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Der St. Ju'gberter Anzeiger“, mit seinem Ünterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstug
und Samstag.n„Abonnexientshreis viextelzährig 45 Hrzr. oder 13Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
un , uν ar Blattschrift oder deren: Raum berechnet. e
Nro. 1. ih Donnerstag⸗ den 2. Januar 1868
äα —r v 4 n
uale Deutschland. —
Munchen, 28. Dec. Ueber die Wahlen in das Zollpar⸗
lament ist vom Staatsministerium des Innern und des Handels
eine Instruction ergangen, woraus wir Folgendes entnehmen:
Das ganze Konigreich ist zu diesem Behuf in 48 Wahlkreise ein⸗
getheilt, welche nach Art. 8 des Gesetzes von den Diftriksposizei⸗
hehörden zum Zweck des Stimmgebens wieder in kleinere Wahl—
bezirle und zwar diesinal nach der Vollszählung vom Jahre 1864
gelheilt werden, mit möglichster Beachtung der Gemeindegrenzen
und der bestehenden Distriktseintheilung in den Städten. Jede
Gemeinde bildet in der Regel einen Wahlbezirk für sich, kleinere
Gemeinden sind zu einem Wahlbezirk zu vereinigen oder einer he⸗
nachbarten größeren Gemeinde zuzuweisen, dagegen Städte und
gröhere Gemeinden in mehrere Wahlbezirke zu theilen. Kein
Wahlbezirk darf meht als 3500 Seelen enthalten. Die Distrikts⸗
polizeibehörden haben für jeden Wahlbezirk den Wahlvorsteher, der
die Wahl zu leiten hat, und einen Stellvertreter desselben für
Berhindernngsfälle zu ernennen. Die Wählerliste ist in jedem
Wahlbezirke, gemäß Art. 10 des Gesetzes, doppelt herzustellen und
ipätesiens bis zum 10. Januar k. J. zu Jedermanns Einsicht öf⸗
fentlich aufzulegen; längstens bis 24. Januar sind alle gegen
die Liste (innerhalb 8 Tagen nach ihrer Auflegung) vorgebrach
ten Einwendungen zu entscheiden und den Betheiligten zu eröff
nen. Als Tag der Vornahme der Wahl ist Montag den 10. Fe—
bruarek. J. festgesetzt; die Wahlhandlung beginnt Vormittags
10 Uhr und wird Abends 6 Uhr geschlossen. Zur Ermittelung
des Wahlergebnisses ist von der betreffenden Kreisregierung für je—
den Wahlkreis ein Wahlcommissar zu ernennen. Sämmtliche
Wahlverhandlungen sind dem Handelsministerium zur weiteren
Mittheilung an das Zollparlament vorzulegen.
München, 28. Dec. Das Generalcomite des landwtirth⸗
schafteichen Vereines hat in einer an die Kammern des Landtages
gecichteten Vorstellung beantragt, es möge, soferne eine Steuer—
erhöhung nothwendig werden sollte, diese sämmtliche Steuergattun
zen gleimmäßig treffen, von einer einseitigen Erhöhung der Grund
deuer, sonach Umgang genommen werden.
München, 29. Dec. Das Eisenbahngesetz, wel—
ches hundert und hundert Gemeinden in Spannung erhält, hat
jetzt, wie ich hoͤre, die Berathung des Kriegs- und Finanzmini—-
steriums passirt und ist nun wieder an das Handelsministerium
zuͤrückgelangt, von wo aus es den weitern gesetzlichen Weg der
Berathung durchlaufen wird. Man hofft, daß es bis Mitte Januar
den Kammern vorgelegt werden könne. Aus sonst gut unterrichte⸗
ler Quelle erfahre ich soeben, daß unser Handelsminister und Heer
b. Varnbüler demnächst sich ein Rendezwous geben, um gemeinsam
die Projecte zu besprechen, welche das erweiterte bayerische Eisen—
bahnnetz nach sich ziehen wird, wahrscheinlich handell es sich in
ersier Reihe darum, den Anschluß der über München nach Lands-⸗
berg und Memmingen führenden Braungauͤerbahn an die würtem—
betgischen Bahnen zn finden und zu bestimmen.
Dienstesnachrichten.
Zufolge Regierungsbeschlüssen vom 18., 20., 21. und 25.
December 1867 wurde der Schulv rweser Wilhelm Strack zum
Lehrer der mittleren Mädchenschule in Landstuhl vom 1. Januar
1868 an; der protestantische Lehrer Ludwig Zint von Miiesau
zum Lehrer an der dortigen protestantischen deutschen Schule in
definitiver Eigenschaft und und der Schulverweser Wilhelm Göppel
in Trippitadt zum Lehrer an der protest. deutschen Schule zu
Mehlingen von 1. Januar 1868 an; der Schuldiensterspectant
Dtto Brumaun von Göcklingen zum Schulverweser an der protest.
deutschen Schule in Steinweiler vom 1. Januar 1868, dann der
Schul diensterspectant Friedrich Ernst von Oberotterbach zum Schul—⸗
verweser an der Protest. deutschen unter Schule in Impflingen
bvom 6. Januar 1868 an ernaunt.
Frankfurt, 27. Dec. Durch eine unterirdische Telegra⸗—
ohenleitung sind unjere Westbahnhöfe von den Störungen befreit

E

worden, welche der oberirdische Apparat bei deren käglich steigen⸗
dem Verkehre mannigfach verursachte. Ueberhaupt stehen dem hie⸗
sigen Telegraphenwesen allerlei Verbesserungen: bevor. in Man wird
bom neuen Jahre an den' Versuch mit bder Errichtung von Filial⸗
Telegraphen⸗Bureaux machen für Aufgabe der Depeschen, wodurch
den entfernter vom Hauptbureau wohnenden Publikumder Weg
zu diesem gespart werden: soll. Auch beabsichtigkman ein eigenes
Bebäude für das Telegraphenwesen zu acquirirewm;“bis gJetzt ist
nan zur Miethe im Borfengebäude. i hlen nt
Marburg, 27. Dec. Die „O. Z.“ bringt folgende son⸗
derbare Nachricht: „Man erzählt sich, daß in umliegenden Ort⸗
schaften Listen colportirt würden, worin die Ortseinwohner sich zu
erklären aufgefordert würden, ob sie für den Papst seien oder für
Baribaldi.“ en
Berlhin, 27. Dec. Von hier wird dem „Fr. J.“ geschrie⸗
ben: Die allgemeine Aufmerksamkeit wirdsjetzt von so vielen Din⸗
zen in Anspruch genommen, daß es schwer ist, zu bestimmen.
velche Angelegenheit vorzugsweise die Menschen beschäftigt. Da
st vor Allem die Noth in Ostpreußen, welche allmälig Dimen⸗
äonen annimmt, die man vor Kurzem noch als unmöglich be—
eichnete. Man ist hier sehr bereit, nach Kräften helfend einzu⸗
zreifen, sowohl von Seiten der Regierungen, als auch der Priva⸗
sen, aber, und das muß zu den ernstesten Betrachtungen Anlaß
zeben, der Privatwohlthätigkert ist eine enge Schranke gezogen durch
das Können. Gerade die Mittelklassen, welche sich sonst bei soi—
hen Gelegenheiten am eifrigsten zeigten, und welche stets verhälte
nißmäßig mehr gaben als die Reichen und Wohlhabenden, find
aach der langen Geschäftsstockung nicht in der Lage, viel zu fhun;
ie müssen sorgfältig ihre Nothpfennige zusammenhalten Angefichts
der auch hier drohenden Theuerung. Unter solchen Umständen
dlickt mn natürlich mit ängstliche Spannung nach Außen, um
zu erforschen, ob der politische Himmel sich aufkläre, damit die
dZoffnung auf Erhaltuug des Friedens Hoffnung erwecke auf Be⸗
ebuag des Handels, auf neuen und reichlichen Verdienst. Leider
rifft da der Blick nicht auf Tröstliches. Wendet er sich nach Au⸗
zen, so sieht er in Paris die Discutirung eines Gesetzes, welches
die französische Armee vermehren soll, gewiß kein Zeichen des Frie⸗
dens, wenn man bedeukt, daß die Finanzen Frankreichs eigentlich
dringend eine Einschränkung in den Ausgaben für das Miilitär
fordern. Blichen wir nach Süden, so finden wir Italien noch fort«
dauernd in fieberhafter Aufregung, das Voll will Rom als Haupt⸗
ttadt des einigen Reiches sehen. die Regierung kann sich der Be⸗
rechtigung dieses Verlangens nicht verschließen, uud doch weiß sie,
daß der mächtige Nachbar seine schützende Hand über die Residenz
des Papstes ausstreckt, und daß ein Ungriff auf Rom das Signal
eines Krieges zwischen Frankreich und Italien sein würde. Eden⸗
owenig wie der Süden und der Westen, zeigt uns der Osten
Tröstliches. An den Ufern der Newa findet augenblicklich ein
zrozer Rath aller russischen Diplomaten statt, dessen Zweck nur
sein kann, den Kaiser aufzuklüren über die Stellung, welche die
einzeluen Mächte zur orientalischen Frage einnehmen. Wird der
Bericht so lauten, daß Kaiser Alexander sich entschließt, den Ver⸗
uch einer Löfung dieser Frage, welche schon einmal dem russischen
Ansehen eine tiese Wunde geschlagen hat, aufzuschieben ? Moglich,
daß er nach Auhörung seiner getreuen Rathgebereinen solchen
Wunsch hegt, aber sollten die Vorbereitungen nicht schon so, weit
zediehen sein, daß ein Halt nicht mehr mozlich ist 2. Die Pläuke—
eien zwischen der Pforte einerseits und Pontenegro und Serbien
andererseits geben gerechten Grund zu einer solchen Annahme.
So scheint es sich nur darum zu drehen, wo das Signal zu einem
zroßen europäischen Kriege gegeben werden soll, in Rom oder an
der Donau. In beiden Fällen muß Preußen diesmal schnell Par—
ten ergreifen, ein Zaudern wie in den Jahren 185 und 1839
lis heute nicht mehr möglich. Daß bei einem italienisch franz
sichen Couflicte Preußen auf Italiens Seite stehen wird, ueh neu
wir als ganz selbstverständlich an und wir hätten alsdann einen“
rieg am Ryein, dem sich, falls Oesterreich, wie man hier allgemeine
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        antumt, mit Fraukreich geht, badd ein Atieg in Suddeutj ch⸗ Fraukreich.
land und us der jachsig- boöhmischen Greuze zugesellen wilrde. Bricht Paris, 28, Dec. Wie die Presse“ erfähtt. jal der
der Krieg an der Ddnau F Preußen. davon ist man Zaiser beschlossen haben, den Narjchall Dac Mahon nicht mehr
n t uo z ace rve
eichfalls gero ten. er Marschall würde die Würde e
8 Ob diese Haltung Preutzens in der orientatischen Frage Palastes n— welche sein College Vaillant bis jetzt mit dem
die richtige sein wird, ob * d — füt de dutentatnt Miuisterium des kaiserlichen Hauses bereinigt beteibei General
der Türkei und gegen die Bergrößerung der 9 acht Rußlands ein⸗ Fleury soll ausersehen sein, dem Herzog von Magenta als Gene⸗
treten würde,· das ist eine Frage, welche wir hier nicht erörtern dalgouverneur nach Algerien nachzufolgen. 38
wollen. . Eine andere: Frage aber, die hier sehr die Gemüther Die „Patrie halt die Wahrscheinlichkeit des Zustande-
beschaftigtwollen wr doch eren —5 x Schleier sommens der Conferenz zur Regelung der römischen Frage auf⸗
— e er ge che q b e ee recht. e en beständen unter den eMachten
welche⸗ vr stumanzen in dem 5 *nur wegen? untergeordneter Punktte. *
ũrkischen Conflicte zugedacht ist. Daß seine Installirung in RueDer „Cour, frane.“ — veröffentlicht eine Reihe von Artikeln;
mänien ein Schachzug Biowarg chen Politik war, n denen ein Augenzeuge haarstraubende Schilderungen von den
niemals Jemand bezweifelt, und eben so wenigt wird, heut Jes Mißhandlungen macht, denen die französischen Soldaten iu
— — —* Inn ——— ibaren; zu den Dis-
ire e peen z Wlmarrasen we ie e u.
eine Rolle zugedacht dein, aber welche 2. Jmdem mun gber Jon vonn. g- Silo, d. ha die Eingrabung big zur Schulter gehört. Die
zwei Seiten Dem Weltfrieden eine scheinbar unabweisbare Gefahr Sache ——— Körber zur Sprache ves
droht, ist bei unß mjcht daran zu denken, daß die gelähmte; Ger hracht werden. — —E
schäftslosigkeit wieder in den gehörigen Fluß en en J Italien *
doch wäre dies das einzige Mittel, um sicher die drohende Noth arn —— Slbiß. Les pupfie!
iu belampfen Man sieht, wir könmen dem —neuen Jahre micht 8 Ie ain Wihen Pod enntee 3
—— 6 e aeke des neuen Kirchenjahres beglückwünschtemn erwiederte dieser einige
8 7 — Die enee inprovisirte Worte in welchen er von den Zuständen Jerusalems
e eece deheen uun dann dn n de nenn n t dimis
derliner — sagte der Papst, war“ ganz Judäa aufs Tiefste durch Parteit
E F Jen k— —3 * — * h
Weise Vorsicht IAngerathen. Es könnten bedeutsame Verwickelungen 83 Iden ng heute not ditt rom ae α
eintreten, und Rumanien thäte daher wohl daran, wenn es Oester⸗ zes ganzen Welltalls um suh, dahrend ihre Feinde sich in! Pur⸗
———
*s in *.e I J on n ngigen. neZweifel müssen wir aber“ gewärtig sein, daß sie
jedenfalls ein Einverständniß zwischen Fraukreich und Oefterreich in der noch d ee —* 3 Darum wa⸗
iee eee ernelahete in het und betet,⸗ auf daß Ihr zu allem bexeit gefunden werdet
burg I wang J uen ubepigte 9J m * Wꝛ a 23 Der Papst weihte hierauf den Sammthuit und Ehrendegen die,
raus in deu so eben von ihm veröffentlichten Depeschen kein Hehl. die üblihh, demjenitgen Fürsten zum Weihnachtsfeste übersandt wer—
Rußlands Wünsche sind da offener dargelegt, als je zuvor. Die emn, welcher sich um die Vertheidigung der Hirche am verdientesten
berschiedenen Vropimzen der Zuutei sollen hulichh. wie Serbien Run emacht hat. CGardinal Andrea hat, die ihm— aufertegte Retracta—
mänien und Griechenland constituirt, nirre moch -durch Personale son in fünf Punlten acceptittundean den Puͤpft An Schreiben
nion pid. Tribnuuahlung e jerichtet. In Folge dessen sind dem Cadine sanr Winden wie-
I8 — eeee son pu der zuerkannt worden und die Angelegenheit ist damit erledigt.
ich Niemand einmischen, dann werde es·Alotalisirt bleiben un Froremze 28 Dec. DieBehaubtuug, daß die papsuutze
gut ¶ verlaufen·d. gui me re ne erde Kegierung auf eine, bei Rothschild in Paris deponirte uund zuͤr
Dies ist der rothe Faden, der durch die russichen Schriftstücke geht. Auszuhlung der Coupons der italienischen Rente bestimmte Sumnmie
ebee der —A gegen Beschtag gelegt babe, ist ungegründet. Die italienische Regier ang
würtigen Feee dam ich d n reg unterbreitete die Fraͤge wegen der Zahlung des italienischen An⸗
— — —
grꝛe miregends ausgesproch —533 e Florenz ur Entscheidung. — Die Gazetä ufficiale“ veröffentlicht,
Erfahrung, daß. wenn die Diplomaten sich ganz offen hingeben, ane Consular- Conbention zwischen Italienund Sdanien, welche
dies gewisse Hintergedanken, die alsdanu oft die wichtigsten Abe am W. Robember ratificirt wurde, Die Dauer des Vertrages i.
ichten umfassen, deineswegsausschließe- * — — guf 9 Johre fesigesente 53 7 — *5.
Au Berhin, 80. Dec.“ Der „Staaksaͤnzeiger, bringke eine 8 Aus Florenz gehen dem Jolirnaléd. P.“ Briefe zu,
Verordrung von 29. Dec. welche das preußische“ Militaͤr⸗GStrafs denen zufolge das seit einigen Tag nereorganisirke römische Coe
recht im· ganzein Gehiete des norddeutschen Bundes einführt.“n»“*nité eine Proclamalion veroͤffentlicht hätte oder nächstenz verdffent,
. 3—— z Dresdenener Journal bestätigt lichen würde, in welcher es un die italienssche Jugend einen Auf-7
Deres den, 27. Dec. Das Dresdenener Journal bestätigt iichen n eee e e t eehelwe utgn ntuzunze
den heute beginnenden Abmarsch der Preußen aus Leipzig und ut oe ließe, von Neuem einen Eiufall in die römischen Siaa⸗
zen ü enn „daß dieselben sich dur ügliche Diss i dn — .“
Bautzen ind erkemit an. daßz dieselben sich deh uortche Des n ReizzacFR der Vaterstadt Gatibaldieß werden wegen be⸗
tiplin und tacthvolle Haltung in schwierigen, Verhältnissen ansge-⸗ —
zeichnel haben.. Die aufrichtige Anerkeunung, aller Wohlgesinnnten Lorstehenden VBesuchs des 8. Napoleon doͤrter alle italicnisch Ge—
werde dense beunz in Zukunft erhalten bleiben. p Zunten piöhtich ausgewiesen oder streng überwacht. — Der verlo-
33rene und“ wiedergesundene Sohn' der Kirche Cardinal. Andrea
Wasen, 38. Deec. Die Verhandlungen über die Bilbung, wohnt im Palast Gabrielli zu Kom,soli aber doch dreiwöchent⸗
des cisleithanischen Ministeriums sind heute-zu Ende? —B Penitenz in einem Kloster erstehen müssen.
Die vereinbarte Ministerliste ist folgendet Auersperg, Präsident; Griechenland
Taaffe, Landesvertheidigung; Giskra, Inneres; Herbst, Justiz und — eeee
* 3 586 Vinee net Aus Athen erfahren wit, daß die russischen Schiffe noch
Unterrichtswesen; Bresti, Finanzen; Piener, Handel; Berger, ohne * .— — en riget
Hortefenille. Die Publication wird am Montag erfolgenDie fortwährend kretensische Familien nach Griechenland herüberbringen,
—— diese menschenfreundlichen Fahrten aber benutzen, um die Zahl der
8 iie Vepasch 99— derer Quelfe; jm übrigen aket Aufständischen“ zu vermehren, indem sie Fret'ottlige aut Bord neh⸗
ine zweite. Depesche aus anderer Quelle im übrigen gleich Nen und Vebeilsmiltel und eumtion nach der Jufel hiuuberschafte a
lautend setzt hinzu: Hye ist demissionirt; Potocki, Laudeskultür Nusland, 9
und — was wahrscheinlicherist als die vielleicht auf einer Aus— —* 444 unß van 7 —
lassung deruhende Anführung von Herbst für Justiz⸗ und Unter⸗Warj hau, 16. Dec. Mit dem neuen Jahre hoöͤrt der
richtswesen — Herbst Justiz; Hasner, Kultus und Unterrichts- Namie eines Konigreichs Polen officiesl auf und wird dasselbe ins⸗
135 künftigg als „Weichselland“ bezeichnet werden. J
Amerikaaan.
Aus NewyorkmeldetuReuter's Office dom 17. Dec
Der Gouverneur von Mississippihat eine Proclamation erkassen?
n welcher er die Befürchtung-vor einer Negerverschwörung aus—
pricht, welche den Zweck habe, sich gewaltsam jn den Besitz vou
Ländereien zu setzen. wenn der Congreß nicht deren Vertteilung

Hamburd, 27. Dec. Am 1. Januar 1868 wird unter
dem Namen „NRorddeutsche Seewarte“ ein nautisch meteorologisches
Institut für Deutschland' auf Veranlassung der Handelskammern
von Hamburg und Bremen seine Wirksamkeit beginnen. Eine An—
jahl rennomirter Rheder, Hamburgs und Bremeng wird das neue
Institut unkerstützen. — n
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        pocneyme. Der. Bonderneur exllarte die Vertheilung fürr unmoge
lich. Was die Verschwörung anbeträfe, so wuͤrde sie verhindert,

derden Er ermahnte die Reger zur Arbeit und zum Gehorsam
Jegen das Gesetz, die Weißen zur Gewährung des den Negern

justehenden Rechtes. Die Proclamation wurde von Geueral Ord
Jenehmigt. Beneral Gilman wurde. augewiesen. im Falle die
Reger von Weißen aufgereizt würden, Dig Verhaftung der letzteren
—— nnd sich, des Beistandes der Civilhehöorden zug. Bee

ichutzung des Eigenthums uund der Aufrechthaltung der Ordnung
zu bersichern. — In Albaton in. Georgien ist. dwischen RWeißen
und Negern ein gampf ausgebrochen. In Louisiana. herrfcht
Hungersnoih: — In Richmond sind die Neger mit Vorbereitun⸗
den zum Empfange Buttlers beschäftigt. — Es. gehst das Gerücht,
daß sich die Parteien der Fenier in, Amcxikg vereinigt hätten. —
Auz. Habanng wird, unterm 12. December berichtet, daß der Auf⸗
and gegen. Saluave auf. Haiti Am Zunehinen: sbegriffen ist. —
Fabrät narschirt mit Truppen von Domingo nach Haiti. —

nach längerenn Aufenthalie in einer Heilanstalt als geheilt. entlas⸗
sen worden. Der Anfall dutte sich dor, funf Jahren wiederholt
und war abermois gluͤcksich urich worden. Vor acht Tagen num
zellte sich wiederuti Tobsucht ein, und Kieker? den Tug über x
der Freund' schen ·Maschienenhau⸗ Anstalt am Salzufer: beschaftigt
ngagirte einige Maͤnner, welche der Beoufsichtigung der ·Patientin
ich unterzogen. . Seit mehreren Tagen jcdoch hatten die Anfuͤlle
an Heftigkeit verlaren,, so daß gendlsch Kieber allein mit heiner Tochen
er die Krantenpflege übernehmengulönnen glaubte.cInnder
acht vom Samstag; zum Sonntag wachte erx deßhalbl bis Mitter⸗
iacht an dem Krautenbesten seinen Frai,r welche sesn schlief, undo
ieß sich dann chotj »einex e wachsenen Aochterachierin abloseno
diese wurde imn Stuhlg sehrerbald donn Schlafe cũberwältigt, udem
ie sich sorglys hingabe dag siee teiwe Gefahr hefürchteteʒ inznsischen
var, die Geistegkrantegabet ermacht; ubersah mil dem —— Kran⸗
nen eigenthümlichen Scharfsinne ehrschnelldiei Sifuatipu, werliespe
leise vas Beu, ichlich sich in die benachbarte Kücheergriff das ·
dort liegende Beil und versetzte nunß aän das Zimmer rutten
4VRer nia shtes. mit ersterem der schlafenden Tochter von hinten imehrere Hiebe duf
Kaiserslautern, Sl. Jec. Heute früh verjammelten den Kopf, so daß dieselbe betäubt sosort zur Erde jank. Dann sprang
sich die Mitghheder des Handels- Gewerbe- und Fabrikrathes ave⸗ je zuin Bette 3 noch schlafenden Gatten und zerhackte demfel⸗
gen der Wahl eines Abgeocdneten zum Zol parlament. jen mit den Beile den Kopf, bis endlich auf den Hülferuf der
Man einigte sich einstimmig in der Person des Herrn nzwischen wieder zur Besinnung gelangten Tochter Leute in das
se d4b und soll das Weilere durch ein provisorisches Comite bee Zimmer stürzten und mit großer Mühe die Todsüchtige bandigten.
sorgt werden· v. 23 2,3. Letziere, so wie ihr Ehemann und ihre Tochter wurden hierauf zur
.Rach vem „Fr. J.“ Haben die Verwaltungsräthe der Zeälanstalt befördert, das Aufkommen der beiden letzteren aber wird
Pfälzschen Ludwigsbahn vorkäufig; das Ergebniß des Jahresbe: Jart dezweifelt.
rieb⸗ festgesetzt. Außer den Zinsen wird den Actionären noch ine 4Au's Glogau wird der Berliner „Ger.⸗Zig.“ Folgen?
Superdividende von 38 Gulden zu Gute kommen. des gemueldet; Als in vergangener Woche Generalmarsch geschlagen
p Machsten Sonntage5. Januaẽ halten die -Bierbrauer.-des wvürde ud die alamirte Garnison aus allen Enden und Winkeln—
Amtsbezirles Zweibrücken in Brudmühlbach vine Vetsammlung, der Stadt mit militärischer Hast zusammenströmte, da geschah .
im sich über eine Petition gegen Einführung des Malzaufschlages daß ein Mann durch eine Abtheilung Cavallerie übergeritten wurde
zu besprechen. * . — und, mit Schmutz bededt, auf dem Straßenpflaster besinnungslos
7 Am 30. December hat der Gastgeber zum Adler,“ Herr egen bliet: Ein menschenfreundlicher Officier hatte den Nuglück?
Veorg Heiwig gus Zweibrücken, in der Nähe von Wattweiler durch ichen kaum bemerkt, als er auch sofort einen Arzt zur Hülfelei-
einen meisterhäflen Schufß einen ungewöhnlich großen Keuler erle t. ung herdeirief· Ver Siabsarzt Hr. Dr. Blaß, erschen, eg
Speher 28. Dec. Heule stand der Gendarm Kienenn Lie den Unglüclichen und that, auf Grund des Nasenfundes —
zus Eppftein, welcher am 19. Sept. d. J. in der Voelker“ der Verunglückte hat eine etwas markirte, gebogene Nase) ven
schen Wirihschaft in Niederhochstadt einen Polizeidiener erstochen Ausspruch: „Ist ein polnischer Haudelsjude, man bringe ihn in's
Jat, vor dem hiesigen Militärgericht.Als Staats- Anwalt fungirte udische Spilal — Und es geschah also; vier Mann tuven, den
derr Reg.⸗Anditor‚zStö ger von der Festungsconimandauischaft gesinnumgstosen auf shre Schuͤltetn· nde brachten ihn ius Iumen⸗
dan dessen Anttag lautete guf Z Jahre Zuchthaus. — Die dospital. Hier wurde er von Shmutz und Bluf gereinigt, und
Vertheidigung wurds von Herrn Rechtsprůcticant Ro sen bersger igfaluig behandelt, bis er · zur Freide dis rgieg wieeteur
aus Zeibrücken geführt, derselbe machte Trunkenheit geltend und geünnung kam. ,Wa bin ichenn Fragte er erstaun feine RWarige F
ndidie anf nzarechnungsfaähigleit. ünd führte auch ais Mitdrre D Im jud schen Hospitat te — Aber, meln Gotte —
ungsgrunde an, daß der Polizeidiener in Civiltleidung war: cruch hierher 7“ — Manerzählte ihm, was vorgefallen Jei und dag
ꝛeautragte 8. Jahre Zuchthaus. — Das Urtheil wird am Diens⸗ man ihn als Illden hierhexdirigirt habe Der Paßenn sachen
ag, den 31. December gesprochen. 7 rdz seiner Schmerzen“; und schütfelte den Kopf. „Siud Sie kein
7 Der m Würzbürg wegen Tödtung des Studenten Rietl discher Handelsmann fragte. der Arzt. Der alient schuttelte
ras St. Martin Rheinpfalz) in Haft genommenet Metzgergefelle Abermals den-Kopf. „Nun, wer sind Sie denn LIch biñ der
cfindet sich bereits wieder auf freiem Fuße, da verschiedene Um—e Rittersgutsbesitzer und Geh. Legationrath Jordanl war die: Anb⸗
rande fur seine vollige Schuidlosigkeit, obwohl er in die Sache vort. Der Ruth soll sich bereüs auf, dem Wegender:. Besserung?
Frwickelt wurde, sprechen sollen . . . .4 befinden und eineswegs darüber ärgerlich sein, daß er jeined Rasen
S b D ncheu, 2 u Iee 8 wegen, in dier Hände jüdischer Samariter gerathen ist. *0 u,
eihnachtstag ein oberbayerischer. Feuerwehrverband; geschloffen, erbares Reéechen. 3
sugleich wurde auf Antrag der Munchener Feuerwehr dier Anstreb⸗ —— — — — —— rba reß Req sne 8 *
ung eines gesammten bayerischen Feuerwehrvereins beschlossen und 1830 7 Ihronbesteigung s
Muͤnchen mit den Vorarbeiten betraut.Asf die ini München 5 I,. * —
rauskommende ,Zeitung für Feuerldschwesen“, Geburtsjahr Gebuxrisjaht
helche vierteljährlich 2. 27 kr, bei allen Postanstalten besteltt wer⸗ Louis⸗ Louis⸗
den fann, wiurde besonders aufmerksam gemacht. A g . Philipps. Napoleong 5
Das badijsche Kriegsministevium fordert junge 5755 uαινν tZoẽ —— 9
deute zwischen 17, und 28 Jahre, welche in 'das ·großherzogliche 1848 J — 3 ——8
Armeelorps auf Officiersbeförderung und nach 6Gmonatlicher Dienst⸗ 18830 . Thronbesteigunng 1832** 7 i Lu
eit in die preußische Kriegsschule zu Engers mit einjährigem —— —
—* einzutrelen wünschen, auf, sich bis 15, Jan. anzumelden. Beburtsjahr — — —
Als Vorbedingung werden die Kenninisse vorgusgesetzt, welche die der — 558 de —
gelehrten Mittelschulen dis zur Untersexta incl. lehren. F 2217 Konigin. d *8 6.* Kaiserin.
7 Auch in Ber hin zeigt sich ein! stets wachsender NotheI818 44 319 —DV —
dand; seit dem vorjährigen Kriege- hat sich Berlin nicht wieder I46 2 48 nn—
n den sruheren Zustand th iu e *3 Atzerdeheitung 4 Worn e
und Industrieen würden im“ Jahre 1887. nut schwach, betrieben, Moͤbug, —
im Jahre 1865 wurden toegen der Steuerrtickstande von der städtie 38 — F 7 Annim — ——
schen Serbisdeputation 85,000 Executionen vollstreckt; in diefem — 3 3 uig 3..* trj n ——
Jahre werden gewiß 145,000 nothwendig gewesen jein. Bereits ——44 * J 2 —I—
at e eeret die Bildung cines Comité angeregt, das —9 * 1848 D ö ν V
Linderung des Nothstandes Geldmittel aufbringen joll. 5 t Was wird demdach für 1860 daraus zu folgern sein
pEharlottenburg.“ Unsere Stadf ist durch, ein“ ntz F Die in Wien pexrhafteit von Ebergeny hat seit 10 Tagen
setzliches Unglück, welches in der Nacht vom 21. zum 231. Dect Foei BVorhert zu destehen gehabl und auch diese waren von kurzer
Aine ugem in bekannie, ehrenwetihe- Funtitie hierselbst betroffen hat, Dauer. fie giot nut die notpendtasteg Autgotten. D uLια.
u die oßte Anfegung versezreDieEhefran des WerljihrersFrãgeñ bẽcntswortet — oder Nein, fie zeigt nicht die ge—
ieler nämlich hatte vor circa fünfundzpanzig. Jahren an Wahn? rintzste Gemüthsbedegunghiid lagt sich durch leine noch so spitz⸗
sinn, welcher in Tobjucht zeitweisje ausartete, gelitten, war aber fündige Zwischenfrage aus ihrer starren Ruhe bringen. In Be—⸗

V72*8*
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        angnisse zeigt sie ihren Zellen⸗Genossinen gegenüber eine derart
chroffe Haltung daß fich letziere shen mehrmals daruber beilage
eing fie behandelt die selben 7wle uhre:· Untergegebenen, und ihut
FVue nicht nach ihreln Winsche / so zittert e Wlhenh
zer.7. Wahrend ded Tages bringi. sie die Cegartttee micht gus vene
—XLII————
chtrumspitze ausnaihremi Eigenthume übergeben. Abends werden'
he die Iundholzchen weggenommen. Im Uebrigen ist sie wort⸗
arge ande murrisch, in letzterer Zeit derlangte fie ungarische Zei⸗
ungen; was iht abgeschlagen wurder
erp. Ame I0 Weihnachtsfeiertage! ist in Wien die Braut Theo⸗
dor Mornexꝰs, die in seinen Liedera⸗ gefeierte, Tony“, im 77. Le—
zensjahw verstorben. Antonis: Adam berger war bekanntlich
wri den Jahren, wo Körner als Theaterdichter in Wien fungirte,
Zchauspielerin und später mit dem ˖ Freiherrn v. Arneth vermählt.
r In Inusbruch hat sich der 70juhrige Polizeiobercom⸗
vecar Joseph Fre ieb eir galr zzum Priester weihen lassen.

In den Wäldern der Bosoter Herr schaft Ungarn) wurde
Anfangs dieses Monats ein Bär erlegt, der ein“ Gewicht von ca.
). Ctr. (der Kopf allein“ 175 Pfdi) hatte; drei Mensche n wurden
zei dieser Jagd von ihm zerrifsen. ehe er e rlegt werden komte.

.pIn Phunzüunmet Uranze Departement Cotez du Nord)
rtletlerte der erst in seine Heimathgemeinde zurückgekehrle Handels-
chiffs matrose Pierre Francois Lestic mittels Drahis des Bliß⸗
dirners die Spige des 100 Fuͤß hohen Kichihurns, vefestigte
in dem Kreug seine Halsbinde, hielt sich mit der einen Hand an
derselben fest und gestickulirte mit dem freien Arme und den Bei⸗
jen in der Luft; alles dies⸗ um' seinen Bekannten seine Geschick⸗
ichkeit und Behendigkeit zu zeigen. Allein zum Entsetzen der Zu⸗
chauer wankte ploötzlich der Stein, der das —* trug, stürzte nie⸗
der und riß den jungen Manu mit herat, so daß derselbe auf dem
flaster den Schaͤdel zerichmetterte.en F

p Die kgl. Akabemie von“ Sam' Fernamudor (Spanien)
zat W. v. Kanlbach zu ihrem korresp. Mitgliede ernannt.

— —
voer Tabak&amp;—— —
— ———————

* —, im ailen Grössen 3
mbttthem—
— werden angofortigt—
Guch &amp; Steindruckerei

1
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Tabak
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Rs arren⸗
lager
der
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F von
F. X Demete—

21

in
St. Ingbæert. — —

ιει ια — ————
e —V Ne deae?
Pferde Versteigerung.

Am Mittwoch den 8. Jan.

J. um 10 Uhr Bormittags
aßt Heinrich Groß zu Dudweiler in
einet Wohnung bei der Grube daselbst
56 Stück gute Arbeitspferde
gegen Zahlungsausstand. versteigern.

J 2*
1 4
8

—
.

. 78i pediti
Zoitungs Annonden-Expeditione “—
5
737
*328
*5533.
32
388
—
73 251
383
7
——
557.
77 5

von 2
flaasensteĩn &amp; Vvogle
46 in
EFEran KRTFurt Mai -
DHibeselbe vermittelt ausschliesalich Zeitungs -Inserate
iᷣ jedo Seitung aller fünf Weitt heils. — bereehnet ctets die
DrSnlrese, - gewährt bei grösseren Aufträügen Amn-
eöι—ι Rabatt, — üefert Belegblätter über
ꝛdes Inserat, - Beseitigt alle Porto- Auslagen und sonsti-
zen Sehenkosten, lHiefert vorherige Rosten-Ansehiüge
ind versendet aut Verlangen g ratis und franoo ein
vollstandiges Zeitungs-Preis-Veraeiohniss.

Zu vermirihen sind: 1. ein Ge⸗
schäftsloeal in der Unterstadt und
2. 2 Zimmmer für eine Arbeilerfa⸗
milie.
Zu verlaufen find:“8 Morgen Acker
nuf Hobels“ hs Morgen Acker in den Cast
errödern und 2 Wohnhäuser an der
Blieskastelerstraße. ———

Naberes. im, Geschäftsbureau
— Westphäl inger.

Der Unterzeichnete hat Ei chen, Kie⸗1
exneuud Birkenes Klafterholz
owie auch schönes Kiefernes Bau—
Jolz in eer belicbigen Länge und Dicke
zu ver kaufen J ·..

netV. Höh.

Breitermühle bei Würzbach.

752* Ein noch ganz neuer großet
O Bonibardon isi zu verkaufen:. Zu er⸗
ragen· in der Exped. de Bi.

———

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ rc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 2. Januar.

Weizen 8fl. 83 kr., Korn 7 fU 24 kr.
herste Zreihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗

eihige, 5 fl. 18 kr., Spelz 5fl. 35 tr.

Spelztern — sl. — kr., Dinkel 4 fl.
z0 kr.— Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
bifl. 34 kr., Erbsen Gfl. — kr. Wicken
Efl. — kr. Kartoffeln 1 fl. 18 kr, Heu
bafl. 20 kr., Stroh 1fl 6 kreper

Jentner. Weisbrod In Kilogt, 21 kr.
dornbrod 8 Kgr., 31 kr., ditio 2 Kgr,'
21 kr., ditto 1 Kgr. 11 kr., Gemischtbrod
z Kgr., 37 kr., FePaar, Weck, 7 Loth
2kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kir. 2
Qual. 16 kr., Kalbsleisch 12 kr., Hammel-
leisch 163 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
3fd. Wein 24 kr., Bier, 6 kr., per Liter
Zzutter 28..kr. per Pfund.

E3— 1 J
Geschäfts⸗ Empfehlung.
Den verehrl. Einwohnern St. Ingberts
und Umgegend beehre ich mich hiermit er⸗
zebenst anzuzeigen yi ich auf hiesigem
Platze in dem, Hause / des Herrn Tuͤncher
Nimmel an der Kahlenstraße eine
Viltnalientandlung e 8 Fruchtureise der Stadt
Mi — Reaisfersleuteru vom 81. December.
Lilchgeschäfte pe
I.— a eizen 7fl. 48 tr. Korn 7 fl. 4 kr.
verbunden errichtel haͤbe, wo täglsch iste Zbelztern sn. — irSpetz f
zute Buch, 2 Schoppen zu 8 kr. ju Zegestiß . aßesp. ur Ant
hahen is. leun 47 r, Sebe B.
Um zahlreiche Kundschafi bittet 1863 kr., Linsen 6 fl. 12 ir. per Zentner.
St. Ingbert. pen 2. Janutar 1888 8738es p ehree t,
Paul Grüm, Pfd. Gemnschtbrod IGbin ke. und 2 pio
ihen eb aus St, Lambrecht. Weißbrod 164.
4

2

5 3 Redaltion, Druck und Verlag von F. xX. Demetz in St. Ingbert.
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        —— — VV R ν α qu
: AAn 8 44 4 tI. 46 A —α α ne I
Sh Ingberler Mic
— F 1264 —873z8 M — *A Ie
—E — * —J 2 7 n. Ne 5 0 J 4* 2
— —— Gare α νν—u — —
ine n Cn ιν ιν ν ⏑ it e. ινÑru ure ô α rνιο αν
ua „I ι αιι. ο
v Sa yn gebre dtere Augue ig ers mit feinem Underhaltungablalte Lrscheint duhchentlich vreiutk! Die as vu g D on ne vrot a
aund S amstage Abonneneemspreis “bierteljaäͤhrig 45 Krzrloder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Kryr die dreisballige Jeike
9J Vsatffchriftvder deren NRaum bertämett d αι nin
— —* * — ;5537— —— 1 —
D, I e, e 444 2—93——— ν A bulo, n :azü 4*
ro Setag. dend. Janu 18668
σS5'Pí B— ———————————————— — —— — —— —
* * Dentschland. e J den Subdenlschen ihre sehr. dealen. Fostv und Htrudela⸗e vntere sser
dua ver' Pfal. Jan. Zun Caudidaleu der auf sdher hehen solten als die ihnen Liiger Maßen fernen Hoffnun
Febre leenlen Wen fue das deasg, Follpariae en der hannover'schen Pertitulartsten — droht dag Organ Dittet
ment sind in der Pfalz, welche sechs Deputirte zu wahlen hat. dlen Parter mit offener Landesvertalh⸗ hudem dasselbe worelic
ie Derren Gutsbesiger Jon dean von Deidesheimn, Kol b. Ub⸗ fagt: „Wir mügten besorgen. daß die Blicke der ozuh an Ahrern
zeordneter iag, Muuchen. Oberinspector So h eh. Abgeordneler iu Rechte fefthastendeti Stigmme —A—— sich mach Franb
Munchen, Fabritan Schwün i. In Zweibrücken, 9 Buhl' in eich wendeten, weun ihnen die Hotffnuitg ntf den Wrstand einen
Demdes heim und Banliet Simoan Led in Landau in Ausficht unabhangigen Süddeutschlands,welche durch dies augenblittiche Pes⸗
jenommen, Die pfalzischen Handelsgreniien haben sich für die ivitat Oefterreichs geradesagzt ohn⸗hln nreiwas hertabgetiman ist.
en dicbenden Aleschuß, des Handelstages beantragte Erweiler dadurch Doch mehe. gehchwamnt ———
ecung der Competenz des Zollparlaments ausgesprochen, die für weltdeutschlands,dett Bismarchsehen Ruft Folge lolstenv, ein'nder⸗
Sid deunchennd aelich einen vief grdheren Wersh haben dücde, liner Zollvareins Parlament beschictenn — Vn
As fur den Norden, so lange die Trennung zwischen beiden Bierlin, 30. Dec. —
Thellen aufrecht erhalten bleibt, 42 nission zum· Schutze der Kinwandetrt rimn Now⸗Yort hat en die
Maen chen, 81. Dec. Der Referrnik des Wehrgesetzausschuf⸗ —— Ersuchengotellt.o das Werdbot dos ver⸗
es der Reichsrathakainmer; Frhr. v. Schrentcheantragt: unter derblichen Buchungs · Systems:*..d. h. des Wetkaufs won Befdr⸗
nderen die Ablehnung ver von der Abgebrductenkammmervorge⸗ derungs Billets für dasInnere⸗der · Veceinigtea Staaten.nin
Dlahenen Bet mmung doß die Zahl der jahrlich in die actide Deutshland zu erwlelen
ee eede sin die Bauer bon el FJahren durch Vertan 1. Jam. Dir Bot wafter und -Gesandten Preu
Deseh festgestellt werden solle Der Ausschuß wird nächsten Freilag hens heit den Großmachten habeit sthon vor! mehreren Tagen dle
imn Berathung treten. Actenstücke Erhalten, durch welche sie zugleich ech alsr VBert reten
n in n d en 81. Dec. Der bisherige bayerische Gesandte de s Rotddent schen B un dies beglaubigt werden·¶nAn
in Paris, Frhr. v. Perglas; geht nachstens auf seinen neuen Po⸗!einigen Hofen sind diese Creditive von den betreffe nden Diploma⸗
en in Berlin ab, wird sich aber vorher einige Tage hier aufhal⸗ ten bereits übergeben worden23 u
eu. — Am Freitag hält die Abgeordnetenkammer wieder Sitzung; Wien, 30. Dec. Die Wiener Handelslammer beschl oß
i der Tagetordnung stehen die Nachweifungen der Staatsnus- keute, die Erklarung abzugeben, daß es ihr unter den gegenwärti-
daden in 1863/66. Die Notiz, daß Herr Brater mit seinem gen Verhaltnissen Unmdöglich sei dem veutschen Handelslage ferner
RKeferate über den Gesetzesentwurf in Betreff“'des Verwaltungs— anzuhßren·8 ,N 3
Jerichtshofes fertig sei, ist dahin zu berichtigen, daßerst die Vor ⸗ Der ersteLArtikel des ungarischen Gesetzes über die Slech⸗
hlage des Entwurfes formulirt sind und-ein den nächsten. Tagen berechtigumg der Ihraeliten lautet Die ifraclitischen Lan⸗
in usschuß zur Berathung kommen werden.. Dieselben gehen desbemohner werden zur· Aus übumg· nller. büͤrgerlichen und politb⸗
em Vernehnen noch auf eine beträchtliche Erwetterung der Tom⸗ srhen Rechtenfur Hleichmößig berechtigt mit den christlichen Bewoh⸗
zelen des Gerichtshofes. —Durch die Centralifation“der Buch⸗ uern tttläch —— . . ..114 en
jaltung bei der Staatsschuldentilgumngsdasiser tritt — Wien, 1. Jan? nn Die Wianer Zeitung“polemisirt ¶gegen
ine / Minderung von4 Beamten und ein Jahresersparmuß vor üngst gebrachte. Mitttzeilungen des Londoner Spectator“.über
3000 fi. eirn. ie W— die pteußtschetussische Politik. gegen Oesterreich, und bezeichnet die
Stuttgart, 81. Dec. Als das· Rustitugkjahr“ charal hezüglichen Alngaben, namentlich üher die angebliche Zurückweisung
serisirt der „Beobachter“ das Jahr 867, und sagt dann: „JIn des preimischen Engegenkommeus für: Oesterreich durch den Frel⸗
Tagland zitiert die ganze, Gesellschaft vor den geheimen Plänen jerrn v. Beust, als Tendenzlüge.
einer kleinen Zahl aeee die vor dem“ Wußersten nicht lu Wien,ded Jaw rGutent Vernehmen mach wird der Reichs⸗
unrkbeben, un hre dermeinitiche Mission auszuführenAuf dem Triegsministex. den Delegationen etne Vorlage, betveffend die Be⸗
Jontinent zittern alle Volter vor den Planer weniger Siaglslem estgung von Wien- zugetzend bassenenn Wie nes heiszta beabfichtigt
weichen es micht darauf ankommt, Nillionen Menschen ünglück. Nr Reichse Finanzminister zu diesem Imecke. owie zur Beschaffung
h zu machen, wenn fie nut ihre bhnäst ischen —— — J— durch rein gemeinschaftliches
mngeblichen· Verufe erfüllen oder ihre Hausmachtspotitiken durch⸗ Anlehen ader durch ding meue Euuission nonc Slaats⸗ Noten im We⸗
hen tomen! EoIn Euglaud lassen fich seht Tansende ruhiger rage don 39 Wliomen zu beschaffen nMDie Eidesleistung der
riedlicher Barger zu Constablern eiuschworeng um mit nannti her euen, Minziiter ist gestera unter großeng Kexemoniel. por sich ge⸗
knergie. den Stab vh inn der einen And die Drehbistole Jaugen. . Die kaisertzcha Farziite pro zmf. Laufe dieses Monats
eder andenn Hand, die Plune det Störenftiede im Lelme zu er⸗ lach Schloß Gydolld übersigdeln n47
icken. Sottendwir uns micht duch auf“ dem Hontinent ein ⸗ Wie. . Jan. Ein Vrspattelggramm des .Tagblaits
dedlen lassen un hegen umns,re Fenser den offeni hen Frieden neldet; Die Pfort⸗ habe bejchlessen, den Cabinetten eine Darle⸗
su schigen und Poligei zu machen gegen dir Argtist. derer, welche ung zusender worin die Gruͤnden ihreg, Verhaltens entwicelt
die Pulvertasset heranwatzen, um eines Weltthéeus Wohlfahrt in vürden. Es verlaute. die. Pforte sei zu weitgehenden Zugest nd⸗
in aift u hrengene Ene: Gegenrüfftung der Volker hat in die, nissen in der candiotiscden Frages insbesondere zur Einseßung
ienn Jahre fuͤr 1868 begonnen auf dem Friedeilscongtet zu Genf. es Weißl hen Siel haltet mit ausgedenhten Vefugnissen.
Aber wer kommt und fritt der Liga den dereit. m in e ινν αν *
Verlin, 80. Dec. Das Nothstandsgeseßz fur die Mrovinz l Frankreich
Preußzen hat am 23. d. M. die königliche Sauclon erhalten. — Para 8.814 Dee. Der preußische Gesanndie, Graf v. d.
Renins Herrenhaus berufen sind; Professor Pauli?“von der Unis Goltz, zourden hente -in seiner meuen Eigenschaft als Vertreterxdes
zersität Marburg, und Professor Zachariä, von der Universität Norddeutschen Bundes vom Kaiser in der für solche Fälle gewöbn⸗
Bottingen⸗ Prusentiti⸗ enn . 36 ichen Weise einpfangen,reine Formalität, durch welche sich die
Ben lärn, 80. Det. Das Organ der hannoverschen Par⸗ Auerkennung des Rorddeinschen Bundes durch Ferankreich goll⸗
ätularisten-, Deimsche Volkszeitung“ empfiehlt der Demokratie. in sogen hat. c In der gestrigen Sitzung des Gesetzgebenden Körpers
Sudwestdeuischland, ane den Wahlen zum Zollparlament sIch nicht vurde zunächst auf die Bemerkung des Rriegsministera, daß die
u betheiligen, weil die Betheiligung eine „Beseitigung des Bis⸗ Regierung sich: mit; dem Gegenstande beschäftige, das- Amendenient
nard'schen Werkes“ sein würde, indem sie den „Schein einer Einige giruͤckgezogen, welches die in Frankreich geborenen und ansassigen
In wemgstens Kreindeutschlands erweckte“.n Fun den Foll, daß Fremden militärpflichtig artlären wollte. „4Nach dem. bestehenden
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        Vejeß ist erst der in Fraukrerch geborene Sohn gigza⸗ gleichfalls Freigaurern Feyr VDic Futrrichtungen aren zund find
chon TIX unders xonscriduͤonzplichng.) Hiecauf⸗ ganz aristalrati r Ser Großneisten wird nicht gehhahlt, ndern
—X 5 Kb Je mobile Vatipnalgarde zur —8— gegieggndi Großtmeiftet — — Nachfolget 71 *
lung. *8 83 ug de izung hrahte der —8 — kso J exiüberhaupt alfe ALAemter des Ordend bese h. Beim
den in der be atr Commifston nenerben d umgearbenelen RNusßbruag der erften Reyolulion taut es pun auch nter den Frei⸗
Preßgesetzesentwursein. maurern zu Streitigkeltent die damit endeten, daß sich ein⸗Theil
Nach einer heute im Moniteur“ erschienenen Tabelle belduft derselben bom ,Conssil suprms“* trennte und fich unter Philipp
sich die Zahl der Wahldezirke in Frankreich nunmehr auf 292, Fgalité“ dem Valer des spateren Konigs Ludwig Philipp, als be—
o daß HSebntirte mehr als blsher, zu wäͤhlqu nd mPparis be; onderr Verhjnduug unter dem Ramen Grand Hricut. äo Francot:
hulte dig bherige Anzahl. 723 constiluixie. Sie suhrten, das Wahlrecht vimn, und ihr Weoßmeister
Jũ einem Rücklil auf das Jahr 1837 bemertt der, Siecle:“ sowohl alg alle Wurdenträger wurden, und zwar gauf sunf Jahre
„Selten haben sich die Ertreme in einem. so Larzen Zeiträuu jewählt. Odgleich Anfangs an Zahl der Mitglieder unbedeuten⸗
gern und dleses Jahr ist namentlich dadarch, inconses der als der Grand conseil wurde der Grand ,Oricht gedoch
uent, daß es mit den Befprechungen vom 18. Janugt und mit dald maächtiger als jener, der sich jedoch immer, pollstärdig“ boi
dem Niemals vom 5. December endete. Am einen Ende Hoff- hin getreunt hielt, ihn nicht ettaunte — D
zungen auß. Fortfchritt. anß anderen die. Apotheose deg Syllahus! Verlehr mit ihm hatte. Mehrerxe Schritte, um eine Annäherung
Im einen Ende de WMorgenrothes, am α wischen beiden herbeizuführen, hlieben ohne —— bis es end⸗
Verherrlichung der Finsterniß! Der Conlrast it wahrlich zun geshall- ich! n lehten Jum also nach über I9. Iuhre A e
nne, und die Illusiounen des Anfanges inachen die Enttuschungenn öhnling zwischen deden u bewerlsteligen Fere wurbhe ment
des Endes noch biltetetze ee esßtin zwen vontetten gefeier wobon dad eine sehb der Hreng
kan Phari b. Jan-n Die Aner Len wung des Norddeut Pouseil. dem Grand Orient“ ZJab, pürgestern;, und daß anderr
chen· Bundes durch den Kaiser Napoleon ist wichtig genug, um velches der „Grand Orient“ dem „Conseil gäprömö? dab ge⸗
den /betreffenden Bericht des Moniteur“ hier mitzutheilen: —. kern Statt fand.“ Unter den Freimaurekn hat dies Versohnung
In Beim Empfang in den Tuilerien sagte der Graf w. d. Goltz: Elbstwerständlich eine Art“ von Nedolntion hervorgebrachtEs
Er dei beauftragt. dem Kaiser einen Brief seines Koͤnigs zu übere cheint, daß die Aussshnung der“ beiden Freimaurer⸗ Frattlonen.
geben dutech welchen er in der Eigenschaft eines außerordentüchen Juptfachlich deßhalb Statt fand, weil sie in dem jetzigen kritis
Vesandten und bevollmächtigten Ministers des Norddeutschen Bun⸗ chen Augenblicke fur nothwendig krachten Lnit verein en Kräflten!
ꝛes bealaubigt sehnzot Durch die Verfassung des Bundes berufen, an der Erfüllung ihrer Meission zu ärheiten. J
den ernß e ee en rser vertreten, — Englaͤnd — 8 5 7*
A esodes Koͤnigs lebhafter, Wunsch,en die Beziehungen des guten 00BI.Dee⸗ 13301 nz 8
invernehmens und des gegenseitigen Vertraueus wischen — —A 35 e F —A— 9
reich und den verbündeten Staaten aufrxecht zu erhalten und mehr — ver —— e n
nn mehr zu entwideln. welcher Wunsch gleichzzitig den Geflhlen Dem Besiher dedrohten sie mit hen erteen enn * qe
entfpräche, diee der König für die Person des Kaisers hegt. In — V6
diesem Geist befiehlf mir mein Monarch, die Functionen u er— n fort * he nue weg — ver und *
füllen, mit denen Se. Majestät mich jetzt beauftragt hat.“ Der bwohl die Stra N enine * oss ache ndeteund
Gesandte schloß ˖ mit der Versicherung, daß er, indem er mit allem erhaftet. Die — der⸗ don en se r vn ge
Eifer vestrebt sein werde, dem Wunsche seines Königs nachzukome Fousfsaßa ng ictt in, u m eingeschworenen
men, der Hoffnung lebe, das Wohlwollen und die Nachsicht des Zhecial⸗ Constabler belauft fich atif 20000.Aus rinor Versa mme
n. de ung he. ie Rachicht des ung; die der durch seine Reden beir Fenier⸗ Demonsträtivuene und
died deeenn e diernafe Judem Sie uir die m Vorzimmer des Ministeriums? bekrunte gewordene Finlen in
Functionen notificiren, mit denen Sie als Vertreter des Norddeut⸗ e ne wi erne Ein z⸗ hlxeiches
schen Bundes betraut sind, haben Sie gleichzeitig mich auf's Neue un Allentenen , 5 eene Fenier.
der Freundschaft Ihres Königs versichert. Ich danke Ihuen da— in 3453 — ee uneegeenen * vinerese
ürx Und ergreife meinerseits diese Gelegenheit, um das zwischen de B5 ree pe In ett
unseren beidarseitigen Regierungen herrschende gute Einvernehmen g uü unnd qudur Vaàa d ite auhe ersharterdie —
zu constatixen und Sie zu, ersuchen, beie Ihrem Könige der Dole Nng .unte αιιJ
metscher dieser meiner Gefühle —— zu sein.en, Da⸗ dane mtu gun Proet an wnser Flüchne
Nachdem ich Geslegenheit gehabt, die hohen Verdienste, weiche Sie ——— b r Vnn Dantteben des biamenigen gricr
auszeichnnen, würdigen zu können, zweifle ich nicht, daß Ste in e ee odaum. zu —— — Putheilung dag
enhn Wue J men— rn daß Sie ch in verschiedenen Theiklen Griechentauds gegenwärtig an 60, 000
zleicher Weise wie früher beinüht sein werden, zwischen beiden Flühtlinge in bedrängten Umst inven befinden, dereae zb⸗
dändern: das freundschaftliche Einvernehmen zu erhallen, welches 2 ing sehr? trůbs befin F wr deren age wahe
ein Pfond für ihre Prospexität und eine Garantie für den Frie— einen gu werd mAwohe. F .rot
den Europa's ist.“ Italien.
axi81. Januar. Beim heutigen Neujahrsempfang hielt Roin, 26. Dec. Im Kriegsministerlum. ste jetzt entschieden,
der päpstliche Nuntius wie üblich Namens des diptomatischen Corps 'rei Bataillone Zuaven mit Hiuterladern, die Legionire von An
tine Ansprache an den Kaiser. Nach der Vorslellung unterhielt ibes aber später mit Chassepotgewehren zu verseben, 7,
iich der Kaiser mit dem Nuntius und den verschiendenen Vot⸗Das „Journal de Paris“ läßt, sich aus Malland schreiben,
haftern. Der, kaiserliche Prinz wohnte dem Empfang bei. — »aß am 31. Decemher in Lu'g aemo eine Versacumlung der haupi—
Brafv. d. Goltz wird morgen nach Berlin abreisen und erst nach Asne — Parkei, statthaben soll
icht Tagen hierher zurückkehren. J Zaut der, uzerner Ze tung ist Maz zimäin vergangene Woche
Die France“ meldet vom 830. Dec: „Heute hat der Pater Hha urch Luzern gereist. anihe desmlit, dak pe
kinthefeine fuͤufte Predigt vor einer zahlreichen Versammlung gehalten. Floren ʒ. 30. Dec. Die Razionen einen irt, daß diz
Der Erzbischof von Paris wohnte der Conferenz bei. Der beredte Interhand ungen Menabrea!s mu 5 di San Martino ge⸗
Prediger behandelte die Lriegsfrage, von welcher er in einer er⸗ Keitert seien und hierdurch ein Aufschub in der Bildung eines
dreifeüden Darftellung den Ursprung, die Ursachen und die Erfolge euen Kabinets entstanden würe 163
erläuterte.““ Man begrkift, wie ein solcher Gegenstand, von fol— Flore —V Jan. Vei Gelegenheit des Jahresivechsels
Hhem Redner behandelt, ein hohes Interesse und lebhafte Aufre mpfing der König Deputationen des Senats. der Kammer, des
Fung' hervorbringen muͤßte Diefe ufregung gab sich iund durch Rinisteriums, des Magistrats der Municipalitãt und der Armee.
cine Erschütterungder uͤnermeßlichen Versammlung, als der chrift In Erwiderung auf die Gluckwũnsche der Kammex, druͤckte der
liche Redner die Noth vendgkeit des Bestehens der tleinen Staaten önig sein Vertraucn anf die, Zulunft aus. De Lage Italient
als eine Garantie für das Necht behauptete. Am Schlusse dieses ahe sich we letztet Zeit berbessert. Der König hofft, daß die
zlänzenden Vortrages hat der Pater Hyacinth seine Zuhdrer tief danmer sih so verhalten würde, daß es moͤglich sejn zu regieret
ewetzt, indem“er die Besorgnisse vor dem striege inmuten der BZen ind die Reformen auszuführen, die dag Land Jeit lange erwaric
sprechungen des Friedens erscheinen ließ.“ nn Echwaiz gan eee
BBekanntlich bestehen in Frankreich zwei Arten don Freimau⸗ Bexen, 27. Dec. Das am Eingange des Dappent hales
rern, nämlich die Antänger des „Conseil suprömo,“ der in dor gelegene Fort Les Rousses Daͤs in der etzten Zeit weiter ausge⸗
Rue Greneller St. Honoké seinen Sitz hat und die des „Grand dehnt und befestigt warde, wird entsprechend armitt. —. Fuͤr die
Oriont de France“, der in der Nähe Rue Cadet residirt. Frü- pon Frankreich projectitte Ueberschienung oder. Durchstechung der
her, bis Aufaugs der meunziger Jahte, waren alle französischen Vogesen liegen verschiedens Plhäner vorn 65
Freimaurer dem onssil suprsmaꝰ unterworfen, dessen Statuten Solothurunds: Deocni Der Bischof hak einen Hirten⸗
die waren; und auch Noch sinde welche.Friedrich der Großßo den xief oͤrlassene in. welcheinecer. eiatac· vapstlichen· Verordnung
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        ——— Bebereꝛ ben hwiligen Stuhl votschreibit
Dieses Actenstud ist von so Feindseligem Geiste gegen die modernen
Anschauungen erfullt,o daß Die Regiexung von Schaffhausen das
Blacet verweigert hat und die Regierung. von Aargau im Begriffe
tehl, ein Gleiches zu en ud geges Dnitadi und den Gen⸗
er Kongreß koweyt eine heftige Stelle darjn ver.

——— nen Dänemarkn Gν
span Inistead ein ha gesg ist der schon vor⸗ einem Menschenalter
aler Vortumpfetudes Coustitulionalismus unbd der Keligionsfreiheit
hötige, dann gum Todeo weruriheilte czwar⸗ zuz lebenslänglichem
3taatsgefangnise auf Christignss begnadinte, abex unter Friedeich VI.
mmer mit großer Härte behandelte, seit 19400 jedoch: wieder n
Freiheit Jebende und vom danijchen Reich kag emit einem kärglichen
Fabresgehoit bedachte Dr. Dampe, 73. Jahre alt gestorben.

”ιιιν

gIm! gonigreiche Volen wird. einein Berichte der Breslauer
—
Aufruf verbre kebe, Polen ?. Die moskowitische Regiexungbereitet
ich — wie sichere Nachrichlen melden — zu. einem ueuen Raub⸗
und Eroberungszuge vor, um, getren dem politischen Testamente
Peter's J., Europa zir uiterjochez. Die Absichten der Moßkowi;
en sind vorerst nach dem Orient zekehrt wo sie durch Eroberung
zes fürlischen Staates sich weiter auszubrejteit, und von Konstantj—
ropel aus deni übrigen Europa ihre Schreckensgesetze zu dictiren
zedenlen. Die Regierungen der westeuropäischen Staaten sind von
ieseur Plänen der Moskowiken genau unterrichtet und rästen sich
Uni Kampfe, 44 Ausgang, wie bei Sebastopol, nicht zweifel⸗
zaft sein konn. Polen! Dje“ Zeit des Friedens ist anscheinend
ine kurze. und ihr maß elid. borberaiten abermals als Avant⸗
zarde gegen die Ruuber —J Baterlandes zu marschiren!
diesmaͤl wird ganz Euro — denn es hat
»egriffen, daß der eeet eine Chimure ist ohne, die
Wiederherstellung Polens!“ An euüͤch, welchen diese Zeilein in dem
oͤn Erzfeinde mit Fußen getretenen Vaterlande in der Verborgen
zeit zu Gesichte kommen. richten wir die Ermahming, nicht zu ver⸗
agen; und finre diezeunde die auch⸗unsererer Befreinrig
chlagen muß, bierelt zu: feind Blichi auf Italien. Ungarn, ja selbnt
rif-Deutschland/ und lihr: wecdet-begreifen) daß jedes Volk, das
eine nationate Große und Unabhängigkein wiit eiserner Fonsequenz
mnstrebt. dieselde auch schließlich erreichen- witd! Und wdir Polen
ie wir auf allen europäischen. Schlachtfeldern det Freiheit stets
ie Ersten und Tapfersten waren, wir sollten unsere Freiheit nicht
rkämpfen? Polen! Schiebt allen Parteistreit und, inneren Hader
—der nur stets unseren Feinden Vorschub gelesstet hat — bei
Seite und concentriat eure ganze Kraft, ener ganzes Handeln und.
Wollen nach Einer Richtung? Rach dem Ehrenpfade, der jeden
Polen zur Unabhängteit, Freiheit und Größe, seines Vaterlandes
ühren soll! Wer festen Schrittes und underwaändten Blickes diesen
Bfad wandelt, muß zuletzt an sein. Ziel gelangen. Es lebe Polen!
drieg unseren Feinden! Dieser unsere gegenwärtige Zeitlage ge—
biß bezeichnende Aufruf trägt keine specielle Unterschrift sondern
tatt einer solchen die Worte: „Vom Ausschusse der patriotischen
Bolen im Auslande.“ — —

—
— Amerika. 4
DieFenier. inmAmeri ka. haben ihr Glaubensbelenntniß
xeröͤffentlicht. — Es erklärt. unverhoben, daß ihr. Vaterland sich mit
loßen Concessionen nimmermehr begnügen, werde. Vollständige
Lrennung von England sei der 334 der Fenierbeweguug. Ihre
Zerechtigung kiege in der insularen Lage, in der Geschichte und
it den nationab kirchlichen; Bedürfnissen Irlandßsb
ne .
In nachstehender Aufstellung „bringen * unsern Lefern
ine Liste über die heutige Bevölkerungszahl der größern Städte
er Pfatz und die Zimahme ·derfetben jert dem Jabre 1802, mit⸗
zin nach einem Zennbschnitte von 65 Jahrenn.
Stand der Bevdlkerung in den Jahren: Zunahme fei
802 1827 1849 1861 18646 4867 7802
bt. Ingbert 1352, 7790 — 6918 7474 7824 6472
vpeher ede don s—ö 12194 12830 * 81428
3weibrucen:?. 4738 7092. 7146. 7173 5 7633 7683 2845
caiserslauternc 29095 65294 9775 119905 13464 15274 12229
Frantenihal. 3459 4982 8393 “ 4228 6494 6358.*, Boso.
——
pirmasens. 8018 4900 6736 29007 73 äöνν
durtheim t. 8081 4149 58704 5540, 5548 65383 2452
. T,Rürnberg, 31. Dec. Als Der Betheiligung bei der
sälschlichen Fabrikation der bayerischen 5 fl.e Noten verdächtig, wurde
norgestern. Vormittag quf Requisition, des!k4Untersuchungsrichters
nn Fürth (wo, dier ganze Untersuchu ge geführt wird) der (in der
Blatnersanlage dah er wohnende), Lithograph Laqg verhapet.
- Ma u ch Deiz. Heuis Nacht·hat sich auf · der
Kisenbahn zwischen hier und Augsburg ein gräßliches Unglückzuz

geiragen. Ein Mann wollte an Stierhof als ain Gnerzug⸗ bot
seitd im Vange⸗warnunoch Dde Bahn uberschreiten, und wurdez
hne daß Femand dom Jugpersonal es bemerkte; von derr Lolbo
notive detart erfaßtz daß der Unglückliche Wr
jenraumer durch den Unterleib gespießt wurde In desem Zum
'ande brachte ihn det: Zug vis Haspelmodr. wo derselbe erst als⸗
yxmloser Eis- und Schneekkumpen an der Maschine eudedt wurde.
das Merkwürdigste aber istendaß der gräßlich verwundele und

nicht mehr zu rettende Mann in Haspalmoor lebend ankam nbu
jeute Mittags noch lebte, — ja sFoger bebSinnen war. a
7Maunz, 28. Det.? Mie nan dem⸗ M. »W mittheilt,
ollen falsche hessische Fünfguldenscheine in Cours gebracht worden
ind bereits ine namhafte ahld ausgegebenworden sein, Doch

oll man sJie, bei einiger Aufmerksamteit, leicht von den achtert
ntericheiden onnen. u Der Rh. Kurier! herichtet über denselben
Hegenstand aus Wiesbaden: Es ist zweh bis jetzt leidert noch uns
rmittelt gebliebenen Indihiduen gelungen. falsche Scheiner der

Ddarmflädter Schuldentilgungskasse. numlich 10., o, unde IGul⸗⸗
enscheine/ d.ind. UJulj 1865, in namhaften Beträgen? hier zur
zerausgaben. Die: Falsifikate siind kaum von den UAechten, was
den Druch anlangt, zu unterscheiden; dagegen fühlt sich das Pa—⸗

ier rauh an, hat au vielen Stellen Flecken und sieht schmutzige
zrau: gqus. Auch fehlt der Trockenstempel. —Auf der Eisenbahut
Jehen eben fortwährend ganze Wagenlndungen von Rehen, Hasent
uind anderem Wildpret nach: Paxig. 3

t Wären, 3R Dec. Der Winter, der in Wien sich erst seit
jestern in jeiner vollen Strenge einstellen zu wollen scheint, iste
iamentlich inUngarn von Anfang un mit asllen seinen Schredem
ingezogen. Die neuesten MPosten melden, daß der Postwagen,
velcher zwischen S. A. Ujhelh und Tokay fährt, von einem Ru⸗
del Wölfe angefallenc wurde. und daß der Postillon eines
einer Pferde opfern mußte, um mit dem zweiten Pferde flüchten
zu lönnen. .

t Am 28,20. de starb der Chef des Bankhauses Fould 4.
Fomp. Furtado; seine Enkelin, eine der reichsten Erbinnen
xurppau's, vermählte sich kürzlich mit, dem Herzog: von Elchingen,
inem. Adjutanten des Kaisers; der Verstorbene war-Mitalied des
iir. Consistoriums von Frankrech.

r Paris, 1. Jan. Gestern fand im Thealet de ia Port
5t. Martin ein furchtbarer Scandal statt. Man gab die erste
Zorstellung der Jahresrundschau, in welchet die bekannte Sängerim
Zihngider stark mitgenommen wurde. Einem der Zuschauer miße
iel dieses, und er pfiff, obzleich das übrige Publicum relchlich
Beifall klatschte, aus Leibeskträften. Man hutte sih fchon wieder
eruhigt, als plötzlich ein Polizeidieners erschten, um den Pfreifer
ufzufordern, den Saal zu verlassen. Dieser aber wollte nicht
ehen und jener rieß nun zwei Gensdarmen zu Hükfen.“ Der Herr
eistete Widerstand und klammerte sich an die Balustrade fest.
Man riß ihn los und trug ihn aus dem Saale hinaus.Das
var dem Publikum aber doch zu stark. Das ganze Parterre, die
dogen, alle Welt erhob sich wie Ein Mann und »verlangte mit
Angestüm, daß man den Mann, der in seinem Rechte sei, wieder
in den Saal lasse. Der Director erschien- auf der Bühne, um
das Publikum anzureden, der Scandal wurde aber noch furchtba⸗
rer. Dies hatte ungefaͤhr eine Vierkesstunde gedauerk und man
begann bereits damit, das Innerxe des Theaters zu zertrümmern.,
als deri Manu plötzlich wieder auf seinem Platze erschien. Die
ßolizei hatte, als se sah, welchen Scandal fie wieder dutch ihr
Auftreten erregt, Angst bekommen und gab deshalb dem Publikum
aach. Der Polizei⸗Commissur war sogar genöthigt, dem Manne,
den er d hatte hinausschmeißen lassen, gute Worte zu geben
da ee jetzt darauf bestand, verhaftet zu bleiben.;“ Das Pubdlikum
empfing natürtich⸗ den Mann mit lautem Jubel. Bezeichnend für
die Verhältnisse in Paris ist dieser Vorfall. Vor einem Jahre
noch hätte Niemand sich zu mucken getraut. Die Wuth, die das
Bublikum bei dem Einschreiten der Polizei- im ganzen: Theater
zeigte, beweist übrigens auch, wie es im Geheimen gährt und
ocht, und welche Ausbrüche sjelbst bei unbedeutenden Anläfsen er⸗
olgen könnten.... FJ

In Tering lengl. Grafschaft Esser)“ist pidztich einen
xpidemie — das Typhoidfieber — in solchem Maße aufgetreten,
daß von den 900 Einwohnern des Ortes davon 100 befallen Ind.

p An der Zuricheer Universtiät hat vor eintgen Tägen
das Frl. Nadeschda Futewa aus Petersburg als Docior der
Medicin, Chirurgie und Geburtshilfe promovirt. ν

»eun Die Höchne Luftfahrt.“ Von allen Luftschiffernist der eng⸗
ijche Aeronaut wlandets, nachdem er 28 Fahrten zurüchgelegt, dor
hũgen Jahren am höchsten, nämlich bis über 28,000 * e nglische
Fuß⸗gestiegen; hier hätte derselbe aber fast ein jähes Ende gen,
senommen; er konnte, wie Adalbert Stifler irgendwo sagt, den
inmel. nicht langer ertragen und war betäubt jein Gefahrie.
miähig, das Ventil zu dünen, riß es mit den Zähnen durch die
        <pb n="8" />
        lsdperdetat ausi Ein anderes Mal fiel der Bollon in die Thenise; viunziehung der badischen 86l.⸗Loose sind auf folgende 190 Rum⸗
dle Grondel wurde vber mit Stur meseiledurch die im Veisson at⸗ mern je 12000 fh gefallen: 30,824. 82, 4822, 497, 968. 197 90,5
heuindem Gafe Fortgezerri. dimmer mohet; lam minrdem Meeve, DOB.7 M,OyO äι, 2ο, ß2, 220, 700, 1820, Aäq, 346,638.. -
— *5 7 ———— ν ft eran J
in iheftigen Arampfenarm sich schlagenden Ungelhume muthrnꝰ n⸗ↄo d olt düawirthschattliche? ι ν e
aua curßteccect aodten. Ailitar, avard. xequlxirt qund gubt Saloen — i ne * 2
— — — — — D ie —Au ün Die aus boh —E
Die he Liefe n ha woeicher en in cme jetdrivde er, Rindvieh. und Vferdestanne nrforderir erfabrungmaßig oft wie -
iesdruren ic besnder sid u Coinmorg Siaate Ohis an Nord derkehrende · Meperaturent Der Dunst der⸗ Stalle führt,selbst
las. Sier wersuchte narn nmnich inenariefischen Brunmen bei guten Werschalungen/ das Oolwertbald In Faul niß über und
aben Ohne der einer Zefe ban 2775 Fuß un Wasset zu Zacht die Deden vruͤchigz dazn bommm daß sich der Dunst bald—
— ——— ————— 7 n,, Bänge durch solchen Deckensucht / mamentlich wenn die Balken vor ⸗
Ahe Sier ond Herald“ don Panama whn A2Modltr. her micht gut aushetracknet · waren / end damt die auf den Stallen
qtagi die Zahi ver Schufbrüchen vie vurch den lehten Orlan in lagernden Strohe md - Futhexnorräüthe mecdir oi. uich ist die Feuer
Desnadien derursacht worden find autf SSan, wober 800 Mien- Zefahrtichleit der. derschaltorr Stolldeden viel gefahrlichernals ber
Fen dan eben derloren haben.. 5 mit Steinen gewolbten Dedenze denn wenn bel letzteren Feuer
Dir Lohrusche Reglerung laßt jegt iin Paris Postmarken. ausbricht im Stalle, dann kann es 9 zicht nach den oberen
bie derschdenen lien aneriigen, Hon demen die ene Pheng Räumen verbreiten und bricht solchesi deir oberen Raimen aus
wsden die wene Den Obelisten der Cicobatto, kodie dritte die dann bleiht es auf dieselben beschrürst — F
henpejusfaule und die virtie die Sphynx darstenden darunter befindlichen Stallungen weniget Gifa x bie dies
e Zadi der Bevbikeunn nerer Erdelinsere. Erve Letschiedene Erfahrungen genugsam dargethohed ha der Die Ryn
a von Aßss Diillivnen Menschen Bewohnt; ponmdiesen gehoren ücherungsgefellschaften setzen darum auch die * r iege
od Millionen der iaulasischen Rare am, 388 Peillionen der mon., Desentlich niedriget an, als bei Stallungen, 1
zolischen 100 Millionen der eihodischen, 1 Mitlion der, amerita, destehen. Dun diesen namhaften Vortheilen gegesitrber o
en und 200 Deittionen der naleishen RNocer Diese sprechen die gewölbten Stallungen häben, dennoch iminer widdet *. *
3604 verschiedene Sprachen und bekennen sich in 1DoO. berschie mit Holzdecken gebaut werden, so rührt dieses eatweder dehhet 4
e ee e e e en ve he ho die Leute gicubee die Holswerf halun eus fetch bitiget als die Wa
N DsA Personen taglich 60 in einer Ninue. Dir Durchschnits. dungen, was abder tyatsächlich wohl jelten der Foll ist. oder auch
zahl des Lebensaltera in 68, won 1000d Persvnen otreicht eine das und vorzugsweise, daß die Mauter mit den Wolbungen nicht um⸗
Mureeriste von vod eine daß achtzigfie, vom Iod Rerfonen eine ugehen verstehen. Frühber hat man in Rheinhessen ünd der Pfalz
as fünfundsechzigste Lebenssahr. Es gibt 8851 Millidnen Christen, nur Kreuzwölbunijen gemacht, jetzt dagegen kommen nur Happen-
¶Milltvnen JudenSOO Mittionen .asiatischen Rolitiom,-I00 Mil. wolbungen zur · Auffͤhrung, dieselben sind billigtr und besser als
ionen Mahomedaner, 200 Veillionen deiden. Von den Christ n die Kreuzwolbungen;ihr Vorzug gegenüber det hetzteren.besteht
In Dnonen coinischekohonsch. 70 Mellionka griethesch anhee vorzugsweise darin, daß die Duͤnste desses abgefüht werden ton
üsch und 80 Millionen protestantisch! , . uen. Seht schöne und solide Kappenwölbungen hringt Baumeister
FKaruswuhe, 80. Dec. Boi der he « ts siatigehabten Ge⸗l Reinhardt in Bingen zur Ausführung.
bolizeiliche Bekanntmachung. Beste
Vächsten Dienstag deu 7. 1. Mis. S.
2oe
m Stadthause dahier (im Wacht-⸗9 p. bei .
e e tene der dune vbei Fritz Panzerbieter.
durch den Bezirkzthierarzt vorgenommen, 3
zuwelcher. Jamimntliche Hunde rechtzeitig
ʒajzufuhrein sind.
Wer Hunde dieser Visitation entzicht
oder nicht rechtzeitig unterstellt, wird nach
Arte 142 Ziff. 4des Polizeistrges. an
Ueld his zu 19 fl. gestraft.
Str Jugbert, 8. Januar 18886.
Koͤnigl. Polizeicommissariait
Du Sitel Drioeger·
—D
Pferde⸗Versteigerung.
Mittwoch den 8. Jan.
— L3J. um 10 Uhr Vormittags
El Selturich Groß zu Dudweiler in
qucx Wohnung bei der Grube daselbst
361Stüuck gute Arbeitspferde
ners Zaklungeausstand versteigern. u
—* 7 * F u. —
—I
cͤch 2230
Wiener A
cre in. dex Mayer'sch.
auerei. 5

*
Der Unterzeichnete hat Eichen, Nier
fern und Birkenes Klafterholz
sowie auch schönes Kiefernes Bau—
holl z in jeder beliebigen Lünge und Dicke
zu· verlaufen.. .
ν B. Höh.
Breitermũhle bei Würzbach. :
— ——— —
IIFFuͤr unnsere verehrlichen
Abonnenten ist unferem heutigen
Blatte ein Eomptoir⸗KFalenvder
beigelegt. F
—— — —F * — win
Frucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ etc. Preise der
EStadt Homburg vom 8. Jah.
Weizen — fl. — kr. Korn — I
Spelz l. in, Gerste, — Zreihige, — fl.
— tr., Mischfrucht — sl. — Ar. Hafer
fl. 45 ke., Erbsen —fl. — kr. Kartose
feln 1fl. 13 fr. per Zir. Kornbrod, 8 Kgr.
31 tz. ditto3 Kat. 21 ir., ditto 1 Kor—
II tx., Kühfleisch 1. Qual. 16 ix. 2. Qual.
14 tt. Kalbfleifch · 12 tr.. Hammelfteisch
18 tr Shhweinefleisch 16 kr., Vutter 28 ir.
ver Pfd. evi
Frankfurter Börse.
7 . Geldsorten.
vom 2. Januar. 1868. J—
Vreußische Kaffenscheine .. .140710. 4ä
Breußische Friedrichsdor 0 — ———
—A——
Hollaudijche 10 g⸗Sichke 9 83 355
Ducaten αα. αοα
20Franes· Stucle ν—3οα
Englische Souvereinge ιν uui 3488
Gold per gollfund ftin »α
dochhultiges Silber per Jollpfund —
Dollarxs in Gold 27äννν— 2α
Redalttvnd Sraͤtk“ und Verbaig von Fl. X Demen in St. Ingbert. E ν

—————— ——

Geschäfts⸗ Empfehlung.
„Den verehrl. Einwohnern St. Ingberts
and Umgegend beehre ich mich hiermit er⸗
Jebenst anzuzeigen, daß ich auf hiesigem
Zatze in dem Hause des Herrn Tüncher
immel an der Kohlenstraße eine

Biktualienhandlung
c amit einen
57Milchgeschäfte.
perbunden errichtet hahe, wo täglich frische
pu S Schoppen zu ð kr. ju
hahen ist. 3
* Um zahtzlreiche Kundschaft bittet
Anu, (Si. Ingbert den 2. Januar 1868
8Paunl Grunm,
aus St. Lambrecht.
—F / — — — — — —
inrich Stief, Backerenn 5 Vom heute an kͤnnen mer
2177.4 Milchkunden
angenommen werden biee
2,

— —— ———
Fin braver fleißiger Junge
n bei mir in die Lehre

Ein noch ganz neuer“'großer
2. Zombardon ist zu verkaufen Zucer:
tagen! in der Exped. d. Bl.“ I
⏑⏑
2 G.J —— 29
        <pb n="9" />
        XMUBA ι M α —ι ι Q öια ιιν
n pe α— —1444 ⏑⏑— 2M vie
—D ä p 1 Ai 0 1 ι
—D i) M —D6 mG 1* cn
J 6 — ν—
151 su u ι ι ιιι σ A , Ge ι aαα
Enu — nog ä ι ν ιι ä nn tnι αιJX naSloqusS g giratt s
ν lial ια r u αIιαιÄÄ α_9α Iι9— ι ι ι
4 2 14 1758 * IAι 0. 4 — 35ti.
eßedelt erg —A net wöchenlich —S— di en —8 84 9 &amp; —9
ant Sounsta ge Aboniminearzpreit dieenciger e Anzeigen wperden wit 3 Kerar! die decisdallige Heil⸗
⏑ 3 de Ixfen Raum berechnet. —DDD— *
ναι ινι SAM M X—— —!—,
Nroͤ. 3. ... u u Dienstag/⸗ den 7. Januar — A866.
Deutschlandenn
uu Munch en, 2. Jau. Morgen beginnt der Wehrausschuß
der Kammer der Reichsrathe die Berathungüber das Wehr⸗
gee 8.. Das 76 Seiten zumfassende Referat des Frhrn. v. Schrenl
ist —** uͤnd vertheilt, und peautragt (wie bereits erwähnt) eine
Reihes von zum, Theil ncht unwesontlichen Madificationen.Auch
derr. Reich death Graf v.Bothmer (Generalmajor und Genexal
quartjermeister dex Armes) schlägt eine ganze: Reihe von Modifica-
tignen zu dem Entwurf vor, wie er aus der Kammer der Abge⸗
oxpneten hexvoxgegangen ist. Wir ich vernehme, befindet fich da—
nter einen ganz neue Fassung des Art. 2,—und ein. Vorschlag,
—AD
Preußen) ausgedehnt werden soll, nämlich 3 Jahre in der activen
Armer, 4 Jahre in der Reserve und in der Kandwehr, End⸗
lich hat, dem Vernehmen nach. auch Hr. Bischoff, p Dinlkel, zn
Augsburg einen Modificationspoxschlag eingebracht. n
—
Berger, der in Frankfurt im Donnersberg saß sund den Aufruf
an diendeutschen Heere 1849 mitunterschrieb, wegen dessen Schü—
lerr vom pfalzer. Schwurgericht zumm Tyd, herurlheilt worden ist,
So andern sich die Beiten! Schüler. ist exrst 1865ñamnestirt wor⸗
den / und das wäre nicht geschehen, wenn-es Hexxney. Bomhard
nachgegangen wäre, N Von der liberasen Pariet in Müuchen ist
Braf vaTaauffet ier che n gn als, Candidat zum Zollpar lament
n. Aussicht genommen, )g ν,
—DDD—
—ä
bayerischen Strafanstalten am 30. Sept. 1866, d. h am Schlusse
des Eiatsjahres 3827 JInwohner, welche Zahl big zum 30. Sept.
1867..auf 6755 gestiegen ist. Am 80. Ock. 1867, also in einem
Monqi, hatten sich die Strafgefangenen auf 6288 und. am 380.
Ropember 1867 auf /6917 permehrt. Traurig abex wahr 1.Nicht
zunergessen ist gber, daß die Casuistit und die Sittenrichteres un.
serer Strafgesetzgehung auch mit an diesem Anwachsen die Schuld
ruůgt. NGoc S — —
guMurnche n 4. Jan. Im Diploniymatenher⸗ ———
Wechsel stattgefunden: Gloß Zeihereherc, bieher Ejuttgort,
—V——
— DD
oar se sg. nunmehr nach Brüfsel. gehi. , Der Wehrgesetzaus
schuß der Reichsraihskammer, stemmt dem Beschluß der Abgeord⸗
netenlammer auf Erlaß einck Contunentsgesetzes nicht hei.
Aen ü rin bleer⸗g V. Jante Von“ dem Organe Der'! quter⸗
va tß ait eine Fere dee msu ind Feribei hirseagea ‚pie
jereinigten Staaten von Cirohas Negt ums dieiztoette Probenum⸗
mer vor;Sie enthält mehrere Lettaruikel theils in —5 theils
intfranizosifcherSprache.⸗ Wahrend! dien ventfchen Artikell! richig
sabe besonnen geschrieben, Wwohl das Inteteffe jebeo Lessts ndcaim
pruch iehmen. werden, führen die franzbsischen Artikel kine keiden
chaftliche Sprache wohel sich namentlich in der Chronik bes Frie—
deng und der Freiheit“, welche drel Thronreden, desuletzten Ro⸗
densher! die des Königsvon Preußetn Napoleons und der Nöni⸗
zin“vonm Engländ, bespricht!⸗ eine dewisse Gereiztheit gegen Wteußell
gicht. verkennen laͤßt. Der erfte der framzosischen Artikel“ verlangt
sur Schlichtung aller Differenzen einLinternakonales Rechtvo Von
den dentjchen Addee ane der ꝰersteaͤn⸗ eine⸗Miltheilung ver
Liberto welche die in Folge der Aetzlen! Ereignifse entsiändene Un
popularität des früher populärsten Monarchen Victor Emanuel
und kinen zwischen Volk und Regierung ·ingerissenen Duslismu
wnftalitt, am, nm Betrachturgen üͤber · dien cdnftitutionelle Moncre
hirt unde dit Republike anzustellen“ Oie erftere Staatsfotin⸗wird
gücbei,sonlunge sich die Voller wohl dabei befraden, durchaus nicht
vewoͤrfentzboch. ascheint dem Verfoser des Aruüͤkeis leicht iein
Fonflict⸗ in Aussicht“ stehend, wenne der Regentbeinesamn größe
Freiheiten gewohnten Wolkes sich nicht zut Thatlosigkeit verurthe
seir dasfen willeEin zweiter deuischer Ärtikel weist nach, daß du
Friedens-unde FreibetiseSiaa teine repolutinnäresein da die Frie—

r
        <pb n="10" />
        in der erfolgten Verständigung Frankreichz mit Medlenburg über
die Modification dez zwischen diesen beiden Staatenhausern ab
eeeree einen Viten Schun ves Entgegen⸗
kommens don ——— dð . eigemt en
Interchen wahrnimmt wennves on der Tarifanderung fuͤr“ ge—
walztes Eisen, Tipftrwaaren und Baumwollengewebe vorl äufig
absteht. Uebrigens hat sich Napoleon sicher Feinde gemacht mi⸗
seiner Antwort auf die Ansprache des Grafen v. d. Goltz, der
beiläufig gesagt, auf einige Tage nach Berlin kommt, um den be⸗
iühmten Arzt v. Gräfe wegen seines Augenleidens zu consultiren.
Feinde in Veutschland selbsi. Er sieht in dem Freundschaftsver⸗
hältniß zwischen Preußen und Frankreich ein Pfand für die Wohl—
fart. beider Nationen und eine Garantie für die Erhaltuug des
Friedens in Europa, ohne der Herren Varnbüller und Dalwigl
hiebei Erwähnung; zu thum!“ Doch — es seien zus Anfang des
Jahres widerliche Gedanken zurückgedrängt; die Wahlen zum Zoll—
darläment werden hoffentlich so ausfallen, daß der Süden balt
don deu Feinden des dentfchen Volkes befreit sein wird. — Et
vird endlich die von det Prov.⸗Corresp gegebens Versicherung
nit Vefriedigung aufgenommen werden daß der Noihstande de
Provinz Preußen zwar * ist, daß aber die Mittheilungen über
die Verbreitung des Hungertyphus in der Provinz theils völlig
unwahr, theils in hohem Maße übertrieben find — Von nächsten
Sonntag ab beginnen die Geistlichen in Preußen“ in ihr: Gebe
die Furbitte für die glückliche Entbindung der Kronprinzessinauf
— V J

Berlin, 3. Jan. Heuie ist hier die Commission für die
Ausarbeitung der Ci vbil proceßordnung des Nordbundes zu⸗
jammengetreenn. 5*
i Aug von Olmuͤtz und don Trodpaun erhielt Frhr.
—— Ehrenburgerrechtht..

Wien, 8.Jan Nach einer Kundmachung des Reichsfinanz⸗
ministers v. Becke hat das Reichsfinanzministerium am 1. Jan. seine
Amtsthaͤtigkeit angetreten. —Die „Neue fr. Presse“ meldet: An⸗
läßlich der von Seiten Montenegro's an die Pforte gestellten For—
derung eines. Sechafeng wurden von Oesterreich Vermittlungs⸗
schritte unkernommen!“Det Statthalter“ von Dalmatien, Baron
Phillipovich, reiste nach Cettinje, wo er kindringliche und beruhi⸗
gende Vorstellüungen“ machte. Seiiens des französischen Cabinets
ind durch den französischen Consul Sarajewo die gleichen Mah—
nungen an den Fürsten Nikolaus gelangt. —
Wien, 8. Jan, Es ist ein wenig defremdend, daß auch heute
weder das financielle Ausgleichsgesetz, noch das Einberufungspatent
für die Delegationen amtlich publicirt worden sind. Es sollei
Zweifel darüber entstanden sein, ob das alte oder das neue Mi—
nisterium sie zu contrasigniren habe. — Die Einberufung der De—
legationen dürfte, wie der ungarische „Lloyd' vernimmt, zwischen
hem 13, und 15. d, Mts erfolgen. Die Berathung dürfte 6 bis
8 Wochen dauern. Zum Präsidenten soll ein Abgeordneter, kein
Magnat gewählt' werden. Die ungarischen Delegirten gehen, wie
dasselbe Blatt vernimmt, mit den friedlichsten Absichten nach
Wien; sie wollen für ein inöglichst knäppess Mititärbud
get stimmen. — J
Wien, 3. Jan. Die officiöse „Correspondenz Schweitz er
dieldet: Varon Werther überreichte dem Kaiser am Neujahrs-
age sein Beglaubigungsschreiben als Gesandter des norddeutschen
Bundes. —

Frankreich. 6
Paris, 2. Jan. Briefen zufolge, die dem Memorial di⸗
plomatique“ aus Rom zugehen, ist die Angabe, der Gesandte
Frankreichs habe in letzterer Zeit beim hl. Stuhle Schritte ge⸗
than, um innere Reformen zu verlangen, und Cardinal Antonelli
habe mithin, Gelegenheit gehabt, auf diesen Antrag durch eine
Weigerung zu antworten, durchaus aus der Luft gegriffen.
Ein deutscher Officier der paͤpsilichen Armee in, Straßburg
hai ein Werbe⸗Bureau „für Deutsche“ errichtet, um demnächst in
Rom zwei deutsche Bataillonen zu bilden
Briefe aus Konstantinopel (in Marseille am 1. Jan. ange⸗
lommen) melden, daß General Ignatieff von dem Sultan in einer
zeheimen Audienz empfangen wurde.““ Diese Thatsache, hat viele
Commentare hervorgerufen. Man beschäftigt sich mit einer Reise,
welche General Partikoff und andere russische Officiere in der eu⸗
ropäischen Türkei gemacht haben sollen. Man versichert, daß russi
sche Stabofficiere schon früher gekommen seien, um Pläne de
Bosporus und der Umgegend der Hauptstadt aufzunehmen. —
Der österreichische Botschafter wurde vom⸗Sultan in Betreff der
Frage der Donaufürstenthümer empfangen. — Eine Depu—
zation ist von Montenegro angekommen; sie soll die Abtre⸗
tung einer Gebietsstrede an der albanischen Küste verlangen, welche
fast so groß wie das ganze Fürstenthum ist. —*
Aus Paris, 3. Jan. wird geschrieben: Allen sonstigen Nach⸗
zichten entgegen ist es gewiß, daß der Vertreter des Norddeutschen

Vuundes vom Kaifer sehr kalt empfangen wurde, myrüben. man sich
aben jenseitz des Rheines wohl kejne grauen 504 wachsen lafsen
wird. Bei vder Neujahrscour waß der Klerus ungewbhnlich zahl-
reich verkreten? cGegen seine Gewohnheit stieg der Kaiser nicht
vom Throne herab, um sich nach ee e
mit den verschiedenen Gruppen der Anwesenden zu unterhalten,
wie es heißt, wegen eines neuen Anfalles von Hüftenrheumatis⸗
mus.. Während der Kaiser in den Tuilericen officiell nur Worte
des Friedens und der Eintracht zu fprechen sich befleißigte, hielt—
General Montauban (Graf von Malikao), Commandant der Armee
von Lyon, aus Anlaß des Neujahrtages eine Anrede an sein Of⸗
ficier-Corps, worin er sagke, daß sie (die Officiere) voraussichtlich
bald Gelegenheit haben werden, ihre Ergebenheit für den ZFaiset—
zu bethätigen““ Der ruhmvolle . . . Troberer des chinesischen
Som merpalastes ließ unaufgeklärt, ob diese Chassepot-Ergebenheif
sich an den Preußen, den Italienern. oder ... den Bewohnern
»on Loyn bewerkftelligen foase.
Paris, 3. Jan. Die „Pairie“ enthält eine Depesche aus
London, worin gesagt ist, daß in Folge neuerer Besprechungen die
Berschiebung der Verhandlungen wegen des Conferenzprojectes in
lebereinstimmung beschlossen worden sei
Paris, 3. Jan. Eine Moniteur⸗Corresspondenz aus Je⸗
rusalem betreffß der Wiederherstellung der Kuppel des heiligen
Grabes kündigt die Einweihung der neuen“ Kuppel, vielleicht auf
Pfingsten, an. Die Correspondenz erinnert an die Verhandlungen,“
zu denen diese Kuppel Veranlassung gegeben, um zu beweisen, in
welch versöhnlichem Sinn die Regierungen don Frankreich und
Rußland immer diese delicate Frage, die so sehr ihre religiosen
Kefühle berühre, behandelt habe. Nachdem sie den Gang und die
Lage der öffentlichen Arbeiten besprochen, schließt die Correspon⸗
denz also: Dank der Sorge und der Weisheit von Allen bieten
die heiligen Orte, einst die Zeugen so vieler Kämpfe, jetzt das
fruchtbare Schauspiel einer durch dieselben Gedanken der Eintracht
und des Fortschritts geleileten Thatigkeit...“
Paris, 5. Jan. Der „Etendard“ meldet: Der heute vor⸗
zenommenen Austheilung der Belohnungen für Agriculturerzeug⸗
nisse; in den Tuilerien wohnten das diplomatische Corps, die Mi⸗
nister und andere Würdenträger bei. Nachdem der Staatsmini⸗
ter Forcade la Roquette seinen Bericht erstattet hatte, sagte der
Kaifer?“ Der Erfolg der Ausstellung r die Aufgabe sehr,
alle Verdienste zu belohnen, weil diese so zahlreich sind, und un⸗
ter den vorzüglichen Leistungen eine Wahl zu treffen, sei immer
delicate Sache; denn man konne dabei die Zurüchsetzung Einzelner
nicht umgehen: Indessen, fügte der Kaiser hinzu, werden die Auf⸗
nunterungen immer gute Früchte tragen; der Ackerbau und die
Industrie werden ihre steigende Entwickelung fortsetzen; diejenigen
welche arbeiten, um den Boden fruchtbriugend, zu machen, koönn⸗
ten stets auf seine Sorgfalt und jein Wohlwollen rechnen, und
das durch ihre Bgühungen bereicherte Frankreich werde auf dem
Wege des Fortschrittes und der Civilisation stets in erster Reiht
stehen. — Der Staatsminister Rouher proclamirte sodann drei
zroße Preise: für die Kaiser von Nußland und Oesterreich wegen
der Verbesserung der VPferdezucht, für den Kaiser derFranzosen
wegen seiner Schöpfungen und Verbesserungen auf“ dem Gebiete
des Ackerbaues. Ferner wurden zahlreiche Decorationen zuerkannt.
— Wetter kalt, die Straßen von Paris sind' mit Schnee bededt.
Euglaud.... —
J— A Jan. Eine Schaar Franzosen in Newyort
und Canada hat sich jüngst zu einem Vexeine zusammengethan,
velcher der Kern einer zu gründenden „panz-amerit n en
Alläianz“ sein soll, die den bescheidenen Zweck zu verfolgen habe,
zanz Amerika unter einen Hut zu bringen. 7 —* Zeitungen
‚erichten von Unterhandlungen zwischen denn beiden streitenden
Feuier⸗Fraktionen unter Roberts und Savage in Amerika.
Dublin, 8. Jan. Die Militärbehörden haben verordnet,
daß im Süden Irlands die strengsten Vorsichlsmaßregeln ergriffen
verden sollen. iStrathnairn hat sich in einer, besonderen Mis⸗
ion nach Cork begeben. Die Garnison daselbst /wurde verstärkt
und ist, der Hafen Queenstown von Patrouillebooten bewucht
Aus den Martelloihürmen wurde das Putver fortgeschafft und
verden zwischen, dem Hafen und den Schiffen Leuchtsignale gegez
den. Einige Vexhaftungen baben gestern in Corlk statt,
zefunden. 3
Queesin win, 2. Jan. Die ‚City of boston“ ist mih
560,000 Dollars Contanten eingetroffen und bringt folgende
Nachrichten aus Newyhork vom 2h.: Der Congreß ist big zum
3. Januar pertagl. Das Repräsentantenhaus genehmigte eint
Bill/ welche 12 Millionen Dollars zur Verpropiantirung der Armet
und zur. Ausführung der Reconstructionsacte verlangte. Die Com
dention pon Virginien ersuchte den Congreß um die Genehmigunt
eines Gejetzes zum Schutze bei den Wahlen der NRegex. Der Tom
zreß verwarf den Vorschlag, die Freedmen-Burequ's bezubehalten,
        <pb n="11" />
        Die Con vention: oon Georgien beschloß den für die Prasidene
enwahl aufge stellten Eandidaten Chase zu unterstützen — Aus
—XV—
der Versuch Jalapas, eine Revolution zu Gunsten von Diaz her⸗
porzurufen, mißlungen. Es herrschte Anarchie im Innern.
Iuf Hahti wurden die Insurgenten von Salnavegeschlagen: Nle
—D — — 4
w Italien e 34
Vonder italeischeun Gtéuze, Z0. Dec. wird
der Allg. Ztg.“ geschrieben: Aus Rom vernimmt man fast täg
ich neue merkwürdige Nachrichten über die heftigste Regction.
Jetzt geht es gegen die Beamten, welche großentheilz aus Furcht
jefehli haben; in der Provinz Frosinone allein sind 88 abgefetzt
worden, und die Stellenjäger haben jetzt eine unerwartete Aussicht
exhalten. Nebenbei rüͤstet man foriwaͤhrend und weiß viel don
einer nahe drohenden Gefahr zu munkeln, mit welcher man die
Rüstungen beschönigen will.“
Slorenz, s8. Jan. Das Portefeuille des Auswaͤrtigen
st dem Herrn Vissconti Bendistan angettagen.“ Im' Fall
»er Annahme würde General Mena'brea das Minifterium des
Innern übernehmen, und die Ministerkrisis wäre beendigt·
Florenz, 5. Jan. Die „Italienische Correspondenz“ bringt
die neue Ministertiste: Menabrea Präsidentschaft unß Aeußeres;
Tadorno Inneres; Cambrayd'Igny Finanzende Filippin Ju⸗
tiz; Ribotti Marine; Bertoͤlo Viale Krieg KLautelli Bauten;
Broglio Umerricht.

von den Absender zuthandschriftlichen Mittheisungen Eder Art, bey
— —
oB) Für die bei den Postanstalien abonnirten Zeitungen,
ohne Unterschied des Inhaltet wird die Speditionsgebühr, gleich⸗
diel, ob dieselben in Bahern oder in einem dern anderxen Postger
iete verlegt oder übern letzterze aus dem Auslande bezogen werdeu
nit einem Zuschlag von 25 pCtudes Einlaufspreises, um welchen
zie Zeitungen vom Verleger jan die Postanstalt abgelassen und
tesp. vom Auslande bezogen werben, berechnet und diese Gebuhr
ruf 1290 pCt. ermaͤßigt. wenn die Zeitungen Leltener als monat⸗
ich viermal erscheinen. n ee ee hehu
u Uebersteigt diese Speditionsgebühr den Jahresbetrag don 6 f.
'ↄ wird bei den durch bayerische Posten unmittelbar aus dem Aus—
laude bezogenen und zur Abgabe in Vayern bestimmten Zeitungen
nur dieser Betrug als Maximum eingehobenn.
. Uls geringster Beirag der Speditionsgebühr wird bei den im
Bahern erscheinenden und dafelbst verbleibenden Zeitungen jährlich
7 kr. bei den aus anderen Postgebieten bezogenen Zeitungen jahr;
ich ia . berechnet
id Für. Postporschüsßser wird im innereb Verkehre von
Zayhern die Gebühr: wie bisher mit 2 kr. für je8 fl. im
Verkehre mit den anderen Postgebieten mit 1 tx. fur jeden Gulden
en eines Gulden und im geringsten Betrage mit8 hr.
erechnet.
6) Fur den Verkehr mit dem Auslande bleiben, dit bis
erigen Brieftaxbestimmungen unveründert. *

224

Aenderungen in den Tarbestinemungen für den BVermisschte ö.
— Vostverkehr. — Zweibrücken 5. Jan- Seit einigen Tagen trauerte
.Mit dem 1. Januar 1868 treten für den Postyerkehr zwischen ein Pinscherhund des Gastwirths Hoffmann in Ernfiweiler, md
Bahern. Oeslerreich, dem Norddeutschen Bunde, Württemberg, Bas gestern zeigten sich alle Anzeichen der Hundswuth bei demselben;
den und Luxemburg, sowie für den Postverkehr im Innern von er biß mehrere Hunde, nachdem er schon vorgestern den schönen
Bayern nachfolgende Aenderungen ein 24 zraunen Pudel eines Officiers gebissen hatte; er drang jogar in
I) Für den einfachen Brisef bis zu 1 Zoll-Loth einschließe eine Hütte und fiel junge Hühnerhund an. Nachdem er getödteh
lich beträgt die Taxe im inneren Verkehre von Bayern sowie im und secirt worden war, zeigten sich in dessen Eingeweihten uͤntrüg-
Verlehre mit den andern obengenannten' Postgebieten ohne Unter-liche Merkmale der Wuth. Alle gebissenen Hunde, der fragliche,
schied der Enifernungg. Pudel, die Hühnerhunde und zwei Metzgerhunde, sowie noch aus
a) bei frankirter Absendung ßS kr. dere, wurden aus dem Wege geschafft und für, den Annsbeict
b) bei unfrankirter Absendung 11 kr. Zwwweibrücken ist von heute bis 15. Februar nächsthin das Einsper⸗
Für schwerere Briefe bis zu dem Gewichte von 15 Zoll⸗Loth en der Hunde, das Führen derselben an der Leine oder Anlegen
ainjchließlich beträgt die Taxe in dem gleichen Umfangebdlider Maulkörbe angeordnet, bei Vermeidung gefsetzlicher Strafe
74) bei. srankirler Absendung 7 ir. bis zu 100 fl. Geldbuße oder bis zu 30 Tagen Arrest.)Eine
b) bei unfrankitker Adsendung 11 fr. Ubn tarke Steuer aus die Luxushunde, noch besser aber das unbedingte
Ausgenommen davon bleiben im inneren Verkehre von Bayern Verbot des Laufenlassens der Hunde würde bald eine Minderung
die unfrankirtex Briefe an in Garnison befindliche oder ausmar⸗ verselben bewirlren.
chirte Son dast En und Unterofficiere bis zum Feldwehel oder In Pirmasens, fand am Sonntag vor acht Tagen die
Wachtmeister einschließlich und beirägt für diefe die Taxe wie bis⸗ leberreichung der Medaille des Kronordens an Herrn Schuhfabri-
der nur 8 kr! im einfachen Satze. dut, P. Kaiser und des Ritterkreuzes des Michagelsordens an
2) Für Drudsache nwelche unverschlossen uͤnker Band dru Amtmann Beer im wohlgefüllten Landgerichtssaale statt,
ʒder einfach gujammengefaltet sind and ausschließlich nur⸗ G edruck⸗ pobes die 8300 Arbeiter des ersteren einen Zug durch die Stadt
de s enthalten, sowie für Wagrenproben und Muster⸗ nit Fahnen und Musik veranstaltelen. Ein Festmabl vou 159
andaungen, welchen ein Brief nicht beigefügt ist, findet nun⸗ Bedecken jchloß die Feier des Tages. J
mehr an dem Falle, wenn sie srandirt abgesendet werden und fBahn; 831. Dec. Während der Weihnachtsfeiertage wurde
den veglementarijchen Bestimmungen entsprechen, uch Im, Verlehre dex Opferstoch in der Si. Ulrichs Kapelle bei Fischbach gewaltsam
nit den auderen; vorbezeichneten Postgebieten die für den inneren kbrochen und bis auf einen Groschen seines Juhaltes bexaubt.
Verkehr von Bayern festgesetzte Taxe von Ifx, für je 243; Loth bom- Thäter i bist jetzi noch leine Spur.
einschließlich bis zu dem Gewichte bon; 15 Loth gleichmäßige An Darmstadit, 3. Jan. Dieser Tage wurde der Papier-
vendung pe nüller Steingauf von Großzimmern nebst zwei Complicen in das
Sendungen der Art im Gewichte von mehr laͤl⸗ 15 Loth jiefige Arresthaus eingelieferi. Derselbe ist beschuldigt, ein Paket
ionnen nur mit der Fahrpost Beförderung erhalten. urirrd o jessisches Papiergeld, das er einstampfen sollte, unterschlagen und
58) Für die im Aufgabeorte oder in dem dazu gehörigen derausgabt zu haben. Ein vierter Genosse ist in Wiesbaden ver—
kandpostbezirke zu bestellenden Briefe beträghe die Taxe bis zu haftet. J —
BZoll⸗Loth einjchließlich im Falle der Frankirung JAr., im Falle7. Dere von Elberfeld nach Remscheid gehende Postwagen
zer Nichtfrankirung 8 kr., bei größerem Gewichte bis zu 15 Loth kürzte am 80. Dece in; Folge Glatteises beim Hahnerberg in ei⸗
o⸗ Doppelte. . .. t 3315 6 Len 59 Fuß tiefen Abgrund; die Passagiere reiteten sich durch
Für Drudhachen, Waarenproben und Muster der Art sind derausspringen, der Postillon blieb todt.
die vorbemerlien Taxen bis zu dem Gewichte von 224 Loih eim 6Die Aach en-⸗Münchener-Feuerversicherungsge—
schließlich xinigch, hei größeremn, Gewichte bis zu 13 Voth doppelt ellsch aflThat zur Linderung des Rothstandes in Ostpreußen
ni entrichten. u — . 2000 Thaier beigesteuert. —J J
4) Für Zahlungen auf Po stan weisswniß en im' innieren arnize Beim Wiener Hauptpostamte wurden am Sylbesterabende
Verkehre von Bayhern beträgt die Gebilhhr füt Beträgen bis zu 50 P. mo am Neujahrstäge gehen 80,000 Stück S'tadtpost bẽnefe
inschließlich 6tx. und für' Betxäge uͤber 50 bis: 100 . einschließ- wfgegeben.n i
—— —e xf Auch ans dem nördlichen Rußland kommen bittre Klagen
Zahlungen auf Postanweisungen-nach den- anderen Postgebie⸗ über Hungersnoth. t
ien excl. Oesterreich sind nur bis zu dem Betrage von 30 Thaler fRiga, 31. Vec. Seit mehreren Tagen herrscht hier
oder 87 fl. sudd. Währung zulässig und beträgt die won dem mi:sostarker Schneefall, daß der Eisenbahnverkehr fast ganz ge—
Absender zu entrichtende Gebuͤhr fuͤr. Bettäge bis zu 25 Thaler köel ist⸗n Die Kaälte hat bereits eine Höhe von 16 Grad erreicht.
oder 4324 fl. —Wo— 7 ir. fut Beträge über 25 bis 50, Thlr.. Der Hafen Ist vollständig zugefroren und die Schifffahrt gehemmt.
der über 4380 jt. bis 87 20 N. einschließlich 14 kr. pa p Anus verschiedenen in Washington eingegangenen Brie-
Der eingezahlte Betrag ist auf den in Bahern, Zut Aufgguͤt an ih ersichtlich , daß im Staate Alabama die Zintganehcuen
zelangenden Postanweisungen von dem Absender ohne —— r Schwarze wie Weiße die all.rkläglichsien sind. Nach elner
es- Bestimmungslandes. in süddeuischer Wahrung anzufetzen 5 sind in ganzer Süden für vier Monate ausreichende
Der dem Postanweisungs-Fornjulare beigefuͤgte Couipon lanu ebensmittel gi sinden. ELin Tgroßßer Pflanzer hat 100 ⸗femer
a u 54

—E
        <pb n="12" />
        Negetcabeittti grlunvlginwrll sein: Vebeusmittvlvorrath. beinahe er⸗
shöpft und er nicht im Stande sei, Uber Weihnachten hmaus seine
Arbener! zu ernähren. Aehnlichesmist seitens? andrer Pflanzer ge⸗
—A— ——
Neget sich der Huntter dnotth preisgegeben sehen. Man befürchtet
Broderesfer wiihe moöglicherweise Blutvergleßen Ein Correspondent
detz Hewdorl Heraidr fagt «Wenn nicht!callen Zeichen tauschen,
sol wird laumte einer nter se hündert Pflanzerninm Stande fein,
nt sahsten Fahren saͤme Kraften wieder · detr Baumwollenculum u
wvidinen; vie niedtigen: Baummwollenpreise, die Steuerlastt arud! die
hohen A geborgtes Capital haben herbeigeführt daß füns
en ea Pflaitzer nun Alabama, Mississippi— und Louisiana,
diwit sinosisdlichen Georgien sich vhne jalle Mittelbefinden. «Fall⸗
Ael amtslichen⸗ Burteaurx Jürt Angelegenhelten der“ freigelassenen ehe⸗
maligen Regersclaven alchtbedentende Fondsl zu/ ihrer Vorfügung
— —
Regersallennunuche Im sudlichen Theile Virginiens hefinden sich
vpiete Farmeri Auserssenr Moangel gehenüber.n

heIy Kalifornien nimmt der religiose Wahnsinn in Schrkcen
Gee Weiser uß Im Irrenhause zuSiocton fiten 720
Ir e ene als 17 sig fur Christug 88 far
Nepr Hertgotie2 ut den heinigen Geist 18 für Propheten hal⸗
leitSnichte weniger als 21Frauenziimmer sind in Folge religidser
Verzucung Mannstoh geworden ,

peibeit von Vuffale auf der Lale Shore⸗Eisenbahn hat

tinIchredlicher Unfall allgefunden Ein Waggon gerieth iu. Braud
und von 56 Passaaieren wurden-nur 2 gerettei. — Der Senat

der· VereiniglenStaaten⸗ chat sich einen· Vopfo abgeschat itten, Igdem
er beschlossen hat, den Titel gehrenwerih (anorablop, der bisher

m amtlichen Schriftstücken aund⸗ üm⸗ den Zeitungen deme Namen cjet
des Senators worgefetzte murden hinforf megzulasfeunn ned ae

prBei Sandhurst rin Vilioric (Australien) wurder jüngst ernd

Boldklumpen von 600t Unzen gefundemsu — 0 [ —

4(Bevblkerungszahl) der hedeuendsten Städle a) in Preußen:

Bexlin 702,437; Vreslon 4167443 6òn 119,8163. Magdeburg
o3e 87306 Heannober 74 259 7 ——— 4
ganen 64 808 Elberfeld 637327 Dusseldorf 62.806 Crefelh
33,837 —D——— Posen 47.151; Kaßel 41,8390 Erfutt
16 388 ige Pachsen: Drtsden iñh 871 Leiphig 88
Themnig 80 Zwidau, 21239Freiberg 20,680; Crimiß
— Reshdenbach 1 10 Mehen
10,8725 ey in Baden: Mannheim (rund) 34000; Karlsruhe
32 000; Freibung 2 600Heibederg 18 0003 Pforzhehn
16,000 Seelen.

r Darmstadite 8, gan. Vei der heule uͤnd gestern siatta
zebabten Ziehung der —— wurden folgende Nummern
gezogen und zwar gestern RNr. 49,728 mit 10.000 1. Rr. 18238
— ———
9 305. 88 424. je 400 fl. Heute Rr. 27.901 50. 000 fl.
— ————
— ————
— F——
35,086, 38, 105, 61, 234, 69,305, 88, 424, — E ——
LOBMZSBBMEMAAJGM HEIACOCMAMID NEG l

AA— 50
—2* J är un g. *
Hie sümmllichen Bäckermeifler:hiesigen
Siadt bringen anburch zur Keuntiiß, daß
sie vom kommenden Sonniag den 12. Jan. an
das preußische Geld nicht wie seither den Thl.
u1 i 48 fre sondern nur nach dem
wahren Werthe zu 1fl 46tr. südd.
Wahrung annehmeit werden·n*
St. Inabert 6. Januar 18686.
SEammtliche Bäckermeister⸗

Feiner 1867ern Gimriel⸗ i« Geschäfts⸗Empfehlung.
—— — —— 4324 44 4141864 — — —A —
dinger Wein im Hause der Deꝛt verehrl, Einwohnetn St. Inzberis
Schoppen zu9r, über die d —B —— —
5 ——— ——— ebenst anznzeigen, daß ich auf hiesigem
Straße zu —A — ee e dause des Herenancher
. Westphälinger. Zintmel an der Kohlenstraße —
Viktualienhandluug
au Milchgeschäfte4
verbunden errichtel habe wo täglich frische
gute Milch, 2 Schoppen zu 8 zu
haben in 36
Um gzahtreiche Kundschaft bittete
Si. Ingbert den S. Jauuar Isss
—588 . — Panl Grün— *
ανnaus Ste Lambrecht.
Worms den 8.Jan . hnten aie
Wit dotiren heute: Weigen 16fl. 30 kr.
bis 16 fl. 48 ir. Roggen 13 fl 45 tt.
zis i iren Gerste ILf.n20 tr.
is 1I1 i 2ß tr peri don silono Dafern
r big fi re per 60 Filg
Mehl per Partie 14 fli4s kr. bis 18 fte
ir: Roggenmehl“fli kxr. big fl.
— x. Roggenvorschuß 14 fl. 830 fr. bis
. V Weizenvorschuß 180 fe8o kr.
— ——
77— * 3* — 2 big t —8 tr per“ 70 Kilb.,Reps
inbraver fleißiger Junge — ——
wie n bet mi in die Ledre gilo, Rübdtohne Faß 20 4. 30 —X
ent Febrg u⸗ 21 furrr.Leindl bohne Faß fle
ur Geinrich Stief, Bader. — ir his — fl. —itr. Mohndi ohne Faß
* — X ft D e bis —S fh 13— per
9FJ no dils. weehstuen — tebie
jür Jedermannis Gebrauch, da in denselben 7 9 5 w WanntcinSa ho do r
Raum fur Wohnort und eamen des dins, bis — I. — itr. 336
stellers froigelassen, sind in undß — T z. Sanu e
Bogen vorräthig, in der Buchdrucerei von u dan —D———
iruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
V — berndn L40 Pfund — fl.n—lr.A Rog⸗
in noch ganz neuer großer — Weizen
Bombardon isi zu perkaufen? Zu er⸗ gennnehl dintz * 7 Awen 8
ragen in der Exbed. d. Bl. 33 J —n F sy rg e 8
* ini —— 5 orn 180 id 47 ll. 9. 3 *
Ledn en eeneie iñ hen . Gersie (100 Pfde) in I. 80 tr
Aevater, e —— fl. 40 ir. Haßern 120 Pfd.)
Beerr, Koblensiroßze.“ “J 8 fl z0 tr. — G r. e—

u Freitag am
J A B. Januar⸗
wurde auf der
chnappbach eine sil berne
linderuhr, mit L. I
ꝛ. 1447 Reparatur⸗Nrs.
ezeichnet; berloren; der red⸗
ueverbtinger erhält 2 Thlr. Be
run in dert Redaction de Blin
or —* wird gewarnt..
—L
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Unterzeichneter macht hiermit: bem ver⸗
htlichen Publikum die ergebenste Anzeige,
daß Keuflch hier als Schreiner elablirt
hasß and vittet nnter Zusicherung der mög⸗
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—— geneigten: Zuspruthl uet.
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358y Jon. Dh. ————
,c n k Shreinern
Si nabert inn Januar 18Buενν
Cdne ft He gewässerte
Stockfische sind ieden Tag zu
baben bet

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ν lt: a v * ae e— goai ma u ν æ
Der „St. Jagberter An zeiger“e it eittent Unterhaͤlinngsblatte erscheint —E——— —öAV da⸗
—XE amstage Abonnemenisbreis vierteljhrig 45 Krzt oder 18 Silbergr. MAnzeigen merden, it 3xir de dreispaltige Zeile
— ——— ⁊t —2 .u Blaitschrift oder deren Raum berechnet. —— 3386
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Rro. 4 vorvereras. den v Janna 1868.
—— , n
Nodiα α . Deutschlaud. — —— *
Ana m un chen 7 9 gun. Das Prasidlum der Kv. A. hat
sihverankaßt gefehen nochstehende gusanmenste hung über ven
Vostenaufwand! fur den Landtag des“ Konigreichs Bayern im
Drude zur Vertheilumg zu bringen; In def letzien“ Zeit haben
Iffentliche Blättetr mehrere Artitel über die Tagesgebühren wie
uber die Reisegebulhren de haherischen Landtagsabgeordneten he
bracht welche et erscheinen ließen in
rechnungsmaßigen Differn den KRostenaufwand filr den Landtag seit
dessen Vestehen in jeinem Gefammtbekrage wie in dessen ein inen
Unterabtheilungen kennen zu lernen. Vom 28. Januar 1819 bis
. Juli 1808 war der Laudtag einundzwanzigmal — zusammen
4147 Toge x LIJahre Aq Monat versammelt, ader gegen⸗
waͤrtig versammelte 22. Landtag dauert, nachdem ot elt dem 22
Vai 1866 dreimal verliagt wurde, zum; 1. JanuarI 868 bereits
wieder 173 Tage. Der— kürzeste Landtag dauerte fünf Tage, vom
25. Bis 80. September] 858 der längstendreihundert: neun und
fünfzig Tage, vom 8. Februart 18513 mit einet Unterbrechung
bis 28. Mat 18621 Viet Landtage —AIBSAJαö νö
1859 hatten eine Dauer von 70 bis 70 Tage;“ funf
I8I9öεα, 183, 1839/40 und 184340 α bauerten 107
his 177 cTage. fechs — 1625,1827/8 I8837 1842/43,
iß58 183/68 — dauerten 203 bis 286 Tage; vier endlich
— 1831 1849/50, 1855/56 und 1859/6 hatten eine Daue
don; 802 bis 841 Tagen. Die durchschnittliche Dauer eines
Landtages berechnet sich daher auf 187 bis u 8. Tage. Der
Besammtaufwand für die 21 Landtagsversammlungenbeträgt
ß AO ö . te Hievon betragen die Tagesgebühren ber
Abgeordneten · früher ea. 120, gegenwärtig 148 an der Zahl
einschließlich derjenigen für die in den Inhren 1848 1851/52,
1855/56. 1859/61 und 1864 /65 dersammelten Gefetzgebungsaus
rhüsse 2,3895, 90 1 fl., die Reisegebühren der Abgeordneten/ ein⸗
schließlich des desfallsigen Aufwands für die Gesetzgebungsausfschüsse
412,921 fi. 80. tx. die Ausgaben für datz gefaͤnmte vet zweiten
Aammer beigegebene Personal, einschließlich des den Gesetzgebungs⸗
ausschüssen zugetheilten Personals, dann der Renumeratibnen und
Ausgaben fur Nacharbeiten 990,634 fl. I6krd, die übrigen Aus⸗
tgaben für: die zweite Kammen und die Gefetzgebungsdusschüsse für
Druck Materialien, Zeitungen u. s. w. 792815 fl. Lafro Der
Besammtaufwand für eine Landtagsversammlung berechnet sich daher
durchschnittlich auf 809,895 fl. und betragem hiepon die Tages·
gebühren der Abgeordneten 128614 fl., die Meisegebühren IO, 668
I.,. in Summa 148,277 fl. oder 465* Prozeni des Gesammtauf⸗
wands. Für die 21. Landtage- wurden die Reisegebühron wegen
eingetretenen Vertagungen sechsundzwanzigmal! vezahltip die einma
ige Entschädigung für Her⸗ und Rüdreise Berechnel sich“ durch⸗
Hnittlich 15,8811fl. und beträgt: da gegenwärtig 1374ußer⸗
halb Munchen wohnende Abgeordnete imn der⸗ Kammer sind, für
zinen Abgeordneten durchschnitilich I156flan ¶ Detu ganze Aufwand
für den Landtagt für ein Jahr der Perioden von 1810 mit 1863
berechnet sich · auf 138,486 fl., der Aufwand fur Tages⸗ und Reise⸗
gebühren, der Abgeordneten für ein Jahr 4. dieser⸗ Periode auf
*, O17 fl. ινα re ,νν “
.Muünchem, 6. Jan.:Die Correspondenz · Hoffsnann“ er⸗
dlart Gerüchte von angeblichen, Dissidien: zwischen Haudelsminifter
und übrigen Ministern für grundlos. u 7
München 7T. Jan, Der vomReichsrath zuro Berichter⸗
attung über; das Wehrgesetz gewählig Ausschuß willrabsolvirte
Gewerbschüler, Absolventen der zweiten Clafse der Gymnasien oder
der Realghmnasien zum einjährigen Freiwilligendienst micht zulassen.
a— 8 Dienstesnachrichten.n —— J
Aoan Bufolge Regierungsbeschluß dom 31. Deceniber 1867 wurde
der Schulverweser Michael Isselhard, zu Oberberbach zum Schub⸗
berweser an der lath. Vorbereitungsschule zu— Otterstadt pom 15
Januar 1868 qu und durch Regierungs· Enfschließung vom 4. Jan
1868 der protiserische Lehrer Theobald, Fanße Riederbertug

¶ndiet an den dortigen hediestdgusschen Sahnle ündeutnilwer
Figenschaft erxnann —
Mannheim, J1. dan. Flir den Rolhstaͤnd in Ostpreußen
sind am hiesigen Platze auf, dem Wege der Privatsaminlung
300 sr aufgehracht worden. was die Zutunft ais ules ven
piel mittheilt mit der Bemerlung VDas ijlnicht Sache ver
Mainlinie, bemerkt man kuinß dabel. und. wir fügen hinzu: auch
icht die Sache irgend einer Parkei fondern lnur und allein Sache
s Herzens und?; Kein festHerz,n das nicht auch zur rechten
Stunde ein bewegt Herz αι ain rcdtin
Kidris vuhe, 7. Jan Abends.“ Die Lerfte Kammer hat
heute das dem preußischen analoge Nilitartursirafaeseh nach den
Vorschlagen der Commission einstimmig angenommen ———R
Bie rran, G Jairetn Graf v. d. Goltz ist gestern zwei
Mal und heute Abends wiederum vom Könige empfangen wor—
den.“ Die Rüdreisedesselbennach Paris ist schon auf morgen
früh festgesetzte ν en* —— GFr. J.s
—Wien,4 Jan! Die Dehalte meldet: Der hiefige Vot⸗
hafter der Pforte, Haydar Effendi erhielt den Befehl: unverzüg⸗
lich nach zu Vondon reisen. —Die Morgenpost“bezeichnet Baron
Magnus als! den Nachfolger Werthers. — Vas Tagblatt“ be⸗
richtet: Der Kaiser erklärle kürzlich in einer den Grafen Thun,
Esterhazy und Belerede ertheilter Audienzer sei fest entschlossen,
die Verfafsung diesseits und jenseits der Leitha aufrecht zu erhalten.
Wien;, 4. Jan. Die N. fr. Pr.“ meldet:Minister
Ziskra ompfing heute die Beamten des Ministerium's des Innern.
In seiner: Ansprache betonte Giskra, daß mit seinem Amtsantritte
der Geist der Verfassungsmäßigkeit und Verfassungstreue in die
Berwaltung einziehen müsse.“ Giskraerwarte und fordere von
den Beamten, daß dieselben vollstandig zum neuen Systeme stehen.
Wem dieser unbedingte Anschluß mit Jeiner Ueberzeugung nicht
yereinbarlich möge sich zurückziehen.“ Von denjenigen, welche trotz⸗
»em im Amte blieben, erwarie der Minister unbedingte treue Un⸗
erstützung der Maßnahmen, welche das Wohl des konstitutionellen
Staates: erheischen —Anch: der! Minister Hasner hielt eine An⸗
prache an diee Beamten des Kultusministeriums, in welcher er be⸗
onte, daß im Geiste der sanktivnirten Grundgesetze gewirkt werden
nüssen. n ratzis e — , * J
Wasenm, 7. Jan Dit , Wiener“ Itg.“ widerlegt“ die: un⸗
zünftigen Mittheilungen welche?-das Joutnal Chas“ uber die
—— hat.
VODam burg, 8. Jan⸗Die BVörsenhalle“ meldet: gu Ni⸗
olajewsk am · Amur wurden reiche Goldlager entdeckt Umer den
Augen des rüssischen Admirals wunden binnen einer halben Stunde
526 Pfund reines Gold gefunden! Der aufgestellte Militärposten
gerieth alsbald mit Chinesen und: Eingeboreuen in einen blmigen
Zusammenstoß tne mnie ——
Frankreich ι
Aus Pariz, 4. Jan. wird geschrieben: Die Berichle auß
—B Industriehezirken lauten geradezu traurig. Der
hetannte große Fabrikant (bgebrdnete) Pounera ueti ere
u Ro uEn, welcher vor dem Handelsvertrage mit England 6000
Arbeiter Tag und Nacht befchäftigte und- schon vor einiger Zeit
die Arbeit auf 4 Tage per Woche teduchren mußte, soll. sagt
nan, sich genoͤthigt sehen, die Arbeit nun vollenos einzustellen.
Elbeuf büßte im Jahre 1866 an und im Jahre 1867 4n
7 Millionen ein, undder Verlust von Non bea ix seit Abschluß
des Hundelsvertrages beziffert sich mit 200 Vällionen!! —7
T.Bei Haussuchungen im? Fautourg“ du Tempie soll die
Polizei Papiere gefunden haben, die eine Verbindung zwischen detz
Feniern und der hiesigen „Revoölutonspartei“ erweisen, *
Die itgrienische Regieruüug soll fich bereit leiklätt
jaben, ihren Anthtil an den Zinsen der päpstlichen Schuld zu
zahlen und Bürgschaften sür den Squtz der papstlichen Grengen zu
geben. wenn der. Heilige Stuhl die freden Truppen, in“s Be—
ondere das Zuavencorps entlasse, welch' Letzteres der Herd aller
egitimistischen Umtriebe in Italien: in. dO ,

—WBR
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        Paris, 8. Janus Gesetzgebendes Körper. Die Commissionergähren ich rohen Ruben eEi utftguaschuß
fsir das —R —X — 35 I i ioher ene gin ug in an sg
—R di vns bewilligt iehecen domch zar Unietstürre L4 idd van. vie Anglo-amerilanischt Correspon ·
— — denz gieldet: Geflern Nacht ig das Pulvermagazin in Cork erbrochen
Paris. 8 gan. D wassishe Zalten die hier herrscht. orden Zehn Leten, Sprengpulvet wurden gestohlen · Von
hat gestern Abend *inen Tumcn veranlaßt, der freälich leine ernste den Dieben hat mah keine Spur. In Chatam wurden ueue Vor⸗
edentung haute, aber doch zu eiuchen Vvechaftungen fuhrte. Junge ichtsmaßregeln getroffen. Eine große Truppenzahl steht jederzeit
deule hanen auf dem Platz des Wasserschlosses lange Schleisen zut Verfligung. Die Berichte aus den übrigen englischen Graf·
α die scheritecden Volize- und Willitär pate vuilier chaften lauten beruhigend 33
—— eschrri nid: deme denfes —8 Garibaldie empfaugen . 4* L0 X ⸗ un, 6. Jan. Man wvermuthet in der Person eines
ee —nee zuf einem Schiffe aus Palermo an der Londonbridge Verhafteten,
— a Li 3. Jan. VDer Moniteux. sagtDie fremden, des Fenierchefs Deash habhaft geworden zu sein. welcher bekannt⸗
n⸗ ger accreditirten Grsandten haben, in Uebereinstimmung lich in September zu Manchester gewalt befreil —RX
it den Kommandanten der verschiedenen Seekräfte. dem chines. e anauambenn 75
Kathe fur fremde Angelegenheiten ein Projelt zur Unterdruckung uc1 I d o w , 83. Jan. Der. Dampfer —Rulsia. aßt
der Seerauberei in den 8 — Gewassern vorgelegt. Der pr v ard omanen eingeirosen und bringt fogend
eeee gedisce ehe ete gese Lagtichenetewpon on r Zut e —
regeln im Principe gnzunehmen. — der Moniteut“ sagt/ daß Fente in Missisippi entspricht nicht zu ege den Erwastungen
—————————— vn sn ghemerar Conais a. Ichen cin⸗ er Plantagenbasiher. warhalb dieselbe n. den Kohn ber ün anngapipun
eiee t die in Nangasalkr wegen ee ane dee Wore —
Fnen eeeden, Wieder ser, 44 n dieselben, sich arganisirend, die offent⸗
JItodagonda gingelertert y ge, freigelasfen worden seien. iche Ruhe. Das Tinschreiten von WNduitür wird wahtscheinlich
— — DVVDD——— ng! nothwendig. General Ord befahl,die Aarbeitsfähigen Arbeiter,
*5 Aus London l. Jau wird der „Südd. Pr.“ Folgendes velche die Arbeit verweigerten, als Vagabonden fesizunehmen. —
heschrieben: Man verfolgt bei uns mit gespanutet Aufmerltsamleit Die Konvention von Georgia ist biz zum 8.Januar, das Par-
die Wendung der Hinge in Amerika, welche nicht ohne Einfluß ament von Kanada bis 1i2. März verlagi, — es noch
uf die Zutunf Englands bleiben kznnen. Von ganz besonderem Vorsichlsmaßre ain eget die Untcicbe der Fenier genenigt
Engh ud — geln gegen die Unittiebe der Jenier genehmigt hatte
ntevesse die Englander zu erfahren, welche Aussichten Dtali ——74
rant“ auf die Taudidatur der Präsidentschaft habe. Man weiß Itauen. 3363
hier auß derlaßlicher Quelle, daß General Grant jener Partei in hal S o ken 3, 3. Januat· Es wurde ein Brief bon Wan
—A zaldi verdffentlicht, worin derselbe die Hoffnuug aussvrichta Italien
aud für undermeidlich hält. Ein solcher Krieg wird in Amerika 7— e bals wieder u den Erleunw in helangene Das 6
ebenso als eine historische Nothwendigkeit betrachtet, als es der ichteit nd Apeauer zum Siege fürren 55* 3
ee an ee e n n Dem Movbimentoe vom2. Jannat zufdlge ast· in den
vreeerae —— Iniden Gefangnissen urplätzlich eine mnsteridir Kranlkheit zum
ghemal entschieden werden, auf welcher Seite die großere Staͤrte —— wel he. unter der Monge sanger und krattiger
ege. Der gesunde Menschenverstand ist gewiß gegen einen solchen en die in denselben gusammmengedrangtind schreclice
Krieg, da doch beide Nationen durch alle materiellen Interessen, —— arte Die Regierung behnupte es sei weder
ju man baun, sagen, durch verwandschaftliche Bande an einander Iholera noch Tpphus. Sie furquet Vagr nan ihr die Schutd
een e l i der Geschhte ——— gube. weil die Gesangenen ohne jegliche Vorsi htsmaßtegel in un⸗
munft. ais. der gesunde Meuschenverstand ist, einen mysteriösen, peg veng Imestden nnen — d 2 ee
declen Cinfluß , der mächtiger ist, ais alle materiellen ——— stumm und die Bevblterung gibt sich Komjelturen hin, vie der
isammen genonmen. Man kann sagen, daß unter je 10,000 Regierung keineswegs günstig ind. 3, 4. 3
Aierilanern viclleicht ein Einziger, und don eben so diel Eng— he ren g. Jan.Rach der Italie⸗lautm die Rede mni
a eensih befinbe, 4 Wer Konig Victor Emanuet am Neujaht dier Deputalionen der
ches ein solchen Krieg wünscht. Ein solcher Krieg wäre die größte armer erbhins jolgendermnaßen ¶AWit dordchre trn etne · der
Calamitat, der größte Wahnsinn des neunzehnten Jahrhunderts, rustesten Krisen; aber Italiem hat —bereits miczt minder schwere
oan kbonnle sagen. daß er unmdglich sei. und dessenuigeachtet ge— Pruͤsungen bestanden und ist zuncich aus deuselzen he iausgetreten
hen wir unbemertlich leise und geheimnißvoll, ohne es zu ahnen 0 boffe, —— d den ent ger — abenss alu⸗
diesem Kriege entgegen. Wie alle großen Redalmonen don an d Feig. Id glaude Ihnen ule- Ruge und Simmacht amempse-
noritäten, wie die Kriege Napoleons von äiner einzigen Person 9 n mihen. De, nmen i — besaßn
ausgingen, jo werden wir auch in einen solchen Krieg durch we⸗ * zaple DJ e Denseben ale Aufmentsamten Awen den
eeieee eeewewen Glatt ist einz seiche ver b in ihren Arbeiten die größte Thaͤtigkeit entfalten wirde Die
sonlichkeit, er ist verschlossen und von einer eisernen Willenskraft der Dinge ag su gwei Monaten gevessert; alle gesere
steiue der Parteien in Ameritka hat ihn vollständig begriffen. — wisen arauf hinausgehen, daßz sie immer aoch bet
Man weiß jedoch hier aus guter Quelle, daß er die Alabama er g n is ae ——5 8
Frage „ofsen“ erhalten wotle, und daß er sich gegen ein Mitglied ag ; Roimenia Di wer ver ereappy von Preuhzen werde
des Gomites; der auswärtigen Angelegenheiten des Senats in wchont vac — — —. 53
Washington kürzlich in diesem Sinne geäußert habe. — Oeffent⸗ ʒsi dorueer den M Givitvecchia lexnden
a e rn aie za bisem, oder Dereheg zoͤsischen Truppen sind Krankheiten ausgebrochen. — Der Cardina
zramme betannt; aber es wird bald in jenischen und militärischen Pde e re, die Gunst des Vabstes noch den Befiß seiner
areisen belann werden, daß er einem Kriege mit England mit abge⸗ Pixünden wieder erlangt.
neigtsei. Tie Alabama⸗Frage ist nicht die einzige, welche von der Kriegs⸗ g8 —TIX —— St
dartei als Vorwand aufgegriffen werden könnte. Die gesammte — wrn unter Anderm hei Was die Aur
— — ee ung vor den Gotteshaufern und die in benjelben zu beobachtende
ntatsfrage. Rach demenglischen Gesetze kann ein Auswauderer daitung anbelangt, so muß man die von unserm Vorgange hen
nicht aushören, Unlerthan der Königinszu sein, wenn er auch fast uͤgen Andentens Leo XII., erlnssenen und auch von uns schon
sein ganzes Veben im Auslande zugebracht hat und irgendwo na— wieder publizirten Anordnungen in Kraft treten lassen man taußz
ralirt worden ist., Ja noch mehr, sogar noch, seine im Aus⸗ Hanteier un et
ande geborenen ye Enkel (aljo bis auf die dritie. Gene⸗ v etes ist und fur hen le bd e Hriliches sohietn
ation) bleiben Euglander. Die Verhastung amerikanischer Bür— Die Haupturßacht dieses Uebels liegt an den Fruuueic.die). um in
Jer, die wegen Hodvetrahs, angellagt purden, weil sie, sich der zie Kirche zu gehen. sich wenn fie auf die Promenadr. ooer in dat
enischen Bewegung angeschlossen hatten, hat dieser Frage eine prat⸗ aheater gingen und den Spieget⸗ über ihre Gtan gu· Raus
lische Bedeutung gegeben. Fast alle, fenischen Chefs in Eugland niehen den. Mantel um sich san gendie Stegchen re
lud amerjtaniürte' Irläuder. Eine“ je groͤßere Anzahl derselben t vielgeskaltige ganze solje Weibtichteit mit gleigendem Ftnitner
derhaftet wird, desto größer wird die Erbitterung in Amerika wer⸗ ungeben· 333 atü 3
den. wo man übrigeng für die Fenier bis hierher keine Sympa- —
thien bisitzt. In einer soschen Situallon waͤre die Wahl Granis Zanlet zu Eyren Ratagotns statt Dehrere Senauoren. Deputirte.
—ã6 4 —S nümn ieee Pitglieder der Stadtbehörden, angesehene Bürger und Vertreter
— e P ver: Nalienischen und ausldudischen Presse warden ambesend Katazzi
London⸗ 2. Jan. —XC Flend herrscht unter —* — e —* 3 838 g
Vergleulen in Kornwall ven denen- Ungeführ 280060 arbeitslos ig er — * da An beuch dehv.
ind. Ganze Familien. 6 arerrrn. WPeorsonen zühlend,eh odor huwpan be kg ahm lnsbruch de⸗ B
mungern odor I bdeunruhigende Dimensionen an.Beständige · Sidße intd
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        Detonationen fanven sparn VGroßer Sqhreden herrscht ven Dorfern
n Fitße des Vesuvc.
WGeEnen ana 2. Jan Die Cholera vichtet in Reggis greße
Berheerungen an; n wge Tagen wurden über 600 Opfer
hingerafft 5 der größte Theil der Einwohnet floh, unler ben zu⸗
zndgebliebenen isd das Elend aufs hochste gestiegen. In Folge
zroßet Schneefälle in den Apenintien sind für die Eisenbahnzüge
wischen Oberitalien und Flotent mehrfache Vetzogerungen einge⸗
treten

Arirrist; Z Jun. Aulhentischen Nachrichten aus Cadix
vomn 9. Der. zufolge, wird die Fregulte Rovarab mitder
deiche Maximiliaus zwischen dem 10. und 12, 82. M. hier ein⸗
reffen. 8 eee n er

νι SEpanien..

Madrides. Jan. Die, Gazeta Agnn vaß der
etlegsdampfer Mou Jes pinga“ im cinesischen Meert umter—
negangen sei. In Portoriko hat ein Erdbeben siatigefuaden.

J — Amerika. * J —* ar rn *5
F— w⸗Yoͤrt, 26. Dec. Eine, Armee⸗Reduckion hat Ge⸗
ierul Grant nie empfohlen.Eine wichtige Mifsion ruft den · chi⸗
enischen Gesandien in Washington nach Enaland
.Vermischtes... 4
d. In Kaiserslautern oder Zweibrücken soll eine neue Leje
aen-zZwnnrei mit 1140 Spindeln errichtet werden, als deren
Hirector Ver dermalige Director der gleichen Fabrik in Otterberg,
— —
Kenkabilsätstechnung würrde sih Zdat nölhige Actiencapital von
250,000 fl, mit nahezu 12. orenliren. Wenn von Seite der
ehigen TSigenthümer der Duerberger Fabrik günstige Bedingungen
zestellt werden, soll diese non der neu zu bildenden Actiengesell—
schaft angelauft erden 3
In Bruchmtutlboch fand am' 67 San.küine? sehr gahlreich
heduchie Vexam mlunge von Oelonomen aus den. Vezirlen
hombutg, Kusel und Zweibrücken statt, welche zunächst ‚eine Adresse
jegen den Malzaufschlag für did landwirthschafte Brengeeen
interzeichnelen, die sofort nach München abgeschickt wurde, und
dann die zu hohe Besteuerung des Grundbesitzes mißfällig besprachen.
Zum Schluß wurde auch über die Wahl eites Zollparläments-
nitgliedes für den Wahlkreis Homburg-Kusek? debattirt; doch war
die Zeit zu kurß, um sich über Linen vaffender Cardidaten eintgen
u fkoönnen. aoau — ιι
—— Muürchen,.4. Jan. Der Vahnderkehr zwischen Berona
Ferrere und Bolognat isf wegen des uußerordentlichen Schueefalls
anterbrochen. Der Persouen⸗ und drachtwerkehr ist borläufig ein⸗
gestelt —— 198 αν ν α
Ein in Muünchena gamisonirender? Infanterie-Liriiienaut
Heinz früher Mechaniker) hat ein ueues Ründnadedaewehr
erfunden. —Sσ! 2
77* Franz Lachner will nach seinem Ruͤckttrist von der Musit
airecilon· des Müunchener Hoftheaters nach Wien übersiedeln.
7 In Frankfurt ladet ein Comite hervorragender Männer
zie Bürger⸗ und Einwohnerschaftæein, sich über die Mittel zu
zestrechen, wie Frankfurts Stellung als einer der kosmopolitischen
wdentraipunlte Curopas für den inernationalen Verkehr befestigt,
zie Siudt zu einem Vereinigungspult für Touristen und beliebten
Aufenthalf für nnabhüngige Familien gemacht uud so der peluniäre
berlug für den Wegzug vieler wohlhadender Familien ec. wieder
ausgeglichen werden lonne. J uc J
F Goitfried Kinkel erhiek von einer literarischen Gesellschaft
reipzigs auf deren Anregumg er vorigen Sommer bei der dortigen
Freiligrathfeier die Festrede hrelt, einen silberneit Lorbrerkranz,
zessen einzelne Blätter die Tittel von Kinlels Werken irdgen und
essen aufbrechende Knogpen die noch zu erwartenden Werle Kinkels
minbolisch andeuten sollen.. 38 ꝛe
nf Gurm brnn en, 8. Jan. Noih. Der Bürgere uͤcnd
Bauernfr. schreibtz Stucm und Schnee, der die Wege unbaisir⸗
zar macht ids eine Kältg Pöd Rchat unb zu dem Nothsta nde
noch gefehlt. Wahrend. sonste die Iogische Dichschnittszahle der
Beitler auf· dem Lande 30 bis60 war, die gespeist und beschentt
verden mußten,“ ist seit DTagen keiner vorgesprochen. Man denke
ich die Armen im ungehelztkeire giner hungerud!!-Das Herz!
anm brechen, aber man kann nicht helfen! Wer kann sich bei
250⸗Frost waschen und reinlich hallende Nicht der Hunger, nicht
ver Froft, fondern noch früher das Angeziefer wird die Armen
as Grab bringen. Wer helfen soll, hilft nicht, dusere Mitte
xeichen nicht aus zu helfen, Mienschen aller Länderx, die
ih vis bon ni, helft) ehe As z n J Vftrt! o νι
Fe süihn A Jan. Der Angarische Lloyd meldet: Eine Ge⸗
ellschaft, an deren Spitze Graf Gagen Zichy, Georg Nlapfta und
ar⸗ Poarifer Bamttaus d. Langenhofen flehem hat si die Aufgebe
zestellt, die Donau mit der Theis zu verbindent und mit Einbe⸗

mehundz deß Fraͤngens · And Behaad neseehnen Sosersttaire von
Hesth aach Temesvar zu eedffhen; atisetun Dondener Sam.
Auser ersien KRauget aben ich A
ol u vehschaffen⸗ —— —38 pι st Pxy
t Bei der vor e — ——
u welcher guch Graf Bismatk erschienen wae, —
gundediangter sich wieder ald ehnen nhtigen Rimtob erwiesen
ndem er mit eigener Hand 186 Hasen erlegt. Duh e
u den geubten Schüßen phit ee auch die Theiftlehiner ber
ießzten Jagd in Staßjurt bestättgt. weiche n dessetNahe esn
vaten: e ihm hier * Jagobente 938
vard, darf nnch Lage der Gache micht Wander dehritktz aber det
Minister schoß zuglesch mit gußerordentlicher Slchetheißeund en
dugel ereilie das füehende Thier, 5 baß er i —W—
verwendete, auf eine Entsernung von 120 Schtitn
8 Die von der „De B. ——— Adels·
atels an den hannvver'scheis Preßagenten. Meding with von vetu
en Bu 53
J innee in4. In bet Reinahtenacht bari
Nitglieder i atße Vesenenderenig mir solchen“ der Fibellat
nsammen. Dissonanzen waren früher schon borhanden. wie eben
Hegner sich aneinander zü reiben suchen. Das Ende von Liede
var das Riederstechen nes “ beleumundeten jumgen Manned.
er die einzige Stützt seiner belagten Muller wax. Ein Zweiter
hursche liegl. an Stichen darnieder d zweiselt man an seig
iem Aufkommen.“Von zehu — dieg 3
7 An verschiedenen Orten des Rheins hat fich das Eis gex
ielll. Am Loreleifelsen slteht es 19 —20 Fuß hoch aufgehürmn.
Iberhalb der Lorelei ist der gefrorene · Strom passirbar⸗
4 In Berlin cursir! das Gerücht, es habe sich heraustzestellt
»oß sdwohl im schleswigeholsteinischen, wie im vorjtüchrigen Ktriege
zedeutende Unterschlagungen an den durch Sammungen fin die
Armee aufgebrachten Belleidungsgegenstanden und Naturalien vor—
zelbmmer sert 4
* In Weißenfels (r. Sachsen). wurde in der Racht des
B378. Dece der Ciqurrenmacher Siegmann von dem Fähndrick
dZiller von Gerlingen mit dem Degen so berwundet, baß er·ne
3 Tagen sstarb. 7
In dzinem: Dorfe dei Achim hat eine etst seit · Wotchen?
oerheirathete Frau itzren Mann mit Phosphot vergiftek —88
— GWeibliches) Beéi der am 29. * im Pan sron
Bersailles gehaltenen- Hofjagd etlegte Frau Eugenie 31. die Fur?
tin Metternich28 Stüch WBind 4 35
Als ein Anblick ungewohnter Ark Wird von Paris Jemeẽl⸗
yet, daß in Folge der antzaltenden, sür die dortigen Teperatur
———
Der Epoque“ zufolge Ftte er Erzhischof von Patig ass)
d, M. nach der Predigi des Pater Hydcinshe in der Notre⸗Daint
firche den Segen bes Himmels über Wuahfen Frankreicheẽ dri
leht. Die „Epoque“ wirft die Frage, auf, ob es, habe ein
danlgebet uͤr die Vergangenhet gder ein Gebet füt bie Julunft
ein sollen. 37 —— 224.4 * *
Baris, 2. Jant Dos Kind won Frankreich, krgig
um Bürger einer Republik ernannt, erlernt jetzt auch eine burgerliche
dunst. Schon vor längerer Zeit war zur Belehrung des Prinzen,
m öffentlichen Theil des Tuilleriengartens, südweslich von der
Draugerie, eine kleine Eisenbahn von 400 bis 5600 Meker Lange
rbaut. Bis jeßt wär der Prinz auf dieser Bahn nur mitteist.
rines dreiräderigen Drehschnellwagens gefahren. Nun Jaber hat)
derselbe als Neujahrsgeschenk eint kleine, aber wirkliche Locomo
tide, die oinen Wagen zicht, krhalten; man ertheist ihm Unterxicht
iber den Mechanismus der Maichine und lehrt ihn, die Locomo⸗
live zu fuͤhren. 27 —6
—f, Im „Internalional“ ist zu lesen: „Am Weihnachtstage
‚wo Alles sich freut and das Feu des Herru in Danlbarkeit, be⸗
gehl, ist in der Weltstadt London eine besahrte Frau und ein
unfjähriges Madchen Hungers gestorben. Ruth Dible, die Mal-⸗
ser des Kindes, ging im Laufe des Vormittags auf die Straßen,
um künstliche Blumen zu verkaufen. Ihr, Mann lag krani zu
hause und konnte nichts verdienen. Sie trug auf dem Arme
zus Kind, in elende Lumpen gehüllt, in der Hand ein- Korbchen
nit den Blumen. Als sie spurt, 7—35
eichen meht von sich gab,“ jah sie nach — das arme Geschopf
var todt.“ Bei der Seckion, die durch Dr. Heuri Franklin bort
enommen wurde, ergab fich, daß die Eingeweide und der Magen?
nes Kindes grün und durchsichtig waren; kange Entbehrung und
Zuuger hatten den Tod herbeigeführt. — Eine e ue
Anna Carthy, deren Mann · als Schneidergesfelle in Bristol lebte,
wurdes am Weihnachtsmorgen todt auf dem Straßenpftafter geft ua-
en.“ Es wurde conftatirt, daß ste feit einigen Tagen von emnem⸗
WMad. Brov lebte, dasß sie in etwas Thee eintauchte, den sse don
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        enen miileidigen. Rachbas echa lten. In .Dlenft wollta sie Nic segdetz Aus Ame xiCa. Das Apellationsgericht in KLouispille zat
wond nehmen und. als ste am Weihnachtsmorgen bei eineni Tröd- dieser Tage einen Eutscheid erla ssen, wonach Männer; die Sriefe
ser aͤhræ Jacke wersetzen wollte. un. Geld zu erhalten,nowardii allßz i ihrt FFrquen ohne deren' Einwilligung nicht dffnen dürfen. Die
daden geschlossen. Einige Stunden spater fanb os von er Futjcheidurggründe lauten,wier soi tueeWir nehmennichtan,
Ftraße n. sie wot Hungerxs gestorben.. 14 38 vnsener Zeit und in die sem die gesetzliche Autoritgi
e ndon B. Jau.. Der Dampfer g dich — Fhemannes bis zur Einmischung in) einen ehrbare oder fresnd
4 ,α derlleß, perbraunte in 9 i harlon scha geht, insolerne
23ersonenen find derußzaluct/ R fehlen ——— mnen n ehen snic rn Nechte beeintrachtigt
—J gesehen 3e e len ze, ferner nehmen wir nicht an, daß der Mann ohne freiwillige e
pie dielen SEqisfbrůch det Whitbutn a — n den on d oronwuz zussich nedmenz üernich⸗
Durham ruhren von detrligerischen KAuftenlichter her, wo elche Sei⸗ ten, controliren, vder die Ah⸗.und-Zusenduem irgendwie verhiec
jens det dort betriebenen Strandraubere Angezündel werden; Ca- dern, dürfe- Eine? solche verletzende Tieferstellung des Weibes würde
pitan Kirby hat in Folge pon dier in diesem Winter dort statt das gesellschaftliche Vertrauen untergraben und den häuslichen Fri
gehabten Verungllickungen die deutlichflen Spuren dieses Ver den stören, und darf um so wenigeSbon der Justiz unterffügt
— ä ⏑,
t dur Zoltwogchtere King, Dame, welche aus Belgien Beweggründe der Handlung find. Nach dem Vernunftrecht gebö—
iach Frankreich reiste, fuhrte fur 1000 Fr.“ Shitzen mit sich. Ehe ken alle bon tiner Frau geschriebenen Briefe miuuß ihr an, sie *
rer Zug die Grenze bertihrte, fragte sie einen ihr gegenüher sitzen, dieselben zu lesen, dufzubewahren, sich mit ihnen zu ünlerhallen,
den Hectn, auf welche Weise die 600 Fres. Zoll zu umgehen und wenn fie dieselben fir aicht mittheilbar an ihren Gatten hält,
varen Der Hert sagte; Versteden sie die Spißen unter Ihrem sie als ihr alleiniges und unverletzliches Gigenthum —
Rocke. Gefagt, gethan. An der Statlon hatte der Herr nichts Kine rechtschaffene Frau — wofür jede bis zum Beweise des Gel
AAligeret zu hun dis feine Nachbarin zu denuniciten. Dieselbe gentheils gelten muß — wird bor ihrem Manne nie Briefe derb
wurde beftagt und nachdem sie erklack hatie, nichts Stéuerbares berget ohne güken Gründ. Das, dermalige englische ünd ameri⸗
u befihen von ihrer theueren Last defreit. welche der Tonfiscation lanische Gesehbuch anerkennt die Selbsiständigkein und moraüische
e ee der Weiterfahrt verhehlte die Dame ihrem daftbarkeit beider Ehegenossen, folglich garantirt es denselben die
Keisegefahrten ihten Verdruß nicht. Es ifi wahr, antwörtete der. Freiheit der Gedanken und der Gefühle. Ihre Ideen, ihre Ge⸗
selbe, ich habe alles angezeigt, aber naur um meine Spitzen im müthsstimmungen sind ihr ausschließliches Eigenthum. Der Mann
Werthe don 800,000 Fres. frei durchzubringen. Ire Spitzen darf nach dem Gesetz nicht der Tyrann und nicht“ der Spion
sind 4000 Fres werth; hier haben Sie 4000 Fresseiner Fran fsein, denn' sie ist micht seine Sclavin, und nicht
fIn St. Thomas macht man angestrengie, durch die fort. seine Zuhalterin, sondern seine freiwillige glech bere dritgn
vahrenden Erdstoß e übrigens sehr gehinderte uͤnd immex wieden Lebensgefährtin.“ 5 y n e e grr
zersfidrte Airbe iten / von den im Sturm und Erdbeben imMeer⸗ F In Leipzig int er 78jahrige Kantor, Tonseter und Muͤ⸗
gebetteten Schiffen so viel als möglich zu: retten. ttheoretilex Moriz Harimann gestorbhbhe.. *
Am Diens⸗
tag Abend den 7. de
M⸗ sutIch in der
Stadt St. Inghert
eine gig wolfsströ⸗
mige Hündin, mit
einem ;
den Halsband mit 3
Ringen, auf den Na⸗
men Barry“ hörend,
verlaufen. —
Der Ueberbringer
erhält bei dem 3
thuͤmer Herrn Carl
Graffion auf der
Schnappbacheine
gute Belohnung.
Vor Ankauf wird
gewarnt. —
Der unterzeichnete hat Ei —
lern, und Birkenes Kläfterholz
somie auch schoͤnes K iefernes, Bau—
elhaden belcdigen Lamct. uid Dir
V Sbb.
Breuermuͤhle bei Würabacht
— —— 557 — —

*22
738
5855 J
354 —
8 23
— *
25 3 5
83838 3
0
4
— 835
25
788
—
F
Furcht⸗, Brod⸗, Fleische ꝛtc. Preife der
Stadt Zweibrücken vom 9. Januar.
Weizen! 8 fl. 29fr. HKorn 7 fU. 15*li.
Gerste Lreihige, — fl. — kri Gerste vier⸗
reihige, jl. ⸗tr. Spelz 8 fl. 42 kx.
Spelztern lfr. Dinkel 4f.
20 tri, Mischfrucht — fl. — iIr.Hafer
5fl. — ke., Erbsen 8 fl. 40 te. Widen
1fl. 20 fr., Kattoffeln 1fl. 18 kr. Heu
bfl 20 kr. Strohe1 flinusir, per
—V0
ornbrod 8 Kor 80 ir, vino 2egt
20 kr, ditto 1 Kgr! 10 kr. Gemischtbrod
8 Kgr. 36 kr. 1Paor Weck, 7v8oth
2 kr. Rindfleisch, 1. Qual.IB ke.ub
Qual. 16 ir.Kalbfleisch 10 kv. Hammel ⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kv, get
pr Wein 24 r., Bier, 6 ke. per Liter
uiter 28 kt., ver Vfund ue!

J454141

* — —

Fru⸗Nveise ar Otadtt
Saisers Qutern vom 7. Jannar.
Weizen 8 fl. 17 tr. Korn 7 fl. II r.
Spelzkern il. r Spelz 50 cfl.
38 tkr. Gerste 5 fl. 51tr Zasr⸗ f.
azs kr. Erbien 6fl. 26r. Wicken — f..
—kr. Linsen fl. lr. per Zentner.
„Brodpreise6Pfd. Kornbrod 81 tr.
3 Pid. Gremijschtbrod 102065. und 2 Pid.

Weißhrad 14 Ar.
8*
—X
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        — y —να ααα 6

27 — 8 — e 4 ”)er e a — 344314 v 7 *
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—AA erner Anzeig er⸗ mit seinem Untkerhaltungsblatte erscheint wöchentlich breimal: Diens'tag, Donnerz —E
and Samstag. Abommementsbreis vierteljährig 43 Krzr. oder 13Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
J Blattschrifi oder deren Raum berechnet. 757

— * — 4 J — —67] J .— —444 8*
Nro. 3. ESaumstag-⸗ den 11. Januar —6 4868

A
Deutschland. 3
Muünchem—, 8. Jan. Heute wurden die Ratificalionen
der Beschlufse der süddeutschen Militärconfetenz zwischen Bayern.
Wurttemberg und Baden ausgetauscht. Wie die Hoffmann'sche
Correspondenz meldet, besteht Uebereinstimmung sämmtlicher Mini⸗
ster über die Bestimmungen des Verwaltungsgerichtshofs, so wie
daruber, daß idie Berathungen des Ausschusses der Kammer der
Abgeordneten unter Theilnalinse der Regierungsvertreter fortgeselzt
werden sollen, bis der Verlanf der Berathungen zeigk, ob eine
Berständigung zu er ielen ist oder der Gesetzentwurf zurückgezogen
werden muß.. ———
Muünchen, 8. Jan.“ Der hier und in Karlsruhe beglau—
bigte niederlandige Geschäftstrager Baron Westenbergist ab⸗
betufen worden und jsoll dieser Gesandtschaftsposten angeblich nicht
wieder besetzt werden. * —
Uuͤter den Mitglieder des Centrums der Abgeorducten
tammer ist eine Einigung über ein Progrumm bezüglich der Zoll
partamentswahlen nicht zu Stande gekommen.
Darmstadt, 8. Jana. Heute erfolgte der Abschluß der
Uebereinkunft der großh. Staatsregierung mit der Ludwigs—
bahnmnz lettere übernimmt die Bauten in Rheinhessen und Star
kenburg unlere Garantie von 393 pCt. als Minimalertrag. Fiür
die ebenfalls concessionirle Ried-Bahn ist die Staatsgarantie nich
beansprucht. Die Genehmigung des Vertrages durch die Stände
und die Generalversammlung der Ludwigsbahn ist vorbehalten.
Berlhin, 9. Jan. Auf Grund der Postverträge vom
23. Nov. 1867 findet der Zusammentritt der aus 20 Beamten
der betheiligten Postverwaltungen bestehenden Posttaxirungs-Com
mission stalt, um die Procentantheile der einzelnen Poftgebiet
an den gemeinschaftlichen Einnahmen der Fahrpust festzustellen.
Der Nordd. Bund ernennt 14, Oesterreich und Bayern je 2, Würt
temberg und Baden je 1 Mitglied. Der Vorstand der Commis-
sion wird vom Nordbund ernannt. —
DBerlin, 9. Jan. Erzbischof Ledochwosli von Posen wurde
heute von Grafen Bismarck und dem Könige empfangen.
—Berlinn, 9. Jan. Abgeordnetenhaus. In der Berathung
des Justizetats fragt Gleim aus Kassel an: Welche Entschädigung
die kurheessischen Justizbeamten für erlittene Einbußen erhalten?
Der Regiernngscommissär v. Sydow erwiedert hierauf? Die Re—
gierung ventilire die Frage; eine Entscheidung darüber sei aber
noch nicht getroffein. Der Redner eroͤrtert ausführlich die Absich
ten der Regierung auf dem Rechtsgebiete den neuen Provinzen
gegenüber. Der Abgeordnete Lesse belämpft die Einsührung der
Disciplinargesetze in den neuen Landestheilen. Der Justizminister
zält das gestern gegen den Abgeordneten Losker Gesagte vollkom⸗
men aufrecht und sagt, der Vorwarf des Mangels an Wahrheit
jei objectiv nicht fubjectiv zu fassen. Abgeordneter Hellwig beklagt
die Vertheuerung der Rechtsfprechung in Hessen. — In der Spe
rialdiscussion wird der Antrag Lasker's auf Abschaffung der Prü⸗
—X——
Reifbefundenen die Prüfungskosten zahlen sollen, angenommen;,
desgleichen ein Antrag auf Wiederherstellung der Etatsfätze von
1867 beim Obertribunal. Der Antrag Laskers, 2600 Thlr. für
die neue Stelle eines Oberstaatsanwalts beim Obertribunal zu
reichen, wurde nach längerer Debatte in namentlicher Abstimmung
mit 154 gegen 148 Stimmen angenommen.
Hadersleben, 5. Jan. Neuerdings sind wehrpflichtige
Schleswiger, welche nach Dänemarck geflüchtet waren, freiwillig zu—
rüchgekehrt, um sich der geseßzlichen Strafe zu umerwerfen. Sie
jagen der Aufenthalt in Dänemark sei unerträglich.
Wien, 8. Jan. Die „Presse“ schreibt: Feldmarschall⸗
Lieutenant Kuhn ist zum Armee⸗Generalstabschef ernannt. Die
„Debatte“ dementirt die Gerüchte von Aenderungen im ungarischen
Ministerium, und erfährt weiter, daß den letzten Schritten Oesterreichs,
Frankreichs und Englands bei der Pforte behufs Ausdehnung der
der Insel Kreta gewährten Jugeständnisse auf die gesammte christ⸗
liche Bephlferuna der Türkieir auch VPrensen sich anne'chlossen

waͤhrend Italien und Rußland fern blieben Die WDebatte!der⸗
bliat in dem Anschluß Preußens ein bedeuiungsbelles Ereigniß.

Wien,. 8. Jan. Die „Neue Freie Presse“ constatirt. daß
wischen Italien und' Oesterreich das beste Einvertlehmen herrsche
ind führt als Beweis dafur die Verleihung des Großkreuzes deß
deopoldordens an den abberufenen italienischen Gelandten Grafen
p. Barral, jowie den Auskausch der herzlichsten Neujahrs begrllzum
gen zwischen den Höfen von Wien und Florenz. an. Aehriliche
Zegrüßungen seien auch zwischen Wien und Parisausgewechsett
vporden. — Auf Andringen des eisleithanischen Cultusministers
b. Hasner. soll der österreichische Bothschafter in Rom, Graf Cri⸗
dellt energischere Instrucktionen in der Concordatsfrage er⸗
halten haben.

Wien, 9. Jan. Das WTagblätt“ meldet: Es fand auf
andia ein bedeutsames Gefecht statt. Die Türken haben eine
Niederlage erlitten. Der Blokadebruch eines ussischen Dampfers
in den kandiolischer Gewässern veranlaßte die Pforte, den Mäch⸗
ten amtlich diesem Fall mitzutheilen. Die Pforte fordert die Abe
berufung des Admirals durch Rußland.

Pest he 8. Jan. Der „Ungarische Lloyd“ erfährt mit Be⸗
timmtheit, daß ungarischerseits ein vollständiger Wenhergete ve
5ntwunrffertig vorliegtgte.
Triest, 8. Jan. Die Fregatte „Novara“ ist gestern im
Corfu angekommen.
Frankreich.

Paris, 7. Jan. Der Gesetzgebende Koͤrper hat gestern
einstimmig die 400,000 Fres. für Behebung des — n⸗
des in Algerien bewilligt. Ein Regierungscommissär bemerkte.
daß für die arheitsfähigen Eingeborenen jetzt dadurch gesorgt sei,
daß iheils darch die Regierung, theils durch die „Societe Alge—
rienne“ Arbeiter im Betxag von ungefähr 60 Millionenausge⸗
führt würden W

In der uliramontanen „Union“ macht ein Herr Poujoulat
der Regierung den Vorschlag, die Einigung Deutschlands,“ die
doch nicht mehr zu verhindern sei, sich vollenden zu lassen, dagegen
der italienischen Einheit als „unvereinbar mit der der katholischen
Welt nothwendigen päpstlichen Souveränetät den Garaus
zu machen.

Pa sris, 7. Heute hat Hr. Gressiser seinen Ergänzungs⸗
hericht über das Militärgesetz im Gesetzgebenden Körper vorgelegt;
abermorgen wird derselbe discutirt werden. Das Militärmaß ist
auf 1 Meeter 55 Centimetres herabgesetzt. Diejenigen, die sich in
Armee und Reserve haben ersetzen lassen, gehören zu mobilen Garde.
Die Commission besteht auf der: Stellvertretung in dieser Garde.
Uebrigens sind wieder dreit nene Amendements zu dem Gesetze
eingebracht. J

Der Majorität der Kammer wird es Angesichts der Wahl⸗
erfolge, welche' die Oposition in mehreren Bezirken errungen hat,
etwas unheimlich zu Muthe, weil sie für den Ausfall der allge⸗
meinen Wahlen furchtet. Sie zaudert sogar, für das Militärge⸗
setz za stimmen — freilich vergebens; deun der Bien' muß .

Die liberalen Blätter halten der Regierung das Beispiel der
badischen Regierung vor, welche die Werbungen für das
päpftliche Heer' antersagt hat, wofür ihr freilich die ultra ⸗
montane Presse alles mögliche Unheil prophezeit.
-Touloner Briefe melden, daß wieder zwei Fregatten mit
300 Tonnen Material nach Civita-⸗Vecchia' gesendet worden sind,
vas natürlich als Anzeichen einer verlängerten Occupation des Kir⸗
henstaates gilt, an der übrigens nach dem „Jamais“ des Hrn.
Rouher Niemand mehr zweifelte. Auch scheint die Regierung in die
debensfähigkeit des neuen italienifchen Cabinels nur geringes Ver—
rauen zu setzen.

Die italienischen Documente über die Garibaldische Unterneh-
mung, deren Vorlage Rattazzi kürzlich so entschieden verlangt hat,
ind doch compromittirender für diesen, als man gedacht hatte.
Es befindet sich z. B. eine Depesche des Unterpräfecten von Terni
zom 18 Ocxrit 18367 4B. den Hamaligen Miniserpraßdenten (Ra—
        <pb n="18" />
        azzi) darunter, welche vjolgendermaßen lauten: der,⸗Abgeordnete
Erispi endet Ihnen folgendes Telegramm! Keinen Aufschub mehr,
Befreien Sit Garibaldi. Ueberschreiten Sie die Brenze. Mau
hesetz underzüglich Civita Vecchia und lasse Frankreich leine Vei
azu * Die Ehre and das Wohl Jtaliens derlaͤngen es. Ihr Name
Jeht auf dem Spielp *

Paris, 8. Jan. In der heutigen Sitzung des gesetz-
zebenden Körbers kam es gelegentlich der Verlefung des Protokolis
qu Einem Zwischenfall,, der, eine ziemliche Bedentung -exlangte,
C. Plcard brachte nämlich das wt so großer Schärfe gegen die
meisten pariser Journale in Anwendung gebrachte Verbot einer
elbstständigen Beurtheilung der Kammersitzungen zur Sprache.
Das Discussionsrecht werde dadurch consiscirt. Rouher läßt
rine solche Auffassung nicht gelten; es handle sich darum, ob neben
den beiden officieller Kammerberichten noch ein willkürlich abge—
jaßter. dritter Bericht in den Blättern erscheinen dürfe. Thiers
aimmt das Necht in Anspruch, daß die Journale eine Kammer⸗
iihung diskutiren dürfen, so wie sie den einen oder den andern
der officissen Berichte verdffentlicht haben. Jeder andere Staats-
körper dürfe nach der Verfassung —J— werden, und darum
dürfe man auch für den gesetzgebenden Körper kein Privileg der
Unverletzlichkeit schaffen. Hr. Rouher fühlt sich leineswegs veran⸗
aßt, aus seiner Anschauung herauszugehen. Die Gerichie würden
übrigens über die Frage entscheiden. Der Zwischenfall wird, so—
gur gegen den Wunsch des Hrn. Thiers,als geschlossen erklärt.
Bethmont meldet die Interpelation über die neuen Beschränkungen,
welche den Journalen in Bezug auf Berichterstallung auferieg
ei —2
u 15 —— Eusgland. »352

n Loudon,“s. Jan. In Irland sind, wie wiederholt be—

richtet wird, neue bedrohliche Symptome bemerkt worden, welche

darauf hinzudeuten scheinen, daß die Fenier sich daselbst nicht wei⸗
er. mit Ueberrumpelung vereinsamter, gelangeweilter Martelloihürme

»egnügen, sondern eine ordentliche Campagne wie im vorigen

Jahre versuchen wolles. Zwar ist die Jahreszeit solchen Unier—

ehmungen nicht guͤnstig, denn in Irland gab es, wie in England

während der letzten 24 Stunden tüchtige Schnecfälle, und man
vird sich erinnetn. daß die vorjährige Wintercampagne der Fenier
am Schnee und an der Kälte einen gefährlicheren Gegner als an
den schweren englischen Dragonern halte; trotzdem macht sich der

Oberstcommandirende daselbst, Lord Strathnairn (früher Sir Hugh
Rose) auf das Aeußerste gefaßt, ist selbst gestern nach Cork ge—
gangen, ließ die Garnison daselbst verstärken und befahl, sämmt—
liche Pulvervorräthe aus den Martellothürmen in Sicherheit zu
bringen. Aehnliche Vorsichtsmaßregeln sind in sämmtlichen Häfen
getroffen, um die Schiffe vor Ueberfällen sicher zu stellen, und das
danden verdächtiger Boote zu verhindern. Auf welche Anzeichen
hin die Behörden einen weitgreifenden Ausbruch im Süden Irlands
bdefürchten ist schwer zu ermitteln. Neue Verhaflungen von Be—
dentung sind nicht zu mesden.“ —

Italien.

5 Der Winter scheint. auch in Italien sehr streng aufzutreten.
Seit mehreren Tagen war die Post aus Frankreich wegen Schnee—
talls ausgeblieben: In FJlorenz hat es geschneit, wie es nur zwei
zis dreimal in einem Jahrhundert schneit. Leute von 40 Jahren
zahen die Zeit ihres Lebens nichts Aehnliches gesehen, fast einen
Fuß dick liegt der Schnee. Die Hälfte der Stadt geht nicht aus
den Häusern.“ Die Fiaker und die Omnibus haben ihren Diensi
zanz eingestellt. Fast sümmtliche Läden blieben während des 8.
Januars geschlossen. — Die, Beamten der Ministerien waren zum
Theil abwesend. Kurz, es war eine Art von Anfang des Endes
zer Welt? für dies unschuldige Klima.. .

Florenz, 9. Jan.Die Altersklasse von 1841 wird vom
15. de. M. ab auf unbestimmten Urlaub entlassen. In Messina
haben wegen Mangels an lleiner Scheidemünze kleine Unruhen
stattgefunden z dieselben wurden aber schnell unterdrückt.

Türkei.

Sadik Pafcha (der Pole“ Tschaikowski) hat die Etlaubniß er⸗
hal en/ eine Legion ans lauter Polen zu bilden, die bestimmt 'st,
iuf dem Balkan zu operiren. Es foll doch richlig sein, waß der
„Courrier d'Orient gemeldet, daß“ in Vera eine geheime Gesell⸗
schaft existirb, die unter der Leitung einet Großmacht dahin arbei—
net, gleichzeitig mit dem Aufstande in Bulgarien einen solchen in
der Hauptstadt hervorzitrufen.cß

Amerikaa.
Aus Mexiko, 24. Nov., wird der K. Z.“ geschrieben:
Am 1. d. Mis. schiffte sich Santa Anna auf dem englischen Post⸗
zampfer nach der Havannah ein, nach dem der zu seiner Verurtheilung
niedergesetzte Militärgerichtshof ihn zu acht Jahren Landesverwen
jung vexurtheilt hatte; Vierzehn Tage-nach seiner Abreise nahm
der ganze Gerichtshof, der üheruden Jalten Diltator zu Gericht ge—

essen hattie, seine Zellen in Fort An ma ach weil Be⸗
dechung nachgewiesen sei. Wenn“ sich Einer an * ande ver⸗
ündigt hat- so war es gewiß —2* Anna. F erdient den
rluch des Volts in jeder Beziehung; er hat es demdralisirt, be—
rogen, seine Institutignen mit Fußen getreten dine übermüthige
SZoldateska großgezogen“ welche seiHwei Generationen fast alle
Kevolutionen hervorrief.

W Bermischtes.

Speier; 8. Jan.' Das —neuestẽ“ Aintsblatt? enthall
eine Regierungsverfügung, wornach die Einietlung zu! den Erneu—
erungswahlen der Gemeinderäthe unverzüglich getroffen und läng⸗
stens bis zum 1. Juni d. J. die Vorschläge zur Besetung der
Bürgermeisterei⸗ und Adjunctenstellen der Kreisregierung vorzulegen
ind.“ Bekanntlich erfolgt von fünfezu fünf Jahren nur die half⸗
lige Erneuerung der Gemeinderäthe.

f Darmstadt, 4. Jant? Ueber das Vorlommen falschen
jessischen Papiergeldes kam ich Ihnen folgende intexessante Daten
nittheilen. Einem Leipziger Hause und einex hiesigen Firma iß
die Anfertigung, des hessischen Papiergeldes *überträgen worden.
Bon der letzten Sendung wurde eine größere: Anzuhl Scheine als
Ausschust zurückgestoßen und —unter Aufsicht eines Finanzbeamten
in einer Papiermühle bei Großzimmern- cingestampft. Einem
Arbeiter gelang es, ein Packet; von 8300 Scheinen mit 1IO-, 5.
und lefl.“Scheinen rasch zu sich zu stecken. Die znoch fehlende —
dlets geschriebene — Unterschrift des Controlbeamten wurde ge—
fälscht und im Verein mit 2 Mitschuldigen in Wiesbaden gespielt.
Die dortige Bank soll fich, —wie im Publikunt verlautet, im Be—
sitze fast des ganzen entwendeten Pakets von 1500 -2000 fl. be—
finden. An den grünen Tisch wurde durch die Wachsamkeit des

üthmlichst bekannten Polizeiraths Leichtweiß von Mainz ein Spe⸗
er: verhaftet, der im Besitz bon falschen, noch des Trockenstempels
entbehrenden Scheinen war, 3 weitere Complicen wurden, durch
essische Gerichte hinter Schloß und Riegel gebracht. Die Unter—

uchung ist in vollem Gange. .

1 Die in Köln vor einigen Jahren gesammellen Flottengel
der im Betrage von 38852 Thlr. wurden an den norddeutschen
Buudeskanzler, Graf v. Bismarck, zur Verwendung für die nord⸗
deutsche Flotte eingesandt.

.7 Bei Noidenburg (K.⸗B. Königsberg) wurde der israelitisch
Handelsmann Rosenberg von. seiner Schwägerin (einer Christim)
für einen Thaler, den seine Frau zu zahlen versprach, ermordet.

FWiedenbrück, 4. Jan. Ein entseßliches Unglüc,
welches sich am Abende vor Weihnachten in dem benachbarten
Maftholte zugetragen hat, ist wieder eine eindringliche Mahnung
zur Vorsicht im Umgehenmit Feuergewehren. Am genaunten
Abende bemerkt der etwa 1Ijährige Viehhirt des Oekonoms H.
'n der Küche ein Jägdgewehr stehen und jagte, er wolle mal
»ben hineinblasen. Wahrend er dies thut, hat sich dus: ungefäht
zleichalterige Söhnchen des H. an den Hahn des geladenen Ge⸗
wehrs gemacht — ein Knall, und das gerschmeiterte Gehirn ded
unglücklichen Knaben fliegt in der Küche umher. Wenn dann der
Vater beim Anblicke der Leiche in gewaltigem Zorne gegen seinen
Sohn aufgebraust haben soll, wo war: wohl, moöchte man fragen,
die groͤßere, wenn enicht die einzige. Schuld wauf Seiten des
unwissenden Kindes oder derjenigen, welche; das Gewehr.an einen
für Jeden zugänglichen Ort' setzten oder väselbst flehen ließen ?

fa(Die Nothrin Ostpreußen)Justus von Liebig gibt
in der „A. Z3.“ nachstehende beachtenswerthe Auftlärung: Im
Angesicht der Bedrängniß der bedürftigen Bewohner Osipreußens
t es vielleicht nicht ohne Nutzen, die Aufmertsamkeit darauf zu
lenten, daß das Korn durch seine Verwandlung in Mehl an seinem
Nährwerth verliert, das Roggenkorn 10 Procent, das Weizenkorn
15 Procent. — Ein Getreidekorn ist ähnlich dem Ei gestaltet;
so wie in diesem der fettreiche, eiweißarme Dotter umgeben ist von
riner Schicht Eiweiß, so ist in dem Getreidekorn der stärkmehl⸗
reiche Keru eingehüllt in eine Schicht eines eiweißreichen Körpers,
der beim Mahlen zum Theil in die Kleie übergeht; für die Blut⸗
bildung ist dieser am wichtigsten.— Durch Umgehung. der Gätz-

rung in der Brodbereilung können ferner 2.bis 3 Precent Brod
mehr gewonnen werden. — Wenu es sich um die Ernährung eu
ner ganzen Bevölkerung handelt, so ist von der richtigen Verwen
dung der zu ihrerer Erhal. ung erfoxderderlichen Mittel das: VLeben
»on Tausenden abhängig, und die Beachtung wissenschaftlicher Grund—
sätze wohl an ihrein Platze.“ Mit Brod und Getreideschrot können
auf je 1000 Individuen einhundert und zwanzig mehr dor dem
Hunger und seinen Folgen geschützzt werden, als mit Brod und
Mehl. von welchem die Kleie-ubgesondert ist, bei gleichem Korn—
verbrauch. Das ohne Gährung bereitete Kleienbrod (aus 2 Th.
Roggen; und 1 Th. Weizenschrot) ist in meinem Hause tägtich
Gebrauch, und wird don mir und meinen Angehsrigen und Gaͤncn
nit Vorliebe gegessen. Weroes nicht kennt, der weiß nicht, welcher
—AX
        <pb n="19" />
        von dem groben Aussehen weiß der Magen nichts, und seine die Vorjehung, spielt, hat das Besuchen derselben aber imme;
nschagrace Wirkung, quf Petsonen mit kräger Verdauung ist den nioch berboten. 6 .
Aeczlen wohl belannt. . Die Beziehung auf den großeren Nahr. Bei Gefbevbiler, ini Fepattement ver Neurthe
derih des Kleienbrodes, der sich wissenschaftlich leicht erflären läüt volllen 12 Wildschweine über die Meurthe schwinemen, kamen
ruͤrfle die Thatsache genügen vaß m Krimmkriege die russischen aber wegen des Ufereises nicht mehr ans Land und erlzanlen
BZefaugenen, die da daran gewöhnt waren, mit der Soldatenration Die Bauern fischten sie auf und erludigten sich nun am Genußte
zon dem so gerühmten franzosischen Weizenbrod nicht auskamen des Schwarzwildprets.. 57 * F—
es mußte ihnen ein Supplement bewilligt werden. — Die Mittel. Auch in Spanien hate man pies Jahr einen - sehr strengen
um Brod ohne Gährung zu bereiten. sind belannt· und in Eng Winter. Der „Lloyd de Espang“ meldet, daß die Wolfe. vbon
land. nanientlich auf Schiffen, sowie in Nordamerika allgemein im der Sierra Morena herabkommen und. die Umgegend von Cordods
Gebrauche. Ein Pfund doppel-lohlensaures Natron (welches 8 bis veunruhigen. Das Journal pon Barcelona meldet, * n
81jã kr. bostet), jowie ein Acquivalent Saure zu dessen Sattigung Ville-Frauca (Catalonen) am 3. u. 4. d. M. in iener, Stadt
arsenitfreie. Salzsaure oder auch Weinstein) genügt für 100 Pfd. die Kaͤlte so sreng war, daß man die öffentlichen Brunnen“ mit
DMehl 148 Pfd Brod, — Als ein Ersatmittel des Fleisches heißem Wasser aufihauen mußte. Viele Fabrilen müssen stillsteten,
it feit laugem schon der Weizenkleber vorgeschlagen, der als RPe· deil das don Wossersällen hertommende Wasser, welches sonst mmen
denproduct in der Fabrication des Stärkmehls abfällt, und bit Jießt, in diesem Winter eingefroren ist. Bei Monistrol ist 2
eht keine Vetwerthung gefunden hat. Ein Versuch zu seiner An dobregal dermaßen gefroren, daß die Arbeiter, welche — dortelne
wendung ware nicht bloß für die Gegenwart von: hotzer Wichtig ziserne Brücke bauen, auf dem KGise. sleheud. ardeiten. —*8
keit. Miit seinem gleichen Gewichte Mehl gemischt. kann der Wei. Ueber die Uedergabe der Leiche des Kaisers Maximilian wird
enkleber? nach der Vorschrift von Veron leicht bearbeitet und ge der , Times? aus Veracruz umermn Diae November geschrieben:
ioent werden, und gibt im dieser Form, —mit etzwas Felt, Reis „Gestern Nachmittags B Uhr traf die Liche ünter. einer starlen Cavalle⸗
Zartoffeln. gaünem Gemüse ꝛc. die in Fleischbrühe weich getocht iebedeckung hier ein. Der Commandant der Escorte hatte in
eine wohlschmedende sehr nahrhafte Suppe dersiegeltes Packet mit sich, in welchem fich der Schlüssel
7 Danzig, 4. Jan.“ Die Reth fangte jeßt auch hier an, des Sarges befand. Er war beauftragi das Padet in die Hände
immer greller hervorzutreten. Die seit dem ersten Weihnachtstage des Bürgermeisters von Veracruz zu legen.. Die Leiche! wurde
ci Thatigkeit Fefindlichen Watmsuppenanstalten sind täglich von nach der Pfartkirche- gebracht, wo der Vuͤrgermeister, die Munich
solchen Hanufen Hungernder umlagerte daß die bisher zwischen palität, die Mitglieder der Wohlthätigleits- und Sanitathsrathes
1000 und 1500 sich bewegende. Zahl der verabreichten Portiongh und die vornehmsten Localbehdrden versammelt waren. Die Lirche
vberdoppelt werden soll, um nur dem dringendsten Bedürftiif wurde von den Besuchern geräumt und Schildwachen an die Thöre
abzuhelfen - J — esiellt die jedem Unberufenen den Zutritt verweigerten. Sodaur
Prag, 6. JanIn unterrichteten Kreisen verlautet, in setzte man den Viceadmiral v. Tegetthoff in Kenn niß, daß Alles
der Strofanstait Katihaus sei eine Emeule ausgebrochen; das zur Uebergabe bereit sei. Er und sein Stab erjschienen soforxkein
Militar soll von den Woaffen Gebrauch gemacht und es soll Todle üefe. Trauer gehuͤllt. Man öffnele nun zunächst das Außere, aus
uund Verwundete gegeben haben . . . e, vichtenholz verfertigte Gehäuse, in welchem eiu zweites aus Zink
fBein Insterb ur sind durch den starken Frost zwweh dar.. Als dieses geöffnet wurde, kain ein schöner Sarg Jaud Ro⸗
Frauen mit je einem Kinde erfroren. sẽc⸗ enholz zum Vorschein, auf welchem ein großes. zierlich geschnitztes
— Auf dem Wege von' Agnetendorf' nachSt. Peter Kreuz zu sehen war.“ Nun entsiegelte dec Buͤrgermeister das ihm
(tieseigebirgh sind 10 mit Waaren heimkehreude Manner erfroren. übergebene Pacdet, welches den aus Gold gemachten Schlussel des
rIn Bezdan (Angarn) ist am 3. d. M. eine Ueberfahr— Sarges enthielt. Die Angeln des Sargdeckels waren ebenfalls
zitle min 21 Personen umgeschlägen.“ 112Personen ertranken aus Gold. Nach Eroffnung des Dedels war der Korper seinet
Von. den Gerettelen gaben' Sden Geist gheich: ame Ufer auf; die ganzen Länge nach sichtbar. Er war schwatz gelleidet, die Hande
Uebrigen schweben in Todesgefahr. 6 hatte man ebenfalls in schwarze —B An ge⸗
F.Bremen, 3.. Jan Die Zahl der im horigen Jahre sicht war vollkommen erhalten und trotz der aschbraunen Farbung,
uber ansere Stadt beforverlen Auswanderer war eine gewallig die einbalsamirte Körper wenige Monate nach der Oderation an⸗-
hohe. Es liegen freilich noch keine statistischen Zahlen vor, doch ergibt nehmen, mußte er von Jedem, der den Kaiser bei dessen Lebzei⸗
aaherade Sihatzunge daß 1867 mehr! als 74 600 Perso⸗lten gesehen hatte sofort erkannt werden:. Innen- war der Sarg
ine don der Weser das Curopa verließen Die Durchschniliszahl ganz mit Sammet ausgeschlagen und der Körder so gelagert. daß
der in den fünf vorhergehenden- Jahren- Newamdendenaer vor jeder Bewegung geschützt war. Unverkennbax waren Kopf,
betrng 36,800. J Hände ⁊c. in derselben Stellung, in welche man sie⸗ ursprünglich
. An 8d. M., fand, ein großes Nachtfest auf ¶dem - See Jebtacht hatte. Der Viceadmital wurde un aufaeferden uch
des boulogner Waldchens statt. Dasselbe unterschied sich wenig u erklären, ob er in dem vorliegenden Koͤrper die Leiche. dez
von dem, welches letztes Jahr dort gegeben wurde, Es waren Ferdinand Max, österteichischen Erzherzogs,erlenne . und sit al⸗
die nämlichen Fackeluz welche Soldaten irugen,“ die nämlichen olche übernehmen wolle. Er antwortete mit „aar und nun wurde
Holzfeuer, das nämliche Buffet und fast das nämliche Publikum der Sarg wieder gejchlossen und der Schlüssel dem Vickadimiral
ean man auch dieses Mal die Damen der halbem Vierlels- und bergeten. Ueder den ganzen Act wurde von drel Rotaren rin
Achtelswelt ganz' ausgeschlossen hatte. Ungeachtet der bitteren Prototoll in drei Cremplaren aufgenommen. Eines davon war
e enetigrede war“ dec Zudrang. der ür die mexicanische Regierung, ein zweites füur den Vieradmiral—
iehe gro, und das Gache hewährte einen magischen Anbnick ein drittes für das stadt sehe Archiv beltimmt. Die Protorol⸗
wozu übrigens nicht wenig der Mond beitrug, der, hinter Schnee wurden von dem Viceadmiral, seinem Stabe, dem Vurgermeißer
dollen hals verborgen die gange Scene min zauberartigem Lichte ind allen anwesenden behoͤrdlichen Personen unterzeichnet. Oietauf
baleuchtele Unter den Amwesenden beinerlte man alle, Muitglieder eutfernte man fich, wahrend die Leiche in der wohlbemahrten gitche
as luͤre der Schutshuhlaufer, den Fürstenund die Furstin zurügblieb. Am nächsten. Morgen wurde sie au Bord der No-
don Mellernich, die bekauntlich nirgends fehlen, mehrere Mitglie- vara gebracht, die sofort in See ging.—
der der preußischen Botschaft und besonders viele Russen. Die Geinflaschen.) Die chemische Wissenschaft hat es seit Kur⸗
Toileilen der Dumen, von denen sich manche auf Schlittschuhe ge⸗ emn, zu Tage gebracht, daß die Verschlechterung der Weine in
wagt — die meisten hatten aber die Handschlitten vorgezogen — Flaschen zum groͤßeren Theile dem Giase derselben zuzuschreiben
waren elegant ihe freilich wohl etwas kurz, doch die Pelzstiefel⸗ ei. Wie bekannt, ist Glas eine Zusammensetzung von Salica
chen reizende Eine Musilbande', die Tänze aufspieltzz trug vie“ »der weißem Sand, und Soda oder Pottasche.“ Diese Combina-⸗
ur Erheiterung der Anwesenden bei, unter denen ein ziemlich un. ion wird in großen Schmelzösen: oder Schmelztiegeln bewirlt,
sebundener Ton herrichtäUnglücksfälle kannen nicht vor. Wohl wozu eine große Feuerung erforderlich ist und die den Preis bes
ürzten einige nicht recht ringrbte Schliischuhlaufer, einige Damen, Blases wesentlich vertheuert.“ Um daher eine möglichst sparsutne
vie sich nuf ihren Eisckto zutklhn zeigten, schlugen Purzelbäume. Feuerung herzustellen, vergroßert man das Quantum des Allalis,
einige Schuͤtten leerten ihre schonen: Lasten; Dda aber ein gewissee vodurch weniter Hitze, also kleinere Feuerung nothig wird. Das
Halbdunkel über dem Ste lag, so was däs Unglüd nicht grtoß auf diest Weise produtirte Flaschenglas wird aber durch die im
üm Mitlernacht war das ganze Fest! zu Ende und die Gesellschaft Weine enthaltene Weinstemsaͤure angegriffen, wird undurchsichtig,
suchte ihre: Wagen auf. Der Kaiser“! und dier Kaisetin' wohnten begiunt gih if ulbsen nud versetzt den Wein mit einem alkalischen
wider Erwarten dem Festenime Bois.de Vollogné »micht ati. Geschinacket Derihn zuim Ceuuß unfühig macht. .2
Heute Nacht hatten wir ber: e Centigrad! Kalte, ziemlich bedeui 2 — ——7
senden Schneefall z heute: Muchmittag Cchabein wir bel:schnceigenz n * Landwirthichaftliches.
Wettet nochk immer4 Centigrade älke, und ⁊õ scheint· also vaß ete Uebar das Ginsalzendes F leisches und B e⸗
sich ver Winter diese Maf in Parkseinbütgern will — uzun geder dabeitsentstehenden Sarzhader Ob—
ist noch immer fest gefroren die Vafizet welcherhet soschen Froste — ——
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        uimdzugleich Am delssett su Rnwendung konmende? Verfahren ist,
an e moglichst lange aufzubewahren. so ist es aber hsermit
goch nlcht gesagt, datß dussfelbe das beste und vortheilhafteste Ver—
sahren ist. chemischen Untersuchungett“ des
Aꝛ er Salzlacken, hat man gefunden, däß duürch das

pödeln des Fleisches mit Salz, demselben 28 seiner werthvoll⸗
den Bestandtheile entzogen werden und in die Lacke Übergeführt
derden. Das gesalzene Fleisch ist deßhalb weniger nahrhaft und
N haufig genossen der Gesundheit schaͤdlich. Da, wo die Salz⸗
tacke des Fleisches nicht benützt (wo sie ausgegossen) wird, wie es
noch so haufig geschiehi, waͤre demnach das Einpoöckeln des Fleisches
n eine wahre Verschwendung anzusehen. Daher darf es nicht
versäumt werden. die in der zurückbleibenden Salzlacke sich vor⸗
indenden werthdollen Stoffe zu gewinnen und zu benutzen, wel⸗
det quf folgende Art geschehen kann.

7 zůerst setft Ran die Suljlacke durch in wblleuct Tuch, wo⸗
—X eeree de ; dann erhitzt man die durch ·
zesfeihte Flusstgkert im einem glafirten Topf und entfernt die oben⸗
auffchwitnmenden Eiweißstoffe durch Abschäumung.Sobald nun
die Fluffigkeit bis zur Halfte eingedampft ist, nimmt man fie voni
Feuer weg, feiht sie nochmals durch ein wollenes Tuch und dampft
dann die durchgelaufene Flüsstgkeit bis auf eine zurlickbleibende
hraune Salzmasse ein. Dasselbe wird, nachdem es wvollkommen
trocken ist, in gut verschließbare holzerne oder gläserne Gefäße ge⸗
zUllt und als Zuthat zu Speisen namenklich zu Suppen verwen⸗
det. Kraftlose Speisen werden dadurch fehr kraftig und nahrhaft.
Will man dieses Salz nicht in der Haushaltung gebrauchen, so
hampft man die Lacke ohne fie durchzuseihen bis zur⸗ Salzmafsse
und benußzt es als Beigabe zum Viehfutter und zum
Betränke. IJ
Couventionelle Wieder⸗
versteigerung.
Mittwoch, den 22. Jannar 1868,
Nachmittags Uhr..
u St. Ingberter Grube in der Behausung
bes Adjuncien Bictor Gra⸗ffisom wird
vas den Eheleulen Andreas Knoblach und
Zlisabetha Finkler daselbft angehdbrige Wohn⸗
hdaus wegen nicht erfolgter Zahlung des
Zaufhreises desselben auf Anstehen von
Wendel Schwarz und dessen Ehefrau
Lyhristiana Berger öffentlich in Eigenthum
dersteigert, namlich :
BGKin in St. Ingberter Grube im
DistriltRußhütte gelegenes Wohn⸗
nus mit Schweinstall, Hofraum, Gar⸗
lenund Acerland, Felsenkeller, Bach⸗
haus, Platz und allen sonstigen Zube⸗
hörden enthaltend ein Flächenraum
von 18 Daz. begrenzt einseits von
Johann Siegwart und andrerseits von
Thomas Koch.
V Horn, igl. Notar.
Freiwillig gerichtliche
— I
Versteigerung.
Saämstag den 28. Januar 1868 Nach⸗
nitiags 2 Uhr zu St. Ingbert im Stadt
hause, wird das den minderjährigen Kin—
dern der daselbst verlebten Eheleute Peter
Quirin und Maria Huͤd, nämlich: dem
noch minderjährigen Franz Joseph Ouirin
and Johan Quirin angelhrige Wohnhaus
auf Anstehen des Vormundes Franz Fich
ter, Sandgießer zu St. Ingbert wohnhaft,
unter gerichtlicher Ermächtigung öffentlich
in' Eigenthum versteigert, als:
„2 Dec. Fläche, worauf ein Wohnhaus
mit Hofraum, gelegen zu St. Ingbert auf
HDöfchen oder an dem Großbache ne—
ben Valentin Stief einseits und Adoldh
Jungfleisch andrerseits.
Sorn, k. Notar.

Wohnungsveränderung.
Mein bisher betriebenes Sattler und Tapezierergeschaãft habe ich in
das frühere Strack'sche Haus in der Unterstadt, Ede der Babnbofsstraße, were
legt, und damit eine 6
—D 37* *7 — —— —
Nestauration
berbunden, die nun eröffnet ist, und meinen verehrl. Gönnern auf's beste zu
emfehlen mir erlaube, unter Zusicherung billiger und prompter Bedienung.
Für gute Speisen und Getränke wird immer bestens geforgt.
UVUVLriedrich Stutamann,
Battler uund Taperierer..
Zeitungs Annonden-Expedition

b. ——
—A
7
333 —
323
2* 224
33283
3332*7
384.8 *
**5
82137
123383*
238 24
2828 8
— 355
2553
—

8 1*
*
*

ron —E——
flaasensteln &amp; Voglee
F 1· a n K Fu t m Man.
Dieselbe vermaittelt aussehliesslien TZeitunga -Inserate
n Jjede Zeitang aller fünt Weltt ile, - borechnet atete die
Originalpréise, - gewährt beĩ grösseren Aufträgen au-
zemessonen Rahsaitt, — liefert Beleghlatter über
sedes Inserat, - beseitigt allo Porto-Auslagen and sonsti-
gen Nebenitosten, liefert vorherige Kostenm-Anschlüge
nd vorsendet auf Verlangen ę rat is und franco ein
vollstandigos Zeitungs-Prois-Veorageiohniss.

Echöne, fritche gewässerte
Stockfische sind jeden Tag zu
haben bei

JI. J. Gre venig
in Sit. Ingbert.
Feiner 1867er Gimmel⸗
dinger Wein im Hanse der
ZSchoppen zu 9 kr. über die
Straße zu 8 kr. bie
S. Westphälinger.

Der Unlerzeichncte hat Eichen. Kie⸗
fern und Birkenes Klafterholz
owie auch schͤnes Kiefernes Bau—
Jjoltz in jeder beliebigen Länge und Dicke
u verkausfen. 1X

* — V. Höh.
Breitermühle bei Würzbach.
Gewäfsseret

Stockfische
bej Peter Stief.

Bon Scountan den 12. 6.
T. an nehmen auch wir den Thlr.
nur mehr zu seinem richtigen
Werth von 1fl. As kr. an.

Die Sehnapohaßeher Bäceker-

Ein braver fleißiger Junge
tiaun bei mir in die Lehre
Heinrich Stief, Baͤcker.
Frucht⸗ Brod⸗e, Fleisch⸗ ꝛe. Preise der
Stadt Honiburg vom 8. Jan. .
Weizen 8fl. 40 kr., Korn 7 H. 26 tr.
Spelz 5 fl. 33 tr., Gerste, — Zreihige, — si.
— kr., Mischfrucht 7 fl. 33 kr., Hafer
5 II. 2 fr., Erbfen 4 fl. 40 kr., Kartof⸗
seln 1fl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
32 kr., ditto 2 Kgr. 22 kr., ditto 1 Kgr.
1ltr.,Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Quol.
4 r. Kalbfleisch 12 ir., Hammelfleisch
a6 kr., Schweinefleisch 16 kr., Butter 28 kr.
per Pfd—

reten.

——

—
Geschäfts-Empfehlung.
Anmterzeichneter. macht hiermit dem ver
ehrlichein Publikum die ergebenste Anzeige
daß er sich hier als Schreiner etablir!
hat und vittet unter Zusicherung der mög⸗
lichst billigsten Preise, guter Arbeit und
reeller Bedienung, in allen in dieses Fach
linschlagende Arlikel in Bau⸗ u. Mö—
belarbeit, um geneigten Zuspruch.
.Seine Wohnung ist in dem Lyon'schen
daufe im Jofephsihal.

IMh. Ph. ANhSr
Schreiner.
St. Ingbert im Januar 186868.

Aendt urter Börse.
Geldsorten.
vom 9. Januar. 1868.

