regierung verrathen
hatte, desertirt und zum Feinde übergelaufen war, daß aber der—
jelbe während feiner (Wolls) Abwesenheit in Europa auf General
Bazaine's Fürwort als Offizier angenommen und gar“ bald von
Maximilian in seine Nähe gezogen und ausgezeichnet wurde..
—
VermusichetEs. J

Gaugesangfest. Die“ Männergesangvereine „Lieder—
kranz“ und „Frohsinn“ in Ludwigshafen werden anter
Mitwirkung der Bundesbereine Sipeiet, Lan danu,Kaiser s—
lautern, Frankenthal— RorheimOggersheim,
Dürkheim, GErihn sugpt ic. am 18. August d. J,, ein Gau—
gesangfeft üͤbhallen“ —R Gesammtchöre zur Aufführung
tommen: 1..„O Schutzgeist allos Schoͤnen“ von Mozart. 2. Das
Lied vom Rhein“ vpou Nägeli, 3. „Es zog die Freude wohlge—
muth“ (Volkslied). 42: Abschiedstafel“, von Mendelssohn. 8
„Danklied“ von Kallimoda.8.. „Abendgebet“ von C. Kreutzer. 7.
„Ach du klarblauer Himmel“ bon Silcher. (Volkslied.) 8. „Bun⸗
deslied“ von Lachner. Außer dieser Gesammtchören werden noch
einige Specialchöre gefungen. Es haben bereits inehrere Hundert
Sänger ihre Mitwirkung zugesagt.

. Ed emt ob em „19—Fuli.iEin Doppelmord hat gestern
unsere Stadt in Aufvegung ebetfetzteEin erst 17jähriger Schnei⸗
dergeselle, Namens Flach, hat gestern früh 6 Uhr in einem Win⸗
gerssweg in der Nahe ber· Stadt⸗ zuerst seine I9jährige Geliebte,
die Stieftochter seines Meisters: nachdem er ihr vorher die Augen
verbunden hatte, und cdann sich sebbst mit einer Pistole erschossen.
Als Ursache wird erzählt, daß der Stiefvater des Mädchens fie
zwingen wollte, gegen ihre Neigung einen Feilenhauer zu heirathen,
welcher ihm, hleihende Wohnnng in dem der Stieftochter gehörigen
Häuschen für alle Zukunft verfprochen hatte.

FIn Freins heim, Wurden aus der diesjährigen Kir—
schenernte für 280,068 Pfund Kirschen der Betrag von
24,858 fl. 18 kr. gelöst.

7 Der Mechaniker HBH. Jung in Kandel hat auf die
von ihm erfundene neue und verbesserte Construction von Feuer—
loschmaschinen ein Privilegium erhalten. 2

Der ehemalige Korporal Unverricht aus Winnweiler, der
am 18. Oct. in Bamberg mit mehreren Kameraden von unbe—
kannten Civilpersonen durch Schimpfworte gereizt — den bei dem
Vorgange ganz unbetheiligten Bäckergefellen G. Herrmann von Brand⸗
hotz derartig mit dem Säbet mißhandelte, daß nach wenigen Ta⸗
gen der Tod eintrat, wurde von dem Schwurgerichte in Bayreuth
zu Sjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt, der mitangeklagte Kor—
poral Kreckmann aus Waldmohr, wegen gänzlichem Mangel an
Beweis aber freigesprochen ..

F Fürsten zu herabgesetzten Preisen. Eine Mün—
chener Firma, welche Oeldruckbilder verkauft, zeigt' jetzt folgende
Preisherabsetzungen an: Herzog Ernst von Coburg-Gotha, früher
O Thaler, jetzt 5 Silbergroschen, Herzog Friedrich, von Schles⸗
dig⸗ Holstein, früher O Thaler, Jetzt ebenfalls 8 Silbergro—
schen u. a. m. —— —

BZũr Feict der Imehũng dẽe Monumentẽ, welhes den
im 14. Juli 1866 bei Aschaffenburg gefallenen Oesterreichern von

ihren Kameraden gesetzt wurde, hatte ein Caplan ein Festgedicht
exfaßt, dem wir folgende bezeichnende Strophe entuehmen:
O Gott, Du Hort der Freiheit! e eneie—

— O Goͤtt, des Rechtes Schutzz

»** Der Unterdrückten Helfer

Der Unterdrücker Truuttz

— Du, Du bist unser Schirner

—28 Wie's trüb auch scheinen mag,

Du weißt herbeiguführen di

Den “heilgen Kach e ta geEhen ete

— 8 Voniett mihi ge ee

Waggomheizunge In Baden werden die Eisen—
bahnwaggons 3. Classe mit eisernen Oe fien versehen, welche so—
fort beim Eintritt der kälteren Witterung geheizt werden sollen.

Worms, 20. Auf dem Programm. der am A7. 28.
aund 29. August in hiesiger Stadt tagenden Haupt.v ersia m m⸗
lung der Gustab-⸗Adolphstiftung ist, für;den dritten
Festag auch ein geistliches Concert in der Dreifaltigkeits-
firche vorgesehen. Wie wir hören, soll dasselbe, mamentlich was
die Mitwirkung künstlerischer Notabilitäten betriffi, ein großavti—
sges werden, das Tausende aus allen Theilen der nahen und fer—
nen Umgegend herbeiziehen dürfte, da von Seit n des Comite's
nicht gespart werden soll, um eine der hohen und ernsten Festes⸗
timmung würdige musikalische Aufführung zu ermöglichen. —

—Reunkirchen, 49. JIuli. Der hiesige Bahnhof-Restau—
ratur J. Schaak, mit seiner jungen Gattin auf der Heimreise vom
Rhein hierher begriffen, ftürzte gestern Abend bei Station Fisch⸗
hach aus dem Waggon und verletzte sich der Art, daß er sofort
todi uuf der Stelle blieb. Der Unglückliche zühlte 60 Jahre und
var erst seit zwei Tagen zum dritten Mahle verheirathet. Eine
‚ahlreiche Familie trauert ihm nach.

r Saarbrücken, 19. Juli, er Säcke werden hinfort
nur dann zum Transport vuf“ den hiesigen Eisenbahnen angenom⸗
men, weum die einzelnen Colli mit stavker Schnur kreuzweis um⸗
wickelt und mit Etiquetten von Holz oder Pappe versehen sind,
auf welchen in Uebereinstimmung mit dem Fruchtbriefe der Name
des Adressaten · und die Bestimmungsstation deutlich angegeben ist.

In Berlin kam vor einigen Tagen ein handfestes Dienst-
nädchen zu einem Arzte, verlangte das Ausziehen eines Zahnes,
vollte sich aͤber der Operation nicht anders fügen, als daß sie

„orher chloroformirt würde. Der. Arzt, der Chloroform nicht zur
Zille hatte, machte ihr bemerklich, daß das Ausziehen des Zahnes
s Werk eines einzigen Moments sein würde und daß eine Per⸗
on von ihrer Körperconstitution sich doch eigentlich schämen müsse,
Furcht vor einem so vorübergehenden Schmerze an den Tag zu
segen. Umsonst! Die Patientin wollte chloroformirt sein. Der
Arzt nimmt ein Tuch, greift nach einer Flasche, öffnet dieselbe.
zränkt das Tuch mit der darin enthaltenen Flüssigkeite Ein pe—
etrantes Aroma verbreitet sich in der Stube, das so getränkte
Tuch hielt der Arzt der Patientin vor Mund und Nase. Sie
sinkt fofort in eine Ohnmacht und erwachte nicht eher, als bis der
Arzt den Zahn schon in der Hand hielt. Er hatte seinen Zwed
erreicht, indem er das Tuch mit gewöhnlichem Eau de Cologne
tark benetzte und dabei auf die lebhafte Einbildungskraft der
Züchenmansell speculirte, in der er sich wie der Erfolg lehrte
auch nicht getäuscht hat.

— Leipzig, 17. Juli. Die „A. D. Z.“ schreibt: Bereits

im vorigen Jahre ging durch die Zeitungen die Nachricht, daß
die Weérke des nun verschiedenen Kaisers Marimilians J.
bon Mexico der Oeffentlichkeit übergeben werden sollten. Die
Herausgabe unterblieb jedoch aus nahe liegenden Gründen. Jetzt
Jun weirden die Memoiren des hohen Autors auf besondern Wunsch
seines kaiserlichen Bruders, Franz Joseph J. von Oesterreich, den⸗
noch veröffentlicht werden, und ist mit deren Herausgabe die Ver⸗
sagsbuchhandlung von Duncker und Humbolt in Leipzig betrart
vorden Die Worke werden unter dem Titel: „Aus meinem
Lebemn, Reisestizzen, Aphorismen, Gedichte“ sieben Bände ·um⸗
rassen, von denen die vier ersten Bände (in der Officin von F.
A. Brockhaus in Leipzig gedruckt) in den nüchsten Tagen ausge—
geben werden sollen.

7 gFr. Gerstäcker hat sich in diesen Tagen in Bremen
nach Newyork eingeschifft. — Karl Gutzkow, der bis jetzt
in Kesfselstadt bei Hanau wohnte, hat sich in Oberrath bei Frank⸗
zurt eingemiethet. — Am Mo nt⸗Cenis⸗Tunnal sind jetzt
die Quarzfelsen durchbrochen; im weichen Gestein gehen die Ar—⸗
beiten sehr schnell vor sich; an der ganzen Länge von 12,220
Metres sind noch 8878 zu durchbrechen. 3
4Hobrde, 17. Juli. Für' die Verunglückten in Lugau
haben' die sämmtlichen Bergarbeiter der Zeche Louise Tiefbau bei
Barop eine volle Schicht gearbeitet und den Lohnbetrag den armen
Viltwen und Waisen überwiesen, und die Gewerte dieser Zeche
saben sich ihren Arbeitern angeschlossen und eine gleiche Summe
        <pb n="342" />
        wie diejenige, welche die gesammten Schichten ergeben, den Ver⸗
lassenen zur Verfügung gestellt. Die Unterstützungssumme beträgt
900 1000 Thir. Zur Nachahmung mitgetheilt.

F Bei dem Comitsé zur Unterstützung der Hinterbliebenen der
hei Lugau Verunglückten sind bereits über 20,000 Thaler ein
gegangen, die Unterstützungen haben bereits begonnen.

fRur keck! Vor einigen Tagen wird aus Paris berichtet
fuhr eine elegante Dame vor das Jenathor im Ausstellungspalaste,
und bedeutete ihrem Kutscher hineinzufahren. Die Wachen halten
ihn jedoch auf mit dem Bedeuten, daß die Einfahrt zu Wagen
nur den Prinzen und Prinzessinnen gestattet sei. Sofort rust die
Dame „Platz also, ich bin die Großherzogin von Gerolstein!“
Die Wachen verneigten sich ehrfurchtsvoil und Frl. Schneider (die
Darstellerin der „Großherzogin“) ist glücklich über den Koup.

PParis, 21. Juli. Das Musikcorps der Garde de Paris
hat sämintliche Mitglieder der hier anwesenden fremden Musikcorps
ür morgen zu einem Frühstück bei den Froͤres Provençaur ein
geladen.—

. Toleranz.) In Mißlitz (Salzburg) wurde' am 18.
d. ein Israelite, der von einem Katholiken zu seiner Trauung ein—
geladen war und daher mit den übrigen Hochzeitsgüsten zur Kirche
zing, bei seinem Eintritt in dieselbe von dem dortigen Pfarrer
Zeim Arme gefaßt und mit der Bemerkung aus derfelben geführt:
„an dieser geweihten Statte hätte er nichts zu thun.“
Der Konig von Italien laßt aus finanziellen Grün⸗
den seine Stallungen in Neapel eingehen und 40 Pferde ver—⸗
kaufen. J

7 In der Nacht auf den 15. Juli wurde die Kirche zu In⸗

genbohl bei Schwyz ausgeplündert und Gegenstände im Werthe
bon 5—6000 Fre. gestohlen.

Ger Degen von Ferdinand Cortez.) In einer dem⸗
nächst zu Paris anstehenden Versteigerung von Curiositäten wird
»er Degen des Eroberers von Mexico, Ferdinand Cortez, figuriren.
der Degen scheint in der That echt; er ist mit einem kunstvoll
on Drahtgeflecht gearbeiteten und obem mit einer spanischen Krone
»ersehenen Gefäß geziert, ijn dessen Innern sich Stahlgehänge von
einster und außerordentlich mexkwürdiger Arbeit befinden. Das
Zreuz des Degens ist wie der übrige Theilder Waffe von ge—
chliffenem Stahl und an beiden,Enden desselben ist eine Krone
ingebracht. Unterhalb dieses Kreuzes befindet sich ein sinnreicher
Mechanismus, wodurch die Klinge, wenn sie in die Wunde dringt,
ein anderes Instrument entsendet.“ Dies Instrument, aus einer
Art von Etui hervorspringend, ist acht Zoll lang und öffnet sich
wie eine Scheere, wobei ein in einer tiefen Furche verborgenes Gift
hervordringt. Der Katalog der Versteigerung wird die näheren
Details mittheilen, wie der Degen „von- Ferdinand Cortez“ von
Hand zu Hand bis auf den gegenwärtigen Besitzer gekommen ist.

7 Nach der „Zeitschr. für niederl. Indien“ wurden in den
JFahren 1862 u. 63 auf der Inselz Java279 Personen von
Tigern und 97 Personen von Krokodilen gefressen; 66 Menschen
iind an Schlangenbissen gestorben.

FAJuarez.) Oettinger's Moniteur des Dates bring for⸗
gende Notiz: „Es dürfte für Manchen vielleicht nicht uninteressant
sein, zu erfahren, daß Präsident Benito Juarez in gerader Linie von je⸗
ner wunderschönen, aber etwas anrüchigen Mexicanerin Catalma Jua⸗
rez abstammt, mit welcher sich Ferdinand Cortez, der! Eroberer von
Mexico gegen seine Neigung und nur auf Befehl seines Protektors,
des Gouperneurs der Insel Cubq, Generals Velasquez/am 19.
Juni (am Tage der Hinrichtung Maximilians) im Jahre 1512
vermählt hatte. neneeee
*
Ausschreiben.!

Am verfloassenen Sonntag wurden dahier
aus einem Kaufladen circa 36 — 40 seidene
Foulards von verschiedenen Farben und
in den neuesten Dessins im Gesammtwerthe
hon über 100 fl. durch bis jetzt unbekante
Thäter gestohlen.

Neben Verwarnung vor dem Ankaufe
ersuche ich um Spaͤhe und Mittheilung
eines sachdienlichen Resultates.

St. Ingbert 22. Juli 1867.

Königl. Polizeicommissariett
Krieger.

Theater in St. Ingbert.
Direktion von Augnust Schroth.
Bei aufgehobenem Abonnement.)

Mittwoch den 21. Juli 1863..

Im Saale des Herrn Oberhause r.

Zumnm Benefiee für Georg und
Louise Istamd.

Die Anna-Lise.

Historisches Lustspiel in 5 Acten von
Herrmann Herschs.

t Einagrößeres Mühlen-Geschäf
sucht zu seiner Vertretung am hiesigen Platze
und ·in der · Umgegend · einen · tüchtigen
Agentenn

Ausgedehnte Kundschaft ist bereits er—
vorben. Die Adresse zu erfragen bei der
—XV———
Xx
Scafferlaty Nr. 1 und 2. — AB.
chwarzer Reiter Nrans. — Rother Ele—
hant. — Portorico. — Schwanenkanaster
Rr. 1. — Varinas. — Schwarzwälder. —
Blauer und schwarzer Fuchs. — Tahac
anglais. — Rolltabak. — Schwizents. —
Lisenbahner. — Roth Dampfschiff. —
Türkischer Tabak. — Holländer ꝛc.
Cigarren u. Oigarettem.
salonfenerzeug und gewöhnliches
Feuerzeug.
Irdeme- hõölzerne Pfeifen.
Pfei fendeckeJ.
SCMQBMPITIAMDRAAMGC: Lothbech. —
Rapé mit und ohne Rose. — Virginie. —
Holländer ꝛc. empfiehlt

Gefunden und im Polizeibüreau deponirt:
7 si. Geld in einer Rolle.

Für heirathsfähige Damen
Schafweide-Verpachtung.
Freitag den 30. August l. J. Nachmit⸗
ags 1Ühr zu Erfweiler, wird die
Schafweide auf Biesinger Flur,
auf welcher I30 Schafe gehalten wer⸗
den können, auf drei Jahre vom 1. Okto—
der l. J. an verpachtet. J
Reklamationen gegen die Vornahme die—
er Verpachtung sind binnen Monatsfrist
hierorts anzumelden. 48*
Erfweiler den 22. Juli 1863
Das Bürgermeisteramt::
Braunberger.
Maria Lick hat gute
neue Kartoffel, das Milster
zu 28 kr. zu verkaufen.

jeden Standes und klei⸗
nem oder großem Ver—⸗
mögen sind sehr pas⸗
sende Parthien unent⸗
geltlich nachzuweisen und
Hu bermitteln. Ver—
chwiegenhen selbstverständlich. Näheres auf
Zriefe mit der Adresse: An K. Schneider
lLät. A. Nxo. 257 in Zweibrücken.
Warnung.
Ich ersuche hiermit Jedermann meinem
Sohne Nicolaus. Becker weder
twas zu borgen noch zu leihen, indem ich
leine Zahlung oder Garantie für denselben
leiste.
Bernhard Becker Wittib auf der
Rittersmühle bei Oberwürzbach.

Aris Panzerbieter.
Worms den 19. Juli.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 30 kr.
zis — fl. &amp; ir.: Roggen 12 fl. 45 kr.
bis 13 fl. —kr. Gerste 12 fl. — kr.
»is — fl. — kr. per 100 Kilo., Hafer
5fl. — tr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. 15 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß — fl. — kr.
his — fl. — kr. Blumenmehl. 17 fl. — kr
his — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
15 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 85
dilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. 30 kr. bis
— fl. — fr. Leinöhl ohne Faß — fl.
— ftr. bis — fil. — kr. Mohnsl ohne
Faß — fl. — fr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
bis fl. — kr. R 34 fl. — kr
— — ffil. — kr.

Gutes: tt, wasserdichte Stie⸗
felschmiere, Stiefelwichse (lose und
in Schachteln), Schmierthran, sind zu
haben in der Materialhandlung von

Fritæ Pon—νetern.

—
Feinsten Mdizinma-Thram,
teinschmechendes Sa——»l, Sar-
delIllenmn, Häüringe ge den näch⸗
ten Tagen eine Sendung „Frischer),
Schveines chma læ bei

Fritz Panzerbieter.
Citrro ti und —. . ETuin-
ken (bester Qualität 6—7 Pfd. schwer),
ind wieder frisch angekommen bei

αα-,

Ein braves Dienstmädchen kann sogleich
in Dienst treten. Auskunft hierüber ertheilt
die Expedition ds. Blts.

ä
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="343" />
        Hl. Ingberler Zcnzeiger.
— — —
— —
der „Set. In gberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöͤchentlich dreimal: Diensta
3 3 263 * 7 ⸗ D on
And Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile —* Ie d
Raum berechnet.
— — e e e e — — e — —⸗ M— — ———— —— — — — — — — —
Rro. 88. Donnerstag/ den 23. Juli 1867
——“
ö—ůůII J Z — —— —
—
Deutschland. .. Bez .
München, 21. Juli. Gestern Abend ist der König also
zach Paris abgereist und die Abwesenheit desfelben soll gerade
ine Woche dauern. Sie sehen daraus am Besten, wie sehr die
zusammenkunft der beiden Herrscher von Oesterreich
Id Bayern, die allerdings von gewissen Seiten sehr lebhaft
ünscht werden mag, und die für das Ende dieser Woche in
9 flattfinden sollte, in das Bereich der Enten gehört, die hier
Agläglich zu Dutzenden herumfliegen. Seltsam, die Fabrikanten
xerselben sind ganz genau bekannt, jeder Mensch, der sich hier um
Journallectuͤre bekümmert, weiß ihre Namen, so und so viele Zeie
umgen haben sich bereits von ihnen auführen lassen und dennoch
inden sie immer nene guwillige Opfer, denen sie ihre Märchen
ür gutes Geld verkaufen. Hatte unserm König überhaupt etwas
aran gelegen, mit dem Kaiser von Oesterreich zasammenzukommen,
o hatte er das vor Kurzem noch, als der Kaiser innerhalb der
veißblauen Grenzpfähle am Todienbette seines Schwagers die er⸗
hütternde Nachricht vom Tode seines Bruders empfing, viel leich⸗
er haben können. Damals kam der Kaiser von Regensburg und,
ieß nach Possenhofen telegraphiren, daß er von zwei Uhr bis fünf!
Uhr Nachmittags sich in München aufhalten werde. Der Koͤnigl
var in Possenhofen und empfing diese Nachricht ebenso wie der
xrzherzog Ludwig Victor; der Erzherzog kam sofort herein, um
den Kaiser zu begrüßen, unser Herrscher hatte aber dringendere
Beschäfte und konnte nicht kommen, was von vielen Seiten
ehrt bedauert wurde. An die Reise unferes Königs nach Paris
derden, wie dies ganz natürlich ist, eine Masse von nützichen
und unnützen Konjunkturen geknüpft. Daß man in den Tuilerien
Zoönig Ludwig II. eben so freundlich begrüßen wird, wie man
»en König von Würtemberg und Ludwig J. aufgenommen hat,
st wohl außer allem Zweifel. Aber daran gleich Rheinbundsge⸗
anten zu kuupfen, ist doch mindestens sehr gewagt, obwohl man
n gewissen Kreisen dieselben nicht nur hegt, sondern auch sehn
zrononzirt zur Schau irägt. Die Zeiten des Rheinbundes sind
Hott sei Dank vorüber, und Munchen oder ein zukünftiger Mo—
rarch wird schwerlich jemals wieder Gelegenheil finden, einen
Obelisken aufzurichten — zum Andenken unglücklicher Landestinder,
die fremdem Despotissmus auf fremder Erde ihr junges Leben
opfern mußten.
Nürnberg, 22. Juli. Der Groß⸗Sultan Abdul⸗
Aziz wird nächssen Donnerstag, den 25., mit einem Gefolge von
(od Personen hise r ankommen im Gasthof zum „Bayerischen
Ho fe“ Wohnung nehmen und am 26. wieder abreisen. Eine
jestern an den Besitzer des genannten Gasthofes, Hru. Auinger,
ingegangene bestimmte Bestellung nimmt fuͤr den hohen Gast und
vessen Gefolge das ganze Haus in Anspruch. In Begleitung de
Sullan befinden sich unter Anderem: Drei kaiserliche Prinzen mit
dem Gouvetneur Suru⸗Aga, Ministet Fuad Pascha, Admiral Roßim
—XDV— Brigadgenetai Réonf Pascha, 5
Aga, Großceremonienmeister Kiamil⸗Bey, Dollmetsch Aarif-Bey.
»et turkische Gesandte in Berlin Aristarchi⸗Vey. — Mit welchem
Zuge der Sultan eintrifft, ist bis jeßt auf deim k. Oberbahnamte
doch nicht bekannt.
Landau, 24. Juli. Nachdem nun die Aufhebung der Fe⸗
aung Landau durch das Niederreißen des „Cornichon“ thatsäch⸗
ich begonnen hat, wird der heute versammelte Stadtrath eine Pe⸗
mon an Se. Majestät den König richten, worin Allerhöchstdert
jelbe gebeten wird, allergnädigst zu befehlen, daß Landau als eine
iffene Stadt erklärt werde, so daß alle Baubeschränkungen weg⸗
fallen und künftig Fabriken und andere Gebäude unmittelbar vor
den Thoren der Stadt, d. h. außerhalb des Glacis aufgeführt
verden dürfen. A. W.

Dienstes⸗Nachrichten.

Seine Majeftät der König haben unterm 16. Juli l. IJs

Alletgnädigst zu genehmigen geruht, daß die Steuere und Ge—

meinde⸗Einnehmerei Rodalben dem geprüften Einnehmerei⸗ Candi⸗
vaten Oswalb Arnold in Marnheim übertragen werde.

Durch Regierungsbeschluß vom 19. Juli wurde der Ackerer
dJohann Würz von Rosenthal zum Polizei⸗Adjunkten der Hoöfe
stofenthal, Kerzweilerhof und Häuschen ernannt.

Dorch Regierungsbeschluß vom 20. Juli wurde das Stadt

athsmitglied Jacob Laier zum II. Adiuncten der Stadt Otterberg
ernannt.
Durch Regierungsbeschluß vom 22. Juli wurde der Schul⸗
verweser Äugust Day in Altheim zum Lehrer an der katholisch⸗
deutschen Schule in Kleinsteinhausen, vom 1. Augustel. Is. an,
ernannt. *
Durch Regierungsbeschluß vom 23. Juli wurde der Schul⸗
verweset Jacob Bischof von St. Martin zum Verweser an der
untern kaihol. Schule in Weidenthal ernannt.
Mainz, 22. Juli. Unsere Garnison vollführt fast täglich
neue Excesse, namentlich häufen sich dieselben Sonntags, wenn die
Soldaten Abends in angetrunkenem Zustande durch die Straßen
sjehen. Um ein Bild dieses Treibens zu geben, das selbst den
ruhigsten Bürger um seine persoͤnliche Sicherheit besorgt macht,
braͤucht man nur die Vorfälle des gestrigen Tages zu erzählen.
vor dem Münsterthore gerieth um 9 Uhr Abends ein betrunkener
Zoldat mit einem Civisisten in Wortwechsel; er zog seinen Säbel,
Ber der Civilist entwand ihm denselben, und es gelang dem Letz⸗
eren auch, trotz dem Rufe; „Haltet den Dieb!“ glücklich, mit dem
Zäbel in den städtischen Aulagen vor dem Thore zu entkommen.
Der seiner Waffe beraubte Soidat stürzte alsdann mitten in eine
Gruppe Neugieriger, schlug links und rechts mit den Fäusten um
sich und — ging wieder ins Wirthshaus. Zehn Minuten später
rlönten nahe an derselben Stelle zwei Schüsse. Ein Civilist, der
sich im Handgemenge mit einem Soldaten befand, zog einen Re—
holver und schoß denselben nieder. Auch ihm gelang es zu ent⸗
sommen. während ein anderer Civilist, der sich neugierig den am
HZoden liegenden Soldaten besah, von den inzwischen herbeigeeilten
dameraden desselben ergriffen, mißhandelt und zur Thorwache ge⸗
ichleppt wurde. Von dorl brachte ihn Abends 11 Uhr eine Pa—
rouille zur Hauptwache. Auf dem Wege dorthin entsprang er in
den offenen Hausgang eines Wirthshauses das keinen zweiten
Ausgang hatte; die Patrouille stürzte ihm in das Wirthszimmer
nach und zerrte ihn heraus. — In einer andern Wirthschaft
wurde gestern dem Sohn des Wirthes ein Stück vom Ohr abge⸗—
hauen. In Kostheim, wo einige Soldaten unbefugterweise einen
Hrivatnachen zum Baden benutzen wollten, entspann sich dieserhalb
in großer Raufhandel, der ebenfalls mit schweren Verletzungen
endele. Vor in paar Tagen wurde ein nach Zahlbach gehen⸗
der Rentner ohne alle Veranlassung von einem Sergeanten am
hellen Tage mit dem Säbel über den Kopf gehauen. (Folgen
des Sabeuͤragens außer Dienst. Die Red.)

Hannodver, 22. Juñ. Die Exkonigin Marie verläßt
norgen früh Schloß Marienburg und die Provinz Hannover und
reist über Kassel, Bayreuth nach Wien.

Bertin, 20. Juli. Niemand weiß Näheres über die
Mission des Prinzen Napoleon, und doch glauben die Meisten, sie
rite ernstliche Zerwürfnisse zwischen Frankreich und Preußen ein.
Tinzelne sehen sogar schon den politischen Horizont mit Kriegswetter
„edeckt, ohne daß irgend welche wirkliche Anhaltspunkte zu solchen
gesorgnissen auszufinden wären. Wir befinden uns augenscheinlich
n einer sehr empfindlichen Grnüchterungsperiode. Als die Sou⸗
Feraͤne von Preußen und Rußland sich in Paris aufhielten, wußte
die officiöse Presse nicht genug zu sagen, welche heilsamen Folgen
diese fürstlichnn Zusammenkünfte haben wütden; man versichert
Tag für Tag auf das Bestimmteste, der europaische Frieden hätte
neue Garantien gewonnen, es würde eine 5 des innigsten
und besten Verständnisses aller europäischen Fürsten folgen. Die
Thatsachen lehren, daß wir nichts als Phrasen zu hören bekamen,
deum die Mißstimmung und Eiferjucht in Frankreich dauert nicht
blos fort, sondern sie nimmt zu, ohne daß von sogenaunter
        <pb n="344" />
        unterrichteter Seite wohlmotivirte Dementis erfolgen, wird schon jetzt Prinzen v. Oranen aus Paris zusamnienfällt, fo glaubt man—
das Publilum in Besorgnisse megen nahes Zerwürfnisse derjsetzt. neue Aun eripnspläneę pon Seite Frankreichs.
Es fehlenf wie aabor e — re —— derb —— —
Mittheilungen, welche den Prinzen Napoleon nach. Kopenhagen in Paäris 066 3 ::
A Mission gehen kassen, und doch lastet die Vorstel 8 er * — e we 7
iung, es möchte bald wieder der' Frieden Europas gestört werden de in or — deg See ine —* e
auf allen Gemüthern. Die Folge davon ist eine so emineme Ge Beschichtchen: * α yg henenes set du rtil
schaftsstockkung, wie wir sie kaum im vorigen Jahre während des Lerist leicht verwundet wor o an habe wy enselben den
strieges hatten. Dazu kommen die trostlosen Nachrichten über un— nächststehenden Fiaker in Besch ag genommen, allein der Kutscher
geheuere Ueberschwemmungen, von denen unsere Oder⸗ und Weich⸗ den —A — ——128 Dee n —
seldistricte heimgesucht worden sind. Aus all dem erklärt sich zur Fan 2* 66
— di . d di in unseren kaufmännischen Ad en ihb der auf dem Schießplatz „seine Kenuinisse er
iind gewerblichen Kreisen. —8 78 345. 8 32
geen geen die Zate. dementirt haute dis Nach Htuchert h? unr eh dem Witittn oncert Wten d
richt von dem Abgange einer franzsösisscchen Note nach Ber- Mijsicorps Desterreichs Preußens J d e Arde die
lin in Bezug auf die nord schleswi'g'jche Angelegeuheit. welche drei ersten Preise errungen; die drei zweiten fielen den franzöß
zsniß s * 8 ichen Guiden, Belgien und Bayern zu; die zwei dritten Rußland
ein gespanntes Verhältniß zwischen Preußen und Frankreich her— d Holland, die wen deete hane he
vorgebracht habe. Dieses Dementi bestätigt, was ich bereus ger un Ho and; zp J 7 eeaee. daßtF
fagt habe. Wenn aber die „Patrie“ hinzufügt. die Sache ruhe „Farxiis, 22. Juli. Der Voniteur elhet Doh Ihre
augenblicklich schon deshalb, weil der König in Ems, Graf Big aeen qg Rone 5
marck in Pommern, Hr. Benedetti in Corsica ist, so will das 8 58 * e s dungunun dem. — 3 t
nichts sagen. Wenn Napoleon den Zeitpuntt für gekommen er⸗ dor ense“ später bes w gitung des Prinz apo
— c bene emmnisse eon dessen Yacht nnd das ampffchiff „Le Pereire der transat:
88 Ie ee d As n antischen Compagnie. Die Majestäten dinirten mit dem Prinzen
dihen atse Huneg wit. Deunnhland uhten win.. Ii dies Der Labolen uund dun Vu germisuer vDeeraenn dn e
Fall, dann je früher desto besser; Preußen ist bereit, jegliche Ein— In dr ** ee —* — N ßr
mischung zurückzuweisen. Düppel und Alsen gehören Deutschland. Abends wieder von Ho an Pars zuruc und kam Nachts
7* um 2 Uhr in den Tuilerien an. „Die,Reine Hortense“ lich
Berlin, 22. Juli.“ Der „Staatsanzeiger““ bringt eine ie Im Mitternacht ihre Anker, um nach der Insel Wight al-
Bekanntmachung des Finanzministeriums, betreffend die Ausgabe zugehen. J
bierprocentiger neunmonatlicher Schatz scheine. — Die „Epoque“ erwähnt unter allem Vorbehalt des Ge⸗
Wien, 18. Juli. Das merxicanische Trauerspiel regt noch rüchtes, daß die Bildung zweier Observationslager, das eine in
immer alle Gemüther so tief auf, daß selbst die Reichsrathsdebat Lille, das andere in Besanhon beschlossen sein soll. Das Com—-
len unter diesem Eindrucke sich keiner allzugroßen Beachtung bon wands des ersten dieser Lager sollte, wie man sagt, dem General
Seiten der öffentlichen Meinung erfreuen. Aus aubdetet Quelle —5 das des audern dem General Autemare —anderirau
nun kann ich Ihnen melden, daß der Hof hier abeltelegramme werden. ie— M
erhalten 8 — die von französischen Blättern mit solcher Paris, 23. Juli. Der ‚Patrie⸗ zufolge wird versichert
Vorliebe verbreiteten Gerüchte über eine angebliche Schändung der daß die Mission des Admirals Tegethoff nach Merxico einen güm—
Leiche Maximilian's absolute Erfindungen sind. Was die Pari tigen Verlauf haben werde. Juarez soll der amerikanischen Re⸗
ser Presse damit bezwecte, ist freilich nur zu klar; sie wollte über dierung mitgetheilt haben, daß er sich micht megereen Leich⸗
Juarez einen Sturm des europäischen Abscheus herauf beschwören, iam des Kaisers Maximiliau herauͤszugeben. Der Admiral würde
welcher den Unwillen über Frankreichs Vertragsbrüchigkeit hinweg Lon einem Offiziere der ameritanischen Marine beglentet, nach
fegen sollte. Das wird Napoleon nicht gelingen. Ebenso wili man Queretaro gehen. .
hier wissen, daß die Nordamerikanische Regierung sehr schlecht auf, Die „France“ will wissen, daß man in London der Reist
Juarez zu sprechen sein soll, weniger der Hinrichtung wegen, als der Kaiserin- obgleich sie nicht officell ist, eine desondere VBedu
weil dem oft genannten österreichischen Schiffscapitän Groller die tung beimißt. * — *
Auslieferung der Leiche auch da noch verweigert wurde, als der — Der Koönig von Bayern wurde gestern von, dem Kaiser
Commandeur der anierikanischen Escadre seinen Weifungen gemäß empfangen. Der Konig bewohnt das Rheinische Hotel. und be⸗
das Gesuch unterstütte. Den practischen HYankees scheint eine vahrt strenges Incognito. Die an der rölmischen Grenze liegenden
solche Nergelei jedes vernünftigen Grundes zu entbehren, denmn Truppen sind verstäckt. —⏑⏑⏑⏑——
einerseits wisse Juarez recht wohl, daß die sterblichen Ueberreste des England. —
unglücktichen Erzherzogs sofort in die Heimath geschaffl werden Aus Brüssel kommt eine interessante Mittheilung üͤber gewiffe
anderseits liege doch auch nicht die entfernteste Moglichkeit vor Vorfälle am dortigen Hofe, welche der Annahme der Kaiserfrone
daß mit den Gebeinen des Prinzen etwa noch in Mexico ein der 34 Seiten des Erzherzogs Marimilian vorangingen, Bekanntlich
liberalen Regierung gefährlicher Mißbrauch geirieben werden könne. hielten sich zu jener Zeit Erzherzog Max und seind Gemahlin in
Wo seien dort die Legitimisten, welche in dem Erschossenen von Brüssel auf. Konig Leopold J. ließ einen Offijier der belgischen
Queretaro etwa einen Märtyrer erblien würden, wie die Roya-rmee, welcher früher längere Zeit in Merice gelebt hatte und
listen Englands und Frankreichs in Karl J. und Ludwig XVI ?zu dortigen Zustände genãu kannte, auf das kgh Schloß befehlen
Uebrigens ist an dem Gelingen der Sendung Tegethoff's wohl und fragte ihn vb er die Errichtung eines Kaiserthrones und die
laum zu zweifeln. Itre ich nicht, so hat hier Englaͤnd die Hand Besteigung desselben durch einen europäischen Prinzen für moöglig
im Spiele und es soll die Königin Victoria perfönlich sein, welche! Zu auf die Dauer durchführbar halte. Der Offigier verntinm⸗
die Meinung ausgesprochen hat, Juarez werde ganz unzweifelhaft dies, imdem er ahlreiche Thatsachen sür seine Ansicht anführte.
nachgeben, wenn man nur Oesterreichischerseits die Vorsicht brauche, Auf Verlangen des Königs mußte der Offizier seine Aussagen m
einen für die dortigen Persoönlichkeiten noch ganz intacten und Gegenwart der Srzherpogtn Charlotte wiederholen. Als er damit
doch imbonirenden Mann nach Veraeruz zu schiden /da die daselbst zu Ende war und ver Kbnig nun seine Tnte— befragte, wie sie
residirenden Diplomaten alle schon in Händel mit den mericani setzt uͤber den diexicanischen Plau deute, ariet dieselbe, fie
schen Partrien verwichett seien. Ob aber der Praäsident Juarez jeht ihr, Gemahl würden trotzdem. ihr Vorhaben nicht aufgeben
nicht doch am Ende für die Herausgabe der Leiche das Geld ver der Erfolg hat gelehrt, wie begründet die leider nicht besolgte
langen wird, was er als Loskaufssumme für den Lebenden zu· Warnung gewesen ish. 77
rückwies? 2Sondon. 23. Juli. Der Sultan besuchte gestern die bei—
den Häuser des Parlamenis, die Prinzessin von“ Wales, Lady
Palmerston und das Kensington⸗Museum, speiste bei dem Herzog
von Sutherland« und reiste heute Vormittag ab. — Die Kaiserin
Eugenie ist in tiefem Incognito in Osborne angekommen.
— Der Sultan hat vondon um' 11 Uhr verlassen. Eine
Militärescorte begleitete ihn an den Bahnhof“ von Charing⸗Croß.
Ungeachtet des Regens war das Gedränge groß und dem Sultan
vurde lebhaft acclamirt. —
Italien.
Florenz, 16. Juli. Garibaldi hat vorgestern auf einer
Zolksversammlung in Pistoja eine Rede gehalten, die zu den hef—
riasten gehört, welche der Er-Dictator jemals geipochen gan i

Wien, 19. Juli. Die „N. fr. Pr.“ konstatirt, daß ge—
genwaͤrtig im Kloster Kalksburg bei Wien unter Leitung des Hof—
ryuths Weiß von Starlenfels, Konventikel, an denen sich auch Hof⸗
dienstpersonal betheilige, abgehalten werden, die zum Zwecke haben,
Massenkundgebungen zu Gunsten des Concor
dats und Proteste gegen das Abgeordnetenhaus wegen seiner
Haltung in der confessionellen Frage zunächst aus Steiermark und
Salzburg einzuleiten; zur Erreichung dieses Zweckes sei eine Rund⸗
reise des Herrn Hofrath durch diese Länder beabsichtigt.

Luxemburg, 18. Juli. Der Statthalter des Konigs,
Primz Heinr ich ist plößlich per Telegraph nach dem Haah
gerufen worden. Da dieser Ruf gerade mit der Rückehr de—
        <pb n="345" />
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Lösung der römischen Frage, wenn die Hoffnungen der Garidal—⸗
zianer sich verwirklichen sollen, würde einen ganz anderen Weg
inschlagen, als man in Paris geglaubt. Die Furcht vor Frank—
reichs Mißbilligung hat in der letzten Zeit selbst hier abgenom⸗
nen; sein Einfluß hat sich entschieden vermindert.
Floaorenz, 21. Juli. Die Deputirtenkammer hat das Aus⸗
Jabebüdget mit 193 gegen 27 Stimmen gebilligt. — Man
jest im Movimento“: „Von verschiedenen Seiten wir uns gemel—
zet, daß binnen Kurzem in Rom eine Empörung zum Aus—
yruch kommen wird, zu welcher der Anstoß von auswärts kommt.
Gazetta piemontese“ läßt sich aus Florenz schreiben: „Die Re—
ierung, welche entschlossen ist, den September-Vertrag
edlich zur Ausführung zu bringen, hat neue Truppen an die
Hrenzen der päpstlichen Staaten abgesandt. Wenn desse nun—
ze achtet irgend eine große Handlung, die den italienischen Be—
trebungen entspräche, in Rom vor sich ginge, so würde das Mi—
nisterium nicht verfehlen, die vollendete Thatsache zu respectiren.
ẽs ist augenscheinlich, daß ohne den Besitz Roms die wichtigsten
fragen Italiens nicht gelöst werden können. —
Florenz, 22. Juli. Die Gerüchte über eine Invasion
zes Kirchenstaates seitens der Actionspartei sind übertrieben, Die
an der Grenze jetzt versammelten Truppenmassen lassen ein Auf⸗
geben des Projectes hoffen.
Spanien.
Madrid, 18. Juli. Von hier wird nach Paris geschrie—
»en: Wir sind inmitten einer politischökonomischesoci—
en Krise, aus der wir voraussichtlich nur durch eine Revo—
ution herauskommen werden. Das Resultat dieser unaus—
bleiblichen Revolittion wird sein, daß die verhaßte oder richti—
ger verachtete Dynastie — diese verkehrte Maitressen-Wirthschaft
— unter dem Hohngeschrei des Volkes fallen wird, um . ...
dier stößt man sich gegen das große Fragezeichen. Denn man
derhehle es sich nicht, bei der Entsittlichung und Verarmung des
Volkes, bei der geschäftlichen Misére (selbst in Catalonien sind die
meisten Fabriken wegen Mangel an Absatz geschlossen,) bei den
unter den Massen angehäuften Rachegefühlen wird die Revolution
keine politische, sondern eine sociale, socialistische mit äallen ihren
Gräueln sein und Spanien voraussichtlich für einicge Zeit, das
Schauspiel der Anarchie bieten, welches in Amerika Mexico und
einige der Südrepubliken bietentae Miittlerweile dauern die Vex—
haftungen, auf die elendeste Denunciation irgend eines Polizei⸗
pions hin, mit erneuter Wuth fort und, troß der zahllosen De—
vortationen ist der Saladero (Cidilgefängniß) voll von Gefauge—
nen⸗ Das aAbet dürfte das Hereinbrechen der Revolution um o
weniger aufhaltens ˖ können;“ als grotz det Ausmusterung, welche
Marschall Narvaez, in der Armee vornimmt, diese nichts weni—
—
sch wörungen, bald zu Madrid, bald zu Catalonien, in Ara⸗
gon oder Andalusien, jeder Tag weist neue Füsiladen, neue De—
portationen nach den Philippinen oder Fernando-Paz' auf. Die
Regierung kann im entscheidendew Augenblick absolut' nur duf: die
etliche Tausend Civilgurden (Gendarmen) rechnen. Der Hof amü—
irt oder langweilt sich iindessen zu San-Ildefonso. Es versteht
sich, daß die Königin von dem neuen Colonieenminister Maxtfori
begleitet ist, der in diesem Augenblick ihr Vertrauen und
le reste genießfßt. ii
Türkei.

Konstantinopel, 19. Juli.“ Die Urjache der — zwi—
schen Griechen und Juden in der Vorstadt Galata stattgefundenen
Streitigteiten soll die griechenfeindliche Haltung der hier erschei⸗
nenden jüdischen- Zeitung sein, welche Omer Paschas Siege ver—
herrlichte und die Juden aufforderte, sich mitzufreuen. Die Re—
gierung schritt energisch ein· — Die Regierung ertheilte einer Pelan
zischen Gesellschaft die Concession zum Baue einer Eisenbahn von
Konstantinopel nach Belgrad und derpachtete gegen eine Entschädi—
zung von 20 Millionen Pfund' die Minen und Wälder auf 99
Jahre einer englischen Gesellschaft.

Donaufürstenthümer.
Bucarest, 18. Juli. Laut Nachrichten, welcherden Kon⸗
iuln und der hiesigen' isrnelitischen Cullusgemeinde zukommen, sind
die zehn Juden“in Galez' nicht“ durch dia Tarten, Jon—
dern von den Rumänen in die Donau geworfen wor—
den. — Fürst Karl mird im Laufe der Woche hier serwärtet.
Gleich nach seiner Ankunft beabsichtigen die Konsuln der europäischen
Mächte, sich aus Aulaß des Vorfalles- in Galatz beim Fürsten
in einer Collectiv⸗-Audienz vorzustellen.

Bukareest, 22. Juli. Die Regierung ergreift ernste Maß
regeln gegen die nach Roman zum Zweck der Berathung einer
Trennung der Donaufürstenthümer ausgeschriebene
Bersämmlung von Eenakoren und Deputirten. —

— Anläßlich der barbarischen Behandlung“ der Juden in.

Valatz durch die rumänische Behörden verlangte das hiesige Con—
ularcorps eine Collectivaudienz bei'm Fürsten, um nachdrückliche
Vorstelluugen zu machen und zu verlangen, daß der Fürst den
nerkannten Principien der Humanität bei seiner Regierung Gel—
ung verschaffe und alle Maßnahmen gegen die Juden sistiren
asse.
Kattaro 6. Juli. (Cholera und Hungersnoth.)“ Von
sier ging vor einigen Tagen eine ärztliche Commission nach Moug
zenegro ab, um über die dort herrschende Epidemie Bericht zu
rstatten. Sie besteht aus mehreren Civil- und einem Militär—
arzte. Ihr Ausspruch lautet auf: „asiatische Cholera“, welche,
»urch die heillosen Zustünde des Landes begünstigt, furchtbar'
wüthet. Bis zum 3. d. M. zählte man 583 Todte. In ihrer
Angst schließen sich einzelne Gemeinden ab und geben deuer gut
Jeden, der eindringen will; hiedurch sind die mit den von der'
drankheit heimgesuchten Districten in Kontakt stehenden Leute dem
Verhungern ausgesetzt. Kurz, das Elend ist gräßlich! Die ganze
Welt sperrt sich gegen das Land ab, von Erwerb ist keine Rede,
die rasch eingetretene Hitze im Frühjahre versengte die wenigen
Feldfrüchte, welche das Land erzeugt und so sehen die unglücklichen
Bewohner desselben dem Hungertode entgegen! Und der Füuͤrst
derließ sein Volk in dieser schreclichen Noths Er nahm sein ganzes
Beld und seine Familie mit sich und lebt in Venedig und Paris,
vährend seine verzweifelnden Unterthanen vom Hungertode und
von der Cholera decimirt werden. Er wollte sogar seinen Arzt
nitnehmen, daran hinderten ihn jedoch die Aeltesten des Volkes
ind so ließ er ihn zurück, nahm aber einen Doctor Verona— aus
ieser Gegend mit sich, während er sich doch in Städte begab, wo
in guten Aerzten Ueberfluß ist.“ Auch der Ärchimandrit von Mon⸗
enegro hat sich äuf österteichisches Gebiet geflüchtet. Auch hier in
dattaro, ist die Angst so groß geworden, daß sich die Meisten ent⸗
veder in die nächsten Ortschaften am Kanal oder auf die Inseln
Lesina, Curzola und andere flüchten.
Rußland.
Inader Umgebung Kielce's (polnisches Gouvernement
Radow)- sind wieder Proclamationen Mieroslawski's verbreitet,
vas die Verhaftung eines Posthalters und eines Wirthschaftsbeam—
en zur Folge gehabt.
. Berem i sch t e .

f Muünchen; 17. Juli.: Der frühere Buchhandlungsgehilfe,
päter Journalift/ Jullrus Lamgist, nach lüngerem Verweilen
NMuüuchen von hier' ausgewiesen, aus Veranlassung eines Kon⸗
liktes mit der k.“ Polizeidirection, nachdem Julius Lang Visiten⸗
arten mit der Aufschrift: „Dr. Julius Lang. außerordentlicher
Attachẽ bei der kgl. preuß. Gesandtschaft in München“! bei ver—
chiedenen Personen von Distinktion abgegeben hatte, ohne seine
Berechtigung zu dieser Titulatur nachweisen zu können.

r Die würtembergische Regierung trägt sich mit dem Plane,

die in Würtemberg konzessionirten (etwa 201 Mobiliar-Fener—
Versicherungs-Gesellschaften zu einer ArtSe!bst⸗
hesteuerung mit 1 pCt. der Bruttoeinnahmen zu veranlassen,
—DDVV
einen Fond ßut Unterstützung für die im Districte Verunglückten
Feuerwehrmuͤnner ec. zu bilden.
F Der neueste stuttgarter , Beobachter “enthält folgenden ,Brief⸗
tasten“: An den Herzog von Aumale. Prinz, wenn Sie nicht
vissen, wo Sie die deutsche Ausgabe: der Actenstücke drucken las⸗
en sollen, die Ihnen der verunglückte Kaiser Maximilian von
Merico: hat, zustellen lassen; so erbietet Ihnender Beobachter
eine Spalten hierzu, und zwar um des: guten Zweckes willen
msonst. 7 eh ze

F.Tier, 19. Juli.“ Gestern ist bei Neumagen ein von
Köln in der Bergfahrt begriffenes, mit Zucker, Wolle ꝛc. belade⸗
nes Schiff auf der Mosel zu Grunde gegangen. Die Mannschaft
onnte sich retten. Die Ladung bestand u. A. aus 15,000 Pfund
Zucker, welche natürlich verdorben, resp. in Zuckerwasser verwan⸗
delt worden sind. Dieser Theil der Ladung ist versichert ge—
vesen.“ Ein anderer Theil der Ladung bestehend aus Zucker und
Pulder, ist dagegen nicht assecurirt..

Düsseldorf, 19. Juli. Gestern Nachmittag wurde die
dt durch eine Tragödie blutiger! Artin. Aufregung versetzt.
xinn Husaren-Trompeter unterhielt hierselbst eine Liebschaft mit ei—
iem Mädchen in der Blumengasse. Ein Sprößling der Liebe war
zereits vorhanden und hatte der Trompeter auch vor, seine Ge⸗—
iebte zu heirathen; nur war er gegen das Metier derselben als
Modellsteherin bei Malern eingenommen und donnee dieseg un⸗
ersagt. Dessenungeachtet fuhr das Mädchen fort; Modell zu sitzen,
ind befand sich gestern bei dem Historienmaler B. Der Trom-
eter trat plötzlich ein und versetzte seiner erschreckt auffahrenden
Geliebten · einen gefahrlichenDchnitt Und Etich ain Halje, worauf
er ein, Piflol zog und, sich erschießend. todt zusammenstürzte. Das
        <pb n="346" />
        Mädchen, welches gefährlich verwundet, wurde ins Hospitat gebracht heraus und indem er dieselbe der Wöchnerin vor den Kopf hielt
und hofft man auf ihre Wiederherstellung. J euerte er sie ab und tödtete das junge Frauenzimmer auf der
—FKönigsberg, 18. Julj. In 8 Preßprozessen, die Stelle. Man denke sich den Schrecken der armen Hebamme; sie
heute gegen den Redacteur der „Königsb. neuen Zeitung“ und verlor jedoch die Geistesgegenwart nicht; sie fingirte eine Ohnmacht,
zegen den Verleger derselben verhandell wurden, wurde der Re⸗ und waͤhrend sie die Treppe hinuntergetragen wurde, beschmieri⸗
adleur Stein zu 14 Tagen, 1- Woche, 6 Wochen, 14 Tage, 6 sie die Mauer mit dem Blute, das an ihren Händen klebie. Man
Wochen Gefängniß und 25 Thaler Buße, der Verleger zu zmal 'agt, die Justiz mache ihre Nachforschungen, und man glaubt, es
15 Thlr. Strafe, eventuell je eine Woche Gefängniß und in jedem jandle sich um eine adelige und mächtige Familie, und daß die
Falle zum Verlust der Concession zum Gewerboelriebe veruriheilt Unglückliche als Opfer beleidigten Ehrgefühls gefallen sei.
In Posen wurde ein neues Nonnenkloster (Bar. 7 Die Prinzessin Dagimar von Dänemark, jetzige Gemahlin
füßlerorden) gegründet; vorläufig sind in dasselbe 7 junge, vor. des russ. Thronfolgers, ist in einer vorzeitigen Geburt niederge—
nehmen Adelsfamilien angehörende Polinnen eingetreten; in den kommen.
nüchsten Tagen wird deren Zahl durch eine junge Gräfin vermehr'
verden. Ldandwi haftlich ——
F'Neapel. Der „Indipendente“ erzählt folgende Schaueß· Landwiveh scaftuche
zeschiche: In der vergangenen Woche gegen Mitternachi Viehzucht und Biehhandel Seit einiger Zeit
HZurde an der Thür einer sehr bekannten Hebamme angepocht. chon macht ich auf fast allen Markten Süddeutschlands, nach
Fin Bedienter in nicht unbekannter Livree klam und lud sie ein. vorliegenden Berichten auch in Norddeutschland und Oesterreich—
die untenstehende Kutsche zu steigen, um seiner Gebieterin, ein sehr schwacher Antrieb bemerkbar, in Folge dessen und weil
velche in eeen sei, beizustehen. Die gute Frau kam he— auch der Localhandel wenig Regsamteit zeigt, die Preise immet
unser und stieg in den Wagen, in dem sie zu ihrem großen Er— noch im Steigen begriffen find. Allerdings konnte der schwache
aunen zwei verkappte Männer sitzend fand, von denen sie nur Iisrieh auf den Maͤrkten den verschiedenen Ausfuhrverboten zůt
Fie glüͤhenden Augäpfel erblickte, Der Hehamme wurden dann die Last gelegt werden, die in der That auch mitwirkend sind, allein
Augen verbunden, und nur an dem Schritte der Pferde mierkte — nicht geleu net werden. daß jetzt fast überall Mangel
ic doß es eine ziemlich stelle Anhöhe hinaufging; der Wagen 3u Vieh fühlbar ist, denn theils hat. wie in den biserreichäschen
ite ine Lllee ein anb vor einem Hause suide daltend, ging es Landen der vorjährige Krieg den Rindviehbestand wesentlich ge—
m ein höheres Stockwerk hinauf und dort, nachdem jhr die Binde chmälert, theils hat, wie in Holland und England, die Rinder—
abgenommen war, kam sie durch elegante Gemächer in ein sehr est ganz außerordentliche Opfer gefordert, oder, wie vielfach in
schon eingerichtetes Schlafzimmer, wo sie auf einem Bette ein —— die Rackseuche oder Knochenbrüchigkeit nicht un—
nmnges Frauenzimmer in den ersten Geburtswehben erblickte. Kaitm erheblichen Schaden verursacht. In Folge dessen wird das nach—
var die Wöchnerin entbunden, befahlen die Verkappten der Heb— zezogene Vieh auf dem Stande behalten und selbst ältere Thiere
mme, der Wöchnerin an beiden Armen Ader zu lassen; die Heb— werden länger behalten, zumal dieses die schönen Futtervorräthe
amme weigerte sich, ihnen zu willfahren, da die Aderlässe an ei⸗ des gegemwärtigen Jahres besser erlauben, als dies vordem der
ner Wöchnerin deren unfehlbaren Tod zur Folge haben würden, Fall gewesen wäre. Aller Berechnung nach wird die Viehcala—
ind da die Verkappten wiederholt darauf drangen, die Hebamme aber nität, die seit einem Jahre so drückend wirkt, noch mehrere
vositiv dagegen protestirte, zog der eine der Verkappten eine Pistolen J ahre hindurch fühlbar sein.
Hausversteigerung.

Samstag den 27. Julk 1867, des Nach⸗

nittags um 2 Uhr, bei Ferdinand Ober⸗

zerhauser, läßzt Wilhelm Guckeisen, Schuster

dier wohnhaft, sein zweistöckiges im Müh—

leneck, neben Schreiner Wolf gelegenes

Wohnhaus auf langjährige Zahltermine in
Eigenthum versteigern.
Horn, kgli Notar.

Schafweide-Verpachtung.
Freitag den 80. August l. J. Nachmit⸗
ags 1 ühr zu Erfweiler, wird, die
Schafweide auf Biesinger Flur,
auf welcher 1800 Schafe gehalten wer⸗
—
ber l. J. an verpachtet.
Reklamationen gegen die Vornahme die—
ser Verpachtung sind binnen Monatgfrist
hierorts anzumelden. —
Erfweiler den 22. Juli 1867
Das Buürgermeisteram?:
Braunuberger.

In der Druckerei dieses Blattes sind be—⸗
ständig vorräthig—cgcc. —

Sehnulvernü ιxsS-Listen,
gut gummirte Wanren-Etiquetts,
Wein-&amp; Liqdueur-Etiquetts.

AIlIgemeime Rechnungen,
A Igemmeime Wechsel ete. ete.

Auch werden Wechsel mit
Namen, bei Bestellung von 100
Stück billigst angefertigt.

Samstag den 17. August 1867, Nach⸗
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem
Hause lassen die Wittwe und Kinder des
zaselbst verlebten Bäckers Georg Best,
die nachbezeichneten Liegenschaften St. Ing⸗
herter Bannes in Eigenthum versteigern,
als:;: aße Jeanmr
11 Dez. Garten in den Großgärten
neben Johann Best und Ernst
Conrad.
Tagw. 39 Dez. Acker im Rodt,
neben Johann Schwarz und C. M.
Laur.
96 Dez Acker allda neben Carl Gros
und Heinrich Holzer.
68 Dez. Wies uud 65 Dez. Ewigklee—
ftüd in der Maͤusbach neben Johann
J Zarers Erben und Bergmann
858 Dez. Wies im Allment, neben Joh.
hofmann und Johann Schusters
Erbenmnmn. 0
Sorn, kal. Notar.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 25. Juli.
Weizen 7 fl. 46 kr., Korn 6 fl. — kr.

Gerste 2reihige, — fl. — kr., Gerste 4⸗

reihige, — fl. — kr. Spelz — fl. — kr.,

Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.

— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

5 fl. 831 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken

— fl. — kr., Kartoffeln 2 fl. — kr., Heu

lufl. 12 kr. Stroh 1 fl., — kr., per

Zentner. Weisbrod 1 Kilogr., 19 kr.

Kornbrod 3 Kgr,, 28 kr. ditio 2 Kgr.

9 tr., ditto 1Kgr. 10 kr., Gemischtbrod,

3 Kgr., 33 kr., 1 Paar Wed, 7 Loth,

2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr. 2.

Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel—⸗

fleisch 14 kr., Schweinefleisch 18 kr., per

Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter.

Butter 24 kr., vper Vfund.

Druchtpreise der Stadt
Kaiferolautern vom 23. Juli.
Weizen 8fl. 8 kr., Korn 6 fl. 41 fr.

Spelzkern — fl. — kr., Spelz 5 fl.
18 kr., Gerste 5 fl. 29 kir., Hafer 5fl.
23 kr., Erbsen 5 fl. 48 kr., Wicken — fl.
— kr., Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod AMkr.
3 Pfd. Gemischtbrod 16 kr. und 2 Pid
Weißbrod 16 kr. —

Frische Häringe
sind angekommen bei
Fritz Panzerbieter.
Theater in St. Ingbert.
—N— N s
Direktion von August Schroth.
V. Vorsteollung im I. Abonnemout.
Freitag den 26. Juli 1867.

Im Saale des Herrn Oberhauser.
——— Der

Goldbauer
oder: 1—
das Leben im baherischen
Hochgebirge.
Original⸗ Schauspiel in 4 Acten von
CGCharlotte Birch⸗Nieiffer.

GEin größeres Mühlen⸗Geschäft
ucht zu seiner Vertretung am hiesigen Platze
ind in der Umgegend einen tüchtigen
Agenten.

Ausgedehnte Kundschaft ist beteits er⸗
worben. Die Adresse zu erfragen bei der
Redaction d. Bl.

— —

Ein braves Dienstmädchen wird zum so⸗
rtigen Eintritt in Dienst gesucht. Wo,
jagt die Expd. d. Bl.
,s⸗pakfime Dyuck und Verlag von F. X Demek in St. Inabert.
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        her Ste Iughertet An gekger.. mit semnen Umtehaltungsbiatte acltheinn wenentun drumahDue po aeannergta
isennemnemepren vierteijührig 15 Kigre Linzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
rd Raum berechnet.
— — — — * — * 7
Rro⸗ 89. 7 J J Samstag, den 27. Jui

— — — —
Deut schlaud.

Muünchen, 23. Juli. Im Folgenden geben wir die wich⸗
igsten Beschlüssen, welche in der gestrigen⸗ zehnten Sitzung des
Socialausschußses gefaßt worden sind . *

Art. 20 des Regierungsentwurfes.Den Gemeindeverwal⸗
uumgen steht frei, jedem bayerischen Staatsangehörigen, auch wenn
—8 — kein gesetzlicher Anspruch auf Ertheilung des Heimath⸗
— V — steht, auf sein Ausuchen oder auf Grund beson⸗
erer Uebereinkunft das Heim auhrecht zu verleihen.
Fede solche Verleihung bedarf in Gemeinden mit städtischer Ver⸗
ssung der Zustimmung der Gemeindebevollmächtigiten.
art 2k des Regierungsentwurfes. „Frauens personen
rwerben die Heimath durch Verehelichung mit einem in der Ge⸗
neinde Heimathberechtigten.

Arkes des Regierungsentwurfes behandelt dies Heimathrecht
der Ehefrau speciell. —A

Art. 4 des Regierungsentwurfes. „Ausltämnder kbnnen
nuf Grund des Art. De das Heimathrecht nur dann in Anspruch
ehmen, wenn sie mit einer directen Steuͤer angelegt sind und die
ach den Gesetzen ihres Landes erforderliche Auswanderungsbewil⸗
gung beigebracht haben. — Sie erwerben in diesem Fall durch
den bewilligenden Beschluß der Gemeindebehörde. wofür in den ei⸗
jer Districtsverwaltungsbehörde untergeordneten Gemeinden die
Genehmigung der vorgesetzten Aufsichtsbehörde erforderlich ist, zu⸗
gleich das bayerische Indigenat. — Ausländer, denen eine einst⸗
deilige Heimath des halb angewiesen worden ist— weil deren Ver⸗
weisung in ein ftemdes Siauatsgebiet nicht möglich war, sind be—
üglich der Erwerbung des Heimathrechtes gleich den Inländern
zu behandeln. — Der Erwerb der Heimath durch Uebereinkunft
st für Auslünder durch Erlang des hayerischen Indigenats be⸗
ingt; — die Ehefrau, sowie die noch unselbstständigen ehelichen
der durch nacholfgende Ehe legitimirten Kinder eines Ausländers,
velcher die Heimaih in einer bayerischen Gemeinde erwirbt, wer⸗
Ren kbendaseibst heimathberechtigt, wenn nach den Gesetzen ihres
dandes die Auswanderungsbewilligung sich auf sie erstredt oder
gesondert für sie beigebracht ist. ·

Art. 58 und 6 des Regierungsentwurfes. Die Heimath in
iner Gemeinde gewährt a) ein Recht, im Gemeindebezirke sich
aufzuhalten, b) für den Fall eintretender Hilfsbedürftigkeit
Anfpruch auf Untexstützung durch die Gemeinde nach
Naßgabe der Gesetze. — Beamte und Diener des Staates oder
der Kirche, der Gemeinde, einer bffentlichen Corporation oder Stif⸗
iung, welche ein Recht auf Pension erlangt haben, sowie Officiere
ind im Officiersrange stehende Militärbeamte sind, wenn sie den
Penfionsanspruch durch freiwilligen Verzicht auf ihre dienstliche
Slellung oder zur Strafe verloren haben, bei eintretender Hilfsbe⸗
zürftigkeit gleich ihren Frauen oder Witwen und Kindern nach
— D—— Armenpflege aus derjenigen Kasse
—— anderen Umständen eine
hension zu beziehen gehabt hatten ·..

Art. 7. des Regierungsentwurfes. „Die Heimath geh
derloren: 1) miu Erlangung der Heimath in einer anderxen
Zemeinde, 2) mit dem Verluste des bayerischen Indigenats.“

Art. 8—12 Bestimmungen über die Heimathlosigkeit.

Ari. 13. „Die Ausmittellung der Heimath, sowie die An⸗
veisung einer vorläufigen Heimath ist Amtssa che. — Zustän⸗
—V Districts ver waltungsbehörde,
weicher sich zuerst Zweifel über die Heimathberechtigung erge⸗
den haben oder in deren Bezirk die treffende Person gefunden
oder zuletzt. betreten worden ist. — Handelt es sich um Ansprüche,
velche gegen die wirlliche ader gegen die angewiesene Heimathge⸗
heinde oder gegen öffentliche Kassen auf Grund dieses Gesetzes
rthoben werden, so ist zur Bescheidung in erster Instanz die Ddi⸗
eisverwaltungsbehoörde jener Gemeinde zuständig, in welcher die
ʒetreffende Person ihre wirkliche oder angewiesene Heimath hat.

Aci 14. „Die Ausstellung der H eimathscheine liegt

insoferne nicht durch Staatsverträge elwas anderes bestimmt ist,
den Gemeinderäthen und den Gemeindeausschüssen ob. ··
Art. 15. „Keine Polizeibehörde darf Personen, deren Heie
nath streitig ist, in andere Polizeibezirke verweisen, ehe die Hei⸗
nath solcher Personen ausgemittelt oder ihnen eine vorläufige Hei⸗
rath angewiesen wurde. — Ebenso wenig darf eine Polizeibehoͤrde
iolche Personen, die ihr von einer anderen inländischen Polizeibe⸗
sörde zugewiesen wurden, unter dem Vorwande des Mangels der
heimaihberechtigung vor desfalls ergaugener CEntscheidung zurüd⸗
chieben oder weiter liefern ..

Koͤnig Ludwig L. ist aus Paris heute hier eingetroffen
ind ohne Aufenthalt nach Leopoldskron abgereist, wo er bis Ende
Augusi den Sominer zuzubringen und von dort wieder hierher
zuruͤckzukehren gedenktt.

München, 24. Juli. Die autographirte, Correspondenz
doffmann“ erkläridie von der, Berl. Bank- und Handelszeitung“ zu⸗
erst gebrachte Nachricht? Fürst Hohenlohe beabsichtige zurückzutre-
ten, als vollkommen unwahr.

München, 2d4. Juli. Der Sultan, der morgen Abend
n Nürmnberg einirifft, wird dortselbst der Gast des durch den
Prinzen Adalbert vertretenen Königs sein. Heute schon ist der
Oberceremonienmeister v. Moy mit einem großen Hofdienstperson⸗
ial dahin abgereist; zahlreiche Hofequipagen und Pferde folgen.
Prinz Adalbert und Fürst Hohenlohe begeben sich morgen nach—
sürnberg.

München. Als es hieß, unser Podewilsgewehre
ollten in Hinterlader verwandelt werden, mußte sich der einfache
Menschenverstand fragen? „Wie ist es möglich, nachdem doch die
ieuesten Erfindungen vorliegen, nachdem man in allen Zeitungen
von Peabody⸗, Snyder⸗, Chassepotgewehren und den damit angestell⸗
en glänzenden Versuchen liest, daß alle diese Gewehre für unser
Zriegsministerium gar nicht auf der Welt sind, daß man alle
ziese vorzüglichen Schußwaffen bei uns gar nicht geprüft hat ?“
Der gesunde Menschenverstand hat aber bei uns in Bayern eben
Jar nichts zu fragen, sondern einfach das Maul zu halten, und
d that man denn auch selbst, als man hörte, mit welcher Hast
die Umwandlung der alten vorzüglichen Podewilsbüchse in
Hinterlader vorgenommen wurde, wie man jedem Mechaniker,
edem Schlosser die Umwandlung in Accord gab, ohne
zaran zu denken, daß keine Prüfungscommission der Welt eine
»inheütliche Güte dieser aus allen möglichen Werk—
taä ti en hervorgegangenen Gewehre verlangen und erreichen koͤnne.
Jetzt waren die Wunderdinger fertig. Mit einer gewiffen Scheu
sor dem Producte überlegener militärischer Weisheit und doch
nnerlicher patriotischer Befriedigung, duß wir Ba yern wieder
was Schönes und Apartes, specifisch Bayerissches, für
ins haben sollten, sehen wir die ersten neuen Gewehre über die
Straße tragen, die Unteroffiziere, welche dieselben eben probirt
hatten, wurden überall von Neugierigen angehalten und zeigten
nit größter Bereitwilligkeit auch die neue Waffe vor. Da war
run fast überall der erste Ausruf: „Mein Gott, das Gewehr hat
a einen Hahn!?“ „Freilich hat's einen Hahn, wie sollte denn

onst der Schuß losgehen ?“ brummte der Unterofficier. Also der

zinterlader wurde mit Zundhütchen abgeschossen, das Zundhütchen
vͤurde an jeder Patrone angebracht, muß also allemal abgenom⸗
men und auf den Piston gesetzt werden. Demnach haben unsere
neuen bayerischen Hinterlader schon zwei Griffe mehr als die
ulten Jündnadelgewehre. Das nenntman Fort—
chrirt im Mailitarwesen! Aber damit noch nicht genug.
der Vorzug unseres alten Podewilsgewehrs bestand hauptsaächlich
arin, daß der Zündstrahl vom Zündhütchen nicht schräg und seit—
värts, wie bei den andern Gewehren ins Pulver schlug, wodurch
illemal das Geschoß in eine Richtung gezwängt wurde, sondern
entral zündete und damit dem Geschoß die volle treibende Kraft
n grader Richtung gewahrt blieb. Daher die ungemeine Treff—
ahigkeit der Podewilsbüchsen, welche die Preußen zu ihrem großen
SGaden bei Kissingen, Nüdlingen ꝛc. kennen lernten. Als man
        <pb n="348" />
        — ιιιιαι Daen, 253 Juli. In der hentigen Sitzung deae Unter au
oouue, ar verr von Popewals (der“ Grfinber) der e n das Geseß über dag — und —
erklärtedEenn zur Hinterladung ducht pusse, da der mit einigen Abaͤnderungen des Regierungsentwurfs arach der ihn
Hauptportheil dencoen, die centrale Zundung nothwendig verloren von Ausschusse gegebenen Fassumg in zweiter ——
— n! Am *5 de wurde im Abgeordnetenhause eine —
derung beschlosendund ausgeführt, un d MillLäone n sind interessante Debatte üͤbes den Zustand-der österreichischen Gefang
geradezu aus dem Fenster geworfen, denn als die nifse geführt. In einigen derselben muß es sehr gemůthli
neuen Gewehre jetzt geprüft werden sollten, ergab sich von vorn⸗ jergegangen sein. Ein Abgeordneter aus Oberöosterreich sagte, die
herein, daß bei der bunten. Menge von Fabrikanten, die man mit rühere Regierung habe die Freiheiteder St agtsbhürger
der Arbeit der Umänderung betraut halte, natürlich auch die Onfisscirt und dafür die Freiheit in den 8 uchthäusern
Fabrikatein der größten Verf chiedenheit ausgefallen eingeführt. Die Sträflinge rauchten und spieuen, veranstaltelen
waren, daß aber in der im Vergleich mit dem alten Podewilsge⸗ Tanzvergnügungen und brächten Trinksprüche aus auf baldiges
wehr ungleich geringeren Leistungs— und Trefffaͤhigkeit. die Wiedersehen; Es sei daher nicht zu verwundecn, wenn rme Arher
nen dit Hinterlader sich alle glichen. Jetzt hat man ulso alle di⸗ ser, vie den Hungerthphus enigegengehen. endlich das Lods der
Miltlionen für diefe Umänderung weggeworfen, und das Resullat Sträflinge als ein beneidenswerthes betrachten.

ist, daß unsere Armee schlechter bewaffnet ist als vorher, daß der Frankreicht
Podewils⸗Hinterlader unbrauchbar ist und daß deinnach ein neues — F
—NELXXFEF serden muß dee Parins, 33. Juli. Die⸗ Sendung neines::franzosischen Ge⸗
Gewehr schleunigst angeschafft merden muß. Da kommit nun wie — —— reen— en 8
der der beschrankte Unterthanenverstand und fragt: Haben wir erals, Dumont, zur Inspicirung der papflichen Timppen, hat in
denn nicht ein Minister-Verantwörtlichkeitsgeseß? Können eer Halbinsel den bittersten Unwillen hervorgerufen, und die Ssrache
wir nicht Diejenigen, die mit dem sauer erworbenen Gelde des Kattazzis in der Doputirtentammen gzeigt, daß. die italienishe e
7 n wollkommen anschließie Man findet es unbe⸗
Burgers so heillos wirthschaften, zür Rechenschaft und Verantwort, Jierung fich dem voll schli
——— 7 heschräntte zreiflich, wie Frankreich, das selbit dieSeptemberconbention her⸗
ziehen ? Ob der beschränkte Unterthanenverstand auf diese reiflid odee,
bescheidenen Fragen eine Antwort · und welche bekommen wird, wer beigeführt hat. nun die elbe Jem. Wort und ·dem Sinne mach auf
den wir ja hoffentlich auch noch erleben. (GFrif Zigh d flagrante Weise verlehen ann- Wenn in beigishen der sct
fr Genexal nach Rom käme, um seine Vandsleute in popstlichen
— Dienstes-Nachrichten. “ν Diensten zu besichtigen, würde dies nicht als einen schreiende Ver
„c. Durch allexhöchste Entschließung Sr. Majestät des Konigs letzung des Nichtinterventionsprincips betrachtet werden ? Es wird
odom 19. Juli erhält das bisherige Gouverment der Festung Lan nunmehr Frankreich für das Erste unmoglich sein, die. Bundesge—
dau von nun an die Benennung: Stadt und Festungscomman nossenschafi Italiens activ in Anspruch zu nehmen, und von der
dantschaft Landau, und wird der Oberst Moritz Gerstner une geträumten franco austro⸗italo⸗englischen Allianz bleibt nichts mehr
ter der Beförderung zum Generclmajor zum Commandanten der übrig. Es ist wahr, daß Jialien in financieller Beziehung don
Stadt und Festung Landau ernannt; ferner wird der Gouverneur Frankreich abhängt; aber auf· der anderen Seite muß. Frankreich
der Festung Germersheim, Generallieutenant Karl Ritter von eine Obmacht in dieser Beziehung, sehr milde ausüben; denn
Zrazeissen, zum Präsidenten des Generalauditoriats und an wenn es Italien zu sehr drüng en würde, so könnte dies sich ein⸗
dessen Stelle der bisherige Gouverneur der Fesftung Landau,Ge— fach bankerott erklaͤren, was den zahlreichen französischen Gläubi—
neralmajor, Friedrich Burz, zum Gouverneur der Festung Gers gern ungemein empfindlich sein würde. Italien würde sich nach
mersheim ernannt; außerdem wird der char. Oberst Martin Broß⸗ Allem, was man hierüber hört, Nur äußerst schwer zu einem ge⸗
ler, Stadtcommandant von Speier, penfionirt und bestimmt, daß rade nicht ehrenbollen Schrut entschließen, unter. den schlimmsten
die Stadtcommandantschaft Speher fuͤr die Folge von dem CTom— Imständen denselben aber nach mehreren Aeußerungen inden
mandanten der daselbst stehenden Heeresabtheilung zu führen sei. dammern, wohl thun. Für den Augenblick ist durch die Sendung
. Durch Regierungsbeschluß vom 24. Juͤli wurde der ·hisherige des frangzosischen Generals die Bewegung gegen Rom wieder seht
Polizeicommissar in Pirmasens, Ludwig Konig, zum Polizelcom— gestiegen, und man macht sich- jeden Auͤgenblich auf einen neuen
missär in Annweiler und der geprüfte, Rechtscandidat Valentin Kutsch gegen den Kirchenstagi gefaßt er soll diesmal auf dem
Stichter von Gerolsheim. zum Polizeicommissär in Pirmasens er⸗ Meere ausgeführt werden. Die italienische Flotte hat, um ihn
nannt zu verhindern, Befehl erhalten, an der Küste des Kirchenstaates zu
Wiesbaden, 28. Juli.“ Gestern hat die koͤnigl. Regie⸗ reuzen. Die Patrie““ enthält heute schon einen jcharfen Artikel
rung hierselbst im Auftrage des Ministeriuins in Berlin von dem —V—— bezeichnendes Sympton In der
herzogl. Palais dahier Besitz genommen. Dem Vernehmen nach Pexnzegowina ist, mach Privatberichten aus Ragusa, ein Auf⸗
hat die herzogl. Verwaltung hierselbst gegen. diesen Akt sosor and der Moslemin gusgebrochen, die nicht den Christen gleichge
Protest eingelegt.. ae gaee, stellt sein wollen. Die unglückiiche türkische Regierung!, Die
Kboln, 22. Juli. Der „Köln. Zeitung“ wird aus Paris Cholera richtet in der Herzogwina · große Verwuͤstungen an beson-
geschrieben, daß daselbst, trotz aller: anders . lamenden offigiosen ders da die, Behörden nichls für das Fortschaffen der Leichen ihun,
Versicherungen der Besuch des Karsers von Oesterreich nicht die offen in den Hausern uͤnd Straßen umherliegenEine
mehr er wart et werdeeee...5 22 Iroße Anzahl, von spanisch en Flüchtlinge n hat Pei
Ber lin, 24. Juli. Die „Prov. Corr.“ vertheidigt in⸗ei⸗ Beoli die Grenze überschritten und“ erwarlel Vexhaltungsbefehle,
nem sehr ruhig gehaltenen Artikel die Einführung der preußischeu um sich weiter in Marsch zu, seben. Man spricht“ schon“ von den
St eu exn in den neuen Lan destheilen und kommt na vemn Heränderung der spanischen Dhnastie von venn Herzog von
Schlusse, daß die Regierung gehandelt hat, wie es die Pflicht der Montpenfier als Koönigen ger enat ist abermals über eine
Gerechtigkeit und das Wohl des Staatsganzen verlangt.en“ Die Petition, welche die Einführung des Sch u lz au ges verlangte,
Domaine des Justizministers betritt das amtliche Blatt heute nicht; rotz deren Vertheidiguͤng durch Herrn Michel Cheyalier ben beg
bielleicht. ist die schwere Arbein nur. aufgeschoben, und daun darj ühmten National-Oekonomen) zu Tagesordnung übergegangen.
man auf die Vertheidigung meugierig nein·Eine koöͤnigl. Ver⸗ Frankreich kann jeden Zwang aAnegar aber Schulzwang. —ꝙ
grdnung bom 5, Juli führt das deut scheniHan deLsgese g— iein Dus wäre ein zu groöͤßet, Eiugriff in die Freiheit dumm
duch vom 80. September 1867 in Schles w ig⸗Holst ei mein. u Pleiten muß. Jedem freistehen, 95 *— —————
Aus Breslau 23..Juli, telegraphirt man dem W. Wi Paris 24. Juli.“ Wie der.. Moniteur“ meldet,hat die
Der Eisenbahnbau von Kosel über Neiße, Frankenstein nach Glatz ranzösische Regierung von Herrn vans/ dem“ franzosischen Ge⸗
seht in Aussicht. „Die Herzoge von Ujest und Ralibor haben fich andlen ur Nexichein vom 8. Jult datirtes Telegramm erhalten,

au die Spitze des Comités gestellt — Der preuß. General Mu— vorin derselbe anzeigt daß er Kast nach einet Woche Mexieozu

tius bereiste die Grafschaft Glatz und soll die strategische Noth⸗ Aerlassen gedenke!“ bstee α

wendigkeit dieser Reise betonen — Das erwarlete gemeinsame Paris, 25. gull Imgesetzgebenden Köcphr verlas der

Mannöver mit den Russen wird nicht stattfinden, desto gewisser ist zräsident ein kaiseriches⸗ Deeretn duͤrch · welches! die Session des

Aber die Allianz mit dieshe. Jahres 1867. geschlossen wird Die Versammlung treunte: sich

. Wioen, 22. Juli. Der Sultan wird am 26 Vormittage nter dem Rufenn Es Lebe! det Kaiser 8 Daneben hörte man

n Passau die österreichische Gtenze erreichen mo der Voischafte vereinzelte Rufe d. Es ebe die Freiheit und Frankreich e

dan Ehendt miteinem Donzen ersona. Fghe. Fete en 23) Jun,. DiePresse dringt uner aten Vorbee

B ——— it e

Anzere Smanische Majestat. ampfangen und tach Shön ut baphttihen Rehlerung hörgefragt haben tz diese ea gt

e

W 22 Hler ve. . die J —* V — 8 Nug — —2

nach Rustschuck — von wo die Eisenbahn nach Varna benutzt wird zu Anlauten d ie. prese — 0—— sanf

— sind drei Dampfschiffe der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft ge⸗ α England. S ν——

niethet. 45 London, 22. Juli.“ Das atlantische Käbel bon 1866 ist
        <pb n="349" />
        il⸗
cht
m
n.
hr
— ge
h

—J gerissen. Die
steparation wird sich sehr leicht machen laffenn7
—— ———— Italien. ẽ .-M —A
Kom- 18.Juli. Weber Marseille) Der franzosische Ge—
neral Dumont ist in Folge einer Note der päpstlichen Regie⸗
ung hier angekommen, um uͤber 8300 in der Legion von Autbes
orgekommenen edee die Untersuchung zuz pflegen, Eechs
jundert Garibald ia ner haben sich auf verschiedenen Punkten
»er püpstlichen Grenze genähert, wurden aber durch die italieni—
chen Truppen an weiteren, Unternehmungen gehindert. — Gestern
tarben in der“ Stadt und in den Spitälern 35 Personen, wovon
iur 22 an'der Cholera. — Der Papst übersendete bedeutende
Heschenke an den Sultan und den Bicekönig von Egypten als
Anertennung des Schutes, der den Katholiken zu Theit wurde,
Spanien. —A ——
Ein Theil der Persoönen, welche in Barcelonma verhaftet
vorden, ist erschossen worden. In Madri d'echaben wieder neue
Verhaftungen stattgefundennn nnun an pne
— ouTürkei. wh un . r ιιν αιι
Nach einer Correspondenz. der N. It.Pr heßen sich zu
dem in Galatz neuerlich vorgekommenen Faklum der Mißhandlung
an Juden noch manche enfsetzliche Einzelheilen beifügen; es sei
ort kein Geheimniß, daß weit mehr solcher Morde und Scheuß⸗
ichkeiten, geschehen, als bekannt werden, weil die Behoͤrden Alles
hun, um zu verhindern, daß sie in die Oeffentlichkeit gelangen.

54

Donaufürstenthümer.
— — . ii; 77
Buh aurrest. 280gJuli.Die Regierung haͤ“ gegendie
ach Roman ausgeschriebene Versammlung moldauifchet Senatoren
ind Deputirten, welche die Trennung der Fürstenthümer bezweckt,
Maßregeln ergriffen. ν

)t in oe

Dänemark.

Kopenhagen, 20. Juli. Nach Stockholmer Blättern
wird im Laufe des nächsten Monats ein oreußisches Flottenge—
jeschwader, bestehend Raus 83 Fahrzeugen, oerschiedene schwedisch⸗
aorwegische Haäfen besuchen.

Rusilaud.

Die Mittheilung der „A. Z.daß di russischen Trup⸗
pen, die zu den großen Mannövern von“ Powenst herangezogen
worden warentaud bereits Befehl zum Rückmarsch' erhalten hat⸗
en, nunmehr nach einem Gegenbefehl im Königreich Polen vber⸗
oleiben, und in Garnisonen an der gall izusche n Greemz e
verlegt erdeg sollen Zuͤhlt dis IN fr. Vr. zu den Allarm⸗
aachrichten. —

Petersbuͤr ge WDas neue Gerichtsverfahren ge⸗
vinnt mit jedem Tag mehr Freunde, besonders seildem ein Ge—
nerab egen: Wrobheit gegen⸗den Civiltichter, imdeein Geistlicher
vegen Grobheiten gegen eine Dame, ohne ale uchht auf ihren
Stand und sonstige gesellschaftliche Stellung zu den gesetzlichen
Strufen dermtheilt worden sind, Die bestraften Grobheiten ves
—X haben eine sellsame VeranlassungEr halie namlich
einen Proceß mit. einein Fabrikanten der ihm Spiegel geliefert
jatte. Wei der Wentlichet Verhandlung verlamtser einen Stuhl,
um sich vor dem Richter setzen“ zu können, undberief Richndafür
anf“ seine Eigenschaft als Ritter des Wladimir⸗DOrdens. Der Rich⸗
er ließ aber zwei Stichle setzen, für ihn und seinen. Gegner, den
bitrgerlichen Fabrikanten. Das nahin der General so übel, daß
ðA beschimpfende Worte gegen den Richter ausstieß die ihm ganz
yhne Rüchsicht auf seinen Generalsrang einen zweiten und schlin⸗
neren Proceß zuzogen. J a 72*

Proteß zuzog Amerika. ———
Rewwz York, 11. Juli. Das Reptafthnthrieuhaus
zat einen Antrag angenommen, der das auswärtige Amt beauf⸗
ragt, nachzuforschen, ob irgend ein aͤmerikanischer Bürger, in Eng⸗

and als Fetiier verurtheilt worden ist. — Von den veuen Hu
zliedern des Justizcomits's sind fünf gegen die Ankläger des
räsidenten Johnson. — Zweihundert Neger haben einen wegen
Lommunalvergehen veruürtheilten Reger in Petersburg Igewaltsam
befreit. Der Neger ist vereits wieder verhaftet. 87, 800 Weiße
ind 74,000 Neger sind in Louisianng in die Wahllisten eingetra⸗
zen — Am 1.. Juli hat Juarez“ den Regierangsrath nach
Metxied verlegt. Män glaubt, Santa Anna jei noch am Leben;!
r werde in Yucatan gefangen gehalten. — Es heißt das Marine⸗
ehartement habe eine Fregatte nach Mexich gesendet, um die Aus—
ieferung Santa Anna's iodt oder lebendia, zu verlangen.

— — —
Vermisj ch te 6. ννασ —
München, 23. Juli.. S. M. der König hat bdie Errich⸗
* Tprrech Ammerroge vofieren Musit⸗
chule bestimmt und die oberste Leitung und Verwaltung derselbeme

— ——

der HofmusikeIntendenz, die artistische Direction dem Hofkapell

neister Dr. Hans v. Bülow übertragen. Bei Anfftellung des

ehrplanes und überhaupt bei Einrichtung der Schule sollen die—

Bestimmungen, welche im Jahre 1865 von der zu Nengestaltung

des Misikkonservatoriums gebildeten Commission ausgcearbeitet wur⸗

den, Berücksichtigung finden und da durch eine Basis gewonnen wer⸗
den, welche kein Hinderniß bietet, die Anstalt später ganz oder
um Theile als Staatsinstitut zu erklären. Die Bekanntgabe die—
ses Lehrplanes, sowie die Bestimmungen über Aufnahme in die
nit Oktober d. Is. zu eröffnende Lehranstalt steht in mächerst

Zeit bevor...

4 In München befinden sich gegenwärtig: der— preußische
hesandte in Paris, Herr von Goltz, und der österreichische Hof⸗
heatere Intendant v. Münch-Bellinghausen Dichter Halm). —
Der Großherzog v. Hessen hat sich nach Leopoldskron vdei Salz⸗
hurg begeben ..

7 Ludwigshafen, 24. Juli. Mit Rücksicht auf die Bewoh⸗
ner des Westrichs hat die Direction der pfälzischen Bahnen die
den Inhabern von Legitimationskarten für das am 80. und 81.
d.l Mts. dahier stattfindende ·168. Fahresfest der Gu st a v⸗
Adolph-Stistung gewährte freie Rüsck fahrt auch noch
auf die am 1. August von hier abgehenden. Züge ausgedehnt. Es
vird diese Einrichtung den Festbesuchern gewiß willkoinmen sein.
Den Inhabern dieser Legitimationskarten, welche am 80. oder 31.
zierher gelangen, ist durch diese höchst danlenswerthe Vergünsti⸗
zung Gelegenheit gegeben, ihren Äufenthalt in unserer Stadt um
inen. Tag zu verlängern und brauchen dieselben also erst am 1J.
August die Heimreise anzutreten. z Je rrprrere

Spenr SIuDie Fröffnung der gehe und Wald—
agd ist für das laufende Jahr auf Freitage den 28 August
jestgesetzt wordenn. 43
FDer Oelbonom Jakob Stalter vom Ernstweilers
50f soll bei der in Paris stattgehabten Preisevertheilung für die
Pferdeausstellung den dritten Preis erhalten haben. Näheres bleibt
jenaueren Nachrichten vorbehalieen.

7 Der in Blieskastel stationirte Gendarm Diam iel S chaff⸗
ner hat sich am Dienstag den 23. d. erschossen. 4

r Am 22. Juli ist der Großherzog von Darm stadt:
u einem 6wöchentlichen Aufenthalt nach Edenktoben gereist.

7; Baron v. Rothschild will, wie berichtet wird, eine
ibermalige Wahl zum norddeutschen Reichstag bestimmt ahlehnen.

Sämmtliche 20 Gesangsvereine!des ehemaligen Herzogthums
lassau haben (in einer Stärke von etwa 1000 Mann mit Diri⸗
jenten“ und Emblemen) am 21. in Ems dem König von Preu⸗
zen ihre Huldigung“ dargebrach. 757

Guürden Freiligrathsfond) hat ein ain 21.5

Juli von der. Augsburger Liedertafel veranstaltetes „Waldfest“
iber 400 fl. ertragen. —
E Vor einigen Tagen trugen zwei Mädchen in Mainz die
Betzelsgasse entlang Linen mit iheuern für eine Hochzeit bestimm⸗
ten Conditoreiwaaren gefüllten Korb, in den freien Händen noch
feinert Conditoreiwaaren in großen Gläsern tragend. Da kam—
des Weges von der Gymnasiumsgasse daher ein Schuster, dem
vahrfcheinlich der blaue Montag im Kopfe und in den Füßen
teckte; derselbe nahm einen Anlauf, probirte. ‚einen Sprung über
den Korb, sprang aber zu kurz, das heißt in den Korb, und riß
zleichzeitig ein Mädchen zu Boden; Gläfer und Conditoreiwaaren
ertrümmerten; der Schuster aber, von der auf den Lärm der
eiden Mädchen herbeigeeilten Polizel, wird natürlich in aller Form
sechtens an seine Ersatzpflicht erinnert werden. * W

t Die Kaffeewirthin von Schwäbing ein noch junges
Weib, wollte sich wieder verheirathen, ihre Kinder waren aber dem
Zräutigam ein Stein des Anstoßes.“ Diefes Hinderniß zu besen

tigen war die Barbatin kurz entschlossen. Eines derselben, welches
anderthalb Jahre zählte, schlachtede sie ab, versteckte den Leich⸗
aqm im Hause und sagte zu ihren⸗Bekannten, es wäre zu Ver⸗
wvandken in Erziehung gegeben worden. Ferner verheimlichte sie
hre Schwangerschaft, tödlete auch ihr neugebornes Kind, schnitt
hm Kopf und Arme ab und warf die einzeinen Theile in Lumpen
ingewickest in den Abtritt. Das Scheusal hat die That kaltblütig
eingestauden. 23 ,.,
7Wiener⸗Neustadt, 24. Juli.““ Das 7aum eine
Stunde entfernte Dorf Lichtenwörth ist von einer Feuersbrunst
— Haäuser sind niedergebrannt.
Auch Nadelburg, die zunächst gelegene Messingfabrik der Gebrüder
Hainisch, steht in Flammen. Der Verlust don nenn Men—
i e in s
GEin Rabensohn.) Im Wiener Schulbenarreste bee
indet sich gegenwärtig, wie eine Local⸗Correspondenz imeldet, ein
jebenundsiebzigsähriger Greis, welcher überdies bon frere t
nmnvr —
wn. 87 4. ibn eingerren Deb i seln eigener enice *53
        <pb n="350" />
        4. In der Pariser Ausstellung fand am 20. d.!
M. eine förmliche Sitzung des gesetzgebenden Körpers statt. Herr
d. Lesseps hatte nämlich viele Deputirte eingeladen, um ihnen
vor seinem schönen Panorama, dem Isthmus von Suez, sein
großes Unternehmen zu erklären. Als er seinen Vortrag begann.
and sich auch der greise Ludwig L., König von Bayern mit
einem Adjutanten ein, welcher den Herrn de Lesseps nicht kannte
ind ihm anfangs nur wenig Aufmerksamkeit schenkte, aber die Lei⸗
denschaft, Klarheit und Ueberzeugung, mit welcher der Redner
sprach, anderte das schnell und er wandte sich mit den Worten
in ihn: „Ich kenne Sie nicht, aber Sie müsfen Herr de Lesseps
sein“ „Ja, Sirxe.“ „Ich vermuthete es, Sie haben etwas
Großes geleistet, das Großte dieses Jahrhunderts —, nur der
Frfinder desselben kann so davon sprechen, wie Sie es thaten.“
Jedermann applaudirte, selbst die anwesenden Englaͤnder. Herr
de Lesseps erroͤthete ein wenig unter seinem von der Sonne und
em Winde der Wüste gebräunten Teint, grüßte den König und
etzte seinen Vortrag fort.

Zwei vernünftige britische Frauen, die Herzogin von
Newcasile und die Frau des Bischofs Ellicot, haben bei einem
Armen-Concert im Exter-Hall-Saal an einem Oratorium
nitgesungen, und damit das alte Vorurtheil gebrochen, welches ein
)erartiges oͤffentliches Auftreten der öbritischen Aristokratie für
chimpflich hiellt.

4In Warschau, wo vom 21. April bis 16. Juli 603
FCholergerkrantfungsfälle (mit 208 Todesfällen) also

durchschnittlich täglich 7 Erkrankungen vorkamen, trat diese Krankheit
aim 16. do. plöhlich mit 144 Erkrankungen und 80 Todesfällen,
im 17. mit 130 Erkrankungen, und 68 Todesfällen auf; die
Krankheits und Todesfälle trafen großentheils auf, die besseren
und Mittelklassen, und die hochgelegenen, also der Ueberschwem⸗
nung nicht ausgesetzten Straßen.
p'In Boston wurde am 25. Juni der zweite Versuch der
„Dampferzeugung mittelt Petrol ezum, und zwar auf
dem Regierungsdampfer Palos, gemacht. Das Grperiment fiei
vollkommen befriedigend aus. ——

Die Verwandten des einem Indianerstamme abgejagten
ʒzjahrigen Kindes deutscher Abkunft wurden in einer Mainzer
Fannlie Amelung gefunden; die Eltern desselben wurden Anfangs
dieses Jahres auf einer Reise von Texas uͤach Merico pon einem
Indianerstiamme uͤberfallen, nebst 8 Kindern ermordet, die beiden
iltesten Knaben aber weggeführt!

Buenos⸗Ayres, 14. Juli. Seit heute Morgen kurz
nach 8 Uhr steht der: National⸗Regierungs-Palast in Flammen,
Zwei Fünftel sind vernichtet. Aus dem Ministerium des Innern,
in welchem das Feuer ausgebrochen, sind keine, aus den andern
Ministerien ein Theit der Documente gerettet. Der Verlust ist
unersetzlich. Am Anfange hätte man das Feuer auf leichte Weise
auf das Ministerium des Innern beschränken können, allein die
Kopflosigkeit und die Sucht, immer zu befehlen und niemas zu
gehorchen, hat mehr Schuld an dem unersetzlichen Verluste als das
Zener selbst..

cxäα
——
Hausversteigerung.

Samstag den 8. August 1867, Nach⸗
mittags 2 Uhr bei Seifensieder Schmitt
lassen die Kinder der verlebten Ehefrau
»on Marx Ochs, Nachtwächter, das zum
Noechlasse ihrer Mutter gehörige in der
Hasse neben Wittwe Brausen und Zim⸗
nermnann Uhl gelegene Wohnhaus mit
Stall, Hof uͤnd Garten dahier der Un⸗
heilbarleit wegen in Eigenthum versieigern.

Horn, kgl. Notar.
Hausversteigerung.

Samstag den 10. Augnst 1867, Nach⸗
mititags 2 Uhr, zu St. Ingbert im
Wirthshause von Johann Best, Bäcker,
wird das zum Nachlasse des dahier ver⸗
sebien Kettenschmiedes Johann Joseph
Best gehörige, der Kohlenhalde gegenüber
liegende Wohnhaus in den Bruchrechgärten
nebft einem zu Arbeiterwohnungen einge—
Aichteten Hintergebäude mit 14 Zimmern,
nebst Hof und Garten neben Johann
Best und Catharina Menges auf sechsjäh⸗
rige Zahltermine in Eigenthum versteigert.

Horn, kal. Notar.

Samstag den 17. August 1867, Nach—
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem
Hause lassen die Wittwe und Kinder des
aseibst verlebten Bäckers Georg Best,
die nachbezeichneten Liegenschaften St. Ing⸗
gter Bannes in Eigenthum versteigern,
als:

11

Dez. Garten in den Großgärten
neben Johann Best und Ernst
Tonrad.
Tagw. 39 Dez. Acer im Rodt,
neben Johann Schwarz und C. M.
Laur.

96 Dez. Acker allda neben Carl Gros
und Heinrich Holzer.
Dez. Wies uud 65 Dez. Ewigklee⸗
tüct in der Mäusbach neben Johann
Schusters Ecben und Bergmann
Best.
Dez. Wies im Allment, neben Joh.
dofmann und Johann Schusters
krben.

Horn, igl. Notar.

68

Schafweide-Verpachtung.
Freitag den 30. Augustel. J. Nachmit⸗
ags 1 uühr zu Erfweiler, wird die
Zchafweide auf Biesinger Flur,
uf welcher 130 Schafe gehalten wer⸗
den lönnen, auf drei Jahre vom 1. Okto—
ber IJ. an perpachte. *
Reklamahonen gegen die Vornahme die—
ier Verpachtung sind binnen Monacsfrist
hierorts anzumelden.
Erfweiler den 22. Juli 1867
Das Buürgermeisteramt⸗
Braunberger.
—— — —— —
EZu verkaufen, ein zweijähriger
zut dressirter Hühnerhund bel Förster
Segel in Phiuͤppsburg bei Niederwürzbach.
VEmpfelilung⸗
Alle Sorten Herrin-Dameuom- &amp;
IIEC
hune jeder Art sind vorxäthig bei
COLä GTOSB..
Der zweite Stod meines Wohnhauses
in der Haupistraße, bestehend, in fünf
Fimmern, Küche, Mansardezim—⸗
ner, eulsprechendem Kellers und Spei⸗
Herraͤumlichkeiten, ist bis 1. Au⸗
gust beziehbar, zu vermiethen.

B3. J. Fiack.
2 tüchtige Glasergesellen
können dauͤernde Beschäfti—
gung haben bi
Oarl Schut?ꝛ
Glasermeister im Müßleneck. J

——

ꝛfähige Damen

eden Standes und klei⸗

em oder großem Ver⸗

nögen sind sehr pas⸗

ende Patthien unent—

zeltlich nachzuweisen und

zu vermitteln. Ver—

lbstderstandlich. Naheres auf

xruit Ler Adresse: An K. Schneider

Lit. A Nro. 257 in Zweibrücken.

ziefernes Bauholz, in jeder belie⸗
bigen Länge und Dicke, sowie 38 bis
40 Klafter kiefern und birken
Klafterholz sind bei Unterzeichnetem zu
verkaufen. J
, Val. Höh
Breitermuhle.
Theater in St. Ingbert.
Ditrektion von August Schroth.
VI. Vorstellung im V. Abonnemeut.
Sountag den 28. Juli 1667.
Im'Saale des Herrn Oberhauser.
Don COesar de
Razam
ader: —RXA
der König &amp; die Straßentänzerin.
Romantisches Schauspiel mit/ Gesang in
5 Akten von Pirrut...
Montag den 29. Juli 1867.
(Auf Vieles Verlangen wiederholt)
Deborah.
rucht⸗ Brode Fleisch· re. Wreife der
Stadt Homburg vom 24. Juli.
Weizen 4 fl. 35 tr., Korn 6 fl 51 tr.
Spelz — fl. — kr. Gerste, — Areihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5 fl. 22 kr., Erbsen 5 fl. 10 kr., Kartof⸗
seln 1, fl. 30 kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
30 kr., ditto 2 Kgr. 20 kr., ditto 1 Kgr.
10 kr. Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
13 kr. Kalbfleisch 14 kr.,
15 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter — kr.
ger Pfd.
Fraukfurter Börse
Geldsorten

vem 25. Juli 18666..
Preußische Kafsenscheine. 1 45. 454
Hreußische Friedrichsdder 957-658
histoien. ifl. 9442-46
Zollandische 10 fl.⸗Stude d 50⸗352
Zucaten...535-37
20Francs⸗Stücke....928229
nglische Souvereings. 11 322 6
zoid per Zollfund fein.
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 262/3-27
PRedaktion. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.
        <pb n="351" />
        * — —8 — 23 — ——
n — . 9r— * e *
een hahe d 78

Aid iny J— N.. e zzu

Der „St In gbert et Anze ig er! mit ·seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementsbreis vierteljahrig:45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

J Raum berechnet.

F — — —, — —— — — — — — — — — — — „7
Nro. 90. n J D Dienstag, den 80. Juli 1867
— — — —— —— — 2
Deutfichland.
— München; 28, Juli. Der „Irk. 3.“ schreibt man:
NUeber die Umänderung der Gewehre sind die Stimmen ge—
heilt. Officiere und Schützen, deren Urtheil ich nicht gerade für
in competentes halte, versichern, die umgeänderte Waffe habe be—
eutend gewonnen; sie leiste entschieden mehr als das Zündnadel—
zewehr, umd die Veränderung habe nicht „Millionen“ sondern
Jöchstens 800,000 fl. gekostet; ganz neue Gewehre hätte man, als
hex Krieg mit Luxemburg drohte, gar nicht schnell genug beschaffen
znnen; auch heute sei schnelle Beschaffung nicht möglich, und zu—
vem erscheine noch gar nicht festgestellt, welche Handfenerwaffe die
zeste sei. Ich gebe Ihnen diese Mittheilung ohne mir ein eigenes
Urtheil zu exlauben.“ Nichtig ist, daß bei der herrschenden Stim—
nung jede Behauptung, daß etwas bei uns schlecht sei, geglaubt
wird.“

München, 28. Juli.“ Nach dem Nürnberger „Corresp.“
oll der Landtag auf den 16. September einberufen werden.
Der Eütwurf des Schulgesetzes ist im Cultusministerium
zollendet und wird für die Mitglicder der zu seiner Begutachtung
zu berufenden Fachmännercommission vervielfältigt.
Munchen 27. Juli. Nach dem im Cultusministerium aus⸗
gearbeiteten neuen Schul gessetz sollen, wie das Bamb. Tagbl.
Ferichtel, die bisherigen geislichen Lokal- und Distrikts-Inspectio⸗
nen abgeschafft und dafür Bezirksinspeltoren ernannt werden, die
ruch Geistliche sein können, und welche je über 100 Schulen die
Aufsicht führen. An die Stelle der Lokalinspektion hätte ein
Schulrath zu treten.

München, 27. Juli. Der Fürst Hohenlo he ist ge—

tern Abend von Nürnberg wieder hier eingetroffen. — Wie wir
dernehmen, ist über den Zeitpunkt der Einberufung des Landta—
Jes eine Bestimmung noch nicht getroffen; die Einberufung dürfte
sedoch kaum vor dem 1. October erfolgen.
Bamberg, 26. Juli. König Otto von Griechenland, seit
mehreren Tagen an den Masern erkrankt, ist soeben, Abends 612
Uhr, gestorben. — Das „Bamb. Igbl.“ schreibt darüber: „Zu
anserm großen Leide haben wir folgende betrübende Nachricht mit⸗
— „Nach⸗
dem Se. Maj. der König Otto von Griechenland mehrere
Tage sich unwohl befumen hatten, brachen am letzten Montage
die Masern aus. Bei normalem Verlaufe des sehr entwickelten
Ausschlages war heftiges Fieber eingetreten, welches auch gestern
bei der Abnahme des Ausschlages fortdauerte. In der letzten
Nacht veranlaßten die heftigen Brustbeklemmungen, die große Er⸗
regtheit und die rasche Abnahme der Kräfte, Se. Maj. mit den
Sterbsacramenten zu versehen. — Abends. So eben,
é ein halb Uhr, verkünden die Glocken vom hohen Dom die höchst
hetrübende Nachricht. daß Se. Maj. König Otto von Griechen⸗
land verschieden ist·

Nürnberg, 26. Juli. Heute Nachts 1 Uhr begab sich der
Sultan zur Ruhe. Um 8 Uhr Früh verließ er das Lager und
rühstückte reichlich um 10 Uhr. Waͤhrend des Vormittags fuhr
hereits die Hälfte des Gefolges mit Gepäck, worunter umflochtene
Befäße mit Nilwasser zum Bahnhof ab. Was die Stadt erwartet
Jatte: Besichtigung wenigstens ihrer außerlichen Merkwürdigkeiten,
rat nicht ein; der Kaiser, nur von den ihm Nächststehenden um⸗
geben, berharrte in seinen Gemächern. Gegen 11 Uhr begab sich
ein Kammerherr auf die k. Burg, worauf um und nach 11 Uhr
in kurzen Pausen angefahren kamen: General v. Hartmann, der
Regreruugspräsident von Unterfranken, (der Präsident von Mittel⸗
franken, v. Feder, war gestern bei dem Empfang auf dem Bahn
hof ebenfalls gegenwärtig), Fürst Hohenlohe, dann Prinz Adalbert.
Wie projectirt fand puntt 11922 Uhr die Abfahrt zum Bahnhof
satt: zuerst der Sultan mit Prinz Adalbert zur Linken, wie bei
er Ankunft; ferner Fuad Pascha mit Prinz Hohenlohe in ange⸗
egentlicher Unterhaltung; sodann die übrigen Würdenträger und
gefolge. Vor dem Bayerischen Hof fand waͤhrend der ganzen Zeit
n Gedränge des Publikums statt, wie nicht leicht bei irgend einem

trüheren Monarchenbesuch, und auf den Straßen wogte eine große
Nenge, die bei dem Sichtbarwerden des Fürsten einige Hochs aus—
rachie. Bei der Ankunft am Bahnhof, der diesmal gegen den
—— abgesperrt war,
vie auch wieder die Bahnlinie durch Infanterie, spielte Militär⸗
nusik. An der bis zur Abfahrt geführten Unterhaltung, über
velche wir an guter Quelle nichts Näheres erfahren konnten, als
aß sie zum Theil Familienangelegenheiten betraf, betheiligten fich
nehr Adalbert, Hohenlohe und Fuad, als Abdul-Aziz, dessen außere
Ruhe übrigens“ mit Würde gepaart ist. Seine weite schwarze
dleidung verbindet den europäischen Schnitt mit orientalischer
tequemlichteit. Er liebt es, leicht mit der Hand, militärisch zu
zrüßen. Sein Haupt beginnt (obwohl er erst im 38. Jahre steht)
zereits grau zu werden. Die Abfahrt nach Wien erfolgte unter
den Klängen der türkischen Nationalhymne punkt 12 Uhr, worauf
iich die bayerischen Herrschaften wieder auf die k. Burg begaben. *
Benerallieutenant Stephan begleitet den Sultan bis Passau.

Nürnberg, 27. Juli. Ihre Majestät Königin Marie be—
Jab sich gestern nach Bamberg und passirte Abends 10*92 Uhr
nit dem Kurierzug unsere Stadt. Eine hiesige Dame, die —
Berwandte erwartend — im Bahnhofe arnwesend war, überreichte
Zerselben ein prachtvolles Blumenbouquet, das sie mit sichtlicher
ind freudiger Ueberraschung .unter herzlichem Danke entgegennahm.

— Heute Mittag passirte Prinz Luitpold unsere Stadt;
er begibt sich nach Bamberg, um, wie wir hören, den Leichnam
eines Bruders, des Königs Otto von Griechenland, nach München
bzuholen, wo derselbe in der Königsgruft der Theatinerkirche bei⸗—
zesetzt werden soll.

— Die heutige Nummer des „Nürnberger Anzeigers“ wurde
confiscirt.

Aus der bayer. Rheinpfalz, 21. Juli, schreibt man
inem auswärtigen Blatte: In dem Maße, als die Arbeiten des
ogenannten Socialausschusses der Kammer der Abgeordneten vo—
ranschreiten, steigert sich in der gesammten Bevölkerung der Pfalz
ie Besorgniß, daß die von Frankreich seit länger als einem
zalben Jahrhundert überkommenen gesellschaftlichen Errungenschaf⸗
en ernstlich gefährdet seien. Bisher hat man sich nur, in
)er Presse gegen die neuen Gesetzentwürfe ausgesprochen, allein
seit Kurzem d. h. seit die Gefahr eines Verlustes jener Errun⸗
jenschaften immer näher an unsere Provinz herantritt, macht sich
zuch im Schooße der gesammten Bevölkerung der Pfalz
ine von Tag zu Tag wachsende Bewegung gegen jene Entwürfe
duft. Dem Beispiel der Frankenthaler Versammlung (über die
vir s. Z. in unserm Blatte berichteten) ist bereits der Gemeinde⸗
rath von Kaiserslautern gefolgt, der in der Hauptsache die Fran⸗
enthaler Beschlüsse angenommen hat. Auch andere Gemeinden
werden sicherem Vernehmen nach ihre Stimme gegen die neuen
Besetze erheben. Es ist aber auch hohe Zeit, daß von Seite der
Bebolkerung der Pfalz etwas geschieht, indem man in München
nuf die paar vereinzelnten Stimmen in der Presse kein Gewicht
u llegen schien, im Gegentheile dieselben lediglich als den Aus—
Fruck einzelner Unzufriedenen darzustellen suchte. Erst wenn die
ppfalz wie ein Mann sich erhebt, wird man doch Bedenken tragen,
ine ganze Provinz so ganz ohne Noth in ihrem Wohlstande, in
hren sitilichen Zuständen, in ihren lieb gewordenen Errungen⸗
chaften ernstlich zu schädigen. Man spricht bereits von einer
kRiesenversammlung aus allen Theilen der
pfalzumgegen die neuen Gesetze feierlich Ver—
vahrung einzulegen.—

In diesen Tagen tritt der Socialgesetzgebumg s—
nusschuß in die Berathung des zweiten Abschnitts des Heimath⸗
gesetzes „Von der Verehelichung.“ Nach dem Regi e—
rungsborschlag und dem Antrage der Referenten Fischer
vird — abgeschen von civilrechtlichen Hindernissen, Militärpflich⸗
igkeit und Sonderverhältniß der Beamten — eine Art Er mäch—
igung von den betr. Gemeinden(h gefordert, welche Ermäch⸗
gung allerdings nur bedingung sssweise soll verweigert
        <pb n="352" />
        werden koönnen. Außerdem verlangt der Kegiernngs Entwurf, daß unabhängigen Presse unausgesetzt aufgefordert wordem Äiesen Ar
der Bräutigam das 25. Lebensjahr zurückgelegt habe, von wel- tikel, da er einmal stipulirt war, ohne Verzug zur Ausführung
hem Erforderniß die Gemeindeverwaltung „auf · Grund besonderer zu bringen, und diese Aufforderung wurde nach der Rede des
sümstende“ Umgang nehmen könne, — Wogegen der Referent zwar Grafen im Abgeordnetenhause über die Vereinigung der Elbher⸗
auf diese Beschränkung verzichtet, dagegen in Gemeinden, in wel- zogthümer mit Preußen noch schärfer accentuirt; weil man nun⸗
chen eine „Hochzeitsgebühr“ (bis zu 25 fl.) herkymmlich sei, die mehr mit dem Hinausschieben der Ausführung der Einmischung
Verehelichung von der „vorgängigen Bezahlung“ dieser Gebühr Frankreichs gewärtig sein mußle. Der Graf hat diesen Mahnun⸗
abhängig ( machen will. — Gegenüber diesen Vorschlägen zen kein Gehör gegeben, weil er vielleicht nicht glaubte, Napoleon
hat der Abg. Kol bebereits den nachfolgenden Modifications werde einen Conflict mit Deutschland heraufbeschwoͤren. Num ist es
olntrag angemeldet, über welchen dann in der nächsten Sitzung doch so gelommen: Herr v. Thiele hat am Dienstag aus den Han⸗
entschieden werden wird: den des franzosischen Geschäftsträgers Abschrift der J nter ven—
„Jeder Angehörige des bayerischen Staates, dem nicht civil⸗ ti ons dep ef che erhalten, die ihm übrigens eben so wie dem
rechtliche Hindernisse, Verpflichtungen bezüglich des Militärdienstes diplomatischen Corps im Auszuge bereits bekannt wart? Letzteres
oder übernommene Verpflichtungen als Staatsdiener entgegenstez jat übrigens mehr Tact beobachtet, als die französische Gesandt⸗
hen, ist zur Verehelichung berechtigt ohne irgend einer obrigkeitli- schaft, denn es schwieg über dieses Actenstück und wunderte sich
chen Erka Ubniß oder Ermäcchtigung zu bedürfen und blos über die „maniöre cavalière dh draitor la Prusse,“ wie
ohne zur Entrichtung einer Heirathsgebühr, unter welchem Namen »in Diplomat bemerkte, der auch von den seitdem hier zu amtli⸗
es auch sei, angehalten werden zu bönnen.“ her Kenntniß gelangten Schritten Frankreichs in Suddeutfs ch⸗
Bei der leider herrschenden Anschauungsweise ist es höchst hand, um den Auschluß dieser Staaten an den Norden zu ei⸗
unwahrscheinlich, daß ein solcher Antrag durchdringen werde und jem neuen Zollverein zu hintertreiben, Nachricht erhalten hatte.
wäve es auch nur, weil man einerfeits die obligatorische Civilche, Dies Auftreten Frankreichs Preußen gegenüber hat selbst Lord
anderseits die völlige Einbuße des Veto der Gemeinden oder — —Stanleh stutzig gemacht und wird zu diptomatischen Eroͤrterungen
ihrer „Väter fürchtet. Indeß wird mit der Verwerfung der vor. wischen den europischen Cabinetten Amlaß geben, wobei sich he⸗
stehenden oder einer üihnlichen Modification wohl die letzte Mög- causstellen dürfte, daß die schonen Phrasen der Beustschen Ver⸗
iichkeit fallen, das Gesetz auch auf die Pfalz auszudehnen, in öhnungspolitik eben nur Phrasen gewesen sind, an die weder Hr.
welcher Provinz in dieser Beziehung woch die freien französischen v. Beust selbst noch irgend Jemand sonst geglaubt hat. Man meint
Einrichtungen gelten. 'ogax, Napoleon habe die austro⸗franzosischen Batterien zu früh
Dienstess Wachrichten. aetn zur Suae dasn I —α so lau gusnin
ine Majestät der König haben unterm 16. 1. Mis. aller⸗ Wir fordern von dem Berliner Cabinet, daß es nun mit diplo—
—** — — der Steuer⸗ und Gemeindes natischen der enerausen keine Zit die tanzosishe Du
innchmer Jaceb Kling von Herrhetm, seinem Ansuchen ente desche sofort verbffentlicht, sich mi eß — en Art. J
srechend, auf die Steuer⸗ und Gemeinde-Einnehmerei Deidesheim derständigt und denselben woe gleichzeitig aber Deutschlands
meseht und die hiernach sich erledigende Steuer und Gemeinde— Ansehen den französischen Comsdianten gegenber energisch wahrt.
Finnehmerei dem geprüften Einnehmerei⸗Candidaten und derzeitigen Dies führt mich auf eine Mittheilung der „Independance belge“
Gemelude Einnehmer in Herrheim, Anton Adcer übertragen werde iach welcher Dänemark verlangt hätte, daß der Art, V des Pra—
zer Friedens auf die ganze nordschleswig'sche Zone, einschließlich
Gera, 24. Juli. Eine der ersten Regierungshandlungen Düphel und Alsen aͤnsgedehnt werde und die Keichtung von
des Fürsten Heinrich XIV. war das Aufheben der Bestimmung, Flensburg nach .Tondern die Demareatlonslinie bilde Von' ei⸗
velche den Juden nur einen vorübergehenden Aufenthalt im Lande ger deracigen“ Forberung ist in der daudishen Rote nichts
zestättete. Durch Gesetz vom 18. Juli ist der Genuß der Hthalten; das Kopenhagener Cabinet beantwortet blos die Ga—
zürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte von dem Glaubensbe⸗ rantiefrage und berührt die Demarcationslinie gar nicht; es üder—
kenntnitßß ganz unabhängig gemacht und freigegeben worden. laßt dies vieleicht Flankreich Die heutige Bd rsewar durch
Berlimn, 24. Jufi. Die „Prov. Corr.“ meldet, daß der die Inlerventionsnachricht sehr beunruhigt.
dänische Gesandte am hiesigen Hofe, Hr. v. Quaade, dem Bertin 277 Zun Die Rordd. Allg. Ztg.“ sogt, sie
nuswaͤrtigen Ministerium eine Note als Antwort auf die preußische könne den Juhalt der franzosischen Depesche noch“ nicht besprechen
Depesche vom vorigen Monat ühergeben habe. Die „Prod. Corr.“ mid bedauere das fortgesete Bistreben der Presfe, die nordschles
spricht sich über den Inhalt der Rote nicht aus; so viel ich aben dig'sche Angelegenheit Jum Hebel von Beunruhigungen zu machen.
erfahren habe, nimmt die dänische Regierung in derselben durchaus Wisen 21 ZJutie nter den Beweggrunden, velche zur
keine so schroffe Haltung ein, als ein gewisser Correspondent, be⸗ Erklaͤrung des gegeimwartigen Besuches der Kaiserin Eugenie dei
annt wegen seiner hellklingenden Augustenburgischen —A— der Koömgin bon England aufgefühet werden befindet sich duq
borhergesagt hatte. Die Antwort soll heißt im Gegentheil das Gerüuͤcht, dieser Besuch hätte unter Anderm auch den Zweck,
den Weg einer gegenseitigen directen Verständigung zwischen Berlin on der Konigin Victoria die Rückgabe der Correspondenz zwischen
und Kopenhagen noch offen lasser. Daran thut die dänische Ret Kapoleon und Marimilian zu erwirken. welche ihr zur Aufbewah—
zierung wohl; denn wenn diese Verständigung nicht erzielt werden ung übergeben worden sein soll.“ Die hiesige „N. Fr pr*
konnte, so trüte Preußen mit Oesterreich in Unterhandlung über glaubt zu wissen, daß die Koͤgin Victoria sih schon lange nicht
se Auslegung des Au und vpane e din diese dehr im Besitze diefet Papieren definden
Frage einigte, müßte Dänemark ruhig hinnehmen, könnte von R 3Ick 3 466
—— auch nur mit den Waffen in der Hand angefochten wer⸗ harl — —8 Der Pesther Lloyd Pedetr Der englische
auch nur m n. * glied Somerset Beaumont ist im Vereine mit
den. Ich wiederhole: — Frankreich findet Norddeutschland nich ian Grafen Beta Saehenn geer ün dir rn nn
zur nicht unvorbereitet, sondern es wird beim ersten Einmischungs ü —ee end eern Imn die rrrhuung einer
.* 8 englischeungarischen Bank eingeschritten. Der vorläufige Fonds be—
worte eine sehr deutliche Sprache vernehmen. Die Franzosen sind —
übrigens in den Hundstagen: sie wünschten eine Herbstcampagne, 35. n eus
Agen —8 durch das Ausland gesichert und vier Millionen dem hiesigen Platze
weil die preußische Landwehr die Kuͤlte weniger ertragen kann, als —.6 * — ——
— rreuise e ꝑ vorbehalten sind. Die ungarische Bankund, Fntrepot-Gesell⸗
die französischen Linientruppen. Solch frivolem Gewäsch öffnet 7 ae*
*3 ꝓin 28 . Iu schaft hat in ihrer gestrigen General⸗-Versammlung ihre Auflösung
die Independence“ ihre Spalten! In so leichtfertiger Weise wird iohennie ui
—8 beschlossen. — Die General-Versammlung der Repräsentanten der
daz Wohl und Wehe von zwei Völkern in Paris behandelt“ Nun Slaut Pesth hat in heer gestrigen Abensihung den Zust nniste
je Strafe wird nicht ausbleiben. — ;, bi gestrigen Aunsus e
die Faee aneee welfische O in Paris „La rialErlaß, welcher die Aufertigung einer neuen Konstriptions⸗Liste
Situgn id —— —* —— —— Dd die Anfmehmnedd Itehlen apdieselne grdnen mit geoper
* 9 joritä i htsjekti ewies. st cen Meil
Turquie“ verhöhnt. Ein Artikel der „Situation“, der in allen Fee gn die Nechicheibn gewiesen, um est deren Meinung
Sätzen mit den Worten beginnt; Wir wollen den Krieg, ꝛ —
meil. . wird von der „Turquie“ dahin parodirt, daß dieselbe * Frankreich· d trz
zafür setzt: Wir wollen den Frieden, weil .... und nur mit Paris,28. Juli. Ich haltees für nöthig, Ihnen fort⸗
ehr geringen Abänderungen dieselben Worte bringt. Dann aber vährend Bericht über die ununterbrochenen“ Kröegsrüstungen
sagt dies Blatt: „Wir wollen Frieden, weil Preußen eine Ga- zu geben. Der Pferdeankauf in Ungarn danert fort.“ Die Au—
rantie für Ordnung und Frieden geworden ist, weil seine militäe ertigung von Cartouchen wird mit dem größten“ Eifer betrieben
rische Organisation ausschließlich defensiv ist, und weil es ein Die Einwohner von Brest und Nancy haben die Behörden ersucht,
Interesse daran hat. unter die conservativen Staaten gezählt zu die betreffenden Fabriken außerhalb' ihrer Mauern zu verlegen, da
werden.“ Ja alle Welt will den Frieden, blos l'Empire nicht, die in jenen angehäuften Maffen von Pulver-sonst ihrer Sicher—
und, darum muß der Empirecomödie ein Ende gemacht werden.“ heit gefährlich werden konnten.“ — Die Rachricht, daß die Regie⸗
Bexlin, 26. Juli. undmarnit sit bald einem Jahre, cung nunmehr das Auftreten dest Generals Dumont in Rönm de—
h. sofort nachdem der unglüchsetige Art. V des Prager Frie- nentirt, bestätigt sich volllommen.“Die Scheußlichkeiteir, welche
dens in seiner vagen Fassund bekannt geworden war. von der man den mericanksrheen ! eseennr ziuschriebeepweisen
        <pb n="353" />
        ich alleals erfunden. Vielmehr haben sich die Mexicaner äußerst
mlde benommen und gegen das Leben und Eigenthum ihrer Geg⸗
Jer lange nicht so gewüthet, wie es der saubere Marquez und
anderes impetialistisches Gesindel gethan haben. Alle liberalen
Soldaten, die nach der Einnahme von Mexico von ihren Oberen
quf Plünderung ertapht wurden sind, sind erschossen worden. Diese
Nachrichten werden selbst von französischen Journalen mitgetheilt,
nd eines derselben ruft aus: „Niemals war eine Restauration
milder als diese!“ — Die Kammern wurden heute ohne Sang
ind Klang geschlossen. Diese lange Session von beinahe sechs
Monaten wird merkwürdiger bleiben durch das, was in ihr nicht
hollendet wurde, als durch das, was sie schaffte. Sie ist ein
eclatanter Beweis für die Unfruchtbarkeit der jetzigen Institutionen
Frankreihßsss.

Paris, 27. Juli. Der „Abendmoniteur“ schreibt: „Ver—⸗
chiedene deutsche Journale versichern, daß dem berliner Cabinel
eine Note in Bezug auf Nordsichleswig übergeben worden
jei. Diese Behauptungen einer wesentlich falschen Thatsache haben
leider den Erfolg, wenn nicht den Zweck, den irrigsten Ansichten
über die Art der Beziehungen zwischen den beiden Regierungen
im Publicum Glauben zu verschaffen. Es ist dem berliner Cabi—
net eine Note über Nordschleswig oder über irgend eine ander
Frage weder übergeben, noch vorgelesen worden. — Die „Patrie“
meldet, daß der Koͤnig von Bayern wegen des Todes seines Oheims
desz Königs Otto, den Aufenthalt in Paris abkürzen, jedoch noch
so lange hier verweilen wird, bis die Kaiserin Eugenie von ihrer
Nüstenfahrt zurückgekehrt sein wird.

— Wan liest in der Epoque: Wir geben unter allem mög⸗
lichen Vorbehalte die aus München kommende Nachricht, nach wel⸗
her der Iniernational den Repräsentanten Frankreichs bei den
Höfen von Süddeutschland eine Erklärung beimißt, der zufolge
aunsere Regierung „selbst mit den Waffen den Eintritt der Süd—
staaten in den Nordbund verhindern würde.“
Paris. Die Anziehungskraft der Ausstellung“ fängt
nach und nach an, gewaltig nachzulassen. Die Zahl der Frem—
den hat sich derart dermindert, daß in allen großen und kleinen
Hotels Zimmer zu haben sind, so viel, man will, daß die großen
Hotels die aufgenommene Supplementar⸗Dienerschaft entlassen
uͤnd daß bald nichts übrig bleiben wird — als die hohen
Preise, die wir als „Errungenschaft“ des Jahres 1867 behalten
werden. —
28S .ralien. d
Aus Rom und Über die Pläne der italienischen Act
ktionspartei in Betreff Roms liegen der „Independance“
Berichte vor⸗ welche die weltliche Herrschaft des Papstes ernstlich
gefährdet erscheinen lassen, falls nicht Louis Napoleon noch einma
das Odium einer Intervention und eines Bruches mit Italien auf
sich nehmen will. Garibaldi und Mazzini, dessen Anwesenheit in
Genua übrigens noch nicht erwiesen zu sein scheint, sollen über
einen gemeinsamen Operationsplan und über die Nothwendigkeit,
denselben sofort in's Werk zu setzen, sich geeinigt zu haben. Dieser
Operatiansplan bestünde datin, daß so viele kleine Freicorps wie
möglich in die römischen Provinzen zu werfen seien, um die päpst⸗
liche Regierung zu zwingen, die Hauptstadt selbst von den wenigen
Trubpen, über welche sie verflige, zu entblößen. Sei das geschehen,
so werde die Repolutions-Partei in Rom selbst eine Schilderhehung
versuchen. Dann bleibe der Kurie nichts übrig, ubs' vie Hilfe
Italiens anzurufen; die kböniglichen Truppen, zücken ein und di⸗
Mediatisirung sei fertig. ““«
Amierika. 243
Newyovk, 26. Juli.Es sollen in Mexico noch zehr
kaiserliche Generale erschossen worden sein.
— BVermischtes..
München, 25. Juli. Der „M. Bote“ erzähll: Unsere
Leser werden sich erinnern, daß vor einem Jahre um diese Zeit
auf dem Starnberger See ein junges Mädchen vom Dampffchiff
verschwunden war und es allgemein hieß, dieselbe (die Tochter
eines Handelsqgenten aus der Pfalz) habe sich in das Wasser
gestürzt, nachdem sie sich noch ihrer Crinoline entledigt hatte. FJetzt
erfahren wir, daß die Vermißte und lange vergeblich Gesuchte in
Ameriku glücklich verheirathet lebt, nachdem sie mit ihrem Freunde
heimlich dahin entflohen war; sie hatte in Bernried in Män—
nerkleider das Schiff und von da ihre Heimath verlassen.

—F München, 25. Juli. In der Nacht vom 20. auf den
21. Juli fand in der Nähe der Ortschast Oberach bei, Tegernser
ein Zusammenstoß zwischen Wildschützen und dem Forst—
perso nal ftatt. Ein Wilderer versuchte zu schießen, die Kapsel
versagte, worauf ein Schuß. von Seite des Schutzpersonals fiel,
welches letztern jedoch durch die Nacht verhindert wurde, weitere
Seechforfchungen · attgustellen. ¶Am 22. Jult wurde sodann ein be—⸗
rüchtigter Wildschütze von Fischbach, Log. Tölz, durch ejnen Schuß

gelödtet aufgefunden, welcher wahrscheinlich bei diesem Zwecke ver—
unglückt ist.

eIn Mänsingen (Württemberg) fand am 25 d.

eine Civiltrauung ftatt, die Brautleute gehören der Secte „des
Tempels in Jerusalem“ an.
Wiesbadenu, 24, Juli. (Auch eine Demonstration.)
Am Geburtstag des Herzogs Adolph zog eine Anzahl Schul—
mnaben mit Trommeln und nassauischen Fahnen durch die Stadt
und song vor dem Schloßgebäude das Lied: „Heil uuserm Herzog—
Heil.“ . J
d — Biebr ich, 24. Juli. Am Montag Nachmittag machte
das Dampfboot „Adolph“ mit ca. 50 hiesigen Damen und Her—
ren eine Vergnügungsfahrt nach Rüdesheim; bei der Rückfahrt,
welche allerdings in etwas vorgerückter Stunde angetreten wurde,
jiuhr das Boot zwischen Walluf und Schierstein über eine Klippe,
wo dasselbe einen Leck bekam und gleich darauf sank. Als man
demerkte, haß sich das Boot mit Wasser füllte, ließ der Steuer—
mann dasfelbe gegen die nahe gelegene Insel anlaufen, auf die
äich die Passagiere noch in aller Ele retten konnten. Wäre die
Juͤjel etwas entfernt gewesen, so würde ein gräßliches Unglück zu
eklagen gewesen sein. Einer der Passagiere der einen Säbel be—
jaß, hätte sich beinahe in Folge des Unglücksfalles an dem ar—
nuen Steuermaun vergriffen.
In der Synagoge zu Köln (eine Sehenswürdigkeit der
Stadt) ist in der Nacht des 24./25. auf eine bis jetzt unbekannte
Weise Feuer ausgebrochen; kostbare Teppiche und Vorhänge, ein
Theil der Galerie c. sind verbrannt; sehr werthvolle heilige Ge—
fäße fand man ganz geschmolzen vor; die angerichteten Zerstörun—
gen sind sehr bedeutend. J

f Vom Rhein, 22. Juli. Wie man versichert, sollen auf
—D00
»los Bischöfe und theologische Doctoren, sondern auch bedeutende
Männer der katholischen Welt, wie die Gebrüder Reichensperger,
Rohden, Plasmann, Malinkrodt, Blömer u. A., Sitz und Stimme
»xhalten, um an der angekündigten zeitgemäßen Umgestaltung der
tatholischen Kirche mitzuwirken.

F Die Schrifstellerin Louise Mühlbach (bProfessorin
Tlara Mundt in Berlin) hat in diesen Tagen von der Apple—
ron'schen Buchhandlung in Newyork ein Ehreugeschenk im
Betrage von 1000 Thalern erhalten. Diese Firma hat nämlich
einige ihrer historischen Romane publicirt, war aber, da es kein
nternationales Autorrecht für die freien Länder gibt, keineswegs
zu einer Honorarsleistung verpflichtet. Es ist dies gewiß eine
ireudige uͤeberraschung für die fleißige Autorin, deren Werke zwar
fast sämmtlich in sieben Sprachen übersetzt sind, die aber bisher
noch nie für die Uebersetzungen ein Honorar erhalten hat, mit
Ausnahme derer, welche in Holland erschienen sind. —

7 Kiel. Professor v. Treitschke hat den Ruf an die
Stelle Häufser's nach Heidelberg angenommen und ver—
ält demnach mit Ende des Sommersemesters die Kieler Uni⸗
versität. —*

Zur Erinnerung an die Pariser Fürsten—
besuche. Im Hotel de Ville zu Paris (dem Stadthaus) sollen
auf Anregung des Seinepräfecten Baron Häußmann die Büsten
aller Souveraͤne zur Aufftellung kommen, welche den Kaiser Napo⸗
leon III. seit seiner Thronbesteigung besucht haben. Wie man
zenken kann, hat der heurige Sommer, mit seinen massenhaften
Fürstenvisiten die Anregung zu dieser Idee gegeben. Unter An—
derem ist auch nach Muͤnchen die Bitte um den Gypsabguß einer
Büste des verstorbenen Königs Maximilian II. von Bayern er—
zangen und hat demnach der jetzt regierende König beim Bild—
Jauer Zumbusch eine Marmorbüste seines Vaters für das Pariser
Stadthaus bestellt.

pP Paris, 25. Juli. Bis jetzt scheint geringe Aussicht auf
eine Herabsetzung des Eintrittspreises für die Ausstellung an ge—
wissen Tagen und zum Besten der arbeitenden Classen zu sein.
Staatsminister Rouher hat auf Anfrage der Herren Ganier-Pa—
géss und Jul. Simon in. der Kammer erklärt, daß die Eintritts—
und Abonnementsgelder bis jetzt 4,500,000 eingebracht haben,
während abgesehen von den 12 Miilionen, welche Staat und
Stadt zu gleichen Theilen bewilligt haben, die Commission bereits
12 Millionen, mit Einschluß der von Privaten vorgeschossenenen
8 Millionen verausgabt hat. Wenn sich alfo die Einnahmen ver—
doppeln und der Wiederverkauf des Materials 3 Millionen ein⸗
hringt, so kann die Commission zu ihrem Gelde kommen. Von
den zum Theil sehr bedeutenden Pacht und Miethgeldern, welche
die. Commission einzuziehen versteht, war in der Vilanz des Herrn
souher weniger die Rede.

— Ein höherer Beamter des Pariser Credit-Foncier ist am
22. verhaftet und nach Mazas gebracht worden; er hat Werth—
papiere unterschlagen.. — .*

4 Ein Engländer hat sich zur Aufgabe gesetzt, in einem
        <pb n="354" />
        vinzigen Schiffchen die Don a u von ihrem Ursprunge bei Donau- geschmeide für 25,000 Pfd. Sterl, Wer die Glückliche sein soll,
eschingen bis zu ihrer Mündung in's schwarze Meer zu befahren; der dieser prachtvolle Schmuck zugedacht, ist bis jetzt noch Ge—
am 24. d. war er mit seiner Fahrt bis Ulm gekommen. heinnte * — b * q— bamn r
In Darmstadt wurden dieser Tage zwei Fuhrleute zu/ ie nordamerikanische Fregatte „Sacramento“ ist auf
4 8* ð Tagen A rest wegen —E— 8 dub ele Wege nach Calcutta bei Musulipatam gescheitert.
derurtheilt. Derselbe, ein geborner Darmstädter, hatte nämlich im Landwirthschaftliches. ———
borigen Jahre den wenige Tage nach den für die Hessen so un!“ Für Hausfranue u Sehrboft hört man die Kkage,
zlücklichen Gefechten von Frohnhofen und Laufach in Darmstadt daß die zum Rahmen hingesetzte Milch nicht vollkommen ang—
einrückenden Preußen Mittheilungen über die Stellungen der heffi⸗ rahmt, daß sich vielmehr ein großer Theil der Fettkügelchen mit
schen Truppen gemacht und Aeußerungen gethan, wie: es wäre zu dem Käsestoff mischt und so einen vortrefflichen Handtäfe bilben
wünschen, daß einige Tausend Preußen in Darmstadt einrücten, hilft, aber den Erids für Butter wesentlich sch m ä hert. Es dürfte
um dem Schwindel ein Ende zu machen u. s. w. was die durch den Hausfrauen nicht uninterressant fein, einen Hauptgrund ken
die vorhergegangenen Ereignisse schon im höchsten Grade er— ngen zuslernen, der diese unvollkommene Rahmausscheidung veranlaßt,
regten Gemüther derart gegen Dr. Wolff aufbrachte, daß derselbe sowie ein Mittel zu erfahren, das geeignet ist, diesem Umstande
von den sich versammelten Neugierigen überfallen und übel zuge. zu begegnen. — Erfahrungsmäßig ist die Milch der Kühe, welche
richtet wurde. Gegen Wolff wurde die Anklage wegen Landes, sahe am Trocdenstehen sich befinden, also hochträchtig sind, wem
verrath erhoben, die Untersuchung jedoch gemäß der Bestimmungen ger süß, als die Milch der frischmelkenden Kühe. Es rührt die—
des hessischepreußischen Friedensvertrages niedergeschlagen; derselbe es natürlich von dem Mangel an Milchzucker her, der manchmal
war jedoch nicht der Ansicht, daß seinen Angreifern gleiche Bee 5 auffallend ist, daß die Milch geradezu einen bitterlichen Ge—
rücksichtigung gebühre, und machte gegen dieselbe eine Anklage shmack hat. Es sollte daher ais eine Hauptregel gelten, die Milch
vegen Korperverletzung anhängig, in deren Folge die Beklagten her frischmelkenden und der altmelkenden Kühe nicht, wie es noch
unter Rücksichtnahme auf die herausfordernde Haltung des Klägers, „ielfach geschieht, zu sa mmenzusschütten, um sie gemifcht
den die öffentliche Verhandlung in keinem sehr guͤnstigen Lichte -ahmen zu lassen, disehmeh r'soblte man die Milsch der
erscheinen ließ, zu der obigen erwähnten geringen Strafe verurtheilt pochträchtigen Kühe für sich allein raähmen lafs-—
vurden. Große Heiterkeit erregte während der Verhandlungen die en. Da aber die vollkommene oder unvollkommenere Rahmaus⸗
Aeußerung eines der Angeklagten, welcher auf Befragen, ob er scheidung auch mit dem Gehalte an Jucke r im Zusommenhange
einen Stock gehabt, in ächt Darmstädter Dialect, indem er seine teht, so ist einpfohlen worden, der zum Rahmen ausgesetzten Milch
mächtige Hand zeigte, antwortete: „Wenn ich an haache will, dann altmelkender Kühe per Topf eine Messerspitze voll fein gepul—
hrach ich kan Stock.“ perten Zucker zuzusetzen. Mit diesem Mittel angestellte Ver—
fLondon, 22. Juli. Der Vicekönig von Egypten erstand suche haben überraschend günstige Resultade geliefert und verdie—
vor seiner Abreise bei einem hiesigen Juwelier ein Diamant-Hals- nen daher die allgemeinste Beachtung.
Hausversteigerung.

Samstag den 10. Augnst 1867, Nach—
nitttags 2 Uhr, zu St. Ingbert im
Wirthshause von Johann Best, Bäcker,
wird das zum Nachlasse des dahier ver—
lebten Ketienschmiedes Johann Joseph
Best gehörige, der Kohlenhalde gegenüber
iiegende Wohnhaus in den Bruchrechgärten
nebst einem zu Arbeiterwohnungen einge—
richteten Hintergebäude mit 14 Zimmern,
nebst Hof und Garten neben Johann
Best und Catharina Menges auf sechsjäh—
rige Zahltermine in Eigenthum versteigert.

Horn, kgl. Notar.
Mobilienversteierung.

Montag den 5. August 1867, Vormit⸗
tags 10 Uhr werden zu Niederwürzbach vor
der Wohnung des Joseph Schaller,

Kaufmann, durch den unterzeichneten kgl.

Gerichtsboten nachbezeichnete Mobiliareffec—

sen und Felderzeugnisse öffentlich an den

Meistbietenden gegen gleichbare Zahlung

zwangsweise versteigert, als:

1. Dreißig Stücke Siamois von verschie⸗
dener Größe und Farbe, circa 150
Ellen enthaltend;

2. Vierzehn Stücke baumwollene Hosen⸗
‚euge von verschiedener Farbe, circa 210
Ellen enthaltend;
Zwölf Stücke wollene Tücher von ver—
schiedener Farbe, circa 120 Ellen ent⸗
haltend;
Sechs Stücke Baumwollbiber von ber⸗
schiedener Farbe, circa 150 Ellen ent⸗
haltend;

». Vier Stücke halbwollene Hosenzeuge von
nerschiedener Farbe, circa 80 Ellen ent⸗
valtend;

Fünf Stücke Kattun von ver chiedener
Farbe, circa 100 Ellen enthaltend;

7. Zwei Stücke leinene Hosenzeuge von
zrauer Farbe, circa 60 Ellen enthaltend;
Drei Stücke Barchemt geütrcift von der⸗
schiedener Größe, circa 73 Ellen ent⸗
haltend:
——

9. Zwölf Stücke Halbleinen von verschie—
dener Farbe, circa hundert Ellen ent⸗
haltend;

0. Fünf Stücke weißes Baumwolltuch circa
100 Elle enthaltend;

11. Zwei Stücke blauer Kittelzeug, circa
50 Ellen enthalten; ———

12. Circa vierzig Pfunde Wolle von ver⸗
schiedener Farbe; ferner:

3. Die Kartoffeln auf circa 34 Dezima⸗
len Acker neben Johann Hautz und Ge⸗
meindeweg auf den, Wacken, Niederwürz⸗
bacher Bann;

1. Die Erbsen auf circa 87 Dezimalen
Acker am Thalberg neben Friedrich Wen⸗
del und. Joseph Foos, Niederwürz⸗
bacher Bann. V
Blieskastel den 27. Juli 1867

Doer kyel. Gerichtsbotte

Faßbender.

Zu verkaufen, ein zwei⸗
zähriger gut dressirter

iihnerhuncd bei

Förster Degel.

Bhilippsburg bei Niedermürzbach.

2 tüchtige Glasergesellen
können dauernde Beschäfti—
gung haben bei

—E —
Glasermeister im Mühleneck.
Annoncee

Bank-⸗ und Wechsel⸗Geschäft
bvon Gebr. Pfei fser in Frankfurt a. M.

Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An⸗ und Verkauf aller Arten Staats—
dapiere, Aulehensloose, Eisenbahn⸗,, Bank⸗
und industriellen Actien, Incasso von Cou—
yons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu
ächerung prompter und reeller Bedienung

Provision 1 per wille ohne
segliche sonstige Spesen.

— — — —
T Eine fast noch neue Bäckerback
mulde ist zu verkaufen bi
BHeinrich Stief, Bäcer.
Theater in St. Ingbert.
Direktion von August Schroth.
Bei. aufgehobenem Abonnement.)
Mittwoch den 81. Juli 1867.

Im Saale des Herrn Ober hauser.
Tunn Benefiee für Caroline
80hr h.
Unter gefälliger Mitwirkung mehrerer
. Musikfreunde. I
Zum Erstenmal e.

*05 —X
Die Waise
und
Der Märdler.
Großes Melodrama in 8 Aufzügen nad
dem Französischen des Frederic von
J. E. Castelli.
Musik vom Hofkapellmeister Lachner.
Worms den 26. Juli.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. — kr.
bis 16 fl. 20 kr. Roggen 12 fl. 30 kr.
bis 13 fl. — kr. Gerste — fl. — kr.
bis — fl. — tr. per 100 Kilo., Hafer
5 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 13 fl. 80 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 13 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß — fl. — kr.
bis — fl. — kr. Blumenmehl. 17 fl. — kr.
bis — fi. — kr. per 70 Kilo., Reps
16 fl. 15 kr. bis — fi. — kr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. 30 kr. bis
23 fl. — kr. Leinöhl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnol ohne
Faß 42 fl. — kr. bis 46 fl. — r. per
50 Kilo. Repskuchen 68 fl. — kr. bis
7 fl. — kr. Branntwein 34 fl. — h
his — fl. — kr
Pedaktion Druck und Verlag von F X. Demek in St. Inabert.
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der „St. Ingberter Anzeige r““mit sinemUnterhaltungsblatte erscheint wöchentlich vreitnal n Biens tag, Donnerstaäͤg
ind Samstag, Abonnementspreis pierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr.die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.!u ehe
* 8* — — — — — — —
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Nro. 91. Donnerstag, den L. August n 1867.
—— MB2—2—“— —‘⏑—————7— 222u02-0-,- — — — —
Deutschland.

St. Ingbert, 81. Juli. Unter Bezugnahme auf die der
Frkf. Ztg. entnommene Correspondenz über die Abänderung der
hodewils⸗Gewehre in Nr. 89 ds. Blits. bringen wir im Interesse
einer unpartheiischen Behandlung und Beurtheilung der Sache
nachstehenden Artikel der , Bayer. Ztg.“ 7

Munchen, 26. Juli. Seitdem vor etwan8 Tagen in der
Augsburger Allgemeinen Jeitung“ hiezu das Signalgegeben
vurde, macht sich die Presse des In⸗ und Auslandes mit einem
kifer über das auf Hinterladung abgeänderte bayerische Infanterie—
Bewehr her, mit einer Einstimmigkeit in dessen Beurtheilung, daß
dem guten steuerzahlenden Publikum ganz bange bei dem Geschrei
werden möchte. Was soll man denken, wenn man jene hochgehen⸗
den Ergießungen über hinausgeworfene Millionen, vergeudete Schweiß⸗
iropfen des Landes, über! unbegreifliche Kurzsichtigkeit, ja geradezu
Gewissenlosigkaͤt und Ministeranklage ec. hört, min welchen in jetzt
schon sblich gewordener Sprache die bayerische Verwaltung dafür
—
riner amerikanischen Fabrik um 4 Millionen neue unbewährte Ge⸗
wehre bestellt, oder um nicht viel weniger von der preußischen Re—
gierung alte Zündnadelgewehre gekauft, sondern ihre guten Pode⸗
wilsvorderlader um 8fi. per Stück innerhalb' 10 Monaten in
recht practische Hinterlader abgeändert hat- so daß die bayerische
Armee jetzt doch solche wirklich besitzt. Diese sind: wenigstens ge⸗
rade so gut, in vielen Stücken befser, als: die Zündnadelgewehre,
genügen dem Bedürfnisse des Augenblickes, wenn es heute zu einem.
dampfe kommen sollte, jedem Feinde gegenüber, und machen die
eudgiltige Wahl eines nenen Hinterladungsgewehres ohne Drang
nn der Zeit mit derjenigen prüfenden Ruhe und Sorgfalt möglich
wvelche die täglich noch auftauchenden Verbesserungen auf diesem
Bebiete erfordern, damit nicht eiwa wirklich „Millionen“ hinaus—
geworfen werden: zumal auch der norddeutsche Bund in thunlichster
Zälde ein neueres und befsseres Gewehr, als die Nadelzünder, an⸗
nehmen wird, und dann wit Bayern doch wohl nicht wieder etwas
mderes „Appartes“ vorneweg würden haben sollen. Wie begrün⸗
det oder vielmehr ungegruͤndet alle jene Vorwürfe seien, die
in dieser Richtung und gegen das bei der Abänderung des Pode—
vils⸗ Gewehrs angenommene System erhoben wurden, das er⸗
zrtert ein in der heutigen Nummer der „Augsburger Allgemeinen
Jeitung? erschienener laͤngerer Artikel — eine Erwiderung des Ein⸗
jangs erwähnten — so ausführlich, daß wir uns nur in Wieder⸗
holungen ergehen müßten, wenn wir darüber noch Erörterungen
oflegen wollien, auf den wir daher lediglich verweisen wollen. Nach
alledem wird man sich aber fragen, was denn die Veranlassung
u diesen heftigen Angriffen habe bieten können; etwas müsse denn
zoch zu Grunde liegen. Natürlich liegt etwas zu Grunde, wenn's
zuch eben nichts Bedeutendes ist, woruͤber sich auszulasson der an⸗
zezogene Artikel in der „Allgemeinen Zeitung“ wohl keine Ver⸗
mlassung hatte, da dort der Angriff nur gegen das System als
solches gerichtet war. Die Abänderung auf Hinterladung mußte
hne Zeitverlust ausgeführt werden, wenn unsere Armee bis zum
jeurigen Sommer / solche haben, und falls bis dahin es wieder
'os ginge, nicht noch einmal der Ladstock regieren jollte. Da hieß
es denn alle Hände rühren; 100,000 Gewehre sind nicht so schnell
auch nur abgeändert. Da haben alle Fabrilen und Büchsenmacher
zusammenhelfen müssen und fast ein Jahr dazu gebraucht. Wie
e8 denn aber bei Massenarbeit immer geht, wird manchmal im
Accord auch etwas oberflächlich gearbeitet — die Franzosen haben
mn ihren Chafsepots schon das Nämliche erfahren — und so ist
es denn hie und da auch bei diesen Abänderungen gegangen. In
Folge dessen werden nach geschehener, Beschießung — und es
nüssen alle 100,000 Stuͤcke beschossen werden, damit seinerzeit
alle feldtüchtig seien — mannigfache Reparaturen in einzelnen
Dingen nöthig, die alle auf das System keinen Bezug haben,
neist leicht bei den Regimentern selbst vorgenommen werden
und den bestandenen Fehler gründlich beseitigen. Ferner haben
die hlinden Erercierpatwnen — nicht so die icharfen, von denen

—
unter tausend Stücken käum “itte versagt —wegen des manchmal
oerwendeten schlechten Papiers “ nicht, immer. entsprochen — und
das ist umter Umständen, wi sie hier obwalten schon genug —
iber ncht genug, um uns jene Pteßerscheinungen zu erklären. Den
Truppen aber nmiöchten wir den wohlgemeinten Rath geben, sich das
jerechtfertigte· Vertzauen zu ihrer guten Waffe nicht. uutergraben
Aus der Pfalz, 27. Inli.“ Die“ Vayer. Ztg.“vernimmt,
aß während der diesjahrigen Herbstwaffenübungen ijn! der Nähe
on Zweibrüken ein Lager abgehalten werden sosl. zu welchem
der Prinz Otivenals Inhaberdes 83. Chevaurxiegerregiments zu
Anfang des Monats Augiüst in Zweibrücken eintreffen wird.
Muün chen, 24. Juli. Rach anger Berathunghat vder
Sottalaussich uß uͤber die Hefralh 8 frag e entschioben.
Der Kolb'sche Antrag ward zwar mit allen Stimmen“ gegen'die
oer beiden pfälzischen Abgeordneten verworfen, gleichzeitig aber die
Inmöglichkeit anerkannt, das, für diesseits angenommene System
uch in der Provinz jenseits bes Rheins einzuführen. Selbst von
SZeiten des königlichen Staatsministers des un ward schließ⸗
ich die bestimmte Erklärnng abgegeben, daß er einer Ausnahme-
tellung der Pfal z, wonach dieselbe durch die Bestimmungen
iber Verheirathung mischt berührt werden solle, nicht weiter ent⸗
egentreten wolle.“ Es- ist sohin ein entsprechender Antrag am
Schluß des Gesetzes zu gewärtigen. Die Vorschläge des Abgeord—
neten Brater werden sonach“ die Grundlage der für diesseits zu
reffenden Bestimmungen bilden. Dieselben! beruhen,“ ebenso wie
die Regierungsvorschlaͤge und die Modificationsanträge des Refe—
erenten Fischer, auf einem Controlverfahren, nach welchem Jeder⸗
nann zur Verehelichung thatsächlich einer, allerdings nur in ein⸗
elnen Fällen zu verweigernden obrigkeitlichen Erlaubniß bedarf
der Ausdruck ist indeß vermieden). — Anerkannt ward aber ohne
rgend einen bestimmten Widerspruch, daß die pfähzische Ein—
richtung weitaus die vorzüglaächere seiz auch hatte der An⸗
ragstesller Kolb seinen Vorschlag mit statistischen Thatsachen um—
'assend begründet. Ullein die Majorität ging von der Ansicht
mis, die Annahme jenes Antrags würde zugleich die Einführung
»er Civilehe sofort nothwendig machen (was allerdings der
Fall) und dies sei nun unter den obwaltenden Verhältnissen nicht
ofort durchführbar, besonders im Hinblick auf die verschiedenarti⸗
zen Civilgeseßgebungen, welche in Bayern noch beständen.
Muüuünchen, 26. Juli. Der pfälzische Abgeordnete v.
Soher stellte heute im Socialgesetzgebungs⸗Ausschuß den Antrag,
ils Schlußartikel dem Verehelichungsgeseg beizufügen:
„Die in vorstehendem Artikel a bis . aufgeführten gesetz-
ichen Bestimmungen treten für die dießrheinischen bayerischen Pro—
zinzen in Kraft; die gesetzlichen bisherigen Einrichtungen bezüglich
der Verehelichung in der Pfalz bleiben unverändert.“
München, 28. Juli.“ Die Bayer. Ztig. schreibt: Se.
Maj. der König kommt morgen Abend von Paris hier an, und
vird der am Dienstag Nachmittag 4 Uhr stattfindenden feierlichen
Bestattung des höchstseligen Königs Otto von Griechenland bei⸗—
vohnen. Die Leiche, welche heute in der Schloßlapelle zu Bam⸗
herg ausgestellt war, wird durch den Obersthofmarschall Frhrn.
». Malsen, den Generaladjutanten Grafen Pappenheim, die k.
dämmerer Frhrn. v. Garinger und Graf Seyssel und den k.
7ammerjunker Grafen Pocci hieher geleitet, welche sich zu diesem
zweck morgen nach Bamberg begeben. Am Mittwoch Vormittag
L Uhr wird das Traueramt abgehalten.
Wegen des Ablebens des Königs von Griechen⸗-
and wurde eine vierwöchentliche Hoftrauer angeordnet.
—München, 29. Juli. Hier umlaufenden Gerüchten gegen
iber versichert man, daß König Ludwig J. in Leopoldskron
ich ungestoͤrter Gesundheit erfreut. Der regierende König wird
zeute Abend hier eintreffen. — Nach der „Wochenschr. der Fort⸗
chrittspartei“ wird es dem Socialausschuß kaum möglich sein,
eine Gesetzgebungsarbeit noch vor dem Zusammentritt des Land⸗
ages zu vollenden.
        <pb n="356" />
        Bamberg, 28 Juli. Die Stunden des Konigs
Ditt o schreibt Ran dem, „Nürnberger Chrresp.“. von hier, wg
en bei der Arzftigen Constitution desselben mit Rinem schweren
A3 Aerhunden; doche wag bereits Nachmittags 3Uhr
—B Kurz vorher“ hate ber König“ noch
eine Tasse Boui genonmen*was die Umgebung als günstiges
Zeichen deuten wollte. Abends Punkt 694 Uhr verschied der
önig in den Armen seiner Gemahlin, welche nicht vom Kranken⸗
lager gewichen war. Nachdem er vollendet hatte, brach auch die
Nonigin, von Schmerz überwältigt, zusammen, Es. war eine
herzzerreißende Scene. Als die Domglocken zu ungewohuter Ta—⸗
re ertonten, um die Trauerbotschaft zu verkünden. entstand
AIgtmemes Wehklagen in der Stadt, denn die, Außerordentliche
e die freundliche Herablassung und der hohe Wohlthätig-
eitssiun des Verstorbenen hatten ihm alle Herzen gewonnen. Aus
der Schweiz. wo sich Prinz Elimar, von Oldenburg, der Neffe
Dito's befindet, ist die Rachricht angelangt, daß auch beĩ diesem
die, Masern ausgebrochen seien,“ Beide hohe Herren sollen in
Bremen pder Lübeck mit einem au den Masern Erkrankten zufällig
zusammengetroffen und daxüber pon Ekel ergriffen worden sein.
uttgart, 26. Julz. Der König hat den Kronprin
zen der Franzosen“ unter die Großkreuze des Ordens der Würt⸗
temhergischen Krone aufgenommen ,
Hanmond er,24.. Julj. Ueher die Vorgänge, welche dit
helanntlich jetzt pon der Marienburg niach Hietzing übergesiedelte
Königin Marie von Hannover zu diesem Entschluß führten, wird
folgendes erzählt. Der Generalgouverneur habe am Mittwoch an
den dienstthnenden. Kammerherrn der Königin geschrieben, daß
wenn dieselbe am 19. d. nicht abgereist sei, die früher angekün—
digten Maßregeln, Entfernung des jetzigen pud Zuordn ung, eines
preußischen Hofstaates, zur“ Ausfuͤhriing, Jommen würden; die
Landesvermeisung des Gefolges der Königin sollte dann binnen
drei Tagen eintreten, Die Königin habe erwiedert, sie habe an
die Ausführung jenet Maßregel nicht geglaubt, wolle und könne
die Gastfreundschaft des Königs von Preußen in ihrem Privat⸗
eigenthum ie e wolle deßhalb, der gedrohten Ge—
walt weichend, ihr Schloß verlassen, die, Reiseporkehruͤngen wür
den jhr aher erst Anfangs der anderen, Wochen die Ahreise mög⸗
lich macheü. Dieselbe ist gun, gestern erfolgt,
chweexing 28. Juli. Dem Baurgth Demmler, dessen
wiederholtes Gesuch um Gestattung. einer Wahlversammlung ab⸗
schlaglich beschieden wurde, jst jetzt die Erlgubniß zur Abhaltung
riner Persammlung inSachendesinternationalen Friedenscon⸗
gresses gewährt. Für Mecklenburgist das schon ein Großeß.
Eingewirkt, auf die Entscheidung der Regierung hat vielleicht. die
Taktik Hemmler's der zur Begründung seines Gesuchsein paar
Bibelstellen citixteEx sagt im der Petition on dem Hongresse:
. uIiteja derselbe gerichtet quf die endliche Wexwirklichung der
ansterblichen Worte des Propheten Mijscha: Cah. A, Vers 3. und
4(nom Reich „Christi) die da. an der heiligen Schrift lauten?1
n Erwird ginteren großen Böllerne richten zundn chiele Heiden
7strafenin. fernen Länderna Sit werden ihre, Schwerter zu
nn Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen.GEs, wird
Ate kein Volk wider das andere ein Schhert, anfheben iid wer
den nicht mehr; kriegen lexnenee uι je
4. Ein Jeglicher wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum
iewohnen whne Scheu; Denm der Mundn des Herrn Zehaoth
hzhat es geredet mο blunee e
Bexshin, 29. Juki. Esz ist dis Rede von einem Austritt
de Geh. Raths von Savignh aus dem Staatsdienst. Als Grund
wird angegeben, derjelhe hellage sich über exlittene Zurücksetzung
:1. Köhn. A71 Julin Rach ariser Berichten! der Koöluischen
Zeitung stüunden Veränderungeil' im Franzöfischen: Ministertum be
vor und würde das Staatsministeriumganz aufgehoben.“ je
Wisemn MN. Juli.“ Der Sur brasm ist um 7 Uhr Mortgens
hier eingetroffen und wurde vom Zuiser und den Erzherzogen am
Bahnhofe mpfangen.' Dieaisetlichen / Garden und das Militär
hildeten Shpalter bise in⸗ das Lustschkoße Schönbrunn, woselbstder
Sulltan:abstieg. ν ulur u ————
u Weren, Isẽ Juli. Seildein die KönitinverBelgiebetnihr
erste Zuschiimentunft mite her Kaiferin⸗ Chariotté' hatte/* herläß
die Letztere sicht mehr · ihr · Wohnzimmer! und detweigertiuin höhe
tem Grade die Annahmé von Nahrung Als? mam iht zum rsten
male den Vorfchlag machte, much“ Brüssel zu übersiedeln, antwori
jete sie energischee ‚Hier erwarte ich meinen Mat und wenn“? ich
uvoch 40: Jahre warten müßten Vometragischen ⸗/Ende des Kai⸗
sers aift ihr noch nichts bekannt.,: Als DirectorMiedel. von der
ungkücklichen Kranten Abschied nahm,' sagte sie ihm n20.Leben sie
wohlzSiensind glücklichen dann Sie können zu Ihrer Familie zu—
rückehrene“n ADie Komigiur der Belgier weilt anTriest und ge⸗
dentt die Kaiserinnnach Brüssel zu begleiten,“ wozu⸗“aberbie
»tzt norch wenia Anssicht vorhanden ist 64.7

419

Die Insurrection auf Cret a scheint factisch erloschen zu sein
M die englischen Journale messen“ den Siegesberichten Omer
hashans voten Glanden hein üm so gehr irin jert de de
uͤber das Schidsal der Vesiegten in den Vordergrundes Der „Dau—
Telegre ph“ vwiederholt“ semne Ueberzeugung, Vaß die Vreker eine
locale Selbstregieruͤg Aus der Hand des Sultans erhalten win—
den. Soweit geht die „Times“ in ihren Hoffnungen nicht. Aber
sie zollt dem von der Handvoll Insurgenten bewiesenen Heroismus
alle Anerkenaung.“ Die englische Regierung habe zwar den Feld—
zug der Türken nicht durch eine diplomatische Action unterbrechen
moͤgen, welche den Aufstand direck ermuthigt und verlängert haben
würde, aber sie dürfe jetzt mit Fug und Recht einschreiten, um
den Flüchtigen⸗pas Recht zur Heimkehr und die Abssellung. der
Beschwerden zu“ erwirken, welche der Grund oder Vorwand des
Aufstandes gewesen sein mögen.“ Diẽ Lage der Besiegten sowohl
daheim wie im Auslande sei eine höchst jammervolle und verdient
alle mögliche Linderung. Die Creter fien am Ende doch Christen
und dürften von ihren Glaäubensgenossen nicht verlassen werden.
Wien,“ 30.“ Juli.“ Das heutige Abendblatt der „Presse“
neldet:Es bestätigt sich, daß der Kaiser Napoleon am 7.
August nicht nach⸗ Ffchl, sondern“nach: Sall z baur g kommt. —
Der Sultan wohnte heute dem durch das Pioniercorps aus⸗
geführten Brückenschlage über die Donam-bei.“ Nachmittags fand
jroße Hoftafel zu Schönbrunn,“darnach Fahrt in den Prater und
cchließlich Besuch des Vorstadtiheaters statt. ——
——
Fraukreich. n e
ePaarr is 26. Julien Der Patrie“. gehen Privatnachrichten
nus Mout zu, denen gufolge General Dumont, sehr befriedigt von
vem Resultate seiner Mission, nach Frankreich zurückzukehren und
Sonntagoder Montag wieder sein Kommando der ersten Infan
teriez Dibision von Lyon Abernehmen wird —Die „Epoque?
vill: wissen/ daß der⸗Minister des Auswärtigen die Kopie der
dänischen Note an⸗Preußen exhalten hat, worin die von Preußen
zeforderten Garantieen zurückgemiesen, jund Alsen und Düppel be—
ansprucht werden. ne 7
ec Piaxzi s, 27. Juliz Der Abend-Moniteur sagt heute, es
sei demberlinet Cabinet keine Note, weder über die schleswigsche
Affaire,! nyhH übernir zend eineandere Frage⸗-weder überreicht
noch borgelesen/ worden: Es sollen aber.was der Moniteur nicht
sagt,: mündliche Erörterungen Statt gefunden haben, welche zu
den Artikeln der berliner Blätter Anlaß gegeben. — UNeber den
augenblicklichen Aufenthalt der Kaiserin erführt man nichts Be—
timmtes: ι_ι —BVVVV — — *
rarigs, A7 Julienn Der,Moniteur“schreibt: „Mehrere
Zeitungen in Preußen, Frankreich und im Auslande stellen als
ganz bestimmt perschiedene Behauptungen auf, »welche geeignet sind,
Unruhe: und Beängstigung in die Bewegungen des Handels und
der Industrie zu bbringen.Beharrlich betont man, daß unsere iu⸗
ternationalen Beziehungen gespannt seien nind dazu berechtigen, einen
mehr vder minder wach an Confbisert vorherzuahnen. Um dieje
Angaben wahrfchemlich zutn machen, meldet man die Formation
zweier Lager nnd dit Vorbereitzmgen zu, militärischer Action,, und
daßodie Stärke der Armee in der Zahl aufrecht zerhalten worden
ei, welche sie⸗gegen Ende April hatte. Diese Gerüchte sind gruud—
sos sie dönnen aͤhren Ursprung und ihre Verbreitung mur genom⸗
men haben nus⸗feindjeligen Leidenschaften, eigennütßiger Specu
lation⸗· und/ einex bedornrlichen Weichtgläubigkeit. Wahrheit isi
daß die Regierung sich 7porleiner diplvmatischen Fragen hefindet,
welche ihre friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu den
verschiedenen Mächtem breinträchtigen könnte.“ Das; Cabinet, von
Florenz hat die räftigsten Maßregeln ergriffen, um die Grenzen
des Kirchenstaates gegen alle Angriffe zu nschützen. Die Conpen-
tion vom 151 Sopturnwirde durxchaus zur Ausführung kommen.
HKein neues Lagen: wird errichtet.“ Die Klassen von 1860-6
sind.woslsiemdig mach Haufe xntlassen. »Seit dem I. Juni besteht
die active Armee: murr aus den: wier Contingentent 1862 - 63 -
—DD
stellt werden,Aber die Regierimg boabsichtigt, tum dieselbe, Zeit die
Klasser bon 18620nach Hause zu entlassen.Imn der exsten Hälfte
des Sepiember wird rdie Armeen also, gerade wie getzt, bier Mlassen
von sieben enthaltend Der Effectivbestand der Pferde ist exheblich
gewuchsent in Folge vpon Antäufen im Monat April, aber der
Kriegsminister hata bestimmt,r daß . BO, O00- Pferde den Land⸗
wirthenzur⸗Bennzung uübergeben werden. Die Regierung hat
das Vertrauenudvaß wDitfe so bestimmie Erklärumg die Unruhe zer⸗
streuen wird, welche: sich dernüffentlichen Meinnung: hätte bemächti⸗
gen önnen.ih uαν äen ure e ee
3 iut DienKurisserriienehat, mit chrer Küstenfahrt Unglück, und
in Folge: des sichlechten⸗⸗Weiters ist igre heute mach Paris zurüsch
gekehrt. nιια Fl eei na d —
Purr⸗ies, AB.aJull. AIm isSenat fetzter gestern Abend Baron
Dubin die historische Vemangenheit Prreatßens aukeinander und
        <pb n="357" />
        r
tk
y
e
r
3

agte? Preusßen hat den ¶deutschen. Nordbund gegründet, welcher
Frankreich gegenüber eine offensi ve (angreifende) Tendenz
saln Der Reduer, constatixte den «Ehrgeiz der preußischen Regie⸗
ng und sagte: „er glaube micht, daß Preußen jetzt stehen!
leiben: werde, er hoffe aber, daß ein Moment kommen werde,
———— zu
ejchworen, siche vereinigen und das preußische Reich zur Annahme
uassiger Verhältnisse nit hä gen werden. —
Paris. 29, Juti. Der Messager franco-americain“ zeigt
us Reexiebr an, daß : Herr Dand, der französische Gesandte, wiri⸗
ichJam: 270. Juni benachrichtigt ˖ worden ist, er dürfe unter keinem
yorwand das Land verlassen.Merico habe mit Frankreich we⸗
en deffen Intervention und des Schadens, den diese an. Men⸗
henleben: und an Eigenthum dem Lande zugefügt, abzurechnen.
die merxieanische Regierung werde aiso, wenn ihr nicht sofort Ge⸗
rugthunng; und Entschädigung zu Theil werde, alles Besitzthum
ranzosischer Staatsangehöciger in Mexico mit Beschlag belegen.
Zis dahin würde Herr Dano gefangen bleiben .
Es heißt, daß die heute Morgen veröffentlichte. „Moniteur⸗
Note“ an der Börse einen guten, wenn auch nicht einen allgemein
dewaͤltigenden Eiudruck hervorgebracht habe.
England.

Der „Epoque“ geht aus London die Nachricht zu, daß
die Königin Victoria der' staiserin Eugenie zugesagt habe, incog⸗
its dem' Katser Napoleon (und der Kaiserin einen Besuch zu
machen. ä, ια—

ul tItalien. u
gm Kirchenstaat fand ein Zusammenstoß zwischen den papbst⸗
lichen Gendarmen und den Briganten statt. Diese hatten zwei
Todle und mehrere Verwundete, unter denen det Banden⸗Anführer
Panici. In einem andern Kampfe wurde der berüchtigte Banden⸗
Anführer Ludwig Antirezzi und sein Bruder Thomas sowie zwei
andere Briganden getödtet. —2 —⏑⏑————

Danemark.... 1
Kopenhagen, 27. Juli. Der französische Handelsmi⸗
nister Béhic, ist hier eingetroffen, angeblich in einer politischen
Mission. *

*

Hrika. —A — I

New-York, 25. Juli. Der einbalsamirte Leichnam des
Erkaisers Maxmilian ist nach Berichten aus; Mexico bereits in
Vera⸗Cruz eingetroffen.
aaew York, 26. Juli. Hert Seward hat dem Agenten
SantaAnna's erklaärt, er könne die Freigebung des Generals nicht
berlangen, weil derfelbe eine. kriegerische Bewegung , wegen Me·
rico projectirt habe. Aus Mexico wird berichtet, daß Juarez alle
—— General
Cortina hat den Befehl erhalten, die Rio Grande⸗Linie zu bese⸗
tzenea3 Martmilian hat durch Testament den Wittwen Mejia's und
Mirannn 100,000 Dollars vermacht. 5

Die gegen Maxambianm vorgebrachten Anklagepunkte wa⸗
— Unterzeichnung des
Dekreis vom 3. Okt. 1865; 83) Dekret vom 7. Maärz 1867,
welches die Fortfetzung des Kriegetz mach: der eder
Franzofen anordnete; 4) Einsetzung einer Regentschaft aͤs Ur
gheil des aus aͤcht Offizieren bestohenden Kriegsgerichtes wurde am
14.Juni: Abends gefüllt. .. Senia 7
u DieHimriheung Marimtlinns wurde im Amts
hlatle von Orizaba mit: folgenden Worten bekannt gemucht „Fer⸗
inand Maximilian von Habsburg, Erzherzog von Oesterreich,
Verbündeter Napoleons III. zu dem Zwecke, Merico, seine Unab⸗
hangigkeit, und seine Institutton zu ranben, Usurpator! seiner Sou⸗
heranetat, welcherisich den Kaijertitel beigelegt; durch den Willen
der Mationabgesetzt; durch die rebpublikanischen Streitkräfte zu
Queretaro am 15. Mai 1867 gefangen genommen, dem; Gesetge
gemaß über seine Verbrechen gegen die Unabhängigkejt g
tion gerichtet und durch das betreffende Kriegsgericht zur Todes⸗
itrafe veruͤrtheilt, ist in Queretaro selbst am 19. Juni 1867 um
7 Uhrr Morgens zugleich, mit seinen Ex⸗Generalen Mixamon und
Mejia hingerichtet worden. Friede sciner Asche!“ 13873
.Mormonen.)! In riner an:.den, Moniteur“ gerichteken Cor⸗
Lespondeng aus Rtew Jork, 10. Juli, ist von dei Mormonen, ih⸗
ren gitten Verhältnissen und dem steten Zuwachs, den, sie aus
Mordeuwpa erhalten, die Rede. Der Stenmet IManhatzaͤn, hatt
bot wenigen Tagen erst 400 in England, Wales, J Päuemark,
Schweden und Norwegenneuerworbene Mormonenjumget zu
New-NYork aus Land gesetzt. Die standindvischen Zuztigler ischeie
sen nieistens intelligenter und bemittelter zu sein als die dex bri—
tijchen Infeln Uebrigens scheint eine Spaltung in der Schaat
der Heiligen des jüngsten Tages, deren jetzt über. 100,0001 in
Ideim der Monogamie wieder zuzuneigen beginnt. Wenm einmal

der schon bejahrte Brigham-Young das Zeitliche gesegnet haben
vird, zweifelt man ohnedies stark daran, ob die Sekte unter den
Nachfolgern des Propheten dem mit jedem Tage sich mehrerenden
Zuzuge amerikanischer und deutscher Kolonisten werde widerstehen
ind ihre inunerxe Disziplin, welche gerade ihre Originalität aus—
acht, aufrecht erhalten können

— —
itnn plii'te aWee vim insschtes
neieniser sbanteesren, 2 Julie Heute Morgen nach
3 nhrientsprangen vier Arreftanken aus dem Zuchthause. Drei
derseiben wurden mit Hilfe der Arheiter an der Kammgernshinnerei
vleder:eingefangen, ber vlerte wurde · in einem ·Garten entdeckt
un Germershei m,180. Juli. Gestern wurde auf dem
Erxercierplatze dahier während des Blindfeuerns bei einer Feld⸗
dienstübung der Soldat“ David Gasbrel vom 2. Inf.-Reg.
»urch den Gefreiten Johann Modami erschoffen. Metzterer hatte
invorsichtiger Weise ⸗den Ladstock im Gewehrlaufe stecken lassen.
4 (Aonig Otto vomn Griechenland), Prinz von Bayern, zweiter
Zohn des greisen König Ludwig J. wurde geboren zu Salzburg,
»en 1. Juni⸗ 1815, zumn König von Griechenland erwählt “kraft
der durch die griechische Nation den vermittelnden Großmäüchten
Frankreich, Großbritanien und Rußland) des Londonet Praͤli
ninarvertrags vomG. Juli 1827 übettragenen Gewalt) durch
den zu London am 7. Mai 1832 abgeschlossenen und von dem
Zönige von Bayern am 27. Mai 1832 vatifizirten Vertrag, von
ʒer griechischen Nationalversammlung anerlannt am8. Aug., nahm
die lönigl. Würde an am5-Okt. 1832, bestieg den Thron am—
3. Febr. 1838 unter der ihm zuertheilten Regentschaft; trat die
Regierung, nach erlangter Volljährigkeit, en am Ie Jami 1835,
vermählte sich am 22. Nov. 1836 mit Prinzessin Amalie' (geb.
21. Dec. 1I818), Schwester des jetzt regierenden Großherzogs von
Ildenburg, und beschwor, nachdem er durch einen Militäraufstand
jenöthigt worden war, die mitgebrachten: Deutschen zu entlaffen,
im 18. März 1844 die von der einberufenen-Nationalversamm⸗
ung berathene Verfasfsung. — Am 18. Okl! 18682 hatte König
Dtio mit feiner Gemahlin vine Rundreife durch den Peloponnes
mngetreten. Da brach ein Aufstand; aus, der fich vasch üjbet hueh⸗
ere Stadte verbreitele. Eine provisorische Regierung in Patras
prach die Thronentsetzung des Königs aus. Nuf den Rath der
Kesandten der Großmächte Lenthielt sich derselbe jedes Wiverstan
des und kehrte iam 24. Okt. nach Bayern zurück, ohne indessen
auf seine Ansprüche auf den Thron Griechenlands zu verzichten.
Frbe dieser Ansprüche ist, da die Ehe des Königs Otts kinderlos⸗
blieb, Prinz Adalbert von Bayern, der dieselben jedoch wohl
chwerlich geltend machen wird, schon darum, weildervon der
griechifchen Nationalversammlung im Juni 1864 erwählte König
Hebrgis! Lo zweiter Sohn Des Königs von Dänemark, von allen
Broßmächten anerkannt wurde. vαν V
t Aus Worms wird gemeldet, daß der detzte Stein zum
emnal verjsetzt wurde und daß der Gramitbau mun fertig
7 ut Aßmannshausen wurde eine warme Quelle, entdeckt.
MNan wird dort natürlich sofort ein „Bad“ etablire.
erFraunkfart, 28. Juli. Der „Mainztg.“, wird von
fiet Fokgendis“ mitgetheilt: „Die Zahl der bewilligten und er—
edigten Auswanderungsgesuche hat bereits 400 überschritten,
Die Auswanderung richtel sich meistenz nach der Schweiz. Be⸗
eichnend ist übrigens, daß hauptsächlich seit längerer oder kürze⸗
er Zeit eingewanderte, besonders preußische Familien ihr Bür—
jerrecht aufgeben.“
-Goltfried Kinkel soll in Breslau als Reichstagskandi—
zat aufgestellt wetden, und zwar von den Nationalliberalen, da
hm die, Entschiedenen“ nicht mehr für dollwichtig! erkennen, seit
x die Ansicht aussprach, nur Preußen könne: Ddie Regeneration
Dentschlands durchführen. —9
7 ESchwere Gewitter mit Hagelschlag zogen am 24.
ind 25. über einen großen Theil von Württe mberg und
vernichteten an vielen, vielen Orten den Ernte⸗ und Obstsegen.
.7J Die Erzherzogin Sovphie ist von Salzburg nach
Ischl Abgereist. —U— — * 2
F'In Bomn ist der, sbucd. med. Schäffer an der im Duell
8 Verwundung gestorben. —
. In Wiener und Krazer; Studentenlneipen wurde eine Anzahl
vhu Vlerkrügel“ mit verfänglichen, ja „hochverräthrrischen“ In⸗
hristen tonfianirt und den Staatsanwälten übergeben. —
Der Grafsdon Paris ist am 25. von Brüssel nach
kongiz vireißt ccc
Bieuer Kellnerinnen in Parig.“ Vor einigen Ta⸗
An t eia Aweiter? Transport, bestehend aus 6 Wiener Kellnerinnen
iach Paris abgegangen, unt die, in der Dreherschen Reftauration
Fünf der vor wenigen »Monaten zu aleichem Zwecke dahhs —
        <pb n="358" />
        reisten Mädchen igben ihr Glück bereits gemacht. Eine dersel—⸗
zen, eine geborne Wienerin, dürfte binnen Kurzem ihre Vermäh—
ung mit einem „spanischen“ Grand feiern. Eine Zweite, deren
Vaterland Ungarn ist, wußte das Herz eines der bekanntesten
Männer des Faubourg St. Germain zu fesseln und hat mit
htem Zukünftigen bereits die Hochzeitsreise angetreten. Die schöne
Polin, die gleich, bei ihrem Erscheinen allgemeines Aufsehen er⸗
degte, wohnt seit einem Monat in einer reizenden Villa unweit
Bichy an der Seite eines altadeligen Marquis, der ihre Zukunft
mit einer Verschreibung von 200,000 Francs sicher gestellt hat.
Die vierte der Glücklichen fesselie einen amerikanischen Nabob durch
ihre imposante Gestalt, sie stammt vaus den Throler Bergen und
st seit zwei Wochen durch das Weltmeer von Europa getrennt.
Die Letzte endlich, gleich der erstgenannten ein Wiener Kind, ist
an der Seite eines bekannten Lebemannes und Verehrers des
schönen Geschlechtes, der eben einige Millionen aus der dortigen
Börse gewonnen hatte, in ihre Vaierstadt zurückgekehrt.

FDem Fabrikanten Jul. Brönner in Frankfurt a/M.
vurde ein Gewerbsprivilegium für Bayern auf verbessert kon⸗
truirte Gasbrenner für den Zeitraum von fünf Jahren verliehen.

FIn Siebenbürgen sind in der Nacht des 7. 8⸗—
Juli () drei vom Viehmarkte zu Topanfalva über die Alpe
Bihar heimkehrende Männer in ein großes Schneegestöber gekom;
nen und nebst vielen Stüchen Rindvieh und Schafen — erfro⸗
ten; desgleichen wurden die Leichname von 16. Personen aufge
funden, die vom Jahrmarkte in Syolyva heimkehrten, in Schnee⸗
zestöber geriethen (der Schnee lag⸗2. Fuß hoch und erfroren⸗
nehrere Personen, die wahrscheinlich ebenfalls quf diese Weise ums
Lebell kamen, werden noch vermißt..

Von Southampton trifft die Nachricht über Ankunft eines
nerlwürdigen Fahrzeuges von jenseit des Wassers ein. Es ist
zin Rettungsfloß, nur 24 Fuß laug und 124 Fuß breit, beste⸗
jend aus drei hohlen, an den Enden zugespitzten Chlindern. Se—
geltuch und Bretter bilden die obere Deckung, und das Ganze
erhält durch starkes netzartiges Riemengeflechi groͤßere Festigkeit.

Das Floß trägt zwei Masten und ein wasserdichtes Zelt, gewährt
für zwei Mann Schlafstelle, indessen der dritte die Wache hält.
Fine starke Kiste enthält die Lebensmittel und andere Provisiouen
Der Mann, der als Capitän das kühne Wagniß unternommen,
dieses Gerüste über den Ocean zu steuern heißt John Mikes. Er
var von zwei Gefährten begleitet und legte die Reise in 483 Ta—
jen zurück. Sieben Mal während dieser Zeit' waren die drei
Besellen genöthigt, wegen des stürmischen Wetters beizulegen. Das
etzte Schiff, dem sie vor etwa einer Woche begegneten, schenlle
hnen einen lebendigen Hahn, den sie wohl und munter mit nach
Southampton brachten. Ein leichtes Unwohlsein, das den Capitän
auf zwei Tage unpäßlich machte, abgerechnet, erfreuten sich die drei
die ganze Fahrt über der besten Gesundheit. An Trinkwasser hat
en sie bei der Ankunft noch 30 Gallonen übrig. Auf dem Floße
zefindet fich ein kleineres Fahrzeug, das als Boot benutzt wird
Bemerkenswerth ist, daß die kühnen Seefahrer weder Uhr noch
indere Instrumente bei sich fürten und ihren Cours so zu sagen
iuf's Gerathewohl berechnen mußten.

7 Eine Anzahl der im Eise des weißen Meeres
yerloren geglaubtenSchiffe ist wieder aus dem' Eise flott gewor—
den, so daß die Totalsumme der verlorenen jetzt nicht über — 530
beträgt. — D — ——

T 3

e— Landwirthschaftliches. 8
Rürnber g. (Hopfenbericht.), Aus den meisten, —XXXE
lionsgegenden kommen Klagen über Sturm und Windenwelche
die Hopfenpflanzen mehr oder weniger beschüdigt haben; trotzdem
»immen sämmiliche Nachrichten besonders Böhmens und Bayerns
zarin überein, daß die Ernte eine erfreulichere werden wird, als
die des vorigen Jahres; die Nachrichten aus den Hopfendistrikien
Englands lauten entschieden ungünstiger. Hiesige Preise: verschie
denene Marktwaare 90—95 fl., Altdorfer, Herzbrucker 105 bis
10 fl., Hallertauer 108 2115 fl., Spalter Land 11855 125 fl
LusstichQualitäten 112 —1 18.fl. Elsässer 0— 100 fl., 1868er
nit gutan Mehl 42 - 60 fl. *
Mobilienversteigerung,
Montag den 5. August 1867, Vormit⸗
ags 10 Uhr werden zu Riederwürzbach vor
der Wohnung des Joseph Schaller,
Taufmann, durch den unterzeichneten kgl.
Gerichtsboten nachbezeichnete Mobiliareffee⸗
en und Felderzeugnisse öffentlich an den
Meistbietenden gegen gleichbare Zahlung
wangsweise versteigert, alh
.Dreißig Stücke Siamois von verschie⸗
dener Größe und Farbe, circa 130
Ellen enthaltend/z;;
Vierzehn Stücke baumwollene Hosen⸗
zeuge von verschiedener Farbe, circa 210
Fllen enthaltend; wpe
Zwölf Stücke wollene Tücher von ver—
ichiedener Farbe, circa 120 Ellen ent⸗
daltend;
Sechs Stücke Baumwollbiber von ver—⸗
chiedener Farbe, circa 150 Ellen ent⸗
enn
Vier Stücke halbwollene Hosenzeuge von
oerschiedener Farbe, circa 80 Ellen ent⸗
haltenz
Fünf Stücke Kattun von ver'schiedener
Farbe, circa 100 Ellen enthaltend; Ver f
Zwei Stücke leinene Hosenzeuge von Die ergi teten.
grauer Farbe, circa 60 Ellen enthallend; Lustsbiel in einem: —R
Drei Stücke Barchent gestreift von ver Lussbiel in einem An von Gorner.
schiedener Größe, circa 75 Ellen ent⸗ AD
hdaltenz *
Zwolf Stucke Halbleinen von derschie⸗ Tanzmusik
athe. citca hundert Elen entt ei G. Ianen Ibert
v. Fünf Stücke weißes Baumwolltuch circa CCIXEVTCEIXEGII
— Zu verkaufen, ein zwei⸗
1. Zwei Stücke blauer ittelzeug, circa 7588 14* ,
— — gut dressirter
Circa onung Pfunde Wole von ver- iü hnerhumncdl bei
schiedener Farbe; ferner: 8
3. Die Kartoffelnauf circa 54 Dezima⸗ Förster D e g e l.
len Ader neben Johann Hautz und Ge⸗ Philivpsburg bei Niederwürzbach.

meindeweg auf den

bacher Bann;

14. Die Erbsen auf! circa 837 Dezimalen
Acker am Talberg neben Friedrich Wen⸗
del und Josephe Foos, Niederwürz-
bacher Bann.

Blieskastel den 27. Juli 1867) 4
. Der kal. Gerichtsbote ..
** ⸗añbender.
Theater in St. Ingbert.

I — * ι
Direktion! von August Schroth.
VI. Vorstellung im II. Abonnement,

Freitag den 2. August 1867.

Im Saale des Herrn Oberhauser.

Der Sohm auf Reisen

Wacken, Niederwürz⸗ —F

— — — — Z&amp;&amp;
Samstag den 8. August —
fIar monie
7. . auf der Messe
hei neet J. Feñ.
Eine fast noch neue Bäckerback
mulde ist zu verlaufen ble
Seinrich Stief, Baͤcder.
Mainzer Handkäschen
sind wieder eingetroffen bei
Fritz Panzerbieter.
de Aruchtpreise der Stadt

mn Kaiservlane,e vom 30. Juli.

Weizen 8 fl. 12 krx., Korn 6 fi. 81 kr.
Spelzkern — fl. — ir., Spelz 3 f.
52 kr., Gerste — fl. — kr. Hafer 5fl.
38 kr., Erbsen — fl. — kr. Wicken — fl.
kr., Linsen — fl. — ir. per Zentner.
Brodpreise:/6 Pfd. Kornbrod 29 fr.
3 Pfd. Gemischtbrod 16 kr. und 2Pfo
Weißbrod 16 kr.
rrucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ c. Preise der
Ztadt Zweibrücken vom 1. Augusi.

Weizen 7 fl. 40 fkr. Korn 6 fl. 17 kr
Berste Areihige, — fl. — ir. Gerste4
eihige. — fl. — kr. Spelz 4fl. 584 ir.
⸗„pelztern — fl. — kr., Dinkel — si
kr., Mischfrucht 5fl. 2d kr., Hafer
s fl. 3 kr., Erbsen — fl. kr.Wicden
fl. — kr., Kartoffeln 2fl. — kr. Heu
fl. 12 kr. Stroh Lfl. ic., per
Zentner. Weisbrod 1e Kilogr., 20 x.
kornbrod 3 Kgr. 28 kr., ditio 2 Kgr.
O tr., ditto 1Kgr. 10 kr., Gemischtbrod,
3 Kgr. 84 kr. TPaar Weck, 7. Voth,
2kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 ir.8.
Qual. 16 kr., Kallbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 14 kr. Schweinefleisch 18 ir., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7.kr. ver Liter.
Butter 24 kr., ver Pfum

4

Redaktion Druck und Verlöag von F Demer in St Inabert.
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        Hl. Ingberler Anzeiger.
4 Ae
ee

—V

— —
der „St. JIug berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
imd Samstkag. Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
— — — — — — — — — — — — — E ——
Nro. 92. Samstag, den 8. August 1867.
Deutschland. war eine würdige, der Feier entsprechende, sowie überhaupt die
München, 30. Juli. Granzssische Einmischung Einwohnerschaft Münchens bei dem neuen Todesfall im König⸗
n innereAugelgenheiten' Deufchland 3)7 6Es hause sich sehr theilnahmsvoll erweist. — Das Requiem wurde
tlauet, vaß die franzoͤsische Regierung bei den süddeutschen Ho— geute Vormittags 11 bis 1222 Uhr in der Theatinerkirche abge—
t sehr bestimmen Aenßerungen von Bedenten gegen die dem dalten und haben den kirchlichen Funktionen beigewohnt; der Köe
Zollberein gegebene neue Form vorgegangen sei. Nicht allein, uig, Prinzessin Sophie, Prinz Luitpold, Prinz und Prinzessin
aß die Rekonstruction in Betreff des neuen Stimmverhältnisses Adalbert, die Prinzen Oito, Ludwig und Leopold, die Herzoge
Entscheidung vurch Majoritdisbeschlüsse) angefochten wurde, jene Mar und Kart Theodot und von fremden Herrschaften die Herzoe
Zedenten richteten sich auch speciell gegen den verfassungsmäßigen Un von Modena (Herzogin Adelgunde — Schwester des Königs
e den der Zolverein durch din Hinzutrut eines Fouüpar- Otto), und der Prinz von Otdenburg.
e ahalien. “Va der Zolberein- durchaus den Inlereffen Wies baden, 30. Juti— Um 2. Uhr 45 Minuten traf
uantreichs sorderlich ist, so in der eingelegie Widerspruch nicht Tdnig Wilhelm hier ein und wurde im Bahnhof vom Gemeinde-
I sochuchen Grunden ertlärbar, fondern uur daraus, daß die ath, den Pegierungs. und Militärbehörden empfangen. Er hielt
rauzosische Regierung den Krieg um des Krieges willen, und in u Pferde seinen Einzug in die Stadt, wo ihm an der beim Be⸗
»en politischen Fragen, in welchen sie Preußen jetzt entgegentritt, Jinn der Wilhelmsstraße erbauten Ehrenpforte ein Lorbeerkranz
den Verian sucht.Andernfalls würde sic nach ainer in and Gedicht überreicht murde, während ihm auf dem Zuge durch
Zerlin maßgebenderseits gehegten Ansicht auch nicht so ganz uͤber die Straße aus allen Fenstern Bouquetts zugeworfen wurden.
sehen können, daß das Verhalten Preußens in den Fragen, die An seiner Seite ritt der Regierungspräsident von Diest, hinter
en von Frankreich gegen Preufen aufgeftellten gewissermahen pa- hm folgte die Generalität. Nachdem er in der Wilhems. Allee
allel laufen, eine freundlichere Erwiederung erwarten lassen könute. die dort aufgestellten Truppen inspicirt hatte, hielt er um 3 Uhr
ae in iet ade Kencolle über die Aueführung der Verträge 30 Minuten seinen Einzug ins Schloß, auf dem ganzen Wege
ndn dritter Seue eingeführt werden soll, so konme sie mit glei- nit jubelndem Zuruf begrüßt. Die Stadt ist festlih mit deut⸗
hem Rechte in Sachen der Ausführung, der September: Conden- chen. nassauischen, Bundes. und Stadtfarben geschmüct. 23,
on in Gang gebracht werden, wie sie jetzt in Sachen der Aus- Der König von Preußen wird seine Reise nah Ragaz
führung des Prager Friedens diplomatisch in Szene tritt. Aber Schweiz) am 8. August antreten, sein Aufenthalt daselbst wird.
hreußen ist eßze meht in den Sinn gekommen und es wird ihm is zum 24. August währen.
ee ee Sinn kormen, einesolche Conirolle ͤben zu woi. Kassel, 80. Juli. Die „dessische Morgenzeitung“ enthält
en. Ob die französische Regierung schon weiß, was sie will, das in Telegramm aus Ems von heute, nach welchem der König dem
stwohl noch ziemlich fraglich; aber jedenfalls kann es auf diesem Iberbürgermeister Nebelthau die Versicherung ertheilt. die Maß⸗
Wege zudriuglicher Bevormundung, eines ewigen Harcilirens, regel in der Staatsschatzangelegenheit jei sistirt und eine neue Un⸗
zas einen bewaffneten Frieden und eine vollständige Unsicherheit ersuchung angeordnet,; die Ansprüche des Landes, sagte der König,
Ner Verhalimisse etzeugt, nicht weiter fortgehen. Es ist dem fran- vürden ihre vollste Würdigung finden.
ͤsischen Kaiserreich laut genug gesagt worden, daß die Räumung, Berlin, 29. Juli. Durch Allerh. Bestimmung ist das Mu-
Zuxemburg ein leßter Versuch war, ob man in Frieden mitihm ter für die Flagge der Kriegsmarine des norddeutschen Bundes genehmigt
shen kann Furcht hatien wir schon damals nicht im Mindesten; Lorden. Den Grund der Flagge bildet ein langliches, weißes
Hher was irgend geschehen konnle, um eine ungeheure zwetklose Techteck; dieser Grund ist durch ein schwarzes Hreuz in 4 gleich
Hehzelei zu bermeiden, ist von deutscher Seite geschehen. Man oße Felder getheilt. Wo die Arme zusammentreffen, bildet sich
At dies aber in den Tuilerien mißbecstanden und glaubt, durch forgesetze in rundes, weißes Feld, welches medaillonartig den dreußischen
Dngen und Sioßen einige weilere wohlfetle dipiomatische Vot⸗ Adlet tragt. Drei Felder bleiben weiß; das vierte, links oben,
eeee een daee die mere Gahrung die den neuen Thron nthält die horizontalen norddeutsche Farben, schwarz. weitßß und
saglich bedenklicher unterwühlt, beschwichtigen zu können. So wird oth, und trägt in der Mitte das eiserne Kreuz, — Die Verhand-
es“ denn Zeit, mit allem Cajoliren unsererseits ein Ende zu ma- ungen zwischen dem Hamburger Senat und der Kölne Mindener
chen, und dem zweiten Kaiserthum gerade heraus zu sagen, daß risenbahngesellschaft wegen des Baues einer Eisenbahnbrüde von
eine Limige Parlei in eutschland gibl. welche geueigt ist. Aarburg nach Hamburg nehmen keinen erfreulichen Fortgang, so
das geringsie Opfer zu bringen, um seinem niedergehenden Sterne aß die preußische Regierung, welche die von der Köln-Mindener
neuen Glanz zu verleihen. Eine schöne Rolle für Deutschland, xisenbahngesellschaft dem Hamburger Senat gemachten Anerbietun⸗
is Suͤhnfatte fur das klaͤgich zu Grunde gegangene mericani- gen. für durchaus amnehmbar ewchtet, eine längere Verzogerung
che Abenleur verwerthen zu wollen! Wer blind in das Verder⸗ aber als dem allgemeinen Interesse nicht entsprechend, anfieht, doch
hden rennen will, dem ist freilich nicht zu helfen; aber einen leß⸗ iach dem Projecte des Baues einer Eisenbahnbrüce von Harburg.
aen Mahnruf wollen wir um der frauzosischen Nation, 'ach Altona wieder näher treten dürfte.
aicht um ihres Oberhauptes willen, noch versuchen. Berlhin, 830. Juli. Die „Volkszeitung“ verschließt sich
Muünchen, 31. Juli. Wie man hört, wäre der bisherige richt der Wahrnehmung, daß die allgemeine politische Lage eine
Tabinetssecrelär des Königs, Hr. v. Lutz, wirklich zum Ju sti z Hedrohliche sei; sie meint aber, die Gefahr eines allgemeinen Krie⸗
ninist er ernannt. jes siehe noch nicht vor der Thür, weil die Rüstungen noch nicht
München, 31. Juli. Der preußische Kriegse eendet seien, namentlich in Frankreich nicht. Es ist leider viel
minst ex Generallieutenant v. Roon ist mit Familie vor- Vahres an diejem Ausjspruch. Preußen isi fest entschlossen, die
gestern hier eingetroffen und im „Bahyerischen Hof“ abgestiegen.“ Initiative zu einem kriegerischen Vorgehen überall zu vermeiden
München, 31. Juli. Das Leichenbegängniß und streng in der Defensive zu bleiben, den Angriff also abzu—
zꝛes Königs Otto von Griechenland fand gestern Nachittags harten. Dann hat Napoleon vollauft Zeit, sich zu rüsten und
1. Uhr in der durch das Programm festgesetzten feierlichen Weise eine Vorkehrungen so zu treffen daß er eine Zeit lang selbst ei⸗
tatt. Im Trauergefolge befanden sich König Ludwig II., Erze ser Coalition die Spitze bieten kann. Gewiegte Diplomaten mei⸗
jerzog Ludwig Vickor von Oesterreich, der Herzog von Modena, ien, Napoleon sehe den Einigungsproceß, der sich in Deutschland
Prinz Elimar von Obdenburg, die Prinzen Otto, Luitpold, Adal⸗ hollzieht, und den er nicht aufhalten kann, gewiß mit scheelen
zert, Ludwig und Leopold und die Herzoge Max und Larl Theo⸗ Augen an; er blicke aber mit eben so großer Besorgniß auf. das
dor. Von den Thoren und Thurmen der Stadt wehten Trauer- ich verjüngende Oefterreich. denn er halte Hrn. v. Beust für eis
laggen. Die Läden der Straßen, durch welche der Trauerzug en Mann, der leicht zu dem ursprünglichen Programm desß
ich bewegte, waren geschlossen und die Haltung des Publikums —chwarzenberg'schen Ministeriums zurückkehren lönnte. welches in
        <pb n="360" />
        dem Satze gipfelte: „Grst das verjüngte Oesterreich und das ver—
üngte Deutschland können sich die Hand zum dauernden Bunde
ceichen.“ Dieses Programm fände in Deutschland- keinen Geg⸗
ner, es set auch eben so gut gekannt, wie von Napoleon, nur die
Schwaͤrzen und die Rothen in Süddeutschland schienen dasselbe zu
ingnoriren und arhbeiteten damit Napoleon in die Hand. — Aus
die vom „Moniteur“ so dreist abgeleugnete Einmischung
Frankreichs in die nordschles wi g'sche Angelegenhen
übergehend, will ich das amtliche Blatt der großen Nation ruhig
den unabhängigen französischen Zeitungen überlassen, die ihm auch
rundweg sagen, es fälsche die Thatsachen, um eine Niederlage zu
verdecken. Wenn aber in ruhigeren Kreisen von Paris forlwäh—
rend versichert wird, die Beziehungen Frankreichs zu Preußen seien
det freundschaftlichsten Natur, so ist das einfach gelogen, oder die
Herren, welche solche Versicherungen abgeben, wissen, abgesehen
pon der Lefebvre'schen Instructionsdepesche, nicht, wie die franzö—
sische Diplomatie in Süddeutschland auftritt. Es ist be—
kannt, daß die diplomatischen Agenten in Farlsruhe, Mün—
hen und Stuttgart eifrig bemüht gewesen sind, das Zu—
tandekommen des Zollbereins, des Zollparlaments zu hintertrei—
zen, daß sie auch gegen das Absenden von Militärbevollmächtig⸗
en agitirt haben. Jetzt stellt sich weiter heraus, daß sie alle He—
del angesetzt haben, um einen süddeutschen Zollverein dem
ich die Schweiz anschließen sollte, und einen politischen
Bund der Südstaatten unter Frankreichs Protectorat her—
zustellen. Mit derlei Intriguen hat nun Marquis de Moustier
ein Glück gehabt. — das Leben in Wien und Konstantinopel hat
hn au leichte Siege gewöhnt und verwöhnt. Jetzt wird Napo—
ieon es versuchen, ihn auf einem anderen Agitationsfelde heran—
zubilden!“
Berhin. 2. Aug. Das heute erschienene erste Bundesge—
etzblatt enthält ein Publicandum vom 26. Juli, gegengezeichnet vom
Grafen Bismarck, wodurch Se. Maj. der Konig die ihm durch
die Bundesverfassung übertragenen Rechte, Befugnisse und Pflich—
ten für sich und die Nachfolger in der Krone Preußen übernimmt.

Wien, 80. Juli Die „Presse“ erfährt, daß zwischen Beust
und Fuad Pascha bereits zwei Konferenzen stattgefunden, welche
auf die Annahme des östreichisch-französischen Vorschlags betreffs
ziner Untersuchungs-Kommission wegen Candia von Seite der
Pforte, Bezug haben. Da in den nächsten Tagen weitere Confe—
renzen stattfinden, so scheint ein günstiges Resuliat noch unerzielt

— Gutem Vernehmen nach kommt Kaiser Napoleon Mitt—
voch, 7. August, zu viertägigem Aufenthalte nach Salzburg, und
vird der Kaiser von Oesterreich den Besuch in Paris noch vor
Ablauf des Monats August erwidern.

Pesth, 30. Juli. Der Sultan trifft morgen Abends von
24 Kanonenschüssen begrüßt hier ein, übernachtet auf dein Dampf-
boot, begibt sich am 1. August in die Hofburg nach Ofen, und
derweilt dort einen Tag. Der engl. Gesandte trifft dort aus
Konstantinopel ein, um ihn zu begruͤßen; auf dem großen Rath—
Jausthurm wird die türkische Flagge aufgehißt.

Frankreich. *

Paris, 31. Juli. Der „Constitutionel“ meldet: Da
der Kaiser Napoleon dem Kaiser von Oesterreich nach der metica—
nischen Katastrophe einen Beweis der Sympathie geben will, so
verden die französischen Majestäten auf zwei Taqge nach Salzburg
gehen.

— Der „Moniteur“ von heute Abend sagt: „D'ie Mo—
niteurnote vom 29. d. Mis. ist in Frankreich wie im Aus—
land als eine Bestätigung der versöhnlichen Ideen, und der gemä⸗
zigten Absichten betrachtet worden, welche die französische Politik
in deren Beziehungen zu den fremden Mächten beseelen. Die
Sprache und die Handlungen dieser Politik sind kosthare Ferise—
densbürgschaften.“

Der „Moniteur“ erklärt, daß ausschließlich Marschall Niel
den General Dumont beauftragt habe, nach den Ursachen. zu for⸗
chen, welche die Desertionen in der Legion von Antibes hervorge⸗
ufen baben; die Veröffentlichungen über die gehaltene Rede des
Beuerals seien apokryph. uh

Der „Constitutionnel“ sagt: Frankreich habe keineswegs eine
diplomatische Einmischung in den dänisch-preußischen Streit ver—
ucht, die franzöfische Regierung habe in ihrer Depesche an die
rangosische Gesandschaft in Berlin nur ihre Ansicht über die
chleswig'sche Frage ausgesprochen; hätte sie sich in vollständiges
Stillschweigen darüber eingeschlossen, so würde sie eine unbehag⸗
iche Situation geschaffen und das Mißtrauen nur befördert haben.

Die „Epoque“ will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß
in dem verflossenen Monat April ein Allianzvertrag zwischen Preu⸗
zen und Belgien unterzeichnet worden ist. Derfelde soll jedoch
nur dann in Anwendung gebracht werden, „wann die Verhält
nisse es erheischen.“ 3 34 —t

— Die französische Regierung ist mit Oesterreich unzufrie—

den“ — sagt man. Sie hatte von demselben erwarieß daß es
Frankreichs Schritte wegen Nordschleswigs bei dem Berliner Ca—
zinet kräftig unterstützen würde, um sich dafür Frankreichs Bun⸗
»esgenossenschaft zu sichern. Aber Herr v. Beust scheint nicht ge⸗
ieigt zu sein, die Unabhängigkeit seiner Stellung aufzugeben und
ich um der Dänen willen mit den Süddeutschen zu verfeinden.
Außerdem ist man hier über die Engländer aufgebracht, weil
dord Stanley in ziemlich rücksichtsloser Weise im Parlament die
Noniteurnote vom Sonntag dementirt und dabei nicht einmal ein
Wort gefunden hat, die Bestrebungen Frankreichs für das „un⸗
terdrückte Inselvolk“ zu billigen. Man sieht hier allmählig, daß
Furopa der ewigen Beunruhigungen müde ist; und so kann Deutsch⸗
sand für das erste vor einer neuen Feindschaft Frankreichs sicher
sein. Erst dann würde die kaiserliche Regierung vielleicht einschrei⸗
en, wenn sich die deutschen Südstaaten mit einem staatsrechtlichen
Bande an den Norden anschließen würden. — Die Verfolgungen
des hiesigen Preßbureaus gegen die de utschen, besonders die
norddeutschen Zeitungen werden wieder in großem Mastabe betrie⸗
ben. Manche Blätter werden acht Tage lang nicht ausgegeben.
England.
London, 30. Juli. Im Unterhause erklärt heute Lord
Stanley, es hätten zwischen den Regierungen von Frankreich und
Preußen Erörterungen (Mittheilungen) über die schleswig'sche An—
jelegenheit stattgefunden, nähere Detai's darüber könne er aber
vorerst dem Hause nicht mittheilen. Die englische Regierung habe
ine Meinungsäußerung darüber vermieden.

London, 80. Juli. Die „Morning-Post“ sagt, daß die
dentische Sprache, welche von Frankreich und von Rußland in
Berlin geführt wird, wahrscheinlich vortreffliche Resultate haben
werde; daß Preußen nachgeben wird und daß eine friedliche Lo—
ung der Angelegenheit Schleswig erlangt wiro. — Der Lord
Maire ist zum Baronnet ernannt worden.

Italien.

Rom, 30. Juli. .Das officielle „Giornale di Roina“ stellt
die von italienischen Zeitungen verbreitete Nachricht in Abrede—
nach welcher in Rom 210 Personen aus polischen Gründen ver
3aftet worden sein sollten.

Die „Correspondencia“ läßt sich aus M exic.o melden, daß
inter den 38,000 in der Hauptstadt zusammengedrängten Solda-
ten eine große Aufregung herrscht. Sie verlangen die Auszah⸗
lung ihres rückständigen Soldes, und drohen mit Meuterei, falls
die Regierung sie vor der Auszahlung aus der Hauptstadisenn
ernen würde. —

Spypanien. d

Aus Spanien wird von starken Nothständen berichtet. In
Sevilla sind große. Bauten angeordnet, um nur dieStraßen ei⸗
ugermaßen von den immer zahlreicher werdenden Bettlern zu säu⸗
hern; selbst während der Ernte treiben sich die Bauern belternd
n den Städten.namentlich in Madrid, herum..

Griechenland.

Nach einer Depesche aus At heen vom 26..Juli hatten die
Aufständischen im östlichen Theil der Insel Kan dia wieder die
Offensive ergriffen, Omerr fei in der Sphakia zurückgeschlagen
worden und — was jedenfalls das Glaublichste an der Depesche
ist — unmenschliche Gräuel seien von den Türken begangen worden.

Amerika.

Newzork, 15. Juli. Aus Mexico heißt es, Lopez, der
Verräther Queretaro's, sei durch Meuchelmord umgekommen und—
eines Blutlohnes beraubt worden. Der Correspondent der New—
sork-Times“ aus Philadelphia spricht von Imperialisten, die dort
eschäftigt sind, eine Expedition gegen Judrez zusammenzubringen.
0 Regimenter sollen in Neworleans, 20 in Newyork, 5 in Phi⸗
adelphia ꝛc. auf die Beine gebracht werden. 15Die Zuversicht der
Abenteurer ruft den Gedanken an' den Fenier und ihre kühnen
Träume wach.' Eine kleine Abtheilung, die sich „Marimilians⸗Rächer“
jennt, ist bereits von New-Orleans aus via Habannah nach
Mexico abgegangen. Viele ehemalige conföderirte Officiere, unter
Anderen General Jefferson Thampion, sollen sich dem Unternehmen
ingeschlossen haben · n

Bei der im nächsten Jahrs stattfindenden Wahl eines Präsi⸗
enten der Verein. Staaten wird sicherlich Andred Johnson nicht
vieder gewählt; ebenso haben' die! Vemokraten und unver—

desserlichen Secessionisten alle Chancen derloren, einen Mann ihres
Zerzens auf den Präsidentenstuhl zu bringen; die nächste Wahl
verden die Republikaner machen; sie aber haben nur zwei Candidaten:
den General Gramt, woder — falls dieser ablehnen sollte —
»en Senator“ für Maine, Fessenden (1864 unb 68 Finanz⸗
ninisteryyy. — Aun en

MNMNewe-York, 20. Jult. Nach Berichten aus M erico
»Don Benitso Jugrea den Hafen hon Tainpico wieder eröffnen
        <pb n="361" />
        asen. »Im? Siaate Tamaulipas soll sich Gomez Gonzalez u Die Besttzer zweier sehr bedeutender Sartenf adr i—
n Präsidenten unabhängig erklärt haben. m e 2* ken in Frankfuri haben wegen der hohen Besteuerung, welcher
DHie Fremdenlegionäre, die aus Mexico in Mobile eetzt ihre Artikel unterliegen, und wegen der strengen fiskalischen
angekommen sind, entbehren selbft das Nöthigste; ihre Ueberfahrt leberwachumgsmaßnahmen, die das preußische Gesetz für derartige
4 Vera⸗Cruz wurde mit einer von dem französischen, preußischen ktablissements vorschreibt, sich zur Uebersiedlung ihrer Geschäfte
nd englischen Consul vorgeschossenen Summe bezahlt. iach nahegelegenen großherzoglich hessischen Orten, nach Offenbach
Nach Berichten aus Mexisco sind mehrere Franzosen“ und ind Ifenburg, veranlaßt gesehen. Es folgen diesen Fabriken meh—
deutsche, die sich in das französische und preußische Consulat ges ere Hunderte von Arbeiten. — —
lüchtet hatten, erichossen worden. Der französische Gesandte hatte f In Koln ist auf Antrag eines Arbeitgebers ein Schneider⸗
aoch immer seine Paͤsse nicht erhalten können. — neifter, der, seiner Gewohnheit froͤhnend, auch bei ihm „Lappen
Der Aufstand in Peru ist unterdrückt worden; der Congreß durch's Scheerenloch hatte fallen lassen“ verhaftet worden.
hat die Fortsetzung des Krieges gegen Spanien beschlossden. 717In Dan zig sind an der Cholera 22 Personen erkraukt,
Nach dem Messager Franco-Americain wären die Nachrichten 18 gestorben. ** . 55
iber Flübustier-Erpeditionen, die sich geger Mexich 4.In Düsseldorf hat sich die Cholera auf weitere Stadt-
orbereiten, ernst zu nehmen; in allen größeren Städten des Sü⸗ heile ausgebreitet. — 722 IJ
reus, namentlich in denen von Neworleans, Texas und Missisippi, 4FWien,“ 80.Juli. Eine Privatmittheilung, die der
dibie in Washington und Newyork werden Meetings abgehalten, „Presse“ unter gestrigem Datum zugeht, lautet: Heute um 1 Uhr
im die Sache in Fluß zu bringen. Es handelt sich gar nicht Nachmittag erfolgte eine Explosion in dem „am Tiefbau“ genann—
im einen imperialistischen Rachezug, wie zur Beschönigung gesagt en Baron Rothschild'schen Kohlenschacht am Wittkowitz. Mehr
vorden, sondern ganz einfach um einen großartigen Raubzug à lIa ils dreißig Personen sind' verschüttet; die meisten wahrscheinlich
Walker, an dem lediglich ehemalige Secessionisten-⸗Officiere und 'odt. Bis jetzt sind Theile von Leichnamen, später auch einige,
Zoldaten betheiligt find, welche mit Hilfe der in Mexico befind- viewohl schwerverwundete Lebende hervorgegraben worden. Der
ichen Gegner der Präsidentschaft Juarez sich festzusetzen hoffen und Jammer der vielen schwer getroffenen, zuͤm Theile den besseren
illerlei überspannte Pläne an ihre eventuelle Eroberung knüpfen, Ständen angehörigen Familien ist herzzerreißend.
chließlich aber ebense Fiasco machen werden, wie einst ihr Vorbidd Ein Berliner Telegramm vom 831. Juli hierüber lautet: Aus.
n Nicaragua. — Berichte aus Newyork vom 18. d. melden, Mahrisch⸗Ostrau⸗ 29. Juli, geht hier die Rachricht ein, daß sich
aß das Repräsentantenhaus den Präsidenten Johnson aufge: in der'v. Rothschild'schen Steinkohlengrubße, Tiefbau“ ein schla-
ordert hat, gegen die fortdauernden Anwerbungen gegen- Merico gjendes Wetter entzündet hat. Es waren 100 Arbeiter in der
inzuschreiten J. —. Brube, wovon 30 theils gräßlich verstümmelt und 20 todt hetaus—
RÄus Südamerika. In der Republik Chili dauert geholt worden sind. Die Rettungsversuche sind schwierig, doch“
„ie politische Aufregung fort und die Congreße Debatten sind so werden sie eifrigst foxkgesettht. 55. —
türmisch, daß in einem Falle Truppen zur Aufrechthaltung der J Außer Coirs gesetzt und in nächster Zeit? werthlos werden:
Irdnung requirirt werden mußten. — In Peru herrschen noch ) Se hwarzburg⸗Sondershausen'sche 1 Thaler⸗Scheine vom 25. Oct.
chlimmere Zustände. Räüuberbanden beginnen das Land unsicher 859 un 0Novb. 1867. 2) Reuß⸗ Greiz⸗Kassenscheine vom
u machen; sie haben sogar von der wichtigen Straße von Callao- 152 Mäi 1858. 8) Hessische Grundrentenscheine (vom 1. Juli
ach Lima förmilichen Besitz ergriffen, so daß selbst diese kurze 1866' ab, nur noch gegen neue Scheine umgetauscht)y. 4) Preußische
Strecke nicht ohne Gefahr für Gut und Blut zu bereisen ist. In darlehenskassenscheine werden seit 1. Juli mur noch bei einzelnen
Fallao find bedeutende Sendungen Geschütze und Kriegsvorräthe vestimmten-Hassen eingelöst.
—X 7 Prag, 28. Juli. Die erste Sängerin vom Theater in
8 Moskau, Frau Alexander Alexandra, wollte heute in Glinkas Oper
„Das Leben für den Czar“ in rüssischer Sprache singen.. Von
der Polizeidirection wurde die beabsichtigte Demonstratjon verboten
und das Theater daher für diesen Tag geschlossen euen
7 In der Schweiz ist man einer Falschmünzergesellschaft auf
die Spur gekommen, welche fast in allen Hauptstädten ihre Hel—
'ershelfer hat. Vor Kurzem soll dieselbe nicht weniger als 200,000
alsche Napoleonsd'or fabricirt haben, die den echten auch im Ge—
wichte täuschend ähnlich sind, und die sie jetzt in Umlauf zu se—
zen sucht. 3 J

Wie man dem „Abendmoniteur“ aus Bagnoͤres⸗-deLuchon
meldet, haben die Fremdenführer, welche dort eine eigene Corpo—
ration bilden, dem kaiserlichen Prinzen unter großem
Jubel der Bevilkerung eine — man rathe! — eine Ehren—
peitfche überreicht. Das amtliche Blatt glaubt nicht hinzufü⸗—
jen zu sollen, daß den biederen Söhnen der Pyrenäen jede Ironie
ern lag.

Die Franzosen sind bekanntlich bedeutende Gelehrte in
der Geographie. Als sie nun lasen, daß das Jan Preußen abzu—⸗
tretende Fürstenthum Waldeck 20 Quadratmeilen umfasse, so kam
hnen das doch zu wenig vor und ein Journal machte daraus
20,000 Quadratmeilen mit 60,000 Einwohnern. Nach diesem
Maßstabe hätte Waldeck beinahe soviel Ausdehnung wie ganz
Deutschland und Frankreich zusammengenommen, dafür wäre aber
eine Bevölkerung so dünn wie die sibirische, drei Menschen auf
die Quadratmeile. Trotz dieses Unsinns ging die Notiz . durch
alle französischen Blätter. Nur der „Figaro“ sah, ein,daß die
Sache sich doch nicht so verhalten könne und verbesserte die Nach—
richt dahin, daß Walded 20,000 Qaudratkilometer groß sei. Wie⸗
piel Meilen sind dieß nun 7. Etwa 400 Quadratmeilen, also ein
Raum, der noch immer zwanzigmal so großist wie dus wirkliche
Fürstenthum Waldeck! 7. 6 7T.MI
*4 Man lieft in der France“: Gestern um, 5. Khr,: im Au⸗
genblicke, da det Kaiser von seiner Promenade nach dem Boulog⸗
ner Holz nach den Tuilerien zurückkehrte, begaben sich vllet ver-
ammelten, Militürmusiker zu Sr. Majestätund gaben ihm im
reservirten Garten ein Morgenständchen: auMNachdem der Kaiser
hnen einige. Worte des Dankes gesagt hatte, vertheilte er Dekora⸗
ionen und Medaillen untet ftetEr gab das Officierskreuz an
die Herren Tolmetcheff und Schmidt, von denen der eine russtscher?
der andere österreichischer Oberst derjenigen Regimeincke sind, denen
ye NRusttker der beiden Lander ngehören:· · Summttiche· Ehef der
Musik⸗Corps ernannte er zu Rittern der Ehrenlegion und an all

V v

f In Kaisersla utern wurden am 27. d. zehn der
Stadt gehörige an der Eisenbahnstraße gelegene Bau—
»ättze, zusammen 250 Decimalen enthaltend, um fl. 18,615
nersteigert, wobei die Bedingung festgesetzt ist, daß binnen 2 Jah—⸗
en daselbst Gebäulichkeiten errichtet sein müssen. Damit ist wie—
derum ein bedeutender Schrilt zur Vergrößerung der in xa—
chem Aufschwunge befindlichen, gewerbe und fabrikreichen Stadt
gethan. Einigkeit macht stark und —

7 Die Koͤln. Blätter schreiben: Letzten Dienstag: nahm ein
ehr bejahrter, aber noch. lebhafter und munterer Herr im Restau—
rant Fraucois (zu Paris) Platz und' verlangte ein-Dejeuner. Er
uß mit gutem Appetit und fand alles excellent; ja, er versicherte
cherzend dem Kellner, daß er ettra gekommen sei, um sich einmal
in Bene zu thun, und bat ihn, eine Schüssel, die besonders nach
einem Geschmack war, ihm nochmals zu reichen. uch ermangelte
der joviale und freundliche Greis nicht, von freien Stücken seine
Nachbaren, zur. Rechten und Linken anzureden, und machte ganz
den Eindruck eines Mannes, der in besonders guter Laune ist.
Zufällig trat ein deutscher Kellner an ihn heran uͤnd schien beim
Änblick dieses Gastes ganz verwirrt. Er wußte nicht, wie er dem⸗
elben gegenüber reden und sich verhalten sollte; denn er hatte
n ihm den König von Bayern erkannt. Se. Majestät sagte ihm
arauf einige Worte auf Deutsch und bat, ihn nicht zu verrathen.
dann vollendete er in aller Heiterkeit seine Mahlzeit und ent⸗
ernte sich, nicht ohne einen Beweis königlicher Freigebigkeit zu
hinterlasgsenn. 3

7 In Heidelberg wird nächsteng Professor Onken aus
däussers Rachlaß dessen Gesschichte der franzöfi—
schen Revolution veröffentliche..—

Aus Frankfuürtemeldet die Köln Ztg., daß der Spiel—
oächter von Bad Homburg unter Zurückweisung der von der
preußischen Regierung gestellten Anträge wegen Aufhebung der
Spielbank erklärt habe, er werde die Intervention“ der fran—
zösischen Regierung anrufen, — wegen Verl.tzung und
Zchädigung seiner Privatrechtel Welch enormen Gewinn die
Zpielactien abgeworfen, geht daraus hervor, daß in den 22 Jah—
en des bestehenden Vertrags die homburger Bank durchschnittlich
3014 pCt. jährlich an Dividenden vertheilt, mithin eine' Actie
von 100 fl. nominel 672 fl. eingebracht hat/ also' das Capital
iahezu versiebenfacht worden ist. Monsier Blanen kam abs . oin
rmer Mann nach· Homburg nnd wird jetzt Anf 70MNittwonen
Francs geschätzt.
        <pb n="362" />
        Musiker ohne Ausnahme, gab er die Militär⸗Medaille. Das erste schen Marineofficieren ein Bankett, wobei die Temperatur so hoch
»er vom Kaiser ausgetheilten Kreuze der Ehrenlegion wurde Hru. war, daß die nicht brennenden Wachslerzen auf dem Tische buch
Jonas, dem Sekretar des Comites der französischen Militär⸗Mu— täblich vor Wärme schmolzen. Einer der Anwesenden, der zwei.
iker verliehennn. mial im Juli die Wüste durchzogen, erklärte die Hitze für groͤßer,
Bei dem kleinen Hafenorte BelLlmulet Irland) ist durch als er sie dort jemals gefunden. . T
die gewaltigen Regengüsse ein beträchtliches Bergstück in das Meer gesun⸗ Zur Rettung der Schigf b rüchi gen find an der schwer
ken. 40 Morgen Land find vernichtet, mehrere Wohnungen zerstört. dischen Küste 18 Rettungsstationen; errichtet morden. *
Die provisorische Herstellung der durch die Ueberschpem-⸗Ein Char aktexzug des Verräthors Lo pieze
mung beschädigten Karl-Ludwigsbahn (Galizien) kostet ca. 800, 000 fl.; Fines Tages, so erzählt die „Liberts, machte Lopez mit einem
der Arbeitslohn jst. so gestiegen, daß man einem Taäglöhnex täglich Detachement der kaiserlichen Kahpallerie einen Vormarich und stieß
3-4 fi. zahli. J janz unerwartet auf ein starkes feindliches Corps, das sich zum
.Der. Tomahamwk heißt ein seit Kuxrzem in London er⸗ Ungriff anschickte. Lopez senkt seinen Saͤbel und gibt das Beispiel
scheinendes satyrisches Wochenblatt, das an Deutlichkeit, der Bilder einer schleunigen Flucht. Sein Detachement nimmt gleichfalls
vie der Worte nichts zu wünschen übrig läßt. Die neueste Num- Reißaus und folgt ihm: nur unter solchen Umständen, pflegte sich
ner bringt ein Bild: „Banquo beim Bankett“, mit der Unter⸗ Lopez an der Spitze seiner Leute zu befinden. Plößlich stürgte sein
chrift: Macbeth von Frankreich zu Banquo, von Mexico: Du Pferd, von einigen Kugeln getroffen, zur Erde. Es war unver⸗
anust nicht sagen, daß ich's that! Auf dem Bilde sieht man neidlich, daß er feinen Feinden in die Hände fiel, doch einer seiner
Louis Napoleon vor Schrecken vom Sessel aufspringen; die Hände Keiter hält in Gefahr seines eigenen Lebens an und ruft ihm
ind in das Tischtuch gekrallt, der Tafel entlang stehen ader sitzen u, hinten aufzusitzen, um, sich zu retten. Lopez begreift das
der König von Preußen nebst Bismarck, der Sullan, der Czar und Dringende der Gefahr; seine Kaltblütigkett verläßt ihn nicht; er
andere Hoheiten, Zunächst dem Franzosenkaiser, der Kaiser von ieht ein Pistol aug dem Gürtel, zerschmettert seinem Lebensretter
Desterreich, der auf die Säule des Gemaches deutet, in welchem »as Gehirn und wirft/ die Leiche vom Pferde um desto sicherer
die Gestalt des auf nacktter Brust seine Schießwunden zeigenden zu entfliehen. — Allen Respect vor den Quellen der „Liberte“ —
Erzherzogs Max in gespenstischem Dämmerlichte flimmert. aber etwas eigenthümlich dünkt uns die Geschichte doch !:
. Nach einem BVexicht der offiziellen Zeitung wurden in den r Ueberseeische Telegramme. Es ist wieder die Rede
19 Provinzen des Koönigsreich Italien vom 1.. Jan. bis 16. Juli davon, daß bald eine Ermäßigung im Preise der atlantischen Ka⸗
icses Jahres 63,376 Choleranfülle, worunter 32,094 mit töds del-Depeschen eintreten werde. Er soll von 10 Pfd. St. auf
ichem Ausgange, signalijrt. 33. 5 Psfdʒ St. herabgesetzt werden. Außerdem will die Compagm
f In Maltia herrscht eine die wie sie seit 820 Jahren nicht Depeschen von zehn Worten, und zwar zum Preise von 2 pfd.
vorgekommen. Admiral Kelett gab den österreichischen und russi- St. 10 Sh. befördern.
Hausversteigerung.
Samstag dew 10. Augnst 1867, Nach-
nittiags 2 Uhr, zu St. Ingbert im
Wirthshause von Johann Best, Bäcker,
vird das zum Nachlasse des dahier ver—
ebten Kettenschmiedes Johann Joseph
Best gehörige, der Kohlenhalde gegenüber
iegende Wohnhausin den Bruchrechgärten
nebst einem zu Arbeiterwohnungen einge⸗
ichteten Hintergebäude mit 14 Zimmern;
nebst· Hof und Garten neben Johann
Best und Catharina Menges auf sechsjähs
riger Zahltermine in Eigenthum versteigert.
Gorm kgl. Notar.
iamstag den 17. August 18671 Nach—
nittags 2 Uhr-zzu St. Ingbert in ihrom
dause lassen die Wittwe und Kinder des
zaselbst verlebten Bäckes Georg Best,
die nachbezeichneten Liegenschaften St. Ing⸗
erter Bannes in Eigenthum versteigern/
145855

11. Deze Garten in den Großgärten
neben Johann Best und Ernst
Conrad.
Tagw.39Dez. Acker im“ Rodt,

neben Johann Schwarz und C. M.

Vaur. .3 J

96. Dez. Acker allda neben Cart Gros

und Heinrich Holzer.

68 Dez. Wies uud 65 Dez. Ewigklee—
stück in der Maäusbach neben Johann
dhecs Erben und Bergmann
Dez. Wies im Allment, neben Joh.
Hofmann und Johann Schusters

Erben. J *
Sourn. kgl. Notar.
— ——
2 tücztis⸗ Glasergesellen
können dauernde Beschäfti⸗
gung haben bie
.! O Bh ut,
Glasdermeisser im Mühleneck.
Eine fyst, noch neue Jäckerback⸗
mulde ist au verkaufen bei ,
Heinrich Stief, Bäcker.

Proiwisligo Feuerwehr Seserues Baupetz. mhdgz pan
Montag, den ee e ue ee
Aug.d. F inserbot; find bei Unterzeichnetem zu
sBbend orkaufen. 80 9 7 F
u? uer 3 Breitermühle.
Uebung. D⏑⏑ — —⏑ ü-æ
Zugleich soll eine Generalversamm⸗ Theater in St. Ingbert.
lung mit abgehalten werden, um über
woi Herren, die sich gemeldet haben, ab⸗
ustimmen. dee w
St. Ingbert den 8. Aug. 1863.
325* Das Commando
J TIM VCIL.
Frischer Prima Emmenthaler
Schweizerkäse und neue
Häringe be
Vritæ Panzgerhieter.
Neue holländisch
Häringe
sind angekommen bei
J. Thiery
Schnappbach.

Vn

Direktion von August Schroth.
VII. Vorstellung im II. Abonnement.
Sonntag den A. August 1867.
Im Saale des Herrn Oberbauser.
Die neee
Giftmischerin
Madame Lafarge
dder:
die Gebieterin von St. Tropez.
Schauspiel in 5 Abtheilungen nach dem
Franzöfischen von Arnizet-⸗Bourgois und
Denery, deutsch von Lemberi.
Frucht⸗, Brode, Fleische re. Preise der
Stadt Homburg vom 831. Juli.
Weizen 7 fl. 45 kr, Korn 6 fl. 28 kvr.
Zpelz fl. — kr. Gerste, — 2reihige, — fll
— ker., Mischfrucht 6 fl. 54 kr., Hafer
5 fl. 42 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
feln 2 fl. — kt. per Itr. Kornbrod, 8 Kgr.,
20 ir. ditto 2. Kgr 20 tr, ditts 16gr—
10 tr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammelfleisch.
14 kr., Schweinefleisch 18 kt., Butter 28 kr.
ver Pid.

So nn X den 4. August
53ILK
V. Weirich.

hei
A. Neugebauer
Feilenhauer⸗Meister
irn Neunkirchen.
mypfiehlt sich im Aufhauen alter, stumpf
jewordener Feilen und Raspeln.
Auch werden Bestellungen auf neue
daselbst angenommen.
Reelle und prompte Bedienung bei mög⸗
ichst billigen Preisen. J
reiret taster
ind stets zu haben in der Buchdruckerei
WMHheemetæ.

urter Börse
Geldsortten
vom 1.. Aug. 1867.

Preußische Kaffenscheine.. 1 435-454
dreußische Friedrichddor .937468
— V
)olländische 10 I.⸗Stücke. 9 50-652
ducaten... 53537
2Wdranes⸗ Stücke...9271/-285
Inglische Souvereingz.11 50354
Bold per Zollfund feie.. — —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 262 -271
pæœꝑꝑ œ pp

VY-⸗Raftinn Fuk und Verlag von F Dm in 54 Mahort
        <pb n="363" />
        berler Anzeiger.
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on mag uui! _ oan ieWbe
ze Si. In gbert kt An zeig ex!tmmit seiuuem .Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimatz Diens 1ag. Donnctstas
Id Samsag. Abonnementsbpreis vierieljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit g Kezr. die dreipaltige Zeile Blattschrift odeig deren

— — Raum berechnet.
CGGOGCCæ Sů ι — 8 ——— —4
Rro. ——— he Dienstag, den 6. August ——— 1867.
— — ————

vq L. .

11 i Deutschlaub

St. Ingbert. Einem Auszuge aus dem Jahresberichte
er Handelskammer zu Saarbrücken, entnehmen wir unter An⸗
serm folgendes, was für die hiesige Stadt und Umgegend von
Inleresse sein dürfte: Die hoffentlich noch in diesem Sommer in
gau kommende Eisenbahn nach Saargemünd dverspricht für
Ren Verkehr nach dem Elsaß und der-Schweiz von Wichtigkeit zu
herden und würde noch größere Bedeutung erhalten, wenn einmal
je Verbindung mil Jlalen durch die Gotthardbahn gesichert sein
bürde, wozu die königl. Stagtsregierung durch Gewährung einer
rheblichen Subbention wesentlich beitragen könnute.
N Durch die Fertigstelung der Saargemünder Bahn wird der
zau einer Bahn nach St., Inghera, den wir wiederholt drin⸗
send zu erbitten uns erlauben, sehr erleichtert, dä für dieselbe eine
roße Strede der letztern benuttzt werden könnte und die noch zu
auende Länge höchstens Meilen betragen würde. Es, wäre
nese Vahn, die bis kurz vor St. Ingbert auf preußischem Gebiete
uter Beruührung des Stahlwerkes Goffontaine und der Dörfer
ZScheid und Remrisch bliebe, für den Localverlehr unserer Gegend
nit den pfälzischen Städteu St. Ingbert, Blies kafstel
ind Zweibrücken und deren an Baumaterial und Landes⸗
roducten reichen Umgebung von sehr großem Nutzen und dürfte
zie gute Rentirung derselben sicher zu erwarten sein. Eine Benach—
heiligung der Strecke Saarbrücken-⸗Neunkirchen durch diese Bahn
st durchaͤus nicht zu fürchten üind würde jede Einbuße der ersteren
inmöglich gemacht, wenn auf der neuen Bahn keiñe directe Per⸗
dnen und Güterbeförderung (was wir jedoch wünschen) für den
jach Homburg und auf der Pfälzer Bahn weiter gehenden Verkehr
jesiaitet würde. Schließlich erlauben wir uns noch bei Ew. Ex⸗
ellenz den Bau einer Bahn von Merzig über Rehmich nach Luxem
urg als bedeutende Abkuͤrzung Sez die Linie über Conz und
aher von sehr vottheilhaftem Einfluß auf die Verbindung mit
zuremburg / Belgien und dessen Seehafen augelegentlichst zu befür—
vorten.. ——

Mäügchen, 1. Aug. Wie wir vernehmen, hatte der Konig
düdwig V, die Absicht. auf der Rückreise von Paris die Pfalz zu
ʒesuchen. Derselbe wurde jedoch von der Ausführung dieses Vor—
sabens durch das plötzliche Ableben des Königs Otto von Griechen⸗
and gehindert, welches traurige Ereiguiß die Abkürzung des Auf⸗
nthaus in Paris und die beschleunigle Rückreise nach München zur
Folge hatte. — Der unterm 8. v. M. abgeschlossene neue Zollvereins⸗
zerirag wird nunmehr der Genehmigung des Königs unterbreitet.
Zobald dieselbe erfolgt ist, wird die enisprechende Vorlage an die
rammern ausgearbenet werden. Die Katificationsfrist geht be—⸗
anntlich mit di. Ollober zu Ende.

Die Konigin Mutter ist nicht nach Possenhofen, sondern nach
hohenschwangau zürückgereist. —

Das Gebäude des Nationalmuseums in Münschen wurde
hurch k. Entschlieung als Staatseigenthum erklä..
Dem Fränk. Kur.“ wird geschrieben: „Ich glaube aus
icherster Quelle mittheilen zu koͤnnen, daß die Wahl vdes Herrn
VLunß zum künftigen Justizminister so gut wie gesichet ist. Mii
den Combinationen, die an diese nicht mehr überraschende Wahl
jeknüpft werden, will ich Sie vorläufig verschonen, da es immer
ioch Zeit sein dürfte, wenn Herr v. Lutz fein Portefeuille wirklich
— kutz
nusdrücken, was wir von dieser Wahl zu furchten und zu hoffen
Jaben. Enthufiaftische Freude hat diese bis jetzt nur in den eim
Jeweihten Kreisen vekannte Nachricht nirgends herborgebracht;
in Hauptinteresse knüpft sich dabei haupisächlich auch an die Frage:
Wer wird der Nachfolger des Herrn v. Luß im koniglichen Ca⸗
inet und wie wird sich Herr v. Lutz diesem selber gegenüber ver⸗
zalten?? — Die Rotiz von der Einbstufung det Kammern
zuf den 16. September wird als unbegründet bezeichnet.
Munchen, Z. August. In Bezug auf die Nachricht meh,
erer Blaiter, daß der baldige Zusammentritt einern
äddeutschen Militärconferenz von dem bayerischen

Minister des Aeußern angeregt worden sei, macht das Mittagblatt
der heutigen „Bayerischen Ztg.“die Mittheilung, daß Bayern,
Würliemberg und Baden an den Verabredungen der Stuttgartet
Fonferenz uͤber gemeinsame militärische. Einrichtungen festhalten
und Vevollmächtigte dieser Staaten zusammentreten werdtn. Das
Kroßherzogthum Hessen wird an den Konferenzen nicht Theil neh—
nen, weil dieser Slaateine besondere Militäreonvention mit Preu⸗
zen abgeschlossen hat. —Ferner erklärt die, Baher. Ztg.“, daß
zon Seiten der Staatsregierung bei den Berathungenn über
den bereits vollendeten neuen Heeresorganisationsent⸗
vurf der von einigen Mitglieder des Militärausschusses der Ab—
eordnetenkammer privatim verfaßte Entwurf nicht unbeachtet werde
gelassen werden.
München, 8. August: Hier sind gestern in Urlaub ein⸗
zetroffen die Gesandten Graf Ber a y aus Wien und Graf Ho m⸗
pesch aus Florenz. — Die im Kriegsministertum stattfindenden
Berathungen bezüglich verschiedener Aenderungen in der Unifor—
nmirung det Armee, besonders hinsichtlich der Einführung einer
zwechmäßigeren Kopfbedeckung, sollen num dem Abschlusse nahe sein

— Die „Bayer. Ztg.“ schreibt: Die Erbffnung der Rhein⸗
zrücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim ist auf den 10. Aug.
festgesezt. Dieselbe wird ohne besondere Feierlichkeit stattsinden,
vahrscheinlich mit Rüchsicht auf den Umstand, daß es Sr. Maj.
dem Könige in Folge der unerwartet eingetretenen Familientrauer
inmöglich ist, der Erbffnung Persönlich beizuwohnen. Anläßlich
dieses für Bayern und Baden so wichtigen Ereignisses sind von
Zr. Maj. dem Könige mehrere Ordensauszeichnungen an höhere
zadische Beamte verliehen worden.

Stuttgart, 4. Aug. Gestern uüd heute versammekten

ich hier in der Liederhalle Mäitglieder der füddeutschen
Ständeversammlungen und Vertrauensmänner.
Die Versammlung, die von vornherein auf eine kleine Zahl ange⸗
egt war, setzte sich aus 18 Bayern, 20 Württembergern, 5 Hessen
und 7 Baͤdnern zusammen. Aus der Pfalz war Abg. Gutsbe—
itzer Jor dan erschienen. Die Versammlung faßte einstimmig
olgende Beschlüsse:
. „Die uimterzeichneten Mitglieder der freisinnigen, die Einigung
deutschlands erstrebenden Partei in Süddeutschland haben sich bei
hrer heutigen Versammlung zu Stuttgart über die gegenwärtige
Lage des Vaterlandes berathen und über folgende Darlegung ihrer
leberzeugung verständigt: 2218

i) Die Wiedervereinigung der süddeutschen
Staaten mit Norddeutsichland ist die unent—
hehrliche Lebensbedingung des Volkes. Erst wenn
dieser Zusammenschluß vollzogen sein wird, kann die deutsche Ration
hren Frieden wiederfinden, erst dann wird auch der Frieden Euro⸗
pas gesichert sein.

52) So wenig die deutsche Nation ein anderes Volk verhin⸗
dert, sich nach seinem Willen einzurichten, so entschieden weist sie
sede fremde Einmischung in ihre Selbstgestaltung zurüch
Jeder Versuch eines folchen Eingriffes muß und wird Deutjchland
inig finde.

,3) Die Schutze und Trutzbündnisse zwischen den süddeutschen
Ssaaten und Preußen und dem Norddeutschen Bunde sind ein
erster Schritt, um die militärischen Kräfte zu Einem
eutschen, von dem Bundesfeldherrn geführten Heereskörper zusam⸗
nenzufassen und die politische Einheit gegen Außen zu sichern.
Die damit verbundenen Austrengungen des Volkes find unerläßlich,
zur Sicherung der Unversehrtheit, Freiheit und Ehre des Vater⸗
landes.

4) dDie Zolleinigung ist die nothwendige Re—
o r'in der bisherigen höchst undollkommenen Zollvereinsgesetzgebung.
Ddas sog. Zotlparlament ist ein Mittel, dem deutschen Volke
endlich die gebührende Mitwirkumg bei der Ordnung seiner
virthschaftlichen Angelegenheiten zu sichern und die freie Bewegung
—DD
elner Staaten hemmen zu lassen.
        <pb n="364" />
        „5) Bei diesen Anfängen nationaler“ Gemeinschaft darf aber ßen den Kaiser MNapoleon einlabel) würde, zg enem Besua
die Ennvickelung dich ta stehecx bhetbe n. Wenn Bevölleruingin⸗KEmts. 9
sich den unvermeidlichen Last e n der erhöhten Militäre und Steuer a—M Paris, Z. August. Der Etendard“ meldet Con⸗
pflichen unterzieht, maß fie auch dringend berlangem. an den Reche tantinopel erwartet man einen Wechsel in dew Personehade
. ——53 nordgeutsche Bundesverfassung gewährt, ihren vol- System der Negierung.
en Autheil zu erhalten. *5.
„6) Insbesondere ist das Verlangen von Süddeutschland, pa e d ee eede do der o e
* q zburg auch dem Köni
gemeinsam mit dem Norden das deutsche Bürgerniederlassungs— Wilhelm von Preußen einen Vesuch machen werde8
und Gewerberecht zu ordnen und in Art. 5 der Bundesverfassung enen Sauc gchen werde T, Die fram
* aß zösischen Bischöfe haben die Erlaubniß zur Abhaltung eines Tom—
bezeichnete nationale Gesetzgebung auszuüben, vollberachtigt und cius in Paris erhollenh te geties Lon
— — Paris, 4. August. Auf eine Adresse der fremden Aus
get g n — eeedee bevorsihenden Wa hüen zum tellungs- Commissare erwiderte Kaiser she 28 — F
— —— eih voligen Einigung der —— ee ——X get
Staaten mit Norddeutschland zu erreichen, ist der Eintritt in den e sfein werde. ver * schloß I Wuͤnschen für Hums
Norddeutschen Bund trotz der Lücken und Mängel seiner den der Weli tegier, Imdh mit en Frie—
Perfassung und trotz der beklagenswerthen Mißgriffe der preußi— — V ——
schen Verwaltung der einzig mögliche Weg. Der Prager — Belgien. 3 ———
Friede kaun kein Hinderniß-einer solchenuEinie Brüfsgle1J. Aug. Die Köuigin der Belgier ist mul de
zumg sein J —W Kaiserin Charlotte gestern Abend wohlbehalten auf Schloß Teer
„Wenn erst das deutsche Volk die nothwendigen Organe sei- veren angekömmen,.. un — 5
nes Willens und seiner 3 wird es auch — Echwei
für seine Interessen sorgen, sein Bedürfniß nach freier Entwickee Ju —
und seine Culturbestimmung für die Menschheit Bexin, . August. Det Bundesrath hat nuttett· Clrtulat
— — an die Kantone aus Anlaß einer Anfrage der Regierung · von
Ems, 2. Aug. Aus Paris ist der dortige preußische Ge⸗ Basel fich dahin ausgesprocheiu, es fei den flüch tge n Han⸗
sandte, Graf v. d. Golz; eingetroffen und hat mitn dem jinzwi⸗ noveranern das Asylrecht zu gewühren, fo kange diefelben
schen auß Wiesbaden zurůücgekehrten Körnig Wülhelm dereits keinen politischen Anstoß erregen.e —— VV——
eine Unterredung gehabt. Der Graf v. Bis marck soll heute . Bexnn, 23. August. In der Schweiz sünd, bis jeht 210
oder morgen ebensalls eintreffen und am Montag wird der König flüchtige Hgynobrexranér eingetroffen..
seine Reise in die Schweiz antreten. 7*
Wien, 1. Aug. Die „Wiener Correspondenz“ meldet: Der
italienische Gesandte am Wiener Hofe, Graf Barral, ist abberu—
fen worden, und soll den Gesandschaftsposten in Paris über—
nehmen.“Als Nachfolger Barrals wird rein italienischer Staats—
mann genannt, dem seit Jahren die wichtigsten Specialmissionen
anvertraut waren. W
Wien, 2. Aug. In Abwesenheit des Reichskanzlers wird
der Finanzminister v. Becke die Verhandlungen mit den Aus⸗
gleichsdeputationen leiten. — Aus Paris ist heute die
bestimmte Meldung eingegangen, daß die Kaiserin Eugenie ih—
ren Gemahl nach Salzburgebegleiten wird. —
Pesth, 1. Ang. Der Sultan ist nach Rustschuck abgereis—
und geht auf dem Landweg über Adrionopel nach Konstantinopel.
Wanzen, 1. August. Kossuth wurde heute durch Alkla—
mation zum Abgeordneten gewählt. Ein Brief mit mehreren hun⸗
dert Unterschriften, in welchem die Bitte ausgesprochen wird das
Mandat anzunehmen, wurde an Kossuth abgesendete.
Agram, 1. August. Gestern fand auf dem Baron Rauch'schen
Gute Sisljavic ein blutiger Zusammenstoß zwischen tumultuiren⸗
den Landleuten und dem herbeigerufenen Milit är statt,
in Folge dessen sieben Bauern todt blieben, vierzig pberwundet wur
den. Das Militär zählte ebenfalls mehrere Verwundete. Heutt
ist eine landesgerichtliche Commission an den Ort der That ab—
gegangen.

n Italien.
Rorm, 27. Juli. Der „Köln. Ztg.“ wird geschrieben: Ich
möchte Ihnen ein Gerücht nicht vorenthalten, das als es zum
ersten Male verlautete, in eben jenen Kreisen kaum beachtet wurde,
die nun verbürgen möchten, daß es damit ganz seine Richtigkeit
habe. Es handelt sich um die Abdankung des Königs Virtor
Emanuel, womit die Rundreife deg Prinzen Humbert, als Folge
jenes Entschlusses, in Verbingung gebracht wird. Was aber soll
aus der römischen Frage werden und deren Lösung? Die Lint—
der florentiner Kammern und ihr Anhang im Lande will diese
Frage vor jedem Regierungswechsel abgethan wissep, und zwar
durch die solenne Erklärung Roms zur Hauptstadt Fialiens.An—
dere denken anders. Diese dringen vielmehr umd zimachst auf die
innere Wiederordnung der auseinandergetriebenen. socialen Ver—
hältnissen, auf inneren Frieden.“ Sie hoffen dabei der neue Köo—
nig werde vom Rechte seder neuen Herrschaft Gehrauch machen
und, über Formen und eingetretene Verwicklungen sich erhebend,
persönlich und kräftig eingreifen, um den Hader der Patteien, zu—
mal mit dem Clerus, niederzuschlagen. Hier ist man guf Aues
zefaßt; die nachhalligen Wirkungen des Centinctiumt erhöhten
den Muth. Sollle die bopulare Bewegung wider Rol dun,
zu Ereignissen führen, so hofft man, daß der Urheber der Sep⸗
tember⸗Convention mit einem wirksamen Veto dazwischen'sreten und
die schon Gerüsteten zur Niederlegung der Waffen zwingen werde.
353 ist nian auf seiner Hut. General Zappi, der“ unfere
Garnison befehligt, scheint von aͤllem, was im feindlichen Partei⸗
lager vorgeht, genau unterrichtet zu sein Seit drei Tagen“ is
Niemandem mehr der Eintritt in die Engelsburg geftaltet, die Ar—
mirung der außersten Wälle derselben ist um je Jwei Geschütze ver⸗
mehrt. Die Abreise des Papstes nach Castel Gaudolfo ist, abgkeich
die Hitze durch den andauernden Sirocco in der Stadt täglich un⸗
erträglicher wird, weiter hinausgeschoben. Er“scheint die Stadt
nicht verlassen zu wollen son Jange die Cholera täglich ihre
Opfer fordert; nuch mag ihm die Besorgniß über den Verlauf
der Garibaldischen Bewegung den Aufenthalt auf dein Lande oder
die Entfernung von der Stadt überhaupt nicht ats gerathen er
——6
i Griechenland. bi Meceen
Athen, Q. August: Officielle Nachrichten! aus Kreta vom
28. Juli.): o Die Insurgenten behaupten fichen ime ESphakia; mdie
Türken, wegen Mangel an Wafser und Lebensmitteln.gedrängt,
räumten das Plateau von Astypho; die Provinzen Sphntia;: Re⸗
hymnd und Heraklion sind: in vollem⸗ Aufstand.ne Dasn framzö⸗
sische Schiff „Admiral,“ von einem sanderen französischenuund eie
nem russischen Schiffe begleitet, traf im⸗ Pyräus mit 1400: Wei⸗
bern und Kindern ein
WCorfu, . August.Die griechische Regierung sollrent⸗
schlossen sein, den Auf stan d auf Creta mit alken Mitteln· zu
unterstützen. Sollte die Fragen bis Semptembernoch nicht gelöst
ein, so würde eine Kriegserlärung. an“ die Pforte folgen, ISt
chnell schießen die — Griechen nicht Ppuu

Frankreiche
Patas, 31. Juli, Die „Pattie“ sagt in einem mit dem
Titel?. „Wer' will den Krieg ?überschriebenen Artikel: Frankreich
und Preußen wünschen nicht den Krieg. Nur einige Journale
von beiden Seiten treiben darauf hinDie,Patrie“schließ!
ihren Artikel: Frankreich kann nicht: einen Krieg mit Preußen
einleiten, ausgenommen den Fall eines Angriffes oder einer fla⸗
grauten Verletzung seiner Rechte/ wenn es nicht seinen hochherzigen
Einfluß auf das demokratische Europa opfern wollte. Preußen
lann keinen Krieg gegen Frankreich unternehmen, ausgenommen
daß es entschlossen waͤre, die Frucht von fünfzigjährigen politischer
Bemühungen und dreimonatlicher blutiger Siege zu verlieren
Das ist es, was bei einem französisch-preußischen Kriege auf dem
Spiele steht.. ———
Paris, 1. Aug. Der Kronprinz Humberte von JItalier
ist heute hier eingetroffen. t
.Die Reise des Kaisers und der Kaiserin nach Salzburg er⸗
jolgt zwischen dem 16. und 18. ds. Mts. Keiner der Minister
wird fie begleiten.

Paris, 2. Aug. Der „Epoque“ zufolge ist von einer
friedlichen Erklärung die Rede, die ehestens und glieichzeitig im
französischen und im preußischen „Moniteur“ erscheinen soll. J
Der „Epoque“ zufolge wäre die Abreise des Kaisers auf näch—
stenn Montag festgesetzt. Die gesammte kaiserliche Familie von
Oesterreich wird in Salzburg versammelt sein, wo auch, wie es
heißt, Herr v. Metternich Befehl erhalten hat, sich einzufinden.
Es wird auch gesagt, daß möglicherweise der König von Preu
        <pb n="365" />
        41 Dem Professor Brinz, nunmehr in Tübingen, wurde von
»er? Juristen⸗Fakultät in Wien der dortige Lehrstuhl des römischen
sechtes angetragen. ea en
Dem im vorigen Jahre bei Königgrätz verwuündeten Trenk
oll jetzt da außer dem Verlust der Augen auch die, Nase nud
er Backenknochen, beschädigt, letzterer herausgenommen“ werden.
Trenk befindet sich noch immer in der Klinik in Schöneberg und
oll auch dort die Operation stattfindhen.
—aEmancipation. Eine Berliner ‚Dame“ ersucht die Re—
daction des „Fremdenblattes“ dahin zu wirken, däß auch Damen
iich am Schwimmfest der Pfuel'schen Schwimmanstalt betheiligen
dürfen. Sie schreibt u. A.:“ „Würde es den Herren nicht selbst
Vergnügen machen, auch Damen, von denen sich gewiß Ier viele
hetheiligen würden, unter sich zu sehen? Es ist dies ja ein großes
Vertrauen [J, von unserer Seite, wenn wir voraussetzen und
jest annehmen, daß die Herren sich im Wasfer ebenso anständig
und höflich gegen uns benehmen würden, wie wir es auf dem
Parquetboden gewöhnt sind. Also bitte, bitte!“ Für koquette und
reizende Anzüge wollen wir schon sorgen; und würde es gewiß
nanchen gar lieblichen Anblick gewähren, so eine reizende Nympfe
m Wasser ihre Evolution ausführen zu sehen. Emilie B.“
Wien.“' Ein erfreuliches Zeichen der Zeit ist's, daß auch
die öosterreichischen Volkslehrer sich regen. Auf den 5., 6. und
7. Seplember ist eine allgemeine österreichische Lehrerversammlung
nach Wien ausgeschrieben. In dem Aufruf zur Betheiligung heißt
es u. A.: „Wir laden also hiermit die Lehrer aller oͤsterreichischen
dänder ohne Unterschied der Confession und Nationalität auf den
5., 6. und 7. September d. J. nach Wien ein und erwarten um
'o sicherer, daß sie der Einladung Folge geben werden, als die
VBaermiisich t e s. Pfflicht, dies zu thun, eine patridtische Pflcht ist. Sie, ist eine
f pixrmasens, 1. Aug. Heute Vormittag kurz nach 11 Uhr datriotische Pflicht, weil unser Staat erstarken muß, er aber gewiß
hät sich hier ein beklagenswerthes Unglück ereignet. Au einem erstarken wird, wenn die Schnle sich hebt, wenn sie gesund orga⸗
Reubau hroch das Gerüht in dem Augeubluct, als die Maurer eine iisirt ijst und energisch wirkt; der Zweck dieser Versammlung aber
schwere Fensterbank der obern Etage auf die Mauer heben woll- eben ist, die Herstellung dieser Bedingung anzubahnen. Die The—
en. Saͤmmtliche Arbeiter stürzten zu Boden, der nachfallende nen, welche in den Hauptversammlungen zur Berathung kommen,
schwere Stein schlug einem 18jährigen Burschen von Fehrbach änd: 1) Ist die Volksschule- in Oesterreich, was sie sein foll, und
beide Beine entzwei und zerschmeiterte ihm die Hirnschale, so daß venn nicht, auf welche Weise kann sie entsprechend gestaltet were
er todt vom Plate getragen wurde; ein anderer Maurer, erlitt den ?. 2) Was' kann der Lehrerstand durch sich felbst. für seine
einen Armbruch uͤnd zwei weüere wurden ebenfalls erheblich ver⸗ debung und für die Förderung seiner Interessen thun? 3) Ueber
letzt. — Eine gerichtliche Untersüchung ist eingeleitet. die Bedrutung von Lehrervereinen, Außer den Hauptversammlugen
Lambrecht, 8. August. Heule Vormittag nach 10 NAhr. werden Nebenversammlungen gehalten und eine Lehrmittelausstellung
stürzte ein Neubau dahier, als eben der Dachstuhl aufgeschlagen- veranstaltee.
derden sollte, zusammen und begrub drei Arbeiter unler seiten TEin graüenhaftet Gesellschafter, Eine in
Trümmern, Der eine, Vater vond Kindern, blieb todt auf dem Graz lebende hetagte Dame behält, wie der Kelegraph“ mmeldet,
Platze, der zweite erlut zwei Armhrüche und, mehrere bedeutende das Geribpe ihres verstorbenen Gemahls, das sie sich aus dem
Tonufionen am Kopfe und, an den Schenkeln, der dritte kam mit Grabe holen ließ, Tag und Nacht bei sich im Zimmer, macht mit
einigen micht unbedeutenden Quetschungen davon. ihm Reisen und läßt den Glauben nicht nehmen, der Todten⸗
— Die Pferdezucht Baherns war in der Ausstellung auf der skopf lächelte sie manchmal recht freundlich an..
Insel Billancourt bei Paris in der-zweiten Hälfte des Juli durch 5 Während der Sullan in Wien war, haben sich eine gez
funf Pferde der Iwen brüd er -Race, weiche Hr. Staltet wisse Art Damen viel Mühe gegeben, in die Nähe des Großherrn
bom Ernstweiler Hofe dei Zweibrücken auf eigene“ Kosten hinge- zur kommen, jedoch umsonst. Ein Correspondent des „Fremden⸗
gebtacht hal, vertreien. Herr Stalter hat den 3.Preis erhalten lattes“ ist der Meinung, die Damen hätten gemeint, die franzö⸗
uͤnd drei seiner Pferde bereits vortheilhaft perkauft. e üsche Uebersetzung von Halbmond sei — demi monde.
. München, 3.August. Gestern Vormittag fiel den — Der deuische Hülfsverein zu Paris gab am 30. Juli auf
Borurtheile des Duu eIIS wiedet ein Opfer! Jin Walde zwischen »em Prè Catalan ein Fest, bei dem es sehr lustig herging. Ein
Obersendling und Großhesselohe hörte man gegen 9 Uhr mehrere Lreuße hielt eine Rede über' die Verbrüderung der deutschen
Schüsse knallen und sah bald darauf einen Verwundeten von meh— Stämme, wurde dabei aber von einem Comitemitglied uunterbro⸗
reren Herren in eine an der Straße hallende Kutsche tragen;e wie hen, und von der Polizei geschütt, so daß er ruhig fortfahren
fich nun hetausgestellt, ist der Verwundele der Caua, jur Johann onnte, Der Consum an Bier und Frankfurket Bratwürstchen
Nehl aus Asselheim in der Rheinpfalz, welcher von den Betheilige war so stark, daß den auf dem Proͤ Catalan etablirten Wirthen
ten sJogleich ins hiesige Krankenhaus transportirt wurde und sich ꝛine Consumtionssteuet von 150 Fr. dafür bezahlt werden mußte.
durch die Leber geschossen, in hoffnungslosem Zustande- befindet. Den Bahern, die am längsten ausharrten, brachten die anwesen⸗
Sein Gegner soll ein Student sein, beim betreffenden Untersuch-— den Franzosen ein Hoch aus.
uingsgerichte wurde dem Vernehmen nach von den Betheiligten jelbss4Pa rus, 1. August. Gestern um 4 Uhr 40 Minuten ist
jogleich Anzeige erstatte... der Bergnügungszug von Marseille nach Paris zwischen den Sta—
Gestern wurde Richard Wagners „Tannhäuset“ mit tionen Pont der Vaur nnd Senozan (Dep. Saone et⸗-Loir) ent
den von dem Meister vorgenommenen Abänderungen bei vollstän- gleist, weil der Machinist die Signale nicht bemerkt hatte, die
dig gefülltem Hauseaufgeführt, Die neuen Decorationen, nament- eine durch Reperätionen —DO
lich der herrliche Wartbürgsaal, erregten allgemeine Bewunderung leises, anzeigen sollten. Es sind dabeil T Personen getödtet und
Die Ausstattung und Ausführuug des Ballets war ganzend an 30 schwer verwundet worden.
Den meisten Beifall errangen FIrln. Mallinger, Hr, Betz — 30. Juli.' Gestern Abeude wäre das Theater
ee die am Schlusse der Vorstellung, de von 6 bis der Pone St. Martin beinahe der Schauplat eines Unglücks ge—
ĩ211 hr währte, zugleich mit dem Dirigenten Hrn, v. Bülow wesen.“ Eine der Löwinnen des Herrn Batty hatte. geworfen;
wiederholt stürmisch gerufen wurden. Auch der Chor leistete Vor⸗ trotzdem ließ sich der Bändiger nicht abhalten, in den Käfig zu
zügliches und erntete wiederholten Beifal... treten. Das Drama war schrecklich ünd kurz. Die Löwin stuͤrzte
GHarmouniums,).' Die erst seit 14 Jahren in Würt- auf den Bändiger dos und biß ihn in die Schulter, während ihre
emberg, namentlich durch die Firma‚J. und P. Schiedmayer Tatzen an Arm und Schenkel dessen Kleidung zerrissen. Glückli⸗
in Stuͤltgart“, eingebürgerte Fabrikalion pon Harmoniums hat cher Feß mischte sich eine andere Löwin (der Liebling Batty's)
iich bei der Pariser Ausstellung solche Anerlennung erworben, daß n den Kampf; sie warf sich auf den Insurgenten und Batty
ic würtl Fabrltate diesex Art bezüglich des Tons umd der Qua; tonnte rasch den Käfig verlafsen. —R
n Nussorih des Preisgerichts selbst den frauz. und ame: Hetr Emaniel del Palaciõinet der pikaulesteü, Schrift
akanischen Erzeugnissen vorgezogen wurd en. . tellet in Spanien, Redacteur des Witzblattes „Gil Blas,“ ist nach

—
        <pb n="366" />
        Portorico (Antillen) geschafft worden. Er hatte das Verbrechen bes nöthigen Bequemlichkeiten, Hof, Garten 2c. Schon im ersten Jahre
sangen, die Keuschhen der Königin Ilabella in schönen Versen zählte die Anstalt 8883 Schülerinnen, Bedingungen der Aufnahme
u besingen. — find: zurückgelegtes 13. Lebensjahr, ein Examen in der Mutier—
Innsbruck, 2. August. Gestern Abends verschied nach prache, Rechnen, Grammatik, Geographie, Geschichte, für diejeni⸗
jängerem deiden hier (in Muͤhlau) der durch sein früheres Wir- gen, welche in den regelmäßigen Cours eintreten wollen, auch im
en nuch in Bahern wohlbekannte Frhr. Ernstev. Moy de Sons dateinischen, Französischen und in der Algebra.n νν
Professor des Kirchenrechts und der deutschen Reichs- und Rechts⸗
geschichte an der Innsbrucker Universitää. J — Landwirthschaftliches.
7.Bei dex letzten Volkszählung in Norwegen fanden sich 19 Erntebericht. Wiewohl die Ernten erst ihren miittleren
Personen über 100 Jahre alt (die älteste Person: ein 107 Jahr Verlauf genommen hat, so läßt sich doch schon Manches über
Ates Fräulein), 35 im Alter von 100 Jahren. deren Ausjall berichten,‚„Die Resultate sind allerdings noch nicht
FVor vielen Jahren wohnte in der englischen Grafschaft zenügend geklärt und daher die, Auffassungen auseinandergehendz
Yorkshire ein äußerst wohlhabender Gutsbesitzer. Zu seinem Gute allein ein Totaleindruck über den Ausfall in den verschiedenen
gehörte ein Areal von 6000 Acres, auf denen sich seildem die Ge. Ländern läßt sich immerhin schon gewinnen. ¶ In Sude und Süd-
zäude der Fabriktstadt Leeds erhoben haben. Die Tochter dieses west-Deutschland kann die Roggenernte als beendigt angesehen
Mannes ging gegen ihres Vaters Willen ein Ehebündniß ein und werden; d. h. soweit der Schnitt vollendet ist, denn eingeheimst
olgte ihrem Manne nach Amerika. Im Zorne über die unge— ist nur ein Bruchtheil, weil die seitherige regnerische Witterung
rathene Tochter enterbie sie der Vater und ordnete im Testamente den Aufband und die Einfuhr heumite. Der, bis jetzt verschiedent-
an, daß dex Nachlaß auf Zinsen angelegt und erst in der fünften ich stattgehabte Probedrusch ergibt im Ganzen kaum übex; Mittel,
Beneration an seine Nachkommen übergehen sollte. Seitdem hat denn wenn auch oft der Ertragals Vollernte bezeichnet werden
sich der Grundbesitz des ehrlichen Farmers durch das Aufblühen kann, so ist doch die Zahl der Felder sehr groß gewesen, welche
det Stadt Leeds zu einem fabelhaften Vermögen gesteigert, dessen der Körnerbildung theils wegen zu großer Mastigkeit huümgebrochene
Rebenuen schon im Jahre 1808 auf 40,000 Pfd. St. abgeschuͤtzt Rapsfelder), theils wegen Neherschwemmung, theils wegen Kälte
vurden. Das einzige Kind der Farmerstochter aus Yorkshire in der Blüthezeit, gelitien haben und daher einen sehr unhefriedi⸗
hatte einen Angehörigen der in Philadelphia und Newyork an⸗ genden Ertrag liefernee Aus Hermannftadt wird unter dem.
gesehenen Familie Ingraham geheirathet und gebar ihm sieben 20. Juli berichtet Der Schnmitt hat begonnen und schrejtet bei
inder, deren Nachtommen in den letzten Jahren, seit die fünfte günstiger Witterung rasch vorwärts, der Woizen ist vollkvmmen
Heneration in ihre Rechte getreten, ihre Ansprüche auf den Besitz und es scheint, daß in Folgendes anhaltenden Regenwetters mich
geltend zu machen' gedachten. Das einzige Hinderniß dabei war viel Brand verschwunden, und diese Calamität vicht mebr gar zu
das Tesiament, das bis zum Jahre 1808 in der Familie aufbe- große Dimensionen angenommen, haben durfte, Korn dagegen ist
vahrt und seitdem unsichtbar geworden war. Doch mit Geld und gut gerathen, Kukurutz und Hafer sitgen äüusgezeichnet, Erdäpfel
amerikanischer Zähigkeit sind schon größere Schwierigkeiten über- quantitativ und qualitativvorzüglich. — Aus Böhmen'! und
hunden worden. Durch eine lockende Belohnung von 230,000 Doll. Schlefien lauten die Berichte über den Ausfall' der Roggenernte
hervorgezaubert, ist das verlorene Document, nachdem ein kleines zut; man hofft im Durchschnitte eine Dreiviertelernté zu machen.
ermögen und Zeitungsannoncen verschwendet worden, jetzt endlich Auch der Stand des Waizens wird gelobt, dagegen klagt en
in die Oberfläche getreten und schon haben sich die Erben über über geringe Entwicklung der Gersie. — Die franzbsischen und
die nächsten Schritte geeinigt. belgischen Verichte lauten über den Ernteerirag der Art wider—
FEine Damenuniversität existirt — nach dem „Schw. M.“* sprechend, daß man es nicht wohl wagen darf, jetzt schon ein halb⸗
seit 1868 zu Poughkeepsie im Staate New-VYork. Von einem wegs zutreffendes Gefammturtheil darüber zu geden, dagegen be—
reichen Geschafts manne, Vassar, mit Aufwand von “ Mill. Doll, richtet man über den Stand der Futterkräuier, der Kartosseln und
gegruündet, umfaßt dieselbe ein schönes großes Hauptgebäude mit Rüben allgemein recht günstig. — In Amertka soll den Nachrich-
Redum für 400 Schülerinnen zum Wohnen, Studiren und allen uten zufolge die Ernte durchschnittlich guß ausfallen.
Zwei tüchtige Schlossergesellen
änden dauernde Beschäftigung bei
Werkschlosser B. Weyand-

St. Ingberter Grube, Schnappbach.

Ein kleiner schwarz und weißge⸗
leckter Spitz, auf den Namen „Alba“
hörend, ist abhanden gekommen. Wer über
dessen Verbleiben Auskunft zu ertheilen
dermag, ist gebeten solche bei dem Unter⸗
seichneten gegen entsprechende Belohnung
zu geben.

OnrI ShAaAnox.
Mehrere 100 Zentuer Hafer
à CEtr. 8 Thlr. 15 Egr.
zu haben bei
L. ZMeita in Sulzbach.
Neue holländische
Gäringe
sind angekommen bi
J. Thieryx
B Schnapphach.

* —
In meiner Druckerei ist ein vie für Zu verkaufen ein nach neuster Construc⸗
inen Lehrling, unter günstigen Bedin⸗kion gefertigtet Ohnar-A-bhane, für
nungen, offen. kins und zweijpännig. bei
——— F *— Demere — es Neinbart, *
Theater in St. Ingbert. Wagenhauex in Zuehriuen—
Direktion von August Schroth. Worms den 2. August.
Mittwoch den 7. August 1867. Wir notiren heute; Weizen 16 fl. 151r.
Gel aufgehobenem Abonnement.) is . 79 — 5 — 12 f. 30 r.
Im Saale des Herm Oberhauser. in sede 53 FJirt I
tum Benene su αννιααν 3. io se. vis 6 si 20 1. per ö0 dLuls
. Mehl per Partie 13 fl. 830 kr. bis — l.
X Di o mi—. neune fl. ——
2X. — kr. Roggemorschuß 13 fl. — kr. bis
der amerikanische Affe, — n eershiß i7 gu. Er
bis — fl. — r. Blumenmehl. — fl. — kr.
bis — fl. — x. per 70 Kilo., Reps
16 fl. 15 kr. bis — fil. — kr. per 83
Kilo. Rübol ohne Faß 22 fl. — kr. bis
22 fl. 30 kr. Leinohl ohne Faß — fl.
— ir. bis — fl. — krx. Mohnöl ohne
Faß 42 fl. — kr. bis 46 fl. — Ir. per
50 Kils. Repskuchen 68 . — r. bis
77 fi. — k. Branntwein 34 fl. 30 kr
hbis — fl. — kr.

oder:
des Negers Rache.
Melodramatisches Schauspiel mit Gesang
ind Tableaux in 3 Abtheilungen, von Di⸗
ꝛector Carl aus dem Französischen frei be⸗
arbeitet. Wusik von verschiedenen Meistern.
Annoneeæ
Bank⸗ und Wechsel-Geschäft — — “
von Gebr. Pfei fler in Frankfurt a. n. Maainz, 2. August. 5
Comptoir: Bleidenstraße Ntr. . Ggruchtpreise) Weißmehl das Mare⸗
An⸗ und Verkauf, aller Arten Staats- ter à 140 Pfund — fl. kr. — Rimnzo
hapiere, Anlehensloose, Eisenbahn.⸗, Bank. genmehl ditto sl — ik. F Weißgen Epi.
ind industriellen Actien, Incasso von Cau-. Pifd.) 18 fl. — tx. — 16 fl. — ir vel
ons, Bauknoten, Wechsel zc unter Zu- Zorn (180 Pfd.) 11 fi. 80 tt. — 1.5
icherung prompter und reeller Bedienung. — kr. — Gerßeutzo gfd.). 11 fl. g
Provision 1 per mille ohne — il. dafer (120 Pfd.
jegliche sonstige Svesen. 16 il. — tt —l. — ir—
Redaktivn Druc und Verlaa von FR. X Demes in St. Inghern— J— ,

A. Neugebauer
Feilen hauer⸗Meister
in Neunkirchen.

mpfiehlt sich im Aufhauen alter, stumpf
zewordener Feilen und Raspeln.
Auch werden Bestellungen auf neue
zaselbst angenommen.
Reelle und prompte Bedienung bei mö—
ichst billigen Vreisen.
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        O 22* .8 F 2. ——

— h n ues — 4 9F —92 —1 * E

nt , *27

— —— x E F J

er „Sto Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerztag

d 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren

Raum berechnet.

Nro 9... Donnerstag⸗ den 8. August 167.
— F —8* * J —* — 7, ñ —— —

J—

— — — F Deutschland. — — — — —
—Muünchen, Die ,Berliner Kreuz⸗Zeitung“ meldet, daß
nuch der regierende König von Bahern gleichzeitig mit dem fran⸗
oschen Kaiserpaaxe der Gast des Katsers Franz Joseph in Salz
zurg sein werde, Auch verschiedenen bayerischen Blättern geht
— D0
sischen Majestäten schon am 11. August in Salzburg eintreffen.
München, 4. Aug. Das Gerücht von einet Rundreise
nseres Königs durch die Pfalz erhält fich fortwährend. Wenn
zuch durch den plößlichen Tod des Oheims des Konigs dieses
steiseproject vorläufig gicht zur Ausführung gelangt, so ist, wie
uns — —— die Rumdreise keines⸗
degz qufgegeben J
Gestern Bormiltag kam der reglerende König per Bahn
ierher, wohnte einer Generalprobe“ des Tannhäuser bei, zu der
onsi Riemand Zutritt hatte, ertheilte mehrere Audienzen und ritt
jach Tisch nach Berg zurück. — Die Wist tswe des Königs Otto
st in Bamberg gleichfalls an den Masern erkrankt. — Von der
krnennung eines Justizministers hört man kein Wort;
eine bestimmte Person soll noch gar nicht in Aussicht genommen
ind Alles, was über die bevorstehende Etnennung des Cabinets-
ecretärs p. Lutz gesagt wurde, soll leerez Gerede gewesen sein.—
Im Handelsministerium sind die wegen Erkrankung eines Commis⸗
ͤonsmtgliedes eingestellt gewesenen Verhandlungen über eine Re⸗
hisison des Lehrplans für die kechnischen Le hranst al⸗
en wieder aufgenommen worden. — Zur Abweqhselung circulirt
zuch wieder einmal das Gerücht, der Fuͤrst Hohenlohe habe seine
knilafsungsnahme in Aussicht gestellt, wenn der König nach Salz⸗
zurg giinge.

— Die Respicienz der Vayerischen Zeitung, welche bisher
demek. Regierungsassessor Feitlhmann anvertraut war, ist seit
dem I1. I. Mis. au den Hrn. Regierungsrath v. Feilitzsch
aͤbergegangen, in dessen Händen sich nun mit Ausnahme des dem
Irn. Ministerialrathe v. Staudtner überwiesenen Berichtig⸗
ingswesens das ganze Preßwesen vereinigt befindet.

Zur Einführung einer leichtern Kopfbedeckung bei der Armee
finden gegenwärtig Berathungen statftt.

Wie uns mitgetheilt wird, begibt sich der hiesige Poli—
seidirector Lipowsky auf einige Tage nah Paris,
um die dortigen Polizeieinrichtungen an Ort und Stelle näher
seunen zu lernen.

um den Siudirenden der Universitat Erlangen nach der
n Aussicht stehenden Heeresorganisation die Erfüllung der Mi—
itärpflicht ohne wesentliche Behinderung in ihren Studien zu er⸗
möglichen, hat der Senat der genannten Univerfitat um Verle—
zung einer Infanteriegarnison nach Erlangen gebeten.
die Gewährung dieser Bitte wird wohl davon abhängen, ob der
Magistrat die hiezu erforderliche Unterstützung durch Ueberlassung
don Kasernbaulichkeiten und dergleichen gewähren wird.
— Die wegen Kritisirung einer amtlichen Kundgabe der
bayr. Zig. (bezüglich der preußischerseits widerrechtlich beschädigten
zayer. Staatsangehdrigen) beschlagnahmte Nummer des „Volls-
hoien“ wurde freigegeben. — Ebenso wurde die jüngst erfolgte
zolizeiliche Beschlagnahme einer Nummer des ‚Nürnb. Anzeigers“
Jebste, Unterhaltungsblatt“ wieder aufgehoben. — In gleichen
wurde vom oberssen Gerichtshofe eine vom Appellgerichtsan⸗
Yl erhobene Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein dem Redacteur des
Arnb. Anz.“, Herrn G. Meyer freisprechendes Urtheil verworfen.
Anblage war gegen eine die geistige Feinfühligkeit des bayer.
T. Berichtigungsorgans anzweifelnde ironische Bemerkung des
—
GEine der jüngsten Nummern der in Pafsau erscheinen⸗
ꝰ Donauzeitung“. ist wegen eines Leitarlikels „Brausepulver
für Hrn. v. Gresser“, confiscirt wrden.

— Da die Reise Napoleons jedenfalls über München
pue so trägt man sich dort mit deni Gerüchte, er werde einen
Tag dort verweilen.

Münqern, 53. Aug. Erfreulich für die Pfalz wird die
Nachricht sein, daß der Socialausschuß in seiner heutigen
Sißzung dem Artikel II des Entwurfs (Verehelichung) den Soher⸗
chen Äntrag als Schlußartikel beigefügt hat: „Die in vorstehen⸗
»en Artikeln aufgeführten gesetzlichen Vestimmungen kreten für die
diesrheinischen bayerischen Provinzen in Kraft; die geseßlichen
bisherigen Einrichtungen- bezüghich der Ver—
helichnug in der Pfalzebleiben unveräandert.“
Das konigliche Hoflager wird gegen die Mitte diefes Monats
jon Berg nach e wer ue verlegtg.
Muͤnchen, 6. Auguft. Die Hoffmann'schelithographirte
Forrespondenz meldet, daß für den bayerischen Gefandtschaftsposton
Berlin der frühere Kammerpräsident Graf Heg nenber g⸗
Du? in Aussicht genommen sei. —7* *
Dienstes⸗Nachrichen.
Durch Regierungsbeschluß vom 4. August wurde der Schul⸗
iensterspectant Ludwig Mugler von Dahn z. 35 Schullehrer in
verach, Fürstenthums Birkenfeld, zum Verweser au der protest.
»eutschen·Schule zu Hengsberg vom 20. l. M. an ernannt.

Darmstadt, 7. Aug. Die zweite Kammer hat nach
—VVVD
steckar⸗-Bahn an die Ludwigsbahn mit 31 gegen 15 Stim—
nen verworfen und den Bau der projectirten Bahnen mit Zins⸗
zarantie oder auf Staatskosten beschlossen.

Stutitgart. Der „Schw., Merk. bringt in einer Berli—
ner Correspondenz nachstehende Enthüllung: Zu dem Prager Frie—⸗
»en soll noch eine geheime Clausel bestehen, nach welcher die, preu⸗
zische Regierung mit der Vornahme der Abstimmung in Nord⸗
chleswig ganz nach ihrem Ermessen bis zum Jahre 1870 joll
varten können. In Folge des französischen Einmischungsversuches
sabe Hr. v. Bismard der französischen Regierung von dieser Clausel
Tenniniß gegeben, worauf man in Varis den Rüchzug angetreten
jabe ....

Frankfurt, 4. August. Wegen eines Berichtes über eine
Persammlung von Tabaksinteressenten wurden gestern Abend die
Frankf. Ztg.“ und das „Frkf. Journ confißscirt. Die preu—
zifche Preßpolizei scheint es auf die Auswanderung der Zeitungs—
—X

Wiesbaden, 3. Aug. Nach dem „Frankf. Journ.“
irbeitet die Regierung eine für Nassau speciell bestimmte Gee—
neindeverfassüng aus, in welcher von der Lebenslänglich⸗
eit des Bürgermeisteramtes abgesehen werde.

Berluͤn. Die „Koln. Zig.“ schreibt: Der Ersatz für
zuxemburg wird immer noch in militärischen Kreisen erwogen, und
zas neueste Heft der militärischen Blätter beschäftigt sich mit der
Ingelegenheit. Nachdem Luxremburg aufgehoͤrt habe, „eine von
Zreußen besetzte Festung zu sein und dadurch zu den über den
tthein vorgeschobenen Posten für den Fall eines im Westen zu
ührenden Krieges zu gehören, ist die Nothwendigkeit hervorgetre⸗—
en, einen Ersatz hiefür zu schaffen, ... weil dadurch die auf
nem linken Rheinufer siehenden Truppen bedeutend vermindert
pürden und dadurch die Defensiv⸗- und Offensivkraft
Zreußens gegen den Westen für den Fall schneller Maßre—
jeln bedeutend geschmälert wird.“ Das Blatt schlägt als
jächsten Ersatz die Erbauung einer neuen starken Festung in Conz
der die Erhebung des schwachen Saarlouis zu einer Festung
ersten Ranges vor. Da aber dies viel Zeit und viel Geld kosten
pürde, so möge man sich mit der Errichtung stehender Lager in
zittburg und dem Kyllthal in der Eifel, wie Kirn an der Nahe
egnügen, welche beide Orte trotz ihrer gebirgigen Umgebung ge—
eignet sein dürften. Noch günstiger als Kirn, meint der Fachmann,
vuͤrde sich die oldenburgische Enclave Birkenfeld benutzen lassen.

Berlin, 2. Aug. Ueber den Gang der Berathungen mit
den hannover'jchen Vertrauensmännern dringen zwar keine specielle—
ten Mittheilungen in die Offentlichkeit; im Allgemeinen hört man
iber in unterrichteten Kreisen nur Befriedigendes über das Fort⸗
chreiten der Verhandlungen. Die Hannoveraner sprechen sich zwar
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        c

mit großer, Entschigdenhejt pud ffenhejt No 8 allen pon
hnen pa 74 orn die Ae
Spur, einck enghet. iGeistes odecg aner Fpard —
—— Lie eige Streæ
zen, den Juteressoͤt Hes Staatsganzen gerecht zu werden und das
Wohl der gesammten preußischen Monarchie fördern zu helfen
Desto besser! — Es bestätigt sich, daß die neuen Hafenbauten im!
dieler Hafen bei Ellerbeck und nicht bei Friedrichsort ausgeführt
verden, Die fortificatorischen und sonstigen Banten werden aber
erst im nächsten Jahre in Angriff genommen werden. *
— Berlhim, 83. Aug. Graf Bismarck kehrt erst am 7. Aug.
idrher zurück; auch der König hat seine Abreise, aus. Emß um
rihige Tage verschoben. — Vem Vernehmen naͤch haben sich die
hannover'schen Vertraueußmänner mit der Errichtung einer Gene—
rallommission zur Regulixung gutsherrlicher und bäuerlicher Ver—⸗
hältnisse, Gemeinheitstheilungen und Ablösungen ?c. in Hannover
uverstanden ertlärt. 33, U
. , Berlin, 7. Aug.“ Der Koͤnig Wilhelm“ hatdie Reise
dach der Schweiz definitiv aufgegeben und geht wahrscheinlich nach
Wien, 3. Mugust. Zwischen, der Grenzbevölkerung Dal⸗
matiens und der Herzegowina hat, anläßlich der in der dortigen
Begend gewöhnlichen Raubzüge, ein bewaffneter Zusammenstoß
taltgefunden, so daß östexreichische und türlische Truppen aufgebo—⸗
en werden mußten. 362
Nach der „N. fr. Pr.“ wäre. durch amtliche“ Erhebungen
festgestellt, daß seit Anfang dieses Jahres in Oesterreich und vor
illem in Ungarn 27,000 Pferde für preußische Rechnung an—
zekauft wurden.
Wien, 4. Aug.“ Der Special-Correspondent eines ameri⸗
zanischen Blattes schildert als Augenzeuge nachstehende Scene aus
den letzten Tagen des Kaisers Maximilian: Der Kaiser befand
ich in —S— mit dem, Prinzen Salm-Salm, als die
Jeroische Gattin des Letztern von Juarez, zu welchem sie sich, um
Gnade zu erbitten, begeben hatte, zurückerwartet wurde. „Sie
vird nicht mehr lange ausbleiben“, sagte Prinz Salm-Salm ängst⸗.
ich. — „Sie wird thun, was sie vermag“, erwiderte Maximilian,
erhob fich und durchschritt langsamen Ganges das Zimmer. Sein
Lorgnon fiel auf die Erde, ohne daß er es vernahm,“ Er hatte
zie Hände auf dem Rücken gekreuzt und verstrickte seine Finger
nit nervösen Bewegungen. Plötzlich setzte er sich, erhob lächelnd
die Augen und fragte den Correspondenten, der Zeuge dieser Scene
war: „Sind Sie Amerikauer oder Mexicaner?“ — „Ich bin das
Eine und das Andere,“ erwiederte dieser, „indem ich in Guadala—
jara geboren und in den Vereinigten Staaten ansässig bin.“ Der
Kaiser fuhr lächelnd fort: „Ich denke, daß die Amerikaner meinen
Tod nicht bedauern werden.“ — „Ich glaube wohl,“ entgegnete
der Berichterstatter, „sie sind keine so hartherzigen Leute; aber ich
hoffe, daß sie die Nachricht von Ihrem Tode n'emals erhalten
verden.“ — „Wir werden sehen,“ bemerkte hierauf der Kaiser
zerstreut, „ich habe mein Bestes gethan.“ Diejenigen, welche mich
äuschten, werden grausame Gewissensbisse fühlen.“ Nachdem er
dieses gesprochen, preßte er das Gesicht in feine Hände und schlen
ibzuwarten. Der Besucher, welcher sich etwas unbehaglich fuͤhlte,
betrachtete die heiden Gefangenen, von welchen der Eine unbeweg⸗
lich blieb, der Andere schweigend auf und abschritt. In der Straße
hörte man einen Hund bellen; in einer Kneipe gegenüber dem
Gefängniß sangen und lachten fröhliche Soldaten. Plötzlich öffnete
sich die Thür und die Schildwache meldete: „La Sennora!“ Die
tapfere Dome warf sich in die Arme ihres Gatten. Sie kam von
San Luis Potosi sie hatte Juatez gesprochen. Ihr. Gesicht war
gebräunt und mit! Staub bedeckt, ihre Schuhe zerrissen. Eine
Art nervöser Abgespanntheit ließ sich an iht beobachlen; sie zitterte,
Der Erzherzög wartete ganz bleich auf das Ende dieser Begrüßung.
Fast murmelnd frugte er die Prinzessin mit leiser Stimme:“ „Ha—
ben Sie xeussitk; was sagt Juarez?“ —„Sie werden halten,
was sie ‚in hren“ Depeschen versprochen haben. Sie bewilligen
Ihnkn einen Aufschub. O, Majestät, ich bin glücklich darüber!“
Der Erzherzog küßte die Hand der Prinzessin. „Gott segne Sie,
Madame,“ sagte er, „Ihre Güte ist zu groß. Leider bin ich nicht
im Stande, Sie würdig zu belohnen.“ Die Prinzessin zwang
sich zum Lächeln. „Glauben Sie dies wirklich?“ sagteé“ sie“, und
doch habe ich eine Gunst von Eurer Majestät zu⸗erbitten.“ —
„Sie ist hewilligt!“ rief der Erzherzog, indem er die Prinzessin
zu einem Stuhle führte. „Aber Sie scheinen erschöpft und wir
haben Ihnen nichts anzubieten. Prinz, beschäftigen Sie sich mit
Ihrer Frau und kümmern Sie sich nicht um . ..“ Indem“ er
dies sagte, wendete er sich um, um zum Fenster hinauszuschauen.
Augenscheinlich war er froh, sein Gesicht verbergen zu können.
Seine Verzweiflung war eine innere. Salm⸗Salm, die eine Hand
auf dem Stühle seiner Frau, die andere gegen den Erzherzog ge—
richtet. könnte kaum seinen Sihmerz verbergen. Der amerikamische

—

F

ceshst

4
ifen, fühd Wor hier
um hinie⸗ D ett
ð
rea
Paris, 1. Audust. Bei Hof Nden höheren Regierlmgs-
wie in den Offizierskreisen is Marschall Bazaine förmlich
»erfehmt. Die Kaiserin selbst gab das Signal dazu, ihn überall
vie einen · Ausgestoßenen; zut / meiden: Als ·man sihr hinterdrachtez
aß Bazaine seine Vertheidigungveroffentlichenr wollensagter sie
er hüte sich davor; denn er wuͤrde uns zwingen, ihn anzugreifen
Im Senat · wechselt · Nemand ein Wort mit-· Bazaine; in deu of⸗
Aelln Sealckie Jußt man ihn unbeachtet Die —2— ——
—VD
telnau sagten dem Kaiser Marimilian: sie seien von Bazaine be—
vollmächtigt, ihn zur Abreife, mjt; den Frenzosen zu bewegen. Marxi—
nilian zeigte ihnen, ein soeben erhaltenes Schreiben Bazaine's, wel⸗
her jhn vor Dano und Castelnau— mit denn Bemerken warnte: sie
ätten ihm jene Vollmacht in Linem schwachen Augenblick abgeldet.
die Erbitterung ist nicht minder groß gegen die Mexicanerin welche
Zazaine geheiraihet hal, ihn demoralistrteund, ihst noch, gaänzlich
eherxrscht, In Mexicdypflegte die Dame zii saͤgen, bin ich
hicekaiser in. jn Paris werde ich nur die Frgul“ Lings Moarschalls
ein.“. Wenn dergleichen bei Hoff undnijn exzahlt? wird,
d tann man sich kinen Begriff bon dein uachenn,“ magedie Offti⸗
iere erzählen. Jener Schonungslosigkeit kann ur die, Absicht zu
hrunde liegen, den Marschall zur Riederlegung hller semer Wurt
den zuͤ beranlassen, da man ven Standal“einer Unlersuchiüng ünd
Absetzung doch zu scheuen hat, . Hie Köonigin. Viktorigbestellte
in Lyon ein schwarzes Seidenkleid mit⸗ Todtenköpfen und einer
Thränenguirlande; es kann nicht unter x0,000 Fr. kostan, da
in Stuhl eigens dazu hergerichtet werden muß, und die Hetich⸗
ungskosten jeneni Belrag erreichen. 3
Paris, 4. August. Der.Constitutionet“ erfuͤhrt daß das
aiserliche Paar am 1. d. Mts. nach Sal zhurgeabreisen und
dort im strengsten Incognito drei Tage mit der Familie des Kai—
sers Franz Joseph zubhringen, wird. Einem anderen Blatte zu—
jolge werden außer Herrn v. Beust auch der österreichische Botschaf⸗
ter, in Paris, Fürst Metternich, und der französische Botschafter
n Wien, Herzog p. Grammont, dahin kommen. — Seit einigen
Tagen befindel sich Abdel Kader“ in Parig * 5
Paris 5. Aug.“ Man erzählt daß Gra Bismarck lund
herr Rouher ,sich in Deutschland treffen wuürben, ehenso der
oͤtztere und Herr v. Beüst.“ Der dänische Gesandie ist ploblich
aon hier nach Kopenhagen berufen woͤrden., Man legt dieser Reise
wohl nicht ohne Grund poljtische Beweggründe unter, Höchsi
wahrscheinlich will das Nobendaener. Cabinet ich genau uhertvie
An⸗ und Absichten der franzosischen Regierungunterrichten, luim
seine weiteren Maßregeln in der schleswig'schen Angelegenheit nach
zen Aufschlüssen einzurichten, welche ihr hiesiger snr iht
zeben wird, Viel Tröstliches kann derselbe ihr nicht eten *
Courx. franc. räth deni Kaiser, nachdem ihn alle aus—
värtigen Allianzen fehlgeschlagen, guch einmal die mit dein fran
osischen Volke zu versuchhen,. 4
Die hiesige Revue Conlkeinporaiut,“ obipohl eine von
»er Regierung subventionirte Zeitschrift bringt' mit loheugwerthem
Freimuth gegen Hrn. Rouher einen, mit großer Sachtenntniß und
rinsicht geschriebenen nezt de — ber, die
egenfeitigen Verhalinifse Deut sch kan d8 und Frakterchs
dieser Artikel, der Frankreich dringend. vor dem Hrieg.warnt,
nacht hier großes Aufsehen, da er von den Jandläufigen Vorstell
ungen über die Dinge in. Deutschland bedeutend bweichk. VDes—
zatß hahen es auch nur wenige Journale his jezt gewagk, darsiber
ü sprechen. Das Publikum liest den Artjkel dagegen mit großer
Aufmerksamkeit, da derselbe ihm ganz, neue Felder, der Anschauung
eröffnet.Et wird jedenfallg nicht e Einfhhißß üuf“die Gebilde—
en in Frankreich bleiben — Indeßz wile diese eurohtischeh
igkeiten werden demnächst vdr den Verwickelungen zwischen Fran—
eich'und Mexito zirückzutreten habem. Die Gefangetihälturig! der
ranzosischen Gefandischaft in diesein Lande dürch die Liheralen ist
etztein unbestreithares Factum. Ver Senator!de Bidend hat von
elnem Sohne- einen Dee ie ned
des gestern in!St. Razalte angelangten“Vampfers?n nn Coui
fiane“ einen Brief erhalten, in welchem diefe ⸗Thatfaiche mutgetheilt
wird. Wir wird sich'nun die französische Vieeen Me⸗
ico benehmen? Sie steht vor einer schlimmen Alternetde.Eit⸗
veder muß sie die Ehre der Nation durch den Uebere: und Fre⸗
»elmuth der Merxicaner mit Fußen treten lafsein, vder sie Jiuß ej⸗
nen in jeder Beziehung höchst kostspiellge unbschtldlichen Krieg
jegen Mexico beginnen, in dem ich?ügümischein die Vereinigten
Slaaten nicht übel Lust zeigen. Aesterin wurden? die Comimis-
äre der freinden Staaten für — Aut stollrrig! bon dem
Taiser empfangen. Derselbe richtete an sie höchst freunbliche und
        <pb n="369" />
        rebliche Worte Vielleicht wirdermicu/in Jeinem lehen Satz!! Dir
daiserin und inein Sohn theilen . Cmeine Wuünsche für den
Frieden der Welt“n etwus. Bedrohliches (7). suchen wollen,aber,
n ch! meine mit Unrecht. Unter den französischen Austtellern
secnlitt eine Pelitivn an vden Kaiser; welche um die Bewahtung
es Ausstellungsgebaudegund des denselben umgebenden Parkes bittet.
gIn Paris hat sich eine Gesellschaft gebildet, welche die Mit⸗
et herbeischaffen will,rum leine! nerie Exped itioni zuczmachen,
Heren Zweck ist,bis nach“ dem⸗Neior dpolt vorzudringen Das
Fomite, welches sich dieserhalb gebildet hat, besteht aus 56 Per⸗
sonen/ unter denen sich Leute vom allen Parteien“ befinden⸗ wie
Huzot⸗Chafseloup⸗Laubat, der General Lebbeuf, Hovin, Drouyn
de Lhuys,“ Henri Martin, Mirchel Chedalier ꝛc. Die Kosten? des
Anternehmens sind auf 600,800 Frs!beranschlagt; der Kaiser hat
ʒasfelbe gebilligt umd die Sammlung von Zeichnungen autorisirt.
—8*— Schuweige a ——— p
Zuürich, g. August.Hier .jst die Cholera, durch das, Kiud
des aus Rom zurückkehrenden Kunstmalers Müller von. Basel
aingeschleppt worden. Fine Wäscherin. welche die Windeln wusch,
larb au der Seuche, ebenso ein Männ,der im selben Haus zu
Mittag aß und eing anderẽ Frau, die dort verkehrte wurden krank.
— In Tessin ist die Cholera ebenfalls/ ziemlich heftig aufgetreten.
Jin Bezirk Mendrisis zuud Lugano sind 23 Fälle vorgekommen,
ehrere mit lodlichein Ausgang.e (Wurde.fruher widersprochen.) Eine
Debesche aus Ems an die Verwaltung, des Hofs Ragaz theilt mit,
naß die Reise des Königs von Preußen dorthin vexschoben wor⸗
heht set In Ragez sind 41 Zimmer fuͤr ihn hergerichtet,
remm Italien. 1;42—
Die?, Gazzelta pimonlese“meldet, daß man in Parlermo
am 28. Juli Plakate n e Slraßendeien angetlebt gefunden hat,
worin ganz offen die Republik proklamirt wird.! Sie wurden von
den Waͤchtern der öffentlichen Sicherheit! herunter gerissen.“ Die
idile und Militärbehörden sind aus ihrer Hut, obgleich man bis
setzt mit der bloßen Furcht davon gekommen ist.Alles aber trägt
dazu bei, der Regierung an's Herz zu tegen, sich mehr und mehr
um die Verhältnisse auf Sicilien zu bekümmern. —
Die Zembardig im DMaunnd sur „Wir wisfen, daß einer
—D der Regierung den Auf⸗
rag erhultent hat 500 Dehfen berekt zu halten. Aufträge ähn⸗
licher ÄArt sind andern Lieferauten ertheilt worden. Man glaubt,
daß diese Kaufe, für Reshnungi der französischen Regierung ge⸗
macht werden te e
Dos Movimentog, sagt: In Misilmer (Sicilien) brachen
ergste Unruͤhen aus. i⸗ hewaffnete Bande wurde/ nachdem ei⸗
unde Flintenschusse gewechselt worden, waren, zerstreut.
i ,, Griechenland. —
Der junge Konig von Griechenland wird atnt Ki Sebtember
mitf seiner russischen Braut permählt werden. 14.
4 —— ir —
e e nierita«
Der Indianerkriegist, mit allen seinen Schreden ausgebrochen
Hen neuesien Depeschen von dex Greuze zufolge Aberfielen die
Rotthäute einen Eisenbahnzugsin der: Nähe von Ford Larned.
Der katholische Bischof Lamh. 10 Geistliche und 6 barmherzige
Schwestern fielen ihnen in die Hände, Die Männer, wurden, wie
egz heißt, geiödtet, scalpirt und schrecklich verstuͤtnm⸗lt, die Frauen
durden⸗ hinweggeschleppi, zweifellos einem Schicksale, schrecklicher
As der Tod selost entgegen. Die Kosten des Krieges für die
— FDDD
derechnet⸗edaß bis jeht das Lehen, jedas Indianers auf- 10 weiße
Menschenleben und 00,. 990. Dollars zu stehen kommt ee αιXν
NewzYork, 24. Juli. Nus Mora in Neu⸗Merico schreibt
män unterm 21.Juni, daß 80 Meilen, von dort am Cirmav⸗
ron Flusse ein Goldlager entdeckt wurde, welches die caͤlifornischen
in jeder Hinsicht. zu überbieten verfprichte Das Gold ist von fei—
ner Quguͤtat, und leicht zu. gewinnen. Arbeiter: verdlenen trotz
dem, daß sieohne alle Werkzeuge, arbeiten, 5— 15 Do täglich. —
Aus Chihuahud, N.⸗M.,vydm 10. Juni: Fabelhafte und weiche
Goldlager wurden hier ünde anderzwg im Herzen des ame—
tatischen Cominentenideckt. Achtzig Meilen don hier, am Rio
Coucho. wird auf einer Strecke vdin 80Leagueß mit bestem Er—⸗
folge Gold gewonnen, und, soll sich das Laget 90 Leagues längst
bes, Concho ausdehnen. Außerdem sind zahlreiche Lagex pon Gold⸗
und Silber⸗Ouarz vorhanden. Nee
Die! mexicanische · Regierung will eine Eutn ungagn.alle
WerlOperöffentlichen, um sich hegen der binhium. time
lian's zu rechtfertigen. Diese Erklaͤrung soll von dem Tode don
6300 Dder Vertheidigung
Valerlgndes gefallen seienn He wird Pracedenztälle geltend machen
welche ede a verñigee
ies von ihr als bindend beirachteten ———

ollen ferner Documente beigefügt werden, die ein neues Licht auf
ie Handlungen der mericanischen Regierung werfen. Die hervor⸗
ragendsten Rechtsgelehrten der Republid sollen mit der Ausarbeitumg
ieget Rechtjeriigungsschrift betraut jein. So berichtet man der
ziberte aus“ Mexico *
Bon verschiedenen Seiten wird die rüher gebrachte Mittheis
ung· bekräftigt, daß der französische Gejandie Herr Dang von
»en republikanischen Autoritäten in Merite orsor lange zurückge⸗
halten werde, bis Frankreich sich zur Bezahlung der ermachsenen
driegskosten im Betrage von 250 Millionen Fre. berstunden habe.
Nach den neuesten Nachrichten, welche der Madrider Corre⸗
pondencia,“ Q. August. aus Mexico zugehen⸗ befund sich Ge⸗
ieral Losada an der —AV
Falisco.“. Sein Heer besteht aus. jenen egefürchteten Stümmen
Fingeborner, mit deren Hilfe Alvarez weithin im Lande den Schres
len verbreitete. Losada Hhat sich unabhängig erklärt und eine;
Anzahl tapferer Führer,worunter auch General Placido Vego,
en ehemaligen Gouverneur v. Sinaloa, um fich, versammelt.
Juarez hat viele Mitbewerbern Der gefährlichste darunter ist Por—
irio Diaz, der eben so propulär, als unternehmend ist. Er wird
vahrscheinlich Präsident werden. — Die merxicanische Regierung
esorgt, daß General Guarite, der mit 42,000 Mann zu Guada⸗
axara steht, sich für Ortega erklären möge. Es heißt, es würde
ich ein nordamerikanischer· General an die Spitze. der Aufstündi⸗
Jen stellen, die sich unter. den Befehlen pon Losada und Vega,
i den Sigqten Jalisco, Sonora Sinaloa und Chihuahua erho⸗
en haben. 2

4. Die Speyexrer Bierbrauüer waren hei der.k. Regies

ung um Genehmigung der Benützung von Trinkgläsern, welche

Schoppen halten, (badische Schoppem) eingekommen, welche

hnen jedoch verweigert wurde, da die gesetzlichen Bestimmungen.

ses nicht gestatten.“ Zugleich wurde angeordnet, daß “gegen die

ereits dieifach eingerissene Benützung nicht verificirter. Trinkgläser

unmehr poligeileche Einschreitung stattfinde. e
Vom Landauer Militärgericht wurde verflossene Woche ein
Zoldat, welcher, unter dem erschwerenden Umstande, daß er die
Zimmer⸗Tour hatte, einem Kameraden kin Szück vont Kommis-
odlaibe stahl, zu z Jahren Festungsschanzarbeit vexurtheilt. (A. W.)
7 Landau, 2. Aug.“ In den Gemarkungen unserer Nach—

arorte Queichheim. Offenbach und. Mörlheim haben. die
Feldmäuse derart überhand genommen,daß sich die Geineindevert
valtungen der beiden erstgenannten Orte veranlaßt gesehen haben,
zurch die Schelle“ bekannt zu machen, daße die Grundbesitzer in det
sten Woche jeI2 Mäuse auf 1 fl. Grundsteuer einzuliefern haben.
In Folge davon wurden in den erxsten drej Tagen 60,000 Stück
auͤngeliesert. Wie groß die Zahl dieses Ungeziefers sein muß, und
velchen Schaden fie anrichten, mag' folgendes Beispiel beweisen. Die
Hulsbesiher Re ünd Bl. ließen in Mörlheim ein circa 5Morgen
zroßes Kleefeld mit z Ppflügen umarbeiten und jedem Pflug einen
Zuben mit einem Besen nachgehen, welche zusammen 18,000
Mause todtschlugen. — Im. Banne, Offenbach gerhielt ‚ein, Guts—
hesitzer von einem Waizenacker nure noch 8.Haufen, waͤhrend Je—⸗
ernnann überzeugt war, daß man vor dret Wochen 18 Haufen
halle binden konnen. — Man, xinnert sich, daß seit 1816die
Mause in solcher Unzahl nicht inehr gehaust haben und -es ist
eine erste Forderung un⸗ den Grundbesitzer, im Hinblick auf die
artoffelernte und die bevorstehende. Saat,im zejgenen; wie im
ullgemeinen Interesse, sich deren Vertilgung mit Eifer, angelegen
cin zu lassen. ünlnets —

Aus München wird gemeldet, daß der Student Joh. Nehb
ius Asselheim, der im Pistolenduell tödtlch⸗ getroffen wurde. im
crankeuhause seinen Wunden erlegen ist.

FBerlin, 4. August. Der Lieutenant, v⸗ Scheve, welcher
im 10. Juni d. J. seinen Zimmerdermiether, a eite
Ztehffart erschossen hatte, ist zu Dreifähriger“ Festumgshaft vetu⸗
heilt und gestern zur Abbüßung der. Strofe noch Muͤgdeburg⸗ al
geführt worden· 5 — u —

GEin oetes Naßud eahris h⸗Httau .Aud.
gis gestern Abends sind 70 Arbener aus der Grube Tiefbau
hervorgezogen worden; 5 haben sich selhst auf, die Ausfahrten un⸗
hersehrt gerettettz von dem d wnstten uri wieder zum Be—
nßtein hebracht werdem von denen, doch zwei bald darauf ver⸗
schjeden; die übrigen befinden ich anf dem Wege der Wesserung.
Jestern wurden Ab Leichen 24 dem hiesigen Friedhbfe?begraben,
ie übrigen wurden an hret Zustandigheitabrtoc rabgefunsrt. 3Noch
mmer ind nicht alle Verschütteten ausgegraben. 129 22*
In Oberndors 3 75jährige Baronin
Ssgac v XF gt ve dcurch vercbramt,
daß ihr Vein vurch Umstoßen des Nachtlichtes Feuer fina.

V ermischte s. el ee 1
        <pb n="370" />
        r In der Umgegend von Gorlhiz kamen innerhalb eines die nur mit Mühe zu bewegen waren mit Haken und Schau—
Monats 4 Kircheneinbrüche vor. —* elln bewaffnet, den Versuch zu machen, mit einem Sacke die
Dem Marschall Davoust, einem der Glorien des ersten Kaiser⸗ Schlange wieder einzufangen. Zischend kam ihnen die Klappet
reichs nach französischer Anschauung, einem der schlimmsten Räuber, chlange entgegen, ehe es aber gelang, ihr nahe zu kommen, war
wie man im Auslande weiß, ist in seiner Vaterstadt Auxerre ein ie in dem Kaͤfig des Bonassus — eine Art Büffel, ein enormeg
Monument errichtet worden, das am 2. August enthüllt wurde. ast zwei Tonnen wiegendes Thier — und stach ihm in die rechte
Auf einem Seine⸗Dampfschiffe erledte · man dieser Tage düster. Aus dem Wagen herpor schnellle sie sich alsdann zwischen
eine feltene Naturerscheinung. In der Nähe von Mantes senkte diesen und dem nächsten Wagen durch in den Raum, wo die zahl
sich gegen Abend eine ganze Wolke von Schmetterlingen herab, so reichen Pferde des Menageriehesihers lehen, und biß in einem Au—
daß der Capitan die Maschine stopfen mußte und man buchstäblich genblide das schönste derselben, ein edeles Thier, über dem Hufe
nicht weiter konnte. Die ganze Luft war so voller Schmetterlinge, n das Hufhaar. Entsetzt, bäumte sich das Pferd empor und
daß man keinen Schritt weit mehr sehen konnte und das ganze prang wild in seinem Stande umher, so daß im naäͤchsten Mo—
Deck war mit Schmetterlingen überssaeeeeee. mente die Klapperschlange unter seinen Hufen verendete, Troz
Der Pariser Ausstellungs· Moniteur“ meldet jetzt selbst, der eiligst herbeigeeilten Hilfe des Thievarztes verfielen beide ge
daß eine beträchtliche Anzahl von Ausfiellern die erhaltene Preise bissene Thiexe kurz daxauf in Raserei und starben bald darauf.
urückgesandt habe, weil die Prüfung der ausgestellten Gegensande (WBasserhose.) In Palazolo (Friaul) hat eine furcht⸗
ibereilt worden, und zwar so, daß einzelne Mitglieder der Jury bare Wasserhose ein — Unglück angerichtet. Dreißig Häufer
die Gegenstände, über welche ssie ihr Urtheib abgaben, nicht ein⸗ wurden zersiört, 70 beschädigt, 13Personen wurden getödtet, 28
mal gesehen hatten. Es soll nun eine Revisionscommiffion verwundet, 400 ihres Obdaches beraubt.
exnannt und mit Prüfung der ethobenen Rellamationen beauft. 4In Wa rsch aul! grassirt vie Cholern noch furchthar;
ragt werdheen. tägliche Erkrankungen nahezu 200, tägliche Todesfälle 70 80
kParis, 4. August. Die Löwin, welche den Thierbän⸗ zuch in mehreren von der Ueberschwemmung betroffen gewesenen
diger Batty verwundet hat (vergl. Rr. 98 d. Bl.), ist in Folge Orischaften der Weichselniederung ist neuerdings die Cholera aus-
hrer Niederkunft aus dem Dasein geschieden. Fanny,“ so hieß ebrochen und zwar wie die Aerzie behaupten, infolge des Genuffes
zie unglückliche Mutter, mußte sich einer Operationunterziehen, rischer Kartoffeln, welche guf überschwemmt gewesenen Kartoffel⸗
da eines ihrer Jungen todt in ihrem Schoße zurückgeblieben war. eldern ausgegraben würden. — Fürr die: durch die Weichselüber—
Nachdem die interessante Patienten durch starke Seile unschädlich chwemmungen Beschädigtett hat der Kaifer von Rußland 200,000
gemacht wodn Dde idran Swierern emihihe Hülfe. Sie Rubel angewiesen. 2
starb aber bald darauf. .1 F Aus Konstantinoperwirb gemeldet, daß ein großer
J F Eine in Camberwell, im Roiden von London neuerstehende Brand das alte Hotel des Finanzministeriums zerstörth —9 viele
Straße, hat zum Andenken an den Besuch des Sultans den Na. wichtige Papiere vernichtet hat. Aus Priag komm die Rachricht,
nen Sultan-Street“ erhalten. daß eine Feuersbrunss die halbe Stadt Krumau in Asche gelegt hat.
r In Liberpol begegnete es einem Wärter, der kürzlich In Philadelphia wurde kürzlichst das 10jährige
dort aus Amerika eingetroffenen Menagerie, daß ihm während des Sängerfest der deutschen Gesangbereine unter Betheiligung von
Reinigens der Käfige die größte der vorhandenen Klapperschlangen 1000 Saͤngern gehalten. , i ——
ntschlüpfte und nun zischend und klappernd außerhalb ihres Be— 7 In Mobile GVer. Staaten) haben sich zwei Neger wegen
zälters herumfuhr. Der Wärter rief seine Gefährten zusammen,! einer schwarzen Schönheit ein regelrechtes Pistolenduell geliefert.
—
Versteigerung.
Samstag den 17. dieses Monals, Nach-
nittags 4 Uhr bei Ferdinand Ober⸗
haufer, läßt die Schützen-Gesell—
schaftdahier, ihre Schieß halle, Schieß⸗
stände und übrigen Zubehörden ge⸗
gen baare Zahlung versteigen.
St. Ingbert 7. Angust 1867, I
AH. SoherPp.
Geschäftsagent.
Zum Besten J
verunglückten Lugauer.
Sonntag den 11. August
Maldfest mit Harmonio
der Kapelle Heinitz und Altenwald,
imm Hirs ohberg
feitwäris Elversberg.
Für gute Speisen und Getränke wird
bestens gesorgt.
Frfedre Dellos.

Die ächte Schweizerische Alpenkräu⸗
ker⸗Essenz, ein votzügliches Mittel ge⸗
jen Verdauungsstörungen und Schwäche⸗
ustände, ist zu haben e

Joh. Friedrich.

Bunte carrirte Lamas.
a und Na breit, fein und krästig in schö—
nen Musßtern, emdfiehlt zu billigen Preißen.

— J. Firmery.

Theater in St. Ingbert.

A. Neugebauer
Feilenhauer: Meister
in Neunkirchen.

empfiehlt sich im Aufhauen alter, stumpf
gewordener Feilen und Raspeln.
Auch werden Bestellungen auf neue
daselbst angenouümen.
Reelle und prompte Bedienung bei mög
ichst billiaen Vreisen.

αναæ

νSF

Direktion von August Schroth.
Freitag den 9. August 1867.

Im Saale des Herrn Oberhaufer.
Auf vieles Verlangen).

34
Einer von unsere Leut
Broße Posse mit Gesang in 4 Akten und

7 Bildern von Berg und Kalisch.

Zu verkaufen ein nach neuster Construc⸗—
tion gefertigter Char-ñ-bane, für
ein⸗ und zweispännig, bei J

Leo Reinhart,
Wagenbauer in Zweibrücken.

Zwei tüchtige Schlossergefellen
änden dauernde Beschäftigung bei
Werkschlosset B. Weyanc.

St. Ingbertert Grube. Schnappbach.

In meiner Druckerei ist unter günstigen
Bedingungen ein Platz für einen —*
ling offen.

Fruchtpreise der Stadt

Kaiferbviauterneen August

Weizen 7.fl. 84 kr., Korn 5 fl. 19 .
Spelzkern 7fl. 42 ir., Spelz. 53s.
8 kr. Gerste — fl. — kr., Hafer 5fl.
30 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken — I.
— kr., Linsen — fi. — kr. per Zenmer.
Brodpreiset 6Pfd. Kornbrod 25 kr.
8 Pfd. Gemischtbrod — kr. und 2 Pfd
Weißbrod — kr.
Frucht⸗, Brod⸗e, Fleisch⸗ . Preiße de
Stadt Zweibrücken vom 8. August.
Weizen 6fl. 48 kr., Korn 5 fl. 16 kr

Herste Areihige, — fl. — kr. Gerste —

ceihige, — fl. — kr. Spelz 4fl. 42 kr.

Spelzkern — fl. — kr. Dinkel — fl

— kr., Mischfrucht 5 fl. 15 kr., Hafer
5 fl. 12 kr. Erbsen — fl. — kr. Wicken

fs. — kr., Kartoffeln 2fl. — kr. Heu

wfl. 12 kr, Stroh 1 fi. — ir, per

Zentner. Weisbrod 115 Kilogr., 17 r.

———

18 kr., ditto 1Kgr. O9ekr., Gemischtibrod,

3 Kgr. 30 kr., TPaar Wedk, 7 Lolh,

2kr., Kindfleisch, JI. Qual. 18 Ir. 8.

Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel—

leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per

Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr. per Liter.

Butter 26 kr. ber Pfund.

Zu verkaufen
gseiseruer Küchenheerd,
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Küchenschrank mit Aufsatz,

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Lampengläser
Pedor in allen Grüßen àa

cacafer

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zu haben
74 4 in Sulzbach.
Redattion Druc um Verlag von F. R Demes in St. Jnaber. ——

— 2
        <pb n="371" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

2)3,.]
der „St. Jug bert er Anze ig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal ⸗ Dienstag, Donnerstag

Id Samstag. Abonnementsvreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Nro. 95. Samotag, den 10. August 1867.

—— —— — —— —*
Deutschland. tatholischen Feste und Feiertage auf das in die Di özese Speyer

Muünchen, 6. Aug. Die Commissionsberathun— bestehende Maß der Festordnung für das gesammte Königreich
gen über den neuen Gesetzentwurf, die Heeres⸗ Bayern auf die Mitwirkung und —V—
erfaffung betreffend, welcher vom Staatsministerium Bischofes technen konne, oder in welch anderer Weise den beste⸗
8 Innern ausgearbeitet wurde, haben heute in diesem Ministe- henden Mißständen abzuhelfen wäre. 2) Ob die Verlegung der
mn ihren Anfang genommen. Bei denselben sind verkreten die irchlichen Feier der abgewürdigten Feste und Feiertage auf den
Snats imusterien des Aeußern, der Justiz, des Innern, der Fi⸗— zächsten Sonne und Felertag in kirchlicher Beziehung als zulässig
angen und das Kriegsministerium. zrscheine und demgemaäß bei der einzuleitenden Verhandlung mit

In Munchen werden bexeits Vorbereitungen getroffen, um Roin auch eine Modification des päpstlichen Breve vom 16. Mai

der Theilnahme Auͤsdruck zu geben, mit welcher das ganze dand 1772 in Betracht gesogen werden könne ? e
3 ecfreuliche Ereigniß der Vermählung des Königs begleitet. — Die bisher als selbstständige Stelle bestehende Redation
Zer Sladimagistrat und die Gemeindebevollmächtigten der Stadt des Gessse ze und Regierungs bbattes, dann des Hof und
saben eine Comulativcommission gewählt, welche Vorschläge ju 5taatshandbuchs, ist ufgehoben worden. Die bezüglichen
Jachen hat, wie dieses Fest angemessen mitzubegehen sei. Inzwi⸗ Beschäfte werden forthin durch das Ministerium des Innern be—
shen hören wir, daß die Gesuche von Brautpaaren um die hen sorgt werden. —, Die Verhandlungen der Bun desliquida
dem Konige für jeden Regierungsbezirk ausgesetzte Ausstattung von tionscommis sion zu Frantfurt sind beendigt. Bayern
je je 1000 fl. sehr zahlreich einlaufen. — Rachrichten qus Bam⸗ erhältt aus dem baaren Bundesvermögen ca 525,000 fl. an Wer⸗
herg jufolge ist das Befinden der an den Masern erkrankten then ca. 820,000 fl. und den entshrechenden Antheil. aus den
Königin Amalie vou Griechenland befriedigend. nen taterialderäußerungen zu Lyremburg und Mainz.

Müncheen, 7. August. Das Staatsministerium des du —, Aus Rom ist die Nachricht von dem Ableben des baye—
ius hat, wie bereits kürzlich mit getheilt wurde, in Ueberinftimerischen Gesandten beim heil. Stuhl, Herrn dvon Vergereinge—
mung mit den Staatsminißerien des Handels und der offentlichen troffen. — Trotz des Dementis in der „Allg. Ztg.“ erhält sich
Arbaͤten und des Innern die Frage der Vermindernng da Gerücht von der Berufung des Herrn v. Lutz auf den va—
gegenwärtig bestehenden katholischen Feiertage aufs Neuecanten Justizministerposten. J
a Erwagung gezogen und beabsichtigt auf dem seiner Zeit in den Augsbaurg, 7. Aug. RNach der Augsb. Abdztg. hielt
NReußerungden der erzbischöflichen Ordinariate bereits hervorgehobe— der hiesige Bür gervere inm gestern eine Versammlung, um den
sen Wege einer Berhandlung mit dem hl. Stahle in Rom eine Bericht des Abg. Völk über die Stuttgarter Versammlung anzu—
Verminderung der katholischen Feiertage herbeizuführen. Bebor hören. In demselben wurde betont, daß vor allem die Bildung
sedoch in dieser Beziehung die näheren Einleitungen setroffen wer des deut schen Skagte's eine Nothwendigkeit für die deutsche
Hen, glaubt das Staatsministerium sich vorerst der Vermittlung Nation und deren unversehrte Fortexistenz' sei, und daß die Ein—
und geeigneten Milwirkung der HH. Erzbischöfe und Bischöfe des mischung des Auskandes in die Angelegenheiten Deutsche
dandes versichern zu sollen und Hr. v. Gresser sah sich deß⸗ lands unter was immer für einem Vorwand alle Deutschen gegen
halb, wie die, Donauzeitung“ berichtet, veranlaßt, den banerischen sich haben werde und müsse; mur entartete, vaterlandslose Ver—
Lischöfen Rachstehendes zu erdffnen 5 räther können auf die Hilfe des fremden Erbfeindes für ihre

Es kann bei unbefangener Erwägung der bestehenden Ver— Zwecke speculiren. Die weiteren / Eröͤrterungen betrafen die Haltung
hältniffe nicht wohl in Abrede gestellt werden, daß die Menge der dezüglich der Zollfrage und der bevorstehenden Wahlen zum Zoll⸗
Zeit noch für Bayern bestehenden katholischen Feste und Feier⸗ parlamente ꝛc. Die in Stuttgart vereinbarten Sätze fanden die
Fhe nd das Zusammentreffen und die rasche Aufeinanderfolge einstimmige Billigung der Versammlung.
solcher Feiertage, namentlich in den Sommermonaten für die Tha— Aus Kars ruhe, 4. August, schreibt man / der Pf. 83.
gkeit und die konomische Wohlfahrt der industriellen und ge⸗ Dem Vernehmen nach ist ein preußischer Oberstlieutenant zum
werbuchen Bevolkerung einen großen Nachtheil mit sich bringt und Thef des Generalstabs des badischen Armeecorps ernannt. Gene—
fur die landwirihschafllichen Justaͤnde und Interessen der betheilig ral v. Bayer dirigirt factisch als Commandeur.
en Probinzen in dielen Fällen sich sehr schädlich erweist. Nicht Kölng 6. Aug. Die Kolnische Zeitung meldet aus Flo—
muinder ist es unbestrittene Thatsache, daß bereils für einen Theil seuns, daß Nigra auf seinen Faen u Paris wieder zurück⸗
des Konigreichs, im ganzen Uinfange der Didzese Speyer mit lehren und auf demselben verbleib werde, und bemerkt dazu:
Genehmigung der höchsten Kirchenautorität eine weit geringere „Diese Thatjache ist ein Friedenszeichen, denn Nigra ist ein Geqner
Angahl kathonischer Feiertage als in den dießrheinischen Gebieihs⸗ der franzosisch-bsterreichischeitalienischen Allianz.
cheilen Vaherus besteht, und das nämliche Verhältniß in anderen — Rach der „Zädl. Corr,“ ist der Zusammentritt des Bun⸗
angrenzenden, vorwiegend katholischen Lündern fich befindet. Eine desrathes für die Mistte dieses Monats in Aussicht genommen.
Verminderung der Anzahl katholischer Feiertage auf das Maß Die Ernennung der Mitglieder desselben foll bereits in allen Bun—
der sür die Dibzese Speyer längst zugestandenen Festordnung für desstaaten erfolgt sein. Preußischerseits sind vorläufig nur sieben
das gesammte Konigreich wird ünter diesen Umständen wohl auch Mitglieder ernannt, und zwar außer dem Justiz-⸗Ministerialrath
bon üͤrchlicher Seite als zwekmäßig und der Billigkeit ntspre. Dr. Page die Directoren der meistbetheiligten Ministerien. Im
Hend erscheinen. Es sind ferner auch die schweren Nachtheile Nonigreich Sachsen sind vier, also die volle Zahl ernannt, dem
Ichl unbelannt geblieben, welche die fortdauernde Feier der be Bernehmen nach der Minister von Friesen, die Geh. Räthe Wein⸗
s abgewuͤrbigten Feiertage für den Wohlstand und die Sitt— lich uid v. Thümmel und Oberst von Brandenstein.
lichkeit, namentlich der ländlichen Beboltkerung, fortwaͤhrend mit Berlin, 6. Aug. Die öffentliche Weinung in
sich bringt. In dieser Beziehung wird von Seite des Staats- Desterreich erklärt sich liut gegen ein Bündniß mit Franub⸗
mnifieriunns des Handels und der öffentlichen Arbeiten als bin⸗ reich, welches zu einem feindseligen Auftreten gegen Preußen füh—
zig wirksames Mittel der Abhilfe bezeichnet, daß in Zukunft auch ren könnte. Wenn die Oesterreicher ejne solche erfreuliche Haltung
e kirchliche Feier der abgewürdigten Feiert age uͤnterlassen, bezieh/ uns gegenüber einnehmen, so wollen wir ihnen zmit aufrichtigem
ungsweise auf den nächsten Sonus oder Festtag verlegt und eine Hdandedruck entgegenkommen und nicht blos sagen, daß es uns
Moͤdification der betreffenden Bestimmung des päpstlichen Breve nicht wohlgethan erscheint, jede Verbindung Oesterreichs mit Deutsch—
don 16. Pai 1772 herbeigeführt werde. Es ergeht nun in dand zu loösen, sondern auch zugestehen, daß dje Einigung De utsch⸗
vertraulicher ihe die Einladung, sich darüber zu äußern ob ands und die Consolidirung des geeinigten Deutschlands wesent⸗
) das unterfertigte Staatsministerium bei der beabsichtigten Ver— lich gefördert wird, wenn Oesterreich im Zusammenhange mit
handlung mit dem bl. Stuhle in Rom wegen der Reduction der deutschland bleibt. Wohlverstanden kann dabei nur von enem
        <pb n="372" />
        unabhängig — Ain Preußens F n —8 ihm Zlusche en ausge⸗
der Séike des üfterreichischen Kaiserstaates die Rede sein-. Wol legt werden möge.“ Er scheint von der Idee befallen zu sein, daf
Deutschlands Feind haust, weiß Jeder; bei einem B— en einen gewguigen b5 ee
Fonflicte nun würde, nanentlich was Süddeutschland betrifft. land im Schilde führe und diesem das unbestreitbare Recht ab—
de — 8* 83 — * T Dor sprechen pe seine Vsen pee ag ——
Reutralität der ähnlich, welche im Jahre 1854 “»gegen Rußland' messen zu ordnen. iese öffentlich«—Kundgebung einer solchen
heobachtet wurde, wäre verhängnißvoll und träte 3 Oesterreich Befürchtung verdient um so mehr Beachtung, als sie von 58
mit Jautruich in ein Bündniß, so ee dir Dertheigna Sud⸗ Nann —8— e nrin —F * v. Senad
deusschlands geradezu unmögli ndererseits ist ein ge- illbekannt ist. Wir ziehen daraus nur die Consequenz: Wenn die
traͤftigtes Deutschland wohl geeignet, den Krieg von Oesterreichs Rachbgrvölker Frankreich im Besitze einer Regierung wüßten, die
deutschen Erblanden fern zu halten, jedem Dranen Du ende in gi e der Kamimern 38— nn Meinung
Ungarn einen ehernen Damm eentgegenzusetzen und Oesterreich ge- ernstlich gebunden wäre, wenn die Freiheiten, die wir stets vergeb—
Folgen panslavistischer Wühlereien zu schützen. Mit Einem lich verlangen, der Nation-die Mittel an die Hand geben, um die
Worte: Deutschland 7 e 35 aaener 53 — Negerung zu einer den Winchen d e
um den Frieden aufrecht zu erhalten. Oesterreich muß sich aber litik zu zwingen, so wäre gar kein Grund mehr für das Fortbe—
den jetzigen Zuständen ennwinden, damit der zur Zeit allerdings tehen all dieser Beunruhigungen und all dieses Mißtrauens vor⸗
noch richtige Ausspruch der türkischen, Zeitung „La Turquie“:; handen. Die deutsche Demkratie hat Vertrauen in das Gerechtig ·
„Preußen repräsentirt die Zukunft, Oesterreich die Vergangenheit“ keitsgefühl des frauzösischen Volkes, allein es fürchtet eine Regie⸗
— aufhöre zuzutreffen. Und da muß vor Allem Oesterreich sein cung die, trotz des Widerstandes der öffentlichen Meinung, einen
Concordat abschütteln. Das Concordat war ein politischer olchen Krieg, wie den mexicanischen anzufangen vermochte. Die
Act, am die Lombardei niederzuhalten, das Mittel hat sich nicht bolle und ungetheilte Zurückerstattung der verküzten Freiheiten koͤnnte
bewährt, die Priesterherrschaft hat in Oesterreich die weltliche Ge⸗ das folgende doppelte Resultat herbeiführen : sie allein könnte
walt herabgebracht und den Staat geschwächt: das Concordat Frankreich in die Lage setzen. allen Angriffsgelüsten zu widerstehen
hat keinen natürlichen Bestand mehr seitdem Oesterreich sich ind ihm das edelste Prästigium, das einer liberalen voranschrei⸗
aus Italien zurückgezogen hat. — Graf Bismarck kehrt guch senden Macht, verleihen; anderseits würde sie gleichzetig das Miß⸗
am Mittwoch noch nicht aus Ems zurück und die Reisedispositio- rauen der Nachbarvölker“ beschwichtigen. Es wäre dies das
nen des Königs sind gänzlich umgestoßen. Der Besuch von Ost- We Mittel, einen dauerhaften und glorreichen Frieden zu
ende ist wieder wahrscheinlich geworden. iichern.

Ber kin, 6. August. Die „Weimar'sche Zeitung“ meldet: — Die Nachricht, es habe Preußen in Beantwortung der
Als Termin zu den Reichstags-Wahlen ist der 27. August bes Jon dem franzöfischen Geschäftsträger in Berlin vorgelesenen In—
stimmt. Die Eröffnung des Bundesrathes findet am 15. Au⸗- truction eine zurüdweisende Depesche hieher gesandt, ist unbegrüm
gust statt. 21 det. Dem preußischen Ministerpräsidenten lag nichts daran, den

Nach „B. A. C.“ wären die preußischen Unterhandlungen augenblicklichen Conflict zu verschärfen, wie es eine schroffe Depesche
mit König Georg so weit gediehen, daß er sich bereit erklärt, sicherlich gethan hätte; er begnügte sich den Einmischungs“
das Anerbieten einer ewigen Rente von 700,000 Thlr. anzuneh⸗ persuch dadurch zu vereiteln, daß er denselben sofort veröffent—
men, wenn ihm dieselbe durch Ueberlassung hannop. Domänen ge⸗— lichte. Uebrigens kann der Zoischensan jetzt als erledigt angesehen
sichert wird; wegen des damit verbundenen Einflusses im Lande ꝛc verden; er hat jedenfalls dazu beigetragen, Preußens Siellung
will jedoch die preuß. Regierung quf diese Bedingung nicht ein- in Schleswig zu sichern. Insofern hatte ich Recht, die Anrufunß
Jehen. . — der französischen Einmischung durch Dänemark als einen politischen

Berhin, J. August. Wie die „Zukunft“ mittheilt, tritt Fehler zu bezeichnen, da Frankreich von vornherein nicht die Ab—
der ineee Mannheim zu verlegen, in icht hatte, bewaffnet für Dänemark einzutreten.
immer nähere Aussicht der Erfüllung F Paris, 8. Aug. Nach der „France“ werden der Kaiser
R Behe 7. —6 —* d F Ende Ener Napoleon und der König Wilhelm von Preußen in Ba—
Wodhe nach st en e Aun raf Bismarck kommt zum Sonn en-Baden zusammentreffen. Hr. Benedetti bleibt noch bis zum
abend. mih Verlin zurück. esaeaai, Schluß der Sitzungen. der Generalräthe in Urlaub. Dasselbe

Berkin, 8., August. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ ertlärt die gsau sagt Hr. Danod sei nicht als Gefangener in Mexico zu—
Angabe einer Pariser Correspondenz der „Allg. Ztg.“ vom 29. 5 ag B — — * de
Augab 5. 4 rückgehalten, sondern bleibe zum Schutz der Interessen dek fran—
Juli über angeblich Verhandlungen zwischen Preußen öfischen nterthanen dort“
und Frankreich bezüglich der schleswig'schen Frage für voll S v,— — .55 ich üb Wastare
ständig erfunden. Ebenso sei der Inhalt einer Berliner Corre— er Moniteur lArmee spri ht fich uber die diesjahrigen
spondenz in der „Weser-⸗Ztg.“ vom 2. Auguft über Instructio— X e en eree e
nen des Grafen Bismarck an den Grafen v. d. Goltz falsch Letter vie Ve e
derartige Instructionen existiren nicht. Preußen habe nie Veran— ildung der Armee von grozzem Rutzen sein werden. Er gesteht
lassung zu derartigen Schritten noch Ursache gehabt, den Frieden u—, daß die Verbesserung der Artillerie und die Einführung der
els bedroht anzusehen. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ sagt ferner, sie 8 Nn Neder n de deren Tatut
We u daß Frankreich die friedlichen Gesinnungen Vren i en dann adagt — —— gZeuen

Berlin, 9. August. Die österrerchische Kaiserfamilie ließ Taltit zu studiren und festzustellen. Vor Allem hält es auch der
Preußen für die aufopfernden Bemühungen seines Gesandten in Anut e ——5
Mexico Herrn v. Magnus danken. — Es werlautet, die Einbe-⸗ Aeeiiien der F —
eed den —— Nassaus, Kurhessens und der elten anwendete, und, die heute dem Feinde gegenüber gefährlich

Hamburg. 8. August. In einer geheimen Sitzung der! ahl ren
Bürgerschaft wurde gestern der Abschluß der Miilitärcondention mi in der franzoösischen Armee ein, doch deutet er an, daß, der gezo⸗
unne ee ee w

W5 7. * 24: 22 Friff or der J er J
in *8* —338 ae ee r eeeen terie in tiefen Colonnnen aufgegeben werden mitz. Die Caba⸗
lohale Erfüllung der friedensvertragsmäßigen Aufhebung des über lerie soll die Infanterie in zerstreuten Gruppen En tourrageurs)
die Besitzungen des Herzogs von Wodene derhängten Sequesters angreifen, wann diese durch das Kanonene vder Kleingewehrfeuer

s aa 5. Auůgust. Furst Adolph Auersper g wurde zum bereits wankend gewarden ist. Die Infanterie soll ihre Colonnen
Oberst-Landmarschall für Böhmen ernannt. Iiihsnsch sen duz Vrit dezSnschütenern detpmmen

Aus London wird berichtet, daß Kossuth die auf ihn gee Unen nAin der ung be⸗
fallene Wahl zum Abgeordneten für den ungarischen Landtag nicht ichäftigen, die fortan von der Artillerie gemacht werden kann.
unnimmt. ——Der kleine Moniteur“ zeigt an, daß heute Mittag um

1292 Uhr der Kaiser nach dem Lager von Chalons abgerenst ist.
— Der „PpPatrie“ zufolge geht die, Rede, Herr Garnier-Pagés
werde wiederum eine Reise nach Berlin unternehmen und sodann
nach Ungarn sich begeben.

Frankreich.

Paris, 6. August. Man liest im „Sieécle:“ ......
„Der berühmte Gründer der Volksbanken in Deutschland, Herr
Schulze-Delitzsch, hat einen Brief veröffentlicht, in welchem eer die
an ihn ergangene Einladung zu dem bevorstehenden Friedenscon—
gresse ablehnt. Wir bedauern diesen Entschluß eines Mannes,
der auf die deutsche Demokratie einen sehr großen und gerechten
Finfluß gausüht Herr Schulze-Deliksch fürchtet daß die Annahme

England.
London, 6. August. „Die „Officie Reuter' hat mit dem
Steamer folgende Nachrichten aus Vera⸗-Cruz vom 15. Juli ge—
hracht: Kein ausländischer Gesandter mit Ausnahme des der
        <pb n="373" />
        Vereinigten Staaten, hat die merxicanische Republik anerkannt. —
die Wiederwahl, von Inarez ist sichet.
ro⸗ Belgien.

Antwerpen, 5. August. Gestern wurde hier ein glän—
endes Fest gefesert zu Ehren der Flagge des Norddentschen Bun—
es welche zum ersten Male in unserem Hafen aufgezogen war.
Die hiesigen deutschen Kaufleute und Schiffahrts-Verwandten nah—
nen in großer Zahl an dem Feste Theil. Vie Seehfahrer von
)ein riörddeutschen Küstenstaaten, die Hannoveraner, Otdenburger,
Schleswig⸗Holsteiner wissen den Vortheil der neuen Flagge wohl
zu schätzen und die Hamburger werden einsehen, daß⸗ wenn ste
unter der neuen Flagge keine besseren Frachten erzielen, als un—
ser ihrer alten, sie ssicher auch nihht schlechter darunter fahren
werden. 3pe
Schweiz.

Bern, 3. August. So eben ist dem Bundesrathe durch die
franzbsische Gesandtschaft die Mittheilung gemacht worden, daß
wischen Frankreich und Oesterreich gegenwärtig Unterhandlungen.
mn Gange sind, welche den Beitritt dieses letzteren Staates zu
dem zwischen Frankreich, Italien, Belgien und der Schweiz abge—
schlossenen Münzvertrage in Aussicht stellen. In der letzten Si—
zung des Bundesrathes legte das eidgenössische Finanzdepartement
zuch die Protecolle der in Paris jüngsthin abgehaltenen interna⸗
tionalen Münzconferenz vor, welche bekanntlich zu der Annahme
folgender Grundsätze gesührt hat: 1) Goldwährung; 2) Annahme
eines goldenen Fuͤnffrankenstückes; 3) Münzeinheit hinsichtlich der
Festsezung des Gewichts und der Größe und Eiunthseilung der
Scheidemunze nach dem Decimalsystem. Die 20 an der Münz—
conferenz betheiligt gewesenen Regierungen werden jetzt die Münze⸗
frage weiter studiren, um dann in der nächsten Conferenz, welche
auf den 18. Februar 1868 angesetzt ist, ihre definitive Erklärung
abzugeben. — I
Italien.

— Die „Italie“ widerlegt die in mehreren auswärtigen
Blättern gegebene Nachricht, daß Hr. Ratazzi nach Paris kommen
werde, als ziemlich unwahrscheinlich. Ungeachtet der Ermüdung,
welche ihm seine Amtsgeschäfle verursacht haben, werde er wahr—
scheinlich Florenz nicht verlassen. — Man liest in der „Italie“:
„Unter gewissen Blaättern von Paris existirt eine Art von Wett
üfer, der italienischen Regierung mehr oder weniger wahrschein
liche Projecte beizumessen. Es sind dies Anstrengungen der Ein—
zildungskraft, die Nichts kosten und mithin auch nicht die Gefahr
laufen, ihre Verfasser zu ruiniren.“ — Die „Ital ie“ meldet
daß der Senat, sobald er das Gesetz über die Kirchengüter votirt
habe, durch k. Decret provocirt werden wird. Es steht zu erwar—
len, daß das Parlament in der ersten Hälfte Novembers wieder
zusammientreten wird und nicht, wie anfaͤnglich gesagt wurde, den
I5., October. — Man meldet der „Nazione“ aus Rom, daß
General Dumont während seines Aufenthaltes in Rom beim Kar—
dinal Antonelli neue Vergünstigungen für die Legion von Antibes
ausgewirkt hat. Die Legionäre der Klasse von 1867 werden,
wenn sie es wollen, wieder nach ihrer Heimath gesandt. Die Ge—
halte der Legionäre werden erhöht und die Stärke der Legion soll
bermehrt werden, dieselbe soll aus 8 Bataislonen von je 1000
Mann bestehen. Oberst d'Argy soll durch einen andern französi
schen Offizier ersetzt werden.
Türkei.
Konstantinopel, 8. August. Der Su Utan traf
zestern Abend in der festlich geschmückten Hauptstadt ein.
VBermischtes.

43Zweibrücken, 8. Aug. Bei dem Schwurgericht für
das IiI. Quartal 1867 werden nachstehende Personen zur Abur—
theilung kommen: 1) am 19. August Jacob Waldmann, Händler
bon Venningen, wegen Todtschlags; 2) am 20. August Friedrich
dipps, Dienstknecht von Hinterweidenthal, wegen Körperverletzung;
3) am 21. August Adam Wegscheid, Maurer von Dürkheim,
wegen Mißbrauchs zum Beischlafe; 4) am 21. August Johann
Dorn, Ziegler von Neulußheim, wegen Körperverletzung; 5) am
22. August Johannes Keck, Ackerer von Dannstadt, wegen Koͤrper
berlezung; 6) am 23. Georg Seibert, Leineweber von Altheim,
wegen Korperverletzung; 7) am 24. Balthasar Frey, Tagner von
Stetten, wegen Diebstähls; 8) am 26. Karl Hoffmann, Schulleh—
er und Reqoner der protestantischen Kirchenkasse in Bergzabern,
wegen Amtsuntreue, 9) Remigius Zehentner, Mühlbursche von
Irrsee, und Aloys Hypp, Mühlbursche von Ottersweier, wegen

diebstahls, beide flüchtig.
Herr J. Stalter, Pächter des Ernstweilerhofes, hat am
„. August eine von der kaiserlichen Ausstellungs-Kommission an
yn gerichtele höchst ehrende Zuschrift erhalten, worin dieselbe ihn

nuffordert, mit einer Anzahl dressirter (eingefahrenen und angerit—
enen) Pferde, Zweibrtlicker Race zum— Concourseam;. 16. - 27.
lugust in Paris einzutreffen. Die kaiserliche Commission hat Herrn
Staltet fur seine Person und für die von ihm mitzubringenden
ßferdefreit Hinen und Rückfahrt: bewilligt. Ein neuer Beweis,
‚aß das erste Unternehmen: unseres wackeren Landsmannes den
erdienten Beifall selbst sich in der Ferne erworben hat. —
4 Ludwigshafen,i8. August. Vom 10. d. M. an
verden die Personenzüge über die feste Rheinbrücke zwischenLud⸗
vigshafen und Mannheim ihren Anfang nmehmen! Der ierste der
aglichen Züge aus der! Pfalz, mit denen man-direct nach Mann—
—— Uhr
5Minuͤten, Ludwigshafen Ankunft ß Uhr 55. Minuten, Abgang
3 Uhr 10 Minuten,Ankunft in Mannheim˖ 6 Uhr 22 Minuten.
Im Ganzen gehen 12Personenzüge von Ludwigshafen nach
Mannheim und zurück, deren Abgangszeit auf, dem ausgege⸗
henen neuen Fahrplan ersichtlich ist. Alle Brückenzüge führen
Wagen 13, 2. und 8. Classe;“ zwischen Neuntirchen⸗Würz—
zurg und zurück geht ein directer Wagen 1. und 2. Classe.
Zwischen sämmtlichen pfälzischen und badischen Stationen, welche
a Ludwigshafen⸗· Mannheim in directem Verkehre stehen, werden
Billete allet Wagenclassen für die einfache Fahrt, sowie für die
din⸗ und Rücksahrt (Ketourbillete) zu ermäßigten Preisen mit
inem Tag Giltigkeit ausgegeben. Für die Fahrt zwischen Lud⸗
— Bahnhof) be⸗
traͤgt die Taxe für einfaches Billet: J. Classe 15 kr., II Classe
q td., III Claͤsse 6 kr.; für ein Retourbillet: J. Classe 21kr.,
II. Classe 12 kr., III. Classe Okr. Eine Monats-Abonnements-
arie zut Befahrung der Bahnstrecke zwischen Ludwigshafen und
Mannheim mit allen fahrplanmäßigen Personenzügen kostet in
. Clafse 9efl., in II. Classe 5 fl., in III. Classe 3fl. und ist
aur für den Monat und die Person, auf welche sie lautet, giltig.
7 Speyer, 9. Aug. Herr Schulze-Delitzsch, der Anwalt
der deutschen Genossenschaften, ist gestern hier eingetroffen und
wurde von den Mitgliedern der Vorschußvereine auf das Herz—
lichste willlommen geheißen. Nach 5 Uhr versammelten sich die
hit anwesenden Mitglieder der genannten Vereine im Saale des
Wittelsbacher Hofes, wo die Siatuten zur Gründung eines Ver—
»andes der pfälzischen Vorschußvereine: Dürkheim, Edenkoben,
Frankenthal, Grünstadt, Kaiserslautern, Kirchheim, Landau, Lud—
vigshafen, Neustadt, Speyer und Zweibrücken durchberathen und an—
Jeuommen wurden. Herr Schultze-Delitzsch wohnte der etwa vier—
tündigen Sitzung bis zum Schlusse beĩ und unterstützte die Ver—
ammlung in freundlicher Weise bei ihren Berathungen durch Er—
äuterungen und Mittheilungen aus dem reichen Schatze seiner Er⸗
ahrung auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens. Heute um
) Uhr Vormittags wird eine zweite Sitzung abeehalten.

Gestestern Abend verschied dahier der geistliche Rath und
Domcapitular, Herr Anton Spiehler. Er wurde von einem
Schlaganfall getroffen auf der Treppe des Seminargebäudes, als
er im Begriffe war, wegen einer Schenkung für unbemittelte Se—
minaristen und Studirende, die nöthigen Vorkehrungen zu treffen.

Karlsruhe, 6. Aug. Bei dem 2. badischen Landes—
chießen haben sich gestern unter Andern folgende Pfälzer Prämien
erworben: Aug. Karcher von Kaiserslautern, R. Wetzler, Kauf⸗
mann von Speyer, Jak. Schmidt, Postbeamter von Speyer, Hor⸗
nig, Kaufmann von Neustadt.

7 Stuttgart, 2. Aug. Der gestrige Tag brachte Zü—
üge von allen Steiten für die Turnlehrer-Versammlung. Bis
estern Abend hatten sich 142 Theilnehmer eingezeichnet, worunter
0 aus der Schweiz, 26 aus Bayern, 8 aus Desterreich, 6 aus
haden, 15 aus Darmstadt und Thüringen, 27 aus Norddeutsch—
and. Sogar aus dem fernen Riga und aus Amsterdam kamen
deutsche Collegen. Es zeugt dieser verhältnißmäßig sehr starke Be—
such schon am Vorabend der Versammlung von dem hohen Inte⸗
resse, das die deutschen Collegen an unserem württembergischen
Schulturnen nehmen. Der Abend einigte die Gäste im Garten
der Liederhalle. W. Wiedemann begruüßte die Anwesenden mit
herzlichin Worten, worin er, unter Hinweis auf die politische Be—
Zeulung des Turnens und auf die Aufgabe des nachwachsenden
Beschlechts hervorhob, daß zu glücklicher Losung dieser Aufgabe
nuch der Turnlehrer in einen hohen heiligen Beruf gestellt sei.

4 Am letzten Juli wurde in Stuttgart die Wittwe Wil⸗
helm Hauff's beerdigt; sie hatte ihren Gatten um 40. Jahre
überlebt.

Wiesbaden. Die Wittwe Generalin Khomoutoff
aus Petersburg und Alexander Borghesasni aus Verona, beide
bekanntlich wegen eines zum Nachtheil der Wittwe Kosoff aus
Petersburg verübten großen Betrugs, zuerst in Ems und zuletzt
n dem hiesigen Kriminalgefängniß in Haft, werden, wie der „Rh.
dour. schreibt, nunmehr auf Verfügung des kgl. Justizministers
in die russischen Behörden ausgeliefert, und zu diesem —RX
        <pb n="374" />
        zunächst von hier aus an das kgl. Präsidium in Berlin abgeliefert an Großartigkeit weit überbiete. Es handelt sich um Anlage einer
verden. * unterseeischen Eisenbahn zwischen Europa und
In Paris ist eine Brochüre: „Der römische Hof und 1merika. Die ersten Ingenieure der Gegenwart — so heißt
der Kaiser Maximilian“ erschienen, welche Aufsehen erre⸗ es in den betreffenden Zeitungen — erklären das Unternehmen
Jen wird, indem sie das Vorgehen des Papstes und Antonellis ür vollkommen ausführbar, wofern nur die allerdings enormen
gegen Maximilian an der Hand von diplomatischen Actenstücken dosten aufgebracht würden. Rach den gemachten Voranschlägen
hart anschuldigt. Aber auch Frankreich fallen scharfe Sei- ollen sich dieselben auf 500,000, 000 Pfd. (üher 3006 Millionen
enhiebe. Thaler belaufen. Eine große Anzahl Kapitalisten ist bereit, sich
*7— Ein schreckliches Unglück ereignele ich auf der Great In— an dem Unternehmen, dem Triumph der modernen Ingenieurwiß
dian Peninsular Railway in der Naͤhe von Bhosawus. Ein Ei⸗- enschaft, zu betheiligen, und sobald die Pläne fextig sind, werden
enbahnzug stürzte in den Fluß Suttee, einen Nebenfluß des Jap- die Gelder eingeschossen werden. — Man sieht, die saure Gurken⸗
ter. 13 Personen kamen dabei ums Leben und 20 wurden mehr zeit bringt wunderbare Dinge zu Tage.
der weniger schwer verletzt. Noch eine große Anzahl wurde vermißt 7 Aus dem afrikanischen Küstenlande Natal kommen Kla—
Die beruůchtigte Seeschlange ist wieder einmal aufgetaucht gen der Eingebornen über Theuerung — der Weiber. Die Wei—
Die Passagiere und Mannschaften des kleinen Dampfer „Florida“ der werden nämlich nach dortiger Sitte stets an Kühen bezahlt:
nuf dem Ontario-See wollen das Ungeheuer gesehen haben. In nun ist der Preis für eine Frau bereits auf“ 15 Kühe gestiegen
iner Länge von 50 - 60 Fuß sei das Unthier hinter dem Schiffe und man fürchtet ernstlich uoch ein Steigen der Preise auf 20
jergeschwommen und habe gelegentlich seinen gewaltigen Kopf err Kühe. Man schreibt diese Calamität der Politik Englands zu,
joben, um das Promenadedeck in Augenschein zu nehmen. Zu welche energisch jeden Krieg zwischen den Stämmen, J die
zleicher Zeit mit dem Erscheinen des fabelhasten Seeungeheuer Ostküste Afrikas bewohnen, verhindert, und dadurch dem Hundel
eigener Person müssen wir das Auftauchen einer figürlichen mit kriegsgefangenen Frauen ein Ende gemacht hat. Die Bewoh⸗
Zeeschlange konstatiren, die an Dimensionen viele ihres Gleichen ner von Natal beklagen sich über diese englische Politik; sie wer—
ibertrifft. Es wird mitgetheilt, daß in Amerika ein Project dem- den sich angeblich noch um eine französische Intervention bemühen,
Jächst zur Ausführung kommen werde, das das atlantische Kabel wenn das englische Ministerium nicht bald Abhilfe schafft.
* 4096 Dez. Acker allda nehen Carl Gros Die ächte Schweizerische Al enkra
Theilungs⸗Versteigerung. 8* Heinrich Holtzer. te a ae ntfau
Samstag, den 24. August 1867, Dez. Wies und 65 Dez. Ewigklee⸗ gen Verdauungsstörungen und Schwäche—

Nachmittags 2 Uhr —E
assen Andreas Grell, — — Befst. ——
und seine Kinder ihre sämmtlichen Liegen⸗ Dez. Wies im Allment, neben Joh. A 9 T7
e Ingbeuer Bannes in Eigen⸗ Hofmann und Johann Schusters Bunte carrirte Lamas.
hum versteigern. als 4J5 Erben »a und 4 breit, fein und krästig in schö—

— had Hof und GHoru,gl. Notar. nen Mustern, empfiehlt zu billigen Preißen.
76 Dec. Acker beim Forellenweiher neben Unter Empfehlung meines nun wieder volß d Fcriuery.
Adam Beck nud Nikolaus Wagner. —
Dec. Acker in den Säuengärten ne— A
ben Johann Uhl und Johann Jo⸗ Porzellan⸗Lagers
8 Van im Betzenthal neben reige h Reb 2*
VDec. er ehe —
Joh. Adam Feichtner und Joh. Jo— Bierglaäfer
eph Uhl. nit bunten Deckeln zu billigen Prei—
Dec. Acker in den —A— py ——— zu billig P
Ahnung neben Johann Joseph Uhl Jos. Firmery.
und Nikolaus Wagner. os Firmery.
17 Dec. Wies in den Potaschwiesen Zum Besten
neben Franz und Johann Feichtner. der —
21 Dec. Acker auf Schiffelland, neben 7*888
ir u d ddea annn verunglückten Lugauer.
Horn, kal. Notar. Sonntag den 11. August
Maldfost mit Harmonie
der Kapelle Heinitz und Altenwald,
im Hirs hbDerg
eitwärts Elversberg.
Für gute Speisen und Getränke wird
bestens gesorgt.
Fedrieh Delles.

Joh. Fricdrien.
Zu verkaufen ein nach neuster Construc—
tion gefertigte Ohar-ü-bane, für
ein⸗ und zweispännig, bei
Leo Reinhart,
Wagenbauer in Zweibrücken.
Theater in St. Ingbert.

* * * 21 7
Mobilienversteigerung in
Oberwürzbach.

Montag den 12. August 1867, Vormit⸗
tags 9 Uhr, zu Oberwürzbach in ihrem
Hause lassen die Kinder des daselbst ver—⸗
ebten Schusters Philipp Kunkel in Eigen⸗
hum auf Borg versteigern:

1 Pferd mit Geschirr, J Wagen, 1 Kuh,

1 Hühner, 1. Hahn, Pflug, Egge Heu—

leitern, Bettung, Bettladen, Getüch und
sonstige Haus⸗ und Küch engeräthe.
Horn, ka. Notar.

Direktion von August Schroth.
Sonutag den 11. August 1867.
Im Saale des Herrn Oberhauser.
Große außerordentliche Vorstellung.)
(Auf vielseitiges Verlangen.)

2ãñna ber.

A. Neugebauer
Feilen hauer-Weister
in Neumkirchen.
mmpfiehlt sich im Aufhauen alter, stumpf
gewordener Feilen und Raspeln.
Auch werden Bestellungen auf neue
dafelhst angenommen. 97
Reelle und prompte Bedienung bei möa—
ichst hilligen Vreisen

Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich
o. Schiller. — Neue für die Mannhei—
mer Bühne verbesserte Original-Auflage.)
Samstag den 17. August 1867, Nach⸗
nmittags 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem
Ddause lassen die Wittwe und Kinder des
‚aselbst verlebten Bäckess Georg Best,
die nachbezeichneten Liegenschaften St. Ing—
berter Bannes in Eigenthum versteigern,
als:

11

Frucht⸗, Brod⸗, Fleische ꝛe. Preise der

Stadt Homburg vom 7. August
Weizen — fl. — kr., Korn 5 fl. 23 kr.
— — — — szpelz 4fl. 31 kr. Gerste, — zhie, — fl.
Zwei tüchtige Schlossergesellen — tr., Mischfencht 5 fl. 40 Tr., Hafer
inden dauernde Beschäftigung bei 5 fl. 32 kr., Erbsen — fl. — ir., Kartof⸗
Werkschlosser B. Weyand, reln 1fl. 46 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.,
St. Ingberter Grube, Schnappbach. 25 kr., ditto 2 Kgr. 17 kr., ditto 1 Kgr.
Time trachtbare Kuhe in zu verkausen O, kr., Kühfleisch 1. Qual. 66 kr., 2. Qual
hoi 4 kr. Kalbfkeisch 14 kr., Hammelfleisch.
Joh. Kiel 15 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 26 kr

—— auf'm Höfchen. per Pid.
Pedaktien Druck und Nersog pon F Demok in St Nagbhert.

Dez. Garten in den Großgärten

aeben Johann Best und Ernst

TFonrad.

Tagw. 89 Dez. Acker im Rodt,

neben Johann Schwarz und C. M.
Laur. !
        <pb n="375" />
        7 J * 5 — —
Hlh. Ingberler Anzeiger.
3* O ng 3 94 —J J
Per J * 2 —A——— . — F treee
. — .at i1 * — — — J re
—V
Dder „St. Ingberter Anzeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wochentlich dreimal: Diensstag, Do nnerstaqg
d Samskag Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr, Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattjchrift oder deren
RKaum berechnet · n Aitu
Dienstag, den 18. Oy· ·qust . u u I 8 1867.
hesondere die Oberposte und Bahnämtet zu veranlaffen.n Daß die
Aoͤtritte auf den Eisenbahnzügen und die für Fremde vestimmten
Aborte auf allen Eisenbahnstationen regelmäßig desinficirt werden.
München, 10. Aug. Die Hoffmann'sche lithographirie
Torrespondenz meldet: Graf Hegnenberge Dunx hat den Ber⸗
iner Gesandischaftsposten abgelehnt; die Verhandlungen mit ihm
verden aber forigesetzt, da der Ablehnungsgrund kein principieller ist.
Dos Gesamnmistaotsministerium dat in der That den Ca⸗
zinetssecretär des Königs, Herr v. Lutz, zum Justiz mist er
zorgeschlagen; der König wollte jedoch diesen Herrn nicht ˖ aus sei⸗
en mtelbaren Dienste geben, und so ist das Justizportefenille
ben immer noch verweist. “ Die Pajssauer Adresse ge⸗
jen die Verpreußung Bayerns.“ wie der Vollsbot“ sagt. ist an
zen Konig abgefendet; angeschlossen haben sich einige Gemeinde⸗
erwaltumgen aus der Gegend pon Passau. — Mit ziemlicher
Bestimmiheit derlautet, daß Graf v. Hompesch von Florenz
abberufen werden und an die Stelle des verstorbenen Barons v.
Berger nach Rom kommen soll.
— Nach vorläufiger Feststellung wird die Subcommission
des für deun Civilproceß ringesetzten Gesetzgebungsausschusses ihre
Sitzungen am 30. J. M., also unmittelbar nach Beeudigung des
hier zusammen tretenden Juristentag s wieder aufnehmen;
nachdem die sehr umfassenden Vorschläge zu den zwei letzten Bü⸗
hern der Civilprozeßordnung zur Vertheilmg bereits vorbereitet
werden. Die Ausschußsitzungen selbst werden den Commissionssi⸗
zungen auf dem Fuße folgen und somit voraussichtlich mit Beginn
es kommenden Landtags das ganze Gesetzgebungßzwer!
merster Lesung vollendet vorliegen und dem Aus—
schufse der Kammer der Reichsräthe überwiesen werden. Bezůglich
des ersten Buchs der Civilproceßordnung hat. bekanntlich auch die⸗
jet Ausschuß seine Arbeiten bereits erledigt, und der Referent,
derr Reichssrath v. Htintz, hat auch seine Vorschläge zu dem
Frillen und vierten Buche hbereits soweit gesördert, datz die wei—
leren Berathungen im Ausschusse selbst wohl bald nach Exöffnung
des kommenden Landtags aufgenommen werden können. 8
Neustadt, 11. Äugust. Küunftigen Sonntag findet dahier
eine Versammlung der Bürgermeister der Kantonsorte
der Pfalz statt, nicht wegen der Socialgesetzgebung, sondern um
zu berathen, welches Hochzeitsgeschenk dem regierenden König von
der Pfalz gemacht werden soll.
— Eine Versammlung pfälzischet Abgeordneten fand gestern
zier statt zu einer Besprechung, augesichts der drohenden nenen
Socialgesetze. Die Versammelten beschlossen, den zwei pfälzischen
Abgeordneten im Sorialgesezgebungsausschuß, den Herren Kolb
und v. Soyer, ihre Zustimmung zu allen Voten und Anträgen
auszusprechen, weitere Schritte aber auf einer spätern abzuhalten⸗
den Versammlung zu berathen, an welcher Herr v. Soner ver⸗
önlich theil nehmen wird .
Land 3 Es ist nunmehr festgestellt, daß das
giet garnisonitende J. Vat. des J. Inf.⸗Neg. am 80. Augutt
Zandau verläßt; es hat Befehl, am J. Sept. in feinem neruen
HBarnisonsort München einzutreffen. 75.*
Diensles⸗Nachrichten. .
ESeine Majestät der Kömig hat sich bewagen gefunden, unterm
3. August den Rechnungsführer Ludwig Alwens bei dem Zucht⸗
hause und der Polizeianstalt in Kaiserslautern- in gleicher Dienstes⸗
cigenschaft an die Gefangenanstalt Franlenthal unter gleichzeitiger
Aeberiragung der Fuuktion des Inspectoxs diefer Anstalt zu ver⸗
sehen uͤnd die hiedurch fich erledigende Rechnungsführerstelle bei
dein Zuchthause und der Polizeianstalt Kaiserslautern dem geprüf⸗
sen Rechtspraktikanten und functionirenden Actuar an diefen beiden
Anstalten, August Meyer in propvisorischer Eigenschaft zu verleihen;
anterm gleichen Datum den Appellationsgerichtsrath Karl Hoffmann
in Zweibrücken, seinem allerunterthänigsten Ansuchen, entsprechend,
uf den Grund des 3 22 lit. D. der IX- Beilage zur Verfassungs⸗
Urkunde wegen nachgewiesener, durch körverliches Leiden herbeiqe⸗

F Deutschland.
München, 8. Aug. Für deun Empfang des Kaisers Na⸗
poleon und seine Gemahlin sind in der igl. Residenz die nach
Zaiser Karl (Albrecht) VIII. benannten Kaiserzimmer hergerichtet
dorden. Belanntlich bewohnte auch Napoleon J. diese Gemächer.
München, 9. August. Ein Justizminister ist noch immer
nicht ernannt? — An die Staatsbahnverwaltung ift nun die Be⸗
stellung eines Sonderzuges für die franzssischen Maje st ä⸗
en gelangt. Diese werden am 17. Nachts spät in Augsburg
eintressen, im Gasthof zu den „Drei Mohren“, in welchem voriges
Jahr der Rumpfbundestag verstarb, absteigen und bis zum 18.
Hiltags verweilen, um sich die Stadt noch einmal zu besehen, in
welcher der Kaiser Napoleon einst mit seiner Mutter mehrere Ju⸗
gendjahre verlebt und das Gymnasium besucht hat, ‚Von Augs⸗
durg geht die Fahrt ununterbrochen nach Salzburg in München
wird nur so viel Halt gemacht, als der Maschinenwechsel erfordert
Der 18. August ist der Geburtstag des Kaisers Franz Joseph
dessen Gemahlin zum Empfang ebenfalls in Salzburg sein wird.
Wie es heiht, sollen die beiden Kaiserpaare guch einen Tag in
Ischl zubringen, so daß das Zusammensein sich auf drej Tage er⸗
eecken und die Rückkunfl des französischen Herrscherpaares in
Paris am 22. Abends erfolgen würde. — In Augsbure
beginnt übermorgen das dritte „bayerische Landesschießen.“ Der
Besuch verspricht sehr zahlreich zu werden. —
— 24 zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß sämmtliche
drei Curse ber beiden polytechnischen Schulen zu München
und Rücrn berg im nächsten Schuljahre 1867/68 noch fortbeste—
hen sollen, um denjenigen Gewerbsch ü lern des dritten Cur⸗
jes, welche sich weiter ausbilden wollen, den Eintrittt in den er⸗
sten Curs der politechnischen Schule alten Styls möglich zu ma⸗
chen. Diesem Eintritt wird eine Aufnahmsprüfung vorausgehen,
welche die bisher an den, Gewerbschulen bestandene Absolutorial⸗
prüfung ersetzt und zwar mit dieser im Wesentlichen übereinstimmt.
Was weiler den Uebertritt an das mit dem Jahre 1868/69 zu
eröffnende neue Münchener Polytechnikum hetrifft, so wird
derselbe allen jenen Gewerbschülern gestattet werden, welche sich
nach ihrem Abgange von der Gewerbschule und bis zum achtzehn
ten Lebensjahre an einer der alten polytechnischen Schulen oder
an einer diese ersetzenden höheren technischen Lehranstalten zu Nürn⸗
berg oder Ausgsburg dieselbe Reife erwotben haben wie die Ab
soldenten der Realghmnafien. — Das hiesige Comite des Ju ri⸗
stentages hat für die Ueberlafsung des Rathhaussaales und
für den Zuschuß von 1000 fl. zu den Kosten des Juristentages
dem Maggistrat und den Gemeindebebollmächtigten der Stadt
München seinen Dank ausgesprochen.

Maänchen, O. August. Die Abg. Crämer, Dr. Brater, Ur
han und Dr. Edel haben dem Socialgesetzgebungs⸗Auschuß gestern
bestimmt formulirte Modisicationsanträge zu verschiedenen Artikeln
des Gemeindegesetzes übergeben. — Die Alademie der bildenden
Kuünste beabsichtigt, die in der Zahl ihrer Ehrenmitglieder in den
letzten Jahren eingetretenen Lücken wieder auszufühlen und wird
die Ramen der neugewählten Ehrenmitglieder in üblicher Weise am
15. d. Mis, als dem Geburts⸗ und Namensfeste des Königs,
verkünden. Wie wir hören, haben die getroffenen Nerwahlen be⸗
reus die allerhöchste Bestätigung erhalten. —Das k. Staatsmi⸗
nisterium der Finanzen hat verfügt, daß zuür theoretischen Geome
terprüfung künftighin nur solche Adspiranten zuzulafsen find, welche
U) entweder ein Reals oder ein humanistisches Gymnasium absol⸗
virt, oder M) nach absolvirter Lateinschule mindefiens vier Jahrt
lechnische Ansialten (Gewerbs-, polytechnische, hoͤhere landwirthschaftliche
Schulen) mit gutem Erfolg besucht haben. — An läßlich der in
wenig Tagen erfolgenden Erbffnung der Bre nnerbahn, durch
welche die unmittelbare Verbindung mit Italien, woselbft in vie⸗
len Gegenden die Cholera herrscht, hergestellt wird, und auch mit
Rücksicht auf die, wenn auch vereinzelten, Cholera⸗Erkrankungen ir
Zürich hat das Staatsministerium die Kreisregierungen angewiesen
sofort die geeigneten fürsorglichen Anordnungen zu treffen und ins
        <pb n="376" />
        rührter Dienstesunfühigkeit auf die Dauer⸗ einge Jotzres in den Jteine Form gefugden ist. Gewiß muß es die Aufgabe des Wiener
Ruhestaud reten zu lassen, e und. zuni Mae n Appellationsges Stkatgkauzlers jeist, See cepee Interessen im Auge zu
richie der Pfaln dent Bezirksrichter Theodor' Föl in Zweibrücken habenitzid ihid 95 Hiese Kind aber durch eine Verstandig
zu eruenuen; Anterm gleichen Datum — ang undz durch din gutes Einvernehmen mit Preußen gesicherte
Pfarrstelle zu Altdorf, Decanats Neustaädta. d. H dem derma⸗- ils durch die —5— freinder Buͤndnisse* gegen einen Feind
iigen Pfarrer zu Vauterecken, Decanats gleichen Ramens, Konrad Oesterreichs, der garnicht vorhanden ist, wenn er nicht gewaltsam
Prehn, zu verleihen. n die Gegnerschaft des deutschebiterreichischen Kaiserstaats getrieben
Durch Regierungsbeschluß vom 7. August wurde der Schul- wird.“
dienstexspectant Peter Haag von Schwarzenbach zum Verweser aun Berxlim, 8. August. Es ist in der Presse die Rede von
der katholischen Schule in Arzheim vom 15. September l. Is. an inem Separatarkikel zu Artikel Vdes Prager Frie—
und unterm 8. das Gemeinderathsmitglied Peter Heil III. zum deus, wonach Preußen zugestanden sein soll, die Abstimmung in
Adjunkten der Gemeinde Sembach ernannt. Rordschleswig bis 1870 hinausschieben zu können. Wenn dies
144RhrüUsruhe, 10. August. Es tritt, wie dien,statlsr. Ztg.s Rr Fall ist, was ich weder bejahen noch verneinen lann, so, wäre
oernimmt, am I8. Seplember d. Is. zu Mannheiit eine Conser 8 aher doch wünschenswerth, daß Graf Bismarck voh der dinge
renz von Bevollmächtigten der Rheinuferstaaten zusammen, um äumten Tatitude keinen Gebrauch machte, sondern die Bestimmuͤn⸗
unter Zugrundlegung der von der preußischen Regirrung porbereis Jen des Art. V in loyaler Weise zux. Ausführung brächte, und
len öntwurfenene redidirte Noh einn hch iffanhrsac de eine das so schleunig als niglichPreufzen windet damit seinen Gege
Schiffahriss Polizéiordinungefür den Rhein, und eine lern eine Waffe aus der Hand. Dies wäre namemlich im Hin—
Beroͤrdnung über deu Transport entzündlicher, ähender und gifti— lick anf die Beziehungen Preußens und Oesterreich nothwendig
ger“ Stoffe auf diesem Strom, nebst den dafür nothwendigen Prof Wenn man in Lwien bisher geschwiegen: und Preußen“ nicht zur
lollen festzustellen . n en scheint di aus De⸗
Darmstadt,8.- August.nin Gestern Abend, war unsere ücatesse geschehen zu sein — ein Gefühl, das wit anerkennen, das
Stadk der —28 e Scandals. Eine ber beffer micht zum Ausdruck käme. Preugens Stellung hraf⸗
sreiische Milncimnsitbande war aus Maing heruͤbergetommen igt sich in dem Maße-als die anderen Mächte im ihrem Berhzat⸗
ind haute in der hiesigen Wirthschaft zur Mortzholle ein großes en uns gegenüber Gründe der „Delicatesse.“ weniger und weniget
Puhlikum um fich versammeli. Wien 8 scheim, in Foige aner dorwalten lassen.Was die Frage selbst anbelangt, so hängt alles
Verabrebung drangen gegen Schluß des Foncerts eine Angahl 'avon ab, wie Graf, Bismard. die sehr vage und ausweichende
Personen aus der Hefe der Beboilerung in den Garten eim sort anische Antwort auffaßt, und darüber wird man wohl erst nach
en die Auffüͤhrimg und begleiteten, als die Mufiter ihren Ruck, »er Rückkehr des Grafen etwas erfahren.
veg nach dem Bahnhof antraten, dieselben mit Geschrei, Schimpfen Bieerlin, 9. August.“ Officielle Bestimmungen über den
und Siteinwürfen, vgleich eine Reihe won Bürgern die Mufiker dermin für die Reichstagswahlen sind auch bis heute nicht ge—
in ihre Mitte nahm uud sie gegen den Pobel zu schüthen fuchten. Toffen, wahrscheinlich finden aber die Wahlen am 27. statt. —
Polizei und Mililär ließ fich nicht sehen. Die Indignation über die in einigen Zeitungen auftauchenden Gerüchte von einer beab⸗
diesen Vorgang ist in der Vürgerschaft der Stadt allgeinein, und ichtigten Umgestaltung das P atentwessen im Zollvereinsge—
wird numentlich die Thatlosigleit der Behörden dabei einer jchar⸗ biete regelnden Bestimmungen sind unbegründet und es werden
fen Kritik unterzogen. Die: Mißhandlungen preußischer Soldaten hierüber keine Verhandlungen gepflogen. Die' im Jahre 18483
iju hiesiger Stadi und die Passivitat der Polizei dabei ist übrigens don den Zollvereinsregierungen aufgestellten Grundsätze in Betreff
lein vereinzelter Fall; es sind vielmehr in jüngster Zeit eine dieses Gegenstandes werden so lange aufrecht erhalten, bis im
Keihe solcher FJalle vorgekommen. Auf der andern Seite sieht Wege der Gesetzgebung des Norddeutschen Bundes, zu deren Com—
man jeden Tag einen höhern preußischen Officier am der Spiße petenz auch diese Angelegenheit gehört, eine Aenderung beschlossen
der Garnison auf den Exercierplatz ziehen, um den Truppen das jein wird. — Die wieder auftauchende Nachricht vom Abschluß
preußische Exercitium beizubringen. Wir leben eben in gewaltigen eines Handelsvertrags mit Rußland ist ebenfalls um⸗
Fonirasen. begründet. Zur Erneuͤerung derselben dürfte die vor kurzer Zeit
Berhin. Die,A. A. Z.“ hält sich veraulaßt, der Mein— erfolgte Verdffentlichung eines neuen russischen Zolltarifs Anlaß
ung entgegenzutreten als ob die preußische Politit fortgesetz auf egeben haben. Mit der russischen Rogieruug sind jedoch in Folge
die Demüthigung und den Zerfall Oesterreichs hinarbeite. Er dieser Publication kene egen Irhamlunqgen angeknüpft worden
meinte Einen unglücklichern, Irrlhümtichern Gruudsat der oster .Bexlin, 10. August. Der Graf v. Bism ardist heute
reichischen Politik kann es nicht geben als die Ausicht, daß Preußen Norgen aus Ems wieder hier eingetroffen. — Der „Staatsan⸗
auf den Zerfall Oesterreichs hinarbeite oder hingearbeitet habe. eger enthatt eine Verordnung, welche den Bundesrath quf den
Die deutsche Geschichte spricht laut amd vernehmlich dagegen. In dn lugust einberuft 8 r
Wien war kein Verständniß fur die Aufgaben, die Pflchten und Wiaen, 8. August,. Der Gesandte in Rom. Hr. v. Hüb
den Beruf des entstehenden protestantischen , Staats. Es war das 1er, ist auf Bexufung durch Hrn. d. Beust hier eingetroffen.
un die Weltgeschichte neu eingetretene dder, wenn man will, aus Wahrscheinlich handelt es sich um die mit der Curie einzuleiten—
der Vergangenheit herausgeborne protestantische Prinzip,“ welches »en Verhandlungen wegen des Concordats. — Man sieht hier
man in Wien bekämpfte, dessen Entwicklung in Preußen man zu ꝛcr formellen Rückäußerung der Pforte auf die letzten identischen
hemmen und zu nweschrünken für die Aufgabe der öfterreichischen Schritte der Mächte in der kretischen Frage entgegen, und da der
Politik hielt. „Die Ruhe des Kirchhofs in der Geschichte! Kein nateriell zustimmende Inhalt dieser Rücküußerung — das Ein—-
preußischer Staatsmann kann und wird, auf den Zerfall Oestere sehen auf die Einsetzung einer internatignalen CTommisfion“ zur
reichs hinarbeiten. Oder sind die großen Schwierigkeiten, welche Tonstatirung der Zustände auf Kreia — durch die vom Sullan
der Meugestaltung Oesterreichs auus deni Nebeneinanderleben zahi- n Paris, London und Wien persöulich abgegebenen Erklärungen
reicher Nationalitäten entgegenzutreten, Preußens Werk? Wie ganz ereits sichergestellt ist, so darf man, mit, alsem Grunde hoffen,
uiders stände heute Oesterreich, wenn es der nationalen Wieder, daß es in kürzester Frist gelingen werde, dem Blutvergießen auf
geburt Deutschlands seit 1848 nicht entgegengetreten wäre Jdoch ꝛer. Insel Einhalt zu thüun. — Das Finguzprojetedes
das sind vergangene Dinge. Die Gegenwart'hat neue Aufgaben Finanzmiunisters Becke soll in der beabsichtigten Umwandlung fümmt—
zgestellt. Die nationale Entwicklung Deutschlands ist einen andern icher Staatsschuldverschreibungen in Rentenpapiere unter Herftel—
Weg gegangen, als in Frankfurt 1849 beabsichtigt war, Jetzt ung eines einheitlichen Zinsfußes für alle Gattungen von Staats-
wird als Drohung ein Buͤndniß mit Fraukreich augetündigt, wenn ichulden bestehn.
das russisch-preußische Bündniß unwderruflich, oder Preußen ent. Wien, 9. August. Die„Wiener Abendpost“ veröffentlicht
chlossen sei, auf der Bahn der Annetion fortzuschreiten.“ Zu in Telegramm der kais. Botschaft in Rom, welches meldet: Koͤ—
welchen Zwecken soll denn Preußen, mitten in den friedlichen Ar⸗ tigin, Maria, Theresia, Wittwe des Königs Ferdinand II. vou
beiten der inneren Organisation, ein Bündniß mit Rußland Neapel (Tochter des 4 östr. Erzherzogs Karl, sonach Schwester
schließen? Es ist das allerbedenklichste für einen Politiker, sich des Erzherzogs Albrecht, geb. 1816) ist gestern Abend in Alband
in dere Staatsleitung von Hypothesen, von Moöglichkeiten, die ein- an der Cholera gestorben. Der Prinz Graf Caltagirone, von
kreten könnten, bestimmen zu lassen, sich dadurch den klaren Blick der gleichen Krankheit befallen, befindet sich auf, dem Wege der
für die Ereignisse der Gegenwart zu trüben uͤnd die Kkaft im Besserung. — Die „Wiener Abendpost“ bezeichnet die Nachricht
Ringen mit Phantomen zu verzehren. Preußen wird gewarnt, mehrerer Wiener Blätter, daß bei Krakau ein militärisches Lager
auf der Bahn der Annerxionen fortzuschreiten, als ob feit dem inter dem Befehl des Erzherzogs Albrecht koncentrirt werde, ihrem
Prager Frieden Versuche der Art gemacht worden.“ Das Zoll- vollen Inhalte, nach als Erfindung.
bereins-Parloment, weit entfernt, eine Einleitung zu weitern An- (Karlsb qd, 8e August. Der franzöfische Staatsminister
nexionen zu sein, ist vielmehr eine Bürgschaft für die Erhaltung Rouher, ist hier eingetroffen und wird den Kaiser Napoleon,
der Selbsistündigkeit der süddeutschen Staaten, für deren Einigung nit dem er in Bayern zusammentreffen wird, nach Salzburg
uid internationale Verbindung mit Norddeutschland zur Zeit noch degleiten.

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Die gemeinschaftliche östr-ital. Kommission zur Bescheidung
der Reklamationen, welche bei Abschluß des Wiener Friedens die
tal. Regierung an die österreichische bezüglich verschiedener von
Venedig nach Oesterreich geschaffter Kunstwerke und Doku—
nente, gemacht hatte, hat ihre Arbeiten zur Befriedigung beider
Theile vollendet.
Frankreich.

Paris, 11. August. Der „Moniteur“ veröffentlicht ein
bom 20. Juli datirtes Telegramm des franzöfischen Gesandten in
Mexico, Hrn. Dano, in welchem derselbe anzeigt, daß er, falls
nicht unvorhergesehene Hindernisse eintreten, in wenigen Tagen
abreisen werde. — Ferner macht das amtliche Blatt auf einen
Artikel der „Nordd. Allg. Ztg.“ vom 8. August aufmerksam und
jagt, daß die Sprache desselben keinen Zweifel über die frised
lichen Absichten der preußischen Regierung aufkommen lasse.

Ein Theil des französischen Clerus hat die Absicht, auf dem
zkumenischen Concil, das am 8. Dez. 1868 in Rom zusainmen⸗
treten soll, die Abschaffung des Colibats in Anxregung zu bringen.

England. —

Der Sultan soll in London der Gesellschaft zur Abschaf⸗
fung der Sklaverei das Versprechen gegeben haben, den Verkauf
von Circassieriunen zu verbieten. —

Italien.

In Rom ist man; doch immer wegen; Gatibaldi- besorgt, ob⸗
schon 40,000 MannItaliener an der Grenze Wache halten. An
den Thoren werden die Ankommenden untersucht, ob sie keiue ro—
then Kittel bei sich führenn.

Die „Italie“ meldet, die Regierung werde den Verkauf der
geistlichen Guͤter beschleunigen; der Staat sei bereits im Besitz von
Immobilien, welche eine Rente vpu 20. Millionen liefern; würden
e i ewen Haud entrissen, dann selen große volkswirth⸗
chaftliche Rejultate zu erwarten e α α.

—V iιιι- Spanien.

Madrid, 5. Aug. Es ist eine Quarantaine für die von
Rom nach Algerien Kommenden errichtet. — Eine Korrespondenz
aus Mexico vom 28. Juni meldet, daß der Leichnam Marimilians
dem preußischen Gesandten überliefert worden ist. 5 ——

Man meldet der „Epoque“ aus Mazddrj d, daß Narvaez
bon der Königin die Streichung O'Donell's aus den Cadres der
Armee und die Entsetzung von allen seinen Aemtern und Würden
berlangt habe. Die Königin, wird hinzugefügt, schrecke vor einer
solchen großen Maßregel zuruffee.

Amerika.

Newyork, 30. Juli. . Nach Berichten aus Mexico wur⸗

den sämmtliche Präfecten der gewesenen kaiserlichen Regierung
auf sechs Jahre verbannt. Der. Bischof von Jalappa ist
derhafiet. Die Vermögenscoufiscationen haben begonnen. Der
Oberst Lopez ist früher begangener Verbrechen halber dem Kriegs-
gerichte überwiesen worden. Der General Escobedo tritt als Can⸗
didat für die Präsidentschaft auf, sein Programm gipfelt in „Frem⸗
dengausrottung.“
Nach der Correspondencia von Madrid“ befinden sich unter
den von den Mexikanern gefangen genommenen kaiserlichen
Generälen und Offizieren 5 Italiener, 6 Spanier, 9 Ungarn, 28
Franzosen, 30 Mexitaner, 43 Amerikaner aus verschiedenen Staa⸗
len, 93 Belgiet und 140 Deutsche. — Die einzigen Ausländer,
denen Itzgrez den Uebertritt in die mexikanische Armee gestattet,
sind die Spanier.

J Vermischtes..

Speyer. Die Bierbraurei zum „Römischen Kaiser“ ist
um die Summe von 21,000 fl. in die Hände des Bierbrauers
Biersack, früher Braumeister in Kaiserslauter käuflich übergegangen.

f Speier, 10. August. Die Vertreter der pfälzischen Vor—
schußvereine, etwa 50 an der Zahl, hielten gestern ihre zweite und
letzte Sitzung zur Gründung eines Unterverbandes. Herr Schulze-
Delitzsch hielt nach der Sitzung eine längere Ausprache und ent⸗
wickelte darin die Vortheile des Genossenschaftswesens, das während
des letzten Kriegjahres die gländzendste Probe bestanden. Die Re—
sultate desselben sind staunenswerth; es bestehen in Deutschland etwa
1000 Vorschußvereine, von denen 642 dem Verbande angehören
und 532 BVereine mit 193,712 Mitglieder hatten für 1866 Rech⸗
aungsabschlüsse eingesendet; diese haben im Vorschuße und Conto—
correngeschäft beinahe 100 Millionen Thaler umgesetzt. Herr Schultze⸗
Delitzsch erstattete auch Bericht über das preußische Genossenschafts
gesetz und empfahl die Annahme der von ihm entworfenen Muster—
zatuten; gegen Abend verließ der thätige, um das sociale Leben
Denischland jo hochverdiente Mann unsere Stadt, um sich nach
Tarlsruhe zu begeben.

z. F Eine gewiß seltene Erscheinung dürfte es sein, daß
in Kirchheimbolanden dieser Tage von einem Huhn zwei zusam⸗
neugewachsene Eier gelegt wurden, in welchem einen sich das
Belbe, im andern das Weiße befand.

Das erste Pferderennen beim diesjährigen Oct o—
»erfeste in München findet am 6. und das zweite am 183.
Dctober statt. Bei dem ersten werden 10 fl. eingelegt und 15
Preise vertheilt, von denen die ersten, in 50, 40, 30, 20 Duca-⸗
len init je einer Fahne bestehen; bei dem zweiten werden bei ei—
ner Einlage von 2 fl. 12 Preise vertheilt, wovon der erste 60 fl.
er zweite 50 fl., der dritte 86 fl., u. s. w. beträgt. Am 10.
qOctober findet auch ein Trabwettfahren auf der gewöhnlichen
stennbahn statt mit 7 Preisen zu 80, 60, 50, 40, 30, 20, 15 fl.
ind einer Fahne.
rF Aus Bayreuth, 8. August meldet der „Nürnb. Corr.“:
Eine Brodvergiftung, wie sie im vorigen Monat in Würzburg
ttatifand, setzt heute unsere Stadt in Aufregung. Eine Menge
Familien und Personen (man spricht von etlichen sechzigh, welche
sjeute Morgen von dem Weißbrod Semmeln) des⸗ Bäckermeisters
Zchott in der Judengasse gegessen, erkrankten unter den Sympto—
nen der Vergiftung. Eine sofortige ärztliche Untersuchung ergab,
daß in dem Backwerk Arsenik enthalten. Sämmtliches Brod des
Schott wurde sogleich von der Behörde confiscirt, und ein Geselle⸗
desselben verhaftet. Die Aerzte sind in größter Thätigkeit. Bis
etzt ist noch kein Todesfall vorgekommen. Auch in Heinersreuth,
1'Stunde von hier, sollen Erkrankungen angezeigt sein. — In
lerandersbad stürzte der zeitlich qu. Bezirksgerichtsrath Heinrich
Frhr. v. Künsberg von Amberg aus dem Fenster und verschied an
zen erhaltenen Verletzungen.

Frankfurt, 8. August. In diesen Tagen befand sich der
zerühmte amerikanische General David G. Faragut, der
Held der Einnahme von New⸗Orleans in unserer Stadt. Derselbe
var von mehreren seiner Offiziere begleitet und begab sich nach
Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt, in die benachbar—
en Taunusbäder.

f Auf der Zeche „Rhein und Ruhr“ bei Ruhrort sind am—
35 d. 4 Bergleute durch Reißen des Seils des Förderkorbs, in
velchem sie saßen. in die Tiefe gestürzt; drei sind todt.

7 Vor dem Schwurgerichte in Wisen stehen dermalen bei
ungeheuerm Menschenzulauf der 26jährige Schuhmacher Troll und
die eben so alte Köchin Petersilka, welche am Pfingsttag die all⸗
zemein beliebte 19jährige Kaufmannstochter Elise Kolb ermordet
und beraubt haben. J

CDie böhmischen Kron⸗-Insignien) sollen noch im Verlaufe
dieses Monats von Wien nach Prag gebracht werden, um in der
cenovirteu Kronkammer aufbewahrt zu werden.

7 Nach amtlichen Erhebungen betrage das Kirchen- und Klo—
stervermögen Frankreichs 300 Mill. Franken, und das Belgiens
mehr als eine Milliarde.

4 Auf den Boulevards bietet man jetzt die Photographie des
‚traitre Lopez“ aus. Es ist aber nicht die dieses Scheusals,
ondern die des berühmten Ungarn Deak, die früher angefertigt
wurde, und die der Besitzer los werden will.

—.Als General Dumont seine Reise nach Rom antrat, hatte
der Kaiser dem Scheidenden noch bemerkt, er solle dem heiligen Vater
den Wunsch seines Souverains ausdrücken, ihn doch zum Besuche
der Anssteliung in Paris zu sehen. Als General Dumont in
einer besonderen Audienz Pius IX. von diesem Wunsche unter⸗
richtete, entgegnete dieser: „Wir sind zu alt und zu müde, um die
Reise zur Ausstellung noch zu unternehmen, überdies“, fügte er
nit jenem ihm eigenen Humor hinzu. „nous sommes déjâ nous-
mõômes ici asses exposés“, worauf er, sich zum; Adjutanten des
Benerals wendend, nochmals wiederholte: west-ce pas, jeune
nomme, que nous-Sommes assez exposés *

—Paris, 5. Aug. Im hiesigen Invalidenhospital starb
iber 90 Jahre alt der Veteran Darroy, dessen Namen schon vor
67 Jahren öffentlich bekannt wurde, ohne daß es darum sein
Träger weiter brachte als bis zum Corporal.' Bekanntlich wurde
der berühmte französische General Kleber am 14. Juni 1800 zu
Tairo vom fanatischen Türken Soleymann durch Dolchstiche ermor—
det, und der Mörder, nachdem man ihm über einer Gluthpfanne
die rechte Hand verbrannt, lebendig gepfählt, worauf er noch 4
Stunden lebte. Während dieser Zeit von brennendem Durst ge—
»lagt, verlangte Soleymann wiederholt zu trinken, was ihm, um
seine Todesqual zu verlängern abgeschlagen ward. Da erbarmte
iich seiner der Wachtstehende Soldat Darroy und hielt ihm ein
Glas Wasser an den Mund. S that einen mächtigen Zug und
tarb sogleich; D. aber erhielt 24 Stunden Arrest. —

7 London, 7. August. Die englische Correspondenz meldet
ein furchtbares Eisenbahnunglück aus Ostindien. Die große indi—
iche Halbinselbahn überschreitet einen Zufluß des Taplistromes, der
das ganze Jahr hindurch seicht und trocken ist und nur zuweilen,
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        bei den periodischen Regengüssen, durch die zu Thal strömenden
Hießbaäche zu ziemlicher Tiefe und Breite anschwillt. An der Stelle,
vo der Schienenweg über das Flußbett führt, ist letzteres in zwei
Arme gespalten; doch hatten in der Nacht des 16. Juni die Flu—
cher auch die Insel zwischen den beiden Brücken theilweise über—
chwemmt und die Schienenstränge so unterwühlt daß sie von der einen
Brüce zur anderen fast in der Schwebe hingen. Heran brauste der
Zug auf diejen geführlichen Ort, den zu sehen sowohl die Dunkelheit
der Nacht, als die hochwogenden Gewässer verhinderten. Locomotiße
und Tender schossen über den verderblichen Zwischenraum hinweg,
ehe die Schienen nachgaben; die sieben Waggons aber brachen ab
und stürzten in den Abgrund hinab, wo die Wellen sie erfaßten
und wegspülten. — Man kennt nicht genau die Zahl der Passa—
giere, welche der Zug trug — außer drei europäischen Bahnbe⸗
umten nur Eingeborene — und gibt sie verschieden von 57 auf
112 an. Der Bericht der Babnbehörde zählt 13 Todte und Ver—

mißte und 20 Verletzte auf, doch glaubt man allgemein, daß der
Imgekommenen wenigstens die fünffache Anzahl fein muß. Eine
gerichtliche Untersuchung ist bereits angebrdnet, und zu erwarten
st, daß dieselbe sich nicht nur auf geschehene, sondern auch auf zu⸗
künftig mögliche Unglücksfälle erstrecke, denn die Halbinsel Bahn soll
hre Brücken im Allgemeinen sehr vernachlässigt haben ·
FIn Rom sind seit 4. Mat: 700 Personen an der Cholera
gestorben, vom 28. — 30 Juli allein 71.— In Palermo er
trankten am 1. und 2. Aug. 233, starben 120 Personen.

In der schwedischen Abtheilung der Weltausstellung sind
im 6. d, Monats Perlen im Werthe von 30,0060 Frcs. gestoh—
en worden.

. Der „St. Louis Democrat“ gibt die gegenwärtige nume⸗
rische Stärke der Indianer aller Stämme westlich vom Mississippi
auf 350,000 an; 70. 000 derselben seien halbcivilisire
J
Hausversteigerung.
Samstag den 24. August 1867, des

NRachmittags um 4 Uhr, zu St. Ingbert
zei Johann Adam Bedh, läßt Gevrg
Liehl, Erzgräber dahier, sein an der
dauptstraße neben Gebrüder Dörr und
Bergmann Bleif gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus auf langjährige Zahltermine
n Eigeuthum versteigern.
Horn, kgl. Notar.

Bekanntmachung.
,Für die gerarlalischen Steinkohlengruben der Pfalzist der Bedarf an Rübol für
Jahre COctober 1867 bis incl. Dezember 18683 I
) für Grube St. Ingbert ca. 600 Zentner xgRu
*P F J J b) u u Bexbach v 225 — a60 silo F
und soll dessen Lieferung im Submissionswege vergeben werden.

Angebote wollen bis zum 28. August a. e. Vormittags 12 Uhr ver⸗
chlossen und gehörig bezeichnet bei dem unterfertigten Amte, woselbst auch die Liefernngs
edingungen zur Einsicht offen liegen, eingereicht werdenn. 5

Stt. Ingbert den 12. August 1863.
Das kal. Bergamt der Pfalz.
Allgemeine Renten-Anstalt in Stuttgart.
Lebens⸗ Eapital⸗ Pension⸗ Renten⸗Verficherungen.
Wir bringen hiermit zur allseitigen Anzeige, daß wie Herrn Scherpf, Ge⸗
chäftsmann in St. Ingbert, als unsern Vertreter dortigen Bezirks ernannt haben.
Derselbe wird sich angelegen sein lassen gefälligen Anmeldungen oder Anfragen stets
ind in der bereitwilligsten Weise entgegen zu lommen; wobei wir noch ausdrücklich be—
nerken, daß die jährlich sich ergebenden Dividenten unseren Versicherten zu gut kommen
Stuttgart den 1. August 1863.
F I Für den Verwaltungsrath
Die Direetion.
Unter Bezugnahme an vorstehende Anzeige, halte ich mich im Hinweis der der All⸗
jemeinen Renten-Anstalt allwärts gewordenen Anerkennung ihres Wirkens, verbunden
nit den nachweislich erzielten aussergewöhnlich günstigen Geschäfts-Resultaten zur gefl.
Uufnahme und Abgabe von Prospekten besiens empfohlen.—
St. Ingbert den 6. August 1863.
Scherpf Geschäftsmann.
— —— ss ——— — — ——
Wormus den 9. August.
Wir notiren heute: Weizen 13 fl. 13 ir.
bis — fl. — ir. Roggen 11 fl. 20 r.
bis 11 fl. 830 kr. Gerste 9 fl. 15 r.
zis 9 fl. 45 kr. per 100 Kilo., Hafer
fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 13 fl. 15 kr. bis — sl.
— kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bis
12 fl. 20 kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr.
»is — fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — kr
Aisfl. Ar. per 70 Kilo. Reps
5 fl. 20 ir. bis — fi. — kr. per 88
dilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöhl ohne Faß 25 fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne
Faß 40 fl. — kr. bis 42 fl. — kr. per
30 Kilo. Repskuchen 68 fl. — kr. bis
77 fl. — ir. Branntwein 34 fl. 30 kr
zis — A— tr.
— August.
(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
er à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
zenmehl ditto fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 15 fl. — fr. — 15 fl. 10 u. —
dorn (180 Pfd.) 12 fl. — tr. — 12 fl.
is tr. — Gerste (1600 Pfd.) 10 fl. 10 ir.
-lIoO fl. I5 Ix. — Hafer (120 pipd.
6 fl. 10 tr·— — fl. — kr.

αα

Desinfections⸗Schwärmer
ein wirksames Mittel die übelriechenden
Gase in den Abtrittsräumen, Schläuchen,
jowie die schlechte Luft aus den Zim—
mern zu entfernen empfiehlt zur Abnahme
nit dem Bemerken, daß ärztliche Gutachten
sich äußerst günstig für dieses Mittel aus—
prechen. —

Die Schreibmaterialien⸗-Handlung
H. Scherpy
in St. Ingbert.
Münchener Bilderbogen
sind in reicher Auswahl eingetroffen, eben⸗
so Gratulations-Karten, Bisankissen, Bou⸗
zuet⸗Papiere, Damen⸗-Siegellack, geschmack⸗
polle Lampenschirme u. dgl. welche empfiehli
Die Schreibmaterialien⸗-Handlung
. Scherpf
n St. Inabert.
Unter Empfehlung meines nun wieder voll⸗
ständigen

Porzellan-Lagers

eige ich an, daß
Biergläser
nit bunten Deckeiln zu billigen Prei—
jen zu haben sind. —

Joß. Firmery.
wurde am
verflossenen

Samstag in

en kleinen Bach an den

venwiesen in der Nähe

Spitals, ein goldener

ug, der im JInnern fünf

Anfangsbuchstaben hat. Der Tigenthümer

ann denselben in der Redaction d. Bl. in
Fmpfang nehmen.

Direktion von August Schroth.
Mittwoch den IA. August 1867.
Sum Renefiee für Emilie Al-
bĩmus undd SJohanna Feiatel.
Im Saale des Herrn Oberhauser.
GBei aufgehobenem Abonnement.)
Dorf und Stadt:.
Schauspiel in 2 Abtheilungen und 5 Acten.
Mit freier Benutzung der Auerbach'schen Er—
zählung von Chäarlotte Birch-Pfeifer.

AnBnnG&amp;G
Banke⸗ und Wechsel⸗Geschaͤft

pon Gebr. Pfei ffer in Frankfurt a. M.

Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.
An- und Verkauf aller Arten Staats—
apiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank—
ind industriellen Actien, Incasso von Cou⸗
ꝛons, Banknoten, Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
icherung prompter und reeller Bedienung.

Provision 1 per wille ohne
jegliche sonstige Spesen.

u verkaufen:
e Küchenheerd,
Circulirofen,
Züchenschrank mit Aufsatz,
Schüssel⸗ au. 1 Wasserschaft,
Tische und mehrere audere Geräthe.

Näheres bi

IoOB. Friedrieh.
— —
Pedaktion, Druck und Verlag von F. Demetk n St ñ 4
        <pb n="379" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

der „St. Ingberter Anze iger“ mit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag

d Samstag. Abonnementsvreis vierteljiährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Nro. 97. FF.reitag, den 10. Vugust
m
Deutschlaud. gen sich die Bürger unserer Stadt laut und offen dazu bekennen,
Aus München, 10. August schreibt der „Nürnb. Corre- Indem sie ihr gutes Recht wahren und ihre gesetzlichen Freiheiten
wondent“; Wie 'ich höre, hat es sich die Commission, welche mit chützen ···
rößtem Fleiße an der Hersiellung des Militärgesehes arbeitet, zur — Ludwigshafen, 14. August. Sicherem Vernehmen nach
ufgabe gemacht, dasselbe vor Allem auf billigeren, die begruͤn⸗ soll der Landtag auf den 29. September einberufen werden.
deten Forderungen der Familie mehr schonenden Principien auf Berlin, 10. August. Ein rheinisches Blatt ereifert sich
—X ist. Wahr⸗ zewallig über den Vorschlag, Preußen solle ganz Schleswig für
cheinlich wird das 32. Lebensjahr als jener Zeitabschnitt ange— ich brhalten. Auch wir haben uns bereits für die loyale
smmen werden, nach welchem der Mann nur mehr im äußersten Ausführung der Bestimmungen des Artikels Vdes Prager Frie—⸗
Nothfall und erst, wenn schon sämmtiliche jüngere dienstpflichtige dens ausgesprochen. Dem dänenfreundlichen Blatte möchten wir
Mannschaft im Felde steht, aus dem Kreise seiner Familie zu den iber doch bemertien, daß Verträge so wenig unveränderlich sind,
Waffen gerufen werden darf. Dadurch wird die allgemeine Wehr- als die Erde stillsteht. Wenn dieseiben geschlossen sind, um die
pflicht nicht geschädigt, die Zufälle beim Loosen werden ausgegli⸗ Sicherheit Europas zu befestigen, diese aber gefährden, so entspre⸗
hen, und der Familie die gebührende Rücksicht getragen. — Als hen sie eben nicht mehr den Bedürfnissen und müssen abgeändert
füͤnftiger Staalsminister der Justiz ist dem Vernehmen nach neuer⸗ verden. Trotz der Wiener Verträge ist Napoleon III. auf dem
dings der Generalstaaisanwalt am obersten Gerichtshofe, Hr. Steyrer, Thron. Wenn also heute Preußen dem Wiener Cabinet nach⸗
in Aussicht genommen. weist, daß jener Artikei im allgemeinen Interesse besser unausgeführt
München, 11. August. Man halt es für sehr wahrschein⸗ bleibt, und Oesterreich einer Modification des Vertrages beistimmt,
lich, daß Se. Maj. der König sich zum Empfang der französischen! so entsteht daraus kein anormaler Zustand, und wenn Frankreich
Majestäten nach Augsburg begeben wird, doch ist hierxüber noch wirklich seine Hand von Deutschland zu lassen entschlossen ist, wie
eine definitive Bestimmung geiroffen. Daß Graf von Hegnenberg die „N. A. Z.“ versichert, so geht Alles seinen ruhigen Gang,
es abgetehnt hat, den Gesandschaftsposten in Berlin — die bisherige Grenze in Rordschleswig wird nicht verändert.
dürfen Sie als sicher betrachten und es soll dieser Posten nun — Der Koönig kehrt Ende der Woche nach Berlin, oder Potsdam
Herrn Reichsrath Frhr. v. Schrenk angetragen werden, welcher zurüch. — Es haben seit der Rückehr des Grafen v. Bismar ck
it der Auflösung der Bundesversammlung zur Disposition gestellt bereits mehrere Staaisministerialsitzungen staltgefunden, und die
ist. Ein weiteres Gerücht laßt den Grafen v. Montgelas, bisher Entscheidung über die hannoverische Organisationsfrage wird binnen
Gesandter in Berlin, für den durch den Tod des Frhr. v. Verger Kurzem erfolgen. P D
erledigten Gesandschaftsposten in Rom in Aussicht genommen sein, Berlhin, 11. August.“ Der Allgem, Zig wird geschrieben:
wie ich glaube, nicht ohne Grund. „In dem ganzen preußischen Staate sind jetzt alle Eisenbahnzüge
Munchen, 11. August. Während in dem preußischenmit in ihre Heimath zurückkehrenden Soldaten angefüllt, da die
And weimaranischen Genassenschaftsgesetze die solidarische gesammte Alierklasse von 1864, die ihte gesetzliche Dienstzeit ei⸗
Haft der Genossenschaftsmitglieder gesetzlich ausgesprochen ist, fin⸗ Jentlich erst am L. Aktober beendet hätte, diesmal schon am 1.
det dies sicherem Vernehmen nach bei uͤnserem Gesetzeniwurfe nicht' August zur Reserve entlassen wurde. Die Gründe hiervon sind:
statt, vielmehr ist es bei unserer neuen Socialgesetzgebung jeder 1) um den Soldaten eine Belohnung sür ihr Wohlverhalten im
einzelnen sich bildenden Genossenschaft anheimgestellt, in ihren Siatu- vorjährigen Feldzuge zu gewähren; 2) um für die in diesem Jahre
en eine beschränkte, nur auf den Betrag des Gesellschaftsvermö— ungewoͤhnlich schwierige Aernte die Arbeiterzahl zu vermehren; 8)
gens, oder eine auch auf das Privatvermögen aller einzelnen Mit um zu zeigen, daß fuͤr den Augenblick auch nicht die mindeste
glieder sich ausdehnende Haftbarkeit festzustellen. Kriegsgefahr vorhanden ist. Es sind ferner aber noch von jeder
Münnchen, 12. August. Die Hoffmann'sche lithographirne ¶ Camp aanie acht bis zehn Soldaten der Alterklasse von 1868, die
Correspondenz glaubt mittheilen zu kdönnen, daß bezüglich der also nur eine zweiundzwanzigmonatliche Dienstzeit hatten, auf un⸗
Wahlen für das Zollparlament eine Vereinbarung bestimmte Zeit beurlaubt worden. Man wählte hierzu Leute, die
wischen den Südstaaten nicht zu Stande gekommen ist und daß sich im vorjährigen Kriege besonders ausgezeichnet hatten, oder be⸗
sonach die einzelnen Staaten die Wahlen nur für sich und aus jonderen Fieiß und Geschick beim Scheibenschießen zeigten, oder
sich vollziehen werden. deren Familienverhältnisse eine solche fruͤhere Beurlaubung dringend
Die Notiz von der Einführung des preußischen Posst⸗ J machten.
dienstregle ments wird in der „Allg. Ztg.“ für unbegräün⸗ Berlin, 12. Augüst. Nach der „Kreuzzeitung“ werden
det bezeichnet. — Die Berathungen der gemischten Ministerial⸗ in Kurzem hier kurhessische Vertrauensmänner zu—
lommission über das neue Militärgesetz dürften noch diese jammentreten. e
und die solgende Woche in Anspruch nehmen. In die mit den Köln, 11. August. In einer heute Vormittag abgehaltenen,
J. Ociober ins Leben tretende Militärakademie werden, bon nur etwa dreißig Personen besuchten Versammlung hiesiger
und zwar nach einer strengen Prüfung, vorläufig nur 12 Officiere Schneidergesellen zum Zwede der Gründung eines allgemeinen
aufgenommen. — Das Finanzministerium ist vollauf mit den Ar⸗ deutschen Schneidervereins wurden die Bestrebungen der londoner
deilen für das Budg et der ersten zweijährigen Finanzperiode bes und pariser Collegen durch Strikes auf eine Lohnerhöhung hinzu⸗
schaftigt. — Seit gesiern verweilt hier der italienienische General wirken, entschieden getadelt und als einziges Mittel zur Verbesserung
nud Erminister Lamarmora, der auf einer Reise durch Deutsche der Lage der deutschen Schneidergesellen ein Assecuran ze Verband
land begriffen ist. derselben bezeichnet, der aus den Ueberschüssen der Cassenbestände
Neustadt, 12. August. Die vom Stadtrathe —X Fabriken zu gründen habe nach dem Vorbilde der Vereine
kingabe um Nichteinführung der neuen S bri'al der Cigarrenarbeiter, Buchbinder u. s. w., welche ähnlichen Ten⸗
gefetze in der Pfalz ist heute an den Präsidenten des Social⸗ denzen verfolgien. Auf ergangene Aufforderungen Seitens der
ausschusses nach München abgegangen. kölner Schneidergesellen hatien die hamburger, kassaler und hanno—
Kaisersslantern, 12. August. Wegen der Social⸗ ver'schen Schneidergesellen bereits ihre Zustimmung zu einem all⸗
zesetzgebung wird übermorgen, Mittwoch Abendz 714 Uhr, gemeinen deutschen Schneidervereine zugesagt, Leipzig werde vielleicht
an großen Saal der Fruchthalle eine Bürgerversammlung abge⸗ bald nachfolgen. Die Anfertigung von Kleidungsstücken in Arrest⸗
Jalten werden. In dem betreffenden Aufruf heißt es u. A.:: „Auf däusern für Privatleute wurde als eine der groͤßten Beeinträchti—
zHenn, laßt uns das Erbe unserer Väter festhalten und, es unseren zungen des Schneidergewerbes bezeichnet. Der Vrotest gegen diese
Nachkommen ungeschädigt erhalten, und wie der Wahrspruch: für tzeschränkung auf einer demnächst abzuhaltenden allgemeinen Ge⸗
Freiheit und Recht! einer der schönsten eines Mannes ist, so mö- neral⸗Versammlung der deutschen Schneidergesellen wurde von der
        <pb n="380" />
        Versammlung einstimmig genehmigt und die Einrihtung einer, minder laute Sprache ihre Preßorgane, sowie eine minder schroff⸗
Schneider⸗Krankenkasse in Koln beschlossen.* ιιαι Stellung des preußischen Cabinets⸗Felbst wäre sehß zu olnnschen
Sealxb unr g. Die Ankunft des franzoͤsischen Kaisers ist aufg indeßz directz Ursachen zu RZwistlgkeit mit Preußen lägen gan
Zonntag den 18. ds. Abends bestimmt. Er? wird mit seier“ nichtz vor, und, man fei sichers daß Preußem —* zeigen
Bemahlin den ersten Stock der Residenz gegen⸗den Schloßmag veche, wie eo die Schwierigken dertnLage Frautreichs A ehahen
zu, bewohnen. An der Verschönerung und Instandsetzung der visse. Während aus dem Ministerium des Auswärtigen der kie,
Zimmer wird rastlos gearbeitet, denn dielleicht kommen noch meh— gerische Geist, den Herr d. Moustier ane Zeit lang in demselben
cere Guste. Diese alte, ehemals erzbischöfliche Residenz bietei hiezu erwedt hatte, verschwindet, thut auch der Kaiser alles Mogliche,
Raum genug an prächtigen Säsen und Gemächern hat sie keinen um den Frieden zu sichern. Er soll seinen Minister des Imei
Mangel, und jetzt, wo die Mauth mit ihrem ganzen Apparat ꝛingeladen haben die französische Presse zur Schonung der natio—
herausgezogen ist, kann der bewohnbare Theil noch viel weiter nalen Empfindlichkeit Deulschlands aufzuforden, und den Minister
ausgedehnt werden. Nicht weit von dem Schlosse erbaut man im des Aeußern, durch passende Erklärungen über den wirklichen Zwed
Augenblicke provisorische Baracken zur Unterbringung von 80 Pfer⸗ der Salzburger Reise zu verhindern, daß nicht neue ungegründete
den, die aus dem kaiserlichen Marstall in Wien hierher transpor Streitigkeiten aus diesem Ausfluge entständen. 25
irt werden. Auch ein Theil der kaiserlichen Hofhaltung ist nach Ueber das Befinden der Kaiserin Charlstie schreibt · Avenir
Salzburg befohlen, ebenso die kaiserliche Arcieren-Leibgarde, welche Rational“: „Die Abnahme der physischen und moralischen Kräfte
die Ehrenwache in der Residenz übernimmt. Den Kaiser von dauert fort und laͤßt einen Kraurigen Ausgang der Krantheit in
Desterreich erwartet man bereits am 17. früh. Er will noch nicht ferner Zeit besorgen.
vorher Alles persönlich in Augenschein nehmen und die letzten An⸗ Die französischen und italienischen Kriegsschiffe. welche längs
axdnungen treffen. Wahrscheinlich kommt auch die Kaiserin von der Küste des Kirchenstaates und vor Civita-Vecchia staticnirt sind,
Ischl herüber. Von einer allgemeinen Beleuchtuug der Stadt ist, haben Befehl erhalten, eventualiter gemeinsam jeden Landungsver⸗
wie versichert wird, Abstand genommen, dafür —
allen Höhen große Bergfeuer lodern, und vom Capuziner⸗Berge Paris, 12. August. Der „Avenir National?“ bestätigt
wird ein riesiges N herüberleuchten. Der große Schauplatz mit heute in der positivsten Weise, daß der Genossenschafts⸗ Congreß
seinem ehernen Brunnen und den wasserspeienden Pferden n der für Frankreich verboten ist. Er wird sich, wie J. E. Horn an⸗
Mitte soll sich in einen Park verwandeln. Hundert von Handenzeigt nunmehr in einem freien Lande versammeln. „Die Lehre,“
ind bereits in dem Kleßheimer und in dem Hellbrunner Garten sagt er, „hat ihren Werth. Die Regierung hat sie uns in eccla—⸗
zeschäftigt, ganze Bäume und Gruppen mit sammt der Erde aus— tanter, unwiderleglicher Weise ertheilen wollen; an der Demokratie
zuheben und dorthin zu versetzen, und mitten in diesem hergezau ist es, darüber zu wachen, daß sie Nutzen trage.
berten Garten, wird dann der' Brunnen-Koloß im bengalischen Die „Epoque“ kommt auf die angeblich so wichtigen Mitthei⸗
Ldichte geisterhaft strahlen. Auch ein Festtheater werden wi haben, lungen zurück, welche der „Moniteur“ den 15. Aungusft bringen
zu demselben ist das Personal des Buͤrgtheaters berufen und soll. Zuerst sei die Note von einer sehr friedfertigen Natur. Danm
Halm's„Wildfeuer“ in Aussicht genommen. Das kleine, aber sollen bis zu ihrer legislatorischen Genehmigung die neuen Preß⸗
zeschmackvolle Theater Salzburgs slim Mirabellschloß) eignet sich und Versammlungsgesetze vorläufig in Kraft gejetzt werden. End—
zu Festen ganz vortrefflich. Vor 2 Jahren, aus Anlaß der Ans lich wäre von einer Ministerveränderung durchgreifender Natur
wesenheit des Königs von Preußen, sahen seine Räume ein ähn; die Rede. Auch der dänisch preußische Sreit soll sich auf dem
liches Fest. Wie glaͤnzte und blitzte es da aus allen Logen heraus! hesten Wege der Ausgleichung befinden.
Gott gebe nur, daß es nicht wieder nachblitzt, wie damals ein Paris, 12. August. Der König von Schweden und das
Jahr darnach im verhängnißvollen 18661 — Während wir nun portugiesische Königspaar sind abgereist. Der König der Griechen
also in froher und in banger Erwartung der Dinge harren, die wird auf den Napoleonstag nach Chalons kommen und von da
da nachkommen, erfreut uns die Gegenwart mit der Anwesenheit über London nach Kopenhagen zurückkehren.
des Königs Ludwig L., der auf seinem reizenden Schlosse Leo — die Zusammenkunft zwischen dem Kaiser Napoleon und
poldskron den Rest des Sommers zubringt. Wohl wenige Fürsten dem König Wil hehm wird nun wieder als bestimmt nicht statt⸗
sind dem Volke so nahe gerückt, wie er. Zu Fuß und zu Wa— findend bezeichnet. Vielleicht wird der: Kaiser im Winter nach
jen sieht man ihn täglich die ihm aus der Jugendzeit lieb gewor⸗ Regelung der schleswig'schen Frage nach Berlin kommen. — Man
denen Orte besuchen, rüstig und unermüdlich, freundlich und herab st überzeuügt, daß die Sa 13burger Zusammenkunft zur Befesti⸗
assend gegen Jedermann. Jedes Kind kennt ihn hier, und wo zung der europäischen Ruhe dienen wird, indem die österreichischen
er sich zeigt, sieht ihm Alles theilnehmend nach, so lange ihn das Staatslenker offen auseinandersetzen werden, daß für sie eine Ver⸗
Auge erblicken kann. dindung. zu Offensivzwecken eine Unmöglichkeit ist. Nur in Einem
Falle würde Oestereich auf ein solches Bündniß eingehen, nämlich
wenn es seine Existenz durch eine Allianz zwischen Preußen
uind Rußland bedroht sähe. Nun kann ich aber aus bester
Quelle versichern, daß Preußen dem Wiener Hofe erblärt hat: es
sei an Rußland durch keine Verpflichtungen geknüpft und würde
einerseits nur dann ein Schutzs und Trutzbündniß mit dieser Macht
abschließen, wenn es sich einer franco⸗österreichischen Allianze gegen⸗
über sähe. — Die Anleihe Garibaldi's soll gänzlich ge⸗
deckt- sein. Auf, der anderen Seite will der: Papst das Comcil
des nächsten Jahres zu einer großen Gegendemonstrition gegen die
diesjährige Ausstellung umgestalten. Er will alle Souberane der
Welt zu einer Wallfahrt nach Rom bei diesert Gelegenheit einladen;
es ist nur die Frage, ob sie fich jo zahlreich wie- in Paris einfin
den werden? — Es ist die Rede davon, die Ausstellung in einen
internationalen Bazar umzuwandeln, derbestimmt wäre zum
Verkauf und zur Ausstellung der Producte der ganzen Welt. Die
Seine soll am Ufer des Marsfeldes eanalistrt und ein Ha fen auf
gleicher Höhe mit den Kellern des Ausstellungsgebäudes angelegt
werden. ——— —V00
—A86 Italien. e d re n n783
Slorenz, 12. August.Im Senat wiederholte Herr Ra⸗—
azzi in enetgischen Worten feine Betheuerung, daß an eine Herab⸗
— gedacht werde, was mit
großem Beifall aufgenommen wurde.“ Hierauf erfolgte die An⸗
niahme des Gesetzes über die Liquidation der Kirchenguͤter mit 84
gegen 29 Stimmen.
Griechenland.
Korfu—, 9. August. Nach den neuesten Berichten. aus
Athen haben die türkischen Truppen den von ihnen besezzten östli—
hen Theil von Sphakia wieder geräumt. Mehemet hat sich nach
Apokorona, Reschid Pascha nach Retimno zurückgezögen. Letzterer
vurde auf diesem Rückzuge bei Tainbuki bon den Insurgenten
angegriffen. Der griechische Dampfer „Arkadion“ hat abermals

Frankreichh.
Patxis, 10. Aug. Die Ungewißheit, der Zustand des Ab—
wartens ist es, welche die jetzige Politik Frankreichs kennzeichnen.
die gesetzgeberische Epoche hat uns in Gegenwart von Geseßzvor—
schlägen gelassen, die bestimmt sind, wichtige Veränderungen im
ffentlichen Leben hervorzubringen, von Fragen, die nicht angekün⸗
digt werden mußten, ohne unmittelbar gelöst zu werden, und die
durch ihr Aufschieben nothwendig in den Gemüthern eine unan⸗
gjenehme Ungewißheit unterhalten. Nach Außen ist Frankreich
noch für lange Zeit dazu verdammt, die Folgen der trostlosen me⸗
cicanischen Angelegenheit zu tragen. Ebenso muß es nothwendig
die Wirkungen der Herrschaft Preußens über Deutschland abwar—
en. Da der Zusammensioß der Diplomaten ein n Krieg ausbre⸗
hen lassen könnte, so müssen die Streitträfte Frankreichs vermehrt
werden; sie werden es in der That, aber das Gesetz über die
Armee ist noch nicht votirk, und eine gehörige Ausrüstung mit
Chassepotgewehren ist auch nicht die Sache weniger Monate Un—
lerdessen haben die diplomatischen Reibungen gar nichts Angeneh
nes für Frankreich. Bei dem geringsten Schritte, bei der klein
sten Vorbesprechung erheben sich die stärksten Empfindlichkeiten ge—
gen dasselbe; eine Behandlungsweise, welche das französische Volf
iich schließlich nur selbst verdankt, die aber doch seine Ungeduld
reizt. Wie trotzig war wohl die Haltung der italienischen Regie⸗
zung bei Gelegenheit der Reise eines französischen Generals nach
Rom. Und trotzdem galt Rattazzi für den Vertreter des franzö
sischen Einflusses. Bei den ersten sotto voce ausgesprochenen
Worten über Schleswig erhob sich in Berlin größter Lärm. Die⸗
ser mißliche Zustand nach Innern und Außen läßt die Ruhe nicht
in die Gemüther zurückkehren und lähmt Industrie und Handel.
— Die Sprache, die man auf unserem auswärtigen Amte führt
ist nicht wenig zufriedenstellend. Man schildert daselbst die Bezie
hungen zu Preußen als höchst freundschaftlich. Zwar' sei die
Haltung der breußischen Regierung etwas hochfahrend, und eine
        <pb n="381" />
        schaftsanwesen ereilt,niedergerissen und so schrecklich zerbissen, daß
der arme Junge schwerlich mit dem Leben davon kommen wird⸗
Als es mit: Mühe und Gefahr gelungen, das Unthier zu entfer⸗
nen, fand man ein großes Stück der abgerissenen Kopfhaut auf
dem Plutze!“ Wie es scheint, wurde der schauderhafte Unfall- da-
zurch herbeigeführt, daß ein Bedieusteter des Eichthal'schen Hauses
eim Eintrtite in den gehörig eingezäunten Raum die erforderliche
Horsicht verabsäumte und damit der Bestie Gelegenheit zum Ent⸗
ommen verschaffte.

Marnz⸗ 102 August. Die! hundert und etliche schweren
eisernen Geschütze der deutschen Flotie sind, gleichfalls spottbillig.
bei der öffentlichen Versteigerung derselben dem hiesigen Haud—
lungshause Gebrüder G. zugeschlagen worden. Sie werden in
ziner niederrheinischen Hütte umgeschmolzen werden, vorher zerstü—
kelt ducch Süge und Hammer, unter dem ietzt, eine einzig daste⸗
hende historische Thatsache, die ganze deutsche Flotte von 1849
bis auf den letzten Nagel verschwunden ist.

Aus Ostpreußen, 830. Juli. Von glaubwürdiger Seite
wird der Ostpreußischen Ztg. (der wir denn auch die Gewähr da⸗
ür überlassen) folgende Mittheilung gemacht: Dienstag, den 23.
Fuli, als das Unwetter, welches von Riga oder vielleicht noch,
weiter her bis Stralsund hin gehaust hat, über die Zintener Ge⸗—
gend dahim brauste, führte der Orkan eine Wasserhose mit sich,
die über einem Felde zerplatzte. Das Feld war jetzt mit leben⸗
den Fischen übersät, welche von den Leute trachtenweise fortge—
chleppt wurden. Wie weit dieselben herüber geführt sein mußten
zeht daraus hervor, daß Arten darunter waren, wie sie hier gar
nicht, sondern nur in den Strömen Rußlands gefunden werden.

F. Aus Sömern da melder die Erf. Ztg.,, daß der Bruder
des Herrn v. Dreyse, des Erfinders des Zündnadelgewehrs, nach

Spandau gereist ist, um daselbst ein von letzterm neue erfundenes
Granatgewehr zu prüfen. Dasselbe ist eine Handfeuerwaffe (na⸗
türlich Hinterlader, welche im großen Ganzen nach dem Princip

Verm insschtes. des Zundnadel-Systems canstruirt ist, Granaten auf große Ent-—
F'In Friesenheim ist die, Cholera ausgebrochen. Die ernungen schießt und. von außerordentlicher Wirkung seim soll.
Abhaltung des Sängerfestes in L'u dwigshafeén ist deßhalb Auch soll der. Versuch des indirecten Schusses gegen gededt stehende
von der k. Regierung untersagt worden. (Pf. 3tg. 47 Ziele von den überraschendsten Erfolgen gekrönt sein. Das Ge⸗
Sperer, 9. Auguste Nochdem Hro Sqhulge⸗ Delitzsch schoß. die Granate, welche geladen, überhaupt vollständig fertig,
gestern Rachmittag hier angetroffen war, fand im Saale des Als Taschen⸗Munition ausreichende Sicherheit in Betreff etwaiger
Witielzbacherhofes die Versammlung der Abgeordneten der pfäl- Explosion gewährt ist, sobald sie den Lauf verlassen hat.— so em
ijchen Vorschußpereine siati.“ Es hatten die 12 Vorschuß pfindlich, daß sie crepirt, wenn sie eine ungewöhnlich düünne Va—
dereine der Pfalz 61 Abgeorduete gesande Der Hauptgegenstand pierscheibe passirt. Die Sprengstücke sind dann noch don solcher
der Berathung war: „Der Entwurf eines Staturs für einen Größe, daß sie die verheerendensten Wirkungen haben“. Der: Streu⸗
Geschäflsverband der pfälzischen Genossenschaften.“ Referent ungskreis ist eine Ellipse deren Brennpunkte in einer Horizontal·
war Hr. Landgerichtsassessor · Petersem won⸗Dürkheim.« Das Ebene etwa 5. Fuß weit von einander liegen; die größte Höhen⸗
ganze Statut wurde in heutiger Sitzung mit einigen Modifiatio— Ausdehnung beträgt etwa 8 Fuß.:-Oie Waffeist sehr leicht und
den einstimmig angenommen Hierauf wurde zur Wahl eines vequem zu handhaben. ——
Vordrres deschruten. Mit oegegen 8 Stimmen wurde Dürke 7 Die Brennerbahn). —Was Laien für unmöglich hielten,
heim alg solcher bezeichnet und damit. zugleich der Director des was früher selbst sachkundige und urtheilsfähige Männer angedwei⸗
dortigen Vereins, He. üissessor Pete rsen zum Abgeordneten des elt hatten, das ist jetzt eine vollendete Thatsache: di Hrenner⸗
allgemeinen deutjchen , Verbandtages, der zu Ende dieses, Wonats bahn äift fer zig, wurde zum ersienmal den 25 Jul 4867 von
in Quedlinburg tagen wird, gewählt. mnsbtug big Botzen von den Herren Baumeistern befahren und
ce ern 73. August. Gestern starb dahier loll am 18. August, dem Geburtstag des Kaisers, dem öffentlichen
ein Veteran der pfälzischen Lehrerwelt und der frühern französischen Verkehr uübergeben werden. Sehen wir' auf die Bedeutung der⸗
Armee, Hr. Georg Thielmann, quiesc. protest. Schullehrex, im selben, so muß sie init Recht als eine We bahn bezeichnet
Alter don 79 Jahren. Dersetbe war seit dem Jahre 1854 Ind verden; denn sie vermittelt nicht nur auf dem kürzesten Wege den
haber der Ehreumunze des kuh. Ludwigsordens. Seine Beerdi- Verkehr zwischen Süddeutschland und Italien, sondern hauptsäch⸗
zung findet heute Nachmittag 4 Uhr statt. Friede seiner Asche lich den Welthandel zwischen dem Orient und Europa, und stellt
:24Ludwigshlafen, 12. August. Die pfälz. Ludwigs- die naͤchste Verbindung zwischen dem adriatischen Meere ndeder
bahn hat im Juti 1867 im Ganzgen 234 787 fha6 kr. verein- Nord- und Ostsee he.. ..323
nahmt. Mehreinnahme hegen den gleichen Monat. degpoxigen Der Saalzbuurr gexr Stadtrath wird ·der Kaiseriti Eugenis
Jahres 124,457 fl. 18 kr.“ — Die pfälz. Maximiliansbahn Hat ein prachtvolles Album mit den Ansichten von Salzburg und Um⸗
im Juli 1867 im Ganzen 61422 fl. 22 kr. vereinnahmt. Mehr⸗ gebung verehren 94
innahme gegen den gleichen Monat des vorigen Jahres 29,095 h. J Dei Windischgrä tz. Süudsteiermark) wurde das im
kri — Die Neustadt-Dürkheimer Bahn hat im Juli 1867 imn Jahre — zur Erinnerung an die Vollendung der Huda⸗lukna⸗
Ganzen 53758 fl, 42 kr. vereinnahmt, Mehreinnahme gegemden Straße errichtete Monument · mit dem Bruftbilde des Erzherzogs
gleichen Monat bes vorigen Jahres 1952 fi. 32 kr. α— Jobann⸗ gestohlen⸗· 5 *
München, 8. August. Gestern Vormittag versuchte .7 Französische Localblätter enthalten einen merkwürdigen Be—
der Ciseleur Fr. L. von hier auf dem Viktualienmarkte ein ofs richt über das Ergehniß des Einteufens eines. artesischen Brunnens
fenbar falsches Vereinsthalerstück zur verausgaben, wurde arretirt in Departement Äude, bei Narbonne. Als man die Tiefe von
und alsbald in seinen Wohnung an der Marsfeldstraße Hausunter⸗ 180 Fuß erreicht hatte, stürzte ein Sirom Kohlenwasserstoffgas
suchung vorgenommen, welche mehrere falsche Thalerstücke, Formen, die Röhre herauf, welches, als man es anzündete,: mit einer ro⸗
Bleigußvortichtungen, u, dgl. zu Tage foörderte. Angesichts d eser then Flamme stetig zu brennen fortfuhr. Neben diesem— Gas
Beweisstücke laugnete der Inhaftirte nicht länger den velrieb der füeßt Wasser herauf, das der Angabe zufolge ungemein bitter
Falschmünzereiz wozu ertangeblich aus „Aerger“ über seine zers und kalt ist. —— ————— —
rütteten Familienverhälinisse (der Maunn lebt in getrennter Ehe) ver⸗ 7 Die Erplofion, welche in vordeaur stattgefunden
leitet worden sei. Ein in den Analen wohl unerhörtes Motiven.—hat, wat sehr bedeutend. Das Feuer war durch Unachtsamkeit,
Gestern. Abends sechs-Uhr wurde · durch einen großen Fanghund ein in einem Keller ausgebrochen,! in welchein bedentende Borraͤthe von?
ensse zlaches Unglück angerichtet! In der Naͤhe des Geiergar- Petrol und Schieß-Oel: aufbewahrt wurden. Es sind im Ganzen
tens wurde der 12 Jahre alte Listenführersohn Ludwig Marhnnüllär übrr 150 Personen schwer oder leicht verletzt worden.“ Die Luft⸗
pon ⸗inor·solchon ·aus dem benachbarten Eichthal· schen Hotzmergagin erfchittererg ·wert ·jo heftig daß gange ¶Rethen Niedergeworfen
enllaufenen Bestie angefallen, auf der Flucht im — daß Jemand eine äußerliche Beschädigung erlitten

in zwei glücklichausgeftihrten Fahrten der Insel Munilion und Frei—
willige zugeführt. 22 —

Korfun 11. August. Die Uebungslager an der griechi—
schen Grenze, in welche die Reserven dirigirt werden, sind unter
hen Befehl der Generale Soutzo und Smolentz gestellt. Zur Be—
vaffnung der Nationalgarden erwartet die Regierung 30,000 Ge—
vehre; zehn Feldbatterieen stehen bereit. Die Nationalanleihe er—
Jab bisher 12 Millionen. Zwischen den christlichen Bevölkerungen
Zes Orients sollenVereinbarungen abgeschlossen sein. (CPP.

Dänemark..

Kopenhagen, 11. August. Der König von Griechenland
und die Großfürstinnen Alexandra und Olga von Nußland sind
heute Mittag von hier abgereist. — Wie“ es heißt, wird König
Georgis nach einer zweimonatlichen Reise nach Paris und London
hierher zurückkehren

Kopeunhagen, 12. August. Heute Morgens 10 Uhr sind
die französischen Gäste hier angelangt, von einer großen Menschen⸗
menge und mit Kanonenschüssen enthusiastisch empfangen worden
Die Stadt ist beflaggt Morgen findet ein Festdiener in Klampen—
burg statt.
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        zätte. Gestorben ist von den Verwundeten noch Niemand, doch
liegen namentlich von den Soldaten einige so schwer darnieder,
haß man an ihrem Aufkommen zweifelt. Es find zum Besten
der unbemittelten Opfer Sammlungen in Bordeaux und auch in
Paris eröffnet worden, die einen reichen Ertrag versprechen.
7 Nach der Piemontesischen Zeitung laulen die Rachrichten
iber die Verheerungen der Cholera in Süditalien und Sicilien
ehr betrübend. In Nardo glaubt das Volk an absichtliche Ver⸗
ziftung und hat die Apotheke in Brand gesteckt und während
dreier Tage die Getreide-Speicher geplündert. In Calabrien
jerrscht die Epidemie sehr stark, noch stärker aber in Sicilien.
Es fehlt dort an Vorsicht und an Heilmitteln, und selbst wo
letztere noch vorhanden sind, weist sie die unwissende Menge zurück
weil man sie als vergiftet anfieht. In Granmichele hat der
Pobel zwei Carabinieri erschlagen. die beschuldigt waren im Auf⸗
trage der Regierung die Cholera verbreitei zu haben. Nur das
kräftige Einschreiten von zwei Compagnieen Soldaten lonnte
erhindern, daß nicht noch weitere Opfer diesem blödsinnigen
Fanatismus fielen. In Palermo starben am 9. d. nach de—
„Italie“ 167 Personen. J J
F. Dublin, 9. August. Ein schreckliches Unglück ist auf!
der Eisenbahn von Bray vorgekommen. Die Locomoiive und drei
Wagen, die Reisende enthielten, sind von einer Brücke in den Ab—
zrund gestürzt. F

f.Am 3. Oct. soll in Amsterdam ein großes Fest zu
Ehren des holländischen Dichters Vondel (geb! 13887 zu Koöln)
gefeiert und dabei ein Monument des Dichters — dem „Göthe“
dollands — enthüllt werden.

f Nach vorhergegangenen Erderschütterungen ist in den letzten
Tagen des Mai in der Nähe der azorischen Insel Terceira ein
ieues Inselchen unter donnerähnlichem Krachen und Kochen des
Meeres, ähnlich wie bei Santorin, aufgetaucht.

7 Einem Schreiben aus ShangeHai (in Asien) vom 6.
Juni entnimmt der „Moniteur,“ daß wiederum ein amerikani—
ches Schiff, die Barke Rower. die Veute der Seeräuber der In—

el. Formosa geworden ist. Das genannte Schiff scheiterte am 12.
März an der Südspitze dieser Insel. Der Kapitän, seine Frau
und die aus 18 Kopfen bestehende Mannschaft retteten sich in
Booten an das Land, wurden aber von deu Eigebornen verfolgt
und mit Ausnahme eines Einzigen niedergemacht. Als dies in
Amoy bekannt wurde, begaben sich der englische Steamer Cormo—
sant und das amerikanikche Kanonenbot Ashuelot nacheinander an
Ort und Stelle.“ Die Räuber feuerten auf die englischen Boote
ind tödteten einen Mann, worauf der englische Kapitän das Räu—
berdorf zusammenschießen ließ⸗ Als später der amerikanische Ka-—
pitän bei dem Gouverneur der Insel auf der Ausfindigmuchung
ind der Bestrafung der Mörder bestand, erklärte dieser, daß er
eeine Macht besitze, um gegen die Verbrecher einschreiten zu können.
In den Laplatamündungen ist durch die Stürme in der
etzten Hälfte des Juni ein spanisches Schiff mit circa 130 Pas-
agieren, dann auf der „engl. Bank“ eine meklenburgische und
ine spanische Brigg untergegangen; eine englische Brigg ist in
Brand gerathen.
Landwirthschaftliches. J
Zur SchweinezuchtiHerr Ph. Mai, Gutsbesitzer zu
Schwammhof i. R. theilt mit, daß es für ihn Interesse gehabt
jabe, zu ermitteln, ob wirklich durch einen Zusatz von sogenann⸗
em Futterknochenmehl zum Futter junger Schweine ein Vortheil
rreicht werde und daß er darum einen Wurf Ferkel, die er selber
zropßzog, in zwei Abtheilungen fütterte und zwar der Art, daß die
Futter⸗Rationen in der Quantität und Qualität für alle gleich
varen, doch erhielten 5 derselben täglich unter das Abendfutier
e J schwachen Eßlsffel voll ausgefällten phosphorsauren Kalt.
Schon nach 6 Wochen machte sich ein wesentlicher Unterschied be⸗
merkbar und zwat zu Gunsten der mit phosphorsaurem Kalke ge⸗
fütterten Thierchen. Derselbe steigerte sich der Art, daß nach Ab⸗
lauf von 5 Monaten für ein Stuͤck 3 Thaler mehr erlöst wurde,
als für das Stück der anderen Abtheilung, welcher kein phosphor⸗
saurer Kalk verabreicht worden war.
Versteigerung. *
Samstag den 17. dieses Monats, Nach⸗
nittags 4 Uhr bei Ferd. Oberhauser,
aßt die Schützen⸗Gesellschaft dahier,
hre Schießhalle, Schießftände und
ibrigen Zubehörden gegen baare Zah⸗
lung versteigen. 7
AD
E. ScCherp,
Geschäftsagent.
Sonntag den 18. August— n
GHarmonie
ausgeführt von der Si. Ingberter Bergmusik
ei Micdch. SChneider
Schnapphach.
Für gute Speisen und Getränke wird
bestens geforgtg.

Bekanutmachung. J
Für die gerarialischen Steinkohlengruben der Pfalz ist der Bedarf an Rüböl für
sa Jahre (October 1867 bis incl. Dezember 1868.8
ay) für Grube St. Ingbert ca. 600 Zentner ö
— 6 in ——— 2, a 50 Kilo
ind soll dessen Lieferung im Submissionswege vergeben werden.

Angebote wollen bis zum 28. August a. e. Vormittags 12 Uhr ver⸗
chlossen und gehörig bezeichnei bei dem unterfertigten Amte, woselbst auch die Lieferungs⸗
bedingungen zur Einsicht offen liegen, eingereicht werden.

St. Ingbert, den 12. August 1867. D —

— Das kgl. Bergamt der Pfalz.
drucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ rc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 16. August.

Weizen 7 fl. 29 kr., Korn 5 fl. 19 kr
Herste Areihige, — fl. — kr., Gerste 4
ceihige, — fl. — kr. Spelz Afl. 41 kr.
Spelzlern — fl. — kr. Dinkel — fi
— kr., Mischfrucht — sl. — kr., Hafer
sõ fl. 1ir. Erbsen — fl. — kr. Wicen
—fI. — kr., Kartoffeln Ufl. 12 kr., Heu
fl. 12 kr. Stroh 1ft. — kr., per
Zentner. Weisbrod 110 Kilogr., 19 r.
dornbrod 8 Kgr., 24 kr. dino 2 Kgr.
G6akr., ditto 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod,
3 Kgr., 31 kr., JPaar Weck, 7 Loth,
kr., Rindfleisch, J1. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
pfd. Wein 24 kr. Bier, 7 kr., per Liier.
—X

——

— , Der obere Stock meines Hauses
hestehend in 4 Zimmer mit Keller, sind
ogseich, entweder getheilt oder im Ganzen
u vermiethen.

Joh. Joss. Schwarz,
Homburger Straße.
Annonce 9

Bank⸗ und Wechsel⸗Geschäft

bon Gebr. Pfeiffer in Frankfurt a. M.

Siefernes Bauholz, in jeder belie⸗
igen Länge und Dicke, sowie 833 bis
10 Klafter kiefern und birken
Klafterholz sind bei Unterzeichnetem zu
erkaufen.

VBVBal. Höh,
Breitermühle.
Theater in St. Ingbert.
Direktion von August Schroth.
I. Vorstellung im IT. Abonnement.
Sonntag den 18. Auauft 1807.

Comptoir: Bleidenstraße Nr. 8.

An⸗ und Verkauf aller Arten Staats⸗
papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank⸗
und industriellen Actien, Incasso von Cou⸗
zons, Banknoten,“ Wechsel ꝛc. unter Zu⸗
icherung prompter und reeller Bedienung.

Nrovision 1 per mille ohne
aliche sonstige Spesen.“
1.uur.sigen
ur einen Lehre

eer Ctadt

Kaifcre Cun vom 18. August

Weizen 7 fl. 28 kr., Korn 5 fl. 18 kr.
Spelztern — fil. — kr., Spelz 4 fl.
37 tr. Gerste 4 fl. 58 kr., Hafer 3l.
Ikr., Erbsen — fl. — kr. Wicken — fl.
— kr., Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 24 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 18 kr. und 2 Pfd
Weißbrod 14 kr.

Ini Saale des Herrn Oberhauser.
Dulenspiegel,
oder:
SEchabernack über Schabernack.
ßosse mit Gesang in 4 Alten von Nestroy.
Musit von Kapellmeister A. Müllsen

In weine.
—äD——
ling offen.
—R

PRMñVMCER.

57 *

Redaktion, Druck und Verlag don F F Demezß zn 2 Nabern.
        <pb n="383" />
        HSl. Ingberler Znzeiger.

der „St. In gberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag

und Samstag. Abonnementsvreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift odet deren
Raum berechnet.

Nro. 98. J Samstag, den 17. August 1867.
e
Deu tschland.

Müchen, 18. August. Die „N. Nachr.“ schreiben: Die
Betheiligung an dem de utschen Juristentag wird eine sehr
ahlreiche werden, namentlich von Seite Oesterreichs. Die öster⸗
richische Regierung hat nämlich allen betreffenden Beamten für den
Fali der Theilnahme an dieser Versammlung ohne Ausnahme Ur⸗
Iud ertheilt und ihnen damit — gerade für diesen Moment sehr
hezeichnend — Gelegenheit gegeben, ihr Licht vor den anderen
Heutschen Collegen recht leuchten zu lassen.

wWie in Correspondent des „Fränk. Kur.“ vernimmt, hat
sich die Generaldirection der Verkehrsanstalten einstimmig gegen
hie von dem Herrn Handelsminister veabsichtigte Trennung der
Post von der Eis enbahn ausgesprochen. — Die theoretische
Prüfung für den Staatsbaudienst im Jahr 1867 beginnt am
14. October.

München, 14. Aug. Dem „Frank. Kur.“ wird geschrie⸗
hen: „Bezüglich der Frage der Besetzung unseres Justizministe⸗
riums konnen wir gegenüber allen anderweitigen Mittheilungen,
nit aller Gewißheit die Nachricht geben, daß König Ludwig II. bis
etzt weder dem Ministerrathe eine Entschließung bezüglich der Nicht⸗
ernennung des Cabinetssecretärs und Ministerialrathes Frhrn. v.
Zdutz zum Justizminister noch einen Auftrag zu irgend einem an⸗
‚eren Vorschlage bezüglich der Besetzung dieses Postens hat zugehen
lassen.

— In der bayerischen Armee soll nunmehr auch das Baum⸗
vollentuch zu Hemden und Unterhosen eingeführt und sollen die⸗
selben nach französischem Muster angefertigt werden.

dDer Oberceremonienmeister v. Moy und der Regierungs⸗
prasident von Lerchenfeld haben die fran zosischen Majestäten
zu Neu-Ulm zu empfangen, der König Ludwig II. wird dieselben
dis Salzburg begleiten.
Dienstes⸗Nachrichten.

Seine Majestät der König haben Sich allergnädigst bewogen
gefunden, unterm 11. August zum Rath der Kammer des Innern
zer Regierung der Pfalz den Bezirksamtmann Friedrich Scharn⸗
zerger von Frankenthal zu befördern, als Bezirkdamtmann von
Frankenthal den Assessor der K. d. J. der Regierung der Pfalz,
Friedr. Stempel zu berufen und allerhöchst zu beschließen, daß die
siedurch eröffnete Assessorsstelle oxtra gtatum bei gedachter Regie⸗
ung, K. d. J., wieder dem Einzuge unterliege.

Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewogen
Jefunden, den Staatsprocurator⸗Substituten August Schuler in
Zweibrücken zum Bezirksrichter an dem Bezirksgerichte daselbst zu
ernennen.

Verlin, 14. August. Die „Provinzial-Correspondenz“ mel—
det: Der Bundesrath wird seine eigene Geschäftsordnung
eststellen. — werden Vorlagen erfolgen über die Amts⸗
‚efugnisse der Bunbesconsuln, ein Bundespaßgesetz und ein Frei⸗
ügigkeusgesetz für das Bundesgebiet. — Eine Verordnung über
Kiudung einet Provinzialvertretung für Hannover steht bevor. Die
gertrauensmänner aus den anderen neuen Gebiethsthei—
en werden nach Berlin berufen. — In Babelsberg find
zAle Vorbereitungen für die Rückkehr des Königs getroffen. —
Zom Gesandten in Mexico, dem Frhrn. v. Magnus, ist noch
ein Bericht eingetroffen. — Die „Kreuzzeitung bestätigt, daß
in Bundesvicekanzler nicht ernannt wird. Sachsen ist
m Verhinderungsfall mit der Vertretung Preußens beauftragt.

— Die „Elberfeld. Zeitung“ sagt: Die „Kreuzzeitung“ ge—
langt heute zu dem bemerlenswerthen Eingeständniß, daß die aus
vartige Situation in Europa daruni eine so gespannte sei, da Staa
en nnd Vollker heute in einer permanenten Kriegsgefahr schwebten,
veil der Krieg heute „für die Regierungen ein Regierungsmitte
zeworden sei.“ Dieses Zugeständniß dacf man bestens acceptiren.
xEs enthält eine traurige Wahrheit, die nicht nur für Frankreich
llein und die gegenwärtige kaiserliche Regierung. auf welche die
Kreuzztg.“ fie anwendet, sondern für die meisten europäischen.

Staaten und Regierungen in gleicher Weise gilt. Weiß die „Kreuz⸗
Ztg.“ aber auch, was sie mit der von ihr proclamirten Wahrheit
agi? Doch nur, daß die jetzige Organisation der Staaten eine
durchaus verwerfliche, den Voͤllern zum Verderben gereichende ist.
Entsetzlicheres kann unmöglich gedacht werden, als eine Staats⸗
xgamsation, welche den Regierungen die Wahl gibt, um irgend
velcher speciellen Regierungszwecke willen, wie 3. B., zur Beseiti⸗
zung der Verlogenheiten, welche ihnen aus ihrer fehlerhaften Re⸗
Jieruͤngsweise erwachsen, die Bölker gegen einander zu führen und
e ihr Blut und ihten Wohlstand hinopfern zu machen. Das ist
ein schlechterdings nicht zu duldender Zustand, gegen den alle ehr⸗
ichen Freunde nicht nur der Freiheit, sondern auch nur des be⸗
cheidensten Maßes christlicher Sitte und Moral mit allen Mitteln
mkampfen müssen. Es kann kein glänzenderes Plaidoyer erdacht
verden für die Forderung der Liberalen, daß den Volkern die
öchste Entscheidung über ihre eigenen Angelegenheiten in die eigene
hand gegeben werden müsse, als der durchaus zutreffende Nach⸗
Jeis der“ Kreuzztg.“, daß die Regierungen heute den Krieg meist
ils Regierungsminel benutzen, um sich der öffentlichen Meinung
gegenüber zu halten oder zu befestigen. Man darf von diesem
stachweise an der Stelle, wo er auftritt, mit Befriedigung Act
nehmen. Die Völker selbst werden gewiß niemals gegen einander
as Schwert ziehen, wenn ihnen die Bahn zu freier Entwicklung
zurch ihre Verfassung geöffnet ist.

Berlin, 14. August. Wenn man die „Köln. Ztg.“ fast
Tag für Tag für Dänemark sprechen hört, so sollte man glauben,
ʒaß dieselbe vergessen hat, wie die Dänen im Jahre 1830 nach
der Wiederbesehung der Elbherzogthümer gegen die Deutschen
vutheten. Damals wurden mehr als 100 deuische Geistliche aus
——
Deutschen hatten unter der Willkürherrschaft der dänischen Regie—
rung viel zu leiden. Von Kopenhagen aus wurdon alle Anstreng⸗
ingen gemacht, um die Herzogthümer durch Unterdrückung der
heutschen Sprache in Kirche und Schule zu danisiren. Außerdem
wber ist die Abtretung von Districten mit gemischter Bevölkerung
»och nicht so leicht, als man glaubt, und eben so schwer wird es
ein, die immer höher geschraubten danischen Forderungen zu be—
riedigen. Selbsi gemaßigte dänische Blätter begnügen sich nicht
mehrmit der Abtretung bis zur Schley, sondern die Eider soll
die Grenze sein, während die fanatischen Organe der Presse die
Wiedervereinigung der gesammten Elbherzogthümer mit Daͤnemart
durch Personalunidn verlangen. Es darf daher nicht Wunder
nehmen, wenn Graf Bismarck die gestellte Garantieforderung auf⸗
recht hält. Das Interesse für die Eider⸗ und sonstigen Dänen
in Danemark und anderswo erlkaltet übrigens in dem Maße, als
das Zerwürfniß zwischen der Pforte und Griechenland einen acu⸗
eren Charakter annimmt.

Frankfurt, 14. August. Die hiesige preußische Preßpo—
izei confiscirt wieder lustig drauf los. Seit dem 1 Auguft
ind mindestens ein Dutzend Beschlagnahmen erfolgt. Das Redac⸗
ionsgeschäft ist durch diese beständige Maßregelung ein sehr mühe⸗
olles geworden. Bei den größeren Blättern hält das gesammte
Redactionspersonal, so oft eine Nummer fertig ist, hinter Schloß
ind Riegel noch eine Conferenz zum Behuf einer genauen Textre⸗
ision; daß aber diese Vorsicht nicht immer schützt, das beweisen
die Thatsachen.

Kasssel, 16. August. Se. Majestät der König von der
Bevoölkerung enthusiastisch empfangen, erwiederte auf die Begrü—
zungsrede des Ober-Bürgermeisters, es seien Jrfrungen vor⸗
ze sommen, welche auszugleiche n er gekommen sei. Die
Zerheißungen des Konigs riefen die freudigste Stimmung hervor.
Es fand ein Festzug der Corporationen vor das Schloß statt. Die
Illmunation war eine prachtvolle.

Hannover, 12. August. Die mündlichen Berichte einzel—
ner der hierher zurückgekehrien Vertrauensmänner lauten bei Wei⸗
lem weniger erfreulich als die vertraulichen Berichte, welche die
Ziage f. Rordd.“ von Berlin empfing. Daß die Kreisvertretungen
        <pb n="384" />
        zu einem Drittel aus Vertretern de wpettechafte nh. ) Ueher die Kaisers und der Kais ri gheht nun⸗
einem Drittel Vertreter der Sfädte, und titel Vertxete mer Folgendes sost. Die Kaiserjti wird ehet —XX
des Lade —I n, e 83 * enh din Kcheg 8 — von Chalons zugtresfen. Am
hältnisse Kor de Nopf Poßernde Maßrey el, a IC Ritterschiften werden die brtdet Majestaten nach Salzburg abreisen
—QX Per 3* —— x Siese um ig Uhr Fachts An⸗ Augsburg anlageit Hier Werden
Art der Bevorzugunß der Rittescwar schon bei Zusammenbes sie schlafen und dann am 18. um Uhr früh nachSalzburg
cufung der Vertrauensnänner selbst maßgebend gewesen. Die In- abfahren, wo sie um 8 Uhr Nachmittags anlangen werden. Der
terefsen der Ritterschaften und der Grundbesitzer werden in Der Aufenthalt in Salzburg wird mindestens vier Tage währen, so
Regel übereinstimmend sein, ünd. der Zug unserer Gesetzgebung, daß sie vor J— 23. es nicht. verlassen werden. Wahrend diese
die Städte, den Handel, Industrie zu belasten und den Grund⸗ Zeit wird die Kaisexin Eugenie der österreichischen Monarchin 6
besiß zu befreien, wird sich bet einiger kluger Leitung von Sei⸗ nen Besuch in Ischl abstatten.“ Am 26. werden die französischen
den der Ritter auch in der Verbindung mit Preußen fortzlehen. Majestälen in Lille erwartet, und so ist es kaum möglich, daß
dae 1867 feudale Institutionen zu schaffen, ednns —B——— noch die eihe zwischen. dem Kaiser
atwus Sonderbares. Das Unerfreulichste bei deu“ Wera thungeu und' dem“ oͤriig von Preußen stattfindet. ollte dieselbe inder
st, daß die Verteauensmänner wegen des Proövinzialfonds eine der. That noch stattfinden, sd mußte sie bis —auf den Beginm des
abschlägige, natürlich mit, einigen Hoffnungen verbrämte Antwort nächsten Monatis verschoben 435 ,2
rhalten haben, und daß setbst die Erhaltuͤng degStiftungsver · Aus Florenz wircd!herichtett daß Raltazzi auf, das Ver—
moögens unseres zu Zwecken der Universitat Schule ünde Kirche angen bieler italienischer Unterthamen, die siche in Mexics aufhal-
Irhendeten guottufont Dwrit mehr als aner halhen Mitdn inr esatesn e ie ee n uet
linstegteinemnss puurat e bieache gueinhanne ine e
Situng der Ausgleich Ze putat on statt. Erzdischof amcher Paris, 14, Aug Die orealifchen, Angelegen⸗
führte den Vorsitz iund erklärte! düß die Reich skathsdeputation die ilen eten abernuls de Vordatgeinde Cs“wird seldst dog
angarischerseits vorgeschlägenr Art, bej Behaͤndlung der Fragenpore aiten reten abermalg In den Bordergrund. Es wird e Nbon.
eenerh —— ne enn — ffizioser Seite über die Umtriebe. brrichtet, die Ru ßlamd in
ugehen, 8 b“ — — —3 larung saite Zerbien machen läßt, um die Bulgarej zu revoluütioniren. Diefes
in der Lage fein w sünn pengen Lagen an die diesseit ige ßorgehen Rußlands hat die Eintracht, die vor Kurzem noch zwie
Deputatin weiters Probositivnen gelangen Ju lafsen,. Man hofft, chen det Politik. Fraukreichs unde des Czarenreiches un Duieuf
ß die Zeit von drei Wochen auisreichen werde, um dienganze An⸗ e reeche e esd ente cen un, rben
daß die eee e ae eedrde, um di e jerrschte, gänzlich zerstört. Während England bereits seine? dipẽ
glegen heit ien ve ichen schlusse u Fume vb Iine omatischen Agenlen zn der nördüichen Türkei beauftragt hat, den
e epin —— gugen Wyebe on st Imtrieben der russischen Sendlinge aufs schärfste entgegenzutreten,
man in ese eren Dode omve nen Wasn we nimmt J— Frankreich allmählich entschieden, Stellung, um nicht
Verschiedenheit der nschamumg übert dien ededung der Zinsen der n Stu der Balkan-Halbinsel nach dem anderen unter die Boi—
Staatsschuld soll nicht existiren, fsowie man andererseits darüber aͤß sglein ug ofen **586
ie, e ee y D undererseits gkeit. des großen Slavenreiches gelangen zu lassen.Einen
änig ist, daß die Heilung unseres Finanzwesens durch die heroische spr BennStüne eeeret usteu, wen
d een eee ene durn e e refflichen Stützpunkt werden die Wesmächte hiet in Rumänien
e e ere 9 Ir e ¶ewaltmitte inden, dagz Alles von Rußland. und seinen punflavistischen. Be—
zar nicht Gegenstand einer ernsten igcusston sein könnte drebungen zirr fürchten hat. Die Rumänen, anderen Stammes
ν ιια Fraukreich. As die Russen, waren den leßteren nur so lange zugethan, als
Piari 323 18. August. Das, Journal des Dsbats“ schreibt sie „y uhen 33 re ihren Puenanhernngen
üͤber die orientalische Frage: „Die Zukunft, des Orients, die für u findel hofften.“ Nunmehr' aber, wo ste beinahe völlige Freihei
keine der· europäischen Großmächte gleichgültig ist, berühri Wesent —S— ——— haben 8— * e —R
lich die Interessen Frankreichs und Oesterreichsmund wenn auch jefü tlach ist als Rußland, empfinden fie für dieses nuxr bnei⸗
diese Interessen nicht durchaus die gleichen sind, so besteht doch in gung.Der Plan der runiänischen Patrioten ist, sich selbste an
dieser Gegiehung zwischen der Vageder ¶beiden Kaiserreiche eine oie Spitze, der christlihen Volkerschaften der Tünkei zu stellene und
sroßze Aehnlichteit. Frankreich. und Oefterreich find durch Nichts aus dieseni einen selbsiständigen Staat zu bilden. enen
in der orientalischen Fragegetrennt;: sie münßfen ernstlich auf eine 5 bIut . Il pigItalien. αι
meinsame Action—bedacht; sein, uni! dem Drucke Rußlandsund Rom. Die papstliche Regierung läßt. in Civifar Becchia große
Englands zu widerstehen⸗ Wdie heute moch getrennt⸗ sind, diet sich Fortifications Arbeiten qusführen. — Ein Schreiben von Mazgin
don wann der Wudeno . un.Iheinms..dern reichen Seute ge. oom ugef sgt 5 ——
vmmen ist, leicht verständigen. Jönnten.a .Die Oebatsnrnte nmi Jettigen Nugenblidet uns. Es heißt darin: Wenn irgend ein
wiceln·nun weitläufig den Plan der nrussischen Polititz an die ntlugettin diesem Augenblicke Rom sich naͤhern: wollte, so bitte
Stelle der heutigen europtischen Türkeieine große Anzahl mittlerer ch ihn, hm nicht zu folgen“ Es ist nicht der Augenbliche Det
und. kleinerer Staaten treten zu bassen⸗ deren siavische und gricchische lutzenblick wirde kommetter ist nicht fern Heute kaͤnn Ein Fehl⸗
Angehörigen bei aller anscheinenden Autonomie nur die Trabanken ritt unset Land verderben αdey
Rußlands, dessem Schutz ihnen unentbehrlich wäre, sein: könnten. c, Aue ka
Rußland erhielte: dadurch Zutritt zu dem mittelländischen und adric— . ιαν . ιιιν? Mer — ι
tischen. Meere; und dann wäre, wohl dien Zeit gekommen, mo der Ne weYor Ju August.neEin Circular ichrei ben des
europäische Occident kosalisch« zu werden befürchtem müßte, wie de ladet z 8
Rapoleun Raesn prophezeiht.p Nach, den “, Debats“ haben die am zu zeigen, um eine Werletzumge der Neutralität: deur
Wiener Stnatsmänner die Behandlumg“ dernorientalischen Frage Flabu stite x zu pexhinderns h.7* —
auf die Satzburger Tagesurdnung gejsetzt, und sie bestehen min so New-York, 10. August. Man glaubt, daß Juarez mit
mehr darauf, als sis hoffen daß die -unvermeidliche Zerflückelung Jroßer
des ottomanischen Reichs dem Kaiser Napoleon- gestalten würde; den; wird.n Gomez : Kanales; beunruhigte zu, Tamaulipus ern i
e 3 da e für ie Regierung des Juarez,nwelche Truphen dorthingeschicht. ⸗
diewerldrenen italienischen Provinzen zu dexhelfem .. n das Geschwornengericht in; dem Prozeß Suratt, hat Rih mcht ei—
0.Schulze-Delitzsch hat ein, zweites Schreiben; an“, das Comito ugen können und ist;. Aufgelost wordent⸗ A ια— J
des. Friedens Congresses gerichtet, worin er es nochmals ablehnt, Dem Couxrier des: Etats-Unis“ schreibt man :3,Die letzten
sich au demselben zu betheiligen,n.Er erklärt wiederum, daß eine achrichten aus Mexico sind ebenfalls don Blud befleckt. Die: Na⸗
Betheiligung der demokratischen: Partei Preußens an diesem Unter⸗ nen der Generule O' Haran und Vidaurri sind der Liste der Opfer
nehmen nur Bismartk zu Gute konnnenikönnte un e zinzuzufügen. Der General O'Haran,“ welcher zwei Jahre lang
..Der Kaiser hat den Verunglückten von Bordeaur 3000 Zrancs zie kaiserlichen Truppen zwischen Cuernavaca und Nexlco befehligte,
gesandt. Die „Revue Contemporaine“ wird imSnächsten 7 Heft wurde. vor einigen Tagen in einer Kiste entdeckt, welche auf einen
neue Euthüllungen: über Mexico bringen; dieselben sind den Pa— us der Stadt ziehenden Karren gekaden war. Da der General
aieren des hingerichteten Kaisers Maxentnommenen e lein von Gestalt ist, so wäre seines Rettung! im höchsten Grade
.2—Gs heißt heute hier, eine Untersuchung, die von dem vahrscheinlich gewesen.“ Er wurdenindeß entdeckt; die Kiste wurde
osterreichischen und-frauzöfischen Consub auf Krent a ausgefühn on einem wüthenden Haufen zertzümmert, der General durch die
worden fein habe ergeben, daß die Schändlichkeiten“ der Türken Sraßen geschleppt und schließlich erschossen.n (Der; Etendard!
auf diejer Insel lediglich in der Phantasie des russussche mumnd var aljo falsch berichtet, als er O'Haran wohlbehalten in St Na⸗—
talienischen Consulns stattgefunden hütten; —Das Miß xetre eingetroffen sein ließ. Am 8, Juli wurde Don⸗Santiago
58* eei ‘ sr sert F — 5. — n Den en —ù —3
Just wurde in Barcellona einArtillerist, ant 6. August in Ma⸗- salle San-Camillp NraG,cverborgen und durch inen, alschen
rid gleichfalls ein Artillerist erschossen. Man macht fich auf ein Bart— unkennilich gemacht/ vorgefunden. Er appellirte an den Ge—
Anötzsiches Brechen des allzu straff nespanmen. Bogens adesaßt. ieral Diax um ein gerichtliches Verfahren, zu erwirken, zaberes
        <pb n="385" />
        Derselbe stecte im unteren Theile des fast 60 Fuß hohen Schorn⸗
—D
befindliche Gasflamme entzündet wurde. Es erfolgte eine Erplofion,
wodurch der Schornstein in: Brand gerieth. Natürlich fingen so—
fort die Kleider des unglücklichen Lehrlings an zu brennen. Trotze
dem hatte derselbe noch die Geistesgegenwart, mit Austrengung,
aller seiner Krafte im Schornstein hinaufzukletterr Und aus dem
nuf das Dach eines Nebengebäudes mündenden Ausgangsloche
jerauszusteigen. So gelangte er auf ein flaches Dach, wo er, am
zanzen Leibe brennend, vor- Erschöpfung. zusammenbrach. Von—
ꝛinem Fenster der Bornemann' schen Oritereinrocr
Unglücklichen ansichtig. Der beherzte Maschinenmeister der Offizir
chleppte, die eigene Gefahr nicht 'achtend den Hülflosen über da—
Dach ins Innere des Gebäudes und hier riß man ihm die bren—
J nenden Kleider vom Leibe und suchte mit Wasser die Flammen zu
Vermischtes. löschen. Der Verunglückte wurde in einem: Korbe nach dem Kran—
F Ludwigshafen, 16. August. Die nach einigen Vor- hause geschafft. Wie die Aerztz meinen, dürfte an seinem, Wieder—
läufern seit dem 12. d. M. in Friesenheim intensive aufgektretene aufkommen zu zweifeln Fins *84 ——
Cih oun dla shllo feste 2 Fagein amꝰ Heftigletrr und Fahl ver; Neuer⸗ 7 Eine Tochter dej Sängerin Sonntag (Gräfin Rofsi
crunkungen wesentlich“ gemindert!rerscheinen und es“ereignete sich vermählte sich am 10. d zu Preßburg mit dem Grafen Heinrick
seit dem 14. d. kein Todesfall mehr. Die Gesammtzahl der Ver- Ezierhazynn e
storbenen beträgt bis heute 13. Die k. Regierung der Pfalz hat 7 Dasselbe Schiff, auf welchenn der Erzherzog Marimillan
zleich nach dem Austzepcheder zKrankheit, in Friesenheim die bes als Jüngling die in seiren nun veröffentlichten Reiseskizzen“ ge—
—D die auch als Weltumseglérin
4549 J Mectiensmaßregeln pPugeptonetyet 92berühmte Fregatted Rovars, ift. jetzt in Gibraltar eingetroffen, um.
y — — 341 ee et dder vie⸗ von dort ede wed, sich nach Mexico zu begeben und de—
— DDD 8 aisers Lein nam zu seiner heimischen Erde zurück—
inzin, der. Pfalz hier, jn, Reustadt a. d, Haardt abhalten. . Zubringen.
b ———— — — B
27..28 und 28. 28.hier fiautfindenden Generalversammlung einen ig —8 ete ne rn Veera
es GustabeAdolpheVereinus werden eifrig betrieben. I mit sr W b der im anean heer Imee one
Das Fest. wird einen dem Geiste des Vereines sentsprechenden ern henhe e4, D—— ber Naht — — r
den und würdigen Charakter haben, wie deun auch der Central⸗ — m * een wigen hatr 9— blutgierigen en 7—
vorstand die Vermeidung jeder prunkenden Feftlichteit gewünscht Sor dem Ienpe e V eur e n der gunzen ne
hat. Es wurden bei der Bestimmung von Worms zum Festorte var er verhaßt. — 3 Augenzeuge erzühlt Hr Stamit e
und später Bedenlen exhoben, vb die Stadt die große Anzahl von quez 2* en ausgezeichnetea Pistolenschütze. — halten
Fremden, welch autzallen Ländern eintreffen wird auch beherbergen seine Soldaten einen gen, Menschen von. kaum 18 Jahren 7—
onne. Das Comite hielt darauf eine provisorische Umfrage, und paen gemacht. Marquez befahl, daß er sofort erschossen wedg
rie Bürger von Wornas stellteneine großere Auzahl Logs zun Alle— Vorbereitumgen wurden getroffen schon war das Pelototi auf
Verfügung als verlangt wurde.“Am letzten Tage des Festes wird vestellt/ wesches di Hinrichtung pollbringen te. ans Adh ein
iun de Dreifalti keitsti —534 —. 77 3* Schuß und der Gesangene todt an den Boden fiel, Marquez
gkeitslirche ein großes KConcert stattfinden. nen ien Fmf i b Schuen aehblee
Das schon ausgenahlte Programm' mud die zur Ausführung gee atte in Aner r fernung e Schritten ne Pi ——
vonnenen Kräfle lassen erwarten, daß wir einen musikalischen Ge— abgeschossent All diese Mittheilungen und Enthuͤtlungen lonnen
auß haben werden, Wwie zer nicht leicht. wieder geboten wird. Der der französischen Regierung nur um so peinlcher. sein als Mar⸗
Zudfrang zu diesem Concerte wird voraussichtlich sehr stark, beson— guen Duin 3 sngen des Prasidenten vere
zs da die Ludwigsbahn jedem Besucher desselben, welhet sich cin abrede eere i Welt don dem Projecte einer mexi⸗
Concertkarte auf einer Statione löste eare ie Rück ftacheranor Wijchen 8 onon erfahren ha J i t . x1.
Worms gewähren wird. — . Einen schauerlichen Eisenbahnunfal! berichtet die
FaDeü wheen, 13. August. Die 8. Hauptversammlung dee Pall-Mall-Gazette“nnm Ein junges Ehebagar, das auf einer Reise
hauplaus schussen des baher. Volksschullehrervereins finden in Nugs. die Bristol-Ereter⸗ Bahn benützte, war in ein SeparateGonpé ge⸗
hurg am 2..3. und 4. September stait. Anmeldungen. ünd- bis iegen, Bold machdem der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte,
um 20. August einzusenden. — dernahmen die jungen Ehegatten ein Klirren von Glas und fahen
Frankffurt is. Aug. Durch einen heutr Nacht in der nit Entsetzen, wie ein blutiger Menschenkopf. durch das Fenster
Müulller schen Brauret an der Mehlwage (Fahrgaffe) ausgebrochenen hres Waggons fuhr, während der Koͤrper draußen hing. Auf der
Brand fing gegen zwei Uhr Morgens der Kaiser drsis mit dem rächsten Stationperkannte man in dem Verungtücten einen Con⸗
ee Zeuer Das Innere der Kirche und ete Thurmes ducseitt. welchet wahrscheinlich die Reisenden hatte beoͤbachten wöl—
M nahezleaussgebimntt ginge NRachbarhäser stehen in Flammen. en, bährend det Durchfahrens. unter einer Brücke abex gegen den,
FvFran! —— Auͤg. Bei der heute flaltgehobten Wagen gequetscht und so getödtet worden war.
Zieuung 4. Classe 132., Frankfurter Stadtlotterie fielen. auf Rrs Die in jüngster Zeit so haufig vorgekommenen Explosionen
I3,611 20,000 fli, Nr. 9635 4000 fl., Nr. 8330 2000 fl. det: Gase in den Bergwerken haben Veranlassung, gegeben, mit
Rr. 13,675 1000 fl. den vorhandenen Sicherheitslampen Experimente zu machen Zund
. .Am I8. d. wird in Haunau der Turn daebed tisttel. estzustellenr win Lange dieselben im Stande seien, dem Gasstrgine,
theinifchen Turnberbandes stattfinden. —rtze ee— Widerstand zu leisten, ehe es zur Explosion kommt. Es wurde zu
.1 .In Gerusheim, ejnein Städtchen von etwä 3000 Seelen, diesem Zwecke in Barnsley ein Kasten angefertigt, in dem die ver—
aͤm Rhein, ist die Vrechruhr ausgebrochen und ihr“ von 40 Er⸗schiedenen Lampeneine nach der anderü seifem Glasfenster gegen—
—
zum ersten Male die preußische Uniform angelegt. Auf den Me⸗ ten konnte. Alsdann wurden. dieselben vozider Retorlenkammer
jallknopfen befindet sich der preußische Adler, an der Müßzendie aus mit Gas umgeben; und bein VLuftzug von det: Geschwindigkeit
hessische Kocarde. zon Lowen sind in gleicher Größe wie die don fünf Meilen in der Stunde hergestellt. Bei dieser Probe
preußischen Adler in Vettin angefertigt worden und kommen beide stellte sich heraus, daß die Davy'sche Lampe ohne äußeren Schirm
Wappenschilder neben kinänder auf die Postgebäude. in sechs, Secunden dag Gas zur Explosion brachte; Jer Schirm
F.Glach gut.): Herr v. Schweitzer kündigt in einer „an die dieüts dux dazu, dieselbe drei Secunden läuüger zu verzögern. Auch—
Arbeiter von Barmen Elberfeld““ gerichteten Ansprache das baldige die belgische Lampe widerstand'“ nur zehn Secunden.“nEben so
Erscheinen einer Bröchüre an, in welcher der folgende Satz aufge- lange hielt die Mozard sche Lampe aus, die kleine Clanuy-Lampe
tellt; und bewiesen werden soll:AAlle Reichthümer, welche sich im ertrug das Gas nur sigben Secunden und, die große Aet ehn
Besißz der Kapitalisten und Unternehmer: als ssolcherneranhüufen, Secunden. Am besten bewährke sich — —2—
Jehören von Rechtswegen (vom Standtpunkt des natürlichen Rech⸗ heirzwelcher die Erplosion erst nach 75 Secunden eintrat. Im
es) den Arbeitern.“ 33.8 1 7Banzen ist, wie man sieht, das Resultat- nicht, gerade ein sehr, hes
f Aus Sttettinz; —7. Augufst berichtet mant Gestern ew ruhigendes zu nennen, denn es ist nunmehr festgestellt, daß keiner
ignete sich hier ein recht trauriger Fall. Mit Reinigung eines von den bis jetzt bekannten Sicherheits-Apparaten. gegen; einen
it Fon scervoarreer m der Langenbrnctttroße gehorrger Schorn· starken Stromvon. Lufund Gasen. die Rrobe Hur hallen vermag
keins war ein Lehrlina des Schornsteinfegers Knaack beschäftigt. .».. 7 Die von allen Seiten jetzt einlaufenden Erntebericht;

—8
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        constatiren, daß die Ernken in der Rheinpfalz leider nicht so aus⸗
zefallen sind, wie man Anfangs vermuthete. So schreibt man
J'B. aus Baden: „Der Ertrag ist selbst hinter dem vorjährigen
mittelmäßigen zurückgeblieben, dies gilt insbesondere von Dinkel
und Gerste; besser gerathen ist Roggen und Waizen. Unter sol⸗
hen Umständen sind die Fruchtpreise auf unsern Märkten eiwas
gestiegen; voraussichtlich wird dies übrigens nur vorübergehend
ein, da anderwärts, namentlich in den Haupftfruchtländern, von
denen unsere Märkte versehen werden, die Ernte sehr gut ausfällt.

dagegen stehen die Reben bei uns (wie der Dürkh. Anz. be—
ichtet) sehr hoffnungsvoll; die Menge der Trauben läßt
nichts zu wünschen übrig, ihre Entwicklung ist gegen das vorige
Jahr um 14 Tage voraus. Erhalten wir, wie zu hoffen steht,
inen warmen Nachsommer, so wird der diesjährige Herbst in Be—
ug auf Quantität und Oualität ein sehr befriedigendes Resultat
iefern. Auch Tabak und Hopfen haben sich seit dem Eintritt wär—⸗
nerer Tage sichtlich erholt und ihr Ertrag dürfte hinter dem vor⸗
ährigen guten im allgemeinen nicht zurückstehen.

— 2

—⸗⸗

—
—

Todes-Anzeige.
Dem Allmächtigen hat es gefallen,
Herrn
Poter IKnans,

Bekanntmachung.
Für die aerarialischen Steinkohlengruben der Pfalz ist der Bedarf an Rübsöl für
*4 Jahre (October 1867 bis incl. Dezember 1868)
a) für Grube St. Ingbert ca. 600 Zentner
i De B228 a a 50 Kilo
und soll dessen Lieferung im Submissionswege vergeben werden.

Angebote wollen bis zum 28. August a. e. Vormittags 12 Uhr ver⸗
schlossen und gehörig bezeichnet bei dem unterfertigten Amte, woselbst auch die Lieferungs-
bedingungen zur Einsicht offen liegen, eingereicht werden.

St. Ingbert, den 12. August 1867.

Das kgl. Bergamt der Pfalz.
*
Allgemeine Renten-Anstalt in Stuttgart.
Lebens⸗ Capital⸗ Pension⸗ Renten⸗Versicherungen.

Wir bringen hiermit zur allseitigen Anzeige, daß wir Herrn Scherpf, Ge—
schäftsmann in St. Ingbert, als unsern Vertreter dortigen Bezirks ernanni haben.

Derselbe wird sich angelegen sein lassen gefälligen Anmeldungen oder Anfragen steis
ind in der bereitwilligsten Weise entgegen zu kommen; wobei wir noch ausdrücklich be—
nerken, daß die jährlich sich ergebenden Dividenten unseren Versicherten zu gut kommen.

Stuttgart den 1. August 1867.
Für den Verwaltungsrath
Die Direetion.

Unter Vezugnahme an vorstehende Anzeige, halte ich mich im Hinweis der der All⸗
Jemeinen Renten-Anstalt allwärts gewordenen Anerkennung ihres Wirkens, verbunden
nit den nachweislich erzielten aussergewöhnlich günstigen Geschäfts-Resultaten zur gefl.
Aufnahme und Abgabe von Prospekten bestens mofohlen.

St. Inabert den 6. Auqust 1867.

Bürgermeister und Landrathsmitglied
dahier. nach achttägigem Leiden ver⸗
sehen mit den heil. Sterbsakramenten,
am 15. Augusi d. J., Abends 10944
Uhr in die Ewigkeit abzuberufen.

Blieskastel den 16. August 1867.

Die trauemden Hinterbliebenen.

Hausversteigerung.
Samstag den 24. August 1867, des
Nachmittags um 4 Uhr, zu St. Ingbert
hei Johann Adam Bech, läßt Georg
Kiehl, Erzgräber dahier, sein an der
Hauptstraße neben Gebrüder Dörr und
Zergmann Bleif gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus auf langjährige Zahltermine
n Eigenthum versteigern.
Sorn, igl. Notar.
Mobilienversteigerung.
Samstag, den 31. August 1867, Nach—
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in seiner
Wohnung, läßt Herr Aloys Holzner,
Schneidermeister dahier, folgendes Mobiliar
auf Credit versteigern:
3 vollständige Betten mit Bettladen und
Matratzen, 1Kleiderschrank, Küchenschrank,
runder Tisch, Stühle, Getüch, Küchen⸗
zeräthe, Spiegel, Bilder, 1J Uhr und
sonstiges Mobiliar.
Westphälinger.
Desinfections-⸗Schwärmer
ein wirksames Mittel die übelriechenden
Base in den Abtrittsräumen, Schläuchen,
owie die schlechte Luft aus den Zim⸗
nern zu entfernen empfiehlt zur Abnahme
mit dem Bemerken, daß ärztliche Gutachten
iich außerst günstig für dieses Mittel aus-
prechen.
Die Schreibmaterialien⸗Handlung
Scherpf
in St. Ingbert.
Theater in St. Ingbert.

Scherpf Geschäftsmann.
Angekommen
Petroleum,

Riefernes Bauholz, in jeder belie⸗
zigen Läuge und Dicke, sowie 33 bis
10 Klafter kiefern und birken
slafterholz sind bei Unterzeivnetem zu
verkaufen.

Val. Höh,
Breitermühle.

Mehrere Pfund schöne Bettfedern
ind zu verkaufen. Wod sagt die Exped.
dieses Blattes.

wasserhelles. geruchloses; I
Strickwolloe,
zekannte gute Qualität in großer

Auswahl;
Wattir-Wollo.
in J. und II. Qualität.
Jos. Firmery.

Frucht⸗, KShrod⸗e, Fleisch⸗ re. Preise der

Stadt Homburg vom 14. August

Weizen 7 ffl. 11tr., Korn 5 fl. 19 kr.
Zpelz 4 fl. 41 kr. Gerste, — 2reihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 5 fl. 16 kr., Hafer
ö fl. 9 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
eln 1fl. Z0 kr. per Zir. Kornbrod, 3 Kgr.,
25 kr., ditto 2 Kgr. 17 kr., ditto 1 Kgrt
) kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual
4 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammelfleisch.
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 26 kr.
er Vfd.

Münchener Bilderbogen
ind in reicher Auswahl eingetroffen, eben⸗
so Gratulations⸗Karten, Bisankissen, Bou⸗
quet⸗Papiere, Damen⸗Siegellack geschmad⸗
volle Lampenschirme u. dgl. welche empfiehlt

Die Schreibmaterialien⸗Handlung
2. Scherpf
n St. Ingbert.
wurde am
verflossenen
SEamstag in
kleinen Bach an den
henwiesen in der Nähe
Spitals, ein goldener
ing, der im Innern fünf
Anfangsbuchstaben hat. Der Eigenthümer
ann denselben in der Redaction d. Bl. in
5myfang nehmen.

Direktion von August Schroth..
XI. Vorstallung im II Abonnement.
Sonntag den 18. Auqust 1867.

Im Saale des Herrn Oberhauser.
Eulensnpiegel,

renbfurter Börse
Geldsorten
vom 15. Aug. 1867.
bed Kassenscheine. .1 44 453
dreuhische Friedrichsdor . .9 877 α
zistolen . ... fl. 944-46
'ollündische 10 fli⸗Stücke . .2 50 -52
ducatenn....5833-387
2OoFrancs⸗Stüclkle...29430
znglische Souvereingeg.111 382-56
ßold per Zollfund fii. — —
dochhalkiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 261 -N⸗

uder:
Zchabernack über Schabernack.
Vosse mit Gesang in 4 Alten von Nestroy
Musik von Kapellmeister A. Müller.
—
— A nd Norsag von X Dem⸗t in St Anaboert
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        — 7 4 ια, d w*e 4 97 e
St. Ingberfer AAnzeiger.
— —T0 3 ——
.MAMTI Lii . 4* —
noti 3 —W— — un— — J
—I——— 1u
5
der St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
id SamsdageAbonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 ———
1 —* Naum berechnet.
Nro. 99. Pe e ee Dien tag, den 20. Augusft — 3867.
— ———— — — — — —
9 i — —X —
νι Deu tschland.. —— doch, ob in England, Frankreich oder in der Pfalz ein Mensch
München 13. August Die gãnzliche Ueberfiedelung des heut zu Tage noch auf den Gedanken kommen würde, der Auto⸗
tönigl. Hoflagers nach Hohenschwangau wird gegen den 25. d. M rität die Gewalt einzuräumen, demjenigen, der von seiner Hände
jattfinden Wegen Ablebens der bekannten Königin-Wittwe von Arbeit lebt, die Befugniß hiezu zeitweise oder für immer zu ent⸗
Neapel Maria Theresia, einer gebornen Erzherzogin von Oester ziehen ? — Die Nachticht. Polizeidirector Lipowsky sei deswegen
hh (ie siarb an der Cholero) hat der König eine dreiwöchige Hof nach Paris gereist, um das Institut der geheimen Pol zei zum
sraner angeordnet. — Heute ist der Kirchenrechtsprofessor un si⸗ Zwecke der Einführung sogenannter „Vertrauter“ dahier gur stu⸗
ma nen geboren 1811, dahier verstorben, Derselbe hat sich auch diren, — glaube ich mit Grund in das Bereich der Fabel ver—
ass geographisch⸗historifcher Schriftsieller einen Namen geinacht. Weisen zu sollenn.
Es sind mehrere Erklürungen und Protestationen gegen Der Hof läßt in Berchtesgaden Vorkehrun gen zu ei⸗
Ausdehnimg des Heimathgesetzes auf die' Pfalz hier eingetroffen. nem Mahl treffen, das der regierende König den Majestäten von
In den Haͤnden des Abg. Kolb befinden sich da selhen nus Destereich und Frankreich für den Fall anbieten läßt. daß diese
den Städten Kaiserslautern und Speyer, also den beiden größten eine VPartie nach Berchtesgaden machen. Bei schönem Wetter wird
Genieinden des Landes. Eine andere des Stadtrathes von Reu- das Diner unter einem Zelte am Königssee, andernfalls ini tgl.
adt gelangte unmittelbar an den Ausschußvorsitzenden und tweitere Schloß stattfinden. Am Dienstag joll ein sogenannter Holzfturz
Nanifestannen ähmicher Art sind mehrfach angekündigt. So kann verauftaltet werden, zu dem die Musik des ersten Infanterieregi—
zs denn keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die pfaͤlzischen Ab⸗ ments beordert ist. —
zeordneten recht hatten, als sie baten, aus politijchen, wie aus— Augsburg, 18. August. Das franzosische Kaiserpaar mit
nmittelbar' sachlichen Gründen die Pfalz mit jenem Gesetze zu Hefolge ist heute Morgen nach 1 Uhr hier eingetroffen. Nach dem
verschonen. Man halte sich uund dem Lande: Unannehmlichteiten Bottesdienste in der Hauskapelle fuhren der Kaiser und die Ka—
ispart... serin um 102. Uhr Vormittags zum Annen⸗Gymnasium, dessen
München, 16. August.“ Ueber die Resultate der kommisio— Aufgang mit Blumen geschmückt war; von dort zum v. Fugger' schen
nellen Berathungen, bezüglich des Gesetzentwurfes über die neune Hause in der Kreuzgasse, in welchen ehemals Hortensie die Mut⸗
hbeeresorga'nissation schreibtdie Augsb. Abendztg.: Die let des Kaisers Raupoleon, gewohnt hatte; sodann zum Eisenbahn⸗
hommission hat den definitiven, unter allen Umständen bestehenden hofe, wo der König von Bayern den Kaiser und die Kaiserin er⸗
Abschluß der mit Vollendung des 21. Lebensjahres beginnenden wartete· . —
Dienstpflicht in der Armee mit Erreichung des 82. Lebensjahres München. 18. August. Der Kaiser und die Kaiserin von
heschlossen, und auch die im früheren Regierungsentwurfe enthal⸗Frankreich sind, begleitet von dem König von Bayern, per Ettra⸗
senen Vorschlaͤge eines erssien und zweiten Aufgebotes völlig fallen zutg um 12 Uhr 25 Min. Mittags hier eingetroffen; nach einem
jassen, so daß künftighin die bayerische Armee nur aus dem sehen⸗ Aujeuthalte von 10 Minuten sind die hohen Herrschaften in Be⸗
den Heere, in welchem die Dienstzeit wie früher auf 6 Jahre nor— gleitung des Königs von Bayern nach Salzburg weitergefahren.
iet wurde und zus der Landivehr bestehen soll, bei welcher die Der Bahnhof und das Schienengeleise war auf weite Strecken
Dienstzeit 6G Jahre umfaßt. Der von der Kommission ausgear— durch Militär und Polizei gesperrt. J
—X— Edenkoben, 15. August. Gestern beschloßz der Stadt⸗
Abgeordneten Dr. M. Barth und Stenglein entworfene werden, rath, gegen die Einführung der neuen Socialgeszbgebeung
mit dessen Prinzipien er im Wesentlichen übereinstimmt, bezüglich in der Pialz in einer Eingabe nach München Prostest zu erheben-
der Feststellung von erleichternden, Bestimmungen bei Zweibrücken, 17. August. Auch der hiesige Stadtrath
Materien aber, z. B. bezüglich des Rechtes zux Verebelichung, so— protestärt gegen die Einführung der neuen Socialgesetze in der
ar noch weiler geht, als jenrr. Pfalz, indem er die Frankenthaler dresse vom 6. dieses Jahres
— S. M. der König hat bei seinem bisherigen Aufent⸗ annahm. —— —
halt in Berg dieses und- dessen Umgebung so liebgewonnen, daß Neustadt, 18. August. Heute waren die Bürgermei—
er sich entschloß, ganz Unterberg durch Kauf zu erwerben, und es ster von etwa 24 Kantonshauptorten dahier versammelt, um we⸗
ind deßfalls auch schon die einlenenden Schrilte gemacht worden. — gen eines Hochzeitsgeschenkes fü den Koönig zu berathen. Es
In Juͤstizministerium liegt ein Entwurf über, ein Genossen— wurde beschlossen dafür eine Summe von 14,000 fl. zu verwen⸗
haftsagesertz ausgearbeitet vor und wird derselbe dem nächsten den und aus derselben entweder vier Wagenpferde Zwei brücker
Laͤndtag vorgelegt werden — Der Faiser Rapoleon irifft, Race oder aber zwei Reitpferde und ferner ein Stück ausgezeich—
morgen (Samstag) Abends in Augsburg ein. wo er im Gasthof neten Pfälzerweines, einen Römer und eine sil berne Platte anzu⸗
Zu den drei Moͤhren? wohnen wird. Sonniag Nachmittag wird kaufen. Ein Comite von 7 Bürgermeistern unter Vorsitz des Herrn
nat Manchen lommen Wo unser König imt ihm zusammene „Mauqcher von Reustadt hat diesen Beschluß auszuführen. Hinsicht-
treffen wird. darüber ist noch gar nichts bestimmt. lich der Socialgesetßg ebungsfra ge veremigte man sich da⸗
— Der besondere Ausschuß jur die Socialgesetzgebung wird hin, daß unverwrilt in den Gemeinden, die damit noch rücstän—
am 1. Sept., also gleichzeitig mit dem Cipilgesetzgebungs⸗ Ausschuß, dig sind, die Vorstände zur Erhebung eines Protestes verane——
jeine Sitzungen wieder aufnehmen. Die einschlägigen Referenten laßt werden solln. D
redigiren bis dorthin die bisherigen Beschlüsse erster Lesung. Es Diensies-Nachrichten.
st jehr zu wünschen, daß der Ausschuß aldann, wenn er diese Ar— Seine Majestät der König haben Sich allergnädigst bewogen
deiten einer revisorifchen Berathung unterzieht, dabei möglichst un- gefunden, unterm 14. August J. Is. die ktatholische Pfarrei Groß⸗
befangen zu Werke gehe und den zahlreichen Stimmen“ ein auf⸗ karlbach, Bezirksamts. Fraukenthal, dem“ Priester Perter Zipp,
merksaͤmes Gehör schenke, welche eine jreisinnige, die freie Thätig⸗ Pfarrer in Gerbach, Bezirksamts Kirchheimbolanden zu übertragen.
keit und Selbsibestimuning des, Individums vor Allem im Auge Vom 15. d. M. an wurde die erledigte Postexpedition Ei—
habende Gesetzgebung und nicht eine bureaukratische Einschachtlung senberg dem jeitherigen Postboten in Landstuhl, Geong Schnapp,
reisunmig er-Worte verlange.n Es gilt das nicht blos von übertragen. Vom 16. 45 M. an wurde der Postassistent Martin
den bis jetzt berathenen Bruchstücken der Gemeindeordnung, dann Aigner von Spehyer nach München versetzt und an dessen Stelle⸗
von⸗ dem Gesetzentwurf üher Heimath ꝛc. — es gilt das ganz dier Accessist Franz Incob zum Assiftenten in Speyer ernannt.
besonders auch von dem Gewerbsgesetzentwurfe, in Stuttgart, 13. August. Gestern reiste Baronet Moses
welchen, nicht durch die Regierung- sondern durch den Ausschuß Montefiore, der bekannte israelitische Philantrop, dessen ganzes
der famose Art. 29 gekomnien ist, der das Institut der Cassation Streben dahin geht, das Loos seiner israelitis en dlaubensbrüder
dich die Gertichte für den Gewerbetreibenden einfürrt. Frage min im Qriente zu verbessern und ihnen den Schutz der darügen
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        Regierungen zu verschaffta, von hier mittel⸗ nnächst nach Die X wollen
Donauwgrtäᷣ. —55 Damp'- unigobei Sphakia Fverlorendd Ca.
—B ien zu1. * sre d Eu d Con⸗
zen, hei Dusen 9J Hortigen Juen⸗ —9 xVv — her 4 d 8 dieje
—— der precher anch flir selne —z Pläge der geech —— ott wicder aufle — )
Jenossen fein —A edie, Wereits 85jährige Bleis st von Wicsen, 18. Aud. WDie, Debatte⸗ schreibt: Es ist ein öffen⸗
mnposanter Figur und geht aufrecht gleich einem Jüngling idetares Verkenuen der Begegnung des Kaisers von Oesterreich mit
In seinem aus mehr als 30 Personen bestehenden Gefolge befin- dem Kaiser Napoleon in Salzburg. wenn man dieselbe von dem
den sich zwei englische Kapitäne ein belgischer und ein französischer Abschlufseeiner vster teichischfr augbsische i Allimnnmz antr enubag hält?
Oberst, welche Offisiere ihm von ihren betreffenden Regiexungen kine solche All:anz ist inrder Situnfinn, Mücht Kegründen uluropa
eigegeben wurden, uͤm seine Bestrebungen zu unterstützen; sodaun st gegenwärtig von keiner Frage bewegt, die ee nötlig erjcheinen
jat er, da er streng nach den altmosaischen Gesetzen lebt, einen ieß, bedeutungsbolle Maßnahmen und Vorkehrungen * tresfen
degtezund sonstiges Küchenpersonal, sowie einen Fchächteyr sodann Anter, olchen Brrhältnissen eine Allianz schaffen, würbe —
—B3 und mehrere andere Personen fur goͤstesdiensttiche Rißtrauen herporrufen, welches geciguet Wärc deu uhl bedre
Handlungen bei sich. Hier empfing er die Kirchenvorstäude der! Frieden ñ geführden. Die Debane“ schließt: Nur dann, wenn
fraelitischen Gemeinde luͤw mehrere augesehene Israeliten, — Hofe zu Berlin und — veranlaßt fühlen
Berhin 415. Augu.. Der Bundesrath wuͤrde hente, Nache, lollti. die in httbter hur mugedichteto Atzanßahzuschliehen;
wittag. uuin. Ju ühr won Grafen Bismarch aeroffnetn. -Llunet. dem wird Iich dat ütge Curdha hunch de Genteinsutteeiter ge
Stat sollen, wie dje „Kreuzzeitung“, meldet, Guch die Zolsverträge ahrdete Jutereseh ontun en ca deden Position zu küehe
nit deu süddeutschen Staalen, dãs Postgeßetz — das Heimmathsgesez menß lo lange dus hocn dn den — Ficht
ind das Consulatsgesetz vorgelegt werden. Der Minsterialdirxeclot nit Fug nnd rcht vboi iuer Fterreichüscheiraüzösis henn Alliauß,
5. Delbrück ist zum Präsidenten des Vundeslanzleiamts gruanntz sprechen, L q ινα Woedtz knun
Det Staatsanzeiger Cuthalt. viele, Dedenzvarlehungen, an frauh ere ———— n —B———
ofische Offiziere und Cidilbeamte. ie aiserin pafen amn I7. di Abende higg gn. Ani Mor⸗
Berhin, IGö. August. Es sind in. deutjchen und' auswär⸗ geu des 8 August fluden ii —— ve auß * des lais.
— ——— ünen geserlhtenn Dat ad danste. aoch demm—
Neplut auf die danische. Autwort mitgetheilt worden. Daßesich HDochamte, der den d uen der. Revue passirenn lassen.
ʒes Grafen b. Bismarck Erwiderung in der augegebenen ichtung daiser Napoleon . und Goserin Fiüldei worden au 8 . ülpr⸗
pgen unrn ist nd dw dennebn setot h adem deaud gut Abrnda huten gen. Ibande ündeten Daeuchung unn
vaͤrlige Kangzlei noh micht, verlassen unde jeuee Analysen sind also icher Berge, welche die Stadt — Halblreise poun —— 20
nindesteng verfrütt . Graf Bismarckhat dem Basmde arrathe Preilen umschließei, siatt Diese Bergfeuer oerden bou Seite der
n'der ersten Sihung folgende Vorlagen zur Berathung porlaufig Riesigen Gemeinde yeranstaltet, welche ee der Bergfeuer
ingekündigtz5. 4) den Vundeshaushaltsetat; 12). die Verträge auf den baherischen Hochgebrgen aii das, 6
iber die Fortsetzung des Zollne peim 853. 8) einen Geseheuirie guidte das den Ansuchen der Genieinde willfäheigebi gegen kam.
urf, betreffend das Postwessen und die „Herstellung kines 9 al beund gul August, Die Autuntt des f In z.ñ sei chen
Ueichförmigen Posttarifs; 4). einen Gosetzeutwurftrz über, die aiserpaares ist auf morgen Nachmittag 4 Nhr festgesetz
Irdnung des Manße und Gewweicht sshd ste nu43. v8) einen Ente Wahrscheinlich trifft auch Hr. Rouher, der sich bekannthichge Kärts
vurf, betx. die Aufhebung des Pag zwacuges; 6) einen sol⸗ 3 hefindet. hier eine ν ι
hen, betr. die Freizügigkeitz 7) einen Entwurf, betr. die ie aeg Fraukreiche rr
Nationalität der Seeschiffe; 8) einen Eutwurf über Erwei⸗ Pari S 140 MAugust.o Der, ManderMwerkffentlicht wieder
rerung der disherigen obrigteitlichen Befugnisse der Buudeexe jnmat e Brief ause Henn es vremnunfetsheben Bren
— und über die Befugnisse fremder Consulm jmMHundes⸗ Schultzer.im welchent derfchertrwirdz jedere gue Gamnoberenee
zebiete. .—— 2 ehne sich“rnachn domur Justandekommen ieiner austrosfranzöfischen
J.Ser, Fermin für die Reich stagswahlem üist aamt- Allianz, unm Dasntzreußifche Joch abzuwerfenen Wreußens Uebert
lich auf den 31. August, Festgeseßzk. — Die Rondda Allg. 3tg. naucht und Uebernulth dedrohe⸗ gunz · Europaʒ und um Frieden zu
genut arßer den schon betannten zoch folgende Soragn an den saben, müsse dieses sichn zur⸗ Demuthigung: Unde Schwächung Preie
Dundrara han,ðnhentwurse Ader. Einen gleich mähi nen .Wortot anitz- ndeehene ene nfrun zösij he Blatter an⸗
uber die Befugnisse fremder Consulu im Gebiete des Rorddeutschen eht. so sollte man glauben, ybankreich miubezreußen. haͤttem:feit:
dundegs übrr die. Natiualität der Seeschiffe, über eine neue hs hre n Damalsennvarfem die usgewanꝰ
Maß- und Gewichtsordnung . herten franzofischent Royatistten died uüntsetzlichsten Schildetungen von!
Berhin, I7. Angust. Die mit den meisten norddeutschen sen Zuständen ihtes Vaterlatides und- verspruchen eine allgeineine
Bundesstanten abgeschlossenen Pilitür · Conventionen treten am Schilderhebung gegenndibiluterdtücketenate Paris;dwönit die Preue
eOctober in Kraft und haben siebenjahrige Dauer Nuvmit Zen nut einmatjchireus wollteü.e Dexe Fzerzog Lbon Brauuschweig
»m drei Hansestädten- ist kein Texmim:festgesetzt; die Conventionen und aber bei seinem Einrücken, daß? dag Allesunitr hohle Vorspie:
onnen nich beiderseitigem Einverständnisse, aufgehoben und.nabgts jelungen gewesen ivarenni⸗ Mizů Yrankteich nus den Verjprechungen
indert werden/ Oldenburg, Hamburg und- Bremen zahten“225 8 Baron Schultze it Der Wafche sein Heite igeühnlichet Weise
Thlr. pro stopfe voll. Lübeck nund: den übrigen wurde für die pird wersuchen wollen das:nist abguwartersen —D00—— ——
achste Zeit rine Ermäßigung bewilligt the e, Parais, AszAugnst. S Nurs: Itallen⸗ Bird Bertchlett!daft“ der
Koln, 16. August. Der „Köln. Zig.ne witde aus Paris Herzog von Privas, der. sptuische GejandtsaueFlodentiner Hofe,
JeschriehenDie Beziehungen zwischen Frankreich und der Turtel ͤch zu dem Chef der polif heu Abtheilungen“ im dortigen: Mi⸗
eien wegen der: lezteten zugemutheteten, jedoch von äihr, abgewie⸗sterium des Auswartigen⸗ Herrn⸗ Bartollaͤnie? hegebett hak, um
senen Abtretung streta's. ertaltet. —να ich beidemselben über“die Werbungen zu beklaͤgen⸗ Ble in Italien
—Wien, 16. August. Die Ausgtglielchs deputa'tion uuf eeeee eee r 7
st zur keinem Refültat gekommen und hat sich bis zum 2. Au⸗ Bartolluni bestritt matürlich dienucristenz · solcher! Wethungen;die
Just-vertagt.“ Der Reichskanzler ist geftern Abend aus-Gastein nudeß wirklich stattfinden sollenen Ger 1NGhüd in ist bübrigens Jjetzt
zurückgekehrt Und hatte eine Unterredung zuerst mit dem Kaiser, dieder nuch Casprere zuvückgekehrti Vononguswärts Negen
daun mit dem Gesandten in Rom, Herrn v. Hübner, worauf ein heute sonst kaum⸗ Nachrichten won Welsemgn Gorb In FItalien soll
außerordentlicher Ministerrath stattfand, bei dem es sich wohl um zieErentb an Getreide, Wein und Olsiwendusgezeichnek ausge⸗
die Instructionen für die bevorstehenden Concordatsverhandlungen allen seimtein Grsatzefen den ruübeten Ertragensau dem größte
jandelte. Die RMeste des vsterreichisch⸗mericanischen Truppencorps Cheile Ftankreichs!t ciels Hedin⸗stia dien dopelewird boön dem
verden über Hamburghund Prag in die Heimath: befördert oöchst glaͤnzenden Empfangke⸗deß Sulanns sowohl durch die vf⸗
Der Kaiser reist heute Abend noch nach Salzburg ab. Es —V—— gejchrieben.“ Det Weherrscher der
sapoleon III. werde um Auslieferung, der sterblichen Reste Napo— Bldubigẽn jolb n si· muchnin⸗ wew· DhoblLuuschtdfsein sen dec eurbpai⸗n
esns IL (des „Herzogs v. Reichstadt) ersuchen. . che Untersuchuugkcommifsiou“ matzCrẽba tsisen!gu lisseine ⸗u
Wie der „N. fr. Pr.“ mitgetheilt wird, hält man die StelParis 17. uhust⸗r. Wio⸗der⸗ Etéarzardenmeldel?findeder
lung des Baron Werther in Wien nicht mehr füt haltbar. Die Daiser und dieugtaiserin heittẽ Morgeln geUhe'küse dem Lager von
belannte Debeschenangelegenheit äußere heißt es, sehr bemerkbare Chalons abgereisteund uim 3421 Uhr Nachmiktügsn zur Kehl einge⸗
stachwirkungen. Graf Bismarck soll die Ablösung deß Frhrn. troffen. Ihre Ankunft im Sälzburg esfolgtermörgen (ESbnutag)
». Werther durch einen anderen Dipiomaten nur deßhalb vorläufig Rachmittäg A54 Uhrae“α , dn
och vertagen, um das Dementi der famosen Depesche über die — Dem „Etendard? gufolge kameé wesrat atserliche Bahnzug
hesthOfener Krönung nicht abzuschwächen. .. im 10 Uhr: 16 Min. in Bar⸗le⸗Duc⸗num 12 Uhr: 17 Minn
Die „N. fr. Pr.“ widerspricht dem Gerüchte, daß Omer Nanch, ume8 Uhr 13Mine ineStraßburgé um' 3 Uhr 35 Pein—
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        Gutsbesthei in Kleinmnedesheint I1H Anuton Jochem, Ädiunct und
Butsbesitzer zu. Bobenheim ). Peter, Valdenaire, Adjunct giu,
Schiffetstadt; 13) Adolphe Frohlich Banquer in Zweibrücken; 14)
Philipp Wenz, Gutsbesitzer in Gerbach, 13). Peter-Knies, Bür⸗
germeistex jn Bobenheim; * Heinrich Bauer II, Müller in Gine⸗
meldingen 17) Friedrch Dupre, Gutsbesihern, iun Frankenthalg—
18) Kaͤrl Auguͤst Weigand. Apotheker in St. Ingherk; 19), Adam
Wolf II. Gutsbesiter in Mußbach; 20). Georg Reudehuber, Mül—
er in Weisenheim äl S.; 21), Leonhard Wiedemann, Müller.in
Himmeldingen; 22) Heinrich Geissel, Gutsbesitzer in Nzustadt;
23) Heinrich Becker, Gemeinderath in Ighelheim; 24) Johann Mann
I. Gemeinderath in Lautersheim: 25) Georg Jacob Borell, Wirth
nid Adjunkt in Böllenborn; 26) Wilhelm Görg, Gutsbesitzer n
en unit ret and. ee n e ubenu Deibesheimn; 27)7 Georg Jung, Muͤller in Speyer; 28) Karl,
in dhent 8. ee eeene — Hoster, Müller in Katzeübach; 29) Friedrich Bruch Apotheler in
Loudor. 18. gesserit Abend ist das Wetter dirmaseus;“ ß0) Grorg Graf, Muüner? in Oberndorf. Exsa ge
— mit weiiig Reghn' — Fuin. and die Prinzessin van jeschworene sind die Herren Louis Lang, Fabrikaut, Johamm
Neaed en gestern dach dent Contenent abgereis. Beust Woilff,- Fabtikant, Ludwig Elifas Vend; KanfmamnnJo,
voxch BA8 Ran hat Nagrithten aus New⸗ hann⸗ Jacob Stadtrath: Philip Keller,' Bürgermeister und Mäx
noͤrk . Aug. uind aus Verd Cruze 3 Inli. Marquez, ein g. Hofenfels, Reutner, Alle in Zweibrüchem *
Bruder, Mirdnibih -. undattdere Goler atg sotleir in den Bergen JLubwigshafen, 177 Auguste Gestern! Abend ist der
eige betraͤchte he Shreitnätht .gegen uaree ürganist ren. Der ainee Schlepplahn Litdighafen Ne 3 ded ayerfaälzschen Dampf
iitanische Gouurat Paluier st nach Mexicd gedgngen, wie es heigt. Glepiehistahrns Geseuschaft, aut der Bergeisebegeien oberhalb
nun die. Auslieferung Santg. Aung's zu perlangen, der noch Gee Vingen gesueten. Seine Labung befignd aus 8000 Cir Rohe:
fangener zu Campe.he ist. eisen und 2000 Ctr. Stückgut. .
Italien et n Dürkheim,e 17.. August.“ Die Generalversammlung der:
Flor ei z. I2. August. Gesserzg. Morgen hat Garibalpin Pollichia wird Veitiwoch den 4. Septeimber / Morgens 10 uhr,
Vinlci verlassen, um sich, nach Sieua, zu btgebe, und von dort inn ESgale des Stadthuuses gi Dürtheim stattfinden, wozu sämmt⸗
will er jüdwäris in ein Schweselbad, also gauz;e nahe an die röspliche Mitglieder und Freunde des Vereius eingekaden sind. u
mische Greuze, Garibaldi wird sehr überigacht, iind er thut keinen Das Berrzaberner Wochenblait meldet?n!Vel der in
Schritt, ohne daß. dire Regieruig, davon unterrichtet wäre. Heute Weißenburg um- Napoleonstagen stattgehabten militärischen? Parade,
wvurden Depeschen aufgegrisfen, welche auf dem der Eisenbahn-Verewelcher auch/ der Herr Unterpräfekt und nnders Autoritäten un⸗
valfung dienenden Draht au Garibaldi geschickt worden sinde “— spielte, während die Truppen inspicire wurden, die · Mu⸗
Flore nz. 16, August, Die Unruhe wegen der Anwefen- sit die Melodiet . Was ist des Veuischen Vasertond eu n
eit Garitzalo —8 3Würrzburg, 14. August.⸗nSelt'gefterh wirde mit der
ott. „Srin Sohn Nenoiri geht zuach Reapel. 2. z Desarlnirung der Veste Marienburg begomnen DienRFestungsge⸗
Vens bage 16. August. Eine große nersbrn n st hat ichütze. 200 Stück, kommen nach Ingolstadt: 5
die Hirche S. Giopannt, unnd Sn Paolge zerstort. Das berühnte h.24. Der prachivoll glänzende Stern. der gegenwartig' neben
Benmalde Titigus. Ddas Marlriuu Fith Peters. Vorstellend, unde dem: Mors speobachtet- virdeist det Planet Jupiner Seine
andese Meistetwerle siid perhraunt init irun en aet. IMonde sind schon ut einem schwäͤchen Fermioht bemnerthar,—
nuai nt e nAmerika,ι ιι)Ü tvy e Die Stadt Arzbergebere Wunsiedel MGegen 1800 Ein⸗
Me Neot,SO. Juli. Die zut Ordüunge det Indfanet- wohner) ist anm 151 Aug. fast gänztich abgebraunt. 8
atgelegenheit hestimunte Courmission, giretwelcher der Korgreß drei Durnist adt! 14. Angust. Ani 12. August, Abends ge-
Vwillisten vrncinnte; wird ihre Arbkit beginnen, sobalde der Präs Jen7 Uhr, wurden im Kreis Lindenfels, iamentlich in den Or—
dent sie durch -drei Geuerale konipletirt hut. Ihre Haimtaufgabe en Mörlenbach, Rimbach, Kleiü-Breitenbach, Reißen ünd andere
oesteht darin, ein Terrain'? wufzüsuicheti, iwelches — bis jetzt nicht Orten, mehrere Erdstöße berspürt, die sich durch. das Klirren der,
en Wethen vbewohert. Un von den verschiedenen Fisenbaͤhnen eut- Fensterscheibei, Vewegen der Möbel c. brmerllich machten und die
reut —ghoß genitg!ist,cunn sämmtliche Iudianerftämmen des Bewohner in Aufreguüng brachten.s ν
ernen Westensdufzunchnten.“: Miegz Gehiel soll auf immer ihr T.Körsp, 13. August. Zwischen zwei Lijeutenants des 88.
Eigenthzum bleiben Uund nur mit“ihrer Eiuwilligung voit sWelheng sind xGs Rehisnents kam es gestern zu einem Zweikaimpfe, in Folge
— auser Negierungsbeamteneus Abetreten werden. Wäöthrendder, dessen der kink todt auf dem Platze blieb. Näheres ist noch nicht.
ersten DZahre sollen-die Stämme: dott auf Kosten der Regierung bekaunnnn 3 D—
unter halten werdeur«Die Coimmisston solb Alles aufbieten. umiß Der Prinz von Joinvihle mit Frau und der Herzog
die Indlanck zur-froiwilligen Uebersiedelung zu rande spapren Ien in Franfurt eingetroffen.
Vejchuack fur; den VLandoau undt audert Kuuste des dledeis der Wehet hat eine ünsinnige Welle ein Menschenleben ge—
uhringetun und dalbet soll ihnen dutch Kiefetung von Wehstühlen, fsordert. In Jena. aß ein St udent verabredetermaßen 5
Maschinen c.heglicher Beistand geteistet uwetdenleaVSer Plausleis Pfund Kirschenmit den Kernen ünd, trank Lichtenhainer
det an gewifssen MängelndiEs skontinte!vor allen Dingen darauf Weißbier darauf. Die Folge war, daß er kurze Zeit daraüf üun—
nd pob die⸗Sümme sich unterneinandes! vertragen könn oh s ter großen Zcinergen starb.
noglich würe,! Kriegenunter, ihnen“ vorzubengen — 53 erfHohes Alter. Jur den, Vormittagsstunden des 9. d.
wischen ihnen und den weißen Nachbarn, die wiedernn Hun Kriege Mi Peen bien, Br. Itg.“ schreibt, ein seltsames ¶Ehepaar
uhren. müßten. zu verhindetn. n hohem Grade die Aufmerksamkeit des vor. dem Theater⸗ am
Juarezehat die dem Lopez versprdcheien 3000 Goldunzjeü Krautmarkte zu Brünn versanimetten —XR Det Nann,
ↄet dein Vertath Maximiliaus-nicht. bezahlt/ weil, wigger —3 e oe seinem vorgewiesenen Tauffcheine — DD—— /
Betrather uicht crununtert: merden dürfein Loptz steht bur Ae infe S1 7655. geboren, somit 102 Jahre atr ist har durh“ 16 Jahre in
ereits etwahnlt —!: wegen früheren Verrätherelen Jegen die Repit- der —österreichischen Feldj erxtruphe gedyeutz uhtef pem: elbäar 3
Alit var! einemisrlegsgericht. schall iVudon die Türlenkliege und vor 6, Jahren —
— — — E also ian⸗Alter von 97 Jahre asene gegenwrsigt Vegleuerin
u aeur meinch tse eeeuunnp , vierte tan eine rüstige Person von 34 Jahren geheirathet.
* St. Ingbert, 20 Angusft. Gestern stürzie“ vahier“ ein · Det Geei erfreut sich einer bewunderun gswůrdigen Frische des
nang neu aufgeführter zweistbtger Aadau, Schlach thaus. mit schön Geistes und einer
ub ilen Wohugimmetmec total zujammennuicht nahe Strecke nach seinkmn gegemoßri en lDoimtz Veulich⸗
1 Zweibrücken, 48. Augast. Als Haub'gech w.denbrod jn Böhmen, in Tagmärjchen zu drei Meiten ühne Tinen Un—
eanC bei den, morgen. behinnenden Schwurgerichtsperhandlungen kall zu besor gen, zu Fuße zurückzülegen- gedentt»—4
iad folgende Herten-einberuftn, habst: (15.⸗Friedrich Völker, Gez—J, Kicht allen. dürfte die Ursache des Toͤdes des genialen
etnderalh im Mußbache; 2) Duichaol aBecer, Bürgermeistetx. in üurd so uuglücklichen Dichters des, äthshen vort Heifbronn GHein⸗
Bochingen; 3) Convad Haag⸗ Bürgermeister in Elmstein; 4) Karl rich Kleists betannt sein.“ Seine Fteumdin, wi⸗ der fixen Idee
Enn, jun. Gerbersund Stadtrath in Kusel; 5) Herrmann —— behaftet, sie leide an einem 'unheilbaren Uebel, tieß den Dichter
Laudwirth in Ellerstadtz 6) Friedrich Greiner, Adjunct in Pir⸗schwören, ihr jeden Dienst zu erweisen. welchen sie dereinst vex⸗
naieu Aααιι 5ιοιια Biιια—αινεherν,— 8)Angnst Fran; angen wvWiurde. Er chwur. Siẽ forderte ihn zu erschießen,
Wilbelm Feldbausch, Apotheker in. Goenkoben; 9). Johann? Jacob da sie ihr elendes Dasein nicht mehr ertragen könne und fügte
Born, Gutsbesitzer in Siebeldingen; 10) Andreas Müller III., höhnend hinzu: „Aber Das werden Sie nicht thun; in dieier

»5
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        chmachvollen Zeit gibt es in Deutschland keinen Mann mehr.“ —
Sie irren!“ versetzte Kleist, „ich werde Ihren Wunsch erfüllen.“
Beide fuhren nach einem oͤffentlichen Vergnügungsort bei Potsdam,
vo Kleist erst der Dame eine Kugel so sicher durchs Herz schoß
daß kein Blutskropfen geflossen war, dann schoß er sich selber durch
den Kopf. Schrecklich ist es wohl, daß die Section der Dame
das Resultat lieferte, ihr Körper befünde sich in durchaus innor⸗
nalem Zustand, so wie, daß am selben Tage die Nachricht eintraf,
leist würde eine Anstellung erhalten, die ihn von allen Nahrungs-⸗
'orgen befreie. (Er starb bettelarn)J..
Die deutische Ausstellungszeitung in Paris meldet: Sieben⸗
jundert Aussteller haben bis jetzt gegen die Entscheidungen der
Jury“ in der Preisvertheilung reclamirt, 200 Reklamationen
ind beim Staatsminister von Frankreich eingegangen, ebensoviel
veim Handelsminister und über 300 schon beim General⸗Kommis⸗
ar der Ausflellung. Alles klagt über, ungerechte Beurtheilung
Jänzliche Uebergehung u. s.w. 5 J
fFRiesenweinstock. „Pecsi Lapok“ berichten über einen
siesenweinstock, welcher in Fünfkirchen in der Mönchgasse, im Hofe
ines gewissen Franz Hartl steht, eine große vieredige Laube bil—
det und heuer 1000 Stück Trauben trägt.. 47
7 In Fulwood (England) fuhr ein Eisenbahnzug in einen
tehenden Vergnügungszug zerschmetterie 5 Wagen und verletzte
10- 50 Personen. —V ⏑—⏑⏑— ran
FDas Erdbeben, welches am 10 Juli Java verwüstete, hat
300 Menschen. darunter 100 Europäern, das Leben gekosiet.
Dajocja wurde ganz zerstöortt
FNewyork. Waͤhrend die Streitigkeiten zwischen Präsi—
dent und Volksvertretung zu einem Punlte gereift sind, wo John⸗
'on seine letzten Trümpfe ausspielen muß, oder die Partie verlo⸗
en hat, gehen die socialen Eroberungen nach dem Westen und
iamentlich mit Hülfe der deutschen Bevölkerung vor sich.
In Californien wird binnen 10 Jahren die Weinproduction den
zrößeren Theil des Landesreichthum ausmachen, und den europäischen
Weinen, insbesondere dem Rheinweine, eine gefährliche Concurrenz
n der ganzen Union entgegenstellen; denn der Preis des ealifor—
nischen Champagners, den nur die einzige Gesellschaft Buena
Vista“ bereitet, wird schon in diesem Jahre auf 12- 16 Dollars
»as Dutzend Flaschen sinken, während der Preis des importirten
Schaumweines von 16-25 Doll. steigt. Bei größerer Ausbrei⸗
ung und Veredlung der Weinberge kann dieses Verhältniß ein
noch viel ungünstigeres für europäische Weine werden. In den
Zwischenterritorien, so in Colorado, sind auch die Deuischen
sbesonders am untern Arkansas) stark vertreten, werden aber jetzt
durch den bevorstehenden Vertilgungskrieg gegen die Indianer in
große Bewequng gesetzt. Shermann, der sich selbft die Dinge

msehen wollte, ist mit Mühe den ihn zwoͤlf Tage lang verfsolgen⸗
den Indianern entkommen.Statt mit großen militärischen Erpe—
gitionen vorzugehen, vertheilt man jetzt die gegen die Indianer
tehende Reiterei in verschiedene Stationen und bildet nebenher
ꝛine wohlbewaffnete Bürgerwehr, damit die Ansiedelung des Landes
rasch fortschreite. Die reichen Minen und überaus lohnende Vieh—
ucht laden dazus ein. Bald werden Coloxado und NReu⸗ Mexico
zie östlichen Märkte vielleicht auch einen Theil Europa's, mit
Fleisch versorgen, wann nämlich die jogenannte Pacific-Eisenbahn
erit fertig ist. ————
Landwirt hichaftliches ————
Gemüßeban Der Gemüsebau' hate wenigstens was seine
insdehnung anlangt, nicht gleichen Schritt gehalten mit den Fort⸗
hritten der zwei letzten Jahrzehnig, Kin wenigsten mit den Fort—
hritten im Verkehrswesen; denn wie früher der Handelsgemüse—
zau ansschließlich nur in der numittelbären, Umgebung der größe—
ten Städte gepflegt wurde. so heute noch, Im so erfreulicher ist
s, wenn vereinzelte Beispiele den Beweis liesern, daß nicht mehr
der Städterayon das Privileg für, den Handelsgemüsebun zu be⸗
itzen braucht, sondern daß er sich nun überall entlang der Vahnen,
ofern es nicht an geeignetem und genügendem Boden und au Wasser
ehlt, betrieben werden kann. Allerdings haben die Bewohner in der
Naͤlle großer Städte seither den hochschühbaren Vortheil gehabt, daß sie
en besten Gemüsebaudung fast unentgeltlich aus den Städten bes
iehzen konnten, allein auch dies Verhältniß ist in der Aenderung
zegriffen, indem die compostirten Lakrinen nunmehr auch per Bahn
im villigen Preis zu beziehen sind. Ein Kleingrundbesitzer erzählte:
Ich besaß ein Güsichen von 67 Morgen zu“ Tanringen im Oden—
valde, welches mich mit meiner zahlreichen Familie wohl ernährte,
nich aber nicht in die Lage setzte, für dle Meinigen etwas zu er⸗
ibrigen, daher verkaufte ich es für 11, 000 fl. und erwarb mir
n der Nähe der badischen Bahn 14 Morgen nasses Wiesenland
ür 3000 fl. das ich mit einem Kostenaujwunde vont 650 fl. sos
ort drainiren ließ und zwar im der Art, daß auf den Morgen in
jeeigneten Abständen zwei Wasserbehältet kamen. Nun wurde der
janze Complex in Grabland umgewanden und befieht als solches
etzt 12 Jahre. während welcher Zeit er mir 81,000 fl. baaren
leberjchuß gegehen haß. Meine Hauptcultnr bestand und besteht
noch in Spargel-, Blumenohl-⸗, Bohnen⸗ Gurken⸗ und“ Zwiebel⸗
zau. Ich habe meine ständigen Abnehmer in den großen Städten,
nsbesondere sind es die großen Gasthofbesitzer in München, Wien,
ind Berlin, welche ihre vegelmäßigen Sendungen erhalten; ebenso
Jabe ich in kleineren und mittleren Städten Agenten, melche den
Verkauf meiner Gemüse besorgen. Ich habe Jahre gehabt, in de—⸗
ien mir der Morgen Spargel rem bis 500 fl. und der Morgen
Blumenkohl sogar bis 700 fl. erbracht hat.
Mobilienversteigerung.
Samstag, den 31. August 1867, Nach⸗
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in seiner
Kohnung, läßt Herr Aloys Hol zner,
Schneidermeister dahier, folgendes Mobiliar
if Credit versteigert..
3 vollständige Betten mit Betiladen mnd
Matratzen, J Kleiderschrank, Küchenschrank,
runder Tisch, Stühle, Getüch, Küchen⸗
geräthe, Spiegel, Bilder, 1. Uhr und
sonstiges Mobiliar.
Westyphäliuger.

ngekommen: 1
Petroloum.
wasserhelles, geruchloses; J
—AJ — 24
Strickwollo,
jekannte gute Qualität in großer
Auswahl:

— — ——
Mehrere Pfund schöne Bettfedern
ãnd zu verkaufen. Wo? sagt die Exped.
dieses Blattes. 5 —
yrus den 16. August.
Wir notiren heute: Weizen 14fl. 45 fr.
ais 15 fl. 15 tr. Roggen 11 fl. 20 kr.
bis 11 fl. 30 kr. Gerste 9 fl. 40 kr.
»is Oefl 45 fr. per 100 Kilo., Hafer
ofl. 830 kr. bis — fl. — tkr. per 60 Kilo.
Mehl ber Partie 18 fl. 15 kr. bis — fil.
*raRoggenmehl·fl. —kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bis
I2fl. 20 kr. Weizenvorschuß 17 fl. — dr.
ꝛis — fl. kr. Blumenmehl. — fl. — kr
zis — fil. — re per 70 Kilo. Reps
15 fl. 20 kx. vᷣis — fl. — Ar. per 85
ilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöbl ohne Faß 25 fl.
— kr. bis f. — Ikr. Mohnolh ohne
Faß 40 fl. — kr. bis 42 fl.: —kr. Pper
50 Kilo. Repskuchen 68. il. — kr. Pbis
77 fla — t Brauntwein 34 fl. 30 kr.
vis — f. — kre ——
Mainz, 16. Angust.
(Fruchtpereise.) Weißmehl das Mal⸗
tet à 140 Pfund — fl. — kit. — Nog—
geumehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 14 fl.:abnbr 14 1. 3312414.
Qorn (ISd Pfo) I2 ιö.
10 kr. — Gerste (160 Pfd) IO fl. 10 kr
fl. “r. — Hafer (120 Pip.
6 fHö tr. — ff. — r

Wattir-Wolle,
Guter Pfälzer Wein,
per Schoppen à 2 Silber⸗
groschen wird verzapft bei

GObristian Koch.

in J. und II. Qualitäaäit.
dos. Firmery.
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J Banke und Wechsel⸗Geschääfft
—XREC Prel er in Frankfurt a. M.
Combtoir: Bleidenstraße Rr. 8
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dapiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗, Bank
und industriellen Actien, Incafso von Cou⸗
pons, Banknoten, Wechsel zc unter Zu⸗
sicherung prompter irnd keeller. Bedienung,
BProyiston J per mille ahne
— . jegliche sonstige Spesen.

Ein golde⸗
verloren ner Ning,
in welchem die
Buchstaben: „J. M. den
Juni 1865.* eingravirt
oHh Der redliche Finder er⸗
igegen Rückgabe desselben
oaction d. Bl., eine angemessene
ge'nhnung.
— — — ——— — —
uuf * F— Redaktion, Druct und Verlag bon F, F. Demetz in Ste Ingbett. — 2 ν.—
r vo — —V — e e yetie 3ut
2.41 22 .,7 ** 2*
        <pb n="391" />
        Ht. Ingberler Anzeiger.

*
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag

In Samskag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

Nro. 100. Donnerstag, den 22. August 1867.
Deutschland. Andringen der spanischen Regierung auch in Spanien eine ähnliche

München, 16. August. Wie, nunmehr definitiv bestimmt Verminderung vom 1. Januat 1868 an von der päpfilichen Curie
st, wied die kgl. Veteranen Ansialt zu Furstenfeld in nächster zugestanden worden ist. Darnach ist abgeschafft die Verpflichtung,
t nach Roggenburg in Schwaben veriegt, nach Fürstenfeld an den Festen eien Ranges, an denen Handarbeit ohnedies gee
en vher danl Balcilone Infanerie der Garnison Munchen des stattet ist, dem Wottesdienst beizuwohnen; desgleichen die Verpflich⸗
achirt werden. tung, an den zweiten Feiertagen von Ostern. Pfingsten und Weih—

München, 17. August. Zu den am 19. September zu nachten dem Gottesdienst beizuwohnen und sich der Handarbeit zu
Mannheim beginnenden Verhandlungen über die Revbision der enthalten; in jeder Didcese soll nur ein Hauptpatron, „den der h.
heinschifffahts Aete wird bon Seite Bayerns der Rheinschifffahrs- Ztuhl zu ernennen hat,“ verehrt werden; Festtage der übrigen
Fümmissär Ministerlalrath von Weber abgeordnet werden. Zatrone und anderer Heiligen, die in Folge eines speciellen Prie

—Die Bahyr. Ztg.“ berichtet: Die Kriegslasten-Ausglei⸗ ilegiums gefeiert werden, können auf den folgenden freien Sonn⸗
hungs⸗Commission, welche in München seit 31. v. Mts. ihre nag verlegt werden zc. Keinesfals liegt ein Grund vor, daß die
Ärbeiten wieder aufnahm, hat seither 385 eingekommene Revisions⸗ rdmnische Curie nicht auch Bayern zugestehe. was sie Spanien he⸗
trage nud Rachliquvationen beschieden. Es sind nunmehr die willigt hat. — Die Berathung des Entwurfes eines Schulgefe⸗
squidirten Leistungen und Lieferungen an feindliche Truppen bis 3e8 durch eine Commission von Fachmannern wird, am
um 3. September 1806 vollständig geprüft, festgesezt und zur 29. d. M. im Ministerium des Innern für Kirchen⸗ und Schul⸗
Vergütung gebracht. Dagegen sind noch Liquidationen für Lei— angelegenheiten ihren Anfang nehmen. Zur Theilnahme sind
lungen. an feindliche Truppen von jener Zeit an bis zum Rück Beamle des innern und außeren Dienstes, technische Schulaufsichts⸗
Nausche dieser Truͤppen, welche von Preufzen zu vergüten sind, organe, ein Schullehrerseminarvorstand und einige Schullehrer be⸗
unerledigt, indem diese Liquidationen von den k. preußischen In— rufen, und die Commission wird unter der personlichen Leitung
danluten des 3. und 7 Armeccorps, wohin fie zur Festfetzung des Staatsministers v. Grefßserr aus den einschlägen Ktej eren⸗
ierwiesen wurden, bisher noch nicht zurückgelangten. — Die Lei— ten des Ministeriums einem Vertreter des Ministeriums des In—
ungen. und Lieferungen an Bundestrappen sind noch nicht vollz nern, und gus 8 Mitglieder bestehe. — J
tändig liquidirt, weil die an den Oberlandescommissär eingesen— — Wie wir hören ist als Tag der Eröffnung des bayerischen
)eten Kostsenberechn ungen von den betrefsenden Landesregierungen Nationalmuse u ms der 12. October als Vermählungstag des
noch nicht zurückgegeben wurde. Auch einzelne Liquidationen über dnigs in Aussficht genommen.
Eigenthumsbeschädigungen durch Bundestruppen stehen noch aus — München, 19. August. Der König ist nach Schloß
Siquidationen für Beschädigungen durch k. bayerische Truppen Berg zurückgekehrt. Derselbe hatte die „französischen Majestäten“
vurden theilweise irrthümlich dem Kriegsministerium vorgelegt, bis zur Station Prien am Chiemsee geleitet, wo er ausstieg, um
nußten dort abgewiesen werden, und werden nun nachträglich deilim Gasthaus „Zum Chiemsee“ in Prien das Diner einzunehmen
zer Kriegslasten Ausgleichungscasse zur Prüfung und Festsetzung ind nach s Uhr Abends zurückzufahren. Als die französischen Herr—
in Vorlage kommen. — Bei dieser Sachlage wird die Ausglei- chaften im Abfahren begriffen waren, brachten die Priener dem
hungs⸗-Commission die Sitzungen bis 80. Sept. vertagen, zu die⸗ ungen König ein dreifaches donnerdes Hoch. — Heute hat im Mi⸗
em Zeitpunkte, an welchem salle rückständigen Liquidationen ꝛc. risterium des Innern die zweite Lesung des Militärzgefsetzes
zur Vorlage gekommen sein müssen, wieder zusammentreten und begonnen und wird wohl noch im Lauf der Woche zu Ende kom⸗
ann das“ Ausgieichungsgeschäft in kurzer Zeit völlig zu Ende nen. In etwa 14 Tagen wird auch der Kriegsminister v. Prankh
zringen. von seinem Urlaub heimkommen.

Muünqen, 18. August. Die Vorarbeiten für den Ju⸗ Ludwigshafen, 20. August. Gestern war der Präsi—
nistentag sind fast alle beendet. Man glaubt aus Oesterreich dzent der kgl. Regierung der Pfalz, Hr. v. Pfeuffer hier, um
»twa 200, aus dem übrigen Süddeutschland ebensoviel Theilnehe nn Begleitung des Bezirksarztes Hrn. Dr. Hnaps die Cholera⸗
mer erwarten zu dürfen; Norddeutschland dagegen wird nur eine kranken in Friesenheim und Oppau zu besuchen. In letzterem
zeringere Anzahl schickken. Vom 24. August an befindel sich das Irte ist die Krankheit nicht selbstständig aufgetreten; die wenigen
Zureau am Siaatsbahnhof und können dort die Festzeichen und Fälle, die vorkamen, betreffen Personen, die bei der Pflege von
Rarten geholt werden. J Friesenheimer Erkrankten seiber krank und dann in ihren Heimaths—
Müünchen, 18. August. Folgendes ist das nun definitid ort gebracht wurden. In Friesenheim selbst hat die Seuche be—
testgestellte Programm für den sechsten deutschen Ju riü sten tag deutend an Intensivität abgenommen, und neue Erkrankungsfälle
n Mün hen: Montag den 25. August: Abends 7. Uhr Ber ind nicht vorgekommen, Der Hr. Regierungsrath soll sich über
rüßungsfest im Rathhausscal (wozu wegen der beschränkten Räum-⸗ die Entfernung des Lehrerz und des Pfarrers von Friesenheim
ichteiten Damen nicht geladen werden.) — Dienstag den 27. Au- heim Ausbruch der Krankheit mißfällig ausgesprochen haben. Der
zust: Vormittags 9 Uhr erste Plenarversammlung im k. Odeon m seinen Heimathsort gegangene Lehrer wurde vom dortigen Bür—
Kachmittags 13 bis zwei Uhr Sitzung der vier Abtheilungen. germeisteramt sofort einer Quarantaine unterworfen.)

Abends Opernvorstellung im k. Hostheater. Mittwoch den 28. .7a
nugust: Vormittags 8-12 Uhr Sitzung der vier Abtheilungen. Dienstes Nachrichten.
benrs 7 Uhr gesellige Umerhaltung im' Bavarigteller. Donnerz Durch Regierungsbesdluß vom 17. August wurden die Forst⸗
ag den 28.“ Auͤgust“ Vormitiags von 8-1 Uhr zweite Plenar- Jehilfen Catl Marzall zu Hoheneden auf die Forstgehilfenstelle beim
sjamminng. Nachmiltags 293 Uhr Festmahl im Glaspalaste Kevier Merzalben, Forstamit Pirmasens, und
obe sich huch Tamen dahelligen bunen, das Gedec kostetzJulius Müller zu Merzalben auf die Forstgehilfenstelle beim
Zo irz Fleilag den 80. Auguft. Gemeinsamer Ausflug an Kevier Hohenecken, Forstamis Kaiserskautern. beide in gleicher
)»en Würmsee. Namittags 2 Uhr Abgang des Ertrazuges nach Bern⸗ Diensteseigenschaft vom 1. September l. J. an versetzt.
ried. Für die Berathungen des sechsten deutschen Juristentages, Karlsruhe, 19. August. Bei den gestrigen Wahlen
velche sämmtlich im k. Odeon stattfinden, liegt eine besondere Ta- uur zweiten Kammer gingen u. A. aus der Wahlurne hervor im
esordnung vor. Die GGesellschaftszimmer des Museums sammt deidelberger Landbezirk Theologieprofessor Holzmann in Heidelberg;
zem dortigen Lesezimmer sind den Theilnehmern an der Versamm- n Mosbach Weinhändler Frey inEberbach (geborner Rheinpfälzer);
ung während der obigen Tage zur Benützung geöffnet. in Walldürn Kaufmann Lindau in Heidelberg (ultramontan); in
München, 19. August. Nachdem die Frage der Vermin⸗ Schwetzingen Apotheker Gerber in Hockenheim.
)erung der katholischen Feierta ge auch in Bayern auf die Ta— Berlin, 18. August. Se. Majestät der König traf gestern
esordnung gebracht ist, glauben wir erwähnen zu sollen, daß auf Abend von Babelsberg hier ein.
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        — Die „Post“ veknimmt, es stehe di Errichtung eines Mi⸗ Stadt gezogen. Man sagt, daß⸗th 400 — 500 MWaun stark
litärcoumreneenis Reig Hossa umn bepor, welches imenn Bandes Dieser ) te dis sich Pewaffnet haben“ nach Geratna
Prinzen mit det Rseu FRa sei we ve Nbeuruga erden —— Ah ece 350 Faß General Contregks wit allen

Pechinge 9.Alugustg- Pie Sie Kreuzzeitung meldet, ge- Caruͤbiuers, Sierd ollgrüng berwachten ge Awe 3080 Em—⸗
denkt der König ih ach Norderuey zu begeben. Der badische' porern in Spanieũ oidedaegauzen wären. Di Vrüůcke bon Teride
Militärvertreter Sponeck ist abbetufen. dJ und die Telegraphenlmien sollen zerstötk sein. —

Coblenz, 20. August. Heute Morgen nach 11 Uhr traf Der „Siecle“ spricht auch heute wieder seinen Zweifel darüber
Se. Kgl. Hoheit Prinz von Wales nebst Familie und Gefolge aus, daß es Oesterreich ernstlich um eine Allianz mit Frankreich
mit dem Dampfboote „Merkens“ hier ein. Nach- einem kurzen zu thun sein könne. Seine innere Lagt gebiete hm Frieden und
Aufenthalte im Gasthof „zum Riesen“ setzten die hohen Herrschaf“ Enthaltung. Er warnt darum vor Illusionen, die man etwa mit
ren die Reise nach Wiesbaden fort, wo bekanntlich die Prinzessin der salzburger Zusammenkunft in Verbindung bringen könnte, und
o. Wales zur Herstellung ihrer Gesundheit die Kur gebrauchen wird. weist auf die vielfachen Enttäuschungen und Rechnungsfehler hin,
Wien, 17. August. Der Elberf. Ztg.“ wird von hier durch die mam sich in den letzten Jahren geschadtt bgbe. Die
zgeschrieben: Soviel über die Intentionen der Regierung in einge- gestrige „Débats“ Correspondenz flößt dem Sicle“ gerechtes
weihten Kreisen verlautet, dürfte Frhr. v. Hübner sehr präcise Rißtrauen ein, die in ihr enthaltene Idee einer Allianz zwischen
Justructionen als Resultat des gestrigen Ministerrathes mit Frankreich und dem mit Süddeutschland geeinigten Oesterreich setze
sich nehmen. Er dürfte in der Lage sein, der römischen Curie jatürlich einen Krieg mit Preußen voraus. Jedenfalls verdient
die Absichten der Regierung in der bestimmtesten Form dahin über in den Augen des Sieècle“, die „Débats“-Cortespondenz als ein
notificiren zu können, daß den Wünschen der Bevölkerung im An- ernstes Anzeichen der in Oesterreich fortbestehenden Revanchegelüste,
ehen des Concordates Rechnung getragen werden solle. volle Aufmerksamkeit.

Dem non possumus des Vaticans soll ein non possumus diesseits Perpignan, 19. August. Das Martialgesetz ist in Bar—
— die Erklärung nämlich mit nachdrücklichem Ernste entgegenge- elona verkündet worden. Ein Bataillon Soldaten ist von Ver—
stellt werden, daß diese Frage für die Völker Oesterreichs hinsicht- pignan nach den Grenzen aufgebrochen.

lich ihrer Emancipation von klerikaler Botmäßigkeit ohne Schädi— Perpignan, 20. August. In der spanischen Provinz
gung der. höchsten Staatsinteressen nicht mehr vertagt werden Fatalonien ist eine Insurrection ausgebrochen und auf verschiede
tann. W 2. aen Punkten zeigen sich bewaffnete Banden unter bekannten An—

Wien, 20. August. Ein Telegramm des offiziellen Cor- führern. Das Feldgeschrei der Insurgenten ist „Freiheit!“ In
cespondenzbureaus aus Sal zburg meldet: Zwischen den beiden Barcetona herrschi große Aufregung.. —
Monarchen wurden schwebende politische Fragen besprochen, — England.
jedoch nicht zu der Annahme berechtigt, daß förmliche Abmachun⸗ 9 NMun “mirn Iz

gen stattgefunden hätten. Andere Telegramme melden: Bald nach g d * —83 Das Parlament wirn abernorgen
der Monarchenzusammenkunft in Salzburg sollen Conferenzen zwi⸗ ittwoch) geschlof
schen den leitenden Ministern Oesterreichs und Frankreichs siatt— Italien.
iinden um das Ergebniß der Salzburger Besprechung zu fixiren Die turiner Zeitung berichtet über eine zweite Rede, die Ga—
Der Reichskanzler v. Beust, der ungarische Minister Graf Andrassy, ribaldi in dem Meeting des Theaters Montamaggi gehalten hat.
Fürst Metternich und der Herzog von Grammont vereinigten sich Er hat wiederholt erklärt, daß Italien nur unter Führung des
zu einer Conferenz. Zwischen den beiden Souveränen herrschte HZauses Savoyen nach Rom gehen könne. Er hat auch auf dem
das herzlichste Einvernehmen; Die Dispositionen Beider werden emokratischen Bankett verschiedene Toaste ausgebracht. Wo er
als eminent friedlich betrachtet. Man sucht lediglich die Aubah— ich nur zeigte, war er der Gegenstand begeisterter Ovationen:
aung eines Einverständnisses betreffs der europäischen Fragen. im Theater spielte das Orchefter die Garibaldihymne auf.
Die Konseren der beiden Anishe dauerte 2 Stunden. König Lud— Spanien.
wig J. von Bayern und der Großherzog von Hessen sind einge— * m
ae Der Besuch des regierenden Min b e und der Ir md — een w e das e
Ausflug nach Bayhern werden bezweifelt. Die Abreise des Kaisers daß in ytgnlen und remadurn der ufstand ausgebrochen
648 Ku sei. Das letztere Blatt hört außerdem aus Madrid, daß der König
Napoleon ist nicht vor Freitag zu erwarten. Der Finanzminister n, o
iñ * 5 don Portugal bei der Revue, welche ihm zu Ehren abgehalten
o. Becke ist vom Kaiser nach Salzburg berufen worden, behufe — *
ichterß üe vi 64054 verden wird, von der Armee stürmisch begrüßt werden soll. Die
der Berichterstattung über die Verhandlungen der Ausgleichsdepu: Aden wir beehalbehn g eehe dce ge nd
tation. Die Ankunft Rouhers in Salzburg ist zweifelhaft. Arigin V e, u st geringer Verlegenheit, da sie anderer⸗
Salzburg, 20. August. Sicherem Vernehmen nach sind eits die Revue nicht abzubestellen wage. Bei dem Ball, welchen
die. ., Ausun. — ie dem portugiesischen Königspaare gibt, werde Isabella in der
ie schwebenden politischen Frageñ Gegenstand von Besprechungen 5* die her vie 36
wischen den dbeiden Kaisern, vhne eboch aufs Emfermese ur rauer erscheinen, die fie um die Königin-Wittwe von Neapel
—53— b a. e ne ge 5 rägt, und fich sogleich wieder zurückziehen, was gleichfalls der
zu berechtigen, daß aus diesen Besprechungen foörmliche dler Victhe ls an uühnn F ;
Abmachungen resuitiren würden. — Gestern ist die Erzherzogin Lochter Victor Emanuels nig qunstig aufgenom men wer en oune.
Sobhie aus Ischl hier eingetroffen. — Nach neueren Disposi— Schwurgerichtssitzungen.
nionen ist die Hierherkunft des Königs von Bayern kaum zu ge— UAVII. Quartal 1867. * *
wärtigen. Der Ausflug nach Berchtesgaden dürfte unterbleiben. 428
Heute Vormittag war Frhr. v. Beust zu einer neuerlichen Audienz Berhandlung gegen Jacob, Waldmann, 33 Jahre alt,
heim Kaiser Napoleon beichieden. Handler aus Venningen. wegen Todtschlass.
00 —— Zweibrücken, 19. August. Von den einberufenen Ge⸗
Fraukreich. chworenen war allein Herr Reudelhuber aus Weisenheime uam
Paris, 17. Migust. Das Gerücht von einer Cabinets⸗- Sand nicht erschienen, welcher ebenso wie der erschienene Geschwo—
nodification erhält sich auf der Tagesordnung. Man nennt ene Herr Mann aus Lautersheim, wegen nachgewiesener körper⸗
Fould für die Finanzen und Persigny fuͤr die auswärtigen Ange- icher Leiden Dispens für die Dauer der Session erhielt. In der
egenheiten. Persigny hat keine politische Farbe, er ist ‚' homme ersten Anklagesache gegen Jacob Waldmann, 33 Jahre alt, Händ⸗
ie Pmpereur“ sonst Nichts! Auch von der Formirung eines ler aus Venningen, wegen Todtschlags, ist die k. Staatsbehör de
Pariser Ministeriums unter Hausmann ist wieder die Rede. Das durch den k. II. Staatsprocurator Herrn Munzinger, die Verthei⸗
st unwahrscheinlich, demn .. Minister müssen Rechnung ablegen. — digung durch Herrn Rechtscandidaten Petri vertreten. Der Ang e⸗
Dem „Figaro“ zufolge hätte die Türkei die internationale lagte wohnte mit dem getödteten Nikolaus Bamberger in dem-
Enquet? wegen Kreta angenommen. An der Börse war das Ge- elden Hause, und zwar Waldmann rechts des Eingangs von der
rücht von einer Insurrection in Spanien — welches der Köe Straße aus und Bamberger links. Die Thüren der beiderseitigen
nig von Portugal passirt — verbreitet. J Wohnstuben befanden sich gerade gegenüber, nur durch den Haus—
Paris, 19. August. Der „Epoque“ gehen sehr bedenk- jang getrennt, an dessen Ende die gemeinsame Küche sich befindet.
liche Nachrichten aus Madrid zu, wo man von einem zum andern Beiden Männern steht ein guter Ruf zur Seite. Doch führte
Augenblick den Ausbruch einer revotutionären Bewegung erwarten dies nahe Zusammenleben häufig zu Streitigkeiten, welche meist
muß. Die Verhaftungen werden in großem Maßstabe fortgesetzt. durch die Frau von Bamberger veranlaßt wurden. Am Morgen
Das ganze Land wäre der „Epoque“ zufolge, die indessen alle des 26. Mai, einem Sonntage, kam es zwischen den Frauen bon
diese Nachrichten unter Vorbehalt gibt, in Belagerungszustand er⸗ Waldmann und Bamberger zu einem Dispuie, der an sich unbe—
klärt worden. Der ehemalige Finanzminister Hr. Madaz würe in deutend, doch wohl die Ursache zu dem Ereiguisse am Abend gab.
Sarang verhaftet und nach Madrid gebracht worden. Hr. Madaz Beide Männer nämlich waren Nachmittags im Wirthshause und
befand sich, als er verhaftet wurde, bei dem jetzigen spanischen pürten des Abends den Wein; Waldmann namentlich war ange⸗
Gesandten für Rom. Die Empörung wäre in Barcelona und runken. Zu Hause angekommen, kam es nun zwischen Beiden
Tarragona ausgebrochen. Die Arbeiter von Barcelona, 420 - 50,000 jum Streite, in welchem beiderseits heftige Reden fielen. Beson-
an der Zahl hahen ihre Werkstätten, verlassen unn üind aus der ders aufgereat war Maldmann. der mit einem Tischmesser in der
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        eines Weges fortging, während sein Begleiter zdie Flucht ergrifß.
Das Opfer übergroßen Diensteisets war pöllig — D —
Bon der Schauspik texin zur' Fümst i ng nunr een
Schritte In der Baher. Zige“ wurde amtlisch die Erhehung,
er ehemaligen Schauspielexin Marig, Fontelibe, Gemahlin deß
Fürsten Otid d. Thuen und Taxis, mit, welcher leßterer bekazjuten
ijch von München aus, wo er Flügeladjutant deg Königs gee—
vesen war, nach der Schweiz sich entferute, in den erblichen
Freiherrnsiand, unter dem Namen einer Freifrauhh Peren
angezeigt. F » —
peIn Kirschberg (Liederbayern) ist ggag dieser Tage vurch
Zufal auf xin reiches Gold! a gerr gessoßeienn.
Det greise Geh. Rath Prosessor Mittermajex, hat⸗ejne
janze juridische Biblwthek der Univerfität vermacht sto wirs ane
esonderte Abtheilung der akademischen Bibliothek bildenntnig
34 Bexlin, 18 Augiist. Dieser Tage konnte: man in der
Nähe einer kleinen hiesigen Kirche in einem groͤßtentheils von Ars
beitern vewohnten Viertel eine Reihe von Wagen sehen, die eine
sroße Menge Neugieriger umstand. In der Kirche faude eine
Frauung statt, und die Neugierigen erwarteten das Brautpaar.
Fin beifalliges Gemurmel entstand, als die junge reizende Braut
nit dem Myrthenkranze und dem Spitzenschleier geschmückt erschien
ind in den Wagen einstieg. Der junge Ehemann, der sie führte,
ud im Momente: des Einsteigens viele der Umstehenden deren
Kleidung ihten Stand als Arbeiter verriekh, ein in die bereit
tehenden Wagen zu steigen und sich dem Hochzeitszuge auzuschl ie⸗
zeu. Als Alles eingestiegen war, knallten die Peitschen, die Wa⸗
sen flogen dahin, und alle Anwesenden klatfchten freudig⸗ n⸗ die
hJände. Auf Befragen erhielt man über die Aufsehen erregende
Zochzeit folgende Auszkunft: Eine hübfche Näherin, Namens
Elise“, ein Mädchen von 18 Jahren, lebie bescheiden von den
Erträgnissen ihrer Arbeit, sie war ein Muster von Ehrbarkeit und
in der ganzen Nachbarschaft wegen ihres Benehmens und ihrer
tadellosen Aufführung sehr beliebt. Eines Tages erschien gin jun⸗
zer Versucher in ihrer Wohnung (einer Dachstube) und bot ihr,
sa mehrere seiner Briefe unbeantwortet geblieben waren, 8300
Thaler pro Monat an, wenn sie eine reich möblirte Wohnung in
»er Potsdamer Straße beziehe und ihm erlauben wolle, sie zuwei—
en zu sehen. Elise lächelle, und statt aller Antwort stampfte sie
nit ihrem kleinen Fuße auf den Boden. Wenige Augenblicke
päter trat ein junger Arbeiter ein und frug: „Was wünschen,
Sie, Nachbarinz“ — Mein lieber Herr Richard — kerwiederte
xllise — seit drei Monaten bitien Sie mich um meine Hand und
suälen mich um entscheidende Antwort, die ich immer verschieben
su müssen glaubte. Heute ist dieser Herr bei mir erschienen und
zot mir 300 Thaler monatlich an, unter der Bedingung, daß ich
Vermischtes. jufhöre, ein ehrliches Mädchen zu sein.“ — „Wie, man wagte
Speyer, 195 August. Prinz Otto von Bahern, begleitet 8?* T. Ja, man irrte sich, ich ziehe die Ehce und Arbeit vor.
von den Offizieren Major drhr. b. Schleitheim und Oberlieutes- dier ist meine Hand, Herr Richard, bestellen Sie das Aufgebot
it drhae Branca, ist an Samstag Rachmittag gegen 8 Uhr ind begleiten Sie den Herrn da die Treppe hinab. —Gesagt.
hier augekommen und im „Wittelsbacher Hof“ abgestiegen. Abends gethan, der Arbeiter führte den fremden Herrn in nicht ganz sanf⸗
rachten die hier garnisonirenden Chevaurlegers und Jäger dem eer Weise die Treppe hinab, das Aufgebot erfolgte and die Hoch⸗
sohen Gast einen Fackelzug. Geflern Vormittag um 9g ühr, rück- eit ward in der kleinen Kirche des Viertels gefelert der Gemahl
die diei Escadronen des 5. Chebautlegets⸗Regiments auf den det schönen Elise arbeitet als Instrumentenmacher in einet hiest⸗
Frercierplatz, wo der Prinz, als oberster Inhaber des Regiments, fen Fabrik. Tags vor der Hochzeit hatte die Braut von. dem
e Jufpechion abhiell. Heute früh um 7 Uhr hat der hohe Fremden, der mit ihrem jetigen Gemahl in Folge ihrer Abwei⸗
hast unsere Siadt verlassen und begab sich nach Zweibrücken, und ung einen nunerquicklichen Spaziergang über die Treppe hinab ge⸗
jon da den folgenden Tag nach Straßburg wo er mit seinem macht, ein goldenes Geschmeide und 500 Thlr. in baaxem Golde
enigchen Biuer Ludwig M dusemnmen trifft und mit Dem- mit der Bitte erhälten, daß sie ihm nunmehr verzeihen möge.
den die Reise nach Paris dorisettt wo Beide“ jAN Tage zu ver- Fine herzliche Gratulation, verbunden mit dem Wunsche, mut ih⸗
veilen gedenken. cem zukünftigen Gatten recht glücklich zu sein folgte mit.Elise
p Die, zur Ausmitte'ung der Preise bei der sern wd aahm das Geschenk an und übergab die 500 Thir! ihrem Richard
zreisebertheilung des kgl. Landgestüts am 12. und 18. Septem- and legte: dadurch wahrscheinlich den Grundstein zu threm jerneren
zer nächsthin (siehe unter Anzeigen) ernannten Commissions-Mit— nateriellen Wohle. — z
eder und foihende i) Volng, Ferdinond, igl. Anwalt uund T, Zur Feier des 15. Aug. sttieg in Marßseine ein Lustballon
andrathspräsident von Landau; 2) Wolf, Johann Ludwig, und mit ihm eine kühne Asronautin, Frau Poitevin, in die Luft.
hutsbesiher und Landrathsmitglied in Wachenheim, 8) Reudel- Fin lebhaftet Ostwind frieb den Ballon dem Meere zu, weshalb
uber, Valentin, Gutsbesitzer und Landrathsmitglied von Lambs- der Präfect sofort ein Dampfschiff anssandte, dem es schließlich
aͤm; 4) Zumstein, Johann Georg. Gutsbefißer zu Dürkheim; duch, gelang, die auf offener See sinkende, kühne Dame mit ibrem
Geotg Karl, jun. Guisbesiher ju Kaiserslauternz 6) Vil- begleiter zu retten uUnd an Bord zu nehmen. 7
eroy, Felix, Guisbesitzer zu Rittershof (Gemeinde Hasel.); 7) 4— Sehr charakteristisch und bedauenswerth ist die Thatsache,
fFreudenberg, Otto Gutsbesitzer vom Offweilerhof. (Gemeinde daß dem Kaiser während des kurzen Verweilens in der Stadt
Fontwigh; 8) v. Rad, k. Gestüts-Direktor von Zweibrücken; 9) einer Jugenderinnerungen (Augsburg) nicht weniger als — 200
zleitner, Heinrich, Bezirksthierarzt von Zweibrücken. Als Er- Bettelbriefe zugekommen sind.
atzleute: 1) v. Gerichten, Jakob, Gutsbesitzer und Gastwirth 1In Norwegen (Finnmarken) wurde am 17. Juli ein
a Offenbach; 2) Bender, Adam, Bürgermeister in Wallhalben. Erdbeben von NW. nach SO. verspürt. Die Häuser bewegten
FErfurt, 9. August. GJagdrecht auf Menschen.) Am sich stark, die Thüren sprangen auf und die Fenster klirrten; doch
origen Sonntag Abends wurde auf dem Wege von Oberhof nach kam kein Unglücksfall vor.
gräfenrode (im-Gothaischen ein Mann von 67 Jahren, Vater vn 7In Newyork laͤßt bei der jetzigen Hitze ein Prediger
11 zum, Theil noch unerzogenen Kindern, von einer zum Forft⸗ in den Blättern anzeigen, daß seine Kirche der kühl ste Platz in
chuß kommandirten Militaͤrabtheilung, wegen Verdachts der Wilde der ganzen Stadt sei, um dadurch eine zahlreiche Gemeinde. an
bürea erichosen wal er den oersten Anruf nicht beachtend. rubig der es ihm sonst mongelte, beranzuziehen
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        Hausversteigerung.
Samstag den 24. August 1867, des
Nachmittags um 4 Uhr, zu St. Ingbert
bei Johann Adam Beck, laäßt Georg
Kiehl, Erzgräber dahier, sein an der
Hdauptstraße neben Gebrüder Dörr und
Zergmann Bleif gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus auf langjährige Zahltermine

in Eigenthum versteigern.
Horn, kgl. Notar.

Die —
Waaren-Handlung—
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ete. ete. zu den jetzigen sehr billigen Preisen.

Mobilienversteigerung.
Samstag, den 31. August 1867, Nach⸗
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in seiner
Wohnung, läßt Herr Aloys Holzner,
Schneidermeister dahier, solgendes Mobiliar
zuf Credit versteigen: ——
3 vollständige Betten mit Beitladen und
Matratzen, Kleiderschrank, Küchenschrank,
runder Tisch, Stühle, Getüch, Küchen⸗
geräthe, Spiegel, Bilder, 1Uhr und
sonstiges Mobiliar.
Westphälinger.

verden auch an solche pfälzische Pferdezüch⸗
er vertheilt werden, welche durch ihre vor—
geführten Pferde bewiesen haben, daß sie
ich die Pferdezucht besonders angelegen sein
assen.
Für die Bewerber sind nachstehende Be⸗—
ingungen festgesetzt “: —
a) Die Mutterstuten müssen von Haupt—
und Erbfehlern frei, gut gehalten sein,
von Beschälern des Landgestütes träch⸗
tig gehen und das vierte Jahr bereits
zurückgelegt haben;
nur solche Fohlen koͤnnen concurriren,
welche von Hengsten des Landgestütes
abstammen. Hierbei wird besonders
bemerkt, daß Stut⸗ und Hengst⸗
fohlen vor zurückgelegtem
weiten Lebensjahre nicht zur
Preiswerbung zugelassen wer—
den;
zon den zur Concurrenz bestimmten
Pferden muß nachgewiesen werden, daß
fie ansässigen Personen der Pfalz an⸗
gehören, was durch ein Zeugniß des
betreffenden Bürgermeisteramtes bei der
Erperten⸗Commission nachzuweisen ist.
Speyer, den 2. August 1867.
königlich Bayerische Regierung der Pfalz,
Kammer des Innern.
In Abwesenheit des Königl. Regierungs—
Präsidenten..
n Lamotte.
Schwenscltlr.
Lo o se zur diesjährigen Kölner
Dombau-⸗-VLotterie, Ge⸗
vinne Thaler 25,000, 10,000,
3000, 2000, 1000, 300, ꝛe., zu
einem Thaler vro Stück von beute
in zu haben bei
Richard KRamm, Buchbinder
in Zweibrücken.

Bekanntmachung.
Am Samstag, den 24. d. Mts.
Nachmittags um 2 Uhr,
verden auf dem unterfertigten Bürgermei—
teramte die Arbeiten über die Wiederher—
tellung einer baufälligen Mauer am Schul⸗
jofe dahier, an den Wenigstnehmenden ver—⸗
geben. Der bezügliche Kostenanfchtag kiegt
zur Einsicht auf dem unterfertigten Amte
ffen.
St. Ingbert, den 20. August 1867
Das Bürgermeisterant:
Chandon.

—
Danksagung.
Wir sagen hiermit Allen denen die
bei dem Einsturz unseres Hauses, sich
so viele Mühe gaben und uns Hülfe
leisteten unsern aller verbindlichsten

Dank.
Louis Kling und Prau.

Bekanntmachung.
Im Namen Sr. Majestät
des Königs.
Die Preisevertheilung an die Eigenthümer
der schönsten in der Pfalz gezogenen, sowie
zur Nachzucht verwendeten Pferde wird für
das laufende Jahr, Freitag, den 18. Sept.
aächsthin, Morgens 11 Uhr, im Gestüts—
hofe zu Zweibrücken stattfinden.
Die Musterung und Auswahl der zur
Foncurrenz gebrachten Pferde wird am
horhergehenden Tage, Donnerstag, den
12. September, durch die hiezu ernannte
Fommission vorgenommen.
Die zur Vertheilung kommenden Preise
ind folgende:
I. 10 Preise für A ejährige
Stuten, welche das erste Mal
trächtig gehen.
1. Preis zu 100 fl., 2. Preis zu 90 fl.
3. Preis zu 80 fl., 4. Preis zu 70 fI.“
5. Preis zu 60 fl., 6. Preis zu 50 fl.,
7. Preis zu 40 fl., 8. Preis zu 35 fl.,
J. Preis zu 30 fl., 10. Preis zu 25 fl.,
II. 10 Preise für Stnten, welche
früher schon einen Preis erhiel⸗
ten und mit einem Fohlen wor⸗
geführt werden
1. Preis zu 60 fl., 2. Preis zu 50 fl.,
3. Preis zu 45 fl., 4. Preis zu 40 fl.,
5. Preis zu 835 fl, 6. Preis zu 30 fl.,
7. Preis zu 25 fl., 8. Preis zu 20 fl.,
J. Preis zu 20 fl., 10 Preis zu 15 fl.
r. II Preise für Stutsebsen.
1. Preis zu 50 fl., 2. Preis zu 45 fl.,
3. Preis zu 40 fl., 4. Preis zu 35 fl., Sonnta a 25. August
. Preis zu 30 fl., 6. Preis zu 25 fl., si Ic
). Preis zu 20 fl., 8. Preis zu 20 fl.,
Preis zu 2 10. Preis zu 30 . auf dem Tivoli in Blieskastel.
— Der Unterzei i di
256 zeichneter nimmt andurch die
1.5 Vrese Vr gengsifoblen Beschuldigung, gegen E lbisabetha
I. Preis zu hoefhee Preis zu 40 Frömmchen zurück. J
3 RE *— 5 3 — St. Ingbert den, 22. Augnst 1867.
53. Preis zu 15 fl., — . Irsann der Feicht ner
5 Sagereir 8etege Guter Pfälzer Wein,
von is na em Er⸗
messen der ECommission, sowie für per Schoppen d 2 Silber⸗
Medaiilen. groschen wird verze
Summe aller Preise 1500 f. CACC. 3.
Vd e hene zahren Christian oh.
Aede'tiba, Druck und Verlaga vont F. X. Demetz in St. Ingabert.

———

r
Angekommen
Ganz frische ächt höll Vollhärimge bei
A. Fricdrienh.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 22. August.
Weizen 7 fl. 33 kr., Korn õ fl. 22 kr.
Berste 2reihige, — fl. — kr., Gerste 4
reihige, — fl. — kr., Spelz 4fl. 44 kr.
S„pelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl
— kr., Mischfrucht 5 fl. 52 kr., Hafer
4 fl. 43 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln 1fl. 12 kr., Heu
fl. 12 kr., Stroh 1 fl., — kr., per
Zentner. Weisbrod 194 Kilogr., 20 kr.
dornbrod 8 Kgr., 24 kr., ditto2 Kgr.
16 kr., ditto 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod,
3 Kgr., 32 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth,
2ukr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Ifd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter.
zutter 26 kr. per Pfund.

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 20. August
Weizen 7 fl. 28 kr. Korn 5 fl. 22 kr.

Zpelzkern — fl. — kr. Spelz 4 fl.
36 kr., Gerste 4 fl. 57 kr., Hafer 4fl.
37 kr., Erbsen — fl. — tr. Wicken — fl.
— kr., Linsen 5 fi. 30 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 24 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 13 kr. und 2 Pfd
Weißbrod 14 kr.
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        Hl. Ingberler AAnzeiger.

der — t. Ingberter Anz eiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal- Dienstag, Donnerstag

Id Samstag Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.

RNro. —101. B Samstag, den 24. August 1867.
Deutschland. J »ist kaum glaublich; wenn es aber wahr wäre, so bedeutet ein sol⸗
München, 20. August. Heute beginnen die Berathungen hes Bündniß gewiß nicht Frieden, auch wenn es nur die orien⸗
der fünfzehn Verirauensmänner, welche da Cultusministerium eins talische Frage beträfe, und die Aeußerungen der „Debatte“ wür⸗
ufen hat. um ihmn den Sschulgefetzentwurf zur Prüfuug den ganz werthlos bleiben. Wir wollen uns durch Conjecturen
u unterbreiten. Dem Vernehmen nach ist darin von den Ge— aicht den Blick in die Ferne versperren; nur eine Frage sei er⸗
inden ine diel gröͤßere Sorgfalt für die Erhaltung und Pflege laubt: wie denkt man sich Angesichts der zwischen Preußen einer—
Schule gesordert, den Lehrern deren Gehalte aufgebessert und den süddeutschen Staaten andererseits abgeschlossenen Schutz⸗
verden, ist eine würdigere Stellung eingeräumt; auch soll das uind Trutzbündrisse eine Allianz, gegen Preußen gerichtet, zwischen
ichen als obligater ehrgegenstand in der Volksschule eingeführt Frankreich, Oesterreich und Süddeutschland'? In Bayern
berden. Das sind allerdings Punkte, welche dem Entwurf zur 0, wenig wie in Württemberg glauht Jemand an dieses Hirnge⸗
Finpfehlung dienen; doch ist man nalürlich am begierigsten zu ere dinnst, dessen Verwirklichung höchstens eine Revolution und die
heen heid derselbe sich' mit dem Vreunpuutt der Schulfrage — öcrklärung, daß diese oder jene Dynastie keine europäische Noth—
e Tremnung der Schul von der Kirche — abgefunden hat, vendigkeit sei, zur Folge haben würde.
— Für Officiere welche sich in Urlaub zu demnächstigen großen Berlin, 23. August. Den Morgenblättern zufolge ist
Truppenübungen auf dem Lechfelde begeben, ist eine Ermäßigung die Reise des Königs nach Norderney aufgegeben. Das Königs-
er Eisenbahnfahrtaxen gestattet worden. — Vorgestern endigte in Jaar wohnt am 4. September den Dombaufestlichkeiten in Köln
Angsburg das dritle baherische Bun desschießen. Es kamen dei. Der Koͤnig geht alsdann nach Hohenzollern und später nach'
182 Preise und Ehrengaäben zur Vertheilung. Den ersten Preis Baden.
zuf der Festscheibe „Bayern“ erhielt Htr. A. Walch von Augs— Wien, 21. August. Depeschen aus Salzburg melden: Kai—
»urg. — In Landshut wurde der von den Ultramontanen ser Napoleon machte dem König Ludwig J. in Leopoldskron einen
ielfach angefochte Dr. Gechring mit großer Mehrheit wieder Besuch. Die Abreise des Kaisers erfolgteam Freitag. Die Frie—
„sum Bürgermeister erwählt. densliebe der beiden Kaiser soll durch eine Einladung an die eu—
— der Gesetzentwurf, dieHeeresverfassung betr. wird opäischen Mächte, den getroffenen Vereinbarungen beizutreten, do—
‚on der Commission, welche aus Vertretern der fünf dabei be— rumentirt werden. Die Vereinbarungen haben die Aufrechthaltung
heiligten Ministerien zusammengesetzt ist, heute oder morgen zu des Prager Friedens zur Grundlage. Als der österreichische Kai—
knde berathen sein und demnächst dem Ministerrathe vorgelegt der dem Fürsten Metternich das goöldene Vließ verlieh, lobte er in
verden. —Der Minister des Auswärtigen, Fürst Höohe nhohe Begenwart des Hofes die Verdienfte des österreichischen Botschafters
vird so lange hier verweilen, bis der Kaiser Napoleon von Salz am Herstellung der Entente mit Frankreich. Napoleon dankte laut
zurg zurückgekehrt sein wird. Alsdann wird er den unterbroche; für diese Senfation machende Manifestation.
jen Urlaub wieder fortsetzen.. Zwei Särge! Die Wiener „N. fr. Pr,“ schließt einen Leit—
München, 21. August. Nachdem nun die gemischte Com— irtikel mit folgenden Worten: „Wir sehen im Hintergrunde des
nission die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die Heeres— slanzvollen Bildes der Salzburger Begegnungen zwei kaiserliche
rganisation beendigt hat, wird derselbe zur nochmaligen Latafalke sich erheben, und bedeutungsvoll greifen die Hände von
Ducchberathung an den“ Ministerrath gelangen. “ Bei der am Wwei hohen Todten herüber in die Gegenwart. Die Annäherung
Freitag afolgeuden Rüsckre ife Rapoleon's III. werden diesel. Oesterreichs und Frankreichs hüllen sich in die Weihrauchwolken
hen uititarischen und poligeilichen Vorsichtsmaßregeln ergriffen wer- iner Todtenfeier, und was sie miteinander auszutauschen haben,
den, die bei der Herreise in Anwendung kamen. ind — zwei Leichen. Ende September wird in Triest die Fre—
Da der Koönig von Bayern (auf erhobenen Einspruch seines jatte Novara mit den irdischen Ueberresten des Kaisers Maximi⸗
Ministeriums?) nicht nach Salzburg kommt, demgemäß auch der an erwartet, und um dieselbe Zeit vielleicht wird die Uebertra—
Ausflug Napoleons nach Berchtesgäden unterbleibt, so hofft die pung des Sarges Napoleons II. (Herzogs von Reichstadt) nach
N. fr. Pr., daß man in Berlin aufhören werde, über die „Zwei— Haris ersolgt sein. Das ist es, was Oesierreich und Frankreich
deutigkeit der Haltung Bayerns“ zu klagen. einander zu bieten haben. Fürwahr, es waltet ein düsteres Ver⸗
Ludwigshafen, 23. August. Der hiesige Stadtrath hat hängniß über jeder Berbündung, die Oesterreich und Frankreich mit—
ich in seiner gestrigen Sitzung die Protesterklärung des Land— —— * Fe higmu aist
aihs der Pfalz vom 15. Juli d. J. gegen die Einführung der 5 Wien, 22. August. Eine hier ee sangese egraphhsehe
neuen Socialgefetze angeeignet und wird dieselbe dem hier weilen— Debesche aus Salzburg meldet uͤber die Sutlepuie Den Haupige.
den Abgeordneten, Herrnv. Soyer, zu Handen des Prasidenten genstand der hier vollzogenen Abmachungen hat die Verhinderung
des Socialgesetzgebungsauschusses überreichen. Auch von Aun— des Aufgehens der dertschen Sudstaoten in den norddeutschen
weiler, Ebesheim und Kandel aus ergingen ähnliche Bund gebildet. Die Bildung eines jüddeutschen Bundes unter
—D osterreichischer Fuhrung wird als zuverlaͤssig betrachtet. 7 Be⸗
ember wieder beginnen, so wäre es erwünscht, wenn bis dahin treff eeen Frage sind die Anschaunngen beider Monar—
ine recht große Anzahl von Gemeinden den gleichen Schritt ge— hen in Uebereinstimmung. a anir.
han haben würdee Salzburg, 21. August. Es kommt kein französischer
b ut Minister mehr hierher. Bisher haben nur vertrauliche Conversa—⸗
Dienstes-Nachrichten. FE Jonen wischen den Monarchen einerseits, und Napoleon, Beust und
Durch Regierungsbeschluß vom 19. August, wurde der Schul. Meiternich ondererseits stattgefunden, welche, wie glaubwürdig ver—
ehrer Simon Üllmann in Pappenheim zum Lehrer an der israe- sichert wird, hauptfächlich um die orientalischen Angelegenheiten sich
itischen Elementarschule zu Albersweiler vom 1. Sept. l. J. an dewegen.
rnannt. Die Nachricht, daß der Sal zburger Bürgermeister an—
Durch Regierungsbeschluß vom 21. August wurde der Schul- läßlich der Ankunft des Kaisers Rapoleon Drohbriefe mit Auf—
»erweser Johann Georg Baum in Dernbach zum Lehrer an der forderung zu Demonstrationen erhielt, soll sich bestätigen.
lberen protestantischen Schule zu Höheinöd vom 1. Sept. l. J. Salzburg;-21. August. Heute Vormittag besuchten die
un erunannt. Zaiserinnen die St. Peterskirche, Nechmittags Napoleon DI.
Berlhin,1. August. Aus sonst zuverlässigen Mittheilun- das städtische Museum. Nach dem Diner fand ein Lusflug nach
len geht hervor, daß man in Wien Herrn v. Beust stark im dem Schloß Hellbrunn statt, am Abend Galavorstellung. Nach
Zerdacht hat, an den Abschluß eines Bündn isse s zwischen Oe: der am Freitag erfolgenden Abreise des französischen Kaiserpaares
rerreich und Frankreich seine besten Kräfte zu setzen. Das geht die Kaiserin Elijabeth zum Besuch ihrer Schwester nach
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        Zürich, der Kaiser Franz Joseph nach Ischl. — Von französischer Aragonien abgegangen. Es geht das Gerücht, der General Prim
Seite wird versichert, das österreichische Kaiserpaar habe seinen fe in Catalonien angekommen. (Also ist der Aufstand im Wach—
Besuch in Paris auf Anfang des Monats October zugesagt, um sen begriffen.) ⁊ 2
welche Zeit auch die Königin von England dort eintreffen *8 General Prim hat eine Proclamativn an das
Pesth, 20. August. „Naplo“ meldet: Klapka ist vom spanische Volk und ein dergleichen an die spanische Armee gerichtet
Wahlbezirke Illava in Neograd zum Deputirten kandidirt, und und in denselben zur Revolution aufgefordert. „Es gibt, sagt er,
hat die Annahme der Wahl zugesagt. nichts Gefährlicheres und Schädlicheres, als die Emeute. Es gibt
Fraukreich aber nichts Größeres, Gerechteres, als die Revolutionen, wenn sie
— durch das Elend des Volkes und die Leiden der Armee bedingt
Nach einem in New-NYork erscheinenden französischen Blatte ind, wenn die Unlerdrückung die letzten Grenzen der Tyranuei
wären es keine diplomatischen Gründe, welche bis jetzt die Abreise erreicht hat und die Unordnung zum System erhoben worben ist
des Herrn Dano aus Merico verzögert hätten. „Es soll sich Der pariser Correspondent der „Koöln. Ztg.“ schreibt Die
— schreibt dieses Blatt — Fanz einfach um die Rüchforderung letzten Berichte aus Spanen, welche man hier erhalten hat, meiden
von 1200,000 Piaster (6 Mill. Frs.) handeln, die als Ausbeute daß die Insurrection Fortschrute macht. An der Spitze derselben
der Silberminen von Real del Monte von dem französischen Ge⸗— sehen jehe sünf Generale,namlich Pierrad, der Chef der n
sandten vor einiger Zeit nach Europa geschickt worden sind, unge- Juni-Reholulion in Madrid, Milan, v. Bose, La Torre und Eon
achtet des mexicanischen Gesetzes, welches die Ausfuhr edelen Me era. Tehlerer befinder sich an der Spihe der Carabiniers, v
talles durch Ausländer verbietet. Diese Summe bildete die Mit— in der Grenge zu ihm übergegangen find, eine Masfe —
gift der jungen Mericanerin— welche Herr Dano nach dem Bei⸗ jat sich ihm augeschlossen, ererhält fortwährend neuen Zuzug.
spiele des Marschalls Bazaine, des Herrn Dubois de Saligny Im Thal Aran sollen sich 31 Ortschaften für die Insurrection er.
u. A. geheirathei hatte. Es wäre nun Herru Danot die Wahl ffaärt haben. Barcelona war noch rugig, Doch halten die Arbeiter
gelassen, sich entweder als Mericaner naturalisiren zu lassen, oder hre Arbeilen micht wieder aufgenommen, und man erwariet dor
durch Rückerstattung der sechs Millionen fernerhin der Vertreter den Augenblick den Ausbruch eines Aufstandes Die Anhäner
Frankreichs zu bleiben· — Der Etendard“ zeigt an, daß der der iberischen Ünion, die bekanntlich den König von Portugal auß
Bruder des jungen Konigs von Bayern, der Prinz Otto, heute den spanifchen Thron erheben wollten, rühten uch auch Die Chef—
—A wird. (Der Prinz reist incognito als Graf gielten in Radrid eine Versammlung und scheinensich an de
von Wittelsbach. , J Bewegung betheiligen zu wollen. Die von der hiesigen spanischen
De sgnl Bazainefühtt sihr start ommvro mitirt durch den tetendenprttuent die eze —
die neuerdings in Amerika publicirten und dem Congresse der Ver⸗ nCalalonien noch immer in Abrede. Sie dehauptet, die vn
einigten Staaten vorgelegten Actenstücke seiner Verhandlungen mit schwörung habe in Folge von Uneinigkeiten —8 Chefs in
Porfirio Diaz u. s. w., die durchaus den an dieser Stelle gemach⸗ rüssel Fiasco gemacht
ten Angaben über das Verhältniß des Marschalls zum Kaiser Ma—⸗ Ein anderer Correspondent derselben Zeitung sagt: „In
rimilian entsprechen. Ithh hore nun, daß in aller Stille von Seie Spanien sieht es emschieden schlecht und man befürchtet den“ an
len Bazaine's eine Denhschrift verbreitet wird, die zu seiner pere die hiesige Regierung eingegangenen Berichten zu Folge, allen
sönlichen Entlastung unter Mittheilung des betreffenden Documents Ernstes, daß die Armee zu den Revolutidnären übergehen lönn
die kaiserliche Regierung für alles verantwortlich machen soll, was * J
man dem Marschall jetzt hüben und drüben nachsagt. Aus der Schweiz.
Natur dieser Actenstücke aber dürfte sich dann wieder ergeben, daß Der internationale Arbeitercongreß wird am
die Regierung des Kaisers Napoleon ihre Frontveränderung Mas 2. Septbr. im großen —AVD—
rimilian gegenüber erst hat eintreten lassen, nachdem sie über des- und dauert bis zum 7. Auf diesem Kongreß werden zum ersten
sen intime Verbindung mit den Prinzen des Hauses Orleans kei Mal Deputationen der amerikanischen Arbeiter erscheinen. Der
nen Zweifel mehr besaß. internationale Arbeiterbund soll gegen 500,000 Mitglieder zählen.
Paris, 22. August. Wie die „France“ meldet, werden Es ist augenscheinlich eine heranwachsende Macht, die nicht zu un—
der Kaiser und die Kaiserin Salzburg am Freitag Morgen den terschätzen ist.
23. August verlassen und Samstag Abend in Paris eintreffen.
Man glaubt, die Majestäten werden in Chalons Halt machen und
den kaiserlichen Prinzen vom Lager mitbringen.
England.
London, 21. Aug. Die Thronrede, mit welcher heute die Par⸗
lamentssession geschlossen wurde, schildert die Beziehungen Großbritan—
niens zum Auslande als fortwährend sehr freundliche; sie erwähnt der
Kriegsgefahr im Anfang des Jahres, welche Dank den Rathschlä⸗—
gen Englands und anderer Neutralen und der Mäßigung Preußens
und Frankreichs abgewendet werden konnte und spricht die Hoff-
nung der Königin aus, daß gegenwärtig kein Grund zur Störung
des Friedens vorliege. In der Reihe der verschiedenen erledigten!
Gesetzesentwürfe erwähnt die Thronrede ganz besonders der Re⸗
formbill.

Türkei.

Aus Konstantinopel, 17. August, wird telegraphisch
gemeldet, daß der Sultan dem Kaiser Napoleon 18 und den
staiser von Oesterreich 11 arabische Pferde als Geschenk zugesand'
habe. — Die ottomanische Bank zeigt an, daß sie 403,000 Pfd.
St. bereit habe zur Zahlung der nächstfälligen Zinsen der konso—
lidirten Anleihen. — Auf Kreta war zwischen dem nordameri—
kanischen Consul und der türkischen Behörden ein Zerwürfniß ent—
standen. Jetzt hat die Unionsregierung in dieser Sache eine
strenge Rate an die Pforte ergehen lassen.

Griechenland. 3—

Briefe aus Athen, die über Italien gekommen sind, meldet
daß die französischen, russischen und italienischen Kriegsschiffe fort
fahren, in Griechenland hunderte von Kandioten Familien ans
Land zu setzen. Die Bevölkerung nimmt diese Unglücklicher
mit Wohlwollen auf, aber die Hilfsquellen des Landes erschö
pfen sich.

Italien.

Florenz, 21. August. Das „Diritto“ kündigt an, daß
das italienische Gouvernement eine Note nach Paris richte, welche
bedauert, daß der Brief von Marschall Niel an Argy, den Com—
mandanten der Legion von Antibes, veröffentlicht worden sei.
Die Note bittet das Gouvernement des Kaisers, die inneren
Schwierigkeiten Italiens nicht zu vermehren, indem es neue Compli—
cationen in der römischen Frage heraufbeschwöre und das nationale
Selbstbewußtsein Italiens verletze.

Florenz, 21. August. Gestern ist die permanente Flotte
des Mittelmeers aufgelöst worden. — Der Corriere Italiano de—
mentirt die Nachricht von einer Heirath des Kron-Prinzen Hum—
bert mit einer russischen Prinzessin.

In Calabrien dauern die Gräuel, welche das rohe Volk ge—
gen die angeblichen Choleraverbreiter begeht, immer noch fort.
Wie die Italie erzählt, hat eine Rotte im Dorfe Porcita eine aus
fünf Personen bestehende Familie, als die Giftmischerei verdächtig,
mit Flintenschüssen, Dolchen und Beilen zusammengemetzelt. Un—
verweilt wurden Carabinieri und Soldaten zur Wiederherstellung
der Ruhe abgeschickt und über 40 der Hauptschuldigen verhaftet.

Amerika.

Newyork, 20. August. Johnson setzte General Sheridan
ab und ernannte an dessen Stelle den General Thomas.

Da, wie aus Vera⸗Cruz, 24. Juli, gemeldet wird, die öster—
ceichische Fregatte Elisabeth nach New-Orleans zurückgekehrt ist,
weil die mexicanischen Behörden die Auslieferung der sterblichen
Ueberreste des Kaisers Maximilian verweigern, so wird die Stim
mung der Herrscher von Oesterreich und Frankreich, wenn sie in
—A
erregt sein. Doch läßt sich kaum denken, daß selbst jene Inhu—
manität Oesterreich bewegen wird, im Ernste etwas gegen Mexice
zu unternehmen.
Schwurgerichtsfitzungen.
III. Quartal 1867.

Zweibrücen, 20. August. Friedrich Lipps, 23 Jahre
alt, Dienstknecht auf dem Truppacherhof wohnhaft, angeklagt we—
gen vorsätzlicher Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode.

Der Angeklagte diente bei dem Oekonomen Krieg auf dem
FTruppacherhofe, bei welchem auch Friedrich Münch als Dienst—

Spanien.
Bayonne, 22. August. Madrid ist in Belagerungs—
zustand erklärt. Fünf Regimenter sind nach Cataälonien und
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        und Pferdknecht in Arbeit stand. Beide konnten sich nicht leiden
ind zankten beständig, auch soll es einigemale selbst zu Thätlich—
seiten zwischen Beiden gekommen sein. Namentlich hat Münch,
der als reizbar, streitsüchtig und dem Trunke ergeben geschildert
wird, einmal den Angeklagten. der nicht that, was er geheißen
purde, mit dem Pferdsstriegel auf dem Kopfe blutig geschlagen,
worauf Letzterer äußerte: „Du schlägst mich nicht mehr, ich gebe
Dir einmal Eins.“ Münch Hatte am 20. Mai 1867 von seinem
Herrn den Auftrag erhalten, mit dem Wagen verschiedene Acker⸗
geräthschaften nach Contwig in die Schmiede zu fahren und forderte
als älterer Knecht, wozu er sich dem Herkommen nach befugt er—
achten konnte, den Angeklagten auf, ihm, als er nach' dem Essen
die Pferde aufschirren und anspannen wollte, hiebei zu helfen.
Beim Aufschirren war der Angeklagte auch wirklich behilflich, als
Münch jedoch anspannte, steckte er sich eine Pfeife an und stellte
sich müßig zu den Weibsleuten an den Schoppen. Erst, nachdem
—D ihm über
jeine Trägheit Vo stellungen gemacht hatten, schickte er sich an, zu
helfen. Münch, ärgerlich über das Benehmen des Angeklagten,
packte denselben hinten am Wamms, schleuderte ihn zurück und
schlug ihm mit der flachen Hand in das Genick, worauf dieser,
ohne ein Wort zu sagen, von dem ungefähr 7 Meter entfernten
Schuppen einen Ackerwagbalken holte und dem Münch damit von
hinten einmal auf den Kopf schlug, so daß dieser sofort todt zu
Boden fiel. Wingert fuchte ihn aufzurichten und sagte noch zum
Angeklagten: „Geh' einmal her und helf, Du hast ihn todtgeschla—
gen;“ was dieser mit den Worten beantwortet: „Vor mir, er hat
mich oft genug cujonirt. Aehnlich ließ sich derselbe seinem Dienst
herrn gegenüber aus. Die That selbst konnte er nicht läugnen,
will aber von Münch zwei Schläge erhalten und nur die Absicht
gehabt haben, demselben eins auf den Buckel zu geben. Der
Angeklagte genoß eine geringe Erziehung, hat jedoch keinen schlech—
ten Leumund. Der Vertheidiger des Angeklagten, Herr Rechts
kandidat Erbelding, suchte darzuthun, daß der schlimme Aus—
zang des Schlags demselben nicht in Anrechnung gebracht werden
sonne, wegen der schwachen Beschaffenheit der Hirnschale des Ge—
tödteten. Ferner hob er hervor, daß der Angeklagte jedenfalls
durch Letzteren zur That gereizt worden sei. Die Geschwornen
erkannten den Angeklagten fuͤr schuldig, bejahten jedoch zugleich die
bezüglich des Reizes gestellte Frage, worauf derselbe vom Gerichts—
hof zu einer Gefängnißstrafe von 4 Jahren verurtheilt wurde.

Zweibrücken, 21. August. Anklage gegen Adam Weg—
scheid, 24 Jahre alt, ledigen Maurer, zu Dürkheim wohnhaft
wegen Mißbrauchs zum Beischlafe.

Der Angeklagte, über die ihm zur Last gelegte That zur
Rede gestellt, erklärte Anfangs betrunken gewesen zu sein und sich
auf nichts entsinnen zu können, stellte dieselbe aber späterhin possi⸗
tid in Abrede. Derselbe ist zwar ein fleißiger Arbeiter, allein dem
Trunke ergeben, ausschweifend und zu Erzessen geneigt, wie er
auch wegen solcher schon öfters polizeilich bestraft wurde. Die
Vertheidigung des Angeklagten führte Herr Rechtskandidat Saa u—
der anstaätt des hiezu designirt gewesenen Herrn Rechtskandidaten
Böcking. Der Angeklagte wurde auf den Schuldigausspruch
der Geschworenen vom Gerichtshof zu einer Zuchthausstrafe von
fünf Jahren verurtheilt. — In der heutigen Sitzung wurde der
Geschworene Philipp Wen z auf den Grund eines ärztlichen Zeug—
nisses für die übrige Zeit der schwurgerichtlichen Verhandlungen
dispensirt.

— —
Vermischtes.

Mutterstadt, den 20. August. Gestern Abend (Kirch—
weihmontag) ereignete sich ein bedauernswerther Vorfall indem gele—
Jenheitlich eines Wortwechsels beim Nachtessen ein junger Mann
Namens Mangold seinem Bruder ein Messer in die Brust stach.
daß er lebensgefährlich darnieder liegt.

Gegen die Cholera räth in der Bayer. Ztg. ein
Dr. W. .. Ir nachstehendes (nicht neu angepriesenes, aber nicht oft
genug zu empfehlendes) Verhalten gegen die Cholera an: 1) Schon in
iner Zeit, wo die Cholera nicht an einem Orte herrscht, foll man
wenigstens ein⸗ oder zweimal in der Woche eine der Anzahl der
Bewoͤhner entsprechende Desinfectionsflüssigkeit (per Kopf 2 Loth
Fisenvitriol und 4 Loth Carbolsäure in einer halben Maß Wasser)
in die Abtrittschläuche gießen.) 2) Wenn Fremde beherbergt wer—
den (zumal in Gasthöfen) oder sobald Diarrhöen herrschen, soll
dies täglich geschehen; dasselbe ist der Fall, wenn die Cholera in
der Stadt ausgebrochen ist. 3) Kommen wirkliche Cholerafälle
vor, so müssen nach oberpolizeilicher Vorschrift vom 28. Nowr. 1865
die Ausleerung der Cholerakranken, die man möglichst in Geschir—
ren auffangen soll, sofort und bevor sie in den Abort
zelassen oder fonstwie entleert werden, mit der
entsprechenden Menge Desinfectionsflüssigkeit vermengt werden
Am Besten thut man zur Zeit herrschender Cholera, Geschirre mi
Desinfektionsflüssigkeit versehen, bereit zu halten, und sollten sich

iberhaupt alle Familienglieder zu solchen Zeiten nur der Leibstuͤhle,
vorin sich Desinfektionsflüssigkeit befindet, und nicht der offenen
Aborte bedienen. 4) Die von Cholerakranken verunreinigte Wäsche
muß ebenfalls nach oberpolizeilicher Vorschrift sogleich in Wasser,
worin Chlorkalk gelöst ist, (etwa 4 Pfund in 10-12 Maß
Wasser) gelegt und dann er st gewaschen werden. 5) Jeder Haus—
jerr und Familienvater sorge sogleäch für Beschaffung eines
jenügenden Vorrathes von GCisenvitriol, Carbol säuret
ind Chlorkalk. — Der Artikel schließt: Werden obige Maß—
egeln genau und allgemein durchgeführt, kann die Stadt sicher-
ich zwar nicht vor der Verschleppung, aber doch vor der Ausbrei⸗
tung der Cholera bewahrt werden.

4 Der österr. Krönungsschimmel wird gegenwäürtig
von einem Hofgendarmerieoffizier als Dienstpferd benützt.

— Der Feuilletonist der „Bohemia“ erzält folgendes Stückchen,
»as dieser Tage innerhalb des Weichbildes Wiens und der Fahr—
Ixdnungsgesetze passirt sein soll. Auf dem Michaeler-Platze, un—
nittelbaͤr vor der Burg, steigt ein junger Mann in einen Fiaker
ind fagt dem Kutscher in einem entschieden nicht wienerischen
Dialecte und unter Anwendung des „Sie“, er möge ihn zur
„Stadt Frankfurt“ fahren. Beim Aussteigen gibt der Fremde
dem Kutscher eine Guldennote. Der Fährmann wirft einen ver⸗
achtlichen Blick auf die Staatsnote, einen zweiten auf den Passagier
und schnurrt diesen an: „J hab's ja eh g'wußt, daß i so an
Jeizigen Preaßen führ', b'halten's Ihna Guldenzettel, von an
Preußen nimm i's nitt.“ Spricht's und ergreilt die Zügel, um
weiter zn fahren. Der junge Fremdling blickt den erzürnten Rosse—
lenker erst elwas erstaunt aus seinen hellen blauen Augen an,
fängt dann an, herzlich zu lachen und reicht demselben eine Fünf—
gulden-Note. Nun ist die Reihe des Erstaunens am Kutscher,
zumal er sieht, daß der Portier des Hotels den Fremden mit einer
zjanz ungewöhnlichen Devotion begrüßt. „Wer ist denn dös?“
ragte er den Portier. „Der Herzog Max Emanuel zu Bayern,
Brüder unserer Kaiserin,“ lautete die Antwort.

Was ist die erste Pflicht eines Soldaten?
Feldwebel Schmalzhuber: Kerl, warum hast Du Dich nicht gleich
hei mir gemeldet ? Was ist die erste Pflicht eines Soldaten, wenn
er aus dem Urlaub kommt? Kreuzschockschwerenothdonnerwetter⸗
barasol! — Der Gemeine Schlaumeier: Gehorsamst zu melden,
Herr Feldwebel, die erste Pflicht eines Soldaten ist, wenn er aus
dem Urlaub kommt, daß er der Frau Feldwaiblin mit Respekt zu
melden einen Hafen voll Schmalz mitbringt! — Feldwaibel Schmalz⸗
huber (gütig lächelnd): Hast zwar den Nagel nicht auf den Kopf
getroffen, aber daneben hast auch nöt' gschlag'n. Die erste Pflicht
eines Soldaten, wenn er aus dem Urlaub kommt, it, daß er
sich sogleich bei seinem Vorgesetzten mit dem pflichtschuldigen Respekt
meldet. Ich bin Dein erstier Vorgesetzter nach'm Officier, vor mir
mußt am meisten Respekt haben — so, merk' Dir's, Schmalz
und Schinken kannst meiner Frau hintri trag'n, Kehrt Euch!
marrsch! — Feldwebel (zu sich im Selbstgespräch): Es geht halt
nichts über an guaten Hafen voll — Disciplin wollt' i' sag'n,
dem Soldaten muß unser einer vor allem Respekt einflößen, das
ist die Hauptsach', das andere gibt sich von selber.

Das kleine im sächsischen Erzgebirge, nahe der böhmischen
Brenze belegene Städtchen Jo hann-⸗Georgenstadt (mit 3800
Finw.) ist fast ganz ein Raub der Flammen geworden. Aus den
om „Dresd. J.“ bis zum 20. d. gebrachten Nachrichten geht
hervor, daß das Feuer am 19., Vormittags gegen 9 Uhr, auf
dem mit Heu gefuͤllten Dachboden des Tischlers Eduard Schäfer
uusgebrochen ist. In Zeit von einer halben Stunde brannten
hereits auch die Nachbarhäuser und um 12 Uhr standen vier Fünf—
heile der Stadt in Flammen. Die Kirche, das fast vollendete
neue schöne Schulgebäude, das Rathhaus, das Postgebäude, das
Amthaͤus und nie Apotheke sind vom Feuer verzehrt. Von den
380 Häusern der Stadt sind 320 niedergebrannt. Zwei Men—
schen fanden dabei ihren Tod, mehrere wurden vermißt, viele ver—
letzt. Der größte Theil der Abgebrannten übernachtete unter freiem
dimmel. Das Elend ist namenlos und schleunigste Hülfe drin⸗
gend geboten.

FWarnung. Die ‚„Newhyorker Handelszeitg.“ warnt die
Auswanderer vor dem Schiffserpedienten Ad. Strauß in Ant—
werpen, der — schon früher der dortigen Einwanderungsbehörde
auf unvortheilhafze Weise bekannt — das am 20. Juli in New—
hork angekommene österreichische Schiff „Giuseppe Baccrovich,,
dessen Verproviantirung ihm übergeben war, so mangelhaft in
Quantität und Qualität der Lebensmittel ausrüstete — selbst das
Wasser war absolut ungenießbar, weil es in Fässern an Bord ge—
chickt worden war, in denen sich früher Oel befand —, daß in
Folge hievon von den 179 Passagieren nicht weniger als 17, meist
dinder, auf der 47 Tage dauernden Seereise gestorben waren.
Fin Comité hat sich der Sache angenommen und wird den Fall
her belgischen Regierung vorlegen.
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        Bekanntmachung.
1. Jahrmarkt zu Blies⸗
kastel ain Kirchweih-Montag

den 2. Sept. l. J.

2. Viehmarkt daselbst
am Dienstag den 3. Sept.
J. Is.

Die Marktstandplätze werden am Sams⸗
tag den 81. August l. J., Vormittags
11I. Uhr vergeben.

Blieskastel den 22. August 1867.

Das Bürgermeisteramt
C. Linck, Adj.
Zur Nachricht.

Da die Subscription auf Baumblatt's
Wechsellehre geschlossen wird, so wollen
etwaige Anmeldungen längstens bis Mon—
tag Abend bei Unterzeichnetem gemacht
werden. Nach Schluß der Subscription
tritt erhöhter Ladenpreis ein.

St. Ingbert den 24. Aug. 18673.

Die Schreibmaterialien- Handlung

H. Scherpf· —

— jesjähri 5

zur diesjährigen Kölner

Loo e Dombau⸗Lotterie, Ge⸗

winne Thaler 25,000, 10,000,

3000, 2000, 1000, 500, ꝛe., zu

einem Thaler pro Stück von heute
in zu haben bei

Ricehard Kamaimn, Buchbinder

in Zweibrücken.
Auaust
iIc
n ivoli in Blieskastel.
nntag den 25. August
es j if
ig in St. Ingbert.
onntag den 25. August
Tanzbelustigung
Joh. Hofmann.

bei
Theater in St. Ingbert.
Direction von August Schroth.
Samstag den 24. August
Im Garten des Herrn Ehandon.
FHn rIPd e,
ein Frauenherz.
Schauspiel in 4 Abtheilungen von
Roderich Benedix.
Sonntag den 25. August.
Im Garten des Hrn. Chandon
Zur Feior des Namensfestes de. Maj
des Königs Tudwig D. von Bayern,
Festgedicht.
Vorgetragen von Frau Albinus
(als Bavaria.)
Vorher:
Miller und Müller,
oder:
—
Die Waschfrau als
Eheprocurator.
Schwank in 3 Aufzügen von Elz.

*
Allgemeine Renten-Anstalt in Stuttgart.
Lebens⸗ Capital⸗ Pension⸗ Renten⸗Verficherungen.

Wir bringen hiermit zur allseitigen Anzeige daß wir Herrn Scherpf, Ge
schäftsmann in St. Ingbert, als unsern Vertreter dortigen Bezirks ernanni haben⸗

Derselbe wird sich angelegen sein lassen gefälligen Anmeldungen oder Anfragen stets
ind in der bereitwilligsten Weise entgegen zu kommen; wobei wir noch ausdrücklich he—
nerken, daß die jährlich sich ergebenden Dividenten unseren Versicherten zu gut kommen.

Stuttgart den 4. August 1867.

Für den Verwaltungsrath

Die Direetion.

Unter Bezugnahme an vorstehende Anzeige, halte ich mich im Hinweis der der All—
zemeinen Renten-Anstalt allwärts gewordenen Anerkennung ihres Wirkens, verbunden
nit den nachweislich erzielten aussergewöhnlich günstigen Geschäfts-Resultaten zur gefl.
Aufnahme und Abgabe von Prospekten bestens empfohlen.

St. Ingbert den 6. August 1867.
Scherpf Geschäftsmann.
—4 —A
Fiärberei, Druckerei I
und chemische Kunst⸗-Wasch-Anstalt
— von —
7PPh. Bloch, in Sarlouiisßsßs.
empfiehlt sich im Färben von wollenen, seidenen und halbwollenen Stoffen, in dem Neuwa—
chen von Teppichen, cachemir, Swals, Tücher, eröpe de Cine, Herren Garderobe ꝛc. ꝛc,
owie im Drucken sämmtlicher Stoffe in den schönsten und modernsten Mustern. Durch
angjährige Erfahruugen und neuverbesserte Dampfeinrichtung bin ich in den Stand ge—
etzt, allen an mich gestellten Anforderungen zur Genüge zu entsprechen. J

Zur Bequemlichkeit des Publikums von St. Ingbert und Umgegend habe ich Herrn
Westphälinger in St. Ingbert ersucht, alle Aufträge für mich entgegen zu nehmen und
zu diesem Zwecke eine Musterkarte bei demselben offen gelegt. — Recht zahlreichen Auf—
rrägen sicht entgege

IlI.
Auf Obiges Bezug nehmend, werde ich bemüht sein, die mir zugehenden Aufträge
auf's schnellste und pünktlichste zu besorgen. Die Musterkarten liegen zur gefälligen
unsicht offen.
*I.
— — —
88 5
vaarenHandlung
von — 2
J. It. Ciolina &amp; dohno
An. 2
Zweibrücken, 2
Ecke der Landauerstraße, *
empfiehlt jhr reichausgestattetes Lager in den neuesten 7
2* 65
Damen- &amp; Herren-Kleiderstoffen *
gewirkten⸗, schwarzen⸗ und farbigen Lomg- und viereckigen Onales, schwar⸗
zen Seüdenzeugenn, Tüehern und ShIins; Lamas. 84
Damenbiber und rothensz, sowie weißen Bay das modernste in abge—
vaßten Unterröceken Unterroclketofsfen, allen Arten weiß
Leimenm, HIalbleĩmen, Kattum, LIölseli, Barchent,
Drilehn, u. BaumwolIenzeugen, vorhangstosfsfen,
Foulards, Ficehus, Pique-Tiseh- Commode-Declken
ete. ete. zu den jetzigen sehr billigen Vreisen.

S

F

dnntag den

25. August

Tanzbe⸗

lustigung

im Garten

Nie. Nohe Giebelwirth)

in Robrbach.
ODel-&amp; denf-Tonnohen
für Bohuen-&amp; Kraut-Ständer
billigst bei

Jos. Firmery.

Gefunden
purde ein Schlüssel.
Frucht-, Brod⸗, Fleisch- ꝛc. Preise der

Stadt Homburg vom 21. August

Weizen 7 fl. 32 kr., Korn 5 fl. 13 kr.
Spelz 4 fl. 14 kr. Gerste, — 2reihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 5 fl. 36 kr., Hafer
40fl. 34 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
seln Afl. 30 kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.,
25 kr., ditto 2 Kgr. 17 kr., ditto 1 Kgr.
9 fr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 ktr, Kalbfleisch 14 kr., Hanmelfleisch
16 kr. Schweinefleisch 18 kr., Butter 26 kr.

per Psfd..

Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Deme z in St. Ingbert.
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        Sl. Ingberler Zcnzeiger.
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstäg
d Samstag. Abonnementspreis vierteljiührig 45.Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder: deren
IJ Raum berechnet.

Nro. IOl. Dienstag/ den 27. August1 1867.
Deutichlaud. lbestiminte Auzahl Gonjcribirte der Armee zugetheilt würrde, Die,
Münschen, 22. August. Wie ich höre, hat die'k. Staats- dermalige Landwehr soll in eine nur noch für den inneren Dienst

regierung bejchlossen, mit Ablauf dieses Zuͤarials die Baheri- der betreffenden Städte verwendbare „Bürgerwehr“ umgewandelt

Z0 Zeitung, die ihr bisher als Organ diente, eingehen verden. — Wlelee inn Nein

u lassen. Stan derselben werden wir hier eine neue Zeitung be IGfß Berlung 23. August. Dem Vernehmen nach tritt Prinz

immen, die, in großem Maßstab augelegt von Julius Fröbel als Vilhelm von Baden in den preußischen Militärdienst zurück. Der

Fhefredacteur geleitet werden soll und zwar ohne directe Beein— HPrinz ist zur Uebernahme eines hoöheren Commandos dessignirt.

Ussung von Seite der Regierung, wenn gleich mit derselben in 4 In der heute abgehaltenen Sitzung des Bundesrathes

Berbindung stehend. drachte Preußen ein Forstgese ein und stellte den Antrag: Der

Münch en, 283. August. In dem neuen Schulgesetzentwurfe Bundesrath möge Preußen ermächtigen, unter Betheiligung Bayerns
st jedenfalls von höchstem Interesse, in welcher Weise die Frage und Saghfens mit Frankreich über die Entlassung Mecklenburgs
ir Zennnig der Schule don der Kirche behandelt ist; wir kön aus den Handelsverlrage mit jenem Staate zu unterhandeln und
sen hierüber nur mittheilen, daß nach den Festsetzungen des Ent— die Verhandlungen mit Oesterreich über einen abzuschließenden
hurfes die Juspectionsder Schulen den Geistlichen Jobl- und H andelsvertrag wieder aufzunehmen. Der
ntzogen werden will. Bundesfeldherr theilte dem Bundesrathdie Ernennung der Mit⸗

Heute also war die Rückfahrt nach Paris. Der Bahuͤ⸗ glieder des Kriegsmarine-Ausschnsses mit.

jof war wieder an allen Eiu- und Ausgängen, Ecken und Winkelnn Bexrlim, 246. August. Wie der „Staatsan zeiger! meldet.

n Geene rie und Lime befeht, Polize in Uniform und in ist der Ausschuß des Bundesraths für Zobl-und Sftener

Fidil war auf dem Perron vertheilt, auf welchem sich einige hun· Pesen heute zusam nengetreten, um eine Vorlage, betreffend den

rt Personen, theils offiziell, erschienene, theils offiziös eingelassene Vertrag wegen Fortdauer des Zoll- und Handelsvereins, zu be—

dder gelungene Eindringlinge, theils Bahnbeamte und Bedienstete, rathen. : .

gefunden hatten. 18 Uhr 18 Minuten fuhr der von demek. — Die HKreuzztg.“ hätt ihre gestrige Mittheilung üͤber den

Bertsmaschinenmeister Friitßz geführte Zug in die Halle ein, wo Inhalt der Salzburger Abmachungen anfrecht. Sie

Füͤst v. Hohenlohe, im' schwarzen Frack, den Kaiser im Na— pricht sich energisch gegen dieselben aus und fragt— ob Deutschland

—D jewillt sei, Napoleon Ill. sich in deutsche Angelegenheiten ein⸗

ind auf Einladung des hohen Reisenden sich mit seiner Gemah— nischen zu lassen . Dem Tuilerseneabinet. gibt sie zu beachten, „daß

uͤm, welche von der Kasferin mit einer Umarmung einpfangen Drohungen uns nicht einschüchtern; —daß wir nicht gemeint seien
huͤrde in den Salonwagen begab. Der Kaiser unterhielt sich ine eurapäische Dictatur anzuerkennen; daß wir⸗ unseren eigenen
nit dem baherischen Minister in französischer Sprache, und zwar Willen behalten werden und wissen; was wir woslen,. — —
zast die ganze Uestündige Dauer des Aufenthalts, während dessen Wien;, 20. August. Die“, Debatte“ meldet: Die Regie⸗
ich die Kaiserin mit dem französischen Gesandten Marquis y. Cardoun ung von Montenegro hat eine in Cettinje angezettelte Ber⸗
ind dem Gesandischaftssecretaͤr Lespuld unterhielt. Kurz vor der chwörung entdeckt, deren Zweck die Entthronung des Fürsten
Abfahrt richtete er noch einige herzliche Worte (deutsch) an Frhrn. und die Vereinigung des montenegrinischen! Landes mit Serbien
». Liebig und fertigte den General v. Hohenhaufen, der sich var. Mehrere Moliabilitäten, worunter Vujovach, der Stellvertres
schon am vorigen Sonntag, wiewohl vergeblich präsentirt hatte, er des Fürsten in dessen Abwesenheit, wurden zum Tode durch
nit einigen Phrasen ab, aus welchen ich die Worte Tapferkeit“ den Strang verurtheilt. Die Verschwörung wurde unterdrückt,
und „baherische Armee“ heraushörte. Um 12 Uhr 33 Min. fuhr vobei ein Adjutant des Fürsten getödtet wurde,.— —*
der Zug wieder hinaus und der Kaiser, der sehr aufgeräumt schienW en, 28. August.z Das hiesige „Telegraphen⸗ Correspon⸗
ind fehr gut aussäeht, grüßte, sich aus dem Salonwagen denz⸗Bureau“ meldet aus Salzburg vom heutigen Tage: Wie
eicht verbeugend, die Perronbevölkerung, welche ihn mit ruhiger pou verschiedenen Seiten gemeldet wird, sind die austro⸗französischen
Höflichkeit verabschiedete. Am Hirschbräukeller hatte sich wieder Hourparlers unter allseitig befriedigender Verständigung beendigt.
auͤne Anzahl Leute, darunter der Redacteur des Volksboten. ge- Man glaubt, daß eine die Interessen des Friedens wesentlich foͤr⸗
sammelt, welche sich's nicht nehmen ließen, taktlose Hochrufe dar⸗ dernde Entente zwischen den beiden Mächten zu Stande gekommen
ubringen. Beuierken muß ich noch, daß der Kaiser von Salzburg st. Der Kaiser Napoleon hat heute den Abgeordneten Schindler
us die wiederholte Bitte nach Muͤnchen, Stuttgart und Karlsruhe npfangen und sich lange mit demselben über österreichische Ver—
zerichtet hatte, jeden offiziellen Empfang bei Seite zu lassen. So— zältnisse unterhalten. J
t wäre auch das überstandenc Wien, 23. August. Eine Salzburger Correspondenz in

Muünchen, 24. August. Dem „Frank. Journ.“ wird tele⸗ der heutigen ,„Debatte“ sagt: In diplomatischen Kreisen begeg⸗
zraͤphirt, daß der Landtag bestimmt am 28. September ein⸗ tet man mehrfach der Ansicht, das diplomatische Resultat der
herufen werde.. J F Salzburger Eutrevue sei eigentlich so recht ein europuisches Pro—

— Das Finanzministerium ist seit längeter Jeit mit Ausar- gramm und scheine beabsichtigt, um den übrigen Cabinetten Euro—
hbeitung eines Gesetzententwufes ühber daß Malzaufscchlags- zas klar und offenherzig die gemeinschaftlich formulirten Ideen
wesen beschäftigt. Dieser Entwurf soll nunmehr fertig sein. nitzutheilen und dieselben zur Annahme dieser Anschauungen ein—

Die Mfr. Presse“ läßt sich von hier als authentisch uladen, damit der Friede Europa's künftighin ungestört bleibe.
schreiben, daß Fürst Hohenlohe'im Augenblick die vollste Gunst — Die antifranzösische „Neue freie Presse“ schreibt: Der
önigs Ludwig II., und zwar in Folge einer Schwenkung der definitive Abschluß einer Allianz zwischen Oesterreich und Frank⸗
»ayerischen Politik, genieße, und daß das neueste süddeutsche Pro- reich ist gescheitert, weil Bayern und Württemberg die Exrichtung
zramm der Grundstein der gegenwärtigen Solidarität des Gesamm⸗ ines Südbundes unter Anschluß an das zwischen den beiden Kai⸗
ministeriums set. Wahrscheinlich liegt dem nichts zu Grunde als ern geschlossene Bündniß abgelehnt haben. — Der Kaiser Franz
ein particularistischer frommer Wunsch. Oder follte wirklich unter Joseph hat den Redacteur der „Patrie,“ Dr. Arnould, in Satz⸗
derneuen“ Politik der Versuch einer Rückkehr zu dem alten Kohl durg empfangen und bei der Audienz geäußert, daß durch die En—
Fer Triasidee, also der Versuch zu verstehen sein, einen süddeute revue die Beziehungen zwischen Oesterreich And Frankreich * inni⸗
schen Bund 'unter bayerischer Anführung zu Wege zu bringen?“ jer geworden seien. — Zahlreiche Otdensverleihnngen Haben
nUeber den Militärgesetzentweurf, wie derselbe aus den taattgefunden. ——
gerathungen der betreffenden : Mulsterialkommission hervorgegangen Salzburg, 28. August. Zehn Minuten nach 8 Uhr
st, erfahrt die „Allg. Ztg.“, daß er das Loosziehen der CTonscrip⸗ Rorgens reisten die französischen Majestatent mittelst Separatzuges
uz pflichtigen beibehält, daß also wie bisher alliährlich nur eine ih. Der Bahnhof nur schwach von Militär besetzt, war wieder
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        geschmüctt. Großer Andkang des Publicums. Der AÄbschied der und demselben ein' G ö i
Monarchenpaare war kurz, aber herzliche Die aeee küßtem —RX d ene n Ven J d Ver
sn — * S Gemahlim des Der! parifer Correspondent der Koln. Ztg.“ schreibt⸗ Die
Hand ußte. Die Kaiseri isabeth war weiß, die Kaiserin insurrectionelle Bewegung ist diesmal S n er
Eugenie sua gekleidet. Das Kaiserpaar fuhr, im Hofwagen ten aus in Sc man Sraeheeneet Lau
stehend, nach allens Seiten grüßend, ab. Das Publitum — andischen von — Se 8 . n u
sich lautlos. Napoleon sprach wiederholt den Wunsch aus, seinen lend, durch e pen dd Ie Pe rhe
Besuch zu wiederholen. Die Rückfahrt Napoleons findet uͤber Muͤn elaugen Ein —Ad ——a
en a Dierbmen Je rt ⸗ n elangen zweiter Haufen lan ete unterhalb Barcelonas in
Woae 8 g rt runterbrochen bis Straßburg statt, wo über— 33 der Iented Tarragona, nun sich eben dahin zu diri⸗
23. J m giren. ande tauchte plotzlich bei Castello de la Plana
Fraukreich. F 43 von Valencia gelegen auf, die dieselbe Richtung ver⸗
gris, 22. Augun ve na IN Wi der Dule— V ein eß eine vierte im Süden von Huelva in Andulusien,
Siun F d e n —5 m Foneen nee n aus ihre Operationen beganin die zunächst
in Folge hiervon der Kaiser Napoleon auch nicht in Bayern ver Lofungsw siß onb evilla gerichtet waren. Alle diese, Einem
weilen werde, hat nicht verfehlt, hier einen lebhaften Eindruck her— I g b enn vedeuen Anternehmungen su hen iich
vorzurufen. Man sieht nun um so mehr ein, wie falsch das Vor⸗ — 7 en Innen lern WhedeMuhrigen,
geben vieler französicher Blätter, besonders der kürzlich von dem h 9 verfolgeuden toniglichen Trubpen die Operationen zu
Fürsten Metternich inspirirten, Debats sei, als ob die Süddeutschen eren. Angaben der 36 Fibher die ErgeknisieF.
riner franco⸗österreichijchen Allianz beizutreten gewillt seien. Die Salzbu renzeinng aber die Ergetnisse der
Augsburger Demonsiration hat nun von Neuem eine Bestätigung, Sund rge usemeen suoricuig AJ
und zwar von oben herab, erhalten. — Die liberale Partei Frank de —E 8* de Conhadt n gn
reichs hat die Lage der Dinge vollkommen erkannt ünd warnt jeß urufen —2* * nehche uree
mehr als je die stegierung vor einem Kriege mit Preußen, der an eb eei u ere mit Erfolg bei der schleswigschen
in jedem Falle die deutsche Einheit nur beschleunigen werde. Auch Ae n * er Zattern besolgt. und es Icheint. das sie
die gouvernementalen Kreise sind einstweilen einem Kampfe abge: 7— een agt, denn ken Iergetn psne daß die pue
neigt und nur die unverbesserlichen Rückschrittsmänner wünscher enen atuet die heruhigend sten Bersiherungen geben. Die
— R 8 ann — Salzburger Unterredungen sind
— Die „Independance Belge“ ist heute confiscirt worden, ßen —8 —5 Andiee Wrgen — *
pen sie ——8 Artikel über die Augsburger Demon- gangen und auch wieder baraif inhi 83
achte. Gesichtspunkt die Erhaltung des Friedens si.Deshalb wi
— Der Kaif err wird nach seiner Zurückkunft von Salz- an den gegebenen aen ee chan * n
burg so erzählt man, eine allgemeine Versammlung von Ministern keiten wachzurufen. Dagegen erkennen Desterreich und * t 3.
und Generalen veranstalten. — Drei der Regimenter, die jetzt im daß sie in vielen Beziehungen von denselben Nach 8 —*
vager von Chalous stehen, werden auch ferner dort als besondere werden. und gegen diese wollen beide Staaten sich 88 u
Division verbleiben. — Die Nachrichten aus Spanien nehmen und werden nicht zugeben, daß die süddeutschen 8 R ir —*
die allgemeine Aufmerksamkeit innmer mehr in Anspruch. Man öiellen ausdrücklichen Zasmmenhaug mit dem eee
schreibt aus Barcelona: „In jedem Augenblick vergrößern aufstän- ken, ebenso wenig daß Rußland die orlentalischen Wirrwisse e
dijche bewaffnete Schaaren die kleine Ärmee des Generals Prim nusschließlichen Vortheil ausbeute. Für den —— ce
Der General Pierrad mit 1500 Mann sucht sich mit General Con- russischepreußischen Bündnisses aber in auch die nn ei —*
trexas zu vereinigen. Der General Millan steht an der Spitze französischen Allianz verabredet worden. Doch —A—
der aufständischen regulären Truppen. Eine provisorische Regierung die Hauptwirkung der ganzen Conferenʒ eine 88 —* *
ist ernannt worden und wird ihre Funktionen beginnen, sowie Der französische Kaiser hat seinem Volke gezeigt e v
eine größere Stadt in den Händen der Aufständischen sein wird. wegs ganz isolirt dasteht, und zugleich A —— ze
Die baskischen Provinzen und Navarra find nun auch, in Belage— Preußen vorsichtiger in ihren Plonen“ werden — I nd
rungszustand erklärt worden. die Nachrichten aus Spanien spärlich; die ae n
Paris, 28. August. Die „France“ bringt einen Brief Regierung haben aufgehört. Der Kampf ist jedenfalls im ganzen
aus Salzburg vom 21 demzufolge in der dortigen Zusammen. Nordosten Spaniens ausgebrochen, um Paboledas, Santa -Cruz
lunft der beiden Kaiser sich die Ausicht geltend gemacht hat, daß Corbera, San Juan, Pla de la Reynad und in anderen —**
weder Oefierreich noch Frankreich ruhig jusehen lonaten, wenn Der General Manso de Zunegga, ein Neffe von Narvaez der an
preußen versuchen sollte für Rechnung des Rordbundes definitit der Spitze einer Division aus Madrid ausgerückt war, ist in Ara—
Suddeutschland zu confisciren. 55 gonien gefallen. Die carlistische Partei, die ein Comitein Bay⸗
Dem Etenvorde gufolge wetden der Kaiser und die Kaiserin »nne gebildet hat, hat Emissäre an die baskischen Provinzen ab—
morgen Abend um zehn Uhr in Paris eintreffen. gesandt 7 ——— &amp; F dortigen Bevolternng zu erfahren.
Soeben geht folgendes Telegramm aus Perpignan ein: Bri ie en der rte he Ier hen ne
fen von der Grenze zufolge en Dd en Wee ere — und ee wird de e e ene
anfgelösst und von einer Commission ersetzt worden. eee — — 35—
ab F — pen versichert, daß die Reise des jier die
znigs von Italien nach Paris nicht stattfinden wird. Man Herr v. Usedo i —8 ini —J
— itfinden wir Usedom, mit den italienischen Ministern hat. Man be—
r ade F schluß Victor Emanuels mit politischen Motiven ee eee de Sen in Florenz und fürchtet
¶Der „Epoque“ zufsolge stehen augenblicklich in Taragona 6000 zu derjenigen iene tureetn thhe deibenihland ae
Insurgenten unter Waffen. Man soll in Madrid auf die Nachr Fexpignan, 23. August 10. Uhr Morgens. Der
richt, daß Prim in Spanien sei, in die größte Bestürzung geras sche Ex⸗eGeneral Pierrad Raher Brig unded —* p
then sein. sind in Folge des —— —— 9 De pepen
Die mericanische Post hat diesen Morgen einen Brief aut den hatte, nach Frankreich hereingekommen. Sie sind n
der Hauptstadt Mexico vom 20. ZJuli gebracht. Er war gleich worden und werden heute nach der Citadella von Perpignan
seitig mir dem Telegramm, dessen wesentͤicher Inhalt der „Hom führt werden. Die Bande, die sie befehligten, ist zerstört —*
—5 II. Zuaun pebracut hatte mit der Post abge gaugen Belgien. roen.
Es wird darin das, was über die Lage der französischen G zrüss 2 gust i i ine i i
dst und —— —— ihrer Vnee 8 Verhdud sien de oann an ianemainae
en war, bestätigt. er österreichische Geschäftsträger hatte sich dens-Liga gebildet * s i ——
auf den Weg nach der Küste zu gemacht; die Geschäftsträger von aung g 8 8 edent en e
Belgien und Italien waren in der Hauptstadt geblieben. Juarez) n * e e due een —
war am 15. Juli in Mexico eingezogen, und hatte sofort eine n J e ne —— I —
ziemlich gemäßigten Ausdrücken abgefaßte Proclamation erlass ene —æ— —— * Diehe
Seit der Hinrichtung Vidaurri's 8 wichtige —* — AA 8 58 hhedetihe n
mehr vorgenommen worden.“ tember stattfinden Duledengreunde zu Genf am 9. Sep⸗
85 Fazr F * Irern * telegraphischer Nachricht aus Aumerika.
. August wurde in Aragonien das könig⸗
iche Regiment „Navarra“ von den — völlig —— d d — In Neworleane aund Valdeson

st
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        S”C”hwurgerichtssitzungen.
III. Quartal 1867.

Zweibrücken, 21. August. Johann Dorn, 37 Jahre alt
Ziegler aus Neulußheim in Baden, zuletzt in Arbeit bei Ziegler Gund
n Speyer, ist der vorsätzlichen, ohne überlegten Eutschluß ver⸗
aͤbten Körperverletzung mit nachgefolgtem bleibendem Nachtheile
angeklagt und durch Herrn Rechtscandidat Laval vertheidigt. Am
30. Mai gerieth Dorn in der Wirthschaft zur Schiffbrücke in
Speyer mit einem gewissen Schreiber aus Altlußheim in Disput,
weil er diesem vorwarf, er habe den durch einen andern Gast zer⸗
schlagenen Spiegel des Wirthszimmers zerbrochen. Im Laufte
des Streites warf Dorn zweimal nach Schreiber ohne ihn zu tref⸗
fen, das dritte, Mal aber traf er denselben mit einem leeren Schop⸗
penglase so heftig und unglücklich, daß der vollständige Verlust des
linken Auges die Folge für Schreiber war. Unter Annahme von
Reiz und gemindeter Zurechnungsfähigkeit wurde der Angeklagte
für schuldig erklärt und zu 9 Mongaten Gefängniß verurtheilt

Zweibrücken, 22. August. Johann Kec, 28 Jahre alt
Adersmanu aus Dannstadt, vertheidigt durch Herrn Rechtscandi-
daten Rosenberger, ist der Körperverletzung mit nachgefolgktem Tode
angellagt. Keck und der Straßenwäaͤrter Bauer von Dannstad—
jaßen am Abend des 23. Juni beisammen im Wirthshaus zum
Lamm daselbst. Bauer machte dem Angeklagten Vorwürfe darü—
her, daß er nicht mit seiner Familie nach Amerika auswandern,
sondern allein zurückbleiben wolle. Keck, der etwas angetrunken
war, wies den Bauer ab, worauf dieser heftig wurde, Jenen
schimpfte und mehrmals schüttelte. Dieser Streit vertrieb die
übrigen Gäste vom Tische. Auf einmal kam Keck zur Hofthüre
heraus und rief, mit offenem Messer in der Hand, Bauer folle
lommen, wenn er etwas wolle. Bauer kam heftig auf Keck los

und wollte ihn gerade packen, als er von diesem in die linke Seite

des Halses einen Stich erhielt, an dem er einige Minuten darauf

verschied. Unter Annahme der Milderungsgründe des Reizes und

der geminderten Zurechnungsfähigkeit wurde der Angeklagte für
schuldig erklärt und zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt.

Zweibrücken, 23. August.

Anklage gegen Georg Seibert, 30 Jahre alt, Leinenweber
von Altheim, wegen krimineller Körperverletzung.

Der Angeklagie fuhr am 14. März abhin mit Barbara
Müller von da, mit der er ein Verhältniß hatte, nach Zweibrücken
auf den Fruchtmarkl, um deren Frucht zu verkaufen. Des Abends
zrachte er derselben in ihre im untern Stock des zwischen ihr
und ihrem Bruder Peter gemeinschaftlichen Wohnhaufes gelegene
Stube das aus der Frucht erlöste Geld und traf allda den ge—
dachten Bruder, der gegen die Heirath seiner Schivester und des
Angeklagten war. Sofort entspann sich ein Disput, wobei Peter Mül—
jer dem letztern zurief: „Jetzt pack Dich hinaus, dort mußt Du
hinaus.“ Wahrend der Angeklagte sich wirklich entfernte, dauerte
der Streit zwischen Schwester und Bruder zuersi im Zimmer, dann
im Hausgang fort, bis Letzterer die Stiege zu seiner Wohnung
zinaufgehen wollte. In diesem Augenblick trat Seibert mit Linem
Prügel in den Hausgang, womit er dem Peter Müller über den
dopf schlug, worauf dieser mit dem Ausruf: „Ach Gott!“ den
dopf, an dem das Blut herunterlief, an die Hausthüre legte.
Bei der ärzlichen Besichtigung zeigte sich bei dem Verletzten ein
zefährlicher Schädelbruch, bei dem es nur auffallend war, daß er
den Tod nicht zur Folge hatte. Immerhin hatte derselbe eine
mehr als 60tägige Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Der Angeklagte
augnete die That und auch Barbara Mülder will nichts von der⸗
elben gesehen haben. Dagegen wollen einige Zeugen gehört ha—
hen, wie Seibert seiner Gelichten gegenüber sich der That gerühmt
habe, mit dem Bemerken, wenn er ein Messer gehabt hätte, hätte
er ihm die Därme herausgelassen. Der Angeklagte ist fleißig,
sparsam, nicht trunk⸗ noch streitsüchtig, während der Verletzte als
was roh geschildert wird. Der Vertheidiger des Angeklagten,
Herr Rechtscandidat Ros enberger, machte geltend, daß der
Veweis gegen denselben nicht erbracht sei, da Eheleute Muller, die
aicht unpartheisch seien und deren Aussagen im direcken Widerspruch
mit denen ber Barbara Müller stehen, die einzigen Belastungszeu⸗
jen sind. Sollte aber auch wirklich der Schlag von Seiben her—
tühren, so stehe fest und werde selbst von der döniglichen Siaats—
behörde zugegeben, daß derselbe von Peter Müller angegriffen und
deschlagen worden sei, er habe daher im Zustand der Nothwehr,
um Mindesten in dem des Reizes gehandeit. Auch sei konstatict,
daß Müller schon vor dem sechzigsten Tage wieder gearbeitet hätte,
aher die Verletzung keine krimmelle gewesen sei. Das Resultat
er kurzen Berathung der Geschworenen war die Freijprechung des
Angeklagten.
Bermischtes.
F Am 30. Mai v. J. wurde Peter Reiland aus Schnecken—
hausen, Kantons Otterbera. in Mainz durch inen von iem

preußischen Soldaten abgefeuerten Schuß verwundet und starb am
1. Juniel. Is. in Folge dieser Verwundung. Wie wir hören
find nummehr die Verhandlungen über diesen Fall zum Abschluß
gelangt. Aus denselben ist zu entnehmen, daß nach einer von
dem Genannten selbst gemachten Angabe er dem Orte zuging, wo—
selbst er „Speltalel hörte, um den Krawall mit anzusehen“. Dem
preußischen Patrouillenführer konnte nach dem Ergebnisse der ein⸗
geleiteten Untersuchung eine Absicht, irgend Jemanden zu tödlen,
nicht nachgewiesen werden; derselbe wurde aber wegen fahrlässiger
Tödtung zu dreimongtlicher Feftungsstrafe verurtheilt. Zugleich
sah sich die k. preußische Regierung veranlaßt, dem Vater des
Reiland, welcher durch den Tod seines Sohnes eine Hilfe verloren,
eine Unterstützung zu gewähren, und übermittelte dieselbe der baye—
rischen Gesandtschaft in Berlin die Summe von 200 Thalern mit
dem Ersuchen, dieselbe an Reilands Vater gelangen zu lassen.
f Kaiserslautern, 24. Aug. Außer Laudstuhl hat
das gestrige Unwetter auch in Karlsthal bei Trippstadt große
Verwüstungen verursacht. Herr Müller Klug, dem plötzlich die
zanze Mühle überschwemmt wurde, soll nur an Mehl und Frucht—
vorräthen einen Schaden von über 2000 fl. erlitten haben; außer—
dem ist im ganzen Thal die Ohmeternte total zernichtet. Auch
auf der Gemarkung von Alsenborn sind auf Feldern und Wiesen
durch weggeschwemmte Früchte und Ohmer bedeutende Verluste
entstanden.
Buchen., im Badischen, 19. Aug Vergangene Nacht
kam in dem benachbarten Hettingen eine höchst schreckliche Mordscene
vor. Ein dortiger Bierbrauer hat seine Schwiegermutter, seine
Frau, seine Schwägerin, sein eigenes Kind und eine fremde Person
derart durch Stichwunden verletzt, daß erstere alsbald dem Tode
erlag und von den übrigen Personen drei noch nicht außer Le⸗—
bensgefahr sind. Der Thäter wurde noch in der Nacht dem Ge⸗
richt überliefert und die Untersuchung einleilet. Beweggrund zu
dieser verruchten That ist bis jetzt noch nicht bekannt.

F Falsche hessische Fünf-Gulden-Sscheine. Die Di—
rection der Staatsschuldencasselzu Darmstadt zeigt an, daß in neue⸗
ster Zeit wieder falsche, in Philadelphia angefertigte Grundrenten⸗
scheine zu 5 fl., d. d. 1. September 1848, im Verkehr vorge⸗
kommen sind. Sie warnt das Publikum vor deren Annahme,
weil kein Ersatz dafür geleistet wird, und fordert gleichzeitig auf,
die alten Scheine gegen neues Staalspapiergeld bei den öffentli⸗
chen Cassen umzutauschen.

Falsche Banknote. Bei dem Comptoir der preußi⸗
schen Bank in Konigsberg i. Pr. ist in den letzten Tagen eine
jalsche 10 Thaler-Banknote angehalten worden, die in leichter
Weise allein an dem dunklern Grün des Papieres, das zu dem
Falsifikat verwendet worden ist, erkennbar wird. Andere Merk⸗
male wird man erst gewahr, wenn man die Gebilde der ächten
mit denen der unächten Noten sehr aufmerksam vergleicht.

Am 13. August Abends vor acht Uhr, ereigte sich in Ber⸗
lin in der Mulaksstraße ein beklagenswerther Unglücksfall. Der
Laufbursche einer Spielwaarenfabrik war im Auftrage derselben
mit einem großen Paket mit sogenannten Salon-Pistolen nebst
der dazu gehörigen Zündmasse nach der Post geschickt worden und
hatte sich in der Mulatsstraße auf eine Vortreppe gesetzt. Ob er
nun mit dem Pakete gespielt hatte oder es fallen ließ, kurz, die
Masse explodirte und verletzten die Sprengstücke den Knaben der—⸗
art, daß er gegen 11 Uhr in dem katholischen Krankenhause, wo⸗
hin man ihn geschafft hatte, starb. Die Treppe, auf welcher der
nabe gesessen, stürzte in Folge der Erxplosion zusammen, und viele
Fenster der benachbarten Häuser zersprangen.

F Die Stadt Großwarde in gab in einem Schreiben an
L. Kossuth ihrem Schmerze darüber Ausdruck, daß Kossuth in der
Verbannung lebt und das Vaterland daher „gezwungen“ ist, ihn
in seinen großen Kämpfen zu entbehren,

— Pariser Blätter. wollen wissen: König Ludwig J. von
Bayern beabsichtige den nächsten Winter wieder in Nizza zu ver⸗
bringen, wo schon für ihn jetzt Genächer in der Promenade des
Anulais hergerichtet würden.

F Vor Kurzem hat in Frankreich der Bliß zweimal in Bahn⸗
züge geschlagen; in dem einen Fall (zwischen Rambert und Gre—⸗
noble) beschädigte er die Maschine; in dem andern Falle (Paris⸗
Lyoner Bahn) fuhr er in den Pofstwagen, beschädigte jedoch nur
verschiedene Sitzungsberichte des gesetzgebenden Koörpers.

f Die Universal-Ausstellung, welche fortwährend eine große
Anzahl Deutscher nach Paris fuͤhrt, hat seit langerer Zeit bei den
hier bestehenden deutschen Vereinen den Gedanken rege gemacht, für
ihre Gäste aus der Heimath und behufs einer oͤffentlichen Kund⸗
gebung der unter ihnen herrschenden freundschaftlichen Beziehungen
ein allgemeines deutsches Fest zu veranstalten. Die Aufforderung
zu einem solchen Feste ging zuvörderst vom Männergesangverein
Teutonia aus, dem sich auch sofort die Vereine Germania, Con⸗
cordia, Liedertafel. Grüne Insel und der hiesßoe deutsche Turn-
        <pb n="402" />
        berein angeschlossen, und so wird denn am 31 Aug. und am 1. Sepi.
das beabfichtigte Fest in den Lokalitäten des Salle Daulens,
Arena Wagean, unferu der Barrière de Dtoile, zur Ausführung
zebracht werden. Dasselbe soll am Samstag Abend, den 31. Aug.,
it einer einleitenden Festrede beginnen, auf welche ein von den
Hesangbereinen gemeinschaftlich unter der Direktion des Herrn H.
Willmann auszuführendes Konzert folgen wird. Der Nachmittag
des Sonntags, den 1. Sept., wird einem vom deutschen Turn⸗
erein zu veranstaltenden Schauturnen im selben Lokale gewidmet
derden und der Abend desselben Tages wird das Fest mit einem
allgemeinen Commers beschließen. —

F Ein scheußlicher Fall ward dieser Tage vor den Assisen
des Aisnes Departements verhandelt. Ein Zimmermann, Namens
hennequin, 45 Jahre alt, hatte gemeinschaftlich mit seiner 24jäh⸗
aͤgen Tochler ein geugebornes Kind umgebracht, das er mit dieser
in blutschänderischem Umgange erzeugt hatte. Schon seit neun
Jahren hatte dieses unnatürliche Verhäliniß gedauert und schon
inmal war ein gleichfalls kurz nach der Geburt gestorbenes Kind
demselben entsprossen gewesen. Um das Maaß des Gräuels voll⸗
zumachen, sagte die Unglückliche aus, es sei ihr, ehe sie die Beute
hres Vaters geworden, von ihrem eigenen Bruder Gewalt ange—
han worden. Ihre jüngeren Schwestern hatten sich nur mit
Hruhe den Nachsiellungen des Angeklagten zu entziehen vermocht.
Die Geschwornen erkannten nur der Tochter die Wohlthat mil—⸗
dernder Umstände zu, und so wurde diese zu 12jähr. Zwangsarbeit,
der Vater der Muͤtter und des Kindes aber zum Tod verurtheilt.

pMühlhausen, 21. Aug. In der verwichenen Nacht
hat eine heftige Feuersbrunst zwei große Gebäude der Spinnerei
Alfred Nägeli und Comp. in Mühlhausen vernichtet. Der Schaden
vird auf zwei Millionen veranschlagt. Etwa 1000 Arbeiter
werden durch das Unglück brodlos.“

Einen merkwürdigen Beleg für die Veränderung der Preis-
Verhältnisse innerhalb eines Jahrhunderts geben holländische Blät⸗
er in folgender Rotiz: Ein Bauerngut bei Groningen ward im
Jahre 1735 für 828 Gulden verkauft, im Jahre 1837 für
0.900 Gulden, und jetzt, nachdem das Gut um sechs Hectaren
verkleinert ist, für 48,825 Gulden. J

7 Bei St. Helens (Lancashire) hat in der Kohlengrube
Garwood eine Explosiou stattgefunden, die sümmtlichen 14 Arbei—
ern in derselben das Leben kostete. Ursache ist wahrscheinlich eine
don einem Manne Namens Topping vorgenommene Sprenaung.

Im Mai 1866 sind in derselben, Gruber ainc zwar gleichfalls
zurch eine Sprengung Toppings, 18 Personen umgekommen. —
Fast zu derselben Zeit wurden in der Kohlengrube Cunderhill bei
jongton zwei Arbeiter durch schlagende Wetter getödtet. Vor zwei
Monaten hatte hier eine Explosion und darauf folgend ein Gruben⸗
hrand statigefunden, weßhalb das Bergwerk bis jetzt geschlossen
war; die beiden nun verunglückten Männer waren hinabgestiegen,
um es wieder zu eröffnen. i
7 In Noidamerika hat man neuerdings wieder sehr gelun⸗
jene und pekuniär ermunternde Versuche zur Einführung der
hHeizung der Lokomotiven mit Petroleum angeftellt.
Landwirthschaftliches. 43
Fur Hausfrauen. Eine sehr interessante Erscheinung in
dem Gebiete der Milchwirthschaft ist das atmosphärische Butterfaß,
vie eß J. S. Fries Sohn in Frankfurt a. M. und wahrschein⸗
ich auch andere Mechaniker darstellen. Mit demselben kann aus
ischer Milch in 10 Minuten Butter bereitet werden, wobei die
Milch zu weiteren häuslichen Zwecken verwendbar bleibt. Ver⸗
nitteist dieses neuen Apparates wird die Butter nach und nach
erzeugt, nicht plötzlich, wie bei den gewöhnlichen Apparcten; man
emerki es deßhalb nicht vermittelst des Stoößers, wenn sich But⸗
er gebildet hat, sondern man sieht dieselbe auf der Oberfläche in
leinen Theilchen. Durch das Auf- und Niederbewegen des Roh ·
es wird immer Luft durch das Rohr in die Milch eingeführt
ind durch dieselbe getrieben, was die Abgekürzte Arbeit und die
Noglichkeit zuläßt aus frischer Milch Butter zu machen. Leute,
velche kleine Quantitäten von Milch besitzen und frische Butter
r den Tischgebrauch wüuschen und dabei noch fettreichere Milch
zurückbehalten wollen, konnen auch nur einen Theil' der Butter
ibnehmen, indem sie die Milch in irgend einem beliebiegen Grade
von Gehalt zurücklassen. Will man dagegen die ganze Butter
hon der Milch nehmen, so muß die Manipulation des Schüttelns
nach ca. 10 Minuten eingestellt werden, die bis dahin erzeugte
huiter dann entfernt und dann der Prozeß einige Minuten oder
d lange fortgesetzt werden, bis keine Butter mehr duf der Milch
rscheint. Man wird immer Butter aus Milch in innerhalb 109
NRinuten produciren und aus Rahm innerhalb 3 bis 8 Minuten
n entsprechender Jahreszeit. Der Preis für ein solches Butterfaß
tellt sih, je nach der Menge der Milch, die man auf ein Mal da⸗
ein verarbeiten will auf 3102 his 8/2 Thaoler.
——

— ——
Bekanntmachung.

— 2 * 2 F— 2 *
Färberei, Druckere
uund chemische Kunst-Wasch-Anstalt
PpP. BPloch, in Sarlouis.
mpfiehlt sich im Farben von wollenen, seidenen und halbwollenen Stoffen, in dem Neuwa⸗
chen von Teppichen, cachemir, Swals, Tücher, exöpe de Cino, Herren Garderobe ꝛc. x.
ie im Drucken sämmtlicher Stoffe in den schönsten und modernsten Mustern. Durch
angjaͤhrige Erfahruugen und neuverbesserte Dampfeinrichtung bin ich in den Stand ae—
etzt allen an mich gestellten Anforderungen zur Genüge zu entspreche. 7
Zur Bequemlichkeit des Publikums von St. Ingbert und Umgegend habe ich Herrn
Westphälinger in St. Ingbert ersucht, alle Auftraͤge für mich enlgegen zu nehmen und
u diesein Zwede eine Musterkarte bei demselben offen aelegt. — Recht zahlreichen Aui—
trägen sieht entgegen
2 ERlocli.
Auf Obiges Bezug nehmend, werde ich bemüht sein, die mir zugehenden Aufträg—
zuf's schnellste und punktlichste zu beforgen. Die Musterkarten liegen zur gefälligen
Ansicht offen.

1. Jahrmarkt zu Blies—
tastel ain Kirchweih-Montag
— den 2. Sept. J. J.
2. Viehmarkt daselbst
am Dienstag den 3. Sept.
Die Marktstandpläße werden am Sams⸗
jag den 31. Augustel. J., Vormittags
I. Uhr vergeben. e
Blieskastel den 22. August 1807.
DDDas Bürgermeisteramt
g. Linck, Adij.
Theater in St. Ingbert.
Direction von August Schroth.
Mittwoch den 28. August

Im Garten des Herrn Chandon.
Das Märchen
aus 100 und eine Nacht,

—

vIlirer.
. o.ä — it. — tr. Mohndt ohn—
Faß 40 fl. —tr. bis 42 fl. — tr. pe
30 Kilo. Repskuchen 68 fl. — kr. hi
77 fi. — kr. Branntwein 34 fl. 30 kr
zisz — fl. — kr.

Worms den 23. August.

Wir notiren heute: Weizen 14 fl. — kr.
zis 15 fl. — kr. Roggen 11 fl. 20 kr.
bis 11 fl. 30 kr. Gerste 9 fl. 30 kr.
zis 9efl. 40 tkr. per 100 Kilo. Hafer
-fl. — kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per A b 15 kr. bis — Maktnz, 28. August.
K. Roggenmehl — fl. — ir. bis — l Fruchtpreise) Weißmehl das Mabp—
— r. Roggenvorschuß 12 fl. — kr. bis ed 9 deib ä —2 Rog
12 fl. 20 kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr. zenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
is fl. — kr. Blumenmehl. — fl. —kr Pyfd.) 14 fl. 20 kr. — 14 f. 48 ktr. —
his — fl. — kr. per 70 Kilo, Reps Korn (180 Pfd.) 11 fl. 30 fir. — 11*
is fl. 2htr. bis — . ar der 833 40 kr. — Berste (160 Pfd.) 10 fl. 1560
Kilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. — kr. bis fl. —E.Hafer 120. Pid

. fe. Keinohl obhne Faß 25 fl. 6A 10 tr. — — il. — kr.

—XX
Das verzauberte Schloß.
Posse in 3 Abtheilungen von Plötz.
Guter Pfälzer Wein
1 6 kr. per Schoppen in
der Aayeorꝰschen
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Redaman. Druck und Verlaa von &amp; Demes in St Inabert.
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        —— I W 5 IJ 8 J

t. In berler Amzeiqger.
* ⸗ e 4 — — 3 ee ee DD
der Si Jugberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diens tage D onnexrstag
od Samatag. Abonnementspreis, vierteljührig 435 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift odet deren

—2* J Raum berechnet. — 1 .
Nro. 103. Donuerstag, den 29. August 1867.
e —— — — —— — — ZBE —— —— ——— —— — — — — ———— —
4: — 2* — * * —
Deutschland. sccwach genug gewesen sein Land unter seine vier Söhne zu vertheilen.
—Muünchen, 23. August.Am heutigen Tage ist unser re— Dadurch war die Macht Hessens definitin gelahmt, und es hat
gierender an 22, und 3 sein dunne e ehi Lud⸗ ie mehr einen großen Einfluns auf die Entwidelpus der deutjchen
wig J. 81 Jahre alt geworden: Das Fest ist nicht nur mit den Verhältnisse ausgeübt. Offenbar wurde dadurch guch das Empor
gewohnten officiellen Feierlichkeiten, sondern anch durch die Grund— treben Branden hurgs zum führenden Staat des “ protestantischen
steinlegung zu dem neuen Rathhaus begangen worden, das die Deutschlands mesentlich exlejchtert. Neber dem Fest schwebte inso⸗
Slade nch cinem großartigen Plan sich erbauen wird. — Do sers ein Unstern. als der eigentliche Jahrestag auf den 14. Juli
8i 44 B—— —44 363 dieses Jahres fiel. Da jedoch an gleichem Tage sich das unglück⸗
die Rinderpest in Riederösterreich neuerdings ausgebrochen ist, hate M ou — 2
das Mimhterium pie gewoͤhnlichen Absperrungs⸗ Maßregeln dort liche Gefecht bei und in Äschaffenburg jährte. so erhoh nich ein all·
— Ns owhenienen gemeiner Widerspruch dagegen. an diesem Trauertag ein Jubil aum
In Koffenhofen wird die Erzherzogin Sophie zu Be⸗ u begehen. und es wurden deshalb die schon getroffenen Fest
juch erwartet; auch die Kaiserin von Defterreich wird nach ihrer —A So bewegt sich auch das heutige Fes
Ruͤcktehr von Zütich einige Zeit dort verweilen. — Die Verhand in sehr bescheidenen Dimensinnen und. beschräukt sich ini Wescut-
ungen mit Herrn Generalstaatßzanwalt Stey ret wegen Ueber en auf uilitarische Schaustellungen und ein Feuerwerk. Der
nuhne des Ju stizmiinister iums sollen beendigt, und dessen Er— edherpo, dessen Namensfest gleichfalls heute ist, das auffallender
nennung soll — zu erwarten sein. — Fürst Ho hen— Weise bei einem Vroesten in Hessen gefeiert wird, wellt noch
Udhre ist heute Morgen nach Aussee zurückgekehrt, um den Ress in ver Begend von Salzburg bei dessen jüngsten Festen er zur ge⸗
seines Urlaubs dort zuzubringen. — Zum Juristentag haben sich ingen Erbauung des Landes als einziger deutscher Fürst anwe—
bis heule Morgen 135 Gäste eingefunden. — — u Die Sakzbur 4r46.
Mü uchten 27. August. Der Großherzog von Hessen hat isch F 44 2* ua Ie ** zb urget Beschlüsse
auf der Rüdkehr von Salzburg, wo er- täglicher Gast an der Ta— welcher tt e nh gewesen n moͤgen sind verurtheilt. noch
fel' der beiden Kaiser war, nach. Darmstadt hier übernachtet. Der Fe sie genau bekannt geworden, und Hriv. Beust kann üch r
regierende Könitg wird den größeren Feldmanövern auf dem Mühe eines Citentars an die diploniatijchen Agenten Oesterreichs
Lechfelde beiwohnenu Der Höchsicommandirende ist der Feldzeug im Auslande (also leider von jetzt ad auch in Preußen) ersparen.
meister Pring Venit puo 1dzdas Personalseiner Hoͤfhaltuun denn es wird in lein Meusch glauben. daß er FZrieden halten
sehl bereits Morgen auf das Lechfeld ab,⸗ won der Pring tägtiet 74 gF ve iwte Sdiedsrihteramt anmaßt.
nee e ehtshenhewnde auch der proußishe Hl ader Satzburg.it mchts. mme hr. zu sagen — Die 1d hhbem
nen beumachtle, Gencral p. Dartim anmn, den Mandvern bei haben, sind Revolutionäre., denn sie drovociren die Revolution und
wohnen. — Gestern Abend fand die Begrüßung der Mitglieder Innen nre Mãchte.aufdie Sthleußen der Revolution hin⸗
des deutschen Inristentages im geschmackvoll ie weisen. Wenn der Marquis de Monstier diese· letzten beiden
en Ralhbaussaale statrt. Man war bis zum Morgen — bei vor Zeilen zu Gesicht bekäme. so würde er. vetstehen, was damit ge⸗
uguchen Stoff von Gabriel Sedlmeyer — recht gemüthlich bei— meint ist Schwerer begreiflich ist. mie Herr p. Beust. ein Sachse.
sammen. Die Mitgliederzahl betrug um Mitternacht 616. Von eine Stellung in Oesterreich annehmen /konnte. welche ihn dahin
Ministern waren anwesend die Herren von Pfretschner und w. zebracht hat, wiit dem Feinde Deutschlands, also vnch Sachsens.
Gresser, dann Staatsrath —D nu e Foeen die Sachsen sich nicht wyn dem thrgeizigen
ebenjalls als Mitglied hatte einzeichnen lassen; von Auswärtigen doe —8* geaehen Ueberfubrt, wãre es um ihre haatliche
machten sich bemerklich die Herren Gneist und Goldammer aus Bisltuge 3
Berlin; Froͤbel (der künftige Redacteur des Regierungsorgaus) hat M. schreibt· ¶ Kein jüddeuntjcher Minister
Rechbauer, Brinz aus Wien..Sachsen ist besonders stark —— Salzburg mit Beust. dem alten Betannten aus der würz
hrefessor Wachter aus Leipzig wurde jn heutiger erster Ver burget Conferenzzeit her, interhandelt Nach wie vor bestehen die
samanlung zum Präsidenten ausgerufen.. * süddeutschen Schutzt, und Trutzbündnisse mit. Preußen, bestehen die
⏑8* Verträge über die Zolleinigung Süd- und Norddeutschlands, steht
rIr Dienstes- Nachrichten. — , das gemeinschaftliche Joll-Parlament vor der Thüre, und bereiten
Seine Majesiät der König hahen, sich allergnüdigst bewogen sich die süddeutschen Truphen vor, in Organisation, Bewaffnung
gefunden, unterm 22. August 1. Is. den Obereinfahrer Vnton ind Reglement der Heeresmacht des Norddentschen Bundes wie
Bockhardt in Mittelberbach zum Bergmeister in St. Ingbett. Glieder Ein⸗s Korpers ähnlich zu werden. Eine Reise des Kai—
—X entsprechend, zu befördern; sers Napoleon nach Salzburg hat an diesen Thatsachen, den Fol⸗
dann den Markscheider Emil Guaͤnther in Si. Ingbert zumgen riner geschichtlichen Umwälzung, des Krieges von 1866, des
Obereinfahrer und. Vorstand der Grubenverwaltung in Mittelbex⸗ sen Opfer den süddeittschen Bevolkerungen wahrscheinlich nicht
dach, seiner allerunterthänigsten Bitte willfahrend, zu ernennen. leicht geworden sind, Nichts ändern können. Deutsche Politik än⸗
Darmstadt, 25. August. Unsere Stadt feiert heute ihr dert fich nicht im Handumdrehen in Rheinbundspolitik.“
dreihundertj ähriges Jubiläum als Hauptftadt des Hes⸗Als zukünftiger Militärgouverneur von Nassau und Hannover
sen⸗Darmstädter Landes und ist deshalb mit Fahnen nud Laub— ist — nach der „Vost, — Prinz Friedrich Karl ausersehen.
dert reich geschmüͤckt. Interessant wird für viele imseret Leser die Berlin; 27. ÄAngust. Die treuzzeitung“ bemerkt: Wenn
Nottz sein. daß eine: Jeit lang eine Studt der jetzigen Pfalz in Oesterreich mit, Frankreich die Lösung aller europäischen Fragen
dieser Beziehung ihr den Rang abgelaufen hatte. Es ist dies vereinbaren wolle, so würden anch Rußland, England und Preußen
irmasen s. ein damals unbedentender Ort der an Hessen- hrerseits nicht müßig bleiben. Die Salzburger Zusammenkunft
Darmstadt ehemals angefallenen Grafschaft Hanau⸗Lichtenberg, rage die Schuld, wenn das Mißtrauen wiederum wachse und zur
wohin Ludwig II. von 17414 bis zu seinem Tode 1790 seine Re⸗ Bermehrung der Rüstungen nöthige. —Dem Vernehmen nach
sidenz verlegt hatte und jeiner Liebhaberei, dem Einerxerciren von wird dem Reichstag auch ein Gesetzentwurf über Kriegsdienst⸗
Soldaten, lebte. Bei der Rückverlegung der Residenz hierher zogen ver pflichtung im norddeutschen Bunde vorgelegt. —Der amerika⸗
auch viele Pirmasenser Familien über, so daß gegen diese Stadt nische Gesandte dahier, Dr. Ban raft, hat morgen seine An—⸗
hier noch eine große Pietät herricht. Die Erhebung: Darmstadts trittsaudienz und begibl fich am Freitag nach Dresden, um auch
zur Residenz eines Landgrafen im Jahr 1567 war für die Be— dort seine Creditive zu überreichen
dentung Hessens in Deutschland kein — nkfurt, 23. August. Das gesammte bewegliche Bun⸗
der Groͤßmuihige, der eine so eingreifende Rolle in der Reformations⸗ deseigenthum, mit dessen Auseinandersetzung die Ende Juli anfgr
geschichte gespielt halte und iün dem genannten Jahre sturb, war töste Liauidations-Commission beschäftigt gewesen, mag sich auf
        <pb n="404" />
        20 Millionen Gulden Flaufen. Nach der ufremmenstellung der an die Anrede 84 Maire von Ang Der —X * —X
Activa inch 3— e een vetiu —A Iroheu Feen nach einer Pp 6 d
das zur —, deine Artivvermoͤger der Bundes! wieder n Ihren Nitte und ich — sehr Xuut dez Gelegenheit
nassesan Vtun — — Hauptsnmmen Jtwes Kntown lstsu Sum Bhre Liümsche kenceiazi —
der Activa, einschüessich der bei Vem Bankhause M. A. von —* Ihnen zu —32 — meine Fürsorge für alle Interessen des
schild und Söhne verzinslich angelegten Gelder nach dem Stande Landes Ihnen niemals fehlen wird. Sie haben Recht, Vertrauen
obom 1. August 1867 mit 3, 421,637 Fl., 13,609050 Fl., da⸗ auf die Zukunft zu setzen. Nur die sch.vachen Regierungen suchen
zegen die Passiva 5,784, 496 Fl. (daruiter die zuviel bezahlten in äußeren Verwickelungen eine Ableitung für die Verlegenheiten
heiträge.verschiedener Regierungeti zu der letzten Erecution in Hot⸗ inn Innern. Abet wenn man seine Kraft hi der Masse der Na⸗
teit mit“ 2,699,641 Fl.nund die Abfindung Oesterreichs, vitem. ion schöpft, so hat man nur seine Pfliht zu thun, uns den dou⸗
burgs und Limburgs mit 2,916,656 Fle) beträgt. Bei jenem ernden Interessen des Landes zu genügen, und wie sehr auch das
Uctippermögen ist das Inventar in Mainz, Ulm, Rastatt ünd Lan- ationale Banner hochhaltend, läßt man sich doch nicdt zu üder—
dan nicht einbegriffen, das vorerst gemeinschaftliches Ethenhnineder ilten Schrileun hinreihen, wie hat iotisch sie auch sein uld gen.
vch betheiligten Regierrngen bleibt Kdeffen Werth ist zu , 036, 656 Fl Ich danke Ihnen fur die Geftchle⸗die sie itr die Kaiseriu. Und jur
berechnet, wovon der baar abgefundene Antheil Oesterreichs, Lu⸗ neinen Sohn aussprechen. Seien Sie versichert, daß sie meine
cemburgs und Vimbubgs L, 8 IG 686Flt beträgt), und ebenso sind dingebung an Frankreich ühellenimdibaß ihr großtes Glück da⸗
ticht einbegriffen, die Auf ca. 460, 000 Fl. angesetzten Erlose aus in besteht, dahin - zu wirlen, daß alles Elend aufhört und alle
Materialverkäufen in Main,“ Lurxemburg und Frankreich, welche Inglücklichen unterstützt werden, ν ”αι.
zum Idt te an die⸗ nachträglich zut bin u neItaliene
—2 t ko . m ngsplam des genannten — 3 1 oJg⸗ .
de — eeede —9 Preu⸗ — Foren 3.25. August. Die R— beabsichtigt dem⸗
den 2062146 Fl, dessen neuen Landrstheiten miden Hohen e an Mitlivnen Franken geistliche Guͤter der Submissivn
sollern zusammen 6G88, 118 Fl. guunnn
re Auge Wir hounigen Abendblatter ¶nelden. n ahe grnß Rigunn De Duncꝛemung verdfseütticht
— ————— Dischen Regierung vorbereitei demnächst ein königliches Deeret“ übet die Emission von Schatz⸗
verden worin vargelegt werden soll, wie die Entredue der beiden Nous. Fin, MinisterialzErlaß wird den Zeitpunct und die Verzin⸗
Monarchen in Saltzburg aufjufafssen sei und worin die Resultate ung feststellen. —B V—
derselben als eine Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens Aus Nachrichten, die der „Jtalien von verschiedenen Seilen
bezeichuet werden —Ver Bohemia“ zufolge, beinßt der uigehen, geht hervor, daß Geueral Garibaldi nicht auf, seine
don der cksleithanischen Ausgleichungsdepiitation gemachte Gegen- knutwürfe verzichtet, Die Regierung fährt fort Maßregeln zu er⸗
vorschlag die Beitragsquote nach den direcken Stenern. Hiernach Feifen, umn den Uebergang. bewaffneter Banden V hindern: Das
durde die von Ungarn beizusteuernde 86 Procent betragen. st Alles, was in ihrer Kraft steht, hu thun. — Baron P. v.
In Wien sind augenbligtich die Vertreter des füddeutsch-ftaͤn. RothschinmG Hat.dag Exequatur als General-Gonjul Italiens in
zosische dsterreichischen Eisenbahnderbands beijaimmen, um einen in. Wien W
ternationalen Tarif entgültig zu berathen. 9 ν , Die ⸗, Gazzette de —A erhält aus, Parlermo eine De⸗
Die Wienet. . Debatten.will wissen, die Reise v.. Beust'snach Nscher welche mieldet. daßz in jener Stadt dom I8. auf den 19.
Dresden habe eine doctige Zusaumentunft mit demn Grafen ww 58 Gholerafälte detaritt worden sind. Binnen desselben Zeitraums
Bismarck zur Absicht. , che, — lamen 72 Apordille voern 8 4.
Prag 24. August. Es finden mit den altczechischen Fiüh⸗ Genuag, 21.Auguft.“ Die eyste Emissionfür die grotze
rern Verhandlungen uͤber den Eintritt der Abgeordueten czechischer Finanzoperation im Betrage von 130422 0 Millionen wird im
Zunge in den Reichsrath statt. Die Verhandlung häugt mit den Monat October erfolgen Es werdeun Bprocentige Bous ausgege
Porbereitungen des Freiherrn v. Beust zur Bildung eines cisleie den, welche in Jahresserien rückzahlbar sind; diese Bons werden
wwanischen · Ministeriums zusammen, das bei Wiedereroffunug des deim Werkaufe der Kirchengitter für voll angenommen, so daß sie
Abgeordnetenhauses bereits justallirt sein soll, — voraussichtlich einen hohen Cours erlangen werden. Gleichzeitig
rse r ls ba d, 263. — Augnit; Naboleonhatt Oesterrrich in it dieser Emission- gelangen die Nirchengüter zunt Verkauffe fur
Salzburg seine guten Dienste angeboten um Nom gur Concordats, 'essen Gelingen nothwendig ist daß die ganze Masse der Kirchen⸗
Revision zu bewegen; jo verlautet hier von Personen. die sich in düter möglichst auf eree rgehlagen. werde, damit der deegie
Rouher“s Umgebung befinden· 77 zung keinv weiteren erwaltungskosten uud dergleichen dur Vaft
i, Kenr ls vade 24. August.n Die Moslaer Wallfahrer / las allen. —
den die anwesenden russischen Notabilitäten zur Theilnahme an der D i Schweiz. —.
Feier bei der Ueberbringung der Wenzelskrone nach Prag ein. Des Dem Beruer Blatt Bund!wird aus Eüddeuütschland be—
Grafeu Bismarg angebliche Hieherkuͤnft ist eine czechische Ten⸗ ichtet, Herr von Mohl habe kuud vielleicht nicht ohne Einfluß des
— ιöÜ—eetn tiee Freiherrn v. Beust) schon vor drei Monaten einen süddeutschen
—D—— Frankreich. ι Parlamentsentwurf bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, und sei
id n— BVrens s Spelzne . erselbe mit dem bayerischen Premier Fürsten ve Hohenlohe durch⸗
Baris 26. Aug. Die heute aus Spanien eiugetroffenen herathen worden Man weiß zwar nicht,“ heißteesir vief
. , eenre— W „*heißt es in dieser
Nachrichten lauten für die Jusurrectioun günstig; die Rachricht daß Mittheilung, „ob Hohenlohe bei den Jollvereinslouferenzen in Ver
Szuegeha sich sur die Insurtection ertlatt habe. hat sich noch nicht ie deg Galioune ree eeueaen an v
»estaugt·. ¶ Der .Temps“ behauptet, im September. werde in zin asler Bestimmtheil niederschreiben, daß Vesagter Ennwutf da⸗
Baden ine Zusammenkunft zwischen dem Koönige von Preußen mals jchon fertig lug und benn übrigen süddeutschem Negie migen
mird den Anden san Fursin sunfndnn Jus üaklen vf Ar Einsicht und Genehmigung unterdreiter worden ware Dan⸗
Der Epoque gehein Nachrichten aus Sp Ane n du gen ist sehr, zu zweifeln / wasn neine Berständiguug! erzielt worden
deuen zufolge nach der Niederlage des CKorps, welches pon Manso dine Woß die Gruwümen be Entwurfs selbst betrifft, so wird
de Zuniga befehligt worden war, und nach dem, Tode dieses Ger nur: bemertt, dasse darin anch⸗ jür Süddemschland ein dem nord
erals die Stadt Saragossa sich für die Revolution erklärt hat. ʒeutschen ühnliches Parlament: in Vorschlag gebracht wird.“ Veide
In einem anderen Zusammenstoß mit der Cavalerie der Armee Parlantente sollten stets gleichzeitig über dis, Gefammtdeutschland
beu die Rebolutionäre viele Gefangene gemacht. Oberst Valdrich nne enty
haben die n 3 erührenden Fragen zu Rathe sitzen und ihren übereinstimmenden
au der Spitze von 1500 Liberalen hat daß Reginent von Alcan— Beschlüfsen geenber dem Koͤnig von —6 363
J. A eet g von Preußen das Veto zustehen,
ata.in der Provin⸗ Barcelona vollständig vernichtet. Alicante waãhrend abweichende Beschlüsfe ohnehin spurlo— poruberzugehen
befiundot sich iun Aufstande. General Priu ist in Catalonien und atien Die Exekutive der jun Gesetzeskraft getretenen Beschlusse
vun ae dene e Die, baskischen Provinzen isie dam ein besonderen, aus süd⸗ und nordeutschen Elemen—
. 7.Als der Kaiser heute auf dem Nordbahnhofe anlangte, eu Musammengesetten Aundesn.nnnde auhennialen D —
wurde er. mit dem eisigsten Stillschweigen empfaugen, in der Thaii 9— Zürkei. ———
mit einer Kalte, wie er sie in Frankteich noch mie zu fühlen bee⸗ Koustanti nmopel, 27. August. Der Commandant
lbonnucu hat. Er hätte sich in Augsburg waähnen kdunen. Izzedin und sämmiliche Offiziere der türkischen Kriegsdampfer,
Heute früh sind der Kaiser und die Kaiserin nach Lille, deiche den „Arkadion“ vernichteten, wurden beiohnt und befordert
Dünlirchen. Roubaix und Turcoing abgereist, Die Reise nach der Sulan begünstigt auf das Energischste Reformen; er
Brüsseläist wieder aufgegeben worden. Donnerstag Abend sat das Ministerium durch Männer von der juiigtürkischen Partei—
wird, der Kaiser, in Paxis zurück sein und vou hier wird er schon Maharud Eddin und Sufi Bey, ergänzt. — Fuͤnd Passcho bat
au nöchsten Tage nach Biarritz a rcisen. in der Krim bei'm Czaren“ enen sehr, freundlichen Empfang ge—
Waris. 27. Ana. Der Moniteur“ enthält die Antwort uimg⸗n de
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        Rusiland.

Pehkersbuxg, 26.. Augiist. Der amerikanische Dampfer
Qualer City“ ist mit 79 amerikanischen Familien in Odessa ein
jetroffen und ging am 24. nach der Krim ab.
St Petersbur 26. Aug. Die Regierung hat mit
Folts Fabrik in Newyork einen Coutract abgeschlossen, wonach
letzere innerhalh zwei Jahren, 100,000 Hinterladungsgewehre
—DV—— System zu liefern hat. F .

Amerika. —
New-York,' 15. August. (Mit dem Amerika, welcher in

Southampton mit 138,087 Doll. angekommen ist.) Admiral· De⸗
gethoff ist iu Rew-Orleaus angekommen. Man meldet aus Vera—
cruz unterm 13. Juli: Juarez ist in Mexico mit Begeisterung
enpfatngen worden.. Man versichert, Maiquez sei in die Hände
der mexicanischetr Behörden gefalleit und der Verräther Lopez sei
ermordet worden. Der Fürst vom Salm ist zum Tode verurtheilt
worden. Der mexicauische Congreß wird im Monat November
zusanmmentreleit. Die Prüsidentenwahl wird im Dejzember vorge—
aomuen werden.

Echwrr erichtssitzungen.

III. Quartal 1867.

V — — —— — 2.
Zweihrücken, 24. Aug. Anklage gegen Balthasar Frei
24 Jahre alt, Tagner von Stetten, wegen kriminellen Diebflahls
Die beiden Häuser der 70 Jahre alten Wittwe Schottler
and der Wittwe Mattern in Stetten liegen dicht nebeneinander an
der Straße. Am 8. Mai 1867 hatte letztere des Nachmittags ihre
Wohnung verlassen, die in den Hof fuüͤhrende Küchenthüre, eine
jog. gebrochene Thüre, an ihrer oberen Hälfte von Innen verrie⸗
Jeit, die Hausthüre abgesperrt und den Schlüssel mitgenommen,
das Hofthor dagegen offen gelassen. Die Hausthüre ging, als
Wittwe Mattern um 6 Uhr Abends heim kam, nicht auf, weßhalb
ein Küchenfenster von Außen geöffnet und ein Kind in dasselbe
zehoben wurde, wobei man fand, daß an der Hausthüre der Nacht⸗
riegel von Innen vorgeschoben war, was erkennen ließ, daß unter⸗
dessen Jemand im Hause gewesen sein müsse. Beim weiteren
NRachsehen fand sich an einem kleinen Wandschrank im untern
Wohnzimmer das Schloß durch ein meiselartiges Instrument los

gesprengt und daraus nach Angabe der Eigenthümerin der Betrag
bon ungefähr 22 fl. entwendet. Auch war der Deckel einer in
der Dachkammer stehenden Kiste, in welcher dieselbe einen größeren
Geldbetrag — nach deren ersten Angaben etwa 683 fl. — auf
bewahrt hatte, wacklig. Als man diese Kiste öffnete, war sie durch
wühlt und das Geld bet Seite geschafft, Spuren an der Kiste
zeigten, daß sie; mit einem ähnlichen Instrument, wie der Wand—
schrant geöffnet worden sein mußte, wie denn auch der abgebro⸗
chene Theil eides Bankeisens darin gefunden wurde. Die Scheibe
eines Zimmerfensters war ausgebleit und an der Küchenthüre er—
sichtlich, als sei zwischen den beiden Hälften ein Instrument ein—
zezwäugt worden. Da es nicht wahrscheinlich war,- daß der Thäter
von der Straße aus bei hellem Tage durch das Hofthor herein
lam, forschte man weiter nach und sah an dem Schwenstall auf
det Seite der Wutwe Schottler, daß hier Jemand hinaufgestiegen
und mit dem Fuß mehrnials abgerutscht war. Man konnite hiezu
leicht den Kloben dex Stallthüre als Halt für den Fuß benutzen.
Zugleich nahm man wahr, daß die Hausthüre und die Fenster
der Wittwe Schottler geschlossen waren und diese selbst auf mehr⸗
faches Anrufen keine Antwort gab. Man schlug daher vin Fenster
sin. durch. das man einstieg und fand dieselbe in ihrem Zimmer
vbollig angekleidet leblos auf dem Bette liegend. Die alsbald be—
hatigte Seltion ergab jedoch keinerlei Spuren von Gewalt, son⸗
dern das Resullat. daß die Verlebte von einem, vielleicht in Folge
tines plößlichen Schreckens eingetretnen Schlagfluß detroffen worden
war. „Nachdem der zuerst der That verdächtig Gewordene sein
Alibi nachgewiesen hatte, fiel der Verdacht auf den Angeklagten.
der am Tage der That non Morgens bis Abends nicht zu Haufe
va:; bei sofortigen Nachforschungen fand man an seinen Stiefeln
Spuren von Kulk und an einem Schaft anstatt des entfernten
bankeisens einen Nagel frisch eingeschiagen. Er wurde sofort
Derhaftet, suchte aber, jedoch ohne Erfolg, aus dem Polizeigerichts⸗
zjefaängniß zu Kirchheimbolanden zu entlommen. -Als am I3. Peai
2arauf bei Wittwe Schottler versiegelt wurde, fand man das Sack
hen und Kästchen, worin dieselbe gewöhnlich eine bedeutende Summe
Geld aufzubewahren pflegte, leer. Am nämlichen Tage machte
deldschütz Frey die Änzeige, die Ehefrau des Angeklagten habe
ihm mitgetheilt; dieser habe ihr die Verübung der That gestanden.
»as, was man suche, sei in einem Dunghaufen und im Kartof⸗
felstroh versteckt. Wirllich fand man dorien mit einem Taschentuch
*8. Angektagten umwigelt einen Geldbetrag von 3091 fl, 28 ir—
n den von Wittwe Mattern angegebenen Sorten und in einem
dorbe eine Menge der Wittwe Schottler gehörigen Gegenstände

im Werthe von 39 fl. 12 kr. Nachdem man dem Augelklagten,
zer Anfangs längnete, diese Belastungsmomenke vorgehalten haite,
zestand er endlich, die beiden Diebstaͤhle begangen git haben, umd
war wilk er die Effekten und 34 fl. Zebre baur Geid größten⸗
heils bei Wittwe Schottler und das übrige Geld bei Wittwe
Mattern geholt haben. Bei dem erbrochten Beweis und Gestände
niß des Angeklagten berührte dessen Vertheidiger, Herv Rechts-
undidat Klbumnde, diur die Frage, ob die beiden Diebstänlo bei
inem und demfelben diebischen Uüternehmen ve übt wurden, oder
ob sie nicht getreunt zu betrachten seien Nach dem Schuldigspruch
der Geschworneen wurde Angeklagter zu einer Zuchthausstrafe von
5 Jahren verurtheilt. *
Zweibrüchen, 26. Aug. Anklage gegen Karl Hoff
mann, 52 Jahre alt, Schullehrer und Rechner der protestanti⸗·
ichen Kirchenkafse zu Berggabern, wegen Amtsuntreue
Der Angeklagte hatte in seiner angegebenen Eigenschaft dir
Ausgaben und Einnahmen der protestantischen Kirchenkasse zu
Bergzabern zu besorgen und die nöthigen Bücher in dieser Hinsicht
zu führen. Die Schuldtitel der angelegten Kapitalien waren im
Pfarrhause zu verwahren, fie waren jedoch dem Angeklagten fort⸗
wührend zugänglich. Schon bei der seit längerer Zeit zum exsten⸗
nale wieder am 6. September 1864 vom igl. Bezirksamte vor-
zenommenen und ebenso bei der am 29. Mai 1866 wiederholten
Kassenrevision bei demselben ergaben sich mehrere Anstände und
Anregelmäßigkeiten, insbesondere fehlten munche Schuldtitel, bezügt
lich deren der Angeklagte erklärte, sie seien theils im Pfarrhause,
theils in den Händen von Geschäftsleirten, um sie einzutreiben
u. s. w. Von Seiten des k. Bezirksamts wurde nach der zweiten
Revision ernftlich auf Abstellung aller gerügten Mängel gedrungen.
Der Angeklagte versuchte jedoch mehrfache Ausflüchte und machte
in dieser Beziehung in seinen Verichten unm ihre Angabenn. So
gab er Anfangs dieses Jahres an, es lägen circa 83000 fl. zu⸗
rückbezahlte Kapitalien zur Anlage bereit, und als das Presbyteri⸗
um zur Wiederanlage derselben schreiten wollte, erklärte er seine
erste Angabe als einen Irrthum, indem es nur 2100 fl. jeien.
Das Presbyterium, das nunmehr Verdacht schöpfte, fixicke —X
23. Marzek Is. zur Rechnungsstellung. Als man hiebei die
Unwahrheit seiner Angaben entdedte, gestand er, und auch spater
bei der am 23. April darauf durch das k. Bezirksamt vorgenom⸗
menen Revision Kapilalien eingenommen, aber nicht verbucht zu
haben. Nun wurde dem Angeklagten Kasse und Rechnungswesen
abgenommen und am 29. dess. Monats, im Beisein des Ange⸗
klagten dessen Rezeß festgestellt. Hiebei ergab sich, daß derselbe
bis zum Jahre 1866 an Kapitalien, die er immer noch als ge⸗
chuldet in den Büchern fortführte. eingenommen hatte 5580 fl.
rx. Das Deficit in der Kasse pro 1866767. betrug 240 fl.
24 kr. ind von Aug. Jung von Bergzabern hatte derselbe an
Steigpreis mehr eingenommen als derrcchnet den Betrag von 11fl.
12 kr., so daß er im Ganzen Gelder der protestantischen Kirchen⸗
asse im Betrage von 8782 fl. 17 kr. in seinem Nutzenn verwen⸗
det hat. Von seinem Schwager Fuchs und seiner Schwägerin
Witltwe Knoll, wurden 300 fl. hierab abgetragen. Erstecer gab
noch Anweifung anß 193 fl. 31 kr. Mobelsteigpreis und der Au
zeklagte selbst auf 4521 fl. Immobiliarsteigpreis; dessen Schwat
ger und Oheim verbürgten sich endlich für eine Summe von 900 fl.
Der Angeklagte, der außer seinen' Remisen als Rechner noch sei—
nen Lehrergehalt hatte, stand bisher in einem ganz guten Ruf und
»ei dem Umstande, daß derselbe noch anderwäris über 1000 fl. an
Darlehen aufgenommen -hatte, ist nicht leicht zu erklären, wie e
die betreffenden Summen verbraucht hat. Der Vertheidiger' des
Angeklagten, Herr Rechtscandidat Sauter, führte aus, dag auf
Seite desselben die Absicht, die Protestantische Kirchenkasse in verge
abern zu benachtheiligen, nicht vorhanden war, wie denn diese auch
durch den Angeklagten vollständig schadlos gestellt ist. Wie zu er⸗
varten/ wur⸗e der Angekkagte von den, Geschworenen', für nicht-
chuldig erklärt und sofort im Freihelt üesttzi.
Beonꝛnn mnni ch e ..
Sararbrüchen, 26. August/ Vorgestern hate sich in dem
aahen Sutzbach ein Unglüch zugetragen; das zuden vielen eine
xeue. Warnung ist, daß man Kinder nie ohne Aufsicht lassen und
zeuergefährliche Sachen aus⸗ ihrem Vereichs wentferui halten soll.
Am Samstag Vormittag ging die Frau des SGergmnanns Grober
diesem threm Manne das Essen tragen mid ließ, ihre drei Kinder wo⸗
von eines in der Wiege. lag: allein in der Wohnung zurinl. Die
zwei älieren Kinder hatten das Unglüch einen Pulvorrath det
Vaters von circa 20 Pfund zu entdedken, und machten sich mit
demselben zu schaffen — kurz, plötzlich erschreckte ein furchtbarer
Ktnall die Ortsbewohner und man sah das Haus des Grober in
die Luft fliegen der Art, daß nur noch die nadten dier Mauern
tehen. Die zwei ältern Kinder lagen bewußtlos unter den Trum—
mern und sind bereitz in dem Hos⸗pital, wohin sie gebracht wor⸗
den hud, an ihten Verletzungen geftorben, während wunderbarer
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        wWeise das jüngste Kind, dessen Wiege völlständig zertrümmert
ein soll, fast ohne iede Verletzung davon kam. Das Haus ist ver⸗
ichert, die Mobiliargegenstände jedoch nicht, weßhalb eine Sammlung
in Sulzbach veranstaltet worden ist, um der junglücklichen Familie
u Hülfe zu kommen. Wie wir hören, lieferte die Sammlung
in recht erfreuliches Resultat.

f(Ein Attentäter.) Um durch die Sicherheitsvorkeh⸗
rungen bei der Napoleonsreise nicht allzusehr der Lächerlichkeit an⸗
jeimzufallen, mußte K tont prix ein Aitentäterchen aufgetrieben
werden; er hat sich gefunden. Wir lesen in mehreren Blättern
folgende Münchener Notiz: „In Salzburg wurde ein Mann arre⸗
irt, der durch seine Aufgeregtheit und seine verdächtigen Reden,
denen zufolge er das Leben Napoleons bedrohen wolle, auffiel.
xrrr war von Würzburg her der Polizei signalisirt und die Unter⸗
uchung wird herausstellen, ob ein Verbrechen beabsichtigt war
der oh man es hier — (o weh) — mit einen Narren zu
hun habe.

— Für den österreichischen Lehrertag sind bis jetzt 900 An⸗
neldungen eingegangen, darunter jedoch aus Tyrol nur von einem
dehrer und auͤßerdem von vier Lehrerinnen. de e

Die aus Merico zurückkehrenden österreichischen Freiwilligen
zelaufen sich auf 198 Offiziere uͤnd 567 Mannschaft.

7 Paris, 24. August. Im Ausstellungspalaste herrscht seit
seute Morgen große Aufregung. Man hat nämlich alle Kaffee—
Jaufer, Restaurationen und Bierbrauereien gezwungen, die Stühee,
ie sie vor ihren Etablissements aufgestellt haben, hinwegzuräumen.
die kaiserliche Ausstellungs⸗Commission hat in ihrer Sucht, aus
Allem Geld zu machen, das Recht Stüble im Innern des Pala—

tes aufzustellen, an einen Speculaken vergeben, der dieses Recht
zun auch auf den Platz ausdehnt, welcher sich vor den genannten
Flablissemnents befindet. Diese haben in ihren Contracten die je—
denfalls verzeihliche Dummheit gemacht. sich nur das Recht vorzu—
behalten, Tische vor ihren Anstalten aufzustellen. Die Commission
nahm zuerst Partei für die Kaffehäuser, aber der Speculant wandie
sich an die Gerichte, gewann seinen Prozeß in doppelter Instanz
und brachte heute das Urtheil zur Ausfü,rung. Die Entrüstung,
Fie dadurch entstanden, ist ungewöhnlich. Die kaiserliche Commijs⸗
ion hat schon jeit langer Zeit durch ihre Schmutzereien den Un⸗
illen Aller wachgerufen. Diese Affaire hat aber der ganzen
Zache die Krone anfgesetzt. Ein großer Theil der Vorwürfe,
velche man der Commission macht, fällt natürlich auf die Regie—
zung zurück, da sie es ist, welche die Leitung der Austellung sol⸗
hen Leuten übergeben hat. Unter den Besitzern der Kaffeehäuser,
Ktestaurationen und Bierbrauereien, von denen viele in Folge der
jarten Bedingungen, welche ihnen die kaiserliche Commission aufer—
egte, am Bankerott angelangt sind, herrscht unbeschreibliche Aufre-
zung. Sie wollen ihre Anstalten schließen; 800 Kellner sind be⸗
reits enilassen worden, da in Folge der Unterdrückung der Stühle
ur noch wenig verkauft werden wird, denn bei der drückenden
Hitze wird Niemand sich in das Innere der Etablissements ein—
perren wollen. Was die Wuth der Genannten noch erhöht hat,
ijt, daß die kaiserliche Commission jetzt von ihnen auch das Ein—
— nämlich, daß sie jedesmal, wenn sie
nder ihre Angesteltten ein⸗ oder ausgehen, durch das Tourniquet
assiren, d. h. einen Franken bezahlen. Für einzelne Cafés und
destaurants beläuft sich die tägliche Ausgabe auf Hunderte von
Franken.

Bekanntmachung.
Samstag, den 81. d. Mts. Nachmit⸗
ags uum 2Uhr werden die Arbeiten zur
Erbauung eines Durchlasses am Hunger—
»fuhl an der Straße von St. Ingbert
jach Spiesen — und zwar an Ort und
Stelle — an den Wenigstnehmenden ver⸗
geben. — 2A—
Plan und Kostenanschlag liegen zur Cirnnn skastel J
icht auf dem Bürgermeisteramt offen. Sammtag den 31. August J
St. Ingbert den 28. August 1867 —3—33. J
Das Bürgermeisteramt: Vorkirchweih;
Chandon. Sonntag den 1. und Montag den 2. Sept.
reinge— Tauzmusikz
—
— nzeige * dienstag Reunion mit
Die Mobilienversteigerung des Schneider⸗ AIA.
meisters Alpys Holzner dahier findet Tanzunterhaltung n
erst an einem späteren Tage Siatt. auf dem Tivoli in Blieskastel.
Das Neneste in Winter Kleider⸗ T ATTT—
foffen jeder Art, ist in reichhaltiger Creuznacher Mutter-—
Auswahl angekommen; auch habe ich eine J.
Paetie vorigijähriger Kleider⸗ la uchensalz bei .
swvffen zu bedeutend herabgesetzten Preisen Fritz Panzerbieter.
ausgefethz. scscari Benancie UoII. KFOBBFA-
—— — v—⏑ — 0IIha rimge.
Guter rother frauzösischer
1 * F n AIM 29
V oimn per Schoppen vrineraxicase 4
à 8 kr. bei *8 — NMainaerhandksehen
Seinrich Schmitt, rrisch augelommen bei 3
— ——
Citronen, Rosinen, Feigen, Theater in St. Ingbert.
IICXsSkh 555 — —F—
Sorten Gewαε, Thee, VanilIIe, Direction von August Schroth.
Punsehessenz, Ruma, Arac, Drittletzte Vorstellung.) —
iναα, ινννεν, U-Freitas den 39. August.
—D;X Ju Garten des Herrn EChandon.
nne Schalen..
— ——— rA v—
ner i iν VIIIEäyι R m αα,
XXXEIIXVEXVV Ein Meib aus dem Volxe.
Weinessig, feinstes ünlatöl, Gemaälde aus dem Volksleben in 5 Acten
ICCCXE won Donnery und Mallian.
ri kx Manzerbieter. Dentsch von Drärler ⸗Manired.
Te wat⸗dniiches Futtermalz per Bei Wilbem Stuppan der Bahn⸗
Zuber b 10. ist, zu haben bei hofestraße wird guter pfälzer Wein
NRNudolvh Munzinger. ue hophen zu' 6 Kreutzer berzcvit.

—

Verflossenen Dienstag Abend
zei Ankunft des letzten Bahnzuges, ist mir
ein kleines Hündchen, sogenanntes „Königs—
hündchen,“ dunkelgelb an Farbe, lanhaa—
iig, mit weißen Füßen, und auf den Na—
nen „Bellin“ hörend, durch Unbekannte
entkommen. Ich ersuche um Rückgabe, u—
varne vor Ankaufßf. J

St. Ingbert den 29 August 1867.
oVobð hB Strack.
Guter Pfälzer Wein.
4 6 kr. per Schoppen in
der Aay orꝰschen
Brauerei.
drucht⸗, Brod⸗, Fleischenrc. WRreise der
Stadt Zweibrücken vom 29. Augujst.
Weizen 7 fl. 43 fr., Korn 5 fl. 28 kr.
Berste Areihige, —fl. — kr.Gerste —
eihige, — fi. — tr., Spelz 4fl. 45 kr.
Speiztern — fl. — tr., Dinkeln il
»kri Mischfrucht 5fl. 15 kr., Hafer
4 fl. 42 iri, Erbsen 4 fl. 42kr. Wicken
fl. — kr., Kartoffeln Ufl. 12 kr., Hen
fi. 12 kr. Stroh 1fl, — kr., per
Zentner. Weisbrod 112 Kilogr., 19r.
Kornbrod 3 Kgr., 24 kr., ditto 2 Kgr.
16 kr., ditto VKgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Agr., 31 kr., 1 Paar Weck, 75 Lolh
ir Rindfleisch 1. Quat, is tr.2
Qual. 16 kr., Kalbfleifch 14 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
hin Wein 24 Ir. Vier, Jtr. per Liter
hutter 26 kr., ver Pfund.
Frurhtvreise der SEtadt
*aiferslautern vom 27. August
Weizen 7 fl. 36 tr, Karn 5 fl. 366
zpelzkern — f. — kr.. Spelz 46
—
I tr Erbfen 3 fl. — kr., Wicken — ĩ
— kri, Linsen 5 il. 23 kr. per Zentner
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 26 kr
3 Pfd. Gemischtbrod — kr. und 2 Pifd
Weißbrod — kr.
Nedaftion. Oruck und Verlaag von F. X Demer in 7 JIuabert.

— : Ifry un
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        ν ινα νι —J νι— u t Ai ια inut
AILMAMAALLA να
.
h n 18 2.
J— MAM 2 e 2 * —RA
ι — — * ét rιν s ν ι—. li ,n
— [ — —
ν rα utue 2
— Qit 3 53 z33— ν— — —
Der St. Fugporter Anzeig eghinit seiriem dügiterhaltungsblatie erscheint. wöchentlic dreimzane. Dicna na g Donnexstaga
simo Saustag., Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzy. Anzeigen werden min Z. Krzr. die dreispaltjge Zeile Blatischrift oder dereun

οι α —DD DDDDDDDD —— Raum berechnet ne 1ü ο e tiι
Rro. 104.. et nt 14 n SEamstag, den 81. Augusta i.inj ι— 1867
—S
ν , , ιν r — ι ινο α—— 217 α
Deutschlanden ee elgrüßtz Die erste Sitzung wor nicte zur Neberreichung, der Vora.
Aus Muünchem;. 26. August' wird der Allge Ztg.“ geschrie⸗slagen ·bestimmt, uͤber welche, die Vertrauensmänner ihr, Gutachten
den, daß mder den Tag des Miederzusammeneitzdes Landtags absugeben ¶Hhaben. Morgen werden die Berathungen beginnen.n
es wurde der? 28. Sept! geuannt— noch michts hestimmt sei welche unter / personlicher Leitunge des Ministers des Innern. andes
Wie Mwin vernehmen, wird es wohl Oetober werden, bis die Kam⸗ Vetheiligung detz Geh Ober-Regierungsrathet and MPinistexialdirech
nern wieder“ einbetufen werdeni tors ꝙp. Kluͤtzome des Gehi ————
Munchen, 27. August. Der König hat heute einen Ge⸗ Landraihes d; Flottwell,? als Regierungs. Commifsare⸗ — —
chafterager des hern sul an is hoam Hofes einen errin de sollen⸗n VAls Protokollführer -fungint der Landrath Persius.. inzt
Neuveville empfangen Brasilien war lange unvertteten in Munchen — J nDie Kreuzzentung“.Blerbt dahei, daßzim. Salzburg ber
eneral v Hartem amm gheht auf Einladung des Kriegsministe- schlossen worden sei. auf BildungnginesSuddeutschen Staatene.
hitiih nach dem Lichselden stes Zeitnngsgerede uübet bundes uinter Leiiung Oesterreichs hinzuwirken, Indessen führt sie
Verhandlungen mit Herrnirv, Siteih die tu wegen Uebernuhmen des lbst an, daßz weder die Iegievungen —
Justizportefeirilles wird neusrdings fürs unbegründet erklärtnun Bayerns. und Wuplomberganwon einem solchem Planc enas wisgt
Maunschen, 272August!nn Das, Frankfurter Journal“ und sen woslten, Amd mau⸗ kann hinzufügemcdaß dier Qesterreicher ebenz
nach ihm jehteauch bayerische Blätter! melden, die Kosten des vom falls keine Weiterungen wegen Deuischlands haben wollen und üch
. Deleber un hiet neu erscheinenden Blattes unter Julius Frö— Jegen alle napoleon'schen Piane aussprechen, dien min Krieg endigen
bels Leilung,der Suddeutschen Presse,“, würrden von der könig⸗ dunten. Dennoch meint die Kreuzzeitung: „Unzweifelhaft. wird?
lichen Cabinetscasse getiagen werden. aunnin der naͤchsten Zeit der diplomatische / Druck begonnen werden,g
— Vom Kriegsministerium cistder. woenßische Militärbevoll anmn dien Südstaaten für,die Plane - Frankreichs unnde Oesterreichs zu—
mächtigte Generallieutenant v. Hartmaunzur Theilnahme aun den ewinnen.h· Indessen scheint es dennoch,n daß⸗siern sich mit ahrer
Manddern auf dem Lechfelde eingeladen worden, -— Heute Vor— Ktachricht etwas zu weit vorgewaghihat. Ihreigenex Wiener Kor⸗
ittag von Obis I0re Uhr war die erste Plerarsitzung des Ju— rxespondent . meldet ihr, alle Nachrichten. non bestimmten -Abmach—
risteniags.“ Um“13 12. Uhr begannen die Sitzuigen der Abthei angen politischer Ralur, pie in Salzburg sollten statigefunden haben, —
lungen und Abends ist im Hoftheater Festborftellung, bei welcher waren unrichtig Ignlu h iLMα, plraße 280
nach einem von Herrmann Schmidt verfaßten Prolog dieu Oper veee Augut Durhh bile Postherrͤoe ins denjens⸗
Fast aufoefuhtt virbe Zu dieser Vorstelluͤng stutd alle Platze des nen Stacten in welchen gich hisher die, Thurnen und Zarische
Thruters den Juristen reserbirt und nur für Parterre Aund Gallerie dostberwaltung befunden halte, ist ünter anderem auch sestgestellt
Hillete derkänfticheν ———— dorden, daß In Betreff, der Porlofreitzet. überall fortan die aͤni
uet hettn e e heit— amtüch . mit,Seinenagestäg Preußen hiettdet besnehendenn Bestianm unngen. inn. Aumwandunig loune
der König haben allerhoöͤchst zu genehmigen geruht, daßmit dem men, die, einzelnen Beamten und — dort bisher gewährle
30. Sepiember ds gdie Baherischen Zeitung! zu ¶erfcheinen poriofreihein Ilso, wegfallen soll. Für die Ushernahme, der Post.
aufhbreeen unu e rrt gerwaltung gahlt Preußzen jährlich —— 40900 t.
Ngn uen chen, 28. August. Die Subehmmisfidn ves Ausschitset 22 Ihleh an Sachseue Weimar 10.377 6 Sgus
füt bie neue SCibilprbceßgesehgebung⸗bestehend / aus den Herten n Sadsen⸗ Coburg · Gotha 6250. Thlx. an MReningch dö
iph GerePrafidente h Reunmahr, Lidvocat Dr. M. Barth, Be— W Ihlr. en Reuß jümgere Lime 380 ir an Dippen
nehierat Vehringerund itisterialrathh Vr.. Weis wird Detmotd 20 , an Schwarzburg-Sonders hausen I305 Thlx.
eee dee isammemteeien un bie edactien der 164 —I — — —
Ausschußbeschluffe hinfichtlich des dritten bind her übrigen Bücher Berlung 28. August. Die — —
vorzunehmen; dieselbe · gedenkt ihre! Arbeiten in zehn⸗ bis vlerzehu in Nurzem in Bexlin zuündliche Verhandlungen über die Bedingun⸗
Tagen In vollenden · Daß Xxhatsachliche was bisher uber den gen der Ahtretung noxdschleswig's cher Districte tagitfiden werdenn
Melitargesetzen twurf bekannf e it ußt sih in dbald die, danischen Colnmissarien ernannt sind dDie dannor
Folgendem — Die allgemeine Wehrpflichtaist das »erischen Provinziglstände werden —ä—
aeren —— Die Wehr. Die Hauptberathungsgegenstäude für ———
sfcht vauert big zum svollendeten 32.Gebensjahr!. Von einer ner sollen die Kreiederlretungen ünd die Ständevertretung im Ret—
Dienstleistung daruber hinaus spricht der Entwurft nicht. Kleinere erungedezirt Kassel seinz sonstigen etwaigen Wünschen. der Verzn
Gebrechen enthinden bon der Diensipflicht nicht;“ die⸗ mitt solchen franenẽmanuer will dig Regierung, moͤglichst eEntgegenkonzmen ·
Behafteten werden je nach ihren Gebrechen und“nihrer Lebensstele Seit einigen Tagen yerweilen in Valu. spanische Beqmte )
lung in Kanzleien, Lazarethen, Werkstätten u. s. w., vetwendet. um sich überdie Organisation des Telegtaphenweseng zun inez
Das Loosen ist wie in Preußen eingeführt; eine hohe Nummer ormiren. 21
aeie wen don der Dienstshagte das Lobe vedingt uurx ln, 275 August.. Der Kölm Ztg.“, wird aus Paris
die Privntatein der: Einübung in den Waßfen.“ Im Falle einet geschrieben, daß das Gerücht von⸗ der Ersetzung. de Moustier
oinacheng wiedesäͤmmtichestreithare Mannshaft, gleichdiel durch Lolvur d'Auvergne mit größerer Veitimuitheit, öiederholt
velcht Nummer sien gezogen⸗/ einberufen. Ein zweites Aufgebot werde e e —— 4
senn der Enkwurf':nicht; ebesisowenig gestattet⸗ er Stellvertretung naFrankfurt, 27. August. Die erste Ausgabe des —
der Wostauschenne 77 latts von Ne 237 des „Frankfurter, Journals“ ist gestern Raͤch⸗
Hombuͤrg, 28. August. Auch von dem Staditathe da⸗ nittags polizeilich mit Beschlag belegt worden, Veranlassung zu
hier ·in heute eigeiß vd best gegett die Einfuührnnig . der Socialge. dieser Maßregel hat ein der D. A. Z.,“) entlehnter Artikel“ aus.
jete in, der Pfaty⸗ nuch Minnchen abgegungen u α νιä München gegeben. — I
anbrecht 280 Auguft. Heute ging auch von hier eii Wien, 26. August. Das in verschiedenen Blättern erwähnte
Pedte stdes Wennteinderaͤthes gegen die ndnen Socialgesehe ach Gexüchte daß augeblich ein Proiett bezůglich den Theilung der süd⸗
Mauͤnchen ab. * t deutschen Stouten (unter wen?)nin Salzburg ventiljrt worden: seie
Grant adit 7. August. Der hiesige Stadtratht hat steinen xeine Erfiadung⸗ imWegentheil wirde wersichert, daͤß der
vercits ane 220 Dd. eeitten WervwtastgegeitdierSocialgesetze be— Schutz der: Integrität diesex Staaten ornstlich dobatixt worden isi.
chlossen — — — — Wien, 29. August. Wie die heutige „Amtsztg.“ berichtet.
Biertang 86. August.nj Dis aus der! Probing Hessen hier st vurch in⸗kaiserl. Cabinelsschreiben dem Reichskanzler ve. Beust
her berufenen Vertraüensssniänner sind heute zum' ersten Male zu⸗ de Asle Rang am kuiserlichen Hofe⸗nach dem ersten Obersthofmeister
Immengetreten und wurden durch den Minister des Innern e vebliehen worden. A2. Gestern: Abend hat die Ueberführung der in
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        er Schatztammer aufbewahrten behnond —XRX nach: unddeine strenge Vorordnung e Sclavenhandela lassen
Prag untar Aeierlifer- Gexrerzeniell stautgefundee ap-rale sot. F * Haggi Pascha, ge⸗
holera. 7
Por ta, .. . IXcvm ¶tterceichisches Anlehen —X
für ee ger iR Betrage von 60 Mill. unter⸗ Newyc gust. Generxal Grant protestirt gegen
jandelt. Die franz. Regierung hat die Negociation genehmigt. die Absetzung Sheridanz und hält die Absetzungs⸗Ordre in der

Paris, 27. August. Die „Epoque“ bringt heute wieder Schwebe.