Preuhische Kafsenscheine..1 4470-45
Breußzische Friedrichsdix .9 87-68
Bistolennn.9490-851
hollandische 10 A. Stucde., 9 84-66
Ducaten..337—239
MFrancs⸗Stücke ... 929-30
öAD
dold per Zollfund jin.. — —
)ochhaltiges Silber per Zollpfkund — —
Dollars in Gold 2 272 28
— — —
Redaltion, Druck und Verlao von R. F. Demoen in SDt

—XC . J
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        — 2 8
TAXMAEMASA. DVVVVV VVVVV—
—BR B J. V W. Ma
an L. — —BBV L ,—n — 8 Mi— 4
ο O, ——— 04 —
f nod no SOα iινον αι αο ιι ιιν ? J ν,
inun pny nα. 138 ren ν α —
— ιαια Huis us oi P
244 V — — 5 —4 7 5754 3 2 —4 — —17 41284 **
4838 u —V Wugeihex“mit! deinem Untethaltung?blatte erjcheint wöchentlich weinat! Dienstag, nd bnnerbfag
und — —— Hierteljdhrig 45 rzr. odet 19 Sulbengt. Anzeigen · werder niit I ryr. die dreispaltigen Zeil⸗e

J llettschriff oder deren Raum berechnet. Nnn t by
ιν α ιν ι —— — — —
— gunttt n e — visetra ud
Nro 6. 3öGαν * unw — —R den X Januar 9 un * ν- fe 71868.
3*
. An. : 2153 * 1** n 44 *8 uderke GBewehte fer
* Deittkschland.e ee Armee bereits 100,000 in Hinlerlader umgeandetke Geweht
m I ò, , — 7— 2 8*

Mm tig und werden täglich weitexre 1000 Gewehré Abgeliefert.
—D———— Janugta Porhmitiagt, —öc — —2 Bessellung auf 100, 000 ueue — In
n ea an the hat de Wehethuna nber dat e hr geete Jn ae Wolne getnbpotnz
denr An rerne en wnee 333 Erklärung ermächligt, daß die HRachtlcht von —— Note
— ah i— ** oͤsterreichi ierung an das Petersburger Cabinel, worin
——
seine Wehrverfassung zu derstärken. pthmern, gte — athee Do ei
— 5 I 3 6 waree F Xä
daß unter allen das preußsche den Vorzug verdiene. In 8 ——— — nirß. pes ac inernß ponn —368
der dann folgenden Specialdebatteanburde der Artikel 1Ban o vi I. F —* Die Wochenschrift . Osten* melde autz
e r e goann de vte G e en öcc eget

9 3 e 9 * 742 Officier X* 5 i. elbe
——
Friedensstärke auf v»ja pPCt. der Bevdllerung festzusetzen) mit allen Iin b did seraeoen m Sotaren n
—5 — abgelethnt. Die Veraihung gedieb bis eg 5 Fan, Dus Amnsbiau vuͤngt die Meldung,
Aite 8 des Entwurfes. * Pi *
ien q̊en is. Jan. Die Correspondenz Hoffmann er⸗ daß der Finanzminister in det Lage set, da er 8Milionen zu
genungsnachrichten uber, daß über ein Eisenbahnzwecken zur Verfligung habe, das Anlehen zu günstigerer
met p erspryden Zei Wigpere en rer den Zeit aufzulegen, und daß Ende Januar damit der Anfang gea⸗
e ee zwischen ˖ dem Handelsminister und en ene ene jen, und dag Cnde ge⸗
wrigen Ministern ein Eindberstandn:hz erzielt sei. hi Friam, 10. Jam. Gestern wurde der Landtag eröffnet.
3 * Dienstesnachrichten. — a Dat k. Eroffnungsrescript verlangt die Fottsetzung der Ausgleichs⸗
au Zufolge Regierungsbeschluß dom 702 Januar 1868 wurde verhandlungen mit Ungarn durch eine nach Pesth zu entsendende
der Schul verweser dni Husaug n Drsovera um ger * —— 8 denCgJen?Ee' n der That 8
e S i * 3 XE · der —87 3 — —
e zn Gerolsheim zum lend, daß man, trotz des überaus strengen Winters in Polen, von
ealverweser n der prot. Veutschen untern Schule in Asselheim dort foriwährend vön Bewegungen der russischen Truppen hört.
a Meis und der Lehrer Harl Wirlh in Weliersbach zum. welhhe einzelne Detachements bis hart an die — ru
—
i .l. M. nannt. . ein .Vn es 7. *
bein — 10 nt Varon Magnus, bisher preußischer unkerschätender Wichtigteit wäre. Es heißt nämlich: Hr. v. Beuft
Befandter in — il zur Leichenfeier Matimilians nach Wien jabe dan der russischen Regierung Auftlärung verlangt: weshalb
whereiatee — ene Truppenbewegungen nach der galizischen Veenne dathenden—
641 Die Ne —ßölee ese flir Das St. Petersburger Cabinet — behaupte man — habe er⸗
— n n —J— 3⸗ pw er widert: die Grenzbesetzung geschehe der Recrutirung in Polen we⸗
verfehlt, wenn den Wahlen zum 3 Je ee r aug jen, weil dort während einer solchen gewöhnlich viele junge Leute
— u e sa 8 eg 339 ach Galizien flüchten, was diesmal verhindert werden soll. Diese
bei Handelssachen je ie po⸗ an eeeah eord· stachricht ist auch in Lemberg, und zwar unter Personen verbrei⸗
* den, I De e Añ age tet, die unserm Statthalter, Grafen Goluchowski, ziemlich nahe
—
Angere o * er some hin, welche gerade keinen überaug friedlichen Charakter tra—⸗
Der Staatsanzeiger“ publicirt ein Gesetz, betreffend die Ne— n eee gergoe üee at sn ue ee
5 — gen. Man will z. B. wissen, daß schou' im naͤchsten Monate bei
pang de Fron rde Bè5õS desthet in eine größere Truppencbncenträtion in Ausficht steht, zu
— . udsd ui su de vohie Relhschla welcher der groͤßte Taeil der in Westgalizien garnisonirenden Ke⸗

88 v e *2 haben ee nenter und Corps doch dem beresttien Lager in der Umgebumg
ae eren er se Haͤhetes moch ma jener Stadte rücken soll. Thatjsache ist, daß verschiedene Regimen⸗
den dg un r gentenode panurndt eue an Git Watte buseen Vesht.henen
2 Berbar ungen w ien Tye peae aben, ihre Magazine zu ordnen und alles Nöthige zu einem plöß
u au3 wn F de 1831 n ͤchen Abmarsch vorzubereiten. Im Laufe der juͤngsten Tage ist
—— un igten Po condenuonen u. *7 auch die Garnison von Krakau durch einen Artillerienachschub ver⸗
zene Fahrpostgegenständen- namentlich kleinet eee Wyr ucht woren 49*

Wiren, H. Jan. Die Journale bestätigen, daß den Dele— sattt Wazeent 0 Ran Meneren ichten zufolze kommt di
zationen Actenstücke über die auswürtige. Politik vorgelegt werden —*8 . ee 8 aey 33 lommt d
oslen, und fügen hinzu, daß das vsterreichische Rothbuch die — en nerg Venn ehet, * 9 v 46
ridde seit dom Kriege ime Jahre 1866 bitz auf die letzten Ver 22 Fran reich. .*
—W Schlittschuhlaufen
Die Presse“ wiederholt bestätigend das Gerücht, daß Kriegsmi- in dem Boulogner Gehölze auf das Gesicht gefallen, obgleich
nister John sein Amt niederlegen werde.“n Die Motive seiner De⸗ er die Hände vorwärts stredte er hat sich jedoch nicht arg be—
nission seien mit der Wehrfrage zusammenhängend. — Bei der chädigt. 2,.. —... 3
Leichenfeier Dsndr nie z Epreden de * Tr * ve eer
schwedijchen Gesandten Due vertreten. Der Kaiser von Rußland von Paris und die Bischöfe Dupanloup von Orleans un J
— 2, Ftemdenblatt“ miltheilt, 36 Oberofficiere der lier von Nismes würden nüchstens den Cardinalshut erhalten.
russijchen Armee, Narch der Neuen freien Presse“n habe sich Ge- i Die Presse flötet wieder nur Frieden; selbst das sonst Preußen
netal: Ignatieff bei seiner Anwesenheit in Wien beruhigend über so anffässige „Memorial diplomatique“ kann nicht genug das gute
die orientalische Frage geäußert. — Der englische Consul über⸗ rinvernehmen Frankreichs mit Prenßen loben. Es laßt den
reichte in Belgrad eine Rote, worin der serbischen NRegierung eine Brafen v. Bismarck in der Orientalischen Frage ein Haarger
ruhige Haltung anempfohlen wurde. unden haben, das es von dem panslavischen, antigermänischen Ruß

Wen 10 Jan. Sicherem Vernehmen nach sind für die and zu dem freundnachbarlichen Frankreich: Raposedus EI.

24
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        als Ruhestiftex in Florenaz und in Fonstantino pr dar⸗
gestelt. 3 128 —3 J

Rebenbei traumen die Kageehaudpoltiler don einer franzd⸗
sischen Erpedition nach Jiadan' wo der brade Taikun
gegen die bose Daimos (d. h. ven Feudaladel) geschützt werden
joll. Dabei soll England mithelfen und die gemeinschaftliche Action
joll sich zu einer großartigen Demonstration gegen Ruß⸗
lanud, selbst in Afghanistan erweifern... q

.Der strengen Jahreszeit“ halber ist ein Theil der in Civita
Vecchia liegenden Franzosen weiter ins Land hinein, nach
Viterbs, übersiedelt worden.

.Paris, 10. Jan. Die franzoͤsisch Fregatte Orenoque“
in mit Kriegsmateriel in Civila Vecchia eingetroffen. *
BParis, 10. Januar, Abends. Lord CTlarendon ist in
Neapel angekommen und wird daselbst den Winter zubringen.
— Graf v. d. Golzß hatie seit seiner Rückkunft zwei Conferenzen,
gestern und heute, mit Hrn. d. Moustier. — „Elendard“ be⸗
hauptet gegenüber anderslautenden Angaben der Berliner Kreuz⸗
zeituug, die Aufhebung des französischmecklenburgischen Handels⸗
vertrages stehe unmittelbar bebor.

Paxis, 10. Jan. Heute hatte Graf v. d. Golß seit seiner
Rüͤckkehr die zweite Besprechung mit Hrn. v. Moustier, und man
fährt, fort Wunderdinge zu sagen von einer Schwenkung Preußens
in der Orientalischen Frage von Rußland ab zu England, Frank⸗
reich und Oesterreich. „Patrie“ citirt die Worte des Grafen
d. Bismarck in Barby in dithhrambischer Weise und sieht Ruß
land mit seinen Absichten auf den Orient nunmehr gänzlich iso⸗
lirt dastehen. Vergebens sieht man sich nach einem positiven An⸗
haltspunkte für diese Phantasien um.

Paris, 11. Junar. Wie die “France, meldet, hat aus
Anlaß des Jahresantritts zwischen dem Kaiser Rapoleon und dem
Zoönige von Preußen ein sehr freundschaftlicher Briefwechsel stattgefun⸗
den, zu welchem der Koͤnig die Initiative ergriffen hat, dessen
Brief in Ausdrücken abgefaßt ist, welche geeignet sind, eine Ver⸗
standigung der beiden Souderäne und Völker über die schweben⸗
den Fragen zu erleichtern. — Dasselbe Blatt sagt bei Besprech⸗
ung einer neuen Brochüre über „Das Papstihum und Italien“;
Die ein ausnahmsweises Interesse erregende Brochüre werde einer
Persönlichkeit zugeschrieben, deren Urtheil über dergleichen Fragen
eine große Autorität hat wegen der Stellung, weiche diese Per⸗
jöͤnlichkleit einnimmt, und wegen der Funclionen, welche sie be⸗
kleidet hat.

Paris, 11. Jan. Wie groß die Unzufriedenheit über das
neue Militärgesetz ist, beweist u. A. die Thatsache, daß einer der
größten Industriellen Frankreichs, einer der Fünfundzwanzig, die
bei der diesjährigen Ausftellung einen großen Preis erhielten, an
Hrn. Latour⸗Dumoulin kürzlich ein Schreiben gerichtei hat, in
welchem er im Namen aller seiner Arbeiter für die Bekämpfung
jenes „unsinnigsten aller Gesetze“ dankt. — Auf der ganzen Nord
ostgrenze sind die Festungen nunmehr in völligem Vertheidigungs⸗
justande. Es wird behauptet, daß die Regierungen mit denin
ausländischen Fabriken bestellten Chassepoisgewehren keineswegs
zufrieden sei; nur die spanischen Fabrilen sollen brauchbares Fa—
dricat geliefert haben. Uebrigens werden in sechs Wochen sämmt⸗
liche Regimenter der activen Armee mit den neuen Gewehren be—
waffnet sein. In Brest werden Versuche mit submarinen Torpillos
mit vielem Erfolge, wie es heißt, angestellt.

Paris, 12. Jan. Der heutige „Moniteur“ eiklärt die Be—
wegung eines Theiles der französischen Truppen von Civita-Vecchia
nach Viterbo mit dem Grund der Mangelhaftigkeit der Bequartierung.
kin Theil der Truppen sei gendthigr gewesen, auf den Anhoͤhen
um Civita-Vecchia zu campiren. Da die Rauhheit der Jahres⸗
jeit aber das Campiren nicht mehr gestatte, so habe die Regietung
beschlossen, einen Theil des Expeditionscorps nach Viterbo zu diri⸗
ziren, wo die Truppen seit einigen Tagen angekommen und in
einem Gebäude einquariirt seien, das in gesundheitlicher Beziehung
alle Sicherheit darbiete. — Der „Moniteur“ kündigt ferner an
Telegraphische Nachrichten aus Lissabon bestätigen, daß das
neue portugiesische Cabinet in den beiden Kammern kine sehr ent⸗
gegenlommende Aufnahme gefunden habe. — Der brasiliaunische
Besandte in Lissabon ist am 8. d. M. gestorben. 2

Italiien.—

Florenz, 10. Jan. Die Hauptforderungen des Finanzex⸗
poses sind: Einführung der Mahlsteuer 100 Miüionen, Erhõöhung
der Geundsteuer 30 Millionen, Erhöhung der Einregistrirungs⸗ und
Stempelsteuer 20 Mill., Einnahme aus den Kirchengütern 400 ()
Peill. Dagegen soll das Tabaksmonopol aufgehoben werden.
Florenz. 10. Jan. Nachm. Die „Ilal. Corr.“ sagt zur
Berichtigung eines Artikels der WienerDebatte“: Der Pforte
seien von den Vertretern einiger Mächte siurx einfache Rathschläge
in pfficioser Weise gegeben worden, der von England, Oesterreich

α ν — αα
ader nicht die Sxagweite, welche die „Debatte“ ihm beilegt; die
Ital. Corn) glaubt sogar nicht, daß an die Pforte don Seiten
der Vertreter derr Maächte welche die Coleckiverklärung vom 29.
October v. J. unterzeichnet haben,*ernste Vorstellungen in offi—
tidser Weise gemacht worden seien. Bezüglich der von der „De—
batte“ gemeldeten Zurückhaltung der Regierungen Italiens und
Rußlands bemerkt genannte Correspodenz“: Sie könne in einer
derartigen Fernhaltung dieser Mächte vorlommenden Falls nichts
inden als die nothwendige Consequenz ihrer Betheiligung au der
Tolectiverkllarung vom 29. October. n

Florenz, 10. Jan. Raittazzi ist heute Morgen hierher
zurückgelehrt. — Nach der Schätzung me hrerer Zeitungen wird
das Ministerium bei der Berathung des Budgets die Majorität
der Kammer erhalten. Rente 48. 55. Napoleons 23. 08.

Florenz, 12. Jan. Die Nazione“ dementirt, daß
Massari mit einer Mission nach Rom gegangen sei — Die Kam⸗
meéroppositon hat beschlossen, dem Ministerium gegenüber eine
abwartende Haltung zu beobachten. — General Cialdini ist
hier angekommen. *

Türkei.

Konstantinopel, 10. Jan. Der' Großvezier wird
nächste Woche von Kreta zurückerwartet. Neuere Nachrichten von
der Insel sind noch nicht eingetroffen. —

Amerika.

Newyork, 28. Dez. Präsident Johnson hat nach einer
dabinetsberaihung beschlossen, der General Pope vom Kommando
des dritten Militärdistrikts zu entfernen, angeblich weil derselbe zu
der Bewaffnung der Neger und der Entwaffnuug der Weißen seine
Augen zugedrückt. Auch Gerüchte von Veränderungen im Mini—
terium werden wieder vielfach besprochen. — Jefferson Davis: iß
nuf dem Wege nach New⸗Orleans in Havannah eingetroffen.
Xer mua ch —

Am 10. d. Mts. Abends halb 6 Uhr ereignete sich auf der
Bahn zwischen Welesweiler und Bexbach der Unfall, daß ein da⸗
herbrausender Kohlenzug auf einen auf der Ueberfahrt sich be—
indenden, mit 40 Ceniner Pulver beladenen Wagen stieß und
ertrümmerte. Das Pulver explodirte sogleich. Der Lokomotiv⸗
ührer und Heizer wurden verletzt.

F Kaiserslautern, 11. Jan. Bei der heutigen Gene-
ralversammlung der Actionäre der Düngerfabrik Kaiserslautern
vurde für das abgelaufene Betriebsjahr die Dividende auf 11pCt.
per Actie « 100 fl. sestgesetzt. Gewiß ein ehrentes Resultat für—
das Etablissement.

In den Waldungen des Forstamts Kaiserslautern wurden
eit dem 5. d. M. 7 Wildschweine erlegt. ——

F Kaiserslautern, 9. Jan. Unserem Gewerbeverein
vurden vom kgl. Handelsmiuisterium 1000 fl. zur Errichtung einer
svewerbehalle zugewendee.

F Im Amisbezirke Pirmasens wurden vom 15. Novb. 1867
»is 8. Jan. J. J. schon 26 Wildschweine erlegt und den Schützen
zie hiefür ausgesetzte Schußprämie von 5 fl. angewiesen.

Dürkheim, 11. Jan. Der hiesige Armenpflegschafts⸗
ath hat mit Rüchsichtnahme auf die Theuerung aller Lebensver⸗
jältnisse und die durch den strengen Winter veranlaßte Verdiensi⸗
osigkeit der arbeitenden Classe, die Errichtung einer Suppenan⸗
talt beschlossen, welches Beispiel auch anderwärts Nachahmung
zerdient.

FSpeyer, 6. Jan. Oberlieutenant Jacobi, der vor: einigen
MRonaten das Unglück hatte, auf der Jagd einen Kameraden zu
chießen, wurde vom Militärgericht unterm Heutigen zu 14 Tagen
Festung verurtheilt. Derselbe hatte bereits durch nicht unbedeutende
ekuniäre Opfer freiwillig sein Versehen zu sühnen gesucht. Ueb⸗
cigens unterliegt das Erkenntniß noch der höheren Bestätigung.

ESüdd. Pr.)
Mainz, 8. Jan. Der diesjährige strenge Winter brachie
ins zahlveiche Zugvögel; auf dem Rhein sieht man viele Seemb⸗—
ven schwimmen und mit eigenthümlichem Geschrei umherfliegen
UAuch haben sich viele wilde Enten eingefunden und tummeln sich
im Strom. — Da die Rheinmüller dem Wetier nicht trauen, sa
benützen dieselben das gegenwärtig offene Fahrwasser, um ihre
Mühlen per Dampfboot nach dem neuen Winterhafen schleppen
zu lassen. Bevor sich das Rheineis oberhalb Worms fesigesiellt
hatte, befanden sich die Müller mit ihren Mühlen in einer be⸗
denklichen Lage, da die Dampfbooteigenthümer mit Rücksicht
auf den starken Eisgang das Schleppen der Mühlen verweigerken.

7 Es ift den Grenzbehörden der Rheinprovinz mitgetheilt
vorden, daß in dem Konigreiche der Niederlande und in Belgien
in jüngster Zeit Rinderpestfälle vorgekommen sind, ein Beweis, daß
die Seuche noch keineswegs ganz erloschen und Vorsicht sehr noth.
vendig zist.
        <pb n="23" />
        van. ein ungewohnlich er eÄ
artiger Dierahl macht hier das größte Aufsehen. Ein bei Chir—
arg R. zur Miethe wohnendes Frauenzimmer verreiste und li e
seine Moͤbel und sämmtliche Habe natürlich in der Miethewohnung
zuruck. Bei der Rüdkehr fand es nichts, auch gar nichts mehr
babvon vor. Außer den nackten Wanden und dem bloßen Boden
zeigte sich in der Wohnung blos. dasabsolute Nichts. Der
Siaatsanwalt nahm sofort die Sache in die Hand. Da die Aus-
seerung der Wohnung nicht Nachts. sondern, am hellen lichten
Tage und das Wegftragen der Möbel durch Dienstmännet ge⸗
schehen war, fehlte es nicht an Zeugen: 32 wurden beeidi gt, und
das Entwendete meist wieder beigebracht. Schreiner Gulland hatte
die Möbel aufpolirt, am sie verläuflicher zu machen. und mit
seinem Bruder, einem Schlosset, die Ausleerung und den Ber-
kauf besorgt. Aber Beide behaupien, von der Frau des Haus
zerrn dazu beauftragt gewesen zu sein, und diese läugnet das und
sagt. he habe geglaubt, fie seien von der verreisten Dame beauf⸗
iragi. Jedoch will ihre. Dienstmagd Kleidungsstüche der Bestohlenen
an ihr gesehen haben. Interessant ist, der Fall nach dem Ur⸗
theil der Rechtsgelehrten auch dadurch, daß es roß der · Menge der
zeugen an dem eigentlichen entscheidenden Zeugniß —fehlt. Man
N sehr auf den Ausgang gespannt. —

Bei der Telegraphenstation Frankfurt a. / M. sind im
verflossenen Jahre nahezu 1 Million Depeschen eingegangen.

f In Berlin sollen am dießjährigen 19. Jan. nicht weniger
als — 1500 Orden ertheilt werben. ,
4Daunzig, 6. Jan. Heute Vormitag hatten sich 200 Ar—⸗
veiter vor dem Polizeigebäude eingefunden und verlangten, daß
ihnen Arbeit geschafft werde. Nachdem fie dort in gütlicher Weise
zurückgewiesen, zogen sie vor das Rathhaus, um beim Magistrath
dasselbe Anliegen vorzubringen, wurden aber auch hier von Poli-
eibeamten durch gütliches Zureden zum Auseinandergehen bewogen.
Ruhestoͤrungen sind hrde nicht vorgekommen. Vorher sollen die⸗
jelben Arbeiter auf der lönigl- Werst ebenfalls Arbeit gefordert
haben. *

p Bei Kulm'wurde am Neujahrstage auf dem Weichselarme
Teinke“ von der schlittschehlaufenden Jugend ein Wolf, der sich
sodesmatt dorthin geflüchtet hatte, getödtet . —

F In Paris machte in jungster Zeit ein Skandal⸗Prozeß
gerechtes Auffehen. Eine Damie von (nicht mehr zweifelhaftem) Cha⸗
talter, Namens Schuhmacher, hatte den Marquis von Maubreuil
Jeheirathet, und demselben eine fabelhafte bedeutende Summe als
Aussteuer (das Refnitat ihres,„Verdienstes“ zugebracht; da die
dornehme Frau gegenwärtig mit rrn Manne ein großes Haus
macht, dabei aber fortgesetzt die Verabreschung ver geringsten Unter⸗
frützung an ihre arme und darbende Eltern verweigert. so wurden
diese gegen ihre alimemationspflichtige Tochter. lagbar' und in
Folge dieser Klage am 8. V. die Ftau“ Marquif⸗ verurtheilte den⸗
jelben jahrlich 1000 Franes Alimentationskosten zu bezahlen.
30 In Frankreich wurde abermals eine neue xagbare Kanone,
in Danzig ein neues Zündnadelgewehr erfunden.

p'In Geisboldsheim Elsaß), sind — des
2.3. Jannar 160 Gebäudée Garunnten Ab Wohnhäuser) abge⸗
brannt; 5 Personen kamen dabei in den Flammen um. —
Sf In Lom dom haben im derwichenen Jahre 1397 Feuers—
brunste stattigefunden. 32 a 22 n 3.

fDie engetisiche Kegierumg“ halt bem Sullan zwei
Armstrongkano nen zum Geschenke gemacht, die“ das Kriegsschiff
Terrible nach Konstantinopel bringt. *

tBei Kudako EKaulausus) wurde beim Bohren eines neuen
Gohrloches in der Tiese von 274 Fuß ein großer Napht ha⸗
porrath gefunden, der gegenwärtig käglich 6000 Eimer Naphtha
liefern soll.. —X
.. . An; der Eisenbahn von Montgomery nach Mobile war
ltrrzlich ein großartiger Kampf zwischen wilden Thieren-zu sehen.
Fin Waggon, Der einen! Theif- von Barnum's Menagerie trug,
am mit mehrerxent anderen aus! dem Geleise, stürzte den Damm
hinab und einige Käfige wurder Aso beschädigt, daß der Himalaya⸗
bar; ein bengalischer⸗ und⸗ brasilischer Tiger und eineHyäne sich
die Freiheit rroberten. Sie eilten dem nahen Gebüschenozui und
dießen bort auf en Leichnam, einez Hirscheszn über dem sie in
Streit geriethen. Vier Stunden lang kömpften die Raubthiere
in lautem Gebrülle um die Beute und nachdem sie ihren Hunger
zestillt, degannen der Himalayabat und ver bengalische Tiger; die
wohl das nationale Band Aunter einander erkannten, wie Katzen
mit einander zu spielen?! Capitän Hull⸗ der Lowenlonig:* früter
ein Begleiter Livingstoke's; benutzte mit zwei Gehülfen dieser Ge⸗
egenheit zu einem Versuche die Thiete wieder einzufangen.: KAis
Zoder wurden einige Schafe Aie Freiheit gesetzt, und als Bär und
Hyhäne über diese herfielen, wurden Lassos über Hee Abpferhe⸗
vorfen und es gelang, fie Ie die reparirten Kafige hineinzuziehen
Den beiden Tigern nahte sich Hull, liebkoste' sie und führte auch

sit sun iezlich in ihee asligen zMuxrudeen WB e ut
unde ein Leoparde waren bei dem · Unfalle umgekommen. Ohne
)iese Verlustangabe, welche dem .Prestige“n der, Barnum' schen Mo—
nagerie nue Eintrage thun kann, möchten wir fast glauben 4. daß
die ganze Geschichte erfunden sei, um für Barnum eine echt qme⸗
ilanische Reclame zu machen
GMinexrabreich khum der Vereinigten Stautesn
zon Nordame rika.)n Der Flocheninhalt der offentlichen Laͤnd⸗
reien der Bereinigten Staaten dist 17.mal so groß, als das gegen⸗
par tige Fonigreich MPreußenz jes ist auf 34650 Mill. Ader fest⸗
gestelst, don welchem bis jezte424 Mill. vermessen sind. Das
Veneral⸗Landamt hat seinen Vermessern Weisung gegeben, Aber den
Nineralbestand der Landereien. die in ihren Distrilten Ulegen, Er⸗
undigungen einzuziehen. Dadurch ist die Ueberzeugung gewonnen,
daß die Steinkohle in großem Maßstab über die offentliche Domdue
verbreitet ist. Die Gesammiflache der Steinkohlenfelder in Brilisch
Nordamerika. Großbritanien, Franlreich, Kheinpreußen. Westphale
tzohmen, Sachsen, Spanien und Rußland wird auf 16.491 3
Meilen berechnet. Die Vereinigten Stagten schlagen die ihrigen
oweit sie entdedt sind, auf 800,000 (4 Meilen an. Eisen if
ielfach verbreitet in den öffentlichen Landereien. der Staaten und
Bebiete. Kupfer befindet sich in großer Menge in der Nähe de
Zeen, östlich vom Mississippi. sowie auch in derRegion zwischet
vem Mississippithale und dem stillen Ozean. „Blei, Zinn und Zin
verden ebenfalls in mehreren Staaten und Gebieten massenhaf
Jefunden. Die edlen Metall: sind in den breiten Gürteln nieder
jeiegt, die sich über die Ver. Staaten erstrecken; ste befinden sich
„oxzüglich in Kalisornen, in Nevada, im nordöstl. und füdwe
Zregon, im Washingtongehiet, in Idaho, in Montana, Colorado
m suͤblichen Utah, ReweMexiko nud Arizona verbreitet, über ein
Areal, das zu einer Million— Duadeanweiieg veranschlagt ist, und
etzt schon einen jährlichen Ertrag von über 100 Mill. Doll. an Gold
ind Silber produzirt. Aus dem Bericht“ des Generalfeldmessers
in Kalifornien geht hervor, daß auch Kalifornien eine ungemein
reiche Fundgrube von Petroleum ist. Der Petroleumgürtel dieses
Staats erstredtt sich auf eine Länge von 700 Meilen van Humbadlt,
Brafschaft im nöordlichen Theil, bis Los Angelos. Grafschaft im
uüdlichen Theil des Staates. Sandstein und Schieferthon, der
Hebirge zeigt sich so, kräftig von Steinöl durchnäßt, daß es ohue
Weiteres im Ofen brennt; es hangt, sich in Felsenldchern au
Fine merkwürdige Quelle besindet sich 3 Meilen vom Ufer des
tillen Meeres mitten im Ozean, gegenüber von San Luis Obispo
iördlich vom Fort Conception, wo bei ruhigem Wetter die Meeres⸗
zberfläche mit Oel in einer Ausdehuung von 20 Meilen bedeckt
ist. (Schw. M)5.— J

fFrankfurt, 8. Jan. Bei der heute stattgehabten und
zeendigten Ziehung 2. Classe 153. Frankfurter Stadtlotterie flelen
nuf foigende Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 20504 8000 fl.
25287 2000 ft., Nr. 82495 1000 fl., Nr. 6311 12000 fl.,
Rr. 10737 400 fl.

.

Landwirthschaftliches.

Zur Bienenzucht. Obschon die Ausdehnung und He⸗
ung der Bienenzucht in den letzten 10 Jahren: in Deuischland,
usbesondere aber im preußischen Staale bedeutend zugenommen
hat, wodurch dem Lande durch Mehrproduction an Honig und
Wachs vieles erßpart wurde, so ist sie aber noch lange nicht zu
der Ausdehnung gekommen, zu welcher sie gekommen sein sollte
ind zu welcher sie fähig ist, d. h. es. ist noch lange nicht dahin
zjelommen, daß so viei Wachs und Honig in Deutschland proda-
airt, als daselbst consumixt wird. Es werden immer noch tau⸗
ende don Centner Wachs und Honig aus dem Auslaude bezogen
velche ganz gut im Inlande producict, werden konnten z3 ja, nicht nur
illein dieses, sondern eg könnte sogar noch ein bedeutendes Quan-
um aus dem Inlande ins“ Ausiand gesührt werden ohne daß
durch Vermehrung der Bienen ftwrdiejelben ein Futzermangel ein⸗
reten wurde. Da wo Futtermangel zintritt, tritt er für wenige
sos gut ein, wie auch für viele. Berechnet man den Centner Wachs
ju 80 Gulden und den Ctr. den „ 60 Gulden, was als Mi⸗
imum git, so stellt sich mindestens eine Summe von 24 Mil-
ionen n Gulden heraus, welche fahrlich für diese Producte
in's Ausland gehtet Außer diesem erwähnten Vortheile, welche
zie Vermehrung der Bienenzucht dem Staate bringt bringt sie
roch einen zwesten Vortheil, welcher hauptsächlich des Landwirth-
schaft im Allgemeinen zu gute kommt. RNach vielen, don Nalur-
orjchern geinachten Beobachtungen, hat sich herausgestellt, daß die
Blenen vei dem Befruchtungsproceß der Pflanzen eine jrht wich⸗
ige Rolle spielen, — denn man hat dabei gefunden, daß dei
pielen Pflanzen, desonders bei Pflanzen gettennten Geschlechts, bei
veichen der Staub von Pflanzt zu Pflanze getragen werden miß,
n den meisten Faͤllen keine Vefruchtungftattfindet, Wenn sotche
nicht dudch das Befliegen' von „Bienen oder anderen honige und
        <pb n="24" />
        —
rugang hesangle wan vn uitherften durch Wedbachtaagen,welche
as vei Pflaugen cinstelltez dirim weschbassene u. Jinsmer! Vber im
ibhueee wbefanden die vaseltsr woenigoder gar beinen Sa⸗
men⸗ brachternte denselben aber welne Menge aunsetzien, sobald man eim
Fenster dfnete und dieselben von Bienenwbesuchetre ließ. Ferner
sis Deobachturgen gemacht worden, daß Obstbaume nind andere
Vewachse welthe ind ver Nahen won Bienenständen fich befanden,
Jein mehe and Gessers Fruchtel und:: Samen ricferten als solche,
bie von Bianenstarniden weiterrentfernt fich besanden umd dis Blüthen
hacht soo sarh won Den Viemen: hesucht wurdendet Mogen diese kurn
Vnnertangen ut Fun dieses ¶ nach der meuen Methodo beit ieben)
onenn undenirtzlichenn GetwerbzweigesBieles deitragenunnpuinh
non ng an hebin wg Slle hven Es Mesehrrvft unde alkganrue die
age dernetmbae. vdafyder Wiehstand werig mohnende fei⸗ decß Dio

Fulertostena schlech ve rien, Vutιν α να ι—εαννα,
darin; deß es am richtigen Verstundnisse der Erathrengslehresehln
Wie cins Kochin durch Unkonntniße Ahtes Gesrhäftes Viele um⸗
ndthigee Weise verthun Aaun, wahrend etnennudere bedeutende Gro!
parnisse ermoögticht, ohne dozedee MNutzeffett revchereteten. Speifen⸗
dargnter ttitte) motannn auch umnd wird!n bet sder Thierernahraug
Biel nutzlos vergendet werden.ev Mie besserern Wrundsätze der Thlex⸗
ernahrnig sind ser;“ fiec sind dein' Resulrate ver fortgeschrinenen⸗
Wissenschaften. Wer in ded Rindviehzucht darnach strebt, die Futtere
imnd Pflegekosten durch den Milch⸗ und Fleischgewinnz fowie · duvch
Zungviehzucht zuvecker und den Misr als celuen Gewinn zu haben
der muß gfutierne bevnen. Die trefflichste. Anleitung dazu vieber⸗
Dri Julkus KRuhns Buch? Die zweckmäßige Eruahrung des Rind⸗
ẽ, uene gekroͤnte Preisschrift. Dritte Auflage im Verkagended!
chotifeldejchen· Vuchhandlung in · OrebdenccM3 tus“
ue
— —33 444 —o
vweuerversicherrn⸗en für Deutschlaud
n qο ι ib ν νο n—
n οιισ i ια ισ n U ai ) Lο
i , tnnt æret ι ον ι ιιι.
.3 »Bufslge der Mittheilung der Feuerverficherungsbunk jür Dewmtschland zu Gothawirv
diefelbe ach vorläufiger:; Berechnung ihren Theilnehmern für 18008

ꝓ J * 2—è—
0a. 860 Prooentαανα
lhret Prämienelnlagen als Erfparniß zurtickgeben. 70 An
Die genaue Berechnung des Antheils für jeden Theilnehmer der Bank, so wie der
vollstandige Rechnungsabschluß derselben für 1867 wird am Fude des Monaté Migi,
d. J. erfolgen. — — ι y üre uotit:
. Zur, Annagme von Versicheruuge u für die, Feurrvetsichernngsbant find dien Untens
zeichneten jederzeit bereit. — —— — — —
ινανιι) Friß VPanzorbieter in St. Ingbert,nu “—,—nνι
es . Pracht in Zweibrüchen, für die Kantone Hornbach und Zweibrüdear
7 nαν F rre ei

.. 21

i —8

——— 22

»ei F.

—IXXEE IO
— vodes Amzeigeen
MWip erfuüllenn hãaertu dio arcurige
Pflicht unserm Bekamuen din Mitthet
lung gu·cmachen/n· daß· ↄunfer rimui gst
deltebtes Kindrn ui ut Atuf üet
auu uEmina Zir⸗ X R.nd
ut Linem Alten von z. Inhren d Mo⸗
naten gestern Nachmittag 2. Uhr nach
seen Krankenlager sanft verschieden
ist. —“ J
Die Belrdigung findet inorgen, Milt⸗
—ä
St, Jogbeyt den 14. Jan. 1868
Die tief betrübten Eltern.

Durch Krt. 1des Gesetzes vom 80. De⸗
‚ember 1868 (die provisorische Erhebung
der Steuern Pro 1868 betreffend) wurde
zie Ermächtigung ertheilt, die auf die Mo⸗
zate Jantiar, Februar und März A Is.
allenden Steuern 88* und die et
hobenen Betrüge seiner Veit auf-die Pro
1Bss dut definißven Einweißung gelangen⸗
den Betrüge zu pertechnen Sammtliche
Sleuerbaren Wes! Einnehmerei⸗Bezirks wer⸗
AV
Koten alsbald auher zu entrichten und, Be⸗
zufs? der Abquittirung,!“ ahre vorjährige
Sieuerbüchelchen: bei der Zahlung vorzu⸗
———

St. Ingbert, den 11. Januar 1868.
Die Kgl. Steuer-Einuehmerei
Aßrn ιαα

.. —
Morgen, M i tw o ch den 15. d. Mis. ⸗ * 7
matrische ¶ Narren ⸗ Versammlung
IAASiInrieh, vnIgo Huhelhau
een d Drteee be, peee *3*
Zweden der; Bexathung über einen abzuhaltenden
— V
F 4 Nnitrien Ma o rx e — i l. ve J
—64 422 . —33 58 —
9 Mein bigher betriebenes Sattler und Tapezierergeschäft habe ich in
* frühere; Etrachk sche. Haus in der Unterstadt, Ede der Bahnbofsstraße,t ver⸗
degt. und damit innnn. —
Restauration6
nerbunden, die muc erstfuet ist. und meinen verehrl. Gonmern auf's heste pi
mbfehten mir erlaube, unker Zusicherung billiger und prompter Bedienung.
Fux gute Speisen und Getränle wird, immer bestens gesorgt. . 27
een 130 telrüceee Stutzen XXX J
Miu ri un uß inn 7 —
4 df du ) — — yae vattler und Naporiorer. 7 n d ev 7
hr. Fr. Paugerbaefer⸗ mündlich) obern Zwei vrdentliche junge Leute wer⸗
chriftlich machtoertlärt haben, wird ange- den noch in Kosst und Kog As genom—
nommen, daß fie sich mijweitere!e Inhre men bear dog ECarl Schütz, Glafer.
verpflichten⸗ dex freimilligen Feuerwehr an⸗ TXMCC.
zugehsren. ehng iun Echöne, friyeche gewässerte
An n Dicjenigen Bürger,die jettnicht be-· Stocksische sind iojeden Tag zu
der: freiw. Feuerwehr find /iijedocho brab⸗ haben bei ι —2
üchtigen. dersesben beizutretenrwerden: gleich ιιαι . τινα ισν
falls ersucht⸗ ihre. Gesuche bei Obengenanntem ν — in St. Ingbert.
bis. zur bezeichneten Zeit richt üñtlirich ein — Main
urxtichem ι ⏑ uν , ainz. Jan. 328
3 Roch die Buten rieichu püm üt bicch n WFruchtp re ie. n Weißmehl, das Mal⸗
ei dax Generab-Va ryg m milsumge ex A140 Pfund - l. r -Rog⸗
ur erscheinen.n su⸗ I — — zenmehl diito fl. — ir. — Weizen 200
St. Inghert. dem S Fannur 1868. 9——6 lyν fraufl. 20 hh.
. Der Verwallungsrath dev freiwilligen dorh Eso Pfd.) A4a fl. 20 .- 14 l.
.α Fenerwehr, 80 r Gerste 4160 Pfd.)11 fl. 85 ir.
νA. A ι ι pl αα- Hafer (120 Pfd.)
IIMIL.. PRBRBABBOVS— 9b. 30 r, — 6. 4 Ir

Feiner 180⸗en Gimmel⸗
dinger Weinim' Hauseder
—— u97 J »di
Schophenn zut )kt uͤber die
Straßenzuekr. bei
uüte tn n 2 4564
* Westvbaluget.
ALBFVFGSS.—
—
Montug den ↄs. Januar I868,
—
Geñerglen
sammlu⸗
—A
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onds zee
dnum ga
ua if degdenbshlußgede vch Fatzres⸗
nioichechnunza uνuny—ο ι l
B.Roatonftitiuivinige dak Feiterwechruu
34. Nenwahletudod tud nι
Ada, AVon deenigen Wiigüedern
der Fegermehr,n die bihhSitomn nit ag dem
Iοι. Miitogs p Ihren
urtrist: benn Verwuhtivnabinthez Minllede,
ιuι Rasutonn Drutt unn Verlag: von FapX.: Demontz in St. Iraberken nn nnid 4
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Den Sit. In gbertier Anuzrig er“ mit seinem Unferhaltungsblatte erscheint wochentlich dreimal Dien z38a . Dennerateg
mid Sam⸗4fag. Abannememispreis vierteljährigt 458Hrzt. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 2 Krzr. die dreispaltige Zeilt
ju u l lattschrift oder, deren Raum herechnet. .
Nro. 7. cun un nn e e 1Donnerstag, den , Jannaree u α 1868
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eee — — id. n t spwie diel Nächte in den schwierigsten Arbeiten meine Kräfte mit⸗
in d ee e e
e ie ede ee e von verwochte⸗ wußten Sie: endlich, wie mit mein Arzt wegen
* Anncn und waten aeturnn 3 — ———
nenun welche: im Militar. Laboratorium · auuf dent Kugelfange iner * nd ————
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vtronen fur di interla eschaftigt waren, mnit or —7 Ju *
drn * —A 3 — mepin ogggen dh deher stehen. mmd sich sagen zu müssen: Du mwde zu 88
aus dem Kriegsministerium, wahrscheinlich eine Folge der Jor len 36 V *
München,1 Jan. Augesichts— der nicht unbedeuten — * e
Aufregung welche jünst in Bezug auf⸗ das Lebensversi herungs de nn gere —— Abgeord⸗
pesen ae be pr e Aen e gelenhauses hat beschlossen einen sechsmonauichen Nachlaß aller
ten und Nichtbetheiligten geherrscht hat, wird es im ieie eee de Slcernühic d da
Ae—⏑——
e 3 wy— reuß eancagen Die Forischrittdparten suchte hierfür die
tied des Sehensdersiherunasae ichiss zugelasen und die Leben luggen daxuüber versprechen einen guen — 5.
wegung der Geveralagentur an dos Wanthaug GSequün do und ungendaruner werstrepen Guen guten rsig ar einet Mit-
— genchmigt wowen ist * dlheilnng des Volksfreunds“ gegenüber, haß Erzbischof Hahnald
Maumn Gen- 13. Jan Fuͤrst Marimilian zu Thurn und Mission wegen Revijsion des Konkordaies nach Rom abzugehen,
Zaris hat dem Vexrfasser des Werles „Die Geschichte der Posten nicht abgelehnt habe. Rächster Tage fände erst eine Minisierkonfe⸗
dem Post Offizial Eugen Hartmann, in Anerlennung einer litera statt lin die Jutetenemete fan Hahnahd sesgcttein wirden,
rischen Arbeiten ein Geschenk bon 60 Dukaten üͤberse nden laffen Die neue freie Presse⸗ sagt; Das Rothbuch werde den Dele⸗
Berlin, 10. Jan. In conservativen Kreijen circulirt. der u eehe d uee eeeeee eeege pe
Vost. Ztn.. zufolge. Begenwarng im Abschrift. falgendet Brief. Fie Nedacuon des Rothbuchs sa ben Hesrean b aen bbe
vechset zwischen Mitgliedern des Vorstandes eines pommer')chen tragen. — Die „Presse“ meldet: Die Regieruͤng beabsichtigte die
Zweigbereins deg preußischen Volks⸗Vereins und dem Grafen Bis⸗ Brundzüge des nach dem fehlen Kriege veröffentlichlen Wehrsystemnß
marc. Von ersterem wurde an diesen ein Brief gerichtet. welcher aufzugebeu, das Loskaufrecht wieder herzustellen, und das stehende
dahin lautete : Der Graf möge entschuldigen, daß sig sich frei Heer, dem Bedürfniß der Lage entsprechend, zu reduciren. Für
müthig und offen schriftlich an zhn wendelen in Sachen, die fie dee e ee, aee ue
oer auf dem Oerzen haͤtten und ihn.baten, sie wo moalih dar dtechatang der Oconung, vede Erahng an s Ne
Edn zu berubigen. mamliche A Hamen sie ihn disher aus dir diste desthenden Dandeehren in beden Reichbattten deabsi hugt
Stütze der conservativen Partei betrachtet, wären aber durch sein Die Bdenichiet In der ftaugefnadenen Konferen
neueres Verhalten darqn irre und auf das schmeralichste herührt T Fidaiünnetter Bece Vrri, r heg sa bene ba
worden. 2) Habe es sie tief betrübt. ihn und die Luccal Staatsschuldenverwaltung noch keine endgiltige Entscheidung ge⸗
auf einem und demselben Bilde zu sinden. 3). Ware ihnen leider roffen worden. Die Uebetweisung dieses Zweiges der Finanz⸗
kund geworden, daß Mangel an religiösem Gefützle und chrisnlicher n eeeeeee eene
Anschauung bej ihm zu verspuren zumal et ¶) den Gottesdienst u hedod hu henüetiten Ein Pabeltelegeanan bes Tahetinis
nicht besuche DHierauf erwie derte Graf Bismarg, daß er serr g Detn e Kriegevorbereitung Serbiens seien nahezu
nen lieben Freunden für die Offenheit danke. mite der fien sich eie eeeeee n ree
an ihn gewandt, und werde er ehen so freimüthig antworteu. Er ge ichs un Erglande sahr an is den Küstungen joct,
fährt dann fort: e W perle 3 die Aufregung in Lande sei groß. J
2TAd. 1. Es erscheinen den Fernstehenden die Ereignisse und Wien. I2. Jag. Nach der Debatte“ hätte die Regierung
Maßnahmen, deren Zusammenhang ihnen fremd, naturgemäß in endgiltig beschlosen die Administration der konsolidirten Staatse“
einem anderen Lichte, als in dem, in welchem sie wirklich liegen —I—— Finauzministerium zuzuweisen ——
Weurtheilen kann nun der sie ricgtig. der mit den leitenden Veweg. salienische Gesandle in Paris, Ritter Rigra sou einen don Sele
gründen bekannt, für daz Wohl des Vaterlandes, dessen Geschige n Frantreichs vorgeschlagenen Verlragsentwurf nach Florenz ge⸗
sinen Handen anvertraut sind ohne ücksicht um sein Partet ndt haben,welcher an Sielle der September Konrenion reten,
standpunct handeln · muß. Wüßten Sie; wie fchwierig es ist Did womius man in Rom Finderstanden sein soll.Rigra habe die
das Richtige zu treffen, welche Last auf meinen Schulteru⸗ ruht, ijnnahme des neuen Vertrags empfohlen welcher die Raumung
Sie wurden anders. urtheilen. zumal .as mir vishergelungen s Kirchenstäates durch Fraͤnkteich zun Folge haben vürde. Das
anseam Vaterlande zu nützen⸗ Ad. 2. Sie grinnern Sich. des Tagblait sogt. Die Verstänndigunt zwischen Jialien und Frante
Vertrages vons Gastein. Ich war dabei. Die Vertzandlungen ITch'ses dem Abschlusse nahe Die Grundiageder verstandigung
sodten und das Leben dort wurde so bodenlos langweilig. datß si den Wiener und Kondoßer Kahinenen mitgetheit und von den,
V wugte pir in die Zeit wotnvio gn soute Ihh gehe auf hiben gbiticn. 35;..3.
die Promenade, begegne der Ducca-die ich kenne, und sage ihr. Wien, 12. Jan. Die! Wiliwe des Generals . Mixamot
je solle doch Abwechslumg.in / die Langweile bringen und ein gohn mit jhren drer Kindern, von denen das aileste ein Knabe
Sao mte t geben. Jaanmwortete fie, kanm gescheten aber n zehn Jahren in in Wien und zwar im Hotel, Zum Erz⸗
unter Giner Bedingung J Und die wäre Erxcellenz lassew. sich herzog Karl.“ Die Gneralin, Miramon, welche ein Schreiben,
mit mir photographireun! Mit Vergnügen, erwiedere ich, d rine Haarloche voin Kaiser Max an seine Gemahlin Char—
und so ist das Bild entftanden.“ Ob Sie deshalb einen Stein sotle, und wenn diefe nicht mehr am Leben sein sollic, für die
auf mich werfen wollen, muß ich Ihnen überlassen. Ad. 83. Wuß- Frau Erzherzogin Sophie, seine Mutter, mitgebracht hat, erfreu
ten Sie, wie oft ich in meinem Kämmerlein auf den Knieen —
ꝓelegen und zu Inserm Gott gebetet habe,Er möge das Ersprietz he auch eine jährliche Penfton erhallen, deren Ziffet noch der
liche zür unser Vaterland mich herqusfinden lassen; wünßten Sie huüͤctehr des Abmirals Tegelthoff ern bemessen werden sol. *
sSie gebieter: Uber40 Willionen an Grundkapital und Keservenn uWöen! 14. Jan. Die „Neue Freie Preffe“ melden: Die

—ã— — *—
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        Sitzungen des e—ne werden am 12. Jan. wieder aufgenommen
FMoL. Kuhn ist zum Kriegsminister, der bisherige Kriegsminister
John zum⸗Geueralstabschef bestimmt⸗Nach dem „Neuen Frem
—V 54— Kriegsiministerium eine bedeutende Armekere—
ductiom misn Einellang des Avancemeniz por. Das Armeeober
commando soll abgeschafft, ein großer Theil der Generalität pen⸗
sionirt werden. — Das Taqbl.“ berichtet: Das Entlassungsge⸗
such Johns ist durch die Hexabsetzung des Armeebudgets umn
6b1 Millionen motivirt. Die Eröffnung der Delegationen wird
ohne feierlichen Ack vor sich gehen, die Präsidentenwahl wahr⸗
scheinlich auf. Antonv. Auersperg fallent

Wien, 14. Jan. Die amtliche Zeitung meldet heute, der

aaiser habe bestimmt, daß den zu Ministerposten berufenen Per—
sonen für die Dauer ihrer Amtswirksamkeit das Prädicat Ercel⸗
lenz beigelegt werde, und dieselben am Kaiserhofe mit Wirklichen
Geheimenräthen zu rangiren haben.

uPrag,«18. Jan. In Folge eines Generalbefehles sind
dem Er⸗e Kurfürsten von Hessen die nämlichen militärischen Ehren⸗
dezeichungen zu erweisen, welche für die Mitglieder des Kaiserhau⸗
sea vor geschrieben ind.

u Triest, 11. Jan:: Zur Leichenfeierlichkeit des Kaisers Ma⸗
cimilian von: Mexico treffen die Erzherzoge Carl Ludwig, Ludwig
Victor, Leopold. Ernst und Heinrich ein; ferner Deputationen
aus Istrien, allen Städten Dalmatiens und Fiume, endlich alle
Italiener aus Mailand, die beim Hofstaate des Erzherzogs in
Mailand gewesen. Vice-Admiral Tegetthoff soll die Geheimeraths⸗
wilrde und das Großkreuz des Leopoldordens erhalten ...
Pola, 13. Jan. Die Fregatten„Novara“ (mit der Leiche
Maximilians) und „Radetzky“ und das Kanonenboot „Velebich“
sind heute Vormittags hier eingetroffen und wurden von sämmt⸗
lichen Festungsforts und im Hafen ankernden Schiffen mit Trauer⸗
jalven begrüßt. —VV — — —

8Srankreich.

Parisz, 11. Jan Ver hiesige preußische Boischafter Graf
v. d. Golt hat heute Morgen eine sehr schmerzhafte und gefähr⸗
liche Operation, geleitet von Dr. Nelaton und Dr, Kolb, glücklich
überstanden und diese ist nach der Aussage der Aerzte als
bollkommen gelungenen zu betrachten. Das Befinden des Gesaudten
ist den Umfländen nach befriedigend; indessen wird er sich vielleicht
für längere Zeit den Geschäften fern halten müssen, welche dem
ersten Votschafts-Sekrekär Grafen v. Solms-Sonnenwalde über—
— E J

Paris, 18. Jan. Der unerschöpfliche Windbeutel Girar⸗
din hat für die französischen Ansprüche auf den Rhein eine neue
Formel gefunden. Laßt, ruft er den Franzosen zu, in Gottes
Namen das Deutsche Zollparlament den Anschluß Süddeutschlande
an den Norden zur Reife bringen; mischt Euch nicht in das, was
auf dem rechten Rheinufer geschieht; laßt die Deutschen nach ihrem
Gefallen sich einigen; aber fordert dafür zurück, was Euch recht
maͤßig gehört, Euere „geographische Einheit“ (d. h. das linke
Rheinufer, obwohl die wirkliche geographische Einheit Frankreichs
bekanntlich schn an den Vogesen aufhört). — Der „Univers er
gießt sich in der albernsten Weise über den österreichischen Mini—
ler Giskra, den er beschuldigt, im Jahre 1866 als Bürgermeiste
bon Brünn mit den Preußen unter Einer Decke gespielt zu haben.
Das ultramontane Blatt schließt seinen Artikel mit den Worten:
„Die jüdischeradicale Partei berechnet schon, wie nützlich ein sol
chher Mann bei einer abermaligen schweren Gefahr werden könne,
um die Kassen und Läden Wiens vor einem Malheur ähnlich
dem zu bewahren, das 1866 Frankfurt a. M. betroffen hat.“

— Die schutzzöllnerische Bewegung in den nördlichen Depar
lements nimmi immer mehr überhand, und die betreffenden Adres⸗
sen an den Kaiser mehren siih. —

Aber auch die Rüstungen gehen ununterbrochen ihren Gang
Von den kleineu Kartätsch-Kanonen, deren Wirkuug eine ungeheuere
jein soll, sind dieser Tage 1200 Stück fertig geworden.

In der aäußersten Politik steht gegenwärtig die Oriental ische
Frage in erster Reihe, und auf sie bezieht man auch die Reise des
englischen Gesandtschaftssecretärs Fane nach London. An drohendt
Kriegsgefahr glaubt man nicht, weil man der Ansicht ist, Preußer
werde eine Rußland nicht gerade freundliche Neutralität beobach
ten, während Oesterreich sich eng den Wesimächten anschlösse Wo
her „man“ alle diese schönen Dinge weiß, ist nicht zu erfahren.
Jedenfalls über jst unsere Presse gutes Muthes, und sieht auch
Jach der italienischen Seite kein kriegerisches Wölkchen mehr am
Himmel. Allerdings ist der Telegraph zwischen Florenz und Pa—
cis in bestaͤndiger Bewegung, und etwas geht ficherlich vor —
ber wass8s8s8ss
England.

London. 11. Jan. Nach amtlichen Veranschlagungen wird
Mitte des laufenden Jahres die Bevölkerung von London 8,126,636
Seelen hetragen, gegen 3.0823372 Seelen Mitte 1867 und

3,037,901 Seelen Mitte 1866. Es wächst sonach die Einwoh⸗
nerschaft der Riefenstadt durchschnittlich um 126 Menschen. jeden
Tag und'zieht alljährlich einen Zuzug an sich, dek allein⸗ schon
im Stande wäre, eine mäßig große Provinzstadt zu bevölkern. Liver⸗
pool mitfeinen 492,489 Einwohnern wird bis Mitte dieses Jahres
auch voraussichtlich 300,000 Seelen erreichen. Manchester mit Saal⸗
ord wird einige 6000 Seelen mehr äufweisen und den Berech-
nungen gemäß die Zahl 484,000 erreichen. Leeds soll Mitte
1868 auf 286,746 Seelen (gegen 232,428 im Jahre 1867
Birmingham auf 352,296 (gegen 343,948 im Jahre 1867) sie⸗
hen. London mit den 10 groͤßten Provinzialstädten bringt eine
Ztadtbevölkerung von 5/3 Millionen auf und repräsentirt diese
Zahl allein a der englischen Gesammtbevöllerung. J
Die drei Fenier Burke, Casey und Mulady find vor die As-⸗
sisen in Warwidshire verwiesen und vorgestern Abend dem dorti—
gen Gefängnisse übergeben worden. Außerordentliche Vorsichtsmaß⸗
regeln waren getroffen, um⸗ jeden etwaigen Versuch ihrer Rettung
waͤhrend, des Transportes zu vereiteln. Außer Nachrichten von
Vorsichtsmaßregeln bietet das Capitel der Fenier wenig Neuesza
in Dublin wurde eine Person verhaftet, welche Lenon heißen und
den Tallagth-Aufftand im März angeführt haben sol.
—
f In Stuttgart werden Sammlungen für Ostpreußen
zeranstaltet ; 1000 Thlr. sind bereits nach Berlin abgesandt.
FImpromptn des Kladd. am 8. Jan.
Des verflossenen Lippe Lipp v48*
War dem Reden nimmer holddzz * *
Aber gegen unsres LReonhardttt 7
Silber war sein Schweigen — Gold
Ein entläuschter Hannoberanee.
(Gur Ebergenyi⸗Chorinsky'schen Untersuchungssache) Wir⸗
ner Blätter schreiben: Die aus München eingelaufene Nachricht:
Braf Chorinsky habe sein strafbares Einverständniß mit der wegen
Mords in Untersuchung befindlichen Julie v. Ebergeniy einge⸗
tanden, findet nach den neuesten von dort eingelaufenen amtlichen Be⸗
eichten volle Bestätigung. Dagegen verharrt Julie v. Ebergenyi im
däugnen, und behauptet: dieBaronesse Vay habe den Mord verübt.
Lehnlich benahm sie sich auch, als ihr der Handlungsreisende Um⸗
auft vorgestellt wurde, sie sagte mit Ruhe: „Ich muß eine frap⸗
»ante Aehnlichkeit mit der Baronesse Vay haben, sonst könnte nicht
er Herr, »der mir ganz fremd ist, mich mit dieser verwechseln.
Finem anderen Blatt wird aus München geschrieben: „Wie ich
vernehme dürfte Graf Chorinsky, der seither mit eiserner Konse⸗
quenz auf seiner Unschuld an dem Mord seiner Gattin beharrte,
in nicht mehr zu langer Zeit vor den Geschworenen stehen. Der
als Vertheidiger bekamte Advokat Dr. von Schauß soll die Ver—
heidigung des Herrn Grafen bei der Verhandlung übernommen
hjaben. Dieselbe wird von um so größerem Interessen sein, als
»ie Julie von Ebergenhi von Wien aus hierher gebracht wird.
Graf G. Chorinsky wird ebenso bei der Verhandlung der An⸗
lage gegen die Ebergenyi vor dem Gerichtshof in Wien zu er⸗
cheinen haben.“ — Aus Kanisza wird als Beitrag zur Vergift-
ungsgeschichte mitgetheilt, daß die Ebergenyi kurz vor der Ver⸗
iftung der Gräfin Chorinsty mit dem Oberlieutenant Grafen“
Fhorinsky auf das Gut ihrer Angehörigen (in der Nähe Kanisza's)
lam, und ihnen den Grafen als ihren Bräutigam vorstellte. Die
Angehörigen wollten sogleich die Verlobung feiern, die Ebergenyi
aber meinte, dies fönne mit mehr Pomp in Wien geschehen. Die
Zerwandten folgten ihr nach Wien, wo dann die Verlobungsfeier
n ihrer Wohnung vor fich ging. Ein alter Mann, die Brust mit
Orden reich bedeckt, wurde als Vater des Bräutigams, als Statt⸗
halter Graf Chorinsky vorgestellt, und das Fest verlief ohne wei⸗7
sern Zwischenfall. Vor der Rückreise in ihre Heimath wollten die
Angehörigen der Ebergenhi dem Statthalter Grafen Chorinskh
Abschiedsvisiten machen, allein die Baronin wußte dies zu ver⸗
riteln, indem sie augab. der Statthalter habe eine Inspektions⸗
seise angetreten. Als nach dem Morde der Bruder der Ebergenyi
den Statthalter aufsuchte, kam er hinter die von der Schwester
porgenommene Mystifikation. Der „falschen Statthalter Grafe
Thorinsky soll sich bereits in Untersuchungshaft befinden.t
frLadenburg, 9. Jan. Heute Vormittag wollte bei der“
Fähre nach Neckarhausen ein Schäfer mit seiner Heerde — etwa
300 Hämmel — übersetzen und benutzte wie die Fußgänger die
Fisdecke des Neckars. Gleich oberhalb dieser Fahrstraße wurde
aber vor einigen Tagen das Eis gebrochen, die Thiere kamen
an diese Stelle, brachen ein und es ertranken unter der Eisdecke
43 Stück, welche bis auf zwei wieder herausgezogen werden
konnten
Berlin. 11. Jan. Die am 7. d. M. im Circus Renz
zum Besten der nothleidenden Ostpreusten stattgehabte Vorstellung
war außerordentlich stark, besucht, die Logen und ersten Plätze

Vermisctes.
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        ausberkauft. Ein elegantes und sichtbar frohlich gestimmtes Publi- Ibt es 40 Meilen von Lima eine Gegend, das Juaca⸗Thal ge⸗
tum hatte die Gelegenheit benutzt, ein Scherflein zur Linderung der jeißen, deren Klima die Lungenschwindsuch so sicher heilt, als der
inverschuldeten Noth beizutragen Unter diesen Scherflein“ aber Tag auf die Nacht: folgt. Die reine Lufl des Thales genügt,
wdar in einem uns bekannt gewordenen Falle eine reiche Gabe nit Ausschluß jeder anderen Ar nei. Hunderte non Menschen pil⸗
weiche durch die Art des: Darbringens rine wahrhaft edle genannt jerni alljährlich an diesen entzückenden Platz und kehren nach 1
derden darf. cEs erschien in einer Equipage ein Herr, der an die »der 8 Jahren Aufenthalts vollkommen gesund zurück, vorausgesetzt
asse eilte d ein ee nahm/ peeen atürlich,⸗daß ihre Organe nicht schon vorher zerstoͤrt waren.
dafür in die ände des Kassirers legte und sich rasch wieder ent⸗ in Illinois fiel neulich ein iri
ee eee Ger unten de uruenrzan een ez
zu geben“ is dieser Unbekannte ein Virtuose. Welch ein glücklicher weicher ar ein Duhend Mal versucht haite, hinauzzuklettern,
Kontrast mit jener ostensiblen Noblesse“ der es vor Allem darum zher immer wieder zurucdgefallen war wurde er bemert und man
zu thun ist, den Namen an die große Glode eines. ,Gabenver- nachte Anstalten zu seiner Reitung Zunächtn ließ man einen
zeichnisses zu hangen Rio i ßp Eimer mit Licht hinunter, um seine Lage zu untersuchen. Als

— — en aus Rio ist der Igusch Dampfet ⸗Sa⸗· das Licht unten ankam, zog Pad seine Pfeife heraus, stopfte fie
lur in einem Sturm untergegangen. Menschen sind rer⸗ und zundete sie an, und als man ihn herausjog, war er gemuihe⸗
trunke, darunter der englische Gesandte; nur 14 wurden gerettet. lich am Rauchen,

rFDas Juaca⸗VAbal. Nach einer Korrespondenz nus Perut 7 35 ,r
— ZF'
D ν ä ια —
DVVVVVVV—— Bekanntmachung. a pe
Zur Vornahme der Wahl der bayerischen Abgebroneten zum'deutschen Sollparlamente gibt
die unterfertige Behörde den Wählern nachstehendes belannten . 66*
Die Wahl findet in sammtlichen Gemeinden ain Montag den 10. Februar ISG8 sian beginnt Vormittogs um
10 Uhr. und wird Abends um 6 Uhr geschlossen.
L. —— J— 5 I. .4* *237 de .. 3·8 Me 3

Die Stadt Zweibrüd en wird in drei Wahlbezirke eingetheilt, wie folgt: — — 4248

Decr ersie Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 8365 Seelen umfaßi den Stadttheil Jät. A mit Ausnahme der Hausuam-

mern 270 und 27015, d. i. der Gefangenanstalt und das Polizeigerichtsgefängnissss.
Wahlvorsteher: Der Stadtrath Wilhelm Eugen Schulz
Stellvertreter: Der Stadrath Friedrich Lindemann.
Wahllokal: Das katholische Schulhaus.— d erakeet
zweite Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 3160 Seelen umfaßt den Stadttheil Lit. B. * —
Wahlvorsteher: Der Bürgermeister Philipp Keller. —
Stellvertreter: Der Stattrath Gottfried CulIlmann.
Wahllokal: Der Fruchthall saa.

—3. Der drilte Wahlbezirk, welcher mit Einschluß des Militärs eine Bevölkerung von 2605 Seelen enthalt, umfaßt
den Stadttheil Lit. C. und dazu noch aus Lit. MA. die beiden Hausnummern 270 und 270*4, d. i. die Gefangenansltalt · und
das Polizeigerichtsgefüngnißß —

Wahlvorsteher: Der II. Adjunkt Johann Bruch.
Stellvertreter: Der Stadtrath Ma von Hofenfels.
Wahllokal;: Das protostantische eoutbau*ð 9.
Die Stadtgemeinde Si. J'u g ber't wird 'gleichfalls in drei Wahlbezirke eingetheilt: * *3
Der erste Wahlbezirk mit einer Vevölkernng von 8003 Seelen umfaßt.die linke Hälfte der Stadi, nämlich die Stadkvierlel J.u. II.
Wahlvorsieher: Der Stadtrath Carl Michael Da ur. 8 Seeew343
Stellvertreier: Der Stadtrath Johann Josehh Grewenig. —72
Wahllokal: Der Stadthaussaal. .
2. Der zweite Wahlbezirk mit einer Bebölkerung von 1941 Seelen umfaßt die Stadtviertel ILII. ind V.
Wahlvorsteher: Der M. Adjunkt Philipp Gottmann.. 37
Stellvertreter: Der Kaufmann Johann Uhl jun. 5667*6
Wahllokal: Das neue Schulhaus.

3. Der driite Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 2535 Seelen umfaßt die

St. Ingberler Grube, Schürer⸗ Ziegelhütte, Elsterstein und Sitzweiler⸗Hof.

J Wahlvorsteher: Der Bürgermeister Wilhelm Chandon. I

Stellvertreter: Der J. Adjunkt Johann Hofmann. —R .
J— Wahllokal: Der Oberhaufer'sche Saal. I 2
I 00 — vIV. —

Im Uebrigen bildet jede politische Gemeinde fuür sich einen Wahlbezirk. 558 *
Am Sitze des Bürgermeisteramts ist der Bürgermeist ex Wahlvorsteher, und der Adjunkt Siellvertreetee.
Ain den Rebenorten ist der Adjunkt Wahlvorsteher, und das an Jahren älteste Mitgtied des Gemeinderatht
Stellvertreter. α *
Als Wahllokale in den Gemeinden dienen überall die Gemeinde- resp. die Schulhäuser. ——
— V. — ——
Waͤhler ist jeder Angehöriger des vaherischen Ssfaates, welchet dem Staatke eine direlte Steuer
entrichtet und da4 25. Pebensjahr zurückgelegt hat. 57 7—
Von der Berechtigung zum Waͤhlen sind ausgeschlossennnn —2*
1. Personen, welche unter Vormundschaft oder Curatel fiehen; * 2 D
2. Herfonen. über deren Vermögen der Concurs oder Fallitzustand gerichtlich eröffnet worden ist, und zwar waͤhrend der
Dauer dieses Concurs- oder Zalliwerfahrens eae . e. * as
Personen, welche eine Armenunterstützung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln beziehen, oder im letzten, der Wabl vorhen
gegangenen; Jahre bezogen haben; Vα . —121—— —
diejenigen Personen, weiche wegen eines Verbrechens oder wegen Vergehens des Diebstahls, der Unterschlagung, des Betrugs,
der Hehlerei oder der Fälschung verurtheilt worden jind/⸗oder in Folge rechtskräftiger Verurtheilung wegen eines anderen
Bergehens die im Art. 28.Ziff. 4 und S des Strafgesezbuches bezeichneten Fatigkeiten oder einzelne derselben verloren haben.
. dsofern sie an diesen Rechte nicht wieder eingesetzt worden sind. 4
Wahlbar zum Abgeordteien ist jeder Wahlberechtigte, der dem bayerischen Staatesmindestene
drei Fahre ngeh vrt.Verbüßzte. oder durch Begnadigung erlassene Strafen wegen dolitischer Verbrechen schließen von der »
Wahl nicht aus — —*

37
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        lagæ ν e νεν eun nad not oä e M⸗ 20ινο —t n unl e ν
2d . btnn ve ι ι α mis
1 Nur Diesenigen in dea und Ah eilura hem esjam der Waihleberechteget, wie 1ch eien deie Wa hler last eun

a u e ιMmen d ! FB — —

Diese Wahlerliften liegen bereiis seit dem 10. Januar l. J. überall in den Gemeinden bei der Ortsbehörde zu Jebermanns:
Zinsicht in der Dauer von mindestens acht Tagen zum Zwecke auensallsiger Reclamationen und Einsprachen- auf, “ und werden die
Wabler, im. Zweifelsfalle gut thun, pan dem —— eventuell der Reclamation rechtzeitig Gebrauch zu machen

lun αα

Die Wahl ist eine dir — e.Es hat also, dar im Wahlbezirk gweibrrden⸗-Pirmafen's nur ein Abgeordueter fut
das Zollparlament gewahlt wird⸗ am Wahitage des 10. Zebruar nächsthin jeder Wähler gleich den in's Zollbarlament zu sendenden
Abgeordueten selbst zu wuhlen, sohin auf seinen Stimmzeitel nur einen Namen, nämuch desjenigen Mannez den. er als Abger
ordueten inndas Zollbarloment wunscht, zu sezen. 3 J sas *

IVV d m — yn g—

MDas Wahlrecht wird von dem Wahler, welcher hiebei seinen Namen anzugeben hat, in Perrsronn' durch verdeEte, in einen
Wahlurne niederzulegende Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeübt2 Es muß alsdejeder Wähler, welcher⸗von seinem Wahlb⸗
lechte Gebrauch machen will, perfsünlich im Wahllokale erscheinen um deka mnn srch dunch eintanderé Person in
keiner Weise vertreten bassen

Der Stimmzetiel muß von weißem Plaspzes scin, darf mit leinem dußeren cennzeichen versehen sein, und muß Derart

zusammengelegt sein, daß der auf demfelben verzeichnete Name ˖ nicht sichtbur ist. Auch hat der Wahlvorsteher strenge darauf
nuun sehen. daß micht statt einez mohrere Stimmzettel von einen Wähler abgegeben werden

Stimmzettel welche nicht von weißem Papier sind, oder welche keinen oden keinen lesbaren Ramen enthalten, oder· aus welche m

die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erlennen ist

oder auf welchem mehr als ein Name oder der Name einer nicht wahlbaren Person verzeichnet ist; —

oder welche uonn Weolnn che Vecheiet antheten. Fird Myguinin , 88 p l * 217

, s
9

Die Stimmzettel. welche, wie bereits erwähnt. von dem Wahler nicht zu unterschreiben sind, müssen außer⸗

bhalb des Wahllokals mit dem Namen des Candidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will ausgefüllt werden.

Auch dursen“ wahrend der Wahlhandlung im Wahllokale, Seitens det Wahler weder Diskussionen fialtfinden noch An⸗
prachen gehalten, noch Beschlüsse gefaßt werden. x

—B

Nach dem Schlusse der Abstimmung, welcher am Wahltage, Montag den 40. Februar 1868. Abenda 6 Utzreerfolgen muß,

zurfen keine Stimmzettel mehr angenommen werden⸗ 8 α ν— .

Zweibrücken, den 18. Jannar 1868. —VD —

Hdnie?

J————
64404mt;

—
⏑
—
kFreiwillige Feuerwebr.
Montag, den 20. Januar
1868,
General⸗
dersammlung
m Lorateꝰ vor
rd. Oberhaue-
Anfang präcis 7 Uln
Abends. v cininj .
dagesordnung:

Brüfung und Abschluß der Jahres⸗

echnung. yr i α,

deconstlluirung der Feuerwehr.

Neuwahlen.

Ad. 2. Von denjenigen Mitgliedern
der Feuerwehr, die bis Sonntag den
19. d. Mts., Mittags 12 Uhr, ihren
Austritt beim Verwaltungsraths-Mitgliede,
hr. Fr. Panzerbieter, Inindlich oder
chriftlich nicht erklaͤrt haben, wwird, ange·
nommen, daß fie 'sich' auf weitere 8Jahre
derpflichten, der freiwilligen Feuerwebt.an—
uugehören. —

Diejenigen Bürger, die jetzt nicht bei
der frei. Feuerwehr sind, jedoch beab⸗
ächtigen, derselben beizutreten, werden gleich⸗
alls ersucht, ihre Gesuche bei Obengenanntein
zis zur bezeichneten Zeit schriftlich ein
ureichen er annn i mcn

Noch die Bitte: recht pünktlich
dei der Generale Veir sia mim lumg
u erscheinen.

St. Ingbert, den 13. Januar 1868

Der Verwaltungsrath der freiwisligen
Anc narnreFenerwehr, Juerniß α
A. A.

EIMAVIS. PRM-ια

* — —

— —

———
Sammtliche Naaren haben beschlossen, daß die naͤchste
Na rxcunfi ß unmng Samstag Abend den 18 in
Schaltjaht bei Herrn Gg. Jung stattfinden soll und
werden alle Narren gebeten pünktlich — Punkt 8Uh

iu erscheinen⸗ —W
Das Narren Comite.

q!;hd
2
——

Der Unterzeichnete hat Eich am Quise⸗i Furcht-, Brod⸗, FTeischt x. Vreise der
fern und Birtenes Klafterholz Stadt Zweibrücken vom 16. Januar.
owie auch schönes Kiefernes Bau— Weizen 8 fl. 36 kr Korn7 fl. 19 kr.
halz in jeder beliebigen Länge und Dicke Berste Zreihige, — fl. r. Gerste pier⸗
zu verlaufeeenn — ceihige, 5 fl. 17 tr. Spelz õ fl. 50 kr.
BV. Höh. Spelzkern 7fl. r., Dinkel 4 fl.
6 38 kr. — Mischfruht — fl. tr., Hafer
Breitermühle bei Würzbach. z flh. — ke., Erbsen 5. s ir., Widen
üfl. 80 kr. Karioffeln infl. 18 ir., Heu

ufl. 20 kr., Stroh 1fl., 6 kr., per

gentner. Weisbrod 1 Kilogr, 22 ir.

dornbrode8 Kgr., 31 kr., ditio 2 Kgr,

Ifr., ditto TKgr! 11 ir. Gemischtbrod

3 Kgr., 88 kr, JuPaar Weck, 2voth

2 kr. Rindfleisch, 1I. Qual. 18 kr.2

Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗

fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr. per

Pfd. Wein 24 kri, Bier, 6kr. per Liter

Butter 26 kr., per Pfund.

Ganz weiß. gewaͤsserte
AX —
Sivetfifche
be bei Peter Stief.

Zu einer exbauende Mauer
„von 150 Fuß lang 8S Fus
joch wollen Uebernehmer ihren Kostenan—
chlag innerhalb 14 Tage bei ERBer-
und Enoari abgeben.
Wohnungsveränderung.
Meinen geehrten Kunden erlaube ich mir
mzuzeigen. daß ich nicht mehr In der Pe⸗
xjchen Wirthschaft, fondern im“ zweiten
Stock des Weter Wilhelm'schen Hau—
Hrn. Jakob Schwarz VNieß—⸗
er, wokne

Fruchtpreise der Stadt
Haiserslautern vom 14. Januar.

Weizen 8 fl. 16 tr., Korn 7 il. 8 kr.
Spelzkern — fl. — ir. Spelzu 8* fl.
44 tr., Gerste 5 fl. 532 kr. Hafer 4 fl.
58 ir. Erbsen 6 jl. Sekr. Wicen 4 flJ.
46 kr., Linsen —— fl. - kr. per Zentner.
„Brodpreise: 6Pfdi Kornbrodb 831 kr.
2 Pfd. Gemischtbrod 16404 kt. und2 Pfd.
Weißbrod 16 tryran
—— —üñ tm

Se Schuhmacher.
Redattion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St.

— —
Ingbert
n,
        <pb n="29" />
        — ν—» ινιιν ινν—
——— HREMAMAAMA 82 * 4
Ingberlerx Anzeiger
ι AMA XV
n * ——— —9 — —— 4
y ι An rιινσ—W meν ε - ν u p—
— ο ιι.f — —— iut
— — M v
9ιαιXνανX“ zi g e nd bseineind Warechaltuntheüblatte derjcheinte wochentlich dreimal: Dae ns tag, Donnerate
vn Samns prghe udshonnentenishteis oherrnetjahrig A5. Mugr. bber 13 Sirbergrnn Anzeigen werden mit 38 Krzr. die drrispaltige Zeile
— Blatischrift Z8der deren Naum berechnet. *
öLMGCC SGSGFCM. ö — ——
—— ——— n Samstag/ den 15. Januarr —ιινα 1868.
un: n ν ι en o 1ι
du —ν Deut schland. ru? fulte ereu
u Mn ch nj TB8. ⸗Jaͤn.n Seine Majesiät dernuAsnige haben
den Landtagsabgeordn. Vudwig Fordam aus Deidesheim⸗ Franz
ꝑrummbach aus Freising unde Gendssendier allͤrhbchste Genehini⸗
hung zr Erlussung Line- Aiufrufes cfür Umterstützung der Nothlei
denden in Ostpreußen Rowiee zud Ginpfeengnahine dero eingeheliden
X
auf die acht Kreise/ des Koöonigsreiches zudertheila: gekuht. ung
——— Intesuren —F
—D — — — ä, n
——
hena dij genehmigen, daß die katholische Pfarrei Ohermohr. Ve⸗
sitlsanmiis Hombuürg. von dem Bischof von, Speher dem Priester
Thristian Klein, Pfarrverweser in Edesheim, Bezirkgamts Landau
niidvaß die Aatholische Pfärrei Trippstadt, Bezirksanits Kaisers
hruterne vdnidem Bischof von Speyer dem Priester Adam Wall
vab,⸗ Rfarrverweset in Zeiskam, Bejirksamts Germersheim, ver
ehen: werde i — ———— J
nin nVio m ih blmn'eschreibt vie Augsbe Postztg Hr. Doincapi⸗
butar Dru Molitor in Speyer hät von Rom den auszeichnenden
af zu den Worurbeiten des Concils erhaltette Dr. Molitor' ist
en gewiegler Jurist, für dessenjuridische Tüchtigkeit seim VBuch
das· canouische Rechisvetfahren* sowienFeindrechtsgeschichtliche
Monogrliphie: die Immünstät bes Domes zu Speher“ Zeug⸗
miß geben.nsoc e * —RX
uzD etamifta dite⸗ 15. Jan.“ Der mit Preußen abgeschloffene
VDelegraphenvertvag über!äßt. diesemn das gunzet Telegraphenwefen
nWMessen; vhne Lasten und Abgaben“Die Eisenbahnbetriebstele⸗
zraphen, Mainz ausgenommen, sind zut Befbrderung von Privai⸗
—E
Veiwnzig, 11. Jan.“ Das Demokralische Wochenblatt“Ner-
muert daran, daß der König von Presßennach Erhöhung seiner
Fivilliste auf⸗4 Millionen eine ägliche Einnahme von“ 10, 960
Fhlr. habe und meint zuuWürde aͤne! dem Einkommeil dieses Ei⸗
den; Mannes gleiche Summe imnOstpreußen?? vertheilt, so könnte
mom a0 000 Familien je 1000Thiri geben.'bodurch dent Roth⸗
sandsicherlich gesteuert Wäre!! in pteunishen Schaßz *liegen
20 Millionen Thlr.“n Aberste find bestimmrt Mlenschen' zu ködien
nicht Menschen zuslerhaltem.⸗nUndo btauc? Bohnen sind. billiger als
Braden Zehntausend Zündnadelgewehre sAude bereiis näͤch Thorn
— —
—E
0 Warnsbuden,“160 Jan. I Sicherem Verirehmen: nech hal
der⸗ Vectrag mit! der Spielbonk die? Genehmigung erhalten: Dei
Vertrag gewährt eine fünfjährige Fortdauer des Spiels, gYehen
Zehlung von einer Milkon Thaler für den Kurfonds von Wies⸗
nahen und Ems.16 3uy utn t α 7*
uann Beirlien, EB. JamreDeec Staatsaerzeiger“ dementiridie
Angabe, daß den Berathunged Dder Bundescommission für die neue
Fipilproceßordnung die hannoöversche Civilpooceßordnung zu Grunde
gelegt jeiz. dex, früher weröffentlichter Preußische Entwurf seinicht
zurücgezogencCwordene DieCommi⸗sion⸗ hält wöchentlich dre)
—
ze Beruhim 15..Jan. Die preußischen Kriegsschiffen, Heriha⸗
und⸗,Blitz“ retteten bei Suthrna das gestramdete stanzofische Kriegs⸗
schiff Rolandꝰ mit eigener: Gefahr und Aufopferung.
ynWei⸗en; 14 Jan. Das „Tageblattmeldet: Die Regierung
bagbsichtigt statt des Concordates einen neuen Vertrag aufzustellen,
welcher den Staatsgrundgesehenn? entspricht.:uFalls in Romdie
Aufgebung des Eoncordats verweigert merden osollteß so würde die
Gesetzgebung ohne Rücksicht auf das Concordat vorgehen. αι
Vixen, I6.3Jan. Dje Albendausgabe; der „Neuen, freien
⏑ —— —
Adlehen in Paris Wien, ande ,Vesth ur vffeutlichen Subscription
ausggelegt werden. —
—D———— Jan. Die Leichenfeierlichleinen haben. vom
Mondien Wetter begunstigt, um Zin Uhr begaanen.Die Straßzen

1156* . . 22
and Plaͤtze awelcheder Zug pafsirie, waren mit Trauerfiaggen
decorirt. Die Schiffe im Hafen hißten die, Flaggen auf Halbip;
Perall war dichtez“ Volksgedränge., Um 10 ühr and die Ein⸗
egnung. Uatt. Der vom Molo San Catlo autgehende Zug wurde
don dem Generalmajon Herzog don Würtiemberg an der Spißze
—N Iwe seruffnet, hiexauf lam der Stadtrath und. die Geist⸗
lichkelt, dem mit einer Krone geschmüdten Leichenwagen folgten
— — —— dien Pestreter der fremo
— —— dag Officiexcorps dig Consulu,
orpoxgtionen; Matrasen uͤnd Truphen schlossen den. Zug.dVlle
Lden Magen heschloͤsen die Hallung der Bevollernng war gußer⸗
ien a —0[ —
i ders Frankreich o b.”αν
Aus Puuraa d, 2183. Jch. dolrd geschrleben: Wer micht le
ie Amphlebien won dem lieben: Gott mit der Babe beschentt aft,
ebenjfv im Waffer wie auf der! Etde,! Am festen, wienm flüssigen
Elemente! leben zu knnen, fütden ist Parls in viesem Augenblicke unb
bewohnbar. In einem solchen Zustande sahrman den Siß
der Civilisation noch nicht, einen 'sdolchen Schmutz hatfe Lutetia
notch nicht aufzuweisen als unter der glorreichen Regierung des
derrn v. Haußmann, bei einem Budget von 254 Millionen. Werr:
nicht im Mote waten, im Macadam schwimmen will, vder im
Wagen fahren lann, der muß zu Hause bleiben; das ist die Folge
der strategischen, nicht gepflasterten Boulevards, der Demulitiomer
und der Verwendung; der Millionen für andere Zwecke als
iür Straßenreinsgung.Bielleicht ist dieser primitipe Zlistand wder
Tomunixationsmittel, die eher an die Gebirgswege Mexico's als
an die Straßen: der Hauptstadt der Welt erinnern, Schuld, daß
manabsolut ztichts Neues erfahren kann.
7BParis. 16. Ran. Die France sagt, die Verlobung des
Brinzen von Ornujen mit der Tochter des Königs von Hannover
*esrütige ssich.— Die unglückliche KaiserinCharlotte, Gemahlin
Maximiliaus, wurde vor 4 Tagen honden Ereignissen von Que⸗
etaro ijr enntniß gesetzt. zereag ννι——
Italien. ινα
        <pb n="30" />
        MNenabrea bei; er wirdo morgen Florenz erlassepn sich nach, Waisen. Dringender gehl von hies die Bitte um milde Beiträge
Rom zu hegeben — 8 g welche. die Herrn *. — Müger. Rector Theodor Mundt und
8 hcelb· oy deerer mollen.·
RXJ. f. FJaͤn A In. Unter suchungasachen gegen
Sireae Guland e g Et.* Ingberler
Anzeigers mitgetheilt) vurde Ersterer, der die in einem Zimmer
des auch von ihm bewohnten Hauses untergebrachten Fahrnisse ei⸗
ner abwesenden Dame, Friu. d. d. B., aufpolirt, weggebracht
and · perkauft hatte, gestern don der Straflammer des Kreisgerichts
degen Diebstahls zu achtmonatlicher Arbeitshausstrafe derurtheill.
Die übrigen Angeschuldigten wurden freigesprochen.
F In einem Gasthause der sächsischen Grenzortschaft A. kehrie,
wie der Reichenberger Zig.“ geschrieben wird, dor burzer Feit
ein Schweiuechandler ein; derselbe hatte gute Geschäfte gemacht
und war so unklug, seinen wohlgefüllten Geldgurt im Gasthause
zu zeigen. Auf dem Heimwege wurde er in einem Walde von
zwrin vermuhimien Männern mit dem Rufe angefallen: i„Geld oder
das Leben her!? Der anfangs erschrockene Schweinehändler, oin
robustetr Mann, faßte sich bald und sprach zu seinen Augreifern,
indemser im Geldgurte suchtez.,,Mein Leben gebe ich Euch
nicht,und das Geld auch nicht.“ Mit diesen Worken hatte er
ein verborgenes lauges Messer erfaßt und schlitzte damit dem einen
Mann den Bauch auf, der audere entfloh, Im⸗ nüchsten Stadt⸗
hen angekommen, erstatlele der Schwein⸗händler die Anzeige beim
Bürgermeister, doch wer beschreibt sein Erstaunen, als er in diesem
einen der Strolche erkannte, die ihm an's Leben wollten. 7
Burgermeister lag mit einer starken Bauchwunde krank im Bett
Die Untersuchung ist eingeleitet. * n
au IDie Zeitzer Ztg.“ enthält, wie sie bemerkt, von glaubwür⸗
iger Seile, folgenden Bexicht aus Weißenfels: „Leider ist unser
Stadt wieder der Schauplag einer Frevelthaͤt geworden, die ba
edem fühlenden Menschen die tiefste Indignation hervorrufen muß.
Im erslen Feiertage Nachts zwischen 11 und 12 Uhr gingen ein
Officier, ein Fähnrich, einige Freiwillige unserer Garnison und
ein. Kaufmannsdiener noch zu einem der übelberüchtgsten Frauen-
immer. unserer Stadt. Diesjelben dringen mit Gewalt in deren
Wohnung, verlqugen unter Larmen und Drohen Getränke, die sie
edoch nicht belommen konnten, weil das in diesem Hause gleich⸗
zeitig belegene Schanklocal in einem anderen Theile befindlich und
auch bereits geschlossen war.“ Auf, das Bedeuten der Bewohnerin—
sowie eines sich in der Wohnung befindenden Cibilisten, daß hier
nichts zu bekommen sei, wurden sie jedoch weiter bedroht und sahen
ich genöthigt, um Hilfe zu rufen. Ein in dem Hause wohnen-
der Cigarrenmacher springt auf den Ruf aus dem Betie und trit
nur mit einem Hemde bekleidet, aus dem Zimmer, wird aber so—
'ort vom Fähnrich mit dem Degen des Officiers niedergestochen,
o. daß er am dritten Tage seiner Wunde erlag. Die Betheilig⸗
sen begahen sich pon hier nach einem Bierlocale der Stadt. Troh
des. sich ihnen jetzt ganz gewiß aufgedrungenen Bewußtseins
ieser That gehen sie jedoch früh gegen 2 Uhr nochmals nach dem
rirca 20 Minuten entsernten Locale, der Holländer genannt, be⸗
zehren von Neuem Einlaß und vollenden ihr Werl, nachdem ih⸗
zen dieser verweigert wird durch Einwerfungvon Fensterscheiben.
Der den tödlich Verwundeten verbindende Arzt ist selbst genöthigt
Jewesen sich vor den Würfen hinter. den Fenstermauern zu sichern.
kinem Bericht, der Halle'schen Zeitung“ darüber ist zu entneh ⸗
men, daß der Fähnrich ein— Hiller d. Gartringen warz der
Lieutenant hietß Gotsch. Beide sind jedoch erst kuͤrzlich verhaftel
vorden. ——— .
4 In einer ostpreußischen Stadt baln ein verbeiratheter Leh
rer in der jezigen Drangsal um eine außerordentliche Untersti
zung,t Dir ˖ Stimmung der Stadtverordneten-Versammmlimg war
)em Gesuche micht günstige: Etwas kleinlaut echobsich endlich eint
Stimme: Mein Gott; der Mann ist Frumilienvater: huon Sofor /
iel ein' Mitgliede ein:..Wer hat ihnt geheißen; zu heircthen 7
Jedermann kannte den: Fraget als Reinen Mannelder leben eine
reiche Erbscheft gemacht hatte, und seine herbe Aeußerunge wurde
Pendebunkt der Debatte.c Ein andetes Ptitglied ergriffe mit Ent⸗
chiedenheit das Wort/ hott den sittlichen Standpunkt, den der Leh!
ser in der Gemeinden einzunehmen hätte, gebührend hervor and
chlotz duun mit: den Worten Uebrigens, wenn der Papst seinen
Briestern das Cblibat auferlegt, so geht er ihnen wenigstens mit
Jutem Beispiele voran; wir, mrine Herren haben das“ nicht —X
than; ich ersuche Sie, deme Manne die erbetene Unterstützung Zu
gewähren. n.Andadies geschah.n u *
rPostn,11. Junr Heute habe ich über eine Schquerge⸗
chichte zu derichten die sich so eben in unsern Mauern Jugetrageßt
zat.n. Mer. Hakbtutaan Withoft, cin Mann von enwa 86 —5
Tüher im Hamburgischen Dienst, der seit Hurzem inndeir preußscheb
Hititärdienft ubergetreten und utein hiefttzen Infanterie⸗Regiment
anrowdred Darnyhant ceuib Wobrung jne dered hiefigen Gafisene

ux OPgeieh veruimmte man oer Gcudet des Keuigs,
der Infant 83 nne —8 Brochure geschrieben hat,
n der er mit — einzelner pikanter Details aus dem spa⸗
nischen Hofleben die Königin, beschwört, das Land zu vetten, in⸗
dem sie das jetzige Ministerium entlasse und sich offen don einer
srejfinnigeren Amgebungn seiten laffee Der:Jufant freilichuhat
nach seinen Antecedencien kaum das Recht, sich plötzlich als einen
delehrten Kämpen der Freih eit und Verfassungsmäsßigkeit zu
nthuppen. —

Amerika. — —
vew⸗Nort7 15.. Jan Im Folge des gestrigen Senat3
heschlusses hat Grant sein Amt als Kriegsminister niedergelegt und
Stanton dasselbe wieder! ubernoininen. — Das Redräsentanten⸗
us hat das vom Senate angenommene Gesetz, welches die Steuer
auf die Baumwolle aufhebt, beer worr fen ——
* 9 * 121 *
. Vee n ι
Eigbella gen swerthes Ungluck hat sich amn 13. d. M. uuf ber
jur Gemeinde Homburg gehörigen“ Beeder⸗Mahle errignet.““ Der
vort wobnende Muissler Joseph Heyl schickte namlich am Abend ge
vaunten Tages seinen 12jaͤhrigen Sohn Joseph in das Milhlweck.
un Verschiedenegs nachzusehen. Kurz nachher ertönte ein maächtiger
Schrei. imbals die Müllerslente, Unheil ahnend, in das Werf
amen, fanden sie ihren Sohn als zerfetzte Leiche wieder. Wahr⸗
cheinlich war derselbe von einem Riemen erfaßi, in das Kamm⸗
cad hineingerissen und durch das Triebwerk geschleudert worden.
Da ;die Lunge bedeutend verletzt war, ist der Tod sehr rasch einge⸗
reten. Der Getodtete war schon oft in ähnlicher Weise verwen-
det, und dürfte den Eltern wohl keine strafbare Fahrlaässigkeit zur
Loß gelegt werden klönnen.—
un8weiberrüchen, 14. Jan. Heute waren hier die in
dei Verfammlung der Vertreter des Wahlbezirks Zweibrücken⸗Pir⸗
masens um 9. ds. gewählten 18 Comite-Mitglieder, die sich noch
durch Koopation anderer vestärkt hatten zusammengetreten, um sich
aber einen den Urwählern vorzuschlagenden Candidaten zum ersten
deutschen Zollparlamente zu einigen. Der Leinstimmige. Beschluß
der Versammelten ging dahin, Herrn Fabrikanten Adolph Schwönn
hzier den Urwählern als Candidat auzuempfehlen. Ferner wurde noch
zeschlofsen, eine Urwählerversammlung auf Donnerstag, den 28.
Jan. nach Zweibrücken für den ganzen Wahlbezirk einzuberufen.
In Wattenheim ist der älteste Mann in der Pfalz und in
Vayhern, Johann Adam Jon, geboren am 17. Nob. 1767 in
Farlsberg, wor einigen Tagen gestorben.: Derselbe war in den
etzten 812 Jahren seines Lebens im Hause des Herrit B. Hof⸗
maun dorten aufgenommen: und erfreute sich bis zu seinem Ende,
etwas Brustleiden bei Witterungswechsel abgerechnet, der besten
Hesundheit und eines ausgezeichneten Gedächtnisses.
xAus den Vogesen, 14. Jan. Der geschäftsführende
Ausschuß der alldemeinen deutschen Lehrerversammlung hat in den
Ezten Tagen eine Aufforderung erlassen, dahin lautend, daß die
siñmeldungen von Vorträgen für die diesjährige allgemeine deutsche
dehrerdersammlung in den nächsten Wochen geschehen' möchten.
Derselbe publicirt zugleich,“ daß diese zu Kassel, aber nicht, wie
ewöhnlich, am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, sondern am
Donnersnag, Freitag und Samstag der Pfingstwoche (den 4., 87
ind 6. Junil. J.) stattfinden soal. F
t Saarbereücken,, 16. Jan. Die neuesten Zeitungen
jringen heute die erschütternde Kunde von einem neuen Gruben—
Anglüch, das sich auf der Zeche Neu-Iserlohn“) gestern Morgen
an. 5. Uhr zugetragen haaaaa.. —
n: Ein Ertrablatt der Ess. Ztig.“ enthält darüber herschiedene
—X
33. Bergleute und; 8 Pferde getödtet? 15 Bergleuke erheblich ver⸗
wundet.“ Eine andere Nachricht lautes dahin 1Beim Anfahren
Jer Bergleute entzündeten sich schlagende Wetier und derletzten eine
zroße Anzabl der Arbeiter. Bereits gegen 11 Alhr Vormittags
varen 82 Todte ˖und 80 Verwundete zu Tage gebracht. Die
zanze Umgegend wird don diesem Vorfalle betroffen und der Jam⸗
ner der Angehsrigen ist, grenzenlos.
A Der Koln. Ztg“-wird telegraphirt:“ „Casst rro p lin West⸗
Hhalen) 15.. Jan.“ Heute Morgen 6Uhr födteten schlagende
Better auf der Zeche Münsterland von 210 unter der Erde ar⸗
reitenden Bergleuten 189; außerdem sind 21 theils leicht, theils
icchwer verwundet. 150 Tode sind bereits heute Mittag 12 Uhr
intz Tageslicht befordert; dien Uebrigen sind noch verschüttet,
herzzerreißend- istnn der Jammerr der hinterlassenen Wittwen und
sDir Feche Neu⸗Iserlohn liegt zwischen Langendreer und Maͤrten a⸗
ei Beobagisch⸗Markischen. icababn adee Semneinde Qutendetimmne

2
        <pb n="31" />
        otel de Dresde aufgeschlagen. A welchein quch eine jchdne J Die „Stille⸗M Eer O 8 4
8 Vernehmen nach; ,,de —ä — — vr
Walmorg wohntas r On⸗ Withoft wandie: Detselben seine Reigung wartsz schon hat sie den Fuß e durzu irgt Jerteicht; der
zu, fannb aber keige Erwiederung, giondern wurde don der, Dame Höhebunkt der Black Hills Ostkelie der Felsengehirge) wird in
—R p e ——2—3333 —— wenigen Wochen die Haltstele eines Cise abahnzuges ———
h. weit ging, sich gegen sie vor einigen Tagen da in zu ußern, daf . . Iu Si. —X B
— —— nicht e I — ———— 7 e
7
ich um uß gegen die Verfolzungen des Hauptmanns zu bitien 34 * A—
— B—— bacni der Hanpiman —— dase —— — ——
ach in das Zimmer der Jungen —8 — Nog einen Rovolver aus AR In hee Vorste llungen mil. demr.Zroubadouxe exc
der Tasche, und zielte nach der Brußt derselben. die glüclicherweise —8. — — — —t
d oe eeerthedtn7 2rolsg (ur tag gapt iaä⸗·
a eaneine en a uege In v ne ee nts dpachen dieso
Oberarm zerschmetierterdierguf nieft, der Hauptmann in Jein zeschlechtern solgende · Ve ränderungen zugetragen zuenten g bn
Zimmer, in welchem eben des ——— Verstorben find 17 Mitglieder derselben, und zwar d mann⸗
deschaftigt war trat, vor den Spiegel, ehle, den Kevolder vor ihen Geschlechts: der Kaisere Rarimilian van Werieo3 Konig
seine Slirn und zerschmetterte sich die Hiinhaleso daß er sofort Dito von Griechenland,..die regierende F,ursten Heintich IAVII.
odt niederstürzle. Die Berwundete ist nach dem Klostet der parm⸗ don Reuß⸗Schleiz und Gunther · hon Schwarzhurge RKudolstadtat Erz⸗
herzigen Schwestern getecht pogrdeü doch soll die Föel soch n jerzog Stephan von Pesterreich (80. Jahre alt), Laudgraf, Wil.
der Wunde steen. 5 elm von Hessen⸗Kassel (80 Jahre alt). die Prinzen Friebrich von
AVer Siaat Hancburg gahln Fegeniwattig? BoOs 807 Rzhft. Vehsen⸗Darinsiadt (76 Jahre eltd. Januarius pons Sicilien (10
darunler 240 0Gilaaangehdrigtz pio Stadt Hamburg neif ahre zalt), unq Wolrod ou Walpeck (Bruderxerdes Flurstenn 34
Borstädten zählt 220,920 Einwohner. ahre alt —— 8 weidlichen Geschlechts: ederwiliwete, die
FIn Paris starb om Il. dder als Verfasser ahtreicher dn gin beider! Sicinin (geb. Erzherzogin, non Befterreichn. die
85 aren bekauute, pratesta ische. Raftos Althanas⸗ ie zur 8 e Fuͤrslen geb. Prinzessin
oquerel Vater. i be Gi on, Schwarz urg⸗ Sondershausen) aind: dier Prijrzessvr Ruise von
Däö Theslrein hhnqueinr Prð wirð —D Wigners dolstein Glücsburg 9 Jahre alt, geborene Ie ——5
Lohengriu aufführenengne nu ᷣiig hnu n n Jassel⸗ Muttern dest Kdnigs errde hawnne die
7 Frankreich Hals Probestüden einer gemeinschäftlichen Goln⸗ herzoging van Bayern lgeh. Fgeti bon Sachlsen) und die Her⸗
münze von 25 Fronten, 8. Dollarsn oderr JGuinee geschlagen zogin Luise voin Holstein Son derburg Airgustenburd te
und nach Englanð “geschiate Da sie sedoch nach dem franzdsischen Jeb. Gräfin von —— unwverhakatheie: Erzhert
System gepragt wurde und darnuchben Proceut geringhalliger ist a von und Srafin Eugenie
als der englische Sovereign, so ist wenig Aussicht. daß England von —— rach 1190 Jahre ai. 7
die neue Goldmünze annehmen werde. Geboren wurden diesmal —— ad'7 ——R
—Seit der vor 13 Jahren erfoölgten e des Impf⸗ Vermaählungen at J —3 e
wanges starben in. Londou im Ganzen 997 2 frubeb AGfcxOOοο Durch ie des Raiferthuine Veericoist dle Zahl ber
Personen an den Pocken. να . νια —AR redsittee ntmiich Kaiser. Leinschiießn h 8*
Icher Die zu Stavanger zn Rorwegen.aerscheinended Stabantzer Laisers von Vrasllien)Den CGfroßsutlan den Papst, 10 Könige,
Anustidende bringt jolgender Pitheilung⸗ für derenaMichtigkeil VKoniginnenGroßherzoged Herzoge und 19 Fursten ein
sie einsteht. Ein zeynjuhriges Mädchen din Stabatiget hörte, wie chließlich des Fuͤrsten pon Monaeco).Der alleste derselben isi der
d en gzern —XD e 3 noe bn
ihren Vater, ihr von Bismarck eiwas zu etztihlon. Nachdem ihre in der eblne Solitnuliteti sud. die Hiebusnaeu Hor,
Wißbegietde- zufriedengestellt warden war, cußerts sie, daß sie gern 15 I ere e ne
Bismarck's Portrait haben möchte. Im Scherz gab ihr der Va⸗ —* sind noch nicht * pse eez reoe
ser den Rath,nan. den, Minister zu schreiben und ihn um sein Bild zewannen? je —8 gejogen: At. Mean
jt vitten. Unser“ fleines Mäbdchen ließ sich das nicht zweimal sa⸗ — — — —
gen, sondern fing sogleich an,“ einen deutschen Brief auszuatbeiten, . Ien uagr Vei der heutigen Zietung der
nneo ue en e preüßischen Stt ala.t3 pr rte wandeihe sieltder Haupt—
der — obwohl vollkommen erständlich — natürlich in«Bezug don d0 00 Ihl H7 3 aupu
zuf Form und Inhalt so beschaffen war, wie man es von einen ee e enehr 7 Aa
stinde im dem Alter erwarten konnte. Das Schreiben wurde un⸗ r 76 vᷣ36 d 8 934 —2 78065:. 0ö hlx.
frankirt in den Briefkasten gelegt und man hzlouble, daß der Scherz 53 243 M , 9 Ibir· nuß Ir 28.107 und
ziermit zu Eude, Jei.) Aber mach Verlauf ungesaͤhr eines halben — —n 3,* orf ne wird die Zihung beendigt. 73
Htonats empfing der Vater der Vriefstellerin ein frankirtes Schrei· b.Bgreit ung deß KleienbigdesßR de Ach Raen
den aus · dem preußischen Ministerinm des Auswärtigen⸗fjolgenden orgð uupernickel), wie In ẽ. Siebig uir der 8.der⸗
Inhaltes: Mach Ordrerides HertuMinistet⸗ Prasidenten habe. uach larxt. vou ree Beschaffenheit und konstantem Raͤhrwerthe,
Jjedurch dior Ehre-, Ihnen eine Photographie Sa. Excellent fün Ihre dursch Gährung —A—
Tochter zu übersenden, Ijn, Folge des jn dem Briefe derselben vom ich ist. uch Hhne ge geemes Fermbuts.Sauerteig) und
2 Warj gedizertzu AWenlaeg Miun besonderer Hochachtung Ihr alos nach dex Erfahrung, daß ein Teig ꝛon Roggenschrot von
—— 44 — 56 selbstein Gahrung —EB —BR— freilich erst
*8 —— 4 — — — —8* g a nes 424 Stunden, berettt witd so ist man — Ansicht des
alae dern cring Pohl oerte vaß in allendiglischen deunomten Chemilers su Derstel ung gietn Drodes auf anwe ndums
esellschostelasgen nthmende Ruchtherwuthen /der eree uee aeee 8 —S—
— B e e eleee e
in England(undazwohl auch ander swo) 7 dot —* gd A * udeshet. CFos —E Von remmen derten
verschrobenen, unweiblichen Erzie hunge —A— e 463 “ 9 3 3—
der dbcten Etande (Glos der aberen zu Theil wird, in ver sa⸗ — *7 3 e Dn ug 444 n —*—
beihasten Steigttang vebnrduriwda elche das , Hglleseleinet Fraue anmens et; 6 eeer Suan
auch fur einen wohlhnbenden Vann zu kostspiellg 6 peußs. z —An 33 * Saere bing spe
n ienee aee e e vie Gee e ven ew ises wichtn uit deim Ateornelervein 1 Hemessennvog 1.ohs
sec arbeiten hicht auch spurnen iegnchne dutcvie? an mund I duew —B———————
zen fid allerbings, ee r * — be I8FJemp. nlt Vrem
en. daß hnen die Augen übergehentelatitee Ae * r u awaie De Dalzaut⸗ wird den Be
eVier? Millionen“ Buͤfheld Getreide Nicgen genchwruis ainursror i —A 56 egen ———— de n
ren nuf den Schiffen im Erie-Kanal im Staute Newyorh, e —— mit —— — * ee
fIn Sud- Karolina sokkehr Genan plager vonetDuge, galz jacgigltig gud antaktend mentgh Von Viesetn Deinenge wirh
dratmeilen im Umfange am Afer des Flussae Aihley b —*6 4 Igzeil horaangtz —— X
den feine ι ) uαν να ον — 9— ree en aete —
L33 8 * „XJ gea
Cuts —t ee — ce Salzsaure) und erarbeitet es zum —
imniet, Die dich durch Handarbeikeerirahrtn ine dem Veschaf⸗ Der Teig gang gltichförite kü Jehle man das jirnagebaltene Funf⸗
ungen sinden sich uͤmer Anderem eBuchfalzein Enialtiiren? ão tiefe Reht It formt ach vollständiget Durchknenma diẽ Laibe. nh
ben? Bolhern Buͤchbinden Schriftfeen Sir b ickt cu uir ÛI
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        2 47 24 —VV 44 .,. 44 vttiu —E zĩu
Eotwention elle Wiedet ενα Bekanntmachung uaug b u
Jic er erungeo ah Vergebung des Deckmaterials auf die Etaatsstraßen in
.. Qui ite ed — —A — gebng Bomburg und e I α
— den Asuna sie se Si —53 v—B —αι
ↄ uolqe Emischtichuug Kynigl Regietuntg solt fur vir beidbn Jaͤhr Aßote ant
Va hmitad ur e 180) I Viselung de en Desnenenals üt vie Shaattstrahen Lin em Zn
— *— 35 Behansung da n setieten ir Vehd horbe den Wcignethenden pergeten werdene ——
den Adjuncien Bicior Graffirs n wird ind ed —— pice
an ege —*
—————
haus coegen“ nicht erfolgter Zahlung vᷣc ha jebem Seneee Vusnfig dendmnen — —— —
ie Afennich r Emenenn Maibmisfion für Liefern von Straßenbeckmatertal⸗ bit antene Von⸗
—* veenh n nersag —D eeeee et gnzürctchen r ——
nn gi Juu Shu Ingbernod Grute An cn —— re latt ni iß,
atz Distrittr Nußhute iugelegenes Wohrle ανν ιι αιοαν . enhain. ioσ νν e ααο
iv san viri hwelnftat Hofraum, Gar · Annalnu ,ν egenhain ι ι
—⏑“ nuni b8r Inderüf — V —
io pons Plag und allenz Jolftigen Zutzre 0 uuucge 5W h 96527 I— [ —
* —— — 4 o ßp ra eu, 3
»1 iz Des. vegreug LinsrinnvonWein disher — hale jch In
Ixi oun Eiregwart und —V ʒas friherd Strach sche Haus in der Miteriia oiEde der Mahnhofstraßeyrnwen
—— leht. und ———— F &amp;. 3 snn
Boriunm hinn J —BD —24342 iuo dihbif diu u
— — in ια Nestanraͤtton ou⏑ ινανο
ioe ure che eyn
—— I d derdunden die mun exdffnet. it. und meinen verehrl. Gunnern aut g. beste⸗ zu
io Versteigerung 253 myjehlen mir erlaube, unter Zusicherung billiger und prompter Bedienung⸗
* ———— Faur gute Speisen umd Getranke wird immer besterrs eforgtn n
— —α icet ifsus u— —8 5 MNXACEAGC. ILALAI SLI NX Gu0
——
— —R minder hrigen Kiue ie J Ma — n
ʒern ver daselbs in eeee g — attlor und. Papelerer·· n nen das
* und Went dug duheen — ,α
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und Johan Quirin angehoͤrige Wehnhaus Ac 1x6 R DAXIIMAä —t e
nif Nishen de aeee * BEOIEMRS DALLEMAGXB. DAIIBRDIBI PP SUISSE.
ser, Sangieher gu Sh Ingeen wehnhtt r ιν αααν α
mier gerigucher — — — — —— —XX Franesort sf VJambonre, Bertin, Leipaitt, Vienme ot Bale) !Sont SRDLS
n Eigenisin —— i , hargzos de recevoir, dans bonte PAllemagne, PAutriche“ et Ia Suisté, les annoncés
— — cin Wohnhants trelames dectindes à LINPEPENDANOE BELGBE. Oæst done XCIDSIVEMEBNI
mit Hofraum ciegen uSt. Ingberauf Burs maisonsique devront Sadresser les personnes ds oos divers pays qui désirexaiemt
eet nane dem' Wroßbeche e pxvitex de la publicité de ISINDPPRNDANCB. αν ι .
n aen ie esän Ind Adoiph L' Administration o I Indopendanos bolgo Bruxollas.
— D— ò —
GHorn, 3. Notar.“ —D— risea mum ung mn Heute an
rÊα euce
—— 3 P. : 3 St. q Ingbert, den! 18. Januar Roen p
eiwviligs euorwehr. e Wuer;
Montag, den 20. Januar i deceroehr Sier *
ss söε— ι ναοOα ιννααι nnn n
Genetal⸗ nqg æL —— , l 355
——75u— 77 D. T r . F —— — 7 514
rsamnilune Wach gstöcke r, hinitt
Leeale pon. * h ,. — Frucht⸗ Broder Fleisch⸗re. Preise der
u Obecbane weiße gemalte und bossirte sowie Wachs. F Stadt BHomburg voin I8. Jannu
u kerzen, Stearin⸗ undn Varahin⸗ e Wee gun — ——
Adenteee lichter wynent vandtung, Reh ven dor. Gee — 2ucthe
e Sechntenen du rcc
cherf —e ete e
Vrtu sung h hhecdibschluhe der Rahreszs.. m St Ingtern. elu LP. 18 tr. yerZir Aorbach, gaagr.
rehnung Ron Ae ——⏑⏑. 8B2 binto2 Ngr 22 r ditio ade
Zecomntuseinug ot seuerwehr. n Geschäfts Empfehlung. N tr Quhfleisch . Dual. I6 brOQua
pue een Nnerechnetere mocht hiermi dem ver. 2r.Lalbsleisch 13 Dommelleisch
———————— ehrlichen Publikum vie er —5— Aunzeie WBilr Sahweinesleisch.1o duMVutter 27 it
— Spuantag den ideaeeun e ett ver Pide e
wee ee üde Gen deaß rsin hier Drewer tattu νι
ünbinu dein Verwennhorgihonheitgisede, dat ie waen, Zun — ———
dh dr Bgnneabiegermgudlich oder en n zbeit und u rn eGelbsorten a α
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wom men. dohz sie siche guß westers ¶ FJabre d n —— — ———
xrpflichten. dez eiwisgen Feuerwehr 4n. arb 8. d gegaen 8— dischi 3. Preußische: Friedrictderol να˖
gehdren. r Unost ohn nglhh pte S he vern Vwohschen ——
eeee etber bache 88 b ιιαν Ponandie Jolg: Emaa bco.a⸗
er freipa ee eeee Schrentr »n Duegten n αν . nu S 7d
ichtigen, perselben betzureten, werden gleich⸗ * æ*xxnim Janular 1868 — 20drauts Siuda —— —
aiig ersucht, hre Meuche heihb genanntw n⸗ —** —“ Inglische Souvereings ι*ι xl ———
bols zur bezeichneten Beiten et e —D junge Leute wer“ Gold per Zollfund feii —
wereichen e ning h end genomedaghbaltiget Silber ver gotvstund 57
Woch die Bitse re h n Lachen men bet.Garl Schürtz, Glaßer —X Gold.— —E
—8 3 24 F ——— —
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        cir2 —V— Ain ι ναVαV α J ⸗a*· —XR lt .2 8
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ιιι α pι, uνεV Gulagiea ο α— —— νναναν mαα eate
ι tu ää ιινιναιι ↄι- ιν ανι ιιιιιν ν ιιι α ιαιανν αν
να ees menolteS ν— rrn — —— n i nuie J
Der Set. An S artexn Anegeedi giesr!i nenit einemAnterhkaltungsblartenerscheint woöchentlich vreiulcheDrén ora h D n ears
uud Siam v Man debannemesizureis. dierteljcihtig M¶rüdere IßuSilbergreAnzelgen voerden nit 8Nrzre die Areisbaltige Brile
i —, .l itichzig er desen Malßn bevechmetiinete wn* * ανννν
—— ——
Nro9 —— eNe —— mun uung Dienstaz, den 2r nnae — An ee — —— 1868.
ιιν ι- ι ο— ,
ι l: Deutschland. u ν ινι
ιααια 9SJαN t eν 17ιJI. iIn der henle daher statt
gehabten Versammlung von Delegirten der pfäl ijchen' Wahlkreift
wurde als Wahlprogramm festgesetzte
An Wir verwerfen die⸗ Zerreitzung mnch: Nyrd uug Surd und
dio Bildirng des, Ju dwestdeutschen, Bundes. Wir arstrehen ein um
ter Parlameut undeinheitlicher Central⸗ Gewalt geeiuigtes Bater⸗
land mit Autonomie seiner, Glieder jat jhren besanderen Angelegen,
heiten und mit gesicherten Freiheiten des Volles. 2VNm dieies
Ziel zu erreichen, werden wir, auf. Hfund der gegebenen Thatsachen
und unter moͤglichster Währung. der Freiheit durch Erweiterung
der Competenz des Zollpurlamenis ne enl krftreben? melches
zuch die jrzt Nicht zum norddentschen — gehobrigen sud⸗
—R —X uͤmfaßt.* — MV“ — d
Als Wahlcandidaten wurden geuanni?io silb betie Wahlkreis
Bergzabern⸗Germersheim Herb WeSoyer; für Speyer⸗Frankenthal
derr Röchling z fün: Kandaus Neustadt Herr Jovdan für Kaisers⸗
lautern· Kirchheim bolanden Hero Kolbezer flr Kusel Homburg Herr
Jos.* Benzino zund für weibrüchen⸗ Pir masens HerrSchwiungn:
2o Bezüglich der Diüten⸗Frage einigte sich dien VBersammlung da⸗
hin daß die gewühlben: Abgegrdnetend aus deme gite gründenden all⸗
gemeinen: Didtenfonds Eutschädigungen: annehmen jollenen Zuin
Schlusse wurde die Bildung bon Unterftützungs; Vereinen. für die
Nothleidenden in Ostpreußtetne beanttagi und wurde abgesprochen
daß alle in der Pfalz eingehenden Beiträge zur sofortigen Weite
befoͤrderumg ain Herru, Dr, F. A. Buhl jn, Deibesdeim ringe
endt werden möhlen tn
m u mich en“ 17. FJondilß dlhülokal fur bie demmnächstigen
Zollparlamentswahlen soll nach einer Verfügung der Minisierien
des Innern und des Handelswbrnrögtich ein Amtsgebäude, nament⸗
ich das Ratha⸗ovder Schulhause T bestimmt werdeirtn Imder Ab⸗
geordnetenlammier wirb Hoc Die Bdt eine Interpellation Uber
den Gebrauth! vom autographirten und lithographirten-Wahlzetteln
bei dea: Zollparlauwntswahlen einbringen. ue
Die: nachste⸗vffentliche Sitzung der Reichsraihskammer findet
am: Moutag den CO. dꝛ M. natise ↄniß u⸗rn να να
udn Dem: unmehrigin: Mberstautaknwalte? Hshenadel Iu Ehren
und agesteruinn Bayerischenꝰ Hof! ein? Abschiedsdiner istatt? an
dem die meisten Mitglieder des Centrums der Abgeordnetenkammer,
das cu cihmyeinen Fuͤthrer verlerth Aheil nahmenbrainue
p. Munch en;uI8. JannItnkiner heute flattgehabten! Stuats⸗
attzoͤsi zung taimen: zut Berathunge en Wendssenschaftsgesennoein
Permartangsgesetzn ein Gesegrebezüglich wdes Lctiengesellschaften,
velche sich nicht mit Handelsgeschäften befassen, und vin Geseh uüber
dieruEhrschlirßnig! Seitens osolcher: Personen welcheleinet der an⸗
trbanten· Neligionsgenossenschaftem augehöreni uzc
i: Miuunichen , 1 8gJanEs gehen⸗ Gerlichtennüber deinée Mie
aisterkrists Sman befürchtet den Rüdtritt dez Filtsten ve Hohenlohe
und dier Erneunumg de Frchen. dro Schreut aun vessek Siellelne
München, 19. Jan. Der (Ausschuß ẽ der Kummetbover
— VYBDEDW»——«—«——«—«—«»—»«⏑«———“—
antragen: Der Formätionssttend der Armeéée soll bis Ende 1871
muf u Proxent der Bevoͤlleruago Fiachhet im Finnnzgeseß festgestellt
merdemhe Dech Antrag der. Abgeordnetenkam: hevjis dier Veförderung
uind Quiscirungiser Officiers durch Gesetz efestzustelsen, wurdro vom
Ausschuß einftimunig abgelthnyt mi nινοö nα οαιν
uu ι s noο G 33id ——,—α
A —— cdon Nue di
—— Jankar A868 wurdi
der· tõ cha ldie nst exspeetaut Jusis Sienew von Arzheinzum · Schrl ·
aexweser iar Ruppertaberg gamnlFabruquol Isan ernannian
Sn delitl Ta JanmyBeindem hiesigen Comede für die
Rothleidenden zer Ostpreußen sind hig gestern Äbend Keinahtt Añ.000
xingegasger Gs ManmheimKhoun an A000 fi )onun
uneb l Iqn n: Ditg Beitrage sin die Noihleadesden in
Dsipreußen hat —* immer einen g Fortgangodaßz allein
die ο 45.308 Ibin Zinfanumeltd Iw beßeren NVeiten

daͤtte sich bdei dem Wohlthätigkeitssinne der Köommer in derselben
Frist diese Summe 'vervielfacht aber, auch am Nieberthein sind
die Zeiten “herzlich schlecht. nicht alle in fur vie Proletarier sondern
ruch für den Mittelftande? Für jene sind Brode und Kartoffeln
bei den gohen Preisen kaum noch zu erschwingen, und dieser muß
ich auf seltene Weise einschränken, wozu die sehr dde Fre⸗
quenz in den Weint und Bierschenken den besten Peleg liefert
enn sonst flets dicht besetzte VLocale sind fast verdden nund ahnlich
zerichtet utan aus anderen Sigbien. . B. aus Trier“ Die Gegen⸗
vart ist um so trostloser, als der Blick in die Zukunft wenig ge⸗
ignet ist⸗ Vertrauen einztiflößen; namentlich derfolgt man mit
Zpanngiig die orientalische Frage und fürchtet, daß, falls dieselbe
rine kriegerische Wendung, Rintrnt, dieser Hrleg weit eher ein con
inentaler, als localer sein werde, und daß alsdann die Tragweite
esselben nicht bemessen werden fann —Mit. Mißtrauen beob⸗
ichtet man. auch die großen und fast iäglich wiederholenden Pferde
Lransporte, welche auf der Rpule von Hannover nach Frautrrich
doln beruhtein Man strellet darüher ob es sich um Luxus⸗ oder
Milstaͤrpferde handelt ist aber vbeiderfeuns der Anficht. vaß o
empf hlen sei, diesen Ankaͤufen naͤher quf den Grund zu kommen.
weil man nicht weiß wie bald auch andere Staalen in die Lage
ommen können,“ der Pferde zu bedürfen .
Aus Gumbinnen,. i4. Jan, Die Redaktion des Bür—
gere und Bauernfreundes hat hdis gestecn bereils über 19,000 Thlr.
zugesandt erhalten, welchen von dem Komite sofort wieder unter
die 16 Kreise Im Verhaltniß ihrer Seelenzahl vertheilt wordet
ind.Es rveitet sich denn auch mit viel mehr Muth und freu⸗
iget Inwersicht dem Nothstande entgegen, wenn solche —A
chaft dex deuischen Brüder von nahe uind Fern sich kund giebt.
dost gebe. dieselbe liee nicht nach, den aus eigenen Milkeln und
hlos auf die bisherige Staatshülfe angewiesen, ist die Vrovinz
außer Stande, ihre Arbeiterbevölkerung bis eeern
hutchzubringenheschweige deun die dein Ackerbau huge fugtet und
ns Jahre hinausreichenden, schweren Verluste auch nur einiger⸗
maßen zu repariren: Mam vergesse nicht,daß vielleicht nur? die
Dutfte der Fonstigen Winterung bestellt ist und die geernteten Som⸗
mersaaten als Aushilfe des fehlenden Brodgetreides verzehrt werdene
»TBertin, 17. »Jan.“ Die Kreuzzeitung“s dezeichnet! Die
Angabe der „Wiener Presse“ von der Abberufung des Baron'
Werther don Wien und dessen Ersetzung durch Legationsrath Baron
Ragnus als eine müjsige Erfindung. α αι.a ndie
e bim, I7. Jan:n Die Haͤlfie der neuen preußischen Ei⸗
enbahn · Anleihe von 24 Willionen wird am 24. und. 25 Janr
nwielen Staͤdten⸗Preußens zum Course“ von: 5 zure Subcfripe
on mufgelegt werden. iνσ ν o
na DieMNordd. Allg.“ Ztg.“ Aheilt mitz daß die Mtoffnuatz
iner Conferenz der Vorsteher der höheren Schulanstalten imoDden
norddeutschen· Bundessiaalen am 28. d. stattfinden sollptιιανα
253Magh demselben Vlatte hat Preufsen Einladungen nach
Nunchen, Stuttgart und Karlsruhe erlassen, Bevollmachngte, Zzul
mer Konferenz nach Berlin zu schichen, uUm einen gegneinsamen
deutscher Postvertrag mit der Schweiz zu berathenne diunun du
nun Wire aurogJan. Johannes Ronge!ist hier gewesenge um
die Grüudungdener deutschlatholischen Gemeinde czur ermo glichen
An das neue Ministerium dürfte nun binnen Kurtzem vie Fruge
jur Enischeidung herantreten, ob es gewillt sei,e den Deutschtatho⸗
liken oder Neulatholiken die Rechte einer anerkanmteunn Religinie«
xnossenjchaft tzuzugestehen. (Kh. q.) eα ⏑
12Wie das Wiener⸗, Tagblatt“ meldet, soll Erzherzog Raungt,
der sich delanntlich ˖ seit dem Sturze des Ministeriums Schmerling
zanz und gat, von der Politik ferngehalten, zum Präsidentensdesß
Herrenhaufes exnannt werden. e Iι vj
30 Wiren, Ib. Jan. Die Wiedereinberufung des Reichbraihen
wird keinesfalls vor Mitte nächsten Monats erfolgennnn Rille
Wittheilungen übher die Höhe des Kriegsbudgeis sind verfriht; es
srenoch uichts Definstives in dieser Bezirhung fehgesielün Rporden
— V
        <pb n="34" />
        Jan. 4 Uhr Rachm
ennahme der, Bevolcrun
Sarimlans Ngt.

M gee Peregatzon ist heute Bier
usamnmengetreten — v. Beuͤst theille derselben mit daß sie
morgen vom Kaifer Ampfangen werden wird, und ersuchte den Car⸗
zinal Rauscher, den Vorsitz als Alterspräsidenten zu übernebmen
Nochdem dieser in seiner Änsprache die Wichtigkeit der Delegation
ur daa. Einheitiband der ⸗Monarchie betone hatte, wurde zur
Rornahme den Vraͤßdentenwahl geschritten, in welcher Graf Anton
Auersperg mit 47 von 48 Stimmen gewählt wurde. Derselbe
delt sodann eine kurze Ansbrach und sagte, er erwarte vom pa⸗
flotischen Sinne der Delegirten eine glückliche Loͤsung Her wich
gen Aufgaben und ein entsprechendes Entgegenkommen Seitens
der ungarischen Dalegation. Zum Vicepraäsidenten wurde Herr
o. Kaiserfeld ermahlt... — CA zuBs
Ang Irie st. Is. Jan. Der amerilanische Konsul hat die Wei—
Nuig, der. Leichenfeier des Kaisers von Mexilo nischt beizuwohnen,
yeil der Leichnam mit kaiserlichen Ehren bestattet werden joll.

Fraukreich.

In Kus Pagis Is.“ Jan. schreibt die, Frtf, Zig.?“ Schoi
zimmi die Wahlbewegung im Süden eine gewisse Energie an
Marseille spricht man bereits von der Candidatur Louis Blancß
In parig bereiten sich ebenfalls durchaus radicale Wahlen vor.
xẽ gibt sogar Viele die ernsthaft bezweifeln, daß es überhaupt
u den, Waͤhlen kommen werde und es wird Ihnen gewiß über—
aschend sein, unter diesen Hetrn Thiers anzutreffen. Hier der
Wortlaut. einer Bemerkung, die er bot Kurzem an Magnin- den
—V „Sie haben Talent und
didnen den einzelnen Fragen eingehendes Studium. Sie haben
zioße Aussichten und für eine ganz nahe Zukunft. Sie besitzen
hicht Ehrgeiz genug und halten bh nicht in genügender Weise
ereit. Sehen Sie denn nicht daß die Republik herrannaht
Sie itd ung alle überraschen, nicht die Republik der Republi⸗
saner sondern die Republik der Thatsachen, der Ueberzeugung und
her Vväffigteit. Alle Welt nerkt, daß nur dies noch moͤgliqh ist.
Sehen Sie nicht, daß dies die Ansicht von ganz Paris ist, die
nit Riesenschritten Fortschritte macht 2) Diese Worte wurden vor
ziner zahlreichen Griippe van Deputirleu desprochen Es ist ge⸗
tade diese dart aneen verbreitete Art, die Dinge zů sehen.
welche trotz der friedli hen Erklgrung der Regierung perhindert. daß
ch die Gemilther beruhigen. Er wird eher einen europaischen
serieg hervorrufeu, alg — Chance auszusetzen durch eine
Feboiuion zu ftürzen.“ Das ist die ganz allgemeine Meinung.
Außerdem kann man uͤn kein, Journal hineinsehen, ohne äuf krie—
jerische Nachrichten zu soßen mie
Paris, IG Jan. Der stasset hat für den geweshlen Jut
wid Degen, den —— ihm für seine Chassepotg ertheilte.
ün eigenhandiges Dankfchreihen nach Rom geschickt. 3un
nc Paris: 1735 Janne Die Agitationengegen das. Militärgeset
auert ungeschmacht fort. Kaglich laufen c neue Proteste aus den
Departements ein zin Marseille wird sogar eine großartige De—
noustration eingeleitet, indem die nicht kleine demberatische Poartei da⸗
elbsi einen der großten Frinde des Bonapartismus, uden: Repu⸗
zlikaner Louis Blanc, zum Wahlcanditaten aufzustellen gedentt
i. Die Regierung scheint übrigens mitnder definitiven Erledi⸗
zung des Militärgesetzes pressirt zu seim. Gestern⸗wurde⸗dasselbe
in Senale deponitt,nund schon heute bringtder Rorateur!!ein
Schreiben Rouhers an den Senatspräsidenten Troplong; das die
herren um Beschleunigung der Soche bittet. An diese Eilenüp⸗
en die: Kaffeehauspolititer natürlich wieder allerhand Kriegsbe⸗
ürchtungen, vielleicht gerade, deshalb, weil nirgends ein draheudes
Boilchen sich am Horizonte zeigt. Gleichwohl iste ck. Thatsache,
naß die Politik des Cabinets die- Welt nicht zuyr Ruhe gelangen
läßt,e Die gereizte Stimmung der; Bevoölkexung gegenüher Ddiesem
deis beunruhigenden und doch nie zum Handeln lommenden Ge⸗
hahren steigert sich immer mehr; eines solchen Friedens wird man
überdrüssig, und don allen Seiten ertönt die Losungzus, Freiheit
wer: Krieg oder — Revolution !“ ν us u
au Im wvorgestrigen Ministerrathe soll über die neue Anteihe
zeschlossewworden sein — t n

Fast alle großen Journalt bringen heure inen] Griefs des
Herzoge gui Porsigny / tuucwctchemdieser große. Phrasendrescher
dnes. worde eoust rirt, dagß Der Rpreßfreiheit vigentlich moch zuviel
in Ftanlkreichesei der Zustandi der! Freiheit ist micht ime Stande
die Anschauungen des Kaisers zu verwirklichen“), und daß Belei⸗
digungen gegens Privatpersonen durch den Staaͤts anwalt ver⸗
wigt werden solltendone utnn nißtt oe inx,n oν.
ap Die: 3Framnte d ight Fich vbn vinem Herm Müllernuus Ber—
lin (wahrscheimlich von der; Firmu:Schul tze/ und Müllet im 3Rlad⸗
deradatschy AIchteiben, daß Suddeutschland meist Preußenfeinde

Se eben fand unterindas Zollparloccent schiden und dieses wahrscheinlich⸗ gar nichts
4 feerliche —AE wverde.* *
gland.

24 n ded AbS ann Der 2MObserverß uevet r Gestern
Abend feuerten Fenick uf zwei Detectives (Beamte der Sicher—
hJeitspolizeij. Am Mansionhause (Wohnung der Lord Mayor)
vurde eine fenische Proclamation gefunden. Barrall, einer der
Mithelfer bei der Cierkenweller Explosion. ist verhaftet worden
mch auf dem in Queenstown angekommenen New⸗NYorber Post⸗
dampfer. wurden drel Fenier verhaftet, daruntet ein gewisser Train:
HMiverpool. 16. Jan. Der Dampfer „Athmian“ ist von
den canarischen Inseln eingetroffen. Er bringt die Nachricht, daß
auf Teueriffa ein Orcan am 2. Januar alle Schiffe seewärts ge
rieben. die Häuser ihrer Dächer beraubt, und die Pflanzen- in
den Cochenilleplantagen entwurzelt habe. Ein Verlust an Men⸗
chenleben sei nicht uu beklagenit. Die · Insel habe nach dem Or⸗
ran ausgesehen. alsz wenn sie; von einem Erdbeben. heimgesucht
morden, waͤre t n , ü

Türkei ιιινι να
34. In Konstantaino peb soll“ eine ernstliche Ministerkrise
ausgedrochewn fein. Näheres übern den Charakter der Krife liegt
nicht vor; doch 'scheint es auf den Sturz Fuadis und Ali's abge⸗
ehen zu sein. Es ist möglich daßbie⸗ Jungtürken sich det Ge—
valt · bemãachtigen. ··. ee v. Nigt
— — 2344 ν— —
—

Kopernh'a 38* as 17, Jan. Die Vollsabstimmung in
Sänct Thomas hat 1200 Stimmen für und 20 gegen den An;
chluß an Nordamerika ergeben. — Der hiesige Hafen ist für den
Dampfschiffsverlehr offen.. ιια

Schweden. — D
Stocdhobmen I7TreJan.!i Die Eroffnung des Reichstages
and heute statt. Die Thronrede erwähnt,daß die Beziehungen
umAuslande befriedigend seien z sie hebt hervor, daß auch Schwe⸗
en gleich den übrigen Mächten seine Vertheidigungsmittel ver
färken · müsse. Sein Vertheidigungsplan sei bassiet auf allgemeine
Behrpflicht mit moglichster Veibehaltung der bestehenden Insti—
utionen. nd Die⸗Finanzlage·: wird als güustig bezeichnet·c.
iu WeMi MNußlandain νιανι
Petets burg I4. Jan. Die officlfe Marine ⸗Zeitung“
bringk ane Correspondenz aus Bordeaur, nach welcher Eng—
—A beschaf·
aiht ien 77,
—D 55* Aumerika ιιιν. —.
b Amerilanische Blätter berichtenüber eing merlwürdige Er—
icheinung aqm Niagarafall. Das Wasser des Eri⸗Sees, war durch
einen starken Wind so sehr zurückgedrängt worden, daß der Wase
jerstand bei den Niagarafällen um20. Fuß sanbe und man über
den Theil dexamerikauijcheir Seite zu Fuß gehen kbonnte Bei
dieser Gelegenheit kamen eine Menge Felsen und Löcher zu Tage—
pon denen man bisher keine Ahnung gehabt hatte. Ein so star⸗
kes Sinkden des Waasß sie risfea n de soll noch nie zuvor dagewe—
sen seime.. .. . —E »» —— —
In Untercanada wird, nach Briefen von dorther, auch in
Zer Jhat füt die päpstliche Armee geworben. Eine Anzahl von
Zöhnen der besten französisch canadischen Familien haben den Se—
gen des Erzbischois pon Quebec erhalten und sich auf den Weg
nach. Rom gemacht, 2
. Americanische Zeitungen ˖ berichten von sehr bedeutenden eurs
päischen Bestellungen in den Waffenfabrilen der Colt Patent Fi⸗
rearms Compagny in Hartford (Connecticut)/die russische Regie⸗
rung habe 39,000 Berdanbüchsen auf Lieferung in 18 Monaten
zestellt/ und Preußen habe Ordres gegeben für 100 Revolver⸗
Zanonen (Gatling's System.

⸗i —

I!
1481 Derr werß ach e S. νι
anfeSpegyer, 18. Jan Der diesjöhrige Hebammencurs in
Würzburg; wird amI.n Februar eröffnet. Sämmiliche Schülerinc
gen aus der Pfalz haben sich mit ihren, nuf den Bezirlsamtern.
zu erholenden Reisevorweisen am 30. Jaunar Morgens 10 Uhr
im Regierungsgebäude hier einzufinden und von da aus unmittel⸗
bar ihre Reise nach Wurzburg fortzusetzen. J

Arncf Lund au,17. Jan.m Das i. Zuchtpolizeigericht' dahier
hat heute die kedigel' Marice Henrika stief von Speyer wegen mehr
reret Betrngdhandlungen; u dier sie lumet Benützung fremden Wah⸗
nes und Aberglunbens (Sympathiemittei) zu Mannheim an der Mo
bdicenaltathstochterc: Koarharina Zipf, geschiedene Chefrau O ber
baucer, und zu Spehern an dern Wintwe Baru m verubte, in
Nt.:118 des St. Ingb. an mitgetheilt) ju 2Jahren Gefäng⸗
nißz verurtheilt.nrαι αα ισ ινιν Ge Meig n, I
Borhum 16 Jamin' Selten bleibt ein Unglüde ein
        <pb n="35" />
        Finrr· eue Trauerbolschaft muß ich Ihnen melden. In vergange
er Nacht zersprang auf Zeche Shamros beꝛ Herne der Neffel ber
Fordermaschine. In Folge dieser Explosfion wurden der Heizen
ind Schurer fFofdrt gelddiet.“ Da die Maschine nun auch ihre
dienste e ege . Fahrten eingebaut sind
onrt dern der Grube sich heñndenden Belegschaft nichts sibrig
als zu warten, d⸗ Anstalten zur Rettung getroffen sind. Man
pricht sHon von · Befurchtungen von Ertrinken für die noch im
Schacht arbeitenden 200 Mann. doch sind solche unbegründet
venn man weiß, daß die erste Tiefbausohle noch vorhanden, und
diese leicht durch Haspelförderung zugänglich gemacht werden kann
Gaschinendil.) In der Sitzung des technischen Ver⸗
eins in Fraukfurt ant EO. Dezember sprach der Maschinenmeister
er Main⸗Nedar · Bahn, Herr J. Seelig. üher das neuẽ konsistente
aanne des Cidil⸗ Ingeniturz — Todie in Hanau. Dicses
Del zeichne sich besonders dadurch äuz, daß man bei ebenso voll
sommenet Schmterung in der geichen Zeit unverhältnißmäßig
—V— v den gewoͤhnlich zum Schmieren ver⸗
—X——— An sei so bedeutend. daß man
B.bei einem Lager, welches per Tag zwei Loth gewöͤhnliches
Maschinenöl brauchte,“ init derselben“ Quantität des konßstenten
Haschinendles 100 vosle · Tage () ausreicht. Die Anwendung
dieses neuen Oeles erfordre keinen besonderen Apparat, und könne
zarselbe überall da mit, Vortheil zperwendet werden, wo man bis
zer das Majchinenöl verwendeit
FEs ist jetzt festgestellt worden, daß in Ostpreußen 15 Kreise
midestens h. Monate, 20 mindestens 8 Monate unterstützt und
3500 Familien versorgt werden müssen.
pAn Jathnpe Bundeskriegshafe JFitvr anaus
gesezt gegenwärtig selbst bei Frostweiter mit —
ortgearbeitet; man hofft, daß derselbe bis Eude diesez Jähres bis
r Aufnahme“von? Kriegsfchiffen vvdrgerildt sein werde.
FBerlin Izu Jan⸗ie In der Nacht vom Sonnabend auf
Sonniag brach an der Ede der Brüder⸗ und Scharrnstraßeg ein
irhebliches Feuet aus““Der Feuerwehr gelange die Dampfung ge
gen Morgen, aber damit war der ganze Brand noch nicht gelösch
Ind es dauerte bis? Rachmittitgs 8Uhr, ehe die Feuerwehr den
Platz verlassen lonnte. Gegen Mittag sah man noch! brennende
Trimmer.d Juzlwischen greig detencs sich in der Morgenstunde, daß
der erste Geistliche der Petrilirche, Probst Köllner, in dessen Kirch
spiel das Feuͤer“ sich unlerstanden hatte, an einem Sountage zu
Fennen, an den? Befehlshaber der Fenerwehr das Ansinnen stellte
wuͤhrend des Hauptgottesdienstes auft eine Stunde die Loschumgs⸗
arbeiten seinstellen zu lassen Das klingt uns Weltkindern freilich
riwas seltsam, wir' berichten aber ans? einer Quelle, i deren
Zauterkeit kein Zweifel bestehet innnn uy ltto
— Prinz Alfred ist in Australien angekommen und wird dort
aͤberall mit deispiellosem Enthasiaamus aufgenrommen. 3; I
FIn- Ullimm geht gegenwürtig ein von eineni bayr. Artillerie⸗
Haupimann Schubert (Sohn Ses Naturforschers Prof⸗ Gotth
Heinr. Schubert) verfaßtes Stüch Valentine“ (eine den sozialen
Zustande e üenngen vornehinen Pariser Gesellschaft entnommene
durgerliche Tragödie“) mit ungewöhnlichem“ Erfolg überdie
Züuhne. A
b Fur die Nothleidenden in Ostpreußen wurde guß Hamburg
ie zweite Summe im Betrage von 10,000 Thlr eingesandi.
Auch aus Schleswig⸗Holstein (die nordigsrn Districig einge
schlossen) fließen beträchtliche Summen. Aus Westphalen wurden
dem Berliner dufscomine 400 Waggons mit Kohlen zur Dis
vofilion gestellt VFJ ——
sin Gies aedyr In der Groͤfschast Martsn Westphhaler
i Ane Agitation zur· Linderung des Nothstandes u Ostpreußen
Inter den Bergleuten im Gange. Der Marlische Sprecher“ ver
offentlicht einen Aufruf“ in dieset Richtung und d folgenden,
czaftigen, zum Herzen spre henden Versen ιιν
An die Westarmee der, Bergknappen! en
Ihr. braven Kameraden, Ihr 50000 Mann 53 7t5
In starler Hand das: Mifen rũdt Ihr zum amgse ah 3
Ihr meldet Euch freiwillig- Ihn fahrt in Euren Schachtꝰ
Ihe haut mil krüft' gzem Arme bis in die tiefe Nacht.
sticht habt. Ihr Hinterladerzwohl Pulver, doch kein Blei
Ihr zoͤdtei nicht die Nenschen. .Ihr macht vomn ——
Die Brüder dort im Oftei, bessegt die Hungersnoth.·.
Habt tausend Dank, Ihr Knaupen? Es dämmert Rorgeurgthi
Solcð Baud der Menschenliebe sei unfte —A —9
Fs sei dem „Voll in Waffen? sein hestes t riegpanter a
d Elberfelder Zeitung“ fügt hinzuMoge der Vorgang der
Bergleute uberall Nachahmung siden Xhro gndenoe⸗
kennung den btaven Söhnen der rothein Erde, dit z.hnelh zurx
oiejteudigen That gelchriutu ünd ————
4Wiener Blaͤtter melden, daß der n MNinchen verhasie⸗
Graf Chorinsli, dsterreichischer Oberlieuktücut, habe seine Miischuͤrd

un der Bergiflung seiner von thm gerrennt gewesenen Gattin ein⸗
pestanden uns daß daraufhin auch —— die in Wien
zehaßtete Ebeegenhi. ein bollständies Schuld helernunigze abgelegt
aba.ↄ · Mie Sache: wird wohl· bald rin Munchen und Wien zur
prichtlichen Berhandlung kommen. ι
Wien, I1. Jan. Eine hoͤcht aͤnteressante Arbeit ist⸗ dicset
—* aus ven Caffenfabril von Werihheim und Comb hervorx
segangen. nämlich ein completes eisernes Caffenzimmen welches
—
enzimmer hat eine Lange von gircaz Klaftern, Hebene so viel
Hreite und gegen 232 Klafter Hohen die Wände, Plafonde und,
fußboden find, aus harken Zesselplaiten gearbeitel das Ganze ruht
wße —S dos ueamsi tgewichte detragt her
309, Centuer. u ιαι —XX
Einem KHefther Haus besitzer wurde ein vollstandig ausge⸗
bautes Haus gestohlene? Wie dies zugegängen, erklärt sich folgen⸗
dermaßen: Herr, G, erstand in der Licitation ein Haus, die
Figenihümerin schuldeie dem Zimmermann den Dachstuhl, dem Bau⸗
——— Diese beide Herren trugen eines
chhnen Tages ihr Eigenlhuru mwieber eb, führten es fort, und
als Herr G. sein neu erworbenes 3 hesuchte and er nichts
dave. als den leeren Grund, worauf es gestanden.
c jeltssmes Verhrechen lommt nachstens vor das Schwur⸗
ircke 2 der —5— Greis Ra⸗
α v 2 schon Nlange wegen Altersgebrechen
nit Selbstmordgedanken um. Am Weihnachtstag nahm er einen
sjungen Mann, Namnens Q... mit ins Wirthshaus, hielt ihn
‚echfrei nd tgab ihm Geld, eine Gistole gebst Pulver⸗Ind Blei zu
taufemn Darauf gingeo helden in ginen Sig der lud die
Ppistolß — lonnte sie micht losdvüden. Numn offericte Maurice
in vb r. wenn er ihn erschießen wolle waͤs dieser auch
vereitwillig that, das Geld einsteckte, und dem Richter den Vor⸗
zang als etwas selbstverständliches erzählte. —
5 6 weris eyv on Partsec 2au ä tzen.) Man finde
in dein Monmieur⸗ eine Uebersicht aber die Preife,“ welche gegent
wärtig für den Grund. und Boden in der unmittelbaren Raht
der Pariser Theater bezahlt werden. Man kann daraus eintn
Schluß auf die ungeheure Steigerung des Werthes ziehen, den in
der leyten Zeit die Bauplatze überhanpt in Paris erlangt haben. In der
Nuühe des Théêatre frangais und des Pulais Royal wurden nament;
lich da wo die zur neuen Oper führende Avenue Napoleon durch-
sebrochen werden soll, verschiedene Loose zu 1300, 1260, 1236
299. und; 11580 Freder Quadratmeter verkauft. In der Nahe
en Fenen Open koftet der-Quadraimeter jetzt schon zwischen 10560
und 09, in der Nahe des neuen Vaudevisle, an der Ede des Bou—
seburdund der Phaussce dAutin zwijschen 12600 und 1000 gu
Um das nenei Theater der⸗GKaitéherum kostet der Quadratmeter
t50, auf dem Boulevard 8t Michel uiyeit, deg Odhon 626 BIr.
sut Oeler dt ca ie 5253*
Paris, I6. Jan. Ler'Proceß degen“ Hippolyt Schuh⸗
macher, Bruder ver Marquise de Maubreuit. der wegen Falschung
von kaufmännischen Schriften und Mordversuchs auf die Verson
jeiner Schwester in Anklagezustand dersetzt worden ist, kam gesternn
bor. Hippolyt Schnhmacher wurde' zu zwanzigjähriger Jwangt
arbeit verurtheiit... 5
T Nach dem „Siecle“ kamen im J. 1868 in vee Vebaranfla
don, Paris nahe an 4000 Frauen nieder, datunter 1314 Diensn
boten 545 Nahterinnen, 8305. Weißzeugarheiterinnen“ ⁊c. im Gan⸗
sen flelen der Stadt Paris 19,882 Kinder mit einem Kostenauf-
wande von 2,416,000 Fre. zur Verpflegung anheim; in den Jah⸗
ren 1852 18606 wurden durchschnittlich jahrlich 8761 Kinder
ausgesetzt. — .
PLouron, 15. Jan. Heute ist bier ein Pulvermagariu
in die Luft gegangen. Vier Arbeiter wurden verwundet, einer
getodtet. —V u
Znndem Klingelbeulel einer Vorstadtlirche in London
fand man am letzten Sonntage, wie — ereugeitung berichtet,
1000 Pfund Sterling (12000 9
Det englische Bucherma weidt sur vut abgelaufene Jahr
4144 neus Bücher und neue Ausgaben nach. nage
n I V — Blaties betraägt die Hoͤhe
der sauf Kriegsfuße sehendeit Armeen der curopäischen Machte
5538* die —1 3 (Per Mann
auf durchschnittlich 480 fl. bexechnet) auf jaährli 6 Millionon
de atarn ß nn o 8
woliipgIn Moudoeß Aranlon Wadoij wude — 4. de
22jahrige· Landmanß Freymond, der seine Frau mittels dvae
frmordet hatte, enthauptet. äν— 7 .I..7
⸗ oyNRach. Berichten des Oberstabsarzies der Vereinigten Stas⸗
igti im letten BAXαα αα Stitent derx Rardunattu
2117 Soldaten und c. 30,0009 Reger zu Grunde und wurden
208 000 Soldaten verwundet ind Lampfunfähig gemacht.

*
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        z MLA pure n —E —XL
—9*— —* an vele t e PosdVeoinStgbe
* — 73. B ekanntmach ung 1. 43531 p. dogintg e 36 — I¶ä
— 3 u * in —
— —
vx.b in ann T 1 L nñn — —* 16 JJ m 5 s

00 M—R,
18690 die —A——— Dedmaterials qufi die Staataft —— —
der urterfebtigten Iglu Baubehdrbe an den Wenlastnehmenden vergehen er en Psunn Boston aon Nothleidonden ib
7snanighest mn Lopseinthein mig Kiagen von heute am ——— —B—⏑—⏑————
— — a Submisfiondfotmnular , konnent haselbte sowiee ” 73
Friften ver — n ⸗— tit ι . nι rαα — ινναν ο NMo
ven geden Stragenwarser vn ergee —— 54 der Uufsch ift: — 8 “e ef
ission für erun ß ichen n
va den 30 dieses Monats —8 11 Uhr nee heda — —— 3 5 —A ad
— — giondaiboo — Zweibrãden⸗ i— —— Dne ote pet 3* eegs VloßuVicia
plo d ν ιOäνu Rduuigle Baubehorde 2 Quàar zut Fip —
dus i nonuti n Fiegenhain“ n e see und Violoneelt 1. Sate von 75
αN —⏑ Apee
23118 —XRXX unint 73 12 4 * *— 3 16 u* ie ur opran yqn uc n.
Im otel Laur e eet
cn m caefindet sich daz große wohl renommirteuu 3 — ———
D S 200 300 42 ισ 5 quat ot Nen Piand, Vioun Viotn
7 4 88 0 n: gun α on und vVioloucel ßata Mouert:
— 6.. gim phanze tur Pians hu KFanden
7 Aꝛn. TIITTTTI VV ———
ee en ch Vna Violin vend Be
adi thid cuddebtri ——— N 9 I**6 x !u 7. — —— VenewiDor
iiß — — 4. 2MN 3199 *8* *5* 3 24 8. αινναα8 Mannereoe 4
ve 700 8* 4 —V —— dy —D
·nrunen —F— —
Dun ε 7 M mieinne ntuoés- ..bn är s
——— — —*X* 52 ti. 13 it * * saret
; 45 W 87 Nos M I g e —Qo prer —
—REä Orn8gex aus ann —A b ——— * 7
J ιν— d si ιι, — ——— — 7 7 M —D —— 1 T
J —2 — Moll Ganz weiß gewäfserte ora
delleg hefertigien Herrenkleider, und wird, um —wäͤbrend des J Sto ck fi heau
iig inen, i 2 zu el 453
Zalt. ¶einen bedeitenden Vetlasnne ielen zu— mmgergewiohwi * nui— Nnns ** — —————
Pryisemotrtamit zuni äα αι 3—
8 68 Ius ιι ι uα— e dacge derde dy7 TEIRXRC.AV
—— — 5 7— 2 n —
knonI 25 —3 F ch ß — fexnilund Birckbeneq Kile ihper —
— 138 —RF A In ! 1 6 507
—— reis. Ver en — niß —F * . sowie ⸗auch: schönes Kaefer nee q B vc
wie noch nie dagewesen, aber Außerst fest,— ohne einen pu e e
* 9 9 Kreuzer nagn maffen 149 Goie en ur verinnfen.!? nt iu ιιν 3
— F — t su Schw r Tuch⸗ V. SHöh Bleitermuhle bei Würzbachru
Aebernehern In chware Du rhwennnen m wewe
45 41. Buckslin⸗Röcke . Worins dei 17. Janeumiguro
onrg gen vnos — wee s Wirmottzen heuse n o mg
ubunun nonn eün enei — J—— f ßt
—B bi — r doggen 1348t8
7 nudj Havelocks d eete Gaste a1
ud in iten Größen, von 10. 12 45. A. FFatr. per 100. Rilb, Bas
X — 241 L“I. —— bis eeze Kilo.
3 sb ** ß x. b —— 11 535
on 3 5 Li — big *
Jaauets md Scke Rex Pornie 14 I. 48 R. bis 18
Jaquets und Sace eeee rre
von.7 9.1214 bisi wo Igendorschuß 14 ss. 45 vig
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Complette Anzüge — B—————
pubon gleichem Stoff sehrnn m J e e u
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8 6, 8 bis 19 Fan —— vx die ig ot J
3 nu BO Kilbä Repstuchenuν M. nenydlrao? bis
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on 6,7, 9, 132. 15 6i8 bis fi ιι )M
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Ge u i iere ul e ur
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Der „St. Jugberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich drermal, Diens tag, Honnerstag,
und⸗F am 4 09, —— Hrzr. oder 13 Silbergte Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeiler
———— z4B attschrift oder deren / Raum bexechuet. ———
Nro. 10 — * — —* Dovnerstag, den 23. Januar. 3 S ιι 1868
— i un e — ααι
—D—— Dentschland. εν, nEuergio dabin ·gerichtet sern werde die Fragen· wegel der gerz
Min chann den 2h Janz Man glaubtdaß: die Sieuev⸗ Ime infamen Dnteressen jum Wohle allet seiner. Voller einer gedeib
rhõhung.rwann ie Jich nicht ganz permeiden lähzt, Ddoch uenug unen —öA —B ——
i in düritoe Die Sinnohrnen stellen sich j namlich , nach, Bei. dem spaler stattgefundenen Empfange der Delegation deac
den, Ergedrissen des letzten Fahres⸗einerwartet günfstigoeu Dazu Wiener Reichsrathes hielt Prasident Graf Anton Auersperg die
oninn daß moch dem Vorschiage des Hrme Kolb der Malzauf⸗ Ansprache- worin gleichfalls die ehrfurchtsvollste, Huldigung ausge⸗
schlag nicht vollständig zur Verzinsung und Amortisirung der drickt war. Die Deligation werde in brüderlicher Gesinnung gegen
Siaaltsschuld · sondernein Ueberschuß desselben vom etwa zwei die Vertreter det anderen Reichshälfte bestrebt sein, zur ersprießa
Hitlinen zu sonstigen, Staatsaubgaben —berwendet werden joll. lichen Lösung ihrer Aufgaben mitzuwirken, damit die wohlwollene
Dieses bedeutende Gefälle würde nach dem von unserer Absichten des Kaisers erfüllt unde die Interessen der Gesammt-
chriuspartei gefordertem Eintrist in den norddeuischen Bund für, monarchie gewahrt werden möchten. Der Präsident spricht ferner
ins verloren gehen, so daß eine Steuererhöhung vonweit uber den Wunsch aus, daß die en Institutionen durch das Zusammen⸗
0BProcent no hoendig wuͤrde. (sfr gigh wirken aller Betheiligten sich für die Gesammtheit fruchtbar ent.
Münn chen Lon Jan Der Wehrausschuß der Reichsraths- wideln und erproben möchten und schließt mit dem Ausrufe; Gott
kammer hat hestern mit allen gegen Eine Stimme beschloffen, auf erhalte. segne und beglücke Se. Majestät, worauf die Versamme
der Ablehming des keitischen Arntels 2u lung ein dreimaliges Hoch ausbringt. — Der Kaiser erwiderte
i nDdie Zahl der jährlich in die active Armee zur Herftellung mit einer Bewilllommnung der Delegallon in der frohen Zuver-
desn Farmationszustandes Einzureihenden wird jer für die. Dauer /sicht. daß es ihr gelingen werde, die durch die Verfassung ihr zu⸗
on 2dJahren durch Gesetz (Contingentsgefetz) beftimmt, e !ne gewiesene Aufgabe etner raschen beftiedigenderr Lösung entgegenzu⸗
e zu beharrem Dagegen wurde einstimmig der Antrag des uführen; ein folches Etgebniß der Berathungen werde wesentlich
driegs mimisters auf folgende neue Fassung des Art. Z 1, Wqu beitragen, das Vertrauen der Völker in die neubegrümdeten
7 Die active Armer-soll bis zum 81. Dec. 1871 ohne Ein- Inftitutionen zuheben und sie auf dem Boden der Verfafsung
echnung der Officiere, Militärbeamten und Ersatzmannschaften Ein eue Bürgschaften für ihre Freiheiten finden zu lafsen. *
Procent der. Bevölkerung des Königreiches mach der Zählumg von Wien, 22. Jan.Aus zuverlässiger Quelle wird die Nach⸗e
867 betragen. Vom i. Januar 1672 an wird die Zahie der icht franzoösischer Blätter, als habe der Reichskanzler v. Beust übet
ährich im Frieden in die active Armee zux Herstellung des For⸗ die eventuelle Haltung! Desterreichs in den verschiedenen Fragen
matiunsstandes, ohne Einxechnung der Ersatzmannschaften, einzureie ine neue Circularnote erlaffen, für unbegründet erllärt αα
henden Wehroflichtigen in, dem Finanzgtsetz festgestellt.snu uaee Frankreich. —
n o m me niat . 9* Paris, 20. an* In Folge bes Arbeitsmangels und ð r
Augsburg: 20. Jan. Eins anscheinend officisse. Corre ——— 9 * e a *8
pondenz der; „Allgem. Zig. A aus Wirneen bemerlt bei der Ber u Unruͤhen gekommen, welche nur durche das Einschreiten der
prechung der Rachricht der franzöͤsischen Olätter, datz Preußen sich druppen unterdrüct werden konnten.
demoSchritten der. Großmächten in Belgrad angeschloffen habe, Richt blos in Algerien, guch in dem angrenzenden Tunis
zieseu Melduug würde,«falls: sie sich bestätige-nerst dadurch als volle derrscht ein bedeutender Noihstand. Am 7. Jam, sollen in det
andig constalirt zu erachten sein, daß sich Preasßen von der Solte Fiade, Tunis altein 330 Weenschen Hungers hestorben sein z und
daritäl umit Ddern russischen Politik im Oriente lossagen würde; pox⸗ öüter seidas Elens im uu— 3 7
aritũt. mit. der⸗ hen. Politit i ox⸗ och größer sei das Elend im Innern des Landes, Man sehe
läufig seireman jedoch in Wien nicht davon unterrichtet, daß Preußen Mu— ine 33 vis 6Giattiden Ki ur Linict —c*
n uee Mütter, welche ihre 50 bis Gjährigen Kinder für einige wenige
ee deu⸗ Schritten der drei Mächten in Belarad angee Franken verkaufen. Maltesische Schiffscapitäne hätten schon ver
chloussen . ver chi ie Wesen
n ie Is. Jaa Hie Leiche Marimilians ruht. in der — n gugenuft. und nach Malta gebtact..
38 * e bt Iii eNen
Gruft seiner Ahnen.“ Es war einn feierlicher und —— 6 —V — *
Moment als dex Sarg inmitten. einer unabsehbaren Menschenmenge 88* ng an * * A——
inter lautloser· Stille, die nurr zeitweise durch den bis zu kaum hoͤr⸗ Lo adon, 18. Jan, Man hiest im Tems? -Mehreren
haren nen herabgedämpfterr Schall der umflorten Trommeln glätter sbrechen von einem Manifest des Prinzen Napoleon, wel·
in ratohen, wurde uich über die breile Ringsiraße durch. die )es dazu bestimmt sei, in einem Blatte oder als Brochüre ver⸗⸗
ipe er duͤbe Abenbluft bewegie und den Abschluß eines hoche fentlicht zu werden. Wir wissen nicht, ob dies Gerücht je ewe· 4
agischen Geschias dur Erscheinung hrachte. Rothglühende Faceln begründung gehabt hat. aber man versihert uns. daß diese Blaͤt
ee ain eetgastes Licht am die sgimmeende Bahr die nar et für den Augenblick falsch berichtet find.— Prinz Napuleon so
in anzeiner Lorbeerlrang deckte, und auf die frenvblickenden Mann- vie andererseits behuuptet wird allerdings.mit. dem Ptane umonoꝛ
schaften der Mariner Jufanterie und das Mahrosen · Corps, die jehen (oder umgegangen sein), fich wieder einamal in ement Maui⸗ u
fruͤheren Fuͤhrer, daz lehte Geleit zu geben gekommen waren, Te⸗ este feierlich loszusagen von der Politik seines Vetters Diesen
zettbaff· in einem Jechsspünnigen eee zur Seile des agegen hätte dem Prinzen für diefen Fall gedroht, hn durch eimp
isten Oberhefmeisterse fuhr dam Trauerwagen ünnuttelbar voran „enatsconsult.aller seiner Agnatenrechte auf den franzdsischen Throun:⸗
und olieferte dje Errungenschaft einer. langen und schweren Mission yerlustig erklären zu lassen. RR u.
in die Hände des Bruders und Kaisers... London, 20. Jan. Ein Jelegraum der. Times“ · aus
.Wue u, 19 Jan. Die Morgenblätter perichten Zufolge des Wien dementirt die umlaufenden Gerüchle über Rüstungen Rutzer
m Minisierrath. gefaßlen Veschlusses wurden die Werbungen für lands fur einen Krieg im Orent. Rußland. werde bet dem
die hapstuche Arne, nersagh Zie Behorden erhielten die darauf Zugenbliclich herrsche nden Manget an Gelde und Waffen keinen⸗ñ
bezügliche Instruction. . drieg beginnen..
Wien, 20. Jan, Bei dem heuligen Empfange der Dele⸗ D Italien. ve et wdnr
zatidn des uͤngarischen Veichstages beim Kaiser hielt det Altets-·Aus Rom wird der Correspondance Havas-Bullier herichtet!
präüdent Graf Majlath die Ansproche, worin er den Gefühlen der Die spanische Regiung hat dem Papsteauch eine Legion an⸗nt
ochsten Loh iuat Ausdruck gab Der Kaiser begrümgte in seiner geboten, aber Cardinal Äntonelli hat füt den Augenblick das An⸗
krwiderung die Vertreter Ungarnsund sptach die Ueberzengungrbieten abgelehnt und behält fich dasselbe für spater vor Man
aus, daß die älthistorische Verfaffung des Königreichs Undarn in! interzeichnet in Spanien eine Adresse an den heiligen Vater, die
der Fustitution der Delegation nur eine neue Garantie gewonnen ereits zwei Millionen Unterschriften zahlen joll! ——
abe and daß das pattiotüche Beftreben der Delegation' mit aller von Valladolid wird ganz gewiß beim nächsten Conststorlum den?“
        <pb n="38" />
        menschen zum Betrug oder seinem Vortheil mißbrauchen, was doch
bei qanem solchen uneigennühigen Hexenmeister, wie der Veschul⸗-
digte! sei⸗ Aicht angenommen werden kann, denn hierzu fehlten ihm,
wie der Augenschein beweist, alle Fähigkeiten. Das Gericht sprach
gegen den⸗ Beschuldigten 1 Tag« Arrest aus, nachdem derselbe mehr⸗
fach durch den kgl. Landrichler gewarnt wurde in Zukunft zu
dause zu bleiben, denn in Irheim, würde er ganz gewiß für keinen
derenmeister, wohl aber für einen Schweinhirten gehalten. Die
ganze Verhandlung war sehr heiter und nach dem ergangenen Ur⸗
theile sehr gerinfügiger Natur 7* J
VDem Nürnb. Anz. wird in folgender launiger Weise über
die Delegirtenversammlung in Kaiserslautern und über dio Wahl
Kolb's zwischen. den Reustadtern und Kaiserslauterern ent⸗
tandene Meinungsverschiedenheit berichtet: Bei uns in der Pfalz
geht es wieder lebhaft zu. Die alten Freiheits Kaämpen von Lau-
dern haben mit ihrer Zollparlaments-⸗Wahl den Sauerteig wieder
gehörig durcheinander gerührt, so daß die guten Vorderpfälzer auf
zin paar Tage ihre Mehzelsuppen, Jagdessen, Sauerkraut, Schweine⸗
indchel und den „Neuen“ vergessen mußten, worüber mancher sich
zotisträflich argert. Sind doch unsere Zwillingsbrüder, wie be⸗
annt, die Gescheidesten“, sind sie doch das „Volk Gottes“, wel⸗
ches den übrigen Menschenkindern durch seinen Wein wahre Gnade
spendet, und nun wollen sich jene „Westricher“ erkühnen? ihnen
vorzugreifen bei einer solchen Wahl! Ihnen gegenüber, die fie
doch in jedem Antichambre in Beriin, Potsdam u. s. w. “ihren
Reisenden stehen haben, der die Befehle der gnädigsten Herrn“
entgegen zu nehmen „gehorsamst“ bereit ist! So gebildete Leute
können es nicht ruhig hinnehmen, daß die schwerfälligen Westricher
sich herausnehmen, vor ihnen einen Candidaten fürs Zollparia⸗
ment aufzustellen und nun noch gar diesen Kolb! Nein, das ist
zu arg, statt daß man dem wegen seiner preußenfeindlichen Stel⸗
lung das Mandat als Abgeordneter in München kündigen sollte,
will man ihn auch noch mehr beehren! Da wird es Einem ja
ganz graulich zu Muthe und man möchte fast mit Fäusten drein⸗
chlagen! Doch halt, wart', wir haben ja da unsern Kurier, das
Drgan der Flaschenbarone“ mit dem „Ritter Stay“ an der
Spitze, der ja auch noch ein Hühnchen mit Kolb, von wegen der
„Frankfuuter Zeitung“, zu rupfen hat, der muß loslassen, bald
vom ,oberen Gebirg“ bald vom, unteren“, dann aus der „Ebene“.
Zuletzt läuft Alles zusammen in dieses „Doctors“ Hexenküche und
wird in der rheinischenFrüchtefabrik candirt und zur nächsten
Weltausstellung nach Berlin geschickt — nach der Hauptstadt der
Intelligenz, des Rechts, der Vruderliebe, dem Inbegriffe aller
Weisheit und der Erfindung von Dreyse und der preußischen
Spitze. So wollen wir dem Kolb schon heimleuchten, ihn mit
Kolben“ lausen, denn was ist der dwas hat er gethan ẽwas
zaer mni scht e c. will neo — Alles nigt 4 7 e
MAM LMA. Mer uße wir nicht diel mehr Geist (Weingeist im Keller ) Was ist denn
ehehe trne güet u
igl Polizeigericht in Zweibrücken. Der Zujschauerraum war ziem⸗ ea re n —— san 8 A E53
8 angefütlt. Mehrert — Zeugen. die den Beschuldigten be. Mas — d enn y e 1 * * u
asien sollten, wurden abgehört und konstatirten daß derselbe von Pfat r be 3 * 7 J ingert F r e
ihnen ersucht wurde nach Stammbach zu kommen, und dem be⸗ * ne de sether, Ae Vor erpfã zer im Zollparlament ver⸗
bexten kranken Kinde und einer kranken Kuh durch die Kraft Weun Se RA Anzeiger. donnert es in der sueg
anet Zaubermitel gur hetfen Das Kind, das auch arttich der Pfatz am ahen dn win n au ee e
handelt, starb und die Kuh wurde wieder gesund, und gab wieder d“ wr ann * zunn surst encer e 385
bessere und mehr Milch, natütlich, wie ein Zeuge meinte, der ge⸗ e J pon 7 r un —* umd
heimnißnollen Krafte wegen - einiger an richtigen Stellen ange unt dan ye ozi e— e r gy3 α
tachten Jelielchen worauf die dier Buchttaben n. N R. sun- udenht unnd wantigen Oerzens an dir Zuntn dbonen
Diee Zeuberfermel solte nach ingebe des bechudie Laudes denlt und wahrlich, es sind keine trostliche Aussichten, wenn
Deidenrxeich: Jesna Nazareth Reginet To bedeuten und er: chabe ne uer ohe Zahl Manner gie es dod besser wisen J
diese Formel von einem nach Amerika ausgewanderten, in dieser sban Vune ensgen ute qna an — hern
Beziehung sehr geschickten Manne als Geheimniß anvertraut be— eem, e msene piu e esen W er a 7.
sommen, und es habe diese schon häufig geholfen. ohne angageben Treueg —— de hn iche Ehrendaftigleit anlangt, nur
Wem, ihm selbst oder Andern. Ferner wurde fesigestellt, daß pwar 9e m zufrieden fein sollte uν
Beschuldigter keine Vezahlung für seine Kunst gefordert noch an. In. Bayern komnien auf 23 Einwohner 1. Hund, within
genommen hatte, feine Frau jedoch erhielt angeblich für Trinkgeld Oer geraden Zahl wegen) auf 8 Millionen circa 200 000 Hunde
tinmal 4. fi. 10 ir. und 2 Schoppen Erbsen, von einem Andern die in einem Tage 2000 Centner, in einem Jahre 730000 Entp
erbielt sie einige Batzen, Brod und Essen im Haus. vet Brod verzehren. was, per Centner nuͤt zu 6 fl gerechnet, 4,880 000
Die ganze gerichtliche Verhandlung machte sowohl bei dem fl. ausmacht. Als einziges Mittel, diese vielen, meist werthe und .n
Berichte als wie auch bei dem Publicum den Eindruck, daß die nutzlosen Hunde im Interesse des Gemeinwohls auf die Halfte·
Zeugen ebenso strafbar, wie der Beschuldigte, aber beide, wier der herabzudrücken, wird von derschiedenen Seiten eine angemessene
Herr Vertheidiger meinte, obrihrer Dumimnbeit ju bedanern seien. hohe, allgemeine und möglichst wenige Ausnahme statuirende
Wenn man namentlich berücksichtige, daß der Beschuldigte. Staatssteuer vorgeschlagen. bei welcher sich auch eine besfere Auf -·
ein alter gebrechlicher Mann non,. 72 Jahren ist, der zu seiner sicht von selbst ergeben würde 9P
Zeit eine verdummende, einseitige und nicht aufklärende Erziehung 7Creuznach, 15 Jan. Der hiesigen Polizei ist et
and Bildung genoß, in einer Zeit, wo der Schulbesuch noch nicht vor einigen Tagen gelungen, in dem Orle Möorscheid (Fürstenthum
obligatorijch war, und es noch, Lehren von bösen und guien Geistern Birkenfeid) ein Indididuüm zu verhaflen, bei welchem sich 82 Stüuke
zab. Ferner wurde von dem Hexru Vertheidiger geilend gemacht, falfche preußische Suͤberihales vorfanden, und das bereits eine
daß es nicht genüge, eine derartrge als Gauckelei und fünfjährige Zuchthausstrafe wegen Falschmunzerei verbüßt hat.
nmithin als strafboar zu hetrachten. Ein Gauglex. müsse,, wenn er Der Iwischen Hessen⸗Darmsiadt und Pteußen abgeschlossen⸗
ürasbar sein sotg dig Schwache yd dechtglanhigieitgeiner Nehen- Fel uraphendetrog, überläßt let, gem die. Weshumntle upg, dez“

Cardinalshut erhallen. — Die rbmische Polizel hat bel den Pho.
—XD und Votles jahlreiche Photographische Repro
onen ee dn belegt, welcher das den
Thein gegen Frankreich vertheidigende Deutschland darftellt. Das
Insurwetians⸗ CTomite n Konre hatte hichen. Kupferstich am Neu⸗
jahrstage Hr. v. Santiges zugesandt. In Viterbo hai man einen
reichen Grundbesitzet, Herrn, Leali verhaftet, der eine Bande von
mehr als 150 Garibaldianern recrutirt hatte, die bereits aus
talienischem Gebiete ganz nahe an der romischen Grenze zusam⸗
mengetreten war. In vielen Staädten Italiens, namentlich in
Neapel, werden rolhe Hemden für die neue römische Expedition
angefertigt. Alle tragen auf der Brust ein Kreuz und ein V
(Vendetta), d. h. Rache für Mentana. Auf der anderen Seite
ist An den Reihen der Zuaven nur die Rede von der „Wiederer⸗
oberung Umbriens, der Marken und der Romagna.“ und die Be⸗
fehlshaber bestärken diese gefährlichen Illusionen unter den Solda⸗
jen. »Man sieht in jüngster Zeit neue Silbermünzen von 1
Fre. and 6 Fr. Werth, die auf der einen Seite das Bild Franz' DI.
auf der andern die Inschrift: Consederaziono Italiana tragen
Der Besuch, den der Graf v. Sartiges am Neujahrstage dem
stönige von Neapel gemacht, hat großes Aufsehen erregt.
Nom, 20. Jan. Das,Giornale di Roma“ dementirt
vie Gerüchte, daß die Thore von Rom geschlossen worden seien
und daß ein blutiger: Zusammenstoß zwischen Zuaven und Gari⸗
baldianern in der Provinz Viterbo stattgefunden habee.
Spanien. 3
Madrid, 16. Jan. Die amtliche Zeitung verdffentlicht ei⸗
nen Bericht des Staatsministers Avdazola an die Koͤnigin Isabel,
welcher die „unbestreitbaren canonischen Rechter der Krone Spa—
nien auf Ausübung eines Patronatis zu Jerusalem in Erinnerung
bringt, das in neuester Zeit ganz vernächlässigt wurde. Es is
nun eine eigene Commission dafür ernannt. 53*
NAmerika.
New⸗York, 9. Jan. (Per Dampfer eingetroffen.) Die
demokratischen Staatsconventionen von Ohio, Indianag und West⸗
dirginien haben Resolutionen zu Gnunsten des Finanzplanes von
Pendleton angenommen, der auf die Besteuerung dezs Bonds und
Finlösung derselben in Papiergeld hinausläuft. Die Resolution
der Convencion von Westvirginien empfiehlt zugleich Pendleton
als Candidaten für die Präsidentschaft.. 6
a.. Trotz seiner Staatsstreichdrohungen hat Präsident Johnson
dem Senat Ordre; parirt und laut Beschluß desselben den, ent⸗
lassenen Kriegsminister Stanton wieder in sein Amt eingesetzt.
Grant gilt allgemein als der Präsidentschafts-Candidat, welcher die
neiften Aussichten haa
        <pb n="39" />
        Lel egraphenwesens im Srogherzoglhum. und zwar ohne Abgaben⸗
verpflichung. Auf den Telegraphenstalionen der Eisenbahngesell
schaften, mit einziger Ausnahme der in der Festung Mainz ge—
legenen Privatdebesschen zur Beförderung angenom⸗
men werden. 4 5
fF Ebingen, 15. Jann Im Laufe des heutigen:: Vor⸗
mittags hat hier ein schauerlicher Unglüdsfall ereignete: Ein
fünfzehnjähriger Bierbrauerlehrling, der brave hoffnungsvolle Sohn
eines hiesigen Bürgers, stürzte undersehens in den fiedenden
Bierkessel und wurde, schrecklich am ganzen Körper verbrannt
und zugerichtet, seinen bedauernswerihen Eltern ins Haus getra⸗
gen, wo er nach wenigen Stunden seinen großen Schmex—⸗
zern erlag.. —— *
. Das deutsche Bundesschießen in Wien wird zufolge des
Beschlusses des Centralcomite's am Sonntag, den 26. Juli, mitdem
Feftzug eroöffnet werden. Das Schießen beginnt unmittelbar am
Montag darauf und wird wie vorläufig bestimmt, durch zehn Tage
fortigesetzt werden. Die Anmeldungen zum Eintritt in den deut⸗
schen Schützenbund sind schon jetzt sehr zahlreich: so find in den
lehten Wochen uber 800 neueingetretene Schützen beim Centralcomite
angemeldet, darunter namentlich viele aus Steiermark. Nach allen
Anzeichen dürfte die Betheiligung aus der österreichischen Monarchie
eine änßerst lebhafte werden und aus dieser allein schon auf
6—6000 Schützen zu rechnen seiin.
.In Brünn ist am 17. Januar die Mutter des Ministers
Giskra gestorbhen. n
Die Vergiftung der Gräfin Chorinsky.) Die Wr. Med.
Wochenschr. bringt nachstehende auffallende Nachricht: „Wie wir
hören, wurde die des Giftmordes beschuldigte Julie v. Ebergenyi
borgestern der hiesigen Irrenanstalt als geisteskrauk übergeben.
Die Uebergabe soll in Folge der Gutachten der hiesigen Gerichts-
Arzte erfolgt sein.“ Uns (setzt die „N. fr. Pr.“ dieser Nachricht
dei) ist bis zur Stunde von dieser neuen Wendung des Prozesses
nichts bekannt geworden, was dieselbe bestätigen würde. — Und
die alte „Presse“ erklärt: Nach eingezogenen genauen Erkundigungen
an lompetenter Quelle ist an dieser Nachricht kein wahres Wort.
7 Die indirekten Steuern in Frankreich haben im Jahre
1867 1252,240,000 Ircs. betragen.
fPariser Sittenbildchen. Vor einiger Zeit ver⸗
ior Vicomte Dario im Spiele, in einem der Pariser Cercle, wo
das Spiel mit unerhörter Leidenschaft getrieben wird, an 2 Mil⸗
lionen, darunter 600, 000 Fres. an sthalil-Bey. Man kaun Schul⸗
den haben, Spielschulden aber müssen bezahlt werden, und da er
nicht zahlen konnte, überließ er dem Bey seine vorzügliche Gemäl⸗
desammlung moderner Meister. Jüngst nun verspielte Khalil⸗Bey
im Cercle des Moutards in einer Nacht 1,200,000 FIrcs. und
in diesem Augenblicke verkaufte er im Hotel Dronet seine Gallerie
um ... seine Spielschuld zu deden.

Florenz. 12. Jan. Aus der Terra di Lavoro kommen
traurige Berichte über das trotz dem Winter zunehmende Räuber—
chum. Zu Viticusa nahmen sie den Bürgermeister von San Vit⸗
tore gefangen und gaben denselben erst gegen ein Lösegeld von
14,000 Ducati frei, nachdem sie ihm vorher ein Ohr abgeschnit⸗
ten hatten. Zu Venafro hatten sie den Bruder des dortigen Bi—
schofs gefangen, welchen sie erst nach Zahlung von 10,000 Du⸗
zati frei gaben. Bei solcher Beute bezahlen die Räuber ihre Le⸗
bensmittel so splendid, daß kein auch noch so strenges Verbot die
Landleute abhalten kann ihnen dieselben zuzutragen. Für einen
Schinken z. B. zahlen sie einen Napoleon, für ein Huhn 5 Fran⸗
ken, für ein Körbchen Maccaroni ebenfalls 5 Fres. Eine Seelen⸗
messe für einen ihrer Gefallenen bezahlten sie, wie die bei Gericht
liegende Quittung des Geistlichen ausweist, mit 836 Ducati (ein
Ducati ist zwei Gulden im 243 Guldenfuß.) Vier arme Wald—
hüter dagegen ermorderten sie vorige Woche auf eine barbari⸗
che Weise.

Bern, 14. Jan. Das auch im Auslande verbreitete Ge⸗
rücht, der von dem bekannten Vergiftungsprozesse her bekannte Dr,
Demme lebe als Arzt in Merxico, seine und Flora Trümpy's
Vergiftung in Nervi bei Genua sei eine mit guten Freunden ar⸗
rangirte Komödie gewesen, welches Gerücht nicht nur bei dem großen
PBublikum, sondern auch bei mit jenem Prozesse wohl vertrauten
Juristen Glauben fand, hat seit vorgestern neue Nahrung gefun⸗
—
ärs von der aus Mexiko nach Algier zurückgekehrten Fremden⸗
legion in Bern ein. Von diesen äußerte einer bei Erzählung sei⸗
ier Erlebnisse in Mexiko (und beslätigte es in einem Verhöre vor
dem Regierungsstatthalteramte), er sei dort an der Cholera er⸗
trankt und von einem Dr. Demme behandelt worden, der ein ge⸗
borner Berner sei; seine Beschreibung stimmt mit dem Signale
nent Demme's vollständig überein. Rach der Berner Zeitung
jätte der Mann in seinem Verhöre selbst ausgesagt, Dr. Demme
habe ihm einen Brief an seinen Bruder in Bern mitgegeben, bei
dessen ÜUbgabe er 2 Fres. Trinkgeld erbalten habßee

7Die Rew⸗Yorker Handekszeilung“ bringt die Nachricht
üwer die vom 1. Juli 1868 an eintretende Veränderung des
Porto's nach and von Nordamerila. Die bisher mit 41 Krenu⸗

er Porto belegten Briefe kosten von nun an 15 Cents (etwa
2 Kreuzer), es sind dies die mit geschlossener Post via Eng⸗
and beförderten. Die anderen, über Bremen oder Hamburg ge⸗
endeten kosten statt 28 Kreuzer 10 Cents (etwa 15 Kreuzer) für
den einfachen Brief von 15 Grammes (2/3 Unze), wenn sie fran⸗
irt werden, außerdem aber etwas meht (wie es heißt: eine Geld⸗
trafe, ohne daß angegeben wäre, in welchem Betrage.) Zeitun⸗“
jen im Gewicht bis zu 4 Unzen (8 Loth) kosten 8 Cents wenn“
ie schwerer wiegen aber 83 weitere⸗ Cents für jede 4 Unzen oder
Zruchtheile davon; diese müssen aber francirt werden, sonst wird

)as Porto berechnet und mit einer Geldstrafe erhoben. Unter
zleichen Bedinguagen werden Pakete, Druchssachen und Muster zu
Cenis pro 4 Unzen oder Bruchtheile derselben befoördert. —

Bei der geschlossenen Post via England kosten Zeitungen 4 Cents

xo 4 Unzen, Buch⸗Pakete x⸗ Cents pro 4 Unzen, mit Auf⸗
chlag hei groͤßerem Gewicht und mit Francaturzwang. — Wäh⸗

end ich Vorstehendes als Neuigkeit aus der Süddeutschen Presse“

uusziehe, erfahre ich, daß der Tarif schon in Geltung ist, die Briefe

iber Bremen oder Hamburg nach Nordamerila schon jetzt mit 14
reuzer (10 Cents) francirt werden können.

r Der „Newyork Herald“ entwirft von den materiellen Zu⸗
länden der nordamerikanischen Union jolgendes Bild: „Drei Mil-
lionen Menschen im Süden auf dem Punkle, Hungers zu sterben
ind 800,000 Arbeiter in den Nordstaaten ohne Arbeit und Ver⸗
dienst — das ist in zwei Zeilen die Bilanz des Elendes in den
Vereinigten Staaten ··

Gie bose 7 oder die Galgenzahl.) Jede mit 7 endende

Jahreszahl war seit 70 Jahren für Handel und Finanzen der⸗
Jängnißvoll, eine wahre böse Sieben. 1797 stellte die Bank
von England ihre Baarzahlungen ein. 1807 trat in Folge der
PRapoleon'schen Siege und des Friedens von Visit eine furchtbare
Entwerthung des preußischen und österreichischen Papiergeldes.
1817 war die stärkste Mißernte und Hungersnoth dieses Jahr⸗
junderts. 1827 die Nachwehen der englischen Krisis der vorhern⸗
zehenden Jahre auf den Continente. 1837 im Mai die Zah⸗
ungseinstellung saämmtlicher nordamerikanischer Banken in Folge
der Handelskrisis von 1835 —36 und der Bankmaßregel des Präsi⸗
»enten Jackson. 1857 die Hungersnoth in Irland und die furcht⸗
dare Theurung der Lebensmittel in Europa und Erhöhung des
Bankzinsfußes in England auf 8 pCt. als Folge der Theurung
uind Eisenbahn⸗Spekulation. 1857 der gleiche Bankbruch in Nord⸗
imerika wie 1837, und 1867 Hunzersnoth in Schweden, Finn⸗
and (Rußland), in der Provinz Preußen, in Tunis (Afrika).
heure Zeit in ganz Europa, kein Vertrauen im geschäftlichen Ver⸗
lehr, viel Arbeitslosigkeit. (Bl. d. f. Bil).

F Der Butterbaum in Afrika. Im Innern Afri⸗
da's namentlich bei Rabba, findet sich ein hoͤchst merlkwürdiger
Baum, den die gütige Muiter Natur dahin gepflanzt hat, um den
Fingebornen auf leichterem Wege eine der Wohlihaten unserer
stindviehzucht zu gewähren. Der Baum auf den ersten Anblid
der amerikanischen Eiche gleichend, wächst dort wild, wird aber so
joch geschätzt, daß, wo die Wälder zum Anbau ausgerottet wer⸗
den, siets die Butterbäume stehen bleiben. Die sterne der Frucht.
ihnlich den Oliven, werden zunächst in der Sonne getrocknet, dann
in Wasser gekocht und ihrer dünnen grünen Schale entledigt. Un -·
jer denselben befindet sich eine weiße. breiähnliche Masse, welche,.
körniger und wohlschmeckender als unsere Butter, einen Hauptnah
rungszweig der Eingeborenen und einen bedeutenden Artilel fürn
den Binnenhandel ausmacht, weil sie, auch ohne Salz, nicht sonn
chnell dem Verderben ausgesetzt ist, wie die Milchbutter.

7Ludwigshafen, 16. Jan. Das Betriebsergebniß
der pfälzischen Ludwigsbahn im Monat December 1867 ist fol⸗
jendes? Summa der Betriebs-Einnahmen 262,999 fi. 10 kr.;
mehr im December 1867 gegen den gleichen Nonat 1866 29, 988 fl.
z1 kr. Gesammteinnahme in den verflossenen 12 Monaten des
Jahres 1867 2,687, 272 fl. 34 kr.; mehr gegen 1866 304, 384
I. 14 kr. Die pfälzische Maximiliansbahn hatte im Monat De⸗—
tember 1867 eine Gesammteinnahme von 70,479 fle 34 fr.
Mehreinnahme im December 1867 gegen 1866 683 fl. 25 kr.
Besammteinnahme in den verflossenen 12 Monaten des Jahres
1867 752, 926 fl. 25 kr.; mehr gegen 1866 92,961 fl. 9 tr.
Im Monat December 1867 hatte die Neustadt⸗Dürkheimer Bahn
ine Gesammteinnahme von 5673 fl. 41 kr.; gegen den gleichen
Monat 1866 eine Mehreinnahme von 695 fl. 27 kr.; Gesammt⸗
innahme in den verflossenen 12 Monaten des Jahres 1867
35,539 fl. 28 kr.; mehr gegen 1866 3,190 fll. 25 kr.

—Die Fehlgeburten beim Rindvieh köonnen eifab⸗
undsmäb:a durch sebr derschiedenartige Ursachen. Stöße. Schläge.
        <pb n="40" />
        asches, Zagen, Vollblütigkeit, Raigrng zzugVerdauungsfehlern,
Schwacht der Gebarmutter, Husten, schaͤdliche Pflanzen, o Taanlen
nit zu lallem. Wasser, verstaubtes und verschimmeltes Futter! Ue
zerfuͤtterung mit blähenden Futtermitteln, nasse Weide, zu warme
oder zu warmfeuchte Stallungen, zu abhängig angelegien Fuß⸗
boden ⁊c. peranlaßt werden, allein besonders beachtenswerth dürfte
der folgende Fall pon Massenverkalbungen sein, weil er zeugt, wie
weit die Vorsicht den träͤchtigen Thieren gegenüber zu gehen hat
In Worchow a. d. M. lkommt vom Jahre 1859 an alljährlich
eine solche Menge von Verlalbungen vor, wie es noch niemals
vorher der Fall sgewesen war, alle angestellten Untersuchungen über
die etwaigen Ursachen blieben erfolglos und die Viehhalter
zerielhen durch den, mit, dem Verkalben immer verbunde⸗
nen Viehhandel, und Viehtausch nehr und mehr in das
Bedraäͤnge. Ganz zufällig gewabrie ein jachverständiger Wanderer,

pah das Viehhla grofz wwin kletm inetwen: mit Wosser geftalllen Saͤrd
zen ˖ der Spriughrungen)die:· zugleich als Waschbecken dienten, ge⸗
ränkt wurden e Er kam auf den Gedanken! daß hier die Ursache
des ihm bekannt gewordenen bekla genswerthen? Uebels liegen möge.
Nicht unlerlassend, an geigneter Stelle seine desfalsige Beobach⸗
ung und. Meiriung anzubringen, wurde im! Jahre 1863 Sorge
getragen; die Waschsärge in derart anzuhringen, daß sie dem Vieh
nicht zugänglichwaren? daß also letzteres stets kliares Wasser sau⸗
jen konnteSchon in demfelben Jahrgange wurde eine beträcht-
liche Verminderung der Fehlgeburtfälle beobachtet und es haben
ich dieselben in den letzten Jahren in der Art verloren, daß fie
nicht mehr betragen als der erfahrungsmäßige Procentsatz beträgte
Wir haben geglaubt im allgemeinen Interesse auf diesen Fall auf⸗
nertsam machen zu ijoslen, wen wir wissen, daß auch in manchen
anderen Orten derartige Uebelstände bestehen. J
——— ν J— * 444— —
zeBekanntmachung.....
Bergebung des Deckmaterials auf die Staatsstrassen in den
Sezirksamten Homburg und Zweibrücken.
.Bufolge Entfchliegung Königl. Regierung sott für die beihen Jahre 1868 ümd
1869 die Lieferung des nöthigen Deckmaterials ãuf! die Staatsstraßen in vem Begirke
der unterfertigten kgl. Baubehörde an den Wenigstnehmenden vergeben werden.
Bedingnißheft' und Looseintheilung liegen von heute an im Bureau der, unter⸗
fertigten kgla Baubehörde zur Anficht aaff.
5 Abschriften der Looseintheilnng und Submissionsformulare können daselhft sowie
bet jeden Siraßenwürter ii Empfang genommen werden.
Die Submissionen selbst funde in verstegelten Couberts“ mit' der Aufschrift.
„Submifsfion für Lieferung von Straßendeckmaterial⸗ bis langsteng Donu⸗
aerstag den 830 dieses Momats Vormittags UI Uhr anher einnzureichen .
surüe — BZuyeibrücen den 16. Januar 1888 we — —
—* y e R Konigl. Baubehörde: — ιιννν a ie
vt — Ziegenhain? — — *
—W. 4 .MSS.
Fenerversicherungsbank für Deutschland
euerversiche
in u. 4 2. 4441 —V
— —— e in Got h d. ι α νν
aͤr 3 ——
Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbank für Deutschland zu Gotha wird
dieselbe nach porläufiger Berechnung ihren Theilnehmern für 1867 ι νααιν
V αöο Proont.)
ihrer Prämieneinlagen als Ersparmitz zurückgeben. 3 —*
Die genatie Berechnung des Antheils für jeden Theilnehnier der Vank, jo wie der
vollstandige Rechnungsabschluß derselben füt 1867 wird am Ende des Monats ⸗Mai
2 I! erfolgen. — — F J
Zur Annahme von Versicherungen für die Feu erversichernngsbank sind cdien Nntea-
zeichnesen jederzeit hereit. —
5 5 Sritz Panzerbieter in St. Ingbert.⸗ αα n ⸗ 733
euJe Pracht in Zweibrücken. für die Kamone Hornbach uͤnd Zwesbrüden
J 72568 .3.. t da 7 3 — 16 —
* J J J e * J * A J : veν 3131
ADx LEOTEDRS DALIEMAGNE, DADTRIOBEB EFDE SISSE.
&amp; partir du It janvier 1868 MM. HAASRNSTEIN&amp; VOGIMXR (Otffices deè
publieité PFraneforb s/M., Hambourg, Berlin, Leipzig, Vienne et Bale), sont SCDLS
harges de receroir, dans touts PAllemagne, PAittriche et la duisso, les annonces
ʒt cclamas destinees à LINDRPENDANGCE BELGD. Gest donc BXCLUVSIVEMENI
àlours maisons que devront g adresser les personnes de ces divers pays qui déxireraient
pronterde Ia publicits de · INDEPRNDANC. 777737
AI.Administration de IIndépend anco belge d Bruxelles

8 —42 — ——
Geschäfts-Empfehlung,
AIch mache hiermit die ergebenste Anzeige
naß ich mich: vn hiefigecs Plahe ala Fean
senhauermeister olablitt habe nuballe
rin dieses Fuch/ oraschlagenden⸗ Ardeifen un⸗
ter Zusicheruug veeller und billiger Bedie⸗
nung übernehme —
Georg Buchhardt,
wohnhaft in der Kohlenstraße nahe an der
Maschinenfabrik.
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Abolph Fritsch,

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21 x., disto Gor. AI t. Gemischthron
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Holzversteigerung .Versteigerung ponren —egeete het
8 I ⏑ — 7. leisch 16 kr.Schweinefleisch 18 r, pex.
i. dem Gemeindenial Erfweiler /. M ¶ ch unen. bo Wen 24 I Vie e pe i
r— i n iter 26 kr. per Pfundb. 6
a * runs neg Vonuerdtag denh. Jannar 1868 des unter H
woe u Erh iet Dormittagg un UOns Attr auf dem Marhn Fruchtpreise der Star
⸗ e Digtzelswies versteigerre ahe, gu Zweibrüden. werden auf mehrsähe FKaiservlautern von 21. Januat
lus F s —5 n Klase rige, Zahlungstermine öffentlich versteigert: Weizen 8f e3 orn 7 r.“
etee, ee ee en 8 ih e ge ——
—
28 BPBrügelholʒ J. und II. , ”Ñn ve 3 ee t ee
800 buchene Wellen.!»Ii.i r, . Notar. tt F
sch GE-fl.3 Ar· per SBen nerze
Eweilet den 21. Januar 1858 4 l. Ein-braver *eunge wird in. die L. atfes Pig ——— ——
Das Vulrgermeisteramt ¶ angenommen hein D mischthrod 1644 lr. nund 2 Pfd.
Braunberger. u G. Buchbhardt, Feilenhauermeifier. rod 16 tr.. »7 346
— 9 9* i Prdattion Drudegyd Perlag von F. X. Demeß in St. Jugbert. 5 — 79 r—

354
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        —— in d ese n c ι ι ,ν ιαα νν.
59 1 i V 4 J ,
StIngberker Anzeiger
— Mo— 434 — ——
de —6 * e 1. * I n 1341 And u⸗ ad. r 00
3 J * in Sele t — — — * sKaerun ner weenne23578
eleeeee nhu 637 7 8 * 8 53 * —
Der Su In gbert ere Anz ei g er“Anii seinem Unterhallungsblatte eilchein wdchenttig dreimal: Dienstag, Donunerbtag
und Samsta g. UAbonnementsbreis vierteljahrig. 20 Krzr ader 3 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeil
a e n ettetent prlen, a-Wlattschrifur odernderen Rauim Nreon
S————— ——ret J 77
Nro. 11. Saumstag, der e nuar
— Deutschland.
Zweibruucken, 28. Jan. Die auf' heute ausgeschriebene
Versammlung der Urwähler zum Zollpärlamente aus dem Wahl⸗
bezirk Zweibrücken ⸗Pirmasens hatie Nachmittags 2 Uhr im hiesigen
Fruchthallsaale ftatt, war aber — wohl des schlechten Welters
wegen — nicht stark bejncht, indem kaum 60 Perfonen, zum gro
zern Theile hiesige, erschienen waren. Advocat Gulden trat 'als
Rednet auf und setzte den Zwed der heutigen Versammlung, die
Bedeutung des Zollparlamentes und die Aufgabe des zu wählen⸗
den Abgeordneten auseinander, schloß dann mit dem Vorschlage
den Fabrikanten Adolph Schwinn zu wählen. Dieser erllärie di
Wahl anzunehmen, wenn ihm das Vertrauen geschenkt würde, und
in dem Sinne des zu Kaiserslautern aufgestellten Prozramms zu
wirken. Der Vorsitzende stellte schließlich die Frage, ob irgend Je⸗
mand einen Gegenvorschlag: zu machen habe, und schloß, da die⸗
jes nicht geschah, die Versammlung mit dem Bemerken, daß der
aufgestellte Wahlcandidat überall empfohlen werden sollte. (Pf. Z.)
München, 22. Jan. Im Einlauf der Kammer der Ab
geordneten ·befinden sich: Eingabe von Oekonomen der Pfalz, Gesetz⸗
entwurf über den Malzaufjchlag betr. — Bitte von 49 Branni⸗
weinbrennerei⸗Besitzern aus den Kantonen Kaiserslautern und Ot⸗
lerberg. Gesetzentwurf über den Malzaufschlag bettr. — Bitte des
Vorstandes der Stadt Wachenheim, gleichen Betreffs. — Die Be⸗
rathung des Ausschusses über die Einführung des Malzaufschlags
in der Pfalz wird am nächsten Samstag stattfinden.
München, 22. Jan. Die „Correspondenz Hoffmann“ mel⸗
det, Bayern beabsichtigt dem am 14. Ociober! 1867 abgeschlosse⸗
nen Schifffahrtsvertrag zwischen Italien und dem norddeutschen
Bund beizutreten und hat an Preußen und Italien hievon Mit—
theilung gemach.
München, 23. Jan. Das Centrum und die Rechte der
Abgeordnetenkammer ertlärt sich fur die pvom Kriegsminister, be⸗
züglich des Contingentgesetzes, beantragte Modification. Die An⸗
nahme des Artikel 2 in der Fassung der Reichsrathskammer durch
das Plenum der 2. Kammer wird erwariet und das
Zustandekommen des ganzen Gesetzes dürfte somit als gesichert zu
betrachten sein. — Durch allerhöchstes Rescript von 22. d. M—
ist der Landtag bis zum 14. März 1868 inci. verlängerl worden
München, 28. Jan. Der Finanzausschuß der Abgeord⸗
metenkannner, hat beschloffen, auf die Regierungsforderung bezüg—
lich der Beamten⸗Gehaltstegulirung micht einzugehen, von einer
Berichterstattung an die Kammer hierüber⸗ abzuschen und dies zur
Norm bei der Budgetbearbeitung zu nehmen.⸗ 6
Btttg ur 20. Jan: Oie Ritterschaft hatle gestern eine
Versammtung zu Eßlingen, worin eine Adresse an den Konig ge⸗
gen den neuen Verfossungsentwurf beschlossen wurde, weil derselbe
ollen bisherigen Bevorrechteten ihre Standesvertretung beläßt und
oz· · Z. WGeistlichkeit, Universitet und die, guten Städte“ die bisher
uin. der zweiten Kaminer saßen, in dien erfien Kammer verweist und
ddie Ritterschaft Janz allein, welche bishet 18 Abgeordnete in der
zweiten Kammer gehabt hatte, Mon aller und jeder Standesder
wetung ausschließt .. ι .
Wien, 21. Jan. Die Nachricht, Graf Festeties, der un ˖
zarische Minister am Hofe, werde als Minister ohne Portefeuille
in das Reichsministerkum treten wird dementixke
Die Ne Ir. Pre“e sleht in der Ablösung Johns, des Sie⸗
gers von Custozzei, durch: Frhrehe Kühn des Veriheidigers Th—
tols gegen die andrängenden Garibaldianer, lediglich ein Perso—
nenwechsel. Ersterer war für unbedingte Igennaͤne Wehrpflicht
für Einheit des Heeres; Niemand könne bee Aniwort geben.
ob dies nicht auch· der ietziere sei. u
Prag, 20. Jan. Der „Presse“ telegraphirt man uͤber einen
hier stattgefundenen Cradall: „Gestern Abend gegen 7 Uhr rottete
Ich- eine große Vonscheumusse ia Derl Caustn zafse zusammen-die
unter Anstimmung einer Katzenmusik und Schimpfworten gegen
Beust. Steine gegen die Casinofener warf. Die Communal.
Wachmannschatt Gendarmeri⸗e und die StaatsholizeiOccqaue r.

schienen und forderten die Rotten auf, ause inander zu gehen. De—

Burgermeisters Klaudy Rede, sowie Hulesch's Bemühungen, zu be⸗

ʒesänftigen, blieben anfangs fruchtlos; endlich zog aber die Menge

inler Slavarufen und „Kej Slovano“ singend vor die czche chische

Beseda am Graben. Dr. Klaudy suchte die „Kein Facelzug“⸗

kufer abermals zu beruhigen, aber vergebens. Der Massenzug

ung nun auf den Roßmarkt zur Wendelsstatue, wo das „Syaty
saelaves und, Hospodino pomiluj“ gefungen wurde. Auf die

Worte: „Zweck erreicht, auseinandergehen“, erfolgte dann die

Auflösung der Menge. Einzelne Artetitte wurden durch den Prolt⸗

ariats ⸗Andrang befreit. Im zehn Uhr herrschte wieder KRuhe.

Die czechischen Techniker hatten durch gedruckte Placate eine Aus·

jorderung zur Demonstrations⸗Theilnahme erhalten. J

Frankreich.

Parxis, 19. Jan. Heute Nachmittag sind auf dem Fried⸗
hof von Paffy, wo sich größere Gruppen dor dem Grabe Proudhon
zebildet hatten, wieder mehrere politische Verhaftungen vorge⸗
rommen worden.

Paris, 20. Jan. Die „Patrie“ wirft den russischen Jour⸗

nalen vor, daß fie sich bemühen, das gute Eindernehmen zwischen

Preußen und Frankreich, wodurch die Gefahr der Verwidelungen
im Orient ausgeschlossen würde, zu hintertreihen.

Die „Presse“ versichert — und sie ist in der Lage, dies zu
wissen — daß der Nuntius, Migr. Chigi, bisher keinen Auftrag
von Rom erhalten hat, dem Kaiser einen geweihlen Hut oder De⸗
gen zu überceichen.

Paris, 21. Jan. Jetzt gehen auch aus Languedot, be⸗

sonders aus den Departements der Ardoͤche und des Gard, Klagen
über den Nothstand ein, der hier durch den großen Ausfall in ber
Seidenernie deranlaßt ist. In Mondbeliard in der Franche⸗Comts
jaben wiederholte Unruhen unter den unbeschäftigtn Arbeitern statt⸗
zefunden; diese suchten die Fabriken des bedeutendsten dortigen
dauses zu erstören, wurden inzwischen von anderen Arbeitern da-
can gehindert. Die Regierung ist sehr alarmirt über all diest
VBorgänge. Dazu noch andere Verlegenheiten. Der Finanzminifter
Dagne z. B. hat gestern wieder Deputirte der Befitzer der mexi⸗
ranischen Obligtionen zu beschwichtigen gehabt: er sagte denselben,
meist Senatoren und Deputirten, die Entschädigung sei „im Prin⸗
cip“ angenommen; es handle sich nur noch um — die Ausführung!
Besonders freigebig sind die Franzosen bekanntlich nicht. Fur
die Nothleidenden in Algerien, die — ohne Uebertreibung —
zu Hunderten auf den Straßen und öffentlichen Plaätzen Hungers
sterben, sind bis jetzt nur 30,000 Franken durch Subscriplion pu-⸗
sammengelommen.