Nachrichten aus Spanien, die mit den e Mittheilungen in Ueber Lopez' Ermordung berichten die aus Mexico
den spanischen Blättern in Widerspruch stehen und annehmen Nassen, n Newyork Lingetroffenen Pribatbriefe einiges Nähere: In einem
ʒaß der Aufstand / weit entfernt gedämpft zu“ sein, fich noch immer dotet iin Puebla hieut sich der Verrather auf nachdem fein B
nehr ausbreitet. Nach der über Manso de Zuniga gewonnenen ich' von ihm losgesagt hatte. Eines Morgens frühe traf ein
Schlacht, gingen General. Pierrad und Oberst Morionni an der Fremder ein, der sich mit den Stallburschen zu schaffen marhte,
— 8 bereits über 2000 starken Colonnetedie · durch idietf and· nach den General fragle? Er war nich— zu Haufe, solite
Niederlagen der koniglichen · Truppen sich stets · vergroͤßerie, rasch aber zum Mittagessen zurückkehren. Der Fremde wartete⸗ließ sich
ꝛorwärts. Die Bewegung soll Galicien ergriffen haben. General bei seiner Rückkehr Lopez zeigen und nahm ihm gegenüber am Tische
Torre⸗ ehemaliger Deputirter, munbvrirt in der Wegendevon Va— Platz. Nachdem er dann eint Glas Wolu getrunken, stand er be—
entia an der Spitze von 18500. Libetalen/ 2Mie⸗ Regibtung⸗uthut dächtig auf, zog plätzlich ein Messer, mit demmer sich auf Lopez
n Madride alles Heoögliche, um izu hindern, daß man, dortduber warfn undihn mit meun Stichen durchbohrte.“ Dann nahm er
»en Stande der Dinge anterrichtet werde⸗⸗ Ein starbe verbreitetes inen Hul und verließ das Haus mit den Abschiedswortenge So
Berucht sagt daßz suwohl Varcelontu als Säiragoffa⸗ zu Sdex Viberax ollse man alla Verrather belohneme, Niemand dratihm innden
en⸗ Abergegangen sind. Der, Temps“ sprichte ebenfallge vondem Weg; Niemand suchte ihn festzuhalten z ungehinderbe verlüeß der
Uebergang Barcelbnas!“ Ein VLondoner Telegramm im 2. Avenir Rächer den Orted snl pinte n nu
aational“ sagt Das britische Cabinen hat Nachrichten empfangen⸗ d Der-Kinzug, Jucre z am Mexicon, (15. Jult) wird heute von
enen zufvige der spanische⸗Aufstand bebeutende Umrisse⸗ annehmnen den französischen Fournalen weitläufig heschrieben: I8, O0001 Sols
—A—— daten maren aufgestelstuunde dieeStadtwar afestlich- geschmückt.
Par is, 281.August.u Devi Etendard“ meldet MDie fran An den Straßeneden —————
zösische Regierung Wereiunet einn Circular⸗ an die diplomatischen der Anstrengungen erwühm ist,welche seit, pier. Jahren gegen den
Agenten vor über die Salzburger Zusammenkunfttn“ Nach dem⸗ ejngedrungenen, fremden Feind gemacht wurden, und den Vefreiern
jelben Blatt hat dereifranzösische Gefandte, Hreun Dano, Mexico des Vatexlandes der Dank, der Nationausgeshtochen wird. Um
verlassen ι deniKrieg führen zu können, habe der Präsident seine Funktion,
Piarsis/ 28.August.⸗ Der Moniteur!nbestätigt die Abreise über derenngesetzliche Dauer— hinausbehalten müssen, mun sejes
Dano'saus Mexico. Ferner sagtder⸗ Moniteur:n Die Salzeaber ander Zeit einen /anderen Prasidenten zu wählen etni,
urger entfernt die Mächte zu ——7 — muuß — — ιι
als eine neue Garantie des Friedens betrachtet werden Mach dem 8 Sctterichts si —
„Temps“ngewinnt die spanische Insurection größere AusdehnungV;;; en —— osinungen. e—
ie Aufstündischen sind auf 18000 Mann angewachsen. 1 α tuts —— 9 urn nd αν
DiWerhalinisse in Spanien gestalten fich iinmer'dgun⸗ ligt Zweeibrrünchen, 27. August. Verhandlung gegen p Res
stiger für die Sache des Aufstandes. Fuesca ist in die Hände igius Zehentner 17.Jahre alt,Wurlbursche aus Irrsee, und
)esselben gefallen, in der Prodinz Valencia sammelnsich“ mmer M Aloih Hipp, 42 Jahre- alt, Mühlbatschz aus Otteroweser,
neht Liberale um den General La Torre. Auch die engiische Re— heide wegen tximinellen-Diebstahls. .
ziexung hat Depeschen aus Spunien erhalten, die ihr die Sache Bei der Schwurgerichtsseffion des vorigen Quartals tam ein
er Freiheit als im kraftigen Fortschreiten begriffen darstellen. edeutender-Mehldiebstahl, zum Nachtheile des Nüllers Michael
Und dabei halten die Aufstaͤndischen mit dem Haupicouß soch zu- Wambsgang in Speher zur Verhandlung, worüber zur FZeit Be—
rück. Prim befindet sich in der That schon n Spaniett; set win öicht erstattet wurde . Außer dem damals verhafteten Peler Luß,
aber die königlichen Truͤppen erst sich abheten imd ermüden iassenn Nutlbursche aus Offenbach, der auch wegen dieses Diebstahls vet-
ehe er das, Gios seiner Anhanger samineit und einen entscheiden⸗ irtheilt wurde. uud dem freigesprocheneij Mühlburschen Mar Wohl⸗
van gegen das Hetz des geindes ausfuͤhrn Die abernle dab von Tirschenreuth waren noch die beiden heutigen Angellag⸗
Sache hat. jcht sichere Anssichten auf einen volltomrienen Erfolg. Fu als Theilnehmer au dem. Diebstahle vox die Assisen perwiesen,
— Das Fest, welhes die Sladt Lilken gestern Abend dem Ka- bunten aher, da sie suüchtig sind, micht mit den anders Beiden
jer and der Kaiferin im Stadthaufe gab, soll ben berühmten Fee ugleich abgeurtheilt werden. Heute fand nun ohne⸗Zuziehung
sten des Hertn' Haußmann nicht im mindesten nachgestanden haben. Nn Geschworenen gegen dieselben die Contumazialverbandlung vor
Viertausend Personen füllten die Sale, die von Licht, Gold / Sammt dem Schwurgerichte statt, welches die beiden Angeklagten für schu⸗
ind Seide giänzten e xig erklärte und einen Ieden derselben in contumaeiam. zu einer
Die Rachrichten der , Epoque“ lairten, wie immer/ sehr Zuchthausstrafe von sechs Jahren peruriheilte..
zünstig für die Saͤche der spanischen Insurgenien, Prim hab sich ..
offen an die Spitze des Aufstandes“ gestellt, und ist'“ bereitz Hert —U — 8 — —— DEEL..
der Proving . Tarragonien. Gegen die in Valencla ausgebrochene .Anläßlich der in Friesenheim ausgebröchenen Cholera, der
Bewegung“ mußten 8000 Mann Truppen geschickt werdennIn xn Entstehung man dem in Fäulniß üͤbergegaugenen Rhein⸗ Dru⸗
der Armes sollen zahlreiche Desertionen zu .den Instirgenten statt. vasser zuschreibt, bringt das Mannh. Journ, die bereits im Jahr
inden. Marschall ODonell hat sich geweigert, der Aufforderung, 87 aufgetauchte und feit dieser Zeit. wiederholt befürworiete
nach Madrid zit kommen; Folge zu leisten Ein Bruder des Hru Intwässeruns der. Orte Friesenheim, Studernheim, Edigheim und—
Soncha soll getsdtet worden sein Das Telegraphenamt in Madrid dppau, sowie Frankenthal, Lambsheim, Mörsch, Bobenheim, und
ist militärisch besetzt; alle Deveschen werden von Amtswegen kon⸗ borheim mittels einer Entwaͤsserungsmaschine in Anreguug.
rolirt. tMünchen, 26. August. Zur Eräffnung der Brennerbahn⸗
Paris, 29. Aug. Der Epoque“ gehen Nachrichten aug hat keine besondere Feierlichkeit stattgefunden. Die Gesellschaft hat
Spanien zu, denen zusolge die Empörung dort noch immer sich tatt dessen 12,000 s. für die Armen gejpendet. — Es list aus-
nehr und mehr ausbreitet. Estremadura, Galicien und Andalu- värts vielfach das Gerücht verbreitet, doß hier die Choleraaufe
ien stnd in großer Aufregung. Die Lage in Madrid selbst ist setreten sei. Glücklicherweise kann diese Behauptznig vorlaäufig gen
im höchsten Grade beunruhigens. Det Hinisterrath ist in Perma- dost in das Gebiet der Tendenzlüge verwiesen werden. —
neüz und barrikadirt in der Kaserne del principe pio Die Er- Zrodneid schweizerischer Gasthofsbesißer ihren daubtsächlichsten Grund,
hebung in Beja bestätigt sich. Auch Ciudad-Bodrijo in Castilien saben dürfte. ”
und 'Snlamanca sollen sich erhoben haben. . J Die Erzherzogin Sophie hat in Folge des Todes ihres
2555 i Sohnes Marximilians lebenslängliche Trauer anlgelegt. 4
eiie Furkei. — Der Magistrathskanzlist Uhl in Würzburg, derx sich kuͤrzlich
Konstantaͤnopreihue6. August. Funad Pascha ist am m Bureau der Axmenpflege erhangte, hatte 500 fi. Lehrlings⸗
Samstag von Livadien zurückgekehrt.u Mahmud Nedin Pascha gelder unterschlagen. WW
wurbe zum Justizminister, Skuphi Bey zum Unterrichtsmmister . .Auernheim, 22.5August. Am 19. ds, Mis.erstid-
diet austretenden Minister zu Mitgliederndes großen Kathes en in Schlittenhard bei Auernheim am Hahnenkamm zwei Kna
ernannt. , . 1 8 den im Alter von 9 und 5 Jahren. Dieselben legten sich mäm⸗
A.bexraudrien, 17. August. In Folge Intervention z in eine Truhe, der Deckel fiel zu, das Schloß sprang vor,
hritisjchen Consuls in Cairo wurden auf der Messe in Tantah 1200 und sie fanden, da Alles anf dem Felde war, auf diese Weise
Zclavinnen in Freiheit gesett. der dortige Volizei-Präfect. äbgesekt ihren Fode—
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        xAus dem Feldzug des vorigen Jahte werden von der Franeis⸗Patent⸗ Boot unter edem Bormann KR I wüörksj

preußischen Armee noch immer 127 Mann vermißt. Aber derer. wurde. Möge das —E barsnhe n ueh N⸗
Schicksal bis jetzt nichig Wilnd it. gewoͤrdd * 264 BForderung und Unterflützuntg sinden. 7t *

7 Fraun igehe nd Bei der gestern Abend stattge⸗ Der e — — funae
abten Ziehung der Pfexdemgelktlgose gind 80. Pferde, Wagen Recht, einen Stuhi In Nargsfelds aufzüstelen die“ Summe »
8 —*— und de e — —— ————6 Fr. an Deeeeneeene rn
gelsinmen. Xgt den in der Gewinnliste namentlich aufgeführten von den —:;— * —— ee Sblu
Wegez- und Pferdegewinnern ist nur Fin; Pfalzer, He . C nicht weniger als 35 raulenDige Komwjissio ihm ver⸗
erichten in Offenbach bei —2 1 kj ⸗ wt Jebens che —— — o An —

Nach einem amtlichen tWerichte⸗ sind beit dein Brasde vvbh )In Mon e u hat sich ein Ärlillerie⸗ Unkerofficier mit dem

* Gorgentadt leider 8 Persouennams, Leben gekommen, Kopfe amn dien Mundung 5 ane gotas *it I
daruner inder im Alter von 4 und, 12 Jahren, und GEr⸗ gbgefeuert and auf dese Weise, seinem emacht.
wachsene; 1 Fauer hefnden sich — — unn 2— 79 — Preissingau⸗ das Aester 19 —S
wimden und Satage in Behandlune ug die Concordiaqus —B Seg3 waren also
Etserfetor 8 August,n —— die Regreich aus dem Kampfe hervpoxgingen-etl! 80
Gestern vne hatte , Someng wurde der Zedde se
denngen ut Ohlz vetade ien Wougt. biten —— und war don dem Vireccprn home inen
diehe Bienen Zurich Rhseh, Sohnund, gwek St. Galleyn, 3 Anafside
— v —AV ——— wmang. Aufen Gute Sir Robe Chftong ben Ro Minghenn
hinter — J————— ienkbi estekt «vielleicht hut mon neuerdings eine ungemein reichhaltige · Kohlenschicht vor⸗ann
wurde butch vas gun wehe Zo du a zegett e) der juͤglicher Duatitöte auf 187. Hards emeh and in n der tea
Bienenstand berührt, kurz, die Bienen“ berlleßen!ihre eß jugleich auf Eisensteine gestoßeni —DDD——
fielen mit solcher —R— und seine Pferde In, den Sil benberg pete gesbets Kongaberge Hnie
her, daß der Mann das. Weite Zuchte, und um Huͤtfe rusen mußte. Schweden sind in der letten Heit- kurz nacheinandes, zwel groieq
Die Herbeigeeilten hatten grußze Mühe den Pferden, die heftiges Silberklumpen, jeder von 300 Pfund, gefunden worden In,
Geschrei ausstichen Jinda hunn, sich schlügenma de zu kommen; sie Ptidal etheilungen zufolge soln m amiche, Dr ben in
vermochten es erst als sie sich aus ihren Hausern sogenannte ähnlicher, noch nicht ganz ausgegrabener Silberklumpen im —33639
„Masken“? geholt hatten, welche die Bienenzüchter beim Äufheben sitzen, und wird der Werth ditser drei Klumpen nuf 4A1142,0060)
der Bienenkörbe anwenden. So gelding es, wenn auch mit großer Species geschätzt. 3, ι ,
Mühe, die Pferde loszuschirren. Eines derselben suchte sofort das Auf den Ebenen in Vebrasla Jommqije in, neuefteg: Zeit ve
Weite, warf sich auf einem Felde auf die Erde, walzte sich wüthend Cholerafäile voth ——
herum undhlieb dann einige Stunden liegen; das zweite Pferd .3In Kutyfalvl (Ungarn) steckte eine Stiefmutier. ihre zwei (1917
welches ebenfalls wie rasend umherlief, wurde bald eingefangen und 15jährige) Tochter gewaltsam in einen geheizlen Badofen,
und gehörig festgebunden, Der Fuhrmann, dem seine wuͤthenden verrammelte die Oeffnung desselben und ljeß sie, verbrennen; diesne
Pferde wie die Bienen große Lebensgefahr verursachten, hat sich Motive der That sind nochNicht bekannt, Wahnsinn wenignent 4
erft nach langer Zeit von seiner Aufregung erholen können. nicht konstatittt. 44 ινα ν,
AZwei Dienstmädchen in der Faͤrberei zu Schneidemuͤhle wol x Warsch au. (Zur Cholera⸗Ebidemi)e Wie das Wir s
ten jüngst baden und ließen durch einen Arbeiter das nöthige Wase schreibt, hat man hier Beobachtung gemacht, daß. die Cholerg sich
ser herbeischaffen. In der zehnten Stunde Abends begaben sich beide auch bei Thieren zeigt. Kanarienpoͤgel, mit Salat gefuttert, ver⸗
in die Färbers und badeten in dem mit Wasser versehenen Kessel, fielen sofort in Krämpfe und krepirten. Ebenso sind Enten, de—
jedoch ohne Licht, um nicht pon Außen gesehen zu werden. Auf nen man Kartoffelschalen und kranke Kartoffeln norgeworfen, ginige,
ihrem Zimmer, augelangt. bemerkten sie in Spiegel, daß sie, am— Stunden“ darauf mit den deutlichen Symptomender Chobecotern
statt nach dem Bade weiß, vollständig dunkelblau geworden waren. krankt und krepir α,.
Nach nüherex Untersuchung ergab es sich, daßsie anftatt indem fDurch starke Regengüsse schwoll der obere Mississippi (Minne⸗
mit Wasser versehenen, in einem uut Biauhotzauflösung gefüllten nesota) so an, daß verschiedene Millionen Fuß Bauhbolz über pieen
stessel gebadet hatten. An Neugierigen fehlte es nicht, welche diese Si. Authonyfülle fortgerissen wurden.
beiden falschen Ausläͤnderinnen ansahen, e Wenee 3 F In einem, von der Allg. Zig. veröffentlichten Brisefe aus

. Wie hart das Unglück disweilen eine Familie betxifft, da Meéri co heißt es: Den Verraͤther Lopez duͤrfte sein Geschick auch
bon gibt auch Folgendes rinen Beleg.“ Dem Steinhauermeistet bald erreichen.Am' 21. Juli forderten ihr in Tacubaha fünfaß
Wunderlich zu Geußnitz be Zeitz, verunglüdte kürzlich ein Knabe liberale Obersten zum Duell heraus, und einer von ihnmen warje
von 6 Jahren durch einen Sturz in der Scheune. Ein anderer ihm eine Tasse heißen Kaffees in's Gesicht. —
seiner Söhne, zehn Jahre alt, fieb in den Dorfkeich, erlrankte da⸗ e eaeaen Eh peyant by
durch und starb bald⸗ darbuf Kaum war“ derselbe beerdigt, se Landwirthschaftliches.
kam zu den gebeugten Eltern auch noch die Trauerkunde. daß iyr Lavrloffekmühle für Branntweinbrenner. Ger———
alteter Sohn jn seinem faft vollendeten 20. Lebensjahre zu Moͤrs legentlich einer Excursion, welche die Studirenden der landwirth—
in der Rheinprovinge wohin er fich als Maurer begeben hatte, Faftlichen Lehranstalt in Worins nach Monsheim machten, wurde
am 14M: be dem bortigen Seminarbau durch einen Sturxz ihnen, eine in Darmstadt erbaute Kartoffelmühle für Brannt⸗

—X Gerüste seinen Tod gefunden. —AV n weinbrenner gezeigt, von welcher der Eigenlhümer, Herr Gulsbe—

F Boum 20. Augusk.“ Wegen einer Paukerei welche für sitzer Jakob Mollnger aussagie, daß eine Reihe von Verkleiner⸗
einen det: Betheiligten ein gefährliche: Kopfverletzung zun Folge ungsverfuchein. dis er mit der älteren und dieser neuen Kartoffel-
hatte, und ohne ernstere Veranlassung, aus bloßer Lust am Pau⸗ mühle angestellt. habe, zu Gunsten der neueren einen namhaften
len vorgenommen war, wurden heute vom hiesigen Polizeigerichie Mehrertrag an Braimtwein ergeben habe. Der Grund muß da—
wej Studenten, mit je dmonatlicher Einschließungshaft bestraft.rnrin gesucht werden, daß durch diese Můhle eine sehr pollkommene

Hamburs, 28 — Der polkswirthschaftliche Kongreß Zerkleinerung resp.- Aufschließung der Kartoffeln erfolgt, und also
entschied sich in seiner heutiget Sitzung inder Abanderung der das Maischgut mit dem zerkleinerten Malz in viel innigere Be—
Resotutionen füt, den Uebergang zur Goldwährung dhne Fwischen uührung hebracht werden kann, als dies der, Fell ist, wenn die
dadium im Anschluß an die Pariser Munzconferenz · 31 kartesem mehr in gröblichen Stückchen vorhanden sind. J

Im zologischen Garten zu Hamburg wurde amt! 185, Au- Verfalsch ung der Bnter mit Stärkemehl. Ge—
zust eine internatinale Taubenausstellung mit 21466 Nummern legentlich einet Reihe von Versuchen ülber Butterfalschungen wurde
— den 250 Ausstellern befindet sich Prinzessin Kars constatirt, daß ganz reiner Butter gut ein Drittel ihres Gewichts
bvon Preußennn.. 4 2, an fein gepulvertem Stärkemehl zugesetzt werden kann, ohne daß,

Bremen, 19. Aug.“ Kaum noch hat die Vorstandschaft wenn die Mischung durch sorgfältige Einreibung erfolgt, das Aug⸗
der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff⸗ noch der Geschmack im Stande ist die Fälshhung zu erkennen
brüchigez inen mit reichen Gaben gegierten Rechenschaftsbericht Im Hinblid auf den hohen Preis der Buter ist es Seitens der
—V— die Gesellschaft auch schon wieder in der Lage polizei in erster und Seilens der Hausfrau in zweiter Linie un⸗
on einez Rettung von sechs Schiffbrijchigen durch eines ihrer erläßlich, solchen jetzt vielfach geübt werdenden Faͤlschungen zu be⸗
Rettungsbogtenberihten zu können. Der Vorfall exeignete sich bei gegnen, resp. dieselben zu ermitteln. Am besten kann dies gesche⸗
der ostfticsischen Stalidn Spieleroog Am 2. d. Mis. und betras hen, wenn man von der betreffenden Butter etwa ein Quenichen
das gestrandete Schiff „Christine“, Kapitain Laiß; welcher selbst in Schwefeläther auflöst, dem ungeloͤst bleibenden Rückflande ein

nebst Frau und: zwei Kindern sowie seinen zwei Matrosen trot wenig Wasser zusetzt und dann einige Tropfen Jodtinctur zugießt,
jeftigster Brervung Und Aaugenscheinlichstetr Todesgefahr fur dir dodurch rine tiefblam Farbung entsteht, die die Anwesenhein dee
Hilfesuchenden und Hilfebringenden durch ein neuesß 20fükiges Stärkemehla min eidliher Sicherbeit anstn
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        kreiwilligs Fenery
SA. Ingbert
Am nachsten Mou⸗
a den 2, Septem
r findet keine?
ñat⸗

—2

—D— Die 7 ιι ι qu—ͤ m
auid 2R1633 5 A di , an vms — ———
Waaren⸗Handlung
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sune m — S G .,— uunnit. 42
nb J. Ciolina &amp; Sobpé Gun
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n d Wincf Ecke der Landauerstraßenen niu J
nufiehlt ührreichausgestattetes Lager in den neuestei
124 o — LLELEEAALC.
V— 75 2 20
Damen- KeHerren-Kleiderstoffen*
ewirkten⸗, schwarzen⸗ und farbigen Lomg. und vierecigen Chales, schwar⸗
27 2 *x. 5,.4. 35
en Seĩidenaeugen, Tücherun und Siulips3 Lamas.
Daimmem bi ber und rothen-, sowie weißen Bay das modernste in abgte· 8
aßtest Unterroe nterroααιοιHαι, alhein. Arlen weiß D
— h AMalhleimeii RKattum, EKõoõlseh, Bareheut,
prilen, b i. Bauini ι' νειαν, Voriangsto fer
Fouiards, FIα, PIque- Tiseh- Commode-Deckæm E
i d sehigen sehe ingett Preisen. 35
gug ñu. letzig iehr gen. Pi — 63600 — ——
Snuod 73 ⸗ ck w ο n ι
100 ni dui nι gt eren nö ö .
bo 120 —α —E — 60 3ö 9νν .—
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*9ο— p Bloen⸗/in Saͤrlbuis e —
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aiipfiehlt 6 in Farben — e eegtee Stoffen. in deun Neiunoe
chen goh Teppichen, caqhemlr. dale — de Cine. Herren α
dpie In Drutken sännptticher Stoffe in den schönsten und modernstez. Mustern. Dui ch
————— Vone d 6454 So 34435*8 5; 39833. —,
airgihrige gFlfahmugen uind enherbecüten ampfeinrichtung bin ich in den Stand ger
·ß, allen an uch gesteslten Rsoideitigeit sur Genüge zu entsprecheü.
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West phä uen ger in Sta Ing. Ahht atle Aliftroge füt mich entgeger zu nehmen, un
uͤ diesem * kine Muhtertarte he pewrlelben often. gelegt- Pecht zohlreichen uft,
Rßeß — — ee 3 il 267 J 3 9 1
Moen —V— oiad n —VV ——— —,nen
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nteti Aufe Mbiges Bezugimehmendr werde ich bemilhtsein /t die min zugehrnden“ Auftkäge
mffan schnellste numde pünktlichste zunchesorgen. 1Dioin Musterkurten liegen⸗ozür! gefälligen
Ansicht pffen.cn unut nν wle J 9
I. bu u nufitts.
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ro Datz Neuestelin 720 2 — u. —W na —————
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nil bedeutende herabeesetzten Preisen ausgesetzt2 ιν ιν ν ν us⸗
uis g r Sohat 8G shen srnch annd
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des Unterzeichneten unterhält bestaͤndig ralle
Zorien polirie und lackirte Möbel als:92
sußb Seeretaäre / Schreibtische und
Ehiffonmier, nußb. Commode, Pfei⸗
lerschränkchen und Nachttische mit
ind vhne Marmorplatten⸗/ Wasch⸗
schraͤukchen mit Marmor oder Holz⸗
nffatz, runde und ovale Tische
Auszugtische; Näb⸗ und Wa sch⸗
—
ind lackirte“ Bettladen, lackirte
Sbraͤnke irnb Tische in Ullenbelte—
ibigen! —
—00— —
und Weidenstühle,
Armsessel, Kinder
stühlchen und Fuß
schemel rc. ꝛe ⏑ ut.
Zugleich bringt berselbe eine große Aug.
vahl Spiegel von allen Gioßen und
profilen / Garderobehalter mit Spie⸗
z Spiegelgläfer. Gold⸗ und Po⸗
iturleisten in empfehlende Erinnerung.
ohavu σιαννν—
ESchreinerin St Ingbertnan
—I—— —
Hase liatisse, useatmniisse, alle
Sorten Gewiürae, Thee, Vamnille,
PuniuSxehenννν, Rumνα,
— ED————
—EAX ManmdelImiwit und
ie: Schalen, Hol ιννι—, —
—X
Cä
—————
Weinessig, feinstes alatölg
Pfũulzer Snlen, empfientt
Fritz Panzoerbietertio
JI—— 1 * *
Lim Hopfeuge schäft in
Mannheinn sucht für St. Jarg⸗
eert aind Ilingegend gegen vorihelhafte Bes
inguugem erijen gespandten Ageuten ·;
Affextzr aneo nle entanto Mannheim
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en Ro rin bihhlo gFol mwafce frischeg Futtermalz per
Tged Dem Umetseichneten kaum ei bögn segpure —0 —
u ggel inenan sogleich ur vie Zuber a uä st Zij nzinger.n
nisßhesiueter uingensoh eich Inn dien! Zube Wetelnb. Munzinger.—
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gZoheen Schaster Thegter ün St. Jughert.
20 iar Schreiner. ,— Wi c ANugust Schroth —2
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F Creuzna er 3 u tert ¶Gotrettu Zorteung
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usß Sgin Stu g. Abonnementspreis wierteljhrig 460 Hrzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Heile Blanschrifte vder Defav
vniaꝛg öuιαν —D ιν —αιιι_RuBm berechnet. u B— — —
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— u eDeutschlanb. αο ιι misterium des Innern der Entwurf des Wahlgefetzet für dien Ven
e m aen ed Aungus. Gia Vat hat giet eettaretin. denn Boheraheeenpacernen — *
sen, daß die Salzburger Verhandlungen sich zicht auf Suddeutsch⸗ 48 Vertreter haben. Die Notiz, daß eine Revision des Wahlge
land hezogen hätteni, und daß beide kaiserliche Regierungen in der setzes für die Abgeordnetenkammer regierungsseitig bevorstehe, wird
nn unn set id penemem Singrise in dit Verhalimmse in der ¶ Aug. Seh— sun pabesrande un
—
München, 29. August.“ VDie Erzherzogine Sibph pe nfi Abgogerim en nufgefordert worden zuc erllreu vbi agu wahrsein
zestern Abend zum Besuch in Possenhofen eingetroffen Ver Fur daß er im Socialgesetzge bungsausschusse gesagten habe, man⸗müffe
rist ent a g hat heute seine Ideite aind letzte Plenarsitzung gehalten die, Pfalz zwingen die Gesetze anzunehmen. Hr. Cramer hatrmis
und dae staändige Deprtction von 18 Mitgliedern gewählt, welche bie nahe Legenden Granden auf diefe Anschuldigung d kerne u Antwort
zum nächsten JJuristentag dessen Geschäfte zu bejorgen huu. Baye— gegeben.n Wir sindj nun im Besitze der: Aus schußprototollenn und
aische: Mitglieder sinde Ministexialrath Kali, Staatsanwalt Steng; finden in Nr. 16 derselben vom 0 ugustn so7 wufß Srida P85.
in, Mechtganwalt Ruhwandele Ministeriglassetsor Füustlg; oster⸗ as Votum des Hruen Grumevurwelches. iwirx Minadm Wortlaut nach
wichischess Mitglied Dder Abgeordnette Berger aus Wien.Ehreu⸗ hier-folgen lassent Er dußertee . Er könne die Anschauungen des
arandent der standischen Depulation ast statutengemaͤß Professor Arn. Vorradene n nicht theilen und fühle sich waher verpfuch—
Wächter aus Leipzig. — *— seine Meinung offon darzulegen. Man gehec deun doch wohl
Der deutsche Juristentag hat sich mit Einstimmigkeite fuͤnzu weit, wenn man immmer sage es solle der Pfalz nichts aufe⸗
die Aufhebung der Wuchergesetze ausgesprochen. gedrängt: werden;ʒ/ manidrünge jn Auchi diecseitigen Bezirken und
inn An den! nächsten ⸗ Landiag!wirdennoch Ldel — — Provimzen, die sich immer abwehrend gegen diess neue Gejetzg ebung
wuich ein Gesetzentwurf uber Errichtung kines Vorwallumgsgerichtss berhalten haben, etwas nußz hiet sei nun der umgekehrtt: Fall vor
„ofes gelangen, uu handen. Er würe gernst hereit. fuͤr · idie Pfalz die Verehelichungs
nee —äDDDDD— bestimmungen auszunehmen; allein dafür zu ftimmen-⸗Daßz die gan
füt jetzt der. Stuttg Beobachter“klüglich heraiisgebrachn Mas Materie für diese Vtpviug · tenne Anwendung sinden⸗ sotlel tonneet
Hindernitßz iff nicht eswa patriotische Politik, sonberm cdie Fzurcht von sich nicht ntschließenn seinerAnficht nachn jeien vielmehrt die bei—
dem Volk, denn nicht allein“ die Varnbület unddiec Gohentohendia den andeten Materien der Llrh⸗Daßz cuch nach deren Annchne
Dalwigk und die Freidorf pissen-daß der Suͤdbund' einen fiarken In geordnetas Gemeindeleben in der Pfalz mostlich sei Wennn man dit
Parlamentarismus und ein Voltsheer bedeuten würde, sondern Sacheso“ hinstellen. wolle, nls sai in der Pfalz eine Aufregung zu
auch; die Hölder, Bolt. Baubherget , Zluunuschsewisr dies furch hefürchten, die selbst in politijrher Richtung für dieseitggefahrlich
len sich vor dem Vesnd haben Angst. vor der Freiheit— 8 werden könnte . so schieße man damit wohl .über das Ziel hinaus!
München, B81.Augufte Nach den „N. Nachr.“ wäre bi Worauf solle denn eine solche Aufregungorgerichtet. jelun? 1Wolle
rsprünglich auf den 12. Oclober. angesetzte Vermählung der die Pfalz wegen eines solchen Gesetzes eiwa denrdeutfchen Stande
dönigs um ein paar Wocheu“ verschoben Die „Allg. Ztg.“ dunkt werlassen und einen Standpuntteitmehmen, deronmserm
deutet ai daß zume Gesandtenin Berlam Graf vi D duff stdrchen dieseitigen Vaterland gefähtlich . werden . koncie 2 Er!d nehme
werde!nernannt werden. AnnsMiichsten Dienctage wind der Soan Anstand ürgend einen “Bfatzers einetnn sölchen . Gesinnung Fin
esetzgebumgsansschutz wieder zusammentreten, um! seine Berathim, ähig zu haltente Gerade in⸗ diese nbrigen Alusnatzungzufiündee
gen —— zweite Lesung der in / det. Pfatzoso uan haffe man, was er vermieden wissen möchte, daß Namlich
tößigen Gesetzesentwürfe vorzunehmemnn DadtnAbschiedafeft Pfälzer undeu ditin: diesseitigen Bahernumie“ recht zusaimmen⸗
relches gestern den deutchzen Furristeen am Siarnberger gehen Much diessetts · ware Jo manchebesfere Einrichtung wüm
Se bereitet wurde, ist in Bianzender Weise verlaufen, und di chenwerth. moan descheide sich mber. iim pl gemeinen höheren . In⸗
meisten rechtsgelehrten Gäste aee ie vbayerische Haupt teresse⸗ und so möchtendenn auch die Pfalzen num Inttresenndet
tadt. Einschließlich der, Münchener ählten der Juristentag 62 Hesammtheit etwas ntichgeben. »0 Ex⸗q einbe r evtuernzel ne
Wtglieder, vaxunter aus Norddeutschland nur ßu Diese Feringe billigenas orderun gen der Bfäl zene we B. wo
Letheiligung. gührt daher, daß der — B— enehungaserei hzort, Rechmugi gi —X
Antrag an Erstrehung iner ¶gemeinsamen Gesetgebung für ganz, bra gein, a bet welbelr zu gehe —A
Deutschland, unt österreichische und parücularistisce ane Arbeit, als für die Pfalz unannmehmbat
leiten zu schonen, nicht zugelasfemtworden war Auch verdient hinzustellen, da zu Zünnegee 34 ich, im Augenblice
o¶ die. Tartlosigleit · benertt zu werdem daß bei den derschie wenigstens, nigtenj chlie ßzen.“ DdJedem Unbefangenen
denen ¶ Detowntionan, zuur felbstnmicht ¶ die Fahne des Sigoles überlassen wit . um felbste das ürtheil darider, was don diesen
Viechtenstein. Wohhl abenn die ¶ des Riorddeutschen . Bundes fehlen Angriffen zu halten ist. vffentliche Vlatten denen es üm Wahrhei
durfte !nn Dien mit . Stimmeneinhelligkeit · gefaßten Befchlusse ves zu thun iß, sehen sich vielleicht yeranlaßt. dies Votum aleschtallz
Juristentags sind⸗obgeuderund rüJe, Die Wuchergesebe und diejenigen, in ihre Spalten aufzunehmen. — E
Zestimmungen dey Civlgesetzgebuugen, wehher an dem bisher in Kgiserslautern; 30 August. Vex —— Voltszig
Beitumg bestandenen.Grundsat der veschranlung der Binsfreihen, zufölge ist heute der betannte Proresr nach Nünchen u Herrn
ießen, find aufzuheben g3n 2ynaden Slaatsanwülten ist die Ben Keoo Ib abgegaugen, bedectt mit den ünletschrften don 78683 vur
cujung gegen die⸗Endertenmnisse der Gollegialstrafgerichts in Betreft gern aus dem Wahlbezirt Caiser slautern-Kirhheimbolanden. Wenn
datfaage. und Des Strafmotzen gMuicht/ ihite thums, Ueben den jepseitigen Herren bies nioch ien gentt wollen pix die An⸗
das sogenannte, Forrs bele sche h no gir a m meuund das neue Bla⸗ zahl werdreiach ene fogt das genannte Blatt
widi der Idemptn Big.n. geschrieben? xDas ünternehmen findeeKi J se rlshautern, 81., August Nach derPfaäl,
wievoranszusehen wan hiern nur rsolcha Fryunde, die ich schämen Volkezztg.“ kiefen noch mehree Proteste gegen di Socialgesehacbum
wSreundschaft . eaugugr stehen . wahr schenluch falte bereingige von Gemmelnden des Wahlbezikes ein, so de ha h un
Lachthoilzden durch Adie Berzfung der wurnalistischen Wanderer schriften jetzt 7889 betragt. ir. 8
Rlellichafte: Frübelt tutstthen düͤrste, nau Laften der bayerischeni Re α n Vanuten —* J 115
srun gug. Dagegen ngebt die Redaction der n ilg Zioeh woh duꝛrg Vegierungsbeschluß vom 24. August wurde de an
wz Pietat · Jiur ihrem hashenr igen Miatarhe gor die Jeltsame derweser Facht Mathis in Labach zum Lehrer der lathoti hen
Meinumghund. deffen Progrrmim geein diebe zu Duechdacht“,alß daß Schule in Neutirchen vom I. Noyn l. Is. an exnanui.
wischon vor seiner Entfaltumg in aller⸗ Hast abzuthun waren Seinß. Majestät der Köonig Hahen sich allergnädigst hewoe
na — Am Handebzministerianm wird im Ginrernehmen naa. den Ni aefunden, ee Auouste S3dem Winin“7

1410344
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        Staatsmin isterium des KHudels und der VRr u eindetroffen. Erbund Contreras sjosten gegenwärtig vereint nach
1 — das Ritterleeu vVVewdienstordents der bayes schenn Saragossa de ee sie hoffen, bei ihrem Erstcheinen
Rrone u Jerlehen/ ——*5 e eae lstandes vnschließen wird. He Porrespon.
Durch Regferungs beschluß —— eder Ssul. vense spridt ogai —— — Tarragona,
diensterspectant Jacob Humm in dSi. Marnin Jum PVerweser an die mit Fundnadelgewehren bewaffnet wären. Varcelong hat noch
der laih Schule in Weiher vom TSeptember Isan, ernannt. ein Pronunciamento demacht, allein es ist der moralische Mittel⸗
Seine Majestät der König haben allergnädigst geruht, die „unkt der Bewegung, von da aus gehen auch den Insurgenten
ZStelle eines Verwalters an dem Bezirtsgerichisgefangnisse in Kai- Beld und Waffen zu. Die Banden sollen gut bewaffnet sein,
serslautern dem Landgerichtsdiener Carl Joseph Traut in Neustadt micht. plündern und ihre Gefangenen; nicht füsiliren. 8
luf Ruf und Widerruf zuvedleihen. na α—,“ rAuf⸗ die Anrede des Präsidenten der Handelskammer von
Durch Regierungsbeschluß vom 81. August wurde dereudldj. nlle. Laniwortete der Kaiser: Die Geschäste könnten allerdings
Farl Link zum Bürgermeifter und das Gemeinderathsmitglied besser gehen aber die wirlliche Situalion wird durch die Besorg
Pauf Beresheim zum Adjuncten der Gemeinde Bueskastalrernannt; aisse. der Fournale uͤbertrieben. Er hoffe, der Handel! werde sich
ferner Durde der Lehrer Georg Leininger in Duttweiler zum mi der Gewißheit der Erhaltung des Friedens wieder heben uͤnd
dehrer der II. Lehrerstelle an der lath. Schule in Dahn vom I das Vertrauen wieder hergestellt werden.
Nobember La J. an ernanmiod juuend 3 — Nach dem „Currier Fraugais“ hat die Türkei 7000 Mann
Das Revier Schonthal im⸗· Forstamt ¶ Waldmůnchen, wurde! Truppen an die serbische Greuze gesandt. Die Maßregel soll in
rufgelbi. ä ———3 Folge der Rüstungen in Serbien genommen worden sein ·
7 Berdimn, 30. Auguste Der Directon des Mariuemistaruims . * Paris. 31 August. Derx Kaiset und die Kaiserin reisen
Heneral d. Riebenzhat die nachgefuchte Dienstentlassung gert im 7. Seplember nach Biatritz und kommen Anfangs October
halten und ist mit Penßon zur Dispoñtion gestellt; Contreadmiral urück, um die österreichischen Majestäten zu empfangen. Dei Kten⸗
Jachma wu ist sein Nachfolgere Heuie aud eine Plenarsitzung aoxd hestätigt. daß Contrexas mit 156 Maunn nNach Frantreich
es Bundesraths flat m aichendem Sipuntgen deq Ausschuises für wergelreten isc. An —* 3—
— —
———— —B⏑⏑———
ben sich nach der D. A. Z.“ 16 fur den Eintritt in ibee emnder —
TW. n dam sammtlicher fremder Fruppen, die iun Mexico, in Diensten
nie preußische Armee entschieden. n nι» 3. * W6 ui
5 Es wired vfficiell bestãti des Kaisers Maximilian gestanden, ist in Begleitung seines Adjiu⸗
Inn Berhim, 61. August. Es wird officiell bestätigt, daß die ie * —
Cu dnen. Heruihe unde Medusa! nach bem Mitielmeer gehen tanten, des Hauptmann⸗ Vomspeich mit der City of Landon an
Vr Angehirigen des ekbommen.Seine Truppen hatten don Vera⸗Cruz aus bereits
sum Schutz der Angehörigen des norddeuischen Bundes. Desglen — en ene aue
hen begibt sich die Torveite, Augusta mach der Ostküste von am 16. August Neworleans erreicht und sind von da über New.
Mexico.nt — 3 . 3.* I. vork nach Triest abgefahren. euccuze akh re 6* 9
3 ien, —— —7* Epanien..
abereinstimmend, daß in dem gestern unier Posihe dea ai. Mandri d, 30. August, (Offieiell) Die Iusurrection⸗ kann
Slau hehabten Vinctter⸗Consen. am wel chem zuch.dt Minn un beeud et geschen werdenn da die Insurgenten g eschlagen
Nieder der ungarischen Regiexung Theil genommen, über die Staats- ind zerstreut sind! —*
ulden · Frage so wie über die Aufstellung des Slacasbudgels pro Mgderid, 81. August.Odficiell.) Der Insurgenenchef
1868 enischeidende Beschlüsse gefaßt worden sind.n e Lontreras hat die franzosische Grenze min 600 Aufständischen über;
Wien, L September. Die Presse“ meldet Der Haupt⸗ Hritten, welche alle iwaffnet wurden. Die Injurrection ist in
differenzpunkt in den Ausgleichsverhandlungen besteht darin, daß atalomien and Aragonien, beenen d cita . 366 —
Angarn zu den Gesammtreichslasten 30, zur Staatsschuldenverzin⸗ e X —— *3 ie
sung nur 22 pCt. beitragen zu wollen erllärt. Beides erllären V⸗ * Schweiz.
— I— die Reichsrathsdeputation fün unzueß Berun, 29.“ Aügust. Der Bundesrath hat ein Schreiben
assig. Die gestrige Ministerrathssitzung brachte ein Compromiß⸗ aus Malaga vom 21. d. Monats erhalten, nach welchem anuf Be⸗
project. Der Neuen freien Presse“ zufolge haben sich beide Mie ehl des Gouverneurs der Belagerungszustand in Andalufien prokla
nisterien über einen Vorschlag betreffs der Staaisschuld durch In⸗ nirt wurde fqu Hetßyen
— —— Fuͤr 1868 ast ein Provisorium Sürkei. pe
ne Graf Carios Auersperg.ist bereit, das Prasidium Aarn lan od i 20. Ang In Teherun gerrschl sei
deß cisleithanischen Ministeriums anzunehmen. Die Neubildung iet Fant antanedehe — I p —
äñ ur yn zier Tagen die Cholera. Taäglich kommen bei 180 Erkrankungen
em de aen vor der Wiederdffnung des Reichs- mmd 60 Serbfälle vor. —n Der Vicekbnig von Egypten bietet
ieen peatte rütnun jeute imn sei en Halais Emir⸗
——8
zron Infignien ist augetommen.n Die Empfangnahme. der Kron⸗ n danrnder wn 3 — un
nfigmen erfolgte nach dem hiezu bestimmten Programme unter au⸗ en e Nußlaude 2
— Augus. Der Lusssische ¶Iuwaltdede
Frei Viertelstunden , Von den“ deutschen Vandiags Abgeardneten uentirt officiell die Nachrichten des Courier Francauis“ über ein⸗
und Bezirksvertretern waren nur sehr wenige anwesend.Ttotz Loncentrirung russischer Truppen an der vsterreichtischen · Greny
der in zeechischen Blattern ausgegebenen Ordre. den heutigen Tag die Armee nimml außex den üblichen Dislocationen teinerlei Be—
ais Felertag anzusehen, batte die Stadt das gewoͤhnliche Werkele vegung voͤr Die amerikanische Flotte —
—E0 s 132*869* —D00—— Kronstadt gestern verlaffen
* 1 33 9 ied Frankreich. J ꝓ J ut J tit Amerika. in
Pax r8 30. August. Der⸗ Etendard“. will wissen, daß ANewhyork, 17. Augußt.“ Aus den Südstaaten kreffen hort
ine Verständigung zwischen Berlien uind Kopenhagen in während Nactichten über Reibungen zwischen den Cibpil⸗· xm
sicherer Aussicht stehe; Preußen würde die Forderung von Garan- Riluarbehörden ein. In VLouisiana ist die Regiftrirung der Stim
ien für die deutsche Nationalitkät, Danemark, die Forderung der nen vollendel. Es stehen 45,000. Weiße 83,000 Negern gegen⸗
Rückgabe von Alsen und Düppel fallen lassen. 7.3 jber, dagegen waren bei den in Georgia beinahe vollendeten Listen
Der E. „Wonmiteur“ zeigt gan, daß die Regierung' vol Hrn. die Weißen ehwas in der Majoriit. Der Indianer-⸗Krie
Dano ein auz Keywest in Florida (Vex. Staaten) — —— kann⸗ gerade nicht sagen mit besonderen
dalicles Telegramin erhalten hat, worin derselbe seine Ankunft in krfolg fur die Truppen der Union die den Indianern in einem
Newyork, für die letzten Tage dieser Woche meldet. Alchen Grenz⸗ und Guerillakriege dei Weitem/icht gewachsen sind
Marquis de Moustier's Entlassung als Minister des Reußern Zelbst in ofsenem Kampfe haben sie stellenweife einen harteren
ist entschieden. — —A Kreisen glaubt man, daß die Stand, als man ber der sonstigen aberlegenen Kampfesweisete
Salzburger Entrevue zu einer Verstandigung Franlreichs und Oester ulaͤrer Truppen erwarken sollte. Bei Forl Kearny kam es neuer⸗
reichs in der orientalischen Frage eführt hat, und man meint dings zu einem auhzerst hartnäckigen Gefechte 40 Grenzbewohne:
des Beitrittes Englands in dieser du sicher zu sein. 5 mbð ebensoviele Soldaten unter der Anführung eines Majors
DDie „Epoque“ meldet, daß der spanische Marschall nachten einen Zug in die Nachbarschaft, um Brennholz zu holer
D' Donnell sich eben hier aufhalte, ind daß die hier befindlichen ind sahen sich 8 Meilen von bem Fort plötzlich von einigen 260
carlistischen Flüchtlinge zur Rücktehr nach Spanien aufgefordert Kothhäuten angegriffen. Die Weißen aahmen hinter ihren Wager
worden seien. — Das „Journ. de Patis“ bringt eine Correspon⸗ Stellung, wurden abet umringt und hatten drei Stunden lan⸗
denz aus Verasque über die Vorgunge in Spanien, die eines- ich ihrer Haut verzweifelt zu wehren. Endlich entschieden zwer
wegs so günstig verlaufen, wie man nach den offfciellen Telegram⸗ Fompagnien Infanterie und zwei Haubitzen, die zum Entsatz
lien ste Mi⸗errad iit his ietzt noch nicht in VPerpignan »ranrücktenn den Tao für! Vi⸗ MWeiden Die⸗ Rothhänte lieker
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        z Todte auf· dem Platze und sollen ste außerdem noch 60
Tedie umd sehr vielt Verwundete haben. Der Krieg naufs Mes⸗
sernwird nuftnbeden Seiten mit ugroßer: Erbitterung ge⸗
uhrt heldenhaßte Episoden. die an Cooper's Indianergeschichten
rinuern,werden anbeiden Seiten erlehi und erzahlt und ein
tomanschriftsteller würde in diesem Kriege, wo der Einzelne mehr
nden vordergrund tritt. als bei regelmäßigen Feldzügen reiches
Naerial finden. Ein großer Haäuphing, mit dem romantijchen
Zaehernomen tho spotted Tan. Her gefleckte Schwanz) macht
e be Wahen vi don i rden. 6
mem ⸗York. B). Angust.Mit dem Dampfer Russia“ über
Queenstown.) Die, vsterreichische Fregatteq Ehijabeihe liegt uj
defehl des Admirals b. Tegetthoff immer noch vor New⸗Orleans.
ẽs geht das Gerücht, die Leiche Maximilians befinde sich noch in
iche von Ouexetaxo aud sej dem Hrnend, Magnus noch nicht
ubergeben worden. α
p New⸗9 tB380. August. Herr Dmn voist hier ange
ommen.
—A ugust . (Aus pfälzischen ümd
dayerischen Blaͤtern) wird dor vetreffende An⸗
—— Vermahlungsfestgabe für. den Konignauf die
Ziaditasse übernommesi 3 185

r Speyer, TEepi Ju Vorderweidenthal, einem zwischen
Annweiler und Dahn/ im erstgenannten Kanton legendeu Dorfe,
rin mehrere Viehändier wohnen, ist leider die Rinderpest aus⸗
gebrochen und es sind an derselben bereits zwel·· Thiere⸗ gefallen.
In der darauffolgenden Nacht wurde von dem einen dia Haut
abgezogen/ wahrscheinlich um verkauft zu werden, wodurch leicht
die Seuche weiter verbreitet werden tonnie. Von Seite derigl.
sreisregierung wurden sofort alle Vorkehrungen getroffen um die
Weuerverbreitung · der Rinderpest zu verhindern. Herr Regierungs
rath Wand wurde als Regierungscommissar! nach Vorderweiden⸗
hal abgeordnet und auch Herr Regierungspräsident Pfeufer hat
sich, dem Vernehmen nach, hinbegeben. Von Landau werden
100. Mann Soldaten entsendet werden, um den Ort abzusperren.

aisée stasuteren 31. August. Ein junger Mann auf
einem hiesigen Bureau verschaffte sich schon seit geraumer Zeit
dadurch ein⸗ Einnahme, daß er die Acten, welche ihm von seinem
Prinzipal zur Besorgaung aufs Rentamt zum Linregistriren über⸗
Jeben wurden, selbst registrirte. Derselbe schrieb die Eintragung
mit betreffender Angabe von Band, Nummer Aec. dufdie Acten,
machte die Unterschrift des igl. Nentbeamten fein nach und steckte
bie hetreffenden Gebuͤhren in seine Tasche. Bis jetzt sind bereits
schon 24 solcher falschen Registrirungen constatirt und bommen
pielleicht noch mehrere zum Vorschein. Der junge Rentamtsbeflissene
befindet sich auf flüchtigem Fuß..
passenborn, 80. August. Gestern Abend nach 8 Uhr riß
der mit der Epilepsie, hehaftelenJ ohannes Pfaff, lediger
Tagner dahier, mit einem sogenannten Schindelmesser seinem jüngeren
Zruder Heinrich Pfaffein einen Wortstreite den Bauch auf
daß ihm die Gedärme herausdrangen und er vald darauf· starb.
Ancaf Gunders blum, 27, August. Bei vem Afurchtbaren
hebitler welches heute in unserer Gegend wüthete, wurde· ein
Mann und zwet Hindet, tnelche unter anem Baum in der Allee
die nach dem Dorf führte Schutz suchten, vom Blitz getroffer and
getödtete Das Ddritte Kind wurde auf die Mitte der Straße ge⸗
schleudert, ohne duß c* jedoch Schaden litt.
Friesbnhienmn, 80. Angust.Voͤllig erloschen ist hier
vie Cholera noch nicht, da vom 26. vi8 29. noch 6 Personen
srant waren imd zwei, eine Frau und ein Kind, gestorben sind.
Doch taben die bamherzigen Schwestern und Diaconissen größten⸗
heils uns vetlassen, während der flüchtig gewesene latholische
Pfarrer am 24. hierher zurückgekehrt ist. Dieses zum Glück fel⸗
lene Beifpiel von Pflichtvergessenheit unter dem katholischen Klerus
uͤrde dadurch einigermaßen ausgeglichen. daß, wie derChr.
pilger“ berichtet sogleich mehrere andere Geistliche aus der Pfalz
ich zur Pastoration in Friesenheim meldeten aber de die Franzis⸗
aner im Oggersheim entbehrlich wurden. — In O ppu find
dagegen nußer den zwel· ·eingeschleppten Fallen keine weiteren
borgekonmen;n dagegen in Maudach 2 Personen an der gleich⸗
jalls eingeschleppten Cholera gestorben, ohne daß eine weitere Er⸗
trankung dort vorgekommen wärt. J
Aus dem Kanton Kandel, 30. August. Am 4.

Sehbienber halten die protestantischen Lehrer der Kantone Bergza⸗
hetn. Landau, Kandel, Annweiler (cheilroeise) in der schoöͤnen Ge—
ndSieinweiler eine mufikaltsche Conferenz ab.

. oenhausen, 29. August. Am 27. Nachmittags ge⸗
zen TUhrr hatten wir hier ein droes uUn werteer. In der Rich⸗
Hing gegen den Donnersberg zu find mehrerr Gewitter zusammengesto⸗

zZen und hat sich oberhaltßb Rocenhausen eine solche Wassermasse
tlaven, daß nach ganz Lurzer Zeit Ham, Didwurzeln, Kartoffeln
erschlammt und gusgerisson and mehrere Gärten zoigl ruinirt wa⸗
. In geinige Gebäude, namentlich Nellerraume, Ställe und
eeme dre des Basser. Danee nict schneg genug abstin
sonne, so selte es sich an dem nördiichen Theile des Ortes
om Schulhause bis an die foathotische Kirche und überzog alles
ee e Schaden in sehr auex· Auch Marjen
han Wen we iler vnd auf der Ruß min hle doll diejes Wern
et großen Schaden angerichtet haben34
If In Aschaf slorb weser Tage der Lürzlich penfis-
nirte Regierungsrath in Speyer, Hr. Kurz⸗ der früher auch Land
ommissar in Reustadt war/ an einem Gehirnleiden
em enchen, 26. Rugun. Bei der am 18. Septembet in
xrankfurt zusanimentretenden Vea jammlung deuischer Aer ztte
ind Nal usforscher Wird heuer zum ersten Wah eine Seltion
ür öffeutliche Besundheuspflege gebildel. Auch sind die Mauner
des Ausschusses nicht abgeneigt, jährlich in Okutschlund xinen· Gon⸗
reß fuͤr öffentliche Gesundheutspflege und meitweise derartige mer⸗
nionale Congresse zu halten. ν
Mannheim, 8. Septemb. Gestern trat ein Pfaͤlzer,
derr Joseph Ehandon aus St. Ingbert/ von der deutjchen Oper
n Rewyork, auf unserer Hofbühne als Smra ftro auf.
hbdeidelberg, 30. Aug. Gestern Abend ist der Restor
— nidersität, Professor Mister ma ieng 80. Jahre alt, get
torben.
N In Frantfurt starb der 70jahrige Dr. med. Senltleben der
dvort seit 30 — 40 Jahren, vom menschlichen Verkehr abgeschlofsen,
arglich lebte und dabej ein Vermoögen von, mindestens 100,000
L. hinterließ ⸗

Barmen, 28. Angust. Aus Amerika gingen bei dem
iesigen Central⸗ Comite für die Freiligrath⸗ Dotation aus St. Louis
1350 A und aus Chicago 1000 Thlr. einn

Die national⸗ liherale Partei in Frankenberg (achsen)
zat Dr. Hans Blum (ESohn Robert Blum's, als Reichstags⸗ Can⸗
didaten proclamirt. I

.Der berühmte englische Physiler und Chemiler Michael
Faraday ist am 25. August, 73 Jahre alt. gestorben. Die
Zapitel von der Electriciiat und vem Magnetismus verdanken ihm
um großen Theile ihre heutige Gestaltung.

6 GEin speculativer Englaͤnder, cin Mr. Thomas aus Dept⸗
cord, ist mit inem Projecte an die Offentlichkeit getreten. welches
jas Publikum durch seine Kühnheit wohl mehr überraschen als
eflechen durfte. Es handelt fich darum, reine und lalte atmos⸗
harische Luft vom Lande in die Stadt zu pumpen. Durch ei—

erne Röhren, wie durch die Gass und Wasserleitungssysteme soll
die Luft dutch Straßen und Gassen in die Häuser, Hospitaäler,
Markiplätze/ uͤnterirdische Eiserbahnen, Theater, Kirchen ꝛc. gelei⸗
et und besonders zur Zeit von Epidemien in den armeren Stadt⸗
heilen nutlich gemacht werden. Das Publilum lacht und fragt
das soll qus uns werden, wenn dieset moderne Aeolus dahin ge⸗
angen würde, daß er seiue Winde entfesseln· und uus Erlaltungen
ind alles Mogliche aus den Hals jagen üunte.
17 gIn den Pariser Theatern / wird nun zwischen den Acken
eine igenthumliche Theater- Zeitung verlauft; sie besteht in einer
hastete aus Bläiterteig ind ist mit Chocolade geschrieben, man
ost die einzelnen Blaiter ab Gest die Nachrichten und ißt sit
dann · auf· 6 ι α . 411 6 57

7 Zurich, 28. August.n An heutigen Choleraerkrankungen

purden 4 angemeldet; Krankenbestand: 7* Personen. Kein

Todesfal. αt

p Genun, 25. August. Die Cholera iñ hier in Zunahme
hegriffen; vorgestern hatten wir 36 Fulle, gestern 822. In Pa—
sermo Jahlte nn am 202. d, 125. Erlrankungen umnd 75 Todes⸗
alle aun 21. d. beziehungsweijt 128 und 597. In Mailand

nd Venedig ist die Krantheiut so Jemlich flalionär mit 15 —26

Fallen täglich. Seltsamerweise zählt vie —X—

Anz Como bis zum 21. 3. bereits 2702 Erkraulungen und

1508 Todesfälle.

7Am 23. hatte man m Venedig die sträfliche Unbesonnen⸗
heit *0. Gefangene aus dem Gefaͤngnißlolal. wo die Cholera aus⸗
zebrochen war, herauszulassen, und ohne weitere Quartainemaß⸗
egeln, trotz des Widerspruchs einzelner Vehörden, in der Stadt
und an verschiedenen Punkten der Prooray anterzubtingen. Man
hat sie später wieder in das Jesuitenlloster gebracht, leider abe

erst dann, als sie beinahe Aberall. wo sie anfanglich gewesen A⸗
ren, das Uebel eingeschleppt hatten.

C(Zur Entdeckung Amerikass). Nach einer Was

Jeilung hätte man am Polomae Nunen üͤber den To

Jahre 1061 gestorbenen Islanderin gefunden ; dar

chließen, daß schon fast 300 Jahre vor —X

ae die „neue Welt“ bejucht hätten.
        <pb n="414" />
        uß Wärsschau, 24. Aügust.“ Den Lehrern ünd Schülern
der gemischten“ Gymmasien ift jetzt verboten worden, so lange fie
iich in der Schule befinden üntereinander in einer andern Sprache
ich zu unterhalten, als in der rufstichen. Die Lehrer sind ange⸗
viefen worden, den Schnurrbart zu entfernen, während die Schü—
er das Haupthaar kirrz abschneiden müssen.

Mittel gegen die Cholera“e Dr. Fromm, Arzt in
Kairo, ein geborner Oesterreicher, theilte einem Freunde, den er
selbst vor zwei Jahren von einem heftigen Choleraanfalle befreite,
Folgendes über seine Behandlungsweise mit: „Ich gebe beim An⸗
alle dem Erkrankten in viertels bis halbstündigen Jwischenräumen
wei bis vier Löffel von nachstehender Arznei, die ich für diesen
Zweck stets in groößerer Menge vorräthig halte, worauf alsbald
Minderung der Zufälle eintrift und detr Kranke nach kurzem Schlafe
ich genesen von seinemLager erhebt?“ Fünf Gran Opiumertract,
n funf Unzen Zimmtwasser gelöst werden mit zehn Tropfen Kreosotn

versetzt und die Arznei schüttelt manbeim Gebrauche 'jedesmal gu—
im.“* Auch theili Dr Fromm; mit, daß nach seinen vielfachen
ẽrfahrungen das, Tabakrauchent (starbolsäure 9) sich“als das beste
Schutzmittel gegen die Ansteckung durch die Cholera erprobt habe.
Beide Mittel sind rationell und verdienen wohl Beachtung hon
Aerzten und Nichtärzten. 1
Karlsruthe, 81 Aug. Bei der heutigen Serien Jung
der badischen fl. 35.⸗Loosen wurden folgende 80 Serien d 80
Stück Loose gezogen: Serie 426, 382, 661, 693 1242 1452,
— ——
—
1328/ 4817 4901 4929 3158, BB01 5606, 5614, 5769
3065 6218 6778 6812 6834 6861 6879 6912 7008
190, 7503, 7663, 7687, 7806, 7848 7976 u. 7994. Die
Bewinnziehung erfolgt' planmäßig Ende Septembered. J. t 7

Mobilienversteigerung, Daß Reuestn in
—2 7 afteis 1867 Pe e vfer⸗· eidex tossen —
ninags uhr dahier im Vergamtsgebanve ieder: Art,, ist Atiger Auswar J auch habe ich eine Partie ß
iafsen die Kinder d 8 0 r erstoffen
Bergrathes Herrn Siever 4 ammi⸗ u bedeutend herabgesetzten Preisen ausgesetzt. αα α lIe
ichen zu dzessen Nachlaßz gehörigen Mobi⸗ ju aheß LKarl dSchanoR
liet 4 Borg versteigern α ιν —
2Canapee, Sectre 1035 Anęt J— in Hopfengeschäft w
¶ Scrrãnle, bom *t b 7 J Arziehungs Anstalt * F erge ee
y Eommodeant ——— 7 * mit Unterrleht in aHem Fneheru, nert und Umgegend gegen vortheilhafte Be—
perschiedene Spiegel, μιια nιν beSοnders für Knahen und junge Leute, zingungen einen gewandten Ageuten,
2 Pfeilerschränke, 43. lie sich dem Handel vidmnen. — Offerte frunco Posbe restanto Mannheim
3 Froße amnd 2 kleine Tische, in Irtindche Prlemung der raα- — —
ez dutzend Stühle, , sehen und englisen Sprache qurch
Küchenschrank, A ein Aeichen Umgang mit Pranzosen und
e. Anrichte 1261 nglundern beföor gerg. — Poncionat u
II. Nüchcengerathschaften, . . ꝛilligen Preisen. Lebrplan franco
, mehrere Vetten, oe e ureh den Vorstandd des Initern-
33 insee a Ig naationa-—Lelritu in
2 mduhren, 2 9* —F 38 —XXXE Badæm. 7 9J
nd: arca 250 teere Flascheit, and onstige — —B—
tände. nton elu — D *
—R u BGorn Igl Notarl⸗ 25 . Ein junger Dachs,
hündin, braun/ gelb ungrau
getiegert, hat sich verlaufen.
Bitte um Rückgabe oder
Benachrichtigung an Bürger⸗
meister Hauck in Rohrbach
gegen Belohnung.
eE zur diesjährigen Kölner
ED o e Dombau-Lotterie, Ge⸗
winne Thaler 25,000, 10,000,
5000, 2000, 1000, 500, ꝛe. zu
einem Thaler pro Stück von heuͤte
an zu haben bee 8
Richaril amam, Buchbinder,
in Zweibrücken. aar

— —
—D ι.
a:atn ν
11 20:
lof : 313
10151 —V
di end o
— iuon
Ein skegeln
auf dem Heusser'schen Bier⸗
keller,, wird. Samstag Nach⸗
mittag den“7. ds. Mts. be⸗
ginneüd und die folgeuden
Tage abgehalten, woju Ke—
— höflichst eingeladen
werden. Der obere Stock * Hauses
n Et.Jugbert 8. September 1867. bestehend in⸗ 4 Zimmer mit Keller, sind
Ec Vuhbere p A vogleich, entweder getheilt oder im Ganzen
ä ——*u vermiethen. 1
yür Jäger!! DJoh. Jos. SEchwarʒ,
8 Amerzeichnetem sind eingetroffen. VOVomburaer Staße.
* an cheiter ꝙ Qualinut. hiligtz zu d Annonee — *
sabm ehohr— Oartoud lonye— Vsut. aud WechselGeschätt J
fache Und doppelte Oulotzeee won Gebor. Pfei ser in Frantfurt a. M. —. — 4
reohtenn Conptgit. Wledenstahe gueßn. aiug 39 Ann.
Lefanoheua-Zündbütehnz, Ans ämd Verlkauf aller Arlen, Staals- Gerct e re dad e
uee J ue F — àaL fundtet fl. cc kri Rog—
Pat ant-dohæo te in allen Nummern, papiere, Anlehensloose, Eisenbahn⸗ Bank— —
536 89 33 9 industri ien, J von Cou⸗ et 3553 ——
sowie bestens Jagd- GeJoboibon- and industrielen Achen. Incasso von Cout ee e
Pulver bei dons/ Banknoten .Wechsel ꝛc. umnter Zu⸗ orn (as0 Pf) i Bo iui p.
7x6 üicherung prompter und reeller Bedienung * ee — . Is sr.
— re woenig . J ann Broyision per mille oͤhn —* —— pfd.
in SteIngbertunc a e lajegliche sou stige Spefen.“ be 6 jl. 10 ku. — l r.
Rebaktion. Druck und Verle don Fr. Xe Dem en im Stuniabeutee 1120 18)0 ι

Worms den 30. August. 323
Wir notiren heute: Weizen 14 fl. 46 kir.
bis 15fl. 15 kr.“ Roggen 11 fl. x5 kre
bis — fl. —tr. Gerste 10. flue Ar⸗
—
3 fl. 15 kr. bis 6 fli 20 tr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 18 fi. 30 kr bis:— fl.
⸗tr! Roggenmehl fl. Akr. bis: ⸗ ib
— r. Roggenvorschuß 12 fl. 15 kr.bis
— fl. ra Weizenvorschuß flaxe.
bis — fl. — tr. Blumenmnehl. 17 f6. — kr
bis — fl. — dr.per 70. Kilq., Reps
— fl.— kx. bis — fl. — Ire per 85
Kilo. Rüböl. ohne Faß 21 fl. — kr. bis
21 fl. 80 Ar. Leinölohne Faß 25 fl.
— kr. bis — fi. kr. Mohnöl ohne
Faß 89 fl. 41 ix. bis wy. ver
50 Kilo. Repskuchen 68 fl. — kx. bis
76 fl. — kr. Branntwein 84 fl. 30 ty.
his — f. ra—
        <pb n="415" />
        Slt. Ingberter Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet.
Nro. 106. Donnerstag, den 53. September ** 1867.
wIu ::. X , ——— — ————— — — —* ——
Deu tschland.

München, 1. Sept. Der König hat einen wegen Raubs
zum Tode verurtheilten Soldaten zu lebenslänglichem Zuchthaus
hegnadigt. — Die Berathungen über das Wahlgesetz zum
deutschen Zollparlament sind in Einer Sitzung vollendet worden,
da sich der Entwurf dem preußischen Gesetze gleichen Betreffs enge
anschließt. Im Ministerrath wird dieser und der Militärgesetzes—
entwurf erst nach der Rückkehr des Fürsten v. Hohenlohe aus dem
Urlaub, am 12, oder 13. September zur Berathung kommen.
der Kriegsminister v. Pranckh ist bereits aus seinem Urlaub
zurückgekehrt. — Dem Vernehmen nach werden die beiden pfäl—
zischen Mitglieder des Socialgesetzgebungsausschusses nach Wie
deraufnahme der Sitzungen einen neuen Antrag auf Nichtein—
führumng der Socialgesetze in der Pfalz stellen. (Die noch im Rück
tand befindlichen Gemeinden der Pfalz mögen nun nicht säumen,
ihre Protesterklärungen an einen der beiden Abgeordne—
ten Kolb und v. Soher nach München abzuschicken. Die Notiz,
daß der Ausschuß am 83. September seine Arbeiten wieder beginne,
beruht auf einem Irrthum.

München, 2. Sept: Graf Bothmer, der Chef des Ge—
neralstabs, ist wührend des Lagers beurlaubt, er benützt jedoch
n anerkennenswerther Weise den Urlaub dazu, den Uebungen auf
dem Lechfelde persönlich anzuwohnen. — Durch Kriegsministerial⸗
entschließung wurde genehmigt, daß den in Junkers Rang stehen—
den, bei den dießjührigen größeren Uebungen auf dem Lechfelde be—
heiligten Chargen auf die Dauer derselben einschließlich des Hin
und Rückmarsches von und nach der Garnison die Gebühr von
täglich 2 Mundportionen nach dem normirten Preise von 16 kr.
per Portion verabreicht werde. — Wegen Abmarsches der hiesigen
Infanterieregimenter nach dem Lechfeld wurde die Hauptwach(
jestern zum Erstenmale von Kürasfiren bezogen.

München, 2. Sept. Preußen hat bei den Zollvereins
taaten, welche nicht zum Norddeutschen Bunde gehören, die Zu—
sttimmung zur Herabsetzung des Eingangszolls von Wein auf 224
Thlr. beantragt, um den Eintritt Mecklenburgs in den Verein
und eine Revision des Handelsvertrags mit Oesterreich zu erleich—
ern. — Die „Bayer. Ztg.“ meldet, das es unrichtig, daß Mi—
uisterpräsident Hohenlohe einen unter Beust's Einfluß von Mohr
zusgearbeiteten Entwurf für ein Südparlament mit Letzterem
urchberathen habe. *

Kempten, 31. August. Die „Kemptn. Ztg.“ schreibt
Die Pfälzer Bedenken und Klagen über die voraussichtlichen Un—
zu änglichkeiten der Socialgesetzentwürfe fanden auch hier ihr Echo.
vwas um so erklärlicher ist, als die seitherigen Schwankungen und
Zögerungen im Schooße der Gesetzgebungsausschüsse seit lange
ein Geheimniß mehr waren. Wenn Savbigny sagt: „Unsere Zeit
hat keinen Beruf zur Gesetzgebung,“ so scheint sich das an Bayern
mmer handgreiflicher zu bewahrheiten. Einschneidend in den
charfen Einwendungen der Pfälzer gegen die neuen Gesetzentwürfe
st vor Allem der Vorwurf, wie lächerlich es von Seite gewisser
„Kammerführer“ sei, zu behaupten, daß unfere Bevölkerung dies—
»eits des Rheines „zju unreif“ sei, um freiere Institutionen
zu vertragen, als sie uns die an allen Ecken verkümmerten Ent⸗
vürfe des Ausschusses in Aussicht stellen. Wie stimmen, ruft man
jierbei mit Recht, diese Auswüchse einer unaufhörlichen Bevormun
dungssucht mit den gelegentlichen Rufen von derselben Seite über⸗
in, daß das Volk noch immer nicht genug Freiheiten habe? Wie
timmt jene Sucht mit einem gewissen Kammervotum auf Aufhe—
zung der Todesstrafe? Eine Generation, die „reif“ genug er—
achtet wird, um die Todesstrafe entbehrlich zu finden, die müßte
doch, sollte man denken, auch für eine wahrhaft, micht schein⸗
liberale Socialgesetzgebung hinlänglich re if“ sein. In Ungarn

detitioniren sie übrigens bereits wieder um Abschaffung der Ge—
verbefreiheit. Vielleicht gehen jene nicht ganz irre, welche ver
nuthen, daß die Halbheiten, deren unsere neuen Gesetzentwürfe
nit Recht allgemein bezichtigt werden, dem stetigen Einfluͤsse jener
Kreise, zumal jene Münchener Nreise zuzuschreiben ünd. welche

jedem, also auch dem socialen Fortschritte noch heute so unversöhnt
gegenüber stehen wie vor vierzig Jahren. Es wäre dann nur
auffällig, daß die wenigen entschiedenen Elemente in den Aus—
schüssen diese Einflüsse, nicht entdecken oder sich ihnen nicht entziehen
konuen. Gewiß aber ist, daß wenn jene Einflüsse die Oberhand
erhalten — und es scheint dazu kommen zu wollen — Bayern
in dieser Beziehung bald eben so „reif“ sein wird wie Ungarn.
Dienstes⸗Nachrichten.

Durch Regierungsbeschluß vom 1. September wurde der
—AVV
dortigen protest. Schule vom 1. Sept. an, ernannt.

Seine Majestät der Koönig haben Sich allergnädigst bewogen
zefunden, unterm 28. Augustel. J. die erledigte Stelle eines
Secretärs der k. Regierung der Pfaz dem Registrator der k. Re—⸗
gierungsfinanzkammer der Pfalz, Ludwig Adolph Woescher, seiner
Bitte willfahrend, zu verleihen.

Karlsruhe, 8. Sept. Uebermorgen findet die feierliche
Eröffnung des Landtags durch den Großherzog statt.

Berlin, 31. Augugst. Schon früher verlautete von einer
beabsichtigten Zusammenkunft des Königs von Preußen mit den
süddeutschen Souveränen, wenigstens den Königen von Bahern und
Württemberg und dem Großherzog von Baden. Jetzt wird dem
„Temps“ unterm 24. August aus Berlin gemeldet, daß eine solche
Zusammenkunft am 6. oder 8. Septbr. in Baden⸗Baden stattfin⸗
den solle und daß der Großherzog von Baden es übernommen
habe, seine süddeutschen Nachbarn dafür zu gewinnen. Näheres
verlautet hier darüber nicht.

— Wie in Bayern vernünftige Leute über die Bedeutung
des mit Preußen abgeschlossenen Schutze und Trutz-Büdnisses den—
ken, darüber gibt ein am Jahrestage desselben, am 22. August,
von der „Kemptener Ztg.“ veröffentlichter Artikel Auskunft: „Rach
dem Wortlaute, wie nach dem Sinne dieses Vertrages unterliegt
es8 keinem Zweifel, daß Schutz und Truzz eintretenden Falles ge—
gen jeden Angriff geübt werden sollen. Für alle denkbaren Fälle
verbürgt Preußen dem Könige von Bayern den Besiz seines Lan—
des und verpflichtet sich, alle seine Kräfte daran zu setzen, damit
dem Koönige von Bayern kein Theil desselben entrissen werde, wozu
Bayern sich Preußen gegenüber gleichfalls verpflichtet. Bayern ist
ilso vertragsmäßig für alle Fälle mit Preußen verbunden.“ In
ehr scharfen Worten wendet sich sodann die „Kempt. Ztg.“ degen
ene Feinde Deutschlands, weiche, sei es offen, sei es im Verbor
genen, noch immer gegen den neuen Zustand der Dinge aggitiren
möchten, und schließt mit dem Ausdruck der festen Ueberzeugung,
daß die bayerischen Staatsmänner unter allen Umständen an dem
Bündniß vom 23. August v. J. festhalten werden.

Berlin-3. Sept. Der heutige „Staats-Anzeiger publi—
cirt eine allerhöͤchste, vom Grafen v. Bismarck contrasignirte Ver⸗
ordnung, durch welche der Reich stag des Norddeutschen Bun—
des auf den 10. September einberufen wird. .

Wien, 1. Sept. Die „Presse meldet: Ein Rundschreiben
der Pforte constatirt die gänzliche Bewältigung des Aufstandes auf
Candia. Die nächste Aufgabe der Pforte sei die Reorganisation
der politischen Verwaltung Candia's. Eine Amnestie für die Cau—
dioten ist in Aussicht gestellt.

Wien, 2. Sept. Die „Wiener Correspondenz“ sagt: Nach
der Rückkehr des Frhrn. v. Beust steht die Beschlußfassung über
die ostasiatische Erpedition zu gewärtigen. Ueber die Willfährig⸗
keit zur Auslieferung der Reste des Herzogs von Reichsstadte an
Frankreich besteht kein Zweifel. Uus Mexico ist der österreichische
Gesandschafts⸗Attaché Schmidt hier eingetroffen und hat das Gilet
und den Rock, welche der Kaiser Marximilian bei der Execution ge
tragen, mitgebracht. Der österreichische Gesandie in Lissabon,
Baron v. Lebzeltern-Collenbach ist gestorben. Der erste Oberhof⸗
meister Fürst von Hohenlohe hat eine Erholungsreise angetreten
und wird auch Paris besuchen. — Der französische, Staatsmie
nister Rouher ist gestern Abend hier eingetroffen.
        <pb n="416" />
        Wien, 3. Sept. »Nach der „Debaite hat Graf Bismarck
durch eins Depesche an den ꝓreußischen Geschdtein, Legationsrath
v. Heydebrand und⸗ det Lasc in Kopenhagen erklären lassen, den
Vorichlag Zänemarks in Betreff direcker vertraulicher Unterhand
lungen wegen der nordschleswig'schen Frage anzunehmen. — Das
Wiener „Tageblatt“ enthält ein Telegramm, wonach- außer den
französischen Kundschreiben noch besondere berichtigende Noter
Frankreichs und Oesterreichs bezüglich der Salzburger Zusammen
tunft nach Berlin abgehen werden.

Wien, 3. Sept. Gutem Vernehmen zufolge haben alle
nichtungarischen österreichischen Bischöfe die Aufforderung erhalten.
sich in Bruͤnn zu einer Versammlung einzufinden. Es heißt, Frhr
o. Beust beabsichtige, die Kirchengüter zur Regelung. der Staats
schuld heranzuziehen. J

Flensburg, 3. Sept. Die Hadersl. Tidende“ und di—
„Apenrader. Nachrichten“ melden Folgendes: Die Dänenpartei
veranlaßte in Hadersleben und Apenrade tumultuarische Auftritte
dieselben wurden von Polizeimannschaften, Gensd'armen und Mi—
litärpatrouillen niedergeschlagen. Auch in den nordschleswig'schen
Lauddistricten sind Wahlscandale vorgekommen.

Frankreich.

Par⸗is“, 31. August. Während die „Epoque“ noch immer
die Ausbreitung des Aufstandes in Spanien behauptet, sagt
die, Correspondenz „Havas“: „Die vielverdächtigten Telegramme
welche Ungünstiges über den Verlauf des Aufstandes berichteten,
scheinen doch der Wahrheit näher gewesen zu sein als gegentheilige
Meldungen einzelner Blätter; die im Ministerium des Innern
eingegangenen officiellen Rapporte bestätigen die Ankunft der Ge
nerale Pierrad und Coutreras sowie einer großen Anzahl spani—
scher Insurgenten auf französischem Gebiete.“ Die „Liberte“ will
wissen, daß in Madrid ein Ministerwechsel bevorstehe, nachdem die
Königinwittwe Christine den General Prim gewonnen und ihre
Tochter: vermocht habe, den Progresfisten unter Espartero das
Staatsruder zu übergeben.

Paris, 1. Sept. Die gestrige Börse war über die
Rede- vonn Amiens sehrentzückt, und der „Constitutionnel“ erklärt
dieselbs für die „Kronung“ der Reise, in der sich der kaiserliche
Gedanke in voller Schärfe und Macht kundgebe. — Gestern Abend
versammelten sich die hiesigen deutschen Vereine, um unter
sich ein freundschaftliches Verhältniß und ein gemeinsames Zusam⸗
menwirken zunächst⸗ bei öffentlichen Feierlichkeiten nationaler und
localer Natur anzubahnen. — Nach einem Telegramm aus
Madrid vom 31. August Abends hat die dortige Regierung be—
tannt gemacht, daß, da alle Gefahr vorüber wäre, sie die über
die aufständische Bewegung einlaufenden Depeschen nicht mehr
öffentlich anschlagen lassen werde. Trotzdem wollen wir bemerken,
daß portugiesische Blätter in bis zum 28. gehenden Correspondenzen
nur vom Wachsen des Aufstandes zu berichten wissen. — Der
französische Kriegsminister hat die Aufhebung des Lagers von
Chalons am 1. September und die Rückkehr der Truppen in ihre
Garnisonen angeordnet.

Paris, 2. Sept. Der Kaiser empfing gestern in den
Tuilerien Djemil Pascha, welcher beauftragt war, einen Brief des
Sultans zu überreichen, worin derselbe sich für die ihm gewährte
Gastfreundschaft bedaukt. — Der Kaiser und die Kaiserin empfin⸗
gen die Königin von Württemberg und den Prinzen Otto von
Bahern mit Ceremoniell. — Der Kaiser empfing den Patriarchen
von Antiochien.

Paris, 2. Sept. Der „Liberte“ gehen Nachrichten aus
Spanien zu, denen zufolge in der Umgegend von Saragossa ein
sehr ernsthafter Kampf stattgefußgden hat. Man erwariete die Ein—
nahme von Saragossa. Die Stadt Bijar soll ihrerseits der Em
dörung beigetreten sein.

Ueber den Luxus und die Armuth in Paris schreibt der
„Nürnb. Anz.“: „Ein Journal glänzender Feste, ein Wettstreit
strotzender Tafeln und üppiger Gelage bewegte und berauscht noch
in diesem Augenblicke die hohen und höchsten Kreise der Weltstadt
Unvetantwortlich wird üßerhaupt mit den Geldern der Stad
Paris umgegangen; allein nichts ist verletzender als die Prasserei
einer Behörde (des Magistrats), die nicht von den Bürgern ge—
wählt, sondern von dem Kaiser eingesetzt ist, um die Stadt zu
regieren. Allein die armen Pariser durfen nur zahlen, zählen aber
auf ihrem eigenen Boden gar nichts. Der Luxus, der in Tafel⸗
geschirr, Ausschmückung der Säle und Vorhallen bei Gelegenheit
der Anwesenheit der Kaiser und Könige und sonstiger Feinschmecker
entfaltet wurde, grenzt ans Fabelhafte und erinnert an die fetten
Tafeln der römischen Kaiserzeit. Die Zeitungen erzählen, daß
sogar Botaniker nach Sicilien und Afrika geschickt wurden, um
Palmen und sonstige Südgewächse zum Schmuck der Treppen und
GBallerien des Stadthauses massenhaft herbeizuschaffen. Hundert⸗
tausende sind dafür verausgabt worden. Würde man am Schluß
seder dieser zauberhaften Festivitäten der hohen und allerhöchsten

Herrschaften die 40,644 inscribirten Proletarier⸗Familien der Stadi
Paris (105,419 Köpfe stark! vorführen und vom Stadthaus bis
zu den Tuilerien Spalier bilben lassen, so müßte auch der extra⸗
„aganteste Aubetet des Gottesgnadenthums zur Ueberzeugung ge⸗
langen, daß all der Glanz und all die Herrlichkeit nur Trug und
Lüge. Wo die Paläste der Herrscher am luxuriösesten ausgestattet.
ist das Elend der Volker am größten. Außer jenen 105,000
nscribirten Armen, die der Commune eine jährl. Ausgabe von
3 Mill. verursachen, leben in der Hauptstadt der großen Nation
noch beiläufig 400,000 Arbeiter (Frauen und Kinder inbegriffen),
die ein kümmerliches Leben fristen und ohne die Privat-Wohlthä⸗—
tigkeit nicht existiren könnten, denn die Miethe ist um das Zfache,
alle übrigen Lebensbedürfnisse sind um das Doppelte gestiegen.
In dem 13. Stadtbezirk (des Gobeliers) zählt man auf je 6 Be—
wohner einen Armen, im 14. auf 9, im 20. auf 10, im 53. auf
12. Bezeichnend für die Weltstadt ist nach Angabe offizieller sta—
istischer Erhebungen der Umstand, daß jene 40,644 Proletarier⸗
Familien nur 40,131 Zimmer bewohnen — mithin kommt weni⸗
gzer als ein Zimmer auf die Familie. In 9600 Zimmern stehen
2 Schlafftellen, in 5422 stehen 3, in 17704, in 142 5 und
in einigen wenigen selbst 7. Was vermögen gegen diese massen
hafte Verarmung die in der Weltausstellung auf dem Champ de
Mars erbauten Musterhäuser, von denen jedes auf 6000 Fr. zu
stehen kommt? Was die sanitätspolizeilichen Vorschriften und Ver—
ordnungen, bei so ungesunder und unsittlicher Anhäufting einer Bet
völketrung die größtentheils in unfauhere Lumpen eingehüllt? Das
sind künstliche unnatürliche Zustände, eine Schmach und Schande
unserer vielgepriesenen Civilifation!“
Spanien.

Madrid, 2eSept. Die Regierung hat den Eingang aller
fremden Journale, welche; die Frage der spanischen Insurrection
unter günstigen Erwartungen für die letztere besprechen, verboten.
Man fürchtet neue revolutionäre Erhebungen in den während dieses
letzten Aufstandes ruhig gebliebenen Provinzen.
England.

London, 1. Sept. Aus Hongkong wird vom 12. August
die Gefangennahme von 70 eingeborenen Christen ihrer Religion
wegen gemeldet. — In Southampton ist der Dampfer Shannon
aus Brasilien eingetroffen.

Ricciotti Garibaldi weilt gegenwärtig in England. Der Globe
hält es für wahrscheinlich, daß der Sohn hier sinanzielle Zwecke
verfolge, welche zu des Vaters Planen in der römischen Frage iu
Beziehung ständen.

London, 2. Sept. Der „Globe“ erklärt das Gerücht:
Aegypten werde England 5000 Kameele für die abyssinische Er⸗—
pedition liefern, für unbegründet; alle Kameele werden von Eng—
land anderweitig beschafft.
Belgien. J
Brüssel, 1. Sept. Auf Ersuchen des Königs begibt sich
der ehemalige Justizminister Tesch behufs Regulirung der Nach—
lassenschaft Maximilians nach Wien. V
Luremburg, 30. August. Die preußische Garnison wird
bis zum 9. Sept. unsere Stadt vollständig geräumt haben.
Schweiz.

Bei dem vom 9.-12. Sept. in Genf tagenden int er na⸗
tionalen Friedenskongresse kommen nachstehende drei
Fragen zur Verhandlung: h) Ist die Errichtung eines Friedens⸗
reiches, nach welchem die Menschheit sich sehnt, als nach dem End⸗
ziel der Civilisation, vereinbar mit jenen großen Militärmonar⸗
hien, welche den Völkern ihre lebenskräftigsten Freiheiten entrei⸗
ßen, gewaltige Heere unterhalten und darauf ausgehen, die klei⸗
nen Staaaten zu Gunsten despotischer Centralisation zu unterdrü⸗
scken? Oder ist nicht die wesentliche Bedingung eines dauernden
Friedens unter den Nationen die Freiheit der einzelnen Völker und
in ihren internationalen Beziehungen die Errichtung einer Conför⸗
deration freier Democratien, welche die vereinigten Staaten Euro⸗
pa's bilden? 2. Welches sind die Mittel, eine derartige Conför⸗
deration der freien Volker anzubahnen und zu beschleunigen?
Hiezu müssen wir zurücktehren zu den großen Prinzipien der Re⸗
dolution, welche endlich zur Wahrheit werden sollen; wir müssen
jämmtliche iudividuellen und politischen Freiheiten wieder erringen;
wir müssen an jede sittliche Thattraft apelliren, das Bewußisein
wecken, den Volksunterricht verbreiten, die Vorurtheile der Race,
der Nationalität, der Sekte, des Militärgeistes u. s. w. müssen
ausgerottet, die stehenden Heere aufgehoben, die ökönomischen In—
terressen durch die Freiheit in Uebereinstimmung miteinander, Po—
litik und Moral in Einklang gebracht werden. 3. Welches möch—
ten die besten Mittel sein, die Wirksamseit des internationalen
Tongresses permanent und durchgreifend zu machen? Organisation
einer dauernden Association der Freunde der Demokratie und Frei—
        <pb n="417" />
        heit. - Die Hauptaufgabe des Genfer Congresses ˖ soll sein, diei Aus Hamburg waren 62 Gewerbtreibende auf Staats-
Hrundzüge dieser Association zu entwerfen und den ersten Grund kosten zum Besuch der Ausstellung in Paris. Der Senat hatte
zu derselben zu legen. hiezu 4000 Thlr. bewilligt. J
„Bern, 2. Sept. Der schweizerische Gesandte in Florenz Madame Murat, eine Großnichte Washington's und Wittwe
ßioda ist zum ersten, Max Wirth zum zweiten Abgeordneten bei des im Jahre 1847 auf seiner Plantage in Florida verstorbenen
Fem in Florenz zusammentretenden statistischen Congreß ernaunt. Prinzen Napoleon Achille Murat, ist ihrem Gemahl in das Jen—
Bern, 3. Sept. Morgen trifft eine japanesische Gesandt- eits gefolgt. Sie genoß bis zu ihrem Tode eine vom Kaiser'
chaft, aus 24 Personen bestehend, hier ein; heute wurden die- Napoleon ihr ausgeworfens Pension von 20,000 Fres.
selben in Basel von der Regierung Namens des Bundesraths F Im Lager von Chalons ist am 29. August ein gro—
egrüßt. zes Unglück geschehen. Die Pulberkammer der ersten Division
Genf, 3. Sept. Ein Adjutant Garibaldi's ist hier einge- sprang in die Luft, und es verloren durch diese Explosion acht Men⸗
roffen, Garibaldi wird am Freitag zum Friedenscongreß erwartet. schen, ein Hauptmann und 7 Sappeurs, das Leben.
Türkei. (Zwei Collegen.) Alexander Dumas hat folgendes Schreiben
23* * — 53 an den Kaiser gerichtet: „Hochbexühmter Collegel Als Sie es
Ko nstantinope 8. en Es derlautet, die Pforte unternahmen, die Geschichte des Besigers der Gallier zu schreiben,
habe die letzte Note der Großmächte bezüglich Kretas (osrin die Zreilten sich alle Bibubtheten, die Vocumente, welche sie vesigen.
Niedersetzung einer 55 Untersuchungscommision verlangt u Ihrer Verfügung zu siellen. Es ist dadurch ein Wert entstan⸗
wird) abschlägig beantwortet! . . den, das über den anderen steht, in so fern es die größte Anzahl
Die Aufregung in Serbien nimmt immer mehr zu uund wenn Feschichtlichet Documente in sich schließt. Damit beschäftigteim
die türlische Regieruug wirklich mit Creta. fertig sein sollte, so Augenblid die Geschichte eines anberen Cafaren, Ramens Raboe
wird sie dafür bald an ihren arden Grenzen zu schaffen finden ah Vongpacte, zu schreiben, bedarf ich der Documeme, die guf
Sollten die Reibereien mit den u sich bis zu nemn wirt ein Erscheinen auf der Weltbühne Bezug haben. Kurz, ich wünsche
ichen uriege steigern, so wird Griechenland n Serb vnr sofort alle Brochüren zu erhalten, welche der 13. Vendemaire hervorrief.
einen thätigen Alliirten finden, dem wiederum Rußland wenigstens Ich habe sie von der Bibliothek verlangt; sie wurden mir aber
noralische Unterstütung geben würde. Die russischen Agenten derweigert. Es bleibt mir also kein anderes Mittel übrig, als
ahren fort, die slawischen Bevölkerungen aufzuregen, obgleich der mich an Sie, hochberühmter College, demm man Nichts berweigert.
Beneral Ignatieff in Konstantinopel die friedlichsten Versicherungen Penden, um Sie zu bitten, in Ihrem NRamen diese Broͤchu⸗
zegeben hat. Aus Belgrad wird der Rüdtritt des serbischen Mie en don der Vibũͤothet zu vrriangen und sie zu meiner Verfuͤgung
nisters Garaschanin gemeldet. an dessen Stelle der fruͤsre erbische zu stellen, wenn Sie diefelben erhalten haben. Wenn Sie miein
Heschaftsträger in Konstantinopel, Ristich, welcher den Russen ganz Ferlangen gut aufnehmen so werden Sie mir einen Dienft geleittet
ergeben ist, Minlitervräfident wird. haben, den literarisch genommen ich nie vergessen werde. Ich habe
die Ehre, hochberühmter Verfasser des Lebens Casars, mit Achtung
zu sein Ihr sehr gehorsamer und dankbarer College Alexander
Dumas.“ Am nächsten Tage erhielt der Genaunte von Herrn
Unterrichtsmeister Duruy zwölf Brochüren, welche er verlangt hatte.
* Paris, 29. August. Theodor Lavalléͤe, Professor an der
Militärschule von St. Cyr, dessen Schrift über die natürlichen
Grenzen zur Zeit so großes Aufsehen erregte, ist im Alter von
63 Jahren gestorbn.
Der fran z. Apellhof von Meßg hat in dem Prozesse ge⸗
gen den Ueberwachungsrath des „Comptoir commeéreial du Haut-
Khin“ ein Urtheil gefällt, das in der Finanz⸗ und Handelswelt
große Sensation erregen wird. Die Aktionäre dieser völlig ruinir—
ten Gesellschaft hatten den Ueberwachungsrath für die durch seine
Fahrlässigkeit und sträfliche Nachsicht gegen den seitdem durchge—
gangenen treulosen Geranten entstandenen Verluste verantwortlich
zemacht. Das Handelsgericht in Colmar hatte die Klage als un—
begründet ——— das Obergericht von Metz verurtheilte
den Präsidenten des Ueberwachungsrath's, Kiener, zu 500,000,
den Vicepräsidenten Hirn zu 200,000, und die übrigen 6 Mir—
zlieder je zu 50, 000, mithin die Cörporation zusammen zu einer
Million Fr. Entschädigung an die Actionäre und sonstigen Gläu—
biger.
Ein Herr Hellier aus Grahamstown hat in der Nähe
dieser Stadt eine natürliche Seide entdeckt. Es ist nach seiner
Angabe das Erzeugniß von einem Wurme, welcher sich von dem
Mimosadorn daselbst ernährt und der dort ganz gewöhnlich und
allgemein überall da ist, wo diese Mimosa vorlommt. Die Cocons
ind ungefähr dreimal so groß und schwer, wie die des gewöhn—
lichen Seidenwurmes. Zwar hat der Faden daraus nicht jenen
hesonderen Glanz des letzteren, dagegen ist er ganz eben jo stark
und fein, wie der von der Maulbeerseide.
FLondon, 29. August, Nachrichten aus Newyork zufolge
betrug die Zufuhr von Baumwolle in den Unionshafen in leyter
Woche 6000 Ballen, wovon 2000 Ballen nach Großbritanien
exportirt wurden.
7 Cod eines Stierlkampfers). Die, Epoca“ vom' 22. August
meldet, daß der berühmte Stierkämpfer Lagartijo am 20. auf
dem Stierplatz von Puenta⸗Genil seinen Tod gefunden hat. Der
hergang wird folgendermaßen erzählt: Nachdem der Kämpfer
den Stier mit aller ihm eigenen Gewandtiheit angefallen und ve—
rirt hatte, versetzte er demselben einen prächtigen Degeustoß und
lüeß ihn, im Glauben, ihm den Todesstoß gegeben zu haben, be—
—X
um die Beifall jauchzenden Zuschauer zu begrüßen, erhob sich der
Stier noch einmal und rannte seinem Gegner ein Horn durch die
Zchulter. so daß er sofort todt liegen blieb. —
x Konig Victor Emanuel will nach der „Unita⸗Italiana“ in
London eine Anleihe von 5 Millionen für seine dringendsten
Privatbedürfnisse aufnehmen. Er bietet 10 Prozent und sonstige
zute Sicherheit, allein die Londoner Banliers sollen bis jetzt sich
mertraͤglich zugeknöpft verhalten.

Bermissch tiess

Am 2. September Nachmittags ging eine Compagnie des
in Zweibrücken in Garnison liegenden 13. Infanterie-Regiments
nach Pirmasens ab, um allda einen Cordon zu bilden, indem in
‚ortiger Gegend die Rinderpest ausgebrochen ist.

Aus Würzburg ist die betrübende Nachricht eingelaufen
daß am 30. August in der unterfränkischen Kreisirrenanstalt zu
Werned der Setundärarzt Dr. Rabus und der Assistenzarzt Dr.
Hopp, bei dem Versuch, einen in einer Grube durch Kloakengas
Herunglückten Arbeitsgehilfen zu retten— selbst verunglückt und so
die Opfer ihrer Hingebung geworden sind. Man zählt 5 Todte,
den Oberwärter hoffle man noch retten zu können.

München, 2. Sept. Ju der letzten Nacht ist hier der

Oberapellrath und Generalp ocurator am Cassationshof der Pfalz,
Hr. Gustav Hilgard, nach längerem Leiden in einem Alter von 59
Jahren gestorben. Er war ein ausgezeichneter Jurist, ein klarer
dopf und praktischen Verstandes. In der Pfalz geboren, war er
zuch ein langjähriges Mitglied des Parquets und der Magistratur
unserer Provinz. Der oberste Gerichtshof verliert in ihm eines
jeiner bedeutensten und tüchtigsten Mitglieder.
Die Katlsr. Ztg. bringt die Nachricht, daß die badische
Regierung bei M, A. v. Rothschild Söhne in Frankfurt, der
Diecontogesellschaft in Berlin und W. H. Ladenburg u. Söhne
n Mannheim eine Aprocentige Prämien⸗Anleihe im Betrage vor
2 Millisnen Thaler (21 Millionen Gulden) gemacht hat.

p Aus dem Bienwalde 2. September Vor einigen
Tagen wurde durch den k. Forstwart Rattinger zu Neuburg a. Rh.
—D Jahren.

Bei den Reichstagswahlen in Dresden, fuͤr welche, wie fast
aͤberall, sich nur geringe Theilnahme zeigte, hat auch Napoleon III
eine Stimme erhalten.

F In Preußen und dem Norddeutschen Bundesgebiet bestehen
jetzt 2840 Poststationen.

— Der alte Sonderling von der Zeil in Frankfurt, Dr. med.
Senftleben, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Warum
»er Heimgegangene 30 bis 40 Jahre lang von der Welt abge⸗
schlossen gelebt hat, darüber bestehen verschiedene Vermuthungen.
die Einen behaupten, er habe der Praxis und dem Verkehr mit
Menschen entsagt, weil ihm sein erster Patient, den er zu behan⸗
deln und den er liebgewonnen hatte, unter seiner pflegenden
hand gestorben sei; die Andern meinen, weil beim Studentenauf⸗
tande im J. 1833 mehrere Opfer vor seinem Hause und vor
leinen Augen gefallen seien, und daß daher seine Misanthropie
rühre. Der Schmutz, woran man von außen sein Haus, der Con⸗
tablerwache gegenüber, erkannte, herrschte auch im Innern, und so
erbrachte der für Jeden unsichtbare und räthselhafte Kautz im
eberfluß irdischer Güter ein ärmliches Dasein. Mehr als 30,000
Bulden baares Geld wurden in zwei Kisten, im Klavier und in
underen Verstecken gefunden. Sein Vermögen beläuft sich auf
nindestens 100,000 Gulden.
        <pb n="418" />
        die Aehrenseite der Garben einzustreuen. Nach Versuchen follen
nach dieser Art behasidelte, feucht eingeerndtete Getreidekörner, ohne
Nachtheil zur Mehlbereitung und als Saatfrnucht verwendet werden
können, selbst wenn sie auch schon etwas angekeimt waren. Will
man später den noch an den Körnen hängenden Kalk entfernen,
so geschieht dies am besten durch Sieben derselben.
Die erfolgreiche Anwendung des Kalkes zur Conservirung
der Getreidekörner führte auf die Idee, denselben auch bei feuch—
— ter Witterung bei der Heu-Erndte zur Conservirung des Klee's
Landwirthschaftliches. und der Wiefengräser d. h. zur Bereitung des Heues mit Nutzen
—Conservirung des Getreides mit Kalkund unwenden zu können, welches sich danu auch nach den bisher da—
Anwendung desselben zur Heubereitung, rüber angeftellken Versuchen anfs beste bewährte. Zu diesem Zwecke
Nicht selten kommt es vor, (wie es auch in diesem Sommer wie- vurden Klee oder Wiesengräser abgemäht, einige Stunden nachher,
der geschehen ist,) daß Getreidefrüchte in feuchtem Zustande einge- obald die äußere Feuchtigkeit abgetrocknel war, eingefahren, wäh⸗;
erndtet werden, welche dann, wenn sie nicht besonders vorsichtig rend dem Abladen, schichtenweise mit trockenem Kalkstaube überstreut
behandelt werden, meistens der Verderbniß unterliegen. Lange und eingetreten. (Auf eine jede 0 — Fuß hohe Schichte streute
forschte man nach einem Mittel zur Conservirung der feuchten Ge- man so viel. Kalkstaub auf, daß er eine fe nzertheilte weiße Decke
treidefrüchte, fand aber nach vielen angestellten Versuchen das beste bildet, auf die zweispännigen Fuder ungefähr 2—3 Quart Kalk—
in dem gebrannten, an der Luft zerfallenem Kalke. Zum Zwecke staub). Nach den Miittheilungen soll ein auf diese Weise zuberei—
der Erhaltung oder Verbesserung des feucht eingeerndteten Getrei- jetes Heu eine sehr schöne Farbe erhalten und soll von dem Vieh
es vermischt · man die Körner beim Aufspeichern mit genanntem sehr gerne gefressen werden, ohne den Gesundheitszustand der Thiere
Kaltstaub und wendet sie dann von Zeit zu Zeit um. Sind die zu benachtheiligen. Man stellt sogar die Behauptung auf, daß
Früchte sehr feucht, und können nicht gleich abgedroschen werden, das Vjeh, das gekalkte Heu lieber fresse, als das ungekalkte. Wei—
so ist zu empfehlen, schon beim Einscheuern etwas Kalkstaubein tere Verfuche hierüber soͤen noch Näheres ergeben.
ä
Mobilienversteigerung.
Samstag den 7. September 1867 Nach⸗
nittags 1 Uhr dahier im Bergamtsgebäude
lassen die Kinder des dahier verlebten kgl
Bergrathes Herrn Sievert die sämmt—
lichen zu dessen Nachlaß gehörigen Mobi—
lien auf Borg versteigern:

2 Canapee, 2 Schränke, 1 Commode,
verschiedene Spiegel, 2 Pfeilerschränke,
3 große und 2 kleine Tische, 2 Du—
tzend Stühle, 1 Küchenschrank, 1 An⸗
richte, Küchcngeräthschaften, mehrere
Betten, 3 Waschtische, 2 Wanduhren
circa 250 leere Flaschen, und sonstige
Gegenstände.
Horn, kgl. Notar.

Zeitung
s Annon
onden-Expedition
—
355
537
—
23557
32258
33553
3338—*
533*
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EAaAanRTFUTrT na. i -
Dieselbe vermittelt ausschliesslien Zeit Ungs-Inserate
in jede Zeitung aller fünf Welttheile, — beréchnet stets die
Driginalpreise, — gewührt bei grösseren Autträgen um-
gemessenen Rabatt, — liefert HBelegblätter über
jedes Inserat. — heSeitigt alle Porto-Auslagen und sonsti-
gen Nebhenkosten, esert vorherige osten-Ansehläge
und versendet auf Verlangen gratis und franco ein
vollatundiges Zeitungs-Préis-Verzeiohniss.

n

Sonntag, den 8. September:
findet bei günstiger Witterung
Harmoniemusik

der

»Ein Hopfengeschäft in

Mannheim sucht für St. Ing—

bert und Umgegend gegen vortheilhafte Be—

dingungen einen gewandten Agenten.

Offerte franco poste restante Mannheim
. 99.
St. Ingberter Berg-Kapelle
statt, wozu höflichst einladet
IROb Eisel
J Schnappbach.

EinSsregeln
auf dem Heusser'schen Bier—
keller, wvird Samstag Nach—
mittag den 7. ds. Rts. be—
ginnend und die folgenden
Tage abgehalten, wozu Ke—
gelfreunde höflichst eingeladen
werden.

St. Ingbert 3. September 1867.

Frucht⸗, Brod⸗e, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 5. Septbr.

Weizen 7 fl. 47 kr., Korn 5 fl. 43 kr.
Gerste 2reihige, — fl. — kr. Gerste —
reihige, 4 fl. 23 kr. Spelz 4fl. 50 kr.
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel 4 fl—
— kr. Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
bfl. 27 kr., Erbsen — fl. — — kr., Wicken
- fl. —kr., Kartoffeln 1Efl. 12 kr., Heu
fl. 12 kr., Stroh 1 fl., — kr., per
Zentuer. Weisbrod 192 Kilogr., 20 kr.
dornbrod 8 Kgr., 25 kr., ditio 2 Kgr,
7 kr., ditto 1Kgr. O9ekr., Gemischtbrod.
3Kgr., 33 kr., J Paar Weck, 7 Loth
2kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter
Butter 26 kr., per Pfund.

Schönes
uU— Be
Saatlor
„ Ein pünktlich zahlender junger
Mann wünscht bei einer anständigen
Familie Kost und Logis zu erhalten.
Näheres in der Exved. d. Bl.

F zur diesjährigen Kölner
Loose —* . Ge⸗
winne Thaler 25,000, 10,000,
3000, 2000, 1000, 500, ꝛe., zu
einem Thaler pro Stück von heuͤte
an zu haben bei J

Riĩchardd Kammi, Buchbinder
in Zweibrücken.

Theater in St. Ingbert.
Direction von August Schroth.
WWVorletzte Vorstellung.)
Freitag den 6. September
Im Garten des Herrn Chandon.

— ⸗
Fanchon Vivieux

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 3. Septbr.
Weizen 7 fl. 36 kr. Korn 5 fl. 43 kr

Spelztern — fl. — tr., Spelz 4 fl.
56 tr., Gerste 4 fl. 57 tr., Hafer 411.
45 kr., Erbsen 4 il. 59 tr. Wicken — fl.
— kr.; Linsen 6fl. Jutr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pid. Kornbrod 26kr.
3 Pfd. Gemischtbrod — ir. und 2 Pf.
Weißbrod — ir.

7. Der obere Stock meines Hauses
oestehend in 4 Zimmer mit Keller, sind
sogleich, entweder getheilt oder im Ganuzen
zu vermiethen. J

Joh. Jofß. Schwarz,

Homburger Straße.

Die Grille
Die Hexe u. der Bauer.
Landliches Charakterbild in 5 Abtheilungen
von Charlotte Birch-⸗Pfeiffer.

535D51

— ——— —
Redaktion, Druck und Verlag von F. X

Demetz in St. Ingbert. J

—
        <pb n="419" />
        . 2 Ppe 78 9. t 524 ιι
—
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—3 —* 6 W

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6 * N J . — *
—EXW —X — J — t
—VDD —— — ι itt
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Der St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal Dienisztag, Donnerstag

und Samstag. Ahonnemeulsbreis vierteliührig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispalfige Zeile Blattschrift oder deren
nιν n Raum berechnei.

Nro. 1074 α αν “e Samstag, den 7. Septembe— 5 1867

— — —— J — 77

J e

1753
w dJer ree e ere z — 2 d H *

Lde uDeutschlaudt a eine der —— und der ziadsten gun vu wm
München, 83. Sept. „In Hofkreisen“ schreibt man dem gen herbeizuführen, eine Gemeindeordnung ins Leben tufen wollte,
nürnb. oAnz.. geht viei davon die Kede, vie schiau es Nopoleon delche dadurch. daß sie den pfälzäschen Zuständen fich nähert, noth—
mgefangen habe auf unseren Koönig einzuwirken. Er stellte, so vendig eine Fesselung des im die zrheinischen Bavern slu dlücher⸗
erzaͤhlt man, die deutsche Einheit als „gemacht“ und unantastbar“, veise schon sehr entwickelten freten Gemeindeleben und eine
Konig won Preußen ate begriffsfnbig bder dergteichen Lud- derabdrückung unserer Gemeinden auf den Standpunkt franzhsiicher

vig nis die Hoffnung Deutshlands, ja — als den künftigen Administrationsbezirle zur Folge haben mützte. *
aiser Deutschlande hin,er soue sich vurch Prrußen die Son. Die Pfalz wird sich trotz ab den Phrasen von französisch und
eranetat nicht weiter mehr schmaälern lassen . ac Daß dieser ?xutsch darüber nicht täuschen lassen, daß mindestens der von dem
Funbe Jundelenist begreisich, daß er durch. cine geschiecte Partri. Ausschuß ins Leben gerufcue Gesetzentwurf, — und darum allein
schrnz zur Flamme mgefacht werden socn, dafür wird die arifto, I0udelt es fich, — Richt geeignet. ist, die Pfalz nach desrhze in
alische nd uultramomone Ümgebung des Konigs sorgen. Reben⸗ wihch er Freib eit besonders lüstern zu machen. ¶m Die Aus-
war in dieser Richmng haug der alle Konig Ludwig and der chußsitzungen nehmeu. mit nächsten Montag wieder ihren Anfang
ranzosischen Manieren aoch zuganglichere Prinz Carl,nwe che beide LLLOM Am)
antiich am Napoleon'schen Hofiager zu Salzburg sich einfanden. Berliu. Die Behauptung der St. Peterd burger Zig.“,
hohenlohe sollie umgangen und über seinen Kopf weg mit Napo Preußen habe vor dem Ausgange des vorsährigen Krieges an die
nmerhanden werdeme Um ein Gefchret zu dermeiden. so Möglichkeit der Annectirung Polens bis audie Weich
sollie Hohenlohe noch einige Zeit bleiben, dann aber entfetnte mer⸗el gedacht. wird pon eiuer Korrespondenz der —2 3.* mit fol⸗
den.⸗ Das Plogramm der Suddeuischen Proffe weiches Bnern Jenden Worten zugestanden: „Graf Bismard hat allerdings in einer
ine europaischr Großmachtssiellung anweist, sleht in keinem Wiver Jerlode, die hinter ihm liegt, einige Leichtferiige Aeußerung über
pruch miu diesen Mittheliungen. (Her N ehZoleu gethan. und daß er die Bedeutung, welche das Nationdlitäts-

München, 4. Sepn“ Das Referat über' die Gesetzent Princip für unsere Zeil geivonnen hat, noch, nicht hinlänglich würe
vurfe. Ansajsigmachung und Verehelichung, danm Heimathe uud digt, jcheint auch seine bisherige Behandlung der⸗ schleswig schen
Anfenthalt betreffend, welches dem Abgevrdneten Fissche v. vor Frage zu beweisen. Die Korrespondenz fügt jedoch bei: Daß
Sistirung der Sitzungen des Socialaueschusses überttagen worden ber jene. Idee nur ein flüchtiger Einfall war. datz er nicht im
van und der genten Lesung der fraglichen Sesehenwürfe zur Ernste daran- deult. das Halhe, Kömigreich Polen zu annectiren⸗
hrundiage dienen soll, kiegt nun vollender vor Fur die Pfalz möchten wir vestimmt, glauben,. Die garrespondenz. findet sich
st pon besonderem Interesfe nur, was darin über den bekannten in dieser Anschauung um so mehr bestärkt, als Preußen und
Antrag der Abgeordneten Kol bund d. Sowor auf Nichtgebte Deutschland sich sicher mit Hand und Fuß gegen eine so Ftolle
Ing des ganzen Gesehes für die Pfal Jbemerkt ifn. Die Aus- Jdee sträuben uund wehren würde, Rußland Heinen Theil seiner
sührung mag deshalb woriwortlich hier ihrr Stelle finden. Sie 288 Verlegenheiten abzunehmen, um sich selbst damit zu be⸗
autet:: , asten. .

Der Ausschuß sehnte diesen Antrag ab, weil er von der 0 Berlan, 4. Sepu. Ueber den Termin für: die Regelung
eberzeugung geleitet wurde; daß ohne Ordnung des Heimathwesens der nordschleswig'schen Angelegenheit läßt sich noch nichts Beftimm-
er Pfalz eine das Selbstverwaltungsrecht anerkennende Gemeinde-⸗ des sagen. Bis jetzt sind noch nicht einmal die beiderseitigen Be—
Idnung diesem Landestheile nicht gewährt werden konne, und weil vollmächtigten für die vertraulichen Berathungen, welche doch erst
nan der Meinung war, daß die Bevollerung der Pfalz die An⸗ die Grundlage für die weiteren Unterhandlungen über die Garau⸗
ahnung eines freten () Gemeindelebens wünfche und dessen tiefrage abgeben sollen, ernannt. — Der Kriegsminister v. Roon
Vertheauch zu schätzen wisse Dagegen mußte der Ausschuß zus hat sich aus der Schweig nach Italien begeben und wird den Rück⸗
zeben, daß die in den Ari. 29—37 des vorliegenden Gesetzent: veg hierher über Throl nehmen.
wurfes getroffenen Bestimmungen über die Verehelichung für de Berlin-4. Sept. Der Prov.«Corresp.“ zufolge ist das
Bfealz, in welcher die Civilehe obligatorisch. ist, nicht paffer Resultat der Berathungen der hessischen Vertrauensmänner folgen⸗
wahrendi es andererseits, so lange die obligatorische Civil. des: Kreisvertretung in Hessen ähnlich wie in den alten Pro⸗
che nicht auch in den diesrheinischen Landestheilen eingefürt hinzen, aber keine Provinzialvertretung;, dagegen aber Commumal-
vird, als ganz unthunlich erschien, über die Verehelichung ttande für den Regierungsbezirk Kassel, weiche den bisherigen kur⸗
Bestimmungen zu treffen, welche zugleich den dermaligen diesthet essischen Landständen enisprechen werden und die Befuguisse der
uischen Rechtsverhältnissen Rechunmg tragen und mit den pfälzischen Hrobinzialstände der ältern Ländestheile haben sollen. Der“ kur—
timichtungen harmoniren. Deshalb wurde bejchlossen, die Wirl. essische Staatsschatz bleibt zur Verfügung der' Communalstände.
amkeit der die Vereelichung von Inlaͤndern betreffenden Art. 29 die Prov.Cor.“ meldet ferner·Dir Vertrauensmänner aus
dis 87 auf die diesrheinischen Landestheile zu beschränken, waͤh⸗ Ae sich aa⸗ *

—2 Schleswig⸗ Holstein werden vermuthlich nächste Woche in Berlin

rend der übrige Inhalt des Gesetzes als füd den ganzen Umfang

2— W ufammentreten und demnächst sollen auch Berathungen der nas⸗
des Köntgreiches geltend erklürt wurde. Sollte sich der Ausschuß3 —77

Ai— oe 27 uß janischen Vertrauensmumner stattfinden.
achträglich überzeugen können, daß die pPfälzijche Bevblkerung in Die 8 — ich über die W
ser mNerrwichemden Diehrhein wiriuch auf in sue e3 Geneinde · r FrodForregr.außert sig vwer dir Wahlen . Das
cen und onf ain soiches heftattende Gemreinbeordnung zu derzicg. Etgebniß ser zwar mwogh nicht vollstandig zu übersehen; die vorlie-
en hewigt jet, daß su es vorsiehe an Strlie unathangigee Ge genden Nachrichten ließen jedoch dereits erkennen, daß der Erfolg
weinden dlose Beraltungebezche u haben, welche von aetangigen im Großen und Ganzen der Regierungspolitit und der weiteren
rgoanen der Sicarogewalt Heleuct werden, ienn sich die Pfaig Entwidlung der Vatienalsache ebenso gunstig seien wie im Februar.
nicht entschließen, das französische System der tentralisrien Admr. Wien, 4. Sept. Der franzosische Staattminister Rouhet
nisiratien mit dem denischen Systeme der Selbstverwaliung zu ver⸗ dird mat dem gestern hier eingetroffenen Reichslanzler w Beust
wiischen, . — dann mag man der Pfalz much erspuren, die Vor⸗ ine bis zwer Unterredungen haben und vom Kaiser iu einer Pri-
rutzsetzungen hinzunehmen, durch deren Vorhandenseim deutsches Ge. bataudienz empfangen werden.
neindeleben bedingt est, und dann mug man gegenwartiges Gescz —« Der Finanzminister VBetle beabsichtigt das Doficit ber Sin⸗
omohl wie auch die eng damit zusammenhängende neue Gemeindr⸗ nahmen: durch den Ernag einer erhöhten Einkommenfteuer, sß wie
rdmung als nur für die diesrheinischen Landestheile; geltend er· durch eine Erhbhung der Staatsnotenausgabe umnd durch ein kleie
ilhren, in der Pfatz aber Alles ftehen lassen, wices steht. Durch res Anlehen don nicht über 20 Millionen zu deden..
nts unzulessig und ungerechtfertigtl wäre eß aber, wennn man, um Mach dem „Wonderer“ umcerstünne Minister Vonyay den
        <pb n="420" />
        Bsfinanzlage!
—*8
wischen Preußen ane

Bahern lattgefunden, woßach

Preußen dem Gri nt Vayhern's, daß jede über den Prager Frie—

den hinausgehende Abmachung zwischen dem nordoeeutschen Bund
und den süddentschen Staaten der Zustimmung Oesterreichs bedürfe,

beipflichtet. (7)

— Das „Fremdenblatt? moldete: .,Der preußische Gesandte
haron Werther ist nach Paris abgereist. J —W —

— Die österreichische Flotten-Esscadre hat Ordre erhalten,
sich in die Gewässer der Levante zu begeben, um Angesichts des
sampfes zwischen den Türken und den Candioten die Intexressen

Oesterreichs wahrzunehmen. 8—534

Pesth, 3. Sept. „Pesni Naplo“ schreibdb: Die Quote Un—
garnus soll von den Deputationen blos für ein Jahr festgestellt
werden, ebenso der Betrag zu der Staatsschulden-gZinsenlast. Der
ungarische Landtag wird Gelegenheit erhalten, sich überdie Staas⸗
chulden eingehend auszusprechen und vielleicht eine weitergehende

Vollmacht der Deputation zu ertheilen, damit künftiges Jahr die
Feststellung der Quote und die Vertragsabschlüsse für längere Zeit
erfolgen können. — le Etdeade gent un thase

nd neeeFraukreich.

Die „Liberte“ zieht hente fehr scharf gegen das zwrite Kai⸗
erreich zu Felde. Sie nimmt zwei scharf getrennte Perioden für
dasselbe an: die Aktionsperiode bis zum Dekret vom 24. Novem
ber 1860 und die vratorische Periode von da an bis heute. Die
Bilgnz der letzteren wird folgendermaßen aufgestellt: Polen gezüch—
tigt/ Dänemark erdrückt, Einsturz des mexicanischen Kaiserreichs
Bründung des deutschen Kaiserreichs, 950 baare Millionen in der
Bank, industrielle und kommerzielle Krisen finanzielle Unglücksfälle,
Schlappe indet luxemburgischen Affaire, Zurückziehung des Adreß
rechtes. Der ersten Periode gehört Sebaftopol, der zweiten Sa—
dowa an; in der ersten wurde Ruhm erworben, in der zweiten
wnrden Fehler begangen die erste“ bietet einen heitern Himmel.
Aie zweite schwarze Punkte dar; die erste heißt Solferino, die zweite
Queretarobe 1866 ist· das Jahr der Entäuschungen, 1867
nus Jahr der Dementis. Dementi in Berlin, in Haag und in
ondon. *57
»VParis, 8.Sept! Gestern war in den Tuilerien Diner
zur Ehren der Königin von Württemberg. — Aus Madrid wird
zemeldet, daß alle beurlaubten Soldaten einberufen worden sind
Die von Wien gemeldete Nachricht, daß die sterblichen Ueber—
resie des Herzogs von Reichsstadt nach Paris gebracht werden foll⸗
den, ist vollständig unrichtig. — Die „Patrie“ dementirt die von
den Journalen gebrachte Nachricht von einer spanischen Depesche,
die von dem spanischen Gesandten Mon dem französischen Minister
Lavulettel vorgelesen worden sei, um sich über? das Verhalten den
französischen Grenzbehörden gegenüber dem neuesten Aufstande zu
beschweren. — Graf: v. d.n Goltz ist hier angekommen uu
Baris, 4. Sept. Der „Abend⸗Moniteur“ zeigh an, daß
der mexicanische Gefandte Dano mit seinem ganzen Gesandschafis⸗
personal von Newyort nach Frankreich reist. — Die Patrie“ mel⸗
det, daß am Montag: 800 Mann der preußischen Garnison Lu—
remburg verlassen haben. Der Platzcommandant reist heut
»der morgen ab, der Rest der preußischen Garnison nächsten Montaq
J Belaien.

Die gegen die Antwerpener. Auswanderungs-Agenter
An Strauß ü. Co: erhobenen Beschuldigungen scheußlicher Be—
handlung der Auswanderer haben fich als vollständig begründe'
hetausgestelli. — Hoffentlich wird der Seelenverkäuferei dieser acht
ungswerthen Firma ein jähes Ende gemacht werden.

ιι Spanien. ezee

Rach der „Patrie“ ist der Marschall Prim von einigen seiner
Leute denunicirt worden, und die spanischen Behörden sind ihm aus
der Spur; Narvaez soll Befehl egeben haben, ihn sofort zu er⸗
schießen. Ueber die wahre Lage der Dinge in Spanien verlautet
nichtz her ih unbekannt;, was. aus La Torre, den übri—
gen Chefss und ihren, Banden geworden ist.

auu nunn Italien. 2 αια
.Wals chie Diplomatie nicht dermochte das vermag die Cholera.
Die Francenmeldet; daß Ex⸗König“? Franz nun wirküich auf dem
Buntte steht Rom zu vorlafsen, und zwar à cause du choléra.⸗
nu Die Perseveranzawsagt in: einem Artikel über die politische
Lage Europas, daß Kaiser Napoleon die Errichtung eines Staais
im Mittelpunkte Europas wünscht, 'der eine bestimmte Gruppe zwi⸗
schon den,deutschen und den slavischen Mächten, bilde.“ Sie zieht
die Schlußfolgerung, daß ein zwischen Oefterreich und Frankreich
hergestelltes gutas Vernehmen eher geeignet sein dürfte, den, Frie
en 33Gaxantiren: als den HKrieg hervorzurufen. —8

fen c Garibaldi, Sictor — und
hier ein.

dopenyas ptbr. —Ver Landgraf von Hessen⸗
dassel GVater der Königin) ist bedeutend erkrankt, sein Zustand
hoffnungslos.

mm ix Am erika. 27

Newyork. 24. August. Mit dem Dampfer „City of Pa·

ris.) Der an Stelle des Kriegsministers Stanton getretene Ge—

neral Grant hat viele höhere Beamten des Kriegsminifteriums,
entlassen,Der New⸗ York Herald'“ fordert den Prafidenten auf,
eine Amuestie zu erlassen und ein vollig neuses Cabinet zu bilden.

In Wajhington, Cicnnati und anderen Orien bilden sich Clubs

zum Behuf einer Agitation für: Wiederwählung Johnsons.

98 J V 3 —4 1
3 — Louis Napoleon in Pesth.
Im Jahre 1881 iauchte in der Waitznergafse in Pesth im

ogenannten; Kronen⸗Kaffeehause, welches damnals der Lieblings⸗

aufenthalt der Juraten war, ein Fremder auf, der von dem

Bedienungspersonale „Herr Graf'!“ titulirt wurde. Dieser Graf

mochte beiläufig zwanzig bis zweiundzwanzig Jahre: zählen, obzwar

ihn sein ernstes „Gschau'“, wie der Wiener sagen würde, und sein
verschlossenes Wesen älter erscheinen ließen. —— Sein Geficht war
nach der Art der Ausländer, vollständig rasirt und die knapp an⸗
iegenden Kleider nach englischem Schnitte stachen aus dieser all⸗
jemeinen Attila- und Dolmany⸗Welt fast in demjelben Maße
ib, wie sein finsterschweigsames Benehmen: und die beobach⸗
ende Miene dieses Einzelnen — in der Slärmenden leichtblü⸗
igen Gesellschaft. —yEr saß in der Negel in der Ecke nächst der
rhöhten Loge der Kassierin und sah von hier aus den Billard—
pielern zu.Unter den Juraten war dawals xin berühmter Bile
ardspieler, der, wenn ich micht irre, Rékasy hieß.—Er schlug jeden

n der Kegelparthie, der es mit ihm aufnehmen wollte, selbst die

Marqueure und obgleich Alle es versuchten, wermochte doch Nie⸗

mand ihm beizukommen. Der fremde Graf sah ihm dort 'oft zu,

und er war der Einzige, der sich noch nicht angeboten hatte, mit
ihm zu spielen. Eines Tages verspürte Rékasjy nicht übel Lust,
mit dem schweigsamen Fremden anzubinden.“„Wären Sie nicht
geneigt, drei Partien Pyramide mit mir zu spielen?“ sprach er
ihn an. Der Unbekannte verneigte sich suumm und- erhob sich
„Einen Dukaten die Parthie ?“ frug Rékasy wieder, der inzwischen
den Queue ergriffen hatte. Der Graf billigte das und gab Ac—
quit.“ Der Fremde spielte ganz eigenthümlich. Nachdem er vorerst
eden Schub bemessen und berechnet hatte, maß er auch die Di—
tanz der Ballen, bezeichnete sich seine Kombinationen durch Punkte
ind zielte sehr lange — Idann war er aber auch eines jeden Schu⸗
ves ficher, fehlte nie, wenn er den Billardstock in Die Hand nahm,
o kam sein Gegner entschieden nicht mehr zum Stoß. Seine
Artzu: qpielen, mag Manchem sehr langweilig erschienen sein, man
nußte ꝛaber zugeben, daß seine Methode sehrenrichtig warr — ner
hehielt Recht. Rékasy verlor fortwährend und verdoppelte den
Satz immer. — Bis Mittag hatten sie sechzehn Partien gemacht
und Röékasy blieb hängen? mit zweiunddreißigtausend fiebenhum
dert und achtundsechzig Dukaten — eine Summe, welche seit die
Welt steht, allerdings noch nie ein Jurat beisammen gehabt. Rö—
tasy bat seinen Partner, seinen Gewinust einstweilen in. seiner
Hrieftasche zu notiren, fie wollten am nächsten Tag den Kampf
„auf doppelt oder nichts“ fortsetzen, sollte der Graf es jedoch vor⸗
iehen, einstweilen einen Wechsel über den Betrag zu empfangen,
o fände er Rékash auch hiezu bereit. Am nächsten Tage wurde
das Billard⸗Turnier fortgesetzt „doppelt oder nichts.“ Bis Mittag
jatte Rékasy das ganze Pesther Komitat nebst einigen umliegen⸗
»en Bezirken verspielt. „Na, der morgige Tag wirds entschei⸗
den,“* meinte der Jurat. Am dritten Tage wurde wieder gespielt:
Der Graf nahin wieder seine Vermessungen mit der Genauigkeit
eines Ingenieurs vor und war wieder unbesiegbar.n: Rékasy aber
hatte nicht nur ganz Europa, sondern auch mit China Brasilien
und den Silberbergwerlen Perus wäre seine Schuld noch nicht ge⸗
deckt gewesen. Der vierte Tag vereinigte die Kämpfer wieder;
wieder wurde Idoppelt· oder nichts“gespielt⸗da haite zunser
Jurat drei goldene Globen, jeder von einem solchen Umfange, wie
der,auf dem wir leben — verspielt. Der fremde Graf war der
Begenstand allgemeinen Staunens. Am fünften Tage erschien der
Fremde nicht auf dem gewohnten Pläthchen, denm sein Stühl in der
Rähe der Kassierin war leer geblieben, dagegen ließen sich einige
erdächtige Gesichter blicken, die ab unde zugingen, unter einanderd
ischelten, daun den Kaffeetier bei Seite riefen zund da mit ihnt
zeimlich flüstern.Der Kaffeetier schüttelte verwundert das Haupt,
ils er erfuhr; daß der Graf in der Nacht abgereist sei. Erst nach
Verlauf mehrerar Wochen theilte der-Kaffeetier einigen vertrauens⸗
        <pb n="421" />
        werthen Stammgästen mit, daß der Fremde, der sich Graf Arenen⸗
berg nannte, der Neffe, des großen Napoleon sei und durch Un⸗
garn nach Polen reisen wollte:Weder Rélasy noch sonst wer hatt
damals eine Anhnung davon, daß derjenige, der ihm die ganze
Welt auf dem Billardbretie abgewonnen, einst Kaiser der Franzo⸗
sen sein und genau so berechnend und zielend wir damals mit den
Billardballen, einst um die Geschicke der Volker und Länder spie⸗
len würde. Im Kronen⸗Kaffeehause- in Pesth aber wird:noch heute
der Platz gezeigt, wo der jetzige Kaiser der Franzosen schweigsam
saß und die lärmenden Gruppen der ungarischen Juͤgend beobochtete.

α
Lustschloß Oranienstein wird gegenwätlige zud inct Habetten ·
anstalt für die Provinz eingerichtei. ιια
Klapka soll auf der Reise nach Brüssel, wohin er. fich
zur Ordnung von Familienangelegenheiten, begibt, Wien ann
I. September passirt haben. _ alt
. In Zaris kosten jetzt &amp; Pfund Brod, 28 kr. was die
arbeitende Klasse seht, hact ankbmmt... J
Zwei Dienstmadchen, die mit einem Kinde in einemBote
auf dem Genfersee fuhren und bemerkten, daß dasselbe Wasser fasse,
sprangen mit Zurücklassung des Kindes in den See und ertranken;
das Kind wurde ein zweiter Moses —— gesund und wohl.
wenn auch von Wasser umgeben, im Schiffchen aufgefunden.
Das Hoͤtel. das General Pruͤm bis jetzt in Brüsse
bewohnte, ist durch einen Zettel als ‚loner“ (zu vermiethen)
bezeichnet; der; General kehrt also nicht mehr nach Brüssel zurück
zund awird, seinen Aufenthalt wahrscheinlich in London nehmen.
Loea London, * Sept. Der Dampset Kpndar? von Stwoch
und der Dampfer, Oruidt von Kronstade janken auf der
CThemse. aαι J
. Die großen Eisenwerke in kaen awvon hei Abergae,
vennhy in zSüd⸗Wales haben die Arbeit eingestetst⸗ — D——
beiter sind außer Beschäftigung. en d
— Landwirthschaftnches s
⸗Die thierischen Cadaver als Dun an so
3 seit den fortgeschrittenen “ Keuntnifsen über die 3. des,
Bodens zur Pflanze, d Pflanze zum Thier erkannt, daß oĩ. von
Alters her der Neuzeit! bergekommenen Wasenmeisterelen“ nicht
nehr zeitgemäß sind, daß das Thier, als vom Acker stammend dem'
Acker wieder gehört. Auchdie Staatsregierungen haben dieses
erkaunt; denn wenn sich nuch die Behandlung der 3
betreffenden Gesetze micht so ohne Weiteres aufheben kassen, sogen
stattenes einsichtsvolle Staatsregierungen“ noch gerne daß umer
Wahrung der gesundheitlichen Interessen die Cadaber der crepirten
Thiere in Dünger umgewanden werden. Früherhin hat man dat
von Knochen und Fett hefteite Fleisch in der gewöhnlichen Form
in Compost verwandelt; allein abgesehen davon, daß diese Umser
zung eine geraume -Zeit in Anspruch nahm, konnte sienur sehr.
ichwer betrieben werden, so daß sie eine große Belästigung für die
enigen blieb, die zeitweilig in der Rähe solcher Coniposthaufen zu
arbeiten hatten. Daher wurde in der Pfalz ünd Rheinhesfen auf
Veranlassung der höheren landwirthschaftlüchen Lehranstalt zui
Worms das Cysternensystem in Anwendung debracht, das sich eine
Reihe von Jahren hindurch zur Bereitung von flüssigem Dünget
Fleischgülle, wie auch zur Daͤrstellung von Fleischcompost bewährt
hat; doch ist in neuester Zeit die reine Compostirung des Fleisches
in Anwendung gekommen und zwar in der Art, daß von den Kno⸗
chen und dem Fette befreite Fleisch auf einer Htaschine, gleich den
tleineren für Haushaltungen in Gebrauch gekommenen Fieischhack—
maschinen, möglichst fein zerkleinert · und dann mit gebranntem
Kalk und mit Erde gemischt, zu Composthaufen angeseßgt und mit
diesen Stoffen dfters umgestochen wird. Auf diese Weise berwan⸗
delt sich das Fleisch, ohne daß / irgend welche: Belästigung einge;
treten, in ein leicht streubares Pulver, welches nach den bis jetzi
vorliegenden Erfahrungen auf alle stark treibenden“ Culturen von
außerordeutlichem Vortheil gewesen ist. “, αα

—
München Q Sept. AKonig Ludwig IT- hal der Rettungs
anstalt für Madchen zu⸗ Klosterhausen bei Kissingen 1000 fl., den
Krankenhäusernenzu aNeubeuern; Oberb.) und Rotz . berpfaß. je
1600 fl. geschenkt. hirre 3J . 12
F, Münchena d. Sept.z Die bezüglich der Postanweisungen
erlasseng Vorjchristadaß von, einem und demselben. Absender an
einen und denselben Adreffaten Einzahlungen auf Postanweisungen
zu einein. höheren. Betrage als. 100 ijl. nicht zu übernehmen seien,
ist auch dahin aufgefaßt worden, daß von einem und demselben
Absender an einem Tage überhaupt nicht mehr als 100 fi. auj
Postanweisungen übernommen werden dürften. Diese, Auffassung
ist unrichtig, und macht die Generaldirektion der Verkehrsanstalten
bekannt, daß die gebotene; Beschränkung lediglich auf die Aufgabe
von Postanweisungen eines und desselben⸗Absenders an einen und
denselben Adressaten sich erstreckt, die Aufgabe an verschiedene
Adressaten aber durchaus unbeschränkt ist. t
fSaarbrücken, ReSept.““ Nachdem in der Rhein⸗Pfal,
die Rinderpest ausgebrochen, ist die Ein⸗ und Durchfuhr von Rind
vieh, Schaafen und Ziegen im lebenden oder todten Zustande, und
von frischen vder getrockneten Rohstoffen don diesen Thieren über
die preußisch⸗bayerische, Grenze nunmehr verbotene
FDie bei dem Jahresfest des Gusstuv⸗AdolhpheVereins
in Worms zu vergebende Liebesgabe von 4452 Thalern wurde der
atotestantischen Gemeinde Paderborn zugesprochen.“ Mit im Vor
chlag waren noch Posen und Straubing, weiche allen Hauptve⸗
reinen zur kräftigen Unterstützung empfohlen wurden.
FFrantfurt; ReSept. Die Beilage des „Frkf. Journ.“
vurde gestern Abend polizeilich mit Beschlag belegi, Veranlassung
hierzu gab eine Correspondenz aus Wiesbaden.
F In Baden-Baden ist der Spielvertrag mit dem Päch
ler Benazet bis zum Ende des Jahres, 1870 erneuert worden.
Hr. Benazet zahlt als Pachtzins währenb der nächsten drei Jahre
00. 000 fl. jaͤhrlich. Das Inventar des Conversationshauses und
* Theaters wird am Schlusse des Jahres 1870 dem Badefonds
anentgeltlich überlassen, ebensoe die Iffezheimer Rennbahnnebs
em ganzen Inventar. Sämmtliche Räume des Conbversa—
eee und das Restaurant, werden heizbar gemacht, bleiben
hährend des Winters geöffnet und werden zu —* Zusamumen⸗
ünften, Concerten, Ballen ꝛtc. benutzt, um für die Fremden einen
beten Mittelpunkt des Verkehrd zur bilden?“ Vaden wird alsod im
wuchsten Winter eine wirkliche Winterfaison haben.
FNassau-Dietz. 831. August. Das benachbarte ehemalige
Theilungsversteigerung. d) th. Ader glda neben Peter
Saumstag den 28. September detgen doos ..
1is633 )1 Morgen, Acker allda neben vori⸗
Nachmittags 1. Uhr 87 Iy? Stucte. Soo V
zu Renhtrischer ðeg bei St. Ingbert in ) gr so viet anda neben vorigem
der Requirenten Behausung werden die 26) orgen⸗ Loos .4v.1
jämmtlichen zur Gütergemeinschaft, welche *6) eben so viel Allda, Loos VI neben
wischen Jofeph Fichter Sandgieher origem Loose links vom Zaugch
zu Rentrischer Berg wohnhaft und seiner — Morgen Acker allda, T
daselbst verlebten EChefrau Elisabethqa eben so viel allda. Loos VNI ig
Wagner bestanden hat gehörigen Lie— ) eben so viel daselbst, Loos
Jenschäften St. Ingberter Bannes, der * — x— * J J
Untheilbarkeit, halber, auf Anstehen des yen o viel ebendaselbst, 23
Witiwers und seiner Kinder öffentlich in eben jo viel allda. Loos xI.
kigent igert, als: 12) 1. Morgen daselbst neben Peter
kigenthum versteigert, als:
iy Planmummer 26060 3. 2606 b Werner- Loos XU. 6
53. Morgen 16 Ruthen Flache, 13) 3414 Rih. Acker in der Dreispitz,
worauf ein Wohnhaus mit Scheuer neben Andreas Friedrich und Joh.
Stall, Hofraum. Zugehör, 2 Gar⸗ Georg Wagner
ten zu Ackerland zu, Rentrif⸗- 8Rth. Wiese in vden unkern
—R Schankwiesen, neben Adolph Keßler
Plaunummer 2618. 4 Morgen und Peter Wolf. 7
148 Rth. Ackerland am ·Rentrischer 94 Rth. Wiese in den Stegwiesen,
Berg, neben dem Walde und Ber⸗ neben Joh. Joseph Ehrhardt gen.
xrangs Kinder jn'2 Hälften, Lot Wittwe r en Schmelzer,
lund II des Planes. 65 18) 24443 Rih. Wiese in der klaͤnen

.42Ahnung am Schnmielzkanal— und
.57 Ruth, Wiese in den Steg⸗
wiesen, ein Ganzes bildend, neben

Gebr,. Krämer und Joh. Hager.
Sorn, labe Notan
F 533 —J
Sonnkag, den 8“ Séptember
findet bei günstiger Witterung 7
Harmoöniemusik
u11 her n
St. Jugberler Berg⸗Kapelle
—XVD—
37 — Dooy
:ua Schnappbach.
—E
xDo
* öl)e
ZJepp.
        <pb n="422" />
        „Möbelversteigerung.
Samstag den 21. dieses. Rachmitlatt
ühr Läßt Herr Verwalter Adretge Lu
eas, in feiner Wohnung auf der Mariam
nenthaler Glashütte
PSeoreläc,- 19 Commmode, 2GCand
pees, Tische, Schränke. Stühle, Ku—
———
durch den igl Rotar Herrn Horn
auf Credit versteigern e pe
s e e
2. echerpt

⏑—— Geschaftsagent.
iee —— su —
au— νιι .
Lager

Moͤße⸗
des Unierzeichneten umerhalt beständig allt
Sorten polirie und lackirte Möbel als
außb. Seeretäre, Schreibtische und
Ehiffonier, nußb. Commopde, Pfei-
lerschränkchen und Nachttische mit
und ohne Marmorplatten, Wasch⸗
schränkchen mit Marmor oder Holz⸗
aufsatz. runde und ovale Tische,
Auszugtische. Näb⸗ und Wasch⸗
—AX allen Sorlen, polirte
inn lackirte Bettladen, lackirte
räuke und Tische in allen belie⸗
higen Größen. Fernex alle
Sorten Nohr⸗ Strob
und Weidenstühl⸗
Armsessel, Kinde
Zöblchenunh, Fuß
—
Zugleich bringt derselbe ejucg große Rus
wahl Epiegel von allen Größen und
profilen Garderobehalter min Spie
el, Spiegelgläser, Gold⸗ und Po
hu —X
AoOhanm ShuSster,
Schreiner in St. Ingbert.
Ein junger Dachg,
Hhündin, braun, gelb u. grau
getiegert, hat ee
Bitte um Rückgahe oder
e
meister Hauck in Rohrbach
gegen Belohnung.
„Theater in St.Ingbert.
2 Direckion von August Schroth.
Wehtie Vorselung)

Sonntag den 8. September
Im Garten vbeg SHerrn Chandon.
—
List und Phlegma
Das geheimnißvolle Hotel.
dustspiel. mit Gescug. nind Tanz in, esnem
a. Sel vα Louis Ingelhie
Vorxher:
„Mänuertreue,
————
Lebende Bilder, in
. 4.
Dank⸗ und Abschiedsrede,
Geiprechem don Frau Schroth.
Jum Sluß:
— S
Ausbruch des Besnv! Aetna.

ιν v ια Die ni:it t .

mnne, E preas 4 „Kan a 1 ν

— Waaren Haudlung —

»o 7* vonν ιι u — *
»d 775 A νnueR mν jen

* Fun J. ðt. Ciolina &amp; Sohnee J

nold agusen ν r n

00 376 ——

7 Zwefbrücke u, 8

l ee Ecke der Zandauerstraße, — *

empflehlt ihr reichausgestattetes Lager in den neuenet 8

Damen-— K.Herren-Kleiderstoffen, *
gewirkten⸗ schwarzen⸗ und farbigent Lomng- und viereciigen“ Onales, schwar⸗
jen Beidenze ugon, Tiuchera und Shlipa; Lumus.
Pamenhbihen und rothen-, sowie weißen Ray das modernste in abge— 8
patien Umntere -nιναιιιιN Vα, allen Aenn weiß sS
Leimnem, S Halhleinme, Kattum, Möleeh,; Rarehent,
Drilen, . sa Baaenreugen, Vorhangeto ffen,
Foularda, Fiohus, Pique-Tiseh- &amp; Commode-Deeen
d α fehe inR reen3 2
ôÿI— 535 — —5 —7— 7
vyä V ckerei w “ iid
—X 8 ινα
unst-Wasch-⸗Anstalt
: —
2 IXVBRIBGO αον.
Ph. Blooh, in Sarlouis. 1 T
empfichlt sich inn Färben von wollenen, seidenen und halbwollenen Stoffen, in dem Neuwa⸗
schen von Teppichen, cachemir, Swala, Tücher, cröpe do Cine, Herren Garderobe x. c
owie im Drucken sämmtlicher Stoffe in den schonsten mund. moderusten · Mustern. Durch
angjaͤhrige Erfahrungen und ueuverbesserte Dampfeinrichtung bin ich in den Stand ge⸗
jet, allen an mich gestellten Anforderungen zur Genüge zu eutsprechen. 7—
nr gur Bequemlichtkeit des Publikums von St. Jugbert und Umgegend habe ich Herrn
Westphälinger in St. Ingbert ersucht, alle Aufträge für mich enigegenzu nehmen und
zu diesein Zwedde eine Musterkgrte bei demselben offen gelegt. —Recht zahlreichen Auf
etdgen sieht entgegen⸗ νN — 1J —A
— I. TRIO..
Auf Dbiges Bezug nehmend, werde ich bemüht fein, die mir zugehenden Aufträge
zuf's. schnellste und pümttlichste zu besorgen. Die Musterkarten liegen zur gefälligen
Ansicht offen... ..5
α Vesthälimer.

8

⸗
113431 *1
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und chemischo V
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Guit gν ι

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Zeitungs-Annonden-Expedition

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2 J 582
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fl. 40 kr., Erbsen — fs. — kr., Kartof⸗
feln 1f. 12kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.,
26 kr; ditto 2 Kgr. 18 sr. ditis 1Kgr.
9 kr.Kühfleisch 1. Qual. 16 kri 2. Qual.
14kx. Kalbfleisch 14 kr.,. Hammeffleisch
16 kr. Schweinefleisch 18 kr., Bulier 26 r⸗
ie n— —

—— von —A————
ν .
ttaasenstein &amp; Vogher
—JJ — in E J
HG n.
Hiozelbe vermittelt ausschliesclich Zeitungs- Inserate
n Jede Zeitung aller fünf Welttheile, — berechnet stets die
ODrigimma Iεα, -gewührt bei grösseren Auftrügen am-
Joι ιι -lesert Releghlutter uber
jedes Inserat, - hααιιαι alle Porto-Anslagen und ssonsti-
gen Nebenicosten, liefert vorherige osten-Ants,ehlage
und voersendet auf Verlangen gratis and franeo ein—
———— * 42 — 4 44 *
vollstandiges Zeitungs-Preis-Verzeiohniss. *1

—

Bei Wittwe SSnorr dahier sind in
hrem Hause im oberen Stoche drei Zim⸗
mer mebst: Küche zu vexmiethen; sofort be⸗
iehbar.
Gutcr Hamhache v Wein der
Schoppen zu b, und 8 Kreutzer wird
verzapft bie

Ochilipp Emrich jun.

Eine z n Dienstmagd wesche
hürgerlich kochen kann, wird gegen guten
Lohn in Dienst genommen 11

Wo? Feigt Die Exh. d. Blne
Frucht· Brod⸗ Eileisch⸗ vreife der
— ——

Weizen 7 fi. 87 fr. Korn * fl. 27 kir
Spelg 4. 20 6. Gerhe, Zeeihig Sil.
—

nkfurter Börse
Geldsorte

vom 5. Septbr. 188687.

Preußische Kafsenscheine . 14478 -45* 6
———
Pistolen M.D. 4A 49
hollandijche 20 flie Stüll 961-388
Ducaten · 3 -47
20Francs-Stüufe.. 9-30
Englische Souvereingg11 3-257
Bold per Zollfund sein —
dodhhaluges Silbere ver Zotpfund. —
Dollaxs/ in Golpoc 22728
ααα
Redaltion, Truck und Verlaa.

nx

Hemetzz in St. Ingbert.
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        St. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Jugberter Anzeig er“ mit jeinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal- Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreifpaltige Zeile Blatischrift vder deren
Raum berechneit.
sro. 18088. —

Dienstaa, den 10. September 1sbsby.
————— ——— — u — —S eS — —————— — — —
Deutschland. christliche Curopa aber der Pforte darin zur Seite stehen und Eni-
München, 7. Sept. Die „Bayer. Ztg.“ erklärt es für flüffe hintanhaüten müßte, welche zu selbstsüchtigen Zwecken mit
unwahr, daß der Kaiser Napoleon auf der Salzburger Reise den einem Appell an die nationalen und onfessionellen Leidenschaften
doönig von Bayern als „Deutschlanda künftigen Kaiser“ () den friedlichen und geordneten Gang des Reformwerkes zu stoͤren
bezeichnet und ermahnt habe, seine Souberänetätsrechte durdh Preu— versuchen mihchten. — Die Ordre zir Einberufung der schle s⸗
zen nicht noch mehr schmälern zu lassen. UV w i geh ol st ei nisch en Ve rier au ensmaänn er ist bereits dem
München, 7. Sept. Nachdem die Verhandlungen über Konige zur Bollziehung unterbreitet worden. — Zwei Admirüli⸗
den Vollzug des Friedensvertrages mit Preußen bom 23 August tästräthe haben sich zur Ausstellung nach Paris begeben. Vonda
¶. J., Getreffend die Ertradition der aogetretenen Gebiete, die geht der eine nach Toulon, ber ader nach der Themje zur Ab ·
Brenzbereiinigung u. s. w.) zu Ende gediehen sind wird uͤber den nahme der Panzerfregatten. Von den neuen Schiffsbauten ist fin
vorgelegten Receß des bayerischen Commissärs, Regierungsdirectors 1868 nur eine Brigg in Aussicht genommen. — Der Bundes⸗
o. Herrman. im Ministerium des Aeußern unter vethe igung der marineetat geht in diesen Tagen dem Bundesrath zu. Heute ha⸗
mderen einschlagigen Ministerien demnͤchst eine Schlußberamnng ben die Ausschüsse den Etat der Post- und Telegraphenbecwu llucng
tattfinden und der Receß sodann der Genehmigung des Königté berathen. — Eine königliche Verordnung vom 24. August: wegeti
unterbreitet werden. das Münzwesen in den neuen Landestheilene in welchen das preu⸗
Dienstesnachrichten. ßische Munzgesetz vom 4. Mai 1857 in Kruft tritt. In Hauno⸗
Seine Majestat der König haben sich allergnädigst bewogen ver und Hessen werden die mach der Thalerwahrung ausgeprägten
gesunden unterm 2. September l. J. vom 16. September an: “zu,Courant- uͤnd Silberscheldemumzen den dreußischen Landes müngen
Offizialen deim igl. Oberpost· und Bahnamte Wurzburg den Ah. gleichgestellt. dem Handelsstande in Altona unddessen Umgebung bleibt
astenten Philipp Ludwig Bet in Neustadt a. H, beim“ Ober die Rechnung in Weatt Banko sreigestellt. Die kurhesfischen Kaf⸗
vostamte Speyer den Assistenten Friedrich Reinel daselbst in pro⸗ senanweisungen sind den preußischen gleichgestellt; die Staatskussen
pisorischer Diensteseigenschaft zu ernennen. nehmen auch ferner die Noten der nassauischen Landesbant —X
Durch Regierungsbeschluß vom 6. September wurde der Schul⸗ Berltin, 6. Sept. Die „Börsenzeitung“ hört, die dunische
hienstexspectant Jakob Orth bon Oggersheim zum Verweser an Regierung habe ihren Befandten am preußischen Hofe, Freiherrn
der protest. deutschen Schule zu Göllheim vom 10. September l. v. Quaade, mit der Führung der Verhandlungen in Berlin über
J. an ernannt. die nordschleswig'sche Angelegenheit beauftragt. e
Frankfurt, 6. Sepi. Das telegraphische Bureau für Berlim, 7. Sept. Dem Reichstage soll die Vorlage Be⸗
Mittel⸗, West⸗ und Süddeutschland „Reuter's Telegramme“ hufs Regelung !des Kriegsdienstes der seefahrenden Bevolterung
ahier wurde heute Vormittag auf Äntrag des Civilkommissarius auf der Bundesflotte gemacht werden. Prinz Friedrich Karb gehi
Madai polizeilich geschlossen, die von den stadtischen Behoͤrden er⸗ demnächst nach dem Koͤnigreich Sachsen, um dus / sächsische (zwotfte)
heilte Genehmigung zum Gewerbbeirieb fur annullirt erklärt sorddeutsche Bundes⸗ Armeecorps zu infpictren.
ind dem genannten Bureau bei 10 Thlr. Strafe pro Depesche — Die Eroffnung des Reichstags erfolgk am Dienstag Mit⸗
intersagt, weiter Depeschen auszugeben. tags 12 Uhr im Weißen Saale des koniglichen Schlosses durch
Frankfurt, 7. Sept. Nach einem hier eingetroffenen den König in Persfon. Es ist, mit Rückficht auf den dein Reichs
Lescript des Finanzministers scheint es, daß die in weiten Kreisen dage auf dem Fuße folgenden Lundtag der Monarchie, der seine
Deutschlands demoralisirend wirkende Frankfurter Lotterie nun doch vesentlichste Aufgabe auch noch vor Neujahr erfüllen muß, begb⸗
eine Galgenfrist mehr erhält; der neueingereichte Lotterieplan hat ichtigt, den Reichstag nicht über Ende Ockober vder die ersten
die Genehmigung nicht erhalten, womit das Spiel thatsachlich auß Tage des November hinaus dauern zu lasfsen. Dem Reichskage
—IXX ist daher zur Bewältigung der an ihn herantretenden großen Auf⸗
Berlin, 5. Sept. Unser Moniteur, die „Prov. Corr.“ jaben nur ein Zeitraum von etwa ð0 Tagen gelassen, und es
agle gestern, Preußen sei ganz ruhig wegen der Vorgänge von stt nicht zu übersehen, daß hiervon die zur Vornahme der Wahl⸗
——A ganz unbestritten sein. Worüber aber hrüfungen und der sonst gur Constituirung erforderlichen formaben
die offiziellen Organe der Negierung uns zu rechter Zeit Aufkla-⸗ Beschäfie nothwendige Zeit noch in Abrechnung zu bringen ist.
ung geben könnten, das wäre darüber, ob die preußische Regie- Gerden diese Geschäfte auch noch so rasch erledigt, so geht minde—
ung auch so ruhig und ohne Besorgniß ist Angesichts der R'u fens doch eine ganze Woche darüber hin.
tungen in Frankreich. Es ist dentkbar. daß RNapoleon, der — Der „Koöln. Ztg.“ schreibt man aus N arlsruhe,
Zeutralität Oesterreichs versichert, auf eigene Hand anfängt. Wel- 6. Sept.: Wie man vertraulich hieher derichtet, ware die kbniglich
hen Lärm würden die Franzofen erheben, wenn Deutschland seine preußische Regierung im Besitz untrüglicher Beweise dafür, daß bei
srenzgarnisonen um 40,000 Mann verstärkte, die Pässe im der Zusammenkunftein Salzburg weder der Mainlinie noch der
Schwarzwald photographiren ließe, bei Trier ein befestigtes Lager krrichtung eines Süddeuischen Bundes mit irgend einer Sylbe ge⸗
rrichtete? Ift die preußische Regierung wirklich so unbesorgt? dacht worden sei. Es scheint, daß eine mundliche und durchaus
Ich sagte neulich, man sollte das meinen, da es seine Schiffe in pontane Erklaäͤrung des wiener Cabineis in dieser Beziehung durch⸗
ille Welt sendet. Genau betrachtet, geschieht dies nur in Betreff aus mit einer vertraulichen Eröffnung übereinstimmt, welche fran⸗
der Augusta, die sich an die mexicamsche Küste begiebt und dort zosischerseits, unabhängig von dem Mouftier'jchen Rundschreiben
außer aller Gesahr ist. Die „Hertha““ und „Medusa““ werden bom 25. dv. M.. in Bectin gemacht worden ist. Beide Communi⸗
jum Frühjahr aus dem Mittelmeer zur selben Zeit wie die „Vi⸗ rationen seien erfichtlich ohne vorherige Verabredung erfolgt, und
ieta aus Ostasien in die Ostsee zurilcgekehrt sein. Je mehr sich von Seiten der wiener Hofburg fügt man hinzu, wäre noch be⸗
die Dinge entwickeln, desto mehr verbreuet sich das Mißtrauen ge⸗ sonders darauf hingewiesen worden, daß Baron Veust ain dieser
een Frankreich nicht blos in Deutschland, sondern auch in Ruß-⸗ gjanzen Angelegenhen nie don dem Standpuntte abgegangen, der
and und in England? Wie man'in Rußland über Salzburg eine Einmischung Oestetteichs in die inneren Angelegenheiten Deutsch⸗
dentt, wird sich bald zeigen, sobald nämlich die orientalische'lands für eben so unzenngemaß als wenig fruchthar anfehe.
Itage nausgebrochen“ sein wird, wäs wohl bald geschehen dürfie, Der preußische Botschafter in Paris Graf d. d. Goltz, hat
vie die „Russ. Corr.“ andeuütet. Frankreich und Desterreich sol die Ersetzung seines Postens durch den Prinzen Reuß Herrn v. La⸗
en sich dahin verständigt haben, daß die Türkei nicht durch itgend dalette gestern im der Conversatibn mit demselben, personlich avisirt.
oelche außere Stütze, sondern nur durch innere Reformen, welch — Wie der „Stautsanzeiger“ meldet, hat der Ausschuß des
uch den chrifllichen Elementen die Bürgschaft einer ungehemmten Bundesrathes für das Justizwesen den Antrag in Betreff einer
id gesicherten Entwickelung biete, zusammenzuhalten sei, daß das gemeinsamen Civilproceßordnung und ebenso haͤben die Ausschüfse
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        meinsam nungswesen
ein —3 dos Landes
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reterne ixverw ndad
4 38 J yanmg ⸗ ie geuungen
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meld Bi 9 —*x —
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lassen ie „N ept. Anläß en. — von Ech
daß Fr. nläßli zbur * r⸗ w
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ain bezögen salzburger ane münchener T Zu 7
n einem und daß gerha eusteh ener Tel d* I abgehal
halten Eingri ß Frank XW habe das egramr aß diese gt. det ich * tend —
griffe in di reich gen auf Sü aselbst nes tra se Krankei n uͤch mit imẽerndsi
38* die Verhä und Oesterrei üddeutj —— 88 — wir eit au „ltzsse od — Nional
—7 5.8 de s dee — e 33 — 8* ge —
2* zzeit ist bei frü rtkaͤue ies nen fafs
ge iĩ en Mini ischen d en fer sich men 5 curopas zi ehalte Fongreß Schafe, Zi Hefta sen
581 m Sin ister A em Reich in zu Vi isth gu Rußl n. 3 reß an Zie ätigt
—* l, 6. ne der unt ndrassy i eichskar ieh passi igehen, ü zland (wohe ugleich s genomme gen) übe
wen ag ept. ungarisch ist ein anzler, v. Veu Mi ssen ui ber sei her die S sollen sä ne hehna er⸗
nommen en aus Die V en Dep intlaug t Veus ittel als zu lassen ine Grenzen Seuch saäͤmmtli ntägi
werden den frühere ertra eputation e ng über us geleistet die Feul Es gi nzen kein urjspru ereee
J heren P uensmär erzielt. er die w werd eule; 5* gibi keir in. augest ünglich egie⸗
* 2. 4u en Provinci ner d . — urde nieh den Ei ; für d ande gestecktes gekom⸗
eee —— —— — lbbherzog⸗ ersucht ee — dd —
e enee ——— o — — FJe — F —55 —
J rtxei Franc 74 s — 95 ischen est ä unter si ierur Desinfecti ig
meinen avalette enden Mi ance“! publ 7* ur io en Ba st ähnl sich ei igen W fections ung
meinen früh gvel/ch Minist pudlicirih — bommen yern. B ich de eine Condv esteurop nsmitt
hauptsächli eren An es gan ers des irt heute — ist. .A aden, H rz abzuschli Fonventi ropas s el
verschuld ich gegen e 8 nach Erwa Auswärti das Rund wel hen, die Bi uch duide essen arn ließen, di on über I—
schreibe et haben ie irri B tigen⸗ * welchen α idung eine beschlof Wuͤrnen ein 9 e
eibens, soll gen Beri ist. D g und Mar⸗ aufzus en russis einer im ofsen, di iberg dannhe
politisch , daß di . Man erichte d asselbe auch n 8 fuchenhä ssischen · S eal die russis zu Si heim
itischen C e Zus merkt er Press wend ach Sache hatte damit tehp tionalen Et ssische R tande
geführt harakte ammenk and resse, di endet sich iche radie amit Maß en⸗ die G n Eommissi egier ge⸗
die fra hat Die weebabt aluns— inS er⸗ Sprach ehl Alleß —x Daeem eburtsstä nission ung zu
b Fsch⸗ bei J — — rergri ostätte anzu dn
fahren nzosische — beiden R er zu kei alzburg a des Ru die Nas zu⸗ mache griffen der Ri regen
* wie bi — werd 7 egieru inen factis erdings und⸗ 8ß ie N Zris t —S chen. werden kön inder
niose franzi isher. — ngen * fackischen ng in Alil achrichte Epanie — 57 könnten; pest
schlage anzosische Sehr numtn dien öst Result meht lane n aus S ien · ——— u en, der
n, Presse ü gut; nach d sterreichi aten rere⸗B In der —8 e s
der 3. aͤls ob n sse über . * denselben hischeg un ploßůd attenien Haꝛpiß n sprecher *
sche a unt atterien zin V uptstadt di echen Se
ses Rä angerma un „der E alzburt halb hat Plänen noch ich für de zin. Verbi dieß pon⸗
thsel nen“ auf i hrgei g einen daun di ver⸗ Gichte den. Auf indun ser Probi neuen E
den, wei zu lose uf imm z Preußens n solche die offi eInf Alles Aufstgud er gamit Provinz selbst rheb
i sche di mn de o rere Infanteri wieder z exkta einenJ selbst s unge
— sie die ich wird d er unschädli die u en Lärm fuͤduch uterieeC zeder fuhi ktaͤrt hab em Inf soller gen
ter de Wahr 9 en frar 7 ich ge nsinni ge⸗ at⸗ ich hat * olonne eer ig,da ben. A anterie⸗ u fich
ganen ar des Prin heit über tzoͤsische macht igen Plät schrieb auch Vru —PBB pon M nuch in G degime
—*X&amp; anlideui zen Na die E n Officivs seiende Di ie ar si an das hi Prim eir — Madrida in Galici ente
abei schen P poleon, nttäus ciosen sch ie⸗ sich beff hiesige n Leber tue gesaud us do 9 ien ist
ren Aer sind uns arteia des M schungen de wer wer ber gehei nde. Er spanische euszeichen —X V rthin n
3 “ t * 4 im —5 —— J 3 T nn sö neh;
—— — —— Hofe arschalls Ni Hrrn v⸗ der di rimnuitwen gesteht he Comitee von sich — 8
e —— —— —— F ——————
8* 3 ai J ne Dan chn a n n 3
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durch J weite ept. uder Ge 9 Aus * 94 Flor idh ee ihn vorb X
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Wilh on Seit gewesenes ichts U ; es donn ircular. hat an bei der. be er keinem ein Sch⸗ erzog von
Silhelm bei ten und Vet cherrafche nte hoͤchst — XR vorstehe m andeern ir chreiben on Aofic.hat α
tiren u bei Ersd er Bais ekan schende höchstens eine Demissi henden ern. im en geri ofta hat!f J
iren und öffnung se berei Rtes enthi s, sond ee aee ission Hals Redutti 8ege richtet g Ihatsweben
einreden zu esc g desN reils an, nthiel sonderu⸗ aFie n berei als G ckion der ge stehen in! welche eben
lassen, omptiren, i —88 — M 4.nnu. die Kirche eitet sich eneral er höh wolle elchem
und an assen, di en, ur eutsch ie Red — * rchengii ch vor, riné gebe hern P und vaß er
ein „diese R id es gi en Par ves Ko ugt ich im güter zu vriné be. — * osten i daß er
welche d em Ta ede werd gibt wi arlamentg jes Könise A Besitzen nehinen, goße A Die cleri in der ß er
deistu er fran age alle die e eine, —IX —— 8⸗ egierun tze ergebener A te lericale Arme.
franzosisch die beruhi triegeris eute exploi⸗ As— ng wird ebener Per die le on Oblig Partei n
Eine ngen im 9 e Kais ruhigend gerische * welch Jus NR dieser E ersonen tzteren bligatit ei in
ne zweit dordde er durch iden Hoff Färbuͤg e sich AApstlichen eapel, der nischluß zu b so viel jatibnen ü
dessen S e aber epartement ch seine offnunge ug drug Ir ichen Gri 7 der Ter luß glei bewahren b wien über
Man! hicsal AIs unn nicht mehrfa n versche —8 ramze io rs die v ichfalls ni Der r Weh
— ftei ohl ni nklich ohne Mü chen uchen. piche nit de ommen aborde nicht u aͤlienliche
über b in in e nicht l ere Sorge i ühe her oratoris 770 Schl u Räub zahlrei o und unange schen
56 ange orge ist hergest ischen Zdee? hlacht f ubern. Ei eiche Nachri besonder nehm · seit
ee oder po mehr t der Credi ellt und F fand ge Eine hi achricht sonders sein.
st. Nicht — auf die — unenischi redit hatte. ehen! woco gegen die! harte en uͤber —8
dingt elt werden; sein des ie Staats J * Mobili * i Man stait ie set ver ete und —58* e Känipft der
en allein bi * Platzes zhülfe; leiben 4 jer vsungen —*8* iedschot reinigten B bei nicht ipfe der
einenk tif darei is jetz * Vendod 3es so —A Schon genomm nen Ge n— feit * anden zu Ffolse
so Cor leine R in. In tzt schaut — me är . mor 26J mehr Als en hatt eld und“ F sieben tu deß G fo ge
—X npt. d'E eaction den C die m. Stagtsr gen Jahre 18 301 enaber die U Jahren —W
Rente scpt. 22 38 und Loursen im peculatior srathe *7* alt, und b oͤlcher Käm r die angunne spu Feid⸗
„?* wichs —* Credit — — oe 335 balhed seir ——— — —*—
ziemli „Temps“ ni ent., ital Mobi :rthe e fond gen Ronst e n Gewerb uerra bstentt
8 miglaubig nimmt das — 10 aete e general J ant Türk c e bereits —
daß se im auf und m Circular d eründert. —* devant Ign atef —V — tei. — seit 1860. w
meint sich blos Publikum eint, es Herrn 137 — * ——— Sept. 5 * e
fate der Mi uni aen e * dem pon: Mousti * p wegey haben die n unch Der russij —
a ee nistet habe —æe— eren ustier der don sta j der Agi dedists B dergegice Vo chafte
R er be enz⸗Visi a Me er V n B r
ichts — zu —* sehr Unre Visite 5— u n — —— a er n nlu 5 ee
Dien, —978 gessen. d t ehab andelt .hestärken Fonstantin pon Ae Sept Serbien. u dem
wieder Opinio * n.- aß derie⸗ ho bei dies habeE des Kauf opel Pleib leghptenea t. Der B Rum̃elien
u in aen 77 anden der eser so del — eee d 3
8 t —*5* e —— nd 58
man — 7 55 n e an di rn i net der e es 8 * g
und Fri eg entwaff ede gekom Es istet ieser No— — e Allianz rag von dieB —X Statthait
Fried twaffn — men.t ist kein ein zbie otge urqguie!! ianz bedi pon Unki dehau stantino e
mehr so en schwebe enMa nd Rich 4 Wenn di in einzigo volche auf je? hinzufii gt, w iar Stel wtung pel kom
geht es forigehe n.Jede n lann ni bedeuter die salzburc Riehiun if gegeuseili fügt, die ine in — —
de —A er Gescha nicht ewi wsollte, su rgeꝛ u gen wor, itiges 5 — — Kraft. tr elcher ei ut
J pban iwleche ⸗⸗ — Wwisch io mus ind —E— ——— Regierun en
2454 twen s n sagh daß — u eαν Machten⸗ —— — ziehe den 8
Genera ondo 6 icht weiß a mal znicht HRugrrew —* * ohenn wwijchen d —* an er
ral P on, 7 St Engla — ß, wohi „und New d 4* — — n der Pf —5*8
ber rin . 5 nd. * nahin zwa licher der 15 3 p⸗ forte, Ruß g
gdoae sen 9* * 5 mes⸗ ßF nea —— g5 —8 3 orte.n Rußlan
—4 — J J 24 un Itr e — 12 8 — r ets * 7 — * —— *
e— ezunlungt in Icid —585 ——— —A
2 J— ncia ge iren, en. en'die * ren Gerucht J
— e e 8 J dJ ——— —— F
38 xe io San V —A— ie 25
3* b. hegeben —F sur I mingo — be
m vell ist nach W fvon Sab das Aner gegangen. zurücgeschl
vollenden. eret e 34
— * 27 e J e 2
—— en hhe —*
— * A ie Unterhandlh Ge
— unge
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        —Baet wste s8. 388,

NMhen zobbrine z. Sept. Gesteri nd ebat bie

Ehefrau des Schustets“ Joh! Gadell dahier 8 Mädchen, welche sich
bis jetzt noch ganz frisch und gesund befinden. ..5

Mü'n Hen, 6. September. Die diesjährige wnedicinifche
Staatsprüfung begiunt am I. October und wird sich bis 29.
October xrstrecken. Es sind zu derselben 94 Candidaten zugelas⸗
sen, eine Anzahl, wie solche früher kaum vorgekommen ist n bo⸗
rigen Jahre waren es nur 35.). Es ist überhaupt erfreulich, eine
Zuͤnahme im Siudium der Medicin constatiren zu können, indem
hiedurch den Klagen über Mangeh an Aerzten, besonders in är⸗
neren Gegenden, abgeholfen werden wird. Im Uebrigen erklär⸗
sich die hohe Anzahl der diesjährigen Candidaten auch dadurch
daß viele derselben im vorigen Jahre als Militärärzte eingereiht
waren und den Staatsconcurs jetzt nachträglich machen. —
eunf Kuriosium. In einer Nummer der „Wormser Zeitung!
üest nan im amtlichen Inseratentheil: folgende Bekauntiachung,
Donnerstag den 31. Januar' 1867,1 Vormittags“ 10 “ Uhr duf
dem öffentlichen Marktplatze zu Worms, werde ich zur Aufrecht⸗
hultung eines handelsgerichtlichen Contumatialurtheils ein baum—
wöellenes Tasschentüch zwangsweise gegen Baarzahlung ver⸗
teigern. Pfeddesheim, 15. Jan. 18679 ꝛc.

4. Im 228.Wahlbezirke des 6. Berliner Wahlkreises⸗fand
man, wie der *, Soc.«Dom.“ mittheilt, einen Wahlzettel mit folgen
dem“ Inhalte z·.. u

Dirr Schutze⸗Delitzsch offen spricht n8

. Egfesselt nur die Bestie nicht!“ —

u gert Reuhalis ist ein Mann ganz eti, tn —
Doch macht den Kohlner auch nicht fett. F
nn Dem Arbeitsmann imit Ichwiglger Fauftt rac st
VDem' hilft kein Schulze, kein Reuhaus eengaz

Ein Garibaldi fehlt uns jetzt, n de
Der alle die zum Teufel hetzt, A
die den Arbeiter aussaigen und durch glatte Worte taͤuschen
Drum wähle ich Giuseppé-Garibaldi auf der Insel Co⸗
prera im Konigreiche Italien, den tapfern Kämpfer für Freiheit
und Recht.

pElberfeld, L. Sept. Das: Musikcorps der Kaisergarde
zu Paris wird binnen Kurzem hier auf dem Johannisberg concer⸗
riren. Es ist nümlich ein Telegramm hier eingegangen, nach wal⸗
chem die Herren Abr. Krüpper und Jul. Langenbach in einer Au⸗
dienz beim Kaiser⸗ Napoleon; die Erlaubniß erhielten, daß jene
qusgezeichnete Künstlerschaar nach Elberfeld feise. Dem kaiserlichen

Kriegsministerium ist bereits Auftrag ertheilt; die Pässe für die Mu—
sikex auszustellen. 5Aα

.4 In der Reimlingerflut bei Nordlingen wurden 5 Schnitter
bom Blitz getroffen und von diesen 3 getödtet. Einer der tödlich

—ED Blitzstrahles formlich in den
Erdboden hineingeschlagen, ein anderer ganz nackt (mit vom Leib
gerifsenen Kleidern) aufgefunden. Die anderen beiden.verletzter
Maänner erhielten bereits ärzliche Hülfe, deren Erfolg noch abzu
warten ist.

— Wie traurige Folgen die Nichtbefolgung sanitätspolizeilicher
Anordnungen in Zeiten einer Epidemie nach sich ziehen kann, hat
meldet die Schles. Ztg. unter dem 27. August aus Breslau
— ein in der vergangenen Woche eingetretener eclatanter Fall
zur Genüge bewiesen. Der Besitzer des Hauses Nr, 45 auf der
Tauentzienstraße hatte eine vor 6 Wochen an ihn ergangene Auf⸗
forderuͤng, die überfüllten Senkgruben seines Grundstückes schleu—
nigst rärmen zu kassen, dadurch zum— umgehen gesucht, daß er auj
dein benachbarlen Bauhofe eine Grube anlegen, den Inhalt der
Cloake in dieselbe hineinschaffen und, um dder polizeilichen Be—
strafung zu entgehen, ieicht mit Erde bedecken ließ. Erst als au
dem genannten Grundstücke in der vorigen Woche eine große An—
zahl' don Cholera⸗Todesfällen mit rapidem Verlaufe eintrat, wurde
die Behörde aufmerksam, und das gewissenlose Verfahren des Haus⸗
besitzers kam an's Tageslicht. In unmittelbarer Nähe“ der neu
geschaffenen Grube befindet sich nämlich ein Brunnen, gus dem
die Bewohner jenes Hauses ihr Trinkwasser schöpfen, und eine ge⸗
naue Untersuchung hat, leider zu spät, ergeben, daß die verwesen⸗
den Bestandtheile der Cloake sich dem Wasser mitgetheilt hatten
und dadurch der Seuche in der verderblichsten Weise Vorschub ge⸗
leistet worden war.“ Manch spricht von sechzehn Todesfällen in
jenem Hause. —
uPrag, 313 August.“, Ein erschütternder Vorfall wird aus
Schloß Stechdwitz gemeidet: .Dieses Schloß gehört den Erben
des vor dem Kurzem verstorbenen kaiserlichen Hofraths Taschek
Seit kurzer Zeit war daselbst zu Besuch bei der Familie die Nichte
des Verstorbenen, zugleich Braut des ältesten Sohnes, die acht—
ijahtige Tochter, det verstorbenen Dr. Weller aus Prag. An
u Huz um' halb feben Uhr Abends, ging dieselbe mit d

hremn Bräutigam spazieren und unterhielt sich mit igm —
des Hahtiches wolt fung
Zchulter nehmen; durch xinen i i e ging der Schuß
los umd das Madchen fank kautlos zu Boden. Der Schuß war
ihelvon racdärig durch 'dene opflin das Gehirn gegangen. Das
e er eee fürchterüͤch. In vier
Wochen sollte die Fraulgg seinzn
n e — eht dem Feuertode gefal⸗
len? Das Unglück ereignete gich im Hause des Dr. med. Meiner
in Pretirchen Mährenß am⸗ vergangenen Samstag Abends. Mah
feierte die Verlobung der jüngeren Schwester der jungen liebens⸗
vürdigen Wattin und hatie aus diesem Anlasse“ zahlreiche Gäste
geladen. Nach dem Souper wurde nach Punsch gerufen, und die
Zausfrau ließ es sich nicht nehmen, denselben eigenhändig zu be⸗
reiten, Um die nöthigen Zuthaten zu holen, begab fie sich in die
über dem Hausgang gelegeng Speisckammer eine brennende Pe⸗n
ee eee hastend Weinigtẽ Minuten noch ihrer
Entfernung hoötten et furchterlichem Schret⸗
inve ais Alle auf 'den Gangeeilten bag die junge! Dame? wereita
in hellen Flammen auf dem Boden, nicht mehr sim Stande, sich
zu hewegen oder⸗ zu gjprechen. Troß der ichnell angewendeten ärzt⸗
lichen Hülfe war die Anglůckliche nuͤch einer halben Stunde bereits
ne Leiche. Mach allen Anzeichen zu schließen, war der Armen die
Petroleumlampe · aus der Hand gefallen uͤnd die brennende Flüssigẽ
it hatte die langen Kleider in Flammen gesetzt. Das Haus der
zreude verwandelts sich in ein Trauerhaus.“ Die Schwester der
Verunglückten, die junge Braut, werfiel bon Schreden im neine le⸗
Fensgefährliche · Krankheit; der Gatte- ist vor Schmerz außer sich.
Die Verunglückte hinterlaäßt zwei Knaben im Alter von zwei und
drei Juhren .·.. s 376
31107 An der Pariser Börse wetteten: verflossenen Samstag zwei
reiche Spekubanten gegen einander um die Summe von 500,000
Franken, daß ehe 5 Jahre verflossen, General Grant. Kgiser der
Bereinigten; Staaten von Nordamerika seine wurdeuh ui
7 In London kommt demnächst ein Individuum, Namens
Friedr. Vacker, vor die Assisen, angellagt, ein 8jähriges Mädchen
Jetödtet zu haben. Die Umstände des Mordes find so abscheuli⸗
her Art, daß man es nicht für moöglich halten sollte, wie ein Mensch
eine solche Scheußlichkeit begehen könne. Der Mörder hat den
dopf, die Beine und einen Arm vom Koͤrper getrennt, den au—
——— die Augen aus⸗
zestochen und den Körper in Stücke geschnitten. Als man Backer
arretirte, fand man in seinem Portefeuille folgende Notiz: „Am
24. ein junges Mädchen getödtek *sie, war schön und rosig.“
7 Schauderhafte En tdeck unu g. zIn. dex zu dem rus⸗
ischen Gule Rauhdonnen gehörigen Forst wurde Line fsehr starte
Fichte gefällt.“ In der Höhlung dieses Baumes wurde einrdeklei⸗
detes menschliches Gerippe entdeckt, das. nach den?Papieren, die
nan bei dem Leichnam vorgefunden hat, aus dem letzten polnischen
Insurrectsonskriege — dor pier Jahren herrührte.VDek Derchs
nam füllte den hohlen Stamm aͤus und stand mit erhobenen Ar⸗
men darin:“ In seinen Kleidern ist eine beträchtliche Summe (man
spricht von 25, 000 Rubeln) vorgefuuden worden. Vermuthlich hat
der Unglückliche, welcher einen so entsetzlichen Tod erlitten, sich
vor Verfolgern in diese Höhle versteckt. die. ihm eitt so furchtbares
Ende bereiten sollte.

—D —— — —
—T arn,
Landwirthschaftliches..
Die Kalisalze inrihrem Einflusse maufeaden
Zeschmack eingemachter Gurken, Karl Wilhelm, Acker⸗
virfhj zu Hanweiler, schreiht ann dielaudwirthschaftliche Lehr—
anstalt zu Worms: Durch Ihre vorjährigen Mittheilungen
uͤber den günstigen Erxfolg, den die Dungung mit Kalisalzen
auf die Qualität der Gemüse geübt hat wurde ich bestimmt,
in diesem' Frühjahre eine ganze NReihe von vergleichenden
Düngungsversuchen in meinem Garten vorzunehmen, so auch“ mit
dem Gurkenbau. Die — E—— Straß⸗
urter Kalisalz gedüngten Gurken oͤehielten länger, ihre üppig grüue
Farbe, als diejenigen, welche dieser Dünger crmangellen die Frucht
Zurde weniger dia, blieb aͤber ebenfalls länger grün. — Anfangs
August wurden in vollkommen gleicher Weise, Essig⸗ Gurken ringe⸗
macht, von den mit und den ohne Kalisalz gedungten Stochen
Ich überzeugte mich bald, daß sich die mit Hülfe von Kalisalz ge⸗
ogenen Gurken sehr vortheilhaft vor den. anderen auszeichneten
ind auch Andere, wiewohl doch die Geschmacksrichtungen gemein⸗
Jin sehr verschieden sind, kamen zu demselben Urtheile. So habe
ich auch zu Heiligenstädter Kartoffeln in pergleichender. Weise mit
Kalisalzen gedüngt und, die Ueberzeuguͤng' gewonnen, daß ider Er⸗
folg gut war.“ Zwar hatten die mit Kalisalz gedüngten Stöcke
weniger angesetzt, allein die Hunollen waren dicker und mehlreicher
als diejenigeñ der anderen Stocke. J
        <pb n="426" />
        Rheinische Feuer-Versicherungs-Gesellschaft
in Ma⏑. J
Statutenmäßiges Gruudeapital: zehn Milliouen Gulden

(südddeutscher Währungc..
Erste Begehung: Eine Million Gulden.
Wir bringen hiermit zur allgeineinen Kenntniß, daß wir Heren Franz Der
ceum, Einnehmereigehülfe, eine Agentur obiger Gesellschaft übertragen haben.
Landau im September 1868 V
Die Haupt⸗Agentur der Rhein. Versich.⸗Gesellschaft für die Pfalz
Auf Vorsiehendes Bezug nehinend, empfehle ich mig bestens zur Entgegennahme
von Versicherungs⸗Anträgen und bemerke, daß die Prämien billig und fest — so
daß die Versigerten niemals Nachschüffe zu leisten haben. Grundfatz der
Gesellschaft ist, entstandene Schäden rafch zu reguliren und die fest
gefetzte Entschädiguugssumme voll und bañar auszuzahlen.
St. Ingbert im September 1867
Musik

r—,. Lunehmeroigehülfo.

Oitromon, Mnα, ge
-As eInũaae, Musceatn üa alle
Sorten Gewiiræe- THhee, VaniIle,
Fumnsehexnenz, Rum, Arnae-
—XXX ERirscehen wvasser, Aa-
lagu, Liqueure, Maudeim mit
und ohne Schalen. J

Prima Emmentha ler
vor Se, ViIIeExoxꝰa Rahmm Iuse,
—XXXRLE———
Meinesig, feinstes Salatõl.
Pfulner Snicen, empfiehlt

Fritz Panzerbieter.

Vorein.
Generalver ammlung.
Donnerstag den 12. September
Abends präeis 8 Uhr.
Aufnahme neuer Mitglieder betreffend.
Nach der Generalversammlung wie

gewöhnlich Probe.
Der Seeret ar.
»Ich setze meine verehrlichen
Kunden uund Gönner hiermit in
gKenntniß, daßz Matthias Adt. Tün—
her nicht mer der mir in Aben seht, —9—
halb auch keine weitern Bestellungen füͤr
mich entgegen zu nehmen haf..
Wittwe Stachel,
Tüncher.

Guter Hambacher Wein der
Schoppen zu 6 und 8 Kreutzer wird
verzapft blii J

Philivp Einrich jun.

Eine zuberlassige Dieuftmagd, welqhe
zürgerlich kochen dann, wird gegen guten
Lohn in Dienst genommen.

Wo? sagt die Erp. d. Bl.

Bei dem lenterzeichneten kann ein braver!
und gesitteter Junge sogleich in die
Lehre treten. W—

Johann Schuster.
Schreiner.

zu Schnappbach.
Sonntag den 15. u. Montag den
16. Septembe
Harmoniemusik
im Garten,
bei ungünstiger Witterung
im Saale,
wozu höflichst einladet
O. V. Craffon.
Bei Wittwe Schnorr dahier sind in
hrem Hause im oberen Stocke drei Zim⸗
nebst Küche zu vermiethen; sofort be⸗
ziehbar.

„.Worms den 6. Sept.

Wir notiren heute: Weizen 15 fl. 15 kr.
bis 15 fl. 80 ir. Roggen 12 fl. 15 kr.
bis 12 fl. 20 kr. Gerste 10 fi. 15 Ir.
bis — fl. — tr. per 100 Kilo., Hafer
21. 416 kr. bis — fl. — kr. per 60 Filo
Mehl per Partie 14 fFl. — k. bis fl.
— kr. Roggenmehl — fl. — ir. bis — ft
F kr. Roggenvorschuß 12 fl. 80 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 17 I. — kr.
bis 17 fB. 30 kr. Vlumenmehl. — fi. — *
bis — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
Defl. — tr. bis — fl. —. kr. per 88
silo. Rübol. ohne Faß 21 fl. — 'tr. dis
21 fl. 30 kr. Leinol ohne Faß 24 fle
30 ir. bis — l. — kr. Mohndl ohne
daß, 37 sl. Aitr. bis z0 fu seet
50 Kilo. Repskuchen — fl. — — tr. bis
- fl. — ir. Branntwein 35 fl. — kr.
bis — Ii. — ir.

—

IT wurde eine
verloren ue gen
getheer te
Wagenplache (Plaa),
n verflossenen Donners
ag auf dem Wege von
»g nach St. Ingbert. Der
redeve Finder wolle dieselbe gegen
zjute Belohnung dem Eigenthümer Hrn.
Reidiger, Müller in St. Ingbert
zurückerstatten .
eum (Erdöl)
wafferhell 8 kr. per Schoppen empfiehlt
M. Jepp.

— — ——

— —

——úüZ—æ

Clibilstand der Stadt
ESt. Ingbert.
Bebbren wurben im Monat
August 1867
den 2. Johanna, T. b. Carl Gunther,
„A. Alexander, S. v. Peter Klos
Katharina, T. b. Peter Mülier,
Maria, T. v. Jakob Feichtner,
Jatob, S. v. Joseph Flick,
Karl S. v. Joseph Morlo,
Anna Wilhelmine T. v. Helnrich
Spaniol,
Johann, S. v. Peter Rung,
Elisabetha T. v. Peter Nicola,
Catharina, T. v. Christian Schmidt,
Johann S. v. Joh. Kohl,
Jakob S. v. Peter Nothof,
Susanna. T. v. Georg Heinrich
Spengler,
Johann, S. v. Jobann Schwinn
Peter, S. v. Jalob Uhl,
Maria Catharina, T. v. Pet. Jung,
Georg August, S. v. Peter Flid.
Adam S. v. Miichel Berberich,
Maria, T. v. Wilhelm Blees,
Margaretha T. v. Joseph Scheuer
Johann S. v. Johann Friedrich
Behring.
Catharina, T. v. Heinr. Lindinger
Margaretha Henrietta Carolina T.
v. Adolph Lucas,
Maria, T. v. Friedrich Huber,
Elisabetha, T. d. Michael Stopp,
Josephine, T. v, Mariin Scheuer⸗
mann,
„21. Franz, S. v. Carl Zintel,
„21 darl S. v. Georg Weber
„22. Jakob S. v. Andreas Stolz,
„22. Franz, S, v. Magdalena Kraus,
„ 28. Henriette Susanna T. v. Jatkob
ircher,
27. Jakob, S. v. Mathäus Burkart,
4, 27. Carl, S. v. Christian Birkelbach,
„28. Caroline, T. b. Philipp Weber,
„380. Catharina, T. v. Jakab Warken,
30. Peter, S. v. Johaun Schwarz,
831. Theresia, T. v. Johann Feß.
den 20. Juli Georg Ludwig Auguft, Sohn
von Franz Xaver Demez.
1Gestorben sindim Monat
J August:
den 9. Johann 2 M. alt, S. v. Johann
Feller I
„II. Maria Greß, 42 J. alt, Ehefrau
p. Peter Nicola,
Elisabetha Schweitzer, 4. J. alt,
T. v. Johann,
Johann 1M. 7 T. alt, S. v.
Heinrich Klos,
Johann Stolz 1 J. u. 6 M. alt
S. v. Joseph,

„19. Joseph Klein, 70 J. alt Tagl.
. 22. Nicolaus 1 J. 2 M. alt, S. vb.
Anton Seel.

. 29. Maria 11 T. alt, T. v. Wilhelm

Blees, e
„80. Carl 1J. 14f. alt, S. v. Carl Metz.
Verehelicht haben sich im
Monat August:
den 1. Jalkob Selzer mit Cath. Theobald.

„ I. Carl Högel mit Eleonore Wil⸗
helmina Schaum, J J
18. Georg Schrepfer mit Elisabetha
Schein, ,
„20. Johann Philipp Koch mit Christina

Reppert, —
27. Andr. Klahm mit Maria Theobald.
St. Jugbert den 8. Sept. 1867.
Der Civilstandsbeamte
Chandon.
daltion, Druck und Verlag von F. x. Demez in St. Jugbert.
        <pb n="427" />
        l. Ingberler Anzeiger.
— 73⸗

— —
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Douner stag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blatischrift oder deren
Raum berechnet.
0 —— one —— — —
Rro. 109. Donnerstag, den 12. Septembßer 1867
— — — ——— — —
Deutschland.

München, 8. Septbhr. Der „Allg. Ztg.“ zufolge wird
ich unter den Vorlagen, welche dem bevorstehenden Landtag ge⸗
nacht werden sollen, auch eine solche über ein vollständiges, das
ganze Land umfassendes. Eisenbahn- und Telegraphen
aetz befinden. *

Muünchen, 9. Sept. Der Socialausschuß der Abgedrdne⸗
senkammer hat heute mit 14 gegen 1.Stimme — Theodor Wag
ner — beschlossen, daß der Gesetzentwurf bezüglich der Verehelich
ung, der Heimath und des Aufenthalts nur in den diesrheinischen
Provinzen in Wirksamkeit ireten, also auf die Pfals nich
nusgedehut werden soll.

— Die Hoffmann sche Correspondenz meldet: Nach dem der⸗
maligen Stand der Verhandlungen mit dem Grafen v. Hegnenberg
vegen Uebernahme des Berliner Gesandischaftspostens, ist die An—
aahme desselben durch den Grafen Hegnenberg nicht unwahrscheinlich

Dieselbe Correspondenz meldet die Einberufung des Landtags
auf den 28. Sept.

München, 9.Sept. Morgen finden dem Vernehmen
nach Besprechungen über den Gesetzentwurf, „die Errichtung eines
Verwaltungsgerichtshofes betr.““ im Ministerium des Innern stutt.
— Zu den Verhandlungen, welche am 15. d. M. behufs der
Herbeiführung einer internationalen Hafen und Schiffahrits—
ordnumng für den Bodensee zu Bregenz eröffnet werden, sind
pon bayerischer Seite der Oberzollinspector Dürr in Lindau und
er Dampfschifffahrtsverwalter Möller daselbst zu Commissüren be—
timmt, als österreichischer Commissar wird der Grenzinspector und
Amtsdirector Schraz in Bregenz fungiren. — Fürst Hohenlohe
vird im Laufe dieser Woche hierhet zurückkehren, um die Leitung
des Ministeriums wieder zu übernehmen. — Die Berathungen
iber den zum Vollzug des Friedensvertrages mit Preußen abge—
chlossenen Generalreceß, bei wel chen sämmtliche Ministerien ver
reten waren, sind heute in einer einzigen Sizung zu Ende gei
jührt worden. EVVV————

— Es soll beabsichtigt sein, dem nächsten Landtag auch ei⸗
aen Gesetzentwurf über Reorganisation der Reichssrarhskam—
mer vorzulegen.

Dienstes⸗Nachrichten.

Durch Regierungsbeschluß vom 7. September wurde der
Schuldienstexspectant Carl Friedrich Jung von Obermoschel zum
herweser an der protestant. deutschen Schule in Bischheim bom
l. Rov. J. J. an und das Gemeinderathsmitglied Johann Mar
iin zum Adjunkten der Gemeinde Birkweiler ernannt. *

Durch Regierungsbeschluß vom 9. Sept. wurde der Schuldienst
exspectant Jarob Schaack von Grünstadt zum Verweser der kathol
Schule in Speyerbrunn, vom 1. Sept. l. Is. an ernannt.

Wießbaden, 9. Sept. Gubeglaubigten Nachrichten zu⸗
jolge, welche die herzogliche Hofverwaltung von Berlin erhalien hat
ist die nassauische Domänen-Angelegenheit durch königl. Entschließ-
ung nunmehr definitiv erledigt. J

Berhin, 7. Sept. Die Regierungen haben sich über
Deutschland ausgesprochen, wenn auch das letzte Wort über die
Mainlinie noch nicht gesagt ist. Jetzi kommt die Presse an die
Reihe, und dabei nach Fröbel und Mohl Professor Römer in Tü—
dingen, der sich der anerkennenswerthen Mühe unterzieht, in einen
Flugschrift „Die Verfassung des Norddeutschen Bundes und die
üddeutsche, insbefondere die württembergische Freiheit“ betitelt,
aachzuweisen, daß nur in einer Verbindung zwischen dem Suden
und Norden das Heil für Deutschlande liege, und daß bei einer
olchen Vereinigung die süddeutschen Staaten durchaus keine frei
zeitlichen Opfer zu bringen hätien.

Berdin, 10. Sept. Die Sesfsion des norddeutschen Reichs
ages wurde heute Nachmittag 1 Uhr im Weißen Saale des igl
Schlofses mit einer Thronrede eröffnet, in deren Eingang der
konig constatirt, daß die Volksbertretungen der einzelnen Bundes ⸗
jagten die auf verfafsungsmäßigem Wege vereinbarte Verfassung
des Nothdemtichen Bundes genehmigt haben Varauf-wirn neinnt

Der Bundesrath habe seine Thätigkeit begonuen und der Konig
konne somit in freudiger Zuversicht den Reichstag willkommen heißen.
Zur Ordnung der nationalen Beziehungen zu den Füddem-
ichen Staaten sei ein wichtiger Schritt geschehen; die deutsche Ge—
innung habe für den Zollverein eine den neuen Verhältnissen ent⸗
prechende Grundlage geschaffen und dessen Fortdauer gefichert.
Der Bundeshaushaltsetat werde einen hervorragenden Gegen ⸗
stand der Berathungen des Reichstages bilden. Eine sorgfältige
Aufstellung des Etats gebe die Bürgschaft, daß die vorgesehenen
Beiträge der einzelnen Bundesstaaten die Gesammtausgaben voll⸗
tändig decken werden . IJ
Die dem Bundesrathe vorgelegten Gesetzesentwürfe bezwecken

die Ordnung alles dessen, was auf den verschiedenen Gebieten der
Bundesgesetzgebung erforderlich ist. Ein Gesetz über Freizügigkeit
soll die weitere Entwickelung des gemeinsamen Indigenats anbah⸗
nen. Ein Gesetz über die allgemeine Kriegsdienstpflicht soll das
gemeinsame Indigenat für das Heer zur Geltung bringen. Ein
Gesetz über das Paßwesen soll verallete Vehrsbeschränkungen be-
seitige.
Weitere Aufgaben seien die Ordnung von Maß und Gewicht.
gesetzliche Verorduungen über Postwesen und Tarife, desgleichen
die Feststellung der Rechte und Pflichten der Bundesconsulate.
Fin Gesetz über die Nationalität der Kauffahrteischiffe sei die noth—
vendige Grundlage für die Einheit der Handelsmarine.
Die Thronrede spricht die Hoffnung aus, daß diese Gesetze die
Genehmigung des Reichstages und des Bundesrathes erhalten und
die Ueberzeugung, daß die große Aufgabe des Bundes durch ge—
zenseitiges Entgegenkommen und durch Vermittelung der besonderen
nit den allgemeinen Interressen gelöst werde, und ermahnt Hand
zu legen an den Ausbau des durch die Bundesverfassung begrün⸗
deten Werkes. Der Reichstag sei zu einer Arbeit des Friedens
berufen, und der König vertraue, daß das Vaterland der Früchte
dieser Arbeit in Frieden sich erfreuen werde.

Wien, 7. Sept. Aus Verlin wird gemeldet, die preußische
Regierung habe sich vom Norddeutschen Bundesrathe ermächtigen
lassen, die commercielle Verhandlung mit Oesterreich wieder aufzu⸗
nehmen, und da wegen der Weiuzollfrage eine vorgängige Verftän⸗
digung mit Frankreich unumgänglich ist, mit letzterem wegen Ent—
assung Medlenburgs aus seinem Vertrag gegen Herabsehung der
Weinzölle auf 223 Thlr. zu verhandeln. Man ist hier sehr er—
freut mit diesem Entschluß Preußens, bezweifelt jedoch, daß Frank⸗
reich sich mit dem Angebot begnügen werde und glaubt, es werde
num Mindesten eine Herabsetzung auf 20 Thlr. fordern, auf den
Satz also, welchen Oesterreich im früheren Siadium der Verhand⸗
lung als sein äußerstes Zugeständniß bezeichnete. Können doch
die geringen österreichischen Weine kaum einen solchen Zoll vertra-
gen, der durchschnittlich fast HO ꝓCt. ad valorem ausmacht. Im
Uebrigen hegt man hier den ebenso aufrichtigen wie dringenden
Wunsch, zu der in Art. 13 des Prager Vertrags vorgesehen Re—
vision des Aprilvertrags von 1865 baldmoglichst zu gelangen. Ab⸗
gesehen davon daß Oesterreich nicht früher mit England abschlie—
jen kann, hängt hiervon überhqupt. die so nothwendige endliche
Feststellung des österreichischen Tarifs ab. In Berlin scheint man
übrigens auch zu einem Entgegenkommen geneigt. Was Oefterreich
anbelangt, so hat es in der bisherigen Verhandlung hierbon so
evidente Proben abgelegt, daß die preußischen Bevollmaächtigten selbst
nicht umhin konnten, dies anzuerkennen.“ Im Grunde besteht, au—
ßer der Weinzollfrage, nur noch Eine Schwierigkeit; dieselbe be—
trifft den Zoll auf tür kischroth Garne; hierüber steht jedoch
rine Verständigung zur Zufriedenheit Preußens in bestimmier Aus
sicht. Auch in der Weinzoslfrage hat man bis die geringe Miffe
renz von 5Sgr. (22αIhlro) sich genahert.s Alles hangt
daher von der Veistandigung Preußens mit Frankreich ab und
hoffentlich wickelt sich diese Verhandlung vasch ab.n —66*
Wien, 8. Sepi. Die ftanzösische Regierung hat in St
Pelerhura eine gemeinsame Lütnn ber eanßiofischeß Krane 44
        <pb n="428" />
        Grund der Thatsache, daß der Aufftand r Ihgsel nunmehr Insurrection, den Verkauf der Insel Cuba, der Perle Isex Antillr
vesiegt ist. ahgeregt. meaen habe. *
37 Iruraẽ Bats hat Nachrichten aus Mengee v dener
umge Die Unionsfregafte, Susquehannah“ vor Vera⸗Crny lag
Admiral Palmer und sein Stab, waren nach det Hauptstadt Vien
gereist, um die Regierung um Loslassung von Santa Anm
um Auslieferung der Leiche Maximilians anzugehen. Die öste
reichische Corvetle „Elisabeth“ lag noch in Sacrificios und nahr
österreichische Flüchtlinge an Bord auf. — Man sah Schwierig
keiten zwischen der mexicanischen Regierung und den fremden Mäd
ten entgegen. Die Streitkräfte Losado's weigern sich, Juarez au
zuerkennen. Dem Staat Jalisco wurde ein Anlehen von 1,800, 000
Piastern aufgelegt. — Castillo und Aguirre sind zum Tod dver
urtheilt worden. J
An der Grenze von Brasilien und der La Plata Staaten
ist eine von flüchtigen Sklaven bevölkerte Neger st adt entdech
worden, die gut geordnete Einrichtungen hat. Die Pflanzer be—
merkten längst, daß entlaufene Sclaven die Richtung nach Matto—
Grasso am oberen Parana nahmen, wußten aber nicht, was außs
ihnen weiter geworden.

Frankreich.

PP ami s2 Eepi. WBei hiesigen Tapezieren sind soeben
Aufträge aus Berlin, eingeganget, Gemächer im dortigen Schlosse
für einen Besuch des Kaisers Napoleden kinzurichten.

Paris, 9. Sept. Die Börse hat heute etwas schwach er⸗
zffnet, sich jedoch schnell gehoben. Man will gute Nachrichten aus
Deutschland erhalten haben, und verspricht sich viel Friedliches
von der Thronrede des Königs von Preußen. Auch von Herrn
Rouher hofft man, daß er während der politischen Ferien sich etwas
Eingehender mit den Finanzen befassen werde; es heißt, daß ver—
schiedene Reformen in der Finanzverwaltung beabsichtigt seien
Nach Cred. Mob. war starke Nachfrage; er stieg 16.285. Man
wollte wissen, daß Herr J. Pereire Aussicht auf Regierungshülfe
bekommen habe (2) Gegen Ende war die allgemeine Haltung gan;
zufriedenstellend. Rente stieg 20 Cent., ital. Anl. 15, Cred.
Fonc. 12.50, span. Mob. 6.25, Compt. d'Esc. 16, Transatl. und
Comp. Immob. 75530.

Der“: „Etendard“ erfährt durch eine Privatdepesche, daß die
letzten preußischen Truppen aus Luxemburg abgezogen sind. Nach
der „France“ ist bereits ein Theil des luxemburgischen Contingents
in die Festung eingerückt, um dort als Besatzung zu bleiben.

.Das „Journal de Paris“ meldet, daß man in den hiesiger
offiziösen Kreisen eine Inspection, welche drei preußische Officiert
in voller Uniform und mit Ermächtigung der Regierung in allen
italienischen Kasernen und Militäranstalten vornahmen, eine große
Aufmerksamkeit schenktke.

Die Lage des Credit Mobilier verschlimmert sich täglich, und
—R
mehr lange halten können. Herr Pereire hat sich, wenn auch nicht
in seiner Noth, doch in der Noth seiner Gesellschaft brieflich an
den Kaiser gewandt, um ihn zu bitten, seinem Institute zu Hülfe
zu kommen, an das so viele Interessen geknüpft seien. Es schein⸗
jedoch, daß die Regierung auf die Vorschläge der Directoren des
Credit⸗Mobilier nicht mehr eingehen will; bei dem Darniederlieger
aller Geschäfte ist ihr dieses übrigens auch fast ummöglich.

Schweiz. debheeden 7 38 er

Genf, 6. Sept. Die Actien des Friedenscongresses steiger
bedeutend, seitdem die Ankunft Garibaldi's zur Gewißheit geworden
ist. Derselbe trifft am Samstag Abend um 6 Uhr hier ein
Der Empfang Seitens der Genfer Bevölkerung wird den Helden
von Caprera an die Scenen seiner Heimath erinnern. Das
Comité fährt Garibaldi auf einem Dampfboot bis zum Hote!
Byron entgegen. Die Banque générale suisso hat Garihbaldi die
erste Etage des am Quai de Montblanoe gelegenen, früher James
Fazy angehörenden Gebäudes zur Verfügung gestellt, das Comité
eine zweispännige Equipage.
Genf, 8. Sept. Garibaldi wurde auf den Eisenbahn⸗Sta⸗

lionen Lausanne und Genf festlich empfangen; hier in Genf über—
stieg die Begeisterung beim Empfange desselben alle Begriffe. Ga—
ribaldi dankte dem braven Genfer Volke, das allen Demokraten
stets ein Asyl geboten, und sprach besonders dankbare Anerkennung
aus für die Initigtive, welche die Genfer gegen, das Papstthum
ergriffen. Gleichzeitig forderte er das Genfer Volk auf, das Wer!
zu vollenden, und empfahl im Interesse der Freiheit und der De
mokratie, dem Schweizervolke die Erhaltung der Eintracht.

Villeneuve, 8. Sept. Ein Genfer Comits hat Gari—
baldi bei seiner Ankunft dahier empfangen. Auf die Rufe:
„Es lebe Garibaldi, die Freiheit, Rom!“ antworiete Garibald
mit einem „Hoch“ auf Genf, das Rom der Intelligenz

Italien.

Die Florentiner „Riforma“ das Organ der äußersten
Linken, schreibt: „Seit einigen Tagen kommen uns aus guter
Quelle beunruhigende Nachrichten über den Stand der auswärtigen
Politik zu. Man spricht von Engagements, welche im Sinne einer
neuen heiligen Allianz eingegangen worden seien und bei
denen das italienische Cabinet weder die schönste, noch die ernst
hafteste, noch die ehrenvollste Rolle spielen foll. Es soll sich sogar
am Hilfstruppen handeln, die zur Unterstützung von Unternehmun—
gen zut Verfügung gestellt würden, welche nicht die unsrigen sind.“

Amerika.
Newyorhk, 4. Sept. Die von den Vereinigten Staaten
käuflich übernommenen russischen Besitzungen in Nordamerika sind
jetzt als Staat „Alaska“ officiell in die Union Aufgenommen.
Die Totalschuld der Vereinigten Staatenr hat sich
im verflossenen Monat um 11 Mill. Doll. vermindertz sie betrag
noch 2500 Mill. Dosl. — — vrie

Amerikanische Blätter wollen wissen, daß General Prim den
Beherzden. der Union, für den Fall des Gelingens der spanischen

Berme. chte s.
57BZweibrücken. Das Schwurgericht der Pfalz für das
IV. Quartal 1867 wird am 25. November nächsthin eröffnet wer
den und ist Herr Appellationsgerichtsrath Philinp Jakob Serin
zum Präsidenten desselben ernannt.

.77 In der Gemarkung von Einöllen, Kantons Wolfstein,
sind am 2. September die auf dem Felde befindlichen Früchte, als
Gerste, Hafer, Erbsen, Wicken u. s. w. durch einen bedeutenden
Hagelschlag sehr stark beschädigt worden3. der angerichtete. Schaden
soll sich über 3000 fl. belaufen. —

Die Ein⸗ und Durchfuhr von Rindvieh, Schafen und Zie
gen aus der Pfalz nach Preußen ist nur dann gestattet, wenn die
Thiere von amtlichen Ursprungszeugnissen begleitet sind, die nich—
älter als 8 Tage sind, und in welchen amtlich bestätigt ist, daß
am Ort der Herkunft seit drei Monaten keine ansteckonde-Vieh
krankheit geherrscht hat. Nach Framkroeuch ist über Weißenbure
—X —

Wie man vernommen, sollenodie diesjährigen Herbstmans
ver bei dem, in der Pfalz garnisonirenden Militaär unterbleiben
und die Einberufung von Beurlaubten aus dem jenseitigen Bayern
nach der Pfalz vorläufig sistirt sein, und zwar um einer möglichen
Finschleppung der Cholera vorzubeugen

an München. Die unfrankirten, mit einem Vormerk über
denSpeditionsweg nicht versehenen Brefe nach Nordamerika
velche den k. preußischen Postanstalten zur Weiterbeförderung zu—
gehen, werden über Köln mit den preußisch-amerikanischen Brief⸗
paketen befördert. „Allein bei dieser Spedition beträgt die Taxe
für den einfachen Brief (unter 1 Loth) 41 kr., während die über
Bremen und Hambnurg nach den Vereinigten Staalen von
Nordamerika spedirten Briefe nur je 22 kr. kosten. Die General⸗
direction der Verkehrsanstalten, von der Annahme ausgehend, daj
die Absender meistens aus Unkenntniß dieser Verhältnisse die Be
eichnung „via Bremen“ oder „via Hamburg“ unter—
assen, bringt dies Verhältniß zur Kenntniß des Publikums und
ꝛemerkt zugleich, daß die Post aus Bremen jeden Samstag Vor⸗
nittag aus Hamburg jeden Samstag Abend nach Nordamerile
abgeht, aus Cöln jeden Freitag Vormittags, zum Anschlusse an
das nach Liverpool abgehende Dampfschiff, jeden Freitag Abend⸗
zum Anschluß an dasselbe Postdampfschiff in Cork und jeden Mon
tag Vormittags zum Anschluß an das in Southampton anlegende
Postdampfschiff aus Bremen und an manchen Dienstagen zun
Anschluß an das am folgenden Mittwoch in Southampton anle
zgende Postdampfschiff aus Hamburg.

F In der Nacht vom 13. aquf den 14. Sept. findet ein
sichtbare Mondsfinsterniß statt. Der Mond durchläuft den
untern Theil des Erdschattens und wird stark 2 Dritttheile seines
Durchmessers von oben herab verdunkelt. Um 11 Uhr 34 Mi—
nuten beginnt der linke obere Rand des Mondes sich zu verdun⸗
leln, Anfang der Finsterniß. Um 1 Uhr 3 Minuten ist die Ver
finsfterung am größten, Mitte der Finsterniß; und um 2 Ub—
32 Min, ist der Mond wieder vollständig aus dem Erdschatten
herausgetreten, Ende der Finsterniß. *

Ein natürlicher Blitzableiter, Das sind die
Buchen. Diese bei uns noch wenig bekannte Thatfache hat fich—
nach der Beobachtung wilder Völker so sehr bewährt, daß die In⸗
dianer bei ausbrechendem Gewitter sich unter das Laubdach einer
Buche flüchten. In der That weiß man auch bei uns von keinem
Beispiel, daß der Blitz eine Buche getroffen hätte.

—7 Eine Warnung. »Wie die Erzherzogin Mathilde kürz
lich, so verunglücktem belanntlich sehr viele Frauen und Mädchen
zadurch, daß ihre Kleider in Flammen. gerathenDas Ungluüc
stenur die Schuld der Unwissenheit oder Gedankenlosigkeitze mas
        <pb n="429" />
        deh
ig.
c(q
id
or⸗
m
hye
pꝛ
n

13

rf

ucht mit den Händen die Flamme auszulöschen, was selten gelingt,

w man läuft gar im Schrecken von bn Stelle. 68 —8* Bekauntmachung.
srgleich Anfangs leicht dadurch zu löschen, daß Maßregeln gegen die NRinderpest. J
—— Die Königl. Regierung, Kanmmer des Innern, erläßt. zum
Prlte muß aber vorher gewußt feit, das erschrocene Vadchen bollzuge des 8. 20 Abs. 5 der allerhöchften Verordnung vom 3.
ann es sich im Augenblick nicht ausdenlken. Daß aber das Miitel Juli 1867 und auf Grund des F. 28 dieser Verordnung folgende
icht allgemein getkannt ist, zeigen eben die vielen Unglücksfalle. Werpeizeiiche Vorspten, rnlem
zllern und Lehrer sollten die einfache Sache schon den Kindern 8. J. Der Viehandel in den Kantonen PirmasensAnn—
inpragen. Die Zeitungen konnen duͤrch Verbreitung dieser Zeilen veiler, Dahn Bergzabern, Landau und Kandel von einem Ort
aunchem Unglüdsfalle borbeugen. 9* jum Anderen wird auf An— und Verkauf von Schlachtvieh zum

Eine romannsche Geschichte macht in Wien viel von sich immittelbaren Schlachten beschrankt, jeder weitere Viehhandel in
eden. Vor hefahr iAs Jahren pude vo die Gewdibsthure, diesen Vezirlen ist bis —
enehrigen Denabesitzera dDamaligen Vergolders Nal Zernernn, ne Grleihterungs dieses Verbotes bezügtich des Viehhandels
hwenige Windeln gewideltes Kind in einem Aller, von wenigen un, Oeconomiebetriebs wird, sobald es die Verhältnisse gestatten,
Nonaten gelegt und von Fran 8. aufgefunden Sieneen veeltintteten. — — 1234.4
nzeige bei der Polizei, erklärte aber, bei etwaigem Nichtvorsinden 8. 2. Der in von Schlachtvieh in den genannten Be—
rEltern des Kindes, dasse!be erziehen zu wollen, und so geschah irken darf nur von patentisirten. Metzgern oder deren gebrödeten
auch. Auf einem an der Windel d en Zettel stand der Dienern geschehen; de Verwendung von wischenhändlern ist un⸗
nnne Rosalie und aͤls Beiname erhielt das Kind den Namen sei- „Dingt verboten. Die Metzger oder die gebrödeten Diener mussen
er Pflege⸗Eltern. Von den Eltern des Kindes fand man keine ich durch ein Zeugniß der Polizeibehörden ihres Wohnortes Ein⸗
zpur, Rosalie war eine kreue Tochter« ihrer Eltern und heirathete laufsschein) nach Formular . legitimiren. T. 344

m vorigen Fasching den in der Vorstadt Margarethen wohnhaften Dieses Zeugniß mußz außer der Legitimation des Kaufers
oder BaltaenzWVor wenigen Wochen erhiett Her Z. zu seiner des Bedurfniß zum Einkaut und die Anzahl der einzukaufenden
icht geringen Verwunderung einen Brief aus London, in welchem Viehstücle für jeden einzelnen Fou enthalten. A
ich ein Hert Seiffert nach dem vor Jahren weggeiegten-Kindenn 8. 3. Von jedem sjolchen Verkaufe von Schlachtvieh hat der
fundigt und um' Antwort bat: Nachdem ihm diese ward, folgte Zerläufer der Ortspolizeibehdrde Finte Wohnene noch dor Ab
or wenigen Tagen ein zweiter Brief, in welchem Herr Seiffert zabe des Viehstüces an den Käufer Anzeige zu erstatten. diese Orts
rtklärte, der Testamentsvollstrecker des im. Monat Julinin London ⸗olizeihehörde hat sodann von diesem Einkause der Ortspoligeibe⸗
erstorbenen Mr. Ribiero aus Kalkutta zu sein, welcher das im yoͤrde d Bestimmungsortes auf dem schnellsten Wege unter ge⸗
Fahre 1848 vor der Thüre des Hrn. e Kind als das auer Bezeichnung der Biehstüce Mittheilung zu machen.
eine ertlärt habe und selbes zum Erben seines Nachlasses mittelst g Zugleich hat die Orts polizeibe hörde des Einkaufsortes dem
chisltraftigen Testamentes eingesetzt habe.“ Das Vermogen belauft aufer einen Transportschein nach Formular B. auszufertigen
ich auf ungefähr 20,000 Pfd. St. in baarem Gelde, welches in Dieser Transportschein, ist nur für die darin bezeichnete Per⸗
der Bant pon England liege, außerdem aber große Pflanzungen mn giltig, und miß außer der genauen Bezeichnung der Viet
in Ostindien uund auf der Insei Japa. Dem Briefe war ein tuͤcke den Weg, auf. welchem, und die Zeit innerhalb welcher der
Wechselbrief an einen hiesigen Banquieur in bedeutendem Betrage ansport an den Beftim mungsort zu geschehen hat enthalten.
reigeschlossen. Peber die Umstände, welche Herrn Ribiero, oder, hne einen otgen Transportschein darf kein Biehstuck aus den
ichtiger Riber, zwangen, sein Kind vor Jahren auf solche: Weile euannten Bezirken von eirem Ort zum andern verbracht werden,
zu verlassen, verlautet nichts Näheres. 5 A88 hrgeschriebenen Weg und die vorge⸗
7 AÄm Abende des 25, Aug, wurde in der unweit dem Dorfe Men
Sazova (Böhmen) gelegenen Sagemühle ein Mord aus Eifersucht 5, Z. 4. Der Kaufer ist verbflichtet, das angelaufte Schlacht
deruͤbt. Der in der Mühle beschäftigte Zimmermannsgehülfe Jo⸗ bieh— sowohl et dem Transporte als auch am. Vestimuungsorte
Janm Pratschek, ein 17)ähriger VBursche, quälte die Tochter feines v in Stallungen rinstellen und überhaupt nicht mit anderem
dienstherrn schon seit einem halben Jahre mit seinen Liebesanträ— ieh b Beruhrung kommen zu lassen, sowie binnen 24 Stunden
en weiche beoch kein Gehor gefunden, da sich das Mad hen vor n nlunft am Bestimmungsorte zu schlachten; derselbe hat seine
benigen Tagen mit einem benachbarten Wirthschaftsbesitzer ver— An unft sofort der Ortspolizeibehörde — welche überwa⸗
lobte. Gegen seinen glücklichen Rivalen von Eifersucht entflammt, n daß das fragliche Schlachtvieh mit keinem anderen Vieh
faßte der abgewiesene Bursche den Entschluß, den Verlobten zu er⸗ u Berührung lommt und rechtzeitig geschlahtet wird. Die —
deden Zo diesem Zwege verstecle er sih guf dem Wege knapp sinmungen uüber Fleischbeschau sind hiebei selbstperständlich auf das
an der Muͤhle, welchen der Unglückliche passiren mußte, und als R5 einzuhalten.
derselbe zum Besuche seiner Braut erschien, derseßzte ihm der Mör— 8. 5. Wird auf dem Transpotte oder am Besti mmunga orte
der zwei Streiche mik einer Hacke auf den Kopf, in Folge deren vahrgenommen, daß der Transportschein mit den transpotirten
der Getroffene augenblicklich zusammenstürzte. Der fürchterliche ee nicht übereinstimmt⸗ so müssen neben der unverzüglichen
Schre loale ehree Leute aus der Muhle an den Ort der That, Anzeige an die Districtpolizeilbehorde die fraglichen Viehstücke am
der Ermardete wurde aufgefunden und der Moͤrder selbst zeigte — — —8 —**
D Schadenfreude sein Opfer. Er wurde dem Gericute —8 verwendbar geschlachtet oder getödtet und ehngearaben

7 In der Vorrede zum kurfürstlich sächsischen Infanteriedienst⸗ perden. 7 ——
aglenenho hehet — Iutznütdeur eZwoiederhandiungen gogen diele Botsshuitten herden

Folgendes gesagt: „Die Pflichten eines Soldaten sind unzählich, Ipid Itt 368 des ——— mit · Arrest —B Geid
seine Lebenszeit ist zu kurz, um sie einzusehen; die größte Fähig- 8 fb. un wenn in Folge der Zumiederhandlumg stenr
teit ist nicht hinreichend, um sie alle zu erfüllen ꝛc.“ pge 7 d ——7 3 wit Gefanguiß z zu
9 F. Im Pariser „Meniteur“ wird belannt gemacht, daß die ae — itrelen Pn 8 Tage der Velanne⸗
aewangn ehren eseen wene nachung im Kreisamtsblatte in Wirksamkeit und bleiben so lange
d en S —— in Kraft, bis fie ausdrüctich aufgehoben werden. 7

n J Speyer, den 7. September 1806. 75

In einem Dörfchen im Seine⸗Departement lebt ein Ehe- Koniglich Bayerische Regierung der Pfalz,
paar, wovon der Mann 44 und die Frau 40 Jahre alt ist und Kammer des Innern.

18 Kinder am Leben haben. Sämmtliche Kinder sind Mädchen. Pfenfer.
Als das 18. Kind geboren wurde, schwur der Mann, daß das 19. Schwenck.

ein Knabe sein müsse. Als er sich getäuscht sah, sagte er am Formukar äùͤ

Tage der Taufe mit der groͤßten Kaltblütigkeit; Nun, wenn EinkaufsSchein.

es das 19. nicht jst, so wird es das 20. oder eins det nachfolgenden. Dem paientisirten Metzger N. von hier oder dem N. v⸗N.
Eine junge russische Dame, Fräulein Ssusslow, hat an der sebrödeten Diener des patentisirten Metzgers N.“ von hier wird
Züricher Universilät das Cxamen als Doctor der Medicin bestanden. indurch mit Rücksicht auf das nachgewiesene Bedürfniß die Erlaub-
Bei dem hollandischen Dorfe Midlum, in einem sogenann⸗ aiß eriheilt (Zahl) Stücke Schlachtvieh an einem seuchenfreien Orte
len Terp Hügel, auf den sich die alten Bataver bei Ueberschwem⸗ einzukaufen, und mit dem vorgeschriebenen Transborte hierher zu
mungen zu flüchten pflegten,) wurden die Reste eines Schiffes bringen.
aus den ältesten Zeiten gefunden. Dieser Einkaufsschein ist nur auf 8 Tage gültig, and muß
7 In Kenfington (einem. Jüdlichen Stadttheil Londons, aach Ablauf dieser Zeit wieder anher abgegeben werden. ——

haf eine aus Eifersucht wahnsinnig gewordene Mutter zweien ihrer N. den 1867.

Finder die Leble abgeschniiten und sich dann selbst ermordei. — Der Bürgermeister N
        <pb n="430" />
        Formular B.
Transport-SEcheinn.

Derim patentisirten Metzger N. von N. oder dem N. von N
zebrodeten Diener des patentisirten Metzgers N. von. N. wird au'
Grund des producirten Einkauf-Scheines die Erlaubniß ertheilt
die dahier eingekauften (Zahl) untenbeschriebenen Viehstücke von hier
nach R. auf dem, Wege über N. innerhalb (Zahl) Tage zu
transportiren.

Dieser Trausportschein muß auf dem Wege auf Verlangen je⸗
der Polizeibehörde oder jedem Auffichtspersonale unweigerlich vor—
— —

gezeigt und am Bestimmungsorte der Ortspolizeibehörde dusgehäu—
digt werden. »R— 0—
N. den 18863.
Siegel. — Der Bürgermeister N.
Befchreibung der Viehstücke:
Arlter —0
. Geschlecht · 3h
Farbe —D —
Besondere Kennzeichen.“ e ns a e
Anzeigel!!“
Einem geehrlen Publikum zeige ich hier⸗
mit ergebenst an, daß ich in den nächsten
Tagen im Saale des Herrn Georg Jung
dahier einen
Tanz-·Cursus

eitungs Annoncden-Expedition

755
23 5*
—15525
278
—
3388
——
535
75838.
* 8
33338 we!
23888
8235

—A
13323 8
33538
23558
553578
A
5253
328
525538
*325
358
7 v

von —

Haasenstein &amp; Vogler
in ——

EäBGAMBLFEBäSt AMMIM i .
Dieselbhe vermittelt ausschliesslich Zeituugs-Imsgerate
in jede Zeitung aller fünf Wolttheile, — berechnet vtets u—
Drigimulpreise, — gewährt bei grösseren Aufträgen an-
enies— Rabatt, — liefert Beleghlatier über
jedes Inserat, — bESseitigt allo Porto- Auslagen und sonsti-
gen Nehenlcosten, liefert vorherige ontem-A ανιααα

und versendet auf Verlangen gratis und franes ein
F vollstäündiges Zoitungs-Prois-Verzoiohniss.

eroöffnen werde.

Da ich schon viele Jahre mich diesem
Fache gewidmet habe, und überall mit dem
zrößten Beifall empfangen wurde, so wird
mein festes Bestreben, sein, durch Fleiß und
Kunst es auch hier dahin zu bringen.

Ich mache die geehrten Eltern, welche
mir ihre Kinder diese Stunden anvertrauen
wollen, noch ganz besonders darauf aufmerksam
daß ich die Bildungsschule vorausgehen lasse.

Eine Liste zur Zeichnung ist in Circu—⸗
zation gesetzt, wo die näheren Bedingungen
einzusehen sind; und werden Anmeldungen
bei Hrn: Jun g entgegengenommen.
Für Kinder, welche noch in die Schule
gehen, beginnt der Tanz⸗Unterricht Nach⸗
mittags um 5 Uhr und endigt um J Uhr.
Für Erwachsene von 8510 Uhr Abends.

Amtlich beglaubigte Zeugnifse über Be—
fähigung und Moralität können den Eltern
zur Einsicht vorgelegt werden.

In der Hoffnung zahlreicher Theilnahme

zeichnet

—J— XVC

F. E. Johannis.

Lehrer der Tanzkunst und höherer weiblicher
Ghymnastik

*
*

* v 7
7

Jeden Morgen 7 Uhr ist frische
Nilch und füßer Rahm zu haben
V. Zepp
Guter Hambacher Wei n der
Schoppen zu 6 und 8 Kreutzer wird
verzapft biil
Philipp Emrich jun.
Wollene Jacken und Strickwolle
in Strüngen und Klingel, in allen Farben zu
billigen Preisen empfiehlt J
P. Zepp.
Bei dem Unterzeichneten kann ein hraver
und gefitteter Junge sogleich in die
Lehre treten. —
DIJohann Schuster.
Schreiner.
* — 2—
Fruchtpreise der SEtadt
Kaiserslautern vom 10 Sepibr.
Weizen 7 fl. 35 kr., Korn 5 fl. 48 kr
Spelzkern — fl. F kr.. Speiz 4 fl.
58 kr., Gerste 4 fl. 58 kr., Hafer 4fl.
35 kr., Erbsen 4 fl. 48 tr., Wicken — fl.
— kr., Linsen 4fl. 45 fr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 26 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod — tr. und 2Pf.
Weißbrod — kr.

zu Schnapphach.
Sonntag den 15. und Montag
den 16. September bei günstiger
Witt erung —
CONOPER T,
ausgeführt von der

St. Jugberter Bergkapelle,
wozu höflichst einladte
JIJ. EISeI.

47*

»Ich setze meine verehrlichen
Kunden und Gönner hiermit in
denntniß, daß Matthias Adt, Tün⸗—
her nicht mehr bei mir in Abeit steht, deß⸗
halb auch keine weitern Bestellungen für
mich entgegen zu nehmen hat.
Wittwe Stachel.
Tüncher. J
Zurückgekehrt von einer Familienreise,
enachrichtige ich das geehrte Publikum
St. Ingberts und Umgegend, daß ich eine
große Auswahl von Dessins und Wand⸗
muster mitgebracht habe; und empfehle
dieselben meinen verehrlichen Herrn Kunden
zur gef. Ansicht und Auswahl.
„St. Ingbert 12. September 1863.
Adolph Ehl,
Tüncher und Lakirer.
Eine zuverlässige Dienfemagd, welche
urgerlich kochen kann, wird gegen guten
Lohn in Dienst genommen. 4
Woꝰ sagt die Exp. d. Bl.—
Ber Aittwe« ur dahier sind in
hrem Hause im oberen Stocke drei Zim⸗
mer nebst Küche zu vermiethen; sofort be—
ziehbar.

Ein Preiskegeln
auf dem Heufser'schen Bier—
keller, wird Samstag Nach—
mittag den 14. ds. Mts. be⸗
ginnend und die folgenden
Tage abgehalten, wozu Ke—
gelfreunde höflichst eingeladen
werden.

St. Ingbert den 12. Sept. 1867.

Fruchte, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
—A Septbr.

Weizen 7 fl. 538 kr. Korn 5 fl. 50 tr.
Gerste Zreihige, — fl. — Ir. Gersie —
reihige, 5 fl. 11 ir. Spelz 5:fl. 38 fr.
Spelzkern — fl. — kr. dinkel 4 fl
7 fr. Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
üfl. 26 kr., Erbsen 5efl. 45 — kr, Widen

I. J krHartoffein Il. 18 kr. Hen
luff. 12 kr. Stroh 1 fl, — kr., per
Zentner. Weisbrod 14 Kilogr, 20 1r.
dornbrod 3 Kar. 27 ir., ditno2 Kgr,
48,k., ditto KNgr. 9ekr., Gemischtoͤred,
83 Kgr., 34 kfr., 1 Paar Weck, 7 Loih
2 ix, Rindfleisch, 1. Qual 18 kx., 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel
fleisch 16 kr. Schweinefieisch 18 kIr., per
Ifd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter
Butter 26 kr. per Pfund.

— —
Schwarze Lambrechter Tuche
yon der besten Quaelität, zu dem Se
brikpreise von 1fl. Ass kr. 2.
24 kr. und 3 fI. — ferner
—D——
ι r. per Stück.
bringt in Erinnerung

8
J. Fir mery.

Aedaltion, Druck und Verlag von F. X. Demeß in

Zt. Ingabert.

*
        <pb n="431" />
        Sl. Ingberler Zcnzeiger.
Der Sit In berter Anzeigeéxr“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag; Donnerstag
und Samsfag. Abonnementsbreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit's Krzt. die dreispaltige Zeile Blatischrift oder deren
* Rauni berechnet. —

— — — — —2* —— — — 8

— —17 4.22 — — 14
Nro. 110. 4 d Sams stag, den 4. September 51867.
———„k eeeüke,e Tec—c—c—c—cc—— — — — w — — — ——
—A — —W

mneeune Deutschland. mn Berathungen Theil, nehmen, nach deren Schluß die näussauischen
. Muürnche nzuB. Sept.- Hr.“ v. Lutz“ wird Justizminister. — herberufen werden sollen. — Die Prob.Corr.“
Sie konnen ich auf die Sicherheit dieser Kachricht verlassen und hat unter der Ueberschrift; „Eine deutsche Rede“ die Hauptsätze
eselbe lrotz ehwaigen Widerspruchs aufrecht erhalten. (Fr. Kur.) der badischen Thronrede abgedrudt und sagt bei Besprechung der
Münmchen, 10. Sept.“ Durch das neue Wehrgesetz wird Frankfurter Wahlen: „Selbft in Frankfurt a. M. wo die ver—

dem Adel dar ihnn bisher eingeraumte Recht entigogen sene Sohne dorene Selbstständigkeit aufs schmerzlichste bellagt wird/ hat die be⸗
ene sitere Prusung dis Cudelten in die Armec Keten zu lJasfen onnene Partei, welche den Anschluß an Preußen aufrichtig wünscht

ecüenche u . Septe Ser Maje der Kaiser von Oeser den Sieg davon, getragen ¶ . ahh ereee
teich in biesen Doigen mu dem Eiijug von Wien hier eingetroffen . Serlin, 11. Sept. Ueber den Eindruck der Thronrede
nd hat nach eingenommenem Frühstück im Bahnhofe die Reise läßt sich nur jagen; daß dieselbe eigentlich gar keinen Eindruck ge—
d Schaffhaufen jorigeseht. woselbst von Zurich lommend, auch Nacht hat. Jedermann hatte irgend einen Passus über die Ver⸗
ve die ainsean von Sefterreich und die Königin? von daltnisse zum Ausland erwartet, umd während man Zoch dorauf
Reapel eintreffen werden· vartete, war die Kede zu Ende. Aehnlich wie im weißen Saale
TKarsruhe, 10. Septe Der Abgeordnetenkammer sind var auch der Eindruck im großen Publikum: man fühlte sich ent—
ahlreiche: Gesetzeniwürfe vorgelegt; darunter ein Wehrgesetz nach täuscht. — 77
ießgabe der breußischen Heeredorgamsation. Aufhebung des paf.Die heutige erste Sitzung des Reichstages verlief unter
nen Wahlcensus und' Gesehe Vetreffs des Elementarunterrichts. den hergebrachten Formlichkeiten der ersten einleitenden Geschäfte.
Bexrlin 10. Sept. Wer von der Rede, mit welcher heute Sie contrastirte wesentlich zu derjenigen des frühern Reichstages
der Konig die erste Session der ersten Legislaturperidde des zurch die lückenhafte Befetzung des Saales und die ziemlich ge⸗
Reichsstagsdes Norddeutschen Bundes eine einfache und sachliche inge Zuhorerschaft auf den Tribünen, so daß“ das Ganze einen
Darlegung dessen erwartete,, was seit dem Schlusse des conftitui— ziemlich nüchternen Eindruck machte. (Saarbr 8tg 7
anden Kaichslags geschehen und was demm Reichslag zu Harbeiten Wien-8. Sept. Mehr als tausend Besitzer von Kossuth.
aufgegeben ist, der wird befriedigt, enttauscht aber werden dieje⸗ noten haben Gesuche an das ungarische Finanzministerium gerichtet,
nigen sein, welche auf eine Rede mit Knalleffecten hofften. Der um theilweise oder vollstandige Einlssung ihres Papiergeldes. Die
Qoͤnig konnte mehr alser gesagt hat, in der That nicht jagen. Meisten berufen sich darcuf, daß durch Anerkennung der Rechts-
Er will den Frieben und hafft ihn erhalten zu können, aber er Fontinuität auch“ die Entwerthung dieses Geldes aufgehoben sei
veiß daß auch die friedferligsten Frungosen den Krieg für unver⸗ Andere leiten aus der allgemeinen Amnestie ihre Ansprüche her
meidlich halten.: Es bestanigt sich, daß die Domaͤnenang en ind behaupten, daß mit der verheißenen Rücderstattung · der ebnfis⸗
gensheint mit dem Herzogvon Nassau geregelt ist. Der Kis irten Güter auch die Rückerftattung · des confiscirten Werthes X
nig hat dem Herzog das Schloß Bibrich mit dem Vark, das Jagd doffuthnoten ausgesprochen· sei. Endlich wird geltend gemacht/
schioß die Phtte, die russische Capelle und das -Amt Hornau ?aß Windischgrätz mit Koffuthnoten den Sold der Soldaten zahlte
dem Prinzen Nicolaus aber das Palais am Kursaal in Wiesba ind Jedermann gezwungen.war,“ dieses Geld anzunehmien, daß
den zugewiesen Rach der prodisorischen Abrechnung- betragen älso die Organe der österreichischen Regierumg selbst die Kossuth—
die Tinnahmen des Zohlvereius im ersten Semester 1867: aoten als gůltig anerkannten und in diesem Sinne verwertheten.
oss 885 Thlr, d. h. 1,278,428 Thlr. mehr als im erster Die uungarische Regierung hat diese Gesuche noch nicht beantwortet;
Semester 1868b6s. — es sollen Berathungen Statt finden, ob nicht die Besißer von Kos⸗
Die Plenarsitzung des Reichstages wurde durch eine An · uthnoten theilweise zu entschüdigen wären. inn uun 5
prache des Alterspräsidenten Frankenberg eröffnet. Derselbe sagte 55 Wien, 40. Sept. Die, Wiener Correspondeng“! . meldet
die Bundesverfassung ist zum Bundesgesetz geworden und dami Baron Lago/ der fFrühere Vertreter Oeslerreichs in Merieo!.ist⸗in
qn Soren fur die uanlidnale Entwicluag Deunschlands gewonnen Wien eingetroffen und wurde sogleich vom Kaiser empfangen.

An uns ist es, diesen Boden auszubauen und dies werde gelingen kbenso ist der belgische Staatse Minister Tesch hier eingetroffen.

wenn wir unsere Aufgabe unter Beseitigung aller Parteibestrebun. Wisen, 14. Sept. Der von dem Reichsraths-Ausschusse
jen erledigen. Die Versammlung nahm hierauf vorläufig die ur tonfessionelle Angelegenheiten ausgearbeitete Gesetzentwurf hebt
frühere Geschäftsordnung an und ernannte zu provijorischen Schrift das bisher geltende Eherecht auf und ertlärt die Ehe als zeimoreit
führern die Herren Stuͤmm, Pauly, Graf Franckenberg und Ples— bürgerliches, lediglich den Vorschriften des Cibilgesetzbuches unter⸗
sen hierauf wurden die Abtheilungen verlvost, welche morgen zun Vorfenes Institut und verlangt die Einführung der Civilehe.at
Prufung der Wahlen zusammentrelen sollen. — * —Der heutige · Wanderer“ meldet: In dem gestern unter
dDie „Kreuzzeitung“ meldet die definitive Annahme des Vorsitz des Kaisers abgehaltenen Ministerrath, ist eine Ausgleich⸗
Gesandischaftspostens in Berlin durch den Grafen Hegnenberg- Duz ung der Neinungsverschiedenheit zwischen dem ungarischen Finanz⸗
und die Ernennung des Majors Fabre zum würtembergischer minister und den Reichsfinanzminister zu Stande gekommen. n Die
Militärbevollmächtigien duhierun gete 22. Anschauungen über die Nothwendigkeit. einer baldigen Beseitigung
Berlinm i Sept. Das Finanzministerium macht bekannt, des Defizits und Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaus—
daß von den in Weidionen dee Milnar siud Marineanleihe zunachst halt fanden Anerlennung und sollen die Grundlagen eingreifender
5. Millionen Thlr. emittirt werden sollen, und zwar zum Zinsfuf Reformen auf dem Gebiete der Finunzpolitik bilden. Der unga⸗
don Iroc. mit neunmonatlicher Umlaufszeit pom 150 August a c äscherseits gemachte Vorschlag wegen des Präcipuums von 30 Mill.
ab. — Der „Staatsanzeiger“ publicirt Verordnungen, betreffend Bulden ward nicht acceptirt, dagegen soll beschlossen worden sein,
die Außer⸗ und Wieder-Incourssetzung, sowie die Umschreibung ine Unification der Staatsschuld herzustellen, das Erforderniß für
von Papieren auf. Inhaber für die neuen Landestheile, die Gü— Staatsschuldentilgung aus dem Budget der Staatsschulden⸗ Be⸗
erconsolidation in Nassau und, die Ablofung der Servituten in deckung zu streichen und beide Finanzminister mit der Detailgus
Kurhessen. — Wie die „Kreuzzeitung“ hört, wird der Civilcom arbeitung zur Durchführung der Maßnahmen zu beauftragen.“
issar d. Hardenberg zum Regterungzpräsidenten in Hannoder ere Wie die heutige Debatte“ meldet, haben die Regierungen, von
nannt werden. — Die „Provinzialcorrespondenz“ sagt Ueber die Frankreich und England an die griechische Regierung, eine Note
Reise des Königs nach Hohenzollern seien noch keine endgiltigen zerichtet, welche, an die Neutralitatspflicht eri nuerud. erllaͤrt, jede
Hestimmungen getroffen, und die au die beabsichtigte Reise gee Stdrung des Status quo musse für Griechenland Gefahren herauf—
mupflen politishen Gerüchte seien völlig grundlos. Ferner: Die beschwoören, finr welches es allein verantwortlich selt.. en
Zerlrauensmönner aus den Elbherzogthümetn seein- auf DonnerFraukreich. t
dag hierber berufen und Herr d.Scheel-Plessen werde an ibren Paris 11.Sept. Nach den Berichten, der franzöfischen
        <pb n="432" />
        Consuln und Agenten kereitet sich in Bulgarien. Serbien und preußische Politis gus, Lemonier aus Paris entmirft ine Schil—
Bosnienein Aufstasd vor, Zer vielleicht, schon in wenigen Wochen, derung. AsꝙIdeolg einer Republik. — Garibalds wird morgen
ausbrechen, wirdz An Spanien soll eine Zwangganleihe —* gbreisen. —
5 Millionen Pfr l. ausgeschrieben werden. Insurgen⸗ Der internationale ArbeiterCougreß zu Lausanne hat
ten scheinen nicht „u wissen, daß General Print das Land und zum Prasidententen ernaunt Herrn Duüpont aus London, zu Vice
die Insurrection versteß und in Genf — beim Friedenscongreß Präsidenten Eccarius aus London und J. Ph. Becker aus Genf
ist. In Barcelona wurden 50—60 Insurgenten und Verdächtige zu Secretären Guillaume aus Locle, Bükly aus Zürich, Vasseur
füfilirt. aus Marseille und Dr. L. Büchner aus Darmstadt. Die Arbeiter
Einer Florentiner Correspondenz des „Journals des Débats“ verden massenhaft in Genf erscheinen. Ein großes Völkerherbrü—
zufolge, scheinen troz der Reise Garibaldis nach Genf, zum Frie- derungs-Banket soll die sämmtlichen internationalen Demonftratio-
denscongreß in Rom entscheidende Ereignisse sehr nahe bevorstehend nen am 12. Sept. in Genf schließen.“
zu sein. Aus Nachrichten, denen Glauben beizumessen ist, gehl
e daß die Bewegung gegen Ende des Monats, stattfinden
vird. Die Regierung ist entschlossen, eine jede bewaffnete In—
vasion ins päpstliche Gebiet zu hindern. Sie kann auf den Go—
horsam der Armee rechnen, deren Disciplin und Geist zu keinerlen
Unruhe Anlaß geben. Das einzige Mittel, welches Garibaldi zux
Verfüguug steht, ist, isolirt über die Grenze zu gehen, um, aujß
dem puüpftlichen Gebiet selbst 3 Opexationscorps zu hilden.
. Daß Garibaldi in Genf sogleich mit der Thür ins Haue
gefallen und seine Plane gegen den Kirchenstaaat an die große
Glocke geschlagen hat, scheint den Franzosen sehr angenehm zu sein,
da ihnen dadurch eine neue Handhabe geboten wird, auf die ita—
lienische Regierung zu drücken, damit an der römischen Gränze
nichts gegen den Septembervertrag gespongen werde
Dem „Etendard“ gehen Nachrichten aus Luxemburg zu, denen
jufolge die Stadt sich nach Abzug der Preußen aus freien Stücken
beflaggt hätte. Das Luremburgische, Contingent hält, inmitten
einer dichten Volksienge seinen Einzug. Prinz Heinrich von Hol⸗
land hält von den Regierungsmitgliedern und den Beamten un⸗
geben, eine Revue über die nationalen Truppen auf dem Wilhelms
olatze o. — —AW
VUeber den genfer Friedens⸗Congreß, dessen Gründer weuig
erbaut sein sollen, von Garibaldi ganz in den Hintergrund ge—
drängt zu sein, langen seltsame Berichte hier an. Gleich in der
ersten Sitzung hatte ein Belgier den Antrag gestellt, die frangösische
dreifarbige Fahne als die „Standarte des Despotismus“ aus dem
Sitzungssaale zu entfernen; sein Antrag sei indeß zurückgewiesen
worden. Auch Garibaldi's heftige Rede, die er vom Fazy'schen
Balkon aus an das genfer Volk gehalten und deren von den Jourx—
nalen publicirter Text ein von James Fazy gereinigter und ver⸗
besserter ist, sei nur sehr wenig nach dem Geschmacke der calvini⸗
stischen Patrizierfamilien Geufs gewesen. Ein Staaisrath, Her
Camperio, hätie selbst, so wird berichtet, Gelegenheit genommen
Garibaldi zu ersuchen, seine Sprache dem Congresse gegenüber
zu mäßigen, da man in Genf micht gewillt sei, das Uebelwollen
eines mächtigen Nachbars zu provociren, mit dem man es vorziehe
gute Beziehungen zu unterhalten. Von französischen Rotabilitäten
befinden sich, entgegen der Depesche der Independance Belge, weder
Felix Pyet noch Victor Hugo oder Louis Blanc in Geuf. Mazzini
und Prim sind zwar anwesend, ließen sich jedoch auf dem Con⸗
gresse noch nicht blicken. Was letzteren betrifft, so ist das hiesige
panisch⸗progressistische Comite damit beschäftigt, ein Memorandum
anzufertigen, welches die Unthätigkeit des Generals zu rechtfertiger
bemüht ist. —
Der Kolun. 3.“ schreibt man aus Paris: „Frankreich wil
eine bisherige Mißtrauen erweckende Stellung gegen Deutschlant
aufgeben und demselben gegenüber mehr die Rolle eines wohlwol—
lenden Zuschauers — bis zu gewissen Grenzen natürlich — über
netzmen. Der Hauptzweck bei dieser Schwenkung in unserer aus
wärtigen Politik wäre derjenige, Preußen von dem Bündnisse mi
Rußland gänzlich abzuziehen und es in der sich jetzt wieder ziem⸗
lich verwickelnden orientalischen Frage zur Neutrauität zu veran⸗
lafsen, Rouher und Lavaletie gelten als die Hauptverireter dieser
neuen Politik.“
England. W

London, I1. Sept. Es wird bestätigt, daß für Losung
der landiotischen Frage eine europäische Conferenz zusammentrelen
soll, welche von den Westmächten beantragt worden ist.

Schweiʒz.
Senf, 10. Sept. In der Sitzung des Friedenscongresses
proclamirte heute der Präsident Jollisaint bolle Redefreiheit, indem
der Congreß nur für die zu fassenden Beschlüsse verantwortlich jei
Verlesen wurden Adressen aus Italien, Brüssel, von den Pariser
Freimaurern, sodann verschiedene Zuschriften von Favte, Loui⸗
Blanc u. A. Quinet erllärte in einer poetischen Rede, der Mensch
heit sei das Bewußtsein, das Gewissen erstorben Garibaldi sagte
ein zweiter Christus werde die Priesterherrschaft zerstören; Dupom
sprach für die Specialrevolution; Cartatet will, der Congreß sol
aicht nur gegen den Krieg, sondern auch gegen die stehenden Heere
rotestrren Simon won Triero spricht sich nergisch gegen die

urze Belehrung über die Rinderpest.

Die Rinderpest, auch Löserdürre, Viehpest, Uebergälle ⁊c. ge⸗
nannt, ist eine sehr anfteckende Krantheit des Rindviehs, als de⸗
ren Heimath die östlichsten russischen Steppen angesehen werden.
Durch den Handel mit Vieh und den Verkehr überhaupt verbrei⸗
et sich diese Seuche in ferne Länder und tritt in unseren nur
in Folge der Ansteckung auf. Sie ist die gefährlichste
Rindviehseuche, ergreift jedes Alter und Geschlecht, ist unabhängig
von Jahreszeit und Wilterung, verbreitet sich, wenn ihr nicht durch
kräftige Maßregeln Einhalt gethan wird, von Ort zu Orti, über
gtoße Bezirke und ganze Lünder, und rafft gewöhnlich 80 bis
90 pCt. von den ergriffenen Heerden weg

Auch Ziegen und Schafe, so wie andere wiederkäuende Thiere
können von der Rinderpest angesteckt werden, dagegen bleiben Pferde
und alle nicht wiederkauenden Thiere, ebenso wie die Menschen
von ihr verschont. —

Der Ansteckungsstoff ist jehr fiüchtig und entwitkelt sich
        <pb n="433" />
        bei Den Finderhestenkranken Thiexen schou inn ersten Beginne der; 1 Erfcheanungeen nach dem Tode.—
steanlheitz er⸗ hajtet so/ rasch und sicher wie kein Tontagium iugend Vei der Seclion findet man die erwähnten krankhaften Ver⸗
einer anderen Krankheit. Der Anstechungsstoff durchdringt den inderungen der sichtbaren Schleimhäute auch ain Zungengrunde;
zanzen Koͤrper des pestkranken Thieres; er ist enthalten in dessen »dhere Ibthung und öfters Blutunterlaufungen im Kehllopfe und
dautausdünstung und der ausgeathmeten Luft, im Miste, Urin, in der Luftröhre bis in die Lungen, die gewöhnlich von Luft auft·
Speichel, Nasenausfluß in der Thrauenfeuchtigleit; alle Theile der zetrieben (einphysematisch) sind. Die ersten drei Mägen erschei⸗
an der Seuche gefallenen oder in rankem Zuftande gethdteten ien wegen werändert; dagegen ist der vierte Magen und der Dünn⸗
Thiere, so namentlich Häute, Haare, Fleisch, Fett, Eingeweide u. darm, so wje das Endstuck des Mastdarms mehr oder weniger
j. w. sind ansteckend. tark geröthet. zuweilen bläulich oder schwärzlich roth. Die Gallen⸗
Die Ansteckung erfolgt entweder unmittelbar durch pestkrauke Lase ist in Aer Regel mit dünner Galle stark angefüllt. Milz,
Thiere, deren Ausleerungen und Kadavertheile, oder uittelbar Leber tznd Nieren zeigen keine charalteriftischen, kraukhaften Ver⸗
durch Personen und Gegenstäude die mit pestkrauken Thieren in mderungen. Dieses Krankheitsbild der Rinderpest bietet hie und
Berührung kamen, denen der Ansteckungsstoff anhängt oder in die da einige Abweichungen dar, indem das eine oder andere Symp⸗
derselbe eindringen konnte und die deßhalbals Trager desselben om stärler hervortritt oder wohl ganz fehlt.
dienen. Hu solschen ‚Zwischenträgern gehören besonders Stallun. Nach einzelnen Erscheinungen hat die Rinderpest Aehnlichkeit
u, Eisenbahrmagen unde Schiffenn jn dechen, pestkraurteß, „Vieh, un dit der Woul⸗ und Klauenseuche, der Sungenseucht und dem bos⸗
sergebracht war. dagm mit letztexen zusa inengewesene andere Fhiere, Itigen Katarrhfieber;. wejnt jedqch. die —— xller
ebenso auch Menschen⸗mit ihren Kleidernz, fernex·Wosle, Pelzwert Syniphome den Seuchengang uid alle weiteren Umstande näher
Haare, Heu, Stroh u. s. w., endlich auch die Luft. n Fe gezogen werden, dannkann eine iTauschung nicht
Die Verbreitung der Seuche folgt besonders, den Ver- lange destehen. W 434
ehrswegen; sie geschieht — jangsames Fortschreiten von einem it v en und Ziegen tritt die n 5
Behoöfte zum anderen, von einem rte und Bezirke zum anderen, J en e Kuf, die Ftezhlichkezt ih bez piesen
oder in großen Sprüngen, indem sie an einzelnen Orten auftaucht, Thie pe — r ege — was 8 Rinder es
die meilenweit vom Seuchenheerde entfernt sind. In diesein letz. — is jetzt noch kein Heilmitttel geaen die Rinderpest.
sen Falle ist det Ansteckungssioff durch Zwijchenträger, besonders eehe vnne r ui depage wi de
durch Menschen, oder durch solche Handelsartikel, welche von pest⸗ ** ene —9 An Zrurt
* auie, Aehr verbr ind dieselbe trotz aller dabei augewendeten Sorg⸗
Rinderpest sehr große Sprünge machen und in entfernien Ländern m eidg aingiee pean aen ie Anstecina it de 38
zum Ausbruche fsommen. Da jedoch mit der größeren Entfernung ung ede 6 ehhe r erpes rntem ieh danu mit
der unmittelbare Verkehr abninimt, so vermindert sich mit ihr apch Nengey upd ã—3 ãâù ne waren
v 3 8 bereitwilligen Mitwirk er Viehbesitzer hängt e
d e n en dieselbe wind aude um o ebhehn se »tßhalb hauptsächtich mit ab, die Rinderpest ferne zu halten une
. aacdh erfolgtem Ausbruche dieselbe ichleunigst zu unterdrücken. Trägt
Erscheinungen und Verlauf der Krankheit eeder Besitzer für sein Vieh selbst Sorge ünd kommt den von
amlebenden Thiere.44 24 —3. e — nach, so ist die
Von dem Zeitpunkte an, in welchem die Ansteckung erfolgt Finderpest ebenso leicht zu bekämpfen, als sie unter umgekehrten
st, bis zum * der Kranlheit, vergehen gewöhnlich 3 bis7 Verhältunissen die furchtbarsten Verheerungen anrichtet. ymgettuuen
Tage, das eintretende Fieber verrälh sich durch wechselnde Kör— „Jeder Viehbesiter kaun seinen Viehstand aber vor Ansteckung
perwärme, trüben, matten Blick, rauhes gesträubtes Haar, Ver- elbst — wenn er zur Zeit herrschender Rinderpest
ninderung der Freßlust und plötzliche Abnahme der Milchabson- 1. kein Vieh lauft oder eintauscht; ———I
derung. Mit dem zweiten bis dristen Tage werden die Krank- 2—. sein Vieh allein hält, keine fremden Menschen dazu läßt,
heitserscheinungen bestimmter, das Fieber ist heftiger, die Binde- namentlich keine fremden Viehbesitzer, Viehaͤndler, Mehger
haut der Augen hat sich geröthet, die Augenlider sind aufgeschwol⸗ Wasenmeister, Viehtreiber, Knechte und Mägde aus me—
en meistens fließen Thränen über die Backen ab; das Neaul ist Gegend, wo die Seuche herrscht;
jeiß, gerothet und volle Speichel; das Athmen geschieht schneller, 3. wenn er selbst ebenso wenig in verseuchte Orte und Ställe
ind erfolgt ofters ein kurzer Husten. Fressen und Wiederkäuen geht, als seinen Angehörigen und Dienstleuten dies gestattet
ört nun ganz auf, es steilt sich ein mehr oder minder starker 4. wenn er von solchen Ouen nichts ankauft, besonders kein
Durchfall ein, die Augen treten tief in ihre Höhlen zurüd, der Heu, Stroh ec;
Speichel fließt ab, ebenso findet aus der Nase ein dichschleimiger wenn er seinem Vieh die größte Aufmerksamkeit jchenkt, und
Ausfluß statt; auf der Schleimhaut des Maules, besonders am bei jedem irgendwie verdächtigen Erkranken eines Stückes
Zahnfleische, dann der Nase und der Scheide zeigen sich mattweiß⸗ dasselbe sogleich abfondert und die porgeschriebene Anzeige
iche oder gelblich graue, später wund werdende Flecken; das Ath- bei der Ortspolizeibehörde erstattet oder einen zur Praris
nen wird angestrengter, stöhnend; die Schwäche nimmt immer berechtigten Thierarzt bezieht; damit gegebenenFalles die
nehr überhand, die Thiere liegen viel, und es erfolgt der Tod röthigen Polizeimaßregeln so frühzeitig als möglich ergriffen
zewöhnlich am fünften bis siebenten Tage nach Beginn der Krankheit. werden können.
Theilungsversteigerung.
Samstag den 28. September
IS67,

Nachmittags J Uhr

u Rentrischer Berg bei St. Ingbert in

der Requirenten Behausung werden die

ammtlichen zur Gütergemeinschaft, welche

wischen Joseph Fichter, Sandgießer

zu Rentrischer Berg wohnhaft und feiner

»aselbst verlebten Ehefrau Elisabetha

Wagner bestanden hat gehdrigen Lie—

lenschaften St. Ingberter Bannes, der

Untheilbarkeit halber, auf Anstehen des

Wittwers und seiner Kinder öffentlich in

—A

t)e Plannummer 2606 3 2606 b

s Morgen 1624 Ruthen Fläche,

worauf ein Wohnhaus mit Scheuer

Stall, Hofraum, Zugehör, 2 Gar⸗

ten zu Ackerland zu Rentkrischer
ber8s. .

Plannummer 2616, 1Morgen

48 Rth. Ackerland aum Rentrischer

Berg, neben dem Walde und Ber⸗

rangs Kinder in 2 Hälften. Loos
iund II des Planes.
3) 74 Rth. Acker allda neben Peter
Selzer, Loos III.
4) 1 Morgen, Acker allda neben vori⸗
gem Stückhe, Loos IV.
5) eben so viel allda neben vorigem
Morgen, Loos VB.
6) eben so viel allda, Loos VI neben
vorigem Loose links pom Hause.
7) 1 Morgen Acker allda, Loos VI,

3) eben so viel allda, Loos VIII.

9) eben so viel daselbst, Loos IX.
neben Gebr. Krämer.

10) eben so viel ebendaselbst, Loos X.

11) eben so viel allda, Loos XI.

12) 1 Morgen daselbst neben Peter
Werner, Loos XII.

8) 3424 Rth. Acker in der Dreispitz,
neben Andreas Friedrich und Joh.
Georg Wagner.

18 Rth. Wiese in den untern
Sõchankwiesen. neben Adolph Keßler
und Peter Wolftftf.... ——
94 Rth. Wiese in den Stegwiesen,

neben Joh. Joseph Ehrhardt sen.
Wittwe und Peter Schmelzer.
16) 82423 Rih. Wiese in der kleinen
Ahnung am Schmelzkanal und
57 Ruth. Wiese in den Steg⸗
wiesen, ein Ganzes bildend, neben
Gebr. Krämer und Joh. Hager.
Sorn, kal. Noiar.
Sonnteg und Montag *
il
bei Metzger Wendel
in Schnapphach.
22
Wollene Jacken und Strickwolle
in Strängen und Klingel, in allen Farben zu
halligen Preisen enpfiehsttt

W. Jepp.

Jeden Morgen 7 Uhre ist frische
Milch und füsser Rabm u dhaben
—X WV. Zevp.
        <pb n="434" />
        Möbelversteigerurg.
Samstag den 21. dieses Nachmittags
hr iaßt Herr Verwalter Adolph Lu⸗

ras in seiner Wohnung auf der Marian⸗
nenthaler Glashütte
1 Secretär, 1 Commmode, 2 Canas!
dees, Tische, Schränke, Stühle, Küu⸗!
chengeräthe und sonstige Mobilien,
durch den kgl. Notar, Herrn Horn,
auf Credit versteigen
St. Ingbert, 4. Sept. 1863
uzt . Scherpf⸗ J
—V Geschäftsagent.
— *53* 77 d. 7T75
Haus: Versteigerung.
Montag den 23. Sept. 1867,
V Vormittags 11 Uhr
aßt der Unterzeichnele sein in der Mitte
er Stadt gelegene und zu jedem Geschäfte
ich eignende zweistöckige Wohnhaus A
en kgl. Notar Herrn Horn unter gün—
tigst gestellten Zahlungsbedingungen im Lo⸗
rale des Herrn Julius Grewenig!
nuf Eigenthum versteigern, und ladet hiezu.
Liebhaber höflichst ein. —
St. Ingbert den 14. Sept. 1867.
OrI E GfGIGV.
A
—
Bekanntmachung.
Zin Montag den 16. d. Mts
9 Nachmittagtags 3 Uhr,
verden ine dem Gasihause des Peter
Hohlweck zu Friedrichsthal die Lie⸗
erungen der Vruchsteine und Möllons
n Abtheilungen, sowie die Ausführung der
Fundamentmauerwerke zur Erbauung
riner kath. Kirche in Friedrichs-
thal öffentlich versteigert werden.
Sulzbach, den 10. September 1867.
Der Bürgermeister von Friedrichsthal
Gann n s.— J
Wegen auswärtiger Beschäf⸗
tigung ist mein Geschäft Sonn⸗
ag den 15. and Montag16. September
geschlossfen,n *
B. Olliq, Photograph.
—E — —

Schwarze Lambrechter Tuche

on der besten Qualität, zu dem Fa—

zrikpreise von 1 fl. 48 kr. 2fl.

24 Er. und 3 f.. erner
wrIaser

iu — 2 Ir. per Stück.

bringt in Erinnerungg

n J. Firmnery.
—— — — — — —
Zurückgekehrt von einer Familienreise,
zenachrichtige ichdas geehrte Publikum
St. Ingberts und Umgegend, daß ich eine
zroße Auswahl von Dessins und Wand⸗
muster mitgebracht habe; und empfehle
dieselben meinen verehrlichen Herrn Kunden
zur gef. Ansicht und Auswahl.
St. Ingbert 12. September 1867.
Adolph Ehl,
Tüncher und Lakirer.
Nachkirchweih.
ESbuntag den 15. Sept.
auf dem Tivoliszu Blieskastel.

Rheinische Feuer-Versicherungs-Gesellschaft
i —
Statutenmäßiges Grundeapital: zehn Millionen Gulden
Güdddeutscher Währung.)
Erste Begebung: Eine Million Gulden.
— Wir bringen hiermit zur allgemeinen Keuntniß, daß wir Herrn Frauz Der⸗
um, Einnehmereigehülfe, eine Agentur obiger Gesellschaft übertragen haben.
Landau im September 188603— — J
Die Haupt-Agentur der Rhein. Versich.-Gesellschaft für die Pfalz
9 — —— e IpP. 238 41 . * —
Auf Vorstehendes Bezug nehmend, empfehle ich mich bestens zur Entgegennahme
von Versicherungs⸗ Anträgen und bemerke, daß die Prämien billig und fest find, so
aß die Versicherten niemals Nachschüsse zu leisten haben. Grundsatz der
Zesellschaft ist, entstandene Schäden rasch zu reguliren und die fefi
gesetzte Entschädigungssumme voll und baaar auszuzahlen.
St. Ingbert im September 1867
— —J

PD 2

8
.
72 n
zu Schnappbach.

Sonntag den 15. u. Montag den
16. September

* 21 J J J *
Harmoniemusik
uju gr im Garten, T
bei ungünstiger Witterung

—A — —V— An α

unt Saalé, 9 J
vozit höflichst einladet snnnd ten

—V —D
O. V. Graffion.

— * a 57
„Anzeigel!!
,

Einem geehrten Publikun zeige ich hier⸗
ait ergebenst an, daß ich in den, nächsten
kagen im Saale des Herrn Georg Jung
ahier einen

Tanz-Cursus
röffnen werde. —
Da ich schon viele Jahre mich diesem
Fache gewidmet“habe, und überall mit dem
zrößten Beifall' empfangen wurde, so wird
nein festes Bestreben, fein, durch Fleiß und
dunst es duch hier dahin zu bringen.

Ich mache die geehrten Eltern, welche
nir ihre Kinder diese Stunden anvertrauen
bollen, noch ganz besonders darauf aufmerksam
aß ich die Bildungsschule vorausgehen lasse.

Eine Liste zur Zeichnung ist in Circu—
ztion gesetzt, wo die näheren Bedingungen
inzusehen sind; Anmeldungen werden bei
Irn. Junn g entgegengenommen.

Fur Kinder, welche noch in die Schule
ehen, beginnt der Tanz⸗Unterricht Nach⸗
nittags sum⸗5 Uhr und endigt um 7 Uhr.
zür Erwachsene von 8510 Uhr' Abends.

Amtlich beglanbigte Zeugnisse über Be—
ahigung und Moralität können den Eltern
ur Einsicht vorgelegt werden. 44
In der Hoffnung zahlreicher Theilnahme

— zeichnet h erete

7 233Achtungsvoll e
GF. E. Johannis.
rehrer der Tanzkunst und höherer weiblicher

Gymnasffik*

41

—, Finnehmereigehülfe.
Ich setze meine verehrlichen
dunden uund Gonner hiermit in
denntniß, daß Matthias Adt, Tün⸗
her nicht mehr bei mir in Abeit steht, deß—
halb auch keine 'weitern Bestellungen für.
nich entgegen, zu nehmen hat. .
J In e Wittwe Stachel
u Tüncher.
(Ge guter Küser kann sofort bei
WWvierbrauer Chandon Arbeithaben.

5
— ———

J zu Schnappbach. J
Bei dunstiger 338 n

b0 N— 7,
zusgeführt Sonntag den 15. Sept. von der
ESEt. Jugberter Bergkapelle
aind Mountag din 16. Sept. von der Ca⸗
»elle des 12*
Rheinischen Ubhlanen-Regiments
ee
wozir höflichst einladet 9—
—.
Frucht⸗, Brods, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Homburg om I. Sehtbrd
Weizen 7 fl. 37 kr. Korn 3Il. 838 tr
Spelz 4 fl. 49 fr. Gerste/ ⸗ Areihige, — fI.
— kr., Mischfrucht S f. 45 kr., Hafer
lfl. 30 kr., Erbsen — fl. —ikr., Kartof⸗
eln Ufl. 12kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
25 kr., ditto 2 Kgr. 17 kr., ditto 1 Kgr
d kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
4 kr. Kalbfleisch 14 kre Hammeffleisch
6 kr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 27 kr.
)er Vfd.
— * ———
Franksurter Börse
Geldsorten
41 vom 12. Septbr 1867.—
Preußische Kassenscheine z3 1ä Mαν
dreußische Friedrichsdor . . . 9 378-58
—
holländische 10 fi⸗Stuckt 9 51-858
ducaten . 385-837
OFrancs⸗Stücthe 61929- 30
ẽnglische Souvereings 11 53- 87
dold per Zollfund fein . *
dochhaltiges Silber per ZJollpfund — —
Dollara in Gospe. 2 271243- 2864

—
Pehnafftin Denod Retlraron. FTF Deureir in Ste Rnobert. iöl r ue
        <pb n="435" />
        A x;—* αι . ν αι αιι
um, — — * 18 —
Aꝛuu X ιια 7 utuan 2
—EF an atsen * J rr— * 4J
0 O —J— 9 ’— J 8
—W — » . — F νννν
u _ ιν ιιιιαν nas ee shün r—— Liα:
ιιν pÔtuu u In αν ι νιαναν— ———
— —I — 3 — 9 44 — — 21
der „St. Jug bext er Anzeiger“ mit seiiten Unkexhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalnn Dienstag Tounerslag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljahrig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile Blatischrift odet deren
————— Raum berechnet. J
— ———— — —
r7O. L. ) Dieustag, den 17. September D000 1867.
— — — — — — —— — — —

7

t J 733 * 5 2 —F
ee iieatn Deu tschland. 27 3u ernennen und demselben auch dje Function eines Lehrers der
Muünchen, 12. Sepi Die seit Ende des vorigen Monats Geschichte für die rotestantischen Candidaten am nämlichen Vy—
vieder zusammengetretene Subkommission des Gesetzgebungsaus- ceum in widerruflicher Eigenschaft zu übertragen. ron
chusses hat sich in ihren fast täglich aufeinanderfolgenden Sitzun⸗ Zufolge Regierungs-Verfügung vom; 12. September 1367
mit der Feststelung des IV. Buches des Civilproceßgeseßent⸗ vurde der Schubdiensterspectant Peter Dutlenhöfer pon. Mußbach
Zurfes beschäftigt und ist porgestern, am 10. d.„ mit iher Arbeit zum Schulverweser an der protest. Vorbereitungsschule zu Leistadt
u:Ende gekommen:i, Sofort nach Vorlage der Vorschläge, welche om 1. November l. J. an ernannt, und unterm gleichen Datum
Ausschußvorftande Herr Dr. MN. Barih inzwischen zum V. und vurde der Schuldienstexspectant Johannes Klohe von Geingheim
etzten Buche bereits ausgearbeitet hat, wird die ·Subkommission zum Schulverweser der kath. Schule, in Kirchheim vom I epe
n ihrern Thätigkeit; fortfahren. Mit Sicherheit kann angenommen tember J. J. an ernannt. bn
perden,n«daß die Kommissions-Sitzungen noch in der nächsten Woche 5. Berlin, 18. Sept. Die Mitglieder. der augtzersten Linken
Im ESchlusse delangen Min Rucsicht auf die Nähe der Lande ollen Autrag⸗ auf Revision der Bundesverfassung. beabsichtigen,
agseröffnung und darauf, daß in den derselben vorausgebenden die⸗ wentz eingebracht.voraussichtlich durch Tagesordnung abgelehut
ragen die Arbeitskraft des Vertreters der k. Staatsregierung werden. — Zu damschen Kommissarien wegen, den Besprechungen
murchVokarbeiten für den Landtag dringend in Anspruch genom- u ber Nordschleswig sollen in Rüchsicht auf die. einschlagende Ver⸗
nen ist, wird die Revision und der Abschluß der gesammten Cit fasfsungsfrage namentlich Rechtsgelehrte bezeichnet sein g
iprocchordnung in erster Lefung baltdnach Beging des Landtags — Berltiu, 13. Sept.“ Die. Abtheilungen des Reichstages
ost vom Plenum des Uusschusses erfolgen. Wie man- Hört, sind mit den Wahlprüfungen beschäftigt; morgen findet eine Plet
ieh u der Ausschuß der Kammer der Reichsrathe seins Arbeis narfitzuug statt . — Der. Bundesrath hat die Elats für, das Post-
en während dis Landtages wieder aufgreifen, so daß bei Schluß und Telegraphenwesen, füt die Marine und für die Bundesbeyor⸗
osciben mr noch die zweite Lefung des Gefetzgebungswerkes er⸗ den augenommen und das Postgesetz, dessen Annahme die Aus-
bugte. Fur piese Lesuag wird vornuͤssichtlich nicht sehre lzztge schüsse empfehlen. redactionell. festgestelt. Das Bundesconsulatas
Zeijt aufzuwenden seinnn iet ist en 7 b Derrog Allg. 384 e
Der Koönig wird heute von Hohenschwangannäch Schloßen. der badi hen zwerten Kanmen vorliegenden Adretzenwurta
Berg zurückkehren. di Zu Ve am 7 em Wahnedie Hreuzzeitung —A — Rachrichten uher die Aufhebung
en Pruüfumgen flir dus VLehramt der Philologie und der Re- der Frauuttn otterie. süt⸗ verfrüht hdcheht ur
hemnaut haben sich LRGandidalen der Philolkogie und 2,Candie Der Rati. aglverein dessen Austssig benorstehl. wird
haten der Mathematik gemeldett Zu der am L40 October statt⸗ durch einen uational⸗liberalen Verein, dessen Ausbreitung gefordert
indenden Prüfung für das französische Lehrfach wurden 13, zu verden soll eree ——A
er am 28. desselben Monats beginnenden Prüfung für das eug⸗ oib * Ueher die⸗ Ir hrerversammlung in Waen schreibt die
iche Lehramt 4 Candidaten zugelassen. —Die preußische Regier Corr.“. Der Idealismus drängt jetz she rwen Augenblid
ung hat!reine Verordnung erlassen, durch welche? die preußische n. Wien die muaterielle Sorge wie die materielle Lust in den Hin⸗
Hesetzgebung in Bezug auf das Patentwessen auf die Herzog⸗ ergrund, indem die Freihei des Unterrichts von der lirchlichen
humer Schleswig⸗Hoistein ausgedehnt wird. In Folge hiervon Bevormundung die Selnssstämdigkeu der Schule. dnh. sir Oester
derden nunmehr die Ungehörigen aller Zollvereinsstaaten zur Be— eich die Beseiligung des Concordats. durch die jetzt in Wien ta—
derbung um Gewerbsprivilegien in Schleswig-Holstein unter; den ende Lehrerversammlung als ein Programim aufgestellt ist. das
ür die Angehörigen dieser Herzogthümer bestehenden Bedingungen huell aue Herzen des Bolkes gewounen hat · Was der Reichs.
agelassenn ath verfäumt hat, nämlich die großen Forderungen der Freiheit
BeMun chen, 130 Sept. Der kais. franzofische außerordent- ind des Rechts in den Vordergrund hei der Reconstruction des
iche Gesandte und Bevollmächtigte am hiesigen Hofe Marquis de Ztaates zu stellen das sUhutt. jett. mit wahrer Begeisterung die
Nde i i seinen Unlaub zuruc dahiereinseinoffen und hat sterreichische Lehrerversammlung. Beschämt müssen wir. ne die
die Leitung der gesandschaftlichen Geschäfte wieder übernommen. lugen niederschlagen, wenn wir den Charalter unserer ¶Lahrerbe⸗-
Racsten Monag wirß. im Mrinisterium des Auswärtigen ein vegung mit dem österreichischen vergleichen. Bei uns scheint man
Zzusammennitt der Referenten verschiedener Ministerien statfinden, zuf eine bessere Stellung der Shule — zu haben.
welchem die Frage erdriert werden wird, welcher rechtliche »nn man spricht nur von der besseren Stellung der LDehrer
Standpuntt einzunehmen ist, gegenüber den vielfachen Ansprüchen ind auqh bei dieser w ehr von der befseren, d. h. unabhangi⸗
mswäattiger Regierungen an, Vayhern und anderseits baherische eten Stellung des Lehrers der kirchlichen Bevormundung gegen⸗
Anterthanen an auswärtige Regierungen, wegen der im letzten Kriege iber, sondern nur noch von dem besseren Gehalt. Der Gehalt
zeleistelen Requisitionen und erlittenen Beschädigungen. — Die inserr Lehrer ist ja schlecht ünd d Noth ist in vielen Kreisen
on dem Wurzbarger Abendblatte gebrachte Rachticht von der Er⸗ boß. Wer wollte das leugnen . Aber glaubt. man, daß fie in
eichtung eines 3. Artillerie-Regiements ist vollständig grundlos. — Zesterreich nicht so groß ist, als bei uns 23 Die Zahlen⸗ awelche
Durch die eben erfolgte Beförderung des kgl. Appelationsgerichts— wf vnrselhen Lehrer-Versammlung vorgelegt sind. lassen leider die
Afsessor Seiffert in Eichstädt zum Apellatiosgerichtsrathe in Bam-— age der ostetreichischen Lehrer, noch viel schlechter erfcheinen. als
eugist nunmehr in dessen Person der lehte Appellationsgerichts- ue der unsrigen ist. Dort glaubt maun ahet. daß die geistige
ussessor in Wegfall gekoinmen und. damit das Institut der Appel⸗ Fuih doch noch größer ist, als die materielle, daß der deistigen dyr
alonsgerichts⸗Assessoren gänzlich beseitigt, hiedurch aber vielseitigen illem abgeholfen werden muß,weill an ihr in furchtbarem Maße
innd Denn vir nuht irren schon fruhet auch im Schooße der 98 gauze —A Ding Fwnch eher
ammern geaußerten wohlbegründeten Änregung Rechnung getragen. nichts Ernstliches zut Besserung der anater ellen Lage Det Zemner
—* 8 don geschehen wird, als bis daß die Schule voun der lir chlichen Bevor⸗
ninister und un dessen Stelle der Polizeidirector Lipowsihe jum —88 —AA Lehrer nicht mohr: langer der Un-
3 7 ie des Gei e F v— 3
Cabinetzsecretar ernannt. 3g.ne Quedinbuß g, 6. Sebt. Der. Genossenschaftstag ist
jeute hier erbffnet. Die Mitgliederkiste weist bis jetzt 87 Vertre⸗
er von-Verbänden und Vereinen nach.“ Süddeutschlande hut nur
»en Bürgermeister Sirohmeher-aus Konstanz als Vertreler Babens
ind Petersen aus Dürkheim⸗als Vertreter der Pfalz abgesandt.
Württemberg ist gar nichte vertreten./In det heutigen Vormittaqs-

nn ee Dienstes-Nachrichten. — e
Seine Majefstät der König haben Sich allergnädigft bewogen
gefunden: unterm 6. September T. Is. den Privatdocenten an
zer Hochschule Heidelberg, Dr. Leonhard Rabus, in provisorijcher
Fiaenichaft zum Professor der Phifofophie amn Lyceum in Speder
        <pb n="436" />
        itzung beschäftigte mann sich mit der Berathung üher ein von

Zchultze; Delitzsch eutworfenes „Mustersfatute fur“ die Vorschuß—

vereine.Dis Rachnuttagsstzung war' den Consuumvereinen gepid—

net. Bejonders lebhaft war die Debatte über die Frage: z33Ist
es den Consunwereinen anzurathen,e auch aAn Nichtmitglieder zu
berkaufen?“ Die *meisten Stimmen waren dagegen, vorzüglich
iprachen die Herren Parisius-Gardelegen und Schultze-Deluzsch
uber die Rachtheile, welche der Verkauf an Nichtmitglieder mit sich

»rächte. Morgen Vorm'ettag wird in der Berathung über die

besonderen Angelegenheiten der Vorschußvereine“ fortgefahren
werden.

Wien. 12. Sept. Dem Vernehmen nach ist der kürzkich
nach Wien zurückgekehrte erste Präsident des Obersten Gerichtsho—
cs al D., Freiherr v. Krauß, zu den Verhandkungen betreffs der
stachlaßreguktrung Marximilian's mit dem k. belgischen Sigats-
ninister Tesch beauftragt und bevollmächtigt, und wird der Erz⸗
jerzog Kart Ludwig füg diefelben den Kaifer vertreten: — Frhr.
von Hübner geht heute oder morgen nach; Anssee. — Viee⸗Admi⸗
ral Tegetthoff befindet sich, wie ein vor acht Tagemn hier eingelau⸗
frnues Telegramm befagt, derzeit noch in den Vereinigten Staaten,
und wollte sich zu Land nach Mexico begeben. Die „Novara“
liegt in Havana, während die „Elifabeth,“ sich auf der Rhede
von Veracruz befindet. — Die Mittheilung, daß an den Grafen
Andrassy zahlreiche Gesuche von Befitzern von „Kossuthnoten“ um
entfchädigung⸗ Anerkennung ec. gelangt feien, wird von conmpe⸗
zenter Seite als unbegründet bezeichnte.

Wien, 13. Sept. Omer Pascha hat von der Pforie den
Befehl erhalten, auf vier Wochen alle Feindfeligkeiten einzustellen,
Dden Aufständischen wird eine allgemeine Amnestie ertheilt, alle
remden Freiwilligen können (eventuelk auch auf türkischen Schif⸗
en) unbehindert Kreta verlaffen.

Wisen, 14. Sept. Die N. Fr ßr. schreibken Offtzisfe
Wiener Korrespondenten beginnen jetzt zu versichern, die Regierung
werde durch „delikate Rücksichten“ gehindert, dezüglich der Auf⸗-
»ebung des Concordates die Initiatibe zu ergreifen, werde aber
einem Vorschreiten des Reichsraths gegen den wesentlichen Inhalt
des Concordats keinen Widerftand entgegensetzen. Wenn nun der
Reichsrath demgemöß vorgeht, wer bürgt dafuͤr, daß bei der Aus—
ührung seiner Beschlüsse nicht abermals die bewußten „delicaten
Rücksichten“ hindernd dazwischentreten ? Dieselben Offizibsen ver⸗
fichern auch, daß die Angabe, Frhr. v. Hübner habe schon vor
einer Herreise in Rom über das Concordat verhandelt, „völlig
zrundlos“ sei. Hr. v. Hübner will nicht früher nach Rom zurüd
sehren, als bis der heilige Vater wieder in Rom sein wird. Dann
oslsen die Verhandlungen über das Coucordat sofort beginnen.
titgenommen, daß dies Alles wahr und richtig, so stellt sich her⸗
gus, daß man die Verhandkungen über das Eoncordat wieder
im drei Monagte verschleppt hat. Im Interesse der Befreiung
Desterreichs vom Concordate wärr es überdies das Wünschens
vertheste, wenn Hr. v. Hübner gar nicht mehr nach Rom zirrück—
kehrte, denn so viel wir über die Gesinnungen dieses Diplomaten
»ernehmen, liegt ihm nichts weniger am Herzen, als die Revision
)es Concordats und die Befestigung des constitutionellen Oesterreichs.
Wien, , 14. Sept. Der im Ministerrathe vereinbarte Aus—
zleichsvorfchlag bestimmt, daß beide Reichshälsten im Ver—
zältniß von 80 pEt. und 70 pC. zu allen Reichslasten, die
Staatsschuld mitinbegriffen, beitragen; 25 Millionen jahrliche Zin
en von der Staatsschuld werden jedoch der diesseitigen Hälfte
allein angerechnet.“

Bremen, 19. Sept. Man versichert, zwischen Preußen
ind den Vereinigten Staaten von Nordamerika fohl ein Post⸗
»ertrag abgeschlossen werden (ist gefchehen) durch welchen
ine tägliche Briefbeförderung eingeführt werden soll, mit einer
Portoherabfetzung für Briefe über deutsche Häfen um ein Drittel,
iber England um die Hälfte.

Hamburg, 13, Sept. Der „Hamb. Cort.“ meldet: Die
Hansestädte bezahlen für das Bundesbuüdget von 1868 am Zoll
»ereinszoͤllen und innern Verbtauchssteuern etwa 1233 Thlre; fie
zezahlen außerdem für das Gesammtgebiet der Hanseftädte 1 Thir
ver Kopf der Stadtbevölkerungen.

Frankreich.

Paris, 12. Sept. „Patrie“ und „Opin, nat.“ melden,
diletzte Sitzung des Friedenscongresses in Genf fei durch heftige
Bolksdemonstrationen verhindert worden.

— Aun der Börse war heute der Credit Mobilier der
Punkt, um den sich Alles drehte. Man kannte das Endresulat
zer heutigen Berathung des Bankrathes noch nicht. Bei einer er
ten Abstimmung hatten sich 7 für und 7 gegen die beantragte
hilfeleistung ausgesprochen, und man glaubt nicht, daß der Bank⸗
gzouberneur Rouland die Verantwortlichkeit auf sich laden wolle,
durch seine Stimme den Ausschlag zu einer den Pereire's günsti⸗
zen Entscheidung zu geben. In jedem Falle siellt die Bant vie

tedingung, daß ie die Verwendung der vorzuschießenden Summe
iberwachen könnẽ und selbe absohut nur zur Tilgung vom Schul
en verwender werdem dürfen mit andereren Worten⸗ maun
vilb die Pereire's unschädlich machenn Man erzählt außerdem
on einsr heftigen Discussion zwischon Rouher und den Pereires
luf die Erklärung des Staats- und Finanzministers, daß er kein
Mittel sehe, den Credit Mobilier aus der Patsche zu ziehen, soll
iner der Pereire's ausgerufen haben: „Nun gut, wenn wir fal⸗
en. — fällt das Kaiserreich mit.“ Man sagt nicht, ob Se— Er⸗
ellenz bem ehrenwerthen Deputirten die Thitr gewiesen habe.
Die Bilanz der französischen Bank zeugt don fortdauernder außer⸗
rdentticher Stockung der Geschäfte. Der Metallvorrath stieg wie⸗
der um 8 Millionen auf 970 Millionen, — die Waqhselbestande
zagegenfteler von 451 auf 434 Mill. und selbst der Banknolen
imlauf nahm um 14 Millft. auf 1107 Millionen abte — Aber
. aber man wird dem Credit Mobilier helfen, weil er solida
risch ist mit dem Kaiserreich 2 Die meisten Blätter machen
ich bustig über den Ausgang des Genfer Congresses⸗ Edmes der—
elben jagt: „Der Congreff begann mit einer Brandrede Gac-
aldis und endete min eiurm Tumltet Allberdings führen — wie
»as Sprüchwort sagt und Garibaldl 6ehauptetet — alle Wege
rach Rom, und sa köunte man allenfalls auf dem Umweg einer
auferei zum Frieden und vom Athteismus zur Einteacht gebam
gen, vorerst aber hat man in Genf das Vorbild Elihu Burritteg
uicht etreicht und der Friedenseongreß wurde aufgelsst. Was in
Henf vorging, war zu sehr im Wiederipruche, nicht nur mit dem
Manifest des Bundesrathes aus: Anlaß des Bundes-Fastentages
vorin es heißt: „Wir wollen unsere brüderliche Eintracht bofe⸗
tigen, durch das heilige Band der Religion,“ sondern mit der ge⸗
unden Vernunft, als daß irgend etwas Gedeihliches aus dieser
Zusammenrottung hätter hervorgehen können.“ „Patrie“ meint:
„Es genügt, die Männer des Friedens sich gegenseitig bekämpfen
u lassen; sie werden sich bald unter einander aufgefressen haben.“
—Die französische Regierung läßt für die Armee in Ungarn,
ußland, Norddeutschland und England Getreide und Hafer
inkaufen, —
Paris, 18. Sept. Nach der Patrie“ wäre der räthsel—
jafte General Prim nicht in Genf, sondern in Deutschland.

— Die Aussichten auf eine Reise des Kaisers nach Berlin be⸗
estigen sich imner mehr. Graf dv. d. Goltz hat die Einladung
eines Königs nach Biarritz überbracht. Man weiß, daß solcho
Finladungen erst officiell erfolgen, wenn man von ihrer Annahue
ersichert ist. — Bere zowski ist am 11. Morgens in Toulon
ingelangt, um nach Neu⸗Caledonien abgeführt zu werden.

Paris, 14. Sept. In den englischen Häfen lagern aus
enblicklich für Frankreich eine Million Ouarters oder 250. 000
Fentner Feldfrüchte, die vom Norden Europas kommen und mei—
tens in Hafer bestehen. — Trotz aller der friedlichen Erklärungen
auern doch die militärischen Vorbereitungen fort. Vor Straß
zurg soll ein verschanztes Lager von großer Ausdehnung angelegt
verden, das auf der einen Seite vom Rhein imd überschwemm-
‚aren Grundstücken, auf den anderen durch detachirke Forts gedecht
verden soll.

Paris, 15. Sept. Der „Etendard“ sagt, daß Hr. v. do.
Uoltz mit der Einladung des Kaisers Napoleon nach Berlin
nicht beauftragt sein konnte, da die Einladung schon lüngst erfolgt
var. Die Zeit der Reise ist noch nicht bestimmt. — Dasselbe
Blatt meldet, daß eine dänische Note mit der Annahme des Vor—
chlages vertraulicher Unterhandlungen wegen Nordschleswig nach
herlin abgegangen ist. — Die Unterhandlungen zwijschen der fran⸗
ösischen Bank eund dem Credit Mobilier haben zu einem befriedi—
genden Resultaͤte geführt.
Belgien.

Brufsel, 11. Sept. Mun schreibt aus Genf, daß der
Feneral Prim dort in Begleitung des Colonels Latour eingeiroffen
st und wahrscheinlich bis auf weiteres seinen Aufenthalt dort ueh⸗
nen wird. Seine Frau- die Fran Gräfin v. Renß, hat Paris
nit ihren Kindern verlassen, um sich zu ihrem Gatken zu begeben.
der Prim'sche Plan ist fast ausschließlich wegen der theiknahm⸗
osen Haltung Valencia's und Barcelona's mißglückt. Die Gene—
rälen Contreras und Pierrad, welche jetzt in Bourges sind, haben
hr Aeußerstes geleiftet und hat namenilich Ersterer in meisterhafter
Weise manöprirt, aber die Uebermacht und die Gleichgültigkeit der
Städte machten jedes Gelingen unmöglich. Vorläufig dültfte auf
eden neuen Versuch verzichtet werden. General Prim hat war—
en gelernrt. — 2

Schweiz.

Genf, 18. Sept. Die durch das Programm festgesetzte
Spazierfahrt auf dem See und das Bankett waren sehr schwach
wesucht und die dabei herrschende Stimmung war eine ungemüth—
iche. Laut Beschluß der Congreßmajorität hat sich das Comte
wermanent erklärt und auf Einladung Jolissaint's beschlossen, seinen
        <pb n="437" />
        zitz in Bern zu nehmen und daselbst ein Organ in zwet
Sprachen zu gründen. Zum nächsten Congreßort wurde Mann—
Jeim bestzmmte In einer erlaffenen Prockamation hei den Com—
zreß den Bewohnern Genfs seinen Dank für die daselbst genossene
astfreundschaft ausgesprochen. ——
Italien. 6

Flro srenz, 18. Sept. Gariballdi⸗wird heuis hier ea
varlet. (Nach Genfer Berichten in Pariser Blättern wäre der
Heneral, für dessen Ruhm jedenfalls das Daheimbleiben besser
gjewesen sein mürde, so plötlich von Genf abgereist, um seine Per—
on vor dem Volkßunwillen in Sicherheit zu bringen, den er
zurch sein tactloses Schwatzen über das Papstthum gegen sich her⸗
norgerufen hatte.)

jellschaft ihre Verbindlichkeiten gegen de versicherten bohe
rischen Staatsangehörigen vollfandig erfüll jat. Pie Anerd⸗
nung wird die Betheiligten vorerst beruhigen koönnen.
Bel der Einweihung der neuer vangelischen Kirche
in Brünn hielt der Bürgermeister der Staädt und Präsident
des Abgeordnetenhauses des Reichsraths Gistera die Ansprache,
wolche er mit den Worten schloßz: Ich wat unlangst in Kloster⸗—
grab bei Leitmeritz dort gub die Zerstdrung einer proteflautischen
Kirche das Signal zum dreißtigiahrigen Kriege. Furchten Sie nicht,
daß Ihre neue Kirche zerstort wird. Zeloten und Finsterlinge
haben wohl den Wunsch dauach, aher nicht meht die Kraft, und
in einer Zeit, wo der Kalser felbst bei der I ne
nicht mehr nach dem Glquhentzbekenntnitz fragt, ist die polle To⸗
leranz nicht pichr serp. Dex endliche Sieg der vollen Gleichbe⸗
rechtigung uͤnd der Idee dez Stgatsbürgerihums wird zwar nicht
ohne Kampf errungen werden, aber es ist kein Kampf wie im
mreißigjahrigen Kriege, es ist ein unblutiger Kainpf und wird nur
mit den Wasfen des Geistes ausgefochten: doch der Sieg jst da⸗
rum nicht ayeniger sicher, denn ar uns in den Kaumpf freten die
Idecen der Zeit und die Jutelligen Europa's gegen ejne unfelige
Acte (das Concordat), welche —2* Kalser i esnzt bant 3
Ztunde abgezwungen wotden. Möge der Kanipf“ ein kurzer 4
—RD egn bloße
Willkür und historische Vorrechte, und möge' den Völkern Oester-
eichs bald die Freude beschieden seim, zuꝰ erlebenden · Sieg der
vahren Gleichberechtigungund Intelligenz, den vollen Steg der
Dumanität und der Civilisation über die Rohheirund dem —*
tismus
Guiglon defohrizixt jetzt wöchentlich GO00 Toimen Eijen
nach dem Verfahren von Bemesseer. Dieser bezieht vom Cent⸗
ner eine Patentgebüht pon' 1 Schilling (36 tt.), alfo im Ganzen
300, v00 s. oder 3600,000 fl. juhrlich, went man 800 Arbeits—
Tage rechnet. Noch weit kolossaler sollen die Gewinne sein, welche
die Hütten jelbst von dem Verfahren ziehen.
F(GCholera). Ein englischer Schiffseapitan erzählt, daß,
als die Cholera auf seinem Schiffe ausgebrochen und 30 Men⸗
chen von derselben befallen waren, er sie alle durch Eingebung
»on gebranntem Kork gerettet habe. Dieses Mittel ist in
England und Oftindien mit sehr gutem Erfolge ange andt worden.
Ptan brenne ein Stück Kork zu Pulver und nehme einen Thee⸗
löffel voll davon in ein wenig Wasser oder Milch. Wenn es
aöthig ist, so wiederhole man dieses zwei- oder dreimal, bis der
Kranke genesen ist. J
Der russische Dampfer Wladimir hat im Marmoörgq⸗ Meere
ein uach Krein bestimmtes türkisches Kriegs-Transportschiff onge⸗
sahren und in den Grund gebohrt; die Mannschaft des setteren
am dabei um's Leben.

Zürkei.
stonstantinopel, 13. Sepie Gerüchtweisa verlautet,
daß Frankreich auf weitere Schritte wegen der candiotischen An—
zelegenheit verzichtet habe.

*

J —Bermisßhtess.
r Ludwigshafen, 13. Sept. Am 285. d. Mis. findet
in Kaiserslautern eine Kreisversa mmiung des pfaälzischen Lehrer—
jereins statt. Die Direction der Pfälzischen Bahnen hat anuf An—⸗
uchen des Vorstandes den Mitgliedern dieses Vereins zur Er—
eichterung des Besuchs der Hreisversammlung eine Fahriaxermä—
zigung von 50 pCt, in der Weise genehmigt, daß vom 24. d.
Mts. ab an die mit Legitimationskarten versehenen Lehrer bei
illen Stationen der Pfälzischen Bahnen einfache Farbillette gusge
geben werden, welche Aufdrückung des Stationsstompels auf, der
tückseite des Billets Gültigkeit zur freien Rückfahrt bis inclusive
26. Sept ertangen. Die gleiche Begünstigung wird auch auf
ziejenigen Lehrer ausgedehnt, welche als Nichtmitglieder, des Ve⸗
eins doch die Versammlung besuchen wollen.
p Zweiter Protestantentag in Neustadt. Auch die Direction
der hessischen Ludwigsbahn hat den Mitgliedern des deutschen Pro⸗
estantenvereins, so wie den Theilnehmern an dem zweiten Pro⸗
estantentag, welche sich durch Karten, die von Herrn J. Erter
n Neustadt oder Herrn Institutsoorsteher Schneider in Worms
ezogen werden können, ausweisen, für die Tage vom 24. bis
28. Sept. eine Fahrtaxermäßigung von 50 pCt. bewiligt.
Bei der landwirthschaftlichen Ausstellung inSaarlouis
jat die Düngerfabrik Kaifersbautern den ersten Preit
rhalten. FL
x Das diesjährige Hauptfest des pfäl zischen Bie—
renzüchtervereins soll am Dienstag (also heute) den
17. September in Homburg gefeiert werden, wobei folgende
Fragen zur allgemeinen Ver)andtung kommen: 1) Wie zieht man
ich auf die einfachste und billigste Weise Königinnen * Eingeleitet neteee
»on Dümmler aus Homburg. 2) Welche Ersahrungen hat man ————— 5555y⏑—————————
in der Pfalz mit den Berlepschstöcken gemacht und in wie fern Landwirthschaftlichess.
ind die Dzierzon'schen Zwillingsstoche in Empfehlung zu bringen? Stand der Früchte. So sehr man noch big gegen
Tingeleitet von Wernz zu Rehhütte. 3) Wie setzt man am leich, August hin allgemein fürchtete, einen kaum erntbaren Wein zu
esten und sicherster Königinnen hei Eingeleitet von Bahnmeister bekommen, so sehr shaben sich die Hoffnungen von Anfangs Au—
Becker von da. 4) Unter welchen Bedingungen soll man im zust an gesteigert. Gibt man sich auch nicht der Erwartung einer
Herbste Bienenvölker vereinigen, und welches sind die erprobtesten ausgezeichneten Crescenz hin, so rechnet man doch auf einen guten
Zereinigungsarten dð Eingeleitet von Lehrer Trier aus Zweibrücken. Mittelwein und man hat volles Recht dazu, denn die Trauben
5) Welches ist die beste Art den Honig auszulassen? Eingeleitet Jaben in halbwegs guten Lagen bereits die Qualität der Eßbare
von Wernz aus Erpolzheim. Auch soll bei dem Feste eine Vere eit angenommen und zeigen sich, wie dies auch bei der im Sep—
oosung von Bienengeräthschaften und Bienenschriften in der ember seltenen Temperatur nicht anders sejn bann, von' Tag zu
Art unter den Vereinsmitgliedern stattfinden, daß jedes Mitglied, Tag süßer. Die von dem Haardigebirge her laut gewörden⸗
welches mit der Zahlung jeines Jahresbeitrags nicht im Rückstande Klage über das Auftreten der Traubenkrankheit ist ig gut wie per—
st, ein Freiloos erhält. tummt; denn die sorgsamen Winzer haben sich hemüht von porne
F In Großkarlbach mutzten am 10. ds. Mis. zwei jerein diesem Uebel mit allem Nachdrucke zu begegnen⸗·Auch gn
Stück Rindvieh, die an der Lungenseuche erkrankt waren, erschla- der Bergstraße, am Rhein, der Mosel und in Franken snd wen
jeu werden. Die nöthigen Maßregeln sind sofort ergriffen, und kere Fortschritte der Traubenkrankheit nicht: beobachtet worden.
st die weiter Ausbreitung der Seuche nicht zu befürchten. Die Meinungen über die zu erwartende Quantität gehen sehr aus⸗
Aus dem Würzburger Zuchthause hat sich eine Weibs- einander. Am Rhein, besonders im Rheingau verspricht man sich
erson davon gemacht, indem sie den Ofen weghob, in den Schorn⸗ nahezu einen Dreiviertelsertrag, während am Haatdtgebirge, der
stein kletterte und von da auf das Dach. Durch mitgenommene Bergstraße und an der Mosel kaum mehr als seine ginte Mitiel-
Tücher, die sie zusammenband, ließ sie sich auf ein niedrigeres ernte erwartet werden darf. Noch allgemein hört man die Klage,
Dach, von da in einen Garten und kam so wirklich durch. Man das Holz sei in seiner Reife weit zurück, doch gibte man fich der
st jhrer bis jetzt nicht wieder habhaft geworden. Hoffnung hin, daß die vortreffliche ——— noöllige Zeitigung
f Dieser Tage kommtn 6— 800 ehemalige mexicanissche ermöglichen werde. Die Nachrichten über den Stand der Karios
Soldaten (Oesterreicher) ducrch das jenseitige Bayern. Sie feln lauten auch günstig. Nur in den Riederungsgegenden zeigte
verden einquartirt und verpflegt wie heimische Truppen. sich hier und da die Kartoffelktrankheit, doch im Vergleiche zu den
f Die erste öster. Versicherungsgesellschaft in Wien früheren Erfahrungen nur in geringem Grade. Quantiiatid fullt
jat plötzlich ihre Geschäftsthätigkeit eingestellt, und hat dieß bei die Kartoffelernte, mi Ausnahme der Gegenden, in denen nut
)en bei dieser Gesellschaft Versicherten nicht geringe Besorgniß er⸗ wenige angebaut werden konnten, recht guk aus und auch die
egt. Nunmehr aber wird im Auftrage des Handelsministeriums Qualität scheint allgemein zu befriedigen. Auch- das Spätfulter
»on der Regierung von Oberbayern bekannt gegeben, daß die gibt reichliche Erträge und die Rüben fallen vortrefflich aus. Al-
Zurückgabe der von dieser Versicherungsgesellschaft im Betrag von les zusammengenommen und von dem theilweise geringen Erdrusche
35,000 ft. aufrecht gemachten Cautionen jedenfalls in so lang der Halmfrüͤchte abgesehen, darf das gegenwärtige Jahr doch ab⸗
istirt bleibe, bis Sicherheit darüber besteht, daß die gedachte Ge⸗lein gutes betrachtet werden.
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        B ef a unt mach un g. — Von einer Einkaufsreise in Paris zurückgekehrt, empfehle das Neueste in
3 — —NB — J J J * 2 * er —*
Maßreueln gegen die J Filz⸗, Tuch⸗ und gesteppten Seidenhüten
Fÿdlera betr. J 5 n großer Anspahl· F . 9.
————— Zerner Gürtel, Gürtelschlösser, Feine Aufsteckkämmie,
eee ie Brochen, Ohrringe, Manchettenknövfe Cravatten, Kragen,
e e — Manchetten ꝛc. * 3* J
und öffentlichen Localen des ganzen —e nee.8 D————
z Megierungsbezirkes sind die Abtritte bon a ν αιανα νιν, 8. Stern 1
und. Pissoirs welche dem Publikum — 0 Zweibräüscken. —8
sind, — 55 — —c— —— — 7
zu desinficitren. Dasselbe ha i * 234
* Nen Aborken der Gefängnisse, Lehr Rheinische Feuer-Versicherungs-Gesellschaft
anstalten und Schulen des ganzen
Regierungsbezirks zu geschehen.“
Vorstehende Entschliekung wurde den
ziesigen Wirthen durch besonderes Circular
hereis eröffnet mit dem Beifügen, daß
Zuwiderhandlungen ohne Nachsicht bean⸗
zeigt und durch das Geseß mit Gefängniß
bis zu zwei Jahren oder an Geld bis zu
200 fl. bestraft werden ...
Zur Abwehr von Gefahren für
Leben und Gesundheit wird auch die
gfter vorzunehmende Desinfection der
Aborte in den Privathäusern dringend
empfoblen. Die Desinfectionsmittel
(Eisenvitriol ꝛc. ꝛc.), welche in der
Apotheke, bei Hrn. Panzer⸗
bieter und Hrn. Pet. Sstisef da⸗
hier vorräthig sind, werden im Ver—
hältniß zu 1 Pfund auf 2. Maaß
Wafsser gelösßt und in den Ab—
trittsschlauch eingegossen, wobei sorg⸗
fältig darauf zu achten ist, daß die
Trichter und Seitenwände desselben
vbespilt weden.
Auch bei Räumung der Abtritts-
gruben, welche nur zur Nachtzeit ge⸗
schehen darf. — ist die Desinfection
ausgiebig vorzunehmen.
Zuletzt werden die Bestimmungen
225 des Ortspolizeibeschlusses über Vic⸗
kualien⸗ und Reinlichtspolizei, nament⸗
lich das Reinhalten und Ausspülen
der Straßenrinnen — zur sorgfältiger
Beachtung in Erinnerung gebracht.
St. Ingbert, 16. September 1867
Der lonigl. Polizeicommissär: .
niun Krieger.

— i MSi i 2. —
Statutenmäßiges Grundeapital; zehn Millivnen Guldenn
— Eüdddeutscher Wahrung...
Erste Begebung: Eine Million Gulden.
i Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß bir Herrn Frauz Der⸗
rum, Einnehmereigehülfe, eine Agentur obiger Gesellschaft übertragen haben.
oLandau im September 186066 , —JJ
Nitid Die Haupt⸗Agentur der, Rhein Versich.⸗Gesellschaft für die Pfaiz *
J u e e DV 6GD. n h
Auf Vorstehendes Bezug nehmend, ewmpfehle ich mich bestens zut Engegtkungh
von Ver sicherungs⸗ Anträgen und bemerke, daß die Prämien billig 8 24 —
aß die Versicherten niemals Nachschüsse zu leisten haben. Grundsatz der
Befellschaft ist, eutstandene Schäden rasch zu reguliren und die fest
zesetzte Entschädigungssumme voll und baaar auszuzablen.
I St. Ingbert im September 1267 να

b * —VV — J — **
ELimneohmereigohũlfe.
——— 1557

* A n3 el ge 34 un

Einem geehrten; Puslikum zeige ich hier⸗

nit ergebenst anzdaß ich in den zmächsten

Tagen im Saate des Herrn Georg Jung
———

—— ?i

* an Durvus —

eröffnen werde. e Giuuneeshtehe

Da ich schon viele Jahreamich diesem

Fache gewidmet habe, und überall mit dem

— DVV

nein festes Bestreben, sein⸗durch Fleiß nnd

dunst es auch hier dahin zu⸗-bringen. zu

Ich mache die geehrten Elterna welche

mir ihre Kinder diese Stunden anvertrauen
wollen, noch ganz besonders darauf aufmertsam
daß ich die Vildungsschule vorausgehen lasse⸗
Eine Liste zur Zeichnung ist in Gircu⸗

ation gesetzt, wo die näheren Bedingungen

inzusehen sind; Anmeldungen werden, bei

dru. Fung entgegengenommen. 57

Für Kinder, welche noch in die Schule

zehen, begiunt der Tanz⸗ Unterricht Nach—

nittags um 5 Uhr und endigt um 7 Uhr.
Für Erwachsene von 3210 Uhr Abends.

Amilich beglaubigte Zeugnisse über Be—
faͤhigung und Moralität können den Eltern

‚ur Einsicht vorgelegt werden. —

In der Hoffnung zahlreicher Theilnahme

zeichnet — —
ν Achtungsvoll

—α. 322

F. E. Johannis.

Lehrer: der Tanzkunst und hoͤherer weiblicher

Gyumnastik

* Das im Muhleneck gelegene Wohn⸗
haus des Herrn Gustav Zix ist zu ver⸗
miethen oder zu verkaufen, durch das Ge—
ichäftsbureau —
Westphälinger.

* 25 Worms den 13. Scpi.

a Wir notiren heute: Weizen 15 fl. 30 kr.

his 15 fl. 45 kr. Roggen 12 fl. 30 kr.

bis 12 fl. 40 tr. Gerste 10 f.20 tr.

zis 10 fl. 40 tr. per 100 Kilo. Hafer

b fl. 48 krbis fl.- kt. per 60 Kilo.

Mehl per Partie 14 fi kr. bis — fl.

ikx. Roggenmehlfl r. bis — fs.

N fr.c Roggenvorschuß 13 fl. — kr. bis

ift fr Weizenvorschußz 17 fl. 30 kr.

zig 18 fl.A kr. Blumenmehl. — fl. — kr

zig A fl r per 70 Kilo. Reps

15fl 30⸗ krirbis — fl. — tkr. per 83
dilo. Rüböl. ohne Faß 21 fl. — kr. bis

21 fl. 30 kr. Leinöl ohne Faß 24 fl.

30 kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne
Faß 86 fl. — kr. bis — fl. — kr. per

50 Kilo. Repskuchen 65 fl. — — kr. bis

77 fl.kr. Branntwein 35 fl. 30 kr.

bis 36 fl. — kr.

J WMainz, 12.Sepbh.

—Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—

. F.uhber 4 140 Pfund — fl. — tr. — Rog—⸗

186Ger Wein Zameh ditf. — it. — Wehhen eod
afferire ich Uber die Straße den Schoppen. Pfd.) 15. fl. 15 tr. — 16 l.
zuv Kreuzer, Korn (180 Pfd.) 11 ft. 10 —J fR
ꝰreuzer den Schoppen— —f. —-r. — Hafer (120 Pjd.

Westphälinger. — jt. 3x. 25 - fl. — ir.

T7⏑⏑ —— — 7—— 77
Die Direction des pfälzischen
Viehversicherungsvereins für
die Pfalz

hat dem Unterzeichneten die Agentur für
den Kanton Blieskastel übertragen. —
Indem dieses hiermit zur öffentlichen
Kenntniß gebracht wird, ladet man »das
Vieh besitzende Publikum zu recht zahlreicher
—A

liegen zur Einsicht! offen..

I αιlnger-
En guter Käfer tkann sofort bei
Bierbrauer Ehandon Arbeit haben

—XX — — — —
Versteigerung.
Montag den 23. Sept. 1i867,
Nachmittags 2 Uhr,,,
zu. St. Jugbert in jhrem Fabrik⸗Gebäude,
———
zas ihnen gehorige, fruher Quirinug'sche
Ftablissement. mit Haus, Garten, Ackerland
und Bauplatzem der Abtheilung wegen, zu
eigen versteigern. Naheres bei
α Westphälingere

Aadege
Redakßon unDrud und VetlaqgevonV X. Demæß in St. Ingbert.:u
        <pb n="439" />
        —* —D — — —A m —JI :

Ht. Ingberler Anzeiger.
D gl J iu — —00 5
— ν ν n ια
zi, te. 1224 65 u ku ernyy g .
— Ai ι— —
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit jeinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimall· Diens kuig, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren
Raum berechnet. — J

— — F 4 — — —*
2145) * 19. 4— J
Rro. 112. e Donnerͤtag⸗ den 19. Sevtem ber * 7 1867.
— — — — — — e0 — — — —

Dienstess Rachrichfen.

Zufolge Regierungs-Entschließung vom: 14 1 Sept. 1867
wurde der Schuldienstexspecicun Ludwig HorstmammsvonErpolz-
heim zum Verweser der protest. Ddeutschen Schulverweserstelle zu

Quirnheim vom d. November b. Jn an ernamt ii

InSeine Majestät der König haben Sich allergnädigst bewo gen—
gefunden, den Stantsprocparatore Substitutem Heinrich Hessert in

Landau, seinem allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend, in

zleicher Eigenschaft an das Bezirksgericht: Zweibrücken zu versetzen
und auf die hiedurch in Erledigung kommende: Stelle eines Staats⸗
hrocurators· Substituten; beindem Bezirksgerichte, Landau den Be—

ivlsgerichts⸗Assessor Eugen Schmidt daselbit zu befördern.
Fraänkf'usrit, 14. Sept.“ Vot einigen Tagen hat sich eine!
Depnlation der hiesigen Hauptcollecteure nach Berlin begeben, um
zür den Fortbestand der hiesigen Stadtlotterie zu wirken. Nach!
hieher gelangter telegraphischer Nachricht hat dieselbe heute eine
Audienz bei dem Herrn Finanzminister gehabt und von demselben
die Zusicherung erhalten, daß der Abhaltung der nächsten (153)
Lotterie nichts im Wege stünde.“ Die hetreffende Weisung an den

Zenat sei bereits abgegangen
Boerlim, 16. Sept. Gutem Vernehmen? nach' sollen Ver⸗

hand un en der Vertrauensmänner ans', den Elbherzogthümern,
welche sich bisher auf die Berwaltungs-Organisation und auf die

Kreisordnung bezogen, einen befriedigenden Verlauf nehmen und

'oll die Berathung der Provinzialordnung demnächst folgen.

— Der König hat heute; Nachmittag einem Conseil deige—
wohnt und wird morgen um 11 Uhr Abends per Ertrazug nach

Frankfurt abreisen, woselbst er Mittwoch Vormittags um halb 12

Uhr eintreffen wird. — Morgetr wird der Reichstag die Präsi-
dentenwahl vornehmen und steht die Wiederwahl' des früheren

Präsidiums in sicherer Aussicht, nachdem iuch die conservative Frac⸗

tion sich dafür erklärt hat.—33

Berlin, 17. Sept. Zum Präsidenten des Reichstügs wurde

Simson mit 122 Stimmen von 187, zuin 1. Vicepräsidenten der'
Herzog von Ujest mit 138 von 189 Stimmen (Eöwe erhielt 27);
Fum 2. Vicepräsidenten Bennigsen mit 99 von 118 Stimmen ge⸗

wählt; Graf Arnim- Könihsdorf hatte 44, Löwe 29.

Berlin, 18.Sept. Der Bundesrath beendete heüte (Dien⸗
stag) die Berathung des Bundeshaushalts-Etats. —“ Der König
ist heute: Abend um 11 Uhr nuch Frankfürt abgeteist. 75

Wien, 14. Sept. In seiner letztwilligen Verfüginig, hat
Kaiser Maximilian dem Vernehmen nach angeordnet, daß ex, au—

der Seite der Kaiserin Charlotte beizusetzen sej, im Falle dieselbe

schon todt sei, und dort, wo dieselbe einst hestatiet werden würde,

im Falle sie jetzt noch lebe. Wie es scheint, wünscht das belgische

Konigshaus die Kuraͤtel über die Kaiserin Charloite zu überneh—

men. Zwei Thatsachen stellen sich immer unzweifelhafter und

— heraus, einmal, daß der. Entschluß des Kaisers Naximilian

zu abdiziren, nachdem er eine, nach seiner Ueberzengung jedenfalls

fiegreiche Schlacht geliefert haben würde, nur durch das treulose

Ausbleiben Marquez', der Befehl erhalten hatte, mit seinem Korps

zum Kaifer zu stoßen, vereitett worden ist. Sodann, daß der

Kaiser von Queretaro aus das Meer hätte erreichen können, die,

Flucht aber verschmäht hat, weil er seinen „treuen Freund“ Mie

ramon nicht im Stich lassen wollte. — Herr v. Beust reist mor⸗

gen Nachmittag1 Uhr von hier nach Reichenberg ab

Pesth, 14. Sept. 10 Uhr Abends. Generah Tuͤrt erhiell

soeben einen großartigen Facke l z.u g. Auf die Ansprache eines

Ultra⸗Nationalen, welche mit den Worten. schloßze Sagen Sie

Napoleon, daß in Ungarn nur Kossuths Name begeistern kann,“

antwortete Tüurr: „Die gegenwärtige Basis der Regierung des

Landes und die Männer der: Majorität sinde vertranenswürbig;

ich warne porx Mißtrauen. Der Seingeschlagenen gesegzmaßige Weg
i die emzige Bahn zur Exrreichemg des noch Fehlenden Mer⸗
triedliche · Ausbau der Stantseinrichtungen: und nicht Waffen wern

don Ungarn groß amuachen.‘. Es lebe das Vatersiandt

ãαöæ
F 568 —— —XE —V —— F
Einladung zum Abonnement.

Mit dem 1. October nächsthin beginnt'ein neues Quer⸗
tãt für die Monale Oetober, Noveniber und December.
Wit machen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
Bitte aufmerkjam, ihre Bestellungen gefälli gst recht zeitig zu er⸗
geuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
welche das Blatt durch die Po st beziehen, für einee möng lich st
bal dige Bestellungbei der betreffenden Posterpedeintion: oder
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Verscindt
des Blattes keine Verzögerung erleide. ———

Zu zahlreichem Abonnement ladet einn
4— Die Expedition. u
NB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die
von der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt für das kommende Quäartal regelmäßig fortgeliefert sofern⸗
sie dasselbe vop Ende dieses Monats nicht aus⸗
drücklich abbestelllen.
eihehe —
Deutschland.
Muünchen, 140 Sept. Die „N. Nachr.“ sprechen die Hoff
nung aus, daß die gesammte Linke den (mit Hilfe der famosen
Beschäftsordnung der Abgeordnetenkammer beseitigten) Antrag des
Abg. Fischer in folgender erweiterter Fassung wiederholt zur Vor⸗
age ˖ bringte Es sei an den Koͤnig die Bitte zu richten:“,1J
eine gesetzliche Reviston des Wahlgesetzes vom 4. Juni 1848 an⸗
zuorduen, aind hiernach II. eine Gesetzesvorlage an den Landtag
zringen zu lassen, welche 1) die Dauer der Wa lperiode auf die
Dauer der Finanzperiode abkürzt, 2) die Wahlbezirke sefststellt,
3) die Ersatzmännerwahlen besseitigt, H die geheime Stimm⸗
abgabe gewährt, 5), die directe Erwählung der Abgeordneten durch
die Uhrwähler ermöglicht.—

München, 14. Sept. Der an den Staatsminister
des Aeußern, Fürsten v. Hohenlohe abgefertigte Kurier wird
erst heute wieder hieher zurückkommen und unter Anderem auch
eine Notiz über die Zeit mitbringen, in welcher der Fürst sein
Poriefeuille wieder übernehmen wird. — Der von dem Könige
beabsirhtigte Ausflug von Hohenschwangau nach: Schloß Berg ist
porderhand aufgegeben.

München, 15. Sept. Der König hatte beabsfichtigt, die
hei'm Lager versammelten Truppen; zu begrüßen und dem Schluß—
manöver bei Günzburg beizuwohnen. Da dort die Blattern⸗
epidemie aber noch nicht erloschen ist, so gab der König nuf den
Rath seines Leibarztes dies Vorhuben auf. Denn wenn auch der
König ein benachbartes Ort zum Nachtlager wählen konnte, hätte
doch ein großer Theil des Hofpersonals, welches wegen des be⸗
reits anberaumten Galadiners zum Dienst berufen war, die Nacht
uüber in Günzburg varbleiben müssen.

Müunuchen, 16., Sept. Der- Socialgesetzgebungsausschuß
jat in seiner heutigen Sitzung nahezu den gesammten Gesetzent-
wurf üßer Heimath, Verehelichung und Aufenthalt
durchberathen und mit geringen Abweichungen dessen Bestimmun⸗
zen nach den Beschlüssen der Subcommission angenommen. Ein
auf Ausdehnung der Ausweisungsbefugniß auf wegen politischer
Vergehen Verurtheilte (Art. 28 Ziff. 4K u. 5 des Stxafgesetzbu⸗
hes) wurde abgelehnt. Bezüglich der mancherlei Fälle, in welchen
nun wegeun Nichtausdehnbarkeit der Gesetzesgeltung auf die Pfalz
Diesseitige in der Pfalz, und umgekehrt als Ausländer zu behan
deln wären, wurde beschlofsen, durch allgemeine Bestimmungen ei⸗
waigen Schwierigkeiten vorzubeugen. In der nüchsien Sitzung wird
der Gesetzentwurf üher Amenpflege wohl schon zur Bera—
hung kommen, so daß man in dieser Beziehung gui thäte, sich
afälzischerseits über die diesem Gesetzentwurfe gegenuüͤber einzuneh—
nezide Position baldigst zu verständigen. —
        <pb n="440" />
        Brünn, 16. Seht. Herr v. Beust Murde auf seiner Durch⸗ versgmmelt und die Theilung ihrer Arbtiten vorgeno mmennn Sie ha
reise nach Rezchenberg im. hiesigen Bahnhose aufs — Au«folgende Unterconmissionen agetheilt; Dogma; kim oͤnisches
empfangen I 8 längeren Antwortsrede auf die ihm zu Theil Recht; Discipliu der Ordensgeistlichen; orientalische Fiten; Po—
e e daß der Weg, Dven er eingeschla⸗ Htik in jhren Beziehunge zur Kitche v eder er RX denen die⸗
gen, hie und da wohl ein mühsamer werde? daß aber in solhen /ser —— ——— soll' eine gewisse Jahl Berather sia
Augenblicken, das vffentliche Vertrauen ihm ein doppelt werthvol⸗ zugesellen. Der Vapftwünschte, daß Der Patriarch von Jeruso⸗
les Unterpfand des Gelingens sei. Er betrachtete die Ausgleichs— lem. Monsignor Valerga, Mitglied der Untercommission der orien
verhandlungen mit Ungarn einem gedeihlichen, glücklichen Ende talischen Riten würde, srelche die Mittel aufsuchen soll, die ülur
zugeführt und vertraue fest, daß wir in kürzestester Zeit dasjenige gischen Eigenthümlichkeiten der Kirchen im Orient so gleichförmig
berloren haben werden, was uns Alle beunruhigt, nämlich: die wie möglich zu machen u
Unsicherheit. Auch sonst hätten sich die politischen Verhältnisse 9—
gestaltet, daß er für seinen Theil an der Erhaltung des Friedens
nicht zweifle; ein Beweis hiefür sei, daß die handelspolitischen Be—
ziehuugen mit Preußen wieder aufgenommen werden. Die Rede
wurde mit stürmischen Beifall aufgenommen.

Frankreich.
Paris, 14.Sept. Fast einstimmig' tadelt die Pariser
Preffe das Gebahren der Parteien auf dem Genfer Cougresse,
oon dem nun auch sie α, daß er weiter v 8* 9 VBermiüschreugs.
von einigen extremen Soeialdemocraten vorganisirter Schwindel 3*8 7 3. ahne
—R einee Aus hangeschild allerdings auch andere, das ndaw 17 dzepes Aufsehen erregt hien
vessere und ernsthaftere Elemente mit fortriß. An irgend eine po as nerwartete erschwi uden 8 v ande omumns Vie Scharff
ans her Bebentan der Sache giaubt kin Biensg mehee epe von Essingen, welcher seit dem 12. d. M. seinen Wohnort mit
Ha: Zur Beleuchtung der spanischen Zustände theilt der Pariser Hinterlassung Penempen Passive r — Frie ven d d, fl
Coiresde nden der imeseselgene Zhatsahen nat, de r 7 verlassen und sich nach Straßburg geslüchtet hat. Er betrieb
zuter Quelle, nämlich von einem Freunde der spanischen Regie einen pez wzugaodehmien vh mit X . W
rung hat. Ntrvatz läßt die „amnestirten“ Insurgenten zu Tau 18656 du um * h 5 — 5 besten
senden aufgreifen und nach den Philippinen oder nach dem pest⸗ 3 Ria den König ist en rie ⸗ d geschen F Pfatz
hauchenden Fernando Po verschiffen. Aus Catalonien sind schon zo u s Preije eeen Verrn eneweier erle in
700. 0der 800, darunter Friedensrichter und Mitglieder der Mo—⸗ in W &amp; Erb J dWn iter, onz den
deradopartei, transpotirt. Für einige derselbon haben sich ihre 7 een — ꝙs⸗ r zu n dem .Preije vou
Freunde verwandt, damit sie nach den Carnarien-Inseln oder agee B ie —— cne
einem; andern weniger ungesunden Klima geschickt werden. Es der Eemrinde8 en ren aße dbe pog Iahe rn, dai
war, bergebens. denn die Regierung will sie auf ewig los werden dar enende ee zur en nrnhuns
und nicht lange füttern. Neu ist folgende Erscheinuag; Narvaez e pu gud Xcun pane reamen — von bet ——
und Gonzales Bravo wollen 8000 - 10,000 Personen transpor⸗ zt 3. — F pe n — de Iser
tiren. Dagegen protestirt der Finanzminister, weil die Versen⸗ ; Seyber b pe enthal. ons Dahn, nahe der französischen
dung politifcher Gegner theuer sei, schon 10212 Millionen Rea— Ire gegen Weissenburg zu urch Seetion eines Thieres einen
ien gekostet habe und, auf einen so großen Haufen angewandt ree dae Ane Borsichts masregeln wurden sofort 0
mehr kosten würde, als die spanische Staatskasse bestreiten könne wen isessor e sich ogleih dahin und heiue wied
Parxiais 16. Sept. Eine ziemliche Anzahl deutsscher uch— ede . Wand dort crch ..
Blätter sind heute auf polizeiliche Veranstaltung ihren Abon ba 37 Vihn n — Das Handelsministerium hat.
nenten nicht ausgefolgt worden. — Wiederum beschäftigt sich die Ne essming der Lutschlichuus yn Mt 1853
Presse mit den ba deassch en Reden und Adressen Die Liberten wenn sich bei Unglücksfällen. gufder- Eisenbatn sokort die ¶ Ge⸗
bringt darüber einen langen Leitartikel, in welchem sie uner dem wißheit der Wahrscheintichteit ergiebt datz abjectiv .ein strafrecht
Dec nantel eines begeisterten Lobes der Offenhen und Wahrhaf Uches Reat vorliege, dem detreffenden Staatsanwaltehierüber son
tigleit des Großherzogs von Baden dem Kniser Rapolecne die Aeict Mittheilung zu machen seit, irrthümlich dahin. imerpretirt
allerderbsten Wahrheiten sagt. Die „Situation“, das bekanntlich de zu sein scheint, daß die Eisenbahnen — und⸗
mit, welfischem Gelde unterhaltene Blatt, ist völlig toll und stell⸗ dr berverletzungen. welche durch F —— veranlaitt
die Adresse der ersten Kammer als ein wahres Bubenstück dar. vurden, Den zur strafrechtlichen Behandlung der Sache zustandi⸗
Die Comödie. — sagt das Blatt — welche eben in Suͤddeuisch gen Behörden nur dann Kenntniß zu geben haben, wenn sich nach
land gespielt wird, ist noch trauriger als das Drama, das im der geführten Adeplnaeroh ung e hedee gne 8
vergangenen Jahre in Norddeutschland aufgeführt wurde. Anstati swimet Verjan hernusgetelt bat, jo. wrde im rvnmuhe
daß eg sich um gest o hlene Voller haudelte, wohnen wir die,, it dem Justizministerium nunmehr verfügt. daß bei allen Eisen-
nal dem Schausniele bersha heter oter e ahnunfällen, bei welchen sich eine koͤrperliche oder Eigenthumsbe;
ist ganz gewiß, daß Baden eben so wenig als Württemberg und wd den ær dc nd ht eteen ee nn Erhebungen de
Vahern die preußische Union will, die in einer Vermehrung der nzweifelhafte Gewißheit vorliegt, daß ein Uuglüdcsfall ohne Ber⸗
Steuern. die Blucteuer mit indegriffen, besteht Der Mionde⸗ cutden Gipen, Jritten vortinat. sofozt dom bette sendem . Staats
findet sich mit christlicher Ergebung in die unpermeidliche Einig anwalte eee machen sei, unter Mitheilung der gepflo⸗
ung Deutschlands; und die „Union“ meint ironisch, daß der Ruen Erhebungen, und daß für möglichste Grhaltung der Spu⸗
Bonueutvietcicht deßhalb ain sor beheehes Sdeige uee ren oder für eine sofortige Localbeschreibung Planstizze und deren
die badischen Vorgänge beobachte, weil aus diefen zuviel Preu Uebersendung an den Staatsanwalt zu sorgen sei. In allen Fäl
zenliede hervorleuchtee len ist aber nach geschlossener Administrativuntersuchung das ge⸗
DDi⸗ framdfische Bank hat sich erbarm! und dem Ere— vonnene Material —X betr. Staatsanwalte sofort mitzutheilen.
dit Mokbilise r.unter persönlicher Haftung der Administratoren Rürnberg. 14. Sept. (Altbayerisch. Eine interessante
gegen 3. Monate Wechsel 37 i Hillonen dorgeschofsen, Stadtgerichtsverhandlung beschüftigte sich mit einer Ohrfeige, welche
Paris, 18. Sept. Der Staatsminister Rouher hielt ber duf Verlangen verabreicht worden war. Ein Mann wurde durch
zinem Banlelte ͤn Naules eine Rede, worin er fagte, die ganze ein Gerede im Wirthshaus seinem Machbaen so lästig, daß dieser
Politik dez Kaisers sei auf die Erhaltung und die Dauer des ndlich sagte · „Wenn di mit dein vumma Gyried, no nit bald
Friedens gerichtet. aufhaierst, hau i dir a Schell'n hin,“ worauf der Andere meite:
Die officidsen Journale legen der Rede und dem Toaste des „Hau a mol het.“ Gesagttugethan. Er fühlte: eine derbe Ohr⸗
Staatsministers eine sehr hohe Bedeutung bei. Die „France? feige ant Kopf, ging anderen Tags zu Gericht und klagte. An⸗
sagt. co seien Ereignisse von wirklich politischer Wichtigkeit; der defichts des Umstandes, daß der Angeklagte mit seiner Handluug
Etendard“ verfichert, daß sie in mehreren Punkten die allgemeine uut dem ausgesprochenen Willen des Klägers nachgekommen, wird
Politik und die Gesammtinteressen des Landes herühren. nnsterer freigesprochen. der Klaͤger aber abgewiesen und in die Ko⸗
n— lien... 3, sffen verurtheilt. So muß er die erhaltene Ohrfeige auch noch
Italie. üGZanatlehe en. Seo
Rom— 12. Sept. Der Papft hat die vorberritenden Stu ⸗ pSaarbrückem 17. Sept. Gestern kam“ eine Anzahl
dien für ein abzuhaltendes btumonisches Cont idi um viner von Offizieren und Soldaten der ehemaligen kaiserlich mexicani⸗
Congregation · von sieben Cardinalen unter dem Vorsitz des Car⸗ schen Armee mit dem französischen Bahnzuge hier an. Die Leute
dinalæ Potrizejanvertraut: Diese Congregation, welche den Na waren bei ihrer Ankunft in Forbach bon dortigen Bewohnern
men dirigende Commission angenommen hat, hat sich schon mehrmals zastlich aufgenommen worden; auch war hier schon in Folge tele—
        <pb n="441" />
        zraphischer Benachrichtigung von ihrer Ankunft, für das Unter⸗ ijelen noch 20 audere Opfer. Benin girahnnahen — Trudpen
ommen gesorgt. St. ——— shen ein Theil der Bepölkerung von dem Schauplatze des
‚olen, sie in Quartier Iu nehmen und zu verpfiegene Die“ von Berbrechens. Die ganze Antgehene.aist in Aufregimg! unb meht
hrem zabenteuerlichen Zuge Heimkehrenden gehören allen Waffen⸗ als 2000 atdaeen den Beinen um die flüch?at
jattungen an und gaben wiederholte ihre Freude zli —— — Rotten einzufonzen. —
der auf vaterländischem Boden zu sein““Ihrer Natidnalitätenach In St. Pablo Albanmese'in der Bafilicata wurde
—E0 — ein armer Teufel I eee von den Weibern des Orts
A Ber lin. Ein Raubanfall gegent eine gehn bekanstte Künst- als Giftverbreiter hezeichnet, auß grausame Weise miedergemetzelt
lerin Lusgeführt, macht großes Aufsehen. Wr Nienar i⸗See und noch halb lebend auf: einenr Scheiterhaufen verbrannt. In
hach gämlich hatte sich gesterü, Mittwoch, Abends “in — Corigligano bei Rossano, ebenfalls in Calabrien, hatte sich die
ihre e ee auf die hiesige Hauptpoft' begeben, und da⸗ Nachricht verbreltet, ses seien „Schattenmanner“ im Ofrte, die man
relbst dine jhr, von⸗ ihrem eane ender ane Geld von nicht fehen Usnune, —— des Nachts mit einem Blasebalg das
v0908 Gulden⸗ erhoben Als beide Dainen· zuruckkehrten, stiegen Giflevurth die Schlüffellöcher der Hausthüren in die Häuser blie—
ie an der Ece der ⸗Hohemollerus und Thiergarlenstraße aus Frau semn. Das Volke verließ sofort die vergifteten Häuser und lagerte
Niemann⸗Seebach. kxug das Padchen,⸗als plötzlich vin Kett auft sie sicht urf vent Rathhnusplatze. Nur einige mit Gewehren bewaff—
zugestürzt kam, ihr dasselbe entriße und damit in das Didicht des weben Mecnnewhehrien zu ihten Hälusern zuruick ugh schossenn gi bic,
Thiergartens verschwand. Der Jauber konnte; nicht verfolgie wer⸗ selbem wurch die vffenen Fenster, umn die Wirkung des Gifts zu
den weil. Rersonens ü bexhaupt ysonst. nichtrzuvaStelle marettet duus paralysirenee Endlich kamen Toaͤwppen an; aber ?es bruuchte nroch
enttam omihe. Frau, Niemann. ist, in Folge des Schreckens in viele Mühe ind des vorangehenden Beispiels der Soldaten, ehe
ine Kraufheit derfallen.c Ehenfalls gestern sollen ainent ain⸗ der dis Bevolkerung⸗ wieder in ihre Wohnungen zurückkehrte? —Intn
Hohenzollernstraße wohuenden Präsidenten, welcher von außerhalb minder fchrecklicher, aber immer noch bedauerlicher Weise tritt der“
aach hier versetzt worden, bei seiner Ankunft auf dem hiesigen Aberglaube in Oberitalien und selbst im gebildeten Mailand auf!
Framnkfrerter · Batnhofte AG, 000 Thaler gestohten worden fsein“ Dork konntke man vor wenigen Tagen eine lange Prozession bare
7 Der österreichische General der Cavallerie FürsteFranz füßiget Frauen sehen, die, geführt von- einem Geistlichen, singender
Liechtenstein wurde vom Landes-Militärgericht in Wien wegen und betend durch die Straßen zogen, um von dem heil. Sebastian
Wahnsinns unter Kuratel gestellt. das Aufhören der Cholera zu erflehen, während der Geistlicht
7 Wien, 14. September.“ Die 42 sterreichischen Cuiras- Baunformeln sprach und nach allen Himmelsgegenden Kreutze
itz Regimenter werden in eben so viele Dragoner-Regimenter machte und Weihwasfer sprengte, bis die Polizei dem Unfug, ein
ungeändert. — 3 Ende machte. — Auf Sar dieniem herrscht Elend und Hun-—
f Wien“ Im Jahre? 1866 sind hier 12.9483 eheliche und gersnoth in einem Grade, der herzzerreißend ist. —
802 —— F Petersburg, 9. Sept. In der Nacht vom Mittwoch auf
. Dieser Tage kam zu Sosnowice in Polen ein Faß Theer Donnerstag isf von Bologowo bie Moskanu anf, der, Vahnlinie
u, welches sehr geringen oder gar keinen Zoll zu zuhlen hat3 her Nicolausbahn eine ungewöhmlich hohe Schicht, Schnee gefallen.
ꝛin Zollbeamter ließ dieses Faß anbohren und kam durch den7 dDie Hoiländischen und Belgischen Waschemen welche ber
Theer wieder auf Holz, dies machte ihm die Sache verdächtig. er fanntlich eine Wäsche Von der irefflichsten Weiße hiefern, wenden
ließ das Faß zerschlagen, und fand in einem zweiten ganz dich aufiait Soda, raffinirtas Bober a F!als Waschpulver an und zwar!
ten Fusse die schönsten Seidenzeuge, welche natürlich als gute zehmen sie eine küchtigz Handvou des gepniverten Salzes uns
Prise ertlärt. wurden, abgesetzen · von der bedeutenden Strafewelch“ ungefähr' To Gallous 45 93 Viter) kochenden Wassers. Gie ete
der Kaufmann zu zahlen haben wird pparen dadurch beinahe die Hälfte der Seife. Im allar großeren
Det auf dem Marktplaze zu. Diman (Bretagne) stehenden Waschanstalten befolgt man dasselbe Verfahrem n
Statué des Connetable Duguesclin (des Helden der franz.-engl. von Spitzen, von Batist, Muslin 2c. wird eine größere Borurt
striege wurde por Kurzem nächtlicher Weile von einigen muthe menge angewendetz- zu Crinolinen, Unterröcken etc., welche gesteift
villigen⸗englischen Studenten ein Nachttopf als Mütze aufgesetzt werden müssen, ist eink starke Lösung des Salzes erforderlich—
und dadurch einée ungeheure patriotische Aufregung hervorgerufen; Der Borarx perursacht den Geweben nicht den geringften. Nachtheil;
einer der entflohenen Uebelthäler ward gioch erwischt, prozessirt und er macht das härteste Wasser weich und, sollte deshalb aͤnf keinem
zu 14. Tagen Gefangniß verurtheilt.“““ e Toilettentische sehlen. Er dient lauch zum Reinigen des Haares
fIn mehreren Departemeuten Frankreichs werden niunn Bä-und ist ein vortreffliches Zahnpulver; in heißen Wändern wird er
ckereien von Actiengesellschaften errichtet; man hofft, dadurch die in Verbindung mit Weinsäure und zweifach kohlensaurem Natron
Brodpreise wieder mit den Getreidepreisen in Einklang zu bringen; zur Bexeitung eines kühlenden Getränkes augewendet. Bekanmtlich
in mehreren Gemeinden Central⸗Frankreichs wurde sogar die frü⸗ läßt sich mit hartem Wasser ein guter) Thee nicht berciten; indese
here Taration des Brodes- wieder ejngeführt. 34 ö sen kann man alles Wassey durch Poraxpulvor (einen Threelöffel
p Auf det Uunterirdsschei Londoner Eisenvahn voll auf einen Kessel von gewöhnlichee Große), welches in ihm
sind in letzier Zeit drei plötzliche Todesfälle vorgekommen, und durch Kochen gelöst werden mutßßeucheich machen und erspart auf
jofort klagten mehrere Blaätter über die, besonders in-Folge! der diese Weise mindestens an Theen
vielenGasflammen, daxin herxrschende große Hitze und.schlechte Ix Auf Islhand hat. wie mut Bericht t, ein Ausbruch des
Luft, zugleich die Besoraniß äußernd: es könnten Gas⸗Explosionen Pulkans Hekla stattgefunden. 55
tattfinden. Das erklärt aber der Globe für Unsinn; die Lufth p In Baltim vir e wurde in pen ¶ aen! Tagn des Au⸗
da drunten könne freilich nicht so rein sein, wie oben in den guß ein großes deutsches Sich üze üu fe st'gehalten. *
Londoner Sttaßen swas nicht hoch geschworen ist), aber Lebens. 3— . ...
zefuhr sei durchaus keine vorhanden. Was seien 3 Todesfälle auf 35 Landwirthichaftliches.
dien 70* Millionen, welche bereits diese Tunnel-Bahn befahren Ueberdie Keümfähitgkteit sich oru e barm alege beim⸗
haben? ; J . ter umn ddaraufswieder getrockneter Getreide-
fFr Man erzählt hier, der Sohn des Kaisers und feiner ehee 1rner.Die noch vielsach herrschendee“ Ansicht, daß cusgewach⸗
maligen englischen Geliebten Howard habe sich soeben unit; einer sene und darauf; wieder getrodnete, Getreidelöbrnet zur Saatfrucht
ehr reichen Engländerin verheirathet. uicht mehrz zu gebrautchen jeien, weil sie keine Keimkraft' mehr be⸗
* Schweizer Blätter melden, daß durch das Steigen des Kär Aßen, ist eine irrige; denn eine Reihe von angestellten Verfuchen
sepreises die Schweiz dieses Jahr aus dem Artiklel 2 Millioner dierüber haben ergeben, daß auf dem Hulm geleimte Korner, vo⸗—
Franken mehr löst, als Jetztes Jahr. e uten ausge setzt, wenn dieselben durch Aufeinaudersitzen nicht zu heiß
f An Ardore Meapel) haben sich, wie die „Italie“ meldet, zeworden und in der Keimung nicht zu weit vorgeschritten waren,
graufige Ereignisse zugetragen. Die Bevölkerung war schon längs noch keimfähig sind und zur Aussaat noch ohne bedeutenden Nach-
don blinder Furcht vor der Cholera erfaßt, und witterte, so⸗ theil benützt werden können. Man hat wohl dabei gefunden, daß
bald die ersten Fuͤlle der Epidemien sich zeigten, überall Gift und die an folchen schon eimnal gekeimt, gewesenen Körnern zum zwei⸗
absichtliche Anstecunge Zunächst kehrte sich die Wuth gegen den ten Male erscheinenden Keime sich nicht mehr gerade so schnell
Apotheker des Städichens. Der Offizier, welcher die in Ardore und kräftig entwickeln wie die ersten und es soll daher auch hier⸗
iegende Infanterie-Compagnie befehligte, suchte die Rasenden miß mit das Aussäen von schon einmal gekeimt gewesenen und wieder
zuten Worten zu besänftigen: vergebens.“ Der Unglückliche ward getrochnetem Getreide nicht allgemein empfohlen werden, fondern es
das Opfer seiner wohlgemeinten Bemühungen; die Menge brachtt oll vielmehr hiermit nur bewiesen werden, daß im Rothfalle, wenn
shneum und warf seinen zerstückelten Leichnam den Schweinen vor. keine andere Körner da sind,, diuch gekeimt gewesene Getreide-Köor⸗
Die Soldaten waren zu schwach um Widerstand zu leisten; sechs ner ohme großen Nachtheil Al diesen Zwede . berwenden werden
von ihnen und zwei Carabinieri- wurden verwunder— Die Apo⸗ lönnen;Gerade weil in diesem Sommer wieder viel gewachsenes
thele ward gestürmt und in Brand gesteckt; die ganze Familie des Getreide eingeerniet worden ist, dürfte daher vorliegender Bericht
Apothekers niedergemetzelt. Außer dem Ofsizier. der Garzone hieß für manchen Landwirth von praktischem Interesse sein

14
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        Möbelversteigerung.
Samstag den 21.dieses, Nachmittuge
Uhr läßi Herr Vermalter Adolph Lu
ras, in seinen Wohnung auf der Marian⸗
nenthaler Glashütte
d Secretün,. J Commmode, 2. Caua⸗
pees, Tische, Schränke Stühle, NQü⸗
chengeräthe und⸗ sonstigeen Mobilien
durch den kgl.Motav, Herrn Horn,
auf Crodit versteigern unl
St. Ingbert, 4:. Sept. 1867 n
—
—— u he Geschastsagent, —
—233 2444.
Haus⸗Versteigeruang
— 22 Iu
Montag den 28. Sept. 1862
Bormittags II Uhr i ν:
läßt, der Uznerzeichneie sein,rninscver Mitte
der Stadt gelegenes und zu jedem Geschäfte
sich eignendes, zweistüclige Wohnhaus durch
den kgl. NRotar Herrn Haxrn unter gün⸗
tigst gestellten Zahlungsbediugungen im Lo⸗
rale des Herrne Julius, Gepeween ig
auf Eigenthum versteigern, und ladet hiezu
Liebhaber höflichst ein. M
St. Ingbert den⸗ 1I4Sept. 1867.
— — ——
— . 4
Versteigerung
Montag, den 23. Sept. 1867
Nachmittags 2 Uhr, r.
u St. Jugbert in ihrem Fabrik Gehäͤude
lassen die Herren Jung und Haqs dahier,
das ihnen gehoöͤrige, früher Quiring'sche
ate mit Haus, Gärten, Acerland
und Bauplätzen der Abtheilung wegen zu
eigen hersteigern, —Räheres bei
uan ννιν Weéstphälinger

*4 Die X Bι ια ,
I71 2 4— —— 2nett
aw —* — — Waaren-Handlung n n n
t bvon aege 2
n—, e— 4514 34* t t
tn 3 * J. 88. Oiolina &amp; döhne —— ———— J,
ι, — ere J— **
—0 e ͤhb r üsch en — B —
enpfichlt iht reichausgestatietes Lagen in den neuestenß 8
F — 4
“ —3940 43..
Damen⸗&amp;HerrenKleiderstoffen
gewirltene, schwarzens rund farbigen Loomge- und viereckigen On ales, schwar⸗
zen oialema V—r und SHIIp3 L mα.
Vmιαν und rothen-, sowie weißen Bny das modernste in abge ··
pasßten Unterroe en Unterrocekato en, allen Arben? weiß “
Læi nmein S Kattun, HKo II, Bareheit.
—XLXV ERRXX J—
REEEEEEIEEEEEEZEEES
eten etag. zu den jetzigen sehr billigen Preisen. — —— — D —
4 —

—4
—

veitungs Annonden Bxpedition 333
J J VA 1141 pen 1.1 de 3 54
nit 24, α ιια S8 .
ιι kFaosan gtimn &amp; Voglepιι. 54
an α D u 8 3
ven u AI v.
DPioöselhs verinittelt ausselillesslieh ZEeit uxs- La A———
m de 33332*
— B 3254
Euuim mαν H ιαιι — letert Beloν ⏑ —
oides Inserat, — Pα ι allo Porto- Apalacen und sonie 355
ren — lie lort vorherige KostemA— ⏑—
ad. voraendet aut Xerlangen ratis and frames gin 77 *3 7* J
— FF ——
vollstandiget Zeitungs Preis-Vorzeichmiss, c ——
—
em 168 dur a diesjährigen Kölner
Loo⸗ e — r Ge⸗
winne Thaler 25,000, 10,000
-uο, 2οο, 1ο ι—
— inzn — Stück von heng.
F 42* .... n zu ha en ei
Geschäfts⸗Eröffnung. Richard Inn. Buchbinderi—
Ich“ bringe winem geehrten hiesigen in Zweilhrücken,un u
Publiium zur Kenniniß,: daß ich ein klei⸗ .
nesa Bictualiengeschäft in meinem Hause drucht· Brode, Fleisch· Preice der
der / fruüͤhrren Posterpeditivm erricher habe Stadt Zweibrücken vomn 1d, Spun
und Mehl, Bohnen, Linsen, Erbsen, Gerste „Weizen 8 fl. 18 kre Kurn 6 fl. 8 kr.
Reiq, Brauntwein ac. c. in gutet Ouali— Gerste Areihige f kx. Gerste —
jät zu geneigter Abnahme empfehlte reihige.4 ff. 8360 kr Spelz 5 fl. iaun
Wwe. Schnorr. Spelzlern —f. . Douen4 fl
— I tt. Mijchfrucht. 6 il. 30 kr. Hafex
Die Eröffnung desn am 84 tr. Ebsen z I. a8
* ʒ fl. 30 kr. Kartoffeln Ifu 6 kr.Heu
Tanz⸗ Unterrichtes u
7 3* Zentner. Weisbrod Lip Kilogt., QALtr.
beginnt Montag den 28. Sept. finr dornbrod 3 Kgr. 28 kr. diugea Kgr,
Kaunder Nachmittags vondbis Fehr, 19 kr., ditto 1Kgejo kre Gemischtrod,
für Erwachfene don 8bis 10 uh 3 Kgr., 85 kr, N Paar Weer Loth
Ubends. It, Rindfleisch, 1. Qual is ir
Die jenigen Personen, die sich noch dar Qual 16 krʒ Kalbfleisch Ib kr., Hammel-
bei zu bettzeiligen wünschen, werden jreund fleisch 16 kr. Schweinefieisch 80. rizv per
lichst ersucht bis zu jenem Tage sichn gef bd. Wein 24 ke. Vier, 7 tr. per Luͤer
anmelben⸗ zu wollen.. 4 1 Butter 28 ir. per Pfund
n— l Achtungsvollino . ——— 32 5 —
F E. IDhAMMiS. tt ier tadtt
* Rei ern denin Sebtöree
Dar dem herrn Bang zedrige eIolcrcnaearPen— Weizen 73 l. 45 kr. Korn 6s.u ke
yvp⸗ — ist Ju stal Compivir¶ Bleidensttaße Nr 8. * e — — 8
rweschaftsbureau von Ane uind Verkauf aller Arten Staats * Weiste — is Dafer si
αιιισαν. papiere nlehen globse, Eisenbahn·, Bank * * bcü Bt d ud
— —und industriellen Actjeu Incaffo don Cou — r. Eroren s. Foltr., Wicken 8 il.
iehen zum pors. Bantuotn e Wanset uc. uner Zu87 kr, Linsen Zefh. 8sr, ber geminer,
— üicherung prempter ud reeller Bedjenungg B o dere is es GPfd. Kornbrod 27 ir.
amentierer Prodtim nñ hor. Milnmvdite Vhd. Gemischtorod nr n 2pn
sephsthal. Jegliche pon stkgee Spepend 0.4, Weisthrode dr e
——
33 pdir e —. e zIn? St. Xcbeunu u G ar:
— 9 *5 Rebaltion ueaee Derehe vdn V* Drnde dge Sti Jagbernu ——

I— gure Küfen kann sofort bei
SBlierbrauer Chandon Arbeit haben!
*Dastim Mithteneck gelegene Wohn?
haus des Herrn eeez ist zu ver⸗
niethen oder· zu verkaufen, durch das Ge⸗—
chaftsbureau “3
—* a —2* J Westphälinger.
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5 Zweitchtige. Sechun hh m gcher ger
felpen tönnen dauernde Byschäftigung
rrhalten bein 3
νν u— SBevrg Greß.
Erziobungs- Anstalt
mit Unterrint m aIen Fäleν,
esonders fur KRnahen uncdt junge Leute
lis sioh dem Handeb“ widmen,
drũndliche Erlernung der Französi-
xhenm und englüshem Sprache durch
bäglichen Umgang mit Pranzosem und
Anghundern beföordert. — Pemsionat- zu
dilligen Breison - Lehrplan franco
durchi don Vorataudd des Inter-
national erm stitute im
BRruehsalb (Badem,
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—22 ο ⏑ν αα —A
Benteund DechtelGeschast
vpon aghr Ftei tror in Frankfurt a. M.

7
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        —* 2 e
der „St. In gberter An zeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr.“ Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
—W Iäöä ιν ee Sauistag, den 21. September —— 1867
— — — —— —— 1867.
—DV—— e J haus aufzulösen. Dieses Gerücht, gestern in Reichstagskreisen
) Einladung Jum Abonnement. J —8 da wenig Glauben und es wird in der
Mit dem J. Octoher nächsthin beginnt ein neues Quasr⸗ That an maßgebender Stelle als unbegründet bezeichnet. Einmal
al für die Monate Oetober, November und December. suf dem Gebiete der Dementis mag hier gleich bemerkt sein, daß
Wir machen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen vohl vor einiger Zeit unter Regierungsräthen die Moglichteit be⸗
gitte aufmerksam, ihre Bestellungen gefälligst recht zeitig zu er— reven Iuden ihoa vrat i ma — * nedmiesenute
—73 —— er rtigen legen.
uenern Wemnen rsnhen va unerere Monnenten. var aber eine e und augeblicklich ist von diefer Com—
welche das Blatt durch die Post beziehen, für eine möglich st Fination alles wieder still.
baldige Bestellung bei der betreffenden Posterpedition oder Berlin, 18. Sept. Der Reichstag erklärte die Wahl des
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versandt Benerals Vogel v. Falkenstein für ungültig. In Reichenberg
des Blattes keine Verzögerung erleide zielt Beust bei einem Banket eine Rede, worin die Berüꝛksichti⸗
Zu zahlreichem Abonnement ladet ein zung des deutschen Elements verheißen und die panslavistischen
wa * er Tendenzen getadelt, ebenso die Befestigung der freiheitlichen Staats⸗
— Die Expedition. form in Aussicht gestellt und die Bewahrung der Segnungen
NB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die des Friedens zugesichert werden.
yon der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das — Wie die „Volksztg.“ meldet, wurden im Reichstag fol⸗
Blatt für das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, soferne Jende Abgeordnete zu Sehriftführern gewählt: v. Unruh und
ie dasselbe vor Ende dieses Monans mihi vus— Stumm reiconservativ,) Forkel und Puttkammer (uationalliberah,
Aupfcaure 3 — —— ! Fornely (Fortschritt), Hüffer (freie Vereinigung), Schöning und
drücklich abbestellen. Sendhdewitz (conserbative).
— — J Wien, 18. Sept. Die heutige „Debatte“ meldet, daß die
Deutschland. Inification der Siaatsschuld unter der ausdrücklichen Bedingung
— Münmchen, 18. Sept. Der Staatsminister des Aeußern, n Aussicht genommen ist, daß die Rechte der Staatsgläubiger
Fürst v. Hohenlohe, hat sein Portefeuille heute wieder übernommen. keine Schädigung erfahren dürfen.
di Nachricht— — — Die heutige „Presse enthält ein Telegramm aus Turin
Seine · M . tat pe Aacricn zchst don Lend oom 17. Sepit., wonach unzweifelhaften Nachrichten zufolge Kus⸗
Seine Majestat der König haben allerhöchst geruht, den Land, uth in den ersten Tagen des September mu dem russichen Ge—
merichtsdienet Johann Zidert von Dürkheim in gleicher Eigenschaft indten Grafen Stackeiberg, in Diepe zusammengetroffen ist und
ach Reustadt, den Landgerichtsdiener Franz Heilia von Rocken hon demselben vorlaufig 36, ooo Francs aufgenommen hat. Vir—
Nusen in gleicher. Diensteseigenschaft nach Dürkheim, beide auf i Shllaghi ist behufs ahniicher Unterhandlungen mit der Regie⸗
illerunterthänigstes Ansuchen zu versetzen und die hiedurch erledigte Ang don Hreußen in Verlin anwesend
Ztelle eines Landgerichtsdieners in Rodenhausen dem bisherigen pᷣest h. Id. Sephe die Vollsschullehrer des Schulbezirks
kegiments profoßen des 5. Chevaurlegers-Regiments Prinz Oito. Zambot bereiten eine Adreffe an den Reichstag vor, in welcher
San, aus Germersheim, auf Rufe und Widerruf zu das matericlle Elen vee ungarischen Lehrerstandes zu schildern,
—m— . dlage über die herabwürdigende sociale Stellung desselben zu füh—
Frankfurt, 18. Sebt. Der Konig, der heute Morgen en und Hilfe zu verlangen gedenken. Daß die Lage der unga⸗
am 1124.Uhr mittelst Extrazuges hier eingetroffen ist, wurde bei ifchen Volksschullehrer in der. That die iraurigste ist. durfte mcht
einer Ankunft im Bahnhofe von den Spitzen der Militär- und mehr bezweifell werden, wenn man weiß, daß der Durchschnitte—
Fivilbehörden empfangen und begab sich sofort zu Fuß nach dem Jehalt derselben sich auf — 60 il. jährlich nebst freier Wohnung
mstoßenden Hotel „Westendhall,“ wo das Frühstück eingenommen zeiffert.
vurde. Kurz vorher war der Großherzog von Hessen angekom— Frankreich.
nen, um den König zu begrüßen und ihn zum Diner einzuladen. Paris, 17. Sept. Das Uebereinkommen, das die Bank mit
Die Weiterreise nach Darmstadt soll am Nachmittage angetreten den Leitern des Tredt Robilier abgeschloffen, erscheim Niemandem
verden. Von den Frankfurter Communalbehörden haben wir Niee enügend, und man furchtet in der That einen baldigen Zufammen—
nanden beim Empfange bemerkt, wie denn überhaupt jedes of⸗ durz der großartgen Schwindelinstitution. Der Cours des Mo—
icielle Geprage vermieden war. Am Taunusthor befand sich hilier sällt'mit erschreckender Schnelligkeit. Man muß nun beden—
war eine von einem Offizier befehligte Wache nebst der Musif, fen, daß noch eine Unzahl anderer großer Unternehmungen mit
itlein der Zugang zum Bahnhof war völlig frei und nur der an demselben zusammenhängt, um die furchtbare Erschütterung zu be—
»as Hotel anstoßende Theil desselben durch Volizeimannschaften Freifen, welche der üntergang des Modilier herbeiführen vwürde.
reigehalten J Die politische und finanzielle Welt erwartet mit gespannter Aengst-
Berlin, 17. Sept. Auch die griechisch-candiotische Frage lichkeit den Ausgang dieser Angelegenheit, der für viele Tausende
nummt eine günstige Wendung, so daß die Chancen für die Er- den Ruin bringen kam.
jaltung des enropäischen Friedens wesentlich vermehrt sind. Wenn Paris, 18. Sept Man spricht davon, daß eine polnische
»er Sultan sein Versprechen halten kann — an seinem persön- Legion für die Vertheidigung des heiligen Stuhles gebildet wer⸗
ichen guten Willen hat noch Niemand gezweifelt, — wenn erden solle. Zwei Werbebureaus sollen errichtet werden, das eine
»en Weg einschlägt, welcher seinen christlichen Unterthanen. daslin Lemberg, das andere in Solothurn. — Der General Prim
reben erleichtert, so wird auch Rußland die Dinge in ihrer fried- denkt seinen Aufenthalt für längere Zeit in Genf aufzuschlagen;
ichen Entwicklung nicht hemmen. Die Idee eines russisch-türki- er hat seine Gemahlin dorthm urchkommen lafsenn —Wie
hen Bündnisses ist nicht neu, und sie ist in so fern eine glückliche ungeheuer Handel und Industrie unter dem drohenden Schicksal
unennen, als sie mancherlei Pläne durchkreuzt und Deutschland des Mobilier und seiner Verbündeten schon jetzt leiden, ist gar
jelleicht zu langer Ruhe verhilft. — Der „Staatsanz.“ meldet nicht zu sagen. Die Fabriken entlafsen ihre Ärbeiter, gerade dei
ie Ernennung des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode zum dem Eintriit der kalten Jahreszeit. Aus den französischen Hafen
Iberpräsidenten der 5, Provinz“ Hannover und die Einberufung laufen —
»es Provinziallandtages dieser Provinz auf den 21. nach Han icher, sollte der Mobilier in der That, wie es den Anschein hat,
iover. — Die „Reform reproducirt“ heute ein Gerücht, wornach ich auflösen, so wäre eine allgemeine Handelskrise in Frankreich
hie Regieruna mit der Ahsicht umgehen soll. das Abgeordneten- moermeidlich. Man richtet sich hier bereits auf dieselbe ein.
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        England.