Siecle? verdffentlicht eine Erllärung des Comites der dol⸗
aischen Flüchtlinge, in der alle Gütererwerbung in Luthauen,
Volhynien und der Ukraine durch Nichtpolen bei den von der rus⸗
sischen Regierung verhängten Zwangsversteigerungen für null und
nichtig bezeichnet werden. Diese Leute werden im gegenwärtigen
Augenblick der oifficissen Schwadronaden gegen Rußliand wiever
einmal gehätschelt, um natürlich bei erster Gelegenheit abermals
im Stich gelassen und desavouirt zu werden.
Parus, 22. Zan.“ Die kaiferlich franzosische Regierung hat
der italienifchen Regierung erlaubt, zu Neapel und Turin Vice⸗
könige zu installiren, doch hat der französische Gesandte zu Nom,
Msg. Sartiges, Weifung erhalien, nach Neapel zu gehen, umaoe
risu über die dortigen Zustände berichien zu können

Paris, 28. Jan. Wie die ‚Patrie“ meldet, ist der Com⸗
menkar zum neuen Armeegesetz an mehrere Persönlichkeiten ver⸗
heilt worden. Indem dasselbe Blait constatiri, daß die dem Frie⸗
den günstigen Tendenzen mit jedem Tage in den Regierungstrei⸗
sen von Deutschland, England und Frankreich ftärker betont wer ⸗
den⸗ sagtes, Rußland allein fehle im friedlichen Concert, und
jügt hinzu: Datz allenthalben sich fühlbar machende Friedensbe⸗
dürfniß werde der Idee zum Triumph verhelfen, von welcher der
Qaiter beim Vocichlao einas Conarefies quöüεnοιεν ih — Mar
        <pb n="42" />
        2 2 —V ——— 228 2222 X.
äli für gewiß, daß eine Anleihe von 736 wotNmuitirt wer⸗ —XRXV Maben soll. 5 Landes⸗Versamenlurg be⸗
8 d e ee emig vliehfn Snd die Slände Versammlung“ die Bitle zu richten, daß
ʒ —** 8 vnwirten daß *tünftig die Sonn ug F Nag
— J — * 5 44 44 * e mi
Der Prinz svir Waleg.⸗ der lunftige hronecbe Englands. 67 eee e 3 Vge
sis durch —v—n —3 Zeenewandel ziem⸗ legium der Reichen werden. 2. die Mitgli⸗der haben fich alles
iich undopulaͤr gemacht. Sein Vater, Prinz Albert. hatte ihm zesunden Menschenverstandes zu enthalten, um durch die Theil-
durch Sparsambeit eine sehr hübsche Rente himlerlassen, die gben nahme an diejer großpreußischen Schöpfung nicht den zur Her—
breis aant Wyhen Vorschutdung vlar smanz r n Dohe sehnsgeeinee n gen Denclanes udthagen dataotisnmus -gu
einer Mutter.ist. der Pring fast ein Fremdling Es it dies um Jeführveu 3.. Das Comité der⸗ Volkspartenn hat min dem⸗ Kaiser
Athtiterelaffe ohnehin hon China in Unterhandlung zu treten, um die Steine der großen
cepubslamisee Begenungen um ch geiee h aati Chinsischen Mauer, die jetzt abgetragen wird, nuf billige Weise zu
d, 2. Inn. Die Suerivtion wut die ingate tb *88 soll eine Ahnliche aber 50 Fuß hoͤhere Mauer
—E wird am Donnerstag in Loidon Varis, Amsier⸗ erwerbenn N 56 re 3 *3 * —5
Wiene Pesthund Frantfurt q. M. -erbffnet Eswerden Uimn Fanz nutemberggehaut— werden u 3
e Pest 4 Mö!;— und Westen Thore hat. 4. Die Volkspartei muß dahinwirken,
—— DWhe anen d * o“ Francs mit ine Ie ende die Schwabenstreiche mehr' und mehr in Schwung zu bringen,
wr 5 m eea ee damit, eine o⸗ „berechtigte Eigenthümlichkeit“. nicht perloren gehe.“
er n o egen zu 354 Eine am 20. in Gaildorf (Würt.) ausgebrochene Feuers—
— J—7—
veruttheiut i e Süleh geren nn e—
—* ee J——— Italien. ezin Der Besitzer der Einhorn⸗Apothele in Berlin, Dr. Cõohn,
Aus Regbel lommen der Hävas'schen Correspondenz, Räche fsͤnler der Anmlage verbaftet, worden, bei den Arzneilieferungen
aichten zu von bedeutender Zunahme der Tebolutionüren Uustriebe für die Armee im Jahre 1866 vorschriftswidrig zusammengeseßte
der Boͤurbonisten. Eine Flugschrift“ des Generalz Ulloas . Mi ind solche, Medicamente geliefert zu. haben. weliche die Bestand-
nisters in partibus des Exkönigs Franz II., worin die-italienischt Heile, die sich, daran befinden sollten, theils gar nicht, theils
Tonfoͤrderalion“ don Neitem, in Vorschlag gebracht wird, ermuthigt dur in gedan gem Grade enihielten, wodurch. entweder gar keint
nie Voutbonisten bydeutend. Jeden Tgg kommen von Nong auf oder ing, nachtheiligg Virkung erzeugt und. nebenbei die Mülitärver⸗
cigende Nächrichten — Die. Neujahrsaufwartung des xanzos. ‚ Hey paltung um. die Sumine von angehlich 20. 000 Thle. betrogen wurde.
audten, Graf'v. Saͤrtiges, bei dem Erxkönig wird sür eine Er —0 4 —
ee n Sen dunen e een r Au feru f 428
andte der seinem spateren Aufenhalte in Neũpel. selbit Zegen diese Maghe allen uns zukommenden Berjchten ist der Nottftanden
Auslegung jeiner Wisite. protestirte und die Aufrechter haltunhz der — 8 Elrigen begrisffen. Veramaßt N chwirderheu⸗
talenijchen · Cinheit⸗nis rine. Nothwendigteit .Güetonten Nur die Nißernien imd befördert durch einen ungewöhulich kalten Winter
Jinanzmanner, welche sich mit ihm umterhielten.. sind won cihream ge das /Wlend jo groß, datz, menn micht: vajsche⸗ Hülfe geschaffen
Aberglauben an⸗ einr Restaͤuration zurückgekommen; und die Kasse —* srnee eee e
des Ertonigs ist leeter. alz jen Dent ¶ Pariser Blatte . Epogusen. gyecles iujeres Volerlandes zun besorgen sien
gehen cdenfalls Dichruhten * Neapel zu inn zufolge die boum lleberall regt sich? der Sinn für Wohlthätigkeit- überall erfol⸗
ponische Bewegung großeFortschritte nia cht.n Die Anssicht, daß genn Aufforderungen zur Umterfstützung und inmerfreulichster Weise
Reapel wiedararine Hauptstadt werden könne solt aumentlid von wdenten auch die- im der Ferne iebendenden Deunschen ver Noid
peu Veiteran doͤr Bewegung ausgebeutet werden. Wahrschemlich uin Vel e Ad
viejew Vesttebungenin gewissene Graden die Spitze ahzitbre chan Nachdem Seine Majestät der König ditrch allerhöchste Ent-
soll die italien ische Regierung mit dem Plane unugehenn zuri ide chließting pvom 14.2. dieses den mwitunterzeichneten Abgeordneten
Mönigreiche mit Turin und Neapel als Hauptstädten zu erxchten.) 3 38 * 448 An e — pin
gn Velo re n z, 2B.ß Igug Wie man. verunntit hat der zeriegs- Td Freiherrn von Stauffenberg aus Aug sburg nebß
minister zugesagt, der Vandesdertheidigungscomnufsion die Boriage Genossen gestattet hat, Beiträge zur Unterstützung der Nothleiden-
emes Plaues für Befestigung. der Grenzen zu muchen; gleichzeitig den: in Osipteuben in Empfaug zu nehmen, richten wir? an unsere
loll sich der Minister mit F Hersteluug det Sietze won.Mosta durch ihre Mildtbätigkeit bekanuten Landsleute die dringende Bifte.
nach der franzosischen Grenze einserstanden erllürt haben. Geaf lin unserm Vorhaben zu materstühen und durch zahlreiche Ga—
Apponyiist in Genua eingesroffen. 4 dem zunbeweisen: daß die Bewohner umseres schönen Bayerns nie—
—VVV—— —nmls zurückbleibenza wenn es gilt. die Noth in irgend einem Theil
c I3, anjeres.weileremn Vaterlandes / zu mildern.
izere t Man sagt; Daß die lönigl. dilialbank!an Ludwigs hafen Die Redactionen fämmtlicher baherischen -Zeitungen werden
don heute nn ur noch baverisches Pavbiergeld? annehme. freundlichst ersucht. diesen Aufruf in ihre Blätter aufzunehmen, fich
Diese Maßregel würde für den Geldverkehrder Pfalz eine grotze ir Empfangnahnie von Gelddbeträgen beren zu erllären und die
Brlästigung jein/⸗und. soll bei geeigneter Stelle rum Zurücknahme ingehenden Summen an den mitunterzeichneten Augelo Knorr,
Dexsetben ersucht werden. , 33.. Firme Angelbo Sabbia deim ir in München einzusenden. Ueber
— Aus Münche n. 20. Jan- schreibt das ., Frankf. Imit. die Verwenvung der Gelder wirt öffenslich Bericht erstatte werden.
Die Süddeutsche Presse,“nso hören wir, ohne Befremden, ist —
ihrem Ende mahe, Den Kostenaufwand, den zeine Zeitung“ von . 2. A. Jordan, Abgeordneler aus Deidesheim E. A. Bi—
diesem Umfange verlangt und die darauf verwandten Mittel und schoff. Abgeordneter aug ¶Wurzburg E. Erämer, Abgeord⸗
zrzielten »Einnahmen standen in keinem Verhältuißte zu Kinander. Feler oon Ruͤrnberg. Fried. Feustel, Abgeordneier aus Bah⸗
und die Dechuug des sich ergebenden Deficits wird jo wenig der Staal eulh. Eari Föckerer, Abgeordneser aus Vilshofen Freiherr
Als dien Cabinetsscosse iͤbernehmen wollen. “ voa Stanffenberg, Abgeordneter von Augsburg. Vngelv
Fue Heppeeuhei m, 21. Jgn. Auf dem hieligen Bahnhoß Kuvrr, Firma:AngelonSasbbadini in München. Franz
jand gestern Abend die, Erplosion einer mit Knallfilber gefüllten, FKrumbach, Abgebroneter aus Freising Auguft Framg
ach Frantfurt bestimmien Kiste statt« Der Gütererpeditor.ist le— Abgeordnẽter uus Windsheimne Leo Haenle, Aodͤgeordneter au
hensgefährlich verwundet. —, Absender Der Kiste noch unhelannt, Miünchen Dr. Bölk, Abgeordneler aus Augüburg. E. A. Wolf,
F Der Beschluß der Landesversammlung der württemberg. Abgeordnkser aue Wachenheim.“l 8R
Vollsbarlen (Nichtheiheiligung an den Jollparlamentswahlen betre) hetgertpuent us ageneun —
gibt dem „Kladd. . Gelegenheit, mie folgt zu, schreibeu:n „Aus Zut enlgegennahme und. Weiterbeförderung von Gaben für
Stuttgart werden uns noch folgende Beschlüsse mitgethilt, welche die nothleidenden Ostpreußen erllärt sich gerne bereit 9.
die. Landes· Versammlung der dortigen Wolkspartei“ Ham .88 . Die Redaetion des Anzeigers.
— —
63Bekauntmacuunng.
Zur Vornahme der Wahlauder bayerischeneubgeordneten n deutschen Zollparlamentegib
die unterfertige⸗ Behord? den Wählern nachstehendes bekanntu 6 ) Ie etnn baet 98
-α ιιι n ν * — αι ιν
nu ADie Wahl findet in sammtlichen Gemeinden am Montageden 10. Februar 1868 ftatt, beginut Vormittags vin
10 Uhr, und wirde Abends umnn Ge Uhr geschlossen.: B ιÑ n tιν ι JI αα
— π να νιαι rα ”ejen vi , ut
an.— O Swabros wod haru en Wirv in drel Dahlbezldtee ndethett Wie folghe d ö uι ιιααι μναιινιUνια.

—4—
        <pb n="43" />
        . Ocr erste? WalsWbezirk mit aner Bevdlkerung von Z33865 Seelen umfaßt demw, Stabtiheil Iaik, A wit Ausnghpje pir Vanznymen

Cmern 270 und 270d. i⸗ der Gefangenanstalb /und das Moligeigerichtsgefängnisses αα ve Gu
Wahlvorsteher: Der Stadtrath Wilhelm Eugen Schulz. α νNνν Vpte un mee ää
Zereeg —S — ndemann

en ugl Wahllolalr Das atholische Schulhaus. ”., ä — — J

2. der zweite Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 3160 Seelen umfaßt den Sladiheit Paen * 8 7 5
Wahlvorsteher: Der Bürgermeister Philipp Keller. 3391 puza z3 g
Slellvertretert: e Der Staltrathz Gottfrie Kullmann.
Bahllotal: Der Fruchthall saal.

3. Der denle Wahlbezirk, welcher mit Einschluß des Militärs eine Bevölkerung von 2508 Seelen nthält, X
den Staditheil Lit. O. sowüe die ämmtlichen wahlfähigen Pilitarpers J— —— b Adie bei⸗
den Hausnummern 279 und 270 , d. i. die Gefangenanstall und das Polizeigerichtsgefengn! —

.4 .Wohlvorsteher Der II. Adjunkt Johann Peru ch. ee
Scchderireler, Der Sladirgth Max von Hoffen fest..
ar Wahllokal Das protostautische Schulhaus.
jsu — a 7 * r ————
—B 7de3 le v oe 2339— 7 .33 PB2 — 7
Die Stadtgemeinde St. Ju gbertwird gleichfalls in drei Wahlbegirle cheslitt . 2 no adtauoꝰ
324.. Der ersie Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 3003 Seelen umfaßt dit linke Hälfte ber Stadt.O ich die Stadiviertel J.n. II.
I Wahlvorsteher: Ter Stadtrath Carl Michgel Lau . . nst itꝛe ,
hi n Stellvertreter Der Stadtrath Johann Josehh Grewenig. onente —u“.nu uα .νανο
wVahllokal Der Stadthaussaac. X58
zweite Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 1941. Seelen umfaßt die Stadiviertel I. und V. ιν
Wahlporsteher: Der II. Adjunkt Philjipp Gottmannzz ιιιι ιι_
Sellde teent: Der Kaufmonn: Johann Unhelejun,e on nig nn
vahuvtal: Das neue Zehrelbans n Ve
diilte Wahlbezirt win aner Vedolterung von' 2885 Seelen umfaßt die
Ingberter Grube, Schuͤrer⸗ Ziegelhütte.Elsterstein und Sitzweiler⸗Hof.
Wahlvorsteher: Der Bürgermeister Wilhelm Chandon.
Sitellverireier - Der J. Adjunkt Johann Hofmann.
Wahllokal: Der Oberhauser'sche Saal. w
Im Nebrigem bildet jede politische Gemeinde für sich einen Wahlbezirfk. t — J ———
Am Sitze dez Bürgermeisteramts ist der Bürgermeister Wahhlvorsteher, und der Adjunde Siellvartreter.
An den Rebenorten ist der⸗ Adjunkt Wahlvorsteher, und das an Jahren älteste Mitglied des Gemeinderaihs
Stelkverireler. 4 5 iιιι ,
Als Wahllbkale an- den Gemeinden dienen“ überalldie Gemeiude⸗ resp. die Schulbäuser.

— — —

4 27

J. z275 38 F
Wähler ist jehe An Fehörtger des bayerischen Staates, welcher dem Siaate erne —V s An er
zutrichtet, und 48. 23. Lebensjgher,zu,.r ückgelegt hat 7 α—, ae
Von der Beregtidung zum.Wählen sind ausgeichlossen: e *
. Personen, welche utter Vormundschaft oder Curatel sehen; X e r* 5 J F—
Personen, über deren“ Vermögen der« Concurs oder Foeilitzustand gerichtlich erbffnei worden ist, und zwar währende der
Dauer dieses Concurs⸗oder dallitverfahreus; —
Personeir, Wwelche eine Armenunterstütztuag aus öffentlichen oder Gemeindemitteln beziehen, oder im letzten, der Wabl vorher
zegangenen Jahre hezogen haben; J J
diesenigen Personen, welche wegen eines Verbrechens oder wegen Vergehens des Diebstahls, ber Unterschlagung des Betrugs
der Hehlerer oder der Falschung verurtheilt worden sind, oder in Folge rechtskräftiger Verurtheilung wegen eines anderen
Vergeherss die im Art 28Ziff. K und 5 des Strafgesetzbuches bezeichneten Fähigkeiten vder einzelne derselben derloren haben)
ae oferu sien in Diese Dechte uicht wieder eingesetzt worden iind.
Waͤhlbar zum Abgeordneten ist jeder Wahlberechtigte, der dem bayerifchen' Staate mindestens
dreüJahre ungebözrt— Verbuͤhte —bder durch Vegnadigung ertlassene Strafen wegen politischer Verbrechen schließen von der
Waohi nicht aus ι ννν ———— n
tanit. en ugz nier, ugß atttn ts e
uniNur Dieierigen jien di zaur THeinnashme an der Wab
aufgenommen,-in daen
Diese Waͤhlerlisten liegen beteits seit dem 10. Januar 1. J. überall in den Gemeinden bei der Ortsbehörde zu Jedermanns
winsicht in der Dauer von mindestens acht Tagen · zum· Zwede allenfallsiger · Reclamationen und Einsprachen auf, und werden die
Wahler im Zweifelsfalle · gut hunz bon· dem Rechte ! der Einsichtnahme und evenduelse der Reclamation rechtzeitig Gebrauch zu machen.
4 ιν V—- ν⏑O 1
n S Die Wahl isf eine Direete. Es hatalso,“ da im Wahlbegirk . Jawee ibrückehr,Pirmasens nut? ein Abgeordneter für
zas Vollpärlament gewithlt wird. am Wahltage des 10. Februar nächsthin jeder Waͤhlen gleich den in's Zollparlament zu sendenden
Ubgeordneten iselbst zIu wählen, sohin auf seinen Stimmzettel nur einen Namen, nämüch desjenigen Mannes, den erals Abge⸗
ordneten in das Zollparlament wünscht, zu setzen. “ 9 *75 7 3 . — — duii
u ιν 2* * „VIII. —D I 3vd!. —DD———— gog
.Das Wahlrecht wird von dem Wahlerzewelcher hiebei seinen Namen anzugeben hat, uUn Perquoan durch verdedte, in eine
Bahlurns miederziile gende Stimenzettel hhe Unlerfchrift ausgeübt. Es muß also jeder Wähler welcher pon seinem Wahl⸗
echte Gehrauch machene will, perfönlich im Wahllolale erscheinen urn drann iqch durchen eb andenre aVPeron in
keiner Weise vettr — bafssen.! eι,— ν pαα
VDer Stimtnzettel ninß vorn weißem Phpirderesein, darf mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein, und muß Derart
zwfa muengekedet fein, daß der duf demselben verzeichnete Name nicht sichtbar ist. Auch hat der Wahlvorsteber strengt daraui
u tehen. daß nicht statt eines mehrere Stimm̃ gellel, von einem Wöhler ·abgegeben werden. ilha
. Stimmzettel welche nicht don weißem Vaͤpier sind, oder welche keinen oder kejnen lesbaren Namen enthalten. oder an yelchem
die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erlennen istz q 433 ——— α d 6
oder auf welchein mehr als ein⸗Rame ouee der Name Liner dücht waählbaren Person verzeichnet ist F 5 F
der welche einen Protest oder Vorbehciltentholten, sind'ungütting. 9
die Waähler werden deßhalbeganz,bespnders dar
z3u w ächd enden Abgerordunet en, Quf de meStimimze y un “
dacr Bor⸗ und Zunamen, Stand und We ⸗ααælben ganz aenau auceben.

wen voa
—hnen,
—

—4. egebn 32138*
Die Stimmzetiel. welche. 6 Kercie erwähnt vo

*

BRaAran? aAbpt
qn 1 J s 3 —

chreiben dind, müfsen außer⸗
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        dalb des Wahltokals mt deme Koamen Ven Candidaden welchein der Wahler seine Eiturmen geden will, ausg such werden
Auch durfen wahrend der Wahlhandlung m Wahllobabe, Seitenß der Wahler, weder; Dislussionen stajtsüaden, uoh Au—
brachen gehalien, noch Beschlüsse gefaßt werden. , a t ινæ
Raqh dem Schlufse der Abstimmung, welcher am Wahltage, Montag den 10. Februar 1868. Abenda 6 Uhr erfolgen muß
vurfen keine Stimmzettel mehr angenommen werden.. 57 n ——
Zweibrücken, den 18. Januar 1868.
a dba ger. Beztka a m i⸗
5 ——— 2 *— J OD a uu un. * e J
— 4. —— — —
—— —— 34311 EAA. S [
Blix.i —* ⸗ Bekanntmachung! ι νο
Vergebeg des Deckmaterials auf die Staatsstraßen in den
ezirksamten Bomburg und Zweibrücken.
Zufolge Entschließung Königl. Regierung soll für die beiden Jahre 1868 und
1869 die Lieferung des nothigen Dedmaterialz auf die Staatsstraßen in dem Bezirke
ver unlerfertigten kgl. Baubehörde an den Wenigstnehmenden vergeben werden. ———
Bedingnißheft und Looseintheilung liegen von heute an im Bureau der unter⸗
fertizten kgl. Baubehörde zur Ansicht aaf . —
Abschriften der Looseintheiinng und Submissionsformulare können daselbst sowie
bti jedem Straßenwärter in Empfang genommen werden. —
*Die Submissionen selbsi find in verfiegelten Couverts mit der Aufschrift:
„Eubmisfion für Lieferung von Straßendeckmaterial“ bis längflens Don⸗
nerstag den 30. dieses Monats Vormittags 11 Uhr anher einzureichen.
us weibrücen, den 16. Januar 288
—D———— Koönigl. Baubehörde: J J
Ziegenhainn.
Im Hotel Laur
befindet sich das große wohl renommirte
155 d 3
AHoerrenkleoidee
M
von
8. Wormsor

amte lt α ι
Montag den 8.gFebruar
Jahrmarkt

in St. Ingbert.
Sonntag ben 26. Januar
uSFarmonie
ausgeführt von der Altenwalder Bergmu⸗
3 Seinrich Kempf/⸗ Wirlbleotn
im Josepsthal.
Nusit- Ver din St. as dert
Sonntag den 26. Jannar 1868
Im Anale von FV. Oherfe ιν
ZDum Besten der Nothleidenden in
Os ανα —
ν
BPOSE HMIN In.
—
i Doν Gαι“, Munnerchor von
4 Marerner 2* — ,
2., Quart ett sũr Piano, Violin, Viola,
und Violoncell 1. Satz von Mozart.
3DukIeings F tzendes Storx-
— —————
Scat HoxaMannerchor, von Silcher.
*2. 2 4 XII. TheæiI. 224 213 2
5νατο Ot fũ8t Piano, Violin, Viola
nd Viqloncell. 2. Sais v. Mozart.
MOnis für Piano u4 LHan-
doen von Haydn.

7.x D. O-ur, Biano und,, Vjolin, von
2 Meriot. ——

— ——

EntréRe 27 kr. ohno der

HNildthathigkeit Schrankten cu setern“

e J —*
Mannheim.
Das Loager enthält 3000 Stüuck der elegantesten
nach den neuesten Modellen gefertigten Herrenkleider. und
ird, um während des kurzen Aufenthalts einen. beden⸗
Verkauf zu erzielen, zu den bereits bekannten
fabelhaft billigen Preisen TMverkauft.
—— 2444
nser
— — — — —— —— — —
In der Kohlenstraße bei G. Buch—⸗ i T Mischfrucht Foten 10 tr.) Hafer
hardt, Feilenhauermeisier, ist ein möblir⸗ 6fl. 51 kr., Erbsen 5 . 30 kr., Kartof⸗
es Zimm err, mit oder ohne Heost, zu eln 1fl. 18.tr. per Ztr Kornbrod, 8 Kgr.
verwiethen; und gleich beziebbar. 31 tr. ditto 2 Kgr. 22 tr.ditto1 Kgr.
—
14 tr. Kalbfleisch 12. kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 16 ice., Vulter 28 1.
per Po. —
rans urter Borse 7
Geldsorten. 555
vom 23. Januar.1868.3
Preußische Kassenscheine1 —*va,
Breußische Friedrichsdder. 957288
bistolen 50 40
dolländische 10 f.Stühht. 0 4—386
Ducaten 87-30
20Francs⸗Siucke ι a 2080
Englische Souvereings oLläα- 88
vold per Zollfund jein ·4274 —
dochhaltiges Siloer per Zollpfund 2 4
Dallars in Gold 837 28

aus

—*Êsnucube —
X Anfang praois 8 Unr. cö
Billette vind Per dem. Soereotur Prta
Panzerbieter und Abends an dor Rasse
f — ——— 6734
Ich mache en die ergebenste Inpi Wachhsstöcke nurs
daß ich mich an hiesigem —latze als Fei. wei e, gemalte und bossirte, sowie Wachs⸗
lenbhauermeister etaeblirt: habe und alle — Stearin⸗ 88 Paraphin⸗
in cdieses Fach ginschlagenden Arbeiten un—⸗ lichter empsiehlbetene—
ter Busicherung xcellexn und; billiger Bedir⸗ Die Schreibnnalerialjen Handktung
nung Äbernehme. NI er
ν Georg Buchharden 5 * *
wohnhaft im der sohie snrehe nehe t Ingheꝛi
Maschinenfabril. J Ein braver Junge wird in die Lehre
—— — —— ingenommen bei J —
Pfa]Jror dolinkon G.Buchhardt, Feilenhauermeister.
wanderbieter. F zrucht⸗ Brod⸗, Flejsch⸗ ac. Preise der
. .TI. Stad Homburg vom 282. Jan.
741 Ban AM. 46 ir., Korn 7 il. 2 kr.
Ve, . Svela - 6. I. ix. Gerste Sreibige, — .

—
2 *

J Medatt ion Druck und BRerlaqo. 44
I2 teb slttre — — ug, on
Vemez in Si. Ingbert.

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74 7 he igep — —DV— , m — — — — Miiiu 1654 379 Va pennß pun edrts wid:
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der Sit Iun gherter Au zeig er“ nut seinem Untexhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimalzc Die wigta g Donners ran
ind Samstage, Ibonuementsverit. giextetzaheng 45 Hrzr. oder 18, Silbergr. Anzeigen werden mil 8 Krzra die dreispaltige Zeile
un DVVVV—— lattjchrift oder deren, Raum hexechnet , —,— d⸗
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Nro. 12. Dienetag- den 28. Januur 1868.
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— « —V e4 3237 — 1244 54 * . ,
75Deutschland.. sftterreichs empfangen und deren Creditive als Gesandte bei dem
hn ü'n cheen, 24. Jan:“ Die Abgeordnetenkammer nahm die norddeutschen Bunde entgegengenommene
dad Contingentsgesetz betreffende Modification, welche · von denn 7 Der von 23 Mitgliedern des Herrenhauses unterftüsgte
zriegsminister dorgeschlagen war, sowie die auf das Veförderungs- Antrag bezüglich der Redefreiheit der Abgeordueten;: fordert. Die
geseß dezüglichen Wuͤnsche des Reichsrotho, an. Ablebnumg fund Nitglieder des Landtages find wegen Aeußernngen, welche micht
die bierjährige Dienstzeit der Reiterei, Eine baldige Verständigung ein Staatsverbrechen involviren, nur einem Landtags⸗Gerihishofe
eht in Aussichte Ferner nahm die Kammer die Vorschläge des verantwortlich. Derselhe besteht aus je sechs aus heiden Hãusern
Lusschuͤsses bezüglich des Gewerbegefehes an und ist Aussicht auf uszuloseniden Mitgliedern und erkennt die gesetzlichen Strafen.
Verstaändigung vorhanden. Die Regierung legte in heutiger Sitzung Appellationen gegen gefällte Erkenntnisse find unzulassig. Zur Erhe ·
Beseßentwürfe über, die Rechtsverhältnisse. der Genossenschaften ung einer Anklage siud berechtigt; Privatpersonen, das betreffende
Ictieigefellschaften. Eheschließungen und Ehetrennungen bei staat- Landtagshaus, und die Staatsanwaltschaft des Kammergerichtes.
ich nicht anerkannten Religionsgenossenschaften vrrr. Berlin, 24. Jan. Die Kreuzzeitung bemerkt gegenüber
22München, 24. Jan. Nach der dem Militärbudget mit en Auslaffungen der „France“don gestern siher die schledwigsche
Rücssicht auf die neue Wehrverfassung zu Grunde gelegten Orga- Frage: Wir sind überzeugt, daß jede fremde Einmischung die Ver⸗
nisation werden wir in Zukunft Agleichmäßig formirte Artillerieregi-· andlungen Preutzens mit Danemark stören würde. Die Eine
nenter erhalten und wird demnach das 3. Teitende Artillerieregiment nischung jeder nicht durch den Prager Frieden legitimirten Macht
us solsches aufgeldst, und werden seine Vatterien als reitende zu den vürde die entjschiedenste Zuruickweisunig von deutscher Seite er⸗
neirschiedenen Regimentern versetzt. Das. neu zu formirende 3. Ar⸗ ahren.
erleregiment dehält eine Batterie des jehz bestehenden 8. Kegie — Der „Stagtsanzeiger“theilt eine kürzlich dem Minisier-
aenis und erhält je nach den ihm jugewicsenen werdenden Ersaz- bräsidenten zugegangene Eingabe mit, betreffend die Bildung eines
»ezirken die Mannjchaften von den Regimentern 1, 2 und 4; als äber das ganze Land verbreiteten Wohlthätigkeitsdereins zur Lin⸗
harnifonsort des neuen Regiments soll Dillingen ausersehen sein. derung des Nothstandes sowie namentlich zur Pflege der Soldaten
München, 28. Jan. Stait des Abg. Hobenadel wurde im Kriege und zut Vorbereitung hiersür im Frieden. 9p
n den TeAugschuß der Abg. Alwens und in den Socialausschuz Wäen, 25. Jan. Erzherzog Albrecht ist zum Armee⸗ Com⸗
der Abg. Bischoff gewählt. J mandanten ernannt. Durch Ministerialerlaß wird der Ghetto in
Wiünm chen, 25. Jan. Der Handelsminister v. Schlör hat Lemberg aufgehoben (d. h. den Israeliten gestattet überall in
ye ihm dom' hiefigen ersten Wahlbegirk angebotene Candidatur fur der Stadt zu wohnen, ftatt in einem bessondere ii, übgefchlose
die Zollparlamentswahlen angenommen; Graf Tauffkirchen dage⸗ enen Viertel.) *
zen eine solche abgelehnt. Prag, 23. Jan. Als Rädelsführer bei den Demonstratio⸗
— Münnchen, 26. Jan. In der gestrigen Sitzung des be⸗ ien wurden czechische Studenten verhaftet und gestern dem Lam
ondexen Ausschusses der Kammer der Abgeordneten für das desgerichte übergeben. 5.
Malzaufschlags-Gefetz wurde über die 5. Abtheilung des Gesetzente Triest, 26. Jan. Die heule eingetroffene Levantepoũ be⸗
vurfs Einfuührung des Malzaufschlags in der Pfalz“ Berathung kichtet aus Konstantinopel 18. Januar; Ein Gerücht meldet die
zepflogen, und nach mehr als dreistündiger eingehenger Discussion Bildung einer Observationsarmee unier dem Befehl Omer Paschaꝰs
der Art, 106 des. Ent vurfs, welcher die Einführung des Auf⸗ an der Grenze don Griechenland, Montenegro und Serbien.
chlags inx der Pfalz festsetzt, mit 12 gegen 81 Stimmen (Pfäl⸗ Fraukreich.
zer:? Alwens, Kolb, Louis) unverändert angenommen. Paris, 23. Jan. Die „Patrie dementirt die Anlage ei⸗
München, L7. Jan. Es wurde heute sowohl über das nes befestigten Lagers bei Satory. Es handle sich! nur um
Wehrgesetz, ais auch über das Gewerbegesetz ein Gesammtbeschluß die Anlegung eines Artillerieparls der kaiserlichen Garde zu
erzielt. — Die Kammer der Reichsräthe hat der Abgeordneten- Versailles.
ammer auch bezuüglich der Dauer des Cavalleriedienstes und dee Paris, 24. Jan. Die Aufregung wächst im Lande immek'
Nichtconcessionirung der Preßgewerbe beigestimꝛmtt.— mehrr. Heute ist hier überall ein geheimes Jonrnal, „La Répnblique,“
Diensteskächrichtene 00 dertheilt wurden, das ohue Umschweife zum Sturze des jetzigen
Dienliesuachrichten. Regimentes aufforderl. Andererseits ist an alle Officiere Ordre
xgangen, im Falle einer Ermente oder auch nur Zusammenrot-
ung die drei gesetzlichen Aufforderungen zu thun, bei Nichtbefol⸗
zung aber soforb von der äußersten Strenge Gebrauch zu machen.
Die Stimmung der Armee ist jetzt derart, daß die Mannschaften
unbedenklich auf das Volk schießen würden; besonders ist die Ara
mee auf die Presse erzürnt, welche gegen das neiue Gesetz aufge-
treien ist und die durch die französischen Truppen in Mexico de⸗
gangenen Grausamkeiten so schonungslos enthüllt hat.e
N Auf dem vorgestrigen Tuilerieenball ünterhiect sich der Kai⸗
jer besonders eifrig⸗mit dem Fürsten v. Melternich. Herr v. de
Boltz ist beinahe ganz wiederhergestellt und amtirt schon wieder in
seinem Gesandtschaftshotel. Nina
Die Epoque“ glaubt versicheru zu koͤnnen, daß in Rom
wiederum der Belagerungszustand eingeführt worden ist.
Der N Etendard“ zeigt an, daß ihm gestern durch die Post
ein Exemplar eines ins Geheim hier erscheinenden Journals zuge⸗
gangen ist. Dasselbe ist in Quartformat, nur auf einer Seite
gedrudt, führt den Titel „Ia République“ und enthält, nach der
Versicherung des Selkretärs des wohlloöblichen Blattes, Artikel von
der sußersten Heftigkeit.
Das Journai de Paris“ dibt unter sehr begreiflichem Vor⸗
behalt das Gerücht, der Minister des Innern hätle die Präfecten
Iber die Aufkobne melche daß Miluarreorgonilcinu Vesett in

31Seine Majestät der König haben Sich allergnädigst bewogen
gefunden, unterm 20. Januar die katholische Pfarrei Zeiskam, Be—
zirksamts Germersheim, dem Priester Joseph Katterfeld, Pfarrer
a. Roxheim, Bezirksamts Frankenthal, zu übertragen; fernet un⸗
er gleichem Datum zu genehmigen, daß die tatholifche Pfarrei
Herbach Bezirksamts Kirchheimbolanden, von dem Bischof von
Speyer dem Priester Carl Vogel, Pfarrer in Claufen, Bezirks—
amts Pirmasens, verliehen werde. —
». Se. Majestäte der König haben Sich allergnädigst bewogen
zefunden, den Gerichtsboten August Kirchhoffer in Germersheim,
seinem allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend, auf die in Neu—
tadt erledigte Gerichtsbotenstelle zu versetzen.
Wiesbaden, 21. Jan Allerwärts Noth! Die „Mittelrh.
Ztg.“ theilt mit,n daß auf dem Westerwalde diesen Winter eben⸗
alls ein außerordentlicher Nothstand herrscht, und zwar ein solcher,
»em nur durch Beihilfe von Außen abgeholfen werden kann. Die!
Erente war im Ganzen nichreuu'el besser ais in Ostpreußen, in Be⸗
reff der Kartoffel sogar' eide jchlechtere. Der Arbeitsverdienst ift
vie immer ußerft gering,fails er überhaupt, zu haben ist; das
Jahr ist schlimmer als das Jahr 1861 (das bekannte Hungerjahr
des Westerwaldes). un *
Bertdin, 23. Jan.' Der Koönig hat heute Nachmittag im
Vecen des Graßenn Wikünarck die Gesfandten Rtaliana ind OM⸗
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        hren Departements gefunden habe, um Kgth gefragk. Er wären keine unbekannte Personlichleit. Er. ist ein geborener Irländer
hm edu nur zwei bis drei n icht unguünstige Antworten zuge. gatn I * p der Veenden Staaten und
jangen 3 woancirte wuhrend des Bürgerkrieges zum Lieutenant Er di
Parzs e, Man erwartet das Erscheinen einer neuen ngee in Tenessee und — zuletzt adee
—
deutsche Kaiserreich und Napoleon III.““ Da dieselbe bei Dentu und unerschrockener Soldat ausgezeichnet? Der fenische Senat hat
hzerauskommt, so schreibt man sie dem Kaiser selber zu, was je⸗ in Folge der Ernennung des neuen Präsidenten ein— Adresse au
doch wenig wahrscheinlich ist, da im Augenblicke unsere maßgebenden das amerikanische Volk erlassen, in welcher gesagt wird daß die
Zreise alle Discussion zu vermeiden wünschen, die in Berlin An- enische Organifation nie so stark war als gegenwärtig daß sie
oß erregenkönnte. Die Besorgniß vor einem russisch-preußischen ein allgemeiner Geist der Brüderlichkeit durhziehe Vie fenischen
Bundniß ist eben allzu groß. Herr Benedetti, der seit der Luxem⸗ Bewaltthaten in England, das' Explosionsatlentat in Clerkenwell
zurger Affaire in Berlin keine beliebte Person mehr ist, soll von verdeir als daß Werk britischer Regierungsagenten beze ichnet da⸗
)ort abberufen werden und den Grafen v. Sartiges, jetzt Bot- darauf abgesehen sei, die edele Sache des Fenmismus zu —
schafter sjn Rom, zum Nachfolger erhalten. Nut gegen Rußzland Roberts hat O'Neill verschiedenes fenisches Eigenthum ubergeben,
vird übele Laune gezeigt: Die „Patrie“, welche direck aus dem velches u. A. aus 2 Tonnen Kanonenpulver, 12000 en
Friegsministerium inspirirt wird, schreibt in Form einer Prager und 2 Millionen Zündhütchen besteht. Die Muͤniomborct
Lorrespondenz die ganze cchechische Agitation russischen Umtrieben waren bis jeßt in Roberis Landhause am Hudsonflusse aufbew g
sju. Außerdem bringt das genannte Blatt aber auch einen Ar⸗ Man glaubt, daß die Berufung O'Neills mit einem un *
5 ——8553 — naet in Italien, die hier durch zuf, Cauada in Verbindung steht. * streich
vre stühnheit lastig zu werden scheinnn. Mew-York, 15. Jan. Gesterun hat Skankon fein Seau
England. ** * 3 73 kxuille als Kriegsminister —e het Slanton sein vorte—
2PLondon, 285. Jan.' Verflossene Nacht wüthete ein fürch. New-⸗York, 23. Jan. Das Nepräsentantenhaus hat ei—
erlicher Orcan. Vom Sturm beschädigte Schiffe mußten iin Ha— jen Beschluß angenommen, welcher Hrn. Idhnson ersucht, bei der
en von Plymouth Schutz fuchen. Die Pofsen vom Continent Königin von England zu Gunsten Mac Mahon's einzuschreiten der
ind im Rückstand. In Edingbuͤrg wurden gestern in Folge etnes Canada als fenischer Gefangener festgeheiten wi ie
6 purder Folge etnes enische festgehalten wird, sowie zu
perheerenden Sturmes vier Menscheungetödtet. Gunsten anderer fenischer Gefangenen. In Washington ist ein
Dialien hee Weheng wodedon wordn. Dih hat dent h
Aus Rom, 18. Jan. wird der Havbas'schen Correspondenz uese gfaßt. de darauf hinzielen die Rechte amerikanischer Vur—
* — ——— ger im Auslande · zu garantiren, und ein Mittel gegen das Ver⸗
— eee — Behoͤrden ausfindig zu machen. Einer die⸗
zc. Arnim als Vertreter des Norddeutschen Bundes anzuerkennen, a üs uden gden amerilanischen Gesandten in London, Hrn.
ol verfrüht sein, da Graf Bismarck diesen Roch nicht insiruiri diesem Punkt seine Pflicht verlezt habe. Mehe
zabe, sich in der gedachten Eigenschaft der Curie vorzuftellen. i — I gindern Städten stattgefunden und,
A. Neapel, 18. Jan. Wie es beim Verkauf der Kirchengü— — n Dir den Auspicien der Fenier. —, Gold
— 9 e echsel auf London 199/0. Amerikanische Bond (1882)
e ae Sai dane von hhe e benn uin eee 132. Erie⸗Eisenbahn 75.. Baumwolle⸗
deinbergen mi meht dis ßönä iren Geheln n inem Riddling Up and 1724 Ceuts das englische Pfund. Petroleum
shr dichten Wald, welchet jährtich ewe 700,000 Ceniner Kohlen Ztandard Wöite (Philadelphia) 2320 Cems die Gallone,
iefern kann, sollte verkauft werden. Die Pachterträgnisse liefern
ährlich 117,000 Lire, die Viehzucht 129,000 Lire, die Kohlen
2,109,000 Lire, Bauholz 800,000 Lire, Dieses Gut wurde um
2,400,000 Lire aufgeworfen und von einem Herrn de Mazinis
am Z3 Millionen erstanden, d. h. gerade so viel als die mindeste
ährliche Rente des Guts beträgt, zund dieses selbst jst also im ei⸗
geutlichen. Sinn hergeschenkt worden
Spanien.
Madrid, 23. Jan. Fin k. Decrel amnestirt alle in den
Jahren 1866 und 1867 politisch Compromittirten. mit Ausnahme
der außer Landes gegangenen, welche in contumaciam verurtheill
vurden. —

7

Ruarmisschtes.
1. Schifferstadt 25. Jan. Im Bohler Gemeindewalde
vurde gestern ein Familienvater durcheine niederfallende Eiche
deim Holzfüllen erschlagen.

(Zur Münzeinheit.) Die nordamerikauische Union gedenkt
die Münzeinheit mit den europäischen Staaten anzubahnen. Der
joldne halbe Eagle (5 Doll, soll zu diesem Zwecke mit dem neuen
ranz. Versuchsstück von 25 Fr. auf gleichen Werth gesetzt, d. h. auf
tDoll. 2830 Ct. reduzirt werden. Falls sich England der geuen
Fonvention anschlöße würde das Goldffück die Aufschrift erhalten:
„5 Doll., 25 Fro ein L.“ — Auch die mexikanische Regickung
hat einen Schritt zur Münzeinheit gethan; das Dezimalsystem
bildet inskünftige die Münzgrundlage; Der Dellar stellt die Ein—
heit dat und erhält 100. in Kupfer geprägke Centavos; außer-
ʒem werden Silberstücke zu 25. 10 und' 5 Temabes und Gold⸗
nünzen zu 20, 10, 5, 212, und 1 Doll. geprägt.
7— xDem Fabrikbesitzer Krupp in Essen ist vom Kaiser von
Nußlund der St. Wladimir⸗Oeden verliehen worden.Lon

In Oetisheim (Würt.) sind am 22. Jan. Abends 18
Wohn- und Oekonomiegebäude abgebrannt.

Gerurtheilung des Felpmarschall⸗Lieute—
nants Baron Koudeltf a.) Die Untersuchungshaft gegen
den FMv. Baron Koudelka ist beendet, und soll das Urtheil ge⸗
zen ihn pon dem Garnisons-Auditoriate gesprochen worden sein.
Dasselbe soll, wie „Morgen⸗-Post“ miltheilt, wegen Betruges und
Leruntreuung auf fünf Jahre schweren Kerlers, Kassation als
Officier, Verlust des Adels, der Orden und der Ehrenrechte lau⸗
ten. Baron Koudelka erschien vor dem Garnisons⸗Auditoriate in
zebrochener Haltung. Nach der Publikation des Urtbeils meidet⸗
er sofort die Berufung an
7 Praqg, 28. Jan. Aus Pilsen wird vom gestrigen Tage
zemeldet: Seit Montag wüthet ein schrecklichet Grubenbrauo
in der Steinkohlenzeche in Pras; der materielle —A
ehr großer. Viele Ärbeiter blieben in Folge eines Unfalles todt,
ein Bergarbeiter wird vermißt ..7 57
,Pest h, 22. Jan. Heute Nachmittag 8 Uhr ist die Kup⸗
jc der noch im Baubegriffenen Leopoldstädler Kalhedrale einge?
türzt, und hat alle die Gerüste und Erdarbeuten, deren Herstellung
Mihtoren gelostei, begraben die Seitenmauern um Thuͤrme haben
wesentlichen Schaden geligteg. Bum Glisch geschah der —X
zir einer Zeit, wo nicht gearbenet wurde— Durch das Bersten
peier Säulen auf die Hatastrophe · vorbereilct, waren pom Ma.
nüstrat, Proben auf Tragfähsakent dre uphel angeein

** 5. Rußland. — e? 237
WPetersburg, 22. Jan.“ Nachrichten aus Taschlend in
der Tatarei, von Anfang December, melden, daß Chiva mit Rüst—
ungen gegen Rußland begriffen ist, ein Bündniß mit den Turko—
manen geschlossen und an der, russischer Grenze: dem Bau⸗einer
Festung unternommen hat. ...ꝛe —V

Petersburg, 28. Jan.“ Das „Journal de St. Petere
»ourg“ dementirt die Behauptung des „Monde,“ daß Kriegsmu⸗
uition pon russischer Seite in Creta ausgeschifft und Waffentrans⸗
vorte dahin auf russischen Schiffen geschehen seien. 3
. F Die „Russische Börsenzeitung sagt bei Besprechung der
Militaͤrverhältnisse Europas, das französische Armeegesetz verleihe
stapoleon eine ungeheure Macht, falls Fraukreich einen Krieg un⸗
ernähme. Trotz den scheinbaren Annäherungsbestrebungen zwi⸗
chen Frankreich und Preußen werde Napoleon in wenigen Mona⸗
en einen Ton annehmen. Gio)

Petersburg, 25. Jan. In sämmtlichen Zeilungen wurde
Jeute energisch für den Frieden plaidirt. Der russische „Invalide“
jerlangt, daß Oesterreich die in seinen Gränzen wohnenden Slaven
»en übrigen Nationalitäten gleichstelle, alsdann könne ihm Ruß—
ands Sympathie zu Theil werden. —aDie russische Borsen⸗
eitung fordert die Regierung auf als starke Hiilitaͤrmacht die
Initjative zu einer allgemeinen Entwaffnung it ergreutene

—
J44 F 711

Aus New⸗Nork wird Wene eett seshehen
die Fenier der Vexeinigten Staaten dhabe sies seben Prasiden⸗
en gewählt. Das bisherige Haupt eeee
Pordamerika. W. R, Roberts, hat zu Gunsteit des O — 5
DeNeilt sain Am e und vLetztettr ist numn ducchpin
ihigete oe Pendee iae ete ee
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        mijfionen: entsendet, über die in heuniger Reprüsentaniensitzumg ver An —
Pargernieister. Bericht erstatten: jollte-n.Der Gaunieister welcher Ig muͤtt Ihrer· He a ne n fih a It zu· Grunde
den samosen Bau geleitet,?rist bereits gestorben?t Die Hohe der jegaugee?· ve — b. 7 *
Zuppel beirug 830 Llafter.r Die Hirche umfaßt einen Flachenraum.nEngland confumirkfahrhich über 220 Pꝛill“ Frankreich
der nurum L0 stift. geringer,ist; alsdie: Wiener Stephanskirtche — ———
F GBohna'd oͤgungidn Bxbrren, TanJan. Heuten sollte »5 Dit Kodnigin Wietorin von⸗ Eugland hat“ als Schriftstelle⸗
ein. Soldat won dem hier garnijonirenden Hufaren-⸗Regiment hine in Glück. ——— WDagebuch im Drud erscheinen lassen, von
zerichtet: werden, und es waren auch schon hiezu die üblichen Vor belchem beteits!n h0, O00 -Eremplaré abgeseht worden. sind,— was
Eeilungen gettoffen. Der Verurtheilte hatte sich seine desten Mon⸗ det koniglichen Verfasserin 19,000 Pfd. Si 120,000 fi. Rhein?
turstücke d ausgebeten, rauchte feine Cigarte, und auch der un⸗ jewinn abwirft. ⸗ J
zarische Ta aksbeutel warn nicht vergessen. Am Wege sah er sich —27. In der englischen Kriegsflolte befindet stch eine Anzahl
m und uberblickte hellen Auges den Zug der großzen Menschenmenge. Natrdsen, die der Secte der BGermanisten“ angehören, sich won-
Vel der letzten Verlesung: des Urtheils redete er in fester Haltung ighting-⸗mort“ (alson, Friedensfreunde“) nennen und alz 3
die Umstehenden mit den Worten an: „Ruhe, wmeine Her— ichtige Bemannung für KriegsscheffeAllerviags nicht vile
eale sprach dann ein lautes Gebetein ungarischen Sprache, vas en dürften. u 9
ceelbi verfaht hatte und hielt eino Ansprache an seinr Kame⸗ u. Aus Genf, bom 11 Ichteiht man der“ Augsbi Allg. Atge
raden in eben dieser Sprache, die mit der Bitte schloß, es sollten leber die gestern in Moudon vollzogene Hinrichtung des Giftmoͤr⸗
ihm Alle versprechen, nicht zu thun, was er gethan, damit. er al⸗ ders Hely Freimsud liegen uns Berichte vor, welche auf den Zü
ain der Schuldige bleibe und keiner ihm nachfolge, was ihm auch dand der Volksgesitiung im Kundon Waadt ein hoͤchst bedenkliches
versprochen wurde. Noch fügte er hinzu, daß er den Wachtmeister Licht werfen. Schon vorgestern faßte die Stadt kaum die Menge
ium Vergeihung.bitte. Älles war tief erschüttert. Als ihm die der Landleute welche auf Omnibussen, Bauernwagen, zu Pferd
Dinde um die Augen gelegt werden sollte, lehnte er es ab mit und zu Fuß aus der Umgegend, oft zehn und mehr Stunden weit
den Worten: „Mit offenen Augen bin ich in die Welt gekom- jerbeigezogen waren.“ Das Schaffot wurde besichtigt und bestie⸗
men. mit-offenen Augen gehe ich aus der Welt.“ Die zum Schie- zen, manche setzten sich auf den Richtstuhl! Der Scharfrichter
zen befehligte Mannschaft ersuchte er, sich nicht zu fürchten und aus Uri (erselbe, welcher einst den Buchdrucker Rynicker „von
ihn nicht zu schonen, dann legte er die Hände auf die Brust und stechtswegen“ durchprügeln mußteß zeigte in einer Kneipe jedem,
sprach?.IIch bin bereit,“ und sah gegen den Himmel. Die der es sehen wollte, das Richtschwert und erzählte von feinken frü—
Vrannschaft hatte die Gewehre gespannt — in diesen Augenblick heren Erxecutionen haarsträubende Geschichten. Die, Polizei zeigte
rescholt das Gnadewort: „Pardon!“ Im Jubel der Kameraden ich ziemlich — Die Anzahl der Zuschauer soll sich —
zing der Zug zurükk.. — der Hinrichtung auf 18,000 belaufen haben.Diese fand sonder⸗
. Da nun für Oesterreich der Morgen der Fieiheit ange- sarerweise erst um 109 Uhr Vormilfags statt, so“ daß ein ver—
brochen ist, so hofft man auch, daß die Staatsbeamten jetzt eine hrungswürdiges Publikum sich porher gemüthlich durch 'ein tüch—
Freiheit zurückerlaungen werden, die sie bisher schmerzlich entbehr. iges Frühstüch stäͤrkyn konute. Geradezu unglaublich klingt es,
— jassen.“ Hier venn serzählt wird! die nächsten Angehdrigen des Verurtheilten
und da wagte zwar ein Beamter, sich, so zu sagen, heimlich mit elbst trieben einen höchsl einträglichen Handel mit deffen Photo—
der Zierde des Mannes zu schmücken, aber er war keinen Augen- graphie. Sehr, sonderbar erscheint auch das waadtlandische Justiz⸗
blid ficher; nicht von einem hohen Vorgesetzten angeschnauzt und »erfahren, über das Gnadengesuch des Mörders, welcher schon eim
an das Reglement erinnert zu werden. stobember zum Tode verurtheilt war, erst am Montag durch den
Die Leipziger Reujahrsmesse, welche am 15. Januar ihr zroßen Rach abstimmen zu lassen. —
Ende erreichte, ist schlecht ausgefallen. Viele Verkaufer die in den 7Die Romandichterin Emilie Flygare-Carlén in Stockholm
Buden öffentlich feil hielten, haben es kaum auf ihre Kosten ge- jat zur Unterstützung nothleidender Fischer ihres Heimathsortes ein
bracht. Von Luxussachen ging fast gar nichts ab. Baumwollene Legat von, 10,000 Rolr. gestiflet.
und woslene Strumpfwaaren erziellen schwachen, Umsatze, Ebenso .Florrüge 724. Jande Ditsen Morgen fand zwischen
daumwollene Rocke und' Hosenstoffe, sowie Leinenwagren. Von den Deputirten Assanti und Nicotera ein Duell sftatt. Letzlerer
Seidenwaaten wurden nur schwarze Stoffe und zu gedrücten Preisen purde verwundet.
gekauft. fKrems, 24. Jan. Heute Nachts wurden von der
p. Aus dem Kreise Jüllig. 20. Jan. Die D. Zig.erfährt Beldpost bei Gföhl 243000 fl. verloren.
aus Immrath, ein dortiger verheiratheter Reservist, der den böh Friedrich Gerftäcker, den die Untuh wieder über den
mischen Feldzug mitgemacht habe und desfen Todt optima farma bes Ocean getrieben, hat, durchwandert die Vereinigten Staaten von
cheinigt worden, sei vor einigen Tagen wohlbehalteir zurückgekehrt, Rordamerika und schreibt von dott Reisebriese an die „Köln. Ztg.
zu spat, um der Hothzeit seiner Frau beizuwohnen, die seinen be⸗ In dem neuesten dieser Briefe Jindet sich! folgende, im Munde
slagten dermeintlichen Verlust zu ersetzen, zu einem neuen Ehebunde eines sogenannten Kenners der, ameritanischen Zustände höchst be—
geschritten wat. mierkenswerthe Stelle: „Nie hätte ich es früher für möglich ge⸗—
pUebereinen' Unglücksfall wird aus Temesvar unterm 9. v. jalten, daß jn, den Vereinigten Staaten der Gedanke einer Mo—
zeschrieben: Dreie Familien AJebten seit Jahren in den junigffen, aarchie je erustlich besprochen werden könne, aher in den derschie⸗
cteundschaftlichsten Beziehungen zu emander: auf Veränlasffung der densten Schichten der Gesellschaft begegnete ich ihm jetzt. Man
Frauen enthielten sich die Mänuer des Wirthstzausbesuches - da⸗ ieht das ganze Landburch eine plößlich entstandene Willkürherr⸗
sür kamen die drei Familien an Sonns und Feiertagen abwechselnd schaft inj Gefahr, und nicht allein-der Süden erklärt effen und un⸗
zald bei der rinen, bald bei der andern zusammen.; am verhänge verholen, daͤße nur eine Monarchie den zerrütteten Staat wieder
nißvollen Tage sollte die Zusammenkunft in der Wohnung des in erstellen·kanne nein,“ selbst. im Nsrden fangen hier und da die
der Sch—schen Brennerei bediensteten G. staltfinden. Die be— leute an, diesen Zustand, der das Laub mit einem Heer betrüge⸗
sreundeie Familie F- . .. war schon anwesend, die P—schen rischer Beamten überschwemmte, satt zu ekommen und meinen:
sollten erst kommen: Man' vertrieb sich unterdessen die Zeit mit „es könne wenigstens nicht schaden, es ein Mul mit einem „wähl ⸗
Plaudern und Schäkern. “, Wenn Ihr Euch nicht gul unterdaltet,“ baren Könige'? zu versuchen, der doch wenigstens die nichtsnatzige
rief schälern der Hauswirth, „so erschieße ich Cuch!“ und holte dabei Beamtenbande im Zaume zalten könnte.“ eiBie dem auch sei und
tin doppelläaufiges Gewehr von der Wand, wo dasfelbe aufgehängt ob solche! Wunsche der großen Masse des amerilanischen Volkes
war, Die Frau warnte ernstlich ihren Munn. da die Flinte viel- voch vollfommen fern liegen, so jst es doch immer. ein Zeichen dex
seicht geladen sei. „Was fälli Dir ein!“ rief! dieser, rich⸗ Zeit, jolche Gedanken auch mar ausgesprochen zu finden.So viel
ete den Lauf. gegen die Thüre, seine Hand glitt über den Hahn, weiß ich übrigens, ich moͤchte nicht det ersie Imeritamiche —2
dieser knacte und bne volle Schrofladung fuhr der eben eintteten lein, denn seines Lebens ivate er keinen Augeublich sichet. * *
den Frau h. in die Brufß. Diese verspurte im Augenblick ichts, —4277 Auf Der Bahn von Cleveland nach Baffalo Gtordanerila)e
retiririe jedoch er chrocken in die Fiüche zurüch. Frohlockend rief dürzten zwei Wägen den Bahnwall-hinab, und gerieshen durch die
der unglückliche Schuͤhe: Gott sez Lob und Dank, daß der Schuß umgeworfenen glühenden Orfen, mit deneu jje geheizi wurden, in
xieinanden getroffenr!“ Du griff Frau P. an ihre Brust, drehte Brand, von den 50 Passagieren sind 18 verbrannt.
sich im Kreise herum und sfiet zu Bodenn nach einer Stunde f, Die Mittel zur Verschönerung. Zu allen —88
war sie aut Verblutung gestorben. ιν len und an allen Orten war 5 6. das Beffteben det Men
London, 22. Jan.,“ Ehe der kurzlich gescheiterte Danpfet schen. ihre, äußere Erscheinung mog I vorthatuat, züdwpe —8
Chicogor in Trihmmer ging, wutde noch vein- Thet des Cargo's aur daß die dazu nt sehr verschiedeniarng —
gerettet. E⸗ fand nz ne eine 5 diedoꝛ wocie seyr unvernünftig sind. Der neuholläandische —
her Poliza deoffnet, ew Adgohl leiht Nameritanischer Hintetgader, ich min ebenmäßig!gestelltest Wundnarben bis zue' Breite Aines
Bayonnene und Patronen enihielf. Fin Ethenthümer meldete Jich Fiꝛgers; der Neustelünder schneidet sich bunte Zeichtun gen. in di
zu diẽser berdächtigen Sendung m̃t ad jo wicde die Kiste mit daut; die Basuͤto Kaffern bilden sich künstlithe Hautho der auf den
Beschlag beleg!. ir vuuu haden? dies Botokuden in Brasilien heden dicke Holzpflöocke iu die
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        Ohtlapp hen uud Unuarlippen, um fich zu verschhuern;z die Eh ine⸗ llgemein der Meinung. war,dier haupifachlichste Wirkung des
innen quetschen sich die Füßze zu ⸗ ugförmlichen Klampen, wahrend Bypses auf Kleefeldern bestehe darin daß dir Schwefelsaute des⸗
insere europäischen Frauen fich die Ohrlandchen durchstechen und selden die Verflüchtigung des Ammoniaks aus dem Boden verhin⸗
hren Leib zur Wespengestalt zusammenschnuͤren. Die unfinnigste dern und solches aus der die Aderkrume berührenden Luft auf⸗
Mer derartigen Verschoͤnerungen besteht aber darin, daß mancht lauge, wohl auch die atmospharischen Niederschläge begünstige, hat
Boller die Gewohnheit haben, den neugeborenen Kindern die Kopfe nan sich seit mehreren Jahren jchon überzeugt,“ daß Der Gyps in
in unnatürliche Formen zu pressen. Die Flachkopf⸗Indinner im hohem Grade die Wiekung hat, manche in dem Voden:hefindlichs
westlichen Rord⸗ Amerika drüden den Kindern mit einen vorgebun· mineralische Nahrungsmitiel der Pflanzen,? insbesondere · die Kali
denen Stüick oder Bretichen die Stirn nach rudwärts, so daß der alze, in einen, losliche ren Zistand überzuführen. Um den Gyps
Kopf eine außergewöhnliche Lange belomm. Die Natcheze India? u dieser Wirkung zu unterflühen, ist es nothwendig, ihnm dem Eiu⸗
ier dagegen umwickeln sich den Kopf dergestalt, daß er nach und dusse größerer Feuchtigkeitsmengen auszujetzen, als es bisheruget
nach eine kegel· und müutzenformige Gestalt bekommt. Merlwür chehen ist. Darum hat man empfohlen, den Gyps micht mehr
zigerweise ist dieser ungeheuerliche Brauch auch heutzutage in. Eu⸗ vie es früherhin allgemein gebräuchlich war, erst im Monat April
ↄPpa noch üblich, und zwar bei dem Volk, welches nach seiner Ue⸗ oder gar Anfangs Mai: auf das Landunzu bringem ihn vielmehr
erzeugung „an der Spitze der Civilisation marschirt,“ bei den chon vor, oder doch im Winter dem Klee zuzuführen. Die zahl⸗
Franzosen. Die Müͤtter und Hebammen in der Normandie nam⸗ eichen vergleichhenden Verfuche der letzten 83 Jahre über die günstige
ich haben die allgemeine Sitte, bei den neugeborenen Kindern der Wirkung der Frühgypsung sind im Jahre 1867 durch viele Ber—
niederen Stande den Kopf fest mit Querbinden zu umwickeln, juche, über die uns Mittheilung gemacht wurde, weiner bestätigt
vodurch der Kopf in eine nach oben gerichtete Walzen⸗ oder Zu⸗ worden. Wir halten es daher gerade jetzt für zeitgemäß, denjes
terbuiform gepreßt wird. ”. aigen Landwirthen, die mit dem Fruͤhgypsen des Klees noch keim
— — Ber;uche angestellt haben, dringend, zu einpfehlen, die jetzke jür
m. ma LEandwirthfchaftliches. die Anstellung derartiger Versuche günstige Zeit nicht undenutzt
Das Gypfsen des Klees. Während man früherhin vorübergehen zu lafsen
— —2 — — — —S 9 5
GasAnstalt St. Ingbherbvolzoersteigerung73
— ⸗ 715775 in dem Gemeindewald Erfweiler⸗
Das erfte Betriebsjahr, abgeschlossen mit dem 81. Dechr. 1867, lieferte n w *
7 —D—— Ehlingen. e et *
folgendes Resultat: ague peu Dornnerstag e he Januae Ieb
Die Gesammt-Einnahme beträgt.fl. 10,781. 3925 tr. * neeg Ih —, deg 7
—— rmitlags 10 Uhr werden 3 rfweiler
Die Gesammt⸗Ausgabe dagegen .. ., —2— — aus demSchlag Ditzelswies persteigert:
Mithin Ueberschuß in Cassui. , 2,540. 413 3 buchene Nußzholzstämuite IH. —
hiezu vorraͤthige Kohlen, Coals u. Ther 478 5282 Klafter vuchen Scheitholz I. .
u is67 *1 77 28 5 Prügelholz J. und U.
Sewinn also in 1 . B⏑— 800 buchene Welem ——
Der specielle Rechnungs-Abschluß liegt zu Jedermanns Einsicht auf dem Erfweiler ven 21. Jannar is68
Bürgermeisteramte offen. er ra ee .. —
brn W J . n Das-Bürgermeisteramt! F
. Te Das Bürgermeisteramt:: —— Braunberger. 4
——— Chandon. — — —LEin braver Junge wird in die Lehre
J * —— —— adaruin argenommen bi * 9
J Das Herxenkleider 2 dagazin G. Buchhardt, Feilenhauernieister
5 fer
von . Worm er In der Kohlenstraße bei G. Buch⸗
3* M h — hardt. Feilenhauermeister, ist ein möblir⸗
2u8 ann eim les Zimmerr, mit oder ohne Kß st, zu
7 L LLXILCAll xrmieihen und gleich beziehbar *
befindet sich nur noch während Wrrn
GTagenmn im Hotel Laur, eorms den 2u. dan
66.77 ———2 38Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 80 &amp;:
Preise wie bekannt, staunend u — A. — ir. Roggen 14 fu. 13
— billig aber fest. ———v eee
3 — 423 3 644 bis fl itri per 100 Kilo. e
st pierdurch einem jeden Herrn eir geruoegueze dt
die Gelegenheit geboten, sich mit wenig Mehl per Partie 18 fl. Id tn. bis
sed denne mi den elginteten ang e
solidest gearbeiteten Herrenkleider versehen — sit e Weigenvorschuß 19 fl. ke
zu können. 5 aft. *8 —— 888 wr
— — — — — — . is — fl.kir. per ilo. Reps
Achtungsvea 3 e sl. — Ader 63
S. Wormser, NKilo. Ruböl ohne Faß 20 fl. —tr. bis
—D J —fli lr. Leinöl ohne Faß —fle
aus Mannheim. — ir bis —sn.r. Wohnde vhne Far
untere Slock meines Wohnhanss GAS CECICRM.&amp; S . bis der
—W —— Geschäfts-Empfehlung. 50 Kils. Repskuchen 60 si. — r. dis
nache . nassend, nebst Anthel am G. Ish mache diermit die ergebenfte Aneige, 78 flen ir. Vranntwein 31 fl. 80 d.
F maen vebn m 90 Sii iesigem Plate als Fef bis fl tr“
en, ist zu vermiethen und kann jogleich daß ich mich an hiesigem Platze als Fei —n
deogen werden leuhauerineister eiablirt habe und alle —
wie. ERimmel, Tuncher. m dioses Fach eins hlagenden Arbeiten un / Mainz, 24. Jan. J
obleniütraße· rer Buncherung reeller und billiger Bedie⸗ e iee Weißmehl das Mal⸗
— —
Neu angelommene⸗ R. Dawo Nos, Gehife in Biegsaffel, genmehl ditts s lr. — Weizen 200
Tapetenm uster Harten t I3 Pappelstaämme im Gehalte üfd 16 —
n Honster Auswaht gut den billigkten rei. don 1447 Gubikfußß zu verkaufen.. vort ISPfd. s so
xu bei Georg, Buchhardt vr Giersig C6od Pfd.) . In.
Friedr. Stutzmaun, wohnhaft in der Kohleñstraße nahe an der J. 44 Ic. Hafer (120 Pponb. 80 —
Tapezierre. WMaschinenfabril.. ais 6 si. F ir.
— .—
Iot Rrdattien, Drugaud Verlag don F. X Demetz i St.“ Ingberi

—
26 —V
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re v 3“gyr er — Amiz 4 ig eie Rit suitient sturserhatlimgsblaiie exschein. wöchenttich dreimalze Di emsßnags Damme ät ge
—— ag Abonnemenisoteis viertehahr ig 45 Krzt. oder 19 Sülbergr. Anzeigen werden mit 8. Krzr. die- dreispaltige Beilei
ι ιινν— As ———— deren Raum bexechnet. ι α , molit Ide
ÿπνια —— ;
Nron I3ν 4 * Donerustag, den — Janu ar⸗ αι, 1868
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uνιν “ Deutschland. ια. aͤenie
ma n da g61 Inm.Die! heutt dvahler“ untet! dettt Vorsttz
essu Hrn SoLevsabgehaltene Uhrwählerversammlung! für“ den
Jonton“ Landau“ hat gitf“ den Veticht deg Heu 8.. Maher das
daißerblauterer Programui nind die Candidatrire vagn Hrn Ibtdait
ono Deidtsheimeinstinnrig⸗adoptirt unde zur Owechfi sunnt der
Wochs⸗brs Letzteten eilr Conlte — ——— rtheilung
Iotldirt Wahl,etlel beschlofsen. e —
ausl ear nuch ein,““2N. Jan.?“ Vetigroßée“ obohrophische! Atfaͤt
———
ten unsd Pirmasens voll B —— 12 Blätter. — Von
den Beiträgen der Officiere der bayeri hen Armee, zu F dem
ist eilt'Rest von Aß, st zsur
Vitfunug ührig 3
nijfiosr wirrde diese Swninie dem e üterwiesen
Muürn hhien, 28.Jum. (A geprdneteutamihter) Der Fun
ꝛelsminister legte einen Gesetzentwoirf“ Aber das ene Eifenbahnget
ror Dasfelbe soll eine Bahnlänge von 290 Stunden uinfassen
atide eintKoftenauftband von“ 146 Millionen erfordent, wodon 60
Mitlionen zunächst zum Vatn“ zu verwenden wären, F.*
Du vin stu det 27.Init. Spatestens nsi Eude des Winer
curfes ·wirdedie hiestze Kriegsschute geschlossen werden; dje Zög⸗
inge haben in Zukunft ihre Sludien aufe preußischen Schulen zii
nachent — 9 —
Srriu brgabt, 273eJan,“ Die, Kanmer' hat dad Wahl-
zeseß furs Zouparlament mit 78 gegen I5 Stimme in ihrex heu⸗
igene Sitzung angenommen,“ dabtl“ aber den Beschluß gefaßt.
zaß die Festfetlunge der Wahlkreise durch““ bie Gesehgebung er⸗
volgen solle. ..
Wres bu dienLu24. Jan.““Eine an das preichische Abger
cbnetenhaus gerichtete Petition des Gewerbedereing in Heborn
zegen den neuen“ Schulgesetzesentwurf“ verlangt: 1) Communal-
chulen, beine Eonfessionsschulen; 2) Leitung derselben durch Fach⸗
nanner; 9) größere Berechtigung en der Ver⸗
valtung derselben; 4) weitergehende Ausbildung der Lehrer, be⸗
onders in den“ Realwissenschaftenund eine ihter Bildung ind
zeistigen Bedeutung würdigere Stellunge! Diese Punkte hezeichnen
zugleich die Mängel des Entwurfes,“ der flüͤr Naͤsfan wo bisher
dir Communalschulen defetzliche Regel waren 9 einen entschtedenen
Rüchschritt begründenꝰ wlirde;..34
Aeerin, 26. Jan.“ Wib vetlunet? wird der Geh. Regie⸗
ruͤngdrath Wohlers ans dent Ministerium' des“ Innetn fich dieser
Taͤger nach Wiesbaden begeben,“'um dork mit den Bankgesellschaf⸗
en don· Wirsbaden, Ems und Hombutg“die Spielbankfrage uutt
nbschluß zu bringen? Kiefernne die nunmehtigen Schlußverhand⸗
ungen nicht bald ein befriedigendes Ergebnißz, sonsteht. die Rege⸗
Frage im Wege der Gesetzgebung zu erwarten.
Fün solchen“ Fall sollen“die bezüglichen Vorlagen noch in der jetigen
dandiugs⸗Seffon eingebracht werden und Dann, duͤrfte eben eim
eeee Spielbanken erfotgen, h u
Bernin, 28 Jan.“Det, Statsanzeiger! sagt:“ Vid Ante
vbtr degz Konigs auf die neulich empfangene kaiholische Adresse
elönt das? Bestrehen, die Parstat der Concessloiten u uhten, wo
uübet ber·Pupstmohrfach!seine! Anerkennung dem Königé habt
aussprechen lassen, welcher auch ferner bemühr sein werde, dirrch
ie Polltit. Preußens die Unabhängigteit des Papstes het fich dar⸗
bietenden Veranlaffungen zu wahren· 3
oWien, 24. Jam. Die sämmtlichen preußschen Offlcjere
welche den Leichenfeierlichteiten Dig Fimsibi dmn 8. beiwohnten, ha⸗
—
Waen,“28. Jan. idhas Erktabrbingrium' bes Reichthuid-
zetðpeltagl 80 686 00h ffrunasuter 21700 00d fh. fur Hin⸗
erlader!. T800,800 ft. fux Festungsbauten, 3, 600, 000 fl. juper
aumerär 1 Mill. Gulden für die Marine.
Wilen, 25. Jam.“ Von einem in Bevracru n Maͤtich)
ebenden Orsterreicher, der dott eine angesehene Stellung einmmmt;
A a αÑ ô inαν VVaebtatt “ine thelurde“ ver“ oi

—
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        programm oer geyeimen Aegierung mit. P e sehr ftaner chesden sich in dret Parteien — Arbelter und Vauern wol⸗
denen, welche in früͤheren Zeiten in dercee —* orschein * len die Rückehr Franz II. der * ĩ ne vernünftige Restaura⸗
lommen si * ch schlieht. dasselbe n rmit „Vi —B on mn grunttone llen Burgsch ens ein Theil der. Baurgeosie
und nicht wit h.Jißo a —A 8 mll die alienische Einhelt, ein aduderer die Republikes Jedermann
wenn gucht schon seins Devise , Freibeit nere —XRA ieeer Wechseba des Regimek.
lichleit ist. Daß —T in den oͤffseiellen Kreisen diesein Ackenstücke Spanien.
das sofort nach —A wo si enmennn eaig befn Madrid, 25. Jan. Briefe aus den baskischen Provinzen,
d eraesgdt wurde, eine — beilegt, ere aus Äragonien und Catalonien sind einstimmig der Ansicht. daß
—* 35 Aus den Varsihis. Maßregemm. weche man er ant egriemsche Insurreckion zun Gunsten des üitesten Sohnes Don
—Tr bevorstehe. Man behauptet, die Wiliwe von Carlos habe
RNanerreich Wefahr fur dringlich haut. FJedenfallst a Rqn behauptet. Die W A
vg Kaiserreich· r dr ohende Gefaht für dringlich ha aus 10 Millionen Realen zur Unterstützung der Beweguug gesandt.
geht man darin wohl zu weit, und die Dinge sind anuch indch michtp vιια Rußlan
so — daß die einfache Ankündigung — ẽ— Bile phesrooßr 24 ußland. burgeth nae
—
ön rn auf die der J 1J —
Paris, 27. Jan. Das „Journal de Paris“ läßt sich Debats: Rußland sei stark und groß, hege gleich Frankreich keine
aust Berliw schreiben,, daßze die Rüftungen: in: Deutschland inlt Vergrößerungssucht und witescherkeine. Ecweiterung seiner Grenzen.
reher Thatigken fortgesetzt werden Das mag hingehen,e da namente Der Frigdemit den, Nachbarstaateng der, Wohlstand im, Imern
denSden Denischlands sich in krufuigen Varthesiangsnand fegt; ej sein einziger Ehrgenß Es erstrebe. die Falso delaug PegrHausn
venn aber wener aus Berlim geschrieben ⸗ wird, vaß es sich jegi dels, der Kunst ünd der- Industrie, Furopa's, gEzwoͤnsche. ainen
darxum handlen dir Festungswerke don Mannheisne in Slaud zu 'orsichtigenn Fortschritt, Ohne Haß gegen die — — —
jetzen, tson verrälh diefer dücherliche Schnitzerei daß daß Verlin des »oe worde Rußland jedoch, kein ungerechtes Uebergewicht duldens
enann en · Journoles ain dessen eigenen Vuredug lietegn 3n Ver den Krieg unvexmeidlich mache - Arage eine jarchtbare Veranfen
dene in der Finanzbericht des Hrm Maghe im Stoni⸗ dörtlichkeit nd habe den Fluch der Geschichte gun gewärtigen. Ein
teur!s erschienen, ndessen Ziffern, Ihnen der Telegraph wohle schom drieg in, der Gegenwart;sei ruhmlos und kpnne nur, großes Un⸗
mitgelheilt baben wird und der auf eine Auleihe Vonn 1A0Mitl. lüch herheiführemn
schließtt. VDie disponibelen 8. Millionen Frso Rente dere Armeen ZArmischres.
ee re deale wiffen uu glai se rAlpuler be . Inde heutigen VFeserat
d ee iae: rauz iu u Sna oper eurnlung der Vadanstall geiserolern wurde Fie Verheilang
n nen sand/im den glanzenden ¶ Räumend des GrandeiHotel Angent 38 I* Iie eee und d exn
——— —
Zali /ans griterm vet schuben. weit an senem Sonnabend das Leichen- ft dontan ereignet. Ein iu dieser Mühle beschäftigtet Bursche,
begungniß des Kaisers Maximilian stattfand. Der gestrige Ball — ph Henn 19 Jahre gli, aus Trarbach in Preußen, war am,
—D— zerflossenen Freitag deaufträgt die Mahle butass at Er sollte
sucht nuͤre 3 —* f hue vegen der'z Ie enr ie Remen an dig Trauginiffionsscheiben- anlegen, Lin Ziemlich ge—
——
duͤrf und Jutsig eee —** ʒangr it. Bet bieser Arbeite gerlelß sein Schalchen in eines der
Wan 0 ü ee bn — — —— das sich iu der Minute ö0mal dreht, und sofort wurde
e duz een e ceae zve ut
Ner FyAIr. — —3 J2 8 — 7 e * *5
α 3 een — ir dute r hen zolß, Kammtader angettit und defadtzu srangue
ιn un putu ! — vh —— 66 6 —
ungd der Pariser Buthge Wohnten detn. Feste beirpe aßeeinen sedt eeteden Forhen an min Duednn die
——
7 eb J ee 75 — J r — 7 Vldu.
eeeezz t e
Nnen ergaͤh an 2000 gIrs.Es e aug der. Mos hine hert alstehen woüle ea nut
e eseeee ee eeee nit grbhtet, Gewaltt,e und Rachdem IllzKelesber otgl zerf hnitten
lunctn 3* ere, I * —8 u —V — parg — — Woge dieset —
——— 4 *3 d g α J — 8 — ——7 —3 Hherzz e ende
— ———— — — —
Ddee gesprocheg ahatten, mit 128 Stunmen⸗ oen ginrger —— — ——
elet.deite. r an e
iber Italienz Man sprach gestern von einczir Staatsstreich Biciort. i —— duse Zage giee altz Conttole urstochten.
danenn uod heon der Dusndsuna. der Zatenenig dn enze w 3 Die
en dunesunnedet. nedem. ilgi mcten dsimmcd denn n deee e aut e en
⸗ e urme hevor 2 u hau⸗
Lond 26 wg 5 Weid hen dag mit seitemn Gemahl iun ehelichen Dissidien, lebt,
F ondon, Iie ie Erdsidhe a Foenie halten Pie Auͤgellagte machte sun die zartsiunige Iru glauben, daß sie,
e eg dückfahrt d Dzh vsp achrr und dieselhe pon ihtzm, Gatten dürch Todsbelen, zu befreien vermoöge
ueee I) en inn in heftider Za chee Zwed dauchte fie , Tnd das iß des Pudels an
* det versoͤrtn en in FId α— 5 —— Messen lesenzulagssenz das Uebrige Jei ihre
we m 5 zr Repuhlik olibiaist kin Änfstände Soche: Fine andere Zeugin gah an, daß die, Betrugerin geau
*. eee Dee, Zhseher“thahe mnlrhatt vie bert—haͤbe wenn sie Geld nhtd z.abe. so ditsen sie —nur zur
— — ereeeet de de uddiden. graun üehent di su spön so dinn n solhet d
—— ezatuch der Alsbauia- ägelehenhee nnchtlduger Geoe hen Dendeie e iur resht anlüge Die Augeschald igte Jam
zenstand der Diskaffion zwischen England und Ameteti soen da aber auch noch eiien taub eworbenen Nebhaber wiedern n
Stane kin Schiedsgericht üvet die Legalität und dze Zöhg nat Axone der Verlassenen zuͤrüdführen. Dazu brauht' —
bie eetee der —A als enee et Henm, kinen Shenset aind, ellien; Unterroch her —7 iee
ene nn n e ne e
dee —A— dem vorgesclagenen Tribuaal It irterbrei Weaß sic dott sonst ur Votuapen pe v ——— ————
—
X 87 an ere Poltzeigerichtshof on Bowstreet JnSwe luduürden ba det dn d
hat Iwbei Deutfche —* ee ngewieseh nDibselb earn u e zu wurden bei der am, er Pu e
en ee Hel gewieet e gehaltenen atholi eg Berschn alung, bezw. eine Petitian. fur die
eeeeeeeeeee e r d ——— —R——
J e 9 9— J au ovrra — —52 zur Samtiuuß gen * it den zt * je imni un je Mothlowe d A
ungwge sag! ?*18* Ause6 un AACCA enrenpeee 777 - 4 *
— — d uuen
— B— aoar iud A—————— — e
Bug eroße vd 75 iet Ui ogdeß Ireede günues * 39 ijde Borst eeeen
rAh a peg begchtt pn der vihej —— ad eh vpon Verhitr,, gugedom genn Ppah,e Wuchen. Wie ihede 4634

*
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        doliu hestivmten. Brlese and Padele: agß den elamteuc Bhstheutei amg ito mnie i· DOi Betlagte isteeine Raffin, Welche in Jdanz Lux⸗
enn Polteonduetenr bergehen, amelcher die selben arf inem Posether Feit ein so ——
bagem, mach sdem Posthüreaue in: der Glockeingasseczu meleiten hat. VBudorn r n ιa *
Als der Conducteurc nach, diesem Vüreaunnmerxmegs hegriffan ist., kig Främkriesch minmi in Betreff der Zunahme herꝰ Bevdlterun
ommt⸗ ein an Postuniform als Wagemmeistergekleideter, Mann in Nadl H. Platz untes Gden⸗neirropaischen Staate“ ein“
refligsteren Eite dem. Wagen, nachgelaufen und, holt diefen heirm, Sachfen 4 55 Englenb Eh⸗ Preußem 84 Rußlandn 86 Jahre braucht
Mufeum ; wieder ein. hähn ihn dort an und-ruft dem Conducleur um seine Bevolkerung zu verdoppeln, erzielt Frantreich dieselde
u. er hohe doch den verlehrten, nach Deutz bestimmten Beutel mith zunahniet erst in · 198 Jahren! ιι α
Werthpapieren mitgenommen.ahier sel der richtige. mau möge ihm 44 gyrfrrs ean Oie Affalte des Marquis de Mat
ven„Verlehrten Dafuͤr aushaudigen, tg deiegroß⸗ Eile · porhanden- hreuil d' Orvault bildet noch immer das Tagegespraͤch Ez scheint
a der Zug micht Iönger mehr goarte Der Gonducteur, über daß det Marguig' schon eit Iungerer Feit mi seiuer Frad in Zwie
diest · angebliche Verwechielumg bestürzl, Handigte den. vexlgugten rucht ebleDsebesden Eheleute pertlachten taun eng
Beutel, aus ind mimmt: den angebotennen dafür ju Empfang. Als ee ee — Eheleule gicht
x. beijn Vostamte in perGlockengasst angekommen ist und der ihnm nehr mmeein und einselden Hache, uͤsd der Marquis will *pit
uͤbergebene Beutel geöffnet wird. inden sich in demselben Lumpen rnbehauptot, vor' dem famosfen Ploceß krinetzwegs gewühl haben
and einige Gewichtstücke ver. Jetzt erst sieht der Condueteur ein, poher das Vermbgen fetner: Gemahlin samimen“ Da nt
daß er betrogen worden und erfährt. nun gus den Vostkarten zu zefindet sich im Augenblick nicht, in sehr glänzenden, Verhäftnssen
einem großen Schrecden, daß der angegebene Postheutel einen Ine inen Frau' gibr, hin dichts wnd die Pensigu von' 00 Frdi
zan de Seridungen im declarirte Werthe! don über“ 16,000 —J 32 — —* inf Vefehl des Kalfers n
Thle. gehabt hat. Den frechen Vetrüger .zu entdecken, ist dit hire n Jenhat di Iunterduuckt, t — zwischen deg
ige⸗Polizei —J—— sehr thätig. Vorläufig ist auch der Post. Narquis und seiner Frau wird es wohl nicht, kommen, Ran
onducteur in Gewahrsam genommen. , lemüht sich näm lich, eine Versöhnung — 5—— der
Anus O stpreuß en wird berichtet Zu aällem sonstigen“ Narquis wpohl um so eher eingehen wird, als ihm die —5*—
Ungluck drohen einem Theile der Provinz noch die Schrecken einer her eine Pension berfprochen hat, und, außervem wenig Auiicht
leberschwemmung oder sie sind vielmehr schon kingetretenen In joxhanden ist, daß die Gerichte die Ehescheidung aussprechen.
der Nacht vom Montage, zum Dienstage“stieg. dus Wasser des M kR3* 7. — —
Begels plötzlich so hoch daß“ in Gumbinnen z. Br dieInster⸗ — sind am 17. Jan. Morgens die drei italiezn
zurger Straͤße ihe ihbemmnt wurde und — die Bewohner durch uisen Bauditen Codn Quaranta und Nardi, welche in der Ge⸗n
generalmarsch geweckt werden mußten, um sich und ihr Eigenthum ꝓu o ir die Post A A raubmörderische Angriffenu
zor dem. Wasser schuͤten zu können.' Daß keine Menschenleben uf die: Keisenden geftacht hatten zingerichtet worden Sir cpre
derloren gegangen sindist der schnellen Hilfeleistung zu verdänken, * ꝛu Foe aeede ehenhen npughemFe dorher die mag
die den“ Bedrohten zut Theil wurde. Um 11 Uhr“ Vormittags hehenden um Verzeihnng get clen ha en. **
vurde eine Frau durch! Fähne aus ihrer Wohnung! geretlet, in der , Londeonm, 23. Jan. Der City. Artikel der „Times“ ent⸗ne
die Wiege mit dem Kinde schön Autstig uinherschwamm. Bei Ge— —— folgende ¶ Mittheilung F Aus Zifflis ist telegraphisch dien
egenheite dieset Ueberfchwemtnung wudde dier hotzerne Pegelbrucke sann eingegangen, daß die persische Regievung sich den rusischem)
der Stadf burch das Eis zerftͤrt auch sinbebiele Holzvorrathe nd preußischen Regierungenbei der Anlegung einer doppeldrahe o
zurch das Wasser sortgefühtt wordeu. dEbenso sind e Vraune gen Telegraphen⸗Linie von derStadt RNorderneh (welche der
e en n u, pue er gehtere hen Linte gonhen Cauglande und Preußen
— —, über Rußlandnach JIndien ange chloffen habe. Jede Regie e
7 Iu ebliub urg, 28. Jan,! Was“man' nicht alles von eit Uung. liefert jhren ganzen Antheil an der Linie, welcher durch ihen
nim Mimisterpräsidenten verlangt! Nach dem Vorgange eines Pom⸗ Territoxium geht. Die Kosten der Linie nach Jeheran, wo die
rierejchen Verkins, welcher hetnntlich den, Grasen- d. Bismarck der indischen Regierung anfangen,sind auf 400,000 Ifd⸗ Si.
infichitich. seines. Teligidsen. Standpunttes befragte haben“ soste Rtanschlagt.rinschlictlicn. des ainterseeischen Kadels durcha schwarzenn
was aber bekanntlich dem utirt worden ist), hat!“ ein Herr: Wis- 3 ——88 ,—383
icend hierselbst —Addt zu. gexwechseln vuit Wialicen us —. heigg Sen erge pore vorn Zunten penandigen Dorunagen-
en
Jefu glaube.. Bald“ darauf wäre / die Autwort bes —————— — 2 ——— —— zudesagt Es war·
helenmen und Herr Wisliceng ist voutandig befriedige wor, den 40 Wörter per Rinute zwijchen London und Teherau before
gn da der Graf vismarck ihmn geantcworcet — habe, daß er Jen Rtt werden kunmen. Den Zauit hat Man auf 8 Pidgeta
Hhlauben theile, welche der Fragessellet in seinem Briefe ausgespo— — jür 20 Worter und * Pfoe Si für I0 Worter siatt des
ven dabee hisherigen Zariffutzes won 53 Pfo⸗ Ein. B Sh festgesetztuu ιινι
7TBreslau, 24. Jane Mit deme hentigen Personenzuges3 Londonm, eg Jan.'-Bekanntlich ist es eine drückende
er Posener Bahn.kamek üOq., osspreußische. Axbeilez. hier an. Last. welche, auf Euglischen Eisenbahnen ruht, daß für jeden Un—
Sie waren sämmtlich von kräftigemn Körperbau und standen mei⸗fall und auchnfür Jjeden Todesfall, welcher die Keisenden
ens in einen Alter von 20 bis 30 Jahrentea Muchdem sier in ohneihre Verschulden triffl, z von der Gesellschaft eine ente
den Wartegimmern des Baͤhnhofsgebdudes eine gute Flejschfüppe, prechende Entschaͤdigung e aen. Solche Eutschadie
Feis, Rindfleich und Brod erhallen hatten, wurden sie mittels quungsgelder wurden von den betreffenden Gesellschaften in den
grtrazug nach Oberschlesien, zuuächst machKoattowih, befördert. E.. Jahren won 1860—66 im Betrage von 1872,624
wo sie in“ den Konigh. Steinlohlenberow-rkon, verwendet; wer- östrl. (8,18082623 Thlr.) Pezahlt welche sich auf 169 getödtete
itn, solen.. n J und 4468 verletzte Passagiere resp.— deren Angehörige vertheilten,
Ocsen welm Rud uge ver erreih gen Armee in Itt so vazenr Dorchshnett in dem einzelnen Falle 289 Lstrl. ver⸗
1863,siuned den; Schluchtviethddchots des ,I., 3. und 4., Armeecorps nisgabt VFeg Fur Guted wurden ·ine derselben Zell 667 153
ine große. Anzahle irarthches Schlachtochsen in z Verluft gerathen, Lassel. (4.447.700 Thlr.) Ersch gezahlt. 30
uind konnten obis jetzt nicht auszeforscht werden. Die Gemeinde ⸗ rWalcn it l ch c Gold. aumdse dicsett Namen ragende xα
nande hoben daher machzusbeshen vb nicht irgendwo beim zirung hat kürzlich einigt Aufmerksamkeit in England erregt, weil Le
Marsche enh un n Übergeben wurden, oder nan bermnthete, Jdaß die Verwendung derselbem: den Zinn⸗ und
ab nicht ir endwöäararische Ochsen n Waldern vded auf Feldsvn Kupferarheitern awahrscheintich von Nuten sein könne. Ein Sach—
eingefangen wurden; oder ob beim Enmarsch preußischer Truppen uudiger gittr wiun oigenhelt Vekricht hiersoet : pSie besleht s
acht etwa ärarische Schlaächtochsen gesehen wurden, welche vom einem Kupfer, 100 Theikanheehneme Fenn, INT. Theifen Mage
Feinde erbentet wyrdenn wäreg.“ Die diesfaͤsfige Anzeige hube üeniin aia?G. Theilen; Handeltziwe nsfeim⸗ Olheilen zu Ammiomnbalfalt,a
——— sogleich Ise wird im Januade Itz8 geschrie 38 Theiteitnrinhe ungelpschten: Källens, 6 Shellei; uDas Kupferd
betyn rstutten wirt Zuerste geschmolzen, daten werden, der Kait, die Magitesten, daseit
J — ien, 28. Jan. Rach den bielen falschen Nachrichten, Ammonigksalz und dez Weinstein belgefligteber nur wenig auf
aher die Ebergeny kann ich Jhiten — Viit⸗ einmat, und, hierduf, hird das Ganzeungefuͤhrd eine halbe Slunde
wtilungeit geben.“ Sie hat“ bis jetzt noch gare uschts — —— so daß eine vollständige Mischung ntsteht
ais daß jie — und eine Fraft, —P de wahr, wocuf man das Zilidd n kleinen Körnern auf die e —2
cheinliche Möðrderin · der Gräfin Chorinsky bdezeichnetiuund Barxonm und umrichtt, Pis as ähzljch —B —
horvnth nennt. bis zu dem Hause, welchem die: Grafiun wotzmio⸗ wird nun zugepect. und dier Schmelzung etwal Ab Minuiten ang antern
ʒegleitet · jabe. Sie ist int Gefand ißt fehr ruhig benimmtz ich halten, worauf der Auzwurf abgejchaumt wird und die Leglerwitg n
— die gewoonliche —2* zum̃ — 30 Sle ft Fage schmiedbar ·innd dehndar
Häftlinge, —8B 400 p. qm Depofitenamt liegen.und kaneg chen gestahnpft, getrieben, in Pulver eder in Blat
vVor inem det Vier ne wird iñ den nach⸗ —— deschlagen werben, vöst Goldblast. In allen diejen Juftänben
den Tagen eine Forderungsklage vcw guerbnteh ud ebhan-bistesüe lhe uhen echser ehon Golde nicht u mnteneider
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        rngere ueutn Viehe egieang moj n zon

heienigten Stagten hereitt dielfach angemendet. 1

f Die Amerikaner in Riz a gaben den Officiertem —*

unter dem ypey Farxagut anbernden zGaschwaders ei
endens Feste Unter den Fingelgdeten befand sich auch
gued arig. . von Vaheruc weicher his iĩ. Uhre Morgens
ben Donausürstenthümern jo —wie der Monitent
das franzosische Wunzsdstem eingeführt werden. Die
ginheit ist der Pigster, gleich einen Frauten8

Sie Zahl der Wolfe hat si in Polen in Folge des sejt
ejten. Aufstande befiehenden Verbots des ee in erschreck⸗
her Weise verinehrt. Durch den massenhaft. gefaͤlenen Schnee
wurden dieselben nug aus den Waldern, hettieben, machen die
Landstratzen unficher, dringen in manchen Gegenden (3. B. imi
e boctcin die Dorfer ein und fallen Monschen und

ey onnn.

e Ein, interressantet Schueefall erreignete sich in einem Tanz⸗
aale in Petershurg. Draußen waren 23. Grad Kalte. Bei der
—— verwandelte, fich der. Wasser⸗
dunst unmittelhar in Schnee; es schneite in- Tagzsaqle, soahrend
im Fteien trocken kalt warr

In den Sytrjänen⸗Minen (Sibirien) wurben am 29. Oet.
ur Erdssoße verspürꝛ)..

896bneAbyflinerinnen. Den Englandern wird
Dieles in Abyssinien nicht gefallen, die Schönheit der Frauen wird
ie aber mut Manchem aussohnen, wenn ihr Landsmann, der Nil⸗
orscher Baker. nicht übertreibt. In seinein, so eben in deutscher
Uebersetzung herauskommenden Werk über die„Nilzuflüsse in Abhs-
inien, erzählt er: Ich besuchte die gerade anwefenden Sclaven—
dändler? Sie wohnten in großen Matten⸗FZelten und besaßen viele
Mädchen von außerordentlicher Schönheit, deren Alker von neun
zisn siebzehn Jahren wechselte. Diese liebenswürdigen Gefangenen
mit einer schͤnen braunen Farbe, zart gesormten Zügen und Ga⸗
jellen Augen, waren Gallamädchen und waren aus ihrem Vater⸗
lande, an den abyssinischen Grenzen; von abyssinnischen Händlern
herbeigeführt worden, um an die türkischen Harems berkauft zu
werden. So schon diese Mädchen sind, kaugen sie zu keiner schweren
Arbeit und krünkeln und sterben bald, woun man sie micht freund⸗
lich behandelt. Man sfieht mehr als eine Venus unter ihnen, und
nicht genug, daß ihr Gesicht und Wuchs vollendet schön sind, be⸗
veisen sie denen, welche sie gut behandeln, die größte Anhänglich
eit · und werden. brave und kreue Frauen. Es liegt etwas eigen⸗
hümlich Gewinnendes in der natürlichen Anmuth und Milde dieser

aun geru c qonhitun deten HVerzen pea: warmete: Vibesqẽ fuhbesi⸗
delqhe unter zoheten und rauheren Stammen selten belaunt stu
rine raschs Autwort gebenn⸗ Ihre Formen sind auffallendreltganf
und anmuthig, die: Hande namemiteiß außerordentüich zarkec Die
Nase ift gewöhnlich leicht gebogen und mit⸗großen und schonges
printen Oeffnungen versehen. Das schwarze undglünzende!abed⸗
emlich grobe Haar? reicht enwa bis zum halben NRacken hinuntera
Obgleich diese Mädchen aus den Gallalaändern find, bezeichnen sie
ich ftets als Abyssinierinnen und' sind. unter diesem Namen allge—
nein bekannt Sie find außerordentlich stokz imd hoch! gesindet unde
jernen merkwürdig schnell. Im Chattumhaben sich mehre ve det⸗
angesehendsteri Europuer mit solchen reizenven Dumen verheirathet⸗
velche ihren Männern ohne Ausssnahme große Liebe und Ergebenr
Jeit beweisen. In Gallabat betrug der Preisfüls einedieser Va⸗⸗
urschonheiten zwischen 25 und 40. Thlr·. α
F
Eandwirthschaftliches. eteedee 52
Mehr Vighzusbalten, als veichlich nade
perdentka nen, ist einer der gröhlen Fehler in der Landwirhhe
chaft; trohzdein ist derselbe so allgemein verbreitet, wie felten eign
inderer. Am meisten find es die kleinen und mittleren Landz
virihe, die iundiesen Fehler verfallen, aber guch iir den Ställen
zroßer Besitzer bin ich ihm schon begegnet. Kleinere Besitzer glauben,
nicht selten, sich vurch Vermehrung ihres Viehstandes nach außens
sin den Anschein-größerer Wohlhabenheit zu geben, wie denn gara
Hanche auch meinen, da wo sich eine Kuh inmmer recht satt frißt,r
onnte, auch noch eine andere leben und sei der Nutzen des Futters
zu verdoppeln. Allein hierin liegt ein großer Irrthum, denn ein
edes Stück Vieh braucht von dem ihm gereicht werdenden, Futtere
inen Theil zur Unterhaltung seines Lebens und erst der Ueber-g
huß wird in Nützstoffe (Milch, Fleisch, Dünger) umgewandelt.g
ingen dimmen zwej Kuhe bekaͤmen zusammen läglich 58 Pfund
Zzfund Heuwoerth und jede dabon verbrauchte davon 14 Pfund zurg
Anterhaltung ihres Lebezrs; wenn nun zu diesen zwei Kühen noch
ine driite gestellt würde, die mit den beiden ersten die 38 Pfd
Deumerih theilen müßte,so hätte diese natürlich auch 14 Pfund,
Zu ihrer Lebensunterhaltung uhthig, Die zwei ersten Kühe alleine
herbrauchten zur Lebensunterhaltung 2 mal 145-528 Pfund zußr
ebensunterhaitung, also blieben von den 58 Pfd. Futter 80 Ppp.
Ur Milch Fleisch und Mist; die drei Kühe aber verbrauchen,
3 mal 14—42 Pfund als Unterhaltungsfutter und es bleiben.
emnach von den 58 Pfund nur 16 Pfund zur Nußze rzeugung.
— Wer rechnen kann, der rechne!
Oaffoô Oberhauser.
Freitag, den 31. Januar. PT
Soriée— laal

RF
8 2 .
* * 24 J
— ⸗* F J —
s zESF ι M
126hk— 15 s a — —
29 Pieselbe vermittelt aussehliesslieh Zeitung )Inserute
im gede Zeitung aller fünt Weltthoile, — berechnet stets die
Driginn Iprease, — gewährt bei grösseren Aufträgen au-
gemesnseι uhatt, — lefert Belegbhlätter über
des Inserat, — beseitigt allo Porto-Auslagen und sonsti-
gen Xebenicostenm, liefert vorherige oSten-A nSchlüge
and / yersendet auf Verlangen ra td und frauæ o. ein
p vollständiges Zeitung-Preis-⸗Voraeiebmisaa —

—

Zoitungs-Annoncden-Expedition

E —B
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*3336
— 223*
334 —7—
3
25533
83338*
33887
—2832886
123 23
34
I 3 *
2388
*
* J
3735

gegeben von der Familie Dittima uu
.. Anfang 74 Uhr.

Täglich frisches * J
Futtermalz
bein

.. LHESS,

Der Unterzeichnete hat Eichem, Kie⸗
sernn fund, Birkenes Klafterholz
sowie auch schönes Kiefernes Bau⸗—
dolz in jedex beliebigen Lange und Dicke
u vexlauten. .
V. Höh Breitermuhle bei Würzbach⸗“

Pet. Joyg. Echwarz im Josephs⸗
hahl empfiehlt sich zum Schlachten der
Schweine außer dem Hause .·

— — e— —

de. Dawo, Not. Gehilfe in Blieskastel

zat 18 85velstãäm me im Gehalte
von 1447 Eubikfun zu verkaufen.

Feuchte, Brod⸗, Fleisch⸗c. Preif
Stadt Zweibrücken vom 30 Janiar;u:
Weizen 8 fl. 33 kr., Korn 7 fl. 8lr,
Gerste Zreihige, — fl. — kr.. Gerste vier
ceihige, õ fl. 20 kr., Spelz 5 fl. 56 kr.
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel 4 fl.
36 ir., — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
Afl. 52kr., Erbsen 6 sl. 12 kr. Wicken
1l. 30 kr., Kartoffeln 1fl. 18 kr, Heu
ufl. 20 kr., Stroh 1 fl., 6 tr., per

Zeutner. Weisbrod Juus Kilogr., 21 tr.

»ornbrod 3 Kgr. 30 kir. ditto 2 Kgr,
0 fri pitto Le gr. 10 kr., Gemischtbrod

2 Kgr., 3 tr.. Paar, Wech.7 Loth
2 Ar. RindflejshnJ. HQual. 18 kr.a
Quat. 16 ix./Kalbileisch 12 Ir. Hamumela
leijch 16 kr. Schweiuefleisch 18 Ar., per
hi Wein 24 ke. vier6,lr per Lier
Hutter 26 Ir. per Pfund.

sW Ver untere Stocd. meines Wohnhaufes,
—8 Zimmer, Kuhe, Waschtüche umfasßs·· — — ——
end, nebst Helsex und Speicher, Antheil am TJaurchtoreise der Stadt
Garten x. is zu vermiethen pud kann so⸗ saiserslautern vom 28. Januar.
zleich⸗ bezagen werden. Wrigen8 flu240kt., Korn 7 fl. 6 kr
—— —— — p 5fl.
! — —— Kohlenstraßen — Zpeltern ⸗fs. 75 rt Spetz fr
— —— — — —4 *.Gerste v il. ba tr. Hafer 4 fl.
Len angelommene u 33 tr., Erbsen 8 f. 10 kr., Widen 4 il
Ippeten mnstorkarten 39 tr. Linsen 6ufl. — kr. per Zentner.
5 srig Auswahl zu den dilligten Prate Broadp reiser6 Pfd. Kornbrod 81 kr.
RFriedr. Statz mian h..Phdz Gemhthrod i6tb te. gud 2 psd.
Tavdezierta. de lt.
Nehattion, Dirug und Verlqg dei. . A- Der⸗ in t, AIneterld νν ι αα,

2

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Der So gin gbbrter An yrigexe giit feineitte Unterhaltunt lLhatte erscheint woͤchentlich vreimul: Dienrage Daumerslag
and S vetd ge2 Nlbonnementsbreis viertehhähtig 450Herzr, oder 13 Silbergt. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zei
ꝛa n. u —3336 eeteeend Baltichrif bhiet drein Rtamm verrihnen ,,u ν
—— —— — V6
rwe — —— 2240
Nro. 14 * J — ——— X Samstag, den 1. Zebruar 1868.
vri —— 5 Deutschland. F 2**
Meheche n. 28. Jan.: Der Süudd, Pressegufolge.in
ide den Beginu der Verhandluugen der obersten Reçyx u tar un gs8
rathe zum Zwecdee der Listenberichtigung ec. der, 11. Februar,
3 Beginn der Aushepunng aber der 8. Mätn d. J. iu Auas-
ßs genommen, WAnvo —V— ι eνο
e She e Dir bohertsce. Gasnule! an ba
zischen Hofe. FIrhr. p. Perglag, wird sich beute auf seinen Po—
b en 2
Mün cheen. 29, Jan. Für, die Plenarsizuugen des Abge-
arbnelenhauses wird nach der ergebnißreichen gestrigen Sitzung aus
acht bis pierzehn Tage wohl, eine Pause äintreten. zum Theil mit
Ruͤcksicht guf die Zollpaxlamentswahlbewegung unhhe dang auch
um die Auzsschusse. einigermaßen zur Athem kommen zu lassenn de⸗
ren neben dein Plenatsißuugen., hexlaufende Thatigkenn nahezu- auf⸗
reibend war. Am —B—— schuellflen bielleicht hat der
Specialausschuß fuͤr das Malzaufschlagsgesetz gearbeitet da aber
Raschheil, und Gute der Arbeil nicht immer in gerxadem Verx hält
niß zu, einander stehen, so imochie ich R8 Awveiter gesagi
haben und nur die Hoffnung beifügen, daß das Kammerplenum
in Bezug auuf letzteren Gesetzesentwurf sich manche Punkte reiflicher
lberlegen moge.“ Pf. Kurh 35 * — ——
München, 31, Jan. Die Corresponden Hoffmann mel⸗
ded, daß ein befriedige ides Resultat der Ausschuß ⸗Verhandlungen
uüber die Antxäge von Pfälzer Abgeordneten bezüglich des Heimaths
gesetzes erzielt worden sei.VLetzteres soll zwar auch in der Pfalz
ur Aussühcung gelangen, jedoch mit wesentlichen Erleichtexungen
und Vereinfgchuͤngen des Heimathserwerbs pon Pfälzern in tiner
pfälzischen Gemede Meber die Buͤrgereinzugsgelder sollen Be—
stimmungen 4 wien bishex. gelroffen und das administrative
Derfahren heinEheschließuuügen auf, die Pfalz nicht ausgedehnt
—— a niu nnnennn 38
ri zna ιDNnstesnachrichtene νιννα
Se. Majestät der Konig hahen sich allergnädigst bewogen ge
fuͤnden; unterm 26. Januar, die erledigie protest. Pfartstelle zu
Kuchheim, Decanats Speyer dem bisherigen Pfarrer zu Bell⸗
m, Decahats Bexmersheim, Friedrich Tudwiqq Maurer zi ver⸗
Durch Entfhleßung der Gtneral· Dirccivin vetb Verkchrs.
anstalten vom 230d. wurde der Accessist Vottfried Kohler vom
roFebruar htt zinit Postasststenten in Speher ernant
in Stuttgar e n Inn honiger Ihendsihun hal die
Abgeordnetenkamnier das titztaͤrgesez oß Stim⸗
nogee 527. Jan. Votyesterti“ kamen 480 dem ehemgligen
onitzreich Hanttvver angehörige Sosdaten in Straßburg an, uͤm
in Frankreich internirt zuͤ werden Sie hatten, sich disherals
Flüchtlinge in det Schweiz gufgehallten.
a he e gan Di Fegtetung sott hiee desstehi
haͤben an der Unterweser oder n der Ems eine — bauen.
Wahrscheinlich wird man sich für die Anlage an det Weser ent ⸗
—— zeui u. L;
dDie Nassaulsche Landesbant zu Wurz dd'e tahhirkelm
i. Februgt d Irtz un ihre, Thatigkelt deginnest
Bexrltun; 27. Jan.“ Das Kammergericht bexjuchiete in
seiner heutigen“ Sitzung das Erkenntniß dert Ctiminalabiheilung
des hiesigen ——— durch welches det Deputirte Stadtrichter
Twesten Jueiner weijẽ do Gefängnißstrafe verltheili war und
ptach eine Gelobuͤße von 8300 Thlr. ebentnell eine viermonatliche
———
karteaursdr wklichen datt dt det sinier fruheren: Auffaffung des Art
84 verharre, und nur in Folge des Ausspruches des —õS
anders erkennen· wiissenn—33
Bie vil ainee sgan. Dien Rebactiveee des Biltgertunt
Bauernfeund“ zu yticken dei Gumbinnen macht jolgendes detannt;
Che um⸗ Portnreihent Jur Anßere Sammlung zum Beuen der
4 —rrin — s

Nothleidenden im Regierungsbezirk Gumbinnen bewilligt ist, müssen
vit namenilich bitten, uns Sendungen von Kleidungsstüchen und
dictuallen nicht wafrankirt per Post zugehen zu lassen, da die
Iulosten —sie uuns aus den für die Armen bestimmten Gelb⸗
aben vrsotzen zu laffen, bnnen wir uns nicht entschließen — über
msere Kräftenza gehen anfangen, indem wir an einem Tage so⸗
zar 15 Thlr. 5 Sg. B. Pf. Porto zu erlegen hatten.“ 3
VBerlin, 28. Jan. . Wie werlautet, sind die von Preußen
nit den Agnaten des Kurkürsten von Hessen geführten Verhand⸗
ungen abgebrochen, worden, weil die Herren bei der Forderung
beharrten. daß bei'in. Adleben des Kurfürsten ihnen der gann
urfürstliche Schat überwjesen werde. .
Aas Berlin, 29.Jan., In den zwischen dem Grafeu
Bismarch und Herrn Beuedetti gusgetauschten Roten derpflichtet
ich Frankreich, Mecklenburg die Entlassung aus dem Vertragsver⸗
zältnisse zu notificiren, sobald der norddeutsch⸗osterreichische Handela⸗
ertrag in Kraft getreten sein wird. Zu den bevorsiehenden Vere
handlungen mit Oesterreich sind außerdem Sachsen und Bahern
ingeladen —— 4* i⸗
Die Prov.. Corresp.“schreibtz In den ersten Wochen„ des
Marz wird wahrscheinlich die erste Session des Zollparlaments be⸗
jinnen; der Joll⸗Bundegrath dürfte Behufs Berathung der Vor⸗
iagen für das Parlament jchon gegen die Milte des nachsten Mo⸗
nats einberufen werden.
Wien.n 20. Jan. Der Journalistenverein Concordias
hatie Audienz bei den Ministern, welche der Vereinsdeputation
jegenüber die entschiedene Erklärung abgaben, die Freiheit der
Presse in jeder Beziehung wahren zin wollen. esz
Frankreich. D — — 9 At Aiti
Parrs.2s! Jan. Ver Anerlennuug. des Rorddeuschen
Bundes durch Frankreich kann man nun demnächst entgegensehen,
zu Hr. Benedelti die betreffenden Creditive bereits erhallen hal
Somit ist die schwarz⸗weiß⸗rothe Flagge densinitid und- amtlich
in deu völkerrechtlichen Verkehr eingeführt..
Paria. 29. Jan. Die Wochenschau des „Moniteur“ con⸗
stalirt in der allgemeinen Haltung der Mächte ein. Ensemble vou
versöhnlichen Neigungen und friedlichen Anzeigen; ex exinnert an dir
Rede Lord Stanleys in Bristol, qn die Verhandlungen des ita⸗
lienischen Parlaments und an die guten Beziehungen zu Preußen
und Oesterreich und schließt: „Jemehr, die Regierungen und die,
Volker Aberlegen, destomehr lernezi sie sich vor iübertriebenen Ge⸗
lüsten zu thüten; und indem sie durch ihre Weishejt Unterpfänder
fur vie allgemeine Sicherheit geben, erkeunen fie ang daß in dem,
zegenwärtigen Zustande der europaischen Cibilifation der Friedt
aur sie zu gleicher Zeit ejn Intexesse und eine, Pflicht ist.“
ενν α England.n, iuug n
Lonm dom/ Ah. Jan.n Der Dampfer, Baltimote“nnhringt
Nachrichten aus New⸗NYork, I8.: Januar. Das Repräsentantenhaus
jat die Bill des Senates verworfen, wornach die Ermächtigung
des Schatßzsecretärs zur Einziehung des Papiergeldes nicht juspen—
dirt, Fondern annullirt werden sollte. —Der Finanzausschuß des
Senates hat seinen Bericht über die Inkraftjetzung der Legal Ten⸗
vr· Acie eingebracht.. i α a
Italien. J irix
Rm, 28. Jan. Die Vermehrung der paͤpftlichen Armete
vird mit Energie beireiben. Viele fremdt Soldlinge find einges
tleidet; andere —8 noch in Civil umher. Unter diesen fallen
die robusten und haßlichen Gestalten der Flamänder in schwarzer
matrosenähnlicher Tracht, allgemein auf; ihr Anhlick ist ganz darz
nach, um den Haß der Patrioten in Flannnen zu setzen Vuch
die Befestigung Roms schreitet tüchtig vor. Die Schauzen in
Trästevere am Tiber sind jast vollendet; die Engelsburg Inn
»eutend verstärkt. ebenfalls am Fluß, wo einige Butterien duifgen
»flanzt werden foͤnnen,, Selbst der friedlichste aller Hügel Koms,
der Monie Testaecis wird, wie bisweilen im Min⸗lalter geichan
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        zurch eine Schanze getwut und unzugängkch gemachi⸗ Alle chematigen vannover AMen heimlich hauccxstlide cur⸗
Befestigungswerle, unnüß bei einem pzene ch reguläres Miliz ren, weichg das BSild des Königt Gedrg 5. und die Vehet
taͤr, qhenbgt znun den Zwe e ehe gegen Fin dabl —1367 123 Sollte Erxkonsg Georg wad viele von
innere Reholniton“*“ 2.n rarib ül danj sche —S zu Preußen erhaltene — gretn verwendca?
verthaͤdigen. — Die Hambaergek Rhederei ig Jegennutng 4687
Der Nothscheei An Ostpreußen hat auch hier ein Echo erweckt. Schiffe, darunter 30 Sdedampfer mit sammen 6055 Pferdekraft;
Die Deutschen veranstalten in dieseu Tagen zu Gunsten jener Bremens Rhederei 288, die Oldenburgische Rhederei 190 Schiffe.
Provinz ein Concert im Casino der Künstlerschaft. — —74 Auswanderer müssen wir vor den Hamburger Segelschiffen
5 3n 3,, 26. Jan. Die Verlobung des Kronprinzen warnen Auß, weschen. in Folge schlechten Wassers schlechter Lüf⸗
——— sechszehnjͤhrigen Tochter der Herzoe ung, uů. F. wWein neuetr, Zeit große Sterplichkeit herrsht. So
gint vot Genua wird öfficiell bestätigl. (Beide sind Geschwister⸗ hat das Hamburger Auswandererschiff ‚Lord Brouzham“ auf der
inder) — Ueberfahrl nach NRew-York 75, das Schiff „Leibnitz“ von 6544
Febo renz, 30. Jan. Gerülchtweise verlautet, daß eing un: ———— 105 unterwegs am Schiffsfieber verlorest⸗
uir Protection der Königin Isabel stehende spansif che Tegion Dagegen werden die Bremer Auswanderer-Schiffe auch in dieset
— ——— se sesrgelooͤbblt
u Dodeg iöt νιν αιαα t t eiie dhed aned n Welche —
— Nußlaud. 37 Stimmung sis illers waährend der letzten Zeit seines Aufent⸗
r geeren — alane zaltede zu Mannheim 1785 eeee ist 55 be⸗
ee ehe du Jaue De ene Petersv 332 aͤnnt.kSie wird voit allen Biographen“ unseres Dichters mehr
———— aif vas? Dem
Erpedit an-aus gerütet seien — Gronfurst. Constantin soll wit den nsie —82 ————— Briefwechfeliabgedructen
Fsapmten oscnmoder awe Die e dupen Eussen zum Besuch seiner ren eernen em paie
Tochter der Hanigin 9 aehen * 204 an Khriter ichtete Daß d — daran
us u vr u * nerit u war, den Tod in den Wellen gu fuͤchett, diese Thalsache ist unse⸗
oun Aus Neew· No vr1. Jan wird in Betreff zweier berats res Wissens bisher nicht jn die Oeffentlichkeit gelangte“Erst Fried⸗
Ageflhrter Congreßbeschlüsse gemeldet: Die Wisedereinsetzung rich Forster hibt voir ihr Kunde und zwar in seiner“ Biographie
Stn kwn 8.als striegsiminister wurde vom Senate mit 86ge⸗ Theodor Körners, mit welcher die rüstig fortschreitende Hempelsche
gen 6. Stimmen angenommen und General Grant übergab sofort Ratioual. Sibliothet der Deutschen'Elassiker“ ihre Ausgabe oon
uf Ansuchen des Wiedereingesetzten diesem die Schlüssel und zeigte Theodore Kornets Werkenerimctteten zriedrich Forstererzähit?
denl Präsideulten Andaß mit der ihm zugegangenen officiellen Mite In Leitnem Bricfenan Korner, PWilchen dieser mich Hsen kieß, schereb
gellung aber den Senatsbeschluß seins inerimistische Leltitng des er (Schillec ie Von der Vrge pei Sachsenhansen sah ih muthe
Arlegs⸗Mimisieridins heendet sei Um den Praͤfidenten Ju vertin · ind Vee den Fluß und war entschlofsen, einent
dern dem General Hincoch der im Stidem den bestetjenden Gidiks quälvollen Lehen ein Ende din machen; — da raten Eute Bil-
cehie run gen nebern dor Mititrhererschaft gefetliche Befusgnisfe ein der mitt vbr die Seele ich gedachte Eurer Liebe und Freundschaft, sit
zeräumt und seines Vorgängers Anordnungen amgestoßen hat in äefenmich in Das Lehen jurück und retteien mich.““ —Als Korner
rigen Bestrebungent gegen die Reronstruction zü nüiterftütenbrachten nich damit betraut hatle gins dem damals nur handschriftüch vorhan⸗
die Nepublleasier sobanudinen (laut Kabel⸗Telegramm bereits an⸗ denen Briefwechselr Anszügr für Frau vou Wolzogengu machen,
ginommenen) Antrag jin vas Reprüsentankenhaus, ber: dem Civila hatte ich diese Stelle als vom größten“ Intexesse ur Veroffemo
regirrungen iui⸗ Süden den bechtlichen Bestand abspricht, pit Bolbe ichung ausgezogen; Körner legte jedoch den Brief zuruck wie er
macht der Stellenbesetzung wie der Abfetzung im Siibet deni meinte aus schonender Rücksicht fur den Freund.“ Ob freikich
Obeebefehlshaber der Arniee zuerlheilt und Verminderung der Armee wie Friedrich Forster meint, der Grund dieser Verpweifluing in
—A ber Aufrechlerhultung jener Regierungen dem Benehmen des schönen Gretchen Schwan oder nicht dielmeht
ans schwetes Vergehen erllaärten Der“ Prasident hhate bagegen im in dem · Verhältnisse unseres Dichtets jur Charlotie von Kald ue
Sinne, diesen Schritt duvch einen anderen Schachzußju umgehen uchen ist, duͤrfte jeßt kaum mehr mit Sicherheitzut entscheiden
und will dem Vernehmen nach militorische Befehle in Zukunft die sein. c Fedenfalls ist die in der Hempel'schen Ratlonal⸗ Bibnoihet
ech an General Grant als, den Höchstcommandirenden, statt au enthaltene Mtittheituing Forsteres ine dantenewerihe Berticherung
sis gwhegeministerium gelangen lassen?. Es ist aher fraͤglich oh des didgraphischen Sioffes, der gerade dei einem Dichter, wie ung
— wuͤrde. Uebrigens dürfte Genexal Han- ser Schiller, für ein richtiges Verständniß und eine angemessenẽ
coch au hicht mehr lange gegen den Willen des Cyngresses in Beurtheilung vieler seiner Geistesschöpkungen von erheblichen
Finem Diftricte coinfervalive Politik machen. ESchom ist jm Ses Sewicht ittt
aate ine Resolutien in Vorschlag gebracht wordeudn Wodurth det ör üpenbir guhde Üeber het Giuhenbiud in Vras—
de den Centut Mo igte reducitt und Genterat Hancoct sowohl wie gird aus Liblin 26. Jat heschrieb ii Ver Vrand, wahrt vucht
Loosseaile den Abschied erhalkten würden“ ιαNν uůnuhut, mit ununterbrochener Hefügleit fort sondern nimmt vun Stunde
rie iu Stunde größere Dimensionen an, so zwar, daß nach dem Aug,
pruche von Fachmannern Bras jnGefahr schwebt, zu Grunde zu
gehen. Während, beinn Ausbrüche des Brandes die Flammen
hauserhoͤch asis den Gruben ebuporloderten, hreitet sich gegenwär,
tig der, Brand unterirdisch immer weiter gus. Gestern verun⸗
glckte bea den Versuchen. welche noch immer gemacht werden. um
die Zasällig in einem Schacht, den mai, , wie gemelder, um dem
Weitergreifen des Brandes einen Damm zu setzen, vermauert hatte
vergessenen zwei Arbeiter zü retten, wieder ein Arbeiler, dem beide,
Beine durge herabstürzeude Schichten zerschmnettert, wurden. 5
Die Pariser Polizei hal unter der Form von Regenschirine
tiefeln Flintenläufe entdecht; der Minister des Innern gabpaher
strenge Ordre, die Einfuhr pon Regenschirmen an der Grenze auf⸗
dag, Strengstz zu überwachen 333034
f Ein i Eisenbahn· Passaglete! intere ssaner Proceß wurde
eulich in Paxrzs entschieden. Ein Pariser hatte, inBiller uür
20 Cennimes — — pon. Chorenton nach“ Paris zu faͤhren.
Der Zug perspatet⸗ sich dreipiertel Stunden 7 wefhalne der
Hexr sein Pillet unbenutzt steß und den indb Centimeß
nahm⸗Er verklägte hierauf des „Principes. wegen die Parise
honer EisenhahneGesellchaft wegenn des Verlustes von 20. Ceng
mes.. Das Tribunal vexurtheille wirklich die Gesellschast, du die
Verspälung durch nichts zu rechtfertigen war, zux —X
20 Lentimes ferner zu“ 130 Centimes Schadenersuh und endich,
—
Sbndn 25. Jaut? Den“ Slurinen derletzlen Taͤgt,
die sich gestexu Morgen qusgetobt zu haben schienen, n in
—B— ——
. Laude pund auf der. See vielfa hen Pchaden a tichteter Nan
kd'ngburgh meldet' der Telegraͤph daß“ ducch , von

1m i sch · ..
x lut a8Jan Abends ereignete sich ium Sansenthatt! hei
Hirdenburt vlitttautriger Unfall. Veim Fällen einner Buche burde
nit Holzürchestet hurch Abspringen einer schweren Abzwveigung der
At aun gopf berletzi, daß verfelbe nach Zutzet Zeut den Iß
———
keine Rinder 7
fIn Baht rit werben nimauch Franco-VFuͤverls einge
führt. Der hierauf bezügliche: Autrag“ des Handelsministeriums
istutgenehmignnnund die betreffenden: Aufträge.sind bereits an die
Beneraldirection der Verlehrsanstalten ergangennab ανα
ꝓuu uονAPribeäöιννον Jerden: vauf der lut bayer
Staatsbahn Abonnementslarten für die IIA und? IIIy:Elusse aller
für Personenbeförderung bestimmien Bahnzüge, mit Ausjchtuß der
Schnell⸗ unde⸗Courierzüge: zum: Zwecke des: Besuches ven s Schu⸗
len und öffentlichen Bildungsanstalten zu Armäßigten Vreisen
abgegeben 121
F. München, 29. Jan,, NRach einer Mittheilung des Ge⸗
nerälboftginteg des Norddeutschene Bundes, ist von nun? an die
fremde Taxe für die Brieft nuch Dgnemark — Loth
Ich! nach Norwegen mit4. Sgrenper Lotheegche si vergiten
Es sind daler als Gesahnnik ungi arheben füͤxteneil duiter Loih
23 ese w ——— at tirs“ ——— —
6
*7 Absender der d pertie Wohhenndnen anat—
—RXLM — *8 3 2 9 —77 7 8*9 v
npenpnen ss Z. imttodz dnun liih ienitecset gedehnattr
In gaTit din gen wird i ufe des Nnagxrag —
disches andesicuen ibaechaltend vnornn n
        <pb n="55" />
        ↄchornsteinen a Persvnen erschiagen And diele andere micht uner⸗ Haupt des einen Rinoes vo 7* „Uunterots ehden
veblich verletzt wurden. Von den verschiedenstenMPurncten der vor 7 Wirthshaufe vorllderfahrend rundbefhen Zige 34
uͤste werden Schiffbrüche gemeldetz und endkos ist die Rameunse Zarcfan den gellenden Schrei“ der“ entsetzten“ Mutter“nu a⸗
—B8 — oder wenlger bedeutenden Habarlen ee und schickt· seinen aee den Hof⸗/ nach;

e 859 4 14* 89 7 3 I —
——— —
einli Augst“ werden Berichte aus anderen Thetlen de Nutscherz; nimmt Jein Doppelgewehr und degibt uch“

88 Abnigreichs Lrwartet. Seit hete Morgen schweigtber dofEinet der Räuberffürzt mit geschwungener, Art. auf Hetrh
Sturm in der Hauptstadt, die Sonns scheint hell, doch sind sömmt von · Barcsat los⸗ dieser aber aschießt den Angreifer und die an⸗
— — Weltete Ngaben iber dich

4. nr n land) 44. ai sen furchtburen mord fehlett noch.“ r,
harauf. annoncirt, daß er, für Schulden derselhen nicht hafte über denan dek! preuß. Grenze find noch“ biel emseglicher als in de
en Handel zwurde, ein förmlicher Kaufact n ahneschlossen. Selbst⸗ stpreußischen Nothstands provinzen; bagu kommt⸗ daß in NRußßlaud
zerstundlich ist dabein daß die, Irau aAnit einperstanden, war⸗ und rbsolut!nichts. geschieht im der Noth zu steuern.
gß, ue neue Eht keine gesehliche. Gulaigleit —— im unι ————— —E— imO stp weni X
. Von 84. Vagabunden, welche aletztex. Tage iurher nes onm en F— ———————— 3
7 — —?XEBR int varen biszinnt 263 Fanumr eingegangen: 2BB28. Ia 48. fret Seit⸗
— — ——— Einziger uredn. alter em durch · Hend Bürgermeister Wenle von Forst 1IAflr 185 trn
Vlindern einen Fenng im Sacr die audern aa r uichtsac. Vehrar⸗ urch HrugVfarrer Brion vonden protestantischen und ifraelitische⸗
varen. durch Külte Regen und Hunger oql hmt. Anter denseshen iwohnern ver Gemeinde Ingenheim as flun Hr. Pfarrer Hofer
Leine Kinder vow 2.und 8 Jahrenn Senn. Kleiders laupnHeine —— ——
zpi ee trugen gioha Euckedi; ich. in datz Wort- —3 Ungstein 12 fl. Sammlung in der Gemeinde Secbach;

Aeꝛ 3 — F — 5r. v * Noei .14 658 —*3 « k
7 Eines der gewaltigsten Kriegsschiff die auf englischen 7 e ge ** 7
Warften ie baun pordagis ni ien — d nn Sendung ausß enen Hrn. G. Vait jr.
olidich u denee⸗ — g Fepuns eatgegen. 140 ß Vvrinte⸗Crirag eines Concertes zum Besten⸗ der armen
—— ——
sahigleit, Geschützstärke und fester Bauart allaß bisher Dagewesene et — —
üderlressen und Or. Feed, er wit Dwilimg der Moneautet —* von Gleisweiler 10 fl durch Hrn S. Levi ii. Senvun⸗
ʒiese schwierige Aufgabe übernommen hatte, förderte dieselbe mit b —* re Wyu ——————
ent sprechender Schnelligkeitt Mit Dieser hielten jedoch die on der 8 In * * —
ürtischen Regierung versprochenen Zatlungen pudcus h ge n RFranlenthaler Wochenblattes 86 fl. 3 kr. duͤrch das Buͤrgermeifter⸗
Wriu —W e i en — Gimmeldingen 93 fl., durch das Bürgermeisteramt Siebel⸗
Ianpers der uglischen Zegletun au dew dom Sultan gtotenen »ingen 61 fl. 15 kr. Gesammelt beim landwirthschaftlichen Ktränz⸗
Preise anzubietenn mit dieser jedoch zu keinem Resultate gekommeũ, ** Ailg v —
wan die Nie sich au die vreuti de Regierung, die einen noh höhrr etheeen dun e e, u, du
Preis, als den vom Sultan zugesagten bewilligte. Kaum war der Han z n m eet 3 20 3. —
vel abgeschlosen-als auch die englische Admiratität auf den Gedantken 8. Then 9 Weineert — —— 8
— daß. dieses Fahrzeug an Stärkt und dehennmesühren ihre — —*— — p u deee —
⏑—— iee Van undrstuungeComue Speher ĩ. Sendung 804 fu. 48
zringen würnschtz. Der „Warrior?, ein englisches Pauzetschiff. kr. durch Hrn. Hoͤch don 22 Bürgern von Gerhardsbrunn 22 fl.
— Baleiduag von p Zoll in seiner halben Lange ir. darcd n, J—— ibe e e ve
and wird auf. 86 Hanonen geschat Ayp depen enmge — * felne — nsern desten Wünschen, den Vrudern in der Ferne“
Pfünder, andere 00-Pfünder und pier 150P ünder sind, wuͤhrend Fie eee üne e p
stonis 38 ei derspen GErde und wie es. heim. den Ungenannt aus Obermoschel 5 fl. UI. Sendung. aus Neustadt
elben Schnelligkeit, eine achtzoͤllige;· Bekleidung und eine Batterie en eede Dur Oc ene Kahn bon
»on 26 300-Pfünder hat, alle von Krupp'schem —A Fi Wachenheim 231 fl. 36 kr —E ⏑ —
erlader und,uwie es heißt,mit 75 Pfun Ladung zweimat in —8 30 —* 3 im * scatue
der Minute abfeuerbar. Die Länge des Fahtzeuges delrägt 8880* Hornbach 40 0 eer e
e eartert Fin Brei. ods belnagt dorn.AAlthorubach 10 ft tt. Irhein 8sh. Bon den Zenn
urer a⸗ W. —* nain⸗ ⸗ amten und Arbeitern der Glashütte Mariannenthal 53 fl.“ gu⸗ꝰ
20 mehr. Es hat 6000 Jonnen Gehalt: die Maschin ne sammen, mit den früheren Verzeichnissen 5924 fI. 4Btr.
zuer Nominalstarte — IIS50 Pferdetraft — — — Von wieser Summe wurden dis jetzt an das Comite in Nonigi
⏑ —— zerg abgesandezh Von Ludwigshafen 618 fl. 22 65 von Zwei⸗
en ide unde rngen. An mer Sone e e en e ass sinas ir. und dabe een
ienen zweit 7 hohr· Schilde dazu, die wenigen Mannjchaften auf —— — eo benhae e
nem Dede zu schüten ,welche durch die· darin befiiidlichen Sogieß wend à üm wenere Gaben bittet dringend e Auin
charten mit 4 300-Pfündern niaudverixen können. —D en apen 55 —5 Wa Suh bεν
Wilhelm vermag 700 Maun, zu fassena Obwohl —XLVV—— 2 Imn ν
veit vollendet, wirdeer erst bei der Springfluth im März de J »Bintori a“. Illustrirte Mustere und Modezeitung, Berliu,
e laufen r ere eer Berlag zn —8 Ane net 20 6 p 5
ein. Im, Ganzen wird er ungefähr 400,0 d. St. Josten. .) Selt hielen Jahren gehört die „Vickoxiaedwelche heute im
Neapelh, 29. Jan. Gestern stuͤrzte der Hügel-Awelher 8e dad gang⸗ ausgegeben wird zu den allmo hentlichen Erschein⸗9
zaß Quarlier St. Lucia beherrscht, ein, Ein Theil des Texraius angen, welchen unseree Davren exwurtuugsvoll. entgegensehen: Siennn
aste sich los, und richtote durch seinen. Sturz großze Verheerungen regt dienfleiigen Haude zut Nachahmung. zierlicher . Handarbeiten P
un.s Drei Hauser stürzten zusammen. Man kennt noch nicht die an, sientehrt. in cleichd: aßlicher Weise die Selbstansertigung nener nn
zahl der Verungiückten. Der Herzog von Aosta und die politischen Garderobegegenstände, sie erstattet: Becicht über die Mode des Tages
Zehörden begaben sich nach dem Schauplatz der rz rrree in Haus- und Wirjschaftsangelegenheiten⸗ und *6
Aus Broos in Siebenbürgen wird gemeldet: Während' dez inderen“ weiblichen Verufsarbeiten. Colsrirte Modelupfer, und
Zeit, als dle Passagé dbischeno winhibach und Broos in Folge des wrtreffliche Holzschnitte veranschanlichen Sienneuestem Modencund
zroßen Schneefalles halbwegs unmöglich geworden, überfielen drei dandarbeiten auf's Beste. Dem Familienkreise dietet die Victoria⸗
in Gesichte geschwärzte umd vermummte Räuber das z3wischen mantgsalaiten, Stoff zur Unterhalbung · in⸗Erzaͤhlunges: —WC
Mühlbach und Siboth liegende einschichtige Wirthshaus und for⸗ chichtlichen Aufsätzen,-Biographien, Musikpiecen für Pianoforte
derien von der mit ihren drei Kindern allein zu Hause gebliebe- ind Gesang, eerre Rathfeln ꝛc Der nopellistijche
nen Frau (der Wirth war unterwegs, um den Pachtgin⸗. abzufnuihh. —AXI sorgfältig und decen —E ——— sich lihin· sebe
reu) unter Todesandrohung Geld. Die Frau meinte, das Geld Thüre vertrauungsvoll öffnen darf. Um nichts zu versjäumen, was oL
ei auj dem Hausboden in einer versperrten Truhe. Die Räuber das Interejft ihrer Abonnelitinncnen erhöhen laun. era istaliete
dießen sie aui den Boden gehen Iud das Veld herunterholen. Die die Bicthrla⸗ Preis Concurrenzen, welche abiwe hselnd dem belleui⸗ —*
Frau gehorchte. gog aber als sie auf dem Boden · war, die bewege ischen ndn te huijcheui Theile —5 —A diesen
iche Leiter wach sich und fing au · Larm In schtagen. Die Rgubern Jahrgan werdenlinr der Victztin gehn PeeiRoveci deroffut
drohten die Kinder umzuhringein wennte sie mr schweige Die ichl. für üelche die Betlag? hanblung m vethangenen Fruhjagt
Frau, in der Voraussetzung, daß dieß ene bloße Einschuchterung inen Cortuerenze unter Aussetzung ziweier Prämien von 30 uuid
ei, schrie jort um Hülfe, da flog das vom Rumpfe getreunte 23 Ducaten eröoffnet hatte

9
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        8 7 , L5——3
2 poird dJelvi usetn Sa aligberter Muͤbsnegern nicht iu
keh sein, zu A e in —2 Kunsller uud Vatz · Sauger
ar IssehheChandom auf der Buhne Vorzuͤgliches leistet und
utore macht, wozu wir ihm herzlich Gluͤct wuͤnschen. — Wi
—— hier aͤnen Artilel des Dasscldorstr Ainge igers pom 27, Jan
v88 folgen welchet sagt: 3
Kinen fehr, großen Erfolg. versprechen wir uns aber am
diͤnfiag mi der don Herrn ane zu seinem Venefice gewahl⸗
sau Aten tlassischen Opex, der Mozartschen., Fauberflote,“ um so
mehr, alg Herx Thandon in der Partie des Sarastro reiche Ge—
egenheit ha, feinen achten schoöͤnen Baß im schönsten Lichte zu
zeigen und er in dieser Partie auch anderwärta stets außerordent⸗
iiches Gllig ahege hat. Nus Mannheim schreibt mian: Herr
Handoun beisii unffreitzg eine der schnsien Bahstimmen, welche wir
je gehori.“ Wir erinnern uns nicht, die Partie des Sarastro scho
rer und nobler gehört zu haben, wie von diesem jungen Sänger
Schon mach dem ersten Necitative, welches mit einer seltenen Weicht
des Tones und ebler! Aussprache gesungen wurde riß Herr Chan
bon: das Publikum nach dem riesen Doch“ zu einem micht enden
wollenden · Abplaus hin und wurder Herr Chandon nach Schluß
des ersten Aets zweimal stürmisch gerufen. Im⸗Spiel ist Herr
Thandon nunterstützt?darrch eine hohe kräftige Gestalt und noblenu⸗
hige Haltungiesnen
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in Tabak &amp; —,
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Buch⸗ &amp; vSteindruckerei
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Aanntachung. ren Plah als Schenkammee
Die Lieferung von Werkzeug Ma⸗Ausluuft erthein die Erpeditiou die
schiren — als; Drebbank, Wandbohr ⸗ ses Blattes.
Maschine, Hobehmaschine · und Schmiedfener⸗· — —
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ohlengruhe „Sutzbach-Altenwald“soll im vorräkhigei J I —
Submissions wege vergeben werden n n ind vorrathig in der Druderei d. Bl.
rungslustige wollen ihre deafallsigen jchrifti· den 3. Februar
ichen, steenn und mit der Auffchrift: Montag den 83. Februar⸗
„Submission auf Werzeug⸗Maschinen“ der ⸗ h 7* *3
ehenen Offerten bis an Ja rmarkt 7
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Dmag de 3 — —— M. S t. Ingbert.
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portofrei: vuft. dasn Burratz der Unterzeich⸗ u Wachsstöcke F
neten Berg⸗ In pection geltngen lassen, wo⸗ weiße genzalte und bossirte, jowje Wachs
jelbst die Ervffnung derselben guver ange-⸗ kerzen, Stearin und Paraphin⸗
zgebenen: Zeit: Kattfinden wird 74. lichter empfiehlt/
Die Licferungsbedingungen auf welche Die Schreibmaterialien Handlung
die Offerten: zungruͤnden sinde konnen eben⸗ 4 aern
dasetbin eragtsaten auch gegein Entrichtung n St. Ingen·
der Mohielieu iw Abschrift dezugen werdenn ααι St. angbett
Sulbach den I. Janiab IBoBi u Ren angelommene n. 3
Königt. Bero⸗Aufveetion Weun Eοειιαναν⏑
—— 5 schhnster. Auswahl zu den billigsten Prei⸗
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Gedör rtes Oost/ Cn ntirido Friedr. Stutzmanu *
as: Aepfeln Birnen, Iwetschen Zabezierer.
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e igatz gestenhep. Ghanadonsend gieses. Noll, uu
zemeinund⸗ wheigts sich qls hin aentholler Guͤnger / dossen Leistung
denn auch vom Publikum durch mehrfachen Applats und Herdor⸗
zuf entsprechend gewürdigt wurde, Wir lönnen e8 dem Herrr
Thandon nur Dank wissen, dag er gerade diese Oper, in der ex
iberall besonderen Effect gemacht hat, zu seinem Benefice gewuͤhlt
jatz es zeigt dieses vou dem ernstlichen Willen, etwas durchauq
JZuies zu bieten und keine Mittel zu scheien, um sich in der Gunß
einer Hoͤrer ein würdiges Andenten zu errichten. ui
Da mun Alles aufgeboten in um den Abend höchst genuß⸗
reich zu machen und eine in jeder Betietsung vokommene Borftel⸗
ung zu erzielen, und da auch der Hert Beneficiant durch die Wahl
dieser klassischen Oper gezeigi hat, daß er der wahren Kunst hui⸗
digte Uund es ihm darum zu thun ist, seinen Verehternetwas Ge⸗
diegenes zu bieten, so steht zu erwarten, daß der Besuch an die⸗
en Abend ein ganz ungewöhnlich zahlreicher sein wird und unset
Publikum mit Freuden die Gelegenheit ergreifen werde. dem Hertn
Chaudon durch eine zahlreiche Theilnahme zu zeitgen, wie sehr es
die Bedeutung dieses ausgezeichneten Sängers für unsere Oper zu
vurdigen versteht. Möge der Besuch fo dusfallenn, daß er gleich⸗
jeitig dem jnngen Suünger ein Sporn! und eine Aufmunterung zu
einem künstlerischen Streben und zur eifrigen Fottsetzung seiner
utzmreichen künstlerischen Laufbabn werde 6*
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Spelz 8.I. 4A8 fr. Gerfte, — 2reihige, ⸗ fl.
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Preußische Friedricheddr — 3738
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Der St. Jugberter Anzeig er“ mit feinenn Unterhaltungshlatte erscheint wöchentlich dreinial: Dienstag, d onner Rag
inb Samstage Abomnenentsbreis vierteljührig 45 Krzr: oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blutischrift oder deren Raum berechnet.
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Nro. I3. Dienstag, den 4. Februzzzzzz 1868.
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Deu tschland.

Nenstäd't, a. H., 2. Febr. Heufte fand dahier eine Ur—
wahlerbersammlung für den Kanton Neustadt statt, auf der fast
alle Gemeinden des Kantons verkdreten waren. Einstimmig wurde
die Candidatur des Herrn Landtagsabgeordneten Jordan iu Dei—
desheim angenommen, so daß nunmehr alle vier Kantone des
Wahlkreises sich sfür diesen Candidaten ausgesprochen haben und
dessen Wahl als vollständig gesichert betrachtet werden kann.

Muünchen, 31. Jan. Der NKönig hat hentie den Erzbischof
Hregor v. Scherr, dann den vorm. Landtagsabgeordneten, Ober⸗
taatsanwalt des Appellationsgerichts von Mittelfranken, Hohenadel,
welcher sich demnächst nach Eichstädt begeben wird, und noch meh⸗
rere Personen in langerer Audien z empfangen. — Das Weher⸗
zesenz hat gestern die Sanction des Königs erhalten und ist in
dem heute erschienenen Gesetzblatt zur Publikation gelangt.

München, 31. Jan. Die Trauung Sr. königl. Hoheit
des Krinzen Ludwig mit J. k. H. der Erzherzogin Maria The—
resia findet zu Wien am 20. Februar statt; am 21. oder 22.
wird das hohe Paar sodann seinen Einzug hier halten. Am
25. Febr. soll wie ich höre, ein zweiter Hofball statthaben, auf
welchem auch die hohen Neuvermählten erscheinen werden.

München, 1. Febr. In Betreff der von der pfälzischen
Bewerbe und Handelskammer beantragten neuen Bahnlinien für
die Pfalz rescribirt das k. Handelsministerium, daß 1) die Aus—
jühruug der Donnersberger Bahn mit der Abzweigung durch
das Zellerthal sowie der Bahn von Dürkheim über Grünstadt
nach Monsheim aus dem Grunde noch nicht genehmigt werden
kann, weil die in dem Zinsgarantiegesetze zur Beding ung
zemachte Bahnfortsetzung auf hessischem Gebiete über Alzey nach
Mainz und Bingen zur Zeit noch nicht gesichert ist; 2) die Con⸗
cessionsertheilung für die Alsenzbahn unterm 23. Nov. und für
die Winden-Bergzaberner Bahn unterm 26. Nov. 1867 erfolgt
ffi, 3) die Bauwürdigkeit der Banlinie von Kaiserslautern nach
Pirmasens nicht genügend nachgewiesen erscheint; 4) die Bahn—
trecke Landau-Pirmasens-Zweibrücken den Verkehrsinteressen der
jüdlichen Pfalz weit mehr entspricht als die Bahulinie Kaisers—
lautern⸗Pirmasens, und deshalb die pfälzische Eisenbahnverwaltung
aufgefordert wurde, über deren Ausführung sich zu erklären; 5)
die Zweigbahn von Zweibrücken über Hornbach an die französische
Brenze so lange nicht näher in Betracht kommen kann, als nicht die
Moͤglichkeit eines Anschlusses an die französischen Bahnen näher
liegt; 6) bezüglich einer Bahn von Germersheim nach Wörth die
borgenannte Eisenbahnverwaltung gleichfalls peranlaßt wurde,
über die Modalitäten der Ausführung nähere Vorschläge zu machen.

»Maänchemn, 1. Febr. Die nächste Sitzung der Abgeord⸗
netenkammer findet am Dienstag stattt; auf der Tagesordnung
teht mier Anderem der Stauffenberg'sche Antrag auf Riedersetz
ung eines besonderen Ausschusses fur das Eisenbahnneß.

VDienstesnachrichten.

Die an der Gewerbschule Speyer erledigte Lehrstelle für
handelswissenschaften wurde dem Lehramts-Candidaten K. Hirsch⸗
mann aus Fürth verliehen,

Von der Mosel, 29. Jan. Auf die dem Abgeordneten⸗
hause in Berlin eingereichte Petition zum Baue der Moselbahn
ist, nach eingegangener ficherer Mittheilung, von Seiten des Mi⸗
nisteriums eine Staats-Unterstützung von 20,000 Thlr. pro Meile
in Ausficht gestellt; da nun die Pläne fertig liegen, lann män
dem Angriffe dieser Bahnbauten noch in diesem Jahre entge⸗
zensehen·

Wiesbaden, 31. Jan. Die Spielbankgesellschaft ist heute
nuf die von der Regierung gestellte Alternative eingegangen, und
jat sich zur Zahlung von einer Million Thaler für den Kurfonds,
anter dem Vorbehalt, im Besitz der Mobilien zu bleiben,
dereit erllärtftt. IJ —V — *

Berlin, 30. Jan. Wie die Zeiten sich aändern! Bei ei⸗
zem Essen. welches Grafey. Bismardk gellern gab. hefand sich un⸗

ter den Eingeladenen und. Anwesenden auch der einstige Befreler
Kinkels, der nunmehrige Unionsgeneral Karl Schurz. — —

Der Kriegsminister hilft für seinen Theil auch Arbeiter in
»er Provinz Preußen beschäftigen. So sollen jetzt in Danzig
zei dem Baue des Forts Brösen 800 Mann beschäftigt werden,
vährend in Königsberg 835, in Pillau 75, in Memel 210 Ar—⸗
heiter an Festungsbauten beschäftigt werden.

Dres den, 31. Jan. Die von der Regierung beschlossene
proc. Anleihe vpn 8 Millionen Thaler, zum Curs von 92 — 08,
vurde von beiden Kammern in einer Geheimsitzung genehmigt.

Wien, 29. Jan. Ein kürzlich in Oesterreich erschienenes
Werk über den Krieg von 1866 bringt eine merkwürdige That-
ache an die Oeffentlichkeit. Es heißt nähmlich über Benedek in
gezug auf die Schlacht bei Königgrätz: „Gegen seine bessere
Leberzeugung lieferte er die Schlacht bei Koniggrätz; am 1. Juli
n Dubenec rieth er zur Anbahnung des Friedens und wollte die
Armee über Königgrätz nach Olmütz führen; ein höherer Befehl
oder Ueberredung seiner Umgebung bewog ihn aber zur Annahme
der Hauptschlacht.“

Wien, 29. Jan. Der Ministerpräsident hat die ungarische
Regierung eingeladen, ihrerseits die für die ostafiatische Exbee⸗
dition nöthigen Fonds im Budget einzustellen und die Vorlage
in die Delegationen zu veranlafsen. Da das Schreihen bisher
inbeantwortet blieb, so scheint wenig guter Wille zur Förderung
dieser Expedition vorhanden zu sein. Dagegen hat der Verein der
Industrieellen ein eigenes Comite bestellt, welches über die zweck⸗
näßigste Art der Betheiligung der österreichischen Industrie hieran
zu berathen hat. Gleichzeitig wird der Gedanke der Gründung
»ines österreichischen Hauses in einem der Haupthafen China's ven⸗
ilirt. Im Zusammenhange damit steht die Wiederaufnahme der
gerathung der seit Jahren projectirten Errichtung einer directen
cZchraubendampferlinie Triest⸗Alexandrien und Suez-China haupt;
ächlich für Wagarentransporte, und liegen die Betheiligungsofferten
jolländischer Capitalisten an dem Unternehmen vor. Die englische
Flagge ist in Holland nicht sehr beliebt, man möchte sich in den
dandel sbezichungen zu Niederländisch-Indien gern von ihr
emancipiren.

Wien, 30. Jan. Migr. Antonelli, päpstlicher Nuntius in
Wien, hat — wie das „Mem. dipl.“ meldet — dem Baron
y. Beust eine motivirte Depesche des Cardinals Antonelli
verlesen, durch welche der römische Staatssecretär die gebieterischen
Motive, welche den Papst daran hindern auf Unterhandlungen
jber die Revision des Concordates auf der Grundlage, die vom Grafen
Crivelli, dem neuen Gesandten Defterreichs beim heil. Stuhle, be⸗
eichnet worden sind, einzugehen. Laut der dem „Mémorial“ aus
Wien zugehenden Nachrichten scheint die dfsterreichische Regierung
'n Betracht, daß fortan eine jede fernere Unterhandlung mit Rom
bezüglich der Revision des Concordates zu keinem praktischen Re⸗
'ultat führen dürfte, definitiv darauf zu verzichten und auf legis—
jativem Wege die Modification des Concordates vornehmen zu
vollen. Dabei aber wird sie bezüglich des heil. Stuhles alle
Rüdsichten nehmen, die nur irgend mit den neuen organischen In⸗
titutionen Oesterreichs vereinbar sind. — Demselben Blatté zu—⸗
folge wird verfichert, daß der österreichische Minister des Innern,
Dr. Giskra, mehreren Mitgliedern der cisleithanischen Delegation
in vertraulicher Weise eröffnet hätte, er und seine Collegen seien
fest entschlossen, aus der von Baron lvon Becke in Vorschlag ge⸗
drachten Aufrechthaltung, des Krieasbudgets eine Cabinetsfrage
za machen.

Wien—, 1. Febr. Die „Presse“ theilt mit, daß der Cul—
usminister dem Reichsrath ein interconfessionelles Gesetz über die
Volksschulen vorlegen werde.

Nach der Haltung der klerikalen Blätter scheint- der offene
Bruch mit Rom bevorzustehen. Der „Volksfreund“ droht mit
äpstlichen Flüchen. Für Oesterreich könnte sich nicht leicht etwas
Blücklicheres ereignen, als wenn ihm Rom offen den setrieg an⸗
jündiate. Die Revision des Concordatäa, die Eintführung der neuen
        <pb n="58" />
        Schul⸗ und Ehegesetzgebung, vielleicht sogarzdie Sekulazisation der
Firchengüter würde dann sehr rasch erfolgen?.— Dem vvollzogenen
Ausgleich in Oegterreich und Ungaru dhitfte fich der —
gleich zwischen Ungarn und Croatien nun batd anreihen. Der
Landtag in Agram hat die Absendung einer Ausgleichsdeputaon
nach Pesth beschlossen⸗ F
Wisen, 1. Februar. Die samstägige „Amtsztg.“ meldet
Fürft Coloredo-Mansfeld wurde zum Herrenhauspräsidenten, H
p. Schmerling und Graf Wrbna zum Vicepräsidenten für die ge·
genwärtige Session ernannt. Der jetzige Vicepräsident Kuefstein
wurde aus Gesundheitsrücksichten dieser Function enthoben. Der
Statthalter von Tyrol, Graf Tog enburg, wurde unter Verlei—
hung des Großtreuzes des Leopoldsordens auf Ansuchen seiner
Stellung enthobeu.
Pest h, 80. Jan. Das Cultusministerium beabsichtigt, füe
den 12. Februar einen Judengemeinden-Congreß einzuberufen,
wenn nicht Protestationen oder Nergeleien der orthodoxen Gemein—
den sie zwingen, den Einberufungs-Termin zu verschieben. I
Frankreich.
Die „Gironde“ bvon Bordeauxr stellt folgende financielle Bi—
lanz des Kaiserreichs auf: „Die jetzige Anleihe ist die zehnte seit
16 Jahren und siebente, die in vollem Frieden gemacht worden
ist, obwohl die indirecten Einkünfte inzwischen um 400,000 Mil-⸗
lionen gewachsen sind. Man hat 1900 Mill. für die Kriege in
Italien und der, Krim geliehen, 100 Mill. von der Bank, 183
Mill. von der Armeedotaätionskasse, 800 Mill. auf 30jährige Obli
zationen, 157 Mill. vermtttelst der Rentenconversion von 1862
und 800 Mill. in 1864: zusammen 3 Miilliarden, und dabei ha
hen wir seit 16 Jahren ein Decouvert von 800 Mill.
Die Beziehungen zwischen Paris und Florenz gestalten sich
wieder freudschaftlich; und es soll abermals ein Theil der franzö—
sischen Truppen den Kirchenstaat räumen. Herr v. Moustier hat
vom Papsfte Pius das Großkreuz des Piusordens mit einem belo⸗
denden lateinischen Breve erhalten.
BParis, 29. Jan. Im ‚, Cour. franc.“ hatte der mexika—
nische Soldat Leon Mires den Hauptmann Perrin beschuldigt,
zegen seine Untergebenen sich großer Grausamkeit schuldig gemacht
zu haben. Die Sache kam zu gerichtlicher Verhandlung. Ob—
wohl es nun keinem Zweifel unterliegt, daß die vorgebrachten Ve—
schuldigungen vollständig begründet sind, so wurde doch vom Zucht⸗
—VV
der Chefredacteur desselben, Vermorel, zu 2 Monat Gefängniß
und 1000 Fr. Strafe, der Soldat Mires zu 2 Monat und
1,600 Fr. und der Drucker zu 600 Fr. verurtheilt. — Dieses
Artheil hat übrigens seines Gleichen, wenn auch in einem umge⸗
dehrien Falle, in Versailles gefunden. Dort hatten Zuaven auf
Befehl des Obersten, des Oberst-Lieutena ts und eines Rittmei
— — u d J opre rre Wadrid, 80. Jan. Der preußische Gesandte überreichte der
erwüstet, den Wir rhafe .ubrib, 35. F
d Din 8 ——835* e n —— tönigin seine Accreditive als Repräsentant des norddeutschen Bun⸗
und derlangte —ãS— Das Gericht verurtheilte aber den des. —. Die Regierung ver!angte bei Berathung des Budgeks die
Kellner, weicher nicht duden wollte, daß man die Caféewirthin bes Ermächtigung, den Eisenbahn-Gesellschaflen Unterstütungen gewäh—
leidigte. und der einen Zuaden zum Café hinausgeworfen hatte, ken zu därfen r — —
uund wies den Wirth, der die genannten höheren Ofsiciere belangt Griechenland. —
hatte, mit seiner Klage zurüd. . Athen, 28. Jan. Nachrichten aus Creta vom 11. Jan.
. Paris, 31. Jan. Gesetzgebender Koͤrber.) Discussion ,melden— 9 bei Kissamos Daigre ein Treffen mit den In
üher das Preßgesetz. Jules Favre erklaͤrt sich für den Entwurs, urgenten stattfand.“ Dieselben drangen in die türkischen Verschan—⸗
als den Wiederruf. der Herrschaft des Druches, welche die Wohle unsgen ein, todieten und verwundeten eine Anzahl der Truppen
sahrt des Staats in Gefahr gebracht und Franlreich im Jahre ind machten große Beute an Waffen. Auch in einem anderen
— stampfe, der zu Calophro sich entfpann, errangen die Infurgenten
de Cassagnac bekümpft den Entwurf als gefahrbringende für die Vortheile. An⸗ dem nämlichen Tage griffen die Sphakioten die
Regierung, wie für die Presse selbblt. türkische Armee an. Während des einen Tag hindurch dauernden
37, Eenat.) Lhevalier unterstütt die Petition, welche den Hefelhles blieben 250 hodt ef dem Platze Vie Turken hatdn
Wunsch ausspricht, die Niederlegung des Gebäudes der Weltaus- das Kreuz des Domes zu Rethynno beschossen, wogegen der fran⸗
stelung zu unterlassen. Niel hingegen verlangt die Wiederher. zösische Consul Protest einlegte. — Vier russische Schiffe sind von
stellung des Champs de Mars, dessen, militärische Bestimmung hier nach Creta abgegangen, um die Flüchtlinge don der Insel
er hervorhebt. einzuschiffen · 2 5α
Pasris, J. Febr. Dem „Journal de Paris“ gehen Nach
richten aus Rom zu, welche ungeachtet der Dementis, welche die
hiefigen ofsicidsen Blätter gegeben haben, bei der Behauptung blei—
ben, die frauzösische Regierung habe Schritte beim heil. Vater ge—
than, um ihn auf die Rothwendigkeit aufmerksam zu machen, in
einen Staaten; Reformen und namentlich eme constitutionelle Re—
gierungsform einzuführen werden.
Dem'“, Journal de Paris“ geht die Nachricht zu, daß in
Genug und in den größeren Städten Italiens Garibalbische An—
werbungen vorgenommen werden.
Das -,Journal de Paris“ läßt sich aus Berlin melden, daß
Preußen sich dem letzten Schritt, den Frankreich und Oesterreich
in Belgrad bezuglich der Rüstung der Serbier gethan haben, nicht
zeigesellt hate n e e —
.Gestern Abend um halb.: 10 Uhr, fandim: Tuilerien-⸗Palasl

ꝛine außerordentliche Versammlung *der Minister und der Mii—
glieder des geheimen Rathes statt, ünter Vorsitz des Kaisers. Heute
Morgen um 10 Uhr fand gleichfals eine Versammlung stati
Es ist gewibß, daß, der General v. Failly mit seinem Ge⸗
neralslabr nach Frankreich zurückkehren wird. *7
Paris, J1. Fbro Die Nachricht, über den Abschluß einer
nündlichen Convention zwischen Italien und Frankreich
»eftätigt fich. In Rom hat die französische Regierung die ernftes
ten Vorstellungen über die Nothwendigkeit von Reformen gemacht
aatürlich mit dem alten Erfolg. In der That aber haden die
BZeziehungen zwischen Rom und Paris in der letzten Zeit einen
etwas kälteren Charakter angenommen, und man 'iist in Rom kei—
ieswegs über die nächste Zulnnft beruhigt. Man spricht bereits
»on der Abberufung auch der letzten französischen Division aus
)em Kirchenstaut, indeß dies scheint mir ver früht.
Italien.

Ram, 30. Jan. Eine Polizeiordionanz, die heute angeheftet
worden ist, gestattet den Carneval vom 15. bis 25. Februar, mit
Ausnahme der Freitage und Sonntage. Es ist unterjagt mit
Dtasken in den Straßen zu erscheinen.

Florenz, 80. Jan. In der heutigeu Sitzung der Depu⸗
irtenkammer meldet Comin eine Interpellation üder“ die Vorbee
reitungen zur Absendung von Seestreitkräften nach, Südamerika
in, seine Besorgniß ausdrückend, daß man sich in gefährliche Un—
ernehmungen einlasse. Der Minister des Aeußeren, General Me—
nabrea berspricht, seinerzeit Aufklärungen zu ertheilen, und fügt
»ei, die Regierung müsse zum. Schutze der im Auslande lebenden
ꝛandsleute dergestalt handeln ·.

SFlorenz, 31. Jan. Von der römischen Grenze trifft die
Meldung ein, daß die Befestigungsarbeiten um Rom beschleunigt
verden. Es ist auch der Befehl ertheilt, die Ausführung der
cings um die Gärten des Vatikans augelegten Befestigungen rasch
u vollenden. Die päpstliche Polizei bewacht die Tiberübergänge
wischen Orte und Bassano mit doppelter Strenge. —

Florenz, 1. Febr. Die Commission zur Berathung der
Reorganisation der Nationalgarde hat ihren Bericht einge⸗
reicht. Die Commission schlägt vor, die Nationalgarde als letzte
Armeereserve anzusehen, welche in Kriegs- oder Friedenszeiten auf⸗
jexufen werden könne. Sie solle in Friedenszeiten die öffentliche
Ordnung erhalten helfen und in Kriegszeiten, wenn die Armee
unzureichend sein sollte, das Vaterland veriheidigen. Es sollen
wei-Categorien von Nationalgarde bestehen, deren eine niemals
außerhalb ihrer Commune zu dienen braucht. Der permanente
Dienst werde abgeschaft. Die Officiere sollen durch die Regie⸗
rung ernannt werden und die Waffen; in der Obhut der Re⸗—
ierung sein.

Spanien.

D) onagaufürstenthümer.

Bukarest, 81. Jan. Der von der. Adreß Commission.
der Kammer vorgelegte Adreß-Entwurf jpricht die Gefühle der
Liebe und Veretzrung ans, dankt dem dürsten für die Aufrechte
jaltung der politischen Freiheiten unter schwierigen Verhaͤltnissen
und verspricht sofortige Vornahme der Gesetzesvorlagen. — Die
Adresse des Senats dankt dem Fürsten für die vielen dem Lande
erzeugten Wohlthaten und wünscht Gedeihen des Landes und
der Dynastie. — .

Rusiland.

Der „Petersb. Golos“ bezeichnet in einem Artikel über dien
„Versuche,“ Rußland im Oriente dadurch zu isoliren, daß Preußen
und Desterreich in freundlichere — zu einander treten,
hieribetresfenden Angaben uls, Faubwurdig.it Vreußen habe schoffrn
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        * J — 4 * 4 4 *2*
lange bin ihnoettennbaces Strebenssich“ donm denn Ptotecioratcaver satnIhre NN— 12, 000 Tijrt penth, rinar ss ber gwo
Betersburger Regierung zu emancipiren. Für Nußland gliegein — 35— 5 —
iner evemuellen Isolirung. keire Gei⸗hr; das Schlimorlie —9 F Am' 2. Januar Nachte wurbebei Malg ðd h u R Joein
hm hiebei gycder ee uach er Issre zu⸗Gewittex erlebt. σο ισIιαννα
varten inins NAs vhe über die -Wihem. 29. Jan. Der Setrettra ver Credit⸗Anstalt, Bey ·
Türkei eintt iuß, ein Verwandter Rothschild's heg sich mite 130000 Gulden?
, entfernt. Die Verwaltung der Anstaltbehauptet) keinen Schaden

rlitten“ zu haben, da die Verwandien deg Ineuipaten diefen de—
ten würden. Auf der Börse mächte die Nachricht große Sensatio
f Aus Görz, (Tyrol) wird geschrieben:“ Ein An
Naini hatte sich nach der Abtretung von Venetien hierher hege⸗
nen, um sich der Kindererziehung zu wiedmen, welche er e
iner so eigenen Weise betrieb, daß zahlreiche Beschwerden übet
hu laut wurden. In der Nacht vom 8. zum 10 Januab hol⸗
en ihn endlich drei Gejdarmen aus dem- Beithnschafften ihn übdr
die Grenze, und gaben der italienischen Regiexung- ihren Anten
han mit Dank zurück. In gleicher Weise orging es drei ande⸗
en Jesuiten, welche vergeblich einen Aufschub von 24 Stundew
erlangten. — ι ⸗
r.Bei Boussu (Belgien) prallte am 27, Jan, eine zum Nan⸗
sleren dienende Locomotive durch Entgleisung auf den in vollen
—XRDO Brusseler Schnellzug; die beidene, Locomo⸗
iven, der Pack und der Postwagen zerspliiterten; der Machinist
er einzelnen Maschine und eine Frau blieben üugenblicklich iodt
1 Passagiere wurden lebensgeführtich- 40 mehr oder Mminder
hwer wverletzt; von ersteren sind nachträglich schon einige gestor

Bermi

Am 13. Febr. NRorgeng 19 Utzr wird Im Bürger hospitale
zu Speyer eine Approhatiqusprüfung für Bader abgehalten. Sie
erstredt sich auf jene Bader, welche nebst der Lehrlingsprüfung
zuch die dreijührige Servirzeik vollständig zurückgelegt oder einen

Dispens von der k. Regleruttg erhalten haben.““Die deßfallsigen
Zeugnifse dnebst Leümundszeugtiß, sowie das Vaderbuch- vonur.
haus und die Instrumente, welcher' sich. die Bader zu bedrenen
n hjnd bon den, zu Prüjenden der Prüfungscommission abox⸗
zulegen. —A —— 35

v 8 Mit Ausgabe der Franco⸗Couͤverts, deren“ Preig auf a8
ere per Duͤtzend festgesetzt ist, wird begonnenwerden sobaldevie
Zahl Fr anzufertigenden Couverte eine solche Höhe! erreicht! hat,
zdaß der voraussichtlichen Nachfrage entsprochen werden kann.

f In Mainz wurde der Schlossergeselle Grull von Gerns—
Jeim, der den 76jähr. Ad. Holz in Eich bei Worms in seinem
dause um eine bedeutende Summe beraubte und erschlug, zum
Tode verurtheiffftt. J 7

Mainz, 25. Jan. Man erzählt sich hier, daß man den
Lhätern des vor wenigen Wochen in einem hiesigen Gold- und
Silberwaaren-VLaden verübten nächtlichen Einbruches auf der Spur
ist. Ein Dienstmädchen aus dem Haufe und-ihr Liebhaber,“ ein
Veilitär aus der Garnison Wiesbaden, sollen der That verdächtig
ein. Lehterer ist flüchtig geworden. .

F In Folge des von Herrn Dr. Pincus und Hexrn E.
Schlenther erlassenen Aufrufes wegen Einsendung von Liebig'schem
Fleischextrakt hat Liebig selber sofort 10 Pfund des besten Ex—
ralts nach Insterburg gesandt. Er schreibt dazu: „Das Fleisck⸗
extrakt ist unstreitig das Beste, was man den durch Hunger und
klend Er kranklen bieten kann, und Ihr Aufruf wird Manchem
2ꝛas Leben erhalten.

— Der Zollsatz auf den Liebig'schen Fleischerktract wurde im
deutschen Zollvereine von 7 Thaler auf 15 Sge. per
Tentner ermäßigt. .. —

Berlin, 29. Jan. Es ist, wie das Haupt Banddirec
rorium bekannt macht, seit Kurzem' eine neue Sorte von Nachbil
dungen der älteren (grünen) preußischen Banknoten zu 10 Thaler
aus dem Jahre 1856 zum Vorschein gekommen, welche durch Li—
rhographie hergestellt sind, namentlich durch ein dunkleres, schmutz⸗
ges Grün und weicheres Papier von den ächten Noten abweichen
und sich deßhalb von den letzteren leicht unterscheiden lassen. Wir
nachen daher das Publikum nicht nur auf die Nothwendigkeit
aufmerksam, in seinem eigenen Interesse die Banknoten zu 10
Thaler voun Jahr 1856, welche überhaupt aus dem Verkehr ge—⸗
idgen werden, vor der Jepat genau zu prüfen, sondern em⸗
fehlen demselben zugleich, dergleichen Noten, von welchen bereits
rühere Nachbildungen existiren, bei der nüchsten Bankkasse gegen
indere Noden umzutauschen und“ nicht in weitere Circulation

u setzen.“
Pxreß-Nothstamd. LConfiscirt in Frankfurt a / M. der
Beobachter, die Frankf. Ztg. wegen einer Nothstands-Notiz. —
Die Coͤln. Ztg. klagt, daß sie wegen Mittheilung einer Aeitße—
ung der wiener N. fr. Pr. confiscirt worden sei. Sie sagt:
In Oesterreich ist jetzt die Presse ihrem natürlichen Forum, deren
Beschworenen, zurüchgegeben, und eins der ersten Gesetze, welche
zer neue Justiz: Minister Dr. Herbst ausarbeitet, soll das betreffende
Ausführungsgesetz sein. Sollte es nicht auch bei uns an der
Zeit sein, an die Reform der Preßgesehgebung zu denken ? Sonst
nussen wir in dem vollsthümlichen Lied cc
Immer fungsam voran, immer langsam voran
Daß die österreichische Landwehr nauch nachkommen kann
ine kleine Aenderung des Textes vornehmen. A 4.3
*Bei einer jüngit in Berlin stattgehabten
erzühlt, die „Tritzüne“) erregte eine schöne und elegante Baronesse
zurch ihr wunderbar blondes Haar mit! Recht die allgemeinsie
nufmerksamkeit. —In modernster Weise ciffitt, schlängelte“ sich
ine üppige Locke um den schönen: Kopf, den Neid der anwesenden
Damen und manche spöttische Bemerkung von aͤngesetztem falschem
daar hervorrufend. Eine sehr hochgestellte Persenlichkeit, weiche sich
nit der Baronesse unterhielt, berührte lächelnd dex Hand die
docke und frägte eiwas ironisch: „Von wein haben“ Sie denn
zas schoͤnel Haar?“ Von Gottes Gnaden,Hoheith“n.antwortete
ofort die geistvolle Baronesse mit· einfrttiefen Werbeugung.
7.Wie sehr in Osipreußen nuch derBauernstand Noth leidet,
nag daraus erkannt werden, daß im,Kreise: Stallupönen allein
etzt 200 Zwangsverkäufe im Gange sind, und Güter die vor ei—

b. I d y νν———
* Einitalienischer Verleger hat nach dem Londoner' In,
ernational“) einen Kalender herausgegeben, der eine Uhr darstelli.
In der Mitte des Zifferblattes sieht man Sein Gesicht und die
Ztunden sind wie folgt bezeichnet: 1 Uhr repuclica, 2 Uhr pre—
zidenza, 8 Uhr 2. Decembre, 4 Uhr Sebastopols Uhr pro-
clama di Milano, 6 Uhr Magenta e Solferino, J Uhr Villa-
franca, 8 Uhr Nizzate Savoia, 9 Uhr Messico, 10 Uhr occu-
bazione die Roma, 11 Uhr guorra alla Prussia, I2 Ur caduta
del trono. 8
Die Prinzessin Margaretha, mit welcher Prinz Humbert:;
yerlobt jein soll, ist die 16jährige Tochter des im Jaͤhre 1855
herstorbenen Herzogs von Genua (Bruder Victor Emanuels) und
ꝛer Prinzessin Elisabeth (Tochter des Königs Johann von Sachsen
eit 1856 mit einem Marchese Rapallo morganahsch vermählt.)

In Bratkowice bei Rzeszow wurden die beiden 9 und 5
Jahre alten Kinder eines jüdischen Häuslers von einem Bau—
ern der in das Haus eingetreten war „um sich zu erwärmen“,
nit xiner Holzhacke erschlagen, um das vorhandene Baarvermogen
non 14 fl. rauben zu können. Der Thäter wurde verhaftet. *

. Die Zuricher Polytechniker geben zu Gunsten der Noth—
eidenden in Preußen eine Thegtervorstellung „Wallensteins
dager“ und „der lange Israel,“ Prof Kinkel schreibt einen Pro⸗
og dazu. —

r. Im Juni da J. soll im Krystallpalast zu London Seitens 41
er dortigen aeronautischen Gesellschaft eine Ausstellung von Luften
schiffahrtsgegenständen mit Prämirung der besten Er⸗
eugnisse stattfinden. e

7. Vor einiger Zeit ging das Gerücht, in einer der peters—e
urger Mädchen-Pensionsanstalten sei eine Pepiniere von den
Zöglingen erwürgt worden.“, Die, PolizeisgZtg.“ erklärt jetzt amt
ich, in keiner einzigen Anstalt in, Petersburg sei derartiges vor⸗
Jetommen.
Landwerthoschaftliches. 3

—Die GBefäße zur Rahmbildung.Es gibt Wahr-
jeiten im Leben, die der dabei interessirten Menge hundert Mal
jesagt werden müssen, aber weuüͤn' es tauseud Mal gesagt, Wird,
aß die noch allgemein gebzäuchlichen hohen Milchtöpfe als Ge—
äße zur Rahmbildung weniger gut find, als die flachen Gefäße,
o werden sie dennoch beibehalten.“ In-Nassaus hat man in nien]
rigen sogenannten Güssander'schen Gefäßen auf die Maaß Milch
“a Loth Butter mehr gewonnen,“ als in gewöhnlichene hohen, ir⸗
enen Töpfen; qͤhnliche Versuche. in Güssandewschen Milchschüsselne
ind gewöhnlichen thönernen. Milchtapfen won 12gZoll Höhe wur⸗
en im Winter 1862 in Rheinhessen ausgeführt, indem man 34
Maas Milch in 3 solchet Milchtöpfe und ebenfodiel in eine Güsen
ander'sche Milchschuͤssel schuttete. Dabei -ergab Morgenmilch nach
—c Stehen, nuchdem sich der Rähm in! sehwrevvürmitec
Teinparatur vollstandig gebildet hathea in den zwei Milchtöpfenert
Pfund 28VLoth, iu“ber Güssander schen MilchschüsselI nfuadeaj
Voth Rahm, hier also srur: SOꝛ rocent· dedc Eogevn ffes siwi denog
Milchtopfem Abendmilch lieferte nach zweitägigem Siehent, m t
rwärmter Temperatur üund nech⸗ vollstündigerz / Mabnhildung ine
en he Wilcbpfenu —
Pilchschüssele 24Pfund. Aß oth. Kahm. Jene ergaben sonach nur
5 Procent der Quantitaͤi des leßteren.
        <pb n="60" />
        8
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des

eviers St. Ingbert.
Montag den 17. Februar 1868
Vermittagß I0, Uhr zu St. Iugber
ind Stadthause.
q lag Balterberg.

4 keifir. buchen Scheitholz,
id Astprugett.
.. 5 Ktraphen.
0 vbuchen Reiserwellen.

Schlag Ommersthal.

e eichen Wagnerstangen

Niftr. buchen Scheithoinggg

birlen u. Weichholz Schen

buchen Prugelholz,

richen, birklen und Weich⸗

hoiz Prügce.
„buchen Krappen, J

SBSBlag Rehthal.
10 ahorn Wagnerstangen.

Schlag Zuf. Ergebniß.

g eichen Stämme III. u. V. Classe,
29 kiefern,III. u. V.,
17 Spatren,

9 eichen Wagnersiangen,

16 Atlflr. buchen Scheitholz,

d8d rügel,

724 eichen Prüugel,

324 , leefern Scheitholi,

I1294 Prüůgel.

38 birken Scheitholz,

38/. Prugelhoz,

53 Weichholz Scheitholz.

6 Prügelholz,

8 „ verschiedene Krappen.

Zweibrücken den 31. Januar 1868.

Kgl. Forstamt:
Glas.

Holzversteigerung

zu Ormesheim.

Mittwoch den 19. Februar, Vormiitags
z11 Uhr im Schulhaus zu Ormesheim
werden nachstehende Holzsortimente aus
dem Gemeindewald Ormesheim, Schlag
Saueracker, versteiger:

6 aspen Baustämm zu Sparrene,
2150 kieferne Bohnenstangen,

228.. Klafter aspen Prügelholz,

8624., Krappenprügelholz

Erfweiler den 8. Februar 1868.

Das Burgermeisteramt:
Braunberger.

In Folge des mir bis setzt gewordenen fo zahlrei⸗
tchen Besnches werde meeennn
HAeérronKléeider
Magazi
im Hotel Laur
jum Vortheile für jeden Herrn noch einige Tage aufge—
stellt lafsen, durch neue Zusendungen ist dasselbe wieder auf
das Vollftändigste complettirt, so daß jezt wieder
allhein Anfordernngen genügt werden iann. Ein
jeder Besucher dieses Lagers wird sowohl durch die mo⸗
derne und solide Arbeit, als auch durch die
ansserorelentlüch bil-
ligen Preise
Veranlassung finden, seinen Bedärf daselbst zu entnehmen.
Achtungsvoll
— —
8. WORMSER aus Ilannheim.
Bekanntmachung
Die Lieferung von Werkzeug Ma⸗
chinen — als: Drebbank, Wandbohr⸗
Naschine, Hobelmaschine und Schmiedfeuer⸗
zentilatoren — für die Königliche Stein-
ohlengrube „Sulzbach-Altenwald“ soll im
Zubmissionswege vergeben werden. Liefe⸗
ungslustige wollen ihre desfallsigen schrift⸗
ichen, verschlossenen und mit der Aufschrift:
„Submission auf Werzeug⸗Maschinen“ ver⸗
ehenen Offerten lbzzß
Dienstag den 18. Februar c.
Vormittags 9 Uhr
—X
neten Berg⸗Inspection gelangen lassen, wo⸗
elbst die Eröffnung derselben zu der ange⸗
zebenen Zeit stattfinden wird.
Die Lieferungsbedingungen arf welche
zie Offerten zu gründen sind, können eben⸗
daselbsi eingesehen, auch gegen Entrichtung
der Copialien in Abschrift bezogen werden.
Sulzbach, den 19. Januar 1868.
Könial. Bera⸗Infspeetion V.

In der Kohlenstraße bei G. Buch⸗
hardt, Feilenhauermeister, ist ein möblir—
ses Zimmer, mit Ader ohne Kosst, zu
dermiethen und gleich beziehbar.

Umcschreibkataster —
ind vorräthig in der Druckerei d. Bl.

Ein braver Junge wird in die Lehre
mgenommen bei
G. Buchhardt, Feilenhauermeister.

Worms den 31. Jan. —

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 30 kr.
zis — fl. — kr. Roggen 14 fl. 15 kr.
bis — fi. — kr. Gerste 11 fl. 20 ir
bis — fl. — tr. per 100 Kilo., Hafer
3fl. — kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Wehl ver Partie 15 fl. 165 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 13 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 15 fl. — kr. bis
— fll. — kr. Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
— ffl. —“tkr. Blumenmehl. — fI. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo.,, Rep
—DD—
stilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. — kr. bis
Dffl. — r. Leinöl ohne Faß — fl.
DSir. bis — fl. — kr. Mohndl ohne Faß
38 fl. — kr. bis — fl. — tr. per
50 Kils. Repskuchen 60 fl. — kr. bis
78 fi. — kr. Branntwein 831 fl. 30 tr.
bis — fl. — kr.

Ein schönes Geschäfts⸗
haus auf dem Marktplatze
dermiethen durch daas
Geschäftsbureau: J
Westphälinger.

st z3.

Pferdeversteigerung.
Am Freitag den 7. Febr.
des Morg. 10 Uhr, werden
zu St. Johann beiGastwirth
Herrn Fr. Köhl 15 Stück
starke Zugpferde gegen Zah—

lungs Ausstandversteigert.

—MWw
Ein junges kraftiges Mädchen sucht ei⸗
nen Platz als Schenkamme.
Auskunft ertheilt die Erpedition die⸗
ses Blattes.
Geschäfts-Empfehlung.
Ich mache hiermit die ergebenste Anzeige
aß ich mich an hiesigem Platze als Fei⸗
lenhauermeister etablirt habe und all
Der Unterz⸗eichnete Fu zesin dieses Fach einschlagenden Arbeiten un⸗
ser n e Wchren ez 41 — ur Zusicherung reeller und billiger Bedie⸗
sowie auch schönes Kiefernes Bau“ nung überneine..
bolz in jeder beliebigen Lange und Dicke Georg Buchhardt,
u verlaufen. I wohnhaft in der Kohlenstraße nahe an der
V. Ssoh Breitermuhle bei Würzbach. Maschinenfabrik.
— — — —— — — *
Redakrion, Drud und Berlag von F. X. Demeß in St. Ingber.

Mainz, 31. Jan.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
er à 140 Pfund — fl. — kir. — Rog—⸗
genmehl ditto — fl. —kr. — Weizen (200
pfd.) 16 fl. 45 fl. — 17 fl. 30 ir. —
Korn (180 Pfd.) 14 fFF. 20 — 14 fl. 48
r. Gersie (160 Pfd.) 11 fl. 40 kr. — 1
J. 50 tc. Hafer (120 Pfd.) 6 fl. bo kr⸗
bis 6I. — tr.

aen M
        <pb n="61" />
        — DVVVVVVDD naot pu —4 4* e 8—70 7 ?.
ν . * —J — — —LX 3 3 e ra
St. Ingberler AAnzeiger.
— ei veat JL 21 * 66 8 *1
* 90 —1 9 vX —5 J *
—7 29 9 —
18
— Ingberter Anzeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Ddienstag, Donunersteg
—— Abonne nentspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
e 5 Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 16.. Donnerstag/, den 6. Februrr 18868.
vr — — — — — ——— —— — — —————— — ——— — —— —
Deutschland. e 8 8 re —— Gesandte bei
. äünchem, 2. Febr. Mit der Sitzung der Kammer der dem norddeutschen Bunde in Privataudienz empfangen. 353
Ab A ͤbermorgen Früh, wird eine Pause in den Ar— Miee Die in —— e sehe noch ed
Legislation eintreten, dudem . alle Abgeordneten nach * ran — ich e sttin 38 Nufentha —85
ee eee Wehren mituwicten Dis nachte d Israeliten, die sog.„befugten Judenbezirke,, sind als mit
Sihung wirh otsdann am 12. Februar stattfinden. — Bei der den Bestimmungen des Staatsgrundsebes über die allgemeinen
ahnmer der Abgeordneten sind wieder 43 Petitionen gegen den Ine A znen Erlaß des Herrn
Schulgesetzentwurf eingelaufen— sie siammen zumeist aus der Ober⸗ in ster nnern für ufacn eu r worden
FaigZwci vieser Adressen sind aus der Psalz - Maikammer Hamburg Febr. Die Hamburger Nachrichten, eut⸗
de Rausiiae jalten folgendes Telegramm aus Wien: Fürst Gortschakoff hat
e doter d schled —— Kiberalen Ri in Rundschreiben an die Vertreter Rußlands im Auslande er⸗
. Polttiter der verschiedenen Nüancen der lüberalen Rich lasen, worin er jede Solidarität mit der Politik des Panslabis-
rüng finden sich in dem gerechten Befremden, wie die Staatsregie ⸗ nus ensschieden zurückweist; *
eung zugebeir konnie, daß Herr v. Schlör zum Zollparlamente —
ndidire Dieses Befremden steigert sich, wenn man bedenkt, daß VV Fraukreich. ——W
)Y die Stellung eines Bundesrathsmitglieds mit der eines Parla⸗ Parxis, 2. Febr. Der „Etendard“ sagt: Es sei keine
nentsmitgliedes unvereinbar ist, 2) Herr v. Schlör bereits zum kede von Verminderung des Effeltivbestandes der Occuͤpations
Bundesrathsmitglied ernannt war, 3) eine geeignete Persönlichkeit ruppen in dem Kirchenstaat. Die Division verbliebe vorläufig
hertn d. Schlör in dieser Stellung zu ersetzen, in der That o»hne Obercommando. Genexal Dumont und General en chef
nicht da ist! Failly kehrten mit dem Generalstab nach Frankreich zurück.
ua Mäünchen, k3. Feb. Der Staatsrath v. Weber und der Die Patrie“ meldet, daß der Vorschlag, die französi⸗
Assessor der Generalzoladministration Eggensberger begaben sich schen Semaphore zur Beförderung von Depeschen von der Küste
‚eute Abends nach Berlin um als Vertreter Vayerns an den en die Schiffe und umgekehrt zu verwenden, von Holland, Bel .
Ferhandlungen mit Oesterreich wegen Revision des Handelsver- gien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Luremburg Baden, Würt⸗
rages dvom Jahre 1865 Theil zu nehmen. Es handelt sich hier einßerg. Bayern, Schweiz, Italien, Spanien, Portugal und Rom
zelduntlich um die Wiederaufnahme der im Februar v. J. wegen angenommen wurde
der Uunerreichbarkeit einer Versiändigung in der Weinzollfrage Paris, 3. Febr. Eine unwartete Neuigkeit: Die franzd
bgebrochenen Verhandlungen, bei welchen die Regierungen von üsche Regierung glaubt jetzt, nachdem die Leidenschaften in Ita⸗
Paußen, Bayern Sachsen und Oefterreich durch Copmmissare ien besanftigt sind, und nachdem überhaupt die europäischen Ver⸗
Fersrelen sind. Die nunmehr wesentlich günstiger gelagerten Ver⸗ zältnisse einen friedlichen Charakter angenommen haben, daß die
rältnisse lassen ein befriedigendes Resultat erwarten. — zeit gekommen sei die Bestrebungen um die Conferenz von neuem
Die Aushehung der Ältersklasse von 1846 nimmt nach den uufzunehmen. Man kündigt betreffende Schritte für die nächste
Vestimmungen des vorgestern in Wirksamkeit getretenen neuen Wehr . Zulunft an. Man erfährt jetzt, weshalb der Commandant der
esees am 9. März ihren Anfang. Der Termin zur definitiven joch im Kirchenstante stehenden franzöfischen Division. der Gene⸗
Herstellung der Conjcriptionslisten beginnt, wie bereits gemeldet ral Bataille, plötzlich abberufen worden ist, angeblich auf sein
im 11. Februrr.. — 7 Verlangen. Derselbe hat sich in einem der vornehmsten Salons
Die Tare sür-Briefe aus Bahern nach den österreichen Post- don Rom ziemlich geringschätig über die Kirche und besonders
unstalten in den Donaufürstenthümern bekrägt nunmehr 7 kr. fur über die weltliche Gewalt und die Regierungsweise im Kirchen⸗
Muster 3 Kreuze. — 3 taate geäußert; und als man ihm seine Pflicht als. General des
un u he s. Febr. Mit dem innigtten Bedauern vernimmt Kaisers entgegense uie soll Herr Bataille etwas republikanische Ge—
nan heute, daß J. M. dier Königin⸗Mutter neuerdings erkrankt sinnungen geäußert haben.
I) es erschien deshalb heute Vormittag das folgende Bulletin: England.
Nach vorausgegangenen Erkaͤltungen hat sich bei J. M. der Köeee X
nigin⸗Mutter ein fieberhafter acuter Rheumatismus eingestellt. Das —— 1 Zebr. De Nornn Pe Imene aus
V er Anlaß der Accreditirung des Grafen Bernstorff als Vertreter des
Fieber ist maͤßig/ der Schmerz aber in der Huftengegend und dem sstordde ischen Bundes, daß die Conselidi druisdi 8
ünken Knie lebhaft.“ Hoffen wir, daß die edle Fürstin bald wie— r utschen Bundes, daß die Conselidirung Deutschlands die
emr z vn Hefahr einer Friedensstörung vermindere und das sicherste Hin⸗
der genese. Eben jetzt deranstaltet J. Maj., die im Ausüben ed- erniß für die Vergrößerungspläne anderer Mächte sei, denn
ier Werle unermüdüiche Königin, eine Verloosung zum Besten der deut— 9 r bei. denn
*5* 12* schland denke nicht daran, seine Grenzen zu erweitern.
brodlos gewordenen Salinenarbeiter. Die Verloosung ist mit vie· a do n 8. Febr. Nachrichten aus“ Gibraltar melden
— SX— und 338 2 zaß die Hungersnoth in der Gegend von Tanger und Tetuan
n . äglich im Zunehmen sei. Die hungeruden Landbewohner ver⸗
Dienstesnachrichten. .24 — nerhen wy ihren Hunger zu
Zufolge Regierungsentschließung vom 27. Jan. 1868 wurde e Wonn d 8 noeithabenden
der ——3 on * ee zum In an der dor⸗ der Bevbilerung ausgehende Hilfe sich als ——
As83 Knabenschule in Eoentoben vom 20. Decem⸗ 3 Cort, 4. Febr. Die Feniec haben ein Thor gesprengt und
dhlze Hegiernngsbeschluß vom 81. Jan. 1868 wurde der 588 æ4 im Umkreise von 4 Meilen um die
Schulperweser Karl Eugen Ecarius in Freckonfeld zum Schulver⸗ —— S — J
peser an der untern prot edeutschen Knabenschule in Edenkoben vom Schweiz. J
10. Februarel. J. an ernannt. 274 Bern. Mehrere Zeitungen brachten dieser Tagt die Nach—
ia Freuburg, I. Febr. Dem Vorstand des neu zu gründen⸗ richt, daß die in der Schweiz wohnenden flüchtigen Hanoveraner
den Studentenvereins wurde vau Senat der Universitüt eröffnet. Befehl erhalten hätten, nach Frankreich zu gehen. Der Bund“
Aah aaf Das gestellie Besuch um Genehmigung der Statuten des rhält nun hierüber eine anonyme Mittheilung von Freunden
Aademischen Vereins zur Unterstützung der päpstlichen Armee nicht euͤtscher Einheit und Freiheit,“ welche ein neues Licht auf! diese
eingegungen werden könne. h 347 Ingelegenheit wirft. Dieser Correspondenz zufolge seien in der
333Febr.“ Der Kodnia bat heunte den französischen eben Zeit täalich kleine Truppa au eirca 20 Mann in ZRZürich
        <pb n="62" />
        ungetommen, dort in einem Hause zum Wellenberg in der Brun
nengasse einquartiert und militärisch unterrichtek worden. Am 23
d. erhielteuͤ einige Abtheilungen von ihrem Commandanten Be⸗
ehl, sich am andern Tage zur Abreise bereit zu halten, frfilich
nur, uͤm nach Rheineck, Glarus, Aarau u. s. w verlegt zu wer⸗
den. Einige Leute daten den Hauptmann, hier bleiben zu durfen,
wo sie leichter Beschäftigung fünden; dieser aber erklärte ihnen
ihr Wünschen und Hoffen hätte jetzt ein Ende, sie hätten keinen
Willen, sie wären Soldaten und hätten sich dem Befehle zu fügen.
Dies war am Vormittag des 28. d. Mittags reisten die bis da⸗
hin im Hotel Bauer einiogirten Commisiäre — 16 Personen —
ab. Unterofficiere, welche in die Sache eingeweiht waren, erzählten
im- Vertrauen, die Leute würden alle nach Frankreich spedirt,
einige machten wohl einen kleinen Umweg, damit es nicht fehr
auffiele, doch ging Alles einem Ziele zu. Und in der That ist
Keiner nach Rheineck oder Glarus u. s. w. gekommen, sondern
Alle sind an und über die französischen Gränze (meist über Basel)
gebracht worden. Nur Einigen, welche landeskundig waren, gelang
es, an der Grenze za entwischen; die Meisten aber kennen die
Gegend nicht, wissen also auch nicht, was mit ihnen vorgeht
Viele haben sogar noch das feste Vertrauen auf ihren König, daß
ex fie durch ihre Führer doch wieder in ihre Heimath, wenn auch
auf Umwegen, zurüdbringen lasse.“ “
Italien. —
Flor enz, 31. Jan. Der Senat genehmigte das proviso⸗
rische Budget für Februar. Der Finanzminister kündigte die Bud⸗
getvorlage für 1869 im Februar an.

Florenz, 2. Febr. Die „Italia“ sagt: General Du⸗
mont wird nächsten Montag in Civitavecchia ankommen. — Die
„italienische Correspondenz“ erfährt daß von Toulon zwei Fregat⸗
len abgegangen sind, um sich zur Einschiffung einer der beiden
Brigaden, welche das Besatzungscorps von Clvitavecchia bildete,
dorthin zu' begeben. Dieselbe Correspondenz erklärt das Gerücht
von einer demnächst bevorstehenden Reise des Königs Victor Ema—
nuel nach Lissabon als unbegründet.

Rusland.

Petersburg, 1. Febr. Ein Leitartikel der deutschen
„Petersburger Zeitung“ schreibt die Isolirung Rußlands den Er—
ravaganzen der panflavischen Presse in den panslavischen Umtrie—
ben zu, die russische Reg'erung sei diesem Treiben fremd und ei⸗
nem Kriege gegen Europa abgeneigt. Das Ausland sei mangel—
haft unterrichtet und betrachte die Aeußerungen der Presse als die
Meinung der Regierung. Der Artikel warni davor, den Pansla—
bisten nachzugeben, wodurch man nur den Wünschen der Polen
entsprechen und die friedlich Entwicklung des Landes stö—
ren werde. —

Petersburg, 1. Febr. Unter Vorsitz des Großfürsten⸗
Thronfolgers hat sich ein Centralcomite zur Unterstützung der im
russischen Reiche von der Hungersnoth betroffenen Ortschaften ge—
bildet. — Die Ersetzung des Coutreadmirals Vutakoff in den griechi⸗
schen Gewässern durch Popoff wird officiell dementirt.

241

VBVermischte s.
Speyer, 3. Febr. Am 11. Febr. nächsthin wird der
obersde Recrutirungsrath zur definitiven Berichtigung der Conscrin⸗
tionslisten im Regierungsgebäude hier zusammentreten. Am
Dienstag 11. Febr. kommen die Bezirksämter Speyer, Ger—
mersheim, Landau und Frankenthal; am 13. Februar Kaisers—
lautern, Bergzabern, Homburg und Neustadt; am 15. Februar
circhheim, Kusel, Pirmasens und Zweibrücken an die Reihe. Die
Verhandlungen erstrecken sich auf die Listenberichtigung, auf die
Prüfung der Verhandlungen der Conscriptionsbehörden und
auf die Prüfung der hiegegen einlaufenden Reclamationen. Da
nach dem neuen Wehrgesetz keine Zurüchstellungen mehr zulässig
sind, so wird sich die Prüsung auf die Zurückstellungsgesuche nicht
erstrecken, bielmehr bleiben diese Gesuche vollkommen unberücksich⸗
tigt und unbeachtet. Nach den Art. 8—212 des neuen
Besetzes können bestimmte Kategorien von Conscribirten gänz⸗
liche oder theilweise Befreiung von der Wehrpflicht oder
eine Aussetzung des Diensteseintrüttes ansprechen. Die betr. Ar—
likel lauten: J—
. Art. 8. Wer in der Ausbildung zu einer wissenschaftlichen
oder künstlerischen Thätigkeit dder zu einem höheren technischen
Gewerbe begriffen ist und durch seine sofortige Einreihung einen
erheblichen Nachtheil erleiden würde, darf im Frieden die Ausse
tzung seiner Einreihung bis zu demjenigen Kalenderjahre verlangen, in
welchem er das 24., falls er Candidat der Medicin oder Thierheilkunde
ist, bis zu demjenigen, in welchem er das 25.Lebensjahr vollendet
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, es würde aber unverschulde⸗
ter Umstände wegen bei sofortiger Einreihung einungewöhnlicher
Nachtheil entstehen, so kann die Aussetzung auf ein Jahr gestattet wer⸗
den. Bei eintretender Mobilisirung werdem: dikjenigen Wehrpflich⸗

igen, deren Einreshung auf länger als 1 Jahr —R —
zhne Loosung in die active Armee' eingereiht. *
Act! II. Von der Wehrpflicht sind befreit: L.Die Stan⸗
desherreti und ihre Familien (5 11 der Beilage IV zur Verfassungs-
irkundej) 3. Der geistliche Stand (IX Titel z 1 der Verfaffungs-
urkuude) und zwar bei den Katholiken diejenigen, welche eine der
söheren Weihen erhalten oder in inländischen Klöstern lebensläng⸗
iche · Gelübde abgelegt haben; bei den Prolestanten jene, welche
öͤrmlich ordinirt sind, dann vorschriftsmäßig angestellle Rabbiner.

3. Der einzig übrig gebliebene Sohn solcher Ellern welche einen

Zohn während des von ihm in der bewaffneten Macht Bayerns

geleisteten Dienstes oder in Folge desselben verloren haben.

b. Jeder Sohn von Eltern, welche auf die bemerkte Weise zwei

Sbhne verloren haben. Zeitweise sind von der Wehrpflicht be

reit: 1. Katholische und protestantische Studirende der Theologie,

velche sich durch ein Zeugniß der Universität, des Lyceums, des
Irdenslectorats oder des Vorstandes einer Missionsanstalt, sowie
nit dem Gymnasialabsolutorium versehene Rabbinats-Candidaten.
velche sich durch Zeugniß eines im Königreiche angestellten Rab—
ziners und der betr. Cultusgemeinde als solche ausweisen.
3. Schullehrer, Schulgehilfen uud die Candidaten des Schulam-
es, welche in einer staatlichen oder dieser gleichstehenden Vorbe⸗
teitungsanstalt sich befinden. 83. Der Sohn einer Familie, wel⸗
her dieselbe durch seine Arbeit ernährt, so daß sie außerdem der
Armenpflege zur Last fallen würde. 4. Der junzere von zwei
Zöhnen bis zu dem Kalenderjahre, in welchem die Dienstpfücht
»es nach Art. 7. eingereihten Bruders in der activen Armee mit
Nusnahme der Ersatzmannschaft endigt. Unvberehlichte Geschwister,
velche nach dem Tode beider Eltern deren Haushalt gemeinsam
'ortführen, sind als eine Familie zu betrachten.

Die in den vorstehenden Arlikeln begriffenen Conscribirten,
velche um die bezeichneten Begünstigungen nachsuchen wollen, ha⸗
»en ihre Gesuche thunlichst bald bei dem betreffenden Bürgermei-
teramte anzubringen, welche sie nach Antrag der Betheiligten zu

nstruiren und dem Bezirksamte vorzulegen hat. WV
FJulie Schäffer, 1612 Jahre alt, wurde auf ährem
deimwege von Kaiserslautern nach Trippstadt ermordet uud vor⸗

Jestern Abend todt aufgefunden. J

..F, Lud wigshafen, 8. Febr. Die heute dahier tagende

Heneralversammlung der Pfälzer Nordbahnen hat einstimmig die

Annahme der Concession für die Herstellung der Alsenzbahn und

die demgemäße Erhöhung des bisherigen Gesellschaftscapitals don

7,700,000 Gulden beschlossen.

München, 30. Jan. Gestern Abends wurde die Re—
zistratorswittwe Th. v. Pl. eine hochbetagte, geachtete Frau in
hrer Wohnung am Thürpfosten erhängt aufgefunden; dieselbe litt
eit längerer Zeit an Trübsinn und hat fich wohl unter dem Ein—
lusse dieses Zustandes selbst den Tod gegeben.

Karlsruhe, 4. Febr. Der Minister Mathy ist in der
vergangenen Nacht nach mehrwöchentlicher Krankheit gestorben.
.Mainz, 29. Jan. Nicht geringes Aufsehen erregt die

Berhaftung zweier hiesigen Ladenmädchen, die seit einer Reihe
von etwa 12 Jahren ein hiesiges Manufacturwaarengeschäft, in
dem sie conditionirten, vollständig plünderten. Der“ Werthbetrag
»es veruntreuteu Gutes wird auf mehrere Tausend angegeben.
Mitangeschuldigt sind eine weitere Anzahl von Personen, bei
enen die schlauen' Diebinnen die annectirten Waaren verbargen
ind absetzten. Auch dieser Diebshehler ist eine Anzahl verhaftet.

Heute Vormittag wurden mehrere Karrenladungen Waaren
iller Art bis zu den theuersten Artikeln, welche in der betreffen⸗
»en Diebstahlsuntersuchung bereits erhoben wurden, durch Lohn⸗
nänner von dem Polizeibüreau unter einer Massenbegleitung von
sdeugierigen nach dem Instizpalais gebracht. Die Uutersuchung ift
roch in vollem Gange und liefert leider immer weitere Zeichen
iner sehr verzweigten Verbrechergesellschaft zu Tage.

fIn Mainz wurde am 80. Jan. der Bahnwärter Graben
deim Zusammenstellen eines Zugs, am 31. auf der Main-Nekar-
zahn zwischen Friedrichsfeld' Und Heidelberz gleichfalls ein Bahn
vürter überfahren und getödtet.

7 Koln, 1. Febreno Gestern Abend zerstörte cine furchtbare
Feuersbrunst die Wollspinneret des Herrn Classen Kappelmann zu
Sielsdorf (bei Frechen).

317, Galsche Conpons.) Seit einigen Tagen wurden in Köln
an mehreren Cassen Zinscoupons der Köln⸗Mindener Eisenbahn
präsentirt, welche sich als falsch erwiesen haben. Dieselben lauten
auf 3 Thlr. und der Fälligkeilstermin auf den 1. Januar 18681
Sie tragen? sämmtlich die Nr. 65,831 und gehören der IV. Emis⸗
ion Lit. B. an. Die Coupons sind äußerst tänschend nachgemacht,
und fast nur an der etwas dünn gehalienen Unterschrift des Reu—
anten„Küpper“ kennbar

Berlin, 1. Febr. Laut des soeben veröffentlichten IV.

Baben Verzeichnisses waren beim Hülfsvereine. für Ostpreußen bis
        <pb n="63" />
        zum 23. Januar 239,024 Thaler. 18 Sgr. 83Pf. eingegangen.

f In Berlinchen Meumarh) ist die Trichinose mit un—
gewöhnlicher Heftigkeit aufgetreten. Der dortige Messerschmied
H. schlachtete in vorletzter Woche ein Schwein, nach dessen Genuß
die ganze Familie und der Geselle plötzlich heftig erkrankten. Bei
der angeordneten Untersuchung des Fleisches fanden sich in dem—
elben zahllose Trichinen vor. Der Geselle und der Sohn sind
bereits ein Opfer der Krankheit geworden die übrigen Familien⸗
Mitglieder welche nicht so viel von dem Fleische genossen hatten,
iegen mehr oder weniger schwer krank darnieder.

FPosen, 28. Jan. Der Gutsbesitzer v. Chrzanowski ist
aach mehr als zweitägiger Verhandlung wegen einer gegen seinen
Sohn begangenen Freiheitsberaubung zu. zweijährigem Gefängniß
perurtheilt worden. Der Verurtheilte hatte seinen blödsinnigen,
etwa dreißig Jahre alten Sohn in einem kleinen baufälligen
Stalle fast nackend und nur mit den dürstigsten Nahrungsmitteln,
oersehen, Jahre hindurch eingesperrt gehalten.