Lonon, 18 Sept.“ Garibaldif auf!den 80 d. zunt Ke
formfeste im Krystallpalaste eingeladen, hat wegen möglicherweise
devorstehender iialienischer. Ereignisse abgelehm

Amerika.

New-York, 7. „Sept. Porsiro Diaz drohte militärisch
einzuschreiten, wenn die zahlreichen Todesurtheile nicht umgewan—
delt würden. Es wird derichtet, daß Carlos Miramon, an der
Spitze von 3000 Mann, um seines Bruders Tod zu rächen, 90
Liberale erschossen habe.
Eingesandt.) —
Die Volksbanken. **
Es ist dem aufmerksamen Beobachter unserer socialen, vollks⸗
wirthschaftlichen Zustände gewiß nicht entgangen, wie seit geraumer
Zeit vermittelst des Dampfes, der Wissenschaft, insbesondere mit
Hilfe des Capitals und des Credits, das Kleingewerbe segensreich
für den Einzelnen wie für das Ganze, in den Großgewerbebetrieb
übergegangen ist. — Daß aber auch die Folge hievon, der Ar—
beiterstand, der kleine Handwerker und Gewebtreibende in eine
schiefe von dem Großbetriebe abhängige Lage gerathen ist. Frei—
lich sind so eine Menge neuer, aber meistentheils unselbstständiger
Existenzen geschaffen worden, denen sich außer der Unselbstständig⸗
teit auch die Unstätigkeit selbst in den blühendsten Industriezweigen
zugesellt hat. Unter diesen Verhältnissen hat sich sohin ein schroffer
Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit erzeugt, welche, den Pau⸗
perismus, die furchtbarste Krankheit. der Gesellschaft im Gefolge
hat, und überall auftritt, wo die verschiedenen Schichten der Be—
bölkerung den Geboten des Zeitgeistes sich nicht fügen wollen. Die
Großindustrie mit dem Uebergewichte des Capitals läßt. den Hand—
werker und kleinen Mann überhaupt nicht aufkommen. Es war
daher schon lange die Aufgabe der Volkswirthe und Stagatsmäuner
diese Nachtheile auszugleichen, und ist heute dajer noch eine mo⸗
ralische Verpflichtung jedes Einzelnen, an dieser Verbesserung mit—
zuwirken.

Ein wirkfames Mittel dagegen, das bis heute die Feuerprobe
glänzend bestanden hat, sind die Volksbanken, unter denen wir
die Vorschußvereine besonders im Auge haben, da bereits die Ein—
leitung zur Constituirung eines solchen hier getroffen ist.

Was versteht man unter „Vorschußverein,“ welchen Zweck
hat derselbe und worin besteht seine segensreiche Wirksamkeit?

Unter Vorschußverein versteht man eine Vereinigung, von
Personen einer Gemeinde zur Erreichung eines gemeinsamen wohl⸗
thätigen nachbezeichneten Zweckes unter gleichen Pflichten und Rech⸗
ten, und solidarischer Haft für die durch sie übernommenen Ver—
bindlichkeiten.

Diese Vereine bezwecken:

1). Den Mitgliedern durch den Credit, welchen die Gesammt⸗
heit genießt, Vorschüsse zu machen und zu ihrem Geschäftsbetriebe
wohlfeilere Gelder zu verschaffen;

2) durch Einlagen der Mitglieder in die Vereins-Casse,
welche verzinst werden, Gelegenheit zur Ansammlung größerer
Beträge zu geben (Sparkasse); J

3) den Geldverkehr unter den Gewerbtreibenden in einfacher,
wohlfeiler und rascher Weise zu vermitteln.

Zu 1) Jedes Mitglied hat ein Recht aus seiner Vereins-
Casse baare Vorschüsse sich geben zu lassen, natürlich hängt die
Höhe desselben von verschiedenen Umständen ab, je nachdem das
Mitglied durch seiuen Antheil in der Casse, oder durch seine per—
sönlichen und wirthschaftlichen Verhältnisse eben Credit genießt.

Welch große Berlegenheit entsteht nicht oft, wenn der Handwer—
ker z. B. nach außen auf einen bestimmten Tag, an dem er es
versprochen, Zahlung zu machen hat? Er geht zu verschiedenen
seiner Kunden, bei denen er sichere Zahlung erwartet, aber —
er geht leer wieder heim, denn diese sind gleichfalls im Augenblick
nicht bei Casse. Was machen? Er will zahleun, damit er seinen Credit
erhält, aber er kann nicht. Er hat zwar noch einige Guthaben bei
zuten Kunden, aber falsche Scham und oft die Furcht, es mit
olchen zu verderben, hält ihn ab. Sein letzter Gang ist zum
Wucherer — seinem Verderben. — All diese Verlegenheiten fallen
wveg, wenn der Handwerker Mitglied des Vereins ist.

Aber nicht nur der Handwerker, sondern jeder andere Stand
ohne Ausnahme wird in die Lage kommen, die wohlthätige Wirk⸗
ung einer solchen genossenschaftlichen Verbindung zu erfahren, denn

zu 2) der Verein hält auch eine Spaärkasse, in der Jeder
seine Ersparniß sicher gegen Zins anlegen kann, wobei es
gestattet ist, solche jeden Tag zurückzunehmen. Es ist diese Spar⸗
kasse gleichfalls eine große Annehmlichkeit. Denn oft wird Jemand
zufällig Geld liegen haben, das er vielleicht erst in einigen Wochen
oder Monaten braucht. Er trägt es zum Verein, erhält seine
Zinsen und kann es am Tage des Bedarfs wieder abholen. Läßt
»rx es zu Hause liegen, gehen die Zinsen verloren. gibt er es

einemn Privaten, somuß er erst lumdigen und der

Jalt einceen daßs epr ⸗ ireht wieder zurückerhalt. Wenn
auch diess Vortheiles nich! it großer Natum d, so sind
aber voch · Bortheil c F —

Zu 3) Der Vortheih welcher insbesondere für Kaufleute und
das Handeltreibende Publikum durch Discontirung und Reescomp-
lirung von Wechseln, durch Einkassirung solcher und Anweisen,
erwächst, bedarf keines Nachweises, da jeder, welcher davon Ge—
brauch macht, dies sattsam erfahren hat? 7

Freilich höre ich manchen fragen, woher denn die Gelder für
diese Vorschüsse fließen.

Die Beantwortung dieser Frage ist leicht und einfach: Jedes
Mitglied legt z. B. monatlich Ufl. so lange in die Casse bis eg
seinen Stammantheil von etwa 100 fl. eingezahlt hat, die Wohlhaben-
den thun dies sogleich und so werden schon im 3. Monat, wenn
wir annehmen, daß 80 Mitglieder ihren Antheil ad 100 fl. ein⸗
legen IJ 5000 sJ.
und 50 Mitglieder monatlich 1ft. alfo in 8.Mo⸗
naten 3 flä ... 50 fl,
ich in der Casse befinden.. 23180 fl.
vomit schon begonnen werden kanm; ja dies konnte: schon geschehen
venn wir nur die Hälfie dieses Betrags annehmen.

Jeder Anfang ist klein und schwor, aber wir sehen doch, daß
nit vereinten Kräften Großes erzielt werden kann. ————
Wir können sicher anuehmen, daß Mancher sein Geld bei
dem Verein verzinslich anlegen wird, denn wo gibtes eine größere
Sicherheit als die ist, welche eine Genofsenschaft von: 100 -206
Bürgern unter solidarischer Haft darbietel. Und wenn die Ver—⸗
vendung da ist, muß es für einen solchen Verein mit solcher Ga—
rautie ein Leichtes sein, von Banken und Geldanstalten Mittel zu
erhalten.

Gehen wir deßhalb mit unverrücktem Auge, mit Ausdauer
und Opferliebe der schönsen Ziele entgegen( und: wire merden ext
jahren, daß die Bewohner von St. Jugbert wo es giln einen
edlen Zweck zu fördern, ihren Schwesterstädten nicht zuxückstehen.
sondern mit der That den Sinn für Fortschritt und gemeinnütz—-
liche Anstalten beweisen werden.

Sit. In abort, 20. September 1867.
VBermischt

Ludwigshafen, 28. Sept. Zum Octoberfeste in Mün⸗
hen ist auch in diesem Jahre ein Extrazug aus: der Pfalz nach
München projectirt und haben die betheiligten Bahnberwaltungen
ꝛine Fahrtaxermäßigung von 50 pCt, bewilligt, wenn sich an die⸗
sem Extrazuge mindestens 300 Perfonen betheiligen. Im: Falle
diese Zahl erreicht wird, soll der fragliche Eytrazug am 5. Octo—
zer wieder nach der Pfalz; zurückkehren. Auf sämmtlichen Stite
ionen der Pfälzischen Bahnen liegen Anmeldungslisten zur Ein⸗
zeichnung auf, welche am 28. September Abends geschlossen wer⸗
»en. Von dem Ergebniß dieser Einzeichnungen wird das wirkliche
Zustandekommen dieses Extrazuges abhängig gemacht. Die An—
meldungen der Bewohner von Mannheim und Umgegend werden
bei der Bahnhofverwaltung Ludwigshafen entgegenommen. —
Wir wollten nicht ermangeln, das Publikum hierauf aufmerksam
zu machen und wir verweisen auf die in den Pfälzer und Mann⸗
heimer Blättern von der Direction der Pfälz, Bahnen hierüber
zu erlassende Bekanntmachung, in welcher auch die Fahrpreise an
zegeben sind.

Die neue Pinakothek in München hat durch deu kunstsin—
nigen König Ludwäg J., den Gründer, eine große Erweiterung
und Bereicherung erfahren, Aus Venedig 40, aus Rom 30 und
aus Athen 33 herrliche Ansichten, 22 Oelbilder aus dem Orient,
aus dem heiligen Land, Cairo, Ephesus und Damaskus.

F. (Mordinstrumente und kein Ende!) Der österreichische Waf⸗
entechniker, Hauptmann Pistotnik, hat ein Repetirgewehr für 60
charfe, nacheinander abzufeuernde Schüsse, (ohne dabei aus dem
Auschlage und Abdrücken zu kommen,) ferner eine Repetirhandka—
none für 120 Schüsse zu je 5 Geschossen (mit 600 Projrktilen in
einer Minute), ferner eigenthümlich konstruitte 165, 32- und
sͤ4löthige Kartätschengeschosse (die ohne Anwendung eines Rohres
oder Lafette abgeschossen werden können) zum Gebrauche für die
Infanterie erfunden und bereits in exacten Modellen ausgeführt.

Am Samstag passirte die ja panessische Gesand—
schaft mit einem vornehmen Prinzen an der Spitze durch Mainz.
Die Herrn Japanesen zeichneten sich durch ihre originelle Kleidung
und ihre Haarzöpfe in außergewöhnlicher Weise aus. Alle waren
nit Säbeln mit schönen Griffen bewaffnet. Der Prinz trug einen
Talar von Goldsioff und offene Pantoffeln; fie führten viele Ba—
zage und Gepäk mit. Vom Bahnhofe aus, wo sie über Dgrmstadt per
Fisenbahn angekommen waren, fuhren die Japanesen in mehreren
Droschken nach dem Dampfer „Humbold,“ mit welchem sie die
Reise zu Wasier bis nach Köln fortsetzten.
        <pb n="445" />
        Die Tyroler Alpensäuger-Gesellschaft
Schöpfer aus dem Pusterthal,

velche im Besitze ausgezeichneter Atteste vieler gekrönten Hänpter
Furopa's iß B ves Kaisers von Rußland, Konigs Ludwig II.
on Bayern, des Exkönigs von Hannover, des Herzogs von Meinin⸗
gen, des Herzogs von Modena u. .w.
sheint keine von den gewöhnlichen herumziehenden maßlirten Th⸗
oler⸗Banden zu sein, sondern eine bessere Künstler⸗Gesellschaft zu
representiren, wie dies ein Artikel des „Bayer. Kurier“ darthut,
welcher schreib:

Seit mehreren Wochen erfreut sich hier (München) die Ty⸗
roler⸗Sänger⸗Gesellschaft Schöpfer und Hinterwaldnex
auus dem Pusterthale, eines überaus zahlreichen Besuches und eines
aungetheilten Beifalls; es ist dieser Beifall auch ein wirklich- vrre
ienter und zwar im Betreffe der Auswaht lieblicher, zum' Herzen
dringender und' auch wieder recht heiterer Lieder. Schon das
xrscheinen dieser wirklichen — nicht maskirlen Tyroler — in ge⸗

ichmadchvollem Nationalkoftüm, ift ein einnehmender und das Zu—
ammenwirken ist so ungekünstelf und naturlich, daß gerada dar
durch der Reiz erhöht wird; rechi angenehme Erscheinungen sind
auich die beiden Frauen und während Fruu Schöpfer sich ganz
desonders in dem Vortrage des seelenvollen Liedesn — u liebes
Aug', du lieber Stkern ?ꝛc. ⁊c.“ auszeichnettt so wirbt sich
Frau Hinterwaldner andererseits durch den Jodler im Betreff der
döhe und Gleichheit der Stimme steis reichen Beifalle Auch die
Vorträge, „auf Holz und Stroh,“ von Hinterwaldner zeichnen
sich durch Exactität stetz aus und Schöpfer, der das Ganze leitet
und schonn in Rußland, Dänemark und ganz' Deutschland, sich
reichen Beifall erwarb, ist eine so ovriginelle, herzgewinnende, stets
heitere Erscheinung, daß durch seine gemüthliche Mimik das Ganze
an heiterer Ahrundung nur gewinnt, was von Hrn. Hinterweldner,
der einen vortrefflichen Baß singt, gleichfalls gesagt werden kann.“
Won Herzen kann deshalb dieser Gesellschaft zus ihren Con⸗
n nur Glück und guter Erfolg gewünscht werden. (Siehe
nzeige.)

2e2x. —*
Theilungsversteigerung.
Saustag den 28. September
1867, W
Nachmittags 1 Uhr . .3
zu Rentrischer Berg bei StIngbert in
er Requirenten Behausung werden die
sammtlichen zur Gütergemeinschaft, welche
wischen Joseph Fichter, Sandgießer
zu Rentrischer Berg wotnhaft und feiner
daselbst verlebten Ehefrau Elisabetha
Wagner bestanden hat gehörigen Lie⸗
zenschaften St. Ingberter Bannes, der
Aniheilbarkeit halber, auf Anstehen des
Willwers und seiner Kinder öffentlich in
Figenthum versteigert, als:
j Plannummer 2606 2 2606 b
3 Morgen 162 Ruthen Fläche,
worauf ein Wohnhaus mit Scheuer
—A
en zu Ackerland zu Rentrischer
Berg.
Plannummer 2616, 1 Morgen
48 Rth. Ackerland am Rentrischer
Berg, neben dem Walde und Ber—
rangs Hinder in 2 Hälften. Loos
1 und II des Planes.
3) 74 Rth. Acker allda neben Pete
Selzer, Loos III.
9 1 Morgen, Acker allda neben vori⸗
gem Stuͤcke, Loos II.
5) ẽben so viel allda neben vorigem
Morgen, Loos y.
6) eben so viel allda, Loos VI neben
vorigem Loose links vom Hause.
7) 1 Morgen Acker allda, Loos VII,
8) eben so viel allda, Loos VIIE.
9 eben so viel daselbst, Loos IX.
neben Gebri Kräͤmer.
10) eben sa viel ebendaselbst, Loos X.
11) eben so viel allda, Loos Xl.
42) L. Morgen, dahelbst. neben Petex
Werner, Loos XII. M
13) 349 HNth. Acker in der Dreifpitz,
neben Andreas Frirdtich unrd Joh.
Georg Wagner.
14). 18 Rih, Wiese in den untern
z„chankwiesen, neben Adolph Keßler
ind Peter Wolf.
4 Rth. Wiese in den Stegwiesen,
aeben Joh. Joseph Ehrhardt sen.
Wittwe und Peter Schmelzer.
24193 Rth. Wiese in der kleinen
Ahnung am Schmelzkanal und
57 Ruih. Wiese in den Steg
viesen, ein Ganzes bildend, neben
Gebr. Krämer und Joh. Hager.
Gorn, kal. Notar.
Das dem Herrn Bang gehbrige
auf Hahnacker —7 Arbeitshaus ist zu
derkaufen im Geschäftsbureau von
VeostphSlinger.

Von einer Einlaufsreise in Paris zurückgelehrt empfehle dat Neue ste in
Filz⸗, Tuch- und gesteppten Seidenhüten
in großer Auswahl. 43

derner Gürtel,“ Gürtelschlösser, feine Auffteckkämme,
Brochen, Ohrringe, Manchettenknöpfe, Cravatten, Kragen,
Manchetten ꝛc.

. Exn
ü— —
Ich zeige hiermit den Empfang meiner ueuenn
Winter⸗Buxrkins
an, und empfehle solche meinen verehrlichen Abnehmern
aute gFufchern uͤg der billigsten Preise in der reichhaltigsten
Auswahl.

Parl dobanok.
Im daale des Herrn Oberhauser..
Dienstag, dem 24. uU. Mitt wooh,, dem 25. SPIhL-
Gr888 I
Anational-Concert
der berühmten
Pyroler Alpensnger-Gesellschafs
Schopfer aus dem Pustert
. 1 Grei Damen und drei Herren in National-Cee
Anfane s UnrAhends. Untrée ν
Conventionelle
Zwangsversteigerung.
Miuwoch den 25. September 1867,
sachmittags 2 Uhr zu St. Ingbert auf
des Notars Amlsstube, wird die nachbe⸗
eichnete Wiese St. Ingberier Bannes,
welche früher dem Zimmermann Michael
uhl gehörte, auf Vetreiben von Leopold
Maier, Handelsmann in Spiesen, als
skechtsnachfolger der Kinder von Michael Uh—
xheleuten wegen Nichtbezahlung des Kauf
dreises gegen Gottfried. Müller, Schiefer⸗
decker zu Elnersbersberg wohnhaft und des⸗
sen Solidarbürger Johann Nau, Ziegler
zu Schiererziegelhütte wohnhaft, zwangs
veise in Eigenthum versteigert, nämlich:
38 Dec. oder 5023 R. Wiesen in den Schie⸗
rerwiesen neben Peter Best beiderseits.
Horn, kgl. Notar.

nußb, Seeretäre, Schreibtische und
CEhiffonier, nußb Commode, Pfei—
lerschränkchen und Nachttische min
und ohne Marmorplatten, Wasch⸗
schränkchen mit Marmor oder Holz⸗
aufsatz, rundo und ovale Tische,
Auszugtische, Näh⸗ und Wasch—
tische von ralten Sortenr; polirte
and lackirte Bettladen, lackirte
Zchränke und Tische in allen belie—
bigen Größen. Ferner alle
Sorten Rohr,. Stroh,
und Weidenstühl
Armsessel, Kinde
stühlchen und Fut
schemel ꝛe. ꝛe. z6
Zugleich bringt derselbe eine große Anis—
wahl Spiegel von allen Größen und
Profilen, Garderobehalter mit Spie⸗
el. Spiegelgläser, Gold und Po—
Ru, in empfehlende Erinnerung
JOhaAin Schuster,
Schreiner in St; Ingbert.

Möbe

—

— — —
Lager

Zwei tüchtige Schuhmacherge—
seblen-können dauernde Beschäftiguug
erhalten bei

Geora Grefß.

des Unterzeichneten unterhalt beständig alle
Sorten polirte und lackirte Möbel als:
        <pb n="446" />
        Die Direction des pfälzischen
Viehversicherungsvereins für
die Pfalz
hat dem die Agentur für
den Kanton Blieskastel übertragen. —
Indem dieses hiermitzur öffentlichen
Kenntniß gebracht wird, ladet man das
Vieh besitzende Publikum zu recht zahlreicher
Betheiligung ein. Statuten —u. s. w
liegen- zur Einsicht affen
Nestnhälinger.
Immer noch
VOrt inꝰsohss
Bior

*

Lage:

254
—2
vom Faß
beiIIius Gre wenig.

—
2 24
5

Einvoregeln
auf dem Heusser'schen Bier—
beller, wird heute Nachmit;
tag den 21. ds. Mts. be—
ginnend und die folgenden
Tage abgehalten, wozu Ke—
gelfreunde höflichst eingeladen
werden.
St. Ingbert den 21. Sept. 1867.
Schoͤnes 9
Sauatlor

bei Mich. Thiery.
Ʒe Unterzeichnetem konnen 83 ge⸗
NRübte Schlossergesellen in
Arbeit treten. F
G. Haas Schlosser.
—— — 7—
Eine große guie Uhr, gch
age gehend, (für eine Wirth
ioft abzugeben bie
esius Grewenig.
Wohnungsvermiethung.
Mein an der Kohlenstraße gelegenes neu
erbautes Haus, enthaltend 14 Zimmer
Küche, Speicher und Keller, mit geschlosse
nem Hofraum, nebst einem 25 Dezimalen
großen Garten und einer 85 Dezimalen
Flächenraum enthaltenden Wiese, beide an
das Wohnhaus stoßend, und das Ganze
zum Betriebe eines jeden Geschäftes sich
eignend, ist zu vermiethen bei
arl Engel
Hauf'm Elfterste inn.“
Das im Zühleneck gelegene Wohn⸗
sjaut des Herrn Gustav —* ist zu ver⸗
niethen oder zus verkaufen, durch das Ge
schaftsbureauu
Wesivhälinger.
NPebdaktion

224

— Programm
33 tür den Aeu 13ιινα
—ä J 5** J * — J — — ———
z3weiten deutschen Protestaäntentag
“* HUa 31* ue, α
6*Neustadt an der Haardt5
am 25., 26. und 27. September 1867.* 1 —
Von Diens tag, den 24. September an, ist im Stadt hause ein Buͤrea ut
zeöffnet zur Anmeldung der Deputirten und Festgäste, Nachweisung von Wohnungen, Em—
pfaugnahme der Programme und Thesen, sowie der zur Theilnahme an den Festlichkeiten
und dem Festmahle legitimirenden Karten und Schleifchen. 5*
Mittwoch 25. September
Bersammlüngen der Ausschüssse des Protestanfen-Vereins zu
den Vorberathungen. Der engere Ausschuß vereinigi sich zu diesem Zwecke um
11 Uhr Vormittags im Saale des Stadthauses, der weitere (die Vertreter der Oris
und Zweigvereine, die Mitglieder des engeren Ausschusses und vom Ausschuß, Beigezogene)
Nachmittags 83 Uhr auf dem Schießhause zur Festftellung der Tagegordnung und Durqh
berathung der Thesen. 67—
Von ð Uhr 4

272. 1231 ä
e u mi o m
in den Anlagen und Sälen des Schießhauses. Mufik, ausgeführt durch die Ka—
pelle des kgl. bayer. 5. Infanterie-Regiments. J W
. Abends Glohengeläuterre —
Donuerstag den 26. September ———
Morgens 6 Uhr Glockengeläute und Choralmusik von dem Kirchthurme.
Vormittags “39 Uhr Versammlung in dem Stadthause, Zug in die Kirche
in folgender Ordnung. —— , α
Mitglieder des Presbyteriums mit dem Festprediger; ν, —
27 die Mitglieder des-engeren Ausschusses des deutschen Protestanten⸗Bereints; *
8) die Mitglieder des weiteren Auschusses und die Äbgeprdneten annen ,
9) schließlich die übrigen Festtheilnehmer, Ah ninrhd me
An Empfang amiPpor raley derz Kirche durch den funktionirendem. Orisgeist-
lichen und Mitglieder des Presbyteriumz· ene.
Für die Mitglieder⸗ des Protestanten-Vereins und diejenigen Festtheilnehmer,
welche die betreffenden Schleifchen' tragen, ist der ganze untere Raum der Kirche reser—
virt; die Emporbühne für die übrigen Theiinehmerx..

Der Eröffnungsgottesdienst wird durch Herrn Stadtpfarrex Schel⸗
enberg don Mannheim gehalten. Nach dem Gottesdienst: Eröffnung dar Ver—
handlungen; Vörl'rag des Herrn Dr. Krause von Berlin und des Herrn Kir—
chenraths. Dre Schenkel über die Bede utung der Union in der Gegenwärt.

3 Halbstündige Pau se; während derselben Restaurgation in der Fruchthalle des
Stadthauses, gehalten-durch den Gastwirth Herrn L. Hornig. 5——

me Nach des Pause Diskusssion über die Bedeutung der Union in der Gegenwart.
ei Nach Schluß der Tagesverhandlungen gegen 4 Uhr im Köhle r'schen Saale
e re Feest mahl
durch Herrn. L. Hornig aus dem Gasthofe zum Schiff, bei Tafelmusik. * J .
Freitag den 27. September, 2*
Morgens 9 Ahr in der Kirche: Vorträge des Herrn Professor Dr. Holzmann und
des Herrn Professor DPr. Baumgarten über die christobogi sche Frage. Daran
anschließend hierauf. Diskussion. V

Mittags 3 Uhr auf dem Schießhause: Sitzung des weiteren Ausschusses des deutschen

Protestantenvereins: zur Neuwahl des engeren Ausschusses. — Nach derselben
gemeinsamer Ausflug nach Haardt.
*— — de ?
Brößtes Tuch &amp;Bukskin-Lager
der Pfalz!!

. AltschüIer, am Markiplatze in Zweihrüeken,
zmpfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Sorten Lambrechter, Niederländer und
Französischer —3 Bukskins und bittet bei außerordentlich billigen und
reellen Preisen um geneigten Zuspruch.

Frucht⸗,/ Brod⸗e, Flcisch⸗ ꝛe. Hreißeer
Stadt Homburg vom 18. Sepibr.
Weizen:8 fl. 13 Ix. Korn 5 fl. 55 kr,

Spelz Afl. 49 fr. Gerste, — Zreihige, — fl.

— kr. Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

4 fl. 80 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗

eln 1fl. 12kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.

27 kr., ditto 2 Kgr. 18-kr., ditto 1 Kgr.

9 kr., Kuhfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.

14 tr. Kalbfleisch 14 kr., Hammelsfleisch

fr.Schweinefleisch 18 kr., Butter 26 ir

— 22 4

Frankfurter Börse
Geldsorten *
vom 19. Sepibr. 1867.
Preußische Kassenscheine .. 1 —VV —
Preußische Friedrichsdr. 9 87/öν
vBistolen .. 94446
dolländische 10 fl.⸗Stücke 233 9 31-853
Ducaten 335-37
2cFrancs⸗Stücke.., 9 291-30
Englische Souvereings“ “. .115857
Bold per Zollfund sein.
Zochhaltiges Silber per Zollpfund —
Dollars in Golde 2 27/- 28
Druck und Verlag von F. X. Demetz in qat. Jngbert. —n
        <pb n="447" />
        — F 757 RX J ** * ια * en— 2226 9 —— ——

—F he 1 3 *D N 2 1 e *

1 1 * * 1

2* 242 v *

9 Ing e tu n3 eig 0

—E—— pi WVi —8 — 4 JJ
piüten ι vοα ν αανα ινν d — n un ν
snio aöe rSiö ανy4ßß — 6 8 u ion * 4
der zStiJungherker An zeig er“ mit seinenr Unerhaltumgsblatte erscheint wochenilich dreumal? Dienktag, Doünetstag
d Samskag !iAbomnementspreis vierteljährige 45. Krzru oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzrt. die dreispaltige Zeile

Blattschrifte odet deren Raum berechnee..

α —* — 4 * ———— 2 ——— F —
NRro, 114. un uen hi Dienstag- den 24. September een * 1867.
⏑ 7 ⏑ ⏑ ————

— — ——— * —8 J— — ⏑—

ket 57 Grrichijmie ines Rerwaltuneizlerichtshofes si nd' geslert

Einladung zum Abonnement. übher die Errichlung eines Verwaltungederichtshofet si nde gestern

Mit dem⸗I.e Ockober nüchsthin be inni bin neuen O a u Ende aediehen 1*

a * Moge — — * Zeit der letzten Verlagung des Landtags am 21. März haben
ra 4 in aie Dew er * ovember und Decem der ˖ ich in, dem Personalstand desselben folgende Aenderungen ergeben:
Wir machen unsere herehrlichen Leser hierauf mit der fteundlichen Fuͤr den verstorbenen Reichsrath Grafen Fugger⸗Kirchberg⸗Weißen⸗
tzitte aufmerksam, ihre Bestellungen zefalligstewecht zaikig zu er dorn rutt dessen e e Ien 3 jedoch, da er das

i Neannemlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten, 25. Lebensjahr noch nicht erreicht hat, nicht slimmfähig ist; für
p tsuch vr e 5 ihe Anzali den lebenslaͤnglichen Reichsrath Grafen August Seinsheim, welcher
welcher das Blatt durch die Poo stbeziehen. für eine möng lich si — * b

5 T. ECCCVCI hekanntlich auf seine Stelle verzichtet hat, ist der Staatsrath v.
baldige Bestellung bei der betreffenden Poste rp edit on oder Vomhard ernannt worden. Dieser letztere war Abgeordneter für
den respl Posthoten Sorge tragen zu wollei damit der Bersand den Wohldistrict Forchheim, und tritt an seine Stelle. der Ersa tz
des Blaites leine Verzoͤgerung erleide . Ins F * ee Joh. —— e en für den

7 Zu ahlreichem Abonnement ladel eind, ie berstorbenen Abgeordneten Hensolt, von Gunzenhausen tritt der

mn Bu zahlreichen *5 π E Pedielon Ersahmann Bezirksamtmann Jul. Scheidemantel von Feuhtwan

vtW 3 75 rpedi gen, und für den am Schlusse des vorigen Landtages ausgetretenen

ANB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch: die Fierbrauer Sieinbock von Rosenheim der Ersatzmann Bierbrauer
hon der Erxpedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das Mar Wir ninger von,Teisendorf ein.
Blatt für das kommende Quartal regelmaßig fortgeliefert sofern⸗ u München. 21. Sept. Die autographirte Hoffmanu'sche
ie dasselbe por:Ende diese s3 Monats nmicht. aus Correspondenz meldet. daũ die Unterhandlungen mit dem Grafen
drücklich bbesteblen. Hegnenberg wegen der Uehernahnie; des Berliner Gesandtjschafts-

64 8 possens zu keinem Resultate geführt haben. —D—
ν Deut schlandetn t —— .Dienstes Nachrichten. 17

J agνι De in — Sbbuna e Aonig haben Sich allergnadigst bewogen
Sderalgefetzgebungsentwiunrfe 8u hezüglich. des, Aere eflinden, ünterm 18. September l. J. zu genehmigen, daß die
ne 5 s * e v ß e eee 8* —— Venningen Bezirksamt⸗ Liden den dem Vsschofe

Erste AbtheilungeAllgemeine Bestimmung.Arten:. uec, Din bon Speyer dem Priester Friedrich Ries, Pfarrer“ in Zeiskam,
zffentliche Armenpflege liegt zunächst der politischen Gemeinde ob. Bezirksamts Germersheim, derlichen werde; und unterni 15. Sept.
inbeschadet der im Gesetze vorgesehenen Betheiligung der Distriets · 6J. die protest. Pfarrstelle zu VLuthersbrunn. Decanats Pirma-
uind iegemenren e ehe —8 F en eededenn 5 Verweser. dieser

Art. 2. ar er hi uͤrftig sind nur diejenigen zu Stelle, Ludwig Meßler von Lobloch zu verleihen.

erachten, welche sich wegen Mangels eigener Mittel und Kräfie Seine Maijiestät der Köni— F Sich aͤllergnädigsteb
»der in Folge eines besonderen · Nothstandes das zur Fristung des — Ie— 3
Iene mnd eeumns der Gesnudheie Anenlbehrliche nicht zu deginnend. 10den Forumeister Friedrich Ert n Winnweiler,
de Vermden 2hB einer Bitte entsprechend, auf Grund des 8. 22 Lit O IX. Bei-

Art. 8.. Die offentliche Armenpflege gewährt Unterstützuug sage zur Verfassungsurkunde unter Aüerkennung seiner mit. Treue
mur imter der Voraussetzung, daß 1) die Hifsbedürftigkeit einer und Cifer geleifieten guten Dienste in den Ruhesiand zu versetzen;

ifelos ist und daß 25 die hilfsbedürftige Person 3 TER e

Person zweifelos ist und „dDu ne⸗ u 2) das Forstamt VLauterrecken unter Zutheilung 4. der Reviere
veder bei solchen⸗ die zut Hilfeleistung rechtlich verpflichtet wären Zochstätten, Siahlberg und Obermoschel zum Forstamte Winn⸗
noch? auf andere etlaunbte Weise die nothige Hilfe erlangen kanm. JZeuer b. der Revire Lauterecken, Mehlbach und Wolssiein gum

Art. * Angenonmen nach ——— — Forfiamle Kaiferlautern, und e. der Reviere Rosenbach, Kusel

J bπ e ee 5 Pelersheim und Steinwenden zum Forstamte Zweibrücken naufzü⸗
— We ng terhaun cann de 4 e * loͤsen, fowie 8) den hierdurch diesponibel werdenden Forstmeister
vahrung des Unentbehrichen. Gabf. 3. pleiben aus— settt) Ferdinand Metz von Lautereden in gleicher Diensteseigenschaft nach

Art. Girr, Die öffentlichen Armenpflegen bder die sonst zur Finnweiler zu versetzen.

8 M—⸗ * * 5 S...x * ———— — ...
offentlichen Umterstützung wepndverzu offentlichen Kassen konner Durch Regierumgebeschiuß vonm I6. .September ¶wurde der
aus dem Nachlaß der von ihnen im Laufe der leßten fünf Jahre * —

22u — Schulverweser Georg Michael Vaud won⸗Schallodenbach zum
hor eingetretenem Tode? unterstützten Personent vollen Ersatz für? —

e .8 — Sqhulberweser au der kathol. Schule in Rodenbach vom 1. Oe
die gewäͤhrte Unterstützüng verlangen,“wenn nicht arme Notherben —*5*
horh anden sind oder der Unterstühte von iner Wohlihätigkeitsan tlober an; unterm 17. September der Schulbverweser Jakob Berg
all beerbt wird.“ 7 in Kottweiler · Schwanden zum Lehrer an der protest. deutschen

Art. 7. „Alle auf —A— Armenpflege bezuglichen Schule daselbst; unterm 18. Sepiember derSchulverweser Wil⸗

Verhandlungen sind von der Tare und Stempelpflicht, befreit. — seim Müller von Hettenhausen zum ·Schullehrer -an der . proft.
ne ine —5 Schule in Maßweiler wom 1. November an, und unterm gleichen
Rechtsanwalte, welche eine Armenpflege vertreten pder berathen 5 7 —
awarne 6 Dalum der Schuldiensterspectant Franz, Joseph Cronauer von Lei⸗
haben für diese ihre Thaätiglen keine Gebühren anzusprechen, wenn n de eeseee der aihel. Snhnie in Laulerreg
bie Armenpflege selbst letztere zubezahlen hätte. Die Notare lon⸗ en qr 5 p ed n rlatho J— e n Runr rrecten
nen gegenübet den Armenpflegen für Beurlundung von Alimenta⸗ vom . Sepleml er an ernann 77
tionsbertragen,“ Vollmachten: und nderen einseitigen Erklaärungen Stuttgatt 29. Sept. Wie .die bayerische, simmt auch
jur Aussteüung von Zeugnissen vder fün die Vornahme pon Be— die wurttembergische Regierung den preußzischen Antrag auf Her
laudigungen deino Gebühren beanspruchen..uen. 31 8 des —I und Aufnahmen der Zoll⸗

Hun chen; 20. Sept. Der MKönig äst heute Nachmittagverhan ungen mit Oesterreich hei.

don Schloß Berg hier eingetroffen.n Der abelgijche Gefandte v. u uFranukfurrit; 20. Sept. uDie“ furn dieru Stadt Frunkfurt

Beaulien ist nach dem Haag defignirt und soll durch den Grafen günstigen Enischließungen, welche seit einigen Tagen in öfficioser
don der Siraaten-Pontholz, gegenwärtig in Madrid, ersetzt wer- Weise von Berlin aus angekündigt werden betreffen I) dieLot⸗

den. Der niederbayerische Appellationsgerichtspräsident, Frhr. v terie, 2) die Regelung der! finanziellen Verhaltnisse zwischen Stadi

Mulzer, ist auf Ansuchen in bleibenden Ruhefstand versetzt worden und Staat.“ In ersterer Beziehung ist nun die⸗igl. »Entscheidung

i snonettee Bergthungen im Minißerium des Innern dabin bereins erfoat datßz die Verordnung, welche? dae Aufhebume

27*
        <pb n="448" />
        der Franlfurter Lotteris verfügte, zurückgerommen und der Fort—
bestand derselhen his auf Weitergs ge“ Bezug gu⸗
die finanzj wi gen ein

— 3 idauen sein melche. b r hwebende Ange·
tegenheit hne mystete Verhandlungen cbiawarten definitiver
Beise regeli. Die Frankfurter Zeitung,“ der wir Vorstehendes
entnehmen, fügt hinzu: „In Kreisen, die wir für unterrichtet halten
dürfen, versichert man, daß die Stadt mit den den Intentionen
des Königs gemäß, gewährten Bedingungen pollständig zufrieden
in konne. Hoffen wir, daß die Verficherung sich bestaͤtigt.“

Wiesbaden, 22. Sept. Bestem — *8 zufolge ifst
die Domänenangelegenheit zwischen Preußen und dem Erxherzog
von Nassau endgiltig erledigt. Der Letztere erhält die Schlösser
Biebrich, Weilburg, die Platte nebst den Parks, die russische Ca⸗
pelle, das Hofgut Hornau und die Besitzung in Königstein nebss
einer Abfindungssumme von 15 Milliongen Gulden. (Wer zahl⸗
diese? Preußen oder der König von Preußen y

Ber Uin. Für eine erhöhte militärische Ausnutzung der
Kisenbahnen bei einent eintreteuden Kriegsfalle find gegenwärtig
nuf Besiellung der Regierung zunächst FJanz eigenthuͤmlich con⸗
struirte Ejsenbahnwaggons hergestellt worden, welche außer? ihren
Benutzung für den Personenverkehr zugleich derch eine geringfüglge
Heranderung einen weit leichteren und zwedmäßigeren Transpor
yer Frankeir und Verwundeten gestatten, als dies bein den bishe
gr Waggong geschehen konnte Außerdem aber liegt es in der
Aoasicht, auch die Güterwagen für den Transport der Pferde und
Fahrzeuge anders und zweckmäßiger zu construiren, und es iverden
die Eisenbahnen augewiesen werden, künftig bei Neubeschaffung sohe
her Wagen diese nuͤr nach den vorgeschriebenen Grundsätzen an⸗
fertigen u lassen. Außerdeim ist von dex über die Eisenbahnbe-
iuzung im Kriege zũ Anfang dieses Jahres niedergesetzten Kom⸗
mission bekanntlich ioch empfohlen worden, darauf hinzuwirten
daß die Eisenbahnen durchgehends zu zwei Geleisen hergestellt und
an den Haupt⸗Eisenbahnbauknotenpunkten Verbinduungsbahnen an⸗
gelegt würden, doch dürsen bei dem inmensen Kostenaufwandt
dieser neuen Anlagen deren Verwirklichung wohl nur ganz all
mälig erfolgen.

Berlin, 19. Sept. Die preußische Circularde—
pesche vom 7. September über Salzburg wird trotz ihres überaus
friedlichen Inhaltes in Biarritz nicht angenehm beruͤhren / und auch
Hrn. v. Beust wird beim Lesen diesez Documentes das Herz un
uhiger geschlagen haben.“ In politischen Kreisen meint man, Graß
Viemard zeige in seinem Circular, daß er über“ die Salzburger
Herzensergüsse gnt unterrichtet sei, Manches andeute, Manches
verschweige oder nicht zu keunen sich stelle. In diesen Kreisen
wiederholt man die Aeußerung eines Diplomaten, der gesagt ha—
ben soll: Erinnnern Sie sich an die Staaten unterm v1. Brei
tesigrade in Europg und seien Sie versichert, daß Oesterreich in
einem zukünftigen Kriege Frankreichs gegen Preußen aus Selhft ⸗
erhaltungstrieb sofort an der Seite Frankreichs in den Kampf
—R deröffentlicht den angeblichen
Itholt der preußischen Depesche an das danische Cabinet vom
22. August. CSo vilel ich weiß, steht in dieset“ Depesche — in
der echten — kein Wort von einer Abstimmung oder Demarcä
—
Auf dem am I, d. M. in Hannover zusammentretenden Provin⸗
ziallandiage soll auch die Lotteriefrage erörtert werden, um dann
ihrer Erledigung entgegenzugehen. Tinstweilen werden die Fiehuu—
gen fortgesezt.Die Regierung beabsichtigt, auch in der Provinz
Hannover eine Generalcommission zur Regulirung det bäuerlichen
Verhältnisse einzusetzen. — Es befinden sich in diesem ⸗ Augenblig
Postbeamte aus Sachsen, Medlenburg, Oldenburg,“ Btauuschweig
und Lübedh hier in Berlin, um das preußische Postwesen kennen zu
lernen. Es soll für ganz Norddeutschland eine allgemeine gleich⸗
mäßige Postinstruction erlassen werden.

Berlin, 20. Sept. Wie die „Vojfische Zeitung“ vernimmt,
hat Braunschweig eine Militairconvention mit Preußen asgeschlej⸗
sen und auch mit Medlenburg sind Verhandlungen eingeleitet, so
daß alsdann alle kleineren Bundesstaaten in Conventions Vexhält⸗
nissen mit Preußen stehen. Am 1. Oltobee findet allerwärts die
Jupflichtnahme, resp. Vereidigung der Truppen der üorddeutschen
Contingente für den König don Preußen statt.

Berlisn, 21. Sept. „Zeidler!s Corxrespondent“ meint die
Einberufung nassauischer Vertrauensmänner sei nicht gewiß, do
der Termin bis zum J. October zu kurz sei. 5

Hannover, 22. Sept. In der verslossenen Nacht hat die
Polizei aus Anlaß einer Demonstration wegen des gestrigen Ge—
buristages des Ex⸗Kronprinzen zahlreiche Verhaftungen ehemalige
hannoverschen Militärs vorgenommen.
n Wisen, 20. Sept. Außerordentlicheßs Aufsehen exregt die
zexichtlich angeordnete Inhaftnahme eines hohen Militärs, des
FelomarschallLieutenants Baron Koudelka, eines Schwagers

des, frühern
ded f h

Si- ministers v. Schmerling. Ueber die Veran—
S end — ader N gleimig
der Verhaͤfteze wrde

r⸗· V.

Paris, 19. Sept Die „Liberte“ zeigt unter Vorbehalt
an, daß die Herren Pereire und Salpador ihre Entlassung als
Berwalsungsraͤthe des Credit Mobilier gegeben hätten, und daß
Graf von Germiny zum Praͤsidenten und zwei andere Persönlich
keiten zu Verwaliungsräthen diejer Gesellschaft ernannt wor—
den seien. .
Paris, 19. Sept. Der Gesundheitszustand läßt hier in
diesjem Augenblick viel zu wünschen übrig, alle Spitäseg sind an⸗
gefüllt mit Thphuskranken. Die Polizei hat ee und heute
morgen mehrere Maueranschläge wegnehmen lassen, worin das
Brod zu 12 Fous (e ostes jetzt 21) Dened oder mit Mord
und Todtschlag gedroht iste Die Vorfalle mit dem Credit mobi—
lier, dessen Papierere (Immobiliere, span. Nordbahn n. Comp.)
leidet anassemveise un das eine Ersparniß⸗ Ubergingen, reizen An—⸗
gesichts der Poth und Theuerung die. Massen in hedauerlicher Weise
uf, und kin Schreiben, welchez in der Presse* Mires an den
dandelsminister ichtet gießt DOel ins Feuer. Mires sagt u. A.
Sie sind Minister des Kaiserb ünd die Intervention zu Gunften
zes Credit⸗Mobiliertritt jo mächtig hervor, daß sie, anstatt zu
veschwichtigen; beunruhigt.· Aus den Besorgnissen, welche Sie
wachrufen exmwachsen die unsinnnigsten Poraugsetzungen; man scheint
zu glauben, daß den Administratoren nur darum eine 4 gestat⸗
let wurde, um ihnen Zei zu lassen, iinirgendb ig Weiso ihre
Berantwortlichkeit zu loösen vder sie illusorisch zu machen, wenn sie
geltend gemacht wuͤrde: An das Vermögen der Administratoren:
Pereire. Galliera, Selliere. Mallet 25. HGiegrauf. B360 Mill.
rn müsse man sich halten, sagt Rieß F hud daß Publikun
mit ihm. 3 5

Paris, 20. Sept. Es ist heute gu der Vörse das Ge—
rücht berbreitet, daß einige der Vervnltnügsräthe dus dem Eredit
Mobilier ausgetreten seien und andexe ernannt worden seien,
welche die schwebenden Schwierigkeit ordnen sollen. Als ausge—
schieden nennt man fortwährend die; Herren Pereire und H. Sal⸗
hador.“ Das Gerücht ist noch nicht von competener Stelle wider⸗
legt, und findet darum Glauben. Unßer den Verwaltungsrüihen
—A—
heftigen Lluftritten gekommen sein. Gegen Ende war so ziemlich
Alles flau, doch blieben die meisten Kourse in einjger Hausse.
Der „Constitutionel“ theilt heule das Rundschreiben des Hrn
». Bismarck mit, „ein Dokument, wie er kurz bemerkt, daß sehr
iichtlich (brss vigihloment) hHemüht ist, die Besorgnisse des deutschen
Patriotismus zu beschwichtigen.“

*In mehreren Vorstädten kam es wegen dex hohen Brod⸗
preise zu unrnhigen Auftritten. Die Regierung sucht die Auf-
regung und ein weiteres Steigen der Preise zu verhindern, indem
——— de⸗
Credit Mobiliex anwies die Korne und Mehlpreise durch Verlquft
zu drücken, was auch geichhhh.

Paris, a2. Sept. Der „Etendard“ erklärt diz Angate
daß egen des Bismaré'schen Circulaxrxs zwischen Paris
und Berlin Explicationen gewechselt worden seien, für falsch und
hehauptet/ Haß pn einer Aenderung des Septembervertrages
Fwischen Fraukreich uud Italien wegen Rom) nicht die Rede jei
Fur neu eintretegde, Eventualitäten“ x sagt der „Etendard“ —
wuͤrde ein neueß Uebereinkommen nöthig sein, das jedenfalls die
Erfüllung der gegenseitigen Verpflichtungen, die strenge Bestrgfung
der Friedensbrecher, die Erhaltung des hejligen Stuhles und die
Achtung“ der Vechte des römischen Volkes zur Grundlage hahen
müßle. Das genannte Blatt behauptet fexner, alle Versuche, Ga⸗
ribaldi von seinen Plänen gegen Rom abzubringen, seien ge—
icheitert.

z üee d England. 82

London, 17. 1Sept. Mik den :herrannahenden Herbft
Aequinoctien treffen auch schon die ersten Nachtichten bon Schiff⸗
brüchen ein. Die Yacht Tana sank hei Donaghdee an der iri—
schen Küste, und der Eigenthümer, der sich mit Frau und Kind
an Bord befand, wurde von den Wellen fortgespült, während es
der Maͤnnschaft gelang, sich zu retten. Das Schiff Kate ubp
Marh fand bei Arklow feinen Untergang. Die Mannschaft ver⸗
dankte dem Rettungsboote das Leben. In der Bai von. Dub in
ging der Schooner Splenidid unker, und die unerschrodene Beman⸗
nung des Rettungsbootes entriß erst nach vier Mol erneutem Ver⸗
suche die Matrosen der Todesgefahrh. 5

Italien.
Floxenz, 21. Eept. Nach dem „Secolo“ beschloß hier
am 48. d. eine Versamplung garibaldischer Officjere, uͤnter allen
        <pb n="449" />
        Amstanden und sobald als möglich einen Schlag gegen Rom zu
aen a i 9 —3 — — —
AuFlorenz, 31. September. Die amtliche Zeitung bringt
aine auf die Gartbaldische Agit id m bezugůche Erklarung
her zufolge datz Ministerium eine Verletzung der xomischen Grenze
nicht dulden und' den Zuwiderhandelndendie: Veränmwobrtlichkeit
iür alle Folgen überläßt. 7*
Rom, 21. Sept. In einem feierlichen Consistorium v e r⸗
»a mm ke der Papst Pius und erklärte Null uünd RNichlig das
talienische Gesetz uͤber die AUrsupation der Nirchenguterte ge
Vermischtes.

F Landau, 19. Sept. Zwei Gendarmen, der eine von
der Station Landau Namens Fries, der andere von der Sta⸗
tion Edenkoben, kamen heute Vormittag 11 Uhr nach Niederhoch⸗
tadt, wo sie bei Pfalzwirth Voelker einkehrten aßßzen und tranken,
nährend der Wirth Voelker auf einer Bank sitzend, den Kopf auf
den Tisch gelegt, eingeschlafen war. Als nun der Gendarm Fries
in den Hof gegangen war, schlug er bei der Rückkehr in's Zim⸗
ner dem schlafenden Voelker mit der Säbelscheide in's Genich
dicser sthr in die Hohe und röef* Muß ich inir denn Alles 'ge⸗
salled kasstn 22 Hieraus entspann siche eine Worthaigeret isi de—
ren Verlauf der Gendarm Fries den! Säbel zog und“ den Wirth
Boelker durch einen Stich jn den Schenkel verwundete; nun ließ
Boelker inen Polizeidienet Jjur Hilfe rufen? welchem' aber die
Bendarmen erklaͤrten, daß er ihnen Nichts zu sagen habe. Nun
artete der Streit zu schweren Thätlichkeiten aus wobei der Gen⸗
darm Fries dem herbeigerufenen Polizeidiener eine toͤdtliche Stich⸗
wunde beibrachte. Jetzt wurde Sturm geläutet. und die beiden
Gendarmen von den Bauern überwältigt, welche dieselben heute
Abend G Uhr, mit ihren eigenen Ketten an den Händen krumm
zeschlossen, als Arreftanten hieher brachten und zwar mit gunzlich
jerfetzten Kleidern, so daß man ihnen von der hiesigen Gendar⸗
mexie⸗Station Mäntel an's Thor holen —
die Stadt transportiren konnte. — Der unglückliche Polizeidiener,
zin ruhiger, braver Mann, starb nach einer Stunde er hinlerlaßt
Frau und Kinder. (Annw. W.)

fLudwigshafen, 17. Seßt. Im Monat August 1867
hat die pfülz. Ludwigsbahn 250,073 fl. 86 kr. ertragen; gegen
den gleichen Monat 1866 Mehreinnahme 63,488 fl. 50 kr. —
Die pfälz. Maximiliansbahn ertrug im August 1867 68,314 fl.
is irg mehr gegen August 1860 19047 s. 24 Ir. — vie Neu⸗
tadt · Dürkheimer Bahn haite eine Einnahme von 8,446 I. 88 kr.
niehr gegen August 1866 887 fl. 7 It.

. Nächsten Sonntag veranstalten die Gebrüder Berg in!
Frankfurt eine Luftschifffahrt, bei welcher auch ein Elephant
mitgenommen werden soll,

F In Stelle der jetzt umlaufenden Noten der preußischen
Bank zu 10 Thaler soslen andere von demselben Betrage ausge⸗
geben werden. vd

F (Ein Fürst in Tricots. Der belkannte Fürst Paul von
Thurn und Taxis jst nunmehr vollständig in Momus' Dienste ge⸗
freten und hat ein Engagement am Theater in Köln angetreten.
Dort befindet sich jenes Fräulein Kreuzer, welches stets genannt
vurde, wenn man von den seltsamen Launen des Fürsten zu er⸗
zühlen wußte. Der Director des Kölner Theaters hofft mit dem
durchlauchtigsten Komiker gute Geschäfte zu machen.

x In Berlin verurtheilte das Criminalgericht den Redacteur
des „Kladderadatsch,“ Dohm zu vierzehn Tagen Gefängnißstrafe.
Veranlassung zu dieser Verurtheilung gab ein Gedicht in Nr.“ 22
des „Kladderadatsch“ unter der Ueberschrift: Für die Weltaus—
itellung,“ worin gesagt wurde, daß 25 Heilige pon on pr
Ausstellung nach Paris geschickt werden solllen.“ Es wurde in dem
edichte eine Verspottung von Einrichtungen in“ der? katholischen
stirche gefunden. *7
.T. In Bristol wurde eine Falschmünzerbande nebst sämmt⸗
lichen Werkzeugen und Formen aufgehoben, ebenso ein Photograph
nebst seinem Sohne festgenommen, welcher äußerst gelungene Nach⸗

hildungen von 1 8strl. Noten gefertigt und als achte in den Ver⸗
kehr gebracht hatten —
gr den Konig von Portugal soll ein eigenthümliches
Atzen ügt stattgefunden haben.“ Bti einem Gang durch die Stra⸗
zen don Lifsabon sprang ein Affe, der gerade sein Kunststück zeigte,
auf ihn, und hätte ihn beinahe erdrosselt, ehe abgewehrt wer⸗
den kounte. J
7 Für sparsame Hausfrauen haben zwei Norweger, Swansen
ind Thaler, eine aufomatische (selbstarbeitende) Küsch e er⸗
sonnen und damit auf der Pariser Ausßpellung viel Beifall gefum
den. Das Princip des kleinen einfachen Apparates iß nichts an⸗
deres als die jchlechte Warmeleitungs⸗ oder gute Warmerhaltungs⸗
ähigkeit thierischer Haare. dieselbe Eigenschafi. die unsern Wollklei⸗

dern und Pelzen ihre Brauchbarkeit verleiht. Hiernach besteht die
zutomatische Küche aus einem hölzernen, nach unten etwas enger
petdenden Lastent oder Kistchen vdessen Innenwunde mit einem
dicken Filz! von Pferdehaaren ausgelegt sindzunemm zugehbriger
hlecherner· Einsatz füllt den Innenraum' gerade aus imd ein Holze
jeckel schließt das Ganze. Beim Gebrauch wird dus Blechgefuͤß
ode ein Casserol benuhee Manseht zaBRindfleisch darim mi
altem Wasser; un und: bringtes über hellem Feuer zum Sieden.
Ist dieser Punkt erreicht; so laäßt man das Sieden voch f uff
Finuntenraang fortgehen, setzt dannn daß Casserol in Den
dasten, deckt zu und überläßt es dem Apparat, das angefangene
Werk zu Ende zu führen:“nDie erlangte und durch denselben zue
ammengehaltene Hitze reicht hin, um das Fleisch innerhalb drei
Stunden, vhne weitere Anwendung von Feuer vollständig gar zu;
ochem wobei auch noch eine sehr⸗ schmachhafie Brühe gemonnen
virð. In Zwischenzeiten läßt sich der Apparat auch im entgegew⸗
zesetzten Sinne, namlich wie ein kleiner Eisteller benutzem du na⸗
ürlich die wärmedichtäͤn Wände äußere Wüärme eben so schwer.
ns Innere dringen kassen wie umgekehrt. Willf man! also Butter,
Fleisch ꝛc. in guter Frische erhalten, das Eis vor dem Schmelzen
ewahren, so ist die automatische Küche der geeignete Ort hierzu.
an verlauft dergleichen Apparate! in “einem Format daß sie dür
146 Personen Vouillon ssefern in Paris frt 17 5*. R.

— Der Bürgermeister Ritter von WMertens in“ Salzburg er⸗
hielt pon der Kaiserin Eugenie — wohl in Erwiberung des ihr
don der Stadt Salzburg überreichten Ansichtenalbums — eine
sosthare goldene Busennadel mit Brillanfen und Perlen.

7 Der —A der Pflugschaar. Die Eng—
änder spannen geggenwärtig ine Indien den Elephanten dor den
Pflug. Sie haben aus »demschönen Thiere einen“ friedlichen
Arbeifer gemacht. Man fertigt in London ungeriein große und
sarke Pflüge an, wie sie der Kraft des Thieres angemessen sind
und schaffte fie per Dampfboot über das mitfelländische Meer,
den Canal von Suez, das rothe Meer uͤnd den indischen Ocean
nach ihren Bestimmungsorten. Jeden Morgen nimmt —J
ohant seinen Führer beim · Gürtel setzt Lihnficht Auf! den diu⸗
ken und geht auf's Feld. Zwei Arbeiter halten die Pflugstergen.
So lange die Sonne über dem Horizont steht, macht der Ele—
phant seinen Weg und wirft hinter sich einen Haufen Erde oder
zdielmehr einen langen kleinen Hügel auf; er zieht auf diese Wesse
eine Furche von beinahe 5 Fuß Breite und 3 Fuß idh J—

Landwirthichaftliches.

Die Lockerung des Untergrundes. Gelegentlich
der 36. Generalversammlung des landwirthschaftlichen' Vereins
der Provinz Rheinpreußen, welche in der zweiten Woche des Sep⸗
ember zu Saarlouis stattfand, hatte Herr v. Fellenberg, Guts-
vesitzer zu Merzig, zwei Garben Hafer ausgestellt, welche auf dem⸗
elben Boden, in gleichem Düngerzustande, gleicher Saatzeit ge⸗
vachsen waren, nur mit dem · Untetfchiede, daß ein Theil des bde⸗
reffenden Ackers vor Winter mit dem Untergrundspfluge befahren
porden war, der andere nicht. Die Hafergarbe von dem mit dem
Intergrundspfluge befahrenen Stüche war nicht mehr als 1 Fuß
änger als die andere und wog beinuhe noch“ einmal so d
viewohl beide in gleicher Seillänge lagen und gleichmäßig ange—
ogen waren. Auch die landwirthschaftliche Lehranstaͤlt in Worms
jat in diesem Jahre eine Reihe weiterer Versuche über die Wirlk⸗
ing der Untergrunds-Loderumgauf Kartoffeln -ausführen lassen.
Zo weit die Resultate bis jetzi zufammengeftellt sind, rgaben die
Bersuchsstücke mit gelbocke rtem Untergrunde gegenübet den
onst gleichmaßig behandelten Stücen:: ohne —
hurchschntttlich 27 Procent Mehrertrag, mit Ausnahme auf den⸗
enigen Boöden, die einen undurchlassenden Untergründ
atten, wo sich eine Verminderung des Ertrages nach der Ünter—
grunds Locerung herausstellte. Diese Beobachtung steht auch im
kintlange mit den in Saarlouis ausgesprochenen Etfahrungen,
vornach auf Böden mit undurchlafsendem Untergrunde die Unter⸗
grundsloderung des Bodens vorausgehen muß

deber Kapitalverwendung. Bei den meisten
JZandwirthen, jusbesondere aber ber den weniger begüterten, herrfscht
aoch allgemein der Brauch, erübrigte Gelder wo möglich nur zur
Bergroͤßerung ihres Grundbefitzes zu perwenden. Die Nachfrage
nach Grundstücen ist deshalb immer groß, das Angebot dagegen
tein, wodurch dann manchmal ganz enorme Güterpreise entstehen.
Inmoglich ist es, daß ein Besitzer von solch enormm theuern Grund-
fücken eine Rente und für Arbeit einen entjprechenden Lohn haben
ann, und wenn er auch die bestrentirenden Bewächse darauf dauit.
Perden diese übermäßigen Preise aus kigenen Hritneln bezahlt,
vas gewöhnlich der Fall ist, dann lommi der Landwirth nichi
ückwarts, er Kommt aber auch nicht vorwärts; müssen aher die
Mittel hierzu geliehen werden, dann der Rückschriii hicher danß
        <pb n="450" />
        ——4 e eee
hat er fich einen Ruin gebaut, weil die Zinsen der Schuld größer
ind, als der Reinertrag des betreffenden Grundstüdes. Warum
erwenden der Landwirih: dennoch seine, disponibeln Mittel zur
Frweiterung seines Grundbesitzes . Hauptsächlich hat dies seinen
Hrund darin, weil er nicht rechnet, weil er nicht weiß, daß es
hm nichts einträgt; weil er glaubt, sein Besitzthum sei vollstandig
berbessert, er brauche nichts mehr daran vorzunehmen. So viel
feht fest, daß bis jetzt noch keine Wirthschaft auf die höchste Stufe
der Vollkommenheit gelangt ist, denn bei vielen Landwirihen, ins⸗
hesondre aber bei den kleineren, die so gern Aeckerchen steigern,
rehlte es noch an manchen nöthigen Verbesserungen, wie z. B. an
hesseren Anlagen der Düngergruben, an der Anlegung von Jau⸗
henlochern, an Anschaffung von gutem Zuchtvieh und Anwendung
cmstlicher Dimger, Vertiefung des Untergrundes, was ja, wie wir
m obigen Bericht vernehmen, bessere Zinsen trägt, als die An⸗
chaffung don so theueren Grundstücken, Entwässerung nasser Felder
und Wiesen und Bewäösserung trockener Wiesen. Den Fall ange
dommen, es liege keine Gelegenheit oder Veranlassung zu solchen

GBerbesserungen vor, so würde er sein Geld doch besser zinstragend
wenigstens so lange ausleihen-(welche Gelegenheit die Voxschuß⸗
dereine recht gut darbieten), bis er ein Grundstück billiger kaufen
ann. Oder denkt der Landwirih denn, gar nicht darqu, daß er
auch einmal in Mißernten oder anderen Unglücksfällen seine Er—
parnisse nothig haben wird?
Bereitung eines guten Düngers aps Unkräu—
zern. Man vermischt die gesammelten Unkräuter schichtenweise
nit frisch gebranntem ungelöschtem Kalk, der jedoch zu kleineren
Stüdche u zerschlagen sein muß, damit er sich ziemlich gleichmäßig
ertheil en iäßt. Durch die Feuchtigkeit des grünen Krautes wird
der Kalk gelöscht und dabei eine solche-Hitze entwickelt, daß das
raut gewissermaßen verbrammt wird. Gut ist es, weim die Hau—⸗
fen mit Rafen bedect werden, indem dann die Hitze besser zusam⸗
nen bleibt. Bei schon verfaulten Düngestuffen darf man dagegen
einen Aetzkalk anwenden, weil dadurch das sich schon gebildete
Immoniaiabgetrieben wird, wodurch der Dünger an Werth
erliert.

Die Direction des pfälzischen
Viehversicherungsvereins für
die Pfalz
dat dem Unterzeichneten die Agentur für
Kn Kanton Blieskastel übertragen. —
Indem dieses hiermit zur öffentlichen
Venntniß gebracht wird, ladet man das
Bieh besizende Publikum zu recht zahlreicher
letheiligumg ein. — Statuten u. s. w
ziegen zur Einsicht offen.
MWestphãlinger.
Wohnunasvermiethung.

4 —8 8* ⸗
rösztes Tuch &amp;Bukskin-Lager
— J J J J der Pfalz!! , . ———
. AItschiern, an MpIaα_α ιαινναι⏑.
mpfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Sorten Lambrechter, Niederländer und
Französischer Tuche und Bukskins und bittet bei außerordentlich. billigen und
reellen Preisen um geneigten Zuspruch..
Von einer Einkaufsreise in Paris zurückgelehrt, enwpfehle das Neueste in
Filz⸗, Tuch⸗ und gesteppten Seldenhüten
n großer Auswahl. F J

derner; Gürtel? Gürtelschlösser, feine Aufsteckkämme,
Brochen, Ohrringe,, Manchettenknöpfe, Cravatten, Kragen,
Mauchetten ꝛ⁊c. ————

Mein an der Kohlenstraße gelegenes neu⸗
erbautes Haus, enthaltend 14 Zimmer.
tüche, Speicher und Keller, mit geschlosse⸗
nem Hofraum,“ nebst einem 25 Dezimalen!
zroßen Garten und einer 35 Dezimalen
Flächenraum enthaltenden Wiese, beide an
das Wohnhaus stoßend, und das Ganze
zum Betriebe eines jeden Geschäftes sich
ignend, ist zu vermiethen bei
n Karl Engel —
ια aum Elster stein.
—
Gedämpftes und rohes
— 3235 —— 9
Knochenmehl
hilligsi zu haben bei
—lE- Teer Jun. 3
— it *7 Dr
AgZu vermiethen:
ein Logis bestehend in mehreren Zim⸗
mer! nebst Küche; Keller und Speicher
bei 9— 9 *7
e Joh. Grewenig jun
Noue Hollander· Kron-
brand· Vollbaringe,
Atiain Bæes te Sardellen- 411
EPriIma ShvvEν,
Mai næe HEHandkümαν
Vineroyrs Rahinkũse,
det — — — * .
3 Ven PFritz Panzerbieter.

e nh ern pu * —8 17 *
J— * 412 57 — —8 Btern ite
44n Zweirrberzüsckeah.. a
Im Saalo des Herrn Oberhauser,. 29
Dienstag. dem 24IB. Mitt woch. den 5. S
Ger o 8 8o 8 VV——
α aonal-Concerr
7 3 233, der berühmten σν ν:ä. —
u Tyroler Alpentanger-Gesellsehaff,
Sehöpfer aus dem Pusterthal.
GOrei. Damen und. drei Herren in National-Costum.n
να S Un Ahends. Dntrée 5 Sr.
AELrziehungs· Anstalt ue guez enn ubt e
* end, (fü irth⸗
nib Vnterricht in ae n Fächern, chaft) ist —* —83 — ieih
desonders für Knaben und junge I-eute, 428
Be sich dem Hancddel vidmen. 5c— Julius Grewenig.
Jründliche Erlernung der französsßs — — —
rehem uud emglishen Sprache aur . Worms den 20. Sept.
aglichen Umgangmit. Franzosen und gir noti ma 44
huglandern beföräert, —, Pensionat zu i Ae wo hrute y8 fl. * kr
en — ehpian danco fb 84
durch den Vorstandd des Inter- 5 10 r 40 tcc per ibo ditt * *.
eational-Lehrimstütuts im Br. p . Kilon Hafer
ru enanl (Baden) l. 4 kr. bis — l. T per 60 Kilo
— * α Hechl per Partie 14 it.ln. bis — fl.
E zur, diesährigen Kölner —kr. Roggenmehl — A. ir bis b
—X ae Ge⸗7 r.Aohngenporschuß B8 fiig krabis
wvinne Thaler 2ö —⏑ l. kt. Weizenvorschuß 17.ft. 80 kr.
öö, 23οο, 1000 360, 6. zu 18 - kr Blumenmehl. Xf. Ib
einem Thaler pro Stück von heute bis — I.. per 0 gilo. Reps
an zu haben hei *3 9 . 3 8 *
ilo. oͤl. ohne Faß 21 fl.“ ⸗kr. bis
Riohard Tν. Buchbinder 21 fl. 30 kr. Leinol ohne Faß 24 fl.
im Zweibrücken. 30 ir. bis — fl. — irxr. Mohnol ohne
——— — Faß 36 pr. bis 2 tr. per
—D— 30 Kilo. dtepskuchen Gt . M kr. bis
m 77 f ir Branntwein Z5fl. 30 tr
ich. Thiery. . — viiteb
—E —
        <pb n="451" />
        F —— F A 9 —E J 0 *34
2 8* F 4* M——
» —A ——* VA i 0
* — * J e —4— 7 vh v vaeJ A J 1
— ——— 2 d sbeenge
der St Ingberter Anzeigeer“ mit seinem Unterhaltumgsblatte erscheint wöchentlich dreimall: Diensstag, DonnersStäg
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr.“ Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Weile
Blattschrift vder deren Raum vevechnet.
151 . 2 . . 28
Rro. IIU5ß5. — Donuerotag, den 26. Seytenrblhe 1867.
Deutichlandee. unen Kommer der Reichsräthe in ihrer Mehrheit zu erwarten sein.“ In
Muünchen, 210 Sept. Der Soli al gefeßgebeinmgise viesem Falle wäre schon deswehen kein Anlaß gegeben, fich jen er
aussschuß hat in seiner gestrigen Situng die Berathung des amuter Fu Liede zu dpfern weil ja die Staatsregiernng ein kon⸗
Gesetentwurfes über die dffenkliche — —— zum Art. 10 ülutiouelles Misel an der Hand dat. in jener Kammer die Mehr⸗
inci. fortgesehßt und die Art. 8- 10 in folgender Foafsung ange- Kett zu ethalten. So gut das retrograde Prinzip iener Kammer
nonnen uirch Politiker wie v. Bayer, b. Ringelmann d. Maffei, v. Are—
Zweite Abtheiluug. Von der? örtlicher Armenpflege. Art 8. in. Fürst Taris Hünfels⸗und schließlich durch v. Bomhard sich
Für den Bezitk jeder politischen Gemeinde besteht eine Armen- Rwerstärken wußte eben so gut kann die entgegengesetzte Richtung
oflege, deren Geschäfte durch einen Armenpflegschaftsrath besorgt “irse Verstärkung einmal auf ihre Weise in die Hand ehmen. —
verden.“ Mimisterialrath Lipowsky hat sein neues Amt noch nicht angetre
Erfster Abschnitt. Vonn' den Verbindlichkeiten enzeauch war er ndch nicht in Berg, wie einige Korrespondenten
und Ersatzansprüchen der politischen Gemeinden. neldeten. Wenn wirklich Bez.exAmtmanuv. Grundner. belaumt
Art. 9.„Die Unterstützungspflicht der politischen Gemeinde er⸗ 18 der Autor einiger klassischen ortspolizeilichen Vorschriften. Po⸗
treckt sich zunchst auf die in ihr hetmathberechtigten hilfsbedürf⸗ izeidirector wird, so ist die Entfernung Lipowskn's doppelt gu
igen Personen nach Maßgabe des Gesetzes vom ... über Hei— 'edauern. (FJränk. Kur —6 *9
nath. Vereheligung und Aufenthalt. Under den Voraussezungen München; 24. Sept. In der heutigen Sitzung des
)er Art. 2u. 3 gegenwärtigen Gesetzes ist es Aufgabe der öf⸗ Soveialgesetzgebungs⸗Ausschusses erklarte. die Staatsregierung, daß
entlichen Armenpflege: 1) den danz erwerbsunfähigen Personen ie im gegenwärtigen Zeitpuntte ihre Gesetzesvorlagen nicht modi—
zie zur Fristung des Lebens unentbehrliche Nahruug, Kleidnng, iciren und der dverfassungsmäßig vorzezeichneten Erledigung der—
Wohnung, Beheizung und Pflege zu gewähren; 2) Kranken die ethen nicht vorgreifen werde.“ Die königliche Sanction werde
erfotderluche ärztliche Hilfe nebst Pflege und Medicamenten zu ver⸗ edoch für die diesseitigen Landestheile auch dann eintreten, wenn
chaffen und insbefondere Geisteskrauke, welche sonst der nothwen⸗ Nva eine Ausdehnung der Gesetze über das Gemeindewesen, Ver⸗
digen Aufficht und Pflege entbehren, in einer Irrenanstalt ünters helichung- Aufenthalt und Gewerbswesen auf die Pfalz vom Land;
ubringen; 8) für die einfache Beerdigung verstorbener arnter Per⸗ Age abgetehnt würde. Dagegen winisse auf einer midglichft gleich—
onen zu sorgen: 4) hitfsbededürftigen armen Kindern die erfor— Jeitlichen Regelung des Heimaths- und Armenwesens für säem met⸗
zerliche Erziehung ünd Ausbildung zu verschaffen; 6) dir nach iche Landestheile bestanden werden. —
Maßgabe der foigenden Artikel beqründeien Ersatansprüche ziu Ludwigshafen. 24. Sept. Aus guter Quelle erfahren
ꝛefriedigen. vir. daß das Project ber Alsenzbahn die Genehmigung der Stuats⸗
Art. 9a. Personen von beschränkter Erwerbsfähiglkelt find wie Legietung erhalten har und daß die betreffende Concession- bereits
erwerbsunfähige Personen zu behandeln, find jedoch verpflichtet dem kgl. Cabinet zugegaugen ist, wo sie nur noch der Unterschrift
eine ihnen von der Armenpflege angewiesene und ihren Hräften des Königs harrt. I
angemessene Arbeit zu leisen. c. Frankfurt, 22. Sepl. Der Koͤnig von Preußen wird
Art 9b. „Erwerbsfähige Personen hahen keluen Anfpruch dem Vernehmen nach auf der Rückreise von Baden⸗Baden auch
auf Unterstützung aus der Armenkasse. Im Falle umverschuldeter iber das großh. hessische Truppencorps Revue abhalten. Die be⸗
Diifsbedürftigkeit kann die Armenpflege die augenblicktich jnöthige, kreffenden Mannschaften sind, wie verlautet, auf den 10. October
unentbehrliche Unterstützung gewähren, ist jedoch berechtigt, den ar. tach Darnistadt einberufen.
men erwerbsfähigen Personen Arbeitsgelegenheit zuzuweisen oder Betlin, 28. Sept. Die⸗, Rordd. Itg.“ meldet die be—
solche durch Armenbeschäftigungsanstalten zu bieten. Die Organe vorstehende Einberufnng der nassauischen Vertrauensmänner. Wie
der öffentlichen Armenpflege sind befugt, für die unter ihret Auf; ie „Kreuzztg.“ schreibi, sollen die Neuwahlen für das Abgeord⸗
icht stehenden Armenhäuser und sonstigen Anstalten Hausordnung aetenhaus so beschleunigt werden, daß der Landtag Mitte Novem—
und Disciplinarstrafbestimmungen mit Genehmigung der vorgesez— der, nach dem Schlusse des Reichstages, zusammentreten kann.
ten Behörde zu erlassen. Die Handhabung der Disciplin gegen- jerner seien die Verhandlungen mit dem König von Hannover
iber den in solchen Armenhäusern oder Anstalten untergebrachten lücklich beendet; derselbe erhalte keine Domänen, sondern eine
Personen steht nach Maßgabe der erlassenen Hausordnung den Or⸗ Ubfindungssumnie. Die Kreuzz eitung wiederholt ihre frühere Be—
zanen der öffentlichen Armenpflege oder den von ihnen aufgestell- sauptung, daß über eine Reise des Kaisers Napoleon nach Berlin
en Bedientesten zu.“ hꝛ einerlei Besprechungen stattgefunden haben. „Der „Staatsan—
Art. 10. Wenn Dienstboten, Gewerbsgehilfen, Lehrlinge, zeiger“ veröffentlicht eine Verordnung über die Polizeiverwaltung
Fabritarbeiter, Taglöhner oder andere Arbeiter, welche außerhalb in den neuen Landestheilen.
hrer Heimath im Dienste oder in Arbeit stehen, wegen Erkran⸗ Berlin, 24. Sept. (Reichstag.) Nach der Cinbringung
ung der öffentlichen Hilfe bedürfen, so ist letztere nach Maßgabe von Gesetzentwürfen, betreffend; Kriegsdienstverpflichtung, Natio
des vorstehenden Art. 9 Ziff. 2 von derjenigen politischen Ge- jalität der Kauffartheischiffe, folgt die, AÄdreßdebatte. Referent
neinde zu gewähren, in welcher jene Personen zur Zeit der Er⸗ Plank betont besonders die Pflicht des Neichstages, das Verhäll-
rankung im Dienste oder in Arbeit, stehen. Wurde diese Hilfe aiß des Nordbundes zu Süddeuischland zu klären; der Reichstag
vahrend voller 90 Tage gewährt, und dauert die Krankheit fort, müsse offen den Entschluß aussprechen, jede Einmischung des Aus
s die Heimathgemeinde der erkraukten Person verpflichtet, letztere landes entschieden zurüctzuweisen, den nationalen Einigungszweck
u übernehmen oder, falls deren Transport unthunlich ist, die nach zu vollenden, sobald Süddeutschland uns die Hand reicht, im Ver—
Ablauf jener 90 Tage weiter entstehenden Krankenverpflegungs- laufe der Debatte ergreift Graf Bismard mehrfach das Wort;
osten zu ersetzen. Die auf Verpflegung hilfsbedürftiger Geistes er vertheidigt die Poluit der Regierung in der Luremburger An—
xranler oder Gebärender erwachsenden Kosten hat die Heimathge- jelegenheit; er glaubt, der König habe durch Verthinderung eines
neinde vom Beginne der geleisteten Hilfe an zu tragen. rieges sich den Dank der Nation erworben; hetreffend den Stand⸗
Mündchen, 22. Sept. Die in mehrere Blätter übergegan- hunkl der Regierung weist er hin auf das Rundschreiben vom
zene Nachricht, der Chef unseres Ministeriums des Aeußern wuͤrde 7. September und fügt hinzu: Will die Natkon die Einigung, so
wus der Frage der Umgestaltung der Kammer der Reichsrätheist kein deutscher Staaismann siark genug, sie zu verhinderni, noch
elbest eine Kabinetsfrage machen, glaube ich in den Bereich der lleinlich genug, sie verhindern zu wouen Vie Üdrefse wird jchließ⸗
Fabel verweisen zu sollen. Soh die Frage, was ich kaum glaube, lich mit 157 gegen 58 Stimmung angenommen. 7
mnuf dem bevorstechenden Landtage zur Grörterung gelangen, so Wien, 20. Sept. Die Wiener „R. fr. Pr.“. theilt heüfe
nrde cin. Wibderntand im reaktionaren, Sinne pielleicht bei der ein interesiantes Aktenstück mit. eine Deukschrifl über den Haen

——3
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        keitsbesuch, den vor Kukßem Inad Paschaf' deug“ Aick Alerander
auf dent u lr Livchit in Her —2—— 8 das ihs cis
anthentischer 5. egee is. Fuls wid ——
3 bagrn u da —A ge nnue
Allianz auf der 835 daß der Sultan Jsei den hevorstehenden
europäischen Verwütelungen neuträsl bleibt und sich diheischich macht
alle im Oriente schwebenden Fragen, nicht nur die candiotische,
sondern auch die serbische und bulgarische dirett mit Rußland.
ohne Gin mischnng irgend viner andern Macht zu ösen. Mach daer
Dentlschrijt forderte der Kzaar von dem zurntijchen Minister die Ab
fretuug Candias und erwiderte auf den Einwanddesselben, daß
dann die andern Inseln des Archipelagus, Epirus, Thessalien dem
Henhielx Kretas folgen würden: „Nein, ist dirse Angelegen heii
elumal. zur allgemeinen Zufriedenheit geordnet. In tonnen Sie auf
meinen Beistand rechnen, wenigstens innerhalb der Grenzen der
Werechtigkein, und gewißß geingdaß ichnzin emn rFalle michts ge
hehen assen sirde, meß dezz JIntaregen ides vttomanischen Reiches
Nnv dorliese, Beluunhen Sin sich aiso,enach Dhrer Rückehr den
Zultan Von ihrer Unasäßlichteat ger Ubtretung Kandias zu üben
angenz jagen Sie ihm, Daf dies ein, Rathschlag ist, den ich Sr.
Mahestaͤt eiheite. Als Fuad Paschadie Vorschläge: des Kai⸗
jers uin höflicher Form ablehnte, schloß Derselhe mit ¶nmverblümten
Drohungen. Der Schbiuß Dere Denlschriftz betrifft dien Grundzüge
einer Alliauz zwischen Rußlande nd der Täickti, inn welchen zwar
njcht mehn die Abirekung, aber hic wolitäscheaund nadiministrative
Selbstuandigteit Caudiagfigurirte3 mem werlangte die Neutralität
der Türkei in deon Verwickoungenu, die etwpa eintreten könnten,
und das Versprechen des Amans, Dismhar hische und. hrulgarische
Frage direkt mut Rußland, auzten Plucgchluß der Mitzpirlung jeder
uderen Macht. zu reguliren. Obschon eitn Aheih den Minjstegiums
diese Vorschlage in Exwaͤgung/, ziehen Jollte. ward adiesel hor vom
— —
Poscha, in aller Form ziwxijckgewiesen,zurche heiden ltocrzmünnar
den Porschlag uicht einmal dem KonseilzurMeschlitzsursscuig nutem
breireleinen Die Russen sind wüthend und strengean, sich an,neine
Kabineiskrisis herbeizufihhnen.

Wure a23. Sept. Die heufige . Dehatig!“bovichtet, es sei
zwischon dem Subcomite der Depatationen üher den finanziellen
—V Anus
dom Titel gemeinsame Augelegenheiten zahlt Alngarne jöhrlich28
Millidnen in die Reichskasser; die Leistung Ungarnanfür hdie
Staatsschuld begiffert sich auf 33.Mtillisnenjährlich. g i Morgen
ollen · beide Deputatigaen das Schlußprotohititedrgzren Doat
Großfürst Lladimir, Solhm des Ezurenun istn auf: oen Reise⸗ won
Livpadie nuch Ste Petarebuurge, hiex, angelbomzuengn Heute murdeai
die Reichsrathssfitzuuungen wieder aufgenommen. sriud ιι
Wiem a Seopt. Die „Vrefse“umeldet aus augeblich zu—
verlassiger Quelle; der Präsidende Don Wyöuitm Vugerge nunchen die
Ausfolguug der Veiche Maxiuuslegtzqupon- dar Pnerkerunung, der Mer
publit durch die europfischen Mächte zabhängigeittebtt m

Graz, 20. Sept. Die heutige Runiaridegte Rrlegraphl“
wurde wegen zines Artikelg über die Tischrede Beussß auf Grund
des Pqragraphs 300 des,. Ste G. V gnfiscirta.. dytv Artidel Gan⸗
delg, han der Wiedervercitigung Deutsche Desterreichs mit Deruschlant.
, Fxmreich. :ιM
Paris24. Sept.“! KRon hier witd Feschäebeli“ WDas Vh
fungswort der Regierung an dir üffigtbseit Journaleuid Ebrte⸗
pondeuzen bezüglich des Bis mülteckeschen Ciirecu la'xsClautet
Eufle, stlle, keine Artikel, keint RPolkennik mit drn reithischen
Wlatternn dzlauben Sie, fügte mihtium . Stautsuitiit stäetuutt vet.
daß. die zeduld des Kaisers nicht umrerschöpftich ist.dHier glaubt
man daß min in Verlin“einen Winkerfeldzug ünjche, welcheg die
Operationen dex französischen Flotte in der Nordseenerschviren.
weng nicht unmoglich machen werde. Sonderbarkriveise drängt
auch Marschall Niel zu einem goiuterftlozitge wetl er hofft, daß
die AIreußische Landwehr“ weniger als die französischett Soldaten
den Strapazen der strengen Jahreszeit —— werden.
Da man überdies die Truppen vorzugsweise auf nächtliche Ueber
fälke, Märsche im Finsiern, die Zuaven sogar auf Fechten mit ver⸗
bundenen Augen einübt (2), so nennen die Soldaten den in Aus—
fjicht gestellten Feldzug am Rhein bereits guerre de chanve-sourit
(Fledermaus⸗Krieg) Sie sehen daß nigit' beiderseits von“ den
freundnachbarlichsten Gefühlen“ beseelt ist. — Ich berichtete, wie
die kaiserliche Regierung, um die Arbeitermassen zu beruhigen,
Mehl verkaufen und um die von den Pereires geprellten Capita-
liften zu beschwichtigen, auf Renke Haufse machen⸗bißt.Ogsrencß
scheint, ist dieses neue staatsoökondmische System uoch⸗ welt ansge⸗
hildeler jenseits der Phrentien. Wie man nämtich“ aus“ Rendtid
schreibt, ileß der General Pezuela Genetul⸗Enpilaͤn von Egtalv⸗
hien, die Fabrit-Besitzer zu sich rufen und eröffnete ihnen? Wir
zaden in diesem Augenblicke 70,000 erwerblose Arbeiter, dieses
sFrolctariat constituict eine Gefahr für die Regiernng Ihrer Maj.

der önigin (6Gexrhalte sie lange“ Jahre;) ich gebehpen 24
—A ore wieer 3
die Inf stri — ie Iein Eauttseien.
aiß dilrNie ro Ahnat. fehle gut dathi zur
Fabrikation ehe zu en — n *
General⸗Capitäu abererklärte, daß exäuf diese Details nirht ein
gehen könne. „In den 24 Stunden siund die Fabriken im Gauge,
oder ich ziehe mich in die Citadella zurück und bombardire die Stadt.
Barcelonc· iidi In deu Provinzen ⸗Spaniens werdemn zur Bekazpfuug
der Moch Abrigen oder entstehenden; Banden enwilligene Bataillone
unter dem Titel„Freiwillige Isabella II.“ gebildet. — Wie es
scheint, ist die franzöͤsische Regierung mit einem- neuen exotischen
Tonffittn baruhto Jer Legations-Kanzler zu Lima Fnidf auff ve
Snahe inmiien. Die sramzdfische Regierung fordert nun Gelmg
chuung, welche die Regierung von Peru, „im Hinblick auf die
lraurige Rolle, welche Frautaichitn Mxrico spielte.“ wahrschein—
lich verweigern wird. —d De exinnern ich villeicht eiger Anet⸗
wole, die zut Zeit der Perhaftugg des Mixeß ärcilirte Als der
Dyrectoꝛ he ga Getnhn
zelle zu Mghr⸗ trgt, schaute e— riugsupuhet und fragle Ou est
done“ ls Nopilier d Diese ugt als zeitgemäß wieder
in aller Mund, und wer Meiß gth b Nires nicht, auf seine
Frage ine, Antmott, erhaltenid, wirg In. Die oft augekündigte
Rechtfertigung des Ralsan⸗ Bqzaͤluc, pird, nun erscheinen —
—— un sßt sich namentlich“ gu
rin. Schreiben, des Kaisers Napoleynwelches den Marschall je⸗
geremnh dshenn. —F Doß ist ist. jedenjallz ehr einigt
. MP M n I
4133 Pa ri —— — Dirhfpodiel giebt untet, deu gro
tein Voxbehali e Pachuchtee jei Heuge dahon die Rede.dos
viederuu nach, Touilon der Befehl abgegaugeni sej, dinegewiss
in at don ise bereit zu halten, um ut ainen Trguspot
vu —A J——
Zeß Iun gehent ι
* De dien oͤt —— lal * tcdlieüüsihen — en
Tymmissioun, Ciugesezt welch — B Ge ßzgit
dnr ien diapüt. Ratimutzide. ahs. Nestintt. bentacunahe
zuftzagt ist. — —
—J—— —
Muttins Pon ürn, d. Moustier Dse formellste usd bundigste Zu
icherung exhalten, dah dex BPexrlrag — ——— respectjr
werden würde. —
— Blaͤe zufolge ging heule dat de e
nöglich, daß Garibaldi nicht den Angriff gegen Rom dg —
MN diesem Falle wurde sein Sohn Menott eine Stelle vertreten.
Prarzz 24. Seph. Die RPatrie meldet! Gaxiyaldin jst
— iich ühe, die rhmijscht Greutze
begah. Etz figd Besehle zu seiner Berhaitung gegeben J
sichert, daß bine frangosische Flotte an die Duishen Kaͤsten gehen
werde; in Toulon sind VBotkehrungen -getroffgi, J daß
ine Russhefng. hen Truphen ndthwendig ihe er 3
nitgur. gueldet in ihiet. Ichesche. aus Jloneing. daß ——
iuauinga uneeenene rertahnn inhrge
n Morhut. uss — Hrenge — — u5
J nun Euglandee i noauogon ic
aoi Maßcheellzurben in der —
anf weriSttaße arei wene verhöftel, inwyelehemtte nicte Die unh
Amerike dekon uenen! Feniteführer skellhz unb Deatz lerkarinte. Alt
— gtachinittags von Poligeigericht Caus in den Velten·
bargen! gebzracht wurden bemerkte die Polizel gwkint geniet? distuh
derhaften wollte; der eine zog einen Dolch, der landerd eutkant
elly uund Doashewürden darcuf in Fesselit gelegt, innd det von
wei Pferdengezogenen idernvont steben⸗Gesisdarmenbeglerteit
—— der Eisenbahen
ane halhe Meilebor der Stadtangelaugt,wurde dilf den Vaogen
zeschossen arttß sofdrt stitrztete ich“ 40 Frkänder auf deuselhen vund
zie Poliget, ünnd versuchten?“! mit““ Wellenn! uisder Hannniedee den
Wagen zw erbrechen, schlitgendauch zuletzt mit reittnerschweren Stei⸗
nen dit Seitenwunde ein, —unde fetzten dann lille - Geßamgene in
Freiheit· Die Constabler wiedersegten sichern wobeiuerner schwer
verwundet und ein Zuschamer getödtet wurde.“ Dib Aufüührer der
Irländer; Allen,nwiürde gefangent; beider Verfolgilug warden och
— V—— —
den miedetgeschossen, der Ndirtscher burch eitien Sfein wurf hetnutet⸗
geworfen. Vie flüchtigen Fenier werden von Dragonern⸗woerfolgt.
Da Wiimisterben Janern hat. eine Belohnung von Rtho Pfd St. sun
wdie Habhaftwerdumge von Kelly und Deasy und ver Magistrat eire
von St. 200 für die der Theilnehmeram· Alkentat ausgeichrieben.
Londoön,“Pou Sept. Nach Berichten aus Newyork, welche
per Dampfer; Eirbun. Lingetroffen finde hatn Admiral Te—
Jethoff, welcher ain 26. August in Vera⸗Cruze andelangt war
die Leiche des Kaisers Maximilian daselbst nicht vorgefunden
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        die Angabe daß ·dieselbe werstinnmett worden jei, wird- eutschier ieblen moch ebte nund fich die K. nicht mehr jehen ließ, suchte die
— F— ire Gheyere cuf. Aber gauch da, wußce
ii onds nnng Setpt.rr In Cott haben wegen ader Drfrri? Ettztetegkamigegen vie rIhnsrherforgungenn dex bin ergegongenen Broue
ut da et an man hester Ftenden domonttacivnen aithefan⸗ se Dude h Larogen · Sw sugle ver Be daß e Surh Wr petd
e iMach der3, Vallimalle GBagette!“ wird das Parkume rhrim eiliges Einschreiten wieder alles verdorben habe, nun musse gpieder⸗
— DD0— hon worar angesangen gwendau osis sufle ur Zach Hans; grhon, in
ion zubewit igen· l — sAu⸗ i ι t αι inigen Antzen Fomme fien zu iht an Menz ube rhiei Hols Fei —
uult 24632 a morika. ιι e nl mo zu Prennen, Rie utle nur einstweiben ein Zimmaratzurecht macheu/g
——— — g 77 I Mnas qye Wann In —X sie unhejchrieen aArheiten fönu⸗· Alm meter Pertrquen
9 J — die n dianer⸗ Angeegenheuen Uehmen⸗ zu orweien; zeigtr te Daber · eiuen in der Rüthe der Gisenbahn 77
wie die Nevorter, Qandels⸗-Zeituug“ Ichreibt, ejne sehr, nniangee bhim fi vie B. Veleitathattet — pergorzenn Banm zund eget
iehme Wenduug. Der Augahe deg Generals Hanchl zusplge esen Bainn Hube sie vurch ihre Arbetein darnene son wein gebracht
decriht unter den Rothhaunten aine feindseligere Snininunngüls e gie B. spun ader sihle dadn emß
Abeg he simd mit den besten Wagfen, iuit Kriegsbedürfteisstetr le te dir He holever re g. nach Mannheim barn, un wertgre
. Artngusgerüstet, und. eg ast, fast unnöglich. ihneix auif ählen gHöttel an gurathen bottz Lehlerer zufällig, garadeein Gelhpatet ain
eigenen errain dje Spitze Zzu bieten. ¶ Zwijchen dein Artaüsag Werthe on. xtwn 00 yer mif dent Tische liegennitm ablches uuf die
md den PlgtberFliß befunden sich nur etwa 2000 Inviauer auif Post n geben indem gie Dadtit Kaufichilidugenanr Gücz,
degun Kriegspfad Aber dieje reichen hig. um alle Austzeugnugen e uns mer Wantt insse nhreg Ehemannes gesteigtet Hatten au Papats
der gegen sie Herfügbnren Armee gzu vereitelnz. Würden die Trighe en, und erzählte die Z. der Ke von ahven rogeistun windeg!l
»en zurückgezogen, so könnte kein Weißer dort am̃ Lebein bleiben. hannngssehres Wanhes. Die K. sogte der d e —
wWill ugn sie mit Waffengewalt zu HPaaren treiben, so mntz man gesd won nee Zage uehen iahe, so awd le he aun hon, daß se dep
nen jahrelau gen Krieg führen welher Elend ohne Eude perhrei Prozeß init def Gamniasse, unsehlbar gewinue, 9— eß 3
et, die Entwickelung des Vandes aufhalt, dem Staatsschatz mindestens uf “n, nb der K.das Bealdpaten und dies⸗ ging daunet aͤtein
loh Milljonen kostet, und am Ende wird man fich dennoch in“ su's Rebenzimmer. Nach etwa einer halben Stuünde kehrle sie
der Lage sehen, den Weg der Unterhandlung betreten zu wuüssen. urück und sagte zur ZInetsia rzjolle muun Aae Paket 8 Tage lang
In Fohge gier Welge von üngerechtigkenen und, Grätsämketen herühtt onf dem Dihe degen danee ascldt sie es t. einem
66—
nen, die Gelethtüteit sowohl, wie das Intetesse des Landes fort wntgches Igen sam dier K —ES beged sichl in das
ee ——— — a 7 Zimmer wo das Geldoaket —A———
Borschlag, die Indsaner zit oloniren, jindet, beu inen 433 8 Vil ee atgcie und ibbrguh är6
Anklang, daß die melsten Stämme die Commssure mit dem Tebe A ———— n vp sn * orischicken.
vedrohen⸗ falls sie sich mit golchen Zumuthungen bei ihnen buͤen —A —— 4 —2 naͤher und gab
ließere VMtan ma ihnenvor wtlen Dingen erst Vertrauen ein⸗es zur Posn, Am Bestimpungßort angekommen, zeigte sich jedoch,
lößen und dag, ist, die jchwierigstennalley. Aufgaben. Falls es She⸗ ——— —*4 9— dariummen waren
idan geungen solite/ diesen Hnoten id sosen, würde er sich in sei⸗ Dourd —R 3. der Verdacht des Betrugs,
— Wiratggtkreife frischen Anspruch auf den Dank der ndem die Postbehörde eimahm, sie habe absichtlich das Patket,
Nation erwerben. att mit Geld mit Paopierschnißel Igefüllfrzur Post ige gebelß, weß⸗
5 alb nun auch gegen sie gerichtlich eingeschritten und diq sjort vort
jaftet wurde. .4
NMan sollie wohl nicht glauben, —V——— 1d. Jahr⸗
jundert noch passiren kanntHeidelbez Jurutsen ti syr⸗
xF Eine huͤbsche Seene spielte“ diesrr Tage in. Aeho, wo
das wiedergewählte Parlameütstnitglies Rochschilde bu *
ich die neue Berliner Synagohge ansehen ivonbeh Erentß dieselbe
zurch den Küster aufschließen, der den, großen Maunttieng kannte,
hn abertrohßdem sehr? artid überall' herumführtt, da e —X
Fremde“ recht ansiändig““ und Ttinkgelder werheißelid) aussah.
Der Irdße Financier fand, wie ein ganz gewöhnlicher Sterblicher,
»as Gebäude prächtig und sagte zum Führer: „Ei, ei, dieser her—
iche Bau hat wohl 4Wber, 200,00 Thlr, zgelostet948 „Reich
Nen ue ts —⏑—⏑ —— der —*
ind klopfte⸗ bein Naboo jnadich. uf die Schulter
Die Manuheimer. Brauer· waren am Sonntage im Ein⸗
erständuiß mit Heidelberger und Karlaruhen Brauern zu einer Be—
athung wegen der in Aussicht üyfesum hothrsghhatdeneue unn
usammengetreten. Wie wir hören, vurde die Einberufung einet
Versammlung sämmtlicher Brauer ded Landetß mach Mffenbach auf
en Iu October beschloffen, um gegen die Erhöhung der Bieraccise
ir R. Kammern Verwahrung einzulegen.
.7 die Frejlegung des jüngst abgebrannten Fraunkfurter
— die ———— det e, äuser
egen bb oo ft Arforberni Auus vehn Mekalle — —————
gucke des Pfarrthurmtsnträhte Nntia⸗qe tzen Sugetrungen ürttodehn
Frankfurter Adler zund der, Augaberdeß Taßes, des Brundes.
Auf dem Schilde eines 333 in der Amalienstraße in
Verlin ist arof unde deutlich av sesent?“ titz ihidklein gehauene
onla snnedunt
.Cpblenz, 23. Sept. In verflossener Nacht wurden hier
mieih Einsteigens in de St. Castorkirche sämmtliche Opferstöcke
rbrochen und ihres Inhaltes heraubt. 757
nisciedam v hia us Detdetu gegt antz Aemt Ah. Jahr-
zundert. In dem altenburgischen „Stadtchen Ronnebürg iit
viesen Sal sst“ mittheilt, von dem dortigen
Stadwerdroneten⸗ Tollegun. mit Stimmeümehrheit eine Armenhaus—
Drommg angetromment — —5
Bestimmnuugens fin dem:: ꝓMer Aufonthalt. undd dig Behexbexrgung
8 ist —— — der —— —E— Besuch
der Bewohner der einen Stube mit denen der andetu. Zuwider⸗
jandelnde werden mit Gefängniß oder körperlicher Züchtigung be—
irnftIn 8 11 dieser neuen Ronneburgischen Armenhaus-Ord⸗
img besbet sih fcNscndẽ Bestsmmnung? Aeberetungen der Hüiis⸗
ordhung werden mit Entziehma der warmen Koft xc. und mif

1210

meeeemnchet 46.

a apeipedbeet g. M. Sept. Es steht jeht est, daß wir
ie Garnison hierher bekommen, hauptsächlich, damit Studirende,
ohne ihre Studien zu unterbrechen, ihr Freiwilligenjahr hier ab—
dienem können.Wir erhalten ein Bataillon Infanterie, für wel⸗
hes eine neuue Raferne Hebaut wird. Die zu 251,419 fl. ange—
shlagen' Bautosteit Ubernimmt die Regierung und. die Stadt stellt
unemigeltlich den Bauplatz dazut. tn —
A eHitelberg, 16.“Sept.“ Heren undHekerejen lind
aAusgesibrbene Hagegen wirs aber untote der Bezeichtuuug-Syme
bathiebrauchen“ heute noch! gehert“ und damiti öfterß großawige
Zchiwindelche: nd: Betrligerei verübt, wie eine vor en in
R — m passirte Geschichte Uns wieder belehrt, und —* sich die
erichte henöthigt sahen, cinzuschreiten
6En⸗ hier ziemlich betannie Persont die Tochter eines längst
— — ⏑ — Z, welche von ihrem Ehemann ge⸗
schieden ist. hatte in lezter Zeit ein Verhältniß mit einem Eisen⸗
buͤhnhedlensteten welches Aber rilckgängig wurde.
Mm nun den Treulbsen wieder zu fesseln, ihm auch seine
pychectirie Heirath mit einer Andern unmöglich zu machen, wen—
dete die 8. untet Beaihüilfe einer gewiffen Kief aus Speyer Sym⸗
Haihiean Kief rieth der Z. untet Andern sich! deu Paar Sode n
des Geliebdten zu verschaffen und folche 3Tange und 3 Néchde
tochen Ruchts zwischen I1 und AIs Uhr inen Ragel auf. deu
—V u einer aͤndern
Neicht zwischen! Ide nird' 18 Uhe vor der Kirche des Heimaths—
orbs des Ungetreneit in den Boderi zu schlagen, um seine Trau—
ung/' diẽ dort staltfinden sollte, unmöglich zu machen.
id Ils diele Mittel micht verfingen umd das war kein Wunder.
beun die 8. vekani ein Paar falsche Socken und aufdedte wgche
sie bei⸗ihrem nächtlichen Treiben von“ dem Orkspolizeidiener er—
appt und arretirt) und der Untreue dennoch eine andere heiralhete,
verjprach vie Kuf per vertaffenen. Brunt, es dahin zu bringen,
daß die jetzige Fent saugstens nr W ochen sterbenl!uusse.
Walche. Straft würde wohl die Verbrecherin zu gewärtigen gehabt
hahen, wenn so etwas zur Zeit der Herenprozesse an den Tag
gekommen. ware Ho Sie, die Gekränkte, solle ihr nur alle die Klei—
der, Hemden, Jadeũ, Strümpfe u. dergl. Aebonz cwetcüt sle wäh
rend der Besitche Sihrzs Brutigums, oeg habe nie die. Be⸗
—A— —R mtuͤehmen? cuͤrn stebim Schoͤrti⸗
feim auf uhungen“wuͤhrend. sie Zeut Bräutigam beschwöre. Dabei
agte sie, für ihre Ven hne pe sie nichtss Aien sics aber
füt Messenlesen u. dergl. 253 jl. gum Vyraus geber *
eeerd ——— AWAlangse⸗

sachdem über nach 6 Wochen die Frau des vormaligen Ge⸗
        <pb n="454" />
        lorperlicher Zuchtigung bis zu 30 Ruthenftreichen geahndet. Der
Auffeherin berechtigt die Uebertresungen der Handordnung oder
einer eigenen Anordnungen mit borperlicher Züchtigung dis zu
De e Bestrafen. Größere Strafen lann der Stadtrath
ve angen:“

Mie Miabrauche, die in Neapel in der Mode sind, fan⸗
gen ni hge rade an, schreckenerregend zu werden. In den keßzten
bierzehnl Tagen machte man dori Folgende Entdeckungen: Der
osfirer der Bant ist mit der Casse durchgegungen; der Kaffirer
yes Staassschatzes hal sein Gold gegen Wankjscheine umgetauscht
und damitin Agio eine Million gewonnen; die Douane stiehlt
dem Staate 45Millionen per Jahr; ein Marine⸗Offizier hat
über 1000 Stüde Kupfer aus dem Arsenale gestohlen ꝛc. Rattazzi
pirrderüber diese Dinge wüthend, setzte sofort I80 Beamte der
Dougne ab und sandte an ihre Stelle Piemontesen. Mit der
Zustiz ist es in Meapel noch schlechter bestellt. In den dortigen
Zefangnifsen besindet sich eine Unzahl Individuen seit 393 Jahr
in Untersuchungshaft. Die Zahl der Processe in der Schwebe be⸗
uft sich auf 80 bis 4000.

Nach dem Bericht der Einwanderungscommission in Rew⸗
Hort landeten dort während der am 21. August beendeten Woche
3258 und sfeit 1. Jmuar 163,069 gegen 163,051 Einwanderer
in der Parallelperidde 1866.

vLaudwi· Ectliches. —
Bereitung eines guten Düngers
Ist man in Besitz von Knochen oder kann

man dieselben in größerer Menge arhoalten, jo jhhat zman micht nö—
hig, dieselbe in eine Knochenmühle zu bringen, um dieseiban da
in Mehl umwandeln zu lassen, sondern man kunn dieselbe auf
rine infachere und billigere Art selbst dazu ummandeln. Hierzu
nehme man ein dichtes hölzernes Gefäß, bringe die Knochen, selbst
in gebßeren Stücken, hinein und iübergieße sie mit so viel Salz⸗
äure, daß die Knochen damit bedeckt sind, und lasse fie unter öf⸗
tetem Umrühren mit einem Holzstabe mehrere Tage stehen. Sind
die Knochen alle aufgelöst, so kann man. wenn man die Lösung
noch concentrirter haben will, so Jange Knochen nachschütten, als
noch Lösung erfolgt. Hört die Auflösung auf, so schöpfe man den
obenauf schwimmenden Leim (welchen man zu verschiedenen Zwe—
ken verwenden kann und den größten Theil der Kosten der Salz⸗
äure deckt) ab, nehme die im Fall noch nicht gelösten Knochen
heraus und vermische die Flüssigkeit mit so vielErde, bis nian
einen zum Ausstreuen paffenden Düngeverhält. Auch kann dieser Dün⸗
ger mit Wasser verdünnt, flüssig angewendet werden. Ein auf
diese Art bereiteter Knochendünger ist leicht affimilirbar und zu
jeder Jahreszeit und bei jeder Pflanzung anwendbar.
Berichtigung. Ju unserm letzten Blatte ist in dem Be—
richte über das in Riederhochstadt verübte Verbrechen eine
unliebsame Namensverwechslung vorgekommen: Der als Thäter
genannte Gendarm heißt nicht Frises, sondern Kiemel und
ist aus Eppstein hei Frankenthal gebürtig. Gendarm Jäger,
der mit ihm gelboumen war, betheiligte sich nicht beim Streite,
suchte vielmehr seinen betrunkenen Kameraden zurückzuhalten.

ueber die
aus Knochen.

IXXXY
6Ge eIILSEHhAC
0010 i a.
Der Geschaäftspunkt der Gesellschaft nergibt sichnaus
des letztiährigen Rechnungsabschlusses F
Grundcapital ir 27 — ——— * fl.
Prämien- und Zinsen ⸗
Kinnahmen für 1866..—
sexcl. der Prämieun fifiii
spätere Jahre). 4 2143,992
Gesammte Reserven.f. 3, 206,528
α X ]ι ——5 7—
il. 10,601,620.
Versicherungen in Kraft am 31. Dezember 1866.
fl. 1,177,585, 957. ceee
Zur Vermittlung von Versicherungen bei dieser Geselsschaft gegen feste und
mäßige Prämien empfiehlt ihchcc — V
Landau, im September 1866...
Die Hauptagenturrr
Augut VeIAand.
Unter Bezugnahme auf Obiges bemerke ich, daß Brandschäden soforit
prompt regulirt und bezahlt werden, wie dies mehrere Bürger dahier, die
Brandschaden erlitten, bezeugen bonnen, ä
St. Ingbert im September 1867. J
— Der Agent der „Colonia“ für die Cantone Blieskastel und Homburg
I II. WVesrnger,
4 Doschaftsagent zu Zt. Ingbert.
—Ich zeige, hiermit den Empfang meiner neuen
an, und empfehle solche meinen verehrlichen Abnehmern
——— der billigsten Preise in der reichhaltigsten
wad
——— J — J — ——— — —.—*
Reduktipn, Trud und Verlag. don F. X. Tem⸗s er t. Watert.

Aer ugs⸗Gedämpftes und rohes
Knochenmehl
billigst zu haben bei
—T Becr jun.
folgenden Resultaten.... —
Die Direction des pfälzischen
Viehversichernungsvereins für
die Pfalz —
hat dem Unterzeichneten die Agentur für
den Kanton Blieskastel übertragen. —
Indem dieses hiermit zur öffentlichen
tenntniß gebracht wird, ladet man das
Vieh besitzende Publikum zu recht zahlreicher
Betheiligung ein. — Statuten u. s. w.
liegen zur Einsicht offen.
eostphälinger.
Frucht⸗, Brod⸗e, Fleisch⸗ c. Preife der
Stadt Zweibrücken vom 26. Sepibr.
Weizen 8 fl. 19 kr., Korn 6 fl. 5 kr.
Hexste 2reihige, — fl. — kr. Gerste —
reihige, 41. 42 kr., Spelz 5 jl. 8 kr.
Zpelzlern — fil. — tr. Dinkel 3 fl
55 kr. Mischfrucht 6 fl. 30 kr.. Hafer
bfl. 41 kr. Erbsen 5 fl. 30 — Ir. Widen
ufl. Zer., Kartoffeln 1fl. 6 kr., Heu
fl. 12 kr. Stroh 1 fl. — ir, per
Zentner. Weisbrod 1494 Kilogr.,, 20 fr.
Fornbrod 3 Kgr., 28 kr. ditio2 Kgr,
19 kr., ditto 1 Kgr. 10 kr. Gemischtbrod
3 Kgr., 34 kr, J Paar Wed, 7 Lolh
2ir., Rindfleisch, J. Qual. 18 kr.2
Qual. 16 kr. Kalbfleisch 16 kr., Hammel⸗
jleisch 16 kr. Schweinefleisch 20 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter
Buttier 27 kr., per Pfund.
et Ctadt
Kais rssautern vom 24. Sepibr.
Weizen — fl. — kr. Korn 6 ft. 15 wr.
Spelzlern — f. — ktr., Spelz 5 fl.
ið kr. Gerste 5 f1. 25 tr., Hafer 4 fl.
37 krx., Exbsen 4 fl. 54 ir. Widen 4 fl
10 tr. Linsen 11. 53 kr. per Zentnet.
Brodpréiste: 6 Pfd. Kornbrod 281r.
3 Pfd. Gewischtbrodd — kr. und 2 pf
Weißbrod — kr.
        <pb n="455" />
        l FL . h — 1 3* 5 Ar ee — r* neteetne teteeh
Sl. Ingberler Anzeiger.
uuus u ⏑8
* ν i n un ν —
α — — .t
— Ieae —— 35. e
der „Sh. In gberter Anzeig er“ mun seinem Unterhaltznngöblatte erscheint wöchentleh rmal Dasgusigg,e Docuerstag
and Samstarge -Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder-An3 Sithergr.Anzeigen zyerden mite 3.Krzr. die dreispaltige Zeile
rue Vlathschrifi ader deren Raum, herechnet. 7 39 Guuteu e n
RNro. 116 t u — n. Samstag, den 28. September ben u ez 3 — 1867.
—— —un rtent eteer — D
ιιν ν Deutschland. ͤ 33 Kirchen feierliche Got⸗
An IM u u chuu, 23. Septen Heute fuhr der Socialausschusg in tesdienste aAbgehallen werdenLL. J
— ee u een forr Die „Bayer. Ztg.“ bezeichnet heute die Gerüchte als grund⸗
— DDDD
a Art· Iwunden gegen den Antrag des Refereuten veschlossen, dalp, in den Maonat October, bald auf den 1. December werlegten.
ie Hoͤhe den tutschadi gungewelche für Verpflegung einer erkranke Zer- Tag der Trauungs welcher wahrscheinlich in eine der letzten
en Perfonam einseme ffenilichen Krankenhause berechnett werden Wochen, des Novenwer fällt, wird ehestans heftimmt bekanutge—
un ann Gesetze vnichte festzustellensondern in dieser Beziehung geben werden, da der König nach geschehener Vereinbaruug mit
Alles dem' Vollzugeczil Uberlassennn Im Letzten Absatz des Art. 18 einer Braut denselben demnächst anzuordnen gedenkt. — Die Hin⸗
wird beftiutum daß aine fremde Person⸗am Falle der Hitfsbedürf tusgabe der neuen Zinscouponsbogen zu den vierprocentigen Grund⸗
igkeit /dinpruch auf imontgeltlcheo TAingige Unierftützung hat, wenn euten-Schuldbriefen vom ZinsterminA. Februar“ beginnt am
ieselbe nwherhaudt Armenumladen an dise Aufenthaltsgemeinder be⸗ . October . Zugleich werden jene Sefitzer von Grundrenten⸗
sahit hadte. Nach- demm Antvage des Referats wollte verlangt wer⸗ Schuldbriefen mit den Zinsterminen 4. April. L. Juni und 1.
den, daß die betreffende Person waährend wenigstens zwei Jahren Sebtember, welche die neuen Coubonsbogen noch nicht etholt haben,
olche Umlagen bezahlt haben müsse Art. 13 wurde in der Fas- ufgefordert, sich baldigst zur Empfangnahme derselben zu melden.
ung des Referats angenommen: ebenso Urt. 14, dessen Absatz 2
von dem⸗ Regierungsentwurfe Principiell abweicht letzterer wollte
aamlich dann, wenn ein Ersatzanspruch gegen die Heimathgemeinde
eines unterstützten Ausländers durch Staatsverträge ausgeschlossen
qt, die Ersatzleistung der Districiscasse überbürden, während der
mgenommene Antrag des Referenten in diesem Falle der Staals⸗
rassa die Ersatzpflicht:rAuferlegt.n Artu! Ts u. I6 wurden!„ohne
vefentliche Aenderunge angenommen.“ Im Art I7R wurde zuh
Ziffer 4 gegen idie Erhebunge besonderer Abgaben!n, die Armon⸗
assa vorbehalten, wurden aber“ dieexemplikative Anfzühluug der
Fälle, in welchen ofolche Abgaben zulässig sein sollen, ganz gestei⸗
chen. Nach dem⸗Antruge des Refeventen solltene die Armentafsen!
ausdrücklich ermächtigt wwerden, Abgaben für Hundenzu? erheben;
bon andrer Seite: und nucheuvom Vertreter der Staatsregierung,
wurde eine solche Ermüchtigung als bedenklich angesehen, weib: hie
durch dem Staate ein Steuerobjekt entzogen werden-könnte Hier—⸗
auf erfolgte Annahme des wom Referenten vorgeschlagenen Art. 18
welcher an⸗die Stelle, von Art!n19 des Regierungsentwurfes tritt
während der Inhalt des uArtanAst des Regierungsentwurfes in
dem durch den Referenten vorgeschlagenen Art. 19 Berücksichtigung
findet. Bei Berathung dieses Art. 19. wurde beschlossen, an dem
bisherigen Maximum- des wöchentlichen Krankenhausbeitrages mit
drei Kreuzern festzuhalten.“ Als übereinstimmende Ansicht des
Ausschusses und der Staatsregierung wurde constatirt, daß es be—
züglich der Pflicht Krankeuhausbeiträge zu bezahlen, keinen Unter⸗
ichied macht, ob eine Person maͤmnlichen oder weiblichen Geschlechts,
edig oder verheirathet, Bayerneoder Ausländer ist. Abs. 8 u. 4
des vom Referenten vorgeschlagenen Art. 19 wurden unverändert
angenommen; die Berathung der übrigen Absätze der nächsten Sitz-
ang (morgen). vorbehalten.
.München, 24. Sept.! Heute hat eine Sitzung des Staats-
rathes stattgefunden, in welcher das Budget für die neue
Finanzperiode und der Gesetzentwurf: über den Malzaufschlag, wie
vir aus guter Quelle erfahren, zur Berathung kommen. — In
den nächsten Tagen wird auch der Gesetzentwurf über das Heer⸗
ergänzungsgesetz die Phase der Berathung im Ministerratht
zurchlaufen und wird hiebei die zur Zeit zwischen den einzelnen
Ministerien nocht veftehende Differenz zur Entscheidung kommen,
ob die Stärke des Heeres im Kriege, und die Präsenz im Frieden
zefetzlich festgestellt werden soll, wie dies nunmehr bei den Staa⸗
len des norddeutschen Bundes der Fall ist und wie es neuerlich
in Baden den Kammern vorgeschlagen wurde, oder ob es bei dem
disherigen Usus verbleiben solle, nach welchem diese Fragen der
edesmaligen Bestimmung der Staatsregierung überlassen war.
München, 25. Sept.Die Koönigin Mutter ist von
ejnem Ausflug in's Lechthal nach Hohenschwangau zurüchgelehrt.
Der König, wird Ende dieser Woche ebenfalls von Berg dahin
zurückkehren. — Die Königinvon Neapel wird noch einige Zent
bei ihrer Schwester, der Kaiserin von Oesterreich, in Ischl hleiben. —
Der Konig hat auf Antrag des bäyerischen Episkopats und des
arotesiantischen Obexconfistoriums genehmigt, daß am Tage seil⸗
nex Bermählung Jowohl in allen katholischen Pfarrkirchen des

Dienstes Nachrichten.

Seine Majestat der König haben Sich allergnädigst bewo⸗
zen gefunden, den Landrichter Heinrich Franz Jacob in Zwei—
brücken auf Grund vollendeter 70 Lebensjahre, seinem allerunter-
thänigsten Ansuchen entsprechend gemäß 8 22 lit. O. der IX.
Beilage zur Verfassungs-Urkunde in den Ruhestand treten zu lässen.

Zufoige Regierungsbeschluß vom 25. Sept. 1867 wurde
der“ Schuldiensterspectant Jakob Hasselbach von Herxheim zum
Schulverweser der dortigen kath. Schuld vom J1. Novembex l. J
an⸗ ernannt J

Berlinz 28. Sept. Mit Braunschweig iste jetzt. gleichfalls
iue. Militär⸗Convention abgeschlossen worden, so daß Mecklenburg
egt der einzige Staat im Norddeutschen Bund ist, mit welchem
Preußen keiuen Militür⸗Vertrag: abgeschlossen hat. Es wird im
dessen behauptet, daß jetzt mit der Regierung in Schwerin Einlei⸗
tungen getroffen seien, und daß beide medlenburgische Cotingente eine
oollständige Umbildung zu gewärtigen hätten. u

Bexllin, 24. Sepi. Mit Recht erklärt sich die „Kreuz⸗
zeitung“ auf das Entschiedenste gegen die Ruckgabe der festen
Positionen von Düppel und Alsen an Dänemark. Großmuth
önne nicht gegen einen Befiegten geübt werden, der fich fortwäh⸗
nend als Randalirer beweise. Gesetzt, Deutschland werde in einen
großen Krieg verwickelt, so würden die Dänen nicht faul sein;
und von Duppel und Alsen-aus alsbald nach Südschleswig und
Holstein wieder vorzudringen suchen. Aberauch hiervon abgese⸗
hen, sollte man denn doch nachgerade allseits missen, daß das preu⸗
ßische Heer kein Soldnerheer ist, das man nach Willkür verwen
det. Dem preußischen Heer dürfe man nicht sagen:“ „Ihr habt
mit eurem Herzblut Düppel, exobert; nun aber, nachdem es von
Dänemark hat abgetreten werden müssen, wollen wir es zurück—
geben; sollte es nothig werden, so werdet ihr es ja schon wieder.
erobern.“ Der Prager Friede werde von Preußen erfüllt werden;
aber nicht in der Weise, wie es unsere dänischen Feinde fordern,
ondern wie es mit den Interessen Deutschlands und der deutschen
Bevölkerung in Schleswig vereinbat ist.

Wien, 24. Sept. Wir erfahren schreibt die N. Fr. Pr.)
oeben aus verläßlicher Ouelle, daß Nachrichten hier aus Mexich
ingetroffen seien, welche die Mission Tegetthoff's alsge⸗
chei tert erscheinen lassen. Die mericanische Regierung soll die
deiche des unglücklichen Kaisers nicht eher ausliefern woslen,“ bis
nicht gewisse schwebende Frugen geordnet und namentlich die An⸗
ꝛrkennung der mericanischen Republit durch die
europäischen Mächte erfolgt ist. Admiral Tegetthof4
dürfte sich in der That auf dem Heimweg befinden; wenigstens
rwartet man täglich ein Telegramm aus Hapannk, welches
»essen Ankunft in der Antillen-Hauptstadt: an Bord der⸗Elisaheth“
meldet. ut liæqcůQu

Wisen, 27. Sept.: Es sind aus Cormonß amtliche Berichte
eingetroffen, nach welchen in zädiue große Zusammenrottungen Be—
vaffneter unter revolutionären Rufen stattgefunden haben. Viele
iddineuser flüchten auf österreichsschezGebiet. Udine; Studt in
        <pb n="456" />
        Venetianischen, an der Ehenbahn, die — — Triest mifdden Gebietes“ z1
sihrt) ·* be arte yefret
Fraͤnkrec Dun
Bari 5728 Seht. Es Jinds alle Anstalten getroffen, um Lestattetvwirn
sofort die Divisioi Gamon, die sich in Marseille befindet, und Plane zu verzichten etklart. — —F
1000 Mann, welche in Tonlon liegen, nach Civiia⸗Vecchia einn Florenz, 25. Sept. Gestern Abend fanden einige Zu—
chiffen zu können. In Florenz hat man genaue Kenniniß von sammenrottungen statt, um eine Demonstration gegen die Verhaf—
»en Absichten der französischen Regierung, und dies scheint Rattazzi lung Garibaldi's zu machen. Man hat einige Ünordnungen zu
jauptfächlich bestimmt zu haben, gegen Garibaldi und seine Leute bedauern. Die Stadt wurde von zahlreichen Patrouillen durch
cnergissh einzuschreiten Alle Voestellungen. die man demfelben zogen. Es finß Verhaftungen vorgenommen worden Es geht
nachte, blieben jedoch fruchtlos und er in nach der Grenze abge⸗ das Gerücht, drei Polizei-Ofsicianten seien verwundet worden.
gangen, um seine letzten Vorbereitungen zu treffen. (Wie schon Der „Movimento“ spricht fich äußerst unverholen gegen die
nach dem kleinen BRoniteur gemeldet, ist Garibaldi auf Befehl Erklärung der:pfficiellen Zeulung aus, welche sie in Resume
der italienischen Regierung an— der römischen Grenze berhaftet bon hohlen und nichtssagenden Declamationen nennt. Es ist
worden.) — Gegenwärtig finden eifrige Unterhandlungen zwischen übrigens, heißt es weiter, leicht zu sehen, die Masken fangen an
Defterreich, Frankreich und Preußen statt, um eine · Herabseßzung zu fallen: der dem Lande. verderblicher⸗ Mann, der Vorläufer der
der Eingangssteuer auf die französischen Weine in das Gebiel Riederlage von Nooara, det Friedens von Villafranca, der Mann
des Zollvereins zu erhalten.. der Füsilladen non Aspromonde läßt sich von Neuem blicken, wie
Der Kaiser Napoleon soll' in Blarrihz sehr heiter sein“ und er ist und wie die Natur-ihn goschaffen hat uud erklärt den Krieg
sich mit großer Ruhe und Zuverficht auf die Erhaltung des Frie- den heiligsten Rechten der; Nation, den gerechtesten Bestrebungen
dens, aussprechen. Venedetti arbeitet für die Erhaltung des Frie- ür die Vervollständigung des natienalen Programmes. Dieser
dens, feitdem er sich von der Stärke der deutschen Bewegung über⸗ Mann ist Rattazzi, der getadelte, der verwünschte Rattazzi.“
jeugt hag — Ein Manifest des Maireg ruft die Nationalgarde zur
.Paris, 24. Sent. »Die, Epoque“ setzt ihr Kriegsgeschrei Erhaltumg der Ordnung auf aus Vorsicht sind einige Wachtposten
fort. Heute: kummt indeß der eigentliche Zweck desselben zu Tage verstärkt worden. Bis jetzt ist die Stadt ruhig. Die Anzahl der
Sie fordert eine Ministerveränderung, damit ihre Freunde vom in voriger Nacht verhafteten Personen beträgt 70. In dem Rest
Tiers⸗Parti an das Stautsrudet kämen.: Aber auch der weniger der Halbinsel herrscht Kuhe, Wenn Garibaldi sich weigert,auß
chrgeizige „Avenir National“ fordert num endlich einmal eine des die Erpedition nach Rom zit verzichten, s wird die Regierung
timmte Politik von der Regierung; der jetzige Zustand des Han⸗ die Kammern einberufen..
gens und Bangens — und hierin hat das Blatt nur allzusehr Barcçelona, 12. Sept. Heute ist unsers so betriebsame
recht — sei für die Gemüther und besonders für Handel und und-xege Stadt Barcelona, die mit Recht das spanische Manchester
Gewerbe geradezu unerträglich. Sebst das Senatorenblatt, France“, Jenannt wird, Zeuge eines jammervollen und zugleichn emporen⸗
das bisher mit der Regierung durch Dick und Dünn gegangen »en Schauspieles gewesen. Diesen Nachmitiag wurden dam' hell⸗
ist, sagt, das Vertrouen des Landes auf die kaiserliche Verwal. ichten Tage — man weiß nicht, ob es um des Prangers vder
tung sei verloren, wenn die Regierung sich nicht bald entschließe. iin des Hohnes willen geschah — gegen zweihundert Unglückliche
Kurz, es ist offenbar, daß das Gouverment schleumigst. eine der Edes Alters und Standes durch die Haudtstraßen und von- vielem
timmte Richtung einzuschlagen gezwungen sein wird. Indeß al- Militär bewacht, nach einem seit Kurzem zu diesem Zwecke hier
lem Auscheine nach wird diese sich nach derx, deutschen Seite hin liegenden Ponton geführt. Diese neuen Opfer werden jetzt ihre
friedlich erklären, um gegen Rußlaud und Italien die Hand frei reisinnigen Ideen und politischen Meinungen auf irgend einer
zu häben. In Bezug hierauf bemerkt die „France“ mit gesperr- jener spanischen Inseln wie Fernando Po oder in dem Innern
tet Schrift: „Trotz des Dementis, welches die Mittheilung der der Philippinen-Inseln als Verbrecher büßen, wo schon so viele
„M. Freien Presse“ über das Gespräch in Livndiaerhälken hat, ꝛergleichen Verbrecher hingegangen sind, von deren Rücktehr kaum
Jlauben wir doch zu wiffen, daß der Czar im Laufe der Unter. mehr gesprochen wird. Jammervoll war der Abschied der Mütter,
redung Fuads Pascha das Angebot eines Bündnisses außerhalb Battinen, Kinder, Geschwister, Freunde u. s. w.5 feingetkleidete
des Pariser Vertrages gethan hat.“ Es ist bekannt, duß die Damen umarmten unter Thränen sehr anftändig gekleidete Herren.
„Zrance“ ihre Mittheilungen aus dem Ministerium desg Aeußern Ich sah, wie allem Anscheine nach ein Handwerker, seine Kinder
schöpft. — Das Hauptaugenmert ist heute quf Itaälien gerich/ küßte und von seiner weinenden Frau mit Fassung und Mannes-
tet, wo die Dinge sich immer Mmehr verwickeln und eine Katasirophe nuth Abschied nahm. Es war jammervoll, es ist empörendin Die
aunmittelbar bevorsteht, wenn — was wemnig wahrscheinlich ist — Zuschauer blieben dabei nicht stumm und gleichgültig; sie murrten
Garibaldi nicht noch im letzten Augenblicke nachgiebt. Man sagt, und in jedem Gesicht las mun den Ausdruck des Mitleids und
daß das italienische Ministerium augenblicklich darüber beräth, ob der Entrüstung. Bei der Rückkehr vom Hafen pfiff das Volk das
es nicht Garibaldi verhaften lassen will; die Mehrzahl der Nu ilitär aus und schalt es „Henkersknechte, Brudermorder ¶ Gr⸗
tien würde auf der Seite Rattazzis stehen. — Mir wird aus uneral Pezuela sagte? Er wolle die Stadt von allen den Elemen⸗
sicherer Quelle Folgendes gemeldet: Garibaldi ist auf dem Ger len reinigen, welche den Krebs unserer Gesellschaft bilden, und
biete des Kircheustaates in Borneto, einem kleinen Hafen am Mar 4m denselbeun vollends auszuschneiden, dürfe man das gesunde
taflusse, drer Meilen südlich von der nördlichen Grenze des Ker⸗- Fleisch nicht schonen. Derselbe hat es auch nicht geschont, als er
henstaates / nad eben so p.el westlich von Viterbo, geiandet. Sein dor einigen Jahren Gouverneur in Cuba war, und Menschen⸗
Sohn Menotli ist ist in Florenz verhaftet worden. Die franzöe hairdet trieb. D. Red.) Man hat aber doch Beispiele gehabt,
iischen Truppen sollen heute oder morgen nach dem Kirchenstaat daß die geschickteften Lerzte beim Schneiden sich felbst geschnitten
abgehen. Die italienischen Truppen werden ihnen zuvorkommen saben. Heute Morgen wurde abermals das Gerücht an der Borje
und so wird fich der Conflict zwischen Italien und- Frunkreich m Umlauf gesetzt, daß der Marquis von Miraflores, Cottinas,
entspinnen, wenigstens moralisch. Die ganze Legion von Ankibes und Cantero verxhaftat uund verbannt worden seiem. Diese drri
ist in der Auflosung begriffen, da die Offiziere sämmtlich ihre Männer sind die uneigennützigsten, angesehensten, beliebtesten und
Entlasfung eingereicht haben . xieelleicht die ehrlichsten polttischen Personlichkeiten Spaniens. Mis
—Burris, 25. Sept. Garibaldi ist also verhaftet.“Die aflsres iste vielleicht der treueste Anhänger und aufrichtigste Rath⸗
französische wie die italienische Regierung werden freier aufathmen: Jeber unseter Königin, und maun begreift micht; wie sie solcher Ge⸗
die päpstliche nicht. minder. Der „Constitutivnel“ läsgzt merken, valtthätigkeiten zulasfen kann.“ Man sagt, daß die Ddrei obenge⸗
daß die italienische Regierung sehr weise mit dieser Verhaftung wnnten Herren einen Versöhnungsversuch mit der liberalen Partei
gehandelt habe, da Italien sich sonst utangenchme Verwickelungen wi der Koͤnigin anstrebten. um der Revolntion Einhalt zu thun;
hätte zuziehen können, und lobt Herrn Ratiazzi über alle Maßen. illein Gonzalez Bravo(Ex⸗Demokrat und jetzte der allereifrigste
In der That hat derselbe der franzöfischen Regierung die Arme Keactisnär im Ministerium) hat sich vorgenommen, einen Louis
frei gemucht, und man darf jetzt eine eutschiedeuere Politik det Rapolron nachzusöffen, vergißt aber in seinem Eifer, daß dus spa⸗
Tuileriencabinets erwarten, entweder gegen den Orient oder geges Uische Volk kein französisches Volk und daß Gonzalez Bravo kein
Deutschland. * Louis Napoleon ist. n en
7 In Elsaß und Lothringen getzen die Rüstungen mit gtöß Donaufürstenthümer..
ein Eifer vor sich. Die Besatzung von Pfalzburg ist um ein Aus Jaffy 16. Sept. wird der Wlener „Presse“ herichtet:
ganzes Infanterieregiment vermehrt worden. Bombenfeste Pulver⸗ Im Abend des letzten Sonntag sollte eben im Tircus der zweite
magazine werden daselbst angewendet. Ebenso legen in Straßburg itt des Progtammes beginnen als plößlich himer einemVor—
300 Pioniere solche Magazine unter den Wallen. an.n Jange, wo ein den Künstlern als“ Garderybe“ dienender Raum
—— OItalien. cch befindet, eine hastige Bewegung und heftigez Hin⸗ und Her⸗
Flowvenz, 26. Sept. Die offizielle Jeitung“ sagt: Die laufen wahrnehmbar ward und ein markdurchdringender Schrei
Regierung hat, um ihr Versprechen, eine iede Verletzung des roe rtönte. „Die Löwen sind heraus! der Cirkus brennt!“ erscholl

oerhindern, — erhalten du lonnen, Ga⸗
Zejtung“ Alessandrige bringen laffen.

ir wahrscheinlich, —— ——
urůchukehren, Denwec· sein⸗
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        4 bon allen Geiten, und —,, nun eine Scene der Unhe⸗ — das Cultusminisierlum sich vorbehtllt; — ferner eine r
—X —— Doch eben in Momente des hochsten terialmtschließnng über die Errichtung neuer Schulen, sowie“ Vil-
hedranges begann die Rusik weiter zu spielen als ware nicht »ung und Umfang von Schulsprengefte..
as Geringße vorgefallen, und einige. Besonnere fahen urude Lud wigshaf en 26. Sept. Der nächste Vergnügumgs
In diesem Momente ward Zenselben ein wahrhaft grauenhafter ug! von Forbach bezw. Thionvdille nach Paris sindet Donners⸗
Anblick: mehrere Mäaner zrugen aus dem Raum hinket“ dem ag den 3. October statt. Anmeldungen hiezu werden bei den
horhange eine menfchliche iwet· innd gher wur vin bedeckte Ge⸗ Zignicin der Pfalzischen Bahnen in der gewöhnlichen Weije ent⸗
sialt hervor, der ganze Körber berfelben bot nur den Anblick jegen genommen.
mer große schrecllichen Wunde dar · Man erkannte in demsel⸗ 34Berlan. Ein hiesiges Blatt exzählt folgenden. wenn
ʒen Momente in dem derart Zerfleischten den Redakteur desz Se⸗ —— Unglücksfall. In einem Forste, unweit Ber⸗
phrattistenorgans Theodor B. Lahtzesko, und es enhotezeegt— lin, war in der vergangenen Woche lemn Holzschlägey! miüßt vem
die Rufe: Zu Hilfe, did Walachen wordan die we hin“ sleinhauen sogenannter Stubben beschäftigt. Dies geschah durch
Fin furchtbares Wuthgebrüll erhob sich unter der Menge; Alles kinschlagen van Keilen. Es wird so lange Keil neben Keil in
ürzte nach der Seite hin, wo Ir walachische Officiere ges das Holz getrieben, bis dies auseinanderplatzt. Auch der Holz⸗
sehen worden waton, doch war von d lbei keine nis chlager —5*— bei seiner Arbeit in dieser Wehe —A ein⸗
zu finden. Schon seit Anfang des borigen? Umsturzes en nalso unborsichtig, seins linke Hand jn den Einschnikt u alten,
Fursteuthümern hatte fich der jumge Vatzesto, durch— Cotifequeng, in welchem er soeben ginen Keil treibesi wallte, welcher, hei einem
nit det er⸗ alles, was Walachei hieß, geißelte, und mit der er nahrscheinlich nicht geschickk genug ine Hiebe, gus 5
die Separation der Moldau!?won der Walachei predigte, eine ebensß tung sprang wunde die Halbe linke Hand des Irmen einllemmerte.
—A —— veider war er nur ganz allein im Forste Niemand lonnt en
Wachelei erworben, Stantgefundene Duelle mit den Einen, vefur hilfegeschrei hören und ihm helfen. Hiehrert, Stungen tug
irte Duellt mit andern walachischen: Officieren hatten tzmeit“ der Unglückliche die gräßlichen Schmerzen; dann ergriff ehi ei
angerer Zeit, deu herbsten Groll dieser Leßteren Zzugezdgen uünd ex Verzweiflung die Axt und hieb sich selbst- die eingek emmten
Drohungen, sowie abgewehrte Ueberfülle gegen ihn auf offentlicher dinger ab. Nachdem er hierauf zu Hause angekommen und ein
Straße hatten sich derart gehäuft, daß er nie mehr yne Revol- Arzt herbeigeholt war, soll derselbe dem Unglücklichen erklart ha
der ausging. Der in voriger Nacht geschehene Anfallschien min den, daß die von ihm ausgeführte Operqtiom dun einzige —W
ein reiflich vorher überlegter Plan gewesen zu sein; denn in este Mittel gewesen sei, durch welches er habe gerettet werden
dem Momentegls der junge Redatteur sich in die Garderobeab⸗ önnen. he zhh J
—— Gottingen ist. wje dem „Schwäb,
xenden Jägerbataillons ihm dahin folgen sehen; ohne daß er sich Mercur“ geschrieben wird, in Folge seinex Vexweigeruig beg Hul⸗
un dessen verfehen hätte, ward eer pon⸗ Einigen Svon: äahnen igugseides, auf sein Ansuchen mit vohem Geholt und mit der
rücklings angefallen, zu Boden: geschleudert und in der Trlaubniß, auch fernerhin Vorlesungen an der Nninersitg halten
‚orhin beschriebenen, Schauer erregenden Weise zugerichtet. Die u dürfen, in Ruhestand versetzt worden. 4
Polizei soll sich dieser Affaire gegenüber sehr lax benommen haben. N Angenehine Nachricht für Rheinweinliebhaber. Das Home⸗
Die Meuchler sollen noch wührend drs Tumultes guf vorher bei Journal, ein Organ der fashionablen Damenwelt, berichtet. daß
tellten Wägen entflohen sein. , unter ·den Letztern das wan uit Weis junuix meht RAObie
Amerika. en — als bestes un sn — In und daß
2494 . die feinsten Rheinweinsorten dabej benützt würden. ECine junge
New-HYork, 12. Sept. Mit dem Dampfer „Hansa“.) dame brauchte jeden Morgen drei 3 Aabinet!. In Cas⸗
Der Staatssecretar Seward hat unterm 27. August eine Zusam— sel wollte einst Niemand frarzosischen Rothwein trinken, weil 4
nenstellung der Reclamationen wegerr · der Corjsaren wãhrend des ug Ferome sich taglich in soschelg zu“ baden slegie un verlaut
Bürgerkrieges verübten Beschadigungen dem Unionsgesandten in ete, daß ee Hofbedlenfenꝰ diesen Wein wider duf ver Markt
London, Herrn Adams, überschickt und diesen beauftragt, in ernster bruchten Der edle Rheinwrein gehtehier vffenbar Emnen ahntchen
Beise die Aufmertsamkeit Lord Staulens quf diesen Gegenstand Gefahr enigegen. Welche herrlihe Chauce .u en suüßestenr Genuf
zu lenken und ihn zu benachrichtigen, datz der Präsident es für sen bietel übeigens diese Mode für Herlieble dax! —, Waß find
bie Wirderherstellung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den bei⸗ ille Locken, Medaitlons, Valemines Slammbuche und —2
»en Ländern nothwendig halte, doß diesen Reclamationen Gerecht Zlatter Kotillonschleifen, Vielliebchen zcs gegen eine solche Flasche
ligkeit widerfahre ; die Unibnsregierung werde ähnliche Reclama— Cabinel,“ von cinem Zofchen gegen I und und gote Worie
ionen britisher Unterthanen ere d Iea führit —8 Geld gu
aus, daß die Angriffe gegen den amerikanischen Handel ihre di Etwas Aehnliches wird aus Frantreich berichtet Der Mar
tecte Ursache in der Auerlennung des Rechtes Kriegsführender hat⸗ us Gaͤr. quf ei⸗
nen, welche Großbritanmen den Rebellen des Südens zu Theil em Schlosse in der Nahe von Ironille Die Gefell haft besteht
wvenden — daß die von der Regiexung der Bereinig. Iuch feinen und hochstehenden Herten und charmanten aristotratischest
ten Staaten grgriffenen schleunigen Maßregeln gegen die fenischen Demen der hohen Welnr Damen bereinigen sich eines Abenos,
— — Marquis cinen Streich zu spielen sie gehene im sein
aigten Staaten Großbritannien gegenüber beweisen- Er wiedere lSchlafzimmer und dringen zwischen die Leintücher des Veitetz ine
holte endlich, daß eine Loͤsung fuͤr die Wiederherstellumg eines gu⸗ dicke Vage Mehl am Der Diarquis he ———
en Einvernehmens durchaus nothwendig ist, — Gestern tamen in was ihm begegnet ist, er laßt ich von iman Bedenlen ihbeg
Rew⸗ Orleans 67. Todesfalle vor. Die Cholera hat sich auch ju das Mehl vorsichtig aus dem Beite sammein und veßehll Stit
Vovernors Islaud gezeigt, chweigen., Einige Tage spater lader er die Vamen welche 'erin
— — —— Verbacht hatie, zun einem Theer xins Ein pragchtdoll verzierter
——— PKuchen wurde pon ahen — gefunden
n * Sp eher, 24 Seht. Am verflossenen Soumtag. Rache did 4 e F je ut eine in en. ie e 9 rqui
AWXBZ3,, Sb. acye Nich. wahr, ex jst sehr gut, m amen, kachte der Marquis.
nittags 4Uhr, schwamm der hiesige Bade und Schwimmineister Win ihalueso
28 9 — er seu Sie auch, weßhalb er so gut schmeckt? Weil Sie
heorg Nie mand mit seinen beiden Töchkern bei heftigem Winde mir dot anden Abenden vas Mieht vwnr vehesert gabeß! 8
»on Altlußheim den Rbein herunter durch die Schisttnnke bis au in Schrei des Enlsehens sonte ans ———— der
die Ausmundung des Mpeyeren Hafens, aine Strecke nom e Stue Marguis lachte. e , “,
den, bei einer Wassertemperatur von 14 Gr. Eine ungeheuere I
Venschenmasse hatte fich zu diesem gewiß seltenen Schauspiele am
Ktheine eingefunden, und wenngleich diese Wasserpartie für Hen—
stiemand keine Schwierigkeit bot, da er eine folche sogar am
13. Jan. d. J. bei sehr kaltem nebeligem Wetter nach dem Bei⸗
piele E. Mahners ausführte, so verdienen abern“ die Leiftungen
einer beiden Töchter, vqn denen die jüngert 14u0nd die ältere
6 Jahre alt ist, alle Anerkennung und dürfte dieser Fall gewiß
uu den Seltenheiten gehören und besonders für die Damenwelt
»on Interesse sein. (Modern. Zur Nachahnung.
fMünche —— Das eben erschienene Cultus
ninisterialblatt Nr. EFoenthält eine Ministerialentjchtießung,
jach welcher von der Regel, daß das Maximalalter für die Auf—
ahme in ein Schnullehrerfeminur das 20. und in eine Praͤparan⸗
enschule das 17. Lebensjahr sein soll, in außerordentlichen Fällen
ibgegangen werden kann und die erforderliche Dispensationserthei⸗
        <pb n="458" />
        Der, Zime der Weberschule ist, gine grundliche theoretische sahlungen, ein Zogling für die — hat fut die Kost tag⸗
mid arnne Nun ng uchtiget Wedersug aht FZranghen dieses lich aine geringe Abgabe gu seisten fut Wohrung. Arnexricnt umd
In astae elge u verdreiten. Berpflegung degegen die Halfte selges Arheitetpewdienstts der Am.

Sanwn tliche Zoglinge müssen in der Anftal wohiten genießen ait zu iherlasen Ä
— DD—— ——— VIden uuung. gochehen
utfsichtigt. α n ntun c —⏑— ec n * Oen Ii Auguft — * ——8

arcUnlerricht Wohnung,Koft ze.mentrichtat der 5 De⸗etorium der Weberfchule
. Klasse eine Jahrespension von 150 fl. in halbighrigen Vorquse diunen aun Keerh i heAn Pezirkzamtmann. 4

— — — — — — —
ιιν: —D—— —B — MNir machen biermit die Aseig— oß KrGSernnus nnren uidg u Att oitians 0

Hluserverntei get ung..h hheucs cöennt ac en h bee

Saͤustag den h Oetober 1867 Rac jJun. in d&amp;t. ngberbo !
— 35 tine Nicderlage von unsen —5 pee
hgine Adam Bec laßt Johann Grießs T454 t 7 d. 06 més t D ec
ortland-GCe mente
Sloße siehe udes neuerbautes · Wohnhausunn Vlieskastel, n —J
nir dewolblem geller —9 nd Gauten in mit dem Verkauf desselben im Kanton lieska el, übertragen haben. —V
Figenthum dersteigern h r h uWirn übernehmen allen Abnehmern gegenüber die Garantie, daß unser Portland⸗
leig darauf aht Anlon Seel Ragel⸗ Eement dem höchsten Anforderungen enispricht. welche man an den besten, Cenmenß
schmied hier, seine zwei Wohnhauser hinter deutschen nder engkischen Ursprungs stellt. Fany
. — 34— donanen t e Malstatt, bei Sñgarbrücken, im September 18083. a
Lagelschmied Lindemann . in . Eigenthum 3n * ,
, Garil Tetesen G—

Horu, lal.“ Rotat.n. Auf Obigeg Bezuguehmend, empfehle ich mein Lager von Porland⸗Eement

——— Tvex detren Carl Dietz sch x Comp. deren Fabrilat nach angestellten Bersuchen dem
Vervachtung auf 6 Jahre. ahei unen d dge teht gautmdi aecheumn

ESamstag den 5. October 1867u0 nShe Ingher im Wepreijn —J— 1

Rachmittags um —WD , —D .i de. r Git n Jun. —X
u St — im Saale von Ferdinand ——————————————— — ů*
Dberhaufer wird das Ackerland der Herren 6GAa 48 50 —
Gebrüder Krämer vom St. Ingberter —8W ztes Tuch 8 B ukskin-⸗La ger
Eisenwerke auf weitere 6Jahre verpachtet EJα ι .

——— 42 an der Pfalz!ln ⁊x e 23

————— IA.A IISO ISEI uM ee ee —E

t 37 impfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Sorten Lambrechter/ Niederländer und
Neus Kollander. Lron⸗ Franßostscher —2 ind Bakskins imnd bittet der anerordentlich biligen und

41333 Fressei Preisett um venigten

braud.·Vollhariuss l Pehen um geuen subhuac —
2* 84 F — — 3 J

J 8 Sardellenm, ne u aWVon einer Kinkaufßreise in rahurücchelehrt znipfehle das Neueste in

—8 ma SohWeizeær kûméq, 3 131 Tuͤe —— 9 — 5—* 7 te 9 23 1 —J v 7* F
Filz Tuch⸗ und gesteppten Seidenhüten

Viuiieroxꝰs Rann σα in ehet eeee en —

gut gerοινιαν ernena Güntel⸗ Gürteljchlösser, feine Aufsteckkämme,
bet Fnen in Brochen Ohrringe, Mauchettenkuöpft-Crabatten, Kragen,

— —— Fritz Paujerbieter.“ Manchetten ꝛc. ν uiti 1 ö 4 AA

8 m ο, αæνι 2un heltuzvip M αν

— ——— ι ↄιy ανι ιινι ιαιναν wmwo⸗ñ ——⏑——

Geschäfts Empfehlung. — AA uę- id de —

Ich beehre mich ergebens anzuzei⸗rꝛu. Die' im 6tt Ir banu a. 11 wochentlich sec. al erscheinendeniu

gey daß ih in einen nenen eehe A4 TRL 4
8t Jobapper eitung“
Re sttauex aut i on perbunden, YYN ——
— —
ne eenae ee eee zugleich. Anzeiger für die Kreise Saarbrücken, Ottweiler
len mir erlaube,“ unter“ Zuficherimg an 9 mund St. Wendel,“ ea
rascher und billiger Bedienung. ist das bei Weitem gelesenste Blatt in den 3 Kreisen Saarbrücken, Ott⸗

—— — weiler uͤnd St. Wendel und ebenfalls in der Nahegegend viel verhreitet. Da—

* —XIC her elgnet sich dieselbe vorzugsweise zur Veröffentlichung von Anzeigen und Ankündigun⸗

114 * — .T g 2 8 g * 3

in Zwoibrüokon.. gen aller Art, die in diesen Kreisen die weiteste Verbreitung sinden. Der Abon⸗
— 5 nementspreis beträgt, durch die Post bezogen, vierteljährlich 1. Thlr., die Insera⸗

2 P 744. t ionsgebühr fur die einsbaltige PetiteZeile oder deren Raum 9. Pfo.

neh u ermie hen? J inSt, Iphann a. d. Saar.a ν

ein Logis bestehend in mehreren Zim⸗ i J — J αν αng ν

mer, nebst Küche, Keller und Speiche — XIIGSIISSTS

a p * vi en Frankfurter Börsen

* 2 Geinselösorten. n
z9 69 5 — 84 Aliieai
vo a6 Septbr I867.
areußische Kassenscheint 1αιν.—
— ———
isplen — ααν.
dolländischte 10 fl⸗Etucke Vαö⏑
Dueaten: . ga e 23387 3.
Vdranch Etige4 20α
Englische Souvereings? 3 589 ·
Boͤld per Jollfund sär », —
Ischhalitges Silber per Voldfand
Doklarßs mm Gold 7νι α

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E zuͤr dießjährigen Qolner
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winne Thaler 25,000, 10,000,
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IUd on dahen hei 85 ———

Nieharidd Kamun, Buchbinder

in Zweibrücken.
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anJ ιινν, Redatlidn, Dwuck und Verlagge won' F. X. D eimer ge in St. 1Mngbert: naα ν
i 1* Iocienn ic o tue? caron .56*

drucht⸗, Brod⸗e, Fleischenre Preise der
*Stadt Homburg dom 25.Sepihrage
n Weizen 80. s. Vs rh, KornenGefl.“ Bur,
Spelz 24fl. 53 kr. Gerste, — Dreihige fl
— ntr., Mischfrucht 6fl.n Ir.,Hafer
fl. L6tr. Erbsen: fl ltri, Aartof⸗!
elin Ifl. 6 Ar. per Itr. Kornbrod, 8 Kgt.
28 Ar4 ditto 2 Kgr. IN tr ditto 1 Kgri:
lO tr⸗Kühfldiich 1. Qual. 16 kr., 2. Qual
43. kt. GKalbfleisch Ad kr.:Hammeifleisch
GoetrennSchweineildich 26 dr Butter A7ntri
der WPidieeecuta n
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        St. Ingberler AAnzeiger.

— M

— — ——“
der „St. Ing berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dremmal: Dienstag, Donnerstag
id Samstag. Abonnemenispreis vierteliährig 450 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Dienstac⸗

Per

—
Deutschland.

München, 26. Sept. Bezüglich der Errichtung eines

gerwaltungsgerichtshofes soll bekanntlich den Kammern erst ein
hesetzentwurf vorgelegt werden und werden jedenfalls einige Mo⸗
iate vergehen, bis die betreffende Vorlage zum Gesetze erhoben
verden kann; demungeachtet hat man in hiesigen Kreisen bereits
den Präsidenten für den künftigen Verwaltungsgerichtshof fix und
ertig und zwar in der Person des Grafen v. Hegnenberg-Dur.
da die deßfallsigen Vermuthungen vielleicht nicht ohne Grund
ind und in der That das Präfidium der neuen Centralstelle kaum
in entsprechenderer Weise als durch den Grafen v. Hegnenberg
hbesetzt werden könnten, so glaubte ich derselben hier erwähnen
u sollen.
Munchen, 27. Sept. Nachdem der Socialausschuß zur
Frledigung der ihm vorgesetzten Aufgabe in letzter Zeit taglich
Sitzung gehalten, ist es ihm gelungen, auch noch das Armengesetz
urchzuberaihen und in heutiger Sißung schon die zweite Lesung
ꝛes Gewerbegesetzezs vorzunehmen. Hiebei wurde von dem Abg.
Dr. Brater der Antrag eingebracht, die Gast- und Schenkwirth ⸗
chaften, so wie den Handel mit geistigen Getränken aus der
Reihe der konzessionspflichtigen Gewerbe zu streichen. Obwohl
zieser Antrag heute schon eine größere Unterstützung fand als
zei erster Lesung, konnie er doch die Majorität nicht erlangen,
sondern wurde mit 8 (Crämer, Th. Wagner, v. Münch, Joseph
Wagner, Urban, v. Steinsdorf, Vr. Edel, v. Schlör) gegen 7
Stimmen (Or. Brater, Sing, v. Soher, Kolb, Fischer, Hohenadel.
Dr. Pözl) abgelehnt. Dagegen wurden die Strafbestimmungen
des Gewerbegesetzes um ein Bedeutendes gemildert. Das Gewerbsge⸗
etz, so wie das Gesetz über Heimath, Ansäßigmachung, Verehelichung
und Aufenthalt werden daher schon sofort, das Gesetz über die
zffentliche Armenpflege aber wird nach der durch Einsetzung einer
Subkommission bereits vorbereitelen zweiten Lesung der Kammer
vorgelegt werden.

Mäünchen 27. Sept. Die durch mehrere Blätter gehende
Nachricht, daß der Minister des Aueßern, Fürst v. Hohenlohe
mit dem württembergischen Minister des Aeußern, Frhr. v. Varn⸗
büler in den jüngsten Tagen eine Zusammenkunft gehabt habe—
st vollständig aus der Luft gegriffen.

Munchen, 27. Sept. Die Zahl der Adressen von Ge—
meinden für die Auflösung der Abgeordnetenkammer ist auf 667
ingewachfen und die Bewegung scheint jetzt erst recht in Fluß zu
ommen. (Pf. Ztg.)

München, 28. Sept. Die Wiederberufung der Kammern
ist bekanntlich auf den heutigen Tag erfolgt und hat diesen Vor—
nittag die Anmeldung der Kammermitglieder begonnen. Von der
Zammer der Reichsräthe sind erst wenige Mitglieder eingetroffen,
don den Abgeordneten aber waren bis diesen Abend schon 87 per—
önlich im Ständehause angemeldet, so daß die Kammer bereits
deschlußfähig ist. Viele Kammermitglieder werden übrigens mit
den heutigen Abendzügen der Eisenbahn anlangen. Am Montag
Mittag soll eine Sitzung der zweiten Kammer stattfinden, damit
zer Staatsminister der Finanzen das Budget für die nächste
—äXX
pätestens drei Monate vor Ablauf der Finanzperiode — in Vor⸗
lage bringen kann. Andere Regierungsvorlagen, insbesondere der
Besetzentwurf über die Heeresverfassung, werden kaum innerhalb
3 Tagen vorgelegt werden können, da dieselben noch nicht ganz
endgüulig feststehen und auch noch zur Berathung im Staatsrathe
zu gelangen haben.

Muünchen, 30. Sepi. In der heutigen ersten Sitzung der
Abgeordneten-Kammer legte der Finanzmiuister das Büd⸗
zet und das Finanzgesetz für die Periode von 1868/69 vor. Der
Zruttoboranschlag beziffert die Einnahmen und Ausgaben mit
38,602,570 si. Zugleich kündigte der Finanzminister die Vorlage
eines neuen Gehalts-Regulatives an und erllärte die Erhöh
ung der directen Steuern um 50 Procent
AUr hothwendig. Endlich legte er einen neuen Gesetzentwurf über

den Malzaufschlag hor, welcher die diesseitigs geltenden Be⸗
timmungen den Wünschen der Kammer gemäß abändert und den
Aufschlag a uch in der Pfalz einführt. Der Kriegs-
ninister legte sodann einen Gesetzentwurf vor, betreffend einen
Fredit von 83,032,834 fl. für außerordentliche Heeres—
bedürfnisse, welche Summe aus den Erübrigungen der 8.
Finanzperiode zu decken wäare.

Stutt gart, 27. Sept. In der Landesversammlung der
zeutschen Parlei wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Die
Bersammlung erklärt im Anschluß an die Beschlüsse der süddeutschen
Bersammlung zu Stutigart vom 4. August: 1) Der Eintritt in
den Norddeuischen Bund sei der einzig mögliche und wünschens—
verthe Weg zur staatlichen Einigung Deutschlands; Schutze und
Trußbündmßverträge mit Preußen, sowie auch Zoll- und Handels-
inigung verbürgen, wenn sie auch jenem Zwecke noch nicht ganz
genugen, wenigsiens im Kriegsfalle und auf wirthschaftlichem Wege,
Fie nationale Verbindung des Südens mit dem Norden. Wir
erwarten von unserer Volksvertretung unbedingte Genehmigung
dieser Verträge. 2) Der Norddeutsche Bund ist kein Hinderniß
ür die freiheitliche Entwickelung der einzelnen Landesverfassungen.
Im Gegentheil ist durch die Beseitigung des Bundestags uns ein
reier Spielraum für laͤngst verheißene Verfassungsreformen, be⸗
onders für directes und allgemeines Wahlrecht, eröffnet. 83) Die
o sehr vermehrte Eisenbahnschuld, die im vorigen Jahre entstan⸗
henen Kriegskosten und die Neuorganisation des He⸗res bedingen
ine enisprechende Erhöhung der Staatsausgaben; es sei jedoch
inzulässig, den Mehrbedarf einfach durch Zuschlag auf die bishe—
igen, am wenigsten auf die indirecten Steuern zu decken, viel⸗
nehr sei es erforderlich, neben Ersparnissen eine Steuerreform
inzuführen. —

Stuttgaxt, 29. Sept. Die heute hier statigefundene
ahl eich besuchte Landesversammlung der Volkspartei beschließt die
Berwerfung der Verträge mit Preußen, spricht ein Mißtrauens-
otum gegen den Minister Varnbüler aus; verwirft das neue
Zriegsdienstgesetz, weil dasselbe nicht nach dem schweizerischen Sy⸗
tem ist; spricht sich gegen eine Steuererhöhung aus, und fordert
die Einberufung einer constituirenden Landesversammlung nach
dem Gesetz vom 1. Juli 1340.

Berlin, 28. Sept. Schultze⸗Delitzsch hat, wie wir schon
zurz erwähut haben, als Anwalt der deutschen Genossenschaften
einen energischen Protest gegen das Verbot des internationalen
Tooperativ- (Genossenschafts⸗) Congresses in Paris seitens der lai⸗
erlich französischen Regierung erlassen, in welchem er nach Dar⸗
egung der Bedeutung der Genossenschaften zunächst anführt, daß
ilie Befürchtungen, die man von einer solchen Zusammenkunft im
Interesse der sigatlichen Ordnung gehabt, vollkommen ungerecht⸗
ertigt gewesen sind. „Nicht Feinde, sondern Stützen staatlicher
Ordnung sind die Genossenschaften; nicht den Krieg, den Frieden
zringen sie der Gesellschaft.“ Das Actenstück schließt mit den
Worien: „So wird denn hiermit vor der gebildeten Welt, von
zeren cibilisatorischer Cooperation in Paris man die sociale Eoo-
»erativbewegung ausgeschlossen hat, Protest erhoben. Mit dem
Verbote des internationalen Genossenschafts-Congresses hat die
Pariser Weltausstellung in einer der wichtigsten Beziehungen ihren
Anspruch auf Universalität verwirkt und ihre internationiale Be—
»eutung geschwächt. Wie auch die Genossenschaften andrer Länder
u diesem Attentat auf die Würde und sociale Berichtigung ihrer
Zache sich stellen mögen, es ist ganz besonders Sache der deutschen
Benossenschaften und Pflicht ihres Anwalts, hier einzutreten. Als
virthschaftliche und sittliche Macht, fußend auf allem, was gut
ind recht, was wahrhaft menschenwürdig ist, weisen wir jenen
Willkuüract zurück. — Die französische Regierung, die sich einst
nit dem Ausspruche: „das Kaiserreich ist der Frieden“ inaugurirte,
jat durch ihre Achterklärung eines der werthvollsten Elemente für
hen innern und äußern Frieden der Völker von sich gewiesen.
Die Genossenschaften nehmen Act davon.“

Bersin, 28. Sept. Aus der vorgestrigen Adreßdebatte
        <pb n="460" />
        rragen wir die wichtigsten Erklärungen des Grafen von Bismarck
ausführlicher nach.“ In Bezug auf, die Stellung- zum Sübden
prach der Graf:! „Wir sehen in der Adresse das Zeugniß, wel—
ches der Reichstag dem deutschen Süden gegenüber, dem Auslande
gegenüber, den Bundes-Regierungen gegenüber, ablegt — von
den Meinungen und Ueberzeugungen, mit denen die Regierungen zu
rechnen haben und auf welche die Regierungen rechnen koönnen.
Wir fassen die Adresse nicht so auf, als ob der Reichstag die Re—
rungen damit wider ihre eigene Ueberzeugung zu einer schnelleren
Action, als die Regierungen selbst es für foͤrderlich halten, trei⸗
ben und von dem Standpunkte des durch die Zeitungen bekannten
Circulars vom 7. d. M. herunterdrängen wolle. Indem wir
uns über unsere Position zur Sache offen dahin ausgesprochen ha⸗
ben, haben wir zu erkennen, daß wir unsererseits jeden Druch,
jedes Drängen vermeiden, daß aber, wenn die deutsche Nation
in ihrer Gesammtheit, der Süden und der Norden, die Ein⸗
heit wollten. dann meiner Ueberzeugung nach, auch keine Regie—
rung und kein preußischet Staatsmann stark genug ist, es zu hin⸗
dern, keiner, will ich sagen, muthig oder kleinmülhig genug, es
hindern zu wollen. — Als hierauf der oberhessische Abgeordnete
o. Rabenau an eine von Herrn v. Dalwigk am 4. Juni dieses
Jahres in der ersten Kammer Hessens abgegebene Erklärung (, daß
die großherzogliche Regierung allein schon durch die Rücksicht auf
Preußen abgehalten werden müßte, sofort einen Antrag auf Ein⸗
ritt von ganz Hessen in den Norddeutschen Bund zu stellen; sie
würde dadurch nur Preußen in Verlegenheit setzen“) erinnerie,
welche hauptsächlich Ursache war, daß die erfle Lammer dem Aus
schußantrag der zweiten nicht beitrat, bemerkte Graf Bismarck
„Mir ist die von dem Vorredner angeführte Aeußerung des großh.
zessischen Staatsminister damals entgangen, sonst würde ich Gele⸗
zenheit gehabt haben, auf diplomatischem Wege die Ansichi zu be⸗
richtigen, die sie ausspricht. (Hört! hört!) Als preußischer Mi⸗
nister der auswärtigen Angelegenheit bin ich sicher, daß die kgl.
Regierung mit keinem Worte der großherzoglich hessischen zu der
dieser Aeußerung zu Grunde liegenden Ueberzeugung einen Anlaß
gegeben hat. Ich würde, wenn Schritte erfolgien, die auf den
Sinn der damaligen Interpellation von Seiten der großherzoglich
hessischen Regierung eingingen nicht für Preußen eine Verlegen—
heit fürchten, viel eher für die übrigen süddeutschen Regierungen,
deren Stellung durch den Vorgang einer unter ihnen einigerma⸗
zen erschwert werden würde. (Hört! hört!) Die Anführung
wie sie hier der Herr Vorredner aus den Verhandlungen der er·
sten hessischen Kammer gemacht hat, kann ich als eine gegründete
Aeußerung, als eine zutreffende von Seiten der großherzoglich
hessischen Minister nicht ansehen.“ (Bewegung.)

— Die Post- und Telegraphenverwaltung wird

bekanntlich am 1. Jan. 1868 Bundessache, dem Vernehmen
nach wird dieselbe aber schon jetzt dem Bundeskanzler unterstellt
verden. — Die Rüstungen in Frankreich danern fort
uind es kann als Detail angeführt werden, daß die französische
Regierung in englischen und belgischen Fabriken für jedes Chasse⸗
potgewehr den doppelten Preis unter der Bedingung zahlt, daß
1000 täglich abgeliefert werden. Es stellt sich übrigens mehr und
mehr heraus, daß das Chassepotgewehr in den Händen des fran⸗
zösischen Soldaten, der sonst bis zum erdenklichsten Grade der Voll⸗
lommoenheit ausgebildet ist, keine vertrauenerregeude Waffe ist.
Wohl ist das Gewehr leichter, und zum Laden gehören 3, anstatt
wie bei uns 5 Griffe, die Treffähigkeit ist auch größer, weil die
Flugbahn rasender ist, dagegen erweicht sich die Gummihülse sehr
leicht, denn sie wird warm und dann kledrig, ferner aber ist die
Reinigung schwer und die Nieten, Schrauben ꝛc. werden leich
locker und unbrauchbar.
Verkhin, 28. Sept. Was Süddeutschlaud angeht, so weiß
man hier, daß bei den Cabinetten von München und Stuttgart
—
deutschen Bund zu bemerken ist. Wenn aber der Stuttgarter
Landtag wirklich das zwischen Preußen und Württemberg abge⸗
schlossene Schutz und Trutzbündniß verwerfen wollte, so wäre dies
wohl ein heroischer Act, aber er wäre mehr als unklug und
wvürde im Reichstage bei Berathung der Zollvereinsverträge eine
jehr mißliche Antwort erhalten, welche dem württembergischen Geld
bdeutel unangenehm werden könnte. In Abgeordnetenkreisen ist
hierüber nur eine Stimme.

Berlin, 29. Sept. Der heute hier versammelt gewesene
Ausschuß des Nationalvereins hat beschlossen, foigende Punkte auf
die Tagesordung der nächsten Genera versammlung des Bereins
zu setzen: 1) Geschäftsbericht, 2) Verfügung über die Flottengel
der, 83) Antrag des Ausschusses auf Aufloösung, des Bereins 4)
Verwendung des Vereinsvermögens. — Tag und Ort der General
versammlung werden vom Ausschußvorstand noch festgesetzt werden.

— Füur den Bundesetat für die Zeit vom 15 Juli 1867
bis zum 1. Januar 1868 foll zusolge einer Erklärung des Bun
deskanzleramtes ein außerordentlicher Credit nachgesucht werden.

Wien, 26. Fept. Wie die Gemeinderäthe von Wien und
lagenfurt dereits gethan haben, so beabsichtigen auch die Gemeinde—
bertretungen von Brüunn und Gratz Petitionen um Aufhebung

des Concordats an das Abgeordnetenhaus zu vichten. Im letzte
ren selbst circulirt ein Autrag, der die Zustimmung zu dem Aus-
AMeich zwischen den beiden Reichshälften an die Beseitigung des
Foncordats geknüpft wissen will, oder genauer ausgedrädt, ein
Antrag, worin der Reichstag den Ausgleich nicht eher ratificiren
oll, bis die Regierung ausdrüdlich erklärt haben wird, daß sie
die Bestrebungen des Abgeordnetenhauses zur Revifion des Con—
vrdats in keiner Weise paralysiren werde. Der Antrag hat bis
etzt 830 Unterschriften. Ob er die Majoritätt finden werde, ist
edoch sehr fraglich. Hat doch der confessionelle Ausschuß der
dauses bei Berathung des Ehegesetzes beschlossen, sich mit der Noth⸗
rivilehe zu behelfen. — Das Scheitern des Verhandlungen mit
Braf Hegnenberg⸗Dux betreffs seiner Ernennung zum baherischen
hesandten in Berlin schreibt eine Münchener Correspondenz der
„N. fr. Pr.“ einem Einspruche Preußens zu. Letzteres habe in
München in ziemlich klaren Ausdrücken erklaͤrt, daß es die Sen—
dung des Grafen nach Berlin als ein Zeichen feindseliger Gesin-
nung Bayerns betrachten müsse
. Wien, 27. Sept. Das einzige Testament, welches der
Zaiser Marimilian hinterlassen, setzt die Kaiserin Charlotte zur
Iniversalerbin ein. Ein in Oueretaro errichtetes Codicill aber
jestellt den Kaiser Franz Joseph von Oesterreich und den Konig
Zepold der Belgier gemeinsam zu Vormündern der geistestranken
aiserin. Nach diesen durchaus zuverlässigen Daten werden alle
entgegenstehende Meldungen zu berichtigen sein.
— ODamburg, 27. Sept. Nach der „Flensb. Norddeutschen“
oll es, den Wünschen der schleswig-holsteinischen Vertrauensmän;
aer entsprechend, bestimmt sein, daß vorerst für die Elbherzogthü—
ner nur eine einzige Regierungsbehörde mit dem Sitze in Schles—
wvig eingerichtet werden soll.
Frankreich.

Paris, 24. Sept. Im Elsaß sind in Folge der anhal⸗
enden Geschäftsstockung zahlreiche Fabriken geschloffen, und der
Pothstand nimmt derart überhand, daß in vielen Orischaften die
dirchweihen unterbleiben mußten.

Paris, 26. Sept. Der päpstliche Nuntius hat dem Kaiser
Napoleon den Dank des Papstes Pjius für Garibaldies Verhaftung
ausdrücken lassen. In Rom ist man — nicht mit Unrecht —
der Meinung, daß die von der italienischen Regierung ergriffenen
Maßregeln hauptsächlich dem Einfluß des Tuileriencabinets zu
verdanken seien.

Paris, 27. Sept. Die „Epoque“ will von einem in ge⸗
sreiztem Tyone“ gehaltenen Depeschenaustausch zwischen Paris und

Berlin wissen; das „Journal de Paris“ dagegen von einem neuen
Circular, das Herr von Moustier an die franzoͤsischen Diplomaten
im Auslande in „sehr fester, obgleich gemäßigter“ Sprache zu
cichten im Begriff stehe. Der „Gazette de France“ zufolge hätte
Derr Rattazzi als Gegengefältigkeit für Garibaldi's Verhaftung
die Erlaubniß verlangt, eine Anleihe auf den Markt von Paris
zu bringen.
Italien.

Turin, 47. Sept. Diesen Nachmittag fand eine Kundge⸗
bung statt. Dem Präfecten wurde eine Bittschrift überreicht, weiche
die Befreiung Garibaldis und Rom als Hauptstadt verlangt.
Der Präfect erwiderte, daß er die Bittschrift dem Ministerium
rinsenden werde.

Florenz, 27. Sept. Die öffizielle Ztg. schreibt: Gari⸗—
haldi hat den Wunsch ausgedrückt, nach Caprera zurückzukehren;
da die Regierung diese Absicht entsprechend der ihrigen fand, hat
sie sofort ihre Bewilligung ertheilt. Garibaldi ist diesen Morgen
auf einem Staatsdampfer abgereist,

Neaqapel, 26. Sept. Einige Hundert Personen durchliefen
die Straße Toledo unter dem Rufe: „Es lebe Garibaldi!“ Den
Kundgebungen wurde darauf auf friedliche Weise ein Ende ge⸗
nacht, Andere Agitatoren rüchten gegen das französische Cou⸗
ulat an; doch versperrte ihnen eine Schwadron Cabvalerie den
Weg, worauf die Demonstration aufgelöst wurde. Acht Leute
wurden verhaftet.

Snanien.

Madrid, 27. Sept. Die politischen Flüchtlinge vom letz⸗
hen Aufstand werden amnestirt, wenn fie sich binnen 80 Tagen
teslen. — Der itg!ienische Gesandte Corti hat der Königin sein
Beglaubigungsschreiben überreicht.. — Die Cortes werden wahr⸗
schennlich am 1, November zusammentreten.

Amerika.

Vera⸗Cruz, 13. Sept. Juarez empfing den öjteereichi⸗
chen Admiral Tegethoff gut und wird angeblich Maximiliau',
Leiche gegen Vorzeigung der zum Empfange derselben ermächtigenden
        <pb n="461" />
        F
*

n9

der Mutter über diesen Unfall war ein so furchtbarer, daß sie
zlötzlich in Wahnsinn verfiel und in das Irrenhaus geschafft wer⸗
den mußie.

7 Die Unterschleife und Schwindeleien des Generals v. Kou⸗
delka in Wien reichen bis zur höchsten Stelle hinauf. Der gol—
dene Knopf auf dem Stephansthurme, der erst vor wenigen Wo—

KResmiscten hen aufgerichtet worden war, mußte reparirt werden; man nahm
Das „Zweibrücker W.“ sagt, daß der k. Apellho“ diesen ab, öffnete, ihn und sand ihn — leer. Alle silbernen und
am 1. October bereits seine Räumlichkeiten im künftigen Justiz- goldenen Denkmünzen waren verschwunden. —
palaste beziehen werde, und daß nach Vollendung der fümmtlichen f Platonismus. In der Beilage zu, Nr. 2385 der
Arbeiten die Stadt Zweibrücken einen Justizpalast erhalten wird Allg. Ztg.“ fteht wortlich folgendes Inferat Vermahlun g8
„wie kein zweiter sich in Deutschland vorfindet ·/··. Wunsch, Ein feingebildetes selbstständiges Fräulein, welches an
Bergzabern, 26. Sept. Die katholische Geistlichlei des glatomigmus glaubt“ und diefen schönen Glauben auch in der Ehe
Decanats Bergzabern hat an den Hrn. Bischof von Speher eine ich bewahren möchte, ladet hierdurch nur solche P. T. Herren ein,
Adresfse gerichtet, worin sie petitionirt um Veranstaltung einer Ge⸗ ich vm ihr Herz uͤnd ihre Hand zu bewerben, welche von gleichen
— ———
itte, h Liebe un e ein höheres Lebensglück suchen und fi möchten.
ahan wepe sollen. —9 — y. * de 700 Jah leltere gee d 50. e * 8
Kibingen, 20. Sept. Es sind gerade Jahre, zen bevorzugt. Gegenseitige Discretion ist Ehrensache. Gefällige
daß die Juden aus Kitzingen, angeblich wegen Brunnenvergiftung, ee ey werden unter — 333 poate restante
A debe — 3 — * Offenbach am Main erbeten.“
at nun der hiesige Magistrat den jetzt hier ansässigen Juden mi Azz
pielem Aufwande ein —* als dabe eingerichtet und hiemit Ein wekthcg Freh wpoh de— dranz Jul ꝛ
J nennen, den er neulich in Eperies gelegentlich des 200jährigen
bewiesen, daß er den alten Vorurtheilen abhold, die Fehler; der Jubelfestes des dortigen edangelischen Collegiums gesprochen. Der⸗
Ahnen zu sühnen sucht „selbe lautete: Ich habe lange unter praktischen Engländern und
. Der ee macht folgenden nicht übeln Witz „Wenn Almeritanern geiebt und bin selbse ein bratüscher Mann geworden
sonst Einer am Verscheiden ist, so geben ihm die Doctoren gewöhn der nicht viel spricht aber gern hut was er thun jann veß,
d nede e — 3 riegt in Wen halb bringe ich den folgenden kurzen Toast. aus: „Ich schenkt
den nische Tropfen.“ Das amtliche Blatt briugt! Fem Collegium hiermit 1000 fi. wer emen behseren Toaßt Tuß⸗
e sein —28 — Nachrichten häufig nach Hoffmann's auto⸗ hringt der moge leben!“
graphischer Correspondenz. —6vů *
die preußischen Generalstabskarten haͤben sa 3 An 15. —— are
im vorigen Kriege borirefflich bewährt; die Gegner waren off ant — — dam ic geen cu⸗ si Veu 7 er 5—
selbst uberrascht daß die Preußen Weg und Sieg bei ihnen bessen senen Tochte nm und nem, Sohnlein, zu dem melanholisch gelen
kannten und ane als sie selber, und zwar nicht nur die Of— genen Mondjee (bei Satzburg. Die junge Welt wandelte die Luff
ficiete, sondern aunh die Unterofficiere ung Solvaen Die dur An. auf einem Einbüumel.“ das nur gewandte Schisffer lenten
anshen Fatten seinen aher noch Deser zu sein. um se. dat ünnen eine Fahrt auf —V — Z Ladies
sich schon früher ein kurhessischer Beamter, der Oberlandmesser x eree 1 de har —,—
aduperi verdient gemacht. Generad v, Moltte halte eing sohe Shisetnedm an Band uüuehmen doch kaum y
Freude über die Vortrefflichkeit dieser Karlen. daß er zu Kauper! don ser Intfernt, Fippte das Einbäumel um und die Ladies und
78 — 5 er junge Sohn Albions schrieen um Hilfe — noch mehr aber die
sagte wir wetden nun ganz Preugen so aufnehmen und wollen verzweifelnden Eltern am Üfer. Während die Holz- und Schiffs-
der gen F dign wih e an n p — - Militär. knechte sich verlegen hinler den Ohren kratten, sprang ein zufällig
* 5 id dregti auf einer Ferienreise anwesender junger Wiener, ein passionirter
glement, daß die zur Parade aufgestellten Soldaten beim Er *
scheinen des Inspicirenden diesem ein lames n Morjen“ (guten Turner und Schwimmer., in den See und brachte die verunglück⸗
rorgen) Majesiat oder Ereeten, vr. Obecst de aunfen, mwerauf en Engländer, Eines nach dem Anderen, glüclich ans Land. Papa
dieser ebenfalls „guten Morgen“ oder auch nur n. Morgen Kin Lord hatte nichts Eiligeres zu thun, als in die Börse zu greifen—
— ist sein inigen Tagen num um den Retter seiner Kinder mit einer Zehnpfundnote zu beloh—
auch in der badisch· preußischen — eingeführt wotrden. eee wies den — deded
245,—533 BVie⸗r r seine Hilfeleistung nur — „ein Busserl.“ Diesen 8
—8*8 8 * ireen neuer eee verstan den die Euglander nicht. Als aber der joviale Wiener die
ex auf dem Artillerieschießplatze sprang gestern eines der Ge oanee —55 de van —386
schütze . WMajor Gregorh und einKanonier wurden getddtet, se i ee ee er die 8* e e
wir p 8 Grg — ein alter Herr in der Pro⸗ Beretteten daran, ihre durchnäßten Kleider zu wechseln.
menade von Antwerpen nuf eine Bant, himter welcher dil fAn der Pariser Börse vom 25. Sept. war die italienische
es Gebüsch ist, zog seine goldene Dose und nahm bedächtig eine Rente auf die Nachricht, Garibaldi sei getödtet worden, bedeutend
Prise, als aus den Gebüsch eine Hand sich hervorstreckte und nicht gestiegen. J .
etwa auch eine Prjse, sondern gleich die ganze Dose nahm unt .Der „Figaro“ veröffentlicht in einem Anfalle von unga—
damit verschwand. — Aufrichtigkeit dee der bek a een S
F Guhrau, 26. Sept. Der Athlet T, Born gab vor ei Pielerinnen und Sangerinnen von Paris. ers⸗
nigen ubn seinem 10 Jahre * Sohne eine aeee präsidentin ist Mlle. Déjazet mit 69 Jahren. Mile. Stolz zählt
Bei der hetzten Piece am Luffseil war die Mutter einer Schraube b8, Mile. Fargueil 48, Mile. Arnould Plessis 48, Mile. Augustine
lose geworden, so daß die Schranben am Seil nachließen und das Brohar 43, Mad. Miolan Carvalyo und Mad. Marie Cabel jede
Seil riß, waͤhrend der junge Born frei hangend seine Künste pro- 10, Mad. Ugalde 88, Mile, Schneider 81, Mad. Victoria-⸗Lafon⸗
zucirte. Der Mann fiei herab auf das Steinpflaster und trug kaine, Delaporte und Marie Saß jede 29 Jahre ꝛc.
schwere Verletzungen am Kopfe, so wie hauptsächtich an einem F London, 24. Sept. Während die „verschleierte Ama-
Auge davon. Vor drei Wochen verunglückte die Tochter des Born; jone der Elysäischen Felder“ den Parisern Stoff zu den verschie—
sie brach beide Beine und Hände und liegt gegenwärtig noch in densten Vermuthungen gab, heschäftigte London nicht weniger eine
Trepnis in ärztlicher Behandlung. zeheimnißvolle Erscheinung, welcher man den Namen „der Mann
Eine erschuͤtternde Scene trug sich, wie das „Fremden nit dem eisernen Kasten“ beigelegt hatte.
blatt“ erzählt, Sonntag Vormittag in Wien, in der Wohnung Dieses Individuum, welches man für einen Deutschen hielt,
»es am Hundsthurm wohnhaften Graveur Ernest Hutsch zu. Herr rug auf allen Wegen einen dauerhaft gearbeiteten eisernen Kasten
H. hatte schon zeitig Morgens die Wohnung verlassen; um 9 nit sich, in dem mans einen Schatz, Diamanten, theuere Perlen,
Uhr begab sich auch Frau H. aus der Wohnung, um nach dem Rubinen und Topase — schön, um einen brasilianischen Kaiser
Markte zu gehen, ließ aber im Bette ihr Kind liegen und ver eiferfüchtig zu machen — geborgen glaubte.
schloß die Thür. Als sie eine halbe Stunde später zurückkehrte, Diese Auslegungen klangen so schön und verlockend, daß Job
hörte sie ihr Kind jämmerlich schreien. Schnell öffnete sie die Kathield, der berüchtigste Gauner der City, den Entschluß faßte,
Wohnungsthür. Wer beschreibt ihr Entsetzen, als sie eine Katze sich der Kleinodien zu bemächtigen.
zuf ihrem Kinde sitzen und an dessen Händchen nagen sieht. Als Nachdem er acht Tage vergeblich gewartet, gelingt es Job
fie eintrat, sprang die Katze zum Fenster hinaus, welchen Weg endlich, den Fremden beim Herausgange von Convent⸗ Garden
ie auch wahrscheinlich als Eingang bentiztt hatte. Die Katze hatte mit Hülfe zweier anderer Schurken niederzuschlagen, um sich des
nicht nur einen einen Theil des Händchens gefressen, sondern auch „eisernen Kastens“ mit seinen Schätzen zu bemächtigen, die in
das linke Ohr und die Wange des Kindes angenagt. Der Schmerz einem nahe gelegenen verfallenen Hause getheilt werden iollen
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        Rach dieler Mühe erbrachen sig den Kasten, und fanden zu
nicht geringem Schreden und Enttäuschung — einen wunderbar
schoͤn erhalienen Frauenkopf!

Der beirogene Job übersandie den Kasten mit seinem In⸗
halte und einem erlaͤuternden Briefe an den Chef der Polizei; je⸗
boch sind alle Rachforschungen über den geheimnißvollen Eigen⸗
humer des Kastens bis jett erfolglos We und wahrschein⸗
lich wird dieses Räthsel, welches alle Kreise Londons beschäftigt
wohl nie vollständig gelost werden.

7 Die Tochter des Welt umseglers Capitäus Cook ist diese,
Tage zu Colchester im Alter von 104 Jahren gestorben.
pKopenhagen, 18. Sept. Der derßtorbene Landgraj
Wilhelm von Heffen hinterließ außer einer Million Gulden, größ
entheils aus Prioritaisobligationen in deutschen Gütern —28
noch eine große Sammlung,/ 500 Stüch Schnupflabaksdosen, welche
von ihm felbst täglich in einer bestimmten Reihenfolge benußt wur
den; ebenfalls gehört zu den Nachlafsenschaften eine große Anzahl
von Tuchnadeln, welche auch in einer bestimmten Reihenfolge von
ihm getragen wurden.

1 Im vorigen Jahre schidte der Sultan von Bornn (im
Innern von Afrüa) dem „Großen Häuptling von Preußen“ 8*
schenle und Glüdwünsche für die Erfolge der preußischen Waffen
m Feldzuge gegen Oesterreich und dessen Verbündete. Konig
Wilhelm will diese Aufmerksamleit der schwarzen afrikanischen Ma⸗
estãi erwiedern. Der Lieutenant Ferdinand Stumm aus Neun⸗
irchen ist an die Spite einer Mission gestellt, welche Gegenge⸗
chenle und den königlichen Gruß und Dank überbringen soll. Als
heschenke sind u. A. bestimmt eine mechanisch höchst vervollkomm⸗
jete Taschenuhr, ein Wagen, ein Thron ꝛc. Die voluminoösen
Piecen des Geschenkes müfsen sich in kleinere Theile zerlegen lassen,
veil dieselben auf Kameelen durch die afrikanische Sandwüste trans⸗
zortirt werden müssen. Mit dieser politischen Mission soll aber
zuch ein wissenschafllicher Zweck verbunden werden. Herr Stumm
„ollführt diese kostspielige, weite, beschwerliche und immerhin ge⸗
ahrliche Reise für sich und seine Begleiter aus eigenen Mitteln
und befindet sich jetzt in London, um dort wegen der Seefahrt
ind sonstiger Miiwirlung bei der Reise nach Inner⸗Afrika das
Beeignete vorzubereiten. Die Expedition wird im Spůãtherbste
dder im Frühjahr abgehen.

Bekanntmachungen.
Ich mache hiermit die An⸗
zeige, daß ich seit ugen
hiesigem Platze das Na—⸗
gelgeschäft des verst
oͤrn. C. Lamarche übernom⸗
men und bitte ich, das dem—⸗
selben bisher geschenkte Ver—
krauen auf mich übertragen
pu wollen. Ich werde stets
emüht sein meine werthen
Geschäftsfreunde auf's prom⸗
teste und billigste zu bedienen
Blieskastel im Sept. 1867
Larl LRonig.
in junges fleißiges .
Dienstmädchen
wird zu sofortigem Eintritt gesucht; wo?
agt die Exp. d. Bl.

FVerein—

Heute Dienstag Abend 8 Uhr .*3
m Abenbunierhaltung *5.
mVereinslokal.
»Geschäfts⸗Empfehlung. A
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich in mei⸗—
nem neuen Local in der Lammstraße ein
Onso mit Restauræation *
verbunden, eröffnet habe, welches ich meinen Freunden und
Gönnern bestens zu empfehlen mir erlaube, unter Zusiche⸗
rung rascher und billiger Bedienung.
—ALXR
J in Zweibrüokon.
Die in Et. Iolann a. d. Saar wöchentlich sechsmal erscheinende
St. Johanner Zeitung“
99 ⸗ 8
zugleich Anzeiger für die Kreise Saarbrücken, Ottweiler
und St. Wendel,
st das bei Weitem — Blatt in den 8 Kreisen Saarbrücken, Ott
weiler und St. Wendel und ebenfalls in der Nahegegend viel verbreitet. Da⸗
——— Dutneer
gen aller Art, die in diesen Kreisen die weiteste —Se finden. Der Abon⸗
dementspreis beträgt, durch die Post bezogen, vierteljährlich 1 Thlr., die Insera⸗

tionsgebühr für die einspaltige Petit-Zeile oder deren Raum ꝰ Pfgg.
St. Johann a. d. Saar.
BMae Vitiom der n—,r Zeitung. ““

— —
Anzeige.
eige hiermit an, daß bei mir je⸗
— waag ausgezeichnete J
dunsthefe
u haben ist, für deren Güte garantiri
irb; auf Verlangen kann dieselbe den
Backern ins Haus gebracht werden.
St. Jugbert im Oktober 1867.
70hIfart.
Gedämpftes und rohes
Knuochenmehl
billigst baben bei
* zeer jun.
Zu vermiethen:

Worms den 27. Sept.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. — kr.
zis — fl. — ir. Roggen 12 fl. 30 kr.
zis 12 fl. 45 kr. Gerste 11 fl. — kr.
bis 11fl. 15 tr. per 100 Kilo., Hafer
5 fl. 45 kr. bis 5 fl. 50 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. — kr. bis — fl.
— ix. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 13 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 17 fl. 80 kr.
bis — fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — k
zis — fl. — ir. per 70 Kilo., Reps
15 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. ver 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 21 fl. 30 kr. bis
21 fl. 30 kr. Leinoöl ohne Faß 25 fl.
— fir. bis — A. — itr. Mobnöl ohne

FJaß 37 fl. — kr. bis — fl. — kr. per
s0 Kilo. Repskuchen 70 fl. — — kr. bis
78 fl. — kr. Brauntwein 36 fl. — ir.
his 36 fl. 30 kr.

—38

Mainz, 27. Sepht.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
ter à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 15 fl. 45 kr. — 16 fl. 13 ir. —
Korn (180 Pfd.) 12 fl. 30 kr. — — fll.
— fr. — Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 45 kr
— 10 fl. 30 kx. — Hafer (120 Pfd.)
— 5 isj. 25 kr. — A. — kr.

ein Logis bestehend in mehreren Zim—
mer, nebst Küche, Keller und Speicher
bei

Ioh. Grewenig jun.
————
Redallion, Druck und Verlag von F. XR. Demet in St. Ingbert.
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        daee e * ri. * 3——43— 36* T
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RA Oα 4989 ⸗ ————— * 2— ———
J 23 pe he. an — — — — : J 2 Aν . *y A
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ununt ιιν s ι—rrlnhe 4.
uun I ν —ã— J
der St. Jugherter, Anzeiger“ mit seinem Unlerhaltungsblatte erscheiut wöchentlich dreimal⸗ Dienstag, Donngers tag
und Samstage. Ahonnemenispreis vierteljaͤhrig 48. Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaliige Zeilę
iäc Slattschrift oder deren Raum berechnet. —
TTEBMSITAE TTI T VV ———— . ⸗—
Nro⸗ 118. 0 Vonnerstag, den 83. Oetober —D—— 8* 867.
SPNeo zug —D———
di Deutschland. ttie llen
4uMill vich en, 27. Sepi.nDer preußische Militärbevollmäch—
tigte ijun Bayern, Generallieutenunt v Harimann, ist heute nach
der Infel Mainau abgeteisr, wohin er vom König: von Preußen
befohlen wurde,zum über die bei Gelegenheit der Lechfelde Manöver
gemachten Beobachtungen und: Erfahrungen mündlichen Bericht zu
erstatten. —D J
jt München, 30. 0Seph.. Der Abgeordnete Dt. Edel haft
einen!! nachträglichen Redactionsvorschlag zum Gewerbsgesetz ringe
zracht. Ero wunscht namlich, daßen zwischen Art.!24 und 25 ein
—BDDD
werde, welcher folgendermaßen lauten solle Für neue oder im Kö—
algreicherrnoch nicht angewandte: Entdeckungen, Erfindungenumd
Verbesserngen im Gebiete der Gewerbe werden auf Anmelden
anter den festzusetzenden Bedingungen, eigene Privilegien mit aus⸗
chließender ⸗Wirkung für einen bestimmten Zeitraum won“ höchstens
15 Jahren eertheilt, nach: dessen Ablauf' die Entdeckung, Erfindung
oder Verbesserung öffentliches Gemeingut wird. Eingriffe in die
Befugnisse der Privilegien⸗ Inhaber werden mit einer Geldbuße von
einhundert bis fünfhundert Gulden bestraft, wovon jedesmabudie
eine · Hälfte dem Betheiligten, dies audere dem Armenfond des
Ortes, wo der Eingriff entdeckt wurde; zufallen soll. ꝛNebstdem
verden die den Privilegien zuwider machgemachten oder eingeführ⸗
ten Gegenstände zum Vortheile des Privilegien⸗Besitzers confiscirt.
Für Gewerbsprivilegien wird in jedem einzehnen Falle eine Taxe
regulirt, welche den höchsten Betrag vout 278 fl. nicht überstelgen
e Dagz Einkommen aus! diesen Taxen soll zu Gewerbsunler⸗
tützungen vorbehalten und verwendet werden·
üus der Pfalz; 30. Sept. Zwischen deinbhayerl⸗
schen Ministerialrath Weber und zwei hefsischen Commisstiren wurde
ein neuer, noch der Ratisication bedürfender Staatsvertrag abge⸗
een n zum Zwece hat, die Ausführung det Projecte
er Donnersberger, der Dürkheim-Grünstadte Monsheim-Bingener⸗
und der Zellerthal-Bahn zu fördern und thumlichst zu beschleu—
nigen. Wenn es der hessijchen Bahn mit Ausführung der genann⸗
en, Limen auf hessischem, Gebied Ernstist, wird auch jener Zweck
erxeicht werdenr 4 V
Komsüg nig,n L. Ockt. Der Konig von Württemberg ist
heuie; Abend auf der Infel Mainau eingetroffen.
Kasseln 27. Sept.n Die „Hess. Morg«Ztg.“ schreibt.
„Es geht uns die kqum glauhliche Mittheilung zu, daß die schon
bis zu zwanzig Jahren im Dienste der Behörden stehenden Hilfs
beamten in großer Menge, bei hiesiger Regierung allein fünf
plötzlich Ahne Weiteres und ohne alle Rüchssicht auf die traurige
Lage, in welche dieselben mit ihren Familien dadurch versetzt wer⸗
den, entlassen find.“ 3
Berlhlin⸗284 Sept. Eine Verfügung des Ministers des
JInnern verordnet, daß. die Vorbereitungen zu den preußischen
Landtagswahlen mit größtmöglicher Beschleunigung getroffen wer⸗
den sollen. — nin —W——
Berling 80. Sept. Der Reichstag nahm- nach; langen
Debatten das Salzabgabegesetz, wodurch das Salzmonopol abge⸗
schafft wird, unverändert. an, eben so das Bundespaßgesetz, wo—
durch der Paßzwang aufgehoben wird.
Der gestrige vorläufige Abschluß mit dem Konige Georg
don Hannover, sowie der gemeldete. Inhalt gilt in diplomalischen
Kreisen für beglaubigt. Herr v.“ Windhorst ist mit dem Insteue!
nent/wie versichert wird, gestern Abend nach Hietzing gereist. —
Das ruffische Thronfolger⸗Paar traf heute Morgen hier ein, stieg
im russischen Gesandtschafts-Hotel ab und wird seine Rückreise
—DD
fortfetzen. — Der Ausschuß des VBundesrathes für Eisenbahnen
und Posten versammelt sich, heute zur- Berathung des Gesetzent⸗
wurfes, betreffend des Posttaxwesen, —
Bexlin. J. Oct.. Bis zum 15. d. M. wird der Reichs-
ag boraussichtlich das neue Postgesetz genehmigt haben, weßhalb
nie Südstaaten eingeladen werden, zu den deßfalls nöthigen Be—

prechungen auf den 15. Oct. Bevollmächtigte hierher zu senden.
In der! heutigen Reichstagssitzung theilte der Präsident Simson
mit,e daß er zur Ueberreichung der Adresse heute Abend zum
dönig nach Hohenzollern abreisen werde. Der Marineetat wurde
dom Reichstag angenommen, nachdem der Contreadmiral Jachmann
nitgetheilt, dem Bundesrath solle eine Denkschrift über die Fort⸗
mtwicklung der Marine, vorgelegt werden. Daran werde sich ein
Untrag auf Bewilligung eines außerordentlichen Credits für, Ma—
inezwecke khnupfen. Der Reichstag nahm ferner die Anträge auf
Herbesserung der Marineschulen aind Berücksichtigung. des, vater⸗
ändischen Schiffbaues an, lehnte aber den Antrag auf Anstellung
atholischer Marinegeistlichen ah. . Bei Berathung und Genehmi—
zjung der Einnahmen aus den Zöllen erklärte die Regierung, Al⸗
ona solle vorerst aus dem. Hollverein zausgeschlossen bleiben; sie
tellte den J. Januar 1868 als den Termin für den Eintriit der
ẽlbher zogthümer in den Zollverein in Aussicht.
un Die Wiedergufnahme der Verhandlungen über einen gemeins
amen deutschen Postverein, welche der „Weserztg.“ zufolge durd
Bayerns/Sprödigkeit“ ins Stocken gerathen sind, steht ganz nahe
zebor. yuy ir ie 2 « —D——
un Wiüen, 26. Sept. Von hier lassen sich die, Brüner, Neuig⸗
eiten“ berichten, daß sich die Kaiserin in andern Umständen be—
inde als das Reich, mämlich in solchen welche zu den frohesten
doffnungen berechtigen. 13
irne Waͤewn, 260 Septeru Aus Buch arre sischreibt man; Schon
eit langerer Zeit sinde hler Gerüchte über bevorstehende Unruhen
zZerbreitet; die von Tag zu Tag entschiedener auftreten und dahin
gehen, daß es nicht allein auf die Regierung sondern auch auf
den Fürsten Ktarl' abgesehen“ sein soll.“Selbst in der National⸗
garde scheint ein überaus schlechter Geist zu herrschen, so zwar,
daß die Regierung es für nothwendig hielt, die feierliche Verthei—
ung der Fahnen an die Bucharester Bürgerwehr, welche am 20. d.
Bormittag auf dem Felde von Cotroceni stattfinden sollte, zu ver—
chieben. Der „Monitorul“ gibt zwar als Grund des Aufschubes
das schlechte Wetter“ an; unglücklicherweise aber war gestern und
Jeute das Wetter in der That so schön. daß das offiziose Journal
sich wohl hätte nach einem etwas befsern Vorwande umsehen kön—
nen. In dem Ministerium welches an und fur sich schon schwach ist,
durch die Unfähigkeit und Unerfahrenheit der Träger der verschledenen
Portefeuilles, herrscht zunt Ueberfluß auch große Uneinigkeit. Furst
Karl scheint seine Situation ebenso wenig zu erkennen, als der
Fürst Couza die seinige vor dem 17,28. Februar 18660 erkannte«
Wien,“2. Oct.“Das ktelegraphische Correspondenze Bureati
neldet: Carmons, J1. Oct.:Underbürgie Nachrichten hier intref—
sendet Reisenden melden den Ausbruch eines Aufstandes in Rom
und die Abreise des Papstes nach Civita⸗Verchia
n.Aus Wien wird berichtet, daß die sterblichen Reste des Kai⸗
sers Marimilian von Jugrez ausgeliefert werden, aber nicht an
Desterreich, sondern an die Vereinigten Staaten. r
Aus Wien wird telegraphirt, daß Herr v. Hübner , demnächft
uuf seinen Botschafterposten nach Rom Zurückkehren werde und
war mit Justructionen in Betreff der Rebision des Concordatss.
Diese Nachricht wird alle drei bis vier Wochen von Neuem te—
egraphirt. e 9712
Frankreich. cc Vια
Paris, 27. Sept. Der Präͤfekt von Nanch ist nach, Pa—
ris beschieden worden, um die Befehle zum Empfange des Kaͤisers
yon Oesterreich abzuholen. Franz Joseph und seine Gemahlin
verden bekanntlich auch Lothringen mit ihrem Besuche beehten!
Sie treffen zwischen dem 15. und 20. Oktober hier ein. I
Paris, 27. Sept. Ein Theil der Actionäre des Credit Mo—
ilier will gegen die Administzation der Gesellschaft klagend auftreten
pegen, Vertheilung von ungerechtfertigten Dividenten und Anwen—
Jung von uügefetzlichen Mitteln zu der im vorigen Jahre vollführten
Aufbringung von 600 Mill. zur Verdoppelang des Gesellschaftscapi⸗
        <pb n="464" />
        ahs. Bezüglich des letzteren Punktes trügt die Regierung die!
nor alifche Verantw ortung, da ihre Zustimmung hiezu nöthig war.

Patis, 28. Sept. Das „J. de Parisz“erwähnt auch
des Geruͤchtes, «daßz Hr. Rouher zum Range eines Erzkanzlers des
aiserreichs ernanut werden soll. Diesen hohen außerordentlich en
Posten bekleidete bekanntlich im ersten Kaiserreich Herzog v. Cam—
dacéres.

Die „Liberte“ bestätigt, dat Garibaldi sich geweigert hat,
sein Wortzu geben, die Jnjel Caprera nicht zu verlaffen.“ Des
halb kreuzt jehzt ein Schiff um die Insel, um sie zu überwachen.

Paris, 29. Sept. Wie man der Koln. Ztg. von hier
chreibt, hat General Prim jetzt von Genf aus unter dem Datum
des —*— Sept. ein Schreiben erlassen, um sein Richterscheinen auf
dem Kampfplatze in Spanien zu ertlären. Wie er behauptet, war
es unmöglich, die Grenze zu üͤberschreiten. Am 7. August verließ
er Brüssel, um sich über Frankreich nach Afrika zu begeben. Dort
schiffte er sich ein und begab sich in die Nähe einer großen Stadt
isie ifl in dem Documente nicht genannt), wo die Militärs, welche
die Theilnahme an dem Aufflande versprochen, sich einfinden und
das Signal zum Aufstand gegeben werden sollte. Die Betreffen⸗
den hielten aber nicht Wort und Prim, der 48 Stunden wartete,
hatte eine zu geringe Anzahl Leute, um mit diesen es wagen zu
ibnnen, sich nach den aufständischen Provinzen“ durchzuschlagen.
Er vegab sich nun nach der spanisch-französischen Grenze;dori
fand er aber ebenfalls keine Freunde, statt ihrer aber spanische

Truppen. I

Paris, 2. Ock. Nigra, Rouher und La Valette reisten nach
Biarritiz.
England.

London, 26. Sept. Der bisherige österr. Gesandte in
Mexico, Frhr. v. Wydenbrud nebst Familie, sowie Oberst Perczel,
sind gestern Abend mit dem Dampfer Allemania in Southampton
angekommen.

mMehrere franzoösische Gelehrte beabsichtigen, sich der abyssi
nischen Expedition anzuschließen. Von der französischen Akademie
sind dieserhalb Mittiheilungen ergangen. Die Zahl der Nichtcom
hattanten, die dem englischen Heere zu folgen gesonnen, wird für
ansehnlich angeschlagen. Namentlich rekrutirt sich diese Zahl aus
den Reihen abenteuerlustiger Sportsmen. F —

London, 80. Sept. Der Kronprinz und die Kronprin⸗
zessin von Preußen werden den 20. October hier erwartet..

— Die Regierung sendet eine Spezial⸗Commission nach
Manchester, um die Fenier abzuurtheilen. —

Die Köonigin von Holland reist morgen nach Paris.

Der Telegraph meldet aus London, daß die Fenier am
28. Sept. Morgens einige Soldaten, die in Holborn-City gegen
Morgen nach Hause gingen, angefallen und einen derselben tödt⸗
lich verwundet haben. — Man ist der Thäter noch nicht habbaft
geworden. —

Ein Londoner Blatt, „Daily⸗Telegraph,“ bringt eine Unter⸗
cedung, die sein Berliner Co respondent mit dem Grafen d. Bis-
narck gehabt haben will, und in der dieser sich über die allge—
neine Lage in interrefsanter Weise geäußert hätte. Dieselbe er—
strechte sich zuerst auf die Wahrscheinlichseit eines europäischen Krie⸗
ges. Der Graf glaubt „fast ohne Einschränkung an den Frieden.
Zreußen werde Frankreich nie augreifen; und wenn dieses sich
zon feiner Ueberraschung über die Aussicht auf Vollendung der
deutschen Einheit erholt habe, so werde es einsehen, daß dieses
Ziel seine Machtstellung nicht bedroht. In der Zwischenzeit werde
Hreußens Haltung eine passive sein; es werde Niemand bedrohen,
stiemand zwingen, Niemand überreden. Es werde die süddeutschen
Brüder wenn sie ihm mit offenen Armen entgegenkommen, nicht
zurückweisen; aber es gelüste ihm nicht nach fremdem Eigenthum
und konne zehn oder zwanzig Jahre bleiben, was es ist, wenn Deutsch⸗
land selbst es nicht anders wolle. Auf die Frage, welchen Ein⸗
zruck die Salzburger Zusammenkunft auf ihn gemacht habe, er⸗
wviderte der Graf, daß er derselben gar keine politische Bedeutung
beilege. Weder er noch irgend ein vernünftiger Mann glaube
an die Möglichkeit eines Bündnisses zwischen Frankreich und
Desterreich gegen Deutschland. Das deutsche Element sei der bin⸗
dende Kiit, der das große österreichische Staatsgebäude zusammen⸗
jalte; Preußen wünsche Oesterreich alles Gute und hoffe, dieses
seine Macht um einen freien deutschen Kern wieder aufbauen zu
jehen. Es verlange nichts Besseres als eine feste Allianz mit ei—
nem tonstitutionellen König von Ungarn, der als Kaiser von Oe⸗
sterreich in den übrigen Provinzen dem deutschen Elemente vollen
Spielraum gönne. An einen Krieg im Orient versichert Bis⸗
marck nicht zu glauben. ...

— Italien.

Rom, 1. Ocl. Insurgentenbanden beunruhigen die Provinz
Viterbo. Die Truppen verfolgen dieselben: die Telegraphenver⸗
hindung isf unterhrochen

3 In Betreff der Telegramme nus Italien ists mau' ganz au'
den“ guten Glauben dog Kattazzis Leuten angewiesen. AMa das
Diritlo meldet, * daß die Telegraphen-Bureaus Weisung erhalten
hatten,“bis auf Weiteres keins PrivatDepeschen anzunchmen.

Florenz, 275 Sept. Gerstern war auf den Aufruf des
Bürgermeisters die Nationalgarde in so geringer Anzahl erschie—
nen, daß biele Posten von Linientruppen besetzt werden mußten.
Die Truppen bewahrten übrigens selbst als sie ausgepfiffen und
nit Steinen beworfen wurden, ihre ruhige Haltung. An 100
Bersonen sind verhaftet; unter denselben befindet sich jedoch Me—
wotti Garibaldi nicht, der bereits zu seinem Vater nach Allessan-
Riia abgegangen war. Die Niederlage von Waffen Im Muni⸗
tion in der Commandantur der hiesigen NRatinagerb istN heute
auf fechs großen Wagen, denen zwei Bataillone Linientruppen zur
xẽ Scorte dienton, fortgeschafft worden. — Das Ministerium wird
vahrscheinlich das Parlomem außerordentlich einberufen, um dem⸗
selben die Gründe jeines Verfahrens darzulegen. Garibald
'jeß noch von Alessandria/ aus unter der Hand bekanunt machen,
daß durch seine Verhaftung, in der römischen Frage nichts ent
schieden sei. Diese Frage kann seiner Ansicht nach nicht durch mo⸗
alische Mittel geloöst werden, sondern nur durch das Schwert
Italiens“ (d. h. durch Victor Emanuel.)
Slorenz, 28. Sept. Der „Diritto“ schreibt Laut Nach
richten, die uns zugehen, können wir versichern, daß die Artikel
dex amtlichen Zeitung und die Verhaftung Garbaldis in Rom
veder die Hoffnungen, noch die Entschließungender entschiedenen
Patrioten veraändert haben. — Muf der Durchreise durch Genua
chrieb Garibaldi an den Redacteur eines Blattes folgende Zeilen:
Genua, 27. September.Auf der Citadelle Allessandria ist mir
reigestellt worden, in voller Freiheit und ohne Bedingungen mich
nach Caprera zu begeben. Um jedem Mißverständniß vorzuben
Jen, bitte ich Sie, dies zu veröffentlichen. G. Gaxibaldi.“
Floren z, 29. Sept. Bem Vernehmen nach wird die Re—
zierung in einer Note an die, fremden Regierungen sich über die
September⸗Convention und deren Schwierigleiten aussprechen. —
Der statistische Congreß würde glänzend eröffnet. — In Rom
dauert die Aufregung fort. ν
Kelaien
Brüssel, 28. Sept.“ Der Bericht der Commission für die
Heeres⸗Reorgagisation schlägt vor, die Effectivstärke auf 100, 000
Htann festzusetzen, die Stellvertretung und den Loskauf äbzuschaffen
und eine Reserve⸗-Bürgerwehr bon 30,000 Mann für den Kriegs:
tall einzurichen... —4
Brufssel, 29, Sept. Die belgische Regierung hat dem
Beneral Prim erxöffnet, er habe innerhalb dreier Tage dag Land
u räumen. Wie pir vernehmen, begibt sich der General nach
dondon wohin ihm auch sejne Frau und Kinder, welche jetzt in
Baris sind, folgen werden.. h—

Rusßland.

Vonber russisechen Grenze, 29. Sept.! Die Ein⸗
ührung der russischen Sprache als Amtssprache in den (fast ganz
eutschen) Ostseep rovinzen hat nicht blos in jenen Ländern selbst,
ondern unter der ganzen zahlreichen deutschen Bevölklerung Rußlands
eren Nationalität bisher geschont war, einen niederschlagenden
xindruck gemacht. Der Sprung ist auch ein gar zu greller; Riga
und Dorpat, zwei ganz deutsche Städte, wo bisher in allen amt⸗
ichen Branchen nur die deutsche Sprache in Anwendung kam, sol⸗
len ploͤtzlich russische Gerichtssprache erhalten. Der Streich geht
hon der Moslauer Coterie aus; der Slavencongreß hat die Kat⸗
toff'sche Partei neu befestigt und animirt, eine Partei, die das Deutsch⸗
hum mit gleichem Hasse verfolgt wie das Polenthum. Die zahl⸗
reichen deuischen Beamten in Rußland, die deutscheu Schulen, die
ahlreich vertretene deutsche Pressen ist ihr ein Dorn im Auge.
In Polen betrachtet man die jetzt so bereitwillig zugelassene Grün⸗
zung deutscher Schulen auch nur als ein Uebergangsstadium vom
Polnischen zum Russischen. Hauptrücksicht dabei ist zumächst frei⸗
lich, die deutschen evangelischen von den katholischen Polen zu tren⸗
nen; da das Ruffische ab er zum Theil Unterrichtssprache, so fin
det sich allmählig das Weitere von selbst. —FD

Türkei. —

Konstantiopel, 28. Sept. Die mit Prüfung der
Wünsche der Candioten betraute Commission geht heute nach Can⸗
dia ab. Die Commission besteht türtischerseits aus dem Großwes⸗
sir, Kabul Effendi und Niza Pascha, welchen Karahteodori, Atossi⸗
des und Sawas als Vertreter der Chriften beigegeben sind.
Amerika.

New-York. 17. Sept. Aus den Südstaaten lauten die
Nachrichten trübe. Cholera, gelbes Fieber uͤnd Verordnungen, die
auf sehr ungeordnete Zustände schließen lassen, folgen in den von
dißen nstteffenden VPosten regelmäßia aufeinander. General
        <pb n="465" />
        Griffin, Commandeur ah; dntqrim/ det funften Bezirlsz wurd;
don dem Fieber weggeraffk, ehe noch Haucod — seinem Posten
angetroffen war. General, Mower, der als nächster: im;Kange.
das Commando übernahm, untersagte alle bewaffneten Versamm⸗
lungen. Einer der letzten Befehle seines Vorgängers, der mehrere
Richter beim höchsten Gerichte von Texas Abseßte, purdy yvon
Washington aus rückgängig gemacht.

—A———
Nachdem die ich verschledenen Gemeinden der Kantone
Dahn und Annweiler ausgebrochene Findecpest für erloschen und
saäͤmmtliche Gemeinden für seuchenfrei⸗ erklärt worden sind, so hat
die k. Regierung derPfalz beschlossen, sammtliche! zur Unterdruü—
kung dieser Krankheit ergrifferen Maßregeln, sowie die bezüglichen
Onordnungen der k Bezirksamfer Pirmasens, Bexqzabern⸗ Ger
mersheim und Vandan außer Wirksamkeit zu seßerr 4
uit, Sudmigehgfeen, 80. Sept. Da sich zu dem projec
türken Ertrazug' zum Octoberfest naͤch Munchen nur 71 Personen
angemeldet haben, so kommt derselbe nicht zu Staude.

F Zweibrücketz. In zdem-HGarten, des Eigenthümers
Herrn Schmelger? dahler, vesinden sich Z 3wétschenbäum',
d ur dieses Jahr zum zweiten Malt mit Blisthen reichlich

edeckt isjnd. . —A
DieFraͤnkte Ztige theilt mit, daß im der ganzen! verflossenen
Woche in Ansbach nicht ein einziger' Sterbfall vorgekommen
sei, ein Vorkommpiß, dessen fich der älteste, seit 36 Jahren in
Dienst stehende Leichenbitier nicht erinnere.

F Würzburg, 30. Sept. Am verflossenen Samstag fand

man wiederum Eis in Gärten außerhalb der Stadt. Leute die
sich auf die Witterung“ verftehen wolleif verfprechen sich wenig
von der diesjährigen Weinkrnte )
7 In Oberweißenbach (Oberfraͤnken) mußte wegen jäher Er
krankung ein Ochse geschlachtet werden; bei der Section ergab
sich, daß er ein Stück einer Crioline verschluckt; dessen Enden Ma-
gen und Reztz durchbohrt hatten.

.Passau, 27, Sept, Gestern fiel jm bayerischen Walde
der erste Schnee, der auf deuͤ Spitzen der Waldgebirge sogar von
hier aus beobachtet werden konnte ——

Aus Wegscheid wird der „Pass. Zig.“ als Kuriosum, mit⸗
getheilt, daß die Raupen (Gdie s. g. Krautwürmer), die heuer in
geradezu furchtbarer Menge auf den Krautäckern hausten, den
Pferdehändler M. Binder von Haugig, dessen Häuschen von Kraut⸗
bae ganz umgeben ist, geradezu aus seiner Wohnung vertrieben
hätten. Nachdem sie auf den Aecern reinen Tisch gemacht, hätten
ster von Tischerre Birntem· ja Betten derurtBefitz genomen duß er
vorzog, vorläufig den Platz zu räumen uund eine andere Unterkunft
zu su hen .. — J

2X. Aschaffei bugg/ 28. Sept. Wegen verweigerter Zah⸗
lunaͤ pon? Waldruggeldern wurde zu Anfang dieser Woche von
Eeiten rentamtlichera Boten eine Frecution in dem Dorfe Eichen
derg dorgenommen. Die Bauern ließen die Pfandobiecte ruhig
fortnehmen, die mittelst dreier Wagen fortgeschafft werden sollten
Als dieselben sich schon außerhalb des Dorfes befanden, erfolgte
Seitens der mit Sensen und Dreschflegeln bewaffneten Dorfbewoh—
nor ein Anhriff Auf was Executionspersonat, so daß dieses sammt
einigen Gendarmeu, v— dien ihnen Beistand zu leiften fuchten, sich
Auchten und natürlich die Wagen mit den Pfandobjecten im Stiche
rtassen mußten. Eine Unterluchung über-Dieien Vorfall ist bereits
eingeleitte. —F

Breslau, 27. Sept. Die Rinderpest ist in Wohlau
Plesser Kreises) und in Lonkau (desselben Kreises) ausgebrochen,
in letzterem Orte nur in einem Gehöfte.

F Gegenwärtig liegt, wie die „Voss. Ztg.“ meldet, der preu—
hischen Regierung ein neues Marineproject zur Prüfung, resp. An
nahme vor. Der Erfinder ist der amerikanische Capitän C. W.
Petersen. Die Idee seines Panzerschiffmodells ist völlig neu und
jehr eigenthümlich; das Fahrzeug soll nämlich zwei mit ihren Rän⸗
dern auf einander gelegten Tellern gleichen, wird nur mit Hilfe
don Dampfkraft bewegt, leidet unter dem Seegange gar nicht
und kann wegen seines geringen Tiefganges auch in den flach-

sten Hafen einlaufen und dort Schaden thun; gegen Enterung
und Stöße feindlicher Widderschiffe ist es durch seine Gestaltung
döllig geschützt, eben so gegen Geschosse, welche immer von seiner
Wolbung abgleiten müssen. Die Geschosse der zu diesem klapp—
nuschelförmigen Panzerschiff gehörigen Geschütze haben eine von
der bisher bekannten abweichende Gestalt. J F

—f Bei Charlottenburg hat man einen Unterkiefer eines
Mammuth ausgegraben. Vier kolossale Zähne sind noch, sehr
wohl erhalten, darin besindlich.

— — Bei der Pariser Ausstellung erwies sich die Krusnpep'sche
Gußstahlfabrit in Essen als das erste Etablissement der Welt in
einer Art. sowohl was die Dimension des Betriebes. als qauch

was die Qualität der Producte anbelaugt. Dem von der Firnta

Fr. Krupp den Jurymitgliedern überreichte Special⸗Cataloge“ ihh⸗

A ns dem eine sehr hübsche Photographié beigelegt war,

ind folgende, wirklich imponirende Angaben entnommen: Das

Ftablissement besteht jeit 40 Jahren, hat fich allmälig entwickelt

und vergrößert, so daß sein Umfang fast alljährlich, und zwar ge—

wöhnlich um ein Sechstel bis ein Hrittel des Beftandes zugenoin
men hai. Es bedeckt zur Zeit einen zusammenhängenden Flächen⸗
raum hon 800 preußischen Morgen, wopon an 200 unter Dach.

Es besfchäftigtgegenwärtig mit der Gußstahl-Poduction circa

3000 Arbeiter! außerden in seinen Kohlengruben bei Essen, auf

seinen Hochöfen am Rhein und heinen Eisenerzgruben dimn Rhein

und in Nassau 200 Arbeiter. Im Jahre 1866 producirte das
ktablissement zu Fabrikgten der in Paris ausgestellten Art circa

125 Millionen Pfund Gustahl, mittelst 4110 Schmelze; Glühe und

Fementöfen 198 Dampfmaschinen, * en und 1000 Pferde⸗
kraft, 19 Dampfmaschinen 6 zwischen Aund 10000 Ctr. Geloicht
des fallendei, Hammerblockes, 110 Schmiede-Essen, 318 Dreh⸗
bänfen 84 Vohrmaschinen, 111 Hobelmaschinen, 61 Fraisbänken,
75 Schleifbanken, 2qh anderen Werkzeugmaschinen. Zu obiger
Bußstahlproduction werden · täglich über 20, 000 Gtr.s Kohlen con⸗
jumirt, exclusive des bedeutenden Kohlenaufwandes zur Erzeugung
des Roheisens aus welchem der Stahl bereilet wird ——
biete der Fabrikate: außer saͤmmtlichen europäischen Staaten / die
amerikanischen Vereinigten Staatenmehrert südamerikanische Staa⸗
ten, Ostindien, China, Japan. Werth der Jahresproduction über
10 Millionen Thaler. Zum Betriebe der Maschinen werden in
120 Dampfkeffeln per 24 Stunden ——— — Was⸗
ser in Dampf von 4 Atmosphären Spannung yerwandelt, Zum
tablissement gehört eine Gasanstalt, welche zur Versorgung von
911,000 Gasflammen ses wird guch. Nachts gearbeitet) in den
en kürzesten Tagen circa 400,000 Kubikfuß Gas per 24 Stun—
den liefert. Die Werkstätten sind unter fich und mit 8, Eisen berüh⸗
renden Hauptbahnen durch Schienengeleise verbunden Gesammt⸗
jänge der Bahnen des Elablissemems circa drel deutsche Reilen,
n«fewelchen der Dienst mittelst 6 Locomotiven und 150 Waggons
versehen wird. Das Etablissement hat 23 Objecte zur Ausstellung
zesendet, welche iu der preußischen Section in der Maschinen-Gat
lerie zu Füßen der Ehrenpforte exponixt wurden und eine Art
Befestigung darstellen? Die ausgestellten Objecte repräsentiren ein
Gewicht von über 2483,300 Pfd. Der größte Gustahlblock in Tie⸗
jeln gegossen, der je produeirt wurde, im Gewichte von 80,000
pid. und der Gußstahl-Tausendpfünder im Gesammtgewichte von
100,000 Pfd. gehören wohl zu den merkwürdigsten Obiecten in
der ganzen Ausstellunß.

fFIn der Nacht vom 24. auf den 25. Septembex ist in den

Zteiryschen und Kärntnexischen Hochgebirgen eine bedegtende Menge
Schnese gefallen.

7 Die hhinesischen Einwanderer in New-York, welche sich
ee mit Cigarrenfabrikation befassen und in der verufe—
nen Barterstraße ihre Heimath aufgeschlagen haben, sind bereits so
zultivirt worden, daß sie ihre Zöpfe abgeschnitten und ihr Costüm
abgelegt haben. Einige von ihnen betreiben sogar die höhere
Qochkunst auf Schiffen, alle aber halten sich von jeder soecialien
Berbindung mit Personen anderer Nationalität fern. Von den
50 bis 60 Chinesen, die in dieser Stadt leben, können nur drei
englijch sprechen, und blos ein einziger hat eine Chinesin zur Frau,
während die anderen Verheiratheten ihre Ehehälften aus der iri—
schen und, wie die „Fama“ sagt, auch aus der deutschen Race
erobert haben. In den meisten Fällen können sich Mann und
Frau nur in den gewöhnlichsten Ausdrücken verständlich machen
und ihre Nachkommenschaft trägt in Gesichts- und Körperbildung,
owi ein Hautfarbe die Spuren der Racenvermischung. Die Kinder
jehen ijn die Schulen und wachsen auf, ohne die Muttersprache
hrer Väter kennen zu lernen; die alten Junggesellen hingegen
halten und leben zusammen. In einem einzelnen Zimmer zehn
Fuß im Quadrat, schlafen und kochen nicht wenigez als sechs die⸗
ser Junggesellen,“ Sie essen keine anderen Gemüse als Kartoffeln
uud würzen ihre Speisen ungemein star.

Kunstnotiz.

Wir glauben die Freunde des Gesanges auf das Concert,
velches Fräulein Stephanie Miller mit ihrem Vater,
dem rühmlichst bekannten Musikdirector St. Miller aus Speyer
im Oberhauser'schen Saale dahier, unter Mitwirkung unseres Veu⸗
sikvereins, heute Abend geben wird, aufmerksam. machen zu sollen,
da Fränlein Miller, welche wir vorgestern bei der Abendun—
terhaltung des Musikvereins. zu hören Gelegenheit hatten, durch
hren seeienvollen Vortrag, welcher bei einer' trefflichen Schule
eine wirklich künstlerische Auffassung bekundet, gewiß jedem Besucher
zinen edlen Genuß bereiten wrd.

St. Inabert. 3 Oet 1867

M —
        <pb n="466" />
        Verpachtung auf 6 Jahre.
Samstag den 5. October 1867.
Nachmittags um 4 Uhr
u St. Ingbert im Saale von Ferdinand
Sberhauser wird das Ackerland der Herren
Bebrüder Krämer vom St,. Ingberter
Fijenwerle auf weitere 6 Jahre verpachtet.
GHorn, kgl. Notar..
— — 34 — —*
Freiwillige Fouerwehr.
St. Iιι.
zauptübung
Nontag, den
— AG

31Cpncert? Anzeige
. Domuerstag, den 4. October 1867, im Saale des
herrn Oberhauser α ια 8 * n dene
—P ιν— an —* B 4 —et me n
o
gegehen on rl. Stephanie Miller— aus⸗Speyer, Mit⸗
eee ece u e zute
Das Nabere befagt das Proaramm. FT
Geschäfts-Empfehlung.« 4
— Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich in mei—
nem neuen Local in der Lammstraße ein e —
verbiuiden, eröffnet habe, welches ich meinen Freunden und
önnern bestens zu empfehlen mir erlaube, unter Zuüche—
ung xascher und billiger Bedienung.

t
in Zweibrücokene

—α
En Bäckerburschkanm sogleich
Weintreten bei daruo —utet e
Michael Baas.
— A —
B
Eine tragbare Kuh
ist zu verkaufen berun:u—
teagü c
——— Peter Schweizer.
αο ννν Straßenwärter.
J * — —* t
Tanzs Unlerricht.
Denjenigen Herren und „Damen welche
ich meinem Tanz⸗ Cursus anschließen wollen
die oxgebenste Anzeige, daß heute Abend,
bekanmen Localvon 81bis 10 Uhr
der Unterricht begiunt. i
ni hala, J. Johannis,
—— nco n Lehrer der Tanz-Nunst.
— D ——
Frische Milch
q Morgens “und Abends zun haben. nn.
iMuch werden noch ante Monatskunden
zesucht
en beeeni PeZepp.
A
te .ää
n Anzeige.
Wehadeigen hiermit an, daß dein mir ie⸗
—
no uun ẽ(O ici ui
uHunsthefe
ul hehen ist, für deren Güten garaunirt
vird; anf Berlangen kann dieselbe den
Baͤckerne ins Haus gebracht werdentunn
St! Augbert im Oktoher 18671
— *7 71
cui. 40 —R——
Meilie ⸗Wohnung ist beie Wittwe Mun⸗
ziuger an der Kohlenstraße.“ ι
Ein itinges fleißiges ν α.
Dienstmädchen
vird zu sofortigem Eintritt gesucht; wo?
gaf die Erp d. Bl. wwes garw

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ul Maituniu ——

na u. ——3 ** DVVD—D
— — — * — — — —

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F 96 8
Zeitungs Annonden- Expedition-
ιιια 4 ß J. 70 —* 7 — R —E— 83
flassenstein&amp; Vogler—— *
ace in * — 388
— —J — — 4225* 35722
ν ιJ Sιαι u- *
HPiebelbe verinittelt ausschliesslich Zeltungs-Iusernte ⸗825 55
in jede Zeitung aller fünf Welttheile, — berechnet stets die 22 5
Originaipreise, Agewaährt bei grösseren Kufträgen um- 5388*
generε RαιιN, -lieteri ReIegxbι_αν ub_ÂÊ sre —A
edes Inßerat, - PeSitigt allo Porto-Anslagen und sonsti-- 133 ——
gen NoBenicosten. liefert vorherige Kosten-Ansehluüge, 5 3
und Vergopdet auf Verlangen g ratis und franco ein“ — * 2
l41321536* * —,, .
vdllständiges Zeitungs-Prois-Verzeiohniss, l 5

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. wie in St. Johann a. d Eaat hocheunich dehsmat Aischeineiden
g 49306 * raneht — 6 — 2* 37 1
8It Johannor Zeitung
— E 533 * —— 23 27
zugleich Anzeiger für die Kreise Saarbrücken, Ottweiler
und ESt. Wendel, ——— n. 191 6163157*
das bei Weitem gelefenste Blatt in denes Kreisen Saarbrücken, Ott⸗
veiler und St. Wendel und ebenfolls in der Nahegegend viel verbreitet. Da⸗
er eignet sich dieselbe vorzugsweise zur Veroffentlichung non Anzeigen und Ankündigun⸗
en aller Art, vie in diesen Kreisen die weiteste Verbreitung finden. Der Abon⸗
zementspreis betrügt, durch die Post bezogen, vierteljährlich 1 Thlr., die Insera⸗
ivonsgebühr füt die einspaltiger Petit⸗Heile odet deren Raum 9.Pfg.218
dwr St. Johann a. d. Saar ν— A aen J—— wechetet
Hie Expedition I νναν ιlr
drucht⸗⸗ Brod⸗, Fleische ꝛc. Preise der J Dual. 16 tr., Kalbfleisch IG kr. Hammel⸗
Sli Zweibrücken von 8 Hetoder. deisch 18 tr, Schweinefleisch 20 kr per
3 66oru6 5pibd. Wein 24 kr., Bier7krx., per Liter
Weizen 8 fte ry tr. Korn A. a tx. Zutter 28 kr. per Pfunbnt
derste eiige 657 ry eee 7 an,
eihige, 4fl. 50 kr,Spelz 20 .. Jd ———
—* on r e ten sn ne Frucbtoreise der Stgdt n
. — z Wijchfrucht 7 u e ru Hafer Kaiserslautern vom Li Detober:
vsed —
*8 Vombaue Lotrse, Ger 3 fl. Z0 ir. Kartoffeln—wflare6 kruHen Spelztern — fl“bSdpeiz 64
winne Thaler 25,000/ 10,000, . Id we, Siroh 1fl. bt., per Ee., Gerste 5 fl. 36 sr., Hafer 4 il.
3000, 2900, 1000, 300, 2e. zu Zentner.n Weisbrod ichstitogr. Su tr. 3 r, Erbsen 4 fl. 44 tr., Widen vfl.
einem Thaler pro Stück don hente lVRornbrod 3 Kgr.⸗ 28 kr., ditto 2 Kar, e, Linsen 4 fu 33 tr. per: Zentner.
auchu haen bei dete eege no tr Gemischtzroz Sro dggez4e8 pfd. Hounbred 28
Rienarel Ram in- ðchohnbet ngahr Bo le Paar Wech dLoth 3Pfde Gemischtbrod,unt. und 23 Vi
in ———— kr., —— Qual. 18 kr, 2 Weißbrod — kire
— —— — . . — — — —
aseien Druck unbd-erlaae pomte F x“SemetgmisSt. Jagbert. Anr W ae
2;.*41 te5 t'ir
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        Hl. Ingberler Anzeiger.

— —
Der „St. Ingberter An zeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
— Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 119. —WW Samstag, den 5. Oetober * 1867.
—— — — ——————— ——————— — —
Deutschland. Yhn Departements dagegen, in welchen die Zahl der des Schrei—
München, 1. Oct. Der Credit für außerordent— bens Unkundigen IAν Procent beträgt, liegen sämmtlich
liche Milidar bedürfnisse in den Jahren 1868 und 1869 im im Nordosten. Ifst das nicht eine Schande! ruft der Siecle aus.
Gesammtbetrage von 3,032,834 fl. umfaßt den Unterhalt des höhe⸗ Und dabei denken wir an eine neue Militarorganisation! Denken
ren Slandes an Officieren Militarbeamnten , und Unterofficieren, wir doch lieber daran, diese schwarze Schaar der Unwissenden zu
welcher noch ais Folge der Kriegsaufstellung von 1866 vorhan- Auterrichten und weisen wir den zehnten Theil der Millionen, die
den isi und nur allmalig reduzirt werden tann. Außerdem betrifft vir nutzlos opfern, diesem nationalen Werke zu. Fangen wir
dieselbe einige Heeresbedurfniffe, welche eine Folge der beamrage Ramit an, die Preußen auf, diesem Felde zu besiegen! 7
sen neuen Heeresorganisetien sind, srvann den Bedari für mehrere Larte des Frankreichs, das lesen kann, ist nicht ganz so duüstet.
nothwendige Garnisonsneubauten und endlich eine Summe, welche In den zehn unwissendsten Departements konnten 40 -56200 Pro⸗
sir Van und Ausrüstingszwecke der vormaugen Bumdesfeftung ent, in den 10 vorgeschrittensten 224 — 534 Procent der Con.
Ulm erforderlichh. cribirten von 1866 nicht lesen. Die Durchschnittssumme betrug
München, 4. Oct. Nach dem vorgelegten Malzaufschlags- ür alle Departements 23 Procent. Darauf brauchen wir nicht
gesetzemwurf sollen in der Pfalz von dem“ Hektoliter Hialz 110 tolz zu sein, schließt der Siecle. In Bezug auf den oere
Krenzer, von 25 Liter 85 Kreuͤzer, vom einzelnen Liter andert icht stehen wir in der in der letzten Reihe der eurobäischen Rächte.
halb Kreuzer bezahlt werden. Und dabei bilden wir uns ein, daß wir an der Spitze der Civili-
Karlsruhe, 2. Oct. Aus Bregenz wird gemeldet, daß ation einhergehen ·
die Conferenz der Bevollmächtigten der Uferstaaten des Bodensees Paris, 1. Oct. An der hiesigen Börse herrschte eine Pa—
beendet ist. Das Resultat der Conferenz ist eine Vereinbarung iik. Rattazzi hat dem diesseitigen Cabinette erklären lassen, daß,
uber die internationalen Schifffahris- und Hafen-⸗Ordnungen mit er ohne eine Revision des Septembervertrages nicht vor das Parla-
Gleichstellung der Schiffe sämmtlicher Uferstaaten und völlstän- nent treten könne. J
dige Verkehrsfreiheit derselben auf dem See. Baden gab das Pri—⸗ Es ist eine kleine Flugschrift, „La dernière guerre“ hier er⸗
dilegium der Dampfschifffahrt auf dem Bodensee auf. chienen, welche von einem ehemaligen „Diplomaten“ unterschrie⸗
Berlin, 1. Oct. Unter der Bevölkerung des ehemaligen ben ist, jedoch mit keineswegs diplomatischen Worten und Grün⸗
Herzogthums Nafssau herrscht eine große Aufregung wegen den zum unmittelbaren Losschlagen gegen Preußen auffordert.
Steuerüberbürduug. Die Reclamationen gegen die Veranlagungen Man will von gewisser Seite her dem Inhalte dieser Broschüre
laufen massenhaft ein, und selbst die preußischen Beamten geben ind der Persönlichkeit des unbekannten Verfassers eine große Wich⸗
zu, daß die Herren der Veranlagungs-Commission ihr schwieriges igkeit beilegen. „Die „Patrie“ glaubt diesen Abend dieser Bro—
Geschäft nicht mit der nöthigen Ümsicht und Milde abgeihan has chüre jede Bedeutung absprechen zu müssen; sie sei das Werk
ben. Es soll demnächst eine Volksversammlung zusammen beru⸗ des ehemaligen Directors einer landwirthschaftlichen Asse curanz⸗
fen werden, um die Mittel und Wege zu berathen, wie die über⸗ fesellschaft.
eilte Steuervertheilung redressirt werden könne. Nach den Ver⸗ Paris, 2. Oct. Die „Patrie“ dementirt die Nachricht
sicherungen, welche der Finanzminister dem Abgeordnete Knapp jon der Existenz eines zweiten Circulars Moustier's über die
gegeben, steht wohl eine Abhülfe in dieser Beziehung zu erwarten Rtevision der Septemberconvention und die Unterzeichnung eines
Wien—, 28. Sept. Für die Abreise des Kaisers nach Pa- Ullianzvertrages zwischen Frankreich und Italien, sowie die Ge—
ris ist jetzt der 28. October (oder einer der nächstliegenden Tage) üüchte über den officiellen Ursprung der jüngst erschienen Brochüre
bestimmt. Die Kaiserin wird daheim bleiben, da es sich bestätigt, In gleicher Weise dementirt die „Patrie“ die Nachrichten von
daß sie bereits seit vier Monaten in der Lage ist, der kaiserlichen iiner Erkrankung des Kaisers, vom Ausbruch einer Revolution in
Familie frohe Hoffnungen zu eröffnen und die letzteren den Fähr · Rom und vom angeblich schlechten Empfang, welchen der General
lüchkeiten einer anstrengenden Reise nicht ausgesetzt werden sollen. Fleury in Berlin gefunden haben soll.
Man hält es hier für sehr wahrscheinlich, daß um dieselbe Zeit auch Die Zustände in der Türkei nehmen immer bedrohlichere Ge
Vickor Emanuel in Paris eintreffen und, so soll es Kaiser Na- talt an. Türken und Montenegriner stehen sich kampfgerü—
poleon wünschen, mit dem Kaiser von Oesterreich den Frieden per- ket gegenüber, und schon hat bei Wassoevici ein Vorpostengefecht
sönlich besiegeln wird, der in Zukunft zwischen den beiden Nach- fattgefunden. Oesterreich mahnt die Montenegriner zur Ruhe,
barstaaten herrschen soll. aber ohne Erfolg. Die russischen Consuln in Serbien, der Buͤl⸗
Wien, 2. Oct. Die hier versammelten 25 Erzbischöfe und zarei und der Herzegowina sind nach Wien gereist, um dort mit
Bischöse überreichten dem Kaiser eine Adresse, worin sie die histo- dem russischen Gesandten zu conferiren. Unser Correspondent in
rische Entstehung und die Nothwendigkeit des Concordats begrün⸗ Ragusa hält den nahen Ausbruch eines allgemeinen Brandes für
den, die Anklage der Unduldsamkeit der österreichischen Gesetzgebung unvermeidlich.
gegen nichtkatholische Christen zurückweisen, die Ansichten jeder Par⸗ J Italien
sei, welche die christliche Ehe und christliche Schule bekriegt, ein⸗ I P Nop:
gehend widerlegt und ihre gerechte Sache vertrauensvollst unter den · JIhu einer slorentinischen — J der Gazzetta di Mie
Schuß des Kaisers stellen. — Der Wehrausschuß des Abgeordne- auo wird von einem Projecte zur Loöͤsung der römischen Frage
emanses lehme den Antrag des Kriegsministers, die Regierung berichtet. welchem, wie dieselbe Correspondenz versi hert, in diblo—
zur Tinberufung aller sieben Allersclassen zu berechtigen, ab nahm natischen Kreisen ou Florent eine gewisse Wichtigkeit O beigelegt
dagegen den Antrag an, daß die Regierung hierzu nur im Kriegs vrde. Dangch sollten die Provinzen Belletri, Biterbo und Fro⸗
salte berechtigt sei. inone unter die Herrschast des Koͤnigsreichs Italien gestellt werden;
Rom und Civita-Vecchia würden zu freien Städten erklärt unter
Frankreich. der Garantie aller Mächte. Ein städtischer Senat würde diese
Paris, 29. Sept. „Wo wir uns in Bezug auf Volks- Städte nach einer besonderen Constitution regieren. Die Eisen⸗
unterricht befinden“ ist die Ueberschrift eines kurzen Artikels im dahn von Rom nach Civita-Vecchia würde neutral erklärt. Das
„Siecle“. Derselbe wird durch zwei kleine eben erschienene Kar- doͤnigreich Italien würde einen jährlichen Tribut an die aposie—
ten veranlaßt, von denen die eine das Frankreich, das lesen, und ische Kammer zahlen als Ersatz für die Zölle und das Postregal,
die andere das Frankreich, das schreiben kann, vorstellt. „Diese velche an Italien fallen würden. Die ganze römische Schuld
etztere, sagt der Siecle, ist schreckenerregend. Die Zahl der De⸗ vürde vom italienischen Staatsschatz übernommen werden. Der
artements, in welchen die des Schreibens unkundigen Brautleute Fönig von Italien würde eine Residenz in Rom erhalten und
wischen 30 und 75 Procent ausmachen, beläuft sich auf 55. Die vom Papste gekrönt werden. Der katholischen Kirche würde vol—
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        ständige Froiheit gegeben, der Papst in — A —A und Jitrez abgesetzt werdon würde. ——3 — Schwie⸗
absolute Machtvollkammenhejt haben. Pach ving anderen Version rigkeit de⸗ Vriͤude Jugr —7* der Bg — der
würde au itn⸗-Recchiak surn —S———— geschlagen »n öitt 9* ARde 5 e Platz, wo EneAnktihe zu
verden de Homm⸗v d eghen ntuenaunaen Berden pon ihm
daselst gemacht ie vom amerikanischen Belpmarkie u er
halten.

o u, 2. -u.. Dem Gienale di z.omg zufolge erhöben
Insurgentenbanden equisitionen vn niieeiseh in
der Provinz Viterbo. Zwischen den dahin abgegangenen päpst⸗
lichen Truppen und den Insurgenten haben zwei Gefechte statt⸗
zefunden, in Folge deren die Insurgenten mit Verlust einiger
Todten die Flucht ergriffen. Die Provpinz Viterbo ist jetzt ruhig
(Hiernach scheint sich die telegraphisch aus Cormons berichtete Ab—
reise des Papstes nach Civita-Vecchia nicht zu bestätigen.)

Man meldet der „Gazette Piemontese“ aus Florenz:; „Es
ist'die Rede von einer feierlichen Demonstration, die diesen Abend
ttatthaben soll. Personen aus allen Klassen der Gesellschaft wer⸗
den sich vor dem Palast Riecardi versammeln und eine Deputation
vird sich zum Minisserpräsidenten begeben, um ihm eine Adresse
zu überreichen worin die Regierung darum ersucht wird, das Piit
lel zu suchen, die Vollführung des National-Wunsches zu beschleu⸗
nigen, welcher Rom als Haupistadt Italiens proclamire.“
SIlorenz, 2. Oct. Die Insurgenten behaupten Aquape—
dente. Die eingeschlossenen päpftlichen Gensdarmen forderten Hülfe
bon der italienischen Armee, welche zu interbeniren verweigerte.
Die Insurrection wächst.

Die Nachrichten aus der Provinz Viterbo widersprechen
einander. Die ersten Berichte über die dortigen Vorgänge waren
übertrieben; es haben nur einige Individuen ohne Waffen
die Grenze überschritten; ein ernstlicherConflict hat nicht statige—
fundens; die Insurgenten haben nur wenige kleine Localitäten be—
setzt und mehrere derselben sind wieder über die Grenze zurück
zekehrt. Behufs Verhütung von Ruhestörungen haben viele Ver—⸗
haftungen statigehabt. Gestern sind neue Truppen von hier
nach der römischen Grenze abgegangen.

Floren;z, 3. Oct. Garibaldi hat gestern Caprera ver—
lassen, wurde aber angehalten und zurückgeführt, er wird vom
Aviso Exploratore in Sicht bewacht. Die Insurrection dauert fort.

—F Griechenland. 0

„Athen, 286. Sept. Die Gesammtzahl der nach Griechen⸗
land geflüchteten Kreter beträgt, Weiber, Kinder und Greise in⸗
begriffen, 420,000.

Mußland.

Aus Fiunland, wird der Petersb. Börsen⸗-Ztg. geschrieben:

Das Elend und die dagegen zu ergreifenden Mittel beschäftigen
ausschließlich unsere Zeitungen und verdrängen jede andere Unter⸗
haltung aus unseren Gesellschaftszimmern. Bis dahin konnten
wir uns wenigstens sagen, daß noch Niemand vor Hunger gestor-
ben sei; jetzt ist auch dieser Trostaunmöglich geworden. Im Gou—
eet Wasa, einst einem der fruchtbarsten Distrikte Finnlands,
sind verschiedene Personen Hungers gestorben. Gegenwärtig wird
auf den Mühlen stait des Getreides Stroh und getrockneter Sau⸗
erampfer gemahlen. In den Wäldern und Mooren sammelt man
Torfmoos (Sphagnum), welches getrocknet zur Bereitung von Brod
perwendet wird. Glücklicher Weise nehmen sich die wohlhabenden
slafsen der Gesellschaft der ärmeren lebhaft an. Comites baben
sich gebildet, um das Volk in der Bereitung von Brod aus Is—
ändischem und Rennthiermoos mit einer Beimischung von Roggen
zu unterrichten. Leider haben sie hierbei zuweilen mit der Dumm⸗
heit des Volkes zu kämpfen. So wurden ein Arzt und ein Apo—
heker, die sich eifrig mit der Bereitung eines solchen Brodes be—
schäftigt hatten, vom Volke beschuldigt, daß sie sich verschworen,
die Cholera durch vergiftetes Brod herbei zuziehen.

ZSermischtes.

* St. Ingbert, s6. October. Gestern passirte ein
Schwarzer von stattlicher Figur, als Handwerksbursche, seiner
Profession Sattler, hiesige Stadt. 9J

Derselbe stammt aus Südafrika, und wurde von dort durch
den Fürsten Reuß nach Europa gebracht. Er dientq bej den
chwarzen Husaren und war später Bedienter bei dem Prinzen Carl
on Preußen.

F Zweibrücken. Außer dem kgl. General⸗-Lieutenant Hrn.
b. Hartmann, befindet sich auch dermalen der kgl. Cavalerie⸗Ge—
reral Herr v. Tausch dahier. — Die Leiche des dahier verstorbenen
Obristlieutenants und; Directyrs im Genie⸗Stab wurde gestern
ver Bahn nach Würzburg beförderrt.

F Der im vorigen Jahr vom Stadtraih in Zwei—
hrücken gefaßte Beschluß, zu den Baukosten einer neuen datholischen
Kirche daselbst 3000 fl. aus der Stadtkasse zu bewilligen, hat die
Genehmigung der Kreisregierung nicht erhalten, weil die Stadt
noch mit Schulden belastet sei ,

7 Naächsten Sonntag wird auch der regierende König zum
Octoberfest nach München kommen ν —

München, 80. Sept. Im Dezember d. Is. wird
wieder eine Volkszählung stattfinden und sind hiezu die vorberei—
tenden Einleitungen getroffen. —O

—pMünchen, 30. Sept. Dem k. Staatsmiuister der
Justiz, Hrn. v. Lutz, hat Se. Maj. der Qönig aus Anlaß sei⸗
nes Ausscheidens aus der Function des Secretärs des Königs ein
tostbares silbernes Theeservice ais Erinnerungszeichen zum Ge—
schenke gegebenn.

FRegensburg, 28. Sept. In dem anderthalb Stun⸗
den von hier entfernten Dorfe Nieder⸗Gebraching, brach heute
Mittag, veranlaßt durch zwei Kinder, welche in einem Stadel ein
Srohfeuer anzündeten, ein Brand aus, welcher in wenigen Stun-—
den 14 Wohnhäuser und ungefähr ebensoviel Nebengebäude sowie
die eingebrachte reiche Ernte vernichtete. Der Schaden ist bedeutend.

F Wieen, 24. Sept. Ein tragisches Schichsal traf eine in
den Kreisen der Theaterwelt Wiens bekannte Schauspielerin. Die⸗
selbe. die Tochter eines Hausmeisters auf der Wieden, kam als
Thoristin an das Theater an der Wien, wo sie bald durch ihre
wirklich blendende Schönheit auffiel und einen Kreis von Verehrern,
unter welchen man auch einen fürstlichen Namen nennt, versammelte
Durch die Protection einiger Habitués erhielt sie einige kleine
Rollen, welche sie zur allgemeinen Zufriedenheit gab; eines Tages
war sie aber spurlos verschwunden. Später brachte man in Er⸗
tahrung, sie sei mit einem jungen Manne, der sich für einen „ade⸗
igen Franzosen“ ausgegeben hatte, nach Paris gereist. Schon be⸗
neideten sie einige Colleginen, aber der „adelige Franzose“ ent⸗
yuppte sich später als ein abgefeimter Betrüger, der das Mädchen zu
ichandlichen Zwecken benutzen wollte. Sie entfloh, wurde aber
von demselben in Straßburg wieder eingeholt, und als sie ihm
drohte, ihn verhaften zu lassen, warf er ihr ein bereit gehaltenes
Fläschchen mit Vitriolol in das Gesicht, welches furchtbare Verhee⸗
rungen anrichtete. Sie verlor das Augenlicht und ihr Angesicht
bildete nur eine Brandwunde. Die Unglückliche verlangte nach
Wien gebracht zu werden; ihr Wunsch wurde erfüllt und sie vom
hiesigen Westbahnhofe in das allgemeine Krankenhaus gebrach,
wo sie nach vierzehntägigem fürchterlichem Leiden starb. Der Mör⸗

der, ein gewesener Commis bei dem bekannten Miroͤs, wurde ver⸗
haftet.
—7 In Kehl kamen in der Nacht des 29./80. 70 invalide
Austro⸗Mexicaner an; unter ihnen ein 26jähriger Freiwilliger von
der Artillerie, der durch einen zu früh losgegangenen Schuß beide
Augen und beide Arme verloren hatte; die meisten der Heimlehrenden
waren seit 18. Oct. in der Gefangenschaft und wurden haupt⸗
jächlich zum Anfertigen von Patronen verwendet. —I
7 Paris, 29. Sept. Von Napoleons Correspondenz ist
soeben wieder ein neuer Band erschienen. Wie der Kaiser im
Jahre 1811 über Preßfreiheit dachte, geht aus einem Briefe an
den Herzog von Rovigy hervor. Er schreibt: Wer hat die „Ga⸗
zette de France“ ermächtigt, den sehr dummen Artikel aufzuneh⸗
nen, den dieselbe heute über mich enthält? Ist es Herr .....?
Dieser junge Mann macht gar zu viel Albernheiten; setzen sie ihn
von der Leitung der Zeitung ab. Erinnern Sie sich nicht, daß
er mich neulich auf einem Maskenball figuriren ließ, als wenn
ch Maskenbälle besuchte! Es ist dies wenigstens die zehnte Un—
gzeschicklichkeit, welche er sich zu Schulden kommen läßt. Man muß
die Sache in das Lächerliche ziehen und fsie in eine Linie mit

J Amerika.

Newyork, 19. Sept. Der Staat Maryland nahm die
neue Verfassung mit beinahe 20,000 Stimmen Majorität an.
— Ein Gerücht aus Mexico besagt, daß Juarez in die Wohnung
des preußischen Gesandten habe einbrechen lassen, um wichtige
Documente wegzunehmen; er habe jedoch das Gesuchte nicht ge—
funden.

Briefe aus Amerika melden, daß in allen Theilen der
Vereinigten Staaten das Gefühl der Unsicherheit und die ängst⸗
liche Spannung in Bezug auf die Zukunfkt zunehmen. Die all⸗
gemeine Lage wäre sehr günstig, wenn nicht die politischen Par⸗
teien, die Agitation unterhalten würden. Geld ist überall häufig
vorhanden, mit Ausnahme des Südens, wo es fehlt. Die Ernte
ist in den mittleren und westlichen Staaten sehr günstig gewesen.
Dasselbe gilt in Bezug auf das Gekreide auch von den südlichen
Staaten, wo auch die Baumwoll⸗Erndte ergiebiger war, als man
gedacht hatte. Es ist blos die Furcht vor politischen Complicatio⸗
nen, die Alles paralisirt. Dieselben Briefe melden aus Mexico,
daß man daselbst allgemein der Ansicht sei, daß binnen wenigen
Monaten eine Revolution zu Gunsten Escovedo's oder Diaqz's
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        dem von deun han Zeitungen dn Ammu gesegtem Gegkhn Jellen⸗ Mas Fobrilgebaude nit dein gronet Qauch
vaß ich in den Panioffel der Kaiserin verliebi sei. Napolepnan —— e sendenheen ganze Arbei—
Bei Rochester am Ontario See ereignete sich am 8. Septo erpen. 3is M ag I. mun 17 Leichen aus den
in beklagenswerthes Unglück. Eine Lustpartie, aus vierzehn Per- Trümmern hervorgezogen; noch mehrere Abeiter wethen dr —**
onen bestehend, fuhr in einem Segelboote auf dem Hutarjo See . In Großbrittannien find gegenwärtig 36 Mill. Spindein
in der Wayne Countn. Sie wollte nach dem Ufer. Genden abersfür e im Gang, die in 10taglichen Arbeitsstunden
das Boot · schlug um und sechs Maädchen und drei —— Mill englische (14 Mill. deutsche) Meilen Garn spinnen oder
en. Keiner der Leichname ist dis jezt aus den See gezoren worden. in jeder Minute jo viel, daß man es viermal um die Erde wickeln
r In Riaa explodirte am 21. Sedtember in einer CTemente simm.

MG —

—

X
4 Dez. Wiese Ad neben Johann
Innc Ditib und Johann Selgrad
Wittib.
* Dez Wiese auf der Spick neben
rang Jatoh Schwarz beiderseits
22 Vez. Wies auf der Spick neben
Heinrich Schmidt und Ritoiaus Rung
Wittib 44
— ————— Horn, kglerNotur.
41 TI 2
Freiwillige Toderwehr.
Die für nächsten Montag angesagte
Hauptübunr⸗
findet an diesem Ta
cht statt, Jondern ar
einem der folgend
aaWen der noch näher be
tiunt· dongtr pg en
St.Ingbert, den 8. October 18871
nas Gomiνιο“
wie zum Nachlasse des Erfteren gehörigen 44
Liegenschaften Si. Ingberter Bannes, auf αν— 222
Anstehen der Wittwe und Kinder der Un- 53 ichnete jemit di
AL TAä Der «Anterzeichnete macht hiemit die
e he halber in Eigenthum versteigert, ergebenste Anzeige, daß er hier ein Wein⸗
* ins der Stadt, lager in beljebten Sorten errichtet hat, und
t
Finfahn danben Siau, Hof. Wiese Weinen bestehend, bestens zu empfehlen, un⸗
r dahiuter bis an den Bach mid Gat ter⸗ Zuficherung billiger und prompter Be⸗
—3 * 7* dienung. Alle Aufträge für größere Par⸗
ten mit 8 Dezimalen vor dem Hause Bine 7
an der Blieskasteler Straße. thieen von Weinen konnen. aufs ruscheste
2) 44 Dez. Wiese und 5. Dez. Garten und beste gusgeführt werden. Vuister von
— beliebten französischen Rothweinen, Ror-
»in geeigneten Loͤosen zu Hausplaͤhen. — rινιιναν
43) 62 Dez. Acker am Schaafkopf neben sind in ebinnen echer Auswahl auf
Nicolaus Koch, Feldschütz, und Jo⸗ Lager, ¶nd werden Vestellingen direct und
hann Greß, dadtheheeen qufs ditigste vesorgt. ———
31 Dez. Acker in der Aepfeltart, Broben werden ederzeit abgegeben.
Jeben Georg Kihm und Franz Fich Lopmission ——
— — weine von
46 Dez. Acker in den obersten Seyen, Carl Hofmann.
aeben Franz Jakob Erhard Wittib ä⏑U
ind Erben Weidmann. h 2 ⸗
21 Dezimalen Acker allda neben Jo Ku Dünger⸗
harnnm Adam Peters und Johann ist zu verkaufen bie J
Schmelzer, Schreiner. * 4e V R
99 Dez. Aderland in der dritten ABMnG-
Pfuhlwieserahnung, neben Johann tetet Bergmannn.
Adam Beck und Philipp Gottmann. 5
49 Dezimalen Acker in der zweiten! 1867er Most.
Grorg Rihn Da der Unterzeichnete bevorftehenden
30 Dez. Garienland auf'm Gerstbusch Derbst in Winzingen bei Neustadt alH.
geben Georg Müller und Peier jelbst keltern läßt und allda ein Lager
Schwarz. anterhält, so wird es ihm ermöglicht, Be—
s8 Der Acker auff Schiffelland ne— llellungen auf Süßwein (resp. Wost,
den Johann Schmelzer Schreiner und duf's schnellste und hilligste ausflihren zu
Georg Greß —“ können, und wird derselbe dem Herbsipreise
18 Vez. Aler allda neben Georg Itsprechend, billigst berechnet und bittet
Greß und Peter Redel. Bestellungen in den nächsten Tagen gefälligst
94 Dez Acker in der Au neben Wald machen u volen73 3 i
und Johann Joseph Schmitt. FIEMSSIIB.
53 Dez. Wiese in den Potasch ode — 7 7
Eichertswiesen neben Margaretha! Eine tragbare Kuh
Jung und Johann Uhl, Zimmermann. st laufen bet
28 Ddez. Wies in den Potaschwiesen ist zu verkaufen be
aeben Peter Uhl und Johann Jo— Peter Schweizer.
seph Uhl. Straßenwärtet.

Einem geehrten hiesigen und
Herren Schuhmachexmeästern
daß ich in hiesiger Stadt eine

i α,
auswärtigen Publifumzbesenders, den
nache ich hiermit ergebene Anzeige.
Lederhandlung mit Ausschnitt
errichtet habe und erlaube mir zugleich auf ein wohlassortirtes Lager von
sämmtlichenn
Schuhmacherwerkzeugen &amp; Arbeitsartikklt
aufuertam zu machen, wobei ich meinen geehrten Abnehmern reelle und —
billigste Bedienung zusichere. — *
Et. Ingbert, den 4. October Ia-
4

A
5 7.
— -ν
5312* I — 33 J
BR... . 8

Mmiery, 314 Je
im Hause des Herrn Sattter gigte
is Iiß Her Pofterpebitisgu

Mobilienversteigerung.
Mittwoch den 9. Oetober 1867,
Nachmittags2. Uhr J
zhier in seinem, Hause läßt Peter
Schwarz dex jnne, Meßzger dahier seine
Mobilien Umzugs halber versteigern und
war;' y
130 Centner Kartoffeln, 20 Centner
Heu, 10 Wagen Dung, 8 Wagen
Wiesengrund, Wirthsgeräthschaften
aller Art, 3 vollständige Betten mit
Bettladen, 2 Schränke, Tische, Bänke,
Stühle, 3 Bütten, mehrere Eimer
und Zuber, 1 Milchkiste, 1 Bettbank,
2 Erdöllampen, 2 Kochöfen, 2 große
Waagen und eine kleine mit Gewichten
und sonstige Gegeustände.
SHorn, igl. Notar.

*
Hausversteigerung.
Samstag, den 10. October 1867,
Nachmittags 2 Uhr, —7
u St. Ingbert im Versteigerungslocale
des Stadthauses, wird das zum Nahlasse
der daselllst verlebten Eheleute Peter
Quiriug und Maria Huy, gehsorige
wWohnhous der Untheilbarkeit halber in
rigenthum versteigert, nämlich:
2 Dez. Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Hofraum zu St. Ingbert
auf Höfchen am Großbache, neben
Valentin Stief und Adolph. Jung⸗
fleisch. — — —353
GHorn, igl. Notar.
Theilungs-Versteigerung.
damstag, den 26. Oetober 1867,
Rachmittags 2 Uhr zu St. Ingbert,
mm Versteigerungslocale bei Johann Adam
geck, werden die sämmtlichen zur Güter⸗
emeinschaft, welche zwischen dem da⸗
elbst verkebten Schuhmachermeister Jakob
Nüller, sen, und seiner hinterbliebenen
Vittwe Maria Selgrad bestanden hat, so—

13.
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        Vorschuss-Oh pagner-EKorn⸗
mehl undd Waizenmmehleee “s
— — , — I J. A. Mayer
ieie L— , 4 37 Saarbrücken.
von Joh. Ph. Wagner
Großh. Hessischer Hoflieferant in Mainz 4*.1
— — für Husten und Brustleiden.. —
Für dieses seit 20 Jahren in allen Städten Deutschlands allgemein gegen Husten;
and entzündliche Brustleiden gebräuchliche Radical-Mittel kann ich nun bei der!
etzt noch mehr verbesserten Zubereitung garantiren, daß bei Anwendung von 2238 Stück⸗
chen ein gewöhnlicher Husten-Anfall augenblicklich verschwindet. Meine Bonb en 83ent⸗
galten nur der Gefundheit zuträglichen Stoff, so daß die schwächste Verdauung dadurch
keinen Nachtheil leidet. et
Vorräthig bei /1914 4—
νιιν αι ———— Joh. Friedrich J
—ν α 7 7 28 in St. Ingberten eae,
— TTTT * — F - —
Größtes Rucy&amp; Bukskin-Lager
Ader Pfalz!! —
AltaschüúlIer, am Hartplatae in Zwe hruelen,,
empfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Sorten Lambrechter, Niederländer und
Französischer —** und Bukskins und bittet bei außerordentlich billigen und
reellen Preisen um geneigten Zuspruch.

Thatarina Scherer 832 J. alt Ehe—
rau v. Jacob Feichtner.
Jacob 2 M, alt S. v. Nicolaus
Preßmann. —
Johann Uhl 60 Jahre alt, Zimmer—
mannnn.
Barbara 2 J. 3. M. alt T. bon
Maria Ripplinger.
Franz 3J.1 M. alt S. v. Jo⸗
eph Peterss.
„16. Heinrich 1T. alt S. v. Heinrich
Brewenig.
Chatarina 10 Mealt T. v. Louisa
Fichter. M
Susanna J1. M. 14 T. alt T. v
deinrich Spengler. —
Julius 1IJ. 8 M. alt S. v. Phi—
ipp Munzinger. ..7
heler Joseph Baquer 28 J. alt
Taglöhner.
Hhenriette 1J. 83 M. alt T. v.
Anton Kleehaasg.
Katharina 2 J. 6 M. alt T. v.
ßeter Siegwart: tu*
Katharina 15J. J M. alt T. v.
Peter Kempf.
Barbara 2 J. 2. M. 21* T. alt
x. v. Carl Harth.
kFlisabetha 4 J. 1 M. alt T. v.
Adam Hauptmann.
Franz 8 J. 4 M. alt S. v. Franz
Weber.
Maria 2 M. alt T. v. Johann
strämer. Arve er
„29. Johann Joseph'2 J. 2 M.' alt
S. v. Joh. Jos. Bastian.
„30. Georg 1. J. 4 M. alt S.'v. Jo⸗
seph Kröß.
Verehelicht haben sich im
Monat September.“
Peter Beck mit Dordthea Carolina
Reifenrath.
Ludwig Siegwart mit Magddalena
Piepenbrink. J
„12. Franz Heinrich Stolz mit Chata⸗
rina Noll. —
16. Peter Heinrich Latz mit Maria Ca—
tharina Kopp. —
„19. Christian Dawos mit Elisabetha
... Geckeiß.
St. Jugbert den 3. October 1867.
Der Civilstandsbeamte:
Chandon.

226

vaeioe, daß wir Herrn α.
I jun. in dt. Ingbhert
eine Niederlage von unsern — 6
POrMIADd-G mente“
mit dem Verkauf desselben im Kanton Blieskastel, übertragen haben.

Wir übernehmen allen Abnehmern gegenüber die Garantie, daß unser Portland⸗
Cement den höchsten Anforderungen entspricht, welche man an den besten Cenment!
deutschen oder englischen Ursprungs stellt. ——

Malstati, bei Saarbrüchen, im September 18683.
pietaseh ——
Auf. Obiges Bezugnehmend, empfehle ich mein Lager von Porland⸗-E ement!
der Herren Carl Dietzsch &amp; Comp.-deren Fabrikat nach angesiellten Versuchen dem
besten englischen und deutschen an Qualität vollständig gleichtommt.
St. Inghert, im September 1867. 4 e
jun.

den 3.

„0. Harl S. v. Christian Heinz.
„. Friederika T. v. Balthasar Gebhard
„BGBustab S. v. Catharina Emrich.
Peter Jacob S. v. Peter Wolf.
Emilie T. v. Eduard Bernasko.
.„ . Anselm S. v. Johann Bauer.
SIlisabetha T. v. Carl Weiser.
— „ Heinrich S. v. Georg Grewenig.
„. Magdalena T. v. Heinrich Schmidi.
Trozt des bedeutenden Aufschlags 29. Beorg S. v. Georg Lindemann.
des 1866er Weins verkaufe ich den—⸗ „21. Friedrich S. v. Johann Weiland
jelb twährend über die Straße den 22. Maria T. v. Peter Schilliug.
elben E zu 3 kr. aß 23. Nicolaus S. v. Johann Dietzler
837 M . P. „23. Johanun S. v. Joseph Feichtner.
in größeren Quantitäten zu Au3 kr. 2d4. Georg Hermann S. v. Konrad
und in meiner Wirthschaft zu 7 kr. gfiug ann —*
den Schoppen. 2....11 283. dJoseph S. v. Franz Schneider.
— 8. Westphälinger. Gestorbeusind im Monat
T — September:“,.
e— a * J
J— d Stadt den 4. Maria 10 Ma 9, T. alt, T.av.
— St. Ingbert. ve
5— J “ 77 6. Gertraude 1J. 8 M. alt, T. v.
Geboren wurden im Monat JIbhann diel. *
Septembetrn ee 6. Angelika 1. J. 2. M. alt T. v.
den I. Peter S. v. Peler Jung. Peier Frenzl.

Zu vermiethen:

Frucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ 2c. Preise der
Stadt Homburg vom 2. Oct.

Weizen — fl. — kr, Korn 6 fl. 9 kr,
Spelz 5 fl. 13 kr. Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 6I. 12 kr., Hafer
1ufl. 35 kr., Erbsen — sl. — kr., Kartof⸗
eln 1fl. 6 kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
28 kr. ditto 2 Kgr. 19 kr., ditto 1 Kgr.
10 kr., Kühfleisch 1. Qual. 18 kr., 2. Qual.
15 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammefifleisch
16 kr., Schweinefleisch 20 kr., Butter 27 kr
ver Pid.
Fraukfurter Börse.
vom 3. October. 1867.
Bröußiche Kaffenscheine 44ανααν

Breußische Friedrichddsxr . 9 38-259
bistolen .. it: 9 46 48
»olländische 10 fl. Stücke. 951—-53
HDucaten . . . 46 35-87
20Francs-Stücke. .0928429
knglische Souvereinggzg1153 -57
Hold per Zollfund fiee — —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 272 - 28

αιαι.
Redaltion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="471" />
        * 3* 407 e beh 4
——— * niheee J —— 444 —

1 n er er * n cqù er
Seaz b — u — isi i
u νν ια- —F V———

——— iti . I!Vf

Der „Stu Ing berter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltumgsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donners tag
und Sams5tag! Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder? deren Raum berechnet. *. J J A eea
F — — 34 7— * — — — — — — —
Nro. 120. Dienstag, den 8. Oetober 66 4867

—E — — —— —

48 2
itu J— Deutschland. W 8

* Munchen, 8 Oct.. In Beireff der deanttaglen er⸗
höhung der directen Steuern um 50 Procent wird
mitgetheilt, daß fachkundige Abgeordnete der Ansicht sind, einer
Steuererhöhung für die nächsten 2 Jahre werde allerdiugs nicht
auszuweichen, die 50 Procent dürften aber vielleicht. um die Hälfte
zu hoch gegriffen sein. Jedenfalls wird es die Aufgabe der. Ab—
geordnetentammersein. vorerst durch alle moͤglichen Ersparungen
der Steuererhöhung überhaupt entgegenzuarbeiten. Die Grund⸗
sätze und Grundzüge des Schülgesetzentwurfes sind jm Ministerrath
besprochen worden und haben die Zustimmung sämmtlicher Ministen
erhalten. Hoffentlich wird nun der Entwurf auch veröffentlicht
damit man gegen die ultramontang Agitatzon positive Anhalts⸗
punkte gewinn..
Der Abge Marquard Barth hat einen Antrag auf
Einsetzung eines besonderen Ausschusses zur Bearbeitung des Ge—
setzenwurfes den Malzaufschlag betr., eingereicht, Er hält einen
besonderen Ausschuß für nothwendig, „weil das Gesetz nicht rein
finanzieller Natur ist, sondern auch in die Justiz einschlägt und
überdies bei seiner Würdigung volkswirihschaftliche Rücksichten zu
nehmen sind.“ Samstag den 853. wird dieser Antrag zur Berath—
ung in der Abgeordneteukammer kommen.

Am WMaontag, sowie gestern Nachmittag hielt der Aus—
schuß für den Civilproceß Sitzung und sind die Berathungen über
das 30. Hauptstück zum Abschluß gelangt. Der gestrigen Sitzung
wohnte auch der Jutizminister v. Luntz bei, welcher dieselbe mit
riner kurzen Ansprache eröffnete. Er versicherte unter Anderem
die Ausschußmitglieder seiner besonderen Theilnahme an ihrer
Arbeit. Aus seiner früheren Thätigkeit bei der Abfassung des
deutschen Handelsgesetzbuches wisse er, wie lebendig das Gefühl der
Befriedigung sei, an dem Zustandekommen eines großen Gesetzge⸗
bungswerkes mitgewirkt zu haben, und er wünsche, daß ihm der
Ausschuß künftig das Zeugniß nicht möge versagen können, daß
auch er dazu beigetragen habe, dieses Gefühl der Genugthuunç
bebeden Mitgliedern des Ausschusses gefördert zu haben. Der
Ausschuß gedenkt wöchentlich regelmäßig drei Sitzungen zu halten. —
Der Ministerialrath Frhr. d. Völderndorff im Ministeriumdes
Aeußern ist zum Commissär für die Sitzungen des gegenwärtigen
Landtages ernannt. 42 J

5 München, 83. Oet.“ Der Entwurf des Malzaufschlagsge⸗
setzes enthält in 5 Abtheilungen 118 Artikel. Die sünfte Abthei—
lung (Art. 100— 116) betrifft speciell die Einführung des Malz
aufschlages in der Pfalz; mit welcher der im Budget für die
VIII Finanzperiode noch eingestellte Steuerbeischlag von 100, 000 fl.
nicht mehr erhoben werden soll. 66

Muünchen, 8. Octen Die Nachricht“ einiger Blätter, daß
die Vermählung Sr. Maj. des Königs auf den 29. November
festgesetzt sei, ist irrig. Noch ist der Tag nicht bestimmt, wahr—
jcheinlich aber ist es ein früherer Tag, eiwa der 26. — Wie ich
hoöͤre, ist es im Plan, daß Se. Majestät der König zu der Zeit,
wo der· König von Preußen auf der Rückreise von Schloß Mainau
in Mürnberg verweilt, dorthin sich begibt, um den kgl. Oheim zu
hegrüßen. — Dieser Tage ist man hier in der Registratur des
Handelsgerichts eigem Actendiebstahl auf die Spur gekommen,
derübt durch zwei Weibspersonen, die durch ihre häuslichen Ge⸗
schäfte dorthin Zutritt hatten. Die den Acten beigelegten Wechsel
waren es, welche ihr Interesse erregten. (Pf. Ztg.)

Muünchem; A4A2 Oct. Der König wird sich morgen nach
Augsburg begeben, um den auf der Durchreise nach Nürnbe g be⸗
sindlichen König von Preußen, seinen Verbündeten, zu be⸗
zrüßen. Dieser hat die Einladung, auf der Burg in Nürnderg
abzusteigen, dankend abgelehnt. Als Stellvertreter des König?
wird ein Prinz dem Octoberfest beiwohnen.

Muünchen, 4. Oct. Nach dem Entwurf des Finanzgesetzes
sind für jedes Jahr der IX. Finanzperiode (1868 und 1869)
n Grundsteuer 47430. Simpla zu erheben, an Haussteuer 964 0
Simpla der Areal und 32/10 Simpla der Miethsteur, die Gewerb⸗

steuer nach dem Gesetz vom 1. Juli 1886 mit einem Zuschlag
hon 80 die Kapitalienrentensteuer nach dem Gesetz vom 31,
Mai 1856 mit einem Zuschlag von“ N, die Einkommensteuer
zach dem Gesetz vom 31. .Mai As856 mit einem Zuschlag von
. eten 3 277
—Zu der übermorgen in Augsburg stattfindenden Ver—
ammlung der Fortschritispartei — die jedenfalls ein aussichts⸗
reicheres Programm hat —werden sich Zauch die meisten Mit⸗
zlieder der Linken der Abgeordnetenkammereinfinden. «Von
München aus wird der Antrag auf Gruündung eines „Nationalli-
hzeralen Vereins“ für ganz Bayern beantragt werden. uiet.
Münchemn, 6. Oct. Morgenist eine Kammersitzung,
vorinein Gesetzentwurfüber die Verpollständigung des Kisen—
hahnnetzes vorgeiegt werden, wird. Eine Deputation des 6. In⸗
anterieregimems wird sich nach Nürnberg begeben, um-dem König
von Preußen als Regimentsinhaber, ihre Aufwartung zu machen.
nee arn Dienstes⸗ Nachrichten. J
30 Zufolge Regierungsheschluß vom 2. October 1867 wurde
——
—ADr—
inJ an, ernannt.
— Schloß Aulendorf, in Württemberg, 621Oct. Nach
hen letzten Bestimmungen gehen die preußischen Majestäten“ am
10. Oct. von Weimar nach BadenBaden. —
Bierlim, 33 Oct. Die„Independance“ meldet; Frankreich
habe einen Congreßvorschlag gemacht, Oesterreich, Rußland
und England hätten mehr oder weniger dem Vorschlage beigestimmt
Preußen vabe abgelehnt, worauf Frankreich erwiderte, daß es die
leberschreitung · der Mainlinie nicht dulden werder Davon weiß
nan hier auch nicht das erste Wort; aber man weiß, daß Frank⸗
reich in der deutschen Angelegenheit weder Rußland noch England
uuf seiner Seite hat. Mit Oesterreich ist allerdings schwer zu
rechnen — erst muß es aber den Banlerott überstanden haben.
Berlim, 4. Oct. Ueber den neuen Postvertrag zwischen
den Vereinigten Staaten. und Preußen bemerkt die „Newyorker
handels⸗ Zeitung“, daß derselbe für beide Lander von den segens⸗
ceichsten Folgen begleitet sein werde. „In neuester Zeit sendet
ins Deutschland die meisten Einwanderer, steht in ausgedehnten
dandelsbeziehungen mit uns, hat in unseren Obligationen größere
Fapitalien angelegt und ist mit uns in jeder Beziehung enger ver⸗
tnüpft, als irgend ein anderes Land Europa's. Mit Deutschland
haben wir über Bremen und Hamburg dreimal in der Woche Post⸗
—XV00—
deutschen Dampfer. Von den 30 Millionen amerikanischer Bürger
ind ungefähr 6 Millionen geborene Deutsche oder doch von deut—
scher Abstammung; auf der anderen Seite des atlantischen Oceans
ꝛepräsentirt die preußische Regierung 40 Millionen der gebildetsten
Deutschen und beiden Theilen wird eine Reduction der Porto—
Raten höchst willkommen sein und nicht zu unterschätzende Vortheile
gewähren. Das Baud der Freundschaft zwischen uns und Preu—
zen wird dadurch fester geknüpft, dem Handel wird ein neuer
Stimulus gegeben, liberale Principien finden im Herzen Europa's
eichtere Verbreitung und der Strom der Auswanderung nach hier
vird weiter auschwellen. Unser auswärtiger Handel braucht einen
neuen Impuls — der durch niedriges Postporto geboten ist —
un sich von der durch den Krieg hervorgerufenen Erschlaffung zu
erheben, und jeder weitere Schritt in dieser Richtung wird allsei—
tig mit Freude begrüßt werden. Nach allen europäischen Ländern
sollte das Porto wenigstens um die Hälfte reduzirt werden, wo⸗
durch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur das Postdepartement
eine Einkünfte vermehrt sehen würde, sondeern auch der Handel
und die Emigration bedeutend an Ausdehnung gewinnen würden.
Oldenburg, 2. Oct. Vorgestern hat die Selbststandigkeit
des oldenburgischen Militars aufgehört, gestern ist dasselbe der
der norddeutschen Armee einverleibt worden. Zu diesem Ereigniß
zut der patriotische Großherzog Peter eine Ordre erlassen, aus

—J
        <pb n="472" />
        der wir folgende Stelles herborheben; „Rachdem Ddet vorjährige
krieg eine politische Neugestaltung Deutschlands angebahut Hat,
velche insbefondere auch den: Forlbestand sejnes bisherigen mititä—
aischen Ver haltmisse gls nicht Ranger haltbar erscheinen ließ, gsind
zurch“* die Verfaffung des norddeutschen Bundes für eine Reorga⸗
nisation der miliarischen Kräfte Norddeutschlands Bestimmungen
naßgebend geworden, welchen ich durch die mit dem König von
Preußen abgeschlossene Condention eine Ausführung für das Groß—
herzogthum zu geben gesucht habe, wie sie zur Wahrung der In⸗
seressen des Landes sowohl, wie im Interesse des Ganzen mir
zeboten scheinen. Wenn es sich um die Erstrebung hoher Ziele
handelt, dürfen die nothwendigen Opfer nicht gescheut werden.“
Wien, 6. Oct. Die Neue freie Presse“ meldet, daß zwi⸗
scheͤn Napoleon und Victor Emanuei ein Üebereinkommen geiroffen
vorden ist, welches der italienischen Regierung das Recht einräumt.
das papstliche Gebiet, mit Ausnahme der Stadt Rom, militärisch
ju occupiren, und diese Beschränkung auch nur von der Lebens-
dauer des gegenwärtigen Papstes abhängig machtt.
Frankreich..

Paris, 3. Oct. Die „Patrie“ meldet: es habe keine der
Muchte einen Congreß vorgeschlagen, demgemäß habe auch keine
den Vorschlag ablehnen können; Nigra sei bloß nach Biarritz ge⸗
reist, um dem Kaiser vollständigere Mittheilungen über die Gari⸗
baldi⸗Affaire zu machen. Dem „Etendard“ zufolge dauern die
verschiedenartigsten Gerüchte fort, indessen habe sich seit zwei Ta⸗
gen nichts Bemerkenswerthes ereigne.

Die Testamentsvollstrecher Proudhon's sind eben im Begriff,
aus dem Nachlasse desselben eine ‚France et Rhin*beiitelie
Schrift zu veröffentlichen, in welcher er mit all seiner Energie und
heredtsamkeit die Theorie der natürlichen Gränzen bekämpft.“ Der
Courier français“ theilt bereits Auszüge aus diesem Werke mit,
denen wir folgende bezeichnende Stelle entnehmen: „Baden, Bayern
Belgien, Holland, Preußen sind heute liberalere Staaten, als Frank—⸗
reich selbst; aber dieses Resullat, welches uns anklagt, beweist ge⸗
ade, daß die Coalitionen bon 1805 und 1809, 1813 und 1815
nicht zum Zwecke hatten, die Revolutionen zu ersticken, wie die
Bonaparte unaufhörlich behauptet haben: fie hatten zum Zwecke
die Unabhängigkeit des Rheins, welche das Pfand der Freiheit der
Volker ist. Und gewiß, es gab bei Waterloo nicht nur Preußen
und Engländer, sondern auch für ein gutes Drittel Holländer und
Belgier. Der Rhein hat allezeit zur Grenze gedient, aber zwi⸗
schen germanischen Staaten, niemals zwischen Germanien selbsi
und Frankreich. Ich habe den Grund dafür angegeben, wie ihn
weitausendjährige Kämpfe dargethan haben. Dieser Grund ist,
daß Frankreich mit einer solchen strategischen Linie bald Europa
eherrschen und auf dem Erdkreife das Uebergewicht haben würde.
— Die franzosischen Rüsst ummgen gehen in großem Maß-
stabe vor sich. Neue gepanzerte Batterien sollen gebaut, das Pan⸗
erwidderschiff Magenta“ mit Kanonen von ganz ungewöhnlichem
daliber versehen werden. Der General Frossard inspicirt die
Festungswerke der östlichen Departements. Vor Kurzem war er
in Mezz, jetzt weilt eer in Straßburg, um die geeigneten Stellen
zur Placirung der detachirten Forts auszusuchen. Es ist moͤgltch,
daß die maritimen Borkehrungen auf den Oriemt berechnet
ind, wo die Dinge sich immer zu einer acuten Krise zu gestalten
cheinen. Die kretische Frage ist noch lange nicht abgeschlossen.
Rußland hat an die Pforte eine neue Note gerichtet, in welcher
es dringeuder als je auf der Abtretung der Insel an Griechen⸗
and besteht. — Wie man sagt, bereitet Herr Thiers für die
nächste Session zwei große Reden vor; die eine über den allge⸗
neinen politischen Zustand Europas, die andere über die finanzielle
Lage Frankreichs. — Juarez hat erklärt, da alle europäischen
döfe das mexicanische Kaiserreich anerkannt hätten, so seien die
Verträgemit ihnen als aufgelösst zu betrachten und ihre Unter⸗
hanen würden als mexicanische Bürger behandelt werden.

— Der „Siecle“ zieht aus den Beschlüssen der würtember⸗
zischen Volkspartei und den Reden, die am 20. 1September in
Stuttgart gehalten wurden, den von seinem Standpunkt aus rich⸗
igen Schluß: um Preußens Plane auf den Süden Deutschlands
ju bekämpfen, habe die französische Regierung nichts zu thun,
als sich sorgfältig von jeder Einmischung in die deutschen Ange⸗
legenheiten fern zu halten. — Die Aufstände in dem Kirchenstaate
ind die übele Wirkung, welche die römische Frage ohne Aufhören
nuf, die Ruhe Europas ausübt, bringen heute die Blätier aller
Farben — die officiellen natürlich ausgenommen — zu dem
Schlusse, daß diese Angelegenheit endlich dine Losung ethalten
müsse. Nur ist die Art dieser Lösung je nach »dem Standpunkt
)er Blätter nun sehr verschieden. Der „Monde“ verlangt eine

Neutralitäat des päpstlichen Gebiets nach Art der Schweiz und
Belgiens und richtet in diesem Sinne einen empathischen Aufruf
an die europäischen Souberäne. Anders das Journal des De—
hats“ Eine französische Interbention saat dieses Blaftt würde

einen Krieg miß Ztalien herbeiführen, der wahrscheinlich eine Be—
cheiligung Preußens an demselben veranlassen würde. Auf der
andern Selie habe Italien sich seit 1862 stets soemufterhaft gegen
Frankreich benommen, daß ihm wohl eine Belohnung zu Theil
verden müsse. Aus beiden Gründen sei eine baldige Revision des
Septembervertrages zu Gunsten Italiens wünschenswerth,“ ja zur
Ruhe Europas nothwendig. — Was soll das Publikum von den
riedlichen Aussprüchen der Regierung und ihrer Blätter halten,
venn es überall die kriegerischen Vorbereitungen im Gange siehte?
Pach den Festungen der Ostgrenze lommen jetzt die festen Plütze
»es Nordens an die Reihe, neue Befestigungen zu erhalten und
zänzlich für den Kriegsfall armirt zu werden. Besonders soll
Peronne bedeutende Verstärkungen erhalten. Alle ————
gen und Armirungen sollen zusammen 60 Millionen Francs koften,
welche auf 5 Jahre vertheilt werden sollen.

Paris, 4. Oct. In Folge der. Dementis aller Art, welche
gestern regnete, hat heute die Börsee eine bessere Haltung ge⸗
seigt. Die „Epoque“ ist wegen Verbreitung folgender für falfsch
rllärten Nachrichten in gerichtliche Untersuchung genommen: 1)
Der Minister des Auswärtigen hat ein neues Circular erlassen;
2) es ist ein Allianzvertrag zwischen Frankreich und Italien un—
erzeichnet worden; 83) der Kaiser hat eine Conferenz mit dem
driegsminister gehabt; 4 der Prinz Napoleon ist nach Biarritz
berufen; 8) Drouyn de Lhuys ist dahin berufen. Wenn dies
Alles nicht wahr ist, was ist aber wahr? Man versichert, daß
die Friedenspolitik des Herrn Rouher abermals gesiegt habe, so
daß weder im Cabinet noch in der Politik wesentliche Aenderun—
jen eintreten würden. General Fleury wird morgen in Paris er⸗
vartet. — Der „Temps“ übersetzt den Protest, welchen, Herr
—A
das Verbot des in Paris beabsichtigten allgemeinen Genossenschafts.
rongresses erlassen hat, (in Nr. 117 des St. Ingberter Anzeigers
anter Berlin, 25. Sept. angeführt.) und nenut die darin enthal⸗
sene Lection eine harte, aber wohlverdienetee.
Paris, 5. Oct. Der „Etendard“ meldet, daß in Mühl⸗
jausen im Elsaß die große Spinnerei des Herrn Mieg abgebrannt
st. Natürlich war alles versichert; aber 250 Arbeiter werden
zurch das Unglück arbeitslos. — Die „Patrie“ erfährt, daß Ge—
ieral Prim, den die Polizei nicht länger in Brüssel duldet, nach
Ldondon übersiedlt .

Paris; 6. Oct.“ Dien,Libertés“ meldet den Tod des
rüheren Finanzministers Achille Fould; derselbe starb jn Tarbes
am Schlagfluß. Der Kaiser wird am 10. oder 15. Hct. nach
Paris zurüdlehren. eed

Italien.

Florenz, 3. Oct,Wie die „Opinione“ meldet, haben die
Truppen Acquapendente wieder genommen und bei dieser Gele—
jenheit mehrere Gefangene gemacht. Mehre Insurgenten find
iber die Grenze gegangen, während einige Colonnen derselben sich
noch in verschiedenen Theilen des römischen Staats herumtreiben.
Die Bevolkerung beobachtet eine unentschiedene Haltung; in Rom
jaben keine Unordnungen stattgefunden. m

„Der „Gazzetta die Torino“ zufolge hieß es, die 40 Gens⸗
armen, die man in Acquadepente gefangen genommen hatte—
ätten sich geweigert, sich zu ergeben und deshalb hätten die In—
urgenten die Kaserne in Brand gesteckt. *
Slorenz, 4. Oct. Der „Corriere Jtaliano“ wersichert,
»er Papst habe dem diplomatischen Corps erklärt, er werde unter
allen Umständen in Rom bleiben. Das Gerücht, daß Herr Nigra
in Florenz erwartet werde, wird dementirt. Die „Opinione“ fagt,
die Reise des Herrn Nigra nach Biarritz habe nicht den Zweck,
velchen die „Patrie“ derselben zuschreibt. Die Journale behaup⸗
en, daß die Bewegung in den roͤmischen Staaten fortdauere; neue
daufen vou Bewaffneten bildeten sich an verschiedenen Orten.

Die „Riforma“ und die Italia“ melden von einem Ge—
echte, welches an der Südgrenze des Kirchenstaates stattgefunden
abe. Eine Abtheilung püpftlicher Truppen sei zu den Insurgene

den übergegangen. Die „Gazetta Ufficiale“ berichtet, daße die Re⸗
gierung eine Untersuchung befohlen habe, über die Auslieferung
der roömischen Emigranten an die pästlichen Behörden. Es gehen!
tornwährend Truppen nach der römischen Grenze ab.ntti

Florenz, 6. Oct. Garibaldierließ eine Proclamation,

worin er die Italiener auffordert, nach Romzu gehenn
DTurin, 6. Oct. Es hat hier eine Demonstration staltger
unden für Rom,als Hauptstadt Jtaliens.. “
FL Werurischrtes. As ————
f In Regensburg fand die Gattin des? Buchdruckers“ Gg,
Stohr, Frau Marg. Stohr, einen schrecklichen TodeDieselbe,
44 Jahre alt, wurde vor ungefähr 4 Wochen von ihrem Hünde
den, das usle Anzeichen der Wuth an sich trug, mehrmals in die
Zand gebisien. Auf dieses hbin frug sie den Hunde zum Wasen«
        <pb n="473" />
        meister, auf welchem Gange sie der Hund wieder biß! Die Biß

wumden wurden wohl mit einigen Heilungsmitteln sofort geheilt
und die Finger soweit hergestellt, Daß ste mit Der Haud wieder
arbeiten konnte. Vor einigen Tagen aber bekam vieselbe alle An⸗

seichen der Wuthkrankheit und wurde auf Anrarhen der Aerzte inie
allgemeine Krankenhaus gebracht, wo sie dann am 28.1September

Rachts, unter den schrecklichsten Leiden verschieden t

F Vom . Oectober ab sindTebeg raphem⸗Sitatiomen
laugst der Mosebhon Zell nach isTrier und Coblenz, sowie auch
rechtsrheinisch von Ehrenbreitstein nuf⸗n“ und ⸗ abwärts errichte
worden. ινιιν J J win a 4

7 Eine von Hrn. Andre in Stutkgart gemachte'kleine vffeni
üche Probe? mit seinem elektrischenKlavier zeigie die Realifirbarkeit
des Gedankens, ein Klavier'Lc. durch Eliklricität zu spielen: für
zen mechanischen Theil der Ueberitagung der Elektricität auf dir
Saiten — glaubt der Schw. M.“ — würden sich im Laufe
der Zeit die zweckmäßzigsten Formen wohl finden. I8 27

Frant furt, F. Oct.“ Wie man der „Kreuzzeitung“ von
hier schreibt, hatten die bedeutendsten hiesigen Banquiers und Kauf-—
leute vorige Woche auf Anregung der Handelskammer eine Be—
prechung in Betreff der bevorstehenden Einführung des preußischen
Wechselstempels. Man beschloß, alle zauf den hiesigen Platz gezo—
genen Wechsel zu cceptiren und sich dabei dem am Berliner Platz
zebrauchten Modus anzuschließen, dagegen das in den Rheinlan⸗
den eingeführte 409-Thaler⸗Wechselsystem am hiesigen Platze nicht
aufkommen zu lassen. Ferner beschloß man, daß die zum Acceppf
eingesendeten Primen vor der Annahme gestempelt sein müssen
man hat sich also in dieser Beziehung der Kölner Unsance an—⸗
geschlossen. *

f In Berlin ist am 4. Oct. früh ein Schuhmacher nebst
seiner Frau, an ausstromendem Leuchtgas erstickt, in seiner Woh—
nung aufgefunden ˖wordenr —

Manm erzählt sich, daß Graf Bismarck einem seiner intimen
Bekannten auf dessen Frage, weßhalb er denn fast istets die Ge⸗
nerals-Uniform anlege, antwortete, „daß dies nur aus zeitsparen⸗
der Bequemlichkeit geschehe, weil er beim Anlegen diefer! Uniform
nur wenig Unnstande mit det Toilette hätte und in dieser Kleidunç
in alle Cirkel ohne Ausnahme gehen könne.“

FIn Magdeburg hat ein in der Nacht des 27./28
Sept. auf der Messe ausgebrochenes Feuer 40 Buden und 2 Ca—
roussels verzehrt·.. 6 rae e n

FDie Verluste der preußischen und österreichischen Armee im
vorjährigen Feldzuge sind so eben, mit Bezugnahme auf beiderseitig—
officielle Quellen, in vielfach anregender Weise zusammengestellr
erschienen, mit voller Genauigkeit freilich nur in Bezug auf die
Heeresmassen, die sich in Böhmen gegenüber standen:Ich greife ei⸗
aes der interessantesten Resultate dieser Zusammenstellung heraus
Die österreichische Nordarmee hat 796 Officiere und 18, 156
Mann, die preußische Armee in Böhmen 204 Officiere und 4074
Mann an Todten verloren; die österreichischen Verluste stellen sich
oeßhalb zu den preußischen, bei den Officiren, wie 8,90 zu 1
dei der Mannschaft wie 4,45 zu TJ. in Summa wie 443 zu 1.
Wenn nun anerkanntermaßen fich in in Bezug auf die Schnellig⸗
eit des Ladens und Feuerns das Pereussionsgewehr zum Zünd⸗
nadelgewehr wie 1 zu 4 und selbst wie 1 zu 3 verhält, so er—
zibt sich in den Verlusten der beiden mit Gewehren von so ver
chiedener Leistungsfähigkeit bewaffneten Armeen genau dasselbe
Berhältniß. —

rLiebesgram hatte einen jungen Wiener toll gemacht,
pornstreichs lief er zur Donau, warf den Rock, Hut und Stod
ab und schickte sich zum letzten Sprunge an. Da rief ein Jäger
drüben am andern Ufer, indem er seine Büchse anlegte: Halt
»der ich schieße! — Der so unerwartet Interpellirte stand, hob
Rock und Hut und schlich sich still nach Hause.

Viktor Hugo arbeitet an einem Werke über die
drei Revolutionen von 1789, 1830 und 1848; Michelet am letz⸗
sen Bande seiner Geschichte Frankreichs; Lamartine an einem Buche
Frankreich und seine Zukunft.

In der Druckerei des „Petit Journal“ ˖ in Paris ist dieser
Tage eine nach einem neuen Eysteme von Hrn. Marioni konstruirtt
Druckerpresse aufgestellt worden welche in der Minute 600 Erem⸗
olare liefert.

f London, 1. Oct. Seit Jahren machte sich ein anhalten⸗
es Steigen in den Preisen der Lebensbedürfnisse bemerklich, wel⸗
hes natürlich auf die Speisehäuser Londons rückwirkte. Nicht in
— Grade stiegen Gehälter und Besoldungen; daher lautt

lagen über die Unmöglichkeit, die Ansprüche des Magens zu be—
riedigen, der ja nach Homer in hündischer Unverschämtheit seiner
Forderungen alles Andere -überbietet. Fünfhundert junge Kaufleute
neist Commis der City haben sich daher zusammengethan, um
ine Äctien⸗Gefellschafi mit 25,006 8. Capital, die Actie zu]
d. zu gründen und durch ein eigenes Etabliffement sich und ihren

145

—A
häusern zu hieten. ι
GEin in Neeu eimb werrg KGSchweiß) in Pension befindlicher
14jähriger russischer⸗ Fülrstist in der vorigen Woche zweimal aus
jer Penfion entwichen, umeiner Tänzerin der gegenwärtig in
Solothurn splelenden Gesellfchaft Knie machzuziehen; exr wurde
beide Mal polizeilich in ddie Pensionzurlckgebracht. 2 α
i n Eine letzthin in der Nähe des St. Bern hardHospitzes
bei einem furchtbaren Gewitter in einen Abgrund gestürzte Dame
wurde von den treuen! Bernhardhunden aufgefunden, und von den
Mönchen glücklich, wenn arch schwer verletzt, d ee
f Der CunardeDampfer Sara“l hat die Fahrtvon Boston
A
etzt die schnellste Fahrt über den atlantischen Ocean:
irp Ini Boston wurde! zunst der Grumdstein zureiner?!kathdli⸗
chen Cathedrale gekegt, die 192 Mill. Dollarkosten und dis 1870
yollen det sein ———— )
7 In Brajsilien ist nach den neuesten Nachudien ein großer
Zlabena affland ausgetronen en we
e F* —

Die Lehraustalt Jur Ausbildung der erwachsenen
Töchter im kaufmännischen und gewerblichen Ge—

ijrt. eii Achäfts hatriobe zu Worms 35
Es ist ein Bedürfniß det Zeit, auch dem weiblichen Theil
der Bevölkerung eine Ausbildung zu geben, welche befähigt, einem
virthschaftlich bürgerlichen Lebensberuf vorzustehen. Wenn auch das
Wirken der Frauen im Hausedie utsprünglichste zund wichtigste
Aufgabe des weiblichen Berufs ist, und die Bestimmung des Wei—
bes zur Hausfrau und Mutter, als Genossin und Helferin des
Mannes, als Leiterin des sHauswesens, wie als ae und
Erzieherin der Kinder die vorzüglichste zaller, Aufgahen ist so dür⸗
en doch in Anbetracht der socialen Vexhaltmisse dem wiiblichen
Zeschlechte gewerbliche Berufsthätigkeiten nicht verschlossen werden.
Bar-vielen Mädchen ist heutzutage jene Hauptbestimmung nicht be—
chieden, und selbst verheirathete Frauen werden vorübergehend
oder auch für immer genöthigt, einen selbstständigen Erwerbsberuf,
»i es zur · eigenen· · bürgerlichen Existenz oder zur“ Erhaltung der
Familie zu sachen. Und swie wichtig ist es überhaupt, wenn die
Geschaflssan den Mannin Sacenntunß beizustehen vermag.
Ansere Mädchenschulen, wie sie jetzt bestehen, isind nicht darnach
eingerichtet, den Mädchen jene zeilgemäße gewerbliche Ausbildung
zu geben. Wir begrüßen deßhalb die von Hexrn Landmesser in
Worms neu gegründete Handels- und Gewerbsschule für erwachsene
Mädchen mit wahter Freude. In einigen norddeutschen Städten
bestehen seit einigen Jahren solche Anstalten und werden ungemein
frequentirt. Herr Landmeffer- hat schon in diesem ·Sommer eine
Fortbildungsschule für erwachsene Mädchen ins Leben gerufen,
welche von 64 Maͤdchen besucht wird, ennd welche fich allgemerner
Anerkennung dorten zu verfreuen hat. Heute: Nachmittag sundet die
offentliche Prüfung dieser Anstalt statt. Wie wir aus dem Pro—
gramme der mit November ds. Is. ins Leben tretenden Handels⸗
und Gewerbsschule sehen, werden gelehrt?11) Hundelslehre, 2)
Buchhaltung (gewerbliche und kaufmännische), 83) Correspondenz
nit deutschem Sprachunterricht, 4) Kalligraphie, 5) kaufmaännisches
Rechnen, 6) Naturwissenschaft mit besonderer Rücksicht auf Haus—
virthschaft und Waarenkunde, 7) Geographie und Geschichte, 8)
Anfertigung weiblicher Arbeiten. Außerdem finden Vorträge statt
über den eigentlichen weiblichen Beruf und ist Gelegenheit geboten,
nn der französischen und englischen Sprache und in der Musik
ich zu vervollkommnen. Es ist keinem Zweifel untferworfen, daß
diese Anstalt stark besucht werden wird und können wir dieselbe
zillen Eltern und Vormündern aufs Wärmste empfehlen. Die Mäd—
hen wohnen fin der Familie des Direttors und wird den beson⸗

deren Wünschen der Eltern bereitwilligst Rechnung getragen.
Laundwirthschaftlices.
Stand der Früchte und Erntegusfall. Eines der
verbreitetsten Klagelieder des letzten Jahrzehnts war die Kleemü—
digkeit des Bodens. Aus allen Ländern und Gegenden her ver—
iahm man alljährlich die Nachricht, daß der Klee in seiner Vege—
ationskraft mehr und mehr zurückgehe. Dem war nun wirklich
allenthalben jo, denn nicht nur, daß die jungen Kleee selten zu
guter Bestockung gelangten, auch die älteren Kleefelder standen oft
stellenweise oder ganz ab und zeigten nicht mehr die von früher
her gewohnte Lebensdauer. So nachtheilig diese Erscheinung eine
Reihe von Jahren hindurch auf die Viehhaltung gewirkt hat, so
mußte sie doch die Veranlassung sein, daß verschiedene andere Fut—
lerpflanzen, so namentlich der Pferdezahnmais, die Seradella und
die Lupine mehr und mehr zu der verdienten Anerkennung kamen
und es nun den Landwirthen möglich gemacht haben, größere Klees
pausen eintreten zu lassen, deun wenn auch in diesem Jahre die
zeuen Klee säuimtlich recht schön stehen und die alten sich
        <pb n="474" />
        vortrefflich erholi haben, so kann doch darüber kein Zweifel herrschen,
daß, wiewohl allerdings die Jahre hindurch andauernde Trocken⸗
jeit dem Kleewuchse nicht günstig war, die öftere Wiederkehr des
stlees auf denselben Feldern vom Uebel gewesen ist.

DDie Nachrichten über den Ausfallu der Tabaksernte lauten,
soweit die Quantität in Betracht kommt, günstig; die Qualität
wird indessen aller Wahrscheinlichkeit nach im Vergleiche zu Hden
vorderen⸗Jahren gering zu schätzen fein, in dem gzweifelsohne die
andauernde; Nässe des Vorsommers die Ausbildung des Zellgewe⸗
bes und der stickstoffhaltigen Stoffe zu sehr begunstigte. Bezüglich
des Hopfens lauten auch in qualitativer Beziehung die Nachrichten
zut; doch scheint die Ernte nicht in dem Maße reichlich auszufallen,
wie man es noch im, Manat Augustegehofft hatte. — Ueber den
Stand der Kartoffeln lauten die Nachrichten übereinstimmend gut.
Der Ertrag wird im Vergleichen zu den detzten Jahren,, allgemein

groß zu nennen sein. Besonders günstig lauten die Nachrichien
aus Bohmen, Franken, der Pfalz und Baden. Auch die Quei
tät der Kartoffeln fällt gut, aus. Ob indessen die Preise, wit
nan es vielfach hofft, niedrig werden, ist sehr fraglich. wenigstene
macht: sich jetzt schon Im. Rheine für den Versandt ein Begehrgel
send, der stärker ist als in irgend einem Jahre vorher Es ĩ
esch leicht daraus erklärlich, daß in manchen Gegenden, in denen
die Ueherschwemmungenlange andauerten, gar deine, oder doch
nur sehr wenige Kartoffeln zum Ausbau kommen konnten; zum
Anderen scheinen die Fabriken, die Kartoffeln als Rohproduct be
dürfen, animirt zu sein, einen starken Betrieb eintreten zu lassen.
Rüben gibt es in Hülle und Fülle, Futterxüben sowohl wie Zuder-
rüben; die letztexen scheinen⸗ indessen in qualitativer Beziehung
venig zu befriedigen. Auch die Gemüse kommen, reichlich ein, um
ind meistens pon guter-Oualität.
Sανα
35

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folgenden Resultaten

Da Dder Unterzeichnete beborstehenden
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elbsteckeltern“ läßt und alldan ein': Vager
anterhaͤlt, fo wird es ihm ermöglicht, Ve
tellungen cauf Süßwein Grosp⸗ Mosh,
auf's schnellste und billigste iusführen zu
—DV
entsprechend, »billigst berechnet Amd bitlel
Bestellungen in den nächsten Tagen-gefälligß
nachen zu wollen:“n o gat ud
O. IoOsA in.
A n
.
5
Anzeige.
Ich zeige! hiermit an, daß bel mir je—
den Tag qushezeichnete ———
Mainzer-Kunsthefe
n sz vn re 2 7921
zu haben istz für deren Güten garantirt
wirda auf denha anndieselbe .den
Bäckern ins Haus gebracht. werden:esen
St. Jugbert mOktaber A1867. 5
——
———
Meine Wohnmg' ist bei? Wettwen Miun⸗
singere an der Kohlenftraßer Vnhingen
—A——
nenabit Wormis den 4 Octi“ a
r un e el
Wir notiren heute: Weißen⸗ IGefl.. 15 fr.
bis fl. ra Roggen 182fle — kr—
bis ifla n tr. BGerste 11 flus0 fr.
—
5 fla 40. ir. bis 5 fl.— 50 ir. per 60.Kilo.
Mehl per Partie 14. fl. -. r. bis I4 fl.
15 kr. Roggenmehl 12 fl. 15 fr. bis fl.
— kr. Roggenvorschuß 13 fl. —.r bis
—
his ⸗Aifl. .ir. Blumenmehl. — flarekr
zis l. ekrx. wer COKilons Reps
16 f — kr. bis — fl. —ruuper856
stilo Rüböl ohne Faß 22 lio fr. bis
in flur kr Leinölf oahne Faße Añ fl.
tr. bis fl. — Ar. Myhnsl rohne
Faß 36. 80 kr, bis — I mdxi per
30. Hils. Repskuchen 70 fl. —Ebbis
78 fl. — kr. Branntwein 36 fl. —tkr.
bis fl. k. ον —
I —

MBιι p C
α e

*
Der Geschaftsͤpunkt VerGesellschaft“lergibt sich aus
des letztjährigen Rechnungsabschlusses: neuqixents
pruuönit r
a Grundcapital ————— — ——— fl.
Prämien- und Zinsen⸗ un u n
aent 3 — — [ [
F enpesen für 1866
sercl. 8 er Prämien für uijer niae: bot — uu un Mitse
9* spaͤtere Jahre) — ꝛ is. 2143, 092
mee — ——«
Gesammte Reserven arree eft.3 3206, 326 it
Winn — ———— — — — —
ννιιν ee ut zenn uen Gut l IO, 60 6200
Mä — 3 G— o
Versicherungen in Kraft au 81. Dezember 1866
ι ν fl. ,177,585,957.5 ν —
αι uan dimnrnuaü— — .
Zut . Vermittlung von Versicherungen bei? dieser Gesellschaft gegen feste und
maͤßige Prämien einpfiehlt sich 2 e ee pr erewen
Landau, im September 867. ,
ged Mv Nau Die Hauptagentur wea 56 F— F *
n aα Mν ιο ia ee Auιια — ————
nter Bezugnahme auf, Obiges bemerke ich, daß Bra dschäden sofört
prompt vregulirt und bezahlt werden, wien dies heec ee
Brandschaden erlitten,bezeugen koͤnnen. αιν b u,
Et. Zuhen im Schienter ion·
. Der Agent derColonia“ für die Cantone Bliebkastel und Homburg
ιαα 77 327* * —
—— esthhäl e
ile F 7 —V —
αιι Eesohäftsagent 2u- St· Ingbect..
— — — — —— ——— —
et 2*D 3—3* —3 I
wotrig Borübous
nußfe — *5 a; doe
—D AOI. FPh.. Vngner, r
nn er nrrr Ac cect:ts 21 — —5 n
n i Groeßh. Hessischer Hofljeferant in Mainz — e
— Afür Husten und Brustleiden. J— *
Für dieses seit 20 Jahren in allen Städten Deutschlands allgemein gegen Husten
und entzündliche Brustleiden gebräuchliche Radical-Mättel kann ich nun ber der
etzt noch mehr verbesserten Zubereitung garantiren, daß bei Anwendling von 2—3 Etuid
hen ein gewöhnlicher Husten-Anfall augenblicklich verschwindet. Meine Bonbons ent—
jalten nur der Gesundheit zuträglichen Stoff, so daß die schwächste Verdauung, dadurch
leinen Nachtheil leidet.“ 3 J—— 9 —— —— r
—* ee NnVorrdithig dei 7 —* Wun — eme Mainz, 4. Oct. n ertete
ι ι αν α nunn Joh Triedrioh . . GFruchtpreise.) Weißmehl vaz Vial⸗
F ι αι α mn Srt.Inabert. ie oidter. a 140 Pfund — fl. — Rog⸗
. — — ———— enmehl ditto — fl. — tr. — Weizen (290
in lediger Mann Bet Jake ichler Maurer hintet Pfd.) I6 fl. 15 kr. — 16 fl. 45 n —
t Kost und, Lo—-der kathol. Kirche. wohnhaft, sieht ein. Lorn Ius86 Pfd) 13 f. Z0 6. 181
osweise in incen zwerjahriger Bieisbocd zur 40 J werste so Pfp.II. tr.
— s 3 Benützung * J J * * 88 fl. —8 kr. — Hafer (120 Pfd.)
Prirathause. ee d eerd a eades * lbui ααfe 30 r. — 8 fl. 383 t —*
u— * Redabtion, Druck und Verlaqh von d.“X. Demetz in Si Ingbert. —

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rοrαν ασ ι ν F F . 3α.. —V — —

DertiejSt.! Ing berter Anzeiger“ mit jeinem Unterhaltungsblatte erscheint wochentlich dreimal; Dienstag, Donners tag

did Samstag: Abonnemenisbreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Arzr. die dreispaltige Zeile
α ιν ν ä Blattjchrifi oder deren Raum berechnet. J α —
Rro. 124ů mιν ä nn u Dor 5 4 de 1867.
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—

n Deutschlandb

taggnn chen,d. Oct. Unter dem Vorsitz des Fürsten Ho—

henlohe hat heute eine Staatsrathssitzung stattgefunden,

in welcher mehrere Gesetzentwürse berathen wurden, deren Vorlage

an die Abgeordnetenkammer im Lauf der nächsten Woche erfolgen

wied. Dem Vernehmen nach befindet sich darunter auch der Joll ⸗
heleindvertrag so wie der Schulgesetzenwwurf .

München, 6. Oct. In Abgeordneten-Kreisen verlautet.

Fürst Hohenbohe werde nächsten Dienstag bei Uebergabe des

Zollvereinsvertrags die Gelegenheit benützen, die bisherige äußere

politik Bayerns und ihre ferneren Ziele klar und bestimmt dar ⸗

sulegen.. . .133 D

Mü nchen 7. Ock. Der Verhandlungen zwischen den Re⸗

zgierungen don Bayern und Württemberg über die künf⸗

agen Verhältmisse der vormaligen Bundesfestuug Ulm werden Mon⸗

—EI Sie werden

baherischerseits von dem Minister des Aeußern Fürsten v. Hohen⸗

lohe in Person und dem Generalmajor Dietl sowie dem Minifie⸗

ialrath Frhru. d. Bölderndorff als Commissären geführt werden.

Von Seilen Württembergs sollen dem Vernehmen nach Stauts

cath Graf Taube und Hauptmann, d. Schott abgeordnet werden

7 Murnchen, 8. In der heutigen Sitzung der Abgeordneten⸗

kammer legte der Justizminister noch einen Gesetzentwurf über

Aufhebung der Zinsbeschränkungen vor. Der Gesetzentwurf über

Bervollständigung der Staatseisenbahnen wurde fast ohne Debatte

angenommen

8.Die Regierungen Badens, Württembergs, Bayerns, Oester⸗

teichs und Luremburgs sind nunmehr von der preußischen Regie⸗

rung schriftlich zu einer in Berlin stattfindenden Conferenz einge⸗

jaden, behufs Revision des deutsch⸗österreichischen Postvereins. In

dem Einladungsschreiben macht Preußen den Vorschlag, daß die

getroffenen Vereinbarungen schon am 1. Januar 1868 in Kraft

treten sollen.

weünchen, 8. Oct. In der heutigen Sitzung der Abge—

ordnetenkammer legte das Gesammistaatsministerium d'e Ueberein⸗

tunft in Betreff der Salzabgabe und den Vertrag über die Fort⸗

dauer des Zollvereins vor; der Handelsminister von Schlör legte

tinen Geseßentwurf über die Wahlen zum deutschen Zollparlament

und einen solchen über die Erhebung einer Abgabe von Salz vor.

Darauf nahm der Ministerpräsident, Fürft von Hohenlohe,

das Wort, im in ausführlichem Vortrage die Polikik Bayerns

und dessen Stellung zur deutschen Frage zu eroͤrteru. Der Fürst

viederholt, daß er den bedingungslosen Eintritt der süddeutschen

Staaten in den norddeutschen Bund auch jetzt noch für unmöglich

halte, weil die Opfer, die im Falle eines solchen Eintritts gebracht

herden müßten, nicht derjenigen Selbstständigkeit entsprechen, welche

ie süddeutschen Staaten czu erhalten, ebenso berechtigt als ent⸗

chlossen seien. Es müsse also zur nationalen Einigung Deutsch⸗

ande ein anderer Weg gesucht werden. Deren boten sich drei

verschiedene: erstlich die Bildung zw eier Bundesstaaten

nit gemeinsamen Organen für einzelne Angelegenheiten; zweitens

ine katißnale Verbindung aller deutschen Staaten analog

dem srüheren deutschen Bunde; und drittens eine int ern a⸗

tionale Verbindung der jüddeutschen Staaten mit dem

Rorddeutschen Vunde. Dieser letztere Weg sei jener, den die

daherissche Politik einschlage. Weder Oesterreich

noch Franlreich haben eine Verbindung der süddeutschen Staaten

mnler Destirreich vorgeschlagen. Wir wollen nicht den Eintritt in

den Norddeutschen Bund; wir wollen kein Bündniß unter Oester⸗

reichs Fuhrung und keinen südwestddeutschen Staateubund unter

der Fuͤhrung einer ausländischen Macht; wir wollen auch keine

Großmachtspolitil, sondern wir wollen die nationale Verbindung

der jüdwesidrutschen Staaten mit dem Nordbunde in der Form ei⸗

nes Staatenbunde scß F

Mundcen, 8. Oct. Nach einem Wiener Telegramm

dern Südd. Presse⸗ sollen in der heute stattfindenden Sitzung des

osterteichischen Unterhanses vom Clubh der Linklen ausgehende

n tiee
Demonstrationen gegen die Adresse der Bischöfe gemacht werden. —
Frzherzog Karl Ludwig wird, demselben Telegramme zufolge, den
Zaiser nach Paris begleiten.. ALI.
In Augsburg traf der König von Preußen mit der Konigin
ind dem Kronpriuzen um 6. von Ulm her erst Nachmittags um
zUhr ein und wurde am Bahnhof von unserm Konig. den Prin⸗
en Adalbert und Otto empfangen. Rach eingenommenem Diner
uhren die Majestüten weiter und unser Konig kehrte geichzeitig
ach Munchen zurück. Die großpreußische Augsb. Abdztg.“ re⸗
istrirt sorgfältig die Hochrufe, womit die hohen Herrschaften be—
rüßßt wurden.— An der Versammlung der Fortschrittspartei nah⸗
nen nach demselbeu Blatte von Pfalzer Abgeordneten Theib: die
d. H. Jordau, Golsen, Dr. Groß, Pasquay, v Soyer und Dw
duhhl —ywelch letzterer indessen noch nicht Abgordnetet ist. Pf. Ztg.)
NRürn berg, 6. Oct. Das preußische Königspaar und der
kronprinz von Preußen sind diesen Abend 9i2 Ahr hier einge⸗
roffen und im Bayerischen Hofe abgestiegen. Dem Verneh⸗
nen nach ist der ursprüngliche Reiseplan dahin abgeändert, daß
ieselben bereits heute Mittags 1 Uhr die Reise fortsetzen werden.
Küruberg, 7. Oct. Se. Maj. der König von Preußen
eehrt heute um 10 Uhr das Germanische Museum, dem er immer
eine großmüthige Unterstützung angedeihen ließ mit einem Besuche.
Aus der Pfalz, 7. Oct. Die Einführung des Malz
rufschlags wird tief in unsere Verhältnisse eingreifen und den
Risher freien Betrieb der Brauereien und Brennereien durch Um⸗
landlichteit und lastige Controlmaßregeln in ungewohnter Weise
eengen. Die Ruͤcksicht hierauf war es, was unsern Kreis bewog,
ie Last, welche nur Einzelne zu tragen hütten- auf die Gesammt⸗
jeit zu übernehmen und die Pfalz mit 100,000 fl. jährlich vom
halzaufschlag ipszukaufen. Leider ist wenig Hoffnung qꝛif ferneres
herschontbleiben von jener Abgabe; der Stagat braucht Geld, viel
held und die Kammern werden in ihrer Mehrheit schwerlich darein
villigen. daß unser Kreis hinsichtlich des Malzaufschlags anders
zehalten werde, als die jenseitigen Provinzen. Sagen ja auch die
MNotive zu dem Gesetzeniwurf, daß jetzt kein Unterschied mehr in
zer Belastung zwischen der Pfalz und den jenseitigen Kreisen be—
tehe. Von coinpetenter Seite scheint man indessen diese Ansicht
hoch nicht pollkommen zu theilen, da begutachtet worden sein joll,
die Pfalz nur mit Zweidrittel der im jenseitigen Bayern zu er⸗
sebewen Tare —, viso mit 1fl. 34 Ir. siatt mit 2 il. 20 kr. per
*ectoliter Malz zu belegen, ein Vorschlag, der jedoch iii München
bgelehnt wurde. Es wird sich nun aber fragen, ob es nicht, doch
nfacher, zweckmäßiger und für den Betrieb weniger, beengend
hare, satt des Malzes, das Bier selbst zu besteuern. Die Motihe
nachen für die Malzbesteuerung, außer den allerdings sehr niedern
herwaltungskosten (498 Procent), hauptsächlich das gewohute Her⸗
ommen gellend, ein Grund, der doch nicht entjcheidend sein könnte.
lußerdem wird mit specieller Berüchsichtigung der Pfalz in, den
MNotiven noch bemertf
„Haͤtte bei so gearteter Sachlage von der Regierung noch die
xventugntat ins Auge gefaßt werden können, Afür die Pfalz ein
inderes System als jenes der diesrheinischen Malzbeseucrung vor
uschlagen, jo würden abgesehen von der hierin liegenden Ungleich⸗
seit der Besteuerung und abgesehen von den belastigenden Contro⸗
n) welche von der sogenannten Bierwürzebesteuerung wie von der
igentlichen Flüssigkeitsbesteuerung unzertrennlich sind und nach dem
Anerkenntnisse technischer Zeitschristen dennoch erhebliche Deftauda⸗
ionen zulassen, nebstdem sich nur wenig befriedigende Eonsequenzen
für die Pfalz ergeben.
,Mit dem Verlafssen des Mahzbesteuerungs· Systems hatte be⸗
uglich der Besteuerung des Branntweins, des Essigs und der Hefe
oihwendig ein anderer Modus der Belegung aufgesucht werden
nüssen. Schon mit diesem Vorgehen aber würde eine empfindliche
naterielle- Benachtheiligung der Pfalz, namentlich in“ Ansehung
hrer so bedeutenden Vrauntweinfabrikation, hervorgexufen werden.
da es bekanntlich eine mildere Besteuerung diesez Foabrikations⸗
— 0 Malzoverbrauche nicht gibt.
        <pb n="476" />
        Die neueste —x ——— Gesetzgebunge ffreichs Wür⸗

emberg *GRett wpe der Matweg
leuerung Freffe dem dieti Hrundsätze aͤnd
Sinrichtinegen E VDesteuennß malzes baxeits
eit dem Jahre KEos in gesetzlicher Geltung begriffen sind, wur—
»en dieselben ganz neuerlich, nach geschehener — des bis⸗
——
Besteuerung — durch Gesetz vom 21. August 1865 adoplirt.
i det Wahl eines anderen Besteuerung Rodus fur Dle
Pfalz, als jenes det Malzbesteuermig' würde man endlichdie eines
ʒesonderen Schutzes auch dort bedürfende landwirthschaftliche Bren⸗
nerei empfindlich benachtheiligen, was hier um so mehr betont wer
an ap als die Branntwelufabrikation der Pfalze dermalerte huf
rea· 1270 landwirthschaftliche gegenüber 200 gewerbs⸗ And ja⸗
brikmäßig betriebenen Brennereien sich erstreckt.

Wir haben keinen Maßstab der Beuetheilung für den Malj⸗
zetbrauch aAnserer Breunereienund Essigsiedereien, möchten aber
doch die Frage aufwerfen, ob es nicht bessetd wäre, auch bei diejen
vien bam Biere vie Flüffageortzu besteuetu du Wer, seldsi
naßen uns hierüber kein bestimmtes Urtheil au, afnen aber gerne
achtundigen Besprechungen unsere Spalien. Für die Besteuetum
zer Flüffigketn noch spricht vielleicht ein andeter Gruud, der in den
Notiwen nicht berührt ist. Seit dem Aufheben der Biertarr hai
das Aufschlagsgefülle. einen bedeutenden Ausfall⸗— man spricht
»on 2 Millionen fährlich — erlitten, ohne daß der Bierverbrauch
abgenommen haben dürfte.“ Wie will man dies erllärenn wenn
nicht diuch Unterschleife oder durch Malzfurrogate “F Ist diese Er
klarumg richtig, so erleidet auch die Behauptung, daß die Controle
des Malzes die sicherste und leichteste wäre, eine bedeutende Ein
chramlung. (Pf 3. *

Datmstadt, 5. Och. In früher: Morgenstundenwurbe
zeute anser Militar innerhalb des alten Theaterhofs dersammen
unm nach vordusgegunngener Verlesung detseriegsartikel zu schwö⸗
en 12,Tieue Sr. Kgl:. Hoh⸗ dem Großherzog, Gehorjan Sr.
Maj. dem gAWdnig von Preußen als Bundesoberfeldherru,seinen
Beneraben und allen Vorgefetzten.“ Selbstverständlich wurde der
Act mit aller Solennität unter Anwesenheit der Geiftlichteit, und
die Beridigung von dem Auditoriat vollzager. 3
1 Sturtgart. &amp;X Oct. EinAriegsdienst⸗Gesetzeniwurf ist
»eut dandischen Ausschusse mit der Bitte um moguchstschleimige
Begutachtung übergeben. Der Gesetzentwurf stellt jeig: Allgemeine
Wehrpflicht ohne Stellvertretung,' dreijährige Dienstzeit in den
ranie. vierjährige in der Referve, fünfjährige in der Landwehr:
die Heeresstarke ist min den Ständen zin vereinbaren.
Berlim⸗ ẽ. Oct. Der Reichstag hat in heuiger“ Sitzung
den gesammten Militaretal augenomrmen und nach läugerer De⸗
hatte die Antraͤge von Götz und Oemichen auf Veringerung der'
Militärlaften und Ausdehnung der Beurlaubungen: verworfen. Ein
Anttag Forckenbed's bettesffend daldige Vorlegung eines Serbick⸗
Gejetzes wurde unter Billigung der Regietung angenommen
Berlin, 8. Oet. In der hentigen Sitzung der Reichstu
ges beantwortete Ht. Velbruck eine Interdellation Schulzes aus
Delißzsch über Beseitigung der —I J und lauenburgischen
Transitzölle dahint? Der Vertrag mit Frankreich vethindere vor
läufig den Anschluß Mecklenhurgs an' den Zollverein doch seien
neuerdings in Paris? Schritte hierfür geschehen. Lulenburgsei
wegen seiner geographischer Lage von Mecklenburg nicht zu trem⸗
nen. — Hierauf Berathung des Staatshaushaltsgesetzes wobei
ein Antrag auf civilrechtliche Verantwortlichkeit des Bundeskanz⸗
lers nach lebhafter Debatte abgelehnt, das Etatsgesetz dagegen an⸗
zenommen und somit die Vorberathung des Budgets erledigt wurde.
Dagegen ftimmten Goͤtz, Liebknecht, Forsterling, Krüger und die
Polen. — Alsdann Berathung der Zollderträge, welche nach fur⸗
zer Debatte mit allen gegen zwei Stimmen angenommen wur
den. — Auf eine Anfrage in Vetreff der Tahakssteuer etwiderte
Hr. Delbrüch, daß hierüber noch keine Verhandlung stattgefurden
zabe; man sei nur im Allgemeinen davon ausgegangen, daß der
Tabak ein seht bestruerungsfahiger“ Gegenstand sett Das betref⸗
fende Gesetz werde dem Reichstan vorgelegt werden; was dieser
damit mache, stehe dahinnn..
Waenm, 4. Och. Der Großherzog Ferdinand don Toscana.
wvill nach seiner Vermählung mit der Princessin Alice in Salz
zurg — den Wohnsitz nehmen. — Es wird heute uber „Unter-
leife“ bei der Notoͤbahn berichtet, die set länget als einem.
Jahre an „Waaren in sehr bedeutendem Werthe“ vexübt worden
eien. Als die „unmittelbaren Thäter“ set eine aus 9 Personen
bestehende Gesellschaft ermittelt und gestern dem k. k. Laudesgericht
eingeliefert worden. Wie man uns versichert, handett es sich nur
am eine Reihe von kleinen ündb geringfügigen Diebstäp—
len. deren die Gesellichaft“ beschuwigt is7 J—
.Die A. 8.7 schreibt: Zuperlaͤssigen Nachrichten aus
Tonstantindpel vufaloe unf⸗rlieat ⸗s feinem Zweil mvr

dtWe ·

Mostapha Fazylaascha das Großraiffiexat erhält, goelcho höchft be—
deutan⸗ Eycn··· fenoe Umgestaltung nicht bloß
esgangen Diw der türlischen Oomaie zur
wols⸗ —2 —— we Aali
Pascha aus Kreta zurüdkehrt, dürfle er»die Wendung durch, den
Sieg der entschiedenen Reformpartei bereits vollzogen vorfinden.
cFine Wiener Korr. der „Südd. Pr.“ sagt darüber: Der Sultan
habe sich aus eigener Initiative zu Gunsten des Reformators enit—
chiedens offenibar mingegenüber den Schachzugen der russischen
Politik durch eine prononcirit Annutzerung an die westlichen Wachta
jswie Destreich fich zu stärken. Man bringe hiemit auch die Sen—
dung des gegenwärtigen Großwessiers Aali Pascha— nach Candia
s Herbendruge da die tiefeingreifenden Verander u gen, welch
urch jeue Berufung des Hauptes der Reformer in den michtigssen
AV— Beschaftigung
des einflußreichen Aali agenscheinlich? erleichtert werden. Diese
Veränderungen würden un die / hervorragendsten diplomatischen
Bertreter der Pjorte sich erstrechen. α do e
αu, —— ——— RXuil
VBVO———
etitionixen eine — des Concordath 3 3
Wien, 6. Ocke Hiesige Blatter. peroͤffentlichen . das Er⸗
ebuiß der Abrechnung zwischen Ungarn nnd ;der, nichtungarischen
Reichshälfte. Ungarus Gesamintbeitrag zu den geuicinsamen Reichs-
ʒedürfniisen war. für. das laujende Jahr auß 53s10 Millionen fl. fest
zefielltb. Vom ersten. Januar bis zum letzten August. Lieferte Un
jarn 17 Nuo Mill. und es haͤtte also in den übrigen vier WMona,
en noch 35740, Mill.- an. die Kentraltasse— ah I Dazu
pmmt, daß Ungarn zin Ende des Jahres 1886 mit J3210 Will
Hulden ian Ruchtande. geblieben ist. Es hat also, wennt vorerst
dig alten Schutden gedeckt werden sollen. genau, genommen. im
Jahre 1867 fuͤr das Reich absolut gae nichts geleistel und hlieb
nielmehr Ende August. 1867 noch 236s10, Mill. fl. au Sleuergel⸗
ern aus dem, Jahre 1866 schuldig. Die nerie ee
zalfte, deren ergiebigste, Länder. im vorigen Jahre schwer don
riegsnöthen. heimgesucht wurden, blieb. Ende 18606. mit 29710
Wil. sl. im Rüchstunde; dieser Steuerrest wurde in den- ersien
acht Monat u des laufenden Jahres vollständig abgezahlt, und
außerdem ljeferte Cisleithanien noch 4510. Mill. fl. im Ganzen
aljo 75 uo Mill. .. Ungarn schuldet außer den Stenerrücstam-
den dem Meich 22840 Mill. fl. an Grundentl astungsvorschů sseun
20. Mill. fl.. Rothstandsgelder vom. Jahr 1863. 3 Milisi.
Nothstaudsgelder vou J. 18063 1. Mill. fl. Darlehen für Forst-
chäden im J. 1867,. Dazu kommen noch die Subventionen für
die Theiß Nagutiruuge dis Theißr Bahn aund. dit Alidlder Vahn,zu—
anmen uα — —VV
Wien⸗7. Och. Die deutige . Morgen⸗Post..bezeichnet in
einer von guter Seite herrührenden Varstellung die Gexrüchte. als
ꝛestehe eine Miuister⸗Krisis wegen der Concordats⸗Frage, als un—
ꝛegruͤudet geine General⸗Volluaqht. welche, Cardinal Rauscher er⸗
halten. haben solle, eristire gar nicht. Der Reichslanzler, goieße
das volle Vertrauen der Krone und sei bestrebt, die nothigen Tope
ordats · Reformen; vorzunehmen. Der Protest der üsterreichischen
dischose haben eine grundliche princihielle Aenderung der Regierungs-
Absichten, in Dr. Concordats-Frage nothwendig. gemacht . Unter-
andlungen amit Rom seien durch die Vorgange im erzbischoflichen
Palast ummoglich gewarden. Die Regierung seinentzchloffemdea
Weg der unern Geseßgebung, zu. betreten uind, ünbeirrh bon qu⸗⸗
wartigen Einflüssen, die richtigeng nothwendigsten Bezirhuugen des
nterconfessiouellen Lebens zu regeln.So solle demn mit / dex Schul⸗
Frage angefangen · werden ν u e neνοα
, ir Frankreich. νναιι
Varis 7e Oe Vere Moniteur! berdffentlichtes eine an
—xX abgeschloffene Uebereinkunft zwischen Preußen und Frunt-
rich, Betreffs Anlage einer Eifenbdahn von Saurgemund nach
Saarbtücken. 3
Paris 7 OSch. Ein Londoner· Biatt!o heti Gioben,
ringt folgenden Briesebes Kaisers üipolesnvon
2. August 1886. den et aus Berlikethurten habenwilt dund
zuf den det Kücktritt drs Herrn Drouhm de Lhuys vom auswär
ligen Amt gefolgt sein joll. Dieses dis jetzt noch wicht vetoffemt·
ichte Schteiben sautet: Lieber Hert v. Lavaletten Ich mochte Sie
rustlich auf folgende Thatsachen aufmertsam machen Mitten rn
er zwischen Hertn d. Biginarck und Beutdetti damals Gefandler
ili Berlin) stattfindenden Besptechung hat Hert Droyn ben Einfel
gehabt, einen Entwurf über die uns etwa zustehenden Enischädi-
zungen. nach Berlin zu schicken! Diese Condemtion hünten meindr
Ansicht nack“ geheim bleiben wurden · davon
im Ausland gesprochen, bis zuletzt die Zeitungen brhanpteten. daß
nan uns die Rheindrovinzen abgeschlagen an meinem
Jespräch mik Benedettt geht hervor das wir um⸗ sety“. geringen
Vortheics wegen aonz“ Demtfchland degen nna haben würden Fe
        <pb n="477" />
        i von Wichitgtelti dien affemilichen Neinungeo über diesen Pugalt und Wachsfigunencahinels-⸗ Chefs, Feuerlönige, und, Schlangenban
wchtirre gehen zu lafenn Vedanlassen Sich aine setze entschiedene digen Dreehorgewintuosen und Barenführer Marioneitendirxectoven
widerlegung dieser Gevüchten icn dew Zeinungen CDas richtigd In⸗ ung Inhaben der schlafendan Griechin, Kautschulmänuer und on⸗
eteffa Fraukreichs liegt nicht inn der Ersangung einer unrbedeutenden liger Magister der sieben freien Künfia im Gesammtgebiete des
gebietsbergroßerung,n sondern luucderr Unterstützung Deutschlands, zonddentschen Bundetz haben sich gu einer Petition an den Reichs⸗
iichtin riner museten nnd Europas Jmeressen ullerguͤnstigften Weise tag zujenwmengethan,, iv welcheme he Raum für den Flicgelschlag
juntnstitntrenn Puupuulaatt vaillasih onu mopituirsrote nent inexufrejen Seela. d. d Gültigkelte ihres, Gewerbescheinga, auch
J Anes bestätigt sichs daß afsiciell Alles wieder gum Frisedem üher die Grengen udes aingalnen Regigrungsbezipkes, hinaus her⸗
zieigt7 sogar. Pring: Naphdleomn wräth ur Fteundjchaft mit Preußen angen; tn , 4.
und will deind: Einmischuug' in dio dentschen Angeiegenheitene ErF Aus der Petitionscommissrom des noxddeuschan Reichs⸗
schormt auf seinen: jüngsten Touren! netwasgelernt u haben. gs˖ mird u. A. berichtetzz Eine Pelition-deg Lehrers Piczonta
Der: Aode Fduld's hat auf vennstaiser einene gemaliigen Einbruck nMilorzyn beuntrugt, Erhebung Norddentschlands zum Kaiser⸗
gemacht; der Verstorbece war joziemlich der letzte der⸗: Intimone“ hum und als Rationalbelohnung dez Konigs—von Preußen die
Auch: ae. Bbrse bedaueti den Berinst: aiefes Fiwanzmanneschder daisentrone für demselben, das eren der Verdienteste unter den
schwer im Ministerium zu ersetzen sein wirdiet Die HHeEmile und Verdieuten, einzig und nullein unbelohnt geblitben sej. .Die Com⸗
Fiaet Pe ια εν Grebi- Robiliey sin i vertralihen nisien beschie ie eι αα ααι uααα—
Wegt etfucht wprder ihn Abgevrdnetemmandut nieberzukegen ulegenenrvine F
Paris, . Och Mam verfichere aus gurtax Quelle. daß tVUlm, 83. Ock. Dem, Koͤnig von Preußen, der gestern
dach dem vom — — vm: Bodensee —— Ane
gramim Ddio Atichtz Interemion die, Basis dax auswäxtigen. Politil zraße Gefahr. Der Bahnwärter — nicht rechtzeitig
Frankreichs sein wird. Der Vapß sos * seinem. Zode die welt⸗ abgesperrt. Ein Wagen mit Runkelruben;“ von zwei Kühen
ache Gewalt in Rom behalten, mit seinem Nachfolger aber ein Arran- jezogen, fuhr über die Bahnz als der, Ertrazugeherantermiste. Er
dement getosh werden, wodurch seine geistliche Autorität garan⸗ reß ee hintere Hälfte des Woaͤgens und warf Hhit m. Ein
Irt wird /Iml Innern ⸗sollen I linde die Mind, dis darzuf saß, wurde weit ⸗hanneg geschlenderte-und brach
Cadres — den;· Arm⸗ Mat R der das
Heeres zu vermehren. In diesem Sinne joll das Rebrganisations- blieben unverletzt. Auch an, dem FFriragug passtrte, nihhtere Ig, daß
— erfahren? A et seinen Weg vhne —S ⏑ ⏑ — ⏑ ⏑ — ———————
. Italien. piViefirn den Dichtyr Ferdinand Feribiger gthangestellbe
SIlArau gu ROitd! Xoch dek .Eotrere Itaͤlians mird det nationale Sammluntg beirug ungefähn 2.000 Ahlren: dueisigrath
Beneral Siede rd ochar Wien ernannt. Die Blät iols, Lust haben, ch am Bodensee anzusiedelnnnn.
ter melden, daß der Kronprinz Humbert das Commando der Die 4Die Frau des Maschinenarbeiters Haschnil an Maxriahilf
hision von Bologna übernimmt. Prinz Amadeus ist nach Pa⸗ Mahtem purde mu — Vieplugen ebundenge 3 25
fermo gegangen. etenae7 JaIn Barmen ist dik Cholera in entschiedenem Erlöschen
befindlich; im Monat September sind dort 778 Personen direct
—
Cholera erlegenen. 2
euester Cholerafall.) Ein behrnnkenet Bauer kadet vhr
ꝛinem Hause Kohlen ab. Als ei damit fertige wird ihm übel nd
r — Imacht sich Luft Ein hinzutretender WPolizeidienet fragt
hu d3, Wos treibt Ihr da de der Einch hun
die Kohle riddz!“ „Was Cholerä, geschwind eine Drofchke rief
der Mann des Gesetzeß. Der Bauer wird in's Choleruspital ge⸗
zracht, und man hat am andern Morgen die Freude einen
ohle ra'n⸗Kranken gerettet zu haben IVIι,

In Galizien wurde einer — ihr Kind ge⸗
raubt und in ein Kloster gebracht; die gewaltsame Christianisirung
desselben wurde nur berhindert durch. unmittelbares Gimschreuten
»es Cultusministers v. Hur an den sich die Ettern gewandt hutten.

Auf einem dn eu ernee
Brundstüche bei Strakenitz (Bohnen) wurde dee Geria —*
von Eisenbahnarbeitern ein qus Ziegeln gemauertes Grab u
unden in melchom, die Stutne des hl. Antonius von gedietenen
Zilber, lag; ober der Stelle steht eine Kapelle mit der hölzernen
Statue des Heiligen. ⏑
uilt Pagike Hft: Rach dem Rausche, in wetchen Paris
hurch die Weliausstellung berfetzä worden ist/konnte der Katzen⸗
ammer nicht ausbleibquie: Es ftellt sich mohr unde urrehrin hetaus,
daß die meisten auf die Ausstellung berechneten Unternehinungen
mit Enttäuschungen und großen. Geldperlusten enden. Heute hat
vieder der Encpreneur eines der größten Büffets in Aus⸗
dngad. seine Zahlungen eingestellt. Sir
— ———
wion vberleren haben Merkwürdige Zeit das, in mwolcher mrm
Spehenitih r Millianen. Frch.ii ge Moczateneinbitßentanm!
Wahrlich, Alle mwite eebartig in dieser Weltausstellung: —55—
ast, der Park, die Idufionen, die Emtauschnngen, die Verlufit.
2 B iel Walwe aenedee cte Jahre ftarb,
st weit und breit bekannt. Ausst John veschewenen Anfängen erhob
ie sich zu einer Art souveränner, Dage und ihre Kinder und En—
el mischten sich durch Heirath, mit vornehmem Geblüt. Eine
Tochter heirathest den Gr —A—
er den Grafen v. ee In 834 * —* der Geufin
Chevigné jymbolisiren dies Anfangsbuchstaben D. Al: die Verbindung
bon Chevigue-Montemaree allein imehrerbietige Witze wollern behaupa
en, es bedente nichts wenigen mide michtsnucdiehr iuls, Oba pucuuα
Mousseux, durch dessen Berlnuf⸗ Fraut Clicquen; dau Grunde zu riht
renn Hause gelegt hak. .u
An Inpeit wercn von Rochdale, odexwien er sich heute noch
aennt: the Society ot EBquitablo —— Lennt; Jeder, der fich
fur. pallawitulichattuche Fragen ut. Nuigetineveni terresürt. Es
ist zin. Verzin, der zm Jahre. 1844 von 28 Arbeitern gegründet
wurde üm“sich die Anschaffung ihrer Kleider und Lebensmittel

* erxt

Meri cyo25. Oct. Oberst Lopez hat eine Rechtfertigungs—
schrift herausgegeben,!die jedoch“ nicht vollständig rechtfertigt.
Schuldig oder michtschuldig, ist dir Mann in fataler Lage. Auf
den Strahen verjfolg en dir. Jageaid wih.Hoth. undSteinen
aus den Cafe's wird er hinausgepfiffen und gehuͤstet man ver⸗
sagt ihm vewemnt vrn dee Neise ninde überall ut-ihud der Ru
Judas⸗ mne Ein Blief desGenerals Vorficte Liag vom s
Mai aus Guagdaluper ggeschriehen, denn der Glohe Jund andere
Blätter veröffentlichen, gibt mehesageimneresant 383 üben
Personen, welchen der Kaiser' stin Vettrauen geschenkk hatte. So
bot ihm General Portilla, Kriegs⸗Ministere Ren Kuisers, Ueber⸗
lieferung der Stadt Mexico aun, wenn Ihm persönliche Garan⸗
rieen bewilligt würden. GenerulSiharan machte dasselbe Aner⸗
bieten und wollleg nehzeubei iwch. engruil, Marquez gefangen
ubergeben, wenn ihm das Leben ünd ein Paß ins Ausland
garantirt würde. Porfiriv Diaz wies diese Anträge mit Ver—⸗
achtung zurück. — Diefe Schufte, — bemerkte er, verrathen Einer
den Andern ebbst wernn sid ghnmmdce ar die Augen sehen.“ .Zer
ner heißt es in dem Briefe: Bazaing ließ min voß seinem Ab⸗
zuge durch einar Anterhändier antengen ee wüede hi alle dbon
den französischen Truppen besetzten Städte übergebergeben. nebst
Maximilian, Marquez Mixramon u. s. w., wenn ich auf gewisse
Proposilioneu amgeher; wolite. Ich lehnte es ab, als unerträg⸗
lich mit meenen Ehre Durch dieselbe Mitielsperson ließ mir Ba—
zaine 6000 Gewehre und 2 Mill. Zündhütchen anbieten, was
ich eben so abmis.“ Es zeugt dieses für die Ehrenhaftigkeit des
sapfern zungen Manges, der minn Recht hier, allgem einen Ach—
lung gemeßte J F

—
omei v ut
ar frDie Bctroi Einnehimerein in Bwelbrückengste zubesetzen.
Bewerber imogen ihre! Gesuchte innerhalb 8 Tagen daselbst ein⸗
reichen unde sich Undet Kautibntzi uünd Funktionsfähigkeit aus—-
—VV— ναα
V Die bezüglichen Vedingungeinesinbe kuf dem Bürgermeister-
amte dorten zu Erfrugent ιν
Vorgefterm frurzte: nuf dir Actien⸗Brauerci Tinoli, in Zwei
drüchent d hohen: sehn majssibo ⸗Adzuen zusammen, welche sich ziwi⸗
schenn dem Tivolihunddem Gaxten, deß Rathes Herrn Dingler be⸗
and ein großer Kohlenschoppen, walcheran dieser Maqueg gebaut
undzierlich massin war, jielauch ein n5
Die Dircotjon dex pfalzischen Mordbahnen jchreibt untern
l.n Ociobert die gubeise Eistzahinmiig ⸗/ vang 10 Proceptlso 80fl.
ʒet uieriineschein,nzez Bestreituuge derzBanausggben der Vand⸗
tijthbtujelet Batn, bis 1l Rob, de g. us.p
Kaiserslautern 7. Oche PHeutf Rofgen würde auß der
8 ß * bi Ne X der J euderwa chter R « s x
on hier überfahren und blieb auf, Dex⸗Stelle tod 7456
4 Die ere Baudtedut n ed Vbfcherlvicler
        <pb n="478" />
        hurch Cinlaufe Gn gros zuerleichtermein: Verein, der mit einet
Tapitalanlage von 28.28. begann, und/ wie bemerkt, ursprimglich
nr 28 Theinehmer zühlte der jedoch gegenwärtige gegen 7000
Mitglieder zühlt. Ubet ein Betriebscapital von 800000 Thaler
verfuͤgt, seit wielen Jahremanständige Profite abwirft, an wielen
Orien Englands Nachahmung gefunden hat und wohl verdient, auch
im anderen Ländern nicht bloß studiri ssondern epraltisch nachge⸗
hildet zuwerden:.“ Jetzihat er sich einen Bau im Rochdale auf⸗
geführt, der über 10,000 fl. kostet, ausschließlich den Vereinszwe⸗
fen dienen und im Laufe des nächsten Monais feierlich eröffnet
werden sosl.?Es ist ein imposantes vier Stock hohes Gebäude
mit gothischen Fronte⸗Verzierungen umd zweckentsprechenden Räu⸗
men Den Flur nehmen brei Magazine ein, das eined für Kolo⸗
nialwaaren sogenannten Bewiirzkram) das zweite fFür Kleidungs⸗
ftüce verschiedener Gatiung, das dritte kleinere ausschließlich für

Schuhwerk⸗? JIir den stellekräumen befinden sich ebenfalls Wer'—
tätten fün Schuhmacher sund Cagervorrüthe, in den oberen drei
„todwerken wiedern Ladenraume/ aber⸗ daneben auch eine Biblie
hek, ein⸗ Zeitnugssaal; mebst Raäumen: für das Verwaltungsperso⸗
ral, und im allerobersten ein Saal fürc:affentliche Besprechungen
zer für 1500 Personen Sitzplätze nenthalt und in dem außer. Mer
ings auch Vorlesungen und gesellige Vergnügungen: Stan snden
verden. Vesonders gerühmtnwird mur diesem, won eainein Dilet⸗
anteni entworfenen und⸗ aus geführten Gebaude; dier Anordaung
er Fenster; welche moͤglichst wiol Lichtn einlassen ohnn daß daduech
zer Solidität der Wände Eintragngeschehe, dann die? vortreffliche
duftung und die Vorrichtung zum Heizen.Die Baufosten wunden
s der Vereinskasse bestritten, und daß fie mit Zinfen hexeinge—
rracht werden, dafür bürgt wdier mufterhaftenBerweltung, Dien mich
wufz Rechnen wie keine andere: versteht.nn m et

Die 4 —
V [
Schreibmatexalien—
— — Handluug * zae
. Scherpf
ιο . Ing b—
empfiehlt ihr Lager in VBriefmappen,
Laubsägemusier, Photographie⸗
Album, Porte⸗
monnais Börfsen und Papier⸗
krägen fur Herren unb Damen. —

—
Einem geehrken hiesigen unde answärtigen Publikum, besonders deng
Herren Schuhmachermdeist ern inache ich hiermit! die ergebene Anzeige,

daß ich in hiesiger Stadt eine E —8
Ledoôrhandlung mit Ausschnitt
rrrichtet habe Und erlaube mir“zugleich! auf ein wohlassortirtes Laget von
jämmtlichen a
Schuhmacherwerkzeugen Arbeitsartikel
aufmerksam zu machen, wobel ich meinen geehrten Abnehmern reelle und
billigste Vedienung usi chere 3
She Ins bert, den 4. October 1867 — ——
m , hiery,
ιl ir x 78&amp;—9.
c zi vause d Herrn Sattüer Fda
be n u m Fiß vis der Posterpedition.
———

——

*

5
8So7er Most
Dan der Unterzeichnete, bevorstehenden
herbst in Winzingen bei Reustadt a/H.
elbst keltern läßt und allda ein Lager
unterhält, so wird es ihm ermöglicht, Be⸗
dellungen auf Süßwein (resp. Most)
auf's schnellste und billigste ausführen zu
vnnen, und wird derselbe dem Herbfipreise
ntsprechend, billigst berechnet und bittet
Bestellungen in den nächsten Tagen gefälligst
nachen zu wollen. —A—
St. Ingbert den 10. Octbber 1867.
. Hosinanii
——6 231 7
Wohnunasvermiethung.
Der aus 4 Jimmer, Küche, Kel⸗
ler und Speicher bestehende obere Stock
meines neuen Wohnhauses an der Koh⸗
leustraße ist zu vermiethen und sogleich
deziehbar·n —
N. Kimmel, Tüncher.
Die Lang sche ¶ Buchhand⸗
ung in Speyer empfiehlt den neuen
Jahrgang von t
Neber Land und Meer““ monatlich
36 tr
Illustrirte Welt“ monatlich 18kr.
mit Prämie. bιιοuuu
„Buch für Alle“ monatlich: 12 kr. mit
bränee.. 41
Aufträge übernimmt die Agentur,
4. no ug“. . Echerpf un in Zweib rückenunt niog
— RWi J vin Si. Ingbert.au 4 * — —
A. dencht. Brod⸗ Fleisch · e. Preife der
Wohnungsveränderung. Stadt Zweibr ücken vom 10. October.
Deinen geehtten Kunden mache ich hier· ¶ Weizen 8 fl. 40 kr.! Korn 6 fl. 24 ktr
nin die eraebenste Anzeige daß ich geft in gersie —— 3 ir. S *
nelnem neuerbanten Hause an der Kohlen⸗ rihige. fi“ 38 r., Spelzes si. 861k.
traße wohue. und empfehle mich deren ge⸗ Speerũ —— Isc Diniel a sl
ꝛeigten Wohlwollen. iec. Mischfrucht flir.gafer
St. Jugbert 10. Deteber 186719 45 ir. Erbsen 5 f. 20 — ir. Wicken
MN. Kimmel, Tüncher, — fle Dir:. Karloffein Irftn6 ire Heu
—ER—— J

, ——— 4 2222 4ę224 J — 9 3.
Düngerfabrik aiserslautern.
ν o heund die dä mpfet Aen vch een mehle 236 nd
nn 3—324 — , norne

, V — . u pernho pb J —DDDDODDDD—
, — αιν Prer uοn o,ιι _ νννν uu e
ge pt r. t u
— nuo α) —— Wire fuind us er, 28 u rn —V — 17241
—— ———— oebel e —9 , on 33
ein 33514 Mee uß .II; —————
5 *. e nm rnun ing St Im g6 er
8 o pr 25 * nO . TIIMU
T iieet Je— * 1 1 4
— nnoal Und WMWAizenuunae IIG. OMaus ↄh
— 43 ιι D — 0 —
empfiehlt billigst a e nuzu tn pe M— ινι
— e, “ne —n ih ed udel e, J. A ayer
— ιαιιιι ι ι Saarbruckenn uun
— euee Igar. Stroh 1 ur m 5
S zure diesjährigen Köiner frulrfs. 18kr., Stroh 1stir A t. per
—W A —35 — Ge⸗ entner:n Weisbrobnd silogi —
** 60, 000, ornbrod 8 Egr. 28 Ix. ditio!Kaur,

winne Thaler 25, 000, 40, d.

jo, 23ο 18ο 500ο, ., 3u „9nkr, ditto: b Kgr. 10 kr., Gemischtbrod

ÇÑÑe —2— pro Stück von heime 3.gr., 36 krB Paar Weg, 774 Loth
an zu haben bei ArKindfleisch, B Qualeuul SonrrsL

ιO dal. 16 kr, Kalbfleisch I6b kyinHammel⸗
Riehard Kamm, Buchbinder leisch 16 kr. Schweinefleisch 20 tp. per
Bfd. Wein 24 kr., Bien 7ra, ver Liter
Butter 28 kr., per Pfund.n .
ruchtpreise der Stadt

S cn vom 8.1 Ottoberend
Weizen 8 fl. Att Korn 8fu 48 Iw.
Spelztern btr.Spelß 8. fl.
40 kr. Gerste * fl. 34 fr. Hafer 4 1l.
37 kr Erbsen 80fl. 11 r Wicen 4 jlP.
zukr. Linsen 5 fl. 10 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 30 kr.
3 Pfd: Gemischtbrod 16kr. und 2 Pf.