Heydekrug. Einem der „N. Stett. Ztg.“ vorliegenden

Schreiben des Kreisgerichtsraths Hellwich in Heydekrug entnimmt
dieselbe folgende Stellen: „Es ist, Dank Ihrer Hilfe, schon ein
zroßer Kreis von Jammernden wesentlich unterstützt, und es wird
einer noch viel größeren Zahl nach und nach geholfen werden.
Die Noth ist im Wachsen und wer die täglich fich mehrenden
Zeichen ihres Steigens sieht — und sie koͤnnen Niemand ent—
zehen der einen Blick in die Straßen thut, kann der Besorgniß
nicht enigehen, daß sie uns überfluthet. Schaaren arbeitsfähiger
Maänner, die Spaten auf der Schulter, in kleineren und größeren
haufen oft in Trupps von 50 — gestern ein Haufen von 70
— rücken morgens in den Ort. Sie können keine Arbeit erhal—
ren; die in Angriff genommenen Chausseen find besetzt. Was
vird aus ihnen und ihren Familien, wenn die Regieruͤng nicht
veitere Arbeitstellen schafft? Neben den Arbeitern ziehen die Beti—
er in Schaaren in Lumpen und oft noch besser gekleidet; sie
juchen sich bei den Suppenanstalten einzubürgern und liegen der
parmen Suppe wegen in Scheunen und Ställen bei 17 Grad
Frost. Wo man hinhört, überall auf allen Dörfern ist die Ernte
verzehrt. Bei den Rundreisen der Verwaltungsbeamten, die vor
etwa 14 Tagen stattfanden, zeigten sich schon grüßliche Bilder der
Noth, jetzt ist sie noch gestiegen. Zwei Bilder, die ich aus dem
Heunde des Landrathsamtsverwesers v. Lynker habe: 1) in einem
dause: Stube kalt' bei 20 Grad Reaumur. — Zwei Frauen auf
Stroh mit Lumpen' bedect, selbst' die Gesichter. — Auf alle
Fragen keine Antwort. Von Lynker heht die Lumpen von dem
Hesichte der einen und erhält auf feine Fragen endlich die Ant
wort: Wir hungern, wir wollen sterben; 2) in einem' andern
hause: Stube kalt. — Eine Frau auf der' Erde kauernd. Auf
ule Fragen nichts als stumme Resignation. Endlich erhebt sich
die Frau, deckt eine Decke von einem Strohlager, hebt ein stkelet
artig abgezehrtes Kind in die Höhe und sagt: „Da sehen Sie.“
Fin zweites Kind liegt daneben. — Sind dies auch die schreck
ücheren Bilder, so sprechen sie doch genug. In unserex Suppen⸗
anstalt pflegen wir seit einigen Tagen ein zehnjähriges Mädchen
das von Hunger und Kälte jammervoll zugerichtet sich einfand
uind am ersten Tage wenige Loffel Suppe hinunterbrachte. Jetzt
ist schon der nicht zu stillende Appetit da, und in einigen Tagen
wverden wir sie, wenn wir sie bekleidet, in ihre Heimath — 214
Meilen von hier — befördern.

FAus dem Passeierthale wird, folgender Unglücksfall be—
ichtet: Von drei. Bauern, die von der Hasenjagd zurrückkehrten
und deren Flinten noch mit den Kapseln verfehen waren, fiel
riner derselben an einer mit Eis überzogenen abschüssigen Steile.
Im Falle entlud sich sein Gewehr und der Schuß iraf den zwei⸗
en Bauer. Der Erstere sprang schnell auf, um zu sehen, ob der
Schuß wohl nicht ein Unglück verursacht häfte, im selben Augen—
blicke aber fiel der Berwundete zu Boden auch sein Gewehr ent—
lud sich in Folge des Falles und der Schuß traf den ersteren
Bauer, und zwar ebenfalls tödtlich. Der ejne Bauer starb nach
riner halben Stunde in Folge Verblutung, der andere nach, zwei
zualvollen Tagen. Das Unglück ereignete sich am 20. Jan. in
sadensteinn. — W

Aus den Octschaften des großen Schlachtfeldes bei Koöͤnig⸗
zrätz kommen wiederholte Nothrufe; die armen Gemeinden sind
aur noch auf vier Wochen mit Lebensmitteln versehen, und ihre
sonstigen Hilfsquellen sind längst erschöpft.

— Ein Bürgermeister lieferte dem Gerichte nach kürzlich fol⸗
gendes ergötzliche Quid pro quo. Es waren verschiedene Enten
zestohleu worden und das Landgericht forderte, wahrscheinlich um
erern Identität festzustellen oder um den Diebstahl sonst ver⸗
olgen zu können — einen Bericht des: Ortsgerichtes, welches
„Gefieder“ die gestohlenen Enten gehabt hätten. Der „Bürger⸗
he erwiderte: Das „Gefütter“ bestand in Gerste und sonstigen
körnern.

Der in Wien wohnhafte Realikäten-Besitzer Bernhard Ka⸗

retzner saß am 26. Januar, d. J. Abends an; seinem Schreibtisch
ind war damit beschäftigt, eine Summe⸗von 80, 000 Gulden
velche er am selben Tage für verkaufte Obligationen orhalten
jatte, zu⸗ zählen. Auf dem Tische brannte eine Potroleum⸗Lampe,
alötzlich sprang eine Katze, welche bisher auf seinem Schooß gele⸗
zen hatte, auf den Tisch, kam aber der Lampe zu nahe und wircf
ziese um. Das Petroleum ergoß sich über den Tisch, fing durch
ie noch brennende Lampe Feuer und floß auf den Schlafrock des
rstarrten Geldzählers herab. Aufspringend suchte Herr Karetner
ich des brennenden Schlafrocks zu entledigen, was ihm zwar ge⸗
ang, aber währenddem hatte das Feuer die Banknoten ergriffen,
ind als Herr Karetzner sie dem verheerenden Elemente ent⸗
reißen wollte, waren dieselben bereits vernichtet, nur einige ange⸗
rannte Reste waren lübrig geblieben. Das Feuere wuhre tm
hanzen kaum 2 Minuten.

Dem Vernehmen nach hat das Berner Gericht schließlich
ioch beschlossen, die Angaben des aus Mexico zurückgekehrien Ni⸗
itärs, des Badensers Spitznagel, betreffend den dort existirenden
Dr. Hermanu Demmej durch den dortigen schweizerischen Gener'ab
Fonsul und durch Vermittelung der französischen Regierung, inr
eren Dienst dieser Demme gestanden haben foll, des Räheren uns
ersuchen zu lassen. Spitznagel, welcher aus seinen Angaben be-
jarrte, ist erst vor einigen Tagen mit einer entsprechenden Ente
chädigung der über ihn verhaängten Untersuchungshaft entlassen
vorden.

F Der türkische Gesandte in Berlin, Aristarchi Bey, hat im

Bazar der Königin für die Nothleidenden Oflpreußens im Namen
des Sultans die Büste der Königin aus der k. Porzellanfabrik
üt 200 Friedrichsd'or und verschiedene andere Gegenstande zu—
ammen für 300 Friedrichsd'or angekauft.
7 Aus dem Innern Rußlands wird viel von Räube⸗
reien, Mordthaten ⁊c. berichtet; in Astrachan sind Raub, Mord
und Falschmünzerei an der Tagesordnung; in Petrosabotsk for—
dert eine epidemische Krankheit viele Opfer.

F Unter den Arbeitern am Suezkanal bei Schaluf brach am
283. Dec. eine förmliche Emeute aus, an welcher sich (von 83000)
Arbeiter über 1000 Arbeiter (darunter viele Oesterreicher) bethei⸗
gten; dem dorthin gereisten österreich Consul Gärtner gelang es
ie ziemlich allgemeine Arbeitseinstellung zu beseitigen; 12 Rädels—
ührer wurden verhaftet.

Die Insel Javia muß ein angenehmer und gemüthlicher
Aufenthaltsort sein. Zusolge eines offigziellen statistischen Berichts
ourden daselbst in einem Jahre 148 Personen von Tigern auf—⸗
zefressen; und in einem andern Jahre traf dasselbe Schicksal 131
Zersonen.“-Durch Krokodille wurden in einem Jahre 50 Menschen
ind 80 bis 40 von Schlangen getödtet. Den Einwohnern scheint
iber diese Plage zur zweiten Natur geworden zu sein, denn sie
»enehmen sich sehr gleichgültig gegen dergleichen Gefahren. Der
Souverneur der Insel hat seit Kurzem eine Belohnung von2 Pfd.
ür jeden getödteten Tiger ausgesetzt. 37

Landwirthschaftliches. —
Stallmist und Kalisalz. Folgender Brief des
herrn Lauer aus Meidach verdient es wohl, den weitesten land⸗
virthschaftlichen Kreisen bekannt zu werden. Er schreibt, seit
irca 10. Jahren hatte ich die Einrichtung getroffen, daß nach
edesmaligem Ausmisten meines Stalles der Dünger anf der
düngerstätte mit Gyps überstreut wurde. Sorgfältig angestellte
Zersuche ließen keinen Zweifel in mir aufkommen, daß dieses Ver⸗
ahren vortheilhaft sei. Um so leichter konnte ich mich dazu ents
chließen vor drei Jahren ein theuereres Material, das schwefel⸗
aure Kali zum überstreuen des Mistes in Anwendung zu bringem
Ich glaubte um so weniger die allerdings erheblicheren“Kosten
cheuen zu dürfen, weil ich von vornherin entschloffen war,“ von
diesem Miste weniger auf eine gegebene Fläche zu verwenden, als
nit purem Miste. Da übrigens Thatsachen am besten sprechen,
d unterließ ich es nicht, im Herbste 1866, einen Dünger in
'olgender Weise zu präpariren. Ich lies den Mist, wie er
aus dem Stalle kam in zwei gleiche Hälfte theilen; die eine
Halfte bekam pro Fuder CEtr. Staßfurter Kalisalz zugesetzt,
die andere Hälfte blieb in dem ursprünglichen Zustande. Im Oe⸗
ober wurde der Dünger diuf ein Feld gebracht, welches für Kart
offeln bestimmt war. Der Acker befand sich im völlig'“gleichet
Beschaffenheit; die eine Hälfte desselben bekam von dem nicht mit
Kalisalz behandelken Miste 10 Fuder, die andere Hälfte abet von
dem mit Kalisalz überstreuten Miste nur 6G Fuder. Im Früh—
ahre 1867 wurde das Feld ganz gleichmäßig vorbereitet und am
17. April mit blauen Peruvianerkartoffeln besetzt. Zeigte schon
die erste Entwicklung einen merklichen Unterschied, so war derjselbe
noch auffallender bei der Ernte. Es übertraf nämlich der Ertrag
)es mit, Kalisalz behandelten Düngers denjenigen von purem Miste
Am 32 Prozent. *
        <pb n="64" />
        Bekanntmachung
Den Badercurs im machung zu
Frantenthal für das Jahr 1868 betr).

Nachstehend wird ein im ausgesetzien Bes
reffe ergangenes Ausschreiben hoher k. Re—
zierungn RKammer des Innern, der Pfalz
jom 27. vor. Mis Kreisamtsblatt Nr. 8
ur Kenntniß der betheilsgten Bader gebracht.

Zweibrüchen, 1. Februar 18668.
a Königl. Bezirlsamt: “
ualirei Damm,
uny l Schafer.“
u Im Namen seiner Majestät des

..Konigs.

Het Lehrcurs für Badergesellen im
Zreis⸗ Armenhause beginnt am 2. März
J. J. und dauert ununterbrochen bis Ende
Ju, wo die Endprüfung stattfindet.

Alle Theilnehmer haben sich am 1.
März Vormittags zwischen 8 und 10 Uhr
m Kreis⸗Armenhause dem Koͤnigl. Medi—
inalrath und? Bezirksarzt Dr. Bettinger
ils Vorstand des Lehrcurses amtlich vorzu⸗
dellen, welcher dieselbeu auf Grund ihrer
erforderlichen Zeugnisse admittirt. Diese sind:
1. der Geburts⸗ und Impfschein,

2. über die bestandene Lehrlingsprüfung,

3. der Nachweis einer vollständig zwei—

jährigen Servirzeit, amtlich beglau—
bigt von dem Konigl. Bezirksarzte
des Domiciles, wo der Badergeselle
zuletzt servirte.

ein Sittenzeugniß, ausgestellt von dem
betr. Bürgermeisteramte oder Polizei⸗

Conmmissariafte.
Obiger Borstellungs⸗ und Zulassungs⸗
ermin gilt für alle Badergesellen, sie mö—
gzen um einen der zehn ⸗Freiplätze in der
Anstalt wührend des Curses nachgesucht
saben, oder nicht. 5

Ein solcher von den 10 von dem Land⸗
athe des Kreises bewilligten Freiplätzen
zibi freie Wohnung und Beköstigung gleich
hden gewöhnlichen Krenken, mit der Ver—
flichtung, sich dafür als Wärter in den
ctrankensälen mittlerweile gebrauchen zu
assen, und so gleichzeitig die Kran—
enwari im ganzen Umfange prak—
sisch zu erlernen. Auf diese Bevorzugung
haben nur die in der Pfalz heimathsbe⸗
rechtigten Schüler Anspruch, es sind jedoch

don ihr Pfälzer, welche bereits 1 Jahr in.
der Königl.: Sanitäls-Compagnie gedient

haben, nicht ansgeschlossen, obschon sie durch

die Allerhöchste Verordnung vom 15. März

18606 von dem Besuche des Cursus vor

hper Endprüfung dispensirt worden.

Diejenigen Badergesellen aber, welche

auf einen dicser Freiplätze reslectiren, ha⸗—
zen unfehlbar und längstens bis zum 15.
Februar ihre Gesuche der Königl. Verwal⸗
sung der Kreis⸗Armenanstalt, begleitet von
den obgedachten 4 Zeugnissen und von ei—
aem Ausweis über die Uubemitteltheit ih
ter Familien, einzusenden, auf deren Vor—
schlag dann die unterfertigte Stelle die
Auswahl bis Eude Februar treffen wird.
Die Königl. Bezirksämter erhalten den
Auftrag, dieses Ausschreiben den betheilig-
jen Badern durch die Localblätter in mög—
üüchster Bälde kund zu geben. Auch will
— E
prüfung in der letzten Woche des Inli im
sreis-AÄrmenhause vor sich gehen wird.
Speyer, den 27. Januar 1868.
Königlich Bayerische Regierung der Pfalz.
Kammer des Innern.
J Pfeufer.
Meischnabl.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. J

ESonutag den 9. Februar 1iss
Abends s Uh..
iamn SAM /CHBVB. FPr. Oberhauν, daι
G6ONOCERT...—
gegeben von Fräulein Nettchen Hostnann aus Zweibrücken «
Fräulein Hoffmann ist eine anerkannt vorzügliche Sängerin, so daß bei der
gefälligen Mitwirkung des hiesigen Musikvereins und einiger ander er Kun st—
reunde ein recht gengßreicher Abend in Aussicht gestellt werden kann. —
.Brogramm folgt in der nachsten Nummer dieses Blattes.
Eintrittskarten à 24 Fr. sind bei Herrn Gastwirth Eonrad, und des
Abbends an der Casse zu haben.
Meohreore Musik-Voreinsmitglieder.
*
Der Jahrmarkt
in St. Ingbert. vom 3. Fbr.
wurde der schlechten Witte⸗
ruug wegen auf
FMontag den 10. Fbor.
ebverlegt. 2*
Don heute an frichee
Futtermalz
bei Rud. Munzinger.

Junge Leute werden in Lo g i sgenom
men, mit Bier ohne Kost.
Frauz Huber,
Der Unterzeichnete hat Eichen, Kies
tern und Birkenes Klafterholz
sowie auch schönes Kiefernes Bau*
holz in jeder beliebigen Länge und Dice,
zu verkaufen. F
V. Höh Breitermühl dei Würzbach.
Frucht⸗, Brode, Fleische uc. Preise
Stadt Zweibrücken vom 6. Februar.
Weizen 8 fl. 34 kr., Korn7 fl. 6 kr.
Berste Zreihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige. — fl. — kr., Spelz 5 fl. 5 kr.
Spelzkern 8 fl. 20 kr., Dinkel 4 ft.
44 kr. — Mischfrucht 7 fl. 20 kr. Hafer
Afl. 34 kr. Er bsen 6 fl. —-kr. Wicken
4fl. 38 kr., Kartoffeln Iefl. 18 kr. Heu
Ufl. 20 kr., Stroh Ufl., 6 kr., per
Zentners Weisbrod 11 Kil ogr. 22 kr.
Kornbrod 3 Kgr., 80 kr., ditto 2 Kgr.,
20 kr., ditto 1 Kgr. 10 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 37 kr. 1 Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Butter 26 kr., per Pfund.
Furchtpreise der Staͤdt
Kaiserslautern vom 4. Februar.
Weizen 8 fl. 26 kr., Korn 7 fl. 8 kr.
Spelzkern — fl. — kr., Spelz 5 fl.
47 kr., Gerste befl. 53 kr., Hafer 4 fl.
55 kr., Erbsen 6 l. 6efr. Wicken 4fl
54 tr., Linsen 6 fl. 25 kr. per Zentner.
Brodpreife: 6Pfd. Kornbrod 31tr.
3 Pfd. Gemischtbrod 162 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 16 kr.

— 2
        <pb n="65" />
        . ν ” * . 8 * — 6 e 74

7 U —— — &amp; —7 s J— JJ J Cee E νιν 17
D v 3 2 — — 76 tu 4 s 12 — 9 3 1. g
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ekpiee annr ⸗»1 Uart aE. ti 4416
.* 9 2 — s * J —
—* A C7 X 2———
iι 4 a
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—A
* 3
Dit „St. Ingberter Auzeiger“ mik seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donner ata
nih Samstag, Abonnewentspreis vierteljährig 43 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
— Blattschrift oder deren Raum berechnttt.
Nro. 17. e — Samstag, den 8. Februr 1868
Muünchen, 2. Febr. Es sieht nun fest, daß vom 1. Marz
oder April an der Zoll für Wein beim Eintritt in den Zollverein
von7 fi. auf 4 fl. 40 tr. reducirt wird, so daß im Zeiträum
von zwei Jahren eine Herabseßzung um 9 fl. 20 kr. eingetreten
ist. Die Consumenten haben davon freilich wenig verspürt, weil
die Herren Weinhändler ihre Preise nicht herabgesetzt haben, doch
wird es jetzt den Privaten wesentlich erleichtert sein, billige und
qute Weine von auswärts zu beziehen.
Wien, 3. Febr. Glaubwuͤrdige Meldungen von der Unter⸗
Donau zeigen das Erscheinen von Bewaffneten in der Stärke von
dreie bis viertausend Mann auf dem rechten Donau⸗Ufer zum
Einfall in Bulgarien an.

Fraukreich.

Paris, 4. Jan. Heute bewegten wieder einmal seit lan—
ger Zeit beunruhigende Gerüchte unsere Stadt und erfüllten die
Gemüther mit um so größerer Besorguiß, als man sich bereits
den freundlichsten Hoffnungen vertrauensvoll hingegeben hatte.
Es heißt u. A., der Kaiser habe Herrn Drouyn de Lhuys zu sich
vbestellt, der Wiedereintritt dieses Staatsmannes an der Stelle de
Herrn v. Moustier stände bevor, und dieser Wechsel habe eine
preußenfeindliche Bedeutung. Der Grund dieses Umfchwunges
jei folgender: „Die französische Ostbahn hat kürzlich den Ankauf
der luxemburgischen Wilhelmsbahn adgeschlossen. Es heißt nun
dorgestern sei in der hiesigen preußischen Bothschaft eine Note des
Herrn v. Bismarck angelangt, welche sich diesem Geschäfte nach⸗
drücklich widersetze. Die französische Regierung aber bestehe au
der Giltigkeit desselben und auf dessen Aufrechthaltung, und so
stehe eine ernsihafte Spannung zwischen beiden Großmächten von
Neuem bevor. J

Leider sind die Nachrichten, die uns“ von Außen zukommen,
nicht sehr erfreulich. Die Nachrichten von dem bevorstehenden
Ausbruch einer Revolution in Bulgarien bestätigen sich; die Van
den stehen auf dem Boden der Donaufürstenthümer bereit, in diese
Provinz einzubrechen. Es scheint gewiß, daß der Prinz Karl die
Großmächte so ziemlich dupirt und ohne deren Wissen und ge—
gen ihre Ermahnungen ein Bündniß mit Serbien abgeschlossen
hat. Daß Montenegro und Griechenland diesem Bundussse gleich⸗
Bekanntmachung. el
Heereterganzung aus der Altersklasse 1846.) betr.
Nachstehend wird das Ausschreiben hoher k. Regieruug der
Pfalz zu Jedermanns Kenntniß bekannt gemachi.
St. Ingbert, den 7. Febr. 1868.
Das Bürgermeisteramt.
Chandon.
2 3 8* 3RXLXIC.

Im Namen Seiner Majestät des Königs.

Durch Entschließung des Königl. Staatsministeriums des In⸗
nern vom 831. Jan. l. J. ist anf Grund des 8. 36 Abs. 2. des
Heetergänzungsgesetzes vom 15. August 1828 der 11. Febr. nächst⸗
hin als Anfangstermin für die Sitzungen der obersten Rekruti—
rungsräthe zum. Zwecke der definitiven Berichtigung der Conscrip⸗
rionslisten bestimmt worden. Die unterfertigte Stelle seti aus
Hrund dieser Entschließung die Sitzungstage für den Rekrutiruuqs
raih der Pfalz fest, wie foigt: —

J. Für die Bezirksämter Speyer, Germersheim, Landau und
Frankenthal auf Dienstag den 11. Febr. 1868. 2.Für die Bezirks—
amiter Kniserslautern, Bergzabern, Homburg“ und Neustad auf
Donnerstag den 13. Febr. 1868. 83. Fur die Bezirksämter Kirch.
deim, Kusel. Pirmasens und Zweibrücken auf Samstag den 13.
Febr. 1868. —

Die Sitzungen werden im Regierungsgebäude dahier abge⸗
halten und beginnen jedes Mal des Morgens um 9 Uhr. Hiebei
wird bemerkt, daß die Verhandlungen des Rekrutirungsrathes, wie
zisher, auf die Listenberichtigung, auf die Prüfung der Verhand⸗

falls beigetreten sind, läßt sich kaum bezweifeln. Die Wichiigkeit
der sich hier vorbereitenden Krise entgeht den Regierungen der
Westmächte keineswegs. Der Fürst Mefternich hatte gestern früh
eine lange Unterredung mit Hrn. v. Moustier, und heute findet
in den Tuilerien ein Ministerrath unter dem Vorsitze des Kaisers
tatt, der sich speciell mit den orientalischen Angelegenheiten be—
chäftigt. Man hofft hier, daß es den Westmächten noch gelingen
vird, den drohenden Brand im Eutstehen zu unterdrücken.
Paris, 5. Febr. Die Rundschau des „Moniteur“ meldet
bei Gelegenheit der Uebergabe seiner neuen Beglaubigungsschreiben
an den König von Preußen habe dieser demffranzösischen Boischafter
Herrn Benedetti gesagt, er fühle sich glücklich, in diesem Schritt
der franzosischen Regierung ein sicheres Pfand der guten Bezieh⸗
ungen zwischen den beiderseitigen Regierungen zu erblicken, wodurch
zleichzeitig auch die angenehme Erinnerung an den freundlichen
Empfang, welchen der Kaiser und die Kaiferin ihm in Paris ha—
ven zu Theil werden lassen, auf's Neue wach gerufen werde.
—W
Vermiscch
f Kasfel, 2. Febr. In der gestrigen Nacht brach, wah ⸗
rend eines hestigen Sturmes, in dem benachbarten Städtichen
Trendelburg Feuer aus, daß erst nach der angestrengtesten Thä⸗
tigkeit heute früh bewältigt werden konnte, trotzdem von hier die
Turnerfeuerwehr und aus der ganzen Umgegend schleunigst Hilfe
herbeigecilt war. So weit sich das Brandunglüd big jeßzt über⸗
sehen läßt, liegen an 60 Häuser in Asche. Das ganze Stätdchen
zählt 140 Häuser mit 8350 Einwohnern.Der Jammer und das
Elend sind sehr, sehr groß. Was von hier aus geschehen kann,
geschieht; aber allein sind unserere Kräfte zu schwach und die Mit⸗
tel nicht ausreichend. Helfe, wer helfen kann! 25

fEin reicher Berliner, der Eisenbahmunternehmer
Dre Stroußberg, hat sich verpflichtet, die ganze Dauer des
Nothstandes hindurch in Ostpreußen taglich 1200 Personen zu spei⸗
en und hat die nöthigen Gelder sofort angewiesen.

7 Wegen Verfertigung falscher Thaler⸗ und Guldenstücke wird
ein Jakob Schichtel von Fischbach (Nassau) verfolgt; mehrere
seiner Complicen wurden in Wiesbaden festgenommen..

lungen der Conscriptionsbehörden und auf die Prüfung der hiege—
gen einlaufenden Reklamatiouen sich erstrecken werden. Da jedoch
nach 8. 93. Abs. 2 des neuen Wehrverfassungsgesetzes Zurückstel-
ungen nach 88. 47 bis 49 des alten Gesetzez nicht mehr Platz
zreifen können, so wird sich die Prüfung auf die bei den Con—
criptionsbehörden vorgebrachten und beschiedenen Zurückstellungs·
zesuche nicht erstrecken; es bleiben diese Gesuche pielmehr-vollkom ·
men ünnberücksichtigt und werden dieselben und die seitens der
Tonscriptionsbehörden hierauf ergangenen Vescheide überhaupt nicht
weiter beachtet. Diejenigen Conscribirten, welche in der Lage
sind, nach den unten besonders abgedruckten Artikeln des neuen
Gesetzes eine gänzliche oder zeitweise Befreiung dou der Wehr⸗
pflicht oder eine Aussetzung des Diensteseintrittes nachzusuchen, ha⸗
ben ihre Gesuche thunlichst bald bei dem betressenden Bürgermei-
teramte vorzubringen, welches dieselben nach Antrag der Bethei⸗
»igten zu instruiren und dem Bezirklsamte vorzulegen hat. In die—
sen Gesuchen können die Bittsteller auf früher zum Zwecke der
Befreiung und Zurüchstellung beigebrachten Belege und Gesuche,
die den Königl. Bezirksämter von hier aus mit weit eren Weisun⸗
gen schleunigst zugehen werden, Bezug nehmen. Die Entscheidung
auf diese Gesuche wird dann in den für die Aushebung noch an—
zuberaumenden Sitzungen des obersten Rekrutirungsraihs welche

am 9. März 1868 beginnen werden, erfolgen.

. Speher, den 3. Februar 186866.

Koniglich Bayerischt Regierum der Pfalze

vLammer des Innen.

Pfeuser. — J
        <pb n="66" />
        Folgt Abdruck der Art 8. 11 und 12 p nguen Wehrgesetzes.)n Artilel 12 Zeitweise sind bon der Wehrpflichl befreit:
Art. 8. Wer in der Ausbildung Zu 3 wissenschaftlicheg 1.J Natholische uund brotestantische Studirende‘ der Theologie,
oder künstterischen Thätigkeit dder zu Linem höheren technischen welche sich rucq ein Zeugniß der Universitäat, des Syceums, des
Bewerbe begriffen ist und durch seine sofortige Kinreihung einen Ordenslectorats oder des Vorstandes einer Missionsanstalt, sowie
erhebuicheß Rachtheil erleiden würde darf im Fileden die Ausse: mit dem Gymnaflälabsolutoriüm versehene Ruͤbbinats⸗ Candidaten
zung seiner Einreihung bis zu demjenigen Kalenderjahre verlangen, in welche sich vurch Zeugniß eines im Konigreiche angestellten Rab—
welchem er das 24. falls er Candidat der Medicin oder Thierheükunde biners und der betr. Cultusgemeinde als solche ausweisen.
ist, bis zu demjenigen, in welchem er das 25. Lebensjahr vollendet. 2. Schullehrer, Schulgehilfen und die Candidaten des Schulam⸗
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, es würde aber unverschulde⸗ tes. welche in einer staatlichen oder dieser gleichstehenden Vorbe⸗
fer Umstände wegen bei sofortiger Einreihung ein ungewöhnlicher reitungsanstalt sich befinden. 3. Der Sohn einer Familie, wel⸗
Kachtheil entstehen, so kann die Aussetzung auf ein Jahr gestattet wer-⸗ cher dieselbe durch seine Arbeit ernährt, so daß sie außerdem der
den Bei eintretender Mobilisirung werden diejenigen Wehrpflich Armenpflege zur Last fallen würde. 4. Der jünzere von zwei
tigen, dexen Einreihung auf länger als 1 Jahr. nerschoben wurde Söhnen hig zu dem Kalenderjahre, in welchem die Dienstpflicht
I Lodsung in die active Armee eingereitt. des nach' Art. 7 eingereihten Bruders in der activen? Armee mil

Act. 11. Von der Weyrpflicht sind befreit: 1. Die Skan⸗ Ausnahme, der Ersatzmannschaft endigt. Unberehlichte Geschwister
— — Baͤlage IV. zur Verfassungs- welche nach dem Tode beider Eltern deren Haushalt gemeinsam
urkunde) 2. Der geistliche Stand (IX Titel 81 der Verfassungs- fortsühren sind 'als eine Familie zu betrachten. “
urkuude) und zwar bei den Katholiken diejenigen, welche eine der Treten die bezeichneten Personen aus den angegebenen Ver⸗
böheren Weihen erhalten oder in inländischen Kloͤstern iebenslang- hältnissen öder tritt eine Mbilisirung ein, so werden sie, wenn
liche Gelübde abgelegt haben; bei den Protestantenkjene, welche förm sie das 31. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, unter den
lich ordinirt sind, dann vorschriftsmäßig angestellte Rabbiner. 8. Der fonstigen gesetzlichen Voraussetzungen wehrpflichtig, und sind bei
einzig uübrig gebliebene Sohn solcher Eltern, welche einen Sohn wäh⸗ der nächsten Herreserganzang, soferne sie am J. Januat des be
rend des von ihm in der bewaffneten Macht Bayernsgeleisteten Dien treffenden Jahres in den Fällen der Ziffer 1und 2 das 25.,
fes oder in Folge desselben verloren haben. 4. Jeder Sohn von El in den Fällen der Ziffer Z und 4 das 24. Lebensjahr noch
ern, welche auf die bemerkte Weise zwei Söhne verloren haben. nicht vollendet haben, in die active Armee einzureihen.

—A——— nachung. 354
. Zur Vornahme der Wahl der bayerischen Abgeordneten zum deutschen Follparlamente gibt
zie unterfertige Behörde den Wählern nächstehendes bekannt: ee PF
— — y —W J * — —R — * ⸗ ge e * **7
Die Wahl, findet in sämmtlichen Gemeinden am Montag den 10. Februar 1868 siatt; beginnt, Vormittags um
10. Uhr, und wird Abends um 6 Uhr geschlossen. 8 3
. Die Stadt Zweibrücken wird in drei Wahlbezirke eingetheilt, wie folzt: ————— —
.1. Der erste Wahlbezirk mit einer Bepolkerung von 3865 Seelen umfaßt den Stadttheil Lit. A. mit Ausnahme der Hausnnm⸗
mern 270 und 2702, d. i. der Gefangenanstalt und das Polizeigerichtsgefängnissss. 7— .
Wahlvorsteher: Der Stadtrath Wilhelm Eugen Schul z. — ———
te u Stellvertreter, Der Stadrath Friedrich Lindemannu. —
Woaͤhllotat: Das katholische Schulhaus. —8—
2. der Zweste Wahlbezirk mit einer Bevölterung von 83160 Seelen unfaßt den Städttheil Lit B....
Wahlvorsteher: Der. Büͤrgermeister Philipp Kteezl her. e iteue *.
.Siellvertreter; Der Stattrath Gottfried Cunl lem ann.. eeevee—24
Ae Wahllokal:; Der Fruchthallsaal. i. i
3. Der drille Wahlbezirk, welcher maäant Einmsschu ßedes Militärs eine Bevölkerung von 2605 Seelen enthält, umfaßt
den Stadttheil Lit. O. sowie die sämmtlichen wahlfähigen Militärp erfsonen, ferner aus Lit. A. die bei—
den Hausnummern 270' und 270 43, d.i. die Gefangenanstalt und das Polizeigerichtsgefüngniß..
e Wahlvorsteher: Der Ii. Adjunkt Johann Bruch. e t
ẽ i Steslvertreier: Der Stadtrath Max' von Hofenfels. 33*
ee Wahllokal: Das protostantische Schulhauuug..
—DVV————— ä ILIVIII. rigen i
Die Stadigemeinde St. Img bexat wird gleichfalls in dxei Wahlbezirke eingetheilt 638 ve
1. Der erste Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 8003. Seelen umfaßt die linke Hälite der Stadt, nämlich die Stadtviertel J.u. II.
Wahlvorsteher: Der Stadtrath Carl, Michael Laur. —
:2 Sieilvertreter: Der Stadtrath Johann Joseph Grewenig.
.e Wahllokal: Der Stadthaussaal. eeeare Jachtee raeba az g a
—8. Der zweite Wahlbezirk mit einer Bevölkerung don 1941 Seelen umfaßt die Stadtviertel III. nad J.
3 Wahlvorsteher: Der II. Adjunkt Philipp Goattmann. za e rettte zu hrh e
443 Steilvertreter: Der Kaufmann Johann Uhel' jup.'in V—— *
Wahllokal: Das neue Schulhaus. ι“
8. Der drute Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 2535 Seelen umfaßt die Stadtviertel IV. und VI. mit den Annexen
St. Ingberter Gruͤbe, Schürers ZiegelhütteElsterstein und Sitzweiler- Hof. 4 w
Wahlvorsteher: Der Bürgermeister Wilhelm Chamdone IjG ,
39Stellvertreter: Der, J. Adjunkt Johann Hogf mann. ια *
21 Wahllokal: Der Oberhauser'sche Saal. J —
* * IV. 7— elee z3 J J 4
Ii Uebrigen bildet jede politische Gemeinde für sich einen Wahlbezirkßkßk..
Am Sitze des Bürgermeisteramts ist der Bürgegmeist er Wahlvorsleher, und der Adjunkt Stellverireter.
An den Nebenorten ist derr Ad jumkt Wahlvorsteher, und das an Jahren älteste'Mmitglred des Gemeinderaths
Stellvertreie. — ————
Als Wahllokale in den Gemeinden dienen überall die Gemeinde⸗ resp. die Schulhäuser .
“,, — —V — — .. F
u Wähler ist jeder Angehöriger'des bayerischen Stauates, welcher dem Staate eine direkte Steunr
entrichtet, und das 25. Lebensjahrt zurückgelegt hat. ,S , di eu zehenzn,
Von der Berechtigung zum Wählen sind ausgeichlossen: pee t ee
1. Personen, welche unter Vormundschaft oder Curalel stehen
2. Personen. über deren Vermögen der“ Concurs oder Fallitzustand gerichtlich ersffnet worden ist, und zwar während der
Dauer dieses Concurss oder. Jallrtverfahrens — — y 30
3. Personen, welchenneine Axmenunieckützung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln, beziehen, oder im letzten, der Wahl, voxhez
Fegangenen Jahre bezogem. haben; ν n en 4
diejenigen Personen, welche wegen eines Verbrechens oder wegen Vergehens des Zeblatle der linletschlagung des Betrugs
        <pb n="67" />
        aer eyjexcʒ vqey dx ꝓung verurtheilt worden inro, un ι.— „gen eines anderen
Vergehens die im — 28 Ziff. 1 und 5 des Sraaet wereien Fahigleiten doet aigzeln Aselben verloren haben
chune sofetn sie in diesen Kechts nic wieder gingee worden sikd J 53*
Wah 1816ur zum Abgeordreten ist jeder ahlberechigte, er dem Faderisch en Stasake mindestens
dreeie Ja — ——— Vognadchung terlassene Swrafen wegen polnlscher Verbrechen schehenkvon der
Wahl nicht aus.! — nismblib —B istioh toueusy Ol net
77 —— 55 ler
Nur Dielenigen find zur Fheishaahmeander, Wahlberechtig ten, welchetei ——— in ĩst en
aufgenommen send.. 3 *323.7
* uß Waͤhlerlisten liegen bereits seit dem 10. Januar J. J. überall in den. Gemeinden bei der Orlsbehördezu Jedernianns
Einsicht in der Dauer von mindestens acht Tagen zum Zwecke allenfallsiger Reclamationen⸗ und Einsprachen auf, und werden die
Wähler im Zweifelsfalle gut thun, von dem Rechte der Einsichtnahme und eventuell der Reclamation rechtzeitig Gebrauch zu machen.
— NII. —DD——
Die Wahl iß eine direete. Es hat also, da üm Wahlßezuk Zweibrücken⸗Pixmasensenut ein Abgeordneder für
das Zollparlament gewählt wird, am Wahltage des 10, Februdr nächsthin zeder, Wähler gleich den in's Zoslparlament: zu sendenden
Abgeordnetenselbst zu wählen, sohin auf Jeinen Stimmzeitel nur einen Namen, g nämlich desjenigen Mannes, den er ais Abge⸗
oxdneten in das Zollparlament wünscht, zu fehen. e et e te
y Heie! VIIIα . e ve
Das' Wahlrecht wird von dem Wähler, welcher Hiebei seinen Namen anzugeben hat, du Vert fom durch verdieckhüen“in ein
Wahlune niederzulegende Stimmzetlel ohne Unterschrift ausgeübt. Es muß also jeder Wähler,,“ welcher von seinem Wahl
echte Gebrauch machen will, persönlich im Wahllokale erscheinen, und kann sich durch eine andere Per fo wein
keiner Weise vertreten bassen. ..
J Der Stimmzettel muß von weisßem Papier sein, darf mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein, und muß Deraxt
zusammengelegtt sein, daß der auf demselben verzeichnete Nanie nicht sichtbar ist. Auch hat der Wahlvorsteher strenge darauf
zu sehen, daß nicht statt eines mehrere Stimmzettel von einem Wähler abgegeben werden. 5*
Stimmzettel welche nicht von weißem Papier sind, oder welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten, oder aus welchem̃
die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen istz l det le F
dder auf welchein mehr als ein Rame oder der Name einer nicht wählbaren Person verzeichnet ist; ain
noder welche einen Protest oder Vorbehalt enthalten, sind ungültig. 57 **
Die Wähler werden deßhalhiganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß sie den von
uhnen zu wählenden Abgeordneten, aufdeem Stimmzettel deutlich und üunzweifelhaft bezeichnen,
de h. Vor⸗ und Zunamen, Stand und Wohuort desselben ganz genau angebaeaann.
IX. ar
Die Stimmzetiel, welche, wie bereits erwähnt- vv r dem Wähler nicht zu unterschreiben sind, müssen aufßer⸗
halb des Wahllokal s mit dem Namen des Candidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, ausg füllt werden.
Auch dürfen während der Wahlhandlung im Wahllokale, Seitens der Wähler weder Diskussionen stattfinden, noch An—
sptachen gehalten, noch Beschlüsse gefaßt werden.
1—
Nach dem Schlusse der Abstimmung, welcher ⸗ani Wahltage, Montag den 100 Febrnar 1868, Abends 6 Uh rerfolgen muß
ürfen keine Stimuizettel mehr angenommen werden.
Zweabrücken, den 13:; Januar 1868.

— J abdnigtebaher. Bezirksamt
e Dera mem. 4
— Fen- Sonntag v.
und morg 48 Februar.
—r11 der so billigen und —A
Witterung Be⸗
endigung des
Preißlegekus

Nur noch bor
tag findet
modernen 24
im Hotel Laur statt.
J 2* J 23Al — 48 ol —
—8 I ————
83 —A —— IRSCV.
Vorth eil zuwendel oder versgricht, soll mit
Befängniß bis zu zwei Jahren bestraft
werden. .* 6
Gleiche Strafe trifft den Wähler, welcher
dergleichen Geschenke, Vortheile oder Ver⸗
prechungen für sich oder einen seiner Fa
milien Angehörigen annimmt. —
Art. 153.. Wer bei einer gesehzlich an—
Jeordneten Wahl einen Wahlzettel verfälscht
oder unterdrückt, austauscht oder untecschiebt
oder solche Nichtanwesendereinschikt, wer
auf einen Wahlzettel einen andern Namen
setzt, als ihm, von dem Wählenden ange—
Jeben wurde, deßgleichen werin einem
Wahlprotokolle ·oder Wahlregister eine
Stimme weglaäßt oder falsch einstellt, ist mit
Gefängniß von 2Monaten bis zu drei
Jahren zu bestrafem d
Ste Inghert, 6. Februar 1868.
NKonigke Polizeicommissariat· ·
Kriegerenl a .u

auf der Sust bei
Vietor ObDerhAV.
Diejenigen Betheiligten, welche
noch Loose zu werfen oder hohe Nummern
geworfen haben, werden gebeten? pünktlich
zu erscheinen, andernfalls sie durch Drittere
vertreten werden. “
Bekanntmachung.
Nachstehende Bestimmungen des Straf-
zesetzbuches werden zur Kenntnißnahme und
Darnachachtung bekannt gegeben: 8
Art. 151. Wer eihem Staatsangehb⸗
rigen Gewalt zufügt oder androht, um ihn
von der Ausübung eines ihm nach Maß—⸗
zabe des üffentlichen Rechts: zustehenden
Wahlrechts abzuhalten oder ihm bezüglich
der Art der Ausübung degselben Zwang
anzuthun oder um an ihm wegen Ausübung
oder Nichtausübung eines solchen Wahl⸗
rechts Raͤche zu nehmen, soll mit Gefäng⸗
niß von 2 Monaten bis zu 8 Jahren be⸗
Jraft werden.

Art. 152. Wer, um einen Staatsan⸗
zehörigen von der Ausühung seines Wahl⸗
———
der Ausuüͤbung in irgend einer Weise zu
immen. demselden oder chiein seiner Fa
milien⸗Angehörigen Geld oder einen'andern

Gedörrtes Obst,
als: Aepfel, Birnen, Zwetschen
Kirschen, Hagebutten, Mirabel—
len, Heidelbeeren empfiehlt

α ανεtæx.
48— Von heute an frisches
Futtermalz
bei Nud. Munzinger.
—VV Stroh⸗
und Weidenstühle find vor⸗
käthig und werden billigst augefertigt: 4
bei Wilh. Dinjes, Sluhlmachet u
wohnhaft bei Hrn. F. Foos, Schuhmacher
an der Kohlenstraße? 4
Umschreibkaͤtaster
a dorrathig in der Druckerei d. Bl.
        <pb n="68" />
        — 72* — 2 — — — — qee, —D———

oahlaufruf!

Wir sordern hiermit die Bürger hiefiger Stadt auf, bei der am Montag
den 10 Februar stattfindenden Wahl eines Abgeordneten zum Zollparlament
insgesammt zu erscheinen.

u . Anser Wahlbezirk hat zu seinem Abgeördneten den Herrn Fabrikanten
Schwinn aus Zweibrücken, einen Mann, der das allgemeine Vertrauen
mit Recht besitzt, u. außerdem die entsprechenden Eigenschaften und Kenntnisse zu
diesem hohen Berufe hat, zu ihrem Candidaten aufgestellt c...

Aus St. Ingbert u. Umgegend sind hunderte von Arbeitern in den preu
gischen Gruben und Werken beschäftigt, gar mannichfach ist der Verkehr, der
wischen St. Ingbert und den bonachbarten preußischen Orten herrscht. Ge—
rade deßhalb haben wir in St. Ingbert u. Umgegend ein Juteresse und sogar
ein großes unmittelbares Interesse mit unsern Nachbarn in Preußen uns gut
zu stellen und die freundlichen Beziehungen zu denselben zu hegen und zu pflegen. g8
qean Herr Fabrikant Schwinn ist der Mann dazu dies zu thun. Diesem
werden wir am besten die: Vertretung unserer Stadt in Berlin anvertrauen8
nicht dem Dr. Lukas Jaeger, einen erbitterten Feinde Preußens, der uci
zaglich in seinem Blatie Preußen herunterseßt und schimpft. 36

Herr Gustav Kraemer wäre eigentlich der passendste Abgeordnete für3
St. Ingbert gewesen; da derselbe aber zu Gunsten des Herrn Fabrikanten
Schwinn auf die Candidatur verzichtet hat, so werden wir diesen am besten,
mit unserm Vertrauen beehren. 12
St, Ingbert kann keinen Preußenfeind wählen, wie es Hr. Dr.
Lukas ist, da St. Ingbert am meisten von allen Städten der Pfalz. darau'
angewiesen ist, in freundschaftlicher und näherer Verbindung mit Preußen zu
stehen.

Vůterversteigerung.
Samstag den 15. Februar 1868, Nach
mittags Z3 Uhr, dahier bei Seifensieder
Schmitt, laßt Herr Joseph Firmery, Kauf—
mann dahier, seine sämmtlichen Liegen—
schaften St. Ingberter Bannes auf lang—
jährige Zahltermine in Eigenthim ver—
steigern atst:
13 Dec. Pflanzgarten in den Großgärten,
neben Vlechschmied Scherff und Frauj
Jakob Schmelzer, Schmied.
Dec. Acker auf Hobelsahnung — Bau—
platz der Obermühle gegenüber, neben
Johann Weiland Wiitib und Augusi
Weigand's Wittwe. .8
Dec. Acker aufm Rothenflur neben
Peter. Stolz Wittib und Andreas
Friedrich.
Dec. Acker hinterm Wallenfeld, neben
Georg Peters und Johann Zimmermann.
Dec. Acker rechts in den Seyen, neben
Larl Michel Laur und Heinrich Holzer.
Dec. Acker auf Schiffelland, neben
Bernhard August und Philipp Weigand.
Dec. Wiese in den Großgärten oberm
Gallbrunnen, neben Wilheim Chandon,
wird in 2 Theilen versteigert.
Dec. Wies in den Großwiesen, neben
Johann Schmelzer und Peter Müller's
Witiwe.—
Dec. Wies im Allment am Langen⸗
stein, neben Johann Hofmann und Mi—
chel Uhl's Kinder.
Gorn, kgl.Rotar.

44

Vahlmänner.
Sebruar 1888
RAbends 8 Uhr
uim fSaa n- Terca. Obèßàrha ν hica-
00ONOGERP,

gegehen von Fräulein Wettehem Hoftinann saus Zweibrücken. —

Fräulein Hoffmann ist eine anerkannt vorzügliche Sängerin, so daß bei der
gefülligen Mitwirkung des hiesigen Musikvereins und einiger, anderer Kun st.
freunde ein recht genußreicher Abend in Aussicht gestellt werden kann.“

ESonntag den

Geschäfts⸗Anzeige.

Unterzeichneter mocht einem verehrlichen
Publitum St. Ingberts und Umgegend
die ergebenste Anzeige, daß er sein Geschäft alg

Rieehse— —
dahier angefangen hat und alle in dieses
Fach einschlagenden Arbeiten anfertigt un—
ter Zusicherung solider Arbeit und bisliger
Bedienung. . a
Jakob Baumann,
wohnhaft im Etzrlich'schen Hause
Zwei Gänse sind
2A worden uid kön⸗
nen dieselben vom Eigenthümer im Stadt-
hause abgeholt werden.

n 8
7

—
—A

* ng-
Frühliugsgruft, Männerchor v. 4. Dürner.
2. Cavatine aus „Figaro's Hochzeit““ v. Mozarit.
Soubenit de Bellini; Fantasie-für Violine und Clavier von Artot.
4. Lieder für eine Singstimme:
a- Trock'ne ree bon Saͤubert
5. Die grune Farb on Schuber .
II. Ahtheilung.
tB. Arie, aus dem „Freischütz“ v. Webhe..
a. Mein Vaterland, Choxr von W. Baumgariner.
* Lieder für eine Sinastimme: Fge 3
R. Der Blumenstraufßß v. Mendelssohn.
vb. Was will die einsame Thräne v. Schumann.
S. Ouverture zu „Dichter und Bauer“ für Piano zu Handen, 2 Violinen und
VBioloncello von Supp.
Elntrittskarten a 24 kr. sind bei Herrn Gastwirth Courad, und des
53 Abendé an der Gasse zu haben.
I. ——— — ———
Mebroro Musik-Voroinsmitglieder,
— — — — — — — — —
ergebenst ersuche, mil der Zusicherung, daß
ich stets bemühn sein werde, die geehrtn
Kunden auf das pünklichste und billigste zu
bedienen. J
St. Ingbert 8. Febr. 1868.
Achtungs vollst
Valentin Dergang
Blieskasteler Straße Nr. 103

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise

* der Stadt Gom burg vom 5. Febr.
Weigzen 8fl. 85 tkr., Korn 7 fl. 5 kr.
Spelz 5 fl. 48 kr. Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 7 fl. 12 kr., Hafer
fl. 52 tr., Erbsen 5 jl. 30 kr., Kartof⸗
feln Efl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
30 kr., ditto 2 Kgr. 20 kr., ditto 1 Kgr.
10.tr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr, 2. QOual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 25 kr.
per Pfd.
SFSrankfurter Börse
SGeldsorten.
vom 6. Febr. 1866.
Preußische Kassenscheine. 1447—4öνν
Breußische Friedrichsdder .. 9 378äα
Pistolen ...19 49 51
sonandbijche 10 fl. Stuce . 34368
Ducaten... .327⸗49 *
20Frauc⸗Ztücke.... 9293 2 -80
Englische Souvereings .711 3458
Gold per Zollfund sein. — — 28
Hochhaltiges Silber per Zollpfund ——
Dollars in Gold 2 27-28
—

-
Geschäftseröffnung.
Ich erlaube mir hiermit einem geehrten
Hiesigen Publikum die ergebenste Anzeige zu
machen, daß ich mich in hiesiger Stadt als
dohpeiderméeistor
etablirt habe, und um geneigte Hundschaft
Wodacrwedett. 1 pWepkctgochemdtnooebeatdcctcvtketecaccrhho kabchkatc
627

—— — — — — —
Rrdattlon, Druck und Verlag von Fi X. Demet in St. Ingbert.
        <pb n="69" />
        d —VV—— 47 24 .. —— — J z —
*8 e ——— 1
— 2.. 7
der St. Jngh erter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchenilich dreimal dienstag, Donnersta«g
did Samstag!:“Abonnementsvreis vierteljährig 45.Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Kezrt. die dreispaltige Zeil
27 ahd e dder deren Raum berechneee.

Nro. 18. 0Dienstag- den Februe 241868.

7 Deutschland.

*Munchen, 6. Jeb. Der Socialgesetzgebungs- Außschuß
zal in 8 gestrigen Sitzung die Porschläge der Subcommission
bezüglich des Gesetzes über Heimath, Verehelichung und Aufent⸗
halt berathen und in allen Hauptpunkien angenommen, so daß
dieses Gesetz wahrscheinlich in einer der nächten Sitzungen der
stammer der Abgeordneten verhandelt werden wird. Die Bestimm⸗
ungen desselben werden für den ganzen Umfang des Konigsreiches
gellen jedoch in der Weise, daß für die Pfalz einige Modifica⸗
nonen bestehen, welche sich an das bisherige Pfälzer Recht voll⸗
ständig anschließen. Hiernach findet das Heimathsgeseß in seinem
bollen Umfange in der Pfalz nur dann Anwendung wenn ein
Angehoͤriger der Landestheile diesseits des Rheins oder ein Aus—
länder in einer Pfalzer Gemeinde die Heimath erwerben will. Für
Angehörige der Pfalz, welchet in einer dortigen Gemeinde die
Heimath erwerben, sind dagegen sowohl bezitglich der Modalitäten
des Heimathserwerbs als bezuüglich der Heimathsgebühren besondere
Artäkel eingestellt. Die Heimathsgebühr wird in der Pfalz nach
dem vorhandenen Gemeindevermögen berechnet und zwar ohne Un⸗
terschied, ob.dasselbe rein für öffentliche Zwecke oder für Privatvor⸗
theile der Gemeinde-Angehörigen dient. Die betreffende Gebühr
darf jedoch den 10 fachen Betrag an Jahresnutzung und in keinem
Falle 100 fl. übersteigen. Was den Heimathserwerb betrifft, so
fieht solcher einem jeden Pfälzer in derjenigen Gemeinde zu, in
der er sich niedergelassen hat. Es bedarf hierzu nur einer Anzeige
bei dem Bürgermeisteramte der früheren und der neuen Heimaths
gemeinde und der Bezahlung der Heimathsgebühr. Wenn jedoch
innerhalb eines Jahres eine Armenunterstützung für den Neuein—
ziehenden nothwendig wird, so kann die neue Heimathsgemeinde
das erworbene Heimaihsrecht wieder aufheben, und es tritt als
dann die frühere Heimath wieder ein. Die Bestimmungen über
Ausftellung eines Verehelichungszeugnisses und über die Einspruchs⸗
rechte der Gemeinden finden in der Pfalz keine Anwendung
so daß also die bisherige Ehe-Gesetzgebung der Pfalz völlig un⸗
bexührt bleibt; dagegen wurde ein neuer Artikel für diejenigen
Fälle formulirt, in denen ein Pfälzer in den Landestheilen dies—
seits des Rheins, oder ein Angehöriger dieser Landestheilen in
der Pfalz. eine Ehe schließen will. Die Bestimmungen über den
Aufenthalt finden in der Pfalz ebenso wie in den Landestheilen
diesseits des Rheins Anwendung.. Der Ausschuß hat im Wesent
lichen die Anträge der Pfälzer Abgeordneten und des Regierungs
vertreters adoptirt.

München, 8. Febi. Der Söcialausschuß hat in seiner
gestrigen Sitzung die zweite Abtheilung der Gemeindeordnung
welche von den Gemeindeangehörigen und Gemeindebürgern han⸗
delt, nach den Anträgen der Subcommission in zweiter Lesung
festgestellt und zwar sowohl bezüglich der Landestheile diesseits
des Rheines als bezüglich der Pfalz. In den erstgenannten Lan⸗
destheilen ist der Erwerb des Bürgerrechtes nur volljährigen selbst⸗
— —
und außerdem noch von einer Verleihung durch die Gemeinde ab⸗
hängig. Auf die Verleihung haben Anspruch alle zum Erwerb
des Bürgerrechtes befähigten Personen, welche entweder in der
Gemeide heimathberechtigt sind oder 2 Jahre dort gewohnt haben
insofern ihnen nicht ein Einspruchsrecht der Gemeinde entgegen⸗
steht, welches sich hauptsächlich auf den Empfang von Armenunter⸗
ftützung, dann auf die Verurtheilung wegen eines Verbrecheus
oder entehrenden Vergehens, sowie darauf begründet, daß der
Nachsuchende unter Curatel gestellt oder in Concurs befangen ist.
Außerdem haben die Hausbesitzer und diejenigen Personen, welche
mehr Steuer zahlen, als einer der drei höchstbesteuerten Einwoh⸗
ner,auf Verleihung des Bürgerrechtes Anspruch. Die Hausbe⸗
siger sowie die sonstigen zum Erwerb des Bürgerrechtes befähigten
Personen koͤnnen nach 1 resp. 2 Jahren zum Erwerb des
Bürgerrechtes und zur Bezahlung der Aufnahmsgrbühren genö⸗
higt werden. Diese Gebühren betragen für Gemeinden von mehr
als 20,000 Seelen 100 fl.; für Gemeinden don mehr als 5000

Seelen 786 flz von mehr als 1800 Seelen 80 fl, fur kleiner⸗
GBemeinden 25 fl., sind jedoch für gering Bemittelte auf, die
dalfte zu ermaßigen. Außerbem dürfen die Gemeinden noch eine
sog . Gemeinderechtsgebühr für besondere Gemeindenutzungen er⸗
heben, welche jedoch den fünffachen Werth einer Jahresnutzung
nicht übersteigen darf. Diese leztere Gebühr dient namentlich den
Interessen der Landgemeinden, welche in Folge dessen weit hoöhere
Aufnahmsgebühren als bisher erheben dürfen. w

München, 9. Febr. Die U. Abtheilung der Gemeinde—
Drdnung setzt für die Pfalz speciell sest, daß die Heimathberech⸗
tigten überhaupt zur Bezahlung, von Bürgeraufnahmsgebühren
nicht verpflichtet sind. Auch eine Nöthigung zur Erwerbung des
Bürgerrechts tritt in der Pfalz nur dann ein, wenn Jemand 2
Jahre lang mit Haus⸗-, Grund- oder Gewerbsteuer in der Ge⸗
meinde angelegt iststss.
Munchen. Die „Hoffmann'sche Corresp.“ schreibt unterm 7.
Das Unwohlsein Sr. Maj. des Kbnigs Ludwig J. in Nizza
war unbedeutend und derselbe ersreut sich wieder vollstaändigen
Wohlbefindens.
Berrlin, 6. Febr. Gestern ist hier eine vom Ansschuß
des deutschen Handelstages niedergesetzte Subkommission zusammen
getreten, bestehend aus folgenden fünf Mitgliedern; Hertel (Augs-
burg), Liebermann (Berlin), Mosle (Bremen), Stephan (Königs-
berg) und Wesenfeld (Barmen), der die Aufgabe gestellt ist, aus
den von allen deutschen Handelskammern eingeforderten Gutachten
betreffs Revision des Zollvereinstarifs und der Zollordnung, eine
Vorlage für den erweiterten Bundesrath und das Zollparlament
auszuarbeiten. Am 16. Februar wird eine Plenarsitzung des
Ausschusses des deutschen Handelstages folgen.

Berbdin, 6. Febr. Wie die „N. Pr. Ztg.“ wissen will,
beabsichtigt die französische Regierung, die in Straßburg versam—
melten Hannoveraner zur Fremdenlegion nach Algerien zu schicken
Die „Zeidl. Corresp.“ welche an dies Gerücht nicht zu glauben
scheint, schlägt zur Repressalie die Bildung eines kleinen Lagers
französischet Republikaner in einer preußischen Grenzstadt vor.
Wie die „Post“ hoͤrt, ist preußischer Seits eine Anfrage an das
französische Gouvernement über die Bestimmung dieser sogenannten
hannover'schen Legion ergangen. I

Berlin, 8. Febr. Die franzoͤsische Regierung soll über
die hannover'sche „Legion“ im Elsaß die befriedigsten Erklärungen
zegeben habeenn.

Graf v. Bism arck begiebt sich zunächst nach Hessen. Die
sereuzzeitung erklärt heute ganz kleinlaut, die zwischen dem Grafen
und einem Theil der Conservativen eingetretene Spanuung werde
hoffentlich naur vorübergehend sein, da die Conservativen bereit
jeien, den Ersteren „uum Wohl des Vaterlandes“ mit aller Kraft
zu unterstützen. Doch sollen in einer Sitzung der corservativen,
Fraction Ausgleichsvorschläge noch nicht ECingang gefunden haben.

Kösnigsberg, 4. Febr. Wie die K. H. Z. hört, wird
der kommanditende General Vogel von Valkenstein am 1. April
aus dem Militärdienste ausscheiden.

Wien, 4. Febr. Ein unter dem Titel „Wie soll Oesser
reichs Heer organisirt werden ?“ erschienene Broschüre, deren Au⸗
torschaft dem Armeecommandanten Erzherzog Albrecht zu geschrie ben
wird, erllartdas preußische Militärsystem für zu theuer, aber das
chweizerische Milizsystem für ungenügend, verlangt 620,000 Mann
Infanterie, 55,000 Reiter, 60,000 Artilleristen u. s. w.; im
Ganzen brauche Oesterreich 800,000 zu defensinen Action nach
Außen; außerdem noch 40,000 Mann für die Marine. Den
nothwendigen Dienst im Innern sollen die Landwehren verrichten.
Ferner wird für die Jäger eine volle Präsenz von drei Jahren
und 4 bis 5 Jahre für die Cavallerie und Artillerie als uner⸗
läßlich bezeichnet. Der Verfasser erklärt sich nicht nur gegen die
von ungarischer Seite befürwortete Verlegung der Regiementer
in ihre Ergänzungsbezirke, sondern ihm erscheint auch das sowohl
dem Pesther Reichslag als dem Wiener Reichsrath zugestandent
Recruten⸗Bewilligungsrecht als etwaßs ganz Unmödgzliches.“
        <pb n="70" />
        Wieng, 6. Gebr. vIn der Sitzung,“des —B————
dertheidigt, Bgron Beust, aus Anlaß der. Debatie über die Gesandt⸗
chaften, die en ꝛ Gesandtschaften« ünean
ind Sachsen. — gierung abe pwvr schon früher verschiegene
Vorgkage) die eigentlich“ über die Vden e vne
Friedens hinausgingen und eine gewisse Zurüchsezung Oesterreichs
involvirten, ruhig hingenommen und sei auch jetzt weit entfernt,
auf die Entwickelung der deutschen Angelegenheiten störend einzu⸗
irlen, Trotzden sei die ganze fernere Entpickelung der. deutschen Vere
*— für Oesserreich nicht gleichgiltig, wobel die Vorqussetzung
richt ausgeschlossen sei, daß diese Eutwckelungin, tinem friedschen
kinvernehmen zwischen Oesterreich und Preußen vor sich gehen
3 „Aus diesem Interesse Oestereichs für die. Vorgüngez ig
deuischland gehe die Nothwendigkeit hervor, die Vertreter an 8
eutschen Höfen beizübehalten. Bezüglich Sachsens sei die Auf-
cechterhaltung des diplomatischen Verkehrs durch die Pietät geboten
Nas die dfterreichtsche Botschaft ine Rom beträfe, so0 empfiehlb
Beust, keine Aenderung vorzutiehmen, damit' der 83 einer
Demonstration gegen Rom, wegen der schwebenden ouikurdats⸗
berhandlungen, vermieden werde. J J * —

Frankreich.. 6
BPara s 7. Febr. Der „Moniteur?“ sagt, das griechische
Cabinet habe seine Entlassung eingereicht; Bulgaxis habe den Auf⸗
rag, ein neues Cabinet zu bilden, übernommen! — Der: Etendard
neldet Die in den Donaufürstenthümern gebildeten Banden be⸗
tehen aus 2000 Serben; Ruffen und Rumänen. Es wird bvers
ichert, Frankreich, England, Oesterreich und sogar Rußland hätten
VBorstellungen gemacht. — Die France“ dementirt, daß Uneinig
leit zwischen Frankreich und Rom bestehe die Beziehungen'; feien
nie besser und aufrichtiger gewesen; ebenss dementirt dieselbe die
sachricht von der Bildung einer spanischen Legivn in Rom.

Parris, 8. Febr. Die heutige, France“ begreift gar nicht,
vie: die deutschen Blutter Lärm schlagen können über die Angele-
zenheiten der luxemburgischen Eisenbahnen. Dieselben seien schon
eit dem Jahre 1881mit derfranzösischen Oftbahn fufionirt, und
dieser Vertrag gelte noch bis zu dem Jahre 1931. Es wurden
zur augenbliklich einige- nene Arbeiten an den betreffeuden Bahn⸗
treden ausgeführt. Auch die „Patrie widerruft heute die beitn
uh genden Gerüchte, die man über diesen Gegenstand verbreitet
hatte.
— Es besteht eine gie heime — wenn auch mündliche —
Berabredung init dem Florentiaer Cabinet.“ Der Tag der gänz-
ichen Abberufung der französischen“ Truppen aus dem rösnischen
Bebiet ist nicht mehr fern; schon werden in Civita Vecchia Vor—⸗
ereitungen dazu getroffen. Natürlich wird Frankreich dem Papste
ine gut angelegte Befestigung der Hauptstadt, Kanonen, Muni—
ion und eine hinreichende Zahl von Legionären zurücklassen. Die
Soldaten des Expeditionscorps werden übrigens gerade nicht als
Anhänger der weltlichen Herrschaft aus Rom zuruͤckkehren, denn
ie koönnen sich nicht genug über das Land und dessen schlechte
Verwaltung beklagen. Man sagt, daß General Failly vor seiner
Abreise von Rom daselbst eine Zusammenkunft mit dem Heiligen
Vater gehabi habe, in welcher er diesem die persönlichen Ausichten
es Kaisers Napoleon über die Zustände im Kirchenstaate und die
n demselben einzuführenden Reformen mitgetheilt habe. *

Paris, 9. Febr. Durch Rundchreiben des Kriegsministers
vird in jeder Gemeinde unverweilt mit Einzeichnung der in der
nobilen⸗ Nationalgarde Dienstpflichtigen begonnen, nud es sollen
die Listen schon zwischen dem 16. und 28. d. Me yeröffentlicht
verden. a
Diänemark.

Kopenhagen, 7, Febr.“ Aus guter Quelle stammende
Angaben geben keine Aussicht auf einen, haldigen Abschluß der
Bethandlungen wegen Nordsthleswigs; es soll große Meinungsver-
chiedenheit zwischen den Interessenten herrschen, namentlich in Be⸗
reff der Garantiefrage.

Amerikee.

Newe⸗PYork, 5. Febr. Gerüchtsweise melden verschiedene
Zeitungen, der nordamerikanische Gesandte Adams in London habe
eine Entlassung einagereicht.

—3

ar Verimisscht es. «y

1 38 eiberückhenz 8. Febr. Bei der Schwurgerichtssitzung.
ür das J. Quarial 18658 kommen nachstehende, Personen zur Ab⸗
irtheilung: J. am 17. Febr. Joh. Gg. Nuber, Ackerer und
Holzschnitter von Herxheim wegen Braudstiftung; 2. am 18. Si—
mon Jochim, Tagner von Nülzheim wegen Nothzucht; 3. amI9.
Jakob Weigel, Ackerer don Kandel wegen Brandstiftung; 4. am
29. Wilh. Hermann. Tagner, von; Otterstadt wegen Kor⸗
»erberletzuug mit nachgefolgtemm Tode ;458. am A1. Adolph Catpar
Ohl, gewesener Postassistent in, Landaue wegen Amisuniteue

. um 22. Gæy Kitt. Schuhmercher von Ralzheinn wegen
— 4, am 24 Heinrich Martin Schreiber, Witth in
Ingstein Pegen Lörperverletzung t nachgefolgtem Tode3⸗B. am
25. Aund den folgenden Tagen Reinhard Koch frühes Muͤllet und
Sebastiaän Koch, Müller und Gutsbesitzer vons Asselheim wegen
Meineids;9. Ludwig“ Wolff, gewesener Einnehmereigehilfe wegen
Theilnahme an Amtsuntreue; 10. Wolf Isaak, Banquier von
Fdenkoben wegen betrügerischen Bankerotts; 11. Karl Klein,
Posthotengehilfe Ivon; Homburg. wegen. Diebstahlsz. 12 Jabob
dlint dou Kübelberg und 13. Philipp Klein Raurergeselle von
ẽdenkoben, beide wegen Körperverletzung, die letzten fünf flüchtig.
f.Mannheim, 285 Jan. Der diesjährige Fruͤhjahrs⸗
Zandt. Aierdemurtt dahier findet (stckt wie sonst im“ Mai) am
32. 28. uüd 24. März d. J. statt, da das Pferdemarkt-Comité
den bezüglichen wiederhollen Vorstellungen der Käufer und Ver—
äufer Rechnung trug, deren. beiderseiti es Interesse die frühere
Abhaltung dieses Marktes verlangie, 5 23,. Marz findet,, wie
hishere eine Pramliteeag porzüglicher zu Marlke gebrachter Pferde
tati wofllr ju 160Pramleno 1425 fl in Baar ausgegeben und
den Befitzern der pkämiitten Thlete außerdem' Dipliome zugeftellt
werden:.“ Am 24. März ifnendie Ziehuuge der mit“ demVPferde⸗
markte verbundenen großen! Verloofijmng von den auf, dem Markte
— ——
fuisiten, Golde ünd Silherpreisen —— c. Zu dieser Ver⸗
oosung werden 85. 000Koofe à eausgegeben und deren gan⸗
er Ertrag, nach Abzug der auf die ane Bezug! habenden
Ankosten, zus 5 fitr diese Verföofiung und zu s zu einer zweiten
pon Rindvieh und landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthen
ec. welche am 5. Mai stattfindet, verwelndet. Das zu Lfl aus⸗
zegebene Loos hat Autheil an vbeiden Verlvofungen, kann also
inter Umständen zweimal gewinnen. Für 100 fl.“ erhält man
110 Loose. Der Mai⸗-Pferde-, Farren⸗ und Rindviehmarkt wird
uim 4. und 5. Mai abgehalten, am ersten Tage ist; eine Prämi⸗
irung ausgezeichnkten Rindviehes, am zweiten Tage die oben be⸗
nerkte' große Verloosung von auf den Markt gebrachten Farren.
ühen, Rindern, ferner landwirthschaftlichen Raschinen und Ge—
cäthen. Mit dem Maimarkte werden dieses Jahr landwirthschaft-
iichet Feste, Rennen ꝛtc. ecx. verbunden. Zut bequemen Unterbring
ung der auf den Markt gebrachten Pferde sind auf dem dicht an
der Stadt, vot dem Heidelberger Thor, gelegenen Viehmarktplatze
zweckmäßige Stallungen hergerichtet, für die Lieferung der Fou⸗
rage zu festgefetzter billigen Vreisen mit soliden Unternehmern
Allorde abgeschloffen worden — — —
FaRofenfterld, 6. Fehr. Rofenfeld, bekannt als das schöne
Schwarzwaldstädt hen,“ wurde gestern von einer fürchterlichen Feuers—
zrunft hrimgesucht? vvn Morgens 129 Ahr bis Nachts 110 ugr
raste und dernichtete daͤg wuthendẽ Element. 44. Wohnhüuser
änd in Asthe gelegt'und' 88 Familien obdachlaßz u
7 Schlze⸗Delitzch· wird im Luufe dieses Monats nach Oester-
eich koinmen, um' die hiesigen foclalen Verhältnisse kennen zu ler⸗
ien; betangtlich haten in Wien die VLassalleaner über die
Freunde der Selhsthilfe den Sieg davon getragen. *
.1.Kart Shürz gegenwärtig in Wiesbaden, wird in unge⸗
ahr 14 Tagen nach St. douis zurlicktehren, wo er Redacteur
het, Westlien Pos ine
r Nach vem fünften Gabenverzeichniß des Hitfvereins für
Istpreußen hatdie Einnahme desselben bereits 800,000 Thaler
iberschrithen. J—
4.Fuür das deutsche Buͤndesschießen wurde die
Lieferung von 5000. Stüch silberner Festbecher in zweierlei For⸗
men ausgeschrieben. J
r. Dortmund-e Die Westphälische Zeitung erzählt: Dier
er Tage. kam in einem hiesigen Wirthshause eine Wette zum
Austrag, deren Ausgang beinahe ein tragischer geworden wäre
xẽs wettete nämlich ein Gast mit einem andern, er würde ihn von
em Wirthshause, aus auf seiner Schulter bis zur nicht weit ab⸗
zelegenen Petrikirche tragen. Die Wette wurde ein egangen und der
ꝛine Gast lud den andern auf die Schulier, indem er- ihm mit
her einen Hand an der Halsbinde und dem Hemdtragen festhiett.
Zwei Zeugen gingen hinterherr Eine gewisse Wahrnehmung ber—
inlaßte dieselben, deme, Paare nachzueilennund, siehe du —
her Getragene reckte die Zunge weit aus dem Hussereuud geigten
Janz die Physiognomie eines dem-Erstickungstoden Mahent Gre
ichreckt ließ natürlich der Träger sofort jeinen Freund zur, Erde
nieder. Es währte „eine geraume Zeif, bis es gelang, den Halb⸗
erstickten wieder ins Leben zurückzurufen. Der erste Griff zwischen.
dalstuch und Hemdkragen muß ein so mächtiger gewesen sein daß
er · Getragene keine Fähigkeit mehr zum Ausstoßen eines Schreies
jgehabt haben konnte, und das Zappeln mit, den Beinen c. er—
chien dem etwas angetrunkene Träger, natürlich num als eine;
Thicane, umn ihme: das: Tvaneinnzunerschweven Daß rer seinen
rjceund inu alltrm Unschufde mirrgte, daranf dachle er: feeilich icht. 31
        <pb n="71" />
        s Koöoln,2. Febr.Gestern sind von hier aus mehrere
jrmge Leute abgefahren; welche, wie wir aus guter Quelle hören
ich nach Rom begeben, um in die päpstliche Armee einzutreten. —
Wie man allgemein erzählt, hat' der ehemalige Postbeamte, welchen
man im Verdachte hat, durch Verwechselung eines“ Postbriefben
els ca. 12,000 Thlr. der hiesigen Post gestohlen zu haben, sich
der Behörde gestellt. Dabei soll er sich entrüstet darüber geäußert
haben, daß man ihn stecbrieflich verfolge, indem er nicht der Mann
sei, der den Diebstahl ausgeführt.

Wien, J. Febr. Die officiösse „Wiener Abendpost“ mel⸗
det folgendes schreckliche Ende ein Diebes: Im böhmischen Dorfe
Nostial wurde am leßzten Sonntag Abend einem Wirthschaftsbe-
sitzer gemeldet. daß dessen Scheunenthor offen stehe. Da er eben
zedroschenes Gtreide auf der Tenne hatte, so vermuthete er nicht
hne Grund Diebe in der Scheune. Er nahm daher schnell sein
Bewehr, bewaffnete auch einige von seinen Dienstboten und eilte
mit denselben schnell zur Scheune, die sich mehrere hundert Schritte
hinier dem Orte befindet und feuerfest gebaut ist. Bei der An⸗
unft daselbst wurde vor allem das Thor schnell zugesperrt, dann
die Scheune umstellt und hierauf der darin befindliche Dieb auf⸗
gefordert, sich zu erlennen zu geben. Derselbe gab jedoch keine
Antwort man hörte nur, wie er in der Scheune herumkroch und
endlich unter das Dach gelangte, um durch dieses zu entspringen.
Da ihm dies nach mehrfachen Versuchen wegen der engen Ein⸗
lattung uicht gelang, so zündete er endlich das noch in bedeuten⸗
den Stoößen vorhandene Getreide an und suchte den Tod in den
Flammen, den er auch fand — ohne einen Klagelaut von sich gege⸗
den zu haben .

In Soodar nachft Erins gungzg ist der 22jährige Guts⸗
hesitzerssohn Ludwig v. Sz., der um 100 Ducaten gewettet hatte
daß er bei einem Tanze eher die Musikanten ermüden könnte, als
elbst vom Tanze ermüdet zu werden, und der demzufolge mit ver⸗
schiedenen Mädchen 11 Stunden ununterbrochen fortgetaänzt hatte,
an einem Schlaganfalle todt niedergesunken. .

f In Paris ist eine alte Geliebte Rapoleons J., die Grafin
Lurbourgs, die Mutter des Grafen Leon, 81 Jahre alt
zestorben. j *:

Der Papst hat dem Erzbischof von Algier 5000 Fres.
jur die nothleidenden Araber übersandt, „welche, obgleich Ungläu—
dige, doch die Adoptivkinder Frankreichs sind.“ —E——————

fGuter Gesschmack. Ein, Schiffscapitän aus Wol⸗
zust der mit dem berühmten Maler und Weltumsegler Eduard
dildebrandt in den Tropengegenden zusammentraf, ant—
vortete auf die Frage des Malers, was ihm hier am meisten
Jefalle, nach einigem Besinnen: „Der ausgezeichnete, wunder⸗
bare — Durst: 7—
»7 GEin Meteor.) In Schlesien, Preußen und Polen und

war in dem von Lobschütz, Danzig und Warschau begrenzien
xxdwintet ist am 30. Januar Abends gegen' 7 Uhr eine Feuer⸗
uger hemerkt worden,' die in Große eines halben Monddurchmes⸗
ers näach allen Richtufigen radial funkensprühend mit intensivstem
Aichtglanz durch den Himmel zog, dann nach Art der Raketen in
Millionen Funken auseinanderstob, einen Iit verschwindenden
Schweif hinterließ und nach 323 Minuten von elüem donnerartig
wiederholten Knall gefolgt wax. Nach schlesischer und Warschauer
Zerichten sind in der Gegend vonPleschen und in Dombrowa
Theile des Asrolithen zur Erde gefellen. Der Giauf- des Me⸗
eors soll auch nach den Warschauer Berichten? ein zunehmender
zewesen sein; das Licht war so außerodentlich‘ hel,“ daß es alle
zimmlischen und irdischen Lichter weit überstrahlte, in den Zimmern
»en hellsten Schein der Petroleumlampen verdunkelnde im Freien
Tageshelle verbreitend. Die Farbe des Lichtes solbgrünlichem
jengalischen ähnlich gewesen sein. Die Dauer des Mettors wird
nuf vier bis fünf Sekunden angegebnn.
Landwirthschaftliches.
Zur Veredlung der Obstbäume: Gewöhnlich
verden die zur Veredlung der Obstbaume mittelst Pfropfen, an⸗
uwendende Edelreiser, im Frühjahre, sobald die Bäume zu trei⸗
jen beginnen, ausgesucht und im Keller oder an einem sonstigen
Irte mit dem untern Theil in Wasser oder Sand gestellt und so
zis zum Gebraucheaufbewahrt. Solche Edelreiser haben aber
nicht sellen den Winter über durch Frost insbesondere durch Glatt-
eis gelitten, und wenn nicht so sind die Knospen derselben bis
um Gebrauche gewöhnlich schon zu weit ausgetrieben und man
jat sich daher auch nur selten eines schönen Wachsthums zu er⸗
reuen und jedenfalls folgendez, schon mehrmals erproptes und
zünstig ausgefallenes Verfahren diesem vorzuziehen und zu' em⸗
ofehlen. Mau schneidet nämlich die hierzu nöthigen Pfropf«“
»der Edelreiser schon im Herbste, bevor starker Frofi und Kälire
eintritt von den Bäumen ab, gräbt sien an einte Stelle des Gar⸗
—A—
Srde ein, streut etwas Stroh, Moos oder Stallmist über die
Erde damit dieselbe bei eintretender starker Külte nicht zu stark
gefriert und läßt dieselben nun ganz ruhig bis“ zum⸗ Gebrauche
egen. Man pfropfte mit von ein und' demselben Baume ge⸗
nommen, aber nach beiden angegebenen Arten behandelten Pfropf-
reiser auf ein und demselben Baum, ja auf ein und denselben
Ust und fand, daß die nach letzter Art behandelten nicht nur
icherer unde schneller wuchsen, sondern auch gesünderes und früher
ragbares Holz lieferten. Wer bis zum kommenden Frühjahr
yfropfen will und hat noch keine Pfropfreiser, der schneide sie jetzt
noch und verfahre wie angegeben ist.
Güterversteigerung.
Samstag den 15. Februar 1868, Nach⸗
mittags 3 Uhr, dahier bei Seifenfieder
Schmitt, läßt Herr Joseph Firmery, Kauf-
mann dahier, seine sämmtlichen diegen
chaften St. Jugberter Bannes auf lang⸗
ährige Zahltermine in Eigenthum ver⸗
steigern als: J —

13 Dec. Pflanzgarten in den Großgärten,
neben Blechschmied Scherff und Franz
Jakob Schmelzer, Schmied.

14 Dec. Acker auf Hobelsahnung — Bau⸗
platz der Obermühle gegenüber, neben
Johann Weiland Wittib und August
Weigand's Wittwe. 45

18 Dec. Acker aufm Rothenflur neben
Peter Stolz Wittib und Andreas
Friedrich. J J

38 Doer. Acker“ hertery Wellenfeld, neben
—

34 Dec. Acker rechts in den Seyen, neben
—— Michel Vant und Heinrich Holzer.

36. Dech Acker“ auf, Schiffella d, neben
Bernhard August und Philipp Weigand.

35 Dec. Wiese in den Großgärten oberm
Gallbrunnen, neben Wilhelm Chandon,
wird in 2 Theilen versteigert.

2 Dec. Wies in den Großwiesen, neben
Johann Schmelzer und Peter Müller's
Wittwe. J
Dec. Wies im Allment am. Langen ⸗
stein, neben Johann Hofmann und Mi⸗
del Uhl's Kinder.

orn, tigl. Notar

j
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des
Meviers St. Ingbert.
Montag den 17. Februar 1866.
Vormittags 10 Uhr zu St. Ingbeirt
im Stadthause.
Sschlag Bollerberg.
*1Alftr. buchen Scheitholʒ,
10 3Anstyprügel,
995 Krappen,
150 buchen Reiserwellen.
Schlag Ommersthal.
6 eichen Wagnerstangen —J
16 Kliftr. buchen Scheitholz,
4 »birken u. Weichholz Scheit,
24 „buchen Prügelholz;,
9 eichen, birken und Weich—
holz Prügel—
12 biuchen Krappen,
J Schlag Rehthal.
10 ahorn Wagnerstangen.
Schlag Zuf. Ergebni —
eichen Stämme III. u. V. Classe,
kiefern, III. u. V. „
Sparren,
eichen Wagnerstangen,
Klfir. buchen Scheitholz,
Prügell.
Prügel.
Scheitholz.

18 Prügel,
Zbirken Scheitholz—
Zee.BPrüuͤgelhoʒzz
535 „ WVeichholz Scheitholz.

3 „Prüugelholz, ur

8 verschiedene Krappen.

Zweibrücken den 31. Januar 1868.

Kgl. Forstamt:

Danksagung.

Eine freundlichere Aufnahme und ein
jerzlicheres Entgegenkommen, wie dies Sei—
ens des kuunstliebenden Publicums in
St. Ingbert mir zu Theil geworden, —
st nicht leicht denkbar, dagegen sei mir
»ergönnt hiefür meinen aufrichtigen und
iefgefühlten Dank aussprechen zu dürfen.
Insbefondeee aber bleibe ich dem dortigen
Musikverein sowohl wie der hochverehrten
Dame und den vier Herren, die so gütig
waren mir in meinem Concerte in wahbr—
jaft künstlerischer Weise hilfreich zur Seite,
uu stehen, für alle Zeiten zum innigsten?
Danke verpflichtet. 53

Gleichzeitig ein herzliches Ledewohl, da
zunz bald ich meine Reise über den Ocran
intreten werde. vrheme aeergre

Zweibrücken I0. Februar 1886886.

EREXCEAIIILEEAE
        <pb n="72" />
        IBekauntmachung..
Geereserganzung aus der Altersllasse 1846) bexh..
* — Soöhne der Altersklasse 1846, deren Aushebung im
Manate Marz laufeunden. Jahres stattfindet, erhalten nachstehend Kenntniß von den⸗ Ar⸗
ikeln Z, 11 und 42 des neuen Wehrverfassungsgesetzes vom 830. vorigen Monats (Kreis—
amtsblatt Ny. 9) mit der Aufforderung, ihre allenfallfige Gesuche um Aussetzung
es ie uf iGrund des Artikels ß8 oder um gänzliche Be—
freiung e epsit auf Grurd des Artilels 115 oder um zeit
weise Befreiung von der Wehrpflicht auf Grund des Aritikels. 1ID. des
neuen Gesezes obue allen Verzug bei den Bürgermeisterämlern entweder schriftlich
einzureichen oder zu Protokoll zu erkllaären. .
Dis Bilrgermeisterämter sind bereits beauftragt, diese Gesuche, gehoöͤrig instruirt, bis
angstens zum Samstage, den 22. Ifd. Mts., anher in Vorlggen zu bringen. Epäter
einlaufende Gesuche werden nicht berücksichtigt ..—

Zurückstellungen an das Ende der Reserve, wie solche seither guf Grund der 88. 47.,
18 und 49 des akten Heer⸗Ergängsgesetes vom 18. August, 1828. vorgekömmen sind
odann Empfehlungen zu Urlaub und Aufnahme in die Klasse der unmontirt Assentirten,
sinden von nun an nicht mehr statt, sonder es sind für den späteren Dienstesantritt, die
zünzliche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht lediglich die unten abgedruckten
z Artikel des neuen Wehrverfassungsgesetzes maßgebend und kommen diese Artikel gemäß
Urtikel 93 Absatz 2 dieses Gesetzes schon bei den Conscribirten der Altersklasse 1846
jur Anwendung. 34 —W—— 3 2
Golgt nun Abdrud der Art. 8, 11 und 12 des neuen Wehrgesetzesrz
he: x 4gl. Bezirsamt
als Conscriptionsbehoͤrde:

— — Damm,

»*Seit dem B. Zebruar i

— meine Wirthschaft eröoffnet
und lade ich meine Freunde und Goͤn—
ner zu recht zahlreichem Besuche freundlichst
ein, prompte und reelle Bedienung zu⸗
sichtrnd. *—

Franz Huber,
1 Kappenmacher.“
LVon heute an frischee·
Futtermalz
bei Rud. Munzinger.
ö — V— J
Civilstand der Stadt
St. Inghert.
Im Jahr 18873.. 7
Wurden geboren7344 3
Bestorben sin 272.
Berehelicht haben sich 122. 7
Civisstand vom Monat Januat 1868. g
Geboren wurden: J
i. Jan. Slijabetha T. v. Louise Apfel. teßy.
Maria T. v. Margretha Kneib,
Johann S. v. Peler Wagner.
dJertha T. v. Peter Bender.
Anna, T. v. Jacob Schmiti.
Maria, T. p. Christian Grund.
Elifabetha, T. v. Karl Harth.
Jakob, S. v. Joh, Adam Spohn.
Carl Ferd. S. d. Karl Umbehtr.
Wilhelm Aug., S. v. Karl Fieischbein.
Johann, S. v. Jacob Breßmann.
Heinrich, S. v. Christian Foos.
CTarl, S. v. Friedrich Birkelbach.
Johann, S. v. Heinrich Müller.
Anton S. v. Philipp Mathie.
Jacob, S. v. Michael Oche,
Fanny, T. v. Samuel Kahn. —
Maria, T. v. Peter Stolz.
Tharlotte T. v. Jakob Maurer
Gestorben sind—
Barbara 1.J. 6 M. alt, T. v. Peter
Jung. J
Fatharina 83 J. 10 Monat ali, T. vl
GBeorg Heinz. —*
Farl. 1, J. 6 M. alt, S. v. Peter
Rodenbusch.
Barbara 8 3. 11 M. alt, T. von
Franz Antoni.
Emilie 8 M. alt, T. v. Iskob Spohn.
Peter Schneider 40 J. ali. Bergmann.
Marxia 2 J. 10 M. alt, T. p.“ Peter
Steffen.
ẽmilie 5 J. 8 M. alt, T. v. Gustav Zix.
Carl 2 M. 8 T. alt, S. v. Friedrich
Baumüller. J
Theresia 6 J. 1 M. alt, T. v. Johann
Spaniol. J
Maria 7. J. alt, T. v. Nik. Braunberger.
Jacob Kichler, 39 J. alt. Maurer.
Wilhelm Betz, 31 J. alt, Schmelzarbeiter.
dudwig Gries 45 J. alt, Bergmann
Maria2 J. 1 M. alt, T. v. Jakob
Zimmer.
Rudolph Kreitz, a41 J. alt Knecht.
Thatharina 49. 4 M. alt. T. v. Georg
Grewenig.
Verehelicht haben sich:
16. Jan. Valentin Becker und Magdalena Weber.
23., Philipp Derschang und Elisabetha Gehring
30., Peter Jung und Maria Weber.
30.. Gustav Peters und Maria Henz.
St. Ingbert den 6. Februar 1868.
Der Civilstandsbeamte:
EChandon.
— Mainz, 7. Febr.
(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
Der Unterzeichnete hat Eichen, Kie⸗ ter à 140 Pfund — fl. r. Rog⸗
sern und Birkenes Klafterholz genmehl ditto — fl. —kr. — Weizen —*
sowie auch schönes Kiefernes Bau— Pfo.) 16 fl. 45 fl. — 17 fl. 15 kh. —
holz in jeder beliebigen Länge und Dice, gorn (180 Pfd.) 14 fl. 30.— 14 fl. 40
u verlaufen. — ir. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 48 tr. 11
V. Höb, fi vo ir dafer A20 Pfro) vf. 48 in
Breitermühle bei Würzbach. bis 3 fl. 50 kr.

Schäfer.
Art. 8. Wer in der Ausbildunglzu einer wissenschaftlichen oder —*— Thatig⸗
leit, dder zu einem höheren technischen Gewerbe begriffen ist und durch seine sofortige
Finreihung einen erheblichen Nachtheil erleiden würde, darf im Frieden die Aussetzung
seiner Einreihung bis zu demjenigen Kalenderjahre verlangen, in welchem er das 24., falls er
Tandidat der Medicin oder Thierheilkunde ist, bis zu demjenigen, in welchem er das
25. Lebensjahr vollendet. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, es würde aber un⸗
derschuldeter Umstände wegen bei sofortiger Einreihung ein ungewöhnlicher Nachtheil ent
tzehen, so kann die Aussetzung auf ein Jahr gestattet werden.
Bei eintretender Mobilisirung werden diezenigen Wehrpflichtigen, deren Einreihung auf
iänger als 1 Jahr verschoben wurde, ohne Loofung in die actide Armee eingereiht. J
Act. 11. Von der Wehrpflicht sind befreit: J. Die Standesherren und ihre Fami- 291
lien (611 der Beilage 1V zur Verfassungsurkunde.) 2. Der geistliche Stand Titel (X180.5
z 1 der Verfassungsurkunde) und zwar bei den Katholiken diejenigen, welche eine der hö⸗
heren Weihen erhalten oder in inländischen Klöstern lebenslängliche Gelübde abgelegt 9—
bei den Protestanten jene, welche förmlich ordinirt sind, dann vorschriftsmäßig angestellte
Rabbiner. 3. Der einzig übrig gebliebene Sohn solcher Eltern, welche einen Sohn — 2*
des von ihm in der bewaffneten Macht Bayerns geleisteien Diensies oder in XV
verloren haben. 4. Jeder Sohn von Eltern, welche auf die beinerkte Weise zwei Söhne
derloren haben.
Artitel 12. Zeitweise sind von der Wehrpflicht befreit: 1. Katholische und pro⸗ 8.
sestantische Studirende der Theologie, welche sich durch ein Zeugniß der Unibersität, des 11.
dyceums, des Ordenslectorats oder des Vorstandes einer Mijsionsanstalt, sowie mit dem ua.
Bymnasialabsolutorium versehene Rabbinats-Candidaten, welche sich durch Zeugniß eines im
Koͤnigreiche angestellten Rabbiners und der betr. Cultusgemeinde als solche ausweisen.
2. Schullehrer, Schulgehilfen und die Candidaten des Schulamtes, welche in einer staat
lichen oder dieser gleichstehenden Vorbereitungsanstalt sich befinden. 83. Der Sohn einer
Familie, welcher dieselbe durch seine Arbeit ernährt, so daß fie außerdem der Armenpflege
zur Last fallen würde. 4. Der jüngere von zwei Söhnen bis zu dem Kalenderjahre, in
welchem die Dieunstpflicht des nach Art. 7 eingereihten Bruders in der activen Armee mit
Ausnahme der Ersatzmannschaft endigt. Unverehlichte Geschwister, welche nach dem Tode
»eider Eltern deren Haushalt gemeinsam fortführen, sind als eine Familie zu betrachten.
Treten die bezeichneten Personen aus den angegebenen Verhältnissen oder ritt eine
Mobilisirung ein, so werden sie, wenn sie das 31. Vebensjahr noch nichtvollendet haben,
anter den sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen wehrpflichtig, und find bei der nächsten
herresergänzung, soferne sie am 1. Januar des betreffenden Jahres in den Fällen der
Ziffer 1 und 2 das 25., in den Fällen der Ziffer 3 und 4 das 24. Lebensjahr noch
rnicht vollendet haben, in die active Armee einzureihen.

Holzversteigerung.

zu Ormesheim.

Mittwoch den 19. Februar, Vormittags
211 Uhr im Schulhaus zu Ormesheim
verden nachstehende Holzsortimente aus
»em Gemeindewald Ormesheim, Schlag
Saueracker, versteigert:

6 aspen Baustämm zu Sparrene,
2150 kieferne Bohnenstangen,

22984 Klafter aspen Prügelholz,

3524, „Krappenvprügelholz.

Erfweiler den 8. Februar 1868.

Das Bürgermeistexamt:
Braunberger.
αO
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetßz in St. Ingoert.
        <pb n="73" />
        St. Ingberler Zcnzeiger.
Set ‚S Jugberter Anzeiger“ mit seinem Unterhältungsblatte erscheiuit wöcheutlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementsbreis vierteljährig 45, Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dteispaltige Zeile
. ..... Vlattichrift oder deren Raum berecnet. J

3)4 ⸗ F — 8 13. 2* ei b eie J
Nro. 49. Douuerotag/ den Februar 4 3 37 1868.
— 9 i Deutschlaud. eren Kreisen VRDBD seines enn
m Man'ch en, 7 Febr. Der Königehat das vom k Kriegs⸗ esuchte er mehrere Male das Abgeordnetenhaus, wo ihm vom
ministerium p Drna gebrachte an un nenen Jufanterie- Lräsidenten von Forckenbeck die Präsidialloge zur Verfügung ge-
Relmes genehmigt. Daffelbe wird somit nach Maßgabe der vor- tellt wurde. Wit dem Grafen Bismard seilent e Zusam⸗
handenen Mittel allmählig bein den Truppen zur Einführung nenkunft, die mehr als drei Stunden währte. uͤns aus siche
omnmem. Der neue Heim hat eine sehr efällige Form. Die er Quelle mitgetheilt —A der Ministerpraͤsi ent dem ame⸗
Schuppenbander sind hinweghefallen und durch ein Sturmband älanischen Staatsmanne mit großer Offenheit entgegen und ent⸗
ↄon Leder ersetzt, der Schirm hat eine Messing Einfassung⸗ wie vickelte wit Ungezwungenheit seine Ansichten über fast alle schwe—
ei der Cadelcrie. Die Naupe ist deibrhalten. ¶ Sein Gewicht benden Fragen. Er sprach seine Freude darüber aus, daßß er
„etrügt nur 28 Loth, während der dermalige Infanterie -Helm in der Lage sei, von einem so hervorragenden Mitgliede der re—
Pfund 24226 Loth wiegt. Die Grundform des Helmkastens e e mn d ain rtheit e
wdneh bei der leichten Cabalerie und Artitlerie ingeführt assen, mit den 3 une die Pehn en Bezieh⸗

Münuchen, 10. Febr. In der Pfalz werden folgende üngen zu unterhalten. Er machte kein Hehl daraus, daß seiner
—— — in —— der Meinung nach Eventualitäten eintreten konnten, welche die Union
penfionicte Major Eduard v. Lilien; in Kaiserslautern, Comman- um Eingreifen in die Lutopäischen Angelegenheiten veranlassen
ant Hiajor Gradinger vom 2. Infanterieregiment; in Zweibru dürden, und daß diese Berechnung kiner der Factoren seiner po-⸗
den, Commandant RPkajor Anton v. Schonhueb vom 8. Iufante- itischen Fombinationen fe. Es ging aus dem Gespräche hervor,
rieregiment. Hierdurch ist eine nene“ Eintheilung der Comman⸗- ꝛaß Graf Bismarck danach trachtet, bei den Beziehungen zwischen
dantschaftsbezirte bedingt. Hiernach besteht die Commandantschaft Ger- Amerika und England eine versöhnende Haltung einzunehmen. um
nersheim aus dem Bezirksamt Germersheim die Commandantschaft üch bei einem etwa ausbrechenden europäischen Kriege die Allianz
Landau aus den Bezirksämtern Bergzabern und Landau, die Com- 'der wenigstens Neutralität Englands zu sichern. Karl Schurz
mandantschaft Speyer aus den Bezirksämtern Frankenthal, Neu— egte u. A. dar daß er selbst, wie die meisten Mitglieder der re⸗
adt, Speyer, Kirchheimbolanden, Kusel und Kaiferslautern, die zublikanischen Partei, bestrebt sei, den Verwicklungen vorzubeugen,
Tommandantschaft Zweibrücken aus den Bezirksämtern Homburg, velche aus der Alabamafrage hervorzugehen drohen, und sprach
Pirmasens und Zweibrücken · eine Ansicht dahis aus, daß die Exwählung des Generals

München, 10. Febr. Die Regierung und der Finanz- Sraut zum Präsidenlen der Politikt des Grafen Bismarck Vor⸗
ausschuß der zweiten Kammer haben sich bezuglich der Beamten- chub leisten mirden
gehalie darin derständigt, diejenigen unter 1600 fi. mit einer Ger Wien, 9. Febr, Uebereinstimuiend wird heute gemeldet,

sammtsumme von 300000 fi aufzubessern. · daß der seit Punger Zeit in militürgerichtlicher Unterfuchung ge—

Münuchen. 10. Febr. Bei der heutigen Wahl links der dandene F.e M Baron Ko udelka er, Schwager Schmer—
Isar fielen auf den nationalen Candidaten, Advocat Ruhwandl, lng 8) wegen Betrugs und Unterschleifs zu 4 Jahr Festung und
3726, auf den Candidaten der Mittelpartei, Handelsminister v. zum Verlust seines Charakters, seines Adels und seiner rden
Schlör, 2127, und auf den ultramontanen Candidaten Frhru— Lerurt heilt ist.

». Schrenk, 1840 Stimmen. m des Fraukreich. — J 9 J
Mürnchen, 10. Febr.“ Die Ministerien des Innern und IWr — . R
des Handels haben eine Rebision der Apotheikerrdnumng in gi Au⸗ ð a dic gsr mird — In Finanzkreisen
Angriff genommen; und es sind vorerst die Kreis-Medicinolaus- 9 ne 43 Ferene en J— der neuen
schüsse der Apothekergremien zu gutachtlicher Aeußerung aufgefordet us— nn i een fest. Die Gesetzesbor⸗
An. age wegen dieser An eihe ist stündlich im Palais Bourbon er⸗

Die Königin Muther befindet sich besser“ Der Khnig Partet. Im Ianzministerium wurden die für die Emission er—
wohnte gestern der 400jährigen Feier der Grundsteinlegung an eee en ern — 3— wo
der hiesigen Domkirche dei und decorirte den Erzbischof von Mün— e ꝛ d 4 vr e nen n er Fould afür
hen · mit dem Großcomthurkreuz des Kronordens. Die: Vermaäh- mer ge enen an aben meinte. wieder geöffnet wird, dürfte
ung des Vrinzen Vudwig mi der Primessin Marin Theresin Se,vielleicht iutere siren zu erfahren, welches die Summe ist,
wirn am 20. d M. in Wien stattfinden de die Departements und die Studte des Kaiserreiches seit

Miünchen ie Febte Di⸗ Wirlsamter Frankenthal, 2 bis snde 1866 de in in einem Zeitraume von 15 Jahren

Neustadt und Speyer bilden den Landwehrbezirk Speher. Dieser de e ad nen haben.
nebst dem Landwehrbezirk Landau liefern dem vierten Infanterie⸗ Kannern idee Ges⸗ den 00 36 4592 836
regiment seine Ergänzungsmannschaften. Jeder Landwehrbezirk ist Anleben — für— FIrs. 564,592 836
mn vier Compagniebezirke eingetheilt. Controlversammlungen fin⸗ VeaVen en e n⸗
den jedes Jahr im März und im Oeiober statt. — — — 5 —WG
Dienstesnachrichten.— Fres. ungefähr.. .. 200,000,000
Durch Entschließung k. Regierung der Pfalz, Kammer des 9) Anlehen der Stadt Paris „LGOBsS, ooo, oo
Innern, vom 20.v. Mts. wurde, die neu errichtete Einnehmerei Mithin ausschließlich der Staats
Deidesheim dem geprüften Einnehmerei⸗Adspiranten Georg Kohler anlehen41,787,802 826
don da übertragge. — Die Staatsanlehen, uneingerechnte
Ernannt zum Pfarrer in Edenkoben der GefängnißGeistliche der jetzigen 440 Millionen und
in Zweibrücken Mich. Wwothe. der DTrentennaires⸗Obligationen, IJ
Wiesbadenm, 8. Febr. Es wird dem „Rh. Kur.“ mits belaufen sich axf. 2,600,000,000
getheilt, daß Münzen Aund Kasseuscheine der süddeutschen (Gulden-) — * Summa Fres. T,887 000,000
Währung, unit Ausnahme der nassauischen und hessenhomburgischen/resp. wenn man die Differenz von ca. 25 pCt. zwischen dein no—
»ei den Poststellen bis auf Weiteres nicht mehr als Zahlung an- minellen und effectiven' Betrag der verschiedenen Anlehen in An⸗—
genommen werden. 83 —cchlag bringt: 5 Milliarden, 850 Millionen!!:
Berlhin, 9. Febr. Man schreibt der „Rh. Ztg.:“ Die Unsere politische Welt, wird durch die orientalischen. Zwistig⸗
Anwesenheit des amerikanischen General Karl Schurz hat in un⸗ keiten in Athem gehalten;, die keinesweqs bereits so beruhigt sind,
        <pb n="74" />
        wie die gestrigen officioͤsen Blätter es uns glauben machen woll—
ten. Man bemerkt die häufigen Conferenzen zwischen Herrn v.
Mous tier, Lord Lyons und Fürst Metternich. Es heißt,
eine Concentration österreichischer Truppen an der serbischen Grenze
stehe bevor. Die englische Regierung habe anbefohlen, ihre Koh—
lenvorräthe in Malte beständig complet zu erhalten und beabsich
tige dort sowie in Gibraltar eine Flotte von Kanonenbooten zu
bilden. Auch die französische Marine setzt Alles in den Stand,
um in wenigen Stunden nach dem ersten Alarm die Anker lichten
zu können.
England.

London, 8. Febr. Der ‚Globe“ bestätigt die Nachrich:
vom Rücktritt des nordamerikanischen Gesandten Herrn, Adams
welcher wahrscheinlich Anfangs April England verlassen wird. —
Die aus Newyork eingetroffene Post vom 29. Jan. enthält die
Nachricht, daß das Repräsentantenhaus eine Bill angenommen
hat, welche die Legislaturen der einzelnen Staaten ermächtigt,
die Actien der Nationalbanken zu besteuern. — Santa Anna ist
aus Havanna ausgewiesen worden.

Cork, 7. Febr. Der notorische Fenierhaͤuptling Makah
ist verhaftet worden; bei seiner Verhaftung verwundete er einen
Polizei ⸗Agenten. Widersetzliche Pöbelhaufen, welche die Verhaf⸗
tung Madah's verhindern wollten, wurden von bewaffneter Po—
lizeimannschaft auseinander getrieben, wobei mehrere Personen
verwundet wurden. —

Southampton, 9. Febr. Der Dampfer „Weser“ ist
hier eingetroffen und bringt folgende Nachrichten aus Newyorl
vom 30. Jan.: Die Convention von Louisiana nahm eine Bill
an, wonach allen Congreßmitgliedern und Mitgliedern der Legis⸗
bative, sowie allen National- und Staatsbeamten, welche an der
Rebellion Theil nahmen, das Wahlrecht entzogen wird. — Die
Convention von Connecticut erklärte in einer Resolution, daß sie
Johnson's Politik billige, die Haltung des Congresses jedoch ta⸗
deln müsse. — Gestern hat in Chicago eine große Feuersbrunst
stattgefunden, welche einen Schaden dvon drei Millionen Dollars
anrichtete.

Irtalieu.

Rom, 5. Febr. Prinz Iturbide, der Adoptivsohn des
Kaisers Maximilian, ist als gemeiner: Dragoner in die päpstliche
Armee eingetreten. Er bezieht e ine Pension von 50,000 Francs
bon dem Kaiser von Oesterreich, der ihn zu seinem Adjutanten
hatte machen wollen. .. *

Amerika.

Wafshington, 27. Jan. Vorgestern übergab der preu—
ßische Gesandte, Baron Gerolt, dem Präsidenten Johnson sein
neues Beglaubigungsschreiben als Gesandter des Norddeutschen
Bundes und hielt dabei eine Ansprache, auf welche der Präsidenf
erwiderte:

„Baron Gerolt! Ein sonderbares Factum in Preußens Ge—
schichte verdient bei dieser Gelegenheit Beachtung. Es hieß, daß
nachdem Preußen im Jahr 1807 Frieden erlangt hatte, mit Ver—
minderung seines Territoriums und Verlust seines politischen Ein⸗
flusses, der König einen Lehrer des Volkes, Fichte, aufgeforder!
habe, ihm zu rathen, ducch welche Mittel die preußische Regie
rung ihr früheres Prestige wiederherstellen koönne. Nach langer
Ueberlegung erwiderte jener, daß der Tempel deutscher Unabhaän
gigkeit jetzt von Grund aus wieder aufgebaut werden müfse, daf
der alte Stamm der Freiheit verwittert und von dem Orcan, der
jüngst über ihren Häuptern getost habe, hinweggeschleudert worden
sei, daß ein neues Wachsthum eintreten müsse, einer tieferen
Wurzel entkeimend, beseelt von einem neuen Strome. Da⸗
Mittel, das er zu diesem Zwecke anführte, war die Errichtung
einer Schule für höhere Bildung in Berlin, frei von den Mäm
zeln der alten Universitäten, von wo aus, als dem geistigen
Herzen des gesammten Volkes, ein Strom von Leben und Ene
gie sich durch ganz Deutschland ergießen könnte. Der Rath
wurde angenommen und seither stets practisch befolgt.

„Sie Baron, werden, besser als ich, die Wahrheit in Bezug
auf das eben erwähnte Ereigniß kennen. Sicherlich aber ist es
nicht blos die neue Etablirung des Königreichs Preußen auf
festeren Grundlagen als bevor, was uns heute zusammenführt,
sondern auch ein großer Fortschritt auf die Einigung des deut⸗
schen Volkes zu. Bei uns ist es immer ein Grundsatz gewesen
daß Intelligenz und fstricte Beobachtung des constitutionellen Ge.
setzes für eine freie Regierung wesentlich sind, und in Deutsch
iand hat es sich gezeigt, daß dort allgemeine Bildung ein Ele—
ment der nationalen Einigung und Kräftigung ist.

„Ich wäre nicht im Stande, Ihnen ein Willkommen in
Ihrer neuen und erhöhten Stellung als Gesandter der norddeut⸗
schen Union zu versagen, ohne den Gefühlen des gesammten
amerikanischen Volkes Gewalt anzuthun. Sie waren, wenn auch

auch nicht der einzige, so doch der hervorragenste fremde Reprä⸗
sentant hierselbst, dessen Wünsche, Rathschläge und Arbeiten be—
ständig und /ohne Furcht, während unseres Bürgerkrieges, der Sache
der Verwaltung und der unzerstörbaren Einigkeit der Vereinigten
Staaten von Amerika zu Gute kamen: Versichern Sie Ihren
seönig und das Volk Deutschlands, daß sie steis auf die schätzens⸗
werthe und sympathische Freundschaft von Regierung und Volk
in den Vereinigten Staaten zählen können. Und Sie selbst,
Baron, bleiben Sie versichert, daß die Hochschätzung, welche wir
immer für Sie gehegt, nicht abnehmen wird. Wenn solch ein
Unglück fich ereignen sollte, würden wir versucht werden, an der
Möglichkeit eines Vertrauens zwischen Staätsmännern und auf-
geklärten Nationen zu verzweifeln.“
u
Vermi schttes.

f Kaufbeuern, 7. Febr. Ein grauenereegendes Ver—
brechen drüdtt seit heute Morgens auf die Gemüther der Bevöl—
kerung. Gegen 791 Uhr Morgens sahen Vorübergehende aus
dem Hause des Privatier und vormahligen Geranten der hiesige
Baumwollspinn⸗ und Weberei Hrn. Schrader aus den noch ge⸗
schlossenen Fensterläden Rauch herausdringen, Da auf Läuien
der Hausglode nicht geöffnet wurde, schlug man das in den Hof⸗
raum führende Thor ein, öffnete die hintere nur in der Schnalle
liegende Hausthür und sah Hrn. Schrader, dessen Frau und die
Köchin Babette Deeg ermordet in der untern Hausflur liegen.
Der Anblick war so schauderhaft, daß er sich jeder Beschreibung
entzieht. Sämmtliche drei Personen waren angekleidet und tragen
die Spuren arger Gewaltthat. Die Koͤchin lag da mit durch⸗
schnittenem Halse unv ausgerissenem Haarzopfe. Hr. Schrader
und seine Frau trugen weit klaffende Wunden am Zopfe, wahr⸗
scheixlich mit einem Beile beigebracht, die Augen aus dem Kopfe
hervorgetreten. Frau Schrader soll noch die letzten Lebenszuck⸗
angen von sich gegeben haben. Aus dem daneben liegenden Lo-
kal früher als Kuͤche, jetzt als Holzlege benützt drang Feuer und
Rauch entgegen. Nach Ällem zu schließen, wurde der dreifache
Mord bereits gestern Nachts gegen 8 Uhr verübt, indem einem
Manne, welcher um halb 9 Uhr eine Depesche überbringen wollte,
nicht mehr geöffnet worden war; hiefür spricht insbesondere der
Umstand, daß die Ermordeten angekleidet waren und in der Küche
noch das Nachtessen der Köchin siand. Man glaubt allgemein,
daß zuerst die Köchin erschlagen wurde und die auf deren Hilsfe-
ruf herbeigeeilte Herrschaft sodann unter den Streichen der frechen
Mörder gefallen sind und daß Letztere sodaan, um die Spuren
des Verbrechens zu vertilgen, das Haus in Brand gesteckt haben.
Daß der Brand nicht früher als erst heute Morgen in lichterlohen
Flammen ausgebrochen ist, wird dem Umstande zugeschrieben, daß
das Lokal, in dem der Braud gelegt wurde, zu wenig Luftzug
hatte. Daß es den Mördern zunächst nur um Beraubung des
Hrn. Schrader, welcher zu den reichsten Bürgern dahier zählte,
zu thun war, wird nicht bezweifelt. Wir konnten jedoch nicht
erfahren, in wie weit ihnen die Ausführung dieser Abficht ge⸗
lungen ist. Von den Thäteru hat man noch keine Spur.

F In Darmstadt ist eine der Vergiftung ihres Mannes ver⸗
dächtige Bürgerfrau am 7. Febr. verhaftet worden.
FSaarbrücken, 11. Febr. Aus Longwig (Mosel⸗
Departement) wird berichtet: Eine Bäuerin, welche am frühen
Morgen des 8. d. nach der Stadt fuhr, fand auf ih⸗
rem Wege eine fest verschlossene Kiste von ziemlichem Umfang
und in der Meinung, dieselbe sei von einem Fuhrwert gefallen,
brachte fie ihren Fund mit Hülfe eines dazu gelommenen Mannes
auf ihr Fuhrwerk, um ihn auf dem Octroi⸗Amte zur Verfügung
des sich meldenden Eigethümers zu stellen. Am Thore von
Longwig angekommen, vermutheten die Beamten denen bon ber
Sache Anzeige gemacht wurde, irgend eine Schmuggelei und off⸗
neten nicht ohne Schwierigkeiten die Kiste, wo sich ihnen alsbald
ein entsetzlicher Anblick darbot; der in Stücke gerschnittene Leich⸗
nam eines Frauenzimmers. Zur Ermittelung des hier vorlie⸗
genden Verbrechens sind unverzüglich Seitens der Behoörden alle
nothwendig scheinenden Maßregeln angeordnet werden.
F Von Köln werden wieder 20,000 Thlr. (unabhaͤngig vom
Peterspfennig) an den Papst gesandt.

Baden, 831. Jan. Bäͤhrend die Gesetzgebung den Leh⸗
zern kein anderes Recht korperlicher Züchtigung einräumt, als
Schläge auf die Hände der Schüler miltelft einer Ruthe, kommt
es nicht selten vvr, daß andere weit stärkere Züchtigungen ange⸗
wendet werden. Damit stumpft man das wichtigste Erziehungs⸗
mittel ab, nämlich das Ehrgefühl der Kinder, und setzt sich der
Gefahr aus, mit dem Strafgesetz in Collision zu gerathen, wie
andererseits die Schullinder leicht eine bedeutende Verletzung er⸗
leiden können, wenn der Lehrer, die heilsame Schranke des Ge—
setzes üherschreitend, sich in der Aufregung zu Thatlichkeiten hin⸗
reißen lassen. In allen diesen Beziehungen lehrreich ist die heu⸗
sige Verhandlung vor der hiesigen Srafkammer. Hauptlebrer
        <pb n="75" />
        R. d. O. hatte schon oft Diensistrafen wegen Mißhandlung von
Schülern erhalten, ließ sich aber dadurch nicht abhalten, seine
Schüler zu schlagen, was im betreffenden Falle zur Folge hatte,
daß ein schwächliches Mädchen von 12 Jahren einen Bruch des
rechten Schlüsselbeins erlitt, wofür der Schuldige zu einer Strafe
don sechs Wochen Amtsgefängniß verurtheilt wuͤrded

7 Emitl Devrient triit devinitiv von der Bühne zurück. Am
1. Mai wird er zum letzten Male als Torquato Tasso die Dres
dener Bühne betreten, der er 37 Jahre angehörte.

Ein trauriger Fall von Vergiftung durch Streichhölzer ha!

sich in voriger Woche in Berlin ereignet. Die Frau eines wohl⸗
habenden, erst im vorigen Jahre aus Breslau dorthin gezogenen
aufmannes, der eben nach Ostpreußen verreist war, überließ am
Donnerstag, als sie ausgehen mußte,ihre; vier unerwachsenen
Zinder der Aufsicht der beiden Dienstmädchen und die Kleinen
spielten bei diesen in der Küche. Am Abend klagte der eine
fünfjährige Knabe über Unwohlsein, es zeigten sich Erbrechen und
andere eigenthümliche Krankheitssymptome, über welche die Aerzte
zu keiner Entscheidung kommen konnten. Am Freitag Morgen
legte sich der zweite dritthalbjährige Knabe, und binnen 26 Stun⸗
den waren beide Kinder todt. Der Vater wurde durch Depeschen
zurückgerufen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden,
wie die Kreuzzeitung meldet, am Dienstag beide Leichen in der
Unatomnie obducirt, wobei sich zweifellos ergab, daß die Kinder
an Phosphorvergiftung gestorben sind. Wahrscheinlich sind Streich⸗
hölzer in ein Getränk gefallen, das die Kinder genossen haben.
Jedenfalls trifft die Maädchen der Vorwurf großer Fahrlässigkeit
in der Beaufsichtigung der Kleinen.

4 Ein entlassener Bahnwärter haite auf der Vorpommer'schen
Bahn bei Prenzlau verschiedene Gegenstände auf die Schienen
gelegt, um einen Unglüdcksfall herbeizuführen; das Geschworenen⸗
gericht zu Prenzlau hat denselben deßhalb am 31. Januar zu
acht Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizei-Aufsicht auf
gleichen Zeitraum verurtheilt.

fKoburg, 1. Febr. Das 18jährige Fräulein G., eine
talentvolle Schülerin des hiesigen Conservatoriums, welche in un⸗
jeren Concerten sich viel Beifall erwarb, liegt heute auf der Bahre.
Auf dem letzten Gymnasiastenball vergangenen Freitag, wollte sie
Morgenz um 4 Uhr den letzten Tanz fertig tanzen, als sie plötz⸗
lich ihrem erschrockenen Tänzer todt in die Arme fiel.Fräulein
G. hattte kurz vorher iu der „fliegenden Colonne gesungen und
zetanzt. Sonntag darauf sang sie die schwere Titusarie im Con⸗
kert für die Ostpreußen, Monlag hatte sie in der Harmonie ge⸗
jungen und getanzt, Donnerstag im Sängerbund gesungen und
getanzt, da unsern Concerten hier immer ein unabweislicher Thee—
zall folgen muß, Freitags tanzte fie zum letzten Mal auf dem
Gymnasiastenball. Eine Mehr verbut sich der zwar langmüthige
dafür aber unerbittliche Tod. Als der Vater 4 Stunden vor
deren Tod von der geliebten, in jugendlicher Fülle, Frische und
Schönheit prangenden Tochter um Mitternacht Abschied nahm, um
sich zur Ruhe zu begeben meinte die Tochter noch: „Grüße die
liebe Mutter und sage ihr, ich würde mit dem Bruder und der
Schwester bald nachkommen,“ Die arme Mutter sollte das ge⸗
liebte Kind nur als Leiche wiedersehen!

Der österreichisch Erzherzog Heinrich hat sich am
4. Febr, zu Innsbruck mit der Schauspielerin Hoffmann ver⸗
heirathet.

fLondon, 6. Frbr. Bismark's new mode of education
— uerter diesem Ramen wird ein Kinderspielzeug um einen Penny
auf der Straße feilgeboten. Construction folgende: Der preu—⸗
ßische Premier hängt an einem dünnen Schnürchen aus Kaut⸗
chuk und hält einen kleinen aufgedunsenen Mann, den Kaiser der
Frauzosen, bei den Ohren. Läßt man jenen an dem elastischen
Schnürchen auf und nieder tanzen, so entsteht das Phänomen,
daß der kleine Mann von ihm unablässig und tüchtig bei den
Ohren gerissen wird, was sich einfach dadurch erklären läßt, daß
das Schnürchen durch die beweglichen Arme des Premiers läuft
und an den ebenfalla beweglichen Ohren des Zöglings festgemacht
ist. Die Portraits beider sind den Zeichnungen von „Punch“
nachgebildet und, in sofern Jedermann in ihnen die Originale anf
den ersten Blick erkennt, darf man füglich sagen, daß die (carikirte)
Portrait⸗Aehnlichkeit nichts zu wünschen übrig lasse.

f London, 1. Febr. Vor dem Todtenschaugericht zu
Blackfriars, London, enthüllte sich geslern bei Gelegenheit einer
Untersuchung über die Leiche eines 14 Monate alten Kindes ein
rauriges Bild von religiösem Fanatismus. — Das Kind war
die Tochter eines Elternpaares, das einer Secte, genannt „Die
Auserwählten“ (Peculiar People,) angehörte. Es war am Keuch⸗
husten erkrankt, und statt die Hülfe eines Arztes in Anspruch zu
nehmen, wurden die Vorsteher der Kirche zusammenberufen, um
das Kind zu salben und Gott um die Heiligung desselben zu
zitten. Außerdem wurde dem Kinde nur ein Hausmittel, Franz⸗
hranntwein mit Wasser vermischt, verabreicht. Das Kind wurde

chlimmer und starb. Auf die Frage des Leichenbeschauers an die
Mutter-des Kindes, warum sie keinen Arzt gerufen, antwortete
fie: „Ich handelte nach dem Worte Gottes, das da sagt:
‚Verflucht der Mann, der sein Vertrauen auf Menschen setzi,“

ind ferner „Verlaß dich nicht auf den Arm des Fleisches.“ Ein

Vorsteher der Kirche erschien und verlas die Glaubensartikel der
Zecte, woraus allerdings hervorging, daß in Krankheitsfällen von
Mitgliedern nie die Hülfe eines Arztes in Anspruch genommen
werden darf, und die Heilung nur von Gott erwartet wird. Auf
die Frage eines Geschworenen, was gethan werde, wenn Jemand
ein Bein bräche, antwortete der fromme Mann: „Gott sagt: Die
Hebeine eines Rechtschaffenen werden nie gebrochen werden.“ Die
Jury gab jedoch ein Verdict auf fahrlässige Tödtung und verwies
die Eltern des Kindes vor die Assisen.Neuesten Nachrichten zu⸗
folge ist das Ehepaar freigesprochen worden.

. Eisenbahnunfall. Aus Shrewsbury wird gemel⸗
det: Am Sonnabend Morgen stürzte die Eisenbahnbrücke über
den Fluß bei Caerhws, einer kleinen Station der Cambrian⸗-Ei⸗
jenbahn in dem Augenblicke zusammen als ein Passagierzug die⸗
elbe passirte. Die Locomotive fiel in den Fluß, der Locomotib⸗
ührer und der Heizer wurden getödtet und verschiedene Passagiere
chwer verleßt.

52 Der deutsche Turnverein in London zählt gegenwärtig
120 deutsche und 600 nichtdeutsche Mitglieder; letztere sind meisi
knglander.

f Auf Corsica ist die Blutrache so ziemlich abgeschafft, aber
in den Vereinigten Staaten, besonders in Kentuchh und Tenessee,
wird sie noch geüßt. Der Telegraph meldet aus Memphis unterm
9. Jan. „Ein trauriges Ereigniß versetzte am Dienstag Dyersburg
in Ost⸗-Tenesse in große Aufregung. Sheriff Parkington wollte
auf der Straße einen alten Mann, Namens Duncan ver⸗
haften, dieser aber zog ein Pistol und schoß dem Sheriff den
Daumen ab; des Sheriffs Sohn, der in der Nähe stand, feuerte
nun und tödtete Ducan; Ducan's Sohn der auch dabei stand,
rächte den Tod seines Vaters und schoß den jungen Parkington
nieder. Jetzt klam die Reihe an Parkington sen. der den jungen
Ducan durchs Herz schoß. Man vermuthet, daß unter den Ver—⸗
wandten der Getödteten ein kleiner Krieg ausbrechen wird.“

f In einer einsam auf einem Berge stehenden und durch
den tiefen Schnee von aller Verbindung abgeschnittenen Hütte bei
Valazzuolo (Toskana) wurden am 22. v. M. drei Kindervon 1-3
Fahren, ein Pferd und 28 Schafe erfroren“ und verhungert auf⸗
Jefunden; das Ehepaar, dem die Hütte gehörte und ein Knabe
zerselben wurden todt in einem Abgrunde gefunden; fie hatten
vahrscheinlich in einer benachbarten Quelle Wasser holen wollte,
und waren von einer Lawine erfaßt und in den Abgrund geschleu⸗
dert worden. —

4 Russische Blätter melden, der Pole Berezowski, der
letzten Sommer das Atitentat auf den Czaren verübte, sei aus
dem Bagno von Toulon, von wo er nach Reukaldonien devortirt
werden sollte, eniflohen.

4 In Chicago soll nächsten Juli ein großes, deutsches San—⸗
gerfest startfinden; an die Gesangvereine in Hamburg, Köln,
Zremen wurden bereits Einladungen zur Betheiligung erlassen.

4 Lohn für ländliche Arbeiten in den Vereinigten Staaten.
in Nordamerika. Der durchschnittliche Lohnbetrag für weiße Ar—
zeit ohne Beköstigung beläuft sich auf 28 Dollar per Monat und
15 Doll. 50 Cent. pro Monat mit Bekostigung. Der durchschnit⸗
liche Betrag für die Arbeiten von freigelassenen Negern beträgt
16 Doll. und mit Bekoͤstigung 9 Doll. 75 Cent. Am höchsten
deht der Lohnsatz in Californien, derselbe beläuft sich auf 45 Doll.
Demnächst folgt Massachusetts mit 38 Doll. Der durchschnittliche
dohnsatz für die östlichen Staaten beläuft sich auf 33 Doll. 30
Tent., in den mittleren Staaten auf 80 Doll. 7 Cent., in den
vestlichen Staaten auf 28 Doll 90 Cent., in den südlichen
Staaten für die Arbeiten der freien Neger 16 Doll. Die Stei⸗
gerung in dem Lohne für ländliche Arbeiten beträgt seit dem Jahre
860 ungefähr 50 pCi. und seit dem Jahre 1855 nach Carey's
“Schätzung 70 pCt. In den Staaten die sich von Pennsylvanien
is nach Jova ausdehnen, schwankt der Lohnsaß nur um 24 Cent.
Fr belduft sich mit Beköstigung auf 18 Doll. 72 Cent. bis auf
18 Doll. 96 Cent.

4 (Unglaublich) Die Nacion Argentina vom 21. Nov.
zersichert, der Präsident von Paraguay habe einen ungeheuren
zisernen Kafig construiren lassen, in welchem zehn Jaguars täglich
ziejenigen Personen, welche der Verrätherei verdächtig sind, zur
Beute erhalten.

7 Der Sturm, welcher vor einigen Wohen die canarischen
Inseln heimsuchte, riß auch den riesenhaften Drachenbaum von
Zroiava auf Teneriffa nieder, dessen Alter A. v. Humboldt auf
5000 Jahre schätzte.
        <pb n="76" />
        Güterversteigerung. —
Samstag den 15. Februar 80* Nach⸗ Großer Ausverkar
nittags 3 Uhr, dahier bei Seifensieder .
— B ——— von Tuch und Bukskin. J
ee een ee um wmein überfülltes Lager aufzuräumen, verkaufe ich den größten Theil
jaäͤhrige Zahltermine in Eigenthum ver neines Tuscch⸗ und Busck akin⸗Lagers unterm Fabrikpreise.
teigern alzz Besonders empfehle ich eine große Parthie schwarze, schwerefelne
3 Dec. Pflanzgarten in den Großgäͤrten, Ti ch er zu fl. 1 — kt.yfl. 112 kr., fl. I 30 fr. vbis fl.1 43 ir.
eed Saer und Franz gra ue schwe de Teüch r e e een
Jakob Schmelzer, Schmied. * 46 3 i rx. bis
dec Ader auf Vobalsahnung — Bau⸗ Sommerbukskins zu 48 kr. fl. 1. —kr. fl. 1 15 krbis fl. 1.30 kr.
blatz der Obermühle gegenüber, neben Feine Winterbukskins zu fl. 130 tr. fl. 2 — kr. bis fl. 230 kr.
Johann Weiland Wittib und August Jorppen⸗FJaden— FFund Mantelsstoffeaklet Art.
Beigand,s Witiwe. . 33 Alles 30 Prozent unterm fruheren. Verkaufspreise beeeei
Dec. Acker aufm Rothenflur neben TS
—A Wiuͤtib unde Andressss WWV. Altschiler, Tuohhandler r
Friedrich. . J 3 F * 77 — 7 55 34 3 u
Dec. Acker hinterm Wallenfeld, neben am Marktvplatze in Zweibrücken.
Georg Peters und Johann Zimmermann — — —
34 Dec. Acker rechts in den Seyen, neben
Varl Michel Laur und Heinrich Holzer.
36 Dec. Acker auf' Schiffelland, neben
Bernhard August und Philipp Weigand.
5 Dec. Wiese in den Großgärten oberm
Gallbrunnen, neben Wilheim Chandon,
wird in ZTheilen versteigert.
Dec. Wies in den Großwiesen, neben,
Johann Schmelzer und Peter Müller's
Witiwe 777
Dech Wies im Allment am Langen ⸗
stein, neben Johann Hofmann und Mi⸗
hel Uhl's Kindre.
Horn, kgl. Notar.

1
ær 3*

— — —— — —

2*174 J ——— —V 4...5837..
Zeitungs Annonden-Expedition pe
uun on A— 779 8
.. 4 —— —8 —— 83 J
—hadasenstein &amp; vVoglor
J 217 o———— J 7 3. *
pae epe 4 20
h . ran Kfurt am Mn I 24 3737
9 Dieselbe vermittelt ausschliesslich Zeitungs-Iuserate 5532555
im jede LZeitung aller fünt Welttheile, perechnet vets die 12273
—9— 128 — —
PFiBnIPrιεο, - gewührt bei grösseren Mufträgen am- 55883
Sεναεανν E αν5 -lefert Releghintier err782
jedes Inserat, - heseitigt alle Porto-Auslagen und soneti- 2335
gon Nebhenmkosten,-liefert vorherige Koßtemn Aee 223 3 —
and versendet auf verlangen gratis und franeod ein 93 527
* 23 9 — —838
vollständiges Zeitungs-Preis-Veracichniss. 75
Nächsten Samstag den 15 Februar 1868,
Nachmittags 4 Uhr bei Seifensieder Schmitt
dahier, laäßt Johann Leichner, Aufseher
ahier in Eigenthum versteigerrn..

1. 49 Dez. Acker im Rodi, neben Men⸗

del Beer junior und Ludwig Beer

2. Einen auf der vorderen Hobelsahnung

Jelegenen Bauplatz mit einer Linie von 13

Metern, neben Johann Neuhäusel.

Horn, kal. Notar. .0

Wasch⸗Echwaemme, Kork.
Stopfen bei 25233
Fritz Panzerbieter. *
Schone frische Eitronen, Capern,
rarinirte und gewöhnliche Häringe,
Zardellen, Stockfifch,,
Maceecearoni, gedörries Obst, Nu⸗
deln. grüne Kerne, Suppenstern.
chen, Erbsen, Bohnen, Lin sen
»23 20c. 2c. 4
Schweizer⸗ Parmefan⸗ Villeroy⸗
Limburger Käsfe, MNainzer Hant,
käschen
WBfälzer Schinken
Brünen u. schwarzen Thee bester
Qualität bringt in empfehlende Erinnerung
INi ————
Fru chte, Brod⸗, Fleische ic. Preife
Stadt Zweibrücken vom 18. Februar
Weizen 8 fl. 37 kr. Korn 7 f.e9utr.
Gerste Lreihige, — fl.:—kr. Gerste vier
mae.Si 20 . Spans ie
Spelzlern — I. — tr. Sintel P
— kr. — Mischfrucht 7 fl. 80kr., Hafer 7
s. — r. Erbsen 85l. 87 tu, Wigen
fl. 45 kr., Kartoffeln 1fl. 18 kr., Heu
ufl. 20 kr. Stroh 1JPU., — per
Zentner. Weisbrod 1is, Kilogr. 22 tr.
Kornbrod 8 Kgr., 31 kr., ditio 2 Kgr.
21 kr., ditto 1 Kgr. 11 kr. Gemischtbrod
3 Kgr. 38 kr. 1 Paar Weck. 7 Loth
2kr. Rindfleisch, 1. Qual, 18 tr.,
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12ky., Hammel⸗
fleisch 15 kr., Scweinefleisch·13 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier! 6 ikrpet Litet—
Butter 25 kr., per Pfund. 75
J — — — — ——— ——— —— —7 — ...
Redaktion. Druck und Verlag bonrse F. Demetz in St. Ingbert. 2pa rrre

Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des
Reviers St. Jugbert.
NMontag den 17. Februar 18666
Vormittags 10 Uhr zu St. Ingbert
im Stadthause. *
Schlag Bollerberg.
11 Klftr. buchen Scheitholz,
10 .. Astprügel
1.. Krappen,
150 buchen Reiserwellen, J
Schliag Ommersthanb,
S eichen Wagnerstangen 3
16Klftr. buchen Scheitholz,
4 birken u. Weichholz Scheit,
24, bruchen Prugelholz,
9 eichen, birken und Weich⸗
holz Prügel,4
12 „buchen Krappen,
„Schlag Rehthal
10 ahorn Wagnerstangen. ,
Schlag Zuf. Ergebniß.“
8 eichen Stämme III. u. V. Classe,
39 kiefern , ILII. u. IV. ,
17 333Sparren.
.9 eichen Wagnerstaugen.
26 Klftr. buchen Scheithotdz,
— — Prügel, 3
4. eichen Prügel.5
Zea kiefern: Scheitholz
I , prũügel.
38/4 birken Scheitholz, 77
g VPrüugelhoz.
58. Weichholz Scheitholz,
3 Prügelholz,
8, derschiedene Krappen.
Zweibrücken den 81. Januar 1868.
EKgl. Forstamt:—
GBlas.

Bekanntmachung.
Freitag den 21 Februar 1868
Mittaas 12 Uhr,
werden zu Ommersheim im chul
hause nachbezeichnete Hölzer aus dem
hemeindewalde von Ommersheim
versteigert:
Schlag O berthalerberg.
6 buchen Abschnitte III. C.
25 kliefern Dachsparren.
12 ahorn Nutzstämme,
5.000 buchen Bohnenstangen, .
17 Klafter buchen u. birken Scheitholz,
30. „ geschn. -buchen und birken
Stangenprügel,
20 „gesch.aspen Stangenprügel,
1108 Krappenprugel⸗ we JV
Dmmersheim, 11. Februar 18688.

. Das Bürgermeisteramt?8
Lang.
Farben, Firnisse, Pinsel, Leinöl,
Terpentinöl, Siecatif, Bronze

bei Feaitaæ Panzerhieter.
Umschreibkataster
vorräthig in der Druͤckerei d. Bl.
        <pb n="77" />
        St. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter An zeiger“, mit seinem Unterbaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donnerstag
imnd Samsfag!““ Abonnementspreis vierteljährig 45. Krzr. oder 183 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 20. S.anmstag, den 15. Februar
—— —— — — —

ö Dee S e e
7 isss.
—
Deu tschland. an den betheiligten Stellen dem Bundesrathe und dem Reichstage
München, 12. Febr. Durch königl Entschließung ist die n nächster Session vorgelegt werden soll.
Fintheilung der Infanteriebrigaden verändert worden. In der Berlin, 12. Febr. Pariser Nachrichten belgischer Blätter
pfalz wird für die Folge die achte Infanteriebrigade, deren Com⸗ iber ein Demissions⸗Gesuch des Grafen Bismarck, wegen eines
nando in Speyer seinen Sitz hat und von dem Generalmajor dissenses an hoher Stelle, sind aus der Luft gegriffeu. Die Po⸗
Zustav Cella geführt wird, zu garnisoniren haben. Dieselbe ber itik des Minister-Präsidenten während der letzten Vorgänge hat
steht aus dem 4. Infanterieregiinent vac. Gumppenberg. dem rotorisch die volle Billigung an entscheidender Stelle gehabt. —
Z. Infanterie regiment bac. Secendorff und dem 5. Jägerba- die handelspolitischen Verhandlungen mit Oestereich sollen einen
kaillon. ** dee 35 nehmen und den urdiuß gegr Ende I8
iGiegn“ der Woche hoffen lassen. — Se. Majestät der König nahm heute
Dienstesnachrichten. »on den Gesandten Rußlands, Hollands und Schwedens deren
Freditive sür das Präsidium des Norddeutschen Bundes entgegen.

Frankreich.

Paris, 11. Febr. Die „Patrie“ glaubt zu wissen, daß die
dachrichten aus Serbien, die noch immer sehr beunruhigender Na
ur sind, neuerdings wieder zu sehr ernstlicher Vorstellung der
hroßmächte Anlaß gegeben haben. — Die „France“ läßt sich
wus Nom melden, daß die päpstliche Regierung beabsichtigt, die
äpstliche Armee auf 25,000 Mann zu bringen. — Die Anlunft
zes Generals Dumont jsoll mit besonderer Befriedigung aufge⸗
ommen worden sein. Die im päpstlichen Staate bleibende Di⸗
ision wird den Namen „Occupations-Armee“ annehmen. — Der
Epoque“ zufolge ging heute das Gerücht, daß wichtige Verän⸗
erungen im Ministerium wahrscheinlich seien. Es wurde behaup⸗
et, der Kaiser habe mehrere einflußreiche Mitglieder der liberalen
Fraction zu sich nach dem Tuilerienpalast beschieden.

Paris, 11. Febr. Sämmiliche Ofiziere der hannover'
chen Legion find in Bourges internirt, die Mannschaften aber
n verschiedenen Ortschaften Lothringens und der Ehampagne, so⸗
vie in Chalons, Langres und Chaumont, weit von den deutschen
hrenzen. Die Trennung der Offiziere von den Mannschaften
at den Zweck, alle Aufreizung der Soldaten unmöglich zu machen
die preußische Regierung soll mit diesem Vorgehen sehr zu—
rieden sein.

Die orientalische Frage nimmt die Aufmerksamkeit immer
tärker in Anspruch. Wie wir aus bester Quelle versichern koͤnnen
o haben Oesterreich und Frankreich darauf verzichtet diplomatische
AIgenten in Bukarest zu beglaubigen. Fürst Demeter Bratiano
efindet sich in Wien und wird auch die anderen Höfe der ga—
antirenden Mächte um gewisse Abänderungen der früheren Sti—
ulatianen angehen: es scheint aber, daß er in Wien übereilte
lufschlüsse über Pläne der rumänischen Regierung gemacht hat,
zie darauf ausgehen, alle rumänischen Stammesgenossen in der
rTürkei unter ihrem Scepter zu vereinigen. Dies ist von Wien
iach Paris berichtet worden, und beide Cabinete, die gegenwärtig
n der orientalischen Frage eine fast identische Politik verfolgen,
jaben darauf beschlossen, diese Pläne nicht zu unterstüttzen und
vollen deshalb die Investirung einiger Gesandten in Bukarest un⸗
erlassen. dc E. Cretzulesco hat in der gestrigen Audienz bei
dem Hrn. Moustier die Existenz aufrührischer Banden auf rumä—
nischem Territorium entschieden dementirt; man schenkt jedoch sei⸗
nen Versicherungen nur wenig Glauben.

Paris, 123. Febr. Der Plan für die Organisation der
nobilen Nationalgarde ist im Kriegsministerium bereits fertig.

Im Ministerium des Aeußern ist man über die Vorgänge an
»er Donau ziemlich beruhigt; denn die rumänische Regjerung hat
viederholt und feierlich versprochen, etwaige Insurgenten wo mög⸗
ich zu entwaffnen, jedenfalls aber ihr Unternehmen nicht zu un—
erstuͤtzen. Auch in Belgrad, hofft man, werde 63 allmaählig ein
etwpas vernünftigere Anschauung der Sachlage Bahn brechen, als
je bisher dort geherrscht hat, und zwar weil die serbische Regie⸗
ung jetzt zu der Kinsicht gekommen sein soll, daß ihre Truppen
zar nicht kriegstüchtig und ihre Schatzkammern allzuleer für einen
jroßen Krieg seien. Indessen werden die Rüstungen in den fran—
asischen Häfen fortgesetzt.

. Se. Maj. der Konig haben sich allergnädigst bewogen ge⸗
—XX—
enbach, Bezirksamts Pirmasens, dem derzeitigen Verweser dersel⸗
hen, Priester Sebaslian Ettmüller zu übertragen.
Zufolge Regierungsbeschluß vom 11. Febr. 18608 wurde der
Lehrer Johann Dell zu Bierbach zum Lehrer der latholischen
Schule zu Immesheim vom 1. April el. J. an ernannt.

Der Präfect des · Schuhllehrerseminars zu Kaiserslautern Fr.
Trutzer wurde wegen korperlicher Unfähigkeit unter wohlgefälliger
Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten
ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt. —

In Baden sind der Justizminister Stabel und Kriegemi⸗
nister Ludwig ihrer Dienste enthoben worden. Der Minister des
Iunern, Jolly, wurde Ministerpräsident, Ministerialrath v. Dusch
Handelsminister, Ministerialrath Ellstätter Finanzminister.

Aus Berlin, 11. Febr., schreibt Stern's Corresp.; In
Abgeordnetenkreisen circulirt folgende, übrigens ganz unverbürgte
Fombination: Der Minister des Innern Graf Eulenburg, erhält
)en Botschafterposten in Paris und wird durch den Oberpräsiden⸗
sen in Kassel, Hrn. v. Moöͤller ersezt; Graf v. d. Goltz wird
oreußischer Minister der auswärtigen Angelegenheiten.

In der conservativen Partei bereitet sich eine Trennung vor
welche in der Bildung einer neuen Fraction ihren Ausdruck fin⸗
den dürfte, und zwar noch vor dem Schlusse des Landtages. Alle
zisherigen Bemühungen einen Ausgleich mit dem Grafen v. Bis—
narck herbeizuführen, sind erfolglos geblieben; der Ministerpräsi⸗
dent ist tief verstimmt.

Berlin, 12. Febr. Wie die Nordd. Allg. Zig. meldet,
iind gegenwärtig zwischen den Regierungen von Preußen und Hessen
Anterhandlungen wegen der Anlage, von Eisenbahnen zwischen
Bießen und Fulda und Gießen-Gelnhausen im Gange. — Die
Rordd. Allg. Zig. und die Kreuzztg. besprechen die Angelegenheit
er hannover'schen Emigranten und heben dabei hervor, daß Oe⸗
terreich durch Ertheilung von Pässen an dieselben die Pflichten
eines befreundeten Staates verleßt habe. Die Kreuzztg,. versichert
der französische Minister Pinard habe den Straßburger Präfecten
mngewiesen, die hannover'schen Emigranten der französischen Pro⸗
ection zu vergewissern, wobei aber dasselbe Blatt die Frage stellt
veßhalb die militärische Organisation der Emigranten aufrecht erx⸗
Jalten werde; Hr. v. Beust möge diese unnatürlichen Verhältnisse
deseitigenn.

Aus Berlin, 12. Febr. schreibt Stern's Correspondenz;
Braf Bismarck wird sich, sobald sein Gesundheitszustand es er—
aubl, nach Schmalkalden zur Jagd und nachher nach Hannover
zegeben, indessen zur Session des Bundesrathes, wenn auch nicht
zur Eroͤffnung, zurückkehren. Die Berufung des Zollparlaments
wird erst Ende März erwartet.

Die „Volksztg.“ bemerlt zu dem Gerücht vom Ausscheiden
Fulenburgs; Graf Eulenburg hat am Montag beim Ministerprä—
identen soupirt .... c, e
Die „Provinzial⸗Correspondenz“ schreibt: Die Vorberathungen
jber eine neue Kreisordnung im Ministerium des Innern —
runmehr stattfinden. * *

Im Bundeskanzleramt ist der Enliwurf einer auf den Grund⸗e
agen der Gewerbefreiheit ruhenden Gewerbeordnung für den Norde
deutschen Bund aufgestellt worden, welcher nach weiterer Prüfung

—&amp;—
        <pb n="78" />
        England. — ,

Londeon, 12. Febro Der „Globe hdementirt die Nachrich
daß Lord Derh srgendwie die Absicht habe, von feinem Posteh
awiuteten Vine Washingtoner Korrespondenz des Standard“
vom VI. Januat meldel aus angebuͤch zuverlässiger Quelle: John⸗
on habe beschlossen, England iit einem Ultimatum aufzufordern,
die Verhandlungen wegen der ˖Alabama⸗Angelegenheit auf der
yon Seward vorgeschlagenen schiedsrichterlichen Basis zu beendigen
oder er werde die diplomatischen Beziehungen mit Eugland
abbrechen.

Cork, 10. Febr. Die fenische Agitation ist hier sehr leb⸗
haft. Mehrere Mordversuche sind gegen Polizeiagenten gemacht
porden, Aufläufe in den Straßen sind von der oͤffentlichen Gee
walt zersprengti worden. Mehrexe Individuen wurden verwundet.
Patrouillen zu Fuß und zu Pferde durchziehen die Stadt.

Corl, II. Febr. Dieheute Racht, stattgefundenen Volls-
auflaufe waren sehr ernster Natuz. Sie dauerten neun Stunden
ang. Das Volb griff die Polizei mit heftigen Steinwürfen an.
dehtere drang mit gezogenen Sabtl und Bajonegten auf die
Bollsmasse fi. Hitn Mnrupehtiffer purde getddtet uund tjehrer—
vexwundet. *— 9 6*

Atalieununn.

Rom, 12. Febr. Das „Gioxnale die Roma“ meldet:
Der als Vertreter des Rorddeutschen Bundes gqun h. Stuhl ber
Jlaubigte Legationsrath va Arnim Wwird gleichzeitig auch die spe⸗
cielle Vertretung Preußens fortsetzennnn.

Florenzu9. Febr. Es heißt, daß wan in Rom für dery

Heirathsdispens für den Prinzen Humbert eine Gebühr von 100,000
Frcs. anrechnet. n vσαα
Aus Floxenz wird geschrieben: Der Exminister Gene⸗
ral Lamarmora hat in Foxm eines „Schreibens an seine Wähler
in Biella“ por Kurzem eine politische Brochüre deröffentlicht, in
welcher er dem italienischen Volke den dringlichen Rath extheilt
ich porläufig um weiter nichts, als um die Besserung seiner Finanzen,
die Neugestaltung seiner Verwaltung uud die Befestigung seiner
Freiheit im Innern zu kümmern. Lamarmora sagt den italieni⸗
schen Politikern, daß sie drei wesentliche Fehler besitzen, nämlich
zhren Haug, mit List und Tücke zu Werke zu gehen, ihren Hang.
in den Dingen politischer Ordnung Nichts und Niemanden zu re—
spectiren. Er räth zur Bildung einer großen freisinnig⸗gemäßig⸗
ten Partei, weist indessen jede Staatsstreichs-Idee zurück. In
diplomatischer Beziehung ist Genexal Lamarinora ein entschiedener
Anhanger der franzosischen Allianz. Preußen lommt allerdinge
auch gut bei der Würdigung desz italienischen Generals davon,
insbesondere der König und seine Familie; aber es ist deutlich
ichtbar, daß der General sich entschieden mehr zu Frankreich neigt
und daß er seinen Verdruß über die Beurtheilung, welche seine
iplomatijche und militärische Thätigkeit von Seiten der preußi—
schen Regierung erfahren hat noch“ nicht verwinden kann. Er
macht dem Berliner Cabinet einen Vorwurf daraus, daß es den
abgeschlossenen Offensiv⸗ und Defenfivpertrag nicht als gleichver⸗
hindlich für beide Theile an esehen habe. Allein die aus dem
Bertrage für die beiden Contrahenten erwachsenen Verpflichtungen
waren in der That nicht völlig identisch noch gegenseitig.
Woas die roͤmische Frage betrifft, so ist Lamarmora nicht der
Meinung, daß man sie sich aus dem Sinne schlagen, wohl aber,
wenn man sie nicht fortwährend im Munde' führen, daß man
aicht im Parlamente unnütze und ungeeignete Erklärungen wieder⸗
holen solle, Seiner Ansicht nach sei in dieser Frage die Stadt
Kom von dem übrigen Gebiet des päpstlichen Staates zu treunen
Der Besiß des Leßteren sei für Italien eine Nothwendigleit, und
zelleicht hätte man ihn schon errungen, wenn man statt von den
Rechten Italienz, von den Rechten der Bewohner geredet hätte.
Uebrigens sei er nicht der Ansicht, daß man den Parlamentsbe—
chluß bezüglich Roms zurüchnehmen solle. Mit der Zeit komme
Rath; mit der Zeit werde man zu ermessen wissen, od das heu—
tige Rom 287 Millionen zur Hauptstadt dienen könne, deren Zu—
stände sehr wenig gemein haben mit denen der alten Ilaliker,
welche diesseits und jenseitzs des Rubicon wohnten, von dem die
Geographen nicht wissen, wo er war. Mit der Zeit werde man
die Rechte und Bedürfnisse dieses von allen Städten der Welt so
derschiedenen Roms zu würdigen wissen. werde man den Satz
von der „freien Kirche im freien Stagt“ nach allen Seiten erör⸗
tern. „Unter den heutigen Verhältnissen und bei dem gegenwär⸗
tigen Stand der Geister in Italien müßte, falls die Hauptstadt
nach Rom verlegt würde, die administrative Verwirrung, die an
ins nagt, sich in eine Anarchie verwandeln, welche uns unerbitt⸗
lich verzehren würde.

Florenz, 13. Febr. In einigen Gemeinden der Provinz Tre⸗
biso find wegen der Theuerung der Lebensmittel Unruhen ausge⸗
brochen, welche aber schnesl wieder gedämpfi wurden, nachdem ei⸗
nige Verhaftungen stattgefunden.

Echwerrz
. Aut Freiburg mmmu so eben ein Extrabulletin der Con·
fodoͤrs⸗ wolcheg rkothh auf schwarzem Grunde, meldet, vaß der
Großze Kath dieseg Cantons mit 51 gegen 83 Snmmen die Wie—
dereinführung der Todesstrafe beschlossen hat.“ Die Schrecken er⸗
regende Anzahl der in letzter Zeit in der Schweiz verübten Ver⸗
brechen mag bei diesem dem Zeitgeiste widersprechenden Beschlusse
kein geringes Gewicht in die Wagschale geworfen haben.
Der Friedent us des tichen Jollparlaments.
* Ich habe nur ein Vaterland, das heißt Deutjchland,“
vom Stein, 1. Dez. 1812.
3 Seit dem Tage von Königgrätz und seinen großen Folgen
liegt der Schwerpunkt der europäischen Geschichte wiederum im
TSentrum, in Deutschland. Ob die eigene Entwicklung der deut⸗
ichen Nation auf vernünftige Weise — ohne blutigen Krieg nach
außen und ohne verderblichen Zwist im Innern — vor sich gehe,
hängt von ihr selbst so gut ab, als ohne dieselbe fortan nichtg
Pepeute udes mehr auf dem Continent geschehen kann, alg wie sie
will. Diese beherrschende Stellung, dieses Machtgebot deutschet
Nation erkennen alle Staaten des Ruslandes an, die klugen mit
Offenheit, die befreundeten mit Theilnahme, die bisher allein
herrschsüchtigen und durch unsere Unterdrüdung gewaltigen mit
verhaltenem Unwillen oder eitlem Zorn. Keiner dieser legtexen
vermag es nunmehr allein und für sich das beneidete Werk der
Tinigung, soweit es im deutschen Nordbunde voll rüftig schaffen⸗
der Kraft und klugen Ernstes vor Augen steht, zu stören, zu zer⸗
brechen. Die deutsche That des bayerischen Landtages, daß er
mnit überwiegender Nehrheit ein deutsches Zollparlament exmög⸗
licht hat, hat das alte Band nationalen Glückes neu und hoff⸗
aungspoll gezogen, hat über Deutschland hinaus eine mächtige
Wirkung geäußert. Wäre diese mannhafte Gesinnung im Entscheid
des Jahres 1866 an eben jener Stelle Herr geworden! Hätte
man an anderer Stelle der Gegen⸗Partei, dieser geschwornen un⸗
zersöhnlichen Feindin der deutschen Sache, der eignen Hoheit zu
Liebe Ohr und Thor versagt! Der deutsche Krieg wenigstens
var vermieden, das Leben von Tausenden für Bayern war erhal⸗
ten, Millionen und Millionen für Bayern waren erspart, und —
aber Geschehenes mag nicht ungeschehen gemacht werden. Umson?
nahute damals im Voraus laut und vertraut die Politik: wird jetzt
die ebenso richtende Geschichte nach der Hand keine Lehrerin des
nächsten Zieles und des allein heilsamen Entschlusses abgeben?
Es ist teine selbstgeschaffene Einbildung, es ist eine greifbare, aus
der Wirklichkeit abgezogene Behauptung: so entscheidend damals
per deutsche Süden, und voran gegen den Krieg gewesen wäre,
rbenso ist er es jetzt wieder für den Frieden, für den Friedens
beruf des deutschen Zollparlaments. Springt aus den Verhand⸗
ungen, aus dem Geiste dieses deutschen Tages klar, fest und groß
der Entschluß und die Ueberzeugung hervor: man werde, wie im
Norden, so im Süden — eingedenk alter Freiheit und Selbsi—
jerrlichleit — in die innere geschichtlich gegebene Entwicklung, in
die naturgemäße Einigung Deutscher und Deutscher zu einem siaat-
ichen würdigen Ganzen keine Einsprache, woher und unter wel⸗
her Form sie bomme, dulden oder beachten, erscheint das Zollpar⸗
ament als das getreue Bild eines deni Auslande gegenüber von
rziner Seele getragenen, ein eim Rufe folgenden geharnischten
Bolksthums, dann wird sich die Hochachtung dor deuischer Kraft
teigern, daß selbst — ein vielleicht keimendes — Bundniß des
dasses und der Herrschsucht ohnmächtig es aufgibt, den Frieden
uu brechen, welchen Deutschland und Europa dauernd und sicher
o heiß ersehnt, nach welchen es aus Mangel und Noth, aus
dunger und Elend nahezu verweifelt emporschreit. Der Friede
Deutschlands und damit großentheils Europa's liegt wesentlich in
inser er Hand, ruht für die Gegenwart hauptsächlich auf der Hal⸗
ung des deutschen Zollparlaments. Dieses soll weder im Werke
der heranreifenden Einigung Vorzeitiges unbesonnen begehren, noch
die nothwendige einheitliche Oberleitung mit unvernünftigem, odet
jar vaterlandsverrrätherischenm Haß verläumndden — man wird von
Ausschweifungen nach beiden Seiten hin in Berlin belehrt wer⸗
den; aber das Zollparlament muß, soll und wird vor aller Welt
infichtig und einhellig den Wunsch der Nation verkünden; es
nöoge, damil seine nächsten Interessen selbst, die des volkswirth
chaftlichen, gewerblichen und kaufmännischen Bestaudes gesichert
und umfriedet sind, alsbald und sofort an gleicher Stelle (man
Jestatte die Bezeichnung) ein deuisches Milifärparlament eingeru⸗
fen werden, welches, ein Ausschuß der tüchtigsten Officiere von
Nord und Süd, den schütenden und schirmenden Organismus
deutscher Lande ebenso einmüthig, kräftig und in Treue sich er⸗
zänzend herstelle, als wie es selbst, so Gottt will, den nahreuden
and erhaltenden vollbereiten wird. Die Schutz⸗ und Trutzbünd⸗
nisse der Sudstaaten mit dem Nordbund müssen offentlich gewähr⸗
eistet, und rückhaltoloß Hand in Hand, Fahne an Faͤhne beschworen
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        werdem Schließt sich auf diese Weise an das Aufgebot deut· zwei hochedelige Namen in die Verichfe aijs —
scher Hehrfraft des Nordens. ꝑ00 oq Mannet, Moch der statte Lord Willoughby d'Eresby/ erblichhẽt! —8 Groß! amnmerer von
liche Juzug der 100,000 suddeutschen Fidgenossen, zeigt man, wir England, hat seit dem Jahre 1849 miti der Gräfin diAlteyrac,
nur dee ferne Gedanke rines Eingtkiffs; geschweige ines *Angriffée die seitdem von ihrem Gatten,“ einem franzöfischen Marine-Offi⸗
alles — von Koͤnigsberg bis Basel, vom Nordseestrand biß zur cier pesieden wurde, bißz zum Jahre 1864 erft in London, ge⸗
dipenleile/ wie inan Mann bereit und schlagfertig findet dann, ebt. VDer Lordi Groß · Mnmerer war veim Beginne dieses Ver⸗
ürwage dann ist der Friede⸗ unser innerer Friede felsenfest ge dältnisses noch nicht Erbe seines Titels, Grafin d'Alteyrac, pas⸗
zrimded und gewonnen. Dann bwird sman weder in Paris noch irte als seine Gattin, und eine Tochter, die beiden geboren wurde,
in Wien — denn uur d Finfalf menschlichen Hepzens uud harm⸗· rhielt den Namen Miss Willougby, wurde in Frankreich erzogen
loser Unschuld in der Po iti kaun — vogeden: man werde ein ind' blieb über das Verhälmiß ihrer Eltern im⸗ UnktkarenBis
vierhundertjaͤhriges —5— — Idnsn Regen Aen gr· n Jahre 1864 lebten diese friedlich und einträchtig zusammen,
neuten Versuch aufgeben und“ in vernunftiger“ Selbsserkenniniß sei. ils aber die Gräͤfin nach Paris hinüberging, dort ihre Tochter
ner Plane und Nuf? Deufschland, mindeftenz Auf den u holen, irat plötlich ein Umschlag ein.HDer Hebel scheint ein
gleichstammigen Sübostent fuͤr immer fich entschlagen AN dann wird Lammermädchen der Gräfin gewesen zu sein, die dei Seiner Lord-
nan auch nicht in Parig und Wien x«5. magen. daß Hausrecht chaft Gnade gefunden hatte.: Zunächst erjchten in' franzosischen
*8* Ration zu stören, Dann sppird man endlich auch aufhhar zeitungen eine Erklärung des Hon. Willoughby, worin er an⸗
ren, in Mänchen und in Stuttgart“tinen Feuerbrand zu rigte nicht für die Schulden der Gräfin haften zu wollen. Letztere
welcher verhaͤngnißboll wie jenerimm von der Alihea, sicher Aur ehrte mit ihter Tochter nach England zurück und begab sich nach
es agene Haus vernichten wurde . Grot! und don welihistori- hrer Wohnung: bel Twickenham. Hier fand sich ein Agent Wil—
scher Bedeutung ist die Aufgabe des deutschen Zollparlaments. ougby's, der inzwischen Vermögen und Titel seines Hauses geerbt,
An seinen Namen kann sich eine Kette, von Segmungen- Enuüpfen ꝛin und forderte sie Zuf, das Haus zu raumen, was fie indessen
fur ünser und das kommende Geichlecht. *375 gerwejgerte, dq. Möhel Silberzeug ꝛt. ihr Eigenthum waren.
— — 5 e wurde ein Compromiß gefchlossen, wonach Lord Wil⸗
tougby ihr'4000 8. sofort und 1200 L. Jahresgehalt auszahlen
ollse, eine Forderung, die bei einem Jahreseinkommen zwischen
79780,000 2. gewiß nicht zu hoch fur die Mittel des Lords
vaͤr Inzwischen wurde das Mobiliar ⁊c. des Hdauses für Rech⸗
nung des Groß Kämmeres zgßt und realisixte 8000 . aber
weder von dieser Summe Ryshe son den ve einharseũ eldern
erhielt die Gräfin etwas zuriich nur 300 8. iht in zwei
Zahlungen ausgehändigt. Die jetzige Klage der Gräfin verlangte
die Beträge für ihr verkaufies Mobiliar zurück, und der Lord-
Oberrichter des Gerichtshofes der Queen's Beench rieth den Par-
zeien, sich gütlich zu pergleichen. Leßteres ist denn nun auch
reschehen und heute dem Gerichte angezeigt worden..

In Ventimiglia (Oberitalien) hat sich die Signora Emilia
Manuzzi mit Kohlendampf erstickt; eine Zeit lang Geliebte des
Erzherzogs von Parma, reiste sie ihm, als er sie verlafsen, nach,
wvurde aber auf dessen Anregung sowohl aus: Fraͤnzösischen, als
talienischen Städten ausgewiesen und suchte daher lebensmüde
den Tod.

— Aus Petersburg wird der Tod eines die dortigen Verhält⸗
nissen characterisirenden Mannes gemeldet, der niemals Medicin
ludirt und niemals ein ärztliches Examen überstanden haben soll,
ennoch aber es bis zum Staatsrath und zu einer höheren Mi⸗
itärarztstelle gebracht hatte, so wie auch seine Brust mit höheren
Irden geziert war. Der Zufall hatte ihn, so berichtet man, in
den Besitz der Zeugnisse wohlbestandener medicinischer Prüfung ei⸗
res nahen Verwandten gebracht und diese eroͤffneten ihm eine
daufbahn erst im Kaukasus, später in Petersburg. Der Behand⸗
iung der Kranken im Hospital, dem er angehörte, wußte er quovis
modo sich zu entziehen. Als ein? Oberarzt ihm einst mehrere Kran⸗
lensäle übertragen wollte, bat er diesen davon abzustehen, da er
das Unglück habe, daß ihm fast alle Kranken sterben. Einmal
als dienstthuender Arzt ließ er allen während der Dienstzeit auf⸗
genommenen Kranken Ricinusöl (oleum ricini) reichen, dessen
Wirkung bei den übrigen Hospitalärzten, die davon keine Kunde
ind keine Ahnung hatten, den Wahn hervorrief. daß ein plötzli⸗
chher Wechsel des Krankheitsgenius eingetreten. Er erreichte, daß
hm Krautfe nicht weiter zur Behandlung übergeben wurden.

f An der Warschau⸗Wiener⸗Eisenbahn wurden Veruntreuungen
m größten Maßstabe dadurch begangen, daß viele Stationsbeam⸗
en unter sich überein gekommen waren, nur einen Bruchtheil der
Frachtgüter in die Bücher einzutragen und den größten Theil der
Fracht unter sich zu theilen. Bis jetzt haͤt die Untersuchung be—
eits nahezu 200,000 S.⸗Rubel als unterschlagen herausgestellt.

In Genfwurde ein aus Württemberg gebürtiger Falschmün⸗
jer, Namens Stadelmann, nebst Zuhälterin und Gehilfen verhaftet.

Nach den neuesten Berechnungen beträgt die Bevoölkerung

der Erde 18350 Millionen, welche sich in 3664 bekannten Spra⸗
hen ausdruͤcen und 1100 bestimmten Religionen huldigen. Das
nittlere Lebensalter des Menschen ist auf 33 Jahre 6 Monate
geschazt. Ein Viertheil der Kinder stirbt vor dem 7. Jahr und
die Hälfte vor dem 17. Von 100 Personen erreichen 6 das
Alter von 60 Jahren und darüber; von 500 wird eine 80
Jahre und von 1000 nur eine bis 100 Jahre alt. Jedes Jahr
derben 33 Millionen Menschen, also 91,000 den Tag, 3730 in
der Stunde, 60 in der Minute, Dagegen ereignen sich im Jahre
zurchschnittlich 441,.5 Millionen Geburten; nur wird diefer Zu⸗
aahme des Menschengeschlechts durch Krieg und andere außerhalb
des regelmäßigen Ganges der Natur liegende Verhältnisse häufig
Ubbruch gethan.

f Kaiserslautern,11. Febrar Durch die hiefige Ein⸗
wohnerschaft wurden 500 . auf, die Entdedung des Morders der
Julie Schaͤffet a Trippftabt ausgesetzt.“ Bis seßt waren 'alle Be⸗
mühungen der Sicherheitsbehoͤrde trotz der groͤßten Anstrengungen
Foiglos; hoffen wir jedoch daß das Scheusal seinergerechlen
Strafe nicht entgehen wird. J

Mainz 12. Febr.“ Die Generalverfammlung ver Actio-
näre det hessischen Ludwigsbahn hat entsprechend den Anträgen
des Verwaltungs-Raths den Bau dexr xrheinhesfischen Bahnen,der
Odenwaldbahn, der Worms-Benshetinet‘ Bahn und der Ried-Bahn
die exsteren mit 800 Stimmen gegen 90, die letzteren einstimmie
deschlossen. —77 WW

Efsen, 9. Febt. Aüf der Krupp'schen' Gußstahlfabrik
ist jetzt eine zweitr Riesenkanone in Arbeit, welche die Dimensionen
der in Paris ausgestellt gewesenen und jetzt wieder hier sich be⸗
findenden Kanone überragen soll.

Ein Aufsehen erregender Vorfall ereignete sich am 1. Febr.

im Düsseldorfer Schwurgerichtssaal. Ein Mann stand vor den
Afsisen, des Mordes angeklagt. Wegen Mangels an Beweisen
wurde derselbe freigesprochen. In dem Augenblicke, als das Ur⸗
theil verlündet, wurde, stürzta der Angeklagte zu Boden und war
eine Leiche.

Berhin, 10. Febr. Eine der reizendsten jungen Ver-
läuferinnen im Zazar für die nothleidenden Ostpreußen ward ge—
fragt, was ein Kuß koste. Stück für Stück 100 Thlr.:“ er
widerte schalkhaft lächelnd die Vetkauferin. aber — setzte sie hinzu
— dieser Artikel wird pränumerando bezahlt.“ Der Herr, eine
anserer bedeutendsten Geldgrößen, holte ein Notizbuch hetaqus und
opferte einen Hundertthalerschein. Sein süßer Lohn blieb nicht
aus, die holde Verkäuferin spitzt das Mäulchen und warf dem
erwartungsvoll Harrenden das graciöse Handküßchen zu, wie sich
denken laßt, zur lebhaftesten Heiterkleit der Umstehenden.

BDie Vermählung des Erzherzogs Heinrich mit der Schau⸗
pielerin, ist ohne, ja gegen den Willen des Kaisers erfolgt; der
Erzherzog wird seinen Rang als Feldmarschall⸗Lieutenant guittiren
und künftig wahrscheinlich in Voßen wohnen. Daeree

7 In Wien wurde der Lieutenant Graf Kaunitz wegen
Schwindels und Betrugs verhaftet.

1 Für die hamnoverschen Getreuen, die Konig Georg am
Tage seiner silbernen Hochzeit, 1I0. — 20. d., in Hietzing er⸗
wartet, hat derselbe beim Theater an der Wien die Offenbach'⸗
sche Oper „Blaubart“ und „Großherzogin von Gerolstein“ bestellt
und sämmtliche Logen des J. Rangs, sowie sämmtliche Parterre⸗
und Balkonsitze occupirt. Im Curhause findet ein Bankett zu
1200 Gededlen siatt.

t Als der Mitschuld an der Ermordung der Graäfin Cho—
rinsty verdächtig wurde in Wien die Mehlhändlerin Franziska
Zechmeister verhaftet. Veranlassung hiezu gab eine aufgefangene
Torrespondenz mit der Ebergenyi.

zGastnachtsoch sen.) Am 58. Febr. wurden in Pa⸗
ris wie alljährlich auf dem großen Koncurs für Schlachtvieh die
Fastnachtsofen ausgesucht. Dieses Jahr fand der KHoncurz aif
dem neuen Biehmarkte die Villette statt. Wiederum schlug das
NRioͤpre· Departement die altherberühmten Züchter der Normandie.
Der erste, dritte und vierte Preis fiel auf das Niévre-Departe-

ment; der zweite allein auf die Normandie. Die vier Thiert
viegen je 1361, 1311, 1480 und 1355 Kilogrammes.

London, 7. Febr. Eine Scandalzeschichte, die besonders
auf den Angeklagten ein doͤchst unangenehmes Licht wirft, bringi

F
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        Mobilienversteigerung.
Aschermittwoch den 26 Februar 1868
Bormittags “ 10 Uhr und am darauf⸗
folgenden Tage Vormittags 8 Uhr lassen
die Wittwe und Erben des dahier verless
en Bäckers und Wirthes Peter Schmelzer
hre sämmtlichen Hausmobilien öffentlich
jersteigern und zwar“
2 vollstandigen Wagen mit allem Zugehoͤr,
Pflüge, Eggen, Windmühle, Ketten, und
vielerlei Ackergeräthschaften, sodann 240
Malter Kartoffeln, 60 bis 70 Zir Heu,
100 Zir Kornstroh, 90 Gebund Hafer⸗
troh, 50 Säcke Korn⸗ und Haferspreu,
1 vollständige Brandweinbrennerei— Ein⸗
richtung mit 2 Kesseln, Schlange, Kühl⸗
onne, Dampffaß, Kartoffelmühle, Fäs⸗
jer, Bütten und allem Zugehör, 2 Ge⸗
tüchschränke, 6 vollständige Betten mit
Beitladen, Wirthstische, Bänke, Stühle,
Commoden, Eckschrank, Lampen, Nacht⸗
tische,« zinnernes Geschirr, Porzellan,
Blas, Küchengeschirr, und! sonstiges
Hausgeräthe. 2*
Horn, kal. Notar.

Megenmänte
ind wieder in allen Musmernm eingetroffen bei
ACcarIl Schanek.
ar plerin Zage Jaus
Großer Ausverkan
von Tuch und Bukskin
Um mein überfülltes Lager aufzuräumen, verkaufe ich den größten Theil
neines Tuch und Bucks kin⸗Lagers unterm Fabrifpreise.
Besonders empfehle ich eine große Parthie schwarze, schwere feine
Tücher. zu fl. 1— kr., fl. 112 kr., fl. 1380 kr. bis fl. 145 kr.
Braue schwere Tücher . zu 54 kr. bis fl. 115 tr.
Somme bukskins zu 48 kr. fl. 1 —kr. fl. 115krbis fl. 130 fr.
Feine Winterbukzkins zu fl. 180 kr. fl..2 — kr. bis A. 30 kr.
— Zoppen- Jacken⸗- und ⸗NRNantelsronffe aller Art.
Alles 30 Prozent unterm früberen Verlaufspreise ble2
J. Altschüler, Tuochhandler—
am Marktplatze in Zweibrücken.
Sountag den 16. Februre —
Im— — —
Oberhauser'schen Saale
Musik und Gesang doirse
des Komikers und Mimikers

—— V
Holzversteigerung
Samstag den 22 ds. Morgens halb 9
Uhr in der Behausung des Hrn. Emanuel
Hhager in Hassel werden aus dem Wald
des Triebscheiderhofes Distrikt Peiferwald
94 Klafter eichen Schälprügel.
130 Wagnerstangen auf Kredit verstei⸗
gert. L —
Sämtliche Hölzer sind leicht abzufahren
Leonhard, Förster.

Sfmmedünger,
genannt der Schwanb,“ mit Gesellschaft;
dieselbe besieht aus 4 Damen und 2 Herrn
Aufang 792 Uhr. Entrée 12 kr.

Bekanntmachung.
Freitag den 21. Februar 1868,
Mittags 12 Uhr,
werden zu Ommersheim im Schul⸗
hause nachbezeichnete Hölzer aus dem
Hemeindewalde von Ommersheim
versteigert:
Schlag Oberthalerberg.
6 buchen Abschnitte II. Cl.
25 kiefern Dachsparren,. —
12 ahorn Nutzstämme, 8
5,000 buchen Bohnenstangen,
17 Klafter buchen u. birken Scheitholz,
30 geschn. buchen und birken
Stangenprügel, 5
20 ,„ gesch. aspen Stangenprügel,
1100, Krappenprügel.
Ommersheim, 11. Februar 1868.
Das Bürgermeisteramt:
2Lang.
Schöne frische Citronen, Capern,
narinirte und gewöhnliche Häringe,
Zardellen, Stockfische, *
Maccaroni, gedörrtes Obst, Nu⸗
deln, grüne Kerne, Suppenstern⸗
chen. Erbsen, Bohnen, Linsen
re. ꝛ.
Schweizer⸗ Parmesan⸗ erpp
Limburger Käse, Mainzer Hand⸗
aschen W
2 ⸗ 231
szer Schinken

7
⁊

— — —
Jeut'e Stag, den 15. Fe er.
In der — J 3
erey BRrauereĩ.

Asang T DVhr
54 fr., Linsen — fl. — kr. per Zeniner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 81 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 164 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 16 kr.

J.

EPhotographie
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu⸗
eeigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
Abends A Uhr in meinem neuen Altelier
jef. Aufträge entgegennehme um promptest
uuszuführen. — —
icch Auufnahmen finden im geheitz ten
zalon bei jeder Witterung statt.
St. Ingbert 15. Febr. 1868.
Br. Ollig, Photograph.
dohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.
Der Unterzeichnete hat Eichen, Kie⸗
fern und Birkenes Klafterholz
'owie auch schönes Kiefernes Bau—
holz in jeder beliebigen Länge und Dicke,
zu verkaufen.
8. vb8bß.
Breitermühle bei Würsbach.
Furchtpreise der Etddt
Kaisers sautern vom 11. Februar.
Weizen 8 fl. 27 tr., Korn 7 fl. 585
Grünen u. schwarzen Thee bester 3pelzkern — fs. — kr. Spelz
Tnalität bringt in empfehlende Grinnerung 50 kr., Gerste 5 fl. 58 kr., Hafer
EFiteæ 1νν, B tr., Erbien ð il. 2ukr., Wicken —

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Homburg vom 12. Febr.

Weizen 8 fl. 44 kr., Korn 7 fl. 11tr.
Spelz 5 fl.s1 kr. Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 7 fl. 18 kr., Hafer
4fl. 51 kr., Erbsen 6 fl. — kr., Kartof⸗
feln Ufl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
31 kr., ditto 2 Kgr. 21 tr., ditto 1 Kgr.
11kr., Kühfleisch 1Qual. 16fr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 128 kr., Hammeifleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 25 kr.
ner Vfd
— — — —

Frankfurter Börse
SGeldsorten.

vom 12. Febr. 1866.
Breußische Kassenscheine. 1447/-43
Zreußische Friedrichsddr. . 9 8372/3-584
Jistolen . 2949- 510
dolländische 10 fl⸗Stücke. 9 54-56

Ducaten .. 3 656 3739
20Francs⸗Stücke.98230381 .5.
Englische Souvereings...11 54-58
Bold per Zollfund fein . ,— *27
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold 1297728
—

1
Redaktion, Druck und Verlag van F. X. Demetz in St. Ingbert. —W 3
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tνι snn ii ————— J—— e e i

ninn 6 i. — ee u u X 4
.ä ι — u — * vi pe
Der St. In giberteer Anz eñgerrunmit seinem Unterhaltungsblatte erscheint: wöchentlich; dreintale Dienstag, Donnerstag
aud Sam⸗-4—5 4 4.2. Abomirmentsbreis viexteljöhrig 450 Krzr.nroder 19. Silbergr? Anzeigen werden mit 8.Krzr. die dreispaltige Zeilt
Blattsichriftender derenKaum berechnet
Rro. 214. nꝰcιο ι Dienstag— den I18. Februar * J mαιν ue e J 1868
— — — — — — — — —
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5 TL 4 —3* — —1* —E ⏑—— —— —— — 41 A O G
—XV ä on litt tis ιννα uuchte veent zrrich ket set, An dier Armenvfleg —
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n In en mrun uͤber Heimathe Berehelichung und Aufe nthult uf Munch'en? 149 Febrein DieV 9J —
e In Nraft · iaeten soll die neut ¶ Vese achung mmit dem brafen ẽhorinihei ede — 8 0* den
3. e 35 in eteereet alb⸗an das a e „10 da l ie cten als⸗
nmn u i chen I 4 Vedr.Bach ben Bestimmungen bes ppellationsgericht eingesendet werden tonnen
e d e n ere — —
eente ———00 e e en ain
n erht — ee eee ete 3536.
eee ee ee in ob in —⏑————
dermener glder Referent Gelhert' daß auch in Ländg lyterschent — m othlaufentzuͤndung am rechtet
meinden der Orisv Referent Gelhert. daß auch in Sandge- Igterschenlel (Einschnitt)Ein gestern indung am redten
— B— e den Vorsitz füͤbrernnZur Betründung 25 5* e Vin ——
n ieee e n ann. sn setei. ——
Die ngd pe ä.lais zSchwachegefühl. ps
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e Grund fur umgleiche Ancdnungen dicht vocli a ein zwingen· 5 PHegi r reeen
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n a de e ee eeeh Ducte ud ee eeee
e e eet n hen gn Sra Muts heim. Kantons Oorndadh—
4Principiell und im Allgemeinen —— Berlin -, J
— —— e e e
et werden zu so spricht dieje selbst ihren St ag des Nacddeutfch wanderung durch den Reichs⸗
Folgerichtig muß ein Or ihren Standpunkt aus des Naorddeutschen Bundes herbeizufü
olgerichtig muß ein Organ der Staatsr n aun dem öst, ischen herbeizuführen. Die Vorgange
—
en x Die mallgemeinen Erläuterungen Schuhe der Au— dazu geben, um die zum
— gen zum Entwurfe uswandernden bestehenden Vorjchriften zus
sti * i 9 sJ nerhe zusamme nzu
,mmnung nun die Leitung und B er kommt nach ihrer Be⸗ Ien ie bekunnt, sollte der verblichene deutsche Bundest, —
hesunrrichts ud der reugidf zeaufsichtigung des religidsen ntsche Auswanderungswesen eodifieire tsche Bundestag das
— 35 —— giͤsen Budung zu.“ Aus di hereitz gesammelt, * n, und das Maierial war
achügen ais berfasfungsmaßigen Vestimmungen foi Ius diesen ebenso ned gesammelt. Sehr.schätzbar“ mag es für di
tanungs r illerd jsci ar“ mag cs für die Ge
farrer, welcher ein Organ seiner R —D— ——— e h i d
st, nicht d si ore und nicht des Staates nicht beschränkt werden. — dürfte auch
Wi die Vorsitz der örtlichen Schulbehoͤrde zu führen hat, und — Fur den V den 4*
—BS——— eee oͤhne Magiftrat in den zinuunter— e — Jahresbe⸗
F schen reisen veror nungsmäßig dennach der Zlaats. ⁊ warun dorddeutschen Bundes stehe
o beruhte dies auf gegenseitigen der Fall war. Ztaats· Telegraphenstationen unter ei ehenden
o beruhte. dies auf gegenseitigem Pebereinkammen und gre ZSlauonen des dansche nter einander und mit den übri
den der Zweckmaͤsigkeit, welchel inlammen und auf Gruͤn- Stationen des deutjsch⸗ osterreichischen den übrigen
dein der Zwedmäsigkeit, welche letztere gicht mehr wirksam ersche- Zeieat eichischen Telegraphen ⸗Vereins ist ei
nen, n dein Pfarter die Locaischuunspeck wirksam orschei⸗ ue Telegraphen · Ordnung fuͤr die Corre Vey ist eine
pun e lion entzogen ijs reten. — e Correspondenz in Kraft ge⸗
dies im gegenwärtigen Gesetzesent uliaspection entzogen ist, wie wogegen: für den Verkehremit den zurrA ge
Außerdem in die der Oi hu⸗ n wurf grundsätzlich geschieht. oͤrdorung hon Privat Depesche 5 —348 zur: nnahme und Be⸗
die der ommission ñ 34 In v n ermächtigten Eisenbahn ·
erie von welcher die —133 erfolgter Regelung der DEX
auch gerade —RE——— er begrenzt, und limmungen —— een und Be⸗
n —5 7 un od F. V ß 3 J 416 4 t en. . .
n e eeeeen vor s n I debe Die Spe Ziheweldetta
ueee aol ündig su iberschauen vermidgen 3 ene Die Agitativn des Sr-honigs —88 — 3
— 5 —268 eß nicht aden re —8 8 n ad Ex⸗Koͤnig hat Lin Ashl in Desterreich der⸗
nuch die i Sire calbehtirde. zu. führen, deren Aufgabe verde um dem T gepannt. welche Schrite iman in Wien thut
et „ Sirafe gegenn verschuldeie Schulversäumnisse aus⸗ d In eteder 358 * zu thun n ein
ipeee geo ——4 W Nn. 40. Tr er resultatlosen C 85
F wꝛy bem — B——— ed e —8 e
ιαα ulcommission sein soll, wünscht — ge Provinzia onds im Herr
—— ιιιι
er Ortsschu iffiom is —— nicht Abgeordnetenhaus.In — E
in Kenniniß zu e eee d kö— dret des Etats en ehe Wn I atgen —*2
siedlen and an beren verahung Theilu zu erscheinen. Anirage ügen on in emDer Finamzmimster bri timme.Jacobies
zet diesen Antrag Theil zu netzmen.nd begrun⸗ vurf ein, hetreffend die Aus n nister bringt einen Gesetze gent
ae e e .Der Geistliche kann ale Zchatzanweisun in gabe von 3 Millionen verzins licher
wvor⸗ gen in Ostpreußen 3 ins iche
u nen durch ——— ——— darleben fr Saatsrüchte nd ewaaenig geruhehcet
— —— Ang. Zig.. belont. dag muir der Gesund
— aber ist er als —S— eenn des Grafen Bismarck denselben d w
erc der igios sutichen W — r als qmtliqex. Pertre· Urlaub zu erbitten; die in arae i ee
Fonfesiendes e and derehtigi, chen, Iuseresenseiner oumcher Kanm finde n parlamentarischen Vorgange. welche
nfession defugt Zund herechtigl, da, wo es sig m. Bi er Natur find und ihre politischen C
— — — 2 dhes sich um. Bildung den, waren weder für de en Consequenzen haben wer⸗
58 Jung der Jemer Confenlon angehoͤrigeun· J d — er für den Urlaub maßgebend vej
nitzureden uud, mitzuwirlen. Dahe rigen Jugend handelt, jaupt mit dem Gesundheits —9 noch stehen sie über⸗
echu *3 Baher Geistüchen ** 7 tszustande des Grafen *
Ine e u he — de⸗ die Kreuzzeitung sagt stande des Grafen in Verbindung.
3 et arllärt, au Den V Die Hreuzgeitung sagt, es jei zweifelhaft, ob det Puse
er Origschulxommission Theil rklärt, au, den Verhandlungen aubsreise überh felhaft, ob der Eraf die Ur⸗
Theil zu nehmen, 8 weee haupt antreten wer der
en e e VAA — verde da her goilbundesroch cun
ißschusse usgenommen, daß der Vsarree zwar bercchn J DieKereumzeitung“ bestätigt die Mit 43
— 2* echtigt, —cXR ters hur et Jour nr * aͤt g die Mittheilung des Pe⸗
rget Journal,“ daß Preußen die gemeinsamen —

5]1
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        der Westmächte und OAfierreichs in B ger AA nicht unter⸗ 88 künftigan Gesandten daselbfebestimmt F aber der Papst
uͤtzt ba 9 X 54 vorlaufig Pedingung gesielt, daß erst Fe —2
Aung Wiem DDDDD—— Nch dem S luß Pegen de Ketholtun Ant russischen Reiche eingestetzt werdes moch⸗
der —8* Feitzunn de Abgeordngenhaufes ein —— — Putins ungehindert in St⸗ Petershurg zu⸗
rath 31* in waen u. MHeer v. Hassen Er über seine Ent⸗)gelassen' werde.
würfe bezüglich der Regelung derx confessionellen Verhältnisse und
des Schulgesetzes referirte. Es wurde beschlossen. diese Entwürfe
sofort dem Abgeordnetenbaus vorzulegen, ein Beweis, daß die Re⸗
gierung die Resultate: der Verhandlungen mit: Rom nicht, abwar⸗
en will. Die meisten Schwierigkeiten. bietet aber die Finanz
rage; der Ministerath kann sich, wie es scheint, noch nicht ent⸗.
schließen, die draftischen Mittel zu billigen, welche Dr. Brestl vor⸗
zeschlagen hat. Entschieden abgelehnt sind die Projecte einer neuen!
Anleihe und einer Vexmögenssteuer; aber auch der Erhöhung der
Touponsteuer hat der Ministerrath noch nicht zugestimmt, obschon
hen schhehuch deine Wahl bieiden wird, da Lr bon eierx ausnahums-
weisen Bestenerung · der Kirchengüter nichts wissen will.
24DerGesetzesentwurf über Einsetzung der Schwurgerichte kur
Pirtez sasch n joll im Reichsrathe so beschleunigt werden,
paß die Sech wenregee x.i chet enLängstenz sechs Wochen ins Leben
hreten boönnen ,
Wien 15 Febr.n Die Abend⸗Zeitung sagt heute officiös:
Desterreich blieb der Angelegenheit wegen der Hannoveraner fern
—
heilung. an flüchtige Ausländer werde von allen — un ·
beanstandet ausgeübt. dizen bezangen Nebergriffe Seitens der
Anterbehoͤrden seien ernstlich gerügt worden. Der Umgebung de⸗
onigs Georg seien ernstliche Vorstellungen gemacht ynd das Ber⸗
iner“ Tabinet hierbon unterrichtet worden. et
Frankreich
.Aus Plari87. 14.Febt. wird geschrieben: Fallimente sind
zeim jezigen Standendet Geschäfte umd bei einer Stagnation dez
dandels, wie die heutige Wochenbilanz der Bank sie ergiebt, nichts
Neues, aber dieser Tage wird, was neit ift, ein aiseruche Prä
en u Fallite erklärt werden.“ Esist dies einer der' besten Prä⸗
eeten des Kaiserreiches, Dder aberfürn Feste und dergleichen weit
uaber' sein Auskominen? Zepenfirte und für nicht weniger als 800,090
Frs.protestirter? Wechseln:in 1Cireulation“ hat, Da der! Herr
Präfect auch Waaren kaͤufte und mit Verlust wieder verkaufte, so
ronfiatirt dies die Qualitat eines Commerqant, der! bankerott er⸗
klärt werden kann nt
an Paris, 14. Febr. Dien, Patrie sieht: der Auflegung der
Anleihe für⸗ Anfang März⸗ entgegen. Der! Staatsrath soll
demnächst die Prüfung des: Budget für 1869 beendigt haben,
vorauf er das Anleihegesetz prüfen wird. Der Gesetzgebende Kör⸗
per wird beide Gesetzesentwürfenzugleich nin Angriff nejmen und
wird die Berathung des Anleihegesetzes als dringlich behandelwe
Der! Etendard“ hat ein Telegrammaus Nizzavom 14.2 Der!
stönig von Bayern war gestern sehr leidend. Den Aerzten ist es
zeute morgen gelungen, das Fortschreiten der Krankyeit- aufzuhal⸗
sen.« Hoffnung auf Heilung der Krankheit ist noch vorhanden.
Der Koͤnig bekundet keine Beunruhigung über seinen Zustand.
r Paris, 15. Febren Wie die „France“ meldet, hatGraf
p.nd. Goltz gestern dem Kaiser seine Aufwartung gemacht.“ Der
Begenstand dieses Besuches war die Auswechslung der Unterschrif⸗
ten des Zollvertrages zwischen Frankreich und Preußen, beziehungs⸗
weise Mecklenburg, welcher heute ratificirt worden ist. Dasselbe
Blatt dementirt die telegraphisch gemeldete Nachricht von der be⸗
oorstehenden Reise Aali⸗Pascha nach Paris. — Die „Patrie“ de—
nentirt aufs entschiedenste alle von den auswärtigen. Blättern mil-
zetheilien Rachrichten über bevorstehende ader beabsichtigte Berände⸗
rungen des Ministeriums. ι
Paris, 16. Febr. Der „Consitutionnel“ behauptet, die
Mächte seien gut unterreichtet gewesen, als sie in Belgrade und
Bucharest Vorstellungen machten und fügt hinzu: die Vorstellun gen
jeien unumgänglich gewesen, wenn man vermeiden wollte, daß an⸗
den Ufern der Donau sich heute das selbe Spiel wiederhole, was
Andere letzten Herbst an der päpstlichen Grenze zu spelen ver⸗
juchten. Die Patrie“ sagt:Depeschen aus Serbien bestätigen
eine gewisse Beunruhigung der Geinüther. 7. Der FEtendard“
theilt mit, General Ignalieff werde nach Constantinopel zurück⸗
kehren, sobald seine Gemahlin wieder herhestellt set
Marseille, 15. Febrk. Briefe aus Romm voͤm13. Febr.
—ä—— auf die Anrede des Hrn. v. Ar⸗
nim, Bevollmächtigten des Norddeutschen Bundes am römi—
schen Hofe, sagte der Pabst; Er danke dem König Loilhelm für
seine Worte über die Unabhängigkeit des Papstthums und für den
Schutz, den er seinen katholischen Unterthanen angedeihen“ lasse.
Herr d. Arnim hatte nämlich versichert, sein König würde gern
inen Beweis seiner freundlichen Gesinnungen gegen den Heiligen
—A einen papftlichen Nuntius in Berlin zulassen. —
Per Graf Creptowich welcher sich agcgeuwärtig in Rom beiindet

1214
73weibrüchen, 16. Febr. Zu den bevoörstehenden
Schwurgerichtzverhandlungen sind inberufen? J. als Haudbptge⸗
uch woren eʒ 1) Georg Jarob Seitz, Gutsbesitzer und Adjunci
m Rhodt; 2) Zarl Karsch, Handelsmann in Kaiserslautern; 8)
Zarl, Voltz. Oelonom?. isr Biedesheim n y Bernharde Schuier:
Buͤrgeemeitete in · Steinfeid; 5) FerdingudeMaucher Burgerme ister
Renstadt; 6) Friedrich Theobuld Kaifinann in Piemasens!
1) Georg Heinrich Breinig, Müller ind Geineinderath in Bellhern
Johann Schwartz, Wirth'in Birkweilete9) Friebrich: Bitb.
Ztadtrath in Neustadt 10) Gkorg Friedrich: Kircher, Roihgerber
und nenn in Grünstadt; 11) Victor. Graffion, Stadtrath in
Zzt.“ ggt 12) ·Jatob Leppla/ Müullerin Bliesdalheim; 18)
Zeorg Vtiichael Fleckstein, Oekonbin' in Niederotterbach; 14) Kari
Schwinn, Kaufmannin“ Ludwigshafen; 15). Ludwig Ningler,
Bijerbrauer in Kandel; 165 Karl Sigmund Ritter, Birgermeistet
in Frankenstein5 17). Johann“ Imhof, Gemeinderath in Tripp⸗
tadt 18) Otts Hepp, k. Notat in Annweiler; 19) Ludwig
Stempel, praktischer Arzt in Nenstadt; 20) Peter Kaiser, Schuh⸗
'abrikant in Pirmasens; 21) Michael Waft, Bürgermreister in Nie⸗
derhorhoach 229SFriedrich SchindlerMülleteineWinneln:
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        23) Daniel Krämer
Oek i 5
Detonom in Bechhof —A
in —2 e — —,——— der Ebe
— — it — X — igen in
retnee bn ie unt in Rhein⸗ v heißt es in n l ab, gotheiung Siche oß
—— ———
rom in Godtamstein⸗ . e Pyalupureines4 en freiwillig ve en. daß sich die Grafi zg
ee —B———————— 815
I3 — J — ———— dishen Duelig.Di yi) und der Grafin ve in Folge
eee 8 —B ——
—— ete n ee g noch bevor die Poli ward am Samst en ame
—— — A ——
Sy ich in“ gwei B) *Gudth —E36 hre uaea ne ereits in eir ehits
αα ι d e ed ah deg cue gepi an ien hien
Sich beodgen zgedranSemen Moahefta ohnhafte nu⸗he Morde der Gräfi sse, Sechmeister, als de —2
α gefunden qjestätd znia' haͤftelt wörden · Fei Gꝛafin Chor e e Mit⸗
—— — Anen Toe er König! wen it virden Fi Die deige die insky verdächti er Mit⸗
Regist Gemisii . Mits. dem Secretürnn elfier / heurt Die Folge dieset Nahri ig pon ihr ver⸗
— ee der Pfal e schon sich freiwillig beis hricht war daß di *
spIe Pfalz. Ernst Ludwig Di und ein Bekenhitniß freiwillig beim gt par daß die Zech
und —S— Anerlennung vseiner tr laugj udwig Dim⸗ auch hi elensitniß ablegte. E —— ———— ve
Verdienstordens * ieustletungen das in Aaugjãhri gen tteue hier von der ob ten S Id.Anzeigen e
ienstlenntumgen dus donterntuz n nauch jolldie —— en gJorhanden aß
koration wurde b “ hlaoMichael zu verl erlttuz I. Chasse detz Un Beyi die Zechmeister d Egerge ewirt w
oreno demselbeu⸗he elhemn Dieuthr —— — ster sHon fruͤhet mit agewirtz worden. ist;
* p d,— 8B8 wyrr 3 — —
—R — ⏑ ⏑— ee dere —JJ —— W⸗
d en e ee en — — ——
zatione hhat Rothichild 22 Zeise mbeürdichn. Bei — — —3283
— de, e e — Stud falschen Di gelm —— Auffuhrung dir Roffinischeun Ope
* — 9 t e — e e e ee 5
Im Ro husspitab gun — erenade gebracht und ihn Dem- grei
pbatishe Nansfauenhe —V — ud überreicht gebracht und ihnn ein go isen
, * J s enhandter· aime ß wizgigenwaclig / ei * * TFAAuch die F —8 — goldener
—X 77— ranthematijchen miuqge iserr wi 8 reude kann tödt 82* —
— haien. ben weichem die u Tyubws a(einetcos nin 130atern la enl) Im' Precurseur deAnb
ed —— —— 8 ie nach inee iang ecursfur dAnt
Slovakenkrant tands ebrist dies die kuͤrzlich asich mitrrothen dier an ud stürzte sich ner langen! Secckiseei 8
— ch au Dieen eabeie! a sich auf dem Quau anget —
er hute Nonann c Ie i e ue
ez eee e e ebn 8 —A— —— 3
— V—— zan gudern Zags fand uaun pe rne ich ez gebtagt 35
pfes — n. geborsienen Meteoͤrstein beu man PAla B * J * ge racht, werde
9JF Ien ceener ou Große olnenbe eishiel achne * J 11 * —
— J ——— —— e
reßbo mef irphfre Vanket e von dem amerikae et Tuchfabri guberdie mehr:ode un wetteten ·Aaum tau
xreß eezet Ranter ged ebeα chfabrikation, r weniger mögli usend
eerrer a Be? * Fe er ebe e —* narn
— —A— eee e ———
— — —— — den Wege das Iu e ren *
srnshe wie, ees nene Meiliturb ch gewalkt,gej nen Oaß Garn ses a e
— —5 ———— —— — 58
e en e I238 een
es einen —— Kiget des ie lcherweist net ahlterhen Gef — * e gewonnen, —— No fertig⸗
machenfuͤchlen anen Ohne vont ihren W streifte das Ohr ibst einem — Bofenihast. Beid —A—
* 3 —— — n Wa em Gebr JF m Fasse Doppelbi * chgfe wur e darin in
n
eskortirt. ———— verhaftet w ne rne hrau ——— n Premnih menn g⸗ 12 Vo
In Oesterreich 5 ———— Haupiwache Züůhbrasilien aus Wollen⸗ wie nan hort 0bOoαrl 5
y In Oesterreichist dieset Tage kin Fe ideit Weerrn Booh grlandet ioch
v n juristischen —— Ein Folge ver Staats cund dndn den Unlergangdes Sthoͤbneth! getd
—— ——— —A —
JDie oͤniginzvor Asn teslt worden. * von den deutjs en· 5 **
in Vesten e e den hamburger, Baia— e ee Fae ——
et 288 7 88 DOstpreuhen paeee e Fres netn ir die Nothleidenden in een
8 —R Tzren en, I.* ——— bze
hen aee Pent id en von adrid geht folgender Grlaß des Gen AKadu—
ber Schule der Aufwiegelung Con bet Tibphau) wurde we⸗ chlossen, daß von Hand zu Haudz, „D des GeneralCapuans
—8 x von de Wswchentahicduigeutn R8 — 53 285 Grdbeben mne — an hat he ·
Twin e eeeeeanviren, — —— —R—————
————— 10. Febr. Wahund Julien v. Er Miren rdnte e
der Moͤrderin der oe lien v.t Ebergenyi, die jat diese A eeen denen fir
Belastan ßrerhandlung hayrt und rinsth. in hker — Tage nach der A zů heriicsichtigen gemttrdi an e geblieben. Gott
ne — —3 ue 53 — — ee ẽ e e * Herrn RPavia e e
innten derselben die bers ei scheinen von V eines C gespitrt Eins solches anaußer lei
—— e e eer Plane — uls ein tr — vean Dnmnecu
RR erste Plan waͤr — — ——— t Di — — madhich Sicchienz heser
e ige agte zii beschaffen * r dahin gerichtet, ein Alibi en 24 Die amerikanische Re— Nppeee J 7
hierauf Bezug hatte.fi allein eine Zuschrift ar ibi fuͤr tes vont 3. Mä Regiernng hat in Aus ihrunh
eran ve e e . —48 Zassagieren in —5 — de Rehulserung — des Ge⸗
Zpihe bgebw hen— 66 Asaunn ang demridseed —A— —
756 wchenoor Vanmehr! rei ar em Vorhaben damit di Washi XRF ity of Baltimt di Ideren Fahrzeugen beir..—
nach Wien um Herjd danmehrt reibte ein Beauft AM, ashi igton, welche di more Sartnic.. Redras 35
der Xdellagten erjͤnsich Autrengungen ahnli ragter von Pesth von Passagieren di urch die Befoͤrderunt a ebraska, City“ of
er Maͤgellagten di e a ähnlicher Ärt zu en die Vorschriften des g'einer zu großen Am
5
zrlaffen haͤben sieht ·der 5 uche Reisende die W Fne Vunnn dd eln —A
ee ndnelent dorschrftemaäßi on VDie deut d. Dollars. I atraͤge von
eene worben und sindet ein rijtsamäßige nach. ob ebenden V⸗ utsche Gesellschaft i 337
e hi a agjen inen e in Papier, auf den Passagiere in Rew Nort
ahi dun lesen id.n Gr — Vafsagieren des niis be en
un e d * —8 — —* ————— 3
J Reltung der Verhaft— du, ea ist eine sormliche licht. K. Jrib.) Di RR Ww
83 ——
erineister, daß sich eiu Polizeis etzten Taͤgen bem andie usbrach — Ichnntzig, und I nen
der Ebergenzi auf u Polizeisoldat i aͤgen bemerkie der ichen, v nh die Schsrenne —
üend viel n der⸗Mähe det „wvon denen nach ffsoifiziere nicht · um di *
dem ee viel zu thun⸗machte. been Zae gnurden. Der Uet und nah 10 d de eh
—— — — nn ee
ind aindringlich ann mit, —— Er! theilt dies enden Zust r Ueberrest 300, kam in ei x Bard geworfen
dechmister — wird jofoct verhaftet wurde astand in Hem: Nort —
— ieler gesteht da ) sorij flet wurde war gra ort an. Das B iun gren-
euee 7 Zenel an die Eber t. daß ihm eine — * u von Schi mmel. as Brod, das vo i
Zetiel aus heinem geuhl, Abergeben habe, und läm In Californie —A roczeigt
feinen Verede ißerbene dageg n ampfe nwischenn werdenvls noue Vousbeluft
d elben anssalte ;X einen nota bons vj clustigung Zwei⸗
3 erfuigen ver⸗
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        —J 22 2454 44 uge — 38
Holzversteige rung Bekanntmachnug. ιι νι]
Sanistag den 22 ds. Morgeus halb EDie Wahl der bayerischen Abgeordneten zum deutschen Zeliparlamente best h

Ahr in der Behausung des Hrn Emanuel! Bei der heute nach Vorschrift des z. 80der JInstruktion. ersolgten Fusamumenstel,
Hager in Hassel werden aus dem Wald ung der Resuliate der am 10. 1. M. statigehabten Zollparlamentswohlen hat sich erger
ʒes Triebscheiderhofes Diftritt Peiferwald hen, daß die Zahl der giltig abgegehenen Stiumen 12,249, hetrug, Hievou is die abfolute
94 Klafter eichen Schalprügel. Resoruat 613. 8 R
30 Wagnexstangen auf Kredit herstei⸗ Slmmen haben erhalten: J —
ii . Adolph Schwinn, Fabrikan in Zweibrückhen .3698..
Vimnhe vontet hunn lehct atuneterr ore n n
Leonhard / Forster. —A—
— 4. Zersplitterte Stimmen ⁊. 4 4 —
z Zusammen 12,.
Nachdem sonach eine absolute Majoriiat fich nicht ergeben hat. so muß nach Art. 12
des Gesetzes vom 16. November 1867 eine eugere Wabl saitfinden. ιν
Diese engere Wahl wirdehrermitfeftgesetzt gιιι…ιινι
— — ————— ISGS. ιι ιαιον
ESie beginnt an diesem Tage Vorminags 10 Uhr und wird Abends um 6 Uhr geschlofsem
Sie erstredt sich nur auj diejenigen beiden Eandidaten, welche bei der
Vahl am 10. 1. M. die meisten Stimmen erhalten haben, also nur auf die beiden Herrn
nn L.Adolph Schwinn Fabrikant in Zweibrücken, 0 nν,
2. Dr. Lukas Jäger, Redakteur in Speyer.
3Nur unter diesen beiden ist zu wählen⸗ und es wird hier ausdrücklich
»arauf hingewiesen, daß alle auf andere/ als die vorgenunnten beiden? Candidaten
sallenden Stimmen unter allen Umständen ungültig sinde
nt Dieße engere Wahl findet auf denselben Grundlagew and mach denselben: Vorschriften
tatt, wie die Wahl am 10. J. M. —9)
n Insbejondere bleiben die Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahl⸗
orsteher unveränderi. , tzunen 133358 p —
Auch die Wählerlisten haben dieselben zu bleiben, wiebei der ersien Wahl,
handlung und dürfen darum keinerlei neue Einträge oder Nachtragungen
m dieselben stattfinden. J .
Zerner werden die Wähler wiederholt darauf haufmerksam gemacht, daß die, Wahl-
ettel nur den Mamen des zu wählenden Abgeordüeten“! welcher bei der
runmehrigen engern Wahl aus den vorgenannten beiden Candidaten mit den meisten Stim—
nen zu entnehmen ist, enthalten dürfen, und daß Wahlzettel, welche wie dies mehr⸗
zach bei der ersten Wahl vorgekommen, mit der Unterschrift oder mit dem
dausnummer des Wäblers versehen find, unbedingt für ungültig
erklärt werden müssen, weil durch solche Wahlzeitel das Princip der“ geheimen
Stimmabgabe und die hierauf beruhende Vorschrift des Art. 11 des Gesetzes verletzt werden.
Im Uebrigen wird auf die in den Localblättern veröffentlichte bezjirksamtliche Be⸗
anntmachung vom : 13. Januar l. J., in welchen die von den Wählern zu heobachten⸗
yen Vorschristen kurz zusammengefaßt sind, Bezug, genommen —— *
Zweibrücken, den 14. Februar 18688.. 13ιν ”ααιιαν e
, Der Wahlcommissär des IV. pfälzischen Wahlkreiĩes.
e eer Kgl. Bezirksamtmann: 256 n
n dh win Dam m. Zennenni A 3
l SOonunte
—WV . α —A———
Oarnevaliensto
l e Je B a J * 1 —D———
bei Terdinaud Oberhauüser.
— —2 8.1
G6hk. vis -fl txluper 60 gils.
Mehi per Partle 14 Naßetr. bis 15 sh
— tr. Roggemmehl. I8 Jl. Zu. se. bis — fl
re Roggenvorschuß 15 fla— kr, bis
fl. *kx. Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
Z. Ar.“* Blumenünehl. 18 ss gotz.
bis 19 fl. — kr. per 70, Kilo.Repa
bis r. bis — fli dr. per 85
Kils. Rübol' ohne Faß L0 fli krcbis
I kr.Leindlohne Fah uff.
trzebig s. —kte. Mohndl dhne Fuß
35 fl.⸗ F. tr. bis ——— 55 — per
50:rilonRepskuchen 60 fl. re bhHis
78 fltreBranntwein 30 flo 80 1.
bis — flan⸗ tre ngne

Photographie -⸗
Ich beehreimich diermitergebenst! anzu—
—
Abends A Uhr“in meinem neueit“ Atelier
gef. Aufträge, entgegennehwnie um promptest
ruszuführen,
esfnahnieh sütden ym geheihten
Salon bei seder Witterung statt.
Et, Inghert is. webr 1808ß8.
B. Ollig, Photograph. —
Kohlenstraße, neben der Holzhandlung des
1 Au Hr. Otto Weigand. ui
—F xα α u.
Zur Beachtung
Ich erlaube mir den verehzrl.u Damen
ziesiger Stadt die ergebenste Anzeige zu
nachen, daßeich von Saarbrücken hieher
Wersiedelte und mich alsKleider⸗—
nmache rin etablirt habe.
Um geneigte Kundschaft ditteud, glaube
ich die Versicherung geben zu dürfen,
daß gegebene Aufträge in dein modernsten
Schnitt auf das geschmackhvollste, unter Zu⸗
icherung prointer und reeller Bedienung aus⸗
zeführt werde ,e
Auch werden einige Mäbdchen beimir
ungenommen, um das Kleidermachen zu
rlernen.
Margaret ha Rucel hardt-
vohnhaft in der Kohlenstraße, gegenüber
der Maschinenfabrick..

En⸗ Wohnung bestehend aus 2 Zim⸗
W mer ist an eine stille Familie zu
jermiethen und bis Ostern beziehbar

d bei Ph. VEMIMGI.
Au Sorten Rohr⸗· Strob⸗

8 und Weidenstühle sind vor⸗
cäthig und werden billigst angefertigt.
bel, Wilh. Dinjes Stuhlmachet .
vohnhaft bei Hrn. F. Foos, Schuhmacher
in der Kohlenstraße.
ꝛi76 —
Det Untetzeichnete hat Eirche m. Kie⸗
sex nund Birkenes Klafterhsz
owie auch schönes Kiefaru ez Bau⸗
Jolz in jeder beliebigen Länge und Dicke,
—V uανν
.e“ —F . V. Höh, * 7
Breitermüble bei Wiunzbach.
— — 7777—— * *
Umschreibkataster —
borräthig in der Druckereide Bl.tdiru 33 7
eun u be e Worwus ven Ian debenn
Fastnach Sonnta T —F — iWin nolireuchente: Weizen 16 11. 48 it
IFeimuie. en e ölgete e Veccoen U zoe
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Redaktion ——
n, Druck 58
nid Verlag von FJ. —WE—
derlag hon, J..R. Demetß F 27 7
neh in St. Ingber! 7. ——
— RIugbert. 44 — 7777 —2
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        St. Ingberler ZAnzeiger.
———— — — —, — — — —— —
Dir St. J nagberter'Auzeiger? mit' seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerskäg
uid Samstag, Abonnementsbreis vierteljährig, 45 Krzr. oder 138 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
——— Blatischrift oder deren Raum berechnet.. —
Nro. * 22. —0 νν— Donnerstag, den 20. Februar E F —1868.
27 3 7,

et Deutschland.
Mu nich e n 15. Febpe Rachdem die Verordnungen über
die militärischen Verhältnisse der zum einjährigen Freiwilligendienst
zugelassenen Wehrpflichtigen im Militärberdnungsblatt zur Veröffent—
lichung gelangt sind, hat durch eine Verordnung des Ministeriums
des Innern vom 14. d. M. auch das bezüglich dieser Freiwilli⸗
gen einzuhaltende Verfahren bis zum Antrint ihres Dienstes seine
Regelung erhakten!Die Sitze der Prüfungscommission sind: Mün—⸗
chen, Passau,Speyer, Regensburg, Bayreuth, Nürnberg, Würz-
hurg und Augsburg. Die diesjährigen Prüfungen beginnen am
2. März und sind Gesuche um Zulassung zu denselben spätestens
bhis zum 29. Febre beim Vorstand derjenigen Kommission einzu—
reichen, bei welcher fich der Militärpflichtige der Prüfung unter⸗
ziehen will. — Die Pflichtigen der Altersklasien 1845 und 1846
haben sich bis zum:7. März persönlich beim Commando derjeni—
gen Truppenabtheilung zu melden, woselbst sie eintreten wollen. —
— München, 15. Febr.“ Der Referent für das Schulgesetz
statuirt die Berechtigung zum Eintritt in die Ortsschulcommission
wie dem Ortspfarrer so auch dem Arzte, wenn ein solcher in der
Gemeinde wohnt; falls mehrere Aetzte daselbst wohnen, dem durch
das Bezirksschulamt zu bezeichnenden Arzte. Der Referent Gelber!
begruͤndet diesen Antrag folgendermaßen /;

Die Vorstellungen der ärztlichen Localvereine zu Nürnberg,
München und Augsburg legen den Kammern die dringende Bitte
vor, „bei der Berathung des Schulgesetzes zu beschließen. daß bei
der Zusammensetzung aller in Schulangelegenheiten thätigen Com—
missionen das ärztliche Personal Sitz und Stimme finde.“ „Vor
Allem sei es die physische Lebensphaͤre der Jugend, welche die
Mitwirkung des medicinischen Wissens erheische.“ „Die Rüchksicht
auf die körperliche Gesundheit, sei das zweite Motiv“ ihrer Ein⸗
zabe führen die Petenten aus und fahren fort: „Nur der Arzt
—
koͤrperlichen Gesundheitspflege in ihrem ganzen Umfang zu erken—
nen, und er ist vor Allen der Sachverftändige, welcher die Mit—
lel zur Abhilfe in den einzelnen Fällen bezeichnen kann.“ Wenn
aun der Staat unbestreithar berechtigt ist, den Schulunterricht obli—
zatorisch zu machen, und damit einen Theil der elterlichen Rechte
an sich zieht. wenn er andererseits aber auch die Pflicht hat, diesen
dem elterlichen Haufe entzogenen Theil der Pflege und Erziehung
in der Weise zu verwalten, daß er der Jugend alle zu ihrer Ent—
wickelung nothwendigen Bedingungen sichert, so darf sich die
Staatsregierung auch der weiteren Pflicht nicht entziehen, von
allen Seiten die Kräfte herbeizuholen, welche ihr Wissen und ihr
Urtheil zu ergänzen im Stande sind. Daß unter die für die
Schulpflege nöthigen Kräfte auch die Aerzte gehören, dürfte aus
obigen Gründen klarm hervorgehen. ——

* a 5 Dienstesnachrichten. n
Als functionirende Landwehrbezirks⸗ Commando⸗-Adjutanten
sind unter anderm commandirt: die Oberlieutenants J. Ertel
vom 8. Inf. Reg. in Kaiserslautern, J. Fischer vom 8. Inf.
Reg. in Zweibrücken, J. Tremmel vom 4. Inf.Reg. in Landau;
ferner der Unterlieutenant F. Cordes vom 4. Inf.Reg. in
Speyer. —D—

Karlsruhe, 15. Febr. Die Thronrede, mit welcher
der Großherzog Friedrich heute die Ständeversammlung schloß,
gedachte zunächst. der zahlreichen gesetzgeberischen Arbeiten des
Landtages, namentlich auch des Voltsschulgesetzes, und
fuht dann fort?

434 „Größere ünd mächtigerr Aufgaben waren auf dem Gebiete
der nationalen Politik zu lösen, Mit hoher Befriedigung spreche
ich es aus: Ich habe mich nicht getäuscht in der Erwartung,
daß mein treues Volk mir folgen wird auf dem Wege zu festerer
natipnalet Finigung. Sie, die Vertreter des Landes, haben durch
die That die Uebereinstimmung desselben mit den höchsten Zielen
neiner Regierung bekundet. Ich danke Ihnen für die patriotische
Einsicht und die muthige Opferbereitheit, mit welcher Sie durch

die Militärgesetze die Wehrkraft des Landes im nationalen-Inte⸗
resse erhöhten und durch die Bewilligung reichlicherer Mittel die
Bestreitung des groͤßeren Aufwandes ermöglichten, ohne den wohl⸗
begruͤndeten Credit des Landes zu erschüttern. Ich weiß, mein
Volk wird in richtiger Würdigung der großen Aufgabe, für welche
die Opfer gebracht werden muͤssen, sie willig tragen. Es wird
ich des Bewußtseins freuen, in redlicher Erfüllung des durch Sie
zutgeheißenen Allianzvertrages den Gliedern des Nordde utschen
Zundes ebenbürtig zur Seite treten zu können. Es wird erkennen
daß in diesen Opfern die Bürgschaft liegt für die Erreichung des
nationalen Zieles in friedlicher Entwickelung. Die Ansdehnung
und Neubildung des Zollvereins auf parlamentarischer Grundlage
worin Sie mit meiner Regierung die Erfüllung eines längst ge⸗
zjegten Wunsches erblickt haben, ist ein erfreulicher Anfang der
Finigung Deutschlands auf dem Gebiete materieller Interessen.
Die jetzt ins Leben getretene Verfassung des Vereins ermöglicht
ein regelmäßiges Fortschreiten seiner Gesetzgebung, und die Ver⸗
einigung der Vertreter aller seiner Glieder, zunächst zur gemein⸗
'amen Pflege bestimmter wirthschaftlicher Interessen, ist eine be—
deutungsvolle Stufe auch in der Gesammtentwickelung Deutsch⸗
lands. Edle Herren und liebe Freunde! In ernster Arbeit
treben wir nach einem großen Ziele: ein im Innern freies und
fräfliges Staatswesen, ergänzt und getragen durch die innige na⸗
tionale Verbindung mit den übrigen deutschen Staaten. Durch
òentschlossene That sind wir diesem Ziele näher gerückt; durch feste
Beharrlichkeit werden wir es erreicher..

Frankfurt, 15. Febr. Das erste Blatt der heutigen
Nummer der Frankf. Ztg. ist mit Beschlag belegt worden.

Hannover, 14. Febr. Graf Bremer hat sich nach Hie—
zing begeben, um als Festgabe der bremischen Ritterschaft einen
ilbernen Schild mit dem bremischen Wappen zu überbringen.

Wien, 14. Febr. Die österreichischen Blätter weisen die
Unklagen zurück, welche die Kreuzzeitung und die Norddeutsche
Allgemeine Zeitung gegen Oesterreich wegen des Treibens von
dönig Georg in Hietzing erheben. Die neue freie Presse schreibt:
„Koönig Georg, welcher den hannover'schen Legionären in Frank,
eich täglich zwei Francs Löhnung auszahlen läßt, lebt aus preußische
Ztaatsmitteln. Oesterreich gibt dem Welfenhause wahrhaftig nichtn
»as Geld dazu; da muß die preußische Regierung sich schon bei
der eigenen Nase fassen“

Wien, 14. Febr. Ueber die Concordatsfrage findet täg⸗
ich Ministerrth statt, dem der Kaiser präsidirt. Die Situation
st für das Ministerium sehr ernst geworden.
— In den letzten Tagen trug man sich im großen Publi—
um mit dem Gerüchte, daß zur Deckung des Deficits eine Ver—
mögenssteur (3)) von 1 Procent in Aussicht stehe. n

Wien, 14. Febr. Der Hof zu Hietzzing wird am 18.
d. M. die silberne Hochzeit des welfischen Königspaares feiern
und schien den getroffenen Vorbereitungen zufolge damit politische
Demonstrationen yerbinden zu wollen. Von Regierungsw eegen, sind
daher vertrauliche Mahnungen nach Hietzing gelangt: und der Ex⸗
Zönig Georg soll darauf die bestimmte Zusage gegeben haben
‚daß er die gegebenen Verhältnisse vollständig würdige und auch
zicht entfernt die Absicht habe, der ihm dargebotenen Gastfreund⸗
chaft irgendwelche Verlegenheiten zu bereiten.“

Wien, 15. Febr. Der von der Gemeinde Hietzing sür
den König von Hannover beabsichtigte Fackelzug wurde wegen
der bei den herrschenden Stürmen befürchteten Feuersgefahr ()
untersagt'“

Wien, 17. Febr. „Warrens Wochenschrift“ enthälf ein
Florentiner Telegramm, wonach Menabrea die guten Dienste der
ranzösischen Regierung in Anspruch genommen hat, um die Ent⸗
ernung des Exkönigs Franz II. von Neapel aus Rom beim
Papfte zu erwirken.
Wien, 17. Febr. Gestern Mittag erfolgte die Unterzeich⸗
ning der Ehebacten des Prinzen Lndwig von Bayern mit der
ẽrzherzogin Maria Theresia. Am Mittwoch wird die feierliche
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        Verzichtleistung der Erzherzogin Braut auf die oͤsterreichische Thron
folge geschehen.

pᷣrag, 15. Febr. Für morgen Abends ist ein Cttrazug
von 800 Hannoveranern, von Bodenbach kommend, hier angesagt.
Der welfisch gesinnte Adel bringt eine filberne Reiterstatue, der
König vorstellend, als Geschenk mit.

Prag, 17. Febr. Gestern Abends gingen hier zwei Er⸗
trazüge mit 862 Hannoveranern der verschiedensten Stände, da⸗
runter auch Kinder, durch. Jeden Zug begleitete eine eigene
Musikbande, welche die österreichische und hannover'sche Volks—
hymne spielte. Die Extrazügler brachten Hochrufe auf den Kaiser
den Konnig von Hannover und Prag aus. In Dresden wurde
die Einnahme des Mittagsmahles seitens der Hannoveraner durch
die preußische Gesandtschaft verhindert. 00

Frankreich.

Paris, 17. Febr. Die Naͤchrichten über die Hungersnoth
in Algier lauten furchtbar, wenngleich die Regierung sich alle
Mühe giebt, sie nicht laut werden zu lassen. Ich kann Sie aus
guter Quelle versichern, daß bereits mehr als 80,000 Menschen
umgekommen sind. Ein General, der eine Reise durch die Pro—
binz Oran zu machen hatte, schreibt hierher, daß er die Vorhänge
seines Wagens schließen mußte, um nicht bestandig den Anblid
der an der Seite des Wagens vor Erschöpfung zusammenstürzen⸗
den Menschen zu haben. Die Araber betteln nicht; sie kauern
nieder, rufen Allah“ und fallen um, um nicht wieder aufzu⸗
stehen.

Paris, 17. Febr. Es geht das Gerücht, General Lamar⸗
mora werde mit einem diplomatischen Auftrag demnächst wieder
hierher kommen.

— Eine Annekdote über die liberale Schwenkung, die be⸗
vorstehen soll. Am Samstag wohnte der Kaiser der Vorstellung
des Dramas „le CGrimo de Paverne“ im Ambigu⸗Theater bei
Zwei Stiegen führen aus der kaiserlichen Loge aufs Boulevard,
eine rechts, eine links. Beim Herausgehen schlug der Kaiser letz
tere ein, während ein großer Theil seiner Begleitung die Treppe
rechts herabstieg“ Sehen Sie — sagte Se. Majestät lächelnd
— sehen Sie, so oft ich nach Links einlenke, rislire ich .. allein
zu bleiben.

in einer halben Stunde das Feuer bewältigt, so daß bei dem
Angeklagten nur ein geringer, an dem durch die beiderseitigen
Dekonomiegebäude verbundenen Anwesen des Nachbars Adam gar
kein Schaden entstanden. Sowohl beim Löschen, als auch bei
der spätern Ortsbefichtigung bemerkte man, daß Stroh, Abfälle
von Hauf im ganzen Hause und auf dem Schoppen mehr oder
weniger dicht herumlagen, und daß das Feuer gleichzeitig an
folgenden vier von einander getrennten Orten gebrannt hat: 1)
im Wohn⸗ und Schlafzimmer, Bettlade und Stroh, das vollstän⸗
dig verbrannte, während Bettzeug und Strohsach, letzterer auf
dem Speicher des Sohnes von Nuber verstedt und unversehrt
aufgefunden wurden. 2) in der hintern Stube in 2 verschiedenen
Stellen auf dem Fußboden, 3) in der hintern und 4) in der
durch einen Gang getrennten vorderen Dachkammer. Aus der
hinteren Speicherkammer ging ein frisch gebrochenes Loch zum
Schoppen, von wo aus eine Feuerlinie bis zur Scheuer reichte.
Zur Zeit des Brandes fanden sich nur wenige Mobilien im Hause,
im hintern Zimmer stand nur eine leere Weißzeugliste; weder Frucht
noch Kleider und Weißzeug war vorhanden, während der Ange⸗
klagte seit 1864 mit 8120 fl. in der Mobiliarfeuerversicheruns⸗
anfialt assekurirt war, Wohnhaus und Schoppen aber zu 280 fl.
versichert sind. Seine Sonntagskleider hatter er am Tag vor
dem Brande zu seinem Sohne geschafft. Auch ist coustatirt, daß
der Angeklagte eine Schuldenmasse von über 3000 fl. hat und
in letzter Zeit zur Zahlung gedrängt wurde. Derselbe siellt auf,
der Vrand sei durch eine Katze, durch deren Schrei er aufge⸗
weckt worden, verursacht und an die verschiedenen Stellen ver⸗
schleppt worden, wie man denn auch nach dem Brand im hintern
Zimmer eine todte, am Schwanz und sonst angebrannte Katze
'and. Der Vertheidiger des Angeklagten. Herr Rechtscandidat
Erbelding machte geltend, es sei nicht erwiesen, ja nicht einmal
wahrscheinlich, daß Nuber selbst den Brand gelegt, auch in diesem
Falle fei mit dem Brande keine Gefahr für Menschenleben oder
remdes Eigenthum verbunden gewesen, sondern derselbe blos ge⸗
legt mit der Absicht, die Brandversicherungsanstalt zu schädigen.
Letzteres wurde auch von den Geschworenen angenommen und der
Ungeklagte zu einer Gefängnißstrafe von 3 Jahren verurtheilt.
Schweiz. Vermischtes.

Genf, 2. Febr. Aus einer Quelle welche gut unterrichtet Nachdem der Beginnn der Aushebungsverhandlungen
zu sein pflegt, geht mir die interessante Nachricht zu: die Spiel- auf den 9. März festgesetzt ist, sind von der k. Regierung der
püchter von Homburg und Wiesbaden hätten sich, in Anbetrach Pfalz auch die Tage bekannt gemacht, an welchem die Conscribir·
des baldigen Endes ihrer dortigen Herrlichkeit, an den Verwali⸗ ten der einzelnen Bezirke der oberen Visitatiouscommisfion und
tungsrath hiesiger Stadt mit glänzenden Anerbietungen gewandt, dem obersten Recrutirungsrathe sich vorzustellen haben: 1) S eyer
umdie Concession zur Errichtung eines Spielhauses in Genf zu am 9. März, 2) Germes heim am 11. Marz, 3) Fran⸗
erhalten. Sie sollen sich gegen eine solche Bewilligung anheischig kent hal am 13.. 9 Lann dau am 16,5) Bergzabern
machen die Schulden der Siadt zu bezablen. den Vau des Qua am 18.,6) Agiserslautern am 20. 7) Neust,a dt an
du Leman zu' vollenden und den Straßendurchbruch in den gro- 23., 8) Kussel am 25..9) Zweibrücken am 27. 10
ßen untern Stadtvierteln auf ihre Kosten auszuführen. Die s ir he Im am, 80. März, 11) Homb urg am 1. April
wort des Verwaltungsraths soll noch nicht erfolgt sein, kann aber und 12) Pirmasens am 83. April. Am ersten Tage findet
in jedem Fall nur abschläglich lauten. — Die Veutschen in Geuf die Visitation der Conscribirten und —XLRI Bescheidung der
haben jetzt den seltenen Genuß einen unserer bedeutendsten Litera- Gesuche um gänzliche oder theilweise Befreiung und un; Aussetz⸗
ur⸗ Culler und Alterthumskenner, den Prof. E. L. Sochholz ung des Dienstesantrittes, und am zweiten Tage die Aushebung
von Aran hier in der franzosischtedenden Stadt eine Reihe von stait. Die ärztliche Untersuchung beginnt jedesmal des Morgens
Vorträgen über die Geschichte der deutschen Geistesentwickklung von um 7 Uhr, die Aushebung des Morgens um 9 Uhr. Beide
den allesten Zeiten bis auf die Gegenwart halten zu hören Ob- Verhandlungen finden in den Localitäten des „Wittelsbacher Ho⸗
wohl der ausgezeichnete Gelehrte, welcher zunächst eiaer Einladung fes“ in Speyex statt. während die Nachmittags um 3 Uhr begin⸗
der hiesigen deutschen Arbeitervereine folgte, seine Vorträge haupt⸗ j nende Sitzung für Bescheiduug der Gesuche um Befreiung von
fächlich für den Slandpunkt und das Verständniß dieser Classe, der Wehrpflicht und um Aussetzung des Dienstesantrittes im Re⸗
berechnet hat, so betheiligen sich doch auch nicht wenige —8 gierungsgebaude slattfindet.
aus den gebildeten Kreisen an diesen Abenden, an welchen ein 18. r. Um. den Bergleuten der
ues Stic iebendiger deutscher Wissenschaft in volksthumüchuer —va8 3 e — ———
Form hier an den Ufern des Leman vor uns vorüberzieht. und Niederwürzbach wohnen und welche bisher den Weg von ih⸗

Bern, 17. Febr. Der Schifffahrts und Hafenordnungs em Wohnort nach und von der Grube zu Fuß zurücklegten, die
vertrag fur den Untersee und den Rhein von Constanz bis Wohlthat einer billigen Eifenbahnfahrt angedeihen zu lassen, hat
Schaffhausen mit Baden ist ratificirt, und tritt am 1. Mäarj die Direction der Pfälz. Eisenbahnen die Errichtung eines beson⸗
in Kraft E deren Bergmannszuges, welcher mit — der ore

— ichte i der gesetzlichen Feiertage jeden Tag mit Personenwagen 3. Classe
Wrgerichtesonnaed tue die Pfalz. geht, 3 die —* von nien an ene
weibrüden, 17. Febr. Anklage gegen Johann Georg bom 1. März ieses Jahres ab beschlossen. Dieser Bergmanns.

— —8
wegen vorsetlicher Brandstiftung. Uhr 34 Min. Morg. Ank. St. Ingbert 5 Uhr 45 P org. Zur

Die Ehefrau Detzel, deren Wohnung enwa 45 Gange von Rückfahrt koͤnnen die Grubenarbeiter die Zuge 115. Abg. St. Ing⸗
dem Hause des Angeklagten in der Bruchgasse zu Herxheim eni. bert 3 Uhr 25 Min. Nachm. und nwen enee Ie Zuge
fernt ist, benierlte in leßterem am Morgen des 4. Nodember ab⸗ 117, Abg. 5 Uhr 10 Min., und 119, Abg. hr in.
hin gegen 2 Uhr eine ungewöhnliche Helle und bald ———— benützen.
funken. Sie wecte ihren Mann, der sofort Feuerlärm machte, f In Stuttgart wurde dieser Tage von einem Polizeisol—
worauf es erst bei dem Angeklagten lebendig wurde, und man daten die Tochter eines Ministers, welche arglos die Auslage
von diesem oder seiner Frau den Ruf hörte: „Jesus Maria, Jo⸗ eines Modeladens musterte, verhaftet; der Polizeisoldat entschuldigte
seph.“ Da es gerade windstill war und der Brand zeitig ent« sich mit der Aehnlichkeit der jungen Erzellenz mit einer steckbrief⸗
deckt wurde, hatten die rasch zusammengekommenen Leute schon lich verfolgten Dame.
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        — In Brötzingen bei Pforzheim sind am 12. d. 34 Gebäude
(Wohnhäuser, Scheuern und Remisen) abgebrannt.

Die tiefe sittliche Entrüstung einee Hebamme, deren Be—
rufstüchtigkeit eine andere Hebamme wahrscheinlich angezweifelt,
nacht sich in einem famosen Inserate der „Prov.-Ztg.“ Luft, das
nil den Worten schließt: ,Der Beruss als Hebamme ist gewiß
n edlerer, als durch Klatscherei den Brodneid laut werden zu
lassen, um vielleicht dadurch eine Geburt mehr zu bekommen.

Frau Rogge, Hebamme.“

f Die Zahl derjenigen, welche durch den Unglücksfall auf
der Zeche, Reu Iserlohn“ ihr Leben verloren haben, beträgt 81.
Von denselben haben nach den bisherigen Ermittlungen 36 eine
Wittwe und Kinder, die übrigen Eltern, resp. den Vater, die
Mutter vder Großeltern hinterlassen. Wie viele von den Be—
schüdigten dauernd arbeitsunfähig bleiben, läßt sich noch nicht be—
mmen. Jede Familie der Verunglückten oder Beschädigten hat
sur Linderung der ersten Noth eine Unterstützung von 20 Thlr.
erhalten und wird in nächster Zeit eine fernere Unterstützung von
10 Thlr. beziehen. Ein bestimmter Vertheilungsplan kann erst
festgestellt werden, wenn sich nach Abschluß der Sammlung die
horhandenen Mittel übersehen lassen.

4 Ein frecher Gaunerstreich wurde am 9. Febr. einem Mag-
deburger Uhrmacher geshieli. Ein fremder Herr, welcher sich v. S.
naante und in einem hiesigen Hotel logirte, beauftragte den Bar⸗
hier des Hotels, einen Uhrmacher zu ihm zu schicken, da er für
seine Braut eine goldene Uhr kaufen wolle. Der von dem Bar⸗
hier gesandie Uhrmacher wies dem Fremden, welchen er in seinem Zim ⸗
mer antraf, sechs Stück goldene Uhren vor. Unter dem Vor—⸗
wande, sie seiner Braut zeigen zu wollen, begab sich der Gauner
nit den Uhren in ein Rebenzimmer und kam nicht wieder. Seine
beiden Koffer enthielten angeblich Steine und werthloses Gerüm⸗
del. Die Uhren sollen einen Werth von 130 Thlr. haben.

Berlium183. Febr. Es haben hier wieder mehrere
Mordihaten stattgefunden. Ein junger Breslauer, Namens Oscar
Hadra, der nachden er den boömischen Feldzug mitgemacht, in
einer Verliner Eisenwaarenhandlung eine bedeutende Stellung er⸗
langt hatte, wurde dieser Tage ermordet auf dem Kopenider
Felde gefunden. Er hatte verschiedene Ausstände eincasirt, und
Leußerungen über die in seinem Besitze befindlichen Summen
scheinen den Mordanfall veranlaßt zu haben. Die Kleidungs-
tücke waren vertauscht worden, so daß man muthmußt, er sei
nn ein Haus gelockt, dort ermordet und dann die Leiche an den
Ort der Auffindung gebracht. — Am selben Tage ist gegen ein
Dienstmädchen ein schweres Verbrechen verübt, das aus der Stadt
zu ihrer Herrschaft in der Hasenhaide zurüchkehren wollte und,
hedenklich, allein in der Dunkelheit den Weg zu passiren, eine
Droschte nimmt und das Ziel der Fahrt nennt. Der Kutscher
fährt das Mädchen indeß in einer andern Richtung. An
einer einsamen Stelle reißt er sie aus dem Wagen, thut ihr
Gewalt an und strangulirt sie mit einem Riemen, nachdem er es
heraubt. Das Mädchen lag einige Zeit besinnungslos am Boden
und schleppte sich dann nach Hause. Die Nummer der Droschke
sst bekannt, der Kutscher aber verschwunden.

— Der Branddirector Schönbed in Königsberg wurde am
11. Febr. Morgens nebst Frau und 5 Kindern durch Cyankalium
dergiftet in seiner Wohnung aufgefunden; die unglückselige That
zing von Schönbeck, dessen Vermögensverhältnisse zerrüttet waren
ind der am 1. April seine Stelle derlasfen sollte, selbst aus und
geschah — wie aus hinterlasfenen Briefen hervorging. im Ein⸗
herständnisse mit seiner Frau und der 2 erwachsenen Töchter; das
üngste 5 Monat alte Kind sollte auch sterben, wurde aber in der
Aufregung vergessen.

FEine der ältesten Buchhandlungen Frankreichs Leclerc in
Paris) hat fallirt mit 1,700,000 Fres., darunter — in solchem
Ansehen stand das Haus — für fast eine Million Depositengelder

F Die mitten in der Stadt stehende Zündspiegel ⸗ und Pa⸗
ronenfabrik von Schleicher und Comp. in Suhl ist am 12. Febr.
in die Luft geflogen; das ganze Haus wurde demolirt, drei
Vtenschen sofort geidotet, von den 8—9 mehr oder weniger schwer
Berwandeten siend Tags darauf 2 gestorben.

4 Der bekannte Pater Hyacinth in Paris ist nach Rom ab⸗
gereist, um dort Fastenpredigten zu halten.

Für Straßenerweiterung wurden im vorigen Jahre in
London 2 Mill. Pfd. St. Expropriationsgelder verausgabt.

Antwerpen, 15. Febr. Heute um 3 Uhr ist ein
Schiff mit 200 Tonnen Petroleum in Brand gerathen. Zwei
andere Schiffe wurden angestecht, drei geriethen in Gefahr. Der
Brand nimmt eine bedenkliche Ausdehnung an.

(Kothstand in Rußland.) Aus Rußland kommen sdo
düstere Schiiderungen eines weitverbreiteten und intensiven Noth
tandesz, daß sich allein daraus die friedlichere Haltung des Petersburger
kabineies erklaͤren ließe. In Finnland wetteifert, wie die russische
Betersburger Ztg. meldet, der Hungerthphus mit dem Brodman⸗

gel, der Baumrinde als Lederbissen erscheinen läßt, in dem For
Hern von Opfern. Dutzende von Leichen werden; auf der Land⸗
traße gefunden, die Eigenthumsverbrechen nehmen so reißend über⸗
sand, daß alle Gefängnisse überfüllt sind. Alle vorhandenen Vor⸗
»äthe sind längst aufgezehrt und Niemand weiß, wie die Bevol⸗
erung bis zum Frühjahr existiren, was sie aussäen soll, um Brod
ur den künftigen Winter zu gewinnen. In den Provinzen Tam⸗
‚ow, Orel und Tula ist, nach dem „Golos,“ die Noth so groß,
aß die Bauern schaarenweis ihre Wohnstätten verlassen, um het⸗
elnd durch das Land zu ziehen; es fehlt ihnen ebenso an Nab⸗
ung für fich, wie an Futter für ihr Vieh und an Aussaaot
ür das kommende Frühjahr. Von dem Zustande des russischen
ritthauen zeugt die Thatsache, daß die Bewohner der ostpreußi⸗
chen Grenze wiederholt um Schutz gegen die hungernden Nach⸗
arn gebeten haben, die bettelnd auf preußische Grenze übertre⸗
en. Das Organ der constitutionell-aristokratischen Partei, in Ruß⸗
and, „West,“ constatirt, daß, die sogenannten „Gouvernements
zer schwarzen Erde“ ausgenommen, in Rußland allenthalben Noth
der doch Mangel herrsche, und daß dennoch nirgends etwas ge⸗
chehe, den Folgen eines weitverbreiteten Mangels an der nöhi⸗
jen Aussaat für das nächste Frühjahr vorzubeugen. V

f In Petersburg traf am 9. d. die Nachricht von einer in
Mozkau wüthenden und noch nicht gestillten Feuersbrunst ein; durch
usammenstürzende Mauern waren 10 Mann der Rettungsequipage
getödtet worden.

4 Aus dem türkischen Serail bringt „Le Nord“ die schon
rüher von verschiedenen Blättern angedeutete Enthüllung, daß
ille männlichen Kinder der an Würdenträgern des Reichs
der des Palastes verheiratheten Sultaninnen am Tage ihrer Ge⸗
zurt sterben, während die Mädchen leben bleiben. Nach Mitthei—
ing eines alten Hofarztes ist die Methode, diese Kinder ver⸗
hwinden zu machen, ganz einfach: Matronen, die das Kind
heinbar zu dem Zwecke mit sich nehmen, um es einer Amme
mnzuvertrauen, lassen es an einem heftigen Gifte saugen, welches
as unglückliche Opfer der ottomanischen Politik in wenigen Au⸗
jenblicken tödtet. Unter Abd-ul-Medjid dessen großmüthiger Cha⸗
acter sprichwörtlich war, fanden diese Vergiftungen nicht mehr
tatt; der erwähnte Arzt weiß aber nicht, ob der neue Sultan
xem Beispiele seines Bruders folgt. Nur so viel sei gewiß, daß
jegenwärtig keine Sultanin, die an irgend einen hochgestellten
Functionär verheiratget ist, einen männlichen Sproͤßling unter
hren Kindern zählt.

(Weibliche Aerzte.) Die Zahl der weiblichen
Nerzte welche sich auf amerikanischen Universitäten ausgebildet
zaben und gegenwärtig prakticiren belduft sich schon auf dreihun⸗
zert. Die erste Amerikanerin, welche als Doctorin promovirte,
var Miß Blackwell im Jahre 1840. In Newyork gibt es weib⸗
iche Aerzte, deren Jahrescinkommen zwischen 10. und 15,000
Dollars beträgt.

f In Wilmingion (Nord-Carolina hat eine große Feuers⸗
xunst stattgefurden, bei w!her 13 Menschen um das Leben ge⸗—
ommen sein sollen.
Landwirthschaftliches.

— D
rähigkeit der Getrekidekörner. Es,ist nicht mehr
zu ieugnen, daß bei dem Maschinendrusch mehr Körner beschädigt
herden, d. h. kleine Stückchen abspringen und kleine Risse bekom—
nen, als bei dem Handdrusch, worüber folgende Versuche den
ichersten Beweis liefern. Uebergießt man eine kleine Quantität
nitteist der Maschine ausgedroschene und eine mittelst Flegel aus⸗
jedroschene Körner mit Jodtinctur, so findet man, daß erstere viel
nehr blau gefärbt werden als letztere, und man kann nun ganz
——— Risse bemerken weil
zurch das Eindringen der Jodtiuctur in die Risse, das Stärke⸗
nehl blau gefarbt wurde, während bei legteren diese Tinctur
einen Eingang in die Körner finden, und deßhalb auch nicht
lau färben konnte.

Säet man solche Körner ungebeizt aus, so ist nur wenig
ztdrung in der Keimfähigkeit derselben zu bemerken, beizt man
je aber vor der Aussaat mit Vitriol, wie es gewöhnlih geschieht,
o ist es schon selbstverständlich, daß eine Störung in der Keimung
servortreten muß, weil die ähendwirkende Beize in die Risse der
dörner eindringt und zerstörend auf dem Keimling wirkt, was
iber bei den Körnern, welche mit dem Flegel ausgedroschen war—
en sind, nicht, so erheblich sein kann. Nach anagestellten Versu⸗
hen, bei Korner, welche wättelst der Maschine ausgeschlagen wur—
zen, hat sih ergeben, daß bei ungebeizten Körner im Dar hschnitt
2300, bei mit Vitriol gebeizten 36— 400/0, nicht aufgingen.
Hei mit dem Flegel ausgedroschenen Körner gingen ungebeizt,
300 und gebeizt 690 nicht auf. Nach diesen Versuchen brächte
einnach der Maschinendrusch nur dann erhebliche Nachtheile in der
Zeimung hervor, wenn man die Körner mit ätzenden Stoffen beizt.
        <pb n="88" />
        Bekanntmachungen.
Fastnacht Dienstag den g Febr.
868, Nachmittags 2 Uhr, zu St. Ing⸗
dert bei Seifensieder Heinrich Schmitt läßt
Fatharina Kiefer, gewerblos hier wohnhaft,
Wittwe von Johann Spengler in Eigen—
hum versteigern
2 Dez. Acker und Wiese; am Gütten⸗
wieschen, neben Jakob Danzer.
19 Dez. Wiese in der Gehnbach, neben
Georg Spengler und Johann Joseph
GBrewenig. 7428*
51 Dez. Acker in der Zten. Pfuhlwie⸗
rahnung neben Johann Kiefer und
eg. ee e
41. Dez. Acker aufm großen Flur, neben
Johann Weiland, Schmied.
Horn kql. Notar.
Verpachtungen.
Gleich nachher läßt Frau Johann Wag—
ier Wittib ihre sämmtlichen Liegenschaften
ziesigen Bannes auf 6 Jahre öffentlich ver⸗
vachten, nämlichh.
63 Dez. Acker in den obersten Seyen,
neben Wittwe Weidmanm.
67 Dez. Acker allda, neben Carl Mi⸗—
chael Lau. —
42 Dez. Acker auf Schiffelland, neben
Philipp Weigand. euee
37 Dez. Acker auf Hobelsahnung neben
Franz Jakob Schmelzer und, Johann
Schwarz.
10 Dez. Garten in den Großgaͤrten neben
Johann Becker Wittwe.
1 Tagw. 1 Dez. Wies auf der, Spick
neben Baptist Thiery Wittwe in 4 Beeten.
circa 32 Mor gen Wiese im Bombacher
Weiher, neben Gebrüder Krämer in
2 Theilen. — U
Sorn, tgl. Notar.
Sodann läßt Franz Jakob Schmelzer,
Schmied, hier wohnhaft, als Vormund der
Martin Abel'schen Kinder deren sämmtlichen
Liegenschaften auf 83 Jahre verpachten
nämlich: ——
70. Dez. Acker beim Forrellenweiher,
neben Peter Redel und Johann Adam
Beck.
60 Dez. Wies im Allment, neben Lud⸗
vig Schmelzer.
55 Dez. Acker im Rodt, neben Peter
Ochs Erbe F
25 Dez. Wiese im Güttenwieschen, neben
Gebrüder Krämer. 4
Horn, kgl. Notar.
Sodann läßt Frau Carl Lion Wittib!
yon hier auf weitere 6 Jahren verpachten:
56 Dez. Acker in der 1. Pfuhlwieserahn⸗
ung, neben Johann Joseph Gewewenig.
142 Dez. Acker iu Mühlenthal neben
Ludwig Beer in 2 Theilen.
37 Dez. Acker im hintersten Wallerfeld
neben Johann Hofmann.
124 Dez. Acker am Seyenrech, neben
Joseph Beer in 3 Theilen.
72 Dez. Acker im Rest am Langenstein
Bann Rohrbach neben Gebrüder Dörr.
137 Dez. Acker im Rodt neben Louis
Beer in 8 Theilen. J
31 Dez. Acker allda, neben Mendel
Beer
36 Dez. Acker an der Hobelsahnung,
neben Erben Dörr.
51 Dez. Acker in der Mausbach, neben
Nikolaus Jung.
Horn, kgl. Notar.

„ α r — e —D —** F i edet U
Aummn Oail ιag
* 2——
Freimusik
Carneval-Diensteg
— B a 11 3
3 bei Térdinand Oberhauser.
— — 5 *. . 4 5 F 1* —328* 3 — — J
HolzversteigerungHolzversteigerung
6 im.— Samstag den 22 ds. Morgens halb 9
—* uu Ensheum. nächsthi Uhr in der Behausung des Hru. Emanuel
Dienstag, den 25. Idemod J Hager in Hassfel werden aus dem Wald
3, Jorgend um D werden in Sehut des Trieoschedechofes Ditrett Peerein
haufe dahier nachbeschriebene Holzsorti⸗ 94 Klafter eichen Schälprügel.
nente der Gemeinde Ensheim öffentlich 130 W asnerstan — vecsel
in den —— J geri. oat
15 buchene Stämme II. üi. Ul. Hlasse.“ —7 423 Afahren.
ee eecieee Somhqe Hölzer sind leicht aͤpʒ —
61 Klafter buchen, birten und weiches Leonhard, Förster.
25 * J Scheitholz — —
13.. 5 ,eichen und weie Sonntag den 23 und Montag. den
—. ues Prügelhoz u 24. Februar 4 9
214,Krappen * T 5* 9
i50 Reiserwellen J Juo nu j
Ensheim, den 18. Februar 1868. v æ u n 3 m u l k
Das Bürgermeisteramt auf dem
Frz. Adt.

I
—
8

84

sv
in Blieskastel.

*
—9 p p

Holzversteigerung

zu Erfweiler. Ehliugen.

Donnerstag, den 27. Fehruar, Vor—
mittags 14 Uhr werden zu Erfweiler
nus dem Gemeindewalde Schlag Ditzels-
vies, folgende Holzsortimente versteigerte

20 eichene Banstämme III. u. IV. Kl.

5 ahorn Nutzholzstäume,

4 eichene Pfluggrerze
1,900 gemischte Bohnenstangen. —
500 gemischte Zaungerten, I

24 Klafter Scheits und Prügelholz von

Nr. 75 aufangend. —

18,00 buchene Reißerwellen.

Erfweiler, den 18. Februar 1868.

Das Bürgermeisteramt.
Braunberger—

Crareneval Sonntag
und Montag.
2— 42
Freimusik
bei Joh. Hofmann.
Umschreibkataster
vorräthig in der Druckerei d. Bl.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛtc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 20. Februar.
Weizen 8 fl. 87 kr., Korn 7. fl. 15 kr
Gersie ZAreihige, — fl. — kri, Gerste vier⸗
reihige; 80fl. 80 kr.,“ Spelz 6 fl. 9kri
Spelzkernfl. — itr., Dinkel4 fl.
40 kt. — Mischfrucht. 7 fl. 6 kr., Hafer
5 fl. ðetet; Erbsen 6Gfl. 14 kr., Wicken
A ill 42 tr., Kartoffeln 1 fl. 18 kr., Heu
Lfl.n 20, kr.. Stroh Lufl. 6 kr. per
Zentner? Weisbrod 1153 Kilogr. 22 kr.
Kornbrod⸗3 Kgr., 32 kr., ditto ·2 Kgr.,
22 kr., ditto IKgr. LIkr., Gemischtbrod
3 Kgr.,, 38 kr,, 1 Paar Weck, 7 Loth
2 kro. Rindfleisch, 1. Qual. 18 kr.,
Qual. 16 ir., Kalbfleisch 12 kr. Hammel—
Jeisch 16 kr.“ Schweinefleisch 18 kri, per
Vfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter
Buiter 26 kr, per Pfund.

—— 24 d *
Photographie
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu—
zeigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
Abends 4 Uhr in meinem neuen Atelier
gef. Aufträge entgegennehme um promptest
auszuführen. 31
SFAufnahmen finden im geheitzten
Zalon bei jeder Witterung statt.
St. Ingbert 15. Febr. 1868. 33
B. Ollig, Photograph
ohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.
Wohnungsvermiethung.
In meinem Hause, der Paost gegenüber
ft der obere Stock mit 5 Zimmern und —
ttüche, entsprechendem Speicher- und Keller⸗ —— Irehepreise der Stadt
Raum zu vermiethen. 433— Kaiserslautern vom 18. Februar.
AI. Hiac Weizen 8 fl. 260 fkr. Korn 7fl. Plikr.
Sattler.,. Spelzkern ⸗⸗ fl. — kr., Spelz 5 fl
— — 582 fre Gerste õ fl. 55 tr. Hafer 5 ft
Sonntag 4 kr Ersbserönl. 12kr., Wicken 4 fl.
reimusfik. 54 fr. Linsen — fl. — kr. per Zentner.
Fastmachdienstag Brovbdpreise: 6 Pfd. Kornbrod 31 kr.
Maskenball3 pfd. Gemischtbrod 1614 kr. und2 Pfd
bei Gevrg Jung. Weißbrod 16 kr.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X Demeß' in St. Angbetl. 180
        <pb n="89" />
        ⁊ͤöνö ν — ι— — — tia 244 — ν
A 54 i unt be AASCCTI).). -OꝰC3343 aιαι
us u u n J er 1 Nn N er ili ui
— —D 4 5 In M
g JA—, — iu
— l, 130 ng !n e
inu . ιν ια Iνν— ο αιννRα : Itα νν
ιαι ν— ιι ιανι —E
Dernnw en gverb rAnnetge vae mik aseitiem AUnterhaltuingshlattes erscheint wöchentlich dreimal Dicn sta g, Donnerstag
und Samstag,, Abonnementspreis biertelsührig v28 Krzre odet 131 Sulbergr.nAnzeigen werden mit 8 Krzr. vie dreispaltige Zoile
ιιιν ιν Blatischrift odet deren Raum berechnet. ι . l — — ——
88 ⏑—— α — i”*,”tôCůαιιι—⏑⏑···
Nro.n ZnMν Intat nud nανο— —eag, den 22 Februar — un nιι An1868
—— — 140900.

— ———
aιινεανον mιαα αιν9
nenia ut ↄäιιιαιDeutschland. _ινο O,
uce Mul wihlen. I8 Febr.niegn der heutigen Sitzung Sder Ab⸗
zeordnetenkammerbeantwortete nach· Vorlage⸗ rines Berggesetzes
it das ganze Konigreich, wornach das inder Pfalz geltende Ge⸗
etz von⸗ slO? icufgehobent werden. solliorder on Fuftizministene die
Neuffersche l Interpellatidw bezügtich riner Gesetzesvorlage nübet
Amortisirung von zu Verlust gegangenen: Werthpapierem in! ver⸗
reine ea, Sinm n Dann wurde Hem; Fchultez schen Anrtruge statt⸗
gegehen,; dien weitere Begahlungs dar den Nriegsveteranene bereits
dewilligten Unterstützungen 4à conto der im Budgetentwurf dafn
norgeschlggenen Deckun smittel anzuordneen. 54
guesaaaen⸗ J
vün e n g v ben
—
—— Jum eeei
el Frnannt. worden. αια n ν
ve
pessicher Frauen iund Jumgfraun. sie he d Wehnachen anen
üehhich gesandtea rigen dandiges Danncteiben heschiete an
essen Schlutß er die⸗ —S—— daß 3 gewaltsame
Trennung von seinet Heimathe and inem v bou lan⸗
jer Dauer Feich die Zeit der Prüfuͤng bals ein Ende ge—
pianen und Hessens Schild uund Wappen, wieder wecde aufgerich
et werdemn g 8 37
WBien 17 gebr Italien gab jn Paris die Erklärung
b, im Fallees wirklich im Ausbruche einer größerxen bourbo⸗
gistischen Bewegung kommen sollte, so derbe es auf glle Gefahr
in deren in Rom zu suchende Wurzel fassen müssen·
Wien, 18. Febr. (Sitzung dez Herrenhaufes h Fast alle
Erzherzoge sind erschienen Der neu exnannte Prasidens. Furst
TFolloredo, hegrüßt das neue Ministerium und. bersichert. daß das
Herrenhaus gleich der Mehrzahl der Völler demselben mit vollem
Bertrauen entgegen dommen. Beifal. Minisierpruͤssdent Fürhsf
Auersberg empfiehlt die Regierusig der Unlerstühung des Herren
auses, welches jederzeit seine Mifsion tren erfüute, und im Geiste
an iotischer · Undarie iiichteit dieste nlerfiühung, auch dem ein
terium angedeihen Eussen wwolle/n deis: sich en n Ungetrübten Glaͤn⸗
oet Krone unddie Festhaltung anrnfreisinnigere Justitnninemn gin
Aufgabe gemachtuorunn n oum lnta ιν *
Wien al 8.⸗Febr. uOib heutigen Morgenblaͤtter melden, daß
der König Georg: Beidem gestern seinen Wusten! veanstalteten Wel
en · Hoffeste einen · Toast ausbrachte; Dew nagestihr folgendermaßen
autete aun Der Könin danker Jen ausnHanmever zun jeinem: Fami⸗
ienfeste gekommenen Gusten fürr diese e Aufmerksamkeit, welchener
als einen Beweis der Zusammengehörigkeite des Welfenhauses mit
dem· hanugber schen Volke ansehe n Er hege dis eherzengung— daß
er als freier König wieder; nach Hannoben zurückkehre n werde,
Auch seine Ahnen hätten das Vand werlassenn müssen, bei ihrer
Rüctehr in. duasselbe. hätten sie abet ein Derhrd serneg Welfenreig
wiedergefunden.Mie; Vorsehumg: berechtigte ihmmzui glauben, daß
weals freier und mnabtztingigen Königewieder zurückkehren Werde
Schließlich brachte er: tim Hoch nauf Hammoberr mus zund leerte sein
Blas auf baldiges Wiedersehenn imoWelfenveiche Veim Bankett
maren durchweg mur Hannoveraner anwejendnizau Grii e
1891isd naß Frankpeich;. ne ιν
en Parii s, B Febo o Vorgestern schreibt, umam: der Koln
Ztg.“ erreignets sich din Den Tuilerieen ein hoöchsteneigenthumlicher,
zoch ain tiefes Geheimnißegehüllten: Borsalle T GegeneD. Uhr Nach
mitzagsickletterter plͤtzlich Zeingang Fein gelloideter Herr mit wah⸗
xxa Rffen behend gkaite hjtirarzählen die, Weuitee Aus · demr · Schlosse)· an
ʒern Stellez wonngewshnbich Dirn Hofwagenaffür ven KNaiser aufge⸗
itellt find über ast hohe Grteruydas Ddeun Tuileriruhofs vom Puece
—V puie Windesoile niauf den
Pawillon deHorloge zu,uwaerf dieucweichen fichn thmi entgegen⸗
tellten, zurz Seite Und gewaun dir Appartementa: des Kaifers. Et
drang bis zum Vorzimmen das: mnmittelbava worosdesfen Arbeits
sͤmmer lieatet Men dort Uanwesenden Adjudanten uUnd Dienernenb⸗

—411
ang ⸗et dber/ ihn festzunehmen.ẽ Als man⸗ ihn dann nach dett
Burecur ves Poligei·Commissars der Tuilerien die nach dem Oira
jinliegen⸗ brachte, stieß er nur die Worte aus: Jesnvonx ses
moa. In, dem Buͤreau des. Polisei-Commifsars augesonmen
zerhielt sich der noch ziemlich junge Mantt zuerst ganz ruhig, fpran
heb⸗als er sich etnen Augenbluͤt unbedbachtet sah zum
in iend Kurgie sich zu hemselben hinne —— —
ichnaugs dem Staube· zu¶ machen oder bh⸗ er sich das Lebemn neh⸗
nemn wollte· weis man nicht.“ Erld wurdel! jedoch⸗ alsbald wieder
estgenommen, da er in den Graben gefallen war, der die Tuile⸗
ien von· den Quais trennt, umdsich stark beschüdigt hatte: Er
satlen nämlich denbinken Arm am⸗ Handgelenke gebrochen eine
tarke Verletzung am eeien Rafe zerschmer⸗
— — der Churfts gebrucht!! Sein Zufland
soricht.nebensaefa helich. aher verhinderte doch dat hen db,
eht verhoten konnte: nd man weiß daheroch nicht,! vie man
nit einem Wahmfinnigen“ vder mit einent Vethrechet zu thutr hat
Nach den Worten die aihei seiner Verhaftung ausstietz konnte
nau beinahe annehmen, daß er — Kaiferin abgeschen hatte
der Kaiser soll durch biesen ¶ Vorfahtt sehrengenhuen
vorden sein. Deiselbeist überhaupt wieber sehr düster gestimmt
zu sein erster und altester Kammerdiener am Tode liegt. Diefer
Mann, der unter dem Ramen Leon bekannt ist, war seit Jahren
der reue Begleiter Louis Napoleon's, lebte mit ihm in der
Berbannung, war bei ihm in· Ham and verließ ihn natuͤrlich aun
nicht. seit ihn das Glüc so iehre veguinftigte Dieser Dnn
ibrigens eine etwas räthselhafte Person. Er ist von ganz feinen
Manieren und nicht ohne Bildung und Kenntnisse doch Niemand
veiß seinen Familiennamen!“ Beim Kaiser selbsi der ihm ketzies
Juhr noch eine Villa im Werthe bon 100000 Fr. züm Geschenke
nachte, stand er von jeher in höchfter Gunst und seine Rath⸗
chläge blieben, so versichert man⸗ haufig nicht vhne Eimluß auf
elbst wichtige Angelegenheiten. d.iun D
Paris, 170 Febr Die Befestigungen“ von· Rom sind be⸗
ndigt, wie der Figaro erfährt; an denen von Monterotondo wirh
aifrig fottgearbeitet.n Die italienische Regierung verdoppelt ihte
nilitarischen Vorlehrungen in Unieritaen umd—solt beabsichtigen
in Calabrien den Belagerungszuftand zu erklären: DMan nesi
mder der Opinion nationale: Es wird gemeldet; daß Pius IX.
kandalisirt dadurch, daß er die osterreichische Regierung geneigt
ieht, nicht allein das Concordat einer Reviflon zu— unterwerfen
ondern sogar die Anwerbungen fuͤr die papftliche Armee“ zu der⸗
sindern, eine Encyclika ersien Grudes vorbereite, worin alke
Freiheiten, die durch Herrn v. Beuft nach Oesterreich verpflanzt
vorden siund⸗ analhematisirt · werden “· —
Paris 18. Febr. Gestern winrde im Odeontheater Hean⸗
von Alexander Dumas dem Vater gegeben, die ejne ünunterbroe
hene Demonftration war. Kaum war der Vorhang aufgezogen,
ils die Studenten riefen: Rud Blas!gReuh Blas!“(Die Auf⸗
ührung dieses Stückes von Vickor Hugo wat dem Theater von
»er Regierung verboten worden, Der Nuf wiederholte sich von
Zeit zu Zeit; dazwischen nise sus der bekannte revolutionat⸗
duf von 1848: „Lampen! Lampen!“ Alle Stellen die zu Der
Wsnn gerrnrn geben konnten, wurden dazu' baußt
Zei den Worten eines Schauspielerg. VDie Freiheit Ihr, hab
jetrief man: Noch nicht umd. Es lebe Engläudurn
Stück spielt in England.) Vei qnderen. Gelegenheiten pfiff man
Bueroult aus, ließ Rochefort und seine verbotene Laterne“, leben
ind rief: Es lebe die Polizerin England!“Jules Simon
vurde mit großem Bravo emnpfängen.“ Eine andere Demonst ta⸗
ion fand im Vorstadttheater Ambigu Comique⸗statte Alsein
Zuschauer die Dazwischenkunst der Polizei verlangte, dulftand ein
urchtbarer Spectakel,“der das Studhreinige Zeit unterbrachen
Parries, 10. Februnu Der' Etendard⸗ bringt ein Telegramm
on Rizza bom 18.. Abends.“ Der! Zustande des Konigs“ von
Bayern ist wieder beeunruhigende geworden Die etzte bereten
eine neue Operationam Beine por ne..7 ue
        <pb n="90" />
        Aus Straßbuts, 16. Febr., ne gemelde, daß seit den — 3
vorgesterg Rarschall. Bag aunm edort eingeͤrpffetz ist. üm die Trupz die Irste hpürgerlid 4 Ar ——
e 3 —X 5 3 — 5— r Gonfesfio *it einem israelischen A aus Lau ·
den — Paeee hesichtigen. Von hier Kus —5*— —5 e Pfacramt hatte die kirchliche Trau⸗

r a ettstadk ung verweigert.

ebt er Hiarshasü Prz h 18. Vdr. In Belresf der gefätschtes. Fins .
Toupons der Koöln.⸗Mindener Eisenbahn erfährt die „Rh.“ und
R.⸗Ztg.“ aus zuverlässiger Quelle, daß dieser Tage in Westhha⸗
en Lin Gutsbesitzer. derhaftet worden jst, der, zeyn, solcher gefälsche
ten Werthhapiexe pergusgabt hatentnza I71
3 4aBVee rien 17. Febr. Gräfin Stolberg- Wernigerode, die
berin von Bethanien, aus Osthreußen, wohin sie sich zur Pflege
der Thphuutraulen begeben hatte, krank zurüdgekehft Cist hyurt⸗
Nacht am Typhus gestorben. *
F Die N. Bromberg. Zeitung euthält folgende Todesanzeige:
„Am ietzten Donnerstag, Abends H hr entschlummerte zu einem
esseren Seim: der Patriotische; Veyein,“ in dem zarten Altet von
3 Jahren. Zu seiner feierlichen Bestattung fanden sich sechs Leittragende
uim dexen gerechter Schmerz won zwei Polizeibeamten bewachti
vurdeit Der, Berstorbenent hatn as Rettungshaus Salem zum
Erben seiner irdischen Güter eingeseht dien sihenauf“ 145 Thaler“

10Pfn belaufenn Er xuhe innFriedent!tuttnz nlot
nui Fomächstens soll dat (dem Penzen Napolon gehörige)Schloß
Prangins bein Genf verlauft unde imerem“ Hotel umgewandelt
derden. —Ênaiit v ιι eν e 7eeelieeng
Die Zoologen in ggatige sch teitl! ver“ Globiszlsind ücüf
eine bemerlenswerthe Thahjache aufmerkjann gemacht woren. für
vehche fie keine· Erklärung finden ere Delda des Ama-
sonenstromes liegt die große Jusel Maxajoen Auf! diefer hatten
— —————
der Gouverneur der Provinz Para einer Compagnitß er.!
laubte, so vielé derselben zu iddten, wie sie wolle. Ein leben⸗
diges Pferd war nur ein Thir. 18 Sgrlwetth, dagegen wurde
die Haut mit *Thlr. bezahltn Man ding dann mit so unbe⸗
zachtem Eifer an dag Vettilen der Pferde, daß kin“ großes Un—
zeil dataus entstand. Sie wurben nämlich in ungeztihiter Menge
üngefangen, 'man schnitt ihnen Schweis und Mähne ab, nahnt
hie! Hame umnd ließ die Leichen zu Tausenden negen. Die Aeque
worigsouue that ihre Wirkung; der üͤhle Geruch perbeftete felbft
ien Lnftauf dent Sttome, cs eutstanden Krankheiten.“ Man
vitßter nur Eist Gegenmittel: die Waätlder der Insel wuürdei iif
graudgefteckt und Marajo! war Hald ein lungeheueres Flammen⸗
neer, in wetchem auch alles umkam, was an Pferden noch etwa
ibag gehlieben war Seit jener gJeit' willkein Pferd'auf“ Maz
kijo mehr gede hen Man hat verfucht, die, Zucht wieder“ einzu⸗
unren aber ulleThieren ahnne Ausnaͤhme. Werden anf den Hin
athen welche it.det. arisern Zoolggichen Gesehlichatt. zutn Ertla
ruing vorgelegt. ——
n , nuttin ün ι ιιαι
iegf Eine Fabrikarbeiterin in Baßsel wollteeine hrennende Pea
roleumlampe loschen undhlies oben in dag Glas, phne den
Docht zurückgeschraubt zu haben. Dadurch wandie sich die Flamme
nach unten, die Lampe zersprang und dem armen Mädchen, ver⸗
zrannten buchstäͤblich die Kleider auf dem Leibe, Ddaß es unter
ürchterlichen Schmerzen einige Tage nachher starb. 3370
7 Am 30 v. Mis. enpfing der Papst zweihundert Damen;
stömerinnen und Fremde (einzelne Damen erhalten niemals Aue
dienz), welche ihre Unterwerfung unter das päpstliche Breve vom
2. Octobewn v. J. gegen die anstößigen Toiletten, falschen Locken
u. q. w.) anzeigen wollten. An dev Spitze dieser Damen stand
die junge Fürstin Lancelotti, Tochter des Fürsten Aldobrandini,
velche auch die Anrede hielt. Der Papst antwortete mit einer
Allocutiou⸗ in welcher er die Bescheidenheit der Fraueni auch in
jußerlichen Dingen betonte. Dann nahm er dankend eine Menge
oon Altardecken ꝛc. entgegen, welche die Damen für die von den
Haribaldianern verwüsteten Kirchen gearbeitet hatten, und entließ
ie mit dem Segen. (Man fieht im Rom, wie der Kreuzztg. ge⸗
ichrieben wird, keine Chignons mehr, feine ichinesischen Moden
und die Damen⸗-Toiletten sind ganz euischieden bescheidener und
insprechender geworden).“ Ferner wird der Kreüzztgäweiche über⸗
mupt für Modennchrichten eine nicht unergiebige Quelle ift. aus
Baris geschriebenr-Die Kaiserin Eugenie soll ibeschlossenhabem
ich ganz den Anordn angen des päpstlichen Breves miber die Toi⸗
ette zu unterwerfen; dei Hofe sollen künftighiw! keine Chignous;
eine anstößig nausgeschnittenen Kleider, keine chinesischen Lätzel
deile und übermaßigen Schleppen zugelassen werden. Das würde
gewiß ein harter Schlag für viele Modedamenimnad die Putzma⸗
herinnen sein; aber man würde fich fügen, dien Ehemanner ivür⸗
den erleichtert aufathmen, der Anstand würde diel, die Sitte im⸗
nerhin etwas gewinnen. Es wird überhaupt immer stärket bes
tont, daß die diesiährige Wintericiion wviet; weniger Uebertrei bung

Echwurgerichtsfitzungen für die alz.
J. Quartal 1868.

Zweibrüschenz 48. FebreennSimon Jochim, lediger · Tag⸗
zer von Rülzhejwi, ist angeklagt der: Vothzucht, exübt 1an.u X
UGjährigen Mädchen von Rülzheim. ιν mια

Am 4. Januar —abhin des Nachmittags — um etwa 2 Uhr
eg junge Mädchen mit dem Angeklagten in dem, nahe. ei
er Geuleinde Rülzheim gelegenen Gemeindewald. District Rin⸗
Hergehege“ , zusammen und wurde von diesem unter dem Vorge⸗
em er hahe im Walde, huchenes Spänen liegen und, sie fönne , dar
pon nehmen, bestimmt,emnst ihm in dag Iunere des Waldes, zu
ehen Dort soll nun der Angetlagte nseinen arglose, Beglziterin
iit Hevalt zum Beischlafe. mißbraucht haben.. 23
Per Vertheidiger des Angeklagten, Herr, Rechtscandidat. Petri,
Acht parzuthun, daß, selbst. den Porsall an und für sich zugegeben,
eing Gewalt, sondern wahrscheinlich, ein Einverständniß Kattge⸗
uͤnden hahe. Der Angellagte wurde guch von den Geschwarenen
ür nicht schuldig ertlart, aunde hieranf von dem Schwurgerjchtsprqh,
identen freigelassen. utzh _ αuu ts
37 Zwedruͤden, Ige Februar, Anklage, degen, Ja,
v. Weigel, 48 Jahre alt,Acherssmang in; Kaudel wohnhaft we⸗
jen vorsatzlicher Brandstiftung. unn n ι—
ha Der Angeklagte fuhr am 13, November vor. Is. Abenda
jegen 6 Uhr mit seinem, Nachbar Seiler dessen Hanf auf einem
Schubkarren auf die etwo Stunden von seiner Wohnung entfernte
Bartelsmühle, wobei er den Seiler wiederholi zum Fortgehen drängie
ind diesem kaum Zeit zum Nachtessen ließ. Auch unterwegs eilte
x, der sonst als wenig arbeitslustig gilt, der Art, daß Seiler
aum nachtommen 3 Der Angellagte war vielleicht 2 Stun⸗
— B—
ind ein Krachen, wig. wennj. Heckein, verbrennen, bemerlhazx achte
Die hiedurch aufmertsam geinachten, Nachbafu- fanden, Haß: auf
deun Speicher Fruchtabfälle Fieferne Hecken und aufgehängten tro⸗
kene Tabalsblätter brannten. Das Feuer dessen, Flammen, be⸗
zeits das Dach ereichten, wiujrde jedoch geloschl. Auf. der Brandstelle
vurden umler Änderen mehrere, Stüche halbverkohlten schwarzen Zun⸗
ders, und angebrannte ligferng Hechen gefuüuden., Fruchtabfälle wa⸗
cen über deu ganzen Speicherhaden zerstreut. an allen Dachfpar⸗
ten trockene Tabalsblätter ‚aufgehäugt. Uumittelbax über der
Brandstelle war ein ganz frisch guisgebrochenes Boch jn der .zum
bern Speicherraumi Jührenden Tecen durch welches Stroh herab-
ing.' Das Kamin' unbe diee VDege, Uher, der Müche sindein
zutem. Zustande, Und.. unversehrte sp — ——
jon hier, aug der Braud. erstangden sein Lann. „Obschon, dem
Ungeklaglen auf ——— gleich beim: Eintreffen hemnerlt
purde, er kaͤme etst am solgeuden, Peittgge au die Reihen blieb
tdoch dorten über Nacht, war aber bis degen Morgen in einer
olchen Unruhe, daß dieseldtz Allen auffiel. Den andern Mittag
vurde der. Angekkagte auf der Paxtelsmuͤhlg verhaftet und hei ihm
ein ganzes Baarvermögen init etwa 22 fl.seine Pfeife, Feuer⸗
eug und heller Zunder gefunden.Bei der Pisitation durch den
Landgerichtsdiener, hatte er in der gehallten Hand ein Stück schwar⸗
sen Zunders. Der Angellagte ist schlecht beleumundet, dem Trunke
rgeben, träge und überschuldet, Sein, Haus ist zu 350 fl. die
Scheuer, zu 250 fl., der Schweiunstall zu 80 fl., die. WMobilien zu
2063 fi. dersichert, wuͤhrend letztere kaum A80 fl, werth sind.
Der“ Angeklagie leugnet die That.Dessen Vertheidiges Herr
Rechtscandidat Lavalle, führte aus, daß kein Beweis einer vor-
sen Brandstiftung gegeben sei, bezüglich der Thäterschaft de?

uͤgellagten liegen aber nur geringe Indißen vor, Gefahr für
eenschenleben sei nicht dorhanden geweseu, jedenfalls aber sei
Brandlegung nur beim, Versuche geblzeben, Die Geschwarenen
onnten sich von der Schuld des Angetlagien nicht, üderze uͤgen und
prachen ihn frei, worauf derselbe mit lautem Weinen den
Saal verließ. J I
Die Aachen-Münchener Feuerdversicherungs-Gefeilschaft hat
der Konigin 20,000 Thaler für die Nothleidenden in Ostpreußen
zur Verfuͤgung. gestellt. ) ,,

FWie der „Nürnberger Auzeiger“ in seiner Nummer 40
chreibt, sollen viele Bewohner Schweinfurts in Folge der Zoll⸗
parlamentswahlen den Regctionären, zweilste aller-vernünftigen
Entwicklung entgegengetreten,, ihre Hypotheklapitaliengekündigt
und Schulden eingeklagt haben, un die; Leute dadurch zur Ver⸗
nunft zu brinden. wenn's nicht anders geht.
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        ind mehr Ernst zeige, als nemals gtib Wiederaufrichtung des
daiserreiches. —

4 Eine spanische Sängerin in Mexich, Sennora Mendez,
hat sich muthiger zind würdiger benommen.Hals mancher Wann—
Sie wurde in Thegioe aufgefordert, ein boshaftes Spottlied auf
ʒie Kaiserin Chaxlatte zu singen und weigerte sich. Deos Publin
um er and; ein Offigier drohte ihr wout der Reupeitsche- Da.
ra sie bor und erklärte mit lauter Stimme: „Niemals“ werde
sch ein Spottlied auf eine Frau singen, die einst Mmeine Wohlthä⸗
erin war und die ich immer verehren ˖werde. — Andern Tägs schickten
ihr viele Frauen einen mäthtigen Lorbeerkranz,. dessen Blätter
Holdmünzen bildeten. 1]

f Im indischen Ocean sind für die abesfßnische Erbedition
nicht weniger gls 238. Schiffe thütig. ιν α

Laupwirthschaftl ichec . 4

Fa olw ehee ae Die- Gemeinde Volklingen, im Kreise
Zaarhrücken· hat 4 Ise mit einem Aufwande von 600
Thaler auf eigene Kosten eIn Stall mebst Sprunghof wfür, Zuchtstiere,
jebaut. In dem Stalle belinden rsich-auch die Wohnungen für den—

ztierwärter und den Schweinehirten, Deßgleichen werden aufj Ge⸗
neindekosten Zuchtstiere der⸗ beften Race im Alter von AAaJahren
ingekauft und bis zum vollendeten 4. Jahre: aingehaltenenn Für
zie Bemitzung der Stiere werden von den Viehbesitzern für jede
knh oder Kedes Rind 13 Pfund Hafer und 10 Pfund Stroh ge⸗
efert; außerdem wird zur Besoldung des Wärters und zur! Be⸗
haffung ꝓᷣon Heu für 4 Stiere bei 366. Kühen von der Ge⸗
geinde die Summe von ungefähr 270 Thaler jährlich zugeschossen,
vaß der hefammte-jährliche Kostenaufwand sich auf ungefähr
00 Thaler beläuft. Scheinen anch auf den ersten Anblick diese.
dosten, sowie die, der Anlage bedeutend, so stellen sich doch die erzielten
Kesultate außerordentlich günstig, wie fich am Unwiederleglichsten
araus ergibt, daß im Jahre 1864 von den 365 in Volklingen
jorhandenen Kühen 332 Kälber geboren worden sind, ein Re⸗
altat, welches neben der gehörigen Wartung haupisächlich der
weckentsprechenden Fütterung der Zuchtstiere zugeschrieben werden
nuß. Mechnet man hierzu, daß die Zuchtstiere nach mehrjährigem
hebrauche noch mit Nutzen verlauft werden können, so dürfte der
Horzug der Volklinger Einrichtung vor dene mristen⸗andern nicht
wehr zweifelhaft sein.
1464 — e 33. 6 —2 ar 34 I
Holzpersteigerung Bere nachuug.
Grweilzer. Eblinfgeu“i (Die' Wahl der bayherischen · Abgeordneten zum deutschen Jollparlumente bett).
pane —— 44 888* — ———
———— ung' der Resuliate der am 1Ol Ma stattgehabten Zollparlamentswahlen hat sich erge-
mi iler in 58 —due I
—B — ⏑ — ————— Siheis In deß die Habt der giuzg abgegetenen Stimmen 12. 249 betruge Hieron ast die abjolute
dn Delemene beste hn —Megorttat hobtts behehri —u. ,
2eihene Vaunam me II. u.ielJ. yKl. in 1J. Didelhe Shwln Fabritant in Zweibrüclken3608.
5ahoru Nutzholzftäinmg iriqitu Dre Lukas Jäger; NRedackeut in Speyernnn A0o36.
eichene Pflugsrehe· 7! 9 2573 3.,Ludwig Beer; i. Bezirksamtmann in Pirmasens 2306.
tghd gemihr Wohnnstangennt I. hersetuntte Snnimen , —D—
500 gemischte. —— n ünn ιι Zusammen TI
Sna” zi⸗— F ⸗ —*
a aest in ann re be ddn Rachdem souach⸗eine absolute. Moioritat sich micht Egebe hat so mi netz Art. 12
3.00 buchen⸗ Reiherwellen, — des Gesetzes vpom; 16. November 1867 eine engere Wahl stattfinden. * id
ebruat Agösed v Diese engere Wahl wird hisermit festgesetzt auf u,
Erfweiler, den 18. 8e —
dazeean — 2 152 Sie beginnt an diesem Tage VTormittags 10 Uhr und wird Abends um 6 Uhr geschloffen.
n Sie erstreckt sich nur auf diejenigen beiden Candidaten, welche bei der
Wahl gm 10.. M. die meisten Stimmen erhalten haben, also nur auf die beiden Herrn
4721 Adolphe SEchwinn Fabrikant in Zweibrücken, —2—
2. Dr. Lukas Jäger, Redakteunr in Speyer. uιι
MNur untenr diesen beiden ist zu wählen, und es wird hier ausdrücklich
arauf hingewieseu, daß alle auf andere, als die vorgenannten beiden: Eandidaten
villenden Stimmen unter allen Untständen ungültig find.
» Diese engere Wahl findetnauf denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften
tatt, wie die Wahl am 10.l. M — 9
Insbesondere bleiben die Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahl⸗
vorsteher unverändert. —
Auch die Wählerlisten haben dieselben zu bleiben, wie bei der erstem Wahl⸗
andlung und dürfen darum keinerlei neue Einträge oder Nachtragungen
noadieselben stattfinden. —— 2*
an Fetner werden die Wähler wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Wahl⸗
ettel nunr den Namen des zu wähtenden Abgeorduneten,“ welcher bei der
runmehrigene engern Wahl nus den vorgenannten beiden Tandidaten mit den meisten Stim⸗
nen zu entnehmen ist; enthalten dürfen, und daß Wahlzettel, welche wie dies mehr⸗
ach bei der ersten Wahl vorgekommen, mit der Unterschrift vder mit dem
ausnummer des Wählers versehen sind, unbebingt für ungültig
rklärt werden müssen, weil durch solche Wahlzettel das Princip der geheimen
Stimmabgabe und die hierauf beruhende Vorschrift des Art. 11 des Gesetzes verletzt werden.
Im Uebrigen wird Aauf die in den Localblättern veröffentlichte bezirksamtliche Be—
anntmachung vom 13. Janunar l. J. in welchen die von den Wählern zu beobachten⸗
den Vorschriften kurz zusammengefaßt sind, Bezug genommen.
: n Zweibrücken, den 14. Februar 1868.
4 Der Wahlcommissär des IV. pfälzischen Wahlkreieeeeeee..
e Kal. Bezirlamtmanc.
:

Photographie
Ich beehre mich hierniit ergebenst anzu—
eigen, daß Ide ndeen Noan 9 his
Abends AMUhr immeinem neuen' Ateliet
zef. Aufträge entgegennehme um promptest
auszuführen. :
FFAufnahmen finden im geheihlen
Zadou bei jeder Witterung statte
uuSt. Ingbert Iu.Febr. 1868. 48
B Ollig. Photograph.
Kohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.
* AI — —
Zur Beachtung.
— erlaube mir den verehrl. Damen
jiesiger Stadt die ergebenste Anzeige zu
nachen, daß ich von Saarbrücken hieher
ubersiedelte und mich als Kleider
macherin etablirk hube ...
Un geneigte Kundschaft bittend, glaube
ich- die Versicherung geben zu dürfen,
daß gegebene Auftrage in dem modernsten
Schnitt guf das geschmadvollste, unter Zij—
icherung promter und re ller Bedienung aus
jeführt werre.
Auch merden ⸗gin ge Mädchen, bei mir
angenommen; üum dasg dtleidermachen zu'
erlernen. —
Aaungu retliu Ruehhardt-
wohnhaft in der Kohlenstraße, gegenüber
zer Maschinenftahrice

Montag, den

——

car I18688.

CarnevalSonutag
und Dienstag
*5*

ier

Freimusik
bei Joh. Bofmann.

Sonntag den 28
und
dienstag den 25

v in
—

4
—WW

——

üü /
M— öäöä—ü2—
—
8iIa
V. Weirich.

Ein⸗ Wohnung beftehend aus 2 Zim⸗
Dmer ist an eine stille Familie zu
ermiethen und bis Ostern beziehbar —

3 bec nl.

Neu angekommen, eine große

Sendung Aninzer Da-

—er—N un Btiefelehen,

sowie eine schoöͤne Auswahl in Bali-
4A. bei JODD i —

ei
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        RER [ — νν ιι Cu
Bekanntmachuugen;Versteigerung
Wpae n den: 26. FJebb. nin α_ von ecger eris⸗
1868, Nachmitsags 2Uhr; zu SterJugesuä 42. — —
zert bei Seifenfieder Heinrich Schmitt ißt lie —28 2— Ia 8 mna⸗MA AS 8 O 1 h O Lx. ——
Fatharina Hiefer gewerblos hier wohnhafn — ι Aus den Valdunen der Gebr. Krumer J— 9J
Witnvewonn Jotzann Spengler in Eigen⸗ Samstäg den' 29. Februar 1868 Nachmittags 2 Uhr bei“ Ferdinahiß
hum versteigetn —— bexß a usser zu St. Ingbert. mmat
WVDezt Acker und Wiese am Gütten⸗ —845 ci usel D 1 r α Bν

wieschen/ neben Jalob Danzer. na 5 Klftr. ichenmi se holz J — Aie IinKlasse. ν J
19 Dez. Wiese in der Gehnbach, neben —JJ ——— en eiνι —I e J biu æui
gpeghe unrd v dohnnn Doseph Aun ge αν, e Bιν J— III. eie np

rewenig ι νι Näheke Aufschlüsse ertheiltn ν ιι .
51 Dez. Acker in der Silen· Pfuhlwie⸗ ne νν“ b sschlüfs Oberförer Küßwetter.“ruuzn Wan
serahnungn neben: JohannmKiefer und

Weg: ι. 2 n
41 Dez. Acker aufm großen Flur, neben!
Dohann Weiland, Schmied. nνο
ait u Fornekgte Nötar.uu,

NRur vi 5c*
J *
⸗
Aoer 3
—4 CM. IA. — 3
uidof νια vpon Tuch und Bubski 2 —
Am mein üherfülltes Lager aufzuräumen, verkaufe ich den Pe ee
—— —
Besonders empfehle ich eine große Parthie shwarge, — feine
— — *7 22 .7 *
ü che t zu — ———— — 1 3 fl. 1. fl. 8a, fl. 4 80. bis Nanbu 4S.
— u sichwer e Tücher zu 64 krbiß f 12* 15. — II öñνttim
Sommerbukskins zu 48 fr., fl. L. l. I L. bis fl. B. a
Feine W in ter huks kings zur fl. P3Z30. —A
eIehpeur J.g.Mener und M. ain tellist vwaßfrenaller⸗Art.
Alles 80 Prozentunterun früheren Verkaufspreise bet bem
u—αÇ Leν inler, 7Tuehhaudler ———
am Marktplatze in Zweibrücken.
—— — — — —— — —⏑—-— —XX
Soeben erschlen das nach vlein nienelten Verãnderungen ratificirie ndu
2212 25 α 2 2 34 2* Pe .
711 ld ια eitungs erzeiohniss 24 1
28 mn —J— der — —— ——
——— 7 J —J— Annoneen⸗ Expedition 13 — D———
— u N von
—* AIæasenastos,
2e J 1* ze in ————
ntn e Frankfurt a. M. Hamburg, Berlin, Leipzig Wien und Basel,
— 9. Auflage. u
Dasselbe ist eine systematisch“ geordneie Zus— nl d —*
3000 politischen, wissenschaftlichen, belletriftischen ——153 grz u 1 * A? e* —*—
ind Reisebücheernn, c., soweit sie Annoncen veröffentlichen, unter Angabe des Erscheinens wie oft per
Woche — per Monat — oder per Jahr), der Inserationspreise, sowie der Auflagen wenn solche genau⸗
der annährend zu ermitteln waren.
Fuür ganz Deutschland, Defterre ich und die Schwesiz ist jedem Kande
— Karte beigedrtudt, welche in ihren deie 33 e
herze duid e d diie pen Seinuo pesuhuten Onf veranschaulshen son
Mobilienversteigerung.
Aschermittwoch den 26. Februar 1868,
Bormittags a 10 Uhr und am darauf⸗
folgenden? Tage Vormittags 8 Uhr lassen
die Wittwe und Erben des dahier verleb⸗
jen Bäckers und Wirthes Peter Schmelzer
hre sämmtlichen Hausmobilien öffemlich
zersteigern und zwar;
2 vollständigen Wagen mit allem Zugehör,
pflüge, Eggen, Windmühle, Ketlen, und
ielerlei Ackergeräthschaften, sodann 240
Malier Kartoffeln, 60 bis 70 Ztr Heu,
100 Zir —S 90 Gebund Hafer⸗
troh, 50 Säcke Korn- und Haferspreu,
vollständige Brandweinbrennerei⸗ Ein⸗
richtung mit 2 Kesseln, Schlange, Kühl—
onne, Daͤmpffaß, Kartoffelmühle, Fäs⸗
ey Bütten, und »allem⸗ Zugehör,
äinintliche Backgeräthschaflen,“ 2Ge—
üchschränke, 6G vollstündige. Betten mit
Bettladen, Wirthstische, Bänke, Stühle,
Tommoden, Eckschrank, Lampen, Nacht⸗
ische, zinnernes Geschirr, Porzellan, Glas,
stüchengeschirr, und sonstiges Hausgerätbe.
Horn, kgl⸗ Notar.

Vervachtungen
Gleich nachher läßt Fnat Fohnn Vag⸗
ner Wittib ihte sämmtlichenVLiegenschaften
viesigen Bannes: auf 6Jahre öffentlich ver⸗
zachten nämlich 3νι—_. α.
68 Dez. Acker im denz obersten ⸗Seyen.
neben Wittwe Weidmann.
67 Dez. Acker allda, neben Carl Mi—
hael WMur· nutruν,
42 Veg.Acker auf Schiffelland,reneben
Philipy Weigand. — —
37 Dez. Acker auf Hobelsahnung neben
Frũfz: Jgkoh Schmelzer und Johann
Schwarz inehe
10 Dez. Garten in den Greßagete veben
Johann Becker Wittwe. 25431 J 5
JTagw. 1 Dez. Wies außj der Epich
neben Baptist Thiery Wittwe in * Beeten!
irca 3e Morgen. Wiefe im Bombgchen
Weiher neben Gebrüder, Krämer in
2 Theilen. — DD——
Sorn. iql Motariun ιν
Sodann laͤßt Franz. Jakob Schmelzer,
Schmied, hier wohnhaft, als Vormund der
Martin Abel'schen Kinder deren sämmtlichen
Liegenschaften auf 8 Jahre verpachten
ͤmlit an
— — nd Zorrellenwbeher,
aeben Peter Redel und Johann Adam
—V
d Wiee im Allmenl —
vis Schmeltzer. 5 v “,
Dez. Acker imRodt, nebense Peter
dIs. Erben, e 5* * i zνι
vei. Wiese in Güůttenhiechen eben
rämer. e,“.
————— —
Sodann“? läßt Frau Carl Lion Wittib
don hier auf weitere 6Jahren verpachten:
86 Dez! Acker in der 1 Pfuhlwieserahn⸗
umg/ neben Johann Joseph Gewewenig.
148 Dez. Acker im Mühlenthak neben
Ludwig Beer in 2 Theilen.
37 Dez. Acker im? hintersten Wallerfeld
neben Johann Hofmann. ιν.
124 Dez. Acker am Sehyenrech, neben
Joseph Beer in 3 Theilen.
72 den Acker“ im RFest am Langenstein!
Bann Rohrbach ueben Gebrüder Dörr.
87 Dezu Ackttl im Rodt neben Louis
Zeen ie, 8, Thejlen.
t
Beer
Viitjo ANe an
ieben Erben Dier
51 Dez. Acker inet
RPikolaus“ we

—3

14453 44—

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B4⁊ I. —IXXöÆ

Druck. und Verlag von F. X. Demetz — St. Inaberi.
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        87 w ———— 3 , „an4 —* .531. 2
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— W53*2BI s HMu— 44153 J
—* wrren — ?« 6G. edsde e,
,, ——7 77* —A— —30 ie
Der StJugberter An“eiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erlcheint wochentlich dreimal Dibn 2ia Donnerstag
und Samst ag.. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr, LUnzeigen werden mit8 Qrzr. die dreispaltige Ze il⸗
Blattschrift odet deren Raum berechnet.

NRro. 24. J . Diens tag, den 28. Februar . 1868

— ——

3 —8*
45 *
2 *

Deutschland.. 15.
München, 22. Febr.“ Die Abgeordnetenkammer wird
demnüchft die Berathung des Malzausschlagsgesetzes beginnen, welche
voraussichtlich sehr asch von Statten gehen wird Die Budgel⸗
—— in nächster Woche ihren Anfang
nehmen.
— Bei den einleitenden Verhandlungen ˖ wegen Aufnahme

Medlenburgs und Lübecks in den Zollverein, welche demnächst

eröffnet werden sollen, wird außer drr preußischen Regierung und
den Regierungen der beitretenden Staaten noch eine norddeutsche und

ine süddeutsche Regierung vertreten sein. Ueber letzteren Punkt ist
eine Verständigung unter den füddeutschen Staaten dahin getroffen,
daß Bayern an den betreffenden Verhandlungen Antheil ninmf.

Als Commiffär ist Oberzollrath G. Beer⸗ bestimmt

J Dienstesnachrichien. —

Seine Majestät der König ˖haben Sich allergnädigst bewogen
zefunden, den Bezirksrichtsrichter Joseph Herfeldt in Kaiserslau—
ern zum Staatsprocurator am Bezirksgerichte Zweibrücken zu
befordenr. . WWB

Sei Maj, der König haben Sich allergnädigst bewogen ge—
iunden, unterm 19. Febr. Is. die erledigte protestantische Pfarr⸗
telle zu Sausenheim, Dekanats Dürkheim, dem dermaligen Pfar—⸗
zꝛer zu Großbundenbach, Decanats Homburg, Nicolaus Knobloch
zu verleihen. —— etame?

Berlin, 21. Febr. Das Herrenhaus hat heute den
Staatshaushaltsetat genehmigt, den dazu gestellten Antrag des
Frhrn. v. Tettau, betreffend die Umwandlung der Schatzanwei-
ungen in eine verzinsliche Anleihe, abgelehnt. Darauf wurde
das Gesetz. hetreffend die Uebernahie der Staatsschuiden der
klbherzogthümer, in der jüngsten Fassung des Abgeordnetenhau⸗
es angenommen. eT7eee

— Der. Ausschuß des deutschen Handelstages hat beschlossen,
den Handelstag gleich nach dem Schlusse des Zollparlaments nach
Berlin zu berusen.

Wie Zeidler's Correspondenz erfährt, sind zu Bevollmächtig-
en zum Bundesrathe des Zollvereins außer den bisherigen Mil—
Jiedern des gewöhnlichen. Bundesrathes Seitens der süddeutschen
Staaten ernannt. worden; für Bayern— der Staatsminister des
Handels v. Schlör, der Staatsrath v. Weber und der Ober⸗
Zollrath Gerbich; für Wüttemberg: der hiesige Gesandte v. Spitzen⸗
derg, der Ober⸗Regierungsrath. v. Bitzer und der Ober⸗Finanz⸗
cath Riecke; für Baden: der hiesige Gtsandte Frhr. Türkheim und
ex⸗ Ministerriatrath Kilian; für Hessen: neben dem Geh. Lega⸗
rionsrath Hoffmann noch der Geheime Ober⸗Steuerrath Ewald.
Berlin;, 22. Febr. Wie die Kreuzz.“ meldet, ist der
reußische Militärbevollmächtigte am Karlsruher Hofe, General. v.
Beyer, zum⸗badijchen Kriegsminister ernannt worden ...
Wirenm.. 20. Febr. Der Toast auf Wiederherstellung. des
Welfenreiches, den König Georg vorgestern im Kursalon ausbrachte,
jat. wie man dem Ungarischen Lloyd mittheilt, in den-höchflen
Freisen Wiens besonders deshalb eine peinliche Sensation hervor⸗
zerufen, da dem Hietzinger Hofe wiederholt und angelegentlich von
derartigen Kundgebungen abgerathen worden war. Roch vorge⸗
tern Früh erhielt Graf Platen eine Zuschrift des Baron Beust,
vorin dieser nochmals dringendend vor allen Demonstrationen warnte
und aussprach, es sei ausdrücklicher Wunsch des Kai—
sers, daß diese Note dem Koͤnige Georg vorgelefen
verde. Georg Rex sah sich aber durch kleinliche Rücksichten auf
ren Wirth und das Land, deren Gaftfreundschaft er genießt, nicht
veranlaßt, sein Progtamm abzuändern. —

u Wi en, 21 Febt.“ Nachtichten aus Athen vom 18. Febr.
nelden⸗: Zu Kissamos auf Kretu fand ein Gefecht zwischen den
Türken und Insurgenten statt. Letztere machten einen nächtlichen
deberfall, wobei viele Türken verwundet und getödtet wurden und
Waffen und Munition den. Griechen in die Hände fielen. Als
edoch den Türken ein Corbs von 3000 Manm zu Hilfe kam,

varen die Insurgenten ˖ gezwungen sich zurückzuziehen. Ein Ge⸗
uch der eingeborenen Tuͤrken, die Regierung möge ijhnen gesiat⸗
en, die Insel zu verlassen, da dieselbe in Folgs der Insurrec⸗
idn sortwahrend. leide und alle Geschäfte darniederlägen, wurde
von Aali Pascha zurückgewiesen. Der griechische Dampfer Union?
eßt seine Fahrten zwischen Kreta und Syra fort und die gussi⸗
chen Schiffe sind damit beschäftigt,Flüchtlinge von der Insel,
vegzubringen.. νι —
Frankreich. i ny
Paris, 22. Febr. Dern Vehanptung. der Spener'schen
Zeitung gegenüber ftellt die , Patriet in Abrede; daß der Köig
on Hannover bezüglich der Aufnahme der hannoverschen Flücht⸗
inge in Frankreich eine Anfrage: awn die frattzofische Regterung
orher gerichtet habe. Wenn einen derartige Ervffnung: stattge⸗
unden hätte — sagt die: „Patrie““ — so würde der Königdie
leberzeugung gewonnen haben- daß dien Ausführung des Vor⸗
ꝰabens der franzosischen Regierung unangenehm ist. Man glaubt
haß im Gesetzgebenden Koͤrper die Discusston heule zue Endegee
jen und daß er sich auf 8* Tage vertagen werde
England.
Londom, 210 Febr. Die' Times herichtet, daß innerhalb
her letzten vierzehn Tage mindestens 50,000 Quarters Waizen
von Falmouth und Queenstown nach frauzösischen und anderen
iahen ausländischen Häfen verschifft wurden. Weitere 20 bis
30,000 Quarters Waijzen, für gleiche Bestimmung gekauft, seien
von Californien nach England unterwegs. Die hohen Preise des
Waizens haben in neuerer Zeit zu dessen Culter besonders bei⸗
getragen. Man nimmt an, daß in Californien 1 Million Acres
mit Waizen bestellt sind, welche im Durchschnitt 31/0 Mill. Quar⸗
ters ergeben.
London, 22. Febr. Auf Baring's Interpellation im Un⸗
terhaus erwidert Lord Stanley, Englandeseĩ in der Nothwendig⸗
keit gewesen seine Gesandtschaft aus Mexico abzuberufen, nachdem'
der Präsident Juarez die Beziehungen mit allen Mächten, vom
denen das Kaiserthum anerkannt worden, abgebrochen hatte.
Demnüchst werde hoffentlich eine befriedigendere Sachlage eintreten.
Italien.
315?nʒ. 20. Febr. Die,Italie“ sagt Aus Anlaß der
Berheirathung des Prinzen Humbert haben der Kaiser und die Kai⸗
erin der Franzosen dem Könige von Italien Glückwünsche gesandt
Obgleich die: Nachrichten aus Sicilien über die dortigen Unruhen
ehr übertrieben sind, hat die Regierung doch Vorsichtsmaßregeln
ergriffen und an die Escadre von Spezziar den Befehl ergehen
assen, sich zur Abfahrt bereit zu halten“ nen
Florenz, 20. Febr. Die „Gazette d'Italia“ melden:
er König habe die Offiziere der Armee begnadigt, die wegen
Theilnahme an den Bewegungen auf dem römischen Gebiete mit
Disciplinarstrafen belegt worden waren. Außerdem sollen? jens
Offiziere auf ihr Nachsuchen in die Armee wieder aufgenommen
verden, welche aus denselben Beweggründen ihre Entlassung ge⸗
geben haben.
— —

. SEpanien.
Madrid, 18. Febr. Die Polizei in Navarra konfiscirte
2000 Porträts des ällesten Sohnes von Don Juan, den die—
Parteigänger Kaxl den Siebenten nennen. —- Bewaffnete Carli⸗
tenbanden kreiben sich herum und sollen schon mehrfache Zusam⸗
menstöße mit den Bürgergarden gehabt haben. 2

— 4. Amerika.

New-York, 21. Febr. Der Präsident Johnson hat den,
Zriegsminister Stanton auf's Neue seines Amtes enisetzt und an
eine Stelle den General Thomas ernannt. Darauf hab der
Senat einen Beschluß gefaßt, dem zufolge der Präsident die Bet
fugniß nicht hat, den Kriegsminister abzusetzen. An Stelle des“
urücgetretenen bisherigen Unionsgesandten in London, Hru. Adams
at der Präsident den General Rac Clellan ernannt. (Es fragt
sich aber. od der Senat diese Ernennung gutheiken wird— *
        <pb n="94" />
        Zchwurgerichtsfitzungen für die Pfalz.
1. Quariol 18683...

Zwaibruhen. 80. Febr. Anklage gegen Wilhelm Herr-
mann 28. Jahre dalt, KTagner« in? Speyer wegen vorsätzlicher
drperverletzung mit nachgefolgtem Tode.

Eheleute Herrmann hatten vor ihrer am 20. März 1867
tattgehabten Verehelichung dereits ein am 29. März 1864 zur
Weli gekommenes Kind mit einander gezeugt, das durch die Hei⸗
rath legitimirt wurde. Während der Zeit vorher hatte die Mut⸗
ter, die als Schenkamme diente, das Kind bei verschiedenen Kost⸗
leuten, wo es hie und da von den Eltern besucht wurde. Die⸗
selben scheinen keine besondere Liebe zu dem Kinde gehabt und es
nur als eine Last angesehen zu hahen. Nach der Aussage der
Nachbarsleute erlitt das Kind auch bei seinen Eltern eine rohe
Behandlung und Zuchtigungen, die jedes vernünftige und erlaubte
Maß überschritten. Nainentlich kamen diese Mißhandlungen vor,
venn der Vater heim kam, wobei derselbe Aeußerungen fallen
ließ, wie: „Ich schlage Dich, daß Du derrechst;“ so daß selbst
zie Ehefrau Herrmann sich mehrmals bellagte und im Juli 1867
zeim igl. Polizeicommissär zu Speyher die Anzeige hievon machte
Am 21. oder 22. Nov. abhin rief dieselbe eine Nachbarin zu
dem Kind, das am Boden lag, mit Schaum vor dem Munde
und Zudungen in den Gliedern, und theilte am 26. desselben
Monals mehreren Zeuginnen mite ihr Mann habe den Knaben
wei Tage vorher der Art tractirt, daß er noch ganz verschlagen
ind fast leblos in feinem Bettichen liege, wovon diese sich auch
elbst überzeugten. Trotz nunmehr herbeigeholter ärztlicher Hilfe
zarb das Kind noch am nümlichen Abend. Nach. dem ärzjtlichen
Butachten ist dasselbe eines gewaltsamen Todes gestorben, indem
un der linken Hirnhälfte eine Vene (Blutader) abgerissen ist, ver⸗
ursacht durch einen heftigen Stoß oder Schlag und gefolgt von
darkem Bluierguß im Gehirn und Lahmung desselben; außerdem
varen an dem Koͤrper nach verschiedene mehr oder minder be⸗
deutende Berletzungen fichthar, — Alles nicht älter als 2 bis 83
Tage. Der Angeklagte leugnet die ihm zur Last gelegten Miß—
jandlungen, und behauptet, seine Frau, die sehr zornig sei, habe
zas Kind immer mit einem Stock oder einem Schäufelchen, ge⸗
scchlagen, Krampfanfälle, wie sie in der letzten Jeit von den Zeu⸗
zen beobachtet wurden, seien schon früher vorgekommen, als das
dind noch bei fremden Leuten in Pflege wax. Letztere wollen
jedoch von solchen Anfällen nichts wissen. Der Angeklagte wird
als ein roher Mensch geschildert, der auch öfters Thiere mißhan⸗
delt habe.

Der Veriheidiger des Angellagten, Herr Rechtscandidat
Böcking, führte aus, daß die ärztlich konstatirte Verlezung auch
Folge eines Falles des oft sich selbst überlassenen Kindes sein
sJann, aber selbst, wenn nur ein Schlag dieselbe verursacht huben
önne, sei nicht erwiesen, ob dieser von dem Angeklagten oder
jon dessen Frau, die nur, um sich weiß zu waschen, alle Schuld
nuf den Ersteren wälze, geführt wurde. Die Geschworenen sprachen
jedoch ein Schuldig aus, worauf der Angellagte vom Gerichtshof zu
iner Zuchthausstrafe von 6 Jahren verurtheilt wurde.

—
Vermischtes.

4 Der Kaiserslauterer Stadtrath hat in feiner jüngsten
Sitzung u. a. den Beschluß gefaßt, ein Technikum veranschlagt
ju 17,000 fl. zu erbauen. In derselben Sitzung wurde ferner
Feschlossen, sofort eine Vorstellung an die Kammer der Abgeord⸗
rteten und das kgl. Minifterium zu richten, damit in Kaiferslau⸗
tern ein Gymnasium errichtet werde. Ip

fMuünchen, 22. Febr. Die practische Prüfung der zum
Staatsdienst adspirirenden Rechtscandidaten pro 1868 beginnt am
11. Mai.

Wiesbaden, 20. Febr Herzog Abdolph läßt die
866 nach Straßburg geflüchteten Weine, im Werthe von bei⸗
aufig 5 bis 600,000 fl., in der nächsten Zeit nach Biebrich zu⸗
zücbbringen und dort gegen Ende April einer Auction aussetzen.
Die edlen Flüchtlinge werden in der alten Heimath herzlich will⸗
lommen sein.

fSinzig, 20. Febr. Heute ereignete sich der seltene
Fall, daß einem Schäfer, dessen Heerde an dem Ufer des Ahr⸗
flusses weidete, eines seiner Schafe Nachmittags gegen 5 Uhr,
also bei hellem Tage, von einem Wolfe entrissen wurde und der⸗
selbe mit seiner Beute glücklich entlam.

f Bei der thüringischen Gewehrfabrik (Fabr. Klett in Zella)
ist eine Bestellung von Hinterladern aus Japan eingegangen und
die Hälfte des Kostenbetrages sofort bezahlt worden.

In Noͤln sind sich zum ersten Mal seit undenklicher Zeit
Prinz Carneval und die Polizei in die Haaare gerathen. In
iner Sitzung der großen Carnevalsgesellschaft wurde die Carne⸗

zalzzeitung Koͤlnische Funken? wegen. einiger Stellen, die auf
die Dotation der Depossedirten, auf die neuesten Ereignisse in der
zreußischen Kammer und auf Frankfurt Bezug hatten, confiscirt.
7 In der Nacht des 18./19. Febr. ging eine der Maier'schen
Pulvermuͤhlen in Unterkochen bei Aalen nebst Krockenhaus in die
duft; der durch die explodirenden Stoffe entflandene Brand theilte
ich auch dem Wohnhause mit; zwei Arbeiter wurden getödtet.
fIn Iglau starb kürzlich ein 92jähriger Greis, der Nestor
inter den europäischen Commis, der als 10jähriger Knabe im
Jahre 1785 in ein dortiges Handlungshaus eintrat und in dem⸗
elben bis zu seinem Tode ununterbrochen als Commis ver⸗
hlieben war.
7 Die Erzherzogin Charlotte hat, an den Papst einen Brief
geschrieben, in welchem sie ihm das Ungeheure ihres Unglücks
musmalt und ihn bittet, für die Seele ihres geliebten Maximi⸗
lian zu beten. Die unglückliche Fürstin, die von ihrem Geistes⸗
leiden wieder geheilt zu sein scheint, möchte nächsten Sommer ei⸗
nige Wochen in Miramar zubringen.
57 Der Herr Abbe Migne in Paris wird durch die Feuers⸗
zrunst, welche seine Druckerei zerstörte, keinen Schaden
rleiden, denn er hatte sie erst 14 Tage vorher für über 7 Mil-⸗
ionen versichert.

7 Spielwuthin Paris. Im „Nain Jaune“ finden
ich erbauliche Nachrichten über die ungeheuere Ausdehnung, welche
»as Hazardspiel in gewissen Pariser „Cercles annimmt. Von
iner dieser Gesellschaften, die kurzweg Cercle TroisEtoils be—⸗
eichnet wird, erzählt der Berichterstatter, daß selten eine Nacht
zergeht, in der sich nicht die gegenseitigen Differenzen auf 5000, 000
zrancs belaufen. Man spielt mit Marken, die einen Werth von
.O0 bis zu 10,000 Fres. haben. Beim Beginne des Spieles
tellt jeder der Theilnehmer der Gesellschafiskasse Bons von 100,
200, 1000 Louisd'or ⁊c. aus, sür welche er Marken erhalt. Je
ach Bedürfniß kauft er sich im Laufe der Partie gegen neue
Bons Marken nach. Der Gewinnende tauscht am Ende der Par⸗
ie seine Marken gegen baares Geld bei der Gesellschaftslasse um
in die auch der Verlierende binnen 14 Tagen seine Schulden zu
zezahlen hat. Man sieht, das Geschäft ist höchst practisch einge⸗
richtet. Am Spiegel des in Rede stehenden Cercle ist jeßt ein
Zon von 50 Louisd'or angeklebt, dessen Unterschrift völlig unle⸗
erlich is. Von den 9 Herren, welche an dem auf dem Bon
zemerkten Datum jspielten, erinnert fich keiner, es ausgestellt zu
jaben. Gewöhnlich wird Baccarat gespielt; Whist bleibt den
leinen Spielern überlassen die nicht über 20,000 Francs am
Abend verlieren wollend

f Gibraltar, 8. Febr. Der Kapitän und zwei Ma—
rosen vom Schooner „Moses Waring,“ der auf offener See sank,
vurden am 18. Janur von der Bark „Minnie Gordon“ aufge—⸗
ischt und nach hier gebracht. Dieselben waren sieben Tage ohne
ꝛZebensmittel und sahen sich, um ihr Leben zu fristen, genöthigt,
einen Theil der Leiche des Steuermannes, welcher der Erschöpf⸗
ing erlegen, zu essen; als man sie auflas, waren dieselben kanm
ahig, sich zu bewegen oder zu sprechen, doch erbolen sie sich jeßzt
langfam.

r In Petersburg iß während des Balles des fran⸗
osischen Gesandten der Kutscher des Fürsten Wittgenstein auf
dem Bocke erfroren. *
7 Die Stille-Weltmeerbahn schreitet stetig vorwürts und
die Fahrzeit zwischen San Francisco und New⸗York hat sich beim
Zchlusse des Jahres 1867 bereits auf 15 Tage erxmäßigt.

Aus Algerien wird eine Schandthat berichtet; 258 Tu⸗
nesen, welche der Hunger auf franzosisches Gebiet getrieben, wurden
zei entjsetzlichem Wetter unter Cavallerie-Gscorte zurücgebracht,
zrreichten aber ihre Bestimmung nicht, da, nachdem 44 während
des Marsches gestorben, der Rest in Soukahras Halt machen
mußte, wo sie einssweilen ernährt werden, bis sie weiter gebracht
verden koͤnnen.

Das Betriebsergebniß der Pfälzischen Ludwigsbahn vom

Monat Januar 1868 ist solgendes: 103,895 Personen ertrugen
38,690 fl. 40 Ir. 1,027, 403 Centner Güter ertrugen 7 1,867 fl.
z ir. 1,3852,959 Centnet Kohlen etrugen 107. 113 fl. 24tr.
Zumma der Betriebs⸗Einnahmen —— fl. 10 zr Der Monat
Januar 1867 hat ertragen 212,865 fl. 23. kr. Mehr⸗Einnahine
im Januar 1868 4 8085 flI. 45 kr.
7 Das Betriebsergebniß der Pfälzischen Maximiliansbahn
vpom Monat Januar ist folgendes: 30,402 Personen ertrugen
933582 fl. — fr. 288, 411 Centner Güter ertrugen 18,374 i.
31 ke. 605,804 Centner Kohlen ertrugen 26,823 fl. 7 tx. Summa
der BetriebsEinnahmen 54,279 fl. 38 kr. Der Monat Januar
1867 hat ertragen 59, 455 fl. 48 kr. Weniger⸗Einnahme
m Januar 1868 5,176 fl. O ktx. NB. Die. Wenigereinnahmen
ühren von der in diesem Monate stattgefundenen Abführung der
Filenbahnichiffhrücke her.
        <pb n="95" />
        Bahler auch noch ein wolles Drittheil der für die Gemeinde fest⸗
gesetzien Zahl der Gemeinderäthe als Ersatzmänner zu wählen.
Art. W des Gefetzes vom 17. November 1837.)

.M. Das Recht, bei den Gemeindewahlen durch Abgabe einer
Stimme thätig mitzuwirken (Wahlstimmrecht oder active Wahl⸗
ahigkeit), ist vor Allen durch das Staat«Bürgerrecht
zedingt.

¶ In jeder Gemeinde sind zum Wahlstimmrecht nur Die⸗
enigen berufen, welche im Bezirle der Gemeinde ihren stän⸗
digen Wohussitz aufgeschlagen haben, und dabei besteuerte
Brunde besitzen, oder besseuerte Gewerbe ausüben, sowie Die⸗
jenigen, welche im Bezirke der Gemeinde ein häuliches
Anwesen haben, und gleichfalls dabei besteuerie Gründe be⸗
aitzen, oder besteuerte Gewerbe ausüben. (Art. 2 der Inktruction
vom 25. November 1818s)J.

Das Wahlstimmrecht ist sonach nicht nur durch das Staats⸗

nilrgerrecht, sondern auch durch den ständigen Wohnsiß in der
Hemeinde, vder den Besitz eines häuslichen Anwesens und in
eiden Fällen durch den Besitz besteuerter Gründe, oder die Aus⸗
übung befteuerter Gewerbe bedingt.

LVI. Jeder Berechtigte muß seine Stimme persönlich und
ohne Beistandsschaft abgeben. Die Stellvertretung ist nur für
diejenigen Gemeindegliedet zulässig, welche in der Gemeinde
in besteuertes Haus und besteuerte Gründe befihen, aber au⸗
derswo ihren Wohnsitz haben. pre.

Der Stellvertreter bedarf in diesem Falle einer Spezial⸗
Bollmacht, über deren Aechtheit und Gültigkeit natürlich kei⸗
X J

Er muß in der Gemeinde, in welcher er die Vertretung des
Stimmrechts übernimmt, seinen Wohnsitz und das Staats⸗
Ergerrecht haben. (Art. 4 und 5 der Instruction.)

IV. Zur activen Wohlfähigkeit sind nicht berechtigt:
1. Diejenigen Gemeindebewohner, welche blos Capitalrenten⸗
und Einkommensteuer bezahlen, und weder besteuerte Häu⸗
ser noch besteuerte Gründe in der Gemeinde besitzen, noch
rin selbstständiges Gewerbe darin ausüben;
die bloßen Miethbewohner, welche keine besteuerte Gründe
haben, oder auch kein besteuertes Gewerbe ausüben;
Diejenigen. welche zwar einzelne besteuerte Gründe in der
Hemeinde I kein eigenes Wohnhaus urd an ⸗
derwärts ibren Wohnsißz habenn
Diejenigen, welche vie Volljährigleit oder 21. Jabre noch
nicht erreicht habenn
—VCC
welche noch keine volle 6 Jahre in der Gemeinde wohn⸗
haft sind; .
Diejenigen, welche ihr Stimmrecht auf Häuser oder Gründe
tuͤtzen, über deren Besitz dermalen Ungewißheit und Streit
vesteht, oder über welche eine gerichtliche Verwaltung ein⸗
jetreten ist
Alle Personen weiblichen Geschlechss;
Diejenigen, welche wegen Verstandesschwäche, Wahnsinn
oder Raserei interdicirt sind, oder denen wegen Verschwen⸗
zung ein gerichtlicher Beistand angeordnet ist. (Art. 7 der
Instruction.) e,
Wer wegen eines Verbrechens oder wegen Verge⸗
hens des Diebstahls, der Unterschlagung, des
Betrugs, der Hehlerei oder der — der⸗
urtheilt worden ist, oder in Folge rechtskräftiger Verur⸗
heilung wegen eines andern Vergehens die in Art. 28
Ziff. Kund 5 des Strafgesetzbuches bezeichneten Fähig⸗
leiten oder einzelne derselben verloren hat (Art. 21 bes
Tinführungsgesetzes vom 10. November 1861), wozu
— — 83 bemerlt e daß die —— wegen
D erbrechen vor dem wurgerichte (Assisen), und
Bekanntmachung. — 95 die Verurtheilung wegen —* vor dem Zuchtpoli⸗
(Die Wahl der Gemeinderäthe betreffend.) — ageribt⸗ Bezirksgerichte) erfolgt, daß jedoch Verur⸗
In den nächsten Tagen beginnen im Amtsbezirke Zweibrüd⸗n theilungen, welche blos vor dem Polizeigerichte Land
die Gemeinderathswahlen, was die unterfertigte Behorde veran- zerichte) z. B. wegen Diebstahls erfolgt aind, des Wahl⸗
aßt, die nachstehenden bezüglichen Vorschrifien zur öffentlichen zimmrechtes nicht verlustig machen; endlih
stenntniß zu bringen: Personen, über deren Vermoͤgen der Konkurs oder Fallit⸗
l. Der Gemeinderath wird in seinen gewählten Mitgliedern ustand gerichtlich erdffnet worden ist, weil fie cenfiri sind,
e don 5 zu 5 Jahren zur Hälfte erneuert. Es treten demnach diesmal ein steuerbares Vermoͤgen mehr zu besitzen. (Kegierungs
alle diejenigen Mitglieder des Gemeinderathe aus. welche im berfügung vom 10. April 1829 Nro. 8240 D.)
Jahre 1888 in den Gemeinderath gewuͤhlt worden sind, sowie X Wahlfahigkeit) der Ge⸗
die inzwischen an die Stelle solcher Gemeinderäthe geiretenen Er⸗ neinderaͤthe, sei es in den Städten, fei es in den Landgemeinden,
atßleute. Im Gemeinderathe bleiben dagegen alle Diejenigen, interliegt äLeiner besonderen Steue rfuumme.
velche ern im Jahre 18633 in den Gemeinderath gewähll wor· Jgdoch find in den Slaͤdten Zweibrücken und St. Ing
den sind beziehungsweise die an deren Stelle geireienen Ersaß-ert nur v iejenigen wählhar, welche in der
euite. wochst besteuerten HAlfte der Ortsbürgerssich be—
Die Auskretenden find wieder wählbar. — rinden. (Art. 2 des Gesetzes vom 16. November 1837).
Auker der Kabl der austretenden Gemeinderäthe hot ieder! Bei der Berechnung dieser Hälfte muk die Gesammisteuer

.—Das Betriebsergebniß der Neustadt⸗Dürkheimer Bahn vom
Monat Januar ist folgendes: 10,897 Personen ertrugen 2,408
l. 12 tr. 80, 468 Centner Güter ertrugen 988 fl. 8 tx. 41200
Fentner Kohlen ertrugen 971 fi. 20 kr. Summa der BetriebsEin⸗
nahmen 4,367 fl. 40 krt. Der Monat Jan. 1867 hat ertragen
12208 fl. 28 kr. Mehr⸗Cinnahme im Januar⸗1868 159 fl.
12 r.
        <pb n="96" />
        demnach auch die Kapitalrenten⸗ imd Einkommonfleuer, in Anreche

uung gebracht werden. (Regierungsverfügung vom 24. Januar

1853 Nro. 6879 D. ,

Jedes Mitglied einer Gemeindeverwaltung miß wenigstens

25 Jahre alt sein. (Art. 175 der Konstitution vom 5 Prue⸗

idor IIn Pevfonen;. welche dieses Alter noch nicht erteicht haben

sönnen daher nicht in den Gemeinderath gewählt werden.

ai Tl. Ois Wahlen geschehen durch von den EBudeen

uin veit pNorchnete, vorher mit Nummern versehene Waheli⸗
eit te b ιæι Iν

v nvonflandige oder unfbrmliche Wahlzettel wenn der
Wahlausschichusie dnfür· erkennt/ werden nicht beachtet. (Art3
der Verordnung vom 24. Sepfi. 1840.) 2nn ιααæ

VN gu einer vollstandigen und' g ül tigan Wahl ist noth⸗

wendig, daß pengtins zwei Dritthe ibe der sinmnberechtigten
Gemeindeglieder ihre Slimmen wirklich abgegeben habeu (Art. 31
dex Instructian pom 28. Nob, 1818.)J

J — Ablauf, der von dem Wahlcommissär benehmlich ιι
mit dem Wahlausschusse für die Abgabe der Wahlzettel festgesetzten

Friss zwei Dritsheile ber stimmberechtiglen Gemeindeglieder ihre
Ztimmzettel noch nicht abgegeben haben, so ergeht zur nachträge
ichen Abgabe der fehlenden Wahlstimmen umter Ansetzung eines
veiteren Termins entspiechende Aufforderung, nach dessen frucht⸗
osen Ablaufe dio saumigen Wähler durch dem Wahlausschuß jum
Ersatz der auf-die verlängerte Wahl erlaufenden Kosten verurtheilt
werden. (Art. 6G der Verordnung vom 24. Septenber 18490)
Die wahlberechtigken Bürger werden darum eingeladen, gleich
beim Beginn der Wahltandiung zum Einpsange der Wahlzettel
möglichst vollzählig im Wahllokale zu erscheigen, und die ausge⸗
füllten w mit thunlichster Beschleugigung an den Wahl-
ausschuß ahzugebeit...
VM. Tag, Ort und Stunde der. Wahl wird überall den
e von dem Bürgermeifteramte öffentlich bekannf
gemacht werden, bei welchem auch die, Bürgersj ahllisten) zu
—ã— ———— 39 bbus nace zlien)
Zweibrücken 18. Februar 1868. g
Kgl. Bezirksamtmi. ι α
Damm. CA ιασαν ιν
31. 5 32,22424 J 2 4843 48
r αα : — — d ee e ü ee
Holzversteigerung D —αν Versteigerung i *ιναι —
u Eufweilen · Ehlingen. In . von ινιι 25 J
Donnerstag, den 27. Foheuak, Voreecbt nar RILR
nittags C F Uhr werden zu Erfweiler ν. L 31 — *
—
wies, folgende Holzsortimente versteigerr Samstag den 29. Februar 1868 Nachmittags 2. Uhr bei Fexdinand
e ii e drvpeddauheu St Jughert.
n entnm me Arnn3Klftr. Eichewnisselbonnn Klaffe3
eichene Pflug rehez⸗⸗ 337* n — J —
h.90 gemichie Bohnenftangen, —— — — — ———— ναιν—
500 gemischte Zaungerten 9t u Ad e 7
24 Klafier Scheit · und Prügelholz von Niuhere. Aufschlüsse ertheilt
— Nr. 75 an fangend, 9— 37 Döðerförster Füßwetter 24 *
8,00 buchene Reißerwellen. — — — —
Erfweiler, den 15. Februat 1868 9
Das Burgermeisseramt.
a Braunberger.
—— — I
Photographie-?
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu⸗
zeigen, daß ich: jetzt von Morgens 9 bis
Abends A. Uhr in meinenm; neuen' Atelier
zef. Aufträge entgegennehme um promptest
auszuführen.
HFe Aufnahmen: finden im geheitzten
Salon bei jeder Witterung statt...
St. Ingber t im Febr. 1868.
B. Ollig, Photograph.
skohlenstraße, neben der Holzhandlung des
dr. Otto Weioond.

urvierehn Fagel
Grufzer Meton
von Tuch und Bukskicß.
Um mein überfülltes Lager aufzuräumen, verkaufe icht den größten. Theil
meines Tusch- und Buckskin-⸗Lagers unterm Fabrikpreise
Besonders empfehle ich eine große Parthie schwarze schwere feine
Tü che r zu. . l. I. fl. 1 12., fl. 130. bis fl. I. 45
Brauesschwere Tüchex'zu 54 kr. bis fl. J. Iß3.
Zommerbukskins zu . 48 kr. fl. I, fl. 1. 15. bis fl. 1. 30.
Feine Winterbukskins zu il. 180., fl.. 2. bis fl. 2. I2.2
— Joppen- Jademn⸗— und Mantelftofefe-aller Art.
Alles 30 Prozent unterm früheren Verkaufspreife bii
— am⸗ Marktplatze in Zweibrücken.
l Worms den 21i. debr. 4
—3 Wir notirxen heute: Weizen 161fl. 45tfr.
bis 17 fl ⸗fr: *Roggen 14fl. 80 fr.
bis fkx. Gerste 11ft 20 ir.
bis 11 fl. 30 tr. per 100 Kilol,“ Hafer
bfl. — kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 10 ft. 45 kr. bis 15 fl.
eir. Roggenmehl Aafl. 80 kr. bis — fl.
—⸗kr. Roggenvorschuß 15 fl) — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
—fl. —kr. Blumenmehl. 18 fl. 15 kr.
bis 19 fl. — kr. per 70 Kilo.,, Reps
bis — — kr. bis — fl. — kr. per' 85
Kilo. Rüböhrohne Faß 20 Fl.s — kr. bis!
⸗fl.; kr. Leinöl. ohne Faß* fl
— kr⸗ bis — fl kr. Moͤhsidl vhne Faht
z5 fl. —tr. bigs N. itr.ner
50 Kilo- Repelechen GO l. — r.bis
78 fla: — x. Branntwein 80 fl. 30 kro
bis — fl. — kr.

Geschäfts-Empfehl ung.
Ich viache hiermit die ergebensie Anzeige,
daß ich güich an hiesigem Platze als .
Ho i Iʒenha ιι ι
tablirt habe und alle in dieses Fach ein⸗
chlagenden Arbeiten unter Zusicherung
reeller und billiger Bedienung: übernehme.
i Georg Kuehhbardt
vwohnhaft in der, Kohlenstraße nahe“ an
2 Maschinenfabriie —
Kleesamen in allen Sorten auch
Seradella;n firneri Saat·⸗⸗Wicken,
Grassamen, italienischen Hanfsamen
und Flachssamen ι
Alles in bester Qual ität
otui uιν beiJ. Uhl Ix.
— — * 22 — *
Bei HRietienrioh eie
. ein ee1 aere
Serreeo

Geschäfts⸗ Empfehlung.
Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenni⸗
uiß, daß ich mein Küfer⸗ und Kubler-Ge⸗
chäft wieder errichtet habe und Bitte um
geneigten Zuspruch.

—7 Ieιn Bbeim, Küfer

— rni

Meu angekommen, eine große

»ndung MHainzer Da-

neng umnd Stiefelchen,
dei JaAKob Stiet.

———— Mainz, 21LFebr

Frugtheeise) Weißmehl das Wal-

er à. 140 Pfund — fl. — kr. —Rog⸗

zenmehl ditio — fl. —kr. — Weizen (200
Pfↄ.) 17 fla 40 fl. —— fl. — ir. —
Korn (180 Pfd.) 15 f. 16 — fl.

tx. Gerlte E60 Pscp.) II fl. 30 kr. .his 12.
— kr. Hafer I29 Pfd.u. 6 fl.. Thlr.

I —..

rVne.

— — —

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—n px Redaktion?: Druck und Verlag von Fe XDemet in Ste Ingbetteea SM, .
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

— —r—

—77

—
der St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreinal; Dienstag, Donnerstag
und Samstag, Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
J Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Donnerstag, den 27. Februar

1ss.
Deutschland.

München, 22. Febr. In der heutigen Sitzung des vier⸗
sen Ausschusses der Abgeorduetenkammer kam der den Turmmier⸗
licht betreffende Autrag des Abgeordneten Dr. Edel zur Berathung.
Dieser Antrag lautet: „Hohe Kammer wolle beschließen: „Es sei
in Se. Maj den Koͤnig die allerunterthänigste Bitte zu richten,
s möge 1) in dem zu erlassenden Schulgesetze der obligatorische
Turnunterricht in entsprechender Weise beruͤcksichtiget, 2) einstweilen
dieser Unterricht in den höheren Kursen der männlichen Volks⸗
chule sowie in alleun mittleren Unterrichtsanstalten in obligatorischer
Weise durchgeführt und in zweckmäßige Verbindung mit dem Sy⸗
dem der allgemeinen Wehrpflicht gebracht, 3) die Anstellung der
Turnlehrer nur auf Grund mit Erfolg bestandener Prüfung vor⸗
Jenommen, 4) in das Budget der nächsten Finanzperiode eine
dem Bedarf eutsprechende Summe für diese Zwecke eingestellt
verden. — es wurde auf Antrag des Referenten-Abgeordneten
Strobel und unter Zustimmung der Staatsregierung beschlossen:
„Ziff, 1 des Edel'schen Antrags sei mit Hinblick auf den in Vor⸗
lage gebrachten Schulgesetzentwurf hier nicht weiter in Betracht zu
ziehen. Im übrigen aber sei der Antrag der hohen Kammer der
Abgeordneten zur Annahme zu empfehlen, und zwar in folgender
Fassung: 1) Es möge einstweilen der Turnunterricht in den hö—
seren Tursen der männlichen Volksschule, sowie in allen mittleren
Unterrichtsanstalten in obligatorischer Weise durchgeführt und da—
rauf 2) die Anstellung der Turnlehrer nur auf Grund mit Er—
folg bestandener Prüfung vorgenommen, 83) in das Budget einer
dem Bedarf entsprechenden Summe für diese Zwecke eingestellt
verden. — Die Budgetberathungen werden im Finanz- Ausschuß
der Abgeordnetenkammer in der nächsten Woche ihren Anfang
aehmen. —

München, 22. Febr. Der neue Organisationsplan der
Bendarmerie ist dem König zur Genehmigung vorgelegt worden.
Ihm zufolge sollen die Offiziersstellen des Corps verringert, da⸗
Jegen die Gehalte der Gendarmen erhöht und ihre Verheirathung
crleichtert werden. Die Ergänzung der Mannschaft geschieht aus
dem stehenden Heere, und es werden bei Concurrenz in erster Reihe
Reservisten und Capitulanten dahei berücksichtigt. Ihrer dienst⸗
ichen Stellung nach ist die Gendarmerie dem Ministerium des
Innern untersiellt, während ihre Organisation eine militärische
eibt und bei etwaigen Vergehen u. dal. die Militärstrafgesetze
zur Anwendung kommen.

München, 24. Febr. Ein heute Abend aus Nizzq ein
getroffenes Telegramm meldet: ESeit gestern Mittag Stei⸗
gerung der Entzündung. Fieber mit Delirium. Der Zustand des
önigs Ludwig J. ist sehr ernst.“

München, 24. Febr. Der Staatsminmister des
Innern, Frht. v. Pechmann, ist heute Nachmittag 2 Uhr
verschieden..

J Dienstesnachrichten.

Se. Maj, der König haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
funden, den Ädvokaten Ludwig Golsen in Zweibrüchen aquf die
durch den Rücktritt des Advokalen Georg Jakob Stockinger erle—
higte Advotatenstelle in Frankenthal, auf allerunterthänigstes An—
juchen zu versetzen.

Berlin, 24. Febr. Wie das „Allg. Volksblatt“ berich—
jet, ist die Regierung ernstlich mit Schritten gegen die provoca-
orische Haltung des Erkönigs von Hannover beschäftigt. Von
den bekaunten i6 Millionen hat dieser noch nichts erhalten, Ca—
dital und Zinsen sind noch im Besitz der preußischen Regierung;
2 Millionen, die er von früher her hat, sollen eyentuell in Ab⸗
zug gebracht werden. — Der amerikanische Gesandte Bancroft
hat heute sein Beglaubigungsschreiben als Vertrefer der Uniou
zeim Norddeutschen Bunde üderreicht. — Gestern hatte der Kö⸗
aig eine lange Unterredung mit dem zur Uebernahme des badi—
schen Kriegoͤministeriums heute nach Karlsruhe abreisenden Ge⸗
nexal Bayer.

Berlin, 24. Febr. DerStaatsanzeiger“ bringt die

TFinberufung des Zollvereinsbundesrathes auf
den 2. März.“
Berluan, 25. Febr. Sicherem Vernehmen nach ist am
2. Febrnar zwischen Preußen und Nordamerika ein Vertrag unter⸗
eichnet worden, welcher die Militärpflicht der Ausgewanderten regelt.
der Vertrag bestimmt, daß alle aus dem norddeutschen Bunde ausge⸗
panderten jungen Leute, welche das Bürgerrecht in den Vereinigten
5taaten erlaugt und 5 Jahre dort gelebt haben, vom diesseitigen
Nilitärdienste befreit sind; ausgenommen sollen nur solche sein,
velche sich widergesetzlich dem Militärdienst entzogen haben und
eimlich ansgewandert sind.

Wien, 22.: Febr. Prinz Ludwig von Bayern wurde zum
Iberst⸗Inhaber des 62. Infanterie⸗Regiments ernannt. — Aus
Anlaß der Vermähluug des Prinzen Ludwig von Bayern mit
der Erzherzogin Maria Theresia wurde dem bayerischen Minister⸗
Präsidenten Fürsten Hohenlohe das Großkreuz des Stephans⸗Or⸗
dens und dem bayerischen Gesandten Grafen Bray das Großkreuz
des Leopolds⸗Ordens verliehen.

Frankreich.

Paris, 22. Febr. In der Angelegenheit der hannoverschen
Lusreißer scheint die hiesige Regierung der preußischen etwas
ibertriebene Versicherungen ertheilt zu haben. Es wird fortwäh—
end behaupiet, daß die Leute nicht'in der Champagne, sondern
m Elsaß vertheilt sind, und daß in Bourges kein einziger ihrer
Ifficiere sich befindet. ..

. Der Aufzug des Fastnachtochsen wird heuer mit
janz besonderer Pracht gefeiert werden. Jedes Jahr soll die
ilberne Sitte abgeschafft werden; und immer wird sie wieder
aufgefrischt.
Paris, 24. Febr. Der Kriegsminister hat das Loskaufs—
jeld für die Befreiung vom Milizärdienst für das Jahr 1868
auf 2500 Francs festgesetzt. — Die „France“ fagt: Die An—
gelegenheit wegen der hannover'schen Flüchtlinge sei beendet und
Zreußen habe sich mit den vom Baron von Beust im Reichs-
rathe abgegebenen Erklärungen zufrieden gestellt erklärt.
England. J

London, 21. Febr. Die Times schreibt über das wel⸗
ische Fest: „Stände es in der Macht des Königs Georg, seinen
Thron dadurch wiederzuerobern, daß er einfach ganz Europa in
Brand steckte, er würde fich ohue Zweifel für völlig berechtigt er⸗
ichten, den Versuch zu machen. König Georg kann sich vorstellen,
vie der Welfe ohne die Hannoveraner existiren könnte, aber ist
gewiß überzeugt, daß die Hannoperaner nicht ohne die Welfen
ertig werden können. In seinem Geiste sind Welf und Hanno—
gerauer eins und dasselbe. Ob die große Mehrzahl der Hanno⸗
eraner mit ihrem jetzigen Schichsale zufrieden ist oder nicht, die
Welt bleibt nach König Georg's Ueberzeugung so lange ausge—
enkt, bis die welfische Dynastie wieder in das Erbe ihrer Väler
inzieht. Mit ihm darüher zu streiten, daß die Könige der Völ⸗
er and nicht die Voͤlker der Könige wegen existiren, hieße seinen
Athem verschwenden. .. Sollte Georg noch seine goldene Hochzeit
ꝛrleben, so wird er gewiß ganz in derselben Weise von den un—⸗
eräußerlichen Rechten der Welfen reden, lebend und sterbend auf
einen Glauben, daß Unterthanen für die Herrscher gemacht sind,
ind daß ein Königsgeschlecht mie der Odem in des Volkes Nü—
dern, daß sie durch es leben und ohne es sterben.“ Die Times
neint, daß eigentlich viel zu piel Wesens mit den Trümmern der
jannover'schen Legitimität und ihrer Stützen gemacht werde; Prä-
endenten seien eine unangenehme Last, wo sie sich auch einfinden
nögen, aber Preußen könnte sich doch allein schon in seiner mili—
ärischen Macht sicher genug fühlen.

London, 24. Febr. Ein Telegramm des „General Tele⸗
ram Office von Pope und Ree“ meldet aus »Wahington. nom
eutigen:: Präsident Johnson hat die Gerichte aufgefordert, einen
Zollzugsbefehl wegen der Absetzung des Kriegsministers Stanton
        <pb n="98" />
        u erlassen, welcher fortgesetzt die Niederlegung jeines Amtes
derweigert.
Italien.
Rom, 1. Febr.“ Die Faschingsfeier ist bei der allgemei—
nen Verstimmung eine Todtgeburt, immerhin aber lehrreich. Im
Corso, wo sonst Glanz den Glanz zu überb eten suchte, zeigte sich
hisher fast überall nur die gewöhnlichste Alltäglichkeit. Es kann
nicht befremden, denn in allen Localen, welche die Demokraten
betreten, war die Parole ausgegeben. „kein Romer betrete den
„Corso,“ und in Dergleichen pflegt man hier gern zu gehorchen.
Dagegen fehlt es nicht an Fremden, welche die Neuheit des Auf—
zuges anzieht. Am wenigsten aber fehlt es an Polizeiwachen und
Militär, Orduung und Ruhe zu sichern, denn lange vorher ging
das Gerücht von einer blutigen Rache, die man an den Zuaven
bei dieser Gelegenheit nehmen wollte, wo die größere Ungebun
denheit und Freiheit jedes Verbrechen erleichtet.
Amerika.
New-York, 17. Febr, Es geht das Gerücht, auf Be⸗
jehl Johnsons sei die Garnison von Wasshington beträchtlich
perstärkt worden. — Im Norden von Mexico soll eine Bewegung
für Errichtung einer getrennten Republik auftauchen. Ebenso sol
sich in Puebla eine Revolution zu Gunsten Ortegas organisiren
Aus Rordamenrika ift in den letzten zwei Tagen eine
gauze Reihe von wichtigen Nachrichten eingelaufen. Zur klareren
Uebersicht fafsen wir die bedeutendsten derselben nachstehend zu
sammen: Kabeltelegramme aus Washington vom 21. und 22.
Febr. melden, daß Johnfon den General Mac Clellan (der im
Bürgerkriege eine so herberragende Rolle gespielt) zum Gesandten
in England ernannt hat, und daß Kriegssekretär Stanton auf
Befehl des Präsidenten abermals abgesetzt wurde. Stanton, wel⸗
her jedoch noch immer seinen Posten bekleidet, sendete den Befehl
Johnsons an den Senat, welcher die Resolution faßte, worin die
Absetzung Stantons als ungeseßtzlich erkllart wird. Der Congreß
übermittelte diese Resolution dem Rekonstructionscomite. Die in
der Repräsentantenkammer eingebrachte Resolution auf Verseßung
Johnsons in den Anklagestand wurde an das Reconstructionsco⸗
mite überwiesen. Ein drittes Cabeltelegramm aus New⸗-Yort vom
22. meldet, das Reconstructionscomite habe die Versetzung John⸗
sons in den Anklagestand anempfohlen. Das Repräsentantenhaus
heschloß, Monteg hierüber einen Beschluß zu fassen. Johnson
hat den General Thomas zum Kriegssecretär ernannt; Stanton
weigert sich aber, seinen Posten zu verlassen. Zur Erläuterung
dieser Vorgänge meldet ein New-NYorker Telegramm von früherem
Datum, Johnson habe dem Repräsentantenhause den Briefwechsel
bezüglich Stantons übersendet und Grant der Insubordination
angeklagt. Grant rechtfertige sich jedoch und erklärte, den gesetz
lichen Anordnungen des Präsidenten niemals den Gehorsam zu
berweigern. — Der Pall⸗Mall⸗Gazzette endlich schreibt man aus
Washingtom: Daß viet von einem Rücktritte Sewards die Rede
iei, und zwar namentlich deshalb, weil Johnsau die „Alabama“⸗
Ansprüche mehr in den Vordergrund drängen wolle. während er
die Erledigung der Naturalisationsfrage, d. h. den Schutz ame
rikanisch naturalisirter Bürger im Auslande, als die wichtigere
zrachte.
Schwurgereoͤc sSfitzungen für die Pfaln
I. Quartal 1868
Zweibrücken, 21. Febr. Anklage gegen Adolph Cas
par Oehl, 23. Jahre alt, gewesener Postassistent zu Landau, we
gen Amtsuntreue. Der Angeklagte ist von braven Eltern gebo⸗
ten und hat nach beendigten Gymnasialstudien sich dem Postdienste
gzewidmet und bekleidete seit I. Mai 1867 den Posten eines Poft⸗
ajsistenten in Landau mit einem Jahresgehalte von 400 fil. Als
olcher hatte er unter Anderem den Schalterdienst zu versehen
wobei ihm auch öfters Geldeinzahlungen unter die Hand kamen.
Als er am 15. September v. Jahres sich eigenmächtig von Landau
entfernt hatte, ergab sich bei Revision der Postanweisungen, daß
Erhebungen im Betrage von 414 fl. 59 kr. pro Juli außer Ver⸗
xechnung gelieben waren. Die darauf eingeleitete Untersuchung
entzifferte eine Gesammtsumme von 652 fl. 56 kr., die der Ange-
klagie seit dem 2. Juli 1867 an Posteinzahlungen unter⸗
schlagen und, um die Veruntreuungen zu verbergen, nicht
derbucht hat, wobei er den Quittungen falsche Nummern ge⸗
ben und in die Briefpostkontrolregister unrichtige Summen einstellen
mußte. Von diesen Einzahlungen geschahen zwei am 2. Juli,
eine am 8. Juli, eine am 12.. zwei am 25. und eine am 26.
Juli, zwei am 4. August, eine am 6., eine am 9. und eine am
15. August, endlich drei am 14. September, dem Tage vorher,
ehe Oehl Landau verließ. Außerdem wurde festgestellt, daß An⸗
geklagter als Verweser der Posterpedition Füssen 2 ihm überge⸗
bene Geldvakete im Gesammtwerth von 103 fl. unterschlagen hät.

Letzteres stellt der Angellagte in Abrede und behauptet, die Pabkeie
seien von ihm zwar empfangen worden, aber ohne sein Verschul⸗
den abhanden gelommen. Die übrigen Beträge gibt er zu, am
Postschalter zu Landan erhalten. deren Einiragungen aber im
Drang der Arbeit vergessen zu haben; den jedesmaligen Ueber-
schuß in seiner Kasse habe er nicht abgeliefert, da er ja auch ein
etwaiges Deficit decken müsse. Der Angeklagte war mit einem
unbescholtenen Madchen in Allgäu verlobt, erhielt aber immer noch
Briefe von einer früheren Geliebten, und lebte mit einer lieder⸗
lichen Dirne in Landau, die ihn bei seiner Entfernung von da
begleitete und schließlich von ihm um ihren Kofser mit Inhalf
zeprellt wurde. Erstaunlich ist nun der Credit, den der Ange⸗
klagte geunoß, indem derselbe bei seinem geringen Gehalte und ei—
nem Activvermogen vou 800 fl. — seine Caution — eine Schul⸗
denmasse von etwa 8125 jl. hatte. Nachdem er auf seiner Flucht
don Geldmitteln entblost, noch einen Collegen in Ansbach um
20 fl. geprellt hatte, wurde er am 20. October in Augsburg
derhaftet. Der Vertheidiger des Angeklagten, Herr Rechtscandidal
Schäfer, machte geltend. daß die Unterschlagungen in Füssen nicht
erwiesen seien, von den in Landau fehlenden Posten seien sicher,
wie dies dem tüchtigsten Postbeamten vorkommen kann, einige nur
aus Vergessenheit nicht verbucht, so daß keine 500 fl. blieben, die
heute in Betracht kommen könnten; für diese Summe sei aber in
der Caution des Angeklagten hinlängliche Deckung gewesen, also
höchstens eine grobe Dienstverletzung, aber kein Verbrechen vorhan⸗
den; aber selbst die Strafbarkeit der That angenommen, sei doch,
da auch keine Bücher gefälscht worden, nur ein Vergehen gegeben;
dei der drückenden Schuldenmasse und dem Diängen seiner Glänu⸗
diger sei Angeklagter auch im Zustand der Noth gewesen, durch
die seine Zurechnungsfähigkeit gemindert würde. Nach dem Schul⸗
digausspruch der Geschworenen wurde Oehl zu einer Zuchthaus⸗
rafe von * Jahren verurtheilt.

Zweibrücken, 22. Febr. Anklage gegen Georg Kitt,
19 Jahre alt, Schuhmacher, Sohn von Franz Kitt von Rülz
heim, wegen Diebstahlsverbrechen.

Der Angeklagte hat sich wegen sechs verschiedener Dioebstähle
zu verantworten. Die Vertheidigung führte Herr Rechtscandidat
Tillmann. Am 13. Dez. 1867 Morgens 7 Ühr wurde der An⸗
ellagte aus dem Gefängniß zu Zweibrücken entlassen, wo er eine
zjährige Gefängnißstrafe wegen Diebstahls zu verbüßen hatte.
Tdaum aus der Strafanstalt entlassen, verübte er in Rülzheim
einen Diebstahl mittelst Einsteigens im Gesammibetrage von 2 fl.
17 kr., es war dies in der Nacht vom 13. auf den 14. Dez.
867, er stellte diesen Diebstahl in Abrede; man fand jedoch an
Ort und Stelle eine dunkele Tuchkappe, welche von dem Gefäng-
nißwärter Schwab mit aller Bestimmtheit als die Kappe des An-
geklagten erkannt wird; weiter verübte er zwischen dem 23. und
26. Dez. zu Hagenbach, Jockrim und zu Rülzheim verschiedene
Diebstähle von Geld und Eßwaaren, AMepfel, Lebkuchen, Fleisch,
dartoffeln u. s. w., alle unter dem erschwerenden Umstande des
kinsteigens beziehungsweise des Einbruchs. Von diesen 6 Dieb⸗
tählen gesteht er heute 4 zu. Der Ruf des Angeklagten ist ein
ehr schlechter. Die Geschworenen erklärten ihn für schuldig, worauf
er zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde.
—ermirchtes.

Der Reinertrag der Pfälzischen Eisenbahnen im Jahr«
1867 ermoöglicht, daß den Actionären der Ludwigsbahn außer
den 4 pCt. Zinsen eine Superdividende von 27 fi. pro Actie
ind den Actionären der Maximiliansbahn außer den 420 pCt.
Zinsen eine Superdividende von 26 fl. pro Actie zu Theil wird,
pährend der Staat von der letzteren Bahn wiederum 1 pCt. als
Xückzahlung auf seine Vorschüsse erhält. Die Rechnung der
Neustadt ⸗Dürkheimer Babn ichließt mit einem Deficit von
74. 126 fl. ab.

f Mauchenheim, 25. Febr. Am jüngsten Mittwoche
am es in dem Tierbehälter des Menageriebesitzers Herrn Bläser
don hier, zur Zeit sich hier aufhaltend, zu einem Kampfe zwischen
wei Insassen, nämlich einem braunen Bären größerer Race und
einer Hyäne. Dem Ersteren gelang es die Scheidewand, welch«
aus Brettern bestand, zu seiner Nachbarin durchzubrechen and
diese gleich so zu umarmen, daß eine Gegemvehr nicht mehr mög
lich war. Bis es dem Aufüchtspersonal gelungen war, dazwischen
zu kommen, hatte der Bär seine Beute schon theilweise verspei st
und wirklich rasend wurde derselbe, als er mittelst einer überge⸗
vorfenen Leine und mittelst Spießen davon ab⸗ und in seinen
Zwinger zurück gebracht wurde. Es war das ein schreckliches Brüllen
und massenreich stroͤmten die neugierigen Orisbewohner hinzu
Der Verlust dieser Hyane ist für Herrn Bläser schon empfindlich

In dem Garten des Hen. Joh. Phil. Harm in Freins⸗
heim steht ein Aprikosenbaum in voller Blüthe *

4Worms, 19. Febr. Die Enthüllungsfeiesr des
Lutber⸗Denkmals wird am 24., 25. und 28. Juni l. J.
        <pb n="99" />
        tatifinden. Die schon heute dazu gelroffenen Vorbereitungen
rassen auf eine großartige Durchführung dieser Feier, wie wir in
en Annalen der Stadh keine ähnliche verzeichnet finden, schließen.
Das Comite wird sich durch eine beträchtliche Anzahl von Mit⸗
züedern verstärken und hat bereits auf bequeme Unterbringung
der zahlreich erwartenden Ehrengüste Rücksicht genommen.

fFWorms, 24. Febr. Am Samstag Nachmittag besuchte
jin Fremder die hiesige Synagoge und ließ sich von dem Diener
derselben die darin befindlichen historischen Sehenswürdigkeiten
jeigen. Er erkundigte sich nach dem Beginne des abendlichen
Bottesdienstes und als der Diener ihm die Stunde angab und
ihm erklärte, daß die am Abend stattfindenden Gebete jedoch nicht
in der Synagoge, sondern in einem kleineren hiezu hergerichteten
Lokale abgehalten werden, begab fsich der Fremde zu bestimmter
Zeit dorthin. Er verhielt sich äußerst ruhig und gab auf mehrere
an ihn gerichtete Fragen keine Antwort. Als das Lolkal aber
zollständig angefüllt war und die versammelte Gemeinde ihre Ge⸗
zete beginnen wollte, warf der Fremde plötzlich den Oberrock von
sich und erschien nun im priesterlichen Ornate mit dem Crucifir
geschmückt, vor der erstaunten Versammlung. Eilenden Schrittes
Jestieg er die Stufen der Kanzel, in der Absicht, eine Ansprache
ju halten. Kaum hatte er jedoch die Worte: „Meine liebe Ge—
meinde! ausgesprochen, als man ihn unterbrach und ihm nach:
zrüdlich bedeutete, das Lokal zu verlassen, was er auch ohne
Widerrede sogleich that. Allem Anschein nach war dieser Fremde
in von Irrsinn befallener Missionär, den man in einer entsprechen⸗
den Anstalt verwahren sollte.

fFrankfurt, 25. Febr. Der Herzog von Nassau. wes
her bekanutlich seinen Winteraufenthalt in unserer Stadt genom⸗
nen, stürzte gestern Mittag gegen 2 Uhr bei einem Spazierritt
um die Promenaden am Ecke der Sternstraße mit seinem Pferde
o uuglücklich, daß er ohnmächtig in das Haus Nr. 19 der Eschen⸗
heimer Anlage gebracht werden mußte. Hier lag derselbe bis 5
Uhr, wo er in seine Wohnung, das Rothschild'sche Polais auf
der neuen Mainzerstraße, gefahren werden konute. Eine äußer⸗
liche Verletzung Hatte der Herzog nicht davongetragen, wohl aber
eine heftige innere Erschütterung, welche eine schlaflose Nacht und
Erbrechungen zur Folge hatte. Der Morgen verlief ruhiger und
das neueste Bulletin von 10 Uhr Morgens lautet: „Die Er—
cheinungen der Erschütterung haben nachgelassen. Der Zustand ist
heruhigender.“ Die Theilnahme an dem Unglücksfall. welcher den
Herzog betroffen, ist allgemein und spricht sich durch vielfache Ein⸗
seichnungen unter die aufgelegten Bulletins aus.

In Weitmar dei Bochum kam es am 18. Febr. zwischen
einigen Bergleuten und zwei Lumpensammlern zu einer großarti⸗
jen Schlägerei, bei welcher nicht nur geschlagen und gestochen,
sondern auch geschossen wurde; einer der Bergleute wurde dabei
erschossen.

F Zum Universitätsjubiläum in Bonn wurden von der Re—
zierung 8000 Thlr. bewilligt.

f Berlin, 283. Febr. JIn Abzeordnetenkreisen wird ver⸗
sichert, sobald das Spielbankaufhebungsgesetz perfect geworden,
verden die Homburger Spielbankpächter no hmals aufgefordert
perden, sich nunmehr den Forderungen der Regierung zu fügen,
vidrigenfalls die Bank durch eine königliche Berordnung in kür—⸗
jester Frist geschlossen werden wird. Für den letzteren Fall soll
die Wiesbadener Spielbankgesellschaft vorgeschlagen haben, die
hon der Regierung geforderten 800,000 Thaler für Homburg
zur Unterhaltung der Anlagen zu bezahlen, wofern der Wiesba⸗
dener Spielbankgesellschaft erlaubt werde, das Spiel in Homburg
wůührend fünf Jahre fortzusetzen.

fKoͤnigsberg, 18. Febr. Die Hiobsposten aus der
Provinz über die zunehmende schreckliche Typhuspest nehmen kein
Ende. In letzter Woche starben hier 9 kleine Leute am Thy⸗
phus. Daß sie auch die großen Leute nicht verschont, beweist der
Tod der Gräfin Stolberg in Berlin nach ihrer aufopfernden Reise
durch unsere Provinz, und gestern stard der Oberst des 43. In⸗
anterie⸗Regiments, von Treeskow, allhier, auch am Thyphus.

f In emer Stettiner Kaserne wurden am 21. Früh 7
—AVV
zestorhen, bei zwei Anderen ist ihr Auftammen noch ungewiß. drei
ind gerettet.

f Wien, 21. Febr, Vorgestern erschaß sich hier ein acht
ehnjähriges junges Mädchen, Lori Hornischer. Die Worgenpost
zrfährt folgende Details; Lori besuchte mit ihrer Schwester vor
zrei Wochen auch einen Maskenball im Sophiensaule, wo sie den
husaren⸗Oberlieutenant Cmil P. kennen lernten, einen jungen
hübschen Mann, etwa 24 Jahre alt und in scheinbar günstigen
sußeren Verhältnissen. Er schloß sich den Schwestern innig au
ind erklärte Lori seine Liebe in der stürmischen Weise die seinem
Alter und Stande entsprach. Das junge Mädchen, das ihre
Thre bis datzin allen Versuchungen gegenüber standhaft gewabrt

atte, war in diesem Falle so unglücklich wiederzulieben, ebenso
unig, wahr und warm, als die Erklärungen und Versprechungen
langen, die auf sie eindrangen. Am 10. Febr. ergab sie sich
hrem kurzen Liebesglücke und am 18. hatte sie ausgelebt. Man
and nach ihrem Tode einen Brief unter einer Mappe auf dem
Schreibtische Fanny's: „Liebe Fanny! Hätte ich die Pistole nicht
jefunden, so hätte ich meinen Entschluß anderswo auszuführen
jejucht. Verzeihe mir und räche mich. Ich bat gestern den Ober⸗
ieutenant P.., daß er lomme, und er sagle es wäre nicht
nehr nöthig. Er hat mich vor seinen Kameraden so behandelt
vie — und das kann ich nicht länger ertragen. Dazu bin ich,
u feige, den Stürmen des Lebens zu troßzen. Verzeihe mir und
age P..„ er solle nur jährlich einmal, am 10. Febr. an
nich denken. Ich habe mich ihm als Kind anvertraut und er
jat das Mädchen gemordet. Ich grüße Vater und alle meine
Beschwister. Sie sollen mir verzeihen, Ich lasse, weun P...
nicht kommen sollte, ihn bitten, er solle sen Opfer noch einmal
insehen, was er aus dem kindischen Mädchen gemacht hat. Gott
ʒehüte ihn, ihn und euch Alle, und verzeihet mir. Lebt wohl,
jetet für mich, und er für sein Opfer Lori.“ — Oberlieutenant
B., der Urheber des Ereignisses, weilt nicht mehr in Wien. Seit
jestern früh wird er in seiner Wohnung auf der Landstraße, Un⸗
zargasse, vermißt.

F Die große Dreher'jche Brauerei in Schwechat bei Wien
zahlt jährlich über eine Million Gulden Steuer.

f Das Hamburger Schiff „Leibnitz“ ist von den Behoͤrden
in New⸗York wegen Verletzung der in Betreff der Passagiere zu
heachtenden Gesetze mit Beschlag belegt worden.

In Bern standen in den letzten Tagen nicht weniger als
5 Studenten Ed. h. die Hälfte aller dort Studirenden) wegen
nächtlichen Unfugs, Körperverletzungen und anderen Rohheiten vor
Hericht.

f Das eidgendsische Sängerfest wird am 12. und 13. Juli
in Solothurn abgehalten.

F Unter den in Marly (K. Freiburg) im Freien arbeiten⸗
»en Sträflingen wurde jüngst ein Complott entdeckt, das dahin
zing, die Aufseher zu er morden, um sich die Flucht zu
ermoͤglichen.

FBei einem Brande der Rieter⸗Ziegler'schen Fabrik in
steftenbach (KK. Zurüch) kamen 11 Personen um's Leben.

F Auf Corsika wurde eine gewisse Anna Cartola, welche die
otal gelähmte Frau ihres Zuhälters mit Kopf und Rumpf in
zie Kohlengluth des Heerdes gestoßen haite und sie so langsam
inter gräßlichen Martern verbraten ließ. zu lebenslänglicher
Zwangsarbeit verurtheilt.

Philadelphia, 5. Febr. Auf Wards⸗JIsland befin⸗
zen sich jetzt in runder Zahl 1000 Auswanderer, 800 Maänner,
200 Frauen, die auf die Unterstützung der Auswanderungs⸗Com⸗
nissäre angewiesen sind. Die bei weitem größte Zahl derselben
ind Arbeiter, doch findet man unter ihnen auch viele Hand⸗
verker, und unter den Frauen namentlich tüchtige Köchinnen und
Näherinnen.

7 In den Kolonien des Kaps der guten Hoffnung hat der
eutsche Mineralog Mauch Goldlager entdeckt, deren einige bis 60
ODteilen lang und 20 Meilen breit sind. Das Gold kommt im
Anarzadern vor.
Laundwirthschaftliches.
Guano und Asche. Obwohl schon öfters in landwirth⸗
Haftlichen Versammlungen und Zeitschriften auf den Nachtheil
ufmerksam gemacht worden ist, der sich ergibt, wenn man den
huano mit Asche mischt, so gibt es doch noch allerwärts eine
Menge von Leuten, die weil sie die landwirthschaftlichen Versamm⸗
ungen nicht besuchen, und die Zeitschriften nicht lesen, jenes Ver⸗
ahren fortwährend in Uebung behalten, ohne zu ahnen, wie groß
»er Schaden ist, den sie sich dadurch verursachen. Bekanntlich
zat die Asche die Eigenschaft, das im Guano vorkommende werth⸗
jolle aber flüchtige Ammoniak frei zu machen und auszutreiben,
o daß also durch die Zumischung von Asche zum Guano der
Werth desselben. wie die Landleute so leicht annehmen, nicht ver⸗
uehrt, sondern vermindert wird. Wir haben in den letzten Jah⸗
en oͤfters Versuche mit purem Guano und mit Guauo, der mit
Asche gemischt war, angestellt und die gewonnenen Ernteresultate
assen es außer Zweifel, daß 1 CEtr. Guano, der mit 1 Catnet
Asche gemischt ist, in seiner Wirkijamkeit mehr als um das Dop⸗
elte verloren hat. Nach unserer festen Ueberzeuzung ist ein Dün⸗
zergennisch von 1 Ctr. Guano zu 8 Thaler und 1 Ctr. Asche
u * Thaler nicht 6 Thaler, sondern noch keine 4 Thaler werth,
veil durch die Mischung jelber mehr als für 2 Thaler werthvolle
Stoffe aus dem Guans in Luftform ansgetrieben werden
        <pb n="100" />
        Bekanntmachung.

(Die Wahl der bayerischen Abgeordneten zumdeutschen Zollparlamente beir.)

Bei der heute nach Vorschrift des 8. 29 der Instruktion erfolgten Zufsammenstel⸗
lung der Resultate der am 10. 1. M. stattgehabten Zollparlamentswahlen hat sich erge—
hen, daß die Zahl der giltig abgegebenen Stimmen 12,2409 betrug. Hievon ist die absolute
Majorität 6125.

Stimmen haben erhalten:

1. Adolph Schwinu, Fabrikant in Zweibrücken . 36393.

2. Dr. Lukas Jäger, Redacteur in Speyher A4036.

3. Ludwig Beer, i. Bezirkssamtmann in Pirmasens 2306.

A. Zersplitterte Stimmen — 14.

Zusammen I29.

Nachdem sonach eine absolute Majoritat sich nicht ergeben hat, so muß nach Art. 12

des Geseßes vom 16. November 1867 eine engere Wahl stattfinden.
Diese engere Wahl wird hiermit festgesetzt auf—
—— den 28. Februar 1868.

Sie beginnt an diesein Tage VLormittags 10 Uhr und wird Abends um 6 Uhr geschlossen
Site ersireckt sich nur auf diesjenigen beiden Candidaten, welche bei der
Wahl am 10. 1. M. die meisten Stimnen erhalten haben, glso nur auf die beiden Herrn

L. Adolph Schwinn Fabrikant in Zweibrücken,
2. Dr. Lukas Jäger, Redakteur in Speyer.

RNur unter diesen beiden ist zu wählen, und es wird hier ausdrücklich
darauf hingewiesen, daß alle auf andere, als die vorgenannten beiden Candidaten
fallenden Stimmen unter allen Umständen ungültig sind.

Diese engere Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften
statt, wie die Wahl am 10. 1. MB.—

Insbesondere bleiben die Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahl—
vorsteher unverändert.

Auch die Wählerlisten haben dieselben zu bleiben, wie bei der ersten Wahl—
handlung und dürfen darum keinerlei neue Einträge oder Nachtragungen
in dieselben stattfinden.

Ferner werden die Wähler wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Wahl
zettel nur den Namen des zu wählenden Abgeordneten, welcher bei der
nunmehrigen engern Wahl aus den vorgenannten beiden Candidaten mit den meisten Stim
men zu entnehmen ist, enthalten dürfen, und daß Wahlzettel, welche wie dies mehr—
fach bei der ersten Wahl vorgekommen, mit der Unterschrift oder mit dem
Hausnummer des Wählers versehen find, unvedingt für ungültig
erklärt werden müssen, weil durch solche Wahlzettel das Princip der geheimen
Stimmabgabe und die hierauf beruhende Vorschrift des Art. 11 des Gesetzes verletzt werden.

Im Uebrigen wird auf die in den Localblättern veröffentlichte bezirksamtliche Be—
kanntmachung vom 13. Januar l. J., in welchen die von den Wählern zu beobachten
den Vorschristen kurz zusammengefaßt sind. Bezug genommen.

Zweibrücken, den 14. Februar 1868. *4 *

Der Wahlcommissär des IV. pfälzischen Wahlkreises.

Kgl. Bezirksamtmann:

w Damim..—

7* Z
—Wer'o⸗gerung

— XR — —
Miächey 886IBLLOILI.

Aus dem Valdungen der Gebr. RKriümmer.

Samstag den 29. Februar 1868 Nachmittags 2 Uhr bei Ferdinand

Oberhauser zu St. Ingbert.

3. Klftr. Eichenmisselholz . —M

— u u v

—T u 7 · 1IJ.

Nähere Aufschlüsse erthelt
Oberförster Küßwetter.
Sooöben erschien das nach den neuesten Veränderungen ratifieirte
Zeitungs-Verzeiohniss —
dae der — mn th
— AnnoneenExpeditiooyn 4
von — * .
HBHAASCBMSGtTCIM VoglIer
* in —
Frankfurt a. M., Hamburg, Berlin, Leipzig Wien und Basel.
9. Auflage.

Dasselbe ist eine systematisch geordnete Zusammenstellung der Tite von mehr al—s
6060 politischen, wissenschaftlichen, belletristischen und technischen Journalen, Kalendern, Cours—⸗
und Reisebüche vn, ꝛc., soweit sie Annoncen verdjfentlichen, unter Angabe des Erscheinens (wie oft per
Woche — per Monat — oder per Jahr) der Inserationspreise, sowie der Auflagen, wenn solche genau⸗
oder annährend zu ermitteln waren.

I Fur ganz Deutschland, Oesterre ich und die Schweiz ist jedein Lande, refp. jeder
Provinz kine Karte beigedruckt, welche in ihren ohngefähren Umrissen die geographische Lage der im
Herzeichniß als die Domicile von Zeitungen ⁊c. angeführten Orte veranschaulichen soll.

Das Verzeichniß wird zrutis und frauco versandt.

—
T Zur Beagchtung.
Ich erlaube mir den verehrl. Damen
hiesiger Stadt die ergebenste Anzeige zu
machen, daß ich von Saarbrücken hieher
übersiedelte und mich als Kleider—
mache rin etablirt habe. I

Um geneigte Kundjfchaft bittend, glaube
ich die Versicherung geben zu dürfen,
daß gegebene Aufträge in dem modernsten
Schmitt auf das geschmackvollste, unter Zu—
sicherung promter und reeller Bedienung aus—
geführt werde. *

Auch werden einige Mädchen bei mir
angenommen, um das Kleidermachen zu
erlernen.

Margaretlin Ruclihardt-
wohnhaft in der Kohlenstraße, gegenüber
der Maͤschinenfabrick.
Photographie
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu⸗
zeigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
Abends 3 Uhr in meinem neuen Atelier
gef. Aufträge entgegennehme um prompteft
auszuführen. —
JFAufnahmen finden im geheitzten
—AV
St. Ingbert im Febr. 186686. *
B.. Ollig, Photograhh .
Kohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.
Geschäfts-Empfehlung.
Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kennt⸗
niß, daß ich mein Küfer⸗ und Kübler-Ge⸗—
schäft wieder errichtet habe und Bitte um
geneigten Zuspruch.
LECAFI FIZRiScMhnhDeim,- Küfer.
Neu angekommen, eine große
Sendung Mainzer Da—
—n umil Stiefelehen.
nei Ib Stief.
frucht⸗ Brod⸗ Fleische ec Vreife der
Stadt Zweibrücken vom 27. Februar.
Weizen 8 fl. 41 kr., Korn 7 fl. 21kr.
Gersie Zreihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige, 5 fl. 36 kr., Spelz 6 fl. 18 kr.
Spelztern — fl. — kr., Dinkel — fl.
— kr. — Mischfrucht 7 fl. 54 kr., Hafer
5fl. 15 kr., Erbsen 5 il. 8 kr. Wicken
4Afl. 46 kr., Kartoffelu 1fl. 18 kr., Heu
Ufl. 20 kr., Stroh Ufl., 6 ktr., per
Zentner. Weisbrod 19 Kilogr. 22 0kr.
stornbrod 3 Kgr., 32 kr., ditto A Kgr.,
23 kr., ditio IKgr. LUkr. Gemischtbrod
3 Kgr., 38 kr,, 1 Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 28
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter
Butter 26 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadd
Kaiserslautern vom 25. Februar.
Weizen 8 fl. 39 kr. Korn 7 fl. 26 kr.
Spelzkern — fl. — kr. Spelz 6fl.
5 fr., Gerste 6 fl. 4 kr., Hafer 5 fl.
15 kr., Erosea 5l. 38 kr., Wiken 4 fl.
57 kr., Linsen — fl. — r. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 32 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 pfd—
Weißbrod 17 kr.
Redaktion, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="101" />
        Sl. Ingberler Znzeiger
da St. Juͤgbert er Andzeig er“ mit seinem Unterbaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal:; Diensstag, D onnerstag
md Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13. Fdngnztigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile

J Blattschrift oder deren Raum berechnte.—
Rro. 26. * J— VRaawe J Sels ESamstag. deun 2 1. 1868
— — — —— æ —— — — — *
—

πα
m deh m— e et e e e
— 2* —V Deutschland. —
—Muünchen, 25. Febr. Ueber das Befinden des Königs
Zudwig J. sind aus Nizza gestern folgende Nachrichten eingetroffen:
Seit gestern Nacht wieder Fieber wegen örtlicher Verschlimme⸗
rung. Nacht sehr unruhig; Morgens etwas hesser.“ — Nachmit⸗
ags: „Steigerung der Entzündung im Fußgelenke, Fieber mit
Deliriren, Zustand sehr ernst.“ Spät Abends: „Eine Wiederholung
der Fieber ⸗Steigerung wie gestern, könnte ein rasches Ende her⸗
veifüihren. Außerdem unmittelbare Lebensgefahr noch micht vor⸗
zanden.“ — In Folge dieset bedeuklichen Nachrichten ist Prinz
Zuitpold heute Morgens nach Nizza abgereist.

— Nachdem gestern die Herren der drei Hofrangsklassen em⸗
Ffangen worden waren, hat die Prinzessin Maria Theresia, Ge⸗—
nahlin des Prinzen Ludwig, heute die erstmaligen Aufwartungen
zer Damen der drei Hofrangsklassen und der bei Hof vorgestell-
en Ordens-⸗Damen entgegengenommen.“ Der 'israelitischen Kul⸗—
usgemeinde Fechenbach, B.⸗A. Marktheidenfeld, wurde zum Zwecke
der Reparatur ihres Synagogen und Schulgehäudes die Vornahme
»iner Collecte in den Synagogen der sämmtlichen Regierungsbes
irke bewilligt. — In der am nächsten Donnerstag stattfindenden
Sitzung der Abgeordnetenkammer wird der Gesetzentwurf über
Schließgung und Trennung der Ehen von Angehörigen nicht an—⸗
erkannter Religionsgefellschaften, und der hiemin in Verbindung
tehende, auf. Einführung der Nobligatorischen Cipilehe: gerichtete
Antrag zur Berathung kommen. —

Muünnchen, 25. Febr. Hans Frhr. v.rPechmann, kgl.
Staatsminifler des Innern Kammerherr⸗ Staatsrath im ordent—
ichen Dienste Comthur des Verdienstordens vom hl. Michael,
Ritter des Civilverdienstordens der bayerischen Krone war gebo—
en den7. Januar 1809 zu Bilsbiburg. Die erste⸗nẽStellung
m Staatsdienste;exreichte ex den 12. Mai, 18388, wo er zum
Actuar bei dem Landgerichte Untergünzburg ernannt wurde; den
30. Sept. 1838 wurde er II. Assessor dortselbst, den 16. Augufft
1839 J. Assessor bei dem Landgerichte Donauwörth, den 4. Nov.
845 Landrichter in Berchtesgaden, den 189. August 1846 Ver—⸗
veser der Directorstelle bei der Polizeidirection zu München, den
— DD—
— 00
Negierungsrath bei der Regierung von“ Niederbahyern, Kam—
mer des Innern, den 16. Januar. 1858 Director bei der
Regierung von Oberfranken, K. d. J. den 1. Mai 1868
Praͤsident bei der Regierung von Miitelfranken und am
30. Juli Staatsminister des Innern. — Aus seiner Ehe mit
Auguste: Freiin: von Imhof hinterläßt er 4 unverheirathete Töchter
ind 3 Söhne, wovon der, eine Bezirlsamtsassessor, der zweite
Cavalerie⸗Lieutenant und der dritte Gymnasiast ist. n. 35
—Münchem, 26. Febr. Der Kriegsminister hat angeord⸗
net, daß alle aus dem activen Dienstverhältniß tretenden Gendar—
men, welchen noch eine gesetzliche Reserve oder Landwehrpflicht
obliegt, bei ihrem Austritte den Landwehrs Bezirks- Coumando's
hres Heimathsortes überwiesen werden. Unwürdige, welche ihrer
Dienstpflichne noch; micht: vollständig genügt; haben.“ / Werden dem
dandwehr⸗Bezirks-Commando zur, Vormerkung bekannt gegeben.

An der Außenseite derjenigen Gebäude, in welchen sich die
Zanzleien der Landwehr-Bezirks-Commando's und Landwehr⸗Com⸗
pagnie⸗Bezirke befinden, wird das kgl. Wappenschild angebracht
werden. — ——
Munchen, 27. Febr. Einem Telegkamin aus Rizza von
zestern Nachmittag zufolge hat König Ludwig J. gestern Vormit⸗
— 0
Frankfurt. Die lange schwebende Weinzollfrage ist nun⸗
mehr erledigt. Preußen hat an Fronkreich das Zugeständniß ge—
nacht, den Weinzoll um 33, also von 4; Thlr. auf 22/3 Thlr.
jerabzusetzen: Diese Nachricht wird gewiß von allen Consumten

e Weine freudig begrüußt werden. Der Abschluß der
hezüglichen Transoktiwn bringt zivei für den Zollverein wichtige
Fragen zur Reife, Es wird zunächft der Eintxitt Recklenburgs

n den Zollverein unmittelbar erfolgen könneu. Pas Zollvereins⸗
jebiet wird hierdurch auf das ganze Gebiet des norddeutschen Bun⸗
zes und der vier Südstaaten, mit alleiniger Ausnahme der Hanse⸗
tädte, erweitert, werden. Noch viel wichliger ist die Beseitigung
»es Hindernisses, welches der so nothwendigen Revision des Han⸗—
elsvertrags zwischen dem Zollverein und Oesterreich bisher ent
zegenstand. Es ist jetzt die Moͤglichkeit vorhanden, den so äußerst
uangelhaften Aprilverirag von 1865 in seinen wesentlichsten Lücken
u ergänzen und zu verbessern. Die Ermäßigung des Weinzolls
uf 226 Thlr. eröffnet auch den östesterreichischen Rothweinen die
Thore des Zollvereins, und kann möglicherweise nach und. nach
inen bedeutenden Verkehr in diesem für Oesterreich. so hochwich—
igen Ausfuhrartikel herbeizuführen, Der nächste Wunsch, den
vir an diese erfreulichen Thatsachen zu knüpfen haben, betrifft
zie Herabsetzung der Zölle auf Eisen und Eisenwaaren im Verze

ehre zwischen Oesterreich und dem Zollverein, und damit auch im
allgemeinen Tarif des Zollvereins. Auch für baumwollene und
vollene Gemebe dürften die Verhandlungen mit Oesterreich Gele—
genheit zu einigen im Zollverein nach unserer Meinung unerläß,
ichen Tarifermäßizungen geben.

Berlin, 253. Febr. Der Koͤnig empfing heute den Frhrn.
». Rothschild, welcher ihn um die Uebernahme des Protectorats
des Frankfurter Dombau-Vereins ersuchte. Der König, sagte zu
ind unterhielt sich mit ihm eingehend über die Frankfurter Ver—
jältuisse.n — —— — — —E P

Berllin, 23. Febr. Die „Provinzial-Correspondenz sagt,
Württemberg und Darmstadt seien säumig mitihren Wahlen
zum Zollparslamente. . Obwohl der Minister Frhre d. Dalwigt
den Wahltermin erst auf den 19. März angesetzt habe, sei es doch
'aum glaͤublich, daß Deutschland auf das Belieben dieses zurück—
zaltenden Ministers warten werde und die Bexufunz des Zoll-
»arlaments auf Mitte März' sei kaum zwveifelhaft.

Bercin, 260 Febr. Im Abgeordnetenhaus sland heute
ine Interpellaliton von Kardorff und Genossen auf der Tages—
rdnung, welche Auskunft' derüber verlangt, was die Staatsre—
lerung der Hietzinger Hochzeitsdemonstratjon und der Thatsache,
aß in Frankreich eine hannoder'sche Legion sich aufhalte, gegen⸗
iber zu thun beabsichtige? Die Bewilligung der Entschädigungs—
elder Seitens des Abgceordnetenhauses sei erfolgt, weil man die
entsagung des Königs Georg, die Befriedigung der Hannoveraner
offte, weil man den König für verpflichtet hielt, weil man darin den
bschluß der Kämpfe von 1866 sah, weil Graf Bismarck aus den Ber⸗
rägen eine Cabinetsfrage machen wollte. Alle diese Ansichten erweifen
ich als itxig. Die Wesfenagitationen seien verdoppelt und ver⸗
zreifacht, selost der Kurfürst von Hessen habe gewagt, von seiner
Rückkehr auf seinen Thron zu sprechen. Die Hingabe von 16
Villionen sei undenkbax. ohne Gegeuleistung, diese fehle, somit
önne die Regierung nicht verantworten, den Vertrag auszufüh—
en. Der Rede des Finanzministers im Herrenhause sei der Hie—
zinger Spectakel auf dem Fuße gefolgt, im Lande glaube man,
veorg habe 16 Millionen empfangen.“ Der Interpellant wünscht
arüber Auskunft zur Beruhigung des Hauses und des Landes.
Der Finanzminister h. d. Heydt erklärte hierauf? Nach Abschluß
es Abfindungsvertrages mit dem König Georg, welcher die Pra—
zer Friedensstipulationen zwar nicht ausdrücklich anerkannte, aber
»och die Einstellung der Feindseligkeiten involvirte, stellte der
Zönig Georg dieselben trotzdem nicht ein, wie die Formation der
zannover'schen Legion, deren Zusammenhang mit der Dienerschaft
)es Exkönigs amtlich feststehe, beweise. Der Exkönig bekannte sich
ogar öffentlich zu denselben Bestrebungen, die jener Agitation zu
Hrunden liegen. Dieser Agitation ein Ziel zu setzen, hielt aber
zie Regierung für eine gebieterische Pflicht; sie ersuchte daher be—
reundete Höfe, bexeits vor den Hietzinger Vorgängen, auf den
dönig Georg kimzuwirken? gis müsse jetzt vorerst! Vas Ergebniß
ieser Bemühungen abwarten?!“ Erhälf sie nicht rechtzeitig Bürg-
chaften, wird sie lediglich nach den Pflichten handeln, welche die
Berantwortlichkeit für die Sicherheit des Staatsgebietes ihr auf
        <pb n="102" />
        — 5 ——44 Wrlehen· Dlezs Feinnle ich fü hiesi zes Deutsche
ücksichten halten die Regierung ab, gegen schrieben; Dies Ereigniß ist namentlich für uns hiesigeed
pe RX Vrene einzuleiten. —** die sofortige jehr wichtig: ist doch jetzt zum ersten Aee das e e als
Beschlagnahme seines Vermogens involviren würde. Die Regie. Zolitische Einheit bei der großen Republik des Weften vertreten.
cung wirs evenluell vorziehen, den Gesetzgebungsweg zu beschrei. Wir sind besser als unsere Landsleute in der Heimath— befähigt,
en um das Gesammtvermögen des Königs Georg für die Kosten die große Tra gweite dieses Actes zu würdigen, weil wir bisher
der Ueberwachung und Abwehr, sowie aller Confrqueuzen des aur als Individuen, als Privatmenschen geduldet und in unserer
sttaaatsgefährlichen Unternehmens Georg's und seiner Agenten politischen Stellung auf Schritt und Tritt an die Miseren der
hastba — J — leinstaaterei erinnert wurden. Der alte Satz des roömischen
Wien, 24. Febr. Gegen einen Akt, der ausdrücklich die Rechtes, wonach jeder so lange für gut gilt, bis er sich als
kürkische Oberlehnsherrlichleit über Montenegro anerkennt, ertlärte schlecht ausweist, hieß hier in freier Ulebersetzung auf uns ange⸗
sich die Pforte bereit, bedeutende Landstriche der Herzogewinga wandt; Jeder Deutsche gilt als ein Esel, bis er sich als leidlich
uleen Lerständig ausweist, — während umgelehrt in den Augen der
ww⸗ Rdie „N fr. Pr.“ schreibt: Die feudalen Herrenhaus- Amerikaner die hier eingewanderten Engländer und Franzosen,
mitgliedet Graf Les Tyun und Genossen haben auf ihre Würde ja selbst Polen und Ungarn, so lange ais gescheidt und klug ge⸗
oerzichtet. Derartige Erscheinungen gehoͤren zu den österreichischen halten. bis sie sich als Esel auswiesen. Nicht. daß es uns an
aatsrechtlichen Endemien. Heute zieht sich diefe. morgen jene offizieller Vertretung gefehlt hätte: nein, wir hatten deren immer
Bruppe aus den Vertretungskorpern zurück. und dies geschieht zu viel: aber sie war auch danach. Mit einziger Aus nahme von
mit einer Regelmäßigkeit, welche an Pendelschwingungen, an das Liechtenstein halten alle noch so lleinen Fürstlein sich hier ihre
Heben und Sinken von Wagschaien erinnert. Zuerst find die Ungarn Consuln. Schwarzburg · Xudolstadt verlieh vor zwei Jahren sei⸗
zusgeblieben, dann sind die Czechen aus dem Reichsrathe getreten. tem Consul und dessen Chancellier (auf Deutsch Schreiber) seinen
Dem folgte der außerordentliche Reichsrath, von dem mußten sich die zöchsten und zweit hoͤchsten Orden R Belohnung ihrer diploma⸗
Deutschen enthalten, und als der ordentliche verfassungsmäßige Reichs. ischen Dienste dafür, daß sie mit „Umsicht, Geschic und loblichem
cath wieder zusammentrat, da blieben die Czechen ferne. Jungft ist Diensteifer einen kleinen Negerjungen, der zum Schloßdienste bei
die slavische Partei aus dem kroatischen Landtage ausgetreten, Serenissimo acquirirt worden war, wohlbehalten und gesund an
und nun macht die Partei Thun, die Czechen des Herrenhausez, »en Ort seiner Bestimmung befördert hatten. Der fruͤhere nas—
in dieser staatsrechtlichen Wechselbewegung den Abschluß. Diese auische Generalconsul erregte vor etwa 748 Jahren ungeheure
Herren sind genau an demselben Tage ausgeblieben, an dem die Heiterkeit dadurch, daß er im Auftrage seines „erhabenen Sou⸗
Erzherzoge des Haufses Habsburg in dasselbe getreten, und Jene beräns“ einen Brief veröffentlichte, wonach dieser jein allerhoch⸗
find wesentlich gerade aus dem Grunde ferne geblieben, aus wel⸗ stes Mißfallen darüher ausgesprochen, daß die Obligation der
chem diese gekommen sind: weil das Herrenhaus nunmehe aus Srie-Eisenbahn, worin Serenissimus bedeutete Kapitalien anut.
seiner unklaren Stellung berauggetreten ist und eine feste verfas⸗ egen geruht hatten, unanständig lange eine „weichende Tendenz
sungsrechtliche Basis gewonnen hat. — Demselben Blatte schreibt behaupteten. Die Voͤrse war verstedt genuq, noch tiefer zu sin⸗
man aus Pesth: „Durch die Blätter cursiren seit einiger Zeit len. „Ich habe mein Consulat aufgegeben, sagte mir vor ei⸗
thatsächliche Angaben über russische Agitationen in Oberungarn. niger Zeit der Consul eines anderen thüring'schen Zwergftaates,
Aals Thatsache kann ich Ihnen mittheilen, daß mehrere Popen veil mir die Regierung nur nufrautirte zweckwidrig dicke Briefe schicte
und Comitatsbeamte, an die von russischer Seite Geldsendungen und nicht einmal das Porto ersette. Ein anderer dankte ab, weil jein
zu agitatorischen Zwecken gelangt sind, das Geld sofort dem Mii⸗ Amt ihm taum ein Kistchen guter Havannah⸗ Cigarren eiubrachte.
nisterium für Kultus und Unterricht zugeschikt haben. Die Be— Sleichwohl wurden diese Poͤftchen von den hiesigen deutjchen
gleitungsschreiben dieser Sendungen sollen unumstößliche Belege aufleuten eifrig gesucht, weil sie von dem Dienste in der Jury
für die Existenz der von betreffender Seite rundweg geleugneten und Miliz befreiten und auch sonst manche kleine indirecte Vor ·
Agitnion sein heile boten. Denn diese Consülchen waren auch zugleich die dip⸗
Prag, 25. Febr. Die hiesige Jesu'tenCongregation hat lomatischen Vertreter ihrer Souveräne.“ Obgleich es nun in ge⸗
vom fürstlich Salm'schen Garten, nächst ihrer jetzigen Niederlas⸗ wöhnlichen Zeiten nicht viel zu vertreten gab, so mußten jie doch
sung einen Grundkompler von 400 Quadratklaftern behufs Er⸗ bei außerordeutlichen Gelegenheiten Diplomatelei pielen. So 3.
weiterung ihrer Lokalitäten angetauft. B. unmittelbar nach der Ermordung Linkolns, wo sämmtliche
8 Fonsuln von ihren Regierungen beuuftragt wurden, Condolenz⸗
Fraukreich. schreiben an das Minssterium des Auswärtigen in Washington
Aus Paris, 25. Febr. wird geschrieben: Gestern war zu richten. Manche der Herren wußten nicht recht wie sie das
der 24. Februar!! Es fanden zahlreiche Bankette zur Feier des anstellen sollten, da sie doch ihren Schreibebrief miht mit einen
Tages statt, nach welchem Louis Napoleon Bonuaparte an Lamar⸗ tereothpen: Neein ergebenes Lehtes vone b⸗stätigende anfan
tine, Ledru-Rollin, Louis Blauc, den Arbeiter Albert und andere jen kunnten; sie wandten sich deshalb an vinen mit befreundeten
Mitglieder der provisorischen Regierung von damals folgenden Advotaten, der mit der Feder umzugehen wußte und auch einige
Brief gescheieben hatte: „Meine Herren! Nachdem das Volk von done Briefe zu Stande brachte, vorauf Semard sich höflich be
Paris durch seinen Heldenmuth die lezten Spuren der Invasion 6 Wagte dagegen eines dieser Confülchen, sich anf feiue
zerftoͤrte, eilte ich aus der Verbaunung herbei, um mich unter Privilegien oder gar auf das Voöllkerrecht zu berufen, so
die Fahne der proclamirten Nepublik zu schaaren. Ohne anderen durde es, wie noch vor einem Jahre der hicsige, üͤbrigens
Ehrgeiz als die meinem Lande zu dienen, zeige ich den Mitglie⸗ zunz in seinem Rechte defindliche oldenburger Consul Janfen
dern der provisorischen Regierung meine Ankunft au und versichere en brutalen Fußtritte beseitigt. Naturlich erhielt jeder
ich Sie meiner Hingebung für die Sache, die Sie vertreten. so- deutsche impuͤcite diefen Fußtritt mil und judte sich auch wohl
wie meiner Sympathie für Ihre Personen. Genehmigen Sie“ ⁊c. zewissenhaft an der betreffenden oder vielmehr getroffenen Steue,
Italien. Diesem unwürdigen und demoralisirenden Zustandeis jetzt ein
Ende gemacht, und mit Befriedigung sagt sich Jeder, daß dem
Gesandien einer 30 Millionen intelügenler Menschen repräaͤsenti⸗
renden Großmacht von vornherein alle schuldige Hochachtung ent⸗
gegengebracht werden wird.

Rom, 25. Febr. Der „Osservatore Romano“* ist beauf—
tragt, etwaige Käufer von neapolitanischen Domänengütern darauf
hinzuweisen, daß der König Franz II. bereits 1861 und 1868
gegen den Verkauf derselben protestirt habe.

Dänemark.

Kopenhagen, 25. Febr. „Berlingske Tidende“ mel—
det, daß der König dem dänischen Gesandten am Berliner Hofe,
Quaade, seine Creditive als Bevollmächtigter beim Prä—⸗
sidium deß Nordeutschen Bundes unterm 18. d. habe zuge⸗
hen lassen.

Amerika.

Schwurgerichts sitzungen für die Pfalz.
I. Quartal 1868.

Zweibrücken, 24. Febr. Heute kam die Auklage gegen
Heinrich Martin Schreiber, Wirth von Ungstein wegen vorsätzli⸗
her Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode zur Verhandlung.
Um Abend des 9. Dezember abhin fauden drei von Dürkheim
nach Freinsheim fahrende Personen kurz vor 10 Uhr in der Naähe
pon Ungstein einen gewissen Joh. Philipp Vogt, Fabrikarbeiter von
Landau auf der Straße liegend. Sie nahmen denselben zu sich
auf den Wagen und fuhren im Schritte nach Ungstein, beim
Aufheben entdeckten sie, daß Vogt am linken Beine eine stark
hlutende Wunde hatte. Diese Wunde war eine tödliche, denn in
Ungstein überzeugte man sich, daß Vogt bereits seinen Geist auf⸗
zegeben hatte. Noch an demselben Adend wurde constatirt, wo
Vogt den Stich erhalten. Derselbe war am Abend bis gegen
halb 10 Uhr in der Wirthschaft des Angeklagten und irug da—

Havannah, 14. Febr. Die Nevbolution auf Hahii ist
allgemein. Die bedeutenderen Städte waffnen gegen Salnabe
General Soloman wurde zum Präsidenten proclamirt.
¶ Deutsichlands Vertretung in den Vereinigten
Etaaten.)
Anlaäßlich der am 24. v. Mis. erfolgten Uebernahme der
Vertretung des Norddeutschen Bundes Seitens des preußischen
Gesandten Herrn v. Gerolt wird der K. Z. aus New-NYori ge⸗
        <pb n="103" />
        zerg, zeigt sich dasjenige Haus auf der Klotzbahn Nr. 28, wo
ie durchreisenden oder in den Officinen Beschäftigung suchenden

Buchdrucker vielfach einzukehren pflegen, die Gastwirthschaft „Zum
Buttenberg.“ geschmückt durch die mit Blumen und Guirlanden
hekränzte Statue des großen, Meisters und durch folgendes sinn⸗
eiches Transparen:

— —

Umstrahlt von Glorie stehst DBDV
Pausendfach baut Dir die heutige Welr
Tempel des Ruhmes für Zeil und Ewigkei P
RBinzig ist Dein Werk, und schwinden kann's ni h
Vimm denSegenskranz nach Jahrhunderten hid
wWautest Dir selbst das Denimal aufs Graß
EPngel — aus — himmlischer Höhm

— Rufen stets segnend herniedeR
— E U TTEB XNB. R
7Bern, 23. Febr. Wie man berichtet, hat ein Bürger des
Lantons Appenzell, veranlaßt durch die bekannten Aussagen des
ius Mexico zurückgekehrten Badensers Spitznagel, betreffend den
Dr. H. Demme, einen ihm befreundeten Schweizer, welcher in
hzenug ansässig ist, beauftragt, über das angebliche Ende des Ge⸗
annten und seiner Braut Flora Trümpi bei dem Richter von
dervi nähere Erkudigungen einzuziehen; der von diesem Richter
rhaltene Aufschluß sei aber so mysteriös ausgefallen, daß die
lngaben Spitznagel's durch denselben eher bestätigt als ge⸗
hwächt seien.

7 Ein versinkendes Haus erregt gegenwärtig die Neugierde
»er Bevdlkerung und der Fremden am Garda⸗See. Der Gasthof—
ur „Porta Vecchia“ in Desenzano, der auf Pfählen am Ufer
»es Sees erbaut ist, hat damit begonnen, innerhalb 24 Stunden
im 25 Centimeier auf den Grund zu sinken. Bei Abgang des
Zerichtes war der erste Stock bereits im Wasser verschwunden.
Ddas Sinken geht ganz ruhig und ohne irgend merkliche Stöße
»or sich zä alle Mittel, demselben Einhalt zu thun, waren ver⸗
jeblich. Der Hauseigenthümer ist nach der ersten Bestürzung auf
sen klugen Einfall gerathen, sich von den aus Nähe und Ferne
jerbeieilenden Neugierigen den Eiuntritt in sein sinkendess Haus
vezahlen zu lassen, und soll damit ein Geschäft machen, das ihn
ider den zu erleidenden Verlust reichlich troösten werde.

Fäür Auswanderer erläßt die deutsche Gesellschaft in New-
jort, deren Mitglieder sich schon unzählige Verdienste um ihre
tandsleute erworben haben, unter'm 25. Jan. d. J. nachstehende
oohlzubeherzigende Warnung:

„Wir haben schon früher in unseren Jahresberichten auf die

roße Sterblichkeit hingewiesen, welche häufig auf den hier von

)amburg und Aatwerpen ankommenden Segelschiffen sich ereigne⸗

en. Wir hatten gehofft, daß die Eigenthümer dieser Schiffe da⸗

purch veraulaßt werden würden, künftig dieselben mit gutem Was—

er, Proviant und Medicamenten in solchen Ouautitäten zu ver—

ehen, daß selbst auf verzögerten Reisen kein Mangel an denselben

nitstehen könute. Wir glaubten, daß eine Hindeutung von un⸗

erer Seite auf verschiedene andere bestehende Uebel, z. B. die

Abwesenheit eines erfahrenen Arztes; die Ueberfüllung der vor⸗

andenen Räume, die schlechte Ventilation und die ungenügende

teinigung derselben, hinreichen würden, dieselben zu beseitigen.

Wir haben uns leider in diesen Erwartungen getäuscht. Die

Ankunft im vorigen Sommer des von A. Strauß und Cie. in

lIntwerpen expedirten Schiffes „Giufeppe Baccarich‘ mit 18 To⸗

esfällen, sowie die des vor einigen Wochen eingetroffenen, von

R. M. Sloman in Hamburg beförderten Schiffes „Leibnitz“ mit

105 Todesfällen, der Zustand, in welchem die Ueberlebenden hier

inkamen, und die Berichte, welche dieselben über ihre Leiden und

Entbehrungen während der Reise erstatteten, haben uns die Ue—

erzeugung aufgezwungen, daß es vergeblich ist, an die Mensch⸗

ichkeit dieser beiden Firmen zu appelliren. Uns bleibt nur ein

Bermischtes. Mitiel übrig, um, so weit es in unseren Kräften liegt, für die

*St. Inabert, 26. Febr. Bei der gestrigen engern: Zukunft solche Leiden und Verluste von Menschenleben zu ver⸗

Wahl Behufs eines Abgeordneten für den Wahlkreis Zweibrücken Pir⸗ sindern, und ergreifen wir dasselbe hiermit, indem wir die

masens zum Zollparlament in Berlin erhielt im J. Wahlbezirk Herrn )e utschen Auswanderer ernstlich warnen, für

Fabrikanten Ad. Schwinn 116 und Hr. Dr. Lucas Jäger 211 hre Reise nach den Vereinigten Staaten sich den Schiffen des

Ztimmen; im I. Wahlbezirk Herr Schwinn 93 und Herr Jäger herr R. M. Shoman in Hamburg anzuvertrauen. Es ist

33 Stimmen; 9* vöchst wahrscheinlich, daß diese Leute künftig ihre Schiffe

im III. Wahlbezirk Herr Schwinn 95 und Hr. Jäger 99 hurch Maäkler und Agenten anempfehlen lassen, ohne daß ihre

Stimmen. Namen dabei genannt werden. So viel hier bekannt ist, contro⸗

In Blieskastel warxen unter 194 Wählern 134 Stim- irt R. M. Sloman alle von Hamburg nach hier abgehenden

men für Herrn Schwinn und 60 für Hr. Jager;; Segelschiffe, und empfehlen wir deshalb Auswanderern, so lange

in Zweibrüccken erhielt Herr Schwinn 992 und Hr. dies der Fall ist, nicht mit Segelschiffen von Hamburg aus zu

Jäger 18 Stimmen, bei 1010 Waählern; reisen, und wenn sie über Antwerpen gehen wollen, alle Segel—

in Pirmasens, waren unter 1010 Wählern 946 für chiffe und Dampfer zu vermeiden, mit welchen A. Strauß u. Cie.
herr Schwinn, und 64 für Herr Jage.— rgend etwas zu thun haben.

FElberfeld, 24. Febr. Zum heutigen 400jährigen „Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß Auswan⸗

Fodestag des Erfinders der Buchdruckerkunst. Jobannes Gutten⸗ derer. wenn es ihnen nur irgend möglich ist, besser thun, mit
        <pb n="104" />
        so sehr gesetzt und in sich befestigt, daß die Waizen-⸗ und Roggen⸗

oflänzchen in ihrer Bewurzelung gehemmt werden, vergilben oder

absterben. Ist auch für solche Falle das Aufeggen der Sagten

im Frühjahre vielfach schon als nützlich anempfohlen worden, so

wird es doch im Allgemeinen noch zu wenig geübt, weil die Leute

zlauben, es würden dadurch zu viele Pflänzchen ausgerissen. Um

unseren Nachbarn, die sich auch von solchen Ausichten leiten ließen.

ein belehrendes Beispiel zu geben, ließen wir im Frübjahre 1864

— die Hälfte einen solchen Fesdes, nachdem der Boden genügend tro—

.. —— —— den war, aufeggen, die andere Hälfte aber ließen wir so, wie sie

— Landwirthschaft iches. * der Winter dem Frühiahre uͤberliefert hatte. Die Ernte auf bei⸗

a 3244 der S 5.. 3. den Stücken derglichen wir miteinander und fanden, daß die halbe

? ufeg gen er Saaten. In der Regel hat sich der aufgeeggte Hektare 2 Centner 87 Pfund Korner mehr erbrachte
hon· und gehmboden nach wasserreiche n aber frostarmen Winter als die andere, nicht aufgeeggte balbe Hektare.

Dampfschiffen zun reisen. Was sie bei Segelschiffen an Geid er⸗
sparen, geht durch die lüngere Zeit, welche die Reise erfordert,
durch die groößeren Gefahren, welchen sie sich aussetzen, und durch
die Leiden und Entbehrungen, welche sie gewöhnlich erdulden müs⸗
sen, mehr als berloren. Schließlich wiederholen wir den oft ei—
heilten Raih an Auswanderer, sich keine amerikanischen⸗ Eisen⸗
bahnbillets in Europa zu kaufen besonderz. wornen wir deutsche
Auswanderer gegen J. R. Fass in Havre und dessen Unteragen
kten in Süddeutschland .

Bekanntmachun 8 Den Sattler Rink habe ich ein einzige
g⸗ * &amp; d — — Ie 8

In Gematheit deg ¶gosetes vonn u7. Weno Wronaen. idin he Ju nn
In pohhe — —*— tgl. Re⸗ Gründung seines glänzenden Geschäfts;
gierung vom 1. Januar 1868 wird die er wollte bei dieser Gelegenheit 800 fl.
Ernenerung des Gomeinderaths zur Hatfte pon mit leihen die ich ihm aurs leicht be⸗
in der Gemeinde St. Ingbert aan 9 greiflichen Gründen derweigert habe; in
Marz Bormittags um Fuße im Siadi dischen Zeit hate mich die Mutter des
bie Sattlers Rink auf der Straße um
vorgenommen. —
bne A der Gemeinde St. Ing etliche 10 Thaler angesprochen, die angeb⸗
bert werden“ hiermit in Kenntniß gesehi, lihenn gohlung sur enn ee
daß das Verzeichniß der aktiv und passir lers nöthig seien, welche Summe ich aber
e iuithe auf dem Ge⸗ dgbsoigen konnte, weil ich jelbst kein
meindehaus deponirt⸗ist und wahrend acht eid hatte. —55. WW
— —— —— — ⏑ ⏑⏑22———
Die Bürger werden aufgefordert, ihre erschien Sattler Ai e
— —
347 21. Febru— 1860 tube und es erklärte Rink daß er an
Si. Ingbert, den Fe ruar 186080 Gehr sein Lederzeng für so und so viel
Das Bürgermeisteramt ;q verkauft habe; —R fragte mich, ob er
Ghandon. n den Kauf. worin eine Auweisung zu Gun⸗
—— — — sten eines nahen Anverwandten des Rink
— aufgenommen werden sollte ohne Ge⸗
Bekanntmachung. fahr adbschließen könne; ich erwiedert
öar. darauf. daß der Verkauf nach“ mei⸗
Am Samstag, den 7. März nächsthin, Ansicht abgeschlossen werden könne,
Nachmittags um 3 Uthr, im Burgermeisterei n v Eltern des Rink damit einver⸗
locale, werden die der kath. I tanden feien und der Anuberwandten die
dahier gehoͤrigen Ländereien auf Jahre Anweisung acceptiren würde; da Sattlet
verpachtet. o Kinh beides als mehr bestütigle, so nahm
St. Ingbert, den 27. Februͤar 1868. ch leinen Anstand den Act zu redigiren
Das Burgermeisteramt und solchen den Contrahenten ausznliefern! —.
—* ChandonWas weiter geichah. ist mir undekannt!“
— — — — — Wage Tage- bor ensemdihen
— 34 Auswanderung des Sattlers Rink ließ
Oeffentliche Aufforderung mich dessen Mutter ruͤfen und erklärte mir
und * unter Thränen, daß ihr Sohn fort
M X nach Amerika müsse, er habe ihr nicht ge-
E 7 k— J. d 7 uU n g folgt, er habe sich von den „Vikessen“. ver⸗
— J F S F — — chsen —õæS S
„In der gestrigen Sitzung des kgl. Po⸗ die Activa und ßassivn ihres Sohnes zu
lizeigerichtes Blieskastel hat der Vertreter siquidiren!“ Es scheint die, Mutter gereut
des öffentlichen Ministeriums, Herr Polis zu haben, :denn gerufen wurde dich nicht
zeicommissär Hönes zu- Blieskastel, in nehr. — utin 7
einet gegen mich anhängig gemachten Be- Dies meine ganze BVekauntschaftnmit
chuldigung folgende Behauptung aufge⸗ Sattler Rint. * e weh
tellt: Die übrigen in besagtem Polizeigerichts⸗
sitzung gegen mich vorgebrachten grundlo⸗

sen Anschuldigen werden auf andere Weise

ihre Wiedet legung und Zernichtung finden.

St. Insbert den Lo. Februar Tsss

αι— sSestphäliuger.

—4— 8

e en Geschäftsmann.

— J 3x— Z.532 *8s

Wohnuugsvermiethung.

—Photographie
Ich beehre mich hiermit ergebenst aͤnzu-
jeigen, daß ich jetzt von Morgens 9 biz
Abends 3 Uhr in meinem neueu Altelier
gef. Aufträge entgegennehme um prompiest
auszuführen.
IeAufnahmen finden im gehgitzte n⸗
—An ————
St. Ingbert im Febr. 18666.
B. Ollig, Photograph·
Kohlenfl raße, neben, der Holzhandlung dea
Or. Otto Weigand.
J 2 3 —9—

—EE—

AKNleesamen in allen Sorten.nuch
Seradella, serner Saate⸗ Wicken.
Grassamen, italienischen Hanfsamen
und Flachssamen
. Alesin bester Qualität
abei J. Uhl jy
—
dr —28 F
4ne—
Ein verehrliches Publikum von St. Jug⸗
bert und der, Umgegend mache ich darauf
aufmerksam, daß ich von nun au mein
Lager, in felbstgeferiigten Herren-
Damienstiefel. sowie in Kinderschu⸗
ben &amp; Pantoffeln aller Großen er—⸗
oͤffnet habe. Indem ich für die Güte und
Dauerhaftigkeit meiner Waare einstehe, em⸗
Ffehle ich mich, namentlich auch für Con⸗
firmanden bestens. in
Philipp Weber, Schuhmacher,
——— ——
Frucht· Brod⸗, Fleisch; ꝛe. Breift
der Stadt Homburg vom 26. Febre⸗
dWeizen 8 fl. 56 tri Korn 7 f. 38 kr⸗
Spelz 6. . kr., Gerste, — Zreihige fl
— tkr.; Mischfrucht — fl. — freHafer
5 fl. atr., Erbsen --fl. — Ir. Hactof
feln Ufl. 18 kr. per Zir. Kornbrod, 3. Kgr.
32te. dino egt. 28 ur bitn jeseer
lILetx⸗ Kühfleisch 1. Qual. 16 kri, 2. Oual.
—B—
I8 tr Schweinefleisch Is kri, Butter 26 r
herc. Pid. 12 12
un Frankfurter Börsee
eee en Geldsorten· — —
don 27. Febt i
Preußische Kassenscheine. 414ααασ
reußische Friedrichsdor ..9 ια
disteiennn —3
Zolländische 10 fl.eStücke ν
Ducaten 313 37459
20France Stlicke.... öεα ö α,
Englische Soupereiugg, . ö—s
vold per eee — — 773
Zochbaltiges Silbet pet Zollpfund — —
8 ———
274
—

Iqh habe in Gemeinschaft mit Vickor
Oberhauset und Bernhard August von
St. Ingbert, dem nun ausgewanderten
August Rink, gewesener Sattler zu St.
Ingbert, in seinen Vermögensverhaͤtnissen
dadurch zerrüttet, daß wir⸗ ihn zum Ha⸗
jardspiele verleitet, ihn“ ausgebeütet uͤnd
sein glaͤnzendes Geschaft ruinirt hätten“r
Sötveit es meine Perfon hetzifft will
ich der fraglichen Behauptung die Spiße
abbrechen und hiermit an Irdermann in. RIIV
hiesiger Stadt die Aufforderung richten,“ In meinem Haufe der Post gegenüber
sofort bei tal. Landgericht Blieskastel pder st der obere Stock mit 5. Bimmern und
bei einer Polizeibehörde zu erklären““ düche, entsprechendem Speicher⸗ uͤnd Leller⸗
1hmit diesem Rinf Kaum zu bermiethen. 77
wann und wo ich mit diesem Rink uin gi ermiergen. e 13
rgend ein Spiel gespielt, und 2.. welche * I. Hia c
Gelder ich demselden abgenomimen habe. — cSottler uunolennt
eeen vehe da Redaction, Dr ck und n FaxXxc D'emeßkein Stous y
: e a mium Berlag pon FR. Demet in Ste Inghezt 0 ι —.
        <pb n="105" />
        Slt. Ingberter AAnzeiger.

der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementsvpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Diens tag, den 8. März

nro .

18868.

— 7

Deutschland.

Zweibrücken, 2. März. Nach den bis jetzt bekannten
Wahlresultaten — nur 4 Gemeinden mit ungefähr 400 Wählern
stehen noch aus — erhielt Herr Schwinn 7584, Hr. Jäger
5987 Stimmen; demnach ist Herr Schwinn zum Zollpar—
amentsabgeordneten als gewählt zu betrachten.