Weißbrod 16 6 ——
4 8 Cab ννν ιν
Druck und Verlag von F. X, Demetß in Et. Ingbert“ *
Nebalneon.D und V agꝙ * n — —— — — Ndag ——
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Uusä F . x ι tin ααιν u ν T!
αιι ασ u u ι α—

— . LM.. 233 AMI.cCSS.SSA imal 5

der S Ju gberter Anze ig er“ mit feinem? Unterhaltungsblatte erscheint wöchentkch dreimalz; Disem snage Domnnerstagr
und Samstag, Abonnementsbreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergre Linzeigen werden mit8 Krzr. die dreijpaltige: Zeile
n nn 3.. Blattschrift oder deren Raum berechnet. —

! D otti 244 * . artndine r 7*
Nro. 122. e, * Samstag, den 12. Det ver *2 —A wainn — m 1867
— e—— — — — — — ————— —— — — pᷣzœ—bdeäudiñ MlbXez4maæ4a; xoighü ece αOÔνà

.
Deutfchlaud.
Muünchen, 7. Ocha Im Einlauf der Lammer befindet sich
nuch eine Eingabe mehrerer Steuers und Gemeinde⸗Einnehmer der
Pfalz um Erhöhung der Amtsbürgschaftszinsen der Einnehmer
»on 39. auf 5 Procent. ; Der 6G. Ausschuß hat die Uebecwei
jung an den betreffenden Fachausschuß zur näheren Prüfung be—⸗
jutachtet. Ferner kam in den Einlauf ein Bittgesuch. der a
jenwärter der Bezirke Zweibrüden, Kaiserslautern und Pirma⸗
ens um Gehaltsaufbesserung und ein Gesuch des Abgeordneten
Böcking um Präsidialurlaubgee e eee
—a Münche u,S.Ocht.(Abgeordnetensitzung) Minister b.
Schlor legt zwei Gesetzentwürfe vor, die Wahlen: zum Zollparla⸗
nent und die Salzsteuer betreffend. Er setzt ausführlich aus-
inander, welche Haltung die bayerische Regierung in der Salz⸗
teuersrage, einnehme; durch die Aufhehung des Salzmonopols werde
allerdings die Staatskasse jährlich um circo 600,000 fl. geschä⸗
igt, aber was die Staatskasse hiebei einbüße, gewinne das Land,
das Salz werde wohlfeiler, das für die Landwirthschaft und In—
ustrie benöthigte Salz ganz steuerfrei. Der, Hr.. Minister, em⸗
fiehlt die Zustimmung zu den abgeschlossenen Verträgen, welche
eineswegs ein Aufgeben des Rechts sondern lediglich nur die
Festsetzung der Form der Geltendmachung dieses Rechtes auf eine
bestimmte Zeit sei. Die Zustimmung zu diesen Verträgen sei ein
Alt des Selbstverträuens, des Verkrauens auf“ unsere Zukunft.
— Staatsminister Fürst v. Hohenlohe betritt bie Rednerbühne,
am über sein politisches Programm sich auszulassen. Die Kam—
mer sei ihm am letzten Landtag mit so viel Vertrauen entgegen⸗
zekommen, daß er sie zu beleldigen fürchtete, würde er sie nicht
uͤber den Standtpunkt, den die Staatstegierung feßt“ einnehme,
nufklären.“ Dieser Standpunkt sei noch derselbe, wie am vorigen
dandtagh. s. w. n unserm vorgestrigen Blatte angegeben! D. gt.)
—Der Jußslizminister v. Lutz legi einen Gesetzenwurf vor,die
Aufhebung der Zinsbeschränkung betreffend, und glaubt hiedurch
einem; von det stamner wiederholt ausgesprochenen Wunsche ent⸗
jegenzukommen:' Folgt nun Berathung über den schon am vori⸗
jen Landtage vom Ausschuß eingebrachten Gesetzentwurf, die Ver—
vollständigung' der bayerischen Staats⸗Eifenbahnen betreffend, wo⸗
cber Abg. Sing referirt. Der Geseßentwurf wird einstimmig
mgenommen und werden hienach für Erweiterung, Vervollständi—
jung und Verbesserung von Bahnhofanlagen und Stationseinrich-⸗
lungen, für Bahn- umd Wechfelwärter, dann Bahnmeisterwohnun⸗
len, für zweite Schienengeleise und für den Mehraufwand auf
zie Bahnstrecke von Starnberg über Tutzing nach Penzberg und
Peissenberg 1.850,000 fl. genehmigt, zu deren Deckung eventuell
rin Anlehen aufgenommen werden datf.“ Mit Vortragerstattung
zes VI. Ausschusses, schließt. die Sitzung; die nächste ist noch nicht
nubernumt
München, 9. Oct. Im Ministerium des Handeltz und
zer oöͤffentlichen Arbeiten hat getern ein Zusammentritt der Re—
erenten der Ministerien des Aeußern und des Handels, dann der
Beneraldirection der Verkehrsanftalten stattgefunden, um die den
ayerischen Commifsären fülr die Berliner Postconferenzen“ zu er⸗
heilende Instruction zu berathen. Als Commissare Bayerns wer⸗
»en bekanntlich Ministeriaklrath d. Sutnet und der Generaldirec⸗
ionsrath Baumann fungiren. —Der Ministerialrath Weber ist
eute zut Fortsetzung der Berathungen det Centralrheinschifffahrts⸗
Fommission nach Mann eim abgereist, —Dit Berathungen des
lusschusses der Abgeordneteikammer⸗ür den Civilproceß nehmen
inen· xaschen Fortgang.n In: der heufe Nachmittags stattfindenden
Zitzung wird in der Berathung des XXX. Hauptstückes über den
Arrest un Forderungen“? fortgefahroen. νν.
—— 20 Diensteknachrichten. 33* 9
inoige. Regrerunt ebeschlu een LHeloberIsewuude
»er Lehrer der untern» katholischen: Madchen schule Peter Adam
Gotff von Rülzheim zum Lehrer der zweiten Knabenschule daselbft
om *3Novemberel. J. an trnannt 60 w

2 eι
Zufolge! Regierungsbeschluß vom⸗D. Ock“ 18687 wurde der
Zchuldiensterspectant Philipp · Mannweiler von Beche rhach zum
Schulberweser an der prot. deutschen Schule zu Reichenba che Steegen
yom 1. November l. Is. am ernanntι n
Wiesbaden“,2. Octt Es soll gegründete Hoffnung vor⸗
Janden sein, daß die bffentlichen Spiebe in Wiesbaden und
kmms noch bis zum Jahre 1878 inel bestehen bleiben? Wie wiir
ernehmen, hak man in Berlin privatim von f.ugre Vertrauens⸗
näunern über diese Angelegenheit Information eingezogen, welchen
dom sotiaken Gesichtspunkte aus der Regierung den Fottbestand
des Spiels bis zu dem genannten Jahre empfohlen haben? Selbst-
herstandtich wird die Regierung, außer den seitherigen: Veistungen.
auch die ungebotenen 20 pCt. des Reingewinns von den Actionä—
ren in Anspruch nehmen. Zur Decknng der tommunalen Bedürfe
Ber lin. 7. Oct. Es iftauffallend,e daß Graf⸗ Bismartke
nütten in den Reichstagsverhandluugen abgereist iste! In Berlin
vill man denn auch behaupten, er set nicht nach“ Ponmanoru, son⸗
ern in geheimen Auftrag zu einer Zusgumenkunft mit russischen
Diplomafen gereisst. Es wird sich bald' zeigen⸗ ob dieses Gerücht
egrimdet ist oder nicht. (Pfo Ztg.) ανα
Berklin, 70 Oet?Nach demtqetzke vorllegenden? Etatfür
»en Norddeutschen Bund kostet kin Infanterie-Regiment 1707, 7 11
Thlr., ein Garde⸗Infanterie Regiment mit Ausschluß des ersten
VZarde⸗-Regiments zu Fuß, welches 170,0009 Thbet kostet, 130,000
Thlr.' Ein Linien⸗Caballerie⸗Regiment! erfordert: 57,000: Thir.,
in Garde⸗Cavallerie⸗Regiment 60,000 Thlr., doch kostet das Re⸗⸗
iment der Gardes du Corpsnoch 80,000 Thlr.“ mehr::“ Ein
Fe b⸗Artillerieregiment/ erfordert einen Koftenaufwand voß 144, 727
Thlrut, ein Pionlerbataillor von 24,000 Thltn.etn“ Trainba⸗
aillon von 21,000 Thlrn. der Stamm eines Landwehrbataillons
don 2206 ThlrnuDie Gehäkter und die Löhnungeneder Triupat
den des Norddeutschen Bundes betragen nämslich 23,907,018 Thlr.:t
davon kommen 13,324,641Thlre auf die Jufanteriena Iß11581—
Thlr. auf die Cavalletle; 8B,941,299 Thlr. auf die' Artillerie:“
323,788 Thleroauf die Pioniere, 302,324 Thlrl auf den Traim
Die Landwehrmstäinme und Uebungskosten figuriren mit 1,090, 050
Thlru., die Invaliden mit 98,056 Thlrn. und die anderen For⸗
nationen mit 1,359,028 Thlrnn u n
—Berlin, 10. Oct! Die Programmrede des Fürsten v.
Idhenlohe dennt man hier bis jetzt zwar blos aus eistem tetes
zraphischen Auszug, glaubt aber im Allgemeinen schon! nus died
sem eine verständige Politik herauslesen zu dürfen? Doch wirdees
um so mehr gerathen sein, mit einem definitiven Urtheit zu war—
en, bis der Wortlauf vorliegt, als eine specielle Kenntnißz bayeß
cijcher Zustände, wie ste wifsen, nicht gerade unferen starke Seite
st. — Wenn es heißt, daß den König Wilhelnt politische Motwe
jach Baden zurückfuhren se asteist dus nicht der Fall wper Eduig
vill sich einfach erholen, wozu der Babelsbergejetzt zu einsam ist.
Zaden⸗Baden ist die Nachcur von? Ems. — Unbegründet scheiut
nch das Gerücht, daß die englischen Agnaten Schwierigteiten wes
en“ des Abkonnnens mit dem Konig George machten.““ Ihr Ver—
reter in Berlin⸗ Herr' Holtzmann, Bib iothekar des Prinzen v
Vales, ist bereits nach Unterzeichnung eines Schlußprotokolls/
us dem allerdings nur hervorgeht, daß er von den Unterhand⸗
ungen mit dem Exrkönig Kenntniß genommen hat, wieder abge⸗
cejst. RNachdem nunmehr die preußische Verfassung mit dem
HOctober in allen neuen Landestheilen in' Kraft getreten ist.
pird in nächster Zeit auch die Vereidigung der übernommen en
Beamten nach preußischer Norm stattfinden. — Es steht jetzt fest/
daß der Reichstag am 24. oder 25.d.. M. geschlossen werden
pird, daß die. Urwahlen für das Abgeordnetenhaus am,30. Oct.
ind die Wahlen der Abgeordneten am 7.“ November stattfin⸗
den werden. xDie Provinziallandtage, welche im November zu⸗
ammentreten sollten, werden erst einige Monate spater, wahr⸗
heinlich nach dem Schluß des Landtags, einberufen werden, und
war gleichzeitig mit den Ständen der neuen Landestheile.
a Win n der heutigen Sitzung. des confessioe
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        nellen Ausschusses wurdenß Sguiggfetzes nach Der schland geseb⸗ind gehört, solleznin Biarritz, einen, geradezu
zeschlosse ralpei⸗ eg in 3 ——e eipe⸗ u⸗ Eine 4 3 e
sehender, Jom mg genommen: rithts 328 Jißt u Gewalt, gegen welqhe⸗nicht
g. Die Keitusthfücht gübe — — Unterrichts —R——— 6 verwe⸗
ind ea annde epuch demꝰ Staate zu und wird jen bagecgen Kümpfen vdllesi. Iieiner Dinfsußreichent Per ·
durch die hiezu v saͤssungsmäßsd berufenen Körperschaften und oͤnlichkeit soll der techech gesagi haben⸗ „Ich weiß Alles, was
Organe ausgeübt. 8 2. Undbeschadet dieses Oberaufsichtsrechts vorgeht; ich weiß, daß im Lande Besorgniß, sogar Aufregung
bleipt die Besorgung und unmittelbare Leitung und Beaufsich⸗ jerrjcht. Meine Regierung hat Fehler begangen; dennoch habe
igung des Religionsunterrichts für die verschiedenen Glaubens⸗ chdas Vertrauen. des Polles nicht verloren. Ich muß. aber.
Jenossen in den Volks⸗nnd Mittelschulen der·betreffenden. Kirche Etwas fuͤr, dasselbe thun. Den Anfang soll ein aufrichtig freieß
oder Religionsgesellschaft aberlafsfen. 8 3. Der Unlerricht in . den programm machen.“ Und dieses Wunderding soll denn am näch
uͤbrigen Lehrgegenstanden dieser Schulen ist unabhängig von dem ten Sonntag erscheinen! Dazu ist an der Börse von einer großen
Einflusse jeder Kirche oder Religionsgenossenschaft. 730 Dje.Adrejse Fingnzcombination die Rede, welche den Zweck habe —* Lage
er Bijchofe hat die Situation mit Einem Schlage iotal veraͤndert. der arbeitenden Classen total umzugestalten. Die Alten fürchteten
Heute wenigsitens — das mag vielleicht nur der momentane Ruͤch die Danmer erst dann recht, wenn diese Geschenke brachten *Das
schlag sein —istj die große Majorität des Abgeordnetenhauses pariser Handelsgericht hat im Monat September 141 Falliments⸗
der Ansicht, daß jetzt Alles zu entjcheiden sei: der Ausgleich, die rklärungen ausgesprochen 13 mehr als im August.
Berfafsung, das Concordat. D, Man schicke uns nach Hauie, wir 7 Paris 10. Oct. Prinz Hium berit lehrt heute Abend
werden den Weg zur Heimath. nicht verfehlen. Aberahne Ver ibet München nach Italien zurück. — Rinet Nigra. und Graf
fassung und ohne Concordatsfetzen lehren wir. zücht heim,wenn v. v. Goltz find heute von Biarritz hierher zurückgekehrt.n. Der
vie eine Erhohung der Steuern mitbringen müssen.“ üußerte gestern Etendard“ sagt,die Septemberconvention müsse aufrecht erhalten
der Fuͤhrer eines Clubs. , Mag Beust hilleiben oder stürzen, mag verden,weil sie sich bis zum jetzigen Zeitpunkte bewährt · habe.
Belcredi; Koch oder ein neuer Windischgräß kommen, sie, werden, Dies begreife man in Floxenz ebensogut wienin Paris. ιν
den Slurz · des Gebäudes nicht aufhalten, wenn wir, nicht hcn un ßeg vi s, B. Oct.Der „Messaget de Paris gibb als voll⸗⸗
Selbst die Frage des Staatsbankerotts ist in den Hinergrund ominen festgestellt“ folgende ministetielle Combination a Herr von
Jetreien, das ist der Effelt der bischöflichen Adreffe. . 7 7 davalette, Auswärtiges; Herr Alfred“ Leroux. Finangent; Herr
Wäeen, 6.Oct. Die Sprache der gesammten liberalen Rouhet Inneres; das Stanutsministerium würde aufgehoben⸗werden.
Presse gegen das Concordat und die Eingabe der Bischöfe ist sehr Im Italien scheint man? wie derCorresp. Havas“! berichtet
Heftig Die „Presse“ schreibt: „Das Ministerium Beust hat vird/ fest davon überzeugt zu sein, daß Ftankreich —Wo—
sich jur Die Modification des Concordats engagirt; es kann nicht Bedingung eine zweite Expedition nach Rom absenden wirdonen
mehr zurück, wenn es nicht die Wege Bach's und Schmerling's Der statiftische Congreß ist zu Aller Befriedigung verlaufen
wandeln will, und aus diesem Grunde allein, mantausche sich Beider Schlußsitzung kam⸗es zu einer kleinen politischen Demon⸗
aruder nicht, geschah der Appel der Bischofe nicht an die Kegie⸗- stration.“ Es handelte sich um die Bestimmung der Stadk, in
tung, sondern an den-Kaiser selbst. Endziel des bischöflichen An · welcher der nächste Congreß abzuhaltensei und rin Englaänder
zriffs ist daher der Sturz des constitutionellen/ Ministeriums. zrachte? Rom in Vorschlag, was allgemeine Braposhervorrief.
dieser Streich muß parir werden. —Die Morgenpost“ schreibt: Demnach ist also Rom. ader noch nicht amtlichals— nächster Ver⸗
Unter dem unmmnelbaren Eindrucke der (bischöflichen) Adresse hat ammlungsort festgestellt worden. iuvιιι ν ιιαI.
biener Gemeinderath beschlossen, Lehret zur Ausbildung gauh —E
Rorddeutschland zu schicken, und dieser Beschluß wurde gefatt Lon don-10. Oct. Die Erdffnung des Parlaments ist
unter⸗ erlennbarer Manifestation von Sympathien für, Rord- auf den 19, November bestimmi. — Lord Lyons tritt nächfte
deutschlande u, Woche seinen Botschafterposten in Paris un. — Eine Explosion
e Wien 8. Sept. In der heutigen Sitzung des Ahgeordne- in Edinburg tfödtete dund verwundete J. Personen int
senhanses des Reichsraths forderte der Abgeorduete. Tomann aus v9J Ar 7 Italien.
strain die Regieruig auf, offen zu belennen. welche Principien —9* imn gu aaesoan Raennnein
jie ruckfichtlich der Gestaltung der österreichischen Staatsverhült- Pari Ans Romn owird der „Habvasschen Agentur 39
* u8 — Paris angeblich telegraphirt: Seit zwei Tagen ist nur ein uͤn⸗
nisfe annehme: ob Ceneralijution. oder Autonomic? Darauf er Zedeutendes Geéfeht bei Monte Libiati Digelommen, vorin
widerte der Reichssskanzler v. Beust: So als Gegensatz hingestellt der, o SKarmich vor
pd— « N ut der, Vortheiß auf Sejte der Püpstlichenblieb. Die Physiognomie
ei die Kegierung weder für das Eine,moch für das Andere. bon Rom ist noch immex diejenige der ruhigiten Zeilen .
Wenn wir Centralisation hätten, so gäbe es ieine, Landtage. Das X ang Rußaane
Delegationsgesetz werde den Ansprüchen der Einzellaͤnder, pollstän45 3 * — Fe eeeeede ꝓap·
dig gerecht. Die Regierung sei fünbillige Ansprüche auf Auto urnen dnevoce ie n er Provinz CivitaeVecchia ge
ene se tonne sih ader mieht dunemem Sostemn betennen, welches ¶n Füo ven z, J. Oche Ven Berichten det. Bläitet afolse i
die Aptonomie über die Reichseinheit stellt F7 die Insurrection im Roͤmischen, im steten Wachsen begriffen; nach
Wien, 8. Oet.Die „Debaite“ meldet als verbürgt, daß
— 7* dver „daß dem „Pungolo von Neapel“ befinden sich im Kirchenstaat 3500,
der Kaiser, entsprechend dem Gesetze der Ministerverautwortlichkeit, nach der. Ftalia“ gar 7000 Freischärler, Die päpstlichen Trup⸗
Minisserium beauftragte/ die Adresse der Bischöfe zu bexrathen 'se —4 AM 5—
y Rnterium — bdern hen scheinen die Verfolgung einzelner Freischaaren aufgegeben zu
and darlber Bericht zu un , l ee zu, havein und .concentrischere Stellungen. hauptjächlich in und unt
tmn LIO, Det. Die deutige „Presse. dernimmit. daß dem jtom cinzunehmen. . Sie stehen unter dem Commando, eines Oberst
Reichskanzler, Hru. v. Beust, ein laiserliches Handschreiben zugegan⸗ Nenesi. Die itatiemische Kegierung ihrerseilg perftärtt den Gren
zen sei, in welchem die principielle Zujage gemacht werde, daß die idon immer mehrz die Gazetta d' Italia“ glaubt, sie werde ini
Adrefse des deutsch⸗slavischen Episkopals einer constitutionellen Behand⸗ Finverständniß mit der fraczosischen Regierung iih“ dald an die
ung unterzogen werden solle, daß sich der Kaiser jedoch eine definitide Zielle der Insurgenten siellen, um die Zügel der natioüalen Be—
Enischeidung darüber bis zu seiner übermorgen zu gewärtigenden dedung in der Hand zu behalten *
Rückkehr vorbehalte Weiter erfährt die „Presse““, daß die päpst SuImaraen 5.64.ben
* — erahrn st Florenz,n O. Oct., Insurgenten besetzten Aquabendente.
iche Regierung den Einmarsch italienischer Truppen in den Kir⸗ Vresse“81 6 7
—— sach der Wiener„Presse besorge die päpstliche Regierung den
Henstaal, sowie die Einschließzung der Stadt Rom zur Verhinderung Finmars — J 33 ——
—* du ig Finmarsch der Italiener zur Cernirung Roms, behufs Verhinde—
der Abreise * Papftes und der Cardinäle, nach Civita-Becchia Iing der Abreise des Papstes und der Cardinäle nach Cipvita-Vecchia,
bekünchte. C ιι e e Florenza JO. Oct.. Nachrichten aus Rom mielden
niu α Fraufkreich nu Die Freischaaren bei Valentano erhielten Verstärkungen und beab⸗
P4 rig 88d Fortwährend· sprechen fich“ dien Blätker iichtigen, sich bei Varnese zu verschanzen; Truppen wurden ent⸗
— 34 Nms hngin fremde Angelegenheiten aus. iandt. nach Caprarola Feriaro und Bombarzo, wo einc Bande,
die Debats“insbesondert führen der Regierung zu Gemüthe, 300 Maun stark, verjuchte, Veroli zu besehzen..
daß es eine Thorheit ware⸗ im Kampfer gegen Deutschland wie nin eeney ny Rustland. v
ebemals auf deutsche Hilfe zu zählen das Blatt “erinnert an die n AusPolen? int October vernimmt man, daß die rus⸗
deipziger Schlacht, in welchet mitten im starksteu Schlachtgetds 12 000 äsche Regierungunmmr eine — wweitrre Spur der ehemaligen Selbi⸗
Sachsen sich gegen die Franzosen wendeten und nur der K ong tandigkeit des Königreichs Polen zw werwischen, die, Aufhebung
von Sachsen dem Feinde seines Vaterlandes , tren“blieb.“ Prin, aller Generalconsulate veranlassen will, welche die fremden Machte
Humbert geht morgen Abend nach Italien ab, um sein Commaudo in disher noch in Warichau 'unterbielten.
dologna zu ühernehmen.“ Nach der Epoque iwväre Menotti Gari-·
baldi auf italienischem Boden ebenfalls verhaftet worden.“
— Warum bläst der Wind so stark aus bem Friedensloch?
daruyhr« die Borichte des Generals Fleurn über das. was er in
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        Hebuhr⸗·vog. 6 kr. gbzugebon ) ud, Fbhalb den Postan- von 69 Boereinsthalern für Zuchthengste des leichten Wagen, und
allen vor der Abbab⸗ ß dei⸗ — —2 ennm sur In Leisftungen auf— * Gesammt⸗
zezeichnete Stelle mit iner 6x. Marte zu bekleben..Ausge- jebiet der pralschen Landwirthschaft erhielt auch Hr. Friedr.
onmen davon bleiben ee an igt. Vehorden hründkeinl Winterboru die große goldene Dentmunze des land-⸗
h Berwendunqe in portofttien Staats dienstsachen / abgegeben wer virthschaftlichon Vereins.·.· ——
Heu Macten beklebte Postanweisungsformulaxe, welche ent-· 4 gy gett en Bayern bestehen 5294 Bierbraͤuterelen⸗ ein⸗
weder von dem Absender sehlerhaft Husgefertigt·oder sonstun⸗ vuͤebn — —2* ommanbrauedelen, mnt ⸗einem durchschnitt
ʒrauchbar zeworben uid, I habenl die RPostanstalterl gegen verle ichen zMalzaufschlage von 1, 998419 bayherischen Schaffeln.
Formulare umzutauscheg, jedoch, ist dabei porausgesetzi.e daß de Eine dreifache Hochzeit. Eine höchst feltene
arien auf den umgahtischadd Nocdicharee danefen volr Feierlichteit fand kürzlich vn Wore nun der Stephauslirche. statt.
lommen rein erhalten sind, und gin bespe Pei fp inel Begn⸗ der Hof⸗Geschirrhändlet Al ba mo. Degk feierte namlich die gol⸗
—X ——— IaTIun nn zene, dessen Sohm die silberna, and von Lehßterem die Tochter hre
3Zwf 3824 d w An poedi dabon, daß die Hanpterste HochzeitOAlle drei Paare haben zusammen. ein Alter- von
straße mit dem eeee Anlagẽe eines hjeuen Verbind- 200 Jahren Aud zwar Herr Albin Denk 80, seine Frau 75, der
eesa Welhs Dunch Dre Gehdfle des Kußler schen Hauses Sohn 50. dessen Gattin 42. die Neuvermahlte Is und ihr Gatte 24
fuͤhre, verbunden werden soll ehe Verbindung- wäre der xF In einem Gasthause zu Braungau a. Inn Oesterreich)
neu — ——— Nirche wegen, sehr erwünscht am — ch 4 J zwischen —R und bayerischen
und höchst zwedmäßige n αue CBau tiche dher Schlagereidund Geiderseits erheblichen
.Wie der Durlheime Angzel gere meldet war der dies agg Verwundungeg; die— OHesterreiche wollten die Deuischen“, die
Wursumarkt, nicht so bejucht wie die, vorherhergehenden,. wochteser dicupreußischen Luupen“ micht e en sehen.
die Consumation deßhalb keineswegs zuwerachten indem zum In der Provinz Salerno iß in Padula die Kreuzlirche am
Frommen des Wurstmarktes ihr. Dasein fnden mußten: 9 staft, 5. October, Norgens angestürzt, ha mehrer Haquser mitgerisfsen
lͤche Dreae prins qual.“438 Rinder und Kühe, id anlei Menschen begraben, abon sieben noch lebend wie—
73 Kauͤlber, 88 Schweine 'und 19 Schaft. Die verschiedenen Flei dern ausgegraben; einery dodt gefumden wurde, waãhrend die drei
scher und Wurstfabrikamen Dürkheims producirten und setzten im inderen noch nicht uufgefunden sind. ιιιια
Ganzen ab: 19 500 Knobkauchswürste, 27800 Kesselwürste, 17 1630 nuche In London ist ein Versuch gemacht worden, dvas Pulvery
Vraiwürste und etwas über 900 Pfuud Schwartemagen. Es was magazin der Middlesexer; Freiwilligen in die Lufteugnn sprengen h
cen poju wott bis bvat.· in bhaͤfter · Thatigkeit S große Re⸗· nan Iweifelt micht, daß der Anschlag von Feniern ausgegangen ist
stauraͤtinen, 2Gartuüͤchen: 20 Weinstände n. s. w. Die Züge In New⸗Hork ist neuerdings an der 1Eche der 27. Stra
brachten am Sonntage, dem Haupifesttage, Schaaren von Besu- ind der 3. Avenue in der Drechseljabrik von Welch ein Dampf⸗
chern aus allen Theilen der Pfalz. und der weite Wiesendlan essel zersprüngen. Derselbe wurde obschon 100 Ctr. schwer, zu
mit seinen unzähligen Buden,seinen iürmenden Musikbanden- quie ehr betrachtücher Höhe in die die Luft geschleudert, nahm dabei
e erchergein schnatrenden, Retlommandeuren“ det. vielen iue Richtung nach Osten und fie mit so furchtbarer Macht auf
Schaubuden und dem Stimmengewirt der diden en gwann as Haus — ———
en dicht leicht zuschildernden Anbtich. Was den Consum im dlocwerle oi m den⸗ Boden schlug, zwer Kinder dein Mädchen
den Wirthslotaien der. Staͤbt anbetrifft, so war derselbe nach ober⸗ dd Ir Jahrin and ein Sgugling von deee 9Kindern befie
flächlicher Schätzung gleichfalls nicht b deutend er halt aber troz· henden FJamilie Hausmann sofort“tüdteie, das Haus selbst und
dem Ieimen Vergleich imit jenem der früheren Jahre aus. ille Möbel zertrüͤmmerte. IIm · ganzen wurden 7 Personen gleich
FMüchen, 6 Oct. Unter Dem letzten Transport von jetödtet oder Ködtlich berwundet / 33 verletzt, daß sie laͤngere Zeit
themaligon mericunischen Truppen hefauden sich auch mehrere De⸗ zur Herstellung bedürfen. Die Frau des Hauses war ausgesah⸗
xrteure der wayerischen Armes, pelche heils hier; theils in ihre ren, die meisten Kinder spielten im Freien under die Dienstimägde
entjprechenden⸗/ Vartuisonenabgelickerte, uuxden; dieselben werden relteten sich bei der Erplosion auf die Straße. Der Ingeneur,
wohl zur Recapintbnion vrrurtheilt werden. 45344. velcher selbst das Leben verlor, soll schon vor längerer Zeit ver⸗
Munchenz 7. Oen Auf dem Detoberfeste)erhill. Hr. gJeblich auf. die Ausbesserung des ihm schadhafi, ichennenden Kessels
Jakob Stalierx vom Ernfiweilet Hof wei Preise, von 70 und gedrungen haben.
x
Durch Unterzeichneten lonnen fortwel end lan Maern he —
5 D eute ** * . S7 17 76 *
dinimuιννpeel ʒ beue —* Melis ä Waggontadungi 143 19
—D —A— ⏑ ————
a nt gañdis fein hell⸗· —
D— ryzd u ni viten itnii —— momentau.
igender Preisestendenz. find obige Rotirungen ohne Verbindlichteit
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ner diesein Quantuni wird nur bis zu O Centnern mit?/ io ung vgege bBaß ri al meht ver Eentner Me
. eν. I0. Qtober 1867. .
X αι — u—, 7 mnel DI. XXE
Scheller a llcιια—
5) 46 Dez. Acker in- den obersten Sehen,
— neben Franz-Jakob Erhard Wittib
und Erben Weidmanniu25
6. 21 Dezimalen Acker allda neben Jo⸗
hann Adam Peters und Johann
Schmelzer, Schreinere i
75 99 Dez. Acerlaud in der dritten
—— Pfuhlwieserahnung. nebeu Johanu
Adam Beck und Philipp Gottmann.
8. 49 Dezimalen Acder in der zweiten
Pfuhlwieserahnung neben Georg Kihm
und Peter Andres.
9.*30 Dez. Gartenland auf'm Gerftbusch
.neben Georg Müller und Peter
Schwarzgz. *
ia Dez *Ader vr iffelland ne⸗
hen Johann Schmielzer Schreiner und
Georg Greß—
49 Vez. Ader“ alldal neben Gesrg
Greß und Peter Redel.
—E
und Johann Joseph Schmitt.
— Potasch⸗ d der

Baffinerie der Herren vom

in Coöoln berogen⸗ werden:

gemeinschaft, welche zwischen dem da—
elbst verlebten Schuhmachermeister Jakob
Müller, sen. und seiner hinterbliebenen
Witiwe Maria Selgrad bestandenhat/so⸗
wie zume Nachlasse des Ersteren/ gehörigen
diegenschaften St. Ingberter Banneß, auf
Anfiehen der Wittwe und Kinder der Un⸗
heilbarkeit halber in Eigenthun persteigert/
nämlich:
ij ein an der Wollbach in der Stadt
St. Ingbert gelegenes Wohnhaus mit
Einfahrr daneben, Stall,Hof, Wiest
dahinter ·bis an den Bach · und Gar⸗
ten mit 8 Dezimalen vor den Hause,
an der Blieskastelet ⸗/Straße .
2) 44 Dez. Wiese und 5. Dez. Garten
an der Wollbach bei vorigem Hause
in geeigneten Loosen MiHaueplätzen;
3) 62 Dez. Acker am Schaafkopf neben
Nicolaus Koch, Feldschütz. und Jo⸗
hann Greß, Ladknecht.
31 Dei. Acker in der Aepfeltart,
ngeben Georg Kihm und Franz dich-
ers Erben. 5 35

Theilungs-Versteigerung.
Zandtag den 26. Oetober 1867

Nachmittags 8 Uhr zu StunJ ng bert
m. Versteigetungslocale bei Johann Adam
Ird, werden die sämnitlichen zur Güter—
        <pb n="482" />
        inu Eichertoͤwlesene nehen?. Margatetha 23 hsch f —Ar ffnut —31
zurg uns gohunn ui timmeimana Wirt! a ts E röt nung ——
n Wigee w S— greunden und Belannten die ergebene Anzeige, daß
is 14 Dez. Wiese allda seben Johann Reu ber t hier übernommen habe. 3 7 naog wohra
I. Vinit und Johann Selgrad eIndem 'ich dieselbe neben meiner neu eröffnelen
Wittib. d —.Lι .5— iltic.
6. eee n on Re st a ur at ⏑
Franz Jalob rz beidexseitz· 3LLEMGCGSGLGGLGGRCVCXLGGSGC. α ν
in bestens empfehle, bitte ich inn recht zahlreichen Zusprüch.
7 Iunre Sonidt und Ricciaug kung St.“ Johann⸗Saarbrücken den 9. Octob. 1863.
39 —9* 6 247 — —9 J WNy 7. 7 2 2521
d ανν GNn tql Notar. ο , Oarl * Rõösslen.
13———ν oN R * Bo bp 7 H , — Golzversteigerun A
* 3 SR 6 b t i —* 0 n o n 8 — J g —x Ib taufenden Moi ais
——Riu 25 — 2* Rachmittags ein Uhr, im Schulsaale zu
— J——— Wagnor, deceendalheim, werden 452 ee
3 Breßh. Pesischer. goflieferant it Nairz3 ven Prugeoln wenhes m Güemenid wai⸗
28,2133626 — T 4*8 —32 42 * 7417 L — F 3
at dud. für Husten und Brustleiden —A n e e ien
29. Fuür diejes seit 20 Jahren in allen Städten Deutschlands allgemein gegen Hufter Nmmershein⸗ AO. ———6
und entzündliche Brustleiden gebrüuchliche Mamnd ittale Mitdtrelkann ich nun bei der — un. Das Burgernieisteramtec — —
etzt noch mehr verbefferien Zubereitung garantiren, daß bei Anwendung von Le3 Stüt ν.: Lang. ab ih
hen ein gewshnlicher Husten⸗Anfallaugenblicklich verschwindet. Meine Bonbons rent * v
alten I der Gesundheit guwäglichen —— daß die ischwächste Verdaumg dadurch Wohnungsveränderungn
leinen Nachtheil leibet. ιιιαν α nι Meinen ehrten Ni nden mache ich hiet⸗
nen Nach et ig bein ne e n eg eune geehrten Kunden mache ich hiet⸗
—— ————— Priodrichnn ee pr
u e d sahe i Jo Frioc rio— h e neinem neuerbanten Hause au der Kohlen—
—9 5. 7 —7 An 7* in St Inabert, — ———
—— wee dcinn
Iiνα 232 St. Ingbert 10. Octiober 18607 * 8*
— 6 E J — I. aF 1 * n u N. Kimmel. Tüncher,n
nu l ,— * 4 —
ö ιιι Trn / 0 —D ——— G .
88 q ανιι 9 040 UIL A F 3ιννι vu esucht
Giι αι — t V ιu eu Q zum sofortigen Eintritt, 80 Erdarbei⸗
ohin Der Geschäftspunkt der Gesellschaft ergibt sich aus folgenden Resultaten er⸗ die nach der Leistung täglich
men lehtiutrinen Rethnmüdabsclusest
7] — a gen
l⸗ Grundeapital iιαα ιν ft. 5, 250, 000 .. beim Maschinenwerkmeistere —*
— Zinsen⸗⸗⸗ ⸗ g— J——— —— ——
innahmen für 1866 α : ιι — 3 33 — — — ——
lexel. der Prämien für — D00 — Wohnungsvermiethung.
—
ιν 7 *
Gesammte Reserven ..2 —6 3206528 meines nneuen Wohnhauses an der Koh
— — 833 vermiethen und sogleich
Versicherungen in Kraft ant 37 Dezember 18665
—— l. 1177,585, 957.
Zur Vermittlung von Versicherungen bei dieser Gesellschaft gegen feste und
nãßige Pramien empfiehlt sich 64 t ιινν
— re neis
Vandau, im September 1867. utit rn u
nv οllo Die Hauptagentur · a J ν
ια ν Aus ust Vν
Unter Bezugnahme auf! Obiges bemerke ichdahß Brandschãden. fofort
rombtregulirt und bezahlt werden, wie, dies mehrere Bürger dahier,die
Brandschaden Lerlitten, bezeugen können. — 7
St, Ingbert im Septenaber 1807, 2 u
nd ein Der Agent der., Colonia“ für die Cantone Blieskaltel und Bomburg
. — * p
imι ι u IF. X 58 —E *Or
nu 1.MV n-ι — esohaftsa cant —AVO—— 11
— orm-
I vnd Wa
empfieblt pesligste
iaił Cau .
nydν TI
—

Frau curter Börse
———— AV Ii ι
unnd Geldforten. Aea
iuis codm A O⸗ October. 1867.
Preußische Kassenscheine. 1ια ö
greußische Frie drichsdorz⸗n ..938-589
istolen . 75.5. il. 89 47-49
olländische 10 A.⸗Stücte 88188
Ricaten ö87
—— —— 6 —* 7
Inglische Souvereings 1,335.
vold per Zollfund — ar3 —E **
Zochha ltiges Silber per Zollfundrtb
Hollaxs in Golde ιαε
I *1 —

T ——
Redaktion Fruck und Verlaß vopn &amp;

4.

*

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un — 22ber
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        St. Ingberler ZAnzeiger.
der „St. Jugberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag

o Samstag. Abomeminispreis vierteljährig 46 Krzr. oder I8 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krar. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 123. Dienstag, den 15. Oetober : * 1867.

———— — — —— — — I —F ——FF8 — — — — —*8* — F —

53
F J Deutschland.
Muünchen; 10. Oct. Mit großer Bestimmtheit wird heute
zersichert, Herzog Marx der Vater der koͤniglichen Braut, habe
samens dieser dem Könige das Eheversprechen zurückgegeben, und
z werde in diesem Betreff schon in den nächsten Tagen eine
ufficielle Erklärung erfolgen. — Der Club der Linken hat aus
einer Mitte einen Ausschuß zur Berichterstattung über die sociale
Gesetzgebung gewählt, bestehend aus den HH. v. Paur, Föcke—
er Dr. Bölk, Louis, Joxdan, Gelbert und v. Stauf—
senberg. z yu

Munchen,11. Oct. Prinz Ludwig, Prinz Luitpolds
aͤltester Sohn, wird sich demnächst mit der Erzherzogin Maria
Theresia v. Este verloben .
Mäünchen, 11. Oct. Der combinirte II. und III. Aus⸗
schuß der Abgeordnetenkammer hat nach einer Vorbesprechung über
den Zollvereinsvertrag dem Abg. Feustel aus Bayreuih das Refe—
rat uͤbertragen. Diese Ernennung verbürgt, daß der Ausschuß
die Annahme des Zollvereinsverirages vorgeschlagen wird, die ja auch
bon Seile der Kammer selbst nicht zweiselhaft ist. Uebrigeus soll
sich im Ausschuß der „Augsb. Postztg.“ zufolge einzig Herr Kolb,
der Ersatzmann für den ursprünglichen Abgeordneten des pfälzi⸗
schen Wahlbezirks Kaiserslautern Kirchheimbolanden, gegen die Au⸗
nahme ausgesprochen haben.

München, 12. Oct. Heute fand unter Vorsitz des Prin⸗
zen Luitpold eine Staatsrathssitzung statt, in welcher auch der
Gesetzesentwurf über ein Telegraphennetz für ganz Bayern zur Be⸗
rathung kam. Nächste Woche soll der Wehrgesetzesentwurf vor⸗
genommen werden. — Zur Vertheilung an die Kammermitglie⸗
der find folgende fünf Gesetzesentwürfe gelangt: Abänderung der
gesetzlichen Bestimmungen über den Zinsfuß, Aufhebung der Ge⸗
obüühten für Begleitscheine und Bleie, Credit für die außerordent⸗
lichen Militärbedürfnisse, Erhebung der Salzabgabe und Wahl
baherischer Abgeordneten zum deutschen Zollparlament; dazu der
Bericht des Luͤndtagscommissärs bei der Staatsschuldentilgungs⸗
commission, Dr. Pözl.

Munchen, 183. Oct. Der König hat die Adresse der
Erzbischöfe und Bischöfe, das Schulgesetz betreffend, dem Cultus⸗
mimsierium zur zuftaͤndigen Würdigung übergeben.

Dienstesnachrichten.

Zufolge Negierungsbeschluß vom 10. October 1867 wurde
der protest. Schulverweser Christian Theis in Herschweiler⸗Petters⸗
Jeim zum Schulverweser an der protest.⸗deutschen Schule zu Liebs⸗
hal und der Schulverweser Ludwig Müller von Martinshöhe zum
Schulverweser der kath. Schule in Kindsbach, beide vom 1. No—
vember 1867 an ernannt.

Mannheim, 13. Oct. Hier trägt man sich mit dein gu—
en Gedanken, an den muthigen Vorkämpfer geistiger Freiheit, den
Wiener Gemeinderath, eine Änerkennungsadresse zu richten. Es
soll für die nächsten Tage zu diesem Zwecke eine Versammlung
berufen werden.

Frankfurt, 11. Oct. Der König traf gestern Abend 9
Uhr 40 Minuten mit dem Schnellzuge von Weimar hier ein und
ieg im Hotel Westendhalle ab. Seine Majestät wurde im Bahn⸗
hofe von dem Divifions-Commandanten, General Boyen, und dem
Polizei⸗Präsidenten v. Madai empfangen. Die Weiterreise nach
Baden erfolgt heute.

Wiesvaden, 11. Oct. Der König von Preußen ist
zeute gegen 12 Uhr Mittags hier angekommen und vom Konige
on Gruͤchenland und der Prinzessin von Wales auf dem Bahn⸗
hofe empfangen worden. Die öffentlichen Gebäude sind beflaggt.

Berlt7n, 10. Oct. Der Kaiser Napoleon scheint jetzt
in entschieden friedliche Bahnen lenken zu wollen, denn daß der Brief
in Lavalette nicht ohne sein Vorwissen in die Oeffentlichkeit ge—
sommen ist, unterliegt keinem Zweifel. Und nicht blos die officiöse
Presse schlägt einen friedlicheren Ton an, sondern der Kaiser soll
in Biarritz die Ab sicht zu erkennen gegeben haben, diesen Brief zu

unschreiben und als Kundgebung in eine ofsicielle Fassung zu
ringen. Schwarzseher meinen, er sei mit der Lage der Dinge in
Zůͤddeutschland zufrieden, die Karten seien dort gut gemischt, mit
)er Einigung Deutschlands habe es seiner Ueberzeugung nach, wie
die Sachen heute stehen, noch gute Wege.
Berlin, 11. Oct. In ihrem heutigen Leitartikel führt
zie „Nordd. Allg. Ztg.“ aus, daß die Ablehnung der Zollvereins⸗
ertraͤge dem Ausscheiden aus jeder nationalen Verbindung gleich—
dmen würde. Das genannte Blatt hofft, daß der bay erische
dandels stand sich durch die Aeußerungen der „Südd. Presse“
uͤcht beirren lassen werde. Wenn Baden und Bayern dem Zoll⸗
ereinsvertrage beitreten, so sei Württembergs Beitritt selbstver—
tändlich geboten. — Die „Kreuzzeitung“ dementirt das Gerücht,
emzufolge Graf Bismarck nach Baden-⸗Baden gehen sollte.
Wien, 8. .Oct. Ueber den Zustand der Kaiserin Charlotte
erichtet eine in der nüchsten Umgebung der Königin der Belgier
veilende Persönlichkeit: „Man kann in der That nur staunen wenn
nan all die irrigen und mitunter abenteuerlichen Angaben liest,
ie in den verschiedenen Blätter über den Zustand der unglück⸗
ichen Kaijerin veröffentlicht werden. Was ich Ihnen als That—
ache mittheilen kann, ist, daß ihr physisches Vefinden sich seit eie
niger Zeit sichtlich gebessert hat, wozu wohl die heimathliche Luft
ind Umgebung das Meiste beitragen haben mögen.“

Wien“9. Oct. Im Abgeordnetenhause brachte heute der
Abg. v. Mühlfeld, der Urheber des bekannten Entwurfes eines
Reuͤgionsedictes, einen Gefetzentwurf über Aufhebung des
Fo aerdales Gas durch Gesetz vom 5. Nov. 1855 als ge—
etzeskräftig für den ganzen Umfang der Monarchie erklärt worden
sih ein. An die Stelle der außer Kraft gesetzten Bestimmungen
ollen jene gesetzlichen Verordnungen wieder treten, die his zum
3. Nod. 1855 'in Wirksamkeit standen; es soll aber alsbald eine
sdevision dieser Berordnungen nach den Grundsätzen der Selbststäu—
zigkeit der anerkannten Kirchen, aber auch der obersten Gewalt
3 Stactes uͤber allerund jede Veceine (also auch über
ene der Kirchen⸗ und Religionzgenossenschaften), sowie nach den
Brundsätzen der Unabhängigkeit der Bürger und der politischen
stechte von dem Religionsbekenntnisse und der Gleichberechtigung
der bestehenden Kirchen im Weg der Gesetzgebung stattfinden.

Wien, 10. Oct. Die heutige „Presse“ sagt in einem Leit⸗
rrtikel: Es handle sich mehrseitig übereinstimmenden Nachrichten
ufolge gegenwärtig um eine Verständigung zwischen Oesterreich,
Eugland und Preußen. um Rußland von einer einseitigen Lösung
der orientalischen Frage abzuha ten, überhaupt um eine Verstän—
Aigung über die Lösung aller europäischen Frage. Hiermit solle auch
die projectirte Reise des Herrn v. Beust nach London zusam⸗
nenhängen.

W'isen, 11. Oct. Der Kaiser ist heute von Ischl nach Wien
urückgekehrt. Nach der „N. Freien Presse“ erwartet man nun⸗—
nehr eine Kundgebuug, zu welcher die Regierung durch die bi—
chöfliche Adresse herausgefordert ist. Auch war Hr. v. Beust be—
eils beim Kaiser und soll daraufhin mehreren Abgeordneten ver⸗
ichert haben, daß Alles gut stehe, und daß er wahrscheinlich dem⸗
zächst dem Abgeordnetenhause Erfreuliches werde mittheilen konnen.
Jin ganzen Lande ist inzwischen die Bewegung, welche die Adresse
ervorgerufen hat, eine sehr lebhafte; kaum eine Stadt von Be—
eutung bleibt mit ihm ihrer Erklärung gegen das Concordat zu⸗
ück. Die Bischöfe ihrerseits scheinen sich schon im Voraus auf
Widerstand gefaßzt gemacht und um Succurs umgesehen zu haben.
In Folge eines in Rauschers Palast gefaßten Beschlusses werden
je ihren Sprengelsanhörigen nunmehr den Inhalt ihrer Adresse
n besonderen Hirtenbriefen mittheilen.

Wien, 11. Oct. In der heutigen Sitzung des Abgeord⸗
jetenhauses begründete der Abg. v. Muͤhlfeld seinen Antrag auf
krlaß eines Gesetzes zur Aufhebung des Concordats. Der An⸗
ragsteller war von dornherein nicht für den Weg, den das Haus
ingeschlagen hat. Er erklärt, daß die Beseitigung des römischen
Zerlrages durch Specialgesetze gegenüber der Bischofsadresse nur
        <pb n="484" />
        ein Beweis märe, daß es an dem Muth fehle, dem Concordat. direct 183 Sept. unausführbar ist, Der italienische Muster hat, was
zu Leibe zu gehen; er weist nach, daß dieses nicht ein Staats. möglich ist, gethan mit Gefahr seiner Popularität und sogar sei—
pertgage, sondern ein Staats gese tz sei, welches im Weg der nes Lehens. General Garibaldi in seinen Proclamationen sielln
Besetzgebung abgeündert werden könne.“ Sodann bekämpft er ein⸗ Hrn. Rattazzi als einen Mann hin, der Italien Schande mache
gehend die Bischofsadresse, welche einerseits Schimpfereien und Ver-⸗ und andererseits schildert Cardinal Antonelli ihn im Giornai⸗
eumdungen, andererseits Schmeichelei und Heuchelei enthalte (na- die Roma“, als einen Mann, der unehrlich zu Werke geht. Das
mentlich in der Behauptung, daß das Concordat der Krone keine zewöhnliche Schicksal solcher Männer, die genoͤthigt find, inmitten
Rechte entziehe); die Religion bedürfe keines Vertrages; und die ich entgegenstehender entfesselter Leidenschaften zu regieren.
katholische Hirche würde zu bedauern sein, wenn sie nur durch das Die „Presse“ meldet, als nicht unmöglich, daß Kaiser Na—
Foncordat bestehen kͤnnte. Der Antrag und der damit einge poleon nach seiner Rückkehr von Biarritz von hier aus auf ei—
brachte Gesetzesentwurf (s, oben den Wiener Artikel) wurden mit nige Stunden nach Baden ginge und daselbst eine Zusammenkunfi
großer Mehrheit dem confessionellen Ausschusse zu „constitutioneller nit König Wilhelm hätie. Diese Unterredung würde von ent.
Behandlung“ überwiesen. scheidendem Einfluß auf die Haltung Frankreichs gegenüber den
Pesth, 11. Oct. Als glaubwürdig wird versichert, der deutschen Angelegenheiten werden.
Ministerrath habe beschlossen, dem Reichstag einen Gesetzentwurs Paris, 12. Oct. Auch hier wird der Einmarsch italieni—
jolgenden Inhalts vorzulegen: 1) Die Ausübung der politischen Rechte cher Truppen in den Kirchensigat für nahe bevorltehend gehalten.
st vom Religionsbekenntniß unabhängig; 2) die mit dieser Be⸗ lebrigens heißt es jetzt wieder, der Kaiser werde eine Verletzung
stimmung im Widerspruch stehenden Gesetze und Verordnungen sind der Septemherconvention nicht zugeben — Herr v. Moustier habe
aufgehoben. es einem Diplomaten gesagt, und dieser hat es wahrscheinlich
Prag, 11. Oct. Das Hauptblatt der czechischen Partei, dem betreffenden Correspondenten vertraut. Andere Corresponden-
„Narodni Listy“ plaidirt heute für die Aufhebung des Corcordats en, die das Ohr des italienischen Gesandten, Herr Nigra, besitzen
Dasselbe widerstrebe in mehreren Punkten nicht blos dem Rechte vollen, behaupien freilich das mit den kürzlich erwähnten Angaben
der Staatsbürger, sondern auch den nationalen Rechten. der „N. Freien Presse“ übereinstimmende Gegentheil. Ferner er⸗
Geraz, 10. Oct. Der Grazer Gemeinderath hat heute einen sählt man sich, Garibaldi sei lediglich darum beseitigt worden um
znergischen Protest gegen die Bischofsadresse beschlossen und an den dem in der That nach Italien zurückzekehrten Schwager des Prin⸗
Reichskan ler v. Beust abgehen lassen. en Napoleon, dem Kronprinzen Humbert, die Ehre zu lassen,
Luremburg, 3. Oct. Wie wir aus zuverlässiger Quelle nuf das Capitol zu steigen. Dazu sei auch der Commandant der
oernehmen, ist der luxemburgische Geschäftsträger in Paris über Division von Bologna, den der Prinz bekanntlich ersetzt, General
die Saumsal interpellirt worden, mit welcher die im Londoner Fialdini, zum Botschafter in Wien ernannt worden. — Herr v.
Vertrag vorgesehene Schleifung der Festungswerke betrieben wird. d. Goltz, der preußische Gesandte, und Herr v. Moustier, der aus⸗
Es ist in der That bis zur Stunde in dieser Beziehung nichts värtige Minister, sollen einander in Friedensdemonstrationen
Nennenswerthes geschehen, da sich die Demolition auf Abtragung iberbieten.
einiger Pfeiler, welche die Thorpassagen verengten, beschränkte. Der „Siscle“ spricht über die stets zunehmende Ausdehnung,
Wenn man jedoch bedenkt, daß die Kosten einer gründlichen De⸗ velche die Empörung in den päpstlichen Staaten nimmt und meint,
molirung sich auf beiläufig acht Millionen Thaler (7) belaufen die Gegenwart dieser Zusammenrottungen an sehr weit von einan—
pürden, so wird man die geringe Eilfertigkeit der luxemburgischen der entfernten Punkten nöthige die päpstlichen Truppen, sich zu
Regierung begreifen. 3 theilen und mache, daß die partiellen Mißerfolge der Insurgenten⸗
J Banden durchaus Nichts zu bedeuten hätten. Es habe jetzt ein⸗
mal ein wahrer Guerilla⸗Krieg begonnen und die päpstlichen Trup⸗
Jen würden sich erschöpfen, ohne zur Domination zu gelangen,
Mögen nur, fügt er hinzu, die tapfern jungen Leute, die den
dampf aufgenommen haben, noch einige Tage ausdauern und ihr
Erfolg ist gesichert,

Paris, 12. Oet. Immer stärker tritt das Gerücht auf
der „Moniteur“ werde nächstens einen kaiserlichen Artikel in Ge—
talt eines Manifestes oder eines Briefes bringen, in welchem die
Politik der Tuilerieen gegenüber den neuesten Ereignissen dargelegt
verden soll. — In Frankreich werden sogar die Flurschützen von
ner Regierungsbehoͤrde eingesetzt. Nun hat aber der Gemeinde⸗
rath zu St. Tropez im Vardepardement sich geweigert, den Ge—
zqalt für jenen Beamten auf die Gemeindeangehörigen umzulegen,
aus dem Grunde, weil der Schütz von St. Tropez, statt die Ge⸗
markung zu bewachen, der Privatbedienteste des Bürgermeisters
'ei und namentlich bei Wahlen zum Austragen der Stimmzettel
ber Land gehe. Dieser Protest ist immerhin ein Zeichen der
Zeit. — Der anamitische Mandarin Fan-Tang-Giong, welcher
den Franzosen bei der neulich erfolgten Besitzergreifung in Cam—
hodscha behiflich war, soll sich aus Reue darüber vegiftet haben.
— Die Königin von Spanien soll dem Papftfe Pius für den Fall
daß derselbe die Flucht zu ergreifen genöthigt wäre, die Baleari⸗
chen Inseln als Zufluchtsort angeboten haben.

Paris, 183, Oct. „France“ sagt, der Einmarsch italienj⸗
cher Truppen in den Kirchenstaat würde eine Verletzung der von
Seite des italienischen Cabinets eingegangenen Verpflichtungen sein
und eine Protestation und die Intervention Frankreichs zur sofor—
igen Folge haben. „Patrie“ will an den Einmarsch nicht glau—
ben, weil derselbe Italien in eine feindliche Stellung zu' Frank—
reich bringen würde.

Frankreich.

Paris. Der „Economist“ bemerkt, daß Pariser allarmirende
Gerüchte an sich nicht übermäßig hoch angeschlagen werden sollten,
daß in den unausgesetzten Rüstungen Frankreichs und Preußens
allerdings gefahrdrohende Elemente für die zukünftige Ruhe Euro⸗
pa's stecken, daß ein baldiger Kriegsausbruch aber kaum zu befürch⸗
ten sei. Denn 1) besitze Frankreich keinen irgend haltbaren casus
belli; 2) sei es mehr als zweifelhaft, daß die Majorität der fran—
zösischen Nation oder selbst der französischen Armee einen Krieg
gegen Preußen herbeiwünsche, dessen militäriche Tüchtigkeit kein
Franzose mehr gering achte; 83) wolle Bismarch keinen Krieg, da
dadurch die normale Entwicklung der deutschen Einigung gestört
werden würde, und 4) müsse Kaiser Napoleon vor einem Kampfe
bange sein, welcher, unglücklich geführt, jeine Dynastie rettungs
los verderben würde. J J

Paris,/ 9. Oct. Der Kaiser von Oesterreich wird am
23. in Paris erwartet. Bälle werden auf den Wunsch Sr. apo⸗
stolischen Majestät nicht stattfinden, weder in den Tuilerien noch
'm Stadthaus, noch beim Fürsten Metternich. Dagegen wird der
Seinepräfect Haußmann ein großes Gastmahl geben, und zu Com—
piegne sollen große Jagden stattfinden. Da Hr. v. Beust sich
dem nicht aussetzen will, in Frankreich .... Böcke zu schießen,
o wird er, während die hohen Herrschaften jagen, nach London
gehen.

Paris, 10. Oct. Die Eröffnung des Corps legislatif soll,
wie mit Bestimmtheit versichert wird, am 18. k. M. mit einer
Thronrede erfolgen. — Alle Combinationen von angeblichen Ca—
binetsveränderungen gelten mindestens für vertagt. Marquis de
Moustier bleibt im Amte. JF

Die „Liberte“ hört heute wieder mit Bestimmtheit versichern,
daß Herr Rouher. das Ministerium des Innern und Herr v. La⸗
balette das des Auswärtigen übernehmen wird. — Herr Benedetti
befindet sich in diesem Augenblicke in Paris.

Paris, 10. Oct. Das „Journal des Débats“ bringt eine
Correspondenz aus Florenz vom 7. d. M., melche in sehr beftimm⸗
tem Tone nahe hevorstehende wichtige Ereignisse in Rom ankün⸗
digt. „Der Bürgerkrieg, sagt sie, ist in den p äpstlichen Proninzen
entschieden ausgebrochen. Ungeachtet aller Anstrengungen der ita⸗
lienischen Regierung, ungeachtet der Verhaftung Garibaldis haben
sich zahlreiche Banden gebildet, die das Land durchziehen und die
päpstlichen Truppen ermüden. Der Plan der Empörer ist, die
Truppen des Papstes durch beständige Märsche zu erschöpfen und
sie aus Rom heraus zu ziehen, wo allem Anscheine nach im Laufe
nächster Woche die Revolution zum Ausbruch kommen wird. Es
st fahtan durch die Erfahrung bemirsen daß der Vertraa vom

Schweiz.

Aus Bern wird der „K. Z.“ geschrieben, daß gegenwärtig
aur noch 12 ungarische Flüchtlinge in der Schweiz leben und
daß sich dem Aufenthalt der hannover'schen Flüchtlinge in der
Schweiz bald Schwierigkeiten entgegenstellen dürften. Im Can—
on Zurrich set denselben (39 an der Zahl) bereits polizeilich mit⸗
jetheilt worden, daß vom 1, Januor 1868 an ihnen der Aufent-
Jalt nur gegen Hinterlegung von Ausweisschriften oder Leistung
gesetzlicher Caution gestattet werde.

Italien.

Der „Italia“ zufolge spricht sich die öffentliche Meinung in
Italien auf die deutlichsie und formellste Meinung dahin aus, daß
ie römische Frage endlich eine definitive Lösung erhalte. Wir
ind. saat die „Italia“. im Allgemeinen Anhänger kühner und
        <pb n="485" />
        träftiger Beschlüsse; aber die Entschlossenheit schließt nicht die Vor—
sicht aus und das Verdienst in der Politik ist das, den passenden
Augenblick zu treffen. — Man muß abwarten, bis die Ereignisse
sich entwickeln, bis die Bevolkerung ihre Wünsche kund giebt und
zis die Ohnmacht der päpstlichen Regierung nicht mehr bestritten
verden kann. Es ist aller Grund vorhanden zu glauben, daß
vir nicht lange mehr zu warten haben, und daß die Regierung,
venn die Interessen des Landes es erheischen, beweisen wird, daß
ez ihr weder an Entschlossenheit noch an Energie fehlt. I

Die „Gazzetta Pimontese“ läßt sich aus Rom melden, daß
nie Truppen in den Kasernen konsignirt sind. Alle Wachtposten
ind verdoppelt. Die Situation der päpstlichen Truppen war
xInde September folgende: Rom 8265, Viterbo 477, Roncigliore
141, Civita Vecchia 557, Frosinone 256, Velletri 172, Comarce
209, Tivoli 165, Lessano 94, Terracina 70, Civita⸗Castellana
30, Taliono 80.

Florenz, 8, Oct, Der;, Diritto“ veröffentlicht nachstehen⸗
zes Manifesi der parlamentarischen Linken (Crispi ꝛc.) an die
Italiener: „Unsere Brüder vergießen ihr Blut in dem heiligen
Ramen von Italien und Rom. Dieses Blut legt allen Italienern
unbestreitbare Pflichten auf. Indem sie das nationale Bewußtsein
in diesem Sinne deuten und der Aufforderung des Generals Ga⸗
ribaldi nachkommen, zeigen die Unterzeichneten an, daß sie sich als
Fentralunterstützungsausschuß constituirt haben. Es lebe Italien!
Es lebe Rom'“ — Der „Italie“ zufolge soslsen in der Stadt
som etwa 8000 Mann concentrirt sein. Es ist die Rede von
einer Note, die Cardinal Antonelli an die Vertreter des römischen
Hofes bei den katholischen Mächten erlassen haben soll; zugleich
habe der Papst Pius ein eigenhändiges Schreiben an den Kaiser
der Franzosen erlassen. — Die Freischgaren sollen jetzt von
Menotti Garibaldi “(einem· jungen Menschen von 22 Jahren),
Facchi Nicotera und anderen Führern früherer Erpeditionen befeh⸗
jgt sein. Nach einem neapolitanischen Blatte wäre ein Theil mit
— preußischen Zündnadelgewehren bewaffnete.

In Turin hat eine Zeitungsredaction eine Subscription
eröffnet, um Jedem, der unter die Freischaaren gehen will, 100
Franken zu geben.

Florenz, 9. Oct. Der „Corriere Italiana“ erführt, daß
zwei französische Prälaten mit einer geheimen Mission der franzö⸗
sischen Regierung in Rom angekommen und bereits mehrmals von
dem Papff und dem Kardinal Antonelli empfangen worden seien.

Dem „Corriere Italiano“ wird aus Rom geschrieben, daß
der Koönig von Neapel alle seine Habseligkeiten in die Festung
don Civilavecchia bringen lass— 43

Florenz, 11. — „Wie die „Riforma“ meldet, hat die
Regierung mehrere Garibaldianer verhaften lassen. — Die Ja—
auar-Coupons werden im Nopember bezahlt werden. — In Fror
änone ist ein Aufstand ausgebrochen. Die päpstlichen Truppen ma⸗
chiren gegen Campagnano. z

Die „Liberte“ will wissen, Joseph Mazzini sei durch Florenz
zekommen und befinde sich bereits in Rom selbst, Die Liberte
heruft sich bei dieser Nachricht auf italienische Blaͤtter. Beltätig⸗
ung ist aber abzuwarten.

Verwischtes, WV

Ludwigshafen, 10 Oct. Der nächste Vergnügungs-
zug nach Paris via Forbach findet Donnerstag den 17. October
tatt und nehmen die Stationen der pfälzischen Eisenbahnen An—
neldungen zur Theilnahme bis zum 13. d. Mts. Abends in der
zewöhnlichen Weise entgegen.

7 Saͤmmtliche Vorschußvereine der Pfalz haben jetzt ihren
Beitritt zu dem jn Speyer beschlossenen Pfälzischen Genossenschafts⸗
derband erklärt, welcher somit constituirt ist. Vorort ist, für die—
ies Jahr Dürkheim, Verbandsdirector Herr Landge ichtsassessor Pe—
tersen daselbst. 22

Ein Taglöhner von Rockenhausen wurde am 9. October
von dem Bezirksgericht in Mainz wegen Schmähung Sr. Maj.
des Königs von Preußen (im Brauhaus zur Stadt Mains verüht
zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt.

7 In der Gemarkung Gundersheim wurden im August und
September 70,000 Mäuse und 1400 Hamster gefangen und ein—
zeliefert und aus der Gemeindekasse dafür 415 fl. 42 fr. bezahlt.

Die badische Abgeordnetenkammer hat ein Gesetz über Be—
steuerung der Hunde mit je 6 fl. angenommen.

Baden, 5. Oct. Heute morgen wurde Gefangenwart!
Batschari dahier in einer Zelle des Amtsgefängnisses von 4
darin einsitzenden Franzosen Behufs der Bewerkstelligung ihrer ge—
neinsamen Flucht in der Weise überfallen, daß sie ihn beim Oeff—
nen der Zelle in dieselbe hineinzogen und ihm daselbst den Kopf
mit einem Leintuch umwickelten, damit er nicht um Hülfe rufen
onne. Einer der Gefangenen versuchte es auch, dem Gefangen—
yärter den Mund förmlich zu stovfen, was jedoch Leßterer dadurch

nereitelte, daß er dem Betwffenden einen Finger geradezu durchbiß,
vobei jedoch der Gefangenwärter zwei Zähne verlor. Durch die
ntstandene Rauferei haite sich die Zellenthüre zugeschlagen und die
herhafteten blieben nebst dem Gefangenwärter so lange gefangen,
is es auf den Hülferuf des Letzteren dessen Ehefrau gelang,
dicherheitsmannschaft herbeizurufen, welchen sodann der Gefangen⸗
ärter, die Schlüssel, die er im Sacke bei sich trug, durch das
Fenster zuwarf. Einer dieser Gefangenen war deßhalb Insasse
es Amtsgefängnisses geworden, weil er am letzten Sonntag im
—„pielsaale des Conversationshauses statt mit Goldrollen, mit ge⸗
iegelten Rollen von Kupferkreuzern sein Glück versucht hatte und
abei nach mehrmaligem Gewinn ertappt worden war. Da jedoch
er Beschädigte, Hr. Benazet, wie bisher regelmäßig, so auch in
ziesem Falle, keinen Antrag auf gerichtliche Bestrafung gestellt
jatte, so sollte gerade an fraglichem Morgen der Gefangenwart
em betreffenden Gauner seine Freilassung verklünden, als Ersterer
in der angegebenen Weise überfallen wurde.

F In den Gärten der Villa Monrepos bei Geisenheim
olühen gegenwärtig über Hundert Bäume, viele andere tragen be—
reits die zweite Frucht; manche sind sogar sehr reichlich zum Zwei⸗
enmale mit Fruͤchten versehen. Aber weit merkwürdiger ist die
erscheinung, welche sich in demselben Garten an einem dreijährigen
Birnbaum zeigte. Aus dem Kelch einer jeden der auf diesem
zäumchen gewachsenen drei Birnen ist ein Zweig mit Blättern
ind einer zweiten Birne hervorgegangen.

F Koln, 9. Oct. Se. Maj. der König Karl XV. von
Schweden traf gestern Abend hierselbst ein, übernachtete in Köln
und begab sich heute früh nach Essen, um das dortige Etablisse-
nent des Herrn Krupp zu besichtigen. Der König reist im stren⸗
ten Incognito und ist nur von einem Adjutanten hegleitet.

Nach den Festsetzungen der Einschätzungscommissionen beher⸗
vergt Berlin etwa zwanzig Millionäre, darunter das Bankhaus
Schickler mit 17, Hedmann vor dem Schlesischen Thore mit 10,
dommissionsrath Johaun Hoff mit 5, Borsig mit 8 Millionen u. s. w.
7 Aus Leipzig wird der „Morg.-Post“ geschrieben, Da—
»ison sei wahnsinnig geworden; Spuren von Geistesstörung
Trübsinn) seien schon seit seiner Rückkehr aus Amerika bemerkt
vorden; sein krankhafter Gemüths-Zustand habe sich aber endlich
um Wahnsinn gesteigert, und seine fixe Idee bestehe darin, daß
r, der an Glücksgütern gesegnete Künstler, sich für einen Bettler
salte, der kaum das trockene Brod hat, und sich jeden Augenblick
vom hereinbrechenden Elend bedroht siehtt.

7 Vom 177 bis 19. Oct. findet die Jubiläumsfeier des Wart⸗
urgfestes von 1817 statt. Riemann, der Hauptgründer der Bur—
henschaft und der Festredner vor 50 Jahren, ist — nach dem
„Fr. J.“ auch für das Jubiläum als solcher gewonnen.
7 Dr. Adolph Wiesner (I848 Vertreter Prags im
zeutschen Parlament, der äußersten Linken angehörig und seiner
Besinnung stets treu geblieben) ist am 28. Sept. in Rewyork ge⸗—
storben.

F Die diesjährige Baumwollernte der nordamerikani⸗
chen Union wird zwischen 1,700,000 und 1,969,300 Ballen be—
echnet.
Wissenschaftlicher Selbstmord. Wiener Blätter erzählen:
In der vorigen Woche starb in Folge Selbstmordes der 23jährige
HButsbesitzerssohn Adolph Neugert auf dem Gute seines Vaters
nächst Stockergu. Derselbe studirte voriges Jaht an der Wiener
Iniversität Pedizin, mußte aber andauernder Kränklichkeit halber
»as Studium aufgeben und nahm seinen Aufenthalt guf dem
Bute seines Vaters. Sein Leiden, Lungentuberkulose, nahm aber
mmer mehr einen bedentlicheren Charakter an, in Folge dessen
»as Gemüth desselben mit jedem Tage mehr verdüstert wurde; er
erkannte, daß das Uebel unheilbar sei, und da er sich, wie er öff
ers üußerte, vor dem „elenden Sterben“ im Bette fürchtete, so
'aßte er endlich den Entschluß, seinem Leben' durch Selbstmord
in Ende zu machen. Am Mittwoch den 18. September, Abends
zrachte er sich Steinkohlen in sein Zimmer, schloß Thüre und
Fenster, verstopfte die Ritzen und setzte die Kohlen in Brand.
Als man am anderen Tage seine Abwesenheit bemerkte, drang
nan in das Zimmer ein und fand den unglücklichen jungen Mann
als Leiche am Sopha liegen. Auf dem Tische lag ein Blatt Pa⸗
pier, worauf folgende Zeilen standen: „Mein letztes Lebewohl
in Dich, mein Vater, und an meine Freunde,“ und etwas tiefes:
„Wahrnehmungen während meines Todeskampfes: 10 Uhr: Jetzt
zrißt ein dichter, übelriechender Dampf die Augen, ich bekomme
Kopfweh; — 5 Minuten später: die Augen- sowie die Kopf—
chmerzen heftig, das Licht brennt' düster; — 10 Uhr 15 Minu—
en: Ich habe eine Empfindung von Getragensein, Kneipen spüre
ch immer. — Kopfschmerz hat geendet, hinaus, leicht, oh meine
Zrust, ich sehe kaum — es ist nicht leicht“ — hiermit enden seine
Aufzeichnungen. *
        <pb n="486" />
        Geologen und Feldmesser, die im Auftrage der Union Pacific
Fisenhahn⸗ Compagnie die Gebiete des Yellowstone-Flusses erforsch—
en, berichten, daß sie achl Tage hindurch in einer Gegend gereisl
vären, wo aus dem Boden zahlreiche blaue Flammen zuckten und welche
zon einem breiten Strome flüssigen Schwefels durchschnitten wurde. (9)
Das Land selbst war eben und nur hier und da durch sanfte Hü—
gel unterbrochen, auf deren Gipfeln ich Krater von vier bis acht
Fuß Durchmesser befanden; auch der ebene Boden hatte zahlreiche
———
Brausen blaue Flammen aufstiegen. Der Boden selbst war hohl,
vie sich aus dem dumpfen, Ton, den ihre Tritte hervorriefen, ab⸗
iehmen ließ, und fürchtete man jeden Augenblick, daß die dünne
Decke purchbrechen werde. Weit und breit war natürlich kein le—
zendes Wesen, keine Pflanze zu sehen, und mit vollem Recht ga⸗
hen sie jener Gegend den Namen „Hölle.ß.

Landwirthschaftliches.

Die Obsternte des gegenwärtigen Jahres zeigt anßerordent—
iche Verschiedenheiten. Während in den Flußniederungen Aepfel
ind Birnen zu den Seltenheiten gehören und die etwas höher ge—
egenen Flachlandschaften nur den nöthigen Bedarf an Speiseodsl
zufzuweisen haben, erfrenen sich die Gebirgsgegenden eines Obst.
egens, namentlich an Aepfel und Birnen, wie er seit lange nicht
nehr vorhanden war. Aus den böhmischen Gebirgslandschaften
auten die Berichte besonders günstig, auch hinsichtlich des Ertra—
es der Zwetschen bäume. Nicht minder liegen aus Thiningen,
rranken, dem Odenwald und Schwarzwalde Berichte vor, die den
xxxtrag als hoch bezeichnen; die Qualität des Obstes läßt aller—
zings im Hinblicke auf die durchschnittlich niedrige Sommertem—
eratur Vieles zu wünschen übrig. Großer Mangel am Obst iss
im Rheine besonders in den Flachgegenden des Niederrheins.

—
Duræ nerzeüeen demmen ee a —S Raffinerie der Herren vom Rnath * — Eoln bezogen werden:
. e e w. h r F —— — 3 Bei Melis Waggonladung,—
4 — — — lose, expedirz. —
, L, und bei Candis in Pöstchen vvoonnn *
* . Candis fein hellaelbb mindestens 10 Kistchen. e J.
J I — eeet . 3Be
Dunklere Sorten ie fehlen momentan.
Wegen steigender Preisestendenz sind obige Notirungen ohne Verbindlichkeit. DVDDD
Unter einer Waggonladung sind circa 600 Brode oder circq 100 Ceniner Melis zu verstehen.
— 10 ————— abgegeben. Noabwe e abermals No mehr per Centner Melis.
.. nu,— Samuel DI. RBruemh
— GSchillerallee.) w
Bekanntmachung. Tuch und Buckskin, schwere Lama's.
n Tuch kin, schwere Lama's.
Dersteltapg A Der Unterzeichnete empfiehlt sein Lager hierin und fühlt sich, um irrigen
Ddienston redn — —* Herüchten zu begegnen, veranlaßt bekannt zu machen, daß er nicht ausschließlich
Milacz hait2 ühre m. Großen, sondern auch im Detail verkauft. J
nuf dem Buͤrgereiecamte Erfweiler, Mein bedeutend vergröͤßertes Verkaufslolal bietet eine schöne Auswahl
verden zurHerfiellung anes zweiten ind gute Waare, bei billigen Preisen.
Brunneus in der Gemeinde Or⸗ Zweibrücken im October 186352c. J
mesheim, folgende Arbeiten im Minder⸗ 55
versteigerungswege vergeben: n F— Franz Lang, Fabrikant.
fl. Neben dem Sirsch. 7 RIJR
1) Grundarbeit veranschlagt zu 25 n dem aoldenen Sirsch Gleich über der Brücke.
2) Gußeiserne Röhre nebst einen
Brunuenstock zu liefern veran⸗
schlagt zu .. 876
Eine Sandsteinplatte veran⸗
schlagtz uuu.. 8
Der Kostenanschlag liegt zur Einsicht
hdierorts offen. 2 *
Erfweiler den 14. October 18683.
Das Buürgermeisteramt
Braunberger.
Alter &amp; neuer
Apfelwein
per Schoppen 6 kr.
über die Straße 5 kr.
RMhilivp Wenkel.

JITT. — — Q — —
Claqe-Handschuho
verden gewaschen bei
Val. Fischer,
Huts und Kappenmacher.
Mainzer Handkäschen
ind wieder angekommen bei
Frik Wanzerbieter.

his — fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — ir
his — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
16 fl. — kr. bis — fil. — ix. per 85
dilo. Rüböl ohne Faß 22 fl. 30' tr. bis
22 fl. 45 kr. Leindlohne Faß 25 fl.
.kr. bis — il. — kr. Moͤhnol ohne
Faß 36 fl. 80 kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen 70 fl. — kr. bis
78 fl. — ir. Branntwein 86 fl. — r.
his — fil. — fr.

Für Damen! 5
Gesteppte seidene Damengürtel sind
zu haben bei
Val. Fischer.
Hut⸗ und Kavvpenmacher.

— — — Worms den 11. Oct.
Gefs ucht Wir noliren heute: Weizen 16 fl. 15 kr.

is — fl. — fr. Roggen 13 fl. — kr.
uum sofortigen Eintritt, Z0 Erdarbei⸗ is — fi. — tr. Gerste 117fl. 30 fr.
rer, die je. nach der Leistung, täglich is 11 fU. 40 tr. per 100 Kilo, Hafer
20 Silbergroschen bis einen Tha⸗ fl. 40'tr. bis 3 fi. 50 tr. per 60 Kilo.
ler verdienen können. Meldungen Mehl per Partie 11 fl. — K. bis 1afl.
—A 15 kr. Roggenmehl 12 fl. 15 kr. bis — fl.
X — kr. Roggenvorschuß 18 fl. — kr. bis

zu Elversberg. 13 fl. 30 kr. Weizenvorschuß 18 fl. — kr.

Moinz, 11. Oct.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 16 fl. 45 fr. — 17 fl. 30 kr. —
Korn (180 Pfd.) 13 fl. 45 tr. — 14 fl.
r. — Gersie (100 Pfd.) 11 fI. 40 ir.
— 11 fl. 50 kr. — Hafer' (120 Pfd.
5fl. 30 ir. — 53 fl. 35 kxr.

⸗
— —ñ ,e —ñ— — —— ——— —
Redaktion. Druck und Verlaa von F X Dem⸗s in St. Inabert.
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        St. Ingberler Zenzeiger.
3 —3*3 — ——— ,
Der „St. In gberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blattschrift Dder dereu Raum berechnet.“
Nro. 124. 6. Donnerstag, den 17. Oetober 1867.
Deutschland. J

München, 18. Oct. Die wenn auch nicht völlig unerwar⸗
tete, so doch nicht mehr zu bezweifelnde Nachricht von der Auf—
jösung des Verloöͤbnisses S. M. des Königs durchflog vorgestern
mit Blitzeseile die Stadt und bildet in allen Kreisen den Gegen—
stand lebhafter Besprechung. Hatte ja doch das ganze Land den
cegsten Antheil an dem erwarteten Ereignisse genommen, mit Span⸗
nung dem Tage entgegengesehen, an dem der Bund die gesetzliche
Weihe erhalten sollte. Es ist nicht anders gekommen, und —
vie die Dinge nun einmal verlässigen Mittheilungen nach stam
den — es ist besser daß es so gekommen! Es war nämlich, wie
man hört, im Laufe des bräutlichen Verhältnisses mehr und mehr
eine Verschiedenheit der Anschauungen, der Sinnesart der hohen
Verlobten zu Tage getreten, welche nach beiderseitiger Ueberzeu⸗
zung den Abschluß der Verbindung nicht weiter wünschenswerth
erscheinen, ein glückliches eheliches Verhältniß nicht erwarten ließ.
So betrübend in mancher Hinsicht die Thatsache der Trennung
erscheinen mag, so erklärlich ist dieselbe unter den obschwebenden
Umftänden geworden, so nothwendig war sie, wenn nicht vom
Throne aus das Bild ehelicher Disharmonie geboten, kurz gesagt,
aus zwei unlieben Eventualitäten die schlimmere gewählt werden
oslte. Wie wir von gut unterrichteter Seite vernehmen, werden
die acht Braupaare die ihnen im Falle der Vermählung S. M.
des Königs in Aussicht gestellte Aussteuer auch nach dem jetzigen
Rückgange des Verlöbnisses gleichwohl erhalten.

Muͤnchen, 18. Oct. Der Finanzausschuß der Abgeord⸗
aetenkammer hat gestern bei Besprechung der Vertheilung der auf
das Büd iet bezüglichen Arbeiten den Beschluß gefaßt, die bean—
ragte Erhöhung der Beamtengehalte im Zusammenhang mit der
Frage zu behandeln, wie die Geschäfte in allen Zweigen der
Staatsverwaltung einschlüssig des Kriegsministerims
zu vereinfachen, resp. eine Verminderung des Personalstan—
des zu erzielen sei. Das Kammerpräsidium wurde ersucht, von der
Staatsregierung Aufklärumg darüber zu erbitten, wie sie es in
dieser Hinsicht zu halten gedenke. — Die vorgestern erwühnte An—
zabe der Augsb. Pztg.“, der zufolge der Abg. Kolb sich gegen
die Genehmigung des Zollvereinsvertrages ausgesprochen habe
vird als unrichtig bezeichnet. Eine Veranlassung zu einem Aus—
pruch Für oder Wider habe noch gar nicht vorgelegen.

München, 14. Oct. Am 9. d. hat in Berlin der Aus-—
ausch der Ratificationen des unterm 8. Angust d. Is. abgeschlos⸗
enen Schlußrecesses zum Vollzug des preußisch-bayerischen
Friedensvertrages vom 22. August v. J. ee — Der
osterreichische Gesandte am hiesigen Hofe, Graf Trautmannsdorf,
sst nach längerer Abwesenheit von München wieder hierher zurück
gekehrt. — Der hiesige Erzbischof ist heute zu der Fuldaer Bi—
schofsversammlung abgereisfßt.

Munchen, 14. Oct. Das Referat des Abg. Feustel en
Berichterstatters des 2. und 3. Ausschusses über die Vorlagen in
Betreff des Zoll- und Handelsvertrages, der Uebereinkunft wegen
Erhebung einer Abgabe von Salz und der Wahlen boahyerischer
Abgeordneten für das deutsche Zollparlament, ist bereits vollen
det. Derselbe beantragt, wie vorauszusehen war, unbedingte An—
naahme der sämmtlichen genannten Vorlagen.

München, 14. Oct. Wie man jetzt erfährt, ist die Dis—
riplinar⸗ Untersuchung gegen mehrere Cavalerie-Officiere (ein Ge—
aeralmajor, ein Rittmeister, vier Oberlieutenants und zwei Unter⸗
lieutenants) welche wegen der Panik bei Gersfeld in der Nacht
dom 4. auf den 5. Juli v. I., in Untersuchung und vom Dienste
suspendirt waren, schon vor einigen Wochen beendet worden. Die
trafrechtliche Untersuchung wurde schon zu Anfang dieses Jahres
ꝛingestellt, da in dem Verhalten der betreffenden Officiere kein
—V
AIuch in disciplinärer Beziehung ergab sich nichts, was mit der
nilitärischen Ehere unvereinbar wäre, wenn auch der Vorwurf
des Mangels ruhiger Ueberlegung und besonnener Haltung nicht
janz unbegründet, jedoch theils durch die Commandoführung, theils

durch falsche Gerüchte und Unkenntniß der Gegend, zu entschuldigen
sein dürfie. Der betreffende General und ein Rittmeister wurden
venn auch schon früher pensionirt, aber unbegreiflicher Weise der
erstere, welchen das größere Verschulden trifft, mit der vollen,
her letztere dagegen mit Zweidrittel der Normalpenfion.
darin liegt gegenüber letzterem ein offenbares Unrecht, das nach—
räglich wieder gut gemacht merden sollte. Die übrigen sechs
Ifficiere wurden versettt.

München, 15. Oct.“ Der coinbinirte 2. und 8. Ausschuß
der Abgeordnetenkammelt hat die Regierungsborlagen über den
neuen Zollvertrag, die Salzsteuer und die Wahlen für das Zolls
Jarlament einstimmig angenommen.

Nürnberg, 10. Oct. Während man in allen Tonarten
etheuerte, die ganze Bevölkerung des diesseitigen Bayerns wolle
n der Socialgesetzgebung durchaus nicht so weit gehen wie die
ffälz. Gesetzgebung, man verwerfe vielmehr die dortigen „franzö—
ischen Einrichtungen“ und halte unbedingt fest an den angeblich
irdeutschen der Beschränkung, haben der Arbeiterbildungsve rein
n Nürnberg und der Arbeiterverein in Fürth eine gemeinsame
xingabe an die Abgeordnetenkammer gerichtet, worin sie in ein⸗
acher schlichter, aber trotzdem treffend motivirter Weise gerade
ene pfälz. Einrichtungen auch für das diesseitige Bayern fordern.
Wie ich vernehme, hat der Abgeordnete Kolb zugesagt, sich die
fingabe als Antrag anzueignen. Die Abfassung ist jedoch, wie
ch bestimmt angeben kann, ausschließlich aus jenen Arbeiterkreisen
jervorgegangen, in denen man eben auch versteht, was einem
rommi. Nach ziemlich' umfassender Erbrterung der Haupifragen
auten die Schlußanträge dahin: Die Kammer wolle in den So⸗
ialgesetzen nachbemerklte Anderungen vornehmen: 7

„Ii) Beim Verehelichungsgesetz die Civilehe einführen und
von der Bestimmung, daß der sich Verehelichende 3 Jahre dor⸗
jer keine oͤffentliche Armenunterstüßzung bezogen haben dürfe, Um—
jang nehmen.

„2) Die größere Erschwerung zur Erlangung des Orts- als
»es Staatsbürgerrechts und das Verlangen einer Probezeit für
)en Nichtheimathberechtigten zu dessen Ansässigmachung, beziehungs-
veise Heirath, auffeben.

„3) Von der Erhebung einer Heimathrechts⸗ und Bürger—⸗
echtsgebühr Umgang nehmen und nur ein Gemeinderechtsgeld
für die Nutzungen) unter der Voraussetzung zu verlangen, daß
5 dem in einer Gemeinde sich Ansässigmachenden freigestellt sei,
ob er von den Nutzungen durch Zahlung einer entsprechenden Ge⸗
hühr Theil nehmen wolle oder nicht. I

.4) Beim Gewerbsgesetze keine unnöthigen Ausnahmebestim⸗
nungen, namertlich für Wirthe und Apotheker, aufstellen, und
auch jede Concessionsentziehung, sei es auf richterlichem oder Ver—
valtungswege, nicht zu gestatten.“

Dienstesnachrichten.

Seine Majestät der König haben Sich bewogen gefunden,
den Landrichter Karl Zieglwalner in Lauterrecken in Folge admini⸗
trativer Erwägung auf Grund des 8 19 der LX. Beilage zur
Berfassungsurkunde in den Ruhestand zu versetzen.

Zufolge Regierungsbeschluß vom 12. Oclober 1837 wurde
der Schuldienstexspectant Johann Carl Heng von Gerbach zum
Verweser an der protest. deutschen untern Schule zu Frankenstein
»om 1. November l. J. an ernannt.
Mittelst Entschließung der General⸗-Direction der kgl. Ver—⸗
Lehrsanstalten vom 8. Oct. wurde der k. Postassistent Grill vom
16. 1. Mts. an, von Kaiserslautern nach Ludwigshafen und an
essen Stelle der Postassistent Jakob Dichtl von Regensburg nach
daiserslautern versetzt.

Berlin. 10. Oct. Wie man hier die moralischen, Erobe—⸗
rungen versteht, das beweist die Einführung der preußischen
dreisverfassung in den einverleibten Ländern. Diese Verfassung
herdankt der Manteuffel'schen reactionären „Landrathskammer“
Ir Dasein und setzt einen Kreistag ein, in welchem auf einen
        <pb n="488" />
        hauerlichen und einen staͤdtischen Abgeordneten immer zehn Ritter⸗
zutsbesitzer kommen?. Diefe sind zwar nicht Johanne ohne Land;
aber sie haben in den alten Provinzen doch nicht mehr als ein
Drittel des Grundbesitzes inne und sollen doch ihrer Zahl nach drei
zis vier Fünftel vertreten. Sie haben das Vorschlagsrecht für
die Besetzung der Stelle des Landrathes, der also sein Amt ihrer be⸗
sonderen Gunst verdankt. Dieser Landrath, dem die Armenpflege,
die Steuererhebung und die Finanzverwaltung obliegt, wird wieder
pon ungefähr 12 Rittersgutsbesitzern und nur zwei oder drei städti⸗
schen und bauerlichen Abgeordneten eontrolirt. Diese Stände, in
deren Versammlung also den Rittergutsbesitzern immmer die über—
wiegende Majorität von 5 zu 2 über städtische und bäuerliche Ab⸗
geordnett gesichert ist, haben über ein Zehntel der Staatseinkünfte
ju verfügen und über die Vertheilung der Steuerlasten zu bestim⸗
nen. Es gehört ein wahrer Köhlerglaube in deren Selbstlosigkeit
zazu, um anzunehmen, sie würden sich selbst dabei zu stark be—
sasien . . Solche Einrichtungen, die ein wahres Paschathum der
feudalen Stände auf dem Lande begründen, sollen nun moralische
Froberungen für Preußen machen!. 5

Bersin, 14 Oct. Wie die Kreuzzeitung“ meldet, beab⸗
sichtigt die eonservative Fraction, Angesichts der Landtagswahlen,
ein politisches Programm aufzustelleen.

Berkin, 14. Oct. Der „Staatsanzeiger“ veröffentlicht ei⸗
nen königlichen Erlaß, durch welchen die Verwaltung des preußi—
schen Post⸗ und Telegraphenwesens vom 15. ds. ab vom Han—
delsminister quf den Bundeskanzler, Grafen Bismarck, übertragen
wird, behufs zusammenhängender Bearbeitung mit dem Bundes-
post⸗ nud Telegraphenwesen, welches vom L Januar 1868 ab
dem Bundeskanzler zufällt. I

Berlin, 15. Oct. Der Reichstag hat auf Antrag des
GBrafen Solms-Laubach das bisherige Präsidium durch Acclama—
nion wiedergewählt. Das Koalitionsgesetz wurde bei Namensauf-
ruf mit 126 gegen 71 Stimmen definitiv angenommen.
Berlin, 15. Oct. Der „Staatsanzeiger“ veröffentlicht
einen Gesetzentwurf über die Marine-Anleihe von 10 Millionen,
welche allmälig zu realisiren ist. Die Zinsen der Anleihe und
die Zahlungstermine hat das Bundespräsidium festzusetzen.

Wien, 14. Oci. Nach der „Wiener Corr.“ wird der Kai⸗
ser am 21. d. M. von hier abreisen, in Salzburg das Diner in
Nancy Nachtquartier nehmen und am 22. Nachmittags in Paris
einreffen. — Die Nachricht von einem Ausfluge des Reichskanz-
lers, Frhen. v. Beust, nach London, ist unbegründet. Es, war
nur vorübergehend davon die Rede, daß der Kaiser seine Anwe⸗
jenheit in Paris zu einem Besuche der Königin von England be—
nützen dürfte. Sollte der Kaiser auf diese Absicht zurüdkommen,
so würde Frhr. v. Beust den Kaiser begleiten. I—

Wien, 14. Oct. Der Kaiser hat heute die Deputation des
Gemeinderathes der Stadt Wien, welche ihm eine Adresse als
Erwiderung der Bischofsadresse überreichte, empfangen und der⸗
jelben erklaͤrs: Er werde die Adresse dem Ministerium zumitteln.
Der Kaiser sprach sodann die Zuversicht aus, daß der Gemeinde⸗
rath, dessen thätige Bestrebungen für die Hebung und Förderung
des Volsschulwesens, er, der Kaiser, gerne anerkenne, weit entfernt
davon sei, den Einfluß der Religion auf die Vo ksschule und die
Bildung des Lehrerstandes irgendwie schmälern zu wollen, da
gewiß die Gemeindebertretung mit ihm die Ueberzeugung theilen
werde, daß die Religion die unerläßlichste Unterlage aller wahren
ittlichen Volkserziehung bilden müsshe.

Frankreich.

Paris, 12. Oct. Der „Constitutionnel“ enthält ein De—
menti der Gerüchte, die über einen Wechsel der inneren Politik
derbreitet seien. Die Regierung würde auf dem durch den Brief
bom 19. Januar vorgezeichneten Wege bleiben und die darin an—
zedeuteten Ideen noch „reifen“ lassen, aber keine neue Bahn ein⸗
schlagen. Also auch hier haben Herrn Rouher's Ansichten den
Sieg davon getragen. Die commercielle Lage bessert sich nicht,
im Gegentheil, sie nimmt immer traurigere Verhältnisse an. Das
Geschäft steht in dem sonst so gewerbfleißigen Norden Frankreichs
fast ganz still; aber ebenso wie Roubaix und Tourcoing klagt
auch z. B. Vyon. Dabei steigen die Getreidepreise von Neuem.
Auf die Ankündigung einer Preiserhöhung in London ist hier das
Mehl von 87 Fres. 50 Ets. auf 88 Fres. 50 Ets gestiegen.
Auch tritt noch der Winter frühzeltig mit ziemlicher Kälte ein,
und auf eine Besserung dieser Lage ist keine Ausficht, eher auf
das Gegentheil. So sieht es in diesem Jahre recht traurig mit
der bis vor zwei Jahren noch so stark beschäftigten und qut ver—
sorgten Arbeiterbevölkerung Frankreichs.

Paris, 18. Oct. Der „Moniteur“ bringt das Gerücht,
daß es dem General Garibaldi gelun zen, auf einem amerikanischen
Schiff zu entkommen, will indessen nicht die Zuverlässigkeit dieser
Nachricht verbürgen.

Man ischreißt dem NRunaganse“ aus Floaren⸗ Dioe GCosonne⸗

Menotti Garibaldi's zählt 1900 sehr entschlossene junge Leute, di
bereits die Feldzüge von 1859 und 1866 mitgemacht haben, und
ich besonders in Tyrol auszeichneten, wo sie sich den Oesterreichern
zegenüber musterhaft hielten. Diese Colonne hat noch keine Ge—
egenheit gehabt, sich mit dem Feinde zu messen. J

Pari's, 14. Oct. Der Auffstand im Römischen wächst,
die fünf Provinzen des Kirchenstaates bis vor die Thore Roms
ind verloren, und dabei ist keine Aussicht auf französische Hülfe.
Die „Union“ bricht heute in wahre Schmerzensrufe aus und hbe—
chwört Frankreich, sofort einzuschreiten; aber dieses wird nicht in⸗
erveniren, so lange der Kampf auf die Insurgenten und die
äpstlichen Soldaten beschränkt bleibt und das Königreich Italien
ich nicht einmischt. Sollten wirklich Maßregeln inBetreff des
dirchenstaates nothwendig werden, so werden sie nur in Ueberein⸗
timmung mit der florentiner Regierung getroffen werden; das
ann ich Ihnen aus bester Quelle versichern. Vor drei Tagen
ählten die Aufständischen bereits 53000 Mann, die in fünf Abthei-
ungen in Farnese, Correse, der Sabina, bei Frofinone ihre Haupt ·
juartiere haben. Die Begeisterung wächst in Florenz beständig.
kẽs wird jetzt auch die Erklärung der räthselhaften Thatsache ge⸗
jeben, daß einige Bataillone der römischen Besatzung? ausmarschirt,
iber sofort zuruückgekehrt sind.“ Dieselben waren ausgeschickt, um
Insurgentenschwärme zu vertreiben, die sich bei Tivoli gezeigt hatten.
daum aber hatten sie Rom verlassen, als sich hier solche Zeichen van
AInruhe bemerkbar machten, daß sie schleunigst zurückgerufen wur—
»en. So steht es mit dem „tiefen Frieden“ in Rom. Zu allem
»em scheint es, als ob Garibaldi nächstens doch entwischen werde.
Man sagt wenigstens, daß die englische Peninsula- and Oriental⸗
Tompanh eingewilligt habe, den General von seiner Insel mitzu⸗
iehmen und ihn an irgend einem Punkte des Festlandes abzusetzen.
Was helfen bei solchen Thatsachen alle beruhigenden Versicherun-
jen, die Rattazzi hier ertheilen läßt. Er hat versprochen, den
hrenzcordon um den Kirchenstaat abermals zu verstärken; aber die
Soldaten selbst sind für die Sache des Aufstandes begeistert und
ersehen den Wachidienst mit großer Nachlässigkeit. Außerdem
ind auch die Grenzbewohner der Insurreetion günstig und beför—
jern die Garibaldianer guf allen Wegen. Während die Frei—
chärler harmlos und in friedlichem Arbeitercostum die Grenze
iberschreiten, gehen an einem ganz anderen Punkte Bauernweiber
iber dieselbe, auf dem Kopfe Gemüsekörbe, in welchen sich Waffcu
ind Munition befinden. In einem jenseitigen Dorfe trifft man
ich dann, und schnell ift eine völlig ausgerüstete Schaar von hun—
dert Mann beisammen. — Morgen wird die kaiserliche Familie
endlich in St. Cloud anlangen und übermorgen wird unter des
aisers — ein allgemeiner Ministerrath stattfinden. — Das
jeutige Leichenbegängniß Fo u1Id s war von sämmtlichen Ministern
und Marschällen begleitet. Rouher hielt eine Rede an dem Grabe
des Exministers. Es fühlt Jedermann, daß wieder eine Große
des Kaiserreichs ohne genügenden Ersatz dahin gegangen ist.

Paris, 15. Oct. Wie die „Palrie“ meldet, wird morgen
ein Ministerrath in St. Cloud stattfinden, welchem auch die Kai⸗—
'erin beiwohnen wird. — Der päpstliche Nuntius hat gestern dem
Marquis de Moustier das Circular des Cardinals Antonelli
nitgetheilt, wovon bereits in den Zeit ungen die Rede war. —
Dasselbe Blatt spricht gegen den Einmarsch von italienischen Trub—
yen in das römische Gebiet und bezeichnet denselben als keines—
vegs nothwendig. — Die „Presse“ sagt: Im Hafen von Tou—
lon herrscht große Thaätigkeit. Lamarmora ist bereit in das rö—
nische Gebiet einzurücken. Eine Proclamation Mazzini's fordert
die Römer auf, die Republik zu proclamiren.

England.

London, 13. Oct. Aus Newyork sind Berichte bis zum
5. Oct. eingetroffen. Dieselben melden, daß in New⸗Orleans das
Jelbe Fieber fortwüthet und daß der Admiral Tegetthoff am 19.
Zeptember noch wegen der Auslieferung der Leiche Marimilians
unterhandelt hat.
Italien.

Nach der „Turin. Ztg.“ hätten die von Menotti Garibaldi,
Acerbi, Salomone, Orsicolera, u. a. befehligten Banden für den
Augenblick ihre Operationen eingestellt, um sich zu concentriren
Man erwarter aber, daß Menotti sehr bald einen kühnen Streich
nusführen werde. — Es sollen sich aus Velletri, Frosinone, Vi—
erbo piele Priefter nach Rom geflüchtet haben.

Die „Gazzetta Piemontese“ constatirt, daß sich überall Un—
erstützungsvereine für die Insurgenten bilden. An der Spitze
ieser Nationalsubscription stehen Genus und Turin. In Neapel
'ängt man an, Fünf-Franken⸗Bons in Umlauf zu setzen, um die
ömische Empoͤrung zu begünstigen.

Rom, 14, Oct. Neunzig päpstliche Soldaten haben ge—
stern einen Bayonett⸗Angriff auf 300 Garibaldianer gemacht, die
hnen den Weg nach Libretti versperren wollten, Die Eindring—
inge wurden genöthigt. den Ort zu räumen.
        <pb n="489" />
        Rom, 13. Oct. Die Bewegungen der Insurgentenschaa—
en daueru in den Grenzprovinzen fort, eine militärische Aktion
i aber nicht stattgefunden. In Rom felbst herrscht fortwährend
zollständige Ruhe. F

Florenz. 12. Oct. Das römische Comite hat am 9. Oct.
gie Leitung der rebolutionären Bewegung wieder übernommen und
ne Einladung an die Bevölkerung Roms erlassen, die infurec—
nelse Bewegung in den Provinzen zu unterst ützen. Eine Pro—
samation Garibasdi's bequftragt seinen Sohn Menotti mit der
zeitung der Unternehmung gegen Rom, bis er selbst werde an
Itt und Stelle, erscheinen und die Führung übernehmen
oönnen. In Rom werden fortwährend Verhaftungen bewerk
jelligtc.

Sis renz, 14. Oct. Die Vorposten Menotti Garibaldi's
tehen por Nerola. Man versichert, Graf Pagliacci und andere
ZFefangene seien in Rom füsilirt worden.

Florenz, 15. Oct. Die päpstlichen Truppen haben Ne
ola angegriffen, welches Menotti Garibaldi be,etzt hält, sie wur⸗
zen aber zurückgeworfen. Die Opinione vertheidigt die Haltung
ler Regierung der römischen Frage gegenüber und sagt: Italien
nüsse, trotzdem von anderer Seite mit einer Intervention gedroht
vird, in das römische Gebiet einrücken, wenn die Interessen des
Haterlandes und der Monarchie oder die Erhaltung der Ordnung
m Lande es exrheischen.

Türkei.

Die „Allg. Ztg.“ berichtet: „General Langiewitz erhielt die
Frlaubniß pom Sultan, alle Emigranten polnischer Nationalität,
zie zerstreut in Frankreich, in Oesterreich und der Schweiz leben,
jach der Türkei zu berufen, welche zwei Corps bilden werden,
on denen das eine in Tultscha, das andere in Saktscha garniso⸗
ziren wird. Der Zweck derselben besteht darin, die Beziehungen
wischen Rußland und den Bulgaren zu überwachen, beziehungs⸗
beise zu stören.
Veremiscchte vs·
4Webenheim, bei Blieskastel, 14. Oct. Gestern wurde un⸗
ere neue, mit einem Kostenaufwande von 80,900 fl. erbaute pro⸗
estantische Kirche durch Hru, Consistorialrath Moschel eingeweiht.
Zowohl der letztere, als der Ortspfarrer Hr. Dahl sind hier ge—
voren.“Der Bau der Kirche ist sehr gelungen. Das Fest war
leider durch schlechtes Wetter getrübt. 1
4.Zum Lot des Bundestages. Die in Darmstgdt erschei—
nende „Mainzeitung“ theilt nachfolgende poetische Zeilen mit,
velche bexeits in Jahre 1818 F. Lehne in Alzey unter dem
Titei: „Die Roalfhsversammlung zu Querlegnitsch“ dem Gott sei
Dank jetz seligen Bundestage gewidmet hat:
goir brauchten Feit uns zu begrüßen
Mit regem Mund und regen Füßen.
Drauf aber haben wir beschlossen
Rach vielen grundgelehrten Glossen,
Die wir protokolliren ließen,
Es sei, es sei — nichts zu beschließen; —
Doch sehen wir es unverdrossen, *27
Daß fernerhin die Reben sprießen,
Daß fernerhin die Bäche fließen,
And Gras noch wachse auf den Wiesen,
Drauf haben wir einmal genossen,
Die saure Arbeit zu versüßen,
Denn wahrlich, es sind keine Possen,
AUm nichts zu thun, berathen müssen.
Dresden, 1. Oct, Schon der Dichter⸗Arzt Euricius Cor⸗
dus klagte:

Drei Gesichter hat der Arzt. Kommt er auf Verlangen,
Heißt man einen Engel ihn, hilft ex, — einen Gott. —
Will er aber nach der Cur seinen Lohn empfangen,.
Sieht er wie der Teufel aus, und wird ihm nur Spott.

Diese alte Exfahrung, daß die Söhne Aesculaps, zumal wenn sie
noch keinen großen Ruf haben, dvielfach theils schlecht, theils höchst
(aumselig honorirt werden, hat jetzt in Sachsen zu einem eigen—
hümlichen Project geführt. Es soll nämlich eine Bank gegründet
verden, welche auf Verlangen jede ärztliche Liquidation mit 5 pCt.
Ubzug baar auszahlt, den Betrag derselben aber unnachsichtlich
don dem Schuldner einzieht, Dadurch wilrden die Aerzte eventuell
nicht in die Verlegenheit kommen, selbst klagen zu müssen, und
önnten auch boswillig schlechte Zahler kennen gelernt werden, um
sie an die Armenärzte zu verweisen.

4 Ein auf der Wieden bei Wien wohnhafter Fabrikarbeiter
räumte vorige Woche die Nummern 76, 9, 88. Bevor er sich
des andern Tages an die Arbeit begab, ging er zu seiner Gelieb—
jen und gab ihr den Auftrag, die drei Nummern in die Lotterie
u setzen. Diese vergaß aber darauf, und man denke sich ihren
Schrecken, als sie am Mitiwoch de drei Nummernalß4 ge⸗—

ogen angeschrieben fand. Sie kaunte den jähzornigen Chargkter

7*

hres Geliebten und schlief zwei Nächte bei einer Freundin, erst
Freitag begab sie sich in ihre Wohnung. Wie sie es erwartete,
d war es auch. Der Geliebte kam Abends nach der Arbeit zu
hr und verlangte den Lotteriezettel. Als sie ihm darauf sagte,
ie habe die Nummern zu setzen vergessen, da stand er einen Augen⸗
zlick wie gelähmt; endlich trat Schaum anf seine Lippen, und
or Wuth zitternd, sprang er auf das Mädchen los, warf sie zu
Boden, trat mit Füßen auf ihr herum, so daß sie ungsterfüllt
nach Hülfe rief. Ihre Zimmerleute kamen herbeinund suchten den
Wuͤlhenden zu bändigen, dieser sprang aber auf, und mit wirrem
Auge und gräßlich verzerrten Gesichtszügen drang er mit seinem
nzwischen gezogenen Taschenmesser auf die Helfer ein, und wenn
nicht auf ihr Hülferufen mehrere Männer' herbeigeeilt wären, so
vürden Beide von dem Rasenden ermordet worden sein. Man
hand den Excedenten, der nun Alles mit sich geschehen ließ, et
veinte und lachte, sang und scherzte, und der herbeigerufene Arzt
rtannte sofort, daß der Mann wahnsinnig geworden war.n Man
zrachte ihn in das Irrenhaus

— Reisende, die in den letzten Tagen Luremburg besucht ha-
zen, erzählen, daß mit Abtraguͤng der Festungswerke yier, sage
pier Arbeiter beschäftigt sind.

Eininternationales Bankett.) Es bereitet sich
zegenwärtig auf der Pariser Weltausstellung ein großartiges Fest⸗
jelage vor, das selbst die pantagruelischen Genüsse des berühmten
Hastnahles Frymalkion's, das Petronius in seinem Satyrikon so
rrastisch schildert, hinter sich zurücklassen dürfte. Es handelt fich
nämlich um ein internationales Bankett, das die Commissäre der
remden Nationen zu Ehren der kaiserlichen Commission und des
ranzösischen Commissariats veranstalten wollen. Damit diesem
Fesie nichts fehle, was zu seiner Verschönerung beitragen kann, so
sat man auch Damen eingeladen. Nicht allein die Speisen und
zie Weine, sondern auch das Tafelgeschirr, Tischzeug u. sz w.
vird von den fremden Nationen geliefert werden, und jedes Volt
vird natürlich nach möglichst würdiger Vertretung streben. Eng—
and wird das Wildpret zu diesem homerischen Gelage liefern,
Schottland spendet Lachse, und das schwedische Rennthier wird
jeben der tunesischen Gazelle vertreten sein z Ruͤßland bietet weiße
Haasen; aus den Pyrenaen sind Gemsen geschickt worden; sogat
zie hleine Republik von Andorra will nicht vergessen sein, sie läßt
ich durch Forellen und weisze Rebhühner vertreten. Vor Allem
aber spricht man von einem Riesenfische, der lebend gebrachk wor⸗
Jen ist und nun bis zum Feste, dem er, zum Opfer fallen soll,
orglich gehütet wird; er ist aber so kolossal, daß man keine Schüs⸗
el hat finden können, die groß genug wäre, ihn zu fassen, man
at demnach ein besonderes Gefäß bestellen müssen, das aus ver—
ilbertem Metall gefertigt ist, unde die Form einer Pirogue: hat.
Die Weine Griechenlands und Spaniens werden in böhmischen
Blaͤsern perlen, der Tokgier wird mit dem Lacrymä Christiwett⸗
eifern, und der Constantiawein soll den Champagner ersetzen.
Eine wahrhaft cosmopolitische Musik wird dem Gehör der Gäste
allerhand Genüsse bereiten; Tyroler Jodler werden sich mit nea—
politischen Piffergri abwechselnd vernehmen lassen. Kurz, es wird
im eigentlichsten Sinne ein Gastmahl der Lucullus werden, das
an die glänzendsten Gelage des antiken Roms erinnern wird;
die fremden Kommissäre scheuen vor keiner Ausgabe zurück, und
die ausgesuchtesten gastrouomischen Gesüsse aller Länder der Welt,
werden jin Contribution gesetzt. ——

4 Der „Figaro“ vernimmt aus Si. Petersburg, daß Fürst
Hortschatoff, welcher 70 Jahre zählt, sich demnächst mit einer
24jaͤr. von ihrem Manne geschiedenen Dame vermählen werde.
Der Czar begünstige diese Verbindung, welche ganz Petersburg
in Erstaunen setze, um einer Mesalliance eines Großfürsten vor—
ubeugen.

FParis, 12. Ott. Dem „Etendard“ geht ein Privat—

Telegramm ans Saint-Etienne von gestern Abend 8 Uhr zu,
velches meldet, daß in den dortigen Kohlengruben ein großes Un⸗
zlück vorgekommen ist, jndem durch die Entzündung von sogenann⸗
en schlagenden Wettern, ein Schacht perschüttetet wurde, in wel—
hem eben gearbeitet wurde. Man kennt noch nicht genau die
Zahl der Verunglückten. Siebzehn Leichen wurden bis jetzt her—
orgeholt. Sieben Leute fehlen noch. Man gibt sich der Hoff⸗
nung hin, daß man sie noch lebend auffinden wird.
7 In Mailand wurde eine angeblich sehr vornehmer Herr
derhastet, welcher sich bald für einen Engländer, bald für einen
Ruisen ausgah. Er ist aber ein großer Gauner aus Bayern, der
in Chur einen bedeutenden Diebstahl verübt hat..

7 In Griechenland, namentlich in Messenien und Lalonien,
anden vor einer Woche mehr oder weniger starke Erdstöße statt;
die Stadt Gyttian (Maina) stand in Gefahr, von den Wellen ver—
hlungen zu werden; an vielen Städten bildeten sich machtige
erdjpalten. viele. Menschen wurden getödtet; auch in Patras, Chal⸗
3 und Athen wurde das Erdbeben verspürt.
        <pb n="490" />
        i idi— ν e —————

Pa Amerikanische Zeitungen erzählen eine seltjame Geschichte
die in Deutschland schon deßhalb gelesen zu werden verdient, weil
deutsche Leser vielleicht Aufschluß uͤber das unglückliche Opfer des
hier erzählien Verbrechens geben können. Am 25. August verließ
der Dampfer⸗ „Atlantie“ Bremen, um nach New⸗-York zu fahren.
Er hatte einen deutschen Apotheker an Bord, und in seiner Be—
gleitung ein junges Mädchen von etwa 20 Jahren.“ Der Apo—
iheker erzählte den Mitreisenden, er sei in Brooklyn bei Newyork
ansässig und das Mädchen sei- seine Coufine. Sie nannte sich
Catharine Caroline Kübler. Nach Aeußerungen des jungen Mäd—
chensgegen andere Passagiere war sie jedoch nicht des Apothekers
Verwandte, sondern von ihm unter dem Versprechen der Ehe
verführt und zur Mitreise beredet, nachdem sie in Deutschland
hereits einige Wochen als Mann und Frau gelebt hatten. Der Damp⸗
fer war kaum in See, als der Apotheker dem Mädchen die über⸗
raschende Exöffnung machte an Heirath dürfe sie nicht denken, er
habe, was er ihr bisher verschwiegen in New-York eine Frau—.

Das Mädchen hatte zusammen mit iner älteren deutschen Frau
eine Cajüte inne und pflegte sich in ihren Kleidern zu Bett zu
legen. Am 28. Abends zwischen 10 und 11 Uhr wurde sie von
dem-Apotheker geweckl. Sie stand auf, ging mit ihm hinaus und
st seitdem verschwunden. Ihr Geld und einige Werthsachen be—
'anden sich unter ihrem Kopfkissen. Am nächsten Morgen erschien
»ex Apotheker, der sie sonst jeden Morgen zu wecken pflegte, nicht
meihrer Thür, und als ihm gesagt wurde, seine Cousine werde
ermißt, äußerte er: Vielleicht sei sie Uber Bord gefallen, das
vürde das Beste sein. Unter den Passagieren ist auch zur Sprache
jekommen, die Kübler habe erzählt, der Apotheker habe ihr das
Unerbieten gemacht, sie von Newyork nach Europa auf seine Ko—
ten wieder zurückfahren zu lassen, sie habe sich aber gesträubt und
erklärt, in New-York bleiben zu wollen. Ob dort gegen den
Apotheker nach seiner Ankunft gerichtlich verfahren wird, davon
rwähnon die Berichte nichts,

A7
Durch Unterzeichnelen koͤnnen foͤrtwährend laut Mustern direct aus der
Mtelis Nr. IL heute à Thlr. 1509/10 W —
37447 II, 15ß Bei Melis/ Waggonladung,
is 3 15/ lose exrpedirt, 4
, 45 und bei Candis in Postchen von 8
Caudis fein hellaelbe. 18 mindestens 10 Kisichen. —
———— — —— I8/4 **
Dunklere Sorten ubis fehlen momentan.
Wegen steigender Preisesstendenz sind obige Notirungen ohne Verbindlichteit. 5 —R
Unter einet Waggonladung sind circa 600 Brode oder circa 100 Centner Melis zu verstehen . e zee
Unter diesem Quantum wird nur bis zu 10 Centnern mite! / io Erhöhung abgegeben. Faß weife ibermals ? /10 mehr per Centner Melis.
ESt. Johann. 10. October 18868683.. 3 6
1 Samel DI. Rruch.
— (Schilterallee.) —
EStatt besonderer Anzeige,
F . die ergebene Mittheilung, daß
ich von meiner Einkaufsreise von Meß
zurückgekehrt bin; und das Neueste was
die diesjaͤhrige Mode gebracht, in meiner
Ausstellung zur gefälligen Ansicht ausge⸗
egt habe.

—
Kaffinerie der Herren vom Kutln Rretcdlht in Cöoͤln bezogen werden

Geschaifts- ruree...
Einenm geehrten hiesigen uͤnd auswärtigen Publikum, besonders den
Herren Schuhmachermeistern mache ich hiermit die ergebene Anzeige,?
daß ich in hiesiger Stadt eine
— ga 22* —— 2 — 44 53
Lederhandlung mit Ausschnitt
errichtet habe und erlaube mir zugleich auf ein wohlassortirtes Lager von;
ämmtlichen ·
Schuhmacherwerkzeugen &amp; Arbeitsartikel
Jaufmerksam zu machen, wobei ich meinen geehrten Abnehmern reelle und?
g8 billigste Bedienung zusichere. —
St. Ingbert, den 4. October 1867 *
8 e, niery-
m— im Hause des Herrn Sattler Fiack.
is aᷣ vis der Postexpedition.

—Glise Schanck.
IOO Cen tner
Kartoffeln
ind zu verkaufen bei
Mat. Ph. RIĩncelc.
Ein fleißiger Schneider efelle findet
ei Schäfer in , sof ort quie
Tondition.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 15. October.
Weizen 8 fl. 5 kr., Korn 6 fl. 29 kr.

Zpelzkern — fl. — tr., Spelz 5 fl.
32 kr., Gerste 6fl. 2 fr., Hafer 4 fl.
26 tr., Erbsen 5 fl. 14 kr., Wicken 3 fl.
51 fr., Linsen 4 fl. 55 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 29 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 15 kr. und 2 Pf.
Mejskhbrad 1514 fkr

8 C C .S 212 22322 X*
BDüngerfabrik Kaiserslautern.
Robeund gedämpfte Knochenmehle.

Superphosphate,

— Peru⸗Guano
. *3 Wiesen-Dünger, —
bei J. re wenig
u St. Inabert.
— Annonee. .

Fur beborstehende Aller-Seelen empfehle meine Blumenkräuze und Bou—⸗
quets von getrockneten Blumen in reicher Auswahl und lade alle Blumenfreunde zum
Besuche meines Etablissements ein.

J HVær. GIIIEI., Handelsgärtner.
in Zweibrücken.
bladoo- Handscohunh Für Damenl⸗7
werden gewaschen bei Gestepple seidene Damengürtel sind
8 g Zisch zu haben bei
Val. Fischer, Val. Fischer,
Hnt⸗ und Kappenmacher.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 17. October.
Weizen 8 fl. 43 kr., Korn 6 fl. 26 kr.
Gersie 2reihige, — fl. — kr., Gerste —
ceihige, 5 fl. 15 kr., Spelz 5 fl. 32 kr.
S„pelzkern — fl. — tr., Dinkel 4 fl
3ekr., Mischfrucht — il. — kr., Hafer
bfl. 40 kr., Erbsen 5 fl. 18 — kr., Wicken
kfl. 22 kr., Kartoffeln 1fl. 6 kr., Heu
lufl. 12 kr., Stroh 1 fl., — kr., per
Zentner. Weisbrod 1 Kilogr., 22 kr.
dornbrod 3 Kgr., 30 kr., ditio 2 Kgr,
20 kr., ditto 1 Kgr. 10 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 37 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, J. QOual. 18 kr., 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 16 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 7 kr., per Liter
Butter 26 kr., per Pfund.

Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        J ß nsea * J d ,* 7 3 J 44 6 9 —A — —— i
6 e ke cqa er.
”νν al, eeh — 51
AIxijl — —— — u Ve i egge sprpeden d an
r lDIA n nn ιι , ι νι
ðer „EBv In 4berter An zeig et“ mit seinem Unterhaltungsbhlatte erscheint wöchentlich! dreimak: Dienstag, Vonnerstag
and Sum'stag.““ Abonnementspreis viertetjührig 45 Krzr, oder 13 Silbergr. Anzeigen werden“ mit 3 Krzro die dreispattige? Zeile
8 Blattschriff oder deren Raum berechnet. *

FT rt * F * — — — *
Nro. 125. 3 1Samistag, den 19. Oetoberr 1867:
— ———— — — —— —

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e en dree 37 97 3
ι Deutschland. ee ljall der Erute; die Behsörden haben bereits vorbereitende Maßre—
ni Müach ein 140 Octen Nach dem Bericht des! Schuldentil- Jeln ergriffen, um etwa einbrechender Noth steuern zu helfen. *
zungscommissars der Abgeordneteniammer, Prof. Dr. Pozi, betrügt Bexbin, 16. Oct. Der Reichstag überwies heute die Pe⸗
Fie baherische Staatsschuld am Schluß des Monats Auguft 1867. ion der ehemaligen schleswig-holsteinischen Officiere aun den Bun⸗
J. Allgemeine Siaatsschuld, 1). Älte Schuld 69,426,741 fl., »estanzler zur Berückhsichtigung. Graf v. Bismard erlannte deren
) Neue Schuld, 37,381, 778 slg) Distinemehen 50,995, 650 fl. Berechtigung an und stellte die Uebernahme der betr. Pensionen
sammen 156,898,164 fl. I. Eisenbabnbauschuld, durch den Norddeutschen Bund in Aussicht. Eine Petition wegenn
47,938.100 fl. wozu noch'als III. die Grundrenteuschuld, welche Lufhebung der ñffantlhisch en Spielbanden wurde eben-
in der Uebersicht fehit hinzukommen wird.) Neue Vorgaͤnge im alls dem Bundeskanzler überwiesen,. i.
Hereiche der Slaalsschuldencommission seit der lehten Bersammlung Wien, 17. Oct.“ In der heutigen Sitzung— des Unter·
des, Landtags hat der Bericht nicht zu exwaͤhnen; dagegen dürfle auses hob der Prasident, im Hinweis auf das im amilichen
der Schluß desselben der Beachiung, nicht unwerth' fein.“ Dr. Ccheil der , Wiener Zeitung“ veröffentlichte kaiserliche Handschreiben
Bözl sagt; Die Schulden last Vaherns hat sich in“ Folge der in, den Cardinal Rauscher, den inj Allgemeinen freudigen Wieder-
dreignisse des Jahres 1866 so bedeutend vermehrt, daß der Ab- dall über den Ausspruch des Kaisers hervor, daß alle gegen den
zeordnete die Besorgniß nicht Janz unterdrücken kann, ob es möge HÄonstitutionalismus gerichteten Wege nicht zum Ziele fuhren, und.
sch sein werde, ohne des Valerlandes Wohlstand und Kulturente daß in Oesterreich nunmehr Gewissensfreiheit und religiöser Friede
vickelung zu gefährden, den auis den erhöhnen Schulden erwachsen- herrschen solle. Auf die Aufforderung des Präsidenten: dem Kai—
zen Verbinidlichleiien auf die Dauer zu genügen. Diese Besorg- 'er dafür ein „Hoch“ auszubringen, erscholl pom ganzen Hause
niß würde sich mindern., und man würde die Opfer, welche das 'in dreimaliges begeistertes „Hoch“ auf den Kaiser. Hierauf
Volk und seine Vertretung in Erfüllung seiner Verpflichtungen zu vurde das Verfassungsgrundgesetz bei namentlicher Abftimmung
hringen hat, williger ragen und leichter verschmerzen, vermöchte nit 119 gegen 46 Stimmen? in dritter Lesung angenommen.
man sich in Wahrheit zu sagen, daß durch/ die. unserem engeren Die heutigen Morgenblätter begrüßen das kaserliche Hand⸗
Vaterlande auferlegten Lasten der Weltfriede gesichert, die Wohl- hreiben an den Cardinal Rauscher als eine wirkliche Aenderung der
ahrt und « Unverletzbarkeit -des Gesammtvaterlandes und seiner Zeiten, als eine neue Stärkung des Vertrauens und auf Verwirklich
Slaͤmme und Völler gefördert und fur die Zukunft verbürgt sei. ing der constitutionellen Bestrebungen. Der Hinwels des Kaisers auf
Der Unterfertigte vermag eine solche beruhigende Ueberzeugung ?ie übernommenen constitutionellen Regentenpflichten verleiht dem
nus den Verhaͤltnissen der Gegenwart nicht zu gewinnen. Es daiserlichen Handschreiben den Werth einer politischen Kundgebung
eigt sich auch bei dieser Gelegenheit, um wie viel leichter es ist, on größter Tragweite. —VVV
bessehende Rechtsverhäitnisse gewaltsam— zu zerreißen, als neue, bes⸗ Frankreichh. 7
iere begrů nden und an die Stelle der zersdrten zu seben⸗ Paris, 14. Oct. Vekanntlich wurde vor einigen Tagen
Munchen; 15. Oet. Die „R. Nachr.“ wurden heute conftscirt, n Paris das Gerücht verbreitet, der Kaiser sein irrsinnig gewors,
angeblich wegen eines dem Schwüb. Merk.“. entnommenen Are den. Die Veranlassung hiezu wird wie folgterzühlt:Mis der
eitels, in dem von Muitliebhadereien des Hofes die Rede ist. Rinifeer des Innern Vabalette, bei feiner Ankunft in Viarriß
München, 161 Oet:“ Die preüß sche Regierumg beabsichtigt mngstlich nach dem Kaiser frug, antwortete man ihm: „L'empereur
Namens der Postverwaltungen des norddentschen Bundes einen stau quai“ (der Kaiser ist am Hafen.) Der Minister versteht
Bertrag mit den Postverwaltungen der Vereinigten Staaten Nord- iber: „JL'empereur est boque?* s(der Kaiser ist verrückt) und geräth
imerika's zur Fördernng des gegenseitigen Postverkehrs abzuschlie- jarüher in große Bestürzung-. Sein Bedienter der wußte, daß
zen und hat den betreffenden Entwurf, in welchem die süddeute ein Herr an der Börse spielte, meldete nun dessen Freunden, den⸗
schen Staaten der eventuelle Beitritt vorbehalten ist, der bayerischen gassiers, eilig: „Der Kaiser hat den Verstand verloren.“
Reglerungmittheilen lassene7 Da das Zustandekommen dieses Paris, 15. Oct. Man schreibt dem „Journ. des Déb.“
Vertrages, welcher eine bedeutende Erinäßigung der Partosätze für zus Florenz, 12. Oct.: „General Garibaldi hat von Caprera aus
den demsch-amerikanischen Postverkehr zur“ Folge haben. würde, im 7. Oct. eine neue- Prollamation an die Italiener erlassen.
im Verkehrsinteresse dringend zu wimschen ist, so hat die? bayeris Zie ist sehr kurz und lautet: J V V
che Regierung sich mit den desfallsigenAbsichten Preußens voll. „Man kämpft auf römischem Boden, und es sind Männer
ommen einverstanden erklärt und den feinerzeitigen cdentuellen) dort, für welche ich tausend Mal mein Leben gäbe. Hört nicht,
Beitritt Bayerns zu dem abzuschließenden Vertrage in Aus-—! zuf die Rathschäge feiger: Unschlüssigkeit. Rührt Euch! Morgen
icht gestellt. vird Italien von dem Beifall der ganzen Welt begrüßt werden,
Dienstebnachrichten. ⸗ 38 die in die Betrachtung Eures Heldenmuths versenlt ist. —
Zufolge Regiernugsbeschluß vom 16. October 1867, wurde F 6. Garibaldi. * 3
der Schuldiensterspectaut Friedrich Umbehr aus Altstadt, zur Zeit Die „Riforma“ hat dieses Altenstücd veröffentlicht und man
Schulverweser zu Plantage, zum Schulverweser an der protest.« ragt sich, ob es das Vorspiel zum Wiederauftreten des Helden
vulschen untern Schule in Limbach vom 1. Roy. l. Is. an, er- ein soll, und ob Hoffnung vorhanden ist, daß er aus Cabrera
ianut. ntweichen kann, wo er doch so gut bewacht wird! — Uebrigens
* . a 2 väre das Erscheinen Garibaldi's jetzt von mittelmäßiger Bedeutung,
Mannheim, 18. Oct. Eine gestern Abeud im Aulasaale a die Ereignisse auch trotz seiner Abwesenheit ihren Verlauf neh—
ibgehattene, zahlreich von Mitgliedern aller. liberalen Parteien bee nen. Obgleich seit einigen Tagen keine Waffenthat vorfiel, wächft—
uchte Volksversammlung, hat die projectitte Anerkennungsadresse her Aufstand und organisirt: sich. Der Deputirie Oberst Acerbi
in den Wiener Gemeinderath beschloffen. Dieselbe, wird einige teht an der Spitze von 1500 Mann, Menotti Garibaldi hat
Tage zur Unterzeichnung aufliegen. )00, Nicotera und Salomone 500 Mann jeder, und ihre Zahl
Berbim, 15. Oct. Nun soll doch der Schluß des Reichs- zimmt mit jedem Tage zu. Die römischen Emigranten, die in
ages am25. d. Mts. eintreten. Da aber noch eine ziemliche der Armee dienen, geben einer nach dem andern ihre Entlassung,
Anzahl von Vorlagen zu erledigen ist, so werden die Verhandlun- ind in kurzer Zeit erwartet, man eine Erhebung in Rom. Diese
jen noch flüchtiger werden als bisher. — In unterrichteten Krei- Frhebung in Rom wird das- Zeichen zur Intervention der italie—
en glaubt man nicht an die Wahrheit der Angabe, daß der Kai- nischen Armee sein. Die Division, weiche W ewige Stadt bese⸗
er Franz Joseph mit unserem Könige zusammentreffen werde. — Aus jen soll, ist schon bezeichnet und bereit, sich in Bewegung zu se—
er Provinz, Preußen kommen sehr trübe Berichte aiber den Aus- zen.“ Nicht General La Marmora, sondern ein einfacher Divis;
        <pb n="492" />
        sionsgeneral wird sie befehligen. Einmal⸗in Rom, wird sich die
talien. Regierung mit dem heil, Vater benehmen, dem sie bereit
ist, alle in ihrer Macht stehenden Zugeständnisse zusmachen. Viel⸗
leicht wird, wie Hr. p. Tavour vorhergesagt hat, der Papst nie
mächtiger! gewesen sein, als nach Verlust seines weltlichen König—
reichs. Was Fraͤnktkich anbelangt, so glaubt man nicht, daß es
interveniren werde, selbst im Fall, daß es diplomatisch protestiren
zu müssen glauben würde. Alles läßt vorhersehen, daß die Ereig⸗
aisse nahe bevorstehen. — Die allgemeine Ansicht der Italiener
geht dahin, daß, der Augenblick zur Lösung der italienischen Frage
gekommen ist und daß jedes Zurückweichen verhängnißvoll wirken
müßte. Die gemäßigte Partei, die der Bewegung entgegen war,
hat sich heute vollständig angeschlossen. Nur kann sie es nicht er⸗
varten, daß die reguläre Armee handelnd auftrete. Sie fürchtet,
daß wenn die Aktionspartei allein Rom nimmt, diese zu großen
Einfluß auf das italienische Volk, auf das der Name Rom eine
vahre Zauberkraft ausubt, gewinnen würde. — Die Finanz⸗
Frage ist vorläufig ganz zurückgetreten; man erkennt jedoch all⸗
seitig an, daß unter den gegebenen Verhältnissen die Combination
Katazzi noch die praktischste von allen war. Das Wesentlichste
ist, den Gang der Regierung sicher zu stellen. Ist einmal die
politische Krisis beendet, so wird man zu der politischen Reorga⸗
aisation der Finanzen und der Administration um so ernstlicher
schreiten können, als: wenn Italien einmal im Besitze von Rom
sst und eine definitive Uebereinkunft mit dem heil. Vater abgeschlos⸗
sen hat, es Nichts mehr zu verlangen hat. Das Einheitswert
ist alsdann fertig.“

Nach der „Epoque“ wird die Bewegung der einzelnen gari⸗
baldischen Banden gegen Rom zu mit jedem Tage deutlicher. Me—
notti Garibaldi soll sich etwa 20 Miglien von Rom mit eiwa
2000 Mann befinden.

— Der päpstliche Nuntius hat dem ˖ Minister des Auswärki⸗
gen gestern das Circular Antonelli's übergeben. Spanien
hat in Paris seine Unterstützung zur Aufrechthaltung der weltlichen
herrschaft der Päpste aungebdten. —

Paris, 15. Oct. In einer von Nigra vorgestern überge—
benen Note zeigt Rattazzi an, daß die italienische Regierung nur
in dem Falle eine Garantie dafür, daß die Bewegung im Kir—
chenstaate nicht einen vepublikanischen Charakter annehme und für
zganz Europa gefährlich werde, übernehmen könne, wenn ihm von
Frankreich vollständig freie Hand zugestanden werde. Sie werde
übrigens mit allen Mitteln versuchen, die Schranken des Sep—
tembervertrages einzuhalten, könne dies aber nur, wenn ihre Trup⸗
den auf römischem Gebiete agiren dürften. Die französische Ant⸗
wort soll für Hrn. Nigranicht ganz befriedigend gewesen sein.

Paris, 16. Oct. Wie der „Moniteur“ meldet, sind der
Kaiser, die Kaiserin und der kaiserliche Prinz im Laufe der Nacht
in St. Cloud eingetroffen. — Die aus Italien eintreffenden Nach—
richten ervähnen einer Schlappe der päpstlichen Truppen. In
Nerola ist die Lage der Dinge noch nicht geändert. Bei Monte
Libretti erhielten die 3000 Garibaldianer Unterstützung von der
Grenze und warfen die Päpstlichen zurück, wobei sie selbst große
Verluste erlitten. Man versichert, Menotti Garibaldi sei schwer
derwundet worden, und meldet als gewiß, daß die Insurgenten
auf's Neue Monte Libretti und Polvatore geräumt und daß die
Päpftlichen diese Punkte besetzt haben.

Paris, 16. Oct. Der „Moniteur“ von heute Morgen
und der von heute Abend führten eine sehr borstige Sprache ge⸗
gen Italien. Der Letztere redet sogar von „Auflehnungen von
Außen“, nennt den Aufstand im römischen einen „importirten“ und
schreibt demselben einen republikanischen Charakter u.

— Hente findet also der große Ministerrath statt. Ver—
hängnißvoll für die Geschicke Italiens, für das Schicksal von Frank⸗
reich und schließlich auch für die Zukunft Europas ist der Augen⸗
hlick jedenfalls. Det Kaiser hat sich in seinen Unterredungen mit
derrn Nigra in Biarritz zwar zu dem Versprechen herbeigelassen,
nichts ohne vorhergehendes Einverständniß mit Italien zu thun
scheint aber nachträg ich in einer Weise bearbeitet worden zu sein,
die den Interessen des einigen Italiens nicht günstig ist, und man
sieht mit banger Erwartung den heutigen Entschließungen des Ca⸗
binets entgegen. Denn daß mit einer Intervention gegen Italien
auch ein Systemwechsel im Sinn der inneren Reaction eintreten
müßte, braucht nicht erörtert zu werden.

Paris, 17. Oct. Die „Patrie“ bringk heute Abend einen
Artikel, in welchem gesagt ist: Die Ereignisse gebieten Italien,
eine Entscheidung zu treffen, und das Cabinet von Florenz wird
sich sagen müssen, ob das Flibustierthum der Garibaldianer über
das Gesetz siegen, ob die revolutionären Wühlereien über den mo⸗—
narchischen Widerstand triumphiren dürfen. Für Frankreich ist die
Frage nicht zweifelhaft. Wir verlangen eine Lösung, bei der
Italien vereint mit Frankreich entschlossen für den Septemberver⸗
rag in die Schranken tritt. oder aber hei der Frankreich allein

im⸗Namen der eingegangenen Verpflichtungen, der Ordnung und
der Gesellschaft das Recht in Anspruch nimmt, Rom und Jialien
der Revolution und der Anarchie zu entreißen. *

— Heute hat ein zweiter Ministerrath füt die inneren
Angelegenheiten stattgefunden. France meldet, daß Herr d. Moustier
am Montag den hessichen Ministerpräsidenten Herrn v. Dalwigt,
empfangen hat. Die Abendbörse auf dem Boulevard war
aus Anlaß des Artikels der „Patrie“ und eines gleichzeitigen Ar⸗
tikels der „Opinion nationale“, in welchem die Expedition nach
Rom als beschlossene Thatsache dargestellt wird, sehr besorgt.
Rente 66,70 (Tags vorher 67,60).

England.

London, 17. Oct. Der heutigen „Times“ zufolge hat
saiser Rapoleon der italienischen Regierung förmlich die Anzeige
gemacht, daß eine römische Intervention Seitens Frani—
reichs wegen Vertragsbruch bevorstehe. Die „Times“ hofft, die
Einmischung werde trotzdem unterbleiben und ermuntert Rattazzi,
Rom zu besetzen und von dort aus zu unterhandeln. — Der össer⸗
reichische Botschafter Graf Apponyi ist nach Paris abgereist.

3 Italien.

Florenz, 14. Oct. Die„Opinione“ will wissen, daß
man in Rom jetzt weniger abgeneigt sei als früher, auf ein
Arrangement mit Italien einzugehen, und daß der Cardinal An—⸗
en bei Weitem nicht mehr der unzugängliche Diplomat sei wie
bordem. IJ

Florenz, 16. Oct. Der groͤßte Theil der römischen
Provinz Frosinone (der Grenzprovinz gegen Neapel) ist von
Haribaldianern besetzt; die päpstlichen Garnisonen ziehen sich nach
kurzem Kampfe oder auch ohne allen Widerstand zurück.“

Amerika.

Aus Mexico, 9. Sept., wird einem Brüsseler Blatte ent
jegen anderen Nachrichten geschrieben: Sämmtliche Blätter sprechen
sich gegen die vom Präsidenten Juarez dem Volke zur Abstimmung
vorgelegte Verfassung aus. Man wirft Don Benito vor, daß er
dadurch die ihm zustehenden Rechte überschritten habe, da die ihm
durch Gesetz vom 27. Mai 1863 übertragenen außerordentlichen
Vollmachten erloschen seien. Es ist wahrscheinlich, daß das Laud
hei der Präsidentenwahl getheilt sein wird: Der Norden und der
Süden werden für Juarez sein; in den mitteren Staaten werden
die Stimmen theils auf diesen, theils auf den General Porfirio
Diaz und den Candidaten der wieder ihr Haupt erhebenden Ultramon⸗
anen, einen gewissen Ezechiel Montes, fallen. Falls für den
Finen oder den Anderen eine absolute Mehrheit nicht zu Stande
kommt, so hat der Congreß den Präsidenten zu ernennen. — Die
Gefangenen sowohl vom Militär als von Civil sind nach
Puebla, Tehuantepee, Perote und Yucatan zur Verbüßung ihrer
Haft geführt worden; einige sind zu 12 Jahren Gefängniß ver—
urtheilt. Zwölf Personen, meist Minister und hohe Beamte des
Usurpators, sind aus dem Lande verbannt; darunter der Exkriegs-
minister Portella und ein Bischof Ormachea. Der Privatsecretär
Maximilians (Eloin) und dessen Beichtvater (der berüchtigte Pater
Fischer) sind zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt. Gegen sieben
aewesene Rebellen ist Güterconfiscation verhängt.

Vermischtes. 24

f Ludwigshafen,. 15. Oct. Im Monat September 1867
jat die pfälz.udwigsbahn 242084 fl. 58 kr. ertragen; ge⸗
jen den gleich Monat 1866 Mehreinnahme 30,813 fl. 7 kr —3;
die pfälz. Maximiliansbahenertruz Sept. 1867 67,601 fl
29 kr.; mehr gegen Sept. 1866 1075 fl. 10 kr.“⸗ Die Neu—
stadt-Dürkheimer Bahn hatte eine Einnahme von 6898 fl.
27 kr.; mehr gegen Sept. 18606 207 fl. 37 kr.

x Seit einigen Wochen befindet sich im bayerischen National—
museum in München der Wagen des Grafen v. Spaur, in wel—
hem sich Papst Pius IX. am 24. November 1848 aus Rom
nach Geata flüchtete. König Ludwig J. hat denselben dieser An—
italt zum Geschenk gemacht.

Ein fürstlicher Schauspieler,) Dem Theater-Mo—
niteur zufolge sind der frühere Flügel⸗Adjutant König Ludwigs II.,
Fürst Paul von Thurn und Taxis und seine Gattin, vom Karls⸗
heater her als Frl. Kreutzer bekannt, unter dem Namen Herr
und Frau von Thurn am Stadttheater in Aachen engagirt.

In der Gegend von Darmstadt wüthet seit 8 Wochen
die Cholera. Nach der „Südd. Presse“ sind in Gerunsheim
mit 3500 Einw.) über 400 erkrankt, 70 gestorben; in dem Dorfe
Fehlheim 60 erkrankt, 29 gestorben. Nichtsdestoweniger ist bis
dor wenig Tagen fast gar Nichts geschehen, dem Uebel Einhalt zu
hun; über die zwangsweise angeordnete Desinfection stellen sich
die thoͤrichten Leute widerspenstig und selbst die Aerzte nähren den
Widerstand durch Nergeleien an Vettenkofers „Steckenpfer“. Bei
        <pb n="493" />
        Ninderbest schreien Vürger und Vauern nach Staatshilfe; wo es zeschlachtet, um ihn der Verderbniß der Welt zu entziehen. Ge
ich aber um. Menschenlehen handelte da opponiren sie. 9 ünglich gzingezogen. erllärte er, der Gedanke hiezu habe ihn —
F Berlin. Ein hiestger Buchhändler b. M. besaß in fei- jachdein er lange im Gebet gelegen — wie ein Blitz von der
jer Friedrichsstraße Nr. 71 belegenen Wohnung von dem vorjäh- echten Seite durchzudt; nach den religibsen Vorschriften seiner
aigen Kriege her eine 8* pfündige Granate, welche angeblich ente Secte kümen aber die rechtsher eingegebenen Gedanken von einem
aden war und als Aschbecher benutzt wurde. Als nun am 11. huten Engel, die linksher lommenden von dem Teufel. Vor der
Hne. früh ein junger Mann, welcher sich bei dem ꝛc. v. M. be- That hatte er sein Opfer geschmückt. Vom Gericht zum Tode
uchsweise aufhält, nachdem er sich eine Cigarre 'angezündet hatte, »erurtheilt, hat der Kindesmörder im Gefängniß jede Nahrung ver⸗
as noch brennende Schwefelhölzchen durch die Zünderöffnung in veigert und ist vor der Erecution an Entkräftung gestorben. —
ie Granate warf, explodirte dieselbe. Die Spluͤter der Granate 1. Eine Zusammenstellung der Ernteberichte aus den meisten
ertrümmerten die Fensterscheiben, stürzten einen Schreibtisch um Ländern Europa's liefert folgendes Ergebniß: In Deutschland
ind zerrissen die Tapelen des Zinimers anmehreren Stellen. war die Waizenernte im Allgemeinen recht befriedigend, Roggen
Der junge Mann blieb unversehrt. ι dagegen hat nur in den altpreußischen Provinzen eine gute Ernte
Fasnigsberg, 10. Octen Gestern Morgen entzündete Jegeben; von Holstein, vom Rhein, Osipreußen und aus den an
ich im Keller eines Hauses in der Windgasse das dort befindliche zrenden Ländern Holland und Dänemark werden über die Rog⸗
petroleum⸗ und Ligroine⸗Lager durch Undorsichtigkeil eines Com⸗ enernte allgemein Klagen laut. Die Ergebnisse der französischen
dis G., der mit einer sog. Kugellampe, die wohl schadhaft gewe- Ernte rechtfertigen leider die gehegten Befürchtungen; namentlich
en sein mag/ in denselben sich begeben hatte, Fünf Erplosionen jaben die südlichen Departements, welche sonst die reichsten Er⸗
amen nacheinander vor, die eine war so stark, daß fast das ganze räge zu liefern pflegen, dieses Jahr am meisten gelitten. Auch
Husolt'sche werthvolle Galanteriewaaren-Lager durcheinandergewor· In England ist nur eine Mittelernte zu perzeichnen, soweit sich bis
sim und elf Menschen mehr oder weniger erheblich beschädigt wor⸗ etzt deren Ergebniß übersehen läßt, und es dürfte ein bedeutender
den sind, darunier ein Ober-Feuermann, dem ein Oberschenkel vetreideimport nöthig werden. Portugal und Spanien haben
zanz aufgerissen worden ist; Herr Gruetzmacher selbst hat erheb⸗ aine entschiedene schlechte Ernte gemacht. Aus Rußland fehlen noch
iche Braudwunden im Gesicht. während der Brand-Director, Herr uuthentische Berichte, doch hat die Frucht in Bessarabien durch die
Sihoenbed, nur mit geringen Brandwunden davon gelommen ist. Dürre gelitten. In den Donaufürstenthürmern ist die übrigens
F Danzig, 11. Ocik. Heute früh nach 6 Uhr fand zwi⸗ jute Ernte ebenfalls einigermaßen durch die Trockenheit des Som⸗
chen zwei Seconde⸗Lieutenants vom 7. ostpreußischen Infanterie- ners beeinträchtigt worden. Ungarn und ein großer Theil der
Regiment ein Pistolenduell auf 830 Schritte Distance mit Avan- ibrigen Länder des österreichischen Kaiserstaates haben eine in fast
iren stalt. Die Duellanten wechselten je zwei Kugeln und schos⸗ illen Getreidearten gesegnete Ernte gehabt, und wird namentlich
jen auf circa 15 Schritt jedesmal gleichzeilig. Der eine Offizier, Ingurn im Stande sein, bei der Versorgung der westlichen Länder
dieulenannt M., erhielt eine Kugel, die zwei Zoll unter dem Her⸗ Furopa's eine große Rolle zu spielen. Der bedeutendste Cocuxr
en eindrang und am hinterxen Schulterblatt vom Arzte später he⸗ went dieses Vandes auf dem Getreidemarkte dürfte Nordamerika
ausgeholt wurde; die Verletzung ist lebensgeführlich. Der audere verden, von wo die Ernteberichte günstig lauten. In Waizen,
Dffizier blieb unverletzt. Mais, Roggen, Gerste und Hafer ergab sich dort ein größerer Er⸗
Eine arme Beamtenwittwe in Wien, die von 200 fl. Pen· rag als im vorigen Jahrhe.
zon lebte, gewann am 1. October 20,000 fl. bei den Creditloo 7 Frankfurt. Bei der seit dem 5. October begonnenen
sen. Sie war so freudig ergriffen, daß sie sofort 10,000 fl. an Ziehung der bten Klasse 152er Stadtlotterie fielen auf folgende
hedürftige Bekannte. und au Wohlthätigkeitsanstalten vertheilte. summern nachstehende Gewinne: Nr. 879, 2000 fl. Nr. 11402,
Von dem Reste, sagte- sie, könne sie herrlich leben. u171183, 22110, 15799, 280632. und 19339 jede 1000 fl.
4 Vor dem Landesgerichte in Wien spielt sich eben eine str. 22975, 13485, 16635, 15757, 17202, 8253 und 20031
Betrugsanklage ab, welche schwerlich ihres Gleichen hat und zu⸗ ede 300 fl. „Nr. 8911, 17266, 18564, 18963, und 17937
Jeich ein neuer Beleg dafür ist, in welch' erschreckendem Grade ede 1000 fl. Nr. 6948, 16250, 15933, 5190 und 25191 jede
die Korruption in Oesterreich, namentlich in den höheren Kreisen 300 fl. Nr. 16996. 6000 fl. Nr. 3730, 4000 fl. Nr. 3266,
der Gesellschaft, überhand nimmmt. Der Angeklagte ist der Finanz 9222. 11354, 778 und 16733 jede 1000 fi. Nr. 2176, 28345
jecretär Pelka, Ritter v, Osorio, 45 Jahre alt, Vater von 2 Töch⸗ )742, 654, 25981, und 12648 jede 300 fl. e
ern cin Hann von einem angenehmen, eleganten Acußern. AufFiehutig vom 10. Oct. Nr. 11799, 2000 fl. Nr. 16376,
zefälschte Zeugnisse hin bezog er die Universität, auf gefälschte 223574, 12588, und 8584 jede 1000 fl. Nr. 16142, 19538.
Artunden hin heirathete er, durch gefälschte Schreiben der Erzher· 14879 und 2817 jede 300 fl.
zogin Ellsabeth sowie des Kaisers, erlangte er Beförderungen und Ziehung vom 11. Oct. Nr. 6900, 50000 fl. Nr. 9665,
ur durch einen Zufall wurde er verhindert, daß er nicht in Folge! 15000 fl. Rr. 19700, 4000 fl. Nr. 22939, 11046, 10742,
einer abexmaligen Fälschung, die er in der Verkleidung als Ka— 23000, 18405, 14559, 11220 und 20167, jede 1000 fl. Nr.
inetssecretär unternahm, zum' Finanzrath emporstieg, sondern auf 2465. 2755, 32902, 10942, 4739, 23516 und 11081 jede
die Auklagebank gebracht wurde, Der edle ,Ritter“ hat nun seine 300 fl. 9—
Zchwindeleien mit dreijähriger schwerer⸗ Kerkerstrafe abzubüßen. 7 Frankfürt.“ Bei der am 12. October fortgesetzten Zieh⸗
Es wird versichert, in Ungarn! seien für mehr als ang der 6. Klasse 152er Stadtlotterie fielen auf folgende Num—
30.000, 000 fl. Getreideankäͤufe gemacht worden, wovon der größere nern nachstehende Gewinne; NYr. 13903, 2000 fl. Nr. 20160,
Theil zur Deckung des Ernteausfalls nach Frankreich gegan⸗ 20702, 23738. und 28834 jede 1000 ft. Nr. 1174, 2987,
zen ist. me re e α εSL.3öα3 14öα‘öç, 1BI2, 23088, 232832, 23377, 8700.
fPar is, Hier bestehen förmlich organisirte nüchtliche Droß 12741 und 816 jede 300 fl. acai ge
er, oder Würgerbanden, welche die öffentliche Sicherheit in einen Ziehung vom 14. Det. Nt. 19227, 611, 8351, 20966,
nie dagewesenen Maße beeinträchtigen. 24776, 268319 und 23478 jede 1000 fl Nr. 8347. 4884.
Paris, 15. Oct. Es ist jetzt beschlossen worden, die Auss 128538, 6421 und 25762 jede mit 300 fl. ue
tellung noch bis zum 17. November offen zu halten. Vom 1, bis Ziehung vom 15. Oci. Nr. 15170 100,000 fl., Ne8947,
3. Nov. würde der Eintrittspreis auf 50 Cent. herabgesetzt, vom 25258, 15754 und 23948 jede 1000 fl, Nr. 16832, 21402,
3. bis 17. dagegen ganz gratis sein. 76 22068, 1663 5390, 25657, 22884 und 268 jede g 7
7 Im russischen Gouvernement Wrladimir hat ein der Tiehüumg“ vom 16. Oct. Nr. α J und
Secie des Heilands“ angehöriger Mann. — in Nachahmung; 23168 jede 1000 fl. Nr. 24120, 1082, 10717 und. 16132
Äbrahams — aus religiösem Fangatismus seinen 7jährigen Sohn jjede 300 fl.
Geschäfts-Eröffnung.

Ich bringe einem geehrten hiesigen Pu—
„likfum zur Kenntniß, daß ich in meinem
dause Gder frühern Postexpedition) ein La⸗
dengeschäft errichtet habe, und Mehl,
Bobnen, Linsen, Erbsen, Gerste—
Reis, Branntwein ꝛe. in guter
Qualität zu geneigter Abnahme empfehle;

Ebenso wollene Jacken und Un⸗
terhosen in jeder beliebigen Größe zu
den billigsten Preisen. Guter Wein
don G bis zu 18 kr. per Schoppen

Witiwe Schnorr.

Frisehe Holländer, von..
J hüringe—
Pfülzer Schin kKen,
VXIIéroy's Rse..
Mainzer Hamdküsehem,,
Liĩ iin BurLger Küsee
Prima Emmenthaler Sehwei-
Sr ic avc...
PaAarunexa Kädese,
—XRX
BSardellen,
—A
Feigen — Choceolade — Va-

NiIIé — voruglichen grünen“ und-
gehwarzen Thee — RuUm - Mrae
—XVV—
kKirschenwasser- Tafel
enfalle Sortben SUPPIGM-
achéęn und Gewürze — 064—
pern — Cigarren — Tabake
— Citartretten — Salon-
euerséeug'ete. bringt zur be-
rorstehenden Rirchweihe in empfebl.
Fdrinnerunz 1

“*
3

—D—
        <pb n="494" />
        Theilungs-Versteigerung.
Zamstag, den 26. Oetober 1867
Nachmittags 2Uhr zu StiImgbert,
in Versteigerungslocale bei Johann Adam
Bed, werden die“ saͤmmtlichen zur Gilter
gemeinschaft, welche! zwischen dem da⸗
eibst verlebten Schuhmachermeister· Jakob
Müller,“Son. und seiner hinterbliebenen
Witlwe Maria Selgrad bestanden hatso⸗
vie zum Nachlasse des Ersteren gehörigen
Liegenschaften Si. Ingberter Bannes, auf
Anftehen der Wittwe und Kinder der Un⸗
heilbarkeit halber in Eigenthum versteigert,

namlich· *
1) ein an der Wollbach in der Stadt
5 St. Ingbert gelegenes Wohnhaus mit
223 Einfahrt daneben; StalbHof, Wiese
u dahinier bis an den Bach uund Gar⸗
ten“ mit 8 Dezimalen vor dem Hanse
an der Blieskasteler Straße...
2) 44 Dez. Wiese und 8. Dez. Garten
nman der Wollbach bei vorigem Hause
un geeigneten Loosen zu Hausplätzen.
3) 62 Dez. Acker am Schaaflopf neben
Nicolaus Koch, Feldschütz, und FJo;
hann Greß, Ladtnecht. .
4) 8B.Dez. Acker in derAepfeltart,
neben Georg Kihm und Frang Fich⸗
c ters Erben. ι α:u—
5) 46 Dez. Acker in den obersten Sehen,
remeben Franz Jakob Erhayd Wittib
und Erben Weidmann. ιν.
. 21Dezimalen Acker allda neben Jo⸗
hann Adam Peters und Johann
Schmelzer, Schreiner.i
7. 99 Dez.n Acerland in der dritten
Pfuhlwieserahnung, neben“ Johann
Adam- Beckund Philipp bnn
8. 40 Dezimalen. Acker in der zweiten
Pfuhlwieserahnung neben Georg Kihm
— and Peter Andres.“ νι.
9. 30. Dez. Gartenlaud auf'm Gerstbusch
neben Georg Müllet und Peier
Schwarz. 4
10.48 Dez. Acker' quf Schiffelland ne—
hen Johaun Schmelzer Schreine und
GBeorg Greß. *
tI. 49 Vez. Aler allda nebei Georg
Peter Redel.
2. 94 Dez Acker in der Au neben Wald
und Johann Joseph Schmitt.
13./53 Dez. Wiese in den Potasch- oder
Eichertswjesen“ neben Margaretha
Jung und Johann Uhl, Zimmermann.
4. 28 Dez. Wies in den Potaschwiesen
neben Peter Uhl Sund Johann Jo⸗
jeph Uhl. ——
i5. 14 Dez. Wiese allda neben Johann
Jung Wittih und: Johann Selgrad
Wittib. ——A .3
16. 29 Dez. Wiese auf der Spidk neben
Franz Jakob Schwarz beiderseits.
17. 22 Dez. Wies auf der Spick neben
Heinrich Schmidt und Nicolaus Rung
Wittib. I
Sornun kgl. Notar.

ager in feinen wWeinen.
. Der Anterzeichnete empfiehlt bestens sein Lager in feinsten Weinen, als
In franzbsischen Weinen; 3
i e a pra e
yJ mojsseux Ires Ou à fli r. ιιι νν
villory moussonx 98 gup 2fl. 48 kr. Xανν
Bor aenuwene
i vt, Estꝑpho (1863er) por Flasche 48 tr. ild mνν
Ht. Médoe (darnet) 1862 per Flasche 1fl. 12 kr.
Bars unnere e me
ν Chassagne (1865) per Flasche à 4ß2 IIr.
Chambollos (Bon-Mares) (1862) por Flasche 1fl. 80 kr.
212-wWee ne —
VPorstor (Elster ot. Riesling, Ausbruch, Auslese) 1865er por
Flasche 1ufl. 36 kr X,
ν.&amp; Forster Musenhang 1865er- per Flasche 564 kr
Vnssteiner 1865er por Flasche 48 kꝛr. *
orster per. Flasche 36kthr..
RLbnigsbachor 1862er per Flasche 3I6853. 57
Zlaschen werden zurückgenommen und 892 kr. por Stück vergütet!“
orster und Konigshachor 1862er Weine ⁊c. werden por Liter ab⸗
— V
Nach der Qualität der Weine sind die Preise auf's billigste gestellt,
und wird für die Reinheit garantirt!
Carlh4

ν. Mm.
— —— — 55 * αισννιασασνσνιιαιιισνιννια
—A
Der Unterzeichnete empfiehlt sein Lager hierin und fühlt sich, um irrigen
Gerüchten zue begegnen, veranlaßt bekannt zu machen, daß er nicht ausschließlich
im Großen sondern auch im Detail vertauft.
Mein bedeutend vergroßertes Verkaufslokal bietet eine schöne Auswahl
ind gute Waare, bei billigen Preisen. J
Zweibrücken im October 1866.. b0 —
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Neben dem goldenen Hirsch. Görileich über der Brücke.
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Tondition. 7 de n
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Ich erlaube mir einem geehrten
Publikum der Stadt St. Ingbert und
Amgegend, die ergebenste Anzeige zu
nachen, daß ich auf hiesigem Platze ein
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dienung um geneigte Kundschaft.
Zugieich mache ich die geschätte Da—
nenwelt darauf aufmerksam, daß ich
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Winter-Saison zurückgekehrt bin und
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St. Ingbert im October 1867.
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σσ
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        73 , J. J J d 1763
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— 175. , —9 / —BR
aat 88 —J J V —— 0 J —V ——— —
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,—L-IAMSELAAALILELEELEXCG. L. ma —
Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit' seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: VBien stag,“Donnerstags
und Hamstag. Abonnementsprejs vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr, Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
ete hreeueeu Blattschrift oder dereit Raum berechnte. W
— * 2— 25— 28? * ——— n . 4
4. —— 81 287 * ——— 2 e 3 35. 93949 241.4 J
Nro. 1265* —— Dienstag, den 22. Oetober , 1867.
— — —— — — — — ——— — —WReeeeee2— —O —
i ] — a ν
he* Deutichland. ene J 7
München, 17. Oct. Die Reichsrathskammer hält morgen
Sitzung. Zur, Berathung kommt der Vortrag des 2. Ausschus-
les über den Gesetzesentwurf, die Vervollständigung des bayerischen
Staatseisenbahnnetzes betr. &amp; Heute findet unter dem Vorsiß dee
Prinzen Luitpold eine Staatsrathssitzung statt, in welcher aud
der Entwurf des Schulgesetzes zur Berathung kommen wird.

München. 18. Och. In der heutigen Sitzung der Ab⸗

geordnetenkammer legte Handelsminister v. Schlör einen Gesetzes
entwurf über die Vervollständigung des Telegraphennetzes vor
Ferner nahm ˖ die Kammer den Gesetzenwwurf. über Aufhebung der
Zinsbeschränkungen mit 112 gegen 30 Stimmen an..

München, 18. Oct. Die Kammer der Reichsräthe nahm
in ihrer heutigen Sitzung das Gesetz „die Vervollständigung der
dayerischen Staatseisenbahnen“ betr. ohne Debatte einstimmig in
der Fassung der Kammer der Abgeordneten an. 1.
München, 19. Oct. Auf Einladung des Fürsten, y. Ho—
henlohe wird der, Zusammentritt der Milit ärconfenz der süd
deutschen Stgaten gutem Vernehmen nach bereits am 21.
d. M. dahier stattfinden
— Die Entschadigungssumme für diejenigen Thiere, die aus
Anlaß der Rinderpest in sämmtlichen Regierungsbezirken, in
denen die Seuche auftrat, getödtet worden sind, beträgt etwas über
12,000 fl. — Diejenigen SBrautpaare, welche eine Aus
stattung aus der kgl. Cabinetscasse zu je 1000 fl. erhalten, sind
von dem Könige ausgewählt worden, und werden wir die Namen
derselben nächstens veröffentlichen können. Uebrigens wird der Kö—
aig auch jene Brautpaare, deren Ausstattung von Kreisen, Distric
ten und Gemeinden beabsichtigt war, und bezuglich-deren bereits
eine Auswahl getroffen ist, aus der Cabinetscasse ausstatten
In dieser letzteren Beziehung scheinen noch nähere Erhebungen ver
anlaßt zu sein. n
Münchem, 20. Oct.“ Der Gesetzentwurf über die Heeres
organisation bestimmt, daß die Dienstpflicht in dem activen Heer
3 Jahre und in der Reserve gleichfalls 83. Jahre dauert (für die
berittenen Truphentheilen4 Jahre in ersterem, 2 in letzterer.)
Durch das Loos wird bestimmt, in welcher Reihenfolge die Dienst

pflichtigen in das Heer einzutreten haben; in die er Reihenfolge
werden die körperlich Brauchbaren zur Ergänzung des Heeres aui
den formationsmäßigen Stand herangezogen. Diejenigen, welche
hienach übrig bleiben (mit höheren Loosnummern), werden der
Ersatzmannschaft zugetheilt, welche sich in Ersatzmannschaft J. unt
2. Klasse theilt; aus der ersten wird das Heer im Fall der Mo—
dilmachung ergänzt; die zweite Klasse steht unter den bekreffenden
Landwehrbataillonscommandos, und tritt im Fall des Bedarfs nad
Altetsklassen (die jüngste zuerst) in die active Armee. Die Ersatz
mannschaft tritt nach Ableistung ihrer 32 resp. 4jährigen Dienft
pflicht als solche in die Reserve: Die Reservisten treten nach Ab
lauf ihrer 35 resp. 2Zjährigen Dienstzeit in die Landwehr (fünfjah—
aige Dienstzeit,) und zwar die seitherige Ersatzmannschaft wieder
als solche. Die Landwehr⸗Infanterie⸗Mannschaft wird nach ihren
Wohnorten in Bataillone eingetheilt, zu welchem Behuf das ganze
Land in Landwehrbataillonsbezirke, diese wieder in Compagnie⸗
bezirke eingetheilt werden; für die anderen Waffengattungen der
Landwehr ist eine eigene Gintheilung geschaffen. Bei Mobilma—
chung und in Krieg kann die Landwehr (und zwardie jüngste
Altersllasse zuerst) zur Ergänzung und Verstärkung des slehenden
Heeres beigezogen werden·

Dienstesnachrichten. —

Se. Maj. der König haben allergnädigst' zu genehmigen ge
ruht, daß die Lehrftelle des Religions⸗ und Geschichtsunterrichts
für die protest. Schüler am Gymnasium und an der latein. Schulc
m Speyer mit dem Titel und Range eines Gymnasialprofessors
dann der Unterricht in der hebräischen Sprache für die proteft
Gymnasialschüler dem Pfarramtscandidaten Anton Gleisch dafelbs
in widerruflicher Eigenschaft vom 13. October J. Is an' übertragen
werde ä 6 23 33 5

Zufolge Regierungsbeschluß vom 18. Ociober 1867 wurde
der Schulverweser Jakob Adrian von Oppau zum Lehrer der kath.
Schule in Westheim, der Schullehrer⸗ Philipp Seltsam in Fran⸗
eneck zum Schullehrer der“kathol. Schule in Mußbach mund der
Schuldiensterspectant Jaklob Lutz von Benningen zum Schulverweser
m der katholz Schule in-Esthal, sämmtliche vom 1. Nov. Jl. Is
an ernannt; ˖ ferner wurde der Schulverweser Ludwig Eisenbiegler
zu Ruppertsberg zum Schullehrer der: zweiten Lehrernellenan der
kath. Schule in Lingenfeld ernannt. 2I
Karlsruhé, 18. Oct. Die zweite Kammer hat doeben
7. Uhr Abends) nach sechsstündiger Debatte dem badisch· preu⸗
zischen Alianzvertrag (Schutz⸗ und Trutzbündniß) mit allen gegen
Fine Stimme die ee Genehmigung ertheilt. ·
»u Karlsruhe, 19. Oct.“ Die zweite Kammer ertheilte in
hrer heutigen Sitzung den Verträgen über die Fortdauer des
Zoll und Handelsvereins in namentlicher Abstimmung ein⸗
timmig ihre nachträgliche Gehmigung und exklärte ferner zu Pro—
otoll: sie ersuche die großh. Regierung, auf allmähliche Herab⸗
etzung der Salzsteuer hinzuwirken und beiden“ Verhaud«
ungen über die Tabakssteuer das Interresse unseres hierbei
ꝛesonders betheiligten Landes nach Kräften zu wahren.)n
uStuttgart, 19. Oct.“ Die Abgeordnetenkammer hat heute
die Etatsberathung fortgesetzt. Ihre siaatsrechtliche Commisfion
hat mit 5 Stimmen gegen 3.den Beschluß gefaßt, die Ver wer⸗
ung des Scchu ze und Trutzbündmnifsses zu beantragen?
Darmstadt, 200 Oct. Der Kronprinz von Preußen ist
jeute hier eingetroffen und, wie seine gestern schon angekommene
hemahlin, im Palais seines Schwagers, des Prinzen Ludwig, abe
jestiegen.“ 1 i. —** ——
Berlan, 17. Oct. Die MNachrichten aus Italienlauten
zrnster und ernster und die Lage der Dinge spiegelt sich in der
Haltung des Monikeur“ ab,“ der gewiß nicht unrichtig verstanden
vird, wenn man in seiner Sprache die Vorbereitnng auf die In⸗
ervention Frankreichs erkennt. Die Consequenzen dieser Interden⸗
tion sind nicht abzusehen; es mag aber constatirt sein, daß man
in gewissen Kreisen seit einigen Tagen erzählt, Napoleon: habe
noch nicht einen Augeublick auf seinen Lieblingsgedanken, die Her⸗
tellung einer italienischen Conförderation, berzichtet! Es scheint
ibrigens nicht, als ob selbst im Falle der bewaffneten Interben⸗
tion ein Conflict mit den italienischen Truppen befürchtet werde;
wohl aber hegt man die Besorgniß, die Italiener möchten sich
der Täuschung hingeben, daß Englandgegen die Wiederbesetzung
Roms durch französische Truppen protestiren und für den Fali
ernstlicher Verwickelungen den Italienern beistehen werde.—Ant
26. wird der Reichstag geschlossen, nicht vertagtz bis dahinsoll
Alles erlegt sein, bis auf die Geschäftsordnungsrevision und den
Antrag wegen Errichtung von Hypothekenbanken. — Die Postcon⸗
erenz hat sich bisher nur mit den Grundlagen des neuen öster⸗
ceichisch⸗ deutschen Postvereins beschäftigt. Man discutirte nament⸗
ich den Satz der Geldwährung in Süddeutschland und den Vor⸗
chlag, wornach es den contrahirenden Theilen unbenommen sein
ollte, Verträge mit fremden Mächten abzuschließen; die betreffende
Bestimmung uͤn Vertragsentwurfe wurde wegen ihrer Unklarhcit
emängelt. — Den Gerüchten über langsame Demolirung der
Festungswerle in Luxemburg gegenüber höre ich, daß das Fort
Marie, das wichtigste, bet ests unterminirt ist und sehr bald zet⸗
tört sein wird, daß ferner überall Straßen durch die Festungs⸗
verke gelegt werden, so daß die Stadt bereits eine offene ist.n
Berlin,19. Ock.“ Der englische Botschafter hatte gestern
ine längere Unterredung mit dem Grafen von Bismarck. 2
Berlin, 19. Ock. Der Reichstag hat heute das Postgesetz
herathen und dabei einen Autrag des Abg. Becker, worin die Un⸗
derletzlichkeit des Briefgeheimnisses festgestelst wird, mit 135gegen
34 Stimmen angenommen. »uα ννα
NWien, 18. Oct. Die englischen Kriegsschiffe im Mittel
meer erhielien Ordre, sich sofort bei Maltazu concentriren.
Wisem 19. Oeke Der MWeaaei siex reist überntorgen nach
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        Paris ab und bleibt wahrscheinlich dort-bis zum 5 d.
Auf JJ wird derselbe „inige Slunden in — nerz
weilen unde übegngchtennz E Die Wienen
Abendp.“ nthe egt, mma gus Kom vom Iʒ. Oct. Vieselben
—* Parifet egn zufolge wird sowohl bn franzoͤsischt
wie die unalienisch tervention Für nahe bevorstehend gehalten.
Die feste Stellung von 2000 Garibaldianern bei Nerola wurdt
heute von den päpstlichen Truppen mit Sturm genommen. Man
egt diesem Siege große Wichtigkeit bei. Die Stadt Orte wurde
hon, der Papstlichen ohne Harpf wiedergenommen. ut
Wiuen, 20. Oct.“ Der Reichskanzler v. Beust leidet seit
mehreren Tagen an heftiger Grippe und blieb daher auf ärztliche
Anorduung und auf Befehl des Kaisers von der Feier der Ent
——— Schwarzenbergmonumentes weg; sein Unwohlsein wird
ihn jedoch nicht verhindern, im Gefolge seines Gebieters morgen
die Pariser Reise mit auzutreten. Des Kaisers Aufenthalt in der
sanen Haupistadt wirs bis zum 81, October dauern
— n uiaFrankreich.ιιιανÂ. . 4
o Pari s, IT. Dct.nn Die Interventionsgerüchte: setzten dee
Mittagsborse in die größte Besorgniß alls Werthe wichen⸗Drei
Zransportfregatten follen Ordre haben sich zur Truppenaufnahme
bereit zu halten: Zahlreiche spanische Flüchtlinge haben Frankreich
perlassen/ um unter Menotti Garibaldi Dienste zu nehmoues
Paris, 17. Oct. Nach det:. Patrien haben vereits vie
drei Transportfregatten Gomer“, Mocadort“ und, Eanada? Be—
jfehl erhalten, sich zum Truppen⸗Trausport bereit zeur halten, —
Die politischen Besorgnisse waren heute an der Böese lebhafter als
je. Die Anerbieten dauern fort. Die Rente leidet darunter nd
alle andern Werthe erleiden die Wirkung der Baisse. deg Rente
Die Consols sind um* gewichen Reherall wird über Stockung
in den Geschäften geklagt, mit Ausnahme des Handels mit Waffen
und der Waffenfabrikation.
Paris, 17. Oeh. Gestern hat in St. Cloud der Minister⸗
rath statigefunden, der sich ausschließlich mit der, Frage der: In⸗
serpention inn die roͤmischen Staaten beschäftigte, Ich bin in der
Lage, Ihnen genaue Mittheilungen darüber zu machen. Der Kaj—⸗
er herhielt sich in demselben, wie er es gewöhnlich ethut, Zurück
haltend und schweigend, und hörte die verschiedenen Meinungen
an. ci Rouhepotrat ganz, auf die Seite der klerikalen Partei uud
rieth die Intervention dringend an. Lavalette xieth zum Aufschub
der Marschall Niel, welcher, aufänglich der Intervention wenig
zünstig war, sucht jetzt dig verscherzte Gunst des , Kaisers wieder
zu erlangen und war nun natürlich der lauteste unter denjenigen,
welche die sofortige Einmischung verlangten; sein Getreuer, der
Marineminister Rigaud de Genouilly, unkerftützte ihn hierin, Der
Minister, der oöffentlichen Arbeiten, Farcade de la Roquette, zeigte
sich als volllommener Frömmler und scheint den Wunsch zu haben
als Adjutant von Niel die Expeditiog selbst mitzumachen. Dage—
gen soll die Kaiserin miß großer Energie die Einmischung bekämpfi
haben. Obwohl nun also die Mehrheit: der Minister und, mie es
scheint, auch der Kaiser zur Interdention entschlossen sind, so wurde
ein bestimmter Entschlusß über die Art und den Termin der Ein
mischung noch aufgeschoben, doch kann dig Entscheidung im Gro—
hen und Ganzen schon als getroffen betrachtet werden.Heut
wird nun abermals ein Ministerrath, abgehalten, Es ist, noch
zweifelhaft, ob man die. Befehle an die Truppen zum Abgange
ofoxt absenden oder ob man vielmehr zuerst noch weitere Verhand⸗
hungen mit der italienischen Regierung eintreten lassen wird. Ueber
die verhängnißbollen Folgen des Entschlusses der französischen Re-
gieruug darf. man sich keinerlei Illusionen hingeben. Es ist eine
Fragen daß nach erhaltener Nachricht von der bevorstehenden fran⸗
zösischen Intervention die jtalienischen Regimenter; die däpstlichen
GBrenzen überschreiten und den Kirchenstaat, Rom nicht ausgenom⸗
men, besetzen werden. Es lönnen nun zwei Fälle eintreten; en
weder die Franzosen besetzen Rom gemeinschaftlich mit den Ita—
lienernz; in diesem Falle ist einige Rücksicht auf einen wenigstens
porläufigen friedlichen Ausgang der Sache; bder aber die Fran—
zosen verdrängen die Italiener aus dem Kirchenstaate, und als—
dann wäre ein Krieg zwischen Franukreich und Italien unvermeid⸗
ljich. Man muß sich übrigens einen Sieg der; Franzosen gat
nicht so leicht denken, denn obwohl sie den JItalienern ohne Zwei⸗
fel überlegen sind, so besitzen diese letzteren doch in ihrem Lande
biele von Natur feste Stellungen, und werden sich gegen die fran⸗
—
hier noch, daß das florentiner Cabinet sich von; den Drohungen
zus Paris henxeichend einschüchtern lassen werdt, um, die Infa⸗
mie zu begehen, sefbst die Garibaldianer aus dem Kirchenstaat zu
pertr iben, Aber es ist klar, daß dies die Revolution zur unmit
telbaren Folge haben würde, und es ist deshalb unmöglich, daß
das jloreutiner Cabinet sie begehen wird. Wie es unter jolchen
Umständen erklärlich ist, sprach man von der nahen Entlassung des
Ministeriums Rattazzi. In dex That erhielt Herr d. Rothschild

—A
Bestatigung, erhot⸗ — A——

—A w em von der italiemschen Regierung
inebefriediger?, Antreor auf das Verlangen, das Päpstliche Terri⸗
torium Vegen feruerent Bandenzuzug zu schithen nicht gegeben
wvurde, ist die Absendingt einer Flotte mit 5000 Mann Landungs⸗
ruppen an Bord nach Civitavecchia beschlossen.

Paris, 20. Oct. Auf dem Boulevard eröffnete Rente
zu 67,70. wich bis auf 67,35 und schloß 67,80. Es herrschte
großße Ungewißheit. 1
— Der Avenir national versichert, daß das Tuileriencabinet
in einem Circular an seine diplomatischen Vertreter den Mächten
ingezeigt habe, daß es mit oder ohne Itatice der Sep
emberconvention Achtung verschaffen werde.

— Die „Patrie“ bringt folgende Nachrichten: Der Befehl
ur Einschiffung der Truppen ist noch nicht ertheilt bis jetzt ist
ioch keine definitive Entfcheiduingg getroffen. Nur ist der General
Failiy nach Toulbne abgegangen und sind die zur Einschiffung
ach Rom bestimmten Regimenter bezeichnet worden. — Die Mi—
rister Rouher, Moustier und Lavalette sind heute Nachmittag nach
St. Cloud gegangen. Aus Civita Becchia und Florenz sind
vichtige Depeschen bei der hiesigen italienischen⸗ Gesandtschafternan⸗
————
dalienische Regierung zu dem französischerjeits vorgeschlagenen ge⸗
neinsamen Handeln ihre Inftinumung nicht gegeben hat.“ Wenn
zie italienische Regierung nunmehr energisch gegen die Gavibakoi'fche
hartei vorgeht, so wird die Lage fich doch noch klaren. Ein anderes
lorentiner Tekegramin⸗meldet, daß die italienischen Trupheue! de⸗
axdert sind, sich an der rümischen Grenze massenhaft zusammenzu—
siehen. In — heute Morgen: das Gerücht,« der Ein
narsch sei bereits erfsigteeu Die Patrie“ fügt hinzu, daß die
Zahl der nach Toulon gesandten Truppen 20, 600 beträgt, umd
daß in einer anderen Richtung eine andere Ttuppenbewegung statt⸗
indet.“ Das genannie Blatt gkaubt, daß heute noch im Rath des
daisers eine definitive Enischließung erfolgen merde. 32

Toulon. 18. Oct. Man versichert, daß 10,000 Manu
jeute Nacht und morgen früh aus Lyon hier eintreffen werden.
um sich hier in Toulom einzuschiff ne 14 α ννιν

m Toulon, 20. Oect., 20 Uhr Nachinittags?“ Die Brigade
holhas schifft sich gegenwärkig ein.“ Sechs Schiffe, worunter zwej
Zanzerfahrzeuge, gehen wahrscheinlich heute Abenda ab, General
Dumont ist eingetroffen .. 3

Italien. 7
Rom, 20. Oet. Das „Giornale“ von gesfiern theilt mit,
er französische Gesandie habe dem Papste im Namen des Kaisers
ingezeigt, die Unteistützung Frankreichs merde der päpftlichen Re—
zierung keines Falls fehlen. J
n Fl oren z, 18. Oct. Die Postverbindungen mit Rom sind
mierbrochen; ein Theil der vömijchen Legion (dieselbe besteht vor⸗
ugsweise aus römischen Flüchtlingen) hat fich in Orte verschanzt,
ein anderer Theil der Legian hat sich in Bemegung gesetzt, um
zu Menotti Garibaldi zu staßen. Die Vereinigung der Colonne
don Menotti Garihaldi mit der von Nieoterq ist bewirktz der Zus
ug steigt fortwährend. Die päpstlichen Truppen bereiten sich vor.
DIrte mnit überlegener Macht anzugreifen. — Garibaldi wird auf
LJaprera von sechs Kriegsschiffen hewacht, zugleich wurde die Insel
r20u 350 Marinesoldaten besetzt..
53lorenz, 20. Oetk.; Rattazzi hat gestern eine lange Con⸗
erenz mit dem König gehabt und zweien Ministerberathungen
deigewohnt, — Gerüuchtsweise verlautet, Garibaldi befinde sich anf
der Insel Sardinien und Menotti habe Neroli verlassen und Pa—
amhara 7) .besetzt. e e ——

ESchwoeiz. ua e e
Sf. Gallen“ 16. Ock.“ Der Bischof von Ste. Gallen
rklärte sich bereit von 16 Feiertagen fünf eingehen zu lassen.
da die Regierung diese Reduction ungenügend findet, so werden
»ie Verhandlungen fortgesetzt. Auch der Bischof von Solothurn
läßt sich endlich zu dem Vorschlage herbei, die Feiertage auf zehn
zu reduciren. Die thurgauische Regierung findet diese Concession
benfalls ungenügend, indem sie wie die Cantone Bern und Sols⸗
thurn guf dem Wegfall don vier weiteren Feiertagen beharrt.
ESchweden.

Sftocholm, K, Oct. Von allen Seiten hemüht man
ich, der schrecklichen Roth abzuhelfen, die in den Provinzen des
nördlichen Schwedens herrscht und vorzugsweise durch die Misr
ernte entstanden ist,, Die Kälte ist dorf schon so groß, daß bald
ille Verbindung zur See aufhoͤren und die Eisenbahn stören muß.
Aus Luleg wird telegraphirt, daß furchtbarer Sturm geherzicht
jatte, der Schnee lag schon zollhoch, her einigen Grad Kälige err
vartet man das baldige Zufrieren der Hüfen, Aus Ulmea wird
hen so berichtet, daß die Noth dort noch größer ist um die
        <pb n="497" />
        gerlin hatte drucken lassen, Minister p. d. Heydi sei in der
horcharde schen Restauration Bauernfangern in die Hande ge—
efallen und habe an sie 8300, Thaler im Kartenspiel verloren
zox Gericht sagte der Minister qus, er sei nux einmal vor 5 Jab
en in · dem se gewesen und habe niemals Karten
respielt. Müller wurde zu zweimonatlicher Haft perurtheilt,
7 I ce ssan. Welche nachtheiligen Folgen unüberlegte Späsfe
iach sich ziehen, davon liefert folgender Vorfall einen traurigen
zeweis. In der vorigen Woche schüttete ein hiesiger Soldat heim⸗
icher Weise seinem Stubencollegen eine, Fage Schießpulver zwi⸗—
chen den Tabat seines Pfeifenlohses, der waährend des RKauchens
nit solchet Gewalt explodirte, daß dem nichts ahnenden Soldaten
ʒus ganze Gesicht berbraunt wurde.Leider flog ihm dabei ein
leiner Scherben des Porzellan-⸗Pfeifenlopfes in das rechte- Auge,
welches eine Verletzung der Hornhaut erliti. Der Verunglückte
Vermischtes. hefindet sich in augekarztlicher Behandlung, doch steht zu befürchten,
St. Ingbert, 22. Oct. Vorgestern Abend zwischen 8 'aß er die Sehkraft / des Auges füt immer derlieren wird.
und 9 Uhr wurde nahe der preußischbaherischen Grenze, zwischen .„. In der — mon Poltjch ach (Steiermark sind drei
Schnappbach und Sulbach die Leiche eines Mannes aufgefunden Brüder, wohlhabende Grundbesitzer, eingezogen worden, die im
deffen Hals mit 2 Messerftichen durchbohrt war. Derselbe wurde ale Verdachte stehen,iht Bermögen durch Wordthaten erworben zu
her Maner Tori Busr von Dreisen ertanm, er ist derheirolhet und haben; die bis Ende Sept. fortgefetzten Nachforschungen haben zu
hater von zwei Kinvern VDas Gericht hat ich sosort an Ort und schauerlichen Entdeckungen geführt; ueun menschliche Geriphe wur⸗
Stelle begeben behufs Untersuchung. Der Thäter soll bis jetzt den aufgefunden. .,.
voh nichd eemitet sein doch wurden hestern der That verdächlige . In Que dlinbur g wurde endlich der Rinaldini jener
Personen eingezugen. Gegend, Weidling, festgenommen, der über 2 Jahr die Ge⸗
eand au, 18. Oct, Deyg Geistlichen in der Pfalzö ist jend unsicher machte und auf dessen Ergreifung ein Preis, von
zurch das Strafgesetz verboten, Rne kirchuüche Trauung vorzuneh- 200 Thle. gesezt wan. 64351 B — —— 378
men, „bevor ihnen Nachgewiesen ist, daß vorher „eine Heirathsur⸗ r, Die Bern. Zig. erzählt Gin Verbtehen Tee— nte die
inde pon den Civisstaehbeamten aufgenomment worden sei ob⸗ üunmen, ctete Borbheit vorüben kann, wurde · am 8. Oet in Biel
ohl alecdieez es huen Rechte vine Ehe als huültig abge Utcticher Weise durth Zufalt. gber doh noch vechtzennig genug entdeckt.
cchlossen anzusehen ist, wenn die Brautleute in Gegenwart zweier sↄs fand sich nämlich nahe der Canab Eisenbahnbrücke eins Eifen bahu·
ae e en Pfarrer vie rlarung abgeben, daß fie Eheleute diene kunstgerecht losgeschrouubt.n so daß der Eisen bahmug beim
sein wollen, — wobei, also der Pfarrer in keiner Weise thätig Befahren unrettbar in den durch das starke —— an ·
ditzuwirten praucht Cin in G. wohnendes Brautpaar, dessen eschwotuenen Canagt stürzen mußte. Es ist eine strenge gerichtliche
zürgerliche Trauung, wegen. werschiedeuer Hindernisse, durch den Untersuchung am Gange, mehrere Verhaftungen haben Statt ge⸗
Fid isto nd zbeamten zicht dorgenommen werden konnte, begab' sich unden, und wir boffen, es werde gelingen, den oder die Urheber
kürzlich in Begleitung zwejer Zeugen zum Pfarrer, und gab die 8 verruchten That zu entdecken. ιι 4
awaühne Feklarung abe Wei jeboch Unzeigen dorlagen, daß der Ju London fanden am 15. d zwel· Hinrichtungen · C
Beistliche bei, diesent. Alkte cine inst den esetzlichen Bestinimungen des“ Franzosen Bordier und des Engländers Wiggans — beide
n Widerspruch stehende Thätigkeikeutwideit habe, “wurde Unter- wegen Ermordung ihrer Geliebten statt; der letztere behauptete bis
uchung eingeleitet, und soll nun von dem königl. Zuchtpolizeige Um letzten Augenblicke schreiend seine Unschuld.
aihle u grgntemhat ine Geldstrafe gegen denselven ausgesprochen F, In der Nacht vom 10. auf den 11. Oct. hat ein Un⸗
worpentsein 4 ιιν aiter in Eatabrisen gewüthet ünd allein in Mormanno an
hder Lie ugeblich Bbereils vollzogene oder beborstebende dänsern, Brüchen und Mühten Atnen Sqaden vost einen halben
Bermäthenng derergherzo go einrich mit einer Grazer Willion angerichtet. In anderen Gemeinden sind Menschen und
Schaufpielerin berichten die Blätier noch mancherlei Pitantes. Dem hiere ertrunken, und die Poststraße von Neapel nach Calabrien
Hofe in die Angelegenheit nichts weniger denn angenehm und der, st an mehreren Punkten zerstört
uͤrlaͤub welchen der Eczherzog als General erhielt, soll kein freriepUeberdie Tiefe, der MeßsrerDie Versuche,
williger und auch kein voruͤbergehender sein. Von den Beziehun- das nuterirdische“ Kabel zuh repariren, haben Gelegenheit gegeben,
zen des Erzherzogs zu der Schaufpielerin hatte man in der Hof Zeobachtungen: über, die Tiefe verschiedener Meere an ujstellen.
burg längst Kenntniß, man glaubte aber nicht an den Ernst einer Die Ostsee ist zwischen Deutschland und Schweden nur 120 Fuß
Heirath, weil man diese nicht wuünschte, Erzherzog Heiunrich soll ief, das —
in dieser Beziehung aber edlerer GGesinnung sein. Clara Hofmann Fuß, die größte Tiefe des Canals. zwischen Frankreich und Eng⸗
— so heißt die Auserwählte und künftige Gräfin von Botzen — and' ist nicht über 800 Fuß. Der engste Theil der Struße von
ist die Tochter eines braven Magistratsbeamten und soll ein sehr vibraltar erreicht eine Tiefe pon 3000 Fuß während das Mittel ·
schönes und gebildetes, dabel sehr einfaches Mädchen sein. — In nweer etwa 2000 Fuß tief ist. Die größten Tiefen befinden kich
Wien erhielt sie ihre Uusbildung als Saängerin;' in Gratz trat sie n südlichen Meeren: iin Westen des Caps der guten Hoffnung
zuerst auf der Bühne auf, wo der Erzherzog sie sah und liebte. at das Fentlen erst bei 56,000 Fuß. im Westen der Insei
der Prinz hatte dem Mädchen sein Wort gegeben, es zu seinem St. Helena-bei 27,000 Fuß Grund. Die mittlere Tiefe“ des
Weibe zu machen, und so feierlich, daß ihm das einfache Wort tlantischen Oceans auf 25,000, die des stillen Oceans auf 20,000
nicht genügte, sondern daß er die Vilder seiner erlauchten Eltern Fuß berechnet.
in die Wohnung der Erkorenen bringen ließ und ihr vor denselbbnn Der Passagierzug der Raugatudk-Eifenbahn, det am
das Gelobniß gab, sie zum Altare zu führen. Und weiter so streng 3. Sept. Abends um 7 Uhr Waterburg im amerikanischen Staate
bürgerlich, heißt es, habe der hohe Bräutigam das Verhältniß ge- Tonnecticut, verlassen hatte, um nach Winsted zu⸗gehen,“ bvach
faßt daß er pon der Braut begehrte, he müsse die Bühne ver⸗ zurch die über den Branche⸗River führende Brücke. ˖ Der Bagage⸗
lassen und einige Zeit im Elternhause verleben, weil er sie von vaggon und ein Passagierwaggon stürzten in den Fluß, ohne daß
da aus als einfaches bürgerliches Mädchen, nicht aber vomn Thea⸗ indessen, den Passagieren ein Unglück widerfuhr. Dagegen wurden
ner weg als Frau heimführen werde, J die 16 im Bagagewagen befjindlichen Personen von den Wellen des
F Franktfurt, 14. Oct. Gestern Abens fand aͤm Grind Naugatuck fortgeschwemmt. Der Wagen trieb drei Meilen weit
zrunnen bej Mondschein eine der Mysteribsen Taufen staft, welche von der Scene des Unfalls hinweg, bis man ihn endlich auffangen
ich von Zeit zu Zeit in hiesiger Gegend bei Aufnahme in die und in Sicherheit btingen konnte. Acht Personen sind dabei ums
Secte der Wiederiäufer wiederholen. Diesmal wurde ein Mäd, Leben gekommen. J
Hen von 20 Jahren durch den Prediger der Secte im kalten Lincoln's Wittwe, nur nothdürftig von den Er⸗
Peain dreimal untergetaucht und unter weiteren entsprechenden parnissen ihres verstorbeneit atten (1700 D. jährlich) lebend,
Ceremonien in die Gemeinde, welche jn ihren hauptsächtichsten hat durch die Verhältnisse gezwungen —, ihre Juwelen im
Gliedern vertreten war, aufgenommen. Werth von 45.000 D. verkauft. vn
14 In Freiburg (Schweiz) ist ein gewisser im Jahre 1772 p Am 25 Septembet“ überfiel ganz plötzlich die Stadt Phi⸗
zeborner Der o y gestorben, der hei der Hinrichtung Ludwigs XVI. adelphia ein furchthares Unwetter? Sturm, Wolkenbruch umd
den Dienst eines Trommlers versah, als französischer Soldat zu dagelschlag; in einer halben Stunde waren 500,900 Fenster⸗
Anfang dieses Jahrhunderts nach Freiburg kam undin letzterer heiben? zerschlagen und wurde sonst vielfacher Schaden angerichtet.
Zeit dorf als städtischer Bauamtsdiener verwendet würde.. Vom 1 Januar big 18. Sepiember landeten 180,9909
Fder Redacteur Müller von der Staatsbürgerzeilung in Einwohner in dem atlantischen Häfen.

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        ni J Landwirthschaftliches. bn Ated aee
» Einftuß des Saatgutes auf den Erntertrag.
r. Peter Hahn, Gutsbesitzer zu Hatzhof, theilte uns bezüglich der
Anwendung von sortirtem Saatweizen die folgenden Refultate mit:
Im Herbst 1866 verwendete ich zur Besamung eines in völlig
gleichen Verhältnissen sich befindenden Landes ein Saatgut, das
sch von einem anderen AÄcker geerntet hatte, jedoch in der Art,
baß es vorher mit Hülfe einer Getreide⸗Sortirmaschine seiner
Starke nach in drei Sorten getheilt war. Von der ersten wog
der Scheffei 915 von“ der zweiten 82 und von der dritten nur
73 Pfund. Auf dem betreffenden Felde, das in drei gleiche Ab—
hheilungen abgesteckt war, kam je ein Scheffel zur Ansaat und

war an demselben Tage (14. Ockober) und ünter völlig gleicher
Behandlung. Ich habe nun in voriger Woche den betre ffenden
Waizen dreschen lassen und hinsichtlich des Ertrages Resultate ge—
unden, die mich in hohem Maße überraschten und die ich der
Deffentlichkeit nicht vorenthalten darf. Der Er.rag von der er
ten Qualität Saatwaizen übertraf nämlich den Ertrag von der
zweiten Qualität um 137 und den Ertrag von der dritten Qua⸗
ität sogar um 169 Pfund:“ Da die Kosten“ der Sortirung seht
Jjering find, so kann ich meinen Collegen nur auf's Beste aura⸗
chen, als Saatwaizen, überhaupt als Saatgut, immer nur die
este auserlesenste Qualität in Anwendung zu bringen.

——
— —
E
. Durch Unterzeichneten können fortwährend laut Muftern direct aus der
——— ιν Melis Nr. — heute à Thlr. 152ä — —
— —— Bei Melis /ä Waggenhadung, —
— ——6 q *8 ze n II —A IAMA lose expedirt, te 3212
,ν ieund bei Eandis in Postchen vuu2
na α Gaudis fein hellgelbet ig mindestens 109 Kistchen.
— ——— —— —
α eee Dunklere Sorten Caundis fehlen momentaag.. 8hern eg
. Wegen steigender Preisestendenz sind obige Notirungen ohne Verbindlichkeit. —— * 7 —
uUmer einer Waggonladung sind circa 600 Brode oder rirca 100 Centnet Melis in verstehen. —
1ng. Unter diesem Quamum wird nur bis zu 10 Eentnern mit 1d Erhöhung abgegeben. Faßweise abermals /10 mehr per Centner Melis
St. Johann, 10. October 1867. i . — —
de deeeet r nu. Samucel II. Rruen—
,, m te e 4 Schillerallee.) —V⏑———
Bekanntmachung. 6 Annonee..
Durch die in hiesiger Stadt eingerichtete Für bevorstehende Aller⸗Seelen empfehle meine Blumenkränze und Bou—
Basbeleuchtung wurden die früheren Stra- »uets von getrockneten Blumen in reicher Auswahl und lade alle Blumenfreunde zum
zenlaternen abgängig, und werden deß⸗ Besuche meines Etablissements ein. Vi 6 41 . —
halb dieselben am Samstag den 26. ds. D3 — IIFNIBI. Handelsgärtner.
Mis. Nachmittags 2. Uhr öffentlich auf nu uh e— g 5 — J
dem Bürgermeisteramte dahier versteigert, ιια e e m Zweibrüchen. .
. Es sind noch vorhanden: en — ⏑ — — — — — — —
Es n F — — 7.7—

IB Stuck Oellalernen und h eschäfts-Empfehlung.Eene grüne, gelbe nmid gebro—
16 Stück Petroleumlaternen —— allt Ge sch ft ⸗Emvi hlu g. cheue Erbfen sind eingetroffen bei
noch im besten Zustanddee Ich erlaube nir einem“geehrten Fritz Manzerhbieter.

en St. Ingbert den 20. Oct. 1867, Zublikum der Stadt St. Ingbert und
aiduteite Das Bürgermeisteramt Amgegend, die ergebenste Anzeige zu
Ch andon. machen, daß ich auf hiesigem Platze ein
161 W 324
Putz ˖ u! Modegeschäft
errichtet habe, und bitte unter Zusi—
herung billiger und pünktlicher Be—
ienung um geneigte Kundschaft.
Zugleich mache ich die geschätzte Da—
nenwelt darauf aufmerksam, daß ich
on meiner, Einkaufs⸗Reise für die
Winter-Saison zurückgekehrt bin und
die modernsten Artikel empfehle.
St. Ingbert im October 1867.
2Achtungsvollste
BEiise Vogeilsang.
v 222 — 27
Geschäfts⸗Eröffnung.
Ich bringe hiermit zur allgemeinen
denntniß, daß ich umterm heutigen das
— Stuhlmacher⸗ m
geschäft »3
— — verbunden mit 8
Holzdrehe reir
hier angefangen habe, und werden
Rohr-, Stroh- und Weidenstühle
aufs geschmackvollste angefertigt, über⸗
haupt alle in diese Fächer einschlagen⸗
den Arbeiten auf's rascheste und bil⸗
igste ausgeführt, sowie auch Repara—
uren, und bittet um geneigten Zu—
—XX J
St. Ingbert
RXFiIIBA

Kaffinerie der Herren vom RPuthi c Rredt in Cöln bezogen werden

Winter⸗Buxkins
in den neuesten Mustern,
sind heute eingetroffen und
empfehle ich solche wegen
den außergewöhnlich billi—
— 28 α
gen Preisen.
Hinν.
F Worms den 18. Sche
Wir notiren heute: Weizen 17 fl. 45 tr.
bis — fl. kr. Roggen 13 fl. 30 kr.
bis 13 fla45 fr. Gerste 11 fl. 80 fr.
is 14 — kr. ber 190 Kilo. Hafer
» fl. 40 fr. bis 5 f. 50 tr. per 60 Kilo.
Nehl per Partie 14 fl. — kr. bis 1411.
5 kr. Roggenmehl 12 fl. 15 kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 13 fl. — kr. bis
3 fl. 830 kr. Weizenvorschuß 18 fl.— kr.
dis 72 ft. — kr. Blumenmehl. — fl. — tkr
zis — fl. fr. per 70 Kilo. Reps
önfl. — kr. bis — fl. — ir. per 85
dilo· Rüböl ohne Faß 22 fl. 80 kr. bis
22 fl. 45 fr. Veinöl ohne Faß 25 fl.
— kr. bis — fl. — kr, Mohnölohne
Faß 86 fl. 80 kr. bis — fl.tkr. per
50 Kilo. Repskuchen 70 fl. — tr. bis
8 fl. — kr. Branntwein 34 fl. 80 kr.
dis — fl. — kr.
Mainz, 18. Och.
Gruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
ler à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. — kx. — Weizen (200
pfd.) 16 fl. 45 fr. —17 fl. 30 h. —
dorn (180 Pfd.) 14 fl. — kr. — 14 fl.
3 15Ikr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 36 ir.
Oct. 1867. i fi , ue ure vn
dinies 65fl. 30 kr. — 5 fl. 35 tr.

—
diuu 63 2* A t ——— 7i
Vorsohuss-Verein.
Da nunmehr der Verein constituirt ist,
önnen Anmeldungen zuim Eintrit in den
jelben noch bis zum 28. ds. Mts.
Mittags 2 Ubr in dem Geschäfts—
Bureau H. Scherpf dahier, woselbsi
alle gewünscht werdenden Aufschlüsse er⸗
theilt werden, stattfinden. —
Behufs Wahl eines definitiven Aus—-
schusses sind sämmtliche Vereinsmitglieder
hiermit eingeladen, Montag den 28.
Oetober nächsthin Nachmittags
2 Uhr im Saale von Julius Gre—
wenig dahier zu erscheinen.
En. Ingbert den 21. Oct. 1867.
ag e »Der prov. Vorstand.
„ Ausverkauf von Sohl⸗
leder von 36 —52 kr
per Pfund bei
Num aa Gerber Toussaint—
e in Blieskastele
Eine RAvnrer nãachsi dem Bahuhofe,
⸗»u einem Magazin sich eignend, ist soiort
vermiethen. . 5.
Die Expd. d. Bl. ertheilt. Auskunft.
Jakob Wack, Schreinermeister da⸗
ier, hat eine Parthie Wiesendünger,
wie auch circa 8 Wagen voll guten p3.
Felddünger zu verkaufen. s
.St. Ingbert den 21. Oct. 1867.
Nedaktion, Druck und Verlag von F. J. Demetz in St. Ingbert, 136 u
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der St. Jugberter Anzeéig er“wit seinem Unlerhaltuirgäblaätte erscheint wöchtutuich dremaͤl Vienskag, Sonner stag
ind Samstage Abonnemenispreig viexteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr,Anzeigen werden mit 3 Krzt. di dreispaltige Zeile
8* 7 n * 5* X rzr J — xg A — ** —* 7
— Blatijchrift pder deren Raum berechnet.
77 E —V —I 7 52 1* — h ——A8 457 246

2 ι ιιιιι A —
Rro. 1 7 . t teelt Donunerstag, den4. u tober pptutä idertt 1867.
—— —— — —— [— ——
αN. — BTR IEEEGIIIIE —L IIX õ ————34
Deutschlande eee Vie Freiwisligen werden dem Contingent ihter Heiniath zu gut
Münchem, 17.Oct. Es wird von guten Sete verichert. zerechnet. Die Entlassüng aus dem Hette welche nach zurlitgelege
haß der regierende König den Winter in der, lanblichen Emfams er. Dienstzeit zu ertheilen üst. agn eĩ drohendem oder ausge⸗
ee e nen an Auee saeen Fab, ohehen Zrieg durd sol. Verfüͤngeng zeinpeitig eingestelt werden
zan Line Reise dach dem Orient amreten, saher ader, anen idoct müssen ängstens in sechs Wochen nach dem pecut
egentschaftsrath fur die Dauer seiner Abwesenheit ernennen werde. alle Militürpflicht geu je nach dem ihnen Zyrch das Gesetz zustehen⸗
München- 2. Oct. Nach dem Gesetzentwurf,“ die Hee⸗ den Anspruch eijtweder yerabschiedet oder in die betreffenden Classen
resorganisation beir, dürfen Jene, welche der aetiden Armee, an⸗ des Hecres eingereiht seina Für Gutlassungturkunden behuftẽ Aus⸗
gehören, die wirklich eingereihten so gut wie diqe Ersatzmmannschaf⸗ wvan derimng, müssen die Reservisten einen Stempel yon en
bhug. behördliche Erlaubuihß weder sich berehelichenm, goch aus- ing. Tare kon 300 fl., die Landwehrmännex auch. ejnene lempe
vandern, zoch sanst wie außer Landes zu. gehen. Die; Reser⸗ oon — — — von 100 fl. utrichten.. Mit w*
isten, und Landwehrmänner, hingegen, sind diesen Beschrantungen, Jannar 1868 sü veh neue Gesetz in Wirtsamtein —D— die
nicht unterworfen, doch kann bei drohendem Kriege die Regierung. Linstandsverträge, die vor diesem Tag durch Verpflichtuung deg
as Auswagndoru- und Außerlaudsgehen verhieten, ZIn jedem Linstehers schon vollzogen sind, bleiben mit den nach dem Heeres
andwehr onpagmehezirke werden jahrlih Hoen Fantroldersamineergünzungsgeset von 1828 hieraug sich exgebenden Folgen in Kraft.
nugen, der, Ersatinannschaften, Reservisten und Landwehrmänner deum Ablauf der bedungenen Einstandszeit.Die Einftebet da
bgehalten“ Die Landwehrmanner konnem während der Dauer bei, die volle Einstandszeit sowie die ihnen über diese hinaus nach
hror Dienstpflicht im Ganzen außf kinen Ponat zu den Nebungen dein Reuen GBesetz etwa obliegende Dienstzeit in der activen Armee
des stehenden Heeres beigezogen werden. Mußerdem hat die Lqud⸗ abzudienenn Die Einsteher haben jhre ordentliche ʒ. resp. Sjährige
ehrin samere in ihren Conpagnebegieten, jahtüch acht „ein agige, Dienstpflicht in der Laudwehr zu erfülen, sind aber außerdem uog
lelungene Hönnen sie zu diesen in einen Tag bon hrein Wohn-, vahrend, der Cinstandszeit zum Dienst in der Landweht decpiche
xxx nicht Hin⸗ unde-zurückkommen, so erhalsent sig Entschtädigung et. .Zuxr Mitwirkung für, Erhaltung der Sicherheit amm Lande
helese her den dore shhhehen ebeneen sou ol eine Litcerwehr geildet werden. uls. sotdze dienntt. vorerst vie
e Vandwehr mun bei Mobilmachungen oder in pesonderen Fallen, bisherige Landwehr nach“ den bestehenden Gesetzen und Verord
ur Erhaltmuge der Ordnung einberufen werden aBei einer Mo⸗, nungen. GGf. ——— — 42
ilmachung bekommen, die darftigen Familien, verheiratheter Reser⸗ sZollbeteinsberir age werden wahrscheinlich nachsten
sten n Landwehrmanner ach deen Cinberufung nierstühung, Zatustag, in der Reichsrathskamimer zur Verathung konmen.
us Sinaismitteln Die Ersatzmannschasten, Reservisten unde dum baherischenn Consul in Veipzig ist der dortige Buchhändler
andwehrmäner. find, in Vezug auf miltarische Verbrechen, Ver- Friedrich Eichhorn ernaunt. —. Von den Officieren. die sich zunt!
gehen uͤnd · Disciplinaxübertretüngen gleich den Angehörigen der Eintritt in die Kriegsakademie geineldet haben- siud 13 zur Auf⸗
iven Armee der micitärischen Gerichtsbackeis un erworfem wegen nahme ausgemählt. — Die Namen der Branpaart. wele
emeiner Verbrechen ec aber, nar disolange, ais sie um, Dient uus. der fönigl. Cabigetslasse mit je Lood f ausgestattet werden
räsent sinde —Vollkommendiensttaugliche junge-VLeute, welche ind jetzt betkannin Das pfalzische Paar ist Petet Griegmit⸗
das 171 Lebensjahr schon überschritten haben, Lonnen vor eingetre— Anna Ruff nus Habtirchen, Amts Zweibrlicken, ,
ener Militärpflicht als Freiwillige in die; active Armee, eintreten. München, 22. Oct. In der heutigen Sitzuug der Ab⸗
Weisen jolche eine höhere Schulbildung nach, imd, übernehmen sie geordnetenkammer sprachen noch Frhr. d. Stauffenberg Kolb,
s, sich aus eigenen Mitteln zu verpflegen und zu kleiden, so wer⸗ v. Soyer, Völk. Bischoff, Karl. Barth cramer und wenset
en sie im Frieden schon nach einjährigem Djenst auf jhr Verlan. v. Schlör für, Dr. Weis gegen den Zollvertrag. Als Hauptbe⸗
en in die Reserye eingestellt, aus der he nach dreigähriger Dienst. weismittel für denselben wurde die Sprengung
in in die Landwehr nbergehen. Diese Freiwilligen sollen nach bei dessen Nichtannahne geltend gemacht. Bei det“ Abstimmung
Raßgabe ihrer Befaͤhigung bei Besetzung der Landwehrosficierstellen wurde. der Vertrag mit 117 gegen 17 Stimmen angenommen.“
um ehesten berücksichtigt; werden.Universitätsstudirende zund An⸗ Mainz;, 19. Oct. In das Neztz, welches die übrigen xhei-
zehörige anderer höherer, diesen gleichstehender Lehrunstalten, dürfen rischen Festungen Preußens mit der Hauptstadt in directe Verbin⸗
Us einjaͤhrige Freiwillige in dienstfrejer Jeit die Porlesuingen: he⸗ Riug fetzt, ist heute durch Legung eines Kabels durch den Rhein
uchen;Candidaten der Medicin konnen deu ejnjährsgen Freiwil, u der Linie der alten Trajanischen Brůcke auch die hiesige Festung
igendienst in Militärspitälern, Candidatender Thierheilkunde als getreten. Die in der ganzen Festung nach; allen Richkungen n
vetrinararztliche Praktikanten- leisten. Dien höhere Schulbildung, die Außenwexrke von der Centralstation durch die Stadt ausgehen⸗
velche zunn einjährigen Freiwilligendienst berechtigt, ist vor einer den Drähte setzen die wichtigsten Punkte des Vertheidigungssystems
genen Commission durch Zeugnisse oder durch Bestehen einer in eine ununterbrochene Correspondenz mit Berlin oder evepuell
Brüfung nachzuweisen. Wer nach Ablauf der gesetzlichen Dienst“ dem Höchstcommandirenden.
eit in der actiben Armee foridienen will, kann eine Capiiulation aaf BadeneBaden, 22. Oct.n Heute fruht um 715 Ah
in Jahr abschließen; die von Jahr zu Jahr erneuert werden kann; passirte, der Kaiser von Oesterreich Oos, mit einem Extrazuge.
iese weitere Dienstzeit wird ihm ander Reserve- und Landwehre Dienst- Tr wurde dort empfangen von dem Großherzoge dbon Bäden und
flicht angerechnet. Unterofsiciere, welche 12 Jahre in der activen Armee dem Könige von Preußen. Im dortigen. Bahnhofe nahm der
oder im Krieg auch in der Reserve und Landwehr) gedient haben, daiser ein Dejeuner ein. Die Zusammenkunft, dauerte nut
zabvon mindestens 9 Jahre als Unterofficier, exlangen bei gutem 19 Minuten , n
Betragen Anspruch, auf besondere Bexücksichtigung zur; Anste lluug Fulda, 16. Oct. Heute Naͤchmittag habeu, die Fonferen⸗
un subulternen Civilstaglsdieust. Ebenso Gendarmen nach Rjährigem zen der Erzbischöfe, und Bischöfe Deutschlands im Sitzungesaale
Dienst in der Gendarmerie... ι αν. n bijchöflichen Seminar ihren Anfang genommen. Dieser ersten
Im Maijeden Jahres findet regelmäßigeine, Aushebung Conferenz wohnten bei die Erzbischöfe von Koin München, Bam⸗
sur Ergänzung des stehenden Heeres statt, zu welcher glle Dienst— berg und der Stellvertreter des Erzbischofs von Freibutg, serner
Fflichtigen derbetreffenden Allersklasse zu exscheinen haben, mit die Bischöfe von Passau, Regensburg, Augsburg. Würzbuͤrg Hich
Ausnahme der schon früher freiwillig eingetreicgenz, das Loos ente tädt, Mainz, Paderborn, Hildesheinm, Osnabrück, Fulda, die apo—⸗
cheidet darüber, wer zunächst einzureihen ist. Die Zahl der zur olischen Vicare von Luxemburg und Dretzden ud, Der Ehellver⸗
ẽrgänzung des stehenden Heeres im Ganzen nöthigen Maunschaftireter des Bischots von Culm. Der Bischof vom Wierig und den
— ODie Cpnierenzen
xes Contingenis, welches hiedon auf jeben Regierungsbezirl krifftx Jaben zunächste den Charaktter von vortrgutichen Besprechungen, unds
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        sind vorbereitender Natiw für das von Pnus R. gausgeschriebene neren Gemeindetz Fur Empfangsfeerlichkeiten und Deputationen
allgemeine Concilinm zu Jom am Schlusse des Jahres 1868, Die bewilligt hatten. Äuf die Anfrage eines Mitgliedes des Gemein.—
ysterreichischen Blchoft werden; der Verszmmluung nicht beiwohnen A deraths ghelche ver“ rieclen Vortheile die Kaiserreise dexeStadt Lille
„weil“, wie das⸗ Nanz. J.“ Jagt: der Concordatssturm in Ver⸗ verschafft? habenß glautbt⸗ ¶Bürgermeister keine Antwort ertheilen
bindund int den sorigen⸗ schwierigen Verhälmissen de Augenblicks u müssenn. *
sie zwingt in Oesterruich zu bleiben und insbesondere ihren Platz Paris 19. Och. Der Kaiser besuchte gestern die Exposi
m Reichsrathe einzunehmen.“ Zehn österreichische Prälaten hatten tion. Er konnte auf zahlreichen Schaufenstern die Inschrift be—
vorher ihre Theilnahme zugesagt. Die Bischöfe von Speyer, Rot. merken: „Ich lehne die Belohnung der Ausstellungs-Jury ab,
lenburg, Limburg q. d. Lahn- und Münster in Westphalen sind aber ich nehme die lobende Erwähnung der Arbeilerdelega
theils durch augenblickliches Unwohlsein, theils durch allgemein kör- lion an.“ — FJ V— VVV
perliche Gebrechlichkeit an der Theilnahme bei den Conferenzun Paris 21. Oct. Der Kaiser von Oesterreich trifft am 22.
verhindert. — in Straßburg, am 23. Nachmittags in Paris ein. Koͤnig Lud—
Berlin, 19. Oct. Die Elberfelder Ztg.“ schreibt: „Die wig J. von Bahern, der bekanntlich in Nizza überwintern will,
projectirie formidable Befestigung vou Straßburg wird noch ver- verweilt einige Tage in Paris, wo er am 25. eintrifft“
därkt durch die in Aussicht genommene Rheinflotille von transpor⸗ — Paris, 21. Oct.,Die „Patrie“ sagt, daß in der
tablen Kanonenbooten. Die zwölf in der Fabrit von Claparéde Lage eine Aenderung eingetreten sjei, ohne daß indessen die Ent—
und Commartin in St. Denis gebauten Schraubendampfer, von chließungen der Regierung sich geändert hätten; die Expedition
denen bereits drei nach Straßburg abgeliefert worden sind, und onue jeden Augenblick abgehen. — Nach Berichten“ aus Florenz
welche destimmt sein sollen, zu der Vertheidigung dieser Festung jat der König das Entlassungsgesuch Rattazzis angenommen Man
heizutragen, resp. je nach Umständen selbstverständlich auch zu dem erwartet ein Ministerlum Cialdini, welches Maßregeln gegen die
Angriff auf Mainz und die preußischen Rheinfestungen mitzuwirken. Revolution ergreifen und die Hauptsitze der Aetionspartei im Noth⸗
dürften die preußische Regierung bestimmen, um so entschiedener fall in Belagerungaznstand erklären würde. —
auf eine Sicherung von Süddeutschland Bedacht zu nehmen.“ —Die Presse meldet Cialdini hat die Bildung eines
Bexlin, 21. Oct. Die Unterzeichnung der Postconvention neuen Ministeriums übernommen und die Schließung der Werbe—
mit Amerika, welche die Taxe für den frankirten Brief von 15 bureaus's sowie die Auflösung des Unterstützungsconites angeord⸗
Brammen auf 4 Silbergroschen herabsetzt, wurde, nachdem Bayerns iet. — Der „Constitutionnel“ bestätigt diese Nachricht; er spricht
Zustimmung eingetroffen, in diesen Tagen erlassen und wird even- die Hoffnung aus; daß es Italien gelingen werde, sich den re—
zuell noch heute stattfinden. — Der König bleibt noch einige Tage volutionären Antrieben zu entziehen, und beglückwünscht die Re—
in Baden-Baden. .. gierung wegen ihrer festen Haltung g.. —
— Die Errichtung eines zweiten Telegraphenbüreaus in Paris, 21. Oct, Der Bruch zwischen Italien und Frank⸗
Berlin euter'sches) unter Leitung des Hofraths Albers ist jetzt Leich soll durch preußaische Vermittlung vermieden werden. —
vom Ministerium, nachdem allen gesetzlichen Anforderungen ent- Das Minifterium hat in Florenz seine Demission gegeben und
sprochen worden, genehmigt. Diese Concurrenz wird heilsam sein. Baribaldi befindet sich vor
— Das Herrenhaus wird um 30—40 Mitglieder verstärklt wer —Die Getreidetheuerung beginnt bereits ihre voll⸗
den, Es werden in den nächsten Tagen die Städte und Körper⸗ Wirkung auf die öffentliche Ordnung auszuüben. In voriger
schaften bezeichnet, welche Candidaten für das Herrenhaus präsen- Woche sind in Rapoleonville (Vendée) große Unruhen in Folge
tiren sollen. Gleichzeitig wird aber auch die Berufung mehrerer von Getreideaufkäufen Seitens einiger Händler jener Stadt er⸗
Persönlichkeiten in das Haus aus Allerhöchstem Vertrauen er⸗ folgt. Die Truppen“ mußten einschreiten; das Volk empfing sie
folgen. — Die Panzerfregatte „Friedrich Karl“ ist am 15. Oct. mit Steinwürfen; es fande ein förmlicher Kampf statt. Am näch—
bon Toulon nach Kiel abgegangen. en Tage wurde ein Getreidewagen vor dem Hause eines jener
Berlin, 22. Oct. In der heutigen Sitzung des Reichs- händler angegriffen, Die Dragoner mußten das Volk mit blanker
sags beantragten die Abgeordneten Braun (Wiesbaden) und Mi- Woffe auseinander treiben. Andere Unruhen haben in Vannes,
chaelis: Der Reichstag wolle die Zollvereinsverträge nur den- Josselin, Lorient und“ Geumine stattgefunden, bei Rohan ist ein
jenigen süddeutschen Staaten gegenüber genehmigen, welche die Vetreidebot versenkt worden.
Rechtsverbindlichkeit der Allianzverträge nicht in Frage stellen. „Paris, 22. Oet. Der Kaiser von Oesterreich ist diesen
Wien, 17. Oct. Die heutige Sitzung des Abgeordneten. Morgen in Straßburg und Mittags in Nancy eingetroffen —
hauses wurde mit der Erwähnung der kaiserlichen Antwort anDiePatrie“ meldet, daß Garibaldi auf dem Continent ein—
die Bischöfe eröffnet, welche der Präsident mit nachfolgenden Be— jetroffen ist; doch ist sein Aufenthalt unbekannt. —
merkungen begleitete: „Es ist in derselben der Ueberzeugung deg Etendard“ schreibtz Gestern Abend und diese Nacht waren
Kaisers Ausdruck gegeben, daß forthin der Constitutionalismus in in Florenz einige Unordnungen; die Aufregung, obwohl lebhaft,
Oesterreich herrschen soll, und daß alle gegen denselben gerichteten hat jedoch bis jetzte keinen ernsten Charakter angenommen.
Wege, woher immer sie ihren Ausgang finden, Niemanden zum Garibaldi ist bon Caprera verschwunden; man weiß blos, daß er
Ziele führen sollen.“ Es ist in derselben ausgesprochen, daß in in Livornd gelandet ist. —
Desterreich nicht blos die Gewissensfreiheit eine sichere Stätte fin- ar e, Der „Moniteur“ sagten, Angesichts des
den, sondern auch der religiöse Friede herrschen foll (Bravo! Tinfalles det revolutionären Banden in das päpstliche Gebiet,
Bravo!), und daß unter Beachtung der heiligsten Interessen der hatte die französische Regierung beschlossen, ein Erpeditionscorps
Bevölkerung doch auch die wichtigften Belange des Staates ferner⸗ nach Civita-Vecchianzu senden, welche Maßregel in Erfüllung der
hin fsicheren Schut und Schirm finden sollen.“ Pflicht,r der Wuürde und der Ehre Frankreichs stattfinden sollte.
Ein czechisches Blatt in Prag hat in der That Recht, wenn die Regietung' konnte sich nicht der Gefahr aussetzen, die Unter⸗
es, wie soeben ierher telegraphirt wird, den Brief des Kaisers chrift Frankreichs wverletzt oder verkannt zu sehen; saber die italie⸗
an den Cardinal Rauscher, worin den 25 Bischöfen wegen ihrer nische Reglerung hat der französischen Erklärungen und Versiche—
Adresse der Text gelesen wird und der Monarch ganz entschieden rimgen kategorischsten Art gegeben, daß alle nöthigen Maßregeln
für den angegriffenen Reichskanzler gegen das Episkopat Partei ergriffen sind, um einen Einfall in das päpstliche Gebiet zu ver⸗
nimmt, als „eine vollständige Wendung in der Geschichte des Hau- hindern lind die September-Convention zur wirksamen Ausführung
ses Habsburg“ bezeichnet. Allerwärts macht sich die jubelnde Ues zu bringen.“ In Folge? dieser Mittheilungen hat der Kaiser Be—
berzeugung geltend, daß der Bruch mit dem Concordate vollzogen fehl'gegeben, die Eiuschiffung der Truppen einzustellen.“
und erst dadurch die Möglichkeit freien Verfaffungslebens in Sesfer Paris, 23. Oct.? RNach der „Epoque“ hätte sich Rattazzi
reich geschaffen ist. Da ist's, was heute Präsident Giskra unter durch Herrn v. Usedomnach Berlin mit der Anfrage gewandt:
dem Jubel des Abgeordnetenhauses aussprach. Dieser Enthusias- in wie weit Italien im Falle eines Krieges mit Frankreich auf
mus bes Reichsraths aber findet einen lauten Wiederhall in Une Preußen zählen könne? Das Berliner Cabinet habe vollständig
garn, in dessen Hauptstadt gestern das Telegramm über das kai⸗ ablehnend geantwortet und von dieser Anfrage der französischen
serliche Handschreiben in den parlamentarischen Clubs mit don⸗- Regierung Kenntniß gegeben, worauf, mit Recht ver etzt, diese eine
nernden Eljens begrüßt ward. Urt Ultimatum nach Florenz habe abgehen lassen. Nach dem
Prag, 21. Die Narodni berichten, Fürst Metternich werde „Figaro“ hätte König Wilhelm selbst dem Kaiser Napoleon directe
Reichskanzler, dagegen Frhr. v, Beust Botschafter in Paris wer⸗ Mittheilung von diesen Eröffnungen des italienischen Hofes gemacht
den, und zwar geschehe dieser Wechsel im Interesse des ungarische Voulon, 21. Octe4 Uhr Nachm. Die Brigade Polhes'
Ausgleiches. J wird wieder ausgeschifft. Die Truppenzüge wurden sistitt, Die
Frankreich. ingekommene Dib sion wird hier campiren Die Ausrüstung der
Paris, 17. Oct. Die Kaiserreise in die Norddepartements Swcifte in snrnesmien Acberan n ontrerdre gegeben.
hat für die Stadt Lille und das Departement eine Ausgabe voonn , Italien.
nahe an 400,000 Fr. verursacht, ungerechnet der Summen, welche Florenz, 23. Oct. Hier herrscht eine große Aufregung,
die Städte Roubaix, Tourguing und Dünkirchen, sowie die kleie Ddurch Maueranschlägenwird die Altersclasse von 1842 einberufrn.

F
        <pb n="501" />
        Demonstrationen finden vor den Häusern Rattazzi's und Gari⸗
haldi's statt. — Garibaldi's Entweichung üst feststehend; er lan⸗
dete in Livorna; sein augenblicklicher Aufenthaͤlt jedoch ist unbe⸗
lannt. Die Garibaldianer cambiren, an der Rord— und Südgrenzt
des Kirchenstaates —

t!! 55 Mußland.ntn 7 αιναα

BPefersbu —— 20. Oct.! Der? raͤtiffriẽ Vertrag des Ver⸗
zaufes von Russisch⸗Amerika an die Vexreiniglken Siaaten um
7.,200.000 Dollars in Gold wurde veröffentlicht·Der König
oou Gricchenland ist gestern hier igelangte Das Reformpro—
ect, betr, die Gesetzbücher des —— Polen murde dem
steichsrathe porgelegten 7—3*
— —Be r* — — i d· 54
. Der beruühmte Marine Iugeneur Bz aru oxist am 22. Oct.
in Zweibrücken kingetroffenn umn sich mit, der Dingler'schen Mac,
schinenfabrik behusg Erbauung eines Motors zu seiner neuesten
Erfin dung Panzerschiffe umter dem Wosserspiegel zu beswieten
m's Benehmen zu setzen.. 9 J
fKaiserstautern, 2Oei In verflossener Nacht
wurde unsere Stadt durch die Flammen einer neugeschaffenen Zierde
zeraubt, welche nicht allein von der hiesigen Einwohnerschaft, son⸗
dern auch von vielen Fremden schon mit Ffreudiger Bewunderung
ꝛegrüßt worden ist.Unser neues, schönes Actieutheater welches
am 6. October jüngst durch den rühmlichst bekannten Herrn Thea⸗
ler⸗ Director Wid ügnn aus Heidelberg“mit seinem wackern Per⸗
jonal eroffnet worden, ist heute früh in der Zeit von 89 bis
5 Uhr — nach der 8, Vorstellung. bis auf den Grund nie—
dergebrannt. Es war ein iurchtbares Feuer. Von sämmtlicher
innern Einrichtung, welche noch nicht versichert war, konnte auch
gar nichts gerettet werden. Ueber die Enistehungsursache des
Feuers bestehen bis jetzt nur Vermuthungen · 5
f Kaiserslautern, 22.Och. Um die durch das
zestrige Brandunglück unterbrochenen Theaterborstellungen wieder
möglich zu machen, hat sich gestern schon ein Comite gebildet, zu
dem Zwecke der Errichtung einers Provisprijchen Bühne im großen
Fruchthallsaale.
rGraäßliches Unglück, In Schmelz bei Lam (Nie⸗
erbayern) woselbst ein Bergwerk betrieben wird das dem Hrnu.
Hartmann aus Nürnberg gehörig, ist auch in unmittelbarer Nähe
dieses Etablissents das Wohuhaus des, Vergarbeiters Lorenz Pirzl.
Auf einmal, mit einem fürchterlichen Knall flog am 18, ps die
es Wohngebäude in die Luft, Die zwei Eingangsthüren in dem
Fabrikgebaͤude dieses Bergbaues, woseibst auch Hr. Schichtmeister
Jena wohnt, wurden mit Einemmale aufgerissen, eine Mauer
fürzte ein; Hr, Schichtmeister der Ansicht, daß in seine Wohnung
rineingeschossen worden sei, ergriff schuell seinen. Säbel und wollte
den Frevler züchtigen, doch wie erstaunte er, als er, aus seiner
Wohnung tretend, einen Quaim aufsteigen sah und das Haus
ines Arbeiters wie wegrafitt wer Et hief sogleich an die un—
Mücksstätte, machte Lärm und welch' entsetzlicher Anblick bot sich
hin dar! — Ran fand einen Klotz Fleijch — es war die Brust
des Pirzl, lein Fuß, kein Arm⸗ war⸗ sichtaf, keine Spur vom
Hopfe. Das junge Weib des Pirzl wurde quf der Strase gefun⸗
en, ohne Gesicht, der gunze Koͤrpep war verstümmeli — die
Schwester ihres Vaters, ganz unkenutlich, wurde qus den Trüm—
nerm herporgezogen — und so liegen sie in diesem Augenblicke ne⸗
den dem Badofen, einzelne Klumpen,nje soweit erkenntlich, dem
ntsprechenden Körpertheile zugetheilt. Merkwürdig, zwei alten Be—⸗
pohnerinnen im Hintergebaude geschah nichts, außer daß sie in
Folge der Erschütterung einige Zeit bewußtlos da lagen. Die
zrößten Hausbalken würden zerschmettert und in eijner Entfernung
on einer halben Stunde Holztheile gefunden. Mehrere HKlumpen
Fzleisch aus den Hinter und; Vortheilen der Koörper, ja viele
Trümmer Gedärme lagen zerftreut iheils auf dem Boden, theils
un den Bäumen hängend. Die, Straße, nach Lambach ist be⸗
»elt von Holztheilen, Wäsche, Kleidungsstücken ec. Pirzl war
hergarbeiter, und wie man glaubthotie er als solcher Hulver
m Keller aufbewahrt. Die Explosion erfolgte, ohne daß man sich
jeute noch die Entssehung, dieser Katastrophe erllären kann.
Wien, 18. Dctz u Meri Naisce hat befohlen, daß jeder
Nann der Landarmee wie der Kriegsmatine ohne⸗ Unferschieh in
ind außer Dienst mit Sienanzusprechen ist. Der laiserliche Be⸗
ehl hat, wie es heißt, mit dem heutigen Tage in Wirlsamfeit zu
ceten. (Verdient Nachahmung
JWien, 16. Oet. Die Neue' jfr. Presse ist voll des
Lobes und der Bewunderung für/ eine „Erfindung, die allerdings
on großem praktischrm Rutzen sein wicd, wenn sie sich bewährt.
ẽs handelt sich um eine Vetbesserung der, Petrolemmlampen, oder
nelmehr um Erfindung eines. Dorhtes durch weichen ernstlich die
vefahr des Erplodirens auf's Voliständigsle eseitigt und außer⸗

dem der üble Geruch der Petroleumbeleuchtung gänzlich paralifirt
ein soll. Der Erfinder des Dochtes ist ein um das Beleuch-
ungswesen überhaupt vielfach verdienter Mann, Herr Sigm. Reis⸗
ier in Wien. 77 21
kt, Aus Tolis (Ungarn) herichtet man Folgendes: Am jüdi⸗
chen Versöhnungetage (0. djs.)drangen zwei Räuber in die Woh⸗
zung eines unweit des genannten Ortes wohnenden jüdischen
tleinhändlers, als derselbe eben mit seiner Gattin im Bethause
eine Audacht verrichtete ermordeten auf eine gräßliche Art zwei
urückgebliebene I65 bis J8jahrige Toͤchter, raubten sodann alle
Werthgegenstände und entflohen, Eine drute Tochter erblickte noch
pie Raubmörder auf der Flucht, und wil in denselben Bauern⸗
ohne aus der Umgegend erkannt haben. 5 — —*
fuaIn/ Alpace (Ungarn) hat am 6. ein wasserscheues Schwein
Menschen und 14 Thiere gebissen; die Aufregung war daruber
m Orte jo groß, daß —A—
d Die Familie Orleans würde mit einem neuen Sproßling
veglückt; die Herzogin von Chatres (Frau des zweiten Sohnes des!
derzogs von Orleans) hat ann 15. d. einen Knaben geboren.
fFal schesus ch weizger Mümnzen. In !einigen Kand
onen wird von den Behörden und auch die Pressfe vor der“ dine
zahme falscher derzeit kursirenden Münjen gewarnt. Ein Theil
erselben wird unstreitig auch seinen Weg nach Süddeutschland
iuden und⸗wir geben daher nachstehend Line Aufzählung dieser
alschen Stircke“ Dieselben finde Schweizer'sche Einfrankstücke mit
den Jahrzahlen 1850 und 1863. Schweizer'sche Zweifrankenstücke
nit den Jahrzahlen 1850, 1860 und 1862.. Franzöosische Fünf⸗
rankenstücke mit der Jahrzaht 1842, Diese Sltüge find am
klange und an der auffallenden“ blaulichen unde Bleifarbe zu⸗
erlennen. α ν“ ee eie yr
. Der Tarif für Kabeldepeschen wird vom Nobbr nü auf
3. Pfd. St. per 15 Worte reducirt; immerhin noch ein schöner
Betrag: circa 4 fl. für je ein Wort. —
.Postkonferenz. Die Vorschläge, welche auf det Ber⸗
iner Postlonferenz von Preußen Ramens des norddeutschen Bune
»eo gemacht werden sollen, zielen im Wesentlichen darauf ab daß
der deutjch⸗österreichische Poftverein in etwas veraͤnderter Weise
ortbestehen soll. In erster Linie soll nun im Umfange seines
Bebietes die Einführung einer Einheitstaxe für Briefe bis 1 Zoll
Joth Gewicht von J Silbergroschen (jn Süddeuischlans —8
dreuzern,) mit der Steigerung auf den Doppelsatz sür Briefe von
nehr als einem und weniger als 15 ZolleLoth bezwedt werden.
Diese Einheitstaxe besteht in Bayern bereits und wurde auf der,
darlsruher Konferenz von 1863 vbon Bahern gemeinschaftlich mit
Desterreich und Baden zur Einführung vorgeschlagen, vpon der Ma⸗
orität, darunter auch Preußen,“ aäber abvotirt. Ebenso soll die
Taxe für die Spedition der Zeitungen aus einem Postvereins⸗
taate in den anderen von 50 auf 233 Procent herabgesetzt wer⸗
den und die Tarxe für Preß⸗Erzeugnisse, Waarenproben in Abstu⸗
ungen von 2 zu 21/ Loth steigen. Ferner wird die Einfüh⸗
rung der Postanweisung innerhalb des gesammten Vereinsgebietes
norgeschlagen, und soll fuͤr Beträge bis zu 25 Thlr. eine Gebühr von
wei Silbergroschen, für Süddeutschland sieben Kreuzer, faͤr Bes
sräge pou 25 bis 50 Thle. aber eine solche don vier Silbergrot
chen, für Süddeutschland 14 Kreuzer, erhoben werden.“ Die bay⸗
rrischen Kommissäre, sind dem Vernehmen nuch in dieser Richtung
ahin instruirt, so viel als möglich auf Einführung der Sechs—
dreuzer-⸗Taxe hinzuwirken. Der neue Vertrag, welcher mit dem
. Januar 1868 in Kraft treten wird, soll durch die Kontrahen⸗
en von Jahr zu Jahr kündbar sein —
Fränkfurt, 17. Oct, Bei der hente fortgesetzten Ziehung
3. Klasse der 152. Frankfurler Stadtlotterie fielen auf folgende
Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 10756 4000 fl., Nr.
078. 18106, 7946 und 1007 1 jede 1000 fl., Nr. 3262, 4685
ind 12662 jede 300 fl..
Frankfurt, 18. Oct. Bei der heute fortgesetzten Ziehung
3. Klaͤsse 152. Frankfurter Stadilotterie fielen auf folgende Rum⸗
mern nachstehende Gewinne: Nr. 20224 4000 flinn Nr. 19917
11985, 9496, 11020, 13963, 9869 und 10248 jede 1000 fl.,
sr. 14383, 24007, 12271, 4960, 21466, 21063, 15924
3872 und 202 jede 300 fl. — —
„„Ziehung poin 19. Och. Nr. 16482 2000 fl, Nr. 10507,
3567, 5018 25662 21159 und 8417 jede 1000 fli Nr. 121831
284 und 9018 jede 300f. 6
Ziehung vom 21. Oct. Nr. 10445, 9149, 1035, 11104,
20184, 9163 und 7819, jede 1000 fl. Nr. 15156, 4193, 6269
7042 und 21500 jede 860 fl.
— — — — j —
* WWVLandwirthschaftliches. — ————
Das Benetzen des Mistes min Jauche“ ist zwar in
nanchen Gegenden der Pfalz, Rheinhessen . fo im Gebrauche.
daß man selbst in den kleineren Wirthschaften ein Pfuhlgewöl be
        <pb n="502" />
        nin Pumpenanbrifft, wolch letztere zum- Bespritzen des Mistes mit
emn Pfuhlen Verwendung findeto Da indessen unseren Wahrneh⸗
nungernnnach noch vielwärts dieses Verfahren gar nicht im Ge—
rauche ist, so wollten wir nicht unterlassen, mit wenigen Worten
Ae Vortheile desselben hier unzudeuten. Eine regelrechte Zersetzung
Fes. Stallmistes kannmur erfolgen, wenn derselbe ein gewisses
Maßz von Feuchtigkeit enthält. Dusselbe verliert er aber nament⸗
ichin⸗ den trockenen Sommertagen durch Verdunstung; der Mist
wirde sonin eseiner: Fäulniß gehrmmt · und schließlich schimmlich, was
dinemn Werth ganz wesentlich beeinträchtigtene Daher muß es für
hnwendig erachtet“ werden on imm Sommern den Stallmist taglich
nmal aufn ver· Düngerstärte mit Jauche zu überspritzen/ nament⸗
ich, da sich dadurch noch der weitere Vortheil ergibt / daß die im
Sommed smn den Mist massenhaft angesetzt werdenden Insecteneier
durch die foxtschreitende Faäulniß des Düngevsi zerstört werden
und der Boden vor Insecten bewahrt, bleibt, welche die Pflan⸗
enwurzeln angreifen umd nicht⸗ felten die ⸗Naulwürfe/ ichacrenweise
— ä —59*

Dae Wiegeme gigerna In landwirthschaftlichen Kasinos, Kränz⸗
hen, überhaupt in Vepsammlungenvon. Landwirthen, ist eine der⸗
igen Fragen, welche am häufigstenauftausden, „dieienige, nwie
nan am besten auf. Wiesen das Moos vertilge.« Es« iste damit

ungezeigt, daß der betreffende Gegenstand noch seine weit verbrei⸗
ete Bedeutung hat! uDern Recepte zur Moosvertilgung gibt es
verjchiedene; insbesoudere werden die Anwendung von Kalk, Asche,
Ruß u dgle empsohlenz⸗ Mittel, die allerdings nicht zu unterschä⸗
tzen sind, indem fie theils bindend auf die Moosbildung im Bo⸗
den beguͤnstigenden Säuren, Aheibs erxirahrend auf die Gräser wir⸗
ien und so zum Vergehen des Mooses Anlaß geben, Ein Mittel
vird indefsen noch wicht genugsam angewendet, wir meinen näm—⸗
uͤch die vielgliederige Wiesenegge, welche ihrer zahlreichen, kleinen
steis in Bewegung besindlichen Zähne wegen, bei rascher Führung
das Moos gruͤndlich aus dem Byden hinwegnimmt, ohne die Narbe
uͤ beschädigen. Wir haben im vorigen Herbste eine überaus stark
hemooste Wiese mit einer solchen Egge beyandelt, jedoch einige
abratklafter in dem bemoossen Zustande gelassen und dann die
zanze Wiese gleichmäßig mil gutem Coinpoft gedeckt. Es war in
Ziesem Jahre im Allgeinen der Grasertrag vollkommen befriedigend,
ullein meine Wiese gab da, wo sie mit. der Wiesenegge behandelt
en en, Anen danz erstaunlichen Ertrag, mehr wie noch ein—
mal so viel als die vernmoosten Wiefen meiner Nebenläger, und
zuch im Verhältniß gut um die Halfte mehr und besseres Futtet
iiß da, nwo vhne Wieleneggẽ blos Compost in Anwendung gekom⸗
nen war⸗ iιο α νι
. α-α 3 —AS24 .
— n να D k. Ke s
Bekanntmachung. Duüngerfabrik Kaiserslautern.
Durch dio in hiefiger Stadt eingerichtete — ———— ne u Fn , n
— j 1B. D. P. m. — ,h, eh lLe,e—.
hoch cleuchung orven die früheren Stra⸗dunha he in Ash — 9 J—— s n blie. iνι
ensaternen nhgangig, Aunde werden detge Mu un g Stumpe vin hw sp bucht tu i
* —— ee 721 Ny un e P n In g e 9 31
8. achmittags r öffen i auf —— . —A — i 9 * Ani 1 A il v αα ν
em — —— dehier.hersteiert iuf sus ci i le ne Dei en ran dut unnt-n.
Es sind noch worhanden: ion.o ι — ve⏑——
Smcd Sellalernen und 110ä ν ι äν— bei J. ——— J—
16 Ffüch Petroleumlaternen 57 alle 141311 en tteruc us uilli n.r t. J nabenten ein 23
och anj besten Hustande. dnruuale nια J D — J7 —
Eun Ingbext den 20 Octiul 867ν 7434 —— J
snee rDadu Blürgermeisteramt⸗inu I DZoeitungs· Annonoen · Ixpedition 58 —
—D J 2. h e . on — 3823
44 EChandon,. mes , ud d ülpiurll 8333
14 J 514 4140 — 3 — ae I 2 — — * 8
— 55 — * — absenbtoin S. Mosgloh —
— — —— it — —— F 3 —— F —F 3. *553—
*8 V 4 — uutinisinii Geun αν. 328 8.
Forschüss. erein eae a
Da nunmehr der Berein eonstituirt ist, ici eies Zeitus 87
dndeu eee 33 — da Hiesolhe vermittel anscehsiesxich eitungs-⸗ Iuserate —A
nen en nge z F α n jode Zeitung aller funf Weltt heile Hcreehnet· atets die 3 3383
Wen noch pis um 28 s. Mis. 33868
— 2 — — αα — *7 ααα —— 8358
. rpf bahler, 55 sedes Inserat. — husitis e Vortoga uslagen und sonsti· ·*8
—ãA Ewerrt ———— 3 —— e 433 3
Ain — uenee Aufqlusteefe un vorpendet aut· Vorlanxen ane e sn — —— 88
repvx udn un At 13) —— — 93 222 49 I —D — *
Behufs Woahl eines desinltiben ¶ Rus· mollständiges Zeituuhe Pubis- Vörzelchmic.
chusses jind sämmiliche Vereinsmitglieder
sermit eingeladen, Montag den 28.
Setober nächsthin Vachmittags
2 Uhr zm Saale von Juliuß Gre⸗
wenig vahier zu Ischeinen
Si Inghert den 31. Octe 1867 —TX-
eaDer vrov. Vorstand.
n ν—
Bank⸗ und Wechsel⸗Geschüft n⸗ 3
bon Gebrr. Prei rex in Frantfurt —
An⸗ Uund Verkanft ccller Artenl Stauts-
dapiere, Anlehensloose, Eisenbahn, Bank⸗
imnd industrietlen Aetjen: Incafso von Cou⸗
hons, Bantnotend Werhsel: ꝛcb umer Zu⸗
icherung prampter undt recller Bedienung.
—BV—— per wille vohne.
. 42 — — — — —777.
jrgliche fonstige Spesen.
Ilvehsent krisches Futtermal⸗
imd Teig bei J
D—— Peter SHeusser.
Eine E⸗ erier hächst dem Bahnhofe,
zu einem Magazin sich eignend, ist sofort
u vermiethen. 8αναα
Die · Expd⸗ d. BL ertheilt Auskunft.

Jilucht⸗.Wrsd⸗ Fleisch⸗e. Preife der
Stadt VRweibrücken voni 24. October.
rWeizen 8uurfte 47tfr. Korneb fi. 41 tr.
—V
Lihlgersfine 28 kre Spelz6 fl. Al Ir.
Spe teranm in ste sreDinkel 4i
——
bnfli 4A7fre,n Erbsen 5 A. 89 —fr.,“ Wicken
sie ir!) Katloffein!“n1 fi.r 18 kr. Hen
fl.QD tr.). Strohm.“fl.n utfrper
Zentnerd Weisbrod Lusa ilogr. 22 tv.
ornbrod : Kagre⸗ 29 krou ditto i Kgr,
30 it dinide TeKgelId kre Gemischtbrod
3 Kgre 87 frePaarx Wecke7 Loth
2 Are Rindfleisch, I. Qualo —A—
Quiet 16ke., Kalbfleisch 16 kr. Hummel⸗
leische 18) krꝛ? Schweinefleisch 18 kx, per
Pfd. Wein⸗ 24 kre Bier, 7ikr.per Liter
Birtter 28 kr, per Pfund.0 338
Irrcpreie der Stade n
Sas rsbauteru woin . 222 October.
Weizen/ 8ufli Ltr. Kornub ula 29 kr.
pehztern ttun flai idr.cru Spetz v ofl.
Atra Gerfted 5 . 86fr⸗ Hafer!a&amp;fl.
32 kr., Erbsewiis jltV utr.⸗iWicken Zaufl.
56 kr. Linfen 5f öär perZentner.
Bir vid peree vjsenroGfd. Kornbrod 29 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 15218.1kc. und 2 Vf
Weißbrod 15 r uite t

1

eeu Redaktion- Drudhk und Verlag pon Fen Demes inSte Ingbert. u ισ
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 128. Samstag, den 26. Oetober

— —

2661.
Deu tschland. zessin von Preußẽn sind mit dem Prinzen Heinrich und der Prin⸗
München, 22. Oct. Die Conferenzen der baherischen jessin Victoria heute nach England abgereist.
ind württembergischen Commissäre zur Regelung der künftigen Berlin, 22. Oct. Die Prob. Corr. betrachtet die Begeg⸗
Verhältnisse der Fesstung Ulm sind heute geschlossen worden aung des Königs von Preußen mit dem Kaiser von Oesterreich
ind haben ein befriedigendes Resultat ergeben. Ueber den Tag, als ein erfreuliches Zeichen der erneuerten Annaherung zwischen
in welchem die Militärconferenzen der süddeutschen Staaten hier den Monarchen beider Staaten. — In der heutigen Sitzung des
zröffnet werden, läßt sich zur Zeit noch keine bestimmte Mittheie Reichstages wurde der ndeaarbaee für ig —— *
ung machen. — Aus den Erlaͤuternngen zum Budget der 9. Fi-ussion genehmigt. Hierauf folgten Berathungen über Petitionen.
ranzberiode geht hervor, daß für Neubauten zu Justizzwecken, die Berlin, 22. Oct. Die Ratification des Sechzehnmillionen⸗
Zumme von 340,000 fl. stipulirt ist; darunter sind begriffen zertrags mit dem Erkönig von Hannover ist nun beiderseits er—
22,000 fl. zur Instandsetzung der Maximilianskirche' zu Zweibrü— zolgt. Die dem Georg Rer zugesprochenen Vermögensobjecte an
ten für Justizzwecke und 21,000 fl. zum Neubau eines Landge⸗ rund und Boden bleiben so lange unter preußischer Verwaltung,
ichts und Gefängnißgebäudes zu Frankenthal. — Der! ,bis Se. Maj. sür sich und seine Erben ausdrücklich auf die han—
daisser von Oesterreich ist gestern Abend nach 10 Uhr hier vor- nover'jche Königskrone verzichtet hat.“ Die Einkünfte aus 16
—— im g wurde dee enwe onie vpwr Mill. Thr. (— 28 Millionen Gulden!) reichten aber wohl aus,
Zrinzen Adalbert begrüßt, dem sich der Prinz Leopold und die um das Ausland gegen Preußen zu hetzen, Flibustier an der
Dderzoge Ludwig und Max Emanuel angeschlossen hatten. Im Lrenze zu besolden und in Hannover Complotte zu bezahlen.
hzefolge des Kaisers befindet sich der Reichskanzler v. Beust und das Verfahren der preußischen Regierung gleicht also dem der
der ungarische Ministerpräsident Graf d ndrae der Ab Amerikaner, welche den Indianer Schießgewehre verkaufen, die diese
München, 23. Oct. In der heutigen Sitzung der Ab- jegen amerikanische Ansiedler gebrauchen. Aus „legitimistischen
zeordnetenkammer wurde die Uebereinkunft über die Erhebung ei- Hedenken“ soll der König Wilhelm geneigt gewesen sein, dem Exr—
ner Salzabgabe genehmigt und der Gesetzentwurf gleichen Betreffs zznig Georg und dem Erzherzog von Nassau die Domänen zu
aingenommen; beides mit allen gegen 18 Stimmen. Der Wiuͤnjch elaffen d. h. Letzterem beinahe das halbe Land!
auf allmählige Herabsetzung der Salzsteuer und möglichste Wah— Berlin, 22. Oct. Der „Siaatsanzeiger“ gibt folgende
rung der Interessen des Tabakbaues und der Tabaktfabrikation bei erklärung ab Wie wir aus der „Nat-Zig.“ entnehmen, wird
Finführung der Tabaksteuer wurde angenommen. Auch der Ge⸗n ausländischen Blättern verbreitet, daß das Florentiner Cabinet,
etzentwurf über die Abgeordnetenwahl zum deutschen Zollparlament die die Actio ispartei, durch bestimmte Zusagen aus Berlin ver—
erhielt die Henehmigung mit allen gegen 14 Stimmen. g. inlaßt worden seien, diese, den Zug nach Rom zu unternehmen,
München, 28. Oct. Der Referent des Ausschusses der ene, zur spüteren Theilnahme sich vorzubereiten. Wir geben hier—
Reichsrathskammer, Frhr. v. Thüngen, beantragt, den Zollvereins⸗ nit die von der „Nat.Zig.“ gewünschte Berichtigung durch die
verträgen die Zustimmung zu versagen. Morgen fimndet hierüher imtliche Erklärung, daß die italienische Regierung der preußischen
die VBerothung im Ausschusse statt. iemals den Wuusch nach einer derartigen Zusage direct oder in⸗
München, 23. Oct. Die „N. Rachr. schreiben: Es gilt zirect ausgedrückt, ein solcher Wunsch also auch weder hat erfüllt
als zuverlässig, daß der König den Reichsräthen zu verstehen ge— soch verweigert werden tönnen.“
zeben habe, er werde, falls sie den Zollvereinsvertrag verwerfen, 35 8 3
das Ministerium nicht ändern. Die ganze Inrrigue, welche ledig— Wien, 20. Dei. Schon früher meldete ich Ihnen, daß
i auf Hohenlohes Siung berechnel dewesen sein soll. wuͤrde . Verhandlungen wegen Bildung einer freisinnigeren parlamentari—
und eee se— chen Regierung für die diesseitige Reichshälfte im Zuge sind.
ge 234 ies bestätigt si i Mit B zis sit
München, 24. Oct. Die beiden vereinigten Ausschüsse dies bestätigt sich mien neuerdings Mit erger Giskra. Herbst
* iwaen ind Hopfen sind mündliche Besprechungen angeknüpft, die voraus—
der Kammer der Reichsräthe haben mit 9 gegen die 1 Stimme z e —
enn aeeeeee vun Dolheehescheten ichtlich in kurzer Zeit zu den erwünschten Resultaten führen werden.
os 3 Poeert a b * vc 9 ird Ddas Portefeuille des Instizministers wird wahrscheinlich in den Händen
Baur 3541vertra gsfrage). Der Köot. 3ig. »es Hrn. b. Hye bleiben, da wohl schwerlich Jemand die Verthei—
oon München 23 Oct. Mittag, telegraphirt: „Nach soeben laut — Wirne
72 Pue eeeen reet zigung der neuen Strafprozeßordnung und des Strafrechtes, welche
werdenden Mittheilungen haben trotz des Votums der Abg.Kam— geti achsten Sesfi Reich —
ien iden Flal anz erst in der nächsten Session des Reichsrathes zur Verhaudlung
ner Vorbesprechungen unter einer Mehrheit von Mitgliedern der pan A 7* uit
n re e ee ommen können, zu übernehmen in der Lage sein därfte. Fürst
Kammer der Reichsräthe zu dem Ergebnisse geführt, die Zohl— ieer g wagt Vu
*5 eu9 4 uersperg gilt als Präsident des neuen Ministeriums, doch wird
erträge Entschieden abzulehnen.“ Die Kempt. Ztg. Zise Wunde gewissermaßen nur als Ehrenamt angesehen. Soeben
ügt diesem Telegramme bei: „Wie wir mit großer Genugthuung e 36 . 3 9 v2der
egranne ec Wuꝛe 38 erfahre ich nachträglich von officieller Seite, daß erst nach Rück—
hernehmen, wurden hier in Kempten schon gestern gleich nach Ein- des Beust aus i⸗ Bild p
u e in e ne ehr des Hrn. v. Beust au Pari zur Bildung eines parlamen⸗
reffen der Abstimmungs-Nachricht (in der Abg.Kammer) Schritte 7 *
acen Tiit innin Autue 8 grischen Ministeriums geschritten werden soll. — Die bekannten
jetroffen, um eine schleunige Kundgebung an die Reichsrathskam— 2d Bischofe beadfichtigen aine neue Adresse an den Kaifer abgehen
ner pon Seite beider Gemeinde-Collegien, wie des Handels— 8 sichtig tt abgehe
und Gewerbe-Rathes ins Leben zu rufen. Es unterliegt * 93 Oe F 53:
einem Zweifel, daß auch die Gemeindekörper der Nachbarstädie . WBien, 23. Srh Dos Unterhaus nahm in seiner heutigen
ind Maͤelte im wälteren Umkreise entschiedene Schritte in dieser Sitzung den drodiserschen Ehegesetzen twurf an und beauftragte
Rihtuag wunwerden Eule thut wahrlich Noth!⸗ inen Ausschuß mit der Ausarheitung eines neuen Ehegesetzentwurfs
Ruͤr uberg. 28. Oei. Gemeindechileguum und Magistrat Jach r Hrundsaßz der Unabhängigkeit des Eheactes von den
werden morgen eine Adresse für Annahme des Zollvertrags an ürchlichen Anordnungen.
zie Reichsrathskammer absenden. Das hiesige Stadtkommissaritite Wien, 23. Oct. Der Aufstand im Kirchenstaate dauert
'oll über die hiesige Stimmung als einc sehr bedrohliche nach Mün- in verstärktem Maße fort. Reisende, welche heute Morgens direct
hen berichtet haben; die Aufregung ist allerdings groß — wie uis Rom in Wien eintrafen und zu den entschiedensten Anhüngern
der „Augsb. Abdztg.“ geschrieben wird. »es Papstes gehörend, die Sachlage gewiß nicht pessimistisch dar—
Stuttgart, 23. Oct. In der heutigen Sitzung der teslen, versichern, daͤß die ganze Umgegend Rom's von Garibal-
Abgeordnetenkämmer wurde unter Einwilligung der Regierung die ianern wimmle; die Rothhemden taugen wie Pilze nach einem
Berathung über die Verträge mit Preußen bis nächste Woche varmen Herbstregen in der Campagna auf, und ihre Kühnheit
derjchoben geht soweit, daß sie sogar die päptzliche Eisenbahn ohne weiters
Darmstadt, 23. Oct. Der Kronprinz und die Kronprin- in ihren Expeditionen benützen.
        <pb n="504" />
        Tyrol, 20. Oct. Die verhafteten, inzwischen aber durch die
gnade des Kaisers wieder freigelassenen italienischen Officiere, was
ren durch ihre Instructionen angewiesen, die verschiedenen Straßen⸗
züge Südtyrols bis an den Brenner (über Ampezzo nach Puster—
hal, durch Valsugang nach Trient u. s. w.) strategisch aufzuneh—
nen, alle Terrain- und auch die Verpflegungsverhältnisse für je
eine Atmeedivision zu erforschen und zu verzeichnen, und insbeson—
dere auch alle Truppenstellungen aus frühern Kriegen genau zu
erheben. Die Herren hatten auch schon sehr fleißig gearbeitet,
einen Verg, keine Straße, keinen Steig, keinen Bach, keine Brückt
u. dgl. unausgespäht gelassen; Permetteti hatte auch auf einem
Borg bei Sterzing die Breite eines Bauernwagens abgemessen,
um sich zu überzeugen, ob der Bergweg für die Artillerie fahr—
bar sei. (A. 3.)
Frankreich.

Paris, 23. Oct. Der Kaiser von Oesterreich kam um
3 Uhr im Bahnhofe an, wo ihn Kaiser Napoleon ecwartete; beide
Monarchen gegaben sich dann mit einem Cortege von Carabiniers
in den Palast Elysse.

Paris, 28. Oct. Der „Siécle“ erwariet von Cialdini keine
Reaktion .... „General Cialdini sagt er, ist nicht der Mann,
um die Würde seines Landes mit Füßen zu treten und die Ba—
jonnette der italienischen Soldaten gegen Bürger zu kehren, denen
man kein anderes Verbrechen vorwerfen kann, als das, Italien
eine Hauptstadt geben zu wollen. Durch eine solche Politik würde
das Königthum, unmächtig, das Unabhängigkeitswerk zu vollenden,
in die Hände der Revolution abdanken.“

Der „Siöecle“ theilt nachstehende Adresse mit, die gegenwär—
ig in den Werkstätten von Paris unterzeichnet wird:

„Seit 1789 hat die Demokratie fortwährend vor der Welt
die Gewissensfreiheit und die vollständige Trennung zwischen Kirche
ind Staat verlangt. Heute macht die Reaktion eine verzweifelte
Anstregung, um Frankreich durch eine unheilvolle Intervention
u compromittiren, die gleichzeitig eine Verletzung der Freiheit ge—
genüber den Römern wäre und unser Land zur Vertheidigung ei—⸗
nes von uns verworfenen Prinzips in einen europäischen Krie;
ffürzen würde. Als Söhne der europäischen Revolution, ist un—
ere erste Pflicht, energisch gegen jede Intervention, welche den
Papst-König zu beschützen bestimmt wäre, zu protestiren.“

BParis, 23. Oct. Der „Moniteur“ constatirt in seinem
Bulletin das Ergebniß der Berufung Frankreichs an die italienische
Regierung. Italien habe den Werth seiner Verbindlichkeiten er—
tannt und Frankreich seinen Entschluß zu erkennen gegeben, die
Baribaldischen Banden aufzuhalten, sich den Anwerbungen von
Freischaaren zu widersetzen und an die Grenze eine strenge Ueber—
vachung zu organisiren. Der „Moniteur“ fügt bei, die Haltung
der römischen Bevölkerung habe die Falschheit der Versicherungen der
revolutionären Presse gezeigt, daß ein Angriff der Actionspartei einen
Aufstand im Römischen zur Folge haben würde. Von der Ankunft
des Kaisers von Oesterreich sprechend, sagt der „Moniteur,“ die
osterreichischen Völker erblicken darin die Gefühle der Freundschaft,
welche die Souveräne von Frankreich und Oesterreich verbinden.

— Die in Toulon wieder ausgeschifften Truppen, werden
vorläufig in einem Lager bei Toulon bleiben.

Parris, 24. Oct. Der Kaiser von Oesterreich, dem ein
ympathischer Empfang zu Theil wurde, verlängert seinen Aufent-
hzalt um einige Tage.

Paris, 24. Oct. „Patrie“ glaubt zu wissen, daß nun⸗
mehr, nachdem das Princip, auf welches die Septemberconvention
gzegründet ist, aufrecht erhalten wird, das Tuileriencabinet nicht
ungeneigt sein werde, die Aufmerksamkeit der Mächte auf die letz⸗
ten Ereignisse zu lenken, und eine Conferenz vorzuschlagen, auf
welcher das Mittel zur Verhinderung der Rückkehr solcher, die
Ruhe Europas bedrohenden Krisen gesucht würde. — „Opinion
nationales nennt den Einzug des Kaisers Franz Josebh einen
wabren Triumphzug.

England.

Liverpool, 22. Diekgl. Bank unserer Stadt hat ihre Zah—⸗
lungen eingestellt, was auf unserem Baumwollenmarkte Besorgnisse
und Flauheit der Geschäfte verursacht hat.

Schweiz.

Beru, 22. Oct. Das bleibende Cenlralcomite des Genfer
sogenannten Friedenscongresses oder vielmehr der in Genf gegrün—
deten Frjedensliga hat vorgestern und gestern über das
jerauszugebende Blatt berathen. Dieses soll vom Gesichtspunkt
der republikanisch-föderativen Principien aus die politischen, socia—
len und kirchlichen Fragen behandeln und den Titel führen: „Loes
hibats-· Unis de VEurope* (,Die Vereinigten Staaten von Europa?),
hat also mit Abzug der Republik den — europäischen Staaten—
bund und vielleicht auch den europäischen Zollverein Meiste,
Fröbels im Auge.

Italien. *

Feborenz, 28. Oct. Die Bildung des neuen Cabinets ist
beendigt.“ Cialdini hät das Aeußere, den Krieg und das Präsi—
dium, Durando Justiz, Correnti öffentliche Arbeiten, Depretis
Finanzen.

— Der „Corriere Italiano“ erwähnt als Gerücht, Cialdini
werde das Ministerium des Kriegs und des Aeußern, Durando
des Innern, Vigliani der Justiz, Messidaglia des Unterrichts Ru—
dini des Ackerbaues, Correnti der offentlichen Arbeiten, Depr etis
der Finanzen und Cugid der Marine erhalten.

.— Keine neueren Nachrichten aus Rom; »die Verbindungen
dahin sind unterbrochen. Wie die „Opinione“ meldet, ist Gari—
haldi in Bologna angekommen, die Weiterreise von dort ihm aber
untersagt worden.“

Florenz24. Oct. Das Ministerium Cialdini ist installirt.
Brixio ist Marineminister. Die Seedienstpflichtigen Kategorie, so—
genannte „Königsmannschaft,“ ist einber-fen und die vierten Ber—
aglierie⸗ Compagnien werden wieder errichtet. Die Berichte aus
dem Kirchenstaat lauten wiedersprechend.

Florenz, 24. Oct. Die Verbindung mit Rom ist wie—
der hergestellt; die dortige Post vom 22. ist hier eingetroffen.
Darnach sind daselbst verschiedene miljtärische Vorsichtsmaßregeln
zetroffen; u. A. sind mehrere Stadtthore geschlossen, während an—
dere nur den Tag über offen bleiben. Das „Giornale di Roma“
spricht von einem bei Borghetto vorgefallenen Gefechte zwischen
den Päpstlichen und den Freischaaren, bei welchem die Letzteren
vier Todte gehabt hätten.

Der „Corriere Italiano“ meldet, daß in Rom ein Auf—
tandsversuch stattgefunden hat; derselbe scheine nicht gelungen zu
fein: es herrsche aber große Aufregung.

Türkei.

Bakau (Moldau). Am G., nachträglich am 10. d.“ M.
jollte die hiesige Judenbevölkerung in Folge eines gegen dieselbe
angestifteten, von Popen dirigirten Complottes sämmtlich niederge—
metzelt werden, 800 Mann Nationalgarde und einige hundert Va—
gabunden, sämmtlich Moldauer, waren dafür engagirt, ja selbst
beeidet, und nur der frühzeitigen Entlarvung des scheußlichen Vor—
habens und dem persönlichen Einschreiten des zufällig hier anwe—
enden österreichischen Generalconsuls Baron Eder aus Bucharest
st es zu verdanken, daß die Katastrophe nicht zum Ausbruch ge—
ommen ist.
Amerika.

New-NYork, 12. Oct. (Mit dem Dampfer „City of Bo—
ton.) Es geht das Gerücht, der General Grant werde als pro⸗
zisorischer Kriegsminister durch einen anderen General ersetzt wer—
»eun — In Ohio ist ein republikauischer Gouverneur erwählt wor—
den; dagegen haben bei den Wahlen für die Legislative die De—
nokraten (Sclavenhalter partei) den Sieg davon getragen.

Vortrag über Geographie für die Damen.
„Verehrteste Damen, geliebte Mitschwestern!“

Da ich selbst die süße Bürde der Ehe getragen und die
Freuden und Leiden des geweihten Standes genossen habe, er—
aube man mir, hinsichtlich der Jungfrauen und jungen Frauen
'olgende Betrachtungen:

Alle Mädchen, sobald sie die Confirmation hinter sich haben,
fangen an für Armorbach und Rosenheim zu schwärmen, es sind
dies die ersten Stationen auf der Reise nach Mannheim, welche
liebliche Stadt ein jedes reine, sehnende Mädchenherz sobald er—
reichen möchte, wie die jungen Herrn den schön gelegenen
Frauenstein. Der Wege nach beiden Orten gibt's nun dviele.
Ddie Mädchen aus Schönberg, deren Wangen in Rothenburg auf—
jeblüht, kommen in der Regel zuerst am Ziele an, besonders, wenn
hnen die Eltern oder einige alte Onkel in der goldenen Me und
in Silberberg ein hübsches Reisegeld mitgeben. Diese Mädchen,
velche sehnlichst von jungen Männern in Pfarrkirchen und Bischofs—
jeim erwartet werden, sind denn freilich vor vielen Andern zu be—
neiden, aber die Liebe ist blind, wie man sagt, und Friedberg
ein Ort, den nicht alle daue nd bewohnen können. Da ereignet
es sich wohl, daß sie Scheinfeld für Glückstadt halten, ja in spa—
eren Tagen sich gar oft nach Frankfurt und Freiburg zurückseh—
ien und seufzen, Den Männern gehts ebe: so und gar mancher
dreßt später die Hand vor die Stirn und ruft grollend: „Ich
-chwab — ach!“ besonders wenn sie statt. in Reichenhall in
kupferberg anlangen. Darum rathe ich beiden Theilen, nie den
Seg über. Lauf und Eilenburg zu nehmen, sondern die Wart⸗
hurg zu ersteigen oder sich eine Zeitlang in Weilheim aufzuhalten
ind den Weg und das Wetter zu prüfen. Gar oft gibts Feucht⸗
vangen, wenn junge Mädchen sich mit Männern einlassen, die
iel über Loben und Reizenstein sprechen, denn die Letzteren sind
neist aus Windsheim, meinen es ganz anders als sie sich aus—
zrücken und wollen nur his Erlangen. Ich rathe allen Mädchen
        <pb n="505" />
        —
onders mit ihnen einen Ausflug nach Küßnacht zu machen oder nach Bittburg zu wahllfahrten. Um solchem traurigen Loose zu eutge—
in Holzkirchen einzukehren, da der Rückweg über Regensburg, hen, lebt mit Eurem Gatten als wäret Ihr aus Butterfelde, Milchenbach
Wassertrüdingen und Ammendorf führt, von wo die armen — Honiafelde in Vreußken und bliebetIhr dasebbst. Amen.“
trogenen nach Usselwang, Bleichenrode, Gramsdorf und Sorgen—

thal gelangen. Aber eben so wenig rathe ich jungen Herzen allzu

berechnend zu sein und halte es für ganz gerecht, wenn solche kalte

Seelen ihr Leben in Ochsenfurt und Schweinfurt verbringen müs⸗

jen, statt nach Wollstein zu gelangen, oder in Hammelbürg und

Geisenfeld nichts erreichen als Mühe und Arbeit. Nein, wenn

Ihr gewählt, so müßt Ihr den Ertoreuen sagen können, daß Ihr

dus Liebeswerda und Treueunbrietzen gekommen, dann werdet Ihr

in Siegensburg einziehen und in Sonneberg fern von Dünkelsbühl

Euern Wohnsitz aufschlagen. Mit freudigem Stolz könnt Ihr

dann allen entgegeutreten und ausrufen: „Hier ist Werthheim!

— Habt Ihr Euer Ziel erreicht und seid in Mansfeld und Ruhla

augekommen, ist es Eure Pflicht, Euch als tüchtige Hausfrauen zu

eigen, damit Euer Gatte das häustiche Leben nmicht für Eisleben

halte, sondern glaubt in Heilbronn zu sein. Befleißt Euch be—⸗

sonders der Kochkunst, damit er nicht Speisen vorfinde, die in

Salzwedel oder Wasserburg und Schweinheim zubereitet worden

sind. Und kehrt Euer Eheherr später von seinen Geschäften zu—

rück, alz Ihr geglaubt und ist die Stunde, die Ihr zusammen in

Essen verbringen wollt, vorüber, dürft Ihr ihm doch keine Spei—

sen aus Kaltennordheim und Bitterfeld vorsetzen. Einfach aber

aus Würzburg sei Eure Kost. Nicht Reichstadt sei maßgebend,

oder gar Schellenberg und Schaafstädt oder Schopfheim und Roß—

haupten, wie die Mode so oft gebieterisch verlangt, sondern Blan—

lenburg und Nettenhein. In Eurem Hause muß es aussehen,

als ob man sich in Reinstadt und Lichtenau befinde, nicht wie

in Wanzleben und Unruhstadt. Wo es nicht so gehalten wird,

ist der Ehestand ein Leben in Streitberg und Kloppenburg. Der

Mannsgeht dann gewöhnlich jeden Abend nach Bierstein oder

Weinsberg und die Frau säße lieber in Nonnenwerth oder Rym—

phenburg, als in ihrem öden Hause. Solche Ehepaare begegnen

ich gar oft in Querfurt und Herbzig oder verfügen sich gar nach

*Üneul

Durch Unterzeichneten können fortwährend laut Mistern direct aus der Raffinerie der Herren von KRathn Zrédlt in Cöln bezogen werden
Melie heute à Thlr. 159/10 J wie
.. 150 Bei Melis / Waggonladung,
uad ge 1/10 lose expedir,
F 15aund bei Candis in Postchen von
Eandis fein helgelb. n mindestens 10 Kistchen. IJ
u n 4 u 18144
Duuklere Sorten Gandis fehlen momentan. —8R
Wernen steigender Preisestendenz sind obige Notixungen ohne Verbindlichkeit.
Unter einer Waggonladung sind circa 6009 Brode oder rirca 100 Centner Melis zu verstehen.
Unter diesem Quantum wird nur bis zu 10 Centnern mit 10 Erhöhung abgegeben. Faßweise ibermals ?/id mehr per Centner Melis.
St. Johann, 10. October 18607. —
Samauuel DPI. Bruch, α
Echillerallee.)
Haus- und
Güterversteigerung.
sirchweihmontag, den 11. Nov.
des Nachmittags 2 Uhr
zu S. Ingbert in der Behausung des
Seifensieders Heinrich Schmitt, lassen
Jakob Leichner, pensionirter Bergmann
in St. Ingbert wohnhaft und seine Kinder
hre sämmtlichen Liegenschaften St. Ing—
berter Bannes in Eigenthum versteigern,

nämlich:

1) ein zu St. Ingbert auf der vor⸗—
deren Hobelsahnung gelegenes Wohn⸗
haus mit Hofraum Garten- und
Ackerland, neben Gemeindeweg und
Jakob Müllers Wittib; vom Gar—
ten⸗ und Ackerland werden 2 Haus—
plätze allein versteigert.

63 Dez. Acker in der langen Ah—
uung auf'm rothen Flur, neben
Andreaus Nau und Witiwe Becker
3) 47 Dez. Acker im Rodt neben Men⸗
del Beer jun. und Ludwig Beer.
Horn, kgl. Notar.
Gleich nach dieser Versteigerung lassen
ie Wittwe und Kinder des dahier ver—
ehten Zimmermannes Johann Uhl,
hre sämmtlichen Liegenschaften hiesigen
Bannes in Eigenthum versteigern als:

1) ein zu St. Ingbert in der Gasse
gelegenes Wohnhaus mit Stall, Hof⸗
und Pflanzgaxten nebst Ackerland
neben Polizeidiener Harth u. Wittwe
hager.

An Ackerland:

2) 54 Ruth, in der Mäusbach, neben
Wolf Kahn.

60 Ruth, in der langen Ahnung in
dem Rischbach neben Joh. Joseph
Peters und Witib Betz.

10 Ruth, in den obersten Seyen,
ieben Witw. Daubhäuser und Peter
Andreas.

Morgen in der ersten Pfuhlwieser
Ahnung oder Gerstbusch, neben Peter
dhl und Weg.

40 Ruth. in den Kastler Rödern
neben Peter Schmitt und Peter Uhl.
54 Ruth. in den einspännigen Rö—
dern, neben Witw. Hellenthal und
Joh. Helleuthal.

3) 67 Ruth. auf Hobels, neben Hein—
rich Spengler und Witw. Uhl.

)) 65 Ruth. allda, neben Joseph Uhl
und Georg Jung.

105) 84 Ruth. in der Dreispitz. neben
Witw. Heinrich und Andreas Frie—
drich.

An Wiesen:

21) 44 Ruth. in den Bruchrechwiesen,“
ieben Johann Joseph Peters und
Leter Schmitt Puddler.

12) 28 Ruth. in der Wollbach, neben
Witw. Klein und Pfarrwitthum.

13) 28 Ruth. allda neben Peter Redel
nnd Witw. Bosche.

14) 72 Ruth. in den Potaschwiesen am
Eichertsbruch, neben Jakob Müllers
Erben und Valentin Wagner.

15) 105 Ruth. früher Wiese jetzt Acker—
land in den Seyenwiesen, neben
Johann Adam Feichtner und Pfarr—
witthum.

Horn, kgl. Notar.
Mobilien-Versteigerung.
Montag, den 80. December 1867,
»es Vormittags um 9 Uhr zu St. Ing—
herter Grube, auf Schnappbach genannt,
mseiner Behausung, läßt Bernhard
Veyand, Zechenschmied daselbst, wegen
Pohnsitzveränderung seine sämmtlichen Mo—
i iargegenstände auf Zahlungstermin öffent—
ich versteigern und zwar: 1 Pferd, 1 Kuh,
) vollständige Wagen mit Zugehör, 2 Pflüge,
2 Eggen, 3 Ambose, 1 Blasbalg, Bohr—
naschine, Quintbohrex verschiedener Art,
ind sonstige zur Schlosserei gehörige Werk—
euge in großer Auswahl, sodann 1 Klei—
erschrank, 1 Küchenschrank, 3 voaständige
Zzetten mit Bettladen, mehrere Tische und
3tühle, Küchengeräthschaften und sonstige
hegenstände. J

— — —

Horn, kgl. Notar.
        <pb n="506" />
        pe-Friseche Hollünder Vol
IXXX
Pflzer inIen,
VXIIeroy's Rüse-
Aai mae nmidlIcüschenn.
CInihurgex Käãse
Primia Eimnmmenthn ler Sehwei-
—XXX
Parmesam —XX
Cĩtromneonn,
—XRXX
Rosinen — Corinthen —
beigen — Chocolade — Va—
nilTe — vorzäglichen grünen ung
zehwarzen Thee — Rum — Ara
pbunschessenz — Cognac —
Kirschenwasser — Tafel-
senf — alle Sorten Suppen-
zachen und Gewüärze — 237
pern — Cigarren — Tabake
— Cigarretten — Salon-—
feuerzeug etc. bringt zur be—
rorstehenden Rirchweihe in empföenl.
Brinnerung
Hrit PAn—αινα.
Montag den 4. November
Johrmarkt
in St. Ingbert.
Vorschuss-Veroin.

Da nunmehr der Verein constituirt ist,
önnen Anmeldungen zum Eintrit in den—
elben noch bis zum 28. ds. Mts.
Mittags 2 Uhr in dem Geschäfts
Bureau H. Scherpf dahier, woselbst
alle gewünscht werdenden Aufschlüsse er—
heilt werden, stattfinden.

Behufs Wahl eines definitiven Aus—
chusses sind sämmtliche Vereinsmitglieder
hiermit eingeladen, Montag den 28.
Detober nächsthin Nachmittags
2 Uhr im Saale von Julius Gre⸗
wenig dahier zu erscheinen.

St. Ingbert den 21. Oct. 1867.

Der prov. Vorstand.

—SoIch empfehle hiermit mein Gold—
vaaren Lager sowie Pariser Bril⸗
len, Termometer ꝛe. unter Zusicher⸗
ing solider billiger Waare zur gütigen
Beachtung; ebenso empfehle ich mich zur
Anfertigung von neuen Waaren,
Reparaturen, Einschleifen von
Bläsern in Brillen ⁊c.

Altes Gold und Silber wird zum höch—
ten Preise angenommen.
A. MeG t-
Gold⸗ und Silberarbeiter
in St. Ingbert.
Freiwillige Feuerwehbr.
Montag, den 28. Oetober 1867,
bracis e5 Uhr Abends.

Hauptübung.

Da es für dieses
Jahr die letzte Haupt⸗
ibung ist, so fordert
er Untezeichnete alle
Nitglieder auf, recht *
jcheinen.
ECOMnMAMA O-
HJHauck.

J Aban J
75 4
ager in feinen Weinen!
Der Unterzeichnete empfiehlt bestens sein Lager in feinsten Weinen, als:
In französischen Weinen:
—A
Ay mousseux 17 9 4à 2fl. 12 kr.
Sillery monsseux 9 sup? 2fl. 48 kr.
IOFdC.. à X-Veime-
8t. PEstèpho (1863er) por Flasche 48 kr.“
Ut. Médoce (Carnet) 1862 per Flasche 1fl. 12kr.
—EL
Chassagne (1865) per Flasche à 42 kr.
Chambolles (Bon-Vdres) (1862) per Flasche 1fl. 30 kr.
PFAILEB-Weime:
Vorster (Elster et Riesling, Ausbruch, Auslese) 1865er per
Flasche Ufl. 36 kr.

horster Uusenhang 1865er por Flasche 54 kr.

Ungsteiuer 1865er per Flasche 48 kr.

horster por Flasche 36 kr.

köonigshucher 1862er por Flasche 36 k.
Flaschen werden zurückgenommen und 31 kr. per Stück vergütet!
Porster und Königshacheor 1862er Weine ꝛc. werden per Liter ab—

gegeben und in Flaschen gefüllt (entsprechend billiger).
Nach der Qualität der Weine sind die VPreise auf's billigste gestellt,
und wird für die Reinheit garantirt!
Caur1l LIofmanmu.
J αινιε ιαααιι_[α ααιιιι αüιιι

Für bevorstehende Aller⸗Seelen empfehle meine Bluͤmenkränze und Bou—
juets von getrockneten Blumen in reicher Auswahl und lade alle Blumenfreunde zum
Jesuche meines Etablissements ein.

Annonece.

Vp. Gutli. Handelsgurtnor
in Zweibrücken.
Tuch und Buckskin, schwere Lama's.
Der Unterzeichnete empfiehlt sein Lager hierin und fühlt sich, um irrigen
Herüchten zu begegnen, veranlaßt bekanut zu machen, daß er nicht ausschließlich
m Großen, sondern auch im Debtail verkauft.

Män bedeutend vergrößertes Verkaufslokal bietet eine schöne Auswahl
ind gute Waare, bei billigen Preisen.

Zweibrücken im October 1867.
Fran?z Lang, Fabrikant.
Gleich über der Brücke.
— tx., Mischfrucht 6efl. 48 kr., Hafer
bafl. 43 kr., Erbsen 6 fl. — kr., Kartof⸗
eln Efl. 6 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
30 fkr., ditto 2 Kgr. 20 kr., ditto 1 Kgr.
O kr., Kühfleisch 1. Qual. 18 kr., 2. Onal.
5 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammeelfleisch
G kr., Schweinefleisch 20 kr., Butter 27 kr.
)er Pfd.

Neben dem aoldenen Hirsch.

nσα
PIML, Léeinohl, SiCOBMTSit,
2to. stets in reinster und billigster
zeschaffenheit hei

Fritz Panzerbieter.

Zur Feier der Kirehweihe zu Neu⸗
»äusel am 27. und 28. dieses ladet der
ergebenst Unterzeichnete alle Freunde der
Volkefeste als Theilnehmer ein, unter Zu—
sichetung promter und reeller Bedienung
und villiger Verabreichung guter Speisen
und Getränke.

Neuhänfsel den 24. October 1867.

Georg Hussoug-
—X

Fraukfurter Börse.
Geldsorten.
vom 23. October. 1867.
kreußische Kassenjcheine. 1 4478. 245*
zreußische Friedrichdde. .958--59
kistolen 8 47 - 49
volländische 10 fl.-Stücke. 2951-353
ducaten .. 537-39
OFrancs⸗-Stücke .. 9209—-80/
ẽnglische Souvereings.... 11 53-57
ßold per Zolljund jinnn. — —
ochhaltiges Silber zer Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 271- 281.

fruchte Brods, Fleisch⸗ 2c. Preise der
Stadt Hom burg vom 23. Oct.

Weizen 8 fl. 44 tr., Korn Gil. 33 kr,

Spelz 5 fl. 22 kr., Gerste, — Zreihige, — jl.
—BB23
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
9
        <pb n="507" />
        — ——— α G αινοασ
44tu — —580 W— M MA —. D———
SlIngberler Anzeiger
3 — — M —R M5
Il T] MB⸗ —JJ —— e 2
ͥᷣO ι 3ν νι να
ια α inis u u tνι νν uιιν Bα
ν αι ι ν ν un e nιινν ιννα
der St.In ghextert Ane ere Mibe fanem Uinterhaltirngsblatte erscheint wöchentlich dreimal?un uesu s vg „UDonnerskag
ind Samst hiertehthtig ee oder Izr Subergr. Anzeigen · werden mit 3Hrzr!u die dreispaltige Zeile
1 V J * — pe 2858 ug Mit n Wlatischrift oer deren Raum berechnet. nnn .ñ E
—1212 IM L 18 II —— S— wn —— — — — — —— 8
— ititzitt Bene nt ö —— u8258 un ia it 8
Rro. 129 —3 — 5 Dienstag deh 2. Oetwper — — F — 4867.
0 ——“— , 3— 7 tttidt, &amp; G SSLLILLVXMLMMMMIL. MA 6 .
e — Dentgchland. —F— e Sutdstaaten nuit. der Nörvtzutde derhint et. ünd wunrde zugleich die
T —⏑— 66 l. 3541 *2* 5 * u—
Wüͤh whoßn, ea hee eeshe ehiefchutoertine un Hoffnungen des pattictisthen Sipnes guf Versturkung des Bundes
doudon mocht hetannt, das ar gine Zhaligkeit Deinstellen uüiüsse, vernichten Die Kreuzztgdelutt den Wortlaut der Ratifica⸗
wenn ihin nicht eis Endee Rovemder, hinreiczende Mittel an die tionselausel dem Allianzvertraut wait —— und ber
dand gegehen würden. Es waͤre wahrlich einen Schmach für merkte Eine Verwerfung des Vertrages durch die wůrttembergische
Weuschnh wens ein soiches panots heze Insusug woht erballen Abgeerdnetentammer würde ohne flagtante Verletzung.des Poͤller⸗
ane heheeee eee Zod Prccesse edies nicht erfelgen tännen wreihengih herne
aß alle zu Gunsten, der bethesigten Dourtgchen purchgeführt imd Berlim 23ODet. Der Rordbeuhche i e
aeeeeeeee e in ven Sr Daehatdemnczdnde n Fenon dechae.hrhetd
ie Stadt Leipzig 100 Thlroaiget ehen nin, Budget Hist ine der gehaltenen. Thrbrede tecapitulirt der Koͤuig! dige herathenen
e e e eee ieezeeth dar Sasete und erbütenn der gooen Summenmehihent den ut
——
——
e Arheheei ieheeee de he ehetg. Asormen der BZolloreingrcnfessunn veruunnraenden
»igiamt haben sich 30 inlsudijche ee De Sghwierigkellen nicht onfern, Der unit Italien abgeschlosfene
——
if, die vierte Note. gchteerhiel sesgwaͤhrend vien Fandidaten icht mit. welchem uns große gemeinsame Intetessett verbunden . Der
ür befähigt erkannt wurden. Die Hehnngdes thiexärztlichen König erhofft den haldigen Zusaminen tritt des Zoll⸗Parlaments
Zande Deren shen eperünn D wit weponetnnn au mit suddeush hen Abteordneteeten Rräoser Ärtikehi
jestrebtes Ziel. Viehe soldadurch exrejcht werden, daß flir ß Berfi, 27 hch Fin.
seden Verwallungsbezirk als hechnischer Heixalh des Bezirksamtes der Spen. Zig⸗“sagt; Dit viry rische“ Reichsrathskammerhal
ind als; Vollzugsorgan inn allen Angelegenheiten, der Veterinär⸗ durch Annahine der Zollvereinsverträge mit dem Amendement Lö
— DD—— wenstein diesclben vber w r en. Wir werden sehen ob die
ner des Imern und beim Slaatzm nistersum des. Junern Als Ftlärten Begpern Preußbens3 u über geben,
Wne etthn ete eeee don ueen durtt gt. ange dann. e dt
ände der Velerinarholigei ein hierarn gegenn inen . Function te Hohenlohe ist nuit · seiner Begleitung Cem Ministkrialtalhev. Weber
ʒezug von o00 fl., beziehungsweise 800 fl. inberuien rwerdenh unnd dem Frhru. v. Thüngen) hier eingetroffen und: voin bayeti
Münchean, 26. Oct Ig der bemtigen. Sitzung der Kain⸗ hen Gesandishaftsbersonal und dem Hertog v. Ratibor empfan;
ner der Neichsräthe steilte der Furst Kowen stein solgenden Antrage en worden Der Furst nimmt bei dem Letzleren Wohnnng.Die
eüzee eeeee et e sie ee uoz Won den du sat .mworgen beart ugt rzt
I e eeeeeeeeeneee deee en agsuachec. donaheder cegem nintet eingmehrinarnailichen
selthen Bpfer zu bungen zsangt est ag hute auf bloß ma, Urlaub, asttretene werde ist urbegrümdetn
e ee eee e eee see Sletadigen Fraukreich. 3
dahen in Gaahe brngen, heschecht die Kaner, der Rehs- Parts25 Oche DiePahrie“ berichtet. Der Kaet
cäthe den horlisgenden 7Verträgen Rur, unter her gusdrücklichen jat heute in St. Cloud einen Ministexrath gehalten, in welchem
Bedingung die Zust minuig zun ertheilen, daßt dat dem; Slaate nan sich dem Vernehmen nach. speciell mit den atalienischen Au—
Zayern zustehende Recht der Zustimmmung oder Vermerfung in elegenheiten beschaftigt hat. —“Die „Patrie! bringt aus Floxenz
Alen das Zollwesen Ind, die annert Besteuernug hetreffenden Fra⸗ olgende, Depesche: Telegramme, von der xömischen Grenze ver⸗
zen guch in den nenen, Vexrägen Ausdruck finder“n. Dieser Ans⸗ ichern, Gaxibaldi habe, ohne der Sommaätione in Foligno Folge
srag wurde niit allen- gegenß. Slümmen augenommen. ..353 u leisten. Terui exreicht, sodann Rorni, und siehe im, Begriffe,
7 M ümchie gie 263 Sel Nachdem die Amahme, der Zoll- iber die Grenze zu gehein und das xdmische Gebiet zu beireken,
zereinsträge in der Reichsrathskammer micht purchzusetzen ¶ gewesen Die Trümmer ice und Menotti Garibaldiß
ichloß sich die Stgatsregierung, dem PLorenstein schen Vermittelungs-⸗ ollen einen Stützbunkt bilden, der stark genug wäre, Garibaldi zu
voͤrschlage, an und ist, deshalb Fürst Hohenlohe mit dem Reichss gestatten, wieder die Offensive zu ergreifen, Der Geist ver italie⸗
rathe v, Thüngen' und, Minsierarohe b. Weber heute Abend nach ischen, Truppen, hal sich in Folge „der Populärität Cialdini's
Berlin gereist, um du p Derneauntweugh zu machen. »twas gebessert, aber die Kunde wichtiger Ereignisse auf, römischeni
München, 28. Oct.* Ic Bertin Mssstonin Bebiete könnte leicht eine gewisse Aufregung in der Armee hervor⸗
nißglückt.“ Nächste e —D ei an ufen. — Depeschen aus aͤlprenz bestätigen. daß Cialdini Schwie⸗
nersitzung. Mo hercherses dhn Vrs Vlen Theilen äigkeiten bei Bildung seines“ Cabinets findet.
der PfalzeeTefe — ————— uu Paris 2. Ock. Der „Etendard“ schreibt? , Die Un⸗
ůs Ei Naͤf Berichten“ dius Bet nnt du Graf v Bigze hatigieit der Ualienischen Regierung,dder vielmehr das ganzlicht
marck dem Fürsten be! Hohenlohed und'e dem' Frhru.“ v. Thüngen Aufhöten allerl vegelmaßigen Regiernng, die Freiheit, welche man
»ezüglich des von der bayerischen, Reichsrathskammer für Bayern Baribaldi delussen hat, die römische Grenze zu erreichen, und die
n dnspruch gensmmenen Veios⸗ sh Zollvtreinsangelegenheiten un⸗ Nenbare Thatigleit des leitenden Comités zu Florenz unter Crispi,
er Bernfung auf die vorgestern!nerfdigtene afficieflen Erklärungen siese saämmtlichen Thatsachen, welche so wenin im Einklange find mit
ine Able h'me n deeAen' witert. Het Fürstmide der? Freihetr ven Erklärungen, welche die französische Regierung letzten Dienstag
wurden von dem. Bundeskanzlerlzur Kafel geladen— .und i. rhielt, wecken in det politischen Welt große Besorgnisse.nn Es wäre
Sftuttgarkt, L7. Ott? Eine Htutenstattgehabte, sehr: zahl⸗ innütz, sicht zu verhehlen, daß man sich heute wiedern in derselben
rrich. besuchtr Bürgerversammlung! Keschlost! Tinstinnnig. die Stände⸗ Zdage besindet, und unter noch dringenderen Umständen/: welche/ den
erfammbung? zuir-Annahme det beiden Verttageianit Preußen auf Befehl⸗zur Einschiffung der Truppen herbeiführte“. —NDer Eten⸗
— e e zard*meldet, jedoch nter allen Vorbehalte, daß Cialbini es auft
Vorbim, 25. Obt anObe motetdded Allgemreugig.) Bentertl gegeben habe, ein Ministerium. zu bilden, und dem Konigt jge⸗·
ühber das Verhälniße Baury vrrmt) wadu Ablirr tide'mebee rrg Atzu rathen habe, ein Ministerium aus der Linken zu wählen.
den Almncnz- uund Zellvertraägunn 3an Ablehnmmgdieser Verträge Der“ „Moniteur“ sagt Alle Anstrengungen der Garibal⸗
dürde das einzige Band zerschneiden, welches die ablehnenden wiauer, um eine Bewegung in Rom zu Stonde:· zu hringen, snd

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        vollkommen gescheitert. Der Deputirte Caicdli, welchepemit einigen selbe hat unter *1 Gestrigen eingrrneue Proclamatiomn erlassen:
AIuhaugerun versuichl hatts, in Ram einzudringen, wurde getodiet. „So hing icg wiedeum. bei Euch. Ihr wackeren Kampfer ffür die
ein Bruder becwundet. Indeß rüdt Garibaldi mi etwa 4000, dalienisch Ehre r mfine: Pflicht zu erfüllen end Euch
Freimisliges a Köum an der Michtung pon Manterotondo. — n dem Feiligsten ꝓ*3 —* Ig unserer Wie dererstehung
eate 90 erner eeee von den revolutio⸗ dzu helfen. Itali Cc dek Ue erzeugung vdiücchdrumgen· daß
nären Bonden gemachten neuen Versuche, in die papstlichen Staa⸗— 8 ohne sein Haupt, vhlfte sein Her ehne Rom nicht leben kann,
en einzufallen, hat der Kaiser den Befehl. den er zur Suspen- )as ihm gehört, und das einige knechtijche Seelen mit Verletzung
zirung ber Einschiffung der in Toulon zusammengezogenen Trup— des Rechts und der Ehre der Nation den Launen eines verächt⸗
vem ertheilt hatte, zurückgenommen. 4 lichen Tyraunnen opfern wollen. Darpm vorwärts und vor Allem
Paxis, 268. Oct. Die „Epoque“ und das Journ. de Pa⸗ rusgeharrt,! Ich perlange bon Cuch lbeder Duth noch Tapferkeit
is“ sagen: Die franzosische Erpedition habe Vefehl, vorläufig in dafür kenne ich Euch zu gut! Sehr zweideutig.) Ich verlange
Fivitavecchia stehen zu bleiben und würde nur nach Rom gehen, uur Ausdauer. Die Amerikan er haben 14 Jahre lang den ruhm⸗
enn dfe Ereignisse fich verschlimmern sollten. 4.237. 5e vllen Kampf, hekanden, der sie zum mächtigsten und frtiesten Volt
kndee 27. Oct. Der heutige „Moniteur“ sagt: die Ab⸗ der Welt geinacht hat. Für uns werden, wenn wir recht“ einig
ahrt der Flolte und der Truppen nach Civita-Vecchia war auf ind, wenige Monate genuͤge n üm von Italien die Schmach du
AInsuchen des sonigs Victor Emanuel suspendirt worden; da aber ⸗s besudelt, abzuwaschen ⸗ m ygen dies nun die Tyrannei, die im
n Florenz ein. Ministerium nicht zu Stande gekommen und die res Vaticane thront, und die, welde sie unterstützen, wollen oder nicht“.
»olutionaren Vanden fortfahren. Einfälle in das rdmische Gebiet — In Floreng wird folgende an den Konig gerichtetete Adresse
De g und Ram selbst zu bedrohen, so konnte die französische interzeichnet : Sitel Schwer beunruhigt iit diesem feierlichen Au—
Regiernug die Occupation nicht länger aufschiehen, welche sie be⸗ jenblick über das Geschick ünd die Wurde des Landes, zahlt das
chlossen hatte. Der Kaiser hat seine Entschlüsse selbst nach Florenz talienische Bolt auf ben Helden don Palestro und Sau Martino.
mittheilen lassen. Diese Maßregel hat keinen agressiven Character „ie, ge uuf uns, die wir derelt sind unser Gut und
Italien gegenüber; Frankreich somohl als Italien sind gleichmäßig Blut hinzugeben für die umgersehrte Erhatuag der Ehre der Na⸗
nteressirk an dem Triumph der Ordnung und Gesetzmäßigkeit. ion, deren Freiheit und Einheit. stetg in. Ihnen den ·tapfersten
Die repolutionaren Einfälle in das römische Gebiet sind eine Ver— bertheidiger gefumnden haben . Site hagen Sie Vertrauen ziu
ehung det Volterrechtz und der Verlräge. Die italienische Ration uns: wir haben Vererauen hit. Ihnen; auf Sie haben wir unser
uid ihr Mouarch köunein über diese Ereignisse nichts anders den⸗ doffnung gesett.“Eine!in divorns circlilleende ¶ Adreffe schlag
en als wir auch, und wir hegen die Hoffnung, daß die freunde inen anderen Toinan Sire Eine: ganʒe Nitiztestark durch
Vofsden Bege dungen dohssche den baderneugen iannonen deine hee Regl und die. waittnin .icenr.. Sahee kalnn. unddatf de
tarung exleiden werden. — Der Monitenr erschien eute sehr Zchmach gicht dusden!“ die der ngremidling Hr anthum möchte.
hät wegen der Rede, welche der Staatsininister Rouher beim Ab- Sire, Victor Eninuet sol Auf, vas Bolt sich verlasfen das ihn
chiedadiner gehalten hat, melches. die fremden. Ausstellungg-Com- u seinen Könige vrwählt hat. Itzt Volt lird Giit umnd Blut
—BAre. BB
. Paris, 27. Och. Der Elendard“ enthält Folgendes: Die chicke herzugeben berrit srin¶ gialien zählt auf den Hetden dou
Flotte kann äam Montag früh in Cipita-Vecchia landen und, die halestrs aͤnd San Mertiu, und es ist siher daß eshanht ver
Truppen könnten am Dienstag bexeits ausgeschifft sein. Garibal- eblich auf ihn zaͤilt.⸗ 4 Fli Maiterauf hlagrur Flotenz fagt
zinische Banden. überschreiten: fortwährend urgehindert die Grenze. Italien ist Leine uinsgliche Schmach Aairgethan worden. Von
Seit drei Tagen ist keine Regierung mehr in Italien; nur revo⸗ Desterreich erlöst wird die Halbinsel von dent Aüufalleiner au⸗
lutionare Comites sinnd, noch in Action, Das Gerücht von der deren Nation bedtoht. die alle unsetr · Rechtéenbekaͤmoft.Italiener
Abdankung Victor Ematzuels wird noui „Etendard“ dementirk, eit auf der Hut! Die Regierung vergißt ihrer Pflicht. Darumn
—. Rente 67. 20. Hetite Morgen Miuisterrath, dem die Kaie nuß das Land mit Hilferse mes täpfeten Heeres selber für sich
serin beiwohnte. Nach derPatrie“ hat Cialdini gestern Abend orgen. Es lebe Jtaltene it nw Ront als Hauptstadt.“ “ TDei
seine Demission gegeben. Victor Emanuel berief den General Lentralunterstizungsaursschiiße hat ebenfulks eine Ansprache erlassen,
Menahrea zur Bildung eines Ministeriums; wenig Hoffnung hiezu. in welcher nach Garibaldis Aukunft auf dem Festlande neue Er—
Nach einem Telegramm aus Florenz geht das Gerücht von der eignissein Aussichtgestellt werden..
Abdankung des Könjgs; ein auderes Gerücht, ruft den Prinzen Florenzz 350 Dek. Abds. Civita⸗Vecchia wurde in Be⸗
Humbert an die Spitze der italienischen Armee. Es war die Sprache ugerungsShuftand erklätt.e. Roimwar gestern ruhig. Das „Gior—
zon einer Proclamation des Körigs an die an der Grenze stehen⸗ tule di Roma“ meldet in Betreff der msurrectionellen Bewegung,
den Truppen, welche verkündige, Paß Humbert sich an die Spitze dieselbe hube mit vugem Platzen einet Bombe begonnen,' die auf
der Armee stellen werde, um die Rechte der Monarchie zu verthei⸗ dem Platze Clouitü geschleuvert ward; hierauf erplodirte ein Faß
digen. Diese Gerichte verbreitetensich, als die Nachricht von dem Zulver unter der Caserne Serristori und todtete mehrere Zuaden.
Abgang der fragzösischen Flatte bekannt wurde. Pepoli ist hier UAndere Infurgenten inachten den Versuch, die Hauptwache zu neh⸗
angekommen. Die „Frauce“ meldet, daß die Flotte in Cherburg nen. Der Augriff ward ahgeschlagen. Dieselden Vorgünge wur—
Befehl erhalten habe, auf das erste Signnal zum Abgehen beren den an mehreren Punkten der Stadt wiederholt. Es wurden an
ju sein. Rente 67.285. 53... jundert Verhaftungen vorgeitömmen.
Paris, 27. Oct. Der Minister Rouher hielt bei den Flore n 4, 26. Oct.“ Die Blätter melden: Garibaldi be—⸗
Abschiedsdiner der ftemden Ausstellungscommissäre eine Rede, in eetzte mit Banden Menditls Passe Correse' und Monlemaggiote;
velcher er die Hoffnung ausspricht, daß Italien nicht die Verant- die vorderste Insurgeuten⸗Colonne steht bei Monte Rotondo. Die
wortlichkeit eines Krieges mit Frankreich auf sich nehmen werde. zInsurgenten eroberten Bagnoreawieder In Rom ist auch der
Die kaiserlichen Entschließungen feien nur gegen die Anarchie in Zelagerungszustand, wie in Lirila⸗Vecchia erklärt.
Jialien gerichtet35 J ieenn e de geze in. sagt. Wenern dat
.zulon, 26. Oct. Das Panzergeschwader ist heute Mor- zaribalei —— lonen in B —2— ae
gen in See gegangen; jeden Augenblick gehen Transportjchiffe ondo geschlagen' und ihnt zine große Anzahl Gefangene und drei
mit Truppen an Bord ab, und die Truppeneinschiffungen werden danonen abgenontmeit Auf deiden Seiten gab es diele Verwun⸗
eifrig fortgeseht. oete ind Todt ateeesin de Papstlichen.
3 Eugland. , Flor 7. Se Ein Rinisterium aumter Menabrea is
London, 26. Oct. Der „Times“ wird aus Florenz jebildet und folgendexmaßen zusammengesetzt: Menabrea, Präsidium
pom 25. d. M. telegraphirt, daß in Ronm eine Ruhestörung stattz ind, auswärtige —— Bualtiexo, Inneres; Bertoleviale,
zefunden hat, aber unbedeutend geblieben ist; einige wenige wur⸗ triegq Cautelle, affent ichen Arbeifen; Canbersh-Diguh, Finangen,
den getödtet; 103 gefangene Rädelsführer werden dem Kriegsge. Mari, Justiz Innei —D
richte überwiesen. Es sind Waffendepots entdeckt; worden. Tial. ẽ n Procameno des Königs mißbilligt die Expedition
dini's Cabinet sei beinahe pollstäudig, — Die „Times“ befürwortet Freiwilligen gegen. dei de cn und verheißt, die gemeinsame
einen europäischen Congrrßße. RXegelumg der zrömuischen Frage durch Italien und Fraukreich
.London, 27. Oct. Lord Stanleh instruirte den englischen Rom, 26. Pet. „Der Papst weröffentlicht. eine Encyclica,
Gefandten. in Paris, Lyous, dahin, der französischen Regierung vorin er sagt, die gegenmärtige Lage des Palrimomum —X
mitzutheilen, datz die Majorität Englands eine französische Besez ei eine Folge der redolntivnaren, Lingriff.e. Die Encyclica spricht
ung Roms schmerzlich bedauern würde. — Die Königin. wird iun guch von der beirühten Vage der Kuhe und ordnet für dieselbe
nächster Session die Wittweneinsamkeit aufgeben und glänzenden Hehete an. Die römische Polizei hat bei einer Haussuchung Wi⸗
hof balten. *. — erstand gefundem und bei diesem KAulaß 15 Garibaldiner getödtet
Italien. —uhn ind 36 gefangen genommen (worunter L Römer) und eine große
Florenz, 22. Oct. Es geht das Gerücht, daß es Gari- Quantitäl Waffen und Vomben mit Beschlag belegt. Die Stadt
baldi gelungen sei, zu seinem Sohne Menotti zu gelangen. Derr it ruhig. ree she en 57 5
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        — Eine garibaldinische Bande versuchte gestern einen Sturu
zuf Bagnorea, wurde aber pon der Garnison; zurück und in die
Flucht geschlagen..Garibaldi steht mit 4.bis H000, Mann- vor
Honte rotondd, das von zwei Compagnien der Legion Ppont, Auti⸗
Fegs und 400 Mann papstlicher Gendacmen vertheidigt ist. Die
püpstlichen schlugen zweimal den Sturm, der Garibaldiner zurüch,
ungeachtet der erdrüdenden Uebermacht dennletzterenrenn Heufe an
2 Usr verließ eine Colonne pon 1000 MangeRomatee um, Monte
rotondo zu unterstützen. e cen e me

F eiex u I —

Zweibrücken, 24. Och Bei der diesjährigen Cen-
trallandwirthschaftsfeste in München haͤben —* dem Bezirke Zidei⸗
drücken Preise erhalten: 1) Jakob Stalter, Orkonom agf dem
Erustweilerhofe, für Zuchthengste des Jeichten Nagan aund 4 ver⸗
delten Reiischlags, den J. Preis mit' 76 Vereinsthalern nebst Eh
xendiplom⸗ und Preisbuch; ferner den II. Preis mit 539 Ad
halern gleichfalls mit Ehrendiplom und Preisbuch; 2) Christoph
Spickernagel, Guisverwalter auf dem Gersbergerhof, Ge—
meinde Niederauerbach, für rationelle Bewirthschaftung des Hoft
zutes die große silberne Vereinsdentmünze mit Ehrendiplom apd
Hreisbuch; 8) Andreas Lang, Aderer von Ommersheim, für
zelungene Weinberganlagen die kleine silberne Vere nsdenkunlũze
mit Ehrendiplom und Preisbuch; 4) Peter S ch whz Ifakholscher
Schullehrer in Reifenberg, für zweckmäßige Anlage und sorgföltige
Zehandiuug der Gemeidebaumschule ein Ehrendiplom; 5) Johann
Hewemerbi ng, Dienstknecht auf dem Rittershofe, für ac Dienst
ahrt die kleine silberne Vexeinsdenkmünze ünit e
6) Jakob: Hemmerling, — auf dem Rittershose für 32
Dienstjahre die kleine silberne Verei e Ehrendiplom.
Als Aussteller 8— —— ibieibt dauch u kriwähnen
Herr Friedrich Bergthofpetz Abhhrmachtes von Zweibrücken,
welcher aus seinem Garten äͤm —— eutte
—VV——
denfalls auch eine Preisauszeichnung wird erwarten dürsen.

Vom Gebirg, 25. Oct. Der Abgeordnete Jor dan
oon Deidesheim hat, dem Vernehmen nach, den Verdienstor⸗
den vom hl. Michael erhalten tun 7

I Bor dem „Polizeigerichte Frantfurt werden dieser Tage
eius goße Serie Frauenzimmer wegen Vergehens gegen die Sitt—
lichten abgeuriheilt werden ie u ng
7 7. Am 20. hat sich ein väuerlicheg Liebespaͤct ain: Floccuibach
(Hessen-Darmstadt) erhängt; nach anderer Legartta! derWursche
das Mädchen erstochen, die Leiche an einem, Baume hefestigte daum
sich selbst aufgehängt. — *
daceur vo de rumiuid ster 2) bi. Die Prager
—Wo—— Lehen * momentan
allmächtigen Leiters der württembergischen äriswärligen Politik
Herr v. Varnbüler war mit Fräuleln Meyer, einet hübschen Schau-
pielerin des Stuttigarter Theaters, deren Bekanmtschaft nuch die
Wiener bei Gelegenheit des heurlgen Enjemble. Gastspietes der
württembergischen Schauspieler im Carltheater machten, welche
ein Herz sowie das Theater beherrscht, in Furth. Im Fremden⸗
duch des Gasthofs las manz „Dr. Meyer nebst Gemahlin aus
Stuttgart.“: Da ließ sich am anderen Vormittage ein Fremder
Zei jihm melden und sprach ihm seine Freude aus deu republila⸗
hüschen Redackeur des Besbachter“ kennen zu lernen. Der würt
enbergische Diploma war ganz Lntjetzt über diese Verwechselung
omplimentirte den ihm lästigen Besuch unter fortwährenden Ver—⸗
ijcheruugen, daß er sich „incongnito? in Fürth aufhalte, aus der
Stube und ver ieß zur Stunde „mit Gemahlin“ die Stadt, um
In sein Departeinent des Auswärtigen? nach Stuttgart mit“ dem
ächsten Zuge zurückzukehren. Welch' ein herrliches Quid pro quo!
Meeyer für Varnbüler u
4. In Kaiserluchl bei Böhmischbrod hat das neutsührige Mäb⸗
hen der Taglöhnerin Antonie Chw. ihr Ajähriges Brüderchen in
einem Wassertümpel erkränkt und zwar-auf ausdrüchlichen, mit
Zchlägeandrohungen verscharften Befehl der Rabenmutter. Mutter
und Tochter sind perhaftet und gestandig. Das Weib ist Mutter
bon drei Kindern und sah ihrer Niederkunft entgegen; ihr Gatte,
welcher wegen eines Bettendiebstahls gerichtlich verfolgt wird, hatte
dor Kurzem die Flucht ergriffen und so Weib und Kinder dem
bittersten Elende preis gegeben. — Karl Kostka in Pest hat eine
Zlausige Kanoue konstruirt und“ seine Erfindung der ungarischen
Regietung vorgelegt. — X

FeEmmendingen, 17. Oct. Bei der heutigen Militür—
aushebung wurde die Quote von 205 Mann mit Loos Nr. 193
erreicht; in Reserve kamen 283. Manu. Rekrutitungsoffizier war
Major Sachs. Hierbei ereignete sich folgendes köstliche Intermezzo
Die Gemeinde Maleck stellte zur diesjährigen Aushebung 1 Mann
welcher· auch erschienen war:. Derfelbe wollte sich · nun vu⸗ dem
vichtigen Akte etwas Courage antrinken, was ihm auch soweit ge—

uig, daß, als er visitirt werden sollte, die; Meldung einlief/ er
— oo
inein surduibaren Rausch und schliunmere dem Schlaf des Gerech
en: Unter solchen Umsianden wurde von einer Untersuchung des.
edachten Burschen Unigang genoumen. — Der Ortsvorstand
von Pꝛaleck soll uͤber die. Aufführung jeines Contingents micht
bojonders exbaut gewesen sein. Was mag der qpme. Bursche
für ein Erwachen gehabt haben, als er am auderun Morxgqu sein
teues Logis erblichhen e Se iotl
p Mier den Besuchctn, welche am letzten Donueretag, Mox—
yn if erene zu Paris erstiegen, befand sich aud ein
imgest fehr gewahlk gekleidetes ¶Madche vbon — ——
Schönheit. sowohl letztere, als eine aea Bkasse und die
File, mit welchet sie die Stufen erstieg, war von, mehreren Be—
uchern bemerklt worden. Je höher sie kam desto fieberhafter war
hr Aussehen; auf der Plaluform angekommen, stand sie einen Mo—
nent wie bezaubert vor denn Panorama der Stadt, im nächsten
ibernnahn sie einen Ansatz, machte das Zeichen des Kreuzes und
schwang sich mit dem Rufe: Meine Mutter!“vor! den Au⸗
sen der enisetzten Zuschauer über das Gitter hinweg in die Tiefe.
Sier Iebie woch· nach dem Sturze, ihre Augen schienen Jemand zu
uchen. ihra Lippen zitterten. B Ricord⸗ Nitard leistete in der
Apotheke. wohin man fie gebrächt, die erste Hülfe, doch leider er⸗
'olglos,“nach wenigen Minuten starb sie. Der Commissür des
Miactiers nahm nach ihrem Tode eine Untersuchung ihrex Klein
— Bleistift geschriebenes Bil⸗
let? IIch nenne mich Maria Dietsch und wohne Rue Richelier
131113MRan bringe mich zu meiner Mutter und gebrauche alle nur
nögliche Vorsicht, um ihr die schreckliche Nachricht mittzutheilen.“ —
ün dem letzien Willen der Todteu unchzukommen? berief det Com⸗
miffayedi unglüdliche Mutter auf sein Bureau; in demselben Mo⸗
neut, 'als diese eintrat trat auch Jemand mit pey Frage in das
Zureau: „Ist das junge Mädchen todt?“ — Kaum hörte dies
die Mutter, als sie ausrief 3 Mein Kind, meine Tochter! Wer
hatsiei getödtet ?? — Es blieh n dem Commissär nichts ande⸗
ze übrigsthals der ungtücklichen Mutter die traurige Wahrheit mitzu⸗
theilben, aporauf dieselbe verziweifelt zusammenbrach. Bald darauf
hrachte unnn den Körper der Toͤdten un ihre Wohnung.Ueber
die Motive circuliren oerschiedene Gerüchte die wahre Thatsache
ist jedoch noch unbetannt.436
Am 26. Oct. waren es 100 Jahre, daße der Sandwirth
dofer geboren wurde.
Fehn Liverpool wurden vor dißerst zahtreichem Publikum
Verfuche mit einem wasser- und luftdichen Anzuge gemacht
der nicht nur mit Luft gefüllt werden kann, um den Trager über
Wasser, zu halten, sondern auch Taschen für Lebensmittel enthält,
um für mehrere Tage Proviant aufzunehmen. Der Ersinder schau⸗
felte mit zwei vor der Brust befestigten Rudern, essend und rau—
hend im Wasser herum und machte alle möglichen Capriolen.

1 Bei Zernetz (Graubünden) wurde auf einer Jagd ein 280 Pfd.
chwerer Bar erlegt.

— ntt,
Landwirthschaftliches.

Zur Kälberzucht. Da gerade in der gegenwärtigen Zeit
nit Rücksicht auf den allgemeinen Maugel an Vieh die Aufzucht
von Kälbern stack betrieben wird, so ist es wohl am Plaͤtze einige
dauptpunkte dieser Zucht kurz zu beleuchten. Wir halten es nam—
uͤch fur einen großen fast allgemeinen verbreiteten Fehler, den Kälbern
nach der Abgewöhnung ihr Hauptfutter in Form von massenhaf⸗
tein. Getränke zukommen zu lafsen. Die Folge davon ist die, daß
zie jungen Thiere schon in denersten Wonaten urres Le—
bens einen weiten Bauch bekommen, der die Schönheit ihres
Baues sehr beeinträchtigt ind den Grund zu einer ungefälligen
Form legt, die man bei so bdielen Rindern findet. Aber auch
die Ernährungsvorgänge werden durch das Uebermaß zugeführter
Flüffigkeit beeintrüchtigt; findet man doch nicht selten, daß die
dälber mit weitem Bauche gerade diejenigen sind, die ein strup—
iges Haar und einen stieren Blick haben. Erfahrungmäßig am
testen ist es immer, den entwöhnten Kälbern das noͤthige Futter
'oweit es nicht aus Heu besteht, in trockener oder angefeuchteter
Form zu geben und ihnen Getränke nur nach Belieben zu reichen.
Als bestes Getränke für Kälber exweist sich der Heuthee. Der⸗
elbe wird am geeignetsten in der Art bereitet, daß man für ein
wei Monate altes Kalb etwas Maas' Wasser mit ein wenig
Salz in's Kochen bringt, dann 2 bis 292 Pfund gutes Heu in
dasselbe eindrückt. Hat dasselbe etwa 10 Minuten lang geweicht,
so wird die Bruͤhe davon abgeseit, mit etwas Kleien oder Schrot
versetzt und im lauwarmen Zustande dem Kalbe vorgegeben. Die
dälber bekommen, wenn man ihnen 14 Tage bis J Wochen lang sol⸗
hes Getränke gegeben hat, glatte Harre und gedeihen bei sonst
zuter Fütterung und Pflege vortrefflihß.
Die Jeit und Weise des Versetzens der Obstbäume ist für deren
Hedeihen don höchster Wichtigkeit. Nach allgemeinster Annahme ist
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        daß Versetzen im Herbste deim int Frühjahre vorzuziehend wenn —
zas Erdreich nicht zu schwerund bündig und nicht zu naß 'ist liese Setzen höchst- schädlich ist. Kein Baum“ sollte tiefergesetzt
da nun der Saftumlauf ins Stocken gerathen“durch die itnlängst werden;als ernftuüher stand. und will man ihn wor dem schäv⸗
angefallenen Fröfte, was dus dem Gelbwerden und Abfallen vderlichen Einflusse zu stacker Fröste,n durch welchener heicht. indie Höhhe
Klaͤtter ersichtlich so rathen wir Jedem den das Gedeihen seiner hezogen · wird, qschuctzen, sodaef iran⸗nume binen kleinen Hügel um
Baume, am Herzen liegt, alsbald die Voerpflanzung vorzunehmen; — des danm am Frühjahrewieder eben zu: ma
henn je früher nun diefelbegeschieht,“ desto besser ist es underder men istin trocknent ndedeichtem Voden auch ein Jahro lang blei⸗
Boden dürfte auch gerade jehte den gehörigen Grad von Trocken⸗l hen⸗ kanntnn: Wer⸗ kintansKuorb'voll lalter „Gerbetlohan oder Kiesernat
jeit bei uns haben. Wenn wieder Regen fällt, wird die⸗ Sache deln darum legt und liegen läßt, thut noch bessernnn u
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wurde gestern — 9— J
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cheu ai üht ui ν ι 6 zu J — NAI— aeistul, zuün nt—
Bege in ——— F I: ιιιανιæν * 9409 MIdA. — 55
ur Oberniühle, und vor dorr en, man
Abet den. obern ueeet run Der Geschäftspuntt ber Gesettghaftergibt /sich . aug folgender. Resülltaten
n d ee rae des letztjährigen Rechmimassibschlũsse na u, 9
iu * en —28 anen 7 b 2 ye 7. 44 —A 13 “ —— NMem 13 55 — 0 en
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—— ee e n * Prämien⸗ nud Zinusen⸗ nn νν u ιαα
da dun Welumng, ig pet Erped. Einnahmen für 1866— 2—ι uren ιαιαι ι——ö.
)Bl. ab zuachen. —— d —7 Zrän ien füre ν : uιιιι ι ινÆσ
Der Unte geichnet⸗ macht hier⸗ —— lercl. er. 8 mie tfür ãgun bucu 8 145 992
— — brcel spätereJahre) —DDDDDDDD—— f — ———
i Dir te iane bo diraeg e α u “ 328
— — shon poi wergen Gesammte Resexven jl. 3 206 5αö
R— Oetbr.Yan, gute füße ere ι . 1 DMiper 9 * np 7 I 4 190
Milch,unßd ausgezeichnete Hefe ns ou F J fl1 ,601,620.
— — 5 4 7 RXCAXLIBXMM— —V———— 7 * aie i
Aitgus unwee uur 5 Versicherungen in Kraft ami 31. Dezeniber 1866. *
Auchi ism Honig zu habeun. men 7 677 4 —— — fl 1 177,585 937— ιιι νN—
i⸗ Stu nghert· 20 Ort 1887 e “ CEFN)S ν ι
1— nin Ate., 18 ai 7 — AIIXICCR * —
2* Ie *8 u83. Wobtfart· Zur Vermittlung von Versicherungen bei dieser Gesellschaft gegenfeste und
ub n ite zbi ram α
näßige Prämien. empfiehlt sich 0 ]
Lanbau, im September 07 S ,ναν— α
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α ι αν α—α—⏑.
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nNuterBezugnahnie? auf“ Obiges bemerke“ ich, daß,, Brandschäden- sofort
—ADDDDD — Bürger!n dahier, die
Btandschaden⸗ erlittent, bezeugen können.⸗ — — p ere
e ahe im Suben 198F ν ιν α ινν
mu St. Ingbert im“ September 1867 35.
* 3 Der Atjeut der „Colonia“ für die Cantone Blieskastel und Homburg
. 364 — — — —8* *7 *5*
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ν : — Gessöhaftsagent, zun —BR
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-iecherungs-

Ich empfehle diermit mein Gold⸗
vaaren⸗Lager sowje Pariser Bril⸗
len, Termometer ꝛe. unter Zusicher⸗
ing solider billiger Waare zur gütigen?
Beachtung3 Ebenso, mpfehle ich, mich, zur
Anfertigunge von' neinen Waar“u',
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ßtäfernn Briten .
Iltet Goßd, und Sitbet ostd gülun höch
ich Reeise guscnotuneh ,
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un Cnng Gosde anib. Sue gacbetler⸗
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»Ich! bringe hiermit zurnn allgemeinen
niniß, daß ich“unterm heutigen das
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nufsu geschmachvollste angefertigt;cüber⸗
aupt· alle: ci diefen Facher! einschlage h hìù⸗ꝰ/ ——
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iüstel us eführt, wie 34 d willbir notiren heute:: Weizen I6 fl. 45ke.
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nreneuund bhittet zuumgeneigten Nu- gigu:n-e truu Gerste 11 uifl.a30 kr—
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wohn haft an der. Kohleitttrakx Wbei Herrn 20 fruNoggenvorschuß 14 ft.—nkr bis
eFraumz Foos,Schuhmacherweister. ftorunonte. Aeitzeüvorschuß — fl. — kr.
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4 Eine: Echruer nichft Dem Babuhofe, Iäνl. 4r per 70 Kiloeje Reps
zu cunein: Maghn zind sich zeigndud,“iftir fofort: m flurrchicrel his s lu r. uperrus
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Die Erpd. d. Bl. ertheilt: Austunfinehhe Buflliuuriere Leindl nohne Fnt L4 1
νιA r medaklißk »Vrud unde Verlug don FuxDaernteßin St. Inabert ä

30 r. bis 25 fl. 30 kr. Mohndlohne
Faß 36 fl. Akt. bis f. Etr!ber
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⸗ftikxi Branmwein 34 f 30 fir·
bis 83 l. kr.

—D Mainz, 22. Ochten ie.
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Bfd.): 16 fl. 30 fr. 1 17 /ο itu. —
Rorn (180Pfo) 130ft. 45r p.
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        Hl. Ingberler Anzeiger.
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der „St. Ing berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Don nerstag
ind Samstfag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet. J
—R 130. Donuerstag, den 31. Oetober e e eahn ee 1867.
— — — ö— — — — — — — R — — —
Deutschland. J 9 9 labgesehen von seiner? aprioristischen Hoffnungslofigkeit, keinesfalls
München, 27. Oct. Mehre Zeitungen haben die Nachricht gewesfen. 50 33363
nthallen, dem zwischen dem norddeutschen Bunde und den verei· München, 20. Oct. Die Linke und das Keuntrum der
üglen Staaten von Nordamerika abgeschlossenen Postvertrage habe Abgeordnetenkammet haben beschlossen, auf der unbeda ngken
ee der süddenischen Staaten, außer Vaden die Zustimmung Annah me des Zollvereinsvertrags zu bestehen und den Beschluß
ectheilt. Diese Nachricht ist jedoch dahin zu erweitern, daß auch der Reichs rathskammer abzulehnen. Gestern Abend wurde
hahern schon vor einiger Zeil seine Zusuͤmmung zu dem von ine von etwa 1000 Personen hesuchte Urwählerversamm
preußen mitgetheilten Entwuͤrfe des Vertrages erllärt und den Bei⸗ ung abgehalten, welche sich für,den Beschluß der Abgeordneten⸗
in zu demfelben in Aussicht gestellt hat. Selbstverständlich konn?e ammor erllärfee..
Ver Btin ers ac Abschiuß ves Verirages wirilich er Müngen, 30. Oct. Der Könmig ist heuie Nacht 11 Uhr
digen. — nit Prinz Otto von Hohenschwangau hier eingetroffen um einige
München, 27. Oct. Wenn die „Südd, Presse“ in ihrer Tage hier zu bleiben, Seine Ankunft hängt mit dem noch kri⸗
jeutigen Nummer die Bemerkung macht, daß Preußen für den is hen. Siand der Zollvertragsfrage in der Kammer der Reichse
Fall der Nichtanerkennung der reichsräthlichen Forderung eines räthe zujammen. 3 9 *F J
baherischen Veto in den Zollvereinsangelegenheiten ,für ein Ent— Diienstesnachrichten. .8
Jegenkommen auch der Weg offen stehe, auf sein eigenes Veto zu Zum Oberappellationsgerichtsrath in München wurde der
Rerzichten,“ so ist das so unverständlich wie die reichsräthliche For⸗ Ralh des k. Appellationsgerichts der Pfalz, Jacob Low, befordert.
»erung selbst, wie das Motiviren des Fürsten v. Hohenlohe für A. C. Zu Ramstein wird vom 1. November an eine Post⸗
zieselde und dessen in Gesellschaft des Frhrn. v. Thuͤnge zur Gel- expedition errichtet, welche dem Schullehrer F. Weyrich daselbst
endmachung dieser Forderung unternommene Reisennach Berlin. ibertragen wurde.“ ——
Fin Veio nämlich, wie es in der bisherigen Zollvereinsverfassung Zufo'ge Regierungsbeschluß von 27. Oct. 1887 wurde der
ämmtlichen Einzelstaaten zustand, ist in der neuen Zollvereinsver, hrotest. Schullehrer Philipp Wagner von Mehlingen zum Schul·
afsfung als das anerkannte Grundübel des alten Zollvereins radie verweser an der neu errichteten protest.-deutschen Mädchenschule
ral und so auch für Preußen selbst beseitigt worden. Es kann zu Kaiserslaulern von 11. November; der Schuldienstexspectant
daher werder ein solches der bayerischen Krone neben Preußen Jakob Baldauf von St. Martin zum Schulverweser an der katho⸗
zingeräumt, noch von Preußen „auf sein neigenes Veto ver- lischen Schule daselbst; der Schuldienstexspectant Johanu, Peter
ichtet· werden. Preußen hat lediglich nach Art. 8, g 6 des Bläs von Ensheim zum Schulverweser der kath, Schuͤle in Knoppe
Zollvereinsvertrages das ausschließliche Recht, als Präsidialmacht Labach; der Schulverweser Johonnes Henrich in Walsheim zum
inter Zustimmung des Bundesrathes und Gemehmigung des Zoll⸗ Schullehrer an der kath. Schule in Burgalben, die drei letzteren
arlamems Handels⸗ und Schifffahrtsverträge mit fremden Stan- vom 1. November . Is. an, ernannt .
en einzugehen, welches Recht bekanntlich durch die Nachtragsübere Berhin, 26. Oct. Der General-Lieutenant v. Hartmanin
einkuuft zwischen Bayern und Preußen vom 18. Juni 1867 noch st von seinem Commando nach' München entbunden und an seine
dahin beschräntt wurde, daß bei Vertragen mit Oesterreich und Stelle der Major v. Grollmann vom 2. Magdeb. Inf.⸗Reginient
der Schweiz die angrenzenden Vereinsstaaten zur Theilnahme an itr. 27 dorthin commandirt worden.
en dem Abschlusse vorangehenden Verhandlungen einzuladen sind. Berlin, 20. Oct. Heute hatie der Fürst v. Hohenlohe
Außerdem hai das preußijche Präsidium zufolge 8 4 der Ueber⸗ m Beisein des Grafen v. Bismarck Audienz beim König. Der
intunft: voin 18. Juni l. Is bei der Beschlußnahme der Vereins Fürst kehrt mit seinen Begleitern heute Abend nach München zu—
daaten durch ihr gemeinschaftliches Organ, sofern es sich um die zück. — In Betreff des Bundesschuldenwesens hofft man, daß we⸗
Besetzgebung über das gesammte Zollwesen, uber die Besteuerung der die Ockroirung einer Schuldenverwaltung auf Grund des
des inheimischen Zuckers, Salzes und Tabaks und über die Maße etzten Z des Zehnmillionengesetzes noch eine Ansgabe verzinslicher
regeln, welche in den Zollausschüssen zur Sicherung der— gemeins Schatzscheine erfolgen werde, da die Marine bis 1868 preußisch
chafilichen Zollgrenze erforderlich sind, sodann um die abzuschlie- eibt und für die unmittelbare Ausführung des Gesetzes ein zwin⸗
zenden Handels⸗ und Schifffahrtsverträge handelt, bei Meinungs- jender Grund nicht vorliegt. — Es verlautet bestimmi, daß in
zerschiedenheit, die den Ausschlag gebende Stimme, aber auch diese Zuchen Italiens bis jetzt weder von französischer, noch auch von
n lsdaun, wenn sie sich für Äufrechthaltung der bestehenden talienischer Seite eine Eroͤffnung hierher gelangt ist.
Porschrift oder Einrichtung ausspricht; in allen übrigen Fällen Wien, 29. Oct. Im Unterhause enwickellen heuteber
entscheidet die Stimmenmehrheit. Hierin allein also müßte das Justizminister die leitenden Gesichtspunkte der eingebrachten neuen
ingeoͤbliche: preußische Veto gejucht werden, in welches Preußen Strafproceßordnung, deren Grundlagen auf Anklage-
ich nach der Forderung der Reichrathskammer mit Vayern theilem „roceß (als Auklageprincip), Mündlichkeit, Oeffentlichkeit und
der auf welches es nach dem Vorschlag der „Südd. Presse“ ver⸗ Schwurgerichten beruhen. Das Schulgesetz wird in dritter Lesung
ichten joll! Wir meinen nun zuvoͤrderst, es liege auf platter mgenommen. Die Polen stimmten dafuͤr. Endlich wurde die
dand, daß ein Decisiv-Votum fofort aufhört, ein solches zu sein, Strafgesetze Novelle und das Gesetz wegen der ab instantia- Be·
denn es init Einem oder mehreren Anderen getheilt- wenn also reinng mit den Abanderungen des Hertenhauses in dritter Lesung
etwas schon formell Unmögliches verlangt —Do—
nan sich nur zu vergegenwärrigen, daß gerade in der fraglichen Besetze die von der Vertretung Croatiens unterbreiteten Vorlagen,
auf einheitliche Orgauisation abzielenden Einrichtung an Stelle nit Ausnahme jener wenigen Bestimmungen, welche mit wohi⸗
)es früheren lähmenden Allerwelts-Veto der Kerauͤpunkt der ganzen »rworbenen historischen und verfassungsmäßigen Ansprüchen und
Jollvereinsreform und zugleich der Zielpunkt der vieljährigen preus Berechtigungen Ungarns im offenen Widerspruche stehen und ordnet
zischen Zollvereinsbestrebungen liegt, um zu ermessen, was es heißt, die ungesäumte Vornahme der Wahlen für den demnächst ein⸗
Jeun man von Preußen einen „Verzicht auf sein eigenes Veto“ uberufenden Landtag zur Berathung über die Vertretung Croatiens
»erlangt. Andeterseits kann aber auch don einer Schmälerung in ungarischen Reichsstage und in den Delegationen, sowie Anstra⸗
zer statlichen Selbstständigkeit Baherns um so weniger die Rede zjung der Ausgleichsverhandlung mit, Ungarn ans
ein, als er sich im Ganzen ja nur um einen kündbaren Vertrag Fraukreich. ν ⏑ :
Jandelt und das souveraͤne Kündigungsrecht Bahern unverlüum- Paris 26. Oct. Die Geschafte liegen jetzt gang Darniek
nert gewahrt bleibt. Ob nun also das Amendement der Kam⸗ der: Die Fabriken im Elsaß arbeiten nut noch sechs Stunden
ner der Reichsräthe ernstlich gemeint oder nur ein Rückzugsma⸗- her Tag, die in der Unternormandie haben ganz geschlossen. In
idoer war. — eiu Meesierstück politischer Logik ist es, auch doubaix und Tourcoing haben bedeuteude Falliments stattgefunden.
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        Paris, 28. Oct. s Der „Abendmoniteur“ bringt die Pro- Ratzonen nicht können. Ich danlke der Ftadt Baris fin
lamatiog des, Honigs von Italien ohng T nd jede Bemerse —3 welche sie mir bereitet hat, denn in dunseren Kagen
ung. — dtt Jaiser Franz Joleph hat gestern den Hyrra v. Nags« abg dig F Freundschaft und des guten Einverständ
tier in Aubienz ZEmpfangen und xine Aauge Anterregung mit dem-]Kisses zwischen den Merrschern xinen doppelten VerthSweil e sich
De⸗ 7 „Morgenmonileut⸗ meldetd Debeshensusdie B wpathten ain — der Wolter stützend. Auj
von Monte Rotomdo9 bestätigen, vaß die päpstliche Vesaßung von das Wohl des Kaiserd der Kaiserin und des kaiserlichen Prinzen
Monte Rotondo Herr dieser Platzes geblieben ist, auf den zwei von Frankreich und der Stadt Paris.“ Natürlich wurden die
Stürme nach einander unternommen wurden. Wie es heißt, hat Schlagwörter dieser Tischreden lebhaft beklatscht; zwischen den bei—
Haribacdir Moute Rotondo, inz Rücen gelasen und sih gegen Rom den Toasten spielte die,, Musit das ,Gott, echalte Ftanz den
jeibendet Eine daͤpstliche Colopue, die pon der römischen Bez dajset.. J
satzung dedachirt wurde, rückk von Romi aus gegen die Vanden vor.· Ib ul on &amp;. Ock.“ Die Brigade Poltier, aus zwei In⸗—
— Paris, 28. Och. Die Presse bringt folgende Neuigleilen fanterieregimenlerin Artillerie, Cavalerie und Train bestehend, ist
eten Garibaldi, durch mehrere Tauͤsend Dejertegre ver⸗ Ihteeegbetenabtheilung eingeschifft, welche. bengte —
zatt. hat Monte Fotondo genommen und sich sofort gegen Rom nöchiii See getftyty. e
in Marsch gesetzt. Der französische General d. Failly ist hent⸗ Toulon, 29. Oct. Die permanente Aushebung fur. diẽ
rüh mit jeinem. Genexalstah, in Cipitg Vecchig eingetroffen. Mau Marine ist in allen maritimen. Landestheilen wieder hergestellt.
pricht von der Einberufung der franzosischen Kammern für, den Das Motiv hierzu ift dieggenwärttge Fewegung der Seelrafte
I daß ene Losung desiteluennhen Gomsliets haut n turze ter Fortiwahtend wmmmen ueitt. Truppen dier an.
— 77 a vi eae vnpe dn franzosische Re⸗ — J 4England. —*
exgag Diß Protlamatian Vietor Emanuels unter der edingung Det Befuͤhedeß. alferg von Heercein n Portt ——
it. dentgend hallen, Daß dieselbe in Itglien die, erwüuschte -Wix⸗ ie Times“ zuhersichtlich behauptel, eine, bloße Reconnasante
Aug herpor hringt. Unter diesent Vorbehalt wäre die Gefahr ei. it ja auch die Reise feinier beiden Dimster, deg Frehenrn
nes Couflicteg zwischen Italien und, Frankeich für den Augenhlig Beusi ud des Grafen Audrassh habe lediglich nothwendige haus
beseitigt doch würde sich Alles nach den Zwisheufällen, dichten iche. Angelegenheiten romen husiugss of eite d h
die möglicher, Weise -im Hirchenstaate eintreten könuten. —n. Der rgeiid Ging. Finmischung in anderer Leute Angelegenheitene zum
„Etendarde beurtheilt. die Proclamation und das neue Mijnisterxium zibecke. Mit dieser Versicherung will das leitende Blatt' geder
Jüustig und meint, damit sti Italien, wieder inn einnesn noxmalen mann gewarnt haben, der Begegnung der beiden Monarchen uͤber—
Zustand eingetreten g in jedem Fall würden. die Franzosen dem triebenen Wichtigkeit beizumessen und, Lügenberichlen Glauben zu
oäpstlichen Gebiet Respect zu verschaffen wissen, während die ita chenten, welche, wie bei andexen Monaxchengusgminenkünften acuesten
lienischen Grenztruppen die Entwaffuung der Banden vornehmen Zait, inn die Welt geschickt worden warenn 91
Auch will das 8 Blatt wissen, demnächst werde Europa be Der Times“ zufolgentraf ein preußisches Krieasschiff an—
cufen fein, die Lösung der xpnuschen Frage unter seine, Gejaͤmmit. cheinend Panzerfahrzeug,.gestern im Sunde pon Ply nouth ein.
gargntie zu nehmen .3 Schiff war übel zugerichtet, hatte Vordermast and Hauptutan
Paxis, 29 Bct Der Etendard“ sagt, daß heute keine derloren, und nur der Besaumast stand noch. Der Rame des
Aachtoͤhten aus Rom vorliegen. Ein römisches Telegrammm pom eriegsfahrzeuges wird, vom, der.Times“ nicht mitgetheilt...

27. (Sonntagh Nachmittags 3 Uhr meldet, daß zu, dieser Skunde on d n 28 der Postdampfer., Atratse alls, LVest—
Baribaldi vor den Thoren Roms noch nucht angekomnieit“ war, ndien in Southentpton auͤgelomnen, brachte wieder gelbes Ficber
daß aber seit der Einnahme von Monte Rotondo michts sein Kom⸗ uin, sechs waren der Seuae, erlegen, und vierzig befauden, sich
nen hindere. Dieser Piatz war nach drei vergeblichen Stürmen. Iif, em Wege der, Geuesng2* ae
in Ie ie en Segen 63000 Garibaldianet hielten, u— Stalien. ee
endlich doch Fenommen worden. — „Patrie“ meldet, die Kämpfe5 9 I6343 9

um MPeqonte Rotondo hätten Garibaldi sehr geschwächt, der darume; 9 Floren D* 20 ns die wa Enp ITux x

— —9 t eine Prio cl.iemartti anan die Idabienerurerdassienm,
gicht daran denken konnte, schon am folgenden Tag (Montag) auf — 367,
om zu marschiren, von wo übrigens seit gestern Morgen keine anden von Aufttundijchenechal: icl· u z90 Durchndie Neutbieo.
Pachrichten eingettoffen seien, Ju Paxris wußte man aimn Uhr et Partet becührn, haben ohnen meineadere meiner Regierung
Nachmittags nog micht. 2b das französische Geschwader gestern Abend Finwilligung die. Grenzen des Staates! verletzte Die Ahlung,

r Civita⸗Vecchia angekonimen sej indessen perinuthele, mat dießz Anmillignag dee Grenzen des s 64 al
or nbein Wetier u Seenen ett Uuitzi dies pelche jeder Bürger den Gesetzen undinternationalen Vertragen,
trotz des be n vireg zur Heg die durch das, Pastament und durch mich beftütigt wurden, schul⸗

Paris, 28. Ock. Die Frauce spricht wpon dem, Gerücht, dig ist, schreibt umer diesen schweren .Umstuͤnden eine unerbiusne
welches heute in AUmlauf ist. demzufolge es Garibaldi gelungen Fhreupflicht vor. Curopa. weiß, daß die Fahne, welche: auf dem
ware, in Rom einzudringeii. Die Abwesenheit allerositiven inseren benachbarten Gebiete erhoben wurde und auf: welcher ges
Nachrichten hon Rom macht jhr dieses Bexücht bis auf einen ger schrieben steht Vernihtung der höchsten geistlichen Autorität, pes
wissen Pintt wahrscheinlich Auch der Temps erwähnt dieseß hne e tathotischen Religion,“ nicht dien meine isn⸗ Viefses
Berüchtes und meint diesegs Fehlen aller pofitiven Nachrichten aus Attentat: setzt das gemeinsame Vaterland in schwere Gefahren uns
hen paͤpstlichen Staaten sei etwwas sehr, Sonderbares. Er sheilt egtmirdalshöchste⸗Pflicht auf, zu gleicher Zeit die Ehre des
in anderes Gerücht mit, demgufolge- italienische Truppen die Landes zu retten und Richt. zwei durchaus pon einanderverschie—
‚apstliche Gränze ühberschritten hätten. — Nach der Presse befindel dene: Angelegenheiten,“ zwri ganz verschiedene Gegenstünde mit einan⸗
ich Gaxribaldi. vor den Thoren Rom's. 4 να der zur vermischeu,⸗ Italien muß gesichert merden por den Gefahren,
454 Gestern hel der Heimfahrt der hohen Gaste des Hotel de in diees gerathen: kann. Europa muß üherzeugt werden, daß Ita—
Ville lami es zu denonstrativen Rufen unter der Menge. .has lien,⸗ treu seinen Verpflichtungen, ein Stoͤrer der Ruhe woden
lintervention xiys Garihaldi: fich dvernehmbarç;geinacht haben ein misl; moch:sejnlkannu.: Ein Krieg mit unserem Verbündeten
Es wurden perschiedene Verhaflungen vorgruouimen. ιFαν vare ein Bruderkrieg zwischen zwei Armeen,unmelche für! dieselbe
z Pro ris, 29. Oct. Dere Moniteuro berichtet .,Bei dem Sache gefochten haben.“ Also Inhaber des Ltechtes über Krieg und
Baukett, welches gestern im Stadthaus stattfuud, waren die beiden Frieden kann ich keine Ursurpation“dieses Rechtes“ duldenm Ich
Faiser, die: Kaiserin, die Erzherzoge, die Konigin voꝝn Holland, der hege daher'das Vertrauen, daß die Stimmen der Vernunft Gehar
Zonig Ludwig L.bon Bahern und, der Prinmz und die Princessin inden wird-und daß-die: Bürger-Italiens; welche dieses Recht vier⸗
Napoleons zugegen. Der Kaiser⸗Napoleon brachte den folgenden etzt hahen, sich unverzüglich hinter die Limen unserern Truppen
Toast aus: „Ich trinke auf das Wohl des Kaisers pon Oesterreich zurückziehen werden⸗ Die Gefahren; welche Unyrdnungen und uur—
ind der Kaiserin Elisabeth, deren Abwesenheit wir lebhaft bedauern; bedachte Mlane Sinterzuns erzeugen können, müssen unerdruckt wer-
ich bitle Ihre Majestät, diesen Togst als den: Ausdruck- unserer Ren. indemdie feste Autorität der Regierung umid die Unbexlbetzlich-
äefgefühlten Sympathieen entgegen zu nehmen für Ihre Person, beit der Gesetze aufrecht erhalten merden. Die Ehre des Vandes

Ibre Familie uud, für Ihr Land.“ Der Kaiser von Oesterreich stera meinen Händen, und das: Vertrauen,Welches die Natioiut

aitmortete mit erhobener Stimme: Sire, ich bin sehr erkenntlich in Den trübsten Tagen nuf mith cgesetzt hat, kauu mir nicht fehlen.

für, den Toast, welchen Ihre Majestät mir gebracht hat. Als ich Benn die-dtuhe in die Gemüther zurückgehrt nud Dien-öffenlliche
zox einigen Tagen zu: Nanch dieGraber meiner BVorfuhren Drodnunz vullständig hergestellt ist, jo mirde meiner Regterung nu
zesuchte. habe ich mich nöcht enthatten konnen,. einene Wunsch Linvernehmen mit Fraufreich sich gemüß dem Votum des Parla⸗
zu empfinden; könnten wir,: habe ich Imir gedacht, in⸗dieses nents in aller Ehrlichkeit bemithen, ein Abkommen zu finden. wel⸗
der Hut einer großmüthigen, Nation anvertraute Gradb alle hes nützlich und der Art ist, daß es der ernsten und wichtigeun

Zwistigkeiten begraben, die zwei Länder getrenut. haben, weiche Frage der. Roömer Lein: Ziel setzt.nnIch habeo Vertrauen · auf Euere

heifem Find, zu sam mie n aufe deu Wege des Fortschrittes und. Sesonnnenheit, gehabt und werde es slets haben, wie Ihr auf die

er Einilijation, voran zu gehen:: Konnten wir. durch unserz. Eininn iens Eupres Konigs zu diesem großen Vaterlande, das wir purq
zuma ein nenes: Rjfand. bieten iür den, Friedenn oue cwelde dit hwere. gemeinsame Opfer endlich unter die Zahl- der Rativiten
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        zen, fich pon ihm zu treunen? Die Damen hergchten es nicht ibers
herz sie entfernten sich wieder, Zei Stunden sPpater erschienen sie
hermals, au Schalter, und eine derselben trug, einen Pack. der
sanz, wie ein Wickellind zaussah⸗ Der Billeteur gab. zwei Karten
n nd sheeb au ane erselbe, we dies s Echenlammen
blich ist batz Wort . Kinde. — Der Zug, kommt auj, dig /Wart.
ale werden gebssaet, und die zwei Damen schigen sich gu, ginzün
leigen. Unglüclicherweiser befand, sich aber der Bapnhofperwulter
uuf ihrem Wege; dieser: zweifelte an etwas,ging sachte, vorwärts
Vrelremei⸗fech vie ind sagte: „O das schönt Kind! Sie erlauben Madqgine“ Dabel
—Die Verlobung des Prinzen Ludwig mit.her Etzhexzogin Marxie Uhr ser mit der Haud üben den Kopf des angeblichen Sanglingßn
Theresia hat am 33 quf, Schloß Seelowitz (Maähren) statigefunden. et diese Liebkosung durch ein leises freundliches Inererne
x Mit dem , Nobember nächsthn dritt si bie königlichen erte. — Die Bahnhofverwalter, sind Unmenschrm Hen uunserige
baherischenn pfälzischen e n Geser Fahrdlan in Kraft, ieß sich micht ermeichen, und die zwei Dauen gaben liepegahrq
worauf wir⸗ borlaufige aufmertfam mashenne 3 ie n Fahrt. auf, als sie sich von ihrem Ferkel txennen wollten. 3
Es neie Hundsg'fehz) sAus Baden.] Geschtern Fa Aus neunerdings aqufgestellten pergleichenden siatistischen Mo⸗
w · ich meim Kars ⸗8. nit· Hundog set vorgele fe ¶ Alterche · sag nenin ersichtlich. daß die Fruchtbarkeit der Bepollerung un⸗e.
äö αX vier Haupistadten London. Paris 7 in
chte de mich jetzt glle dotz Und de Worschttorb wyrr, ich As leterer Stadt am großten undnin!Patisverhu mißnatig am
— 34 eeis ß —IX * Wl de kleinsten ist. Betrach tMon die Satep ueen rn
it neemliche biß, dato, glle, Samstaggospend,, wöndnen G'elle, grgen die unhelichen zeburten, so findentesich, hej nhteren Paris
zhezaͤhlt — D — — — ———— 4 Dhe in geringsten nud Lundon am stärtsten dertretenn. während bei
eene Dage vun Worschtsipplia unn borer. Fes dumm Vitha ehteren London die enigsten und Berlin die meisten im Verhalt⸗
1 Brod fresse. Unser eem werd's achß beg Aselerhap ziß rm ezdfins den Falle stehenn sich diese helden Haudt·
n vum Hund uff de Hund zu kumme!Mir werre inftig nit 58 unnenr enen uge b8
ehr alle Sunndag Lunseg Sinc uge de Szaffe zbegezwaun ⸗mer dolen gegenüber. Bger'in steht n Punkte der Heirnthen mit
ser neie Schteier zatit I — iu e —**5 zrößten Zahl obenan“ Wien hat die wenigsten. Paris hat Die
in ziehgem for den —— dierWorscht ab, Wann ma neisten todtgeborenen Kinder aufzuweisen, wahreind Wien mit die⸗
nner de Hund will, hott'va dedperhefressa Icht mach's wie'n er Ziffer am Riedricten angesetzt. In London wohnt die Ve⸗
Hauseigenddimmer. Wann d'er Hausb'sitzer. heecher in die Schteier yölkerung am Wenigsten dicht aneinander. Parisweist vagegen
immt, schlägter- if i Bins uff Ich Ichlag nai Vr Worjcht⸗ ab ie dichste Bevölkerung auf ; in Wien indefsen —A das
5 werd uff erus raustunie Wann“ imeigeng jetzi“ nooch dem inzelne Haus von allen Siadten die meisten Bewohner London
eie G'seh die Schäfer un Raggischmidd, jor ihr Haud, die se so ählt die weuigsten in etzterer Beziehung. Was den Fleischeon⸗
hihwendig brauche, 6 Gulde dezahle annse, wos Inißte danm do um anbetrifft, so stehe London oben und Betlin unten nf dex Lise.
igentlich die Leit; for ihr an bezahle, die se zum Vergniege tStatt des Cloroforms, wird jctzz in Eugland das
zalte j Dir harmlofe —— ir die join Hre Richcedspn benpfohlene —E mit gutem Er⸗
jehrt:. io Gulde! Dir ünzerdrennliche Hundfreind, der'n. iu's olge dei Operationen angewendet. Eg herdampft schneller und
Verthshaus mitnimmt: 25 —— Diensolle“ Jungfer, diein bei versetzt den Patienten nach kürzerer Zeif 'alz dies“ durch Ehloro⸗
'ch im Bett schloofe loßt; 30 Gulde her Des geebt Geld, — do orm geschieht, in den Zustand vollkommeet Unempfindlichkeit.
7nnt ma Sosdate marschiech bosse! Des geebt Geld for die Schtadt, — Beim Aufrichn eines (Schottland)
üe die Hälft —— wie's wisll — mein Karo zrach das Gerüst; der Gasometer sammt. I Arbeitern fturzterte in
3. mer nit fehl um wannrenmich nancheMae ch g Gulper her ·Johr jen Wasserbedättere aus dem mehrerxe ass Leichenn dieübrigei!
loscht. Er is mer rwer wien Gisel Er dreht sein Raad un ebensgefährlich verwundet hervorgezogen wirdennn I
ndo ke Wott Spot ich eye Danwtm gͤshhen an, onn se mer puxk brurg, 28, Oete Im hiesi en Gemeinderathe Hat
Xblodite. Schaff ich mer ẽn Naddrehet' mit Jiweé Fieß an, in Mitged Jerr — —
— e — e Mitglied Herr Funck, neulich gesagt- „Wir sind, weder Deutsche
tann'rx meritfortltiafe um mich in Ddr greeschte Arweit sitze losse. * J Ir CGEpaei It Ferner! 8
—6 3 vrus ß ioch Franzosen, wir sind ein neutrales Land.“, Ferner dat. ein
Mei Himdeis mex drei un pleibtemen uner asse Geschäftsverhälte Rerc Namur da ig das in 3 F
———— A te derr Ramuͤr gesagt; das Patois, das in unserem Lande gesprochen
nisse. Also is im menschliche Leewe, z. gut Schticht Vieh sehr oft Ferde ieneedeeedehenetten rne
lechte Schtickl Mensch, odder, gleichbedeitend, ere g'fährliche 9 4 wegs —3 dung dara
me schlet Schtid Mensch odder echoedeuend, exe glahr intwortete heute das Luxemburger Wort“ in inem sangeren
Maschien vorzuzieh'ge.“s dra«rig awer wohr. Ulrtikel; „Was wir sprechen, das sind wir. Wir sprechen Deutsch,
t Darmstadt, 20. Oct. Durch Vergrbningevom dOck. isso sind wir Deutsche. Wie beinahe in ganz Europa, so finden
). J. wird nunmehr auch für die Volksschullehrer, deren Schulen ich auch bei uns Spuren keltischer Cultux. Die Kelten und Rö—
vurchschnittlich hon · weniget als 30. —— werden, jedoch ner sind auch bei der Volkerwanderung, mit Zurücklassung“ ihrer
inter der Voraussetzung. daß ·keine writere Schule in den betref- lerte, durch die Deutschen berjagt worden. Daß seitdem dej uns
enden Gemeindett bestehti als Minimtil-Jahresgehalt 300 f. bea janz deutsche Kultut geherrscht, daß es in umserent Lande, seither
timmt. Auch sollen die Dienstalterszulagen bei den Volksschule ur Deutsche gab und noch — un ere Sprache Unsere
ehrern, welche vor der Definitorialprüfung ausnahmsweise defintiv heschichte unsere Sitten uͤnd, vraͤuche Seun Wõ Jahrln war
nigestellt worden, von dem Tage der definitiven Anstellung an bee nset deutscher Stamm, mit vielen Unterbrechuuggen, im Ganden
echnet werden, Die Wirhffamkeitt beider Bestimmntger pegiunt mjt 4 Jage pierunddteißig Jahr unter französischer Herrschaft, und
Anfang d. J., Fo daß. diese Grhaltserhöhungen den betreffendein vir hoffen zu Gott, daß solches nimmetmer geschehe!“
Lehrern schou für dieses Jahr vollständig ausbezahlt werden⸗ un rdpeg bt ich e ein neues Geschütz versucht, welches, mit
r Zu Eibenst ock (Sachsen) wurde Hein Steindruckereibesizerx cht Züufen. nach Art der⸗ Rebolver onsiruirt!Ut derest zbeisich
and seinGehilfe eingezogen, welche mit diemlichem Geschicke Noten ei einer jeden * entladen und ihre explodirenden Projectile
»er Braunschweigischen Bankeanfertigten.“ 1 534535 1500 Meier weit werfen. Das Weschütz womit man Add Schüsse
un Im Wien Hhat sich innComite von Bürgern gebisdet. um ii der Minute abfeuern anp wa, mit.Y initom und Allem
Sammlumgen zu einem Ehrengeschenkenfür Drave. Mühlfeld für z00 Kilogramm. F 1239 aPpe .x iiẽ
eine Haltung in der Eontordatsfrage zu veranstalten... .Inñ dem Doife Aus (Belgien) wurde dieser-Tage ein Pär⸗
peIn Paris isst bei den neuesten Straßenanlagen jetzt eine Jen getraut, wovon dr Bräutigam 83 Jahre zund, jein Madchen
zöchst zweckmäßige Abweichung don'der-bisher üblichen Baunrt 34 Jahre alt waren; 2 ———
ingeführt, wordeu, „Eine Verordnung der oberfteni Baibe. 7 Im dolnischemn uteeeme ereeg vor einigen
hörde schreibt dort ee porx, daß bei sämmtlichen Men— Wochen bei stattgehabter po izzaͤlicher Rachsuchung nach verdächtigen
hauten an den Eckhäufern' dieschärferr Kanten in Wegfall kommen. Docçumenten zwei Bücher fürr. Geldsämmlungen vorgefunden; in
Die Eceen müssen in Fufunft“ abgerundet werden. Dieß krägt däst eine waren 6000 RN. für Berezowski eingetragen. 5
vesentlich vazu bet/ den Verkehr u otlsbelebtzn, Straßen sowoht. F Das jchwedische Journal Aftonbladet“ sagt wortuich!“ „Un-
uür Fußgänger als auch für jede Art? von Fuhrmerk zu erleichtern ert Stadt (Stockholm) ist augenblicklich eine Einöde, denn alles,
ind gefahrloser zu machen. Jvas Leben und Geist hat, ist verreist, und wenn man jemanden
FeZu Agen (Departementen von Lot! und Waronnie)“ fänden. riffte so ist es entwedet ein Huide oder kin Pénnscher.“ Die
ich kürzlich zwei Damen im Bahnhofe ein, mit einem Ferkel an Hamburgers Wespen“! bemerken dazu:, i gehnen elso an, daß
zer Leine Sie forderten Reisebillets baten-Auch zugleich um die Erlaub⸗ ich neben Deutschen nur noch der Redadcut! dec nstftonbladet“ in
niß, das nette kleine Thier mitnehmen zu dürfen. Der Bahnhofverwal- Stockholm-aufhält. 8* qu ι
er ein gegnete daß dies Aur m einem Veyictosten Jeschesen kvnner7 Am 22 mnd2Oertob⸗ vnrden Hernosand· ¶ Schwe·
Aher das kleine Schweinchen war so nett, wie sollte man sich entschlie- den,, am 26 in Stockyolm prachtvolle Nordlichter beobachtet.