München, 26. Febr. Das der Abgeordnetenkammer vor⸗
zelegte Berggesetz „erstreckt sich?“ wie der Finanzminister
b. Pfretzschner bei Uebergabe desselben sich äußerte, „auf das ge⸗
jammte Gebiet des Königsreiches und beabsichtigt demnach. nicht
blos jämmtliche Partikularberggesetze dieseits des Rheines, sondern
zuch das in der Pfalz geltende französische Gesetz vom 21. Apri'
1810 über die Bergwerke, Gräbereien und Steinbrüche zu beseiti—
tigen. Es handelt sich hiebei darum, die anerkannten Vorzüg
des französischen Vergrechtes mit den bewährten Grundsätzen des
deutschen Bergrechtes zu verschmelzen und auf Grundlage der ei—
nen wie der anderen Berggesekgebung ein den Bedürfnissen ent⸗
sprechendes, neues Gebäude aufzurichten. Der seit dem ersten Er⸗
blühen des deutschen Bergbaues herrschende Grundsatz, nach wel⸗
hem das Eigenthum an Grund und Boden kein Recht über die
durch Bergbau zu gewinnenden Mineralien gibt und Jeder auf diest
Mineralien von erfolgter Verleihung einschlagen und schürfen kann
indet in der deutschrechtliche Bergbaufreiheit seine Begründung und ist
in dem Gesetzentwurfe ebenso, wie das Findderrecht beibehalten. Von
dem vielfach angefochtenen manche Unklarheit erzeugenden und dem
ranzösijchen Bergrechte durchaus fremden Begriffe des Bergregales
st in dem Gesetzentwurf vollständig abgesehen, da die daraus für
die Staatsgewalt abgeleiteten Befugnisse, soweit deren Aufrechthal .
ung dermalen noch nothwendig erscheint, eine ausreichende Grund—
lage in den allgemeinen Hobeitsrechten finden. Im Zusammen
hange mit der allgemeinen Bergbaufreiheit ist der bisher schon
vestandene gesetzliche Betriedszwang in dem Gesetzeutwurfe nur in
oweit beibehalten worden, daß der Bergwerkseigenthümer sedig
lich dunn zum Betriebe verpflichtet sein soll wenn dem Nichtbe
triebe nach der Entscheidung der Berghehörden überwiegende Gründe
Des öffentlichen Wohles entgegenstehen und wenn deßhalb von den
Bergbehörden eine entsprechende Aufforderung erlassen ist, Ir
ilebrigen soll der Bergbauindustrie volle Selbststündigleit im Be—
triebe und in der Wahrnehmung ihrer Privatinteressen gewährt
und die Thätigkeit der Bergbehörden auf die Ueberwachung der
mitbecührten öffentlichen Interessen beschrünkt werden. Für den
Erwerb des Bergwerkseigenthums schlägt der Entwurf vor, den
Weg der deutschrechtlichen Mathung und Verleihung beizubehalten
und das Verfahren dadurch zu vexeinfachen, daß von dem Nach
weise der Bauwürdigkeit und Verbreilung des gemutheten Mine
ralvorkommens, desgleichen jvon dem Ermessen der Bergbehörden
bei Feststellung der Feldesgröße und Feldesgrenzen abgesehen, auch
unter Aufhebung der bisherigen verschiedenartigen Feldesverleihung
nach Längen- und Geviertfesd nur eine einzige Art der Feldesbe⸗
gränzung durch gerade Linien auf der Oberfläche und durch senk—

rechte Ebenen in die ewige Teufe zugelassen werden soll. Das
verliehene Bergwerkseigenthum soll durch ein einfaches Publika—
tions und Präclusionsvexfahren unmittelbar nach Ausfextigung
der Verleihungsurkunde vor künftigen Ansprüchen angeblich besser
Berechtigter gesichert und daduxch in seinem Werthe gehoben wer⸗
den. Der Entwurf schlägt ferner vor das Bergwerkseigenthum
durch besseren Schutz der Hypothekgläubiger bei Vereiniguüg meh
rerer Gruben, durch Entlastung von Mitbaurecht und Freikuxen,
durch Ausschließung der Verleihung von Erbstolleurechten und
durch Beschränkung der Entziehung des Bergwerkseigenthums auf
den Fall des gesetzwidrigen Nichtbetriebes dem civilrechtlichen Ei
zenthume bezüglich der Sicherheit und Creditfähig'eit gieich zu
tellen. Für das Rechtsverhältniß der Mitbetheiligten eines Berg
verles ist die Form der Gewerkschaft in erster Reihe aufrecht zu
erhalten empfohlen, jedoch der Selbstbestimmung der Betheiligten
luch die Annahme jeder anderen Gesellschaftsform freigelassen und
zurch die Mobilisirung der Kure Erleichterung des Verkehrs und

Verbesserung des Realcredites der Bergwerke angestrebt. In dem
Verhältnisse des Bergbaues zum Grundeigenthum hat sich der Ge⸗
etzentwurf die Aufgabe gestellt, beiden Theilen mehr gerecht zu
werden, als dies die frühere Gesetzgebung gethan, und die Interessen
des Grundkhesitzers gegenüber dem Bergbaue auf der Grundlage
der auch für sonstige Verhältnisse bestehende Grundsätze des bür—
gerlichen Rechtes besser zu wahren. Von der Vorschrift des äl—
teren Rehtes, nach welcher die Bergbehörde yon Amtswegen auch
die Nachhaltigkeit des Bergbaues wahren und den sogenannten
daubbau hindern soll, hat der Gesetzentwurf Umgang genommen.
Zu allen Zeiten wurde anerkannt, wie wesentlich der Staat dabei
zetheiligt sei, daß dem Bergmann bei seinem schweren und ge—
ahrvollen Berufe die Aussicht auf Erleichterung seines Looses in
krankheit und Alter für sich selbst sowohl als für die Seinigen
zjewährt werde. Der Gesetzentwurf behält daher das deutschrecht
iche Knappsfchaftswesen bei, überträgt es auf die Pfalz und sucht
s dadurch weiter auszubilden, daß den Knappschaftsvereinen größere
Selbstständigkeit eingeräumt und das Aufsichtsrecht der Bergbehörden
auf das wirkliche Bedürfniß beschränkt wird. Im Gebiete der
Bergpolizei hat der Entwurf die Befugniß zum Erlaß bergpolizei⸗
sicher Anordnungen, sowie deren Vollzug im Allgemeinen geregelt.
Um die Rechtsverhältnisse des bereits bestehenden Bergbaues unbe⸗
chadet wohlerworbener Rechte allmählich mit den neuen Grund—
ätzen des Entwurfes in Uebereinstimmung zu bringen und die
Hrenzen der Anwendbarkeit der glten und neuen Vorschriften auf
Jewisse Gegenstände festzustellen, sind die erforderlichen Uebergangs—
estimmungen aufgenommen worden.

München, 27. Febr. In der heutigen Sitzung der Ab⸗
geordnetenkammer widmete der Präsident Pözl dem Meinister Pech
mann einen ehrenden Nachruf. — Die Kammer nahm den Ge—
setzentwurf die Eheschliehzung von Angehörigen nicht anerkannter
Religionsgesessschaften betr, mit allen gegen 28 Stimmen und
den Autrag auf Erlaß eines Gesetzes, wodurch gemeinsame Reli—
gionsüübung und Ordyung der Kirchenangelegenheiten den nicht
anerkannten Religionsgenossenschaften gewährleistet werden soll, mit
59 gegen 33 Stimmen an.

München, 29. Febr. Trauergeläute vom Dom ver—
ündet das heute früh 9 Uhr in Nizza erfoͤlgte Ableben des
dönigs LudwigeJ. von Bahyer.

Geboxen 25. Aug. 1783. succ. seigem Vater, dem König
Maximilian Josehh J. (geh. 27. Mai 1756), 13. October 1825
und verzichtet zu Gunsten seines ältesten Sohnes, des Kronprin—
zen Marimilian Joseph. auf die Krone laut Patent vom 20.
März 1848; verm. 12. Oct. 1810 mit Königin Therese Char—
otte Louise Friederike Amalie (geb. 8. Juli. 1792,) des f Her⸗
zogs Friedrich von Sachsen-Altenburg Toͤchter; Wittwer 26. Oc⸗
tober 1834.

München, 29. Febr. Gemäß den Bestimmungen der
Trauexorduung vom 29. August 1827 (siehe Regierungsbs. Nr.
29 von 1827) ist eine Hof- und Landestrauer auf 53 Monate
angeordnet worden. Morgen begibt sich eine k. Kommission nach
Nizza um die königl. Leiche abzuholen, und sobald sich feststellen
läßt, bis wann die Leiche hier eintreffen kaun werden die Anord
nungen bezüglich des Leichenhegäüngnisses erlassen werden.

Maunchen, 29. Febr. Die Abgeordnetenkammer hat den
Antrag Crämers und Genossen auf Einführung der obligatorischen
LTivilehe mit 74 gegen 52 Stimmen abgelehnt Die Reichsraths-
rammer beharrt auf ihrem früheren Beshlusse bezüglich der öffent⸗
ichen Häuser.

Frankfurt, 27. Febr. Heute Mittag fand in oͤffent⸗
licher Sitzung der Stadiverordneten durch Hra. Regierungspräsi-
)enten v. Diest die Vereidigung des ersten Bürgermeisters Dr.
Mumm und durch diesen die des zweiten Bürgermeisters Dr. Berg
ind der Magistratsräthe statt. Dem feierlichen Acte wohnte von
denn eingeladenen Senate Niemand, jedoch im Zuhörerraum ein—
        <pb n="106" />
        zroße Menge bei, deren ernste Haltung dem —— Ernste

diejes Momentes entsprach: Der heutige Act war das Jetzte Nach⸗

spiel zur Einverleibung.
Berlin, 27. Febr. Kein Parlament unseres Jahrzehnts
chreibt die „Voss.⸗Ztg.“ bietet ein traurigeres und abschreckenderes

Bild verkommener Zustände als die jetzige Legislative Frankreichs.

deine Volksvertretung in Deutschland hai selbsi in den schlimmsten

Zeiten der herrschenden Reaction ihr Gewissen mit so grellen Sün⸗

den gegen den Geist der Freiheit belastet, wie die in Paris, welche

„die große Nation“ und „die großen Principien der Freiheit“

zu vertreten vorgibt! Was sollen wir aus dieser Erscheinung
schließen? Ist der Zustand der geistigen Corumpirung wirklich
'o sehr im französischen Volke verbreitet, daß diese voun unbegrenz⸗
em · Reactionsgelüste besessene Majorität die wahre Volksmeinung
repräsentirt? Oder ist umgekehrt ein dunkles Bewußtsein eines
vahren Volkserwachens die eigentliche Triebfeder der Reaction, die
dor keinem Mittel mehr zurüchschreckt, um die gefährliche Kata—
strophe zu verhüten ? Die Frage läßt sich sehr schwer entscheiden
Die Imyulse des Volksbewußtseins liegen oft so versteckt und ver⸗
hüllt, daß wan selbst mitten im Volksleben siehend der Gefahr
der Ueberraschung ausgesetzt ist. Namentlich hat Frankreich solch
überraschende Momente so oft gezeigt, daß man bisher nur erst
hinterher nach den eingetretenen Revolutionen die Beweisstüde
sammeln konnte, welche sie als unabweisbar zeigen sollten. Ge⸗
wiß würden wir diese Frage auch dahingestellt sein lassen, wenn

nicht einerseits der Verfall der französischen Nation, von der oft

ichon so mächtig wirlende Antriebe der Freihcit ausgegangen, ein
schmerzliches Ereigniß wäre, das sich von selber der Beachtung

qaufdrängt. Andererseitg aber schimmert durch alle verdüsternde

Aussichten, welche, diese iniserabeiste der Volksvertretungen dar⸗

bietet, ein merlwilrdiger Hauch hervor, der eine ernstliche Aufmerk⸗

samkeit verdieut, 9

Berlin 280 Febr. Die „Posß“ versichert, die Regierung
werde die Spielbanken. sofort schließen. wenn die Püchter das von
dem Abgeordnetentza unse angenommene Amendement Hennig's
(Spielverbot an Sonn⸗Feiertagen) nicht acceptiren. 3

Berkin 29. Febr. Heute Nachmitlag wurde der Land⸗
tag durch den König persönlich geschlossen. In der Thronrede
dankt Se. Majestät für die Erledigung der Votlagen und hoift
durch Anordnungen betreffs des Nothstandes in Ostpreußen die
nächsten Gefahren der schwer betroffenen Provinz abzuwenden.
Die Außerungen der Landesvertretung über Fortbildung der Ver—
waltungs-Einrichtungen werden in legislatorischen Vorarbeiten
eine eingehende Bea cᷓ tung finden. Die Bewilligung des Hanno—
der'schen Provinzialfonds bekunde Billigkeit und Wohlwollen für
die neugewonnenen Provinzen und sei für alle Provinzen der
Boden einer erfolgreichen Selbstverwaltung dadurch betreten.

Die Genehmigung der Ausgleichungsverträge mit den frühe—
ren Landesherren don Hannover und Nassan gebe den neuen
Verhältnissen eine fefte Grundlage zur friedlichen Entwickelung.
Die Bestrebungen der Regierung für die Befestignng des eurod⸗
päischen Friedens, von den auswärtigen Regierungen getheilt, ver⸗
bürgen guten Erfolg. Der König darf die Zuversicht ausfprechen,
ein fester begründetes allgemeines Verirauen werde für die Ent—
wickelung der geistigen und materiellen Güter des Nationalwohl⸗
standes erwünschte Früchte tragen. J

Wisen, 29. Febr. Die Budgeisection des Reichsraths ge⸗
nehmigte die außerordentlichen Kosten für die Ungestaltung der
Schießwaffen und für die Anschaffung von 250,000 Stück neuer
hinterladungsgewehre

Wien, 1. März. Dem Vernehmen nach ist der Admiral
Tegetthoff an Stelle des bisherigen Flotteninspeciors, Erzherzogs
Leopold, zum Obercommandanten der Marine ernannt worden.

Wien, 1. März. Nach der „N. Fr. Pris wird die Re—
gierung den projectirten Verkauf von Staaisgütern ausführen.
Der Preis soll 15 Millionen betragen.

Frankreich.

Paris, 28. Febr. Der „Moniteur“ verdffentlicht heute

das Decret, welches die Abänderung des äm 9. Juni 1865 mit
Mecklenburg- Schwerin und Mecklenburg⸗Strelitz abgeschlossenen
dandels⸗ und Schifffahrtsvertrags die kaiserliche Genehmigung ertheilt.
In einer Note wird bemerkt, daß die Zugeständnisse welche durch diese
Abänderung. resp. Streichung des Art. 18 sich ergeben, in den
mit dem Zollverein und Oesierreich abzuschließonden Vertrag auf—⸗
genommen werden sollen. Sie setzen bekanntlich den Eingangs⸗
osl auf Wein in Fässern und Flaͤschen pro 100 Kilogramm auf
20 Fr. fest. 100 Kilogr. durchscheinenden, gebleichten oder appre⸗
tirten leichten Baumwollgewebes zahlen 200, und 100 Kilogr.
Alaun, Stärke, Stärkmehl und schwefelsauren Salmiak (sulfate
'ammoniaque) 8 FIr. 75 Ct. Eingang. Schwefelsaures Eisen
geht frei ein. J

Die „Patrie“ theilt mit, daß Prinz Napoleon Paris ver—

sassen hat, um eine Reise durch einen Theil von Nordd utschia
zu machen. Der Prinz reift, wie das genannte Blatt bereits hei—
ausgebrecht hat, in dem strengsten IJnkognito und wird mehrere
Wochen abwesend bleiben.

Auch das „Journal de Paris“ spricht von dieser Reise und
fügt. bei, die „hochgestellte Persönlichkeit“ werde sich in einer über—
aus friedfertigen und zur Befestigung der Freundschaftsbande
wischen Frankreich und Preußen bestimmten Mission nach Berlin
begeben.

Paris, 29. Febr. In Mutzig und St. Etienne liefern di⸗
Bewehrfabriken woͤchentlich je 15,000 aus alten Flinten in Chas⸗
epots umgewandelte Schießwaffen; dieselben sind für die mobile
Nationalgarde bestimmt. In den Magazinen finden sich 2 Mil-
lionen Paar Stiefel, 1 Million Käppis und die übrigen Mon⸗
turstücke in entsprechender Anzahl. Auch in der Marine herrscht
die regste Thätigkeit. Im Marineministerium deschäftigt man sich
nmit dem Modell eines unfehlbaren Branders, der durch Dampf⸗
raft bewegt und bis auf 1500 Meter Entfernung durch ein Ka⸗
bel genkt werden soll. Ferner sagt man, daß in Amerika
zwei furchtbare Monitors um den Preis von 15 Mill. Franken
angekauft worden seien!

Paris, 1. Mätz. Der „Monitenr“— sagt über die preu⸗
zische Thronrede: Man wird unschwer den friedlichen und ver—
öhnlichen Character der Rede erkennen. Wir richten die Aufmerk—
zamkeit besonders auf die letzte Stelle, in welcher der König
Wilhelm fich zu den guten Beziehungen seiner Rezierung zu den
fremden Maͤchten Glück wünscht.

England.

London,. 1. März. Heute hat die Beeidigung der Mi⸗
nister stattgefunden. — In der Havannah hertscht die Cholera
in solchem Grade, daß man täglich 350 Tobe zählt.

Cork, 25. Febr. Gestern Abend um 9uUhr, übersielen
ünf mit Revolvern bewaffnete Feniser das Wohnhaus des Graf—
chafts- Magistratsrichters Nebenham Maryboro, — welches 4 Meilen
vor der Stadt gelegen ist — und verlangten mit Ungestücn MWaf—
'en. Herr Nevenham fenerte einen Schuß durch das Fenster, um
die Nachbarschaft zu alamiren, worauf die Bande entfloh, aber
nicht ohne zuvor einige Schüsse nach dem Fenster, wo der Eigen⸗
bümer des Hauses stand, abzufenern. Derselbe erwiderte das
Feuer durch 3 Revoldverschüsse, Einer der Fenier fiel getroffer nie—
der. wurde aber von seinen Kameraden von Platze geschleppt.

Queenstowun, 28. Febhr. Dampfernachrichten aus New⸗—
York, 19. Fehr. Der Senat hat die Bill angenommen, nach
velcher eine Neduction der Armee angeordnet wird. Das Re—
dräsentantenhaus votirte eine Bill, welche die Regierung zur Aus—
ieferung fremder bestrafter Verbrecher, die sich nach den Vere inig⸗
ien Staaten flüchten, ermächtigt. Ein Circular Seward's räth
den amerikanischen Bürgern, welche während der Suspension der
Habeas- Corpus· Acte Großbritannien und Irland befuchen, an
ich mit Pässen zu versehen.

Spanien.

Madrid. Es besteht vielseitig die irrige Ansicht, als sei
die von dem Papst geweihte und der „treuesten Tochter der Kirrhe
inserer Koönigin gesandte goldene Rose, nar ein Spielzeug — im
Hegentheil ist dieselbe ein kostbares Kunsterzeugniß. Dasselbe
lellt einen Rosenzweig dar, deffen Dornen und Kunoshen vom
einsten Golde sind, und an dessen Ende sich eine erschlossene
Blume von bedeutender Größe befindel. Der Zweig ruht auf
inem eleganten Piedestal von vergoldetem Silber und ist auf
zemselben das päpstliche Wappen eingravirt. — Der Gold werth
illein beträgt ungefähr 40, 000 Realen (4800 fl.)
Echwurgerichtsfitzungen für die Pfalz.
I. Quartal 1868.

Zweibrücken. Sitzung vom 25. Februar und folgenden
Tagen. Anklage gegen: 1. Reinhard Koch, 49 Jahre alt, früher
Müller, jetzt ohne Gewerbe; 2. Sebastian Koch, 45 Jahre alt,
Müller, beide zu Asselbhein wohnhaft. wegen Meiueids, risp.
Theilnahme hieran. Die beiden Angeklagten sind die einzigen
noch lebenden Kinder des am 2. Juli 1837 zu Asselheim verleh—
en Müllers David Koch und dessen Wittwe Magdalena Mühl-—
michel, die zuerst allein und dann gemeinsam mit ihren beiden
erwachsenen Söhnen das Geschäft fortführte und das nicht unbe⸗
deutende Vermögen mit Einschluß dessen, was die Kinder direct
von ihren Großeltern erhalten hatten, ohne daß eine Theilung
»orerst vordenommen worden, verwaltete. Seit den 18400 Jah⸗
ren wurde diese Verwaltung fast ausschließlich durch den hierin
jewandten Sohn Neinhard geführt und zwar meistens in der Art,
)aß die Geschäfte auch auf fseinen Namen gestellt wurden. Rein—
Jard Koch verheirathete sich im Jahre 1849 mit Elisabetha Stauffer
        <pb n="107" />
        aus dem Hessischen, wobei im Ehevertrag Errungenschafts zemein⸗ Haus, stieg durch den Schornstein und llebte den —A
schaft stipulirt und dem Bräutigam von seiner Mutter die Assel- außen hin.“
heimer Untermühle mit dabei gelegenen Grundstücken und Mobi— München, 25. Febr. Frau Sophie Schröder, Deutsch⸗
liar zum Anschlagspreise von 17,000 fl. gescheukt wurde. Nach ands große Mime, ist heute gestorben; die große Künstlerin er
der Verehelichung blieb Wittwe Koch und deren Sohn Sebastian »eichte ein Alter von 87 Jahren.
auf der Mühle wohnen und Reinhard Koch besorgte vor wie nach . In Baden wurden, nach bestandener Prüfung, auch drei
alle Geldgeschäfte der Familie. Trotzdem, daß dem Angeklaiten öfälzer zu Rechtspracticanten ernannt, nämlich: K. Trau von
Reinhard Koch am 26. Mai 1850 eine Tochter geboren wurde, “udwigshafen, H. Hott von Kaiserslautern und A. Jacob von
war seine Ehe doch keine glückliche und seine Ehefrau sah sich schon dandau. JIu Baden kommen die Jurisften früher zur Anstellung,
im April 1851 in Folge mehrfacher Mißhelligkeiten zu einer Klage ils bei uns.
auf Ehescheidung veranlaßt, in welcher sie, nachdem ihr Ehemann Aus Stuttgart wird ein raffinirtes Gaunerstück gemeldet
am 29. August 1852 wegen Meineids zum Verluste der staatsbür Zu' einem dortigen großen Handlungshause brachten zwei Männer
gerlichen Rechte verurtheilt worden war, in zweiter Instanz ob⸗ ine schwere Kiste und baten, solche bis zum andern Tage im
egte. Koch mußte an seine geschiedene Ehefrau als Unterhal- Verkaufsladen aufstellen zu dürfen, vorgebend. daß sie auf der
zungsbeitrag für seine Tochter“ 150 fl., seit 1864 200 fl. bezauh- kisenbahn nicht mehr angenommen worden und die Heimschaffung
len; er bezahlte aber nicht nur nicht das Mindeste hievon, son- ehr beschwerlich sei. Der Handlungsbesitzer verweigerte dieses
dern war in jeder Hinsicht bemüht, sein Vermögen einem Zu⸗ Hesuch, ließ sich aber auf vieles Bitten dahin bewegen, die Kiste
zriffe zu entziehen. Er gab vor, gar kein eigenes Vermögen zu m Hofe aufzubewahren. Als dieselbes dorthin gebracht wurde,
besitzen, suchte von der Zeit der Einleitung der Scheidungsklage ing der Haushund derart zu toben an, daß man ihn an die
an Alles, was auf seinen Namen stand, einzuziehen, zu veräu- Trette legen mußte, was denselben aber nicht abhielt fortzuwüthen
ßern, an jeine Mutter oder seinen Bruder Sebaslian zu übertras bis er, seine Hütte nachziehend, wieder zur Kiste gelangte. Dies
gen oder die ihm verbleibenden Liegenschaften zu deren Gunsten erregte Verdacht, und nachdem man' polizeiliche Hilfe herbeigeholt
mit Privilegien und Hypotheken zu belasten, und ließ von nun datte und mit Hilfe des Dienstpersonals die ungemein fest ge—
an fast alle Rechtsgeschäfte auf den Namen von Sebastian Koch chlossene Kiste aufzuspreugen suchte, hob sich mit einem Male der
stellen. So wurde nunmehr auch zwischen der Familie Koch ge Deckel und sprang ein Mann mit einer Pistole in der Hand em⸗—
theilt, dem Reinhard eine Anzahl Ausstände, seiner Mutter und dor, welcher natürlich sofort unschädlich gemacht wurde. In der
dem Sebastian aber sümmtliche Immobilien zugewiesen, daun die kiste fanden sich noch Wasfen und Diebswerkzeuge vor, was den
Mühle des Reinhard dersteigert. dem Sebastian zugeschlagen, die Jandlungsbesitzer über zeugte, welch' großer Gefahr und großem
Mobiliarschaft demselben verkauft und eine Forderung von 2272 Verluite er ausgesegt war, und bei aller Vorsicht Leben und
J. cedirt und dabei Quittung ertheilt, dann Ausstünde des Rein- Sigenthum vor der immer mehr überhand nehmenden Gaunerei
hard stoch im Betrag don 6868 fl. an dessen Mutter cedirt mit jefährdet ist. J
der Erklärung, sie rührten von Geldern derselben her, und dieser In Wetzlar stürzte in der Nacht des 25.26 Febr. ein
eine Obligation von 10,123 f. ausgeftellt and in vielen andern Haus zusammen; von den 19 Bewohnern blieb ein Knabe todt
Fallen, wo Reinhard Koch Kaufpdreise schuldete, diese an Sebastian die übhrigen wurden mehr oder weniger verletzt. —
oder Wittwe aun überwiesen, oder, wo Sebastian an seinen Brue fVorleßzten Sonntag kam es in' Bonn zwischen Husaren
der Reinhard schuldete, von Letzterem Quittung ertheilt. Vor wie und maskirten Eorpsstudenten zu einem Handgemenge, bei wel⸗
nach besorgte Reinhard Koch jedoch die Geldgeschäfte der Familie hem zwei Studenten (die beide zufälligerweise einjährig⸗freiwillige
och und wurden deßbalb die Leute von Sebastian Koch immer Husaren waren) erhebliche Bermundungen davontrugen. —
an dessen Bruder Reinhard verwiesen, mit dem Bemerken, daß er r Der deutsche Handwerkertag,“ der‘ im vorigen' Jahre zu
jelbst teine Kenntniß von den Sachen hätte, wie sich Ersterer und Quedliuburg tagte, wird in diefem Jahre in Dresden zusammen⸗
dessen Mutter überhaupt — wie die Zeugen angeben — ganz kreten, und zwar am 3. Mai. 41
von Reinhard Koch leiten ließen. Daß die vorerwähnten Ge— Der Wiener Wiz hat sich der Unbequemlichkeit des Hie⸗
schäfle Scheinakte gewesen, wurde in einem Kollokationsverfahren zinger Hofstaates bemächtigt. Man erzählt sich nämlich, Herr v.
anerkannt, wo Wittwe Koch Rechte aus der beregten zu ih⸗ Beust habe den König Georg am Morgen seiner silbernen Hoch—
ren Gunsten gemachten Cession und Obligation geltend mas zeit mit dem Zuruf begrüßt: „Gott erhalte Eure Maltestät —
chen wollte. jerner!“
Aus allem bereils Berührten, in Verbindung mit dem In— . Die Wittwe Miramons hai in Frankfurt Wohnung ge—
halt und der Führung der Hausbücher der Familie Koch, den zommen. J
derschiedenen Angaben der Angeklagten und deren Mutter, dem In Paris hat sich letzten Sonntag eine 19jährige „Löwin
Resultate einer Wucheruntersuchung. wonach das kgl. Zuchtpolizei- des Casinoballes“ am hellen Mittag aus ihrer Wohnung im 4
gericht Frankenthal am 4. August 1848 die Wittwe Koch und Stock auf das Pflaster gestürzt nachdem sie die Nacht zuvor ge—
deren Sohn Reinhard zusammen in eine Geldstrafe von 8000 flltanzt und in Unmasse geistige Getränke, namentlich Absynth ge—
bderurtheilte, und aus der Natur der Sache geht nun nach der nossen hatte. (Den genauen Zusammenhang des Absynth-Genufses
Aufstellung der Anklage hervor, daß die ganze Vermögensmasse mit Anfällen von Tobsucht hat die Statistik der letzten Jahre
zwischen den Geschwistern Koch und deren Mutter noch ungetheilt bereits konstatirt5
und gemeinschaftlich sei So hat auch das tgl. Bezirksgericht In Frankreich verwendet das Budget von 1000 Franks
Frankenthal in einem Processe, hervorgerufen dadurch, daß die ge- 295 Fr. für die Erfordernisse des Krieges und 11 Fr. für den
schiedene Ehefrau Koch am 12. Sepiember 1862 bei Johann ffeptlichen Unterricht. In DOesterreich entfallen von der gleichen
Philipp Mann von Mertesheim, der 239 fl. 25 kr. auf den Na- SZuinme 270 Fr. für Kriegserfordernisse und 19 Fr. für den
men des Reinhard Koch schuldete, Arrest anlegte, wogegen Mann öffentlichen Unterricht. In Bayern kommen 219 Fr, auf den
opponirte, angenommen, daß bezüglich einer vorgelegten Abrech- drieg und 22 Fr. auf den Unterricht. In Württemberg werden
nung, wonach Mann dem Sebastian Koch im Ganzen 809 fl., 218 Fre für den Krieg und 47 Fr. für Unterricht ausgegeben.
darunter die fraglichen 239 fl. 25 kr. schulden sollte, zwischen den Sachsen verwendet 218 Fr. auf Krieg 37 Fr. auf Unterricht.
beiden Brüdern Koch eine Kollusion stattgefunden habe, und ver- Im Großherzogthum Baden kostet das Kriegswesen 182 Frs. und
urtheilte den Mann zur Zahlung der letztern Summe an die der Untericht 33 Fr. von 1000 Fr.
Arrestklägerin. Diese legte nun quf den Rest der erwähnten 5.000 7 Ein gefährlicher Hochstabler, Namens Lyndhurst, der an
fl. ebenfalls Arrest bei Mann au und ließ den Sebastian Koch derschiedenen Orten Deutschlands zahlreiche Betrügereien verübte
in die Instanz laden, schob diesem auch, als er darauf beharrte, und amtliche Urkunden, Pässe, Wechsel täuschend ähnlich nachzumachen
nicht sein Brader Reinhard, sondern er selbst sei Eigenthümer die⸗ derstand, ist in Kafssel verhaftet worden.
ser Forderungen, über seine Behauptung einen Eid zu, den er auch f Bromberg, 24. Febr. Kürzlich kehrte wiederum eine
vor dem hiezu beauftragten kgl. Landgericht Gründstadt am 23. Unzahl deutscher Familien aus Rußland zurück, welche dort die
Februar 1864 ausgeschwoören hat. Die Anklage behauptet nun, joldenen Berge, die ihnen gewissenlose Agenten vorgespiegelt, nicht
die beschworene Angabe sei falsch und Sebastian Koch über deren zefunden und das, was sie mitgenommen, zur Fristung des Le—
Falschheit nicht im Zweifel gewesen, Reinhard aber Derjenige, der bens verbraucht hatten, Was die Armen dort ausgehalten und
seinen Bruder zur Ableistung des Eides verleitet habe. (Forts. folgt. wie sie allseitig hetrogen wurden, würde vieleSeiten erfordern.
— — Mit das Aergste, was sie erduldeten, war jedenfalls die Raäckreise
unter den Schreckniffen des russischen Winters.
Nach Amerika ausgewanderte Handwerker, zumal aus
den schottischen Eisenbezirlen, senden traurige Berichte an ihre
Angehörigen über die Noth untier den arbeitenden Classen dort
ind widerrathen allen Auswanderungslustigen, ihren Vorsatz aus—
uführen, da in manchen-Industriebezirten *1 der Arbeiter ohne
Zeschäftigung seien.

Vermischtes.

Aus Pirmasens wird uns folgendes nette Stückchen
berichtet: „Dem Bäckermeister S., welcher den Anschlag eines
Wahl⸗-Aufrufs zu Gnusten des Hrn. Schwinn besovrgte, folgte
ein Polizeidiener auf dem Fuße, welcher die Anschläge sofort wie
der abriß. Hierüber ärgerlich, rief unser Bäckermeisternt „Jetz!
reißt Du mir aber keinen mehr ab!“ und begab sich in's nächsie
        <pb n="108" />
        (Schwindeleien.) Im Interesse des Handelsstandes
ist auj gewisse Schwindeleien aufmerksam zu machen, welche F. W Loh—⸗
mann in New-PYork, früher Waffenhändler in Hamburg. verübt,
indem er sich Waaren kommen läßt und durch gefälschte Wechsel
deckt. In Hamburg hat er. uns zugegangenen Nachrichten
zufolge, einen oder mehrere Spießgesellen. Mehrere deutsche
Häuser (in Solingen, Nürnberg und Hagen) haben bereits em⸗
pfindliche Verluste durch diese Betrügereien erlitten.

f* Der Weizen⸗Export San Francisco's im Monat Jannar
d. J. erreichte die Höhe von 22,000 Tonnen im Werthe von
1,200,000 Doll. Im Ganzen wurden 19 Schiffe, davon 16
nach Europa verladen. An Weizenmehl wurden in derselben Zei
44,100 Faß im Werthe von 407,000 Dollars verschifft.

nung. Die gesteigerten Milch und Butterpreise geden imemer
mehr Veranlassung, auch die für die Nachzucht bestimmten Kälber
sehr frühzeitig abzugewöhnen. Daher muß es von Interesse sein,
ein Verfahren, das wir nicht nen nennen wollen, kennen zu lernen,
mit H'lfe dessen die frühentwöhnten Kälber beim Abbruche der
Milch in ihrer Entwickelung nicht stille stehen, oder gar zurück⸗
fallen, sondern sich nakurgemäß weiter entwickeln. Dieses Ver—
ahren wird am Rheine mit bestem Erfolge geübt und verdient
nuch anderwärts bekannt zu werden. Es besteht dasselbe darin,
daß man die für das Kalb bestimmten Futterstoffe: Heu, Kleie
Schrot, Oelkuchen, Gelberüben ꝛc. zusammenkocht, dann durchseiet
und die laugewordene Flüssigkeit dem Kalbe als Tränke über—
weist. Die durch das Abseien sich ergebenden Rauhstoffe kön—
nen natürlich dem Futter der erwachsenen Thiere einverleibt
werden.

Landwirthschaftriches.
Ernährung der Kälber nach der Abgewöh—

— —
Bekanntmachung
e
(Aushebung der Conscribirten der-Altersklasse 1846 betr.)

Am Freitag, den 27. März nächsthin, Morgens 7 Uhr nird sich die
obere Visitationscommission und am darauffolgenden Samstag, den 28. März.
Morgens 9 Uhr, der oberste Rekrutirungsrath der Pfalz dun den Lokalitaten
des α—α zu Speyer behufs der Messung und körperlichen Un—
tersuchung, beziehungsweise Aushebung der Conferibirten der Allerstlasse 1846 der—
sammeln.

Zu diesen Verhandlungen haben sich alle Conscribirten unfehlbar einzufinden, welche
nicht bereits nutguglich oder unwürdig erklärt oder zur nächsten Ziehung
(zur Altersklasse 1847) verwiesen worden sind oder bereits freiwillig in der Ar—
mee dienen. Es find dem nach zum Erscheinen vor der oberen Visitationscommission
und dem obersten Rekrutirungsrathe der Pfalz gemäß des Ausschreibens hoher k. Regie⸗
rung der Pfalz, Kammer des Innern, vom 13. laufenden Monats im Kreis-Amtsblatte
der Pfalz Nr. 13 insbesondere auch dipegey Conseribirten verpflichtet
welche sich im Voraus Ersatzleute gestelit haben. insofern sie bis jetzi
noch nicht gesetzlich ausgewandert sind, da diese Conscribirten im Fall ihre
Tauglichkeit der Landwehr, im welcher sie gemäß Art. 85 Abs. 3 des neuen Wehr
verfafsung Sgesetzes einzutreten haben, überwiesen werden müssen, ferner diejeni gen
Conseribirten, für welche Caution gestellt worden ise eventuel deren
Stellvertreter und endlich auch diejenigen Conseribirten der Alters
klasse 1846, welche zum einjährigen Freiwilligeundienst gelasen
werden und sich hierüber durch ein Zeugniß der Woeilitärbehörde aus
weisen können.

Die ohne genügende Entschuldigung wegbleibenden Conscribirten werden gemäß des
vporerwähnten hohen Regierungs-Ausschreibens Ziff. 6 sofort nach der Aushebung
dem zuständigen Gerichte zur Verurtheilung in die gesctzlichen Strafen und Straffolgen
wegen Wiederspenstigkeit angezeigt werden.

Alle Conseripirten haben in sauberer Kleidung und in veinli—
chem Zustande bei der Messung, Visitation und Aushebung zu
erscheinen.

Als genügender Entschuldigungsgrund für das Nichterscheinen
gibt nur durch ein beglaubigtes ärztliches Zeugniß constatirte Krankheit und ein nachge⸗
wiesenes, nicht zu beseitigendes anderes Hinderniß. Die nicht erscheinenden
kranken Conscribirten werden gemäß Art. 60 des neuen Wehrverfassungsgesetzes auch
als tauglich behandelt, insoferne nicht neben der Krankheit zu;⸗
gleich gänzliche Untauglichkeit durch ein Zeugniß zweier Aerzte
deren einer ein öffentlicher d. h. ein k. Bezirksarzt sein muß und
durch ein Zeugniß der betreffenden Gemeindebehörde naächae
wiesen wird.

Die bereits untauglich oder unwürdig erklärten, sowie die zur nächsten Ziehung ver
wiesenen Conscribirten werden durch die Bürgermeifterümter hievon Mittheilung erhalten
Sie sind gleich den bereits freiwillig dienenden Conscribirlten, wie oben erwaͤhnt, von
dem Erscheinen vor der oberen Visitation?scommission und dem obersten Recrutirungsrathe
der Pfalz befreistt. Endlich wird noch bekannt gegeben, daß sich der oberste Recruti⸗
rungsrath der Pfalz am Freitag den 27. März nmächsthin, Nachmittageée
3 Uhr, im Regierungsgebäude zu Speyer zum Zwecke der Vescheidung
der Gesuche von Conscribirten um Aussehun g des Dienstesantritts, sowie
um gänzliche oder zeitweise Befreiung vonder Wehrpflicht ver
sammeln wird und daß das Erscheinen in dieser Sitzung den betreffenden Conscribirten
welche solche Gesuche eingereicht haben, freigestellt ist.

Koönigl. Baver. Bezirksamt
Daumm.

—A
Bekanntmachung.
Am Samstag, den 7. März nächsthin,
Nachmittags um 2 Uhr, im Bürgermeisterei—
locale, werden die der kath. Kirchenfabrik
dahier gehörigen Ländereien auf 8 Jahre
verpachtet.
St. Jugbert, den 27, Februar 1868,
Das Bürgermeisteramt
Ehaudon.
In der Gemeindekasse von Rohrbach,
Bezirkkamt Zweibrüchen, liegen
2060 fl.
disponihel, welche gesen sichere Hypotheke
verzinslich augelegt werden sollen. Hierauf
reflektirende wollen ihre Beweisschriften auf
dem einschlägigen Notariat zur Prüfung
hiuterlegen.

Rohrbach, 29. Februar 1866.

Bürgermeisteramt:

Hauck.
Heiurich Ehrlich hat gutes
—
billig zu v rkaufen.
Photographie a
Ich beehre mich hiermit ergebenst arzu—
zeigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
Abends 3 Uhr in meinem neuen Atelier
gef. Aufträge entgegennehme um bromptest
auszuführen.
IAufnahmen finden im geheitzten
Salon bei jeder Witterung statt
St. Ingbert im Febr. 1868.
B. Oklig, Photograph.
Koblenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.
Umschreibkataster
vorräthig in der Druckerei d. Bl.
Mainz, 28. Febr.
(ruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
genmehl ditto — fl. —kr. — Weizen (290
pfd.) 16 fl. 45 il. — 17 il. 30 h—
Korn (180 Pfd.) 14 fl. 45 — 13 fl.
kr. Gerste (160 Pfd.) 12 fl. 10 kr. tis 12
ifl. 15 kr. Hafer (120 Pid.) 3 fl. 50 tr.
bis 6 fl. — fr.

— — —

—

Säcke und wasserdichte Wagendecken,
Fabrik von E. Bodewig &amp; Freydanck in Müblheim aNh.,
zu haben zu Fabrikpreisen bei dem Agenten
Louis Pasquai in Kaiserslautern.

— — — —

NRedaction, Druck und Verlag von F. RX Demeß in St Inghen—
        <pb n="109" />
        St. Ingberler Znzeiger.

Der — t. Jugberter Auzeig er“ init seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Bluattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 28. Donnerstag, den 3. März 5 1868
— EXNZE u — h *
Deutschland. *
Zweibrüccken. 2. März. Das Endergebniß der Nach-
wahl in das Zollparlament vom 28. Febr. in nun belanut.
Hr. Schwinn hat 7605, Lucas Jäger 6289 Stimmen erhalten.
Herr Schwinn ist somit gewählt.

Muünchen, 29. Febr. Die Abgeordnetenkammer hat den
Antrag, eine allgemeine obligatorische Civilehe einzuführen. mit
74 gegen 52 Stimmen abgelehnt. — In Folge dieser Ablehn
ung durch das Abgeordnetenhaus schreibt man einem ijnseitigen
Blatten In der bayerischen Pfalz besteht seit der-französischen
Occupation des linken Rheinufers die obligatorische Civil⸗Ehe,
während die im östlichen Bayern geltenden Gesetze über die Ehe⸗
schließung nur die kirchliche Trauung gelten lassen. Nun ergaben
die Erfahrungen dreier Menschenalter, daß in der Pfalz die Zahl
der unehelichen stinder nur 8,8 Prozent sämmtlicher: Geburten
beträgt, während sie im östlichen Bayern auf 28,1 also das drei
und einhalbfache steigt. Sind die unehelichen Geburten ein Maß
stab der Sittlichkeit, jo würde also die Civilehe hier dreiundein⸗
Jalbmal sittlichender gewirkt haben, als die kirchlichen Eheschließ
ungen. Mehr noch! Die Zahl der unehelich gebornen, aber
durch die spätere Ehe legitimirten Kinder beträgt in der Pfatz
4 Proj., in Ostbayern 2 Proz., also —die kirchliche Auffassung zu
Grunde gelegt — es bessern sich unter der Herrschaft der Civil—
ehe viermal so viel Menschen, als unter der Herrschaft der kirch⸗
lichen Ehe. Noch nicht genug! In der Pfalz kommt 1 Ehe
scheidung auf 400 Trauuugen, in Ostbayern trotz der kirchlichen
Dindernisse auf 87 Trauungen. Das von den Kanzeln-«soge
nannte „gesetzliche Concubinat“ sichert also die Heiligkeit der Ehe
fast fünfmal mehr als der kirchliche Segen, ja, läßt man die
protestantische Kirche aus dem Spiele, so ergibt sich bei den Ka—
tholiken die ausschließlich in der Kirche getrqut sind, eine sechs
nal geringere Heiligkeit der ehelichen Binde, als bei den bürger
lich getrauten Katholiken. Weiter! Die Kinderfsterblichteit, bei
welcher die Liebe der Eltern ein entscheidender Faktor bildet, ist
in Ostbayern verhältnißmäßig doppelt so stark wie in der Pfalz
Und endlich; Die Zahl der Verbrechen beläuft sich trotz der kirch
lichen Eheschließung auf fast das vierfache der Zahl. die unter
dem Zwange der Civilehe erreicht wird.

München, 29. Febr. Die Gesammtzahl der zur Loosung
beigezogenen: Conscribirten der Altersklasse 1846 beträgt 41,104
Mann (aus der Pfalz 63813. Die Zahl der zur Herstellung des
Formationsstandes der Armee einzureihenden Wehrpflichtigen be⸗
beträgt 16,000 wovon auf die Pfalz 2484 treffen. Von den
nach Ergänzung des Formationsstandes der activen Armee weiter
borhandenen Pflichtigen werden 2540 Mann (aus der Pfalz 394)
nach der Reihenfolge ihrer Loosnummern den Heeresabtheilungen
als Ersatzmannschaft J. El. zugetheilt. Der diensttüchtige Ress
wird als Ersatzmannschaft II. Cl. ausgehoben und den betreffen⸗
den Landwehrbezirkscommando's zur Listen- und Controlführung
überwiesen. Die Wehrpflichtigen werden unmittelbar nach der
Aushebung verpflichtet, die in die active Armee eingereihten auf
den 31. März Abends zu ihren Abtheilungen einberufen, dit
Ersatzmannschaften“ J. und II. El, bis auf Einruf beurlaubt
Der Reerutenunterricht beginnt am J, April. Zu daen Infanterie⸗
Regimentern, Jägerbataillons, Sanitätscompagnien, Artillerie-Re⸗
zimentern und dem Genie⸗Regiment werden alle eingereihten Wehr—
pflichtigen, zu den Cavalerie-Regimentern 125 Mann per Reagi-
went einberufhen.

Der Koönig hat unterm 26. Febr. genehmigt, daß bei jeder
der vier Sanitätscompagnieen eine Krankenwärterabtheilung for⸗
mirt werde. Die Mannschaft erhält bei der betreffenden Sani⸗
ätscompagnie die erste militärische Ausbildung während einej
sechswöchentlichen Uebungszeit.

München, 29, Febr. Der 2. Ausschuß der Reichsraths«
tammer hat Hrn. v. Niethammer zum Referenten über das Bud⸗
get und der j. Ausschuß Hrn. v. Bombard zum Referenten über

—DDDD
nannt.. 3 5 ——
Müm'chen, J. März.“ König Ludwig J. hat gestern Mor⸗
jens ein Viertel nach 7 Uhr in Gegenwart seiner beiden Söhne.
der Prinzen Luitpold uͤnð Adalbert, mit eigener Zustimmung und
vollem Bewußtsein die letzte Oelung empfangen, und ist hierauf
hne zu schweren Todeskampf, unter dem Gebete seines Beichtva⸗
—A
nischkafen. Die Abholung der Leiche aus Nizza übernimmt der
igl. Oberhofmeister Graf zu Castell. Derselbe reist heute Abends
nit einem Extrazug ab, begleitet von dem Generaladjutanten Graf
stechberg, dem Flügeladjutanten Baron Künsberg, den k. Käme⸗
merern L. Graf v. Arco und Oberst Frhrn. v. d. Tann, dem
vammerjunker Graf La Roseé, drel Hofgeistlichen, zwölf Hat ⸗
hieren miit dem Exempten Frhrn. v. Gumppenberg und einem
„ousbrigadier, dem Oberpostmeister Graf v. Reigersperg, einem
offourier, einem Hoẽ⸗Officianten und vier Hoflakaien. Diese
ommission wird am Dienstag Abends in Nizzä, und wahrschein⸗
ich am Samstag Nachmittags mit der Leiche hier eintreffen. An
demselben Nachmittage noch wird die Beisetzung der sterblichen
neberteste des Königs in der Bonifaziuskirche an der Seite der
Zönigin Therese erfolgen. Die Beftattung erfolgt nach testamen⸗
arischer Verfügung des Verstorbenen mit allen koöͤniglichen Ehren.
Es ist eine dreimonailiche Hof- und Landestrauer angeordnet.
Das Trauergeläute von 12 bis 1 Uhr Mittags dauert sechs Wo⸗
hen. Musit und Schauspiele werden bis nach vollendeten Exe—
zjuien im Königrei he eingestellt. Das bayerische Heer trägt die
hof· und Landestrauer Die höheren und im Kollegiallmitglieds
cange stehenden Beamten tragen im 1. Monat der Landestrauer
zuur Uniform schwarze Beinkleider, Epauletten und Porte-Epée mit
chwarzem Flar üüberzogen, und den Trauerflor am Arm. — Der
ehte Wille des verstorbenen Königs ist. im königl. Hausarchiy
piuterlegt, und wird eröffnet, so bald der Befehl des regierenden
Zäuigs hiezu erfolgt istc.

München,. 2. Märß. König Ludwing II. ist erkrankf
ein Zustand hat jedoch keinen bedenklichen Character, Die Südd.
Presse meldete heute Nachmittag; Der König hat die verflossene
Nacht in ununtervrochenem Schlafe zugebracht. Das Fieber hat
sich gemindert; die Bronchial⸗Affection ist aber noch dieselbbe.

München, 2. März. Der bayerische Gesandte in Ber—
än, Frhr, v. Perglas, ist zum Bevollmächtigten Bayerns im
Bundesrath des Zollvereins ernannt. — ——

Dienstesnachrichten.

Durch k. Eulschließung wüurde die protestantische Pfarrftelle
zu Oberluftadt, Decanats Germersheim, dem bisherigen Pfarrer
su Lamsborn, Decanats Homburg, J. Höpffner, verliehen.

—Darmstadt, A März. Wegen des Ablebens des Kö—
nigs Ludwigs J. von Bayern, des Schwiegervaters des Großher-
pogs, iff das Hoftheater vorläufig gefchlossen worden. —

Stuttgart, 29, Febr.“ Dem, Beobachter“ zufolge ist
der von Langensalza her bekannte General Flies, spüter Com⸗
nandant von Frankfurt, zum Commandant des württembergischen
Armeekorps bestimmt. Indem wir diese Nachricht mit allem Vor
zehalt wiedergeben erinnern wir daran, daß General Flieg zuletzt
Fommandant von Altona war. diejes Postens aber wegen Com⸗
getenzstreitigkeiten mit dem Hamburger Senafenthoben wurde,
— Der Tag der Wahlen zum Zollparlament ist immer noch
aicht bestimmt.“ Ein hiesiger Correspondent der Karlsr. Ztg.“
nill wissen daß dafür der 21, März in Aussicht genammen.

Der Herzog von Dessau hat auf die Eingabe des Landtages
vegen Verminderung ˖ des Wildstandes ablehnend geantwortet.

Frankfurfi, 1. März, Alle bisherigen Mittheilungen
jber den Unfall, welcher jungst den Herzog von Nassau betroffen,
timmten darin überein, daß derselbe mit seinem Pferde gestürzt
eiz Dies soll nun aber nach der Angabe eines hiesigen Local⸗
lattes nicht der Fall gewesen sein. Der Herzog wurde yvielmehr
        <pb n="110" />
        auf dem Pferde von einem Unwohlsein befallen, in Folg oessen er ansgeblieben. Der Prinz ist nicht nur seines Regimentes und seines
vom Pferde fiel, wobei dieses ruhig stehen blieb. . Niilitärcharakters verlustig, er ist auch jeßzt des Landes verwie—
Frankfart 8. Maärz. Prinz Npoteoit ist gtern sen und wird in der franzöfischen Schweiz seinen Aufenthalt neh⸗
hier eingetroffen unnd Zgeht heut nach Kassel, wo ex zu übernach nen. Das ist eine harte Strafe für einen Prinzen, der seiner
sen gedentkt. derzensneigung folgte und einem braven Bürgersmädchen die
Wiesbadeuf 28. Febr.« Dem Ministerpräsidenten von Hand reichte. Kaiser Franz Joseph soll diese Anzelegenheit den
Bismarck ist von einem Privatmanne eine Dentschrift über die Zrüdern des Erzherzogs überwiesen haben, und diese wollten mit
Zustände im Westerwalde überreicht worden. allen Mitteln jene Mesalliance vereiteln. Namentlich soll die Frau
Ber hin, 29. Febr. Der Koͤnigliche Hof legt heute für des Erzherzogs Rainer Alles aufgeboten haben, damit Fräulein
Seine Majestät ben König Ludwig, Großvater seiner Majestaät Hoffmann nicht in dem Pailais zu Botzen wohne, wo die Eltern
des Königs von Bayern, die Trauer auf drei Wochen an. hhres Gemahls lebten und starben. Wie man erjährt, wird die⸗
Berlin, 1. März, Der bleibende Ausschuß des deutschen ser Tage ein Bevollmächtigter aus Wien auf den Gütern in Bo—
Handelsdages hat an den Bundeskanzler die Bitte gerichtet, da- zen eintreffen, um die nöthigen Anordnungen zu teeffen. Die
din zu wirken, daß im Anen an den Zollvereinsvertrag vom Güter sind allerdings durch kostspielige Bauten ꝛc. verschuldet, aber
3. Juli baldigst fernere Verträge zwischen dem Norddeutschen nit einiger Sparsamkeit ließe sich dieser Mißstand bald heben.
Bunde und den süddeutschen Staaten abgeschlossen werden, durch In Botßen selbst, wo der Erzherzog eine beliebte, ja populäre
welche die Competenz des Zollbundesrathes und des Zollparla- persoönlichkeit war und durch seine Leutseligleit alle Herzen gewon⸗
mentes auf die im Artikel 4 der norddeutschen Bundesverfassung nen hatte, nimmt inan begreiflicherweise den herzlichsten Antoeil, ja
bezeichneten Gegenstaͤnde, so weit sie das wirthschaftliche Jateresse nan will sogar eine Monstre⸗Petition in Scene setzen, damit der
der Nation betreffen, erweilert werde. Der Ausschuß sieht in dem daiser Gnade für Recht ergehen lasse. Man weiß hier den echt
nsjatz zu Artilel 7 jenes Vertrages, daß die Zuständigkeit der demokratischen Zug dieses österreichischen Prinzen zu würdigen und
ollbundesrathes ind des Zollparlamentes nur auf die im Art. rägt ihm jetzt die wärmsten Sympathieen entgegen. Es geht
3 bezeichneten Angelegenheiten (FZolltarif und Zollwesen, Besteu · war hier auch das Gerücht, daß ihm nur eine kline Apanage ausge⸗
trung des Salzes, Rübenzuckers, Tabats, Schutz des Zollsystems etzt fei, und jeine Besitzungen. mit Ausnahme des Palais in vo⸗
zegen Schleichhaͤndel ec.) beschränkt sein soll, eine Erschwerung für zen, verkauft werden jollen, allein man will dis heute nicht all-
die Erledigung vieler anderer volkswirthschaftlicher Augelegenheilen jemein daran glauben. Nur so viel ist gewiß. daß der Fürft
und Interessen, die eben so genieiiisanter Natur sind, eine eben se dischof von Trient für die Ertheilung ver Ehebewilligung eim
gewichte Bedeulung für das Verkehrsleben beauspruchen, wie das Zoll Ruge erhielt.
wesen. Die große Mehrzahl der im Artikel 4 der Bundesver— Fraukreich.
jafsüung aufgezählten Gegenstände müßte, der wirthschaftlichen Zu—⸗ Paris, 29. Febr. Der Polizei⸗Präfect don Paris, Pie—⸗
sammengehörigkeit des Nordens und des Südens don Deutschland ri, erhielt gestegn Mittags ein Telgramim folgenden Inhaits:
entsprechend, auch im größeren Zollverein geregelt und verwal-⸗ „Kaiser stürzte soeben vom Pferde und verletzte sich am Haupte.
tet werden. V Machen Sie dem Polizeikommissar an der Börse hiervon Mitthei⸗
Berlin, 2. März. Sitzung des Zollbundesrathz. Nach ung. Laferriére, erster Kammerherr.“ Pietrie itüczte gleich aufs
gewillkommung der Mitglieder durch den Grafen Bismarch theilte Staatsministerium, wo er sofort erfuhr, daß an der Nachricht,
ihnen der Letzlere alz Berathungsgegenstände mit: Ausdehnung welche titit einer der neuen Depeschen⸗Frankonarken in einen Te—
des Zollvereins auf Mecklenburg, Lauenburg und Lüdeck; Abgren⸗ egraphen-Brieftasten geworfen worden war, kein wahres Wort sei und
zung des Zollgebiets gegen Hamburg; Befestigung und Erweiter- zaß hier, allem Anscheine nach eine Fülschung im Interesse einer
ung der Vertragsbeziehungen zu Oesterreich; Abänderungen der groß angelegten Baisse-Speknlation vorliege. Es iist sofort eine
Zollordnung und des Tarifs, gleichmäßige Besteuerung inländischen Untersuchung eingeleitet worden.
Tabaks; Anknüpfung von Unterhandlungen wegen Zollverträgen Paris, 29. Febr. Die Reise des Prinzen Napoleon nach
mit Spanien, Portugal und dem Kirchenstaat; ferner Verwal. Norddeutschland hangt nuch dem „J. d. P.“ inad der „viberte“
tungsmaßregeln. W (dessen Chefredacteur, Girardin, in vertrauten Beziehmgen zu dem
Berlin, 3. März, Der „Staatsanzeiger“ publicirt in Prinzen sieht) mit einer üderaus friedfertigen und zur Befeftigung
Folge eines Antrages des Staatsministerium und auf Gruud der Freundjchaftsbande zwischen Frankreich und Preußen bestimen.
des Artikels 33 der Verfassung, vorbehaltlich der Zustimmung den Mission nach Berlin zusammen; nach der Opinione“ häan—
des Landtages, eine königliche Verordnung vom Heutigen, wodurch delte es sich um eine Mission betreffs der Ausführung des Pra—
das Vermögen des Königs Grorg mit Beschlag belegt wird. — ger Friedens; dagegen behauptet die „Patrie,“ derselbe habe kei⸗
Die „Kreuzzeitung“ meldet, daß der Staatsgerichtshoöf beschlossen nerlei Mission; er werde wegen der Verwandschaft mit der t. Fa⸗
dat, gegen don Grafen Platen in Hietziug eine Auklage wegen milie von Württemberg mehrere Tage in Siuttgart zubringen,
Hochverraths zu erheben. — Die „Nat, Ztg.“ meldet, daß der und der französische Botschafter in Wien bezeichnet die Nachricht
Reichsstag des Norddeutschen Bundes am 14. d. M. vorgängig von einer Seudung des Prinzen nach Berlin geradezu als Hum⸗
der Session des Zollparlaments, zusammentreten wird. hug. — Der Baron Meyendorff, welcher das Attentat auf Baron
Bexlimn, 83. März. Der Prinz Napolon trifft morgen zu Budberg beging, ist nach Einigen der Sohn des früheren russischen
einem acht ˖ bis zehntägigen Aufenthait hier ein und wird wäh- Beschäftsträger in Rom, nach Andern der Sohn des als russischen
rend desselben im Gasthaus („Hotel Royal“) wohnen. — Die Un⸗ dofmarschall verstorbenen ehem. russischen Gesandten in Wien.
terzeichnang des oͤsterreichischen Handelsvertrages wird wahrschein- das Motiv der That weniger momentane Geistesstörung, als per⸗
lich diese Woche stattfinden. onliche Gereizheit gegen Budberg gewesen.
Hannover, 28. Febr. König Georg läßt durch seine Paris, 8. März. Der Abend-Moniteur“ sagt: „Die
Bevollmächtigten in London, wie der „R. ZJ.“ von dort gemeldet Thronrede des Königs von Preußen, welche von allen Anwesenden
wird, alle jene Geldposten einziehen, welche nicht zu den Staats- nit ausgesprochener Befriedigung aufgenommen wurde, erhält durch
geldern gehören, die nach dem Vertrage mit Preußen zurückge- die Umstände ein besonderes Interesse, Die Session war die erste,
sandt worden, sondern als sein Privateigenthum ihm verblieben an welcher die Repräsentanten der annectirten Provinzen Theil
find und im Juni 1866 nach England befördert wurden. Die nahmen, und die Rede enthält gewissermaßen e in Programm ih⸗
Summen wurden nach Hietzing geschickt, so daß in England' kein kes zukünftigen Geschickes. Der Konig hat, indem er ihre Be⸗
Vermoͤgen des Konigs zurückbleibt. Bis jetzt werde der Kös völkerungen mit der Monarchie verbindet, angekundigt, daß die
nig demnach seine Uebersiedlung nach England nicht beichlosser Regierung die Absicht habe die Regierung in den Weg des Self⸗
haben. — zoverument einzulenken. Am Schlusse bestatigte der König die
Wisen, 8. März. Die „Oesterr. Corr.“ vernimmt, daß riedliche Haltung aller Müchte und freute sich, dadurch die Er—
Erzherzog Albrecht nach Munchen geht, um dem Konige von altung des Friedens von Europa gesichert zu sehen.“
Bayern die Beileidsbezeugungen der Kaiserfamilie wegen des To— — Der Kaiser hat wegen des Todes des Konigs Ludwig J.
des Konigs Ludwig L zu üderbringen und den Kaiser beim Lei- don Bayern eine Hoftrauer von 21 Tagen veiohlen.
henbegängniß zu vertreten. dond 8 „Englaud· Fon
Junsbruck, 26. Febr. Die Heirath des Erzherzogs —
Heinrich hat seiner Zeit 88 geringes de ee —* ges Gerihisverfahren gegen den Fenier Ragle hat vertagt,
dohl aurslandische Priugen urgunaische Chen eingingen umd der werden mussen, weil preußische, als Zeugen vorgeladene Matrojen
Herzog don Sachsen Cdbutg⸗ Gotha sich mit der ehemangen Schau nicht erschienen waren. ———
pielerin Constanze Geiger dermählte, so steht doch der Fall, daß London 3 Marz. Eine Depesche der Jimes“ aus New⸗
ein österreichischer Prinz sich imit einer Sängerin derheirathet, Dort von gestrigen meldet. d Proceß des Prasidenten werde
einzig da. Dit Bewilliguing wurbe auch, obwohl Erzherzog Hein. iächste Woche beginnen, die Partei sei einig.
cich oft darum nachsuchte, irfach vetweigert und er that also J Spanien.
diesen Schritt ganz auff eigene Funst. Die Folgen sind auch nicht Bayvonne, 28. Febr. Man meldet aus Granada unterm
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        25. Febr.: Eine Volksmasse hat das Haus des Vivil⸗Gouver—
neurs der Provinz angegriffen und unter dem; Rufe: „Arbeit
oder Brod“ die Fenster eingeworfen. Der Gouverneuer hat seine
Pacht aus die Militärbehörde übertragen, welche die Provinz in
Belagerungszustand erklärt hat. Es sind zahlreiche Verhaftungen
porgenommen worden. (Ganz Südspanien leidet furchtbat unter
den Rothstand: eine langanhaltende Dürre hat den Saatenstand
zernichtet und ähnliche Zustände erzeugt wie in Algier und
Tunis - m
Griechenland.

Athen, 22. Febr. Das kretische Central⸗Comite richtete
an die hiesigen Gesandten der Schutzmächte die Bitte, zu erwir⸗
len, daß Sammlungen für die Flüchtlinge in den europäischen
Großstädten veranstaltet werden. Der russische und französische
Gesandte versprachen die Uebersendung der Bitte an ihre Regie-
rungen; der englische Gesandte erklärte, seine Regierung könne
nicht interveniren. — Auf der Pyraäus-Eisenbahn werden in den
nächsten Tagen die Schienen gelegt. — Die NMachricht, daß für
die griechische Regierung 10,000 Chassepot- Gewehre bestellt wur;
den, wird dementirt.

Aus Athen vom 22. Februai wird gemeldet: Die russi—
schen Schiffe daben aufgehört, die kretischen Familien zu trans⸗
portiren, während die griechischen S hiffe ihre Fahrten fortzusetzen.
—A
fülle vor. Es herrscht daselbit ein strenger Winter.

zusammenbinden mußte. Als auf den Wunsch des Bahnhofs Be⸗
annen der Vdann losgelassen wird, läuft er nach dem Zuge und
legt sich auf die Schienen vor die Räder der Maschine. Hier
fortgerissen, war es nicht moglich, den Mann weiter mitreisen
ju lassen, er wurde wieder gebunden, und in ein Bahnhofs⸗
zebäude gebracht, wo er nur darum bat, man möge ihm aus
Barmherzigkeit das Leben nehmen, da feine Schmerzen im Kopf
so stark seien, daß er es nicht mehr nushalten könne. Nachdem
der Behörde die Mittheilung gemacht, wurde der Mann nach dem
Gemeiude⸗-Bureau gebracht und einstweilen in's Gefangenzimmer
zesetzt. Als man einige Zeit nachher in dieses Zimmer wieder
rintrat, hatte sich der Unglückliche erhüngt, indem er der Stricke,
womit er gebunden war, sich zu entledigen gewußt unds sich dann
)aran erhängt hat. Der Unglückliche war ein schöner, stattlicher
Vann, anscheinend in den vierziger Jahren, war anständig ge⸗
kleidet, dagegen hat sich nue 1 Sgr. Geid'bei ihm vorgefunden.
Aus einem Briefe scheint hervorzugehen, daß er aus Litthauen ist,
ein Fahrbillet lautet von Minden nach Deuzt und soll das beab⸗
ichtigte Ziel seiner Reise Sanrlouij gewesenn jsein.

In Altenau Gannover) wurde vor einigen Tagen
eine gewichhtige Frau (hohe Vierzigerin) begraben; fie wog nicht
veniger als 420 Pfund!

München, 2. März. Bei der heute stattgehabten Ziehung
der bayerischen 100 Thlr.⸗Prämien⸗Loose wurden folgende Serien
ezogen. 60 187 189 288 8091 420 688 716 7293 687 888
307 998 1121 1127 1173 1268 1323 1360 1392 1456
I512 1622 1771 1891 1979 2091 2133 2159 2207 2283
2376 2409 2491 2537 2575 2631 2706 2734 3020 3142.
Bewinn ziehung 1. Mai.

Vermirchres.
7 Zweibrücdcken, 4. März. Gestern Abend 10 Uhr ist

die Malzdörre auf Tivoliim Janern gänzlich aus⸗
gebraut.

t Ju Ladenburg (Baden) sind durch zufaslige Ausgrabungen
wieder mehrere römische Alterthümer aus dem J3. und 4. Jahr⸗
handert zu Tag gekommen. 9J

4 Aus Oberhessen, 27. Febr. Ein Criminalfall in
hiesiger Gegend erregt nicht geringes Anisehen.“ In einem vor ˖
mals zu Hessen-Darmstadt gehörigen, 1866 zu Preußen geschla—
zenen Gebirgsstädtchen, soll die Tochter eines dortigen Beuutten,
rine dem gebildeten Stande angehörige und mit der Eliter der
Bevölkerung verkehrende junge Dame, unter der Anllage des Kin⸗ F
desmords in dem Augenblick gefänglich eingezggen worden sein. Düngervers uch mitß Superp hosphat zu
als sic, wohl um jedein Verdachte eines Wochenbettes vorzuben Berit e. Bei der auf dem Oetonomiegitte Oberallmannsbach
gen, einem Balle beigewohnt hatte. Die Fama erzählt weiter: orgenomneuen, Gerstenjaat verwendete man zu 1 Tagwerk (EFBVAß
die iederkmut und Vejeiligung des unzeitigen jungen Weit- Morgeun) Feld 1Gtr. von Kalksuperphosphat in Zer Weise, daß
urgers feien in Frantfurt erfolgt. Dem Valer joll die ihm erselde auf den Samen gestreut und mit solchem eingeeggt wurde.
ugttragene Hiobspost einen Schlaganfall und in Folge desse 3 hon jrahzeitig zeigte sich die aufgegangene Gerste auf dieser
ine pactielle Lähmung zugezog⸗ n haben. Man nimmt an dem —ielle viel ügpiger. als auf den angrenzenden nicht gedüngten,
harten Schicksal der durchaus geachteten Familie ullenthalben den idrigens von gleicher Besch affenheit und gleichmäßig mit Gerste
innigsten Antheil. oestellten Felde, und dieses kräftige Aussehen steigerte sich fort⸗

fBenrtath, 28. Febr. Ein eben so trauriges als eigen vahrend, so daß schan von vorne die gedüngte Stelle des Ackers
chümliches Ereigniß hat gestern hier Statt gefunden. Der gegen erkannt werden konnte. Diesemn entsprechend zeigte sich auch bei
2 Uhr Nachmittags hier vorbeifahrende Schnellzug nach Köln, dem Drusche der eingeheimten Gerste das günstige Resultat, daß
hält auf ein gegebenes Signal im hiefigen Bahnhofe plötzlich still die gedüngte Flaͤche 17fachen, die ungedüngte 13fachen Samen
Horauf aus einem Wagen dritter Kiasse unter starkem Widerstre jewährte. Da auf das Tagewerk 2 haherische Metzen gesät wur⸗
hen ein Reisender ausgesetzt wird, der von einer plötzlichen Tob den. so ergibt sich bei der gedüngten Gerste ein Mehrertrag von
ucht überfallen zu sein scheint. Im Coupe hatte er die Fenster Scheffel 2 Metzen — Scheffel per Morgen, der nach dem
Aingeschlagen und sich so geberdet, daß es dem Shaffuer nicht Preise der Gerste circa 9 Thlet. werth ist, so daß sich, abgesehen
mehr möglich war, ihn im Wagen festzuhalten. Außerhalb des zon dem größeren Strohertrage. nach Abzug des Preises von
Wagens, auf dem Bahnhof, war sein Zustand so schlimm, daß 3 Thlr. für den verwendeten Ctr. Kaltsuperphosphat ein Rheiu⸗
mat ihn mit aller Gewait festhalten und die Hände mit Stricken gewinn von nahe 6 Thaler eraibt.
Avis für Damen!!

Um den vielseitigen Wünschen der
Damen Genüne zu leisten, erlaube mir
die ergebene Anzeige zu machen, daß
meine Frau von ihrer Krankheit wie⸗
der hergestellt ist und noch vor Ostern
hier rintreffen wird, um die Damen
welche nichts passendes auf unserer
Niederlage gefunden haben zu befrie⸗
digen.

Tag und Aufenthalt werden durch
Karten bekannt gemacht.

VA IHerges,

Corset —cfabrikant aus Trier.

Abends 3 Uhr in meinem neuen Atelier
gef. Aufträge entgegennehme um prompteit
auszuführen.

Ic Aufnahmen finden im geheitzten
Zaslon bei jeder Witterung statt.

St. Ingbert im Febr. 1868.

B. Oltig, Photograph.
Zohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.

— — — — — — — —
Geschaͤfts⸗Empfehlung.
Ich mache hiermit die ergebenste Anzeige,

daß ich mich an hiesigem Plahe als
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tablirt habe und alle in dieses Fach ein⸗

chlagenden Arbeiten unter Zusicherung

ceeller und billiger Bedienung übernehme.

Gleorg Rue“: Hardt
vohnhaft in der Kohlenstraße nahe an
der Maschinenfabrik.

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Ein verehrliches Publiklum von St. Ing⸗
bdert und der Uingegend mache ich darauf
ufmerksam, daß ich von nun an mein
dager in selbstgefertigten Herren⸗-
Damenstiefel, sowie in Kinderschu⸗
»en &amp; Pantoffeln aller Größen er⸗
ffnet habe. Indem ich für die Guüͤte und
Dauerhaftigkeit meiner Waare einstehe, em⸗
sfehle ich mich, namentlich auch für Eon⸗
sirmanden bestens.

Philipy Weber, Schuhmacher.

— 3
— — —— — —
Neu angelommen, eine große

Sendung Aninzer Da—
meuenuh und Stiesfelehen

zei IAOD Atiæt

EPhotographie a
ch beehre mich Fiermit ergebenst anzu—
eigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
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        Mobilienversteigerung.
Nächsten Samstag den 7. März 1868,
Nachmittags 2 Uhr im Sterbhaufe dahier
wird mit der Versteigerung der der Wittwe
und den Kindern des allda verlebten Bä—
ckers und Wirthes Peter Schmelzer ange⸗
hörigen Mobilien fortgefahren und zwar
mit folgenden Gegenständen, als: 100
Malter Kartoffeln, 2000 CEtr. Kornstroh
l Backmulde, verschiedene Bachgeräthschaften,
lvollständiges Bett, 2 Commoden, Tische
Stühle, Bänke, 1 Echschrank, 1 Milchkiste
Porzellan, Glas, Küchengeschirr und son
stiges Hausgeräthe.
SBGBGorn, k. Notar.

2 ⸗
Säcke und wasserdichte Wagendecken,
Fabrik von E. Bodewig &amp; Freydanck in Mühlhein a Rh,.,
zu haben zu Fabrikpreisen bei dem Agenten *
Louis Pasquai in Kaiserslautern.
J. 21. Catharina Bund 67 J. alt Eheefr.
v. Heinrich Spengler. —
Johruine Theobald 84 J. alt,
stüfer. A weg 32
Johanu 4J. 6 M. alt. S. v.
Vtathias Salvamoser.
Jacobe J. 9. M. alt S. v.
Jakob Manrer. .
Wilhelmina Heinz 21 J.alt,
e, Thefrau v. Joh. Baptist Grand-
7 Blaise.. 15
.22. Peter Lamarche. 69 J. alt, Rentt.
„ 22 JohannLucas 67 J. alt, Tagner.
. 23. Joseph 9 M. alt. S. v. Joh. Laß.
23. Jos. Jung 21 J. alt, Spengler
214. Ric. Rohe, 50 J. alt, Straßenwärter.
„24. Alexander, 6 M. alt, S. p.Pe⸗
ter Klos. ——
24. Philippina Geyer. 21 J. alt. Näh.
.. 25, Johann. 1 J. 3 M. alt, S. v.
Inhann Jung. .
25 Karl, 2 M. alt, S. v. Korl Wachs.
. 29 Kal. 3 M. alt, S. v. Heinrich
Lesmeister.
Verxehelicht haben sich:
den 11. Johann Müller und Maria Wiñter.
.13. Friedrich Jakob Süßdorf und
Margaretha Res.
„ 20. Jakob Rohe und Maria Stalter.
„20. Johann Tittelbach und Marga-
retha Spaniol.
„23. Peter Hch. Schlickling und Phi—
lippina Mohr.
St. Ingbert den 3 März 18686.
Der Civilstandsbeamte n Ibe
Ehandon.
Fruchte⸗, Brode, Fleisch⸗ ꝛc. Preise der
Stadt Zweibrücken vom 5. März.
Weizen 8 fl. 48 kr., Korn 7 fl. 23 kr.
Gerste Areihige, — fl. — kr. Gerste vier⸗
reihige, 5 fl. 40 kr., SpelyG fl. 12 kr.
Spelztern — fl. — tr., Dinkel 4 fl.
50 kr. — Mischfrucht 7 fl. 35 kri, Hafer
5 fl. 16 kr., Erbsen 6 fl. 16 kr., Wicken
4fl. 46 kr., Kartoffeln 1 fl 18 kr., Heu
Unfl. 20 kr., Stroh 1 fl., 6 kr., per
Zentner. Weisbrod Li Kilogr. 22 kr.
Kornbrod 83 Kgr., 33 kr., ditto 2 Kgr.,
22 kr., ditto 1 Kgr. 11 kr., Gemischtbrod
d Kgr., 38 kr., 1 Paar Wed, 7 Loth
2 tr., Rindfleisch, I. Qual. 18 tr.2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Lite
Butter 28 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 8. März.
Weizen 8 fl. 27 kr. Korn 7 fl. 27 kr.
Spelzkern — il. — tr. Spelz 6 fl.
7 kr., Gerste 6 fl. 5 kr., Hafer 5 fl.
16 fr. Erosen, ü 1. 12 kr. Wicken 4 fl.
51fr., Linsen 6fl. 18 kr. per Zentner,
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 32 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 Rid.
Weißbrod 17 kt.46

Civilstand
der Stadt St. Ingbert.
Geboren wurden im Monat

Februor 18688383—

den 2. Georg S. v. Joseph Menges.
22. Franz Jakob S. v. Franz Jakob
Henrich.

3. Joh. Adam, S. v. Peter Graf.

4Heinrich Nicol. S. v. Heinrich

Fingerhut.

5. Jak. Joh. S, v. Ludw. Kler.

5. Jos. S. v. Christian Becker.

3. Karl S. v. Karl Schwarz.nae

Jos. S. v. Nicol. Wolter.

Jos. S. v. Jak. Ewerle.

Elisabetha T. d. Georg Weiland.

Mara. T. v. Frz. Hreh. Stolz.

Barbara T. v. Mathias Gries.

Catharina T. v. Georg Schall⸗

hammer..

Emilie T. v. Georg Rickel.—

Ktarolina T. v. Wilhelm Schmitt

Paulina T. v. Georg Greß.

Theresia T. v. Martin Erb.

Heinrich S. v. Georg Kraus

Margaretha T. v. Heinr. Klahm

Magdalen T. v. Peter Danzer.

Karl Julius S. v. Karl Custer.

Karl S. v. Adolph Jungfleisch.

Georg S. v. Catharina Schwan

Catharina T. v. Andreas Gries

EFlisabetha T. v. Adam Lenhart.

Johann Jakoßs S. v. Jatob

Bleif.

Fatharina T. v, Michael Schmitt.

Louisa T. v. Peter Scherer Wtw.

Barbara T. v. Peter Wagner

Wittwe.

Carl. Ludwig S. v. Ludwig

Harth.

Jakob Wilhelm S. v. Friedrich

Panzerbieter.

Bernhard S. v. Maria Leichner.

Eleonore T. v. Margaretha

Müller.
Anna Maria T. v. Margaretha
Müller.
Elisabetha Johanna T. v. Paul
Grün.
Gestorben sind im Febr. 1868:
den 1. Franz 5 M. alt, S. v. Karl
Zintel.

1. Catharina Menges, 836 J. alt,
Ehefr. v. Johann Adain Spohn.
Margaretha 8 J. alt, T. v.
Christian Linder.

Rehard 8 M. alt, S. v. Michael
Kreitz. I
Johann 2 J. 9 M. alt, S. v.
Johann Buschlinger.
August 11 M. alt, S. v. Jakob
Friedrich.
Elisabetha 3 J. 3 M. alt T. v.
Peter Blaumeiser. FL
Elisabetha 11 M. 2 T. all, T.
v, Elisabeiha Veith.

Redaction. Druc und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.

— ——
Bekanntmachung.

In Gemäßheit des Gesetzes vom 17
November 1837 und Ausschreiben. kgl. Re—
gierung vom 1. Januar 1868 wird die
Erneuerung des Gemeinderaths zur Hälfte
in der Gemeinde St. Ingbert am 9
März, Vormittags um 8 Ühr im Stadt⸗
hause vorgenommen.

Die Bürger der Gemeinde SEt. Iug
bert werden hiermit in Kenntniß gesehie,
daß das Verzeichniß der aktiv und passiv 3*
wahlfähigen Gemeindeglieder auf dem Ge⸗,
meindehaus deponirt ist und während acht',
Tagen. zu Jedermanns Einsicht offen ua
Die Bürger werden aufgefordert, ihre
allenfallsige Reklamationen anzubringen.

St. Ingbert, den 21. Februar 1868
Das Bürgermeisteramt
Chandon.

Bekanntmachung.

Zufolge Auftrags des k. Bezirsamtes,
Zweibrücken vom 19. v. M. hat das un⸗
terfertigte Amt die Urlisten derjenigen in,
hiesiger Stadt wohnhaften Personen, welche
zu den Verrichtungen eines Geschworenen
befähigt sind, angefertigt und solche zu
Jedermanns Einficht auf dem Bürgermei⸗
steramte aufgelegt. was andurch mit der
Aufforderung bekannt gemacht wird, allen⸗
fallsige Reclamationen dagegen bis läng—
stens zum 18. d. M. hierorts anzubringen

St. Ingbert den 4. März 1868.

Das Bürgermeisteramt
Chandon.
In der Gemeindekasse von Rohrbach,
Bezirksamt Zweibrücken, liegen
2090
f
disponibel, welche gegen sichere Hypotheke
perzinslich angelegt werden sollen. Hierauf
reflektirende wollen ihre Beweisschriften aus
dem einschlägigen Notariat zur Vrüfung
hinterlegen.
Rohrbach, 29. Februar 18686.
Burgermeisteramt:

J
Rother und blauer Kle
men, Saatwicken, Sc
hafer, Erbsen, Bosßre
Mehl, Kleien, Futt
hafer, billig und alles in best
Qualität empfiehlt

M. Thiern.
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        Sl. Ingberler Acnzeiger.

derS t. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhältungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, D onnerstag
und Zamstag., Abaunementspreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blattschrift oder deren Raum berechnet.
RGTTOOõCGCSSSSS CGCCCCC. —I. — 5
Nro. 29.. Sauistag- den 72. Mäͤzz 1868
— * · —
22 Deut schland. 254 — *
Muncchen, 8. März.. Nachdem der König den gestrigen
Tag in gemindertem⸗ Fieber zugebracht, hat derselbe die
NRacht hindurch theilweise ruhig geschlafen. Das Fieber ist mä
zig; die oörtlichen Erscheinungen sind in Abnahme begriffen. —
Die Commission zur Abholung der Leiche weilaud Königs
Ludwigel. wird wahrscheinlich erst am Sonntag Abend hier
eintreffen.“ Die Leiche wird in der alten Hofkirche einstweilen
heigesetzt und am Montag Nachmittag 2 Uhr wird dus Leichenbe⸗
gängniß stattfinden. Zu den Trauerfeierlichleiten werden auch die
önigin Amalie und der Erzherzog Albrecht hier eintreffen:? Der
daiser Napoleon hat einen besonderen Abgeordneten nach Nizza
geschickt, um ihn dort bei der Uebergabe der Leiche an die Com—
misfion zu vertreten.

München, 3.“ März. *Bezüglich seines Nachlasses soll
sönig Ludwig T. bestimmt haben,“ daß sein bewegliches Vermögen
ungetheilt fortverwaltet und nur der Ertrag desselben den Erben
zum Genuß überlassen werden soll.“ Ueber die Größe dieses Ver⸗
mögens liegen die wiedersprechendsten Angaben vor; es wird gnut
ʒein, die Testamentseröffnung abzuwarten. Im Nachlaß soll sich
ein Koffer befinden mit der Aufschrift: er dürfe erst 25 Jahre
nach dem Tode des Koͤnigs geöffnet werden. Man vermuthet,
daß sich darin Do cumente befinden, welche Zeitgenos⸗
en betreffen.

München, 3. März. Dem Vernehmen nach ist es eine
etztwillige Verfügung weiland König Ludwig T., daß auch sein
herz zu denen seiner Ahnen nach Altötting gebracht, in seine
einbalsamirte Leiche aber, an die Stelle des Herzens, sein Trau⸗
ring eingelegt werde.

zei Bremerhafen vom Zollgebiet; Erhöhang der Luxemburgischen
Pauschalsumme; Abänderung einiger Bestimmungen der Zollord—
nung und mehrere andere Vorlagen.

— Berlin, 4. März. Die „Provinzial-Correspondenz“ be—
tätigt die Notiz, daß die Einberufung des Zollparlaments vor
Ostern wegen der Verzögerung der württembergischen und hefssi—
schen Wahlen zweifelhaft sei, daß dagegen der Reichstag des
Norddeutschen Bundes wahrscheinlich auaf den 19. März einbe⸗
rufen werde. *

— Heute überreichten die Gesandten von England und Dä—
iemarck ihre Beglaubigungsschreiben als Gesandten beim Nord⸗
deutschen Bunde. — Die Nachricht, daß der preußische General
Flies zum Befehlshaber der württembergischen Armee ernannt sei,
wird öfficlss dementirt. — Dem Vernehmen nach geht Prinz
Adalbert nach München zur Leichenfeier. — Aus Thorn
wird telegraphirt, daß dort die Ueberschwemmung der Weichsel
wächsst. Der Wasserstand ist 21 Zoll über dem des Som—⸗
mers. Die Brücke ist nur für Fußgänger passirbar. Der Eis—
gang ist gering. J

In England ist dieser Tage das Unerhörte geschehen, daß
ein titelloser Mensch, „der titelloseste von Allen,“ wie ein Corre⸗
spondent der Köln. Ztg. sagt, „der je in England an der Spitze
der Geschäfte stand, aus portugiesisch-jüdischem Geblüte abstam—
nend, der bekannte Schriftsteller und Parlamentsredner Benjamin
Disraeli, zu der höchsten Stagtswürde Englands, zum Premier⸗
ninister berufen worden ist. Nur die stolzesten Hoch Tories, die
edeisten Lords, haben im Laufe der Jahrhunderte diesen Posten
hegleitet. Wie sich die Zeiten ändern!

—Berhin, 5. März. Prinz Napoleon besuchte heute Mit⸗—
tag das Königspaar und erhielt sodann den Gegenbesuch des Kö—
ligs. Heute wird er mit Gefolge beim König speisen. Wie die
dreuzzeitung hört, wird Prinz Napoleon sich von Berlin nach
Drebden begeben.
Pee h, 2. März. Die Führer der äußersten Linken sam—
neln' im ganzen Lande Unterschriften zu einer Monstre-Petition
oegen Wiederherstellung der reinen 1848er Gesetze. Es verlau⸗
et, sie wollen eine Million Unterschriften zusammenbringen.

Fraukreich.

Paris, 3. März. „Avenier National“ und „Journal de
Paris“ wollen wissen, daß nach dem Vorgang von Baden nun
auch in Hessen, Württemberg und Bayern preußische Generale zu
triegsministerw ernarnt werden würden, und zwar nicht in Folge
iner freien Entschließung der hetreffenden Fürsten, sondern auf
Grund einer bis jetzt geheim gehaltenenen Clausel der im Som—
mer 1866 abgeschlossenen Schutz· und Trutzbündnisse.

VDer Kaiser hat zu seiner Vertretung bei der Leichenfeier des
Zönigs Luwig J. von Bayern die Generäle Graf Reille und Her⸗
zog v. Elchingen ernannt. (Der ultramontane) „Monde“ nennt
den Verstorbenen den „letzten bayerischen König,“ denn zuletzt Er
habe aus München den Vorort des katholischen Deutschland ge—
nacht. Rur Das kann das genannte Blatt dem Ksnig nicht
derzeihen, daß auch unter ihm die Kirche stets in der strengsten
Beyormundung des Staates bleiben mußte. Seine Nachfolger
werden Begünstigter des bourissischen Gesschlechtes? genannt!
Erngland.

In Eungland soll ein seit vielen Jahren produktiv angelegier
Welfenfond existiren, dazu bestimmt, enttrohnte Welfenfürsten zu
unterstützen. Der Fond beträgt angeblich über 100 Millionen
Thlr. — Man wird wohl, wenn die Sache richtig, ist hald Nähe⸗
ces erfahren. —

London, 2. März. Das Schiff,, Devonshire“ aus North
Shields ist am Samstag Abend an den Meeresfelsen 9 Meilen
aördlich von Boulogne zerschelst. Die gesammte Mannschaft und
zie Ladung des Schiffes, die aus Getreide bestand, gingen
unter. 5 Je
.. Loudon, 2. März. Der kaiserliche Prinz von Frankreid

Dieustesnachrichen.

Mittelft Entschließung der General-Direction der k. Verkehrs—
instalten vom 25. Febr. l. J. wurde der k. Postajssistent Josep
rottenthaler, vom 1. März an von Zweibrücken nach Speyer
ꝛersetzt und an dessen Stelle der Accesist Adam Link zum Post⸗
ajsistenten in Zweibrücken ernannt. Vom gleichen Tage an wurd,
derek. Postasfistent Georg Weingärtuer von Zweibrücken nach
saiserslnutern versetzt.
Dieser Tage sind abermals 10 badensische Offiziersadspirau⸗
en in die preußische Kriegsschule zu Kassel zu 8monaätlichem
durs eingetreten.

Weimar,:l. März. Der weimar'sche Landtag hat mit
21 gegen 9 Stimmen die »unbeschränkte Freiheit der Rede im
Landtag, mit 28 gegen 5 Stimmen die Abschaffung der Todes—
trafe beschlossen. 4
»Berlin, 8. MärzineDie „Nord. Allg. Zig.“ enthält eine
Mittheilung über den Nothstand im Westerwald, in der sie sagt;
zie Regierung habe der Bepöllerung des Westerwaldes die ange—
egentlichste Aufmerksamkeit zugewendet. Der wesentliche Noth⸗
taud liege aber in den Raturverhältnissen des Westerwaldes. Eine
Abhilfe des Nothstandes sei daher nur allmählich, durch möglichste
hebung der Industrie, Verkehrserleichterungen und landwirth⸗
chaftliche Entwickelung erreichhar. Hierzu habe die RNegierung
denn' auch bereits Einleitungen geiroffen.

Ber lun, 3. März. In der heutigen zweiten Sitzung des
Zollbundesrathes wurden Ausschüsse gebildet für; 1. Zoll- und
Steuerwesen: 2. Handel und Verkehr; 3. Rechnungswesen; 4.
Beschäftsordnung. Bayern ist Mitglied des ersten, dritten, und
zierten Ausschusses. (Preußen ist vertragsmäßig Mitglied aller
Ausschüsse.) An die betreffenden Ausschüsse gingen folgende Prä—
idialvorschlüge ; Unterhandlungen über den Handelsvertrag mit
Portugal; das Regulatih fürden Güter⸗ und Effektentransport
uuf den Eisenbahnen, die Jahresadrechnungen über die Zolle
von 1860 bis 1866; Zollerlaß an Wein auf der Riederl.⸗Rhei⸗
rischenzEisenbahn; Zollpersonalbestand bei den Hauptämtern zu
rüneburg und Schweidnitz; zollfreie Ablassung von eisernen Ma—
etialien zum Schiffbau; Ausschluß der Lange'schen Schiffswerfit
        <pb n="114" />
        ist vor Kurzem Mitglied des englischen Canoe⸗Clubbs geworden

dessen Commodore der Prinz von Wales ist, und hat dem üblichen

Bebrauche zufolge, demselben ein zierliches Canoe zugebracht.
Italien.

Florenz, 2. Marz. Mazzini hat ein neues Revolutions
Manifest erlassen, in welchem er, im Widerspruche mit seinem
hisherigen unitarischen Glaubensbekenntnisse, sich fur das foörde⸗
rative Prinzip ausspricht.

Florenz, A. Marz. Bahern ist dem zwischen Italien
und dem Norddeutschen Bunde am 13. Oct. 1867 abgseschlosse⸗
nen Schifffahrtsvertrag beigetreten.

Außlanb.

Petersssburg, 8. Marz. Die Zollkommission hat be⸗
schlossen, den Werthzoll für veinengewebe auf 30 Proc. zu er⸗
hdöhen, dagegen den Werthzoll für Battisttücher, Tischzeug, Zwillich
uͤnd Messerschmiedarbeiten zu ermäßigen.

Amerika.

Washingtou, 19. Zebr. Vor einigen Jahren wurde
an das Schatamt eine Kiste gesandt, welche die Aufschrift Ju—
welen“ rug. Sie wurde in einem Keller des Schaßamtsge
buudes sorgfaltig aufbewahrt, aber Niemand meldete sich als Ei⸗
genthümer derselben. Das Repräsentantenhaus hat nun dem
Schahmeister die Oeffnung der mysteriösen Kiste anbejohlen. Die
ser aber weigert sich, dem Befehle nachzukommen, weil er und
alle andern Beamten glauben, sie enthalte eine Höllenmaschine

die fich beim Eroͤffnen entlade. Die Kiste bildet gegenwärtig das
Tageaereigniß und stellt alle wichtigen Fragen der Rekonstruction
der Finanzen und der Prästdentenanklage weit in den Hintergrund
Man ist zuf das Ergehniß dieser Kisten -Offnuung außerst ge⸗
spaun. —
—(Sœͤingen für die Pfalz.
I. Quartal 1868.

Zweibrücen, 25. Februar und folgende Tage. Anu
klage gegen Reinhard und Sebastian Koch von Asselheim wegen
Meineids. (Fortsetzung und Schluß.)

Der Proceß, bezüglich dessen Reinhard Koch selbst des Mein⸗
eids angeklagt ist, hatte mit einem gewissen Friedrich Haffner vor
Asselheim statt, der bedeutende Posten an die Familie Koch schul⸗
dig war. Zu deren Tilgung nahm er im Jahre 1862 ein Dar—
lehen auf, zahlte auch an dieselbe 9465 fl. 53 kr. und bliel
noch 640 fi. darauf schuldig. Ende 1863 ließ Haffner veritei
gern, zahlte das aufgenommene Darlehen zurück und überließ den
gtest der Koch'schen Forderung dem Notär, damit dieselbe eben⸗
falls abgetragen würde. Haffuer erllärt aun, trotzdem er von den
Koch's habe loskommen wollen, habe er auf die mehrfache Ver-⸗
sicherung des Reihnhard Koch, daß dieser garantire, daß das Geld
stehen bleiben könne, so lange Wittwe Koch lebe, endlich dies An⸗
erbieten acceptirl und das Geld beim Notär wieder geholt. Rein
hard stoch hatte dem Notär auch erklärt, das Geld bliebe stehen
sie gäben jedoch die versteigerten Güter wieder frei. Als aber der
Notär den Streichungsakt fertigen wollte, weigerte sich Ersteren
und schon am 12. Juli 1864 wurde für die Restforderung an
Mann diesem Zahlbefehl gegeben und am 19. Juli Früchtepfän
dung vorgenommen, worauf Mann Opposition und zugleich Garantie
klage gegen Sebastian und Reinhard Koch, sowie gegen die zweite Ehe
fran des Letzteren erhob. In diesem Processe leisteten die Brüdern
Koch am 8. October 1864 vor dem kgl. Landgericht Grünstad!
den ihnen von Mann zugeschobenen Eid, daß es nicht wahr sei,
daß sie daftr garantirt hätten, die fragliche —8 koͤnne noch
einige Jahre bei Mann stehen. Ehefrau Koch und dinne Koch
schwuren ebenfalls, daß sie von einem derartigen Versprechen
nichts wüßten.

Zur gegenwärtigen Verhandlung waren 68 Hauptzeugen und
13 Entlafstungszeugen geladen. Einer der Zeugen ist unter der
Zeit gestorben. ein Anderer ausgewandert. der Dritte durch Krank
heit am Erscheinen verhindert. Unter Anderem wurden die kgl—
ydvocaten Kirchweger, Stockinger und Dursy von Frankenthal
igl. Notär Haase von da und igl. Notär Machwirth von Grün⸗
siadt, die Landgerichtsbeamten don Grünstadt u. s. w., als Zeu⸗
gen vernommen. Die Abhör der Zeugen nahm den ganz en 25.
26. und 27., sowie den Vormittag des 28. Febr. in Anspruch
so daß die kgl. Staatsbehörde erst Rachmittags beginnen kounte
Um 29. Februar folgten die Vertheidigungsreden, und zwar zu⸗
erst diejerige von Herrn Rosenberger für den Angeklagten Seba
stian Koch. Nach dessen Aufftellung wärt nach der erwähnten
Theilung die Gütergemeinschaftsmasse und der Nachlaß des Va⸗
ders Koch nicht mehr gemeinschaftlich, sondern jeder der beiden
Soͤhne Eigenthümer des ihm zugewiesenen Vermoöͤgens gewesen
Wiitwe Koch habe ihr eigenes Vermögen, und als Theilhaberin
der Gütergemeinschaft und als Miterbin ihrer beiden gestorbenen

Kinder weitaus den großten Vermögenstheil behalten. Sebastian
Noch habe sohin keine Unwahrheit beschworen, die Wissentlichteit
sehle auch auf seiner Seite und dann sei der Eid im Sinne der
Staalsbehörde gar nicht relevant gewesen. Sebastian soll aber
von seinem Bruder Reinhard zum falschen Eid verleitet umnd ge⸗
zwungen worden sein. man spreche davon, daß Reinhard mit
Todtfchießen, Brandlegen u. s. w. gedroht habe, auch in diesem
Falle sei Sebastian freizusprechen, da Zwang die Strafbarkeit aus⸗
schließe; jedesmal sei aber die Fähhigkeit der Selbsthestimmung
bei demselben in erheblichem Grade gemindert gewesen. Heer
—XEVVV
vor, daß, da der Meineid, gegen Sebastian Koch nicht erwiesen sei,
auch don Theilnahme hieran keine Rede sein könne; übrigens
hätten dir erwähnten Drohungen, wenn sie stattgefuüden, sich auf
rine andere Gelegenheit bezogen; eines eigenen Meineids habe fich
Reinhard auf keinen Fall schuldig gemacht, da, abgesehen von der
Glaubwurdigleit der Familie Haffner, welche Parthei in der Sache
sei, und einiger jchlechtbeleumundeten Zeugen, von diesen behauptet
wird, Reinhurd habe dem Haffner reinen Ausstand bewilligt, wah⸗
rend der geleistete Eid dahin geht, daß er nicht garantirt habe.
daß seine Mutier ihr Versprechen (welches, wie feststehe, gur nich!
gegeben wurde) halten werde.

Reinhard Koch wurde am Samstag Abend wegen des ihm
zur Last liegenden Meineids fireigesprochen, Sebastian Koch aber
des Meineids, verübt im Zustand geminderter Zurechnungsfühiq⸗
leit, und sein Bruder Reinhard der Theilnahme hierun für jchul⸗
zig erllärt und Stbastian hierauf zu einer Gefäugnißstrafe von
8 Monaten, Reinhard Koch aber zu einer Zuchthausstrafe von

Jahren veruriheilt)
BVe r u üsschee 6.

Der Vorschußverein in Kaiserslautern, welche
219 Mitglieder zuhlt und ein Stammcapital von SZ3, O00 fl. besitzt
hat im verflossenen Jahre I.9602,338 fl. umgeschlagen. Die
Dividende wurde auf 138 Proe. fesigeseßt.

rSpeyer,. B. März. An den nun beendigten Prüfun⸗
zen für den einjährigen Freiwilligendienft haben 65 Theil genommen;
huhen dieselbe hestanden 4. mit der II., 45 mit der III. Note,
zusammen 49: nicht bestanden haben die Prüfung 16.

F Müncheu,. 1. März. Mit kom nendem Sommersemesler
ritt — nach der „A. Z.“ — an den drei bayerischen Landes⸗
universitäten eine neue Ferienordnung ein, welche den bisher wech⸗
selnden Termin für den Schluß des Winters- und den Beginn
des Sommiersemesters aufhebt, und ersteren auf 15. März, letz-
teren auf 15. April bezw. wenn Ostern später fällt, auf Dienk⸗
tag nach Ostern verlegt. Der Schluß des Sommersemesters ist
auf 15. Aug. verlegt, der Anfang des Wintersemesters bleibt auf
2. Nod. festgeseßzt.

Die Münchener Fama weiß zu erzählen, daß der Leich⸗
ꝛam Ludwigs J. auf seiner Fahrt nah München, auf Wunsch
Napoleons, welcher den Großoffizier der Ehreulegion nohh im
Tode ehren will, Paris berühren, und daß daselbst eine großurtige
Trauerfeierlichkeit abgehalten werde.

f Alzei, 1. März. Vor einigen Tagen ist dahier, rechts
neben dem Schützenhause, füdwestlich von der Stadt, brei Ver⸗
suchen zum Ausgraben von Kallsteinen, ein vollkommen erhalte⸗
ner steineriner Sarg, in welchem das Gerippe eines Ritters mit
Panzer Helm und Schwert sich befand, gefunden worden. Die
Rüstung befindet sich in den Händen des Herrn Poftmeisters
Wimmer dahier.

t Der Landtagsabgeordnete A. Urban von Viltbiburg (Nieder⸗
bayern) deroͤffentlicht den Hauplinhalt einer vom dortigen Pfarret Leu⸗
mayer gehaltenen Predigt, und erbietet sich, die Richtigleit dieser Wie⸗
dergabe durch Zeugen erweisen zu lassen. In dies er Predigt heißt
es unter Anderm: „Was wollen denn eigentlich diese Forischritt⸗
ler, diese Läusekrankheit“, an der unser Vaterland leidet. Einen
deuischen Kaiser, einen protestantischen Kaiser wollen sie. Man
will Euch ausziehen und Euren Reichthum in die armen Prodinzen
schleppen... Noah kannte nicht die Stärke des Weines; er de⸗
rauschte sich. Sein ungerathener Sohn Cham sah den Vater
jm entblößten bewußtlosen Zustande liegen und er der Forischritt⸗
let! — ging hin, erzählte es seinen Brüdern und spottete seinet
Baters. Aber wie der Fluch Noahs auf Cham, so lastet der
Fluch Christi und der Kirche auf ihnen, den Abtrünnigen, den
Fortschrittlern ... Nochmals beschwöre ich Euch: seid sandhaft
bei der kommenden Wahl; haltet an das Vaterland, das maun
unterjochen will, seid standhaft, selbsi wenn man es versuchen
'oslte, don den anderthalb Millionen, die man von Berlin zun
Wahlbestechung fortgesendet hat, Ench etwas in die Taschen zu

stecen.“ Eine hübsche Predigt!

f Koln, 29. Febr. Kaum. daß die gelinde Winerung

eintritt, so beginnen auch schon wieder die Züge der Auswanderet
nach den Ver. Staaten Nord⸗Amerika's. Geftern sahen wir einen

*
        <pb n="115" />
        kleinen Vorirab von Auswanderern hier eintreffen; für hente und
morgen sind bereits Züge von je 80 bis 60 Köpfen aus dem
Dberlande hier angemeldet. — Wie wahrhaft ungeheuer der Ge⸗
sreide⸗Export aus Ungarn in vergangenem Herbste und Winter
gewefen. davon kann man sich einigermaßen eine Vorstelung
machen, wenn man die großen Getreidemassen betrachtet. welche
gegenwärtig noch in der großen Glashalle des Direction⸗Gebäude!
der Khein. Eisenbahn hierselbst lagern, und rings herum die Ge—⸗
reidesäde, fast durchgehends Waizen enthaltend, hoch aufgestappelt
liegen. Uebrigens ist dieser ungarische Waizen nicht so vorsichtig
—, wie der hiesige, enthalt vielmehr viele schwarze und
unde Körner, den Samen einer rothen Blume welche in Ungarn
besonders reichlich in den Waizenfeldern wuchert.
rGotha— 29. Febr. Der „Zukunft schreibt man: „Der
Herzog von Coburg⸗ Gotha wird heute im Schlosse Friedensiein
su Gotha vor einem eingeladenen Publikum als Bolinghroke im
Glas Waffer“ auftreten. Seit Nero der als Citherspieler, und
eit Ludwig dem Vierzehnten, der als Ballettänzer die Bühne be—
rat, hat unseres Wissens die fürst iche Vergnügungsfähigkeit sich
auf diesem Gebiete nicht versucht. Hoffen wir. daß der 2332
heute ebenso zufrieden hinter die Coulissen geht, wie bei Eckern⸗
forde und bei ee J

Der P. Fuͤcher st don Stuttgart nach Wien abgereist,
vo et noch Auftrage seines dahingeichiedenen Herrn zu besorgeü
haben soll in seiner Begleitung defindet sich der von Marimilian
an Sohnesftati angenoimmene Großneffe des früheren Kaifert
Iturbide. *

Detr ehemalige Adjutant Marimilianz W. v. Montlong
Vetfasser der . authemischen Enthüllungen aber die lehten Ereig⸗
aisse in Mexico“ ist als Hauptmann in wurttembergische Kriegs
dienste getreten. W —

eber das Motiv des Attentats Meyendotffs auf Baron
Budberg läßl sich die N. fr. Pr. aus sehr verläßlicher Quelle
Folgendes mittheilen: Der junge Meyendorff, Sohn des bekann⸗
sen russischen Diplomaten, ist (in Folge einer im Kaukasuskriege
als Garde-Offizier erlittener Verwundumg) jeitweiligen Geistes—
torungen unterworfen. wahrend deren er Streit mit den harm⸗
osesten Personen jucht. So hatte vor Kurzem. während eines
dieser Anfalle, Baron Meyendorff zu Paris einen Zan mit einem
jranzösischen Edelmanne Herrn v. P... provocirt; es sollte
ein Zweitampf stattfinden, allein es fanden sich Vermitler, welche
ich diesem Duell im Hinblick auf den Geisteszustand des Barons
vidersetzten. Der Beleidigte, Hr. v. P. begab sich zu dem rus⸗
ischen Boischaiter und ersuchte denselben unter der Bürgschaft

jeines Ehrenwortes um ein Schreiben, das den Zustand des Ba⸗
'ons bestaͤtigte. Dieses Schreiben wurbde abgefaßt. Seit jener
Jeit trug sich Baron M. mit dem Gedanken, an dem Botschafter
Kache zu nehmen; von der bevorstehenden Ankunft debselben um⸗
errichtet, reiste M. uach Köln. von wo er sich jeden Morgen
aach Verviers begab, um dorl endlich dem R, den
Weg zu treten und sein Vorhaben auzzuführen. — Auf Begehreu
es Botjchafters wurde Baron M. zu Verviers zurückgehalten
ind überwacht, aber mit aller Schonung, die vurch seinen Zustand
ind die Rücksicht auf seine Familie geboten schien, welche iele⸗
zraphisch verständigt worden war. F
Eundwitc chastliches.

Die Monate Februar und Marz sind die Zeit, in welcher wir

unsern Obstbaͤumen eine befondere Aufmerksmerksamkeit zu schen—
en haben, wenn sie nicht für immer Schaden nehmen vder an Frucht⸗
jarkeit für das Jahr verlieren follen. Joßt gilt es den ge⸗
aͤhrlichsten Feinden zu Leide zu gehen umd eine gesunde Entwic-
ung zu fördern!? Die Feinde uber, denen 88 nachgehen mits⸗
en, sind dorerst die Raupen, um ste zu serstören, ehe sie aus⸗
riechen und zwar dadurch, daß wir die an den Zweigen sichtba⸗
en Nester abbrechen und verbreunen und daß Moos, wowie
die losen Rindentheilt an Baum und Ueften abfcharren und beidr
mit Kallmilch anstreichen. Dadurch“ erzeigen twir den Bäinnen
ine große Wohlthat und fordern ihr Wachzthum und ihrr Frucht⸗
rarkeit. Ein ebenso gefährlicher Feind, namenlich ver Apfeibämnet
ist die Kraft und Saft des Baumes verzehrende Mistel, dit man
eider noch immer so häufig auf diesen Bäumen sieht, obschon
zuf ihre Schädlichkeit schon in ben Schulen hingewiesen wird.
Es ist jener gelbgrüne Busch mit weißen Beeren. der, wenn er nicht
bald grundlich vertilgt wird, nach und nach alle Upfelbünimne in
hrer Nachbarschaft überzieht und in wenigen Jahren auch den
räftigsten Baum aussaugt und tödtet. — Wer solche Biljche fort⸗
vuchern lassen will, mache lieber gleich seine Büuume aus, damit
er nicht auch seinen Nachbarn schade. Nutzen wird er sicher nicht
von solchen Bäumen haben. Die Miftel zu tilgen ist jjetzt noch
Zeit aber höchste Zeit, denn wenn die Blätter sich entwickelt ha⸗
zen, können wir die kleineren Pflanzen nicht mehr wahrnehmen.
— Dann hören auch die Bäume jetzt geputzt,. d. h. die duͤrren
und übderflüssigen Aefte aus ihrer Wurzel, fest am Baume, abge⸗
zeschnitten, damit die Krone überallhin Licht and Luft erhalte,
vas auch zum Gedeihen dez Baumes nöthin ist. Moͤchte zu die⸗
em zweifachen Werke, das so sehr sich lohnet, hierdurch Line er⸗
olgreiche Anregung geaeben sein.
—
Hausversteigerung.
Mittwoch, den 11. Marz nächsthin, Nach⸗
mittags 2 Uhr, in dem zu versteigerndern
Hause, lassen die Wittwe und Erben des
hahier deriebten Johaun Ragel ihr
zahier im Josephsthal gelegenes Wohnhaus
mit Hofraum, Garten und Zugehör öffent⸗

lich in Eigenthum versteigern.

HSorn, tigl. Notar.

— 2
l
J

— ß
Holzversteigerung
zu Ormesheim.

Montag den 16. Märzel. J. um 10
Uhr Vormittags, werden zu Orme⸗
heim im Schulhaufe aus dem da—
sigen Gemeindewalde Schlag „Bettel“
nachverzeichnete Holzsortimente bersteigert:

15 eichene Baustämme IV. Glasse.

8 buchene Nutzholzitaämme II.

11 hainbuchene Rittzholzstämnte II.
3,200 gemischte Bohnenftangen,

1714 buchen Scheitholz, knorrig,

329/ gemischtes Prügelholz,

227. eichen Krappenholz,
34,80 gemischte Reiserwellen,
3,75 eichene
Erfweiler den 4. März 1868
Das Bürge rmeisteramt:

— Zur Beachtung.
Ich erlaube mir den verehrl. Damen
jiesiger Stadt die ergebenste Anzeige zu
nachen, daß ich von Saarbrücken hiehet
ibersiedelte und mich als Kleider
mach e rin etabsirt habbe.
Um geneigte Kundschaft bittend, glaube
ich die Versicherung geben zu duͤrfen,
zaß gegebene Aufträge in dem modernsten
Schnitt auf das geschmackvollste, unter Zu⸗
icherung promter und re⸗ler Bedienung aus⸗
geführt werden.
Auch werden einige Mädchen bei mit
mgenommen, um das Kleidermachen zu
kriernen.
ãIELXDVEORROCCV
dohnhaft in der Kohlenfiraße, gegenüber
der Maschinenfubrick. J
Avis für Damen!!
Um ben vielseitigen Wünschen ber
Damen Genůüge zu leisten, erlaube mir
die ergebene Anzeige zu machen. daß
neine Frau von ihrer Krankheit wie⸗
der hergeftellt ist und noch vor Ostern
hier eintreffen wirb, um die Damen
welche nichts passendes auf unseter
Riederlage gefunden haben zu befrie⸗
igen.
Tag und Aufenthalt werden durch
arten bekannt gemacht. J
Vilhelim Herges,
Lorsettenfabrikant aus PNrier

— —
Verpachtung.

Samstag den 14. Marz 1868. Rachmit—
ags 2 Uhr in ihrem Hause lassen die
Winwe und Kinder des dahier verlebten
Backers und Wirthes Peter ESchmeljer
hr sämmitliches Ader⸗ und Wiesenland
hiesigen Bannes öffentlich auf mehrere Jahte
berdachten.
HSorn, kal. Notar

M·⸗⸗

2— 7e.
BR
28 —

J — 5
—— — —

Photographie æ.
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu—
eigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
en S Uhr in meinem neuen Aielier
gef. Aufträge entgegennehme um drompiest
auszuführen.
V Aufnahmen finden im geheitzten
Ealon bei jeder Witterung statt.
St. Ingbert im Febr. 1868.
B. Ollig, Photograph.
stohlenftraße, neben der Holzhandlung des
dr. Otto Weigand.

Au⸗ Sorten Nohr· SEtrob
und Weidenftühle sind vor
zäthig und werden billigst angefertigt.
bei Wilh. Dinjes, Stuhlmacher
vohnhaft bei Hrn. F. Foos, Schuhmacher
ver Aoblenstrake
4Stück guterhalteee
Fenster,
pon 4* 79 höoch uud 3‘ breit, mit
Kiegel, sind billig zu verkaufen bei
Schreiner Vogelsang.
        <pb n="116" />
        an e t 22444 24 e
ee Bekauntmachung.
e Aushebung der Confcribirten der Altersklasse 1846 beir).

Am Freitag, den 27. März nächsthin, Morgens 7 Uhr wird sich die
obere Visitutionscoinmifsion und am darauffolgenden Samstag, den 28. März.
Morgens 9 Uhr, der oberste Rekrutirungsrath der Pfalz in den Lokalitäten
des Wittelsbacherhofes zu Speyer behufs der Messung und kbrperlichen Un—
tersuchung, beziehungsweife Aushebung der Conscribirten der Altersklasse 1846 ver—⸗
ammeln 5 *

ai Zu diesen? Verhandlungen' haben sich alle Conscribirten unfehlbar einzufinden, welche
nicht bereits oder unwürdig erklärt oder zur nächsten Ziehung
zur Altersklasse 1847) werwiesen wordensind oder bereits freiwillig in der Ar⸗
mee dienen. Es sind dem mach zum Erscheinen vor der oberen Visitationscommission
ind dem obersten Rekrutirungsrathe der Pfalz gemäß des Ausschreibens hoher k. Regie—
rung der Pfalz, Kammer des Innern, vom 183. laufenden Monats im Kreis-Amtsblait
»er Pfalz Rr. 13 insbesondere auch diecriget Conseribirten verpflichtet
velche sich im Voraus Ersatzleute gesteüt haben, insofern sie bis jetzt
noch nicht gesetzlich ausgewandert sind, da diese Conscribirten im Fall ihrer
Tauglichkeit; der Landwehr, in welcher sie gemäß Art. 88 Abs. 3 des neuen Wehr
verfassungsgesetzes einzutreten haben, überwiesen werden müssen, ferner diejenigen
Con seribirten, für welche ECaution gestellt worden ist, eventuell deren
Stellvertreter und endlich auch diejenigen Conseribirten der Alters⸗
klasse 1846, welche zum einjährigen Freiwilligendienst zugelassen
werden und sich hierüber durch ein Zeugniß —— — aus
weisen können. ——
ia Die ohne genügende Entschuldigung wegbleibenden Conscribirten werden gemäß de?
vorerwähnten hohen Regierungs-Ausschreibens Ziff. ß fofort nach der Aushebung
dem zuständigen Gerichte zur Verurtheilung «in die gesetzlichen Strafen und Straffolgen
vegen Wieder spenstigkeit angezeigt werden... ..

Alle Conseripirten haben in sauberer Kleidung und in reinli—
chem Zustande bei der Messung, Visitation und Aushebung zu
erscheinen. .....

Als genügender Entschuldigungsgrund fürdas Nichterscheinen
zibt nur durch ein beglaubigtes ärztliches Zeugniß constatirte Krankheit und ein nachge—
wiese nes, nicht zu beseitigendes anderes- Hinderniß. Die nicht erscheinenden
kranken Conscribirten werden gemäß Art. 60 des neuen Wehrverfassungsgesetzes auch
als tauglich behandelt, insoferneenicht neben der Krankheit zu—
gleich gänzliche Untauglichkeit durchein Zeugniß zweier Aerzte,
derenseiner einöffentlhicher d. hein k. Bezirksarzt sein muß und
durchsein Zeugniß der betreffeuden Gemeindebehörde nachge—
wiesen wir d. ,

Die bereits untauglich oder unwürdig erklärten, sowie die zur nächsten Ziehung ver—
wiesenen Conscribirten werden durch die Bürgermeisterämter hievon Mittheilung erhalten
Sie sind gleich den bereits freiwillig dienenden Conseribirlen, wie oben erwähnt, von
dem Erscheinen vor de witannccoposen und dem obersten Recrutirun Srathe
der Pfalz bef reri.n Endlich wird noch bekanmj gegeben, daß sich der, oberste Recruti
rungsͤrath der Pfalz am Fréitäng den 27. Mürz nächtrhin, Nachmittags
3z Uhr, im Reglerungsgebäude zu Speyerzum' zwecke der Bescheidung
der Gesuche von Conscribirten um Aussetßz unddes Dienstesantritts, sowie
um. gänzlliche ader zeitweise Befrerung'vonder Wehrpfl.ichver
jammeln wird und daß das. Erscheinen in dieser Sitzung den betreffenden Couüscribirten
velche solche Gesuche eingereicht haben, freigestellt ist.

Koönigl. Bayer. Bezirksamt
— Danmm.

GVermüchtnuiß des Hültenwerksbesitzers
Philipp Heinrich v. Krämern
zu St. Ingbert zu Gunsten des Hospitals

ddortiselbst betr.)
Im Namen Sr. Majestät
— des Königs 9
Der zu Frankfurt a. M. verstor⸗
beue Hüttenwerksbesitzer Phil. Heinr,

v. Krämer zu St. Ingbert hat deni
dortigen Hospitale Viertausend Gulden
unter der Bedingung vermacht, daß
mr der Zins dieses Capitals zu
dospitalzwecken verwendet, und im Falle
das Hospital wider Erwarten aufgelöst
werden sollte, die genannte Summe
nach vorgängiger Befragung der Familie
)es Schenkgebers zu einem ähnlichen
Zwecke bestimmt werde. 7
Bestehender Vorschrift zufolge, wird
diese, das Andenken des Verstorbenen
ehrende Handlung hiemit: zur allge⸗
meinen Kenntniß gebracht.

Speyer, den 27. Jan. 1868.
Koniglich Bayerische Regierung der
— . Pfalz, —
Kammer des Innern.
Pfeufer.
..Dilg.
St. Ingberter!
Am nächsten Montag ist die Stadtraths⸗
wahl. Auf der Grube, die nach der letz—
ten Volkszählung 1,275 VBewohner hat,
also beinahe den sechsten Theil der Stadt—
gemeinde ausmacht, ist schon läugst der
Wunsch rege, auch wir möchten im Stadt,
rathe vertreten sin. .

Da jedoch die Bürgerzahl hiex nicht so
tark ist, daß wir ohne Mitwirkung von
Fuch Jemand in den Stadtrath bringen,
o erlauben wir uns Ench die Herren
Johann Siegwarth und Julius
daul von hier, welche die meisten unserer
Stimmen bekemmen, vorzuschlagen und
dechuen darauf, daß Ihr uns in unserer
Wahl unterstützen werdet.

St. Ingberter Grube 6. März 1868.

Mehrere Bürger.
Irucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. WBreise
der Stadt Homburg vom März.

Weizen 9fl — kr. Korn? 7*7fl. 24 tr.

Spelz 6fl. 3 kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— tr., Mischfrucht.7 fl. 28 kr., Hafer
5 fl. Gkr., Erbsen —-fl. — kr., Kartof⸗
seln 1fl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
32 kr., ditto 2 Kgr. 22 kr., ditto 1 Kgr.
Lkr. Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Oual,
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammeffleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 28 kr
ser Pfd.

nινν —

—
— * * —*57 — ** * — * * *—
Bekanntmachung.
Zufokge Auftrags des k. Bezirsamtes
Zweibrücken vom 19. v. M. hat das un—
serfertigte Amt die Urlisten derjenigen in
hiesigen Stadt wohnhaften Personen, welche
zu den Verrichtungen eines Geschworenen
zefähigt sind, Zangefertigt und solche zu
Jedermanns Einsicht auf dem Bürgermei—
deramte aufgelegte was. andurch; mitder
Aufforderung bekannt gemacht wird, allen
allsige Reclamationen dagegen bis lüng⸗
tens zum 18. d. M. hierorts anzubringen.
St⸗ Ingbert den 4. März 1868..
Das Bürgermeisteramt
Chandon.
— — — — — — 1
Eine Wies in den Bruchrechwiesen neben
be Schmidt und Johann Joseph Peters
c berpochten.
* vellenthal·
3 gerandete?
rhaben in der Druckere

Bekanntmachung.
Nachträglich zu dem Verzeichniß der
zöchstbestruerten Hälfte der wahlfähigen
tzürger von St. Ingbert wird noch zur
ffentlichen Kenntniß gebracht, daß 1. der
Steiger Jakob Sonn und 2. der Schrei⸗
er Philipp Weigand, welche aus
Lersehen in das bezügliche Verzeichniß nicht
ingetragen, in dieses Verzeichniß aufge
nommen wurden.
SEtIngbert 7. März 1868
Das Bürgermeisterant ·: Frankeurter Boörse
CEhandon. 8eldsorten.
⏑ — vom 8. März. 18b668
Wohnungsvermiethung. Zueige ahenginnn z
Preußische Friedrichsdr. 9537ει
In meinem Hause, der Post gegenüber distolenn νν
st derr obere Stock mit 5 Vimmern und dolländische 10 fl.-Stücke. 9. 242368
düche, entsprechendem Speicher- und Keller- —5 —
Raum zu dermietben. I04 nduse Sruorteings wi 38
R old per Zollfund fein. . — —
·. I. Tiaok 8315 e Zollpfund ¶ —
Saitler. Dollars in Goide —B————

zieses Blattes.
—7U— — ——
Redaction, Druck und Verlag von F. X.DHemetz in St. Ingbert.
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        Exrtra⸗Veilage
zu AM 29 des St. Ingberter Anzeiger.
J — den 8. Maͤrz 1808.

— — — — —

— E
Verpachtung
auf 6 Jahre. —
Samstag den 14. März 1868, Nachmit-
tags 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem Hause las⸗
sen die Wittwe und Erben des dahier verlebten

Bäckers und Wirthes Peter Schmelzer

ihr sämmtliches Acker- und Wiesenland

auf sechs aufeinanderfolgende Jahre öffent⸗
lich verpachten und zwar:
A4. Vckerland.

Plan Aö Dec.

819 33Im Dillmesflur, neben
Johann Joseph Peters.

a88 42Aufm rothen Flur, ne⸗

ben Carl Uhl.

1807 133 Am Andelsbrunnen,
neben Bernhard Kopp,
und Johann Grewenig.

In der langen Ahn⸗
ung in der Rischbach, ne⸗
ben Johann Best und fol⸗
gendem Stücke.

Allda, neben vorigem
Stücke und Wittwe Wack.

Daselbst, neben Carl
Uhl und folgendem Stücke.

Daselbst, neben vori—
gem Stücke und Peter
Best.

Unterm Speckenthälchen
neben Peter Eich und
Wendel Schuster.

Im Lautzenlhälchen, ne⸗
ben Wald und Ladknecht
Greß.

Im hinteren Waller⸗
feld, neben Johann Jo⸗
jeph Grewenig und fol-⸗
gendem Stücke.

Daselbst neben vorigem,
Stücke und Ludwig Sieg⸗
wart Wittwe.

2794 — Im untersten Flur, ne⸗
ben Johann Hofmann
und Wittwe Heiurich.

Auf der Meß, neben
Carl Michael Laur und
Wittwe Woll.

Auf der Krummfuhr,
neben Georg Brünion:
Im vorderen Waller⸗
feld, neben Ludwig Vo—
gelsang und Johann Jo⸗ —
ieph Grewenig.

In der untersten Dreispitz,
neben Michael Vaul und
Erben Bleif.

Ober der Lehmkaut,
neben Johann Hager, und
Carl Michael Laur.
Auf Mühlenthal, neben
Adolph Jungfleich und
Gastwirth Schwarz.

3074 40 Daselbst neben Johann
—J

3079 38 Allda, neben Johann 250090 .42

RPedaction. Druck und Verlag von F. X. Demestz in St. Inabert

Plan M Dec.
ebisru! 19

ben Franz Jakob Schwarz
und Peter Müllers Wittwe.
Daselbst, neben Louis

Beer und Heinrich
Schmitt.

Allda, neben Peter
Werner und Gebrüder
Krämer.

Hinter der giche— in zwei
Allda Bettchen,
neben Johaun Jost Wittwe
und Wittwe Collisi.
Auf der Spick, neben
folgender Wiese.
Allda, neben Johann
Steinfeld.

Daselbst, neben Apo⸗
cheker Weigand und Jo—⸗
hann Adam Peters.

Horn, k. Notar.

2522 55

2465 7
2466 3
477 21
A7s 28
4513 44

**

Bürger St. Ingberts!!

Morgen ist ein wichtiger Tag für unsere Stadt
Betreffs der Wahl der Stadtrathsmitglieder
). h. Derjenigen, die das Wohl und Wehe
mserer Siadt zu berathen haben werden.

Und da wir uns zu den guten Bürgern St.
Ingberts zählen, das heißt, Derjenigen, die das
Vohl uͤnd Gedeihen, das Vorwärts⸗
chreiten in allen Beziehungen unserer
Stadt St. Ingbert wünschen und wollen, damit
vir gegen andere Städte unserer Pfalz nicht zu⸗
ckbleiben, so erlauben wir uns unsere Mitbür⸗
ger auf einige wesentliche Punkte bei der zu tref⸗
enden Wahl aufmerksam zu machen: Wählt nur
olche Maͤnuer, die das Gasammtwohl unserer
Burger wollen, Männer, die mit den localen und
ocialen Verhältnissen unserer Stadt vertraut sind,
Märnner, dbie einen enischlossenen, festen Charac⸗
er haben, Männer, die eine unabhängige Stell⸗
ing haben und jeder Beeinflussung unzugänglich
ind, und die im Stadtrathe nicht allein stimmen
nucken) können, sondern auch sprechen, eine An⸗
icht verstehen und auch vertheidigen können.

M
Mehrere Wähler.

In der Annonce der gestrigen Zei⸗
ung d. d. St. Ingberter Grube „an
die Wähler der Stadt St. Ingbert“
ist eine Aenderung dahin eingetreten,
daß wir nun folgende Herren

Johann Siegwarth,
Martin Zott,
Jakob Eisel,
ils Candidaten aufstellen und ersuchen
die resp. Wähler hiesiger Stadt, vor⸗
stehende Namen gefälligst berücksichtigen
zu wollen.

St. Ingbert den 8. März 1868.

Mehrere Wähler
von der Schnappbach.
Schwarz gerandetes
Papier ist zu haben in derx Druckerei
dieses Blattes.
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
d Samstag: Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

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Nro. 30 Dienstag, den 10. März 1868. U 1868

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Deutschlaud.

München, 5, März. Ueber die am Montag Nachmit⸗
ags 2 Uhr beginnende Leichenfeier Königs Ludwig J. ist
hon königl. Oberst-Ceremonienmeister ein Programm erschienen
dem wir Folgendes entnehmen:

„Der Leichenzug geht unter dem Geläute der Glocken und
anter Abfeurung von 101 Kanonenschüsse von der k. Hofcapelle
nach der Briennerstraße, über den Koönigsplatz, durch das rechte
Portal der Propylaͤen. die Louisen⸗ und Karlsstraße an den
daupteingang der St. Bonifaciuskirche. Hier empfängt die gesammte
Geistlichkeit die Hülle des Königs, und wird der dieselbe um⸗
schließende Sarg auf, eige vor dem Katafalke errichtete Estrade
zesetzt, von der anwesenden Geistlichkeit die Vesper abgebetet und
on' dem Erzbischofe die Einsegnung verrichtet. Nachdem hierauf
die allerhöchsten und höchsten Herrichaften, sowie die anwesenden
herren und Damen die Kirche verlassen haben, wird der Sarg
Inter Voriritt der benöthigten Geistlichkeit und gefolgt von dem
Oberhofmeister, dem Staatsminister des k. Hauses und des Aeu⸗
zern und dem Hofmarschall Baron v. Laroche nach dem Sarko—
oͤhage getragen, in denselben gesenkt, und wird von demk, Ober⸗
hofmeister doppeltes Siegel angelegt. Der Zug selbst ist im All⸗
zemeinen in ähnlicher Weise geordnet wie bei der Leichenfeier der
önige Max U. und Otio U. Leider wird sich an dem Leichen⸗
—o— derfelbe noch
mmer unwohl und nicht einmal noch in den Stand der Recon
oalescenz eingetreten ist.

Münchenn, 5. März. Im Einlauf der Kammer befinden
sich u. A. Petitionen der Bäcker aus verschiedenen diesseitigen
Sladien um Freigebung der Brod⸗ und Mehltare; solche vieler Lehrer
ind dann des Nürnberger Bolksvereins in Betreff des Schulgesetzes;
rine Vorstellung des Landgerichtsschreibers Pfirmann in Homburg,
die Gehaltsaufbesserung der spfälzischen Landgerichtsschreiber betr.

München, 5. März. In der gestrigen Sitzung des. Fi⸗
nanzausschusses wurde die Aufstellung von 36 neuen Landgerichts⸗
Assessoren nicht begutachtet; die Assessorengehalte sollen von 800 fl
anf 900 fl. in Form einer Theurungszulage erhöht werden.

Aus München, berichtet der „N. K.“ vom G6. März:
In der Abgeordnetenkammer fand die Ausdehnung des Malzauf⸗
schlags auf die Pfalz statt. Anfangs stellte Kolb den Antrag
den Malzaufschlag einzuführen, sobald die Pfalz mit den rechts—
rheinischen Kreisen bezüglich der Taxen und des Stempels gleich—
gestellt sei, zog ihn aber später zurück zu Gunsten des Umbschei—⸗
den'schen Antrags, daß das Malzaufschlaggesetz in der Pfalz an
dem Tage in Wirksamkeit trete, an welchem ein für das ganze
Königreich giltiges Gesetz über die Tare der freiwilligen Gerichts⸗
harkeit in's Leben triti. Letzterer Antrag wurde mit 76 gegen
35 Stimmen verworfen und die Abgeordnetenkammer beschloß
nach vierstündiger Debatte die sofortige Einführung des Malzauf⸗
schlags in der Pfalz.

Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer hat gestern
6. März, den Etat des Finanzministeriums ohne wesentliche Ab
striche genehmigt.

Mnchen, 7. März. In der heutigen Sitzung der Abge⸗
ordnetenkammer wurde der Antrag der pfalzischen Abgeordneten
auf Befreiung der landwirthschaftlichen Branntweinbrennerei
bom Malzaufschlag nebst mehreren anderen von pfälzischer
Seite eingebrachten Modificationsanträgen verworfen und
hierauf das ganze Malzaufschlagsgesetz mit allen gegen 19 Stim—⸗
nen angenommen. Dagegen stimmten außer dem Abg. v. Hoff⸗
mann saͤmmtliche anwesenden Deputirten der Pfalz. (Abg, Adt isi
wegen Krantheit beurlaubt.)

Berlin, 6. März. Gutem Vernehmen nach steht jetzt die
Berufung des Reichstages zum 23. März fest, während das Zoll⸗
barlament erst nach der Beendigung der Reichstagssession zusam⸗
mentreten wird.

Das hiesige Blatt „Post“ will wissen, daß die Anwesen—
heit des Prinzen Rapoleon lediglich den Zweck hat, den im Früb—

jahr bevorstehenden Besuch des Kaisers, seines Vetters, bei hie—
sigem Hofe einzuleiten. Er wird etwa acht Tage hier bleiben
und sich dann zunächst nach Dresden begeben. Später reist er noch
nach Wien, München und Stuttgart.

Birkenfeld, 4. Febr. Hier gibt man sich allgemein der
Doffnung hin, daß die Bahn Landstuhl-Kusel von letzterem
Orte über die Stadt Birkenfeld weiter nach Trier und
'o fort bis Antwerpen geführt würde. Preußische Ingenieure ha-⸗
»en die Ausführung in nahe Aussicht gestellt. Wenn 'es Frieden
»leibe, sagt man bei uns allgemein, daß die bayerische Staats-
regierung diesem Bahnproject gar nicht ungünstig gestimmt sei
ind waͤre eine Verbindung Süddeutschlands mit Belgien auf
diesem Wege von hoher Wichtigkeit und die Handels-Interessen
oͤrderdernd. Die Stadt Birkenfeld hat dadurch, daß sie eine.
Stunde von der Rhein-Nahebahn abliegt, viel verloren, und
önnte dieses auf diesem Wege wieder ausgeglichen werden —
In unserem Industriebezirk Oberstein, krankt das Geschäft gewal—
tig und ist unter der Arbeiterbevölterung stellenweise große Noth
zorhanden, selbst vermöglichere Leute leiden unter dem Drucke det
nomentanen Verhältnisse sehr.

Hamburg, 6. März. Die Hamburger Nachrichten mel⸗
den aus Wien, daß eine Conferenz der Gesandten der fremden
Biächte in Konstantinopel über einen friedlichen Austrag der can-⸗
diotischen Angelegenheit verhandle.

(Wien und Pesth.) Welch ein hochmüthiges Lächeln ent⸗
ockte es einerseitz, welcher Schrei der Entrüstung war anderer—
eits zu hören, als Bismarck vor ein paar Jahren Oesterreich an—
rieth, seinen Schwerpunkt nach Pesth-⸗Ofen zu verlegen! Und nun
eitartikelt bereits die „N, fr. Pr.“ über die Thathsache, daß
Bien aufgehört hat Hauptstadt des Reichs, ständige Residenz des
daisers zu sein, daß „politische Rücksichten es seit zwei Jahren
gefügt haben, daß der Kaiser und die Kaiserin weit länger in
Afen als in Wien verweilten und daß eben jetzt ein freudiges,
dynastisches Ereigniß nicht in Wien, sondern in Ofen, dem zwei⸗
en gleichberechtigten königlichen Hoflager, in Erfüllung geht.“
Wir begrüßen dieses Factum! Es wird mehr als alles Andere
beitragen,? die Wiener aus ihrem Phäakenleben zu erwecken! Mehr
und mehr durch eigene Anstrengungen wird die alte Kaiserstadt
sich auf der Höhe zu erhalten suchen müssen, damit ihr nicht in
der von überall her protegirten ungarischen Hauptstadi ein gefähr⸗
icher Rival nicht blos in Sachen der Residenz entsteht; es wird
einen Stützpunkt in Deutschland suchen und so aus dem gewiß
chließlich für Gesammtdeutschland so wichtigen Dualismus Oe⸗
terreichs das Beste gewinnen, was es gewinnen kann, nämlich aus
einer sittlich angefaulten Residenz eine blühende Stätte deutfchen,
kernigen Bürgerthumes werden.

Franukreich.

Paris, 6. März. Zu der Reise des Prinzen Napoleon
macht das „Journal de Paris“ einen guten Witz, indem es be—⸗
nerkt: „Zuerst sühlte man sich ob der Nachricht erschreckt, daß der
Prinz seinen Besuch am Hofe in Generals-Uniform gemacht habe.
Allein nach einiger Ueberlegung beruhigte man sich bei dem Ge—
danken, daß, wo der Prinz Napoleon in Uniform erscheint, eine
Schlacht nicht nahe bevorsteht. „Gestern wollte man wissen,
der Prinz sei nach Berlin gesandt, um die Wiederherstellung Po—
lens zu betreiben; heute wird versichert, er habe dem Grafen
Bismarck zu eröffnen, daß Frankreich aus purer Liebe pour le
Roi de Prusse zu allen weiteren preußischen Schritten in Deusch⸗
sand ein Auge zudrücken, keinenfalls aber etwaigen Widerstand
dagegen begünstigen werde; was morgen und übermorgen auf das
Tapet kommen wird, steht abzuwart en.

Paris, 7. März. Heute Abend findet im Chatelet⸗Theatre
die exste Aufführung des „Vengeur statt, jenes Dramas. in wel⸗
hem am Schluß (mit Erlaubniß des Kaisers, ‚Vive la Répu-
blike* gerufen wird. Man erwartet eine große Demonstration;
die Polizei hat deshalb vierzig Plätze mehr als gewöhnlich
zorlangt, natürlich für ihre Mouchards.
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        Amerika.

Wasshhington, 6. März. (Per Cabel.) Präsiden
Johnson ist auf den 13. März als Angeklagter vor den Senab
als Gerichtshof geladen. (Eine Dampfernachricht aus Rew⸗Yor⸗
dom 25. Febr., meldet: „Mehrere Heeresabtheilungen haben dem
Congresse ihre Unterstützung zugesagt für den Fall, daß Johnsor
seiner Drohung gemäß iu Gewälimitteln greifen sollte.“)

commissär sowohl als dem k. Untersuchungsrichter seine Mithilf
eingestanden, war auch außerdem überführt, weshalb er schuldig
erklürt und zu 4 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde.

Das Resultat der beendigten Session ist kurz folgendes: Im
Ganzen wurden abgeurtheilt 14 Persouen und zwar lauter männ⸗
liche; hievon wurden freigesprochen 2, zu Gefängniß verurtheilt
3, zu Zuchthaus 9 Personen (worunler“I die Strafe in einer
Festung erstehen darf.)

Dem Vernehmen nach hat bis jetzt keiner der Verurtheilten
Cassation nachgesucht.

Schwurgericht « fitzu ngen für die Pfalz.
J. Quartal 1868.

Zweibrücken, 2. März. Heute Vormittag wurden
4 Criminalsachen, in welchen die Ageklagten flüchtig sind, ab—
geurtheilt.

I. Sache. Carl Klein, 19 Jahre alt, Postbotengehilfe, Sohn

des Postboten Conrad Klein in Homburg, hat mach der Anklage

vom 28. Aug. v. Is. in Hombuͤrg zum Nachtheil der dortigen

. Posterpedition ein Geldpaket mit 3436 Fr. in Gold und Lin

weiteres Packet mit 200 Thlr. in Papiergeld gestohlen. Derselbe

wurde schuldig erklärt und in contumatium zu dier Jaͤhren Zucht
haus verurtheilt.

I. Sache. Philipp Klein, 18 Jahre alt, Maurer—
geselle, Sohn der Wittwe von Paul Klein von Edenkoben isi
angeklagt: am 2. Sept. v. Is. zu Edenkoben dem Wagnerge⸗
jellen Philipp Flach von da rechtswidrig und vorsätzlich mit ei⸗—
nem Kummetholzmodell den Unterschenkelknochen handbreit über
dem Fußgelenk schräg durchgeschlagen zu haben, was eine länger
als 60 Tage dauernde Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte.

Das Urtheil lautete auf 4 Jahren Zuchthaus.

III. Sache. Jakob Klink, 21 Jahre alt, Ackerbu rsche von
Qübelberg. Sohn des Zieglers Jakob Kliuk von da, soll am l.
und 2. Sept. v. Is. in der Wirthschaft von Martin Schmitt
allda dem Schuhmacher Johann Bröhmer von Bruchmühibach
mit einem nicht ganz leeren Schoppenglas aufs linke Auge ge—
worfen und dadurch die Sehkrafi dieses Auges zerstört haben.

Auch dieser wurde schuldig erklärt und zu vier Jahren
Zuchthaus verurtheilt.

IV. Sache. Wolf Isaac, 49 Jahre alt, gewesener Banquier
in Edenkoben, Sohn des längst verlebten Ische Isaac, eines sehr
angesehenen und reichen Mannes, stand selbst in günstigen Ver—
mögensverhältnissen und genoß das größte Zutrauen und einen
bedeutenden Credit. Es war daher Alles erstaunt, als am 20.
November 1866 seine am Tage zuvor ausgeführte Flucht bekannt
wurde, welchem Ereignisse bald die Falliterklürungen erfolgte, in
Folge deren sich bis heute 270,000 fl. Schulden und nur etwa
72,000 fll. Activa herausstellten. Wie es gewöhnlich bei solchen
Leuten geht, so ging es auch hier; nicht bloz Handelshäuser und
Capitalisten, sondern eine Menge unbemittelter Personen, Wingerts⸗
leute und Handwerker verlieren ihre sauer erworbenen Ersparnisse
wo konnte man sein Geld besser placiren, als bei dem reicher
Banquier, der in größter Achtung stand?

Wo kam aber sein Geld hin, da er kein Verschwender war
und nicht mehr als ein Kind hatte, sowie eine brave Frau, die
im letzten Herbste gestorben ist? Als Autwort auf diese Frage
gibt uns die Anklage Kenntniß, daß er unglücklich an der Börfe
gespielt hat und, staͤtt zu gehöriger Zeit aufzuhören, die Sache
forciren wollte.

Hierauf gründet sich die Anklage betrügerischen Bankerottes
Außerdem laulet sie auch auf Unterschlagung und Betruqg im Ver
brechensgrade.

In seinen Büchern suchte Isaac seinen schlechten Vermögens
stand zu verdecken, indem er namentlich im Hauptbuche große
Schuldposten ausließ und fingirte Guthaben eintrug, so daß er
ganz kühn einem Gläubiger im Frühjahr 1866 öfferirte, fein
Bücher einzusehen und das Inbenar machen zu helfen. wozu es
dann aber doch nicht kam.

Der Anklageact zählt zehn Fälle von Unterschlagungen und
Betrügereien auf, indem er Wechsel um sie angeblich umschreiben
zu lassen, sich verschaffte, ebenso Werthpapiere zu angeblich mo—
mentanem Gebrauche, oder um Zinscoupons erneuern zu lassen,
die er dann behieli, Gelder als angeblich Betheiligter oder Be—

vollmächtigter einnahm, angebliche Ausstände übertrug und sogar
die Zinsen davon bezahlte u. s. w.

Er wurde schuldig erklärt und zu 10 Jahren Zuchthaus
condemnirt.

V. Sache. Der gewesene Einnehmer Philipp Woff von

Oppau wurde am 30. tovember v. Is. wegen Amtsuntreue zu
3 Jahren Gefängniß (in einer Festung zu erstehen), vom Schwuc
gerichte verurtheilt. Dessen 20jähriger Sohn Ludwig Wolff.
welcher flüchtig ist und bis heute sich nicht gestellt hat, war der
thätigen Theilnahme an den berübten Unterschlagungen seines Va—
ters angeklagt.

Wie schon angeführt, hat Ludwig Wolff dem Visitations—

Vermischtens.

Zweibrücken, 8. März. Nachdem gestern Abend das
Resultat der hiesigen Stadrathswahl festgestellt war, die imns 6
neue Stadträthe gebracht hat, fand heute die Bürgermeister⸗ und
Adjunkten⸗Wahl statt. Renutner E. W. Schultz ist Bürgermeister,
der gewesene Bürgermeister Ph. Keller erser Adiunkt, und
J. Bruch bleibt zweiter Adjunkt.

FZweibrücken, F. März. Heute Vormittag 8 Uhr
hat der Nachrichter Heinrich Graul don Irheim auf dem Markt—
platze dahier zwei Schwurgerichts⸗Urtheile vom 2. d. M. gegen
die flüchtigen Angeklagten Karl Klein, Postbotengehilfen von Hom⸗
burg, wegen Diebstahls zu 4 Jahren Zuchthaus — und Jakob
Tlink von Kübelberg, wegen Körperverletzung zu gleicher Strafe
verurtheilt — auszugsweise an einen aufgerichteten Strafpfahl an—
jeheftet. Die Auszüge büeben 1 Stunde lang hängen.

F, Für Kunstschöpfungen hat König Ludwig J. vom October

825 bis März 1848 folgende Summen verausgabt: Glyptothet
Bau) 109,589 fl., für Malerei und Skulptur 195,136 fl.,
Walhalla (Bau) 1,832,385 fl., für Skulpturen 330,557 fl.
königsbau 1,832,8683 fl., fuͤr Mobel 331,565 fl., Saalbau
168, 176 fl., für Malereien 256,165 fl., für Möbel 280, 000 fl.
Allerheiligenkirche 437,392 fl., für Einrichtung 44,107 fli, Glas-
malerei (Au, Köln und Regensburg) 333,351 fl., Bouifazius,
lirche (bis zur Abdankung) 697,676 fl., Kunstausstellungsgebäude
682,578 fl., Isarthor 25,856 fl. Hofgartenbögen, 71,920 fl.
üußerer Hofgarten 21,877 fl., Feldherrnhalle 215,738 fl.. Mo⸗
nopteros 42,000 fl., bayerifche Ruhmeshalle (bis zur Abdankung)
294,709 fl., zwei Brunnen 174,434 fl., Bavaria (bis zur Ab⸗
dankang) nebst Skulpturen 294,709 fl. pompejanisches Haus (bis
zur Abdankung) 155,635 fl., Siegesthor (bis zur Abdankung)
205,732 fl., Befreiungshalle bei Kelheim (bis zur Abdankung)
337,937 fl., neue Pinakothek (bis zur Abdankung) 109,576 fl.,
Dom zu Speyer 76.01 1fl. Villa bei Edenkoben 154,384 fl.
VLandhaus bei Schwabing 83,155 fl., Max Jl. 64454 fl., Obelisk
99,721 fl. Summa 10,589,878 fl.

F Wie man erzählt moöchte der ehemalige Flügeladjutant des
Königs von-Bayern, Fürst Paul v. Thurn und Taris unter Ver⸗
zichtleistung auf seinen Namen den Namen v. Fels annehmen.
um seine bisherige Geliebte, Fräulein Nreutzer, heirathen zu
können.

Die bayerischen Bauernburschen sind seelengute Leute, wenn
sie nicht bös werden. In Reit hat einer seinem Kameraden, der
ihn im Spiele betrog, beide Ohren abgebissen. Er übergab sie
dem Wundarzte mit den Worten: er folle sie nur wieder hin—⸗
kuriren. IJ

F Auch in Frankfurt wurden 24 Fälle des Flecken— ¶ Ge⸗
ängniß⸗. Slovaken⸗) Fiebers und zwar ausschließlich im „heil.
Geistipital für Fremde“ qn Vagabunden, welche unordentlich und
unreinlich lebten, beobachtet.

F, In Sachsen (K. Oberwalden) wurden jüngst 16 Pesonen
durch Genuß von Lebkuchen vergiftet, zu deren Bereitung wahr⸗
scheinlich sogen. Turtmehl derwendet worden war.

Wie sinnige Betrachtungen man an zwei Thaler anknüp—
jen kann, zeigt Herr Glasbrenner in Berlin. „Einen dieser
preußischen Thaler (aus der vorannexionellen Periode von 1863
stammend) zeigte auf der Wapenfjeite einen herzlich mageren Adler
mit weitgeöffnetem Schnabel und einer wahrhaften Hunger⸗Physi⸗
ognomie. — Wie anders dagegen das Vild des Vogelkoͤnigs äuf
dem Geldstücke des 1867er Jahrgangs! Ganze Provinzen mit
Haut und Haar schienen in diesen Vogelbauche Platz gefunden
zu haben; aber auch die ganze übrige Erscheinung deuiet auf eine
Zustand angenehmer Sättigung und auf den Beginn eines con⸗
templativen Verdauungsprojesses. Der gierig aufgesperrte Schna⸗
bel ist nur noch leicht geöffnet, gleichsam wie zur gemüthlichen
Conversation über die geschehene Dinge, und die Krone, welche

auf dem ersten Revers ein wenig locker und gelüpft erscheint, sihzt
im zweiten fest und sicher, ja man kbonnte sagen etwas burschitkos
auf dem rechten Ohre!“

Auf dem Hafenquai von La Rochelle geriethen vor einigen
Tagen zwei Fischer von der Insel Groix in eine wüthende Schlä⸗
gerei. Während des Kampfes stürate einer derselben ins Wasser

5
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        und versank. Der andere sprang sofort nach, tauchte und es ge⸗
sang ihm, seinen Feind äber Wasser zu heben und zu retten.
Alle Zuschauer applaudirten dieser großmuülhigen That, aber kum
waren beide wieder auf dem Trocknen, so begannen sie die Prü⸗

gelei wüthender wie zuvor, bis die Polizei einschritt.

F Man hegt, wie der Moniteur erzählt, in den Tuilerieen
die freudige Hoffnung, daß, Dank der jetzt herrschenden angeneh—
men Temperatur, der berühmte Kastamienbaum vom 20. März
dieses Jahr schon vor diesem Tage Blätter treiben wird.

F In London wurde am 2. d. ein gräßliches Verbrechen
bon einer halbtrunkenen Frau, Namens Mary Manning, an einem
kaum 2jährigen Kinde ihrer Nachbarin begangen. In Abwesen⸗
heit der Letzteren begab sie sich nach deren Zimmer, nahm das
sKeind aus dem Bette und hielt es, nur mit einem dünnen Hemd⸗
chen bekleidet, so lange über die Flammen eines Kaminfeuers,
bis es an den dadurch erhaltenen zahllosen Brandwunden eines
jämmerlichen Todes starb.

. Während des Monats Januar 1868 sind nicht weniger
als 141 britische Schiffe durch Stürme und sonstige Unfälle un—
tergegangen.

fVerlorne Menschen und verlorne
Kimder. In London sind 1865 verschwunden 4441 erwachsene
Personen, von welchen die Polizei 2250 theils todt. theils leben⸗
dig wiedergefunden hat, von den übrigen 2181 hat man nichts
in Erfahrung bringen können.

F In Zwolle sind zwei Apostel der Mormonen angekommen,
am Propaganda für ihre Sekte zu machen. Einige schöne Hol⸗
Janderinnen hahen sich denselben bereits angeschlosfen.

FAntwerpeu, 3. März. Diesen Morgen ereignete

sich in unserem Hafen wiederum ein gewaltiges Brandunglück durch
die Entzundung von Petroleum. Um 7 Uhr Morgens fand am
Bord des englischen Schooners „Mary Ann,“ Capitän Marshall
velches in der Schelde vor Anker lag. eine furchtbare Erplosion
tatt; die Deckluken, ein Theil der Schanzkleidung und was sich
sonst auf dem Verdecke befand, ward weil hinausgeschleudert, und
)as ganze Schiff stand so fort in hellen Flammen. Gleich nach
der Erxplosion erschien ein Mann auf dem Verdecke, rannte durch
die Flammen und stürzte sich in die Schelde; er ward he⸗
rausgezogen, aber mit schweren Brandwunden; einige Minuten
Ppäter erschien der Capitain halb nackt mit brennenden Kleidern,
ttürzte sich gleichfalls kopfüber in den Fluß, wo er versank und
nicht wieder gesehen wurde. Die übrigen an Bord befindlichen
Personen, zwei Matrosen und die Frau des Capitäns, sind im
Schiffe verbrannt. Der einzige Gerettete, der Stiefsohn des Ca—
aitäns, befindet sich nicht außer Lebensgefahr. An Rettung des
Shiffes war nicht zu denken, es brannte durchaus, und brennen⸗
—
Uhr löste sich die Ankerkette, und das Schiff trieb in den Strom
wo es dann auf eine Sandbank geschleppt wurde und ausbrannte
Es hatte 500 Fässer Petroleum an Bord, und man vermuthet
daß sich im Raume bei geschlossenen Luken Gas- entwickelt hat
velches durch irgend einen Zufall entzündet ward. Dies ist nun
schon der fünfte große Petroleumsbrand in Antwerpen in einigen
Jahren.

F.Zu Fontanafredda (Neapel) drang am 13, eine Briganten⸗
dande in die von Andächtigen gefüllte Kirche und nihm 4 junge
Knaben Söhne reicher Gutsbesitzer) als Geiseln mit sort, für
deren Loslassung sie fast unerschwingliche Summen verlangen.

Bei Nazareth (Palästina) wurde vor 2 Jahren von Würt⸗
sembergern eine Ackerbaukolonie gegründet; eine zweite ähnliche
Folonie soll in Galilaa gegründet werden. Der „Württemb.
Staatsanz.“ warnt aber var der Ansiedlung, weil das Klima
sehr ungesund sei.

FNewyork, Anfang Febr. (Ein sechsfacher Mörder.)
Im Städtchen Parkersburg, einer sanst ruhigen Industriestadi,
Jaben sich seit acht Monaten drei gräßliche Morde wiederholt, ohne
daß auch nur eine Spur der Thäter erlangt worden wäre. Es sind jetzt
icht Monate verflossen, als man einen Schweizer Namens Alois
Alrich, ermordet fand. Trotz der Bemühungen der Sicherheitsbe⸗
jörde konnte man den Thäter nicht finden. Zwei Monate waren
it diesem Morde verflossen, als man Herrn A, Lilienthal, einen
geborenen Preußen, in seinem eigenen Hause ermordet vorfand.
Der Ermordete wurde einer Baarschaft von 50 Thalern sammt
jeiner goldenen Uhr und Kette beraubt. Auch hier erwiesen sich
die Bemühungen der Polizei als erfolglos. Kor inigen Wochen
wurde ein Ungar, Namens Rud. Esutor, in seinem Hause auf
dieselbe Art und Weise wie Herr A. Lilienthal ermordet
gefunden. Der Thäter bemächtigte sich der Summe von
77 Dollars und einer Uhr. Auch in diesem Falle waren die
Bemühungen und Nachforschungen von Seiten der Polizei wie

auch der Bürger vergeblich. Letzteren drängte sich jetzt die Ver—
muthung auf, daß diese drei Mordthaten von einer Hand verübt
ourden, da der Mörder sich blos solche Opfer aussuchte, die allein

wohnten und schliefen. Am 6. Januar d. J. um halb 8 Uhr
Abends ging ein Mann in eine kleine Office, um sich eine Quft⸗
'ung über Kohlen geben zu lassen. Ein Buchhalter, ein Ameri—
aner, Mr. White, der allein im Comptoir saß, wollte die Quittung
chreiben, als er einen Schlag auf den Kopf erhiell. Glücklicher⸗
veise wurde der Schlag nicht sicher ausgeführt. Der Ueberfallene
jatte noch so viel Kraft, daß er um Hilfe schreien und den Thä—
er in die Hand beißen konntẽ. Auf den Hilferuf erschienen so—
zleich Abgesaudte der Themis, begleitet von mehreren Bürgern,
vorauf der Thäter durch ein hinteres Fenster entfloh. Mr. White
iel mit den Worten „John Schäfer!“ zu Boden. ZweinPoli—
eileute verfügten sich nun nach der Wohnunq des besagten Thã⸗
wers, den sie bisher noch nicht persönlich kennen gelernt hatten.
Als sie in das Haus treten wollten, stand Schäfer vor der Thür.
Sie fragten, ob Schäfer hier wohnte, worauf er dies verneinte
ind ihnen sagte, er wolle sie zu dem Gesuchten geleiten. Allein
m selben Augenblicke kamen zwei andere Polizeileute, von denen
einer den Bezeichneten persönlich kannte; der Constabler rief in
englischer Sprache: „Das ist der Mann, denn wir suchen,“ wo⸗
rauf Schäfer durchbtennen wollte, aber sogleich festgenommen und
in das Gefängniß abgeführt wurde. Die Aufreguͤng der Ein⸗
wohner war eine große. Man nahm den Thäter sogleich ins Verhör.
Er gab an, daß ihn blos Noth zu dem letzten Ueberfall veranlaßt
jabe, da seine Frau kränklich sei und ihrer Niederkunft entgegen⸗
ehe. Bezüglich der drei Mordthaten betheuerte er mit Schwuͤren,
»aß er nichts davon wisse. Den nächsten Tag gebar seine Frau
einen gesunden Knaben, und als man ihm die Mittheilung machte,
»aß er nun Vaier sei, ließ er den Staatsanwalt, den Geistlichen
ind einige Bürger rufen. Nachdem ihm der Geistliche zugespro—
hen, bekannte er, daß er die Mordthaten verübt habe. Er gab
Folgendes an: Mein Name ist Johann Eisle, ich bin in Schwa—
»en gebaren und 27 Jahre alt. Ich ging als Jüngling zur
pästlichen Armee. Wegen Betrügereien aus der Armee ausgesto—
zen, ging ich nach den italienschen Bergen und schloß mich einer
Brigantenbande an. Wogen einer Mordthat seitens der italieni—
schen Regierung verfolgt, floh ich nach England, und von dort
iach Newyork. Hier nahm ich den Namen Schäfer an und ging
iach dem Süden. Da verübte ich die oben erzählten Mordiha—
en. — Schäfer gab übrigens weiter an, daß in Württemberg
in Mann zu lebenslänglicher Kerkerstrafe verurtheilt wurde, und
jwar eines Mordes halber, den Er (chäfer) verübt habe. Als
Brig int habe er zwei Personen umgebracht. Das gegen diesen
Mörder ergangenene Urtheil quf Tod durch den Strang ist vom
gßouverneur bestätigt worden.
Landwirthschaftliches.

Die schwarze Maulbeere ist eine angenehme und nützliche
Frucht, die zum Einmachen, zu Syrup und lieblichem Essig ver—⸗
vendet werden kann, aber besonders deu Kindern zum Rohge—
ausse dient und darum für Familien sehr werthvoll ist, welche
hren Kindern Monate lang eine blutreinigende und in den hei⸗
zen Sommermonaten serquickende Speife bieten wollen. Da der
Baum sehr spät blühet, liefert er jährlich eine fast nie sehlende, reich—
iche Ernte, auch wenn es sonst kein Obst gibt. — Darum trach⸗
en auch viele Eltern, welche den Werth dieser Früchte kennen
ind nur ein Plätzthen für solchen Baum haben, nach seinem Be—
itze. Und wie leicht findet sich für ihn eine Stelle, die sonst für
ein Gewächs taugt. Mit fast jedem Boden begnüht er sich und
n jeder Ecke eines Hofes thut er gut, wenn er nur ziemlich
Sonne und Schutz gegen Stürme hat. Ja gerade in solcher ein—
seschlossenen Luft gedeiht er am besten und bringt die reichste
Ernte. Und welche herrliche Zierde für jeden Raum ist dieser
Baum mit schönen Blättern und seinem lieblichen Grün! Und wenn
er gar am Spaliere gezogen wird, wozu er sich besonders eignet, bringt
er die größten und schmackhaftesten Früchte und nimmt sich wunderboll
nus. — Der herangezogene Baum ist wohl etwas theuer, da er
je nach seiner Größe und Dicke 122 fl. tostet, weil seine Anzucht
hiele Mühe und Arbeit verursacht;- aber der für ihn ausgegebene
Bulden bringt dem, der seine Früchte zu benützen versteht, auch
reichliche Zinsen.

Futtermischung. Einer der am Wenigsten entwickel—
en Zweige der Viehhaltung ist die geeignete Futtermischung.
Soll der thierische Organismus in allen seinen Theilen recht gr⸗—
)eihen, so ist es unerläßlich demselben in der Nahrung diejenigen
Nährstoffe zuzuführen, die nicht allein die Entwicklung des Kör—
jers in allen seinen Theilen gleichmäüßig und qusreichend unter—
tützen, sondern die auch dem speciellen Nutzungszwicke (Milch—,
Fleisch-⸗ Woll- 2c. Production) den gebührenden Vorschub leisten.
Thatsache- ist es, daß die eiweißs, kässestoff- und kleberreichen Nah⸗
ungsstoffe die verschiedenen Weichtheile des Thierkörpers ans zu⸗
ilden die Fähigkeit haben, daß hingegen die Stärkemehle und
zuckerstoffe varzugsweise die Ahnung des Thiers unterhalten und
tibildend wirlen. Beide Arten von Futtermitteln müssen daher
        <pb n="122" />
        —
nur Atheme und Fettbildner füttern zu wollen, würde zur Folge
haben, daß die Ausbildung der Muskeln, also der Kraftleistungs⸗
Ixgane, unzureichend erfolgen koͤnnte, woher es denn auch koment,
daß Zugthiere, auch bei der reichlichsten Fütterung mit Kärtoffeln
und Riben, rasch ermatten und ihrem Dienste dauernd nicht vor⸗
stehen können, während die Fütterung von gutem Heu, Hifer,
Kleie und Schrots stets, selbst wenn die Thiere weniger fleischig
erscheinen, bedeutende Kraft und Ausdauer verleihen. Und wollte
nan die Stärkemehl-und Zuckerstoffe von der Fütterung ganz
ausschließen, so würden manche Functionen des Th'erkörpers ganz

interbleiben oder ungenügend erfüllt werden, z. B. die Fetter⸗
eugung bei der Milchproduction. Aber auch verschiedene Mine⸗
alftoffe dürfen den Futtermitteln nicht jehlen, nameutlich nicht der
hosphorsaure Kalk, welcher das Material zur Kiochenbildung
iefert. Wie oft ist es doch der Fall, daß ein Mangel an solchen
nicht allein die Weiterentwicklung unger Thiere hemmte, sondern
zaß er auch Altere Thiere, der so sehr den Gesundheitszustand un—
tergrabenden Knochenbrüchigkeit überliefert. Aus allen diesen
Zründen bildet das Stadium der Futtermischungslehre für jeden
2andwirthen nicht allein einen sehr interessanten, vielmehr einen
oraktisch sehr nützlichen Gegenstand.

Verpachtung.
Samstag den 14. März 1868, Nachmit-
ags 2 Uhr zu St. Ingbert in ihrem Hause las⸗
en die Wittwe und Kinder des dahier verlebten
Bäckers und Wirthes Peter Schmelzer
hr sämmtliches Acker- und Wiesenland
hiesigen Bannes öffentlich auf mehrere Jahre

Serpachten.

Horn, kgl. Notar

Säcke und wasserdichte Wagendecken,
Fabrit von E. Bodewig &amp; Freydanck in Mühlheim a Rh.,
zu haben zu Fabrikpreisen bei dem Agenten
Loais Pasquay in Kaiserslautern.
—
Soeben erschien das nach den neuesten Veränderungen ratificirte
Zeitungs-Verzeiohniss
—4
Annoncen⸗ Expedition

——
Hausversteigerung.
Mittwoch, den 11. März nächsthin, Nach—
nittags 2 Uhr, in dem zu versteigerndern
dause, lassen die Wittwe und Erben des
dahier verlebten Johann Nagel ihr
dahier im Josephsthal gelegenes Wohnhaus
nit Hofraum, Garten und Zugehör öffent
ich in Eigenthum versteigern.

Horn, igl. Notar.

*
Holzversteigerung
zu Ormesheim.

Montag den 16. Märzel. J. um 10
Uhr Vormittags, werden zu Ormes—
he im im Schulhause aus dem da—
sigen Gemeindewalde Schlag „Bettel“
nachverzeichnete Holzsortimente versteigert:

15 eichene Baustämme 1V. Classe

»buchene Nutzholzstämme II.

11 hainbuchene Nutzholzstämme II.
3,200 gemischte Bohnenstangen,

17134 buchen Scheitholz, knorrig,

328/4 gemischtes Prügelholz,

284 eichen Krappeuholz,
34,50 gemischte Reiserwellen,
3,75 eichene WMW

Erfweiler den 4. März 1868

Das Bürgermeisteramt:
Braunberger.

—
otographie
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu—
eigen, daß ich jetzt von Morgens 9 bis
Abends 53 Uhr in meinem neuen Altelier
zef. Aufträge entgegennehme um promptest
auszuführen.
A Aufnahmen finden im gehe itzten
S„ ason bei jeder Witterung statt.

St. Ingbert im Febr. 1868.
B. Ollig, Photograph.
Kohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Ot to Weigand.
Aepfelkraut, dürres Obst
Feigen, Macoaroni bei
Frite FAnzerbieter.
Schwarz gerandetes
Papier ist zu haben in der Druckerei
dieses Blattes.
ααX

oon
**
EIaASCEBEIStCMBM VOSICO
n
Frankfurt a. M., Hamburg, Berlin, Leipzig Wien und Basel.
9. Auflage.

Dasselbe ist eine systematisch geordnete Zusammenstellung der Titel von mehr als
3000 politischen, wissenschaftlichen, belletristischen und technischen Journalen, Kalendern, bn
ud Reisebüchern, ec., soweit sie Annoncen veröffent lichen, unter Angabe des Erscheinens (wie oft per
Woche — per Monat — oder per Jahr), der Inserationspreise, sowie der Auflagen, wenn solche genau⸗
„der ahnrährend zu ermitteln waren.

AF Fur ganz Deutsch land, Oesterreich und die Schweiz ist jedem Lande, resp. jeder
zrovinz eine Karte beigedruckt, welche in ihren ohngefähren Umrissen die geographische Lage der im
Jerzeichchniß als die Domicile von Zeitungen ꝛc. angeführten Orte verauschaulichen soll.

Taß Verzeichniß wird Zratis und framco versandt.
Haus-Verkauf.

Beste .
Stokfische
billigst bei
ETitz PAnzer bietærm..

Ein in hiesiger Stadt an der Haupt-
raße gelegenes zweistöckiges Wohnhaus mit
z Zimmern, 2 Küchen, 2 Mansarde⸗Zim⸗
nern, mehreren großen Speichern, Keller,
dofraum worin sich ein Brunuen befindet
sebst Garten ist auf langjährige Zahlungs-
ermine zu verkaufen.

Dieses Haus eignei sich zu jedem Ge⸗
chäfte und ist das Nähere zu erfragen bei
Ph. Laurent,
Geschäftsmann in Zweibrücken.

Lampenöl, Rüböl, Potro-
leum, Thran (zum innern und
— —
PoOmaden-Oele, Leinöl, Fir-
nisse. Moingeist, bei

Panzerhieter.

Mittwoch und Samstag Abend von

5 Uhr aë:

Worms den 6. März.

Wir notiren heute: Weizen 16fl. 45 kr.
dis 17 fl. 15 kr. Roggen 14 fl. 40 kr.
sis 14 fl. 50 tr. Gerste 11 fl. 45 tr.
bis — fl. — kr. per 100 Kilo? Hafer
zIfl. 10 kr. bis 6 fl. 15 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 15 fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 14 fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 15 fl. — kr. bis
— fll. — kr. Weizenvorschuß 19 fl. 30 kr.
— fl.. — kr. Blumenmehl. 18fl. 30 kr.
bis 19 fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
bis — — kr. bis — fl. — kr. per 83
Kilo. Rüböl ohne Faß — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnoͤl ohne Faß
35fl. — kr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen 65 fl. — kr. bis
95 fl. — kr. Branntwein 31 fl. 30 kr.
bis — fl. — kr.

J

Main;

Bier

vom Faß bei
ν. Stutamam.
Ver mι.
Der obere Stock meines Hauses
in der Bahnhofsstraße, bestehend in
Zimmer, Küche, 2 Mansarden,
erner Antheil an Keller und Wasch⸗
üche ist vom 1. Mai ab ganz oder
in zwei Theilen zu vermiethen.
Pet. Baer.

Ma inz, 6. Mäarz.
(GSruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—
genmehl ditto — fl. —kr. — Weizen (200
Pfd.) 17 fl. 15 fl. — 17 fl. 30 ki. —
Korn (180 Pfd.) 15 fl. — 15 fl. 15
kr. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 45 kr. bis 12
ufl. — kr. Hafer (120 Pfd.) 6 fl. — kr.
—— — ————⏑
Redaction, Druck und Verlag von F. D⸗m⸗* in St. Inabert.
        <pb n="123" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.

der „St. Jug berter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woöͤchentlich dreimnal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 serzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 333 Donnerstag, den
*

*28
—

—
188868

QZaiserslautern, 10. März. Um den Agitationen tals die Bestimmungen des Gesetzes vom 28. Sept. 1861 gleich-
gegen das Schulgesetz entgegen zu treten, haben Gemeindemitglie · maäßige Anwendung finden sollen, haben sämmtliche Mitglieder
zer von Augsburg tine Eingabe an die Kammer der Reichs; des Ausschusses ihr Einverständniß erklärtz die eingelommenen
räthe gemacht, der wir solgende beachtenswerthe Stellen Petitionen der Gemeinden Ens heim, Mußbach und Wa—
entnehmen: chenheim wegen Errichtung von Telegraphenstationen hat der

Es hat sich in neuester Zeit eine Agitation gegen das Ausschuß der k. Staatsregierung zur geneigten Berüchsichtigung
Schulgesetz zu dem Zwecke erhoben, dessen Juslebentreten zu ver⸗ hin übergegeben und ferner den Wun sch ausgesprochen; „Es möge
indern. Ein Geseß aber, das die Volksschule mit dem Volks- in der technischen Construction der neu zu errichtenden Telegra—
eben in nähere Verbindung bringt, das besonders auch den For⸗ phenlinien mit der möglichsten Sparsamkeit verfahren, insbesondere
derungen der Zeit gerecht wird und so das sittliche, geistige und ma- neue Erhebung angeordnet werden, ob zunächst bei den neu zu
eriesse Wohl des Volkes in Wahrheit befördert, ist ein Bedürf⸗ errichtenden Nebenlinien nicht unbeschadet des praltischen Zweces
niß. das sich in unsern Tagen nicht mehr abweisen läßt, ohne das die Construction einfacher und billiger bewerkstelligt werden
Bemeinwohl, in empfindlichster Weife zu schödigen ... Die täg- lönne.“ —
ichen Erscheinungen auf socialem Gebiele. das Sinken des Volts München, 7. März. Oberzollrath Berr ist heute als Be⸗
wohlstandes und die statistisch nachgewiesene Mehrung der Verbie vollmächtigter der bayr. Regierung zur Theilnahme an den Ver⸗
chen in jenen Gegenden, in welchen die Schulbildung auf ni⸗de⸗ handlungen wegen Aufnahme von Medlenburg und Lübeck in
rer Stuse sieht, gegenüber den gehobener Schulbildung sich er⸗ den Zollverein nach Schwerin abgereist, woselbst die Verhandlungen
freuenden Provinzen beweisen die Wahrheit des Satzes: „die nächsten Dienstag eröffnet werden. — Für die Dauer der Abwe⸗
Bolksschule ist die erste Grundlage aller Bildung und Voltks⸗ jenheit des kgl. russischen Gesandten am hiesigen Hofe Geh. Rath
vohlfabrt,“ wenn gleich diese Behauptung von den Gegnein wah v. Ozerow hat Legationsrath v. Nelidoff die Führung der ge⸗
rer Volksbildung ais zu idralistisch verurtheilt wird ... Wenn andtschaftl. Geschäfte überuommen. — Die Nachricht, welche ein
rotzdem eine gewisse Partei der Hebung der Volksschule entgegen⸗ Münchener Correspondent der- „Augsburger Abendzeitung,“ den
rritt und zu diesem Behufe selbst zahlreiche Adressen beim Land⸗ „Münchener Neuesten Nachrichten“ und dem „Nürnberger Corre⸗
volke zu Stande gebracht hat, so müssen wir das aufs Tiefste be- pondenten“ mittheilt, daß sich der Minister des Aeußern Fürst
dauern und die Ursache entweder in einem schauerlichen Egoismus, Hohenlohe mit den Abstrichen, welche der Finanzausschuß an dem
er auch das mindeste Opfer für die Volksbildung scheut, oder in Etat des Ministeriums des Aeußern vornahm, einverstanden er—
iner gänzlichen Verkennung der Bedürfnisse der Zeit, sowohl in klärt habe, ist unrichtig. — Heute Abend 5 Uhr versammelt sich
landwirthschafter als gewerblicher Beziehung, finden. u. s. w. der besondere AUusschuß für den Schulgesetzentwurf

Der Haupt⸗Ausschuß des bayerischen Volksschullehrervereins zu einer Besprechung.
in Augsburg fordert seine pfälzischen Collegen in einer Zuschrift München, 7. März. Seit dem Abschluß der Münzcon⸗
auf, mit moͤglichst zahlreichen Unterschriften bedectte Adressen inl vention vom 28. August 1837 bis zum letzten Tage des ver—
zorftehendem Sinne in kürzester Frist an die Herren Reichsrüthe gangenen Jahres find folgende bayerische Münzen geprägt worden:
d. Faber oder v, Kramer⸗Klett, mit der Bitte um Aneignung 5 1500 ganze Kronen, 1398 halbe Kronen, 127,238 Stück Dop⸗
zusenden. (B. f. St. u. L.) ges⸗Vereinsthaler, 20, 179,580 Stück Vereinsthaler, 18,189,950

Landausg8. März. Mit heutigem Tage sind die Werke! Zweiguldenstücke, 33 251,178 Guldenstücke, 13, 487,636 Halb⸗
Nro. 100 und 127 nebst Terrain durch Kriegsministerigl-Rescript ——
am den Preis von 2000 fl. definitiv in das, Eigenthum der Trreuzer, 8,541,480 Zweipfennigstücke, 74,454,080 Pfennige und
„Pfälzischen Eisenbahn-Gesellschaft“ ügergangen. 3,865,920 Heller.

Muͤnchern, 6. März. Dem Vernehmen nach hat die Münqhhen, 8. März. Gestern Nachmittag trat der ver⸗
Staatsanwalischaft gegen die Wiener „Neue fr. Presse“ und gegen kärlte 1IV. Ausschuß der Abgeordnetenkammer zu einer vertrau⸗
die „Frankf. Zig.“ wegen Artikeln über König Ludwig J. die lichen Besprechung, zu welcher der ksnigliche Kultusminister nicht
Einleitung strafrechtlicher Untersuchung beantragt. ꝛeingeladen wurde, zusammen, um sich wegen der Behandlung des

München, 7. März. Die königl. Staatsregierung hat Schulgesetzentwurfes zu einigen. Nach langer, sehr lebhafter De—
zur Vervollstaͤndigung des Telegraphennetzes einen Kredit von batte wurde, wie wir vernehmen, aus rein geschäftlichen Gründen
1800,000 fl. verlangt, nämlich 896,080 fl. für Vermehrung beschlossen, die Berathung des Schuigesetzentwurfes bis nach Voll⸗
der Drahtleitungen an den bestehenden Linien. 539,480 fl. für' endung der Berathungen über die Gemeindeordnung im Social⸗
Derstellung neuer Linien und Stationen für den internen Ver⸗ gesetzgebungs-Ausschusse zu verschiehen, da sehr bedeutende Kräfte,
ehr, 310,800 fl. für Aufstellung eiserner, dann imprägnirter höl⸗ vie Dr. Edel, Brater uj. s. w. des IY. Ausschusses auch im So—
jerner Tragstangen, 33,640 fl. für unvorhergesehene Fälle. Der ialgesetzgebungs-Ausschusse sitzen, und mehrere derselben die Er—
IT. Ausschuß der Abgeordnetenkammer hat beantragt, den Maxi- lärung abgaben, sie würden, falls die Berathung des Schulge-
malbedarf für Verdvollständigung des Telegraphennetzes aus etzes sogleich beginnen würde, lieber ganz aus dem Schulgesetz⸗
i, 350,000 fl. festzustellen und zwar für Vermehrung der Draht- ausschusse treten, da sie demselben doch nur einen Theil ihrer
leitungen an bestehenden Linien; 8340,940 fl. für den durchlau⸗ Zeit und Arbeitskraft zuwenden könnten; ferner wurde erwogen,
fenden internatienalen Verkehr, — 200,000 fl. für den directen daß unter soschen Umständen die Sitzungen des Schulgesetzaus—
Berkehr zwischen den Hauptftationen, — 119,400 fl. für die chusses nur mit kleinern und größern Unterbrechüngen stattfinden
Bahnielegraphenleitung zur Vermittlung des Verkehrs zwischen önnten, was im Interesse des Gesetzes nicht gut wäre, und end—
den größeren Stationen; — 36,000 fl. für eine neue unterir— noch erwähnt, daß dem Vernehmen nach die Kammer der Reichs⸗
zische Leitung vom Bahnhofe München zum Bureau in der Stadt; räthe die Behandlung der andern noch vorliegenden Gesetzentwürfe
280, 000 fi. für Neueinrichtung der Centralstation München von der Vollendung der Gemeindeordnung abhängig machen wol—
und für Erweiternng der Haupte und Vermittlungsstationen; — len. Ueber diesen Beschluß wurde ein motivirtes Protokoll ab⸗—
539,480 fl. für Herstellung neuer Linien und Stationen für den jefaßt, welches der Kammer vorgelegt werden wird.
nternen Verkehr; — 48,750 fl. für Aufstellung eiserner und im München, 8. März. Zur Richtigstellung verschiedener An⸗
zrägnirter hölzerner Tragstangen; — 5430 fl. Reserve. Piit zaben in mehreren Blättern sei bemerkt, daß im Nachlasse weiland
zem Vorschlag der Staatsregierung. daß zur Deckung dieses Be- Sr. Maj. des Königs Ludwig J. im ganzen acht Koffer sich be⸗
darfs ein auf die Staatsbahn zu versicherndes Aulehen, welches inden, unter welchen nach letzwilliger Bestimmung des Höchstseli—
ils eine Forisetzung der Eisenbahnanlehen erklärt wird, aufzunehe jeu sieben erst nach fünfzig Jahren, nur einer schon nach 25 Jah—
en sei, und daß bezüglich der Verzinsung dieses Anlehenskapi⸗ ten pom Todestage an gerechnet, geöffnet werden dürfen. — Herr
        <pb n="124" />
        Regierungsdirector v. Hormann, der belanntlich als einer der Can⸗
didaten für den erledigten Posten eines Ministers des Innern
genannt wird, ist dem Vernehmen nach hier eingetroffen.

München, 9. März. Soeben hat in eben so feierlicher
als großartiger Weise das Leichenbegängniß Sr. Maj. Königs
Ludwig J. stattgefunden und zwar unter der innigsten Theilnahme
man darf sagen, der gesammten Bevölkerung der Residenzstadt.
Alle Läden der Stadt waren geschlossen und wem es nur immer
möglich war, der eilte nach den Straßen, durch welche sich der
lönigliche Leichenzug bewegte. Durch die zahlreichen Truppenab⸗
theilungen und die fast vollständig ausgerückte Landwehr der Re⸗
ädenzstadt und der Vorstädte hatte der Leichenzug eine sehr große
Ausdehnung erhalten und es dauerte über eine Stunde, bis der⸗
elbe an den Kirchen vorübergezogen war. Unsere sämmtilichen
Prinzen folgten dem Leichenwagen und mit ihnen zugleich die
fremden Prinzen und außerordentlichen Gesandten. Der Feierlich⸗
leit innerhalb der Kirche haben auch die kgl. Prinzessinnen mit
ihren Damen beigewohnt und war in derselben auch das diplo⸗
natische Corps anwesend. Der Leichenzug hatte um 2 Uhr be⸗
gonnen und es war bereits 4 Uhr, als die k. Leihe in den Sar⸗
kophag der Kirche zur ewigen Ruhe eingesenkt wurde.

Se. K. H. Prinz Adalbert dankte im Namen des Königs-
hauses von Nijza ans selegraphisch dem Kaiser Napoleon für die
erwiesene Aufmerlsamkeit, welche der Königsleiche durch Frankreich
erwiesen wurde. Auf dem ganzen Wege von Kehl an wurde die
Leiche überall mit loöniglichen Ehrenbezeugungen empfangen.

Dienstesnachrichten.

Seine Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen
zefunden, unterm 7. d. Mts. den Nebenzollamts-Controleur in
Schaidt, Georg Helffer vom 16. 1. Mts. an zum Jollver⸗
walter am Nebenzollamte 1 Habkirchen. Hauptzollamtsbezirks
Zweibrücken, unter Fortdauer seines Dieustesprovisoriums zu
befördern.

Frankfurt, 9. März. In einer Abendsitzung der Stadt⸗
berordneten erstattete heute die betreffende Kommission Bericht über
den Theilungsrezeß. Sie beantragt Ablehnung der von der me—
zierung angebotenen Abmachung und stellt dagegen folgende For—⸗
derungen: Uebernahme der im Recesse angeführten Anlehen durch
den Staat gegen Anerkennung des Eigenthums an sämmtlichen
an der vormaligen freien Stadt Frankfurt erbauten Eisenbahnen
Zahlung von drei Millionen Gulden an die Stadt für die eigen
thümliche Ueberlassung dieser Eisenbahnen und sonstiger Immo—
bilien an den Staat; Rückzahlung von 1,650,000 Gulden, welche
Frankfurt an die badische Regierung zum Ausbau der Main⸗Ne—
xarsBahn geliehen, welche aber Baden an Preußen zurückgezahli
hat; Ausdehnung des Fortbestandes der Frankfurter Lotterie für die
Dauer des Bestandes der Lotterie in Preußen überhaupt; Ver⸗
nminderung der städtischen Pensionslast auf circa 40,000 Gulden;
endlich theilweise Uebernahme der Kosten für die neu erbaute
Irrenanstalt durch den Staat.

Aus Thüringen, im Febr. Wie das Licht der Neu—⸗
zeit überall sich Bahn bricht, ersieht man unter Anderem⸗
auch aus der stets zunehmenden Zahl Mischehen. Seitdem der be
kannte weimarische Landrabdiner Dr. Heß in Eisenach Ehen zwi⸗
schen Juden und Christen, ohne engherzige und kleinliche Schwie⸗
rigkeiten zu erheben, eingesegnet, strömen alljährlich eine immer
zrößere Anzahl von Brautpaaren verschiedener Confession
nicht nur aus allen Gegenden Deutschlands, sondern auch aus
dem fernen Ungarn hierher, um sich von demselben * trauen
zu lassen.

Stuttgart, 6. März. Die JZollparlumentswahlen sind
auf den 24. Märj festgesetzt. — „Der „Staatsanzeiger“ demen⸗
tirt die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Nachricht, der preu
zische General Fließ sei zum Commandanten der württembergischen
Armee bestimmt worden.

Berlin, 7. März. Der Herzog dvon Braunschweig soll
den Kronprinzen von Hannover testamentarisch zu seinem kuünfti⸗
zen Nachfolger und den Kaiser von Oesterreich zum Erben seines
Privatbermögens eingesetzt haben.

Der Erbprinz von Augustenburg hat — wie die „Nat. 3.“*
nittheilt — dem Stuaatsrath Francke, weil er in das preußische
Ubgeordnetenhaus eintrat (er war von zwei holsteinischen Wahl⸗

kreisen gewählt worden) und dorl dem Koönige von Preußen den
Fid leistete, die ihm früher bewilligte Pension entzogen. Da je⸗
doch diese Pension bedingungslos auf Lebebenszeit bewilligt war
(Francke hatte bekanntlich auf seine Stelle als Präsident der Re⸗
zierung in Coburg verzichtet, als er in die Dienste des Augusten
zurgers trat), so hätte sie Francke zweifelsohne im Wege Rechtens
einklagen und erzwingen können, zog es aber — um Scandal
zu dermeiden — vor, in den von einigen Freunden des Erb—
brinzen vorgeschlagenen Vergleich einzugehen und eine geringfü—

gige Summe — wir hoͤren 2—28000 Thlr. — als einmalige
Abfindungssumme anzunehmen.

Berlin, 9. März. Der Bundesrath des deutschen Zoll⸗
vereins hat das Präsidium ermächtigt, den Handelsvertrag mit
Oesterreich sofort nach dessen Unterzeichnung dem ersten und zwei—
sen Ausschusse zu überweisen. Weitere dem Zollbundesrathe vor⸗
zelegte Präsidialvorlagen sind ein die Besteuerung des Tabats
zetreffender Gesetzentwurf, sowie ein Entwurf, betreffend die Ein—
seitung eines Handelspertrages mit dem Kirchenstaate. Verschie⸗
zene der Competenz des Zollvereins angehörige Angelegenheiten
sind von dem Bundesrathe des norddeutichen Bundes an den
Bundesrath des deutschen Zollvereins abgegeben und wurden in
der heutigen Sitzung desselben den betreffenden Ausschüssen über⸗
wiesen, darunter die Einleitung zum Zollanschlusse Mecklenburgs
und Lübecks. J

Berlin, 9. März. Der Handels⸗ und Zollvertrag mit
Desterreich ist heute Nachmitiags um 4 Uhr im Bundeskanzleramte
aunterzeichnet worden. — Wie die „Kreuzzeitung“ hört, reist Prinz
Rapoleon am Freitag von hier ab.

Berlin, 9. März. Der „Staatsanzeiger“ veröffentlicht
das Gesetz über die Linderung des Nothstandes in Ostpreußen. —
die telegraphische Verbindung mit England ist gestört.

Wien, 8. März. Die Beschlüsse der Bankdirection und
»es Bankausschusses, bezüglich der Regelunz der Bankfrage, lauten:
Die Nationalbank soll als Reichsinstitut bis zum Ablauf des
Privilegiums fortdauern, das Zettelmonopol soll aufrecht erhalten
uind der Bankfonds auf 90 Mitlionen reduzirt werden. In Be⸗—
reff des Reservefonds ist eine Beschränkung der Dotation des—
elben auf 10 pCt. in Aussicht genommen, ferner soll eine Aus⸗
dehnung des geschäftliche Wirkungskreises der Nationalbank in ge⸗
eigneter Weise angebahnt werden. Ueber den Zeitpunkt der Wie—⸗
deraufnahme der Baarzahlungen soll ein besonderes Gesetz be⸗
timmen. Außerdem sollen die Verhältnissen der Hypotheken⸗Kre⸗
hit-Abtheilung zum Bankinstitute eine Regelung erfahren und eine
unbedingt vierproceutige Verzinsung des Darlehens von 80 Mill.
tattfinden.
Fraukreich.

(Neueste Illusion des Hietzinger Hofes.) Die Franz. Corr.
schreibt unter Paris, 4. d. „Aus einer sicheren Quelle erfahren
wir (und würden sonst auch Anstand nehmen, der Nachricht Raum
zu geben), daß sich in diesem Augenblicke eine Vertrauensperson
des Königs Georg von Hannover hier befindet, welche ganz ernst⸗
lich zu politischen Unterhandlungen mit dem französischen Kabinete
ꝛxmächtigt wurde. Man ist, wie uns versichert wird, am Hie—
zinger Hofe auf die Idee gekommen, die legitimistische Agitation
an den Nagel zu hängen und es anstatt ihrer mit gewissen Ele—
nenten der ehemaligen großdeutschen Demokratie zu versuchen.
Frankreich wird nun zugemuthet, in diesem sonderbaren Bunde
jer Dritte zu sein, und man glaubt wirklich, den Kaiser Napo—⸗
leon für eine Kombination gewinnen zu können, in welcher er,
vie man ihn zu überreden sucht, sich in einer neuen und nicht
illzu unpopulären Form in die deutschen Angelegenheiten einmi—⸗
schen dönnte. Es ist dies die neueste Illusion des Hietzinger Ho⸗
fses; denn wir brauchen nicht zu sagen, daß wir dem Kaiser Ra⸗
poleon Vorsicht genug zutrauen, um diesen abenteuerlichen Pro⸗
ecten kein Gehör zu schenken. Auch hat man es wohl von Wien
uus wo man von denselben genau unterrichtet ist, an warneude
Winken nicht fehlen lassen. Thatsache ist es aber immerhin, daß
der hannoversche Unterhändler mehrere Gespräche mit dem Marquis
de Moustier gehabt hat.“

Paris, 7. März. Die Militärexcesse nehmen so sehr
uüͤberhand, daß selbst die France“ darüber Beschwerde führt. In
Melun rannten drei betrunkene Lanciers Nachts ohne allen Grund
teinen Mann nieder und warfen ihn in die Seine,; die Leiche ist
noch nicht aufgefunden worden. Die Lanciers wurden verhaftet;
da indeß ganz neuerlich ein Grenadier, der einen Einwohner von
St. Cloud tödtete mit zwei Jahren Gefängniß und ein Soldat,
der einen Pariser Bürger todt schlug, mit einigen Monaten Ge⸗—
fängniß davon kam, so wird auch an diesen Lauciers kein Exei⸗
del statuirt werden, das abschreckend wirken könne.

Paris, 9. Maärz. (Gesetzgebender Körber.) Heute erfolgte
die Vorlage des Budgets für 1869, der Supplementarkredite füur
867 und 1868 und des neuen Anleiheprojectes von 440 Mil⸗
ionen.

England.

London, 5. März. In den Straßen Londons werden
jeute riesenhafte Plakate mit der Inschrift: „Mangel. Mangel,
Mangel!“ herumgetra gen.

Dublin, 5. März. Aus Dundon läuft die telegraphische
Nachricht ein, daß gestern Abend ein Versuch gemacht wurde, das
ortige Pulvermagazin, in welchem sich 7 Tomen mit Schieß⸗
zulver befinden, in die Luft zu sprengen. Ein Stück brennenden
        <pb n="125" />
        Taues wurde an der Thüre des Magazins aufgefunden. Dem
Thäter ist man noch nicht auf der Spur.
Schweizʒz.

Bern, 9. März. Wegen des Beschlufses des großen Raths
heir. den Unterricht der Lehrschwestern ist eine starke Agitation im
Jura ausgebrochen, Plakate fordern zur Trennung von Bern und
Jum Auschluß an Frankreich auf.

Italien.

Rom. 4. März. In dem Consistorium vom 13. d. M
wird der Papst 9 Cardinäle ernennen, darunter Msgr. Bonaparte
Veiter des Kaisers Napoleon, welcher auch die Kosten für dessen
Install ttion übernommen hat.

Florenz. ö6. März. Der preußische striegsminister, Gene—
cal v. Roon, wird sich nach Mailand begeben, um dort einern
großen Revue beizuwohnen.

Floren z, 7. März. Der Kriegsminister hat beschlossen,
die Cavallerie⸗ und Artillerie-Soldaten der Altersklasse von 1842
mit unbestimmiem Urlaub zu entlassen. — Graf Paumgarten, der
neue bayerische Gesaudte, ist in Floxenz angekommen. — Die
Italienische Correspondenz' meldet, daß die italienischen und
päpstlichen Militärbehörden in einem Grenzdorfe Umbrien's gestern
ubereingekommen sind, die früheren Bestimmungen betreffs der
Berfolgung des Brigantaggios nunverzüglich wieder in Kraft zu
sezen. — Don Carlos von Bourbon ist nach Corfu gereist, um
sich von da nach Triest zu begeben.

Florenz, 8. März. Die großen Festlichkeiten in Turin
zur Vermählungsfeier des Kronprinzen Humbert und der Prin—
jessin Margaretha werden vom 19. bis 20. April dauern. Dit
lirchliche Vermählung findet am 22. April siatt.

Florenz, 9. März. General Pahlavicini wird die be—
vorftehenden militärischen Qperationen zur Unterdrückung des
Räuberwesens an der neabolitanischen Grenze leiten.
Rußland.

Petersburg, 9. März. Das Petersburger Blat—
„Waja“ versichert, von glaubwürdiger Seite erfahren zu haben
der Kaiser Napoleon werde im Juni nach Petersbirrg kommen.
Es würden zu seinen Ehren glänzende Feste geieiert und Ma—
növers von über 100,000 Mann Truppen ftattfinden.

Amerika.

New-York, 28. Febr. (Ber Dampfer.) Der Präsident
des Senates, Hr. Wade, ernannte fünf republikanische und ein
demokratisches Mitglied zur Untersuchung der Anklage⸗Artikel gegen
den Präsidenten Johnson. Sechs Republikaner und ein De—
mokrat des Repräsentantenhauses entwarfen diese Artikel. Das
Repräsentantenhaus beschränkte die Debatte über letztere auf einen
e nzigen Tag.

Merico, 19. Febr. (Ueber Nem⸗York.) In Folge der
Entdeckung enes Mordanschlags gegen den Präsidenten Don Be⸗
nito Juare z wurden mehrere Ausländer und Offiziere ver—
haftet. Juarez wird angeblich Washington besuchen. Die Regie—
rung erkaunte die Staatsschulden englischen und spanischen Gläu⸗
higern gegenüber an und läßt confiscirte Güter zur Tilgung der
Staatsschuld verwenden.
Vermischbtes.
4In den Waldern der Grenzkantone Hornbach und
Blies kast el treiben schon geraume Zeit franzoösische Wilddiebe
ihr Wesen. Kürzlich hatten dieselben sogar ein förmliches Treib—
jagen, dem auch ein franzoösischer Bürgermeister beigewohnt haben soll,
dajelbst organisirt und am hellen Tag in Scene we wobe
auf einen Jagdpächter aus Reinheim geschossen wurde. Der grobt
Unfug wurde den beiderseitigen Behörden angezeigt.

4Am Vormitiage des verflossenen Samstag ereigneie sich
in der Nahe von Ramstein beim Baue der Eisendahn ein schreck⸗
liches Unglück. Es waren nämlich die Arbeiter mit Sprengung
eines Felsens beschäftigt. Nachdem das Pulver denselben ausei
nander gerissen hatte, begaben sich 3 Arbeiter, 1 Aufseher und
2 Bahnarbeiter, nach Umlauf von eirca 5 Minuten an die Stelle,
um die erzielte Wirkung zu beobachten. In demselben Momente
explodirte eine noch übrige Quantitöt Pulver, zerriß das Ge—⸗
stein und schleuderle es mit mächligem Drucke gegen die Nahenden.
Dieselben sind schwer verletzt, namentlich sind die Augen jämmerlich
zugerichtet. Die Verunglückten sollen übrigens aus eigenem An—⸗
iriebe und ohne beauftragt gewesen zu sein, der gefährlichen Stelle
sich genaht und so den Grundstein zu ihrem schweren Mißgeschicke
selbst gelegt haben.

FAm 6. Marz hat sich in Rußdorf ein Mädchen von 19
Jahren, Elisabetha Pfaffmann, die Tochter achtbarer Eltern in
shrem Hause mit einer Flinte erschossen. Der Ladstock, mit dem
sie abdrückte. lag neben ihr. Der Schuß traf Brusft und Hexz

so, daß sie wohl augenbkicklich todt war. Ein specieller Grund
zu diefer entsetlichen That ist, da ihre Moralität durchaus flecken⸗
los und ihr Ruf der beste in der Gemeinde mar, bis jetzt
nicht bekannt.

7 München, 2. März. Man ist hier sehr gespannt auf
die Eröffuung des Testaments Ludwig J. und besonders darauf,
welche Verwendung sein großes Privatvermögen; (nan weiß, daß
allein in bayerischen Staatspapieren 20 Millionen angelegt sind)
findet. Jedenfalls enthält das Testament auch Beffimmungen über
die Glypthotek, Pinakothek und die anderen vom Könige meistens
aus Privatmitteln erbauten, mit Kunstschätzen ausgestatteten Pracht⸗
zebäude. Es wird sich nun entscheiden, ob diese Kroneigenthum
werden oder an den Staat übergehen. Es ist wohl nur im enge⸗
zen Kreise bekannt, daß König Ludwig Ludwig, originell in vielen
Dingen, seit seiner Thronbesteigung seine sämmtliche Garderobe
hat aufbewahren lassen. Seine Röcke, Hosen, Hine in allen mög⸗
lichen Formaten von Filz, Stroh x. und in allen Farben sind
in ein paar Schränken in den vereinigten Sammlungen aufgeho⸗
ben; sogar Hausjacken, geflickte Röcke und ausgebesserte Hosen
sind dabei. Der König trennte sich nicht gern von einem Klei⸗
dungsstücke, das er längere Zeit getragen. Die ganze Sammlung
st schon jetzt merkwürdig, da sie den langen Zeitraum von 1825
umfaßt, und dürfte nicht leicht die Garderobe irgend eines Herrn
vollstandig für ein Menschenalter gesammelt worden sein. Schon
die Hüte allein, mehrere Dutzend, erregen die Aufmerksamkeit
der Veschauenden. Bis jetzt wurde die Garderobe nicht öffent⸗
lich gezeigt.

F Köln, 9. März. Aus Anlaß des Todes König Ludwig,
der einer der eifrigsten Forderer des Dombaus war und bekannt⸗
lich die schönen Glasfenster an der Südseite des Langschiffs schenkte,
hat der Central⸗Dombauverein in dankbarer Anerkennung dieser
Verdienste an den regierenden König Ludwig JI. ein Beileids⸗
jchreiben gesandt. Morgen wird im Dom ein Hochamt für den
Verstorbenen abgehalten werden.

FNach den Pesther Lloyd wurde in den letzten Tagen die
Correspondenz entdeckt, welche zwischen dem Grafen Chorinsky
und der Ebergenyi geführt wurde, als diese in München weilte.
In derselben soll die Stelle vorkommen: „Laß dich nicht durch
Mitleid bethören, damit wir uns bald ehelichen können: verwechsbe
die Pulver nicht.“

f Das englische Oberhaus hat wieder zwei Mitglieder ver⸗
loren: den Admiral Lord Byron (Veiter des berühmten Dichters
und dessen Nachfolger in Titel, und Würden) 79 Jahre alt, und
den Carl p. Rosebery, 84 Jahre alt.

In London ist ein Meeting eigner Art angekündigt. Ver—
nittelst großer Plakate werden nämlich alle Armen Londons nach
St. James Hall geladen, um über die Mittel zur Verbesserung
ihrer Lage zu berathen.

Der Moniteur gibt in einem Schreiben aus San Fran—
cisco einige nicht uninteressante Aufschlüsse über die dort ansässi—
zen Chinesen: „Es wäre ungerecht,“ meint der Correspondent,
„die sehr wesentlichen Dienste zu verkennen, welche die in Cali—
fornien einwandernden Chinesen leisten. Sehr arbeitsam, mäßig
und folgsam, haben sie die Eisenbahnarbeiten, zu denen sie ver⸗
wandt worden waren, mit einer ungehofften Schnelligkeit, welche
europäische Arbeiter nicht entwickelt haben würden, vollendet. Die
meisten dieser Chinesen werden von chinessischen Gesellschaften, die
in San⸗Francisco ihre Vertreter haben, angeworben. Die Ver—
träge sind gewöhnlich für 5 Jahre bindend. Nach Ablauf dieser
Frist hat der Chinese in der Regel durch seine Thätigkeit und
Sparsamkeit sich ein kkeines Capital, etwa 1000 Dollars, erwor—
ben; er wird frei und wird vertragsmäßig in die Heimath, die
er nie vergißt, wieder zurückgeschafft. Dort kauft er sich ein Schiff
und eine Frau und betreibt dis an sein Vebensende
irgend ein Gevecbe. Bei jeraen Laidzleitet teht er aber
als weitgereister und welterfahrener Mann in besonderer Achtung.
Diese bescheidenen chinessischen Emigranten tragen vielleicht mehr
als die Regierung zur Verbreitung der Civilisatiemsideen in dem
himmlischen Reiche bei. So lange die Chinesen in Californien
weilen, leben sie unter sich und besuchen sowohl für Geschäfi
wie für Vergnügen ihre eigenen Versammlungsplätze. Selten
lommen sie, außer der Arbeitszeit, mit den Weißen in Berüh—⸗
rung und richten sich pünktlich nach den Vorschriften ihrer Neli⸗
gion und ihrer heimathlichen Geseze. Sie gehorchen einer von
ihnen gewählten Gerichtsbehörde und wenden sich so selten wie
möglich an die amerikauischen Tribunale. Die Bemühungen der
Polizei können sie selbst nicht hindern, unter einander Gerechtig⸗

keit zu üben. So wurde kürzlich eine junge Chinesin, die einen
ihrer Landslente bestohlen hatte, des Nachts aufgegriffen, geknebelt,
insgeheim vor ein chinesisches Gericht gestellt und dann lebendig
begraben. Jeder der Anwesenden trat auf dem Grabe herum,
um jede Spur dieses gerichtlichen Mordes zu verwischen. Erst
später erhielt die Polizei durch einige unvorsichtige Aeußerungen
        <pb n="126" />
        Zunde von der That. Es gelang aber nicht unter den 60,000
Chinesen, die in Ealifornien leben, die Schuldigen ausfindig zu
machen. Uebrigens macht sich doch mit der Zeit eine gewisse
Annäherung der Chinesen an die „Weißen“ bemerklich. Es haben
in neuester Zeit sogar verschiedene dieser Einwanderer vor den
amerikanischen Gesellschaften Prozesse gegen die chinesischen Gesell⸗
schaften wegen Nichterfüllung gewisser Bedingungen ihrer Contracte
geführt und waren durch die schnelle Justiz sehr befriedigt. Einize
wenige haben sich sogar fest angekauft und gedenken Californien
nicht mehr zu verlassen. Im Allgemeinen ist aber der Drang
zur Heimkehr so stark bei diesen Leuten, daß sie sich in ihren Con⸗
fracten für den Fall ihres Sterbens in Californien die Zurück
schaffung ihrer Leiche nach China ausbedingen.“
Landwirthschaftliches.

Obstbaum und Ameise. Es ist eine bekannte Sache
daß die Obstbäume nicht selten von den Ameisen fiark heimge⸗
ucht werden. Die Ansichten, ob sie dieselben uͤberhaupt bescha—
gigen und in welcher Form sie dieses thun, gehen sehr ausein—
ander. Die einen behaupten, die Ameisen besuchten nur die von
Blattläusen heimgesuchten Bäume und zwar um aus den Blatt
säusen den Saft auszuziehen. Andere dagegen he ben hervor, daf

die Ameisen auh direct die Pflanzentheile durch Saftentziehung
heschädigten. Wie dem Allem nun auch sein mag, soviel steht
zꝛest, daß sie an Väumen unliebsame Gäste sind, deren Vertilqung
ingestrebt werden muß. Aber wie? das ist die Frage, die sehr
oft aufgeworfen wird. Der in Vorschlag geberachten Mittel sind
„es viele; allein die meisten derselben zielen nur darauf ab, viele
»rfüllten nur den Zweck, die Ameisen vorübergehend zu vertreiben.
dahin gehört namentlich die Anwendung des Petroleums und
war in der Art, daß mansein geeignetes Glas, z. B. ein Me—
Ficinglas mit Petroleum füllt, einen durchbohrten Korkstöpsel da—
auf jetzt, einen dünnen Docht hineinschiebt, und denselben. nach⸗
em man das Glas neben dem Baume in den Boden gesetzt hat,
im denjelben ein⸗ oder zweimal herumwindet und dann befestigt.
Das Petroleum steigt in dem Dochte in die Höhe, verdunstet an
»em Stamme und treibt die Ameisen zurück, natürlich mur so
lange, als Petroleum vorhanden ist. Eine dauernde Entfernung
der Thierchen kann nur erfolgen, wenn man die in der Nähe des
Bäumchens befin dlichen Nester zerstört. « Will man dieses mit ge—
vünschiem Erfolge bewerkstelligen, so empfiehlt es sich, den be—⸗
reffenden Boden mit etwas echtem Peru⸗Guano zu mischen. Der—
elbe vertreibt vermöge seines starken Geruches die Ameisen, aber
er zerstört auch deren Eier vermöge seiner ätzenden Eigenschaft.
Holzversteigerung
zu Ormesheim.

Vorschußverein st. Ingbert.
Bilanz pro Monat Februar 1868.
M e tiva: Paasiva?

Montag den 16. Märzel. J. um 10
Uhr Vormittags, werden zu Ormes—
heim im Schulh anse aus dem da—
sigen Gemeindewalde Schlag „Bettel“
nachverzeichnete Holzsortimente versteigert:

45 eichene Baustämme IV. Classe,

ↄWbuchene Nutzholzstämme II.

11 hainbuchene Nutzholzstämme J.
3,200 gemischte Bohnenstangen,

172. buchen Scheitholz, knorrig,

3294 gemischtes Prügelholz,

284 eichen Krappenholz,

34,50. gemischte Reiserwellen,
3,75 eichenn

Erfweiler den 4. März 1868

Das Bürgermeisteramt:
Braunberger.

fl. kr.
Cassa-Conto ....366 31
Bechsel-Conto..... 1195 24
dandlungsspesen⸗Conto 38
Fonto⸗Corrent⸗Conto 498 57

fl. kr.
Gewinn-u. Verlust-Conto 16 28
Reserve⸗Conto.... 1353
Stammantheil Conto. 312 15
Spark assen-Conto.. 382
Accepten-Conto... 1128 57
Vorschußverein Lowhafen. 86 50
fl. 2061 30

s
Comptoir bei Herrn P. Thier y, Lederhandlung.
der VOorstancd.
Photographiev
Ich beehre mich hiermit ergebenst anzu—
eigen, daß ich jetzt von Morgens N bis
Abends 3 Uhr in meinem neuen Atelier
gef. Aufträge entgegennehme um promptest
auszuführen.
Dc Aufnahmen finden im geheitzten
Zalon bei jeder Witterung statt.
St. Ingbert im Febr. 1868.
B. Ollig, Photograph.
Zohlenstraße, neben der Holzhandlung des
Hr. Otto Weigand.

Frucht⸗, Brod⸗e Fleisch⸗ ic. Vreise

—AXX

Weizen 8 fl. 48 kr., Korn 7 fl. 32 kr
Herste Zreihige, 6 fl. 10 kr., Gerfste vier⸗
reihige, — fl. — tr., Spelz 6 fl. 17 tr.
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.
— kr. — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5fl. 13 kr. Erbsen — il. — kr. Wicken
9fl. 50 kr., Kartoffeln 1 fl. 18 kr., Heu
Ufl. 20 kr., Stroh Ufl., 6 kr., per
Zentner. Weisbrod 114 Kilogr. 22 tr.
ttornbrod 8 Kgr., 32 kr., ditto 2 Kgr.,
22 kr., ditto 1 Kgr. 11kr. Gemischtbrod
3 Kgr., 38 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth
—AA
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
Butter 28 kr., per Pfund.“

Oeffentliche Erklärung.
Es befindet sich ein Theil der verehr—
lichen SEchnappbacher Bürgerschaft
in großem Unrecht behaupten zu wollen,
ich hätte gegen den sehr gerechten Wunsch,
bei den diesmaligen Wahlen auch einige
Stadträthe aus ihrer Mitte hervorge⸗
gangen zu sehen, angestrebt, und später
zum Nachtheil der zu diesem Zwecke auf⸗
gestellten Candidaten Austrengungen
gemacht. Zu meiner Rechtfertigung und
um diesen Irrthum zu beseitigen, wird
wohl die öffentliche Erklärung ausrei⸗
hen, „daß ich mich sowohl vor als wäh—
rend den Wahlen der Art passiv verhalten
habe, daß gewiß nich EEin Wahlmann
auftreten kann, der durch mich beein⸗!
lußt worden den einen oder den ande⸗
ren zu wählen. Zudem habe ich per—
önlich grade Denjenigen Schnappacher
herren Eandidaten nieine Stimme ge—
geben, die heute der Ansicht leben, ich
hätte gegen sie agirt.
E. Conrad, Gastwirth.
— — , Gesiern am
rerloren) 11) Marz ist
von der
Schnappbach nach St. Ing
bert ein Motizbuch, meh
ere Werthpapiere und Schuld⸗
scheine enthaltend, verloren
— DVD00
selbe gegen eine gute Belohnung in der
Frpedition d. Bl. abgeben.

»Schwarz' gerandetes
Papier ist zu haben in der Druckerei
dieses Blaltes.
Rother und blauer Kleesa⸗
men, Saatwicken, Saat—⸗
hafser, Erbsen, Bohnen,
Mehl, Kleien, Futter-
hafer, billig und alles in bester
Zualität empfiehlt
M. Thiery.
Vermieriuung.
Der obere Stock meines Hauses

in der Bahnhofsstraße, bestehend in
bZimmer, Küche, 2 Mansarden,
erner Antheil an Keller und Wasch⸗
üche ist vom 1. Mai ab ganz oder
n zwei. Theilen zu vermiethen.
Pet. Baer.

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 10. März.
Weizen 8 fl. 20 kr., Korn 7 fl. 28 kr

Zpelzkern — fl. — fr. Spelz 6 fl.
5ufr., Gerste 6 fl. 3 kr., Hafer 5 fl.
14 kr., Erbsen 5 sl. 47 kr., Wicken 4 fl.
146 kr., Linsen 6 fl. 18 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 32 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 pfd.
Weißbrod 17 kr.

RNedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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Der St. Inghbert er Anze iger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimale. Diens tag, Donnerstag

und Samßigg Abonnementspreis viexteljährig 43 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8.Krzr. die dreispaltige Zeilt

— O ——— Blattichrijt oder deren Raum berechnet.

Nro. 32 t . Samstag, den 140 März, 1868. n üt e Bi 3 1868
— — — —

— ⸗
— 4—

— — —3 .1
ι _ α

— XAM————3
ι ιινν —9 332 —
Dentschland. lieber Preußen und sei- beyoit, Her hreußischen Politik die Com
J — ein, 10. März.Heute Nachmittagz 8. Uhr sind Lesstonen zu machen ueas. W., u. s. w.n Dies Uude soweiter,“
m Situngesahl der Kammen per Reichsruthhe an 30 gewähltebitten wir aber. wohl zu bemerlen, fügen. wir micht hinzu, sondern
iddere aeee e a ee Weheheeue er dor diesem. ůnd. so Whten Viesten hen die Tonfechrolponihe
ie ypn ihnen üeeen rhiide d in zusammene stehen-und tuteiben .die AAntwort schuldigen wenn man sie sragt,
jetreien. Eventuel soll dem Vernehmen nach auch Anregung zu worin denn Die Coneessionen bestehen sollen.nRtesp. die Vortheile,
zinem Zujammentritt der.süddeutschen Abgeordneten seiner Zeit die Preußen von Frankreich zu exwarten hat, wenn es sich pin
Jegeben werden. Dje Kammer der Abgeordneten wird, nicht var eecholt agh ern Aomiwer der orientalischen Politik

zachster Boche wieder öffentliche Sißung haben. Dagegen, jetzt »inlätzt. u un J
e eee Vorbderoͤthung des eeen Sex LamzidnMarzteEist /der Sachlage ganz entsprechend
Mnn em, 11. Maͤrz. Die. Dauer der dhen daß Preußen im Petersburg seinen moderirenden Kinfluß sehr gel⸗
t duth hnngl. Entschließung bs zum 7. April einichließlich per⸗ end. gemocht· hat, nin Konstansinoßel aber einer Verbesserung der
ggerte Lage der Christen im Orient ernstlich das Wort, redet. Preußens
— ün qheen II.. März.., Eifne Entscheidung des Könige in Politjt. im Orient ist in sofern eine mentrale, glee sie darauf hin⸗
ezuß auf die Besetzung deß Ministeriums dez Innern ist noch trebt. daß keine eurobaische, Macht einen poxwiegenden Einfluß in
nichteerfolge. Reoierungsdireclox. d Dormann . der hierher bexu- donstantinopel hat.Wenn der wussinche Cinluß nur Zu. Gunsten
M war- geern nach Wurzburg wieder zurüzckgelehri. des frangdaischen herdramgt. werden soh so ist Damit fur die Lo⸗
een en II. Prarz. Die gegen, den Schulgesehent, ung der Frage nichts gewonnen, die Aufrechthaltung des Friedens
wiür det der Fanmer der Reichsräthe Lingelaufenen Adressen sind st durch Frenkreich gllein micht hesser garantirt Hals durch NRuß ·
uf irca 30900 ) gngewachsen; au einem einzigen der jüngsten aud, Das Wort. praeponderancsist in den letzten Tagenft
age hamen nicht weniger gle I80 in den Einlons gestern 738.. Iefallen. Was übrigens den Prinzen Nape bean betrifft. so
M n heh12. ehrz . Der Finanzaugschuß der Abge- st es am Besten. mau⸗nsäßt gihn -seine nsFiex⸗-ansbrüten. Jede
arbuelentammer hot 200 009 hB. in das Budget Lingestellt, üelche Stunde eint andere Version das ermiidet- zuletzt a Aun
an die Kreise unß durch die beixeffenden Laundeathe an, die Die Berel üm⸗ IOne Marz. Die Ratification des Handelsvertrai
tricte jährlich zur Unterhaltung der Districksstraßen, vertheilt wer⸗ Jes des Zoll vereiusn mnit Oosterreich sosl binnen. acht: Wochen er⸗
den. solen. Die Budgetherathung⸗ in der Abgeordnetenkammer vlgen. Es wird offcios gemeldet, man beabsichtigt, den Vertrag
— oon. L. Juni an im Kralt. treten Zu. lassen. uund ermarte, daß bis
—* Dienstesnachtichlensenb an dahin Mecklenburg dem Zollverein beigetreten fei. — Der Pring

— ö * Nabpheon hat heute Potadam besucht.. inin s gua n

Duͤrch Enlschließung hoher kgi. Regierung der, Pfalz, Ham- Betr him, b. März.n Die Ernenmung von Landräthen in
mer des Innern, vomn 9. . Pets, wurde im, Einvernehmen und Fuxheßsen ind von, Amtmännern fürn Hannqpersteht nach der
nit Zustimmung des kgl. Genexralstagtsprocurators der Pfalz die Po— Lrevzzeitung biunen Hurzein bevor ιι
iach mnussurstesle zu Vliegkastel dem geprüften Rechtscandidalen Otto Bewtin,,A2.Marz. Der Prinz Nahpolenn keist zu Ende
eeen e heeeüs dee Dbertaden. beletgshe üib r. Drezden ¶ Derpuin uund deashel nach voris zin ue
Die Bexlimex Kberqle Correspondenz schreibt: Prinz. Na⸗ voc etagegen en A2. D.Mis. eintressen wird.⸗ n azige

nleh unn her goes sahe dse deeheeg der Genee e me n. i dharz. Die ¶ Löeserzeitung. ¶melden als gun
ne in ollen Hrzisen. Der Vetier, des verlässig- im Zoll bunvesrath gei fine. Exhöhung der Steuer auf
Zaisers Rapoleon und Vetter des Konigs vou Württemberg uͤnd nländischen Tabsk von 20 Sgr. auf Thlr. 20 Sgr., und der
Schwiegersohn des Könjgs von Itqlien exfreut sich der größten Zteuer guf oizlandishen Labef von 4 du 6 Thly sohhie quf,
ufmertsamkeit des Hofes Der Kronprinz hat hn am Bahtihof Adeneh don So.duf 21 Thhr. ot. Centner beantragte
—
un am anderen Tage haben ihm. die Koniglichen Prinzen“ ihrer gelden, 48 werden in den nichstenn Tagen als Antwort auf dit
Srits den Besuch gemmacht. So ifrig auch diese Rachtichten altz Lerfuche eitet Putethanzlung über dag Conegrdaf ein eatschiedenet
eee Zesden de Suma ipotet werden o hat im Non poseumigtrfotgen,
e e e e eee ee e, a e e vone en i e eg Anlaz der, Debatte gher h
—
nicht. fehlen asfen werde. VReben diesen Höllichkeiten müe man wöärtige, Politik der Fegiexuug zux Shrache Der Regierungsher-
aber die kleine Vosheit hegchten, welthe die Nordd,. Allg. Zig.⸗ treter. — D
damit verübt. daß sie in J den Prin dex. deutschan unde der Hrientasische Frage gemachten Aussieluhgen—
en VNadboleon der schonent Gegenden wegene die Reise von, hier zurhck. Gregtellte in Ahreden vaßß die dtegerung gemalß die fuje
nach Detsden machen? läßt“ Was tlun dire ih here Stellung Oesterreichs in Deulschland angesrebt hahe,
die von dem Prinzen aus der Unterhaltung erzͤhlkensoerden, so rerseits sei auch von Seiten Preußens kein Zeichen dahrgenn
Jeißt es? daß er sich bei jeber: Gelegenheit fehr“freundlich“ über / men worden, daß es eine inn igere Ammäherung wünsche, In Be⸗
at gegenwarnge Vrentten Hiund die hreußische wolittt gusgetrbehen reff dec utn ahschene Phlnt dear Megierng nfctit der dn
jabe. Die durch die Presse als Vorldufer seiner Anjkünft schon daß asses Here chtigten Aollnfche und Fordetungen ber hristlichen Un
dorangeschickte Notiz. daß in seinem Kopf“der! Gedaͤnkeneinet terthanen der“ Pforte Seitens bei ͤsterrrichischen Regierun 3* 4
„reußischeitalienischen Allianz entsprungen sei, daß von ühm“ die iächhalligfle Unterstükhung igefunden haben, ainer bewaffneten WGeß
irsten, Vorschläge dazu ausgegangen feien, und' daß die unter sei⸗ enbmachung dvenlueller⸗ Forderungen“ einzelner christlichen· Vosks
—DDD— vie Regierung abet
auf diese, Wendung zuerst. vorbereitet haben, diee ingtürlich da⸗ nicht paffiv bleibent Jur Wahrung des Friedens in“ Enroba a
ei 7 lusdrctihe neef diesze Kotiz hin haben es nothweudig. daß in der Tülrlet Refotmen eingeführt und die
bahrscheinlich einntge Con ertuͤratpolititer die Coinbtictzon genacht, berechtigten Wünsche der chrisflichen Bebblkerung berücksichtigt wer

aß. die Aufgabt brz. Prinzeit Naboleoin Vvir fet Preudemn für det jedech. umter Fernheutung seder fremden Einmischunge

einen inu der! drientalischen dcne gu geiwinnce ιι ιιæRν
d. h. Vreußen zu bewegen, In der Srientalisshen Frage gegenunu neand it Frankreich. ν ιαι
Ktußland Frint Visrwen Frankreich fonne dabei.eSesterreich Aonuisoge rg I0. Marz, wird geschrieben; Diesen Mor
        <pb n="128" />
        Bestern war großes Diner in den Tuileleen, IJur welchem zahl⸗!
ceiche Nud Deputicde Kladen waren, Der Kagiser
prach wi —* Aainu das Gesetz wegen des , Ber?
nigag Socren zucsesan. Vie Verhaͤndluugen begiumen
Donnerstag, und aing denkt, daß sie höchstens 7 —8 Sitzungen
einnehmen werden.

Die Boörse nahm die Vorlage des Anleihegesetzes (440 Mill.)
zleichgültig auf. Spanische Fonds waren sehr flau auf das Ge⸗
rücht von kiner neuen Revolution in Spanien. Auch inPortu—⸗
gal soll die Gährung im Zimehmen begriffen sein. 21

Das heute vorgelegte Budget für 1869 schließt mit einem
Deficit pon 90*3 Millionen. Nun steht es ader fest, daß der
Vorauschlag stets viel zu günstig ausfalit; undso kann⸗ Aran sich
vohl Auf ein Desieit von Lirea Asb0 Millionen gefaht machen.
Allmälig werden die Deficits chronisch; und wir sind vielleicht
nicht mehr sehr weit vondsterreichischene Dder italienischen Finanz
zuständen entfernt. Es heißt denn auch, der Grfetzgebende Kör⸗
der wolle, zum: Theil um vie Inhaber der mexicunischen Obliga⸗
tionen ausreichend zu Lutschädigen — nach dem Megieritungsplaue
—X——
deu Betrag⸗ der Anleihe rhöhen, gewiß Lein seltener Votgangin
der parlamenturischen Finanzgeschichte. “ιν ι
ars, Adui Marze Dor heutigeꝰ Abendnidniteur“satgtein
seiner Wochenumschau, die Richtung der internationalen Politil
cimmt von Tag zu Tag Line ibestimmtere Futbe an(G'adeentuo)
AßPatrie melden eine Gestern imnt Touloufe stattgeharhte Aluf
regung von geringfügiger Ratur bel: Gelegenheit Liner Musterlinc
der Nationalgarder —,urs ien —D — 22.,
Dertmidt Aufträgen: un das französische Gonbernement: be⸗
dute Agent des wormaligen Koͤriigs von⸗ Hannover. Regie⸗
tungsrath a. D. Medimg, ist weder don“ dem Staats⸗ Minister
Rouher, noch von denn Minister det auswärtigen Augelegenheiterr,
Marquis de Moustier,rmpfangen worden.

u Die algerischen Jouenale berichten no h immerschreckliche

Linzelheiten uüber die igrauenhafte Hungersnoth, die in dem
dande herrscht. Das: Echo d'Oran“ eͤrzählt von einer eingebb⸗
enen Fraumuans den Umgebungen von Misserphim, die ihre 12
ährige Tochter getödret hat; um fichaselbst »nnd ihre anderen
ttinder⸗ Ddavon? zurmähren,n iese Kannibalenscenen“ sollen
tornenfalls vereinzelt dustehetr. Merkwürdih ist es, daß die Hun⸗
gersnoth ittusschließlich in den der: Militärgesball u terworfenen
X8 wüthet, wuührend die Civildistritte gänzlich frei Hedlle⸗
— ——

Man hat es vielfach beiterkt, duß amter den neuen fürkischen
Ministern Agathon Efendi, ein Armeniet, der Minister für Han—
del, Post⸗ und Telegraphenwesen, der erste Christ ist, welcher ius
ürkische Cabinet berufen worden. — Mut 15. April soll in Pae
cis ein großes Verbrüderungs-Bankett der Vereine zur- Pflege
Berwundeter auf dem Schlachtfelde Statt finden, aun welchem De⸗
iegirte aus allen Ländern des eurspäischen Continents und der
Bereinigten Stauten Amerika's Theil zu nehmen gedenken.

Englaud.

Lotn don, 9. März. Der Prinz bon Wales wird, wie es
Jeißt, während der Osterfeiertage sein Hoflager auf zehn Tage
in Irland aufgeschlagen. Man spricht von Rebuen und großen
Bantketten, sowie von Wettrennen zu Punchestown äm 160 und
17. April. Für die impulsiven und warmherzigen Irlander ist
zieser projectirte prinzliche Besuch, wenn nicht weiter, sicher eine
große Atttaction. — Aus Cork wird unterm 8. d, Mts telegra⸗
phisch mitgetheilt, daß am Samstag Abends eine Flasche, mit
zriechischem Feuer gefüllt, durch das Fenster einer augenblicklich un⸗
benützteu Polizeistation geschleudert wurde. Die Flasche explodirte unter
brillantem Feuerschein. Es gelang jedoch die Flamme bald zu
dschen. Drei Verhaftungen wurden an demselben Abend von
der Polizei vorgenommen. Bei einem der Verhafteten fand man
inen Revolbver. ——

Italien.

Aus Rom wird Florentiner Blättern gemeldet. daß der
Papft seine längst angekündigte Allocution gegen Oesterreich am
13. Maärz halten und in derselben sich über die Undankbarkeit
des Kaisers von Oesterreich“ aussprechen werde. Die „Opinione“
wiederholt gleichzeitig das Gerücht, daß der apostolische Nuntius
in Wien dann seine Passe verlangen und die papstlichen Insignien
am Juntun Gerun einziehen werde. Cardinal Antonelli glaube
der Freundchaft Frankreichs sicher zu sein und deshalb mit solcher
Heftigkeit (con tanta burbanza) vorgehen zu können.

Aus Rom mieldet ein Telegramm vom 10. März: 134
ranadische Freiwillige sind hier eingetroffen und werden unter dit
verschiedenen Zuavencompagniden vertheilt. Viele andere Frei—⸗
willigen sind als des Fenianismus verdächtig zurücgewiesen wor
den. Weiter besagt das gleiche Telegramm: Die mit der Re
monte heauftragten römischen Offiziere sind von der pädvstlichen

Regierung ermaschligt, im Kirchenslaͤat Pferde anzulaufen:z— Ein
Telegramm vom 9. im Patiser „Avenir National“ sagt Einem
neuen Abkommen zufolge, das mit Italien getroffer in werden
die letzten franzbsischen Truppen nüchsteus den KMiechenftaazwaumen.
Die päpstlichen Rüstungen werden mit berdoppeltem Eifer fort.
geseßzt.

Florenz, 10. März. Die Deputirtenkammer hat heute
in Betreff des Zwangs ˖ Eourses eine don Corsi vorgeschlagene
Tagesoronung, mit welcher sich das Minifterium einberstanden
rrtlärt hatte, aͤngenommen. Durch diese Tagesordnung wird dus
Ministerinm aufgefordert, mit anderen Finanzentwürfen auch eine
Vorlage für Abschaffung des Zwangscourses einzubringen, und
erhält fernet ein Ausschuß von 15 Abgeordneten deu Auftrag
den Stand des Umlaufs des Papiergeldes zu —prüfen und den
Bericht bis zum 15. April vorzulegen.

Amerikan“

RNew Morkg9. Fehr.“ (Per Dampfer.) Debe⸗Hroceß
jegen den Prafidenlen wird bffentlich verhandelt. Erscheim John
on nicht, sd wird angenommen daß er —XLVD
Iwei Veriheidiger piaidiren beiderseiis, das lehle Wort“ hat de
üntlage *

7 Wii 13. Maͤrz,“ sagt die N. fr. Pt.“ wird auch in

der Geschichte Nordamerikas ein bedeulungsvoller Jahres ⸗ und Ge⸗
zenktag werden. An diesem Tauge hat Johnson vor dem Senate
ils Angeklahter zu erscheinen und wird dann als solcher seines
Amtez enthoben werden. Die Procedur gegen den dertätherischen
Bräsidenten wickelt sich, so weit man das aus den vorliegenden
dabeltelegrammen deurtheilen kann, so regelrecht und ruhig ab,
vie ein Gerichtshandel, der gegen irgend einen obscuren Privat⸗
mnann angestrengt worden waͤret. Johnfon hat in der tolllühnen
Berblendung seines kupferköpfischen Parteihasses vollständig über⸗
ehen, daß ihm im entscheidenden Momente die nöthigen Werk⸗
euge zur Durchf hrung seiner Plaäͤne fehlen und daß die leinen
»ülfgmittel und kleinen Männer, auf die er allérfalls rechnen
onute, gegenüber der stattlichen consolidirkett Macht der gewissen⸗
jaften Verfechter des Vetfassungsgefetzes verschwinden werden Er
at im letzten Augenblicke Alles auf Eine unglückliche Karte ge⸗
etzt, anf die Ernenuung des Generals Thomas. Hinter diesem
dten Prätorianer vom Schlage der St. Arnaud stand aber nictht
ine willenlose, zum mechanischen Gehorsam gedriflte, bon avan—
einent⸗ und beutelüsternen Officirten befehligte Soldateska, unb
hm gegenüber nicht ein unentschlossener Zauderer, fondernn Stan⸗
ton, der Freund Lineolu's, und der Amerschütterliche Grant, und
ziese Beiden konnten auf ein aus loyalen Bürgern bestehendes
Officiereorps zählen. General Lorenzo Thomas, der als striegs
ninister Johnson's den Staatsstreich in Scene setzen follte, wurde
oerhaftet und damit dem Präsidenten der letzte schwache Stab ent
vgen. Die Drohutig der Miltz des chemaͤligen Scltivenstautes
Waryland, iwelcher Johnson erst kürzlich gegen Geseh und Riecht
Waffen und Munition ausgelicfert hatte, um sie nölhigenfalls ge⸗
zen den Congreß verwenden zu können, den Ersteten zu untere
tüßen, hat nur mehr die Eine praktische Bedeutung, der Anklage
eine richtige Folie zu geben. Wenn die Ex⸗Nigget⸗Barone des
kleinen Maryland in der That von neuem die Fahne des WAuf,
ruhrs erheben sollten, so werden sie von dem laut Telegramm
benfalls zur Action bereiten Nachbarstaate Pennfylvaniensofori
erdrückt werden. Die Tage der Herrlichkeit Johnson's sind ger
ählt, und damit ist auch für die nachste Wahl die Candidant
eines Präjsidenten gefichert, der dus —Reconftructionswerkin
»en Fißstapfen Lincoln's vorgehend, glücklich zum Abschlusse brin⸗
en wird.“ —
Vermischtes.
. 1 Zweibrücen, 11. Marz. Die Schwurgerichts—
itzungen für das Il. Quartal 1808 werden am 25. Mai naͤchst⸗
zin in hiesiger Stadt eröffnet werden, und ist Herr Appellationse
zerichtsrath Ludwig Aloys Molitor zum Präsidenten derselben
ernanut. . J
7 Der Verwaltungsraih der Pfälz. Bahneu niacht bekamit,
daß am 80. März rächsthin, des Morgens 10 Uhr, im Stations—
zebäude zu Ludwigshafen eine Generalversammung für die Lud—
vigsbahn, am solgenden Tage um diefelbe Stunde eine solche für
die Maximilians- und darauf die für die Neustadt-Dürkheimer
Bahn abgehalten wird.
7 Auch Landanu erstrebt, dem Vorgange von Kaiserlau—
sern und Grünstadt folgend, mit Rücksicht auf die sehr zahlreich
hesuchte Lateinschule die Errichtung eins Gymnafiums. —
8 hatte belanntlich jast ein Jahrhundert lang ein solches
Institut.
Landau, 11, Marz. Aus Queichheim wird uns gemeldet,
daß am verflossenen Sonniag der Hund des Herrn Adjunct Fath
ins Zimmer kam und sich in die Wiege niederlegte, aus welcher
        <pb n="129" />
        hu die Kinder vertreiben wollten, wobei et zwei Kinder und daun
den Knecht gebissen hat; hierauf lief er aus dem Hause und biß
noch mehrere Kinder bis er getödtet wurde. Nun erinnerte man
sich, daß derselbe vor etwa 6 Wochen von einem herrenlos im
Dorfe herunigelaufenen, weiß und schwarz geflecken Königshünd-
hen, welches inzwischen verschwunden ist, gebissen worden wär.
In Folge hievon wurde derselbe getbotet und es sollen durch die
bon Hru. Bezirksthierarzt Bub vorgenommene Section die Zeichen
der Wuthkrankheit constatert worden sein. Die gebissenen
dinder wurden gebrannt und bereits 12 Hunde getödtet, sowie die
hundssperre verfügt.
Im Jahre 1867 betrug die Hopfenerute in Bayern ca
260,000 Ctr., in Böhmen und Oesterreich 180,000, in Elsaß
dothringen und Burgund — in Belgien 75,000, in Würt-
emberg Gu, P00 in Altmart, Braufischpeige 25, 000, in Hessen,
— Nassau, Sachsen 1 5.900, in Sumina ohue Ruß
iand) 8öo, 000 — ——
Gictualienverkehr in München im Jahre 1867.) Ge—
schlachtet twurden 17.700. Malltochfen und 150,000 Kälberz zu
Martle kamen BMill. Pfund Schmalz, über 27 Mill. Sma
Eier. 25.00) Spanferkel und 20,700 Schäffel Kartoffel; von
fremden Gärtnern wurden 14,000 Ctr. Gðmufe zugefuhrl; auf
dem ———— 2800 ER Fische verkauft; Auf der Schranne
wurden 8586,500 Schäffel Getkeide und hiefür, eine Summe von
13,400,600 fl. umgesezßt. ee * J
Der sonnkägige Gewittersturm scheint sich über einen gro⸗
zen Theil Euroba's verbreitet zu haben.“ Nicht allein durch ganz
—EXVä
Zautonen Bern, Thurgau ꝛc. wird von seinem gewaltigen Auf-
treten berichtet. Aber auch in Berlin wurde zr (Abends 7 Uhr)
mit gleicher Heftigkeit wie bei auns verspürt. Aus Bayern er—
ahren wir machtraͤglich, daß in Wunsiedel der Bliß zwei Mal
einschlug/ ohne zu zünden, Und- Daßz in Loipsering (bei Passau)
eine Frau durch den Blitz gelahnt wurde.
Sophie Schröder und König Ludwig 1) Aus München
chreibt man: Ehe der selige Komig letzten Herbst nach Nizza ging,
zefuchte er Sophie Schroder, »mit der er sehr befreundet war, in
hrer Wohnung in München. Beim Scheiden sagte die berühmte
Schaujpielerin ganz traurig: »„Es ist wohl das letzte Mal, daß
ch Euer Majestät sehe. Der Konig antwortete: Glauben
Sie denn, Frau Sophie, (so pflegte er sie zu nennen), daß ich
jerbe ? Frau Schroͤder entgegnete: „Nein ich, muß zuersi
jerben, um Euer Maj, drüben empfangen zu können.“ — Ir
der That starb Sophie Schröder wenige Tage vor Ludwig J.
ohne eigentlich krank gewesen zu sein. Die um jenes Zwiege—
präch hier wissen, fühlen sich durch dieses Zusammentreffen eigen
hümlich berührt.
fBerncastel, 5. März. Moselbahn. Von dem Vor—
sitzenden des Ceutralcomite's der Moselbahn, Hren. Bohn, Com
nerzienrath in Coblenz, circuliren heute bei den übrigen Mitglie—
dern dieses Comite's die mit dem Hrn. Handelsminister verab⸗
redeten Bedingungen, unter welchen die englische Gejellschaft die
Vdosel⸗Eisenbuhn bauen will. Die Verireter der englischen Gesell⸗
schaft, Herren Richardson und Spooner aus London waren zu
diesen Verhandlungen am 18. und 19. Februar c. eingetroffen
And lauten die Bedingungen, wie folgh: 1. die englische Gesell⸗
schaft übernimmt und führt den Bau der Mosel⸗Eisenbahn aus,
eistet das ganze Baucapital von 13 Millionen Thaler mit Aus
ichlnj der Zweigbahn. 2. Die Mosel⸗Eisenbahn schließt sich di⸗
rect an die Saarbahn an, ohne die Trier⸗eEhranger⸗Eisenbahn zu
henutzen. 8. Der Staat läßt die Bau⸗Prämie wegsallen, dage⸗
zen soll der Staat eine Zinsgarantie von 493 pCt. des Bau—
apitals auf 25 Jahre bewilligen. 4. Die englischen Unierneh⸗
ner zahlen das Depositum von 500,000 Thlr. sofort nach Er⸗
heilung der Concession ein, welche Summe jedoch den englischen
nternehmern zurückgezahlt wird, sobald ein Drittel des Bauka—
ditals verwendet sein wird. 5. Die Comite's in Coblenz und
an der Mosel sollen die Vermittlung übernehmen, daß das zum
Bau der Bahn nothwendige Terrain der Gesellschaft zu den an⸗
chlagsmaßigen Preisen überlassen wird. was unbedingt von den⸗
eiben dewirkt werden müsse. 6. Verpflichtet sich die englische Ge⸗
ellschaft, die Actien vor Ablauf des erften Vierteljahres nicht an
den deutschen Markt zu bringen. — Obgleich es nun selbstredend
st, daß eine Entscheidung wegen des Baues der Bahn vor dem
rächsten Zusammentritt des Landtages nicht erfolgen kann, so hat
ich dennoch die englische Deputation dahin geäußert, sobald der
Herr Handelsminister der Gesellschaft unr anzeigen lafsen werde,
daß er unter den augebotenen Bedingungen bereit sei, die Petition
zu unterstüzen, so werde sie schon während dieses Sommers sich
mit Aufnahme vder Specialpläne beschäftigen sund mancherlei der⸗
irtige Vorarbeiten ausführen lassen, um bei günstiger Entscheidung
ofort den Bau in Angriff nehmen zu können.

7 Von der Mosel, 7. Maärz. Fure Nachricht aus der
Fifel erregt nicht geringes Aufsehen. Nach derfelbeu sind vor
durzem in dem Dorfe Wollmerath (in der Eifel) zwei Petrole—
umquellen entdeckt werden. Die eine het in einem Stalle und
die andere in einem Keller das Licht der Welt erblickt. Aus
beiden Quellen dringt das Steinöl mit Wasser zur Erdoberflächt
worauf dasselbe dann von dortigen Einwohnern vom Waffer geschieden
uind als Beleuchtungs⸗Material angewandt wird. Nach der Ver⸗
icherung eines glaubwürdigen Mannes, welcher, wie er aussagte.
jeulich selbst min ansah, wie man das Oel aus der Quielle
chöpfte, sind diese Quellen schon vor 30 Jahren bemerkt worden;
darauf versiegt und jetzt abermals zum Vorschein gekommen.

7 Biebrich, 8. März. Der herzogliche Finanz- Director,
derr Präsident v. Heemskerck, begibt sich heute in Begleitung des
Zerrn Keller⸗ Inspeciors Victor nach Slraßburg, uum die⸗NUeber⸗
ührunz der dort lageraden nassauijschen Cabinetsweine nach
Biebrich zu bewerktsielligen; bis längstens Ende April wird dann
rine größere aeae berühmten Weine zur öffentlichen Ver⸗
steigerung gekommen. 0

Aus St. Boarshausen wurde der „Mittelrheinischen Ztg.“
zemeldet, daß dort seit 29. Febr. ein „Seehund“ den Salmen⸗
ang zu storen diohe. Die K. Z. wird das Richtige treffen,
venn sie dermuthet, dies Thier werde wohl die bekannte See⸗

ichlange sein... a

fF In Ber'lin' find von etwa 8000 Schreinergesellen über
die Hälfte arbeitslos.

»FBerhin. Ein Blinder. der als Leiter einen Hund an
ineni Stricke neben sich hatte, stand, am Sonntag Nachmuttag
an einem Baume auf dem Wege nach dem Gesundbrunnen und
vettelte, als plötzlich ein Knabe vorbeieilte, rafch den Strick mit
iinem Messer durchschnitt und den Hund, einen wunderschönen
Pudel, an dem äbgeschnittenen Stricke fortzogg. Kaum war dies
jedoch geschehen, als unser Blinder, die Augen sich ein wenig rei⸗
bend, dem Diebe nachlief, ihn mit seinem Stoce füchtig durch⸗
prügelte und dann mit seinem Pudel zurückkehrte, den Stric zu—⸗
ammenknüpfte und in aller Ruhe wieder seine Rolle als Blinder
ortspielte. So erzählen zwei hiesige Blätiter.

7 In der Provinz Sachsen kommen so zahlreiche Faͤlle von
Trichinen⸗Erkränkungen vor, daß die Magd. Zig. meint, die
Krankheit scheine in diefer Provinz epidemisch werden zu wollen.

Die dritte allgemeine deutsche Kunstausstellung, die dieses
Jauhr in Wien stattfindet — die zweite war im Jahre 1861 in
döln — beginnt am J1. Sept. und endet am 31. Oct. Zu der⸗
elben koͤnnen nur solche Werke der bildenden Kunst eingesendet
verden, welche von Künstlern deutscher Nation oder solchen her—
rühren, die ihre künstlerische Ausbildung auf dentschen Kunstschu⸗
en empiangen. Die Anmeldungen der einzusendenden Kunstwerke

jaben bdis längstens 31. Mai zu erfolgen.

f In Brüunn ist in der Nacht des 7.88. März: in einem
Wirthshause die Wölbung zwischen dem ersten Stock und dem
Erdgejchosse eingestürzt; 16 Personen wurden getödtet (darunter
der Wirth), dann 15 zugereiste Gäste, meist Handwerks⸗
hurschen. —

7 In Prittriching, Bez. Landsberg, kam am 2. d. Mts.,
stachts gegen 10 Uhr bei heftigem Sturmwinde im Hanuse des
Schneidermeisters Jos. Haberle Feuer aus und verbrannte die
zanze Familie, Vater, Mutter, ein Sohn von 14 und zwei
zon 10 und 11 Jahren! Nur die 16jährige ältere Tochter ist
uͤbrig ge blieben.

— Justus v. Liebig's Amnweisung zur chemischen Brodberei⸗
ungs⸗Methode, »wodurch ein nahrhafteres und billigeres Brod her⸗
gestellt wird, wird jetzt durch umtliche Ermunterung verbreitet wer⸗
den. So hat die K. Regierung zu Cöslin (Pommern) sechs
Beldpreise für diejenigen Bäcker ihres Verwaltungs Bezirkes be⸗
ttimmt, welche vom 15. März bis 1. Sept, d. J. in der Berei⸗
ung und dem Absaße des nach genannter Methode hergestellten
Brodes sich auszeichnen werden.

Warnung. Man sagt, daß aus der „Argentinischen
Republik“ wieder ein Auswanderungsagent entweder schon in
Deutschland eingetroffen ist, oder au dem Wege nach Deutschland
ind der Schweiz sich befindet. Es wird darum fsehr noöthig,
viederum auf's Eindringlichste vor diesen Verlockungen zu warnen;
die Auswanderer gehen dort einer traurigen Lage entgegen, die
dadurch so entsetzlich wird, daß es besonders darauf abgesehen ist,
ie zum Eintritte in das Militär zu gewinnen. Die Eintretenden
nüssen fich nämlich vorher verpflichten, die Hülfe ihrer heimath⸗
lichen Vertretung in keinem Falle anzurufen und allen Euro—⸗
päischen Bürgerrechten zu entsagen. Gewöhnlich erhalten sie von
den Werbern 5001 Papierthaler Handgeld, die Werber erhal⸗
ten 5000 für Jeden, den sie einliefern. Nach Ablauf der Dieust⸗
jJeit werden sie aber nicht entlassen, und da ihnen ihre Legitima⸗
tionspabiere vorher abgenommen und sie dieselben nie wieder
        <pb n="130" />
        halten, da sie fernerner keine Heimath mehr haben, so find
fie vollkommen schutz· und rechtlos und Niemand kann ih
nen helfen.

p Zur Sittengeschichte des französtschen Kaiserreichs. In
einem Grenzdepartement plaudert man viel über den Herrn Prä—
fecten, — nicht üdber seine präfectorlichen Leistungen“„Pon Dié,*
so etwas läßt ein braver Elsässer sich nicht zu Schulden kommen,
sondern über die außerordentliche Aufmerksamkeit, welche dieser
Herr der Gemahlin des Oberstlieutenants X. erwies. Der Offi—
zier, welcher endlich merkte, daß er außer den Epaulettes noch eine
andere, weniger militärische Zierde trage, forderte den Präfecten.
Dieser aber wußte den Beleidigten zu überzeugen, daß der Un—
Jeilstifter nicht er sei, — sondern der General⸗Secretair, der Prä⸗-

ectur. Dieser versicherte nun allerdings, bei Allem, was einem
heneral ⸗Secretaͤr heilig ist, daß er die Frau des Obersten gar
nicht kenne; doch, wie man im „Barbier“ den „Basilio“über⸗
eust, daß er das Fieber habe, so übherzeugte man, scheint es, deü
Beneral⸗Secretür, daß er, ohne es zu wissen, ein Lowelace, ein
Don Juan sei, und er fleh nach Paris — wo er noch ist —
un der Rache des Offtziers zu entgehen? Und die guten Elsaͤsser?
Ddie lachen — und zischeln 4 ins Ohr: aAll est pien, hapil
e Bretfet, pien hapilJc·..
7 Der „Rocky Mountain Herald“ hat seine Spalten unzäh—
igen öffentlichen Gesuchen nach — jungen Mädchen geöffnet.
Das Blatt fügt hinzu, daß in Colorado etwa 100 Yanlee Mäd⸗
hen noch vor Osiern unter die Haube kommen können
x 4 MJ. LLV/IMX 1 38 dockon ,
Theilungsversteigerung. ba Säcke und wasserdichte Wagendecken, v
Samstag den 18. Aprit 1808. Nat -. Fahuit vöon E. Vodewig &amp; Freybauck in Mühlheim a Rh..
nittags 27Uhr zu St. Ingbert in der , hahen zu Fabrikpreisen bei deun Agenten
Behausung' des Metzgerme isters Jacob ο— ————
Schwarz werden die den Kindern der da- unnn * Louis Pasquay in Kaiserslaut ern.
hier verlehken Eheleute Johann Aan . — * 8—
veiland Bergmann und Margaretha Hager 4Etuücd ab ee
jehörigen Liegenschaften“ St. Ingberter ——— guterhallenen *
tannes abtheilungshalber oͤffentlich in Ei⸗ 3 F e n st e — —
Pese — VO 24 J—
4 vid Sip von 49 7“ hoch uud 8' breit, mit
Hof und Pflanzgarlen dahier im Jo— —F — —
sephsthal neben Philipp Günther und d billig * rete
Fotstet Janz. Schreiner Vogelsang.⸗
51 Dec Acker aufm Etzelgengarten ne⸗ — — ———— g s —
hen Franz Jacob Wagner und Jacob unte unhe Die
Ammann, zu mehreren Vauplätzen. — . . ibi Finfiöeubßntsuns
diee, Für Erstcommunicanten
50 Dec. Acker? aufm großen Flur Folehl ein'r ichsbhaltiges Lgager Gebet-h *6* .Scherpf
mpfehle mein r ichshaltiges Lager Gebee 7 99
J. Ahnung neben Wittwe Hellenthal. Dpii irn idne lenan in St. Ing her
—S— beim Haseneck, neben en Leder· Chagrin und Seidensammt⸗ KFin⸗ e e — vern For e⸗
3434 Nne kiselitter Vergoldung „Bureau⸗ und Compitbiir⸗Uten⸗
58 Dec. Acker auf Rollenthal— hinterste —SSSS— * ergowung sbi emn, IIde sich äuf ts⸗B a er Car
Annung neben Franz Joseph Behr, he he it htenergetzüd we ge dag eund Pote se natiervöag vrm
Wittib. J J J ut B — 112 fkre Ze ch nen BGegein stia mude,—Fiacr be
—8 Undachten mit Bilderu zu 50 5 uft:
51 Dec. Wies im Allment, neben Va⸗ — ite ac. vcẽ in ernpfehlenden Erinnerung.
lentin Fischer und Valentin Weidmanns 2 MPaärz 1868 3 — —
Frhen 3 ⏑ Ot. Ingbert. 12.März 868 —W Saathafer Sa t sk 7
7. 29 Der, Wies in Oberhäusers Mäus. . ener p, Saaferbf — — w pp
bach, neben Carl Ehrhards Erben. — Schreibmaterial-Handlung.“ Sa — ß n, Fütt hafer
3.870 Dec. Wies in der Mäusbach, frühe — — — aund Kleesgamem is zu a⸗
he n ne FPhotographie Zben dei eu n
Horn, kal. Rotar. Zch beehre mich hiermit ergebenst anzu⸗ Gebrüder Grell
... — eigen, daß ich zjetzt von Morgens 9 bis — —— — — —
Bekanntmachung Abends 3.Uhrin meinem neuen? Atelier Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc Preise
jef. Aufträge entgegennehme um prompliest der Stadt Homburg vom 1I.. März.
In hiesiger Stadt finden die Visita uszuführen. Weizen Hfl. 2tr., M—
ion uen den kath Söalen Ktattwie Icz Aufnahmen finden im geheitzten Wenen Ppa tr., orn ⸗ —
solat; 9 — —— Spelz⸗6fl. 12 kr Gerste, — Zreihige, — st.
bigtt ZSalon bei jeder Witterung statt. y—, ee pe
in 15. März Namit. Z Uhr die Sonn Eh Jugbert im Febrr iss. —Tzrischttuczt 7 30 erh Hafer
iagsschulen.523 8 Stlig Photographt 2 5efl. 13 sx., Erbsen 6fl. 13 tr. Kartoft
Am 16. Maärz Vormitt. 7 —10 Heurich. WB. OBlulig, Photograph.. eln Lefl. 18. ir. per Ztr. Kornbrod, 3 —*
10-12 Schlaudecker. , debhlenstraße, neben der Holzhandlung des —A— arsirddd, d hr
Nachmitt. 28 Baron. Hr. Otto Weigand. 32 kr., ditto2 Kor. 28 kr. ditw I Kgr!
Am 17. März bormitt. 7510 Seibert. — —— A Ixx Gühfleijch 1. Qual. 16 kr. 2. Oulal.
40-12 Schwalbach. * 514 Ir.“ Kalbfleisch 12 kr..Hammielfleisch
s — 5 w37 113* 7
Vachmitt. 25-5 Magdalen. »IH . 16 itr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 27 kx
Am 18. März Vormitt. 7 10 Constantia. Einin hiesiger Stadt an der Haubt⸗ enenetguns 4
1012 Laurentia. traße gelegenes zweistöckiges Wohnhaus mit 5 Pfd. νι
.MNachiitt.2—5. Paula. 3 Zimmern, Z Küchen, 2 Mansarde Zim-⸗ — — —
iim i. Wanz deiu te ee ie Sred e Zrautturter Vörse
Schnabppbach. dofraum, worinsich ein Brunnen befindet Geidsore
— Nachmitt. 325 Remigia. iebst Gatten ist auf langjährige Zahlungs- * J J rten α
Der pohllöbs. Sladtrathsund die gechre ermine zu vexkaufen. vom 12. März. 1868.1 18
en, Herrn Beomten hiesiger Stadt, sowie Dieses Haus eignet sich zu jedem Preußishe Kafsenicheine Dehr F ———
die Eltern und Freunde der Kinder werden chäfte und ist das Nähere zu erfragen eit Jreudisne Friebricheror . — ——
Jiezn höflichst eingeladen. J — IYb Lautrent J pistolen. 949- 51.3
St. Ingbert, 14. März 1888.. Geschäftsman in Zweibrücken. — ohün
Sos Asßragermeisffer we — —— — —“ — n * —7 3 —
Las — SSvolid gearbeitete· reru⸗e Damen ducaten.3 23 73 .
j und Kinder⸗ Schuhe und Stiefel⸗WFranck-Stücke N1—32
chen, in Zeug- Leder und Glanzleder, englische Sonvereings. 1L. 35— 289
zu sehr ermäßigten Preißen ünd vorräthig gotd per Zollfund fein. σα
bei Franz Foos, as nd dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
z nene Schuhmacher. *231 4 Dollars in Golde2 27,2-281
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mid Suuurst a gorz3 Abwmienuntöhreig wierteljäührig. 45. Krzr.. odez18. Silborgr.,. Aneigen. werden mites Krut. — Zeile
onti nine e ιο u mges Plattjchrijt oder deren Raum hexechneg. ιαV n αι

öTEAäMMTA— 7723. mamsc ; ——
Rro.“ 33 —D [[ Diens tag⸗ den I7. Ar L—,—uneteu, oge —QA 1868
—7* 77 — — — — — — —— — t — *
ιν ι ο unf neel rontso,
ꝛαι . Deutschland. i ιιιXäνä
220 68 ud wg h afensor 18.. Maͤrz Mer! hiesigeSladirath
haͤt dfe Adreffe geg e mosofortigenund unbedingte Einführimg cdes
Matzaufschlags in unserer Pronng innder vomisturier morge⸗
schlägenen Fassung noch gestern Abend! vurch den Velegraͤphen an
hat Prafidium der tammet der Reichsrätheuabgeheinlasseti egur
glelchemgwecke? bersammelt' sich heute Vorinirtag wer Handetskatl
—A— — —— —8 ι
an gernet wirb uiit mtgetheilt, daß ver Staͤnteath von Speyer
nnit der · Stadtrath und der Vaitde iahniann Fabritectt von Fwei⸗
hrücken dressen um gleichen Betreff nach! Mimchentgefendet haben.
WeltereAdrefsen in ahnlichen Sinn heschahen awon / Sue Ing
hertGeriners heimnNeufiadtnnvd.H.nr rchheumbrlanden,ncmisch⸗
heim Mußbnch umd Lambsheim aus: n νν u u uin
2 Aus Kandel wird insi heschricben⸗ Eben!tireulirzmiwmnn
serem Kantonshauptorte eine Adresse an bie Reichrathskammet um Er⸗
affungeines Schulgesetzes nach bem Sinne der Regierungsvorlage. Die
Unterschriften der Gemeindeberwaltungs⸗ und det Uömigl Beamten
wol Wien ver Gemeinderäthestehen voran.ur Die gange protestantische
Bürgerschaft unterschreibt wier Ein Mannnund auch die einsichts⸗
zolleren katholischen Bürger zjetzen grit Freuden ihre Unterschrif
ten heig v αα S
Munqden —— Die Augsb. Ga
baß der zweile Praͤsident der Reichsraihstaunmer, Hre u. Thüngen
uit det Bildung eines conservativen Vereins beschäftigt sei der
auf güg Bayern ausgedehnt werden, vn e eee
rin — provisorisches Comite und X nen Statuten ·
titwurf
det ez
Ablebens de onigs dudwig danhesnen Staattsectcut din.
oͤnelli eit' Beileidsschreiben gn König Ludwig A gerichtet“ in
welchem det Theilnahme det heil. Siuthles für daße Haus Wit-
tels I yerliehen ist. Der Kronpring von Sachsen und
idwig vbi Hessen haben Müunchen wieder verlassen,“n
e en is. pegrn Die Rachtichte n Wiener Vlittter
ihzer inen zweitagigen Aufenthalt des Herrn v d. Pfotdten“ da:
ielbst ünd von“defsen Abreise naa Paris sind undegruͤndet. Hetn
o. d. Pfordten hat München nicht verlassen..
Wan gen 1 Wari. das Erhcebnß der! Wolkzzählung
hom December 1867 Weist nach der von den Kreistegierungen min
getheillten Zusangmmenstellung die übrigens noch nicht revidirk ist)
r das ganze Konigreich eine Gesammtberblketung don 48283606
Seelen nach gegen 4.8074409 Seelen bed der Zahlung bon
1864..In ver Pfalz vertheilt Nsich die Cibilhevditerung von
810,601 Seelen auuf die einzelnen Bezitkßämter folgendermaßen
Bergzabern 39,422; Framtenhat As 408 Germersheim 49,948,
Homburg 48, 08634 310 Kaiserslautern/ 52,698;0 Kirchheimbalanden
18,8092; Kusel 40,826.: Landan)⸗88, 828; Reustadtannn de H
66,296: Pirmasens 42,808;3 Speyer 55, 179; weibrücken
57, 155. Dazu Jemmn nocheta tinenn Milszärbevölkerung von
15485 Seelen. —DV— n
Mͤ u che n 18 Marn. Der Finanzausschuß der Abgeord
netenkammer hat gestern den Etal des Ministeriums des Innern
berathen: In den ineisten Fallen wurde eine Verständigung mit
der Staatsregierung etzielt; leßtere wird die Zahl der Regierungs⸗
rathsstellen vermindern. Vie Beamten niedriger Gehaltsklassen
erhalten malsgn den dustizbeamlene Theuerungtzulägen d
3——ö— u ct 3* α
—— cen Dienstesnachrichten. αιν
Seine Majestat ader: Koͤnig haben: Sich allergnädigst bewo⸗
zen gefunden, die erledigte Irotestentische Pfarrstelle zu Lau⸗
tereken, Decanats gleichen Nameus, dem bisherigen Pfarter von
dochstaatten:nn Decanats Overmnoshel, GeorgeWilhelin Heinrich
Nehernr ge verleihen 7 9
EVer Agle Forstwarte Farl Ekert don“ Rovalben“ wurde in
zleicher Dienfteseigenschaft“ auf die erledigte Wartel Hohelift
Revier Reislerhof Im Forstamte Dahn verseßt, und die Wartei

nn —
siodaibon Rieriete Woldsischdach. c Riorstacwzle Visnasensje
inen Waldaufichtẽposten mngemandelte ιανο νν9—
d sn uh e b Marz. Doagneueste Vyroxdiungeblat
ur das. Kriegsmnisteriun verfugt solgende endexungen infn
itarischen Venennungen: Has ¶ ArmeedorheGCogmando haheden
ditel Diwissons Commandon daß Conmandg der Keiteres die d
wnnung Commando der. Cavalleriehrigader⸗ das derArlillerij
Lommando Zer Artilleriebrigade zu jührem Diese aen
cheint darauf · hinzuweisen/ daß eg badische Frupoencorp⸗
ich qs. Dipifign dem morddeuts en Heer volllonmen einpatt
——— — es neue
Johe und Oqudslapertrag pit Qesterreich vom⸗ —
Artikeln umde soll hipnen · In. Monaten ratificsxß. werden. And am
Juni in novixlsamleit treten. An. demselbesn Zage⸗z halz —8
Nechlenburg seineno feierlichen, Einzug, in den Kollnereng Der
Joslhundegrath. soll sich heute bereits mit dem Vertrage Leschäft igt
jaben, waͤhrend der Norddeutsche Pundesrath, welcher im Vauff
h Nachmittags eine Sitzung hielt, den/ mit Nordamerikan abgef
Hlossaven Vertrag. hetreffend, die Staatsangehörigkeit der Auige
zewanderten, prüfle. Auch die Civilprocehordnungssommissson
arbeitete heuit unter, dem Vorsitze des Justizministers
ainduheschästigte sich mit der Fraͤge wegen Aufhebung der Schuld,
jaft. — Die wesentlichsten Bestimmungen des deutscheösterreichischen
Vertrages sind folgende: 3—
Zwischen beiden Vertragsgebieten soll keinerlei Ein- Aus⸗
anid Durchfuhrverbot bestehen/ ousgenommen die Gengenftäilde, für
velche aus Gesundheits⸗ vder Kreegsrücksichten solche Verboteerlasfen
verden můßten. In Bezug auf Zoͤlle gestehen die Contrahentenosich
gegenseitig die Rechte meisibegünstigter Staatenozu wozunhedoch
olcho Begunstigungen nicht zühlen, die inibesouderen. Vertragen
auderen Staaten“ ausschließlich zugestanden sinden Die rinn nene
Bertrag stipulirten Verkehrserleichterungen heruhe wsin Allgemeinen
auf dent Grundsatz des freien Eingangs! roher· Naturproducte und
ʒer gollermaßigirng für gewerbliche: Erzeugnisse, Ausgangsabga-
ben beim Uebergang vom einen in das andere Gebiet und Durch⸗
jaugtabgabene werden! nicht erhoben. Von inneren. Abgaben fuͤr
Rechnüngt: des Stactes/ OderGemeinden zc. vürfen? Erzeugnisse ded
rinen⸗ Gebietes Anoauderen nicht höher getrvffen werden als sdie
enen Erzeugniffezedien Angehsrigen heider Gebietorwerdent an
Bezug aif Abgaben vom Handels⸗ und Gewerdebetrieb den In⸗
an dernvollstündig gleichgestellt. Kaufleute und andere Gewerbe
reibende, welche in ihrem Lamnde schon Geschäftsabgaben entrichten
ollen bei Ankäufen und Bestellungen im anderen Gebiete leine
veiteren Abgaben zahlen. E nιενιι ιινινο
r 2BVBVonebeme Premier⸗Lieutenante Stumm, welcher! die
englische Expedition in Abessinien begleitet, sind hieher Berichte
mamtwe — —*
Brwtden AI ho Matz.n Divt prußischen Consul im Orlenke
indzugleich für den VNeorddeutschen Bund ernannt!A DusSypiel⸗
bankengesetz hat die Idnigle Sancthot erhalten. u Pringe Naps-⸗
eon ist heute narche Oresden abgereist,nHon wo er zimächst! nach
— —
2D ree sdemnsung.März!c Gesterni Rachmittag? wurden!in
Individuum derhaftet, welches auf den vorbeireitenden beKronprin⸗
zen ein Pistol anlegte. Nach Verhör wurde es dem Krunkenhaufe
übergeben. dα se —A
n Wien 16 Mätz Der Kaiserhat?neitie surengt nner⸗
füchung gegen den Erzherzog Heinrich angrordnet, — Vor Aihem
wird der Bischof von Trient/ Riccobona, fich darübet zu verant.
worten haben, daß er, ohne vom Erzherzog die Einwilligung des
Zaisers zur Trauung abverlangt zu haben, dieselbe pollzogen hat.
In Hofkreisen war man anfünglich bemüht, die Ehe? für nuge
etzlich erklaren ju lassen.“ Der Bischof betief sich aber auf feine
Ztellung als katholischer Priester und erllcrie die Ehe als“hol
owmnen giltig unter Hiniveisung auf die Bestimmung des Kon⸗
Irdats: Gewiß ist, daß ohne das Concordat die Ehe desErz ⸗
erzogs mit Fraulein Hofmaan fur unganig hatte erklart werden
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        —4 “ *
— — — 35 —3 58— 3 — e 7 efür 55 a
wahrendẽ naͤrtig — gendt neordaf Ke sammed6 ihn cc wahr eerd Hao Ministerium des üffe Mlichen
5 X e —9 I * 8 ee * 3 19 — e 7 F E e Zu⸗
ir eiEi Eu ordern Eanfechtbar erscheen fstä ind ene Schqn in nser Auurhunden —2
dürfte. So hättä dein das Coucordat einen ganz eigenthümlichen Paris, 18. 3 —A
Veweis dafür gegeben, wie unbequem es mitunter selbst für höchste gestern wieder sehr heftig ausgebrochüi und haben sich Ilesmal
Regionen werden kann und in welchem Maße es die Familien auch gegen den Klerus gewendet: auch das Gehäude des Jesuiten⸗
und die Staatsgewalt lg m zu legen vernagagg. nioviciats wurde zertrümmert. In Albi im Tarndepartement hat
v⸗ Wiß Ne u sta d 2 Marz. Soeben hat die neücoufti rin Getredeerawall Rattgefuͤndent Dabt Volt wollte die Verlaufet
uührte?Stadtvertretung befchlossen, an die beiden Häuser des Reichs gzibingen ihre Preife herabzuseten, und konnte erst durch Militar
raths i e n der Concordats imd uni Trermunb — Die Excesse im Süden sind
Squle von der Kirche abzusenden. « ein Gegenstand lebhafter Besorgniß der Regierungg. —
3 13. März. In Beantwortung einte — —— Marz. Auch in Nantes haben ast 12. 7380
Noffuth welcher die jehiger iuhrer der ungarischen Na⸗· ber der · Eins schreibung der mobilen Nationalgarde Unruhen. Aait,
ee ee 35
VJuhren die ibten miß der Kugel des Standrechts ie Anbänger der Regier cirun . w. Da die Polizei
Wese d en s er en ur py en n e ene
—— —ä ——
e ber — su ver uden ai aux lLarmoe u.a Nam trug xing gusstopfte Puppe im Costum
—— staatstche Nenhau ee ——
gel X * 3 dZar Aluhsternschale .auf dorn Bruston Dich wetichilichr.niutersinchungg hat
ern ijabeth in * nig ng vo zir: Welt britiger bereits begonnen; der Präfect ist nach Paris zberufen und gawigh
vird soll eime unnurtau Ammen arvannen.Pesnher Bisten. ar. waht weamlichabgese et wendan De⸗Kaiter ast aicht wenis. betton
ee e
Schwester Gisel in der magha en Sprache *Be⸗ lichex Zwischenfalln kommt ageAu den;·Departements, Aomentli—
ßßßßßß—
dee de gelu — hreu α 7. uid enn nten langen, Ddaß den Mitglidern der giobilen Rationalggrden dit. Kwaffen
sinng — 3 ———— g epegen. — mit nach Hause gegeben werden uDem Veynehmen, nachchat. die
e eeeee ee reee weuewtr
J uacheicr, daß * werden is äι ιι A—gtunun myr
lit 8 gewesen feiwo VNer nsk cWismarch und dem Primzen Ner 7. Manmie ldet ——— * * —E—— A —*
—
—— p ue ingFert srgenn e won⸗ ungen amde von des. wusarischen Beistuichteu
—DD—— 2tabie⸗Peiste⸗a aiingeftnigewtrdcbeu⸗ idhen — — —V———
— ——— aresiancrr purn ree
nach Paride nuse dad nιιι læuι — nt AUmiuß o m . 13Mια —A Aig. „Giornale die, Fdid
hnonie paFrankreich,unne ann an — e or ün geu
—D I — — —D——— ujgr — èt u Karhinal. Priesteru — 5—
¶ Margaon Dewn. Adenir. natigual utbalt wach renzen Doüopartesodanu — Ba
35 Man n chitd. Porend iinde dengen u Fardingl· Diaconen
b 3 * e n on jsg — die Pralaten Borromeo und Capoktie!“ Sodann — xx die
—
2 ÑÑ ——* id e xauf undigtger anadeu in den Bijchgee pon, Boig⸗le⸗
peeree Daͤnemark wegen. Rordschleswigs due ein ann inn 9* —— chöft. von deun ee e
VRA ————
—5 * dm en frautjen atmia Xarjen mit V n ne In 34 ditter
nnin: von Bo Nl enai nat ι ll id ue reuzfahrer ejij Y. guf der Brust, Ven —
üf uPaxis diMuürg vle Nenletung hat Peseblegrlahen e uee hn Th —— ee 8
bie Korneinfuthr moglichse zu fordern unde die Backer zu überwachen, aie Henthen di peg e — —— pht A
daß ñe genugender Vorraͤthe baltene —— 35 eeten * i —F elbs —98 grul Aeworden.
bite lonme mehen Hornladungen, hn den, Hafen, an als, von enz 18. Mngn Bien giheüzer,! Siad behorben hä—
dort inz JInsland eiler befoördern wordenn ihnneng ge Der, Staats he gesterieei 79— * — e e
rath⸗ hat en Soldalen de Gacnuen 7 9 —255 * ven —A eihe pon eeze Gold Mmit den
Zet Zuen Soldaten bez Boarnisen don Litra e exmanchtigi- den Ganhatre Weit und Sgon la giorehn genatgz Vatig ge
Maitenwon Planques auf Schadenen sah zu derllagen Ipeil —et ach n Franffth sigh Kongwärtee in. hariz abhelchiossene Di
ohne genügenden Grund einen manderin -GConscribicten entlasfen Nusleshe sn imzosgtenen J——— nin rentsahl *
hatt, durch dessen Freigebung der Betreffende, im zdie Armer tree Reteß⸗ Tg. Härge Der 9 vnt itder Jeht aiß α
ien muhlenzugeeich ist dem Soidaten von Slantewegen ein Un— hltft aee atdn cnleht wattzune
äJ — 7 ιιαι. — — 12 106, 016
walt bestellt pore — —,— nn eg
Paris, 12. März. Die Unruhen in Toulquse waren bee * ———
deutender, alßs Patrie u. se w·/estern —X wolsten⸗ Die Ann Ma d wida 14ᷣMärgzu Dies Gerlichte bon MA ufftäm⸗
Zolig nohe wan WMorm und bergehbeele sig Gshenid nd der ndeuwwingen / wetden-iunr unbegrunden dretart; .nberau
uhr Rachts inmer mehr. Sie Nug aide wode Fahnß dt sih dMericho Anp e 6
und riefr Viys in hvolutiri pa ieie aner aao hnuraliauzduDonaufürstenthümer. — ..qaI. Ic.
Nlangen der Marseillaise. Gaslaternen wurden zerbrochen, dasßs Becxgd, 14. Marxz. Zu Graconica in Botmen Is a
—S — d n demolirt bifchen —— zuncnte biutigen
im Marschallspalais blieb keine d Scheiber ganz ogat Bomben Tonfticter gelommen in dem bede yeits z8
jollen nel e ee —α — eeee αινα — d und Bef
wurde auf aͤhnliche Weise berwuͤsten. Um dhalb 1 Utzr rücgten — —F uunipr ινσ
Truppen an and dertrieben das. Volk, wobei ei — , ιν_ν
edat — g —— ———— 9 ——A —— —
unnee eaen eeteureee te brde ende Zödermatemungusugz Haudrtetstumcune, sut vedar—
Uuruhen so idern, much die Enttustung darüheß, daß die Stad⸗ eiteten Stahl, Gußeisen.gotdie für Messingdrähte. Bleigefäße,
sn wehinuden d Duurd d a gon o ginn, fericer wuch für: Zuche duud J Trilptwaaten migewinmen.
bereite jei auderthal Jahren statt von ihrem gewahltenMuui⸗ —
ripalrathe von einer taserlichen Commissiog xegiert wirde. Uebri · ju n kpe 5 8 u-c.
ens hore ich eben. datz der in Toulouje commandirende Generg! Wehi 39 33 8 — ——— —
Gohon auf ine selegraphishe Depesche hin dahin abzerzist, sel on sittürte Senat gad vem Antrag des Prasident 3 — ũ
wen die Uncuh n bon Nelen degounn hälen Auch u Feues dhafi htcag Prasidenten Johnson üch
die Unruh n voa Neueni begonacn bätlen . Auch in, Fours schriftlich verantworxlen. zu dürfsn, Folge und setztz füt Eittichung
—ãA— aWaen neeinnetu großz Auf der Berantwortung Fermin auf den Sr WMatz, sest. 314
— 6 —— ——————
559 8 perlanat der Krlegsminiiter nachträulich a neritamichen unabhanigteit aus ging eine Eingabe an die

——
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        gmudesschießen werden· auf dex Aversfeite dir Germania, im Him
ergrunde: die · Siude Wien geigen, mit der Umschrift: ‚Wir wol,
en sein ein xinig Volk von Brüdern“; auf der Reversseite das
Wappen der· Stadt Wien- mit der Umschrift: a, Driftegs dentsches
— Are wmläns chet e . —V Bundesschießen«Wien 1868. —— — —A — Ir
indise Liab d . „Märzl Der!in der heutigen Ausschußfitz; Li EGtegrinlerzen in Arsenil.) Es foumenStrarinkerzen
ing Ves hiesigen Vorschuß · Vereirts vom geschaftsfuhrenden Aus mden Handel, zmelche sich durch alabasterartige Weiße auszeichner,
schussererstatteiee Bericht: pro 1867ergibteals Resultat einen Rein⸗ ieje: sind mit einer Richt unerheblichen · Menige Arsenikversetzt,
—E— 2Summe sollen.e vorben velcherch während des Verbrennens in Dampf.· perwandelt.
Jatlich et Genehmigung det auf dia 2501 März / anberaumten inen knoblauchartigen Gexuch nerbreitet und sich am kaltern Ge⸗
Henerat⸗ Versanumiung: A Seko den vivibendenberechtigten Stamm⸗ zenständen, als Giftstaus abfegt., Jede Herze, weiche Sauf dem
mitheilen: und der Ueberschußen demen Keservefond zugeschrieben Hruchen ein mehr:: ijchwammigesn als zaArystallinisch.Ffestes Gefüge
perden ιν ινινσι νσOν α H α.ο uα eigt und: beim Werbrennen enten schwachen: weißen Kauch-aus⸗
min uAns der Warst'pffaltz 9. Maärz.nnDie dietjährige Wan⸗ stößt, ist⸗ ala verdüchtig anznsehen, Jeder Apotheler, lann Unter⸗
etversamm sung!i bayerisch· v!r Laudwirthe wird am⸗ 3. ur4 uchunge nnsteilemd — az
Juni zwr Kojenherm stattfindend Diesüddeutsche Ackerbaugefell⸗ fWGegen die Holsbräune.) Ein Arzt zu Heidelbergver⸗
——— selbst wenn diese Krankheit den Ho—
Hrei erste Ausstellung vonn Zucht⸗ und' Fettviehe: veranstalten,) kend jepunkt erreicht hat und sich die Symptome der Erstickung zu
derFrontfurter: Kandwirthschafttliche Verein wird damit eine intet⸗ eigen beginneu, durch“ Anwendung won Heißem Wasser mit einem
xdtioualt/ Maschinenaus stellung derbinden! Das iSecretariaben des Schwamm oder; feinem Lappen quf; den Hals geheilt; werden
Hemeralcomites des la Dwirthschaftlichen Vereins nin Bayern: der⸗ Vnne. Das: Wasser vuß so heißesein,n daß, es schmerzhaftfür
endot· anßefrantirtoe Anfragen ausfirhrliche Programme und An die Hand ist.Diese Anwendung wird L5 80Minuten lang
meidungeformmdarte zu beiden Qluisstellungen. man n— dortgesetzt. zu Man: legt dann einrn Wen. so g. heißßen erweichenden
3
der 46 Jahrg. qlie Iczrey J. Muhledez vonhler dur Walde t Athmen wird unverzuglich bei der, Anwendung Des heitzen Wassers
er * Sed grleguʒ. — * sich. ee
rxgab, daß derselbe eines gewaltsamen Todes gestorben, da außer so wirs die Anwendung des heißen Wassers und Aufschlags
mehreren Schnittenn sim Halser Rucho noch der a Schädel h einge; iederholt.
ichlagen war. Der Mann war m 9. in den Wald gegangen, 4 Von Bern wird die Entführung der Tochter, eines hoch⸗
um seine Wiesen zu wässerg eehe ingesehenen Einwohners, durch einen Agenten der Lebensdersiche⸗
Act der Rache. Fr ungsgesellschaft Germauia in Stettin gemeldet. VDeide ind
NMs'e che noãñ. Marz ov Dem·n bu: eichenwagen begege zestern verschwunden/ ohne daß man derselhen his jetzt mit Hulf⸗
nete dei seiner Rückfahrt von dem Leichenbe zängniß der Unfall, der Polizei habhaft werden konnte. J
ꝛ2aß derselbe unter dem Salvatoz 83 d enen gn, der 7 6Die Wadenprobe) Eine vor KRurzem in; Pariz erschie⸗
—B oben anstuh,so dad Krone shnn Scepier dechtboden nene Broschüre „Kritik des vurjährigen Krieges in Böhmen,“ von
jerunterfielen. VVV — . Lullier behauptet woͤrtlich?, Die breußischeAxrnce bedurfte ua
, Wrr troet ent mast donihgraß einer Zeit ———
neben aͤnein, ba Felsherg gelegene dalkofen die, Liicheu zwejet Zrlegen, zir der die frauzösische Ärmegn hur vier Tag braicht
ungen Verglentet leim· Anscheins amch hatten ich —. diere fungen aben würden. Die Deumschen konnen nämtich miht marschiren
Leule in Ermangelung eines Obdaches die nüchste U nigebung des weil“ihneii die Wade zu tief sitzt, während bei · den Frauzosen die
zrenmeced Felotn om Ienuer Jeusent 3 wgrensurch Wade höher liegt und das feinere Bein marschfahiger macht. Daß
die dem Zugloͤche dess Dfens entstedin uden Gase erssickt der angebliche Vorzug für Verfolgung, nad, Flucht; dasselbe bedeu⸗
KeoblneISy RNärz. Dem 37 der Gegenwart“ wird von 9. wirdfreilich picht gesagtt, .
hier Rchrieten Der yn vorlehen Jahre auf — XR GiM — 671 In Istectsn deh, Peedi
8 — Aes: ure 5 * n⸗irbason bei Jiu laß ei Ir Ihrenon der Predigt
ler⸗Bahnhof staitgefundene Zusammenstoß ist der Rheinischen Eisen⸗ ines Cadun e 47
hof toß —en eines Capuzinerz das Gewoͤlbe der Kirche eiun:der Prediger selbst
bahn⸗Gesellschaft seht theuer zu steheu gekommen.“ Einem Went⸗ purde zuerst von einem, herurnterstürze nden Palten, getroffenund
— ztefne Run aebs * A B— tet —
ner aus. Koblenz. des bej iesate Gelegenheit ein“ Bein“ gebrochen, zei det allgemeinen Flucht, die Inun entstand, wnrden acht Er-
ist von dem hiesigen Appellations Gerichtshofen eine Entschädigung — —— ee —— id Per⸗
hon 9000 Thlrn, auger den Curkosten zuerkrnnt“ worden:“ In snerv Dunben ry n etnt eny
Ae vorigen Lobhe i von demselben Gerichtshoje dem Buͤrger⸗ haien ut 7 1—37 dun duan ⸗ —
——— Charkes Dickens hat in Washingtou-für, ¶ Vorlesungen
meister von WVilich? welchem bei vem gedachiten Unfalle beide Un⸗ aber 10 00 pd 34 —38
teis hentel gerschmettaetnn und der · in Folge dessen zur dicderlegn an dtisadelphia. für 8. Vorlesungen, gegen 418,000
nie endihigt wonden rine Eutschädigung won ig, Hon Dollars eiigetzonnnen. ß 3 at
Thlr. Bo0oG Thlrn. mehr alß inexster Instanz und außerdem vBei, Lacrosse imnStants Wistonsin ist man beim Graben
ur Curtosten ungefähr 2100. Thlr zuerkunnt worden. eines artesischen ¶Brunnenz in einen Tiefe don 280Faß auf, wie
Va Cobn wurben Vferde die mehrere Schiffe— bie man uglaubt, einen unterijchen sSee geftoßen dessem Wajser fort;
Mofel aufwaäͤrts zogen, dinch die Heftigtelt des Sturmes, in den wührend im Sieden begriffen hift m.nuimaui ui en J
Fluß gerissen, wo sie erxtranken . V 13 Ipre 1866 segelte das Schiff General Grant von
fBerlin, 9. März. Ein Lehrer der deutschen Sprache — Nag Londonbab⸗ Dies“ wat die?: letztern. Nachricht,
ui einer hiesigen Privat; Tochterschule gah, neulichtt sezen Schüler pelche Inan von ihm erhalten batxe. Es war verschollen.nEnd⸗
nen vag Thema zur Bearbeitung: „Gedanken Keim Anhligk lich iste das Gehelmuiß aufgeklart nach der Aus sagt eines·! Was⸗
rines Caballerie Officlers aDie jungen r waren aber ver⸗ agiers der sich Ain Melboitrne —eingeflestt dat, ist das Schiff
nünftlger wie der narrischer Herr: Hociorhe si, varrdkigerten die Aug m Mai jmeg — in der Mähe det Auchlande Insoln ge⸗
arbeitung, machten der Direttion von dem RPorfalle er scheitert und wurden; von den üeh Auvd 13
und, diese beeilte sich, dem Wunsche des Herrũ ogors guf, Ent basfagiere gerettet. — — S
lassung scleunigst nachukommen 5 uebell derb RothstanrirAigerden Außtette din dieser Zage
NAuf der unläaugst durch das delannt Unginn tenaeag en gekommenerPributbrief · aus Kuda 293 Febrion Hun ·
Steinohlen zeche Reu⸗ Jierlohn beiꝰ · Dorimund ist Kan aß Maärs ele won Frauen, Kindern und Greise überfallen,ndeimnahe nackt,
wvo der Vetrieb noirdor beginukn-sollte, durch Entzündung Der as Civil⸗Gebiet jäglich und flehen um Brod ümnd Kleidung Die
Einftriche des Wettertrummns, ein Grubenbrand entstanden“ —der Zahl der Todigefundenen au den “Vandftraßen und ä den Höh—
mit· it · Mühe helbscht wurde und den Betrieb wieder auf einige en des Gebirges ist vicht meht anzugeben. Diebstahl und· Todt·
Tage unnwalich mächtttrn ine chlhag sind an der Tagesoͤrdnung; die ree e e fich
Zwischen den nüchst Preßburg gelegenen. Bahnstativnen interx einander. Dies wiederfuhr noch in den letzten Tagen ⸗einem
Weinern und Lanschütz stießen vorgestern Nachts zwei Laftzüge Pohren destenꝰFleisch gebraien nd egenbssenr wurde, Mütter
derart aufeinander, daß die Lastwagenurils zertrümmerten Heils verlaufen ihre Kinder für zehn Sous,um fie vor dem Huuger-
ich Abertinander aufthuͤrmten. sowohl · die beiden Maschinenfüh- gos zus vettent
rer, wie zwei Heizer wurden getödbetnn 2923 eSegnungen der VPolygemie): Wie es den Aufhet
7 In Hannover spourde eine ehrliche Bauernfrau als,Zen⸗ arde sich die Marmonen ganz und gar micht, dem in den
Jin vot Gericht geladen und wurde wie ühlich befragt, ob sie etzleii“ Monaten des vorrigen Jahres dom Congreß in Washing,
utherisch oder katholisch u j. D. sei. Von Allen mix,“sägte ont berathenen und beschlosfenen Gesetz Jügen, welches die Auf⸗
sie in ihrem nledersächsischen Mattdeuitsch 7cbBbin haunobersch. jebimg der Pohygamite Knn Atah)deere lirhr⸗EAnf einem. Meeuug
4 Wien. 12. Marz. Die Fefithaler zum berprstehenden velches aus Anlaßn Weseßs Congreß-Gesetzezs in der Salzsee⸗Stad

tt.
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        abgehalten wurde, erklärte Herr Sloan, Chefredactenn des , De⸗
seri⸗News,“ laut in der Polygamie bleiben und sterben zu wol⸗
len, den föderalen Gesetzgegebern zum Trotze. Er protestirte leb⸗
haft gegen diese Einmischung! im die Familien⸗Angelegenheit der
Bürger von Utah. Zum Schlusse fligte der ehrenwerthe Reduer
dinzu, daß in feinen Augen die Polygamie die einzige Institution
fei/ welche dew Heiligen des jungsten Tages“ ihr irdisches Glüc
und himmlisches Seelenheil zu retten vermöge⸗ Herr Kintball
einer von den Alten“, nahm nach Herrn Slaon das Wort umd
aberbot noch die Theorien des Redacteurs der, Desert News.“ Für
Herrn Kimball ist die Polygamie eine: heilige Institution, von
—
ball hat gegenwärtig 270 lebende Kinder und er glaubt verfi
chern zu lönnen, daß nach 50 Jahren die Descendemdiej er jei
ner Sproßlinge zahlreicher sein wird, als die gegenwartigen De
döllerung von Utah. — S α

J ι ιν ι αα
ut e ιν ι[Jæ
ιινν ν αιαιν . Sandwirthichaẽtl icheo ννα
Auslefen und Abwelkenlasssesnider Seykamnoffeln.
Bekanntlich ist es sehr empfehlenswerth, die Segkartoffeln so auf⸗
zubewahren. daß sie vor dem Einbringen in den Boden micht kei⸗
men, denn die vorher gebildeten Keimen, die auf Kosten des Ninol⸗

leninhalts entstanden, brechen, in den Boden gebrachtenrabne und
es bilden sich danm Ausschläge, die die sogenannte Krautwüchfig-
leit begünstigen. Die zur Aussaat bestimmten Kartoffin durch
Abweltenlaffen vor dem steimen gu jwühen · ist in allgeme in· der
kanntes Verfahren. Da⸗gleichwohl imoch viele Landwirthe weni⸗
per aus? · Undenntniß. als; vielmehr der größeren Bequemlichtkeit
halber,die Saat larffeln nicht, rechtzeitig im Febrenundz Bqqrzi
auslesem um sie abwellen zu lassen, so dürften die Resultate deß
olgenden · Versuches für gax Manchen nicht sohne Aufmunterung
hleiben, dem Gegenftande mehr Sorgfalt zuzumenden, Wir gießen
Mutte März 1864 Ainen-Jbeil der von“ unsern Zwiebetlortoffelu
um Setzen beijrmnten· Knollem auf eine auus Lot eu angaßertigie
an der Decke des Kellers befestigte Horde bringen. Hier Kieben
dieselben etwa ˖ dreivtertet Fuß dick aufeinander geschichtetebun zum
Tagedes: Schens liegen.Mie Schale · war welk, jaft nnzzlich
geworden und die Augen zeigten keine, Spur vou Trieben. inD
wir indessen mit diesen Kartoffeln auf dem hbetreffenden Folde icht
autzreichten, so waren wir genöthighe yon derselben Sorte,“ die noch
aufr dem Haufemn lagen und, geleimt warennweitere 1Seßlartoffeln
zu nehmemBei ?der Ernte ergab es üich nuu⸗ daße dien hocher
aicht abgewellten. aber geleimten Kartoffeln einen eumein Drib
cheil geringeren Ertrag hieferten, als dixjenigen, die wir Aluͤnger⸗
Zeit vor dem Setzen auf Horden hatten dagern, lassen jenαM
1
5 ——— 1h 656 eaoeun qu Tu —J IMAAkC.. nL A
BekanntmachungJ. 8t. Ciolina &amp; döhne ——
Bei det am 9. d. Mis.! dahier ftatige⸗ nu ee— 5 .s ν
habter Stadtrathswahl wurde der Bürger⸗ o Kerd or LAν r ια νανν
meister Chandon wieder einstuinmig Jum να νι ⏑ ve ινια
Bürgermeister; zum sersten“ Adjuncten der Iä VXXCCLXVX uß nνιι σ
Reninet Victor Graffüsn und zum —
zweiten Adjuncten‘ der⸗Gastwirih Er n st ausgestattotes Waatenlager det vöuegten Frukja hrs-
Co degd gewählt. “ — n t öα Nä
Die beiden früheren Adjuncten der Kauf⸗ AM GB ůSVVMA A I3 n ιαJ αα
mann Idenr Hofmann und der Rentner α ια —————— ——
Philipp Gottmann habenvor der Wahl 2 43 ODTAS—
Säãcke und wasserdichte Wagendetken,
an⸗3.1131 . , ,
eht gun Iejunch punt meht ere ¶ Febgt von E. Bodewig SFreybauck ia Meüchtbeim aNh
Stea Ingbert⸗den 16. Mätz 1868.. u haben —— hej. dem Agenten ιιιο n X”ν
Das Bürgermeisteramtennj v in Haif DJ
ouis Pasquay in·Kaijserslautern
7 — — X —..
Hausversteigerung Ernn
J— —. . . V55— 2, ausenn Die d. Bl. i
sieetz —
i Mittwoch den IApril 1868, 9rachmit⸗ — —— —
tags 2 uhr. läßt Wendel ES h warnz, vrus den⸗ 13. Muürz.?un zu
Metzger, in St. Ingbert! wohnhaft, zu Wit noliren heute: Weizen 10 fle ed r.
St. Ingberter Grude, auch Schnappbach dig . — u. Poagene suorä
genanut, in der Behausung von Incob bis 4. —————— Gaͤse o ———
Fisel sein daselbst gelegenes zweiftöckiges — — —— 7 ——6 *
Wohnhaus mit 13 Zimmern, Küche, 8 75 — wan vd silod. Hoser
Dansorden, Siallungen. Kellern, Hofraum s 30 ir. bis flenn. tr.dper GO Kito.
und Pflanzgarten bis an den Ruhbach, zu Mehl per Partie ftau skehis ——
e a en auf X ix. Roggeumehl she n bii
rige Zahltermine in Eigenthum versteigern. —J
Bis zum Versteigerungsiage kann das 32 ree s. bis
Ganze; auch; gqus frejer, Hand verlauft Ish 7., vu Weigenvorschuß ea h en st.
werden. ιν J— Blumenmehl.⸗ I tr.
ESt.Ingberi den 12. März 1868. bis fu ire per 70 Nslo??Reps
H orn— igl. Notar bis Ax big si cer
Haus Verkauf. aue guunehmn vag
Ein in hiesiger Stadt an der Haupt⸗ Inꝓ¶ ur. Peindr ohnen Faßz nmuit.
iraße gelegenes zweistöcliges Wohnhaus mit — tr. bis — f⸗ El Nohundl bhne Fuß
8 Zimmern, 2 Küchen, 2 Mansarde⸗Zim fl. ir. vis J———— rusher
mern, mehreren großen Speichern, Keller 30 Kilo. Repsluchen l.c.bis
Hhofraum worin sich ein Brunnen befinde⸗ ——— Aw. —— —
nebst Garten ist auf langjährige Zahlungs bis 24 — —75 ,5 W
termine zu verlaufen. bis s — —B— ι
Dieses Haus eignet sich zu edem, Ge Mainz, 13 ——
schäfte und ist das Nähere zu erfragen bei Grucht du 83*
h. EAuren. er —AI Weißmehl. ag Mal⸗
siot M.αιννInn in Qmeihrücken. er à 44 Pfund Tul du Rog⸗
“——* zenmehl ditto — fl. lkxcm Weizen l20
En neuer eleganter französisch ·r Ch ar⸗ Pfd..I7 fl.Iä fl. M. αισ—
abane mi⸗Drudfederm nedst zwei dorn (180 Pfa).14 r —
nieuen Fauh rwägen, wovon derein⸗ kx. Gerste I 60 Pfd. 13 R. Iqk. bis —
beeite· Rader Hhat, sind billig zu verkaufen —
Wo sagt die Erpeditlon dieses Blattes. hbis 6 fl. 20 tr.

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Nedaction Druck nud Verlag von F. X. Deme ßz in St. JIngbert.“ rs— 6
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

6

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Der St. In'g berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich drelmal: Diensbtag,: Do nnerstag
und Samsta 9. . Abonnemenfspreis pierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile

— 9— Blaͤttschrift oder deren Raum berechnet.
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—AAA 41868.
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Deutschland.

München, 15. Maärz. Die gegen das Schulgesetz ins
Werk gesetzte Agitation und die Mittel und Wege, deren man
ich — „Alles zur Ehre Gottes“ — hierzu bedient. müssen es
dem UAusschutß und der Kammer zur doppelt heiligen Pflicht machen
das Schulgesetz nicht unerledigt zu lassen; ist dasselbe doch, wie
uns bedünlen will, gleich mancher anderen Regierungsvorlage
chon bisher in unserem Ständehaus nur allzu lange verzögert
vorden. u a

Mäuchen, 16. März. Der Landtagsabgeordnete Philipp
Umbscheiden wurde zum Appellationsgerichtsrath in Zwei⸗
hrücken besördert. 3

Dienstesnachrichen.

St. Maj. der Konig haben Sich allergnädigst bewogen ge⸗
sunden, dem Bezirksgerichte zu Frankenthal zur Gschäftsaushilfe
einen Richter außer dem Status beizugeben und den' Landrichter
Franz Bauer in Rockenhausen, seinem allerunterthänigsten Ansuchen
um Verleihung einer Bezirksrichterstelle entsprechend, zum Bezirks⸗
richter außer dem Status bei dem Bezirlsgerichte Frankenthal zu
ernennen

Frautfurt. 14. Marz. Die „Frankfurter Ztg.“ erscheint
eute mit einer Censurlücke. — Dasselbe Blatt hoͤrt, daß man
in Berlin, um Geld für die enormen Militärbedürfnisse aufzutrei⸗
»en zu der Absicht gekommen sei, unter Anderem auch eine Be⸗
teuerung des Petroleums im Zollverein zu beantragen, Die
‚K. 3. bringt dieselbe Mittheilung mit dem Beisatz, der Ein⸗
zangszoll soll 13 Sgr. per Etr, betragen. —

Aus Berhin, 14. März, schreibt Stern's Corresponden;z
„Der Prinz Napoleon hat gestern Rachmittag, wie man erzählt,
roch dem Grafen Bismarcd eine 115 stündige Abschiedspisite ge⸗
nacht, ist heute früh nach Dresden abgereis, wo er zwei Tage
erweilt, um über Essen uach Paris zurückzulehren. Er hat sich
u Berlin sehr amusirt, das wird er wohl gestern dem Grafen
—XXD d
inders bdehauptet, macht Schwindel. So sagt Zeidler, — wer
wollte Zeidler in diesem Tone widersprechen? Die Reuigkeits⸗
rxamer werden sich freilich nicht abschreden lassen, Conjecturen zu
nachen und sie sind schon jetzt damit beschäftigt, die Frage auf⸗
uwerfen, welche Aufuahme der russische Großfürst Thronfolgerl
zer am 21. aus Petersburg hier eintrifft, anm Hofe haben wird.
Der Großfürst geht den nächsten Weg über Straßburg nach Rizza
vo er 5 Tage verweilt, um auf der Rücreise die Höfe von
Zarlsruhe, Stuttgart und Darmstadt zu besuchen.

Franukreich.

rechnet ist, es zur Anschauung zu bringen, daß der Kaiser wei⸗
sere Umgestaltungen nicht mehr für geboten hält. Den Schluhß
nacht dann ein statistisches Tableau, welches genau die Zahlen⸗
ꝛerhaltnisse aller der Abstimmungen wiedergibt, welche seit Ein⸗
Uührung des allgemeinen Stimmrechtes in Frankreich bei Gelegen⸗
zeit der verschiedenen Senatus⸗Fonsuln ꝛc, abgegeben wor⸗
den sind.)

Paris, 15. März. In der gestrigen Sißzung des Geseß⸗
gebenden Koͤrpers erklärte der Staatsminister Rouher aus Anlaß
eiuer beabsichtigten Interpellation über den Nothstand in Alge—
xien, daß der Bouverneur der Probinz, Marschal Mac Mahon,
uioch im Laufe des Tages eintreffen, und daßz man alsdann die
dohe der Summe bestimmen werde, welche für die Nothleidenden
u verwenden sei. Uebrigens habe die algerische Gesellschaft der
acerbautreibenden Bebolkerung 9 Mill. Fres. zum Anlauf von
Saatloörnern, zur Verfügung gestellt, wopon 8. Millionen bereits
»erausgabt seien. Sonst wurde über das Versammlungsrecht
derhundelt.

Dänemark.

Der Kronprinz von Dänemark gedenkt über Ham⸗
hurg, München, Paris, Marseille eine Reise zu seinem Bruder
nach Athen zu machen, dort einen Monat zu derweilen und über
London zurückzukehren.

Amerika.

Wasbington, 14, März. Der Genexal⸗Adpocat
Stanberry, die Richter Nelson, Black und Curtis
aind der Advoctat Ewarté fsind als geseßliche Vertreter John⸗
sons vor dem Senate erschienen. J

Der ehemalige peruanische Unterrichts-Minister, jetzt Bischof
pon Lima, befindet sich seit zwei Monaten in Madrid, um einen
Vergleich zwischen Spanien und den jüdamerlanischen Republi-
en herbeizuführen.

Malzaufschlagg.
In der für die Pfalz bedeutungsvollen Sitzung der Ab⸗
zeordnetenkammer vom 6. Maärz über die ungerochte Einfüh⸗
rung des Malzaufschlages in der Pfalz, hat Herr Abgeordneter
Rolb in folgenden Worten einen beredten Apell an den Gerech⸗
igkeitssinn der Vertreter des dayerischen und also duch des
fälzischen Volkes gerichte:
—Meine Hexren! Wenn ich in dem gegenwärtigen Falle das
Wort nehme, so geschieht es nicht weil ich Pfälzer, sondern weil
ich durchdrungen bin von der Ueberzeugung, daß die Annahme der
betreffenden Abthzeilung, so wie sie Ihnen vorgelegt wurde, ein

Parsia, 13. Marz. Das Jonrnal de Paris?“ erzühlt aber ünret sein würde.
ie Spazierfahrten Napoleons: Zwei zu der Tuilerienpolizei ge⸗ Indem ich mich anschicke, dies nachzuweisen, habe ich eine
ehörige Agenten begleiten jedesmal den Kaiser; gewöhnlich sind Bitte an Sie zu richten, eine dringende Bitte, geehrte Herren
» dieselben Leute; sie gehen ziemlich weit dem Kaiser voran oder Collegen! Diese Bitte besteht darin, daß Sie sich frei machen
iolgen ihm nach, halten sich bei dessen Aus⸗ und Einsteigen in mögen von allen Eindrücken, die Ihnen anderwärts geworden sein
xr Nähe, und sind nicht, wie man glauben sollte, mit — Sie entscheiden einzig und allein nach Maßgabe der
ondern mit einfachen Todtschlagern bewaffnet. — Der „Lieberte“ Gründe, die Ihnen hier — sei es von der einen oder von der

ufolge würde Prinz Napolton nach seiner Rückkehr von Berlin, anderen Seite — werden vorgeführt werden.
Wien, Pesth, Belgrad und Buchatest bereisen und über Constan⸗ Ich werde mich bemühen, heute ebenso wie immer, Ihre Zeit
inopel und das mittelländische Meer zurückkehren. zu schonen. Ich werde in Folge dessen eine ganze Reihe von
— Die „Liberte“ will wissen, daß am Dienstag eine Bro⸗ Punkten, deren Erörkerung eigenilich auch hierher gehörte, aber
hüre in Quart, betitelt; „Les titres de la dynastie napoléo- nicht unmittelbar eingreift, ühergehen. Ich werde in Folge dessen
nienne,“ die von den Tuilerien ausgehen soll, der Oeffentlichkeit Ihnen nicht auseinandersetzen, welchen Unterschied es mache, wenn
ibergehen werden wird. (Die „K. Ztg, läßt sich darüber berich“ in einem Landestheile von jeher eine derartige indirecte Auflage
en: „Die Brochüre in Quart wird augenblidlich in der kaiser⸗ hesteht und alle Verhältnisse des Lebens sich danach entwickelt ha⸗
ichen· Druckerei gedruct. Ihre Verfasset sind der Kaiser und ben, — oder einer entfernten Propinz, die disher frei davon war,
ein Cabinetschef, HerrKonti.nnSie enthält alle Documente, die die umgeben ist von lauter Ländern, in denen nirgends eine gleich
ich auf die Herstellung und Enticklung des kaiserlichen und na- hohe Auflage erhoben wird und in welcher sofort die Einführung
‚ole vnischen Regimes in Frankreich beziehen, Diese Actenstücke damit beginnen würde, eine Reihe von kleinen Geschäften, von
angen beim Consulate an und enden mit dem Verfassungswerke pon Senen sich die Geschäftstreibenden bisher ehrlich ernährten zu
852. Darauf folgt eine Darftellung der Vervollkommnungen, Srude zu richten, V *,
velche letzteres im Laufe der Jahre erfahren, und die darauf be⸗ Ich werde Ihnen auch nicht quseinanderseßzen daß die Pfal
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        wesentlich schuldenfrei ans Bayern gekommen ist, obwohl in diese— Handelt es sich aber um die Frage, alg ob die Pfalz
Beziehung mitunter die seltsamsten Anschauungen verbreitet sind, „zu wenig leiste,“ dann kommt noch etwas Weiteres in Betracht.
wie deren eine in unserem Ausschuß uͤber die soge „Rheinpfäl⸗ Richt uur das, was ein Regierungsbezirk unmittelbar- entrichtet,
zische Schuld“ hervortrat, dahin gehend, als ob diese Schuld durch ist in Betracht zu ziehen, sondern auch das, was er von dem Ent⸗
die Etwerbung der Provinz Pfalz an Bayern gekommen sei, waͤh⸗ richteten füt sich selbst in Anspruch mimmt; dennnur WerReft
rend dieselbe in früherer Zeit, lange vor Erwerbung der Pfalz, fließt in die Central-Staatskasse. Nehmen Sie unun das Staats-
pon Bayhern freiwillig übernommen wurde gegen eine specielle Ent- bildget, wie es von der königl. Staatsregierung vorgelegt wurde,
schadigung Bayerns. zut Hand. Cs ist darin eine Reihe von Positionen aufgeführt,
Meine Herren! Ich wende mich ganz unmittelbar zum Ge⸗ in denen ehne Ausscheidung erscheint nach dem Bedürfnisse der,
genstande. Ich frage, womit begründet man die Forderung des einzelnen Kreise, d. h. nach dem Aufwande, der in den einzelnen
Malzaufschlages der Pfalz? Einzig und allein damit, daß man Kreisen zu bestreiten ist. Ich habe eine Vergleichung in Bezieh⸗
jagt: „Gleichheit der Belastung.Gleichheit der Besteuerung!“ ung auf diese Positionen angefertigt. Ich will auch hier Ihre
Meine Herren !, Gleichheit der Besteuerung,“ das ist ein Grund- Jeit nicht in,Anspruch nehmen, indem ich alle-FLeinzelnen
satßz, gegen den ich nun und nimmermehr ankämpfen werde, ob Ziffern vorlege, aber gestatteten Sie mir wenigstens, idaß ich Ih⸗
der Pfalz Vortheil oder Nachtheil daraus erwächsft. nen ein Refumé in nur wenigen Positionen vorfllhre.
Gleichheit der Besteuerung“ fordere ich auch; sie muß aber Die Abgabenerhebung kostet im Ganzen 2 Mill. 130,000 fI.
bolle Wahrheit sein; sie darf nicht zur Halfte durchgeführt wer davon kommen auf jedem diesseitigen Kreis im Durchschnitte
den, nicht in der Weise, daß man Lasten, die man dieseitz hat, 284,000 fl., auf die Pfalz nur 142,000 fl. Ersparniß für die
auf die Pfalz überwälzt, ohne daß man zugleich“ die“ Pfalz ent- Staatskasse, gleich einer Mehrleistung, 142, 000 fph.. .54
lastet in denjenigen Dingen, die sie mehr und in stärkerer Weise Justt z:“ Der Kosteuaufwand ist 2,8918.000 fl. in jcdem
belasten als die diesseitigen Provinjenn. relse diesseits 389, 000 flzin der Pfalz 193,000 fl., Erspar⸗
Die Bedürfnisse des Staates werden bekanntlich zunächst durch nißg für die Staatskasse 1895,000 fl.
den Ertrag des unmittelbaren Staatsvermögens gededt. Dieser Ministerinum des Junern: Gesammtausgabe
Ertrag reicht bei uns. wie in allen anderen Staalen längst nicht 1,844, 000 fl., für jeden diesseitigen Kreis 244,000 fl., für die
mehr aus, und in Folge dessen ist es nothwendig das Fehlende Pfalz 134,000 fl., Ersparniß 109,000 fl. .
entweder durch directe Steuern oder durch indirecie Auflagen her Besondere Etats: Im Ganzen 1801,000 fl, auf
heizuschaffen. In Beziehung auf die directen Steuern besteht nun eden diesseitigen Kreis 241,000 fl., in der Pfalz 141,00) fl,
eine vollstandige Gleichftellung zwischen der Pfalz und den dies Frsparniß 100,000 fl.
eitigen Provinzen. Genau dieselben Steuergesetze sind hier wie Unterricht: Jin-Ganzen 1,883,000 fl., für die dies-
vort eingeführt, und der Vollzug ist der gleicee. eitigen Kreise 250,000 fl., für die Pfalz 132,000 fl., Minder⸗
In Beziehung anf die indirecten Auflagen ist eine Gleich ausgabe für die Pfalz 118000 fl. Und nun die letzte Pofition:
ellung nur theilweise bewirkt, bei der Zoll- bei der Salzsteur Finanz und Handel: Gesammtaufwand 4008,000 4.
bestehl sie.“ Diese Gleichstellung besteht dagegen nicht, 'einerseits für die diesseitigen Kreise 3,010, 000 fl. für die Pfalz 486,000 fl.
bei dem Malzaufschlage, den Sie blos dieseits haben, in der Pfalz Minderausgabe 78,000 fl —*
werden bekanntlich 100,000 fl. für: die Centralstaatskasse als Bei Sie haben hier im Ganzen von 14,688, 000 fl. auf jeden
schlag zu den directen Steuern erhoben; und sie besteht nicht bei diesseitigen Kreis 1,919,000 fl., für die Pfalz 1,181,000 4l.
den Taren, bei dem Enregistremrnt, welches ungleich höher ist als Mehrleistung der Pfalz an die CesitralsStaatskasse in Folge dieses
Ihre diesseitigen Taxen. — Vexhältnisses 737 750 fle —
Sagt man nun, der Maälzaufschlag muß eingeführt werden Rechnen Sie zu diesen siebenmalhundert und senund so viel
„der Gleichheit wegen,“ — wohlan es sei! dann aber gebielet die taufend Gulden die viermalhunderttausend Gulden Mehrleistung
Gerechtigleit, daß „der Gleichheit wegen,“ auch der nämliche an Taxen uud die einmalhunderttausend Gulden, welche ausdrück
Tarsriffsjatße der Taren in der Pfalz eingeführt werde ich wegen des Malzaufschlages von der Pfalz erhoben werden,
wie diesseiss. o bekommen Sie eine Summe welche ernorm jst, man wird
Meine Herren!“ Ich kann mir keine gerechtere Forderung darnach wahrhaftig nicht sagen können, daß die Pfalz zu
von der Welt denken als diese. Gleichheit hier, Gleichheit dort; venig leiste.
Es heißt wahrhaftig nicht die“ Gleichheit hergestellt, wenn Sie, Es wurde zwar in dem Ausschusse von Seite des tk. Staats-
um nur ein Beispiel anzuführen, den Waßsiab fortdauern lassen, ninisteriums der Finangen eine Dentschrift iheilweise. verlesen
daß bei jedem Kauf und Verkauf von Grundstücken, Häusern und helche von einem Angesiellten in der Pfat, verfaßt sei, um nach⸗
Inmobilien jeder Att in der Pfalz 4pCt. an den Siaat bezahlt urdeisen daß man in der Hfalz die Kinführung der diesseitigen
werden müssen, dieseits fünffechstel Procent. Ich glaube nicht, Taren nicht wuünsche, Meine Herren, ich glaube in dieser Beich⸗
daß Jemand in der Welt die Lühnheit haben werde zu behaup · Ing ist die Repräfentatson der Pfalz maßgebend und nicht die
ten dies lonnie noch eine ganze Reihe Heinung eines einzelnen Beamten.. agα
e Weheheem wiß aber Ihre Zeit nicht zu sehr Was wendet man ferner ein? —Die eigenthülmlichen . Insti-
7 44 intionen der Pfalz“ erkaubten es nicht; die diesseitigen Targesetze
Was wendet man nun ein gegen dieses gerechte Verlangen! seien mit dem System des Enregistrement nicht vereiubar. Nun,
Weine Herren zunächst habe ich gehört, daß man sagt: „der Un- neine Herren, die Institutionen der Pfalz sind uns us sehi
egy ja gar nicht so groß. Wie? meine hertende Ob uten Gründen theuer und wir haben schon manche Opfer fuͤr
der! nte schied groß oder klein ist darauf kommt es gar nicht diefe Institutionen gebracht und wir wuͤrden auch heute nicht
an.Die Gerechtigkeit gebietet, dat, wenn Sie der Gleichstellung dor einem neuen Opfer für diese unfere Instismionen zurüc-
pezen den Malzaufschlag in der Pfalz einführen, Sie der Gleich⸗ schrecken.
e —B den naͤmlichen Tarif für die Taxen ein⸗ F Aber. meine —— Institutionen der Pfalz sind gar
duc dieer Uinterschied ist gargicht so unedenn end, wie dichthnSheeet zu dih gnnnemn huht n daz Er
mar annehmen möchte. Das eine Beispiel, welches ich dorhin Torzisfer, darum, daßz nicht das nämliche Rechtsgeschäft diesseits
— bDiel * oxhi fer; geschäft diesseits
anführte, beweist es wohl schon zur Genüge. Vergleichen Sie die so desteuert wird und in der Pfalz ganz anbers. lso blos um
Vetältnisse des dieseitigen Tar⸗ und Stempelwesens mit dem in die Gleichheit der Ziffer handelt es sich Isi das desfallsige
der Pfalz und Sie werden nach jedem Maßstabe immerhin fin⸗ derlangen, eine Underecht gleit 5 Ich erkenne an, daße
den, daß die Pfalz überlastet ist. Die directen Steuern iner Vezi Forpeen * 3
— iner Beziehung Schwierigkeiten in der Durchführung sich ergeben
n g9. uber Gegenstände aus⸗ vperden, nämlich in den Verhältnissen, welche mit dem Civilpro-
/ zeß zusammenhängen. Ich bin deshalb nicht der Meinung meinen
In dolge dessen hat sich ein gewisser relativer Procentsatz Antrag auch auf die Verhältnisse auszudehnen, die durch den Ci-
ergeben zwischen den Exträgnissen der directen Steuern und den dilprozeß geordnet werden. In der Vorauss⸗tzung, daß ein glei⸗
Erträgnissen der Taxen, wo diese nach gleichen Normen eingeführt her Proceß für alle Theile des Königsreichs in nicht zu ferner
sind. Es kommen all erdings auch dieseits Fluctuationen und Va⸗ Zeit zu Stande komme, verzichte ich auf jede Ausdehnung hie⸗
riationen in Beziehung auf die einzelnen Kreise vor, aber sie sind rauf. Es bleiben also nur noch die Rechtsgeschäfte der freiwilli—
nicht sehr bedeutend. Es ergibt sich vielmehr ein allgemeiner zen Gerichtsbarkeit und was damit zusammhängi, und hier ift
Durchschnitt, nach welchem in den diesseitigen Kreisen die Taxen nichts leichter als die Durchführung in der von mir angedeuteten
zu den directen Steuern sich verhalten. wie 100: 40 bis 42 Weise. Ich kann Ihnen auch mittheilen, daß im Ausschusse von
Und nun in der Pfalz, wie stellt sich da das Verhältniß? E Seite des Vertreters des k. Staatsministeriums der Instiz diese
stellt sich wie 100 72. Darnach ergibt fich eine Rechnung, die don mir ausgesprochene Ansicht nicht nur nicht widerlegt, sondern
58 daß in diesem einen Punkte, die Pfalz um mehr al⸗ ielmehr unterstützt und noch speciell weiter auggeführt worden ist.
t00, 000 fl. jährlich überbürdet ist. leberdies wurde in der süddeutschen Presse vom 4. Dezember v. J.
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        ein Aufsatß in dieler Frage veröffentlicht, welcher. wie ich un⸗
erdessen vom Herrn Collega Bischoff erfahren habe, einen dies⸗
eitigen Staatsangehörigen zum Verfasser hat. Die Ausführung
st mit sehr viel Kentniß geschrieben, wenn ich auch in Einzeln⸗
heiten abweichende Ansichten habe. Der Verfasser dieses Auffsatzes
pricht seine Grundansicht in folgenden Worten aus:
, Die anf dem Gebiete der Targesezgebung bestehende Un.
zIleichheit kann auf ein verschwindendes Maß zurückgeführt werden,
denn man anf dem Gebiete der freiwilligen Rechtspflege, der
nnern und Finanzverwaltung an die Stelle des Tarifs der pfaäl⸗
aischen Gesete jenen des diesseitigen Targesetzes vom 28. Mai
1852 seßt und ersteren nur für die Acten der streitigen Rechts⸗
Nlege in Geltung laäßhtßt... 3. .4
nIn der Pfalz deständen dann dieselbden Verhälknisse wie
n diesseitigen Bayern, wo zivat für die freiwillige Rechtspflege
ind die Berwaltung ein gleiches Targeseßz existirt, füt die strei⸗
rige Cipvil und Criminalxechtspflege aber nicht weniger altz 42 ver⸗
hiedene Taxordnungen in Geltung sind.“ 5, 1
Es folgt dann eine weitere Ausführung. diejo ziemlich in.
ale Einzelnheiten eingeht, und es wird unwiderleglich sein, daß
venn man einigen guten Willen hat, man die Sache sehr leicht
durchführen kann. 6
Run habe ich auch schon enigegnen gehört? „Ja, einen sol⸗
den Entwurf haben wir eben nicht!“ Meine Herren, ist das
unsere Schuld? Ist das Schuld der Pfalz? Hatte man, als
nan, dieses umfasfende Malzaufjchlagsgeseßz ausarbeitete,⸗ micht
Zeit genug, auch noch ein kleines Gesetz zur Durchführung dieses
Grundsatzes auszuarbeitend Daraus können Sie der Pfalz keinen
Vorwurf: machen; darauf hin können Sie die Pfalz nicht in Nach⸗
eil versetzen. I
Man hat auch davon gesprochen, daß durch meinen Autrag
die Sache ad calendas grascas hinausgeschoben werde. Dem ist
iber gar nicht so. Die Fassung, meines Antrages, insbesondere
her Nachsatß, den ich demselben gegeben habe. bürgt Ihnen da⸗
jür. Wenn man will, kann man sehr leicht in ganz kurzer Zeit
die Sache erledigen. J
Meine: Herren, was wurde die Folge sein, wenn Sie den
Malzaufschlag in der Pfalz einführen würden ohne gleichzeitig die
ziesseitigen Taxen dem Tarife nach ? Eine ruhige und zufrie⸗
»ene Provinz würden Sie in die höchste Unzufriedenheit verie—
zen; Sie würden das Gefühl des verletzten Rechts dorr! überall
iich geltend machen fehen.“ Dies nach der einen Scite

Nach der anderen würde die ganz naturgemäße und gerechte

Folge eintreten, daß. da Sie die Tarxen in der Pfalz nicht herab⸗
etzen auf das diesseitige Maß, die Pfalz verlangen' würde und
war schom bei der Zeststellung des gegenweirtigen, Vudgets, daß
die pfälzisschen Taxgesetze dietseits eingeführt wür⸗
den, und es gäbe kein gerechteres Verlan zen als dieses. Auch
zlaube ich, daß das k. Staatsministerium der Finanzen auf die
Ddauer diesem Verlangen der inueren Begründung wegen nicht
vürde widerstehen können, und schließlich es um so weniger wol⸗
en, weil auf diese Weise nach einer von mir gemachten Berech
iung der Staatstassa circa 300,000 fl. mehr eingehracht würden.
Dieseiis würde man nachher wohl finden, daß es allerdings ein
Unterschied sei ob die Taxen in dieser oder in jener Große er
zoben werden. V

Meine Herren! Die Vertreter der Pfalz befinden sich hier
n entschiedener Minorität, nach Maßgabe der Bevölkerung. Wir
zilden ein Achtel dieser Versammlung. Lassen Sie sich durch die⸗
en Umstand in Nichts bestimmen bei der Entscheidung! In we—⸗
nig Wochen wird eine Vertretung aus ganz Bayern nach einer
inderen Hauptstadt im Norden ziehen, um dort in eine Bersamm⸗
ung einzutreten, in welcher die Reyräsentation von Bayern —
s ist wirklich ein merlwürdiges Spiel des Zufalles — genau in
»emselben Verhaältnisse zur Gesammtheit stehen wird, wie die Pfalz
zier, — ein Achtel! Wenden Sie ab, daß von dort, wo ähn⸗
iche Fragen auftauchen können und wahrscheinlich auftauchen wer⸗
en, wenden Sie ab, daß man dort sagen kann: „Wir behan⸗
ꝛeln euch Bayern wie ihr eure eigene Provinz behandelt habt!“
das möge nicht geschehen!

Meine Herren! Es besteht in der Macht dieses Hauses, die
Sinführung des Malzaufschlages in der Pfalz ohne Gleichstellung
)er Taxen zu belchließen Was aber nicht in der Macht eines
Menschen steht, das ist, dei der pfalzischen Bevölkerung irgendwie
zie Ueberzeugung zu begründen, daß ein solches Verfahren ein
perechtes sei.

In der ganzen Pfalz werden sie keinen Menschen finden, der
in diesem Alt einen Alt der Gerechtigkeit sähe. Wenn ich sage:
einen Menschen, so bin gendthigt, eine AUsnahme zu ma⸗
hen, ich bin dazu genöthigt, weil ich besorgen muß, daß ich von
Zeite des kgl. Staatsministers der Finanzen sonst in diesem
JZunkte wiederlegt werden könnse. Eine Ausnahme besteht: näm⸗

ich bei Solchen, die durch Einführung des Makzariffchlages ein
Amt zu bebommen hoffen oder zu vanciren erwarten!
Mit dieset einzigen Ausnahme werden Sie in der Pfalz keinen Men⸗
chen finder, Her nicht die Ueberzeugung trüge, daß eine Einfüh⸗
tung dieser neuen Auflage ohne Gleichsiellung in anderer Bejieh⸗
ung dem Priucipe der Gerechtigkeit in keiner Weise entspräche.
Meine Herren! Finanzielle Schädigungen werden vom Volke
schwet empfunden. Es gibt aber Etwas. was noch schueres em⸗
»funden wird und wat unheilvoller wirkt, als selbjt finanzielle
Svchädigungen. —
Boser wirlt die Erwelung des Gefühls in einem ganzen
Volke, daß ihm Unsrecht geschieht. J—
Meine Herren! Es ein allbelannter Satz; „Gerechtigleit
st das Fundament der Staaten!“ Wenn dies von großen Keichen
zilt, um wie viel mehr von kleinen Staaten; um wie viel mehr
in einer Zeit, in der man das Princip gerade gegen diese klä—
nen Staaten und gegen deren Bevölkerung geltend zu machen sucht:
„Gewalt' geht vor Recht!“
Meine Herren!“ Ich fordere nichts Anderes, als was ich nach
neiner innigsten Ueberzengung fordern muß: „Gerechtigkeit?“
Jermisschte..

f Weinsendungen aus Bayern nach Preußen und den noͤrd⸗

ichen Vereinsstaaten überhaupt, wenn auf der Reise kein südli-
her Vereinsstaat herührt wird, sowie — Branntweim / und
abalztransporte, wenn die. Versendung Aber Lichtenfels uͤnd die
Pexrabahn gejchieht bedürfen keine Uebergangsscheine mehr. —
3 Grünstadit, 12. März. Vor einigen Tagen fand man
zier beim Abreißen eines Hauses in der Küche unter der Treppe
die in den zweiten Stock führt, ein starlez Gerippe von einem
MRanne.

FMünchen, 12. März. Nach allen Erhebungen ist sicher
zestellt, daß Graf Chorinsky. zu dem Morde seiner Gattin einzig
und allein aus dem Grunde die Hand geboten hat, weil ihm da⸗
rum zu thun war, jene fünfzig Gulden, welche sein Vater der
Zraäfin Chorinsky als Unterstüßungsbeitrag zugesichert hatte, für
iich als Zulage zu erlangen. So wird dem RN. Wien, Tagbl.
zerichtet z nach Mittheilungen, welche die Presse“ aus München
rhielt. ware dieses Motiv, das den ganzen Proceß der leiden⸗
chaftlichen Liebesromanik vollständig entkleiden würde, allerdinge
vorhanden gewesen, aber nur als mitwirkender Factor und nicht
als ausschließlicher Impuls erkannt worden. Die von vielen Sei—
sen aufgestellte Behauptunge: der˖Graf Chorinskye sei aus ver⸗
lendeter Liebe zur Stiftsdame Julie vi Ebergenyi zum Verbre⸗
her geworden, hat die Untersuchung durch mancherlei Umstände
zollkommen entkräftel. So liegt beispielsweise eine ganze Reihe
on Liebesbriefen vor, die Graf Chorinsly in der letzien Zeit,
ind zwar während jeiner Bekanntschaft mit der Stiftsdame, an
janz andere Damen geschrieben hat, und qus denen hervorgeht,
daß die letztgenannte leineswegs die einzige Flamme“ des Gra⸗
en gewesen ist. Es geht ferner aus der Untersuchung hervor,
daß die in Wien derhaftete Julie v. Ebergenhibei der That von
dem eitlen Motis geleitet wurde „Frau Gräfin“ zu werden, und
daß auch sie nicht mit leidenschaftlicher Liebe dem Grafen zuge⸗
han war. Es sind Zeugen vernommen worden, welche eiduͤch
vbestätigten: Julie d. Ebergenyi habe ausdrüclich erklärt, sie sei
mit dem Grafen ein Verhältniß eingegangen, weil sie gewiß da⸗
rauf rechnete, er werde sie heirathen, ja daß sie sich fogar als
„Frau Gräfin“ vielen gegenüber gerirte, welche eben nicht wußten.
daß die Gattin des Grafen Choriusky noch am Leben sei. Die Absichi
die Gräfin Chorinsky zu ermorden, war nach den erhohenen UÜm—
tänden, bei beiden Beschuldigten, lange vor der That vorhanden.
Schon als sie durch einen gewissen Oberlieutenant Rombacher von
Brünn aus verzudertes Obst hierher nach München schickten, war
dies bloß geschehen um die Gräfin für künftige Fälle gefügig zu
machen, d. h. ihr jeden Verdacht, als seien die ihr zugeschidten
cẽßwgaren schädlich, ein für allemal zu benehmen. Offenbar lag
ursprünglich die Absicht vor, durch ähnliches verzuckertes Obst die
Gräfin zu vergiften. Doch schien man später davon abgegangen
zu sein, weil man sicherer gehen wollte, und deßhalb den Entschluß
faßte „eigenhändig“ den Mord zu verüben. Uebrigens sollen beide
Beschuldigte mit aller Entschiedenheit die verbrecherische That läug⸗
ien, und es ist daher von ihren Aussagen, selbst wenn beide
sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen sollten, nichts

wesentlich bestimmtes auf die Eutschöidung des Processes zu
erwarten.

fF Vom Niederrhein, 14. März. In einem lithogra⸗
»hirten Schreiben, welches die Noth der evangelischen Pfarrer in
Ostpreußen schildert (die oft mittäglich 830 —40 Hungernde an
hren Tischen speisten und nun selbst empfindlich darben, weil ihre
Finkünfte hauptsächlich im Ertrage ihrer Aecker und Naturalsen
vestehen), wendet sich der Herr Generalsuperintendent v

*1
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        Rheinprovinz, Dr. Eb erts zu Coblenz, an sämmiliche Superinten- die Büchet wegnehmen, welche er der Regierung übergab mit dem
deuten und Pfarrer det Provinzialtirche, um dieselben zur Verab- Untrage. das Stück zu verbieten. Die Regierung wies den
reichung von Liebesgaben an die dedrängten Amtsbrüder zu ver- Staatsanwalt in seine Schranken und gab die Bücher 3 rück.
anlassen. Die Gaben sollen durch die Superintendenten dem Herrn Das Stück wird nun nächstens hier aufgeführt werden. (Am 17.
Generalsuperintendenten zur Weiterbeförderung behändigt werden. d. M. wurde das Stück in Dürkheim a. d. H. gegeben.) 5
Den Pfarrern ist freigestellt, auch wohldenkende Gemeindemitglie f Ein berliner Blaitf ** — —
der um Beitrage fur diesen Zweck zu ersuchen. vohnt der Glasermeister N., ein Mann, der mit seiner zahlreichen

F Die im Strike befindlichen Berliner Cigarrenarbeiter sind Familie in drückenden Verhältnissen lebt. Eins seiner 6 Kinder
nun als förmlich organsirte deutsche Cigarrenarbeiter Tompagnie samens Hannchen, obgleich drst 83 Jahre alt, zeigte schon jetzt
in das Handelsregisser eingetreten; von außen werden denfelben ine besondere Begabung und Neigung zum Tanze: hierauf scheint
allseitig die e Symdathien eutgegengetragen und Zusiche- die 18jährige Schwester Pauline ihren Plau gebaut zu haben, indei fie
rung weiterer Unterstützungen gegebe. an den Konig einen Brief schrieb der mit der Anrede „bester
Am' II. de wurde im Viktoxiatheater zu Berlin von dor · König“ beginnt. Diesen Brief. über dessen näheren Inhalt nichts
ligen Studenten zum Besten der Ostpreußen die Sophoskles'sche Weiteres verlautet, froncirte, sie mit einer Groscheumarke, damit.
Antizone in griechischer Sprache aufgefühtt; die Ausführung der wie sie sagte, der König kein Postgeld zu zahlen brauche. Am
Thsre hatte die akademische Liedertafel übernommen. 23. März erjschien in der Wohnung der nichts ahnenden Eltern

Man berichiet aus Oberstein (Birkenfeld) unterm 10. ein Boie mit einem Schreiben, laut dessen die Mutter angewiesen
März. Vorige Woche wollte eine wandernde Schauspielertruppt wurde, mit ihren Töchtern Pauline und Hannchen sich beim Ge⸗
dier das durch den Bischof von Mainz bekannt gewordene Stück neral · Intendanten v. Hülsen einzufinden. Das Rejultat dieser
Gute Nacht Hänschen“ aufführen. Der hiesige katholische Pfarrej Confereuz war, daß die Mutter ein zweites Schreiben erhielt,
jeinem Vordilde in Mainz nachstrebend, zeigte dies dem latho— vonach die kal. Balletumeisterin Fräulein Braun angewiesen wird,
ischen Sltaatsanwalt in Birkenfeld an.“ Diefer ließ sogleich um, die Sjährige Kleine auf Kosten des Königs als Tänzerin aus-
gesehlicherweise beim Director der Truppe Hauefuchung hal:en, zubildenn..
Bekanntmachung.
Die Straßenwärterstelle auf der Dis
trittsstraße von St. Ingbert auf die
St. Ingberter Grube bis zur preußi⸗
schen Grenze bei Friedrichsthal ist erledigt.
Mit derselben ist ein Monatsgehalt von
18 fl. nebst der Grasnutzung an den Grä—
ben und Boͤschungen verbunden. Bewer⸗
ber wollen ihre Gesuche nebst Militärab⸗
schied und Leumundszengniß innerhalb
14 Tagen bei der unterfertigten Behörde
einreichen.
Zweibrücken, den 16. Maͤrz 1868.
Konigl. Bezirlsamtt.
Damm...
Hausversteigerung
In Sichnappdach.
Mitnwoch den 1. April 1868, Nachmit⸗
dags 2 Uhr, läßt Wendel Schwarz,
Metzger, in St. Ingbert! wohnhaft, zu
St. Ingberier Grube, auch Schnuppbach
genanut, in der Behausung von Jacob
Eisel sein daselbst gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus mit 13 Zimmern, Rüche, 8
Mansarden, Stallungen, Kellern, Hofraum
und Pflanzgarten bis an den Ruhbach, zu
jedem Geschäfte sich eignend, auf langjäh⸗
rige Zahltermine in Eigenthum versteigern.
Bis zum Versteigerungstage kann das
Ganze auch aus sreier Hand verkauft
werden. J
St. Ingbert den 12 März 18686.
GHorn, kgl. Notar.

— 2
Holzversteigerung.

Dienstag den 24. Matzel. J. Mitags

12 Uhr im Schulhause zu Ommers heim

verden nachbezeichnete Hölzer aus dem da⸗

sigen Gemeindewalde versteiger.
I. Schlag Höllscheiderberg.
1 eichen Abschnitt 130 1. 43* Durchm.
11, * 28081. 20 Durchm.
2 Klafter eichen Scheitholz.
2 buchen ,
42Stangenprü el.

27 Krappenprügel.
492 birtken Staugenprügel.
Jebuchen Laugwiede...
II. Schlag Oberthalerberg.

30*4 Klafter buchen Krappenprügel.

Ommersheim 16. März 1868.

Das Bürgermeisteramt

V — Lang 1
. In Nr. 32 dieses Blattes ist die

übhaltung der Prüfungen in den kath.

Schulen dahier veröffentlicht. Die Art und

Weise wie dies geschehen ist, mußte auf

jallen. Abgesehen von den stwlistischen

Fehlern, hat man die Lehrer nicht einmal

des Prädikates Herr“ gewürdigt, ein Ti—

tel, auf den doch heutzutage jeder Hand⸗
werlsgeselle Anfpruch macht. Wir sind
durchaus nicht versessen auf Rang und Ti—
sel, aber man darf doch verlangen, in öf—⸗
jentlichen Blättern wenigstens mit Anstand
hehandelt zu werden. Undere Gemeinde⸗
diener sind „Herrn,“ beim Lehrer aber
raucht man diesen Anstand ebensowenig
zu beobachten, als wie bein — — — —
— — —Schweinhirt!? ! —

Axm
Saathafer, Saatwicken,
Saaterbsen, Futterhafer
und Kleesaamen ist zu ha⸗
ben bie J
Gebrüuder Grell.
Rother“ und blauer Kleessa
men, Saatwicken, Saat—
hafer, Erbsen, Bobhnen,
Mehl, Kleien, Futter-
hafer, billig und alles in bester
Qualität empfiehlht
we. ãbierv.
sSonnta g 2e m
zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät
des Konigs von Preussten
Tanzmusiktk
bbttei Jakob Quirin e
aufꝰm Rentrisch. —
— Fruchtpreife der Stadt 7
Kniserslautern vom 17. Mir.
Weizen 8 ft. 30 tr., Korn 7 fl. 80 tr.
Spelzlern — il. — tr. Spelz 6 fl.
4 fr., Gerste 6 fl. Latr. Hafer 5 ijl.
22 kr., Erbsen 6 1. 39 fr., Wicken 4 fl.
44 tr., Linsen 6 fl. 6 tr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 32 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 ke. und 2 pid.
Weißbrod 17

4

Sruchte, Brod⸗ Fleische c. Preife 2

Stadt Zweibrücken vom 19. März.

Weizen 8 fl. 51fr., Korn 7 fl. 43 tr.
Gerste Zreihige, — fl.— kr. Gerste vier⸗
ceihige, * fl. 53 r. Spelz 6 fl. 21 ir.
A
— kr. Mischfrucht — l. — kr. Hafer
ö il. 17 tr., Erbsen 6 fl. 7 ir. Wicken
Afl. 25 kr., Kartoffeln Jefl. 18 kr. Heu
lufl. 20. kr. Stroh J1 —A — per
Zentner. Weisbrod 114 Kilogr.22 tr.
Kornbrod 3 Kgr., 83 kr., ditto 2 Kgr.,
—A
3 Kgr., 38 kr. LaPaar, Wechkz 7 Voth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. I8 fr., 2
Qual. 16 tr., Ralbfleisch 14 kr,, Hammel⸗
leisch 16 tr., Schweinefleisch 18 kr Pper
Pfd. Wein 24 tr. Bier 6 kr,, per Liter,
Butter 30 kr., per Pfund.

Lohrinden-Vergebung.
Mäittwoch, den 25. März 1868
verden die Lohrinden im Gemeindewäld
don Ormesheim, Schlag„Bettel“ geschätzt
zu 80 Centner, vim Gemeindewald von
ErfweilerEhlingen,Schlag„Ditzels
wvies“ geschätzt zu 18 Centnet inn Wege
christlicher Submission vergebeg.
Die Submissfion muß bis Mittags 112
Uhr auf dem Bürgermeisteramt Erfweiler
eingereicht sein, und Nachmittags 2 Uhr
desselben Tages ist die Eröffnung.

Erfweiler den 13. Marz 1868. 326
Das Bürgermeisteramt
Braunberger.

Für Ercommunicanten
empfehle mein reichshaltiges Lager Geeb ek⸗
ind Erbauungs-Bücher in elegan—
en Leder⸗Chagrin und Seidensammt⸗ Ein⸗
zänden, einfacher und ciselirter Vergoldung
mit und ohne Schloß.

Auch sind die beliebten Kreuzweg—
Andachten mit Bilderu zu 12 fr.
wieder vorräthigg. 755
St. Ingbert 12. März 186868
8 J —

etr ps,

ανοtQαrial- Pandlung.

Gebrocheue und ganze Erbsen
und Bohnen bei
— —
R

Peter Jepp.
— — —
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Jugbert,
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        α n ι iye ν ο
33 P.3 76 ——3* 11 2318 13 28 A
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E. Nn er 1 I n ec. er.
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σ α νιι ιιι αισ— ι
ι ι νι ν G b nιιι α rͤntatols
.3 ia. — dν — B ——— u nuιιιν uwis doch
der Eunung berrer, An zbegee v wil“säncin Uaterhaltüngsblätte erscheint'iböchentlich vreimal“ Dienstag Vonuerséfug
und Samstag. Abvnnenwetibtertae dlerteljährig 45 Arzr. oder 13 Silbergr. Anuzeigen wexden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zetle
ιιν ν ιννlatijchrijt vver deren Raͤum oerechnet. 4
Nro 35 ια y⏑ 41s6
j — DEIEe«, ———— — — —
ιι e bute
i αα Einladung zum Abounement. ιιιι
7 Mit dem I Abril nachsthin beginut ein n eur zurnv
al für die Monate April, Mai und Juni, Wir
nachen unsere perehrlichen Leser, hierguf mit der frezundlichen
Bitte anfmerksam, ihre Bostellungen gefälligster echt ze itig zu er⸗
reuern.Namentlich ersüchen wir diejeniget unserer Abonnenten,
delche dat! Blatt durch die Po in hezieher: sür eine 'nnogliüchf
aldige Vestellimg ber der betreffenden Poͤste tͤped iXlon oder
ʒen resp. Postboten Sorge tragen, zu wollen. damit der Verjand—
des: Blattetz keine Berzögerung erleide. ν αι,
30 zahlreichem · Abonnement ladet einn⸗ —B
Die Exrpeditisr.
h. Densengen. Äbounenien,. welhe den nheiger duth die
zon der Expedition beauftragten Zeitungsträger exhalten, wird das
Blatt für das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert,“ soferne
ie dasselbe vor Ender dieses Monatis nicht aus
2fücklich'abbesst esen.
— — er —2 24 2—
Deutschland.
wea uche n17. Maͤrz. Gestern hal u Wexliu der erste
Zusammentrut der Conmussion wegen Abschlusses eines Postver⸗
rags zwischen dem norddeutschen Bunde, den süddeutschen Staaten
und der Schweiz stattgefundem““ Als bayerischer Commissär fun—
girt der Genetaldirectionsrarh Josephh Baumüun ...
Mumsche u7 18.Mätz!“ Die Reichsrathskammer wird näch⸗
ten Freitag in die Berathung über den Gesetzentwurf bezüglich
Heimatt Verehetichung und Anfenthalt“ veintreten. Also kommt
das Malzaufschlagsgefeß' in dieser Woche noch nicht vor und ha—
den diesenigen pfälzischen Gemeinden, welche etwa mit den bezüg-
ichen Adressen im Rüchstande sind, volle Zeit, das Versänumte
aachzuholen)
Das Cultusministerium macht. bekannt, daß in jüngster Zeit,
Nachweist dorgelegt wurden, abelche bei einzelnen. Anstalter, we⸗
nigstens an der Lateinschule, ein Uebermaße venn Hausaufgaben
zinsichtlich des Umfangs und der Manuichfaltigkeit verselben erst⸗
hen Jießen, und erinnert; die Vorstäude der Lehranstälten au
hhre Pflicht, etwaigen Ausschreitungen auf diesem Gebiete ent
gegenzutreten. ιιäι —E J
Munschemn, 18. März. Der Nönig hat die Inhabes
telleides l. Infanterie⸗-Reg. selbft übernommen
aeGegenüber der Bemerkung morddeutscher Blätter, daß die
herinnlige Einbringung der Tabakssteuervorlage bei dem Zollbun—
Jessrathe van süddeutscher Seite veraulaßzt worden sei, ist bereits
von Stuttgart und Karlsruhe aus erklärt worden daßß kine der
axtige Andegüng weder wonnwüritembergischex nuch badischer Seit«
ausgegangen sei. Wir können Hinzufügen, duß auch von Seite
Zaherns keine Anregung in dieser, Richtung erfolgt ist. 9
Mümnchen, 19. Mäarz.nn: Der Finanzausschuß hat den Cut⸗
uusetat erledigt. Er brantragt, daß bezüglich: der Gehalte der
Beistlichkeit neue Fassionen; hergestellt⸗werden; die Lehrer der
AR
zulagen erhalten. ι 9*
NMürnberg, 18. März. Gestern fand hier, eine Ver⸗
sammlung“ von Heligirten des süddeutschen Eisenbahuverhands
taunt.“ Vertretew waren hiebei dir Ktaiserin Etisabethbahn (Rath
daißler): die wöhmischen Wostbahn (Vertreieb uns unbekannt), die
.cb. priv⸗ Ostbahnen (Budhausern mud:e v. Kramer).dienk, b.
Staatsbahn (Oberpostrath Epter), dien hessijche: Ludwigsbahn
Mempf) Gegonstaud der: Werhandtung' warx diee Feststellung des
Zommerfahrplans, wobei es sich namentlich um Feststellung eines
urchgehenden Kourierzugs von Wien“ (Prag) bist? Paris handelte,
o duß die Reifenden nicht mehr in Würzburgnauf—einen: Postzug
oetzugehen hätlenee

I ιν ν
4 * ———— Dienstesnachrichten. * peg —8
tadt SerrMaj / der Könignhaben Sich allergnädigft bewogen
jefimden, die durch die Versetzung des Anwaltes Golsen bei; dem
Apellationsgerichte der Pfalz zu Zweibrücken erledigte Advo⸗
ratenstelle deun Staatsprocuratorfubsftituten Adolph Keller in
Frankenthal, seinem allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend: zu
verleihen. ιι.
stiohn, 19. März. Der Prinz Napoleon traf heuce VPtit⸗
tag aus Gießen hier ein und geht⸗morgen zur Besichtignug des
Zrupp'schen Etablissements nach Essen. (Am 17.war der Prinz
in Goiha und auf der Wartburg; am 18. in Kassel.P
—Aus Berhin, 17. März, ijchreibt Stern's Eorrespondenz:
„Das Zollparlament wird' sich, wie mir heute bestätigt wirde auch
mit der Vereinfachung des Zollvereindtarifs zu befchäftigen gha⸗
den. Eine dahin zielende Vorlage will die Befreinug: von Zöol⸗
en, resp. deren Ermäßigung für ulle nothwendigen Lebensbedürfe
zisse und die Erweiterung des Gebietes der zollfreien Attikel.
Diese Vorlage soll dem Parlament gleichzeitig mit derjenigen we⸗
gen Erhebung der, Tabalssteuer zugehen. Ueber letztere Vorlage
wirdpiel gesprochen. Finanzmänner halten den Entwurf für ver—
vrsserungsfähig, das Princiß abex für volllommen berechtigt. Die
Debatten werden ja das Nahere zeigen. Das Volk hat durch
eine Vertreter mitzusprechen, und wenn die Süddeutschen die
richtigen Vertreter gewählt haben, so wird die Stimme derselben
von Gewicht sein.“ Nach der „Köln. Zig.“ soll das Zollparla⸗
ment bald nach Ostern berufen werden, und soll nach Vollendung seif
ner Arbeiten ein Wiederzusammentrist des norddeutschen Reichs
ages erfolgen, weil die Erledigung einiger Steuexfragen, im
Zollparlament nothwendig auf das norodeutsche Budget zurück⸗
virken wird. 3.. —
Ber lin, 17. März. Mehrsestigen Versicherungen, üach
eigt sich jetzt in Ost preußen eine bedeutende Abnahme der
Typhusepidemie. 33
Berlin, 18. März. Zucr Feier des Geburtstages des
dönigs und der Taufe des jüngsten Söhnchens des Kronprinzen
am nächsten Sonntag siud hier erwartet: der russische Thronfol—
gex, der Kronprinz von Sachsen, das großherzogliche Paar von
eimar, der Herzog hotn Schwerin ꝛc. 33
— — — 134952 Isc
Frankreich. — —5—
Paris, 16. WMärze- Prevost Paradol stellle im Journnt
yes Debats, an die Unruhen von Toulouse und Nantes anknü—
ofend, Betrachtnngen darüber an, daß, wenn seit sechszehn Jahreu
zim ersten Male wieder der öffentliche Geist im Lande sich rühre
ies um materieller Dinge Willen, wegen Conscriptions⸗Annad
—ADD
der Geifter zwischen unseren Tageit und der Vergangenheit, wenn
vir nunv auf vierzig Jahre zearückgreifeunngIm Jahre 1830 zum
Beispiel war es nicht die Steuer, noch die Rekrutirnug, welche
zie Gemüther bewegten und die Straßen Dder Hauptstadt mit
Blut beflechten.“ Und huch später hatten die traurigen“ Kümpfe
zon 1832 und den folgenden Jahren und auch die Februarrrvo—
nution, welche uns dahin gebracht hat, wo, wir jetzt stehen, eine
naterielle Beschwerde weder zum Anlaß, noch zume Vewpeggrunde;
in diesen bellagenswerthen Bürgerkriegen warenes esitzveder
geistige und moralische Motive oder abeuteuerliche Chimaxen, welche
den Bürgern die Waffen in die Hand- drückten, und wenn die
HYenge sich mit Unvecht ereiferte, so war diese Verirrung doch
venigsitens edel in ihrem Grunde und man erkannte darin, wenn
auch seufzend, etwas von dem erhabenen Geiste Frankreichs. Seit
dem ist Alles anders geworden, die Geschichte wird nicht ohne
Trauer erzühlen, daß nach 16 Jahren absoluter und, der Gleich⸗
jültigkeit nur allzu ähnlicher Ruhe die erste Volksbewegung des
weiten. Kaiserreichs aus dem. Recrutirungsgesetz entsprang und
wus dem gringen Eifer der franzoͤsischen Jugend, sich inter die
fahnen zu stellen. So bewährt sich aufs Neue, daß die dauerden
dufrechterhaltung der materiellen Orduung nicht genügt, Umn die
        <pb n="140" />
        Geister zu erheben, nichs einmal um sie 9— der Hoͤhe zu erhalten
welche sie iuter dem kräftigenden Ejnflußß d. öreiheit eich
hatten.“ 851327 ——
7 Pie frandsischen Eisenbahkent haben nach statistishen
Angaden ves Myoniteurs“ im vorigen Jahre 4299 687,007 vgr
beinahe 30 Millibneß mehr als m vorhergehenden FJahre, einge⸗
nommen; es wird dabei darauf hingewiesen, daß auf jedem Bahn⸗
hof ein Regierungsbeamter zur Wahrung der Rechte des Publi—
iums anwesend ist, dessen, Pflicht es sei, Klagen gegen die Be—
amten abzuhelfen.3 5*
pParis, 16 Matze Heute fandbet Gelegenheik des Ge⸗
burtsfestes des kaiserl. Prinzen eine durch den Kaiser⸗ undden
Prinzen abgehaltene große Revue statt. Auch wurden Dykora⸗
onen vertheilt. — Es herrscht das prachtvollste d
— Paris, 17. Maärz.* Die kaiserliche Brochüre — wird erfl Epaor⸗n.
heute an die Eingeweihten, Minister Stgatsräthe, Senatoren ꝛc., Aus Madrid, 14. März, wird geschrieben: Es if zu
vertheilt. Im Publicum soll sie als eine Bestätigung der kaiser- verlässig, daß es den Beniühungen! Olszaͤga s. gelangh sowohl die
lichen Versprechungen vom 19.Jnnuar 18675 aufgestellt wer Progressisten als auch die liberale Union zu gegenseitigen Con—
den; und in dieser Richtung: wirde sie dien vfficiöss Presse cessionen zu bewegen nnd eine Alnzan z zwischen beiden Par—
besprechen. teien zu Stande zu beingen. Die WGrundlage diejer Ueberein—
VDie,durch das Armeegefetz veranlaßten Unruhen grejfen im. kunft, „deren-Verwirklichung durch alle zu Gebote fiehenden . Meit⸗
mer weiter um sich. Heiute haben siein ziemlich ernster Weise tel verfolgti merden sosl,“ iste die u Thronentsetzung dern Königiu
Neuilly, in der unmittelbaren Nähe von Paris, erfaßt; die Bat⸗IJja bebhal Die Regiexung der Könjgin keunt, übrigens die
terieen von Vincenues hoben Befehl, sich. fertig zul haltem. Wenn ihr drohende Gefahr, und picleicht schon demnächst wird mau
das böse Beispiel auch die Hauptstadt gewanne, soönnte bei hören, daß ganz Spanien, sich neuͤerdiugz im Belagerungszu⸗
der tiefen Mißstimmung der: Bevölterung aus dem“ersten rollen stande befindet.n ütetn i
den Stäubchen leicht eine furchtbare Lawiue merden. Die „Unjon?“ utDas Miinisterium Narvaez“ ist gieinlich erschüttert, eines der
rechnet aus/ daß der, Tag, an welchem die Einziehung der, mobi⸗ Hauptstützen dieses Ministeriums ist der Colonieenminister Max—
ten Nationalgardestattfund,nan verloreneu Arbeilslöhnen zc. Fran! fori, der Vertraute on titre der Königin. Nun aber ereignete es
reich Bisat Millionen gekostet hateι fich, daß 3Ox4. Maeßfori von der Grippe befallen wurde, und daß,
, Der heute. Abend hiet eintreffende Marschall MagaiMa haonals er haͤch eilichen Tagen wieder hergestellt war, die Konigin
hat seine Entlassung als Gouberneur, ponn Aligeerr eeinge ihr Vertrauͤen einem jungen Gurdbecapitän zugeweüdet hatter“ Frei⸗
reicht/ weil seine Forderungen zu Gunsten dieser Propuz; micht exsach Peeilter sich Marschull Narvaezl den! Eapitän nach? Atgesirus
füllt worden sind. e e zuschickemenberünWei der ersten: Vorstellung der 4 Stummen
Parua s-17. März.eno Die Franke sagt? die! Brochüre“), Die voun Portici,“ wescher die, Königin- beiwohute, fanden Demom
napoleonische Dynastie“ werde durch die besprochenen⸗Gegenstünde strationen statt, und ist nun die Repolutionsscene ind der
und ihre Inspiration die Wichtigkeit eines offiziellen Dokuments Ruf: „Es lebe die Freiheit“ verboten. Il n'y a plus des
erlangen und vielleicht die Stimmung⸗dernußerstenn Rechten! in Pyrenées. tu—, —
Bezug auf das Vereinsgesetz modifiziten u nn Aus Nadrid schreibt man dem Journal de Paris, daß
P'arers, 17, März! *,Liberte macht darauf? aufmerksaut —— beabfichtigt, eine neue Anlerhe anf dem
daß bei Gelegenheit der Abstimmung über“ das freisinnige Geseß Pla bon Parig gu emittiren.
bezüglich des Versammlungsrechtes voni 28. Jult 1848 untet den Amerika...
629 dafür stimmenden Deputirten sich drei / Namen befinden, dit Jefferson Dia pis ist zum Vorsißenden des Directoriunis
zu citiren der Mühe werth sein dürfte; 'es waren dies“ nämlick der von Texas noch dem stiüͤen Mieere, führende Eisenbahn er⸗—
Bürger Bonaparte, Bürger Rouher und Bürger Baroche. Das nanut worden 77
„Journal de Paris“ meldet, daß Hr. Stoffel, Ordonnäng⸗Offi—
cier des Kaisers, welcher Arbeiten übet die Artillerie! geliefert hat. Ver miaessch ge8s. 648
mit einer speciellen Mission des Kaisers nach Deutjchland (wohin) 7 Wie demNürnb.Cortespondenlen aus Mam heim 3
gesandt worden isttt. 5 schriebea wird, soll die Direction der Ferunenvdarsaisch er u n ge
Aus Paris, 17. März, wird geschrieben: Wie man er gesellschaft auf Gegenseitögkeit von Ludwigshafen
zählt, hätte Hr. v. Moustier sich beim Kaiser beschwert, daß nach Nürnberg verlegt werden n
Hrinz Napoleon jeine Reise nach Deutschland angetreten habe p Müm cheeen,, 13. März. Bayern zählt zur Zeit 100 frei⸗
ohne daß er davoit in' Keuntnjß gesetzt worden wäre. Der Kaiser wällige Fenckrweheren. z. Davon treffen auf Oberbayern
erwiderte, daß die Reise seines Vetters mik der Politik dutchaus 30, auf Niederbahern 830. auf die⸗ Rheinpfalz 12, auf die Ober⸗
nichts zu schaffen habe, daß sie reine Familiensachen zum Grund pfalze 14,uf Oberfranken 9, auf Mitteifranken 15, auf Unterr
und daß der Priuz Seitens des Kaisers durchaus keinen, Auftrag franken 20, auf Schwaben 89.1Am Oster montag fin⸗
hatte als den, dem König von Preußen zu sagen, daß Se Maj, det in Gunzenhausen der erste bayerische Feuerwehrtag stati. Als
beabsichtige, ihn auf dem Wege nach Pelersburg in Berlinen zu Berathungszustände sind auf die Tagesordnung gesetzt; 1) Grün⸗
besuchen. Ich muß Ihnen anheimstellen, oh n Sie dieser Expli⸗ dung eines Landesvereines der sümmtlichen Feuerwehren Bayern's;
cation Sr. Maj. unbedingten Glauben schenken oder; auders; Dda⸗ 2) Festsetzung der Satzungen; 83) Wahl eines Landesausschusses;
rüber denken wollen. Aber wissen Sie — Hr. Rouher sagt ee 1) Besprechung übrr eine anzustrebende Gleichformigkeit im baheri⸗
Denken und seine Gedanken verbreiten, das ist zweierleil chen Feuerwehrwesen und über: Bildung einer Landesunter⸗
» Parins, 18. März. Dem „Moniteur“ zufolgen hat, der fützungskasfe. 3 5* 7
hKaiser einen Brief des Königs Svon Bayeren empfanz7 Zu den Prüfungen der einjährigen Freiwilligen, deren unbefrie-
geu, iß welchem dieser für die von dem Kaiserpagre am digende Resultate allerorts so viel Aufsehen erregen, folgendes Facium
laßlich des Todes pon Köonig Vudwig J. bewiesenen Sympa Eines in München geprüften Jünglings Aussatz „über die Refor⸗
thien dannt.. 22 mation“ lautete seinem ganzen Umfange nach: „Die Revormation
Paris, 18. März. Die kaiserliche Brochüre enthält eine war eine Veranlassung, wobei der König eine Ansprache hielt,
Statistik der Abstimmungen zu- Gunsten der Napoleoniden, Vers über: eine-Streitfrage, die sich über ein Bersehen der Vorhuter⸗
fassungsdocumente u. s. wo und fagt 320, Der Onkel und der Neffe zeben hat 13 Fin Anderer mußte die Antwort auf die Frage,
haben Frankreich aus dem Abgrunde gerettet. Dreimal? haben wer der erste König von Bayern war, schuldig bleiben; ein Dru⸗
Beide uuter dem Beifall der Nation die Regierung zeitweise und', ter schrieb Bayern mit „P“, ein Vierter — es fällt mir schwer,
bald auf längere Dauer geleitet.? Beide haben den Thron bestier zu glauben, daß es ein Polytechniker gewesen sei — beantwortete
gen, welchen sie erledigt fauden.““:Das Consulat sowie die Prä⸗ die Frage, wo der Khein entspringe, mit einer stummen Mund⸗
dentschaft hatten das Maiserreichzur Folge. Das Plebiscit von bewegung, als sollte der deutsche Strom sich hier ergießen..
1852 antwortet wie ein Echo auf das Plebiscit von 1804 Im Der Königsvon Bayern hat zum Bau der protestantischen
Augenblick, wo die Constitution von 1852 als Grundvertrug zwi⸗ Kirche in München 25,000 fl. geschentt.
schen Voltk und Kaiser mehr odet weniger der Gegenstand der 3In Würzburg soll im Laufe dieses Sommers ein fränki—
offenen Angriffe der ganzen verbündeten Opposition wird,“ hielten sches Sängerfest abgehalten werden. νιιι
wir es für angemessen, die öffentliche Aufmerksamkeit wieder auj ru München, 13. März. Wie man aus guter Quelle
diesen Vertrag hinzulenken und die Umstäünde in Etinnerung zu mittheilt, ist auf der: Brennerbahn der Haupt-Tunnell sammt dem
riha⸗n molche ihn hernnrri⸗ßfen ααν Rorqe durch melchen ⸗er führt, seit einiger Zeit in einer bhestän—

F Belgien.

d Bragseig 15. Rarz. In einigen Tagen erschedzt hier
zine merkwürdigs Hroschüre über den Debuck'schen Proceß weiche
alle Zeugenverhire in dieser sehr merkwürdigen Erbschleichungs—
geschichte bringt und Sie Umtriebe der Jesuiten det greilsten Lichte
zeichnet. Es stellt sich Wrigens hetaus, daß trotz der Herren De⸗
buck und seinen Verwandten von den Jesuiten vergleichsweise aus—⸗
gezahlten 800,000 Frs. sie noch den Löwenantheil behalten, da
man. das erschlicenc Vermögen auf JAEs Millionen Ichabt. 7

unEngland. —E
9 Lon don AI6. Marz. Die „Times“ sagt, die Königin
brabsichtige den nächsten Herbst eine Reise nach Deutschland zu
machenaι— ;ut“
        <pb n="141" />
        digen —— Padet Sohle des Tunnels bereits etwa 20 Thalern ab, welche, sie in den erbrochenen. Pulten
18 Fuß tefer Jiegt als Füher: Auf der Bahn sind tägliche ianden. —

Arbeiten nöthig um sie 5 zu halten. 231BVDer altadelige 28jährige Mirchslaus Ritter v. Ko—

Rorssruhe ir mar Der außerordentliche Professor yh wskis, der im Sept. v. J. einer bei seinen Eltern in

Dr. Karl Mendelssohn⸗Bertholdy in Heidelberg ist zum außerr drakau wohnende alte, sehr reiche Dame, Fri— 8., nächtlicher
ordentlichen Professor der Geschichte an der Universitaͤt Freiburg Weilz ermordet und ihr 700 fI. geraubt, hatte, wurde zu 18jüh
xnannt worden·: . 6* rigem, jchweren Kerler verurtheilt J —
7Der Submarine⸗Ingenier Bauer ist mit ginem puen 7 Der Augsb. „Allg. Ztg.7 schreibt man aus, Tyrol vom
Projecte hervorgetreten, bdem Entwurfe kiner unterseeischen Loco- 13. März: Die romantische Trauungsgeschichte des Erzherzogs
notionsmoschine. Von Seiten der Bumndegkriegsmarimnt gist jesne driijrich vbeschäftigt unser Volk mehr,“ als man vielleicht vermu—⸗
Fommission mit der Prüfung und Begutachtung dieses Projectes hen 349 Wer mit den Bauern bei Bozen und in Ueberetsch
hʒeauftragt: wordent ι ),ια derkehrt, wirde gestehen müssen, daß der Erzherzog eine sehr volis⸗

r7 In Frankfurt'wurde ein Methodistenseminar ge⸗ hümliche Persoönlichkeit ist, und sich der Sympathien der Vevöl—
gründet. , 3. 4— -u Irtdi kerung in einer? ungewöhnlichen Weise erfreut. Der Bauer blickt
Der Koͤnige Woñn Prenßen hat czut Vollenduage des in mit Vertrauen und Pielät zu ihm auf, und setzte einen schönen
Bad Ems begonnenen Baues einer katholischen Kircheeinen Zu⸗ Theil seiner: Hoffnungen aquf den Prinzen, der ein „so edler Hery
chuß von 27.500 fll. bewilligt nnee ist unde uns Bauern gern hat.“. Durch die, neusten Ereignisse
t. Bremen, 15. März. Der Personenzug don Hannover hat seine Popularität hur zugenommen, und die Aehnlichkeit
welcher Abends halb 6 Uhr hietr eintreffen sollte, istuabei Lang; einer Verhättnisse, mit denen des Erzherzogs Ferdinand, der die
wedel entgleist, wobei leider biele Verwundungen und mehrert chöne, Philippins Welser zum Altar führng, umgibt ihn inden
Todesfalle zu beklagen sein Jollen. Ein Erxtrazugnmit Aerzten, Augen des Volkes mit neuem Nimbus...
VBerbandmaterial e. ist don hier nach der Unglücksstättertabge. Dresden, 14, März. Im Zwickauer Brückenbergschachte
assen worden. DV üuührten schlagende Weiter heute früh eine Explosion herbei, welche

Zum Bundesschießen in Wien hahen sich bereits 300 9 Menschen ködtete und 28 verwundete;

Schweizer, qusa gen lassen. Aus Oessereich sind nahe 2500 Schün pIn London werden, jährlich an 80 Millionen Liter
zen dem henschen Schützenbunde beigetreten, indeß, ist erst der Schnapsgetrunken. Man hat berechnet, daß dieses Ouantum
zierte Theil der oͤsterreichischen Schützenvereine vertreten,“ son datß einen Fluß bilden könnte, 8193 Meter ties, 4123. Meter breit und
die vollständigen Anmeldungen eine sehr starke Theilnahmener⸗ über SStunden lang.; Den Werth dessen, was in Paris täg⸗
warten lassen dürften. 27 lich verzehrt wird, hat man auf 10 Millionen Franken geschätzt,
rnte lä n An März.c Das Berliner Pubükum umsteht was im Jahr über 3 Milliarden ausmacht; rechnet mann dazu
zeute massenhaft die Anschlagsäulen, an welche rothe Zettel 100 Kleidung, Wohnung, Vergnügen, so- kann⸗ man, den, jährlichen
Thaler füt Ermittelung des Diebes oder der Diebde“ versprechen, Verbrauch zu 10 Milliarden annehmen.
velche diese Racht einen Einbruch in das Borsig'sche Eisenwerk 7 In Genamuiden (holl. Prov. Oberyssel hat am 11. März
u Moabii versucht habden. Dieselben mußten 7 dazu gine? dichr din Vrand düber 400 Häufer (darunter, das Stadthaus ꝛc.) ein⸗
Mauer durchbrechen.“Thürenn ausheben ꝛc.; sie“ dachtent zus der geüschett; ein Ortseinwohner, in dessen Haus der Brand auskam,
Hauptkasse zu gelangen, sahen sich aber getäuscht und zogen mit, wurde weren Verdachts der Brandstiftung verhaftet.
Von unserm Gemüsevporrath/ ι, L
koͤnnen wir kaͤuflich Ubtketen: 4 JS * 6 — 88 1 P
Etwas Sguerkraut,— eingemachteι * t. ——— iolina 0 ne 7 9
39 J An IR Kohlra oz ιιι I e da nrebrra3
bwie eine Parthie Karttoffelhn, alles αιν — 43 8
i Vÿιngeι, mpfehlen ihr-reich uöεεαειαι—οον Väν—enlager der, neuesten —
— — — x*boidorstotte sure ν, t
Prima Limburger 6 J Mmnmen ⁊t Mevvm. n. 232* —
8* pei Eind I 17 u. is kr. 7 55 ——————— 1 . I — — — *
Käse , Säcke und wasserdichte Wagendecken,
Fabrik von E. Bodewig &amp; Freydanck in Müblheim aRh,.
W asser helles — u haben zu Fabrikpreisen bei Rig Menne J be
ber. Schoppen 8u V... el
Petroleum u ueee Louis Pasquay in Kaiserslautern.
Carl Apprederis.
ZIch beehre mich hiermit er
gebenst anzuzeigen, daß soeben meine
nentre
Musterkarte
von Tapeten,
in reichhaltigster Auswahl, von den
ordinärsten bis zu den feinsten Sorten
uingekommen ist. ι..—
Frau RWitter Wittwe.

Ein möblirtes Ziemmer ist zu
vermiethen und sogleich beziehbar.
Frau Ritter Wittwe.
Man sucht von einer gewissen
Seite her meine Gäste vom
Besuche meiner Wirthschaft abwendig zu
nachen, sogar die Mitglieder vom Gesang—
derein zum Austritt zu bewegen, indem man
denselben Allerlei vorspiegelt, besonders aber,
daß ich die Wirthschaft am 1. April nächst⸗
zin oerlassen müsse. Um diese falschen Be⸗
nühungen unwirksam und“ unschädlich zu
nachen, diene meinen Freunden und Be⸗
annten zur Nachrichl, daß ich die früher
Wendel Schwarz'sche Wirthschaft, jetzt, zur
Eintracht“ genannt, bis zum B. Jan. 1871
Jestützt auf einen notärischen Miethakt vom
2. Dez' 1867 wie bisher fortsühren“
Schnappbach den 19. März 1868.
LILU. I- Gam a . Schreiner u. Wirth
Ein Kiüchenschrank
— —— gohn Schüsselschaft
Gebrochene und ganze Erbsen steht ig zu veramen
uind Bohnen bdei —— 17 Das · Nähere, beciñh-·j··h··⸗⸗,
in Weter eypyv. ua Frau KarfEßrßardt. Wittwe

Haus-Verkauf.
Ein in hiesiger Stadt an der Haupt⸗
traße gelegenes zweistöckiges Wohnhaus mit
8 Zimmern, 2 Küchen, 2 Mansarde⸗Zim⸗
mern, mehreren großen Speichern, Keller,
hofraum worin sich ein Brunnen befindet
nebst Garten ist auf langjährige Zahlungs—
ermine zu verkaufen.
Dieses Haus eignet sich zu jedem, Ge⸗
cäfte und ist das Nähere zu exfragen bei
S * — Ph. Laurent, —
. Geschäftsmann in Zweibrüchen.

Zu Vermiethen:
Ein großes Zimmer, ebener Erde,
‚wer geräumige, heizbare Mansarde—
zimmer und ein Garten bieie—
H. Jul. Gaß, zu Schnappbach
Rohes und gedämpftes
Knochenmebl

in bester-Qualität billigst bei —

Lars Npprederis.
        <pb n="142" />
        Theilungsversteigerung
Eamstag den 8. April 1868, Nach⸗
mittags 2 Uhr zu St. Jugbert? in der
Behausung des Metzgermeisterze Jacob
Schwarz werden die den Kindern Dder da⸗
hier verlebten Eheleute Johann Schuster II.
weiland Bergmann und Margaretha Hager
zehörigen Liegenschaflen St. Ingberier
Bannes abtheilungshalber bffentlich in Ei⸗
genthum versteigeri und zwar: uith
J. Ein einstöckiges Wohnhaus mit Stall,
Hof und Pflanzgarten dahier im Jo⸗
fephsthal neben PhilippeGünther und
Förster Janz.
51. Dec. Acker aufin Etzelgengarten ne⸗
ben Franz Jacob Wagner und Ideob
Ainmann, zu mehreren Bauplätzen
geeignet. ν
50Dec. Acker aufm'“ großen! Flur
J. Ahnung neben Wittwe Hellenthal.
in 81 Deec. Acer⸗ beim Hasenech, neben
Witiwe Quiring.
58 Decr. Acker auf Rockenthal, hinterste
Ahnung neben Franz“ Joseph“ Behr,
Wittih
551 Dec. Wies ini Allment, neben Va⸗
lentin Fijcher und Valentin Weidmanns
Erben. U —e
29 Dec. Wies in Oberhäusers Maͤus⸗
bach, neben Carl Ehrhards Erben.
8. 37 Dec. Wies in der Mäusbach, früher
neben Philipp Strack und Carl Lion.
GHorn, Agl Notar.

Bohnenstangen, Geschirrhotz, Brenn
holz, eichene Matriche für Glaser ge⸗
eignet, 1 Schleifstein, 25 Hühner,
2 Hahnen,“ 10 Enten, 1 Haufen
Dung, Grund, Bettung, Bettladen,
Hausmobilien verschiedener Gattung
und Küchengeräthe.
Horn lgl. Notar.
e * ⸗ —
Licitation
Mittwoch den 1. April 1868, Nachmit⸗
dagsLS Uhr zu St. Ingberter Grube ge⸗
nannt Schnappbach in ihrer Behausung
lassen die Wittwe und Kinder des daselbst
vorlebten Glasmachers und Wirthes Mi⸗
chael Spauiol die nachbezeichneten Liegen⸗
ichafien der Unthrilbarkeit halber öffent
lich in Eigenthum versteigern nämlich:
L. 1355540 Dec.“ Fläche, worauf ein zu
St. Ingberter Grube an der
Straße stehendes Wohnhaus mil
seller, Stall, Hofraum und Pflanz
garten, neben Ludwig Birkel⸗
zachs Wittwe—unde Johann
Hölzheber. 33
Dec. Wiese auf der Rußhütte St.
Ingberter Bannes. ne ben Mar⸗
tin Zott, zu Bauplätzen geeig
net, 4wird in zwei Theilen
bersteigert.
Sorn— kgl. Notar.
— — ⸗ — —u— —
9*4
Hausversteigerung
zu Schnappbach.
— Mittwoch den I. April 1868, Rachmit⸗
ags 2. Uhr, läßt Wendel Schwar;,
Metzter; in St. Jugbert, wohnhaft, zu
Zt. Ingberter Grube, auch Schnappbach
genannt, in der Behausung von Jacob
Eisel sein Ddaselbst gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus mit 13 Zimmern, Küche, 8
Mansarden, Stallungen, stellern, Hofraum
und Pflanzgarten bis an den Ruhbach, zu
Edem Geschäfte sich eignend, auf langjäh⸗
rige Zahlkermine in Eigenthum versteigern.
Bis zum Versteigerungstage kanu das
Ganze auch aus freier Hand verkauft
werden. ***
St. Jugbert den 18 März 1868.
Horn, kgl. Notar.

d MA. —
Verpächlung
auf mehrere Jahre.

SHeinrich Spamiol II. zu Schuapp-

hach hat eine Wies in der Gehnbach. 112

Ruthen groß. und eine Wies in Schiere,

145 Rutheu groß. als danu- ein Aclerstück,

auf dem großen Flurx clegen, auf mehrere

Jahre zu verpachten. Das Nähere ist

zu erfragen bei —3

IGOIB. Gii aui Wirth

— in. St. Jugbert.

Für Erstcommunicanten

empfehle men r.ichshaltiges Lager Gebeet—

und Erbanumngs-Biüch e'r in elegan⸗
en Leder· Chagrin und Seidensammt? Ein⸗
vänden, einfacher und eiselirker Vergoldung,

mit umd ohne Schloß. 3

Auch sind die beliebten Kreuzweg⸗

Andachten mit Billdern zu 12 ktr,

wieder vorräthig.

St. Ingbert 18. Maͤtz 1066ß6.

Sr—,
uSchreihmateriat⸗ Hemdlungg. Nr»ic
onn r a g 22. März iuet

zur Feier des Seburtotages Ev. Maͤjestät

— des Konigs von Preußen“ —

— e e n

1 .

Tanzmusik

bei Jakob Quirin
aufm Rentrisch...
Geschäfts-Empfehlung.

8

—A ———
— —
v 7
4
3
—
—A
“.i
A

**

Gleich nach“dieser“ Versteigerung läßt
Joham ESchwarz⸗ Gaftwirth hier fein da⸗
hier in der Gasse nebey: Bergmaun Danzer
und Wittwe eee neu⸗ erbau⸗
des Wohnhaus mit Hofraum und Pflanzgar⸗
den auf langjährige Zat llermine in Eigen⸗
steigern.

Ich benachrichtige hiermit kin verehrl.
Publikum hiesiger Stadt, daß ich mein Ge—
schäft als Tüncher dahier angefangen
habe, und Aufträge hierin auf das schneüsie
und billigsten nuszufühten bemühi sein
werde. F
St. Ingbert in Matz Bas.
PPeter Becker, Tuͤncher,
wohnhaft bet Nir. Weber, Speckreikräme
auf der Meß. 75*

Vorlaͤusige Anzeige.

Im Laufe von laͤngstenna 8bis L Wd⸗
chen, au einem später bekannt gemaächt
werdenden Tage, Jassen die Erben des da⸗
hier verlebten Habrikanten Herrn Peter
Lamarche das sammthiche, Garten⸗ Acker⸗
und Wiesenland desselben in geeigneten
Loosen auf sechsjährirge Zahltermine
in Eigedih uln bersteigeru. c. 5
GHoru, kgl. Notar.

— * 85
Horu, kgl. Nolar.

—
—— —
Frucht⸗·, Brod⸗ Fleische⸗ ec.“ Preise
der Stadt Homburg vom 8 Morz.
Weizen 1 tr Korn 7 ss. 20ir.
òFTAICAMBML.XMXXN Spelʒ 6 fl. 8 ir, Gerjse — Areihige, — fl.
Mobilienversteigerung ktre Mischfrucht . il. — krz. Hafer
auf, der Habkirchex, Mühle. 5 fl. 19 Ar.Erbjen 6fl. 21 fr., Kartof⸗
Montag deun 80. Marz 1868, Vor⸗ feln Ufl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
mittags 9 Uhr, zu —Habkirchen in der 32 kr., ditto 3 —V kr. ditto 1 Kgr.
Mühte. labt. Ia bob Ma urer. Pachter IIkr., Kühfteisch 1. Oual. A6 tr 2. Qual.
es daselbst · Umzigs halber seiue 14 kr. Kalbfleisch 14 kyn. Hammelfleisch
jämmtlichen Mob lien auf Zahltermin öf⸗— 6 —
allich veisteigern, ls 5 16 kr. Schweinefleisch 18 lc., Butter 27 kfr.
2 starke Fuhrpferde mit Geschirr, ver Pkfddd. 84
2 fette Kühe, 1 Fuhrwagen, 1neuen — — ——— ——
leichten Wagen, Suckleitern, Ernte⸗ Frankfurter Börse
leiter, Steigleitex, 2 Pflüge, 1Egge, Geldsorten.
1Schiebtarren, Häüchselbank, mehrere — — vom 19.5 März. 1868
Netten, And sonstige Ackergeräth⸗ — vom J Ni 8 8*
schaften breiiische ¶ dastenshains . .ne lueus
1IGOO Ceniner Wiesenheu, 40 Cent⸗ ——
ner Korn⸗ und Weizenstroh, l Deci⸗ Pistolen ιι .ινν .
malwaage, mit Gewichten, 1 Sack⸗ HDolländische 10 fle⸗Sücke . .
karren, eine Parthie- Säcke, Gries—⸗ —R
sieben und Fruchtsieben, 1 Mehltaften, 20Francs· Stücke ·3v9 30- 231
Muül lgerathschaften aller Att, Mulde, —DD ——
Kohlendampfer, Bäckereigeräthschaften tzold wer Zollfund fein
und Bäckerwaage, Fäfsser, Bütten, hochhaltiges Silber per *
Ständer, 1000 Rebenpfähle: 1600 Dollars in Gold 27 gꝛ/
— — — — — — —— —
—XEVD
        <pb n="143" />
        Sl. Ingberker Anzeiger.

Der „St. Ingbeyter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
uind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattichrift oder deren Raum berechnei.
Rro 8ß

Dieustag, den 24. März — J 1868.
Einladung zum Abonnement.

Mit dem 1. April nächsthin beginnt ein neues Quar—
tal für die Monate April, Mai und Juni. Wir
nachen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
Bitte aufmerksam, ihre Bestellungen gefälligst recht'ze itig zu er⸗
ieuerk. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
welche das Blatt durch die Posst beziehen, für eine möglich
»al dige Bestellung bei der betreffenden Posterpedition oder
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versandt
des Blattes keine Verzögerung erleide.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ein

Die Erpedition.

NB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die
von der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt jiür das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, Isoferne
sie dasselbe vor Ende dieses Monatsnicht aus-
drücklich abbestellen.

Deu tschland.

Wie das „Zweibrücker Wocherblatt“ berichtet, soll von
dorten am 25. d, M. (morgen in Bezug auf die Nothwendigleit
der Erlassung eines „Schulgesetzes“ folgende Adreffe an die Kam⸗
mer der Reichsräthe nach München abgehen;

Hohe Kammer der Reichsräthe!
Ehrerbietigste Vorstellung des gehorsamst unterzeichneten
Stadtraͤthes, sowie der Bürgerschaff der Stadt Zweibrücken, die
Nolhwendigkeit der Erlassung eines Schulgesehes betr.

Die Erlafsung eines „Schulgesetzes“ für unser engeres Va⸗
texland wurde schon langst als dringendes Bedürfniß erkannt, und
wurde d ßha!b auch von beiven Kammern an die Krone schon
früher die Bitte um Vorlage eines solchen Gesetzes auf freisinniger
Brundlage gerichtet, welcher Bitte auch die kgl. Staatsregierung
durch den der jetzt dersammelten Kammer der Abgeordneten vor⸗
gelegten Entwurf entsprochen und dadurch das Land zu hohem
Danke verpflichtet hat.

Die Art und Weise, wie dieser Gesetzesentwurf zu Stande kam,
zibt schon im Voraus die volle Bürgschaft dafür, daß dieser, un⸗
ser Zuziehung der hervorragendften Männer des Schulfaches und
von Theologen beider Hauptkonfessionen berathene und von dem
gl. Staatsministerium ausgearbeitete, von dem kgl. Staatsrathe
ind von unserm erhabenen Monarchen selbst gutgeheißene Entwurf
nur auf den Grundlagen der bestehenden Landesgesetzgebung, in
Uebereinstimmung mit dem Religionsedicte und dem Concordate
beruht, und in keiner Weise in das wirkliche Gebiet der Kirche
ind ihre verfassungsmäßigen Rechte eingreift, sondern blos dem
Staate den Einfluß auf die Volksschule sichert, welcher ihm ge⸗
bührt, welchen er im Interesse des Gesammtwohles besitzen muß
und dessen er sich nicht zum einseitigen Vortheile der Diener einer
irchengesellschaft entäußern darf, wenn nicht der Staat selbst zum
yöchsten Schaden der Gesammtheit, unter Aufgebung seiner unver—
ußerlichen Souveränetätsrechte, einer KHirchengesellschaft oder viel⸗
mehr ihren Dienern unterthänig gemacht und die Kirche über
den Staat gestellt werden soll.

Obgleich der von der kgl. Staatsregierung vorgelegte Gesetzes⸗
entwurf nur diesen durch das Stgatswohl gebotenen Grundfätzen
des Rechtes entspricht, und den Dienern der anerkannten Kirchen—
—X— fernerhin die ver⸗
assungsmäßigen Rechte volllommen beläßt, so wird derselbe den—
abch von einer Partei, deren Streben von jeher auf die Unter—
werfung des Staates unter die Herrschaft der Kirche gerichtet war
und noch ist — und die deßhalb den Volksunterricht in ihren
Händen hehalten möchte. auf das Grimmigste angefeindet und wird

versucht, durch eine künstlich erzeugte Agitation der untern von
ihr irregeleiteten Schichten der Bevölkerung auf die Hohe Kam⸗
mer der Reichzräthe mittelst eines Adreffensturmes einzuwirken, da⸗
durch in das Werk der Gesetzgebung einzugreifen und das Zu—⸗
tandekommen des Gesetzes zu vereiteln, oder doch zu ver⸗
zoͤgern.

Wenn die gehorsamst unterzeichneten Bürgermeister, Stadt—
räthe und Bürger der Stadtgemeinde Zweibrücken nicht im Min⸗
desten daran zweifeln, daß die Hohe Kammer der Reichsräthe in
voller Kenntniß der Mittel und Wege, wie diese Adressen gegen
den Gesetzeseniwurf hervorgerufen wurden (worüber die Interpella⸗
tion des Abg. Dr. Streit einigen Aufschluß gibt), sich befindet,
daher denselben nur den gebührenden Werth beilegen und sich da⸗
durch nicht beeinflussen lassen wird, so darf doch gegenüber dem
erwähnten Treiben der Gegner des Gesetzentwurfes die demselben
zünstig gestimmte Mehrheit des Volkes, welche ihn mit hohem
Dank begrüßt hat, nicht länger passiver Zuschauer bleiben und
wird es eine Bürgerpflicht derselben, ihren Gesinnungen
ebenfalls öffentlichen Ausdruck zu geben und die dem Gesetzesent⸗
wurfe offen und und im Geheimen gemachte Vorwürfe in ihrer
Unwahrheit bloszulegen, damit es auch nicht den äußeren Schein
gewinne, als ob sich in jenen künstlich geschmiedeten Adressen, der
Volkswille wirklich kundgebe und dieser das Werk der kgl. Staats⸗
regierung verurtheile.

Waren die gepreßten Bittsteller, welche die gegen den Ent⸗
wurf den Schulgesetzes gerichteten Adressen unterzeichnet haben,
von deffen Inhalt wirklich unterrichtet, so würden auch sie er—
iennen, daß man sie nur irregeleitet, getäuscht und zu einer dem
wohlverstandenen Volksinteresse direct wiederstrei—
tenden Agitation mißbraucht hit. Sie würden und müßten ein—⸗
sehen, daß der, wo nicht öffentlich, doch in Geheimen dem Ent⸗
wurfe gemachte Hauptvorwurf: „daß er die Volksschule ent⸗
hristhiche, — nur auf rein erdichteter Unwahrheit beruht und
in directem Widerspruche mit dem Artikel 3 des Entwurfes steht,
welcher: „Die Anordnung und Leitung des Religionsunterrichtes
und des religiös⸗sittlichen Lebens an den Volksschulen nach Maß⸗
zabe des Religionsedictes und des Concordats den kirchlichen
Oberbehörden beläßt; die Ertheilung des Religionsunterrichts zu⸗
nächst für Sache des einschlägigen Pfarrers oder seines Stell⸗
vertreters erklärt, dabei jedoch den Lehrer verpflichtet, den Pfarrer
hiebei zu unterstützen oder auch diesen Unterricht ganz zu überneh—
men, wenn der betreffende Geistliche durch Geschäftsüberbürdung
oder andere Verhältnisse an der Ertheilung des Unterrichtes zeit-
weilig verhindert ist,“ — wonach die „Entchristlichung der Schule“
in Zukunft von dem Geiftlichen seibst ausgehen müßte, wenn der
Vorwurf begründet waͤre. Sie würden erkennen, daß der weitere
Vorwurf, daß durch dieses Gesetz, — welches die dkonomische Lage
der Lehrer zur Gewinnung eines tüchtigen Lehrerstandes nur in
der absolnt nöthigen Weise aufbessert und ihnen eine, ihrem Wirk⸗
ungskreise entsprechende amtliche Stellung gibt,“ — „die Gemein—
den überbüidet werden sollen,“ ebenfalls nur ein falscher Köder
für ganz andere, das Licht scheuende Interessen abgeben soll und
zleichfalls durch den Entwurf selbst widerlegt wird, indem nach
Art. 43 auch der Kreisfonds, um die Ueberbürdung wenig be—
nittelter Gemeinden zu verhüten, beigezogen werden soll. Sie
vürden endlich erkennen, daß mit fortschreitender Vollsbildung sich
auch in gleichem Maße die Erwerbsfähigkeit und damit der Wohl—
stand des Volkes erhöhen wird, daher das auf den Schulunterricht
und die Volksbildung verwendete Kapital unter allen Staatsaus—
zaben auch wieder die reichlichsten und größten Zinfen dem Volke
erträgt.

Die gehorsamst Unterzeichneten, welche hiemit ihren Gesinn
ungen Ausdruck geben, yerbinden damit die ehrerbietigste Bitte:

„Die Hohe Kammer der Reichsräthe wolle die Nothweu—
digkeit der Erlassung eines „Schulgesetzes) anerkennen und
„dem vorgelegten Entwurfe, vorbehaltlich der aus der Berath—
„ung der beiden Kammern sich etwa ergebenden Modificationen
        <pb n="144" />
        „im Sinne des Fortschritteß, Ihre Hohe Zustimmung
theilen.“ 0

Zweibrücken, den 18. März 1868.
khrerbietigst verharren der Hohen Kammer der Reichsräthe

. 3 gehorsamste:

Keller, Burgermeister, Schinitt (L.), erster Adiunkt, Bruch,

weiter Adiunkt.
Die Stadträthe. —

Ambos, Auerbacher, Cu llmann, Dingler, Franck yuen

Glasser, Guggenheim. Gulden, Heck (J.) Heck (I. 3)

ree —E8 (von)Kohl. Lang⸗ (X) HZabrikant Laug

— osthalter Lindemann, Schlimmer, Schmitt (A), Schultz

heisohn, Theobald, Wild, Wolff.

München., 21. März. Die vom Abgeordneten Streit letz
hin an das Gesammistaaisministerium gerichtete Interpellation wurde
vomek. Staatsminister v. Gresser in der heutigen Sißung der
Abgeordnetenkammer beantwortet wie folgt:

„Auf die von dem Hrn. Abgeordneten Streit an das Ge⸗
sammtStaatsministerium gerichtete Interpellation bezüglich der
Agitation gegen den dem Landtage vorgelegten Entwurf eines Ge⸗
seßes über das Volksschulwesen habe ich die Ehre folgendes zu
erwidern, und zwar:

„J. zunächst auf die Frage: „ob das Gesammt ⸗Staatsmi⸗
nisterium Kenniniß von der gegen den Schulgesetz-Eutwurf her⸗
vorgerufenen Agitation habe.“,“”

Der Stagtsregierung ist die Bewegung nicht entgangen
welche die Vorlage des Gesetz Entwurfs über das Völksschulwesen
an den Landtag, und früher schon die Vorbereitung eines 8
Entwurfes, in mehreren Bezirken des Königsreichss, und nament⸗
lich unter der katholischen Landbevölkerung hervorgerufen hat, und
welche neuerdings in mehrfachen an die Kammer der Reichsräthe
gerichteten Adressen ihren Ausdruck fand. Irgend erschöpfende
amtliche oder sonst hinreichend beglaubigte Mittheilungen über
Entstehung und Verlauf dieser Bewegung, und über die Mittel
deren man sich zu ihrer Förderung bediente, sowie über die Per⸗
sonen welche dieselbe in Fluß gebeacht, sind der Staatsregierung
bhis zu dieser Stunde noch nicht zugekommen. Was sie in dieser
Richtung bis jetzt in Ecfahrung gebracht hat. beschränkt sich auf
dasjenige was in gleicher Weise wie der Regierung so auch der
sKtammer der Abgeordneten zugänglich gewesen ist, nämlich auf die
Nachrichten die in der Presse verbreitet worden sind, und auf die
kurzen Verhundluugen der Kammer der Reichsräthe vom 29. v.
M. Da sich übrigens aus den Mittheilungen der Presse Anhalts-
punkte für die Annahme ergeben, daß die Urheber der Bewegung
nicht auf Geltendmachung und wahrheitsgemäße Begründung einer
a bweichenden Meinung sich beschränkt, sondern auch zu dem Mit—
lel der Erregung irriger Vorstellungen über die Absichten der
Staatsregierung und der Verbreitung von Mißtrauen gegen die—
elbe gegriffen haben, mußte die Staats-Regierung es als eine
unabweisliche Pflicht erachten den Thatbestand amtlich festzustellen.
Zu diesem Zwecde sind die erforderlichen Anordnungen bereits ge⸗
troffen worden, und wird den seinerzeitigen Vorlagen der Behör⸗
den entgegengesehen.

„II. Aniangend die zweite in der Eingangserwähnten Inter⸗
pellation gestellte Frage: „„wie sich die Regierung gegenüber der
Bewegung wider den Schulgesetzentwurf angesichts der bestehenden
Gesetße und insbesondere des III. Abschnittes der II. Beilage zur
Verfassungsurkunde und des Artikels XV. des Konkordates zu
»erhalten gedenke,““ so habe ich die Ehre folgendes zu erklären

„Bei der Würdigung des Ergebnisses der angeordneten Er⸗
hebungen und bei Bemessung des weiter einzuhaltenden Verfah—
rens wird sich die Staatsregierung so wenig wie in andern Fäl⸗
len ähnlicher Art von dem Unbehagen bemeistern und überwälti-
gen lassen, welches die naturgemäße Folge der Erfahrung ist, daß
ihren das Wohl des Vaterlandes bezielende Absichten und ihren
reiflich durchdachten, von aufrichtiger Vaterlandsliebe getragenen
Vorschlägen statt bereitwilliger Anerkennung von manchen Seiten
Widerspruch und Kampf entgegentritt. Die Staatsregierung wird
das Beispiel einer Vergewaltigung des Gesetzes nicht geben. und
ist hiebei der Zustimmung aller Parteien gewiß; sie wird der
allseitigen Erörterung des Gegenstandes und der freien Meinungs⸗
üußerung über denselben, so lange beide die vom Gesetze gezoge⸗
nen Schranken nicht überschreiten, uirgends Hindernisse in den
Weg legen, und sich wohl bewußt bleiben, daß nur auf dem Wene
erschöpfender und freier Discussionen der Erkenntniß des Guten
und Nothwendigen offene Bahn bereitet werden kann.

„Die Regierung wird sich dabei selbstverständlich des Rechtes
nicht begeben in möglichst und wirtsamer in jeder gesetzlich zulässigen
Weise die Gründe für ihr Vorgehen in das rechte Licht zu setzen,
um diejenigen die fürs Erste Gegnet ihrer Propositionen sind, von
deren Unschädlichkeit und Nothwendigkeit zu überzeugen.

„Zu diesem Ende wird fie sicherlich auch die Thätigkeit der
ihr zur Verfügung stehenden Stellen und Behörden in Anspruch
nehmen, und, wie es ihr Recht und ihre Pflicht ist, jedem Wider⸗

er⸗

stande nachdrucksam zu begegnen wissen den sie auf diesem Wege
etwa finden könnte, möchte sich nun dieser Widerstand äußern in
unthätigem Schweigen oder in offener Parteinahme gegen die Ma—
rimen der Regierung. Je mehr aber die Staatsregierung ihrer⸗
seits ohne Wanken festzuhalten gedenkt an Recht und Gesetz, je
mehr sie durch Achtung jeder anderen Meinung darauf Anspruch
erwirbt daß ihr von den Gegnern ihrer Vorschläge ein gleiches
widerfahre, mit desto größerer Entschiedenheit wird sie bemüht sein
die Gesetze zur Anwendung zu bringen, wenn sich wirklich ergeben
sollte, daß bei Geltendmachung irgend einer Ueberzeugung zu ver⸗
pönten Mitteln gegriffen wurde.

„Niemand wird die Handhabung von Repressalien erwarten
wo das oͤffentliche Recht Obliegenheiten festsetzt und Schranken
zieht, ohne zugleich für die Verletzung solcher Verbindlichkeiten und
für die Ueberschreitung solcher Schranken Vorkehrungen zu treffen.
Wo das Gesezß aber solche Repressalien statuirt, und wären es
selbst die Strafgesetze des Landes, wird die Regierung nichts au
ihrer Pflicht versaumen demselben seinen Vollzug zu sichern.“

München, 18. März. (Landwehr-Offiziere) Se. Maj.
der König haben durch allerhöchste Entschließung vom 15. 1l. M.
folgendes zu genehmigen geruht:

J. Die Ernennung zum Offizier der Landwehr ist jedem
Wehrpflichtigen nach tadelfrei zurückzelegter Dienstzeit in der ac—
tiven Armee dann zugänglich, wenn derselbe: 1) bereits ein volles
Jahr als Of fizier der activen Armee entsprechend gedient, oder
2) die zur Ernennung zum Offizier der activen Armee festgestell⸗
ten Vorbedingungen vollstäͤndig erfüllt, oder endlich 3) die Nach⸗
weise über a) jene allgemein wssenschaftliche Bildung wie dieselbe
für Zulassung zum einjährigen Freiwilligendienste vorgeschrieben
ist, und b) den Besitz des durch 8. 45 der „Bestimmungen über
die militärischen Dienstesverhältnisse der zum einjährigen Freiwilli—
zendienste zugelassenen Wehrpflichtigen“ normirten Qualifications⸗
Zeugnisses zum Landwehr⸗Offizier geliefert hat.

II. Wehrpflichtige welche bereits der Rserve oder Lundwehr
anzehören, und das in l. 3 geforderte Qualifikations-Zeugnis
nachträglich erlangen wollen, können zu diesem Zwecke als Kapi—
tulanten aufgenommen werden.

III. Die vorstehenden Bestimmungen haben auch auf dieje—
nigen Wehrpflichtigen Anwendung zu finden, welche den Charac⸗
ter als Offiziere à la suite betleiden. Denselben ist jedoch ge⸗
stattet, ihre Wehrpflicht in der activen Armee oder ihr Kapitula—
tionsjahr in ihrer Eigenschaft als Offizier à la suite ohne Be—
züge und mit der Uniform derjenigen Abtheilung abzuleisten, in
welcher sie zugelassen sind. Vom Tage einer Mobilmachung an
treten aber diese Offiziere à la suite in sämmtli he Bezüge ihrer
Charge ein.

IV. Diej enigen Wehrpflichtigen, welche die Vorbedingungen
zur Erne nnung zum Landwehr⸗Offizier in der einen oder andern
hier vorgeschriebenen Weise nicht erlangen, haben der ihnen oblie⸗
genden Reserde⸗ oder Landwehrpflicht ohne Rücksicht auf ihre bis⸗
herige oder frühere Stellung als Offizier zu genügen.

München, 19. März. Der Finanzausschuß hat gestern
den Etat des Cultusministeriums berathen. Der Ausschuß beschloß,
daß die Erhöhung des Mindestgehaltes der Geistlichen auf 800 fl.
zwar verbleiben, aber die Fassion ses Diensteinkommens in der
Art rectificirt werden soll, daß die Erträgnisse aus den Grund-
fqücken nicht wie bisher auf Grund der Instruction des Jahres
1857 mit der Hälfte der Steuerverhältnißzahl in die Fassionen
aufzunehmen seien, sondern daß die ganze Steuerverhältnißzahl
als Werthanschlag für die Grundstücke eingesetzt werde. Die
Lehrer der Lyceen, Gymnafien, Lateinschulen und Schullehrerse⸗
minarien sollen analog den übrigen Beamten eine Theuerungs⸗
jusage erhalten, so daß die Einnahmen der Gymnasialprofessoren
1000, 1150, 1300, 1450 und 1600 fl., die der Studien lehrer
300, 950, 1100, 1250 und 1400 fl. betragen würden. Die
Inspectoren der Schullehrerseminarien sind den Gymnsfialprofesso⸗
den, die Präfecten den Studienlehrern gleichgellt. Der Functions⸗
hezug der Gymnasialassistenten soll auf 500 fl. und der Lehrer
der franzosischen Sprache auf 600 fl. erhöht werden. Ferner
'ollen von den Religionslehrern der Gymnasien, welche zwar den
Titel Professoren, aber weder ihren Gehalt noch pragma—
tische Rechte haben. viser derselben auch in den letztge⸗
nannten beiden Beziehungen wirklichen Professoren gleichge⸗
ttellt werden.

München, 21. März. Der Socialausschuß der Abgeord⸗
netenkammer hat die erste Lesung der Gemeindeordnung nunmehr
heendigt, sa daß die Ausschußberathungen über den Schulge⸗
etzesentwurf beginnen bönnen. Bezüglich der Ge⸗
neindeordnung hat der Socialausschuß die Bestimmung des Regie⸗
ungsentwurfes, welche die Wähler unter Geldstrafandrohung zum
Wählen anhalten will, verworfen
        <pb n="145" />
        Dienstesnachrichten.

Se. Maj. der Koͤnig haben Sich bewogen gefunden, den
Herichtsboten Georg Butscher in Rockenhausen auf sein Ansuchen
niach Germersheim zu versetzen und die hiedurch erledigte Stelle
ꝛeines Gerichtsboten in Rockenhausen dem geprüften Gerichtsboten⸗
Fehilfen Friedrich Mayer in Kaiserslautern zu verleihen.

Berlin, 19. März. Wie im Kurstaate, so auch hat fich
im ehemaligen Herzogthum Nassau rasch ein Umschwung der Ge—⸗
innung vollzogen. Die „Mittelrh. Zig.“ hält zwar die Aeuße—
rzung eines Wiesbadener Bürgers; „Wenn der Herzog von
PNassau nach ... käme, sie würden ihm die Pferde ausspannen,“
ür übertrieben; allein die Mißstimmung sei doch eine offenkundige
Lhatsache, was das Blatt in einem Leitartikel das Nähere aus—
ührt, indem es Das, was sich unter der neuen Verwaltung in
Lassau vollzogen hat, kritisch beleuchtet. Selbst der „Rhein. Kur.“
zersteigt sich zu dem Geständniß, in Preußen fehle es leider gar
ehr an der Fähigkeit, Volkseigenthümlichkeiten zu respectiren und
hnen gemäß zu regieren; auch dieses bisher so preußenfreundliche
Blatt constatirt, „daß die Stimmung in Nassau keine gehobenene
st.“ und bedauert, daß man in Berlin sich nicht genug erinnern
'ann an den tiefen Gegensatz, welcher nun einmal existirt zwischen
»em rheinischen Volksbewußtsein und dem specifisch preußischen
ein Gegensatz, der seinen Ausgleich nur finden kann in einer —
zeutschen Politik Preußens nach Außen und Innen.“

— Auch in der Armee fängt der Nothstand und die Theue—⸗
rung an sich fühlbar zu machen. Das Kriegs-Ministerium bringt
ur Keuntniß, daß Allerhöchsten Orts genehmigt worden sei, daß
die Soldatenfamilien vom Feldwebel abwärts Commißbrode à 5
pfd. 18 Loth zum Preise von 2 Sgr. 6. Pf. aus den Maga—
sinen empfangen dürfen. Auf jede Frau werden dabei monat—
ich 4 Stück, auf jedes Kind bis 14 Jahren 2 Stück gerechnet.
Wir können nicht mit Bestimmtheit angeben, ob der hiesige Ma⸗
zistrat dieselbe Maßregel den hiesigen armen, arbeitslosen hungern⸗
)en und miethsteuererhöhten Einwohnern gegenüber eintreten lassen
vird. — Die „Nordd. Allg. Z.“ schreibt: Einer unserer Leser
nacht uns auf die Noth der Lehrer im Lauenburgischen aufmerk⸗
am, wo ebenfalls Alles zum Leben Nothwendige überaus theuer
ei, so daß es speciell dem Lehrerstande fast unmöglich werde, sich
ind die Seinen zu erhalten und vor Mangel zu schützen. (Diese
Lehrer müssen mit einem erhaben Gefühle zur Schule gehen um
den Keim zur Volksbildung zu legen.)

Wien, 19. März. In der heutigen Sitzung des Herren⸗
jauses begann die Verhandlung über das Ehegesetz. Es herrschte
zroße Spannung. Nachdem der Berichterstatter das Votum der
Hajorität und das der Minorität verlesen hatte, wurde die Ge⸗
eraldebatte eröffnet. Der Unterrichtsminister Dr. Hasuer erklärt,
ie Regierung stehe auf dem Standtpunkte des Votums der Ma⸗
oritüt; die Regierung sei Josephinisch, si betrachte das vorlie⸗
jende Gesez als eine unabweisbare Nothwendigkeit. Die Re—
zierung sei überzeugt, daß die in Rom eingeleiteten Unterhand⸗
ungen bei gutem Willen bald abgeschlossen sein könnten; dies
cheine aber nicht der Fall zu sein, das Concordat sei
iber in allen Staatszweigen ein Hinderniß. Graf Rech-
»erg, Graf Blome und Cardinal Rauscher befürworten das Votum
der Minorität.

Der kürzlich hierher gelommene, ehemalige mexicanische Ca—
zinetssecretar Pater Fischer wurde, wie man dem „Pesther
2loyd“ berichtet, bei Hofe, wo er nicht verfehlte, sich vorzustel⸗
en, sehr kühl empfangen und in derselben Stimmung entlassen.
5s soll dem Herrn Pater nicht gelungen sein, die gegen ihn
vorliegenden Anklagen, welche zu bestimmt auftraten, zu
intkräften.

Fraukreich.
Paris, 19. März. Die „Patrie“ erklärt die Unruhen von
Toulouse ꝛc. aus der Einwirkung der geheimen Gesellschaften, die
ioch immer in der ganzen Ausdehnung des französischen Territo—
iuns thätig seien. Jiteressant ist, daß — selbst nach dem of⸗
iciellen Blatt daselbst — auh in Bordeaux die Gährung so groß
t. daß man jeden Aujenblick einen Ausbruch erwartet, während
zordeaux so gut wie Toulouse, Nantes, Alhbi hisher eine vor⸗
ugsweise reactionäre Stadt war. Saeben trifft die Nach—⸗
icht ein, daß auch in Mende Ruhestörungen stattgefun—
en haben.
Englaund.
London, 17. März. Der Berliner Correspondent der
Times eröffnet in einem vom 14. datirten Briefe ein interefsan⸗
es Kapitel von Enthüllungen üdber Fraukreichs Neigung einen
zug im Osten zu machen, wo möglich in Gemeinschaft mit Rußland
ind Preußen. Zweimal während der letzten 1I3 Monate habe Ruß⸗
and Frankreich dieselbe Proposition gemacht, ohne jedoch zu einem b
timmten Erfolg zu gelangen. In Berlin alaube man. die damalige Hal⸗

ung Englands habe Frankreich zur Zurüchhaltung veranlaßt. Troß
dieses Fehlschlagens habe Rußland ein wenig später noch einen Versuch
ju einer Annäherung und dieses Mal durch den Czar selbst, bei Gelegen⸗
seit der Ausstellung gemacht, wozu Fürst“ Gortschatow den Weg
zeebnet dadurch, daß er Frankreich im Vorzuge gegen Preußen
in der Luxemburger Frage unterstützte. Napoleon habe nicht ab⸗
'olut abgeschlagen, aber Gegenvorschläge durchblicken lassen. Ruß⸗
and an der Donau verbindend, habe er Ansprüche auf Concessio-
nen von Preußen am Rhein gemacht. Das habe dem Czaren
am des guten Einvernehmens willen mit dem koͤnigl. Onkel nicht
behagt. Jetzt sei der Plan zum dritten Mal angeregt worden,
diesmal aber mit dem Unterschiede, daß er anstatt von Rußland
jon Frankreich ausgegangen und auch nicht direct, sondern durch
die Vermittlung einer andern Macht an seine Adresse gerichtet
vorden sei. Welcher Art auch die Gründe, welche Frankreich be⸗
vogen zu handeln, wie es gethan, gewiß sei, daß das Project zu
einem russisch⸗französischen Kompagniegeschäft im Osten, zwar nicht
n Petersburg, aber in Berlin vorgelegt worden, wenigstens die
rsten fühlenden und vertraulichen Schritte dort geschehen seien.
Deutsches Territorium werde nicht beansprucht, auch nicht die di⸗
ecte Verletzung deutscher Interessen wie vordem. Nur eine freund⸗
chaftliche Neutralität werde vorderhand von Preußen verlangt,
velche auf die eine oder andere Art vergolten werden würde.
Nehme Preußen an, so sei Oesterreich ohnmächtig zum Widerstande
ind müsse zustimmen .... Aus gewissen Symptomen gehe her⸗
dot, daß die russische Regierung von den franzöosischen Vorschlägen
interrichtet gewesen, ehe dieselben in Berlin unterbreitet worden.
Diese Vorschläge schlöffen auch einige Concessionen für Polen in
ich. Rußland habe dagegen nichts einzuwenden, vorausgesetzt,
Frankreich begnüge sich mit der Beschräukung dieser neuen Gunst⸗
bezeigung auf das Königreich Polen ausschließlich.
Schweiz.

Bern, 20. März. Der eben in Berlin in Verhandlung
jegriffene deutsch⸗schweizerische Postvertrag fixirt für Franu—
'aturbriefe von 13 Grammen durch das Gesammtgebiet der be—
heiligten Staaten 25 Centimes (7 Kreuzer) und für unfrankirte
9 Centimes (14 Kreuzer.)
*
VRermischtes.

An 15. und 16. April wird zu Nürnberg die V. Gene—
ral⸗Versammlung des Vereins von Lehrern an bayerischen Stu—
dienanstalten abgehalten. Unter den dabei zu besprechenden The⸗
naten werden das über die Ortographie, über die Anbahnung des
iaturwissentschaftlichen Unterrichtes an den humanistischen Gym—
iasien. über Schüler- und Lehrerbibliotheken, über die Lehrmittel
für den Anschauensunterricht die bedeutendsten sein.

fMünchen 13. März. Wie ich soeben vernehme,-hat
Ze. Majestät der König beschlossen, dem Altmeister deutscher Dicht⸗
tunst, Göthe, ein Monument in hiesiger Stadt zu errichten; die
Bestimmung des Platzes, wohin das Denkmal zu stehen iommt
und des Künstlers, der mit der Modellirung betraut wird, steht
demnächst zu erwarten.

Vor einigen Tagen starb in der St. Anna-⸗-Vorstadt in
München ein 18jähriger Bursche, dessen Krankheit so auffallende
Erscheinungen bot, daß der behandelnde Arzt aus wissenschaftlichem
Interesse die Leiche sectirte z hierbei wurde denn im Kopfe ein
Ztück Federmesserklinge gefunden, und die weiteren Erhebungen
ergaben, daß ihm die todtbringenden Wande vor vierzehn Tagen
zelegentlich einer in der Nähe der Stadt stattgehabten Wirths—
hausschlägerei, worüber derselbe beharrlich geschwiegen, zufügt wor⸗
den war; gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.

t In Augsburg wurde vorgestern Vormittags ein scheußlicher
Mord verübt. Der Käufler Hr. Bayer am Perlachberg, in einer
der frequentesten Straßen, wurde von einem Schlossergesellen und
heurlaubten Soldaten Namens Angerer in seinem Laden überfal⸗
en und mit mehreren Messerstichen niedergestrekt. Der Verbre⸗
her, der den wahrscheinlich beabsihtigten Raub nicht ausführen
onnte, ist in Haft.

tPater Wiesinger in Wien, der jüngst in einer Faftenpre⸗
digt gegen die Feinde der Kirche wüthete, richtete bei dieser Ge⸗
egeuheit einen großen Theil seines Zornes auch gegen Friedrich
)en Großen, von dem er behauptete, daß er nichts anderes, als
zin gektronter Pamphletist gewesen.“ (Das Schimpfen auf der
anzel ist heute Mode bei den Herrn Frie den s-Apostel.)

F Ein franzosischer Arzt, Dr. Marchal von Calvi, hat in
der „Tribune medicale“ einen Aufsatz über die Wasserscheu bei
Menschen, in Folge von Bissen wüthender Hunde veröffentlicht,
vorin er zur Vermeidung jener schrecklichen Krankheit die strengste
Finschreitung der Polizei gegen die Hunde und Hundbesitzer ver—⸗
angt. Im Jahre 1852 sind in Frankreich 48 Fälle von Wuth
»ei Menschen, natürlich alle mit tödtlichem Ausgang, den Behör—
den zur Anzeige gekommen; in England wurden von 1838 613
        <pb n="146" />
        1842 48 Falle; in Preußen von 1843 —456 63 Fälle; in Bay
n von 1844-.)50 39 Fälle; in Oesterreich von 1830 - 47
1038 Fälle constatirt.

f Zut Pariser Ausstellung. Die Ausstellungscommission
eigt im Moniteur an, daß nunmehr die Vertheilung der ehren⸗
hafte Erwähnungen begonnen hat und während des Monats
März fortdauert. Bis zum Schlusse des Monats koönnen auch
zie noch nicht in Empfang genommenen goldenen, silbernen und
„roncenen Medaillen gegen einfachen Ausweis der Identität des
Ausstellers oder seines beglaubigten Vertreters abgeholt werden.
Nach Ablauf diefer Frist kann diese Empfangnahme nur noch un⸗
er Erfüllung gewisser, später zur veröffentlichender Foͤrmlichkeiten
tattfinden.

4 Eine Explosion in der Kohlengrube Clattershall bei
Stourbridge (Grafschaft Worcester) hat wieder 5 Menschen, 8
Männern und 2Knaben, das Leben gebkostet. Ein zur
Herstellung reiner Luft angezündetes Feuer führte das Unglück herbei.

f Mit Spannung erwartet man die Veroffentlichung der
Denkwürdigkeiten Talleyrand's. Talleyrand, der am 17. Mai
1838 starb, hat zwei Momente vor seinem Heimgange auf Veran
lassung des Herrn v. Quelen, damaligen Erzbischofs von Paris,
in den Papsi einen Brief gerichtet, in welchem er, wie man zu
jagen pflegt, zu Kreuze kroch. In demselben Briefe versicherte
er, daß seine Memoiren, die seinem Testamente gemäß erjst 30
Jaͤhre nach seinem Ableben erscheinen sollen, vollständige Auftlä -
cung über seine politische Thätigkeit geben würden. Die 39
Jahre sind verflossen. Werden diese Memoiren im nüchsten Mai
rscheinen ? Wer wird sie veröffentlichen? Welche Aufichlüsse wer⸗
den sie enthalten? Das französische Publilum erwartet von denm
ommenden Wonnemonat die Antwort auf diese Fragen.

— Vor Kurzem durchwanderte Papst Pius IX. ginz allein
die Zimmer und Säle des Vaticans, um sich, nach den Gebote
eines Arztes, etwas Bewegung zu machen, was er un zünsligen
Wetters halber nicht im Freien ausführen konnte. In einem der
Zäle bemerkte er einen sehr jungen Menschen der in stammer Be—
trachtung, oder vielmehr Verzückung, vor einem bewunderungs—
würdigen Fresco⸗Gemälde des „göttlichen Nafael“, wie ihn seine
dandsleute nennen, dastand. Stillsch veigend wollte der Papfst
vorüberschreiten, um den Kunst-Enthusiast nicht zu stören; aber
ener höͤrte dennoch leichtes Geräusch und wandte das Huupt,

vorauf er sich tief verbeugte, als er den Greis in seinem weißen
Zewandte dor sich stehen sah. der ihn mit freundlichen und klu⸗
em Lächeln betrachtete. Pius IX. hatte eine Künstlerseele in dem
ungen Menschen errathen und fragte denselben wohlwollend: „Sind
Zie ein Maler, mein Sohn ?“ „Ja—, heiliger— Vater, ich möcht
wenigstens einer werden.“ Wahrscheinlich sind Sie Ihrer Stu⸗
dien hilber nach Rom gekommen?“ „So ist es, lheiliger Vater.“
Ohne Zveifel sind Sie ein Schüler der hiesigen Maler. Akade-
mie ?“ Juch nein, leider nicht.“ „So haben Sie irgend einen
be sonderen Lehrer ??“ „Nein, auch das nicht, ich bin zu arm da⸗
zu. Ich muß meine Studien allein treiben, und habe mir Ra—
fack zum Lehrer und Meister auserloren.“ „Nun, mein Sohn,
s waͤre aber doch vielleicht besser für Sie, wenn Sie in die Aka⸗
emie einträten. Thun Sie es so bald als möglich; wenn es
Ihnen recht ist, werde ich die Kosten übernehmen.“ „O, heiliger
Zater, wie kann ich —“ „Still, danken Sie mir nicht.“ „Aber
xẽw. Heiligkeit wissen nicht, daß ich —“ „Sprechen Sie, mein
Sohn; was haben Sie auf dem Herzen?“ sagte Pius gütig. „Ich
hin Protestant.“ „O“, erwiderte lahend der Papst, „was geht
zas die Akademie an?“ Seit dieser Zeit studirt Georg Johnston
auf Kosten des Papstes auf der römischen Maler-Akademie und
gedenkt seinem Gönner alle Ehre zu machen.

p (Shakespeare's Tadtenmaske. Eine merk vürdige E.itdeck⸗
ing macht jetzt in der gebildeten Weit viel von sich reden. Der
Zqhriftsteller Hermunn Grimm hat nämlich von einem Dr. Beceer
in Darmstadt (Privatsecretär der Prinzessin Alice) eine Todteu⸗
naske erhalten, die von Shakespeare's Leiche abgenommen sein
oll. Sie sol aus den Na hlasse eines Grafen Kesselstadt her⸗
ühren, der sie in Eugland von einer Familie erstauden, die
hre Aechtheit zu verbürgen im Stande gewesen. Daß sie alt,
cheint außer Zweifel, und daß sie einem wirklichen Menschen ab⸗
zenom'nen, belegt der Umstand, daß sih in ihrer Masse noh
inige roͤthliche Barthaare eingeklebt zeigen. Grimm schildert das
Hesicht als ein überraus bedeutsames und herrliches, und jeden⸗
alls als ein solches, daß didon auf einen ausg'zeich neten Mann
jeschlossen werden kinn. Man ist eifrig bemüht, durch Unter-
suchung in England die Aechtheit dieses Gypsabgusses zu consta⸗
iren. Zeichnungen, die man davan antefertigt, haben bereits
Zhotogr iphien ermoͤglicht; doh sollen die'eloen nicht in den Han⸗
ꝛel konumen, bedor man nicht eine Act von wewißheit über die

ganze Angelegenheit erlangt hat.
— tF
4 J
Verpachtung
auf mehrere Jahre.
Heinrich Spaniol II. zu Schnapp⸗
zach hat eine Wies in der Gehnbach, 112
Ruthen groß. und eine Wies in Schiere,
145 Ruthen groß, alsdann ein Ackerstück,
nuf dem großen Flur gelegen, auf mehrere
Jahre zu verpachten. — Das Nähere ist
zu erfragen bei
IOn. Ge wenig ir. Wirth
in St. Ingberi.