— 7
        <pb n="514" />
        tEineSchönheitsdus einem Harem in Kairo
fund Gelegenheit, einen jungen Deutschen zu sehen und verliebte
ich in ihn. Der Nordländer, davon in Kennmiß gesetzt, hatte
mit der Dame eine Zusammenkunft und die Liebschaft war fertig
Wenige Tage nachher fand man unfern des Hauses, wo die Zu—
ammenkünfie sich wiederholten, beide Liebende mit durchschnittenen
Halsen an dem Aste eines Olivenbaumes hängend. 4*
Frankfurt. Bei der am 22. October fortgesetzten Zieh—
ung der bten Classe 152er Siadtilotterie fielen auf folgende Num⸗
mern nachstehende Gewinne: Nr. 10912, 10704, 739, 18407,
8474, 22087, und 14984 jede 1000 fl., Nr. 15808 und 11692
jede 800 fl.
Ziehung vom 283. Oct. Nr. 9474 12,000 fl., Nr. 16189
0,006 fi., Rr. 3861 und 10539 jede 2000 fl., Nr. 8355, 24607
3371, 10959, und 11801 jede 1000 fl., Nr. 9427, 2038, 15809
17919,21283, 3936, 15655, 6207, und 12423 jede 800 fl.

Ziehung vom 24. Oct. Nr. 19723 2000 fl., Nr. 18118
813, 3864, 16799 und 11044 jede 1000 ft. Nr. 24101, 8020
und 2259 jede 300 fl. . —

—Ziehung vom 25. Oct.Nr. 18478, 20,000 fl. Nr. 9130,
1279 und 11806 jede“ 1000 ffi, Nr. 19814, 81664, 11884
ind 12207 jede 300 5I.

Ziehung vom 26. Oct. Nr. 6660 5000 fl. und 100,000 fl.
Prämie, Nr. 19351 2000 fl., Nr. 11002, 21304 18781 8961
15039, 21448, 12896, und 9888 jede -1006 fl., Nr. 828, 12709
und 8893 jede 300 fl.

Ziehung vom· 28. Oct. Rr.21687 1000 fl., Nr. 25369
350 fl. Prämie, Nr. 19682 600 fl. Prämie, Nr. 14818 1000 fl,
Brämie, Nr. 19784 2000 fl. Präͤmie, Nr. 16716 300 fl.
RPrämie.
Bekanntmachung.
Kirchweihmontag, den 11.5 No—
vember 1863..
Nachmittags24 Uhr.“
dahier bei Seifensieder Schmitt lassen die
Witiwe und Erben des dahier verlebten
Schuhmachermeisters Jakobh Mübler sen.
aoch folgende Grundstüde St.. Ingberter
Bannes der Untheilbarkeit halber in Eigen⸗
hum versteigern, nämlich:
886 R. Acker am Schaafkopf,
41 R. in der Aepfeltart
m 581 R. in den obersten Seyen
a RF alldee
40 R. aufm Gersibusch.
.. 120 R. in der Au
,783 R. Wies in den Potasch- oder
éhetehiehn—
Il, R. Wies in den Potaschwiefen
eανν:u Sorn, kgl. Notar.

ò——
Durch große und vortheil—
hafte Einkäufe, verkaufe von
heute an sämmtliche
Baumwollwaaren
NRlleiderstoffe,
Tuche und Bukskins,

Lama ꝛe.ꝛ..
zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
ESt. Ingbert den 30. October 1867. e ..

Vtue

——. …rççVr
Gleich darauf lassen die Erben der da—
hier verlebten Eheleute Michael Uhl Zim—
mermann in Eigenthum versteigern:

62 Dez. Acker aufm rothen Flur, durck

2 Ahnungen gehend. neben Georg Bleif

Georg Best und Anstößern.

87 Dec. Acker alda neben Erhardt Jo—

chum und Peter Ripplinger's Wittwe.

1. Tagw; 2. Dez. Acker dasebst, neben

Michael Paul und Peter Schwarz Berg⸗

mann. ....

42 Dez. Acker hinter Hobels neben Jo⸗

seph Stolz und Georg Betz.

36 Dez. Wies im Allment am Langen ⸗

stein neben Johann Schwarz und Joseph

Firmerd. J

28 Dez. Wies auf der Spick neber

neben Peter Müller sen. Wittib und Ni
colaus Wagner..
Gorn. kgl. Notar

Montag den 4. November
Jahrmarkt

in St. Ingbert.

Tuch und Buckskin, schwere Lama's.
Der Unterzeichnete empfiehlt sein Lager hierin und fühlt sich, um airrigen
Berüchten zu begegnen, veranlaßt bekannt zu machen, daß er nicht ausschließlich
im Großen, sondern auch im Detail verkauft c.—
Mein bedeutend vergrößertes Verkaufslokal, bietet eine schöne Auswabl
ind gute Waare, bei billigen Preiseen. J
— Zweibrücken im October 1867. ι —
ranz Lang, Tabricant.
Neben dem goldenen Hirsch. Gleich über der Brücke.
Neue nd ien 7l. 10 kr. Hafer
448 56 ir. Erbsen 5 fl. 28 — ir., Wicen
„Grüne Kerne“ en de anen suIs te hu
* 8 3. 22* fIl. fre, roh .— kr., pe
ind augekommen bei dFenter. Weisbrod 192 Kilogr., 22 poe
Frit Panzerbieter.“ dorunbtod 3 Kgr., 81 kr., dilio 2 Kgr,
—, —7— 21 kr., ditto LKgr. 10 kr., Gemischtbrod
Ausgezeichneter gar r Paut wec. nvcot
ß 2ukr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2
—XX Gimmel- Mial! I6kra Kalbfleisch 16 ir. Hammel⸗
2 7 leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
dinger WEin ßgfhd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter
4 8 I2 und IS kr. Butter 28 kr., per Pfund.
per Schoppen bei
h. Pmerich, jun.
drucht⸗, Brod⸗, —E— Preise der
S„tadt Zweibrücken vom 31. Oect ober.
Weizen 8 fl. 45 kr., Korn 6 fl. 48fr.
Berste 2reihige, — fl. — ir. Gerste —
weihige, 8 fl. 20 kr., Spelz 6 fl. 44 tr.
Spelzkern — fl. — kr. Dinlel 4 fit

ιÆ
—WVerloren!!
Ein Bündel mit Arbeits⸗-⸗Kleidungs⸗
stücken ist auf dem Wege von Haͤssel
nach St. Ingbert vergangene Nacht ver—
loren gegangeit; der ehrliche Finder wolle
denselben in der Exped. d. Bl. abgeben.

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 29. October.
Weizen 8 fl. I8 kr., Korn 6 fl. 85 kr.

-dpelzkern — fl. — tr, Spelz 5 fl.
4 tfre, Gerste 5 fl. 50 kr., Hafer 4 fl.
1 kr., Erbsen 5566. 6tr., Wicken 4 fl.
a tr., Linsen 5. fl. 3ukr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 29 kr.
3. Pfd. Gemischthrod 459 kr. und 2 Pf.
Weißbrod 15 kr.

1867er Most
ist angekommen bii
Mh. Emerich, jun.
— —
Peadattion, Druck und Verlag von F Demetz in A. Ingberten
        <pb n="515" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— — —— 4343 —P— 3 1336*
der „Set. In'g berter An zeiger“mit seinem: Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersstag
nud Samstag: .Abonnementsbpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
—2 2 Blaͤttschrijt ader deren Raum berechnet. Weze ea e Whrrle
Nro. 131. Samstag, den 2. November 7 4867.
— — ————— ——— ———— —— — —— — — — — — ö—— — —
e y — —
ιαιιν— b Deutschland. ινι!
—n München 80. Ockt. In der heutigen; Sitzung der? Abge—
ordnetenkammer verliest der Präsident 69 eingelaufene Danktelke⸗
gramme“und Adressen und macht die Mittheilung, daß ihm De—
nlationen aus neun“ Städten ebenfalls ihren Dauk für den Kam⸗
nerbeschluß in Betreff der Zollverträge ausgedrückt hiiben. Der
Referent Feustel beauträgt sodann Namens des combinirten: Ans⸗
chusses, die Abgeordnetenkammer möge dem Beschlusse der Reichs—
athskammer nicht beistimmeti / souteri auf der bedingungslosen Ge⸗
rehmigung des Jollvereinsvertrags behaxren, dabei aber die zu.
»ersichtliche Erwartung aussprechen, die Staatsregung werde dahin
virkenn, daß die, JZollvereinspräsidialmacht Preußen das ihr im
Art. VIII 8, 12 des. Zollvereinspertrages eingeräumte Einsprachs⸗
echt micht in einer den wirthichaftlichen Interessen Bayerus nach⸗
heiligen Weise, ausuüben werde. Der Fürst d. Hohenlohe bemerkt:
Die Staatsregierung hat gegen die Fassung des vom Ausschuß
zorgeschlagenen Wunsches um so weniger etwas zu erinnern, als
»ou Seite Preußens erklärt worden ist, von dem Rechte zum Wi⸗
derspruch gegen eine von seinen perbündeten Regierungen gewünschte
Abaͤnderung der gemeinschaftlichen Gesetzgebung, Verwaltuugsvor—
chriften und Einrichtungen jedenfalls nur, da Gebrauch machen
zu wollen, wo eine Abanderung nach seiner wohlerwogenen Ueber⸗
ugung das Gedeihen und die Einnahmen des Jollvereins ent⸗
shieden gefäüurden würde. Hierauf, wurde der Antrag, auf dem
rüheren Kammerbeschluß der bedingungslosen Benehmigung des
Jollvereins zu beharren mit 114 gegen 12 Stim nen und der
veiter vom Ausschuß beantragke Wunsch mit Majorität angenom⸗
nen. — Eine Sitzung der Kammer der Reichsrüthe findeterst
norgen Vormittag 11 Uhr stat.
Mittagk wegenwertig findet rine Sttzung des Reichs⸗
aths⸗Ausschusses statt und mn“4 Uhr foll eine Plänarsitzung der
steichsrathskammer stattfinden, falls bis dahin dien Berathungen
»es Ausschusses heendet sind. Wie es heißt, werde der Konig,
wenn die Bemühnngen, den Reichsrath zur unbedingten Aunahme
RB Jollvertrages zu: bewegen. erfolglos; bleiben jollten, den Ver—
rag dennoch ratificiren, 3286*
Muncheus 34. Ockt, 10 Uhr Vormittags. Man hält es
nicht mehr für zweifelhaft, daß die Reichsrathskammer den. Joll⸗
vertrag annehmen werdetn 33355
München, 31. Oct., Nachmittags 12 Uhr 30 Min. In
der heutigen Sitzung der Kammort der Reichsräthe beantragte der
Refetent d. Thüugen im Namen des combinirten Ausschusses:
—im Hiublick auf die einmüthige Forderung des Landes, auf
die Unmöglichkeit der Erlangung eines Veto, für Bahern und
auf die bei Verwerfung der Regierungsvorlagen drohende Kün⸗
digung des Zollvereins die unveränderte Annahume der
Zoͤllvereinsverträge und des in gestriger Sitzung der Abgeord⸗
netenkammer ausgesprochenen Wunsches zu beschließen. —
Dagegen. sprachen Irhr. v. Frankenslein und Fürst v. Lö—
wenstein; dafür Graf v. Pappenheim, Hr. v. Harleß und Frei⸗—
jerr v. IneRhein.Nach einer kurzen Aeußerung des Handels-
ministers v. Schloͤrr erfolgte in einer einzigen Abstimmung die
Annahmie der Verträge und des von der Abgeordnetenkammer
ausgesprochenen Wunsches mit 35 gege,n 13 Stimmen.
Mäünchen, 312 Oct., Nachmittags 1 Uhr. In der nach
dem Schluß der heutigen Sitzung der Reichsrathskanmer eröffne—
en Sitzimg der Abgeordnetenkammer wurde der Ge⸗
sammtbeschuß des Landtags über die Zollvereinsverträge, das
gesetz über Erhebung einer Abgabe von Salz und das Gesetz ůͤber
die Wahlen baherischer Abgeordneten zum deutschen Zollparlament
und der Wunsch bezüglich der Ausübung des preußischen Vetos
derlesen. Der Abg, Dr. Edel erklärte: In der gestrigen Sitz
ing habe er den Zollvereinsverträgen zugestimmt, weil er der For⸗
derung des Volkes in allen Ständen, und. Kreisen Rechnungzu
rragen sich verpflichtet fühtte. pe WM
Der Cultusminister v. Gresser legte hierauf einen den
Futwurf eines neuen Schulgesetzes vor.

Die von der, Abgeordnetenlammier, ausgesptochenen Wunsche
zezüglich der. allmäͤhligen Verringerung der Salzsteuer und. der
atasteuer sind in der Kammer der Reichsrälhe noch nicht zuix
zexathimg, und Beschlußfafsung gekommen. .5) ott i —
Dienstesnachrichten,:
Untkerit 23. Otkober'1. Is wurde die erlediate prolestantische
gFfärrstellee zu Breitfurt, Decanats Zweibrücken, dem Pfarramts⸗
randidateinn und dermaligen Pfarrverweser daselbst, Joseph Can⸗
idus von' Trippstadt,“ verliehen. “
Unmerm 25. d. M.“ wurde das Rectoral der politechnischen
zchule in München“ dem Professor des Ingenieurcurses dieser
luftalt, kgl Baurath Dr. K. M. Banernfeind, übertragen.
Unterm 28. Ock. l. Is. wurde der von dem Domcapitel
i Speyer vollzogenen' Ernennung des bischöflich geistlichen Rathes
Zriesters Dr. Dietrich Becker, Director Ddes bischöflichen Convictes
aselbst auf das durch Ableben des Kanonikus Spiehler und durch
aas sofort stattfindende Vorrücken der jüngeren Kanoniker in Er⸗
edigung gekommene achte Kanonikut in dem bischoflichen Capitel
u Speyer die allerhöchste Genehmigung ertheiltzn,
iterm. 25. wurde die katholische Pfarrei Kuppertsberg Bezirks-
amis Reustadt a /H., dem Priester Anton Heßler, Pfarrer in Eden⸗
toben, Bezirksamts Landau, übertragen,
und unterm 26. ds. Mtis. der Priester Christian Klein, der⸗
eitiger Verweser der kathol. Pfarrei in Edesheim. Bezirksamts
andau, von dem Antritt dieser ihm zugedachten Pfarrei enthoben
ind dieselbe dem Priester Franz Stadimüller, Pfarrer in Tripp⸗
adt, Begitzamts Kasserzlaäutern, übertragen.
Zufolge Regierungsbeschluß vom 29. Ock. 1867 wurde der
uterimistische Schulverweser Christian Blaufutz in Homburge zum
Schullehrer an der obern protest.“ deutschen Kitabenschille daselbst;
und zufolge Regierungsbeschluß am 30Oct. der Schulver⸗
veser Georg Wilhelm Maginot in Eppenbrmin · zum Lehrer an der
athol. Schule in Erfweiler, dann— der Schuldiensterspectant Isidor
ztockel aus Speyer zum Schulverweser der kathle Schule in Merz⸗
ilben, sämmtliche vom Iu. Novemberel. J. an, ernannt n
Sttutkgärt, BO. Oct.“ Sitzung der Abgtordnetenkammer.
Nachdem mit 53 gegen 37 Stinnnen beschlosfen worden,“dauß ein⸗
ache Stimmenmehrheit genüge, wird der Antrag der Commissions·
nehrheit, den Alliaunzvertrag abzulehnen, mit 388 gegen 82. Stinr⸗
nen vetworfen“; und'sodann mit gleicher Stimmenzahk der Vertrag
ohne Bedingung und Vorbehalt genehmigt. 32 σινιοι ι
Wiesbaden, Bo. Oct. Wie der —
ei. ist die Wahl des ⸗Dt. Braun in Wiesbaden agesichert. in Im
dheingan werden entweder Lade oder Wagener(beide matibnab
ideral) gewählt werden; vom Lande ist noch kein Refultat bekannt.
WBkerdlin, 30. Oct. Wie die „Bank und Handelsztge“ mel⸗
det, wird der Neichstagsabgeordnete Frht. v. Rothschild ins preu⸗
zische Herrenhaus berufen werden. — Nach der“, Nordd. Allgem.
zig.“ haben die nassauischen Vertrauensmänner völlige Verständigung
nite dem Minister v. Eulenburg erzielt. — Bezüglich der Haltung
Preußens in der italienischen Frage wird in hiesigen unterrichteten
kreisen widerholt, aufs bestimmtesie versichert, daß Preußen bis
etzt noch nicht die geringste Veranlassuag gebabt habe, sich in die⸗
er Beziehung zu engagiren, und daß Rachrichten, daß Preußen
ich gegen Ilalien erklärt habe, unbegründet seien. 62*
Berlhin, 80. Oct. Der „Staatsanzeiger“ publicirt das
Bundesgesez uͤber die Nationalität der Kauffahrteischiffe nebst Voll
ugsberordnung.
Boran 80. Det. Die Betheiligung, an den Wahlen
var hier heute geringer, als selbst die leicht extlärliche Ermüdung
er Wähler erwarten ließ. — Was Jtalanen belrifft, so herrscht
n den Telegrammen so viel Wirrwar, daß inan sich nicht ineyr
erausfinden kann. Preußens Haltung habe ich Ihnen genau
»räcisirt, und die Mittheilung der „Liberte!, wornach unser Bol⸗
hafter in Paris erklaͤrt haben soll, Preußen werde In chi inter⸗
niren, verdient keinen Glauben. Preußen innd Englande und
Kußland assen die Etistezzz des Kongreichs Ita ienz ninch tein
        <pb n="516" />
        Frage stellen und würden ein —D
Napoleos di h Krieg »begänme miter, dem Borwande Mdis
Zeptemberconvention An Respecrt zu setzeir und die Ehre zu wah—
ren, a Wirklichkejt aber um den Chauvins Beschäftigung zuge
zen. Die Eventüolität einer Einmischung Europas ritt aber so
ange nicht nahe, als das Chassepot sich uur mit Garibaldi's Vo—
zefflinten mißt. Wäre Victor Emanuet und sein Cabinet minder
wankelmüthig,- so könnte schon heute manche Eventualität in den
Bereich der vffentlichen Besprechung gezogen werden. Geraude diese
Wankelmüthigkeit fordert aber die Mächte zu doppelter Vorsicht
auf. Man meint hier, daß die Frage wegen“ der „weltlichen“
Macht des Papstes im Princip entschieden ist — zu Ungunsten
des heillgen Vaters. ——66
Wirune 28. Ort. Po stverhandbungen. Am den
in Berlin grefegan Verhandlungen über neue Erleichtrrungen!
m Postverkehr, isisbesbndere über eine weitere: Herabsetzug des
Briefporto, betheiligt sich auch Oesterreich; es befindote sich schon
reit einiger Zeit der Oberpostrath Pilhal mit: dieser Missionmrbe—
eraut in Berlin. Er ist, wie wir hören, beauftragt,“auf die wei⸗—
test gehenden Neductionen-des Briefporis einzugehen.

inietDas Wiener: Tagbl,“n von heute meldet, daß die öster⸗
eichischet Kirchenfürsteneine zwaite Adresse an den Kaiser
gerichtet Haben, worin dieselben dieBestimmungen des Concordats
mnit Bezug auf den Einfluß der Kirche quf die Schule vertheidigen.
en, 8303 Och. Sämmtliche hiesige Blätten, erkennen, ber
Besprechung der beim Pariser Bankett gewechselten Kaiser-Toaste,
m, daß die Pariser Monarchenzusammenkunft eine größere poli—
ische Bedeutung erlangen könne, und acceptiren das im Toast des
osterreichischen Kaisers ausgesprochene gute Einvernehmen zwischen
Defterreich und Frankreich. — Die „Reue fr. Presse“ hört, daß
Barone v. Beust am Freitag nach London gehen und der Kaiser
pon Oesterreich am: Montag Compiegne-derlassen werde,
P e sthꝛn Geoͤrg Klapkasistim Illava (UAngarn) zum Land;
tagsdeputirten gewählt worden.n In einem Dankschreiben an seine
Wahler bestütigt er daß er⸗auf dem- Boden der Ausgleichspolitik
stehe. unu —I —

ve 34 Frankreich αα
* Pabi 5 29 Oct. Die „Opinione nationgle““ hebt her,
vor. daß in der, Soiree zu St. Cloud am letztent Donnerstag
daiser Franz Joseph selber den Fürften Sapiehn dein Kaiser Ra—
voleon vorgestellt habe, Das Blatt möchte, gerne hoffen, daß dies
eine gute, Vorbedeutung für Polen sein werde, uud legt es Hru!
d. Beust sehr an's Herz, zu bedenken, daß die Zukunft des Kai—
serxeichs einzig und allein 'auf der Vereinigung der dreifachen
strane von Hesterreich, Ungarn und Polen beruhe.
Paris, 30. Oct.“ Der Kaiser Franz Joseph hate gestern
ʒei seinem hiesigen Gesandten gespeist und heute Vormitttag die
Augstellung besucht. ,,

Paris, 30. Oct., Vorgestern (Montag) Abend ist die fran⸗
zösische Flotte in Sicht von Civita⸗Vecchia gekommen. Der Mo—
uiteur“ sagt: AJetzt, wo die französische Fahne zu Civita⸗Vecchia
veht und die französischen Truppen sich den revolutivnären Ban⸗
»en, welche die päpstlichen Staateu überzogen haben, gegenüber be⸗
finden, ist es fast überflüssig zu bemerken, daß jede Coxrespondenz
nit den Banden oder ihren Führern. jede Exrmuthigung oder Un—
erftützuug, die ihnen gegeben würde, sei es auf dem Wege von
Subscripitionen odex anderweitig, eine Handlung wäre, welche so⸗
wohl. den Bestimmungen der Strafgesetze als auch den Gefühlen
der Loynlität und der Ergebenheit für das Vaterland zuwiderläuft.
Die Regierung rechnet auf den Patriotismus aller Organe der
Presse, welche Meinung sie auch vertheidigen mögen, und hofft, daß
es nicht nöthig sein werde, die Strenge des Gesetzes in Anwen⸗
dung zu bringen. ννα. 0
Au Pea ri 8 31 Oct. Per Morgen⸗Moniteur“ hat keine
neuere Nachrichten aus Italiett, namentlich nicht aus Rom. Er weiß
nur, daß die Päpstlichen außerhalb Roms in Folge des Garibaldi'schen
Marsches gegen die Ewige Stadt sich roncentriren, um bei deren
Bertheidigung mitzuwirken. — Außerdem dringt das amtliche Blatt
eine Note, aus welcher hervorgehen soll, daß die französische Re—
gierung wirklich die Absicht habe, die römische Frags: dor ein euro⸗
päisches· Schiedsgericht zu briten.
— Der Temps glaubt zu wissen, daß bis wei Uhr Mach⸗
mittags die Nuntiatur keine neuen Nachrichten aus Rom erhalten
habe. Der Temps fügt hinzu⸗ daß rin Einverständnißegetroffen
ader boch nahezu getroffen sei zwischen Frankreich, Oesterreich,
Spanien, Portugal, Belgien und Bayern wegen der Angelegen«
heiten von Rom. Diese Mächte hätten sich vorkommenden Falles
u einer gemischten Occupation- von Rom dereit erklärt.“Der
Ir— weiß nicht, ob dieses Project der von »Moustier vorge—

Blagenen Conferenz unterbreitet werden, oder ob dasselbe itt Re—
serde gehalten wird für den Fall, daß die Conferenz nicht zur

ztdude komme. * Pomarmora ist Atsen Morgen dn dorig ange.
onmeh. —
Paruͤs, 81. Oct. Die „VPatrie“ bringt itk Erfaͤhrung,
ʒaß auf. telegraphischem Wege vin Jrotest der afranzösischen Regie
eung gegen die Beschlüsie der italienischen Regierung nach Floren
ibgegangen.

Die „pPatrie“ sprach von dem Gerücht, daß der italienischt
VHesandte seine Pässe erhalten habe, und daß der französische Ge—
andte die seinigen von der Regierung des Königs Victor Emanuel
erhielt, fügt aber hinzu; daß sie dasselbe nicht für begründet halte.
—Toulonu, 80. Oct. Die Brigade Bataille ist angekom—
nen und zur Abfahrt fertig; neue Transporte von Truppen und
driegsmoteriul treffen stets noch ein. 173 —
Florenz; 29. Oct. Es fhlen Aalle Nachrichten über du
Bewegungen der Garibaldianer. — Die französische Flotte ist, vor
Sivita-Vecchia eingetroffeünmIn Florenz ist es fortwährend ru—
igznndie Kundgebungenein Tuur in. Neabel ⁊c. waren vhn⸗
Zedeutung (h.

SFloren z, 80. Ort. Abends Die anmtliche Zeituug, mel
et, daß der König Victor Emguuel nunmehr den Befehl gegehen
zat, daß die italienischen Truppen in den Kirchenstaat inmar
chiren. Dieselben besetzensoforte CivitasCastellung, VOrte, Acquq
vendente und Frosinone. DV———
NMuußland. ur —

Am 27. Ock. hat im kaiserlichen Winkerpulais zu Peters
Zurg die feierliche Vermählung der Großfürstin Olga Konstan—
inowna und des Königs' der Helenen Georgios I. stattgefunden
Am 28. Oct. hat dann im Nicolaisaale des Winterpalais das
dochzeitsbankett stattgefunden und sind dabei drei Toaste lauf das
kaiserpaat, auf die Neudermählten und guf das dänmische sRönigs⸗
»nar) mit je 51 Kanonenschüssen und drei weitere Toaste (auf die
xẽitern der Braut, auf' das ganze taiserliche Haus imd auf“ die
vweistlichteit wie auf alle getreuen Unterthanen) mit je 31 Kano⸗
ienschüssen ausgebracht worden. Am 29. Oct.“ follte datin großt
Hratntationscour sein: 4K. I 9 ” I
.Aus Rumänien wird wieder einmal eine Judenhetze signali—
irtIn' den Kreisen von Gatacz und Corvlane sind 192 Famt—-
ienvaͤfer mit ihren Frauen und 283 Kindertnuf Vefehl des Pra
rcten us ihren Wohnungeht vertrieben. 6

3 J * Amerika. *5*
NMewe York, 27. Ocheee Aus Mexico wird gemeldet, daß
Juarrz zum Präsidenten zuiedergewählt wordet ist. Santa Anug
st verbannt worden.

Veirem sirssch tes.

pgweibrüchen, 2d. Oct. Die Generalversammlimg der
Actienbrauerei, Tivoli“ hat heute beschlossen, aus dem Betriebs—
Werschusse des verflossenen Sudjahres 400 an die Actionäre zu
vertheilen, nachdem 5670 fl. 21 kr. den Statuten gemaß für Ab—
chreibungen verrechnet worden. Der ganze Gewinn beträgt pro
866/67 12,813 fl. 10 kr. — ein Resultat, das zwar im All-
Jemeinen nicht sehr befriedigte, indeß gegenüber den hohen Ger—
ten, und Hopfenpreisen nicht ganz ungünstig genannt werden
onnte. ——

F In Hambach hat am 25. Oect. Abends der Winzerssohn
Nartin Pelger seinen e genen Vater im Streite durch einen Schlag
nuf den Kopf mit einem Stiefelzieher so schwer verwundet, daß
»x am 38, Oct. starb. *

Mainzz 25. Oct.“ In letzter Zeit passirten mehrere
kisenbahnwagen hier durch, welche Bier aus der berühmten Dreh—
r'schen Brauerei in Wien geladen hatten. Bekanntlich hat dieses
ktablissement sich auf der Pariser Ausstellung eine große Beliebt⸗
jeit zu verschaffen gewußt. Die Fässer, in welchen die erwähn⸗
en Bierversendungen geschehen, sind mit Eis umgeben und dieses
elbst wieder in den aee fest verpackt, sa daß das Bier voll⸗
omnmen kühl und frisch bleibt. Die Bier⸗Trausporte gehen, dem
Vernehmen nach, nach Paris und anderen größeten fränzösischen
Städten. 5
7 Ein Betrug. Ein Düsseldorfer Bürger versicherte nach
einer Mittheilung derDüsseldorfer Zeitimg“ im Juni d.-Jcrhei
der „Thuriugia“ seine Ehefrau, und murde dieselbe/ nachdem der
Arzt der Gesellschaft ihren Gefundheitszustand erhoben hatte, aufge⸗
iommen. Als vor Kurzem die Frau starb, erklärte der Arzt, der
dieselbe auf dem Todesbette gesehen hatte, daß ihm eine öondere
Person vorgeführt worden sei. Der frühere Agent der Gesellschaft
ui Diisseldorf, Nameus M., dem dieser: Betrug zur“ Last gelegt
vird, wurde am letzten Donnerstag Morgen todt in seiner Woh—
nung nuf dem Sopha gefunden. — —

fGeorg Herwegh, jetzt in Baden-Baden wohnend; hat
nuch“ Mittheilungen nin Freunde, einen Vand neuer Gedichte druck
hereit liegen * ete
        <pb n="517" />
        Sicherem Vernehmen mach jsst in der Nähe !doig Speren⸗ dvon Cabanel mit einem rohen Ei beworfen, und dieses fiel auf
herg — im Kreise Leltow,? unweir Zossen, — Wo sich bekannt⸗ die Stelle, wo das Auge ist. Das Individuum wurdre“ sogleich
ach eint Gypssteinhruchr beftndet. Sbei Bohrungen. die auf Anord- berhaftet und joll aussagen, es sei durch eine unwiderstehliche Au⸗
imng des Handels-Ministers Grafen Izenplitz vorgenommen wur ispathie gegen die Malerei des Herrn Cabanel zu diesem Acte
den; Steinsalze gefunden worden.t Nan stieß ber 2831 Fuß Tiefe getrieben worden. —
juf ein Steinsalzlager, welches sich schon 23 Fuß machtig aus⸗ . In der Indeh. belge“ begegnen wir, ohne nähere An⸗
gewiesen hat, ohne jedoch durchbohrt zu sein. Die Entdeckung die- abe des Ortes und des Tages, der Nachricht, daß die Gräfin
ses Salzlagers ist von großer Wichtigkeit, da Sperenberg nur etwa Danner, Wittwe des verstorbenen Koönigs Friedrich VII. von
z. Meilen don Berun entfernt ist, wodurch sich die Transportkoe dänemark gestorben sei. Dieselbe, eine geborne. Rasmussen, war
sten für das Salz billiger, als, wie Staßfurt stellen 8 eig, aus 1814 geboren und seit dem —
zerdem soll das Salz dem staßfurtef aa Gute vorz 8 Fein; morganntischer Ehe angetrgut, sim Tage ihrer Vermählung wurde
uind liegt in viel geringerer Tiefenen , ie zur Gräfin Danntr ernanunt. Seitdem sie Wittwe gemorden,

In Rumbarx.g (Böhmen) hat am 20. d. Mts, ein Weber sebte sie in Paris. u e n n
in einem Anfalle von Irrsimte mit einem⸗Rasirmesser stich“ eine Schon strenger Winm der. Ajis allen Gegenden der Schweiz
große Wunde in den Unierleib beigebracht und hierauf einer Theil laufen betrübende Rachrichten über * frühzestigen EKintritt des
her' aus der Wunde hervorgequollenen Gedärme abgerissen“ Unter trengen Winters ein. In Chaur⸗ dez Fonds joll der Schuee einen
Froßen Qualen verschied der Unglücliche drei Stunden nach dieser Fuß vog begne In der Bundesstadt selbst sthherte“ es. schon
gräßlichen That. einigemal⸗nAlle Berge rings uin. Genf sind mijt Schnee, bedeckt.
xEin schreckliches Kidsenbahn-⸗Unglück hat sich auf der Aus dem St. Gallener Oberland, aus Unterwalden und anderen
französischen Rorbbahn zugetragen; der von Colais kommende Er⸗ Vegenden des Hochgebirges wird von eiugeschneiten Heerden und
hreß zug verieih am S7. ctbre Früh 7 Uhr zwisches Gouesse und Semmen gemeldet, denen der Küczug zu Thal abgeschnitten war.
Pierrefitie aus den Schienen; die erste Depesche gibt die Zahl der Iu Obwalden schueiten 6 Hirten init ihren Heerden auf der. Alpe
Getodteten und Verwundeten auf, ziugeführ 80 an..Das Hosbital: Tannen- am⸗ G.« October völlig ein. Der Schuee war 5 Fuß hoch.
daribbjsidre hat sofort Aerzte, Tragbahren, Verbände zu., s. w. Am 7.'October eilten ihnen 8andere starke, Manner zu Hulfe;
mittelst Extrazuges abgeschickt. ee diszzuun zNachmittage des 8. war noch keine Kunde keingelaufen,
Am 27. Sah. wurde in der allgemeinen Ausstellung das. hu- weder poin den einen nach den andern Neuere Nachrichten fehlen
der franzhfischen Galerie aufgestellte Vortrait des Kaisers Dapoleon!und die Besoraniß eines Unglücks war allaemein.
Mobilienz Versteigerung.
Montag, den 30. Deeember 1867,
des Vormutags um 9. Uhr zu St. Ing—
berter Grube, auf Schnapphbach genannt,
in seiner Behausung, läßt Beruhard
Weyand, Zechenschmied daselbst, wegen
Wohnsitzveränderung seine sämmtlichen Hto—
biliargegenstuͤnde auf Zahlungstermin öffent⸗
lich versteigern nud zwar? 1 Pferd, 1 Kuh,
2 vollständige Wagen mit Zugehör, 2 Pflüge,
2 Eggen, 3 Ambose, 1 Blasbalg, Bohr⸗
maschine, Quintbohrer verschiedener Art,
and sonstige /zur Schlosserer gehoörige Werk⸗
zeuge in großer Auswähl, sodann J Klei⸗—
derschrank, 1 Küchenschrank, 3 voaständige
Beiten mit Bettladen, mehrere Tische und
—A
Gegenstände. 2.
Born, lal. Notar.
Haus-⸗ und
Güterversteigerung.
Kirchweihmontag den 11. Nov.
. 1867,
des Nachmittags 2 Uhr
zu St. Ingbert in der Behausung des
SeifensiedersHeinrich Schmitt, lassen
Jakob Leichner- pensionirter Bergmann
n St. Ingbert wohnhaft und seine Kinder
ihre sämmtlichen Liegenschaften St. Ing—
berter Bannes in Eigenthum versteigern,
nämlich:“ I
I) 'ein zu St. Ingbert auf der vor—
deren Hobelsahnung gelegenes Wohn—
haus mit Hofraum Garten⸗, und
Ackerland, veben Gemeindeweg und
Jatkob Müllers Wittib; pom Gar⸗
en- und Ackerland werden 2 Haus⸗
plätze allein versteigernen
63 Dez. Acker jn der langen Ah—
nung auf'm' rothen Flur, neben
Andreaus Nau und Witiwe Becker
83) 47 Dez. Acker im Rodt neben, Men⸗
del Beer jun. und Ludwig Veer.
Horn, kgl. Notar.
Gleich nach dieser Versteigerung lassen
die Wittwe und Kinder des dahier ver⸗
sebten Zimmermannes Jobann Uhl,
hre sammtlichen Liegenschaften hiesigen
Bannes in Eigenthum versteigern als: 1

Durch große und, vortheil—
haäafte Einkqufe, perkaufe von
—A
Kleiderstoffe⸗·
Tuche und Bukskins,
Lama r2e. 2e..

un t
⸗

127

3

J— 22

d rt —
zu bedeutend herabgesezten Preisen.
ESt gIugbert, den 830. October 1863.
——— —

i) ein zu St. Ingbert in der, Gasse
gelegenes Wohnhaus mit Stall, Hof⸗
und Pflanzgarten nebst Ackerland
neben Polizeidiener Harth u. Wittwe
Hager.

An Ackerland:

2)154 Ruth. in der Mäusbach, neben

Wolf Kahn.

83) 60 Muth. in der langen Ahnung in
dem Rischbach neben Joh. Joseph
Peters und Witib Betß. *
40 Ruth, in den obersten Seyen,
neben Witw Daubhäufer und Peter
Audreas. *.
Morgen in der ersten Pfuhlwieser
Ahnung oder Gerstbusch, neben Peter
Utz! und Weg. en ren
40 Ruth. in den Kastler Rödern
neben Peter Schmitt und Peter Uhl.
54 Ruth! in den einspännigen Rö—
dern, neben Witw,Hellenthal und
Job. Hellenthal. —

31 67 Ruͤth. auf Hobels, neben Hen⸗

rich Spengler und Witw. Uhl.

N65 Ruth. allda, neben Joseph Uhl

und Georg Jung. —ννα

Oy 84 Ruth. in der Dreisvig,- neben

Witw. Heinrich und Andreas“ Frir⸗
Ihdrich n

end AuerWie sen?a
11) 44 Ruth.n in den Bruchrechwiesen,
neben Johann Joseph Peters und
Petex Schmitt Puddler.
2860 KLuth.« in der Wollbach, neben
Witw. Klein uͤnd Pfarrwitthum.
28 Ruth. allda neben Peter Redel
nud, Witw. Bosche
72 Ruth. in den Potaschwiesen am
Eichertebruch, neben Jaklob Müllers
Erben und Valentin Wagner.
105 Ruth. früher Wiese jetzt Acker—
land in den Seyenwiesen, neben
Johann Adam Feichtner und Pfart⸗
witthum. —
Gorn. lgl. Notar.
—— ——— — — —
Bekanntmachung.
Kirchweihmvntag, den 11. No⸗
.4 —bers 1867,
Nachmittags 24 Uhr,
ahier bei Seifensieder Schmitt lassen die
Wittwe und Erben des dahier verlebten
Schuhmacherweisters! Jakob Müller sen.
noch folgende Grundstücke St. Inghberter
Zannes der Untheilbarkeit halber in Eigen⸗
bum versteigerm, nämlich:
86 Re Acker am Schaafkopf,
... AL R. in der Aepieltart,

19

.
1,13)
—
17
        <pb n="518" />
        — 7* F — * 1 “ 1 S 8
tin 13138 R. Aim den oberstenSeyen ⸗ —F »Mein vollständiges Lager in — —
tuÇ.) alldas — * a * 30 *4 14
333 n Porzellau, Steingut und Hohlglas
J 75 R. Wies in den Potasch- oder hringe n fürn dien bevorstehende Kirchweihe in empfehlende
.1233 Eichertswieien. 3*TA. J
du vee ren Boleschpiesen Frinnerung. Jos Frerv.
a e e Horn, kgle Notat. utne i —— gansi 08. I17 Y. —*
Gleich darauf“ lassen vie Erbender duee ννιν»,. l- —Froqgo —
Gleich darauf lassen die ien dn da⸗ 42)] 74 „Marf t e·A n 3 eC. ug e. F 27.7 2
7 — Msch 24 — *24 7* 1 — 9 —— 5* —9 .7
d een en —383 7 Hiermit die ergebenste Anzeige, daß wir mit unsrem großen: .5 5
n J i 1 —5 22 J —“—7
2 er aufm rohenFhut h — Herrenlleder-Le⏑r
nie e ee Weeg Veh e e 7 —
Georg Beft kind Anstoßern. —353763 so wer ixs auch dorte das Vertrauen durch gute Aund, billige Wagre
8oe 8Wie berall.nso werden wirs auch,
87 Dec. Acker alda neben Erhardt. Jo⸗ un rechtjertigen jnuchen. νι ι,
chuin und Peter Ribplinger's Wittiwe.“ n rechngerngen nhen. ιι äα — ——
—AA— AgItweibrücken im November 1867. . —
L. Zagw. 2 Dez. Acker dasebst,“ nehen ii 4 2J ν— . sur . Getzret Groß r
uharl Paut aud Petet Schwutj Betg Getzr Grotß
mann.“ r 2 J— 9 ——— ä ——— 7 — — J
— uander Vn Pfälz. Eisenbahnen.
p Eißlz 386Geßp —* — 74 .I e —W —4 J 42 1 —
e e e — J Fahrplau vom L. Noveniber 1867.
78 78 8545 8 dJ 5 ph peß Pfui lrer —VV—— Albraann ahbdein St. Ingbertenach
neben Johann Schwarz nn Hosept ννα Lνα, Ssch wia rgue nade ruνν ινι
Firmeryhy. D— 34 4 —— J Von St. Ingbert.
28 Dez·“ Wies nuf der“ Spick neben — —— J Mrgs; Mtgs. . Nnitgs,), Abds.xbds.
* üller ·ven. Wittib iumnd NienImi hy un rιR αα αα ν ,,,
neben Peter Müller ven. Wittib und? * —7
— — —— Rrinia NVuru men tira ler S—reα Bon Huffek.
colaus Wagner 3 ö ν gu8
—XX J — voh Is——
.. αιανα
tromen Bon Blieslajtel-Lautztirchen
*archellen, F L a1 5 ce 5 45 2816
43 15 Von Bierhach.
J —5 bes Va⸗ Iινιο 4 Ü s 26
ep e Anlkunft. in Schwatzenaclothen
4 agheben Znnennch I egr an Sgpetxengennaee
hbee 5 Rum—-Araq —Abgang'von Schwarzenacker nach
Cognae— est Angbertenitn
sver — Fafel— Von —— niee
*3 — Mrgs. Vmttgs.. Rmitgs. Abds:Abds.
alle Sorten Suppen? ag — 4 3 638 38 6
md Gewürze, — Ca; 5 Von Bierbachh·
Cigarrene-Tabakée 711 13
149*4 —D2 7 :. Bon Vlieskastel⸗Laußkirchen.
igarehte 8alon- 10.8
2reg ete ringt zur ben * von Whe
orstehendenꝰ hirchweihe in empfehl. 747 10 27 A 7 J—
Jri ß νν Bon Hassettet Fiit unlu
rinnermz⸗ A ö US lra
Ankunft in St. Ingbertenn
eglO nh —2 7 30 10 460
Abgarrg — — rilkken nach Homburg
MNrgs. Mrags Migs:. Mitgs. Rmigs. Abds Atde
135 *46 ————
Abgang K9j oͤmburg ach ZJweibrücken
6 30 79 3— * dyo an 30 987
Ahgoaung ·pnir, YHombuerq sizuder Kichten
—B——————
—A — 9. T 241 —I 53
Rbaand ß —D * — Isege ad
nach Saarbrücken):
6— 645 ö —348 93
— —
drucht⸗ Brod⸗, Preise der
Stadt Homburg. pon z0e c
Weizen ga. Wire on
?pelz õ I. 49 kr., Gerste. — Z2reihige, — sI.
⸗ake Mijchfrucht jl. — tr., Hafer
fl. zo kr., Erbsen3 fl.“ 30 ir.Kartof⸗
eln 1il. 16 — ——
0 tx. ditto2 Agr. 20 sr., ditio J Kgr.
Otr., Kühfleisch 15 Eual. IG6 tr., 2. Onal.
ttr. Kalbfleisch ICh kr., Hammelfleisch
6 kr. Schweiuefleisch 18 kr., Butter 27 kr.
er Psd.

Sorn.“lei. otar
isgezeichneter
— 846 —5
dimger Wein
8, 12, und AIS r.
J— i
per Schoppen bei
————
Tanz Unterrichtl!!
Einem wohllöblichen Publifkum dig Frge—
enste Anzeige, daß nach der Kirchweih der
weite / Cursus beginnte Die v77 und
Damer, die“ sich Paber 0 betheifigen wiin⸗
chen, werden gebeten die Alpmeldungt
hdei dem —R— s —
machen ·zu wollen, woselbst ich einen Liste
zum Einzeichnen offen pu In — ———
— — —
Achtungsvoll
Ft Qo In n mãu⸗ Tanzlehrer
wohnhaft bei Herrn Franz Weißgerber.
2 —
Anzeige. ge
Ich bringe desn perehrlichen Publikum
ur Rachricht, daß ich“ heute, in meinem
hause dahier eine Schenkwirthschaft
eröffnet habe. Zugleich verbinde' ich die
Mittheilung, daß ich mich mit dem Beiriebe
des Schreinerr Gewerbes auf eigene Rech—
aung etablirt habe, und indem ich aͤlle in
dieses Fach einschlagenden Aufträge auf
das tadelloseste auszuführeit bemüht sein
werde, sichere ich Feelle und billige Bedie—
dienung zu, und Pitte um geneigten Zu⸗
pruch
Et. Ingheng denaa Ropanber Ishd
C—
ESchreinermeifter.
—E —αι ααο
—2 ——
—D——— 7TerMost *
ist angekommei bel
Rh. Emerich, jun⸗

Unterzeichneter hat eine Aus⸗
wahl in siuder und Frauen⸗
Ze gen aller Art, schon und solid ge—
rbeitet, zu bisligen Preisen zu pertaufen.
ov ESchmelzer, Schuhmacher.
Unterzeichneter
mpfiehlt sich als —
—8 * 2 * * .
Taglöhner zum reinigen de Frant urter Borse.
Dunggruben und Aborte. vonn 81. Hctober 1837.
ee Pet. Kinds 9 Zreußische Kafsenscheine 1148.-451
7 * . Kindovater, Zreußische Friedrichsdor 9 382-509
Nb wohnhaft beie Wiktwe Beher distoien -4
ü — —doellandische 10 fh.Stulcketunnn 353
Jakob Wack, Schreinermeister dae duccien3333
ier, hat eine Parthie ie seudunger, granes-Stule92αον
o wie guch circan B WagetzurosßAguten uglische Sounereiigt 37
delddi p — Zold pet Zolffund fein“ 1
Feddunger Petanfeue Yochhaltiges · Silber her Follpfund 28—
Et: Jugberb/ den⸗ A. Rovenber 1667.1 dollaxs i e te ααα:,
Redaktion/ Druck und Verlaa von F. X. Demek in St. Ingbertete azere t n

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Der 8Imna perter An zeisg Ar“niit Jeintenh Unterhalnungsblatle erscheint: wizcheirtlich breumatnn Der uwt ag u D omaitaꝝ turꝗ
— ämatug Abonne ments hreis vierteljührig 456. Krzr. oder 18 Silbergr Anzeigen werden ait Zu Arzr.die odreispaltigero geibe
J Vιy ιασαιιαN Aatischrift voder dereliu aum berechuetnnc n9 —00
— —— — —— — — ——— π ——α[α v w d
Nro. 132. n e Dienstktaag, den 8. Novenber s nan Uau 230 Ineun 1867.
F — J . 24 ι 9 J — ault —X
e Deutschland. 3 ente wchehen zaglich: hunderte vom Deftamationen inroden
ikrn'enj. Rov, Unmittelbax ach dein zustimemenden Augen det hoben Vorgesetzten /nnd mamhchweigt h Es wivs·nirj
Beschluß der Kawmer der Reichsräthe wurde die Igl. baher, Ge die hänfigen itterschleifennuin den Monturmagngzimen Mingewiesen
andischaft in Berlin telegraphisch deauftragt, der igt. preußijchen md man behaupiet, daß manche Commandanten ihren Kuͤchenbe⸗
Regicrung imitzintheilen. daß der Zollvertrag pom 8 Jull d. Is durf an Thee! Zucheb Naffee xc. aus den Apotheben der Wilitar⸗
auficict sen Die von Sre Raj dem Honige atecze chuete Roti- pitüler beziehen nLeider ist micht vlsin der Milttvverwattung
icalionzurkunde ging in k* Ausfextigungen, von weichen kinc für och Vieles faub it Desterreich in Prag wurdennudieser Tage
preußen Ramenß deg dorddeuischen Zundeg, die uübrigen fut Wurt dieder bin Oberfinanzrath und ein Finanzsectetar in Untersuchuug
emberg. Baden und Hessen ——— Bern ab 9D jenommen, weil sie eine große Steuerdefrautation⸗wertnfcht haden
zunmehr auch in Würtiemberg die Genehmigung des Berkragser⸗ dollen. 333 . Af unn
polgt ist, so ist die Erbaltung des Zollverein3. uf 10 Jahre bis— Die Ptesse“ schreibtr Uns giltedie Frage ves werntcheu
altimo December. 1877 defnitig gesichert. Die Rachricht. dez LBesitzthums der Kicche wicht um' ein Haar bedeutender;als dvie
Temps“, es sei be üglich Roms? ein inveritetmen erzieln odei Angelegenheit · der entthronten kleinen Fürsten und: des mrutecbirlen
henigiens nahe daran zu Stande zu Jommen, zwischen Frankreich dbnigreichs Neapel. Frunlkreich mag es mit sich selbst und den
Desterreich, Spanien, ee und Bahern, ist, was Zeboten der Vogik abmachen wenn es zwischendemn Baribaldi
Bayern betriffi, vollständig Unhegründet. ’eir oe ver in Reapel abs Triumphator einzog und zwischen dem Gari⸗
Müunchen, J. Nov.! Gefiern empfiag ver König in langer aldin der nun zum dritten Male vor den Mauern⸗. Romsnsteht
Audienz die Ministet des Innern und des Cultus. um fich im det einen grundsätzlichen Unterschied zieht. Wir finden einenn solhen
auefuhclichsten Weise Vericht arstatten zu lasson iüber den Stand Unterschied wahrlich nicht heraus und whuürden ·es. für eine ho chs
der Socialgesetzgebung Lund über das borgelegte Schulgesetz. Die⸗ anglückliche Politik hallen,/ wenn —
— gedition, überhaupt der thmischen Frage gegenüber ceine andere abe
pfangen. Die hier anwesenden Tyroler haben eine Da adrefie ein zinvartende Politik bedbachtetern4 ud
n dan Magistrat von Botzen fur: dessen Bestrebungen gegennedas Bu. n 31Dci Es ujt authentisch daß det Kaiser Z um
Foncordal bgefandt. — Der Augsburger Bürgerverein. sendet Josebhh morgennach Lompiegne geht? Seine Ankunst: an Wien
deu Wiener Gemeiderath in?verselben Angelegenheit eine Anerlen tfolgiumm7. November; ein Besuch in Stungarttnist Richer nan
igsadressee darlsruhe uud München wahrscheinlich.u Von —X
ü nchen. L. Nov.⸗n In: seinem Referat über die Staats Berlin it keine Rede,auch keine Einladung erfolgt. Hexr v⸗ Beußt
rechnungsnachweise für 1861/68 beinerkt der Reichsrath Prinz Lud⸗ zeht nach VLondon, er trifftmit dem Kaiser erst in München wie⸗
wig u. Al daß er den auf die Ausdehuung des: Malzaufschlags zer zusammen, S, 9
huf die Pfatg gerichteten Antrag (der iudessen- die Gestalteines — Cormons, d. Novb. Oesterteichisches Telegraphenibureau
Gesehezentwurfes angenommen hat) für gerechtfertigt erkenne, weil in der italienischen Grenze, für den Verkehr Italien und. Oester
darin nur die Ausubung voller Gerechtigkeit-den anderen Proe rich, was das Vudwigshafener Bureau für den Verlkehr zwischen
pinzen gegenüber sieht. indem der bisher. hon der Pfalz fürr Be⸗ dem jenseitigen Bayern und dem westlichen Europa.) Aus⸗ zuver⸗
reiung vom Malzaufschlag geleistete Steuerbeischlag von 100.000 fi. laässiger Quelle perloutet, daß heute ein franzosisches Regiment
ei Weitem nicht dem muthmaßlichen, Ertragnisjse des Malzauf- on dem in Civita; Vecchia gelandeten; Expeditionscorvs in Rom
chlags in der: Pfalz entspreche e ——54 —
— bur g (Sibenbürgen,.) 27. Oct. Kohsuthes zwwei
gestern Abendeglüclich in Nizza angekommen. I er Sohn ist mit Stimmenmehrheit zum. Reichstagsdeputirten ge—
uahehien vahlt worden.
—46 diend esnachrich en.“ 33
Seine Majestãt dex Konig haben Sich hewogen gefunden
den Siaalxhroturatote am, Vezirtsgerichte ¶ Zweibrũcken, Karl Theo⸗
dor Zintgtaß, zum Ralh. am Appellationsgerichte der Pfalz zu ex⸗—
nennen. ezetrerr5 7*11062 ele 2 . —4
n at gichchet vete gdrlgehab an.wic.. Iulranad.an Vaprgen
Jefuuden, die erledigte — detß Generalstaatsprokurätors ant
Cassationshofe. für die Pfalz dem Oberapellalionsaerichtsrathe Karl
Damui zu üͤbertragen · — he ih en Mh&amp;
* Zufolge Regierungsbeschlug vom 81. — 1867 wurde
der Schulichret. Friedrich Klensch in ·Hassel zum, Schullehrer an
der protest. deuischein Schule qu Oberohmbhach vom I. November
Isanccenannt. nan dteöl ati
Wiem ZO-un Oecion Die Instruktion der jranzösischen Erpe
Hitio lautet; Rome unbedingt zu qchützen, einen Zusammensioß
mit dem ikalicmischen Sruppen zu wermeiden unde mit: dem Gari⸗
baldianern nicht zu fuchen.nin ieo cht —uS ν α 3
on Wien, 802 Och Herr w. Beustehal. als oberster Chef der
Polizei dem Staate 100 400 fl.erspart, ziindem⸗ er den⸗ Sold der
— Spitzeln?theilsheroabfetzte, theils ganz lich strich· Dou⸗
laut, welches vorgestern diese verdienstliche That des Reichskauz
lers dem Publikum:amittheilte wurde jedoch auf Antrag der Po—
lizeidirection undder Staatsanwaltschaft confiscirt, weil es außer—
dem herichteten daß reduhich e Polizeibeamte ihre Zuflucht zu der
Presse nehmen · müßzten· wenn ste gewisse Mißbräuche aufdecken ,und
Zeschwerden übet willkurliche Behaͤndlung von woben vernehmbar
machen: wolslten.“Auffallend ist es daß ein anderer, Passus in
Id confiscirten⸗ Blatie unbeanftander blieb, obschon er agt .In

— . e—

, Fraukreich ·..

Varis, 31. Oct. Nur ein- Factum ist als neu za nelden.
Spanien hat für den Fall einesKriegs mit Italien dem Tuile⸗
bine eine Umerhißzung von 40. o00 Mann Truppen ange⸗
—DDDD—— Anerhieten angenommen haben!
Die Eyenjualität eines Kriegts hängt noch immer won dem leise⸗
—V——— die Greuge einstweileniu
ber Slaͤrte von vier Dipisionen oder. 30, 000. Wann, überschrilen,
den Oberbefehl fahrt General Ricotti. ohst wohrscheinlot wer⸗
den sie nur den östlichen Theil des Kirchensiaates, besetzen Hier
isg man don dem Einmarsch der. Italiener miqht besonderg ber⸗
Ifcht wordem. Man wußte seit zwei TagenggPaßnet verfolgen
vurde. Man hat zwar eine übele Miene, dazu gemachtz aber die
Pongie ist sclecht unferrichtet, weun sierineiden Frantreich habe
n Florenz durch den Telegraphen dagegen protestirt Ahen sicher
st 8. daß nunmehr der Septeniberdertcag aujgehorhe hat, gui gri⸗
Uren, Was soll an seine Stelle treten ? Niemaud p ee
reabfichtigte Congreß hat noch immer sehr wenig Aussicht äuf
Verwirtlichung, England und Rußlaud werden üüch enzschigdenh wei⸗
— Wabrendg 8
mer Regierung ihre Truppen in ———
zing sie gleichzeitig in Florenz energisch gegen- Zie, Achongeu
or Sie ließ die Werbebureau's durch deaßuele Machl hle
en, und die Polizei reißt die Maueranschläge. der Garibaldiani⸗
hen Tomue's bestandig ah. Indeß man wein hiersar der itali⸗
nischen Regierung keinen Dank, da man nach deni Vorgejallenen
ies nur für eine Comödie ansieht. NUeberhaupt proyhezeit man
ier dem Ministerium Menabrea leine lange Dauer. Der erste
        <pb n="520" />
        dauo nenschuß, der zwischen den franzoͤsischen und Kalienischen Trup⸗
en gewechselt würde, wüxde gec datz Signgl zu sceinem
Sturze und zut ancs Wimstetiums Cialdini sein 4
Paris, lOtt. « Die Haltung· Preußenselößt hier ‚och
mmer groͤßte Besorgnißz ein, besonders nach den Dementis, welche
die „Kreuzzeitung“ den angeblichen friedlichen Erklärungen des
Brafen v. d. Goltz gibt. — Da die Regierung jeden Act von
Subcription zu Gunsten der Aufstandischen untersast hat, so wol⸗
len jetzt die Freunde der italienischeu Unabhängigkeit eine andere
Demonstration machen, indem sie am 2. November das Grab des
zerühmten Venetianers Manin auf dem Montmartrelirchhof — mit
Immortellen zu schmücen beabsichtigen. — Staatsminister Rouher
st wieder krank; er fühlt nun selber, daß er nicht mehre kräftig
zenug ist. um zwei Portefeuilles zu halten, und Fremy ist zum
Finanzminister ernannt worden. Die Entlassung des Hrn. v. La—
alette ist angenommen, und man sagt, es sei ein General zu
einem Nachfolger bhestimmt. — Das Journal des Debats“ ent-
nthält auch wieder aus Wien, d. h. aus der hiesigen österreichi—
chen Botschaft, einen Bericht über die äußere Polilik, die Oester⸗
eich kunftig verfolgen werde. Wir können diese in drei Worte
usammen fassen: Schwächung des preußischen Einflusses in Deutsch—
iand, Bekämpfung Rußlands im Orieut, Unterstützung Frankreichs
Juand môme. Diese Politik scheint mehr in dem Kopfe des Für⸗
stten Richard von Meiternich als in demjenigen des Freiherrn
». Beust zu leben. — Das „Pays,“ das eékant terribleo des Kai⸗
serreiches, gibt uns merkwürdige Aufklärungen über den Grund
der kaiserlichen Friedensliebe in diesem Frühjahre, Es sagt“
„Die Arsenale waren leer, kein Pulver, keine Stiefeln, leine Flin⸗
sen, kein Brod. Wenn unglücklicher Weise der Kaiser unsere pa⸗
riotische Ungeduld exhört hätte, so wären wir sicher einem schreck⸗
lichen Mißgeschicke ausgesetzt. Das „Payhs,“ das mit dem Mini⸗
lerium genaue Verbindungen unterhält, muß diese Zuftande ge—
iau kennen.
Pari s, 1. Nov. Der „Moniteur“ sagt: „Das Kriegsmi⸗
nisterium hat heute Morgen Nachrichten von General Faillh er⸗
jalten aus Civita-Vecchia dom 80. Ockober. General Dumont
ollte mit seiner J. Brigade am 81. in Rom einrücken., Garibaldi
wvar noch in Monte Rotondo mit 5000 Mann.
Parii 8). 2. Nov? Der «, Etendard“ meldet: Der Kaiser
don Defterreich hat an den Marquis de Moustier ein überaus
schmeichelhaftes Schreiben gerichtet und demselben das Großkreuz
bea St. Stephansordens in Diamanten verliehen..
»V Paris, 3. Nov. „Etendarde meldet:“General Lamarmora
ist heute hier eingetroffen, hatte sofort Audienz bei'ni Kaiser und
axauf eine lange Unierredung mit Herrn d. Monskier. —France⸗
meint, die franzoͤsische Regierung werde unker keinen Umständen
zie italienische Intervention zulassen, doch auf eine gemeinschaft⸗
iche Action eingehen; Jialien Habe nin Ein Mittel, die von ihm
begangene Verletzung des Bolkertechtes wieder gut zu machen, und
dies bestehe darin, daß es die Bunden Garibaldi's bekänipfe und
zerstreue und sich darnach vom päpstlichen Boden zurüchkziehe.
„Presse“ berichtet, daß weitere zwei Divisionen Gardeinfanterie
mit Cavalerie nund Artillerie im Begriff sind, nach Toulon
zu gehen. J —V—
Paris, 3. Nov. Kaiser Franz Joseph reist Morgen ab
and trifft am Dienstag in Kehl ein.. 6
Paris, 8. Nob.“ Der „Moniteur“ sagt: Die Garibaldia⸗
ner sind noch immer in der Umgegend von Rom. Am Abend
des 28. Oct. hat in Neapel eine Manifestation stattgefungen; un⸗
gefähr 2000 Personen, zusammengebracht und geführt von Anstif⸗
ern, durchzogen die Toledostraße, indem sie revolutionäre Rufe
ausstießen. Einige Individuen, welche die Leiter de Demonstra⸗
tion zu sein schienen. machten den vorübergehenden und neugierigen
Personen Geldversprechungen oder Drohungen, um— fie zu bestim⸗
nen sich der Colonne anzuschließen, weiche sie dirigirten, und welche
chließlich von selbst auseinanderging. An demselden Tage fanden
ihnliche Versuche in Turin, Genug und Livorno statt, gaben aber
zu keiner Unordnung Veranlassung. ——
Paris, 83. Nov. Der „Noniteur“ enthält folgende Note
)es* Ministers des Aeußern an den französischen Geschäftsträger in
Florenz“:
a., „Paris, 1. Nov. 18671 Mein Herr! Indem der stonig
Bictor Emanuel energisch verkündete, daß alle Bürger vor inter⸗
gationalen Verpflichtungen Achtung beweisen müßten, indem er
ich bereit erklärte, die Unordnungen zu unterdrücken, die Ausritäl
»et Regierung und die Unverleglichkeit des Gesetzes aufrecht zu
ethalten, hat er m uns die Hoffnung rwectktedaß ver neue Mii-
nister mit festem Schritte in der ihin vorgezeichueien Bahn jort;
ichreitend, durch wirksarne Muittel ulle redoiutivniten Umtriebe zu
»atmnthigen wissen werde, um die moralische und malerielle Ord
liutig wieder herzustellen. Eine solche Polirik, ausgesührt ohne
Zaudern und ohne unkluges Zugeständnitßz an die Parteileiden—

chaften, die zu Bekampfen man sichs zur Aufgabe, gestellt, mußit
die unmittelbare Beruhigung der furchtbaren —* herbãführen,
die Italien din diesem Aageublicke zu bestehen hat um Angesichts
derselben eine Lage wieder herzuftellen, die miß. unseren innersten
Wunsche übereinstimmt und so die wechselseitige Aufgabẽ der bei—
jen Regierungen erleichtert.

„Nur mit peinlichem Erstaunen können wir daher den Em—
hluß des italienischen Ministers erfahren, Punkte des päpstlichen
hebietes zu besetzen. Wir wollen heute nicht die Gründe be—
preched, durch die man diese Handlungsweise zu motiviren sucht,
die dem Völkerrechte so widersprechend ist; aber es liegt uns daran,
»hne Verzug den Eindruck kund zu geben, den der Entschluß des
Labinets von Florenz hervorgebracht hat. —H J
— ⸗So beschränkt die Intervention auf dem päpstlichen Gebiete
ein, so schnell sie aufhören und so viele Rücksichten man' dabei zu
seobachten suchen mag: Ddie franzosische Regierung, welche eint
olche Einmischung stets getadelt und daͤvon abgerathen hat, kann
je in keiner Art mit hret Billigung deden. —538
Wenn die italienische Regierung glaubt, von uns guch nur eine
chweigende Zustimmung erwarten zu dürfen, so ist das eine Täusch—
ing. die wir nicht austehen dürfen, zu zerstreuen, und Sie werden
erselben sagen, mit wie lebhaftem und aufrichtigem Bedauern wir
ehen, daß sie sich von einer Linie des Handelns entfernt, die nach
inserer Ueberzeugung die einzige ist, die dem Interesse Italiens
entspricht. Empfangen Sie ch Moustier.

Toulon, 2. Nov. Die Einschiffung von Truppen und Pfer⸗
den dauert fort. Die Franzosen haben Rom ohne Schwertstreich
am 30, Oct. besetzt. Es herrscht vollkonumene Ruhe jn der Ewi—
jen Stadt. e

— England. *
London, 83. Nov. Herr v. Beust hat, wierin diploia⸗
ischen Kreisen verlautet, von Paris ausein Rundschreiben. an die
Broßmächte erlassen, in welchem die Uebereinstimmung Frankreichs
ind Oesterreichs in allen Hauptfragen, jedoch ohne ausgesprochene Al—
janz constatirt und gesagt wird, Oefterreich werde bezüglich Ita—
iens eine Conferenz beschicken; es werde, am Prager Frieden fest⸗
jaltend, Deutschland die selbstständige Regelung seiner Angelegen⸗
Jeiten überlassen; es werde im Orient mit Frankreich Haud iu
hand gehene7
— J Italien. — — —— —
Die „Südd. Presse“ schreibt aus Florenz vom 27ct.
Auf nach Rom! nach unserer Hauptstadt Rom! soͤ sichreit es vor
len Enden und Orten ohne Ende noch Unterlaß, vom fruühesten
Morgen bis spat nach Mitternacht. Diegewöhnlichen Verhältmise
»es Lebens haben zu exxistirem aufgehörk; ein Geschäftsleben gibt
es Tüngst nicht mehr, da estkeine Geschäfte gibt; am Arbeit dent!
zegenwärtig nur der,' welcher Arbeit hat und nothgedrungen ar—
witen muß, tim seinen unde der Seinigen Vagen ftillen zu können:
zas Familienleben, welches nie die starke Seite der Itauener war
ennt man gleichfulls nicht mehr.Alles Leben ist feit einer Woche
und darüber auf den Straßen und auf den: vffoutlichen; Platzen,
nn den Volksversammlungen und Meetings, in den Vereinen und
Associationen, bei den politischen Umzügen und Demoustratidnen
Die dadurch verursachte Aufregung ist riesengroß und weit entfernt.
üich selbst aufzuzehren, erhält sie durch stets neue schlimme Zeitun—⸗
jen immer neue Nahrung. Die Nachricht von der bevorstehenden
Ankunft der Franzosen in Civita⸗Vecchia hat erschütternd gewirkt;
es war wie ein Schlag durch Mark und Bein, der um so betaäubender
raf, als das Volk sich verlassen und dem Gutdünken des Frem⸗
den preisgegeben sieht, da keine Regierung vorhanden ist, sondern
un ihrer Stelle die ministerielle Auarchie Platz genommen hat
Zis heute Abend war noch kein neues Cabinet gebildet. Menabrea
mit der Bildung desselben beauftragt. Die neue Strömung
thiemit mehr als genügend gekennzeichnet. Garibaidi und die
Seinigen fiud geopfert, die Unabhangigkeit nach Außen ist preis
jegeben. Die Freiheit des Innern auf einer Nadelspitze und Rom,
»as ewige, versinkt in alte Nacht. Was kommen wird? Ein Ka—
allysma ganz unzweifelhaftz33nicht auf römischem. wahl aber auf
talienischem Boden; zumal, wenn es sich bestätigen follle, daß aue
Breis der Abfindung mit Napoleon und eines baldigen Rückzuges
ʒer französischen Truppen nach der Paccification der Stadt Rna
und des romischen Gebietes, Frankreich die Abtretung des Herzog
hums Aosta zugesagt ist, wie ein Turiner Blatt aus sehr glaͤuü⸗
vürdiger Quelle wissen will.“ Nebenber gedenle Napolevn auch
ioch vou Italien das Bersprechen herausbressen zu können,lig
inem devorstelenden europaischen Krieg sich micht auf dieraSrue
»es Siegers von Sadowa zu steslen.Das neue Ministerium ilst
jebildet; es erdlickle das Licht der Welt unker den zärmendsten Paz
esten der Meuge, die unker dem Rufen Es lebe Rom,die: Hanphe
dadt! Es lebe Italien! Es jebe Garibaldi und Rattazzie zunt
ßalast Pitti vorzudringen versuchte, ollein den Weg überul durch
Truppen gesperrt fand. Die wogende Masse kehris hierauß ans
        <pb n="521" />
        zdie Pserde fehlerfrei, fromm und gut eingefahren find, welches leß⸗
ere eine Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr mit ihnen vorge⸗
ommene Probefahrt dargethan hatst ν
fHersbrudh 27. Dct. Letzten Sonntag, als an der Kirch
veih, saß der Brigadier noch spät im Wirthshaus und zwar mit
einem; —Schatz. Mehrere Burschen wurden etwas laut, viel⸗
leicht etwas vorlaut, der Brigadier mischte sich in ungeeigneter
Weise in den Streit, noch ungeeigneter wurde erwiedert. Der
nuthige: Militär zog den Säbel., Ein Chevauxleger und ein
Schneider überwältigten den Brigadier trotz seiner blanken Waffe,
läuten ihn tüchtig⸗durch und rissen ihm obendrei⸗den halben
Schurrbart aus, der seiner ungewöhnlichen Länge wegen gut an⸗
ufassen war,:, Wäre das Mädchen nicht gewesen und wäre der
albe Schnurrbart nicht endlich durgebrannt, es würde zu noch
Zchlimmerem gekommen sein. * 68
f' Vor einigen Tagen hat sich der Vorstand des münchener
Volkstheaters, Graf Ludwig Arco Steppberg mit einer Dame aus
dem Chore,⸗ Fräulein Oßwald, in M vermählt. Die
Gräfin ist 19, der Graf' 65 Jahre alt e
rAugsburg, 1. Nov, »Vor 4 Jahren wurde in War⸗
hau an Diebstahlf begangen, dessen Werthsummerce. B Millionen
»etrug. Vetzten, Dienstag nun wurden durch den Herrn Po—
izeirottmneister —R und den Polizeisoldaten Paudler in einem
hiesigen Gasthofe zwei Fremde verhaflet,welche 1mit vorgenannter
Zache in Beziehung stehen, dürften. ,et
43 F Brrlin, 80. Oct.! Hiesige Biätter melden von cinem
bedo erlichen Unfalle auf dem Potsdamer, Bahnhofe,] wo heute
Abend 8 Uhr die Explosion einer Postsendung beim Umladen vom
Fourgon nach dem Bahnhofs-Perron erfolgte. Nach einer rundoten
desart soll die gefährliche Fracht in einer Kiste mit Pulver, nach
Anderen in einer Kiste mit Sprengöl bestanden haben, die nicht: decla⸗
rirt gewesen. Die Absendung sollte nach Magdeburg erfolgena Der
Absender ist noch nicht ermittelt. Ueber die dabei porgekommenen
Unglücksfälle schreibt man der! Kreuziig. Ein ———
wurde sofort zerschmeltert, ein Postbegleiter, dem zuit Stellg ein Bein
abgenoumen werden mußte, ist baͤld darauf, berschieden; “der Po⸗
stillon und, jeinez Pferde wurden beschädigt 7 Der, Perronwagen
der Post ward zertrümmert.“ Das Erlöschen der“ Gasslammen,
datz Durchgehen der Pferde auf dem lebhasten Bahuhofg 'u. s. w.
achte große Verwirrung herpor e ge .
47Die Waffen der Irautsuet dugaduete sind bis
—— Gewehre nach der chweiß perkauff worden 4
— In St. Paul bei Eberstein (Steiermark) wurde eine
Falschmünzerbdnde (Verfertiger von 100 fl.«Banknoten. aufgehoben.
IAIn der Nähe Preßburgs sind letzten Sonntag acht zu
auer' Hochzeit fahrende Personen durch Umschlagen des Nachens
n der Dongau ertrunken. * 3* 43 s wwrren
Die Lufischifferin Mad. Poiteyin, die“ am 27, Det.
in Genf mit jhrem Ballon aufstieg, ritt während der Luftfahrt
inen kleinen Esel, der sodann an die Zuschauer verloost wurde.
rEintseller Schwindel ist jüngst in London pafürt.
kin dortiger Schneider besaß eine Tochter, welche, längere Zeit
an der Schwindsucht litt, so daß ihrer Auflösung mit Bestimmt-
veit entgegengesehen wurde. Endlich starb sie und wurde mit
Blumen bekränzt und wie eine Braut geschmückt in den Sarg- ge⸗
egt und zu Grabe getragen. Da eines Abends sitzt die Schnei—
derfamilie bei Tisch und noch fließen Thränen über deu Tod der
jo früh dahin Geschiedenen, als sich ploötztich die Thür öffnete und
die Verstorbene leibhaftig eintrat. Nach ihrer Angabe kam; sie
direct aus dem Jenseits, und beglausigte ihre Aussage auch durch
zenaue Erzählung ihres Verlehrs mil Wellington, dem Prinzen
Albert u. s. w., sowie durch andere höchst interessante Aufschlüsse.
Bald verbreitete sich die Kunde von der Resurrection der Abge⸗
chie denen und es dauerte auch nicht lange, bis sich das Publikum
drängte, jeae Wundergestalt zu besichtigen, um Auftlärung“ über
das zuküuftige Leben zu erhalten. Der Schneider, welcher dieses
Mirakalum indessen auszubeuten beabsichtigte. erhob von jedem
J VBoermiseche s. Wissenbegitrigen einen Shilling wodurch er in kurzer Zeit mehr
α— X en brcu ken, 31 Och. Heute Nachmittag unr 2 Uhzr berdiente, als seine Nadel in Dezennien zu schaffen vermochte.
fand im Hofe des k. Landgestütes dahier die Versteigerung der Als jedoch die Geschichte immer groͤßere Dimenfionen annahm, ja
vorieder Pfalz' uis Anlaß eines das ganze Königreich berührenden ogar einige Yanlkees qus Amerika herbergekommen waren, um
freudigen Ereignisses; welches üch aber nicht erfüllt hat, angekauf mit eigenen Augen die Wiedererstandene zu schauen und sich von Petrus
len 4A braunen Wagenpferde Statt: „Meren Ankaufspreis rzählen zu lasjen, hielt es die Polizei für Zeit zum Einschreiten
betrug im. Ganzen 4487 fl., wozu noch die bisherigen Kosten ind, was auch vorher anzunehmen gewesen: die ganze Sache ent⸗
fur Rflegeu j w. zu rechnen sind. Bei ber Einzelversteigerung puppte sich als ein ausgejuchter Schwindel, wobei sich denn auch
wurde fuür gedes der beiden alteren und werthvolleren Pferde 260 fl. jerausstellte, daß sich das Mädchen? die drei Monate, während
zeboten, für beide zusammen 770 fl., um welche Summe fie Herrn velcher es im Sarge gelegen haben sollte, in einem verrufenen
Jurgermeister Dre Eichborn, von Landau zugeschlagen wurden dause aufgehalten hatte. Jedenfalls ist die Betrügerin nur deshalb
Die deiden jüngern und eleganteren, aber wenig werthvollen wur. nus dem Jenseits gelommen, um ins Zuchthaus zu wandern.
den einzeln zu 225 und zu 200 fl, im Ganzen aber um 880 fl. An der Küne von Neu⸗Brauusschweigeist ein Fischer⸗
zerrn · Baron Eugen v. Gienanth aus DHochstent gugeschlagen —voot mit siebenzehn Leuten an Bord zu Grunde gegangen 3-nicht
Man hatte sich mehr Liebhaber und bhere Preise erwarte, va veinmal die Leichname wurden aufgefunden.

Amerika.

n hort, 220 Och. Nomiral Tegetthoff ist in der Havau—
aah angekommen; die Uuslieferung der kaiserlichen Leiche ist ihm
bis dahin abgeschlagen worden. Die in Peru ausgebrochene Re—
volution agreift um ie, —
        <pb n="522" />
        1a
80 7er Most ——
ist gugefomme Bione 2. Joseph8 317
ist gugekvmmen hei 23
——— 4 — —— *
Auf dem —— ui, Juob deichiner —A
6 —— dent Trippiche 257 e g —— — vi uin u —
Hof“ werden für diese eidet e ier
80his u für diese Woche hien Pet Hofmanu. Na.in ———
80 bis 109Schoppe Woche
abge⸗ eben; 8 oppen Milch Biefen · 14 T.ihzr Spiupn
d egeben, den Besteller —— ——
der Schoppen zu Bestellern *
in die Woh' zu 3 Kre n s Sudwi e
du Wohmng e eg e ——
Hdie,, ohnungg — —5 uhe agee
p? * ng geliefert. 25 or Kleern 8
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α—εRα Deutichland. —
Mumch emm S.Nov... Ann den Igl. Gesandien zu Paris
Frhru. Perglex d. Perglasgist von Sr. Maj-, dem König Auf—
frag ergangen; Sr. Maj. dem Kaiser von Oosierreich die Einla—
dung zu überbringen, auf der Rückreise von Paris nach Wien da
hier in der ha Residenz das Absteigquatier zu nehmen, wo Gemä—
cher bereit gehalten sein werden, und mit Sr. Majn dent König
das Diner einzunehmen. Dem, Eintreffen, der Antwort des Kai⸗
sers wird entgegengesehen.

Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich wird auf der Rück-
reise von Paris Mittwoch Morgens 8 Uhr hier einfreffen,neden
Tag über theils hier, theils in Possenhofen „verweilen und späf
Abends nach Wien weiter reisen⸗ *Diesen Nachmittag hat Se
Maj. der Koönig der seit mehreren Tagen hler, weileunden Groß⸗
fürstin Helene bon Rußland im Hotel zu den vier Jahreszeiten
einen Besuch abgestattet, der über Stunden: dauerte, und bei
dem es sich demnach nicht blos um die übliche Höflichkeitsvisite ge
handelt haben mag. — Gemäß höherer Anordnung sind die, Le—
gionisten der Armeeaus den Altersclassen 1836 bis 1839, dann
die Soldaten aus der Altersclasse 1840, welche im nächsten Früh—
jahr ihre 6Gjährige Dienstzeit in der Linie beendet haben, den neu⸗
zubildenden 82 Landwehr-⸗Bataissonen zuzutheilen. Sämmtliche
Abtheilungen der Armee sind bereits damit beschäftigt, die genauer
Verzeich nisse dieser künftigen Landwehrleute herzustellen, eine Arbeit.
die sehr viel Zeitaufwand: und eine ausgehreitete Correspondenz mis
den k. Bezirksämtern veranlaßt.
— —München,La NovenDem „Fränk. stur.“ wird pon hier
geschrieben: Gutem Vernehmen nach gedenkt der Socialgesetzgebungs
ausschuß der Abgeordnetenkammer, mit Beginn der nächsten Woch
seine Berathungen, neben den Kammerderhandlungen hergehend
wieder aufzunehmen, und zwar zunächst zur zweiten Lesung des Ge—
setzentwurfes über die öffentliche Armenpflege zu schreiten, nachdem
nun die niedergesetzte Subcommission die der zweiten Lesung zu
Grunde zu, legende Redaction des fraglichen Entwurfes beendet
hat.“ Es werden sonach poraussichtlich binnen wenigen Wochen die
drei wichtigsten Gesetentwürfe über Gewerbeordnung, über Aufent.
halt, Heimath und Verehelichung, sowie über die öffentliche Ar—
menpflege zur Plenarberathung im Abgeordnetenhause bereift sein,
wodurch die. Verwixklichung auch der in dieser Richtung liegenden
Reformen and Verlkehrserleichterungen endlich in nächste Aussicht
gerückt wäre. Die nun glücklich gehobene Zollvereinskrisis hat nun
zwas einen Augenblick ulles Andere vergessen lassen. Bei näherem
Besehen ist aber nicht leicht zu erkennen, daß durch die Zollver⸗
einserneuerung unsere particulare Socialgesetzgebung an Interesse
mnicht nur nichts verloxen, sondern gerade dadurch zur Ergänzung
und Gleichstellung unserer füddeutschen Verkehrsfreiheit mit der im
Norddeutschen Bunde factisch eingeräumten ein erhöhtes und dring⸗
licheres Juteresse gewonnen hat. Man darf nur das Freizuͤgig
keilsgesetz wie es im Norddeutschen Reichsstag zur Annahme ge—
langle, mit dem entsprechenden Entwurf unseres bayerischen So—
rialgesetzgebungsausschusses vergleichen, um zu sehen, was wir auf
diesem Felde rasch nachzuholen haben, um lästige und zudem für

uns Bahern nichts weniger als schmeichelhafte Ungleichheiten zu
vermeiden. . 4

— —— Dienstesnachrichten.
Se. Maj.der König haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
funden, den Landgerichtsschreiber Joseph Pfirrmann von Homburg,
seinem allerunterthänigsten Anfuchen · entsprechend, auf die in Eden⸗
koben erledigte Landgerichtsschreiberstelle zu verletzen.

1

Bexlin, 28. Oct. Die diesjahrigr Einstellung der Reru⸗
jen in die Armee findet nach einer königl. Bestimmung am 1. No—
vember htatt. Unter Berücksichtigung der unterm 31. Inli zur
Entlassung gekommenen Reserven, sowie der zur Disposition beur—⸗
laubten Mannschaften kommen nach den von der Köln: Ztg.“
aufgestellten Durchschnitts-Berechnungen für die einzelnen Waffen
zur Einstellung: bei der Infayterie 58,960, Kavalerie 12,800.

Fußartillerie 309, reiteide Artillerie 1044, Festungsartilletie 2800,
Zioniere 2160 und, Train 1056, mit zusammen 83,324 Mann. —
Die während, des borjährigen Feldzuges defektirten Uniformen und
Ausrüstungsgegenstäude sjnd jetzt wieder so kompletirt, daß jeden
Augenblick die vollstündige preußische Kriegsstärle von 690,000
Mann eingekleidet werden lann.
.. Berlain; 8. Novb,? Es ist-wohl möglich, daß der neueste
Römerzug noch viel verhängnißvoller als die mericanische, Expe«
dition für Frankreich werden wird.“ Die Erbitterung in Ita—
lien wächst von Tage zu Tage und ist schon jetzt so groß,, daß
die Minister des Kaisers Napoleon auf den verzweifelten Gedanken
fallen, nunmehr ganz Italien niederzuwerfen, weil es sich doch
niemals wieder mit Frankreich aussohnen werde, Inzwischen, hat
die franzoͤsische Polizei zu thun, um vpon Italien kommende Indi—
v duen aufzufangen, die im Verdachte stehen, dem Leben Napolcons
ein Ende inachen zu wollen. Es werden den Kaiser, bis er von
Italien wieder abzieht, immer Meuchelmörder umlauern, die ihr
eigenes Leben für nichts achten.“ In Italien weiß man so gut
wie anderwärts, daß das französische Volk die? unglückselige Inter⸗
dention verdammt, und wenn der Kaiser, nicht mehr existirt —
reflectiren seine italienischen Feinde jo wird eine französische
Republik'mit Italien sicher Hand in Hand gehen. Privatberichte
aus Paris schildern die Lage als sehr unheimlich; man macht sich—
was die Person des Kaisers und seine Dynastie anlaugt, auf alle
Eventualitäten gefaßt, So weit sind die Dinge bis heute gediehen.
Die nationale Bewegung: in Italien ist vielfach nach Jutensivität
und Ausdehnung unterschätzt worden zujetzt, wo auf, italienischem
Boden französische Truppen stehen, hat sich die Aufregung bis zu
anatischem Hafse gegen den Kaiser von Frankreich erhitzt. Vickor
Fmanuel, ein Mann mit den besten Absichten, aber ohne festen
Wislen und ohne weitreichenden Blick; ein guter Soldat, aber ein
schlechter Diplomat,“ ein trefflichercoustitutioneller, Fürst, so lange
hu ein Cavour leitet, ist nicht mehr Herr der Situation, dag ge⸗
gemoärtige PMinisterium kann Jich nur mit Mühe und Noth be—
haupten und man man weiß nicht, in welche Strudel das gefähr—
dete Staatsschiff noch geworfen werden kgnn, wenn es den aufge⸗
regten Leidenschaften des Volkes gelingt, sich von deu auferleglen
Fesseln zu befreien. Die Dinge können nur dann wieder iu das
rechte Gleis kommen und die Lage kaun sich nur dadusch klären,
daß Frankreich seine Expedition bald wieder aufgibb und daß es
Italien sich selbst überläßt. Die vermittelnden Mächte scheinen
jetzt dem baldi zen Zusammentritte einer Conferenz zur Regelung
der römischen Frage schon wegen der Noth der Verhältnisse weni—
ger ungünstig gestimmt zu sein. —
— Man schreibt der „Zeidl. Corr.“ aus Lyon:, Bismarch
hat keine treueren Anhänger und Berehrer als die Deutschen im
Aussande. In Lyon wohnte ich einemn von dort domicilirten
Deutschen arrangirten Diner bei. Der erste Toast galt unjerem
Koönig und dem Grafen Bismarck. Der Redner, ein geborner
Frankfurter, sagte u. A.: „Wir Deutschen im Auslande fühlen es
alle Tage, was wir seit Koniggrätz gewonnen. Unsere Stellung,
früher eine gedrückte, kaum geduldete, ist jetzt eine angesehene,! hoch
geachtete. Und nicht allein Ehre und Ansehen, sondern auch uße—
rer Vortheil hat sich bei uns in gleichent Maße gemehrt.““ Der
Toast fand in der Gesellschaft din begeistertiten Antlang,“ obschon
dieselbe meist aus Suddeutschen bestand. —3 *3. 7
25 .!G :
Frankreich..
Paris, 4. Nov. Man liest in der IFrance“ Die Pöpst⸗
lichen haben, unterstützt durch eine Abtheilung !der Division- Du⸗
mont, heute Monte-Rotondo angegriffen. Garibaldi soll gefangen
genommen worden sein. Der „France“ 73ufolge habe Gereral
Failly Instruction erhalten, jeder von den italienischen Truppen
den Garibaldianern gewährten Unterstützung“ mit Waffengewalt
ratgegenzutreten. — Die „France“ meldetnferner: Heute wurde
durch die Schliekung von Werkstätten eine Aufregung hervorgeru⸗
jen; man wollte an der Porte St. Martin und der Ecole des
—VVDD— U — .;
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        Urts et Mötiers kein Octroi bezahlen. Diese Simalion rief Ma- erlauben. ugluͤch wird 'ein ausfuhrliches Progiamme üher den
usestanbnen hervor, welche übrigens von germger Bedeutung —RX Inhalt inde die n Zeitung nach den Beshluffn des
en und iauf die erste Aufforderung von Seiten der Behörden Finoervanenten veilt. J
zeste warden gEss wurder verschiedene Verhaftungen vorgendm
men, aber jegt inn Alles ruhig. Man sagt uns, Linige exaltirte
Personen haͤlten die Aufregung zum Vorwand für politische De—
nonstrationen nehmen wolken und hätten gerufen: „Nieder mit der
Intervention Diese Versuche seien aber an dem gesunden Sinne
der Pariser Bevoölkerung gescheiert.
Pari s, . Nov.“ Das „Frkft. J.“ laßt sich telegraphiren:
In der Aufafsung der römischen Frage stellen sich zwischen Frank⸗
Aich und Oesterreich so großze Differenzen heraus, daß an. eine
Bereinigung, trotz der franzosischen Wünsche, nicht zu denken ist.
Aeber ane verreichisch⸗französische Allianz gegen Preußen ist zwi⸗
chen den maßgebenden Personen überhaupt nicht verhandelt worden.
d gant Vekanntmuchung der franzöf. Ausstellungscommission
kommen zur Vertheilung!? die“ goldenen M daillen vom 16bis
31. Dezembet 1867, die Brouze. Medaillen vom 15. Januar bis
39. Febcuar 18688, die Diplome uͤber die ehrenvollen Erwähnun—
gen vom 1. bis 81. März 1868. Die den auswärtigen Aus—
tellern zuerkannnten Auszeichnungen werden zu den oben bemerk
sen Zeitpunkten den Kommissären der betreffenden Nation zuge⸗
qellt werden.
Paris, 5. Nov. Der heutige, Moniteur“ erschien später.
Et sagt: Depeschen⸗ aus Florenz, von heute Morgen datirt, mel⸗
den, daß die päpstlichen Truppen gestern bei Tivoli mit,den von
Garibaldi befehligten Banden zusammengestoßen seien aund dieselben
sofort angegriffen hätten.Nach: hartnäckigem Fampfe seien die
Haribaldianer in Unordnung geflohen und hätten 3000 Mann an
Todten, Verwundeten und Gefangenen auf dem Schlachtfetd ye⸗
tassen. Garibaldi sei es gelungen, zu entkommen mud Terni zu
areichen. Die ilolienischen Behoͤrden brachten Garibaldi und sinie
wei Sdhne nach Florenz· — Der Commandant der italienischen
Truppen, Ricotti habe an der Greuze operitt und den Empfaug
ind die Entwaffnung von 4000 Garibaldianern, die sich auf ita⸗
licnisches Gebiet zu flüchten suchten, vorgenommen21
n Das' Gerücht sagt. Garibaldi sei im Gefechte gefallen. Der
Temps“ meldet, Garibaldi sel durch die päpstlichen Truppen ge⸗
hlagen und durch die italienischen entwaffuet worden.Dieses
Treffen hätte gestern stattgefunden; Garibaldi hätte sich zurück⸗
ziehen köunen, und wäre zu Ponte Correse entwaffnet worden; er
dürde in der Festung Palermo iuternirt werden. Die italienischen
Truppen besetzen noch immer Frosinone Acquapedente und —W
Srie General Lamarmora hatte heute eine lange Conferenz mit
dein Marquis de Moustier. 1*
7. Die Presse“ sagt: General Lamarmora verläßt diesen
Abend Paris, nachdem seine Mission goͤnzlich gescheitert ist. Er
ummt die Ueberzeugung mit, daß ein Conflict zwischen Fvankreich
and Italien unvermeidlich ist.“ Dasselbe Blatt sagt: „Personen,
velche gewöhnlich gut unterrichtet sind, veriichern daß folgende
Nachrichten in Paris angelangt seirn:n Die päpstlichen Truppen
hätten Garibaldiis Stellung zu Monte Rotondo mit äußerster
heftigleit angegriffen, Garibaldi auf vem Puutte, seine Rückzugs⸗
uͤnie abgeschmitten zu sehen, habe die Hülfe der italienijchen Trup⸗
pen erbeten und erhalten, darauf wären die Papftlichen sofort von
rinet französischen Abtheilung unterstützt worden und hätten die
Oberhand behalten. Diese Rachrichten sind zu bedeutend, um nicht
mit aller Vorsicht aufgenommen zu werden.“
Paris, 6. Nop. Der „Moniteur meldet: Gegenwärtig
ist der Kirchenftaat gänzlich von den Banden Garibaldi's gesaubert.
Die italienische Regierung befahl ihren Truppen, die von ihnen
aoch besetzten Grenzpunkte des Kirchenstaates zu räumen und auf
das italienische Gebiet zurüczukehren.· α
Schweiz.
Der. Präsident des permanenten Centralcomitoͤß der „Inier⸗
nationalen Friedens- und Freiheits-Liga,“ Professor G. Vogt zu
Vern, hat ein Circular an die altiven und correspondirenden
Mitglieder erlassen, worin die Miltheilunz gemacht wird, daß vom
FRod. d. Irs. an die Zeitung', Die Vereinigten Staaten bon
Furopa“ in Probenummern erscheinen wird. Zugleich wird zur
hatigen Mithilfe sowohl von den Mitgliedern als den Freunden
der Liga aufgefordert und die Bedinguugen hiezu bekannt gegeben.
Fur die Verbreitung der Zeitung in Deutschland thätig zu sein,
werden besonders die deutschen Mitglieder aufgefordert.g. Aid Mil
glieder des Centralcomités werden J. Jgeobi. Karl Grüu und die
Redaclien des Stiuitg. Beob. genannt. Unter. den correspondiren-
den Mitgliedern bemerten wir Kolb in Manchen. Pom 1Ja⸗
nuar 1868 an soll die definitive Ausgabe wöchentlich ——
folgen, und zwar im Anfang theils mit französischen, tijeils deut⸗
ihen Artikeln. Doch soll die Vereinigung mehrerer Sprachen im
namlichen Blatt aufhören und einer zunächst deutschen und. franzoͤ⸗
ischen Ausgabe Plaß machen, sobald es die finanziellen Mittel

Der „Neuen Freick Presse' wird aus Florenz, 28. Oct
eschrieben: General Garibaldi war am Dienstag, 22. in Floren;
ind hielt vom Hotel Bomiani aus eine Rede an die versammelte
Menge. An jenem Tage hatte schon General Cialdini den Auf—
rag ein Kabinet zu bilden,. Cialdini begabe sich in Begleitung
rrisbis zu Garibaldi, um ihn zu bestimmen, im Interesse det
randes die Freiwilligen aus dem Kirchenstaate zu ziehen. Zwi—
chen den zwei. Generalen entspann sich ein Dialogen dem —
eiwohnie, und von welchem dieser Zeuge kein Geheimniß macht.
rialdini sagte dem Volksgeneral, daß Frankreich jede Interdentidn
rufgibt und die römische Frage nach Idem Wunsche Italiens zu
oͤsen verspricht, wenn die Freischaaren“ das papstliche Geblet ver⸗
assen — sonst müsse Frankrelch mterdeniren, und Italien könne
s8unmoglich mit einem Kriege, zu dem“ es gar nicht bereinist,
erhindern. Darauf soll Garibaldi angefähr Folgendes geantwortet
jaben:“ „General! Ich habe guten Grund/ dem Versprechen eines
gonaparte nicht zu trauen aind seine Intervention nicht zu fürch—
———
die 3840,000 Mann“ anvertrauen, die an der römischen Grenze
tehen; ich werde meine Freiwilligen zu ihnenmstoßene lassen, und
innen 48 Stunden sind wir Herren von Rom und Civita-Vecchia;
unn 'lassene Sie nur die Franzosen kommen, sie sollen gebühren ⸗
ermaßen empfangen werden.“Cialdinin bemerkie,“ daß dies in
einem Falle khunich wäre. Und Garibaldl Darauf: „Ich derstehe
chon —ich bin kein reglementsmäßiger Generaki—macht nichts —
ibernehinen Sie das Commandonder Truppenzu ich⸗ werde mich
nit meiner unbeschuhten Freiwilligen⸗Beigade unter Ihre Befehle
ellen marschiren!wir zusammen nach Rom — Sie haben
‚och erfahren,“daß ich auch zugehorchen weißzufragen Sie den
damarmora, der davon etwas erzählen kann⸗ beDies ist
Alles jetzt nicht möglich“ — erwiderte Cialdini. Nun, gehen
vit also Jeder den Weg, den uns das Schicksal weist“ — fuhr
haribaldi gelassen fort —weichen Sie den Franzosen aus, beugen
Zie sich vor den Einschüchderungen eines Bonaparte, oder glauben
Sie jeinen Wotten ganz mach Belieben mein Weg''ist ein an⸗
erer, ein anderer mein Glaube und' mein Beruf; dieser treibt
nich nach Rom; ich muß mit meinen Kindern dahin. Trifft mich
ie Kugel, die mich in hundert Kümpfen“geschont, sei sie mir un—
er den Mauern Roms willkommen; sie wird mit den Schmerz ersparen
ie Schande meines Vaterlaudes zu überleben;“ sie wird zwischen
den' Papst und die Italiener, auf daß sie sich nie versöhnen, mei⸗
nen Leichnam hinstellenn; so wird iein Leichnam zu etwas gut
ein. ... A propos, wissen Sie, General, daß ich heute morgen
nein Testament gemacht habe ẽ Ich bin in hundert Schlachten ge—
ogen, ohne je den Einfall zu haben, ein Testament zu machen —
eute habe ich es gemacht und mich gehörig auf den Tod vorbe—
ccitet Also Adien General/ ich mache mich auf den Weg nach
som.“U — *

Florenz. I. Rob. Die, Riforman hringt folgende Nach—
ichten über die Operatidnen Garibaldis. Ame 22.Okt.hatte
general Garibaldi sein Hauptquatier in Casina di S. Colombo,
reun Meilen jenseits Monte Rotondo.Die Vorposten“ waren
2113 Meilen oon' der Stadt entfernt.Nicotern wurde nauf den
28. erwartet⸗Der moraliche Zustand der Freischärler ist vortreff⸗
ich, sie ertragen mit ihrer kraditionellen! Freudigkeit die Entbeh⸗
rungen. Die päpstlichen ⸗Gefangenen haben⸗ als man sie nach der
Hrenze sandte 600 Fres mitbekommten,wie bei einer für sie ver—
anstalteten Sammlüng eingegangen waren. Die verwundeten Frei⸗
chuürler werden: in Passo Correse und! Monte Rotondo verpflegt.
Fünf verwundete Freischäler, die: zuerst gefallen waren und sich in
das Stationsgebäuden geflüchtet hatten, wurden dort von ei⸗
rem Bataillon Zuaven entdeckt uunde mit Bayonetten erstochen.
Beim Angriff aus Monte Rotondo sollen drei Priester aus den
Fenstern dauf die Freischürlot geschossen: haben.« Nachdem fie spater
a die Hünde derselben gefallen waren, legte sich Garibaldirper⸗
znlich ins Mittel, um ihr Leben jueretten, und nahm sie mit
ich ins Generalquartier. Das Centralcomite hat⸗ von Garibaldi
olgendes von Casina di S. Colombodatirte Schreiben exhalten:
Liebe Freunde!Rach dem Augriff und der Einnahme. von Monte
dotoudo sind wirbis G Meilen von Rom vorgegangen, wowir
as jeßt befinden. Wir haben keine Nachrichten vom Feinde.
Venn die franzostsche Erpedition“ wahrist, so hoffe: ich, Ddaß alle
Italiener ihre Pflicht thun wetden.“ 9

Türkei. nieh a

, Tuürkei.
Konstantinspe'l. 8. Nob. Der Großvezier Ali Pascha
har am 87. Het, eine Ptoctamation“ an die. Kreter erlassen, in
welcher gesagt ist: Mit dem Heutigen erlischtder Waffenfiillstund
und'iß der Augenblick gekommen, knergisch zür Ratificirungund
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        ur Reorganisfation der Verwaltung der Inselzu schreiten. Fol⸗
sende Maßnahmen werdemn tunverzuglich getroffen: Die kaiserlichen
Truppen werden die friedlichen Einwohner beschützen; die ordent⸗
ichen Gerichte werden wieder in Wirksamkeit treten und die Local⸗
Fehorden werden für die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung
rursorge treffenn Feder fremde Freiwillige, unter welchen Um⸗
landen derfelbe auch ergriffen werden mag, wird cwom Ariegsge⸗
ichte unch den Kriegsgesetzen, jeder mit den Waffen in der Hand
ergriffene oder dex Infurrection Vorschub leistende türkische Unter⸗
han wird von einem gemischten Tribunal abgeurtheilt werden.
een 2 i—
Rußland. 7 — 9

Ppetexsbur g. I. Nov. Galizische Proclamationen
zrohen den podolischen Gutsbesitzern die Verhrennung ihrer, Guter
m. wenn sie an die Russen ihre Gilter guswilhge ie eee
»en. Die Güterverkäufe sollen den Anschein einer gewaltsamen
Fntreißunuge der Güter erhalten. Die Proklamalion schließt
Im Westen geht den Freunden des Vaterlandes eineztröstliche
—V
Bon derpohnischen Grenze, 80. Ock. VDah heutige
Dziennik“ berichtet aus Warschau ausführlich uber die außeror⸗
entliche Truppenhaufung im Konigreich Pslen. Bis jrtzt befinden
ich daselbst bereits 80,000 Mann.“ Kinrücken werden in der näch⸗
ten Zeit noch drei Corps, jeder 40,000 Mann staxt, so daß im
Hanzen 200,000 Mann in Polen Winterquartiere beziehen wer—
den. Dislocirt werden diese Truppen in der Art, daß das große
Powonstische Lager bei Warschau 60, 000 Mann aufnimmt, 40,900
neziehen das neue Lager bei Kalisch, und 20,000 rücken unmit⸗
elbaf au die galizische Greuze, und zwar möglichst nahe an Kra⸗
tau.“ General Toitleben und eine große Anzahleder tüchtigsten
russischen Ingenieure sind bereits in Warschau Lingetroffen. (Dem
entgegen soll die russische Regierung, nach einet! Mitiheilung der
Bun H.3. bestiumt erklätt haben, daß im; Polen militärisch
absolut Nichts vorgehe, als daß General Totleben wie es-cs all⸗
ahrlich gejchehe, die polnischen Festungen inspizire)
Amerika.
New-⸗NYork, 18. Oct. Mehr als 53000 Indianer haben
sich in Kansas zu der Conferenz mit der Regierungskommnjsidn
eiugefunden.
A —
J — 42

Verxmisich te 8. ιι
f Beirlin. In Betreff der Explosion auf dem hiesigen Pots-
damer Bahnzof schreibt der „Staats-Anzeiger“: Es ist üoch am
gestrigen Tage gelungen, zu erwmitteln, von wem das Postgut ab⸗
gesandt war, dessen Inhalt auf dem hiesigen Potsdamer Bahnbofe
aug, Dienstag Abend explodirte. Die dreizehn Pfund schwere Sen—
dung war von einer Ziun⸗ und Spielwaaren Fabrik in Berlin,
deren Firnmn wenig bekannt ist, abgesandt und enthielt Knallsilber⸗
Platten zur Verwendung für Spielzeug. Die Angelegenhein· be⸗
findet fich in den Handen der richterlichen Behörde. 9
eaF In Pesth hat, ein Abjähriger Bursche (Sohn unbemitielter
ẽltexn) ein Adjahriges Mädchen entführt. —
ꝓpMe tz, 830. Oct.' Das 4Journal de la Meurthe“ erzählt
folgendermaßen⸗ einen sehr bedauerlichen Vorfall, welcher sich kürz⸗
iich in Metz zugetragen hat: Ein Unterofficier der Geudarmerie
er Division, welcher mit der Brust voll Ehrenzeichen das Café
Parisien zu Metz besuchte, in dem die Officiere der Garnison zu⸗
ammenzutommen pflegen, wur so erstaumt, sich plötzlich in einer
o zahlreichen Gesellschaft und' unter so vielen Officieren zu befin⸗
den, daß er unschlüsftig wurde ob er bleiben oder wieder weggehen
olite. Der Cafewirth. welcher seine Unentschlossenheit bemerlte,
zab tihm die Versicherung, daß das Caféhaus allen Besuchern of⸗
senstehe, worauf sich der Unterofficier an einem Tische niederließ
und um eine Tasse Kaffee bat. Kaum war dieser servirt, als ein
Dert·an Civillleidern auf ihn zukam und ihn mit zornglühenden
Tugen folgendermaßen interpellirte: Unterofficier, hier- find Sie
nicht an Ihrem Platze; verlassen Sie dieses Local!“ ...„Aber“,
entgegnete Höflich der Gendarm, „der Wirth hat mir versichert, ich
tdnute hier bleibenz indessen ich werde mich entfernen, sobald ich
—
varüber, daß ihm nicht auf der Stelle Gehorsam geleistet wurde,
turzte der fragliche Herr (es war ein Stabs-⸗Officier) auf den
Tisch zu, umd Ichieuderte die Taffe mitten, in den Saal, so daß
dir in der Nähe besindlichen; Personen mit deren Inhalt über und
aberbesudelt wurden: Der Dazwischenkunft anderer Officiere und
geigneten Eutschuldigungsversuchen gelang es, die gerechte Entrü⸗
stung der Umstehenden auf der Stellegzu beschwichtigen; der dech⸗
rirte Gendarm, die unschuldige Veranlassung zu diefer empoͤren⸗
den Scene war inzwischen verschwunden. Eine in den passendsten
and gemaßigsten · Ausdriclen ·abgefaßte. Klageschrift ist gehoöͤrigen
Orts bereits abgegeben worden und ist das Metzer Publikum auf

zen Ausgang dieser Sache natürlich außerordentlich gespanut. Ix,
stußland hochstens lonnte Aehnliches vorlommen. 25/
In der Racht vom Moniag zum Dienstag farb nach enie
etzlichen Leiden in Schöneberg in Maison de santé der General
Rurawieff aus Kowno, ein Sohn des ihm vor zwer Jahren im
ede vorangegangenen blutgierigen Murawiesf aus Wilna. Etr
eichnete sich vundig seines Vaiers, pöhrend der letzien bolnischen,
krhebung. wie jener in Wilna, so er in KLowno bdurch unersätt-
iches Morden aus. 0
ondon, 1. Rovb. Ein Telegramm aus Souih Shields
nelder: Eine entsetzliche Katastrophe ereignete sich gestern in der
dohlengrube Shank House bei Cramlingion Meorthumberland.)
200 Menschen, die gerade zur Zeit der Abldsung zusammenin.
der Tiefe waren, wuͤrden von dem plötzlich hineinstürzenden Waf⸗-
er überrascht. Man befürchtet, datz die Unglücklichen Fünnmntlich
abei ihren Tod gefunden haben. 3

7 Von der englischen Küste werden zahlreiche Schiffbruchen
emeldetn bei Margate an der Themsemündung ging die Schaluphe
hazelle unter, ohne daß man von dem Schickfal der —
hbas weiß⸗ — An der Küste von Labtadot sind wkchrend ehne
jeftigen Sturms am 11. Oct. 11 Schiffe, meistWalfsischtaͤnget
ir Grund, gegangen. —Auf den in den jungsten —————
—V ungewoͤhnlich große Meng?
„ou Scorbutfällen beobachte. 7—

7 . Im europaischen Handel — schon amerikanische
Weine brc In Berlin wird Ohis zu i8. Sgr., Katawga zu
20 Sarxa Isabella zu 1. ThlunepreFlasche ausgeboten.
7 Gmilitärisches.) Wie dus Tgbl. von St. Gallen“ ꝓaus
Wallis berichtet, ijt der dortige Oberstlieutenent b.. Courten na ch
stom geeilt, um dem h. Voier als Soldat zu Hülfe zu lonr
nen⸗Der Weigerung des Oberstlieuienanis, seinen jrüheren Grad
n der paͤpftlichen Armee wieder einzunehmen und dem Entschluß,
ils einsacher Soldat zu dienen, legt das genannte Blatt etwas
molitibs das Motiy zu: Grund: Wahrscheinlich habe er als Oberst⸗
ieutenant keinen Schaden anxichten wollem Dabei wrinnert es
an die einem gewissen Majore gesetzte Grabschrift ir ü

Hier tuht der tapfe Major Dumm,

Er kam in einem Treffen um ..... 4272

»Sein Dient um's Vaterland wax groß,
aα Dem dadurch ward es seiner bos.
at Mañn z, 80. Oct. WGerfallende Freiburger Loose.)Die
Freit ither degrhncs Lobsez Serie 782 Nro. 13. 30. 47, 18,
795Setie 781 Nro. 21, 22, 80, 33, Serie 1844 Nro. 15,
19, Seris 3409 Nro. 36, Serie 3638 Nro. 34. 48 49, Serie
1542 Nio. 28, Serie 5152 Nrg. 16. aus der Ziehung vom
15. Juli 1862 xüchständig, werden am 15. Februar 1868 werthlos

Landwirkhschaftlichesss
Oäs Brennen des Bodens. Schon in der urältesten

Zeit. den Anfängen des Ackeerbaues. hat man die Beobachtung ge⸗
nocht, daß dem Feuer ausgesetzt gewesenes Boden, 3. B. die in
der Bibel erwähnten Topfersäcker, in ihren Erträgen gesteigert wur⸗
den: Zuch ist es allgemein bekannt, daß zerfallene, Ziegele oder
Bacsteine, über Kulturland ausgebreitet, eine sichtliche Ertragsver⸗
nehrung zur Folge haben. Furr die Meisten überflüssig ist wahr⸗
cheinlich die Vemerkung. daß der Grund der Ertragserhöhung wohl
n der größeren. Aufgeschlossenheit, der leichteren Loslichkeit gewisser
Bestandtheite des Bodens gesucht werden kann, vorzugsweise aber
zärin gesucht werden muß, daß der gebrannte Thon an Auffjfau—⸗
ungskraft für wässerige Niederschläge, wie für Ammoniak und Kohlen⸗
aure, zwei der wesenllichsten Pflanzennährmitttel, gewinnt. Ebenso
icher wie diese Thatsachen ist auch die, daß der zum öfteren ge⸗
brannte Thonboden wohl in seinet treibenden Kraft nicht verliert.
zaß ihm aber die körnerbildende Kraft durch das Brennen allmah—⸗
ich abhunden komait, nicht minder ist es gewiß, daß der sandige
zoͤden, wie es die Erfahrung oft schon gelehrh hm; durch das
Zrennen in kitrzer Zeit ganz zu Grunde gerichtet werden tann .
Wenn sich nun hiekaus ⸗ergibt, daß das Breumen- des puren Bo⸗
dens maucherlei Bedenkliches hat, so entsteht nuu weiler die FRrage,
vas von den Brenunen des Rasens zu hallen ist, wie es noch öf⸗
erhein tMecklenburg, im Bogelsgebirge, im Odenwalde, der
Mosel und in anderen Gegendenden zur Ausführung.
domint. Findet das Rajeuschälen,- undRasenbreanen in · seuchten
Tieflacrdrreien, statt, id hat es nicht allein den Zwed. die Wur⸗
zeln rasch zu zerstören und das Land in einen pulverigen Zustand
ju persehen, vielmehr soll dadurch auch die im feuchten Rasen nie
ehlende und das Pflanzenwachsthum beeintrachtigende Saͤure ver⸗
ilgt ,werden. Werden aber hochge legene and trockene Rasenlaͤn⸗
eien dem Vrennen unterworfen, jo dandelt xd sich nur um rasche

Zerstörung des die Klarheit des Baues beeinträchtigenden Wurzel⸗

hertes. Wen.n dian nun in Erwägung ziey, saß durch das Ber⸗

rennen des Raͤsens die in ihm euttaltenen pflanzuchen Dioffe
        <pb n="526" />
        ber die berasten: Ländereien, che man sie in Kultir nehmen kann,
ine Zerstorung ihres Wurzelwerkes erfahren. haben müssen, so
virdies überall am geeignetsten sein, die abgeschälten-Rasenmit
ebranntem Kalkn untermischt · auf Haufen zu setzen und dieselben
ritweil ignimn zuuechen. Der Kall zerstort das Wurzelmerk auch, aber
hne daßdasselbe in Luftform wie veinn, Brengen aufgeldst apirdalle
Stoffe. die ĩn dem Rasen nenthalten warenzzbleiben nur Han · ande ⸗
er: Form in ihm, nnd daher hatdenn auch der so bexeitete Kom—
ost. üben die geschülten Lündereien ausgebreitet, ganz andere Wir—-
ungen/ als dus bischen Asche. welches beim Brennen des Rasens
ibrig bleibt. Das Breunendes Rasens zerstört die Bodenkraft,
aß mäßige Kolken desselben erhält sie:
* * — ——— ———
S Hö— ——FF6
Hausversteigerung.oe echweihe. e
Kirchweihmontag Nachmittags aeed e Vontag von J bis 7 Ahr.
— —* —— —R . uee
mufikalisc Tanzunterhaltung—
Abendunterhaltuen g 174
u S o untag:“?“
wo u freundlichst einladet.
St. Ingbert, 7. Roh i867.Obαιαανννν
— — — —
77 AC ũẽ ——
Auf dem Tripp⸗ Eein iraelitiches Manufar.
e
— I f. Zweibrücken * einen Lehrling
den für diese Woche täglich e i ichr Fonfesfion. F
39 bis 100 Schoppen Vilch ——
IUnn 55 —A erre der
ibgegeben; — den Bestellern Sin Zwebrücken dn7ne
der Schoppen zu 3 Kreuzer 2583 — fl. 53 aep —
58 *4 erste Areihige, — fl. — kr. Gerste —
in die Wohnung geliefert. ——— tr Spelz8 il. Is kr.
F b . — lern d fl. fr.. Dinkel 3 fl
W — — 6 kr— Mischfrucht flt tri, Hafer
urz u 1 g e r »fl. 7 kr., Erbsen 5 fl. zo —fri, Wicken
Kath. Hauskalender. 140 Ir. Kartoffeln. Iil. 12 ir. Hen
BVBaterlands⸗Kalender, fl. M kr Stroh 1 fl., 6 kr., per
kustiger Zilder-Kalender und — ————
z JZabresbote. bdornbrod 3 Kar 81 tt. ditio DKgr,
der Lahrer —— 21 tr., ditto Tagr.«I0 kr.. Gemischtbrod
8 Landbote et 3 Kgr.38 kr., 1Paat Weck,! 7Loth
ind · eingetroffen bei 7 ν ir. Rindfleisch/ I. Qual.18 fkt8
Peter BStiles. Zual. 16 kri Kalbfleisch 16 kr., Hammel⸗
leisch 16 kri, Schweinefleisch 18kre, per
zfde Wein 23 kre Bier, 6okt per Liser
hutter 28 kr. per Pfund. i
ATrrchtpreise der Stae
Kaiserslautern vom A November.
Weizemn: 8 fl. 18 kr Korn 6fl. 37 tr.
e Spelztern fl. tr.,Spelz 5 fl.
— — —— 37 trGerste 8 il. A4 r, Hafer 4 fl.
F 1334 inn etrusErbsen 5 fl. I15 kr., Wichen 4 fl.
TansUnterricht!l! 3fr.Linsen — 18 7 perZentmer.
Finem w ohlloblichen Publikum die er— Brod præeise: Pfd. ornbrod 29 kr.
eebenste Anzeige, daß nach der Kirchweih — deihrod Iq lx.v undi&amp; Pi
G ee zweite Eurfus im Locale des Weißbrod 18203 ——
J rO ß es derrn Ferdinand Oberbauser Wo n d ype n ¶ 9
42 ,ünut. Die Herrn und Damen, die fich Wir notiren heute. Weizen
Preiskegeln. Zabei z betheiligen wünschen, werden gee dis — ijl. — kr. Roggen 13 fl. 45 kr.
— — — — beten die Anmeldungen bei dem Unterzeich⸗ bis — fl—kr. Gerste 11 fl. 80 fr.
— Frische —8 neien sobald als möglich machen zu wollen, ꝛis — fla ir. per 100 Kilb., Hafer
,e 24 voselbst auch eine Liste zum Einzeichnen 5fla— kr. dis — fl. Akr. per 60 Kilo.
Goͤttinger * Schinken »ffen liegt und die naͤheren Bedingungen e Partie g sge wdie 8
33 inzusehen sind. — 5 kr. Roggenmehl — fl. — kr. bis — fI.
sind eingekroffen bei J ee
Joh. Friedrich. — fh. — kr. Weizenvorschuß — fl. — kr.
— Joh. Friedrich · zut — 3*8 ee i si . ie Vlumenmett 18si. vo ir
TTC.. 557 wvohnhaft bei Herrn Franz Weißgerber.. gig — fi. tr per 70 Kild. Reps
Kirchweihsonntag 10. Nov. x sbo unp —
2444. . irchweissonntag und dilo, Rübol ohne Faß 22 fl. 30 tr. bis
— Freimusik, ch — 5288 28 fi. xr. Leinot ohne 86 24 fl.
3234 20 * is? — 30 kr. bis 25 fl. 830 kt. Mohnol ohne Faß
Kirchweihmontag ————— PF — —322 x J 36 *. z s bis 24 8 g
777 — JRecrae 50 Kilo. Repskuchen — fl. — tr. bis
Bürgerball 701 musl. Dist ie Branmmwein 34 sB. 80 in
bei (ο bei Johanun Hofmann. dis 35 s. r.
J J ⏑ —— 9
Redaktion, Druck und Verlag von FrxX. Demet in St Ingbert.“C

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        σ s ναα—
8* * ——— — E ——— 7 58 7 *8 *22 — —
* “5 —— 5 3 J 7 J
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6 — 4 eg * 5 * X 3281, 18 ——8 m ivi ο irt
ιονο ò uuο nιν . J— e ,””

α 216 3i nafiite αν ν iιuuut ι 4 e ——— I iltin Anenh 11 Aꝑ 7 9* —
n i : öιι οι ( — —— — 5* Ares
8 — — Zaßlal⸗ A⸗ñA⸗ennt mkchrullick sreimalStensStga VDs *
der Si. Jugpetl er Angelg et? mit seinem Unterhaltungsblatte e e e Di ————
und Samsdage Abonnemenlspreis viexteljahria 45 Kyzr. oder 18 Silbergr zeigen wert en mit zrdien paltige Zeit
q ornneczenaprels viexte Blattschrift vder derenn Raum herechnet. R——

* ⸗ 7— J 3 h — 1*
— — — — 222

5 —— ν α 67.
*X 2 —A8

Nro. 134. a3ιαι HäιιννJ us , Lamstag, den 9. —2. — —
End nä ro —J0
talaie in αο Deu tschlaub. —0 : —*
n Munschem;:? d. Moppin Aug dem man den Konig erstatteten
Antrag des Ministeriumẽ der Finanzen, die Rachweisung über die
den Centralfonds zugewiefenen Stadtseimnahmen für das
Berwaltungs jahr 1I865466betveffend, ist ein vollstandiger Auszug
der Kammer der Abgeordneten pargelegt worden. UAus der Zu⸗
ammenstellung? ergibotesich, / daßz die Reineinnahme pro 186566
54,095, 156 fl. betrug/ wührendu dieselbe im Budget für die VIII.
Finanzperiode mit A6.8520, 697 fI. angenommen war hiernach be⸗
trägt dier Mehreinnahme 7,674, 369 fl. Die Grundsteuer ertrug
im genannten Jahre 6,618,772 flumgegen den budgetmäßigen An⸗
satz 113,897 fl. mehr; die Haussteuer 968, 24 1 fhl, Mehreinnahme
gegene das Budget 143,604 fl.ʒ die Gewerbsteuer 1,490,202 fl.
mehr um 206, 136 fl.; die Capitalrentensteuer 678,816 fl., ameht
umI 15,836 flaʒ iidie Kinkommensteuer 319,480 fli. mehr um
63,50 Pfli; die reine Einnahme an indirecten Staatsauflagen be⸗
cug 226090, 608 fl. und zwar idie Taxen 5,569,0483 flals der
Bugetansatz mehr 1,068,048 fliz die Stempelgefälle 1,723. 612 fl.
mehr um 518 269fl. die Aufschlagsgefalle O, 733,641 flir mehr
um 3,533,841 fl.y die Zolle 6,664 106 fl., gegen das Budget
mindet um 685,893 I. Diese Mindereinnahme hat ihren Grund
in derumit⸗ der Einführung desn neuen Holltarifs dvom L, Juli
1865 an eingetretenen Ermaßigung der meisten Zollsätze,sowie
tamentlich auch in den Kriegsereignissen des vorigen Jahres, de⸗
ren Folgen sich auf den Gebieten des Handels und der Industrie
fühlbar machten. vyA,— C S
mMauchen, 58. Nobp. Aut den Nachweisungen über. die
Staatseinnahmen im, Verwaltungsjahr 1865/66 hebep
wir noch Folgendes hervor: Die Salinen ergaben einen Reiner
trag von 3,277,829 fla gegen das Budget mehr um 147,8209 fl.,
die Bergwerke in der Pfalz 3868,467 fl., mehr 118,467 fl.; die
Eisenbahnen 6,329,644 fl., mehr 1,826,388 fl.; die Posi
597,891 fl., mehr 27,801 fl, die Telegraphenansialt 42,655 fl.
mehr 12,665 fli; die königl. Bant in Nürnberg 186,958 fl.
mehr 36955 fl.; hinsichtlich des Donaus Main-Canals ha
sich bei einer Roheinnahme, von 98,900 fi. und einem Auf—-
wande vpon 160,227 fl. eing. Mehrausgabe von 61,327 fl. er⸗
— aus den Staatsforsten, Jagden Und Triften wurde eine
innahme von 6,020,518 fl. erzielt, gegen das Budgel mehr um
1,020, 3518 fl.a Zu dieser Mehreinnahme haben vorzugsweise bei—
getiagen —— per · Staatswaldfläche durch neue Er—
verbuͤngen, die fortgesetzte Entlastung der Waldungen durch Ab⸗
sosung der Forstrechte, die Ausdehnung der Forsiculturen. Wald—
wege und Triflbauten, dann die durch bessere, Verlkehrsverhaältnisse
unterstützte Exmeiterung des Absatzgebietes. Gegen die Einnahme
— des Jahres 1865/66 eine
nicht unbelrächtliche Abnahme, aus. Die Ursache hiervon, liegt
neben, der allmählichen Ausdehnung des Gebrauches von Brenn⸗
holzsurrogaten und der milden Witterung des vergangenen Win⸗
serd —R in der Störung der Handelsverhältnisse, welch
durch die politischen Ereignisse des vorigen Jahres hervorgerufen
wurde und sich namentlich in einer Verminderung der Ausfuhr
don Commercialholz fühlbar machte. Der Reinertrag aus Oeko⸗
nomieen und Gewerben war 208,607 fl., gegen das Büdget we—
niger um 33,761 fl.; die Lehen⸗, grunde und zinsherrlichen Ge—
sälle ergaben einen Reinertrag von 4,068,547 ft., weniger 111, 228fl.
ber Ertragsantheib des Staates an der Ostbahn betrug 110,574fl.,
während im Budget der VIII. Finanzperiode für die übernomment
Zinsengarantie eine: vorsorgliche Ausgabe von 450,000 fl. einge⸗
dellt war ι
Möünchen,6. Rov. Die Brutto-Einnahme“ an Rhein⸗
chifffahrtsgebühren beliefen sich im Jahre 1866 0uf 922,723 Fres.
was gegen das Vorjahr eine Minderung von 846, 280 Fres. ent
Dor In Folge des Friedensschlusses vom vergangenen Jahr
ind beranntlich die Rheinzölle vom 1. Jan. 1867 beginnend gänz
lich in Wegfall gekommen. — Die Nachricht des Schwäbn M.“
daß: Graf Tauffkirchen zum daye rischen Gesandten in BVerlinbe—

stimmt sei, ist vollständig unbegründel. — Der Kaiser von Oester—
reich ist heute Morgens 34 Uhr hier angekomwen, im „Bahyeri—
jchen Hofe“ abgestiegen, hat sich gegen 39 Uhr giach Pohenbeer
hegeben und wird heute Abends hierher zurückkehren, um dem Koö⸗
nig einen Besuch abzustalten. Im Theater findet heute Abends
bei festlich beleuchtetem Hause die Vorstellung der „Hugenott en“
statt, welcher der Kaiser uud der König beiwohnen werden.
München, 7. Nov. Baron Beust hatte gestern nach seiner
Ankunft sofort eine längete Unterredung mit dem Minister Fürst
Hohenlohe. Er reiste dann mit dem Kaiser nach Wien weiter.“
in 2 J Dienftesnachrichten.
ulerm 80. v. Mis. wurde der nach vche Re⸗
vierforster Wilhelni Schindler, seinem Ansuchen eutsprechend, auf
dem Revier Rosenthal, Forstamt Winnweiler belassen und auf, das
Revier Stamham, Forstamt Ingolstadt, der dermalige Actuar des
Forstamts Friedberg. Friedrich Birzer, zum provisorischen Rebler-
Irxster beförbert. ,
Vom 6.1. Mis. an wurde der Accessist Joh. Baptist Sell
zum Assistenten, bein, der k. Postperwaltung in, Neustadt a /H. erx-
nanut . νι« tα 4—
ri Offrenbarch, LNbv. Von hier aus wird die am 11. d. W.
in Kassel stattfindende siebente Generalversanimlung des National-
vereins durch einen eigenen' Delegirten beschickt werden, der vorläu⸗
fig dahin instruirt ist, für Auflösung des Nationalvereins, und
fur Ueberweisung der noch“ verfügbaren (etwa 100,000 ffl.) Flot⸗
tengelder au die deutsche Gesellschaft zur Retttung. Schiffbrüchiger
zu stimmen. Daß jener Fond für national⸗maritime Zwede ver⸗
wandt werden muß, ist eine unabweisbare Berpflichtung gegen die
Geber; und hierzu möchte sich in erster Linie eben die genannte
deutsche Gesellschaft' zur Rettung Schiffbrüchiger empfehlen, welche
nicht nur ein humanes, sondern insofern auch ein im besten Sinne
aationales Institut genannt werden darf, als es eine wahre Pflanz
chule zur Heranbildung unerschrockener und wetterfestet Seeleute
zu werden verspricht. ———
Berlin, 5. Nov.“ „Die preußische Regiernung,“ welchebes
der bisherigen Entwickelung der italienischen Frage der Erhaltung
des Friedens ihr Interesse vorzugsweise gewidmek hat, wird ihre
Wünsche und Rathschläge gewiß auch ferner geltend inachen:“n Die
„Provinzialcorr.“ kennzeichnet mit diesen Worten sehr genau die
bisherige reservirte Haltung Preußens den Dingen in Italien ge⸗
genüber. Der Kaiser Napoleon mag sich eine Legion Orsinis auf
den Hals gehetzt haben, er mag auch fonst falsch gerechnet haben,
als er den Befehl zum Einschiffen näch Toulon sandte;“ aber er
hat Italien der Welt in seiner ganzen Schwäche gezeigt, und“die
Welt sieht sich gezwungen: von dieset Thatsache Ackt zur nehmen
Die Truppen Victor Emanuels haben den Franzosen das Feld
geräumt; diese Letzteren üben nun den Schutz aus, zu welchem
sie der Papst, als Souverän in Noth, aus Frankreich gerufen
hatte. Das Recht des Papstes, sich dem Schutze Frankreichs an«“
zuvertrauen, ist unwidetlegbar, und wenn der Papst den Schuß
Bictor Emanuels zurückweisst, so ist er auch in, seinem Rechte.
Darin hat sich Niemand zu mischen.‘ Ein andereßz ist es um die
Septemberconvention, welche nicht geeignet ist, Italien
und Europa dor beunruhigenden Collisionen zu bewahren. Diese
wird abzuändern sein, und hierbei wird Preußen seine ferneren
Wünsche und Rathschläge laut werden lassen können. Die „Pro—⸗
bincialcorresp.“ hofft, daß die Gefahren für den Frieden, welche
die italienische Frage heraufzubeschwören schien, für jetzt in den
Hintergrund treten werden. Uebrigens bestätigt das officielle Blatt,
daß von Frankreich wohl beim Beginne seines Einschreiten? dir
Absicht kund gegeben worden ist, eine neue Regelung der betreifen⸗
den Verhältnisse unter Mitwirkung der übrigen Mächte herbeizu⸗
führen, daß jedoch bestimmtere Anträge und Vorschläge zu solchem
Zwecke seither nicht gemacht worden sind. Zunächst cwird wohl
Frankreich sich mit dem Papft zu verständigen suchen. — In Be⸗
treff der orientalischen Frage höre ich heute nur, daß die Cabinette

R
        <pb n="528" />
        jußerst thatig sind, um duch diese Angelegenheit Zinz in ruhiges ist, zwelche wir Frieden anstrehes müiffen. Diefe Wahrneh
Beleis zu Jenlen. Die rprn Shcletvig und 83 — 38* 35 nur bestärken auf der g Bahn
reten vom —— s an Verbant des Jollvers J eut ig vrmaptẽe u schreiten 9 rechne dabei auf⸗ di⸗⸗Uniter.
nit —JV——— augßsecks e einische ð. — Odsterreicher.“ Die Erwiderung des
hietstheile vethe⸗di dher vchon ven dem Zo⸗ ud Steuerberbande dahers Wurdk mir Jubel dufgenommen der Eaifet fuhe ind offe
i den ölbherjo Nhanern ausgeshlossen warenDer freie Ver⸗ nem Wagen durch die dfestlich geschmücten dicht gedrängten Straßen
—R inter ununterbrochenen gegeisterten Hochrufen in die Hofburg.
Berlin. 6. Rov. Wie die „Prob.Corresp. mittheiltz wird Die“, Wiener Correspondenz“ schreibt: „Wie wir von gu⸗
ie Eroffnuuge des, Landtages, am, 17. oder 18. d. M. durch den er Seite vernehmen, ist Frhr. v. Hübner von seinem Posten in
bie vou hiesigen Koni abberufen worden. Die Wahl seines Nachfolgers scheiat be⸗
Zeidungen gebrachte Nachricht von einer bevorstehenden gisennen reite entschieden. aher noch nicht vollzogen zu sein—
unft des Irhrn. v. Beust mit dem Grafen v. Bismard als boll- Fraukreich ·
tandig phegrunget. — Frau terwp ——*—* *
BSrlin 6. Nob. Das Anerbieten Vadeug/n den nord·P ats; 4. Nob. Man erzählt folgendes —
Tutschein Vund einzutrele, ist von Preußen nicht purg zuruckge⸗ fum·das wenn es:·wie mon · v rsichert/ exnet warerein Remuch
viesen, aber der Eintritt Süd- und Rheinhessenz in den, Nord⸗ roßes Interesse bieten wurde Als Herr Rigra dem Kaiser an⸗
And ist alg Vorbdedingung aufcsesli worden — F seigen sollte, daß Victor · Emn auen· ehmn abʒudanken die Absen⸗
—
6 3* chieben können itberveichts er Srr kaiferlichen Majestelt canent oigem
dad sür jedes Hinlerladungsgewehr. zung Scheibenschießen n iig denee 53—
d u t e eeeen een ee dn Sre Drwt mt ee
— —————
———
bis Ende Dezemher durchgeführt sein. .9327 466 —48 he ne e
— ——
Wanzl⸗Gewehr entschiedem besser als sein Ruftn Seit man: mit Zründe nichtan eben meie — — —— Se
der Hülfe von Maschinen, arbeitet, an, denen es vorher lange Zeit ee e — Sr.
etroh per von uß sein konntam, aus Fuutcht, einige Arqumente
mangelte, fällt — besser aus, und zugleich geht mit afuheen ze mussenderen Lnwendung baidigendeür Seu iWo⸗
er Arbeit weitaus rascher borwärtsals früher, wo der Brunnen —— * g pelegend sr
Vr werrcie raqer pog— woe — 1. rgumente wären,n daß⸗ wennnder
gachsam wrur troͤpselte anstatt. zut ffüeken. Das tiestge. Angeunt paiser aus dem Grscheinen der iauiemschen Fahns auft dem Goi
sein luefert jett. 600 dintetsader täglich; bis zumm iachsten Früͤhe ene des Heil, Stctlebesoforte einen Gans boinn my hiedis Preu.
ahr wird die gunze Armee damit versehen, fein. Es sind gegen⸗ zeu vor v — * x uͤber dem Rheinengeien. —8 Mon fu te
nig aus 2a Inancticdivisionm Dfigere hier, aremn Aisenot n eaeeeeehe en —* —
die. Uebungen mit dem yeuen Gewehr durchzumachenrnhd dann —E ene dewogen ”—— —
ails Vehemeister zu ihren Truppentheilen zuruückzulehren VLin prac⸗ tme ee e habe vdag die —S——
iischer Vetgleichung nit andern Gewehren sehit es —daben Gicht z nn sia tein anberee Minteu habs die Vienerhee hut ——⸗*
nan hat beiläufig 80 Sorten von Hinterladern zur Verfügung, rubpen mi inucken lafsen auf bag papstuche Gbien 88
ber das Wänzi⸗Gewehr, obmohl nicht ohne. Schattenseiten,z weist gedi mnecsein ie ijben Spandang zu—
e eee e dag Sen ott aur esee e e —
ürn die Umgestaltung alterer . Gewehre in Hinterlader, adoptirt. holle — — bedenttichen nischlie⸗
vährend für die Erzeugung neuer ausschließlich das System Wörndi ue ogh rocnr
ffür welches gleich gufänglich, ein Correspondent. der Londouer — 1e
Times“ schwuͤrmte) in Geitaugeist. Auch mit einer, Kugelspritze“, 44apn Die für heute Nachmittag 3 Uhr angesetzte aialienische
53 8 6 — xbeiter⸗Demonstration hat'auf den Boulesads schon jeht eine Un⸗
inden noch fortwährend im hiesigen Arsenale: Erprobungen 5 Mn —— ads schon gje h
fatt; nach Maßgabe derselben muß die shatsachliche Wirkung in jahl Setngeant ee Poligisten sich ansammeln
rieg eine wahrhaft mörderische sein, „Es ift dies uübrigens nicht assen die verhindern wifsen
die in Frankreich angenommene: Kugelspritze, sondern vereits tiue veriden Auf In aunn 2 i e anh ahn⸗
veitere und verbesse de Auflage er ersten Erfindung. Unsereer iche Maßnahm getroffen⸗ um/die Studenten an einet Kundge⸗
indungoereiche Zeit, scheint ee will es mir bodsbrinsgenden Netue⸗ us inn ausgesprochenen fFriedlithen Simm zu werhlndern. Von
cungen noch noch dig zu dem Ergebniß treiben, datß- gleich das iltrgmontaner Seite sollte ein⸗ ee organ sirt wer
aisse Zusammenlreffen duch das entscheidende wird. Fedoch, deu n doch srheint man auf höhere Weisung bon diesem Vorhaben
riegerischen Schmug, und Waffenglanz wird man iin Auge bvehal⸗ bgeksmmen zu sein · In perfchidenen ualiemischen Stadien fan
dn ach wie vorher Was die tNufuge Uniforuirung der Armee en bereits Demonstrauonen gegen / den! Beschlußz des Cabinets Be
zetrifft, so scheint man von der krapprothen Hose nachgerade wie⸗ abne Staat. welchet das Plebiscit von Frosinone nicht anerenmt.
ver abkomnien zu wollen. Eine. Blouse steht noch Loqntuell in J rnn sot — eine große bourbonifche Verschwoͤrimg
Aussicht, indeß eher von dunkler Farbe als hechtgran, wie das ntdect ¶ worden feidn r 6
sisher probirle Muster war; der weiße Waffenrog, würde gls Pa- Die Furcht vot popicldren ¶ Vennonstratidnen ist hiet jetzt so
eanu blesben d ie lorablumnane Hose van . 66. daß setbst gaher Framz Ieseph darimtet leiden wutte. Dut
Waien, 5. Nop. Gin Pariser Brief der Deballe slägzirt den donzen wußte doß deß Kaiserg volt Hesterreich Besuch im Varloͤts—
Inhal des Beust shen Rundschrewens. Vadsele io ha die theater (Grand Duchese) hur einet Manifestation ünd, den Rufen:
hemeinsamkeit der Ausichten des — c fraͤnzösischen Es lebe ae wit det Inlervention Beranlahung
Jabinese in dem hurhahchen Hauptfragen Dese Polnm gelie ieten sollte, Hert Pietr begab sich dahet nach den Elysee und
een en e eeee ee Geestehern ue demn eaden von da snen b Wen den eates aan gug
Jialiend) ionne ebenfalls nur eine Frichendaktion sein, nnn and zu den Varlgtoes einen seht chle hten Eindruc gemacht habe,
ee aeeeee u achnctezb Zundaehingen Iubesiunnnn ien dent auc esz Ihe
zier eingetroffen und am; Bahnhofe von den höchsten Kibil- und ter frequentire, und fügt bei daß gerathenet wate, die Grand⸗
Militarantor täten, Deputationen, beider Reichsrathshüuser, dem duchesse zu vetmeden Diet geshah guch Amd die Leiter der Be;
Zurermeister / und Semeinderathen feierlich emmfangen worden. Legung amen urn —*— e wurden hier fünf Groß⸗
Der Bürgermeister begrüßte den Kaiser, in: längerer Anspracheimn geus des Stephanee rdens ge heilt. an Moultier Rouher,
velcher er betonter daß die Worter melcher der⸗ Kuiset in Paris diel Rigautd de Genouiup And Lantobert. — ———
zesprochen, den freudigsten Wiederhall in gang · Oesterveich gefun⸗ Deßerreichñhat den Roiddeutschen Vund Nan guchdibio⸗
den.n denn nur durch innern unde äußernen Frieden nunter dem natisch angrkannt, Der Grafe Möülinen. der ölterreichische. Get
Schutze freisinuiger, volksthüumlicher Gesetze set dus Glüch Oestere huftssraͤget in Patih, stcaum Gesandten bei — B
reichs gesichert. Der Bürgermeister gibt Idan Gefühlen über den vardemne ιιινιιy, III t3 ια ιναα
Nanzender Empfang des Kaiserb in Paris zund Ader die glückliche 1Padi 9,058. Cod. Das Eiole meldet: z1.Manozeigheucs
tückkehr des die Volksrechte anerkentien denumid schützenden Kaisers in, daß die römische Curie sich nicht mit dem verhängnißppollet
unter dreimaligen Hoch Ausdruck, mune Igout ln ne Dienst begnügen werdd, den man Ahr autch;; Wiederhesezung der
Der Kaiser erwirderer Ich danke- Für den herzlicher; Emr⸗ wigen Stadt geleistet hat·Sir soss den Angriff auf die italiem⸗
wang, welchen dier Bewohner der Reßdegzstadt mir berbitet⸗t Die che Stelfungen bertangen. ja geradezu gebieterisch fordern. eben
Sympathien welche.jch überallin Fraubreich gefunden, heruhen Jr In Paris: soll einne römischee soriatzessig angekomunen sein, di—
muptsaͤchtich anf der Ueherzeugung, daß Desterreich-dirrchrd seine surch Dis Energielihter potitischen Keihetzschaften unudn durch ihrt
rinigung in Fanern yta gestürkt, madet jene Stellung znnehmen tnsprüche-xiste große diplomatische Rollen hrelen zug wollen, seht
irde welche ihm gebahrt, daß es daher die Kräcftigung Oesterreichz xkannt isn Sie, wärt, hejßt lesaagekommen um zutt alla ihten

—
        <pb n="529" />
        gemuhungen · und all. ihrer Geschidlichteit, die roͤmische Punciatur und einer französischen Intervention. aufheben. Die Regierung eyxwor;
Jordecor denn neusn Hrenzzutzes gu se poneatnunn et, d ere den Erflaxungen e —S——
e Parxeir e 6. Monm Den⸗ Fronckn ufolge bleiben die Frau- Aeußern vom 25, Hlt, die franzosischen zurtzatzo gen
Han g Rofnbis daß. Schigsel des betigen Stuhies pollsandig und gus Betretung des Perhandlungsmegas hebufg hefininven ody
eüchert zst ne Derr Marschall O' Jonnel nnd Herz. Duchaleh, gey ung der römischen Frage geschritten werde Die Obinionen
deiener Minister Louig Philippq. Inde gestorbeg. ersichetk. Fig jeht seĩ laine Wacht den Contettundoxichlagen Ig
Pari Nov ⸗Der leins Monuteur helltin —— eichs wegen der ro nischen Frage e eee *
henschaug dig werschiedenen Rachrichten, zusamnen, welche sich. auf en. Wunsch ausgedrückt. sich gu. der, Conferenz
W Gefechte von Heantang nd Montorol ondo heziehen. Er spricht Zire rwohrt d Gerstk —— weydt seinen Borschlag.
— R———— — —S—— — — ————
pegen die Bonden Theil, gengsnamen haben, Er bemerlt nur, dasz seflehen solfle. uum 38. —75
die Anfunft ber Framzosen in Rom den papstiichen Truppen gestate; an Floemi Roh Di u ane Ainf 5*
let. habe ernstliche. Quexatianen gegen die Garibaldianer zu unter⸗ dote, welche der Minister des Augwür ae e
nehmen. Dem Heldenmuth der —I nd getreuen Irpppen Agenten im Auslande über die lehlen Freignise deigtet — —
des Papstes wird von dem Wontte — —— ha⸗ die Franzosen haben dse — — u
hen sich „einen Ehrentitel erworben, der nie erldschen —A däpstlichen Truppen in den letzten Gefechten —38— —*
Matzistrcz vcsn Remy hab demm General ·Kanglev der Gefishleo des nesnin dert Zaht von eilfhumdert Mann Adersirsen a er⸗
Dankes und y Hochachtung. die sie für die päpftliche Ärmee emnf siehrzear, nacht wird demnächst auch die Entlassung der in den frü⸗
pfladeit iu civ Adressa· aussgedruckt. * — Mit geren Gefechlen gemachten Wefangenen prfolgen. GEint Onerts vom
deslung des fleinen Boniteus war die Schlalht⸗ tom 35 Rophte Zenbrhlstabe detn Aalienischen Armed hat 7un. Sencrat de anlun
jehr ernster Nalur. 10,000, Garibaldianer habeg? Daran Theil eine Unterredung gehabt um zu erlangen, dauß die bein den letzten
genonimen. Diglben ießen 5809 Todte und Verwandete, ree compromittirtem Burger micht durch die Päpfiliche RNa⸗
Gefangene ——* Kanomen anf dem«Echlachifelde Hurück. Vie gisrung belaͤstigt würdennin Ganerel de Faily habe verfprochen, alb
Papftlichen hatten 150 Todte und Verwundete seinen Einfluß aufzuwenden, um diesen Zweck zuerreichen. vIn
Die „Epoque“ — zu wwissen, daß —— nach, Folge eines Berlangens von Garibaldie hat ver Minister der Ver⸗
Nordãmerila e eabsichtigte. lseinigten Staaten eine Zusammenlunst mis Garibaldi zu Varianano
Man lieit im „Pays: Unsere eingezogenen Erkundigungen gehabt, 775 — ——
erlauben uns anzuzeigen, daß die französjschen Truppen ihrew 1Genua, 3. Nodan Nach Perichten aus Florenz hai sich ein
Aufenthalt in Rom nicht derlantgern verden, Eine Divisiqn wjrd “großer Theil der zersptengten Garibaldianer in die, Berge gopor
noch einige Zeit 6 Becchia bleiben, um die Wirkung ab⸗ fen. Man. fürchtek, daß. dieselben einen Auffland im Reapqlitgg
zuwarten, welche Pur va ihe Werfahren deb Komias aet nischen organisiren. Es sind von verschiedenen Seiten Zruppen
die Actionspartei ausgeübt worden ist pud um Eventuglitäten, die zegen sie ausgesandt. Die Stimmung ist in Flarenz tund hicz
man übrigens nicht vorhersicht,enigegen: zu Aveten ehr niedergeschlagen. Die Sprache der Franzosen gegon das, Flo⸗
Der Etendard“ bringt mehrere Eingelhetten über den Kampf rentiner Kabinet soll drohene uad übeamüthig sein
Mentorea, zwischen Monterotondo und; Tivoli.Am · 2. Nachmit⸗ ——
tags, rüdten 8000 Mann fran dsche ann Wapftlice Truppen ans Ve n at insach/ tacg Satttu 2udlid
Rom. General Pohhes tbinnnatditte di Frastzofen Generat Kanz- 7Landau, 4. None Ei incKander am 28. Ock abhin
ler die Papstlichen. Der · erbitterte Mumpfe dauertt vomn.Abis 8 herübtes Verbrechen bisdet schon seit mehreren Tagendahler das
Ahr. Als es gegen Abend ging- fimgen die Garibaldianer -an, Stadtgespruch? Die ledigt Ern Nohrbachery Dienstmagd vele⸗
den —ydehes wegen der Dunhelheit. die digen hebrüber Dietrich unb Michael unanch, gedan mamlich ein
wirkliche Onge nicht· kannte pwurden neue Truppen, von. Rom dindlein, welches Fzxze Zeit nach der ebutz, mit Spuren von
desandi. In dar Nacht aber halte Mentorsa ipihisthrt und wurde irlthtere Gewoltz ien Garten der- Diena herrennergraben aufgefun⸗
don franzbsischen und häpstlichen Truppen besetzt. den virde —BR————— r bgahrien Gebruͤdes Hunuel
2hn Paris, A. Nutnc DenrueMtetdardy zufolge wäre gestern in löek eine ist-ZO detg andere, Ga eeeree7
Maibaind: vine derukaliche Eupörung ausgebrochen, Jedochre josort yon hältnisse sehr günstig äαι ehr gewichtige Verdachts.
den Truppen-mit IroßerEnerdie urterdrückt. In Pavia sollen jründe dex Theilnahme an eeen e und siud sie gug
auch Unruhem jedocht weniger ornstlicher Art ausgebrochen sein. ferells ign Umersuchung und Haft gezogen. ————
cz Dert Epoque“ Imda dert Temps“ sprechen be bon Speyer, 6, Nov, Ein sehr anicerünihasalt er⸗
dem Rüuͤcktritteden Hervat der Cas Valetta. Das Ministerinm des regt, hiere große Theilnahme. Am. Samstagn 26. Oct. wurde
Innerng hätte der Kaiser: dem Herrn Rouher übertragen- wollen z nämlich der Oberlieuteuant Bergmannu dom Joperbataillon auf
man glaubt indessen, daß Herr Oscar Piccard der Nachfolger des der. Jagd, in, Folge unglücklichen Versehens. eines Kameraden, Juf
Hhrn. de La Valette sein werde. nut z lurze Entfernung durch Linen Schrotschuß in den Arin schwocz, hor
— Der „Monileur?“ meldet, daß auf die v —XX ge⸗ bwundet. Anfaugs schien die Heslung gut den stancu 7
tommentn. Rachrichten Der Kaiser die ra der draten division, bis vorgestern Wundstarrkrampf sich Anstellle- der heuite desh
die sich in Toulon einschiffen Jollte, durch ontreordte· sistirt has. tag das Leben des erst 26 Jahre alten, namentlich auch sehr mu⸗
England. ilalischen Ofsiciers endete. Er war der einzige Sohn der Witwe
124 V 221t öy *67 ngl * 3 ——— eine⸗ —A 4424 .
Rd — dv. Die AInglo-Amerilanische Cotrespon In Betteff der — Jufanterie
denz“ glaubt versichertizit Wnnenes wärei die Absicht des Freie sat man sich, wie die A. Abdztg. berichtel entschsedeir, den bis⸗
herrn v. Veust gewesan; dis englifchen Staatsmänner über die Po herigen Helm mit einjgen Modificationen beizubehaltezt. Der geue
üt Oesietteich in der iteliemschen und orientalischeli Irtze auf· ¶wird 4 Loth Jeichter, nicht: iehr mire hartein Wagse? hellgichrzend
zulsuren Herrv. Beust erklärte. Jord Stanlehy, Qestenreich werde zewichüt: sondern mit weichem —V——— zinrn klei⸗
inver sen dig e die eeeiee heren Helmkamm haben. 1 7 33 v
aAberfalls ciuse Couferenz. siatifinden sollte, daran theünehmen. *4. In Wiesbaden wurde der gosahrige edächtnißta r
Zwis chen · Oesterreͤchs und Frantreid bestehe bezuglich der zrientan —* der Reformir ten und dn e
nschen Frage tin Einwernehmen. Diest Mittheilungen ees Baron * du afin b· ünra g dien be p
Beust wurden befriedigend aufgenommen, doch scheint is daß Eng⸗ nn 355 J ismar bhan Hir. die exwundeten bon
nte ninte Kusgn seiner Naserde hervortketen wolle. Langensalza 1000 Zhlr. geschenlt n d s Hosi
4 lien rat nui duιινν 7VBei, dem jüngst gemeldeten Ungtuck —— de fratzbsischen
—talien. Jordbabn sind auͤch zwei Deutscher verugaltuet, s Dere Sohn des
FUgn eug — B ——————— Zeitung lu Su⸗- r Fratter in Wien und der I9jährige Sohn des ous
ribaldi, welcher angeschteh der Regierungsrtathschläge Jea i er⸗ düenderg gebürtigen, in Paris lebendek iertters d. Seuter. Der
nehmen dsortsetztnimwoaslty, wurnde gbei Tivoli gngegriffen und geschla- unge Frauer, der in e Iahlirt·ist und in deffen Saent
gen. Die Regierung »rruchtete Jünmothmendig, ihnh aeiehtnach En⸗ üAd der junge Seuter befindel, waren auf der Reise näch Part
oretg a zu lassenospinderwtihnta Borignauo zurückzuhalfen. pegriffen. wo der junge Fraues Kin acht. Tagen die Tochter des
Die Reglerung verweigerte dier Amiuhnie: des Peran agdurch derrn . Seuter heirgthen sollle, Die beiden Unglückichen haben
vielq Ofthschaffen des sihen Gebietes den Wuͤrsch —— das Bein Hebrochen, die Kinnlabe zerschellt nud das Geficht furcht-
nexion an das Koͤnigreich aucchhefprochen haben. Die Freischchir Aatiwerstümmelt. e e
find aufgelöst worden. Doe Rothwendigkeit jeder Interrcakion auußß. FIxAm)5. Nov. Nachmittags fand in Pariß eine Demon⸗
aufhören. Die Regighg peg Eduigs dernihschiagte gestern voe anon Voy 1500 Situden en Jatt beie welchern die Aarfeillaise
———— de stalinschen Trumpen in chiervcenzen Des zesungen und „Vivat Garibaldide gerufen wurde, I 8
Rongreiches⸗ Soαιααια 3αν rαä—Xσεν ”ννα ”u Be Bietor ugo wird ein neues Werl· Die· Ioeon der · drei
rücberufung der Truppenmüssan jeden Grund oder Bormant zunKevdluuonen, tausg denmäachtß erscheinend angekündigt, während der

u
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        geallerie Vamatind ine Arteponitischeu Koiehisinseniitet veꝛn
Pie gesterwe durch den Manchefter Courter“ derhrettetẽ
Rochricht, dah in einer Rorthumberländischen Kohlengrube Loo Ar⸗
heitet ertrunken sJeien, hestätigt sich nicht,. Nur ein Einziget vet⸗
jor durch die einstürzenden Wasser fein Leben, die anderen hatten
zlunicherweise Zeit sih zu reten. —
Der Sullan hat an den Generalgouverneur von Syrien
ven Vefehl erlafsen die Straße von Jaffa nach Jerusalem
chleunigst herzußellen; aus jedem Dorfe sollen von jr 100 Be⸗
wohnern 20 zur Straßenarbeit angehalten werdnn.
7Elias Howe, der Erfinder der Nähmaschine, ist nach
GAL
Hausversteigerung ·6
¶ Rirchweihendutag Nagiintate Sehistäg.anni Vorabend
3 Uhr 14 un 0 gii
bein Herrn Seifensieder Schmitt läßt· IJsr musikalische —
bann Buschlinger Schmehhettener Abendunterhalte
dahier, sein cauf der Meß meben- Georgat 0
Tonrad und Johann Conrad igelegenes neus ν Sonn⸗a
erbaues Haus auf langjährige Zahltermine uunmn IB8
in Eigemhum⸗ versteigern. 14 u
αινιι Gorn, tgl. Rotar.
i i —
Hierauf werden die der Marianne
WMlein, jetzt Ehefrau von Johann Zil⸗
livr in Rewark in Nordamerika wohnhaft
gehörigen Liegenschaften; welche bisher An⸗
dreas Fischer dahier in Genuße hatte, in
Ligenthum hersteigert, nämlich?
21Ruth. Acker im Dilmesflur neben
Philipp Güniher und Conrab Pflug
Ruth.Acker hinter Hobels neben
Nicolaus Kihm und: Geotg Best
Ruih. Acker allda neben Johaun
Schwarzeu iιννι e 8
20 Ruth. Wiese in der Gehnbach neben
n c. Georg Steinfels und Jakob Koppt
nunne Gorn, igl. Notar.“
*

fürerilanifcheis Telegrarunie in Bkidgeport: Connecticun Jestorben
Im Jahre 1819 in Spencer, Massachussets gebbren, mußte er
chon in früher Jugend in einer Fabrik mit der Anfertigung don
Zarden für die Baumwoll⸗Manusactur sein Lebenfrisien. Als
17jahriger Bursche arbeitete er mit seinem Vetter in derselben
Werkftätie. Leßzterer. Banls ist seildein Gouverneur von Massa—
husetis, Sprecher des Repräsenkantenhauses und Generglmajor ge⸗
votden. Im J. 1845 war Howe noch Fabrikarbeiter, kam abei
amals siterst auf die Idee der Rahmaschine und nähte im April
mit seinem Werke den ersten Scum. Im Ma' war die Erfin⸗
dung fertig; ihre spatere Geschichle und die Erfolge des Erfinders
sind bekanni..
— — 34 0Bhüdi acllhebbodtb

J——— . li 2
ch wei h E. ta un J e
I ole ile
Montag von 8 bis 7 Uhr
n
Tanzunterhaltuug
ν nι”u
b s us,
*3 .
Freimugik
.wozu freundlichst einladheeeeeeee..
St. Ingbert, 7. Nor 1867. J
— — TGCGASAI ne — —
L n tn neνn
Heute Abend (Samfiag) eâανιæ
—9— 27 4 — J eα
. Kirchweihsonntäg und Montag 6
GHGarmonie
—AD —— ausgeführt von der e *7* Tee
Zweibrücker Schützenmusik,
in ber Ma y eα Bierbraueret. p 47
ie nwere Verzapf von gutem Winterbier.
ie Frische d n — * 7.
RIILLIIVBGGS C.
Göͤttinger-Schinken
ind eingetroffen bi
Jobh. Friedrich.
Kirchweihsonntag 10. Nov
Freimusik,⸗
—XE
Bürgerball
* — bei Georg uung 9
Kirchweihfonntag amnd
Moutag
VV — .24
Froimusix—

tue Däuäl etteee v ,,nettt

* En israelitisches Manufal

turwaarengeschäft in

Zweibrücken sucht einen Lehrling,
gleichviel welcher Confessiin.

Wodq sagt die Expdo. d. Bl

——————

Bei Unterzeichneteni — die

Kirchweih sehr guten weisßen

. en Wein, ere

Tivol Bier, Frankfurter Brat

würstle 2e. 2c. Um geneigten Zusprud

ititee —Dh. Strcaoe..

Einem wohllöblichen Publikum die er
gebenste Anzeige. daß nach der Kirchweih
der zweite Cursus im Locale des
derrn Ferdinand Oberbaufer be
zinnt. Die Herrn und Damentudie sich
dabei zu betheiligen wünschen, werdem ge⸗
hdeten die Anmeldungen bei dem Unterzeich⸗
jeten sobald als möglich machen zu wollen
woselbst nuch eine Liste zum Einzeichnen
affen liegt und die näheren Bedingungen
einzusehen sinder n ä
aane Achtungsvoll 747 —

An F. Johanmnis, Tanzlehrero
wohnhaft bel Herrn Franz Weißgerber
Frucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ c. Preise der

Stadt Ho mburg vom 6. Nob.
Weizen 9 fl. — kr., Korn 6 fla 49.t
Spelz Sfl. 48 tr. Gerste. — Zreihige, i
—kr., Mijchfrucht — fl. ⸗ tr. Hafer
b efl. 1kr., Erbsen 5 fl. 15 ir. Kartos⸗
feln 1fl. 160 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr
30 kr., ditto 2 Kgr. 20 kr., ditto 1 Kgr.
10 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 ir. 2. Oual.
4 r. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr. Buttex 27 ir
per Pfd. —

Würzburger
Kath. Sauskalender,
Vaterlands-⸗Kalender,
Zustiger Bilder-Kalender und
Jabresbote,
der Lahrer hinkende und
vẽandbutte
18*13 T. V2. r ⸗ —* 5*
— — — ι 8 — * Jänisch 8 Bier id
Frisch angekommen:bei—
Ochsenmaul- .
— — —RW 4 0 SGer Wein J
ze bei
Niruberger Es- wer⸗ Raunger
Furlcen, — —
3— Kirchwert?enntag und
—RX OIn J 9 V⸗ —— —* J J
chiedene Ia as J F Fr ak * J
IUIIMM ιbei“ E. Woirich.

*

urter Börse.
Geldsorten. 16.2
wom 7 November. 1867 νν
Preußische Kaffenscheine 4/ααα
Preußische Friedrichsdor95886090
histolen 3774
—X— di -3*
Ducaten . . 3789 *6
20F ranch⸗Stüche 30 813
Englische Souvereingz . 3 -74
vold per Zollfund jsein .,
e Silber per Zolpfund —
ollars in Gold 2 090972

bei

albMbsabddtctuWohebe—
Redaktion, Druck wid Verlag von FJX. Demeß in St. Inqbert. .

k3
        <pb n="531" />
        I — ——— —W W 3 5 ι t v
2 2 —4 23 7 F heren
2 7— ανν 11 er er * ec1 er .
—3 n ⏑ n 4 n WV 0——
4 J— 5 8 — n ι, * * — — 32*
—— ιι tu ι, —— — — —
ια α ti luttte n,

18 —A —— 2äναHν ———— ... . i
Der Stlain ghert er An zie ile Mamit heinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalz Drenßtag, Dannerstag
und Samst ag., Abonnementshreis vierteljührig AseKrzt. oder 13 Silbergr. Auzeigen werden mit A Krzr. die dreispaltige Zeile
ie i * nitallute b Vlattschrift noder deren Raum berechnet. ινιιαν ιιν ,,
—R 1350 —— undꝛimi. Dieustag, d * err nrun 114867.
— IB IIOGGC MED LLGCA4 Lâ. B —
— en Deutschland⸗ n νι in hat. für die anderen Mächte die Pflicht äußerster Voxrsicht. Eine
Weunchen, 87 NRob.“ Abg. Dr. Edel hal aine Reihe don vermittelung. in der römischen Frage würde Preutzen allenfalla
Bemerkungen und Vorschlagen zut dem Schulgesetzentwurf gemacht dersuchen können, wenn es won Franlreich darum nangegaugen
deren Zwed dahin geht. aues veniselben aüe jene Vestimmungen vürde; auf. Italien aber ist kein Verlaß. Denn soviel durfte ge·
auszuscheiden, welche mit. den Jogenannten Sorialge etzen im Zu⸗ viß sein daß doch —A————
ammenhang siehen, jene ämnlsch, welche die Sleuüung der Lehter Us es nicht im Vesitze von Rom ist, und daß es sofort zur Fahne
in Hinsicht auf Heimathrecht, Gemeindebürgertecht und Anspruch Frankreichs schwört, nachdem Rom die Hauptstadt Italiens gewov
auf Armenunterstutzung hetreffeg ——— diefem Vor den sein wird. Daß ich nach dem Rundschreiben; des Herrn
chlag gibt ihun die Besorguüißtenz mßchten in der gaͤgenwärtigenp. Beust Oetterreich und Franhreich jeglicher Einmischung in Deptschr
famne fesficn die Socatgesehe icht aichigt werden vor welcher Lud fürderbin enthalten wollen, ist erfreulich, und dawit gieblt
Berzögerung ex den — *2 mochte, indem ex . v. Beust eine Garantie des Friedens indem er gleichzeitig
hm durch borhevachte Ausscheidung einen don Lehteren umnabhnngigen Oesterreich eigenstes Intexesse verficht. Möchte er nur. dahin
Character wahren will. —uDerteZuͤtlizgeseßgebungsausschuße der vixken. duß Rapoleon sejue Dihlomaten in Sujddeutschland dem
Zammer der Allgeordneten hatr in feiner. Sitzung am, Mitt⸗ Geiste des Cireulaxs entsprechend insteuire! Gesftern sind die
voch die Berathumg petß nnsourfes des Cibilprwogehgesehes poljendet Latificatzonen des Zollvereinsvertrageg zwischen dem Norddeutschen
A ainge Artilc horren noch der Schin sredohom.. Die Ber Zunde und. Bahern, Baden, Württemberg und Hefen is Bundes·
Hiaffe dieses Ausschusses könmen pehnach sowenesa vicht, shon ürgleramte ausgewechselt worden. — Die Berathungen der Poste
zejchehen ist, mächster Tage gugden Ausschutz der Kammex. der oufercn; sind heute nach kurzer Unterbrechung wieder aufgenommen
Reichsrathe gelangen.f. Ehnist zwar nach Erlebigung, dee Kipilpro. porden. .
zesses noch dqs sehr umfangreiche Einführungsgesetz zu berathen, Berlain, 10. Nop Auf der Posteonferenz ist die Einfihh ⸗
allein bei dem jetzigen Stand der Gesetzgehungsürheit —— sich rungtdes Groschenportos fuür das ganze Gebiet gesichert. Echwie ⸗
wohl hoffen, daß dasselbe noch por dem Ablquf der Wahlperiode rigkeiten bestehen noch wegen der Transitsätze durch Bayern und
der Kammer der Abgeordneten (im Frühiahre 1869) zum Abschluß Baden vornehmlich für die schweizerijche und italienische Corre⸗
gelangen könnte. u. pondenz. Wurttemberg und Bayern lehnen es ab, das Recht
Mauan Gen 83. NRov.. Hachsten Dienstag fündel wieder eine der selbständigen Verträgsschließumg in postanischen Angelegenheiten
Sitzung der Abgeordnetenkammer statt, ünd es heißt, daß in der⸗ git fremden Staaten aufzugeben. Preußen gwiderstret den auf
selben der Gesetzesentwurf ber Errichtang kines Verwgltungse wöglichste Herabsetzung des Werthe und Pakethortos sowien der
gerichtshofes zur Vorlage, konimen Werde. Dem Gerichtshof Zeitungsprovision gerichteten Forderungen der qüddeutschen Ver⸗
ollen alle jene streitigen Angelegenheiten administrativen Charak. reter. dↄvÿßs
jers überwiesen werden, welche bisher, in hetzterer Instanz von Wisen, 7. Nod. Graf Crivelli, zuletzt zum Lsterreichischen
Staatsrath, den Ministerien und den Kreisregierungen entschieden Zesandten in Brüssel ernannt, aber noch nicht aceredi irt, soll de⸗
ꝙurden. Inzwischen sind. die —X — —— ignirter Nachfolger Hübners in Rom sein.
mn voller Thatigkeit. Der Sociglausschußz hat heute iu zweiter Wien, 9. Nov.“Gestern stätteten der staifer in rüfsischer
desung das Arenget angenomme. Der Gesetzgebungsausschuß Oberstenuniform der eingetroffenen Großfuͤrstin Helene von' Nuß—
hat vorgeltern die Civi iproceßordnung hig auf einige Artitel. welche Iud hinen Vesuch ab.Dieselbe nahm nierauf du der Hoftafeinn
—
Ausschuh füt die Bexathung eines Geseßes üüber den Walzaufschlag —* Die Wiener Correspondenz schreibi: „Neuefter Meldung jill
den benndn ide Vorde wrechng deduncn. In Eisenbatnden ige sushen de ugt snens der. goche der. daers den h
rag zwischen Bayern und. Hessen, wegen der pfezischen Bahnen gich an Ädmiral Tegelthoff iaum mehr weifelhaft asc
ist dieser Tage ratificirt worden. —. Fuͤrst Hphenlohe ist in urzen e peenen o u mrhn nretiu
Urlaub nach Aussee⸗ im Salzkammergut gegangen. , Fraukreich.
Auf der Tagesordnung der Dienstagssitzung der Abgeordne- Parisß4.7. Noy. Die weiteren Truppensendungen nachh
tenkammerstehen der, Antrag von Völt und Genossen auf Er- JItalien sind eingestellt worden. Der Moniteur“ schweigt noch
wirlung eines Gesetzeßdie Unentfernbarkeit der Richter betr.n; mmer über die augebliche Betheiligung franzssischer Truppen in
der Antrag Stenglehn'ß die Bitte her Notare der Pfglz wegen der em Treffen bei Mentana. „Monde“ hestreitet, daß die Papft-
im pfälzischen Rotarlahe — — und wünschens⸗ ichen mit Chassepots bewaffnet gewesen seien; sie haben noch die
werihen Refoxmen betre w In er des J. Ausschusses über üten Gewehre, sonst wären die Niederlagen der Garibaldiner diel
den Antrag von Hohenadel und ehe ehden des entscheidender gewesen. Man spricht mit ziemlicher Bestimmtheit
IV. Ausschusses für das Schulgesetz — Die für den Rücktransport von dem Rücktritt des italienfreundlichen Ministers de Lapalette.
der Pariser Industrie-Aussteslungsgegenstande geltenden Bestimmun-⸗ — Seit einiger Zeit suchen mehrere Pariser Industrielle, welche
gen der bahertjchen Verkehrsansialten finder nuter der Bedingung in der dor einigen Jahren zum Octroibezirt —5 — Bannmeile
Anwendung/ daß Vder Verjandt ginmerhalbo, eines Zeitraumes pon vohnen, der Bezahlung des Octrois passiven Widerstand entgegen⸗
8 Monaten nach Schluß der Ausstellung, alio bis Ende April 1868 uuseßen, der theilweise so weit ging, daß sie ihre Fabriken “7
erfolgt. sen und die Arbeiter entließen. Diese kamen daher bei den ohnt⸗

München, 10. Nop Hutem Vernehmen nach ist das din hohen Brodpreisen in eine mißliche Lage und haben auch schon

Refexat des Wehrgesetzes soweit vollendet, daß die Erledigung durch zu verschiedenen Malen Demonstrationen gemacht. Vorgestern
die Kammern vor Weihnachten erfolgen und, das Wehrgesetz mit Abend lam es wieder in den Vorftädten St. Antoine und St.
dem 1. Januar 1868 in Frraft reten konnti. Jacques zu Unruhen. Haufen von Arbeitern durchzogen die Stra⸗

Karsruhe, 8. Ock.“ Die erste Kammet hat in ihret heu· en unter den Rufen: „Nieder mit dem Octrojl“ und „Brod“

zigen Sitzung das von der Regierung vorgelegte Ministerverante die und da wurde auch gerufen: „Nieder mit dex Intervention!“
worilichkeitsgesetz einfiimmig cngensmmien. Es sollen gegen 240 Personen verhaftet worden sein. Die Behör⸗

Berdan, 7. Nob.n Von Fraukreich ist eine Einladung zu den haben großartige Vorsichtsmaßregeln getroffen. In der Fa—
riner Cenferenz Behufs Regelungender üaliemschen Augelegenheit brik des Hrn. Dubois⸗Chaplain wurden die wegen nicht bezahnen
noch nicht hierhet ergangen Italienicheint auch keine zu große Detrois gepfändeten Kupfer und Eisenplatten offentlich versteigert.
Sehnjucht ach der Conferenz zu haben, sonst hätte es die Initic- Man erwartete, wie die Presse“ meldet, es werde lich kein Käu⸗
nide ergreifen Bnuen, Uebrigenbet xwächet aus der jchlimmen er einstellen. Es erschien auch nur der Director einer Produc⸗
Zage, in die Victor Emanuel sich, Franlreich gegenüder. gebracht ionsgenossenschaftvon Eisengießern. Derselbe kaufte die gediandeten

111
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        Hlatten an und begab sich hlerauf zu dem“ Lrenitenten Fa⸗
ritherrhh in ihmetuj Namen seiner, Kameraden dieselben als Jeis
hen ihret Anerkenfjung für den Jo miuthig durchgeführten Wider⸗
jand qumteGeschenk z mochen. Ein anderer Fabrilant, ein ehr
ungesthener Mann ungd bisher Mitglied der Armenunterstützungs-

commifsion zu Baugirard zieht es auch, vor, sich Auspfänden zu

afsen, statt das Octroi auf Leinöl zu bezahlen, das die Aus—

uhrartikel seiner Industrie (gemalie Leinwand), der englischen,

deigischen und preußischen Concurrenz gegenüber um 20 pGCi. ver⸗

heuert·Dier Erme in Frankreich ist so schlecht ausgefallen, daß

rotz der massenhaften Getreideeinfuhr Mangel eiuzutreten· droht.

Diẽ Handelskammern wurden daher von der Regierung eingela⸗

depe ibérall in ihren Kreisen die Getreideeinfuhrn möglichst Zu

besordern ·..

Der „Moniteur“ sagt in seinem Bulletin: „Nicht bloß unter
ʒenen katholischen ꝛVölkern, sondern auch.runter, den protestau⸗
nischen· Staaten werden die Bestrebungen der systametischen Feinde
ʒes Papstihums vom richtigen Gesichtspunltebetrachtet, In Eng⸗
and erweckt die · Sache des hl. Vaters zahlreiche Sympathien und
die öffentliche Meinung tauscht sich nicht über die Gefahren, welche
ein Siegk der Garibaldianer für die sociale Ordnung zur Folge
gehabt hätte.?

Parize 7FeNov.“ Die Hauptsorge der Regierung ist ge—
zenwärtig das Zustandekzmmen der Conferenz: zu der »die Einla⸗
zung bexeits vorgesterun abgegangen“ ist. Allenfranzbsischen Ge⸗
andien, die? noch bisher sich hier aufhielten, gehen dieser Tage
juf ihre: Posten abe Benedetti ast bereits heute frühh in Berlin
ingelangt/ der Herzog'b. Gramont ist gestern nach Wien abgereist.
dienstag bder Mittwoch!“ wird· der Fürst de Latour d' Auvergne
ich nach London Pegeben, iund iuch Herr v. Sartiges und Herr
xMalaret wetden nunmehrrihre Posten in Rom und Florenz
vieder? einnehmen!nu Die⸗ Gesandten⸗ sollen bei⸗nden u verschiedenen
ofen eben räftigi für die Conferenz“ arbelten, zue deren Zufam⸗
—
virdi vorzicglich den neuenenglischen Gesandten, Lord: Lyons, zu
xeinflussen suchen, dumit/ dieser sein Cobinet zur Finwilligung jn
dieueuropaischet Bersammlung beranlasse. evDie Frunte sna recht⸗
iertigh das fernere Verbleihen der Franzosen im Kirchenstaate und
nacht dabei das bemerkeuswerthe Geständmiß. daß das xömische
Gebiet keineswegs jperuhig seij mien man dies wohlnannehme;. wiel⸗
nehr hielten⸗sich noch zahlreiche Agratorennnunfdemselben auf,
deren Bemühungen⸗freilich His anjetzt auus dem „gesamden Sinne“
zer Bevölkerumg. gescheitert seienMan sieht hieren deutlich, daß
ae garibaldische Bewegung auch eine national-romische war, da sie
joch· mach o⸗Entfernuunge der Fremd u“ fortdauertz — Uehrigens
heißt ab hente, daß der Papsft unten dem Druck dor frauzösischen
Regierung die Conferenz angenommen hat; womit, freilich uoch
leineswegs gesagt ist, daß derselbe auch deren etwaige Resultate
acceptiren wird, Der Teups“ führt heute eine sehr entschie—
dene Sprache, gegen die rbmische Expedition; ex versagt sich die
Hoffnungauf einen Ausgleich des Papstthums mit Italien uud
und er siehtedeshalb gar keinen erfolgreichen Ausgang det zweiten
Expeditien boraus, wohl aber eine tödtliche Verfeindung mit, dem
ucüenischen Volle, dem, cinzigen Verbuͤndeten Frankreichs.

Paris, 8Nob. Der heutige Moniteur“. sagt:“ Die
Nachrichten aus Italien stid beftiedigend. Ruhe herrscht fortwäh⸗
zend unFkorenß: unde denmeisten: großen Städten.Dis Ruhe
vurde nit gestört in Mailand“ und 7 Pavia, wodie von den Mazzi⸗
nisten Brgansirten Manffestationen das Einschreiten? der bewaffne⸗
ten Macht nothig gemacht habem.“Die Bevölkerungen haben übri-
gens bem: Nufruf der — wnicht Folge geleistet.Diese ge⸗
horchten zum⸗ großen Theil dem angegebenen Losungswort und ge⸗
hörten: den geheimen Gesellschaften an.“ Eine gewisse Anzahl von
Verhaftungen ist bewerkstelligte worden und? bei den⸗letzten Nach-
tichten war die Ruhe⸗in den Heiden Städten wieder hergeftellt.
Parhs. 8. RobMan liestim Journat de Paris“. Die
heiden Sbhne Waribaldis finde entkommen. Man glaubt,“ daß
se die Lejtung der Vollsbewegnung in dem noͤrdlichen Italien über-
ehmen Es geht das Geruͤcht. daß Garibaldi, det,“ wie man
weiß, Burger. der Vereinigten Staaten ist, hon diesen reclamirt
eiden su

* P9 r3 Fraute“ sagt; Die Pupstlichen mit einigen
Ahtheihimge Frauzosem halten seit' dem Rückzug der italientschen
Ttappen die Studte Vbesetzt welche jene besetzt hatten. Die es ·
mischen Staaten sind ruhig, aber nif einigen Punktert find 'int
ner noch Anfwiegler, deren Umsturzanschläge zu überwachen im-
ner nothig/ ist. France“ gkaubt denn auch zu vigg daß bis
jetzt den Franzosen kein Befehl“gegeben sei, sich auf Civitae Vecchia
Figaro“ glaubt,. das Borsengericht, daß in
xloteng Redolutlon ausgebrochen, sei wahrschetintich falsch. 2Der
affer empfing heuute um 2Uht Lord Lyons!in den Tuilerien in
erichet⸗· Mudiei ν ι ν ααα

d. — Die Nichricht von einenShaldigen Raumungs Roms in
erfrüht. 4 Den zwg nach Itahen zgesendeten Divisionen werden
hre Maferial vorräthe —— Die Berhandlungen mit Ita⸗
ien für defiuztive Erbnungedaß Bischen Frage Pperden hier ge—
ührt werden. Der — eines Theiles des jetzigeü Kirchen⸗
taates an Italien ist' die kaiserliche Regierung abgeneigt z5. dage⸗
Jen hat sie sich vertraulich bereit ertlärt, solche Vorschläge zu dis—
rutiren, welche eine dauernde Abstellung der Beschwerden der römi—⸗
schen Bevölkerung zum Zwech haben. Die Congreßgerüchte sind
vöoslig unbegründetν —
Paris, 10. Nov. Das Bulletin des „Moniteur“ sagt
„Man schreibt uns von Mailand, daß die Unruhen in dieser Stadt
uu⸗5. fvon⸗ deriazzinistichen Partei angestiftet wach Mehrere
dundert. Menschen. beils aus dem Gesindel der Stadf recrutirt
und bezahlt, iheils von außen gekommen, durchzogen die Stadt
mit aufrührerischem GeschryjeDiy Rattonalgarde, welche sich so⸗
gleich persammelt und nach der Galerie Victor Emanuel und dem
ranzoßschen Coususole he zeben hafte vor. welchemn . sich feindtiche
holkshaufen gesamuelt, ward git Schlmpfworten und Steinwür-⸗
en angefallen, jüdessen geniigte die gesetzmäßige Aufforderung. um
ꝛie Volkshaufen zu zerstreuen, Auf dem“ Platze von la Scato
nußten die Polizeimannschaft, und die Caxrabiniert Gebrauch von
hren Waffen macheü gegen die Aufständ schen, die mit Pistolen

bewaffnet waren und sich hinter Eine Barricade perschanzt hatten.

Niemand ward jedoch gesödtet und um Mitternacht war die Ruhe
vieder hergestellt. Die Patrouillen haben eine Anzahl von In⸗
Aibiduen berhaftet und den Gerichtzhehorden uberwiesen

AItalien. u να ———
.Es ist im Werke! an det roͤmischen Grenzelein Lager zu er«
ichten, in welchem Cialdini den Oberbefehl erhalten würde. Die
Italie“ melder huch Kach Maikander. Blättern, daß: das Festungs⸗
verk arnmirt wird.enn In Bologna! sinde bereits Vestellungen von
Mundvoträthen . Migl eingegangen.“ Die Stimmung in Mai⸗
and, Pavia⸗ und Turin wird immer! bedenklicher.
8Florhen „7 Robl Pas Parlaimnent ist um26. d. D.
— —— r franzo⸗
ischen Seclpalihe Thupp e humtlich: um Vibitä-Vecchia econeen⸗
rirt werden sollen. 21—,—u , rran u ν r
Floxen z. 8. Rov. Das Rinisterjum hatꝰ wie Mitikärbe⸗
ehlshaber ermoaͤchtigt, wach Ustnden jofort deri Belagerungszustand
u proclamixen. 9 GI. uif r 17 7
8oreni, ð Noy uwia nittiche Zellun e .In
len Vlattern ihn behcuuptot wörben,. die itallenische Regierung habt
in Ultimatum wegen Zuruüͤckziehung der italienischen Truppen aus
äpstlichem Gebiete rhalten A Diefe Anhabe ist vollklommen grund—
os Vieselbe Zeiturig nacht u dem geftrigen*, Monitenr“-
AUrtikel diz Bemerkungdie talienische Regierung ersehe mit Freu⸗
en, paß das frunzosische Cabiuet vas natsongle Werk zu würdi⸗
en wisse.. In dechene sopere geln seht daß vfficielle Blat
jinzu, legeit wir Gewicht darnuf, zu bezeugen! daß es der Regie⸗
rung nicht ain angesehenen Personlichtkeiten gefehlt hat, die ihr be⸗
zilflich waren, das Land Fus der großten Gefahr, die es vielleicht
n den lehten Jahren Iitf. guhrettein. Anf die erfolgreiche Wirk-
amkeit Lamarmoras 0 niid Nigras wird sicherlich Italien
nit Danlbarkeit zurudotiten. w ui g —
. Jloren y . NovrVodann Bratlondaist zum Finanz⸗
minister — ι v ιιαααν J
Floren q. Rob! nghie Lh Slalie“ jagt:n Nachderm die
talienische Regittuͤngihren Vexpflichtimgen äͤchgekommen ist, wird
ie auf der volstandigent Rätunung des Kirchenstaates Seitens det
Franzosen bestehen enen sind ein⸗
erufen Die natfenische Kegtersmge weidet sede Theilnahme
un emer ausschliehich katholisenen Confexettz u vne

— ———

. Mad ri dy⸗ Sn Novoen Die Substkriptionen auf ·die hypothe⸗
arischen Billets, ddien gesternenund heutsin Madrid und zin den
Brovbinzen rralisitte worden nsiude? hzabew N06Millwnen- Realen
zebracht.

unü ürkettu o ndrurün

Koumstamtiinbß ehs Rod Gestern soll der dsterreicht⸗
che Botschafter Prokesch phe sorten ne Spetiatnose des Wienet
rabinets uͤberreicht haben, elche Kaͤthschläge in vder Angelegen
— D

α, 120 nud à400 Vι

n Nusßland.uintis .

Perersbeur, Gl⸗Nodrij Laut eingelroffenen sicheren Nach-
ichten kaufte die Turkei 50, 000 Grweohre; Himnterlader nach dem
Sʒneyder⸗ Syste mennan.nn Vmen richsahre werden 60,000 Mann der
ürkischen Infaimmerie' vetartig bewaffnet seijn Außer Erzerum wird
uch noch Rars“befestigt,rarSchwwere gezögent: Kandnen werden aus
donstantinopel· nach Kleinasien Aberfuhrnnin
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        Koln geboren, wo sein versiorbener Vater Hauptmann der Ju—
zenieure war.n — ,— 37 ————
n Aachen, 5. Nov. Geftern ist eineni jungen Mäbchen
nn der Sandkaulstraße, welches wider den Willen ihrer Angehdri—
zen ein intimes Verhältniß mit einem jungen Manne unterhielt.
vährend, eines Rendevous mit Letzteremn don ihrem Bruder der
Zchädel mittelz eines sog. Todtschlägers gespalten worden. Die
-chwerverletzte wurde ins Hospital, der Thäter zur Haft gebracht.
»FHannover, G Nov. Den in Gottingen siudirenden Her—
og von Württemberg hätte vor einigen Tagen leicht ein Unglück
treffen konnen. Derselbe wollte nämlich mit einem andern Siu⸗
enten einen Spazierritt unternehmen, als dicht vor dem Ween ·
herthore das Pferd, ein Vollblutschimmel, in voller Carriere gegen
eine daher kommende Chaise rannte, so daß der Herzog über den
und sogar über den Wagen hinübergeschleudert
wurde dubei aber so glücklich“ stürzte, daß erx nicht die geringste
dnrerung erhielt, das Pferd hath Zagegenẽmehrjachen Schaden
zxlitten. *
—* In Kreuz wea dMofeldebartement! kam dam vorigen
Freitag der Acerer XX Am' sehr angetrunkenemn Zustanden des
Abends nach Hause, Da chm seine Frau einige Vorwürfe machte,
so gerieth er in Wuth u denahm sein mit Schroth geladenes Ge⸗
wehr von der Wand.“ Die Frau. flüchtete sich inte das anstoßend
Zimmer, dessen Thuüͤre nie schleunigst schloß.“ Der Trunkenbold
verjuchte die Thüre mit deni Laufe feines Gewehres einzustoßen
der Schuß ging los, drang durch die Thüre! und tödlete die im
i jährige To dver i. r
m vcesietigemer der Tuelentn X..h... Der gaer
Aus der Pfalz, 3: NovVon dem Anterrichtsministerium —596 Der Errorherhe!peh! Woutefedtie:
ist in der Uebersicht der voranschlägigen Ausgaben auch eine ent⸗ Paris, 6, Rov. Der Chronigeur des Coutfranc.
W68 Sol, schlug heute den Tirector des „Figaro“ Villemessant qu
sprechende Geldsumme zur Errichtung von0 mqthematischen Stue — —— deνgar Fueenearnu
B 2 8 ffener Straße mit einem Stock nieder, weil im⸗ Figaro“ behaup⸗
dienlehramtsstellen aufgenommen; der, Anfaugsgehalt dieser. neun h — — J
atcdlenden Lehrer sul wie deispe eeee Esaus tet worden war, Sol seig als Seekadet seines Dienstes entlaffen
ii od si vbetragen Ppenz worden, weil er einem Tameraden eine goldene e en
— * Irhaetetzu und sie einer öffentlichen Dirne geschenkt hätle. — Oberst Galliftet
JF wegen „iner schicht irten, wi zur Dispo⸗
es sollen für denselben bereits einige tüchtige Lehrlräfte ihre Mit— 6 Ind eewdalgenticte sich —— winden zur Digr
wirkung in Ausficht gestellt haben. nmu Auf dem Bureau“, Loyd's“in London ist eine Mittheilung
Müncheena⸗S Pod. Diejenigen Kaufleute, welche jähr⸗ angeschlagen, wonach der Dampfer“,„Deutschland“ von Bremen
lich mindestenst 5000 fl. an Ein- und Ausgangszöllen für Waaren am 28. Oct. abgegaängen, bei feiner Ankunfteden üblichen Besuch
aus dem Zollvereins⸗Auslande bezahlten, kounten nach dem Zoll- der Zollbeamten erhiell und nach Contrebande abgesucht wurde,
creditregulatid vom Jahre 1834 Anspurucht! aufn Fteditirung der pobei nach Wegräumung der Planken zwischen dem Dampffteffet
Abgaben machen. Durch eine Verfüguige»des eeeee ind der Seite des Schiffes umter dem Dampfkessel 20 Gallonen
hat diese Vergünstigung eing groherte — ten hid Zpichubsen An 6 Fässerm nund Korbflaschen entdect wurden.“ Da
sönnen Creditirung dieser Abgaben alle Kaufleüte beanspruchen, diese Güterberpackung wie Inhalt durch die Nachbarschaft des Kes⸗
wenn sie mindestens 2000 fl. an Zöllen saͤhrlich entrichten. jels ganz heiß geworden waren, auch drei bereiis explodirte und
Würde die folgende Mittheilziung. weht aus anflicher Quelle zusgelaufene Faßchen hinlänglich bewiesen, wie groß die Gefahr
immen, man wäre, geuneigt, nachstehenden Raubtein I Wnheput vygin ‚dep, durch diese Defraudation das Schiff, die Bemannung
enan en Siez an dennr d herenn eee eeten o seg sr den detant. veraniat m
Augustel. Is. wurde der auf dem Gäugange (Eiukaufen auf Jurteresse der Asselurateure bei Soyd's Mittheilung zu machen, die
dem Lande), begriffene Metzger pon. Mühlhausen in Nixderbayern ehzt bon dem' Sekretär Dickens deröffentlicht ist. Besitzer der Spi⸗
zuf der Sirahe gwischen Gaselhdring und Mengkofen in der Rahe iiuosen war einer der Hetzer, gegen den das Zollann die nöthie
den Wissingeplötzlich überfallen, geknebelt, beilaufig zwei Stunden Jen Schritte bereits veranlaßt hat. i unue,
nit werhunderen Augen ofortgeschleppt, seiner Bagrschaft und Effec⸗ f Von den fünfzebn und einer halben Millign Menschen
en im Betiage von. 200 fle Beraubt. und dann in einer finstern belche nach der letten Zählung Spanzen, hewahnen konnket
Hoͤhle⸗ bis 1 September gefangen gehälten; dann wurde er 12 Millionen weder lesen noch schreiben e
nächtlicher Weile wieder geknebelt, wieder eine Strecke weit mit F, Marschall Donne! Graf von Luten g Herzo
zerbundenen Augenförtgeschleppt und in diesem kläglichen Zustande Pon · Fitna, diese Nacht in Bidrng ein feinenn v89. Jahr
n einem Walde ausgesetzt. Rach großen Anstrenguügen' e eet —— —— ————
cs ihm endlich sich seiner Fesseln zu entledigen, und nach 8B .„ Man meldet aus Ponkong (Chinas. antern 1BO. Ort
gündigem Umherirren Dingolfing zu grreichen.“ Giẽ rechenr Vaß ein starler Orkan a der Küste großen Schaden: angerichtet ho
Thäter, höchst wahrscheiulich der dortigen Landbeölkerung ange⸗ ανιXσ
horig, sind leider bis! jetzt noch nicht ermittelt. 20 —D— Landwirthschaftliches.8
r In der Macht des 78. Nob wuͤrde vi Bbst Hoischenb o Wie sn Feis eRSDie Weinlese ist nun größtentheitz X
Soden und Konigstein von / Rectubern vungehalteitn?ranig zun 3 Womi Häurdigebirge spricht moan sfich hinfichtch der Sualuat imt
Aus Bexläg berichtet man das Vorkonimen“ Vom! täu⸗ inerhin noch günstiger aus.!nu Dagegen ist der iErkecig quantitatid
chend nachgemachten 10-Thaler⸗Noten der Luxenburgern Banko rit zering.! In Rheingau istẽ die Lese noch nicht 1walendettn Maun
F Bei einem Sprengvbersuch in Luxemburg, wobei ein großer hofft, selbst äuf die Gefahr hin, daß die bereits eingetretene Fäule
Theil der Officire zugegen war, wurde durth vorzeitige Explofion noch weitet fortjchreiten sollte, auf eine Reihe guter Tage die der Qua⸗
einer Mine der größte Theil der Anwsenden erheblich beschädigt: hitän tzuuStatten kommen. Am, besten, fahren in diesem Jahr
.In. Berlin st einer der dort spielenden, japaues Künstler, Diejenigen, welchegut mit frühtragenden Traübensorten vorgesehen
am Typhus gestorben.“Seine Beerdigung erfolgtederst nach doane and . In Kheinhefsen ergibi sigh moch rin besserer derbn
zen Verhandlungen, — da sowohll der Suiholische Probst, Ils, der hmnand ihn glaubte exmarten zu dürfennVDie! Quantitat fällt techt
Vorstand der Sonbienkitche ditic7 Fun Erdar derweigertenettegit guswiswohl die Beexen verhältnißmüßig klein geblieven sind
um Dorotheenstädtischen Kirchofe. z Der Haarzopf: bpes Verstorbenen Jugbedguenn äst nut dass das Rebholz nicht nach AWunsch gereift
wurde — iun einem wejßen Atlasbeutel gnd im einem eltganten iste Won dex Moset lauten die Nachrichten außerordentlich widew,
Nästchen verpagt in die Heimath gesandt, um dort, noch Ja sprechendnc Wäthzrend in einzelnen Lageir befriedrꝛgende Resultate
panesischem Gebrauch begtaben zu dnt eid — . auch xrgebem, klagt manin anderen Gegenden über sehr geringen
24 p'In Dufseldorffand ein Duell zwischen zwei Officieeund kaung verwerthbareti Ertrag·
cen statt, welches den Tod des Einen zur Folge chatte. Derselbesenee Die Herbstfsraten sind noch-nicht alle bestellt. Na-
hatte· im vorigen · Jahre ·alle · Gefechte · n der Maimuvmoe mijgeennenilich. iteht-die Weigzcasaat noch. weit zurud.. Cungebapte Korn⸗
macht, ohne verletzt zu werden. Er hieß Max Dziobeck, und waxz haaten, haben im Ganzen eine. gute Witterung gehadt und zeigen

7—14
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        sich daher beteits gut bestockt. Der Repshat ich gul entwidelt
und dermag jeiner kräftigen Bestockung halber einen fiarken Winter
ju ertragen.Besonderz günstig über den Stand der Herbstsaaten
jauten die Rachtichten aus Schlesien, Bohmen, Franken, der Pfalz
Belgien und dem nördlichen Frankreich.nn

Die Errutshe Result ate stellen sih mehr ünd miehh
alz sehr unvollkommen heraus, namentlich gibt ber Weizen sehr wenig
ui Diese Klage ist fast ganz allgemein, nur in Ungarn, über⸗
zaubl jf den dfichen: Lyndern,ischeint das Resultat ein günstiges
u dein —— — Marktesind von ungarischen Weizen
drrulicho Iwecfchwennt hleichwoht' gehen die Preise von VTag zu
daug in bie — GEn Gleichesgilt von dem Roggen“ und der
Zerste. en· * Ne — wie —2 —
r 3 — — »r1 2

— —

nans wteu n, Für Mufikliebbaber. 1
—
datz wahrhaft großartige Lager von Spiel doafen und Rufi
wexken des Hertn J. HeHetter vaselbst zu bewundern.
Der Absatz dieses Fabrikanten, der in seinem“ Fache das
Ausgezeichnetste deistet, soll ein fabelhaft großer sein und sich bis
in die entferntesten Weltgegenden eriürecken. Bei den Erzengniffen
diesex Fabrik werden sowohl: in musikalijcher als decarativer Hin⸗
icht. glle Fortjchritte. der Neuzeit sprgfältig berüchsichtigt, es sollten
demnach die Heller schen⸗ Mußkwerle in Linem Salon, in lejner
Familie znehr jchlen· n un St
150 Dieseo Werken eignen sich auch gamnz besonders gzu Weihnachts-
— I
* 22 —44 — 322 5 V:
Vorsohuss-Verem? in Laiserslautern
1 —t Bilanz per Ende October 1867. —D ——
H An lpo m 2... ue
Cassa⸗ Conio . n f . I,388 5 kr. CapitaleGonto ft. 15,828 ltu.
Wechsel Conio — —— — Reserpefoud⸗K.onmto 8.6067 ι
Mobilien⸗ Conton dguas 7O Bewinne n. Verlusta tß. Bι
noften Conth εο 4 Tratien⸗Conto.. , 15, 18355080
449 Dibitoen23282 2.14 Ereditoren... 28108 36
—⏑,V
d to puin guss Umschlag pro Monat Oetober 186378
irαι νννν ννν Gasiaeonto J. 94 108. 80 tr.
i u n 3 Wechsel-Conto 108,987. 28tc.
R 2413614 —— Nit i gn
—“ T7 *5 2 2 30 reie et ere7
Für Herdels⸗ und Gewerbtreibende
njd u ν — æ * 43 * J * 5— —— J
uid ut n* ——
d Vνν ») u: vom 1. Januar bis Mai. jeden Jahres
n Kalligraphie Rechnen, einfacher und doppelter Buchführung, Waaren-⸗ Wechsel u.
dandelskunde Corresp. u. s, w. 3 — —sV — F 7* F
Einesorgfältige Behandlung und küchtige Ausbildung wird zugesichert.n
rule Anmeldmeigen wolse man bis längstens 1. Dezember bel mir machen. ι.
— —— —XL Trautmaun, I
it ανLι nαιενναν handelSlehtericin Worms.“ —D — —
unußeu n iuιο niriu Mannheim.? I ιιια ασ -
—Ü v— n. c
Mineral⸗⸗ser⸗Anstaͤlt
ν«— —— TL..
hadgi diul uu *lat, I0 nach t M, tnt it e
— νι 3 RMr. ——— I gese 71 vid ↄ
Eoda⸗, Selters⸗, Emser Wasser, Limonade gazeuse/ sowie alle som
zigen Mineralwasser, in Syphons, in ganzen und halben Flaschen, in stets
krischer Füllung, empfiehlt d44.3... V
e Anstalt künstlicher Mineralwasser nach
ι ine 14 Dp. Struve *
ut t n —V — 34 464 —— — — —
uee —8* t Schutenftraße s * am Strohmark.
Go ιιιX ι ι ιι ¶. —IVVVV
Faͤnischss Bier 7
ve 164fl. 15 fr. bis 28 fl. *5 r. 1per 88
beirent et — ile. Rübbl IX
eieh Ph. Emerich jun.ne File Kubet —V * d e e
23 fl. — ir. Leindl ohne Faß 24 fl.
30 kr. bis 25 fl. 30 kr. Mohndl ohne Faß
36 fl. — “tr. bis fl — lr. per
50 Kilo. Repskuchen sl. 4iitr. bis
fl. kxr. Branntwein 84 h. Cutr.
Er α
J 7 —J —
Mainz, 8. Nopn
sGruchtbreise) Weißmehl. das Mal.—
er a 140 Pfund — fl. —itt. Nog⸗
jenmehl ditto — fl — tr. — Weizen (200
Pfd.) I6 fl. 46 tr 17 fu 163h. -
——
50 kr F Bersle (I60 Pso.) 11 4. 20 ir.
— Ul st. 40 sIx. - Hofer (120 Pfd.
fl. B0 tr. — fl. — Ir. “

Aodes · Amzeige.
Mit arjchuttextem Herzen theilenich
den Freunden und Belannten unserer
Famnilie min, daß Hott pe
Moergen un Ahr meine liebe Frau
isabotha Rodιν
uurt“ gebe Sitabter, unn

nach⸗nnanderihalbtagigem. ¶Unwobhljein
poslin imermartet mix, ihren⸗ Kiudern
und Emeln genommen hat..Gie hai
ihr Alter auf 5 Jahre gebracht; ihr
Ende war süsl und sanft wie ihr ggnzes
e doee sind lief
hestürzt, doch Irgeben ing Gottes heie
n bg55
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 48. Nos. Nachmitk. um 2 Uhr
sratt; um die Theilnahme der Freunde
und⸗ Bekannien sowohl. der Verltorhee
nen als der Hinterbliebenen bittet
St. Inber ta:den II. Nov. 1867.
nunleiin ¶Ramen sejner aanzen Familze
iun pinJohanrues Reidiger.

—VV Do

⸗Ein ifraelitisches Manufak⸗

— ä

Zweibrücken jucht ejnen Lebrling,
gleichviel welcher Confession. ι
Wo7 sagt die Erpd. d. Bl.an iipubh
— — —— — — *

Spielwerke
mit 4 bis 48 Stücken, worunter
Prachtwerke mit Glockenspiel, Trom⸗
mel und Glockenspiel; mit Himmels⸗
stimmen, mit Mandolinen, mit Fr⸗
pression Unse w 5 45
Spieldosen
mit O bls 12 Stücken, ferner Re⸗
eessaires, Cigarrenständer, Schwei⸗
zerhäuschen, Photographie-Albums,
Schreibzeuge, Cigarrenetuͤis, Ta⸗
baks-⸗ und Zündholzdosen, tanzende
Puppen, Arbeitstischchen, alles mit
Musik, ferner Stühle, spielend,
wenn man ·sich darauf feht, empfiehli
J. S. Seller in Bern. Franoo
Diese Werke, mit ihren lieb⸗
lichen Tönen jedes Gemüth erhei⸗
ternd, sollten in keinem Salon
und an keinem Krankenbette fehlen;
rgroßes Lager! von fertigen
Stücken. Reporaturenwerden be⸗
sorgt.. Selbstspielende, electrische
Klaviere zu Francs 10,000.53

Auf der Straße von St. Ingbert nach
Schnappbach wurde eine silberne Ey⸗
inder Uhr mit silberner Kette verloren.
Der redliche Finder wird gebeten dieselbe
gegen gute Belohnung in der Expd, d. Bl.
abzugeben. — VVVV———— ————

— — .ι

Worms den 8. Nor. ιι—
J. Wir notiren heute: Weizen 17 fl. — kr.
his — fI. —kr.“ RNoggen 13 fl. 80 r.
zis —fl. —tr. Gerste 11 fl. 15 ir.
zis 11 .20 . per 100 Kilb.Haser
83 fl. ikre bis 6 fl. 18 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fue 80 ir. bis — il
—ir. Roggenmehl — fl. — kr.bis — sI.
yr.Roggenvorschuß 14 fl. — kr. bis
L.n ir. Weizenvorschutß ⸗fl.x
zis — A. Ar. Blumenmehl. 18M. Bo tr

u RMedaktion, Druck und Beclag von F. X. Demeß m Gt. Ingbert. ι α
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        4 9J ⏑⏑ ath J 5 —————
— E 1514 v* J 9 2* 24 v
5 Gint I T. —41 *
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26 d VVVV peee e 34
Der „St. Ingbert exr An —— mit sejnem Unterhaltungsblatte erscheint woöcheutlich dreimal:, Dienstag, Donunerstag
und Sanistag Abonnementsbpreis bierteljähtig 15. Krzr. oder 13 Silhergr. Anzeigen werden mit ZKrart die dreispalsige, Zeilt
. » Blaͤttfchrift'obher deren Raum berechnet. ι
Nro. 136. 2 Der uertag, den 14. Novenber — —S —9 i⸗ — 4867.
— e α νααι αι σ pue —urey
Deüutfschlaudennn eeh Iuan ernannt; unterut 8. Ronembet wurde. der Shn iotxweser
Mümchen,?7. Rop. Mit der Funion Gnig vrafiliaui⸗ Wilhelm Bender von Siegelbach zum Schulverweser nn dew prot,
schen Generalkonsuls für Bayern (zuglelch für Schweiz, Württem⸗ deutschen, Schule in Hettenhausen, vom 18. A. Mig andn exnanntz
herg, Baden, Hessen) wurde der in Genf sich bleibend-niederlaft unterm 9. wurde der Schulperweser Friedrich Wüst von Impflin⸗
sende John Beltamig. betraut,enn, pee en zum Schuslehrer an der protest. Deutschenn: Knaben schule zu
München,s, Rov, Hie baherischen Sanllätssoldatein die Rhodt vom A8. Nop. CJ. an. Dann .der .Schuldienstexsbe ctaut
nach der Genfex Condentiou für neuttal ertlärt sind, spllyn wie Bustad Schwaab zum Schulverweferder zweiten bathaleSchulstelle
man der „A. Abdz.“. mittheilt nstig icht weht, un Shht ß- ju Otttersheim, Bezirkzamts Germersheim, ernannt. Anihiuab
gewehren ausgexüfet werden; hiedurch, wird fs t re unzt Die arledigte protestantische Pfarrstelle zit Vorderweidenthal.
e e eee Sastungemie⸗ Decaunts Bergzabern wurde dem Pfarramtscandidaten und derzei⸗
bei sich faihren kann, und daß die Zeit, wesche bis e zn Ffet⸗ igen Pfarrverweser· zu Vorderweidenthal. Ludwig Mettel non Lave
ciren, Vajonetsechten ¶ Scheibenschießen ac. e erecen und die erled protestanlische Pfarrstelle zu Marienthal, Deca⸗
wat für den Sauituüssolvaden Ruhlihepem dermendet wer nats Obermoscheb, dem Pfarramiscandidaten und derzeitegen Pfarrb
Muͤng em, g. Nov. Ver Enlwunf deg seuen Cipilproceß aerweserr von Marieuthal, Philipp Friedrich- Stichter won Marn⸗
zesetzes ist in pom Justjzgesetzgebungsausschusse duͤrchberathen ꝓim, verliehen⸗ u ιινNιιννιινι
Dem Ausschuße liegt nur noch die Berathünge, des Einfüͤhrungz, »9 Wiesbaden, 9. Mov.n Herzeg Adolph hat seine Gesand⸗
geseteß dbb. enin Haag Graf v. Mons) und in⸗ Wien GaronKChienen⸗
Dem Director des baherijchen StaalsEifenbahnbaues Adlerflycht) dieser Tage abbexufen. Damit sind auch die noch ber
Hr. v. Dya istz wie man erfaͤhrt. don dem , Fonige, das Fom ktehenden nassauischen Consulate erloschen.
hurkreuz eneeeee et Michael derlehey Eiue Wiener Corxx. der Sůdd, Pr. glaubt, die preuß. Re—
worden —55 4 9 ierung sei nicht abgeneigt, in der nordschleswigschen Angetegenheit
München, 11. Nob.“ Die Münchner,Neuesten. Nachrich- alls die Frage von den Gartantieen und der Staatsschüld der
en melden aus sicherer Quelle, der Konsge werde nun, doch am reuß Forderung gemaß erledigt werde auf das Kompromiß ein⸗
29. Noveniber sich mu der Herzogin Sophie vermählen. ugehen daß Danemark das Sundewitt und Alsen erhält, Preii.
euhh en i. Nore Die wir detnehmen, ist der Figen, jen dagegen die Festung Duppel-Sonderburg mit dem nthigen
khümer und, Redacteur der hiesigen „Reuesten Nachrichten“, Herr Festungrayon behalt
Julius Knorc, zum Pon geidirector, eingeladen worden, üm' üben In den Weimarer Landtag wurde der (iberale) dudische Coust
die Quelle, aus welcher das Blatt die Nachricht don der angebl. werzienrath Rosenhlatt gewählt: vor ihm saß noch kein Ifrgelite
hen Vermaͤhlung Sr. Mejestaͤt des Königs geschöpft, Auftlaͤrung in Landtage. vbwohl die Judenemancipation in Weimar hereits
u geben.Ver Eniwucfe des Gewerbegesehes wird, noch im 17, Jahre vollzogen ist ·
Laufe dieser Woche in der Kammer der Abgeordneten zut Bery Fafshebt. Nov. Die Generalversammlung des Natiod
xathung gelaugen, Fry, Die Mitgligder des Socialausschusses aus ia lwerting beschloß die Ueberweisüng des Restes der Flottengelder
der Rhainpfalz haben sich borbehalten, Modificationen am, den Aus. n dien Bundesmarine, umnd Summen von 2000, 1000) umt
schuß ngubringen, welhe im Falle ber Einführung deg Heimothe 6090 Thlt.an die Geselschaft zur Reltung von Schiffbrüchtgen,
geseheg in der n anzubringen waͤren zdiese in bie deutsche Seemannsschule und an den deutschen Rechtsschutz⸗
Modificatidnen werden nunmiehr, den Berathungsgegenstand. der Lerein in London; sodann wurde die Auflbsung des Vereins zum
nachsten Sitzing des Socialausschusses bilden. — Ver Ausschuß Beschluß erhoben. Ein aus 12 Mitgliedern gewahlter Ausschaß
für die Berathung des Gesetzentwurfes über den Mälzaufschlag dird die noch verfügbaren Bereinsmittel verwenden ··ß·h
Hat. sich in seiuer Vorbespreschung hang mit, der Veibehallumg veß Wie 11 Rov. Der Finanzministet v. Betde erllatte
bisherigen Besteuerungssystemnes des Robprodüctes nach dem Maße der heutigen Sihung des Aüsgleichs. Ausschuffes daß fernerhin
unter Hinwegfall der Stenerdiffereng zwischest Troden- Grüns umd tuͤdgetiberschreitungen gaͤnzlich vermieden werden sollen und daß
angesptenglenn Dealg erllart unt heglt, puie oig vernehmen, ferner Ihe Aussicht auf, Regelung der Finanzlage des Reicheg dorhanven
die Absicht, die in Gesetzentwurfe 8 el woriben erx bei Behandlung“ des nächsten Büdgets einen, de
sich tuchn hesraudatiohen hoher gu deheun, fur ie übigin Ueber aislirten Plan vorle gen werde — Zugeih belont .erre daß die Vew
jretungeig und. Contravenienzen aber zu wüildernrh nu antwortlichkeit der Minister und die Eutlvickelüng.einer echt cdn
pug Nun wber g. 10. Nop. schreibt der Fre Hur,. Zu litutiohellen Gebaͤrung die beste Garantie für die Wiederherftellung
—
Zusschusses des baherischen Lehrervereins erschien auch gin, Vertre Wien, 12. Rop. Wier das Neue Fremdenblatt“ erfahrt,
ter der Rheinpfalz, — tehhe umnmehr die Bildung eines barlamentarischenMinift eriums
xervereinz. Neben der Bexuͤthung verjchiedenex Vexensangelegen- dahe bevor. Fürst Carlos Auersperg würde Ministerpräsident,
heilen bildelz, der Schulgejetzentwurf tinen. Gegenstaud grundhcher hasner Unterrichtss, Berger Juüstize⸗, und Giskra Handels. Ministet
Besprechung. Da in leßtein Betreffe an genannten, Hauptaus- verden. Baron v. Bede würde das diesseitige Finanzportefeuille
schuß gegenwärtig von allen Theilen des Landes, Wünsche gelan- hehalten. Zum Finanzminister des Reichs wäre der iungarische
gen, und die heurige Augsburger Lehrerrersammlung gertrauens- Tavernicus, Baron von Seunyey, desiguirt
dollst denselheu veauftragle, in dieser. Sache im e Nach der Wiener Corxrespondenz“ gedenkt Erzherzog Ludwig
oͤorzugehen, so beschloß ex, au die hohe. Kammer der Abgeordne— Victor in Begleitung des General-Mafor Piret demnaͤchst eine
eae sißn mit ainer Tingabe zu wenden, in welher. nien Nneriten- Keqse“? nach Spanlen anzütreten. 33
nng der gegen die, Schuͤle durch Vorlage des Gesetzentwurfes bewitee Fraukreich. α
senen Fürsorge des gl. Staatsministerzums, gebeten werden soll Paris, O. Nob. der „Moniteur“ gibt heute in einer
ben Gesetzeutwurf zür Gesetzeskraft zu führen und, an mehreren cleinen Rote zu, daß die Anklage wegen Zufammenrottung gegen
Artiteln m Interesse dez Gedeihens her Vollsschule geboten? Mo- die auzf dem Montmartrelirchhof fallen gelassen bofden sei. Fs
dificatson porzuuehmei.“ — — eee dr neet herauegesset, daß ver ae
letzlich erforderliche dreimalige Troimmelwirbel vor dem,thätfachu⸗
c d —D Dienslesnachtichten. 353 33 hen Einschreiten der Behorden nicht statigefunden n
Zufolge Regieruugsbeschluß vom7.. Nopember wurde der Rum nur die Untersuchung wegen Beleidigung, Auflehnumg und
Schulverweser Heinrich Sutter von Lemberge zum Schulverweser uufrührerischen Geschreis fort geführt werden. — Dex „Figaro“
an Der ꝓrotest, deutschen Schule in Vollenersweiler vom 18. Nov rwähnt unter allem Vorbehalt des an der Börse umläaufenden

341541
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        Gerüchtes, daß in Florem eine Emporung ausgebrochen sei. Vic— —— daß erkvsrn der preußische Regierung Mittheutung über
tor Eintinidel Fez abhesetzt/ worden: — Die „France? glaubt Zugedas? ———— dier Stacten des norddeutschen 8
wifsen, daß bis jehßt Hoch kein Befehl an die een Truppenin Kraft retende Paßsesch rhalten habe und, fügt hinzu, daß
im papstkchen Staam ergangen ist, sich nach CivitaeVecchia zurick. diesen. Voͤrschriften zufolge HAusländern- beim Einfritte, Austritte
zuziehen. — Privatnchrichten, R der „Epoque“ zugehen, konsta⸗ oder bei der Durchreist euf dem Bundesgebiete kein Paß abgefor—
liren, daß das Circular des Hrn. v. Moustier vom 25. Oct. nur »ert werden solle; doch habe der Fremde etwaigen amtlichen Nach—
den Ministern des Auswärtigen der Mächte verlesen, aber nicht ragen über sich zu genügen.

Copie davon gelassen ist. Auf diesen Umstand sich stützend, der

Abrigens den diplomatischen Gebräuchen vollständig entsprechend ist,

hatte Herr v. Bismarck beschlossen, sich einer Meinungsüußerung

über den Inhalt dieses Circulars zu enthalte.

Paris, 10. Nov. Heute wurden wieder Unruhen in La—

palette befürchtet. Seit einiger Zeit haben die Büchfenmacher! den

Befehl erhalten, Niemandem eine Jagdflinte zu verkaufen, der nichl

eine Ermächtigung vom Maire seines Bezirks vorzuweisen vermag

Paris, 11. Nov. „Etendard“ sagt: Nachdem die Mein⸗
ung aller Mächte sich dem Conferenzvorschlag günstig ge⸗
zeigt, ist von hier aus ein zweites Circular ergangen, welches den
Vorschlag officiell macht. Dasselbe ist an die Vertreter Frankreichs
bei den Höfen von England, Preußen, Rußland, Oesterreich, Sach⸗
sen/ Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Schweden, Dänemark,
Belgien, Holland, Spanien und Portugal und bei der Schwei;
gerichtet. — 7

—Die „Presse“ versichert, daß die französischen Truppen,
welche Monte Rotondo besetzt haben, eine der berühmten kleinen
Kanonen mit sich führten, die große Verheerungen angerichtet ha⸗
ben soll. Die Soldaten sollen schon auf eine Entfernung von
1000 Meter das Feuer mit ihren Chassepotgewehren eröffnet haben

Man schreibt der, Patrie' aus To ulon unterm 2. d. M.
daß die Panzerfregatten „Valacreuser und „Magnanime“, die
kürzlich von Cherburg gekommen sind, dazu bestimmt sind, mit der
Gloire eine neue Division im Evolutions-Geschwader zu bilden,
welches Viceadmiral Graf v. Gueydon commandirt.

England. *

London, 8. Nov. Der telegraphische Bericht uͤber den
furchtbaren Orcan, der am 29. Oct. auf St. Thomas und viel—
leicht in einem weiteren Umkreise gewüthet, hat in Southampton
großen Schrecken veroreitet; denn es scheint, daß uͤber 100 See—
leute aus Stadt und Umgegend mit den zu Grunde gegangenen
Schiffen umgekommen sind. Der Postdampfer Rhone war ein
prachtvolles Fahrzeug, erst zwei Jahre alt und kostete 150,000 L.
er sollte am 31. Oct. von St. Thomas abgehen und wurde auf
nächsten Dienstag hier (oder nach der neuen Auordnung in Ply⸗
mouth) erwartet. Die fünf der westindischen Dampfer-Gesellschaft
gehörigen Dampfer, welche mit der Rhone das gleiche Schicksal
hatten oder strandeten, waren von geringeren Dimensionen und
für den internationalen Dienst bestimmt; sie brachten Posten und
Passagiere von den kleineren Inseln nach St. Thomnas. Wahr—⸗
scheinich waren die Passagiere noch nicht an Bord der Rhone
als der Orcan heranbrauste, sonst wären wohl über 200, Passa⸗
giere untergegangen.

— Mit dem in dem Antillen⸗Orcane untergegangenen Dampfer
ist die ganze, mit dem Dampfer Wye, ein Theil der Mannschaft
zu Grunde gegangen; von dem von St. Thomas nach Southamp⸗
ton abgegangenen Postdampfer sollen nur zwölf Passagiere gerettet
worden seinn.

London, 9. Novb. Ein ferneres Telegramm bestätigt und
erhöht leider noch die traurige Nachricht aus St, Thomas. Der
Dampfer Rhone mit der Mannschaft — Capitän Woolley und
140 Officiere, Maschinisten und Matrosen — ist bei der Peter's-
Jusel, 2 bis 3 Stunden von St. Thomas ganz zu Grunde ge—
gangen; von dem kleineren Dampfer Wye, der bei der Buck-Insel
scheiterte, kam ein Theil der 60 Köpfe starken Mannschaft um.
Was aus der weiteren Notiz zu machen ist, daß nur zwölf Passa⸗
giere von dem nach Southampton bestimmten Dampfer — dies
war die Rhone — gerettet seien, so scheint es, daß diese zwölf
eben dadurch ihr Leben behalten haben, weil sie, zwar eingeschrie⸗
ben, sich noch nicht an Bord des Schiffes begeben hatten. Hof⸗
fentlich und wahrscheinlich aber waren viele Passagiere, welche
durch die kleineren intercolonialen Dampfer aus den verschiedenen
westindischen Häfen nach St. Thomas gebracht wurden, noch nicht
angekommen, als die ganze Wuth des Orkans losbrach. Der
Sturm scheint von Südwesten gekommen zu sein. Die Postver—
dindung init Westindien wird übrigens kaum gestört werden, da
ats Ersatz für die Rhone mit einem Verzuge von nur vier Tagen der
Douro nach England abgegangen ist, Leider liegt St. Thomas
mehr als 1000 englische Meilen von jeder Telegraphenstation entfernt,
die mit Europa in Verkehr stände. Bis zur Havannah, von wo
aus nach Newyork und so auch nach Europa telegrabhirt werden
kann braucht ein guter Dampfer immerhin fünf und bis nach
Neipyork, wo die directe Verbindung zu erreichen ist, sieben Tage.

In der amtlichen „Gazette“ zeigt der Minister des Auswär⸗

Italien.

Aus Reom, 9. Nov., hat dem franzosischen, Moniteur“ zu—
'olge der Oberbefehlshaber des dorthin geschickten Expeditionscorps,
Beneral v. Failly, nachstehende Depesche an den französischen
riegsminister, gexichtet: „Der Aufstand hatte Moyte Rotonde
‚um Hauptquartier; Garibaldi hatte seine Banden organisirt und
bersönlich ihre Zusammenziehung überwacht. Es war Zeit zu
handeln und einen kräftigen Schlag zu führen. Ich entsandte ge—
jen Monte Rotonda eine päpstliche Colonne von 3000 und eine
ranzosische von 2000 Mann (5 Bataillone). Die päpstliche Co—
onne suchte um die Ehre nach, den Hauptangriff auszuführen.
die französijche Colonne, welche die Reserve bildeteunterstützte
den Angriff durch eine Umgehung des Feindes auf beiden Flanken.
Ddie päpstlicher Truppen, die am 3. Nov. um 83 Uhr Morgens
nufgebrochen waren, befanden sich um 1 Uhr Nachmittags den
eindlichen Vorposten gegenüber. Ein ernstlicher Kampf wurde
unter den Mauern von Mentana, einem sehr starken und wohl⸗
defestigten Dorfe, geliefert. Jedermann hat wacker seine Schul⸗
digkeit gethan. Beim Einbruch der Nacht nach einem vierstündigen
Zampfe griffen die päpstlichen Truppen (Colonne des Centrums),
unterstützt von den Flügeln (französische Truppen) Montana selbft
an. Die Nacht gestattete nicht, den Erfolg zu vervollständigen;
zeide Colonnen einigten sich dahin, am folgenden Tag den Angriff
u erneuern. Am 4. wurde bet Anbruch des Tages die weiße
Fahne aufgezogen. Sofort rückten unsere Truppen gegen Monte—
Rotondo vor, das sie vollständig geräumt fanden. Die von dem
Feinde ausgewaͤhlten Stellungen waren sehr stark. Unser Verluft
heschränkt sich auf 2 Todte und 38 Verwundete, worunter 2 Of—⸗
ficiere. Die Verluste der päpst ichen Armee sind bedeutender; fie
belaufen sich auf 20 Todte und 123 Verwundete. Von den Ga—
ribaldianern blieben 600 todt auf dem Schlachtfelde; die Verwun⸗
deten sind in entsprechendem Verhältniß. Die nach Rom gebrach⸗
ten Gefangenen belaufen sich auf 100; 700 wurden über die
Brenze heimgeschickt. Rom ist jetzt vollstäändig befreit; das Hanpt
des Auf'andes ist zertreten. Unter den Garibaldianern herrscht
Entmuthigung; sie schreien über Verrath. Dagegen ist Rom in
Freude; jede Besorgniß ist verschwundern; am 6. Nov. bereitete
die römische Bevölkerung den Truppen einen glänzenden Empfang.
Ansere Gegenwart war dringend nothwendig um Rom zu retten.
Ich bürge für die Sicherheit Roms gegen die aufständischen Ban-
»en.AUnsere Chassepotgewehre haben Wunder gethan!“ Ein an⸗
eres Telegramm vom gleichen Tage Abends sagt; „Unsere Trup-⸗
zen haben Viterbo beseßt. Die revolutionären Banden hatten es
zeräumt.“ Unsere Truppen wurden von der Bepvölkerung mit be—
jeistertem Jubel gufgenommen. Alle Häuser waren vollstaändig be—
laggt.

olig liegen über die Schlacht bei Mentana wie die
Franzosen den Tag getauft haben, eingehende Berichte von allen
Seiten vor. Aus diesen Berichten geht zunächst hervor, daß die
päpstlichen Legitimisten, welche als päpstliche Zuaven mitwirkten,
so wie ‚nos hommes“ von Antibes gut vom General Kanzler
zeführt wurden, doch daß die Original⸗Franzosen und vorzüglich
ihre neuen Chassebpots den Ausschlag gaben. Ferner ist zu be⸗
nerken, daß Garibaldi auf dem Rückzuge war, als die Alliirten
hmein die Flanke fielen. Garibaldi hat aus Correse, 3. Nov.,
plgende Proclamation erlassen:

. An die Italienerk Die kaiserliche und königliche Intervention
auf dem römischen Gebiet hat unserer Sendung ihr besonderes
Ziel geraubt: die Befreiung Roms. In Folge dessen schickten wir
ins heute an, uns vom Kriegsschauplatze zu entfernen, indem wir
die Richtung nach den Apenninen nahmen; aber die päpftliche
Armee,“ welche jetzt des Schutzes von Rom ganz enthoben
st, hat uns met ihren gesammten Kräften den Weg vertreten.
Wir find zum Kampfe gezwungen worden, und wenn man unsere
dage in Betracht zieht, so wird man sich nicht darüber wundern,
daß wir nicht Italien einen neuen Sieg veckünden konnen. Die
Päpftlichen haben das Schlachtfeld verlassen, nachdem sie sehr
chwere Verluste exlitten haben, und auch wir haben stark gelitten.
Wir werden jetzt Zuschauer bei der Lösung bleiben, die unsere und
die französische Armee der römischen Frage geben wird, und im
Falle, daß diese Lösung nicht den Wünschen der Nation angemes⸗
en sein sollte, wird das Land in sich neue Kräfte finden, um die
Fnitiative wieder zit ergreifen, und es selbst wird dann jene Le⸗
ensfrage entscheidßen. G. Garibaldi.
Der Florentiner Correspondent der Koln. Zig. bemerkt zu
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        diesem Actenstück: Diese Proclamadion macht hier? einen tiefen gethan: Ein hiesiger Schneidermeister (Franzose) beschnitt große
Findruck, und Garibaldi, der vor Kurzem' noch von vielen LeutenWMassen preußischer Friedrichsd'or und brachte sie dann durch meh⸗
is ein leerer Ruhestürer betrachtet wurde steht jetzt wieder aee Helfershelfer wieder in Umlauf. An zehn Friedrichsd'or fiel
n der Achtung als je, da man fieht, wie zwei Armeen nöthig ein Gewinn von etwa 5 Franken ab und man berechnet den Um⸗
waren, um die schwachen Kräfte der botr ihn befehligten Schaar satz, der bereits erzielt worden ist, auf 3000 Friedrichsd'ors. Die
u brechen.“ Die Freiwilligen warenn höchstens 6—-7000 Mann Entdeckung sollte durch die wiesbadener Spielbank herbeigeführt
ark; es mangelte ihnen- an Allem; an Fleisch, Brod und Waffen. werden. Min hatte nämlich bemerkt, daß bestimmte Personen dort
Haribaldi hoffie zu Tivoli Nicoters Ju finden, mit dem er dann öfter Rollen von solchen Goldstücken in Zweiguldenstücken wechseln
hereint in die Abruzzen gezogen?“wäre.Aber Nicotera hatte sich ließen und sich, nachdem sie irgend einen kleinen Einsatz riskirt
Sereits in aller Eile nach Neapel aus dem Staube gemacht, ohne Jatten, still davon schlichen. Einer derselben wurde am Samstag
den General davon zu benachrichtigen, Die päpstlich-französische dort verhaftet und man brachte ihn zur Angabe der Bezugsquelle,
Armee war den Freiwilligen fast um bas Doppelte überlegen und die dann auch sofort hier unter Verschluß gelegt wurde. n
doch widerstanden diese vier Stunden laug.- Der Kampf wurde In Elberfeld wurde ein Fremder, der dort seit Monaten fich
mit größter Erbitterung undmit blanker Waffe geführt.: Die Freie zon verschiedenen Steindruckern unter allerleir Vorwänden Wech—
willigen ließen 400 Todte und Verwundete auf dem Schlachtfelde jelformulare mit den Ramen bekannter Firmen zu verschaffen und
und noch ist keine Liste derfelben veröffentlicht, so daß die Familien ie förmlich auszufertigen und zu discontiren wußte, in dem Au—
in Unruhe und Besorgniß schweben. kenblicke verhaftet, als er bei einem Bankier ein so' gefälschtes
8 loren z3. 10. Nov. Der Mimisterroth hat beschlossen, hapier versilbern wollle.
jur Unterstützung der Familjen der in der römischen- Campagne FDas Centralcomite in Barmen für die Freiligra tih-
zebliebenen oder verwundeten Freiwilligen Fonds anzuweifen. Stkiftung macht unterm 3. Nov. bekannt: Wir beadsichtigen
—. Die „Opinione“ schreibt Der Minister des Auswärtigen die Nationaldotation für Ferdinand Freiligrath Mitte December
zak ein Rundschreiben an die diplomatischen Agenten Italiens er⸗ zu schließen und dieselbe dem Dichter- amn Weihnachtsabend zu
rassen, in Betreff der romischew Frage, ditrch welches die Mächtt überreichen. Alle Comile's des In-⸗ und Auslandes werden freund⸗
n die Lage versetzt werden?“ sich“ zu entscheiden, ob sie der. von ichst gebeten. uns das Ergebniß ihret · SammlungenuUmgehend
Frankreich vorgeschlagenen Conferenz zustimmten vder nicht.. kinzusenden. Sobald thunlich, werden; wir vsfentlich Rechnung
Die „Italie“ meldet, daßin Turxin Unruhen ausgebrochen ablegen. 9 — —7—
waren. Die Unruhestifter zogen por, die Wohnung des franzöͤsi⸗ — Der Stadtgerichtsralh Twesten ist dom Berliner Stadtge⸗
jchen Consuls und vor das Cafs de Paris; man fing an einige richte wegen einer am 20. Mai 1868 im Abgeordnetenhause ge—
französische Schilde an diesen Häufern abzunehmen, beim Eintref- jaltenen Rede zur höchsten zulässigen Strafe, zu 2 Jahren Ge—
fen des Militärs jedoch wurde ohne Widertand die Ordnung wieder fängniß wegen Beleidigung und Verleumdung verschiedener Be⸗
hergestellt. 8 J hörden veruͤrtheilt worden d! J
Florenz, I1. Nov.“ Hier sind einige Hundert Freischzr. Berlin. Das neue Abgeordnetenhaus zählt 1 Prinzeu,
jer durchpafsirt, um in ihre“ Heimath' zurüczukehren. Ueber das 19 Grafen, 27 Freiherren, 110 Ädelige ind 27* Bürgerliche.
Entkommen des Generals Garibaldisbon Caprera ist eine Unter— 4Bei Pillau ist am 53. Nov. der preußische Küstenschooner
juchung eingeleitet. Nach Beendigung detselben soll der General Hinrundo“ mit Mann und Maus untergegangen; nur 5 Blät—-
zuf Grund der Anschuldigung, den strieg mit einem fremden fer eines aufgelösten Schiffjournals von 1866 und einzelne Schiffs-
Staate hervorgerufen zu haben, bor Gericht gestellt werden. trümmer wurden gefunden. J
Türkei. 7 Es circuliren falsche hessische Fünfgulden-(Grundrenten)
Nach einer Mittheilung der' Allgeineinen Zeitung aus. Beb⸗ scheine vom J. September 1848, die höchst tauschend nachgemacht
grad, 20 treiben die Vulgarien · die · Haiduken. KRtauber) noch im⸗ And niur durch eine etwas grellere Farbe, hauptsächlich der Rüd⸗
er ihr Wesen Vier Jusuegentencorps bilden eine Stärte pon ieite von ächten zu unterscheiden sind. 3
beiläufig Löoo Mann umd ssehen nuter dem Hauptcommaudo Pa— . In Obex shlefien tritt die Rinderpest mit großer
casolDiese haben den Turten die meisten Riederlagen beigen deftigleit auf. Es find bereits mehr als 100 Stück Vieh ge—
——— — 1000. Medschidits fallen oder aus Vorsicht getödtet worden.
lcurlische Pfde Slertingh, guf den Fopf panajot's sehte und mit. xJacques Offenbach, der hekanntlich vor einigen Monaten
Paukenschall diesen Preis'sit zanz Vuigarien betannt machte. Pa- kine Tochter verheirathet, soll unter verschiedenen Hochzeits geschen⸗
najot ist aber in Rumanien undeLwird: horb überwintern. . Das ken, die zr seinem. theuern Kind brachte, Folgendes mündlich bei⸗
Hawpthindermiß der Bewegung der Bulge“en in verflossenen Som- gefügt — ich
mer war der Mangel an Waffen under zerlautete possitiv, daß zestatte es Dir bon morgen an, meine Opern sehen zu dürfen“
bieser Uebelstand beteits gehoben ib Wir glauben, daß es der zärtliche Vater mit der „Bolle Hé-
5 ßla 3. leêns“ und „Vie parisienne“ doch noch etwas weiter als bis zum
ug Außland. nächsten Morgen hätte aufschieben sollen.
W,ax sch an, 5. Nov. Wie man.in russischen Kreisen hört, F Paris. Vor einiger Zeit ging durch die Blätter die
heabsichtigt die altrufsische Partei, in diesem— Winter in der Fa- Rachricht, in derösterreichischen Abtheilung sei ein kostbarer Flacon
schingszeit in Warschaus ein grotzartiges slawisches Carnevalsfest 1bhanden gekommen, und daß in Folge dessen zwei Beamte der
ju veranstalten, zu dem Vertreter aller slawischen Stämme einge- Toinmission die Herren Schenk Oberlieutenant a. D. und Hu—
laden werden ollen. J F d detz verhaftet wurden. Sie saßen drei Wochen lang in Mazas
Amerika. — uind wurden dann mittels Zwangspaß über die Grenze ge—
New⸗Hos⸗ rk. 30 Oct. Das UeberwachungsKFomite in Rich- racht. Nun hat man eine Kiste entdedt, in welcher sich der
mond wies mehrere weiße Bürger aus der Stadt. Die Südpresse Flacon unausgepagt befindet und es stellt sich heraus, daß der
prophezeil einen allgemeinen Aufstand im Suden und derlangt von zauze betrübende Vorfall auf einer oberflächlichen Verification und
ohnson eine Vermehrumg der Betlitatmächt; um die Neaer Zinzu- übereillen Deuncation heruhte. Welche Ebrenrettung für die bei⸗
Füchtern. 3 —— den grundlos beschuldigten Männer!
. 7 Wie sich nun herausftellt, ind in den Mine Sank Honse
und Cramlington durch die am 31. Oct hereinbrechenden Wasser
doch mehr Personen verunglückt, als man vermuthete; 180 Arbei⸗
jer hatten sich durch einen Seitenstollen gerettet; 8 Leichname
wurden aufgefunden; etwa 30 Personen werden noch vermißt.
Ursache des Unfalls war die durch eine Haue eines Mineurs her⸗
heigeführte Oeffnung eines Reservoirs der unterirdischen Infila-
ralionen. Niemand kannte die Existenz einer so enormen Wasser⸗
masse an dieser Stelle.

7 Auch in England, namentlich in Exeter, Teignmouth, Cre⸗
diton und Toquay sind sehr ernste Brod- und Fleischeravalle vor⸗
gekommen. In Exeter zerschlug der Poͤbel Läden und Scheiben,
lünderte, was ihm in den Weg klam und trieb den heillosesten
Unfug, bis ihn Militär zur Ordnung brachte.

f In der walifischen Kohlengrube bei Ferndale im Rhondda⸗
Thale ist Feuer ausgebrochen. Telegtaphischer Nachricht zufolge
hefinden sich in den Gängen derselben über 300 Arbeiter, und
nan fürchtet, daß vielen derselben jeder Ausweg verschlossen sei.

7St. Gallen, g. Nov. Nach Berichten aus Zürich an

Bermiuisqtes.

7133In Zweibrücken ereignete sich dieser Tage in der
Hainm'schen Mühle der sehr beduernswerthe Unglücksfall, daß
einer der in derselben beschäftigten Mühlburschen von eenem Rie⸗
men des Getriebs erfaßt und gode wurde

Aus der, Pfalz, 1Bh. Nop. Wegen Ueberhandnahme
der Wildschweine und zum Zwege det Zurücführung dieser Wild—
Jattung auf einen möglichst unschädlichen Stand, ist vom Mini—
derium des Innern die Auszahlung einer Prämie von fünf Gul—
den füt jedes erlegte Wiidschwein genehmigt worden.

7 Von Anwohrern des Donaumainkanals wurde an
die Kainmer eine Eingabe mit dem Verlangen gerichtet, den gan—
zen Kanal einzuwerfen und auf demselben ein; Eisenbahn von
Nürnberg! nach Kehlheim zu erbauen.“ *

— vas Carlsruher Laudesschützenfest soll ein Deficit
oon 3000 fl. hinterlassen haben.

fMainz, 7. NRop. Man haf sier einer nicht gang neuen.
aber in der Form eigenthümlichen Industrie polizeilich Einhalt
        <pb n="538" />
        —V
in großes Foalliment insckdauris bedeutende Verluste erleiden.
Brer müh lium gis⸗Tw i Lælt tem.gar Dem⸗ Berichte des
„Journal deSt Petersbourg“ über: Rie Vermählungsfeier des
önigshaares entn hinen wir folgender: Beschreibung der Toiletten:
„Das Kleid der Braut bestand aus Silberstoff und war, mik ge⸗
dickten Silberbouqueis übersäet. Den Rock besetzte vorne eine
Reihe von Diamantknöpfen, die sich an den breiten, mit Diaman⸗
sen besetzten Gürtel anschlossen, Ebenso war die Taille nach einem
griechifchen Musterumit Diamanten wverziert. Endlich erglänzten
auch Halshand, Armbaͤnder, das Diadem auf der Stirn und die
strone auf dem Chignonn im reichsten Diamantenschmucke. Die
Großfürstin Alerandxra Josefowna, welche ihrer Tochter folgte und
his zur Täuschung einer Schwester der Verlobten glich, trug gleich—
jalls ein Kleid von Silberstoff; längs der Seite liefen Streifen
don Ponceau⸗Sammt und Goldstoff, die eine zahllose Menge von
Saphiren, Rubinen und Smaragden infaßten, welche, letzteren
hrerseits von Diamanten umgeben waren. Die mit Hermelin be⸗
etzte Taille war gleichfallg; mit prachtvollen Edelsteinen geschmückt.
Der reiche Schmuck der Großfürstin iß allbekannt; „es war jedoch

inmöglich, diese Wunder in geschmackvollerer Weise zu verwenden.
Dieselbe trug die Sterne und Bander ihrer Orden. Die Zahl
er Ehren⸗ und Hofdamen, wax sehr betrüchtlich. Inmitten dieser
änzenden Toiletten bemerktagu Mman eine- Bauersfrau in ihrem
estanzuge, welche der Ceremonie mit gauz besonderer Aufmerksam⸗
eit folgte:rneß war die Amme, der Großfürstin Olga Konstan-
inowna.“ Die Großfürstim Cesarewna. (Dagmar) hat, der Feier
richt beigewohnt, da sie-aus Sorge für ihre Gesundheit in Zars
vje⸗ Selo zurückgeblieben war.n Der, Kaiser trug die Marine-Uni—
orm und eröffnete mit. dex Königin Olga die Polonaise des Galqa-
zalles. νι edpeettean

rt. Der. „Pionier“ in. Bostonerzählt folgenden Geniestreich
es transatlantischen Telegraphenc Reulich wurde durch das Ka—
hel gemeldet: 100 Deputirte des deutschen Parlaments hatten
jegen die Beschränkung der Pripjlegien derjenigen deutschen Staa-
en protestirt; welche vom haltischen Meere, hespült, sind. Nun
»athe Einer, was diese Depesche wixklich melden solltel Es ist
Folgendes: 100 Deputirte, des ãtalienischen Parlaments haben
jegen die Verhaftung Garibaldis (baltisches⸗Meer). protestirt,
veil dadurch dessen Privilegium alg. Deputirter verlet ist.
—— ——
4 ennα 7 5 J — — nen
ee Bebanntmachung. 458 * g, 9
n Samstag, den 238. Novemiberc ISG7, Nachmittags 2 Uhr⸗ 1
wird auf dem Vurean der kgl. Grubeuverwaltung St. Ingbert die Bei⸗
uhr der nachbezeichneten Hölzer pro 1868 zur Grube St. Ingbert inmn Submifsionswege
un den Mindestnehmenden vergeben werden?
Dis vem kgl. Forstreviere Neuhäu set :;
F Echlad Heujcheuer Kanzlei, Schlüßlerwald und Fraukenwald. 5
eeeed Lerirca 9000 Cubikfuß Buchenstamme und
—D — itts Stempelstangen. — —
ιιι 2).Aus dem kgl. Forstreviere St. Ingbert.
αιι νααν—ν_ Oοο Cubitfuß Buchenstämme und
α ννα—O, O00 ditto Stempelstangen. 7.5 *5
ninS nlineiS) Aus dem Egl. Forstreviere Jggersburggzgz
Lirca 300 Cubikfuß Kiefernstämimme. r deisg A
.n. eberilahmtzluftige sinde kingeladen ihre Angebote und, zwar:!
ie die Beifuhr.aus dem Revier? Reuhäusel begangweise und d
be für die! Beifuhraus den Revieren St. Ingbert und Jaͤgersdurg revierweise,
zis zur oben angeseßten Zeit“auf dem Bureau' derunterzeichneten Verwaltung abzugeben,
woselbst quch die Bedingungen zur Einsicht offen liegen .
Si. In aber tesy Griu b'e den 13 Noveinber 1867. J — J
ιν αν -Die kgul, Grubenderwaltung:
J. Kamann.

Spielwerke
mit 4bisa 48 Stücken/ Wworunter
Prachtwerkenilt Glockenspiel, Trom
nel und Glocenspiel un Limmels
timmen, mit Mandolinen, mit Er
vression u⸗h m ——
Spieldosen
mit 2bis 12 Stücken, ferner Ne
——
zerhäuschen, Photographie-Albums
Zchreibzeuge, Cigarrenetuis, Ta⸗
bakz und Zuůndholzdosen, tanzende
Pupheit Arbeitstischchen, alles mit
Musik, ferner Stühle, spielend,
wenn man sich darauf setzt, empfiehlt
J. Ho Heller m Bern. Franeo
Diese Werke, mit ihren lieb
lichen Tonen jedes Gemuͤth erhei⸗
ternd,sollten in keinem Salon
und an keinem Hrankenbette fehlen;
* großes Lagervonfertigen
Stucken.n·Reparaturen werden be⸗
oxgt.ESelbstspielende,“ eleckrische
Mavitre: dũ Francs 10.000.

Din . a t 7
— — —

7:

DZoitungs Anhonden-Expedition
G iti 7 vο“ rι — 7*
tren aasenstein &amp; Vogter

A4.
—A
2
*28
38,
e . Ni in
n L LU RLn
— — — ..2
Hioselbe vermibtelt ausschlibsslich Deitungs- Inserate
vjsde Zenung aller fimfe Welttheile, — berechnet stets die
ↄriginn Iprei se, - gewührt bei grösseren Auftrügen an-
ennessenen Rabatt, — liefert Releghlätter über
edes Inserat, - Beseitigt alle Porto-AMuslagen und- sonsti-
gen Nebenlcosnten, befert vorherige RKosten-MusSch Iüge
undi versendet auf Verlangon gratis und fri neο ein
vollatändiges Zoitungs-Preis-Vorzeiohnits J

Rechnungen zu Jedermanne Gehrauc
ünde varrächig in der Druckerei d. Bl.
*X38 — r
Jänisch's Bier
ber —

o un ινν h. Emerich jun
- — Moeeee 2
Frucht⸗,/ Brode, Fleisch⸗ ec. Preise der
— — Sj„”tadi Zweibrüchen — —
nilt α — — Weizen 8. I. 44 Ix. Korn 7 fl. 2 tr.
Fur Pandels⸗ und Gewerbtreibende. 7 ——— e
—DD——— P en t 0 n 9dt ie teihige, 5 fl. k. Spelz 5 fl. 45 kr.
—A — en Zpelzkexrn· fl. ——— Dinkel 4 fl,
voni I. Jcnuar Jis Mai jeden Jahres ethh. mischfrucht kr.yhafer
in Kalligraphie, Rechnen, einfocher, und doppelter Buchführumg, Wagaren-⸗ Wechsel⸗ u. 1 ff. Is r 42 r. Wicden
—
Eine soxgfältige Behandlung und tüchtige, Ausbildung wird zugesichert. u e 20 e Stroh — —28
Anmeldungen wolle man bis längstens 1. Dezember bei mir machen. 9— —— Kilogr., 21 tr.
aeeteaeniett neeeVeonhard Trautmaumn, hornhroh 3 Kgr.nzzig lr. dind 2 Kar,
5 . — —58 F F— vandelslehrer, in Worms.* n J 20 tv ditto IKgr. 10 fr. Gemischtbrod
— ⏑ —3 —4g36 ix. I. Pagr Wech, 4 vLoth
Fruchtvretse der Stadt0tx., Erbsen 8 fl. 25 kr.. Wichen 4nfl. 4 hre Kindfleisch 1. Oual, istr
KRaifert en⸗ An pom 12. Rovemher. kr., Linsen 5 fl. 28 kr. vde ener Qual Kalbfleisch 16 de nse
—D——— dpreise 6 Pfd; Kornbrod 209 kr. leisch IG6 ki. Schweinefleisch 18.krx., per
Spelzkeri — kr. Spetze sd. Gemischtbrod 1514 —A——

an r Geeste *i. 41 ir. Hafer“ 4 fl.Weißbrod 15 n er giie 2 het pfn—

e Redaktion, Druck und Verlag von F. X, Demez in St. Ingbert5 7 .

4—
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        7 — 7 4 u. —— * a
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ver. St. Jugberter Anzeig er“mit seinem Unterhaltumgsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienskag, Donnerstag
d Samsdage Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8Krst. die dreispaltige Zeile
—.. Vlautschrift oder deren Raum' herechnet. —*
7— — — — ———
RNro. 437. Sausstag, den 16. Noveniber * —WBe 1867.
ne eseee Deuntschland. F * ———
München, 12. Nov. Das: neueste Regierungsblatt vom
Heutigen veröffentlicht · den Vertrag, welcher zwischen den durch
zie Munzconvention vom 830. Juͤli-1838 verbundenen Siaaten
einerseitzs, dann dem Kaiserihum Oestexreich und; dem Fürstenthum
Lichtenstein andrerseits über, die Aufhebung des, Münzvertrages
bom 24. Januar 1857 bezüglich des Kaiserthumes Oesterreich und
des Fürstenthumes Lichtenkein am 13. Juni 1867 3u Berlin ab⸗
geschlossen, vom Könige von Bayern genehmigt und ratificirt wor⸗
den' ifn. Inhaltlich desselben werden die xedtrqgenden Regierungen
Zen Vereinsthalern und Doppelthalern die ihnen heigelegte Eigen⸗
schaft einesa gesetzlichen Zahlungsmittelsdor Ablauf des Jahres
870 nucht enlgichen, so ferne sie nicht. in den.Zwischenzeit zu
einem andern als Aem jetzt bestehenden Munzsysteme übergehen.n
Mnchen, 13 Rod. Der behufs Berathung des Schulge⸗
setzes verstärkte vierte Ausschuß der Abgeordnetenkammer hat heute
zen Abg. Gelbert zum Referenten uͤber das Schulgesetz gewählt.
Dienstesnachrichten. J 7. ee
3um Bezirksthierarzt in Speyer. wurde der Bezirksthierarz
Goͤhring in Reustadt ernannt. αιU⸗,
An der Gewerbschule Zweibrücken wurde die Lehrstelle für
Mathematik und Phisik dem bisherigen Verweser derselben, Fried⸗
rich Polster; die Lehrstelle für neuere Sprachen dem bis herigen
Verweser derselben, Joseph Gruber; die Fuͤuction eines Rectors
dem Realienlehrer Johann Marzall übertragen . 5
uͤnerm 10. Nob. wurde die erledigte Stelle eines Registra—
hors der k. Regierungsfinanzkammer der Pfalz dem Canzlisten der
!. Bergwerks⸗ und Salinenadministration Georg Alexander Schau⸗
pert, seinem Ansuchen emusprechend, berliehen und bestimmt, daß
dessen bisherige Stelle nicht wieder besetzt werde.
Fraukfswrt, 11. Nov· Es sollte mich! sehrwuündern
wenn nicht auch bereits in Ihre Stadt die Gerüchte“ gedrungen
sein sollten, daß wir hier wegen unablässiger Raubanfölleunferes
Lebens nicht mehr sicher sind und alle Welt mit Revolvernund
Todtschlägern“ bewaffnet einhergeht. In Wahrheit sind einige
solche Fulle außerhalb der Siadi in Gegenden, die verführen konn⸗
len, vorgekommen; aber die geschäftige Fama hat sofort aus die⸗
sen Vorlommnifsen, die in ardeitslosen Zeiten nichts Ungewöhnli
hes sind, sofort eine förmliche Unsicherheit gemacht⸗von? der die
Kinder nuf der Straße sprechen. Die Polizei streift fleißig Nachtẽ
————— werden wohl die wirklichen! und
die selbstgemachten Schredgestalten bald⸗ verschwinden.“ Unsern
Waffen⸗ und. Siockhändlern mag die Furcht zustatten gekommen
sein; es wurde mancher Selfprotector und⸗ Lifeproservet gekauft,
da selbfst in offentlichenAnzeigen derselben von haufigen, Rauban⸗
fällen“ die Rede war. Boͤse Zungen meinen sogar⸗ die Gerüchte
duͤrden nur· von Specuilanten erfunden, um die Wohnungen und
Häuset innerhalb der Stadt auf Koslen der Außenstadi in höhern
Werih zu seten. Das Mittel ginge denn voch etwas zu⸗ weit
Im Allgemeinen haben wir es aber mit großen Uebertreibuͤngen
zu thun und wird sich der ganze Spuk hoffentlich bald wiedes
derziehen.
VSerlin, 12. Nov. In Betreff des Conferenzpro—
jectes möchte ich hervorheden, daß die eingeladenen Mächte sich
iber den Vorschlag nicht eher schlüssig machen werden als dis
ihnen ein bestimmtes Programm vorliegen wird. — Die Regie⸗
rumg hat nunmehr definitive Beschlüsse über die Verwaltungsor—
zanisation Hannovers gefaßt: die Aemter und Vandrosteien sind
deibehalten, von den Regierungscollegien ist Abstand genommen.
Die Regierung wird dem Landtage die mit Waldeck und Ol⸗
denburg abgeschlossenen Verträge vorlegen. — In der gestrigen
Slaatgsministerialsitzung ist der Entwurf der Thronrede berathen
worden; doch wird zur Feftstellung die auf morgen angesetzte Rück⸗
sehr des Königs abgewartet werden. Graf Bismardk kehrt erfi
Donnerstag oder Freitag hierher zurüd. — Die Conservativen
dimmen diesmal alle für Herrn v. Forckenbeck als ersten Präsi⸗

7—

—E

henten des Abgeordnetenhatsses. Daz Gesetz wegen der Ver
Fflichtung gum Kriegsdienste ist am 9, Nov. vom Konige voll zogen
vorden. — Nach ⸗den, Bestimmungen über die Reorgauisation der
dandwehr wird für jedes Linieninfanterieregiment Lein Landwehr⸗
nfanterieregiment à 2 Bataillone mit gleicher Nummer. und glei⸗
hem Provinzialnamen. und für jedes Fusilierregiment ein Reser⸗
Felandwehrbataillon mit gleicher Nummetr exrichtet. Die Landwehr ·
nfanterie des. Norddeutschen Vundes wird also da Regimennier
. Baiaillvne, 188 Bataillone und 12 Reservelandwehrbataillone,
usammen also 200 Bataillone Landwehrkerntruppen umfassen, zu
enen noch 12 Bataillone der Gardelandwehr,und die Landwehr
dessens kommen. Das ist eine Reservearmee von 220,900 Mann,
Die fie Lein Staat in Europaaufzuweisen hat⸗ 3 der neuen In⸗
anterieregimenter werden in Fusilerregimenter Amgewandeit.n F
nDer Hannoper!sche Courier nmeldetzie Die im vorigen
Jahre nach London yeschafften 22 Millionen hannover scher Staats;
gelder sind hier wieder eingetroffen und deponirtι. —
Die Prov. Correspondenz“ meldet: Der neue Zollver⸗
rag tritt am A. Januar In Wirlsjamkeit. Vermuthlich wird der
weiterte Bundesrath im Januar, das Zoslparlament Anfangs
Febrauar einberufen. ,
Berlin, 13. Nov. Die Arbeiten der Commission des
norddeutschen Bundes für eine allgemeine deutsche Proceßordnung
verden, soweit sie in ein weiteres Stadium gerückt sind, den suid⸗
Feutschen Staaten zur Betheiligung porgelegt werden. Dex gleiche
nodus procedendi sosl bei den ubrigen Arbezten; für eine gleiche
Besetzgebung im Bunde in Betreff / dex Beiheiligung der Staaten
senses des Mains eingehalten werden 5
verin. 14. Nob. Die „Nordd. A. Z.“ dementirt die
Nachricht eines Wiener Blattes, daß Frankreich in der e
wig'schen Frage ein Compromiß worgeschlagen, wonach Dänemark
gegen Einwilligung in die preußischen Garantieforderungen und
gegen die Uebernuhmeder betreffenden Stagfsschuldquote die In—
sel Alsen und den Sundewitt, ausschließlich der Festungen Duͤppel
ind :Sonderburg, erhalten sollte.
Waren, 10. Rov: Kaiser Franz Joseph hat folgenden Pa⸗
riser Journalisten Orden verliehen: dem Chefe Redacteur des Con⸗
titutionel, Limayrac, den Orden der Eisernen Krone zweiter Classe;
Fem Director des Monitenr, NorberdBillard, dem Redacteur der
Presse, Cucheval⸗Clarigng, und den Herxen; Lepey und Droͤolle
non der: Patrie das Comthurkreuz des Franz⸗ Joseph⸗Ordens; den
Herren Vitu (Etendard), Eduard Simon (onstitutionsl), de la
donterie Preffe.) Edcudier (France), Villebort.(Siecle) den Or⸗
en der Eisernen Krone dritter Classe endlich das Rittexkreuz des
Irtnz⸗ Joseph⸗ Ordens den Herren Walfrey, Momoxial ¶ Diploma⸗
que; Dr. Landsberg⸗ —
France; Malespine, OHpinion Natienale, und Theophile Gautier,
Moniteur.* S. 3
r Arthur Görgey erschien am . Nov. in der Sitzung des Ab⸗
geordnetenhauses als Zuhörer. Als man ihn erblickte, trat zuerst
Saale eine tiefe Stille ein. Ein dumpfes Gennixmel durchzog
sodann die Reihen der Linken; plötzlich wurden Rufe laut; Gör⸗
gey ist hier! Was sucht er zwischen uns? Welche Frechheit! Hi—
us mit dem Verräther! Will er uns auch der Reaction über⸗
jefern, wie seine Kameraden?“ u. s. w, Endlich brach der Sturm
os. Es war unr Ein Schrei der Wuth und der Entrüftung.
Börgey ging. —
Wiren, 13. Nov. Die heütige „Presse“ theilt mit, daß
Braf Bismarck das österreichische Rüundschreibeni vom 8. d. beant⸗
vortet habe, welches vor Allem die Befriedigung des Berliner Cas
bineis uͤber die Erklärung constatirt, daß in Paris nichts verhan⸗
delt worden sei, was den Weltfrieden sibren koͤnnte. Preußen werde
uch fernerhin bemüht sein, die gute Meinung der Cabinetie von
Wien und Paris durch Fortjchreilen auf dem belretenen nationalen
Wege zu rechtfertigen. — Die Debatie“ von heute erfäͤhrt, die
Finladung zur Conferenz sei gestern- hier eingetroffen. — Das
sriechische Konigspaar kraf geltern hier ein und wurde am Bahnhofe
        <pb n="540" />
        om Kaiser in Marschnllsuniform, derzk das Graßkreuz des nehgen. Die Aufforderung an die Freiwilligen, sich zurückzuziehen,
eIrldseroxdens. trug bon Hen Spitzen der höchsten Militär— IAnd Isei von Garibaldz vicht befolgt worden. In Folge der Niederlage
Fidilbehörden· sowie don dem? griechischen, russi schen Amd dänischens der Freiwilligen eeen keine Gefahr mehr fuͤr die papstlichen
Besandten inbfangen Pach herzlicher Begruͤßnig, zwische nden —A 8 Regierung habe cihre Truppen zurückgezogen im
eider Monarchen, nach *gegenseitiger Vorstellung der Suiten nd verttauck, di dir von Frankreich eingegangens Verpfuͤchtung, die
Besichtignung der äufgestellten Ehroncompagnie fuhr. das Königspaar »äpstlichen Staaten soöͤfock zu räumen, wenn die Sicherheit herge⸗
vom Kaiser begleitet in die Hofburg. tellt sei, treulich ausgeführt werde. Die Note besagt weiter, daß
Klagenfurt, 8Se Nov. Arthur Goörgey, der durch acht- das Fiel der Septembere Convention vollständig verfehlt sei, indem
jehn Jahre als Internirter in der Nähe unserer Stadt, in Vik- die Stellung des heil, Stuhles zu Italien in keiner Weise dadurch
ring. wo er sich Haus und Garten gekauft, lebte, hat geündert worden sei. Ein aufrichtiges Einverständniß zwischen
uns vor einigen Tagen verlassen und ist nach Ungarn zutüdgekehrt, Italien ünd dem Papsithum sei jedoch wünschenswerth; es würde
wo er mit Hülfe der gegenwaͤrtigen Regierung ein Unterkommen, uͤm Nutzen der Religion gereichen und die Halbinsel vor neuem
eine Austellung, einen Erwerbd zu finden hofft, denn mit nächstem Blutvergießen bewahren, ohne daß das Papfithum Gefahr liefe
Jahre hört die Subvention auf, die ihm seither der Staat aus FJialien sei tief religiös, es werde das Papstthum zu veriheldigen
gezahlt hat. —— uind mit aller Verehrung zu umgeben wissen und seine Unabhangig⸗
leit und Freiheit achten. Abex es sei nothwendig, daß ein Aus-
aleich eintrete, welcher die Interessen des Papstthums und Italiens
vereinbare!Die Note schließt: Wenn in Italien die Elemente
der Ordnusig und' des Fortschrittes bestehen sollen, so ist es noͤthig,
die Ursachen zu beseitigen, welche es in dem Zustande einer per—
nanenten Aufregimg erhalten. Sie werden gewiß, Hr. Minister,
zie Ueberzeugung geben können von der Dringlichkeit die römischt
Frags shne Verzug zuidsen. “
2 Man meldet derAgencke Havanas“ aus Rom:e Den Au—
jaben gewifset Blätter zuwider zeigt die päpftliche Regierung sich
ehr zur Versöhnung geneigt. Sie hat sich nicht der Auslieferung
er Garibaldinischen Gefangenen widersetzt Der heil. Vater und
lLardinal Antonelli scheinen entschlossen zu sein, nicht die Personen
ur Verantwortung ziehen zu lassen. die sich bei dem Plebiscit in
nehreren Städten des päpftlichen Staats compromittixi haben.
ισ νιαι Amerika na
—ä 1i re 57 t
Juarez verweigerte die Auslieferung der Leiche Maximilians
veil der aus Wien abgesandte Adiniral Tegeithoff kein Beglau—
»igungeschreiben mitgebracht habe. Die „V.Z.“ begleitet diese
achricht mit folgender Bemerkung: Das legitimistische Gefühl
träubte sich dagegen, sich mit der angeblich revolutidnären Ge—
valt officiell in Verbindung zu setzen. Man glaubte vielleicht in
Wien, der Präͤsident der Republik werde so guthmüthig sein, sich
arüber hinwegzusetzen jJuarez war aber fest und hai es erreicht.
zaß der stolze Hof sich vor ihm demüthigi.“ Nach den neuesten
Rachrichten hat Tegetthoff jetzt die von Juarez verlangten Beglau⸗
bigungsschreiben erhalten und wird nun die Leiche in Empfung
ehmen. ni

— ) Frankreich. S . 3

Pé ri s, 13. Nor. Es herrscht hier eine ungemeine EAuf⸗
tegung. Es fieht im Innern sehr Uebel aus. 29 Verhaftungen find in
der Nacht vom Montag auf Dienstag hier vorgenommen worden: Bei
ahlreichen anderen Personlichkeiten haiman Haussuchungen vorgenom ⸗
men. Die Anklage geht auf Theilnahme an einer geheimen Ge⸗
sellschaft. Anreizung und Versuch zum Aufruhr. Unter den Ver—
hafteten nennt man besonders die Herren Nacquet, Professor der
medicinischen Facultät, und Acolas einen Anwalt.n Einer derje⸗
aigen, bei denen man eine Haussuchung unternommen hatte, hat
gestern früh Frankreich eiligst verlassen. Man sieht, die Anzeichen
von einer tiefgehenden Unzufriedenheit im französischen Volke meh⸗
ren sich.n Dabei wird das Brod immer theuerer, da die Bäcker

s mehr Ersatz fordern. als die Stadt ihnen gewähren will, und

jene daher auf die Vorschläge Herrn Haußmanns noch immer

nicht eingehen. Heute wurden sänmtliche Backer aufdie Wolizei-
prafectur berufen. — Nach Privatnachrichten aus Serbien verbreüen
etzt die serbischen Emmissäre folgendes Programm unter der christ⸗
ichen Bevölkerung der nördlichen Türkei; 1) Annexion der Herze⸗
zowina, Bosniens und der Bulgarei an Serbien, welches so ein
önigreich von 79 Millionen dilden würde; 2) Foöderation mit

Montenegro. welches seine Unabhängigkeit bewahten will; 8) Fö⸗
heration mit Griechenland. Albanen will von Serbien nichts
wissen, und die dortige revolutionäre Partei neigt mehr nach Grie—
henland hin. Doch hat dieselbe kürzlich einen harten Schlag ev⸗

litien, indem der mächtige Gebirgsfürst Bib⸗Daia von Miridites
der Pforte don neuem Gehorsam geschwocen und den serbischen
and griechischen Emissaͤren den Tod angedroht hat, sobaid er sie
in den Bergen betreffen würde. So lange die Pforte ihn bezahlt,
wird er ihr sicherlich ergeben bleiben. — ———

Es wird über einen neuen Postvertrag zwischen
Deutschland (dem norddeutschen Bunde ) und Frankreich
unterhandelt, durch welchen bedeutende Portoermäßigungen erzielt
werden sollen. — Nach Briefen aus Constantinopel werden immer
noch neue Verftärkungen nach Kreta geschickt. Der Sultan soll
in der That ein „iranker Mann“ sein; er soll an einem Brust⸗
übel leiden. — Die Nachricht von Erkrankung ESpartess
soll falsch seiin.

Paris, 14. Nob. Der Moniteur enthält die Decrete, wor⸗
nach Magne zum Finanzminister, Pinard zum Ministern des In⸗
nern und Herr von Lavalette zum Mitgliede des Geheimen Rathes
ernannt werden.

Paris, 14. Nowb. Der „Patrie“ zufolge erhalten die Ein⸗
adungsbriefe zur Conferenz keinen Lösungsvorfchlag, sondern len⸗
ten blos die Aufmerksamkeit der Maächte auf die Nothwendigkeit,
der Wiederkehr von Ereignissen, welche periodisch die Ruhe Eurb⸗
pas sibren, vorzubeugen. Der „Moniteurx“ spricht sich beifallig
über den Rückzug der italienischen Truppen aus dem Kirchenstaate
und über die vom neuen Ministerium ergriffenen Maßregeln ge⸗
gen die Ruhestörer aus. — Die Ernennungsdecrete für die Her⸗
ren Pinatd und Magne werden morgen im, Moniteur
erjcheinen.“ er rn p

Italien.
—Slorenz, 11. Nov. Aungeblich zu militärischen Unter⸗
ichtsaweden werden drei Lager, jedes zu 25.000 Mann, in Reapel,
Poggio Mirtoto und Florenz errichtet; für die Cavalerie werden
tarte Pferdeantäufe gemacht. — Die Riforma? erhaͤlt aus La
Spezzia Nachricht pvon Jemanden, der Garibaldi besuchen wolhte
aber von dem wachthabenden Officier abgewiesen worden war
Besuchern ist Garibaldi nur von seinem Fenster aus sichtbar.
Floxenz, 12. Nod. Die officielle ,Gazetta“ enthält
eine Circularnote des Ministers Menabrea vom 7. Rov. datirt,
worin derselbe den Zweck ertlärt, welchen die Regierung durch die
militarische Besetzung der römischen Staaten zu erreichen suchte
and der jetzt erreicht ist. Die Regierung, treu ihrem gegebenen
Worie, habe sich geweigert, die Plebiscile der Bevolkerung auzu⸗

at Wermisschte s8ß.

ESi. Ingbeet, 16. Nov. Heute Morgen 83 Uhr brach in
dem Herrn BraAnionm gehsrigen hintern Wohngebäude, das an
das vordere Wohnhans anlehnt, Feuer aus, und ist es dem raschen
Erscheinen und der Thätigkeit unserer hiesigen Feuerwehr zu ver—
danken, daß in einer Viertelstunde das Feuer schon gelöscht war und
ucht weiter um sich greifen konnte, so daß nux der Dachstuhl abbrannte.
Das Sturmgeläute war sehr zweifelhaft, und dürfte
ezeichnender sein.
‚FZ3weibrücken, 13. Nov. Heute früh 16 Uhr wurde im
Bemeindewalde von Niederauerbach von Leuten, die allda Laub
charrten, die Leiche eines neugebornen Kindes unter Laub ver⸗
tedt und mit einem alten Tuche zugedeckt, aufgefunden. Das Ge⸗
zicht begibt sich sofort an Ort und Stelle. Nähere Anhaltspuukte
ehlen bis jetztz doch hofft man durch die eingeleitete Untersu⸗
hung die Rabenmutter exforschen, und dieselbe der Criminaljustiʒ
urx Suͤhne des unatürlichen Verbrechens ůͤberliefern zu koͤnnen.
MünchenAL. Rop. Die theoretische Prüfung der
Rechtscandidaten an dex Universität endete heuer mit sehr günsti⸗
jem Resultat. Von 169, admittirten Candidaten unterzogen sich
62 der Prüfung, pon welchen nur 27 für nicht befähigt erklart
vurden, also 135 bestanden“.“ Zum zweitenmal machten die
Prüfung 21, wovon wieders5 durchfiesen, Einer machte sie zum
orittenmal und zwar mit günstigem Erfolg. * J
. Frankfurt, K. Nod.Seit dem Todestage Robert

Blum's wurden- alljährlich von/ Unbekanuten als Erinnerungszei⸗
hen Fahnen qausgefleckt und sonstige Demonstrationen vorgenom⸗
nen. Heuer unterblieb dies zum ersten Male. F
SFrankfurt., 1IB. Nov.“ Die nymittelbar nach ihrer
Sröffnung wieder posizeilich geschlossene Reuter 'sche Tebe⸗
zraphenoegemtux dahier hat nun die Polizeiliche Genehmig⸗
ing erlangt und pird die Firma ,Robert Salinger's telegraphi⸗
ches Bureau für Mittel⸗, West- und Süddeutschlaud“ führen.,
t. Dier Stürme der letzten Tage haben auch in der Ostjee
zroße Verheerungen angerichtet. Allein in der Naͤhe Danzigs sind
ehn Schiffe gestrandet. Die Mehrzahl derselben ist wrack. Es
elang jedoch sämmtliche Mannschaften von den zehn Schiffen
circe 830 Mann) zu retten. 5
        <pb n="541" />
        JBraunschweig, 8, Nop. Der Kirchenvorstand der beiten, sind alle getödtet worden. Die Scene an der Mündung
Alricilirche macht bekannt, daß t ch Heeinigt habe, wegen, der des Schachtes war eine herzzerreißende, die Angehörigens der Ver—
in den Kirchen herrschenden II des Gottesdienstes dein unglückten umstanden ihn weinend und wehklagend, And aus wei⸗
Hut auf dem Kopfe zu behalten er fordert die Gemeinde auf. ter Umgegend strömten die Bewohner hinzu. Herrn William's
das Gleiche gun thun. In! den · Hansestädten herrscht bekanntlich Leiche wurde min heun adern zuerst heraufgebracht, dann folgte
diese Sitte längs. J cein alter Manu mit seinen 4 Sohnen, die der toͤdliche Schlag

F Der Fleischer Pickert in Halberstadt, dessen Sorg- zusammen weggerafft hatte. Viele andere Leichname wurden,
losigkeit das große Unglück der Trichinen⸗ Kranlheit ühet die Stadt furchtbar verstüͤmmelt und mit verbrannter Kleidung, erst nach lan⸗
gebracht hat, ist zu S. Jahren Gefängniß und 50 Thl., Geldftrafe ger Untersuchung indentificirt. Ueber die Entstehung der Ex—⸗
verurtheilt. , Plofion läßt sich noch nichts Gewisses angeben: es heißt, daß vier

Berlin, 11. Nov. Vor einiger geit erregte die Rachricht Zimmerleute in einer untien neu eingerichteten Werkstätte mit un⸗
gewaltiges Aufsehen. daß ein Compidirbole. des Banthaufes Ge⸗ deschütten Lichtern gearbeitet, hätten. Aehnlich wurde auch im
oͤrüder Göttinger einer Suͤmme bon gegen 4000 Thalern vercubt Dezember vorigen Jahres das schreckliche Ereigniß- in der OHaks-
worden sei. Den Mann fand man dewnßtlos, wie vom Schlage Brube bei Barusley erklärt.
getroffen, in dem Flure eines Hauses, die Tasche worin das Geld F Vor dem Rathhause in Turin steht König Victor Ema⸗
sich befunden, leer im Kaftanienwäldchen bei der Universitätes Es nuel in Marmor. Vor ein paar Tagen näherie sich ihm 'eine
wurden die eifrigsten polizeilichen: Rachforschungen, jedoch vergeblich, kleine Schaar Männer; einer, ein Schmied, stieg hinauf
angestellt, bis ein Zufalle die Entdeckung des Verbrechers herbei- und schlug den König das Schwert aus der Hand.“ Das
führte, der kein anderer als der Comptoirbote selbst war. Einer Volk wollte damit sagen: der König ist nicht mehr das Schwert
der Handlungschefs fand nämlich im Keller des Geschäftes eine Italiens —
frisch gegrabene Stelle und unter derselben das ganze geraubte F Der im Gefolge des Sultans nach London gekommene
Geld. Sofort wurde der Polizei Anzeige gemacht, weiche in dem und dort auf Veranlassung eines Gläubigers arretirte Bruder des
katholischen Krankenhause den dort moch franke liegenden Comptoir⸗ Vicekönigs von Aegypten, Fazyl Pascha, hat auf Grund der
boten sogleich unter strenge Aufsicht stellen und für verhaftet er⸗ officiellen Stellung, in der er nach England kam, die Zurücknahme
klären ließ. Der Mann hatte sich durch narkotische Mittei betäubt des Haftbefehls erwirkt.
sich aber als Rachwehen“ eine Krankheit zugezogen, an welcher er rPetersburg. Großes Aufsehen, erzählt der Sport“
noch leidet. Nach Herstellung des Verbrechers wird die gerichtliche macht in hiesigen Salons eine mysteriose, dramatische Geschichte.
Untersuchung beginnen. — Ein alter verwittweter General heirathele ein jchönes. junges

In Aachen herrscht bei ejger bestimmten Parthei eine ängst · Madchen aus sehr angesehener Familie, Nach einigen Wochen der Ehe
üche Beklammniß megen der Ankündigung von Vorlesungen Karf fuud ingn. den alten Herrn todt in seinem Betie, ruhig im Aus—⸗
Vogt's uͤber die Urgeschichte des Menschen. Es wird überall ge druck des Gesichts und ohne ein auffallendes Zeichen irgend eines
wühlt und gewettert, um die Vorlesungen zuhintertreibet. Ger unnatürlichen Todes. Die Sitte in Rußland fordert jedoch die
wisse Blätter drohen mit einem · Aujstand And juchen die Bürger Waschung des Todten. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man unter
danit zu schrecken, daß sie dei F?des Gesetzes vonr 1x. Maͤrz der Brusi eine ganz kleine Wunde, welche von einem sehr feinen
1850 abdrucken. Mwonach die Gemeinderfür⸗ aslen bei Tumult, Auf spitzen Instrumente herrühren mußte, welches direck ins Herz ge—
ruhr ec. angerichteten Schaden zu haften hat. Mum· solle auch drungen war, Wer ist nun der Miörder 2. Diese Frage vermag
die Hilfe der Polizei angerufen haben gegen den Mann, der pa der ·Sport“. nicht zu beantworten, aus Rücksichten, die ihm auf⸗
behauptet, daß die Menschen won den Affen abstammen, Die ge⸗ eilegt sind. Man spricht, sagt er, von einer jener wilden, un⸗
bildete Bevölkerung drängt sich massenhaft zut Umferzeichnung aus viderstehüchen Leidenschaften, welche Ursache des unglücklichen Ereig-
die Vorlesungen. (Am 101 hat Vogt in Köln gesprochen.) nisses sein soll,

.In seinem det „zum Tiger“ in Pesth erhielt Hr. Ar— New⸗-York, 11. Nov. Neueste Telegramme aus der

thur Görgey m 0. b. eine solenne Kahenmuͤsik. Havannah melden, daß die Mannschaft und Paffagiere des Dam—

Ader Chassepot befindet Jich gegenwärtig in Lyon, um die pfers „Colombians“ gerettet seien. Die Schiffswerften der Gesell⸗

Fabritation von 100,000 seiner Gewehre zu überwachen, welche chaft sind unbeschädigt.
die französische Regierung neuerdings bestellt hat. J f Frau Lincoln scheint wirklich an Monomanie zu leiden;
London, I. Nov. In dem Rhonddava qch. Thale. eine Ab. während sie von der einen Seite von ver Idee befangen ist, nicht
ʒweigung des Rhondda-Thales in Südwales, liegt tief verstech den zu hnnen- so dan sie vor einiger Zeit ihre Teppiche und
and mehr als funf Meilen von der nächsten Eisenbahn ·Station Piobel verlanftestellt ez sic heraus, daß sie die Miethe ihrer Haͤuser in
entfernt das feit einigen Jahren fast wie aus dem Boden aufge⸗ Springfield seit drei Jahren nicht erhob und wahrscheinmlich ihre Zin⸗
schossene Dorf Ferndale, odet wie ez in der Umgegend meist ge sencoupons — aus 50,000 Doll. Vermögen nichi eincassirt hat.
nannt wird; Slaenllechan. Zwei Bergkenen treuuen es von der .Die früher so oft genannte Lola Montez wird jetzt. nach
Außenwelt, und sein Rame wäre in glücklicher Verborgenheit ge⸗ hrem Tode, zu religiösen Zweden benut vesp. deren Naten mig
blieben, vielleicht nur dem Bergmanne und dem Kohlenhändler be⸗ .55 —23. 6
ö eeeegeernsrnr zu solchen herhalten. Es ist die protesiantisch bischöfliche Gesell⸗
lannt, wenn nicht ein grauenvolles Ereigniß ihn jetzt der ganzen 3 78 — ure
ß schaft in New⸗York, die sich der verstorbenen Tuͤnzerin bemächugt
Welt kund thate. Entstehung und Emporblühen des Dorfes sind hat. und ihren Lebenslauf. oder vielmehr ihr bußfertiges Ende zur
leichzeittig mit der Entdeckung und ergiebigen · Ausbeutung eines æ6 z ndee
Ipe 7 Bekehrung der Sünder auf einem ihrer Traltätchen mitheilt. Klei—
ceichen Kohlenlagers. Ferndale heißt auch dieses vor mehreren ne ve Auszüge aus Lola's Leben, auf ihre Bekehrungegat
Leben, gsgeschichte be⸗
Jahren zuerst angebauie Bergwerk. Am Freitag Morgen fuhren züglich, sind dem Tractate beigedruckt, doch datiren dieselben alle
hort ungefähr 170 Vergleute ein. (Nach anderen Angaben, die ß 883 —— 83 Rih, 7
— nach dem Jahre 1858, wo sie noch in Yorb⸗Bille ein kleines,
leider größere Glaubwürdigkeit für sich haben, wären es sogar hübsches Haun bewohnte und in demselben“einen sehr gemschu
360 ehen Das Wetter war sehr neblig und die Luft in ———— 5 eüeece iad
ꝛen Gangen daher bei gehemmten Ventilation schlechter als ge⸗ — 8 —— gave zu feh nzte.
wöhnlich. Andere Vorzeichen waren nicht bemerkt worden, aͤls — Die Deutsche Zeitung von Sa Plata fieht sich zu
hurz nach Mittag eine gewaltige Erplosin weithin gehört wurde. folgender —— Wir haben Ursache, zu glau⸗
Dieses Factum war auch hier bekannt geworden; doch wußte man wpn daß in Deutschland für Auswanderung nach einer gewissen Colonie
noch nichts von dem Schicksale der Urbeiter drunten“ Leider isn Rarienthal im Gran Chaco, Provinz Santa Fe, agitirt wird.
BJ 7. — ich nad Wir müssen auf das nachdrücklichste abrathen, sich für dieses Pro
jede Hoffnung vernichtet.“ Sobald der Haupischacht sich nach uchn —
der Erplosion ein wenig geklärt hatte, stieg ein früherer Verwalter lect gewinnen zu lassen, denn der Ort, wo die Colonie angelegt
yer Grube, der sie genau kannte, miteinigen Begleitern hinab Verden soll. eignet fich in deiner Weise für deutsche Ansiedler. und
Er fand seinen Nachfolger, den Pisherigen Verwalter Williams wurden dieselben einem sicheren Elende entgegen gehen. —XR
anter den ersten Leichen, denen er begegnete. Die gestörte Ven. 1VIm Centralschachte des Hoosac Tunnel bei Troy (Staat
alation gestattete nur seht behutsames Vordringen.ünd nachde m Kewyottk) geriethen am 19. Oct eine Anzahl von Naphtatonnen
ich häufig ablösende Arbeiler-Abtheilungen hinab gestiegen waren, in Branub, deretn Inhalt zur, Veleuchtung der unterirdischen Gänge
hatte man am Samstag erst 533. Leihname aufzefunden. Mii zestimmt war, so daß sich die Flammen schnell den beuachbarten
Lebensgefahr wurden die Nachforschungen und die Wegräumung Bauftätten und dem Hotzwerle des Schachtes mittheilten; beim
der Trümmer in den, Minen fortgesetzt; aber zu dem Hauptschau- Stillstehen der verbrannten Pumpmigschinen stürzten die Wasser⸗
dlatze des Unglückes lonnte man doch nicht gelangen: 62 Berg; naffen so in, die Tiefe, daß das Wasser 20 Fuß hoch über dem
eute, von denen, die ain Freitag Morgen kingefahren“ waren, Voden standz 13 Arbeiter gingen dadurch zu Gtund.
ind lebend au die Oberfläche gefäcdert worden, die meisten aus JNach einer Notiz der „Krzz.“ hatte sich ein im Jahre
Zangen, welche die Explosion wenigz berührt hatte, einige aber 1847 in Abyssinien eingewanderter Müller aus Auhall, Namens
auch mit gefährlichen Verlezungen. Für die Uebrigen gilt jede Zander, im Jahr 1856 bei Kaiser Theodor zum Kriegsminister
Kettung als unmoͤglich man wird sie sammelich erstickt oder ver nufgeschwungen; feit der Zeit fehlen aberRNachrichten bon die⸗
rannt wiederfinden. Die 35 Pferde, welche im Bergwerle ar · ein Ramet A
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        — — — DD ö, J. .. *
Beschlußene e Bekanntmachung.
Dat Burermisteramt der Stadr Stenn Eanm stag, den 28. November. I861, Nachmittags 2 Uhr⸗
Ingbertumun nz mreont, vird auß dem Bureau der kgl. Grubenverwaltung St. Ingbert die Bei⸗
at Anficht der“ Art: 38,806 un 282 anhr wer nuchbegrichneten Hölzer pro 1868 zur Grube St. Ingbert im Submissionswege
desPolizeistrafgesehbuches und der Art: an den Mindestnehmenden vergeben werden ꝛ.
33 And 82 des hiesigen Ortspolizeibesch... I) Aus dem kgl. Forstreviere Neuhäufel.
bie dez Befchlusses des GemeinderathzSdchlag Heuscheuen Kanzlel, Schlüßlerwald und Frankenwäld:
sbn EDetober 1867 beschließt rea 9000 Cubikfuß Buchenstümme und —
nu PAAbsaß 8des Art. dß der ortspor α 22,000 ditto Stempelftangen . —
tzeilichen. Vorschtiften wird aufaehoben und 22) Aus dem kgl. Forstreviere St. Ingbertt
—B — ccirca 8000 Cubitfuß Buchenstümmme uud u7
geeeetded unn e ho dod dind Siempesfangpc--
—— ind zn* 83) Aus dem kgl. Forstreviere Jägersburg::
— —— werdey 338 — circa. Z00. Cubitfuß Kiefernit aume· BV
—
chrifteñ wdird aAfgchoben und vurch folgende A für die Beifuhr au⸗s dem Replert Reuhausel begaugweise ——
—V — F d., für die Beifuhr aus den Revieren St. Ingbert und Jaͤgersburg revierweife
Asßerhalbe geschlossener Höfe oder anderer voselbst auch die Bedingungen zur Einsicht Irn — ——
umfriedeter Raume oͤhne gehoͤrige Auf StoaInaberter Gru bien sebenh *— 8*
sicht umherlaufen läßt, wird an Geld —— Die 94 gubendeccheluung J
—D ee ee ce Kaunn an n.
.St. Ingbert den . Oectober 1867. — — —— c5c ö—Nn 77!7 —
5 zun Dat Vurgermeisteranit . h ι α *16 Mannheim. α ν ιν
Iα Vαν ——iEbändbonn. 23334 — — A —D
i pidun 3 . „M X s Læ st Ilte *
Vorhehender Beschluß welchsr· durch Ente , Min eral — ser⸗ u sta ——
chließung hoher Kgl. Regieruug der Pfaz —* na ,.
n α Iöι Mιν 26, 066 ν,—
bellgichar enlart, und in gesetzlicher Weise * ru,
in hiefiger Stadt publicirt wurden rinSoda⸗, Selters⸗ Emfer Wasser, Limonade gazeufe, sowie alle som
vom beuligen Tage an in Wirtsamkeit. ligen Mineralwasser, in Syphons, in ganzen und halben Flaschen, in stete
tn dgen — rifcher Füllung, empfiehlt die A m duk
Dos :Bütgermeisterant.. nstalt kün icher Mineralwasser na
Cια ιι Ehandon. — e in 7* —* A st lt k stl ch r A ss T ch
Dr Struve,
— Schitzenstrahe , P. . Nys. h, am Strohinarkt.
G. ICeIerm n—,

ο ν In Sachen .
Peter MudlbEter junior, Handelsmann
und Eigenthümer, zu St— Ingbert wohn⸗
haft, stläger,
—D gegen
nu gerdinand Mu bLer ohne Gewerbe,
vohnhaft daselbst, Beklagter / hat das hiesige
Bezirbsgericht durch Jein Urtheil vom
iebemen Roveiber; und in Gemaͤßheit der
Ac 499 und B18des bürgerlichen Ge—
czbuthes / demn Bellagten in der Person
cz Klätgers ainen Rathgeber ernannt und
hm verboten ꝛ.Ohne dessen Beistand und
Hitwirkung!einen Rerhtsstrelt zu fuhren,
Vergleiche zu jchlleßene ein Anlehen auf⸗
zunehmen, ein Mobilrar Kapital zu⸗ ex⸗
heben und darüber zu— quittiren, seine
Guüter zu veräußern pder mit Hypotheken
„„u belasten.“ e
gweibrückem den 13. Nov! 18671
gur den Ertratt. .*
Va Anwalt des Klagerz,
— — — * r Hudlet. e
Er in der Unterstadt am frequeutesten
Wheile gelegenes schones Geschäfts⸗
haus ist zu verkaufen durch ·
Wesiphälinger.
Verkauf süßer Milch!
BeieJ oh. Hellentha 17 Bäcker, hier,
ktönnen käglich 60 bis 80 Schoppen füße
Milch abgegeben werden.
Rechnungen zu Jedermanns Gebrauch
sud· horräth ig in der Druckerei d. Bl.

ò——
Bekanntmachung.
Durch Urtheil des Igl. Bezirksgerichts
weibrücken vom 7. Jumni 1867 wurde
iuf Betreiben des Unterzeichneten dem der⸗
nalen zu Sengscheid,sich aufhaltende Chri⸗
ian Jiu ngfii ch fruher als Schmied
u Si Indberl wohnhast. gemejen. ein
heistand ernanm und ihm: verbvten in Zur
int ohne Aisistene seines Beistandes Jein
hermögen zu veraußern: vder zu empfan⸗
zen, Gelder aufzunehmen, ESchulden zu con⸗
rahiren oder ähnliche Rechtshandlungen vors:
unehmen. 3 Ahe. ]
Sh Ingbert den 15.. November 1867. 1
d AAdolph Jungfseisch,
32Ackersmann zu Sengscheid.

Ich setze hiermit das ver ehrliche
Zublicum von St. Ingbert in Kennmiß,
zaß ich- dreimql. wochentlich; Montag,
NRittwoch und Freitag, die Commis⸗
onen zwischen St. Ingbe rt und Zwe i⸗
rückemn: hesorge, und halte mich bei
zader Sp e um Auffräge entge⸗
— ——

Gertre. Schmitt aus Bierbach.
] —ö// — —2 5—4— 1 —
Frucht⸗: BrodeFleisch⸗ ꝛc. Preise der
n Stadt Hom burg vom 13. NRob.
Wieizen 8 I. 42 tr., Korn 6 II. 34 tr
„pelz fl. 48 kr., Gerste. — Zreihige, — .
⸗. tr. . Mischfrucht — trx., Hafer
53.fl.t 3fr. Erbsen Sfl. 19 r. Kartof⸗
eln Befl. 16 sx. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
fr. ditto 2 Kgr. 21tr., ditto 1 Kgr.
I ir, Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
elleish T irdammehleis
6 kr. Schweinefleisch 18 kr., Butter 82 br.
er Pfod 85

En ee Bauplatz am ESchaaf⸗
J eiher ist zu verkaufen durch
—— Wesiphalinger.
St. Ingbert, 16. Nov. 1867.
Noch immer
Fortsetzung des —
ur o ßen —X—
der Winterwirthschast auf der Lust bei
Viet. Oberhaussser.
Mirn guten ISGer Wein,
iber du Straße zu 3 Kreuzer
er Echoppen, bringe in emnpfehlende
xrinnerung. A——
Wesphälinger.

——
7

*

Freukscarter Börse.
Geldsorten.
vom 14. November. 1867.
Preußische Kassenscheine . . 1 447/0.-46*
Zreußische Friedrichsdor . 1 9 5859
distoien . 2 47 - 49
olländische 10 fl.⸗Stücke.9 51- 53
ducaten .... . 2 37-49
0Francss⸗Stücke 2 93031
xinglische Souvereings 11 53-57
hold per Zollfund jin.. — —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Doüars in Gold a ι ε—

— ———
KRedaktion, Druck und Verlag pon F. X. Demek in Et. Inabern.
        <pb n="543" />
        *1 7* —— . ——— . 3 2— 9 J V. . 3. v5 w 31 Nenn —8

D — F * F 9 ge —* *

n e e n c1 e —

( a —⏑,« 31 *7 2 — —S —

7 ung —— — war wens α
ιν — ven ————

Der „St. Jugberter Anzeig ex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
and Samstag. Abonnementspreis: vierteljahrig 45 Krzr. oder 13 Silbergt. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
—E — — un,; Blattschrift oder deren Raum berechnet. —A DD

Nro. 138. ει Dienstag, den 19. November ιν ιιι 1867

4

ιι * et * —
Deutschland. ggeordnete erlassen worden. Von Wien wirdindeß sich Niemand
München, 14. Nob.' Auf. den vom Abg. v. Stauffen- betheiligen. u5,
berg und Genossen ausgegangenen Antrag auf Abschaffung de Dienstesnachrichten. ——— 3 F 5
Ipdeghreh D berihwe Abgeordnetenkammer beschlossen, . Unter 1131. Mts. wurde der Berge und Salinen hraltitanh
sei an Se. Maj. den König die Bitte zu richten. anzuordnen; unddermalige Vetriebsgehilfe zu Si Iugbern, Alorrhte den
daß dem gegenwärtig versammelten Landtage —ein Gesetzentwurf gauen zum Markscheider bei dem Bergamt. St. Ingüert in
über die Abschaffung der Todesstrafeals ordentliches Strafmittel —755* —7 6 —
— provisorischer Eigenschaft, seiner Bitte entsprechend, ernaunt,n get
in Vorschlag gebracht werde. — Ueber diesen Beschluß der Abge⸗ DWaunt 14.
F *12 * Zufolge Regierungsbeschluß vom 14. November wurde der
ordnetenkammer ist gestern der J. Ausschuß der Kammer der Reichs⸗ 35 — Ir Pbbili
en * Leher der katholischen Schule zu Meckenheim Johann, Philiph
räthe in Berathung getreten und ist auf Vortrag des Reichsraths 55 8 7 I
Fmng u es eg Dauscher zum Lehrer an der kathol. Schule zu Duttweilser, dvoin
d. Maurer unter Zustimmung des Justizministers einhelligdem * 8. Un , 7 7 —
7 uige 20. Nob.l. J. an ernannt,
Antrage des ersteren beigetreten, daß auf diesen Beschluß nicht
einzugehen sei. In seinem' Bericht begründete Hr. v. Maurer Karlsruhe, 10. Nob, Daͤß Lehtinfsitut Avelshausen in
diesen Antrag vornehmlich damit, daß bei Feststellung des erst vor Freiburg ist wegen der durch das regulativwidrige Verhalten der
wenigen Jahren in's Leben getretenen neuen Strafgesetzbuchs die Kirchenbehörden darin hervorgerufenen Störungen durch, Wiuiste-
Ausschüsse beider Kammern nach reiflicher Erörterung zu der An- rialerlaß aufgelöst worden. — Ai
fsicht gelangten, daß die Todesstrafe zwar möglichst zu beschränken Frankfurt, 14. Nob. Die wegen der. Auseinandersetz⸗
sei, noch zur Zeit aber leider auch als ordentliches Strafmittel nicht ung unseres öffentlichen Vermögens nach Berlin entsendete Depu—
zanz entbehrt werden könne, und daß es, nachdem darauf hin die tation ist porgestern Abend zuruͤckgekehrt und wird in der auf mor«
Todesstrafe in das Gesetzbuch aufgenommen wurde, mißlich sein zen anberaumten Sitzung der Siadtvereordneten ihren Bericht abstatten.
würde jetzt eine ganze Strafart, also eine Grundlage des Gesetz. Sind die hier umlaufenden Gerüchte wahr, so hätte sich die Re—
huches wegfallen zu lassen. Dieses könnte ohne eine Revision des zierung bereit erklärt, neben den bekannten 6 Millionenmoch die
ganzen Gesetzbuches nicht wohl geschehen, weil an die Stelle der oproz. Anleihe von 1,200,000 fl. und den Rest einiger. früheren
abgeschafften Strafart etwas Neues gesetzt und dieses Neue wieder Anleihen im Betrage von ca. 2 Millionen zu übernehmen. Außer—
in Harmonie mit den übrigen Bestimmungen des Strafgesetzbuches dem wäre der Betrieb der Lotterie noch auf fünf 89 gestattet.
gehracht werden müßte. Eine solche Revision wäre aber schon deß⸗ Dagegen sollen die Eisenbahnen ohne älle Eutschädigüͤng an den
zalb nicht räthlich, weil dem Ansehen der Gesetze und der Aufrecht. Staat übergehen und die Pensionen zur Haulfte ——
haltung der öffentlichen Ordnung nichts mehr schade, als das dast fallen. Werden, diese Vorschläge von den Stadderorduekent
fortwährende Rütteln an den kaum erst gegebenen, reiflich in bei. nicht angenoinmen, so soll die Regierung entschlossen sein, die
den Kammern erwogenen und von ihnen selbst beschlossenen Gesetzen. janze Angelegenheit durch den Landtag auf“ dem Wege der Ge⸗—
München, 15. Nob— Der Referent' über! das Wehr⸗ etzgebung zu erledigen.
geseð. Herr v. Stauffenberg, beantragt Namens des betreffen. Aus Berlin, 42. NRod. Ichreibt diee Augab; Postztg.“:
den Auͤsschusses, daß sowohl hinsichtlich der Stärke des Heeres, „Die preußzische Regierung hatte auf einen Ktrieg zwischen Frank-
als bezüglich der Dauer der Präsenz eit den Kammern“ ein Mit, ceich und Ilalien gerechnet und daher am 1. Nov. solche Auord-
wirkungsrecht eingeräumt werde, sohin in beider Beziehung eine zungen getoffen, um 100, 000. Mann am Rhein aufzustellen.“
gesetzliche Feststellung erfolge.! Statt der im Gesetzentwurfe siatuir- Die Vorbereitungen dazu seien zwar seit der friedlichen Wendung
en dreijährigen Praͤsenzzeis beantragt der Referent eine zweijährige, der italienischen Frage weniger bemerlbar, aber keineswegs aufge-
zugleich aber wird die militärische Aunsbildung der Jugend bean⸗ geben. A —DVVVVVVV —
ragt, damit hierdurch in Zukunft die Präsenzzeite noch weiter gee Berlin, 15. Nov. Heute Ra Hmittag um zwei Uhr hal
zürzt werden iönne...5 im Weißen Saale des Königlichen Schlosses die Eröffnung der
—F , S; beiden Häufer des preußischen Landtages fiattgefunden. Die von
München, 16. Novb.In der gestrigen Sitzung der 2 use 7 *
Nammer — wurde das e bis 8 Arn. St. Majestät dem König dverlesene Thronrede begrüßt zunächst die
eehehe u i e Vermeter der neuen Landestheile und verkündigt sodann folgende
herigen Beschlüfsen sollen die Witthschaften (diesseits des Rheins) Vorlagen: den Staatshaushaltsetat⸗ welcher befriedigende Ergeb
deschränkt werden; für die Baugewerbe wurde bestimmt, daß ihre nisse zeige; ferner die ———— betreffend die Erhöhung der
Ausuͤbung an eine Prufung gebunden- ist imd die Regelung des rondotation, das Staatsschuldenwesen der neuen Provinzen und
Inr3 das Budget derselben vom letzten Quartal; ferner die Gesetzent⸗
Hausirhandels wurde dem Verordiiungsweg überwiesen. In der J deheiee c
Reichsrathskammer wurde das Gesetz über Aufhebung der Zins Vürfe betressend die Vereinigung des Obertribunals und Ober.
heschrantung mi 28 gegen I1. Summen' angespinneee apellationsgerichts, sowie die Foetbildung der Kreis- und Provin⸗
J E aeann * 26 dt zial⸗Verfassung. eAm Wyeaen o 2.
F— ünch en, 16. ob. ae r usen e sächsische Gesandte Die Thronrede erwähnt, die Mißernte in den Ostprovinzen,
am bayerischen Hofe, Graf Könneritz, iwelcher auch gmm Hofe ‚æoͤn pelche Abhülfe erfordere, und spricht die Hoffnung aus Sauf dig
Stuttgart beglaubigt ist, wird seinen ständigen Wohnsitz in Mün⸗ 26 3 re e
iten uneigen Zoyntes n Beseitigung der bisherigen Verkehrserschwerungen, theils durch eine
hen nehmen und is bereits hier eingetroffen. — Der Fuͤrst v, Ho⸗ riedliche Gestaltung der politischen Simation heils durch die nen
henlohe ist heute Morgens hierher zurücgekehrt undhat sein Por— * 55 5 “
F — dut * Zolleinigung. Die auswärtigen Beziehungen bezeichnet die Thron⸗
efeuille Perers wieder dernnnen 5* rede als unverändert und freundschaftlich; alle Mächte erkennen
Muünchen, 18. Nop. In der heutigei Sitzung der Kam- das friedliche Endziel der deutschen Vewerung an. Betreffs der
mer der Abgeordneten ist der Entwurf des Gewerbegesetzes mit talienischen Angelegenheit glaubt der Köng die Besorgnisse über
allen gegen 15 Stimmen angenommen worden. Der Artikel 19 ꝛine Friedensstörung beseitigt; Preußen werdegur Loͤsung der
en. haltend Bestimmungen wegen Untersagung der Befugniß zum Schwierigkeiten dahin streben, sowohl den Ansprüchen seiner datho—
Betrieb eines Gewerbes, wurde mit großer Majorität abgelehnt. lischen Unterthanen auf Unabhängigkeil des Kirchenoberhauptes,
In Würzburg, Bamberg oder Nürnberg foll — als auch den Pflichten zu genügen, welche aus den Interessen der
wie man der „D. A. 3.“ aus Wien schreibt — am 17. oder internationalen Beziehungen Deutschlands erwachsen. Nach veiden
24. Nob. eine Versapmmlung der föderalistischen Demokraten statt⸗ Richtungen sei keine Friedensgefährdung zu erblicken. —D————
finden. Die Einladung dazu ist von Karl Grün, Karl Mitter⸗ Berlin, 16. Nov. Hier weiß man nichts von einer Zu—⸗
maier, Frese, Eichelsdörfer, Bruno Brückmann unterzeichnet und dammenkunft des Grafen v. Bismarck mit dem Fürsten Hohenlohe
mn streng vertraulicher Form an viele osterreichische Reichstagsabe und Herrn v. Varnbüler, die den Zweck haben soll, einen über
        <pb n="544" />
        das Zollparlament hinausgreifenden Anschluß des Süden an den
Rordoemschen Bunde zu berathen. Es Kegte nux im wohlverstan—
denen Interesse 3 Südens wie des Nordens diese Anschlußfrage
nicht zu üherstirzen xWBir haben die Zollvereinsberträge und die
Schuß⸗ und aege damit sind der Beldbeutel Haus, Ho⸗
und Heerd im Innern und nachs Außen für die —ganze deutsche
Ration sicher gestellt; das genügt vorläufig. — Die „Russ. Corr.“
analysirt heute das letzte Beust'sche Circalar und beschöftigt sich
daben natürlich mit dem Theile des Circulars besonders, welcher
die orientalische Angelegenheit zum Gegenstand hat. In, Peters—
hurg könne man nicht glauben, daß zwischen Oesterreich und Frank—
reich ein Einverständniß auch in Bezug auf die orientalische Fragt
suenen sei: „Weiß man etwa in Wien nicht, jagt das Blatt
aff neulich von den Vertretern Frankreichs, Italiens, Rußland?
und Preußens dem Sultan eine Erklärung überreicht worden ist,
und daß an diesem Schritte Oesterreich nicht Theil genommen?
Man kann nur annehmen, daß Oesterreich jetzt auch die Zweckmü⸗
ßigkeit jener Erklärung erkannt und letztere nachträglich unterzeich⸗
nei hat. Oesterreich ist wie Jedermann, von der Unverträglich⸗
Jeit zwischen dem christlichen und dem muselmännischen Princip
Aberzeugt, und da es nicht für gut fand, für eigene —XX
der Türkei zu handeln, so würde ein besonderes Bündniß zwischen
ihm und Frankreich unerklärlich bleiben ·
Wiren 15. Rob. Der Ausgleichsauschuß verwarf die
Regierungsvorlage über Deckung des nächstjährigen Deficits durch
weilere Noten⸗ Emission.

Wisen, 15. Nod. Die heutige „Presse“ meldet nach einer
aus Smyrna von zuverlässiger Seite eingetroffenen Privatdepsche
Folgendes: Am 1I, d. griffen die Aufständischen auf der JInsel
Fandia die türkischen Truppen heftigst an; ein sehr bedeutende⸗
Treffen fand stait. Das Corps Mehemed Pascha's mußte zurück
weichen. Die Consuln Rußlands, Frankreichs, Preußens und Ita⸗
liens in Kanea constatirten in einer Declaration an den Groß
vezier und Omer Pascha den mißglückten Versuch, die Kandioten
für die Vorschläge der Pforte zu gewinnen. Omer Pascha erklärt
daß er sich nunmehr genöthigt sehe, die äußersten Mittel anzu
wenden, umn den Widerstand zu brechen. — Wie die „Debatte
erfährt, würde in den den naͤchsten Tagen eine Zusammenkunft
des Grafen Bismark mit dem Fürsten Hohenlohe und Freiherrn
v. Varnbüler stattfinden.

Wlen, 16. Rovb. Das Fremdenblatt enthält in feiner
Abendausgabe eine Meldung aus Belgrad, nach welcher die ser—⸗
bische Regierung beschlossen haben soll, die Nichterfüllung ihrer an
die Pforie gestellten Forderungen als Casus pelli zu bezeichnen
und ein hierauf bezügliches Ullimatum an die Pforte zu richten.

Fraukreich.

Paris, 18. Nob. Der Haß, der in Italien gegen Frank—
reich herrscht, ist der Art, daß er nicht lange wird niedergehalten
werden konnen. Derselbe gibt sich in aller möglichen Weise kund
und man heht jetzt dort sogar so weit, die französischen Acbeiter
durch Prociamationen im Namen des italienischen Volkes aufzu⸗
fordern, sofort das Land zu räumen. In einer dieser Proclama⸗
lionen heißt es: „Die italienische Nation gebietet euch, sofort ab⸗
zureisen und unser Italien für immer von eurer gehässigen Ge⸗
genwart zu befreien. —

Paris 15. Nob. Der Kaiser wird nächsten Montag den
zesetzgebenden Körperin Person eröffnen, und wir
werden alsoreine jenet großen Reden hören, die so häufig wenig⸗
dens den nächsten Gang der Ereignisse angekündigt haben.

Soeben ifst von dem Londoner und Berliner Cabinet die
Ablehnende Antwort auf die Conferenzeinladung eingetroffen
und befonders über die englische Ablehnung soll man in den Tui—
berien seht verstimmt seii. —

Marschall Bazaine soll zum Chef des Militär-Comman—
do's von Nanch ernannt worden sein.

Paris, 16. Novp. Nach dem,Avenir national“ haͤtten
die zu der Couferenz eingeladenen Mächte unter dem Vorbehalt
angenoinmen, daß dor dem Zusammentritt Frankreich ein Pro—
zramm formulire, welches als Basis der Verhandlungen dienen
sonne. Dies wäre, meint der „Avenir“ gleichbedeutend mit einer
Ablehnung. —

Die, Epoque“ glaubt zu wissen, daß General Menabrea,
zon der franzoͤsischen Regierung zu einer Erklärung gedrängt, ge—
jagt habe: das Circular vom 9. November sei das letzte Wort
der jetzigen Politit des Cabinets von Florenz bei welchem e'
—XX
Paris, 17 Nov. Die Florentiner Regierung hat ihre
Bereitwilligkeit zur Theilnahme an dem Congreß unter den dre
Bedingungen aussprechen lassen, daß derselbe zu Paris abgehalten
wverden daß ihm eine Einigung über die Gründlagen der Berathung
othergehe und daß die Räumung Roms Seitens der franzöoͤsischer
Truppen vorher erfolgt sei. Die Fortdauer der Occupation mach—

die Stellung ders Mächte untereinander ungleich und Krage dazu
bei, die Feinde Italiens zu ermuthigen und die Leidenschaften der
Barteien wach ?zu erhalten. J3
v Engtaud.
London, —12 Durch polizeiliche Erhebungen ist fest⸗
zestellt, daß, abgesehen von den 53 ans Tageslicht geförderten
Zeichnamen, von den zur Zeit der Erxplosion in der Kohlengrube
Ferndale beschäftigten 328 Arbeitern noch 117 vermißt werden.
An die Möglichkeit, auch nur Einen derselben lebend herauszu⸗
raben, ist nicht im entferntesten zu denken, so daß die Zahl der
Imgekommenen sich auf 170 beläuft. Die Geretteten waren faff
ämmtlich in dem wenig von der Explosion betroffenen füdlichen
Theile des Bergwerkes beschäftigt. ei
d on 16. Nob. Die Hinrichtung von vier in Man—
hester zum Tod verurtheilten Feniern ist auf den 23. d. M. am
gesetzt worden. ———
e on Italien..
Der“ „Pungolo! von: Neapel meldet, daß der Chef des Ge⸗
aeralstabes Ricoteranbei seinem Eintritt in diese Stadt. verhaftet
vorden ist. it ut — J
Die Regierung, sagt das „Movimento,“ hat noch nir⸗
gends die Absicht Kundgegeben, Garibaldi vor Gericht stellen
zu wollen. ι να —EE
Nachrichten zufolge, die der Nazione aus Rom zugehen,
hätte die päpstliche. Polizei bei Hrn. v. Dominicis, dem Advoka⸗
len der franzoösischen Gesandtschaft, eine Haussuchung vorgenommen.
Kom, 13. Nov. Das “Giornale die Roma“ vom gestrigen
Tage meldet, der Papst habe beschlossen. für die päpstlichen Trup⸗
hen, die bei Mentang die Garibaldianer aufs Haupt geschlagen
hatien, jo wie für die französischen Streiter, welche an dem Siege
Theil genommen, ein Ehrenzeichen zu stiften. . J.—
F'loren z. 14. Rop.Die Befestigungsarbeiten in der Um ⸗
zegend von Rom werden eifrig gefördert. Zwischen den Befehls⸗
habern der französischen und. der päpstlichen Truppen ist angeblich
ine ernste Meinungsverschiedenheit ausgebrochen.
Die unglücklichen Einwohner der römischen Provinzialstädte,
die sich durch Betheiligung an der Abstimmung zu Gunsten Vic⸗
or Emanuel's oder andere Italien freundliche Handlungen, unter
»ffenbarer Aufmunterung der vorigen und jetzigen italienische Re⸗
gierung compromittirten. wandern in Masse aus. 8
Flo ren zu5Novp“. Die, Italie“ dementirt formell das
Zerücht von einem Staatsstreiche und bestöligt die Parlaments
»erufung im November .
Gialdini wurde durchuk. Decret zum Oberbefehlshabet der
activen Truppen in Mittelitalien ernannt ..
3(0ren z.16. Nod. Das Tribunal von Rieti erhält die
Anklage gegen Garibaldi aufrecht. 3328
el arenz, 17. Rop. Die Kammern sind durch königliches
Decret auf den 9, Decemhereinberufen. Die Mission Lamar⸗
noxas ist gescheitert. —
Auerikaa.
— Newyork, S. Nov. General Grant löst auf Johnson⸗
Befehl demnächst sämmtliche Militärorganisationen im Süden auf.
Die Majorität des zrichterlichen Ausschusses entschied angeblich ge⸗
gen Johnsons Versetzung in Anklagestand. General Sherman
sloß mit den Westindianern Frieden. — Das gelbe Fieber in
—
Rewyhork. Iä. Nov.“ Es wird gemeldet, daß Tortol«
eine den Engländern gehörige, etwa 5 Huadratmeilen große und
12.000 Einwohner zählende Insel, östlich von Portorico) unterge—
zangen sei; 10.000- Menschen seien dabei unmekommen.
Vermischtesß
Zweibrüchen, 14. Nob. Bei dem Schwurgerichte für
das IV. Quartal 1867 kommen zur Aburtheilung: 1) am 25. No—
hember Wilhelmine Christine Groß, ledige Dienstmagd von Beer—
elden (Hessen) wegen Kindzmords, 2) am nämlichen Tage Karf
doßfeld, lediger Mülserbursche von Waltershausen (Unterfranken)
degen Mißbrauchs zum Beischlafe, 3) am 26. Jakob Schrder,
Tagner von Sausenheim wegen Körperverletzung mit nachgefolgtem
Tode, 4) am 27. Johannes Pfaff, lediger Tagner von Alsenborn
wegen Todtischlags, 6) am 28. Philippine Sutter, ledige Dienst⸗
magd von Haschbach wegen Tödtung ihres Kindes, 6) am 29.
und 30. Philipp Wolf, fuspend. Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einneh⸗
mer von Oppau wegen Amtsuntreue und 7) am 2. December
Martin Pelgen, Winzet aus Hambach, wegen Tödtung seines
Vatets.
7 Das Wildern hat im Bezirk Wolfstein wieder ein
Menschenleben gekostet und zwar auf eine eigenthümliche Weise.
x73 wurde nämlich ein: Mann durch eine sogenannte „Legbüchse“
m Walde verwundet und ist bereits gestorben. Der Thäter ift
zis jetzt noch nicht ormittelt
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        f In Neustadt a. H., wo der Scharlach ausgebrochen ist,
wurde, um Anstecungen zu vermeiden, die Wiedereröffnaug der
Volksschule ausgesetßtz. —

FNeustadi, 17. Nov. Heute Morgendist in er Cor
rell'schen Mühle im Neustadter Thal, ganz nahe bei der Stadt
Fener ausgebrochen und das Innere derselben total ausgebrannt.

pSpeyer, 14. Nov. Am 1. November d. J., kamen zwe
legant gekleidete Herren zu Hrn. Banquier Haid dahier?“welche
sich als Englander vorstellten und demselben einen Wechsel zu 50
Pfund Sterling — von der Union-Bank of London auf einen
dampson Laionel Lucas ausgestellt und von diesem blanco indossirt
— gegen die Summe von 393 fl. 45 kr. verkauften. — Nun hat
sich herausgestellt, daß der Wechfel gefälscht war; äber die beiden
herren, welche gewandt und fein im Benehmen auftraten, dabe'
Jeläufig englisch und französisch und nur gebrochen deutsch sprachen,
sind spurlos verschwunden. J —

fSpehyer, 16. Nov. Die beiden Gauner⸗ welche ain
1. Nov. hier Hen. Banquier Haid durch einen falschen Chek der
Union Bank of England um 600 fl. geprellt, haben am Tage
zarauf in Darmstadt in einem dortigen Bankhause den? gleichen
Gaunerstreich ebenfalls mit Erfolg, ausgeführt.

f Es sind bereits mehreren bayerischen Theilnehmern an der
hariser Ausstellung auch von bayerischer Seite Ordensauszeich⸗
nungen verliehen worden. Außer dem bereits früher *genannten
Hrn. Jordan aus Deidesheim erhielt noch den? Michaeksorden Fa⸗
srildirector Dr. Wilkens in Kaiserslautern ; ferner“ dier goldene
Medaille des Civilverdienstordens der bayerischen Krone: Schuh⸗
fabrikant Kaiser in Pirmasens. sν

. Aus Anlaß der Pariser Ausstellung chat auch der! Directo
der Kammgarnspinnerei in Kaiserslautern, Hr. Schön den Michaels—
orden erhalten. 22

f Von Friedrich Hecker werden demnächst in Mannheim
„Gepfefferte Briefe“ erscheinen. Er geht in denselbenn von dem
edanken aus: Zuerst muß in Deutschland die Kleinstaaterei un—
lergehen; ist sie erst weg, so, müssen wir zur Freiheit kommen.

pPoIn Niederesch äch bei Villingen ist am 11. Nov.
ein Theil der dortigen Pulverfabrik in die Luft geflogen; zwei
Personen kamen dabei ums Leben.

4 An dem Geburtshause des Componisten Hohann Seoastian
Bach in Eisenach wird eine Votiptafel angebracht.

. Am 9. Nop. erschien inStutt gartkdie erste Wochen⸗
Numunret der“ dort unter Redaction Gustad Struve's erscheinenden
„Politischen Flugblätter.“ —

Berlin“ Diel'preußische Panzerfregatte, Friedrich Karl“
joll nach der Natisnalztg. nicht ganz verloren sein, wie die Köln.
Ztg. gemeldet hatte, aber bedeulende Wiederherstellungskosten er⸗
fordern. J

Der Vorstand des jüngst entschlafenen Nationalvereins ha⸗
oon den noch übrigen Vereinsgeldern 800 fl. für das Steindenk⸗
mal in Nassau, 200 fl. für das Rückertdenkmal in Neuses zur
Verfügung gestellt. — F

Eine gute Motivirung. Ein Berliner Conditor,
der kurzlich um eine Concession zur Eroffnung seines Geschäfts
ringekommen ist, soll sein Gesuch durch die Bemerkung zu begrün⸗
den gesucht haben, es sei kein einziges Geschäft dieser Art in der
Straße, obwohl sich in dieser zwei höhere Toͤchterschulen und das
tdnigliche Cadettenhaus in unmittelbarer Nähe befinden. “ .

pFerdinand von Sgill war einf von seinem Bater,
dem General⸗Major von Schill, zu einem Ball geladen, den der
russische Gesandte veranstaltet hatte. Nach Beendigung der Tafel
begab fich die junge Welt, darunter auch der 21jährige Schill in den
Tanzsaal, während die älteren Gäste sich um den Spieltisch ver⸗
sammelten. Mitten im Spiel erhielt der Generalmajor eine Mel—
dung in Folge deren er genöthigt war, die Gesellschaft zu verlas⸗
sen.“ Er begab sich zu seinem Sohn, welcher eben der Tochter
ines Gesandten, dem schönsten Mädchen auf dem Ball, eine feu⸗
rige Erklaͤrung machte,. ,Ferdinand“, sagte er zu ihm, ohne viel
Raͤcksicht auf die Dame zu nehmen, „ich muß mich auf kurze Zeit
fortbegeben; Du wirst sogleich meinen Platz an dem Spieltisch
tinnehmen.“ — Der junge Officier suchte Cinwendungen zu ma—
chhen; der General aber nahm ihn beim Arm und schob ihn ohne
Weiteres in das Spielzimmer. Auf der Straße überbrachte ein
Adjutant dem General die Meldung, daß die Angelegenheit hereits
geordnet sei, und so kehrte derselbe bald in das Gesandischafts—
Hotel zurück. Hier fand er seinen Sohn nicht im Spielzimmer,
soͤndern in einer Ede des Tanzsaales, sich lebhaft mit seiner Dame
unterhalteud. — „Hab' ich Dir nicht hefohlen, meinen Platz am
Spieltisch einzun hinen ?“ fief der General wüthend. — „Ja, und
ich bin Deinem Befehle auch nachgekommen,“ erwiderte ruhig der
junge Officier. — „Und doch treffe ich Dich hier?“ — „Das
Spiel ist beendet. — Der Genexal dlidte seinen Sohn verdutz
and fragend an. — „Als Du mit befahlst, für Dich zu spielen,

hatie ich eben eine Dame zum nächsten Tanz engagiri. Um also
zie Sache kurz zu machen, rief ich schon beim zweiten Abzug:
Va banque! und . .“ — „Und?“ wiederholte gespannt, der
Veneral Masor ,Und sprengie die Bank,“ erwiederte Jener
kurz. Das Geld habe ich einstweillen dem Herrn v. R. übergeben.
Doch jetzt erlaube...“ Die Musik begann zum Tanz aufzufor⸗
dern. — Teufelsjunge!“ murmelte der Alte vor sich hin. „Aber
meine Stelle lass ich ihn nie wieder einnehmen!“ Ernstere Tänze
und ein gewagteres Spiel trieben bald darauf Ferdinand! von
Schill, den muthigen Freischaarenführer gegen Rapolesn, vor stol
bergs Mauern und in den kühnen Zug von 1809. —i
. . 7 In Salzburg wurde ein Schillermonument errichtet,
(das Aste in Oesterreich); die Kosten der 10 Fuß hohen Erzstatue
nebst eben so hohem Piedestal wurden allein von Baurath Carl
Schwarz getragen.
7 p. Auf der Hamburger Post wurden in der Racht von
Sonntag auf Montag 51 nach Hamburg adressirte Briefe von
einem weggejagten Hilfsarbeiter mittelst Einbruch entwendet; der⸗
jelbe versichert, die Briefe sammt darin befindlichen Wechseln ver⸗
hrannt und nur das Papiergeld im Betrage von 57 Thlr. an sich
genommen zu haben.

In Petermanns „Geographischen Mittheilungen? findet
sich folgeude statistische Notiz über den Klerus und seine Güter in
Desterreich. Der Klerus in Oesterreich umfaßt 585,370 Petsonen,
darunter 1 Patriarchen, 4 Primaten, UI Erzbischose 838 Bischofe
24 Weihbischöfe, 12863 Pfarrer, 539 geistliche Professoren. Fer⸗
ner bestehen 720Männertlöster mit 89 Aebten, 45 Provinzialen,
3754 Priestern, 645 Klerikern, 240 Nohizen und 1917 Laien⸗
hrüdern. Die Zahl der Frauenklöster beträgt 298 mit 6198-Ron-
nen. Das gesammte Kirchenvermögen“ beträgt 185,672, 9614 fl.
mit 19,639,7 13 fl. jährlicher Einkünfte. *
GBergleichende Statistät sz In Erglanmn d
fommtI Mörder auf 675,000, in Holland. auf 163,000, in
Breußen, respective Norddeutschland auf 100,000,. in Desterreich
uf 77 000, in Spanien auf 4000 und im Kirchenstaate auf 760
Finwohner. J ⏑ .

FEine Wette. Fünf junge Männer, —- erzählt der Pu—
blicist — aus den „noblern Sltänden“ gingen: eine Wette ein,
7 Tagé lang micht zu schlafen, unter der Bedingung, daß, fie
alle udr möglichen Reizmittel auwenden dürften, um den Schlaf
—
itacht wurde getanzt und starker Kaffee eingenommen. Am Tage
vurde gerilten, gejchossen, gefochten und alle halbe Stunden Kaffee
zenommen. So war die Tages- und Nachtordnung. Von den
Fünfen gewann einer die Welte; er hat jedoch um 25 Pfund an
Hewicht derloren. Zwei sind eingeschlafen nach 130stündigem
Wachen; »einer liegt krank an einer Brustentzüdung, der fünfte
chlief inn Thiergarten auf dem Pferde ein, stürzte und brach ei⸗
nen Arm.

— Ein Hr. Varoli in Cremona hat eine Kugelspritze erfun⸗
den, welche 6000 Schüsse in 15 bis 20 Minuten abzugeben ver⸗
mag, und nur zwei Mann zur Bedienung erfordert. ((J)J

LEandwirthfchaftũches.

Schälen der Setzreben. Naville in Genf hat, wie
Dünkelberg im Nassauischen Wochenblatt für Landwirthschaft mit⸗
heilt, nachdem ihm über das Schälen der Setzreben günstige Re—
—E an⸗
gestellt. Während die geschälten Blindreben austrieben und sich
in den ersten 14 Tagen entfalteten, blieben die nicht geschälten
sehr lange ohne Zeichen einer Vegetation und eine große Zahl
der letzteren ging zu Grunde. Zu Ende des Sommers war der
sunge Weinberg so schön, daß Sachkenner es nicht glauben konn⸗
sen, daß er erst seit weniger Monaten gesetzt sei. Im zweiten
Jahre mußte der Weinberg schon gepfählt werden, da das Holz
zu stark geworden war, um sich selbst überlassen werden zu kön⸗
sien; und hätte man eine Menge Trauben pflücden können, wenun
nan nicht geglaubt hätte ausbrechen zu müssen, um eine vorzeitige
Erschöpfuͤng der Stocke zu vermeiden. Das dritte Jahr versprach
dei günstigem Wetter eine schöne Ernte, deren Gewinnung ohne
Befahr füt die Kräftigung der Stöcke staltfinden würde. Da ge⸗
wöhnlich junge Weinberge erst mit dem vierten oder fünften Jahre
eine geringe Ernte gebeu, so würden also durch das Schälen des
Blindholzes 122 Jahre gewonnen werden. Jeuer Versuch war
anter günstigen Bodenperhältnissen vorgenommen worden. Aber
nuch unter uüngünstigeren Verhältnissen sahe Naville befriedigende
Erfolge, wenn auch die erste Entwiglung geringer war. — X
fügen dem an, daß auch Herr E. Freed in Worms mit Jeschül⸗
en Setzreben sehr günstige Erfolge erzielt hat. Die Reben ha—
hen sich nicht allein frühzeitiger und kräftiger entwickelt als die un⸗
zeschälten, sondern haben auch frühzeitiger Ertrag geliefert. Ebenso
zunstige Berichte sind uns von verschiedenen anderen Seiten
gegangen.
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        Lager in Tabak &amp; —— F J J I 47— J —æ
— — —⏑— — — F —80 — 44ö F *
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ν ι ι ια
α
νt. Iig..
ueIz aee ι
etabk 0 ιιια
e ιιJι .,
VBekanntmachung.
Die Schmiede- und Schlosserarbeiten bei der k. Steinkohlengrube Ste Ing⸗
»ert — Neuanfertigung nud Reparuture— sollen vom J1. Januar 1868 an auf 4, 8 Jahre
im Submifsionswege vergeben werden. J
Tüchtige Schmiede und Schlosser, welche genanme Arbeiten übernehmen wollen, sind
ingeladen ihre Angebote νν α 1 —
ham 27. November 1867, Nachmittags 2 Uhr,
uf dem Bureau der unterzeichneten Verwaltung abzugeben, woselbst auch von heuie an
die Bedingungen nebst Schmiedelaxe zur Einsicht bffen liegen. —
St. Ingbexter Gtubse, den 18 November i8s6.
D— .on unn 9 — — igl. Grubenverwaltung: *
να ν ut bie unaJ. Kam ann.
— — — — — —

—öB—— cigauel
—DD —
B
J 3 u37

Beich luß.

Das Burgermeisteramt der Stadt St
Ingbert

Nach Anschl ver irt32 200 u. 222
des Polizeistrafgesetzbuches und der Art:
55 und 62 des hiefigen Ortspolizeibeschl.
owie des Beschlusses des Gemeinderaths
vom 1. October 1867 beschließt:

PV. Absatz 2des Ari. B850der ortspo⸗
lizeilichen Vorschriften wird aufgehoben und
durch folgende Bestimmung erfetztvnen

„Das Weißbrod darf nur in runden

Laiben zu 6 Pfd. und in langen Laiben

zu 3.u. 134 Pfd. ausgebacken und zum

Verkaufe ausgeboten werden.“

2. Ari. 6G2 der ortspolizeilichen Vor⸗
hriften wird aufgehoben und durch folgende
Bestimmung ersetzt:ι ν

bWer sein Vieh und Hausgeflügel

nußerhalb geschloffener Hofe oder anderer
umfriedeter Räume- ohne gehörige Auf⸗
ficht umherlaufen läßt; wird an⸗!Geld
bis zu 5 fl. gestraft.

St. Ingbert den 1LOctober 1867.
ιν .ιαννVDas Bürgermeisteramt,
e aeEhandon.

t20 Malter
Kartoffeln
ind zu verkaufen bei
—7— — Peter Wilhelm.
.Worms den 18. Nop.
Wir notiren heute: Weizen 17 fl. 15 fr.
bis 17 1. 30 tr. Roggen 18 fl48 ir.
big — fln⸗“tr. Gerste 11 fl. — kr.
vis 11 fl. 10 te. per 100 Kilo., Hafer
öõ fl. 15 kr. bis — fl. — tr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 14 fl. 13 th. bis .
Rkx. Roggenmehl 13 fl. — krebis 18 flo
30 kr. Roggenvorschuß 14 fl. 15 kr. bis
14 fl 48 kr. Weizenvorschuß 18 fl. 80 kr.
bis — fUl. — kr. Blumenmehl. — fl. — ir
dig — fl. — kr. per 70 Kilo.Repa
Al. ⸗tr. bis — sl. — kra per 88
ailo Rubol ohne Faß 21 fl. 80 kr. bis
Afl. — kr. Leindkohne dFaß 25 fh.
x, bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
34 fl. tr. bis — fi. — i. vJer
oͤ0 Kilo. Repskuchen 65 fl. — tr. bis
73 fl.o kr. Branntwein 84 fi. tx.
is . ⸗ kr
u Mainz, 15. Rowo.
Ich setze hiermit das verehrliche Gruchtpreifse.) Weißmehl das Mal—
Jublicum don St. Ingbert in Kenntniß, er à 140 Pfund — il. — kr. — Rog—
aß ich dreimal woöchentlich: Montag, jenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Nittwoch und Freitag, die Commif- pfd.) 17 fl. 10 tr. — 17 fl 30 k. —
ionen zwischen St. Inghert und Zweie dorn U So Pfd.) 14 fl. 20 tr. — 14 fP.
drücken besorge, und halte ich mich bei
Bader Spohsn auf, um Aufträge eutge- 30 kr. — Gerfte (160 Pfd.) 11 fl. 80 tr.
enzunehmen. — — ifl. —kr. — Hafer (120 pPfo.)
Gertr. Schmitt aus Bierbach. 1 6E. — tr. — — fl. — ke..

Vorstehender Beschluß welcher durch Ent⸗
chließung hoher Kgl. Regierung der Pfalz
im 29. Oct. 1867 ad Num. 26,062 V
zollziebar erklärt und in gesetzlicher Weise
in hiesiger Stadt publicirt wurde, tritt
vom heutigen Tage an in Wirksamkeit.
St. Ingbert den 16. Rov. 1867.
Das Bargermeisteramt
ECEhaudon.
mittwoch Abend 6 Uhr
Hurstsuppe
Wur st und
9— rkraut bei
nnte 4udwig Weirienh.
In meinem Wohnhause ist
r aus 4. Zimmer und
bestehende obere Stock, nebst Kel⸗
er und Speicher, zu vermiethen und
dis Neujahr beziehbar 5c...
Reter Wilhelm.
Ein solider junger Mann wünscht
zei einer anständigen Familie Kost und
zogis zu erhatten. Naͤheres in der Ex⸗
zedition d. Bl.
— ——
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Jagbert...
        <pb n="547" />
        qι —ri ν u imon pudια ν Aull ure:νοαιαα —
r n noidJ n yαι9 s nno niean sotene V eren e neemn ut obenbeni i
u J 5 550 9 144 —
uta umni ud 5— A. 5— 1 un
·. Odu!q, ——— — 8255— W D * :2
— net_ u ν nν ι νul ονο ι un n α 2ν
, αι ν IßAn uInu nithilinsstsct: ꝛo5 ⏑ un un 200 iltn nigt 130 i
vit inn ü—* un gintistueet ο ια α ιαιαιααα nιννα iun νο οιN ιuuuα
ιο n ν— t, z artuee z gu inn e ν ur za
Der Sete In ghepex. Annzeig anp mit einert Unterhattungsblatte erschezut wöcheutiich dreimaß: Disuus ta g * om nexata g
nuͤd FiamsSttq g.ne AhannemeriSreih dierteljährig 15 Vrzr. Hbder A8. Silbergteg Anzeigen. erdezz unit. S. Krzt,ndie dreispaltige Zelle
.o in tnn αν Vachriit godet deren Raum berechnet.n unttetg en non geene
———
Nro. 139 .e gα —ι 180 Tvonneretag, den 21November nynulsn 22nund itt 1867.
— ——— —_—!ιä⏑ —εν —
ν ον — ule — D——— G— puidtörnri) Inz un
αιιιννα ni Deutschlandesdu en νν - Wiie AG. Nober Es wird —S uvelaunt
Mauuchen, 14. Nov. Nach dem Vortrage des Abgi Kuoslb seine duß der, Gemeinderrath von Heidelberg sind; der hortige Vollsn
aber die Rechnungen der Staatsschudentilgungsanstalt fur die Vereinenm den hiesigen Gemeinderath eine, anerlennende Adresse nlo
Jahre 1863 — 66 hetrug die Staatsschuld mit Ausschlußg der Grund. Betreff der Concordalssache gerichittehat. I Unser · Birgerin eistetkzo
renienschuld ain Ende'des Jahres 1866 Jusammen 246 593088 fl. Iy.Dr. Zelinka hat nun Namens des Wiener Gemeinderathstgzire.
eee n andendes ‚Dr. K. Grüm,in Heidelberg: holgende, Antworta geto
Militäraulehen? 47,181,041;* Eisenbahnschulde 128.3927 468 fl. richtet 1yäιν νν Vιαο ν nααιινι 4e
Lehtere Summe stellt die productive Schuld dar; vbie improduckiye nzaDen deutsche Vollsverein in Heidelberg⸗ dar
belauft sich demnach duf 120,776,3283fu. c 23 4 u sogen das Episcopat gerichteten, zu den Stufent des Throneg giizan
Munchen, 160. Rod.“ Der A. Zi ischreittenan!)tuugz arte dergelegten Adressa! dasß iener Gemeinderathes durch Ihre freundg,
Mittags hat der französische Geschäftsträger Herr. lelnSourd Ider liche Vermitthung, ad die Vertreter der Stadt Wien begeisterte zund
Besandte, Marquis de Cadore, bestindersich in Urlaub) dem Für- hetzliche Worte- gerichlat, mit welchendit Nothmendigkleit des hrü⸗eg
zen v. Hohenlohe · die französische Circilchedene iche wegen cinch zur herlichen Festhaltens an der grotzen Stammesgenossenschaft hervorae
Loͤsung der römischen Frage- bestimmten Kongresses zibevreicht. Die- jehohen ind die Hoffnung zansgesprochen wird,ndaßg die Haltumg
elbe ẽenthältedie Einladung au Bahernh baram cheilzuuehmen. des Wiener Gemeinderathes wom Erfolge, gelrönt, der, Anfang
Ea hestätigt sich, daß won Fraukreich weder, ein Proogrummniuige⸗ dingre großrennenen;, glücklichen Aera: für, Oesterreich sein, werde,
zellt, noch ein Confereuzort im Voraus bestimmm wöorden istd Als Der Wiener Gemeinderathehat dieses Schreiben migß-Freudiger
etzterex aist. wies icher höre, morerst Rom⸗ader Paris in's Augeige⸗ Aclimatipn, zur tenntmitz, genommen, da, jhm diese Kundgebuug
saßßzt. England, Preußen und Rußland haben bisher dilatorijche des Sqiupathie, und Zustimmung dem -erfroulichsten; Beweis wietetg
—S abgegeben!· ohne fich“ übrigentg dem * Gedanuken Feros Jaß jein redljches Sireben nach eligiöser und politischer Freiheit
u⸗ Gerschließen cc Manm etwartet von Seiten diester Höfel einie ber nerden, Hexzen der deutschen Bruderstämnejenen Nachhall und⸗
simmtere Fassung der Zwecke, die det' Cougreß haben; soll. 1Das Anerkennung gefunden hat, welche allein den, Kampfern des Forin
tönigreich Itaͤlirn verhaͤlt sich, wie nich böre, ganz ablehnenduzu chritts, als schönster, Lohn erscheinen. Empfangen zea Zelinba,
dem französischenf Vorhaben, welches; wenn auch voberst ohme Kumde Burgermeister. en Alett el u&amp;
ahenvine zuthrogrammsidoch hinbäglichtudenlichen Dutchblick ge⸗ Aus Wien, 16. Nov., wird der „Allg. Zigen geschrieben;
tattet, daß Rom als Haupistadt dem Papst' undeunicht den Jta-⸗, Der Erzher og Ludwig Victor fritt seine Reise iüüber. Parisnach
ienern gehore, unde die wesentlichsten Bestandtheile det Septeinber - Madrid und Vissabon am 19. Nov. an und-Es, handelte sich dabei;
ronbemtioun erhalten vleiben sollen n re nιιι un dessen Vermähluug Ait der ältesten; Tochtzr der Königin Isue⸗
uMünmche w, 17.Node Wie verschiedenes Blatter berichten, bella von Spanien. Der Kronprinz vom Epunien ist schwächlich
haben⸗die barherischen Etzbischofe und Bijchösv sich an einet neuen and iureFalle seines Ablebens hätte die Priizessin Maria Isabella,
gegen· Ddewi Schulgeseßentwatf gerichteter EingabenuitSeoo Maf. jeb. den 20. Dez. 1851, alsoß IGß. Jahre alt, die nächste Anwart-⸗
—B —
aaeun ch en lo8uwa Bezügtich Baherns. Antwörd aif die Wienz 18. Pop. Die hiesige türtische Botschaft erllact in
Sinladmug zur Konferenz iwegen der römifcheln Fragelietgst einm Be der W. Abendpostenn die Nachricht von, der Ueberreichung einer
chluß des Ministetraths dem Könige vor 12 Die Stddiu Pre! Note an die Oesterreichische Regieruug, worin die Pforte die An⸗
neldet, vso stehe eine Militarconferenz der suüdd. Stauten eFolge jeimstelluug der, kretischer Angelegenheit an eine Conferenz- dex
der Sturtgarter Vereiubaritug Bevor,iderra Gitsamurelitritte um Mächte zusage, für ganzlich unbegründet. ι ι
Anfangen des nächsten Monats zu erwarten fetliis uds 361 4 Wasen 19. Nov. Fast sämmtliche Morgenblätter legen
ꝛ Muu achæ n. 8,Nov. Die: Ausschußbedalhungeltenber Duus die Throntede des Kaisers Napoleon, in sfriedlichem Sinne aus. —.
Dulzaufschlaqsgefetztönnen in Balde begranonz dedo deri Abgeyrd. Wie die „Debatte“ und das agblait! erßfahren, hoslen die Bee
nete ne Moroatedemnächst Jein Referut Vbendete habett wirden iehungen Serbiens zur Pforte; bedenklichez geworden sein. Sere
In den⸗ letzten · Tagen haben häufigeSitcngene des Ministerrakhes bien zätte au die Pforte ein Ultimutum gerichtet, wogegen, die
datigefunden.and:letzten Samstag sogar zeitubDet franzöfische Niorter militärische. Vorbereitungen in Boßnion treffe. n
Heschäftstraäget hat vorgestern die Einladung des Kalserd Napo⸗ Frankreich. —A ——— aνν —8
eon zur Beschiclumg dre projectirten europaischeunr Confoteny. hier arn Var ise As. Nov. Marschall Mac⸗Muhon soll aus Algier
—IXVE nai 720 αι notrn geute Nacht hier angelommen und sich heute Peorgen sofort nach
2ↄιä̊a. Dienstesnachvichteitd nyruuhn Soint Cloud zum Kuifer begeben baben⸗ Was die Trupen an⸗
mau Dein VWeteratiat⸗ Cundidaten —J ——— Kiifel' wurde belanghe welcher die dritte? und vierte Division der Oeccupations-
donꝰ hohergll Regierung der Pfaltz⸗ vr Bewilligung. ertheltt sih Armeetan Rom“bibden sollten, sonbleiben dieselben in Tonlon,
als praktischet Thierarzt in der Stadt Kufel mieberzulassen:“* u Marseille Und Umgegend stehen/ bis das MOceipationscorpsnach
Zufolge Regierungsbeschluß donh IPs. November 1867 wurde Frantreichzurückgekomnmien ist. Von inet Einfchiffung dieses Trup⸗e
der Schuldienstexspeetant Earb Schwarz zum Schulverwefer an det den ist bis jetzt noch nicht die Rede. n In Paris ist die Auf⸗
latholischen Vorbereltungsschule zu Lirutztitchen, der Schulberwefer Legung noch immer groß. Die Hälfte der Truppen der Garnison
Jucob·Elag von Munchweiler zums Lehrer an der kathol. Schule ffortwährend in den Cafernen consignitt. — Allt nicht gezoge⸗
u Hsringen, ber Schuldienstetspetant Kudwig Conrad von Feit nen Kanonen werden jetzt nach Bourges gebracht, um umgeschmol-
wr ute woezon Ier pronenautirden dun gen Sput en und in gezogene Kanonen nach den neusten Modellen umge⸗
Iberwiesen: vonn 23.. November Is am⸗ und det Schuldienster wandelt zu werden·— J
ptetant Philipp Wolff von Rülzheim zuen Schulverweser daielbst Parts, 18. Nov. Das Erelgniß des Tages ist natürlich die
ernasint. nν 7 Rede des Kaisers bei Eröffnung der Kammern, obwohl die Ueberra⸗
o Seine Maestan der König haben Sich allergncdigst deivogen chungen keineswegs so groß waren, als man erwartet hatte. In
zefunden, unterm 13. de. M. die erledigte“ ptotestamtifche Pfarr⸗ swus aber“ ist die heutige Rede doch seht merkwürdig, indenr sie
elle zu Sembach, Decanats Winuweilere dem dermaligen' Pfarr- dutch ihre einfache ungekünstelte Sprache sehr vorttzeilhafte gearn
derweser edaselbft, Pfarramtscandiduten' Christian Müller von Alt- zir rhetotischen Künste der früheren Thronreden abfichte gmle
leiningen zu verleihen drigen hat alles, was der Keiser über die auswärtige Politik
Frankfurt; 16. Nov.“ Gestren Abeind wurde die Frark agle. einen durchaus friedlichen Character. Besonders wichtig ist
surter Zeitung wegen angeblicher Beleidigung des Grafen Vismrerd die Stelle über Deutschland. Napoleon III ertennt die in Veuisch⸗
— E nand vorgekommenen Verunderungen' an und erklärt, sich nicht in

2
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        zie auf dem Vollswillen Feruß porn Anegnn Ansre Vater⸗
andes einmengen zu wollen. Auch was in pena ie romische
Frage gefprochen wird hitßt Durchbliden Edaß we3 5.
herigen Potitil ablaͤsse *— —— ar, bis duf
inen mue)nuroschen Beringt gelle Äderz⸗Sehfenber⸗Vertrug,;
iber von einer unercullen Umstägden nothwendigen ———
umng der weltlichen Gewalt des Papstthums ist nicht die Rede:
Frankreich scheint geneigt, auf eine Modification derselben einzu⸗
gehen, wenn Europa es so wünscht; also eine Hinweisung quf den
Fongkeß!n Derselbe zu Audgleichen geneigte Ton herrschkauch ?in
er Besprechung vock drientalischen⸗ Frage s findel sich 'hier kein
charfer Gegensatz gegen Rußland, vielmehr ist hervorgehobeii, wo⸗
in alle Machte in dieser Frage einig sind. Wags Oesterxeich, he⸗
rifft sb Ddarf nicht außer Acht gelassen werdem · vast bitsee Siut
es und der nenlichen Iufammenlunft mit dem Kuiser Frang o⸗
eph keine Erwähnung geschieht. Sollte also überhaupt ein Ein⸗
ernehmen zwischen Frankreich. unde Oesterreich zu vStande gekom⸗
nen sein?“so ist jetzt· offennar, dasß dasselbe keinettei offensiven Be⸗
eutung hat 3. das vollige ·Schweigen über jenen Staat scheint nun
as ganze vorgebliche Uebereinkommen ——— in Im
rinklangemit diesen friedlichen Aussichten steht es danu völlig,
vaß dem Widerstande des Landes gegenüber daß nene Armeege⸗
setz zurückgezogen und durch blose Modificationen der früheren Ge—
eye Gegenstand⸗ ersetzt werden sollen In Bezug
zuf die innere Polinik erfahren wir nicht viel Neues: die Aussicht
u eind Anleihe wirde von dem Kaiser ziemlich beseitigt,vobwohl
etz schwer genug ist/ abzusehem⸗ wie die Regiermgenohnenn dieselbe;
zei den berminderten Einnahmen und den ungeheuer!n vermehrtenf
Ausgaben durchtommen⸗will.* Das Preß⸗ und das Vereinsgesetze
verden nochmals in ihrer jetzigen Form den Kammern empfohlen.
Fin weiterer Zuwochs an⸗, Freiheiten“wird aber nicht in Aus-
icht gestellte/ Im Ganzenhat dis Thronrede einennicht ungünt
tigen Eindruck hervorgebracht3 befonders applaudirt ꝛwurde die
Sielle, welche die Zurückziehung des Armeegefetzes⸗ankündigte.
Der· Temps ist min der Stelle über Italien am meisten zuftie
den z er sagt:inni, Dies Rede verwirft geden Gedanken der Feindschaft
zegen die Einheite und UnabhängigkeitItaliens; und⸗ die Anspie⸗
ung auf die Gefahren, welche das monarchische Princin überstun⸗
den habe, läßt fast glauben, daß unsere Intervention ebenso den
Schutz dezs Hauses Savoyen, wie denjenigen des Papstes zunnGe—
—XR i ru
ra ra 319 Nov.)nDet' Moniteur hringtdie Decrele über
ier Ernennung der Herren Gouin, Conneau der Mornas und
sisard zu Senatoren und die des Herrn Dumiral zum Vice⸗Prä⸗
identen des gesetzgebenden · Körpers io230 siut 48 en I.
Here fand die erstei Sitzungdes gesetzgebenhen Nöͤrpees
fatk und wurde ohne irgendKinel Ansprache des Prasidenten er⸗
ffnet. Die Herren Herzog de Rivoli, GrafWalles dec Lavnleite
x Fould und E. Andrs iwerlehnten als die⸗A jüngsten Mitglie—
er der Versammlumg Propisorisch das Schriftführeramt⸗ Es wer⸗
»eni von Seiten der Regieriing verschiedens Gesetzesvorlagen, betref⸗
end die gerichtlichen Verkäufe von Grundstückeir, die ⸗Theilung und
die Löschung von Hypotheken⸗eingebrachte Hierauf werden durch
— DD— —
Fkrmachtigung Rach/ drei Inkerpellationen van die Regierung richten
u dürfen M überdie guswärtige Politik,2) über die innere
Politik und' namenttich über die auf die individuelle Freiheitbe⸗
züglichen⸗GesetzeS) Ubern dien zweite Expedition: nach Rom 1
Morgen schreitet das Haus zur Organisation seiner Bureaux⸗und
hält hierauf öffentliche Sitzunga n14u narg
z1 Im Senai hielt Präsident Troplongtaeine Redei zu Ehren
Xs : Godachtnifses der inzwischen äans Jenjeits abgerufenen Sena⸗
oten mit einem lurzen Hinblich aufe die Offenbarungennder ikai⸗
erlichen Thronrede. aoth. Baron Charles Dupin und reine Anzahl
orjanmelter Senatoren, worunter die Cardinale, Baron Bourque⸗
rey, Herr von Lagueronnière aiu Annbrachten das Gejuch ein,die
Regierung über dis römische Angelegenheit iuterpelliren zu dürfen
i
8 — rsg v⸗ * Aor isch 6, !,
oudpij. 46. Nov. Die preußische Thronrede veranlahzt
ie Times Jiieiner humoristischer Betrachtung Der Konig von
tzreußen hat bflec Gelegenheit, auf der Bühne. der Welt zů, —
cheinen, als irgend einer seiner“ gekrönten Zeilgenossen. Wie je⸗
aerchoochstehende Beamte (von dem der Englissche Wandererer
urch. dief Juͤrkei“ erzähllh, der pon dem der erstaunten Pascha in
iner — pou Jian Dihen und grünen Unisormen
uerst. als franzosucher, danstals österreichischer ügid, zuleßt ale
usfischer Conful erjchieuz so trat König, Wulhelni zimerhalb der
etzien Monate poreine jnn Wesentlichen aure deonselbeu Kerne
von Mitgliedern heiehende Versammlung, in den verschiede nen Ei,
— bnigs Des alten Preußens . eines. Prasidenten
deg Korddeutschen. Virndes iuid zinee Köuigs des neuen Preußens.
Lsere Schulb ist es nichk. wenn dieses zin wenig. derwickelte Ar⸗

angement in unjern Lesern Erstauneg, und Unklargeit pagußt
⁊ein deutsches ZGehaude in —— gothische Schnor
Tlich —e5 es nur als eine Nnoruberge-
———— wie aͤnem im Uebergaͤngsstadium
hhut · Leinde vn gemessen ai. chlands ist· inr Begriffe
ich in einen einzigen Steat zu verschmelzen; schon ist es in allen
vesentlichen Punkten ein geeinigtes und unabhängiges Land, und
umal, sjo weit es das Verhältniß zum Auslande angeht; seine
ortgeschritlene Civilisation und die im Ganzen gemäßigte, aber
—ãAA der: Meinrentz (auch der ⸗ Meinungsaͤußerung dy
vird es erddtzlichen? sich auf einer Grundlage zur orguni si
en, welche Ddie groͤßte centrale Kraft und Dauerhaftigkeit mit der
zrößten localen Entwickelung vereinigt.“ Die über die rbmische.
Frage handelnot Stelle der Thronrede weiß die Times“ Uicht
—BED———————DdD————re——————r—rrrrrrr—r—r———————
Anderen. Sollte der Konig geneigt sein für die weltliche Macht
des apstes zu bere chkem⸗ js ware Das ein vergebliches Be—
i use n. Iσ ιαν uνο ν n tu
lin nuneä
onug ν AItalien pr
7 oun — — — — Die Stadt. Rom hat den Vertheidigern
on Monte⸗Rotaudo. welche aus der Krigsgefaugenschaft zurüäge-
ehrt sind, dein Bankett gegeben; die Mehrzahl derjelben gehoͤrt
der Legion von Antibes an. Das Fest faud im Palast Barberini
tatt. Verschiedene Personen aus der hohen Aristokratje und der
voxuehnisten Bürgerschaft wohnten dem Feste bej; ihr Erscheinen
purde uit enthussigstischen Hurrah begrüßt.z ns
tum m Qdunlallmni diAmerika.. ——
un Reriw yv v Ie Movln Dies Nachricht Betreffsn det Insel
Lortola⸗ won Portvrich aus nuber die Havannah gesandtfaufete?
Tortolaidissappeared duringa gale andvas rubmerged for
ight hours ortola berschwande waährend eeilnes Sturmeß nd
vav! atht Stunden: lang! unter: Wasser.) Dieselbe Mittheilung
rachte das Berücht, Daß dien Stadte San Domingo zerstört sein4
—A — ⸗ ⏑— —
Apoleon Ti, und Furopa im Jahre 1867..
0 Die von dem Monstitutionel“: züngit angekündigteenund ˖ vor
inigen ZTagen erschienene? Broschüre,e welche Dennn Titelrägtn
Rapoheom LII. umd Guropaim Jahvende dG 70äινα
egt; raugenbliclich großes Aufsehen. Diese Broschüren hat einen
Ibbor Va nesx zum Werjasser der naus einer israelitischen Familie
Desterreichs stummtenin; Paris, zun Katholicismus übertrat,“ sich me
in Kloster? dere Burfüßlere Carmeliter⸗ Monche im sjüdlichen Fraub
eich aufnehmen ließ, dort mehrere Jahre unter strengen Casteiun⸗
en⸗ zubrachte itud danu it Folge seines Rednertalentes im vorigen
ahren als Hilfsprediger in dien Tuilerien berufen wurde.Dieser
vweistliche Bun hat eine Broschüre, ia die Welt geschickt in welcher
unächst die verschiedenen Fragen aufgezählt werdenwelche den
jrieden, bedrohen. Hierbei gelangt der Abbaͤ zur Behauptung.
aß die meisten dieser Fragen nicht ohne: Frankreich: oder doch
nicht ohne dessen eingreifende Mitwirkunge zu losen⸗sein würden
rraukreich besitze zwar kein Recht, Europa in regieren/ aber feuc
rofidentielle Rolle an der Geschichte scheine es darauf hinzuweisen.
etzt gerade durch einen seierlichen Ausspruch dem Gefühle der ün⸗
cherheit, walches alle Welt beherrsche, ein Ziell zu setzen. Dieser
lusspruch seig abex im Worse Frieden enthalten, der sich uuf ein
Zrogramm zu stützenhabe, welches jaus folgenden drei Punkten
vestehe33 a) Freimuthige, wollftändige und sympathische Anerkennung
er wollendeten? Thatsachen in Deutschland, jo wie derer; Die sich
ben zu erfüllen im Begriff sind, im Betreff alles dessen, was fich
nuf adie innern⸗ Angelegenheiten dieses Landes bezieht.n b) Gewiß⸗
enhafte Ausführung der September⸗Conbention oder Auͤfftellung
iuer ihr äquivalenten Gaxantie.ne) Fortschreitende Entwicklung
er liberalen Ideen, wie sije der kaiserliche Brief vom 19. Januat
867 angzedeutet. Dieseß Programm sichert nämlich dem geistli—
hen Verfasser zufolge, guf iaugt Jahre den Frieden in der Ehre
»en Sieg ohne Kampfe und die Loͤsung der schwebenden Fragen.
In der weiteren Eutwidllung wird nun nachgeiwviesen, daß Deuisch
and als Deutschland jetzt sertig sei And bestehe. Der Nordbunb,
die Zoll⸗ und Militarvertraͤge, die Tendenzen der Voltavertretum
geng die Plane deg herliner Cabinets, und die fich nichn verlaug;
ienden Kundgehungen der iminensen Mehrheit des deutjchen Vollen
röthigen jedem Unpartheiischen, die Anerlennung cab; Deutschland
st cinigh, Der Main ist nur mehr eine Amaginare Greuzee von
»en Vorgebirgen Schleswigs bis zu den tyroler Bergen und wie
eicht goch darüber hingus, pom kehler Vrückenkopf bis zut den
tzreuzen des Gꝛoßherzogih. aing Posen existiri ein Boll, das gemein,
aauie Nafionalität, Interessen, Kräfte, und Sprache hat.“ Vestehtn
indez swo, der Nauig, Ohne, die Sache, so sehen wir hier die Sache
hne den Nameun, und der geringste Eingriff pon außen genügie,z)
im eine machtige Stroͤmpug zu erzeugen, gegen welche sich, alle
)amme Ale erweisen wurden. Deutjchland, besteht und deten
hwachste Windssoßß aenügt, um. die Woge zuverbeben.. welche -u
        <pb n="549" />
        qu eĩnem orlauartigen Brausen an, Pfeifen und Gejschrei erfüllt e
den Platzz und Drohungen wurben in vie pz ⸗
dringen und den Affenkönigẽe in Jeinen Vortritgezuͤ⸗ stoören. Endy
ich war die Polizeibehörde gendthigt, gegen das Ammer unruhiget
verdende Getummel borzugehen⸗ es geychah, einen Moment fnutte
Ae Menge jevoch nurz um: gleirche Darauf imit amt jorr größerer
Bewalt wieder vorzudringem uReuer⸗ WiderstandeSeitens der Porß
lizei⸗Mannschaflen und Geudarmen erfogte,umit gezogenen Säbeln
uckten bieselben auf den erhitztem Haufem ein zeim blutiges Hande
jemenge schien unvermeidliche Da Knn Hülfe; hlitzende Bajoneite
ʒerlündeten das Aurücken Ses Militärao welches: Ans der Kaserne
zereits consignirk war und cauf Retzuifioni Des dienstthuenden Po⸗
izei⸗Inspector herbeieilte. AIMun murde Ivowo beritienen Gedarmen
hinnen wenigen Minuten der gunze Platz gesaubert und abgespertt.
Während dieser Tumult wraußen worgingonwien anders war es
drinnen! Im großen Saale⸗ der Ierholung saßen vichtgedrängt
uͤber peamnder repen in athemloser Stille dem VBortrage
Bogl lauschend welcher die Ergebniffa? sireng wissenschaftlicher
Forschungen in der Anziehendsten op darlegte. Der haufßg her⸗
vorbrechende Beifall steigertz Roͤ! Schlußinzů luer wauon
und die Versammlung trennte sich anit sichtlichet 4 Befriedigungsß
er rme ch ae 6. eah a einmal, —ãz, — dee
d.ir — Novduͤb Unser pfälzi er Geshichiefoescher, duuch einen Steinwucß gegen ain Fenfter des ag —
Hr. Pfarrer Lehmann ene * e neuc An⸗ e der Deee 8
ertennung jeiner gejchichtlichen Leistungen von dem Konige Karl XY derde und die Zeu nu ————— — 8* .
don Schweden erhalten, Dies Medoille- trägt auf der Vorderfeiten m e * n n
— bschlüß gekommen zu sein scheine- Gegen 10 Uhr lonnte sich das—
ocn, — —XJ 3 V— und Gensdarmerie⸗Munnschaft geftattet, auch ihrerseis den Plat
f Reustadt, 18. Nov.Die niehergebrannte Corell sche verlafsen. da die Menge fich erst nach und nach verlics. Wer
Muhle ist bei der Münchener Hypothekene, und, Wechselbank zum Aennt, wird djese deliageniswerihe Demonstrati iot.
30,600 fl. versichert; der Schaden aber, den det ee er⸗ Aacen kennt. wird Vese detagentawedne Demenstuatienn it ge
iu oen e J——
cEine Sigatslasth. Dass, Augab. Anzabtt“ stellt die Dei-nn wane ud Fer E
— — ⏑ — ⏑— — — — Bayern im Jaͤhre —— en r ima Vauen —
dor Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und, ohne, prenßische 7 — 28 R —— Ano 177* 388
Organisation oder Führung —. zu zahlen hat. »In der Zusam⸗ 66 i— 5341 e as zut Unterstützung der Hintes f.
menstellung, lind nur Offiziere und im Offiziersrange stehende Mi assenen der in Lugan verung a en ee wnwengeree
itärbeamte berücksichtigt, die Pensionsbezüge der Unteroffiziere und Lomits hat · joeben seine Sch epe idt. — F
Soldaten, sowie die Wietwen⸗ und Waisenpensionen dußer⸗Ansurth nisdog c8 tder ep enz —
Jeblieben. „Im Jahre II867 werden Militärpensionen“ bezahlt: Pgt F — 5 6534 — — — —
1) an einen iee. DGOOO fl., 2) an zwei Generale Kr. sindd. F hrg 87 I. ——— them
o aen dre Generatiiente manta 14. 000 hfl. yy gn Staatsjchudwerhreivung zu Il CP. BGolbolronen
24 Generglmajore 76,800 fu⸗ — 46 Obersten 830060 fi. fvrdrd.·uitd Dopptifrdrdr. Das Comito spricht wiederholt allen
äXαια . 7. Meere len Geher in der Rate und Zerne hinen innig ton Dant muitune
57,700 I.n )an 2b8, Rittmeister, und Oqupileute i gel. ugt bei⸗ Durch dir alle Erwartungenuveit übersteigende Hote
eh a ee Danten Wiaffe 195 3380 fueihh id derzeinne gangen Dienengaden wurr neid emact dener
lo ĩ Oberllente nanig A8 300 s üiysan 128 Unterieutenants lagenswerthen Hinter iassenen eine sorgenfreie Hulunft zu bereiten.
üde nehat 18) dibcese Penstonen kaun uühnen damit r 8* a Ver·
n o i en Detetchenftnisen des diteitan duangniß weiches o proßlich über ihre. watet Watten uund Sohne
J Sene 1 36 bereingebro hen ist, nicht aus det Seele getommen werden.. so
— gepitdett durhe ded, Sewinstim dad ,
e ae aee de eeeszee e Sehdelen duen in ihret Betrunbniß so viete theimehmendehetsende unr sur
sowie der besonderen Veteranen⸗Pensihnen — eine jährliche Mi⸗ zittende Liebe zugewendet hat undnüllen denen⸗ welche· xschiuuett
nn Peicia ben vor u eigidt — Bemertt muße wer durch die Kunde des gnanigen Unghuc⸗ ——
en daß Baher derhaunißmaßig foh boppelt so viele General— e , eeben de irer —
ffiziere hat iie Preußen.. .. der etanbten tee wve 7—5 gegen de Lebens
size I e zehee Za Fürsh düd Nutnherg sind einioe uutere Noth siten geene zn oen schonswe. — Fiebe
alsche daherische Funsgulden dasfen Anwelsungen n Umlauf geiehi 38 Wehet die —— — 3 wird das
vorden Dieselben siad so schlecht nachge dildet, daß hie gleig auf In seiner —2 — — sartun eece
oen ersten Blick als unecht erlanut werden lonnen, Obgleich dahen — — 24 3 5 m F e T dr
del nur einiger Vorsicht nicht leicht Jetmand beschädigt werden kann e monn pree r un — b — α *
so wird doch die Staatsschuldentilgungs⸗ Commijsion eine Bekanuf⸗ —— en inn * — ———— —*
nachung erlassen, durch die vor der Annahme der falschen Caffen⸗ rxp r n Sin etzen in die Futunft bliden 8 dn dene *
Aweisungen gewarnt und auf die Unterschiede zwischen den echten udd dd nen deren un * uns 9 ——— ußt
und falschen Stuücen besonders aufinerksam, gemacht werden wird, — Die franzosische Polizel hät in Havre ein Fatsch ilnzetnest
von den ans chiagigen Sigatsbedorden find. sobaid sie Kenntniß ausgehoben, in welchem russische Banknoten fabricirt Die
visem Vorgande erhielten. pnengis he Srinte geschehen um Verbre her sind -gurein runsische Hexren zind aine tusnt we Dame.
i Ancnigee an Verbreiter der Falsisitase ju entdeten⸗ S Ni Huͤlfe rines ySchlüssels Den er dem zuerst —— Nisse
p u be die este Vorlesing vom Vont Dater abnahm. drang der, Polizeicommissat in dvag Ga enhaus
chreibt hnn dur ghe Jige Ein dremder, de her hehern weo das Auelter sitz veland und raf die. auhern . pon vonte r Aapen
Abend die Straßen —S— hatte, wuͤrde sicheviettecht. voil Die Billets sind so trefflich thdhint vaß nutim geuibtes Auge
Schrecken außerhalb des iee haben- denn es war ie erkennen kann. Man jand kine lilhographische Presse. gravirte
Fener Aufruhr der die Sinsewe darchbraufte⸗ secd Dekhatba Vlatten, Stemdel IJf dem RNanen der ruisischen Bantbeamten æc.
Siurn Rhedus umer Feuerflammmen fe Lein, etwasweit Schlem- Die Billets wurden, nach Angabe der Verhafteten, ginem sieden,
eVer Ainn heine hol serno erite Picdigtgunso- RogsSdhen Drürdderiahren unte.morsanrn nn 368333
——
ich diese durch die Straßen und Gassen Ru x wird won her.. Wieiter gorten mider·
Shreclche vor ich gehen jollte/ gunr WEryolunghs⸗GebauchencAnu⸗ sproryana 9o in
ende von Menschen, großentheils Fabrikarbeiter. hatten den Fried· f In-Xkv —XRX ol ist der Chej einer Advocatenfirma ipit
riche Wilhelms-Platz angefüllt, kaum daß der Eingang zu dem Ge⸗80.000 Pfo. St. meist anvertrauten Velorupucch) egaängen.
ind Flustern in der Menge vernehmbar; war, so schwoll es bald (zusammen LI2 Vill. XFran Verwögen besitzen.

Mlltzedc ðwr bughuldcanttn
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        ... mια. V [
Nõoheloersteigerung —8 Gi quil — tueg ( ain nνι
“ w 8 pu 2 9 z. —— t. 22 .⁊ . . , 4 2 X —
mergen Satedn e. Ner ye Schwiede· ann. Schto get arbeite gze d h Suelutdntan eucbe, Si gäg
Rochmniage 2 un eInabern det Reuansetticung nnd Veparung, eesollen dötttbe Januat.I868. an auf 4. ß Jahre
n aͤhrer Bohaumgelafsen die Winwe umd i Subwinsionswege Srgeben a Un ie g WMuss 4453 ——
un een SayhehenZuitee Stimiede .und, Schlossez hhellhi ächgtnft Vrdeuen ühertnehnue n wollen, fin
neifters Jatken w Mülil eyr⸗ men: ihre ingeladen Hre Angebote iιαν —1831332 — — *7 C ue mee
zjmmtlichen Mobilten wersteigerc; als: ꝛd amn 27. Novemn ben Is8 Nachmittags2 ilhr. nu ,

1Alewerschrankz J Commode,: S Tische, uf dem Bureau der nterzeichneten Vorwaltungizabzugeben,woselbft cauch von heute au

z · Etühle. LnKuchenjchrant 8 vollstan⸗ ie Bedingungen mebst. Schmiedetare zur Finfichts ofien liegent u ön ιαν—

dige Betten; Getüch aller Art, Spie- um Su. Jagbertoer Gerubeen den!cis ovembernιν_ιανR αν .

get. verschiedene Bilder⸗ Uhro Bank, ιιιι ιν ——— — —D Grulbenverwaltftiige u .

L·ODfen⸗ A Ballnxaage Backmulde, ui nu nnn ιÇιN ι α c. ig aun aAnu —— r J

vhngefähr · Gn Eentner Hen und Ohmet, Bι —νσ ια?
owier qonstige Haus · Lundec stũchengeräͤthe ν ι —
e Bekaunt machung,““ Versauf sütet Wir
—— * ee ba Le isl. 3 —E tion de Aiurrere —— Bacer hier
Oausversteigerun * 75 on w 5775 3 zunen tahlich 60 bis 80 Schoppen süse
4l — —— LA M ————
amstag⸗ den 8019.Vvbr ug nunogat Milch abgeheben. werden-n ahevß

a e e ihe dahier u Wegen dernam Deember machfihen
— ——— orzunehmen dem, Volkszählung finden die J
I y in derocGafsersafsesz Poer⸗Hchs sonscriptionsverhandlungen der Alters klasse **
Tohgnt dahier.¶ ind sein e Ve 846 an den nachltehenden Tagen gat Dierti disten denjenigen welchee mit ber
r Bniedla selac Surchec ntbenHetüeh »ꝛ Die Loosung h Fuattt weines gauses am u98.
Braunbergerumd Bei 7 — 6 — o hülfreiche Hand leisteten/ meinen Dank!

oger rrzorr ponnse zun Mittwoch den A. Dezembey gbesondere uber“nver freiwilligen

egenes Lüehnhaus win. Garten dahimer in in Fruchthalifaule dahier. — — E6 gen
rienthum versteigernud in 33379 deadguane daner euerwehr inemen verbindlichsten Vant.
aan uon oreer — — d hene um 8Uhr beginnend; velche durch ihr rasches und sicherrs In
epea die Mess ung und körperliche — vor groberem Unglüg
— qqützterb ινα.ο;: J i
Bisitation. Zes veh 20, Rovembet 1867.
umn Donnerstag den 5. Dez. I. J.
ür die, Couscribirien welche Nreer1uedig u niynu vch oↄuat g runten
150 gezogen haben, sowie für die von des rnoe
horfahrigen Altersklasse 1845 auf“ die diess bh gudn Et. Ingbert 2I. Nov. α
ährige Altersklasse, 1846 verwiesenxin Coye ————— Nächsten Sonntag celzuuon
ibicten ml e — Seilfanzergesellschaft
am Freitag' den G. Dezuut. Io — die. Seiltunzergesellschaft
ür die Tonscribitten, welche 151 bis 33561218166—M α
—— i* J nn u * ie Nnd (9 6 — Tu Aahor, uie
ür die Conscribirfen mit den Loosnummern e —*
351bis zur höchsten Loosnummer. un r n 2Vorstellungen! 2
⸗ 24 13 1211381 — 3 —F 1.63.
Die Messung und Visitativun gehen ninhßz * wird das Nahere im
wginnt an jedem der vorgenannten Tagte Sqmstagsblalt des Anzeigers und durch
—R —
— — die sWettel bekannt gemacht werden n
Alle diejenigen. conseribirteu betche
urg Verhandlung des Looseus und e *
Nessens nicht gricheiuen,“ untertlegen en
m 8. 68 des Heerergünzungs⸗Gefetzeg bor⸗
esehenen Strafen und Straffolgen.. 3
Die Burgermeisteramter werdeunuge
aden, vorstehenden Betauntmachung miltelst
ffenilichen Auschlags und durch die Schelle ꝓ
uu Jedermauns Kenntuitz zu bringen, unde
ußerdem ie de mi⸗ConferibirPen,“
der dessen Eltern und Vormuͤndern vol
jen. fesigesetzten, Terminen Fröffungg,
nachen/ um —WMVV var
Zweibrücken den 19. Nop. 1867.
F Abnigl.' daner. Bezirfsantiini,
J F * Damm. Uru ieν
wenz ee *— 7 27
— — — * 2* —

Mobilienverst. .
Bleich darauf lassen die Wittwe ind
xkrben des verieblen Zimmermannes Jo⸗
nann Uhl ihrer sammmtlichen Mobilien
— D—
1 Kleiderschtank JFommode, ] Küchen⸗
chrant LSchaft;“Iwollstandiges Bett,
Betüch aller Art 2 —X raufbüt⸗
en, ne uhr 1Ofen,
area⸗ 20 Ce ner Hegotuind Dhmet,
vollstandigez Geschirr zum Vrunnen⸗
hohren,“l Flaschenzug mit Seil 1Dreh⸗
bank Hobelbank.1 Bälkenwäage! so⸗
wvie sonftige Haus?umd Küchengerath⸗
schaften. —8 An vi ——3 J
eb 117 nut Goru, Igll Rolat.
— — 4 76—
Nach dieser Mobelversteigerung.
aßt; Johannu Bugchlaͤnger, Hürten⸗
irbeiten hier sein auf, der Meß neuerbau⸗
es Wohnhaus mit, Gaxten: neben, Georg
Fonrad- und Johannes Conrad in Eigen⸗
hum nersteigergeg
7Sorn. igl. Notr
Mobilienversteigerung zu
— ——— — ——3
oniag 2. Dezeniber 1867,
Vormittags um 9 Uhr.
uuf der St. Jugberter Grube in seinem
hause· läzt Wendel Schwarz. Metz⸗
jer imd Wirth daselbst, Umzugs halber seine
ammtlichen Mobilien auf Borg verneigern
md zwar: . 3
1. Kühe, 7 Rind, 3 Schwane 70
Kentner Heu, 30 Ventiner Stroh,
100. Censner Kartoffeln, Hühuer,
Fanse,2 ANleiderschranke Tische, verden gegen dierfache erste hypothekarische
Suwühle/ Bänke, Bettung, Getüch und Sicherheit aufzunehmen gesucht. Näheres
jonstige Haus-⸗ und Kächengeräth bei Notar Gorn. 6
schaften. 73 T **
Zugieich werden quf lange Zahlungster- Er schöner NRaoplatz am Schaaf⸗
nine in Eigenthum vecsteigerr;;:: weiher ist zu verinirfen durch
ESt. Ingberter Bannes oααν. alinger.
Fine Wiese von Iu Morgen in der Ruh⸗ — —777
neben Johaun Seel und Weg Er in der Unierstadt am frequentestennh
in Accrstua in der WMaustach m 60 Mdheile gelegents schanes Geschäftochn
Kuthen neben Adjunct Graffion. baus ist zu periaufen durche; q0 tιR 0
Horn, kal. Notar. Nint Westphälinger.

Fuzicht Brod⸗ Fleische x. Preise der
εινννεSαν vom 21. November.
o Ir gden 7 fl. 6 x.
A. tx. erste

ASpelz fl. 46 th,
———

*frucht sy F Hafer

erxbfen 5f. krxr.Wicken

artoffein se12 kr. Heu

Sirohn P tr. per
zhrodeKilogt, 22 ir

Aile detr dinno 2 Ngt,

r. tr Gemischtbrod

gate Wecht vLoid
Dual. Igu 2

blleijch 14 kr. Hammel⸗

weinefleisch 18 kx..per

Bier, 6kr., her Liter

ö., Per Pfurd..
5 — —— — 77
4 Zrr toreise der tadt
aaiser⸗ au⸗ ern vom 19. Nodember
Weizen 8 fl. 830 ir. Korn 6 fl. 50 In
SIpelzlern rt flat ↄr. Spelz —X
—öX— Hafer 4M.
P tezä Erosen 5fl. 33 r.. Wicken4 il.
2 trun Sinfen d enkv ftr. per Jentner.
Brodprafusien 6 Pfd. Koxnbrod 830 tr.
a Pider Bernihtbrod. Ur. und 2. Pid-
Wenßbrod It —XV — — — —

3

dedaklion. Druck end Beelaas don F. F. Deme zin c. CXAnSACMAA

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2860
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        Ingberker Anzeiger.
— 2 9 2 * * —8 * * ,
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der LS . Ingberter Aniz eñ g r mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal: Dienst ag, D o an raͤtag
und Sambtag. Abonnementsvreis vierteljährig 45. Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzt. die dreispaltige Zeile

Blattschrift oder deren Raum berechnet. ..
Rro. 140. 2LCamstag, den 23. Novemberr —1867.
I vni . 4
* Deutschland. schauungen über das Verhaältniß Kußlands zu Preußen haben
Mäünchen, 18. Nov. Die kgl. hreußische Staatsregierung sollen. Die russischen Ultras. welche don Tag zu TZag mehr Sim
hat an die baherische daß Ersuchen am Milnheilung der Verhande fluß auf. den Gang der Politil gewinnen. sollen den ruhsischen
Angen des Gefehgebungsausschusses unserer Kammer der Abgeord⸗ Thronfolger zu einem engrgischen Schritte dermocht haben, auf dien
rieh aber den Enwurf des CTiwuprocesses gerichtel, welchem Er enischiedene Jurüdweisung der für die Deutschen in den Ofhe ene
suchen en sprochen wird . Wie es scheint debsichugt man zu Ver Provinzen von dem preußischen Gesandien in Peters bura versug
in diesen Sutwurf und die Verhandlungen daruber bor der Aus. sen freundschaftlichen Vorssellungen gerichtet und diesem Schritte
airbe lung eines Eutwurfz desselben Beteeffs fut den Norddeutschen sall sich auch Großfürst Constantin angeschlossen haben. Der Kai⸗
Bund zu benutzen. ser und die Großfürstin Helene halten andererseits an ihren Sym⸗
Rärnbrrg. 18. Rod. Im benachbarten Futth laden bathieen füͤr Preußen ünd, Deutschland fest. Man is auf den
die Herren De. Kiderlin und Dr! Motgenstern zur Unterzeichnung Ausgang des schon lange dauernden Streites seht gespannt, weil
iner Eingabe mehrerer Ruͤrnberger unn Furthee Vereine an die man datin einen charakteristijchen Fingerzeig für die —V
Abgeo dntlentannmer einSie sagen in ret Einiadung: ., Der rujfischen aus wärtigen Politit mit Pecht erblict Zur Lonfe
on der bah rischen Regiernng der Kammer der Abgeordneten dor renzangelegenbeit bemerke ich, vaßz Preußen daran festhält. Italien
elegie Gejchentwurf ber die Wehrbersaffung wuürde wenn er uid der Papst mäßten dem Project zustimmen. Man hat diet
on der Katner angenemmen umd alevann ur Ausfuhrung kom »hnehin leine große Hinneigung dit einer Conferenz und diese ist
menwürde, für Bahern von, unberechenbarem Nachtheile sein. ed ren d man erfahren, daß Rapsledn eine
Dieser Gefeheniwurf be zwece nicht die Tinführung der allgemeinen Meuge kleiner Staaten eingeladen hat. Breußen laßt sich von
Wehrpflicht, wohl aber ein möglichst großes Continent Soldaten, hessen nicht und nicht von Bayern majorisiren, und wenn Hessen
ine Bermehrung des stehenden Heeres . Nach jeuem Gefehentwurf feine Stimime vielleicht Napobeon und gegen Preuitzen giht. so ionnte
wuͤrden dem Lande ungleich mehr Arbeitskräfte als bisher entzogen. das zu Verwidlungen führen, welche gewiß nicht beabfichtigt sind
würden dem Lande ungleich mehr Steuern und Abgaben aufze— denen man aber praktischer aus dem Wege geht. wenn man das
bürdet werdem Jeder.“ dem das Wohl des Landes am Herzen danze Project befeitigt. 4.4
iche solle degen fenen Gesegentwurf iaut feine Summe erheben⸗“ Aus Wi en, 17. Nov.laßt sich das Organ der bayerischen
Berli n ig. Nede Die Eroffnungsrede Napoleons is Regietung, die Sudd,. Presse,“ schreihen .Garibaldi w jetz dort
diesmal durchaus nicht mit solcher Spannung erwartet worden. znicht minder als in Italien der Vollsheld gegen Finsterniß und
wie in früheren Jahren; nach den Worten König Wilhelms konnt⸗ Bedrüdung. 3.
Napoleon sich nur friedlich außern und das war dann nichts mehr Wien, 20. Nov. Der franzosische Botschafter v. Gram⸗
NReues. Gleichwobl hat es Napoleon verstanden, seinen Versicher Ront esanee gestern in Schönbrunn die Koiserin Elisa-
mgen ein Gewand zu geben, das, wenn es nicht mehr als Fuüt beth zu ihrem Namensfest im Auftrag des franzosischen Kaiserpaa ·
lersiaat sein soll. durchaus nicht allzu schön vsn Aussehen wäre. res und überreichte dabei ein don der Kaiserin Eugenie gesandkeß
Won der Hinweis auf die Inieressen und die Wurde Frantreichs Blumenbouquet. Das „Wiener Tagblatt- will wissen der König
Daren die Imeressen und die Wuͤrde Frantreichs debroht, wenn don Griechenlanz habe während seiner jüngsten. Anwesenheit in
Zoden oder Hessn oder Wuritemberg oder Bahern sich dem Rord. Wien unummunden erklärt, den Aufstand in Kreta unterstützen zu
dutschen Busbe an lossen da d ber je far ter wir, find, nüffen und Rußland nicht entbehren zu lönnen.Ferner England
desto gesicherter in der Frieden. habe Serbien in dessen Conflict mit der Türkei, seine Vermittlung
Borpuirn, 19. Nov. An Bahern ist widerholt unde neuer augeboten,welche jedoch von Serbien unter Hinweis auf die be⸗
dings die Andeutung gemacht, das Preußen es nicht hinderm werde reits vorliegende russische Vermittlung dankend abgelehnt, wor⸗
falls die Südstaaten unter einander eine engere Verbindung ab⸗ —J —
hichen wolten Berichte aus Muͤnchen ergoben. daß baherischhe Hamburg, I0. Rod. Bet dem hiesigen Handelsgerichte
Zarntulatifien und die wurttembergitche Regierung in engen Berlist ein interefsanter Prozeß aunhängig gemacht worden. Eine auf
sehungen sedem. Freiherr d Beuft hat dei seiner Durchteise den Veranlassung des Herzogs Friedrich von Augutenburg hierselbst
Fuesten Hohenlohe aufgefordert, der osterreichisch französischen Polilit behufs Liquidation der freiwilligen Anleihe für Schlebwig Holstein
Inhngeseliehen, — Rorgen wird die preußische Enischüeßung in dom 65. December 1863 zusammengetretene Commission von Ham
Betreff des Congresses nach Paris abgehen: eventuelle Theilnahme durgern· und Altongern hat den Kaufmann Ferd. Jacobson auf
sofern sich die zunächst betheiligten Staaten über die Grundlagen derausgabe der seiner Zeit von ihm für Rechnung des her og⸗
der Perhandlungen geeinigt haben. — Der Minister v. Rhoon. uͤchen Militärdepartements auf Lager genommenen Gewehre, edent.
efen Gesundhenuszuand dedentend angegriffen ist wird troßdem auf Zahlung des Kaufpreises derselben von 28,000 Thlrn. ver⸗
a Porlefeuie beheten, so lange es die Aerzte gestatten,klagt. Hert Jacobson hat betanntlich im wvorigen Jahrediese
Berin, 20. Nob. Das Abgeordnelenhaus wählte in sei- Gewehre auf. preußische Requisition an die! preußische Regierung
ner heutigen Sitzung d. Fordenbed zum Prasidenten, Koeller (con. Lusgeliefert, wogegen diese ihm einen Rebers ausgestellt hat, daß
ervativ) zum ersten und Bennigsen zum zweiten Viccprasidenten.l sie für alle wegen derselben etwa an ihn zut erhebenden Ansprüche
Die Nationalpartei deantragte Niederschlagung des gerichtlichen aufkommen wolle. Herr Jacobson wird also die preußische Regie⸗
Berfahrens gegen die, Abgeordneten Twesien und Frenzel und rung wohl zu dieser Vertretung auffordern.
eine Deciaration über den 8. 84 der Verfassung im Sinne Frankreich.
zer betreffenden Bestimmung der Norddeutschen Bundesverfassung Pari 8, 19. Nov. Auf die heutigen Morgenblaͤtter hat die
Beriin, 20. Nod.“ Die. Prob. Corr.“ bestatigt die Be- Thronrede des Kaisers im Allgemeinen denselben Eindruch gemacht
ufung des Baron v. Rothschild ins Herrenhaus. P wie auf die gestrigen Abendblälter. Siecle“ bedauert nur, daßz
Serlin, 20. Now Der „Stagatsanzeiger“ veroffentlicht der gesetzgebende Körper auf ein so wichtiges Actenstück nicht durch
1. M. einen Vortrag vom 18. Juli zwischen Preußen und Frankreich eine Adresse antworten“ koͤnne. Die klerikale Amon“ ist höchst
vegen Anlage einer Eisenbahn von Saarbrücken nach aufgebracht wegen der Stelle Aber die romische und italienische
Sdargemünd und dann auch den Gesetzentwurf über die Ver- Frage. — Was an der englischen Thronrede hier am meisten use
rinigung des Oberapellationsgerichtes mit dem Obertribunal in fällt, das ist das gänzliche Schweigen übet die Confetenge etir?o
d Haragrahen nebst Motiven. — Dem „Dziennik Poznanski“ Umstand, der mit dem gleichen Schweigen“ des Königs Wilhelm
Jehen aus einer angeblich zuverläfsigen Quelle Mittheilungen ilber hedenklich zusammentriffi. Das Schicksal der Conferenz scheint
nenstliche Zerwürfnifse im Schooße der rusfischen Kaiserfamilie zu demnach Allen unzweifelhaft zu sein und manist nun gußerfi
wesche ihren Grund und Ursprung in den verschiedenartigen Au zespannt, wie die kaiserliche Regierung aus der Sackgafse heraus⸗
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        lommen wird, in die fie aich verirrt hat. Seut „wird sogar bee N ewhord 19. Nop. DerßeAdmiral Tegethofss hat die
jauptet, auch die russische Antwort auf die anin gehe mLeicht Maximiliau's erhalten. 5. Ein starler Orkan hal quf der
Brincipeauf dis Comereit; Lip, verl⸗— ece bestimmte Infet San Domjngo schwere Verluste angerichtet. 8
Basis und gin Proßraca⸗ esels rorm der Ableh -⸗
uung vie vor ⸗Hahrer J
Paris, —2 Nächsten Montag Berathung der In⸗
erpellation über Rom im Senat, wobei Prinz Napoleon sprechen⸗
vird. — „France“ dementirt die Notiz von einem beabüchtigten
weiten Rundschreiben. — „Moniteur“ constatirt, daß die Kaiser-
rede überall günstegen Eindruck gemacht hat, durck Herborhebung
ves friedlichen und civilisatorischen Thaͤtakters der jranzoͤsischen
Politik und fügt bei, daß besonders die Erklärungen derselben
— Dentschlands der Unruhe und dem Mißtrauen, welche als.
erwarts Herrschen, ein Ende zu machen geeignet sind. *—
Paris 21. NRovr Der den Kammoͤrn vorgelegte Militär⸗
Besetzentwurf setzt die active Dienstzeit der Soldaten in der Armee
nuf No Jahre · fest. In Filedenszeiten Konnen jedoch die Soldaten
uicht Ianger als 5. Jahre bei der Fahne gehälten werden. Die
uif unbegränzten Urlaubgeschickten Mannschaften sind den perive
ischen · Nebungen anterwrfen und dittfen sich in den beiden letzten
Dienstjahren verheitathen.EStellvettretung ist etlaubt. Der Ent⸗
vurf· hezüglich der mobilen Nationalgarde ist wenig abgeündert;
nur.ist die Dienstzeit. auf 5. Jahre festgesett ae
England. 5
London I9 Novb. Dem Vernehmen nach constatir die
Thronrede, mit welcher das Parlament erdffnei werden wird, die
jefriedigendsten Beziehungen zum Auslande, spricht die Hoffnung
auf einen friedlichen Ausgleich der rbmischen Frage aus, constatirt
erner die Nothwendigkeit abyssinischen Expedition und erwähnt
der Umtriebe der Fenier.“ Unter den Gesetzentwürfen wird eine
chotilsche und irische Reformbill genannt. .31
London-20 Nov. Parlamentseröffnung.) Die Throu⸗
rede sieht. keine Veranlassung, eine Storung des. europäischen Frie⸗
dens zu befürchten. Die Königin vertraut, der Kaiser der Fran⸗
josen werde, nachden die Indasionsgefahr für den Kirchenstaat
ʒeseitigt, durch baldige Zurückziehung fejner Truppen, jeden möog·
lichen Grund zu einenn Mißverständnisse zwischen Frankreich und
Italten beseitigen..
London, 20. Nov. Die Regierung erhielt ein Label⸗
Telegramm, demzufolge die Katastrophe auf, der Insel Tortola arg
ibertriehen worden ist. Bei einer Feuersberunst, die daselbuͤ
vährend des Orkans ausbrach, ist blos Eine Familie e r⸗
runten! — In Bezug auf Tortola telegraphirt der englische
Fonsul aus der Havannah: „Einzelheiten fehlen; doch liefen die
übertxiebensten Gerüchte um, wogegen ein Brief aus Toriola vom
. d. ineldet, daß hei einer großen Feuersbrunst eine Fami lie er⸗
crunken sei. J *. 4147

AIr minchrr E.

fLudwigshafen, 20. Nod.“ Vom 1. Dezember nächst⸗
sjin ab beginnt die Ausgabe von Retourbilletten zwischen den Sta—
ionen Haßloch und Neustadt und beträgt die Tare hiefür für die
. Classe 24 fr. und für 3. Classe 160kre Bei dem regen Ver
ehr, welcher zwischen den genannten beiden Orten bhetrscht, wird
diese Mgßregel der Pfälzischen Bahnen vom Publikum gewiß mit
rreuden begrüßt werden.
—F Spehed. 18. Nov. Gestern fand in tiestget Stäht
ie Gründung eines. „Arheiter⸗Forxtbildungs-Vereins flatt..

f*München, 19. Nov. Die bis jetzt eingelieferten falschen
Fünfgulden⸗Noten haben sämmtticht die Serie VII. 2 tragen die

Nummer 315368, je eine die Rummere 31,362, — 66,338860

und 2113. Neher die Persönlichkeit, von— melcher die Fälschung

perübt wurde, uund über den Ort der Fälschung konnte noch nichi⸗
ermittelt werden, doch wird selbstverstaändlich die großte Thatigkeit

»ntwickelt, um. der, Sache auf die Spur zu kommen

f. Muünchen, Abr Nov.n Heute fand vor dem hiesigen Stadt-
rericht eine Verhandlung wegen Ehrenkränkung durch die Presse
statt. Der Redacteur eines wenig bekannten sogenagnten Witz⸗
hlattes,,Miau“ init Namen, Herr Alfred Jochner, hatte seit ei⸗
nigen Wochen den Director des Actientheaters, Herrn Held, mit

Ausdrücken -belegt, unter denen gemein“n erbärmlich“ u. s. w.

die gelindesten waren. Herr Held stellt in Folge dessen Klage.

Bei der Verhandlung ergab sich, daß Hr. Jochner aus Ritter⸗

ichkeit für seine Dame, eine Sängerin des: Actientheaters, von

welcher der Director Held einen Kuß nerlangt haben soll (was
aber bei der öffentlichen Verhandlung micht erwiesen werden lonnte,)
ich zu seinen maßlosen Theuterrecensionen“ hinreißen ließ. Der

Ztadtrichter verurtheilte den Beklagten zu dem höchsten Strafmaß

liner Geldstrafe, von 100 fl. und 30 Tagen Airre t. Jochner

meldete die Bexufung an.

Würz burng. 17. Rod.“ Der Schaufpieler Wiesner vom

ziesigen Statthenter hattesich am 5. Movember als Darsteller der

Titelrolle in zEiner vonunserere: Leut'“ eine Höchst. unpassende

Anspielung auf die Lösung des Verlöbnisses Sr. Maj. des Kö—

aigs erlaubt, Das im Theater anwesende Publikum gab sein

Mißallen durch laute Aeußerung desselben kund; die Sache scheint

nun aher noch weitere üble Folgen nach sich zu ziehen, denn

Herr Wiesner wurde in Folge einer Anklage auf Majestätsbelei⸗
Zzigung vorgestern Abend? verhaftet.
FSmarbrücken-20. Novp.Ein beklagensweriher Un⸗
Ahcksfall Hat sich gestern bei einer Jagd im Hallberger Walde
ugetragen. I0 Ein Treiber, der durch das Gebüsch gededcktt, in dem—
elben Augenblicke vordrang; als einer der Jäger, Herr v. B. don
jier, auf einen Hasen schoß und denselben auch erlegte, hatte daß
Unglück von drei abspringenden Schroten getroffen zu werden, wo⸗
zon eine unter dem Auge in den Kopf eindrang. Trotz allet und
ogleich angewandter ärztlicher Hülfe starb heue Vormittag der
Mann, der aus Züsch ist, in dem hiefigen Hospital und hinter—
üßt, wie es heißt, eine Frau und sechs Kindern Der betruͤbende
Vorfall erregt in allen Kreisen die regste: Theilnahme, die sich
owohl für den Betroffenen, als auch fuͤr den unschuldigen Veran⸗
iasser in gleicher Weise zu erkennen gibt.

7 In Tübingen haben in der Nacht vom Samsiag auf
Sonntag zwei Studenten zur Unzeit in der Mayer'schen Wein⸗
virthschaft zum Schwanen zu trinken begehrty!was der Wirth ver⸗
veigerte, da es zu spät sei.“ Es entstand nun ein Raufhandel, my
veschemn die Tochter des Hauses ihrem Vater beisprang. Der
Wirth vertheidigte sich und traft einen Studenken so unglüdlich“
zuß ex Tags durauf an seiner Verwundung ftarb. Vaier und
Tothter sind verhaftet. u
e Mainz, im Nov.z Der Gründer und Redackeur der! in“
Mainz erscheinenden Deutschen Weinzeitung, Technifer Frings,
st von der Regierung der⸗ Vereinigten Sigaten Nordameritagßz
eranlaßt worden, dorthin zuüberfiedeln. — Die ametikanische
Kegierung macht große Anstrengungen, den Weinbau Ametikas zu
ordern. der bis dahin, trotz der enormen Besteuerung' auslandi
cher Weine, nur einen geringen Bruchtheil ves Konsums zu de⸗
ken vermag.

.7 Borletzten Donnerstag Abend gegen 7 Uhr passirte ein
— — Mainz.
Es befanden sich nur einige Frauen: und Kinder“ unter ihnen,
vährend die Männer, welche rothe Mütze und rothe Blousen true
zen, aus ehemaligen Freischärlern bestanden. Einige won ihnen
waren leicht verwundet. Sie nahmen im Gafthaufe zur Krone e
zin Abendessen sein und setzten Nachts 11 Uhr: 80 Min—. —D
nach Antwerben fort. mo sie auf Kosten Dden pänstlichen Redierune

Italien..
Florenz 20. Nob. Die „Italie“ führt aus. daß die
Septemberconvention rechtlich zu bestehen aufgehoͤrt habe. — Die
NRiforma“ hilligt die englische Thronredee..
Floren a,. 21. Rob.“ Lamarmora, ist hier eingetroffen.
Derselbe hersichert, die Frauzosen occupirten nrotz des Versprechens,
ich auf Civitabecchia zu concentriren neue bishet unbesetzte Punkte.
— Garibaldi hat, den Vorschlag, nach Amerika zu gehen noch nicht
ꝛeantworteh. 057
Genuig, 15. Nop, Die Rüstungen zur Zer werden fort⸗
vatrend huit Ciser beirighen e
artei.
Fonstantinopel I8, Roh Der Sullan ist jeit eini—
zen Tagen ernstlich krank — Gerüchte über einen Cabiuetswechsel
verden denentirt5
J — 0 Mußland. — —
Warichau, 13. Nob. In, woriger, Woche trafen hier
viedex 350 Amnestirie aus Sibirien, (meist österreichische Unter⸗
hanen) ein; sie wurden an die sterreichische Vehörde ausgeliefert. —
Die Polizei will in Wilng ein politisches Complott entdedt haben
und. hat in Folge, dessen mehrere Verhaftungen vorgenommen.
Die Berhafteten, meift dem Handwerkerstande angehdrig, find auf
aie hiesige Citadelle gebracht, wo die kriegsgerichtliche Untersuchung
zegen sie eingeleitet ist. — In Litkhauen und den reußischen
vorwvernements werden nicht die Güter politijch compromittirter
olnischer Besitzet allein dem durch Ukas vom 22. Dec, 1866
ingedrdneten Zwangsverkauf unkerstellt. sondern die Maßrtegel er—
treckt sich auf alle größeren polnischen Besitzungen und bezweckt die
ẽ xproprirung des polnischen Adels und die Schwaäͤchung des pol⸗
nischen Elements. Die Zahl der zu exprobriirenden Gutsbesiher
deren jedet 2 — mehr Guter besißzt betragt in Lulhauen 578
e* Amerika. u iel r n t,
New⸗Yort,e Nop. „Nach officiellen Berxichten sind fünf
Ddompfer und 60 Fahrzeuge vor St Thomas gestrandet; Die
Zahl der Umgekommenen wird auf 500 geschätßten
        <pb n="553" />
        —
icher Tommissace begleitei ste und leite inee 14
Karlsruhe 7.zNor Als gestexm, Abend ein Packetbrief
räger damit beschäftigk war. seine —— vie betreffenden Adressa⸗
en abzuliefern, vergaß er, seinen auf der Straße ftehenden Vostkatren
abzuschtießen, als er sich in ein Haus hineinbegab.Diese Gelegen
heit ist von einem, Diebe innder Weise henütßt worden, daß er die
nit verschiedenen Geldpacketen augefüllte Ledertasche aus dem Kar—⸗
ren entwendete. Die sofort angestellten Nachforschungen der, Po⸗
lizeibehoͤrden hatten spater das Ergebniße daß die Ledertasche mit
einem Packet von 3000 fl.eniun dem Hirschgarten aufgefunden
vurde. Ein Theil des Papiergeldes mar von den Zähnen der
hirsche Zernagt Wahrscheinlich hate da Dieb die ihm lästig und
jetraͤtherisch scheinende Bürde von fich geworfen und nur die übri—
”le im ungefähren: Veiragevon 1000 fl. bei yrf bo⸗
halten, Der Thaterist noch nicht armitlelt un —*8
r Brrirn.“ Die Zahr der in vorigig Kriege Wer ichollenen
betrãgt nach einer Mittheilung“ des Justizmministers im Herrenhause
———
rD ru zige, Ib. Nop, Kaum vier h Tage sind es her,
paß man in. einem. Teiche, deß — die entstellte Und
heraubie Leiche des seit swof Xdoen perwißlen aLehrers Schulz
nus Mgowo, dortigen Kreises, fand und in der Person des Müh—
enbächters Kaminski und des vdagirenden Müllergesellen Jacowski
zie wahrscheinlichen Verüber dieses im dortigen Kreise vieles Auf⸗
ehen achenden Mordes entdeckte undverf aftete? u de schon
wieder geht aus einem anderen Theile der Jrovinz Preußon,“ us
dem Regierungsbezirke Königsberg, die Rachricht von einem: neuen
Morde zin. Es ist nämtich in, den Forste der Oberförsterei Lei-
den, ind genannten Regierungsbezirke, der Ruvierjäger Lindenau
mit burchgeschniktenem Halse ermordet, vorgefunden worden. Daß
ein Selbstmord micht vorliegen könne, ist außer Zweifel gestellt
und ein früherer Landbriefträger aus Wehlau, als“ der mulhmaß—
liche Mörder verhaftet worden Endlich aber ist bei einem, efwa
anderthalb Meisen von Danzig, auf der Chaussee kürzlich vorgekom—⸗
nenen Straßenraube. der; Veraubte von den beiden Räuberu so
cwer nißhandelt worden, als er sich, zur Wehre sehzle, daß er —
es ist' in junger jüdischer Handelsmänn —“ kaum mit dem Leben
»adou dmmen! dürfte. Und am 6. d. M wurde der Eigenkäth-
ner Vicherft ausc Abbau Quuschimen Kreises Neustadt, zum Tode
»erurtheilnmeil erzseine mit ihm in einem Haust wohnende Schwier
zermuiter erdrossell Hatte. um sie so von? der angebrohtengerichl—
ichen Voerfolgung einet von ihin an ihr begaängenen (ziemlich um—
augreichen) Unterschlagung abzuhalten; und nut vier Tage daraf
vurde ein gleichesUrtheil undgar gegen drei Peridnen anf eif

F * 24242124 42— — —44
net Iu Mearienwerden gefüln Sos lnschliches bänul did dhalckn
bestbteußischer Gefüngnifse. augenblidlich nicht weniger als sieben
— —— 4

rEin verschwundemer-Oberst. Nicht gexinges Auf-
sehen erregt in Wien das Vexrschwinden. des angeblichen mericani⸗
ichen Obersten E., der einige, Zeit. ing ceinem der ersten, dortigen
Hotels gewohnt hat imd mil einer. betrüchtlichen Summe im Ruch⸗
lande ist. Er⸗joll sich nach Berling hegeben habenan 15 ι—un
fLondon, 18. Nopn Ein Paket von Rothschild in Wien
ndossirter Wechsel, 32 Stück im Gesammtbeträge von: 42,889 L.
14 Sh. 6 P., und ein zweites Pakebupon 83 Stück, im Ge⸗
ammtbetrage von 17,135 L. 7 Sh. BP.AXBMIS S Bthrens, und
*öohne in Hamburg. wird hittk! als nestohlenl nge zeigt und nor
in 38 degselheg. gewgrnt, szontiiS fol juneenn ,
244 —I ———— Noy? Eim starker: Sturm würthete: seit wr⸗0
esterun Ahende bis; heute Morgen in; Vondon brnd hat manchen
Zchgden an Gebaäuden und unter den Schiffent mufts der Themse
angexichtet. Auf dem Canal wari eb son arg daßekein Dampfer
sich hinaustraute; auch die; Postdampfer' in Ostende SundGCalais
die Ueberfahrt vicht wagenn durften.»m. Die srauzösische Post ist mitt⸗
lerweile doch herein, die deutsche fehlt Roch. 1 Schonnsind Berichte
ibeg, mehrsgche Unfälle von Shields; und. Jarmouthe eingetroffen.
Es ist ein schlimmes Jahr, fürwahr.. Bereits weistnesg innsel⸗
aen Register 2300 Wracks auß, 77 davon:allein während der
lehten Wocht de
e Dubeimn A2.l Nobern Ein ünteressanter: Vorfall uig: sich
zor reinigen⸗ Tagen in der hiesigen Polizei⸗Office zu. Ein' Junge
Namens Convill, Lehrling bei einem Schoͤrnsteinfeger, war ange⸗
lagt und für schuldig befunden, die Tochter seineß WMeisters gröb⸗
ich mißhandelt zu haben und wurde deshalb zu 14. Tagen, Ge⸗
igniß vexurtheilt. „Bis zur Ankunft des Polizisten, der ihn in's
hefduguiß bringen follte, brachte man ihn in zin wohlyerwahrtes
Zimmer, wo er mit noch andern Gefangenen, wig man vorausz
etzte,in sicherein Gewahrsam sjch befand. Kaum war jedoch die
Thüre hinter ihm, geschlossen, als der Junge die Kunst, die er
urch sein Handwert hesaß, benutzend jn das Camin schlüpfte,
wurch den Schornstein über. das Dach. Und wieder durch einen
uderu Schornstein hinunter; kletterte · unde auft diese Arfe entkam.
Seine · Mitgefaugenen sahen“ in stiller. Bewunderung den Kunst-
aductionen des Burschen zu und hielten ohne Murren den Ruß⸗
egen aus? der während dieser: brigigellen, Fluchk auf“ fie herabfiel.
Ris erstauate Gesicht des Polizeimanus,als er die Fluacht seines
—„chutzbefohlenen bemerkte, wäre sicher ein interessantes Studium
Vrkrinen Künstler gewesen. ererne
— 2 —
* * — — 71
Beranturmeaceettegeett
Die Echmiede⸗ und Schlosserarbeiten bei der k. Steinkohlengrube St. Ing—
vert — Neuanfertigung und Neparutur — sollen vom J. Januar 1868 an auf 4, 8 Jahre
m Submissionswege vergeben werden. ι
Tüchtige Schmiede! und Schlosser welche genannte Arbeiten übernehmen wollen sind
ingeladen isre Angebote n ee b en —2— —
a os n 7. November 1867, Nachmittags 2 Uhr //
zuf vem. Bureau -der unterzeichneten Verwaltung abzugeben, woselbst auch von heute an
die Bedingungen nebst Schmiedetaxe zur Einficht offen liegen.
——
Die kgl. xGrubenverwaltungt n
jez n J. Kama un. in
— ———

Rohes und gedümpftes
Knochenmehl
in bester Waare, und zu den billigften
Breisen empfiehlt

O. Approederis.

6 Wagen Wiesendung sind zu
erkaufen · bei 3.
Frau-Mitter Wittwernn
Eingemachte Rhein⸗

fische, (Samstag und Sonn⸗
ag gebackeue), frifche Hechte, das Pfund
zu 830 kr. Weißsische das Pfund

i) kr. Persch das Pfund 14 kr. sind

xtwahrend zue haben · bei —

oh. Rosche
—
Ausverkauf
nVPßßene —ιι
ονα von als tatn gcill 8
Kinderspielwaaren;

Dgex Unterzeichmete empfiehlt sein Lager

n tausenderlei Kiuder spielwaaren

um gäuzlich damit, gujzuräumen, zu außer-

e liedünee anevaheltenn

derart assortirt, daß allenn Ansprüchen.«Ge-

nungt geleistet werden kaͤnün, ——— “
Auch ist. jg Puppen, selbst in der
einfien Waare, die groͤßte Auswahl

—

4 ———3
Häusversteigerung.
Samstag den qJ. Dezember 1867. Rach⸗ ß
nitiags 2Phr, zu St Ingbert in seiner
Wohnung läßt. Herr Phitipp'Strack
dahier, sein an der Bahnhofsstraße gele—
Jenes zweistocligeg Aenerhqutes Haus we—
jen Wohnsitzperänderung auf, lange' Ter⸗
nine eigenthümlich“ verfteigern; bis zum
Kersteigerungstage kann dasselbe Auch aus
reier Hand verfauft werdettnun Noͤtzeresn
m Geschäftsburean Westphälinger odern
enn Eigenthümer selbste ——
Born. —
284 F/ ha ales
Verkauf süßer; Milchnan
Bei Johre Hellenthal, Bäderhieere
onncn aglich 60 bis v0 Sqhoppen sůße
Milch abgegeben werden.

Kunst-Anzeige.
Morgen, Sonntag den 24. Novemb.,
vird die berühmte- Seil tänzer-Ge—
euschaft. die vrstzeo Borftellnug in P
Ibtheilungen, gebens . 23
— . —
Zum Schluß wird der Director das
i0 Fuß hohe Seil besteigen und. mit
inem ĩSchubkarren: vorwärts 7) hinauf
ind rückwärts herunterfahren, welches
les.—bis— jetzt Gesehene —übertreffen
— —
dir Scanpiaß ist vobuheine h dtel
aue r
Anfang Nachmittags 3 Uhr.
— —
. α, 3““

—D
DFCGAd GFIS.
        <pb n="554" />
        Hausversteigerung.
Samstag, den 830. Novbr. 1867,
Nuoachmittags 12 Uhr dahier,
im Hause des Fimmermannez Johhgah
l hlen der. Gafse lafsen Peter Ochs
Tagner dahier und seine Kindet ihr an
der Blieskafteler Straße neben Deinrich
Braunberger und Bergmann Spohnege—
legenes Wohnhaus mit. Garten dahinter in
Eigenthum persteigern. —ν,
Sorn, kgle Notar.
Mobilienversteigerung.
Bleich darauf lassen die Wittwe und
Erben des verlebten Zimmermannes Jo⸗
hann Uhel ihre saämmmtlichen Mobilien
aufn. Zahlungstermin versteigern, nämlich
Aleiderschtank, J Commode, 1 Küchen⸗
schrank, 1Schaft, Jwvollftändiges Bett,
Getuch aller Art, 8 fleinerne Krautbit
——
direa 20Centner Hen rund Ohmet
kvollstaändiges Geschirr zum Brunnen⸗
bohren, 1 Flaschenzug mit Saeil, 1 Vreh⸗
dank, 1 Hobelbank, 1 Balkenwaage, so⸗
wie sonstige Haus⸗ und Kuchengeräth
schaften. 4 351.*
GHorn, Igl. Notar.
Rach diesetr ¶ Mobelversteigerung.
NRachmintagz um s Ühr,
laͤßtJohann Buschlinger, Hütten
arbeiter hier sein auf der Meß neüerbau⸗
tes Wohnhaus mit Garten neben Georg
Tonrad uund Johannes Conrad in Eigen
lhum versteigern.
nn Sorn, kgl. Notar.
Mobilienversteigerung zu
en Schnappbach. —D
Montag don 2. Dezember 1867
2Vormittags um ꝰ Uhr/
auf der St. eee Grube in seinem
hause läßt endel Schwarz, Metz⸗
ger und Wirth daselbst, Umzugs halber seine
sämmitlichen Dobilien aüf, Vorg verlteigern
und zwaxr · ..
1 Kühe, AUkRind. 3 Schweine, 70
orade 30 Centner Stroh
100 Ceniner Kartoffeln / Hühner
anse, 2 Aleiderschränke,? Tische,
Stühle, Banke Beitung, Getüch unt
jonstige Haus- und Kuchengevath·
schaftem eee “
Zugleich werden auf lange Zahlungster
mine in Eigenthum vecrsteigert:
St. Ingberter Bannes:
Eine Wiese von *a Morgen in der Ruh⸗
bach neben Johann Seel und Weg.
Ein Ackerstüd in der Mäusbach mit 60
Ruthen neben Adjunct Graffion.
Ferner läßt Wendel Schwarz ge⸗
nannt sein zweistöckiges Wohnhaus mit
Barten auf mehrere Jahre öffentlich
vermiethen. —
ü Born, lal. Rotar.
An demselben Tage, Nachmittags um
2 Uhr laͤßt Andreas Knoblach, Backer
zu Schnuppbach fein daselbst gelegenes
weifthaiges Wohnhans mit Schweinftalt,
Badofen Hof und Garten neben Tho⸗
mas Koch iu Eigenthum versteigern.
Soru, kal Notar.

(rand Theatre de Tableaux vivants.
Im Saale des Herrn Fer d. Oberhaufer
Sonntag, den 23. November 186635...
Erste große Vorstellung in 9 Abtheilungen. Zum: Schluß 8 Tableaur
ebende Bilder aus der griechischen: Mythologie gegeben von 4Damen und
Herren. n m 4 J * J ,
422Aunfang: .Abenda halb 8. U hr.
3 J J J 7 * — D— Hiezu ladetlergebenst einna uvin
. . Traber. Director.
Bekanntmachung.
Militäreonseription der Altersklasse

Spielwerke
mit 4 bis 48 Stücken, worunter
Prachtwerke mit Glockenspiel, Trom
mel und Glockenspiel, mit Himmels⸗
stimmen, mit Mandolinen, mit Ex⸗
pression u. . w.—
Spieldosen
mit 2 bis 12 Stucken, ferner Ne⸗
cessaires. Cigarrenständer, Schwei⸗
zerhäuschen, Photographie-Albums,
Schreibzeuge, Cigarrenetuis, Ta⸗
baks und Zündholzdosen, tanzende
Puppen, Arbeitstischchen, alles mit
Musik, ferner Stühle, spielend
wenn man sich darauf setzt, empfiehlt
J. H. Heller in Bern. Pranco
Diese Werke, mit ihren lieb—
lichen Tonen jedes Gemüth erhei⸗
ternd, sollten in keinem Salon
und an keinem Krankenbette fehlen;
— großes Lager von fertigen
Stücken. — Reparaturen werden be⸗
sorgt. Selbstspielende, electrische
Klaviere zu Francs 10,000.

——
Wegen der am 3. Dezember nächsthin
horzunehmen den Volkszuhlung finden die
Tonscriptionsverhandlungen der Altersklasse
1846 an den nachstehenden. Tagen statt:

Die Loosung
am Mittwoch den A. Dezember
J. Is. im Fruchthausagle dahier,
Maorgeus um 8 Uhr beginnend ;:
Die Messung und körperliche

Visitation.
am Donnorstag den 5. Dez. l. J.
ür die Conscridirten iwelche Nr. lbis
150 gezogen haben, sowie für die von der
jorjaͤhrigen Altersklasse 1845 auf die dies—
ährige Altersklasse 1846 verwiejenen Con⸗
scribirten

am Freitag den 6. Dez. Jl. J.
für die Conscribirten, welche 151 bis 350
gezogen haben.

am Sauistag den 7. Dez. l. J.
ür die Conscribirfen mit den Loosnummern
351 bis zur höchsten Loosnummer.

Die Messung und Visitation
zeginnt an jedem der vorgenannten Tage
Morgens um8 Uhr nach der Reihen—
tolge der Loosnummern. ··
Alle diejenigen Konscribirten, welhe
ur Vexrhandlung des Lposens und des
Messens nicht erscheinen, unterliegen den

im 8. 68 des Heerergünzungs ˖ Gesetzes vor⸗
zesehenen Strafen und Straffolgen.
Die Bürgermeisterämter werden einge
aden, vorstehende Bekanntmachung mittelst
jffentlichen Anschlags und durch die Schelle
zu Jedermanns Kenntniß zu bringen, und
außerdem jedem Conscribirten,
oder dessen Elterrn und Vormundern von
den festgesetzten Texminen, Eröffnung zu
machen.

Zweibrüjcken ˖ den, I9. Novp. 1867.

.Konigl. bayer. Bezirksamt,

Neue holl. Vollhäringe
per Stück Z2krkrr.
in ganzen Tonnen 32 fs. 5
in halben Tonnen 345. 7—
in achtel Tonnen 38 fi. bei E

O. Annredeoris.

Fruchte Brode, Fleisch⸗ e. Preise der⸗

Stadt Hom burg bom 20. Noer

Weizen 8 fI. 44 tr., Korn 7 I. — ir,
—A—
— kr., Mischfrucht 7 fl. 15 kr. Hafer
4 I. 57 tr. Erbsen 6 fl. — kr., Kartof⸗
feln 1fl. 12 kr. per Ztr. Kornbrod, 3.845
—
I1 tx., Kühfleish i. Qual. 16 Ir., 2. Dual
. Zelbfleisc 14 ir., — J
16 tr. Schweinefleisch 18 kr, Butter — x
* Pid. 5 70 —

Damm..
Feinst wasserhollos
—XRXAXLXIV

por Schoppen 9 ir
per Maaß 82 ir.
bei Originalfaß per Schoppen 7 kr.
bhei O. APpPproder

Francfurter Börse. 7
Seldsorten.

vom 20. Nobember. 1867
Breußzische Kafsenscheine. 144 öα
Preußzische Friedrichsbor 98 88πö,
hiftolen.847- 49 *
Follandische 10 fl⸗Stücke 1i286838
Hucaten 6 27- 39
dodranes ·Siude 2 80851
xInglische Souvereinzz1 84 - 58
Bold per Zollfund sen——
dochhaltiges Silber per ZoUpfund —7
DHollark in Gold 8273 — 2824

En schöner Bauplatz am Echaaf
eiher ist za verlaufen durch
Weñnkalinoer.

Ein Zimmer im zweiten Stoc in
u vermiethen und sogleich beziehbar bei
Job. Schwarz Jum,
Schreinerweister
I
Redattion, Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Inabbri.

n
        <pb n="555" />
        —VVV ——— —I ι o ι αιιι
— J ——— 3 9 5 — 2 * 2 4
St. Ingberker Anzeiger
— —J— 344 Ao

—VV —60 35 v 7 —
—öA ——
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— J * 2* A
9,53 77
. ôI

Tu *

9*
Der „Sit. In gberter Anzeüger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Hrzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
I 9— Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nr o. 141. — — Dienstag, den 26. Novembler 418867.
e ea Deutschland. augenblickliche Ueberhebung, welche aus! Mangel“an Ueberlegung
Muünchen, 81. Nob, Diese Woche wird keine; Abgeords herborgegaugen wäre, sliegt hier keineswegs vor, man will in
aetensitzung mehr stattfinden, da zur Zeit — kein Berathungsge— Paris den kleinen Staaten schmeicheln und sie allmälig an ein
genstand , bereift“ ist. Wie die Sudd. Presse“ hört, beamragt runzösisches Protectörat gewöhnen, wätrend doch Frankreichs Auf,
her Abg.“ Karl Barth, den Artikel 27 des Schuigesetzentwurfes reten gegen Italien soeben den schlagenden Beweis geliefert wes⸗
dahin abzuändern, daß werktagsschulpflichtige Kinder erst vom n schwächere Nachbarn sich von ihm zu versehen haben. Es ist
14. Lebensjahre an in die Fabriken regelmäßig sollen verwendet ohne Zweifel nöͤthig, daß hier sofort der nöthige Riegel vorgescho
werden dürfen. hen wird.“ So weit die „Nat.“gZtg.“ Die hastige Annahme, welche
Jeder einzelne Staatsangehörige, sowie jede Gemeinde Be- die Einladung bei Hessen-Darmstadt gefunden haben soll, wird
schwerden über Verletzung der ronstitntionellen Rechte an den Land- 2on allen Seiten gebührend gekennzeichnet. Beftätigt ist zwar die
rag und zwar an jede der beiden bringen kann. Nachricht noch nicht, daß Herr v. Dalwigk der franzöfischen Pro—
— Folgende Aenderungen in der baherischen Diplomatie wer- oocation so folgsam und rasch Gehör gab, aber ein solcher Schritt
den signauisirt es soll kommen nach Berlin der bisherige Gesandte ntspricht nut altzu sehr den Antecedentien dieses verbissenen Feindes
in Paris, Frhr. d. Perglas; nach Paris der bisherige Gesandte der deutschen Einheit.“ Die „Köln. Ztg.“ bringt in dieser Hin⸗
in Brussel und im Haag. Graf Quadt; nach Brusset und dem sicht heute eine recht pikante Nachricht. Sie weist darauf hin,
daag Graf Reigersberg; an dessen Stelle nach Stuttgart Frhr. daß nach dem Kriege bekanntlich Schutze und Trutzbündnisse mit
5. Gasser; nach Rom Minisierialrath v. Sigmund, nach London Bayern, Württemberg und Baden, nicht aber mit Darmstadt ab ⸗
Hraf Hompesch; an dessen Stelle in Floren, Graf Paumgarten. deschlossen wurden. Als Grund habe man angenommen, daß die
Maänchen, 22. Rop. Die dem „Frankf. Journal aus breußische Garnison in Mainz genüge. In der diplomatischen
Berlin kelegraphirie oind bereits in andere Zeitungen übergegangene- Welt aber werde als Motiv angeführt, daß diese Schutze und
Nachricht, als ob Se. M. der Konig die Absicht ausgesprochen Trutzbündnisse eine Zeit lang geheim bleiben sollten, daß ader,
habe, dem Throne zu entsagen, ist eine Lüge. — Doas heutige venn ein solches mit Darmstadt abaeschlossen worden wäre, Herr
Regierungsblatt enthält die, dem Zollvereinsbertrage vomn v. Dalwigk dasselbe sofort nach Paris gemeldet haben würde.
Z. Juli gefetliche Kraft und Geltung verleihende königliche Eut-⸗—Als designirter Stellvertreter für den vom 1. Dezember
schließung Der Schluß derselben sagt: Der von beden Kam- c. ab auf eine längere Zeit beurlaubten Kriegsminister v. Roon
mern des Landiages an Uns gestelltea Bitie, dahin zu wirken, daß vird jetzt mit großer Bestimmmtheit der Generalmajor v. Dewall
Preußen dos ihm im Art. 188. 12 des Zollvereinsbertrags vom ezeichnet. Derselbe gehörte in den letzten Jahren als preußischer
3. Juli 1867 eingeräumte Einspruchsrecht nicht in einer den wirth Bevollmächtigter der Bundesmilitärcommission in Frankfurt a. M.
schaftlichen Interessen Bayerns nachtheiligen Weise ausüben werde, bis zu deren Auflösung an und wurde späterhin nach Berlin be⸗
verden Wir dbei jeder sich darbietenden Gelegenheit Berücssichtigung rufen und Herrn v. Roon zur Dissposition gestellt. Genkrallieu⸗
zuwenden lassen.“ — Das Gesetz über die Errichtung eines Ver. enant v. Podbielsti wird derselben Nachricht zufolge in seiner
valtungsgerichtshoses wird wabhrscheinlich in der nächsten Woche Stellung als Director des allgemeinen Kriegs-Debartements
den Kommern vorgelegt werden. ——7 verbleiben J J . *
Mrümchen, 22. Nov. Auf Anregung des Magistrats von Wie es, heißt, werden einige preußische Officiere sich der
Würzburg haben sich sümmtliche größeren Stadte Bayerns — außer englischen Erpedition nach Abyssinien anschließen.
Würzburg Auhsburg, München, Bamberg, Bayreuth, Nürnberg, *7 Der zwischen Preußen und der französischen Regierung
Ansbach. Regentburg, Landshut — zur Errichtung eines bayeri⸗ 1bgeschlossene Vertrag vom 18. Juli. d. J. betreffend die Anlage
schen Städtebundes bereit exklärt. J einer Eisenbahn von Saarbrücken nach Saargemünd, wird im
München, 23. Nop. Die bayerische Regierung wird sich „Staatsanzeiger“ publicirt...
bon der von Napoleon Ul. vorgeschlagenen Conferenz, wenn die- “Beer lin, 22. Nov. Schon vor länger als aht Tagen
selbe zu Stande kommen sollte, nicht ausschließen, uter der Vo— 'onnte ich Ihnen wiederholen, was in ersten politischen Kreisen
rausseßung jedoch, daß auch Italien und der Papst daran- Theil iber das Conferenzproject geäutzert wurde. Dieje Auffassung wird
sehmen. Der Meilitärausschuß hat den Antrag seines Referen-⸗ Etzt auch in maßgebenden diplomatischen Kreisen getheilt, und
den, Hrn. v. Stauffenberg, die räsenzzeit durch daß Gesetz fest. Ot. v. Benst wird es vielleicht bedauern, nicht auf dem Stand,
zustellen, einstimmig verworfen. — zunkte zu stehen, den England, Preußen und Rußland von vorn⸗
Münuchen,'24. Nob. Die Militarcouferenz der süddeut- herein dieser Frage gegenüber eingenommen haben.. Diese Mächte
schen Staaten wird auf Grund der Stuttgarter Vereinbarungen ollen sich jetzt in Paris dahin aussprechen, daß zunächst die de⸗
am 2. Dec. hierselbst zusammen reten. W heiligten Staaten, der Papst, Frankreich und Italien, sich über
darssruhe, 22 Rob. Die Kämmer der Abgeordneten die Lösung der Frage verständigen möchten. Die getroffenen Ver⸗
nahm heute nach viertägiger Debatte das dem preußischen nach e— ꝛinbarungen könnten dann von den europäischen Mächten auf einer
dilbete Wehrgesetz im Wesentlichen nach den Conmissions-Vorfchlä. Conferenz sanctio nirt und garantirt werden. — Die Mächte wollen
gen mit allen gegen 2 Stimmen (Moil und Kaiser) an. die Verlegenheiten Napoleons nicht vermehren- sie fühlen sich aber
Berlhuin, 21. Nov. Ueber däs rückchsichtsiose Verfahren auch nicht berufen, die Schwierigkeiten, welche eine nothwendige
Frankreichs bei Auswahl der zur Conferenz Eingeladenen bemerkt Tonsequenz der französischen Politik seit 1860 sind, auf ihre eige⸗
die heutige „National-Heitung“ mit vollem Recht: „Frankreich den Schultern zu wälzen. Die Franzosen sind hente iin Rom;
betrochtet Europa als eine Art von Staatenbund, in welchem ihm ie können morgen nach Florenz gehen, wenn dort eine Revolution
ohne Weiteres das Präsidinm zukommt, etwa wie Oesierreich im Ausbricht und Vickor Emanuel eine Ercursion zu Wasser macht.
seligen deutschen Bunde. Es begnügt sich aber nicht mit der Lapoleon will ja das monarchische Princip in Italien schützen —
loden formellen Einleitung der geschäftlichen Verhandlungen, sons Wie die „Zeidler'sche Correspondenz'“ meldet, gehen aus den Her⸗
dern es wählt auch ohne aͤlle Umstände ganz auf eigene Hand jogthümern Schleswig-Holstein sehr zahlreiche Petitionen gegen die
Zie Staaten aus, welche auf diefem Bundestage Sitz und Stimme, Kinführung der Gewerbefreiheit bei der Regierung ein.
jaben sollen, bald sind es nur die Großmächte, bald werden — Berhin, 28. Nov. Heute Mittag sind (einem Telegramm
zroßen und kleinen Staaten eingeladen, selbst solche, welche als‘ der „Karlsr. Ztg.“ zufolges) die Postvertkräge 1)* zwischen dem
Blieder eines Bundesstaates keinen Anspruch auf eine selbststan⸗ Norddeutschen Bunde und den süddeutschen Staaten: 2) zwischen
dige europäische Stellung mehr erheben können. Nächstens könner »em Nordentschen Bunde und den süddeutschen Staaten einer⸗
auch die Cantone Bern und Zürich mit Umgehung der schwei eits und Oefterreich anderseits nebst den Schlußprotokollen unter⸗
erischen Eidgenossenschaft direct her angezogen werden. Eine bloßer eichnet worden. — Die Einigung mit Dänemark über die schles—
        <pb n="556" />
        soll,die französischs. Regierung von „Jouselben schnell dies Befitzung
der Kohlenminen enverben— 2 —
Pasik 223. Moben Dac Galbbuch enthält nicht einenLinzige
auf-die deutschem Angelegenheiten speciell bezüglische Depesche. Im
Jesetzgebendeiß Körper werden von den genehmigten Inkerpellati—
onsforderungen zuerst Dis in Betreff der römischen Expedition und
dann die in Berreff der deutschen und der italienischen Frage aus
die-Tagesordnung kommen und zwar wird die Discussion am
1. Dec. beginnen. — „Vairie“ erklärt die Notiz, derzufolge Ge—
neral Dix für die Vereinigten Staaten von Nordamerika das Rech
der Theilnahme an der Napolcon IIr. vorgeschlagenen Conferenz
n. Anspruch genommen hätte, für eine unbegründete Angabe.
„Etendard,“ meldet; daß Italien die Einladung zur; Confereuz an—
zenoͤmmen habe Rer hält das Zustandekommen derselben für ge⸗
Fraukreich. viß und bawafent sogur nicht daß sie Ipe su werde:
ai I F— 9— oulon, 24. Nov,, Die ganze Flotte wird morgen von
ateis. 80. Now GEin Correspondent der „Köln. Zig. hier in See gehen, um ie ie der französischrn Truppen
chreiht; Heute fanden in Paris wieder neue Verhaftungen mid von Rom nach Frankreich zuruckzuführen nraente
Haussuchungen statt. Auch wurden besonders mehrere Italiener Nucn yranr 6 375
eingezogen. Zugleich wurden auf der Post zuhlreiche Prockamatieeee ugland. A
onen mit Beschlag belegt, welche Mazzini an eine groͤze Anzahl London. 24. Nov. Anläßlich der geftrigen Hinrichtung
von Personen in Paris gesandt. Was die Aufregung in Paris der Fenier hat einne Demonstration stattgefunden. Mehrere Tau—
anbelangt, so ist dieselbe nach wie vor sehr groß, in den officiellen send Menschen zogen nach dem Hydepark, wojelbst heftige Reden
Kreisen selbst herrscht ein fehr eigener Geist; es geben sich dor! gehalten wurden. Dic Ordnung wurde jedoch nicht gestört.
gewisse Befürchtungen kund, und die hohen Polizeibeamten halten —Italien.
jich plötlich an den Wortlaut des Gesetzes und treten nicht mehr Nach dem Genten ,Biene hublic“ wäre die bei dem englischen
'o willkurlich auf, wie früher, wo Alles im tieister Ruhe lag. Heschäftsiräger in Rem, Odon Rusgssel, stattgefundene Haus
Der Temps“ hat ·wohl ganz Recht, wenn er heute sagt Es ürhimg dadurch veranlaßt worden, daß die däpftliche Douane eine
st als standen wir am Vorabend von 1780. wo Siéys nusrief: diste voll OrsinicBomben mit Beschlag belegt halte, welche an den
„Was ist die Nation? Richts! Was soll sie feinAlles agten englischen Agenten adressitt gewesen si..
Mit Rom, das im Augenblicke der einzige Berbündele Frankceichs Regdan, Lh. Ropen, Gibrnale di Roma““ sagt: Viele Ga—
ist. steht man auch nicht mehr gut. Man hak die Absicht, den ibaldianer haben sich an der: Grenze conceutrirte Sie scheinen
Erzbischof von Paris nach Rom zu senden, um dem römischen hhne Waffen zu jein beabsichtigen aber neue Angriffe. Am 12.
Hofe einige · Concessionen herauszupressen und so Italien ein neues sind 50 in Cervara eingefnllen und haben drei Personen wegge—
Abkommen anbieten zu kͤnnen. —3 ührt, für die sie 85000 Scudi Lösegeld verlangten. Andere sind
ena Pa ries, 22. Nov. Der „Momieur“ sagt in seinem Bu⸗ am 14. in Castiglione eingejallen, haben die päpstliche Fahne her⸗
lletin: „Die leßten Nachrichten aus Itälien melden die Herstel⸗ intergerissen und Etresse begangen. Dieß regt das Brigantenwe—
tung der Ruhe und Ordnung in den Städten, wo vor, einiger sem mieder an, das aufgehort hatte. * *5757
Zeit bedauernswerthe Demonstrationen Statt gefunden hatten. Die Rom, 23. Nov. Die französischen Truppen beginnen be—
— Civita⸗Vecchia sich zu coicenttiren.
Jarder hat die Unrnhestifter entmuthigt.. FBb J un Florenze 17. Novp: In dieser Nacht wurde an die Stadt—
7, Wie man vernimmt, gestalten fich die Conferenzaussichten nauern von Florenz folgende nene Proclamalion Mazzini's an-
in den legten Tagen günstiger, als von allen Seiten her verlautete. geschlagen: Ilaliener“ Ihr könnt nunmehr von der Monarchie
Man hofft in den Regierungskreisen, daß die Conferenz wohl gegen jur noch Schaden, Schande und, Perfüdie erwarten. Beeilt Euch
Ende dieses Jahres zusammentreten dürfte, und zwar in Varis Fuch von ihr zu trennen, wenn Jhr, wahrhaft das Heil Italiens
echer, als an einem andern Punkt. J .. wollt. Muzzini.“ Heute am Sonntag vertheilte man diesen Auf⸗
Die Interpellationen über die auswärtige Politik und über duf an die Ärbeiter in den kleinen Siraßen, und selbst auf dem
die romische Angelegenheit sind augenommen worden. Die In⸗ Plahe der Signoria.
terpellation über die individuelle Freiheit dagegen wurde abgeschla— Florenz, 24. Nov. Hier eingetroffene Briefe aus Rom
zen, Man meint, daß morgen der Tag, an dem die Interpel- melden, daß die Thronrede der Königin von England in hiefigen
lationen statthaben lonnen festgesetzt wird J 6.5. Xegierungskreisen einen sehr übelen Eindruck hervorgerufen habe.
Der „Liberté“ ufolge ging heute das Gerücht. Ht. Nigra Der Papil ist angeblich ertrautt. — Heute wurden in Hrbitells
merde seinen Gesandschaftsposten in Paris mit dem in Berlin Seitens der päpstlichen Behörden an die italienischen Behörden
vertauschen. L1 heiläufig 1000 gefangene Garibaldianer übergeben. — Die „Na—
Die ¶Epoque will wissen, daß der amerikanische Gesandte, ione“ dementirt , dah der Finanzmimister beabsichtige, eine An—⸗
Heneral Dir, von seiner Regierung Befehl erhalten hat, gegen den Lihe abzuschließen. Der Finanzmuinister ist berein dem Haujße
Ausschluß der amerilonischen Republik von der Konferenz über die Rothschilv die Fonds zur Zahlung des Rentencoupons in Gold
römische Frage zu reklamiren. Der, Ansicht des Kabinets von u überweisen.“
Washington zu Folge ist die Frage nicht blos eine europäische,
jondern eine universelle. Hr. v. Moustier soll den Schritt des
amerikanischen Gesandten günstig aufgenommen haben. — Der
„Umnivers“ findet zu seinem tiefenj Bedauern in der Rede des
Kaisers zwei Nouveautes: Einmal die „italienische Einheit“, einen
Ausdruck, dessen sich der Kaiser in keiner seiner früheren Reden
bedient hat, und dann die völlige Abwesenheit des Namens Gottes.
Richt einmal als „Vorsehung“ kam unser Herr Gott dieses Mal
in der Thronrede vor.
Paris, 22. Nov. Die unglücklichen Besitzer der mexicani—
schen Schuldverschreibungen wollen sich noch immer nicht in ihr
A
gerichtet, in der sie eine volle Entschädigung von 310 Fres. ver⸗
sangen, indem sie nur die nicht eingezahlten Zinsen aufgeben.
Sie stützen dieses Verlangen auf den Umstand, daß die sogen.
mexicanischen Anleihen eigentlich französische, zum Nutzen des
französischen Schatzes unternommene seien. — Die Herren Fran—
zojen können ihre Lüsternheit nach dem reichen Kohlenlager der
Saar nicht aufgeben. Nachdem directe Unterhandlungen einer
französischen Gesellschaft mit der preußischen Regierung um Ankauf
desselben nicht geglückt sind, will man es auf eine andere Weise
versuchen. Die Grasen von Pappenheim — so erzählt ein hie—
siges Blatt — haben seit mehr als 30 Jahren wegen des betref⸗
senden Kohlenbedens einen Proceß gegen die preußische Regierung
mdhangig gemacht, and wenn die Grafen denselben gewinnen, so
        <pb n="557" />
        jelm, Kaufmann in Bergzabern; 20) Klamai, Ludwig III., Land- jaben, wie man sagt, dreizehn Perfonen das Lebeneingebüßt.
virth und Gemeindexath in Jggelhetm; 33 Wernz, Ludwig Eand- Inter den Berunglüchten befinden sich die Herren Berge Director
virth ind Gonleim 322) Spies, Jalobl Ackerer in Oberhausen; Bamexr uund Obersteiger Er dimen g en Nahere Serichte sind
28) Brech, Abraham, Adjunkt in Dannstadt; 24) Schmidt. Ja⸗ ins bis jetzt noch nicht zugekommen.
ob Il., Ackerer in Olsbruͤcken; 26) Schütz Johaun, Kaufmaun Zell, 21. RNovd. Gestern Abend gegen 6 Uhr brach
in Speyer; 26) Duürr,* Karkee Kaufmanm im-Germersheim hier in einem Privathause Feuer aus, welches sich bald über ein
27) Eidt, Christian II., Oekonom in Gollheim; 28) Decker, zauzes Stadtviertel verbreitet und in wenigen Stunden zehn
Friedrich Carl, Bürgermeister in Gauersheim; 28) Briegel, Ja.; däuser in Asche legte. J
iob E., Gutsbesitzer in Zeselberg;“ 80) Webel, Philipp Hermann 7 Die Leiche des Oberstlieutenants z. D. v. Zander wurde
Friedrich Müller und Bürgermeister in Großkarlbach.“ Sodann w Königsberg am 17. d. im Festungsgraben ohne Spuren äuße-
ala Ersatzgeschworene:“ 1) August Feranzbühlereg Vuchdrucker; er WBetletzungen aufgefunden; das Geld, welches 3. vom Haufe
Ludwig Heintz, Stadtrath; S)Gottfried Gullinann, Kaufmann, nitgenommemn hatte, fund sich in der Tasche wor. Man. kann an-
1) Christian Ambos, Geschäftsmann; 5). Friedrich Lindemaun, jehmen, daß 8. jeinen Tod freiwillig gesucht und gefunden habe
Ztadtrath; 6) Friedrich Herold, prakt. Arzi, Alle von Zweibrücken. Lin anderer Sohn des jetzt 77 jährigen Kanzlers,, der frühers
Die Geschworenen waren heute 'alle erschicuen, min Ausnahme dürassierlieutenant v. Z., ffürzte sich im vorigen Jahre bei seinem
des durch Krankheit verhinderten-⸗-Bürgerineisters WebeT,? der, Uufenthalt in Karlsbad aus dem hochbelegenein Feuster seineß
wvie auch der anwejende Geschworenei Kie ß'e teh'dessen Fru jeden Logisn wobei er feinen Tod fand. yhte
LTag ihrer Entbindung entgegen sieht, vom Geschworenendienst für 5P. Ditr Liquidation der Ausstellung schreibt ber Pariser Fi⸗
diese Session dispensirs wurde. Ein Dispensationsgesuch des Ge- saro,“ ist noch nicht geschlossen z'aber man kann fich durcuf ver⸗
chworener Leppha wurde dagegen vom Gerichtshof abweislich assen, daß sich ein Ueberschuß von 3 Mislkßonen werden zu gleichen
beschieden. Theilen zwischen dem Staat, der Stadt Paris und der Ausstele
Vormittagssitzung vom 25. Nopvembe— — ungscompagnie zu vertheilen sein; du die leztere 2 Millivnen
Anklagesache gegen Wilhelinine EhristineGeren“317 Jahre ingeschossen hatte, so ergibt sich eiwas mehr als F Provcent' Nu⸗
alt, ledige Dienstmag. von Beerfelden, Großherzoathum Hessen, zen. Die Eisenbahngesellschaften, welche je 800,000 Fr. gezeicht
wegen Kindsmords. jet hatten, werden 25, 000 Fr., und jedes Witglied der kuiserlichen
Die Angeklagte war von Osterz 100800 361 inTommijsion, welches 25,000 Fr. garantirt hatie, wird ungeführ
Frantfurt in Dienst gestanden, wo sie mit einem gewissen Georg 2000 Fr. erhalten. Minister Rouher hat übrigens bereitä in der
Joe von Beerfelden zusammentraf, den sie von früher her kanute, Kammer erklärt, daß ein etwaiger Gewinn von keinem der Be—
und zu dem sie in näheren Umgang trat. Von dort“begab sie,theiligten angenommen, söndern für einen patriotischen Zwede be—
ich nach Mannheim, und als sie da-keinten⸗ Dienst-fande zu ihwr stimmt werden solle. *
Pathin, Ehefrau Dumler in Ludwigshafen, welcher sie die Haus- Die goldenen Preismedaillen“ der Welkausstellung werden
Jaltungsgeschäfte besorgen half. Vön“zrankfurt her befand su ungefähr acht Tagen ausgetheilte: Dieselben sind⸗ Mach: den
der Angeklagte schon in andern Umständen, die sie jedoch weder hier vorhandenen Exemplaren zu urtheilen, so schlecht und mangel⸗
yren Verwaundten, noch den Eheleuten Dumler mitthrilte. Letztere) haft ausgeflihrt, daß, wären sie aas Zinn, statt aus Gold, der⸗
zutten auch nach ihrer Ecklärung keine Ahnung von dem Zunand Stoff immer noch mehr werth wäre, als die Form. Jedeufalls
der Angeklagten.“ Naächdem dieselbe schou' Ende Augast cinmat vürde keine Jury in der ganzen Welt sich so sehr bloß gestellt
unstahten getroffen hatte. von den EheleulynKDuümler wegzugehen. jaben, um dem Product der Ausstellungscommission, auch nur als
verlaugte sje am 7. October ihr Dienstbuch, um das Haus zu einfach, gewerblichen Artikel den Zulaß zu dem Palaste des Mars-
»erlassen, verschob! aber'augeblich des sihlechten Wetlers wegeus ihre eldes gestattet zu haben. Die Futterale sind in ihrer überaus
Abreise auf den nächsten Taßg. Am,7. October selbst war die schäbigen Ausstattung selbst einer gemeinen irdnen Thonpfeife un—
Augetlagte den ganzen Tug bei der Arbeit, bis gegen 8 Uhr würdig.
Abends und hatte sich dann in ihre Kammerebegeben. Kurz daraus
zörte Ehefrau Dumler auf dem Hausgange, der ihre Wohnung
»on der Kammer der Angetlagteir schied, Fußtritte und die Schelle
an der Hausthüre gehen; letzteres hörte, auch der in der dicht
jeben dieser Kammer liegenden Gesellenstube sich aufhaltende Ge—
elle Christian Galle. Des andern Morgens um 8. Uhr machte
Babette Höder, die an dem im Hof, besindlichen Brunuen Wasser
holte, die Wahrnehmung, daß das Wasser blutig war. Auch fand
man bei den sofortigen Nachsorschungen, daß ein Theil des aus
festgenagelten Brettern bestehenden Brunnendeckels losgerissen war
und dann im Brunnen selbst ein blutiges Hemd und eine Kinds—
eiche weiblichen Geschlechts, welche mehrere Berletzungen, besonders
einer nach dem ärztlichen Gutachten lebensgefährliche Stichwunde
nn der Brust und eine absolut tödtliche Schnittwunde im Halse
zatte. Das Gutachten konftatirte ferner, daß das Kind lebens—
hig war, gelebt hafte und dessen Tod dutch' erwähnte Verletzun⸗
Jjen verursacht worden sei. Während der Nächforschungen im
hofe war die Angeklagte in ihrer Kammer, dus der ein Fenster
In den Hof geht, und hörte Ehefrau Dirmnler, mie dieselbe ausrief:
„Ach Gott, sei, mir gnädig, sie haben es l Bei, näheren Nach—
orschungen wurde koönstatirt, daß die Angeklagte, gegen die sich
der Verdacht richtete, kurz vorher niedergekommen war.““ Dieselbe
jestand dies auch sofort zu, wie auch nach vorherigem Leugnen
pater mit der Scheerer die sie beissich trug, das Kind verletzt zu
jaben. Doch erklärt sie, darüber nichts Bestimmtes angeben zu
önnen, da sie ohne Besinnung gewesen sei. (Schluß folgt.)
— Bermischres.
Landau, 21. Nod: Gestern Nachmittag wurde bei'm
Quetschen einer Mine der Genietteutenant Oskar Frhr. v. Schacky
nit soicher Gewalt wider einen harten Gegenstand geschleudert und
o schwer am Kopfe verletzt, daß er- in der Nacht darauf starb.
F Vom 1. December nächsthin ab gelangen zwischen den
Stationen der pfälzischen Bahnen Hombutg. Zweibrücken, St. Ing—
ert, Blieskastel, Schwarzenacker, Landstuhl und Kaiserslautern
And der Station Friedrichsthal, kgl. Saarbrücer Bahn, directe
Schnellzugs-Billete zur Einführung. *5 —VVV —
Der in Wurzburg wegen Majestätsbeleidigung verhaf
ete Schauspieler Wiesner wurde gegen Kaution aus der Haft entlassen.
Saarbrücken, 25. Nov. Die Nachricht von einem
hrecklichen Unglücke durchläuft unfere Stadt: In Folge eines
1 der Grube „Kronprinz“ (Griesborn) ausgebrochenen Brandes

Landwirthschaftliches.

Die Heiligenstädter Kartoffel ist unter den neu—
angebauten Sorten diejenige, welche sich einer befonderen Beachtung
zu erfrruen gehabt hat. Es sind mit ihrem Anbaue Verfuche in
zroßer Zahl gemacht worden, jedoch sind die Ergebnisse diefer Ver—⸗
uche jehr verschieden und dem enifspricht das Urtheil über den
Werth und Unwerth der neuen Sorte. Zunächst scheint es, als
hedürft es bei ihr gegenüber manchen anderen Kartoffelsorten des
Zusammentreffens einer größeren Zahl von Bedingungen, um ihre
Leistungsfähigkeit zu zeigen, als sei dann aber auch, wann diese
Bedingungen vorhanden sind, diese Leistungsfähigkeit namentlich
in Bezug auf die Quantität der Ernte eine sehr hervorragende.
Von größeren vergleichenden Anbaueversuchen aus neuerer Zeit
ind namentlich diejenigen zu erwähnen, welche im Königreiche Sachsen
zu Chemnitz und Tarandt und von den Mitgliedern verschiedener
dreisvereine, angestellt wurden. Nach diesen Versuchen hat unter
onst gleichen Umständen die Heiligenstädter Kartoffel die höchsten
Erträge der Quantität nach gegeben. Die Sproffenbildung war
bei der Heiligenstaädter bedeutender, d. h. es entwickelten sich aus
»iner Saatknolle mehr oberirdische Stengel, als bei den anderen
Sorten; ebenso ist die Rhinzombildung und der Knollenansatz ein
hedeutender. Der Stärkegehalt im Vergleiche mit sächsischen Zwie—
beltartoffeln war ein mittlerer, der Gehalt an Präteinstoffen mei⸗
stens geringer als bei der Zwiebelkartoffel. Auch dem Central⸗
verein der Provinz Sachsen wird ein Versuch mitgetheilt, nach
welchem sich 1866 die Heiligenstädter Kartoffel am besten bewährt
jabe. Ueber die Widerstandsfähigkeit der Heiligenstädter Kartoffel
jegen die Pilzkrankheit haben die genannten Versuche keinen Auf⸗
chluß gegeben, während in dieser Beziehung ein früherer in Tha—
randt unternommener Versuch mit Einimpfung des Kartoffelpilzes
ei verschiedenen Sorten entschieden günstig für die Heitigenstädter
Zartoffel ausgefallen ist. Diesem Berichte des 1867er Jahrou⸗
hes der Landwirtyschaft von Dr. W. Schuhmacher füzen wir an,
vaß der landwirthschastliche Verein der Provinz Lieinhessen an
ca. 40 Versuchsansteller Heiligenstädter Kartoffeln als Setzgut hat
hertheilen lassen; von beiläufig 25 sind bereis die. Resultäte be—
annt geworden. Dieselben sprechen sich übereinstimmend dahin
zus, daß der Ertrag der Zahl und' der Gesammtmasse der Kar—
offel nach ein sehr hoher gewesen sei; allein die Kartoffeln seien
immtlich sehr klein geblieben und zeigten einen geringen Stärke⸗
aehlgehalt.
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        Miteeare snfrription der Alterskiasse

ß

e ndan ern ee Diet. ...
3.8* —X D —— 33 ———36 2 ⸗ FE
Eeiden⸗ Druck. und Schönfärberei
wa 2 ν Avon⸗ α . ?
. . . ALA e,
——æe— Friedrich Torn
J in Zweibrücken.
empfiehlt sich im Färben aller Arf seidener. wollener nud. baumwollener Stoffe,
ils: Kleider, Tücher, Bänder, Möbelstoffe ꝛc. ꝛc. in allen Farben, eben
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BBeachtone neerther e n
NAusnerkauf.

1846. ,
—VV——— * nene—

Wegen der am“ 8, Dezember nächsthin
dorzunehmenden Volkszählung finden die
Confcriptionsverhandlungen der Altersklasse
1846 an den nachstehenden Tagen stait:

—Die Loosung
am Mittwoch den AM. Dezember
J. Is. im Fruchthallsaale dahier
MNorgens um 8 Uhr beginnenz
Die Messung und körperliche

GWVisitation.
am Dounerstag den 3. Dez. I. J.
für die Conscribirifn, welche Rr. 1 bis
150 gezogen haben, sowie für die von der
oorjãhrigen Altersklasse 1845. auf die dies⸗
jährige Altersklafse 1846 verwiesenen Con⸗
cribirternnn. —

am Freitag den 6. Dez. J. J.
jur die Conscribirten, welche 181 bis 850
gezogen haben.

am Samstag den 7. Dez. l. J.
für die Conscribirten mit den Loosnummern
351 bis zur höchsten Loosnummer.

Die Messung und Visitativn
beginnt an jedem der vorgenannten Tage
Morgens ums Uhr nach der Reihen⸗
folge der Loosnummern.

Alle diejenigen Conscribirten, welche
zur Verhandlung des Loosens und des
Mefsens nicht erscheinen, unterliegen den
im 8. 68 des Heerergänzungs⸗Gesetzes vor⸗
gesehenen Strafen und Straffolgen.

Die Bürgermeisterämter werden einge—
laden, vorstehende Bekannimachung mittelst
zffentlichen Anschlags und durch die Schelle
zu Jedermanns Kenntuiß zu bringen, und
außerdem je dem Conscribirten,
oder dessen Eltern und Vormündern von
den festgefetzten Terminen Eröffnung zu
machen. 3

Zweibrücken den 19. Nob. 1867.
Koͤnigl. bayer. Bezirksamt,

— Damm.
Bekanntmachung.
Am 30. November nächsthin—
Morgens 11 Uhr
ruf dem Markte vor dem Stadthause zu
St. Ingbert werden folgende Gegenstände
wangsweise gegen baare Zahlung ver—
teigert, als: *

1 Flügel von 6 Octaven, 1 zweithüri⸗

ger Bücherschrank, 2 Tische, 1 Spiegel.

1 Schwarzwälder Wanduhr, 1Cbkiffon

nier, 2 Bettladen, 1 Bild, Lehnstühle,

1 Nachitisch, 1 Eisenhafen und eineé

Vud de —

lieskastel, den 22. November 1867.

Der kgl. Gerichtsbote,
Neu.
Foinst wasserhelles
rrefroleum
der Schoppen O Ir.
per Maaß 32 kr,
dei Originaliaß per Schoppen 7 kr—

In meinem Kleiderlager findet wegr Ueberfüllung desselben Ausderkauf der
leganteften Herrenkleider, HBene hinden ꝛe. ꝛe. zu bedeutend herabgesetzten
Preisen statt. —

GGauri Magel.
Marohand Tailleur in Zwoibrüdken.
Grand Théatro do Tabloaux Vivants.
Im Saale des Herrn Ferd. Oberhauser.
Heute Dienstag den 26. Novemiber 1867.
o —
Groste Bioplastische Vorstellung.
—— ůÿ
Programm:
1) Die chinesische Volksmesse, ausgeführt von der“ hanzen Gesellschaft.
2) Die beliebte Kugel-Promenade, ausgeführt von Traber, jünger.
3) Herkulische Nebungen, mit Gewichten von 3 bis 400 Pfund, ausgeführt
von Herrn Graßmuck.
Große italienische Pantomimen: Das rothe Haus an der Heerstraße, oder
die Räuber um Mitternacht, gegeben von 10 Personen.
Drei Tablaux (eebende Bilder), 1), Merkur unterrichtet die Hirten; 2)
Hector im Waffenschmuck; 3) Die belauschte Liebe (in 2 Verwandlungen).
Eintrittspreiü
Erster Platz 24 kr. —Zweiter Platz 12 kr. — Dritter Platz 6 kr.
Niinder zahlen auf den zwei ersten Plätzen die Hälfte. *
Anfang: Halb s Uhr. —
Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst eiiin
—b—r. Director.
ürinaé. Mehl per Partie 14 fl. 15 kr. bis — fl.
Neue holl. Vo llhäringe — ix. Roggenmehl 13 fl. — kr.bis 13fs.
per Stüct 8 Ir. pnn 80 are Roggenvorschuß 14 fll. 15 kr. bis
in ganzen Tonnen 832 flI.. 404ανν 14 fl. 4 kr. Weizenvorschuß 18 fl. 80 kr.
n halben Tonnen 34f1. ννο bis fl. —kr. Blumenmehl. — fI. —ft
in gachtel Tonnen 88 fl. bei ανν bis — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
. Aααe )ö. — fl. — kr. bis — fi. — r. per 85
— A. dilo. Rüböl ohne Faß 21fl. 30 kr. bis
Worms den 22. Noer. . fl. —kr. Leinol ohne Faß 25 fl.
Wir notiren heute: Weizen 17 fl. 30 fr..k - Ar. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
bis — fi. — tr. Roggen 13 fl. 45 kr. 34 fl. — kt. bis — fi. — kre per
bis 14 fl. -- fr. Gerste 11 f1. — ftr. 30 Kilo. Repskuchen 65 fl. — kr. bis
bis 11 fl. 10 kr. ver 100 Kilo Hafer 75 fl. — kr. Branntwein 84 fl. — ir
ß fl. 15 kr. bis — fl. — kr. ver60 Kilo. bis — fl. — kr.

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C. MPDPPrEdGBiS.

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Rkedaktion, Druck und Verlag von

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prurteSet, In g berter Amäeig ered hnte feinent' Nüterhültungsblatte Kscheiitt höchentlich dreimal Dien zktag, Donnerskas
ind Sum stag. Abonnementsbreis viertelährige 45 erzr. oder 18 Zulbergt. —— miit.4 Frzr. die dreishaltige Zeite

—A —— 4. — —— te, — n

— Wetischet oder dern Reum herechne —9 . 5. 2h re
ιιιι . — — — —
pag 61 * I q. α, e R —
—B
Deutschland.αι
eMüirchen. 2d. Novp. Sicherlich wird die Nachticht, daß
Jeneralmajor Max Graf v. Bothmer Chefer des Generalquartiers!
neisterstabes von dem Könige an Stelle des kgl. geheimen Raths
Universitätsprofessor Dr. v. Bayer. welcher seine Stelleabs Reichs
ath miedergelegt hat, zum lebenslänglichen Reichsrath ernamit.
vorden ist, sowohl in der Armee als in allens anderen Kreisen
zohe Freude erregen, deun Graf Bothmer, ist als veinen derintelli⸗
gentesten Officiere der bayerischen Armee und als ein durchweg
Ister und ehrenwerther Chatacter gllgemein bekannt-und geachtet.
Muͤnchen, 24. Nov, Der neng preußische Militarbevoll-
machtigte, Major v. Grolbmann, ijt vor einigen Tagen hier
eingetroffen. — Für die Ausführung der vom Handelsminister
aorzuschlagenden neuen Eisenbahnprojecte sollen 50 Milliguen Gul⸗
den erforderlich sein. Welche Linien empfohlen werden, darüher
Penoch nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen,
i Dienstesnachrichten.
aiMittelst Entschließung der General⸗Direction der⸗k. Verlerhrs-
unistalten voin 20. Nov. E. Is. wurde der Akcessist Adam KCuutz
zum Postafsistenten in Laudau ernannt. — 00
Dresden, 25. Novb Eine Wiener':“Cobtesphrdenge des
Dresdener Journals“ bestätigt die unbedingte Zustimmuiug Oes
terreichs auf die Einladung zur Conferenz. Fraukreich habe übri—
zeus keine Basis für die Unterhandlungen aufgestellt,n Besteht jes
soch auf der Hinzuziehung eines Vertreters für den Paͤpst: ιν
Berrlin,: 26. Nov. Gegenüber den Conferenznächrichten
derFrauce“ bemerlt die „Nordd. Allg. Ztg:“ Italick stellt Vor⸗
ragen über die Grundlagen der Discussion, denOrt an deiit die
Fonferenz abgehalten werden soll, sowie darüber, ob diefe einen
derathenden oder einen beschließenden Charakter haben soll, und
dersangt angeblich die Raumung des Kirchenstaates vor dem: Zu⸗e
ammentritt der Conserenz. Die römische Curie nimumt die Con⸗
ferenz nur als berathende. England und Rußland verlaugen“die
orgaugigr⸗Aufsteilung eines Program us der Verhandlungen. Be—
ingungsloznacceptiren nur Spanien und Hessen — Nach dem⸗
elben Blatt ist der dänische Unterhändler in' der! schreswid'schen
Sache, Herr v. Quaade, zur Berichlerstattung und Einholung wei-
erer Instructionen nach Kopenhagen gereist. 6ν
Wien, 28. Nov.“ Graf CEriwelli verweiltdermalent uoch
n Salzbuvg und dürfte nach Rom erst abgehen, nachdem Frhr.
»Hübner sein Abberufungsschreiben überreicht habetn wird. —
herüchtweise hoören wir, daß die Zahl der neuen in das Herren⸗
aus berufenen Mitglieder zwanzig beträgt: aindeudaßg die Publita—
ion darüber unmittelbar bevorsteht. 218 i ν
Die von der Regierung von: Ungarn“gestellte: Forderung
on 47, 000 Mann für die im nachsten Jahre vorzunehmende Re—
rutirung wird durch einen Hinweis auf die Dinge am der unterne
Donau, auf Verwickelungen zwischen Serbien und der Türkei und
zurch die Lage im Orient überhaupt begründet.“ Das Kriegsmi⸗n
nisterium beräth außerdem über ein neues Wehrgesetz. — Nach
inem von der Regierung beabsichtigten Gesetze sollen alle Rektoren
ind Bürgermeister der provinziellen Hauptstädte während der
Dauer ihrer Amtszeit verfassungsmäßig. Mitglieder des Oberhau⸗
ies sein. ziadee —0 F
Wien, 24. Novb. Eine Privatnachricht Ddes„Tageblatts“
meldet aus Konstantinopel, daß der Sultan- genesen sei. Es be⸗
zehe im Augenblick eine Ministerkrisis, bein welcher die Reform⸗
dattei Aussicht habe, ans Ruder zu gelangen, der Sultan zogere
joch, das Programm dieser Partei anzunehnien, welches bezüglich!
reta's die Ausführung der Rathschläge der Mächte und die gZu⸗
assung einer internationalen Commission fotdere3*
Ädram, 22. Nov. In maßgebenden: Kreisen der Residenz
bird die Geneigtheit der Regierung ausgesprochen, die Militare!
zrenze unter gewissen Bedinguugen sofort gänzlich aufzulssen.
Pest h 25. Nov. Der Ministerprästident Graf Andrassy
egle in der heutigen Sitzung des Unterhauies einen Gesezentwuri

pot wwelcher Israeliten zur Ausübung aller bürgerlichen und po⸗
itischen Rechte gleichmäßig für befähigt erklart und alle hiermit
um Widerspruch stehenden Verordnungen aufhebt. Her Entwuxf
wirde miz Enthusiasmus aufgenommen. sa n punee
* Frankreich. 1141817 ei —
Paris, 22. Nov. Im gesetzgebenden Korper wurden heute
ie Julexpellationen betreffs Deutschlands, Italiens, und Roms
genehmigt, dagegen diejenigen über die petsönlich«e Freiheit durch
Mehrheitsbeschluß den Bureaux zuzückgegehen.: Daz Blaubuch, in
em die Lage des Kaiserreichs dargelegt wird, ist zur Verlheilung
ekommen. Eine Darlegung der auswärtigen Angel egenheiten bes
lüchwünscht die Ausführung des Londoner Vertrags wegen der
uxemburger Frage. -- Bezüglich Italiens Jagt diejelhe, daß schou
eit Januar dieses Jahres die französische Regierung der italieni⸗
hen Regierung die revolutionären Umtriebe fignalisirt habe. Mit
der Bildung des Ministeriums Rattazzi hätten sich diese Anzeichen
verdoppelt. Nach der Flucht Garibaldis hahe die italienische Re—
sierung die Ordnung wiederhergestellt und jn Folge dessen sei von
Zeiten Frankreichs die Abfahrt der, dritten Division sistirt und
ugleich der Befehl gegeben wordeir, daß die französischen Truppen
in Civita⸗Vecchia coucentrirt werden sollen, um nach, Wiederher⸗
stellung der Ruhe die definitive Rückkehr derselben anzuordnen.
— Meber die kretische Frage beschränkt sich das Expose auf die
xrklärung der vier Schutzmächte und fügtbei, Frankreich werde
edoch; nichts thun, um die Bemühungen der Pforte zur Wieder⸗
erstellung der Ruhe auf Kreta zu hindern —Die France“
eigt an, daß die päpstliche Regierung die Einladung zur Confe—
renz im Principe angenommen habe. Dieser Entschluß sei nach
iner langen Unterredung des Papstes mit dem franz. Gesandten,
)r. v. Sartiges, zu Stande gekommen. Gleicherweise scheine es
icher, daß Italien auch nicht zögern werde, die Entscheidung durch
ie Conferenz anzuerkennen. — Der „Etendard' dementirt die Nach—
icht, daß Herr von Moustier ein neues die Conferenz betreffen-
»es Circulaz vorbereite und fügt bei, der wirkliche Stand. der
Perhandlungen lasse hoffen, daß der Zusammentritt der Conferenz—
n einigen Wochen erfolgen könne. *

Paris, 822. Nob. Nach dem Blaubuch war der Effectiv⸗
hestand der französischen Armee am 1. Oct. 1867 folgender: Im
Innern 358,769, in Algerien 65,263 Mann, zusammen 424,032
Nann; davon gehen ab, als beurlaubt 40,000 M. bleiben atjo
384,032 M.; die Reserve beläuft sich auf 226,466 M., mithin.
zetrug die Gesammtstärke der frauzölischen Armee 650, 498 Maunn
im T. Octbr. d. J. Die Remontecommission hat im Jahre 1867.4
ingeführ 86,000 Pferde, zum Theil im- Auslaude angekauft.
4000 Zugpferde zwischen 4 und 10 Jahren sind einstweilen bei
dandwirthen untergebracht. — Die Fabritation der Chassepotge⸗
vehre, wird sehr eifrig betrieben. Die Fabrik von St. Etienne
st jetzt so eingerichtet, daß sie jährlich 120,000 Stüch der neuen-
Waffe liefern kann; in Chatellerault, Tulle und Mutzig wird un⸗
ausgesetzt gearbeitet, außerdem hat eine Finanzgesellschaft bedeu⸗
gende Lieferungen von Chassepots übernommen, die sie unter, der
Fontrole der französischen Artilleriebehörden in auswärtigen Fa—
riken ausführen läßt. Die jetzigen Gewehre lassen sich trefflich
n Hinterlader umwandeln und geben ausgezeichnete Reservewafe
fsen ab. ——
Paris, 24. Nod. Die „Presse sagt: Jum Gelingen der
Fonferenz genüge nicht allein die Beitrittserllärung des Papstes
ind des Koͤnigreichs Italien, es müsse auch eine vorhergegangene
Uebereinkunft über die Hauptpunkte des Programms stattgefunden
haben. — „L'Univers“ und Gazzette de Frauce“ melden den Bei—
tritt des Vaticans als im Prinzip angenommen, nur sehen sie
zroße Schwierigkeiten voraus in Bezug auf die Frage des päpst⸗
schen Besitzstandes.

Paris, 24. Nov. Die Angelegenheit der vor Kurzem
erhafteten Naquet, Accolas und Genossen scheint einen seht ernsten
Fharakler anzunehmen. Es soll sich wirklich um eine gehe ime
GHesellschaft und zwar von der größten Ausd hnung handeln.
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        Fine Uuterfuchungscommission ist in die Prodinz abgegangen, um! . Die „anglopamerikanische Correspondenz“ schreibt Genera
dort die Mitglieder aufzuspuren. Die „re Find übrigenz hvon Roussequ, wurde au 8. Ociober in New⸗Archangel ꝛempfangen, um
einem Mitgliede, oder von eineni Dienstboten Haquets auf ꝓu Zussisch Minexita intformte ler Weise an die dereinigten Slanten a
Vollständigfte verrathen worden. Als fie vor ddh swrersuchuhe Wwergeben. — Das gelbe Fieber hat in New⸗Orleans und Moble
richter·de Gouet erschtenen, sagte ihnen dieser, Eie find der Theil- iufgehörte Ju Havanna nimmt die Cholera zu; man glaubt, sie
nahme an einer gehehnen Gesellschaft angeklagt.“ Natürlich leug⸗ werde epidemisch werden“ — In Central⸗Amerika wird der Krieg
neten Alle. Gouet antwortete nur: „Sie werden sehen“ und nit den kleinen Staaten fortgesetzt. — Diago, der Commandam
sandte dann Hrn. Naquet in Gesellschaft mehrerer Gendarmen der Streitkräfte Columbiens, hat seine riesenfeste Stellung bei
nach dessen eigenem Hause auf dem Boulevard Montparnasse ab dordova verlassen und wurde von Diaz vollständig geschlagen.
Die Gendarmen führten ihn in den Keller, hoben einen Stein In Ecuador entständ zwischen dem Congresse und der Regierung
auf und man fand unter bemselben die Statuten der Gesellschaff ꝛine Collision; die Regierung hat nachgegeben. I
und wahrscheinlich auch ein Mitgliederverzeichniß. Diese Einzeß New-Hort, 25. Nob. Die Majorität der richterlichen
heiten kann ich Ihnen, so romantisch dieselben auch klingen. voll. Tommisston wird, dem Congresse einen Rapport vorkegen, der si
fommen verbürgen. — Im Minisierium des Innern wird ein rür die Versetzung Johnsom s in den Anklagestand, aussprichte!
neues Bureau errichtet, und zwar aus Rechtsgelehrten bestehend 7 7 755757 —
um in den Zeitungen diejenigen Stellen herauszufinden, welch⸗
Veranlassung zu einer gerichtlichen Verfolgung geben könnten! —
Paris, 25. Novb. Der Temps sschreibt, der Papst haätte
eine Zustimmung zur Conferenz gegeben, sein Bevollmüchtigter
würde aber in der Conferenz die Garantie für den Status quo
verlangen und erklären, daß der Papst, gebunden durch semnen
Gid, den Forderungen Italiens gegenüber sein Nöon posumus auf -
recht erhalte, aber es nicht für unmöglich erachte, daß sein Nach-
folger mit Italien auf Unterhandlungen fich einlassen koͤnne. —
Die Patrie“ fagt: Der Papft hat die Conferenz ohne voraus⸗
gehende Bedingungen angenommen. Rom betrachtel die Conferenz
als neutrales Gebiet zur Wahrung seiner Rechte. Die Zuftimm
ung Italiens ist noch nicht officiell. Frankreich und Italien
wollen sich zuvor über gewisse Punkte? ins Einvernehmen setzen.
Fast alle Mächte zweiten Ranges haben der Conferenz zugestimmt.
DieFrance!“ sagt, Rußland, Oesterreich und die Mehrzahl der
Mächte zweiten Ranges haben der Conferenz ohne Bedingungen
zugestimmt. Die Zustimmung Preußens ist nicht zweifelhaft, Eug⸗
land macht noch formelle Schwierigkeiten.
England. — e
London, 25. Nov. In Belfast haben Ruhestoörungen statt⸗
gefunden. Zwei Bäckerladen wurden geplündert, und die, Polizei
zab Feuer auf die Unruhestifter. — In Dublin wurde auf zwei
Polizisten geschossen; der Uebelthäter ist entwischt. — In Man—
chester fand gestern eine Procession von ungefähr, 1500 Feniern
statt, die durch die Straßen zogen. 3
Italien.
Florenz, 24. Nob. Die „Italie“ sagt:“ Einige fremde
Blätter haben behauptet, daß die Antwort Frankreichs auf das
Schreiben Menabrea's in ziemlich lebhaften Ausdrücken gehalten
sei. Diese Behauptung ist unrichtig, um so mehr als eine solche
Antwort gar nicht existirt oder gar nicht existiren konnte. Das
Schreiben Menabrea's war an Rigra gerichtet und hatte keinen
anderen Zweck, als die Ansicht der Regierung über die römische
Frage darzustellen. Wir glauben, daß die Beziehungen beider Ke—
zierungen, selbft nach diesem Schreiben einen Charalier angenom⸗
men haben, welcher für die Freunde Italiens nichts Beunruhigen⸗
des hat. J
Florenz, 25. Nov. Die amtliche Zeitung meldet: Gia⸗
ribaldi ist in den letzten Tagen unwohl gewesen. Die Regier⸗
ung sandte die Professoren Zanetti und Ghinozzi ab, um ihn zu
besuchen; und diese erklärten, daß sich das Befinden des Generals
in diesem Klima verschlimmert habe. Hierauf beschloß der Mins—
sterrath, denselben unverweilt nach Caprera überführen zu lassen,
was denn auch auf dem Aviso „Esploranto“ geschah. Garibaidis
Vesundheit bessert sich zusehendd.
Slorenz, 26. Nor. Der Prozeß gegen Garibaldi wird
ftrotz dessen Ueberführung nach Caprera fortgesetzt, jedoch wird bin—
nen Kurzem die Koͤnigliche Amnestie erwartet. —
Türkei
Belgrad, 26. Nov. Die Rüstungen Serbiens nehmen seit
einigen Tagen den ernsttesten Charakter an. Im Kriegsministe⸗
rium herrscht eine fieberhafte Thätigkeit; namentlich wird die ar⸗
illeriftische Ausrüstung außerordentlich beschleunigt und werden die
Dienste fremder Artillerieoffiziere angenommen. 2
Rusiland.
Petersburg, 24. Nov. Der Kaiser hat gestern durch
tin Manifest die Aushebung der Rekruten zur gewöhnlichen Com—
ptetirung der Armee angeordnet. Zum dienst für die Flotte
werden je 4 von Tausend herangezuggen.
Amerika.
Newyork, 21. Nov. Der Congreß trat heute zu einer
surzen vorläufigen Session zusammen; seine eigentliche Thätigkei
eginnt er erst im Anfange December nach Empfang der Vräsi—
enten-Botschafi. In Vortorico ist eine Revolution beborstehe ud

Aun Die franzosische Thronrede behauptet. es lasse sich schwer er⸗
lären weßhalb das Mißtrauennin der Geschäftswelt fortdauere,
rachdem die Ausstellung cden Beweis geliefert/ daß die Völker der
ãͤvilifirten Welt nur im Wetteifer ihrer Arbeiten, ihres Fleißet
ind ihrer Intelligenz das Wohlergehen Aller suchen und finden,
ind nachdem dien personlichen Begegnungen so vieler Souberäne
inreichend bekundet haben, daß sie von gleicher Friedensliebe be—
eelt seien. 3 ꝛ:

Merkwürdig genug ist es aber, daß die Thronrede selber gieich
nach“ dem aufgeworfenen ⸗Räthsel die richtige Losung gibt. Sofort
nach den schönen Tönen der Friedensschalmei, sagt die Thronrede:
Diese unbestreitbaren Unterpfänder der Eintracht dürfen üns nicht
havon dispenstren, die militärischen Institutivnen Frankreichs zu ver—
dessern. Es ist für die Regierung eine gebieterische Pflicht, unab⸗
hängig von den Umstäuden die Fortschritie in all' denjenigen Ele⸗
menten zu verfolgen, welche die Stärke des Landes ausmachen,
und es ist für uns eine Nothwendigkeit, ebensowohl unsere mili—
tärische Organisation als / unsere Waffen und unstre Marine zu
vervollständigen.

Fast möchte man sagen: Es ist schwer zu erklären, wie man
in einer und derselben Rede die erwähnten „Unterpfänder der
Fintracht“ für „unbestreitbar“ hält und dennoch die Noihwendigkeit
ür selbstverständlich angibt, sich durchaus militärisch auf den Krieg
inzurichten! —X
Mach unserer Wahrnehmung wird die Geschäftswelt von durch⸗
nus micht unerklärlichen Trieben geleitet. Sie versteht die Zeichen
der Zeit viel richtiger, als Thronreden es glauben machen wollen.
Mit Ausnahme von Börsenschwindlern, die in Tagesstimmen ihr
Lo.tospiel betreiben und den Worten der Thronreden lauschen, weiß
's die Geschäftswelt, die Welt des Schaffens und des Arbeitens,
»aß in demselben Maße, wie Staaten Gut und Blut der Ange⸗
yörigen in Anspruch nehmen für Militär-Einrichtungen eine Luͤcke
itsteht, in dem Verbrauch all' der zu schaffenden Arbeiten, welche
»en Genuß des Friedens bedingen. Unsere ganze Arbeitsweli, unsere
Dampfkräfte, unser Maschinenwesen, wie alle unsere industriellen
Erfindungen sind so eingerichtet, daß sie nicht, wie ehedein das
dandwerk, das gegenwärtige Bedürfniß des Besiellers befriedigen,
ondern auf das künftige Bedürfniß des Volkes rechnen, das im
Frieden an den Tag treten wird. Der Uniterschied zwischen der
ilteren Arbeit des Handwerkes und dem neueren Schaffen der In—
»uftrie besteht ehen darin, daß in jener das Bedürfniß vor der
Arbeit, in dieser die Arbeit vor dem Bedürfniß entneht. Die
Folge hievon ist, daß die Arbeit der neueren Zeit die Burgschaft
erlangt, daß das Volk nicht genöthigt sein wird, seine Bedürf⸗

nisse einzuschränken, wegen der großen Opfer an Menschen und
Beld, die die Militärstaaten fordern, und daß der Friede nicht
ibhängig sei von der guten Laune der Souveräne, die fich heute
zu Unterpfändern der Eintracht“ verstehen und morgen vorgeben,
die „Ehre und Interessen der Staaten“ wahren zu müssen.—
Wer sich umsieht in Europa und die allgemeinen KRüftungen
zewahrt, die Jeder behauptet machen zu müsssenn, der begreist,
paß der Friedensglaube dort nicht herrscht, wo er gepredigt wird.
Schon die bloße Verdoppelung der Kriegsstärke nummt Geld und
Nenschen derart in Anspruch, daß die Moglichkeit schwindet, die
Bedürfnisse des Friedens in dem Grade gesieigert zu sehen wie
die schaffende Kraft der Menschen sich steigert. Selbst wenn man
dex Industrie die vollste Bürgschaft geben könnte, daß ein Krieg
in den nächsten Jahren nicht ausbrechen werde, versteht sie es
dennoch zu herechnen, daß mit jedem kräftigen Menschen, der seine
bürgerliche Arbeit ruhen lassen und in den Militärdienst treten
muß. ein Kunde der Instustrie verloren geht. Hunderttausend
Acbeiter sind für die schaffende Welt hunderttausend Vermehret
des Nationalwohlstandes, und indem sie selber Werthe schaffen,
etzen sije sich in den Stand, auch die Erzeugnisse Anderer ju ber—
rauchen. Huuderttausend Soldaäten schaffen und faufen

ticts
        <pb n="561" />
        Sie müssen auf Kosten Anderqe erhollen und ausgetüstet werden,
ohne im Stande zu · sein. der schaffenden Welt eine Gegenleistung
zu bieten. Selbst wenn es möglich wäre, die allersicherste Bürg
schaft zu geben, daß Europa sich eines 10jährigen Friedens zu
erfreuen haben werde, kann die Industrie doch nur sagenz so viel
Menschen Soldat werden müssen, so viel Kunden gehen tins vet
loren; so viel Geld für Waffen ausgegeben wird, so iel wird
uns, den Conjumenlen, entzogen; so viel Arbeit geleistet werden
muß, um diese Heere zu ernähren und zu bewaffnen, so giel, Ar-
deit wird für uns unfruchtbar und unproducti.. 3
Viel erklärlicher zoch als all diese, längst kiaken Thatsachen
ist die gedrückte Lage der schaffenden Welt, wenn man, wie es in
der französischen Thronrede geschieht, die Weltausstellung einerseits
and die friedlichen Begegnungen der Souberane andererseits neben⸗
einander betrachteti. ——
Was zeigie uus dennoeitentlich Siese Weltausstellumg ẽSie

zeigte dem staunenden Auge des Beobachters die gewaltige massen
hafte Leistungskraft der schaffenden Welt. Findet sich nun zu dieser
schaffenden Welt auch die verbrauchende Welt, so ist dieß ein Glück;
findet sich's, daß mehr geschaffen? wird, als verbraucht werden
dann, so ist dieß ein Unglück. z8. 21412
ICWas zeigen uns dagegen Rdib friedlichen Begegtinngen der
Sonveräne? Sie zeigen der Welt neben den fortdauernd gestei—
gerten Rüstungen, daß die Friedensbürgschaft“ nicht in ver Hand
der schaffenden Welt, sondern in dem momentanen guten Willen
derer liegt, die den Krieg dekretiren können.“ Ein Wort, das die—
sen guten Willen umwandelt, und die ganze Ausstellung ist eine
Stätte der Entwerthung all' der Arbeiten! — Welch' schwere
Verkennung der Wahrheit liegt also darin, wenn man ünter sol⸗
chem Zustande sich noch wundern kann, daß die schaffende Welt
sich sagt: Wir können nicht unter solcher Ungewißheit; fort und
fort produciren, wo der wohlnieinende Friede die Rüstungen stei⸗
gert und die Consumtionsfähigkeit stört, und wo wir es nicht ver⸗
hindern können, daß ein einziger Kriegsbeschluß die Ausstellung
dieser massenhaften Leistungen in eine Blosstellung unseres Banke—
tottes verwandelt.
ESchwurgerichtssitzungen.
g ¶e IV. Quartal 1867.
Vormittagssitzung vom 25. Rotembet. ESchluß).

Auch der Vertheidiger der Angeklagten Groß, Herr Rechts—
randidat Petri, führt aus, daß dieselbe bei der That ohne Be
finnung und Zurechnungsfähigkeit gehandeit habe. Man dürfe
sich nur ihre Lage vergegenwärtigen: fast selbst noch ein Kind,
muß sie in die Fremde, schließt sich dort an einen Jugendfreund
an, der sie verführt, muß dann bei ihrer Pathin. befürchten, daß
diese sie, wenn ihr Zustand entdedt wird, mit Schimpf und
Schande fottjagt; noch unerfahren in solchen Angelegenheiten und
aber die Zeit der Niederkunft im Unklaren, wird sie in der Nacht,
derlassen und bei stroͤmendem Regen, am Brunnen von der Ge⸗
durt überrascht. Jedenfalls sei in dieser Stunde wenigstens ihre
Unterscheidungskraft und Zurechnungsfähigkeit gemindert gewesen.
Letzteres wurde auch von den Geschworenen, die die Hauptfrage be—
ahten, angenommen und die Angeklagte sodaun zu 4 Jahren
Zuchthaus verurtheiilt. —J

Nachmittagssätzung dom 25. November.

Anklagesache gegen Karl Hoßfeld, ledigen Müllerburschen
don Waltershausen, kgl. Bezirksamts Königshofen in Unterfranken,
wegen Versuchs des Mißbrauchs eines noch nicht 12 Jahre alten
Maͤdchens zum Beischlaf am 3. September lfd. Is.

der Angeklagte ist der Sohn der ledigen Dienstmagd Aurelia
Hoßfeld von gedachtem Waltershausen und stand seit Juli 1867
as Muhlbursche in Diensten des Müllers Michael Illig von der
Vartelsmühle bei Langenkandel. Er galt für einen brauchbaren
Arbeiter und lag, was dessen Leumund, betrifft, bisher gegen den⸗
selben nichts Rachtheiligegß vor!“ Hoßfeld gesteht die Verübung
der That zu. Auf Antrag der kgl. Staatsbehörde hatte die Ver—
handlung bei verschlossenen Thüren statt. Die Vertheidigung
velche Herr Rechtscandidat Bockimg für den Angeklagten über⸗
aomnmen haite, stellte auf, ees etmmangle an den gesetzlichen Kriterien
des demselben zur Last geleglen. Reats-und es fei höchstens das
Vergehen der Verübung unzůchtigex Handluugen, gegeben. Die
Heschworenen sprachen jedoch den Angeklugten einfach' schuldig,
worauf derselbe von dem Gerichtshof zu einer Gefängnißstrafe bon
3 Jahren verurtheilt wurde. — —
Sitzung vom 26. Rovem ber5*
Anklage gegen Jalob Schrder,:42 Jahte alt, Tagloͤhner,
vohnhaft zu Sausenheim, wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit
nachgefolgtem Tod des Verletzten. J 9—

Am Dienstag der Sausenheimer girchweihe. 17. Septemiber

Is. tam der achtjährige Sohn Jakod des Angeklagten heim
d heklagte sich bei seinem Vater: der kleine Philipvp,Sohn von

dudwig Hammer, habe ihm von der Reitschule weggejagt, worauf
der Angeklagte im größten Zorn an dieselbe eilte, dort den 7Tjäh⸗
rigen Bruder Jakob des genanntien Philipp Hammer erfaßte, ihm
nit der Faust in das Genid schlugg und mit dem Stiefel Tritte
auf den Rücken vder in die Seite versetzie. Der Knahe; war in
Folge dieser Gewaltthätigkeit auf den Boden dJestürzt,erhob sich
dann mit sichtlicher Mühe, blieb einige Zeit, weinend stehen und
Ung dann heim.Nachdem er später nochmals an die Reitschule
jegangen und von da Abends heim gekommen war, wollte er
nichts essen, trank ein wenig Kaffec und Jegte sich in's Bett. Des
anderen Morgens lamentirte er jedoch und klagte Uber Schmerzen
am Hals und später im Genick und Kreuz Der hetbeigerufent
Arzt nahm. bald die Erscheinungen des Starrkrampfs an dem
dinde wahr.“ Der⸗ Zustand wverschlimmerte Jich · der — —
elbe Freitag Abends schon starb.“ Nach dem grztlichen Gutachten
hatte eine, dem vom Angeklagten ein vder“ mehrmals zugefügten
Schlage entsprechende Erschütterung“ und Quetischung des Rücken⸗
marks stattgefunden und unter den Erscheinungem des Starrkrampfs
)en schnellen Tod des Knaben herbeigeführt. Der bisher gut be—
eumundete Angeklagte will denselben blos am Ohr gefaßt und ihm
—R
. Vermischtes.
i Speher, 26. Nob Voni I. Januar 1868 an werden auf
den pfälzischen Bahnen monatliche Abonnementskarten für Schüler,
Lehrlinge und Arbeiter mit einer Preisermäßigung von 73 00 und.
für Geschäftsleute von 2590 ausgegeben werdem Näheres darü⸗
ber wird von Seite der Bahnverwaltung bekannt gemacht werden.

(Zwangsvollstreckungen in Bahern.) Nach amtlichen Ers
hebungen sind im Koönigreich Bayern ohne die 183 größeren Städie
an liegenden Gütern in dem Zeitraum von 1. October 1863 bis
zum Juli 1867, also binnen 3244- Jahren, im Gaͤnzen 9178.
Zwangsveräußerungen vollzogen worden. In der Pfalz erreichen
die landwirihschaftlichen Zwangsvollstreckungen während dieser Zeit
nur die Zahl von 220, nächst der Pfalz kommt dann der abso—
iuten Zahl nach Oberfranken mit 604, Mittelfranken mit 617
und die Oberpfalz mit 698 Immobiliar: Executionen; Niederbay ·
ern zählt 1000, Schwäben 1123, Unterfranken 2006 und end—
lich Oberbayern 2853 Fälle. Der Verfasser dieser Zusammen⸗
tellungen legt kein geringes Gewicht auf die Volkssitte, um den
zöheren oder niederen Grad der Krisis in den einzelnen Gegenden
ju erklären. Im Ganzen, scheine es, fühle man die Krise dort
im meisten, „wo der Luxus am groͤßten, die Bildung am ge⸗
ringsten, die Lust an der Arbeit am schwächsten“ ist. (Bamb. Tgbl.)
7 In Haideggendorf wurde eine 24jährige Magd wegen Kinds⸗
mords verhaftet, die beim Verhöre das haarsträubende Gestäudniß
Ablegte, außer dem fraglichen Kinde schon 5 Kinder geboren und.
alle mit eigener Hand umgebracht zu haben.

— Die hessischt Ludwigsbahn führte vom I, d. M. neue Bee
timmungen über Abonnementskarten ein, dusch welche die gewöhn—
liche Fahrtake je nach der Entfernung und der Dauer des Abon—
nements um 50 -80 Procent ermäßigt wirda

—FcEinberufene Kafssenscheine. Es ist nicht zu
dergessen, daß die (blaugedruckten) Schwar;zburg-Sondershauser Kas⸗
senscheine à 1 Thlr. vom 25. Oct. 1859 nur noch bis zum letz⸗—
sen dieses Monats, die Reuß⸗-Greizer Kassenscheine à 1 Thlr. vom
15. Mai 1859 (auf weißem Papier) nur noch bis zum 31. künf⸗
tigen Monats eingelöst werden. P

F Saarbrücken, 25. Rov. Nach zuverläffigen Nachrichten
ind bei dem am 24. d. in der Grube Griesborn vorgekommenen
chweren Unglücksfall, (über den wir in unserem vorigen Blatte
kurz berichteten), außer dem Ke Bergwerksdirector Bauer, noch der
Obersteiger Erdmenger, Steiger⸗ Groß, Hülfssteiger Gaus ünd
d Bergleute zum Opfer gefallen. Die erstgedachten beiden Beam⸗
sen hatten sich behufs Revision der Branddämme, welche in Folge
hder in der Nacht vom 28. auf den 24. d. Mis. vorgekommenen
kxplosion von schlagenden Weltern in den Strecken der Grube
angebracht waren, in die letzteren begeben, wurden aber bei
dieser Fahrt von brandigen Wettern überrascht, deren Austre⸗
len in die Strecke nicht vorauszusehen war, indem solches in Folge
einer plötzlichen und unerwarteten Umstellung des Wetterznges—
erfolgte. Leider haben die anderen beiden vorgedachten Steiger,
nebst den 9 Bergleuten, ihr aufopferungsvolles Bemühen,“ ihre
ihre verunglückten Vorgesetzten wo möglich nach lebend aus der
Grube zu retten, nicht verwirklich n koönnen und sind selbst demsel⸗
ben zum Opfer gefallen. Die am 25. d. Mts. von Beamten
der Bergwerks⸗Direction behufs Reinigung der Grube von den
Brandgasen getroffenen Anordnungen scheinen dafür zu bürgen,
daß neuen wiederholten Unfällen vorgebeugt wird,

——. In Perneck (Ungarn) brannten am 13.. Nob.Jelegentlich
ꝛiner Hochzeit 95 —78 52 Scheunen nebst Juhalt, 7000 Klaf⸗
zer Holz nieder: 17 Menschen verloren dabei das Leben
        <pb n="562" />
        zeAnusverkauf
eines Engros Lagers in Zweibrücken.
* B98 »Geschäftsveränderung verkaufen wir
ca. 300 Stücl gerlate und ge—
drucekte PDariser OhAIlS vier-
und Acterig, eine große Anzahl
schvarzer Cachemir⸗ Oniles in
allen Größen, Cachenez, Toularils,
Ficehus, Rroches, sohwaræzeo
LyoOoner Taffotas und Failles,
sScCIVArZzn S t,- eine
grosse Parthie Læein wanmncl, sowie
noch verschiedene andere Artikel bedeutend
unter dem Fabhrikpreise. — IJ
Zweibrücken. e Heyman &amp; Comp.
AUnser Lager besindet sich in der Karlsstraße
bei Herrn Gebrüder Escales.
AB. Der Ausverkauf dauert nur bis zum 7. Dezember.

Kinderspielwaaren
indoqetzt aussgesfellt vnd empfehle solche zur
— V0
Trotzdeimn“kein Aukverkalif stattfindet, And
)urch vortheilhafte Eintäufe die Preise sehr
hiltigecgestellt. B ιαä—
id at een Jarob Friedrich.
⏑2 ——
. —
Hausvbermiethung.
e 9*
Das frühere, Johanne Al h besche Haus
m der Pfarrgasse; neben Polizeidiener Harth
und Wittwe Hager, mit Pflanzgarten
uid Ackerstück, ist zu vermiethen.
r 5 DJoh. Gries, jun.
e nenesen? 5—
Rohes und gedämpftes
—5 — * u V
Knochenmehl
n bester Waare und zu den billigften
—B
— ———— 60. Appredoris.
— — —**
Bas Logis in dem Wittib
Lyo m'schen Haufe im Josephs⸗
hal, welches Herr Mattscheider Günther
—D—
Mansatdenzimmet, grschlossenen Keller
und eine Waschvorrichtung umfaßt, ist zu
hermiethen.

M. Beer, jun.

24 —24
Die·“ —V
6 24 328 2
Seiden⸗ Druck- und Schönfärberei

Vv von 3
Luiecrica Zorna
in Zweibrücken,
empfiehlt sich im Färben aller Art seidener, wollener uund baumwollener Stoffe,
ils: Kleider, Tücher, Bänder, Möbelstoffe x. x. in allen Farben, eben
so im Drucken aller Stoffe, mit den geschmackvollsten Dessins. Durch meine
neuverbesserte Dampfeinrichtung bin ich in den Stand gesetzt, allen an mich! ge⸗
dellten Anforderungen zur Genüge zu entsprechen. 23
Zur Bequemlichkeit des Publikums von St. Ingbert und Umgegend habe,
ich eine Musterkarte bei Frau Joh. Schmidt Wittwe, Nr. 105. Blieskasteler
Straße zur Ansicht offen gelegt, welche die Aufträge zur promten Besorgung
für mich übernrimmt.
S:riedrich Zorn
I J in Zweibrücken.
BReachtensp
J — J — ee e d 7
In meinem Kleiderlager finder wegen Ueberfüslung desselben, Ausverkauf der
elegantesten Herrenkleider, Halsbinden ꝛe. ꝛc. zu bedeutend herabgesetzten
Preijen statt. e —
Ca
J Maroband Tailleur in weibrüoken,“
Unterzeichneter empfiehlt *
Neustadter Volkskalender,
Berthes⸗ oder kath. Hauskalender,
der deutsche Michel oder kathol.
Hauskalender,
der lustige Bilderkalender (Würzb.)
Der kathe Hauskalender, (Würzb.)
der Vaterlandskalender
der Lahrer hinkende Böute,.
der große Strafburger hinkende!
Bote.
daenh Lriedrieh.

fruchttenBrode⸗ Nleisch⸗ ꝛtc. Preise der
Sindt Zweibrücken vom 28. November.
Weizen 8sb. A8 kt. Korn 7 fl. IIrr.
Bersie Zreihige,fl. — kir.. Gerste —
reihige, 3 fi. 6kr. Spelzes fl. 48 kr.,
—A
zil kr,Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
uft zs kri, Erbsen 5 I. 48 — tr., Wicen
ee fl. 12 ir. Heu
befl, 220 *tr.“ StrohI fl, 6 kr., per
dehluckü. Weisbrod ütz Kilogr, 2tr.
Lotubrod 3HKgr. 30 tr.“ ditio2 Kgr,
20 Ire dtitKar. 10 ir. Gemischtbrod
3 Vot, 36 — Paax Weck, 7 Loth
xGeHhnöfleifth. I. Qual. 1i8 tr.2
Sl“ 16 tr, Kalbfleisch 1.4 kr.. Hammel⸗
leisch 16 kr.“ Schweinefieisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter
htter · 8kr. per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaifers sautern vom 26. November.
Weizen 8il. 32 fri, Korn 7 fl. 2kr.
?pelzkern — fl. — kr. Spelz 5 fl.
—
53 kr.. Erbsen 5 L 8b tr, Wicken 4 .
20 kr., Linsen 8.l. 82 kr. per Zentnet.
VBrodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 81 kr.
3 Pfd Gemischthrod 1624 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 16 kt. , h
. Dezember — ——

0nic F u Ihet Ma inz, 22. No.
ausgeführt von deFrucht preise.) Weißmehl das Mal⸗
Inpader Bergkapelle F er .140 Pfund — il. — kr. — Rog⸗
auf der Lust bei genmehl ditio — fi. — kr. — Weizen (29
victor Oberhanser. rrh de T *, —— o
Ein Zimmer im zweiten Stock ist Farn (180 Psd.)äfl. — fr. — 14 sp.
zu vermiethen und sogleich beziehbar hei id tt. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 30 kr.
Joh. Schwarz Jumn. —8 —st kr. — Hafer (120 Psdy)

I Schreinermeister. 3 II. 80 ir — sil. — w.
Redaktion, Druck und Verlag von F. K. Demetz in Zt. Jugbert. 4 .
        <pb n="563" />
        55 n —— — r ab e e 88 7. ————— * 43 1 51 — —
w»VI⏑ — n er e *24 8*
5 eg e epee — n c1 25
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öα : ιιαν α e .

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—8 „St! In'g berter An 34ig ér“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal Dienstag, Donnerstag
imd Samstag.“ Abonnementsdreis vierteljührig 45.9RArzr, oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
** J— ν Blatuichrift oder deren Raum berechnet. —*
411 — * — —“. — — · — J — — 2 —* 2 —
Nro., 14354 Samstag, den 30. November 867.
— Deut schland. » —*

Mäunddhen, 22. Rov. Der. Augschuß liber die Wehrver—⸗
jassung des Konigreichs Bahern lLegle bei seiner gestern degonnenen
terathung dieser nicht den Regierungsentwurf, sondern den Ent⸗
purf. des Referenten zu Grunde. Es wurden7 Artikel festgestellt

bieselben bestimmten im Wesentlichen—8

Die bewaffnete Macht besteht; IYaude dent ftehenden Heere
und D) aus der Landwehr. Das stehende Heer theilt sich in die
jetive Armee und in die Reserve Die Zahl der, adgesehen von
ʒex Ersahmannschaftee Jührlich in die Armet Einzüreihenden wirt
esfur den Lauf einer“ Fisnzberlode durch besonderes Gesetz be

dimmt. Jeder Bayer ist wehrpflichtig. Berttretung ist ausgeschlos⸗
en.“ Die Wehrpflicht heginntmit dem 20.“ Lebenssahr. Wer in
der Ausbildung zu einer wissenschaftischen oder künstlerischen Tha—
ugkeit oder zu hoͤheren technischen Gewerben begriffen ist und durd
fene sofortige Einreihung einen erheblichen Nachtheil erleiden würde,
darf im Frieden seinen Dienstantritt in der activen Armee, his zum
vollendeten 23. Lebensjahre ausseten, muß sich aber darüber recht⸗
Jeitig erklären. — Sind die; Vorausseßungen des Abf. Jnicht ge—
geben, es würde aber underschuldeter Umstande wegen bei soforti⸗
ger: Einreihung! eiin ungewohnlicher Nachthetl entstehen, jo kaun die
Aussetzung des Dienstantrittes auf1 Jahrr gestattet werden. Bei
eintretender Mobilifirung werden diejenigen Wehrpflichtigen, welch
von der Befugniß des Absz2R unde A Gebrauch gemacht haben

ohne Rüsicht quf das Loos in die getive Armee eingereiht. Ein⸗
wvanderer, die das 80., Lebengjahr noch ücht zurlicgelegt haben.
werden nach Erlangung des — — sowelt picht durch Staats
verirage anders besfimmt ist, ohne Ruchsicht auf die, im Ausland⸗
etwa geleisteten, Dienstet, unter, den sonstigen gesetßlichen Voraus.
setzungen wehrpflichtig. Wer nach vollendedem I6. Lebensjahre
ausgewandert ist, ohne in der gethen Armnee gedienl zu haben,
unterliegt im der⸗ —D
active, Armee bei der nächsten Heetegergaͤuzung, soferne er da⸗
30. Lebensjahrnoch nicht pollendet hat und die sonstigen geset
richen Voranssetzungen gegeben sind. — Der flandige Aufenthal
in Bayern als isfremde ist solchen⸗ Außgewanderten bis zum vol⸗
lendeten 30. Lebensjahre. worbehaltlich Kesonderer Staatsͤverträge
untersagt. I7 Rückwandererz welche schn in, der activen Armee
gedient haben, treten in die Zesetzlich hestigamte Dienstpflicht ihrer
Altersklassen wiedey ein. ν ασ ——

aun Münnchrem,. 28. Nop, In seiner Sitzung hat der Aus
Ichuß für die Verathung der Wehrversaffung des Koͤnigreichs 18
weitere Artikel festgestellt.e Von besonderem Interesse sind folgend
Bestimmungen:ν ι, Un, a g
aVon der Welrpfiihe lind basteicth. Heher eimzig Ahergeblin
dene Sohn solcher Eltexn, welche einen Gohn während. des Wi—
slaͤrdienstes oder in Folge, desselben verloren haben, und vorschrifs-
maßig geprüfte Rabbinatskandidaten z02) geder, Sohn von Eltern.,
welche auf die bemerkte Weise zwei.Sohns. verloxen haben; 8) la—
tholische, Geistliche mit höheren Weihen, die erdinizten protestan
nischen Geistlichen und die vorschriftsmaͤßig angestellten Rabbiner
Die Wefretumg der Standesherren bleipt vorbehalten. Zeitweise
ind von der Wehrpflicht befreit: 1) katholische und protestant ische
Studirende der Theologie; 2) Schullehrer, Schulgehilfen und die
Candidaten des Schulamts, welche sich in einer staatlichen Vorbe—
reitungsanstalt befinden; 6) der Sohn einer Familie, welcher die
selbe durch seine Arbeit ernaährt, so daß sie außerdem der Armen⸗
oflege zur Laft-fallen · würde. Als. antüchtig ist von der Wehr—
pflicht befreit, wer wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen zum
Waffendienste nicht oder, nicht mehr geeignet befunden wird, oder
nicht wenigstens 5 baherisches Duodezimalmaß mißt. Als un⸗
würdig ist von der Ehre der, Waffen ausgeschlossen, wer wegen
Berbrechens oder wegen eines Vergehens des Betruges, der
Unterschlagung, der Falschung, des Diebstahls oder der Heh
erei berurtheiit und nicht rehabilitirt worden ist. Wehrpflichtige
welche sich der Ehre der Waffen unwürdig, gemacht haben, soller
i vulitärischen Urbeiten verwendet werden.. Die Vandwehrinfan

terie wird nach ihren Wohnsitzen in Landwehrbataillone ünd Kom⸗
pagnien eingereiht, die in Kriegsfällen gleich dem stehen den Heere
verwendet werden. Die Landwehrmänner ber übrigen Waffen⸗
Jattungen stehen unter Koutrolle der Infanterie Landwehrbataillons-
ommandos. Im Falle einer Mobilmachung imd wzhrend des
Ktrieges konnen die Landwehrmännet sammtlicher Waffengattungen,
die der Infanterie aber nur in dringenden Fällen, auch zur Ber⸗
ärkung und Ergänzung der Abtheilungen des stehenden Heeres
einberufen werden. Hiebel hat die jungste Abtheilung zuerst ein⸗
Jutreten. Die Officiere der Landwehr werden aus den einjahri⸗
Jen Freiwilligen und jenen Landwehrmännern entnommen, welche
zezüglich des Schulbesuches oder ihrer Nenntniffe den in Art. 31p.
zemachten Anforderungen entsbrechen Fur die möthigen Räum⸗
ichkeiten zu Kanzleien und Magäzinen, sowie für die Schießplätze
der Landwehr hat die Gemeinde in der fich das betreffende Kom⸗
mando befindet, aus eigenen Mitteln zu sorgen.
Lauitek. Verfügung wurde der Landtag auf zwei Monate
(bis zum 27. Jan.) verlängernnDer Koͤnig genehmigte, daß
die allgemeine Katholikenberfammlung im nächsten Jahre in Bam⸗
berg zusammentreten dürfe.

Munchen, 27. Nov.Raeferate für die Abgeordnetenkam ⸗
mer sind fertig: Das von Hohenadel über Rebison des Straf⸗
gesetzbuches und das von Morett über das Maliaufschlagsgesetz.
Aus Munchen wird der „Frankf. Ztg.“ geschrieben, ein
Abgeordneter aus dem jenseitigen Bayetn, habe eineVergleichende
Zusammenslellung der Leistungen der acht Reglerungsbezirke? an—
gefertigt, um zu beweisen, daß die Pfalz eigentlich weniger bezahle
als die jenseitigen Kreise und daher auch den Malzaufschlagan⸗
nehmen konne. —* g

Dienstesnachrichten·
Zufolge Regierungsbeschluß vom 26. Nobembet 1867 wirde
der Schuldiensterspectant, und, Privatgehilfe Jakob Pressler in
Mehlbach zum Lehrer an der gemeinschaftlichen deutschen Schule
in Franteneck vom 9. Dez. dann zufolge Regierungsbeschluß vom
27. Nov. 1867 wurde der Schuldienstexspectant Jakob Schwebel
von Candel zum Schulverweler der kathol. Schule in Queiders-
bach vom 1. Dez. 1. Is. an, ernani.
—Berlim, 25. Nov. *Dem nächsten Reichstage soll eine
Borlage über die Einführung von gleichem Maß und Gewicht ge⸗
macht werden. Es sollen über diesen Gegenstand umfangreiche
Vorarbeiten vorhanden fein.“ Zu diesen gehört ohne Zweifel: auch
das im Jahr 1860 von einer durch die Bundesversammlung be⸗
rufenen Commission anerkaunter Fachmänner ausgearbeitete Gut⸗
achten, auf Grund dessen dann im Jahr 1865 durch eine weitere
Commission eine deutsche Maß⸗ und Gewichtisordnung fformulirt
wurde, deren Annahme Seitens der, betreffenden Staaten durch
die Auflosung des Bundes unterbrochen wurdee ιιι
Das Oberamt Meisenheim⸗ ist bekanntlich dem Verwalt ⸗
ungsbezirke der Rheinprovinz, beziehungsweise des Regierungsbe -
zirkes Coblenz überwiesen, und es wurden Behufs weiterer zwed
maßiger Ordnung'der Berhältnifse Meisenheims alle: seit dem
30 April 1815 ergangene Gesetze und landesherrliche Verordnun
gen, welche in dem westrheinischen Theile des Coblenzer Regier⸗
ungsbezirkes Kraft haben, mit derselben Wirkung vom 1. v. M.
ab in das genannie Oberamt eingeführt. Zu diesem Vehufe hat
der Minister der geistlichen Angelegenheiten im Einverständnisse
mit dem evangelischen Oberkirchenrathe, das Gebiet des vormals
hessischen Oberamtes Meisenheim mit; dem Geschäftsbezirke des
Tonsistoriums in Coblenz Betreffs der evangelisch⸗kirchlichen Ver⸗
hältnisse vereinigt.

Wien, 27. Nov. Anläßlich etner Petition über Einführung
des Turnuterrichts erklärte in der heutigen Unterhaussitzung
)er Unterrichtsminister, daß die Chefs aller Kronländer angewie⸗
en seien, mit aller Energie die Einfilhrung des obligatorischen
»urnunterrichts in allen Volkz. und, Mittelsihuden sowie in den
ehrerbisdungsanstalten zu beireiben. 8
        <pb n="564" />
        Wien, 27. Nov. Die heutige „Vresse“theilt mit, den
derdienten Bemühungen Oesterreichs und Frankreichs sei es gelun⸗z
zen, die Bedenken zu entkraͤftigen, welche Rußland und Preußen
hisher dem Conferenzproiecte entgegenstellten.

Frankreich.

Paris, 27. Nov. In der heutigen Sitzung der Depu—
virten Pamimer verlaugt Pelletan als Anhang zum Gelbbuch
die Vorlage jüngerer italienischer, Depeschen. Rouher antwortet,
»aß diesdie diplomatischen Gebräuche nicht gestatten. — Eine
Wiener Depesche meldet, daß Hr. v. Beust an die österreichischen
Besandien ein Circular erlassen habe, demzufolge die Einladung
zur Couferenz von Oesterreich angenommen und zugleich die welt
iche Gewalt der Püpste für ein Erforderniß der europäischen Lage
rklärt wird. — Der „Abend-Moniteur“ hat ein Telegramm aus
Fipicta Veechia, welches die Ankunft von 5 Transporischif⸗
en und die sofortige Einschiffung der ersten Division meldet. —
Anläßlich einer Noliz über die den Kammern vorgelegten Acten⸗
tücke hebt der,Moniteux“ unter Anderem hervor, daß diese Do—
rumenie, Belege seien für die civilisatorische Thätigkeit Frankreichs,
das in. Deutscchhaumd wie in Italien nur das Beste des
Bolles wolle

Biavi 2νν Nov Der Monde“, meldet;., Man beginnl
vieder von einer Reife der Kaiferinenach Rom zu sprechen,
zie auf die Weihnachtstage festgesetzt wäre, damit Ihre Majestät
zie Ceremonien undr den Pomp des katholischen Cultus in aller
hrer Schoönheit sehen konne.“ —«Die officiösen „Etendard“,
„Patrie“au. s. w. sprechen sich sehr ungünstig über die Trans—
hortirung Garibaldi s. nach Caprera aus, die eine wahre
Freitassung sei und für Italien nur ungünstig auf die schweben—
den Verhandlungen einwirken könne. — In Bezug auf die Con—
erenz zeigen die Officiösen den stärksten Optimismus. Die
France“ hält, ihre bisherigen Nachrichten aufrecht und der „Eten⸗
dard“ behauptet sogar, alle Mächte hätten bereits zugestimmt, und
der Zusammentritt der Conferenz sei nur noch eine Frage der
Zeit und der „Nuancen“. Der Abend-, Moniteur“ dagegen sagt
aur fehr kleinlaut:. „Schon sind zahlreiche Zustimmungen an die
laiserl. Regierung gelangt, und wir dürfen auf ein glückliches Ex⸗
gebniß hierbei hoffen. „Man erzählt hier, Graf Bismarck
abe; der kaiserl. Regierung im Vertrauen angerathen, die Congreß—
dee uufzugeben und lieber noch in Civita⸗Vecchia zu verweilen.
—X
Abend in St. Cloud abgehalten haben soll, legt man große Wich—
igkeit bei. Es heißt man habe sich in demselben nicht nur über
»as den Kammern vorgelegte neue Armeeorganisationsgesetz, son⸗
zern auch über alle jetzt schwebenden großen Fragen mit Bezug
auf ihre militdrische Seite nterredet. Ueberhaupt würde man
aich rren, wenn man glaubte, daß die friedliche Luft, die jetzt in
zen diplomatischen Regionen wehl, die äußerste Rührigkeit in der
nilitärischen Organisalion des Landes dusschlieüt, Nach dem
Muster der bekannten Vogesenschützen hat sich jetzt eine allgeimneine
ranzosische Scharfschüßengeseltschaft Wisendt En
xxovisorisches Comite hat fich brgaͤnisitt und demselben wird ein
Plan vorgelegt werden, mit deffen⸗ Ausarbeitung der, Kaiser selbst
zinen der ausgezeichnetsten höheren Officiere beauftragt hat.nn Die
Arbeit soll bereitzs im nächsten Januar sertig gedruckt. und als
Handbuch für die französischen Scharffchützen“ vertheilt, werden.
Sämmtliche französische Scharfschützen sollen mit dem Chaffepot⸗
Carabiner bewaffnet werden. — Hr. v. Moustier wird die äußere
Politik der Regierung vors dem Senate und wahrscheinlich auch
bor dem gesetzgebenden Körper vertheidigen. In den inneren
Fragen wird der redegewandte neue Minister des Innern,
Pinard, selbst das Wort ergreifen. Wix werden also die schwul⸗
zige Beredtsamkeit Rouhers nicht mehr hören, der beginnt, das
jünfte Rad am Wagen zu werden. — Die allgemeine Aufmerk⸗
samkeit wendet sich besonders de Brodtheuerung zu. Heute
wurden in den Bureaur des Gesetzgebenden Körpers zwei auf die⸗
jelbe bezügliche Interpellationsforderungen gebilligt: die eine (von
den beiden Oppositionsmitgliedern Marquis d'Andelarre und
Berrher eingebracht) betrifft die Unterdrückung der Brod—
raxe, die andere (von Majoritätsmitgliedern) die Unterdrückung
aller Abzaben auf den Staatscanalen für mit Getreide belaltete
Schiffe.
— Die mexicanische Frage lebt zum großen Leidwe⸗
ien der französischen Regierung noch eiumal auf. HraThiers
sst in den Besitz von Actenstücken gelangt, welche auf dieselbe ein
zeues ungünstiges Licht werfen jollen, und beabsicht, sie vor den
Gesetzgebenden Koͤrper zu bringen
— — —— iti Italien
Aus Rom? 18. Nod., wird geschrieben? „Stadt und Kir⸗—
henstaat sind gegenwärtig in dieselben Verhältnisse in denen sie sich,
zor dem Abzug der Framosen im December v. I. befanden. In Rom

lbi merkt man ge stürmische Bergangenheit Rur au den ver
arricadirten Maueth und Thoreun. Keine dieser Schauzen ist hinweg
enommen worden gfie find nach allen Regeln der Kriegskunst mit
usgetieften Gräben gebant über« einige wächst schon dichter Ra-
en. Das französische Obercommando läßt auch an den Schanzen
auf dem Monte Marsdd weiter bauen 5es forderte überhaupt zum
Zweck von Befestigungen, ohne diese zu specificiren, eine Summe
on der päpstlichen Regierung, und man gab sie her. Aus den
grovinzen, die nun wie zuvor theils von Papftlichen, theils von
Franzosen besetzt sind, hören wir, daß aus jedem compromittirten
Irte eine zahlreiche Auswanderung von Familien stattfindet. Die
ömischen Fuorusciti in Italien werden wohl um ein paar Tau—
ens vermehrt; werden. Viele Familien sind an den Bettelstab
zekommen; jedem der Theilnahme an den Umwälzungen verdaͤch
igen Beamten ist die Absetzung gewiß.

Floren z,524. Nos. „„Movimento“ schreibt: „Der Aus.
age des vog Paris zurüdgelehrten Genexals Lamarmora zufolge
reht sich die ganze 33 Frage zwischet den Cabinetten von
daris und Florenz Jediglich um eine Allianz, welche Frankreich
ur gewisse Fülle hon Italien verlangt; der Preis der Unterzeich—
nung einer solchen Allianz wäre Rom.“ Natürlich ist damit ein
Bündniß gegen Preußen gemeint. —Die noch immer schwebende
Angelegenheif der Privatgiter, des Erzherzogz von Modena, die
zekanntsich noch unter inalienischem Sequester liegen, soll dem
lustrag haht sein. Uehrigens erweist sich die italienische Regie⸗
eemere bei Wettem nicht so zuvor⸗
omunend wis die preußische Regierung. .

Aus Venztheg wird det .A, 3.“ gemeldet daß in allen
roßeren Siadten, und bedeutenderen Ortschaften Venetiens eine
ärtlärung massenhafte“ Unterschriften findet welche das fuͤr die
e ei niit Italien unter der Dynastie Savoyen
bgegebene Votum, welche Dynastie, Demüthigungen, Schmach und
Ungluck über das Land gebracht, feierlich wiederruft.

ne Türkei. e * E ..
Köoenssteantimo pel, 26. Nov. Der Vertrag über die
Brundzüge einer Eisenbahn⸗Verbindung von Konstantinopel nach
em persischen Golf, welcher seine Ausgabe von 86 Millionen er⸗
ordert, murde heute von der Pforte unterzeichne
a enae udarne Schweden.
Sfo dhon mye 20 Rob.“ Die “ Nya! dagligt Allehandae
Aßert sich wirderholl anerkermende uber ben anlaßlich des Noth
andes in der Provinz Rortland bekundeten Wohlthätigkeitssini
er“ Einwohnetschaft Hamburgs, wie auch der Bevölkerung! det
ibrigen Deutschlands“ Das genannte Blatt äußert dabei - eine uun
o gröͤßert Freunde übet die erwahnte Thatsache, „weil von gewif⸗
er Seite alle inbglichen Anstrergungen gemacht worden sind, um
Zchweden die Sympathiben des veutschen Volkes zu rauben“ 3 auch
indere schwedische Zeitungen von Bedeutung, darunter die Gothen⸗
urgerHandels? voch Sjbfarts⸗Tidning“ äußern sich ähnlich.
— —
Nν di rne rgcrichtsfitzungen.
ιι—ιC νο—V. cOuurtal 18667. eemee
TuAlng weñ Prücken 26. Noblecn Schluß der Berhaudlung gegen
Fakob Schroͤer von SausenheimDen possitiven Erklärungen det
heiden erschienenen Aerzte von, Grünstadt stellte in der heutigen
Sitzung die Vertheidigungedas Gutachten des k. Bezirksarztes und
des praͤklischen Arztes Dr. Heck von hier entgegen, die eine andere
Irsache des eingetretenen Startkrämpfes und Todes, z. B. durch
Erkältung, für möglich, ja für wahrscheinlicher hielten, als den
bon dem Angeklagten geführten Schlag. Der Vertheidiger, Herr
sechtscandidat Rossenber ger, beantragte daher⸗ Freisprechung
und machte subsidiarisch Vorhandensein' von Reiz geltend. Die
Zeschworenen konnten sich von der Schulde des Angeklagten nicht
iberzeugen, worauf derselbe in Freiheit gesetzt wurde.
Zweibrücken“ 27. Nov. Anklage gegen Johannes
Zfaff 24 Jahre alt, Taglöhner in Alsenborn wegen Todschlags.
Der Angeklagte kam am 29. Aug. abhin zwischen 8 und

Uhr Nachmittags von der Jagd heim und verlangte von seiner
Mutter, mit der er gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich das
zimmer ebener Erde in ihtem Wohnhäuschen inne hat, sein Mit⸗
agessen“ Da ihm die angebotene Kartoffelsuppe nicht behagte, ge⸗
cieth er mit' seiner Mutter in Diaput, während dessen er sich so
veit vergaß, dieselbe anzupacken und auf den Boden zu werjeu.
Seine Schwester Catharina;“ die mit ihrem Ehemann Conrad
kdinger die Dachkammer des erwähnten Häauschens bewohnt und
hrer Mutter zu Hilfe geeilt war, inußte! sich in ein Nachbarshaus
lüchten, wohin sie der Angeklagte verfolgke und dort ebenfalls zu
Boden riß, worauf er von einigen Männern hinausgedrängt wurde.
Da er hiebei in das Pfuhlloch fiel, gerieth er noch mehr in
Wuth, kleidete sich um und steckte ein Dolchmesser zu sich, stieß auch
auf der Straße gegen seine Angreifer verschiedene Drohungen aus.
In der Wirthschäft von Ruhhldee msal ⸗sodann einen Wiertel
        <pb n="565" />
        Schoppen Branniwein trank, drohle er ebenso, seinen Lenten und
zemerkte hiebei: —„Es Ahut. nicht Mmehr lang gut mit uns. in
3 Tagen; bin ich vielleicht todt oder ein Anderer Von da ging
er heim und legte sich in seinem Hausgaärtchen nieder, wo er bis
gegen 8 Uhr schlief. Sein Bruder Heinrich, der unterdessen heim⸗
zekommen und durch seine Leute don dem Benehmen deg Ange-
lagten in Kenntniß gesetzt worden war, wies Letzteren, als er
anter der Thür erschien, hinaus mit den Worten: Du Gast darfft
gente nicht herein,“ und versuchte ihn auch' dreimal ⸗zur Hausthure
zinauszudrängen; beim drittenmales stießze der Angeklagte bseinem
Bruder das Messer mit aller Kraft jn die rechte Seite des Unter⸗
eibs, daß dieser mit den Worten:- „Ach Gott,
mein' Sach', der hat mir ordentlich gegeben,“ zusammensank, und
in Folge des Heraustretens der Gedärme und der starken Verblu⸗
iung bald nach 10 Uhr verstarb. Der Angeklagte war nach der
That fortgesprungen, kehrte jedoch um LnUhr zurück undlegte
ich zu seinem todten Bruder ins Hethe wo ex bis zum, Morgen
chlief. Derselbe gesteht die That zu, will aber vorher von seinem
Zruder mißhandelt worden sein. Er ist dem Trunke ergeben, hi⸗
zig, leidet an Epilepsie- und ist, da sein Bruder ihn hierwegen in
zas Krankenhaus nach Franlenthal bringen wollte, diesem gram
betrunken war er damals nicht. J
Der Vertheidiger des Angeklagten Johannes Pfaff, Herr
Kechtskandidat Laug, machte geltend, der Angeklagte habe in ei⸗
ner in Folge seiner epileptischen Zufälle und des unter Tags ge⸗
aossenen Branntweins eingetretenen Besinnungslosigkeit, wenigste ns
bei hiedurch geminderter Zurechnungsfähigkeit gehandelt, habe sich
auch seinem ihn 3 Mal hinaus drängenden Bruder gegenüher in
NRothwehr oder doch wenigstens im Zustande des Reizes befunden..
Bon den ihnen gestellten Fragen besahten die Geschworenen die
Hauptfrage und die bezüglich geminderter Zurechnungsfähigkeit,
vorauf der Angeklagte zu einer Zuchthausstrafe von 4 Jahren
derurtheilt wurde..
Zweibrücken, 28. Nod. Anklagesache gegen Philippine
Sutter, Dienstmagd von Haspach wegen Mords ihres eigenen Kindes
Die' Angeklagte hatte am 4. Aug l. Is. zu Heidelberg ent⸗
bunden und war von dort am 12. dess. M.- nach ihrem frühern
Dienstort Kaiserslautern zurückgekehrt und bei dem Lebrer Luxemburger
der dortigen Gewerbschule, als Schenkamme eingetreten.“ Aber schon
12 Tage darauf wurde sie, weil ihr die Milch ausgegangen war,
tutlassen und arbeitete nun im Taglohne, während ihr Kind zuerst
zei der Ehefrau des Beschließers Braun, dann aber bei Ehefrau
Lucas allda sich in Pflege befand. Ami 26. Auguft schrieb die
Angeklagte ihrer Tante in Rehweiler sie möge zu ihr? Iach Kai⸗
erslautern koömmen. Die Autwopt hierauf, vom darauffolgenden
Tage, daß ihre Tante nicht abkommen könne und' Angeklagte' zu
derselben sich begeben solle, theilte sie dann mehreren Zeugen mit
unter dem Vorgeben, ihre Tante wolle das Kind- zu ich nehmen
und sie solle es derselben bringen. Anter den nämlichen Angabe
tam sie am b. September zur Ehefrau Lucas, nahm derselben das
Nind ab, begab sich mit diejem nach Landstuhlk, wo sie um 31 Uhr
Naͤchmittags mit der Eisenhahn aukam und dann auf der Straße
zach Ramstein weiterging.“ Zwischen beiden Orien,“ nachdem sie
durch den ersten Theil des von. derx Straße, durchzogenen Waldes
zekommen war, setzte sie sich mit ihrem weinenden Kind an der
Straßenböschaug nieder, als eine gewisse Ehefrau Hemm von Ram⸗
ttein an ihr vorüberkam und nachdem diese auf Aufrage nach der
Ursache des Weinens erfahren hatte; daß die vingellagie das Kind!
nicht mehr scheuken Könne, sich deg Kindes erbarmte und es an
ach selbst trinken ließ. Dieser sagte sie, sie wolle mit dem Kinde
aach Rehweiler gehen. Ebenso wurde die Angeklagte noch —von
andern Leuten besonders von Gendarm Gensheimer zur nämlichen
Zeit an derselben Stelle getroffen. Etwa zwischen 5und 6, Uhr
ah⸗ die von Ramstein herkoinmende? Katharina Weisinger die An⸗
zetlagte allein Und ohne Kind aus dem Walde heraus duf die
Straße kommen und ging in deren Gesellschafte gegen Landstuhl
zu. Auf dem Wege begegnete ihnen die obgenannte auf der Heim⸗
iehr sich befindende Ehefrau Hemm, der es auffiel, daß die Ange⸗
klagte schon von dem 83 Stunden entfernten Orte Rehweiler habe
surückkommen können. Im Bahnhof zu Landstuhl, von wo Lezztere
mit dem Abendzug nuch Kaiserslautern zurückfuhr, wurde sie auch
wieder von Gendarm Gensheimer getroffen, Am 109. September
war der Tagner Wenzel von Ramstein au der Straße, von da
nach Landstuhl mit —— — derfelbe hörte in dem
Walde einen RNaubvogel schreien und begab sich,? in der Meinung
demselben einen Raub abjagen zu können, in: den Wald lunde det
nerkte da an der Stelle, wo dieser cufflog. etwas Weißes zwischen
Voos und Haide. Beim genauen Nachsehen fand er ein weißen
Tuch und unter demselben die Leiche eines kleinen Kindes, in einer
Vertiefung mit dem Rücken nach Oben liegend,«die. bereits stark
n Verwesung übergegangen⸗Bald wurde Die. Angeklagte als die
Mutter des aufgefundenen Kindes entdecht und am 23. Sept. ver⸗

hHaftet. Nach lurzem Leugnen geftand dieselbe ein, das Aind leben⸗
zig vergraben zu haben, damit es sterben sjolle — Echluß folgt.)
* — ινααXãOXÆXααOÄαα
3 x m i s 2X. 3 —

Ein dentscher Schirmmacher, Namens Friedrich —2—
nus Carlshafen in Kurhessen, gibt durch seine abenteuerliche Fuß⸗
ceise um die Welt den amerikanischen Zeitungen Stoff zu den
ikantesten Beschreibungen. Schafer, klein von Gestalt und buchlig,
war vor drei Jahren e reiste von da fechtend, in alter
ʒeutscher Handwertsburschen⸗Manier;, nach Washingion, don dort
zurch den Westen und nach Californien, dazwischen glücklich das
Hebiet der mord- und raublustigen Indianerstämme durchziehend
und die Felsgebirge (Röcy Mountais) überstelgend.“ Von da
verschollen, kam plöhlich die Kunde von ihm aus Sidney in Austro⸗
en welches Land'er ebenfalls zu Fuß durchstreifte; Von dem
nften Welttheil begab er sich in den ältesten, Asien,“ um Oftin⸗
dien, Ching,t russisch Asien zu besehen. Der Baltimor. Wecer“
jagt von ihme: Wie man in dem deutschen Kaiser Maximilian den
ießlen Ritter besingt, so kann das Lied dereinst ihn als den leg
men ächt deutschen Handwerksburschen feitrn. Nnnn

x— In Berlin sind seit den leßien 8 Tagen4 Personen im
Alter von 18 bis 17 Jahren — 8 Mädchen von tadellosen Kuf
ind ein Gymnasiast — spurlos verschunden,

Der „Elberf. Zig.“ schreibt man: In dem Kirchenbuche
der Gemeinde Rüggeberg in Preußen befindetz sich folgende Rotiz:
Dr. Joseph Baptist Maria Garibaldi, Catharina Amalie v. Neu⸗
hof, verehelicht am 16. August 1786. Als nämlich, im Jahre
1736 unser beruͤhmter Landsmann Theodor von Neuhof gls The⸗
»dor; I. den Königsthron von Corsikabestieg, schickte er seinen
Bertrauten, den geistvollen Dr. J. B. M. Garibaldi zu seiner
zas Gut Peddenoh unweit Rüggeberg bewohnenden alten Mutter.
hier war es, wo der Ahn des jetzt so berühmten: Generals fich
mit der Schwester seines Souberans verlobte und diese mit dessen
Bewilligung noch in demselben Jahre nach Ajaccio heimführte.
Nach der Wiedereroberung Corsika's durch die Genueser im Jahr
7410 flüchtete Theodor J. ins Exilnach England, während; Dr.
Hariba di mjt seiner Familie uach Nizza zog und hier als praf⸗
ischer Arst tin hohes Alter erreichte. Sein · Enkei - ist der ge⸗
eiere Held — J n J T
n Ap.Worsicht.) Ein Kaufmann in Königeberz schict in vori⸗
ger Woche etwan vierhundert Portemonaies auf Bestellung nach
Desterreich.. Dieselben sind von der Gremje aus mit Protest zu⸗
rückgetommen, nicht etwa, weil man in dem geldarmen Oesterreich
aicht wisse, was mit den Portemangies anzufangen, sondern weil
— «durch diese Lederwaaren die Rinderpest eingeschleppt werden
tonnle.“ Guchstaäblich wahr.)“ꝛ uu

WGWache.)“ Bei der leyteln Urwahl zu R. im Kreise Culm
Preußen) gab ein Urwähler (Instmann) seine Slimme dem Guts
Hesitzer W. auf G. befragt, weßhald er! grade diesen Herrn wähle
antwortete er: Ich habe voͤr mehreren Jahren bei dem Kerl ge⸗
dient und mal von ihm Schlage bekommen.nuͤnlaß ich ihn da⸗
jür sihen in der Kamimernn
Fur die Wiener, — ihren stets wuformirten Kaiser
zern einmal in bürgerlicher Kleidung sehen möchten, sind Photo—
zraphien aus Puris angekommen, welche Franz Joseph J. in Ci⸗
dil und zwar in sechs verschiedenen Positionen darstellen.

7 Die franzosische Regierung hat diß Verkehrb-Frequenz
an“ verschiedenen Punkten von Paris erheben lassen. VDaraus
ergub sich, daß den Boulebard Ponnmnartre während der funf be⸗
ehtesten Stunden des Tags 120,000 Menschen, die Place de la
Toncorde stündlich 2000 und; den Pont Neuf 1800 Wagen paj⸗
iren. VVV

Im Opferkasten der Kapelle des Hospitals St Charles
bei Rochefort fand man am 183. November funf. Couverten, in
enen Bankscheine der Bank von Frankreich im Werthe von 16,000
Frcs. enthalten waren. Man hat gar keine Anhaltspunkie wo—
jer diese große Summe kbommt..

1 Die New⸗NYorker Abend⸗Itg. schreibt: ‚Der „große Bett⸗
er“ Lamartine ist erboͤtig, die Vereinigten Stagaten mit sfeinem
Besuche zu beehren, wenn das dazu nösfhige Geld durch eine Col-
ecte aufgebracht wirde“ Eihe anderes New-Yorker Blatt macht
dazu die malitiöse Bemerkung; es hoffe nicht, daß diese Collecte zu
Staude komme, weil sonst eine zweite nöthig würde, um ihn wie—
der nach Frankreich zu schaffen⸗ 37
I gne Belreff. Libingstone's det todigeglanbten AfrikaeRei⸗
jenden, leuchtet wieder ein Hoffnungsstrahl auf.“ Sir Roderick
Murchison benachrichtigt die „Times,“ daß nach einem Briefe aus
Zanzibar von Dr. Kirck, d. a.“ 28 September ein eingeborener
raufmann, eben von der Westküste des Sees Tanganyika zurud-
zelehrt. eine eingehende Mittheilung üiher einen' dort angetroffenen
weißen Mann gemacht habe
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v ———— g eine Musterlarte bei Frau — e Aufträge zur! promten Besorgung
Stuhle Vanke, B em lnficht offen zelegt welche die ge
e et Straße zur Ansicht pfens * ————— in — pee.
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b Samstas don 2. Dezenher lsor, Nag tattfindet, sind durch vpue
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enen zweistodiges. nenerhautes un F —— αον Vιριια
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RE hnete empfiehlt sein Lage! o ermnsehen Peters, Kaufmann.
Der Puterzeichnete enp ielwaaren a egrus. Jn. J. Pet
* tausenderlei Kinder spie r außer⸗ —*35 mer un weiten Slog ist
* ganzlich erien n it' Ein Zimmer, im zweite iñ Q
—— billigen. Pretfen. Dos c. zu vermiethen und sogleich bezieh ar.b
derart assortirt. dn Anspruchen nug due c Johlo Schwarn Imnm
nuge geleistet werden kaͤm —— a ane ar
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frinsten Waare, die größte, Anawa — — —
vorhauden. 3 44 Sonntug den l. Dezember ¶Hitun Irncht: Brod⸗, Fleisch- 2c. Preise der
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eichneter empfiehlt4 i!i ct Lon der 34 8A. 52 tr.,
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B — katbol. laut der e Afl —7 Erbsen 341. 9 d g
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Der große et hen dine ciher Westvyhälinger.“ ber Pd. 2W
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Der St. Ingberter Anzeig ex? mit leinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Dienstag, D om mer ã t:aug
id Samstage Abounementspreis vierteljährig 45. Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mii8 Krzr. die dreispaltige Zeile
3 Blattichrifi vder deren Raum berechnete. ee nn
Nro. 144. J Dieustag, den 8. DeceembBblbheeee —3— —58 1867.
Gä S h!2äæã à Sæ”æàÔIà. äàÄòy ö òbhÄæß ô äää. æuà. äàäà .àäà.äôôÛÄ.òÔà. — ——— ———— — —
Deutschland. mi ν
München, 26. Nuv. Der Ausschuß zur Berathung des
Besetzentwurfes über die Wehrverfassung des Koͤnigreiches
hat in seiner gestrigen Sitzung acht weitere Artilel, welche von
dem freiwilligen Eintritt und der Kapilulation handeln,“festgestellt
Von besonderer Wichtigkeit find nachfolgende Bestimmungen über
die einjährigen Freiwilligen:
Junge Leute von höherer Bildung, die sich vor der Loosung
ihres Jahrgangs als Freiwillige anmelden und sischr aus eigenen
Hitteln verpflegen und kleiden, sind auf Verlangen nach einjähri—
ger Dienstzeit in die Reserve zu versetzen, aus welcher sien nach
weiterer zweijähriger Dienstzeit in die Landwehr übergehen. Die—
selben haben auch während ihrer Dienstzeit in der Reserve je nach
ihrer Befähigung die ersien Ansprüche auf die Officiersstellen der
Landwehr. Mitiellose, welche eine besondere Befahigung nachweisen,
tonnen unter den allgemeinen gesetzlichen Voraussetzungen zum ein⸗
ährigen Heeresdienst als Freiwillige mit regulativmaßiger Geld⸗
und Naturalverpflegung aufgenommen werden. Den einjährigen
Freiwilligendienst können Candidalen der Medizin in Militärspitä.
ern, Candidaten der Thierheilkunde als veterinärärztliche Prakti-
kanten ableisten, soferne sie die genügende Befähigung hiezu nach
weisen. Wer als einjähriger Freiwilliger eintreten will, hat den
Nachweis über die genossene höhere Bildung zu liefern. Der Nach⸗
weis kanu geliefert werden 1) durch Absolutorial-Zeugniß eines
humanistischen oder Realghmnasiuns, 2) durch Schlußzeugniß der
Fentralthierarzneischule, der landwirihfchaftlichen Centralschule in
Weihenstephan, der Maschinenbauschule in Augsburg; 3) durch
Ausicittszeugniß eines Schullehrerseminars; 4) durch nach Absol—
virung von drei Kursen der Gewerbs und Handelsschulen aus.
zestellles Maturitäts-Zeugniß; 5) durch ein Jahresschlußzeugniß
uͤber den regelmäßigen Besuch der II. Klasse eines Gymnasiums
oder Realgymnasiums mit mindestens II. Note in Fortgang. Neu
errichtete staatliche Schulanstalten können bezüglich der Wirkung
ihrer Schlußzeugnisse den aufgeführten durch Verordnung gleichge
siellt werden, Können Zeugnisse bezeichneter Art, nicht vorgelegl
werden, so ist der Nachweis höherer Bildung durch eine Prufung
vor einer auf dem Verordnungswege zu bestimmenden Prüfungs
conmission zu liefern. Der freiwillig Eintretende hat die Wah
der Waffengattung und des Truppentheils, die des letzteren jedoch
nur insoferne, als durch seinen Eintritt die bei einem Truppen
theile durch die Militärbehoörde festgesetzte Maximalzahl von Frei⸗
willigen nicht überschritten wird. Bei Truppenabtheilungen, welche
in Städten garnisoniren,“ woselbst sich eine Universität oder eine
derselben gleichtehende höhere Lehranstalt befindet, sind die gemäf
dieses Aruikels als Freiwillige eintretenden Studirenden unbeschränkt
aufzunehmen. esr —
München, 28. Novp. Der-k. Gesandte in Stuttgart,
Graf v. Reigersberg, der bekanntlich den Gesandtschaftsposten in
Brüssel erhalten soll. hat, wie man vernimmt, den Wunsch geäußert.
in Stuttgart bleiben zu dürfen. 3
.Der Entwurf des Berggesetzes, mehrere hundert. Artike!
stark, ist nun ebenfalls vollendet und wird in der nächsten Kam
mersitzung eingebracht werden. —
Muͤnchen, 29. Nov. Heute hat der Staatsrath drei Ge—
setzesentwürfe berathen: den über provisorische Steuererhebung für
1868, da voraussichtlich das Büdget für die nächste Finanz perid
nicht rechtzeitig erledigt sein wird; den über Invalidendersorgung x
und den uͤber Abänderung einiger Bestimmungen des in der Pfal—
geltenden Civilgesetzbuches über Privilegien und Hypotheken 14
München, 29. Nov. Die zur Postcomferen znach
Berlin abgeordneten Kommissäre der bayerischen Regierung, Mini⸗
sterialrath v. Sutner und Generaldirectionsrath Baumann, find
gestern hieher zurückgekehrt. — Der zum Referenten über das
Malzaufschlagsgesetz erwählte Abg. v. Morett befindet
sich bezüglich des Erhebungssystems in vollkommener Uebereinstim—
mung mit dem von der Regierung vorgelegten Gesetzentwntf. —
Die Ausschußberathungen hierüber werden in der nächsten Wocht
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        einflößen. Die Ruckkeht des Hofes nach Parza Aindeß wieder!
ertagt warden und pwird derseide —XR— Pphen Momna
—A 8 de bbe —
ie dari Sagdtage mach KMouo — ——
dort nach St. Chug zurückkehren, woselbst er dann bis zum 20.
qleiben dürfte. *
Toulon, 29. Novp. Zwei Transporte Cavalerie und
3000 Mann Infanterie sind aus dem Kirchenstaate eingetroffen.
Drei weitere Transporte sind signalisir.
ιν England. —* .
London, 29. Nov. Die Anglo-Amerik. Corresp. meldet
daß heute in Cork, der Laden eines Waffenschmiedes geplündert
und biele Waffen gestohlen worden. Auf Sonniäg ist ente Rrauer⸗
zrocesston fur die hingerichteten Fenier angesagt.
M . Italien. — 2. V ——
No m. Die politischen Begebenheiten der jüngsteij Zeit ha⸗
zen die Vorbereitungen für das dkumenische Konzil. nicht aufgehab
en. Es soll auf den 8. December 1868 eluberufen werden. —
Der Cordinal diAndrea ist hor einigen. Wochen von seinen Aein
jern und Würden suspendirt worden.
Floxremz, 26. Nov. Nach der Italiäa wird das Deficit
ur I868 mehr alz 800 Millionen Franken betragen; die Dech
ing desfselben soll theilweise erfolgen durch Ersparnisse in der Ver—
waltung und durch Erhoͤhung dex Mahlsteuer und der Ausfuhrzölle.
Fharuz, 29. NRov. Die, Augaben der Blätter bezüglich
er Coufenz enthalten die tolssten Widersprüche, da sie alle
jediglich aufz Conjecturen beruhen. Sie verdienen nicht die min—
deste Beachtung..Der Curiosilät halber theilen wir jedoch nach—
lehende telegraphische Notiz mit: Menabrea hat von Frankreich
das Zugeständniß erreicht, daß Italien die Vorschläge, welche die
Lonferenz discutiren foll, machen wird. Bis jetzt werden im Cabinet
wei Vorschläge berathen; Neutralistrung eines Theiles det Stadt
Kom und Abfindung; des Papstes durch eine Geldentschädigung
und jährliche Rente, welche zur Hälfie von Italien, zur Hälfte von
den fremden Mächten aufgebracht werden. Die Einräumuug von
Jerusalem mit beträchtlichem Theil von Palestine an den Papst.
Fntschädigung der Türkei durch Italien und Garantie des neuen
irchenstgates durch die Großmächte!“ Hübsch erfunden ist's je—
denfalls, wenn's auch nicht wahr ist. Italien hat „im Princip“
Rh. moch nichts angenommen als die Möglichkeit, daß es einmal
etwas annehmen koönnte — das ist Alles. — Die papstliche
Regierung verweigert die Auslieferung der aus den Marken und
zus Umbrien stammenden Gefangenen, da diese Provinzen früher
num Kirchenstaate gehörten.. v
Florenz, 30. Nov. Die „Nazione“ veröffentlicht folgen⸗
des Telegramm: Rom 30. Nob. „Es befindet sich nur noch
in Rom eine kleine Brigade französischer Cavalerie, Die anderen
Truppen des Occupationscorps haben unsere Stadt verlassen. Die
Division Dumont nimmt ihre Einschiffung in Civita-Vecchia vor.
Die Diviston Bohaille wird morgen anfangen, sich einzuschiffen.“
0— In der vergangenen Nacht sind in Florenz die Haupt⸗
mliglieder des Mazzinistischen Comite's perhaftet wordenn.
7 Die „Gazzetta di Torino“ erfährt aus Floxenz, daß mehrere
deputirte eine Versammlung abgehalten haben, um über die Art
derrn Jules Favre ein Zeugniß ihrer Erkenntlichkeit zu geben zu
deliberiren. Es wird eine Medaille geprägt werden, die dem be⸗
rühmten Advokaten, von einer besonderen Commission überbrach!
werden jol. .
ta Neabel, 29. Nop. Der Ausbruch des Vesurs nimmt
zedeutende Dimensionen an. Ein neuer Lavastrom brach an der
Westseite des Berges herbor. Die Haupispitze speit große Aschen—
massen aus.
BGB)olland. *
Gravenhage, 27. Nob. In Luxenburg, berichtet das
„Fr. J.“, sieht es sehr hunt aus. Man ist sehr unzufrieden mit
der Regierung des Prinzen Heinrich und seinen absolutistischen
Tendenzen. Ohne heute näher auf gene Verhälinisse eingehen
zu wollen, müssen wir nur bemerlen, daß eine Bewegung und
die Verjagung der dortigen Regierung nicht zu den Unmög⸗
ichkeiten gehoͤrt. Und dannn stünde Europa ghermals dor der
Luxemburger Fraäge.
9 Musßland. g?
Eine Verfügung des Statthalters von Polen perbietet sümmt⸗
lichen russisch ˖polnischen Unterthanen bis zum einunddreißigsten
debensjahre, Reisen nach dem Auslande zu unternehmnen. Polen
stellt zur jetzigen Rekrutiruuug 12,000 Mann.
merikiaa.
Newyork, 16. Nov. Der Orkan bvom 20. Oct. zerftoͤrte
auf Portorico angeblich 10,000 und beschädigte 3000 Häuser; die
Zuckerernte wurde günzlich vernichtet, unter dem Viehstande unge⸗
heure Verlnste angerichtete der Schoven ist unberechenbar

ẽchwurgerichtositzungen.;
MQuartal 1867. z
. z get. A8* Nob.Schluß der Verhaudlung gegen
hiliphine Sumnen von Haschbach wegenetindsmords.

Die kgl. Staatzbehörde hielt die Anklage auf Todschlag auf—
echt. Der Vertheidiger, Herr Rechtskandidat Lawali, führte
uus, daß die Angeklagte, allein im Wald, verlassen von ihren
Berwandten, durch Verlust ihrer Milch, der Nahrung für ihr
dind und des Verdienstes beraubt; im Zustande der Verzweiflung
ind vollständiger Unzurechnungsfähigkeit die That begangen habe.
Immer sei es jedoch fraglich, ob das Kind im Moment der That
noch gelebt habe, das arztliche Gutachten beweife nicht positiv, daß
zasselbe den E Kickungstod erlitten habe, indem eg, waͤhrend tin
neugebornes Kind 6 bis. 7. Pfd. wiege, nux. ñ90 Pfd. gewogen
jabe, daher wahrscheinlich verhungert sei. Selbst die Erstickung
önnte Folge eines vorhetigem Erbrechens des Kindes gewesen sein.
Die Angeklagte wurdr untep Annahme geminderter Zurechnungs-
higteit fur schusdigeecthint, nod, zun7e Jahren Zuchtaus der—
ittheilt.n auen nioen nhn —
nSuitzeum gvome L und, 300 Rop. »Anklage gegen Philipf
Volf fatanFahre alt,t suspendirker Steuern und , Gemeindeein⸗

nehmer von Oppau, wegen: Amtsuntreut, 8

vn Als bishetiger Steuer under Gemeindeeinnehmer von Oppau
zatte der Angeklagtedien Steuer⸗ und Gemeindefälletin den Ge—
neinden Oppan, Edigheim/Morscheund Studernheinn jul erheben.
die Zahlung täglichfür sedehinzelne Gemeinde in iein Journal
zu tragen und diese Gemeindejournale halbmonatlich ünter Vorlage
er Belege und Vorzeigung der Kassenvoträthe mit dem Ortsvor⸗
tand des Einnehmereisitzes abzuschließen.“Außerdem wird halb
aͤhrlich vom kgl. Rentbeauten eine qründliche Rebision vorgenom—
nen.“ Schon in seinem friheren Amtssitze zu Weilerbach hatte der
Ungeklagte Unordnung in seiner Geschäftssührung, die in Oppav
er Art zunahm, deiß im Jahre 1859 bei demselben eine außer⸗
yrdentliche Kassenverificat an ftattfand, wobel sich ein Defeet von
23 ji. xxgab der jedoch sofort gedeckt wurde. Bei einer spätern
extraverificatisn wurde“mneben“ verschiedenen Unregelmäßigkeiten
ine U bersetzung der: Remisen von 20 fl., dagegen ein Zuviel in
jer Kasse von 14 fle 8 kr. gefunden. Die Semestralverifieation
m März 1866 fand ursprünglich ein Kassendeficit von 87 fl. 31kr.
ind außerdem 5300 flsals Darlehen an einen gewissen Schlege
zerbucht, während dieser nur 200 fl. erhalten hatte. Durch 14
im 12. März durch den Angeklagten beigebrachte, nach seiner An
abe beim'ersten Kassasturz übersehene Zehnguldennoten und einige
Additionsfehler hatte sich auch dieses Mal das Deficit ausgegli—
hen. Die drwähnte“ falsche Verbuchung veranlaßte jedoch das
igl. Bezirksamt zu Recherchen, die eine neue außerordentliche Ve⸗
rification im Mai dieses Jahres zur Folge hatten. Der sofort
porgenommene Kassensturz ergab ein Defeck von 400 fl. 43 kr.
»en der Angeklagte damit zu entschuldigen suchte, daß irgendwo
ein Irxthum unterläusen sein-müsse. Um diesen zu suchen, erbat
er sich von dem Regierungskommissär die Bücher und zeigte diesem
iuch des andern Morgens, daß sich im Gemeindejournal don
ẽdigheim im Uebertrag der Einnahmen ein Irrthum von 300 fl
zu seinem Nachtheib vorsinde.“ Dieser entdeckte aber augenblicklich
daß in der Nacht eine Faälschung vorgenommen worden war, wus
der Angeklagte auf Zuredestellung auch unter“ Thränen gestand
nit dem Bemerken, sein Sohn und bisheriger Gehilfe Ludwig
Wolff habe die Fälschung begangen. Auf erstattete Anzeige wurde
der Angeklagte suspendirt und die Verification der an das tgl.
Rentamt übergebenen Kasse fortgesetzt. Die hierauf eingeleitete
Antersuchung stellte nach der Behauptung der Anklage einen Be—
trag von 8157 fl. 42 kr. fest, welchen sich der Angeklagte vom
Jahre 1863 bis zu seiner Suspension angeeignet und in seinen Nutzen
verwendet habe, worauf derselbe jedoch am 16. Mai abhin 300 fl.
in das kgl. Rentamt abgetragen hat. Außer der schon erwähn⸗
en Fälschung im Joutnal von Edigheim hat sich der Angeklagte
ind sein obgenannter Sohn zur Verdeckung der Veruntreuungen
noch verschiedener Fälschungen der Bücher und Rechnungsabschlüsse,
zetrüglichet Vorspiegelungen und unrichtiger Buchführung schuldig
jemacht. Das Einkommen des Angeklagten belief sich auf 1500
is 1600 fl.; derselbe hielt jedoh viel auf gutes Essen und war
in letzterer Zeit dem Trunke sehr ergeben, auch kosteten ihn zwei
einer Söhne viel Geld. Außer obigem Receß hat derselbe noch
etwa 2500 fli Schulden, dagegen an Vermögen nur seine Cau—
tion von 3450 fl. und seine Hausmobilien.

Det Vertheidiger des Angeklagten Wolff, Herr Rechtscandi⸗
dat Sautesr, stellt aquf, der Receß rühre zum größten Theile
nicht don dem Angeklagten her, da demselben bei einem Umzuge
m Jahtk 1864 eine Tausendguldennote entfommen, auch einige
100 fl. von seinen Kindern: entwendet worden seien. Derselbe
jabe außer dem Vorschuß auch seine Remisen aus der Kasse ge—
aominen. obne asse rechtsmihrige Absicht mit dem festen Vorfß
        <pb n="569" />
        denselben wieder zu ersetzen; ein Schaden sei nicht vorhanden, da 5 Fuß unter der Oberfläche an der östlichen Seite des Gebaudes
das Deficit durch die Caution gedegt werde. Die Fälschung in in einem nach außen angelegten Keller, und waren ursprunglich
den Büchern rühre von der Hand des flüchtigen Sohnes Ludwig in einem hölzernen, mit starken eisernen Beschlägen versehenen Na⸗
her, nicht von dem Angeklagten, der, die Bücher nicht führen könne den re e r Holz und Eisen wvoöllstͤndig zerstört.
and schon „lange micht mehr führe. Derselbe, sei seiner Stelle Die Müuzen sind gröͤßtentheils aus den Jahren 15890 - 1723.
nicht gewachsen, auch durch Trunlksucht herabgetommen, so daß mit den. verschiedenartigsten, Geprägen. als sachsische, —T treichische,
jeine Urtheilskraft aufgehoben, zum wenigsten geminderi gewesen italienische, Frankfurter, Hamburger, x. Die —* —* ha⸗
sei. Letzteres wurde auch don den Gejchworenen, die die Haupt. den die Größe eines Zwelthalerstüdes und die Staͤrle eines Ein
srage bejahten, angenommen und der Angaklagte hierauf zu einer thalersückes. Im Ganzen wurden 6720 Stüch, groß und klein,
Befangnißstrafe · van 3. Jahren,zue ersiehen nufe riner, Festung in einem Gesammtgewichte von 4392 Pfo. gefunden, Der bloße
nerurtheilt. Silberwerth wird auß circq 12000 Thlrx. geschätt.“ Der Fund
ist der kgl. Kreiskasse zu Meseritz ibergeben und spird die lonigl
Regierung weiter datüber verfügez. . —
7 Die Pariser. Theater sind vertrausich bedeutet worden, daß
die Censur die Grwaͤhnuug des Namens Birmarck die „Jahres

revüen“ nicht gestattet würden.
f Vo gde nf 2073 Nov.IEin griechischer Dloladehrechet, det
Dampfer , Arion,“ der in Liverpool Schießpulver für Kreig ein
lud, ist heuts Borgen Dalettsmerdlodirt; es wurden angeblich
10 Personen getoder *
Londo ug, 27., Rob. Die Oyverland China- 2388
sichtet pon Manilade, Furchtbars Ueherschwemmüngen find bei
Manila vorgekommen, uüͤber 10,000 Indier ertranken. Der spa⸗
nische Postdampfet· Malespina“, von Hongkong nach Manilqg ab⸗
jegangen/ wird seit drei Wochen vermißt und man, fürchtet, dah
er verloren sei. Zwei Erdheben kamen am 4. October in Manilo
vor; doch geschah kein Schaben an Leben oder Gebaͤndon⸗ Wie
bei der bekannten Depesche von dem Untergange Torto bas dlicfn
auch hier die Aungabe, daß 10,000 Eingeboͤrene“ ertrunkeit seien
sich ais übertrieben erweisenn. *

7 Es war wieder nichts. Nach den Prophezeihun⸗
zen des ehrwürdigen Dr. Cummingein“ Vondon sollten die Welt
ekanntlich im Jahre 1867 untergehen. »Cumming hatte eine! Ca⸗
pelle etablirt, in welcher er den Weltunsergang jehr. hübsch schil⸗
derte und große Kundschaft hatte. Da nun das. Jahr fich dem
Ende naht, wird der brave Cumming etwas ängstlich, da noch
zjar keine Spur der Katastrophe sich zeigt und' selbst der Papft,
auf den er sehr schlecht zu sprechen ist, ruhig in Rom sitzt. Glüd⸗
licherweise fehlt es ihm nicht an einer guten Ausrede. Er erklärt,
duß er fich bei der Berechnung der Chronologte nach den alttesta⸗
nentischen Propheten und der Apokalypjt ejnen Rechenfehler dabt
zu Schulden kommen lassen — nur um 1,000,000 Jahre!

fMehrere Aerzte, die den Feldzug des Garibaldi'schen
corps mitgemacht haben, theilen folgende Details über die Wir
kungen der Chassepotgewehre mit: Did große Menge von Geschos⸗
en, welche diese neuen Feuerwaffen in wenigen Minnten-über ein
Schlachtfeld gusstreuen, vermag zwar eine große Zahl von Sol⸗
daten dampfunfähig zu machen; wegen der außerordentlichen Kleis
heit der Geschosse sind aber die dadurch verursachten Wunden nin
in geringem Maße todtlich. Es ist constatirt worden, daß die
Thassepot⸗Kugel nur schwer einen Knochen zu zerschmettern vermag,
daß sit vielmehr in den meisten Fällen sich um denselben herum—
ieht, wie das An bielen Verwimdeten von Mentanua bedbachtet
worden ist.

f Curioses Todten-Signalement. Vor Kurzem
ertrank in der spanischen Provinz Estremaduͤra ein Mann, als er
zu Pferd den Tajo passiren wollte. Der Maire der Ortschaft,
velcher der Verunglückte angehörte, ordnete alsbald Recherchen
aach dem Leichnum an. Das Schriftstück, worin dies geschah
chloß mit den Worten: Besondere Kennzeichen des Verstorbenen:
„Teint braun, Wuchs hoch stottert stark.““ 3

f Mineralische Pflanzen. Wieder eine neue chemische
Spielerei, welche zwar nicht als eine solche auftaucht, uns aber
doch interessant genug dünkt, um sie unsern Lesern zu Versuchen
miltzutheilen. Man bedeckt den Boden eines klaren weißen Glases
mit einer Schicht pon reinem ausgewaschenem Sande, streut darij⸗
ber ein wenig gepulvertes, einfach-chromsaures Kali, legt auf die⸗
ses einige Krystalle von Eisen? und Kupfervitriol und gießt nun
sehr vorsichtig, um nicht den Sand aufzurühren; mit Wasser ver⸗
zünntes Wassergas (kieselsaures Kali) darüber. Bald beginnt
ein überraschender scheinbarer Pflanzenwuchs von den Krystallen
aus sich zu entwickeln; je nach der größern und geringern Ver—
dünnung des Wassergases entstehen sehr verschedenartige Gebilde
von grünen oder blauen gexaden Stämmen, gebogenen der ge⸗
wundenen Aesten und Zweigen, welche je nach dem Kupfer⸗ oder
Fiseusalz verschieden geffürbt sind. Im Verlaufe von etwa einem
ais zwei Tagen ist ein wwollständiger mineralischer kleiner Wald auf
dem Sandboten empor gewachsen, der jedenfalls ein allerliebstes Bild⸗
hen gewährt. Zu beachten ist, daß das gläserne Gefäß durchaus
inberührt stehen wuß, weil soust bei der leiscsten Erschütterung
ie selbstverständlich in den Gesetzen der Krystallisation beruhende
Regetation sofort auseinanderfällt.

—ñ
Seer mi seoch üß..
— Ju München wurde“am 28. Nob.“nan“einer von ihrem
Manne getrennt lebenden Gräfin Chorinsky ein Giftmordverübt
Ihr in Wien wohnender Gatte, der vsterreichische Genie⸗Ober—
lieutenant Graf Chorinsky, war, zur Vernehmung ?bei. der ange
stellten Antersuchung⸗nach München Agreist, und wurde daselbst
o erhaftet. der Graf sich entkleiden mußle, fand sich bei ihm
ein Medaillon mit der Photographie einer Dame. Man erkannt—
in diejer Photogtaphie das Bildniß einer, Dame, welche kurz von
dem Tode die Ermordete besucht hatte; einer angeblichen Baͤronit
Vay, und, muthmaßlich das schreckliche“ Verbrechen. ier begangen
— wit dien Dam⸗
sogleich darauf in Wien verhaftet; warden konnke. wMan ist qu
das weitere Ergebniß der Untersuchung sehr gespannt.
FDer in München verhaftete Gemaͤhl der gemordetenGraä⸗
fin Chorinsky- Ledske hat gegen seine Verhastung Beschwerde ein⸗
gelegt, ist aber vom königl. Bezirksgerichte mit derselben abgewie.
sen worden. Nach einer angeblich authentischen?! Meldung' der
Wiener„Presse“ hätte die in Wien verhaftete Dame,* welche am
Mordabend bei der unglücklichen Gräfin war, den Mord bereite
gerichtlich eingestenden.“ Es ist eine“ 8285jährige Batonin Juli
d. Ebergenyi, eine Stiftsdame, die sonst ein vorwurfloses Leber
führte, aber mit dem Lieutenant Chorinsky, der früher in päpft
üchen Diensten gestanden- in strafbarem Verhältniß stand. Die
Gemordete gehörle früher der Bühne an und war u. A. ein
Zeitlang als Fräul. Rueff in Augsburg als Sängerin-engagirt
Ihr Mann hatte sie 186534 in London kennen gelernt.
... 7 In der St. Peterskirche in München wurde rine Schnri
dergesellenfrau ertappt, während sie mittelst einer Leimruthe der
für den Peterspfennig aufgestellten Opferstock bestahltl.
7 In Baden sind die Frauen, welchen bekanntlich einige
Brauchen der Verwaltumg offen stehen, jetzt foörmlicht, jn den Stgats⸗
dienst eingereiht und es wird ihre Auftellung nun auch im Re—
gierungsblutte wie bei den-Mänuern mitgetheilt.
F Aus Darmstadt, 30. Nov., meldet die Frkfr Zig, daß
die Taunusbahn an den preußischen Staat verkauft worden sei.
F Berlhin, 26. Nov. Die „Post“ schreibt: Großes Auf—
sehen erregt' ein Selbstmord, den ein in Hofkreisen sehr geachteter
und beliebter Officier an sich verübt hat. In der Nähe des zoo—
logischen Gartens fand am Freitag Morgen ein Wachtmeister der
Schutzmannschaft einen männlichen Leichnam in gitzer Blutlache
am Wege liegend; der Kopf war durch einen Schuß aus einem
sehr eleganten Terzerol, welches neben, der Leiche vorgefunden
wurde, zerschmettert. Ein Portemonnaie, welches der Entseelte bei
sich hatte, enthielt 2 Rentenbriefe über je 100 Thlr., mehrere Cou⸗
pons und über 75 Thlr. kleine Cassenanweisungen und Courant,
In Charlottenburg, wohin die Leiche Febracht wurde; ward in
derselben der Hauptmann Ulrich Karl v. Schlichtling, Sohn des
alten, hochverdienten Generals v. Schlichtling hierselbst, recognos⸗
cirt. Das Motiv des Selbstmordes ist bis diesen Augenblick noch
voͤllig unaufgeklärt. Der Verstorbene war eine seiner liebenswür⸗
digen Eigenschaften und vielseitiger Bildung wegen hochgeschätzte
Personlichkeit. Personen, die noch am Tage vor seinem ungluͤck
lichen Ende mit ihm zusammen waren, wollen in seinem Benehmen
durchaus nichts Auffallendes gefunden haben.

7 Am 21. Novb., Abds., während der Vorstellung, hatte der
Seiltänzer Blondin, welcher jetzt seine Vorstellungen im Schwei—
jergarten in Berlin gibt, das Unglück, von dem Trapez herab
nuf einen Stuhl zu stärzen, und dabei kinen Arm zu brechen.
Der Schlag war so heftig, daß der Stuhl, auf welchen er ge
jallen, dollständig zersplittert war

7 Paradies bei Meseri, 20. Nov. In dem hiesigen
ehemaligen, seit 1834 4ufgehabenfn Cistaͤrzienser · Nonchs⸗Kloster,
setzigem konigl. SchullehrerSeminar, wurde auf die Mnzeige eines
bei einem größeren Umbau dort beschäftigten Maurers, daß ein
Mitarbeiter von ihm in einer durchbrohsnen Kellerw ind einen
Schatz gefunden, denselben aber, bis jetzt soch nicht zur“ Anzeig⸗
gebracht habe, in der Nacht vom 17. Fum' 18. d. M, eine amt—
liche Nachsuchung vorgenommen und bald eine große Menge sehr woh
erhaliener Silbermünzen gefunden. Dieselbe befnden sich etwa
        <pb n="570" />
        εν2 u Landwirthschaftliches.““

Due Salztedsteine gehören in der Landwirthschaft zu
e neuen Artitein, denen es schwer hält, sp recht Eingang zu
Inden Ss ist fur und gegen dieselben bereits viel geschrieben
vorden, aber zu wenig von praktischen Männern die allen Ernstese
)en Werth des et Fen haben. Um so nothwendi⸗
zer ist herade dir ,— Frfahrungen in die Offentlichkeit zu
—35 Vieselben am meisten geeignet sind, Nachahmungen
s en Set de so schreibt W. Wildholz den
Zernischen Blättern jur die Landwirthschaft, haben wir unserem
en ueheed Salzlechsteine verabfolgen lassen. Früͤher gaben
pir per Quh und per Tag 4 Loth Kochsalz und von Zeit zu
Jeit Glaubersalz; sobald die Külhe nur die Lechteine erhielten,
dat ver Verbrauch ein bedeutend größerer; fie ledten durchschnitt-
ichl in ?4 Tagen bis 8 Wochen JStein von⸗ 6 Pfd. Gewicht.

yhr Aussehen hat sich aber seithet bedeutend verbessert; während⸗
Jem sie sonst wahrend dem Weidegang immer an Gewicht verlo⸗
en, nahmen sie dieses Jahr daran zu; ihre Haut ist ganz glatt
ind sie haben ein gesundes, schönes Aussehen; an der Milch ha—
en fie seithet ebenfalls zugenommen und alteres Futter, oder auch
n wenig verdotbenes fraßen sie viel besser, da dies präparirte
zalz die Verdauung erleichtert und sie zum Appetit reizt. »Ich
weifle nicht daran, daß sich die Salzlechsteine nach und nach im⸗
ner mehr Geltung verschaffen werden, da sie gewiß nicht genug
mpfohlen⸗ werden koͤnnen. Besonders aber für die Aufzucht von
Jangvieh find sie absolut nothwendig, da es bei diesem am schwie
igsten cift, das ihm zuträgliche Quantum an Salz zu bestimmen.
—
Zalz zu lecken, als ihm zu seiner Entwicklung höchst nothwendig
ind zuträglich ist.
4Ausverkauf
eines Engros-Lagers in Zweibrücken.
7 Bagg Geschäftsveränderung verkaufen wir
ea. ñ00 Stiicl gerlate und gze—
ilæ uc t Pariser OhAlIès vier-
und achtechzige, eine große Anzahl
scehwarzer OGachemir⸗ OhAlIes in
allen Größen, Onchenez, Foularids,
Piĩchus, RBroches, schwarze
Lyoner Tafsotas und Daiĩlles,
XRœCD]Dd=kc»eo
grosse Parthie Leéeinwamncl, sowie
noch verschiedene andere Artikel bedeutend
unter dem Fabrikpreise.
Zweibrücken. Geyman &amp; Comp.
Unser Lager befindet sich in der Karlsstraße
hei Herrn Gebrüder Escales.
XB. Der Ausverkauf dauert nur bis zum 7. Dezember.

3: *
Kinderspielwaaren
sind jetzt ausgestellt und em⸗
pfehle solche zur geneigten

Ansicht. *
Zrordem kein Ausverkauf
tattfindet, sind durch vor⸗
cheilhafte Einkäufe die Preise
ehr billig gestellt.
J Jacob Friedrich.
AInr Zimmer im zweiten Stock ist
zu vermiethen und sogleich beziehbar bei
⸗ Joh. Schwarz Jun.
n Schreinermeister.
Unterzeichneter empfiehlt
Leustadter Volkskalender,
Berthes⸗ oder kath. Hauskalender,
der deutsche Michel oder kathol.
Hauskalender,
Der lustige Bilderkalender (Würzb.)
Der —8 Hauskalender, (Würzb.)
der Vaterlandskalender,
der Lahrer hinkende Bote,
der große Straßburger hinkende
Bote.
IJacoh Friedrienh.

2
*

71

ναν,

—E

Worms den 209. Nop.

Wir notiren heute: Weizen 17 fl. 80 kr
dis 17fl. 45 fr. Roggen 13 fl. 45 kr.
zis 14 fl.-2tr. Gerste 11 fl. 30 kr.
zis — fi. — kr. ver 100 Kilo., Hafer
315 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kito.
Nehl per Partie 15 fl. — fr. bis — f.
⸗r. Roggenmehl 13 fl. — kr.bis 13fl.
30 kr. Roggenvorschuß 14 fl. 45 kr. bis
—fl. — kr. Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
—
is — fl — fr. per 70 Kilo., Rers
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per v68
dilo. Rüböl ohne Faß 21fl. 30 kr. bis
— fi. — tr. Leinöl ohne Faß 25 fl.
— ir. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
34 fl. — kr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen 65 fl. — kr. bis
75 fl. — kr. Branntwein 34 fl. — tr.
dis — fl. — kr.

Seiden- Druck- und Schönfärberei

von 0 a
Tricdricha Zorn —8
ililiin Zweibrücken,
mpfiehlt sich im Färben aller Art seidener, wollener und baumwollener Stoffe,
als: Kleider, Tücher, Bänder, Möbelstoffe ꝛc. xc. in allen Farben, eben
o im Drucken aller Stoffe, mit den geschmackvollsten Dessins. Durch meine
neuverbesserte Dampfeinrichtung bin ich in den Stand gesetzt, allen an mich ge—
stellten Anforderungen zur Genüge zu entsprechen.

Zur Bequemlichkeit des Publikums von St. Ingbert und Umgegend habe
ich eine Musterkarte bei Frau Joh. Schmidt Wittwe, Nr. 105 Blieskasteler
Straße zur Ansicht offen gelegt, welche die Aufträge zur promten Besorgung
jür mich übernimmt.

Friedrich Zern
in Zweibrücken.

— —

Aecht juchtenlederne
wasjserdichte
Schuhe und Stiefel
empfiehlt
Franz Foos
Schuhmacher.

Marnz, 29. Nov.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
zer à 140 Pfund — fl. — ke. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
3fd.) 17 fi.. — fr. — 17 fl. 15 k. —
Korn (180 Pfd.) 14 fl. — fr. — 14f.
10 tr. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 80 tr.
— — f. — r. — Hafer (120 Pfd.)
4 i. 50 kr. — — fl. — ktr.

Hausvermiethung.
Das frühere Johann Uhl'sche Haus

in der Pfarrgasse, neben Polizeidiener Harth

und Wittwe Hager, mit Pflanzgarten

und Ackerftück, ist zu vermiethen.

IJ Joh. Greß, jun.

— —
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Jugbert.
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4 —8 LIMIA 2* r 424 —J—— —
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— D— e o Caan en v n e r an me dervy Mrit vrye d rt i
aιν , ιιι duiô ÊJ”ÇôÿI—I ν q,
—F S5 in Jngberter Anze kg ere. mit femem Untertzakkungsblalte xtscheint iwöchentlich vtrimal ie irgg, Bonnerstag
id Sametag.“ Abonnementsdreis viertettährig 45 Krzr. oder 13 Silbetgi. Anzeigen werden mnist3 Ktzt vie dreispaltigt Jeile
Vlattschrift odet dorenRaum berechnet.. *
— , c * en 8 eo —3131
Nro. 145. * Donnerstas⸗ d —————— 1863
3. J——— J — Deutschland. u F J
Manden, 28. Rob. In seiner gestrigen Sißung stellle
der Ausschuß s Berathung des Gesetzentwurfes über die Hée⸗
readerfasfung des Konigreichs für die hisher zurückgestellten
Art. 2und 8in folgender Wesse fest: .5
Art. 2. Die Dienstpflicht im sehenden Heere daͤuert 6G Jahre:
JJahre in der actiden Armee und 8. Jahre in der Reserye. An—
gehoͤrige der berittenen Truppen, welche freiw;llig ein piertes Jahr
in der Armee dienen, brauchen in der Landwehr hur zwei Fahre
zu dienen und sind während dieser Zeit von den Uebungen befreit.“
Bei den naͤchsten Montag beginnenden Milikärconferenzen der
üddeutschen Staaten wird Württemberg durch den Kriegsminister
Frhrn. v. Wagner und Baden durch den Kriegsminister General
b. Ludwig verireten sein. Das Großherzogthum Hessen wird in
Folge seinetr mit Preußen abgeschlossenen Militaärconvention nicht
vertteten sein. — Zur Zeit befchäftigt sich das Ministerrunt des
Innern mit der Abgrepzung und Feststellung der Wahlbezixke
dur die demnächst stattfindenden Wahlen zum Zollparlament,
Mäünchen, 28. Nod. (Taxbestimmungen der neuen Post⸗
derträge.) Nachdem die zwischen dem norddeutschen Bunde einer⸗
Bahern, Württemberg und Baden andererseits, ferner zwischen dem
norddeutschen Bunde, Bayern, Wurttemberg und Baden einerseits
und Oesierreich andererseiis abgeschlossenen Verträge letzien Sams.
tag unterzeichnet worden sind, haben die Berathungen über das
Reglement und die Dienstesinstruction noch his zum 27 d M.
forigedauert, und die bayerischen Bevollmächtigken ihre bennrise
gestern angetreten. Die Bestimmungen dieser Verträge, welche mit
bem 1. Januar 1868 in's Leben kreten sollen, sind. was die
— im Briefpost- und Fahrpost⸗Verkehr anlangt, wesentlich
olgende: J , g ee
1) Für den gewöhnlichen frankirten Brief bis zutn Gewicht
odnincl. einem Loth Zollgewicht wird auf alle Entfernunden das
Porto auf 1 Silbergroschen, 5 Neukreuzer oder 8 Kreuzer, bei
zrößzerem Gewicht auf 8Silbergroschen, 10 Neukreuzer oder
55 südd. W. festgesetzt; für den gewöhnlichen unfrankirten
rief bis zum Gewichte von einem Zollloth beträgt die Taxe
2 Silbergroschen 10 Neukreuzer oder 7 Kreuzer südd. W. und
hei größerem Gewichte 8 Silbergroschen, 15. Neukreuzer oder
1093 Kreuzer süd. We., wobei nicht genügend frankirte Briefe un⸗
ter Anrechnung det verwendeten Marke det Polotane unterliegen.
(Die bisherige süddeutsche Progression von 8ekr. zu 6 kr. bezw.
dert. und 12kr. ist hienach aufgehoben.) — Drutsachen unter Vand.
tarten und Sendungen mit Wagrenproben oder Mustern zahlen
fur je 2us Loth 1ur. südde, weinn dieseiben frankirt werden. Fülr
Kekommandationen wird eine Gebuühr, bon 2. Silbergroschen —
10 Reutreuzer oder 7 Kreuzer südd. W. bererechnet, wogegen in⸗
dessen auf Verlangen ohne besondere Vergütung eine Empfangs-
bescheinigung (Retdurrezepisse) des Adressaten beigebracht wird.
2) Die Spedition der Zeitungen wird gegeneine Provisidn
bon 28. Hrocent des Einkaufoͤpreises von den Postanstallen hiber—
aommen, wobei eine Ermäßigung auf 1213 Procentvbel fenen
Zeitungen' eintritt, welche sellener als monatlich diermaͤl, erscheinen.
Hie Minimalgebühr beträgt hiebei 4 Silbergroschen⸗
3) Das Insutut der Postanweisungen ist auf den Verkehr
wischen den deutschen Staaten des Postvereins und Oesterreich
aicht ausgedehnt; zwischen den Postgebieten des norddeutschen Bun⸗
des und der Südstaaten werden Postanweisungen' vermittelt bis
zu 25 Thalet oder 43 fl. 45 kr. gegen eine Gebühr von 2 Sil-
hergroschen oder 7 kr., über 25 bis 50 Thalet (48 fl. 45 kr.
— 87 fl. 30 kr. gegen eine Gebühr von 4 Silbergroschen oder
14tr., wobei jedoch der Coupon wit brieflichen Notizen versehen
werden darf, ohne daß hiefür eine besondere Gebühr zur entrichten
vära. Die vorstehenden Gegenstände, mit der Beschränkung der
Briefpostsendungen, Drucksachen x. auf das Marimalgewicht von
16 Loth ressortiren zur Briefpost — andere Sendungen gehören
jur Fahcposi. a 3 J—— . —
4) Für den Fahrpostverkehr wird zunüchst das ganz: Gebiet
        <pb n="572" />
        zur Aufstellung dieser, bei den vorausgegangener Verhandlungen
nemals. zur Eprage gelonnunenen Bedingung aIst Bayern gegen;
ber nicht Ersichtlich Aa bonfeer saserischen Kegierung
die s—— 8. Bundniß ver⸗
ragessnismnualßuündrivpgendsn Fragegestellt
ind auch im Schooße der dayertfchen Volksveritetung eine Bean⸗
tandung desselben nicht erhoben worden ist. Die k. Regierung
hat sich dem Vernehmen nach deßhalb veranlaßt gesehen, gegen
die Aufstellung jener Bedingung Verwahrung einzulegen uud. die
Erllärung abzugeben, daß sie die, fragliche Bedingung bayerischer-
reits als erfüllt betrachte und demnach den Zollvereinsvertrag als
dure ratificirt ansehe. — Die Kriegsminister von Baden und
Suaratemberg werden heute hier erwartet; und voraussicht
tich morgen werden die süddeutschen Militärconjetenzen durch Hrn.
5 Hohenlohe eröffnel werden.
Munmrchehn,g du Dec.n Die- Militärconferenz wird voraus⸗
ilh nur gerjnge Resultate exgebhen· Bayern wünscht auch Ve⸗
inharungemn uüͤber Bermersheim, Rastatt und Ulm, sowic übet
zemeinsame Unterrichtsanstglteu. Wuürttemberg und Baden sind
wenig enigegenkommende e pe ree e —
uo Mürnbexg; A. Dec. Der hiesige Bürgerverein petitionirt
benfalls beim Landiag um Einführung der Ciptlehe
und der xonnfessiornslTosen Voltsschulen. ula
euen.
Se. Maß der Konig haben allergnädigst geruht, unterm
26. Nob. d. J der Pfälze“ Maximiliansbahngesellschafi die lan—
deshertliche Bewilligung zur Bildung einer besonderen Actiengesell-
chaft für den Bau und Betrieb einer Fisenbahn hon Winden nach
Bergzabern unter Rem Namen „Kgl. Bayer. Actiengesellschaft 9*
Winden-Bergzaberner Eisenbahn“ mit dem Sitz in Luͤdwigshafen
a Rh. ,‚und einem Grundcapitale von 7,000 fli welches in Ac—
tien à 500 fI. auf, den Namen oder Inhaber lauteud begeben
wird, auf die Dauer von 99 Jahren, zu ertheilen und zugleich
die Zinsengärantie des Staats zu 406. für das Bau- und AÄus-
rüstungsscapital der neuen Bahn auf 25 Jahre vom Tage ihrer
Vollendung und Eröffnung gemäß 8. 28 des allerhöchsten Länd⸗
tagsabschiedes vom 10. Juli zu gewähren; die allerhöchste Con⸗
essionsurkunde, sowie die genehmigten Gesellschaftssatzungen werden
zurch das Kreisamtsblätt' der Pfalz bekannt gemacht werden..
Zufolge Regierungsbeschluß vom 2. December 1867 wurde
der Schuldienstexspectant und interimistische Schulverweser Fried-
ich Lützenberger „von Asselheim zum Lehrer an der protestautisch—
deutschen Schule zu Oberbexbach vom 15. November l. J. an
tnanit.
125.Bexrili n 80. Nop. Der Fehler, welchen Napoleon mit
der Einladung der kleineren deutschen Staaten und namentlich
Sachsens und Hessens begangen hat, wird nicht blos in Berlin,
ondern auch in London und Petersburg gerügt. Ja, in den letz—
en Kapitalen forscht man noch ernster den Hintergebanken nach,
pelche Napoleon dazu bewogen haben können, Preußen so arg zu
nerletzen. Die Mächte sind mißtrauisch geworden, und wenn die
Tonferenz nicht zu Stande kommt, so kann Napoleon sich nur
elbst anklagen. Preußen hat auch in Darmstadt noch nicht das
eßter Wort gesprochen und je nach dem Gebahren des Herrn
»Dalwigk, des Rheinbundfreundes, wird der Erust der Sprache
u Tage creten. Unterdessen haben wir wieder einen Conflik
wischen dem Grafen Bismarck und Hrn. Twesten zu constatiren.
Der. Graf chat dem Referenten der Budgelcommission den Ausdruck
„Vertrauensbruch“ in der gestrigen Sitzung so übel genommen,
daß er nach kurzem Nachdenken, ohne Jemanden zu grüßen, den
Saale verließ und heut dem Vorsitzenden der Commission, General
Stavenhagen, die Gründe des Weggehens schriftlich mitgetheil
zat, worin er hexvorhebt, daß sein Amt ihm unmöͤglich die Ent—⸗
zegennahme perfönlicher Beleidigungen zur Pflicht machen könne,
daß er außer Stande sei, sein Amt durchzuführen, wenn er nicht
zegen personliche Invektiven gesichert sei, daß er daher bis auf
Weiteres an den Berathungen nicht Theil nehme. In Abg.⸗Krei⸗
en wird der Vorfall viel besprochen und man bemüht sich, einen
Ausgleich herbeizuführen.

1Wien, 1, Dez.“ Die hier circulirende Volksadresse, welche
ich fürnn die Aufhebung des Concoxdats ausspricht, zählt rirca
LL.000 Unterjchtiften von Katholiken. — Wie die „Reue Freie
Bresse.“ meldet, übernuhm das hiesige Bankhaus Max Springer,
mn Verein mit noch anderen hiesigen und auswärtigen Häusern,
den noch unbegebenen Rest des steuerfreuen Mettalliques-Anlehens
aon circa 12 Millionen auf feste Rechnung. —. Nach der Mor⸗
zenpost erklärte dem Kanzler v. Beust der russische Gesandie Graf
Stackelberg in vestimmtester Weise, allen Czechhenagitationen fern
uur stehen. ... —
uinn Wisen; 3. Dez. Die „N. Fr. Pr.“ meldet: Eine Reor—
zumsaton der Militfäraxäuzeist. beyorlfehende. . — Der römische

Botschafter Crivesli wohnie dem gesteigen Ministexrathe bei, wo
—D s8s
3 Die 8 Ot Ereibt officiell: —* et aus
Ienn dig Ank Freaatte. Rovara“ Imtt der Leiche
Maximillaus J
Prag, 2. Doz. * Gegen mehrere Pfarrer deutscher Nati⸗
»nalität im Saazer Kreise Bohmens sind gerichtliche Unsuchungen
vegen regierungsfeindlicher Kanzelreden anhängig gemacht worden.
— Wegen der gegenwärtigen Große des Frachtenverlehrs. sindet
hei der Staatgbahn eine Vermehrung der Betriebsmittel um 500
daecne san *
Frankreich.
4. Pa xziesb .30. Nov. Im Museum des Louvred und 3war
in dem Sagle, welcher die Erinnerungen an, die Hertscher Frant
reichs enthält, befindet sich ein Glasschrank, worin ein silbergestid
ter Schuh und ein Schmucdkästchen pon Marie Antoinette aufbe—
vahrt wird. Der Catalog belehrt uns, daß, die Konigin, durch
Schönheit und namentkich durch einen sehr kleinen“ gietlicheii. Fuß
misgezeichnet gewesen ses Das Schmucklüftchen hat seltsamer Wa
die Gestalt enes Sarges Nicht weit von diesem Schranke erblicker
vir. die Krone welche Napoleon J. bei seiner Kronung getragen
inen Arbeitstisch Ludwig XVIII. den Krhnunggeflitterstaak Carj X
ind den Philwpps. Es muß dem Kaiser
ind seiner schönen Gemahlin gar eigenthümlich zu Muthe werdem,
venn sie diesen Saak duxchschreiten, der rings garnirt ist mit den
Truͤmmern und goldenen Fetzen“ furstlicher Herrlichkeit und desset
Schaustücke einen glänzenden Beweis liefern für die von einem
Zariser Advokaten kürzlich vor Gericht? muthvoll ausgesprochen
Behauptung, daß die Dynastleen in Frankreich sich nicht länger
ils etwa 18 Jahre zu halten, pflegen. — Die Kaiserin hegt, wit
ranzösische Journale versichern, eine hohe Verehrung für Marie
Antoinette, sie trug bei“ den Festlichkeiten des Jetzten Sommerz
ald' eine Robe, bald“ eine Mantille,' baid einen Schmuck à lIa
Marie Antoinette —aber sie möchte nicht gern gleich jener un—
lückl'chen Fürstin behandelt werden.“ — Als daher kürzlich der
Chef der persönlichen Sjcherheitspoltzei des Kaisers, Hicroy, dem
aiset meldete: die bei den letzten Unruhen auf dem Monlmartreẽ
yerhafleten Leute haben unser andern aufrührerischen Rufen auch
nen Schrei niedet mtt der Fere mden“ ausgestoßen, und als
die Kaiserin dies zufälligerfuhr, war sie so entrüstet, daß sie die
Absetzung des Beamten, der so etwas zu melden wage, verlangte.
dicroy, der getreue Begleiter und Wächler des Kaiserd, der Maunn.
dessen Scharfblick Jjeden Atentätet schon, auf, iausend Schritt Ent—
ernung erkanute, watd ewn obgleich“ gin selbigen Tage. du
Zeitungen meldeteit: „Man fürchtet allgemein ein Attentaͤte Dat
hariser Publikum erblidt in der Entlasfung des obersten Mouchard
Spitzh einen neuen Bepeis dafür, daß die Kaiserin das Regi⸗
nent führe, ünd eben das Ifrs was die hohe Fraun, die eins
vegen ihrer Schönhett und Liebenswürdigkeit Hochgefeierte, unpo⸗
hulür macht, Fruhet thnfen thr, wo sie sich öffentlich zeigte, Hoch⸗
rufe entgegen; jetzt xblic fle uͤberall nur ein ichwmeigendes Voll
und finstere Gesichter 5 BV
Paras, ZDed. dDie dreß franzosischen Didistonen, di jn
oin gewesen, werden eideswegs in ihre alten (französischen)
Quartiere zurijgke hrene sonndtn gin Ufer des Mittelmeeres zwischen
—X— —R e d jeden Augenblick wie⸗
der zur Einschiffun Ju sein. Andererseits wird die eng⸗
ische J—— Schiffen, die sonst gewöhnlich im
Tajo überwinterte dieses Jahr' nach Malta gehen, um etwaigen
Vorgängen in Ilalien hiahe zu sein. —. In der heutigen Situng
des veseaedendn Forperg am die. römische Frage zur Verhand
ung Vorher brachte jedoch Herr Piscard im Ramen feiner
Pariser Collegen eine Interpellationsforderung über die Angelegen⸗
heit der F a b ritanpen ein. Hr. Rouher bat, die Jorder⸗
ing zu vertagen, da Regieriing und Präfectur sich gegenwärtig
mit der Frage beschäftigten.“ Jul. Favre sprach zuerst über
Rom, riach ihm Chesnelong von der Maäjorität; damit wird die
Jeutige Sitzung, in welcher. der Zudrang des Publikums sehr groß
var, ausgefülls sein. —
Paris 8. Dez. Der Monileur meldet, nach einer De—
pesche aus Rom habe Geueral de Failly und sein Generalstab,
die nach dem Ahmarsche der Truppen noch in Rom geblieben
varen, gestern um 3 Uhr Nachmittags definitiv Rom dverlassen
und sich nach, CivitqeVecchia begebhn.
—— Runßiland. 6*
Der ständige Correspondent der „A. A. Z.“ „von der pol
nischen Grenze“ „der übrigens, wöchentlich einmal wenigstens don
jedrohlichen Bewegungen der russischen Armee zu berichten weiß,
chreibt unter dem 24.0 Rovember: Die jüngsten Truppenbeweg
ingen, welche im Innern Rußlands, sowie an der litthauischen
Grenze siattgefunden, verrathen nach den Aeußerungen hochgestelltet
zusjfischer, Offickent qunenscheinlichkh den Zweck eine ansehnliche Streit—
        <pb n="573" />
        e, nee tne VBerew is esß
Am 27. Nob. wurde im Bauwaldn bein Kirccheimbe⸗
anden ein Wildschwein durch Hrn. Fortstgehilfen· Rotberg aufge⸗
purt und durch die hierauf Jagd machenden Schuhenderlegt.
dasselbe Keuler) wiegt 133. Pfdr Auch· ms · der Gemarlung
on Dannenfels wurde am närilichen Tage ein Mildschwein durch
dxm Heinrich Gümbel daselbst erlegt ”ö no x—
F Aus Anm b enger 80. Rod. wiron dem BVollsboten. geschrie⸗
jenz Gesiern Nachwoltag ereigneie Rich hier ein bellagendwerther
Borfall. Ein in der Gewehrfabrik commandirter- Officier, Hert
dauptmann verCoulon, war damit beschäftigt, das von Hrn. Wer⸗
her construirte und borgegeigte Gewehr in dessen Gegenwart⸗der⸗
chiedentlich zu untersuchen, Unter anderm wurde auch die dazu
Jehbrige; Patrone eingelegt. Beim Hinlegen auf den Tisch— ging
iber der Schuß los und schleuderte das Geschoß gegen ein Eisewni
zlech, don welchem es abprallte und einen 17jührigen, sehr befae
zigten jungen Arbeiter, Sohn des Forsimeisters Pflauen töodlich
ʒerwundete, so daß er nach 15. Minuten verschied. Ein. Meiall-
plitier hatte die Brust durchdrungen⸗a αιαι
4 die Universität Göttingem hat den Staatsrath Proj. Sa⸗
hariae als Mitglied für das Herrenhaus prasentirzu eνια
22 die preuůßische Regierung hat sich wiederum neranlaßt ge⸗
ehen, gegen die Verleitung? zur Auswanderung zu warnen,“da
zach amtlichen Nachrichten, die peruanische Regierung pon Neuen
deabsichtigi, Deutsche zur Auswanderung noch Peru zuherleiten,
und es soll sich jetzt darum handehn, 6000 Deutsche über Ant⸗
verpen nach Lima zu schaffen, damit diese am Mairo eine Colonie
gründen. Zum Zweck der Anwerbung von Auswanderern für die-
es Unternehmen ist mil dem Dampfschiffe von Lima Aus ein zum
Fonsul· in Gent ernannter gewisser Peter Martinnach Europa
zereist. Dieser und ähnliche näher gekennzeichnete Auswanderungs⸗
ügeuten betreiben nun Privat-Speculationen und schicken ihre
Ipfev ing sichere Elend. Die BezirlsNegleriiugensind nun an⸗
Jewiesen, nicht nur. Warnungen zu alassen. Iondern gegen die
— ιια α Lgenten das strafrechtliche Verfahren einzuleiten. ——75

c5 — it ad— ie d ee

—— ——1— volha, der in. Wien ansässig geworden und in Oe erreich? sei
— na Schwurgericht ditin den73 * degütert ist, ein Schwiegersohn Louis Philipp's, ein Vetter des
I Qubrial sse 7 derzogs Ernst, ist zum erblichen Mitgliede des bvsterreichischen Her⸗
Zwen bereuren, D. Dekembedt — gegen Marz nhanses etnannm sorden.. J
in Peuge B80Jahr alt Wingehn bot uttthanch, weden 7 pest h 830. Nov. Der hiesige Oberrabmer Meißel
horsatzcher Körpervort unth Fesnnds ighetdmit achgefvtgiehn Tode. st heile nach. Liner schwungvollen Vredigt über die Emancipatidn
lad Mech Chhu esdn. lbCad hatth der Aucheklagtt, der zer Juden auf der Kanzel vom Gohienschlag. gerührt:worden.
een e geichildert wird, sei; Zwei Situnden darauf war er eine Leiche. 1 8
en Boft ing die Scheuer- sadgeghates gefshrru. als FLegterer. 7 Paris. Die durch ihren Proceß (wegen des Mordes
er. wir het. Nigellaate —— Faͤe seinem Fenster sui Walde von Fontainebleau)so berüchtigt gewordene⸗ und. zu
eraus rief?n Laß es trachegi, die Nitltzn bsicht nicht, drückt nur, ebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilte Möͤrderin Madame Fri⸗
zet Benedikt — sich selhste meinend — bn noch.“ Der Ange- jard ist im Gefängniß, mit Zwillingen, einem Knaben und einem
lagte, der mit seinetn Vater in großer Une nigkeit lebte und den— Nadchen, niedergekommen.. ——4
elben schon bfters auf dĩe rotheste Messe mißhandelt hatte. drat 4Das Blalt „Conte-Cavour“ von Turiu meldet, dag die
aun, obschon die Anwesenden und selbit seine herbeigekommene Quästur die Aufführung des Drama's:: „Dex Herzog von Enghien“
rchefrau ihmẽ abriethen, indas -Haus seines Vaters, worin es jon Frederico Pugno, die auf —den-Theater Gerbins statifinden

ofort krachte und rappelte,wie wenn etwa zusammengeschlagen ollte, untersagt hät. ε ,
vürde. Vald daxauf lam, der Angeklagte, der schon vorher einen 7 Unter großen Feierlichkeiter ist in Rewgrerkent Gegen⸗
eichenen blutbefledtzu Stiefelziehes ausgi dem Hause, in den Hof vart von 20 Sischöfen zu einer neuen gothijchen Dominikanerktrche
hinausgeschleudert, halte, wie der imden: Hof Jurück, zeigte“ dort der Grundstein gelegt worden. Der Bau soli anf *00,000 Doß
vem anwesenden Zengen Schackert- obrrhalb detß Mandes eine blue u stehen kommen und kostet der Plutz außerdem 117.000 Doll.c
ende Stelle mit-den Worten: Mun guck finmal her, wie mir .Karlsruh e, 30. Norr In der heutigen? Serienziehung
nein Vater mit dem ·Stiefetziehex Cduher geschlagen hat; was thä⸗ er badischen 35 fl.-Loose wurden folgende 20 Serien 2560 Stüs
est denn Du macheu —und Erwiederke auf dessen Aeüszerunig: dodse gezogen. Serie, 187, 667. 1649.: 8032. 88840 8060,
Wenn das gewußt hatte, würen ichtzin in Agekommen,“ dem 1075, 4800, 4256. ,44614, 4595, 47758, 47οσοε, 68οο
elben? „Dann hättest; du, auch? kriegt. fu Schackert, cilte nun in 5418 6500 69337728 ιααι
as Wohnzimmer und, Jand hier, den alten Pelgen neben dem —Wien, 2. Dexe Belẽ der heute stattgehabten Serienzieh⸗
Bette vewußtlos, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben. auf ing der österr. 100 fl.-Loofe mon 1864 wurden folgende 8 Serien
em Boden liegend. Des adern Tagk wurde argtiihe Hilfe ge· ioo Stüd Soose. gezogen. Serie 366. 472 1084 1030;
ncht; Der kal. Bezirkzarzt fande degran, Meittag den Verletßten, der 1122, 1978, 2072, und 317007 und' fielen: bei der alsbald vor⸗
en Schädelknochen mehrfach gebrochey hatte, wodurch ein Bluter⸗ enommenen Gewinnziehnng auf folgende Nummern die beigefe htes
zuß in der Hirxnschals entstanden war, gin e Zustande, drämien: Serie 3683Nir 38 ifl. 250,000,0Serie 472 NRr. 98
zet bis zu dem in Folge hlepom dafdnzeingetretenen Tode annn- j. 25,900, Serie 1978 Nr. 73 fl. 15, O00, Serie 1089 Rr. 83
erbrechen —33 duf die i 10 000.. Die Auszahlung erfolgt am 1. Marz 1868.
benerwahnte Reußerung dehgselben zugerufen: Ace solle zufrieden ————
ein, jonst kommeẽ er eari mug 338 Erwiederung en Eatidwirthschaftliches. 53
»effeiben: Koinmdnite dinmnl her in Eethan Haben, bei seinen Dre'Entartung der Kardoffelut Da der Wech
crintritt hade tihn) seiw Vaten mita dein Stsesclziehen angefallen, den seldes eSaotgutes bei der Kartoffelcultur Vortheil' bringt, abet
ihm abgenommen umd nit demeee ihm die gxhaltenen Schlage bis jetzt dieser Saatgutwechsel noch; nicht diejenige Anerkennung
ergolten habe. Der Angeklagte hatte damals: Hauich ggines üner-gefunden Hat, die ihnn gebilhrt, so ist es wohl ganz am Platze,
debliche Quetschung an der Oberlippo. 6π “ eat Geispiele vorzuführen, welche die hohe Nützlichkeit desselbenbewei⸗
Ant Die Geschworenenertlärten ven Mitzeklagten Peilgen der en. Herr Conrud Grülll von Gieren schreibt · nns, daß er seit
abrperderletzung seined Vatersersar schutbig unde nnhmen zugleich angen Jahren schon die blaue Perudianer Kartoffel (blaue rauh⸗
e von dem Vertheidiger, Herrn menandidan Petri plädirten halige) auf seinem Gute augebnut habe, doch hatte er gefunden,
Hisderungsgründe des Reizesuunda rgeminherter Zurechnungsfähig- )atß ungeachtet der Sorgfalt, welche den betreffenden Feldern
ett am worcuf der Amgettegte grcectrere syrftereniß strafe von 8 Jah⸗ ugewiesen worden fery diefe Kartoffelsorte quemtirativx ad quol⸗
en drerurtheilt wurde. alid in ihren Ertragenherunter gekommen sei, dies habe ihn

4
        <pb n="574" />
        destimmt, sich im horigen Frihjuhe S Ceutner blaue Peruvianer von
—E
mas dinn Feldennodnncriha gebracht; i dasn er nuch“ mit 8 Ceni
art vone seins⸗ eigrnencobicuen· Pexuvianern habe befétzen laffen
Docbeertting des Feldes Dungerzustand derselben und Behand ·
hungẽtweise vet Karioffeln ser vdllig gleich gewesen; dennoch wa⸗
der Ertrag von 8 Centner die er aus Thuͤringen bezogen habe,
min AiCentnor größer gewesen als der Ertrag von den 8 Cent
arfelnier ·tgenen blauen Peruvianer, Ubetdies seien steauch in
— V —
uð Dch I ee eee vor zwei Jahren, so
erzahn ves Hetr Rulllet aus Ilsheim, die Strohpreise einen enorm
hohen Pereis vercicht hatten und'es Jedermann schwer fiel, Sttoh
rz e anenn ich nuf den Gedanken, stani
daß wye en genngendet Menge hatte, aber für
d Gulden puh Centner verlaufen kounte,czerfallenen Torf, soge⸗
— — —

nannten· Torfnrull/ als Einftreu Vnzutvenden. Ich muß gwak ge
dehen; daß sich die reegus d et r fss leicht
aite Rbrfmuli vewrelstelkngen . ole e gemeinhin ie Stroh
noglich un allein ais ia peo Aage zwei Mal den Stau reimigen
ließ was mmer waͤhrend der Flitlerungszeit geschahte gin!Bodh
die Sache ganzgut. FIche hubb im Winterl 808/66 ganz ut an
Blreumateriat 1300 Gulden erspart Ftoilich war ich seht ge
pannt, ob nitht an Nachthein Un Foltge deß von der Einstten von
Torfmull erzeugten Dungert ersichtlich sein? werder.n Darum hare
ch denselben/dergleichend mit Strohmist, auf einem und demselber
Felde in Anwendung Hebracht nd nuß Hun, natch Iwbei dem be
reffenden Felde abgenommenen Ernten gestehenDesß ich abech micht
den geringsten Unterschied während des Wachsthums der Pflanzen
nbch in der Ernte wahrgenommen habe, so düß ich nun fest ent⸗
chlossen bin, den Torfmull möglichst umfanglich als Streumateriah
m berückssichtigen . 418
Mab 44 ean1 366* —— —
Bekanntmachung. 15 F 7 — . —————
Sa? Nag Ven? 7 Vezencbet 18067 NRach ν
mitiags um 28Uhr. dahter beu Philipp pu. *
e Perrrn Wilhelin. Werk — z
acister dahler seine desden Grundstücke hie· 338 eann7 ur
Igen Banties in Eigenthum versteigern: IJn meinen Kleiderlager findern edertutung desnen Ausverlauf der
Minnuummers 15880. 73 Dee. Acker legantesten Eleider, Halsbinden re re udedeutendu herabgeseßtet
V eee e en Preisen ffaf9tt. t 6 F X —————
zotrg Peters und Bruüder Schmelzer. auen n eret ehe etzhetuu n n 330633 — elJ. — —
Plannummewo 1580. 74 Dec. Ackeeee ———,—— 8 72
in ee Rilolen Buchhen mu eccc Laroband Tailleur · in Swweibrüoken. .-
e —D Giebel un⸗ — 77 — — 7 — — T — 7 —— 78 — 7* 532*
n rfen. * —— —XRX sehem, und be⸗
Inn —— Notar Chilenisches 71 — AnpfelItxraut find
— MAMAooaò”»o lÌrtre———rrﬀqoe æ2—— 4* 9— roffen beia i: '
Ne 358* Conventionelle ane e t fie n h DO l 3. e Fritz Panzerbieter
Wiederversteigerung. Das beste und pilligste Mittel —
Semiag den 21. Seinber 1867 um Waschen aller, nameutlich
anntas pen in Dezember 807. einer gefärbter und ungefärbter
seqhmitiags 2 Uhr. zu St. Ingbert im Ztoffe, ais Seide, Wolls, Baum-
Coaso: Oberhauser wird folgende dem wolle, Leinen, Handfchuhe u. w.
vhuhmacher Wilhelm Guckeisen von Itfernt zugleich alle Fettflecken
hier getdrige Liegenshaften St. Ingber hne dabei den Stoffen noch Far.
er Bannes, nicht erfolgter Zahlung des —— — —
Sieigpreisea derselben halbet, auf Anstehen 9 gste zr yvä
e n n Gebrauchsanweisung.
genthum versteigert, näwlich Das Seifenholz wird in W
*3 z wird in Wasser, warm
1) Dessen im Mühlenecke gelegenes zwei⸗det kalt, iu kaltem Wasier jedoch minde⸗
stodiges Wohnhaus mit HOofraum und eng rine Stunde, eingeweicht — die
Zugehor nehen Schreiner Boi. „urch ein dichtes Tuch abgegossene Brühe
2) 29 Dec. Acker rechts an der Kapelle, ne · — ————
ben Franz Joseph Behr Erben m d eaeededin gletch in
BSorn, igl. Notar. altem Wasser nusgefpult, bis das Wasser
—DRAECLICIXIEE nicht mehr schäumt. — Stoffe die zum
Hausversteigerung. Bleichen bestimint sind, ebenso.. 5
Is Zarte Farben und Stoffe werden
Samstag den 7. Dezember 1867, Nach⸗ ur talt gewaschen.“ — Gut ausgezogen
mutags 8 Uhzr, ga St Ingbert in seiner rhält man von einem Pacchen Senfenbolz
BVohnung läßt Herr Phili pp Strad zwei Eimer start schaumendes Waschwafser,
dahier, sein an der Bahnhofsstraße gele. Vorrathig bei
genes zweistöckiges neuerbautes Haus we u, * i. te —
antenen auf lange LTer⸗ r eter.
mitie eigenihümlich verstegern/ is zumn FACLEIAC FATIIXMSCC
BVersteigerungstage kann dasselbe auch aus Neihnaohts·Ausstollung
sreier Hand verkauft werden. Näheres
imn Geschüftsburean Westphälinger oder
he im Eigenthümer selbtt. *
Sorn, kgl. Rotar.
* kenachrichtige meine verehr⸗
Kunden und Goͤnner, daß ich
itatvn aller Holzarten: Eichen,
ubaum, Ahorn, Mabagoni,
Palisander ꝛe. re. Ubernehme und
dnnen Probeonstriche dei mir eing esehen
—D A
Witwe Etyochel, Tunchet.
ααα * Z ⸗ * — t
Eine reiche Auawahllll
27 3 zc
a herabgesetzten Vreisen empfieblt
ν Frau Frν, Wiitwe.
u

— —

Wohnungs- Veränderung.
IZch zeige meinen verehrl. Kunden an,
daß ich nicht mehr bei Herrn Bäcker Co—
bigfle sondern bei Herrn Wogner Herr
jer, im zweiten Stoͤ, wohne
Joh. Keipert. Schneidermeisier.

2 ineinander gehende moͤblirte Zimmer,
vorn heraus, sind zu vermiethen und so⸗
gleich beziehbar bei
Frau Kitter, Witiwe.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ x. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 8. December.

Weißen 8.fl. 88 kri, Korn'7 fle Id ke—
Gerste 2reihige, — fl. — ir., Ger ste —
reihige, 5 f.807 kr., Sbelz 8 . 20 kr,
Spelztern — It. Dinfel 1s
a2 trMisd frucht Añ. ie, dase
mfl 583 kr, Erbsen õ I. 37 ie an
s 30 tr.Kartoffeln Jf. 18 ir. Heu
s0 t. Siroh Ift, 6 ir., her
Jentner. Weisbrod ünß Kilogr., 21 tr.
Lotnbrod 3 Kgr., 81 ir., dino2 Kgr.
21 kr., dittoJ Kyr. Ukr., Gemischtbrod
3 Kgre 80 Ir, TPaar Wed, goi
2 r., Rindfleisch, J1. Qual. 18 ir. 2
Qual. 10 tr., Kalbfleisch 14 kr. Hammel⸗
deisch 16 kr. Schweinefieis iß h
Pfd. Wein 24 ir., Bier, 6 kr. per Liter
Buttet 80 kt. per Pfund.
SGSruchtpreife der Staddt

Kaiserslautern vom 83. December.

Weizen 8 fl. 87 tx. Korn 7 fl. 13 ir
Spelzlern — I. — Iri Spelz 5l.
40 tr., Gerste 56.fl. 51 fr., Hafer 4 fi.
49 ir. Erbsen 5 ii. 5litt., Wicken 4 fB
38 tre Linsen 6sk 48 tr. per Zentner.

Brodpreisße: 6Pfd. Kornbrod 82 kr
83 Pfo. Gemischtbrod 17 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 16 ir.

25

Nedaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

61.
        <pb n="575" />
        — 9 ⸗ 27 74 23 J —9* — — — — ————
*5 »7
—856 J n herb er— * Xnzei er.
„ —F H—— — J 0 — — — * Mu 9 **
ι — 4 e ιιν ν
ae e en ι . σσ σσ αααιασ- ια
Det Sit. In gberter Anzeiget“nit? jeinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal Dienstag Donnerstag
and Samdt'a g.. Abonnenientsbreis vierteljährig 45 Erzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen sberden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Ve pe 3 2Blattschrift oder deren Raum berechnet. J
—— ——— —— — — — — —— —
Nro. 146585 α ZSaustag, den 7. Decemiber —V ——— — 1867
——— — — — —— — — — ——— — — — — — —FSe«æ——— « — — ———— ——— — — — — — — —
e Deutschland.
Munchéen;8.“ Dec. Bemerken wollen wir, daß die bis
jerigen Beschlüsse des Kammerausschusses über das Wehrgesetz nur
xovisorische sind. Nach Feststellung der Redaction tritt der Aus—
schuß am Donnerstag in die zweite Lesung dez Entwurfes ein.
Das Gewerbegesetz kommt am nächsten Samstag in die Reichsraths—
ammer zur Berathung; der betreffende Ausschuß beantragt keine
wesentliche · Aenderung an den Beschlüssen der Abgeordneten. Der
Ausschuß der Abgeordnetenkammer für das Malzaufschlagsgesetz
zat heute in vierstündiget Sitzung 11 Artikel des Entwurfes meist
im Sinn der Regierungsfassung erledigt. Bei dieser Gelegenheit
iei bemerkt, daß der Entwurf vom Finanzministerialrath v. Engerer
herfaßt ist.“ Sollte der Landtag für den zu errichtenden Ver—
waltungsgerichtshof eine größere als die von ber Regier—
uing vorgeschlagene Competenz fordern. so würde die Regierung.
vie es heißt, den Entwurf lieber zurückzichen. Die nächste Sißz-
ung der Abgeordnetenkammer findet am Montag- V. De—
cember, staitt.
—MuUnchen, 4.“ Dec. Ein Correspondent der „Augsb.
Abdztg.“ hört, daß sowohl der Referent Abg. Frhr. v. Stauffen⸗
berg, als auch Abg. Dr. M. Barth, welcher mehrere Modificatio-
rien zu den Schlußartikeln des Wehrgesetzes eingebracht hatte,
damit einverstanden ist, daß, wie der Regierungsentwurf vorschlägt,
zur Aufrechthaltung der Ordnung im Innern, an Stelle der bis—
herigen Landwehr eine Bürgerwehr treten soll. Es wird
iber zugleich beantragt, daß die dermalige Landwehr nach den bis⸗
herigen Bestimmungen als Bürgerwehr bis zum 1. Januar 1869
fortbestehen und denn durch ein Gesetz aufgelost werden soll —
o, daß also bis dahin das Gesetz über die Bürgerwehr in Kraft
zu treten härte. Das Staatsministerium des Inneren hat sich
ruch schon bereit erklärt, den Entwurf eines Bürgerwehrgesetzes
den Kammern vorzulegen. — Der Malzausschuß hat nun—
mehr die 15 ersten Artikel des betreffenden Entwurfes erledigt.
Nur zwei Fragen principieller Natur werden eine größere Dis—
russion hervorrrufen: die Ausdehnung des Gesetzes auf die Pfalz
ind das Capitel über die Strafbestimmungen. Mit Spannung
sieht man der morgen stattfindenden Ingangsetzung des Reedinger-
Bolzano'schen Malzmessungs⸗ und Controlapparutes entgegen, denn
auf der Zweckmäßigkeit desselben basirt ein großer Theil der Be—
timmungen des neuen Gesetzzägsgsgs.
München, 4. Dec. Die Berathung des Gewerbegesetzes
wurde in der gestrigen Sitzung des Socialgesetzgebungsaus—
cheuessses der Reichsrathskammer zum Schluß gebracht. Der
Ausschuß wünscht, abweichend von den Beschlüssen der Abgeordne⸗
enkaumer, unter die concessionspflichtigen Gewerbe und Unterneh⸗
mungen auch die Leihbibliotheken, Lesecabinette und den Handel
nit literarischen und artistischen Erzeugnissen aufgenommen, in⸗
zleichen soll der Ausschank des eigenen Erzeugnisses der Brauer
von einer Concession abhängig gemacht werden, wie auch der Aus—
schuß der Abgeordnetenkammer in Vorschlag gebracht hatte. Ent—
prechend dem Vorschlage des Regierungsentwurfes sollen die Be—
nmmungen wegen Verleitgabe geistiger Getränke Seitens der In⸗
Jaber von Conditoreien oberpolizeilicher Regelung vorbehalten blei⸗
»en. Auf den Beschluß der Abgeordnetenkammer, wornach die
Bauhandwerker ihre Befähigung durch eine Prüfunmg nachwei—
en sollen, glaubie der Ausschuß nicht eingehen zu dürfen und ver⸗
warf den darauf bezüglichen Artikel. Weiter sollen für die An—
rahme von Schätzungen und Auctionen „die einschlägigen Gesetz—
destimmungen in Kraft bleiben“, während der bezügliche Artikel
nach dem Beschtusse der Abgesrdnetenkammer dahin lautet, daß
iese Geschafte „nur von denjenigen Personen betrieben werden
ürfen, welche von der zustandigen Behörde hierzu bestellt sind.
München, 4. Dec. Die „Süddeutsche Presse“ meldet,
zaß die schwebende Stgatsschuld Oesterreichs das gesetzliche Maxi—
mum fast erreicht habe, es fehlen 583 Millionen.
Dienstesnachrichten.
Se. Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen gefun⸗

1—
        <pb n="576" />
        Familienfonds. — Zum— dritten deutschen Bundesschießen in Wien
m Juli 1868 werden schon jetzt die Vorbereit ungen getroffen.
gPest h 54. Dec. In Beantwortung einerInterpellallon
des Depuurien Perczels betreffs Errichtung einer nationalen Armee,
ertlärte dek Ministerpräsident Graf Andrafsyin der heutigen Sitz-
ung des Unterhauses- daß die beiderseitigen Ministerien im Ein⸗
vernehmen einen Wehrgesetzentwurf den beiden Legislativen, wenn
zuch nicht im gegenwärtigen Jahre, jedenfalls aber im Laufe der
egenwärtigen Session, vorlegen werden. Das Haus nahm die
yrklärung mit lautem Eljen auf. Der 8. 1des Gesetzes über
zie Theilung det Staatsschuld wurde hierauf mit großer Majorität
ingenommen.

im 30. October adurch einen Orkan-fast ganz zerstört. »200 Per⸗
onen sind getödtet worden und viele Schiffe gestrandet. 9
Londeon, 4 Dec. Reuters Office“ verdffentlicht folgende
depesche aus Newyork vom 3.. Dez.: Die Botschaft des Präsi—
enten an den Congreß betoönt in den Hauptpuncten Folgendes:
johnson erwartet die Wiederherstellung der Constitution durch die
ßesetzgebung des Congresses. Die Union existirt nicht mehr, wie
ie unsere Väter verstanden. Johnson hofft, daß Alle schließlich
inig sein werden über eine Lösung, die mit den Interessen des
Friedens und der Constitution im Einklang ist. Johnson verlangt
ringend, daß der Congreß die Acte, welche den Süden unter Mi⸗
itärherrschaft stellt, auffebe. Deren Fortbestand vermehre dire
Zteuern und lann schließlich zum Nationalruin führen.“ Ein steh
jendes Heer und mehr als 200 Millionen jährlich wären wahr⸗
cheinlich nöthig, um die Gewalt der Regierung über die Neger
uu behaupten. Johnson sagt, wenn der Congreß die Acte selbst
n aller. nöthigen Form adoptire, um däraus æin Gesetz zus ma⸗
hen, welches die Competenz der Regierung begränze, so müßte der
zeigeordnete Präsident die hohe Verantwortlichkeit seinerStellung
daran setzen, um das Leben der, Nation zu retten. Die Rückkehr
zu den Baarzahlungen, sobald als dies irgend möglich mit den
ßrundsätzen einer richtigen Nationalökonomie vereinbar ist, ist
eine evidente Pflicht der Regierung. Die Reduction des. Papier⸗
jeldes folge nicht nothwendig daraus. Aber die Papiermährung;
nuß auf gesunder Basis reorganisirt und das öffentliche Vertrauen
n Bezug auf die Staagatsschuld muß feierlich gewahrt werden.
die Rückkehr zu den Baarzahlungen würde die Vorurtheile ver⸗
hwinden lassen, die sich erheben könnten. Die Einnahmen des
etzten Jahres betragen 490 Mill. Dollaxrs, die Ausgaben 346
Nill. Die Finanzaufstellung für nächstes Jahr beträgt 417 Mill.
kinnahmen und 893 Mill. Ausgaben. Das Kriegsministerium
iimmt 77 Mill. in Anspruch. Keine Frage trübt erustlich die aus⸗
värtigen Beziehungen. Die Reclamationen wegen —
»er Alabama sind noch nicht erledigt. Johnson, glaubt.das
Schiedsgericht ablehnen zu müssen, weil bis jetzt dieser Vorschlag
nit Vorbehalten begleitet ist, die unträglich sind mit den Rechten.
ind Juteressen des Landes. Johnson hegt keine Furcht, daß Eng-
and darauf beharren würde, vernünftigen Reclamationen kein
Zehör zu schenken, die durch das Princip der Nichtinterventiou
egründet, welches von nun an nicht. minder wichtig für Amerika
ils für die anderen Nationen ist. Der Vertrag mit Dänemark
zetreffs der Abtretung von St. Thomas und St, Jean ist ab—
zeschlossen.

Fraukreich. —B
Paris, 2.. Dez. Im gesetzgebenden Körper- sagte heute
zules Favre: Das Juteresse Frankreichs war, die Einheit Ita—
iens zu unterstützen. Er spricht von dem üblen Eindruck, der
zurch die französische Intervention in Italien hervorgebracht wor⸗
den sei. Aus der Conferenz, meint er, werde nichts hervorgehen,
us eine Demüthigung des Papsttihums. Der Redner schließt:
die französische Regierung habe die Enchclica durch den Staats—
rath zereißen lafsfen, habe aber die Fetzen derselben wieder auf⸗
jenommen, um daraus Pfropfen für seine Chassepot-Gewehre
u machen. FL
Paris, 83. Dec. Der Hof kehrt am 15. Dec. nach Paris
zurück und geht in diesem Jahre nicht mehr nach Compiegne. —
In der heutigen Sitzung des gesetzgebenden Körpers ergriff Ches—
relong, ein wortgewandtes Mitglied der katholischen Fraction
)er Majorität, das Wort, um den Ausführungen Jules Fabres
jegenüber die Nothwendigkeit der weltlichen Herrschaft der Päpste
zarzuthun und den europäischen Charakter der römischen Frage
rachzuweisen.“ Sollte aber Europa nicht geneigt sein, für den
Fortbestand der weltlichen Gewalt die Bürgschaft zu übernehmen,
o solle dies Frankreich allein thun; es solle die Septembercon⸗
dention in französischem Sinn interpretiren und in Civita Vecchia
o lange eine Garnison lassen, bis Italien auf „Rom, die Haupt⸗
tadt durch Zurücknahme des betreffenden Parlamentsbeschlusses ver⸗
ichte. Darauf betritt Jules Simon die Rednerbühne, der sei—
ierseits der Ansicht ist, daß für die Sicherung der Freiheit des
atholischen Gewissens die weltliche Macht des Kirchenoberhauptes
janz überflüssig sei. Auch als weltlicher Souverän bleibe der
Papst stets ein „beschützter Souverän“, und dies unterscheide ihn
richt sonderlich von einem Unterthan. Um das Papstthum wieder
jerzustellen, müsse man mindestens bis auf 1859 zurückgehen; und
dies sei eben nicht möglich. Alles, was für die Kirche gethan,
verden könne, sage die Cavour'sche Formel: „De freie Kirche im
reien Stact“, namentlich wenn man dieselbe dahin erweiterte,
zaß sie heiße: „Die freien Kirchen in den freien Staaten.“
Pasris, 3. Der Sturm, welcher am 1. December über
Paris hereingebrochen ist, hat namentlich auf dem Marsfelde arg
zewüthet, und mag der Ausstellungs-Commission, welche mit ihren
diquidationen im besten Gange war, einen schlinimen Strich durch
die Rechnung gemacht haben. Das große Treibhaus des reser—
dirten Gartens hat der Wucht des Windes nicht widerstehen kön—
nen, mehrere der eisernen Pfeiler haben nachgegeben und das
zanze Dach ist eingefallen, su daß dies Gebäude nur noch ein
Trümmerhaufen ist. Die große Mehrzahl der im Treibhause be—
indlichen Gewächse sind bei dieser Gelegenheit vernichtet und ge⸗
bdrochen worden. Dem Austellungs-Palaste ist es auch nicht be⸗
sonders gut ergangen. Ein mehrere hundert Metres großes Stüch
der Metallüberdeckung der Straße, die nach der Ecole Militaire
führt, fiel herab und zwar unglücklicherweise auf das Gitter des
reservirten Gartens, sowie auf ein kleines Treibhaus dieses Gar—
ens, die beide zertrünmert wurden. Die Mehrzahl der Kuppeln.
welche an den Gascandelabern und um das Austellungsgebäude
aingebracht waren, wurden vom Winde herabgeweht und zertrüm⸗
mert. Ein Glück war es, daß diese Verheerungen bei Nacht ge—
chahen und kein Menschenleben dabei in Gefahr kam.

Schweiz.

Bern, 4. Dec. Der Bundesrath erklärt sich in seiner Ant⸗
vort auf die Einsadung zur Conferenz zur Theilnahme andersel⸗
ven bereit, sofern die Conferenz einen europäischen Charakter habe.
Die neutrale Stellung der Schweiz würde die Theilnahme 'an
oloßen Partialconferenzen verbieten. Der Bundesrath könne wohl
von einem im Voraus festgestellten Programme abstrahiren, es sei
vann aber die nothwendige Folge der Natur einer freien Conferenz,
»aß sie der Sachlage nicht praäjudicire, die Berathung sei eine
reie, das Schlußresultat für die Interessenten nicht bindend. Uebri—
jens könne der Bundesrath bei keinem Pakte mitwirken, der mit
ʒem politischen Systeme der Schweiz in Widerspruch steht. *

Italien.
Aus Rom, 27. Nov., wird geschrieben: Die letzte miß⸗
ungene Unternehmung Garibaldis gegen Rom hat es als unzwei⸗
elhaft herausgestellt, daß das sogenannte Comite der Actions-
jartei in Rom gart micht existirt, sondern daß alle jene Procla⸗
nationen, worin die Römer zur Action aufgefordert wurden, im⸗
vortirt waren. Allerdings gibt es in Rom eine große Anzahl
Inzufriedener, die sich aber niemals fest zusammen schlossen, son⸗
dern nur vereinzelt zu handeln suchten. Selbst Garibaldi soll
iber ihre vermeintliche Stärke sich haben täuschen lassen; als er
eines Irrthums inne ward, zögerte er anzurücken, und so konn⸗
en die Franzosen ihm zuvorkommen. Am 20. October ließen
England. »inige Actionsmänner in der Stadt nach dem Einbruche der Dun⸗

London, 1. Dec. Ein schrecklicher Sturm wüthet fort⸗ elheit Leuchtkugeln aufsteigen in den grün⸗roth-weißen Farben von
vährend an den Küsten von England. Viele Schiffer haben bei FItaälien, aber Garibaldi kam nicht. Am 21. Abends geschah dase
Lonstoft Schiffbruch gelitten. Ein Theil 'der Great Easternbuhn elbe, aber wieder umsonst.“Am 22. wurde die Caserne in die“
— Luft gesprengt und die Wache am Capital von einer Hand bvoll
London, 3. Dee. Reuter's Office erfährk aus Newyork, lufständischer vergeblich bestürmt. So vergingen 6 Tage in ängst⸗

19. Nov. per „Java:“ Man versichert, daß Grant mit Geneh-⸗ icher Erwartung, und am 28. Oct. rüdten die Franzosen ein.
nigung des Präsidenten Shermann den Befehl ertheilt habe, nach Turz zuvor hatten 60 —70 Garibaldianer, lauter auserlesene Leute
Washington abzugehen und den Befehl des Heeres zu übernehmen, (darunter Cairoli aus einer der ersten Familien von Padua) sich
o lange Grant Kriegsminister wäre. Die Garnison von Was- dei der Ponte Salara in einen Hinterhalt gelegt. Ihr Anjchlag
zington wird stark vermehrt. — Aus Mexioco, l. Nob., wird vurde verrathen, und sie sahen sich in der Nacht plötzlich von
zemeldet: Juarez sprach über alle gefangenen Kaiserlichen, sowie 300 päpstlichen Zuaben umringt. Rach hartnäckigem Kampfe blie⸗
iber alle Fremden, welche das Kaiserreich anerkannt haben, die ben 830 Garibaldianer todt auf. dem Platze, die Uebrigen wurden
Strafe der Verbannung aus. — Die Stadt San Domiugo wurde gefangen, nur Wenige. enikamen. So. lange die Garibaldigner
        <pb n="577" />
        — M — — — ———— 217
vor der Stadt standen, soll det Gang doni Batican? nach der Vay“ wohnte, soll in Wien die Julie d'Ebergenyi oder Eyergemhi
Engelsburg allnächtlich erleuchtet gewesen sein. damit der Papfi auf das bestimmteste wieder erkannt haben, desgleichen auch die
im Nothfafl sich in das Grabmal Hadrians zurüchiehen konne. Quartierfrau der Chorinskh. Ueber die Familienverhältnisse der
Rom,'3. Dee. Die Ceremonie des Abnehmens der fran⸗ Baronin erfaͤhrt man: Jhr Valer hatte sein Vermoͤgen in einer
zösischen Fahne fand heute statt. Alle französischen Trimpen haber eiwas zu kippigen Lebensweise rasch verzehrt, Seine Gattin hieß
jetzt Rom verlassen. b — fich aus dem Grunde von ihm scheiden; sie nahm die Kinder zu

Florenze A. Dech Die Kammerdeputation der Linken sich und ließ ihnen die beste Erziehung' angedeihen. Ju den ley⸗
hat heute in einer Versammluug einstimmig die Wahl Rattazzis en Jahren befreite der Onker der Verhafteten das Gut von den
sum Kammerpräsidenten? aufgestellt Auch die Mitgliedet der Schulden und übertrug die Verwoltung seinem ältesten Neffen mit
Rechte hatten sich heute versammelt, sie haben jedoch noch keinen der Verpflichtung, daß dieser seine Geschwister? anständig versor⸗
wandidaten feftgeftellt· —Die Eroffnung des Varlaments wird gen müsse. Als vor einigen Jahren die Mutter siarb, heirathele
ohne Thronrede stattfinden. 73 bald darauf Hr. dv. Ebergenyi eine junge Dame'aus dem Bürger⸗

Forenz, 5.. Dec. EDepulirientammer.) Menabrea setzt stande, eind aus diesem' Gruhhde: sagten sich faß sämmilliche Kinder
die Situation auseinander, kündigt. eine Amnestie an und erklärt vom Valer ios. In den letzten Mittheilungen war wiederholt
Rom, für Italien so nothwendig. wie Paris für Frankreich. Er don einem Patet die Rede, welches die Baronin Ebergenhi ihrem
hoͤfft/ das FEinpernehmen mit Frankreich, durch moralische Mittel Stubenmädchen zur Aufbewahrung übergeben und worin sich eine
herzustellen. e ehr7 Theekanne · befunden haben soll. Nun wird hinzugefügt, daß daß

Amerika. Packet auch einen Schlüssel enthalten habe, der, 8 es heißt.

AnRee ve Po r.⸗Node Der Panama Jeht heute na nach München geschickt wurde und, wie man dor erbrobt, genau
. ——*— 3 den predisgen een ee in die Thür der Wohnung der ermordeten Grafin Chorinst paf⸗
w. Magnus,und: den Primgen und die rinzessin von Solms sen soll. Ein Schreiben aus München bringt über die —
Solms“an Bord. en Ire üchteit und Lebensweise der Grafin Chorinsty folgende Schilder⸗

NewYork, 21. Dec. Juarez hat Admiral Tegetthoff bis ge 7 tun ne v
Vera⸗ C — ich⸗ frrutn— Groͤße, ha r
* * escortiren lassen und hat jede öffentliche Demonftration —* * —* Gestchi mn g * * ders hnen
Nemyort, 2. Dez. Seward soll für die (inzwischen hin· Nuth in demselhen ausgepragt. Ihre äu e Ersceinung war jes
gerichtelen) Fenier ein um Begnadigung bittendes Schreiben an ne ehr shmpathische. und trug ihr Benehmen den Stempel
die englische Regierung gerichtet haben. Der- Präsident Juarez der Noblesse an fich. Ihre Zoilette war eleg ant. feim— geschmad.
hat der Regierung der Vereinigten Staaten gagezeigt, daß er den voll. Im Umgange mit anderen Personen · war sie zurlichaltend
Zransit von Kriegsbedarf über mexieanisches Gebles mach dem Terru mit Manuern pflegte sie fast gar keinen Umgang und zwar aus
orium Ai Rücksicht für ihren Gemahl, damit er ihr, wie sie sich ausdrückte.
zona gestatten werde. — “ aft * lie nVerhamisse henee
„Sie wollen“, schreibt Fr. Hecher, meine Ansicht über die sbn aen uen e ene ue sseteriner
seleinstaaterei, welche gegenwärtig in Deutschland. zwei feindliche sie gelcqud, *
dee gebildet d* e e ered oel 8 tiefe Schwermuth. Von ihrem Schwiegervstter fprach fie stets mit
55 — edihe * ertlärliche Achtung, von ihrem Manne jedoch sagte sie wiederholt, daß nwüur
Feigenblatt. Es ist eine interessante Uud“ doch leicht erllärliche Achtung. e et neunn
Thatsace, daß alle, odex jedxifnils DDie überwiegende Anzahl. aller Wedie Ursache ihrer Gemuthsstimmung sei. Sehr bäufig gedachte
zebildeten Deutschem in, der. Union, sbesonders aber diejeriigen, e hres Kindes, und mit Thränen in den Augen pflegte fie du
welche jenseit des Oceans wie diesseit für die republicamsche Fei, sagenz „Gott hat es frühzeitig zu sich genommen, es war gut.—
Jeit kampftein, daß alle hiesigen radicalen Nepublicaner sich wie daß es so kam.“ — Der Bresl. Zig.“ schreibt A
Sin Mann hegen die Kleinstaäaten aussprachen. Richt bloß Kapp. milie des Grafen, Chorinsky ist mit einer ganzen Reihe von bohr
Schurz, Lexow, Douai, Schwedler, Fih, Raustet, Ürentang Herlle, mischen Grafenfamilien mit aenlaugen Stammbäumen verwandt
Prectorius, Staͤngel, Weigel und huͤnderte,“ ja, tausend aͤndere und — J die Baronin Eyermenyi stand trotz ihres nicht
vohlbekannte Namen könnte ich anführen sondern auch die Masse iebr gwe nten Dueg T lie wohnte sogar bei einer stadtbe⸗
der denkenden Deutschen von Boston bis San Francisco slehen lannten Gelegenheitsmacherin D ain den intimsten Beziehungen
auf derselben Seite. Zwei Gründe für diese Erscheinung egen zu Personen der höchsten Aristokratie. Diese Ueberzeugung gewann
nahe. Der entfernte Grund ist der, daß es jeden von üns mit nan aus der Untersuͤchung der Papiere, welche vom Gerichte
Inhrimm und Schum etfuͤllte, wahruehmen zu müssen, mit welher GBewahrsam genommen wurden. Ein im Dienste der oösterreichi⸗
Geringschätzung man von den Deutschen sprach und ihnen begeg⸗ schen Polizeiwirthschaft grau gewordener Bureaukrat meinte des·
nete. Nicht bloß der eingeborene Americaner. nein, der rohe Ire, halb ganz naiv: „Der Proceß kann und wird nicht stattfinden;
ꝝie der Franzose und Spanier; ja, sogar die elendesten Mischlinge man muß ihn niederschlagen.⸗ ———. J
Südamerika's waren und sind verschwenderisch mit Geringschähung; 27 Passau, 2. Dec. Von Wien wird ein gräßliches Un—
—A——— Sonntag, Vormittag, entgleiste auf der
Salon zut Kneipe. Mit Deutschland verband der Fremde den Be. Semmering-Bahn, der an diesem Tage stets starkbesetzle Wien⸗
zriff von Schmäche, achtosigleit. Hilflofigteit. Die gebildeten Deut. Triester Postzug und ftürzte in einen 40 Klafter tiefen Abgrund.
chen aber fühlten die Schmach um so tiefer, weil sie täglich den Maß⸗ Von den Passagieren blieb Niemand am Leben, vom Zugperso⸗
sab des ermorbenen Qhissens und der feineren Bildung au ihre Umge- nal nur ein Bremser, der rechtzeitig noch vom allerletzien Wagen
bung anlegen und Vergileiche ziehen konnten. „Wie anders würde es herabspringen konnte.—
um die Deutschen im Auslande und dem Auslande gegenuber F In Wisen legte eine Dame, deren Crinoline einen alten
ehen, wenn wir eine große, mächtige Ration wären! so haben derrn derart zu Falle gebracht, daß er einen Armbruch erlitt, das
wir Verbannte hundertmal zu einander gesagt. Die einzelnen Gelübde ab, me wieder vas verhängnißvolle Kleidungsstück zu
deutschen Fürsten suchten im Gefühle ihrer »Unmacht, um ihre ragen. —
Souverainelät (an sich und im Verhältnisse zu den anderen deut · Die dichste Frau in Paris, Mad. Elisabeth Veronique
ichen Fürsten) zu stürken, Bündnisse mit und intriguirten — mit dem Montrouge, ist im 47. Jahre gestorben; fie wog 257 Kilogr.
Auslande. Und wenn wir die Summe all' des Jammers, all? (514 Zollpf.) Im Jahre 1848 schrieb sie an die National⸗Ver⸗
ex Unterdrückung, all, der Opfer und Schmach addiren, welche sammlung? „Bürgerpräsident! Ich bin eine schöne Frau, bin
dieses Gebahren mit sich führte, so kommt ein Facit heraus, daß 27 Jahr alt, bin 3 Fuß 8 Zol groß und wiege 200 Kilogramm.
inem Jahrhundert der völlendetsten Einheits-Despotie Parolie Ich wansche, die Göttin der Freiheit bei dem nächsten National⸗
diegen könnte.. —5 kesstte darzustellen; ich bin überzeugt, daß dieselbe durch keine an⸗

Havbanngeh, A. Dec- Ein- großes Erdbeben mit vülkani- dere Person von einer so vortheilhuften Seite gezeigt werden taun,

schen Ausbrüchen hat am 19. November auf St. Thomas und wie durch mich.“ Leider sollte der dicken Fraus dieser Wunsch
denachbarten Inseln fatigefunden. Es sind viele Menschen, unige— nicht gewährt sein; denn das Nationalfest kam nicht zu Standene
ommen. Die Verluste zur Seẽ find bedeutend. —“ Die Fregatte 74 —8 9
odara, welche die Leiche des Kuisers? Maximilianzurückbrinat; —

st heute in Hadannah eingelaufen...

Aufrunf.
Sonntag den 24. Nopn ereignete sich in der hiefigen Kohlen⸗
zrube ein schrechliches Unglütck. Schon am verfloffenen Samstag
hattein fith, wie“man sagt durch die Unvorfichtigkeit eines Berg⸗
nannes chlageude Weiter entzuͤndet, durch welche das —X
elbst in Vrond gereth. In den dadurch entstandenen Stickwei⸗
tern fanden dann am Sonntag Nachmitiag dei Befahrung und
Befichtgung der Grube der schleunigit von Saarbrücken herbei
—R eene sowie der hiesige Obersteiger einen schnel⸗
len Tod' und nach ihnen elf andere Bergleute, welche gur

— 323

——
—— —
Ve r m i 1 chte 8. 13
t Von den österreichischen Guldenstücken (1 fl.“ 10 kr.)sexistiren
zalsche Stücke; die Prägung liegt in Silber und 'der Kern befteht
aus anderem Metullen Van erkennt dieselben nicht leicht an der
Bragung; sondern dadurch, daß fie beim Aufwerfen?keinen hellen
klang ergeben
t Der Hoͤtelbesitzer in Munchen ber welchem die Vardnin
        <pb n="578" />
        Fetung dieger ihrer allgeznein geliebten Vorgesetzten in die Grube ein pix gauz, ergebenst, diesem Aufrufe doch moͤglichsie Verbreitung zu
ebrungen. waren und taylge .ihr Leheß im Dienste der Rqch⸗ ewahren und etwa bej Ihnen eingehende, Bejträge doch gefälligft
—— in Zen Pintunterzeichneten Rendanten gelaugenzu lasfen. 3
An ibeen Zerg sesogte. Illera, deren einzidder Trost Ssch wal basch und Griekabo ru, Er. Saaxlouis, den
e eee e die hinterlassenen 8. November 1862353.....
—RX n ic Ernahrerex klagen und jammern 40 verwaiste Das Hilfscomits:
det von venen nur — bexeits persorgt find. ez. b. Szzlafinskiy, Landrath. Jung, Bürgermeister. Dr.
In dieser ee ung an alle, Menschenfreunde dumnsche rit. Knappschaftsarzt. Leem daine. Bürgermeister.
nit der Binse um schleutige Hutfe und Unterstüßung für die Hine Bolj, Pastor, Reudant, Kru tze r. Knappfchaftaültestex, Fel d
—— conben uncl —8 Moeih 9 It⸗ A te M Peh
——— eset aiö ο — 60 nac ——X us8 0 ung J —3
AAL Iuæ ng, 63* — — α — — J
an —— W eoe 24 hPoer-Onterzeichneté macht den hiecigen Tinwohners vnd Umgegend dis erge-
. vᷣdn ä du e Fugoert Ain nkbe Anzeige, dass seino in relehhaltiger Aus vl atsgestattete wein-
—V— n wirde folgende dem n 73 35
hn ge ihelm Gu dae von raen teAusgatelFung begonnen hat, und sioht dorselho einem recht 2ahlreichen
Rer Fehduge diegenschaften St. Ingber- ʒꝛesuche und 4bnahmo entgegen 5—
ee ——3238 Fitnmat — empfienlt derselhe : Gan seime FPunseh-Faneα, Rum,
—— rene —* o Anehen IXE üchten franzönisehen Cognse, Aalagad Hambhurger
rt * vffentisch in —* ron sen und sonstige feinme Liguenure; frisehe TZiĩtromen, Orangen,
— un vastdgen ae Hieee grünen ünd seh warzen Thee- aowio OlioceolIade in franrösischem und
intn — 8 t, leutsehemn Tabrikate...
3. essektm, Heuhrenech delegeneg zwei⸗ ncen WEW
— dotaum und * 8t. Inghert 7. Doaemher 1867. r Suit 3 Vαι
Grada Sane We . . .. anstkn
dn e J G. R icII, ιιν *8
bn dun de e 21 11uil ——WEXc —W J vue Die — — J— J 5
inree iSHorn, Agh, Ratqüe 43 F . A 231 — —
— Seiden-æ Druck- und Schönfärberei
Chilenischez—
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SBeifenholzz NEriecdrich TCorn —
—34 414 — y 05 —0[ — —Ao weran e685* ang rarev
Das beste und biigte wetten. iin Zweibrücken,
umn Wafchen auer namentich unpfiehlt· sich im Färben aller Art seidener, wollener uud baumwollener Stoffe.
feiner gefärbter und ungefürbter as: Kleider, Tücher, Bänder, Möbelstoffe ꝛc. ⁊c. in allen Farben, eben
Etoffe, als Seide Wolls, Baum⸗ H ?Ini Drucken aller Stoffe, mit den geschmackvollsten Dessins. Durch meine
volle, Leinen, Handschuhe u. s w. cbesserte D urichtung bin ich in 5 99 58
entfernt zugleich alle Fettflecken, seuner esserte anpfeinrichtu g bin ich in den Stand gesetßt, allen an mich ge⸗
ohne dabei den Ecoffen noch Far tellten Ansorderungen zurr Genüge zu entsprechen.
ben im geringsten zu schaden. Zur Bequemliechteit des Pubikums von St. Ingbert. und Umgegend habe
G ebrauchs anweisuu g h eine Mußsterkart bei, Frau Joh. Schmidt Wittwe, Nr. 105 Blieskasteler
885 zur Ansicht J ie Aufträge zur vromten VBes
der Sefenhon van Deset warin rane * offen gelegt, wwelche die Aufträge zur“ promten Besorgung
oder kalls in bitem Wafsser jedoch minde ur michubernimmt e. r —RW
dens einer Stunde,n eingewricht. — Diieee 2 3eu.
durch ein dichtes Tuch: abgegossene Brüheee 3 “ riedrich Zorn !
dann zum Waschen fertige —— v Zweibrücken.
—AV0 ⸗ ess —5 . 4466868 ——
altem Waffer ausgespült, bis das Wasser Ausverkauf, 343 2. Schweine 4:
Ine mehr schäumt,Stoffer die zum von — α — — 130 Pfd. ssehen zu
leichen bestimmi sind, ebensa. d3. 242 . xxruufen. — —
Haxte Farben und EStoffe werden Kinderspielwaaren. 28 Die Expd. d. Bl. sagt wo.
nur kalt gewaschen. — Gut ausgezogen· Der Unterzerchnete empfiehlt sein Lager
rhälte man dvon finem. Päckchen Seifenholz ntausenderlei Kinderspielwaaren
wei Eimer stark schäumendes Waschwasser. im gänzlich damit aufzuräumen, Zzu · anßere
ua Voyrgthig bei deennen7 ndentlich bislligen Preisen. Dasselbe“ist
dn Vrilte Punmerbhieten. dertart assortirt, daß allen Ansprüchen Ge⸗
Venuet J— Jen *aüge geleistet veg kann.
61 Acteguss u Auch ist in uppen, selbst in der
— ag feinsten Waare, die größte Auswahl
Mein⸗ Welhnachts⸗ Alisstetlüng ist nun manden ·“
vollendet und diefes Jahr besonders — — „F5 Aeaaerie
zaltig mit nützlichen Gegenständen die sichh. F5* * heute n gonz feine,
ruch als Geschenke für Groß und Klein * frische, beste Nürnberg er
Agnen, augestartet. boniglebkuch en nbsiehlt
A iel⸗ —* M G.. Rickel, Conditor.
Kinderspiel Waaren R
aller Art, wobet von:den billigsten Gegen⸗ inzor *
tänden von 2 und 3 kr. an bis zu den Mainzor Lobkuohen
einsten zu finden sind. Die Peeist habe vei P. Depp·
ch jm jedes Jahr mit, dem Lager mög⸗ h 5
ichst. aufzuräumen und da die, jehr erege Wo nungs- Veränderung.
Intustrien in diesem arikes, fiets Neues Ich zeige meinen verehrl. Kunden an,
rringt oußerordentlichisligst gestellt. daß ich nicht mehr dei Herrn Böder So⸗
Iin alrechem Besuche ade 2pofüchst ein isii, fondern bei Herrn Wagner Her—
F j 5. er, im zweiten Stod, wohne.
IG. Joh. Keivert, Schneidermeister.

urter Börse.
Geldsorten. J
vom 5. Dezember. 18853.
ßreußische Kassenscheine. 14 4
ßreußische Friedrichsdee 958469
Zistoien. . 598 1850
ollandische 10 si.Stiucke 5153 *
Ducaten 124239
20 Franc⸗Stücktte 31
eEnglijche Souvereingzẽ. .1i 8468
hold per Zollfund feinn. 3—
hochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 272, -28
— — Ncdalttion, Drudk und Verlag von F. X. Demes in St. Iagberrrr.
        <pb n="579" />
        ———
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30.3
ʒut!⸗
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α J⸗ o να
VV * ISGLIAI-
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13 F ⸗ a3 — * v
* iitnt: — * α) —XF x 35.
3 24 * u WM — 8 —** J. 7.
149 S gr —757 54 14 —80 —A——

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ee ormi ιαν u T…αοι —QXBR
her·x St Jug berteru Anzeig ev“umit seinezn Unterhaltungsblatte erscheint wocentlich dreimab: Dieabrag⸗ MDovuenetag
und Snm ad naa⸗ Ahonnendentspreis wierteljaährig A5.3Rärzu. oder 13 Silbergr. Amjeigen werden mit ZKerze. die dreispakige eile
—D Blattjchrijt odernuderen Raum verechne. 5T αν, ιι)äꝰ
Nro 147 ni pιαον ν ιιν N Dienstag/ den 10. Deremiberuisint n—äανσ ιιν 1867.
— — * — —*87 —— 4 « — — — 2* — 28 —— J — 0
An meintuur üe an ,, snn u pun n n rer Iä, —*
in 1d α ν ινι auuDeutichland. mιινα nιαιαα!αn Bestunmungenn des Gesetzes vom 18.August· 1828 vollendet.
unuMensch‘e Ag. DezeAls Wwesentliche Punkte der Berathuti— edoch sind Hhierber Zurucsteliungen / im⸗ Sinnedieseß Gesezes umd
jen der Suͤdstaateits Militärconferenz bezeichnet mari in authen · krsahmiannstellungenenüowie jene Loos. oder: Brudertuusche, welche
schen Kreisen: Einführung eines gleichen Exercierreglements mit ersi nach Verkündigung des neuen Geseßes eingegangenaw erden
sleichen Signalen? Abhaltung großer Vanöver mit aus den sud- voslen.nunstatthaft. il Weuche · um· Verschiebung des Diensteintrittes
eutschen Truppen kombinirten Armeecotps; Errichtung etner ge⸗ wch Art, Bedes mioguen Wesetzes können bis zur Einreihung be iun
ansamen garicgeatabemie, rliterieschule und einez Equilations- ersten Zecrutirungsrath angebracht werden. Alle Pflichtigen dert
nstiiuter in Munchen, Katlsruhe und Ludwigsburg.“ Vaden foll llersklasse 1846 welche tauglich befunden; aber in das ste hende
Muicagen, daß die Llemeecorpe Suͤbdeutschlaube die fortlaufenden Jerd micht eingereiht werdensind. in die Erfatzmannschaft Aoder
stummern niach den Armeecorps des Rordbundes annethzmen sollen. UsAlasse mach Maßgabe der Loosnummer Linzureihennn
haden und Württemberg sollen auf. Einführung einer gleichen Die Aushebung der Altersklaffe 1847 erfulgt ohne Ausmahme
Schußwaffe bestehenn zach dem nenenGeietz und bleibt esuder Staatsretgierunge vor-
n hen . Deen! Derl Webrausschuß der Abgeordne- ehalten. — D
enkammer hat ven Wehrgefezenwurfin der von ihm' 731 Für diejenigen Ortenuws ein Bedürfnißz vesteht:! soll nach
aitlossenen Faffung mit alen gegenkine Stimme angenommen.: nem 6esonderen Gesen gur Mitwirkung bern Auftechthaltung! der
der ine Dissident ist det Hfctzesche Abgeordnete Rorlb, der be— uneren Sicherheit einn · Burgerweht gebildet werden. Als solche
nntlich fur Einfuhrung eines dem schweizerischen ahnlichen Miliz- at bis I. Fanuar IBGO die bisherige Laudwehr nach.detnn Be⸗
pslems ist. — die StimmfühnmgeGBayerns im Zollbundesrath mmungen derorganischen Verorbnungen vom Jahn 1813 und
al, wie es heißt, dem Gesandton zn Berlin übertragen werden. — 814 unter den durch Verordnung festzusetzenden Erleichterungen
Fin großer Theil der Mit glieden des IY. Ausschusses holl der Au⸗ u bestehen; mit dem IorJanuar AsS69 tritt die bisherige Land⸗
n seie die Schule muhse für .eing Staalsanftalt exllart, und behr, über deren Auflbsung gesehliche Bestimmungen erfolgen wote
»einnach musse datz Schulgeldin eine directe. Steuer umgemandelt den, außer Wirlsamkeit. ι.
——— Der Wehrausschuß der Abgeotdnetenkammer hat mit Stim⸗
F Hae fand die Wweile Con renzherahuntg / aer suüddentichen lenmehrheit einen Antrag des Referenten gngenommen, daß die
Zriegsmimstern statt, — Die iFeea ch axn Ahes kam uine vunhat gu dammerden Wunsch aussprechen möge, die Staatsregierung wole
Minaledern hres Wehrausschussed aruannt die OH. , Brim Lud⸗ uf eins militärische, an die Volteschule sich auschließende Jugend⸗
vig. Herzog⸗ Kudwig,Graf Pappenheime w. Harleßn vor Riehham · rziehung Bedacht nehmen, damit die Prasenzzeit allmählich herab⸗
nen Graf n Lexchenfeld, Frhr.— d. Schrent. Der nerstürkte emindert werden köimenns3,, R
isnte ueschutßz der Abgeordnetenkammer gur Vrrathung des Schul-Mün chen 7.. Dee.nn In! der. Abgeordnelenkummer wird
jesehenshucfes wat Heute Vormittag zu eincx Vorbesurechung mer⸗ in Antrag auf Einführung der obligatorischen Civilehe gestellt
— uid wahrscheiulich angenommen werden. innnun
Mi chen. 6. Dec. In der gestrigen Sißung Zes Werh e Munch enunS Deciu Die Militarconferenzen von Bahern/
rugch a shes wurden die Uebergangsbestimmungen, festgestellc. Pürttemberg und Baden wurden in der gestrigen Abendsitzung
de e alden sheilwmege von hochsien Hoechihleu sind . ho ihe ian min eschlessen. Die Aufgabe derselben waw sich wechselseitig von der
heen wesentlichen Juhalthier / mit h eg n krfüllung der Stuttgarter Februarbeschlüsse zu überzeugen, diesel ⸗
Die Wehrpflichtigen der Altersllassen In48 und ABas lonuen en zu erlautern und zu ergänzen. Die Pruͤfung der getroffenen
ban ere ben anrigen zerei winn ganda ene nilltanschen Wagtegeln hat zu dem befriedigenden Resultat geführt.
e Theil ehmen, wenn sies sich hierudet bis, zu Ainen, durch daß die drer Südstaaten den Stutigarter Verabredungen nachge⸗
ie Regierung zu bestimmenden Zeipunkt erllären.nnintnn esns onmien find. (Unter diesen Verabredungen waren unseres Wißsens
Deie Finsstands ve ptrr age, welche his zur Verlundigung zuch eine gemeinschaftliche höhere— militarische Erziehungsanstalt
des Gehen herrins pohtogen sind diechen, mih den aus dem deer-, baherns uund Württemheras und gemem chafturhe großere Trub⸗-
unehesehe vom Jaht 41828 sich ergebenden Folgen bis zuni enübungenbeidet Stacemn;“ belanntlich kam“ besdes nicht zu
Alauf der Einstandszejt in Kraft Amd vosleuden die insteher ihre Stande. Die Red.) Die Ordnung der Verhältnisse der süddeut!
Dentget ia der, activen Arxice, die Einstellernsind, vom Dienste chen Festungen macht zwar noch Amehrfache Arbeit nöthig, allein
m u henden Heerx befreil, haben aben zaher wenn sie amIn Ja⸗ steht die gedeihliche Losung, dieser Frage jm Interesse des Ge⸗
mar TSsos das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben-auf ammtvaterlandes ju Aussicht. . Die Conferenzbeschlüsse unterliegen,
ahre · in · der Landwehr· u· dienen zer. Ratification der betreffenden Regietungen.niPfr. Je eiz n
er eehene a eileretiasse 1846 treten in die Re- s Ant tggert Dec. Aus angehlich guter Quelleern
serpe Dit: zur Zeit in wdex: Armes dienendewn Pflichtigen der Alters⸗ ahr der Beobacin daß in den Militärconferenzen Bayhern darauf
lasse U α2. und. A8BA zirin die Landwehr / die in Der Armee tinge das preußische Reglement wieder abzuschaffen unddasß
en den Pͤchnigen ver.Altorskiasse . 1840, sowis- die beabschie- ayerische dafür jeinzuführen. rrr Dem vom Ministeriumm ausgeat
ee eessigcn Piichngen der / Aitcretiassen 18836, 1637. eileten Wahlgesethentwurf für die württembergische. Abgeordneten-
—EXXE —— ammer soll das aUl gemei nendieree gae Weahehet chett z
Die Pflichtigen der Altersklasse 1845, welche nwegen hoher Brunde liegen. . J
Loosnunmer vdes Jurudstellung nicht eingereiht wunden, zählen Bertun6 Dec In der heuligen Sitzung, des Abge
ur Erfatzmannschuft der activen AUrmet,bis ihve Altersllasse in rdnetenhauses verliest der Präsident v. Forlenbeg ein Schreiden,
—E des Grafen Bismard, welches mittheili daß der König den Gra«t
Bei den bo iaten amt: Druphensinder-die Angehbrigen dor jen zur Lippe gestern, unter Belassung dez Characlers als Staats⸗
Aliteriassen 1813.18460 und 1847.0 de ve Jahrel die der Alters- ninister, —— den Präßdenlen Leonhard zum, Justizmy
i i ä su uF Jahre en der activen Armee gister ernannt hat. pee,
in dienen: verpflichten42dagegen· wird ihnen die Langere Dienftzeit Aus Berlin, 6. Dec., wird dem „Frankf. Journ.“ tele⸗
nder Reservepflicht abge dechnen umd ˖ iommen ihnen die im Art. rraphirt; „Die nachtraglichen · Einwendungen Baherns gegen die
z ausgesprochenen Erleichterungen der Landwehrpflicht⸗ zu..“ Dier Ratificatiensformel der Zollvereinsberträge find als sachlich Lund
jenigen berittenen Mannjchaften, welche mehrrnols vier Jahre! in ormell unberechtigt zurücgewiesen.“* inr dut
der ctinen Armee gedient haben, Kind von der Kandwehr-gänv nuBerlin,e7. Deen Nach der Nal.Zig.* vrbeitecn bad Bun⸗o
ich hefreiti, ινααιR ιιν νν aiinn eenn xeslemzlerrn deretns jetzt umfassende Vorlagen fierr Vereinfachung
die Aushebung ber Altersklamneubs401 wird mach mndemicht nmnerheblich⸗ Renderungen deß8o btia — — — — ——

11
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        Wisen. 6. Dec. F⸗ WMittwe des —ricuüx Generals Opermzern
Piramon ist se eir
w*
ninister e
dbeinchuiiß
uͤherreicht ein
detautg des Concoreues.

vplnione“ begrerkkn Pouher;

CKonfer 48 Frankteid

ann nicht beanspruchen, daß

ser Recht Muß gegenüber

— can dgetenube
usilaud.

Petersburg, 7. Dec. Die Feindseligkeiten auf Krete
haben am 22. November wieder begonnen. Es sind türkische Ver⸗
ftarkmmgenumit Hinterladungsgewehren nach Kandit⸗ abgegangen!
Im Folger der Klagen beindene sRonfuln beginnen rujfischeKeriegso
chiffe meuerdings/ flüchtige Familien überzuführen. Der Vicelonig
on Aeghpten weigert sich, jseinen Tribut an die Pforte zu zahlen
ndem. eue dier Kosten des Krieges auf Kandia in — * —*
Au AEist h .432. exbunt. in Der. AIll ν ανειι
ruf gegen die Russificirung der Deutschen in den russischen Ofifee—
orovinzen. Der Correspoudenl häaltres und gewiß mit Recht, für
eine Ehrensache Feutschlands Iich dagegen-zu arklaren daß man
eiien —— hur. Frutmerdigung Jibingt, Daß epam
gelischer Glaude. deiusche. Spra he und deusche udeag in See
uind Haus aufhoörene Wehrg, und waffenlos yrz heißt *6.
den Cotrespondenz. , sind digse Areuen. Prodingzenh preisgegebee
—nund weim . Durch. Regietaagsbefehl den Drnen deß Dhee,
probiuzen angeordnet wordeng, lpinerlet. Rechtfertigung Wehe, durch
die Presse. üch In Erlounben, wahrendd o degussn hen, Jucnnn
unlen ommen. hleibt sich inn Stromen. deg Häheß, der Unwahrhe
n bbiet ansehet gi ußern.n pr Das Unrecht, Rußlandz

st um so gröher, als den Ostseebrobsizen ihr Glaube und guhre
Zpragche, wie ihre alten Rechte und; VBrivibegi en purch Pehesn ven
Zroßen und im. Nystadter Friedenn ausdruͤcklich gaͤrqntirte Morden
iund nn Freitch was fragt mnan im Sin Peersbarg. vach ae geie
venen. Rechtenn und Berträgen odet, tHach dem ungeschricbe nen Gee
eb dex Menschuchkein xig nν ptdn me

nu znAmerikatumnmitd ni ert

e w ovy gu Non Wer'etq Scotialny Flinf Mitgtieder

dev Alntersuͤchungseonnmissiostl des Repräsentantenhansses DWes Coi
gresses der VeteinigtenoStaatenꝰ legeu Linen Bericht vor, der sich
ür⸗Wersetzung Zevehhen Po⸗nis⸗ain Anklagestand aussprichtt!n weil fich
derselbe Vergehen gegen den versammelten Congreß zu Schuwder
ommoen gicß. aweiheerolun Rebelllonvorfiel indemnet fich Gewalien
ungemaßt/ die mitur dem Wongrehzꝰ o weill er selbst ver⸗
nchtd die Mebellenstacken naus deke nion auszüschetdgen, Anvein er
wovij brische aillegalt Regierungen⸗ Vafelbsteretablirtenoffentliche Gele
der ihrenn Zwecke ·entfremdete iund ungejetzliche Steuern imn Suͤden
rhob weil ernder · Netonstruendsaete⸗ sein · Veld entgegenfe tzte und
o vemargreßze vor deme Volkeohesthirupfiee well r fernente Docn
Rebellen erlaubte, öffentliche Aemter zu behalten und ihnen! üͤnge
etzluher Weise Eigehithume7 guttickgegeben. hat, weid eir Corruption
m die Wahlene bruchte / etgenmachtige Verfegungen vornuhm. Ge
valtacte begnadigte und gestattetez! datßz vie Nationalgewalt BVer⸗
unmlungen von loyalen Bürgernitin Loliislang⸗ aAuscinandecejagtel
—B
itat bilden btingen: dinen Bericht Lin / lind dem Johnfon nzwar
charf⸗getadelt, aber duchedorklartü wir d/ daß Aeine Vergehen deine!
Inklage rechtfertigen? IHiezwchonoch übrigg bleibenden Heitglieder
her Anterfuchungscommtssivni reichen ein Guͤtachten ein 'das John⸗
on vertheidigtnn Die Werathung Uber diese Anklage'iste uf“ wen
a December angesetzt.Deaa vW ä s erschien am Montag im Ver⸗
hoͤre zu Richmondn Die Verhandlung ist auf den 22 März ver
sagt. Lhase präsltirt. i.ARegierungscommissäre? und Truppen
verden Stens h o ma 3 abgehen, um Besitz bon der Insel
Al mehmene! 0 n ι n α 2

N

Frankreich.
4MAus Frankreich wird ageschriebenee: Aus!npolitischeuunrgriinden
alletm wird jelten eine Redolutione: gebsron; der yangeritreibt die
Massen, sich in die Bajonete zu werfen. Der hurten Wimfer; die
hohen Getreidepreise, das Stocken der Geschäfte sind rge
hgu. dse Arbeiter⸗ Bedölkerung in Verzweiflungtgeu ftüczen.
Franlieich. Beziehl. in. diesem- Alugenblick Janz außero denttliche Maj⸗
en von Getreide, und zwar nicht nur aus dem europäischen Con—
tinenten onderni auch on Dir Vebantsztrdrogdem: boftesnuder Sadk
Mebl won 457 ilogn. derrimnabgelaufenen Jahr As Gri galt,
zꝛegenwärtiq. 93.Fr.inz Paris ⸗und wird owahricheinlich / Mochi, hö ⸗
her ommengnniy εαν εαι pινονιν nn
HrircP ar i 35 Ropoo Der berühmten Publicist Hertfrmile ssde
Birardin hat soeben; einen poffoten Brief zan dent Grafen Biamartk
xlassen, welchtr in Frankreich amgeheuro Sensationmracht undse in
Baris imn Tausendend von Exemplaren gekauft»wirdaesa iæen?I
a. Derr Gedanlengang/ des Girardin ichen Briefes ast· folgendev
1) Preußen hatudie Gewalt an die Stehleo des Mechtaj gejsetzi
und hat. damiteinen großen Erfolggehabtoo puudodaun v
⸗ud 2 Graf Bismarck welchem· Preußemn diesenn Ersolgi vervantt
ollte nun so weise sein⸗ Das Erhebniße fichernizuo stellenn Wenn
V dies zu thum verstündezs würde ermehrCanpndindefolgreicher
Bolitiker, e. mürde kLinpolitijches: Genisiseim,understait ades ger
deg würden er die Achtung der Welt rexmerbeni ν uννν—
.ESm. Zur oSichersteslung des praußsche Erfolges It Aberi die
Wrständcigung mit Frankreich über Ae Alusgleichungevisligep Worse
dew eistzi gee mögliche Wege⸗z1 nundeayee Caug uss venn diä
intd) eDiefe Berstandigung varlangten daßl dasa linke: Rhrintfer
vuo Ursprumge ndes Flußes bicg gu seinern: Müjnduumyniu die Nordar
ee freiwislig an Frankreich abgetreten wird, tieinoderilwenigftens,
daß die Festuggen; Muinzenc RobleizzthldoseBentbg Mimwegen,
KrodoecBergen ope Zorn, Maefteich Antwerpeui)/ MonsiCharteroi
—CC,.æAää
ners heim geschleift worden. Geschietzt das michrcxn n huts dich
oocdax Vombeo iszzerurt die urund momdon ihnootk gnudong
Paris, 8. Diec. Die Zeitungsnachricht meirherczufolge
It mlreich ent: Oesterreich SCeinen Brtrag⸗um dEchutzcdrru Inte⸗
utliboq t qoou uαeuν geschlossern hätienduwird dementirtenn A.
auch vom „Constitutionnel. Patriedemeldeittedas Primg Ma⸗
oolesna Monzar eino zufammentunft mit Jeintvm Schwiederdater
Rietor Emanuel haben wird.i mzιαν nöνν nu p ιν
on ditis Uaeat if England. Sopu vi nosso!de
451* quten , , 2 2* V —
Vne ðn 'dheek honghen gieernlah Vag bteihen
chsig daß Graf Bismatck mit — — eine de unnsche
lorizin Abysfinien anzulegen, Dex württembergische
Missionar Krapf. weicher die englijche Erpehitoi als ——
nietscher mitmacht, sei beauftragt die ecforderlicheit Einleitungen
mit der gbysfinjschen und englischen Regierung zuikreffen Eng ·
and billige und unterstütze den Plaue; Frgudreich Fnne, ihn und
el. dagegen, αι nernczi (or
un vibtäm inden brSchweizt notz om mnehtunzsa net
Im' Kanlon Zinrich werden Miin 1ID O00 Silmmend gefam⸗
melt, umdie Frage vob eine Verfassungsrevision statefinden folle,
an das Voll zu bringenn. Hadurch wird verd Fanton voraussicht
ich; fürl lange? Zelt in zwel Parteien —— jedel stark! genug, Wyig mi as oe nn a ch de Lauzdue an
aie anders⸗ zu Jaͤhmen!? Dieses Schauspielevregt deger di ns rBweaibrucen¶ Ruch hierher gelangtor welegraphischer · Nach⸗
nertsamleit der ganzen Schieiß ijme hohem Gradeu⸗ond Ind Gong icht ist dus Project eiuer Bahnlienie von Zweerib vind enl über
ind vineo Anzahl Flüchtlinge aus Chamhery umd Umgeyend ange Pirmasie ns nach Lanm dia uin vomnkgluoStaatsminiftetiumr in
angt wd Jahlreiche Verhaftungenꝰ wegen kiner angeblich hestehen zünstige Berücksichtigung gezogem wo den wogegen⸗ für ndieu Ves·
den geheimen Geselljchaft vorgenommienꝰ wutden. d 4 Ie 5 K ier s qu t n⸗Pir man nr por
Bexin, 8. Dec. Der Groß⸗Rath des Cantons! Nan au hal — Noueni νν 9.
wen dien — —— — ,e belegrabbijche Depesche ulver vir⸗
neinde-Virtgerrecht erworben.¶ dag Cantous Bulrgerrecht v weigern sendahnfrage mwedriutn Pinmnu sens/ aundau nist gesterngnAbende
pei sie me in der Ndsie sig de ee aeeege de Samtag —* Dec die Abschrift der Entschließung des igttStaasa
Erwerbung eineß Gweiz tf hen Bürgerreͤht. ——— pimisteriums des Handelt am dashiefige Local Somite⸗ gelangt
Nardienfi iu itehene Soiche Sn — —83 And wollen wir —A Am zug kurg mitheilan 6k*31 nnanennt
nicht als Bürger Jebrauchen. * om v Das · sowohb von der tgb. egierung ats von der Ditectict
α — ns —52 I—
—V alien m ν : uszn tern mach / Pirmusens ser vorderhand nicht ausführrbar, indem wieserd
ree o ents 8. Dech Dem Verneinmen Nachrist von Paris Lime durch e ine sterile Gegendeoführe umd Steigungewm warlänesn d
eine Depesche des Ritters Nigra eingelaufennnin —XXXE0 zuß einer Gebitgsbahm machten wozu gumo bofonni
wird, die Wortes des Staatsministerß Kouher höftenn njit Rfagen deres Fahrmaterial angeschafft werden miüsferro Außer wiejen Ster⸗s
vollen, daß Frankreich einegg —EX n wngen müßten auf dieser kurzen Strecke nicht weniger als W Sulrcon
Seitens. Italiens micht duldem perdaer. Die Depescheanuwirn den: nelb erbanuu werdennc — —

un
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        Dagegen sel das )vhn vende Comite Vanbau einheteichte: Prot wiehente berichtet wird, bem Uisterfuchungsrichter ein Gestunbniß
jed gnet direcken Babn won Iteihrilen· Pirmesens Namdat r je jeniacht dasselbe aberwieder zuͤruikgezogen.Am Togt ihret Ein⸗
Zer Hinficht vorzuziehen, andem nur diese Bahn die natürliche und iejerung dlieb sie 16 Stunden im sfadtischen Polizei Gefangen
zetr Verlehrsverhaltnisseweder füdlichen Hälfte der Pfalz eutsprächt yause in der Sterngafse in Haft; hierauf wurde fie mittelst Fiakers
tns auch schon degwegen vosugiehen set weilt Wenn wirtuch eine in vas vandgerichts⸗ Gebaude gebracht. Wahrend der Fahrt foll
Bahn von · Eaisersanerse nach! Rirmasens gebuittwerden würde ie wiederholt betheuert haben, daß sie unschuldig sei nd durch
owohl Landaiirals duch Iivribtücken kinen Anfchluften in Pirmu- rembe Schulde das Schickfal zu erleiden habe.““ Siẽ verlangte, die
vens anstreben wilrdön, diefer drei· Buhnen ahet hebeutens niehr Ldin aus igenen Mitteln bestreiten zu durfen And ließ sich ihre
often würden als bie angefuhrte directe vimie Itwelbrincke n Landclii Barschaft — etwa 320 fl. — in dag Landesgericht hringen, Ste
lirmasens. ασ let sehe mäßige Cigurren· und Zeitungen, e
Zugleich. sein diefen Abschriftochernn Vlrechnogsnder! pfalzischein den ihr micht dewitige Sei dent Tage der Verhaftung haben
dudwigswigsbahn zuzustellen welche sichin Balde erkluren! mioge sich ihre' Gesichtsfarbe und Zuͤge sichtbar vberandert,? Oft fragf sir,
unter welchen Bedingungen sie dein Ban der! Zweibrücken⸗Pirmu wie lange die pelirliche Vexwahrungshaft doch dauern werde Es
eus Sandauer Eifendahit Aiberlehinen wolle!tos T, usr wurde ihr airch die Benützung ihres eigenen Bettzeuge bewilligt
! Diese Enenbihnaanaeiedenheite hehuge in sin fut insete Stadt ind dir. shlelch an biften Tage ehen Sie sete
jehr günstiges Stadiumgetrefentder kgl Staatsminister des lich und zu derschiedenen Stunden verhört. Den Gefangenhaus-
daͤndelg Lin Fa Nat die Wichtsgleit dieser Bahn für, die Aufseher. welcher ste zu, beauffichtigen tiünd dein Antersuchimgs
uͤdlice en * e e Wedutfen wir einct do esee gragt sie —R 9 Chorinsty
Ausfühtnng dieses für dins⸗ Cuneudlich wichüigen Praüahch Caeits Und Aptdeingelfert je worubes uelich leinen
— ——— dn —* 88 e 9 ee allein
69 Ibo di it he, An Priflvechseh ügttihrsrrüg uijersagt4Alich zrhielt sie ein un⸗
e r aen d Sgge eine solche Wendwe⸗ be garisches Gebethuch. Ihre Zelle wird die * Nacht hindurch
nomuentidarfe Iweihrulckenu lzutz Exrreichung dieser Linie, sowse in — —— — 58 diee
jeinenn. Bejtrot zij den Projecticungstosten, nicht zurückbleiben, in Zenntunn vr ———— baatt 4 Wie derholt uße rie
dein. Randort gind, Pitmasennz vereiig 75000 Zweibrücken aber erst sie schou den Buüich, e wandten. du sehen.
— 5 ba esheen, doter den ierte de e r 8 e
o Jünstigen NMuspigen dinen wheilereit, Veatrag von, 250 In — Grefin horin⸗ y — Julie p. Ebergenhi „jetzt nicht
heben, den jeder Zineibrücher freudig geben Jann, inndemsusere sanget n det Wahrheit. zurlickhalten —— Berhore am 4.d,
Ztadk.in —I Haguptstalion dieser nelten —9 auch voraus sel sier zusammengebrochen nd hatte su Zen zneudgettagel
ichtlich sehr belebteut Bahnstrecke werden wird. —— —F I 7 die 9
b nq4 —N — b Uge nahme des Grafen Chorin Adem Verbrechen liegt
— —— 66 icte
cuͤdeten Jo 3460 n Gan ehige Siade deeeeg he nß grhedgtage it. ae ee
N Elnwohngr Zutmn gha hennthtz gaynigt 1ö6ß8 dor u e36866
7* Auf der in abniglichen ohdhvehde2 der Masehn E In dem eew Fe d ian 537 *
— Forsthegw altu ig gun vorlettes Samg ag angestelltan Treib- Iutoreüzut zanhn,ontroverfen gihtAirste gieiche mage utt
e een ge ee eeee egan em hehtann win de henmn e Vegsunne hen
agd wurden. K Rehbdden Füchsches deratze Hesenn d inie des dẽes Präsid 7 nrez geloͤstt Morde vist, in den
I Stück Schwarzwild, unde zwar 3 Frischtinge, 2 Uederläufer ginie des des Präside — elt —
üineee eee e e eee e un wrme
i tsulat welhes dn den Annialzm os rxinische py —8 9 — 6 —8*—
rohh ehgtg dasteht n M —— e dereinigten Stamten von
I Judres vetassungsmißiger Prasident ber dereinig
—Maam ind Deca“ —R—— d Mexich 9 39 Gebrtzuch der Vollmachtes, anii. denen! ch ausgeru ·
ziet macht helamm, daß in der perwi henen chr —B,—6 daß die 8 unter die yverbote⸗
zerh Ind, Einbruchs zumun Ngchthejle der . Wi hune jpuesce Juiwoliere adg d sqhüdlichch⸗ anhta mi
Jiuc Cahn⸗ in der. FSchustergasse, einr Meng; Vold⸗ 3143 Silber jeng de dueg heig iselhen die Fritchte der Fhutigleit der ärbej
vagren, ug Werthe vonneirea 8000 Gulden plble Gols“ Land 5 and ertheils dadurch daß die —
Sibergeld. und. werschie dene Werthpapierr im etrage von circae ung droden Gehiant ldie usridichrschenmic derjelbe ant sun na
1509 Gulden entwendet wurden, und daß d Bestohlene, Wwe. —8 derx. Arbeit Geicschaft in
9 de den onien en ie dete Arbeit. der Eine der Grundlagen dex Gorllschaft. in
n ededuns don Diebgunid dnuuge der pschonhtt arh in viheen nea
Ablaten eine Pramie Ppon 260 Thalern ausgeschlbat.
Die Bertiner verfetzen der Taschenspheler Bo 380 unter hiu unterdrückt werden und als kumoraliche Spiele zu hetrachten
die Propheten. Er igab onia! Winter 1858 —„ vor sind!In Folde vesen sind die Lollerien und Spiele, die durg
dem dumaligen Prinzregenten/ dem jehigen oͤnig. stellte einen ein Decret irgend eines Autorität concordirt wurden, unterdrückt
Globus. (Weltlugel) auf den: Tisch,)aufß welchem Preußen ziemlich Ich verordne, vaß dieses Hrerete gedruct und zur streugen Dar
urz weggekommen war, und bat den Prinzregentenz den Globus aachachtung veröffentlicht werde. Benits Juarez“ Wig fange
in beide Hände zu mehmen.? Der Prinz that ges und BPreußen vird es i Zeutschland ugchd uern, bis den. fremdländischeü Rant
wurde innner großer. Königliche Hoheit sehetz wien Preunßen haltern —ã,i— nee 23
anter Ihrein Höändenméchstae sagte der Künstler x 2 ur relbsen zoerssderkbüg!“c g.a bre 188 64
Beeril vn.Gräßliches Unglüd.)— di fchrecliche Weise das! Jahr 1866 war fur die Lebeusbersicherimg ungunstigk* Wah,
aunglückte am Mit woch Nachmittaggegen Uhr der Arbeits⸗ wende rinn Vorjahrein Deutjchlandet 68,6070 Personen innn eine;
nuann Anentiettze in der Kattunfabrik von Dantzenberg in der Köp⸗ Summe von 59 Millionen Thalerꝰ Neue —A— eingingen.
nitlerstraße in Berlinenu Im Begriff! einen Thribrkemen Aber ein war I868betne neue Zuwachs Nut 35.,H81 Bersonen mit cicht
Teansmission⸗ der Maschinenkraft zu— werfen, dennigette er sich 51 Mitl. Thix grieg und, Cholera haben einen siarken Abganç
purch einen unglücklichen Zufallet in dem Riemen und wurde so hewirktz von — —————— darub⸗v Auskunft gegeben hat
—
— setzen. Bei jeder Um⸗ ür Cholera⸗Sierbefülle. Von eß Versicherung des Lebens ig
drehung wurden Kopf und Fuße des Unglücklichen mt srchtharer Febvelisteswonig Gebrauch bnadt Besonders vieig eichccunge
raft grhen die eisernen Ballen der Dede e n en derhãltnisse wurden vereiis dei Ae aten deg Versicherten wighen
vurde Ahm ausgerissen nind fiet unter die Entsetzten — uufgelost a eit Bei dielen An
chredlichen Schaujpietsnn Llste uührigen Glieder wurden Jerbrocheiün, salten soll dieser Abgang den fiebenten bis sechsten he des Ver⸗
zer Hirnschädel eingeschlagen. so daß sich! beim Stillstehen der sicherungsbestandes betragen haben, ber ver Gorhnt Bank dagegen
Maschine nur eine formtose ugtwe Masse zeigte. Und dennoch nur Ipet.; bei diesem Inftitine hat man jenen die augenblickich
var noch Lebet n diefelnr werftümmelten Körper ⸗ xerst nuß dem nicht⸗ jähig waten die Prarmiezu zahlen,die Zahlung⸗vorllbere
Transport nach der Charite werschird. der Verunglückten.. Der Ein lgehend heftundet, so doß der Hauptgrund azur Losungdes
orugwelchen dieser Unglücksfall äuf die adt lgen Arbeiter geuacht, sicherungs-Verhältniffes hieczwegtie —2—
—X die! Vehiher Der adeitecfoiche jurt den Rest Die⸗ In Paris leben zwej Bruüvbe — rqumiere.⸗
es Tages zu schlietzen 5, Der, Eine ist Senator vou NRapoltons Bnaden ung had viel Gelh/p
FNach her Enh. gig.n find die seiner Ce ev⸗Andere hat kein Geld, aber viel Geist Grafen ind sie beiee
en Unterschlagung urs w. vexhaftetetj. dagen Bruder hadan ein gemeinschaftliches Geschäft der gescheidte,
zutsgelieferten Badegüste Gineralin anuuoff dreibr Flugschrifien, der reiche bezahlz ge Bermiztelt wird die
jain dort zur Deportation nach Sibirien auf 20 He ——
oot * wöhnlich sg Lanten ¶Neber Bruder ier meine nenesse Arbeit
rWien, 4. Dec. Die verhaften Julie Eberhenht hatte, Du wirst sie wurdidene deunn Du dist denner Ich lafse Dir fur

— 2——
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        0 Fred. ap, mein Buchtigundler gibt wir I0, OOlun Dein-eo
*— Ziuder Seclor hest — eisnt. lieute gejitwollg. Zeufelein geger
—DV
na Feuergeub schighdit 80 —* Irch. In Die Briefdien hahen
ur das eing eble. daß sic gch wiedezholen und D). daß sic ver
Sybillin schen Pugeci nuich inßern sie werden immier thcrurer.
kiumal Hatte cz ber Fenatox Lraugf gulommen. lassen. er ichickte
kein Gelß inßte. abetn die dan ver Druderei spͤter num
Fic ablaufen· , I
ILon de n Dec Die anglische Cott. schreibt „. Ein gro
zet, Stuͤrm hal am letzteir Sonntag ziemlich bedenteude Unfälle aur
der englischen Küste beruxsacht. Von allen Sejten, laufen, heute
Zetichte üͤber satigehabte Schiffbrüche und Seeunfälle ein. In
Margatr wurden berschiedene Fischerbarken zertrümmert amd, be⸗
chadigt. In Ramsgatte litt cin Kohlenschiff Schiffbruch und die
Bemaminung entging- nur mit Lnapper Roth dem Untzergang, In

holyhege wüthete der Sturm ungemein stark. In der Nacht vom
SZonntag auf Montag scheiterte die Lydia Williamis,“, awelche, au⸗
zex, einer zahlreichen Mannschaft und einigen, Reisen den an Bord,
mit ejner Labung Ochsen, Schafe und anderen Thieren befrachtet
wa. gpesche eiun Ceschent des Kaiseraͤe pon Frankreich au die Kör
nigin der Saudwichs-Inseln hildeten.nn Den außerssen Anstrengum⸗
en der Hasenbehörden uund der, Rettungsboote gelang es, Mann⸗
chaft und Pafsagiexa zu, retton. Doas Vieh kam in den Wellen
um, worunter ein Jese im Werth von 300- RPfd. St. A3600 fu.)
In Newcastle warf der Sturm ein klein es Dampfboot um,wobei
die darguf betindliche Manuschaft;, ihr Grahz in: dem See fand.
Auch en An anerschicdenen· Qrtau der Graffschaft
— DD
richtet. Aus St. Jong ing, Cornpall wird ein Schiffbruch gemel⸗
det, wohei Z Personen ertrgulen, In Hunstgutonurdz. durch
don Sste vet Giebetbiner Rirche gänzüch zerstöre
53 d — 2 . * J hebhy I J —E— — α 4. — *2 WVerein.
—Möobelma 8 azin“Buhbler Vorschuß⸗ Verein
— DMorgen (Mittwoch) Abend
n Zweibrucken Landauerftraße 215 —
VVV—— α Qu
e *
Ausver ka üf, samintlicher eeann *
— —— α u — ee
96 WwW — 8 32
Möbel &amp; Spiegel. — Witzueden und dueer Ersas
te i — ete
—————— Ierr I rser hine arphee ugian atik St. Ihütbett den 23
bnitetot Aoh — aeret oNppsöuders a⸗ 6 VV— Der Vorstand. 7
Rssg Re g Kg n géoiphet, aß: RLAιι, IIOIE- 4. ———
SuöBiuim —_α——αα ασ- Deffentiche Erklärung
Alles hedeutend untor den Fadrikpreiss. iαν dio mun ee Die untter zeĩchneten Miiglieder des pfäl⸗
— — — — — — — — —* ischen Viebversicherungsvereins
erklären“ hiermit, daß sie für ihre sämmt⸗
iche Ansprůche an genannten Verein F das
ihntu un Lauf des Jahres 1867 In Verr
un geathent Vich. dogleich ihre Kutschat
vne en ee etwe
ren undnach den“ Statuten hatenmit
Recht bestritten werden könnenn, von dem
Agenten des Vereins Herrn Westphälinger
dahiervollstänndigz daur bezahlt wurden;
die Unterzeichnelen“ nehmen⸗daher: keinen
Anftand den dedachten Verein als vin höchst
wohlthatiges· Instifut Dem Vieh besitzenden
—X
St.“ Ingberi den 9. December 18671
Peter Heusser,/ Johr Feichtner,
in r Johl Königi —2
T——— — —
—DOD——
ur Wir nodiren heutae Weizen IH fl80 fry
dis IsVujl. du furo Roggen 13 fle 45
bis ss Ud dr Gerste⸗11 fl. BO sr:
bis senvet⸗n do gilee Haser
BVV e bis uα. p per O Nilol
Mehl per Mattien 18 hlt r biß 122 fl.
—.Anl Roggenmehl 18fl. 830 ihr. bis - fl.
myrr. x soggenvorschuß b fIb Mlr. bid
— DD— —— — —
bis fRiirpidfreBlumenwehl. AJ αι
—DD—————
fl Irilchi —/l tterir. pern Btuc
Kilv.n Rühböl, ohne Faß 213fl. NO dv. Hiso
EA A. Ixu Leinol ohneuaß αh/lα
AAcu bis —ifl, ubx. Mohnöln ohnep: Faße
343 rειν/l. ι —s⏑ pern
50 Kilpei Repskuchen 1866. örbin
75 A. irpudx Branntweinuau flan bout
bis —fl. &amp; tripold tα e
—Tt

AAASAS᷑ —ι
Zoeitungs Anmonoen· Bxpedition.
—DDD idn rnone *2
nu anu eeeerteön Voglteu
ι ν ιι iιιι Xu
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Hieselbe vermittelt aussehliesslien eltiungs Inseruate
edo LZeitung asler funs Weltthdile horeosmot stete gie
Fi mnl preiα, ‘α—T bel rôsseren- Auftrâgen amn-
ι R liefert Roleghltten über
des —37 Beseo it igt allo Porto⸗M uslagem und vonsti-
MAehenkostenm, liefers orherige osssten-Ansehlag“
Arꝰ rversendet auf Verlangen ßzratig —XR re ngsin, 34n
—XR un u — —— Tpqui Fg nit
Voletündigen, Zeitunge- Prois-Voraclchmisse r
——
b en de Ein. guter Arbeiter finde
ische —* afse er vind d ug 22421426 .
Boniglebkuchen, dauernde Beschäftigung bei
empfiehlt ng, Nidkol us ι ι I nh Kudwig Waanlen
ι ιν ι Kond or —— 2 ανιι—νι » Kleibetinncher
»machrichtige mejnen, verehrre
nden und Gonner baß ich
r amitation aller Holzarten: Eichen
FJußbanm⸗Aboͤru Mahagoni
a * über nehme. unb 4
nen Fdpeterahe dun unieheg
werden.· ˖eh 5 ottas —8 .
Wolse Stachel kincha e

112 78
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7 — V , id ι. ainz · 8. de. Ucn 5.0
nd Ligneuretiquet to smnd fortoahrendir (Fuu Htp.rei sech Weißmetzl das Male?
bahen in der, Druckeren won tar 34140 Pfund H. —αινα Rαα
οι genmehl ditto afl. ¶ntx txa Weiten 12009
nua 3 aechte 9 m, Korn 9 80 Pfd. l ν 4.
3.57 3 20 Gerste ßö d. A 30
Mainzor· ebkuchen te i dn
bei, F. Zepp. 45 fl. A8 tr .
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e⏑ —“st Fedattion Deych unß VIelag pon F. gF. Oem a. m. DAn gug eethee J
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Sl. Ingberler Anzeiger.
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ν_ναιι ασ 180 ι Mι ι ιιανÔ—. ,
ν ιιοOιιιι — d nειινα σX!jσ« ινι ιιν
Vern 7Inghberter“ An zelger“ ünt felnem Unkerhaltinigsbkalte erscheink wöchentlich dreimal“ Dienstäg; Donnerstag
snn Sumstag Abonnemenisptess dierkeljährig 45 Krzr. oder 18Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Vinttichrifte oder deren Rälim' betechnet ßcßc.
Nro. 148 —— * F VDonnerstag, den 12. Deeember — u1867.
—— — — — — —ZE — * — —— — 2
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eea Deutschland.·.. s n Ueberweisfung, des auswärtigen Etgis auf den nordd, Bund nud
J— — — hat der abinetetasse Uoschaffung der preußischen Gesandten umd Consulate innerhalb
aufgetragen, auch denjenigen Brautpaaren, welchen aus Kreis⸗ desselben liegt vor. — Graf Eulenburg will die Ueberweisung des
städlischen ⸗ oder Gemeindefonds Aussteuern aus Anlaß seiner he⸗ auswartigen Ressorts an den norddeutschen, Bund, spricht jedoch
nsichugten Vermahlung zugedachl waren insoweit der ackenmäßige kür die Fortdauer, der Gefandschaften im Bunde. n Virchom
Nachweis geliefert wurde, daß sie vor dem 12., Hch. wirklich schon wünscht die gleichmäßige. Vertheilung der aus der dihlomatischen
Nuegewählt waren, die ihnen zugedacht gewesenen Ausstener Sum Vertretung entspringenden Lasten auf die Mitglieder⸗des nord⸗
men auszubezahlen. deutschen Bundes.
Muͤnchein, 8. Dec, Uebermorgen wird wieder eine Sitz. Graf Bismarck will aiber den Antrag Vennigsen'serst nach
uung der Abgeordnetenkammer sein. In dem GEhlauf' berselben dem Antragsteller sprechen, Virchop 3. Vorschläge, den norddeut⸗
sind verzeichnet: Nachträgliche Vorlage des Abgeordneten Kölb, schen Vund zu einem Gesammistaate zu machen, würden die Schwie⸗
Beitriisertlarimgen von Vewoohnern Reurnberg Schenbergt Bam⸗ ägleiten auf diesem Gebiete noch erhöhen.“ Der Graf kritisirt
berg, Furih Buch Schweinau Reumhof, Kraftshof und vordorf, scharf Virchow's Urtheile über die preußische Diplomatie; die ein⸗
Diese Eingaben erklären sich: gegen die nene Wehrverfassung. Vori heitlichen Gestaliungen dürften nur mit Schonung der, Bundesge⸗
—XDD nossen erstrebt werden. Hieran seien die Bestrebungen von Ra⸗
nufbesserung beir. Angeeignet vom Abgeordneten Louis und dowitz im Jahre 1849 gescheitert. Wir haben über Mangel an
Genossen Vorstellung des Stadtrathes der Stadt Landau in Auerkennung des norddeutschen Bundes nicht zu klagen. Die
der Pfalz die Festungseigenschaft Landau's betr. Ang. vom Abg Bundesflagge ist anerkannt, wegen der diplomatischen Vertret ung
uie ane Wenoffem“ Vorstellnng des arztlichen Vereins an des Bundes ist ‚das Entgegenkommen der Bundesgenossen abzu⸗
Muünchen, die gesetzliche Anerkennung der Nothwendigkeit ärztlichen warten. In Kurzem sind Ernnenmungen von Vertretern aAund
istvctens in den imn neuen Schulgefetze ninpurfe in Aussicht ger Botschaftern des Bundes. durch dens Konig zu exwarten. Gravo,)
flellten Commissionen betr, Bitte der k. Forstgehilfen! der Pfalz Gesandie innerhalb des Bundesgebiets sind geschäftlich unentbehr⸗
Gehaltsregulirung betr. Angeeignet vom Abg.Kolb. —2 lich. Der briefliche Verkehr ersetzt nicht den persönlichen. zur Ges⸗
München, 9. Dec.“ Zur 'vielbesprochenen pfülzischen Ge— tendmachimg unseres Einflusses auf die. Bundesregierungen. Da⸗
genschrift über die Leistungen der Pfalz gegenüber dem Staats, Fr stinime ich dem ersten Theile des Antrags Bennigsen zu und
deduͤrfniß im Vergleich min den diesseitigen Regierungsbeßirken lehne den letzten ab. Der erste Theil ist principiell. richtig, weil
iefert der Vorlrag. welchen der Abg, Kolb dem II. üusschuss das Ziel des unorddeutschen Bundes und seiner deutschen durch
der Abgeordnetenkammer über Rechnungen der kgle Bergwerks— Preußen anzustrebenden Politik gestellt ist. Aus dem jetziges pro⸗
eeee e ae str erstattet“ hate in eingelnen visorischen Zustande muß sich die concentrirte Bundesvertretung
Punkten einen glänzenden Beleg und Nachtrag. In der erwähu⸗ entwickeln. Graf, Bismarck exinnert an das Verhalten Sachsens
Fen pfälzischen Denkschrift war nämlich schon hervorgehoben, daß / bei der Eonferenze Einladung. Sachsen habe die Conferenz⸗ Einladung
pahrende die diesseitigen Bergwerke so gut wie keinen Ertrag 2 Bundespräsidium überreicht umd damit aim Geiste der Bun⸗
zuweisen hätten, die pfälzischen Bergwerke mit einem reinen Jahres- desverfassung wie stets seit seinem Eintritte in den Bund ge—
ertrag von 300, 000 fl. im Budget angesetzt seien.“ Rach den frag⸗ handelt; einstprechend richtig wäre gewefen, wenn Hessen gleich⸗
lichen Rechnungsnachweisen ergibl sich nun, da der Keinertrug der fallzdie Einludung dem Bundespräsidium überwiesen hätte.
pfaͤlztschen Bergwerke im Budget für die laufende Finanzperiode In Betreff Rußland weist der Graf den Vorwurf, daß die
Ju 3356,000 fl. augenommen ist, für das Jahr 1864,65 eine preußische Politit eine Satellitenpolitik gewesen sei, zurück.
RMehreinnahme von 127, 450 fl. und für 1865/66 eine solche von Eine Einmischung in die Sahe der russischen Oftseebrovinzen,
T s 3 s Dos erstgenannte Jahr lieferte überhanpt den höch. Wwaͤrde eher schaden als nützen; auf Regelung des Greuzverkehrs
sten Ettrag, der jemals von diesen Werken erzielt wurde, mit Aus sei teuerdingz gute Hoffnung vorhanden. Nachdem Graf Bis—
hahme don 185687. in welchem die Ausbeute mnoch um 4000 fl marck die Aufrechthaltung der Gefandtschaften in Darmstadt, Dres⸗
mehr abwarf. .. ru den und Hamburg gegenüber den betreffenden Anträgen auf deren
77.Fur die vielen pfälzischen Genossseusch a ft em wird Beseitigung motivirt hat, werden fämmtliche Positionen des aus⸗
unlieb sein, zu hören, daß der Vorlagedes sehr überalen Ge⸗ würtigen Etats genehmigt. — Daranf wird der erste Theil des
Nossenschaftsgejehentwurfes neuerdings irgendwo Geerg ner erwach⸗ Antrags von Bennigsen angenommen, der. zweite Theil abgelehnt.
sen zu sein scheinen; der Entwurf soll nämlich schon länger pom 7 Schließlich wird nach kurzer Debatte der Etat des Handels-
k. Stoatsministerium des Handels in raschester und freisin⸗ ministeriums genehmigt.
migster Weise erledigt worden sein und ist darnach wohl an das Waren, 7. 3Deéc. (Abgeordnetenhaus.)“ Der Abgeordnete
Zuhtizministerium zurückgelangt, ohne indetz don da bisn jetzt an Mühlfeld überreichte die 46,324. Unterschriften tragende Anticon—
den Staaisrath zur weiteren Bereifung ullem Anscheine nach be— cordats⸗Adresse aus Wienc..
fördert worden zu sein. Die gegentheiligen; Berichte verschiedener 0 *.Die Regierung wird demnächst Gelegenheit nehmen in
officisser Blätter jollen, gutem Vernehmen nach, in letzterem Sinne bestimmtester Weise ihren festen Entschluß auszusprechen, daß sie
zu herichtigen sein. Man scheint aljo an irgend einer maßgeben— dio Einheit der Armee aufrecht erhalten werde i
den Stelle von der Dringlichkeitnder Sache noch nicht so .Wie das „Fremdenblatt“ mittheilt, ist ein Cartellverteag
recht durchdrungen, zu sein, und; möchte, ich sämmtlichen Vor⸗— wischen Oesterreich und Frankreich wegen Anslieferung von De⸗
ch umß vere in en ec. in Bahern empfehlen, darüber Callseitige serteuren angebahnt und dem Abschluß nahe.
Wewißheit zu schaffen, sei es durch Eingaben an die Kam⸗Dien, N. fr. Pr.“ urtheiltz Rouher hat die italienische Re—
mer, oder fonstige Kundgebungen. ι νä “— — und den e von Italien nicht geringschätzend, sondern
——8 Wi⸗enn echricksenlern 31N geradezu mit Verachtung behandelt. Wenn die Italiener no
Deentegnuchrichen ihe F,. Mark in den Knochen haben, so werden sie sich Iee 8
Zufolge Regierungsbeschluß vom 6. Dec, 1867 wurde der eheen ieee wese Deihhanetuncen him dane fürch
Schuldiensterspectant JIrseph Falker aus Mußbach zum Schulver⸗ *8 —586 A— une igde I
3 — — zu Geinsheim vom Frankreich wird die Haltung des. gesetzgebenden Körpers und der
Di Ibe amn, ernannt. Reegierung bis zum Aeußersten steigern. Daß die Kammer in
Berlin, 9. Dec. Abgeordnetenhaus. Beinder fortgesetz⸗ Florenz indessen nicht Rattazzi, sondern den Regierungs-Candida⸗
en Budgetberathung ist der Etat des vuswärtigen Ministeriums en⸗Lanza zu ihrem Präsidenten gewählt hat, ist seine Nachgiebig⸗
auf der Tagesoxrdnung. Der Antrag des Abg. Bennigsen auf keit gegen Menabrea. — Das,„Diritto versichert, daß Rattazzi
        <pb n="584" />
        den Schleier, welcher wdie letzten Tage seiner-Amtsführung als,
Ministar⸗Praͤsidem noch verhuͤlle, vollständig Küften werde.

Wäen P. Dec. Die Morgenpost“. veröffentlicht folgende
Senfationsnachricht g Der frangbsische Bosschafter Gramont haut eig
Noisficalionsschreiben ahalien Wonch Nuͤpolebir, mit dem kaiser—
ichen Prinzen vor Weihnachten den Papst in Rom besuchen wird
Der Wiener Hof ist während der Anwefenheit Napoleons in Rom
durch Erzherzog Albrecht vertreten.

Prag, 7. Dec. Die Nachricht, daß die Detentions-Anftalt
am Hradschin in Prag nach den Einen 56, nach den Anderen
79 Priester beherberge oder erwarte, nach den Einen wegen regie⸗
cungsfeindl icher, nach den Anderen wegen concordatsfeindlicher Pre⸗
digten, ist nach dem „Volksfr.“ unwahr. —
Frankreich.

Paris, 8. Dec. Die Zeitungsnachricht, welcher zufolge
Franlreich und Oesterreich einen Vertrag zum Schuz der Integri⸗
ät der Türkei geschlossen hütten, wird dementirt, u. A. auch vom
„Constitutionel— 5

Dem „Journal de Paris“ gehen aus Florenz Nachrichten zu,
denen zufolge aller Waͤhrscheinlichkeit nach das Ministeriuin Me—
nabrea nächstens genöthigt sein würde, seine Demission zu geben
und daß Herr Lamza die Präsidentschaft der Kammer veriassen
verde. Die Deputirten der Actionspartei beabsichtigen, wie es
heißt, dom Parlament ein Votum zu verlangen, wodurch die ita⸗
lienische Regierung anfgefordert wird, sofort gegen Rom zu
marschirer. *

Paris, 9. Dec. (Sitzung des gesetzgebenden Körpers.)
deute begannen die Debatten über die auf die deutschen Angele—
genheiten bezügliche Interpellation. Garnier Pagés ergriff das
Wort. Er erblickt die Ursachen der Störungen in der Gewerb⸗
thätigkeit und der Besorgnisse Curo pas vornehmlich in dem Wider⸗
spruch zwischen den friedfertigen Erklürungen und den beunruhi⸗
genden Akten der Regierung. Die Salzburger Zusammenkunft
habe die Geschäfte gelähmt und Deutschland in Aufregung ver—
seßt, trotzdem daß der Herrscher und die Regierung Frankreichs
mit Friedensnoten so freigebig waren. Die Allmacht eines einzi—
gen Menschen bringt die Welt in Unruhe. Die Regierung ver—⸗
kündige das Nationalitätsprincip, allein ihre Politik bringe alie Na-
tionalitäten gegen sie auf; so Amerika, Rußland, Dentschland,
Italien. — Nicht mit Oeslerreich, sondern in Deutschland hätte
Frankreich einen Stützpunkt suchen müssen, und vor Allem mußte
es einer Allianz Deulschlands mit Rußlands und Italien zuvor—

zukommen suchen.
F England. —
Dublin, 9. Dec. Gestern fand eine Kiesenprocession
zu Ehren der gehängten Fenier statt. Ungeachtet des großen Re—
zens haben ungeführ 16.000 Personen, darunter gegen 4000
Frauen und Kinder, Theil daran genommen. Alle trugen grüne
Schleifen und Bänder. An er Sielle, wo einer der Fenier ge—
hzängt worden war, hat die Menge das Haupt entblößt. Einer
der Führer, John Martin hat eine Rede gehalten, in welcher er
die englische Regierungspolitik heftig angriff und die Hingerichteten
aicht als Moͤrder, sondern als tugendhafte, Gott und dem Vater⸗
'ande ergebene Menschen darstellte, die auf legale Weise ermordet
vorden seien. Aber es werde ein Tag kommen, wo die amerika⸗
nischen Irländer England bekämpfen würden, das schon bei dem
Zedanken daran erzittere u. dgl. m. a —R
Italien. ren
Florenz, 6. Dee. Aus Menabreas Rede bei der
zestrigen Eröffnung des italienischen Parlamentes theilen wir im
Folgenden die auf die römische Frage bezügliche Stelle mit: „Ich
verde sehr zurückhaltend sein, denn wir muͤssen große Rüdsichten,
zuf die diplomatischen Unterhandlungen nebmen. Ich werde nichts
sagen von den Wünschen der gesammten Bevölkerung des Koönig-
reiches, ich werde nur erwähnen, was geschehen ist. Italien be—
steht, wird und muß bestehen, trotz der Anstrengungen, die man
macht, um dieses schöne Werk zu vernichten. Zwischen den füd⸗
lichen Provinzen und den auderen befteht ein kleiner Staat, in
velchem sich die berühmteste Stadt der Welt befindet. Nun wohl,
ꝛieser kleine Staat ist für uns ein großes Hinderniß. Wenn seine
Regierung eine bessere wäre, würde die Unzutraäglichkeit geringer
jein. Aber Rom ist der Mittelpunkt der Verschwörun gen
gegen die Einheit Italiens. Es ist natürlich. daß
Janz Italien lebhaft gegen Rom protesticrt. Wenn Paris zum
Beispiel in der Macht der Engländer wäre, was würden die Fran—
zosen thun ? (Gut! Bravo!)) In unserem Jahrhunderl ist alles,
was ein Volk hemmt, ein Hinderniß, welches man beseitigen muß;
ber der Papst ist ein Oberhaapt der Religion. Glauben Sie
aicht, doß diese Macht auf die Gewissen schwach sei. Unsere Pflicht
st es, dieses Oberhaupt der Religivn zu respeciiren. Nicht durch
Gewalt wird man in Rom einziehen. man muß die moralischen

4

Mittel anwenden. Das National Parlament hagt dies anerkannr
in der Sitzung bom März 1861.. Diejenigen, welche Mit den
Waffentẽ in der Hand nach 3 gehen wollten, haben den Beschluß
des Pgtlamentq vberletzt. Je stärker pir sein werden je mehr wer.
* uich ede l 2

Florenz, KRDec. Die Italia? macht auf die Bedeu—
ung der vom General Menabrea bei Gelegenheit der Vor—
tellung des neuen Ministeriums in der Kammer gehaltenen Rede
aufmerksam. „Ungeachtet seines feierlichen und redlichen Ver—
prechens, sagt sie, das er der Sache der öffentlichen Ordnung
gegeben hat, steht Ht. Menabrea nicht an, an das Votum des

Barlamentes zu erinnern, welches Rom als Haupistadt von Ita⸗
ien proclamirt hat. Er hat die nationale Einheit Jaut prodla⸗
mirt; was wäre nun aber diese Einheit, wenn es im —*
Italiens selbst eine andere Regierung gäbe, die als der Heerd
aller Arten Verschwörungen dient. Diese mögliche und sogar noth⸗
vendige Union einer starken Regierung die nichts von ihren Rech—
en abgibt, mit dem, was man' fonst die Agitation det Parteien
tennt, und welches — Gewiffens ist,
st es gerade, was die Kraft Italiens inmitten aller Schwierig·
keiten, die fich ihm in den Weg ftellen, ausmacht. Das Verdienst
des Generals Menabred ist es,“ dies augenscheinlich“ und fortan
ꝛinen jeden Zweifel übert diesen Gegenstand unmöglich gemacht zu
Jaben.“ — Die „Gazetta di Torino“ fordert den Abbruch der
diplomatischen Beziehzungen mit Frankreich·

Amerika.

Newyork, 7.. Dec. Das Haus nahm eine Bill an,
velche die Befugniß M'iCulloch's, Papiergeld zuxück zu ziehen, auf·
jebt. — Die öffentliche Schuld betrug am I. Dec. 2639 Mil
Ddolsl., der Staatsschatz 138 Millionen.

Die Deutschen in der Stadt Mexitco gaben dem Admirah
Tegethoff vor seiner Abreise ein Bankett, wobei es hoch herging.
Der ehemalige preußische Gesandte, Baron Magnus, brachte ainen
Toast auf Regierung und Volk Mexico's aus, und der Admital
rank auf die Einigkelt der deutschen Flotten. — Die politischen
zustände der Republik sind gut; die öffentliche Sicherheit läß!
Ranches zu wünschen übrig. 4

— Vermischtes. a
Ludwigshafen, 10. Dec. Morgen wird die mene
Fisenbahnbrücke über den Rhein dem öffentlichen Verkehr
ür Personen und Fuhrwerk übergeben.
Bei der letzten Volkszählung in Landau ergab sich.
)aß dort eine bedirge Person lebt, welche Mutter von 10 unehe⸗
ichen Kindern ist, die sämmtlich noch dem zartesten Alter angehören.
Landstuhl, 6. Dec. Gestern wurde bei einem Sau—
reiben in den Stumm'schen Waldungen durch Hrn. Holzhändler
Wenzel ein Keuler geschossen, welcher 188 Pfund woh
rMünchen;, 8. Dee. Daß die Gefahr der Riunderßpest
mmer noch von Neuem drohend in unserer Nähe steht, und daß
es nothwendig ist, die auf Abhaltung derselben don den Grenzen
des Landes bezüglichen Maßregeln der Regierung gewissenhaft zu
eobachten und zu unterstützen, beweist der Umfand, daß die
Seuche in Niederösterreich noch an 9 Orten, in Mähten an 10,
n Oesterreichisch⸗Schlesien an 4, in Ungarn an 8, in Galizien
an 50 Orten und in 5 Bezirken der Butowinag heirscht. — Zu
Broßfischlingen in der Rheinpfalz wurden wegen da unter den
indern herrschenden Hal sbräume die Sqhulen bis auf Wei⸗
eres geschlossen. Auch zu Neustadt a. d. Haardt ist der epi⸗
demisch unter den Kindern aufgetretene Scharlach noch nicht
erloschen. .
München. Die gemeinschaftlichen Zolleinnahmen im J. und
IJ. Quartal 1867 betrugen 11,83835 Thaler; im entsprechenden
Jeitraum des Vorjahres 1868 9,773, 407 Thlr.z mithin gegen das
Sorjahr mehr 1,278,428 Thlr oder 1300. Trotzdem stehen die
kinnahmen dieses Jahres gegen die früheren Jahre noch zurüd,
voraus ersichtlich ist, daß die Lage des durch den Krieg gestörten
Beschaftsverlehrs noch immer keine regelmäßige geworden ist.
Mehrverzolluugen haben stattgefunden deim rohen Kaffe, rohen
Tabaksblättern, Wein, geschälten Reis und rohen Baumwoll-Gar—
aen. Die Abnahme der Verzollungen fällt vorzugsweise auf Roh⸗
zucker, Roheisen, Schmiedeisen, Eisenbahnschienen, grobe Eisenwaa⸗
ren, Dampfwagen, frische Südfrüchte, Pferde und Schweine.
F,Würzburg, 5. Dec. Heute wurde das Urtheil gegen
den Schauspieler Richard Wiesner aus Breslau in der mehrer⸗
vähnten Untersuchung wegen Vergehens der Mojestätsbeleidigung
publicirt. Dasselbe lautete auf Freisprechung. In den Molibden
vurde angenommen, daß der Angeklagte den fraglichen Ausdruck
„Schwindel“ am 4. Nov., nicht, wie irrig vom Polizeiofficianten
Bros und dem Rechtsrath Attensamer behaupiet wurde, bei dem
raglichen Ertempore, das allerdings eine Anspielung auf das Zu—
tückgehen der Bnialicher Verlöohung enthalten aebraubt worren
        <pb n="585" />
        sri svndern m reiner Ixuheren Stelle des Luftspiets: Erner von
uns're Leut'“ von Kalisch, wie die Souifleuse mit, dem Textbuche
und der Inspicient behauͤpteten, deren theatralische Stellung zu
besonderer Aufmerksamkeit verpflichte und in deren Aussagenein
Mißtrauen, zu — gegeben 8 Sicherem· Verneh⸗
men nach hat bar Sthatsanwallegegen bicses Erlenntuiß dit Be
rufung angemeldet.

Maien z,⸗Bd Det. Der Utgestarosheitsaposiel Ernst Mah⸗
ner hat worgesteru Machmittag, wieder einmal eine winterliche
Schwimmparthie von der Landungsbrücke der Taunusdampfboote
aus durch die Schiffbrüce bis unterhalb der Rheinmühlen gemacht
wo er wieder an das Land stieg. Diese Exiravaganzen ziehen
indessen immer weniger Neugierige herbeis ιαιι ,

FKöln, 9. Dec GEime geftern züsammengekretene Bersamm⸗
lung der Haupte Actionäre der Rheinischen Eisenbahngesellschaft
stellte einen Entwurf fest zum Ankaufe der Rhein⸗Nahe⸗Eisenbahn,
unte der Genetals vsammliag der Actionäre denselben dringend
aus Herz zu legen. Eine VPerschmelzung beider Vahnen ist als
nahs beborstehend auzisehen —,
. Rach der „Sy P. i die Raͤchricht von vet Reift der
Holelbesiters zu. den Vier Jahreszeiten“ und der Wohnungsgeber
der Grafin Chorinsty nach Wien, sowie von Geständnissen der
Verhaftelen unbegrüͤndeeeeeee.
1. In der „Voss. Zig.“ zeigte ein Vauneister an, daß seine
Frau vor läufisg von einem kräftigen Knaben enlbunden worden sel.
.. Beim Eintreffen der Leiche des Kaiserz Marximilian im
Triester Hafen, werden der Erzherzog Ernst nit den anwesenden
Erzherzogen in einer schwarz ausgeschlagenen Hofbarte sich an
Bord des Schiffes begeben und die Leiche in Empfang nehmen.
Sämmtliche Schiffer werden die Trauerflagge aufhissen. Der Wes
vom Hafen bis zur Domkirche wird mit schwarzen Stoffen belegt.
Der Sarg wird von Marineofficieren zur Kirche getragen, we
eine Trauerfeier stattfindet. Am folgenden Tage wird die Leiche
nach Wien gebrachte·e..

Wie man Justizminister wird. Die „Main-Ztg.“
meldet: Originell ist die Art, wie Graf Liphe in 'das preußische
Ministerium kame⸗ Das Ministerium' der neuen Aera, Patow⸗
Schwerin, war destürzt und Hr. dund. Heydet mit Bildung
eines neuen beauftragt. Es fehlte noch an einem Justizminister
und einem Grafen, einen solchen, schien es, müsse man auch im
Ministerium haben. Während sich Hr. p. dꝛ Heydt im Familien⸗
cirkel über die möglichen Persönlichkeiten berieth, wurde Graf Lippe,
dazumal Staatsanwalt am Berliner Kammergericht, zum Besuch
gemneldet. Gäbe der nicht, vielleicht einen Justizminister? meinte
Ane der anwesenden Damen. Und so geschah eg. Hr, v. d. Heydi
jand den Vorschlag sublim, er nahm den erstaunten Grafen ppe.
der machen ließ, gleich mit zum König, und da der edle Graf
ausgegangen war, eine Visitenkarte abzugeben, lehrte er mit einem
Minisserportefeuille zuwück.“ Hatte ihm aber der Zufasbegezeigt,
wie man Minister wird, so perdankt er es seinem Genie, so lange
Minister geblieben zu sein, zu welchein Posten ihm jede Befähigung ab⸗
ging.Er wußte diesen Mangel durch Connerxionen, wie man das
nennt, zu ersetzen, und sich eine Stütze an mächtigen Hofparteien
und Personen zu verschaffen. So war seine hohe Gönnerin und
Beschuͤtzerin die verwittwete Königin von Preußen. Endlich aber
mußie et weichen, und die Twesten'sche Geschichte hat ihm wohl
den letzten Treff gegeben. * —
4Damburg, OV. Dec. Die Elbe ist bis über Glüchstadt hi⸗
naus mit Treibeis bededtt, wodurch der Schifffahrts verkehr für
Segelschiffe fast unmöglich gemacht und für Dampfer mit Hinder⸗
nissen verknüpft ist. W WV——

Amsterdam, 4. Dec. Das Schiff „Humboldt“ (Get⸗
des), von Baltimore nach Amsterdam gehend und mit Tabak be—⸗
laden, ist bei Vlieland gescheltert. ι

7 Die französifche Floite. Wir geben nachträglich
nach dem Blaubuch den Effectivbestand der franzdsischen Flotte an.
Dieselbe zerfällt nach dem J und durchge⸗
führten Plane in eine neue Flotte (1. Kätegorie) und ineine
Uebergangsflotte (2. Kategorie). Die Gesammtstärke. beläuft sich
auf 348 Dampfschiffe. mit 77, 334 Pferdekräften (der Nominal-
werth der neuen Pferdekraft beträgt nur den vierten Theil“ der
virkuchen Kraft, den eine Maschine entwideln kann), auf 116
dienstthuende Segelschiffe. Die etste Kategorie begreift 316
Dampfer und 70 Segeljchiffe, woruuter an Dampffchiffen⸗16
geßanzerte Linienschiffe und Fregatten mit 14,000 Pferdekraft,
I2 nichtgepanzerte Linienschiffe mit 8960, 1 Panzercorvette mit
450, 17 nichtgepanzette Fregatten mit 9070, 66 Corvetten, Avl⸗
sos und Kanouenboote mit 11,270, 73 Transporischiffe mit
20,180, 1 Lin'enschiff, das als Kanonierschule- dient, mit 480
desgleichen als SeesCadettenschule mit 600, 26 Kustenwacht
chiffe und schwimmende Ballerien mit 2760, 101 kleine Dampf—
chiffe (Flotille) mit 4082, 2 in Amerika angekaufte Schiffe mit
1200 Pferdekraft. Dazu kommen noch 70 Segelschiffe für den

31. December wird diese Flotte um 2 gepanzerte Corvetten unh
1 Schraubenavisd sich vermehrt habden. — Die Uebergangsflotte
begreift 27 Dampfe und 46 Segelschiffe. Endlich befinden si
noch 2 Panzercorvetten und 2 Schraubenavisos im Bau, sind ab
en den ieehea und duf ven verten ind 89 dampf
und 1 Segeltransportschiff. Unter ersteren befinden sich 14 Pan
zerschiffe, nämlich 4 Fregatten.60Corvetten. 4 ee
unde jchwimmende Vattorie Frankreich wird also. wenn Zie aid
den Werften Kegenden und in der Asrüstung begriffenen Fah
euge e werden, über 835 ee die beiden i
Amerika angekauften nicht mitgerechnet, zu verfügen haben.

4 7p Vem Mechaniker Heinrich Dliver Peabody von Boston i
Rordamerila ist auf die bon hm erfundene Construction von Hin⸗
terladungswaffen ein Gewerbsprivilegium auf drei Jahre in Bayern
verliehen worden. J
.Die Empire HYut⸗Comp. in Watertown, Staat Newyork,
fabricirt jetzt Damenhüte aus Manillapapier, die nach dem —*
ien mit Schellack getränkt und dann, um sie filzähnlich zu machen,
mit Scheerwolle bestreut werden. Die Herstellungskosten sollen
circa 14 ir. das Stück betragen. 4
In der Siadt Toledo in den Vereinigten Stgaten, starb
111 Jahre alt, die Französin Genuchette, im Jahre 1776 unter
dem Ramen „Pamela“ Hoftänzerin in Versailles und Günstling
der Königin Maria Antoinette. Als Geliebte Lafahette's beglei—
ete sie denselben in den amerikanischen Befreiungskrieg, heirathete
vortselbst Washington's Adjutanten, Simpson, nach ————
1783 den virginischen Advokaten Stuarl, der 1812 starb, und
zog dann mit ihren 11 Kindern nach Toledo, Sie hinterläßt
uüber 100 Enkel, Ur⸗ und Ur⸗Urenkell.

Calcutta, s. Nov. In der Nacht bouf J. Nobember

wütheie ein Cyclon (Wirbelwinb) über Bengalen. Nach deu zeh
porliegenden Berichten ging er aus vom Golf boñ Bengalen, nörd⸗
lich nach Serajguni, westlich nach Midnapuhr uinn dunwnw
ostlich nach Burrisol und Dacca. Die Reiteernte hat auf ver gan⸗
zen Strecke sehr gelitten; an vielen Stellen hält iman niht den
bierten Theil der Ernte für gerettet. Auch die Gebäude sind auf
allen von dem Cyclon berührten Plätzen zum großen Theil zerstoört.
Biele Boote auf den Flüssen im Innern des Landes, welche init
Jute (eine Art Hanf) und Korn beladen waren, wurden vernichtet.
Hroße Quantitäten von wachsender Jufe wurden zerstört. Im
dhafen wurde großer Schaden angerichtet xin großer Theil der
Flußufek und der Dämme wurde mit fortgerissen. Die Eisenbahn
purde verwüstet. Der Cyclon dauerte fast acht Stunden und man
hält den in der, Stadt dadurch verursachten Schaden für größer,
als den im October 1864 durch dieselbe Ursacht entstandenen.
In der Stadt und deren nächster Umgebung sind niehr als 1000
Menschenleben zu beklagen. 30,000 Hütten der Eingeborenen und
diele Bacsteinhuͤuser sind vernichtet. Der Schaden unter den Schif⸗-
fen ist sehr bedeutend, mehrere Bugsirboote sind in Saugor ge⸗
cheitert; andere Schiffe werden vermißt, während eine große An⸗
zahl von Schiffen in Havarie aus der See zurückgekehrt und üher
5300 den Eingeborenen angehörige Boote untergegangen sind, Un⸗
ter der eingeborenen Bevolkerung ist durch den Sturm große Noth
entstanden. namentlich soll sich dieselbe in den westlichen und füd—
lichen Districten anßern. Die Reqierung von Bengalen ist außer⸗
ordentlich bemüht, den von dem Unglück Betroffenen Hülfe zu ver⸗
schaffen und wird in diesen Bemühungen von einem Hülfscomite
wirksam untecstügt. —

f Was der Geist dermag. Mit Dampfkraft und
Eisenbahn hats der Mensch dahin gebracht, daß er die gane Erde
in 104 Tagen umschiffen kann, und zwar werden dabei noch große
Umwege gemacht, indem' kegelmäßige Dampfbootverbindungen be—
mutzt werden. Man höre. Von Marseille in Frankreich bis Alexan⸗
dria in Aegyptett 6 Tage, von Alexandria bis Suez am rothen
Meere 10 Stunden, von Suez bis Aden am indischen Meere
6 Tage, von Aden bdis Point de Galle auf der Insel Ceylon
11 Tage. Van Point de Galle bis Melbourne in Australien
21 Tage, pon. da bis Sidney in Astralien 3, von da dis Wel⸗
lington auf Neu-Seeland 7 Tage. Nun ist man gerade bei un⸗
dren Gegenfüßlern dahin gelangt in 55 Tagen. Von Welling⸗
ton: nach Panama in Mittelamerika 28 Tage, von da nach der
Insel St, Thomas 5 Tage, von da nach Southampton in Eng⸗
gland 14 Tage, quer durch Frankreich nach Marseille 2 Tage.
Macht. 194 Tage. Die Reise kostet etwa 18850 Thaler. Man
lann dabei auch Ausflüge nach China, Japan, Californien machen,
die nicht gar viel Zeit kosten. — Und nun erst die Telegraphen.
Im vorigen Jahre rechnete man deren Linien bereits auf 45,000
Meilen, Cisenbahnen auch schon auf 19,689 Meilen. In einer
dinie gedacht würden also die Eisenbahnen beinahe viermal rund um die
ẽrde reichen, die Telegraphen achtmal. — Ei, was wird der Geist
jermögen, wenn er einmal seine volle Kraft beharrlich auf seine
igene allseitige Ausbildung richtet!
        <pb n="586" />
        33 Die Lederhandlung von P. Thiker yin St. Ingbert 77
i νααα ewiehltimuch, als „Geschenke⸗“ befonders geeignet: ν νιαν
a 333 —D000—— XRGRCLLXIMILLILALCCGBXYVLMLAIVCILAMIGLLA
Messer Scheeren ꝛc.von Gebrüder Dittmar in Heilbronn.
nt G4a Medasllen, Patente, ete, Preis von 80 Dulcatem fur
DEιαι—ν, Franlireic vasix messer von hesonderevit
Vioglunud ete. Au , ürmrte Feinheit.
Feder⸗ F Tascheumesfer, Trauchir⸗Tisch⸗ S Dessert⸗Messer &amp; Gabeln.
nannScheeren, Patente Rassirrmesser für jeden Bart, Patent⸗Streichriemen,
α ιιι GBarten⸗ &amp;Deulirmesser? Gartenscheeren, Schärfstähle, Metzgermesser .

Deffentuhe Frtlrung
Die umterzeichneten Mitglieder des pfäl
lischen Viehversicherungsverein⸗
erklären hiermit, daß sie für ihre sämmt
liche Ansprüche an genannten Verein fulr dae
ihnen im Laufe des Jahres 1867 in Ver
sust gerathene Viehe vbgleich ihre Entscha—
digungsansprüche theilweise vernachläßigt wa⸗

ren und nach den Statuten hätten, mi
Recht bestritten werden. könnemn,“ Don' demn
Agenten des Vereins, Herrn Westphälinger
dahier, vollstaͤndig baar bezahlt wurden;
die Unterzeichneten nehmen daher keinen
Anstand den gedachten Verein als ein höchst
wohlthatiges Institut dem Vieh besitzenden
Publicum bestens zu empfehlen. —
St. Ingbert den 9. December 1867.
Peter Heusser, Joh. Feichtner,

Joh. König.
Dien 8
Schreibmaterialien Handlung
—herf—

n At. Ingbert—
bringt alsWeihnachts⸗Geschenke
zgeeignet in empfehlende Erinnerung, als:

a. Fapeterie Waaren
Necessaires, Photographie—
Albums, Schreibmappen, Uhr—
behälter, Nähsteine, elegante Schach⸗
teln c. in s

b. Wachswaaren? V

Kerzen, Wachsstöcke, weiß, farbig
und possirt; Wachsgegenstände, für
Christ bä ume höchst passend, von 6 kr.
an, dazu gehörige Wachslichter nebst
den neu elngeführten Haltern; Wachs—
früchte, Krisppchen, Figuren unter
Glas xcc.

o. Gebetbücher, Bilderbücher,
Schreib⸗ und ZeichnenVorlagen,
Schriften, Reißzeuge. Farb⸗—
fchachteln, Oeldruckbilder, Sstahl⸗
st iche, Spiele ꝛ⁊c. —

—— — — 7 — .—7
Meihnaohtsausstollung
—S àosPä3,3alrcobddesda *
Meine Weihnachts-Ausstellung ist nun
vollendet und dieses Jahre besonders reich⸗
haltig mit nützlichen Gegenständen die sich
auch als Geschenke für Groß und Klein—
eignen, ausgestattet. —

J 7
Kinderspiel-Waaren
aller Art, wobei von den billigsten Gegen
ständen von 2 und 3 kr.sau bis zu den!
feinsten zu finden sind. Die Preise, habe
ich num jedes Jahr imite dem Lager mög⸗
lichst aufzuräͤumen: und da die sehr rege
Industrie in diesem Artikel stets Reues
bringt, außerordentlich billigst gestellt.
Zu zahlreichem Besuche ladet hoöflichst ein
S

⸗ ——— 2
N u4
u np——rtehenden v unachten
mstkehleich mein wohlassortirtes Lager im doppel- tind einfachen ChAIes, fram
Foulards, Knüpftiiehelehen aller Art, Herrn- und Damen-Cra—
vrattem, OChache-ned, Sammt-WVestem, abgepasste Vnterrõeke, Ou-
putpen, Kopftiieher, wollene (hüñIehen- Fanchons, GIaee, Lama
ind RuixKim-Hamdaæchula, vwollene Commod- und Tiseh-Dechken,.
Alpacea- und seidene Regenschirme, FPorte-monnais, Cigarren-
EBtuis. Sehréeibmappen, AlIhums, elegante Damengürtel, Sehbnal-
len, Brosehen, autschul-Ketten, Battäst- und leinene Taschen-
tii esi or., feine Au seteok- amme, Sehleier, gestickte Hosentrãuger.
AMeeorschauin Gigarren Spitzen, so wie eins Parthis Elesderatoffen
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* DT 7
* * 3 *8
Vorschuß⸗ Verein.
Den bei den etzten Wahlen am Er—
scheinen verhinderten Mitgliedern diene hier⸗
mit als Mittheilung, daß die Leitung des
hereins definitiv übertragen ist:
A dem“ geschäftsführenden
Ausschusse bestehend aus:
L. J. Beer als Vorstand
2., Kaufmann Friedrich als Cassier,
3., H. Scherpf als Schriftführer.
Be den beisitzenden Aus—
schuß Jeitaliedern: —9
J1.. J. J. Grewenig,
2. Julius Grewenig
3., Posthalter Conrad
A., Veterinärarzt Hauck. .
S5.. Kaufmann Panzerbieter
B., Holzhändler Munzinger..
— ———
—— wählt: oee eden
u. Lonis Beer,“
b.Otto Weigand,
— Peter SEtief. * 4 J
St. Ingbert den 12. Dez 1807
* * Ve J. Béor- *
νι I. SCheæXPDPI,.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleische icPreise der
Stadt Zweibrücken vom 12. December.
Weizen 8 fl. 36 kr, Korn.7 jl. 26 kr.
Berste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige flakr. Spelz 5fl. 53 kr.
Spelzkern — fl. — Ar., Dintkel 4 fl.
20 kr., — Mischfrucht —fl. — kr., Hafer
Efl. 35 kr., Erbsen 5 fl. 55 — fr. Wicken
fl. 18 kre, Kartoffeln Bufle I8 kr. Heu
lflea 20 tr., Stroh 1lfl. 6kr. per
hentner. Weisbrod Uls Kilogr., 22 tr.
dornbrod 3 Kgr., 31 ktr., ditio 2. Kgr,
21kr., ditto 1 Kgr., Llkr., Gemischtbrod
3 Kgr. 38 kr. J Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 ir., 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr. Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier, 6 kr. per Liter
Butter 28 kr., per Pfund.
FFruchtpreise der Stadt
Kaisersslautern vom 10. December.

Weizen 8 fl. 35 tr., Korn 7 fl. 17 kr.
Spelzkern — fl. — fr., Spelzub fl.
—A
50 kr. Erbsen 5 fl. 538kr., Wicken 4 fl.
14 fr., Linsen 5 fi. 56 ir. per Zeminer.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbeod 82 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 16 kr.
Schriftführer.

I

Redaktion, Druck uisd Verlag von F. X. Demetz in St. Jngbert.n —D

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* — VXy vn een eegee
vacn St. In gVertertAn haigexe mit seinem Unterhaliumgsblattéserscheint. wöchenhtich deeimah.. Bizhbid g Donnerstoa
und Samstag. ʒRhonnement spreis diexteljahrig 15 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigeü werden uit 4. Krzr. die dreispaltige Zeile
— V Blattschrift oder deren Raum bedenet —

—4 — —3 ——A IAT J * — — ö— — —— —
Nro149. —*6 ee Samstag, den 14. December ι α m 1867.

, æ t 46
* —J—— * 9— Deutschlande 4 —D 3—
anchen 10. Dee. Dies Reichsraths kammer nahm das
Gewerbegesetz an, welches die Freiheit des Gewerbebetriebs fowohl
Inlandern als Ausländern ohne Unferschied des Geschlechts noch
Blaubens einraäumt. Bei Art. 8, von der Conceffionspflicht han⸗
delnd, beschloß die Reichsrathskammer, daß Buch⸗ und Kunsthand-
lungen, sowie Leihbibliothelen. und Lesecabinette concession spflich⸗
tig sein sollen. In dieser Sitzung erfolgte die Einführung und
Beeidigung des Herzogs Maximilian in Bayern.“Die Abgeord⸗
netenlammer nahm folgenden Reichsrathsbeschluß an? Das Ein⸗
lkommen in ausländischen im Ausland besteuerten Werthpapieren ist
zwar keiner Staatssteuer, wohl aber den Gemeinde⸗Distrikis⸗, Krois⸗
und Einquartierungsumlagen anterworfen. — Die verbreitete
Nachricht, die Vertreter der Südstaaten-duf der hier stattgehabten
Militar⸗Conferenz hätten den festen Entschlugß ausgesprochen, im
feriegsfalle mit Frankreich einmüthig mit Preußen zusammenzuge⸗
hen, wird von unterrichteter Seite mit dem Bemerlen in Abrede
gestellt, daß dazu jeder Anlaß gefehlt habt.51
Mümnchen, 10. Det. Die Allg. Ztg. hat jungst darquf
aufmerksam gemacht, daß gegenwärtig, da in unserm Staafshaus⸗
halt Sparen⸗ eine; dringende Nothwendigkeit geworden,“ die Kam—
mer bei sich den Anfaug machen sollte. Denn die nahezu 800,000 fl.,
welche für den Landtag jährlich sim Budget nausgeworfen find,
reichen für den. Bedarf nicht einmal aus. Ganz endrm aber
jeien die Reiseentschadigungen, welche noch immer, trotz der Eisen⸗
bahnen, einen, Gulden für die Wegsiunde betragen, so, daß bei⸗
pielsweise der. Abgeordnete der Stadt Hof für die Hin- und Her⸗
reise 234 fl. erhalte, während or mit der Eisenbahn zweiter Classe
um 25 fl. hin und zurückfährt. Noch flagranter ist dies Verhält⸗
nitßz bei Abgeordneten aus der Rheinpfalz. Dieser Zustand würde,
wenn länger fortdauernd, wahrhaft schreiend. Der Artikel der
Allg. Ztg. hat denn auch die gute Folge gehabt, daß von der
Linken der Antrag an die Kammer gebracht wurde, den Abgeord⸗
neten nur die wirklichen Auslagen für die Reise nach München
und zurück zu vergüten . J
. München, 12. Dec. Der Referent des Finanzausschusses
Aber· die Staatseinnahmen, Herr Neuffer lobt die Pfalze wegen
ihrer unbedeutenden Ausstände undo pünktlichen Erfüllung ihrer
Verpflichtungen. — In der heutigen Sißung der Abgeordneten⸗
kammer wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt, betreffend Abänderun⸗
gen eivilgesetzlicher Bestimmungen über Privilegien und Hypotheken
in der Pfalz. — heutigen allgemeinen Aaeg über! Fraukreich.
das Wehrgesetz sprachen die Abgeordneten v. Stauffenberg, Golsen. 3 143338
Feritel Stengleim Graf Biutler fur, — Ruland. —2 I I1. Dec. Der Abende Moniteur erinnert in sei
degen den Gesetzenzwursß. Die allgemeine Discussion wird morgen w ohenbün· tin wiederholt. an die von den Herrn v. Rouns
— — —— und Rou hex im Gesetzgebenden Körper abgegebenen Er⸗
nde n i klärungen; er weist darauf hin, daß das Verkrauensvotum, das
VDienstesnachrichten. *man der Regierung gegeben habe, ein fast etnstimmiges gewesen,
Zufolge Regierungsheschluß vom 10. Dec. 1867 wurde der und daß niemnals ein vollständigerez4 Einbernehmen zwischen dem
inibrisnististze Schulperweser Christian Hildenbrand' in Lohnsfeld Ministerium und der Versammlung geherrscht habe, zum Zeugniß
zunt Vehrer“aun der protest. deutschen Schule daselbst vom J. Mis. der Billigung in Bezug auf die Vergangenheit und des absoluten
an? irnd det Schuldienstexspectant Carl dinn von Kusel zum Schul- Bertrauens in die Zukunft. Vas Votum verleihe der frauzoͤsischen
bermeser an der protest. deutschen Schule in Albersbach dvom diplomatie neue Kräfte. Die Regierung des Kaisers fahre fort,
en se atetantetlden S vomn F iedn Poane zu Perh * innnd
Se. Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen ge- er Gerechtigteit zu erzielen, welches sie im Interesse des Papsft-
funden, den —S a 5 in nd —* 8 thumes wie Italiens verfolgt. Anstatt die Geringjchätzung und
unterthänigsten Ansuchen entsprechend, auf die erledigte Landrich⸗ Hleichgiltigkeit in Bezug auf, die italienijche Einigkeil wachzuru⸗
ierstelle in Zweibrücken zu versetzen. en. wünscht die Regierung Vergessen des Hasses und des gegen⸗
eitigen Mißtrauens. Würde man den Augenblick, die Einheit zu
ronstituiren, beschleunigen, so wird die Regierung ihr Recht, die
Souveränetät des Papstes zu vertheidigen, begreifen. Die Regie—
rung glaubt, die, Rathschläge Europas werden einen günstigen
Tinfluß ausüben, und den Gedanken der Versöhnung die Ober⸗
hand gewinnen lassen. Die Confexenz habe noch nichts von ihrer
Rützlichkeit berlosren. Die Regierung äußere sich in diesem Sinne
dei den übrigen Cabinetten. Die eingeleiteten Unterhandlungen
Jauern fort.

Antrag auf Eintrift Württemberzsinnden morddentschen Buind
innähme, so würde deren Auflösung erfolgen!d Hölder und Römet
mntgegnen, das Ministerium werde den Verhältnifsfen wohl Rech⸗
aung tragen müssen. Die Kammer verwirft den Gesandtschafts
posten in Florenz. π
Wiren, J. Dec. Die allePressen schreidt? „Roch wenige
Tage, und Oestetreich wird sich im Besitze einer Verfassung befin-⸗
ven, deren Freisinnigkeit wohl allerwärts Anerkennung finden wird.
Das Concordat aber stehr noch autfrecht, und dies is eine Ano-
malie, die wir lebhaft beklagen müssein. Gleichwöhl bleibt uns
der Trost, daß Verfassung und Concordat unmöglich lange zusam⸗
men existiren können, und da wir das constitutionelle Princiß für
das gesündere und zähere halten- so hoffen wir mit stärksten Zu⸗
nersicht, daß es in diesem Kampfe dene Reibungen endlich obsiegene

Wien, bl. Dee⸗/Umterhaus seitzung. Auf der Ta⸗?
Jesordnung steht die Generaldebatte üiber den Finmanz u u aen
gleich mit Ungarn. Der Abg. Herbst vertheidigt die An—
räge der Majorität und spricht zu Gunsten der Staatsgläubiger.
NRachdem Skene und mehrere undere Redner replicirt, ergreift der
Finanzminister das Work und weist zunächst sa Einfluß bei
der Verhandlung über den Auggleich nach. Nach dem Zustande⸗
kommen des Ausgleiches werde ein eigenes Ministerium ernannt,
den zusammentretenden Delegationen werde das Büdget vor⸗
gelegt werden. Das Büdget der cisleithanischen Länder
für das Jahr, 1808;, dessen Ausgaben zu 248, die Einnahmen
zu 195 Millionen Gulden berechnet, ergebe ein Deficit von 53 Mil⸗
lionen. Die jetzige Leistung Ungarns un 56 Millionen, wäh⸗
rend die frühere nicht über 54 Millionen betragen habe.Das
pon Ungarn Versprochene werde aber sicher eingehen. Die finan⸗
ꝛiesle Welt habe den Ausgleich freudig begrüßt, die Course der
Papiere steigen, die Capitalien haben sich den Eisenbahmunterneh⸗
nungen zugewendet. Der wahre Zustand der Dinge sei nicht so
chwarz, an direcken Steuerin seien 2,700,000, an indirecten
3,800,000 fl. mehr eingegangen als im Voraus berechnet war,
im Ganzen seien 21 Millionen mehr eingegangen als im vorigen
Jahre. Es sei schwer, bestimmt zu sagen, es gebe noch eine Re de
tung, aber vor der Hand sei es noch Zeit, an Abhilfe zu
denken. Keinenfalls werde die Regierung eine auf den Staats⸗
bankeroit abzielende Maßregel vorschlagen. Der Minister schließt
mit einer Nachweisung der Thzunlichkeit, die Einnahmequellen be⸗
deulend zu steigern. —

J J 7*

Ssrurtigäri Ib!' Dec. Abgeordnetenkammer. Es findet
Debatte übet die Gesandtschaften statt. Varnbüler spricht sich bei
dieser Gelegenheit üüber die Politik Württembergs aus und erklärt
——
Dieser Eintritt Württembergs würde jährlich 5 Millionen Gulden kosten
und die Eisenbahnen, sowie die Post in fremde Hände bringen. Die Re—
gierung habe min den bereits abgeschlossenen Verträgen das Aeußerste
Jethan und ihre natihnale Pflicht erfüllt. Wenn die Kammer den
        <pb n="588" />
        .England. Dype AUlt. 11. VPon der Wehrpflichtñind tatuit Der einzige
Die maßlofen Aeußerungen der franösischen Minister gegen Sohn sol her Eltern welhe einen Sohn wahrendd des Wilitar-
Italien Kredetg in Wndon ünglaubliches Aufsehents Eine solche tienstes odert in Folge desselten venloren haben; J jeder⸗Sohn
Sprache gegen eine befreundete Regietang ist noch nie gehort wor bn Eltert, welcht auf, digs bemerkle Weife zwe Soöhne — verloren
»eu, und giemlich gilgemein wird Waraͤus der Schluß yezogen, daß aben; 8) katholische Geistliche welche ine dek höheren“ Weihen
ie italienisch-franzaͤsische Allianz uüber Bord geworfen sei.., Daily rhalten oder in inländische Klostern lebenslangliche Gelübde ab⸗
Rews“ sagt: Es aibl eine gewisse Rhethorik, die verfallenden Rei- zelegt haben; die förmlich ordinirten Protestantischen Geistlichen
hen eigenlhümlich ist. Sie ist das natürliche Product · des Caja⸗ ind die vorschristsmäßig angestellten Rabbiner. — Die Befreiung
ismus stand unter den xömischen Laisern in vollster Blüthe und er Standesherren und ihrer Familien (6. 11, der IV. Beilage
vill niemäls ilberzeugen? daß fie nicht Meinungsaußerung der Ra- der Verfassungsurkunde) bleibt vorbehalten3
ion, sondern der Palastgewalten“ist.... 7 Art. 12. Zeitweise sind von der Wehrpflicht befreit? 1) ta⸗
augs holische und protestantische Studirende der Theologie, welche sich
Belgien. I —., virch ein Zeugniß der theologischen Facultät, sowse Rabbinats-
Brussel, 9. Dec. Wie wir vernehmemiste der Hischof andidaten, welche sich durch ein Zeugniß eines im Konigreiche
on Nauur, Herr Dech amm p 8,. zum Nachfolger des Car⸗ mgeftellten Rabbiners und der beireffenden Taltusgemeinde als
zinal⸗Erzbischofs von Mecheln, Primas von Belgien, ernannt olche ausweisen; 2) Schullehrer, Schulgehilfen und die Candi-
vorden. · Herr Dechams ist der Bruder des clericalen Staatsmi- zaten des Schulamis, welche! im einer siaatlichen oder dieser gleich⸗
nisters, Er ist ein ausgezeichneter Redner wie sein Bruder und tehenden Vorbereitungsanstalte sich befinden; 3) derSohn einer
ein tüchtiger Publicist. Er gehört dem Orden der Redemptoristen Familie, welcher dieselbe durch seiner Arbeit ernährt,so daß fie⸗
an und war früher hier in Brüssel Beichtvater der Herzogin von zußerdem der Armeupflege zub: Last fallen würder! du αt
Brabant, heute Königin von Belgien. Der neue Cardinal-Erz, Art. 13.Als untauglich ist von der Wehrpflicht befreit, wer
bischof steht seit Jahren im. intimsten Verkehr mit dem päpstlichen vegen korperlicher vder geistiger Gebrechen zum Waffendiensie nicht
Stuhle. Seine Ernennung gibt den Jesuiten volle Gewali in zeeignet befunden wird, oder nicht wenigstens 50 4hayerisches
Belgien. Morgen wird sein Vorgänger in Mecheln mit ungeheue⸗ —XEDDDD———
em Ponip zur Erde bestattet.— Zufällig ist auch morgen der zweite Arti. 16. lls unwurdig ist von der Ehre der Waffen aus-
Jahrestag des Todes Leopold's 1. ——— jeschlossen, wer wegen Verbrechens oder⸗wegen eines Vergehens
Italien. . * Unterschlagung, —— — 8—
RNem ß GRSaAM . isigs er Hehlerei verurtheilt und nicht rehabilitirt worden. — Wehrpflichtige
—* R —— Am 5 gee8 ffenniches Consisto⸗ velche sich der Ehre der Waffen unwürdig gemacht haben, sollen
ium gehalten werden, mit Veröffentlichung einer Encyclia über belche u —7*
73 F.—— 7 u militärischen Arbeiten so lange in Bereitschaft gehalten und
»ie jüngsten Ereignisse und mit Betonung der vollen Rechte des — —
„. Stuhls. — General Kangler ist zum Herzog von Mentang bunlichst verwendet werden, daß die betreffen 30 b F *
rnannt. — Cardinal Andrea hat eine Antwort auf das papftliche e ededen Henre aulenalie bereits zugebracht haben,
Veeve erlahen — Art. 17. Die Wehrpflichtigen sind innerhalb der einzelnen
e Nußland. *8 ꝑ Jahrgänge und Ersatzbezirke nach der Reihenfolge des Eintrages
St., Peterßburg, 9. Dec. Der preußische Finanztalh n den Aushebungslisten zur Ableistung der Dienstpflicht im ste⸗
hellwig ist hier eingetroffen, um mit dem Ministerium Vorbespre- senden Heere und zwar zunächst zur Ergänzung des Formationse
hungen über Erleichterungen des Patz- und Zollwesens an der tandes einzureihen. — Der nach Ergünzung deß Formationsstan⸗e
drenßisch⸗russischen Grenze einzuleiten. )es bleibhende Rest ist als Ersatzmannschaft auszuheben. —
—V — Art. 18. Nach der Reihenfolge! des Eintrages in den Aus⸗
Aus dem Entwurf des Gesetzes, die ebungslisten ist jeder Heeresablheilung die für eine Mobilisicung
Wehrverfassung betr. dothwendige Ersatzmannschaft zuzuweifen· EErsazmannschaft
Im Rachstehenden theilen wir die wesentlichsten Bestimmun⸗ lL. KIchehe.) Die ührigen Wehrpflichtigen bleiben als Ersate
zen des Wehrgesetzentwurfes mit, wie derselbe nunmehr mannschaße IL.Klafse in Listen und unter Controle des
die Berathnng der Abgeordnetenkammer unferliegt. Die einzelnen betreffenden Landwehrbataislonscommandos. — Bei Einberufung
Tapitel des Entwurfes sind folgende: J. Bestandiheile der bewaff, der Ersatzmannschaften II. Klasse hat der jüngste Jahrgang zuerst
neten Macht, Art. Mund 233 II. Wehrpflicht und Dienstzeit, Art. einzütreten. 333 J — 9J
3 bis 16; III. Einreihung in die bewaffneie Macht, Arten17 bis Art.«19.“9 Die Beförderung von Unterofficieren zu Officie-
235 IV. Pflichten und Rechte dec · Angehsrigen der bewaffneten ren wird durch ein Abancementsgesetz geregelt.
Macht: Art, 24 bis 85; V. Freiwilliger Eintritt und Capitulas Art. 21.2 Die Landwehr-Infanterie wird nach ihren Wohn ⸗
ionen, Art. 36 bis 44; VI. Verfahren bei Ergänzung der acki⸗ itzen in Landwehrbataillone und Compagnieen eingetheilt, die zut
»en Armee, Art. 45 bis 69; VII, Entlassung, Art. 70 bis 76; Vertheidigung des Valerlandes in Kriegsfällen gleich dem stehen-
VIII. Strafestimmungen, Art. 77 bis 82; IX. Kosten, Art.' 83 en Heere verwendet werden. — Die Landwehrmänner der übti—
und 84; X. Schluß⸗ (resp. Uebergangs-) Bestimmungen, Art. 85. Jen Waffengattungen sfehen unter Controle der Landwehrbataillons-
is B6. ommandos. Im Falle einer Mobilmachung und während des
Art. 1. Die bewaffnete Macht des Konigreiches besteht“ drieges können die Landwehrmänner sämmtlicher Waffengattungen,
4) aus dem stehenden Heere und 2) aus der Landwehr. — Das die der Infanterie aber nur ausnahmsweise und in dringenden
lehende Heer theilt sich in die active Armee und die Reserve. Fällen zur Verstärkung und Ergänzung der Abtheilungen des
Art. 2. Die Zahl der jährlich in die active Armee zur sehenden Heeres einberufen werden.
Herstellung des Formaltionsflandes Einzureihenden wird je für die Art. 22. Die Officiere der Landwehr werden aus den ein⸗
Dauer von zwei Jahren durch Gesetz (Contigentsgesetz) bestimmt. ährigen Freiwilligen und den zu Oificiersellen befahigten Land⸗
Art. 8. Jeder Bayer ist wehrpflichtig und kann sich in Aus⸗ vehrmännern entnommen. — Die besoldeten Stämme an Officie⸗
uͤbung dieser Pflicht nicht vertreten lassen. J .en, Unterofficieren und Mannschaften können im Bedürfnißfalle
Art. 4. Die Dienstzeit, im stehenden Heere dauert sechs der activen Armee entnommen werden ..
Jahre und zwar drei Jahre in der activen Armee und drei Jahre Art. 283.“ Für die Beschaffung der nöthigen Räumlichkeiten
in der Reserere. u Kanzleien und Magazinen, sowie für Beschaffung und Sicher⸗
Art. 5. Die Dienstzeit in der Landwehr, in welche der fellung der Schießpläße der Landwehr hat die Gemeinde, in der
pflichtige mit Beendigung seiner Dienstzeit im stehenden Heere tritt, ich das betreffende Commando befindet, aus eigenen Mitteln zu
dauert fünf Jahre. jorgen.
Art. 6. Wenn Angehoͤrige der berittenen Truppen freiwil⸗ Art. 25. Die Reservisten können außer dem Falle der Mo—
lig ein viertes Jahr bei der activen Armee bleiben, ist ihre Dienst⸗ zilmachung während ihrer Reservepflichtigkeit nur zu einer im
zeit in der Reserve und der Landwehr auf je zwei Jahre beschränkt vanzen zwei Monate betragenden Uebungszeit sowie zu vorüber⸗
und sind sie in der, Landwehr von den Uebungen befreit. zehender Dienstleistung für Erhaltung der gesetzlichen Ordnung ein⸗
Art. 7. Dir Wehrpflicht beginnt mit dem 1. Januar des erufen oder im Dienste behalten werden.
Jahres, in welchem der Pflichtige das 21. Lebensjahr vollendet. Art. 26. Die Landwehrmänner können während ihrer Dienst⸗
Art. 8. Wer in der Ausbildung zu einer wissenschaftlichen oflicht im Ganzen auf einen Monat zu den Truppenübungen des
oder künstlerischen Thätigkeit oder zu einem höheren technischen Ge- ehenden Heeres gezogen werden. — Für die Landwehrmänner
werbe begriffen ist und durch seine sofortige Einreihung einen erheb⸗ der Infankerie finden in den Compagniebezirken jährlich überdies
ichen Nachtheil erleiden würde, darf im Frieden die Aussetzung an 4-8 Tagen kleinere Uebungen stait. — Außer diesen Uebungs—⸗
einer Einreihung bis zu demjenigen Kalenderjahre derlangen, in eiten können die Landwehrmänner, nur im Falle einer Mobil-—
velchem er das 24. im Falle des Art. 89 das 25. Lebensjahr nachung und zur vorübergehenden Dienstleistung für Erhaltung
—XX er gesetzlichen Ordnung einberufen oder im Dienste behalten werden.
        <pb n="589" />
        Art. 27. In edem Landwehrcompagniebezirle finden jahr⸗
lich zweimal Controlversammlungen statk. Hierbei haben sich die
Reservisten und Landwehrmünner, sowie sömmtliche Ersatzmann
—D—

Art. 30. Die Ausrüstung und möglichst einfache Uniformir ·
ung der Landwehrz erfolgt auf Stantslosten. —

Art. 81. Wer seiner allgemeinen Wehrpflicht zun Dieufte
in der actti ven Armee noch nicht Genüge geleistet hat, dars
ohne Erlaubniß der Militärbehörde zur Vereheüchung nicht zuge⸗
lassen werden. — Alle übrigen Wehrpflichtigen sind im Frieden
an der Vexehelichuͤng naicht gehindert

Art. 32. Die Angehörigen der activen Armee mit Ausnahme
der Ersatzmannschaft dürfen nur mit militärdienstlicher Bewillig⸗
ung ee ** — 7

J je Gerichtsbarkeit über die, Angehörigen der ac⸗
tiöen Armee, muük Ausnahme der Ersatzmannschafl bemißt sich nach
deũ einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, Die Ersatzmannschaften
Reservisten und Landwehrmänner sind in Bezug auf militärische
Verbrechen, Vergehen und, Discipsinatübertretungen der Militär—
gerichtsbarkeit unterwotfen. — Wegen gemeiner Verbrechen, Ver⸗
gehen und Uebertretungen unterstehen sie dieser Gerichtsbarkeit nur
io lange sie jm Kriege zur Dienstleistung präsent, sind.

Axt. 84. 3. Bei eingetretener, Mobilisirung erxhalten-⸗ die - be⸗
dürftligen Familien verheiratheter Reservisten und Landwehrmän⸗
ner vom Tage des Einrückens zum Dienst an, auf Ansuchen einer
Unterstützung aus Staatsmitteln, welche für die Frauen von 4fl.
— und für jedes noch im elterlichen Brode stehende Kind auf
2fl. monatlich festgesetzte zwird. Officiere, Unterofficiere und
Mannschaften den Landwehn welche durch Verwundung vo: dem
Feinde oder durch Beschädigung bei unmittelbarer Ausübung des
Dienstes ee haben hinsichtlich ihrer militä⸗
rischen Versorgung gleiche Ansprüche wie die Indaliden des siehen⸗
den Heeres? Den Wittwen und Waisen der im Kriege gebliebe⸗
nen oder an den vor dem I een Wunden bersiorben en
Officiere, Unterofficiere und Mannschaften der Landwehr gebührt
dieselbe Unterstützung, wie stes die⸗ Wittwen und Waisen solcher
Dfficierd. Unterofficierer unde Maunschaften des stehenden Heeres
anzusprechen haben er—g sio

Aël, 370 JungerLeute/ von nachgewilesenern hoherer Bildung,

die sich vor der Loosung ihres Jahrganges (Art. F'und 8) als
Freiwillige aumelden und sich aus eigenen Mitteln verpflegen aund
fleiden, sind auf Verlangen nach einjähriger Dienstzeit in die Re⸗
erve zu versetzen, aus welcher sie nach weiterer dreijähriger Dienst
zeit in die Landwehr übergehen.; — Beinden berittenen Trunyen

— * 2
Jabes solche Freiwillige auch fuc den Untethalt der Pferdes zu
iorgen. V — 32 * * * —

Art. 45. Das Konigreich wirdein so biele,nach Vewalt-
ingsbezirkey abgegrenzte Ergänzungsbezirke eingetheilt, als Land⸗
vehrbataillone vestehen. — Jedem Erganzungsbezirke steht veri
Stabsofficier vor, dem das Landwehrbezirkscommando übertragen
ist. ⸗ Innerhalb des Ergänzungsbezirkes bildet jeder Verwalk⸗
—
iatzbe zirk , αι VD
Art74, Die Angehörigen der activen Armee einschließlich
der Ersatzmannschaft dürfen nmir mit militärdienstlicher Bewilllgung
auswandern. — Die Reservisten und Landoe hrnäuner sind an
der Auswanderung nicht gehindert. ——— 4.
n An anIn dalle des Kriegeg undsbeig bestchender Kerlags -
zefahr kann die Auswanderung von Angehörigen der bewaffneten
Macht oder· einzelner. Categorieen derselben diurch allerhöchste Ente⸗
schheßung untersagt werden.
I 1

———
—9
... Vermissch t e 8. ν ,
7 Bisher war den Bahnhofverwaltungen die Befugniß einge⸗
raäumt, Personen, die sich entweder bei einem Personeuzug ver⸗e
spätet hatten, oder wegen Dringlichkeit ihrer Geschäfte den nächsten,
Personenzug nicht: wohl ˖ abwarten konnten, mit den Güter⸗ und
Kohlenzügen fahren⸗ zu lassen. Zufolge einer neuerlichen Verfüg⸗
ung der Directjon der“Pfälzischen Bahnen, dürfen für dieZukunft
die Güter⸗ und Kohlenzüge keine Privatpersonen mehr mitnehmen,
und es ist nur ausnahmsweise den Herren VBeamtenzund Aerzten
zestattet, in Dienstreisen besagte Güter und Kohlenzüge zu benützen.
7 Zweibrücken, 10. Dec. Die Voliszählung ergab eine
kinwohnerzahl von 7633 3Zunahme 83. Die Zahl. der -weib⸗
lichen Einwohner ühersteigt die der männlichen um 4189“ Die
Familienzahl beträgt 2119.27
. Die HH. Bezirkgamtmann Beer in Pirmesens And Bau⸗*
beamser Haas in Kaisertlautern haben »den Berdienflorden? vom
yl. Michael erhalten.“ 1111.., ui
fDuürkheim, lo.* DeceroHeute in aller Fruhe Ddinrch-
lief die Nachricht von einem u der Chaussee,/ dicht bei dein ñahent
Ungstein verübten Mor'de unsere Stadt.“ Am · gestrigen' Abende
spät fand ein Fuhrmann don Freinsheim auf“ der angedeüteten
Stelle in einer großen Blutlache die Leiche eines sungen Menschen,
dem Anscheine nach ein ue WBei ngherer Unterfuch⸗
ung⸗enideckte man am Unterleibe eine tiefe, klaffende Wunde.
leber die Thäterschaft zund über die Motide verlautet noch nichts
estimmtes, doch ist ein der That dringend verdächtiges Indivi—
qzuum aus Unastein vderhaftet worden.“ i

die. Lederhandlung von P. Thiexytin St. Ingbert i

—WM mpfiehlt auch als „Geschenke⸗nbejonders? geeignet: 10 αιν
Messer, Schee unv Gesruder Dittmar in Heilbronn
Messer, Scher sehrũder Dittmar in Heilbronn
64 —XXE Fatonte e. Preiu —R —X ceꝰ y
von Deuitsehland, Frankrei- — — — EE—
⏑&amp;——
— Feder⸗ S Taschenmesser, Tranchir⸗, Tisch⸗ &amp; Dessert Messer &amp; Gabeln ot
Scheeren, Putent-Rasi rmesser für jeden Bart, Patent⸗Sit veicbre menν,
Garten⸗ &amp; Oeulirmesser, Gartenscheeren⸗ Schärfstähle, Metz germesser ꝛe. αι
AXch belomme bei güunstiger Wittetung
J S —B
anb werden gef. Bestellungen darauf bestens
effertuitt.“ 9
Fritz Panzerbieter
Wohnungsveränderung.
Ich beehre mich, meinen verehrl. Kunden
mnzuzeigen, daß ich jetzt in-dem meuerbau⸗
ten Hause des Herrn Carl Engel'an
zer Kohlenstraße wohne, wo inein Geschäft,
vie hishex foribetrieben wird. 4
Zugleich empfehle ich meineneueinge
achtete Wirthfschaft, mit gutem Kaifers⸗
anterer Bier und sehe einem sehrzahl⸗
ceichen Besuche gerne entgegen
. VMIFAMX

— — — ö—— 7 — —
i Die fe 122 Gebetbüch ex. Bilderbuch —
— — — — — —— Schreibe und Zeschnen⸗ Bösrlagen,
Schreibmaterialien Handlung S4cfÑ — iege Feee:
7hach elm Oeeldreu abi der, Stah ie
—— dae Spie⸗le ⁊c. — hu
An St. Ing hor— —
bringk“rals Weihnachts⸗Geschenke
geeignet in empfehlende Erinnerumg, als:“ usverkauf I F
i. vey V⏑. bhon 38 —“
N⸗ 3. Photographie- 7T2
Ai ereibnappen, ühr Kind AI
behalter, Nähste in e, elegaute Schache Der Unterzerchnete · empfiehit sein vager
teln ꝛxc. α ιν in tau senderlei Kinderspielwaaren
b·uανenen4 unm gänzlich damit aufzurdumen, zu außer·
Kerzen, Wachs std dar weiß, farbig ordentlich billigen Preisen. Dasselbe ist
und possirt; Wachsgegenst ande, für derart assortirt, daß allen Anspruchen Ge
Ciher ist bäume höchst passend, von 6 kr. nüge geleistet werden kann.
an, dazu gehoͤrige Wachsl ichter nebsf Aucqh ist in Puppen, selbs in der
den Neu⸗ eingeführten. Haltern 3. Wachs- feinsten Waare, dire großte Austahl-
F chte Krisppchen, Figurenunter dorhanden.
las x. —

ñ

C-Appredeια.
        <pb n="590" />
        Militärmãantel⸗and
Deckenversteigerung.
Mitwoch den 18. December⸗ 1867 des
Nachmittags um I. Uhr, zu St,. Ingbert
dei Boder Georg Jung, lafsen die Herrn
Bebrüder Groß, Handeltlente von Zwer
brücken, Militar⸗Reiter⸗Mäntel und wolsene
Decken in großer Auswabl auf Borg ver—
deigen. tict
GHorn Igl. Notar.
Conventionelle 9
Wiederversteigerung.
Samstag, den 21. Dezember“ 1867
Rachmittags 2 Uhr. zu St. Ingbert im
Café Oberhauser, wird folgende dem
Schuhmacher Wilhelm Gucke ife n von
hier gehörige Liegenschaften St.' Ingber
——
Steigpreises derselben halber, auf Anstehen
der Geschwister desselben öͤffentlich in Ei⸗
genihum verfteigert, nämlich:
) Dessen im Mühlenecke gelegenes zwei⸗
stödiges Wohnhaus mit Hofraum und
zugehör neben Schreiner Wolf.
39 Dee. Acker rechts an der Kapelle, ne
ben Franz Joseph Behr Erbew.“ I
Sorun, igl. Notar
5 F — 2M—52 ——
Mobilienversteigerung.
Zreitag den 27. December 1867
*8 ah mittags 2 Uhrn
in seiner Behausung läßt Philipp
Strack, Wirth dahier seine Jümmtlichen
Wirthschafts⸗Geräthe, als 4133).Mau fu
mehrere Tische, Stühle, Banke, 1J Ein
schenle. Glaͤser, Flaschen.nTrichten
uberhaupt/ alle zur. Wirthschaft nöthi
geu Gegensiande, sodann Ganaps, Beit
laden, J. s Barometer.nu h Kochheerd
2. Petroleumlampend Waschtisch
ohngefähr 20 Zentner Karioffeln,
dann mehrere Bücher als: 4 Conver⸗
sations⸗Lexicon (16 Bände)Rotteds
Weltgeschichte, Titus Lwius, und son⸗
jstige Haus- und Küchengerättschaften
versteigern.

J M 36 1 —* *I R3
— T 8 67 4a 860 Te utiing
. tu ιαX
meiner Fabrikate in Herrenẽ u. Damenhemden, Kragen
und Wanchettenrc. find bei Herrn ——
Aoh. EFriedrich in dt. Ingbert
zun -Beslellungen nach Mia a ß oder Muste rhemd werden durch diesen en tgegeilom-
men und innerhalb 82 14 Tage ausgeführnn.. ue
e Landau im December, 1887 —3— ——— e
Reinntn renne n WMilhelm Seltsam.
— — — — —
bevorstehenden Veihnachten
mpfehlo ich mein wohlassortirtes Lager in doppol- und éinfachen Chales, franz
Foulards, Kniipftüchelehen aher At, Herrn- und Damenru
vatten,/ Chache-ne, Samumnt-WVesten, abgepasste Unterröιαα, Cu-
putzeom, Kopftiiener, vollene Châülehen, Fanchons, GIacé, Lama
md Buxkim-Handsehuh, wollene Commod- und Tiseh-Decken,
AMlpaecea- und seidone Regensehirme, Portemonuais, Oigurremn-
Ptuis, Sehreibmappen, AIhums, elegante Dm—νεα, Sehnal-
lem, Rrosehen, Kautschu-ettem, Rattist- und leinene Tasehen-
biioher seine Anfetecek-amme, Sehleler, gestickte Hosenträger,
Heeraohaun Gigarren Spitzen- so wie eine Parthie Ieiderato fren
zu· herabgesoteton Preisen. 36
3 eeee et ee este Karl Schanch.
— — — — — —
— *4.1 R24 LTI—
Möébelmagazin Bühlere,
it —D 0 42 . — He ee
Zweibrücken Landauerstraße 215.
12 — * — 57 5
Ausverkauf sämmtlicher
Möbel &amp; Spiegel..
iei ienit
i6 aMit ur em in, TAhAgond Nuss baum, Om-
ασ—9—l in allen Pormen; ferner eine grosse Auswahl antir
8 ———— b sũt SbCG Gi o ny. besonders 2u.
Agk geog ch en Le Igeαgnet, als, —40
ι lMS /MAnm PPEhRISe
alles bedeutend —X E
Wasserdichte Stiefelschmiere
»i Fritz Wanzoena ν
41 6
Schuh &amp; Stiefeln.
Zu bevorslehenden Weihnachten, empfiehlt
ein Lager in allen Arten Damene und
vinderstiefelchen, sowie in allen Sor⸗
ten ord. Schuh und Stiefelu, zu au⸗
zerordenllich billigen Preisen.
Jac. Etief.
ruchte Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛe. Preise der
8 Stadt Homburg vom 11. Dez.
Weizen 8 l. 14 fr., Korn 7 f' 18 r,
Svelz 8iI. 31 tr. Gerste.— 2reihige, — fl.
Ar: Mischfrucht7 fl. 22tegufer⸗
4fl. 80 fr. Erbsen — fl. — kr., Hartof⸗
feln J fl. 12 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr,
32 tr. ditto 2 Kgr. 22 tr. dius tKer
Itr., Kühfleisch 1. Qual. 16 tt.2. Qual.
14 kx. Kalbfleisch 12 kr.,. Hammelsleisch
Ib kr. Schweinefleisch 16 tr., Vutter 28 tr
ver Pkd. J
Frankfurter Börse. 9
33* Geldsorten. 53 * il
vom 12. Dezember. 18687 4
Preu hische Kaffenscheine.407. 482.
Breutzische Frie drichsdor 09 87ιαäε
Pistolen 9 48-30 .
dossändische 19 fl,⸗Silke 9 633 55
Ducaten...... 537⸗ 39 7*
20Franck⸗Stucleee090 2288:/3
—A .
Hold per Zollfund feiu, —
dochhaltiges Silber ver Zollpfund —
—AXE 2 2728

Deffeütliche ErIrung
Die anterzeichneten Mitglieder des pfäl⸗
zischen Viehversicheruugsvereins
erklaren diermit, daß sie für hre sämmt⸗
iche Ansprüche angenannten Verein für das
hnen im Laufe des Jahres 1867 in Ver—
lust gerathene Vieh, obgleich ihre Emschä-
digungsansprüche theilweise vernachläßigt wa⸗
rens und nach den Statuten hätten mit
Recht; bestritten werden können, dvon dem
Agenten des Vereins. Herrn Westphälinger
dahier, vollständig baar bezahlt wurden;
die Unterzeichneten“ nehmen daher keinen
AInstand den gedachten Verein als ein? höchst
wohlthatiges. Institut dem Vieh besitzenden
Publicum bestens zu empfehlen ·.-..
St. Ingbert den O. December 1867.
Peter Heusser, Joh. Feichtner,
7ö. Sonia
— —* — — *
Wohnungs⸗Vermiethung.
Der obere Siock meines neuern⸗ Wohn⸗
e eee und Küche.
benebst Keller und Speicher ist sofort
zu vermiethen und, beziehbaree
Geinrich Buser.
Das Logis in dem Wittib
yom schen Hause im Josephs⸗
hal, welches Herr Markscheider Günther
4 prrnne hatte, und welches 68immer und
rbeiter findett WMansardenzimmer, geschlossenen: Keller
ftigung bei uand in⸗ Waschvorrichtung umfaßt, ist zu
zudwig Pandeo —öRXD
»PVleidermuched:.. in : e uM. Beeér/jun

Sorn, kal. Notar.
rouen⸗e Punschef
nyNRum Arrae,

Tognac, Malaga, Madeira. Cho
eolade feinste grũnen und schwar⸗
zen Thee bester Qualität
Sardellen Häringe, marinirte
Häringe, Caperz ⏑ä
Eitronat, Orangeaden Hirsch⸗
hornfalz, alle Gewürze (ganz umd
rein gemahlen) Mandeln, Rosinen,
Hafelnüsse, Juckerbohnen ord. u.
feine, —A ——
Mainzer Haundkäschen, Ville⸗
roy's Rahmkäse gute Limburger,
Parmesankasen hesten Schwetzer⸗
käse bei — 2 212* —8
Fri⸗ Neæ prehietor.
M· α
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MRedettinDrua:wabi Verlatie vor z R Demeß in Stu Ingber.
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        . Ingberler Znzeiger.
J 487

3 ——— —
Der „St. Jugberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Dienstag, Donnerstag
und Samstag.. Abonnementsdreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3Krzr. die dreispaltige Zeile
Bluttschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 150. Dienstag, den 17. Decemberr 1867.
— — ———— —— — —
Deutschlaud. dau, dann den Laudgerichts-Assessor Julius Petersen in Dürkheim,
München, 11. Dez. In der heu igen Sitzung des vier⸗ um Bezirksgerichts Assessor in Frankenthal, sämmtliche auf aller⸗
sen Ausschusses wurde über den Untrag des Äbgeordneten v. Munch anterthänigstes Ansuchen zu ernennen. . -
zuf allgemeine Cinführung der oblgatorischen Cidilehe berathen. Zufolge RPegierungsbeschluß vom 12. Dec. 1867 wurde der
Der Justizminister erklärte daß er zur Zeit nicht in der Lage sei, Zehrer Jakob Littig in Landau zum Lehrer an der dortigen prot.⸗
Ramens der Staatsregierung bindende Trklärang in dieser Ange- 'eutschen obern Knabenschule, der Lehrer an der landwirthschaften
legenheit deben zu lonnen Das Resulot der Abstimmung war dortbildungsschule in Alsenz. Hermann Rettig, zum Lehrer an der
zie Annahme des v. Münch'schen Antrages, welcher wörtlich lau⸗ orot.-deutschen untern Knabenschule in Landau und der Hilfslehrer
et: Es sei an Se Majestat den Kong die allerehrfurchtsvollste an der prot. Praparanden⸗Anstalt in Edenkoben, Philipp Jakob
Zilte zu richten, dem Landiage einen Geseßeniwurf vorlegen zu Mees, zum Lehrer an der prot.edeutschen untern Mädchenschule
assen, wonach die Civilehe als einzige rechtsgültige Form der Ehe- in Landau, sänimtliche vom 1. Januar 18608 an, ernannt.
ließung fur aue Staolseinwohnererklart und kingefuhrt wirv⸗ Frankfurt a. M. 13. Dec. Das hiesige Appellations-
mit 8 gegen, 3 Stimmen. J J ericht hat heute den Redacteur Thaddäus Lau wegen Verleum⸗
M unshen, 18. Dec,Jn der heutigen Sitzung der Ab- dung der Redactaure der früheren Frankfurter Zejtung“ zu einer
Jeordnetenkammer wurden die ersten 10 Arntel des Wehrgesetzes dierzehntägigen Gefanggißstrafe verurtheilt. Er halte sie beschul-
zach den Vorschlagen des Ausschusses mit großer Mehtheit an- igt im vorigen Jahre im dsterreichischen Solde gestanden zu haben.
denammen. Berlin, 12. Dec. Die Nachrichten über den wachsenden
München, 13. Dec. Troß des Widerspruchs, den seine Nothstand im Osten der Monarchie lauten höchst betrübend. Der
Mittheilung über eine Ermäßigung der beantragten Steucrerhöhung Königsb. N. Z.“ meldet man aus Tilsit: Nach zuverlassigen
von 50 Proc. auf 20) durch die Hoffmann'sche Correspondenz dachrichten wächst der Nothstand auf dem Lande in bedenklichem
erfahren hat, behauptet der betr. Correspondent der „Südd. Presse“ Maße; die Bettelei nimmt überhand, die armen Leute bringen
zie bollständige Richtigkeit derselben. — Bei Berathung des Wehr⸗ hre hungernden Kinder den wohlhabenden Besitzern ins Haus,
zesetzezs in der Abgeordneteukammer bemerkte Fürst Hohenlohe: veil fie außer Stande sind, sie zu sfättigen. — Aus Pillkallen:
Im gegenwartigen fieberhaften Uebergangszustande drohe eine große die Vertreier des Kreises Pillkallen hatten an die Regierung zu
crisis die eine erhöhte Wehrkraft fordere, damit Bayern achtung- Humbinnen die Erklärung abgegeben: der Nothstand des Kreises
zebietend und gerüstet eine würdige Stellung einnehme. Das Mi— ei so groß, daß derselbe außer Stand sei, aus eigenen Mitteln
zsystem und die jetzige Wehrverfassung seien nicht dazu ausrei— Abhilfe zu schaffen. Sie bilten daher die Regierung um ein zins
hend. Indem Bahern die erprobte preußische Wehrverfassung zreies Darlehen von 100,000 Thlen., welches sie in 20 Jahren
Jachahme, erziele es ein ebenbürliges Heer, um vereint mit seinem nit jährlich 8000 Thlr. amortisiren wollen. Diese Bitte wurde
—ED abgeschlagen.
nahers, für die Infanteristen zweijährige Präsen zz eit festzu⸗ Berlin, 14. Dec. In der heutigen' Sitzung des Abgeord⸗
jellen, wird verworfen und dagegen beschlossen, die Präsenzdaner ietenhauses verhieß der Finanzministet die Vorlage des Vertrages
nach der Ausbildungsbedürftigkeif innerhalb der dreijährigen-Dienst- nit dem Kurfürsten von Hessen und wurde die Rente für den Für—
reit zu bemessen. Das Coutingentsgesetz und die Büdgetrechte wer⸗ en Sayn⸗-Wittgenstein (1000 Thlr.) bis zur Vorlage des Ver—
zen dabei als hinlängliche Schranken für einen etwaigen Mjßbrauch rages gestrichen. — Der Antrag Virchow's auf Vorlegung der
zrachtet. Anordnung wegen der Trennung des städtischen Vermögens vom
München, 14. Dec. In der Abgeordnetenkammer werden „taatsvermögen Frankfurts und unter Vorbehalt dieser Vorleg—
Besetzesentwürfe über die provisorische Forterhebung der Steuern ing, Zuschuß zur Beamten-Wittwenkasse sowie zur Ver insung und
und über Versorgung der Invalieden, Unterofficiere, Soldaten und rilgung der Frankfurter Schulden zu bewilligen, wurde ange⸗
ihrer Relicten vorgelegt, und die Vorlage einer Entwurfes über jenommen.
»as Eisenbahnnetz zugesagt. Die Discussion über das Wehrgesetz Wien, 12. Dec. Das Ministerium des Aeußern erhielt
dauer fort. Die Kammer beschließt, daß die Pensionirung der ine preußische Note, wonach die Vorverhandlungen über den Zoll⸗
Dfficiere gesetzlich zu regeln sei. Ein Antrag des Abg. Schmid, jertrag soweit gediehen sind, daß kürzestens die Prälimingrien
zurch welchen die Verwendung der künftigen Landwehr im Kriege um Abschluß eines definitiven Zoll⸗ und Handelsvertrags zwijchen
wesentlich beschränkt würde, wird mit allen gegen 18 Stimmen Desterreich und dem preußisch-deutschen Zollæ und Handelsgebiet
bgelehnt. Die Ann ahme des ganzen Wehrgesetzes mit mehr als röffnet werden könnten. Die Frage betreffs der Herabminderung
Dreiviertel Majorität ist mit Sicherheit zu erwarten. des Weinzolls scheint gelöst.
Augsburg. 14. Dec. Der officibsen Berliner Correpon. Wien, 14. Dec. „Debatte“ meldet: Preußen sei entschlos⸗
»enz der Allg. Ztg.“ zufolge ist die Nichttheilnahme Italiens sen, den erneueten Bemühungen Frankreichs bezüglich der Verwirk⸗
mn der romischen Conferenz außer Zweifel. Preußen dürfte über lichung der Conferenz gegenüber, aus seiner Reserve nicht hervor—
»ie Behandlung der neuesten Conferenzphase eine Verstündigung gutreten. Preußen erklare, wenngleich es. wie Frankreich, als Schutz⸗
nit den anderen Großmächten zu suchen für nothwendig erachten. nacht des Papstes auftrete, so interessite es. ats Bundesgenoffe
Mit Bezug auf die Erklärung Rouhers von der preußischetseits Jtaliens, nunmehr nur, daß die Integrität Italiens sicherge-
ingedeuteten Möglichkeit einer Grenzberichtigung nach Nikolsburg, lellt bleibe. —
emertt die Correspondenz: Von preußischer Seite ist stets entschie— —E
zen in Abrede gestellt worden, daß es Frankreich jemals derglei- Fraukreich. J
hen Andeutnngen gemacht habe, während die bezuͤglichen Wünsche Paris, 11. Dec. Ein in der geftrigen Sitzung des ge⸗
Franlkreichs befanntlich mehrfach geäußert wurden. etzgebenden Körpers vorgekommener scandalöser Zwischenfall hat
n Paris ungeheure Sensation erregt. Die Gerüchte, daß ein
Dienstesnachrichten. Theil der Pariser Blälter im Solde fremder Regierungen ständen,
Se. Maj. der König haben sich bewogen gefunden, den Bes varen schon sJeit langer Zeit verbreitet. Durch die Debatte in der
— Triphomus Lombardind von Kaiserslautern, dammer, die den Moniteur veranlaßt, den Artikel der „Finance“
um Landrichter in Göllheim, und den Bezirksgerichts-Afsessor Karl er sagt der Siecle hätte 600, 000, die Debats 300,000, die
Zieffer in Frankenthal, zum Landrichter in Lauietecken zu beför⸗ Opinion nationale 150,000, die Liberte 250,000, und das Ave⸗
dern; den Landgerichts-Assessor Adolph Traut in Kandel, zum irNational 100,000 Fres. erhalten) zu bringen, ist aber die Sache
Bezirksgerichts-Assessor in Kaiserslautern, den Landgerichts⸗Assessot ffenes Stadtgespräch geworden. Die offentliche Meinung ist ge⸗
Ernst Erbelding in Bergzabern, zum Bezirksgerichtsassessor in Lan- eilter Ansicht; die Einen sagen: Sollte es begründet sein? Die
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        Andern meinen: Es istonicht möglich. Die Herren Güeroult, und
Havin hringen übriger — Sache vor ein Ehrx, “, wie ——
zus ideden F 9 wPp m

aßis 40 45 83 Aben ein 9.

Sie 4 een —Bxʒ gegen vd Nberoale —

aische Presse auf dieTribüne des geseßgebenden Körpers gebracht.

Da unsere Gesetze den Beweis für Verleumdung nicht gestatten

so fordern wir, Chef⸗RKedacteure zweier der von Ihnen bezeichneten

Journale, Sie auf, Ihre Behauptungen vor einem Ehrengerichte

zu rechtferligen. Wir laden —2 ein Schiedsgericht, bestehend
aus den Herren Schneider und zwei unserer Collegen, den Herren

Jules Favre und Marie. Sie mögen denn also Ihrerseits zwe'

Mitglieder des gesetzgebenden Körpers zur Vervollständigung dieses

Gerichtes erwählen, welches die Aufgabe haben soll, die Wahthet
tani zu proclamiren, und diẽ Verleumder zu züchtigen. Sein Spruck
wird veröffentlicht werden. L. Havin, politischer Director des
Sidcle Ad. Guroukt Chef⸗Redacteur der Opinion Nationale
rar I8. Dec Patrie“ de m en turt die Vehaupi—
ung der Wiener „Presse“, daß Napolevn nächstens ein Manifef!
bezüglich der Garantik der Integrität des päpstlichen Gebietes an
Europa erlassen werde. Ferner dementint, das Blatt, das
Bevorstehen der Auflösung des Gesetzgebenden Koͤrpers, somledie
Nachricht. daß in Paris eine vorbereitende Zufammenkunft zur
Feststellung dex Basis fur die Conferenz stattfinden werde. Temps
hält es fuͤr wahrfcheinlich, daß Ritter Nigra einen zeitweiligen
Urlaub nehmen werde, wenn das Parlament sein Votum für
Rom als Hauptstadt erneuern werde, was wahrscheinlich sei.
Paris, 18. Dec. „Etendard“ bemerkt zu den im italie
dischen Grumbuch veröffentlichten diplomatischen Verhandlungen,
det Staatsminister Rouher habe einiges Erstaunen empfinden miis⸗
en, als er gesehen, welcher Gebrauch von den bertraulichen Un—
erhallungen, deren genaue Wiedergahe“ jedenfalls discutirbar fei,
gemacht wurde; ein derartiges Verfahren sei allen diplomatischen
Hebräuchen und Rücksichten zuwider.
— England. J ——
Londonm 10. Dec. Aus Paxis wird der Pall Mall Ga—
jette“ geschrieben: Die Regierung erachtet die dus Italien zu—
tommenden Berichte für so drohend, daß sie gewaltige Vorkehrun—
gen. treffe und ihre, Schiffe in Toulon und Marseile, in Bereil⸗
schaft halte, um im Nothfalle fünf Divisionen nach Cipita-Vecchia
einzuschiffen. In der großen Gieferei von Bourgez sei das Ka—
nonengießen eingestellt worden und man liefere dafür von dort
käglich 4200 Chassepotgewehre. Auch der Correspondent des „Globe“
erwähnt die besorgte Stimmung der französischen Regierung, zu
mal die Anzeigen sich mehren, daß die italienische Regierung fich
der Actionspartei in die Arme werfen wolle.
—London, 14. Dec. NYeber die von Feniernversuchtt
Spreugung des Gefängnisses von Clerkenwell berichtet die „Eng—
lische Corresp.“ folgendes: Zwischen halb 8. und 4 Uhrt sah
man drei, Männer und eine Frau ein Fäßchen durch Corporation
Lane zum Gefängnisse hinfragen und es dort an die Umwallung
anlehnen. JIu das Fäßchen wurde ein Zünder eingesteckt, welcher
nach kurzer Zeit, während derer die Träger sich entfernten, hinab
gebrannt war, und plötzlich erschütterte eine gewaltige Explosion
die Luft. Die 2 Fuß starke und über 20 Fuß hohe Ringmauer
prang wie vom Boden auf und stürzte dann in einer Länge von
bielen Eslen ein. Ein geringfügiger Schade war dies jedoch ge—
zenüber der Verwüstung, mit welcher die Explosion über die zwan⸗
zig Fuß breite Straße hinüber die Häuserreihe von Corporation
Lane heimsuchte. Acht dieser hohen, von vielen Familien dich!
bewohnten Gebäude wurden furchtbar erschüttert, zwei derselben in
einen Trümmerhaufen verwandelt. Zwei Männer und eine Frau
olieben auf dec Stelle todt; fünfzig Leute erlitten Verletzungen,
zum Theil schwere und lebensgefährliche; sie wurden sofort in zwei
venachbarten Hospitälern untergebracht. Außerdeni werden noch
eine Frau und zwei Kinder vermißt, die vielleicht noch unter dem
Schutte begraben liegen.“

In dem Gefängniß waren die Fenier, Burke und Caseh seit
enigen Wochen inhaftirt und es sollte ihnen durch Sprengung
der Umfassungsmauer während der Spaziergangszeit im Hofe die
Möglichkeit einer Flucht geboten: werden. Der Inspector hatte
aber zufällig sett Tags vorher die Spaziergangszeit auf eine an⸗
dere Stunde verlegt, und so war der Plan vereitelt; die Gefan⸗
genen saßen und sitzen- noch in ihrer Zelle. Drei bei dem Atten⸗
tut-Verhaftete — zwei Männer und eine Frau — wurden unter
der Anklage gemeinen Mordes vor Gericht gestellt und verhört.
Die Frau hatte in der Nacht vorher einen Selbstmordversuch ge⸗
macht; die bei der Explosion in den Häusern Verletzten befinden
sich besser. 3 3
t, !:. Italieun. a ri 1 atet

Rom, 10. Dec. Dec.“ Die päpstlichen Ingenieure fetzen
die Befestigung: des Casteis Angelo, Pdonte Mario urd.. Janicudt

rort. Zur Verthetlung an die Truphen am 24. Decemher werden
jüngsten Kampfes geschlagen.
asernen theilweiß⸗⸗ unterini⸗
—. In Wede Interbkllattonsdebtte der
Deputirtenkammer verwarf Berti auf!a Heftigste die Politik der
Regierung, zog gegen die französische Intervention zu Felde und
beschuldigte die französischen Soldaten, Grausamkeiten gegen die
verwundeten Garibaldianer begangen zu haben. Bei Mentang
eien die Blutbande zwischen der Monarchie und den Freiwilligen
errissen worden. Redner schlägt Uebergang zu folgender Tages—
»xdnung vor: »„RKom wird zur Haupistadt Italiens erklärt. Die
dammer hält den Fortbestand des päpstlichen Staates unvereinbar
mir dem Konigteich Italien und das jetzige Cabinet zur Andführ-
ung dieses Programmes mfahig Mengabreun Protestirt energifch
zegen die Ausdrücke, welche gegen die Monarchie, sowie betreffs
hder angeblichen Grausamkeiten der Franzssen gebraucht worden sind.
Trisest, A4. Deo.n Dieangekommene Lebvautepost bringt
Nachrichten aus Athen bis zum F. Aä Der König derief“ die
Häupter der politischen Parteien zu eined Unterredung.“: Es ging
das Gerücht, daß kin Ministerwechsel“ bevorstehe.— Kodmst ann⸗
inopel, 7. Dec. Heute wurde dernPforte eine vom beinahe
illen Gesandten der fremdenMächte unterzeichnete Note! überge⸗
den, worin um Eröffnung der Dardanellen zur Nachtzeit gebeten wird
Sim yrn a, 7. Dec. Det Consul des nordd. Bundes, Hr
3. Bilow,hat seine Functionen⸗ augetreten. u8
Rußland.
Petersbürg 3 Dec.“ Selidem die Tochtet des Groß⸗
üesten Konstantin Königin von Griechenland geworden, ist es er⸗
lärte russische Politik, dieses Königreich soviel als möglich aus—
udehnen. Die Annexion von Kreta gehört zu diesem Plane,
Ueber die Theilung der Türkei wird hier offen weschrieben und
gesprochen. Und es scheint, daß wir darüber“ mit England zum
finverstannnisse gekonimen sind. England will der Präponderanz
rankreichs im Mittelmeere ein Ende machen, und die abyssini⸗
che Expedition scheint Mittel und Gelegenheit zu bieten, diesem
Zwecke näher zu kommen. England wünscht Eghpten zu nehmen.
Desterreich würde leer ausgehen, und die Reise des Hrn. von
Zeust nach London wäre fruchtlos geblieben. Preußen, sagt Hr.
Natkoff, hat gar keinen Grund ußsere Pläne zu stören. Italien
haßt Frankreich ünd wird demnach „handeln.e Unsere Patrioten
werfen die Maske ab und sagen offen, daß sie an Frankreich Rache
nehmen wollen. „Der Russe,“ sagen sie, „herzeihet nie und rächt
iich früh oder spät.“ Dank der Frömmelei der Kaiserin gewinnejt
inisere Poppen mehr und mehr Einfluß, und gerade sie sind es,
die uns nach Konstantinopel treiben. Die Sammelung Ruß—
lands,“ welche das Programm des Fürsten Gortschakoff, war, hat
keinen anderen Zweck gehabt als den, den Weg dahin zu bahnen.
Mit den Whigs hätten wir es nicht so leicht gehabt, aber Napo—
eon hat in Palmerston einen guten Freund verloren und wir eis
nen geschworenen Feind (7.. Baron Brunnow ist recht thätig ge—
vesen, und der Enthusiasmus der Engländer bei der Ankunft des
Sultans hat keine andere Folge gehabt, als daß man einer Lon⸗
doner Straße seinen Ramen gegeben. . —
Petersburg, 11. Dec. Dis amtliche“, Militärzeitung“
meldet, daß der Kaiser definitix die Einführung des Zündnädel-
gewehres nach dem Carl'schen System anbefohlen habe. Die Staats-
uund Privat-Gewehrfabriken sind schon angestrengt mit der Anfertig-⸗
iug der neuen Gewehre beschäftigt. — Der Kaiser hat, ferner
verfügt, daß der neue Zolltarif erst vomn J1. Jan. 1869 ab ein
zuführen se. .
Amerikac
New-⸗-Yorlk, 22. Nod. Die „Handelszeitung“ schreibt; Aus
dem Bericht des Generals Grant geht u. A. hervor, daß von
34,000 während des Jahres angeworhenen Rekruten nicht weni—⸗
zer als 18,000 desertirten, und zwar besonders Solche, die zum
Zampf gegen die Inzianer ausgesandt waren, z. B. ein ganzes
Cavalerie-Regiment, das mit Sack und Padck abhanden kam. Die
edlen Patrioten verfügten sich in die benachbarten Golddistrikte, wo
iie vor jeder Verfolgung ziemlich sicher sein möchten. Man ae⸗
vahrt hier so recht deutlich die Schattenseiten des Soldnerweseng.
New-York, 83. Dec., Die Botschaft des Präsidenten,
welche ansführlicher als, gewöhnlich gehalten ist, hehandelt beson⸗
ders die Reorganisation des Südens und das Stimmrecht der
Neger. Sie sagt, die Desorganisation der Union ist der Ge—
genstand patriotischen⸗ Bedauerns Die ialte Union kamt nicht
wieder hergostellt werden/ wenn nicht säinmtliche Staaten im Com
greß vertreten sind. Johnson empfiehlt. ls Mittel zur Reorga;
nisation, die loyalste Ansführutg der Gesetze der Conftitntivn
Was die Negerfragebetrifft, so sagttrer, daß die Oberherrschaft
der Neger im Süden schlimmer wäre, als der Militaärdespotisnuus
der jetzt dorf herriche. Johnjon, weist auf die Gefahren hin, welch
        <pb n="593" />
        zus einer Ausdehnung des Negerstimmrechtes erwachsen würden.
Bhier Millionen Sclaven dvon gestern könnten nicht uber Kacht zu
ntelligenten Staatsbürgern gemacht werden. Er fährt dann fort
Mexico ist befreit von der fremden Interpention und, der Friede
st in Südamerika wieder eingekehrt.

Lopez hat bekanutlich seinerzeit eine Schrift; I. Die Ein⸗
rahme Queretaros. M. Vobez seinen Mitbürgern und der-Welt“
— —
Salm æeinen offenen Brief au Lopez, datirt 22. Oct. im Ge⸗
ängniß“, gerichtet, in welchem die Verrätherein des Vetzteren klar
dargelegt ist. „Ich erkläre Ihnen vor der Welt,“ Jautet eine
Stelle des Briefes, daß Queretaro gar nicht anders als durch
PBerrath gefallen ist, daß Sie der Verräther sind,
ind daß somit das Blut Ihreseheindligeis Ssipperdins dad Wohl ⸗
haͤters an Ihren Händen klebk.“ Und gegen Schluß semes Brie—
ieß Jagle gerv Pring y Es Iteht dem Manne ftei, ene Politit zu
ee et nde welche Teudenz hr —
ßrunde liegen moge Mabert EEn Anuß wanseinin Prineipicir deju.
In mben rei npileis guuren geryorden. sondern haten
—
hrechen· des Verraihs, unde haben den Schwur, welchen Sié der
iajferi hen Fohne igeleistet gebrochenen3 aie ee
st mahr der Rame Miguel dopeg ist Iustorisch nnd un—
erblich geworden; eeepe die Weli⸗
zeschichte wird dieset Ndment indncz mit den Zeichen des! größtetw
— —

Bermischtes. — — .
a St Imngberg.cy»Die jn hiesiged Stadt am 3. ds. vor⸗
zenommene Volkszählung Argab eine Gesammteinwohnerzahl von
7824 (ohne die Milit ärpflichtigen), mehr gegen die Zählung von
1864, 345 Einwohner. Die Gemeinde dosre hat ergeben. 714
Zuwachs gegen die en danmnouꝛ inwohnet. 4
. Pixmasen s, 135.., Dec, Die Finwohnerzahl hiesiger
Sladt ngees 2* hall seit 1364 u ea ens
gndtuntb 10. Dec. Die hiesige, Einwohnerzahl Ibe⸗
rägt 28783. 47 — — — ae

Agenß — oec. I Hik Beböltetung hiesiger Stadtbe⸗
rägt 868180 Seelentn Zunahme seit 1864 324..

F Speyer, 10. Dec. Die Bevölkerung unserer Stadk,
zetrügt 12,830 Seelen. Zunghme seit der letzten Zählung 646.
7 Annweil er, . Der. Dit am? g. Ss.“ vorgenommene
Bolkszählung ergab zu Annweile: incl. der Amexe Sarnstall
2805 Seelen. D R ——. — —

Ip Berg zadb ennzuͤhlt jetzt 2322 Einwohner.“ . *8

FGrünstadet hat nach der mneuesten Volkszühlung 3407
Seelen, 56 weniger als beir der, Zühlung im Jahre 188835
Wie mehrseitig? verlautet, circulireniine der Pfalz falsche
Dollar⸗Stücke and-wurde, dieser Toget auch im einem Kaifers⸗
auteres Geschaͤftezein solches Angebrachtes Das Aenßere; amd « die
Prägung: ünd ganz, täuschend nachgemacht und mur- der Klang ist
ucht der von Gold. ει 4
a Diürkheim', I3.: Dez. Ueber die Perfsönlichkeit des bei
Angstein Epmordeten ist mani zetzt im Klaren. z Nach- Aub⸗
weis eines bei ihm gefundenen Wanderbuches-heiüt derselbe Joh.
Ph. Vogt; er war Fabrikarbeiter und ist aus Landau gebürtig.

Einen Maßstab für den Werth eines Forsterweinberges guter
Lage liefert ein dieser Tage abgeschlossener Kauf zwischen den
herren L. A. Jordan von Deidesheim einerseits und J. L. Wolf,
»sn Wachenheim anderseits, wonach ein Weinberg im sogenannten
rirchenstück “4 Morgen oder 126 Dezimalen zu den Preis von
18,000, sage Achtzehntausend Gulden abgetreten wordemist. 2
7Bei Hochspeyerr sind am 9. Dec. drei Wildschweine
eschossen worden. 6 1 —
.pVor dem kgli Zuchtpolizeigerichte in Zweibrücken wurde am
L. Dec. folgender pikaute Fall verhandelt. Ein vagirender Hand⸗
verksbursche, Kaminfeger seines Gewerbes, kam auf seiner Wander
chaft in die Stadt Pirmasens, Allda hörte er, daß der Kamin⸗
eger ausgewandert und die Stelle unbefegt sei, und, hatte e
ʒen glücklichen Einfall, seine Gewerbe auch einmal'uls Meister
ausniüben. Sich als den nReuen Kaminfeget von Pirmasens aus;
gebend, durchzog et, van eineitt strebsamen Bürschchen, das er sich
iufgetrieben und das den Lehrjungen vorstellte, begleitet, die üm—
iegenden Ortschaften, und hob, vong Haus zu Hans gehend, die
in den Kaminfeger zu zahlenden Gelder in nicht unerheblichem
getrage ein. Derselbe wurde in Berücksichtigung seiner getrübten
VBergangenheit zu ngn Gefängnißstrafe von 6 Monaten verur⸗
heilt, welche Strafe denselden hoffentlich abhalten wird, in Zu—
unft von jeiner schwarzen, Kunst einen zu ausgedehnten' Geotauch
u machen“ n J I

Der Konig kat den Armen Wünchens en Werh—
achtseschenf von 1000 sgemacht. T—————

Ein Beitrag zur Gewerbefretheit / Em idalienischer Fischet

zus Chioggia wollte, wie man der „Allg. Ztg.“ schreibt, seit Er⸗
gfnung der Brennerbahn Seefijche nach Munchen hommen lassen
ind verlaufen. Dieß wurde ihm aber nicht felbst gestattet, cjon⸗
nern er sollte seine Fische an die Münchenere Fischetverkaufen
velche allein den dortigen Mark behaupten.
F Mannheim, MDeo. Der Chef eines unserer ältesten
ind bedeuteudsten Banlierhäuser, Herr Seligmam Ladenburg, ist
jeute anläßlich seines 70. Geburtstages aus dem Geschäfte, dessen
zerwaltung ex von Jugend an mit rüstiger Kraft leitete, ausge⸗
reten. Bei dieser Gelegenheit hat derselbe hiefiger Stadt! eine
Stiftung von 30,900 fl. gemacht, deren Zinserträgniß-mit“ drei⸗
nal 400 fl. an je drei dürftige Familien ohne Rüchsicht auf das
xligiöse Bekenntniß jährlich vertheilt werden soll., Die Soöhne
des Jubilars sind mit dem Oberbürgerineister die Executoren des
Vermächtnisses. —
34 Mainzy“12. Dec. Gestern Abend kam es in einer
hierwiritschaf Rvischen duͤrchpassirenden baherischen und hier in
Zarnison stehenden pteußischen Militärs zur Sireitigkeiten. Die
Prügelei derpflanzte sich bis auf die Straße, wohei ein unbetheiz
igter Eisenbahnbeomter einen Säbelhieb über den Kopf erhielt.
su Worms, 11. Dec.“ Bei der dieset Tage auf der Mons—
eimer Gemarkung sabgehaltenen Treibjagd wurden auf nicht ganz
3000 Morgen Hasen geschossen, povon im ersten Trieb
illein A38 Stuck erlogt wurden.“ιν

1 hi Der Kassenbestand deg Franfkfurterr Dombauvereins
trägt jetzt 90,166 gl. 87 V 23
ADie Spielwaarenhändletẽ Wander uͤnd Knappe zu Berlin,
vie cilie nichtdeklarfrte, mit sogen. Venallbriejen (Amorce8) gefüllte
Kiste aufgegeben hatten, welche bekanntlich auf dem Bahnhofe ex—
olodirte, wurden wegen Gewerbepolizei Contravention und fahrläs⸗
iger Tödtung zu 2 Jahren und zu 3 MonagteirGefangniß? ver⸗
irtheilt. — S J
uie F Bei Gießem haben die Sefunden ten“ Kark Wieses-
ꝛach, (Architekt) von Friedberg und Heintich Ebmer Mediciner)
von Hochheim in“ der Nacht' vom 4. auf den de d. eine große
Woatnimgstafel abgerissen und sie an einer Stelle' der Eiseibahnt
iuf die Schienen gelegt, wor der Damm jähr und tief abfällt.
Fin' Zug überfuhr das Brett glücklicherweise oͤhne zu entgleisen.
Die Verbrecher sind verhafteee..

F Im Gera hatesich ein , Bünd chtistlicher Jungfraunhe—
bildet, welche gelobten, nie zus heirathen owährscheinlich weil sie
»hnedieß, sei es in Folge Mandels uUn“ Schönheit' oder sonstiger
chätzenswerther Eigenschaften:wenig Aussicht hatten, dazu beizutra⸗
jen, daß das sündige Menschengeschlecht nicht. ausstirbtßß.
In Sebrmemerdd ist am 3. Fec. der Erfinder des Züus
radelgewehrs N. v.D ve y — 3
1D u igανναÂ Dec. Im Laboratorium in Bastson Kanin-
hen, Giederstadt), sande heute Vormittag bei der Anfettigum
jon Platzpatronentedurch verkehrtes Aufschen eines Zuünpiegeli
ine Krplusion Mon eireg 20 Pfind-Pulberttte wovrch Bl dir⸗
heiter, darunter: sechst sch vet⸗Werletzej wurdeit.“ Die Erschütterung
var eine sehr große,wothinat mexkbare,ʒ dje Thagren nd dieg. Fen-
terscheilben des Gebaudes wurden zerstört. unde eine Waud von
hrer Stelle. gerückt; soust Iitt das Gebäude teinen Schaden. do
das Pulver: ghucktichtt. Weist nicht auf einmal * ondern inkutzen
Intervallen erplodirte.

Die Herkunfs, dereemordeten GrüficChorntyeis
nach der „Allg. Ztg.“ 'algende; Ihr Vater? war der Kaufmann
M. Ruef in Stuttgart, dem diese Tochter. Mathilde, wuhreud, er
rüfl. v. Herding'scher Secretär in Mannheim ivar, dort in drit«
er Ehe geboren wurde. Von ihreu Geschwistern find noch ine
Zalbschwester aus erster Fhe des Vaterz, ein Halbbruder aus
weiter Ehe desselben und' rhre vechtetiiststere Schwestet am Leben,
Richtig ist, Daß dio Ermordete dle thentralische Luufbahn ebaschlug
ind, wie es scheint, den ersten Uzrierrhhte is. Klngerim an ridej
Balletschule des gl. Hoftheaters, in, Stutigart genoß. d Sböte
vard sie, Sängerin ünd' Schaiispitlerin, und kerñte, als soichei
rinz engagirt, den Grafen Chorinsky dort kennen. Ferner.i
ichtig, daß sie dem Grafen zu lieb in Romzum Katholicismut
ibertrat und in Foligno mit demselben gettaut wurdelri Ebense
icher ist es, daß sie ein Durchaus zurlika⸗ßznaeneß Leben in Mün—
hen führte.

Auf der Schelde bohrte am 8. d. der Daumpfer „Harwich“
den Dampfer „Sultana“? in den, Grindz veide nd enguͤsche

Für Kabeldedeschen ist seit dem NaDecember ein⸗

Tarifermäßigung eingetreten. Die einfache Depesche kann 18 Worte
»der 75 Zuchstaben einfchnießlich der Adresse enthalten; in Chiffre⸗
Debeschet gar jeder Buchstabe oder jede Chiffre für ein Wort.
Mußer dct Tare für Loadon kostet eine Depesche für Boston oder
Rewyotk 13124 Fres. und 122 Fres. für jedes Wort mehr; füt
Jaltimore und Philadelpyin 134 1 Fres. und 12 Fres; für
San Fraucisco 172 Fres. und 151, Fres. etc. Woeilecdeföorderung
aͤber die Linten hinans durch die Post bostet 213 Fres
        <pb n="594" />
        »af Frankfurt, II. Dec. Bei der heute begonnen Zieh—
ung 1. Klasse der 152 Frankfurter Stadtlotterie fielen auf fol⸗
zende Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 2384 10,000 fl.
itr. 183,210 und 8084 jede 400 fl.
Landwirtbschaftliches. *

Standeder Früchte. Den neuesten Nachrichten aus
Belgien entnehmen wir die Mittheilung, daß sich die Winterhalm⸗
rüchte in Folge der günstigen Herbstwitterung in sehr erfreulicher
Weise bestockt haben. Besonders soll sich der Waizen, der in die—
em Jahre verhältnißmäßig spät zur Aussaat gelangte, noch recht

jut entwickelt haben und recht buschig geworden sein, Auch aus
Frankreich lauten die Nachrichten in gleicher Weise gut; nur aus
dothringen wird mitgetheilt, daß die Herbstbestellung unter dem
Finflusse übler Witterung habe erfolgen müssen, in Folge dessen
ei denn auch der Waizen bis jetzt noch sehr spitz. Im südlichen
Deutschland erfreut sich die Herbstsaat eines guten Standes; be—
'onders steht auch der Reps so kräftig, daß er schon einem starken
Winter trotzen kann. Aus Ungarn und Böhmen fehlen uns zu—
»erlässige Nachrichten, doch haben wir mittheilungsweise erfahren,
aß die Saat im Ganzen gut untergekommen sei und sich bis jetzt
freulich entwickelft habe.
— ———

Deckenversteigerung.
Mitwoch den 18. December 1867 des
Nachmittags um J Uhr, zu Si. Ingbert
zei Bäder Georg Jung, lassen die Herrn
Bebrüder Groß, Handelsleute von Zwei⸗
zrücken, Militär⸗Reiter⸗Mäntel und wollene
Decken in großer Auswahl auf Borg ver⸗
geigern..

GBorn, kal. Notar.“

Ine 4 I⸗ nd — — 2334J23*4 —* F
Militärmäntel- und A us V or f—
iles grüössten Kinders preIvanaren-
Lagers in St. Inghert.
Unterzeichneter verkauft von heute ab, wegen Aufgabe
dieses Geschäfts, um mit seinem Lager gänzlich aufzuräumen
u Fabrikpreisen. Dadurch ist auch den ärmsten Leuten Ge⸗
egenheit gegeben, ihren Kindern für wenig Geld großes
Vergnügen zu machen Auch empfiehlt derselbe eine Masse
uuderer schöner Artikel, sich zu Geschenken für ältere Leute
eignend, zur gefl. Ansicht. · —
6. Appræoderĩũs.
Mustor-Lager—
meiner Fabrikate in Herren-u. Damenhemden, Kragen
und Manchetten ꝛc. bei, Herrn
Aonh. Friedricenh in St. Ingbert.
Besstellungen nach Ma aße oder Musterhemd werden durch diesen entge genom⸗
nen und innerhalb 8ÿ5 14 Tage ausgeführt.
Land au im December 1867

Ausverkauf!
Der Unterzeichnete em⸗
pfiehlt sein Lager, in meh—
reren Sorten
Winterse huhen,
um gänzlich aufzuräumen, zu
Fabrik-Preisen..
Garl dteinfeld.

— — —

Spielwerke
mit 4 bis 48 Stücken, worunter
Prachtwerke mit Glockenspiel, Trom⸗
mel und Glockenspiel, mit Himmels⸗
stimmen, mit Mandolinen, mit Ex⸗
pression u. w.
Spieldosen
mit 2 bis 12 Stücken, ferner Ne⸗
ꝛessaires, Cigarrenständer, Schwei⸗
erhäuschen, Photographie-Albums,
Zchreibzeuge, Cigarrenetuis, Ta⸗
haks- und Zündholzdosen, tanzende
Puppen, Arbeitstischchen, alles mit
Musik, ferner Stühle, spielend,
wenn man sich darauf setzt, empfiehlt
J. H. Heller in Bern. Pranco.
Diese Werke, mit ihren lieb⸗
lichen Tönen jedes Gemüth erhei⸗
ternd, sollten in keinem Salon
und an keinem Krankenbette fehlen;
— großes Lager von fertigen
Stücken. — Reparaturen werden be—
iorgt. Selbstspielende, electrische
Klaviere zu Francs 10.000.

7

äIIheIm

Its am.
«
Lu perstenendem Welinachten
ampfehle ich mein wohlassortirtes Lager in doppel-und einfachen ChAles, franz
FoOu Iarcla, KKuii pftilehelehen aller Art, Herrn- und Damen-GOra-
vatten, Ohehe-ner, Samint-WVesten, abgepasste Unterröee, Ca-
putnen, RKopftiteher, wollene Chülehen, Fanehons, GIaceé, Lama
ind RuxKimn- Enndæchuuh, wollene Commmodd- und Tiseh-Deckemn,
AIpucen-und seidone Regenuschirme, FPortemonnais, Cigarren-
Dtuis. Sehreibnianppen, Alhums, elegante Damengürtel, Sehnal-
len, Rrorsehen, Eauissch ulz-ettenn, Rattist- und leinene Tacsen-
hi clner. feine An fsteclz- 1n me, SehIeier, gestickte Hosenträger.
HIeersehaumnn Gigarren Spitzeon, so wie eino Parthie Ileiderato ffen
u herabgesetaton Preisen.

Karl! Schanch.
Schellfische
bei Fritz Manzerbieter.

— flfl. — kr. Blumenmehl. — fl. — tr.
bis — fl. — tx. per 70 Kilo,, Reps
zis — — kr. bis — fl. — kr. per 85
ilo. Rüböl ohne Faß 21fl. 30 kfr. bis
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß 28 fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
34 fl. — kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen 65 sl. — kr. bis
75 fl. — kr. Branniwein 34 fl. — kr.
his — fl. — ir.

Wohnuneß-Vermiethung.

Der obere Stock meines neuen Wohn⸗

hauses mit 3 Jimmer und Küche,

henebst Keller und Speicher ist sofort

zu vermiethen und beziehbar. IJ

oinrich Buser.

Worms den 13. Dec.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 45 kr.

zis — fil. — kr. Roggen 183 fl. 40 kr.

J dis — jl. --kr. Gerste 11 fl. 30 kr.
Zu bevorstehenden Weihnachten, empfiehlt is — fl. — kr. pex 100 Kilo., Hafer
sein. Lager in allen Arten Damen- uüd 8 10 kr. bis — fl. — ir. per 60 Kilo..
Finderstiefelchen, sowie in allen Sor- Mehl per Partie 18 fl. — kr. bis — fl.
sen ord. Schuh und Stiefelu, zu au⸗ — kr. Roggenmehl 13 fl. 80 kr. bis — fl.
gcrordentlich billigen Preisen..—r. Roggenvorschuß 15 fl. — kr. bis
NVRJae. Stief. — k. — kr. Weizenvorschuß 18 fl. 30 kr.

——

WMainz, 13. Dec.
(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
er 140 Pfund — fl. — ki. — Rog—
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
üfd.) 16 fl. 45 tr. — 17 fl. — li. —
orn (180 Pfd.) 14 fil. — fkr. — 14fl.
10 ir. — Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 30 kr.
— 11u fl. 35 kr. — Hafer (120 Pfd.)
5fl. 45 kr. — 5 fI. 55 tr.
Redaktion, Drutk und Verlaa von F. X. Demetz in St. Inabert.
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ιι 3σ ιν ι ααι ιι ιανNι ναν ιισι νο u ν :α
goun ua ttttünee,o öuröc— *œuB i ν ιι.
— —— ABpe n4 S FXXs
aprerter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungshlatté erschelnt woͤchentlidf dreimat Dienztag, DRonnerttag
ad Sam zhage Abonnemenispreis pierteljährig 45 Nrzr. oder 13 Silbergr Anzeigen werden nit 8 Ktze. die preispaltige Zeil⸗
— Vlattichrift odez deren Raum berechnet. — 9* —
— J — — ?— — ..
Rro 151 e S J * F Donnerestag, den 10. Deceember 7*1867.
————— — —— — — —— ——— —
t ,. . eet
iemiy Einladung zum Abonnement. 6
n. Min dem 13) Januar nachsthin beginnk ein nenes Quar-⸗
ka far die Mongate Januar, Februar und März. Wir
nachen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
VDitte; aufmerksam ihre Bestellungen gefalligstor echt ze itigezů er⸗
zeuern,e Nainentlich ersuchen wir viejenigen unserer Abonuenten,
vilcht vae Blatte binnch die Poo st bezihen, fur eine midghich f
ba dige Bestellung bei der detrtffeüden Voste zredet lon dher
zen resp. Mostboten Sorge tragen zu wollen, damut der Versande
dea: Blattes keine Verzoͤgerung exleide. eι ι ννι
Zu hahlreichem Abonnementlabet ein
Abrne Die Expedition. I
NB. Denjenigen Abonnentenwelche den Anzeiger durch die
vpon der Erbedition beauftragten Zeitungstrager erhalten/ wird das
glatk fut das tommendt Quartal regelmaßig fortgeliefert.soferrie
in datselbe wor Eunhe dsees Noaumats nicht aus-
driu dlach a hbe stel Ixn. α α νν
n nertien Deutfschland. α
une MuUnche e, 14.Oec. In der gestrigen Nachmittagssitzung des
Finanzaus sch usse 8 der Äbgeordnetenkammer wurdedie Berath⸗
ang Uber die Stautsausgaben pro 1868/64, 1864/ 61 und 1865/66
—
miiglieder war in der letzten? Zeit so wielfach in Anspruch genom—⸗
men, daß dieselben noch nicht sammtlich in Der Lage waren, sich
nit Hilfe des bezüglichen Keferates des Abtz. Fen stel gewissen⸗
haft uͤber den Berahungsgegenstand zu infotmiren? Die Nachwei-
mgen über die Bausausgaben — Referent Bermühler — wur⸗
den genehmigt⸗ — gZum dentscherZollpariament ist
zekanntlich auf 100,000 Seeken der Bevoölkerung ein Abgeordneter
u⸗wWählenn.Die Seelenzuhl bemtßt“ sich! uch der WVolkszählung
zom Jahr 1864, und ist iner dieselhersowohl die Civil- wie die
Militaͤrbevölkerung mit einzurechnen, da Ziach dem Gesetz, bom
(6. Robemder d. Jin der Berechtigung zum Wählen kein Un—
serschied zwischen diesen Kategorieen besteht.—DieStaatsministe⸗
rien beschäftigken sich dem Vernthmen, nach mit der Bildung der
Wuhlbezirke und sind in Oberbayern 8, in Niederbahern G, in
ven Pfallze6, im der Oberpfalz *30in Oberfranken S,in. Mit⸗
elfranken 6, in Umerfranken« G, jn ·Schwaben: und: Neuburg
5—Wahlkreise zu bilden. deren. Fesistellung demnächst erfolgen wird.
Munnh en, 18. Bec Reichsrath Frhe, v. Schrent ist vom
gekteffenden Ausfchuß der Kamimer der Reichsräihe zum R eseren
uber das Wehrhesetz ernannt und vamit“ es möglich ist;, den
Hesehentwurf alsbaid nach feiner Erledigung in “der Kammnt ber
Abgeordneten im Reichsausschusse zut Berathung zu bringen, ist
gryr. mitSchrent bei den Verhandlungen; der; Abgkeorduetenkam⸗
merr auwesend und bearbeitetjeden Teig fein Referat nach dem Fort⸗
zange der; Beschlußzfassungent der zweiten Kammer.n Die Kam⸗
er der Reichsräthe wird voxaussichtlich: den Gesetzeseutwurf mehr⸗
ach modificiren. allein daß eine Verstandiguug zwischen beiden Kam⸗
etnerzielt wird/ steht außer Zweifel. uιινι
Muͤnchen, 16. Dec. Die: belannten Berliner Postvernn
arage haben vorgestern die Ratification unsereg Koͤnigs erhalten. —
Im Vinlauf der Abgeordnetenkammer vom 7. bis zum 10. d. M.
hefinden sich u. A. ein geprüfter Antrag von M. Barth und Gen
nossen An Vetreff der Neduclion der Reiseentschadigung der Abge⸗
rdneten auf das Maß dos wirklichen Bedürfnisses; die Vorstellung
zebn ätzilichen Vereins in Augsburt inBetreff der Beiziehung von
erzten zut den künftigen Schulbehörden; die Vorftellung des Nuürn⸗
erger Bürgervereins um Eiuführung, der Civilehe ; die Vorstell⸗
ang der israelitischen Lehver,der Pfalz in Betreff des Art. 18
des. Schulgesetzeniwurfes und eine ühnliche Vorstellung von ande⸗
Ppfälishen Isfrneliten (angeeignei dunch Abq. Tillmann); Ge⸗

—
        <pb n="596" />
        auf den Etat g&amp; dürfen, ie ueeen der!
Trennung deg sidtischen vomn Staatsvermogen ꝓein Vandtage zur
—— * J— *
age eingebrachton e stimnmten prpe — Beitg ge
u deid Msgabengdetz Rorddeutscherk*Bun Wiẽ pichtigst R
oͤrterung fand le des Beamtenlurus in den⸗ neuen Pro
dinzen fstatt, und hierbei gab der Minister Graf Eulenburg die
Erklärung ab, daß er wegen der Organisation Hannovers mit
Bertrauensmännern aus dem: Landtage verhandeln werde. Nach
Fficidsen Versicherungen syäre die Vereinigung Lauenburge. mit
der preußischen Monarqie in nicht allzuferner Zeit zu erwarten
aund slände die bezügliche Vorlage sicher zur allgemeinen Vefriedig⸗
ung noch in dieser Session des Landtages beyor.qu 7.
s hwerin, 15. Dec. Die Modfication des m Frasteich
wWgeschlossenen Handelsvertrages ist in Paris bereits untkerzeichnet.
Der Sternberger Landtag hat die Kosten für den norddeutjschen
Bund bewilligt.“ —D—
Waen; 18.3Der. Die k. An priv. osterreichische Staatseisen ·
bahmgesellschuft. hat den bedeutsamen Veschluß gefoht, den Fabri
len, welche sich langs ihrer Bahn Liabliren wollenz für alse: zuz
Herstellungi des Etablissements nöthigen Materiallen den Tarifsat
don 1 Kreuzer incl aller Nebengebühren zu gewaähren;ritou
Wien, 16. Dec. Die „Morgenpost meldet 2 Die chirsige
preußische Gesandtjchaft erwartet demnächst ein koönigliches Rescript,
welches ihre Reorganisation im Sinne der Neugestaltung der nord⸗
deutschen Bundesverhaltnisse ranordnen wird. Man nimmtin mit
Bestimmtheit an⸗ daß Werithet von Neujahr an seinen Posten als
Besandter des Nordbundes antritt: Baron Magnus, den man von
Mexico zurückerwartet, wird der Gesandschaft zugetheilt werden.
nWiren 16. Dech⸗o Das heutige Abendblatt der Debatte“
arfahrt, daß wahrscheinlich nichtFürst Auerbperg sondern Graf
Taaffe mit der Bildünq ines neuen Cabinets betraut werden
dürfte?“ niu Me— —
u. su 179 Dec. Nach Mittheilungen;“ welche die Regie⸗
rung' aus Aegypten empfangen hat, wäre die abyssinische Erpedi
tion fistirk, da König Theodor die Erfüllung“ der⸗ englishen For⸗
deranhene sudeser dabe h e
ι Frankreich — e
Paris, 14. Dec. „Der „Avenir national 3 sagt a Luxem⸗
zurg ruft die Großmächte gegen Holland an; das 3 Millibnet
Gulden vom ihm fordere. iιιν ι ͤn n
NDie Polizei-hatram 13. ds. allen italienischen Vlätter wegl
genommen; bisher wurde nur den englischen und deuischen Blattern
diese Aufmerksamkbeit zu Theil. ,
Mus Pari9, 5c150 Dec., wird geschrieben Das C —
renzproject betrachtet man troß der günstigentt, Moniteur
Zülletins übet sein Vefinden als rettungslos verloten. Wie
man behauptet, wurde in einer belgischen Stadt ein Atttental
auf den Kaiser Napoleon dorbeteitet. Ist etwas Wahresdam der
Behauptung ẽ Das weiß ich nicht. So viel aber scheint gewiß
daß die zwischen der kaiserlichen und belgischen Polizei ausgetausch⸗
len Correspondenzen: derr Hauptgrund, wenn nicht der einzige
Brund, sind, warum trotz der vorgerückten Jahreszeikß der Hof
nicht nach Paris kommt und im Schlosse zu St. Cloud bleibt. —
Nach Berichten aus Kom wird der Papst am Tage vor Weih⸗
nachten12,000 Medaillen an seine Soldaten vertheilene!Deu
Beispiele des ihn beschütenden zweiten Kaiserreiches folgend, wird
er die Generäle Kanzler und Zappi zu „Herzogen von Mentana
and Bagnorea“ und den Obersten Azanezi zum „Grafen von Vi⸗
erbo“ ernennen. . In mehreren Provinzen Frankreichs, in der
Rordarmee, der Picardie, im Flandrischen, in den-Vogesen, im
Eljaß, im Berry organisiren sich Comitees zum Behufe, den Reu
jn waͤhlenden Abgeordneten als Mandats-Bedingung die Verpflich⸗
hung aufzuerlegen, die Erneuerung des Handelsvertrages
mit England,-unter den dermaligen Stipulationen zu verhine
dern. Der Vertrag endet 1860 und muß 15 Monate vor Ab-
lauf erneuert oder gelündigt werden. — Die Besitzer mexicanischer
Obligationen erhielten von der Polizei⸗Präfectur die Erlaubniß,
deute im Reiter Circis eine Versammlung zu halien.Alg, Praͤ
sidenten jedoch hat man ihnen Herrn v. Laguerronniere vctrohirt.
Paxis, 16. Dec. Gesetzgebender Körber. Die: Discus⸗
lon über das Armeegesetz wird Donnerstag beginnen. Herr Pi⸗
rard hat drei Interpellationsanfragen eingereicht. eine bezüglich
der Depeschen des Grünbuches, die nicht im Gelbbuche ftehen, eine/
weite in Betreff der Abweisung italienischer und deutscher Zeitun⸗
gen an-oer franzosischen Grenze, die dritte über die Finangen der
Stadt Paris. Rouher bestätigt die baldige Vorlage eines Projec
les zur Herabsebung der Telegraphentaxen. — RPatrie“
and „Etendard'“d dementiretn dien Behauptung eines amerikanischen
Blattes von der Ankunft eintq franzöfischen Gefandten in Merico
Napoleon hat. leinen Verireter an Juarez entseudehnateast di gu

Paris, 16 3Dec. Dem Apenier national. geht, aus Ber⸗
RNachricht daß vom Jaß iiar nächsten Jahres ancedie bei
eete accreditirten aee Gesandten neue Cre⸗
alten werden als — des Rordbundes
Paris, 65 . NRwirdogeschrieben? Wahrend An der
Militärgesetzcommission Rouher und Marschall Niel eine Sprache
ühren, als wenn Hanuibal-Bisssmarc bereits vor den Thoren
tände, während heute der „Constitutionnel“ erklärte, daß wegen
eben desselben Militärgesetzes alle ee noch so gebieterischen
tücsichten vot det (Angesichts der Frelgnisse in Deutschland) noch
gebieterischeren Noihwendigkeit schweigen müssen, sind im Vliniste“
ium der auswärtigen Angelegenheiten die Depeschen des Herrn
Benedettj wahre Idyllen. Der französische Gesandte gerihert, aß
König hen und sein Minister fest entschlossen —*
der Ruckhaltung und ver Mäßigung zu wandeln sedem Antasse zu
einem Conflicte mit Frankreich, oder was irgendwie seine „suscop-
—— renanuen rönnie,
jorgfältig, aus dem Wege zu gehen, Ind. daß zman Jeshalbe auch
die, Propocationen dey Iloxeniner Regicrung. sit Itallen Feph
en Papst und 88 Sdoͤhherrn Plaß ccnehinen / entschiede dur
rückgewiesen habe. nn ι ι ιννν αιιιν αιν
23 UPamwis,:IG. Dec⸗lc Aveniri Ratibnal“ erfahrt aus Bæ rblim
aßr von Neujahrunabe dier beit den fremden Hoöfenm beglaubigten
reußischen id neue Hreditive alß Gesandte des Porde
eun ischesig Aundeß exhalten würden (Gine ähnliche Nach-
Ihl komnt hon Wien Das schon eininal dagewefene Getuch
Frankreich werderomiti Beb gie weein Volle und Milttärbündniß
chließen, wie Preußen es min Süddeutjchland hethan, aucht! wie«
der auf, findet aber wenig Glaubenn dato selbstindier Franzosen an
der Bextitwilligleit Belgiens zweifeln.
ud ανB ue nnglandee —
n oS nid qarn LG. d Dec Die ppon den oFeniern - angelimdigten
Demonstrationen fanden in Folge der Außexordentlichen Vorsichter
maßregeln nicht statt, In Liverpool und Dublin und, anderen
nilitärischen Mitlelpuntten waren Polizels und Marincekräfieseden
Augenblick bereit mit Entschiedenheit die Autdeität wer Behoörden
u wahren. Auch in Birmingham, Bristol, Manchester, Reweastle,
Greenock, Glasgow, Edinburgh.⸗Aberdcen kamen keine Ruhestörun⸗
gen worr oIn Leeds wurde das Versammlungslocab, der Fenier
von Polizei Ind. Mititr hesetzt Gestern Morgen wurde, ves
mitelst einer unter dem Mamer gricchisches oder fenisches Feuer
ebaunten flüffigen, Substanz, in; cinem Hause am⸗Großbenox
Zquaze Feuer: anzutegen perjucht.Die Polizei bewerkte es zeitig
zenug,, so daß die Flammen rasch gelöschtewerden konnten, “ Maij
egte diese Handlung den Feniern zur Last. *Ein viertes Opfer
der Erplosiod istrim Hospital gestorben, ein fünfteß lirgt hoff
ꝛungslos darnieder. Die Hauptschuldigen sind entwischt. —n. Die
Insignien deg Hosenhandordens itz Halsband und Stern, wur⸗
den am Donnerstag an den Sultan abgesandten: Die Diamanten
sind vom reinsten, Wasser und die Arbeit außerordentlich kunstposs,
Lago Belgien manu d ,α
Brusger IC Dec Daghzanze Ministetjüm. hat. seine
Enllasung eingereicht
— — ι ια
n e un Italient n en ——
un Florenz, AGb.Dec.n Die Nachricht des Pariser! Temps
daß Ritter Nigra nach London gehen und vurch Baton Visconti
Benostaersetzt werden solle, ist absolut rerfunden. ĩ netiyf
Donaufuͤrstenthümer.h9
BuchurxF. 16. Dec. Generaldirector Falceianu ist zum
Bevollmächtigten Rumäniens für den Abschluß einer Postcondenon
mit Serbien exnannt. e n et, —6
u m'erika.. —F in
iaNewm⸗HYork, 89. Rob. Der Congreß nahm mit einer
Zweidrittel⸗NMehrheit die Refolution san daße er lein Geld mehr
um Ankauf fremder Territorien bewilligen werde, unde daß x6
anzwedmaßig sei, welche zu acquiriren? 3
naNeweeYork lIös. Deen Spanien ssoll den Vereinigten
Staaten angetragen haben Cuba und Poriorico für 180 Minio—
nen MDollürs am dieselben zu verkaufen. .ν
Die Deutschen in New⸗Orleans habenan den norddeutschen
Reichstatg eine reiche Fahne in den' norddeutschen: Bundesfarben
and eine Zustimmungs⸗Adresse abgefendet. m
— —
ι Ge bex vem i sschet e 8..4 Ju αια
e andan? 10. Dec. Unsere Veser erinnern sich wohl! noch
der großartigen Betrugsgeschichte, die don Maria Henrica Kürf,
hretz Gewerbes Traumdeuterin, Kartenschlügerin und Wunderdoc⸗
drin, von Speher, zum Nachtheit der Kathatina Zipf, geschiedens
kthefrau von Gustad Oberbauer,unde dereir Mutter, der Medicie
nabrathswittwe⸗Zips in Mannheimatiunterv Benüzung des Aben

114
        <pb n="597" />
        alaubens derselben/ im Sommer dieses Jahres in Scena gesetzt
— —D
un 907 fh. Pabiergeld und cinen, Wechsel, zu 25. 000 A.5, wurde
durch Beschlug der· Auklagelammer des Apellgerichtz pom 11. 8.
Mets. Das Verfahren ⸗· wegen Mangels. an Weweis eingestellt, im
lebrigenraber die Sache als Vergehen an das Hiesige Zuchtpoli ⸗
gericht verwiesen, -Die Verhandlung,n die recht izuieressant zun wer⸗
hen coerjpricht. war auf heute fixirtn mußten jedachh pegenNichtsr⸗
scheinens der Haupthelastungägeugen, dernigenannten Wittwe. Zibf
nebs Tochter, bertagt ˖ werdeniee idl Uerd nag es
un FerMeu nech du. 17.. Dec. Der: Bexleht quf, den Brenner⸗
hahn morder durch eine Lawine, welche oberhalb der Statjog Grieb
herabsturgte. umerbrochene vu α— ι ιν
ttunte In Mun chien, imn Gafe Maximiliannexistixt eine Geselle
schaft, benaunt zuer Hedel lo min gar absonderlichndelarirtem Ko⸗
abe, in demselben ibefinden sich Bilder mit Teufeln in allen Fahonß:
chonsnleichtsinnig und chäßlich, ueytter dabei eing gusgezeichnete Spei⸗
setaricwund Getränke; aller Arf.“ Da teifft man pis gemüthlichsten
deute auch viele; Abgeordnete; z. B. Krämer, v.un Doos, Fockerex,
PfarrerGelbert und Pfarrer Kraußold u. 2W. Auch „eine eigene
Zeitungbenannt die Hollenzeitung/ wird jede Woche hergusgeget
zen; naber bloß an einein Exemplar und geschrieben, dahen sie mit
diem Preßgeseg nichts zu schaffen hat Mebernder Eingangsthüre
liest man: „Ein froher Sinn, Herz und Humor, Sien ößffnen
Dire · der Hölle· Thor. Gleich daruuter: Dein Gehen kann nur
frommen, Denlst Du an Wiederkommen.“ Es wird aber auch be⸗
hauptet: Jedermann sel sin Zitser e en Vage
üan 1 Stiege. stets willkoͤmment, vorãusgẽsetzt daß er, Wie e
In nrrene ann i ont m gack Mench dund
lein Frauenzimmer ist. Denm in dieser ge altet Skrenge
wie deim Karthauferstud- Kapußinens unb in —* desaudertn
Vahlspruche heißt ese O tn dußluaet 4
———— —VDoo————
namitüctue Weib varf ien nne Seiles kiutt utn
ztiWas man si ch in Amsexjkigrogn den ntbah er n
pun Pfral zernzerz arhest, —Die iñ Gheinati
Wesng Biner buͤngen FotgenaesngIm. Jahre 7839 wur⸗
es mehers Baherische Regimenter nach Vet Rheinpfalz beotbert
norunter auch he Auf dem Dschmarsch in den Nahe
en' Durkheim vin ein Chebaurlegers-Rittmeisser“ ein ächtet Stock
altbaher vor seiner Escadron her und bewunderte diet! schön Ge⸗
Jend. Nuf einmch gedych wandtter go mit der Frage an einen
alten UÜnterofficier: Wachtmeister, wa ist doos für a Pflonz'n
doo T Der Wachtmeister erwiederte: „Das sind Weinstöck, Herr
Rittmeister.“ —8 sagte dew Risseitew dec⸗ it also deeß
Daixerls Gewechs, woßßd' Reholuutionmacht; ober —E —
quf die Weinberge Zei —B— ausg'riss'n wer'n
e —V0 — inmn Bier —B —2 so
g'scheid sinn wie mir aa.“ IIα 4 1120
FeSaarb Jücke n 16. Nats. Arbeiten. zum Bau der
Saarbrucker· Sacrgeminder Kisendahn sr heute durch vie Unter⸗
ehmet Gebrüder Mousseleck, inm berr Nähe von St.“ Johann in
Angriff genommen worden. nε ν
Die Bahn, welche bekanntlich aus Staatsmiiteln und uner
der Leikuũg der hiesihente Knugliched Fisenbahng Direction ausge⸗
tihrt wird, schließt sich in Saargemünd an die auf französischem
Territorium im Vau begriffene Linis von Sqacgenünd über Bitsch
ach Hagenau an und wind dadurtht det Verlehrs vach dem Elsaß,
der Schweiz und dem. Badischen Oberlande ppesentlicherleichtert,
indem der jehige Schienenweg nach Straßburge bon 284 ibome⸗
Er. oder 87,7 Meilen um 132 Kilometer abgekürzt, künftig *also
aut hoch 452, Kilometer pder 20,2 Meilen betxagen wird.
Ans Sutz wshr n wird geschtteben. dah w diem -Gondaa
metir⸗ Stationscommandanten Hefele gelungen iste den Raͤdelsfüh
rer der Bande, die boriges Jahr! nd heuer vul⸗ Kirchen diebe
rahhhe verübtẽ, Namens, Alber Schlitz von Langenneufnach, —
unehmen, und zwar in kinem · RWirigshaus, wo der Gendarys in
ꝑ seiner fast zur Gewißheit gawordenen Vermuthung, daß er
den Gesuchten vob sich habe, plößtich bonk Stuhlernafsbrang arud
vein Schuh, der bals fehe gefährlihre heschikdert wird und wie ssich
tgab ein Terzerol, einen Dolch nd einen · Zwilling unler dem
FoAetol e Bayonettalif die Vrust seßte. I. r-«
wWen, 13. Deern Heute? war der Gerichtschemiler Pro⸗
essor Hellet: vor deih Untkerfuchungskichter des Frl. Ebergenhige
iaden und nahm vie dei derselben vorgefundenen Flaschen und die
Theekanne behufs Memifscher Untersuchnng in Empfang⸗nnDer IN
reien Prefse“ wied aus ganz zuverlässiger Quelle mitgetheilt, Ddah
dien Gräfin Mathilde Chorinskh ein berbotenes Werhältnißen gehabt
zube anddmItzieNos z Jn im Münchenec Gebarhausenkinem
wiehelichen Kuaben das VLeben gegeben hat, daß dieseniThdtjache
ich in den Listeir des Gebärhufesrdis Worschriftsmätßßig der Po⸗
crribrgorde Mergeden werven moffen verzenchert ferver nd · daßß nch
n den Taufregiftern des Pfarrets an der Mümchener Aulirche

unter, dem⸗ 14. Node 1868 die an dent Knaben Albect z. Ledle⸗
vollzogene / Taufe bestätigt, wird. Es glann hiuzugefugt werdeus
zaß die Familie des Statthalters Grafen Chorinsly wedes honchem,
Herhaltmis der Grafin noch von deren nachgefslgler Entbindung iagende
eine Kenmmniß chatic, und daß der 6l jahriged Hrz Statlhalten cxi,
n · München von der Existenze des Kindes benachrichtigt wurder
Wahrscheinlich wird die Familie Schritie thhun, dasn der dem and
helichen Knaben heigelegiee Name I. Ledsle durch gerichtliche Verz
uügung mit einem andern vertauscht werde, da sich aus der unbe⸗
rechtigten · Namensführung spaten Jeicht Vermogezraherwidlungen
ujd Exbstreitigkeiten ergeben soͤnntenin edurznu nezergze
on donn S DechMmufsehen arregt auch hier, wa voch
ucht selten der größte Reichthum und die tiefste Armuth. nahe hein
inonden awhnen/ folgenderg Vorfall: Aufmertjam, gewordenc daß.
eit mehrexen Tagen Niemand inmrin Haus gin ainem der aͤxmeren,
Ziadtiheiltchingingegangen moch herauagelammen, gerbrach man
djg Thux, und fand, die Bewohnerzaeing Famisie 3 die
——
Baiez Hhuchstäblich Hungers gestorben und Muiter und fünf Kindex,
amgeben von Schmutz unde Unrath, geit, mehrexen Tagen ohne
NRahrung und ebenfalls Sdem Tode mahe Alsbald ind Schritue
zeihan worden, die, Unglüdlichen aus hrer jurchtetlichen Lage izt,
—
un In der gegenwaärtigen Ausstellung pon ano n dan liegt zino
— —————— 733
Neue Erdölqueler nd ge Vixginien entdeckt wor⸗
* welche eine ganz neue 5 ut Aleg — — — kosi⸗
uren Sioffes ermöglichen, „„Dieselben jind wänzlich so außerordent⸗
giett da g Ale⸗ ieeze es
— ,,,,———
in Der kurzen Zeit, seit es auftauchte, so zust Anerlerwung vera
schafft, daß es üͤberall bereits in Europa belan ie Weldeve
ventung, die Sache hat, mag wan vgrausy zermehen.N daß dyse
Del dag feinste Olivendt. Baũraih und Knochend ebensowoh er⸗
ezt- wie Rüboh, Da nun dies neüen Duellen Chatzz anßerdentlichtl
ed efecu Jo wird das Rüböl, das ——
abgeseg ist, vollends noch als Schmiermitzel herschwinden und de
eeed dne was ho der gegenwar⸗
— — unerwünjcht kommt, da der Oelbau immer⸗
zt enen batrachttichttu Theil De Wadeng Detn Grereideban ent-
Aeht.a hi Einelühervorraͤgende Eigenschaft-des, meuen Oeleß IA., daß,
es absolut frei von Squren ist und nicht harzt, also dienreibende
Fläche nicht angreift. — ——— —
7 Eine Irländerin in Manchester Jah ehnen Konstablerder
ie Ferführt und dann sein Dona oee NHhatte“Ram
Arm einer Anderen“ und RIchoßt Hrreinen Piftoleiilugelenin Ldie
A
2745 Sins lHe Wunder Carbohokni nk ein Riesenwein⸗
jock nut Montecich Er ward — won⸗ einer Frau
Dommdquez gesehi und an einem Spuͤtiet welches t0. Fuß über
dem Boden ist, gezogen. Der Stamm gnißt 3Jollz über dem
Boden 3.Fuß Viz Zoll im *5 e von
s Fuß da, wo sDdie Reben? abzweige Ab Fuß mfang.
auf dem Spalier bedecktt er eine Fläche von O8 Fuß Länge und
b0 Fuß Breite. Sein Ertiaht, it Im Durchjshnitt jhrliche 8000
Pfund Trauben. *
Frankfurt, 13. Dec. Beisber heute beendigten Zieh—
» WFlasse 152. Frankfurter Stindtlotterje fielen auf folgende
Nummrẽ rachstehende Gewinnes Ir; 200074 3000 . gr.
72 — —
—D

4
—9 Landwirthfchaftlichte

Ue baiinbn Wirkumgee der SH nede ce⸗ macht
Heurici die folgenden Mittheilungen. Das wiederholte Gefrieren
ind Aufthauen des B———— dahei —
Ausfrieren dex Saaͤten, wie es im igter und namentlich so häu⸗
sig im Spaͤtwinter vorlommt,“ die staubige Auslrocknung. des ge⸗
efrdrenen Vodens und die dadurch veranlaßte Bloßlegung der
Furzeln, sowie das Fortwehen der sinubigen Etde‘ und schwach
dewurzelten Pflanzen, alle diese Schäden werden belatmtlich durch
ine, Schneedece verhindert. Der Schner bildet ein loderers zuß
verk von sehr zaxten Eiskryftalleit Amd Luft; in welchem die Fori⸗
vyflanzung der Waͤrme mite außerster“ Langsainleit vor fich gehty
xmgemäß sindet die allmälig aus dem wärmeren Boden entwen
hende Wärme in der sauf ihm ruhende Schneedecke mur eine äu⸗
zerst langsame Berbreitangaund dann, daher die Obexflache auney
ensehlichen Schneedecke erst nach längerzr Zeit exxeichen und von
hij ausstrahlen. Dadurch werden zaher die Pomn ShaetPedeckten
hflanzen jedem; vaschen Tempexqturwechsel entzogen und vor dem
Berderben geschützt. Unsere Wintersagten befinden vielleicht
inter dem Schnee · kaum in gefrorenem Gustande. weil ühnen- die
ruꝰ dem Untergrunde aufsteigende und die durch ven Verwesunga⸗
ro cein ine Boden exugte Warme dem sie rascher zustromt als
        <pb n="598" />
        ibfliehßl, wefenlich get ulfe Lommtn Dec rnehnenn y
eichtiche Schnrebedecung gewahrt, ist ft so grod, buj — —
er chrungefroren blehen · kann, während die Katée einesehr be⸗
xütende isfnn Belsmailich wirln eeite Schndededce amtet Umst inden
mich sehr nachtheilig auf die bedecklen Sasten, ind dies in ummer
er Fall. wennsie wises ba Gebitgsgegenden gas micht. selten
vtounn — dandchn bleida dIn diesent
Fane ln hne Zubefelican Boden bin ueegergernwichtend
ð nerffoffmongelnseik welgenviern ggflaiigen son fangere Jein
nichrarbes gew itrinenz Venisn die Vegetatisn, farsaͤvelche. Vicht · And
aotmale Luft unentbehrlich sind, stehl eigeiltlchemiee suist und diese
vnger Zicht ante rhru ar woerdeann vhne das gebenn ves Pfan in zu
ι αια
e eeeueen sor uann Fogede
de Dun gerkrfeutzingi beglele e Einrichtuntig ist. daß man der Mift⸗
xuche wier euch · dern Negenwasser huwiel Zuftußz ur · Düngerftätte
neftatiel! bohne Ldaß⸗nstre zenlügendene calbfluht geforgten wirden Der
Himger blelbi Iu⸗ mitnedn an Uebermaße von Fenchtigkettin Be⸗
Rhruri sulinb Latin“daher atiem regelmaßigenFrauinißproeesfe nicht
mnerliegen⸗ vielntehe⸗versticert. et in det Arkdaß sich aus ihm
Wigas Pfloͤnzenleben! geradegu schabliche Stoffe bilden.u In: dit⸗
eri —— Delsnom· Wabdlach!! zu Kezberg leinen
Bersuch mitgetheilt. dessen Resultate wir der Oeffentlichkeit! Micht
drzuenthaltenoe glanben durfennEr schreibte Imd vongen Früh⸗
4 — i — —
3010 P— ι ιν — iia ονÂ
z!t. —, * —⏑⏑ 8 3—5i 4 —* 151iu6
4 8 XLOM. 7 —2 — ue 33
ldes grõössten Iinders pielvgaren-
7 57 795 7 —77— —* J. αα nο
ν Lugers ã ui St. JIus beri iis —
— ,y ⏑——
dieses Geschäfts, um mit seinem Lager Zãnzlich aufzuräumen
d wehete eee eeeeee
egenheit gegeben, ihren Kindern in wenig Geid goher
Bergnügen u. mache — Auch. einpftehlt dersebe ine Mase
uderer schoner Artilel sich zu Geschenlen füt ültere Leute
riguend, zur gesl Ansicht n«— nsε — αι
— — e . 26dleris.
Marionetten⸗ Theater!n — M 434 AIageo —
—æe — ν ι U. 81t. — 4 g
m aale es errn u w etr ⸗ 14 A — — u. “gꝶ —D——— 4240562 2* .8.
— RRc iSerrenh. Damenhemden' Kragen
Kinder⸗ Vorstelung. un Wanchetten ⁊c. bei Herrn a57
ι —2 — dure
19 IIXVVVXVD 1357 — Friedrich in —R Ingbort.
a ——5 — — — —— werden duch diesen entgegenoni⸗
atirι 7 8 —2 ? nen und inn erhalh *7 14 Tage ausgeführt. . d ,, 147
ntt —DVV —— —V—— on 2lh nid a un im Decemher 18672 öν un
Das steinerne · Gastmahl. un n viele eamnn.
Nitt sel — — — ι
ιι erschauspiel z ut — ——
Abenbt aid Nor oufengende. Cirea sSooo Cubf. Pappelu
ECVXR. — ä rü T ce ilüee e anen reeeagt ie Geßhepis
Große / Haurt⸗Vorsteung · Dtamm hosz derenfen int vin üets sat wie¶ ecprenitea
Furst Aexander..
Gπννονσσ νι, Wohnungs-Vermiethung
Die vjährige es euschaft Der ere Elh heinch kchh Wohne
die 7jährige Gefangenschaftz hn di iner a
Di Veseinigung von England unde emnebst Keller snd Speicher t lejort
— rmgaez Schonland, —8* zu vermiethen nund veaiehbar c
—E Zuw Echluß: nν J mieinrich Buser
Detnten
chet Verwandinugesiguren. 3 —
von aine Figutz sich hhe big 8. Maln vem saiserslautern vem Ieer
vandeln wirde minn νσ νο en. Weizeni 8flunage it. Korn Fusli —
ud i Preise der Plätzern jui, Spelzterwifl. ιι Irpe ι fl
Eelner Vlatz 18 er! Zweiter —R — —
Dritter Platz⸗6 kv BαX. Erbfen ð Il. qAb tr.ꝛu Midend vfleu
zahlen die Haälften e wr iusen * —
gul zaͤhlreichem Besuche ladet höflichst ein Brodapreier6 Pfd. Kornbrod 34 *.
— —y. 7— an 3 Pfdu Gemischibrob 1694: ir. und Pfdeo
Düler. un urew Gel 190 0

ahrbtersteigerte ich dine Nauted volkiuStalldunger?“ werLungefahr
Monate hanburch gelagert haͤtterer Mnet der betreffenden Duͤngeve
malte Befanv fich zwar ein Jauchenbehäller, allein derselbs war seit
akgel hichto meheo ausgeleert worden sindefo hatten sich die Jauche
s hatbwegs in den Misthaufen, gestelltien Ichdetittztee den Dung
ar Lin pa Kariosfeln bestimmicz Feld Aind Iwat ain der Ari, daß
ch ven Mift/foweit Eeeined regelmllßzige Faulniß durchlaufen hatte,
mif einn VThril des Feldes undeedein RMNist der Längere Jeit ch im
urch genz mit Pfuhl · Vurchträntte gewesenwarcauf, den anderen
Theil von sonst gleicher Beschaffenheit hzenchtehutghbrsetzte das
Feld amneinenn und vemselven Wage nn gang gleicher u Weist mit
zer Hlauen Meruvianerlartoffeleel Schon ueze nacher bemm Aufgeheu
zerselben bemerlte ich, daß die Blatter der Stode/ die in dem vern
duerten De gedüngtenTheile⸗nstanden,' einen gang laßgrüne
Jarben hatleu und daber sehr spitz Lränkelnd Cusasahem. wahrendi die
dartoffeln wnf ver nganzen Fläche, dieden besseren Dung erhalten
dite sich eines seht üppigen danklen BGrüns und eines kräftigen
Wachsthumserfreutennn Ich' war sehr gefpaunt das Resultat des
zrirages kenmen zu lernen. Die Ernten wurde Anfangs Dctober
angsihin Borgensmmen uud gesondert behandelt.: Währenden die
darioffeln auf deu Mist wersauerten Stücke nur! seht kleinn:waf
en und geb Mortgenrnvinemunertbehuvon uß310 Centnert liefertem
reigerkel sicheder Ertrag von dem vesseren Miste pro Morgen auf
33Gentneee νν α ιι.

Zruchte, Brod⸗ Fleisch⸗ rc. Preise der
Stadt Zweibrücken wom I9. Vecember.
— FB
Weizen fl. Is dr. Korn —J Ic.
—
eihigte/. fl. m fr.ti Seuc fb. 36r.
Pehiecn r Dintes 46
I tr Mischfrucht * Ao ir Hafer
een 6 fl. 44 . Ix. Wigeß
Zig vᷣd tro Kortoffeln J. fin 18 ir. Hen
Ne 20 lr.,Stroh lfl. 6.kr. per
ntyer. Weisbrod 193 Kilogr L1 tr.
arabrod 8 Kgrꝛ,60 ir. ditio 3 Kgz,
9 n ditio Kgn. 10 r. Gemischtbrod
Koren 86krPaar: Weck, 4. Loth
dsindfleifch, Ia Qual. 18 Irn38
Aai. IG rr, Kalbfleisch 12lr Hammel⸗
leisch 16 ir, Schweinefleisch 18. br., per
3Ifd. Wein 24 er. Biex, 6 Ar. her Lites
tzutter 28 ke. per Pfund. .
w —⏑BDND
q intärhzu εο: nan
i 2n onf nme Redallionn Deuct und Verlanrvon A. RXDeme ani äe
— —A

Ingbert⸗r nun
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        — — ι αο r— 0 _ιν ια
nn ALIAXDI u
— 34 * we— 4 .
n 8 3 LLis —— 1ü 9 LLα-
6C3* ———z—6 4 66 oα
— ιι— ισ ννι ν uti α
nι i mi n u
süis ι 9α ιιν ι ι ι ανιι_νι
—X —— Ju 3Prrt ex Anze laer mit jeitiem. Unlerhaltungsblattenerscheint woöchentlich dreimelln — zruge Doannersz ag
— amstag. Abonnemenfabreis vlerteljährg 45 HArzr pder 13 Silbetgr. Anzeigen werdetn mit z arzni die dreispaltige · geise
u .attschrift oder déren' Raum berechnet.. F 9 J
— ——
r — —0,
Nro. 152. — Samstag⸗ den Decemher tacr r eete 3 v 1867.
— ———— — — — — ————— — —
— —
3 Ginladung zum Abommement
—— — x. —— 44 —
Mil dem I. Janunar nächsthin beginnt ein neue g Ou'a
tal fur die Monate Januar, Februar und März. Wir
machen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
Bitte aufmerksam, ihre Bestellungen gefalligst xecht ze,ikig zu er—
neuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten
welche das Blatt durch die Po st beziehen, fur eine mõg bichst
bal dig ed Bestellung bei der betreffenden Poster edat don oder
den rest. Postboten Sorge kragen zu wollen damltver Verfand
de Blatzes leine Verzdgerung etleide. n e in
ugu zahlreichem Abonnement ladet, ein z ιν
e Die Expedition
u XB. Denjenigen Abonnenlen welche dem Anzeiger' durch:die
vdn det Expedition beauftragten Zeitungstraget erhalten. wirddas
Blatt süx das lommende Quiaartal regelmaßig —— soferne
sie dasselbe von En der die ses Manat s nachtnn au a
drücklichabbestelsene νι ν M.
— Deutschland. ι ο it
Minnchyen 17. VNever — 5— qdies Gifrheß
„Abänderungen einiger Bestimmmungen des it ft gelten
den Cidilgesetzbuches über Privileghe ahhe Hv d o⸗
nh.e ken belr.“ Lautet wie folgtt 3333
Art. I.In den Fullen, in welchen eine“ Fhefrail' die ihr
nach Art. 2121 und 2138 Ziff. 2 des in der Pfalz hettendenr Cibil
gesetzbuches auf die Güter ihres Ehemannes zustehende Hwpothek,
auf Andere übertragen oder auf dieselbe zuu Gunsten, enes Drit
ten verzichten kann, muß der Uebertrag oder Verzicht su Zukunft
unter Strafe der Nichtigkeit durch Notariatsurkunde geschehen. —
Dritten Personen gegenüber gelangt der Erwerber, einer solchen
Hypottele in deren Besitz nur durch die züg seinen Guusten im
Hypotbelenbuche genommene Einschreibung oder, —Wwenn zu Gim⸗
slen der Ehefrau bereits Einschreibung genommien ist, durch die gm
Rande dieser Einschreibung zu machende, Vormerküng von der Ue⸗-
bertragung der Hypotheke auf den Erwerber oder, von der zu sei⸗
nen Gunsien erfolgten. Verzichtleistung. — Das Datom der zu
jeinen Gunsten geschehenen Einschreibung oder Vormerkung bestimmt
den Rang, in welchem er die Hybothekarrechte der Frau auszuüben
hefugt ist. 3.3,
Art 2.“Der britte Absatz det Ait. Alsd des in der Pfaͤtz
geltenden Civilgesetzbuches ist aufgehoben und statt desselben wird
hiermit Folgendes bestimnin: Privilegien und Hypotheken,n Deren
Wirtsamkeit sich gesetzlich auf Liegenschaftenn erstreckt die: fich in
den Händen eines Orittbesitzers befindenn“verjähren ime Znkunft
atich bezuglich dieser Liegenschaften erstemirnnder Ddem Gläubiger
vorgen· seiner Forderung gegen den Sthuldner zustehenden Nlage:“
5. Art. 3. Gegenwürtiges Gesetz ritt am dem auft! die Were
undigung im Amtsblatte der PfalzfolgendenTagedfür dieier
Regierungsbezirk in Wirkfamkeit.“) n u
München, 18. Dec. Abgeordnetenkammer.J Der“ Soeial⸗
ausschuß stimmte den Befchlüssen des Keichsraths bezuglich⸗ des
Bewerbegesetzes zu, und strich nur die Concessionspflicht der Buch⸗
zändler. Leihbibliotheken, Lesecabinette, und die Einziehung der
Toncessionen für Zeitungen als Strafmittel. Das neue Gewerbe
zejetz foll mit dem . Mai 1868 ins Leben Aretenl un
Münchewr, : 200 Dec. Statt der Herren m. Bettinger
Müller, Lamotte und Mattern sind die Herren“d. Soher.
KolbeUmbscherden und AdolphSchwinnzu Mitglie⸗
dern des Verwaltungsrathes; der Pfälzischen Eisenbahnen ernannt
wordene 3: —
u Dienstesnachrichten h ν
Se. Maj. der Koͤnig haben sich allergnädigst bewogen gefun⸗
den, den Advocaten Georg Jakob Stockinger in Franlenthal un

ter wohlgefälliger Anerlennung feinet ngun en ulhd au zoeeich
nelen Leistungen im Ainke, seinema ——— ten g
zaprechend, von der Stete imet Adyoget-Anwalten ing Frnten
we zu entheben uid — — V— Glasse deß
VOerdierstorbens vom heil. Michsel zu verleiht n 3
Berizu s Deg Gelegenhen det Berahuag det
nit dem Fürsten d. Waldeck unid Pyhrmont von ——
nen Atcessionsverttages alerte —— y5Ss ist ein
ͤffeniliches Geheimniß, dahß neben denn sns horgele gten noch ein
iderer, picht veröffentlichter Verkrag abgeschlossen 9 in welgen
sich der Flurste p ¶ Waldech bereit erkigrt, siüf seine Soiveräireta
ür Gunsten Preußens zu verzichten.“ izt Bismärck hat dbieser
Mittheilung nicht widersprochen. Dem Schluß, daß Schweigen in
4 Zustimmenbedeutet ist wohl nicht zu widerfptechen
Wien;: Is8. Dec. Die Wiener —— melder
Ber salenische Gesandle Graft Bartatenitt hier eingesroffenn une
ein Abberufunggsschrelbett zu uͤbergebeit da er sich detnnuachst· auf
Linen“ neuen Posten nach Brussel begiblen sein Roͤchfolger hier
Cialdini⸗ wirhnoch gerauie Veit in Florenge zuruckgehaltent fein
Det Wurnderer“ von heute Abend' be ihl: Zweiꝰ von! Monter
negrd entfaudte Fürsten find in Konftantinopel eingetroffein. unt
latgidrisc die Abtretung“einetz der beiden Häfen entwedet Antie
puria oder. Spizza zu fordern, und widrigenfalls mit gewaltsamet
Froberung! und Unterstutzung der Serbern zu droͤhen. *5 *5
Wien, 18. Dec. In der heutigen Sitzung det Unlekhane
eß legie der. Justizminisier die Cibilproceßorduung und die Cou⸗
cürsordnung fuͤr die Lunder dieseits der Leitha vorx. Darguf folgt
die Verhandlung der Regierungsvorlage über die Eisenbahnbauten
und der Bexicht des vollswirthschaftlichen Ausschusses über die Ein
führung der Malzsteuer.....
Waäen, 19. Dez.JIu der confessionellen 3
nission betämpfte Cardinal Rauscher die Gesetzentwuͤrse des Unter⸗
hausesber dir eeee eerran der Schute
pon ver Kirche, welsche Entwürfe von Lichtenfels vertheidigt wurden.
Der Justiinimfter Ritter von ** erklaͤrte, der zukünftige Culmde
minier wetdedie Anschauungen der Regierung eee bꝛ
Frankreich. 24 Uuet
I.Aus Parüis,' 16. Dec wird der „Frkf. Zig!“ gefchriebeun?!
Diejenigen, die den Kaiser? während der Zeit seiner/ Erfolgenzu
sehen? Gelegenheit hatten, gefielen sich darin, ihm eine große Au⸗
nuth der⸗ Umgangsformen und eint gewisses: guthmüthiges Wefem
zuzuschveiben:nHeute soll es damit ganz⸗ anders sein. Die Miß⸗
erfolgs seiner Politik huben eine Verbitterung herbeigeführten die
den geringsten Einwurfmicht zu ertrugenn vermag. tiSeine: Umge⸗i
bung behaudelt er in der schlechtesten Weise, Der einzige, den er!
bisher schonte⸗ war: dex Marschall Niel; am meisten hat Rouher
zu leiden. Man erzählt sich davon UnglaublichesnDieKaiseriu
wohnt den Sitzungen des Ministerraths wieder bei. Das genügt,
um von neuem ihre Coterien inmfien zu fammeln. Nächneineni
kurzen Schwanken scheint sie wieder Muth gefaßt zu haben und
verklinbet offen/ daß sien sicht einen Einfluß auf die Leitung dar po⸗
itischen· Ungelegenheiten gewahrt wissen will.!
Aus Paris, 1760 Dek, wird 'geschtiebenn:“ Jur Flluftratibu!
der französischen Friedenspolitik, wenn diese einer solchen nach
Sinbringung des Militärgesetzes noch bedarf. — wird nun Lillbe
an mir tPure: Vorsichtsmaßregeln. sagen die officiösen Blätter,
onre Borfichtsmaßregeln. Die Wällenvon: Litle erfordern 2000
Bejchütze, und man begreift, daß man 2000 Kanonen, selbst gut
gezogene, nicht in einem Tage aufpflanzen kann. Man hat also
einstweilen damit angefangen, deren 700 Stück auf den Wällen
der guten Stadt aufzustellen. — Die Beziehungen zwischen der
Polizeipräfectur und: den Unterthanen Victor Emannels sindu sehr
geipannt. Italicner werden, ohne von den kaiserlichen Gesandten
oder Consuln gehörig visirte Pässe (die weder ein Wanderbuch;
noch sonste ein Document ersetzen kann) nicht mehr auf franzosischen
Boden⸗zugelassen, und schwarzer Bart und schwarzes Haur genünen

. —
        <pb n="600" />
        am Kch der besonderen: Sorgfalt' der Hohen, Polizei zu er⸗
reuen. — Die Berxichte über das Befinden Gazibaldi's auf Caprera
auten vortrefftich. — Die Borse bietet Tag fuͤr Tag dieselhen
Somptome Dieselben Escomptirungen, dieselbe Reprise bei Er⸗
ffnung nselbe Geschaftslosigkeit, dieselbe Reackion.“ Namenklich
ei itai. Anleihe ist. dieselbe Syfiphusarbeit jeden Tag von vorn
rnzufangen. Rachdem man im Laufe des halben Wonats für
3 Rillionen escomptirie, liefert man die Titel. Wer kiefert?
Man sagt die italienische Regierung. ie nimmt mit der Einen,
im mit der Anderen den Januar-Coupon zu zahlen. Starke Baisse
der Transatlantiques. Man fürchtet, der Januar-Coupon werde
ins Wasser fallen.
Paris, 17. Dec. Die heutige Sitzung des Gesetzgebenden
Nörbers bot nichts von Interesse. Nach dem neuen Armeege⸗
setze soll das jährliche Contingent auf 100,000 Mann gebracht
verden, so daß die ganze Armee 800, 000 Mann betragen würde,
»on denen wie bisher 400,000 Mann unter Waffen stehen sollen.
Dazu würden freilich noch 420,000 Mann activer Nationalgarden
kommen.“ Die mobile Nationalgarde, die zum Argressivdienst gar
nicht verwendbat ist, wird kaum je ernstlich in Betracht kommen
sonnen. MarschallNiel wird selbst das Gesetz vor den Kam-
nern vertheidigen; er ist ein geschickter und vor Allem ein klarer
stedner. Die gleiche Eigenschaft hat auch Hr. Pi nard in den
Tommissionen bereits bewährt, der nebstdem auch eine bedeutende
Zraft der Mepression entwidelt und darum beim Kaiser sehr in
Bunst steht — Das viesjahrige Budgeét von Parzshalan ⸗
cirt in Ein nahme i und Ausg'aben mit 245,212,059 Ircs.
.3
. Paxis, 18. Dec., Die franzosischen Gerichte werden.in
Zurzem einen interessanten Proceß zu entscheiden haben, General
Déix hat nämlich im Namen der Vereinigten Staaten gerichtlich
ine Forderung von sechs Mill. D. gegen die Herren Erlanger,
Schiffsrheder Armand und Abgeordneter Voruz, Präsidenten der
handelstammer in Nantes. eingeklagt. Obige Summe sollen diese
Herren von den ehemaligen Südstaaten, zur Construction von
riegsschiffen erhalien haben, welche später nicht an jene abgelie⸗
ert, sondern seloͤst theilweise an Preußen ec. verkauft worden sind
Nußerdem verlangen die Vereinigten Staaten noch an zwei Mill.
Doil. Schadenersatz für Ausrüstung von Kriegsschiffen, die sie an
die franzoͤsische Kuüͤste abgesandt, um das Auslaufen jener zu ver⸗
zindern. Die Südstaaten, als Rebellen, hätten kein Recht gehabt
Zelder zu obigen Zwecken zu verausgaben. — Troz einer Petition
in den Kaiser ist gestern die directe Eisenbahn, die nach dem
Marsfelde führte, geschlossen worden. Der Bahnhof und die Erd⸗
nuufschüttungen werden von morgen ab abgetragen. Letztere follen
ur Erhöhung des Quai d'Orsai verwandt werden. *
Aus Parxis, 18. Dec, wird geschrieben: Die innere Sach—
age resümirt sich in den Worten: „armements à outrance —
vcation à outrance“ (übermäßige Rüstungen, übermäßige Reac⸗
ijon.) Die Ereignisse, die Rüstungen, die Strenge gegen die
ßresse, das Militärgesetz u. s. w. constatiren die Wahrheit. dieser
Behauptung. — In seiner Wochenschau constatirt der Abend-Mo⸗
niteur,“ daß die anarchischen Agitationen im italienischen
Volke keine tiefe Wurzeln haben, und knüpft daran die Hoff
ung, daß Italien, „gleichzeitig seine Interessen und seine Pflich⸗
en erkennend, die eingegangenen Engagements respectiren und seine
träfte der normalen und friedlichen Entwickelung seines moralischen
und materiellen Gedeihens widmen werde.“ Außerdem hebt das
officielle Abendblatt im Laufe seiner Rundschau mit sichtlicher Be⸗
friedigung hervor, daß zu Stuttgart Herr v. Varnbülher „un⸗
er Beifall der Versammlung“ mit Auflösung der Kammer drohte,
venn sie sich für diplomatische Vertretung Württembergs durch die
Rorddeutsche Conföderation aussprechen würde.“ 333
Paris, 18. Dec. „France“ sagt: Die Allianzanerbietungen
Italiens in Berlin und Petersburg sind nicht geglücht. Italien
ürfe jetzt seine Hoffnungen darauf gründen, daß Ignatieff even⸗
uell Minister wird, der, wie man sagt, eine entschiedenere Politil
in den Beziehungen Rußlands zu den auswärtigen Mächten ver⸗
ritt. — Baron Budberg wird Samstag abreisen.
Paris, 18. Dec. Man liest im kleinen, Moniteur“ fol⸗
zende Uebersicht über die gegenwärtigen Debatten im italienischen
Harlament: „Das italienische Parlament, das seit dem 8. Decem⸗
zet seine seit bier Monaten unterbrochene Session wieder aufgenom⸗
nen hat, überläßt sich in Bezug auf die letzten Ereignisse einer
angen Debatte. General Menabrea hat die ernste Situation klar
hervortreten lassen, in der sich die öffentlichen Angelegenheiten be⸗
fanden, als er, in Folge der Demission des Herrn Ratazzi und
der mißlungenen Bemühungen des Generals Cialdini, ein Mini—
sterium zu bilden, es aus Anhänglichkeit an den König und die
Nation übernahm, sich an die Spitze einer neuen Verwaltung zu
tellen. Hr. Crispi, einer der Führer der Linken, kritisirte zwar
v⸗GSeptember⸗CTonnention, fadelt aher auch die von Garibaldi ver—

luchtę Erpedition z die grohe Mehrzahl der Gemüther bleibt rudig,
Angesichts. der Wit deraufnahme des parlaͤmentarischen Lebens.
die Inchhishen Agulationen sinden keinen festen Hait in dem
ffenslichen Bewußtsein. Man darf also hoffen, daß Jtalien gleich
eitig seine Interessen Amnd Pflichten *begreifen, vie eingegangenen
Verpflichtungen achten und seine Kräfte der normalen und fried⸗
iichen Entwickelung seines moralischen und materiellen Wohlerge⸗
hens weihen wird.“

Pparis, 18. Dec. „Patrie“ sagt: Die Depeschen
Menabrea's au die französische Regierung enthaltien kein Ver⸗
angen um Aufklärung über die Erklarungen Rouhers, sondern
ein Urtheil über das Conferenzproject, das Menabrea für umso⸗
veniger ausführbar hält, als die Erklärungen Rouhers nun deuts
licher geworden seien. —
Belgien.

—A Oeert Die Zeitungsnachricht, das Gesammt ⸗
rabinet habe seine Entlassung gefordet, ist unbegründet. Die Ver⸗
handlungen, um den Rücktritt einzelner Minister zu verhindern,
auern fort jedoch mil' eringer Aussicht auf Erfolg. 29

trui England. 2it

n Lomndon;n 16.Dec.“ Die Fenierbewegung hat die alte
Ruchsuchtedes irischen Pobels wieder geweckt und in allen Theilen
Jirslann d st finden schauderhaftet Thaten statte Einem Pächter
vurden. Nachts seine Kühe getödtet, einem andern seine. Schafe.
In heiden Fällen wurden die. Thiere grausamer Weise nur so
weit verletzt, daß sie während der Nacht verbluten mußten.
Als ein Beweis der Aufregung, die das neue Fenier⸗At-
kentat erzeugt hat, theilen wir folgende Stelle einer Correspon-
denz der K. . mit: „Schlagt die irischen Hunde todt, wenn
tije uns die Häuser über dem Kopfe zusammenschmeißen, daß un⸗
ere Kinder als Krüppel aus den Kellerldchern herausgezogen wer⸗
»en müssen !“ — so, höxte ich heute Arbeiter, nicht etwa weiner⸗
hitzt, sondern höchst gelassen, aber entschlossen fagen:.“ Nach Strenge,
ernster, unerbittlicher: Sitenge gegen jeden muthwilligen Kuhestörer
ruft das Publikum, ruft die Presse im Chorus. Schon ist der
Augenblick gekommen, wo die Gebildeten mahnend auftreten müssen,
damit die Masse nicht nach Blutgerichten brülle. — Von den Er—⸗
griffenen nennt sich der Eine Timothy Desmond, 45 Jahre alt
und Schneider Pon Handwerk, der andere Jeremiah Allen, etwa
830 Jahtre alt, jst Schuhmacher, und die Frau, ebenfalls etwa 30
Jahre alt, heißt Aun Justie.
London 1I8. Dec. In Folge einer übrigens rein, zufäl⸗
igen Explosion von Nitroglycerin in New-Castle wurden 4 Per-⸗
onen getödtet und mehrere verwundet. — In Wolverhampton
Jder Plan eines gleichzeitigen Angriffs auf bestimmte Waffen⸗
anmern in Eugland aufgefunden wordeunn. —

SEchweiz. ann

Bexnn, 16. Dee. Troz abscheulichem Wetter waren geflern
n ghi doe 4000, in Winterthur 5000, in Uster 6000, in
Bülach 3000 Bürger versammelt und nahmen das oppositionelle
Programm auf Verfassungsrevision durch einen Verfassungs⸗
ath an. Mehr als 10,000 Unterschriften machen eine Volksab⸗
timmung darüber nothig.

Bei bder Vereidigung des Bundesraths Ruffy, die am 13. d.
tatifand, außerte der Präsident der Bundesversammlung, Oberst
Stählin von Basel in seiner Ansprache, ähnlich wie Hohenlohe,
zaß die politische Situation äußerst ernst und drohend sei.

——— Italien. Fuener ne

Aus: Rom, 12. Dec., wird der: Correspondenz, Havas ge⸗
chrieben:“ Die Lage der papstlichen Finanz en flößt große
gesorgnifse ein. Im Büdget für 1867 betrug bei 786 Mill.
Franken Ausgaben und nur 86968 Mill. Einnahmen das vorge⸗
sehene Deficit 3778 Mill.z die Verzinsung der öffentlichen Schuld
erfordert 3940. Vill.e» Zur Deckung dieses Ausfalles hat der
xeilige Stuhl vorlaufig nichts als den eventuellen Ertrag des
Peferspfennigs, der sich bisher im Jahresdurchschnitt auf—
3ibis 9 Mill. belief. Dagegen erhöhen aber die Kosten des letz
den Feldzuges das Deficit mindestens auf 46 Mill. — Der Genr⸗
ral d. Fai EIy befindet fich noch immer in Civita⸗Vecchia. Tratz
der strengen Kälte lagern mehrere Abtheilungen der franzöfisch en
Divisionen im Freien unter Zelten. — IV

Rom, 12. Dec. Die gefangenen Garibaldianer sind bis
auf wenige, die am 22. Oct. an der Porta del Popolo gefangen
wurden, ulle freigegeben.
—KMRom, 12. Dec. Täglich treffen Rekruten aus allen Welt⸗
heilen in Rom ein. Das slärkste Contingent liefert in der letzten
Zeit Irland. Die Irländer kreten meistens in die Zuaven ein
deren Effectivbestand sich bereits auf 6000 Mann belaufen soll.

In Rom wollen sich die Zustände gar nicht mit der alten
Dednunag um Nube anthum: bei Taa viel militärischer Ayparat
        <pb n="601" />
        zuf Straßen und Plaͤhen, des Nachta viele Patrouislen, nach allen Wasserstand zu finden und uplerzugehen. Waͤhrend vieses Ver⸗
Seiten hin das Gefühl des Provisorischen und der Ungewißheit uches in Folge des Einflusses Der Kalte und des nassen Elemen
Die Kammer-Debatten-die nun schon volle zehn Tage es und der sich ihm und seinem ˖ verzweifelten Vorhaben in eigenẽ
dauern, sind ein schlagender Beweis bon der steigenden Aufregung hümlicher Weise entgegenstellenden Hindernisse sei in ihm awieder.
der Italiener gegen die Bonapartistewe und von dem Mangel an die Lust zum Leben erwacht woranf ert sich wieder aus dem Was⸗n
zarlamentarischer Organisation Jeder will reden und die Einzel⸗ser herausgemacht⸗ und hierher begeben babe Er ser fuhr der
ren erschöpfen sich ofl so, daß die aItalie“ gegen, die Zwischen⸗ Unglüdliche fort — von angesehener wohlhabender Familieund
ztie zu Felde zieht? die beliebt werden damit Redner und Zuhörer verde Alles ausreichend vergilnen.· Man: nahm ihn auf, der mit⸗
vieder zu Athem kommen, α νν eidige Hausknecht räumte ihm sein Beit ein o damit er schnellstens
Der Kapitän *eines französischen Dampfers, der eben eine wieder ecwarmt wurde. Am undern Morgen mathte man der Po
Reise an der italienischen Küfte bewerksielligt hat, erzählt mit der lizei die Anzeige worauf die Angaben des⸗ jungen Mannes durch
zoͤchsten Entrüstunganer rseiin / allen Häfen⸗ die er anlief; aus po⸗ die betreffenden Recherchen bestatigt wurdenien Es stelltesich her⸗
sͤtischen Grunden ausgepfiffen wordent und:: habe keine Frachten aus, daß der Unglückliche einer seihre wohlhabenden Familie in der
hekommen. u. un α ennn Begend von Kaiserslauiern angehörte. Anstandig equipirth wurde
Flboren pul8. Dec. Die RNachrichteiner bevorstehenden derselbe nun in Begleitung wiederin seine Heimath zu seinen An—
Jusammenkunft des Königs Victor Emänuel mit dem Prinzen Ra— gehorigen gebracht, die alie gehabteü Unkostenrbereitwilligst erstat
noleon in Monza gewinnt an⸗ Gonsistenzthesee abl m teten und den theilnehmenden Hausknecht veichlich belohnten- froh,
— DD ——— — schon. halb verlornen · Sohn: wieder in ihre Armt schließen zu!
urn — — . XLMA. sönnen. 8myier a ,e —H J
ewoert.* Dee⸗Ein Resosulion wurde denn auswär ·IGErkurt; 8. Det. In ber gestrigen Schwargerichts.
nigen Ausschusse zugewiesen, daß dein Ansptuch freinder Regierun- Sihung wurde über vin empörendes Verbrechetr verhandeli. Auf
zen auf naluralisrie Bürger der Vereiniglen Staaten deren Rechte r Autlagebant befand sich der Webergeselle Georg, Friedrich
zuf Unionsschuß beeinträchtige und daßz die Unionse Regierung sie Farach aus Langensalza,— Er war angeklagt,“ den 4. August
m Auslaufe auͤf jede Gefahr hin schüzen müsse. — Der Senat Is. seine Geliebte, die ledige Theresia Harnisch aus Langen⸗
zenehmigte eine RKesolution, welche die Vorlegung der Albaima ⸗ Dor falza 24. Jahre alt, mit Vorsag und Ueberlegung getodtet zu
umente verlangt. Der Demokrat Hoffmann wurde wieder zum sahen. Sie hatte mit dem Angeklaͤgten einen Spaziergang in eine
Mahor von Newyorl ernannt. Z. In Vullod (Coutny Alabama) Hegend ber dem Dorfe Ufhoben gemacht. Hier liegt am frelen
Jaben die Neger kinige Gerichtshose oxganisirt, sih hewaffnet und Fesde ein Erdfall, mit Wasser gesuͤllt, von unergrundlicher Tiefe.
in fremdem igenthum vergriffen woraufhin General Sewahne die Kolle genanni.In dieses: Waßfer hatte Gerlach seine Geliebte
in Detachement. Truppen absandte, welches sie zerssreute und 15 hgefturnindem · zwerin der Nahe gewesene Zeugen bekunden, daß
zer Rädelsführer gefangen nahm. — Summer tadelte im Congreß r!dieselbe roß ihres Hilferufes von hinten im Genick und an der
ie Votschaft Johnson's uls datin abhielond. den Bürgerkrieg wie · Zufle gepact und dem sichern Tod durch Hineinstürzen in die
der herauf zu beschwbrent Dirche conserdoliver deebubiit er, der · un ree beruleferee Menee aediesere bninenscheen That mag
theidigte Johnson und Jaßtte der Conmeß vertrete schlecht die wesen sein daß Gerlach zu gleichet Zeit- eine: Belanntschaft mit
Bunsche des Volles⸗ 2553. dimem anderen Mädchen angeknüpfi halte und er dadurch in eine
Die Aendertag iyn Ratar guiaons gefete, die Pri fuͤr ihn peinliche Lage geralhen war. Die Harnisch befand sich
sdent Johnson in seiner Botshaft dem Congresse anempfiehlt. hat,! efunften Monat der Schwangerschaft. Der Spruch der Ger
außer für Amerika, vornehmlich für⸗ zwei Staaten Curopas Be⸗ 8 lanlele auf Schuideg unde der Gerichtsbof · ertkannte
deutung. für; Deutschland und; e e g es, die edersrafe 555*
den Vereinigten Staaten. dit größte; Anzahl junger Bürger zu⸗ i;“
e een e teth
3 — enmordes hingerichteten Figuk, —* ——* ruͤnt du
bhi Zericht die Anzeige gemacht hat, daß er es gewesen sei, der die
der schon zu manchen Streitigkeilen Veranlassung gegehen hat und ebS epel I6
J. e 5 viel “b8 herborrufen 3 Ein derarti⸗ set Bruders ermordet habe und dieser unschuldig ge
es Einberständniß wird leichter mit denjenigen Staaten, welche — —
* Unterthanen aus nem Staatsverbande entlassen, erzielt wer— f Inschrift für den Stein Dreysen's in —A—
den konnen, als mit England, das am Common law fesihält, daß Zum ew'gen Frieden zog er friedlich in
»in in England geborener Mensch durch kein Geseß der Welt zu dde * Vi rin e
inem Ni i e n ihm nur diese —
aitem Nichtengländet gemacht werden lann ie e ein ha
Dortmund, 18. Dec. Die in Dortmund etscheinende
Bestf. Ztg. schreibt: „Vor einigen Tagen wurde in das hiesige
Johannes-Hospital ein Dienstmädchen aufgenommen, welches. alle
Symptome der Trichinen⸗Krankheit zeigte. Die heute von dem
dospital⸗Arzte Hrn. Dr. Morsbach vorgenommene mikroskopische
äntersuchung eines dem Arme der Kranken entnommenen Partie
elchen Mustelfleisches hat die volle Bestätigung der gestellten Diag⸗
wose gegeben; denn es fanden sich in demselben eine Menge le—
hender, noch nicht eingekapselter Trichinen vor. Es ist dieler Fall,
inseres Wissens, der erste in Westfalen vorgelommene.“
f Vor einiger Zeit ließ ein Telegraphenbeamtet in Trient
Tyrol) nach Verona eine deutsche Depelche abgehen Es lam die
inverschumte Antwort zurück: Was fuür eine Sprache dies sei?
der Herr Beamte telegraphirte sogleich retour:“ .Das isß die
Sprache don Custo zza und Lissa.“ — Es erfolgte keine an⸗
ere Frage mehr... en 2 .
Wenn sich die großen Herren nur das Niemalza be
pewöhnuen wollten! Das Wort klingt so energisch, abet zu⸗
etzt blamiren sie sich mit ihm. Minister Rouher in“ Parisricf
neulich in det Kammer: Die Italiener werden Rom niemals
ekommen,“ niemals, niemals! — Ein paar Jahre dorher hat
zasselde Mannlein betheuert, Juarez wird Mexico niemals bekom⸗
nen und Preußen niemals den Main. — Und heutet ⸗Die
yranzosen haben in Mexico Fersengeld gegeben und Preußen fangt an,
ʒen Main rechts und links, Mein“ zu schreiben. In Dingen,
Sie nicht allein von uͤng abhangen, muß anan niemals: niemals
agen, du Reuher75
In Mir, dessen Umgegend in letzter Zeit esneitalienische
däuberbande hoͤchst msicher machte, sind am 17. d. zwolf Mitglie-
er derselben abgeuriheilt worden; vier wurden zum Tode verur⸗
heilt, fleben zu Zwangsarbeit, einer wurde freigestochen
A In der Kohlengrube don Blangy (Seine et Loire) fand

νBeR rι iichete ö.

pMunchen, 17. Dec. Die Regierung von Peru will
oon Neuem Deutschezur Auswurn derumng dorthin bewegen.
Ze soll sich darum ⸗handeln HOOq. Deutsche über Antwerpen nach
—X Diefe von wvort nach dem“ Flusse Mairo
zehen, und an · setzterer Siet eige. Evlonie bilden Esmist d a⸗
por zu wargene 10643 J
3 Die in reußen gemahte bene! Erfindung der gezogenen
Morser soll sich als eine; o hedeittende erweisen; daß dieselbe eine
zänzliche Umgestaltung der Marine und Feslungsartillerie zur Folge
Aben wird. Nach ver Beschreibung preußischer Blätter sind diese
euen Morser Hinierladungsgeschütze von 6 Fuß Länge und mit
0 Zugen versehen. Em wuͤrdiges Seitenstück hierzu ist die neue
Iranatduchse, welche demnächst, schon bei einigen Infanterie-Ab-
heilungen, eingeführt werd wird. Dieselbe trägt auf 1800
Schritte und richtet —** Sprengung des Geschosses furchtbare
Herdeerungen an —Das Kriegführen wird, wie man. hieraus

ersieht, täglich ungemüthlicher.itun —
RAs Bicbreich wird der „Pf. Volls-Ztg“ nachstehendes
ragilomisches Ereigniß mitgetheilt: In verilossener Woche kam
xs Nachis zu später Skünde vore einem dortigen Gasthause in der
dahe des Rheihes ein Fremdertin andevetlangte dringend bittend
Fimah. Nochdem man gedffnet hat,“ vrblidte man mit Staunen
nen beinahe ganz enttleideten, von Wasser triefenden jungen
Nann, welcher laglich um Aufnahme deat, unter der Angabe daß,
veil er bedeutende Summen an der Bank zu Wiesbaden verspielt,
nsich habe im Rheine ertramten wollemUm seine Person gänz ·
ich unlennbar zu machen, chabe er seine Kleidungsstücke ausgezogen
ind in den Rhein geworfen zdr sei dann denselben von der Land⸗
ngsbrude der Dampfboote nachgesprungen, habe jedoch bei der
eringen Tiefe des Stroms Voden Jefunden and set daun in
imner Verzweiflung weiter in den Sirom geläufen, um“ höberen
        <pb n="602" />
        iu 13. Decemberi cine gewaltige Erplofion schlagender Weiter stalt/ eid von Felgbnochen7 bed Beryen Hl ⸗Glyeerlis⸗ Umdie ange
velche einen schercilicen Verlust· au · Menschenleben. verursachne sebebene Zeit gingder mitder Beauffichtigung/ der Operatidnen
Vnm I3 da Mer Nachmittags; hatt / man schon 50 Todte hervorgee trauten Thomas Burnd nin die⸗hern Gosellschaßt gehötige Schlosser-
oli und in einem dunch die Explosion verschutteten Gange waren, verkftutie umereine Kaune GBlyeerin die mag geworden war⸗zat
nie man wußte. moch Abn andert Arbeiter, zu deren Rettung durch⸗ rodnen.r Dies ging ihm jedoch nicht schnell genuge von Statten
nuß tkeine Hoffnung istne Außer diesen 80. Opfern sind noch, 17 und der imstnnige Mensch nahm ein Schüreisen, steckte: ehßn ins
exwundet, einige derstben schwer ent Feuer, bis vs glühend roth war,“ and bann in die Kanne Gly⸗
un sue IniSomd orn hat Ich eine: Anzaht Personen ein Gejchäft erin Wos darauß: foigen mußte/ läßtb sich venkemn; Mit furchin
oaxaus, gemacht; iader scheinbar. zu adoptiren und sie iin harem Knall explodirte das Glycerin. Son viel mamn bis jetzt
Mieresse Denter degen Vezehlung aus der Welt zu schaffen. veiß, waren sie ben Manner mudi zwor Huaben nin dem Hause,
FIn Distea Vam deom reinem: Stadibezirke von 7. englischen der in unmitlelbarect Nahen desselben dier alle im, Aeine Sturcke
Quadratmetlen Uenfang mit meht als 686Oob. Seelen darunter errissenn wurden, Ihre!n zerfeztenn Glieder ꝛmurden nache allen
qMN Oo Axbæeitex ist Roth und Elend in furchtbares Zunahme. Liee e Getodteten, befauden sich in
n Die Frage in Betreff. der Subsistenzmittel der Frau Lime der Werlstänte, zwei Zimmerleute auf dem Dache und zweri gin—
aln ist andaititig entschieden Nach Jahlung sammtlicher Schul⸗ gen— die Sraße entbange·Duas 30 Fuß bange und 254 Fuß
den blelht die Summe: don LI0,294 D., welche unter die Witiwe zreile Gebüͤuden wutde rn Trümmerzerschuettert⸗ die nach allen
und die beiden Soͤhne zu gleichen Theilen vertheilt wurden. Dazu Richtungen flogen Nichts bliec Abrig, alseinigen im:i Boden
lommen für Frau Lincoln die dender Congreßbewilligung übri teckende Pfaäͤhle, von denen giner. itBlut bespritzt ist. Gerade
zen 22,000 D., ferner Schenkung von ihrem Sohn Roberit dort wo die Kanne mit dem Glycerin — hat die Gewalt
αα ανοα anderen Quellemi exhalteu mindestens 10, 000 D., der Den rinrein derissen der zuꝰ feiner
— — 3 RKablehlsdungen gFurlterde bedarfe. Die
den Handel mito alten Kleidern fortsetzt. so weiß? Dad Wolbe jetzt in det Umgebung beffnblichet Grbeide —— nunder
venigsena. daßoes nicht. aus Roth sondern aus Liebhalueveicgeschiehir deschadigt und die Fensterst et, beyt mieistegt. Wohnumgen sind zer⸗
*. Am2i. Rovemberi huti sich im Hudson Connti. und zmar hmettert worden:“ Enige Tuge spater an elne Conmission
n South Hergen aundenl nruen im Baumbegriffenen Mewark und ibet den Vorfall und besuchte — es Unglückz. Sie
VLew⸗ Yortz Gisenbahn,⸗ eine furchthaxe. E po suwomn ereignett rfuhr, daß jn einem Gebaude in ber Rahe des Schauplatzez der
Durch das Jerfpringen einer Kanne Gelh orr nun wurden, acht dutasttophe lsoq yflnd Ritebe Glyeerlt it ewahrt werdene Sie
Nenschen⸗ gelodiet drei ader vaer geführlichh vorwundete und viel Irdnete sogleich die Entftrnung jeiet Sioffeg aug dem Weichbilde
genthumhexftort, Die Eijenbahn-Geiellichast benutt zum Soren⸗l der Stade onuene Amun magn
— — LLLAIMLELG. ι ια ι_ ι νι 1— ιν mulnii ,ι —F——
Mobilienversteigerung AVJ 8 V *!x —X f —B
cea den ee —— n— 2 — n I * 7 utnc sas sinn * J
ανJ-
i.. . e J —X— — — —————— * F ——
2xad. Wirth dahier seine sammtlichen— e — iĩm St. n8 er 7
Ven e leine AUnterzeichneter verkauft pon hente ab, wegen Aufgabe
mehrere. Tische. Stühle. nke,1 Eine ——r——— 9 3444 g * * li * 2ur4
gente Giaser dlaschen Tricher e un A en 34 enen
abeant aezur Wigthicheft nothr un Fabrikpreisen. Dadurch.i anuch den tinsten Leuten Ge⸗
V ie cdann iganarg vn egenheit hegebeu, ihren Kindern fuͤr wenig Geld großes
—B ——— Auch empfiehst derse beeine: Maffe
e ohehtn auderer schöner Artitel, sich zu Gefchenten fur ältere Leute
gione·darteon d Zandest Roinegs eignend, zux gesfl Ansicht. er 5
Puigeshi vie Iuitus civuz und son· — ———
ige Haus- und Küchengeräthshaften — —— ———
— er an CGiman Soed Enbe RWappeln
— dn Dune Stant6 3 werden zu kaufen nwehucht wir wein jagt die Erpdediton
h o nischen Hause im Josephs⸗ 35 zern
chal welchez Herr. Martscheider VGuͤnher dieje st Blattesnniryineyl
nne haͤtte, unde welches 8.Zimwier und
l.. Mansardenzimmer, geschlossenen Keller
und eine Waschhortichtung, uͤmfaßt, ist zu
vermiethennn.
M. Beexr juh
Ne hoaobtsarctossur
— — — —
Meine Weihnachts. Ansstellung ist nun
pallendel und dieses Jahrr besonderh reiche
zaltig mit nützlichen Gegenstanden die sich
auch als Geschenke fürz Großß und Aleue
rignew⸗ ausgestattet. .
Kinderspielß Waaren
ilen Axt wabei von den; billigsten Gegen⸗
tanden· van 2nund, Bia de. jam bis zu dem
einsten zu finden sindor Die Preise habe
chuam jedes Jahr, mit ddem La zer mõoge
ichsi aufzuraumen unde der cdirsehr, rege
Industrie inn diesem Artikelit siets Heues
ringt außerordeutlich bisligst grftelltun he
— ⏑—⏑⏑⏑⏑⏑ ——————
—— 4

Jrucht⸗ Vrode Fleisch· re. Preise der
Sadt Homburg bom i8. Der.
Weizen —I— — Korn 7 fl.sdr/
Spolz il. 35 trx⸗ Gerse Zreihig,tea fla
Ag x.. Mischfruchti.q 2 Fr. Hafex.
Pl. 4b— ix.. Erbsen de fi 40 tr. . Kartos⸗
jeln Afl. Ad tt. per Zir. Koenbrod, 2 Kar.
1 kr.r ditto 2 Kgr. 21Ur.ditton i Kgr.
— r., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr. 2. Quai
widt Sager, hatirn ebleishz i aene
icigedte. Ackerland und: Wiesen zu ð6ir., Schweinefleisch l6 Ar. Bubter 28 ir.
rpachten... —der· NRo5
—— —

Fraukfurter Börse.
Ae u u Geldsorten. z6— *

dom18.. Dezember, 18667.
Preuhischt;/ Kassenscheine .3I447Xαν
Preußische Friedrichsder , —D —

— —
eandie I so Stuie dDiedg Ibh nn

Ducaten, ni Iunα r Vιιν

2Branxs Stud onαν ασνO οννσ üα

Enoliche Sonyvtreinas ni ril b
hold · pex Sollfundfein i

dochhaltigen Silh er, pey Kollpfund

Dollarb in Sod , 27 28

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—ER * tιαι9Redaltion, Druct und Nersng non Fe X. Deme ß in St Anabert.uxd u isdu tiuiene

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is “mn dud zun 3 4 — in 9 de ιι ι ιι σιιινν
Der St. In gihie rien Amza iget xu mit, seinen. Amerhaliungsblakte erscheint wochentlich dteinialt Mienistn gDu —V—
und Samstag. Abonnenzenlspreis pierteljuhria 15 Krzr. oder 13 Saͤbergr. Amzeihen werden mik 8 Ntzridie dreispaltige Heile
— F— Alattschrift oder dereir Raum berechnet. uu e beg
. I.ν —————
Rro. 153. ια_ ( ινν Dienstag, denr 25. Deeeniber — 1867.
— 6362* * * 4 — 4 —
GEi J in eigenhandiges Schreiben des Katsers an den Päpft in Betteh.
X niagng un Abonnement. er Revision des Concordates existirt, das e r
M . Joanugr nachlihin beginnt ein nenes Quat sfonate ait und die Antwortauf rin Schrelben sel. an welchen
asr die Monate Jannar, Februax und März. Wir zer Payl dem Kaifet die der Kirche in Deflerreich drohenden Gr⸗
nachen unsere derehrlichen Keser hierauf mit, der freundlichen ahren signatisirte · Der Kaiser guwortete daß er vie Sthmuler⸗
Din uswertham ihre vestelengen hefamst Fucht gein ig zu er- ang underangerliher Gechte det ewee
* — dee er aber nicht mehr, der einzige Factot der esetzgebnng felso
ttuern Namentlich ersuchen whe diejenigen umserer: Abonnenten⸗ zebiele dasß eigene Intetesse der Kirche Uumoglichet muft cben
welche das Blatt durch die Po sbeziehen, füt eine moögluch st In das Möglche zu retten. — Die , Debatten melbet — ve
zaldige Bestellung bet det betreffenden Poste xbiedi Nion oder hreußische Reglerung eifrig bestrebt Jei, noch dox dem Zufammen-
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollenn, damit der Versandt ritt des deutschen Zollparlamentes die handelspolithschen Verhand
n Blcuter leine Vergoterung eride e, luugen mit Oesterreich und beziehungsiweise Frantreit abzuschlieten
Ju zahlreichemm Abonnement Ladet eine— un heeg Gden —BRB———
je 85. Glarendon in Floten, einen englischepreuftischen Vertuittlüngtvor⸗
36324 Die Expeditivr. cchhlag in der römischen Frage auf Grund der Septemberconvenkion
.XB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die üͤberxeicht. — .43 —
mi der Erpeditinn beaufträgten Zeitungeträger erhalten, wird dae ie n . Dec Ir der henigen ——— r⸗
A fü elnßn efert zauses zog der Finanzminister die Regierungsvorlage über den
gJ n das uned —* —— —* Verkauf von Staatsdomänen im 8 s Milk. fl. An⸗
edoasselbe dor en des diefee Wonqaeaeninn gesichts der oom Budgetaustausche erhobenen Schwiertigkeiten zus
reucklich abbestellen. 27 dud — Die Verhandlungen über die Bildung eines neuen Mie
—-— mieriums schreiten langsam fsort... 334
u Deutschland.·o Frankreich.
Muncheu, 19. Dec. In der heutigen Sihung der Kam⸗P'aris, 19. Dec. Man bestätigt, duß die Nalserin Char⸗
mer der Reichsräthe wurde das Gesetz über die bro visorische lotte neuerdings einen Ausflug nach Brüssel gemacht habe, bestren⸗
Frhebung der Steuern bis zum letzten Rärzek. J. nach et aher— daß ihr Gesundheitszustand' ein besserer geworden. Man
Dorschlag des Referenten v. Niselh acm met ohne weitere Dis? hat nochimmer nicht gewagk, ihr den Tod Kaiser Maximiliauns anzuzet⸗
cufsion einstimmig, angeen o mn en. „Der Präsident Frhr. gen. Des Letzteren Leiche wird in Gibraltar von zwei franzoöf
Sftaufenberg schloß die Sitzung. die kaum eine Viertel- schen Panzer Fregatten erwartet, die derselben quf Befehl Napo⸗
lunde gedauert. mit der Bemerkung, daß in dez nächsten. das eons III. bis Ttiest das Ehrengeleite geben⸗ollen. et
Wehrderfassungsgese z auf die Tagesordnung gesetzt werde. — Gesetzzebender Körher. Jerome David sagt im Laufe!
Wann diese Sitzuug stattfinden werde, wurde nicht bemerkt. der Debatten Von der Rheinseite drohen uns die Ruhmredigkei⸗
Münche n, 21. Dec. Im 4. Ausschuß der Abgeordneten en der durch den. Sieg berauschten militärischen Partei, von der
ommer hat Herr v. Gresser bezüglich des in Betreff der Cie Alpenseite die Verwünschungen der revolutionären Partei. Frank—
rilehze jüngsi gefaßlen Beschlusses immehrt erklärt, die Staats reich muß auf seiner Hut sein. Sein militärischer Organismut
regierung habe einen Gesetzentwurf süber die fogenannte Nothcivil- wird der am Wenigsten drückende in Europa sein. Latour Du⸗
he vorbereilet, musse sich aber gegen die, Einführung der all⸗ noufimgibt nicht zu, daß 5. Jahre activen Dienstes nöthig seien.
xꝓmeinen obligatorischen Cibilehe earen . Eine ähnliche Erklär- im gute Soldaten zu bilden. Das verbesserte Gesez von 1834
ung halte früher schon der Jusuͤzminister p. KLutß abgegeben, jes zenüge. Fortsetzung der Debatte murgen. — Senatsfitzung.
zoch beigefügt, „daß das Institut der Civilehe nicht im Geringsten ßouihot führt aus, daß es passend fei.: dem Laude die traurige
rine Gefährdung des religiosen Sinnes Wad sau ziehe.“ dothwendigkeit der Todesstrafe klar zu machen.Er, fordert in
Munchen, 22. Dec. Die Be refung Bayern4 bei Bezug auf die Vertheilnng der Strafen die jorgfältigste Prüfung⸗
dem Zoltt undesrothe n dem Haude uitinen vi Sqhlär, dem der Regierung.Die Discusston wird auf Diengtag vertagt.
Ninisserialrathe d. We beg un dein Oberzollgathe Gerbig die „Patrie“ dementirt das Gerücht die fromzösische Regierung
ibertragen. Der Ersigenannig wird jedoch nur den wichtigeren abe den Kaifer von Oesterreich um⸗seine Meiauug über die
VBerhandlungen auwohnen. — — (n 5 —A— Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mid Mexico gefragtetie
* Diensdezuachrichtem ann urer neir wn 4 — Stotenden Korpet ot ue
— ————
wurde nach r und Bezirlsgerichts. Assessot E. Rauh in verde aber die Eulwickelung berselbem ermbglichen.“ Das politische
soding nach Vvurdat derseß ... Zleichgewicht in Curopa koönne weder durch die Anstrengungen der
.BSerlin, 18. Dec. Es circulirt das Gerücht, die Regier-⸗ RKegierungen, noch durch die Uebereinstimmung der Voller herge⸗
mg werde der Streichung der Einnahmen aus ·der Zeitungssteuer felst werden, die Herstellung desselber könne nur in Folge eineß
mustimmen und somit in die Aufhebung dieser Steuex vom J. Jan. drieges stattfinden. Gressier sagt: Er wolle nicht den strieg, aber
j868 ab willigen. Es wäre nur zu wünschen, daß das Abgeord⸗ er verlange, daß Frankreich zum Kriege vorbereitet sei. Schließ⸗
zetenhaus sich mit allem Nachdruc gegen diese Steuer erllären lich fügt er die Bemerkung bei, daß für nächsten Fcühling und
möchte. — J noch fuͤr mehrere Jahre hinaus das gegenwärtige Militärgeseh
Berlin, 21. Dec. Dex Laudtag halsich bis zum unsere Kräfte verringern werde, anstatt sie zu stärken.
7. Januar vertagt. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnelen⸗Die russissche Regierung hat gegen sonstige Gewohn⸗
hauses hatte Graf v. Bismarcherklärt, daß, die Regierung bei der heit die Mehrzahl ihrer Depeschen in der orientalischen Fragt
Schlußberalhung um, Indemmtät für die Ausgaden der ersten veröffentlicht, eine ziemlich durchsichtige Demonstration auf die Ause
Monale des Jahres nachsuchen werde. In der— heutigen Sitzung lassungen des französischen Gelbbuches, die hier einigermaßen be⸗
ourde tas Gesetz in, Betteff der Uebernahme der von den F— unruhigt. Man bringt damit die dleichzeitige Berusung der ruß⸗
— der Re⸗ äschen Vertreter bei den Höfen don Paris, Wien und Constanti⸗
olution angenommen, diese Schuld exst nach Erfuͤllung der däni⸗ sopel nach St. Petersbnrg, ja sogar die heutige Anwesenheit des
schen Verpflichtungen auszuzahlen. hrn. v. Moustier in St. Cloud in Verbindung. wo derselbs mit
Wien, RDee. Die „Neue Fr. Presse bestätigt, daß dem Kaiser „eifrig gearbeitet? habe. Im Publikuin ist wie der —
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        vie seit zehn Wonaten oꝰ oft schon — vorl nachften Krieg“ die Einnahmen mit 780 Millionen, die Aßgaben mit Moꝛ Millionen
Kede. Eird solcher Neheintg mmer allgemeiner als Rothwendigr ecufezrpo gae Deficit don 203 Millionen ergieht.
Ausgang der herrichenden Geschäftslosigkeit betrachtet zu ee — — 0.* apff hielt heute ein Zeheimes Con·
; dieoder —Ae Allgeutidn iste noch nicht. ver⸗
entlicht.

—XE
London, 183 Dec. Vor dem dubliner· Polizeigerichte
haben John Martin nebst zwei anderen Führern der dortigen

Trauerdemonstration ihr erstes Verhoͤr bestanden. Während der

Kronanwalt. zu beweisen beflissen war, daß die Demonstration eine

zese zwidrige gewesen sei, erklaͤrte der als Zeuge vorgeladene Herr

Sullivan, Redacteur des Journals „Nation“, daß er sich nicht
als Zeuge beeidigen dassen werde. Denn er selber habe mit gu⸗
em· Gewissen an der Procession Theil genommen; die Krone

e utuß de Presse zerstören, indem sie sie als Zeugen
dorlade, wolle sie compromittiren, waͤhrend sie offene Anklage
cheue. Hier unterbrach ihn der Richter. Er aber versicherte lei⸗
denschaftlich, eß werde sich in Irland keine Jury auftreiben lassen,
un vas feige Jind, scandalöse Benehmen der Regierung zu umter-
kußen. Das — gin niederträchtiges Komplott der Krone
—B——
—— baß weder er alf Eigenthümer von Freemann's
Jourhal, noch einer der Vedackenre sich zu Zeugen. hergeben werde
Lauler Beifall.) Andere/ vorgelgdeng Zeugen verficherten dasselbe.
Die drej Angeklagten leuͤgneten ihren Autheil an dem Aufzuge
aicht. Das Gericht perschob die Entscheiduig auf morgen.

London21. Dec.“ Die Ruhe blieb ungestört Feuers
brünste, die in Newcastle und Dublin vorgekommen sollen zufällig
entstanden sein. Die englische Correspondenz meldet inzwischen,
daß in der verwichenen Nacht, zwei Compagnieen Garde gegen
einen angeblich beschlossenen Fenierangriff auf Osborne dorthin
zeschickkt wurden. Auch geht das Gerücht, die Regierung habe be⸗
schlossen, die Suspension der Habeasscorpua⸗-Acte beim Var—⸗
lamente zu beantragen. J

London, 32. Dec. Der heutige „Observer“ meldet: Die

Kegierung kennt jetzt das ganze Complott der Fenier und deren

Organisation. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Die Kronju⸗

risten erachten vorerst die Ausnahmsgesetze noch für unnöthig.

SEchweiz.

Bexn, 21. Dec. Beim Schluß des Nationalrathes sagte
der Präsident: Die Militärbeschlüsse waren von dem Bewuötsein
dictirt, daß die Neutralität die sicherste Bürgschaft für die Unab—
zängigkeit sei, es sei daher die Pflicht der Schweiz, stets zur Ver⸗
theidigung gerüstet, scharfe Hochwacht zu halten. Auf die Bren—
ner⸗ und Mont⸗Cenis-Bahn hinweisend, warnt der Präsident vor
weiteren Verzögerungen der Selbsthilfe in der Forderung der Ver
lehrsmitte.

. Der große Rath von Bern hat jüngst alle katholischen

Feiertage bis auf 5, meistens gemeinsame, aufgehoben,
d. h. das Arbeiten gestaltet und den Gerichten und Schulen das
Feiern untersagt....

Italien.

Durch alle Reden, die im Abgeordnetenhause gehalten
wurden, zogen: sich folgende Ideen beständig wie ein rother Fa⸗
den. Auf der linken Seite: Die revolutionäre Initiative war in
ihrem Rechte,,— lie konnte, wenn sie wollte, von Neuem beginnen
aicht absoluter, aber doch relativer Bruch mit Frankreich; Abbe⸗
rufung des Gefandten, Unterlassung aller Verhandlungen; Bewaff⸗
nung; Suchen nach Bündnissen, welche Napoleon III. feindlich
wären. Auf der Rechten: wir wollen Rom, das ist selbstverständ⸗
lich; aber Geduld; wir müssen laviren; wir müssen uns noch fest con⸗
dituiren; wir müssen wahrscheinlich die Convention vom 15. Sept.
erneuern um die Räumung des Kirchenstaates zu erlangen; vor
Allem müssen wir die Herrschaft des Gesetzes wieder hersiellen und
den Garibaldismus vernichten. Die äußerste Linke ist für eine
Offensib⸗ und Defensip⸗Allianz mit Preußen, aber Ratazzi theili
diese Anficht nicht.

Florenz, 20. Dec. In der Deputirtenkammer setzt Rat—
sazzi seine Rede sort: Die französische Intervention werde aus
rigenem Impuls und im Interesse Frankreichs selbst aufhören.
Schließlich verurtheilt der Redner die Absicht der Regierung das
Bereins- und das Preßgesez abzuändern: General Menadreqa
urtwortet: Er hoffe ein günsliges Ergebniß von den bei Frank⸗
reich gemachten diplomatischen Schritten. Die Conferenz habe er
fuüf der Basis des nationalen Programmes angenommen. Er
lonnte iticht nah Rom gehen, weil er dazu werder Armee, nod
Vesd habetn J
— Forenz, 21. Vec.“ Die Abgeordnetenkammer bewilligte
heute deu“ zwölften Theil des provisorschen Budgets. — Dat
Derbot verschiedener ataeser eren in Oesterreich ist auf
Jzehoben. Schlußcourse; Rente 61. 40. Napoleons 22. 41.
Florenz, 22. Dec. An die Deputirtenkammexr wurde
euté'ein Anhana zum Budget' dro 1868 vertheilt; wonach' die

Nußland.

Eine Verordnung ist erschienen, wonach in Polen Niemand
rine Schießwaffe anders besitzen darf, als nur auf Grund einer
besonderen Erlaubniß, welche jährlich s Silbetrubel kostet.
QAmerika *

Die Bevolkerung der Jusel St. Thomas hat ihre An—
zexion an die, Vereinigten Staaten votirt. Q1 —

Der nene deutsche Postverein. —*

Mit dem 1. Januar 1868 treten die nun auch von Seite
unseres Konigs ran icttenWerliter Posfoeriruge in Wirtsamteit.
Dieselben fetzen die. Jurch die⸗ Militärverträge und die Zollpereins-
erträge begonnenen prattjschen deutschen Einheitabesirebuigen glüd⸗
lich S————— an⸗
sich einen ungehenerei Foͤrtschritt, namentlich durch Eiuführungedes
Eingroschentarifs,die für: Deutschland'.und Oesterreich vonnicht;
minderer Bedeutung sein wird zals seiner; Zeit die Einführung des
Penny-Portos es für England wax. Bei« dieser in dig Augen
pringenden Wichtigkeit, des Gegenstandes erachten wir es als
Gflicht, unsere Leser mit dei wefentlichen Punkten der ueuen Ver—
träge, soweit sie in den' Vekehr des Publicums mit der Post ein⸗
greifen, an dieser bevorzugten Stelles bekannt zu machen; wir fol⸗
gen dabei einer im „Schwäb.Merl“enthaltenen größeren Ab⸗
handlung. .

4 2322* J I..Bir i ef p o K. *

„ H.An Steile, des disherigen Zonensyliems bezliglich der
Brieftaxen, von 8, 6 uund 9 Kreuzer fuür je ein Loth (auf
10, 20 und mehrMeilen) tritt für!“ den Briefverkehr innerhalb
zjanz Deutschland und Oesterrekch eine einheitliche Taxe: von 8kr.
in den Ländern mit süddeutscher Währung, von, 1 Sgr., in den
Ländern der Thalerwährung uund nou ü Neukr. in- den. österrei—
ichischen Staaten, und zwax Harf künftig der einfache Brief 1 Joll-
ioth vosll wiegen. An Stesse der bisherigen Progression der Brief⸗
taxe von Loth zu Vothetritt künftig ber Briefen über 1 Loth bit
zu dem Gesammtgewicht von 15. Loth Nnr“ voch eine einmaligẽ
Steigerung der Taxe so,daß ein solch doppelter Brief in Süd-
deutfchland 7 kr. 2Sgr. in Norddeutschland, — 10 RNer—
in Oesterreich kostet. Für nnfrankirte Briefe wird künftig erhoben!
bis zu 1 Lotb7 ir. SSgr Io it über I Lolh bie
zu 15 Loth 11tr. 8 Shr 8NRe.
—A
bis zu dem Maximalgewicht von 18' VLoth hishet 1tr. für jedes
Loth berechnet wurde, wird die Taxe für folche Sendungen üünf⸗
tig 1 kr. (s Sgr. oder 2 Nkr.) für je“Ausz Loth ohne Unter⸗
schied der Entfernung betragen. Die reglementarischen Bestim⸗
mungen über die Beschaffenheit der Drüchsachen erleiden infoforn
einige Aenderungen zu Gunften des Publicums als a) die Sen
ungen nicht nothwendigerweise mit einem Streif⸗ oder Kreuzband
dersehen sein müͤssen, hielmehr eine Zufammenfaltung des betr.
Begenstandes in einfacher Weise geaügt; b) die Sendungen auch
nus offenen Karten aus festem Papier bestehen dürfen, wobei die
Adresse auf dem Streifband, oder auf“ der Sendung selbst' ange⸗
racht werden kann; ) als ein Anstreichen einer Kreuzbandsendung
Zeilung ẽc.) am Rande zu dem Zwecke.“ die Aufmerksamkeit des
desers auf eine bestiminie Stelle hinzulenken nicht beanstandet
vird; und als q) gestattet ist, bei Preiscouͤranten, Courszetteln x⸗
die Waarenpreise und den Namen? des, Reisenden handschriftlich
»inzutragen oder hagdschriftlich und auf mechanischem Wege diese
kinträge zur ändern ö )—
83) Waarenproben sind künftig ohne Brief für sich un—
ec Kreuze oder Streisband, Getreide⸗ oder Samenmuster in un⸗
zesiegelten Säckchen zu“ versenden und bezahlen“ bis zum“ Maxi-
mnalgewicht don 15 Loth für je2 Loth 1 tr. (s“ Sgr. oder
2 Ntr.) ohne Unterschied der Entfernung. —— J
4) Im Verkehr zwischen Süddeutschland und Norddentschlaud'
dnnen statt seither auf Adressen und Briefe, die mit der Fahrpotf'
gegen sehr hohe Taxen Beförderung erhielten, künftig auf Bes ste
unweisungen Gelder bis zum Vetrag von 87 fl. 30 kr. gin
zjezahlt werden. Die Gebühr für Postanweisungen beträgt“bis,
um Betrag von 28 Thlrn. 43 fl. 45 kr. 7T kr. über“ 25
Thlr. bis 80 Thlreubek i480 fl 45. kr bis 87 fle 80 fr.
14 Ir. Die auf Postanweisulrgen! gemachfen Einzahlungen können
auf Verlangen zur Aubzahlung auf telegraphischem Wege üͤberwie⸗
en werden. 77 5
ι grivn ge nhee
Fiür die Vermittelung von Zeitungsabonnements imerhabt
Deutschlands“ und Destetreichshut die Vostanstalt bdigzhet als

15*
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        Spebllidnsgebuͤhr bertchnet: 80 861) des Viutaufspreises fürs nicht amdene Die Umterschiede, um welche die Frauen heAller zut
voirtische · Zeitungen. Kunftig. soll diese Speditionsgebühr Dhne niederig angegeben haben, steigen bis zu 16 Jahren ι
Lücssicht auf den Inhelt der Zeitungen ouf 28 PCi. des Ein⸗ xF Von verschiedenen Seiten kommen Klagen über einen euen
laufspreifes ermäßigt werden VBei Zeitungen weiche weniger-als Schwindelbetrieb von Auswanderungs⸗Agenten. 776 in
diermal monatlich erscheinen soll die Spedilionsgebhr nur 1210 Mannheim. Kölm Luxemburg. Antwerpen und Havre finden sich
„Ct des Einkaufepreises betragen.““ Fürx jede“ abonnirte Zeitung Agenlen, welcht den Answanderern die nach Nordamerika reisen
—R Zeitschrift ist jedoch mai u det ens 144Sgrt.) zu wollen, Fahrbillets eflur amerikanische“ Eisenbaͤhnenaufzudringen
berechnen jnchen.«Diese Billets haben Jari krine Wrmigkeitn und dag dafür t
L F'oh theds. besahlte Gelh isf wrggeworfen. 3 n ann5
). Daz Fahr hostgewichtzhoz ygehägt kunftüg nihht4 Wotn z18. Der Wähtent atcz den eren Dlebstagt
nehr gleichmäßig mit dem Satz von N⸗ — ————— Pfund in dem Goldwagrenlager der Wittwe Cahite trotz uen nr
pe e csjritt nter Beibehallung der ge⸗ detr Behorden und des hon der Bestohlenenauf die Ergreifung
Jannten Grundtare bei Entfernungen vis zut 30. Peilen — von 258 I noch Jede E J
jerung voön 5 zu 8.Meilen, beij Eutfernungen, übtte ß0, bis 100 fehlt, suricht“ heute die Stadt wieder voneiner vünkeln T at7
MNeilen die Steigecung von 10 zu 10 Meilen,bei Entfernungen Zwel vielfach in Fouragelieferungen für das Milität dhier derteh⸗
ihet 100. Meilendie Steigerung hon 2q. 20 30. Fellen ein. wobei ende Makler aus dem eine Stunde entfernten —B
—— wi hisher alß ein ungetheiltes rafen zester Abend mit einem Artillerie-Wachtmeister usammen.
bosgebre betrachtet svird. Die Minimalsähe sind bis 8 Meilen Kachdem bis zu etwas vorgerückter Zejt gezecht worden war, jand
aufftr. über 5 bis 15 Meilen guf 11 ir, über 18 bis 25 Meis ich der Soldat, da die beiden Landleute das Unangenehme deg
en auf 14 kr. über 28 bis 50 Meilen auf 18 kr., uͤber 50 Mei⸗ den Heimwegs sehr zu — schienen bewogen⸗ Nacht⸗
en auf 21 kr. aee 3 2 7müurtier anzubieten. Kurze Jeit nach dem Eintritt Der Mreien in
2) Fur Neuuchenah mis brre fe und Geldder ic fe vis * as Zimmer des Wachtmeisters entspann ßich ein Wortwechsel, demg
Gewicht von. 15, Lothen bommt küuftig nicht mehr das Gewichtss Tumult und Hülfernfen folglen. Dieherbeieilenden Soldaten
‚orlo wie ffur Packereien zur Erhebung, eg ist vielmehr für diese ind Nachtwächter fanden den Wächtmeisser mit fünf pdey sechs
Battungen von Fahrposisen dungen rin besonders ermäßigtes Gewichts⸗ Stichwunden im Unterleib (wie es scheint nodtlich) verletzk. Det⸗
porto vereinbart, welches betruͤgt: bis 58 Meilen Ber. über“ 3 Manus'ist gus mehreren blutigen Gefechten unverletzt zurucgelehrn
is I5; Meilen 7 kr. uͤber 18 bis! Ah Meilen Upetigz! über 125 Bon den“ beiden Bauern entsprang der eine durch vgs Fenster,
dis 80, Meilen; 14 kri, Uber 50 Meilen 18 kir. 3 utzu dex, zweite wurde, dex Behörde überliefert. 5
3). Das Werthporto (die Assecuranzgebühr) ist dadurch .Laut einer gmtlicheit Belkanutniachung des Propvin zial⸗
ermaßigt, daß bei gleich bleibender Grundtaxe die; erster Zone (bis⸗ keuerdirectors zu Koöln vom 1. Januar 1868 ab, sind die bisher zu
jer is Meilen) auf 158:Meilen,?' die zweite Zone (bis 48 Meilen) Medard, Meisenbeim und Staudernhäm bestandenen Chaussegelder⸗
ruf, 50 ausgedehnt wird u. fy we e itizeee, — Jebtrstellen aufgehoben und somit pon der gedachten Zeit an das
4) Die Epreßbestellu'ng wird äuch' bei. den Fahrt janze Glaͤnthal bis zur Rhein⸗Nahe⸗Eisenbahn czaussegeldfrei Fin.
»ostsendungen derart - eingeführt, daß Sendungen; bis zu einent Den“ Studenten Wiens, ist vom Oberhofmeister⸗
)eclarirten Werthe von 87 fl. 30 kr. und bis zu einem Gewichle Amte der Redoutensaak zur Abhaltung von Bällen nicht bewilligt,
‚on 5 Pfd. dem Adrefsaten durch Erprossen in die Wohnung ge⸗ weil die wiener Studenten nach ihrer Haltungin, der Concordats-
racht; bei Sendungen mit einem größeren Werthe als 87 fl. 30. ir. frage und ihrem Auftreten gegen die Professoren Pachmannund
»der mit rinem gröͤßeren Gewichte als 6 Pfd. der Adreffat von Arnts sich einer solchen Verguünstigung nicht würdig gezeigt hätten.
jem Vorliegen der Sendung durch Erpressen Hedachrichtigt wird, ».zfIn Steiermart wurden am I2..d. 18 Holzknechte von
die Gebühr für Expreßbestellung beträgk 18 kr, wenn die Sen⸗ ther durch den Sturmwind losgelösten Schneewand in die Tiefe
zung selbst in die Wohnung des, Empfungers verbracht wird, Oke. gerissen; nur gtza Fuͤnfe davon lonnten als lebend herausgeschau⸗
venn der Empfänger nur benachrichtigt wird, daß eine Expreß⸗ kest werden.“ 1
endung für ihn- vortiegt.· ⸗ — Die Politik ist in Paris jetzt sogar ini das Gebiet des
5) Die Geweäher beist u ug Der Postanstalt für? Fahrposte Kinderspielzeuges eingedrungen. Man haf ein Geduüldspiel erfun⸗
amungemzise iur liberglexer Weise als bixher geregelte worden, und den, das den Titel: „Die römische Frage“ führt. Es sind zwei
zesonders bestimmt, daß bei Beschävigungemoder bei Verlust von ftählerne Fragezeichen, die mit den Kdpfen zusammenhängen; die
Seundungen ohne declarirten Werth der wirklich emtftandene -Scha- zu tosende Aufgabe besteht darin, die beiden don einander zu“
den bis zu dem Maximum von Jafl. 45 kr. pro 3 rxennen, was auf den ersten Blick zwar sehr leicht erscheint, gleich⸗e
30 kr. pro' Pfd.) dergütet. werden solle. —8 vohl aber auch dem Geschicklesten seine Zeit in vergeblichen Ber⸗
RFassen wir all die eben angeführten Aenderungen. im Post- uchen verlieren läüt. —
erkeht zusammen, so stellen sich als Vortheile fr das Publicum 7 In Corréze hat ein junges Mädchen mlt Hilfe seiner
deraus: die sehr große Ermäßigung des Po rtos für Briefe gnd Mutter sein Kind erdrosselt und dann gekocht, um es den Schweir
Waarenproben, die besouders auf größere Enffernungen bedeu⸗ jen zum Fraße vorzuwerfen. —— 7bIV
ende Herabsetzung des Fahrposigewichtsportos, das liberale Reg⸗ — In dem soeben veröffenttichten Xl. Band der Dedeschent
ement fur Drudjachen, die Postanweisungen, die Expreßfahrbost- Wellingtons findet sich auch eine Depescht Vord Kiderbools an
endungen u. s. w.. - —“ vord Castlereagh vom 21. Juti 1815, worin die Frage der Ver⸗
— wahrung Rapoleons J. behandelt wird. Am Schlusse kommt da⸗
cin folgende Stelle vor: „Kurz, wir (Englaud wunschen, daß der
Zoöͤnig von Frankreich Bonaparte hängen oder erschießep Llafsfen-
möchte, als das beste Ende von der Geschichte; doch wenn dießg
inthunlich ist, und die Verbündeten wünschen, daß wir seine Bea
vachung übernehmen sollen, ist es nicht unbillig, daß man. uns
jestatte, selbst über die Mittel zu urtheilen, durch welche die Ben
vachung wirtsam gemacht werden kaun. ια :u
— F. London, 18. Dec. Der Dampfer „La Platar hais
jeute Morgen Southampton erreicht.! (Derfelbe hatte bei dem Erd⸗
zeber don St. Thomas am 18. Nov. stark gelitien,)
7London; 18. Deca Das Schiff „Lord Brougham“ ift;
bon' Hamburg am 7. December in Newyork vangelbommen, und
mußte Quarantäne halten. 20 Cholegatranken waren ; Sei!
der Ankunft noch an Bord und 75 sind muf der Fahrt gestorbei?
24 Vom Dienstag Abend wird aus »den Gebietstheilen dom
Baselland ein Erdbeben gemeldet, das in mehreren Gemeinden mir
nicht unbedeutender Gewalt sich kundgegeber habe. ν
f Nach einer Uebersicht der Civillisten bezieht den höchsten
Protentjatz vou der Staatseinnahme Abdul Aziz, nümlich 33e Pill.
fr mehr denn 11 pCt. des gesammten Einkommens, des, urkis
chen Reiches; den niedrigsten Procentsatz die Königin von Ena—
and, 11,700, 000 Fr. oder nur sieben Zehntel.. Prafident John⸗
on erhaͤlt'nur 25. 000 Dollar in Gold, wahrende die Einnahme
er Union sich auf ca. 289, 000, 000 Doll. Papier, d h. nach dem
jegenwärtigen“ Rurse eiwa 1,082,000,000 Fr. beläduft. Preußen

1725

BVerxmi sch t e . cyι ar1

4SA. Fugbers, 24. Dec. In dem Zibeibrucker: Wochen⸗
atie“ vom Heutigen lesen wir eine Erklarung der Expedition des-
Aben,ꝰdaß? Herr Lehrer Luxerburgeesx in Ersweiler nicht
ner Verfasser des in Nr. 248 jenes Blattes im Fnjekatentheile
eschienenen? Gedichtes, Annonce von Blieskastel“ ist. — Da diese
Berleumdung zegen Hru. Luxe wbn rger-auch in hiesiger Stadt
ʒerbreitet wurde, so fühlen wir unsy e der Ehre des
Ien. Luxenburger Rechnung tragend, obige Erklärung zu verdf⸗
entlichen. (Schade, daß das Dichtertalenk jener famosen „Blies-
—
herwendet. Die Red. des Auz)e) — J677
DDie Rejultate- der. am 8. Dec. vorgenommenen Zählung
oweit sie deae nd ge in den Städten: Kaiserslautern
3, 260 Einm., Speyer 12830, Pirmasens 8675, Neustadt 8613
Sir Ingbert 718200 n dem. Zweibr. Wochenbi. Ner 284
diese Zahl irrig mit 8608 angegeben), Zweibrücken 7683
untenthol v Landuu BIvß0. gwischen 8.und 6000 find
ẽFentoben und Düͤrfheim, Ludwigshafen 4849, Brünstadt 8407
rihrh uc J. w. 7 Dir htotzten Laudgemeinlde sind ˖ Haßloch mit
3378Einw. Herrheimeund Schifferstadt mitg 3965 Einw. n
014 Vin' Inflitut, Im jenseitigen Vayerg, welches über die Lẽ
rensaller einer Anzahl Frauen Nachweisunge besitzt, hat sich das
tergnugen gemachi, mit seinen Liften die Aufzfichnungen bei der
angsten Volkszählung zu vergleichen? vunb erhebliche Absweichung'ge·
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        at GCvilli ; in d bdl. soudern, auch dafß in den Rapsforuern enthal⸗
ez33 dee Furiuiue “ SErelende Inen— Ven eeeren r ——— ee nicht
deerrld unh Fit Frautelch — e —r —D—
B ———
F —— D 7 23449 r c— 177* 31 J * w en ann. enn er ps en
——
n deend XIXN. ba und del. behalten daher, iinmer Inwas Feuchtigieit, in Folge deren sie vei
—⏑ — ———
amere vᷣ- — e de escee e debe 35 den die Samen vorher gehörig getroänet, Das Futter-
—— Stoffen mit Hilfe dog Ae lher erfolgt. Der bierbei du erg — gegn * Fner en
n Anwendun kommende Vethet ist der Sgwefe tohlenstoff. Syer nebl ist Ier ganz trog gheren Ro Wwerth sondern ist —
——
e Qi uß 43— 53*8p *7* 75* —A— I 3 ß ie hen. rin vie me r
* U deenut nich die Stesle der Fapskuchen, son⸗ es nicht zerkleinert zu werden, wie die Oelkuchen. kann vie me ht
8 gap — e on in seiner DWeegtlorm beicht min edem Sunter gemscht werdern
zenn bh dem Vugpressen des Qelg werden guch werthvolle Nah Des hl. Ehtthasesces wegen erscheint am Donnet
—————
IRe deuer aichls and dag Dalr duloht allein dre löere mentn Morgen Niegegebem —
d Vae Re deh Des didhete dun aeer —
— — in e4 4 F I *
Mobhilienversteigerung s V, . .X u
J 222*8 7 7 iß 1863 — 9 J ihn * *9 7 4 ĩ —7* * *
— — des grössten Tnders ppelwanreri-
z e e IAagors im St. Inghert.
— —— eee uine Nüterzeichneter verkauft von heute ab, wegen Aufgabe
vdieses Geschasts umn mit semem —
ente, 33 a er, 7 XI5 8 x —144 *8 34 45* 16 —877—
ee ee ate e zu Fahrüpreisen. Dadurch ist auch den ärinsten Leuten Ge⸗—
ten Wegenstnde ndenn Nenene ur Egenheit gegeben, ihren Kindern für wenig Geld großes.
Docchen uchen Auch empfehit dersehe ne Mafe
ohngefaht. 0 Zemtiner Karioffeln uuderer schöner Axtikel, sich zu Geschenten für ältere Leute
e est nchteeeuen uut atere enn
ti czieon ude), ν — ,— be
——— ———— O redleris.
fige Haus- und stuchengeräthschaften — —3 —
——1 .xc — — Ihe n d —— * ι, — Y —* VJV — 4
— vSorn/ gl. Notar. Wirea 8000 Cubf. Pappeln
— — — 2. wrrden zu kaufen gesucht; vpn wein jagt die Erpdediton
n Faus und Ake⸗ Stammholz aeeee
Morfoino
Bexfleigerung
Samitag⸗ den 28. Heg. 1867, des Rach⸗
nittags um 8 Uhr iu Et. Ingbert bei
Sejsensieder, Heingich Schmitt lassen die
Willwa und Kinder des dahier verlebten
benieniren Rergmannes Joh. Jung V.
in Eigenthum versteigern:
Ihr auf Hoͤfchen gelegenes Wohnhaus
nin Hof Gang, neben dem Hause, Pflanz
zarten und Kleestück auf einer Fläche von
34. Dezimalen
18 Ruther: Ader hinter Hobels.
: Sorn, igl. Noiarx. i*
t — ——
MGleich nüch dieset Versteigerung, Rach⸗
mitlags 4 Uhr laffen Gevrg Wolf
Toakzmeister dahier und dessen Kinder
chren Garten in den Großgarten mit 20
Ruthen nebem dem Schulgarten mit einem
ebendigen Zatme —nmngeben und in sehr — —77 — n nt
qutem Siande befindlich, in Eigenihum y Marionetten⸗Theater. ui
derfeigernt — 44 8 “—
dus s Dorn, kgli Rotar izn in St. Ingbert.
—— — — να
Zu Geschenken für Weih⸗ Domierstag den 26. Dez —A
ee Neusahr cdes Herrn Ludwig Weirich
aude mirn melnen solid gearbeiteten unino
Gold: und iα —A — Senoyes a 226
zer Preisstellung,/ in empfehlender Erin⸗ salagrijsin ——————
etung zu⸗ bringen; auch Britlen“ and 33 Schaushiel m 6. Actene t aet,
Termometer find auf Lager:! i , ιιι
Zugleich dinpfehle mich zur Anfertigung t Preise der Plätzarg
— 3 Zwriter ꝓ Iaer.
in allen vortommenden Reparaturen.“n Fritter Plan esieuder zablen
J. abert 21. Decembet 1863 — — 3
Au, Gold- u.“ Silberarbeiter kr Abends.
α Ouut— Redaltion. Drutd und. Verlag nmon BFDTam⸗ in Sa. Inaberi .

Der Zweihrücke Fruchi⸗
marrktwird Freitag 27. December
abgehalten
———

1 61 s J ** 7555 RPW. 4. 3

**6 Worms den 20. Dec. F

Wir notiren heute: Weizen 46.fl. 30 tr
biso IG il. 45. trat Roggen 18 f1. 30 tr. *
bis: AB jfl. 45. kr. Gerste 11 fL 15 lre.
bis vfl. fr. pep 100 GKilo., Hafer:
5 50 kr. bis 6fl. I0 tr. per 60 iso..
Mehl, per Parfie 14 fl 45 tr. bis Iufl.
— fr. Roggenmehl 18 fl.830 kr bis Anfl.⸗
—wrRoggenvorschuß 14 ftru trobir
ha ir Weizenvorschuß 18 fl. 80 ir.
rxIflbe. 2 kr. Blumenmehl. — fle — kr.
his fl. A lr per 70 Kilo⸗ Repß
—
Ailo. Rutole vhne Faß 20 fl. 30 kr. bis
21 st nead bo Leinol ohne, Faß ab fs.
Akwbis nfl. kr. Mohndl ohne Faß
340fle — krbis fl. — tt, der
Rild diepssuchen öß . Fhle dig
76 fl Branmiwein 83 1. 80 ir.
bis — fli — —

— — ——

— — — ——
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EGruchtpveüse.d. Weißmehl das Mal
e 140 Pfund h.cg
R 00
nmehl ditio TR tr. Weizen (c00
in (18 Pfu 145.
———
. 40 B. — Hafer 120 BPid.)

* Vcs— —— ——
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        — vra — — td D de — —8 J g⸗ —
3 ** ac — 44 J 1 1* — * 1. —
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—9 * ugbe fe 63 nzeige V
O —* .T. 72 — 1 —A00

*7
Der St. Jüägberter Anzeig ern mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag.. Abonnementsvbreis vierteljahrig 48 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
— 7— A ——— —— — — — — ———
Rro 344 LSamstag- den 28. December 41867.
* Deu tschlaud. geruht. Wie znon hort, wurde ein Gesetzentwurf bezuglich der
NUeher? die militärischen Verhandlungen in Suddeutschland ümbildung der Kammer der RKeichsrathe jungsthin im Minister⸗
wegen einet Befestigung der Grenzpunlte, wird der Ran. Zig zathe berathen; ob die Absicht besteht, denselben noqh dem derma⸗
munn chen geschrieben: Die Kriegsminister der füddeutjschen ligen Landtage vorzulegen, ist mir jedoch nicht bekannt. 2
Staaten haben auf ihrer jungsten Conferenz auch den Plan be⸗ München, 27. Dec. Die Correspondenz Hoffmann“ mel⸗
sprochen, am Rhein herab die Befestigungen aufzusühren. welche eh: Die Wahlen fuͤr das Zollparlament sind auf den 10. Febr.
Ddeutschland gegen einen Ueberfall von Westen her schützen kdönn⸗ inberaumt. Die Pfalz wurde zu dem Zwecke in sechs Wahlkreise
len. Mainß Germetsheim und Rastatt bilden zwar schon eine ingetheilt. bestehend aus den Bezirlsämtern: 1. Speyer und Fran⸗
ziemlich respectable Wehr gegen das unruhige Frankreich, doch rei⸗ enthal, 2. Landau und Neustadt, 8. Germersheim und Bergzaben.
hen die drei Festungen nicht aus, um einen Uebergang der Fran-⸗. Zweibrücken und Pirmasens, 3. Homburg und Kusel, 6. Kaii
josen zwischen Mainz und Germersheim, eiwa bei Mannheim, oder rseantern und Kirchheimbolanden. Jeder Wahlbezirk wählt einen
in Vordringen derselben durch die Engpässe des Schwarzwaldes Abgeordneten.
von Süden her zu verhindern. Es wurde deßhalb der Gedanke Karlsruhe, 28. Dec. Die erste Kammer ist dem Be⸗
aengeregt, Mannheim zu befestigen, bei Kehl einen starken Bruͤcken chlusse der zweiten auf Einführung der obliga torisscheu
—X Schwarzwaldes ein befestig Fivilehse mit allen gegen 4 Stimmen beigetreten..
tes Lager zu errichten, Landau dagegen, das für die Sicherheit Frankfurt, 22. Dec. Die „D. A. Z.“ schreibt: „Man
ded Landes nicht das leiste, was man bei dem großen Aufe pricht hier neuerdinas davon, daß Franifutt! eine eigene Re
wande auf seine Erhaltung fordern konne, vollig aufzugeben. Auf Jjerung oder eine sonst von Wiesbaden unabhängige Steüung un⸗
württenbergischer uud bayerischer Seite findet dieses Project, wele ser dem Oberprusidium in Kassel erhalten solle.“
ches Deutschland mit einem gewaltigen Panzer umgeben wurde, Berlin, 24. Dec. Der Staatsanjeiger“ erklärt amtlich,
große Zustimmung und die Regierungen dieser beiden Staaten haß die von dem framdsischen Depulen esdeguen im gefehge⸗
wilrden gerne ihren Theit an Opfern bringen Die badische Re⸗ ehden Korper vorgelesene Behauptung des belgischen Journals
gierung war jedoch der Ansicht, daß ein solches Unternehmen, wel Finance“ im Ganzen wie im Einzelnen, in Bezug auf jedes ge⸗
yes die Sicherheit von gauz Deutschland angehe. nicht von den unle Blau und jeden Theil der angegebenen Summe unwahr ist.
uddeutschen Siaaten allein erledigt werden önne. Daraufhin ist Hanuoder i9d. Dec. Die detuhmnte hannoberische Sil⸗
denn die ganze Anglegen weit einsiweilen dertagt worden. herkammer, in ihrem edeln Metall und Geistein, abgesehen von de⸗
Muuchen, 22. Deg Um die raschete Durchführung des Ln Kunstsormen, Milliouen werth, ersteht eben wieder aus ihrem
neuen Wehrgesetes zu ermoglihen sind die nothigen Instructionen Zrabgewolbe. In der Nacht vor dem Einrlicken der Preußen in
und Vorschriften für die verschiedenen Stellen: ˖Landwehrbezirks— dannnober wurden schwer elabene Wagen aus dem Schloß aꝛ
rommando⸗ Compagniecommando Bedirlsfeldwebel etc. schon ausge. Zer Leinstraße zur Eisenbahn gefahren. Es hieß, und wurde bis
arbeitet und die Sitze dieser Stellen größtentheils bestimmt, so daß u diesem Tage geglcubi, ene Wegen hauen —B —
anmittelbar nach Puͤblication des Geseten die auf vorgenannte Zerkammer geretict. Inzwischen haben fie im Souterrain des
Posten desiguirten Personen dahin abgehen und ihre Arbeiten be⸗ Zchloses gecuht, in weigem sie sener Nacht aͤngemaueri
— lonnen. 22. Dec. Wie Furden. Wenn man weiß, daß in dieses Geheimnißz etwa 100
Manchen 22Dec. Se der „N. C.“ vernimmt. ist hersonen hineingezogen werden mußten, und zum Theil Leute aus
die Erllarung der Minister an den zweiten Ausschuß der Abgeord. Fn armsten Klafssen so muß man der Treue, mit welcher dasselbe
neteukammer in sehr entschie denem Tone gehatten. Dieselbe legt hewahrt worden, alle Anerkennung zollen. Jehl wird dieser reiche
den · Artitel 1 des Ministerverantworti chteitagese he⸗ vom 4. Juni Zchah belanntlich ebenso wie das Münzcabinet und der durch sei⸗
1848 dahin aus, daß derselbe das Minimum des unentziehbaren en Kunstwerth berühmte Reliquienschatz, der Jahrhunderte hin ⸗
Standeagehaltes eines Ministers auf 3000 fl. fostsetßte und mit hurch auf dem Lüneburger Schlosse aufbewahrt wurde nach Wien
dieser Bestimmung 5 Wye oeh keinerlei Schranken gesetz! wergeführt.
wissen wollte, da ja sonst die alster andeten Beamten gegen-n, 20. MG Ki ⸗
ber benachthe w gl erschienen; ferner vindizirt diese Erklärung die ßrag. v. en ebr gebne ah un dene
88 HWischen Dienftes- und Standesgehalt als Kronrecht hitgebracht haben, welche den Beweis enthalten, daß die sladische
Konige. . Partei in Bohmen mit Rußland in Verbindung siehe und da
Manchen— 28. Dec. Das eeeee ,Preußischen ufsisches Geld ins Land fließe, womit die —* 8 48
Zahrbucher“ behauptet. daß die Infant erie,‚Bewaffnung fühl wird, Beweismaterial gegen einzelne Personen und zwar
de vahexris chen Heeres durch die versuchte Umwandlung egen die Spihen jener Partei soll die Potizeidirection in vrag
der Podewilsgewehre in Hinterlader einfach unbrauchbar geworden enugsam gesammeli haben und tommt es nur darauf an, ob und
sein soll Wir unterlegen dieser Bebauptung vorlaufig einfach eine Iawelcher Weise von den Beweisstüden Gebrauch cmacht wer⸗
sedenzidse Absicht und sind in der Lage zn erklären, daß dieselbe den soũ M
demnaͤchsi von competentester Seile eine ausführliche technische Be⸗ n
leuchtung und Widerlegung finden wird .
— Dem Pf., K.“ wird aus Neustadt a. H. geschrieben,
daß das bayerische Cultusministerium, nachdem es über die Be⸗
chwerden ˖ der protestantischen Hirchengenossen in der Pfalz sich nä⸗
her informirte, den Stanoͤpunkt des igl. Consistoriums in Speyer
aicht mehr aufrecht zu erhalten gedenke, daß aber von außeror⸗
dentlichen Maßregeln einstweilen Umgang genommen werde, da
schon im nächsten Jahre eine Generalshnode in Speyer zusam⸗
entriit, welcher die schöne Aufgabe zufallen wird, die Herstel ·
lung des kirchlichen Friedens in der Hfalz auf, fester Basis her⸗
beizuführen.
eun chen, 25. Dec. Dem Vernehmen nach haben Se.
Maj. der Konig dem Prasidenten der Regierung der Pfalz Hrn.
o. Pfeufer, und dem Professor Dt. v. Nußbaum dahier, das Rit⸗
rkreun des Verdienstordens der Bayherischen Krone zu verleihen

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Frankreich...
pPparis, 23. Dec. Gesetzgebender Korper Jules Simon
ntwidelt seine Ideen über Unterdrüdung des stehenden Heeres
ind Bewaffnung der ganzen Nation vermittelst einer Dienstzeit
en 13 Mongaten und Wehrübungen don Jugend auf. So würde
der Friede und nicht der Krieg organisirt. Der Kriegsminister
zerwirft die Massenaufgebote. Die gute militärische Situation
Fes Landes garantire die Auftechtethaltung des Friedens. Wenn
hagß Armee⸗Organisationsgesetz vollständig in Anwendung gebracht
däre, wurde der Effectivbestand der Armee 750,000 Nann be⸗
ragen. Das nächste Contingent würde nur 100,000 Mann be—
ragen. Jules Favre sagt: „Das Gesetz sichert nicht den Frie⸗
en, es ist im Gegentheil eine Handhabe für den Krieg. Ent ⸗
vaffnen wir! Dann wird Europa beruhigt sein. — Olivier
pricht sich gegen das Gesetz aus, da eß nur ein Gesehß für einen
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        zevorstehenden Krieg sei. — Der Proceß des Gehtimbundes ist
eschlossen. —A u ‚einem. Jahr Gefaugniß verurtheilt,
ßrofessor VBetlienn üud —A zu Is. Monaten, Piayot
u einem Hahr zdis echg anderen Atzge sgeen Zud gu 3 Mona⸗
ten verurtheilt. Ale außer Accölas verlieren äuf 5 Jahre die
zürgerlichen Rechte
Paris, 24. Dec. In der gestrigen Abendsitzung des ge—
etzgebenden Körpers sagte der Marschall Niel: Im nächsten Früh—
ahr werden alle Soldaten mit Hinterladern bewaffnet sein z.unsere
Arsenale sind gut versehen / unsere Magazine gefüllt und unsere
lesten Plätze in gutem Zustande. Indem ich hiefür gesorgt, glaube
cch einer von denen zu sein, welche jetzt am meisten für den Frie⸗
zen arbeiten, und indem ich das Armeegesetz-Projech, vertheidige,
virke ich für den Frieden, eben sa wie sie durch dessen Annahme
r den Frieden wirken würden. Das französische Volk war im—
ner siolz auf! seinen Armee, wir, lönnen nicht länger, die Gefahr
rtragenwelche uns bedrohen, koönnte, und wollen ihr, lieber ent⸗
zegentreten, zindem wir siden Ktrieg einer zallzulange andauernden
Zeunruhigung vorziehen würden Aber bei einer guten Armee⸗
uganisation wird das französische Volk, wenn es die Ueberzeug⸗
ng · gewonnen, daß es von seinen Nachbarn eben so wenig zu
zefͤrchten hat, alßz es selbst an Eroberungen denkt, sich in Sicher⸗
Jeit den Arbeiten des Handels, der Industrie und des Ackerbaues
iberlassen koͤnnjen ,,
Peaxei ß. 24. Dec. Im Hafen von Toulon, wo eben große
Thatigkeit hexcscht, soll Befehl eingetroffen sein, Alles bereite zu
hzalten, um auf das erste Signal zahlreiche Truppenabtheilungen
inschiffen zu können. e e
40 England. 35 — VV— — —
„Londom', 28. Dec. Reuter's Office erfährt her Persia,“
»ie mit 698,030 Dollars hier eingetroffen ist, Folgendes aus
Rewyhörk vom 11. d. M.: Die Resolution, Joöhnson in Anklage-
tand zu versetzen, ward am Samstag verworfen. Für die—
elbe stimmten 108, dagegen 96. — Der Congreß dolirkeine
Bill, die dem Finanzminister verbietet, das in Circulation befind⸗
che Papiergeld der Vereinigten Staaten zurückzuziehen.
Italien. —* . 44
*In der Deputirten⸗Kammer hat der Kriegsminister
Nenabrea eine schwere Niederlage, erlitten. Menabrea wollte
das nationale Programm, Rom als Haupistadt Italiens, unge⸗
ichmälert aufrecht erhalten“, aber das Bedauern hinzugefügt wissen,
daß man dieses Programm durch ungesetzliche Mittel habe aus⸗
führen wollen. Von den 4080anwesenden Abgeordneten enthielten
ich 8.der Abstimmung, 199 stimmten für die Annahme. L0Lge⸗
gein dieselbe. Die Entscheidung hing also nur an einem Haare,
das Cabinet kamsofort um seine Entlassung ein. Die „Köln.
Zig. bemerkt hiezu: Ob der Konig dieselbe annehmen; ob er
danntein Ministerium Lamarmorasoder ein Ministerium Kattazzi
zugestehen wird/ läßt sich zur Stunde noch nicht mit einiger Ge—
wißheit sagen; doch giltres alsausgemacht, daß man in den
Tuilerien das erstere lieber sehe; als die Erhaltung' des Cabinets
Menabrea, weil man mit ihmleichtes Spiel zu haben hofft; daß
aber ein Ministerium Rattazzi in- Paris sehr böses Blut; machen
müßte, Ilegt anf der Hand.Eben deßhalb aber ist:es schwer zu
zlauben, daß Victor Emanuel sich in diesem kritischen Momente von
Menabrea trennen möchte. Bleibt dieser, so wird er Berufung
am das Vand einlegen müssen, und dann geht Italien neuen Auf⸗
regungen entgegen.“ Schon aus diesem Grunde ist, gunz abgesehen
von allen andéren Rüchsichten, die neue Krisis bedenklich genug.
GSlorenz, 22. Dec. In der heutigen Sitzung der Ab⸗
geordnetenlammer wurde der Aufschub der Abschaffung der Frei⸗
häfen bis zum Januar 1869 genehmigt. α
Florenz, 23. Dec.“ Die Kammer hat ihre Sitzungen
bis zum 7. Januar dertagt:nn Meuabreaist vom Konige beauf—
zragt worden, das Ministerium⸗nen zu gestalten. Laut Italie
ist der König am Abend nach Turin abgereist. — ——
Florenz, 26. Dec, Man glaubt, die Neubildung des
Minifleriums werde sich bis Sonnkag' oder, Montag verzoͤgern;
über den Ausfall der desfallsigen Bemühungen Menabrea's herrschi
die größte Ungewißheit..
Rußlaud.. 77
3Petersburg, 2I Dec⸗ Der russische Consul in Hakotade
meldet, daß gemäß den, Tractatzunterhandlungen zwischen England
Frankreich und den, Vereinigten, Stauten, den Niederlanden und
Japan, am 29. Januar 1868 die, Häfen von Jeddo und, Osalka
»flͤr den Handel mit den Tractatsstaaten ersffnet werden.
125* J — AUrn Amerika. n Suy rdyN
2 Newe Norke Vec APer! Dampfer“ Peisia. )e Im
Senate beantragte' Chändler, 'ben“ Abyssiniern die Rechte Kriegfüh—
render zuzuerkennen: in Die eint · Falle würden!· amerikanische Korsa⸗
zetr sofort bereit deintcuüö—aufene Referent? Jobnson bekämdft

den »Antrag, welchez geignet wäre, inen unnützen Zwist, mit Eng
and hervorzurufen. — Die von Fummer verlangte Vorlatge der
Documente uüber die Alabamafrages und ein Gesetzentwurf, Wwelcher
en Negern die Amahms öffentlicher Aemter in Columbia gestat⸗
et, wurden genehmigtz —Di? Infel San Bartholomeo wurde
zurch vulkanische Erschütterungen fast zerstört.
Newyork, 24. Dec. Ein Telegramm aus Ohio meldet,
daß in der Sandusky-Bucht der Erie⸗See um fünf Fuß gestiegen
ei und der Schifffahrt großen Schaden zugefügt habe. In Hon—
uratßz und Venezuela haben Erdbebenstöße stattgefunden.
mirchte v⸗

„If Speyer, 24. Dec. Zur definitiven Bexrichtigung der
Tonscriptionslisten der Altersklasse 1846 sowie zurEntscheidung
der Reclamationen ⁊c. gegen die Verhandlumgen der Conscriptions⸗
hehörden, wird sich der oberste Recrutirungsrath der Pfalz im hie—
igen Regierungsgebäude versammelmiAm 15. Januar für die
Jezirksamter Homburg,Pirmasens und, Germersheim; am 17.
Januar für. Zweibrücken, Bergzabern iuud Frankenthal z)1am 320
Januar für Kirchheim Kaiserslautern und Kusel; am 22., Januqgh
ür Landau, Meustadt, und Speyern 195 un nyta αισ
—7 Würzburge 22. Dec. Dem⸗hiesigen. Bäckermeister
D. Karl ist bei der Ziehung der österreichischen Loose pon 1864

der Hauptgewinn von 250, 000 fla zugefallennι
FKarlsruhe, L9. Dec.n Was für drollige Ansichten sich
yft unter dem Volke über dien Landstände bilden, davon gibt eir
Brief Aufschluß, der vor wenigen, Tagen dem Abg. Lindau, durch
die Post zugegangen ist, den wir zur allgemeinen Exheiterung min
heilen wollen. Er lautet: J
Aate Ihr herren abgeordnete sitzt das ganze jahr in eirer Cam⸗
mer und habt noch nichts gescheites ausgemacht wo will
„das hinaus der arme taglehner muß für 5 pfund brod
„24 kr. zahlen und wennner den ganzen Tag arbeiten
„muß verdient er nicht mehr als, 18. kr. mit solchem Ver—
dienst kommt der arme zu keinem pfund Fleisch viel weniger
zu einem braten und der geringe Bauer der nichts zu ver—
kaufen hat und soll die abgaben zahlen da kommt der gerichts—
vollzieher nicht aus dem hauße und wenn den armen leiten
„‚die haut abgezogen wird; es ist noch, nicht lange her als
‚ich zu Mosbach in der „amtstube war, da kam ein Mann
„und bat den richter der gexichtsbvollzieher, habe ihm das
„bett und die wiege gepfendet er kene doch seine kind micht
‚auf den boden legen die herren, brauchten aucht keine finf
„gulden des kags zu verspeifen ein gulden wäre auch genug
„und wann: das nicht langt so⸗ kenuen sie auch⸗ Kartoffel
„und salz essen und; das liebe bod dazu denken. ν
—u Christian Peiffendeckelh οOν—
7Ein Frankfurter Bürger und Friseur kam kürzlich inDe⸗
gleitung mehrerer Freunde Abends um;9 Uhr singend vom Aepfel⸗
vein aus Sachsenhausen. An der Brücke wurde demselbendas
Singen von einem Schutzmanne untersagt, worauf die Erwiderung
olgte: „Gehen Sie ham, Sie haben nichts zu sagen. Machen
Sie sich nicht so grün.“ Auf Befragen, wie er heiße, antwortete
er in heiterer Weiseuu Grasgrün.!““ Der? Beleidigung eines
Beamten und der Angabe eines falschen Namens angeklagt und
für schuldig befunden, wurde der Beklagte am- 17. December im

eine Geldbuße von 20 Gulden verurtheilt. — et

ci Das neue: Kriegsinstrument, die Infanteriekanone, wird
demnächst einen berechtigten Platz unter, den modernen Kriegsmit-
eln einnehmen. Wie: der Au 8.“ mitgetheilt wird, find berxeits
1000 Stück des amerikanischen Modells von Gattling alleinbei
der Agentur der Herren Broadwell und Comp. in Karlsruhe be⸗
tellt·worden,“ und zwat A001Stück fürcdie französische, 200 fütr
die russische; 100 für die österreichische, 100 fürdie italienische,
100 für die belgische und 100 für die holländische Regierung.
7In Berlin ist eine schauerliche That, für welche bis jeßt
aoch jede Erklaärung-fehlt, am Sonntag verübt worden. In dem
dause Mariannenstraße Nri8, dicht an der Cottbuser Commu⸗
nication, wohnt bei dem Schuhmachermeister Bär, einem nicht, ge⸗
ade in demeGBesten Rufe stehenden Manne, die unberehlichte Krause,
eine der Prostitution ergebenen Frauensperson von seltenet Schön⸗
—
hen Hause wohnende Bäcketmeistet“Standau einen aug dem Wohn⸗
immer der: Krausekommenden, unterdrückten, wie ihnrvorkam,
zurgelden Klagelaut undn Hilfeschrei. Verdächtiger kam ihm die
Sache vor, als seiner feiner Gesellen ihm mittheilte, daß er joeben
einem jungen Manne, mit braunem Ueberzieher und heller Hose
vekleidet, aber“ ohne Kopfbedeckung,⸗ imHausflur begegnet jei.
Kurz darauf erschien der Schuhmacher Bär und verlangte, daß ihm
die Hauskhür geöffnet' werde, weil er. zur Polizei gehen wolle, um
Anzeige von einem Morde zu machen, der in seiner Wohnung
perübt sei⸗Als man in Begleitung vonPolizeibeumtenn ine das
Aimmer der Vouis Krauseetrcit, anb nnn diefe urmünr Hend

*7
        <pb n="609" />
        und Strumpfen bekleidei, auf, dem Sopha fitzend vor; der Kops dern, er selbst ein Mann von etwa 46 Jahren, die Frau eiwas
hing zurück und zeigte eine Jiaffende Wunde am Halse. Reichliche linger, eine Schwester des Vorleserd Kräbelin. zwer Quaber von
Spuren in der Küche und auf, dem Corridor zeigte, daß die esp. 14 und 9 Jahren und ein iagige Madchen. Lange hatte
Schwerverletzie mit durchschniltenem Halse noch den Versuch ge⸗ zrüher eine holländische Waaren- un Buchhundlung! im Grund,
macht hatte, Hilfe herbeizuholen. Natürlich fiel der Verdacht der vobei er schlechte Geschäfte gemacht haben soll, später wurde er
Thaterichafte zunchst auf⸗ jenen jungen Mann, welcher kurz zudor TFommissionär und dann. Agent für Roheisen, womit es ihm Ichlecht
im Haufe gesehen worden war. Derxselbe war jedoch inzwischen ging, obwohl er anscheinend in gute Verhälinisse kam. Am J. Rob.
berschwunden. Anscheinend haite er — und dies hat sich auch hJatte er sich einen Einspänner angeschafft, mit dem ex nach Pinne⸗
später bestätigk“ —seinen Weg über den Hof Jenomiuen und hier berg, Rheinbedc u. s. w., fuhr, um dort Bestellungen entgegen zu
ine Manernerftiegen, von wo aus er auf das Grundstück Cott. nehmen; und am Montage sah man in Lauges Wohnung einen
buser·Communication· Nr. 12 gelangt war. Dort hatte er, sich leineuen Beutel mit Geld, welcher ngach dem außeren Umfange
aubstumrm stellend, von der, Tochter des Milchpächters Frenzel, der etwa 200 Mark enthalten haben dann. Außer der Familie be⸗
hier wohnt, Autslaß begehrt,Sein verftdrtes Aussehen und sein fand sich noch ein 17jähriges Dienstmädchen in der Wohnung.
Zenehmen hatten deh ant hedeetndent aut deg udcen Am Samsiag' sollte Lange einen Wechsel von 560 Mark ·bezah⸗
gemacht, daß es, sich vor ihm furchnn daboñlieft“— Als darauf len; der jeboch auf Bürgschaft wieder prolongirt wurde. Abends
jegen 13 Uhr in Droschkenkutscher, welcher dort wohnt, mit sei⸗ befand er sich in einer Wirthschaft, wo ex die, Aeußerunz machte:
nem Gespann haͤmkehrle, verschaffte er sich durch diesen Ausgang In dieser Racht wird in Altona ein Mord passiren, der noch
aus dem Ze Dabei hatte er sich ebenfalls stumm geste llt und mehr Aufsehen macht, wie der von Timm Tyode.· Am Sonn⸗
— er“ 12 Sgr.' als Belohming dafür 'angeboten, daß!ner tag Morgen um 7iꝛ Uhr, als das Dienstmadchen an seine haus⸗
hm das“ Hausgeöffnet hatte egn dem Zimmer“ der Ermordeten lichen Geschäfte gehen woͤllte, boti sich ihm ein entsetzlichet Anhlick
fanden sich eine seidene Mütze! eine“ Cigarrenspitze. ein Cachenez dar: Lange und feine Frau lagen/ im Blutẽ schwimmend. ani
und ein Schlächtermesser woc Gegenstände, welchsim Verein amit Boden. Das Madchen ftieß einen furchtbaren Schreiaus und
den übrigen ermittelten Thatsachen geeignet waren, einiges Licht in dant in Ohnmacht, Leute eilten herbei und fanden die Frau voll⸗
die Sache zu bringen und dem Mörder auf die Spur zu bom⸗ ständig angekleidet, die Füße gegen die Thür gerichtet, mit durch⸗
uenie Rachdem die Polizer gleich am folgenden Morgen vier Per⸗ shnitiener Kehle auf dem Rücken liegend. Luange selbst lag'guf
fonen, sogenannte Louis, welche, wie man in Erfahrung gebraͤcht dem Bauche, ebenfalls angekleidet, unter dem Spiegel, mit —
biel il der Lonise Kraufe verkehrte? hatten, zur, Haft gebracht, ben uͤber den Hals.Neben ihm fand'!sich än großes, blutiges
wurde, noch am selben Tage Abends“ der“ muhmaßliche. Mörder Brodmesser. Die Kinder lagen, die Kehlen durchschnitten. jn ihren
in der; Person eines IO9jährigen Schlächterlehrlings, Nameus Karn Zetnnen Riemand von den Leuten im“ Hause hatie einen ⸗Angs⸗
Toppel, ermittelt; und verhaftet. Derselbe stellt sich taubstumm. »der Todesschrei vernommen. Das Mädchen schlief- im Keller und
7 Berxrlin, 18. Dec. Der verhaftete, wirklich taub- lonnte nicht fagen, wann Lange am SamatagAbend nach Hause
Jumine Metzgersgeselle Toͤppel hat die Krause ermordet, wie es zekommen. Doch wollen Nachbarn an diesem Abende ejnen Streit
scheint, nicht ohne heftige Gegenwehr. Dag Motiv soll Eifersucht pwischen Eheleuten und heftiges Weinen der Frau gehört, haben.
gewesen sen.. . α. In diesem Angenhlicke ist das hlutige Räthsel. noch micht gelöst,
In Wien würde am 15. ein gräflichet Schwindler?aus allein maui tanun bie schreckliche Vermuihung nicht zurügoraͤugen—
Hteußen Oriel Graf v. d. Ricke-Volpenheim, wegen betrügerischen daß hier kein gewöhnlicher Morder, jondern. vielleicht ein., durch
Vorgebens ein Anlehen für Varoun Beust negotiren zu — getriebener Gatte und Vae
Strafgerichte übergeben 3. imrdeutsch; demokr. Verein, dem er sich ier das tödliche Eisen geführt: und erst dem seiner Lieben, dann
durch Auskramung höchst liberaler Ansichten angenehm zu machen dem eigenen ein Ende gemacht hat. ιαι
gewuͤßl halte, hatte derselbe für den folgenden Tag einen popu 7Das sogenannte fenische Feuer-besteht aus einer Losung
laren Vortrag über Vollsbunken“ angekündigtk· Phosphor in doppeltschwefligsaurem Kohlenstoff. Diese Flüssigkeit,
DorMoͤederin der Graͤfin Chorinsty — Julie Ebergenyi aͤuf leicht brennbare Körper geworfen, vexdunsiet rasch und lüßt
wurde in. ihrer Untersuchungsbaft nuf ihre Bitte das Rauchen Phosphor zurück, der dann in Flammen ausbricht und erstickende
— — m Raͤuchwolken entwickelt. Wasser überwältigt den Brand mur. au
iteaAuc Muunerkirch e mi Oesterreichj wird unterm 12 kurze Zeit; denn wenn es getrocdnet ist, schlägt die Flamme. von
Dee geschrieben: Wie weit es die Gauner bei uns an Raffinirt Neuem anf; keicht zu löschen ist er jedoch durch eine Lösung ge⸗
heit gebracht ¶ haben, magfol gendor Vorfall beweisen. Voriges wöhnlicher Soda in Wasser. 5
Jahr wurbe Nachts um dieselbe Zeit dem Deüllermeister von fAm 29. November Abends brach in dem Trockenschuppen
Bauerding durch zwei Strolche ein mageres Schwein gegen' eir von E. Faber's Bleistifte und. Federhalter-Fabrik in NeweYork
fettes verlauscht demselben ein Zettel angeklebt mit folgender Auf. Feuer aus, welches sich rasch über das Lackir⸗Gebäude. und xinen
jchrift: 2 — Theil der großen Vorräthe bon hrockene m Erchernhotz worhreltets.
eeenean Lieber Müller sei so gut 8 Deen Austrengungen der Feuetwehr gelang es, das Haupt⸗Fabrik⸗
7* Und mäste dieses Schwein, gebäude, welches in großer Gefahr war, sowie den größten Theil
n! dih Nach Umfluß einer Jahreszet des Holzlagers, im, Werthe von Dollars 250,000, zunʒ retten
utemn Dann kommen wir — doch neinb Der Verdusi betragt Dollars 40. 000, worguf“ Doslqrs 3909
4 Wenn's dieses fütterst g'rad so gut, 7.*: bersichert. 73
—WR Wie das gefüttert war, α — — F 77 5 3
Dann, Muͤller, sei auf deiner H Sandwirthschaftlichheie.
Dann warten wir kein Jahr. Bort heil der Erdmischun g., Um den hochgerühmten
und wirklich kamen vor wenigen Tagen diese Strolche wie— Boriheil der Erdmischung zu erproben, so schreibt Herr Gutsbe⸗
der in den Schweinstall des Müllere und nahmen, wie sie gedroht, iher Throdor Callenberg von Maunach, ließ ich im Wintec des
das Schwein, welches fie voriges Jahr ihm gegen das seine fette Jahres 1868 auf 1866 ein Stück Felv von leichtem Sandboden
dertauschten, waren aber heuer nicht so generös ein mageres dafür mit bündigem Lehme überfahren, ein agleich großes Stüch bune beü
zu bringen, sondern überließen es dem Müller, für's nächste Jahr ließ ich in seinem ursprünglichen Zustandere Die Kosten der Ue—
ganz auf seine eigene Rechnung ein Schwein für sie zu mästen. bererdung beliefen sich pro Morgen auf »1I6 Thaler.“ Im Früh⸗
Am 12. d. standen por den Schranken des Innsbrucker ahre 1866 pflanzte ich beide Stücke in gleicher; Weise und gleich⸗
Getichts zwei Raufer, beide in Alpach als Knechte angestellt, beide eitig mit Kartoffeln ein. Schon bald nach dem Aufgehen der⸗
wie sie selbst behaupteten, „gute Freunde“ zu einander. Bei einer elben konnte man einen auffallenden Unterschied in der Groͤße und
Rauferei, wie sie nach ihrer Angabe unter „guten Freunden wohl Farbe des Krautes wahrnehmen. Der Unterschied, im Ertrage
ofter vorkommt“, biß einer dem andern ein sjedoch nicht beträchte var noch auffallender; denn wuhrend der, Morgen des nicht über⸗
liches Stück vom Ohre wege!“ Die gute Freundschaft“ bewiesen erdeten uur 31. Centner, also 53 Centner, oder in Geld,ntà Cent—
die Beiden auch dor Gericht. Als Entschädigung für den ange⸗ ner zu 1 Thaler — 53 Thaler weniger, Im Herbste vor igen Jah⸗
richteten Schaden verlangte der Gebissene von seinem Freunde res pflanzte ich beide Stücke, nachdem ich jedemez Pro Morgen
micht mehr, als daß et! dem Dockor feine Schmier“ zahle, welche 2*92Centner Knochenmehl gegeben hatie,nmit Korn dinz Machto
24 fr. gekostet habe. Der Beschuldigte trug ihm statt des Geldes, sich bei der Ernte schon in der Anzahl der Gebinde ein großen
das er nicht habe, ein Paar gute Schuhe an, was der Gebissene Unterschied bemerkbar, so war derselbe nach dem Ausdrusche gora⸗
auch mis Dank annahm. Das Urtheil iautete chließlich / da nur dezu erstaunlich * denn während ich von dem Mornen purem Sand;
auf eine leichte körperliche Verlegung erkannt wurde, auf 2 Mo⸗ feld nurnd Kentner 21.Pfund Roggen betam,echielt ich von dem
aate Arrest, womit die güten Freunde auch zufriedem waren. uberexdeten ZFheile 13 Etr.und7 Pfund, oder in Geld ein Mehr
7 Altoma, gUeher einen am 15 December hier entdedten von Jémat 3.Thlr. — 30 Thlr— Mithin überstieg der Roher-
fünffachen Mord berichtel ein«Extrablatt eder bamburger!, Refoxnn trag bei gleichen Aufwandskosten von dem übezerdeten Stücke den
igender Maßer AIn der Brunnentreer Rurterre iebte· der Rohertrag· von· dem · nichte iherer de en · Stuicle· unt· ¶h Thaler n
Cenmisionar W. Lange. verheiratheirund Vater vonn drei Kine⸗ zwei: Jahrem α
        <pb n="610" />
        —
icg Haus⸗ und Acker⸗ —
* Versteigerung.
Samstag den 28. Vez. 1867, des Nach⸗
nittags um 3 Uhr,“ zu St. Ingbert bei
Zeifenfieder Heinrich Schmitt lassen die
witiwe und Kinder des dahier verlebten
zensionirten Bergmannes Joh. Jung V,
un Eigenthum versteigern:: v t.
Ihr auf Hofchen gelegenes Wohnhaus
nit Hof, Gang neben dem Hause, Pflanz⸗
jarten und Kleestück auf einet Fläche von
Dezimalen.

r18 Ruthen Acker hinter Hobelsh.
Horn, kal. Rotar.
Gleich iach dieser Versteigerung, Nach⸗
nittags 4 Uhr, lassen Georg Wolf
xoaksmeister dahier und dessen Kinder
hren Garten in den Großgürten mit 20
Kulhen neben dem Schulgarlen mit ei nem
ebendigen Zaune umgeben und in sehr
zutem, Stande befindlich, in Eigenthum
zersteigern.. 36

Gorn, igh. Notat.
Mobilien-Versteigerung.

u u Nächsten utag 7*

BDden B0. Deemeber 1867,
xes Vormittags um 9 Uhr zu St. Ing⸗
zerter Grube, auf Schnappbach genannt,
nseiner Behanfung, läßt Bernhard
Weyand, Zechenschmied daselbst, wegen
Wohnsitzveränderung seine sämmilichen Mo—
ziliargegenstände auf Zahlungstermin öffent⸗
ich versteigern und zwar: 1 Pferd, 1 Kuh,
vollständige Wagen mit Zugehör, 2 Pflüge,
2 Eggen, 8 Ambose, 1 Blasbalg, Bohr⸗
naschine, Quintibohrer verschiedener Art,
ind sonstige zur Schlosserei gehörige Werk⸗
euge in großer Auswahl, fodann 1 Klei⸗
derschrank, 1 Küchenschrank, 3 voaständige
Betten mit Bettladen, mehrere Tische und
Stühle, Küchengeräthschaften und sonstige
Begenstände.

SHo)orn, kgl. Notar.
Bekanntmachung.
Verubung von Unfug in der Neujahrsnachi betr.)
Im Nachstehenden bringt man einen von
zoher'k. Regierung der Pfalz. Kammer des
Innern, umerm 21. Ifd. Mtis. erlassenen
xberpolizeilichen Beschluß zur allgmeinen
Zenntniß und Darnachachtuug.
Zweibrücken, den 24. December 1867,

Königl. Bezirkseamnt
Damm. —
D Schäfer.
Im Namen Seiner Majestät des
— — Königs. e ae
Die unterfertigte Stelle
Nach Anficht des Art. 71 des Polizei—⸗
frafgefetzbuches, der zum Vollzuge dieses
Urtikels erlassenen Königlichen Verordnung
zom 30. December 1862, des den 8. 1
dieser Verordnung suspendirenden Regier⸗
ungsbeschlusses vom 9. Januar 1863
Amisblati 18636. 38 und 36):
In Erwägung, daß dem die öffentliche
Kuhe und Ordnung und die Sicherheit
zer Personen bedrohenden Schießen in der
Lenjahrsnacht mit allen gesetzlichen Mitteln
nigegenzuireten isß.

beschließg:
1. Der Regierungsbeschluß vom 9. Jan.
I8s wird auf die Dauer des 81. De⸗
»eember 1867 und des 1.. Januar 1868

7

zufgehoben und trut somir der 8.1
zer obenerwähnten Konigl. Verord
ruug vom 30. December 1862 flir
ie bezeichneten zwei Tage in volle
Virksanuteitt.
die Koönigl, Bezirkzämter werden be⸗
uftragt, diesein Beschlusse durch Ein⸗
ücken in die Localbiatter und auf
onst geeignete Weise die möglichste
Verbreitung zu sichern, den Vollzug
der Allerhöchsten Verordnung geeiguet
iberwachen zu lassen und bei Zuwi⸗
derhaudlung dagegen neben der po⸗e
lizeilichen Beschlagnahme der verbote⸗
nen Waffe auf Grund des Art. 71 des
Polizeistrafgesetzbuches die polizeirich⸗
serliche Einschreitung zu veraulassen.
Die Stellen der einschlägigen Gesetze
und Verordnungen werden besonders
bekannt gemacht und lauten wie folgt:
Urtikel 71 des Polizeistrafgesetz
baches. n
Wer außer dem Falle des Ari. 70 den
Zerordnungen zuwiderhandelt, wodurch zur
Zerhütung von Gefahren für die Sicherheit
er Personen die Führung bestimmter Waf⸗
en bestimmten Classen von Personen oder
n bestimmten Landestheilen verboten ist,
vird neben Confiscation der betreffenden
Waffen an Geld bis zu fünf und zwanzig
zulden gesraft, womit im Rückfalle Arrest
is zu drei Tagen verbunden werden kamn.
z. 1 der Königl. Verordnung
vom 30. December 18662.
Die Führung nachstehender Waffen als;
1. von Dolchen, Stileten und andern
im Griffe feststehenden oder mittels
iner Vorrichtung feststellbaren Messern,
yon zugespitzten Streichern und von
Pfriemen,
oon Degenstöcken und anderen Stöcken
mit verborgenen, auf einen Druck oder
Schwung hervorspringenden Hieb⸗,
Schnitt⸗ oder Stichwerkzeugen,
von Terzerolen, Sackpistolen und Re—
volbern
st allen unanjäfsigen Personen verboten.
Speher, den 21. December 1867.
döniglich Baycrische Regierung der Pfalz,
—Kammer des Innern.
Pfeufer.
m— Meischnabl.

4

Bekanntmachung.“
Diejenigen Pferdebesitzer, welche beab⸗
ichtigen, im kommenden Jahre 1868 Pri⸗
atbeschäler zum Zwecke der Zucht gegen
zezahlung oder fonstige Vergütung zu hal⸗
en, werden hiemit auf die Bestimmung
es 8. b5 der allerhöchsten Verordnung vom
6. September 1864 (Amtsbl. S. 1257)
ar Darnachachtung hingewiesen und aufge⸗
ordert, die vorschriftsmäßige Anzeige nebst
em Zeugnisse des Bürgermeisteramts über
en Besitz des zur Ausübung der Beschälerei
rforderlichen umschlossenen Raumes späte⸗
lens am 81. December l. J. bei der unterf.
zehörde einzureichen, da spätereingereichte
Anzeigen unberückfichtigt bleiben müssen.
Zweibrücken, den 24, Decembet 1867.
. Konigl. Bezirlsamt;
2 3.— Damm....
Am Shlvesterabend a ———
———
pei Lomuis Vs eirich.

Zi vermiethen sind13 rin Ge⸗
chäftslwral in der ünterstade imd
57 2 ZJimmmer für“ eine Arheiterfa⸗
milie.. *—
Zu verkaufen sind: Z Morgen Acker
auf Hobels und 2 Wohnhäuser an
der Blieskastelerstraße. r
Naheres im Geschäftsbureuu
— 2 Westphälinger.
Zu eusjahrsgeschen⸗
ken erlaube mir meine solid
zearbeiteten Gold⸗ und Silber⸗
vaaren, bei billiger Preisstellung, in
mopfehlende Erinnerung zu bringen; auch
Brillen und Termometer sind auf
dager.
Zugleich empfehle mich zur Anfertigung
neuer Artikel, im modernsten Styl. sowie
in allen vorlommenden Reparaturen.
St. Ingbert 28. December 1867.
. Mor,Gold⸗ u. Silberarbeiler.
Ich habe im zweiten Stocke meines
hauses an der Blieskastelexstraße
zwei Zimmer zu vermiethen.
die sogleich bezogen werden können.
St. Ingbert den 23. Dez. 1867.
A. UhnI jun.
Ein solider junger Mann wüunnscht in
zeinem Privathause Kost und Logis zu er⸗
halten. eeeee
Näheres in der Expd. d. Blis.
— ———— — — — —
Die Abonennten unseres Blattes
rhalten in dem nächsten Quartal einen
Wandkalender.
frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ic. Preise der
Ztadt Zweibrücken vom 27. December.
Weizen, 8 fl. 18 kr., Korn 7 fl. 7 kr.
zerste 2reihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
eihige, — fl. — kr. Spelz — fl. — kr.
zpelzkern · · fl.. kr., Dinlkel — fl.
— kr., — Mischfrucht 7fl. 20 kr., Hafer
uUfl. 46 ir. Erbsen — fI. — kr. Wicken
⸗fl. — kr., Kartoffeln 1fl. 18 kr., Heu
fla 20 kr., Stroh Lfl., 6 kr.,per
Jentner. Weisbrod-Lha Kilogr., 21 tr.
dornhrod 3 Kgr., 30 kr., ditto 2 Kgr.
20 kr., ditto 1 Kgr. 10 tr.. Gemischtbrod
3 Kgr., 36 kr., J. Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, 1. Qual. 18 kr., 2
Aual. 16 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
zfd. Wein 26 kr., Bier, 6kr., per Liter
zutter: 28 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Raiserslautern vom 24. December.
Weizen 8 fl. 10 ir. Korn 7 fl. 2kr.
5pelzkern 7fl. 30 kr. Spelz 5 fl.
30 kr. Gerste 5 fl. 89 kr., Hafer 4 fl.
4 tr. Erbsen — fl. — kr., Wicken 4 fl.
38 kri, Linsen8 fl. 45 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 31kr.
3Pfd. Gemischtbrod IG6r0 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 16
—7— —
Frantfurter Börse.
Geldsorten. —
vom 23. Dezember. 1867.
greußische Kassenscheine.. .1 44434
Ireußische Friedrichsddex 9 5371 öα
ziftolen 48- 507
holländische 10 fl.Stũcke 9 53 —55
Ducaten . . 37-39
MxFrancs⸗Stücke · p9 20/1304
eInglische Souvereings .1l1l 34-5588
zold per Zollfund sein —
dochhaltiges Silber per FZollpfund — —
dotiarsß n Gold 8 271/428.
——
v maktion Diud unn Rerlas nan Ar ODemes inSt Inabert.
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        .e“, ι αι α οα.
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Der St. Ing bert er Anze iget mit seinem Unerhaliungeblatte Teschein wöchentich esut oVt Je Donn 214
Samada g Abonnemenhdteis/dierteͤahrig 40. Krge vder 18 Surbergr. Anzeigen werden hiti — ——— *
as.Blamschin eder drm Kaum hexechnet. ieen
— 7 — 7 — — 7— — — — — ,— —— 2*
Nro 4155 .i 23425160 — * Ai 54* 7 — —*4 7 8 2 * 53311
*455 ee Dienstag, den 81 December ar —— —
28 eer 4861
————— —— — — —
164381 . A7 —A IiI, . ν. n .. 6
w ee * Deuntschland. *— reich, wie die „Neue tu Presse rohloct. ein voll geschuttelt
9 Maunchen, 26. Dec. Die heutige Nummer der „Neuesten Maß constitutioneller Freiheiten.“ Das Steuerbewilligungarechl.
Nachrihien · wuide auf Grund des Ailitels I26 Geleidigung der, das Recrulenbewilligungsrecht. die Minißerderan wortlichtett sind
seglerung) confiscirt Die Veranlaffung hiezu fand man, nache dem— osterreichischen Voll auf den Weihnachttstisch gelegt worden
dem von oben herab der Befehl hiezu gegeben war, in einem an auch dem Concordat ist die Axt an die Wurzel gelegt wn
el welcher sich über Befdrderungherhatemisse im- Justizdienste insdem durchaus freisinnigen Staatsgrundgesetz Aber die allgew⸗inent
der Rheinpfalz außerte. Wer denfelben glesen. wundert sich, wie Rechte der Staatsbürger fülr die im Reichsrath vertretenen Kanig,
hieser Grund zu einem derartigen Vorgehen geben konntener wundert eiche und Lunder, das noch besonders wichtig ist, weil es das gesammie
ich um so mehr, wennermit diesem ruhigen, leidenschaftslosen Unterrichts. und Erziehungswesen den Händen der Hirche enwin⸗
n die legien ummern des . Vollsboten⸗vergieicht, in welche det und volle Glaubens- und Gewissensfreibeit gewährleistet. An
Jegen einige Abgeordnete und gegen die Staatsregierung eine diese Sanktion der Verfassung knüpft sich die Bildung eines neuen
Shprache geführt wird, die weit über die Grenzen des Anstandes Ministeriums aus der freisinnigen Majorität des Parlaments,
hinausgeht. Solche Confiscationen, welche immer auf Launen und unter den hiebei genänunten RNannern is wohl der sebige
hin umernominen werden und denen die Freigebung der confis Prasident des Abgeordnetenhaufes, Giskra, der hervorragendste.
cten Nummern wieder auf dem Fuße folgt, sind unseres Erache Sein Name, schon, inx Frankfurter Parlament vom Jahre 1848
leeschon aus dem Grunde zu vermeiden, weil sie dadurch all ein gefeierler, birit für— den festen Willen, an der Hand dieser
zuleicht den Anschein don Vexationen gewinnen. der sicherlich nicht euen Verfassung Oesterreich zu regeneriren und zu heben. Sein
chtung dor den Vehörden und dem Rechie mehete: Vame als Minister des Innern bürgt auch dafür, daß Oesterreich
en 27 Dee Fihe, . Ow ist als baherischer aus sich selbst heraus sich verjümgen und kräftigen, daß es sich
Milite berounnachtigler hon Berhin abbetufen und der Hauptmann dicht auf franzöfische Schultern stellen will, denn Giskra war schon
sn Generalstab Frhr. d. Freyberg, unter Beförderung zum Major. or Jahren der Verechier des Gedankens: Laßt die draußen im
an dessen Stelle ernannt worden .·. 7 Reich sich ihr einiges Deutschland erbauen und richten wir ein
Der jum Verereter Bayerns im Zollbundesrath bestimmte freies, machtiges Großosterreich auf, das in gutem Einverständniß
Hinisterialrath v. Weber'ist zum Staotsrathein außerordent⸗ mit dem starken, einigen Deutschland lebt! Freilich glaubte man
chen Dienf ernannt. I 57* damals noch an ein centralistisches germanisirtes Großbsterreich,
Mun'chen, 28. Dec. Wie belannt, findet übermorgen, Ind jetzt ist es ein zweigetheiltes, das nur durch den Kaiser, das
Montag die nächste Sitzung der Abgeordnetenkammer siatt. Ministerium des Auswaͤrtigen, die gemeinsamen Delegationen und
Auf der Tagesordnang slehen u. A. die Rochweisungen über das die Armee — und felbst letztere ist och zweifelhaft — einen
een pio 86366. Der Abge Bratter hat dem ünzigen Staat noch tepräsentirt. — Wir gratuliren Oesterreich
Desehnen nach das Referat über den Gefehesentwurf. wegen Er; uufrichtig zu seiner Weihnachtsfreude; hat doch mit dieser Verfas
richiung eines Verwaltungsgerichtshofes volle: det.. Ung der Fortschritt und das gute Recht des Volkes einen großen
Maünchen, 28. Dee. In dem eben ausgegebenen Proto— Sieg erungen und kann sich doch jetzt in den kernigen deutschöster⸗
joll der Sitzung des II. Ausschusses det Abgeordnetenkammer vom reichischen Stämmen ein reges Leben enifalten, kann doch die feh⸗
6December; in der sämmtliche Minister anwesend waren/ heißt lende Bildung jrtzt exgänzt werden und so dieselben den an⸗
es am Schlusse: „Ferner wird constatirt; daß der königl. Staats⸗ dern ebenbütig heranreifen. Für den norddeutschen Reichstag aber
irister des Innern auf eine von dem Hrm Abga d. Stauffen⸗ nag die österreich. Versassang ein mächtiger Anreiz sein, auch sei⸗
nenete Anretung bezüglich der Auͤsgaben auf die Regier. erseits den Ausbau der Reichsverfassung auf freisinnigster Grunde
me zpresse erllarte, daß dermalen keinerle JInseratenzwang ge anzustreben, daun wird die Errungenschaft unserer österreichie
zu Gunfien irgend einer Zeitung bestehe, und daß die köͤnigliche chen Brüder in doppelter Weise auch die unsere. * Ob aber
Eiacisregierung auch keinen Anstand nehme, dies den Beborder die nach langen Kämpfen und Gweren Drangsalen in Oesterreich
desonders in Erinnerung zu bringen. endlich erreichte Verfassung im Stande sein wird, das wankende
— — —— Dienstesnochrichten. u i Reich als solches zu retten, das lassen wir dahin gestellt. Den
en —— einzeinen Ländern aber kommt es gewiß ün reichsten Maaßejetzt,
Ee. Moej. der Konig haben geruht, zum Secretaär bei der chon und in Zukunft zu gut, daß sie selbststandig stehen und ge—
Kegierung det Pfalz den Atcessisten genanuter Regierung Eugen een aus den Händen des Absolutismus
iig allergnädigst zu ernennen. , in die des Volkes gelegt ist. Möge es diese Macht weise gebrauchen.
nnd ra. 27. Dec. Der den Standen vborgelegte Wien, 27. Dee,' Ein kaiserliches ee enthebt
Fntppurf einies Verwaltungsgesetzes beruht auf liberalstet Grunde drn. v. Beust unter der schmeichelhaftesten Anerkennung seiner
sage Theilnahme des Volls an den öffentlichen Angelegenheiten Ferdienste von der Führung des Präsidiums des Ministerrathes,
Die staciche Bevormundung der Gemeinden hört auf. Es ist rnennt Becke zum Reichefinanzminister, und Johnfzum —XR
hein Gemeinden, Bezirken und daen die e minister;s —
Angelegenheiten selbstständiz zu erledigen; 64 gewählte Bezirts Wien, 29. Dec.' Der hiesige Gemeinderath hat dem Reichs—
. * die, wirthschaftlichen und polizeilichen, Geschafte lanzler v. Veust das an Derde 7 77
Z Kreisrathe die schwierigeren Verwaltungsrechtsfragen. Deligirte idit He o urhereht ermei.
Ministerialräthe. Keine Oktroyirung, überall das Princin der Frankreich. ,3*
Freiwilligleit und Mundlichteit. rezsrgin Parus, 24. Dec. Ver Papst hat, dem Vernehmen nach
Wiesbaden, 28. Dec. Der „Rhein. Hurier“ meldet dem kaiferlichen Primzen einen der lostbaren Kunst gegenstände,
aus Verlin Dr. Mumm wird als Oberbürgermeister, Franlfurts Helche Napoleon J. aus Anlaß seinet Kronung dem Papst vius VII.
bestäͤtigtg. — 1. verehrte als Weihrna Htsgeschent Uberfaudt. —
Berlhin, 27. Dec. Die „Provincial⸗Correspondenz“ Eiel Paris, 26. Vec Die Handelsflocküng biet ist größet,
det: Die Berusung des Zollparlaments ist nicht vor Mitle März als je zuvot, es fehlt vollkommen an Vertreuen; ohne daß man
zu erwaxten.c 7 bestimmte Befuͤrchtungen hätke, herrscht eiñe Augst, die allen fried
Wirem: Am 21. Dec. hat Franz Joseph J. die neue dsterreichisch Achen- Versicherungen trotzt und sich nicht beschwichtigen läßk; die
Berfassung unterzeichnet,en wie sie nus den Berathungen der bris Kaufleute empfinden dies schwer; es wird diel weniger verkauft,
den Häuser hervorgegangen ist, und am 22. Dec. sind im Reichs. us sonst um diese Zeit. Die defensiven“ Rüstungen unserer
— die 6 Siaatsgrundgesetze erschienen, welche fortan“ die Regietung werden jedoch mit Energie fortgefetzt. Drei fran, diische
secreichische Verfassung ausmachen.! Mit derjelben hat Oester⸗ Dificiere nd nach Brescia abgereist. Sie haben den Äufirag,
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        —XD
teich in deg dortigen Waffgpfabrken, beftetit hoat Auch in den
e e —93 — —I —AX
euge rte 3* — 4 Panjer⸗
regatken RPlingrtetvcktemẽ 4 Va ece salupren. Rine schwim⸗
mende Batterie, Schraubenfregatte, 6 ——
Der Effectivbefand der franzofischen Marine ist gegenwärtig 849
Dampffchiffe und 116 Segelschiffe. Der Geniegeneral Cofftnires
war soeben in Metz — ——— zu prufen.
———
— Die —— ftellen es außer Zweifel, daß we⸗
e principien den Reclamationen betreffs der mexIy a n i⸗
16* D ligationen Genugthuung widerfahren weide.
Freilich ist ·noch · immer nicht gefagt, wie die derschiedenen Interessen
des peezu der Inhaber der Obligationen versöhnt
—EXXX Sanen n o dadurch erhöht, vaß
Zeanstragten durch die nicht ruheilde
Bptculnsin ekastigt werden — —BA——
uror a vtiso — ——— das Amendement von
douva· welchenn der Rarisidxesekve 84, 000 nd deni Heere Bo, ooo
ain durch ble den e eeee gewührte
deiraihsettalchnise Gzlehen wttde?o Diefe Finfchrüntungen würden
nen ichkohoberen wirklichen Hecresstannhealse“den jetzigen yon
80000 Manm cgeben daßz gand brmucht Abet 800 900 Maun
xine — — ⏑—————
ind: des· mordde Bundes, it!dene 34 aͤchs lasst die gebiete
rische Nothwendigkeit⸗her Rteorganifatiet erkennen Nouher, au—
de Eingeinheitein deß Atendeent: Louher eingehend, fagt ein
Jahnomehr: aͤn des Reservesei für die e weniger. kaͤstig,
zAlsacdie Hinzufügunth vonn 900 Mann zu dem Lontiugente, was
zig Folgendes Amendements sein würde.Er schließt mit der Auf⸗
orderung an die Kammer,“ dag Amendemenk nicht in Erwägunç
ru ziehen ö. — *
In France“ meldet Die letzten Nachrichten aus Florenz lassen
praussehene⸗· daß Menahreu bald die Vildung des Cabinets zu
Stande bringen wird. Die Mehrzahl der Mutglieder der Mittel—
partei cwürde. wicht ungeneigt“ srin, von dem Mißttauensvotum
velches das Ministerium umftürzte, zurüczukommen. *
Paruins, 27, Dec Die Abgeordnetenkammer hat das Amen⸗
dement zum Militärgeseßz wodurch die Dienstzeit auf 8 statt auf
8 Jahre festgesetzt werden sollte, mit 177 gegen 71 Stimmen
derworfen. Ferner derwarf die Kammer ein auf Verringerung
bdes Effeltivstandes, gerichtetes Amendement von Lsuvet mit 177
— ——
a ris⸗ 271 Dec. Die Presse vernimmt aus Metz, daß
det Genlegenetal de Coffinidres daselbst angekammen ist, um die
Befestigunggwerke des Platzes einer genauen Inspection zu unter⸗
siehen.“ Es soll din nenes Fort errichtet und ein drittes Jufan⸗
serieregiment nach Metz verlegt werden, um den Winter über mit
Macht an detz Erdarbtiten sich betheiligen zu können. — Daz
Fournal de Paris“ läßt sich auf telegraphischem Wege aus Flo—
renz melden daß Hr. Menabrea sich an die Herren Mori und
Conibrai⸗ Digniy wegen Bildung eines neuen Ministeriums gewandf
——
ien / gehomimen werden. Man glaubt nicht, daß Marquis v. Gu⸗
Ateridein das Cabinet eintreten werde.
—Die „Patrie““ läßt sich aus London melden, daß in di—
plomatischeit Kreisen der Umstand aufgefallen ist, daß Baron
Vrunnow äuf feinen Posten geblieben ist, während die rüssischen
Gesandten an den Höfen von Paris, Berlin, Wien und Konstan⸗
rinopel fich gleichzeitig in Petersburg befinden.
A8actis;, 29. December Abends. In einem Arlikel, über⸗
—
gFrance“: Aus den italienischen Verhältnissen werde kein Krieg
enstehen, aber er köunnte durch die Umgestaltung Deutschlands
ommen. Frankreich hat die vollendeten Thatsachen acceptirt. Es
ommt · uns nichte zu, zu fagen, was es thun würde, wenn Preußen
ber die Mainlinie hinausginge; abet Niemand kann nach dei
atriotischen Sprache Rouhers zweifeln, daß Frankreich nicht seine
ationalen Streitkräfte reorganisirt, um geduldig Alles hinzuneh—
khmen, was seinen Einfluß und seine Würde derletzen lönnte.
„KFaris, 29. Dec. Die „Epoque“ widerlegt das Gerücht
jon einen Einverständniß zwischen Kußland und England und
agt: Nicht nur, daß ein solches Einverständniß nicht besiehe, die
Beziehungen zwischen den Cabinetten von London und Petersburg
seien bielmehr seit einigen Tagen eher gespannt als freundschaft—
sich. — Die „Patrie“ dementirt die Zeitungsnachricht, daß das
Conferenzproject aufzugeben sei und bedauert, daß Blätter, welch⸗
die Aufrechthaltung des Friedens in Europa wünschen, sich in
solcher Weise ausshrechen. Diese Blätter — sagt die „Patrie“
hedenten, nicht, daß die Conferens gerade das Resuktat haben

würde, bedauerliger Verwidelungen Sber eine breynenda drage zu
verhüten. —
and.

Lan dan, Deccz In Dablin wgnnh Nubaflasten
Buchsen, welche eine eren Substanz enthielten und an den
holizeicommissjar und Andere adressirt waren, aufgefunden. Eine
huchse zersprang und verwundete einen Polizeibeamten. — In
deeds fand die Verhaftung zweier des Fenierthums verdächtiger
Personen stait. , 227

* ιιν Italien.νν, gte

Florénze 27. Dec. Der. König kehrt Sonnabend von
Turin hierher zuruck. — Ueber die Neubildung des Kabinetz Lig
gen keine weiteren Nachrichten vor. ui
— FlLvre n z5 29. Dec. Der KQbmntg wird heute zurücker⸗
erwartet. Man glaubt, daß, nachdem Menabrea's Versuche zur
hildung eines Cabinets mißinngent General Durando damit
beaufträgt werden; wird. uun n
ü r ien; 23. Dec. insere Gelde uund Finanzklemme dürfte
bald ihren Gipfel erreicht haben Baares Geldist so selten gi
worden wie wvierblätteriger Klee; dien Zwauzigftankenstücken osten
heute 22 Fr. 40 Cis undwerden⸗bis zum Neltjahr28 Fr.
gelten: Silber ist gar nicht sichtbar⸗/ und sohar das lieber Kubfor
wird mite drei Procontu Agio bezahltun Dieo Regierung hat freilich
dien Pragung“ vieler Millionen Kupftrmünzencangeordnet, mallein
his diese im. Umlauf sind, ist hre. Nothen großur Doch) nuch den
Fall angenommen, sie konnten in⸗ Bülde and ziemlich gleichmäßig
n Umlauf gesetzt werden, wird damit nicht viel geholfen sein, denn
pgar das Kupfer wird vow den Aengstlichen gesammelt. und nicht
vieder ausgegeben⸗ Der Grnnd dieses bkondmischen Phanomens
liegt auf der Haud: Jeder trachtet, sein Papiergeld los zu wer;
den und das baare Geid für sich zu behallen z daher einiallge⸗
meines und beständiges Anstreben,“ der Billete ledig zu werden
und Silber oder, wie jetzt, Kupfer einzuwechseln und zu behalteno

SBSriechenlanb
Aus A. an, Ib. Dee. wird. über Mareille gemeldel, der
Kaiser don Rußland habe ber griechischen Regiecung 200, 000 Frs
rlassen, als den dritien Theil des Jahreszinsenbetrages, den Grie
henland den drei Großmächten als Bürgen der Auleihe von 1832
huldet. Dieses Geschenk solle nun zur Unterstützung der kretischen
Fluchtlinge verwandt werden. J

Ri Rußland. — mve

Petersbaurg,. 26. Dec.“ Der „Russ. Invalide,die
Diplomatische Correspondenz, betreffend‘ die orientalische Frage,
nalysirend, sagt: Kußland hate dis srientalifche Frage so deutlich
nufgestellt, daß eine schnelle Bosung derselben bevorsteht. Die Nach
icht des Etoile belge über eine VLevorstehende russische Auleihe von
200 Mrlillionen ist unbegründet Iv

4—
ER
Vermisicht eeß.
7 Vom 1. Zanuar 1868 angefangen wird der Verkaufs-
dreis der Kohlen I Qualitäte bel der C Grube St. Ingberl auf
21 kr. per Zentner incl. Ladgeldes festgesetzt, Die. Verkaufspreijt
der II. Qualität unit 164 krd und der III. Qualität mit 14 lr
per Zentner inch oLadgeldes, ebenso die ullgemeinen Verkauisbe-
dingungen bleiben unveränderknrd 83
Zweib rücken, 27.; Dec.; Das Schwurgericht der Pfalz
für das erste Quartal g wird den 17. Februar 1868 nächst⸗
hin, untet dem Prafidium des kgl. Appellationsgerichts Kaths
derrn F oeu dahiet ersffnel werden c,53
Buweibruücken, 28. Decn Ohwohl wir vik Lufte des
18. Jahrhwrudertts Kinathmen, odwohl“ her Zeltgeist sich
angst in gewaltigem Ningen Bahn gebrochett hat durch den Aber⸗
glauben einer geistesstumpfen Vorzeit, und übet die bizarren Ideen
bderjelben die Geisel des Witzes geschwungen hat, — ereignen sich
doch manchmal heute noch Geschichtchen, in denen sich noch ein
„untes Stück Mittelalter spiegelt. Ein solches haben wir heute
aus dem benachbarten Döͤrfchen Stambach zu erzäͤhlen. Dort war
nämlich ein Kindeschwer erkrankt und da man sich die Mieile des
ebels nicht denken konnte, kam man auf. die Vermuthung, das
Zind müsse verhext sein. Man holte aushe atshald einen jin Ir-
eimvorhandenen alten Mann, ber“ das Bannen der Heren ex
dundamento verftehen soll;“diefer heftetein dem Zimmer kleine
Streifchen Papier, mit den Buchstaben J. N. R. T.an, dieselben
ind zu Gerichtshanden genommen, — verbot den Leuten, irgend
etwas herzuleihen, und- erllärte zugleich, die“ erste Frau,“ die: am
aächsten Tage das Haus betrete, sei die Hexe. Am folgenden
Tage kam es zu einer ergötzlichen Scene, indem eine Nachbarsfrau
das krankt Kind besuchen mollte, und nun flehentlich angegangen
wurde, doch das Hauß zu meiden und das Kinde gesund zu mar
hen. — Derselbe Hexenmeister wurder unlängst wieder nach Stam⸗
hach gernien. um eine krauke Qub wieder: berzustellen. die aleich⸗
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        ils verhext sein jolltern⸗ Er lebie diefelben: Ketteb ini Stalle imn omischen Shuhl itr der Jegenwartigen Bedrangniß auch ihrerjeins
mnd perbot, die Kuh nus demselben gur bringen.Einige⸗ Tage außerordentliche Mittel zuzuwenden. undenfoviei sie ez immen der
pater war die Kuh, die viel zu arbeiten hatte und der dir Ruhe nögen, dunch ein in Liebt und von Herzen gebrachtes Ouftr ihw
dieder aufhalf, gesund, und deren Besiger glaubt allen Ernster krgebenheit furden heiligen · Vater zu betunden. ν
in das Wunder.Ueberhaupt soll in Stambach fest an HexereIn O berrad kam es an den Weihnachtstagen wischen
Jeglaubt werden und sollen namenilich zwei Weiber als Hexen sessen darmstädtischen und preußischen Soldaten zu Ercessen.
Jerrufen sein. —Welche Vezahlung der Zauberer erhielt, war Auf det Raute von Arad nach Hermannsiadt warde dor
dis jeßt noch nicht bestimmt zu Amisteln. Derselbe hal übrigens Postwagen ein Palet mit 50, O00060 f. verlort, a ι ιιο
von seiner Kunst eine hohe Meinung, und will schon Manchem Das Journal de Gand pom A3. Dec herichtet Non einee
Jeholfen haben. — So maͤrchenhaft die Geschichte ilingt, so ist chrecklichen pierfachen Mordihat. Ein gewisser vor Kysselbgrghe—
Fe doch buchstäblich wahr, und es wird der, Herenmeister sich in Ish Multer por vierzehen Tagen — 5 hatie rin·
dalde vor dem Strafgerichte zu verantworten haben. (Zw. W gebilvet, seine Verwandten, welche die Mutter bia zu —XRX
pAus dem Bliesgau, 26. Dee. Am 22. Du. do. peclen hatten die Rachlassenschaft e ch angeei gnet.
ds. wurde im Reviere Bebelsheim ein Fenler don Lioe Pfund Bewaßjuet mit drei und einem Beile. ging er zu einemn
on dem Fabrikbesitzer Max Ultzschneider geschossen. In Veriaufe dieser Verwandlen und fordexte dle 5 vdes Rachlasses.
ver drei letzten Jahre wurden außerdem schon17 Sauen daselbst Uuf die FErklarung, daß ein solcher iͤht vorhanden sei, schoßz er
erlegt. 333 Nzuf den Mann, wen Squsse —* poif der Iwelle den⸗
Kusfel, 24. Dec. Die Eroͤffnung ünserer Bahn stehl nea —X — an der Hand
edenfalls din nächsten Herbst, vielleicht jogat schon in Anguft in —— dans Iun Voden warß nd mil denn 8 ie PDarut
Aussich.“ 277 — ν ertieß er, das qaus, indem, erx über die ee ieg, 5
7 Wäarzdurg 28. Dec. In der Nacht vom' 26* auf zab sich zu jwen anderen Verwandign welche ezx wuid Dem Beile
den 27. Dee hegen V Uhr kam es hier in der Rahe! der Pleichet serwundele. Hier aber damen die — Zife ung ee
dirche zu einer Kauferei zwischen 5 bis 6 Hondbe ksgefellen · und irten den Mörder. shelcher ware nicht die Pollzei redbtzeitig dant
anigen Studirenden der Medicin,bel welcher einer der Aetzteren selommen, von dem verfammelten Polle wahrscheulich. quf, der
Ramenß GB. Riesh ans St. Mariin,“ einen Stich m den Unter⸗ Sielle umgebracht worden wäre. 7
jeid Lrhieltn in Fotgebesfenrꝰ er andern Tages uni9 Uhr im Spie 7 Ein Hexr Sarby in England hahz eine Meshodt ensdedi
ale derschied. Der Thaler, ein Metzgerbursche. wurde in seiner daß Innere vdu Eisenstangen jeder Dicke in Beziehung auf ihre
Wohnung verhaftet.17 J sleichmãßige Dichtigkett zu untersuchen. Es. gefchiehk dies vermit⸗
4 München,: 27 Dec.“ Die Dividende der bayerischen Hy⸗ iels iuer Magnetuadel, welche man in perpendicnlarer Richtung
votheten⸗ und Wechselbank pro zweites Semester 1867 ist auf auf den magnetischen Meridian des Ortes an dem zu umnterfuchen⸗
22 Gulden per Actie fesigestelll. 83. 424 den Eisen entlang führtl. Wenn datz Cisen mecseiner Maffe ge⸗
'München, 22. Det. Dieser Tage verweilte hier ein itae wogen ist, so wird die Magnetnadel· leine bemerlenswerthen Be⸗
lienlscher: Postdireckor, nmn wegen direcker Verbindungen aus Ita⸗ vegungen machen, finden sich aber im Innern brüchige Stelleit⸗
jem nach Norden zu verhandeln. Bei dieser Gelegenheit erfuhr oder sonstige Ungleschheiten, so wirb die Nadel solche Stellen durch
nan, daß das System Fell sich für die Bedürfnisse eines großen nine leicht zu erlennende Abweichung · anzeigen. ¶ Wenn die Nudel
Zerlehrs nicht als praktisch erweise, weshalb dasselbe für die Ue— hdei dem Vorbeiführen an der Eisenstange eine vgeilkrende Bewe⸗
brschienung der Schweizer Alpen wohl nicht in Anwendung kommen zung aunimmt, so ist die Stange als fehlerhaft zu derwerfen.
lann. —; Mit dem 1. Januar, tritt der direte Güterverkehr zwi⸗ In dem Arsenale von Woolwich werden Versuche angestellt, um
schen Oefterreich und Italien ins Lebein, und kann bis. Kufstein die Zuverlässigkeit det Erfindung zu prüfen, die, wenn sie sich be⸗
zuͤch Bahern von dieser Einrichtung Vortheil ziehen. stätigt, von großer Wichtiglejt sein wird.
1 In Frankfurt.ist dieser Toge eine junge Dame. kathol..7 Cin Herr Whitworth hat das tragische Endgeschit des Erze
nteligion ans Oesterreich zum Indenthum übergegangen, um sich zerzogs Maximilian bereits dramatisch für das daymarket · Theatet
dit Anem bekanzten-Arzt in Wien vermählen zu konnen. in Melbourne bearbeitei.
— Am 22. Dec. find in Wiesloch Gaden) 15 Gebäude —— pernimmt man von zahlreichen Lawinen⸗
wbgebrannts ειι ν— J ürzen. So wurde zu Unterschächen im Kanton Urt ein Haus
f In dem Kreisamtsblättern wirde vor der Kunahme distere sammt Scheune von einer Lawine weggeriffen, wobei? eine Frau
reichischer Kupferkreuzer vom Jahre 1851 gewarnt, und ein Kind sammt den Hausthieren verschltel wurden. Aus
welche in Oesterreich selbst außer Curs gesetzt sind, in Bayern dem Engadin berichtet man, daß die Davosser drei Tage und drei
niemals einen gesetzlichen Curs gehabt und nux einen Kupferwersh Nächte von der Welt foöͤrmlich abgeschnitteu waren. Hiobsposten
don nicht ganz *A Kreuzer haben. era e ꝰefürchtet ian namentlich aus den Thalern St. Antonien, Alvers,
r. Kehl, 23. Dec. Ein hier in der Nähe vorgelommener dapien uud Medels. —
Dobpel⸗ Selbstmord macht viel von fich zu reden. Vorgestern be⸗ 7 Wie man auf anderthalb Jahre nach Sibiren lome
— — Dame, die auf nen kann.“ Ein deuischer Mechaniker arbeitete. in einer Fabrik jn
dem Rheindamme vherhalb Kehl spaziren gingen.“ Kurz nachher derg. Er wolste zuruck und trat die Neise über Nischnei⸗ Rowo⸗
vne er zwei Schuͤsse und' als er hineilte, fand er nichts als, jorod zu Fuß an. Unglüclicherweise begegnet ihm, ein Transport
die man sagt eine Damen⸗Crinoline. Spüter wurde unterhalb pon Gefqungenen, welche nach Sibirien gingen. Dem Unterofficier,
mserer Siadt ein männlicher Leichname gelandet, der fein ge⸗ der den Zug führte, war ein Gefangener (eine Numnmer fehlte ihm)
seidet war und der nach allem, was man an ihm fand, den utsprungen; ex nahm daher ruhig den vorbeigehenden Mechaniter
hdesseren Ständen angehört haben muß; er hatte eine Schußwunde jefangen, rasirte ihm die Haare, gab ihm die fehlende Nummer
lten auf der Stirn, aber noch Geld ꝛc. in den Taschen, so ind führte ihn nach Sibirien mit. Der arme Mann wurde nun
jaß nur an einen Selbstmord gedacht werden kann; der Leichnamm o neun Monate lang weiter geführt, bis ihm zufälliger und
—DD nicht aufgefunden lualicherweise ein deutscher Arzt begegnete, derauf einer dteise in Sidirien
vordeu. Das Amisgericht war bereiss hier, um den Thalbestand dar, dem ar die Leidensgeschichte mittheilte. Der Arzt schrieb an
aufzunehmen ·. 5 n vbeit⸗fenden Gesandien diefer wendete sich un die öbhersten
FGera, 21.Dec.. Auf her benachbarten Sisenbahn ⸗ Sta⸗ Behsrden und es⸗ geschah Alles, um den Mann wieder zu finden.
ion Köstritz hat sich gestern ein“ uihsterföser Vorfall zugetragen. Es dauerte sehr lange, wohl anderthalb Jahre, bis der Mann
An einen dortigen Eisenbahn⸗Veamten gelaugtendine Kiße, weiche aufgefunden, nach St. Petersburg gebracht und dort sehr reichlich
nn Leibzig als Postgut aufgegeben und an den betreffenden Eisene ntschädigt wurde.
ahn ·Vedienfleten adressirt war. Bei Eröffnnng der Kisten fand — WPoter Sburg, 8. Dec. In Mostlan ist die fiblrische
nan in derselben ein todtes Kind mit einem Myrtenkranze auf Seuche unter den Menschen ausgebrochen. Auslandische Merzte
ʒem. Kopfe und 5 Thlr. In einem beigelegten offenen Briefe heinen diese Krankheit noch wenig beobachtet zu haben. Dieselbe
une Unterschrift wurde die Bitte guͤggesprochen, dem Kinde in ührt, wie man vermuttzet, don kranken Thieren her, denn die Er⸗
Zöftritz ein ehrliches Begrübniß auf dem dortiger Friedhofe zit krankten arbeiteten meistentheils in Schweinsborsten. Auch die
ewahren. Die hiesige Staalsanwaltschaft und sladtische Poe daringe sind in Moskau von bosartiger Beschaffenheit.' Die
zeie Direction wurden sofort telegraphisch von dem Vorfall. in ßolizei hat eine Masse derselben vernichtet und zwei Bauern, die
denntniß gesetzt. und es find Recherchenn eingeleitet, um —28 dabon gegessen hatten, sind gestorben.
en ob hier ein Verbrechen vorliegt. 4 . ..4 Rus Sibirien ist die Nachticht eingegangen, däß in
Der Konig von Preußen hat 675 fl. und der König von einem Bergwerksjschacht, in welchem eine Anzaht wegen Betheilig
Sachsen' 175 fl. zum Hans⸗Saͤchs-Denkmal in Nürnberg aung an dem 1etßzten polnischen Aufstande verbannter Polen arbeitete,
zegeben. 4 ie i die Wolbung eingestürzt ist und sämmiliche darin beschäfte Arbei⸗
RHolner Fraͤilen Aand Jungfralten haben dinen Aufruf ex⸗ er lebendig begrabent hat.
ussen zu dem Zweck: durch Jeinegrohe i Verlossang dem: 0 Medet dad Verbleiben ves Dampfers „Vienna“ von Ham—
        <pb n="614" />
        aurg nacht Leith it laum mehr einZweifel:. Passagiere und
Ranuschaft sind jedenfalls alle um's Leben gekommen.“ Bei der
Doggerbank ist ein bis auf⸗· die Wasserlinie zertrummertes Wrad
efunden worden, und da eine Anzahl Fäfser mit Butter an die
e ferner um das Wrad herum eine Unmasse
Nurnberger Spielwaaren im Wasser schwammen, und bekanntlich
ew Cargo der ,Vienna aus beiden Artileln hauptsächlich bestand,
o glaubt man wohl nicht mit Umrecht, hier die Ueberreste des
mngludten· Dampfers vor sich zu baben.⸗ It
nehet bie fuͤridtbate Sterblichkeit In Borddes am b6. Dec,
awdort angelommenen e e
“et die Rewdorler Handelseitung e qo;) Oct
Inean umnd gin 16. von Curhaͤven 'mit eir —A
8Mann bnd, 3883 het nach hler abgegaͤn gene und
eee e —— e erhct Emigran⸗
enschiff Lord Brounhem“ hot' wahtend ver Reise 78 Paffagiere
heils Erwachsene theis Kinber, an der Cholerd verloren, und
war die Mehrzahl in den ersten Tagen bei kaltem Wetter, wäh
end mit dem Eintritt warmeren Wetters die Krankheit nachgelas
en hatte. Bei Anlunft des Schiffes“ im hiesigen Hafen lagen
aoch etwa 20 Passagiere krank und wirden auf das Hospitalschiff
Fülnois“ gebracht, das Schiff selbst mit den darduf befindlichen
seunden Passagieren nach der Quarantaine zurückbeordet.“ In den
seßten acht Tagen der Reise waren neue Erkrankungen nicht vor
zekommen. Die Opfer der Erpidemie waren sämmtlich Deutsche
Es ist dieß der traurigste Fall, welcher sich je auf einem! Emi⸗

zrantenschiffe ereignete; iin Verhaltniß zur: Zahl der Passagiert
dar die Sterblichkeit groͤßer als je zudor in einem ühnlichen Falle. Un⸗
ere Sanitätsbeamten haben das Schiff bei Ankunft sauber und gul
zentilirt: gefunden, doch trifft die Rheder der schredliche Vorwurf,
dem Schiff keinen Arzt beigegeben und nicht einmal sur Medica—
nente gesorgt zu /haben, in Folge dessen gart keine Maßregel⸗ge⸗
roffen werden konnte, den Berheerungen der Epidemie Grunzen
u fsetzen. Der Fall wird von den: Emigrationscommissaren aufs
itrengste untersucht. &amp; ittun e
ι
i, in runc gandwirthschaftliches.⸗ —— bic
9 A —D i—,
Eangs er s Suit anserm behtenn hzerichtz über
en Sland der Winterfruͤchte ͤist, eine wesontliche Veranderung nicht
zorgekommege Beß. dem mehrtägigen ersicn Froste hatten, sich die
Felder einer. ziemlich dichten Schneedeck“ zu erfreuen; daher zeigten
e sich noch dein Abgange desSchnees in ihrem ungestörien Grün., Aus
Boöhmen; wird,. berichtet, daß Waizen und Kornneineny schönen
Stand zeigten, daß aber der Raps bis jetzt nicht zu der gewünsch-
ten Eniwicklung gelangt sei. Aus dem südlichen Schlesien lauten
zie Nachrichten ebenso, dagegen wird aus Sachsen der Staud des
wapses gelobt. Aus Belgien Jauten die Mittheilungenuͤber, gute
Restockung. des Waizens besonders günstigez dagegen wird aus
ihringeu geklagt, daß Kornund Wadzenn in ihrem dermaligen
tande den gehegten Erwartungen micht eutsprächen. Aus dem
saß berichtet Man günstig, ebenso aus dem badischen Oberlande,
Württemberg und Franken..
*
Bekanntmachung.
VBarubung von Unfug in der ung betr.)

Im Nachstehenden bringt man einen von
oher k. Regierung der Pfalz. Kammer des
Innern, unterm 21. Ifd. Mis. erlassenen
oberpolizeilichen Beschluß zur allgmeinen

Zenntnitz und Darnachachuung.

Zweibrucken, den 24. December 1867,

Ksösnigl. Bezirkseamm

—A Damm..

Schäfer.“
Im Ramen Seiner Majestät des
NKönigsßs.

Die unterfertigte Sielle
Nach Ansicht des Art. 71 des Polizei⸗
lrafgesetzbuches, der zum Vollzuge diefes
Artikels erlassenen Königlichen Verordnung
bom 80. December 1862, des den 8. 1
dieser Verordnung suspendirenden Regier⸗
ungsbeschlusses vom 9. Januar 1868
(Amigblatt 1863 S. 853 und 36)3:.
In Erwägung, daß dem die öffentliche
Kuhe und Ordnung und die Sicherheit
der Personen bedrohenden Schießen in der
Neujahrsnacht mit allen gesetzlichen Mitteln
enigegenzutreten ist,
beschließt;:

1. Der Kegierungsbeschluß vom 9. Jan.
1863 wird auf die Dauer des 31. De⸗
cember 1867 und des 1. Januax 1868
aufgehoben und tritt somit der 8. 1
der obenerwähnien Königl. Verord⸗
ngung vom 80. December 1862 für
die bezeichneten zwei Tage in volle
Wirksamkeiit.

Die Königl. Bezirlsämter werden he⸗
auftragt, diesem Beschlusse durch Ein⸗
rücken in die Localblätter und auf
jonst geeignete Weise die möglichste
Verbreitung zu sichern, den Vollzug
der Allerhoͤchsten Verordnung geeignet
aberwachen zu. lassen und bei Zuwi⸗
derhandlung dagegen ˖neben der po⸗
Lizeilichen Beschlagnahme der verbote—
nen Waffe auf Grund des Art. 71 des
Polizeistrafgesetzbuches die polizeirich
lerliche Einschreitung zu veranlassen.
Die Siellen der einschlägigen Gesetze
und Verordnungen werden besonders
bekannt gemacht und lauten wie folgt:

kel 71 des Polizeistrafges etz⸗
buches.1
Wer außer dem Falle des Art. 70 den
Verordnungen zuwiderhandelt, wodurch zur
Verhuͤtung von Gefahren für die Sicherheit
der Personen die Führung bestimmter Waf⸗
fen bestimmten Classen von Personen oder
in bestimmten Landestheilen verboten ist,
wird neben Confiscation der betreffenden
Waffen an Geld bis zu fünf und zwanzig
Bulden ·ge⸗ raft, womit im Rückfalle Arref!
his zu drei Tagen verbunden werden kann
z. 1 der Königl. Verordnung
vom 30. December 1862.
Die Führung nachstehender Waffen als:
1. von Dolchen, Stileten und andern
„im Griffe feststehenden oder mittels
einer Vorrichtung feststellbaren Messern,
von zugespitzten Streichern und von
Pfriemen. ....
von Degenstöcken und anderen Stöcken
mit verborgenen, auf einen Druck oder
Schwung hervorspringenden Hieb⸗,
Schniit⸗ oder Stichwetkzeugen.
bon Terzerolen, Sackpistolen und Re—
volbern
ist allen unansässigen Personen verbolen.
Speher, den 21. December 1867.
Königlich Bayerische Regierung der Pfalz,
— Kammer des Irnern.
Pfeufer.
— Metschnabl.

Pferde⸗Versteigerung.
Am Mittwoch den 8. Jang
k. J. um 10 Uhr Bormittags
läßt Heinrich Groß zu Dudweiler in
seiner Wohnungbei der Grube daselbste
56 Stück gute Arbeitspferde
gegen Zahlungsausstand versteigern.
Mittwoch 1. Januar 1868,
Harmonie
der Altenwalder Bergmusil
dei Seinrich Kempf.
Ein Haufen Wiesengrund spowie
Stroh⸗Dung zu verlaufen bei
Heusser.
Am Sylvesterabennnn
IEXCA

s
Frucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Homburg vom 27. Dez.

Weizen 8 fl. 3 kr. Korn 7 fl. 3 kr.
Spelz 5 fl. 35.kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— ir., Mischfrucht 7 . 12 tr., Hafer
. 41 tt. Erbsen — fl. - lr., Kartof-
feln 1fl. 15 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
81 kr., ditto 2 Kgr. 21 tr., ditio 1 Kgr.
II tr., Nühfleisch 1. Oual. 16 kr., 2. Quab.
14 tr. Kalbfleisch 12 irx. Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 16 kr., Butter 28 kr.
per Pfd. :

bei Louis Weirich.

F Zu vermiethen sind: 1.. ein Ge⸗
schäftsloeal in der Unterstadt und
2., 2 Zimmmer für eine Arbeiterfa⸗
milie. . ια. J
Zu verkaufen sind: 3 Morgen Acker
auf Hobels *8 Morgen Acer in den Cast ˖
errödern und 2 Wohnhäuser an der . 7* ——
Blieslastelerstraße ·.. 3 Mainz, 27. dec.
Räheres im Geschäftsbureguu Grürchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ehe Westphälinger. ter 2 140 Pfund — il. — kr. — Rog⸗
—— — — — genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Ich habe im zweiten Stocke meines 55 fl. 748 — si ye —*
hauses an der Blieskastelerstraße —5 7 34 57
zwei Zimmer zu vermiethen Lorn (180 Pf M ä α
die sogleich bezogen werden können. 20 kr. — Gerste dI60 Pfd.) 11 fl. 80 fr.
St. Ingbert den 23. Dez. 1867. — — fl. — k. — Hafer (120 Pfd.)
. UI jun. J15fl. 50 kr. — — fl. — ir.

Aodattion, Drud und Verlag von F. x

VDte

p
in St. Ingtert.
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        ö ιι αινν ν ιι Ium ιιιιοι
— —D
mis νν ιι ν mαι qui ô, nä
bu α : — uα α
α ι . αιαι ιαα ιιιιιννι
ιιν ι ιy. α ι ιιäα ν ι pιν ν ν
ui ν , n ι ι ιν ν p
— in ιιι ι —ια e ιι eno n prιαι lrrü
A uun tt nä b , ne a ler ni mett unu uο
ειιν n qua rittt en zue i ιιl ä - n ιι Vι
ν ιι ι*ι ι.— — J. —
Gulut iö net ι ι ι ιιNι— itt ι lun se
ã νν νν νννο ι_ι_ιιι ι αα να
. ι naiν , 7 αν ι Gnινι ιν R αν ενν ν α
n vα ι ιι να ιν ν ν : iril ιιιιν Bνα
man pu, ι — ιι nιν ιι ι. ι ν ιν f taai
— niu ö νννα — aren
rn ι—, e , e vterinnes i m e
— ut uga
α — — ne inz u t 171 α —————— 2 — ꝛi 2u i —
ιι ιιιι s-α —. αα— urn ——— aueit
a s ι ν ν_ο ινια ι pewen
I ι_ÆQν ι Bι F ee Naun ou FJ t — r 6 9 v e d
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— α —1 — — — — Aumn νν α enn — — nu
ιν α_ ιι α ιαν ιι ι n —* Aau inen e vigmes
νä ι α ιιαιινι, ι ” ννι α ν νν ”ναι —J hre
zi? s tn n nis u:n —VV ——— . 8ä, — un Aeru r D —— — —3 8 Amnn
ιι ιι α-. Ane we J c d am xannns utf Ir negh ——
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αt ι ο ͤ ι. e — nheenen ere w e — n 3 vbe
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ιιιιä» ll ιιι ι ι ιι ιι νια
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ν νιιn ν ν e ν m”αο
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ιααι Eο nalν α αι J ι . Vια αι ι mα
en et spitttino pittrtet νιν—:: — deere
iνινB— ιν — lium “ J J 7 331 —ν, νι pre
ιν ι . ιινιν ινιι ι —S ιιν
ι ι—νν α, ιιι νιν ιινι ι ι —
ν- α ιιι ι ι * n tiiene t J en
αι νν ασ ι νιν
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un Ih n n gen brtnih i in v u ινι nuT ιιν Cνιινι
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νιιι ιιιιι ν ι ι σ αιι u
se ä ια αι Q ι , ιια νιαB— α αανι
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ν ιι ιαSν. re 4 A. 9
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— —— ιιινα ν l i ι IB
ν, . ιν ιι. , α α—
α ν— ι— αν
e ιν C νν . ι ι ν I
—— D VV
να N ιιιι
ι ι νν ν ν αα
νν ι ιι ι ι α
eec n ν,.
3 edi be et de w e et fetere ed n ere en hzert yere se ets de e s ee de r v
87 . αι ö ι 7 ιι e ed Waeehe
        <pb n="616" />
        — abzuhalten, welche die Bismarck'preußische Vergewaltigungspo
litik verdammen. (Pf. 3.)

Karls ruhe, 3. Jan. Die hiesige Raths- und Angklage
zammer hat den Drucker der Schrift: „Nochmal den badischen
Berrath.“ Hrn. J. Kleebach in Stuttgart und den Commissionär
herrn K. Auer daselbst, wegen durch die Presse verübter Beleidi⸗
zung eines Mitgliedes des Gr. Hauses durch Verläumdung und
Ehrenkränkung in Bezug auf dessen öffentlichen Dienste als Com—
nandanten der badischen Felddivision in Anklagestand versetzt und
zjur Aburtheilung an die Strafkammer des hiesigen Hofgerichts
verwiesen.

Frankfurt, 1. Jan. Senator Bernus hat die Entlassung
rus dem hiesigen Vürgerverbande bereits erhalten und von Frank
urt in einem Briefe an einen Freund Abschied genommen. Die
einen Patriotismus klennzeichnende Stelle lautet: „Mich von Frank⸗
urt zu trennen, ist mir sehr schwer geworden, und es hat mich
nanch bittere Stunde gekostet, bis ich mit mir einig war. Das
Beispiel meinen Vorfahren, (französische Refugiés) die der Freihet
hrer Ueberzeugung das Vaterland opferten, hat auch mich gestärkt,
daß ich mir die Freiheit meiner Ueberzeugung wahre, als freier
Bürger mir ein Vaterland suche, wo ich als freier Bürger mich
ühlen, als freier Mann dereinst sterben kann, so Gott will. Aber
ch fühle es täglich tiefer, daß tausend und tausend Fäden der
Seele mich an meine liebe Vaterstadt fesseln, daß sie meinem Her⸗
sen immer das wahre Vaterland bleiben wird und daß der erste
jreie Luftzug mich ihr wieder zuführt. Ich wünsche von ganzer
Seele, daß meine Mitbürger meinen Schritt nicht mißdeuten! Der
zanze Stolz meiner Seele war, mir die Achtung und Zuneigung
neiner Mitbürger zu erwerben; möcht' ich davon nichts verlieren,
vas ich mir etwa errunzen habe. Gott segne Frankfurt!“ —
Der Kurfürst von Hessen, dem es in Hanau denn doch nachgera⸗
de etwas zu still hergegangen ist, hat gestern ein Haus des Herrn
3. Rothschild in der neuen Mainzerstraße bezogen, das er vor⸗
läufig auf ein Jayr in Miethe genommen hat.

Aus Rheinhessen, 5. Jan. Der Rücktritt des baye⸗
tischen auswärtigen Ministers Hrn. v. d. Piordten und die mit
einem Nachfolger, Fürsten Hohenlohe, verbundene Aussicht näherer
aund natürlicherer Beziehungen zwischen Bayern und Preußen, der
neuen norddeutschen Centralmacht, eröffnet uns Hessen die Aussicht
daß auch die Tage des längst von den Zeitereignissen überholten
Ministeriums v. Dalwigk gezählt seien. Denn trotz der neuen
Verbrüderung der hessischen Südbunds-Demokraten mit den schwarz⸗
roth⸗goldenen Ideen dieses Staatsmannes aus der Beust'schen
Redeschule, welche die jetzig hessische Kammermajorität geboren
zat, hält man es hier zu Lande doch nicht für menschenmöglich,
daß Hr. v. Dalwigk, der sein Olmütz, in Berlin gefunden hat, seint
„ersprießlichen Dienste“ auch noch für den engeren Anschluß Hes⸗
ens an Preußen verwerthen wolle oder auch unr könne. Mit der
nächsten Haltung Bayerns in der deutschen Frage wird sich aber
vas Schicksal der „Mainlinie“ entscheiden. Wie unhaltbar die
etzigen Zustände Süddeutschlands sind, geht u. A. aus der neue,
ten Erklaͤrung Preußens hervor. wonach das Nesultat der schwe⸗
jenden Verhandlungen zwischen Preußen und Oesterreich über die Re⸗
jorm des Zoll⸗ und Handelsvertrags vom 11. April 1868 kei⸗
eswegs für die süddeutschen Staaten maßgebend sein könne, weil
ziese Staaten eben „freie“ Staaten wären, und denen somit der
aationale Hintergrund — belanntlich in wirthschaftlichen Fragen
jo wesentlich — zum eigenen Schaden momentan fehlt. Diesel⸗
»en haben also entweder nur „Ja“? und „Amen“ zu sagen zu
dem, was Preußen in Wien vereinbaren wird, oder sie müssen sich
n ohnmächtigem Widerstreben abscheiden von dem großen, uns alle
jegensreich umfassenden Zollverband mit seiner ig Leitung

Pf. K.

Aus Kurhessen bringt die „Rhein. Zig.“ eine Corre⸗
pondenz, worin das Urtheil preußischer Offiziere über die disher
hestandenen⸗ kurhessischen Militäreinrichtungen, den jetzt bestehen⸗
den preupischen gegenüber, als ein sehr günstiges dorgestellt ist.
Auch die Sildung der Unterosfiziere lasse nichts zu wünschen üb⸗
rig und in manchen Gegenständen seien dieselben den preußischen
an Kenntnissen überlegen. In derselben Correspondenz wird Kla⸗
ge geführt, über den preußischen Diensteifer beim Einüben der
Mannschaften, der sehr oft all zu handgreiflich wird.

Dresden, 4. Jan. Die „Const. Ztg.“ erfährt, daß sowohl
Herr, v. Varnbüler wie Herr. v. Dalwigk sehr bald das Schid⸗
jal Herrn v. d. Pfordten's theilen werden. XF

Verlin, 3. Jan. Der „Staatsanzeiger“ publicirt eine
königliche Verordnung, betreffend die Uebertragung der Verrichtun⸗
gen des gesetzgebenden Körpers in Frankfurt a. M. auf die stän⸗
dige Bürgerrepräsentation, bis ein neues Gemeindeverfassungsgesetz
erlassen seir wird. — Die „Kreuzzeitung“ sagt: Die Zeitungsge⸗
rüchte über die Ernennung des Generals v. Moltke zum Marine⸗
minister sind unbegründet. — Die Frankiurter Gnmnasien wurden

den altpreußischen gleichgestellt. — Die „Rordd. Allg. Zig.“ de—
mentirt die Nachricht über einen Austausch der Provinz Hanan
gegen Rheinhessen. Nach demselben Blatt wird die Regierung un⸗
verzüglich das nassauische Jagdrecht abschaffen.

Wien, 4. Jan. Nach einem Privattelegramm der „Hamb.
Nachr. von hier hat der König von Italien einen telegraphischen
Neujahrsgruß an den Kaiser gesandt, der von diesem sofort auf
demselben Wege auf das Herzlichste erwidert worden ist. —
„Das „Neue Fremdenblatt“ iheilt mit: „Der Staatsminister
Zelcredi unterbreitete dem Kaiser einen Antrag, daß allen wegen
PBreßvergehen und Preßverbrechen Verurtheilten, daher vom acti—
den und passiven Wahlrechte Ausgeschlossenen, die Rechtsfolgen nach⸗
zusehen find.

Agram, 5. Jan. In Folge aus Wien eingelangter Ordre
hat der croatische Landtag seine Sitzungen einzustellen. Heute fin⸗
det die letzte Sitzung statt.
Frankreich.

Paris, 2. Jan. Der hiesige Correspondent der Wiener
Presse“ schreibt: „Die hiesige Schriftstellerwelt ist in großer Auf⸗
egung über ein bevorstehendes Duell zwischen den Herren Henri
de Rochefort, dem bekannten geistvollen Chronisten, und Paul de
Tassagnac, der seit einiger Zeit alle Welt in den Spalten des
„Pays? mit seinen Invectiven überschüttet. Ein gehässiger Artikel
des Letzteren war die Veranlassung zu der Her rusforderung, die
auf die allerschärfsten (7) Bedingungen ftattfand. Die beiden Zeu⸗
gen des Herrn Rochefort, die Herren Parotte und Thiery, Lieute⸗
zant im Garde Zuaven⸗Regiment, beständen zunächst auf dreima⸗
igem Kugelwechsel aus eine Entsernung don 15 Schritten. Die
Zeugen des Herrn de Cassagnac, Herr Roy de Ledignan, ebenfalls
Lieutenant im selben Regiment, und Herr Delatouche, Secretär
des Hrn. Granier aus Cassagnac sen., bestritten diese Bedingungen,
und man einigte sich schließlich auf eine Distanz von 30 Schritten,
mit der Erlaubniß für jeden Combattanten, fünf Schritte vorwärts
zu schreiten. Das Duell sollte heute auf der belgischen Gränze
staftfinden; Herr Giraud, Oberst der Zuaven, verweigerte jedoch
einen Offizieren die Erlaubniß zur Abreise, und da Herr de Cas⸗—
iagnac den Zweikampf durchaus nicht in Frankreich ausfechten
wollte, sahen sich die Combattanten zur Wahl neuer Zeugen
genöthigt. Weitere Nachrichten liegen über die Angelegenheit
uicht vor.

Paris, 3. Jan. Die „France“ erzählt Folgendes, um zu beweisen
vie in Holstein die Stimmung gegen Preußen ist: Ein Preuße
sprach gegen ein Mitglied der holsteinischen Stände seine Freude
nmis, die Holsteiner bald an der Seite der Preußen im norddeut⸗
chen Parlamente sitzen zu sehen. „Ja“, antwortete der Holstei⸗
ner, „Sie werden uns mit den Schleswigern in der Fraction
der Polen finden.“

Paris. 4. Jan. Wie nunmehr gemeldet wird, hat das
zeabsichtigte Journalisten-Duell zwischen Cassagnac und Rochefort
auf beigischem Boden wirklich stattgefunden und soll der Letztere
verwundet sein.

Paris, 4. Jan. In den östlichen Departements organi⸗
siren sich jetzt regelrechte Compagnieen von freiwilligen Schützen
zur Abwehr eines eventuellen Einfalls der Preußen. Wie sich die
Zeiten ändern? Die Regierung begünstigt diese Regungen des
kriegerischen Geistes, weil sie Nutzen für ihre Armeereformpläne
daraus · zu ziehen hofft. Trotz aller Versicherungen des „Abend⸗
moniteur“, daß die Erinnerungen von 1815 verwischt seien und
das Verhältniß Frankreichs zu Deutschland sich auf das Freund⸗
chaftlichste gesialten werde, sieht man es dennoch nicht ungern,
venn das Andenken frisch erhalten bleibt, daß die Preußen im
Jahre 1815 ssich ganz besonders unangenehm gemacht und sich
ils die bittersien Feinde gezeigt. Auf diese Thatsache, deren sehr
iatürliche Erklärung man verschweigt, weist auch der „Internatio⸗
nal hin, der auch noch jetzt in befreundeten Beziehungen zum aus⸗
värtigen Amte steht. Das Blatt hofft übrigens, daß die Bil—
umg der Freiwilligencorps der Preußen als peremtorische Ant⸗
vort auf ihr hochmüthiges sans gèêne dienen werde. Ein Stoß⸗
eufzer über die offenen Grenzen fehlt natürlich nicht, und doch
vird Preußeu anzeklagt, es sae in Deutschland unausgesetzt Haß
jegen Fraukreich. Als wenn nicht die tolle Grenzen⸗Manie der
Franzosen zur Erklärung des wohlberechtigten Mißtrauens des deut⸗
chen Volkes ausreichte. Edgar Guinet, der im , Temps“ eine
Neihe von Artikeln über die deutschen Angelegenheiten von deut⸗
jchem, französischem und europäischem Gesichtspunkt beginnt, bleibt
ebenfalls auf einem einseitigen Standpunkt, wenn er den Vor—
wurf wiederholt, Preußen habe den deutschen Kosmopo litismus in
rin reizbares und unangenehmes Nat'onalgefühl verwandelt. In den
Augen eines Deutschen kann diese Anklage nur ein Compliment
für Preußen sein. Die französische Phantasie will übrigens jetzt
vieder ganz bestimmt vermessende und aufneh:nende preußische In⸗
renieur⸗e in den ästlichen Propinzen entdeckt hahen — Dem Staats-
        <pb n="617" />
        cath lieqt gegenwaͤrtig ein Gesetzentwurf vor, der die Bestimmun⸗
jen von 18158 über die Raturalisirung in sehr liberaler Weist
nodificirt. Während gegenwärtig ein Fremder nach Einreichung
eines Raturalisations⸗ Gejuches noch zehn Jahre in Frankreich an⸗
assig bleiben muß, ehe er das volle Bürgerrecht erhält, wird durch
as neue Gesez diese Wartezeit auf drei Jahre abgekürzt. Und
ziese Frist kann selbst auf ein Jahr herabgesetzt werden für die⸗
enigen, welche dem Lande irgend einen großen Dienst geleistet,
J. B. eine neue Industrie eingeführt haben. (Pf. K.)

Paris, 5. Jan. Der „Etendard“ läßt sich melden, daß
Herr Rios Rosas augenblicklich auf dem Schlosse von Carthagena
gefangen gehalten wird. Marjchall Serrano mit denjenigen seiner
Idjuianten, die ihn begleitet haben, befindet sich in Alicante, wo
re die Befehle der Regierung erwartel. Was die übrigen verhaf—
cten Deputirten, 12 bis 15 an der Zahl. betrifft, so sind fie zum
Theil auf den canarischen Inseln, zum Theil auf den Balearer
internirt.
Belgien.

Brüssel, 5. Jan. Großes Aufsehen mache n die heute be⸗
kannt gewordenen Erklärungen der Minister des Auswärtigen und
der Finanzen in der Sitzung vom 28. Decemb. der ersten Kammer
der holländischen Generalstaaten, welche den belgischen Minister Ro⸗
gier einen Revolutionir nannten und sein Verfahren in der Schelde⸗
Angelegenheit als unschicklich bezeichneten. Man fürchtet, daß es
zu dem Abbruche der diplomatischen Beziehungen zwischen Belgien
und Holland kommen könnte. (Koln. Zig.)

Italien.

Am 1. Jan. trat in Italien das Gesetz über die Aufhebung
der Kloͤster inz Leben. Die Kloster und Kirchengüter sind bereits⸗
dem Staatsgut einverleibt und es handelt sich jetzt um deren Flüj⸗
sigigmachung Die Maßregel hat indessen viele Gegner, welche
Freiheit auch für die Kirche und für die Mönche wollen. Der
Diritto“ dagegen, ein Organ der Linken, sagt: „Die Kirche ist
zine Feindin, man nuß sie als eine Feindin behandeln. Die Auf⸗
hzehung der KQloͤster ist auch im größten Theil von Italien deßhalb
—D das Predigamt da⸗
jelbst fast ausschließlich durch Ordensgeistliche versehen werden und
es Pfarrer in deutschem Sinne nur derhälinißmaäßig wenige gibt.

Gif. Itg.)

Florenz. Die Akten des Processes gegen den italienis chen
Admiral Persano sind geschlossen und werden nun dem öffentlichen
Ministerinm und sodann dem Admiral selbst. um etwaigen Be—
merkungen des Letztereu Raum zu lassen. zur Einsicht übergeben.

Floreuz, 3. Jan. Die „Italie“ sagt, daß die Verhand
lungen mit Rom in günstiger Weise voranschreiten. — Der Ko—⸗
aig hat die Generale Cialdini und Rossi, sowie den Senator
Paleacaba mit dem Anuunciaten⸗Orden decorirt.

Spanien.

In dem Augenblick, wo Spanien wieder die öffentliche Auf
merksamkeit nach sich zieht, bieten Details über die dorligen Zu⸗
ande ein erhöhtes Juteresse. Schulbildung ist dort noch so we—
nig verbreitet, daß 12,479 Gemeinderäthe, 422 Bürgermeister,
938 Adjunkten und 11,119 sonstige Beamten weder Lesen noch
schreiben kͤnnen. Von den niederen Volksklassen koͤnnen nur Ein⸗
zelne lesen; die Presse kunn daher nur geringen Einfluß üben
Iind der Streit über die politischen —A
eiführern überlassen, so daß fortwähreid dieselben Namen dabei
nuftauchen. Daraus erklärt sich aum der tiefe persönliche Haß
der leiienden Staatsmänner und das Vestreben, mit den Institu⸗
sonen auch deren Vertheidiger auszurotten.

Madrid, 3. Jan. Rach der Correspondencia“ besseht der
Plan des Kaisers Maximilian darin, die entfernteren Provinzen
ju räumen und seine Truppen in ein Armeecorps unter Mejia,
Miramon, Mendez und NMarquez zusammienzuziehen. Außerdem
sollen 3 Contreguerillas orgornisnnt und unter Befehl des franzd⸗
iischen Obristen Dupin gestellt werdein. Iwei derselben werden
iner Dupin in Vera⸗Cruz und den heißen Ländern bleiben, das
rinte unter Vidaurri am Nio Grande operiren. Die Rathschläge
3 Generals Canelnan sollen dieser Organisation nicht freind sein.

Türkei.
Konstautinopel, 8. Jan. Die Aufständischen auf Kandia
rlitten eine Niederlage bei Vhonia, wo 6000 freiwillige Hellenen
und Italiener mitkämpften. Die Distrilte Hisamos und Selinos
ind unterworfen. Der Kriegsdampfer Ismail“ uͤberbrachte
3000 Gewehre und Trophäen, die von den Bauern abgeliefert
worden sind.
Nußland.
St. Petersburg, 5. Jan. Durch kaiserl. Ukase sind
zussische Nealements in der voluischen Finanverwaltuna eingeführt

und ist eine provisorische Schatzdirection in Warschau eingesetzt
e Die Gouvbereure haben ausgedehnte Vollmachten er⸗
lten.
Amerika.

Washington. Die amerilanischen Congreßverhandlungen
m Senate über Zulassung der Farbigen im Gebieie des Distrik⸗
es Tolumbia führten zu einer lächerlichen Discussion über das
Stimmrecht der Weiber, indem Cowan, der demokratische Sena⸗
tor für Pennsylvanien, ein Amendement zu Gunsten dieser Maß⸗
regei einbrachte. Hr. Anthony erflärte, es sei unlogisch, daß,
venn eine Fran als Königin regieren konne, den Frauen das
Stimmrecht vorenthalten werde. Hr. Williams war der Ansicht,
Frauen sollten das Stimmrecht nicht haben, da sie ohnehin jschon
gewaltig viel Vorrechte besäßen, und bemerkte es sei der Stolz
und der Ruhm der Amerikaner, das weibliche Geschlecht zu lieben
ind zu ehren. Dann aber, mit einem plötzlichen Uebergang aus
jeinen Complimenten, erklaͤrte er, stimmberechtigte Frauen wurden
edes Haus zur Hölle auf Erden machen. Hr. Waden befürwor⸗
ete den Vorjchlag; als er zur Begründung uͤberging, hielt er dem
Hause vor, es würde eine sehr schwierige und verwickelte Sache
in. die Scheidelinie zwischen Mann und Weib zu ziehen, da
heide denselben Gesetzen unterworfen seien. Bei der namentlichen
bstimmung fanden sich die Kämpfer für Frauenrechte in einer
Rinorität don 9 gegen 87 Stimmen und damit sind die Aus—
ichten der Damen auf die Senatorwürde für diesmal wieder zu
vichte geworden.
Vermisschtes.

4 München 2. Jan. Der preußischen Hypotheken⸗ Versicher⸗
ungs⸗Actiengesellschaft in Berlin ist die seither auf den Regierungs⸗
zezirk der Pfalz beschränkte Befugniß zum Geschäftsbetrieb auf die
ämmtlichen Regierungsbezirke ausgedehnt worden. Hauptagent
der Gesellschaft ist Herr Protengeier in Nürnberg.

München, 5. Jan. Der h. Stadtcommandant von Mün⸗
hen, Generallieutenant Ritter d. Manz, ist nach mehrwöchentlicher
rankheit in vergangener Nacht gestorben.

Speyeir, 5. Jan. Wir haben einen Alt unerhoͤrter
Rohheit zu berichten, der an unserem Dome verübt wurde. Die
mteren sechs Sculpturen an den drei Portalen, von der Meister⸗
jand Renn's verfertigt, wurden, wahrscheinlich in der Neujahrs⸗
acht, sjämmtlich verstümmelt. Dies gili besonders von den sinn⸗
ildlichen Figuren der beiden Seitenportale, wo mit einem schwe⸗
en Wertzeug die Gesichter abgeschlagen sind. Wir enthalten uns
eder weiteren Bemerkung; die Handlung erregt hier die allgemei⸗
e Entrüstung, und un sere Stadt selbst muß wünschen, daß der
bder die Thaler nicht unbekannt bleiben. Gf. 3.)

Cin übermüthiger junger Ausländer forderte in einem
affeehause zu München die Anwesenden auf, mit ihm Billard,
die Parthie um einen Dulaten zu spielen. Niemand wollte entri⸗
ten. „Kun denn,“ rief der Fremde, „wer spielt die Parthie um
eine Ohrfeige ?“ „Do bin i do,“ erwiderte ein anwesender Spaß⸗
vogel, irat zum Billard und ergriff ein Queue. Bevor aber noch
die Parthie begann, sprach der Münchener sehr höflich: „Mo lieber
herr! 's is in Boarn —X—
sen anfängt — und hiermit verabreichte er dem Fremden eine
derbe Ohrfeige; bevor aber dieser wieder zur Besinnung kam, war
der Münchener längst verschwunden. (Weil sie fürchterlich rasch
ind.)

7 Hohenecken, 3. Jan. Ein ungewöhnlich starker Wolf
vurde amn 2. d. Mis. durch Herrn Revierfoörster Martin zu Stei⸗
gerhof bei Landstuhl erlegt. Derselbe hatte Nachts vorher bedeu ·
ende Wegstrecke im Stemnpelberger⸗ Hohenecker⸗ Staatswalde zurück⸗
elegt und sich schlieklich nach Verfolgung eines Rehes in den Gro⸗
zerberg, oberhalb des Eimiedlerhofes, gesteckt. Die Verfolgung
ieses, dem Wildstande so sehr gefährlichen Raubthieres ist Hrn.
Forstwart Gukeubühl vom Einsiedlerforsihaus zu danken, welcher
die Fährte des Wolfes mit Unierfoͤrsier Dech von dorten beharr⸗

ich verfolgt hatte. Gegenüber den in Menagerien befindlichen
Wolfen, ist dieser Wolf von verdoppelter Stärke und daher die
Hefaͤhrlichkeit erklärlich. Wahrscheinlich kam er aus den Ardennen.
pBerhin. Aus den Motiven des preußischen Gesetzent⸗

wurfs über die JInvalidenversorgung ersehen wir, daß von 11

Armeecorps (ein Armeecorps hat seinen Vericht noch nicht einge⸗

andt) bereits 2125 unter tzungsbedürftige Frauen nachgewiesen

ind, welche der letzte Krieg und der dänische zu Wittwen gemacht.
hat. Unterstützungsbedürftige Kinder unter 15 Jahren, welche in
diesen Kriegen ihre Ernährer derloren haben, sind 2655 nachge⸗
viesen. Von jenen 2125 Wittwen kommen 1921 auf gemeine

Zoldaten der Linie, Reserve und Landwehr, alijs auf Personen,

delche das Kriegshandwerlk nicht berufsmäßig beireiben. Die un⸗

serstützungsbedürftigen Hinterbliebenen der Offiziere, so wie über⸗
haudi die Hinterbsiebenen von Versonen der Marine sind in obi⸗
        <pb n="618" />
        F eeun uν oαισσ —”ι Gi de
l vιι ninaent
—R

utta minas ι hitt ιι ι
e ι ꝛ nι e
__ αα ι ιιν. νι
αιι α ι ꝓ ιιιιν α
LII ιιι ν α ——
ztlt , , α fuit αN αι ν ν
ʒig in ααν9 rite iy ι αι ιι.
nt ι ι ν ι ιι ιν ,νιια

t.α) ni ιιν ινι,—

n n e, νι, V 4
ιι ια α u öα -αιι
n ) rru N:tι α— νι ι.
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zu machen; die Fortschrittspartei will eine Resolution wegen a
girenden Votums einbringen, deren Fassung noch nicht festgesetzt
st; das linke Centrum ist noch unschlüssig, etwa zehn Mitglieder
desselben dürften die Refolution der Fortschrittsfraction unter
schreiben.

Berlin, 4. Mai. Die Luxemburger Angelegenheit geht
nunmehr ihren Gang — es ist nichts anders zu melden, als daß
der Gedanke an die Räumung der Festung ein peinliches Gefühl!
nicht blos in Süddeulschland hervorruft und daß die Raumuncç
selbst, wenn sie statthaben wird, das Signal zu heftigen Angrif
sen gegen den Grafen Bismarck nicht blos in Süddeutschland
geben wird. Aber der Nachricht der „Correspondance de Berlin“,
welche sich eines Tages als das Privatuniernehmen eines be—
annten Banquiers und Börsenspekulanten entpuppen dürfte, daß
Preußen zur Räumung der Festung vor dem Zusammentritt der
Tonferenzen ausgefordert worden sei, muß entschieden widerspro⸗
chen werden. Von einer solchen Aufforderung ist hier nichts be·
tannt. — Wegen der Vergrößerung des Laudes hat man eine —
Vereinfachung des Geschäftsganges in amtlichen Dingen beschlossen. 3.
die zunächst darin bestehen wird, daß die Zahl derjenigen Ger —
Pnstände beschränkt wird, für welche bisher die Entscheidung des
önigs nöthig war. — Der „Staaisanzeiger“ veröffentlicht
heute das Gesetz d. d. 19. Jannar, wonach dem Großherzog von
Oldenburg als Entschädigung dafür, daß er seinen —2
auf Schleswig-Holstein entsagt hat, eine Million Thaler aus den
Staatseinnahmen pro 1866 berichtigt werden soll.

Pesth, 8. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin (für Ungarn
blos König und Koönigin) kommen definitiv am 8. Mai hierher.
— Ein Journal meldet aus sicherster Quelle, daß die Pferdean⸗
aufe für Frankreich doch noch fortgesetzt werden.

Frankreich.

Paris. Der London „Advertiser“ spottet Derjenigen, wel⸗
che mit Luxemburgs Neutralisirung die Kriegsgefahr gebaunt glau⸗
ben. Luxemburg sei nur der Strohhalm, der die Richtung des.
Windes verrathe. Was Frankreich wolle, —
leinen Stücken vor Belgien und Holland. Dieß Gelüste werde
ihm keine Conferenz austreiben.

Paris, 2. Mai. Aus Barcelona wird gemeldet: Bei ver⸗
chiedenen Stiergefechten haben Seitens der Bevölkerung feindliche
Demonstrationen stattgefunden; es wurden schleunigst Truppen
nach der Provinz Tarragona beordert, wo bewäffnete Banden sich
sämmeln. Das Losungswort der Insurgenten soll sein: „Es
lebe Prim und die Republick, nieder mit der Koͤnigin und
Narvaez!“

Paris, 8. Mai. Die Patrie bestätigt, daß das Lager von
Fhalons am 12. Mai eröffnet werden wird. Das Blait sagt
ferner: Die militärischen Maßregeln, welche gegenwärtig noch
tattfinden, waren bereits vor der im Moniteur veröffentlichten
Note angeordnet.

Paris, 8. Mai. In der Sizung des gesetzgebenden Kör—
pers von heute verlas Marq. de Mouftier eine Mittheilung der
Regierung über die auf Luremburg bezüglichen Fragen, die nun—
nehr der Prüfung der Großmächte überwiesen sind. „Es sind
lebhafte Unterhandlungen zwischen den verschiedenen Höfen geführt
worden. Ein erstes und wichtiges Ergebniß wurde erlangt, und
die Regierung glaubt einem gerechtfertigten Gefühl der Besorgniß
des gesetzgebenden Körpers zu enisprechen, indem sie ihm offizielle
Mittheilung hiervon gibt. Oefterreich, Frankreich, Großbritannien,
Preußen und Rußland haben sich heute mit dem Konig der Nie⸗
derlande, als Gro herzog von Luxemburg, darüber geeinigt, eine
Lonferenz, in welcher jede auf das Großherzogthum bezügliche
Schwierigkeit gelöst und die internationale Lage dieses Gebietes

geregelt werden soll, auf der Grundlage der Neutralisirung des
Broßherzogthums, zu erbffnen. Auf Initiative des Koönigs von
Holland wurde beschlossen, daß die Conferenz am 7 d. zusammen⸗
treten soll. Die Gesinnungen welche alle Regierungen erfuͤllt, die
zwischen Ihnen vor der Feststellung der Conferenz ausgetauschten
Anschauungen geben uns die Versicherung, daß aus diesen Bera⸗
chungen eine den Interessen und der Wuͤrde der in dvie Frage
hineingezogenen Mächte entsprechende Lösug gefunden werden
vird und dieses Uebereinkommen wird den Frieden Europas be⸗
jestigen. Getreu dem Verhalten, das fie sich vorgezeichnet hat,
wird sich die Regierung des Kaisers im gegebenen Augenblicke be—
eilen, dem gesetzgebenden Körper die Ergebnisse der Londoner Con—
jerenz vorzulegen.“

Der Moniteur veröffentlicht heute die am 29. März 1867
von Frankreich und Preußen unterzeichnete Erklärung über die
Regulirung der Schiffahrtsgelder auf dem Canal des Saar⸗Koh—
ienbeckens. “a

Der Etendard ist im Stande, die Rachricht der Presse von
der bevorstehenden Abberufung des Grafen v. d. Goltz und des

dahin zu dementiren, daß sie, was Hrn.
inbegründet ist. ga

ie Änion fängt nun auch an,“ in den
sion nationale einzustimmen und mit
r Angelegenheit unzufrieden zu werden.
rede des. preußischen Königs sei die
diese bedrohe aber Frankreich in ho⸗
ig Luxemburgs würde wohl dem fran⸗
rheit gebracht haben, aber die Neu⸗
achlage gar nichts u. s. w. Es ist zu
iher die Erwerbung Luremburgs stets
estellt hatte. In einem zweiten Ar⸗
Nißtrauen gegen die jetzigen friedlichen
ze aber zu den Auslaffungen dieser
tdie allgemeine Ueberzeugung des
id in Mühlhausen, den Departements
Petitionen um Frieden an den Kai⸗
n Mühlhausen erklärt die Nachricht
ische Fabrikanten sich zur Ausrüstung
alsch. — Hr. Charles Lucas, Mit⸗
hen Senat eine Petition gerichtet,
trafe zu unterfagen.

3 Journal Le Monement sagt, die
„arantierung der Neutralität Luxem⸗
rsichert, die zur Berichterstattung uͤber
dergesetzte Commission wolle der Kam—
Contingent alle Jahre festzusetzen.
re soll funf Jahre, in der Reserve

*
—

Patrie sagt: Belgien und Italien
z Einladungen erhalten haben.
QpcaRp Constitutionel macht darauf auf⸗
wirsalig vuß purrz—nr olos durch den großen Zufluß von
Fremden, die zum Besuch der Ausstellung in diesem Jahre hier⸗
jer kommen werden, sondern auch vorzugsweise durch den Besuch
iner großen Anzahl gekronter Häupter, die von derselben heran⸗
ezogen werden, sehr glänzend sein wird. Es befinden sich augen—
licklich in Paris der König von Griechenland, Prinz Oscar von
Schweden. Binnen einigen Tagen erwartet man den Koͤnig und
die Königin der Belgier, die Koͤnigin von Portugal, den Prinzen
von Wales, den Prinzen und die Prinzessin von Preußen. —
Man erwartet gleichfalls nächstens die Ankunft des Kaisers vou
stußland mit zweien seiner Söhne, die des Kaisers und der Kai—
erin von Oesterreich und sogar die des Konigs von Preußen.
Auch der König und die Königin von Spanien werden Paris
esuchen, sowie der Vice-König von Egypten. Seit fünfzig Jah—⸗
en“, ruft Herr Boniface mit großem Wohlbehagen aus,“ ,wird
Baeis nicht innerhalb seiner Mauern eine solche Versammlung
on Herrschern gesehen haben.“
Belgien.
Brüssel, 8. Mai. Die Regierung hat eine große Waffen⸗
hestellung in Lüttich gemacht. Bei verschiedenen Fabrikanten ist
zie Umgestaltung von 105,000 Gewehren bestellt; weitere 835,000
verden durch die Waffenfabrik des Staates hergestellt.
BGHolland.

Haag, 5. Mai. Der niederländische Gesandte in London,
Bentinck, ist zur Vertretung Hollands auf der Londoner Conferenʒ
esignirt.
England.

London. Der „Daily Telegr.“ sagt, nur Bosheit und
-chlechtigkeit konnte einen Krieg zwischen so mächtigen Staaten
oie Preußen und Frankreich wuͤnschen; die Cibilisation und der
Keichthum der Welt hätten dabei vernichtet werden können. Es
väre einem Todesurtheil gegen hunderitausend Menschen gleich⸗
ekommen, vielleicht ebenso viel Häuser und Hütten wären in
Deutschland und Frankreich niedergebrannt worden, die streitenden
Nächte hätten ihre schwere Verantwortlichkeit erlannt und die ganze
Nenschheit würde die Regierung verdammen, welche die Friedens⸗
offnungen nun täuschen würde.

— Die orrespondencia“ in Lissabon meldet unterm 28.
). M., daß der König und die Königin, von Portugal um die Kosten ihrer
seise zur Pariser Ausstellung bestreiten zu können, eine Anleihe
»on 4 Millionen Realen beim Hause Knowles und Fortue in
dondon gemacht haben. Die englischen Bankiers liefern dies
veld gegen Garantie auf die liegenden Güter des Hauses VBra⸗
ganza. Die Regierung hat den Cortes einen hierauf bezüglichen
vesetzentwurf vorgelegt, der augenommen worden ist.

Italien.

Florenz, 2. Mai. Die Büdgetcommission beantragt die

Interdrückung der Ministerien des Handels und des Unterrichts.
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