J. 8t. Ciolina &amp; döhno
Eoke der Landauergtrasse
in Tweibrßelen
xnpfehlen ihr reich
Kleiderstoffe für

ausgestattetes wWaarenlager der nenesten Prühjalhrs-
Damen an Heν—.
Säcke und wasserdichte Wagendecken,
Fabrik von E. Bodewig &amp; Freydanck in Mühlheim a Rh.,
uu haben zu Fabrikpreisen bei dem Agenten
Louis Pasquay in Kaiserslautern.

Prima Limburger
—V—
Wasserhelles
—RRXDV
arl Kpprederis.
Ein Käüchenschrank
mit Glasaufsatz nebst Schüsselschaft
teht billig zu verkaufen.
Das Nähere bei
Frau Karl Ehrhardt. Wittwe.

Geschäfts, Empfehlung.

Worms den 20. März,
Ich benachrichtige hiermit ein verehrl.
Zublikum hiefiger Stadt, daß ich mein Ge—
chaft als Tüncher dahier angefangen
jabe, und Aufträge hierin auf das schnellste
ind billigste auszuführen bemüht sein
verde.

St. Ingbert im März 1868.

Peter Becker, Tüncher,
wohnhaft bei Nic. Weber, Specereikrämer

auf der Meß.

Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 45 kr.
bis 17fl. 15 kr. Roggen 14 fl. 40 kr.
bis 14 fl. 50 kr. Gerste 11 fl. 45 kr.
bis — fl. — kr. per 100 Kilo., Hafer
öfl. 10 kr. bis 6fl. 15 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 15 fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 14 fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 15 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 19 fl. 30 kr.
— fl. — kr. Blumenmehl. 18 fl. 30 kr.
bis — fil. — kr. per 70 Kilo., Reps
zis — — kr. bis — fl. — kr. per 85
dilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. — kr. bis
— fll. — kr. Leinol oͤne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
35 fl. — tir. bis — fl. — kr. per
30 Kilo. Repskuchen 65 fl. — kr. bis

95 fl. — tr. Branntwein 31 fl. 30 ir.
Carl Apprederis. bis — fl. — kr.

100 Centner gute Eßkar—⸗
toffeln sowie eine Parthie
Setzkartoffeln,

100 Centner erste Quali⸗
tät Wiesenheu zu verkaufen

bei Carl Hpprederis.

Robes und gedämpfteg J
Knochenmehl
n bester Qualität billigst bei

— —

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
        <pb n="147" />
        St. Ingberker Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeigt er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljührig 45/Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 33 Donuerstag, den 26. Mäz
— —AßEEEIEC„AAOf.2.22.
Einladung zum Abonnement.

— Mit dem 1. April nächsthin beginnt ein neues Quar—
dal für die Monate April, Mai und ZDuni. Wir
machen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
Bitte aͤufmerksam, ihre Vestellungen gefälligster echt zeitig zu er—
neuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
welche das Blatt durch die Po st beziehen, für eine möglich st
baldige Bestellung bei der betreffenden Postexpedit ion oder
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versand'
des Blattes keine Verzögerung erleide.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ein

Die Expeditivn.

NB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die
bon der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt iür das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, soferne
sie dasselbe vor Ende dieses Monats nicht aus
drücklich abbestellen.
Deut schlans
München, 19. März. Vom köͤniglichen Staatsministerium
des Handels ꝛc. wurde genehmigt, daß die zu Controlversamm—
lungen und Uebungen einberufenen Wehrpflichtigen gegen Vorzeig-
ung des. Militärpasses auf den Staatseisenbahnen um die halbe
Fahrtarxe befordert werden, wobei jedoch die Taxe stets vor der
Beförderung von dem Einzelnen zu bezahlen ist.

München, 20. März. Der „Verein bayerischer
Patrioten“ hat sich definitiv constiturrt. In den Ausschuß
wurden gewählt: Staatsrath v. Neumayr, Reichsrath v. Bom⸗
hard, Magistratsrath Radspieler, Advocat Freytag, Graf Lerchen⸗
feld, Großhändler Steiner, Erzgießerei⸗-Inspector Miller, Privatier
Goͤttner, Reichrath v. Schrenk. Das Programm desselben laute
(nach dem B. K.) wie folgt: „Der Verein der bayerischen Pa—
rrioten soll aus Münnern jeder Berufsart, jeder socialen Stellung
und jedes Glaubensbekenntnisses bestehen. — Nicht die Gleichartig
leit äußerer Verhältnisse führt diese Männer zusammen, sondern
die gleiche innere Ueberzeugung; das Vand aber, das sie vereint,
ist das der Treue gegen König und Verfassung, das Band der
Liebe zu unserm theuern Vaterlande und die Sorge für dessen
geistige und materielle Fortbildung. — Sie wollen sich aber nicht
mit der Ueberzeugung begnügen, daß sie gute Ablichten hegen,
ondern sie werden mit aller straft ihres Geistes und Wilfens
hand an die Verbesserung unserer innern und äußeren Verhält⸗
nisse legen. — Sie wollen in Betreff unserer inneren Ver—
hältnisse zwar wohlbedachte zeitgemäße Reformen anstreben, da—
gegen entschieden kämpfen gegen einen sich überstürzenden Fort—⸗
schritt, mag er nun mit Absicht oder ohne Ueberlegung auftreten
— Sie wollen nach Kräften dahin zu wirken fuchen, daß der
Wohlstand des Landes befördert und in dem Staatshaushalt eine
weiße Sparsamkeit geübt werde. — Es wird demnach ihre Auf-⸗
zabe sein, dahin zu wirken, daß die Steuerkraft des Landes ge⸗
hdoben, und um dies bewerkstelligen zu können, jede übermäßige
Belastung des Volktes, möge sie im Entziehen von Geldmittelr
‚der in dem von Arbeitskräften bestehen, möglichst fern gehalter

werde. — Sie wollen, daß neue Gesetze vor Allem vom practi⸗
chen Standpunkte aus zu prüfen und den Bedürfnissen des Vol⸗
des anzupassen seien. Sie werden sich demnach entschieden gegen
alle Versuche mit doctrinen und ideellen Anschauungen erllären, welche
der Zeit vorauseilen. — Sie verlangen endlich eine starkle Me—
gierungsgewalt, die im Stande ist, dem Gesetze Achtung zu verschasfen
und sie werden sich daher mit Entschiedenheit dagegen aussprechen.
daß man von den Grundpfeilern der constitutionellen Monarchie
ein Stückchen nach dem andern abbröckle, bis die Monarchie halt⸗
os zusammenstürzen muß, — In Betreff derx äußexen Verhälinisse

Bayerns erklären sie sich dahin, daß die zu Recht bestehenden
Verträge redlich gehalten werden. — Bayern soll mit aller Kraft
eines tapfern Volkes an der Seite der übrigen deutschen Stämme
ämpfen, wenn es gilt, die Ehre oder die Integrität des Gesamm.⸗
aaterlandes zu vertheidigen, allein nur aus freier innerer Ueber⸗
eugung und mit dem freien Rechte der Selbstbestimmung,“ ohne
Zwang zu dulden, woher er auch kommen möge. — Sie werden
mnerschütterlich festhalten an der Selbständigkeii und Unabhängig⸗
keit Bayerns und ankämpfen gegen jedes Vasallenthum. — Sie
erstreben ein föderatives Verhältniß zwischen allen deutschen Stäm⸗
nen und demnach ein einiges Zusammengehen mit Oesterreich,
indem sie nur in einem solchen Schutz gegen alle Gefahren er⸗
blicken können. — Und so wollen si als redliche Männer festhal⸗
ten an Wahrheit, Treue und Recht und muthig den Kämpfen ent⸗
Jegensehen, die ihnen bei der Durchführung ihres Programmes
erwachsen werden.
Muünchen, 21. März. Die klerikale Partei wird in der
Abgeordnetenkammer eine Interpellation, die Einführung des all⸗
zemeinen Stimmrechtes betr., einbringen.

Muüunchen, 23. März. Die Abgeordneten zum Zollparla⸗
nent Schlör, Crämer, Feustel, Stauffenberg, Marquardi Barth,
Schneider. Soyer, Benzino, Völk. Kester, beschlossen die Bildung
eines Zollparlaments⸗Clubs, der in Berlin regeimäßige Zu sam—
menkünfte halten soll. 2
München, 28. März. Das Regierungsebl. Nro. 19 bringt
die durch Verloosuugen oder Kündungen bis 1. Januar 1867
zur Heimzahlung bestimmten, aber zur Zeit noch unerhobenen
Capitalien der bayerischen Staaisschuld zur allgemeinen Kenntniß
und macht die betheiligten Obligationenbesitzer auf die sofortige
Erhebung dieser schon lange außer Verzinfung gesetzten Capitals-
beträge aufmerksam. Die in diesem Verzeichnisse aufgeführten
uind bereits bis zum Jahre 1864 zur Heimzahlung bestimmten!
sind bei der k, Vank als einstweiliges Depositum bis zum Ein⸗
sritte ihrer gesetzlichen Verjährung verzinslich angelegt, und das⸗
selbe wird auh bezüglich jener Capitalsrückstände aus Verloosungen
des Jahres 1335 stattfiuden, welche bis zum 1. Dez. 1868
nicht erhoben werden, ohne daß jedoch durch diese nur im In⸗
eresse der Gläubiger zu treffende Verwaltungsmaßregel ein An⸗
pruch auf Verzinsung über den bestimmten Verzinsungstermin
eingeräumt wird. u.

Müncen, 25. März. Im Ausschuß wurden gestern die
ersten drei Artikel des Schulgesetzes erledigi. Die Bestimmungen,
vornach außer dem Religionsunterricht quch die Leitung des
religiös sittlichen Lebens den kirchlichen Oberbehörden zustehe,
vurde gestrichen.

München, 25. März. Morgen wird der Abg. Kolb
ꝛine Interpellation über die Behandiung bayerischer Staatsan-
jehöriger in Frankfurt einbringen. —

Karlsruhe, 20. März. In einer dem großh. Finanz⸗
Ministerium übereichten Eingabe aus Heidelberg wird berechnet, daß
das in Deutschland 1867 eingeführte und für Deutschland an den
Hauptimportplätzen noch lagernde Quantum Petroleum sich auf
1,7853,000 Centner belaufe und daß diese Einfuhr die Leuchtkraft
pon 7—8 Millionen Centner Oelsaat repräsentire, dessen Cultur.
dem wohlfeilen Eindringling gegenüber, mehr und mehr abnehme
und des Schutzes bedürfe, Nicht zufrieden mit den in Bertlin
porgeschlagenen 15 Sgr. verlangt die Heidelberger Eingabe zum
ẽquß des inlündischen Repsbaus einen Einfuhrzoll von 4 Thlrn.
— 7. für den Centner Petroleum. Es bedarf der Versicherung
nicht, daß die unserem Finanz-Ministerium zugemuthete Befürwor⸗
fung dieses Antrags abgelehnt werden wird,

Berhin, 28. März. Heute wurde der Reichstag des
NPorddeutschen Bundes durch Se. Mai, den König mit folgender
Thronrede eroͤffnet:

Geehrte Herren vom Reichsstage des norddeutschen Bundes!
Zum dritten Male begrüße ich Sie im Ramen der verbündeten
Regiernngen um in Gemeinschaft mit Ihnen den Ausbau der
        <pb n="148" />
        Verfassung des Norddeuischen Bundes festzusetzen. In Ihrer sem Falle keine Gewalt üͤber den Kirchenfürsten habe, der nur
— — — —XXXD Oberen zur Verantwortung gezogen werden
tungen die Grundlage geschaffen, quf welcher nunmehr die Geseß ˖ konne. Aufs Höchste entrüstet, habe darauf der Monarch aus-
zebung des Bumdes diesen weileren Ausbau seiner inneren Ein⸗ gerufen: Run, so wahr ich Kaiser bin, das soll anders werden
richtungen zu bewerken hat. Die Gesetzentwürrfe, welche zu diesem in Oesterreich!“
Zwede Ihrer verfafsungsmäßigen Beschlußnahme unterbreitet wer Wien, 21. Mätgß. Anläklich des Votums des Herren ⸗
den sollen, sind dem Bundesrathe vorgelegt und zum Theil schon hauses bezüglich des Ehegesetzes ist die Stadt heute festlich be⸗
bon demselben berathen worden. Das in Ihrer letzten Session ieuchtet. Große Volksmengen durchwogen die Siraßen, sammeln
begründete Institut der Freizügigleit soll durch eine auf dem sich vor den Hotels einzelner Minister und bringen denselben en⸗
Grundsatze der Gerwerbefreiherl beruhende Gewerbe⸗Ordnung wei· thusiastische Hochs. Vor dem Standbilde —X
der entwickelt und durch Aufhebung der polizeilichen Beschränkungen kens der Menge eine Ovalion statt. Es herrscht auf den Straßen
der Eheschließung von einem. seine Verwirklichung storenden Hemim⸗ volllommene Ordnung und ist kein Unfall zu bellagen.
niß befreit werden. Ein Gesetz über die Quartierleistung im Wien, 23. März. Im Herrenhaus wird eine Zuschrift
Frieden ist, dazu bestimmt, die Militaͤrgesetzgebung des Bundes der Bischöfe, den Cardinal Rauscher an der Spitze, und des Gra⸗
nach einer, für die Interessen der Bevslkerung besonders wichtigen fen Thun verlesen, in welcher dieselben anzeigen. daß sie aus
Seite zum Abschluß zu bringen. Die Regeiuug des Maaß und Anlaß des Samstagsbeschlusses an den Verhandlungen des ho⸗
Gewichtiswesens, welches in der vorigen Session dringenderen Auf⸗ hen Hauses nicht mehr Theil nehmen können. Hierauf erfolgte
gaben weichen mußte, wird in der gegenwärtigen zu Ihrer Be⸗ die Speeialdebatte und die debattenlose Annahme des Chegesetzes
rathung gelangen. Die Verhältnisse der Bundesbeamten bedür⸗ mit allen gegen 17 Stimmen.
fen der gesetzlichen Regelung und werden den Gegenstand von Agra'm, 21. Marz. Der Ex⸗Konig von Hannover steht
Vorlagen bilden. Ein Gesetzentwurf über das Schuldenwesen wegen des Ankaufes eines großartigen, auf 2 Mill. fl. bewertheten
dez Bundes wird Ihnen wiederum vorgelegt werden. Ich ver⸗ Buͤlercomplexes in Croatien in Unlerhandlung.
jraue, daß die Bereiiwilligkeit, mit welcher die derbündeten Re⸗ Frankreich
gierungen in diesem Entwurfe den von Ihnen bei der früheren Be⸗
alhung gefaßten Veschlüssen entgegengekommen sind, von Ihrer Parls, 21. Marz. Von der im Kirchenstaate weilenden
Selie ein gleiches Entgegenlommen finden werde. Ueber die Division kehren zwei InfanterieRegimenter Pr. 19. und 87)
dahe der vormoale schleswigehoisteinischen Officiere welche in der haq Frankreich uriic. Das Lager in Chalons wird in diesem
lehien Session Ihre Theilnahme in Anspruch nahmen, und über Jahre am 1. Mai gebildet. Jedem der beiden, zwei Monate
die Unterstühung hülfsbedürftiger Familien der Ersatz ⸗Reserve wer⸗ umfassenden, Curse gehdren 4 Divisionen an. Infanterie und
den Ihnen vorlagen zugehen. Die Besteuerung des Branntweins Chasseurs werden selbstverständlich vornehmlich mit Schießübungen
in den hehemolernjchen? Landen umd in dem zum Bunde gehs⸗ mit dem Chassepotgewehr beschaftigt. — In militärischen Kreisfen
renden Theile Hessen bedarf dee Regelung und mit dieser Rege— ist von der Bildung eines Lagers in der Nähe von Toulouse
lung steht ein vertrag in Verbindung. durch welche der freie Ver—. die Rede.
kehr mit Branniwein und Bier zwischen dem Bunde und dem — Die „France“ dementirt auf's Entschiedenste das Gerücht.
ibrigen Theile Hessens hergestellt werden soll. Der Haushaltungs · nach welchem die Reise Czartoryalis nach Wien zum Zwede habe,
i Vandes fur 1860 wird Ihnen borgelegt werden. Die über die Abtretung Galiziens, Posens und Warschaus zur Wi⸗
Schwierigleilen, welche seiner Aufstellung in den ersten Mongten derherstellung eines Konigreichs Polen Unterhandlungen an⸗
des Jahres entgegenstehen, haben dem Wunsche weichen ansenzutnupfen. ) —8
Sie Ju einer Zeit zu berufen, welcher Sie sich Ihrer gewohnten, Paris, 22. März. Gestern fand in Bordeaur eine neue
Zeruf sthatigkein min den geringsten Opfern eutziehen können. —A aus Veranlassung der Revision der Rationalgarde
Regelung des internationolen ostvertehres auf Grundlage der in tatt. Es bildeten sich Vollshaufen, welche eine rothe Fahne ent ⸗
Ihrer lehten Session beschlossenen Gesetze ist weit vorgeschritten. falteten. Dieselben waren mit Stöcken bewaffnet. von welchen
Ie serne mit ben fipbeuischen Staelen mit DOexlerreich, mit sie beim Zufammentreffen mit den Polizeiconimissären Gebrauch
duremburg, mit Norwegen und mit den Vereinigten Staaten von machten. Zuletzt mußte die Gendarmerie interveniren. Ein Po⸗
Amerika sind abgeichloffen un) werden Ihnen vorgelegt wer⸗ lizeiagent wurde verwundet. Unter der Bevölkerung ist die Ruhe
den, mit anderen Siagten sind sie dem Adschlusse nahe und wer- wieder hergesiellt.
den, wie ich hoffe, noch zu Ihrer Berathung gelangen. Ein mit, Paris, 22. März. Vor einigen Tagen empfing der Hai ·
den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossener Vertrag ser den Sohn des Erziehers des Herzogs von Reichstadt den dster
it dagn besmmnt, die Staalsangeboörigteit der gegenjeitigen Ein. eichishen Hauptmann Varon Ferdinand Obenaus-Feldsohaz lan⸗
wanderer zu regein und damit aus den Beziehungen zweier durch her Dienst en). Derjelbe überbrachte dem Kaiser als Geschenl
Verkehrsimeressen und Familienbande eng verbundener Nationen 120 vers hiebene Gegenstände, welche dem Sohne Napolcons J.
den Keim von Zwistigkeiten zu entfernen. Im Einverständniß mit angehört hatten. Der Baron erstattete dem Ka iser, der sich auf
meinen Verbündeten habe ich behufs Unterhandlung dieser Ver⸗ Deuisch mit ihm untergielt, einen längeren Beri cht über das Le⸗
age und um dievoölkerrechtliche Stellung des Norddeutjchen 2cu des Herzogs und hob dabei hervor und, bewies es auch durch
V ndes ur Geltung zu bringen die in der Verfaffumng vorgese· die Briefe des Hetzog welche er ihm vorlegle, daß dessen Er⸗
hene Veriretung des Bundes im Auslande hergestellt, und ist diejer ziehung, wie man vielfach behauptet hatte, keineswegs vernach⸗
Schritt ju menner lebhaften Genugthuung allseitig in dem Geiste läjfigt. worden sei und daß derselbe besonders bedeutende Sprach
dufgefaßi und erwidert worden, aus welchem er hervorgegangen udien ber verstand Deutsch, Französisch, Italierisch. Englisch La⸗
war Er hat die freundschaftlichen Beziehungen befördert und ge⸗ zeinisch und Griechisch) gemacht hat. Die 120 Gegenstünde, welche
festigt, welche zwischen dem Norddeutschen Bunde und den ans. der Baron dem Kaiser überbrachte, sind im Museum der Sou⸗
en igen Didchen destehen und deren Pflege und Erhaltung der berüne im Loupre unlergebracht worden und befinden sich neben
Gegenstand meiner unausgesetzten Sorgfalt bleiben wird. Ich denen des Kaisers Napoleon J. Sie bestehen aus Kleidungestü·
dars daher der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß der Segen den, Buchern, dem Siegel des Herzogs, einer Anzahl von Brie
des Fricdens auf den LAnstcegungen ruhen werde, welche Sie fen ꝛe Was die fterhlichen Ueberreste des Herzozs anbelangl— so
der Zorderung der nationd len Imeressen widmen wollen. zu de. derden dieselben nachstes Jahr nach Paris gebracht werden,
den Pflege und zu deren Schuß das gesammte deutsche Vaterland ie sollen an dem 1ödiahrigen Geburtstag Napoleon's J. hier
sich verbuͤndet hai. inehen sa, 23. Marz. Buefe aus Rom besaden, der Heil
Berhin, 23. März. Morgen findet eine Sitzung des aris, 283. Marz. Briefe aus Rom besagen, der Heilige
Reichsraths statt, 9 der — steht F —* Stuhl werde die diploniatischen Beziehungen wit Oesterreich ab
dentenwahl. Ve e, Vö e en llege
Die „France“ (ein Hofbla eglückwünscht die oͤstrreichische Re⸗
Berlin, 24. Marz. Der Rorddeutsche Bundesrath gee Jerung wegen der Vegeisterung, welche die Verwerfung des Min⸗
nehmigte in seiner heutigen Plenarsitzung die Gesetzentwürfe über I 535 3,3
Herheitsantrages im Wiener Herrenhause in der Bevölkerung der
die Verwaltung des Staatsschuldenwesens und die Aufhebung der
holisciuichen Beschrantungen bei Eheschüeß daubistadt hervorgerufen hat.
zeilid ĩ sn g i Eheschließungen. Paris, 24. März. Der „Moniteur“ meldet, daß gestern
Wien, 20. März. Der ultramontane „Volktsfreund“ er⸗ hier Transportschiffe in Cibita⸗Vecchia angekommen sind, um die
gählt: Anläßlich detr belanuten Vermählung des Erzherzogs Brigade Pothier nach Frankreich zurüdzuführen.
Heinrich soll der Kaiser den Minister des Innern, Dr. Gistra, S
haben rufen lassen und ihm erklärt haben. es sei sein Wunsch— Schweiz.
zaß wider den Bischof don Trient, der in dieser Augelegenheit Bern, 28. Maärz. Unmittelbar nach dem Abschlusse des
enijchieden widerrechilich sich benommen, mit aller Strenge des Postvertrages mit dem deutschen Postvereine werden Unterhand⸗
Befetzes vorgegangen werde. Dr. Giskra erwiederte hierauf, daß ungen zwischen der Schweiz und Deutschland über den Abschluß
nach den Bestimmungen des Concordats der weltliche Arm in die- eines Dandelsvertrages aufgenommen und solche über
        <pb n="149" />
        ßostverträge mil Oesterreich und Holland vom Bundesrathe ein⸗
geleitet wer den.
Italien.

Wie die „Italie“ vom 19. d. M. meldet, hatte die Ouä⸗
int von Floren; Tags zuvor eine wichtige Verhaftung vorgenom⸗
ren, die des Grafen von E .. ehemaligen Obersten unter
der Regierung der Bourbons, der jegt als geheimer Agent ver⸗
Lendet wurde. Er kam von Wien an und bbrachte Briefschaften
sur den Erx-König Franz si. mt. Man fand in seinem Gürtel
erborgen eine Summe von über 20,000 FIrs.

Griechenland.

Athen, 14. März. Unter den hier untergebrachten
15,000 kretischen Flüchtlingen herrschen die Vlattern und
der Typhus.

Dänemark. J

Zopenhagen, 24. März. Berlingste Tidende“de⸗
menkirt die Nachricht, daß Danemark die Intervention Oesterreichs
ezüglich der Auseinandersetzung mit Preußen wegen Nordschles·
vigs angerufen habe; Dänemark setze voraus, daß das gegen⸗
wartige Stadium der Verhandlungen über Nordschleawig keine
nterbrechung derielben Seitens Preußens see. *

Nußland.

Bgeteraburg, 21. Maärz. Ein Befehl des Kaisers vom
29. Febr. ordnet die Aufhebung der im Konigreich Polen beste⸗
enden Regierungscommissionen für innere Angelegenheiten und die
Uaterordnung der Verwaltung derselben unter die detreffenden Be⸗
horden des Kaiserreichs an. Es wird hierdurch eine vollständige
Zereinigung des polnischen Konigsreichs mit den übrigen Theilen
Rußlands hergestellt.

Amerika.

Washington 23. Marz. Das Verhör in dem Processe
zegen den Prasidenten hat heute begonnen. Die Antwort der
Ivbotaten Johnsons bestreitet alle Änklagepunkte und verlangt
dom Senate einen dreißigtägigen Aufschub, um das Material
für die Vertheidigung zu sammeln und Vorbereitungen für das
deitere Verhör zu treffen, welches Gesuch jedoch vom Senate
mit 41 gegen 12 Stimmen) abgeschlagen wurde.
Rermir—e —
fIn deuischen Blättern cursirt jetzt folgende Anecdote: Das
erste Ruhekissen des verstorbenen Königs Ludwig J. war sonder⸗
arer Natur. Der selige König wurde bekanntsich am 25. Au⸗
zust 1786 in Straßburg im Zweibrücker Hof“ geboren. Sein
Jaler war der Prinz Maximilian von Zweib rücken, und der
König Ludwig XVI. von Frankreich wollte selbst einer der Pa—
hen des Sohnes des Prinzen Maximilian sein. Die überlebenden
Zeitgenossen dieser Taufe erzählten in dieser Beziehung eine ori⸗
zinelle Anecdote, weiche Herr Piton in seinem Werke Strashourg
Nuetret erwähnt. Als Prinz Maximilian einige Tage nach der
Zeburt seines Sohnes sein Regiment musterte, war er sehr er⸗
faunt, die Grenadiere des Infanterie Regiments Elsaß ohne
HZacen⸗ und Schnurrbärte zu sehen, welche die Zierde ihrer Ge⸗
ichter waren. Wer hatte denn, ohne Einwilligung des Prinzen
Dbersten, eine solche Licenz zu ertheilen gewagt? Der Prinz
gerieth in Aufregung wegen dieser Insubordination, als zwei Un⸗
Feroffiziere des Regiments vortraten und ihrem Oberst ein kleines
issen überreichten, welches, anstatt mit Federn oder Roßhaaren,
min den Schnurr⸗ und Badcenbärten der Grenadiere des Corps
gepolstert wat. Der Prinz lachte sehr üder diese Huldigung,
cherlich einzig in ihrer Art. So schlief denn Ludwig J. in seiner
dindheit auf einem mit militärischen Schnurr · und Bacenbärten
Jefüllien Kopflissen. Trozdem hat er nie eine rechte Neigung für
zas Militär bekommen.

7 In Heidelberg ist eine belannte Persoͤnlichteit vor einigen
Tagen gestoörben — der Binsenbub.“ Derselbe hatte mit dem
Binsenhandel begonnen, jputer ein Blumenstraußchen⸗Geschaft be⸗
rieben und braqhte es damit io weit, daß er seiner Wittwe ein
nicht unbedeutendes Vermoͤgen hinterließ.

Sturtgart, 21. März. Ueber das Eisenbahn⸗
Auglück auf der Geißlinger Sieige erhält die „A. Z.“ nähere
Hetideilung. Es war der Güterzug Pr. 34, der, von Ulm her⸗
Iin ueub, sich in der Regel mit dem Vormittags 9 Uhr 40 Min.
on hier, und um 12 Uhr 24 Min. von Geißlingen abgehenden
Personenzug Nr. 9 etwa beim ersten Bah wärterhäuschen auf der
Steige kreuzt, mit großer Schnelligkeit die Steige heruntergefahren
m. als der Personenzug von Goppingen her eben in den Geiß⸗
linger Bahnhof einfuhr. Aber in demselben Moment wirbelte von
den von Amsietten herab'ommenden Zug eine große Staubwolke
nuf; man sah es mußte ein Unglüd geschehen sein — ein Krach,
inb die Locomotive nebst Tender lam allein, nur noch das Vor⸗
ertheil eines zertrümmerten Güterwagens mit sich schleppend, zum
Habuhof; dem entsetzten Locomotivfübhrer und Heizer stand der

Lodes ichweiß auf der Stirn. Aues e gμιεν oö
vo sich das jammerwürdigste Bild grauenhafter· Zerstörung dar⸗
Jot. Der ganze aus 23 —28 Wagen bestehende Guterzug lag, ein
Thaos von Trümmern bildend, auf's Entsetzlichste zerschmettert
nuf der gleichfalls weithin aufgewuhlten und zerflöͤrten Bahn; kein
inziger Wagen war mehr ganz und haten sich in Haufen über⸗
ind durcheinander gethürmt. Der Zug bestand großtentheils aus
Betreidewagen aus Ungarn nach Franireich; es waren aber auch
Wagen mit Langholz, Hopfenstangen und Eisenbahnschienen ange⸗
zängt. und dies Alles lag jeßt zerschmettert wild durcheinander.
Aber das Entsetzlichste war der Zustand der armen Bremser und
Tonducteure, die den Zug begleileten und fich auf demselben be⸗
Inden Dem Sinen war ein Wagenrad über den Kopf gegangen
ind hatie ihm den Schädel bis nach vorn und durch's ganze
Hesicht herunter gespalten, er war auf der Stelle todt; ein Zweiter
ag zwischen Trummer eingeklemmt, nur die zudende Hand em⸗
hocstcecend, auch er war todt, sowie ein Drititer, der elend zuge⸗
richtet war; aber sie gehörten verhältnißmaßig noch zu den Glück·
ichen gegen einen Vierien, dem dicke Hopfenstangen von hinten
zurch den Leib gegaugen waren und nach dorn die Rippen heraus⸗
jedruͤckt hatten, und der dennoch qualvoll am Leben war. Man
nußle ihm buchstäblich die Hopfenstangen am Leibe absägen, um
hn aus denselben herauszubringen, wahrend er vor Hollenschmerz
nnnerdoll aufschrie, und, sofort ins Spital gebracht, unter der
Dperation des Herausziehens des in seinem ceibe sieckenden Hol⸗
ses eines qualvoslen Todes starb. Ein Funfter liegt gleichfalls
urchtbar zugerichtet fast hoffnungslos im Spitale. Einem Sechsten
bar der Zeigefinger der linken Hand abgerissen, ein Siebenter
gegen eine Holzbeunge geschleudert schwer am Kopfe verlegt; kurz,
ie, mit Ausnahme des Locomotivführers und Heizers, so wie
es Zugmeisters und eines Conducteurs, Adie mit dem Schreden
habon hamen. sind mehr oder minder dverletzt, doch zum Glud
außer den funf Hauptopfern keinet lebensgefaͤhrlich. Das schreck;
liche Unglück war dadurch herbeigeführt worden, daß ein franzöoͤsi⸗
cher Guͤlerwagen, der dritie in der Reihe, unweit des letzten
Vahnwarthäuschens kaum 1000 Schritte vom Geißlinger Bahn⸗
jof, gebrochen, wodurch die hinter ihm befindlichen Wagen des im
ollen Laufe befindlichen Zugs über ihn hinsiürzten und alles
iber und nuseinander rissen. Die Zerstörung an Wagen, Schie⸗
en, ja selbsi am Bahnkörper ift auf 500 Schritte weit furchtbar,
ind es mußten sofort an 500 Leute von allen Seiten her requi⸗
irt werden, um mit größter Mühe und voller Nachtarbeit wenig⸗
zens die Bahn für ein Geleise fahrbar wieder herzustellen. Ein
Froßes Glück noch, daß der Personenzug noch zurück und nicht
hon auf der Steige war, er wäre sammt und sonders zur Seite
ind in die Tiefe geschleudert worden. Es wird allgemein geklagt
daß die französischen Güterwagen zu leicht und schlecht gebaut
cien, daher auch schon in Oesterreich nur ungern verwendet wer⸗
en. Präfident von Dillenius fuhr sogieich an Ort Stelle, und unter
eine r Leitung geschahen die Maßregeln zur moglichsten Revarir⸗
ung des Unglücks.
In Grenoble stand türzlich ein Italiener, Constantin Ver⸗
doha, seines Gewerbes ein Maurer, wegen Meuchelmords versuch
ind Diebstahl vor dem Assisenhofe und wurde auch zum Tode
reruriheili. Er hatte eine Bauersfrau von 55 Jahren, die als
Winwe allein wohnte, aufgefordert, ihr Geld herzugeben; auf ihre
xrtlärung, sie habe keines, versetzte er ihr zuerst am rechten Auge
inen Stich mit einem Dolche, dann noch 38 weitere Stiche,
velche aber alle nicht tief eingedrungen waren; da fie wie todt
da lag, durchsuchte er alle ihre Mobel. Sie war bei aller · Be⸗
innung und beobachtete Alles, stellte fich aber todt, wenn er
näher hinsah, ob sie sich nicht rege. Sie hatte selbst die Faffung,
is er sie ain Rücken ihrer Kleider pacte, in den Hof schleppte
ind lopfüber in den Jiehbrunnen ftürzte, keinen Laut von fich
u geben und keine Bewegung zu machen; suchte aber den Kopf
der das Wasser herauszubringen und gelangte selbst in den
Schopfeimer, nachdem ihr Moͤrder weggegangen war, aus dem fie
ich sodann mit Hülfe nur eines unverlezten Armes an der Zieh⸗
e in die Hohe und aus dem Brunnen herausschaffte, einen
—y antief und nun Hilie bekam. Ist das nicht eine wahre
deldin
Mannheim 24. März. Bei der heute dahier stattge⸗
undenen Ziehung der Pferdemarltsloose fiel der erste Preis (ein
leganter Landauer mit Federmechanil und ein Paar Wagenpferd
nit vollftaͤndigem Geschirr) auf Nr. 2941, der zweite Preis (ein
leganter Victoriawagen und ein Paar Wagenpferde mit vollstän⸗
digem Geschirr) auf Nr. 33,260, der dritte Preis (ein elegantes
Toupe mit einem Wagenpferd und vollstandigem Geschirr) auf Nr.
2,069, der vierte Preis (ein elegantes Reitpferd nebst vollständigem
uglischem Sattel · und Zaumzeug) auf Nr. 27,860 und der fünfte
zreis (ein elegantes Reitpferd mit vollstandigem Sattel⸗ und
Zaumzeug) auf Nr. 10,248. Der erste Preis ist dem Vernehmen
duch Heilbronn, der zweite nach Kaiserslautern gekommen.
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        Licitation.
Samstag den 4. April 1868, Nachmit-
rags 2 Uhr in der Behausung von Joh.
Adam Beck dahier lassen die Wittwe und
stinder des verlebten Peter Selzer
die nachbezeichnete Liegenschaft der Abthei⸗
lung wegen öffentlich in Eigenthum ver—
steigern alb
ein zu St. Ingbert in der Au oder an
der Blieskasteler Straße gelegenes Wohn ⸗
haus mit Stall, Hofraum und Pflanz
gartchen 6 Dec. Fläche enthaltend neber
Wittwe Knapp und Christian Weirich.
Korn. igl. Notar.

IISCHMiilex am Marktplatz
in Zweibrücken

empfielt zu fortwährend bedeutend herabgesetzten Preisen eine große Parthie
Zchwarze, schwere, feine Tücher zu fl. I., fl. 112., fl. 130., fl. 145. fl. 2
Braue schwere Tücher .... 54 kr., fl. 1 15. fl. 130.,fl. 1. 453
Sommerbuckskin....... 48 fr., fl. 1., fl. 1 15. fi. 130.
Binterbuckskin....... fl. 130., fl. 2., fl. 2 12. 0
FJeine Halsbinden von.... 18 bis 24 kr. p—
Wollene Wämms fl. 2 30, bis fl. 3 30., Unterhosen, Unterjacken 40
1i8 kr. bis fl. 1. Ferner Hemden, Einsätze, Kragen, Manchetten aller Art;
weiße Waaren“ und Vettstoffe zu sehr billigen Preisen.

—B 2
Sodann nach dieser Versteigerung läß'
Franz Feichtner Bergmann von
St. Ingbert jetzt in Amerika seine sämmt—
lichen Liegenschaften hiesigen Bannes öoͤffent⸗
lich in Eigenthum versteigern, nämlich:

1. 25 R. Wiese iu den Potaschwiesen

2. 25 R. Wiese in den Seyenwiesen.

3. 40 R. Ader in der Pfuhlwiese.

4. 56 R. Acker aufm großen Flur.

5. 34 R. Acker beim Forellenweiher.

6. 61 R.. Achker in der Pfuhlwies
U. Ahnung.
7. 36 R. Ackeer im Beztzenthal.

Sornu. igl. Noiar.

Färberei, Druckerei C schemische
Kundt Wasch· Anstal

von TH. RIGOCI in Saarlonis.

Einem verehrlichen Publikum hiermit zur gef. Nachricht, daß Herr Jakob SEtief
daufmann in St. Ingbert von jeht ab nur allein mit einer Agentur für St.
Ingbert und Umgegend betraut ist, und werden dort Gegenstände zum Färben,
Drucken und Neuwaschen in Empfaug genommen und aufs Beste besorgt. .

. Muster, worunter die schönsteenn und modernsten, liegen dort zur
geneigten Ansicht offen. —

HOerren-Garderobe, Damen-Mäntel ꝛc. ꝛc. werden unzertrennt çefärbt und
bekommen ihre ursprüngliche Fagon wieder.
Theilungs⸗Versteigerung.
Osterdienstag den 14. April 1868
Nachmittags 1 Uhr, dahier in der Wirths⸗
zehausung von Johann Heinrich's Wittwe
lassen die Erben den dahier verlebten Ehe⸗
leute Peter Lamarche, gewesener
Fabrikant und Gutsbesitzer und Marg a⸗
rethaBiegel ihre sämmtlichen Liegen
schaften auf sechzjährige Zahltermint
in Eigenthum versteigern, nämlich:
St. Ingberter Bannes:
Einen Garten mit Gartenhaus und von
einer Mauer umgeben an der Kaiser⸗
traße Morgen groß, dem Bahnhofe
gegenüber.
237 Ruth. Wiese dahinten in den Steg⸗
wiesen in 4 Beeten neben Peter
Selgrad und Johann Joseph Ehr⸗
hardt Wittib.
Ruth. Wiese in den Stegwiesen in
2 Beeten neben Gastwirth Schwarz
ind Adjunkt Hofmann.
Ruth. Acker am Güttenwieschen
neben Joh. Reidiger.“
Ruth. Acker im mittleren Wallen⸗
jeld an der Kaiserstraßee.
Ruth. Acker aufm untersten Flur
dom Eisenbahndamme durchschnitten.
Ruth. Acker ober der Lehmkaut
neben Johann Joseph Ehrhardt'
Wittwe.
Ruth. Acker in der Lehmkaut neben
bäcker Hager und Michael Thiery.
Ruth. Acker auf Mühlenthal neben
deinrich Schmitt und Bernhard
Ochs Erben.
Ruth. Acker rechts in den Sehyen
neben Valentin Fischer.
Ruth. Acker allda neben Philipp
Weigand und Erzsteiger Schmelzer.
Ruih. Ader dnn obersten Seyen — —
links neben Bäcker Hager. — 5 ẽ
Morgen 20 Ruth. Acder am Begen⸗ Rohes und gedämpftes
thal neben Weg und Gastwirt
hen Weg und Geswith Knochenmehl
194/3 Ruth. Acker in der III. Pfuhl⸗pos 3444 bils;
dieserahnungneden Vergunen in bester Qualität billigst bei VJ —
Spohn. j Carl Apprederis.

167 Ruth. Ader alda neben Geswirb 1090 Ge—mm Eßkf—
Juth. Ader alda neben Gaswir 100 Centner gute Eßkar⸗
152 Ruth. Acer auf Schifelland neben toffeln sowie eine Parthie
neben Bäcker Hager. Setzkartoffeln,
Ruth. Acker im Rodt ober der *
Baumschule neben Ernst Conrad, F 1090 Centner erste Quali⸗
—5 — 43 tät Wiesenhen zu verkaufen
nusheimer Bannes: bei i
Morgen 15 Ruth. Wiese die Spitz⸗ 4 Apprederis. —
Wiese neben dem Oberwürzbacher 947363
Wege und Wald. mee J m Rother and t *8* K * sa
Horn, kigl. Notar. iden, Saat—
— 5— — — hafer, Erbsen, Bohnen,
Dounerstag 2. April Mehl, Kleien, Futter⸗
— hafer, billig und alles in bester
Jahrmarkt Dualität empfiehlt
in St. Ingbert.

143

Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise

Stadt Zweibrücken vom 26. März.

Weizen 8 fl. 59 kr., Korn 7 fl. 50 rr.
Gerste 2reihige, — fl. — kr., Gerste vier—
—ä
Spelztern — fl. — tr., Dinkel — fl.
— kr., — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
5fl. 22 kr., Erbsen 6 Il. 20 kr., Wicken
Afl. 26 fr., Kartoffeln 1 fl. 18 kr., Heu
Ufl. 20 kr., Stroh 1 fl., 6 kr., per
Zentner. Weisbrod 1us Kilogr. 28 tr.
dornbrod 3 Kgr., 34 fr., ditio 2 Kgr.,
23 kr., ditto J Kgr. 12 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 40 kr., 1 Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr, Hammel⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 ir., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 lr., per Liter,
Butter 30 kr. her Nfund

261
1 37
197
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 24. März.
Weizen 8 fl. 44 fr., Korn 7 fl. 34 fr.

Spelzkern — fl. — kr. Spelz 6 fl.
10 tr., Gerste 6 fl. 4 kr., Hafer 50 ft.
—AV
36 kr., Linsen 5 fl. 36 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 32kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 Pfo,
Weißbrod 17 kr.
Redaction, Druch und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
        <pb n="151" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

* 575 7

1 18*

J. — —

— — ——

72
der St. Jug dert er Anzeigier“ mit deinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchenilich dreimas: Ddienstag, Donnerst a
ind Samstage Abonnementsvreis vierteljährig 45 Krzr, obder 13 Sülbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeil⸗
Blatischrist oder deren Raum berechuet.
Nro. 38 Eamstag· den 28. Maägzzzz 11868.
———⏑⏑ — — —
ν —— ——
—82 D Deutschlaud. ——
Manchen, 26. März.? Auf die Interpellation von Jörg
intwortete die Staatsregierung. daß sie die Absicht habe, das
zandtagswahlgesetz vor der Hand nicht zu audern; die Jnterpel⸗
ation von Kolb: daß die: bayerische Gesandtschaft iun Verlin an
gewiesen sei. gegen die⸗ von baherischen? Staatsangehörigen in
Frautfurt zu entrichtenden Permissionsgebühren: mid Cautionen
uu reclamiren. weie icn vugre
Munnheim. 19. März.“ Privatbriefe,r- dies unseren hie⸗
igen Kornhändlern iowohl aus Ungarüu als aus den nordöstlichen
däfen, Danzig ⁊c. zugehen ftellen? es außer Zweifen, daß die durch
Speculation aufgespeicherten Vorrathe an Getreide Millionen Cent⸗
ner bdeiragen. ι α
Es gibt in Wirklichkeit keine Brodnoth, sondern nur eine
Arbeitsnoih, der Hungertyphus sei nur eint Jölgen der Verdienst˖
osigkeit. ν ιι — ——
Man schätzt die Sum ne der eirculirenden Korn⸗Wechsel in
den Getreidemporien an det Nordsee auf mehrals 1000 Mil-
iouen Thaler. ν— . 755
Auch in Pesth und der Umgegend liegen noch mehr als 20
Milsionen Metzen Waizen und Gerste aufgespeichert
So lange die politiiche Lage Europa's zu Mißtrauen berech⸗
iget. so lange der Curs unserer Stagtspapiere auf die Wahrschein⸗
ichkeit eines Weltbrandes hindeutet, haben die Getreidehändler
gewonneues Spiel. 4
Doch läht sich mit Zuversicht voraussehzen, daß wenn das
Frühjahr nicht allzu ungünsfig, ein bedeutender Rücdhjchlag in den
Hreisen stattfinden wird, und trotz dem angeblichen Mangel wer⸗
den noch viele Millionen Centner Waizen auf den Speichern lie—⸗
gen, wenn die 1868er Ernte an die Scheunen anklopft. Viele
inserer Getreidewucherer fangen bereits an etwas ängstlich zu
perden und kommen in Conflict mit dem lieben Gott, daß er die
Wintersaat so herrlich heranwachsen lädft.
Darmstadt, 25. März. Der Vertrag über die ober⸗
— —
sowie der Vertrag mit der Ludwigsbahn, die Eisenbahnbauten in
Rheinhessen, Worms⸗Bensheim und die Odenwaldbahn betreffend
sijnd von der Abgeordnetenkammer mit den Modificationen des
Ausschusses durch immense Majoritat genehmigt worden.
Berlin, 24. März. Officiöse wollen wissen, die überaus
trockene, sozusagen lederne Thronrede habe „allseitig“ einen
zünstigen Eindrud gemacht; „Gerade die alles oratorischen Ge⸗
hränges entbehrende einfache Sprache dieser wesentlich geschäftlichen
Rede gilt als ein Zeugniß dafür. daß der Norddeutsche Bund
mehr und mehr in das Stadium einer ruhigen inneren Entwi—
kelung eingetreten ist. Daß der König die Ueberzeugung ausge⸗
prochen hat, dieser Entwickelung sei auch nach außen der Friede
gesichert, trägt besonders in deu Geschäftskreisen nicht wenig zur
Belehung deß Vertrauens beigg
Berlinn, 25. Marz.n In einer Vesprechuug pon Reichs
lagsmittgliederg (die als solche zugleich Mitgieder des Zolsparla⸗
ments sind) wurde Ministerpräsibent Fürst Hohenlohe als erster,
Herr v. Roggenbach als zweiter Vice⸗Präsident des Zollparlaments
n Aussicht genommen, Ueber die Candidatur fürdie erste Pra⸗
identenstelle ist noch nichts entschieden, S Veede
— Reichstag. Zum Präsidenten wird mit 158 von
171 Stimmen Hr. Simson wiedergewählt; die Wahl der Vice⸗
qräsidenten fiel ebenfalls auf die früheren; Herzog vou Ujest und
Kudoplh v. Bennigsen, Vorlagen: über Aufhebung der polizei⸗
lichen Ehebeschraͤnkungen; über die Verwaltung des vunderschut.
denwesens. Graf Bethush -Huc kündigt ei nen Antrag an, durch
dessen Annahme die gleichzeitige Einbexrufung des Reichstages
nin den Einzellaudtagen vermieden würde. Nachste Sitzuung
Samstag. 91
Berlain, 26. März. Die Gesandten Spaniens uud Por—
agals überreichten heute ihre Creditjve bei'm Norddeutschen Bund,
DieProp.⸗Corr.“ schreiht; In diesem Augenblicke gibt

es keine trübe Wolke am politischen Himmel. Auch die neulichen
Besorgniffe wegen des Orients, welche größere Bedeutung erlangi
hätten, wenn bei irgend einer Großmacht Neigung zu ernsten Ver⸗
wickelungen vorhanden wäre, sind durch die gemeinsame eurxopäaische
Friedensstimmung beseitigt. / i vis
Danuzig, 25.Maͤrz. Das Aeltesten⸗Collegium der hiesigen
daufmannschafi beschloß in heutiger Sitzung einstimmig den Aus—
ritt aus dem deutschen Handelstage. ⏑
Wien, 25. März.“. Die „N. Fr. Presse“ theilt die Grund;
üge des neuen Wehrgesetzentmurfs mit. Daxnach soll allgemeine
Wehrpflicht eingeführt werden und die Eintheilung der Krafte . der
„taaisweht in Linie, Landwehr und Landsturm stattfinden. Die
rinienreserve wird nach preußischem Musier eingerichtet, die Linie
uintersteht dem Reichskriegsministerium und die Landwehr den bei⸗
zerfeitigen Ministerien für Landesvertheidigung. 37
Wien, 26.. Wärzu Das Auterhaus stimmte den pom Hert;
renhaus beschlofsenen (unmesentlichen) Aenderungen am Ehegses
jentz zu und ermächtigte die Regierung zur Forterhehung. der
3 feuern bis Enden Junit ιν.
EinJubeltag Oestérreichs Unter der Ueberschrift
Der 21. März,“ berichtet die Wiener „N. ft. Pr.“. Seit8
Lagen hielt die Ehegesetzdebatte im Herrenhause die Bevöllerunzx
Piens in einer Aufregung, welche, man kann wohl sagen, von
ztunde zu Stunde wuchs, die Verhandliungen in der Herrengasse
anden ihr Echo auf den Straßen, in den öffentlichen Loealen,
a in den Familientreisen der Stadtz die überwiegende Majorität
der Bevölkerung stand hinter den Kämpfern für die miuisteriellt
Vorlage; die kernige Beweisführung des Majoritätsberichtes wurde
ausendfach widerholte.Je tiefgehender ein Wunsch die Seelen
zer Menschen erfaßt hat, desto leichter zieht bef ihnen der bange
Bedanke der Möglichkeit vergeblichen Hoffens ein/ und so war es
nuch dießinal. Mit dem heutigen Morgen kam der Tag der Ent⸗
cheidung heran. Auf aller Gesichtern lan gespannte Erwartung,
Lange vor 11 Uhr waren die zum Landhaus-Palais führenden
5traßen mit Schaaren von deen aus allen Ständen bedeckt.
Als die Vertreter des Ministeriums erschienen, wurden sie lautlos
war, aber ehrerbietig begrüßt. Mit derselben stummen, aber ver⸗
tändnißinnigen Demonstration wurden die liberalen Capacitäten
des Herrenhauses empfangen. Die überzeugungsfeste, siegessichere
Meinung, welche oben im übervollen Hause herrschte, spann sich
zurch den Vorsaal, die Treppe herab, durch den Hof wie ein ũber
Telegraphendrähte lanfender, elektrischer Funke fort und bald war:
Wir siegen?“ die Parole der Hoffenden und Hartenden. Jedes
Wort, das oben gesprochen wurde, wurde unten getreu reproduecirt
nan gedachte der rührenden Gestalt des greisen Dichters Gritl
parfer, der trotz seine Kränklichleit, auf den Stod gestützt, in
der Sitzung erschienen war, um aud diesmal seine Stimme zu
geben, für das, was gut und recht ist. Die ganze langeZeit
delche die Verhandlung währte (von Fbis halb 5 Uhr), war
der dof gedräugt voll. Endlich hieß es: der Berichterstatter hat
geendet, nun gehts an die Abstimmung. Athemlose Spannung;
der Verta ungsantrag fällt, der Minoritätsantrag mit glänzender
Majorität abgetehnt Welch ein Bild der aufrichtigsten Freude,
des 'unverfälschtesten Entzückens!“ Als der Reichskanzler den Sitz
ungssaal verlassen hatte und den Hof durchschritt, da stürzte ein
injcheinbarer Mann auf 'ihn zu, hastig fragend: „Wie steht unsere
Zache 7“ Gut!“ antworiete Baron Beust. „Ich danke!“ ent⸗
segnete der Mann, „Ich danke gleichfalls,“ erwiderte der Minister,
Zämmtliche Minister und liberale Reduer wurden, als sie die
Sitzung derließen, mit lautem Zuruf begrüßt, als die mißliebigen
Redner erschienen. wurden von Einzelnen Kundgebungen des Miß⸗
allens versucht, dieselben aber von der überwiegenden Mehrzahl
des Publikums mit dem Rufe; „Ruhe!“ zum Schweigen gebracht,
Minister Dr. Giskra, mit vielstimmigem „Hoch!“ empfangen,
var faum im Stande, sich durch die von allen Seiten sich au
hu herandrängenden Schaaren des begeisterten Publikums“ den
GWeg zu bahnen; halh getragen von der Menge passürte der dit
gen e une
        <pb n="152" />
        Strauchgasse; am Hof angelangt, ersuchte er die hüteschwenlenden
und immer wieder Hoch! tufenden Mänmer, fich zu entfernen, und
bestieg einen Fiaker; nun gingen einige der enthusiastisch Aufge—
regten“dadan, bie Pferde auszuspannen; der Minister ichien einen
Augenblick wie voin Blitze getroffen, dann aber sagte er, während
Todtenblässe sein Gesicht bededte: „Ich bitte Sie, meine Herren,
lassen Sie Das.“ Viele Fenster der Häuser wurden, während
die Redner für das Ehegesetz die letzteren durchschnitten, geöffet und
pon Damenhänden zum Zeichen der allgemeinen Freude Tücher ge—
schwenkt. Hoch Grillparzer! Hoch Hasner!“ Hoch
Auersperg! Hoch Herbst, Berger, Gistra, Gab—
lenz, d nfels! Die Zurufe erstreckten sich guf alle
vopuldreu Abgeordneten, wie Kaiserfeld, Kuraeuba uü. s. we
Die Idee einer festticher Ihnumination entspranug nicht dem Kopfe
eines Einzelnen. Der Gedanke wurde in tausend Koͤpfen zugleich
geboren und aüsgeführt. —
Fraukreich.

Paris, 24. März. Der „Sioecle“ sagt im Hinblick anf
die Ereignisse in Oesterreich: Sollle das, was in Oesterreich vor
jich geht, nicht die französische Regierung zum Nachdenken bringen?
Die kletikalen Anstrengungen werden überall bekämpft; die Streiche
welche ihnen beigebracht werden, werden mit Begeisterung durch
die Bravos des Volles begrüßt. In Frankreich machen sie sich
fühn hreit; je mehr man sie ermuniert, um so größer werden sie.
Sehen wir nicht schon deire, Monde“ die Aufhebung der Frei—
maurerei fordern, seufzend, weil sie einen Großmeister hat, den
her Staat ernannt. 7

Union“ und „Monde“ find wüthend über die Annahme der
Divilehe in Oest er reich, das sich zu solchen Gegnern jedoch
nur Glück wünschen: kann. Die gesammte freisinnige Presse
dagegen und selbst Regierungsblätter begrüßen den Umschwung
mit Freuden.

In den Regierungskreisen hüllt man sich in Bezug auf die
Reise des Prinzen Napoleon in das tiefste Schweigen
Indeß hält man sich trotzgem von der Fortdauer des Friedens
uüͤberzeugt, und die „Debats“ stellen gar die Moͤglichkeit einer
allgemeinen Entwaffnung in Aussicht. *

Straßburg, 21. März. Seit Anfang dieser Woche be—
findet sich hier der bayerische Archivdirector Hr. v. Löher, um
einen ausgedehnten Austausch von Acten und Documenten, der
jeit zwei Jahren zwischen Bayern und Frankreich unterhandelt
wurde, zu vollziehen. IJ

Bolhogna, 25. März. In Folge von Studenten⸗Demon—
strationen gegen die Suspension einiger republikanisch gesinnten
Professoren ist die Universität geschlossen worden.

Amerika.

Washington, 24. März. Das Repräsentantenhaus
jegte die Replik auf Johnsons Antwort wider die Anklagepunkte
dem Senatsgerichtshof vor. Diese Replik bestätigt von neuem alle
Anklagepunkte. Der Senat setzt den Beginn des Gerichts auf
nächsten Rontag fest.
VBermischteo.

f In der Handelskammer in Saarbrücken kam in der Sitz—
ung vom 24. März er. außer mehreren geschäftlichen Mittheuü—
ungen ein Bericht des Handelsministers Erzellenz zur Berathung
und wurde dessen Absendung beschlossen, wornn die Vortheile
des Anschlirsses einer projectirten Eisenbahn nach St. Ing⸗
bert an die Saarbrücker Station eingehend erörtert und dessen Vor
zug gegen eine Abzweigung derselben von der Saargemünder Eisen
bahn einpfohlen wurde.

f Zweibrücken, 28. Marz. Die Generalbersammlung
zur Constituirung der Leinenzwirnerei Zweibrücken wurde heute
Morgen 10 Uhr im Fruchthallsaale dahier abgehalten und war
don 83 Actionären theils persönlich, theils durch Vollmacht ver⸗
reten. Die Constituirung der Gesellschaft wurde, da bereits ein
stapital von beinahe 200,000 fl. gezeichnet, einstimmig beschlossen,
die von dem Gründungsconsortium entworfenen Statuten ange—
nommen und das prooisorische Comite ermächtigt, dieselben der
königlichen Regierung zur Genehmigung vorzulegen. Ferner wurde
diesem Comite Vollmacht ertheilt, den nöthigen Grundbesitz zu er⸗
werben, die Erd⸗ und Bauarbeiten zu vergeben, überhaupt Alles
zu thun, was zur Ausführung des Geschäftes nothwendig erscheint.
Durch Acclamation wurden in das provisorische Comite gewählt
die Herren: Schönn, Director der Kammgarnspinnerei von Kai—
jerslautern, Dr. A. Buhll, Gutsbesitzer von Deidesheim, Carl
o. Gienanth, Hüttenwerkbesitzer in Hochstein, Schwinu A.,
Fabrikant, Dingleer, J., Fabrikant, Wolff J., k. Bezirts⸗
richter, Bruch, C, Kaufmann, letztere von Zweibrücken.

Dürkheim, 24. März. Gestern tagten hier die „Pffäl⸗
zischen Genosseunschafts-Vereine“ im Stadthaus—⸗

jaale: Trotz der Wichtigkeit der Sagesordnung waren em Gan⸗
—AV Vorschußs und ECredit ·
vereine anwesend? Um /3209 Uhr wurde die Versamnkung eröffnet,
zas Bureau constituirt und die hauptsächlichsten, Verhandlungsge
genstande mitgetheilt. Rämlich: J
1. Der Entwurf des bayerischen Genossenschaftsgesetzes;
2. Aufstellung einer Deputation, welche mit der Filiale der
Bank flir Handel und Industrie zu Frankfurt a. M. in
miülndliche Unterhandlung beziglich einer geschäftlichen Ver⸗
bindun der pfälzischen Vereine mit derselben ireten soll;
3:.* Abäuderung des 3.4 des Statuts des pfalzischen Ge⸗
nossenschaftsverbandes, betr. die Wahl des Verbands
3 directors ꝛe⸗

Eine Stunde später begannen, nachdem der Vorsitzende Herr
Zauerbeck die Versammluug in warmer Ansprache begrüßt hatte,
die Verhandlungen, 4 über den J. Gegenstand. Das Re⸗
erat darüber war dem Director des Verbandd, Herrn ssessor
Betersen in Frankenthal, übertragen worden. 6

nach längerer Debatte darüber ob man in eine Specialdis⸗
ussion eintreten jollte, wurde beschlosse ···—

das Referat des Herrn Petersen dem Abgeordneten Herrn
Alwens zu übersenden und diesen zu ersuchen, dasselbe der Kam⸗
ner zur Berücksichtigung zu empfehlen.

In Betreff des zweiten Gegenstandes beschließt die Ver—
ammlung nach längerer Discussion, die Sache in die Hunde
einer Commission, bestehend aus den HH. Traa ppeLedi
uid Jacorb, zu legen.

Der dritte und letzte Gegenstand, der sehr lebhaft discutirt
wurde, fand seine Erledigung dahin daß die Versammlung beschloß
den fraglichen Artikel 45 abzuundern wie folg::
— Zur Leitung der Angelegenheiten wählen die Vereine auf dein
Verbandstage einen Director, der sich den einschlagenden Arbeiten
unterzieht, die Verbandstage anberauint und einleitet und dabei
an die vom Verbande angenommene Geschäftsordnung gebunden
st. Der Verein, welchem der Director angehört, gilt als Vorort,
ind sein Casfier besorgt die Cassengeschäfte des Verbands. Der
Director erhält einen Stellvertreter, den er auf dem Verbandstag
der den Director gewählt, sogleich selbst bezeichnete.

Herx Pelersen, der leßzteren Bestimmung entsprechend, bezeich⸗
net als seinen Stellvertreter Herrn Anwalt Dabid, worauf ihm
»ie Versammlung einen uubeschränkten Credit zur Beftreitung der
Schreiberei rc. Ausgaben einräumt.“ Nach Erledigung einiger
Finlaäufe pon den Vorschußvereinen Endenkoben, Zweibrücken und
udwigshafen, beschließt die Versammlung, die Bezeichnung' des
Irtes, an welchem der nächste Genossenschaftstag abgehalten wer⸗
Zen soll, dem Director zu überlassen, worauf der Vorsitzende, Herr
Sauerbesck, um 32 Uhr die Versammlung schließt. —

Ein heiteres Mahl vereinigt später die Theilnehmer im Ho⸗
tel Ree itz. 74*

f In Mannheim ijt die Errichtung einer großen Brodfabrit,
welche das Brod zu bedeutend dilligeren Preisen liefern soll,
im Werke. *

f Nürnberg 24. März, Iln Interesse unserer auf dem
Vebiete des Feuerlische Wesens ihätigen Industriellen machen wir
darauf aufmertsam, daß mit dem am zweiten Osterfeiertage in
Gunzenhausen stattfindenden JF. bayerischen Feuerwehrtag eine
Ausstellung von Lösch⸗ und Rettungsgeräthschaften, so wie von
Ausrüstungsgegenständen der Mannschaft' verbunden werden soll
und Schritte um Erlangung billigster Tarifsatze bereits unternom—
men sind. (Nähere Aufschlüsse ertheilt der Obercommandant der
»ereinigten Feuerwehr Ruͤrnbergs Herb Kestner im Augustiner⸗
loster.

F Der deutsche Journal istentag wird im Mai d. J. in
Berlin stattfinden. Berathungsgegenfände: Telegraphenwesen. In⸗
erathenwesen, literarijches Eigenthum 1c.

xIn Leipzig ist der Musikdirector F. L. Schubert, dessen
diedersammlungen „Das singende Deutschland,“ Concordia“ sich
einer wohlbetechtigten Beliebtheit erfreuen, und der auch a.s Com⸗-
‚onist bekannt ist, am 17. März gestorbru.

In Wien wurde am 21. d. M. der: Großprior des
deulschen Ordens Graf Stadion, begraben; derselbe hatie ein Eiu—
lommen von 200,000 fl.

FDie Wiener „Presse“ betichtet: Julie v. Eberge nhi, weln
her am 16. die Einleitung der Specialunkersuchung wegen
Verbrechens des meuchlerischen“ Mordeß pudlicite warde
Jat gegen diesen Beschluß Beschwerde erhoben und die Aus-
uhrung der“ Beschwerdeschrift ihrem Vertheidiger Dr. Reuda
jbertragen.
7Schwalbach bei Sarlouis. Durch Herrn Bohrmeister
Danzer wurde mittelst eines Bohrloches ein reiches Kohlenlager,
592 Fuß mächtig, aufgefunden und glaubt man sicher durch neue
Hersuche weitere Resultate erzielen zu können.
        <pb n="153" />
        &amp; * 1 d J W
Holzversteigerung. Ich bringe ——— Niederlage vnun t
Donnersiag den 2. April l. J. Morgens S —9—

im 10 Uhr zu Hedendahlheim im Schul alstatter ortland- 06 omen
— „eus in empfehlende Erinnerung.
e F. 1234713 13424 —
nen pn eeenn Die vorzüßgliche. Qualitäãt dieses Portlhand⸗
buchen Abschm uül. ca. Cementes ist von der Königl. Bergwerksdireetion,
Wig Wegnersangen. — der, Fortification Saarlouis, welche der Fabrik die
373 buchen Bohuensiangen. — dieferung ihres Cementbedarfs übertragen haben, von den

530 Klaft. buchen Sueithotz u. Qual. seönigl. Canal- u. Eisenbahn-Baunbehörden, sowie
335383; Itzrneniigel. von allen Baunnternehmern und Fabriken hiesiger
00 Reiserwellenn. 9— Begend anerkannt. A

II. Schlag Zufällige Ergebnisse. Scqurbrũclcen &amp; Sti IolMm, im MuTrs iöösv.

buchen Abschnitt I. (Cl. WFc
20 kefern Stämme 1Vy. REl. 47 —75 XIMIà. J. * Auy 8*

24 Sparren 66 far3⸗ 4. 43444
8 — Färberei, Druckerei 6e schemische

2 Klafter liefera Prügcll. —— F 244.0 3

Dmersheim — 1868. J * Kunst-Wasch-⸗Anstalt —

as Bürgermeisteram 2122 — —

agee von Eh. RIOGI in vaarlouis.
XAXX. ...— Einem verehrlichen Publikum hiermit zur gef, Nachricht, daß Here Jakob Stief

Holzversteigerung. daufmann in St. Ingbert von jetzt ab nur allein mit einer Agentur für St.

Donnerstag den 2. Aprilel. J, Rach Ingbert und Umgegend betraut ist, und werden dort Gegenftande zum Färben,
nitiags 2 Uhr zu Oberwürzbach im Schul Drucken und Neuwaschen in Empfaug genommen und aufs Beste besorgt.
ause werden nachbezeichneie Holzer aux Muster, worunter die schönsten und moderusten, liegen dort zur
em dasigen Gemeindewalde versteigert: zeneigten Ansicht offen. ** 5*

I. Schlag Steckenthal. Herren⸗ Garderobe, Damen⸗Mäntel zc. zc. werden unzertrenute gefärbt und

eihen Zumm —AA — V—

23 ämme 1V, El. — —* ⏑⏑⏑⏑ ————— — —

* V. 3** 2 * — J
q n8 Säcke und wasserdichte Wagendecken,
5d Nl. El. 1r Fabrik von E. Bodewig S Freydauck in Müblheim a Nh.,

27 Abschnitte III. 8 zu haben zu Fabrikpreisen bei dem Agenten
10 eichen Wagnerstangen J. El. * 234 2*

e aee on i. Qual. Louis Pasquay in Kaiserslautern.
308, ⸗ Asthotzbrugel. —
II. Schlag Zuf. Ergebnisse. Warnserhelles Petroleumä s tr.

4 buchen Stämme III. El. bew4Asserter Stoek fisen.

14 kiefern Sparren. FW FPeinstes Salatol. ——
300 .3 Baumpfähle, pisnna-BResen (zum Straßenkehren ga⸗—
3000 huchen Bohnenstangen. rantirt ein halbes Jahr.) *0

114 Klaftet buchen Prügel. nainaer Handküscnen. E

ODumersheim, 25. März 1868. villeroys Rahmkcase,

Das —— Parmenuankzuao.
ang. Lian hurgep üse.
— IXREL
Unccaroni.
Auringe x Sardellꝑn, —
Capern, Citronen. 0
FPEInStæ CGhocolnde,
rhee, Vnnille.
EsSiSνn- 338
bei Fritz Banzerbieter.
Donnerstag 2. April
Jahrmarkt
in St. Ingbert.
Fuͤr Erstcommunicanten
mpfehle mein r.ichshaltiges Lager Gebeet⸗
ind Erbauungs-Bücher in elegan⸗
en Leder⸗Chagrin und Seidensammt- Ein⸗
zänden, einfacher und ciselirter Vergoldung,
mit und ohne Schloß. *
Anch find die beliebten Kreuzweg—
Andachten mit Bilderu zu 12 tr
wieder vorräthig.
St. Ingbert 12. März 1868
cherpf.,
— Schreibnaterial· Handlung·
Ein möblirtes Zimmer ist zu
permiethen und sogleich beziehbar.
Frau Ritter Wittwe.

——
Jagdverpachtung.
Donnerstag den 2. April l. J. um zwei

Ahr Nachmittags, wird zu Erfweiler auf

Hein Bürgermeisteramt die Feldjagd der

Vvemeinde Aßweiler auf dijährigen Be—

tand verpachtet werden.

Erfweiler den 25. März 1868.

Das Bürgermeisteramt:
Rraunberqger.
Markt · Anzeige.

Gebr. Groß aus Zwei—
brxücken werden wieder den

St. Ingberter Markt am

2. April mit einer großen

Auswahl der neuesten Her⸗

ren⸗Kleider, sowie voll sfan⸗

dige Knaben⸗Anzüge, Hem⸗—
den, wollene Wämse, Kittel,

Unterhosen, Taschentücher u.

J. w. beziehen.

Bemerkt wird, daß sehr
billig verkauft wird.

Austerkarke
von Tapeten,
n reichhaltigster Ausͤwahl, von den
rdinärsten bis zu den feinsten Sorten
angekommen ist.
Frau Ritter Wittwe.
Zwei brave Juüngen konnen als
dehrlinge sofott eintreten bet
Robe Echuster Sohreciner.
        <pb n="154" />
        2224 2 S

Lie itgt ion.
Mittwoch den Lbrit 1868. Nahnit
ags 2 Uhr zu —— —————
nannt e Behausung

jassen die Wittwe und Kinder des dasetb
F Glatmagera ve —X —
hael Spamiol dien nachbezeichutten Liegen
chaften der Pulheilbarleit halbey öffent
ich Gigenthum dersttigerrj nämnlich;
IzondDec. Floͤche woranf ein“ zu
Su Iugberier? Grube! an der
Etrqe 33 Wohnhaus mit
dellet Slall, Hofraum und Pflanz⸗
zarten, neben Ludwig Birkel⸗
* Wirtwe und Johann
—VVV
eeget duf· det Rußhütte St
den e —A—
BZot vᷣl Banpläßenn. getig
J x i — 5——

—X ——

Soru.ol.Noͤtãr.

Gleich nach dieser Vexrsteigerung äßtt
Johann? Schwarz, Gisedeh hiefy sein da⸗
hier in der Gasse nehen Bergmann Danzer
und Wittwe Schuster gelegenes neu exbau—
nes Wohnhaus mit Hofranm und Pflanzgar⸗
ten auf langjährige Zahltermine in Eigen⸗
steigern. 5 —

F BHorn, igl. Notar.

Theilungs⸗Versteigerung.

Osterdienstag den 14. April 1868
Nachmittags 1 Uhr, dahier in der Wirths
»ehaufung von Johann Heinrich's Wittwe
assen die Erben den dahier verlebten Ehes
leute Peteü Lamarche, gewesener
Fabrikant und Gutsbesitzer und Marr g'a⸗
rerhaͤ Bregelihre sämmtlichen Liegen⸗
chafien auf sechs jäth rige: Zahltermjne
in Eigenthum versteigern, nämlichz

St. Ingberter Bannes:

Einen Garten mit Gartenhaus und von

einer Mauer umgeben an der Kaiser⸗

straße 2Morgen groß, dem Bahnhofe
gegenüber

2837 Kuth. Wiese dahinten in den Steg⸗

Por in — 33 neben I
Id dpphe Joserh Ebr
hbardt Wint ———

148 Ruth. Wiese in den Stegwiesen in

7 2 Beeten ijeben Gastwirth Schwarz
und Adjuünkt Hofmann..
Ruth. Acker'sam Güttenwieschen
neben Joh. Reidiger.“

Ruth. Acker im mittleren Wallen⸗
feld an der Kaiserstraäße.
Ruth. Acker au'm untersten Flur
vom Eisenbahndamme durchschnitten.
Ruth. Acher ober der Lehmkaui
neben Johann Joseph Ehrhardt's
Witwhe..
Ruth. Acker in der Lehmkaut neben
Bäcker Hager und Michael Thiery.
Ruth. Acker auf Mühlenthal neben
Heinrich Schmitt und Bernhard
Ochs Erben. 3
Ruth. Acker rechts in den Seyen
neben Valentin Fischer.
Ruth. Acker allda neben Philipp
Weigand und Erzsteiger Schmelzer.
Ruth. Acker in den obersten Seyen
lints neben Backer Hager.
Morgen 20 Ruth. Acker am Bezzen⸗
thal neben Weg und Gastwirth
ESchwatzet
1941 Ruth! Acker in der Ill. Pfuhl⸗
wieserahnung, neben Bergmann
Spohn. — —
Ruth. Acker allda neben Gastwirth
Best. 4* —VV ——
Ruth. Acker auf Schiffelland neben
neben Bücker Hager. .
Ruth.“ Acker im Rodt ober der
Baumschuten neben⸗Ernst Conrad-
Gastwirth.
Ensheimer Bannes:
Morgen 15 Ruth. Wiese die Spitz⸗
Wiese neben dem? Oberwürzbacher
Wege und Wald.
Boꝛnul Reiau
IFraukfurter Boörse
— Geldsorten.
vonm 26. März. 1888..
Preußische Kafsenscheine ινα —3
Lreußische Friedrichs dor⸗ .9 7/ 6öä/
Bistolen . . —9 485
zolländische 19 fl.⸗Etücke 34
ODucaten . 3379 9*
Mraues⸗SEtucle: ειιιει
rẽnglische Souvereings 3.11. 55- 59
hold per Zoisund seine..——14
dochhaltiges Silber per Follpfund. 77
Dollars in Gold »2 2 2829
Redaction. Druck und Verlag von F, X. Demes in St. Jugbert. Iuenn tunn

41 4 134 *
Hausverjsteigerung.
—— den J. Aprik 1868, Nachmil-
ags 2 Uhr zu St Ingberter Grube, ge⸗
nannt Schnappbach in der Behausung des
daselbst verlehten Glasmachers und Wirthes
Michael Spaniol läßt Johann Hölzhe—
er Schreiner da selbst, ein auf der
Schnapphbach gelegenes zweistöckiges Wohn⸗
haus mit Keller, Stall, Hofraum und
Barten hinter dem Hausc oͤffentlich X
kigenthumdersteigern.
Dieses Änwesen kann guch“ aus freier

Hand verkauft werden. *

Horn, Igl. Notar.

Hausversteigerung
zu Schnappbach.
Mittwoch den 1. April 1868, Nachmit-
'ags 2 Uhr, läßt' Wendel Schwarz,
Metzger, in St. Ingbert wohnhaft,zu
St. Ingberter Grube, auch Schnappbach
genannt, in der Behausung von Jacob
Eisel sein daselbst gelegenes zweistöckiges
Wohnhaus mit 13* Zimmern, Küche, 8
Mansarden, Stallungen, Kellern, Hofraum
und Pflanzgarten bis an den Ruhbach, zu
edem Geschafte sich eignend,“ auf langjäh—
rige Zahltermine in Eigenthum versteigern.
Bis zum Verstéigerungstage kann das
Hanze auch, aus freierx“ Hand verkauft
verden. ——

St. Ingbert den 12 März 1868.*

ne Sorn— tal. Notar.
Licitation
Samstag den 4. April 1868, Nachmit⸗
ags 2 Uhr in der Behausung von Joh.
Adam Bed dahiki lassen die Wittwe und
sinder des verlebten Peter Selzer
die nachbezeichnete Liegenschaft der Abthei⸗
ung wegen öffentlich in Eigenthum ver⸗
—X

ein zu St. Ingbert in der Au oder an

der Blieskasteler Straße gelegenes Wohn⸗

hdaus mit Stall, Hofraum und Pflanz⸗

zärichen 6 Dec. Fläche enthaltend neben

wittwe Knapp und Christian Weirich.
. .tal Notar.

Sodann nach dieser Versteigerung läßt
Franz Feichtner Bergmann von
St. Ingbert jetzt in Amerika seine sämmt-
        <pb n="155" />
        , ni pu — viy ι νανν)
ni v spaer Liven— RLRC. A2M M H-ι
St.Ingbexler Anzeiget
uü 2u —Ja— —RA—— . 7 „M-2
] — IAI —ã
— ul — — e e ne: ι ααν it ιul
Mi D να M α Bανν α, a2 ιν
li tee m ιιει ιιινRν en — —— e e
ber Pocbrtakdan zenFere mlt seinai Nnkerhaltungsblatte erscheinte wöͤchentlich dreimabn Dien 84h5 VDonners u
and neze Abonemansvreib Viertetjahrig 45 Krzreoder 13.Silborgre Anzeigen Werden »min Kerge. die dreispaltige! Zeil⸗
αιι . Blattihrift odet deren Raum borechnet. ,,
—V— ι σ — —
—V ⁊ m — — 5 .—R —
Nro: 39 .4 dJee — —* A — en yn — *
di e e Veutfchlandeer , — sen, die Gendarmerie mißhandeht,,), Bon München wurde Militär
ning baben. die kal⸗ Bezirksamter die Vürgermeister beauftragt, jatt. die Hofing der Ruhestdrer wär. Wir wonen nicht preu;
n Betreff der Agitation gegen den Entwurf, ines Schulgesetzes bisch schwören. engy Mirze! Ber RhKuriet? meldel
leunigs.¶ wericht tzu erstalten O inbet lolgende Fragen i)n Aus sba den d Mirze. Der Rs.Kariet. meldes
vel ben eineinden ¶ Adressen egen den Sqchulgesehereuiwurf abge- c äö» vyn Pruen — ——— plecer naß Ens
gaugeu, und!? ) „Durch welche, Personen und mit welchen Miltein vo duꝝ 1 Segag deg Kaiserz von Fraukreich erwaͤrtet wird
ʒieielhenn verailaßz uund gefördert wurden NSy Mit weichem Er— e zun heilt gue egß die Homburget Sbieldant
olge Iie Von der Vevollering giufgenommen worpen und er t nahten Son iitag zun ersten Male geschlossen sein wird.
e ee eee — — J J— 27. Mirn Die Kreuzzeitung bestätigt. daß der
ey Schulgesetzentwurhe erhaͤlt üußerfizahlreiche Umerschriften, und —A pon Prenßzen zun —FB———
Sürfte nicht zu moch gogriffen sein.wenn man ihre Zahl auf 37 Ver Sta tsangiget. puoblicirt die Ernennung von zwan
320 ai * wou der „Hanptstadt ausgehen · ig Lagdesrathen fult Hessen. dDie Exu huten sind:alle bis auf
den· Adresse muß aum —5 Bedentung.beigelegt. werdenz als inen pormalstutfürttlihe Zeamt
inerlei ¶Machinativnen. zur ¶ Wewinnung von Unlerschriften —ange-... Wae n. 2) Marn. Der Winisterptasident Fürst Ausets
wendet werden, sonderij jedea Unterzeichgung, freiwillige und aus berg und Der, Natertichtzminifstet Dasuet, deten esuis —I—
— Bä 7—
Pfarter· und Sguliupecldre g, Munchens gegen die Vergnlasser / der nde e e e ee doge 34 rlamentstreisen — s
A
nnh habenhat —8 Sei seiseng der Siansregiecmgesiotikllen Geietze die taertihe — halten — wie dies
craulaßt. Die Zhullivspeetoren ¶dit Organe der Shaciaäreg erung shon vom Anvegünn. un erwarten wat Hachdem duselsen in vbenn
jnd, werden Zunaͤchst zu einer Vernehsanng über den Jehaltder den' Häufern des A hetatthes zur udanungen Euchigung getomn
raglihen. Ertaͤrung hegehungsweise, sob piegelher wigtücher von Men. Alle gegentheili gen Getuchte. insöesondert die Meldung, danß
huen Ausegüngen stapbhrgelad an werde na r Dec Fr Zigeh R Botitung diefer Gesetze. nur als Pressiog auf Roum vienen —
ggrt in an gunt. Man den. Sahr rfwent duan hicß in asten allte serner die angebtnne Zndang des Gozti hofte Haynald wach
reisinnigen. Kreisen ühber die Nachrichten aus Desterreich . in dem, Kom, entbehren aller Behrlindung
Fonflicke zwischen Zeinbedürfniß, unß — Voeoe— — — Die „Presse“ erwähnt etn — woug Herr v. —*
Wwaunge einen giicde Nucwirlung auf ainseye Land . Fuͤr unt Dnn 'beabsi chtigt gtt Hertenhause einen arhohele Veucerungeedes
Wnicht omohl niaßgebend was. in Preußen, als vielmehr was derchenvermögens borxuschlagen. Neti — d —A —
n dem ͤsterrechaschenHgüserstaate geschieht, Wir wären. herie ni Wie dierIPres fenmittheilke wil““ Erind Naphleoo An“
ioch nicht. zinr Gewerbefreiheit Nekommene ohne Deney Vorgang angs Mi Paris von Neuem verlassen, un 40er Süuttgart rn
Izh ghnlich wirds. wahl, guch m den Sachen vehz Tierus Deihn hen zu deisen. uvιν
— D — ————
4 ee Be rh Jieihe heute · Abend staftge⸗ —— Franbteich nyg ιι
De eee dihnnnee der Roheoedne n Partz eg M, Iin Conferenziaale der Demitirtentama.
is Ati.A F hde des Fatwurfsn des Schulgeiehet Rach demn Ren ner wat gehern von Vorfaten in den großen Spielckubs ꝓiel. dic
unierungs · Entwurfegmjt einigen nicht, wesentlichen Aenderungen an⸗ Rede, wobei vornehme Namen gengunt iurden, dier dabei bethe ing
zenommeng Art . handelt, von der Gliederung der Volksschule, ligt erscheinenz in, den letzten Tagen sind dort ungeheure Verlusten
Art. Iyaͤn der Zustädegleit der Kroasberwaltungssiellen, Art6 rlitten worden, und e wurde eine Dame genannin die ihre Equin
non den Schulen füt einc, Art.7 von, den Schulen für, mehrere dage öerkaufen uünd ihren Haushalt zeducixen mußte, um für die
zolitische Gemeinden oder deren Beslandtheile Arhe: 8. pon. der S3pielschuld ihres Maunnes von einer Million aufzutommen. In
ꝛormalen Schuler zahl und der Errichtung/ neuer Lehrstellen, Art, O voriger Nacht gewann ein Spieler bei einer einzigen Parti—
on der Beseßung der einzigen und Arse 1d. pon der Besehieng 198 000 Firs. Allgemein war mun der Ansicht, daß von Seiten
uehrerer Lehrstellen einer, Schuls dann Art. 11. von der Geyr— er Gesetzgebung etwas zu heschehen hahe, um dem immer“ mehr
peuduug,pog Lehrerinnen. qn. Mädchenschulen In der morgigen iberhand nehmenden Hazardspiet Einhalt zu thun. — Der“ Mo⸗n
Sitzuug wird der Ausschuß wieder an einem prinzipiellen Punlt, iifeut der Armee hat eine neite Aehrilichkeif zwischen den Geschie
in deu Bestimmungen borijaläch derr .Uebertragunge, des Unter⸗ ken Cäsars und der Napoleotiden heransgefünden;“für deibt war“
ihis an, Witglieder; religibser Ordenen und Genossenschaften am der März bedeutungs⸗ und verhämginßvoll. Im März habe er Jo⸗
muigen. ι ι, .öνα ephine geheirathet, sei er über die Alpen gegungenz habe erx die
Mäün et, L7. Biarg In Montag wird die Reichraͤthetamn, brpebitioen nach Eghpten beschlossen, den Code Civil enworfen;
ner. über die Eheschließungsnovelse und über den Entwurf betreffs den Konigstitel vpn Italien erhalten, Maria Louise, geheirathet
Berbollständigung detz Telegraphennehes verhandeln. 5. Die Abe ei der Koͤnig von Rom geboren; Kricc gegen Rußnene 614
zeordueten Croissant und. Genossen bringen in-die Aogeordnelen- rklärt worden, Habe sich 181030die Coaluiv gebisdet,e seien 1814
ammet einen Antrag auf. Akänderung des Pereinstund-Ver- die letzten Gefechte vorgefallen und 1318 die Rücktehr rvon Elba
amnlungsgesetzes ein ny . un ν rfolgtUnter · dem dritter Rapoteon fet m · Nettx ver Rrorworinz
.Mun chau. Ban Matze- Die Hoffm. Corr.!“ meidels Das eboren und nun die Brothäreetschienen.ei
Testament des verstorbenen Königs⸗ Ludwig I, ist gestern eröffnet Paris⸗ 260 Marz.“Man liest in dem Monltern be P'Ar—
porden. Ueber Den nicht ganz;2 Millionen hetragenden Nachlaß necz .Es sind Befehle ertheilt worden,“ daß aller Meilitärs nbere
vird ein anan e e cee die Pinalothek Jahresclasse von ⸗1853 und allentgegen: Prämien Eingetretem ven
zud die zübrigen Sammluugen hleiben wercinigt ünd werdens als ind Wiedereingetretene,“ dien im Jahre 1868: ausgedient hab en
—R unter die untermittelbare, Vewaltuͤng des Königshauses ind sich unter meschem Titel immer gegenwärtig in Urlaub be⸗
gestellt. de zlees ee — r g in iunden mich fernerhin- in Urland bleiben koönnen.Die Chargen⸗
Munche u. 829. Marz. Aus; Trauuftein abird der ·z, Alig, edoch uund dier Soldateh erster Classer dürfen von diesern Maßregel'
3tg.“* telegraphirt. „JDie: hiefi gs. Coutvolverianumlung pwurde urdann Bebrauch »machen, wenn sie ihre Stellung aufgebenremn
urch Aufruhr, vereitelle Es. wurde Generalmarjch geschlagen und ꝛvc Pin r iB. März.a Die , France!: dernentirt die Angaben,:
ie Aufruhracte verlesen aber vergeblich Das Bürgermilitär war zoruach shanische Officiece,nwelche —V —
äfsigen Das Rathhaus wurde demolixt, Häuser und Läden geschlofe hren Vufenihaltaotte perlafsen unde sisreuan dien Grezee: von

—
        <pb n="156" />
        Tatalonien begeben hätten. (In Spanien soll nämlich wieder ein unter der Anschuldigung der Selbstverstümmelung. Derselbe, der
eeee bevorstehen. * — e nachsthin vor dem kgl obersten Relrutirungstathe in
Englanb.. Speyer * rrscheinen ü r sich, nr en wr

32MW v— 58 ung verden, den ganzen Zeig finger der rechten Hand mittelst eine

maer 5 Worz In Liverbanl ist— die Jeldung snten n —2 zu haben. Voae wmiß die
eingeiroffen, daß die Stürme, welche in den letzten Wochen hier zi wven esenlcha abor gelodert haben, ai⸗ in der Seel⸗
wütheten sich bis nach den amerikanischen Küsten erstredten. Alle —— di ate That afie. Derselbe wiũ sich
Schiffe, welche Ende des vorigen Monats hinuüberfahren, hatten Iicu α te 80— —13*8* n ene
dark zu leiden, und die wenigsten lamen ganz unbeschädigt davon. * ig Ho 53 Feuni ab auf das eklatanteste dat
nus den amerilanischen Gewoössern werden viele Schiffbrüche ge- gun wwei nenan m7 * *
neldet, darunter der des Fahrzeugs M. A. Snee, das bei Long Aꝑ e —28 —— d n e
Joland scheiterte; der großte Thal feiner Possagiere ertrank, . daß der kieme nme E ge Ve 7 g a e ee
— Plymouth. 29. HRiärz. Die Post üüber Westindien be— 3 man⸗ d piden dege dhe 7 *
gchtet von furchthaten Ueberfiuthungen auf Meuseeland z. Schift« n dn —* d en of. den Finger abhieb
Hauser. Pachtungen. Vrücken wurden zerstört, und der Schaden zwene, der aber neben den ersten es, pen deuget
al Wi Der Beschuldigte konnte auch absolut den Hergang nicht erzaählen
wird auf eine halbe mit. Pfd. erl. gesch t und brach te allerlei Aus flüchte vor. Das Gericht derurtheilte ihn
N Belgien. J zn einer Gef angn ißstrafe von 8Monaten. — Der Militarpflicht
Brüufsel, 27. März. VBei den Arbeiterumuhen in“ Char. wvird er nun entgehen, aber sein geschandetes Glied wird ihm das
leroh hat es nach offitiellen Angaben 7 Todte und 13 Verwun ; uinmännliche krevelnde Spiet, das er getrietden zeitlebens mn
zele gegeben. Die Ruͤhe blieb seitdem ungesitört. 83lammienschr ist vor die Augen tüen3
nfen 27. Morz In Charlerog und Umgegend fanden Wa hrend der obige Recrut fich im Fingerlurzmachen geübt,

in Folge von Arbeitseinstellung in den Kohlenwerken schwere Un- hat ein anderer dies im Langfingermachen gethan. Einem fimgen
ahen dau. In Chalelineau ward ein Gensdarmericlientenani Pfälzer na mlich, welcher ohnlangft zut Wufterumg in Speyer sig
hwer berwundet Fu Montigny wurden mehrere Personen ge⸗ tellen mußten ist das Unangenehm⸗ passirt, daß wahrend die Mi⸗
ddtet und verwundel. Nach dem Schauplatz der Unruhen sind itärbehörde von seiner Lauge und Norperbes chaffenheit Notiz nahm
Truppen abgegangen. j in anderer Conseribirter dasselbe v on dem Hemd und den Ho
zIn Chaelineau (bei Charleroh) entspann sich um Mit- eu des Untersuhhten that. unde beide St üde fich annectirte. E⸗
ernacht zwischen den dorthin gesandten Truppen und den meute- oole b dem Bestohlenen nichts aüͤbtig als sich In hberzeugen, wag
ischen Acbeilern ein ernster Kampf wodei es acht Todte und zehn olche Kleidung sffücke in Speher hosten. 14
Berwundete gab. — Die Minister sfind in Folge dieser Ereig⸗ Der Lam dauen Vorf chuß Verein hat auf Au·
nisse schon zweimal zur Berathung zusammengetreten. rag ves Gesammt- Ausschusses durch de Weramml ung dit
Sraffel 28. Marz. Cine Compagnie des Regiment dividende proa 1867 nuf 12 prt. festgefezt. — —

der Guiden is im Begriff in die Provimz absugehen Ausg NRaxf. Aus der Pfealz. Die Ausf ührung! der von Gesellschaft.
mur wird berichtet, dag sich auch dort eine Agitation unter den det pfalzischen Rordbahnen brojectirten Alsenzbahn — zur Verbin-
Zohlenarbeilern demertoar mache. Man fürchtet, dah sich die dung der Linie Verbach- Ludwigshafen von Hochspeyer aus mit
lünruhen, in der Rähe von Charleroh ernenern werden. Bei 'er Rbein-Nahebahn ber Münster a m Stein, dann nunmehr als
Zaulers sollen die Ärbeiter, mit Waffen versehen. sich vereinigen fesichert hetra chtet werden. da der bezeichneten Gefellschast auch preu
vollen.“ Truppen gehen auch dahin abß.. jsscherseits die landesherrliche Genehmigung zum Weiterbau und
Brufsel 20. Marz. Reue Ruhestörungen sind in Cha⸗ zum Vekriebe der in das preußif che Gebiet fallenden Strede von
eiel dorelonmen Gegen die Arbeiter muhte die Cavalerie der Landesgrenze— bis zum Ans Glusse bei Muͤnst r am Stein ner—
Iaken nachen; die Verwundungen sind zahlreich. hetilt worden ist. Zut Verfolgung des neu entstandenen Pro⸗
ßcßcßß....

UA 4 * zahn mit der Rhein⸗Rahebahn unterhalb ei si

Bern, 27. März. Auf Antrag von. Bundesrath Schenk n Vteisenheum drin CTomnie gebilden weichem bereits, wie gemeldet
heschloß die hiesige liberale Partei, wegen bevorstehender Aufhe- pird, vom Handelsministerunu die Erlaubniß zu den ted nischen
bung des Concordats eine Beglücwünschungsadresse nach gorarbeilen uf preußischem Gebiete ersteilt worden ist.
Wien zu senden. Lubwigshafen, 26. März. Die pfälzische Lud⸗
vigs bahn hat im Monat Februar 1868 im Ganzen 215, 181 ft.

16 Ir. ertragen, 22,218 fl. 15 kr, mehr als im Febr.

1867. Die Maxbahn hat im Febri 1868 588178 fl. 39 kr.

ertrage n. 83,377 f. 25 ir. mehr als im Febr. 1867. Die Neu⸗

jadi⸗ Dür khe imer Bahn hat im Febr. 1808 4470 fl. 6 kr. er⸗

ragen 208 fl. 38 ir. mehr als im Febr. 1863. —

57 Die Pirmasenser Schuhfabrikation, welche bei der großen

Ansstellung zw Paris mit der silbernen“ Medaille gekrönt wurde,

nummt min jedem Jahre an Ausdehnung und Bedeutung zu. Die

indauer nd ei frigen Bestrebungen der Fabrikanten nach Vervoll⸗

ommnung en und Verbesserungen des Fabrilats geben sich taglich

n der Herstellung einer soliden Waare nach den neueften Façons

ind mit elegante ster Ausstattung kund, vermehren die Nachfrage

ind sichern den Absatz und die Concurrenzfähigkeit an allen in⸗

ind ausländischen Märkten. —

St Goar ghadiussrein, 20. März. Der „Mittelrh.

Ztg.“ wird Mittheilung gemacht von einem Vandalismus der im

anzen Deutschland Entrustung hervorrusfen muß. Der vielbe⸗

ungene Lorelei⸗Felsen, die Zierde des Rheinstromes ist in Gefahr

em Nültzlichle its Prinzip zum Opfer zu fallen. Am Fuße des⸗

elben ist mit Bewilligung der Ortsbehörde ein Steinbruch ange⸗

egt worden. Bereits haben 12 Taglöhner, die unausgeseßt da⸗

ran arbeiten, für Rechnung eines hiesigen Bürgers mächtige

Steine mit Pulver und Pickel aus den ihnen angewiesenen Or«

en herausgesprengt, um sie als Speculations Artilel den Rhein

jerunter zu führen und zum Eisenbahnbaue zu verwenden.

7 Am 25. Marz wird in Freiburg das 25jährige Jubi⸗

äum des 96jährigen Erzbischefs feierlich beganget.

f In Munsingen auf der rauhen Alp lag am Tage der

Zollparlament swahlen, 24. Marz, schuhtiefer Schnee, so daß —

nach dem Schw. M. — die Wähler zum Theil auf Schlitten zuw

Wahl kamen. Varnbüler dankt seine Wahl diesem Wahlkreise.

7 Der Rinaldo des Harzes, Weidling der jüngst eine Flucht

nus dem Quedlinburger Gefängnisse bewerkstelligte, hat in der

Nacht des 16./17. dem Oberamtmann Behm von Hoym mil

ahlreichen Helfershelfern, die einen Wagen mit sich führten, mittelst

Italien.

Florenz, 26. März. Bei der Hochzeitsfeier des Kron—
prinzen Humbert werden der Prinz Napoleon, die⸗Prinzessin Clo—
hilde und der Kronprinz von Preußen zugegen sein, außerdem
werden der Erzherzog Louis Victor und verschiedene andere deutsche
Fürsten erwartet. — Der General Palavicini hat den Oberbefehl
iber die Truppen, welche zur Unterdrückung des Rauberwesens
in den Provinzen Molino. Benevento, Abruzzo Ulteriore, Terra
di Lavore bestimmmt sind, erhalten. ι

Zpanien.

Aus Madrid, 22. März, wird geschrieben: Die Regie⸗
cung der Koͤnigin Isabel hat die Vertheilung aller englifchen und
belgischen Journale in den spanischen Stagaten untersagi, selbst
die Gesandten von England und Amerika haben bisher umsonsi
gegen diese Inquisitions ⸗Maßregel reclamirtzß.

Amerika. rae: u manh

Wafshington 27. März. Die Bill, welche die Appel⸗
ation von den Bezirksgerichten an den höchsten Gerichtshof ver⸗
zindert und diepom Prasidenten mit seinem Veto belegt worden war,
st mit der erforderlichen Zweidrittelsmehrheit in strenger Partei⸗
abstimmung von beiden Congreßhäusern über dieses Veto hinüber
ingenommen worden.
Vermischtes.

r Zweibrücden, 28. März, Kaum ist das neue Wehrge⸗
eß in Kraft getreten. und schon müssen die Strafbestimmungen
xesselben zur Anwendung gebracht werden. Das allegirte Gefet
verfügt in seinem Art. 78. daß, wer, um der Einreihung zu ent
zehen, sich korperlich beschädigt. mit Gefangniß bia zu 1Jahr
oder an Geld bis zu 1000 fl. welche Strafarten auch verbun⸗
den werden loͤnnen, bestraft werden soll. Auf Grund dieser Be⸗
stimmung wurde heute vor dem kgl. Zuchtpolizeigerichte dahier ein
in den Annalen der Strafrechtspflege Außerst selten vorlommender
Fall abgeurtheilt. Es stand nämlich ein kraftiger Bursche, Con⸗
cribirter der letzten Alteraklasse, nor den Schranken des Gerichte
        <pb n="157" />
        tinbruchs einen 4 Center schweren; Geldkasten nebst Inhall' von
Ji 1200 Thalern und mehreren Werthpapieren gestohlen.
fBerluin, 26. Marz. Professor Karl Vogt hat gestern
eine Vorlesungen über die Urgeschichte der Menschen antet all⸗
eiugem Veifall beendigt. Seine letzte Vorlesung gipfelte in dem
chwein daß der Mensch von keinem der seht lehdenden men—
schenähnlichen Affen abstammen loͤnne. daß aber beide in einem
mneinschaftlichen Stamme wurzeln. — Raqh dem Schlufse der
8 fand in der „Donnerstagsgesellichaft“ einn zu Ehren
hogt's gegebenes Souper statt, an weichem u A. die Abgeord ·
geten Loͤwe, Virchow, Duncker. v. Unruh, von Hennig, Twe⸗
jen X. Theil nahmen. Heute (Mittwoch) Abend ist Vogt nach
Genf abgereist. J J

Reuß. 25. Marz. Ueber ein vor einiges Tagen ai bem
Nachtbardorfe Heerdt; dorgekommenes tragisches Ereigniß wird Rach⸗
tehendes Nähere berichtet, Ein dart geborener⸗junger Mensch,
e mit Auszeichnung bei den Garde⸗Schützen in Berlin gedien
hatte, fand nach feiner Entlassung (et waͤr Schlosser und Ma⸗
B eine Anstellung in giner Fabrik in Dortmund. Hier
iobte er sich mit iner Schreinerstochter und wollte vor Kurzem
jeirathen. Als sich jedoch aus den beigebtachten Documenten er⸗
jab. daß er ein uneheliches Kind war, derweigerten die Eltern der
Braut ihre Einwilligung. Dieses nahm sich der junge Mann so
u Herzen. daß er sich auf dem Kjrchhofe zu Heerdt, auf dem
Zrabe seines Großnaters, und zwar mit Wasser erschoß. wo⸗
zurch sein Kopf dvollstaͤndig auseinandetgesprengt wurde.

F' Wien, 25. März. Die Schlußverhandlung gegen Julie
3. Ebergenhi findet am 22. 23., 24. und 25. April d. J. statt.
Als öffentlicher Ankläger fungirt Staatsanwali Schmeidel, als
Bertheidiger Dr. Neuda.
Einea Beanen ders Kahetiv Slisabethbahn, der sich mit
einem Messer. mit dem er kurz zuvor seine Tabakspfeife gereinigt
hatte, in der Hand eine Schnitiwunde beibrachte, mußte in Folge
dadurch herbeigeführter Nidso sinnexraiftarng der Arm abae⸗
nommen werden. IV —B

In Saint Germain MäGieser Tages der letzies Veteran.
velcher die Schlacht beie den Vyramiden mitgemacht, der Obersl
oniard. 88 Jahre alt, gelüorben ....

4 Die Veterinaͤrschuie von Ly on, deren Zoͤzlinge sich ge⸗
weigert hatten, die gebräuchlichen Gebete für die napoleonische Fa-
nilie herzusagen wurde aufgelösst.. 32

fParis, 28. März. Der zur Revue im Tuilerienhof
ommandirte Jager⸗Capitän R. erschien nicht, und erhielt des⸗
vegen einen schweren Berweis und mehrere Tage Arrest in der
daserne Rue Babylon. Des andern Morgens versammelte er
eine Compagnie, tirat vor die Front. nahm Abschied, und schoß
iich mit einem Revolvet eine zweite Ktugel in die Brufst,
zachdem die erste von seinem Legionuslteuz in den Hals abge⸗
zlitten war.

f Ein 20jähriger Bursche, Peter Michehan, sitzt am 4.
Marz sehr sorglos auf der Beschuldigten Vank und scheint den
Lusgang des Kampfes gar nicht zu fürchten, den er jetzt aufzu⸗
gehmen hat. Er ist des Jagens ohne Erlaubnißschein und zu
verbotener Zeit, näimlich bei Schneewetter, beschuldigt. — Auf den
Vorhalt des Prasidenten sagt Michelan: Spassige Jagd, ich hatte
ein jchlechtes altes Pistölchen nicht langer als ein Finger. —
Prasident: Ihr habt dasselbe aber mit viel Geschick gebraucht,
Zenn man fand in Euern Taschen einen Spaz, 6 Lerchen.
Michelan: Und einen Hänfling. Präsfident; ferner eine Kugel⸗
orm, gerade für das Pistöͤlchen geeignet; Ihr schießt also⸗ die
Voögel mit Kugeln aus diesem Pistölchen. Michelan (mit bejchei⸗
dener Miene): Wenn man eben nichts Anderes hat. — Präsi-
dent: Das in ein Glück füe die Voöogel. Was würdet Ihr mit
iner Flinte und mit Schroten ausrichten! — Michelan nimint
dieses Lob wohlgefallig an und hört einen Urtheilsspruch der ihn
u 16 Francs Geldbuße eondemnirt. — Prüsident fortfahrend):
Das. Tribunal derordnet überdies die Confidcation der Pistole.—
Heichelan: Das ist schon besorgt. Der PolizeiCommissar hat
ie ichon lauge.

In Finnland ut die Roth eine furchterliche. Wie ein Lauf⸗
uer greifen der Typhus und andere Krankheiten um sich, und
der gäntliche Mangel an Nahrungsmitteln ist furchtbar. Allein
i der Gemeinde Muhigärwi hat der Typhus von einer Bevol⸗
srung von 8-9000 Personen 2107 Persouen dahingerafft. 3

Am 3. d. Mu. brannte das Museum des Millionen
Schwindlers Barnum in Newyork vollstandig nieder, Von den
Thieren der Menagerie konnte nur ein sehr kleiner Theil gerettet
verden. Die kostbarsten Naturmerkwürdigleiten kamen sammilich
n den Flammen um. Herr Barnum gibt den ihm entstandenen
Berlust auf 400,000 Dollars an. Nur etma ein Hrittel des
Wertheß war versichert.

FUm die Langwuligkeit der Straßen Bostonts zu beseitigen

und denselhen ein belebteres Aussehen, zu geben, wurde in Eug⸗
land eine Bestellung auf. Spatzen gepiachten pit ini, Rordamerela
dis jetzt bekanntlich fehlen.

7 In Wisconfin entflanib beiin Bohren eines. artefischen.
deinnens pᷣldhlich in einer Tiefe von 280 Fuß eine? laute Er⸗
Aoston auf sie folgie ein aufspringender Strahl siedend heißen
Wassers, durch den zwei Arbeiter arg verbrüht wurden Seitdem̃
zampft es foriwährend aus denm Vohrloche und dichte Wolken
agern über der mit Schnee bededten Ebent..
7 Da Cenralcomite des Nordamerik. Sangerbundet ladei
die dentschen Sanger zum 16. Sängerfeste im Julied. J. ein,
ind sichert 10 — 15 derselben Kostenfreiheit den andern aber freie
Fahrt von Rewyork bies Chicagy zu. *

FAIn ber Argentinischen Kedublik“ richtet die Cholera noch
mmer surchtbare Verheerungen an. — In der Stadt Cordova
ielen allein 7000 Menschenleben dieser Pest zum Opfer.
— —S eines Diebes.) Hat man wirklich mal, dae
Sldc dif re erfie Etage der Genem ————ã — — —8
dumpd in: seine Commode J Sechs Liebesbriefe unb ernen Vater⸗
norderti⸗ Un bei son — wundert sich die Weltnmoch,
venn mad uf so nr miedertrachtige Weise geprellt wird.
— ι ιι
Acha tliches.onia ιο ιι

Dar Gipz. Ueber die Ankbenbung' und Wirlung des
gipses hort man unter den kleineren Landwirthen Dender Kegel
janz falsche Ansichten, man meint nämlich, ex müsse, wenn er am
Bortheilhaftesten wirken solle, erst dann auf den Klee gestreut wer⸗
en, wenn dieser erst händelang wäre, damit er ordentlich auf den
Blattern hängen bleiben bonne, wenn xr des Morgens im Thau
der nach einem Regenwetter ausgestreu wüilrde. Er wirlkt haupi⸗
achlich durch seine Schwefelsaure, welche aus den Humusbestand⸗
heilen des Bodens Ammonial loölich macht und dieses der Pflanze
uführt; wo also viel Humushestandtheile im Boden vorhanden
u in guter Cultur stehenden Boden der
Fall zt/ wirlt er degzhalb auch besser, solchen. wo
iese fehlen, wie ð8 bel einem mageren ausgesogenen Boden der
Fall ist. Seine Wirkung im Boden kann sich aber auch nur daun
sußern wenn er sich gelosst hat; zu dieser Lösung sind aber 400
bis 600. Theile,/Wasser erforderlich und bleibt Het immerhin ein
prekäres Ding⸗ ihn· ss spät auszustreuen, wo— seine Wirkung bei
ufällig eintrelender trodener Witzerung nicht hervortreten klann. —
der beste Zeitpunkt zum Ausstreuen in ganz früh im Frühjahre,
nielleicht Ende Februar oder. Anfangs. März, wa ex, fich bei der
am diese Jahreszeit noch doͤrherrjchenden /nasseni Witterung gonz
icher gehörig auflösen und seine düngende Kraft, der Kleewurzel
mithe ien kann. Auch kann man ihn schon im Spaͤtherbste aus⸗
reuen, wenn es sonst die Witterung 3 erlaubt. . Haupt.
achlich veranlaßzt er bei den Cullurpflanzen aus der Fa⸗
nilie der schmetterlingsblüthigen Pflamen. alz Hülsenfrüchte,
2leearten, u. s. w. eine Vermehrung der Ernte, namentlich an
Stengeln und Blätten An

karien al« Nußz- Werkerund Brennholz. Es

‚eichnet sich das Akazienholz durch eine besondere Dauerhaftigkeit

ind Widerstandsfähigkeit gegen Regenund Feuchtigkeit, sowie

urch eine große Zähigkeit aus, und eignet sich deshalb zu ver⸗

chiedenen FZwecken sehx gut, insbesondere aber fürn Weinbergs⸗

fahle und Baumstangen. Nach mehreren mit Akazienholz ange⸗

ellten Versuchen und dabei gemachten Erfahrungen, hat sich erge⸗
zen, daß die untern Theile don 142 -2 Zoll dicken Alazienstan⸗

gen, schon 16 Jahre ais Weinbergspfühle benutzt worden sind

hne bis jeht noch abgefault zu sein; selbsz einjährige Triebe von

Atazien. die als Blumenstäbe benutzt wurden,“ hielten 2 bis4

Jahte iang, ehe sie abfaulten. Auch laßt es sich sehr vortheilhaft

ʒerwerthen als Geschirrholz ꝛc. Die — als Nieder⸗
vald zu, kurzem Umtriebe noch viele Vorziigen. Keine Holzart
seht ihr in Schnellwüchsigkeit vor ihre Verjüngung ist durch

Slod · uind Wurgelausschlag sehr leicht und ficher; fie verlangt
einen kräftigen Boden, sondern kommi im magersten Sande an⸗
sepflanzt fort. derlangi aber dagegen eine vor Wind ge⸗
chilhte cage.7 H—

Ueber deftirransport der Fefte in Rinds⸗

blafen. Die zweckmäßigste und vaͤctheilhafieftt Versendung des

Schmalzes uͤnd der Butler besieht darin, daß man die Butter
»der das Schmalz in Rindsblasen bringt, dieselben gut zubindet

unm in Kisten mit, Holzasche oder was noch besser isty mit · Holt.
tohlenpulner verpackt. Zu diesem Zwecke legt man —325
zuerst eine halbe Fuß hohe Schichte Asche oder Holzlohlenpulver,

Früdt nun die mit Feti gefüllten Blasen in die Ascheuschichte ein

zringt wieder von demselben Materiai darüber und fährt so fort

dis die Kife voll ist. Amf diefer Art lafsen .sich DheFette auf
die weiteste Entfernung verjenden, otme daß fie imne geringften et
was an Werth verlieren.
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410 St N.GClani —D— .53. νι ub 3
—— ——— r⸗ * ver e peihrücken⸗ ẽaͤnt Froße, ——
— —— — 6 Arhoodchien gürehen h d—
— reet cnu ahtalid, ha hatend * — B——
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Lei 3 wygee ui ——ã o n Md de m
B ni au α — St. Jugbert.
æ ——— me n in
Redaction Druc ann Verlen ae
Redac ⸗*
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        Hl. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint —XX
ind Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. —40d

Donnerstag, den
186s

Deutschlaud.

München, 28. März. Die Eröffnung des Testaments
veiland Sr. Maj. des Königs Ludwig J. wurde gestern durch
zen Hrn. Justizminister als Großnotar der Krone vorgenommen
Nach dem was man über den Inhalt des Testaments erfährt,
wird aus dem Nachlasse ein Fideicommiß (unveräußerliches
Stammgut) errichtet, dessen Nutznießer Se. k. Hoheit Prinz Luit⸗
zold als Haupterbe sein wird. In dieses Fideicommiß sind auch
die neue Pinakothek und die Glypthothek inbegriffen. Zum Nach—
'olger des Prinzen Luitpold in diesem Fideicommisse ist dessen
iltester Sohn, Se. k. Hoh. Prinz Ludwig, bestimmt, welchem
nußerdem zwei kostbare Vasen vermacht sind. Aus den Erträg⸗
nissen des Fideicommisses ist dem Prinzen Adalbert k. Hoh. eine
ährliche Reute von 40,000 fl. hinauszuzahlen und die dem Prin—
en Luitpold noch bleibende Jahresrente auf 60,000 fl. ange⸗
chlagen. Prinz Leopold erhält das Schloß Leopoldskron und
die Marmorbrüche am Untersberg. Prinz Arnulf, dritter Sohn
Sr. k. Hoh. des Prinzen Luitpold, die Villa Malta in Rom,
nit der aͤusdrücklichen Befugniß sie zu veräußern oder zu vermie—
hen. Von den beiden Söhnen des Prinzen Adalbert erhält der
iltere, Prizz Ludwig Ferdinand, die Villa Ludwigshöhe bei
Edenkoben in der Pfalz, der jüngere, Prinz Alpsons, die Summe
von 30,000 fl. Die Walhalla bei Regensburg, erklärt der
Erblasser als ein Vermächtniß an ganz Deutschland. GMach
der „Allg. Z.“ sollen die Befreiungshalle bei Kehlheim und
die übrigen noch vorhandenen Gebäude, welche Eigenthum des
Letzteren waren, dem König Ludwig II. vermacht sein, welchem
nuch die Armen, die vom König Ludwig J. Unterstützung erhiel⸗
en, empfohlen sind.)

München, 29. März. Durch gemeinschaftliche Ent schließung
des Justizministeriums und des Kriegminsteriums wurden die
Landwehr⸗Bezirkskommandanten ermächtigt, zur Beeidigung der
andwehrpflichtigen Mannschaft bei den Controlversammlungen in
FFrmanglung von hiezu beorderten Auditoren und an deren Stelle
inen Beamten des nächstgelegenen Stadt- oder Landgerichts im
Rtequisitionswege beizuziehen, und die letzteren angewiesen, solch en
Requisitionen Folge zu geben und die Beeidigung der landwehr⸗
oflichtigen Mannschaft unter Beachtung der hiefür bestimmten
Förmlichkeiten vorzunehmen.

München, 80. März. Sitzung der Kammer der Reichs-
äthe. Der Präsident Frhr. v. Stauffenberg zeigt an, daß neuer⸗
»iugs 483 Adressen gegen und 372 für das Schulgesetz einge—
aufen sind, daß ferner eine Eingabe an die Kammer gelangte
jegen das neue Armengesetz und — gegen die Einführung von
Toleranzhäusern. Der Präsident theilt ferner mit daß aus der Pfalz
38 Telegramme eintrafen gegen Einführung des Malz auf—
schlagsgesetzes.

München. 31. März. Der König hat gestern Herrn
Windfried Hörmann von Hörbach, Director der Kammer des
Innern bei der Kreisregierung von Unterfranken und Aschaffen-
zurg in Würzburg, zun Staatsminister des Innern
rnannt.

München, 31. März. Im neuesten Einlauf der Abgeord—
tetenkammer befindet sich die Bitte von Hofbesitzern aus der Ge⸗
jend von Zweibrücken, „Beiziehung zu den Gemeindeumlagen betr.“,
ingeeignet von dem Abg. Tafel; Bitte von Bauagssistenten in der
Pfalz, „Erhöhung der Functionsbezüge betr.“, angeeignet vom
ilö6g. Golsen; Vorstellung des Stadtraths von Landau, „die
Bründuug eines dritten Gymnasiums in der Pfalz betr.,“ ange—
eignet vom Abg. Louis.

München, 1. April. In Traunstein und Umgegend sind
veitere Unruhen nicht mehr vorgefallen. Leichte Unruhen in
Altötting sind ebenfalls beschwichtigt. Die Untersuchung ist im
vhang. Zur Vorsorge sind von Seite des Kriegsminisseriums
am utliche Landwehr⸗ Bezirkscommandos ermächtigt, nöthigenfalls
cus den zunächstliegenden Garnisonen militärische Hilfe zur Abhal
ung der Controlversammlungen zu requiriren.

München, 29. März. Ueber die Vorfälle in Traunstein
ind hier folgende Nachrichten eingetroffen: Die heutige Control—
»ersammlung der Landwehr wurde nicht nur in Folge Wieder—
etzung der Betheiligten, sondern auch durch förmlichen Auf—
tand und öffentliche Ruhestörung verhindert. Das Verlesen der
lufruhracte wurde nicht beachtet, vielmehr ging eine ganze Men⸗
henmenge zur Verübung von Gevalt über. Sämmtliche Kanz⸗
eien des Rathhauses wurden demolirt, alle Fenster des ganzen
Bebäudes eingeworfen, die Canzlei⸗Requisiten vernichtet, den er⸗
chienenen Gensdarmen die Gewehre abgenommen und letztere zum
Fenster hinausgeworfen. Die hiedurch und durch sonstigen Tumult
erjchreckten Einwohner schlossen die Verkaufsläden und die Haus—
hüren.“ Von der schon in Folge ähnlicher Vorfüälle in Trostberg
zurch Generalmarsch requirirten Bürgerwehr erschienen nur die
Offiziere. Auf den Rath der Civilbehörde stellte der Landwehr⸗
Bezirkscommandant seine Thätigkeit ein. Menschenmassen durch—
aehen schreiend die Straßen, alle rufen wie eingeschult:
„Wir lassen uns nicht preußisch machen:“ Die Stimmung im
Bebirge ist nicht bessr. In Folge dieser Nachrichten wurden von
hier noch gestern (28.) zwei Compagnien vom Infanterie-Leibre⸗
ziment, in Stärke von 100 Mann, mittelst Extrazugs nach Traun⸗
tein abgesandt und eine gleiche Anzahl Beurlaubter der dortigen
Zegend hierher einberufen. Es wurde ferner Regierungsrath
Moser als Regierungs-Commissär nach Traunstein' gesendet, um
ie nöthigen Anordnungen-zur Wiederstellung und Sicherung der
Ordnung zur treffen und zugleich zur Ergründung der Ursachen
dieser ‚Ruhestörungen die Untersuchung anzuordnen. Ich kann
dem beifügen, daß von Seite des Staatsministeriums des Innern
die energischsten Maßregeln angeordnet wurden.

Augsburg, 28. März. Der hiesigen „Allg. Ztg.“ wird
aus Wien geschrieben: Rom haäbe eine bestimmte und in allen
Puncten ablehnende Antwort, auf die österreichischen Vorschläge, be—⸗
züglich einer Revision des Concordats, bereits nach Wien gelangen
afsen.
Dienstesnachrichten.
Der geprüfte Rechtscandidat Herrmann Petri in Zweibrücken
vurde zum functionirenden Staatsprocuratorsubstituten bei dem
Zezirksgerichte Zweibrücken ernannt und der Bezirksgerichts-Assessor
David Graf in Zweibrücken zum Landrichter in Rockenhausen
efördert.

Unier Bewilligung des Vorrückens des Studienlehrer August
Nusch in Dürkheim in die II. Classe der dortigen Lateinschule
ind des Studienlehrers Friedrich Beck in die B. Classe daselbst
— wurde der Studienlehrer an der Lateinschule zu Germersheim
August Suero, auf die Lehrstelle der J. Classe an der Lateinschule
in Dürkheim versetzt.

Berlin, 28. März. Der schon mehrerwähnte Vertrag,
»en Kauf der hessischen Nordbahn durch die Actionäre der Ber⸗
gisch-Märkischen Nordbahn betreffend, welcher eine feste Rente von
36/0 gewährt, unterliegt der allerhöchsten Genehmigung.

Wien, 26. März. Der „demokratische Fortschrittsvercin,
hat in Folge des Beschlusses, ein Denkmal für Robert Bl u'm
Messenhauser, Becher und Jehlinek zu errichten,
Nachforschungen über die Grabstätten der Genannten angeftellt.
Die Todiengräber des Währinger Friedhofes sagten aus, im Oc—
ober des Jahres 1848 seien gleich nach der Beendigung des
Zampfes zwischen den Truppen des Fürsten Windischgrätz und den
Wienern an jedem Tage 40—50 Leichen auf den Friedhof ge—
zracht worden, welche daselbst in gemeinsamen Gräbern beerdigt
vurden; eine Eintragung der Namen in das Friedhofsprototoll
Jabe jedoch unterbleiden müssen. Die Leichen der kriegsgerichtlich
heruriheilten und im November Erschossenen, seten von einem Stabs—
rofoßen begleitet, aus dem Militärspital auf Flechtwägen des Fuhrwe⸗
encorps auf den Währinger Friedhof transportirt worden, Blum sei
ieben Messenhauser begraben worden, aber ihre Namen und die Grab—
rummer jeien auf höheren Befehl nicht in das Friedhofeprotololl
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        eingetragen worden. Im Jahr 1860 habe man die ganze Ab- stätten zu schließen. Die Bevölkerung steht ganz auf ih.
theilung, in der sich jene Gräber befanden, umgegraben, um neue rer Seite. J vA

Gräber anzulegen; die ewine seien damals, wie üblich, alle zu Spanien.

sammen an einen andern Ort bestattet worden, so daß nunmehr 9 5 8

nicht einmal die einzelnen Grabstellen bestimmt bezeichnet werden mit e — nnd e der Handelsrertrag
könnten. Es bleibt demnach nichts Anderes übrig, als irgend /

einen passenden Ort des Friedhofs für das Denkmal jener Frei— Amerika.

heitsmärtyrer zu wählen.

Wien, 28. März. Die „Morgenpost“ brachte gestern dir
heute im N. Frdlh.“ „von anderer, bestunterichteter Seite be—
stätigte Mittheilung, daß in der bewegten Nacht des 22. März
der Kaiser von ganz unbefugter Seite — wie man sagt, vom
Secretär eines sehr hohen Herrn — die telegraphische Meldung
erhalten habe: „Wien befinde sich im vollen Aufruhr — es gehe
ganz so zu, wie in den Tagen des 1848er Jahres!“ Auf die
telegraphische Anfrage Sr. Majestät an den Minister der öffent⸗
lichen Sicherheit, Grafen Taaffe, erfolgte nun von Seite des letz,
teren die befriedigende Erklärung;,' daß sich die Bewohner Wiens
an jenem Tage und in jener Nacht „musterhaft“ benommen ha⸗
ben. — Wie aus Pesth berichtet wird, ist der Name des zu er—
wartenden kaiserlichen Kindes bereits festgestellt und zwar soll ein
Knabe den Namen Stephan und ein Mädchen den Namen Marie
erhalten. Taufpathe wird Herzog Maximiliau in Bayern sein;
doch dürfte dieser wahrscheinlich durch Königin Marie von Neapei
vertren werden. — Dem „Mem. Dipl.“ zufolge wird der Kai—
ser Pesth erst nach der für Ende d. M. erwarteten Niederkunft
der Kaiserin wieder verlassen. Die Majestäten wie das magyarische
Volk wünschen dringend, daß das erwartete kaiserliche Kind ein
Prinz sei, welcher als auf ungarischem Boden geboren, dazu be—
stimmt werden würde, eines Tages Palatin vou Ungarn zu sein.
Es scheint gewiß zu sein, daß bei Gelegenheit der erwartelen Ge—
burt der Kaiser die Heirath des Erzherzogs Heinrich mit Fräulein
Hoffmann anerkennen wird.

Wien, 31. März. Das Herxrenhaus hat heute das ganze
Schulgesetz in dritter Lesung im Wesentlichen in der Fassung des
Unterhauses angenommen.

England.

Mit welcher Grausamkeit in England noch Disziplinarstrafen
verhängt werden, mag unter Anderem daraus hervorgehen, daß
nuf dem Kriegsschiffe Favorite ein Matrose wegen Trunkenheit so
geknebelt wurde, daß er nach 20 Min, erstickte. Ein Kriegsge—
richt sprach die Officiere, welche die Strafe verhängten, frei;, die
Admiralität hat nicht etwa die Strafe des Knebels verboten, son
dern lediglich verordnet, daß künftig nur Knebel mit einem —
das Athmen ermöglichenden — Loche angelegt werden.

Belgien.

Brüsstel, 80. März. Die Aufregunng in der Gegend
von Charleroi hat sich ganz gelegt. 15,000 Arbeiter find zur
Arbeit zurückgekehrt.

Brüssel, 1. Aprit. In Charleroi herrscht große Aufre—
gung. Man befürchtet die Wiederholung der Unruhen und Ar—
beitseinstellungen. Die Arbeiter sind mit Geld versehen.

(Neue Kugelspritze, Aus Brüssel schreibt man der „Nat.
Ztg.“, daß die dortigen Waffenfabrikanten Christophe und Mon
tigny der preußischen Regierung eine Kugelspritze geliefert hehen
welche 87 Rohre hat, wodurch es möglich wird, 370 Schüsse in
der Minute abzufeuern.

Schweiz.

In Genf ist ein bedenklicher Arbeiterkonflikt ausgebrochen.

Zu wiederhdlten Malen stellten einzelne Gewerke und Fabriken
die Arbeit ein, um die Arbeitgeber zur Anahme trotzig
gestellter Forderungen zu zwingen. Neuerdings verlangien
die Bauarbeiter Minderung der Arbeitszeit von 12 auf
10 Stunden, Bezahlung per Tag statt wie bisher per Stück,
und zwar 40 —-50 Cent. für die Stunde. Die Forderungen er—
gingen an die Bauunternehmer in anonymen Zuschriften, wurden
deshalb natürlich nicht berücksichtigt. Nun wurde Abends 6 Uhr
Appell geschlagen, um die Arbeuer zu einer Versammlung im
Schießstand zu berufen. Ungefähr 1200 Arbeiter durchzogen unter
Trommelwirbel die Stadt und hielten eine Versaumlung, worin
drii Zünfte Arbeitseinstellung erklärten. Am 24. und 25. wur—
den jedoch auch Werkstätten, welche mit gedachten Zünften in kei—
ner Verbinduug stehen, in die Bewegung mit hineijogen. Haufen
von 40 bis 50 Arbeitern draugen unter dem Rufe „Hier mird
nicht gearbeitet!“ in die Wertstätten ein, und zogen die Arbeiter
mit sich fort. In der Gasauftalt sperrie man das Hauptthor zu,
und bedeutete den Leuten, wenn ssie ßch nicht zurückzehen, werde
man sie mit Gewalt zurücktreiben. Die Arbeilgeber sind entschlossen,
jede Unterhandlung mit dem, von London aus befehligten Comite
zurückzuweisen und bis auf Weiteres die, Baupläze und Werk

remeisschtec

F Für den Bau einer katholischen Kirche in Zweibrücken hat
der König 2000 fl. geschenkt.

F Frankfurt, 30. März. Bei der heutigen Pramiirung
der schönsten zu Markt gebrachten Pferde auf dem hiesigen Früh
jahrspferdemarkt erhielt uͤ. A. Herr Stalser auf dem Ernstwei—
ler Hof bei Zweibrücken für einen braunen Hengst den Preis zur
freien Verfügung der Commission, nämlich ein Paar Champagner—
kelche mit Pferdeköpfen in Silber.

f Der „Würzb. Stadt- u. Laudbote“, bringt folgende Au—
frage: Da jetzt auch die Frauen Wurzburgs eingeladen werden
gegen das neue Schulgesetz zu stimmen, wäre es da auch nicht wün⸗
schenswerth, lieber gleich die Sch uljugend zu befragen, ob
sie überhaupt eine Schuͤle wolle? Es würde gewiß ein großer
Theil dagegen stimmen und könnte da zur größeren Bequemlich—
leit eine Adresse in sämmtlichen Conditoreien Würzburgs aufge⸗
legt werden.

F Köhn, 27. März. In diesem Jahre zu Pfingsten
wird daß rheinische Musi kfest unter Leitung des städtischen
Kapellmeisters Ferd. Hiller in unserer Stadt abgehalten werden.
Da das erste dieser Musikfeste im Jahre 1818 in Düsseldorf
tattfand, so wird mit dem diesjährigen, dem 3., zugleich die
Fubelfeier des 50jährigen Bestehens dieser Feste zusammenfallen.
Der erste Pfingstiag wird den Händel'schen „Messias“ bringen.
Das Programm des zweiten Fefutages lautet? Ouverture von
Hade unter dessen Leitung, Pfingst Tantate von Bach, 8 Psalm
Nr. 119 von Mendelssohn, zweiter Theil der „Vestalin“““ von
Spontini und Y. Symphonie von Beethoben. Den dritten Taʒg
füllen eine Ouverture von Hiller, eine Symphonie von Schumann
ein Violin-Concert von Joachim und Vorkräge der Solisten aus.

Stuttgart 26. März. Der heutige „St.⸗Anzeiger“
dringt einen Brief aus Geislingen, welcher die in der Allg. Itz.
dom 22. d. gegebene und auch dou uns mitgetheilte Schilderung
des dortigen Eisenbahnunglücks als zu grell bezeichnet. Von den
32 Wagen, sagt der „St.Anz.“, sind 6 ziemlich undersehrt, 12
leicht, 12 theils mehr, theils weniger stark beschädigt, und nur 2
janz zertrümmert. Von der Mannschaft waren 8 sofort todt, 1
tarb kurz darauf und 2 wurden schwer verwundet. Die Erzähl—
ung aber von dem durch Hopfenstangen gespießten Bremser, der auͤs
den Stangen habe herausgesägt werden müssen und unter den
zräßlichsten Schmerzen im Spital seinen Geist aufgegeben habe,
jei eine viel erzählte und viel geglaubte Fabel. Beide Verwundete
hefinden sich vielnehr auf dem Wege der Besserang. — Um so
besser, erwidern wir dem „St. Ang.“ Daß bei derartigen Nach-
richten der erste Schrecken übertreibt, ist erklärlich. Zu bedauern
sst nur, daß die amtlichen Blätter mit ihren Berichtigungen oft
so spät kommen.

xIn der Bahnhofstraße zu Essen sind (entweder in Folge
der Arbeiten der Zeche „Hoffnung“ unter der Stadt oder der
allgemeinen Abtrocknung des in der Kohlengegend unter der Ober—
fläche vorlommenden Fliessandes) nicht weniger als 37 Wohn⸗
häuser gesunken; 3 mußten bereits abgebrochen werden, eins ist
zum Abbruch bereit.

Aus Landsberg bei Halle wird Folgendes mitge⸗
theilt. Am Donnerstag Nachmittag 3 Uhr hat sich hierselbst ein
schreckliches Un zlückj ereignet. Der Pulverthurm, der zur Aufnahme
des Sprengpulbers dient, explodirte plötzlich. Es sind bis jetzt
7 Leichen, die meist gänzlich verstümmelt sind, aufgefunden wor—
den, außerdem vermissen noch mehrere ihre Angehörigen, ein junger
Hann liegt noch schwer verwundet darnieder und wird wahrscheinlich
ein! Bein einbüßen. Die Ursache der Explosion schreibt man der
Unvorsichtigkeit eines Steinbrechers zu, welcher in Gesell ⸗
schaft eines Handlungslehrlings mit breunender Cigarre den Pul⸗
verthurm zur Entnahme von Pulbver betrat.

Der Componist zu Arndts Lied „Was ist das deutsche
Baterlaud“, Johannes Cotta, ist am 18. März als Pfarrer
un Willerstedt (Weimar) gestorben.

Schulze⸗Delitzsch hat neulich im Berliner Arbeiterverein
        <pb n="161" />
        eine Rede über Selbsthilfe und Staatshilfe gehalten, der wir
solgende Stellen entnehmen: „In Bezug auf die Grundsätze der
Selbsthilfe und der Staatshilfe sind die Meinungen in Arbeiter

reisen noch nicht übereinstimmend. Ein Fortfchritt der Anschau—
ungen ist jedoch nicht zu erkennen. In Oesterreich, wo sich bei
zem neuen Aufschwunge des öffentlichen Lebens Arbeitervereine
heider Richtungen gebildet haben, sind sich die Parteien nicht
nehr so schroff gegenüber getreten. Die Vereine, welche die Er—

reichung der Staatshilfe zur Verbesserung des Looses der Arbei—
er auf ihre Fahne schreiben, haben doch auch das Gute an den
Bestrebungen der anderen Partei anerkannt und haben die Sorge
ür Ersparungsanstalten und die Fördernug von Bildung und
Aufklärkng gleichfalls in ihre Bestrehungen aufgenommen. Außer

»en blos politischen Bestrebungen nach Erlangung politischer Macht
nittels des allgemeinen Wahlrechts haben sie sich auch die prak—

ischen Bestrebungen nach Selbsthilfe zu eigen gemacht. In neuerer
Zeit hat die Betheiligung det Arbeitet am Eigenthum und dem
ertrage der Gewerbsunternehmungen, die industrielle Theilhaber—

chaft, viel von sich reden gemacht und es ist diese Einrichtung als
ein vielversprechender Versuch zur Lösung der „socialen Frage“

hbegrüßt worden. Ein neues Beispiel von Theilhaberschaft der
Arbeiter an ihter Fabrikunternehmung hat kürzlich Hert Borchert
in Berlin zur Ausführung gebtacht, indem er seinen Fabrikarbei—
tern die Erwerbung eines Antheils an seiner Fabrik durch An—
kauf von Aktien möglich gemacht hat. Wenn auch solche Ver—
sjuche als Ausslüsse von Bestrebungen, die Arbeiter zufrieden zu
tellen, lodenswerth sein mögen, so könnnen dieselben doch nicht
als anbedenklich für die Arbeiter bezeichnet werden. Die Gefahr
liegt darin, daß die Arbeiter übervartheilt werden können, da sie
richt im Stande sind: die Nichtigkeit der Werthschätzungen solcher
Anternehmungen zu beurtheilen. Die Betheiligung der Arbeiter
amm Reingewinn der Unternehmun en scheint deshalb mehr ein—
afeblenswerth, weil die Arbeiter dadurch nicht so sehr der Gefahr

von Verlusten ausgesetzt werden. Die verschiedenen Arten der

Organisation der Arbeit auf dem Wege der Productiv-Association,

der industriellen Theilhaberschaft oder hermittels der Privatin—

dustrie haben jede ihre besondere Bedeutung und, eigenen Werth.

Es ist aber unmoͤglich, einem dieser Systeme die gauze Zukunft

zuzusprechen. Privatunternehmen werden jedenfalls auch in Zu—

unft die Mehrzahl ausmachen. Jene anderen Arten zur Verei—

nigung der Arbeiter sind jedoch geignet, denselben Gelegenheit

zu geben, um selbstständig zu werden. Die Privatindustrie kann

dadürch gezwungen werden, tüchtigen Arbeitern bessere Löhne zu

ahlen und jene neueren Formen der Industrie haben soͤmit für

die gesammte Arbeiterklasse ihren hohen Werth. Alle diese For—

nen der Arbeitsorganisation beruhen der Hauptsache nach auf dem

Hrundsatze der Selbsthilfe. Die Selbsthilfe ist es, deren klug be—

rechnete und beharrliche Verfolgung im wirklichen Leben die schönsten

Früchte zu liefern verspricht, und weit entfernt, die Menschen gegenseitig

zu isoliren, weist sie vielmehr auf die Solidarität der Juteressen

der Menschheit und hält ab vom Haß und der Schärfung und der

Unterschiede zwischen yerschiedenen Gesellschaftsklassen“

— Der Prager Wetterprophet, Herr Seyeek, eröffnet für den
April reichliche Aussichten auf Schnee, Regen, Feuchtigkeit und
Nebel, und erlaubt nur hie und da dem blauen Himmel ein
tlein wenig durchzublicken; erst vom 24. - 30. April werde die
Sonnenwärme zuuehmen.

F Posen, 21. März. Die Pos.Ztg. enthält unter der
leberschrift „Enthüsllung“ nachstehende Mittheilung: „In einem
Städtchen unserer Proyinz erkrankte vor meyreren Tagen eine
irme Frau und ließ sichh, da sie sich dem Tode nahe fühlte, den
Heistlichen mit den Sterbesacramenten kommen. Diesem gestand
ie sodaun in der Beichte, daß sie vor etwa 830 Jahren von einem
naben entbunden, einen Dienst als Amme bei der Gräfin X
erhielt, die ebenfalls mit einem Knaben niedergekommen- war.
Als sie uun eines Tages mit dem gräflichen Kinde ihr eigenes
nesuchte, zog sie dem ersteren die Kleiderchen ihres Kindes und
diesem wieder die des gräflichen Kindes an, nahm ihr Kind in
ie gräfliche Familie und ließ das gräfliche Kind als ihr eigenes
urück. Da weder die Pflegefrau ihres Kindes nmoch die gräfliche
Familie „(melche nach einer anderen Correspondenz, die uns hie⸗
über zuging, damals auf Reisen war,“ bemerkt hierzu die Redac—
ion der Pos. Zig.) diesen Tausch hemerlt hat, so hat quch Nie—
nand bis auf den heutigen Tag davon etwas erfahren. Jener
nabe ist als junger Graf erzogen und hat sich als solcher auch
»ereits mit einer Dame aus alter gräflicher Familie verheirathet;
der wirklich gräfliche Sohn ist als armer Junge erzogen, hat ge—
zient und sich endlich verheirathet und ist gegenwärtig unweit sei—
ier gräflichen Besitzungen Komornik mit einigen Kindern. Die
Frau sagte, daß sie nicht sterben könne, ohne dieses Geheimniß
ffenbart zu haben. Den Geistlichen traf diese unglaublich klin—
sende Eröffnung ganz unvorbereitet. Er wandte sich sofort an
eine vorgesetzte Behörde und erhielt von dieser die Weisung

—
hrem Gestaͤndnisse bleibe, und, falls dies der Fall sein sollte, so—
fott davon Anzeige zu machen. Dies soll denn auch, da die Frau
bei ihrer Aussage verharrte, geschehen sein. Da diese Angelegen-
heit zwei altadelige Familien unseres Großherzogthums betrifft,
ss gebe ich die Geschichte nur mit Vorbehalt, wie ich fie von
zlaubwürdigen Personen dieser Tage gehört. Wie ich vernom⸗
nen, soll bereits die gerichtliche Untersuchung der Sache eingelei⸗
et sein, die jedenfalls ergehen wird, ob die mysteriöse Geschichte
daht oder ob die Frau nur schwindelt, um ihrem wielleicht
in großet Armuth lebenden Sohne noch vor ihrem Tode
zu helfen.“

* Toulon, 28. März. Die Wartfäle und die Bureaur
des Bahnhofes von Toulon sind durch eine Feuersbrunst gerstört
vorden. Es sind nur die vier Wände stehen geblieben.

—Neapel, 20. März. Die„Italie“ erzählt foigenden
Fall, welcher bet Ponte Landolfo vorgekommen sein soll: Ein
fFuwelier, welcher viela kostbave Gegenstände bei sich führte, hatte
Jufnahme im Haus eines Priesters verlangt. Bei Nacht: hörte
nan klopfen; die Magd fragt: „Wer ist's ?? — und die Ant⸗
vort lautet: „Der Richter.“ „Zwei Personen treten ein und
techen sie nieder, ohne daß sie einen Laut von sich geben konnte.
Sie trelen in das Zimmer des Priesters und ermorden auch
ihn. Der Juwelier, durch das Geräusch erwacht, bewaffnet sich
mit einem Revolver, stürzt sich auf die Mörder und tödtet sie.
Als man sie näher ansah, waren es — der Richter und der
Kanzlist des Orts.

7 In Ueckheim bei Zofingen (K. Aargau) ist eine 24jährige
Somnambule, Meili Nöthinger, erstanden; unter Assistenz zweier
Pfarrer und im Beifein einer großen Menschenmenge, selbstver—
ffändlich überwiegend weiblichen Geschlechts, wußte sie in wieder—
holten Audienzen eine Menge Zeugs zu reden; von den durch das
Bezirksamt geschickten Aerzten sich untersuchen zu lassen, weigerte
sie sich eutschieden; sie dazu zu nöthigen, war bei der Erregtheit
der gläubigen Menge nicht geheuer.

F In Moseciska (Galizien) macht ein Cassadiebstahl großes
Aufsehen. Aus dem Local der Gemeindecasse, neben dem mehrere
dolizeileute schliefen, wurden in der Nacht zum 28. d. M. theil—
veise durch Eröffnung, theilweise durch Einbruch guter Vexirschlös⸗
er, zwei große Cassatruhen mit 15,640 fl. baarem Geld und
27,000 fl. Obligationen gestohlen und vor der Stadt erbrochen.
rinem kurz zuvor vom Landesausschuß erlassenen Befehle, den
raciren Cassabestand an die Lemberger Sparkassen abzuführen,
var Seitens des Magistrats nicht nachgekommen worden. Die
Bürgerschaft hat eigenthümliche Vermuthungen.

— Die Häringsfischerei in Norwegen, ist jetzt bald beendet,
Es sind im ganzen nur circa 400,000 Tonnen gefangen worden,
ein Resultat, wie es so schlecht in den letzten zehn Jahren wenig—
tens nicht vorgekommen ist.

f Verlorene Schiffe. Die Anzahl der Segelschiffe,
welche im Jahre 1867 mit Gewißheit gänzlich verloren gingen,
zeläuft sich nach dem Bericht des Bureau Veritas auf 2711, die
der Dampfschiffe auf 131. Hierzu kommen nöoch 208 Segel- und
Dampfschiffe, die wegen Mangel näherer Nachricht als verloren
inzusehen sind, welches dann die Totalsumme von 3045 Schiffs⸗
derlusten giebt, gegen 2932 des Jahres 1866, mithin für das
Jahr 1867 ein Mehr von 113 Verlusten. Von jdiesen 3045
in Jahre 1867 verloren gegangenen Schiffen wurden 379 ange⸗
egelt, 1433 scheiterten, 452 sanken, 5 gingen durch Explosion
verloren, 79 verbrannnten, 8 gingen im Eise verloren, 319, wo ;
yvon die Ursache des Verlustes nicht constatirt werden konnte, 177
vurden condemnirt und 203 sind verschollen. Der Flagge nach
gehörten sie folgenden Nationen an: Engländer 1438, Amerikaner
364, Franzosen 273, Holländer 112, Preußen 156, Norweger
116, Italiener 62, Dänen 69, Oesterreicher, 31, Spanier 45,
Schweden 46, Hamburger 12, Bremer 11, Lübecker 1, Russen
39, Griechen 36. Oldenburger 8, Portugiesen 11, Belgier 7,
Mecklenburger 18, Türken 7, Brasilianer 5, Haitier 8, Hawaiische
2, sonstige Nationen 10, von unbekannter Flagge 163. In den
Monoten October, November und December des Jahres 1867
zingen allein 1025 Schiffe verloren, zu diesen kommen noch 35,
zie als aerloren oder verschollen anzusehen sind, gibt innerhalb 3
Monaten die große Zahl von 1060 Schiffen.
Lundwirthschaftliches.
Vortheile bein Flachsbau. Man hat über allen
Zweifel festgestellt, daß durch das Dörren des Leinsamens die
Flachssernte bedeutend vermehrt wird. Nach derartigen angestell⸗
en Versuchen ergab sich, daß man auf einen Morgen (circa 180
ZQuadratruthen) der mit ungedörrtem Leinsamen bestellt war 63Bs2
Zfund Flachs, während man auf derselben Fläche, die aber mit
edörrtem Leinsamen bestellt war, 180 Pfund Flachs erntete. Die
        <pb n="162" />
        zeigneiste Temperatur zum Dörren liegt zwischen 20—800 C. man es versäume, in den deutschen Klee sogenannten weißblühen—

Kartoffelfütterung. So sehr es auch zu rechtfer⸗ den Steinklee einzusehen. Diese Einsaat (per Morgen etwa 2 bis
tigen ist, die zur Verfütterung kommenden Kartoffeln vorher zu4 Pfund) beeinträchtigt den deutschen Klee in keiner Weise, win—
kochen, so sehr grenzt es auch an das Thörichte, das Kochen der ert aber nicht leicht aus, und gibt durch Ausfüllung der Lücken
Futterkartoffeln für einen oder gar mehrere Tage, bevor sie zur ꝛinen erhöhten Futter-Ertrag. — Auch die Kleegraskultur, womit
Verfütterung kommen sollen, vorzunehmen. Gekochte Kartoffeln, 'n einzelnen Orten der dortigen Gegend ein mit gutem Erfolg ge—
die man kalt werden laͤßt, bilden bekanntlich eine Art Kleister, rönter Anfang gemacht ist, können wir auf's Angelegentlichste einpfeh—
daß dieser schwer verdaulich ist, ergibt sich aus dem folgenden lsen. Einem Gemisch von Thimotheegras mit Steinklee (per Mor—
Versuche: Zwei Kühe von gleichem Gewicht und mitilerer Milche jen 8—ÿ10 Pfund Grassamen und 223 „Pfnud Klee) geben
ergiebigkeit, wurden 9 Wochen lang, täglich mit gleich großen vir bis jetzt den Vorzug. Ganz besonders Aguel sich die Saat
Mengen Heu, Hecdsel, Kartoffeln und Kleien gefüttert. In den in Hafer und Gerste, doch haben wir auch einen guten Erfolg
ersten drei Wochen, wo die Kartoffeln in frisch gekochtem Zustande erzielt durch Einsaat des Grassamens mit der Winterfrucht im
zegeben wurden. gaben die Kühe 189 Maaß Milch und die Kühe herbste und nachträgliche Einsaat des Klees im Frühjahr. Solche
wogen zusammen 993 Pfund; in den zweiten 83 Wochen, wo die uu Futter benutzte Aecker liefern 3 bis 4 Jahre eine reichliche
dühe nur Kartoffeln bekamen, die Tags vorher gekocht waren, Futter-Ernte, wenn sie sich in dungkräftigem Zustande befanden,
gaben die Kühe 171 Maß Milch, und wogen am Ende 975 Pfd. und gehen alsdann mit Vortheil in die Benutzung zum Körner⸗
in den dritten 3 Wochen, wo die Kartoffeln wieder in frisch ge- ruchtbau über. Daß es für die landwirthschaftlichen Verhältnisse
ochtem Zustande gegeben wurden, betrug die gewonnene Milch- in dortiger Gebirgsgegend, die von der Natur auf erweiterie
menge 187 Maß und das Gewicht der Kühe am Ende 989 Viehzucht hingewiesen ist, nur vortheilhaft sein kann, die höher
Pfund. zelegenen, oft sehr abschüssigen Aecker zur Kleegrascultur zu ver⸗

Futterbau. Die Zeitschrift für die landwirthschaftlichen venden, wird sich bei gemachten Versuchen immer mehr heraus—⸗
Vereine des Großherzogthums Hessen schreibt den häufig beobach- tellen, weßhalb wir es nicht unterlassen können, dazu aufzu⸗
enden mangelhaften Zustand der Kleeäcker dem Umstande zu, daß muntern.

Auswahl
französischer Walkkappen

Den Enpfang einer neuen. Eine große Auswahl der „neuesten“
Buxkin &amp; Lléoidorstoffe
zu den billigsten Preisen, empfiehlt

St. Ingbert 31. März 1868,
— . Herz Wittwe.
Ich bringe hiermit meine Niederlage vn
Malstatter Portland-Cement
in empfehlende Erinnerung
Die vorzügliche Qualität dieses Portland—
Cementes ist von der Königl. Bergwerksdirection,
der Fortification Saarlouis, welche der Fabrik die
Lieferung ihres Cementbedarfs übertragen haben, von den
Königl. Canal- u. Eisenbahn-Baubehörden, sowie
von allen Banunternehmern und Fabriken hiesiger
Gegend anerkannt.
———
I. M. IAyor.
Färberei, Druckerei Kschemische
Kunst-Wasch-Anstalt
von PI. RILOCI in Saarlouis.

in den neuesten Dessins und Façons
beehre ich mich hiermit anzuzeigen.
Val. Zischer,
Hut⸗ und Kappenmacher.
Siehsalz
in Säcken von 100 und
200 Pfd. billigst bei

A. Rôgner
EOMDUTęS.-
Alter Apfelwein
der Schoppen zu 3 kr. bei
2h. Wentel.

y„ Auserlesene dicke Eßkartoffel,
ruserlesene Setzkartoffel, rothe und
weiße, gutes Wiesenheu, 6 Wochen,
alte Ferkel (geschnilten und geheilt)
sind zu verkaufen bei

*ter Seh midt.
wei auf die vorder Straße gehende
Zimmer im zweiten Stock sind zu
bermiethen und sofort beziehbar bei
Bh. Wentel.
Ich beehre mich hiermit ergebenst
anzuzeigen, daß ich für meine eigene Rech⸗
nung alle in mein Geschäft einschlagenden
Arbeiten übernehme.

Nieolaus Deffland, Schieferdeder.
Nr. 181 Hasseler Straße.
Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise
zer Stadt Zweibrücken vom 2. April.
Weizen 9 fl. 4 kr. Korn 7 fl. 33 kr.
Ferste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige, õ fl. 50 kr., Spelz 6 fl. 9 kr.
Spelztern 8 fl. 80 kr., Dinkel — fl.
— kr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
—X
Afl. 33 kr., Kartoffeln 1 fl. 18 kr. Heu

Einem verehrlichen Publikum hiermit zur gef. Nachricht, daß Herr Jakob Stief
daufmann in St. Ingbert von jetzt ab nur allein mit einer Agentur für St.
Ingbert und Umgegend betraut ist, und werden dort Gegenstände zum Färben,
Drucken und Neuwaschen in Empfang genommen und aufs Beste besorgt.

Muster, worunter die schönsten und modernsten, liegen dort zur
geneigten Ansicht offen.
Herren⸗Garderobe, Damen⸗-Mäntel ꝛc. ꝛc. werden unzertrennt gefärbt und
hekommen ihre ursprüngliche Façon wieder.
— Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 81. März.
Weizen 8 fl. 40 kr., Korn 7 fl. 31 kr.
Spelzkern — fl. — kr. Spelz 6 fl.
d kr., Gerste 6 fl. 3 kr. Hafer 5 fl
21 kr., Erbsen 6 I. 3 kr., Wicken 4 fl.
37 kr., Linsen 6 fl. 10 er. per Zentner
Brodpreise: 6Pfo. Kornbrod 32 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 17 kr.

fl. 20 kr., Stroh 1Eufl., 6 kr., per
Zentner. Weisbrod 1ꝛ Kilogr. 23 kr.
dornbrod 3 Kgr., 33 kr., ditto 2 Kgr.,
22 kr., ditto 1 Kgr. 11 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 40 kr., 1 Paar Weck, 6 Loth
kr. Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2
Aual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel—
seisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Ifd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
Zutter 30 kr. ver Pfund.

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingoert.
        <pb n="163" />
        gberler Anzeiger.
1

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Senn F

da 24323
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17
— 137
DerSt. Ingberter Anzeig er“ mit jeinem Unterhaltungsblatte erscheint möchentlich dreimal Dienstag, Donnerstag
und Samstag— — pierteljaͤhrig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
u Blattschrift oder deren Raum- berechnet. *

— MBAX — — — — — — —. — — — —X —
RNro. 41 ιαιιαν Samstag, den 4. Apri 11868
— ⸗ ——— — — — —— * —— — —
t. rd a )ν
neee Deutschlaud. santinope lverwilligt und hiermit der Gefahr vorgebeugt,
Münchem, 30. März.n Ueber die Uniformirung, Vesrvaff⸗ daß der Jefuitismus unter dem Schutze und mit Hilfe Frank⸗
nung und Ausrüstung der Landwehr)hat Se. Maj. der König reichs das jugendliche deutsche Element in Konstaniinopel über—
zolgendes bestimmtz3 45. vuchere und erdrücke.. —
Fur die Maunschaften der: Landwehrbataillone dom Felde Stuttgart, 31. Marz. Der Großfürst Thrönfolger von
vebel abwarts? Waffeurock in Farbe und Schnitt wie die Infan⸗ Kußland, der gestern Mittag hier“ eintraf, ist heute“ Vormittag
ie des stehenden Heeres; Kragen, Aufschläge, Achselwulste und zach Darmstadt weiter gereist ; derselbe wurde · vom Könige zum
Achselllaphen. von scharlachrothein Tuche uund mit der uufgenähten Bahnhofe geleitet. 2
Bataillons-Rummer aus schwarzem Tuchez glatte Knöpfr von gel⸗ Homburg vpaib. H. Das Spielgesetz ist der hiesigen
bem Metall; gelbe Gradauszeichmung und die übrige Beinkleiding Furhaus-Administration amtlich notificitt worden und demjufolge
zleichfalls wie die Infanterie des stehenden Heeres das Spiel am leßten Sonntage (29, März) zum ersten Male ein⸗
9* Für die Offiziere der Landwehrbataillone Waffenrod wie zestelst geweseu. —5 J 7 J J
zie Mannschaft, jedoch mit Wegfall der Achselwulsten und. Ichselz e Berllbin, 30. März. Das Follbarlament wird etwa dun
labden, dafür auf beide q. Schultern dophelte Gradanszeichtiungs 20., Apru einberufen werden. Demselben wird die Tabakssteuer—
itzen von Goldborten mit deg in ihrer Mitt« aufgenähten, Boe rlage Fugehen, aber als integrixender Theil der in ihren Posi
llonge Rummer vpon dunkelbroncirtem Moétallz gelhmettallene Schule hen uon 250 anf 243. redugirteu, sehr freihandlerischen. Tarif⸗
erhlatter mit der auf, der Mitte des Halhmondes hefestiglenBa⸗ eforin. Im Tarife wird die Tahakssteuer crhoht und in inen
alons Runmier, důs benfoalls dunkelbroncirtem, Mettallen! Grad⸗ Anmertung zu her betrefsenden Position auf, das Tabakssteuerge⸗
auͤszeichnungen von Goldbaͤrten und die übrige Beinkleidung wie c hingemesen. Jů e uhe zo eee
die Infanterie· Offiziere des stehenden Heeres. Die Landwehr⸗ von Fu auft depro Ctr. der Rejszoll von l Tolr, fur geschat⸗
Mannschaften der Capalerie, dere rtitlerie. der Genie · und Saeen un von 20. Sgrerpro. ie fur ungeschalten auf 15* resp.
zitats · de. Trupßen tragen ·die Uniform ihret Waffengattung im 10 Sgr ermäßigt fein, und die Chemikalien sollen n Ausnahme
tehenden Heere. — Militärbeamte der Landwehr erhalten dieselbe rienigen, u deren Darstellung Salz oder Spiritus erforderlich
Unifotuite wie jene detz stehenden Heeres. — Die VBewaffnung und uhnng die Kategorie der Steulerfreien⸗ gebracht sein, Petroleum
Auspüstung der Sfficiere, Militärbeguifen kucd Mangnischaften. der icheint als mit Eingangszoll belegt. Man versichert ubrigens
kandwetrijt vosstommen geich mit jener des steherden Heeres. n Mnlerrichteten Freisen daß Wuͤrttemberg, in der Tabakssteuer⸗
München, 31. März, Der älteste Sohn des Prinzen Fage mit Hreußen gehen will. — In. nationalliberalen Kreisen
Adalbert, des jüngsten Bruders des verstoxbenen Kaͤnigs Max V. Jt fich eine sehr begreifliche Ptißstimmung über die Motivirung
dem von feinem verewigten Großvater Ludwig J. die Villa Lud gesthauen⸗ In dem Widerftande * 48 ———
wigshohe dei Edenkoben testamentarisch vermacht ist. heißt Lud. uldengesehes Seitens des Bundesrathes Juüud wie auch die
pig Ferdinand uud ist am 23. Oetober 1859 zu PMadrid geboren, Molipirung des Nachgebens,»i, wenn auch:der Bundesrath wedey
omit jet 8he Jahre alt. Sein Vater wird. am. 18. Juli d. gie rechtüche Begrundung diejer Zufätze sich anzueignen, no—
— —435 die rechtliche Begrünhung dieser Zusätze sich anzueignen, noch des
* 40 und seine Reutter. Prinzessin Amalia, gint Tochter des den draetische Wirkung als nützlich anzuerkennen nicht vermochte,,
zufauten Franz de Paula von Spanien, am 12. ODetoher d. J. sune ieh e md u sehe ereigten Debaten konnen
34 Jahre al 31 *7 A Di 83 4 umnd wenn die libexqle Seite: des Hauses auf dem Posten ist, so
sfal m une ten ie Kamuier gewisign n die ibt der Bundesrathe nach oder das Gesetz wird diesmal vonm
p 30 An ersatz an die Stadt Speyer fijr Jeichstage verworfen —- und der Bund bleibt zwar ghne Schul⸗
zen Bau der zur Schiffbrücke führenden Straße . 2. Das Po zen aber die Neubauten für die Marine bleihen auch unausge—
tulat für den Neubau eines Gefängnisses in Dahn; 3. Eine ihrt und das ware sehr zu bedauern
Nachbewilligung von 22,000 fl. für den Justizpalast in Zweibrje 7
ken5 4. 12,000 fl. für die Vollendung der beiden Hirchen in Berkin 31. Marz. Heutt erhielt der Zollbundesrath fol⸗
udwigahasen. **3 Ven berg Heieh *8 Puscet Wonlew ütemtesnrde Anleihe
zn1 Aprift Se zeftz zig dern sur Fahrbarmachung der Donqgumündungen, Einrichtungen zum
r dn Apnt e etder wönd bu, deer Schutze der Auswanderer nach überseeischen Ländern, Vostverträge
»bgleich noch leidend, auch den Finanzminister v. Pfretzschner in 59
aͤngerer Audienz empfangen. Der neuernannte Minister des Ind sivischen Belgien und Danemark, 2 —
nern, Hr. v. Hörmann, hat zwar sein Portefeuille noch nicht Berlhin, L April. Die „Prov-Corr.“vbermuthet, daß
ibernoimern, und wird erft dnorgen oder übermorgen in den die Fröffnung des Zollparlaments am 20. April stattfinden wird.
Ztaatsrath eingeführt und Port beeidigt werden; doch wurde er 7 Das genannte Blatt sagt in einem Artikel über die weit ere
jeute schon zu der Sitzung des Ministerraths zugezogen. — In ẽntwicklung der deutschen Verhältnisse, dieselbe könne nux auf
der großen Mehrzähl der Orte, wo bis jetzt Landwehr-Control⸗ riedlichem Wege volszogen werden Wer es ernst. mit der deut⸗
ersammlungen abgehalten worden sind, haben dieselben einen ruhi- ihen Einigung meine, möge in Dinee mit der preußischen
gen ungestörten Verlauf genommen. Nur in Bamberg und in Kegierung Hand an die Förderung des olkswohls im Reichstagt
em Dorfe Neuhausen (zwischen hier und Nymphenburg, sind Er, ind im Zollpaxlament legen. —u ..3
effe dorgefallen welche zu Verhaftngen führten, In Bamberg Berlin. Ueber die Zustande in Regierungsbezirk Guͤm⸗
erhielt ein Polizeisoldat im Handgemenge mit den Tumultuanten unnen veröffentlicht diee Prov. Corresp.“ einen Bericht, aus dem
Messerstiche, so daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte, servorgeht, daß der Gipfelpunkt der Roth überschritten und die
Die dortigen Anordnungen sind aber so getroffen, daß der Wie- fückkehr zu regelmäßigen Zuständen angebahnt ist,“ Die Preise
»erholung derartiger Vorfülle voxgebeugt ist. Ueberhaupte, hatten der Lebensmittel sind nicht gestiegen und das seit etwa 85 Tagen
etzters nicht die Bedeutung jener zu Trauustein, 5350 nit Entschiedenheit aufgetreteue Frühjahr läßt die Nothwendigkeit
Karlhsruhe, 1. April. Das heute exschienens Regige aurchleunigen Beschaffung der Aussaat noch dringender hervor—
ungsblatt Nr. 20. enthäst: Gesetz, den Bat einer in der reten,“ Die milde Witterung hat vermehrte Arbeilen im Freien
i heinebene von Maunheim nach Karlsruhe führenden Eisenbabn jestattet und den Mangel an Brennmaterial weniger fühlbar ge—
— nacht,; Dies Gesammtzahl der im Regierungsbezirk beiĩ öffentlichen
Darmsta dt, 4. April. Die „Main-Ztg.“ meldet; Die Intergehmungen verwandten Arbeiter betrügt ca. 15,000 mit
ihuidationscommission des Rationalvereins hat aus den ihr ver? inem Tagelohn von 8 bis 14 Sgr. Der allgemeine Gesundheits⸗
iebenen Mittelnnenerdings die Summe von eintqusend Gulden ustand ist befriedigend, und die der Thyphuskrauken forl⸗
—D Kretift
        <pb n="164" />
        und Gemeinden zur Linderung der Noth-dist eine ngespannte, Unordnungen sigegwar noch uicht orgekommen, aber ündlich er
und die Zrirstwohlthätigleit arbeitet. mit rastlosem Fifer fort. wartete Die gleichzeitigen Scenen in Belgien und Genf lassen
4 Shtzatboxschüssch waren von den 8 Mill. —Be Hahe bevorstehenden social⸗revolutivnären Aus⸗
welchg, derLanbtagg Kür Ostpreußen Petzilligkt hat, zunächst Rur bruch fütchten * —V—
2 f in 5— —* der att Die italienische Kesterunf —2 Neahel veinen! Franzosi⸗
aber, welche unter Mitwirknng der ständischen Commissionen in 'ichen Legitimisten, Ramens d'Equevilsth. abgefaßt, dessen Pa—
Ostpreußen in Bezug auf den Bedarf von Saatgetreide stattge- diere nicht blos bourbonistische Umtriebe constatiren, sondern auch
funden haben, ist die zu Saatvorschüssen ausgesetzte Summe sei⸗- ein gegen die kaiserliche Regierung von Frankreich geschmiedetes
rens der Staatsregierung neuerdings zu⸗20 Mill. erhöht worden. Tomplott enthüslen.: Das Hauptquartier der Partei Heinrichs V.
Wien, I. April. (Unterhaus.) Bei der Debatte über die (des Grafen pon Chambord) ist demnach in Rom, Natürlich bey
Eimrichtung der politischen Verwaltung verlangten die Polen ein ilte sich die italienische Regierung, ihren Fund hierher mitzu⸗
eigenes polnisches Ministerium. Giskra erklaärt die Forderung für theilen.
unvexeinbar mit den Staatsgrundgesetzen. ee ve Ireedehzihse — F
vernh Sitzung des Finanzcomites des Unterhauses er“ 4 1. Ahri England. 47.
dlärte der zu der derselben eingeladene Finanzminister auf eine an ẽ— or prilAus ¶New · York wird gemelde t; daß
ihn gerichtete Anfrage: Mit den vorgeschlagenen Finanzmaß- ezu eine Aoenomnen xornach einheimisch e Fa⸗
Lheln werde für dre Jahre das Deficit“ gedech werden, nach Ver— zrikate bis zund erthe von 40,000 Doll ars steuerfrei se ien, je⸗
lauf drejer Jahre werde abex in Folge der Steuerreform kein oqch von e. 1000. Dollars Mebrwerth als 10.000 Dollots
Deficit mehr zu decken sein. Ueber die Capitalsteuer, sprach sich dollars Steuer bezahll werden sollen. „die Naßregel wurde
er Finanzminfier dahin aus, er halte diese Siener für, die“ ger eschlossen. obwohl der Finanzminister M'iCulloch die Ansicht aus-
sechteste, indem die Industrie schon hinreichend belastet sei jesprochen hatte; daß daraus für die Staatskasse ein Verlust von
g eme 2. Abril Hr. d. Beuft hat eine Kircularnoie an 090, Millionen entstehen. und datz die übrigen Einkünfte die Zin⸗
die Vertreter Oesterreichs im Anslande gerichtet, um die durch en der Staatsschuld umd die laufenden Ausgaben .nicht mehr ove ·
die berühmte Abstimmung des Hexrenhauses vom 21. März. d. J. ten irden Die Steuer auf Petroleum wurde uf die Hälfte
serborgerufenen Voltskundgedungen vor jalschenden unde enistellen. derabgesetzt:
den Auslegungen zu bewahren. — Vorgestern sind die Unterhand⸗
ungen über den Handelsbertrag mit Englande wieder aufgenom⸗
men worden. Das die Regierungsvorlage über den Bertrag mit
dem Zollberein begleitende Promemoria fagt: die kaiserliche Re⸗
zierung war niemals darüber in Zweifel, daß die politische Trenn⸗
umg Oesterreichs von Deutschland eine Entfremdung in wirth⸗
chaftlichen Beziehungen nicht zur Folge haben dürfe, daß alle In⸗
eressen der österreichischen Monarchie darauf hinweisen, ein blono⸗
nische Verbindung mit jenen Handelsgebieten zu befestigen und
zu verdielfältigen. ,
Wieen 2. April. Das Unterhaus hat heute das Schulge-
jetz in der vom Herrenhaus beschlossenen Fassung definitive ange⸗
nommen und die Debatte über das sogenannte interconfessionelle
Besetz begonnen.
BPesth, 1. April. In Folge seiner gegen Kossuth gerich⸗
deten Rede hat Perczl gestern acht Herausforderungen von Mitglie⸗
dern der außersten Linken erhalten. 5—
Frankreich.
Paris, 31. März. Die „Patrie“ meldet aus Grenoble,
ein Haufe von 200. bis 300 Personen habe gestern Abend daselbst
die Ruhe gestört und die Marseillaise gesungen, sich jedoch wieder
ohne Anwendung-von Gewaltmaßregeln zerstreut. — Die Abbe—
rufung Budberg's wird von dem genannten Blatte dementirt.
Pari s, 31. März. Das Journal de Paris wermuthet
auf Grund ihm zugegangener Privatnachrichten, daß der König
oon Dänemark von London sich nach Paris begeben wird. —
Die „Patrie erfährt durch Privatdepeschen aus Rom, daß der Ge⸗
jundheitszustand des Papstes beruhigend ist. —Auch dem Temps“
gehen aus zuverlässiger Quelle höchste beunruhigende Nachrichten
uͤber den Zustand des Papstes zu, der an einer bedenklichen Ein—
zeweidekrankheit darnieder liegen soll. — „Der „Liberte“ zufolge
st in der diplomatischen Welt viel die Rede von einem Schritte,
den das Kopenhagener CKabinet bei der Preußischen Regierung
gethan hatte, um die Frage in Nordschleswig zu erledigen. Man
zehauptet, Hr. Quande habe den Vorschlag gemacht, ganz Däne—⸗
mark in den Norddeutschen Bund eintreten zu assen, gegen
die Rückerstattung ohne Bedingung Nordschleswigs, Alsens
und Düppel. —————
Der Triumph, welchen die Particularisten in Schwaben bei
den Zollparlamentswahlen davon getragen, wird von der in ih—⸗
rem größten Theil der Einigung Deutschlands feindlichen Pariser
Presse als ein Triumph der französischen Anschauungen dargestellt.
kin Blatt sagt ausdrücklich, das Wahlergebniß im ganzen Süden
— den es in der Geschwindigkeit dem Lande Württemberg sub⸗
ttituirt — übertreffe alle Hoffnungen Frankreichs; es sei die de—
finitive Beurtheilung aller Pläne der Absorption Süddeutschlands
hdurch Preußen, die Billigung und Weihe der Ansichten und Ziele
der französischen Regierung, und müsse nothwendig zu der von
Frantreich stets gewünschten Bildung einer unbhängigen füddeut⸗
schen Conföderation führen! Derartige Aeußerungen könnten wohl
eine Lehre für ihre Particularisten sein, wenn überhaupt Parteien
solchen Belehrungen zuganglich wären:.—
Paris. J. Marz Sehr! bedenkliche Nachrichten kommen
aus Rheims von einer fast allgemeinen Einstellung der Arbeit in
Berbindung mit kumustugrischen Auftritten. Für die Feiernden
wird offen geiammelt: die Fortarbeitenden werden bitter bedroht:
die internationale Arbeitervereinigung soll im Spiele sein. Schwere

Belgien. n
Brüfsel 1) Aprik. Die Indébendane“ halauis Char—
eroi Depeschen erhalten, nach welchen zwar die Arbeit wiebet auf⸗
enommen ist, die Agitation jedoch im Geheimen noch fordauert.
Hiele Arbeiiter, welche gestern noch thätig waren, haben heute die
Arbeit verlassen. Es soll erwiesen sein, daß unter die Unruhe—
tifter Geld vertheilt worden sei. Die Arbeiter in Gouffre hät⸗
en dessen Annahme verweigert, hingegen diejenigen von Baullet
ʒas Geld angenommen. Die gerichtliche Untersuchung der Vor⸗
älle wird fortgesettßzßß
. ee 2 Echweiz. . —— 3
Bermn, I. April. Holland erllärte sich zum Abschluß eines
Postvertrags mit der Schwejz-bereit e
Genf, 31. März. Die Verständigung zwischen den diesigen
Meistern und Arbeitern ist gescheitert. Uhrmacher, Bijouterie- und
Spieldosenarbeiter haben die Arbeit eingestellt. Da man Befürch—
ungen hegt, ist die Garnison verstärtftt.. 46
Italien. luu.
Mom, B0. März.Der Osservatöre Romano“ spricht von
ieuerlichen Verhaftungen mehrerer Personen,welche nach Rom
amen; um päpstliche Soldaten-zur- Desertion zu verleiten. —
Dasfelbe Blatt fügt hinzu: Heute erfahren wir sogar aus glaub—
vürdiger Quelle, daß Emissäre von verschiedenen Punkten aus
politischen Absichten nach Rom gehen. — wr
Florenz, 31. März. Man widerspricht der Nachricht, daß
der Papst krank sei.
Nach Berichten aus Tusrien ist der König Vietor Ema⸗
uuel krank. Derselbe hat einen Schlaganfall gehabt. Es wurde
hmm mehrere Male' zur Ader gelassen, das Uebel soll gaber nicht
zanz gehoben worden sii. J
Florenz, 1. April. Der Konig ist gestern nach‘ Turin
ibgereist. Der französische Gesandte Malaret ist vom Kayser: Ra⸗
yoleon zu einer Besprechung nach Paris berufen.
Florenze2. April. Das Gerücht, der König ser vom
Schlage getroffen worden, wird dementirt; und aus Romwird
elegraphirt, daß der Papst sich vortrefflich befindet und vorgestern
zine Spazierfuhrt“ auf dem Corso gemacht hat. 9
J Dänemark. J
— Kopenhagen, 1. April. Man versichert, Dtinemark
zabe die Abtretung von Alsen und Sundewitt, also auch Düp—
zels, zur Regelung der nordschleswigschen Jrage verlangt: Preu—
zen habe abgelehnt.
Mußland. *
Die Russ.St. Petersb. Zeitung“ bezeichnet, und mit Recht
As eine der Hauptursachen des gegenwärtigen Nothstandes in ver⸗
chiedenen Gegenden Rußlands die Trunksucht, die sich, wie sich
zies aus den verschiedensten Quellen ergibt, immer stärker ent⸗
vickelt. Die Bauern vertrinken Alles, und zwar um so leichter,
ils sie für Kleider, Instrumente, Federvieh zwar kein Getreide,
vohl aber sehr leicht Branntwein erstehen können. J
— Die Subscription für die von der Hungersnoth Leiden en
zat bis jetzt die Summe von 560,000 R. S. ergeben. Der
Zräsident der Commiffion, der Großfürst Thronfolger, hat von
em Kaiser die Summe von einer Million Rubel als Vorschuß
us dem Staatsschate verlangt, um sofort Getreide unter gün⸗
tigeren Bedingungen zu kaufen. In Folge dadon wurden in
        <pb n="165" />
        Morschansk und in derschiedenen Häfen det Wolga und det Kama 10 Sæxr lin, 30. März. In der, Nacht vom Freitag zum
20,000 Sack Roggen, 5000 Tschetwert Hafer und 156,909 Samstab iste wieder durch du stlihzeuigen Verfchluß der Ofenklappe
Tschetwert Saatkorn ogekauft. ein bedauerswerther Unglücksfall herbeigeführt worden. In dem
Amerika. dre JIneshehe 12.18, 8 z Mauren min ——
. I C 6 ind einem Reffen, den er zu sich genommen hatte, Als am
er “3 an 83 h Scmstag früh die Familie zum Befremden der Hausgenossen kein
. 3 Fru eh Pebenszeichen von sich gab, schritt man zur gewalsamen Oeffnung
Ar die Vethandlunge Das Ankfahecomite und einzelne Senatg⸗ e aei Pert P e e
igueder sind dagegen; die Mehrheit des Senats ist dafür. and sand ae deei Personen lebdlot in ͤhren hetten. Den her—
nitglieder sind dagegen; rheit des . ... gehonnetrrn r es gelungen, die Frauu und den Neffen
wieder in's Leben zu xufen; der Ernährer der Familie aber war
und blieb todt. Wie die beiden Geretteten, erxzühlten, hatten, sie
am Abende zuvor, kurz vor dem Schlafengehen. das Himmer ge⸗
veizt und — geschlossein“atz vhneGefaͤhr thaun
j konnen glärcbien. Daß dies zu srüh geschehen war, bewies der Koh⸗
endunstnnwelcher am ————— dag Zimmer
erfüllte. ιιι— ι ι—*
Berlin, 29. März Bei den diesjährigen großen Fesnrngs-
ibungen zu Graudenz und Coblenz sollen auch bewegungsfühige,
aus Hartiguß hergestellte X nize r und Gesscchütz deckungen
eine Verwendung finden.““ Wofern- dieselben sich bewährten, wür⸗
den ñe den oft so schwierigen und zeitraubenden Batteriebau bei
Belagerungen zu erseen im Stande sein, andererseitß aber sich
nicht minder auch für die Vertheidigung der Festungen in manich⸗
jacher Beziehung geeignet erweisen.“ Die Idee dergleichen trans·
zortable, Schutzmiltel herzustellen, ist übrigenz schon seit mehreren
Fahren verfolgt worden, und es snegenz dn e ee
Zwersuche mit dieser? Erfindung stattgefunden haben deren Refultate
als durchaus günstig bezeichnet werdennnh8—
d zc, Meascho dz Das vielfäch in der' Landbevollerung Böhm⸗
nend hexhreitele Gerücht, es liege bein böhmischen Behörden ein
chwarz verfiegeltes Schreiben / welches den Staatsbankerott avi ⸗
re und am 25..März geöffnet werden sosste/ hat bei uns die
eigenthümliche Wirkung geübt, daß die Pächter, herrschaftlicher
Vründe⸗ sich sehr gahlreich im Nachoder“ Schlosse einfanden und
dort nicht blas die rüchtändigen, sondern auch schon im voraus
die Pacht zinjen erlegten Befragt warnm sie dies thun, gaben
ie zur, Antwort, daß vom 25. März an die Staatsnoten 411
5l. uurx, noch 10. Krz. gelten würden, und daß es daher besser
ei, sie jeßt weg zu geben. —Der 250 März ist vorüber, und
gjar mancher Laudmann wird zu bereuen haben, jein Geld los⸗
jeworden zu seim413
Wigen, 28. Märze Wie man“der „Presse“, schreibt,
verden demnaͤchst im Verlage von Duncker und Huͤmblot! die Me—
noiren des mit der kaiserlichen Leiche aus Mexico zurückgekehrten
deibarztes Dr.S. Basch erscheinen“ Im Beisein mehreret noch
ebender Personen, auf deren Zeugniß der Autor in der Vorrede
ich heruft, hat der verstorbene Kgiser in Voraussichtdes ihm
—XD
die Geschichte seiner Regierung nach der Rücktkehr ins Vaterland
u schreiben, Maximilians Bestimmungen darüber Lerstrecken sich
ogor auf den Titel des Buches, das seiner Anordnung gemäß
inter der Bezeichnung Exinnerungen aus Mexico“ zum Erschei⸗
nen kommen wird. Als Unterlagenfür die meist in erzählendem
Ton gehaltenen Darstellungen befitzt Dr. Basch das Tagebuch des
Zaisers, soweit legter dasselbe geführt, ein gleichfalls eigenhändiges
Legierngs⸗Resume in spanischer Sprache? so wie eine reiche Aus—
dahl von Briefen. D——
4 Zas jetziir Newyork nzuͤr“ Aus hhaufgellellte Modell für die
Statue Lien ecbesn's zeiefden Präsidenten stehend, etwa 9 Fuß
joch, wie er in seiner linken Hand die Proclamation der Scla—
enemakcipation hält und mit der rechten auf die Worte deutet:
„Sollen für, ewige, Zeitenr!fret sein.“ Die Statue, welche in
Brouce qusgeführt werden wird, soll auf 15 Fuß hohem Piede⸗
tal mit paffender Ornamentik im Park errichtet werden und auf
—DDDDD
jezeichnet. —
— Karlu sruh Räie Velder! heulte. stattgehabten
Fewinttziehung der badischen 35.fl.Loose sind auf folgende 20
Nummern Hauptgewinne gefaller dNrl 42.457 40,000, fl., Nr.
LIS7 IC.OOG — Nr. 147,996 4000 fjl. Nr. 27,534, 95,424,
309,896, 324 747, 379.580 je 2000 fl. Nr. 6240, 18,751,
22, 287, 76400, Iääααια. ααι 155,805.
180,292 8247 4849088 je 1000 fl..
Id 7. Waen. U Mpril. Bei der heute stattgehabten Ausloosung
ger fl. 100 Creditlose von 1838 wurden folgende 17. Serien
100 Stück Loose gezogens; Serie 724 1044 1213 1805 17.56
i729 2008 2134 278 2942 3218 8276 83381 3472 3602
3876 und 4185 und fielen bei der jogleich fortgesetzten Prämien-
iehung auf folgende Loose die beigesetzten hohen Gewinne: Serie
782 Rr. 80, A. 200,000, Serie 8381 Nr. 20. il. 40,000,
derie 3213. Nr. 45. I. 20. 000.. Die Heimazahlung erfolgt
olanmäßig am 1. Octoher.

em8⏑—

Sudwigsafen, SAprik“ *In den am, 30. und
31. März abgehaltenen Generalversammlungen der Pfälzischen
Fisenbahnen wurde die Dividende der Andn nabahn suten pt⸗
Zinsen) quf. 27 fl. pro Actie, die der Maxbahn qu — fl. ꝓro
ictie festgesetzte Außer den Ergänzungswahlen in delt Verwal-
tungsrath standen keine Gegenstände von besonderer Wichtigkeit
nuf der Tagesordunng.1 An diag Stesse der verstorhenen -Herrken
d. Kraemer und Späth wurden die Hrn. Gustav Kraemer in
St. Ingbert und Engelhorn, Director“ der Anilinfabrit dahier,
ind der setzeengsgemäsßs austreteunde Hebt Jordan Seitens der Ac⸗
ionäte der:Ludwigsbahn; gewählt bezw? wiedergemählt.“ Von der
Generalversamwmlung der: Maxbahm⸗ wurde der statutengemäß aus⸗
retende qunn Oberstastsenwalte: Lang wieder ⸗ und an die Stelle
zes freiwillig ausscheidenden Heren Hoech Herr Joseph Benzino in
XVXIEV α *

GInteressante Berwandtschafts⸗ Verhältnisse.)! Unter“ dieset
Aufschrift bringt die Frankfurter⸗Didaslalia folgenden Artikel:
„Es circulirt eben eine curisser⸗Hochzeilsanzeige inder“ Pariser
Gesellschaft. Mam dars kaurur arnehmen, daß man es mit einet
boshaften Mystification zuthun⸗hat, umd darum sucht Jedermann
hinter der ungewohnten Form der Anzeige eine mehr oder weniger
dedentliche Anspielung« Dad Schreiben lautehten Ihre' Excellenz
hdie Frau Generalim Josephine Taniewska und Gregorh Ganesco
jaben die Ehre, Ihnen⸗ die Vermühlung des Herrn⸗ Alexandet
Taniewska, ehemaligen Obristlieutenants in kaiserlich russischen
Diensten. ihres:. Sohnes und Freundes, mit Fräulein Anna
Schwenck (Tochter des k. Gerichtsboten Schwendk in⸗ Edenloben,)
mitzutheilen.

f Darmstadt, 30. März.Auf unserem Hoftheater fand
gestern Abend die erste Vorstellung der hier mit großer Spannung
rwatteten / Oper Don Carlos“? von Verdi und zwar vor aus
verkauflem Hanuse statt. Trotz der im allgemeinern sehr animirten
Ztimmung des Publikums vermochte das Weik einen durchschlagen⸗
den Erfolg micht zu exzielen und die weiteren Aufführungen wer
den das bei der ersten ausgesprochene Verdict nicht · mehr umzu⸗
stoßen im Stande sein. W

x—Professor Baumer⸗am. Polytechnikum in. Stutkgntt hiell
am* 29 März riunen Porirag Über das Lusthaus iu Stuttgari
AUg⸗Monument der Früh⸗ Renaissanee,“ dem IJ. MM. der Köo⸗
nig uund die Königin, Priaz Weimar mit Gemahlin“'K. Höoheit
zeiwohnten. Uuter Anderm erzählteder Herr Professor ein Fac⸗
um aus der Geschichte jenes Lusthaufes, das wir nachsolgend mit⸗
theilen und mit dem er also begann“

Es war eine heitere Zeit von Herzog Christophbis zum
AIusbruche des Z80jährigen Krieges. Lebensfrohe Fürsten hielten
im alten Schloß zu Stuttgart Hoͤf:sie liebten es, fröhliche Gäsie
zei sich zu sehen, und diesen heitere Kampfspiele und theatralischen
Aufführungen zu geben, „Letztere waren so wenig etwas Seltenes,
daß selbst der Schulmeister⸗ von Untertuͤrkheim ein felbstgedichte tes
zeistliches Schauspiel auf dem Marktplatze in Stuitgart mit seinen
Schulkindern unter allgemeiner Theilnohme zur Aufführung brachte.
Wie in Oberammergau wurden Darstellungen; qus der heiligen
Beschichte aufgefühtrt, und als man einst bei der Darstellung des
lüngsten Gerichtes die Hölle gar zu heiß machte, ergriffen bie
Flammen guch den Thron den Gott Vater eingenommen und —
scheltend unh schimpfend mußte dieser die Flucht ergreifen.“ 1

St Ggoarshausen, 30. März. Die leidige Loreley⸗
Affaire hat endlich, wie: dex „Rh. Kur.“ schreibt, einen zufrieden
tellenden Abschluß gefunden. Die hiesigen Gemeinderathsmitglieder
haben gestern. nachdem sie sich an Ort und Stelle von der begon⸗
nenen Verwüstung überzeugt hatlen? einstimmig beschlossen, jedes
veitere Steinbrechen zu untersagen. Ein solcher Beschluß yerdient
ffentliche Anerkennung und wird vielen Freunden der schönen
Loreley zur Veruhigung dienen.“ Nicht uuerwähnt moge dabei der
Ausspruch eines würdigen Gemeinderaths-Mitgliedes bleiben, der

eine Abstimmung damit motivirte: „Die Loreley, ist zwar Eigen⸗
thum der Gemeide St. Goarshausen, aber sie gehört der ganzen
gebildeten Welt.“

f Straubing. 80. März. Heute Morgen um 75 Uhr
wurde an dem Raubmoͤrder Joseph Staringer von Bruckhergerau
dei Landshut das über ihn ausgesprochene und von Sr-WMaje⸗
tät dem Könige bestätigte Todesurtheil vollzdagen.
        <pb n="166" />
        Theilungs⸗Versteigerung.
0 Osterdienstag den 14. April 1868,
Nachmittags 1, Uhr, dahier in der Wirths
»ehausung von Johann Heinrich's Wittwe
lassen die Erben den dahier verlebten Ehe⸗
leüte Peter Lamarche, gewesener
Fabrikant und Gutsbefitzer und Marg a⸗
detha Bieg el'ihre sämmtlichen Liegen⸗
chaften auf sechs jah rige Zahltermine
n Eigenthum'versteigern, jämlich: J
ESt. Jugberter Bannes:
winen Garten/ mit Gartenhaus und bon
einer Mauer umgeben an der Kaiser⸗
traße 2 Morgen groß, dem Bahnhofe
gegenübe. —
237 Ruth. Wiese dabinten in den Sieg
wiesen in 4 Beeten neben Peter
Selgrad und Johann Joseph Ehr⸗
hardt Wittib.. ⸗
5.Ruth. Wiese in den Stegwiesen in
2 Beeten neben Gastwirth Schwarz
und Adjunkt Hofmann.
193, Ruth. Acker am Güttenwieschen
—J e —U ——
— —
feld an der Kaiserstraße.
1256 suth. Acker aufm untersten. Flur
—
Ruth. Acker ober der Lehmkaut
neben Johann Joseph Ehrhardt's
Winwe
Ruth. Acker in der Lehmkaut neben
Bäcker Hager und Michael Thierhy.
stuth. Acker auf. Mühlenthal neben
deinrich Schmitt und Bernhard
Ichs Erben...
Ruth. Acker rechtzs in den Seyen
nieben Valentin Fischer..
stuth. Acker, allda neben Philipp
Weigand und-Erzstéiger Schmelzer.
suth. Acker ijn den obersten Seyen
ints neben Bäcker Hager.
Morgen 20 Ruth. Acker am Betzen⸗
hal neben Weg und Gastwirth
Schwarz. M-
19412 Ruth. Acker iu der III. Pfuhl⸗ Sriß Panzerbieter.
aenua muneben Seimann, — zi E ze offel.
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        St. Ingberler Anzeiger.

— —— 27—
—
Der „St. Ingberter Amzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal;: Dienstag, Donnerstag
ind Samsfag, Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Dienstag, den 7. Apiii 1868.

ro ꝛ4 —
Deutschland. — hohen Kreisen an öffentlicher Tafel auszurufen wagt: „Ein Hunds-
München, 3. April. Nach den bisher vom Finanzaus- 'ott wer zu Preußen halt, entschieden wird auftreten müssen. F
1. Berlin, 3. April. Die bei der Discontogesellschaft
chuß der Abgeordnetenkammer zum Budaet gefaßten Beschlüssen ind vei Bleichedder zur Zeichnung aufgelegten Allsienn z—
würde die von der Regierung in Aussicht genommene Steuer⸗ 398 g“ — D—
I (50, Procent) gar nicht nothwen— inn heitllessen murucn
dig. Berlinn, 3. April. Der amerilanische Gesandte Bancroft
Mün chen.4. April. Der Oberstaatsanwali deim Ve jat Vollmacht erhalten, mit dem Zollverein einen Handels⸗ und
sirksgerichte Münchcn- hat die pom Erzbisjchof v. Scherr beantragte ci abrideectrag atcuichueßen
Einleitung einer strafrechtlichen Verfolgung gegen die Redaction — vurag ahnt

d Berlin. 3. April. In 1867 hat der Zollverein
der „Neueste Nachrichten absele hnt 24,197,191 Thlri eingenommen. Davon sind in Bayecn einge⸗

— In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten —— hi. —
wurde zunächst ein k. Rescript verlesen, durch welches der Land⸗ —*8 aus deꝛa Besanmieinnahmen erhalt, 2,602 1U63 —*
iag bis zum 25. April inclh. 5 d depn ein * dedea den mieinne 2,602,
nchesentwurf über die provisorische Forter hebung der Steuern is riß 4 Abril Der Siand der Verhumdeangen we ⸗
ende April ie aingetragt. Abg. Adt erhaͤlt wegen Unwobl— zen Nordschleswig soll nach glaubhaften Angaben —— sein:
em dreiwöchentlichen ai m65 —— Preußen bezeichnete vorläufig als Grenzlinie das Amt Haders—
wWuie die Pfaͤlzer Ztg. aus München berichtet, soll die Pfalz bentbis — d⸗
—V In Nialüschlag vershon ben bis zur gienner ucht unter Garantie er Herstellung de
wahrscheinlich bis auf Weiteres vom Malzaufschlag Zustandes von 1846 jenseits der Grenzlinie. Dänemark lehnte
oleiben. * V —— dies ab und hielt, ohne Bezeichnung einer bestimmten Linie, an
Müͤnbe n.4. April. Die Abgeordnetenkummer hat deder freien Abstimmung nach dem Princip der Nationalitäten in
Stats der Staatsschuld, des Hofes. des Landtags und des Mini- Jen nördlichen Diftricten Schleswigs fest. Weiter wären die Ver—
teriums des Aeußeren nach den Vorjchlägen des Ausschusses ane andlungen bis jeßt nicht gelangt.“ Im Reichslag ist der
gerommen, für die Gesandtschaften 2532,000 fl. genehmigt uud dasker'sche Antrag in Belreff der parlamentarischen Redefreiheit,
an den König den Autrag auf Einsichtnahme der Inventarien der den auch Graf von Bismart lebhaft unterstütte, mit 119 gegen
Hofstabe: sowie einen Antrag auf Ersetzung des Staatsrathes durch z5 Slimmen angenommen worden. Der Anirag' unterliegt nun
rine andere zeitgemäße Institution gestelht. noch gleich dem l(abgelehnten) Antrag Waldecks in Betreff der

Dar urstadt; 4. April. Nach nunmehr —erfolgter Staats- Diätenzahlung einer Schlußberalhung. —
zarantie wird die hessische Ludwigsbahngesellschaft schon in nächste Aus Bremen schreibt die „Weser Ztg.: Die diesmalige
Woche ein fünfprocenti es Prioritätsanlehen von 9 Millionen! Expedition von Auswanderern ist eine der stärksten, die wir je
Thalern Tontrahirem. Davon josten jedoch bis zum A. Mai 1869 zesehen haben. Seit mehreren Tagen'schon sieht man sie schaa—
aur 4 Millionen Thaler zum Paricours emittirt werden. Das enweise durch unsere Straßen ziehen und schätzt die Zahl auf
Anlehen wird während einer Dauer von 10 Jahren weder ge 5—28000. Die Erpedienten arbeiten mit verstärktem Personal
kündigt, noch convertirt werden. Tag und Nacht. Suhsen, Shlesien, Thüringen, Pommern sind

Frankfurt, 1. April. In der Receßfrage haben die ahlreich vertreten, dus bedeutendste Contingent stellt aber Böhmen.
Stadtverordneten bis jetzt folgende Beschlüsse gefaßt: Es möge In wenigen Tagen wird eine Flotille von 16 — 18 Schiffen aus
das Eigenthum der Stadt Frankfurt an sämmtlichen von ihr er- unserm Hafen segeln, um dicse Europamüden über den Ocean
»auten Eisenbahnen anerkaunt werden; dieses Eigenthum soll an nach Amerika zu fügren.
den Staat nur gegen Zahlung von 3 Millionen Gulden Entschä— Wien 3. April. Das von dem Feldmarfchall⸗Lieutenant
digung abgetreten werden; von den der Stadt bis jetzt verbleiben- Frhru. v. Koudelka an den Kaiser wegen Strafnachsicht einge—
den Pensionen im Betrage von 92,000 fl. möge der Stant noch eichte Gnadengesuch wurde abschlägig beschieden, daher derselbe
veitere 52,000 fl. übernehmen; der Staat möge einen jährlichen emnächst in einer der böhmischen Festungen seine Strafe antre—
Zuschuß don 35,000 fl. zur Irrenanstalt übernehmen. en wird.

Berlin. Am 831. März sind die Flaggen der sümmtlichen In dem Briefe, den der Papst an den Kaiser von Oester⸗
Staaten des Norddentschen Bundes gestrichen, und vom 1. April eich betreffs des Civil⸗Ehegesetzes schrieb dentet derselbe, wie das
ab weht von der Gaffel aller Schiffe des Norddeuschen Bundes J. d. P. wissen will, auf den traurigen Tod des Kaisers Maxi—
die schwarz · weiß⸗rothe Flagge, die von nun an in allen Zonen nilian hin, weil derselbe in Mexico die Sache der Kirche aufgegeben
perkünden soll, daß die Staaten des Norddeutschen Bundes als jabe, er spricht auch von dem interessanten Zustand der Kaiserin, der
ein Ganzes dem Auslande gegenüberstehen, daß es nicht mehr ür die kaiserliche Familie den himmlischen Schutz nöthiger als je
Preußen, Hanseaten, Oldenburger und Meckleuburger, son⸗ nache und läßt die Eventualität der Zurückbernfung des Reprä—
dern Norddeutsche, Deutsche sind, die mit den Voölkern der Erde sentanten des heil. Stuhles durchblicken.
in Verkehr treten. Wien, 3. April. Das Unterhaus nahm das inter—⸗

Berlinm, 1. April. Sie werden durch die jetzt erst auch onfensionellte Gesetz an und vertagte sich hierauf bis
anderweitig auftretenden Mittheilungen über Dänemards Art, mit zum 20. Apri. I
Preuken zu verhandeln, nicht überrascht sein: — ich habe Sie ge- Pesth, *. April. Die, Deputirtentafel des Reichstags hat
augsam darauf vorbereilet und kann Ihnen nur wiederholen, daß deute die Wahl Kossuths in Waizen bestätigt.
die Partei Dänemarcks in dem Augenblick verloren ist, wo Düp⸗ Fraukreich.
zel und Alsen zurückgefordert wird. Preußen, Deutschland willigen Aus Paris, 1. April, wird geschrieben: Darf man den
in diese Forderung erst, wenn sie den Kampf mit Frankreich nicht Versicherungen sonst Wohlunterrichteter glauben, so stände trotz
nehr fortsetzen koöͤnnten, Oesterreich kann Danemardin dieser Drei- der Dementis der Offfciösen die Wiederernennung des Hrn. Droyn
tigkeit nicht unterstützen, keine Macht in Europa wird das Prin- um auswärtigen Minister näher bevor, als gewoͤhnliche Menschen—
rip der Sprachengränze vertheidigen. Abgeordnete unterhielten sich iinder meinen, und unmittelbar darauf werde im „Moniteur“ ein
heute lebhaft über diese Angelegenheit und es ist sicher, daß gleich laiserliches Friedensmanifest erscheinen, das selbstverständlich darauf
nach Oslern wenn nicht früher, eine Interp llation an den Bun⸗ hinauslaufen wird, der Nation zu sagen, daß die Heeresreorgani—
eskanzler gerichtet werden wird. Auch über die Stimmung in atiou nöthig war, um Frankreichs Stellung im europäischen Con—
Ministerkreisen Darmstadts wurde Mancherlei erzählt, und die all⸗ cert zu sichern, daß es aber jetzt im Stande sei, Frieden zu hal—
gemeine Ansicht ist die, daß Preußen in Darmstadt, wo man in ten, wenn die Juteressen und die Ehre ... . Uebrigens — doch
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        kaum wage ich, Ihnen dies am 1, Ahyril' aufzulischen — versichert servatihe und 27 tadicale Raͤthe gewählt worden. — Die Erup—
nan leise in den Tailetlecn und erzählt mane lam im Palgise tion des Baguvs hat haft aufgehötn. — Der ametikanische Admi—
Royal (dem Wohmnsiß des Prinzen Rapoleon), daß die Frage —B— viest Nacht an Bord des Franklin einen Ball
Bebiscompeüfuͤtion am Rhein Iin Berlin neuerdinngs mit“ d⸗enr“ gegeben⸗ D Behbrden von Reapet, die Offigere der itsltenischen
Beifügen: „U. A B. G. (um Untwort wird gebeten.“) geftellt Marine und die ameritanischen Landslente waren zu diesem Feste
worden sei. eingeladen.

Miitlerweile dauert im Innneren die Noth und die Unzufrie⸗ Tu rin, 2, April. 2000 Arbeiter im Arsenal und an⸗
denheit fort. Seit mehreren Wochen werden aus der Pariser »eren Etablissements haben die Arbeit eingestellt, wegen der auj
Spaͤrkasse größere Summen zurüdgezogen, als eingezahlt werden? die Lohne gelegten Einkommensteuer. Zu Ruhestorungen jst es
in den berfiossenen acht Tagen beträgt dieses Plus 97, 000 Frs indessen nicht gelommen.

Die Demonstrationen zu Grenoble waren sehr ernster Natur. In Spanien⸗

Rheims fanden tumultuarische Auftritte statt und die Haltung der Die spanischen Colonieen sind sichtbar im Verk wmen. Schlen—
Arbeiter in dieser Stadt, namentlich aber in Roun, flößst der vrian, schlechte und eugherzige Verwaltung vereinigen sich mit
Regierung Besorgniffe ein. Man will (parhlen!) orleaniftische Irdbeben, Otkanen, Seuchen und anderen Kalamitüten; um die
Umitriebe und orleanistisches Geld bemerlt haven. Bhilippinen im Osten, wie Cuba und Portorico im Westen in die

Paris, 2. April. Die am letzten Donnerstag lii Grenoble suersie Noth zu dringen, Der spanische Colonial⸗Minister hat
ttattgehabten Unruhen waren sehr dedeutend: die Studenten hat⸗ zahet der Königin ein Dektet vorgelegt, wodurch die Colonicen
ten die Marsellaise „und Krieg gegen die Thraunen“ defungen zevollmächtigt werden, eine Anleihe von 80 bis 65 Millivnen
nind sich dann schnell zerstreut. Am Sonntag Abend gings aber Frs. aufzunehmen. Die Steuerkraft der spanischen Colonieen
wieder los. Der erste Adjunct der Mairie. Giraud, hatte die vird betauntlich auf Aeußerste angespannt, und Cuba hat von
Aufführung eines Stüdes eines jungen Grenoblers („Monsieut 1859 bis 1867 74 Milli., die Philippinen 19, Portorico 8 Mill.
Lonibard“) untersagt. Schon im Theater sjang man: »AKrieg Thlr. Gewinn in den spanischen Staatsschatz geliefert.
zegen die Tyrannen,“ ünd rief: Miede mit der Cuur * We⸗ Amerika. .
nigstens die Freiheit der Vihne:“ Vor“ dem Theater bildeten —V 7
4 Zusammenrottungen; die Haufen zogen, die Marjellaise singend. In — fatten reht ieee Ine 7e —
nach der Präfectur und der Statue des Kaisers, wo se riefen: dapitan und der Bischof pon Havang hatten kinm t —A
Nieder mit der Mobilen! Nieder mit dem Kaiser!“ Auch das Leug', weil leßerer elut Vorsiellung der Tragödin Ristor! derge⸗
esneeg and der haleste des Erseischefe. wurden denoten,, und zu, hunteinnelben fuchte und im sich fir diese Riedemagg
FJeßt gleicht Grenoble einer belagerten Stadt; zahlreiche Verhaf achen, feinen untergebenen Priestern befahl. dem weltlichen Wür⸗
Andgen haben siauigefunden. X dentrager auf dessen Reise durch die Insel die üblichen Ehren vicht

Ein anderes bobses Shmmptom ist die Selbstauflssung der ur⸗ zu erweisen. deneu Lersundi seinerseits rächte sich dafnt; mden
alten Gesellschaft der Vogesenschützen Francs-Tireurs des Vosges) t, mit Erlaubniß 3— Regietung im —V— Sicot n
des Urbilds aller ähulichen Gesellschaften in Frankreich. Die haften und ihn des Landes verweisen ließ. Der spanische Postdampfer
Hesellschaft wolne nicht m der Diobilen vereiungt und dadurch Außte mit der Abfahit so langt zogern. bis der Delmuent au
zu einer Regierungsmaschine werdeennn. vord gebtach Aorden wvor un in Portorico die Beschlusse de⸗

Die Siberte bringt heute eine Uebersicht aus der hervor⸗ Radrider Cabinets abzuwarten⸗ Für diese prompt⸗ Erpedition
zeht, daß jede franzosishe Haushaltung im Jahresdurchschnitt ines Ant agonisten wird die Casta Diwa · ohne 77
112 Frs. 30 Cent. Steuern bezahlt, also monatlich ) Frs. 35 Dank au Lersundi abgestattet haben. Daß der General⸗ Kapitan
Cent. Davon sind 43 Frs., also 5 Steuermonate, fur“ das in seinem Verfahren gegen den Bischof von det spanischen Regie
dandheer allein bestimmt,“ nad fuͤr Unlerricht, Acerbau, dffent. rung, unterstützt worden, ist unstreitig gin bemn tuneweruee Zeichen
siche Arbeilen und Handel zusammengenommen 20 grs. oder der Zeit und läßt erkennen, daß selbst Spanien das Dand der
— Inquisition, den Einflüssen des 19. Jaͤhrhunderts endlich zugän⸗

Paris, 8. April. Die „Prefse,* welche zuweilen Mitthei⸗ rig wird. — Wie würde Philipp Il. in diesem Falle die Bot⸗
en aus der österteichischen Votschaft erhalt, enthalt Fol⸗ haft Lersundis aufgenommen und welche Antwort würde er da⸗
geudes: Genaue Informationen melden uns, daß der öster⸗ auif ertheilt haben ?
reichische Premier⸗Minister, Hr. v. Beust, dem Kaiser Franz Jo—
seph erklärt habe, daß er und seine Collegen sich in die Nothwen⸗
digkeit versetzt sähen, ihre Entlassung einzureichen, wenn Se. Ma—⸗
estät die neuerdings von der Kammer angensmmenen Gesetzze nich
denehmige. Die Mutter des Kaisers, die Erzherzogin Sophie,

oll in den letzten Tagen auf das lebhafteste Se, Majestät ange⸗
jangen haben, um den Kaiser von den Dispositionen, von denen
er zu Gunsten dieser Gesetze beeseelt war, abzubringen.“

Aus Paris, 4. April, wird geschrieben: Ein junger Mann
welcher zu Grenoble „Nieder mit dem Kaiser“ gerufen hatte,
wurde zu 14 Tagen Gefängniß und 16 Fers. Geldduße verur—
heilt; „Situation“ und „Figarto,“ welche ,Nieder mit der Ma—
orität“ gerufen hatten, bekamen zwei Monate Gefangniß und
5000 Fres. Geldstrafe — W

Belgien.

Brussel, 1. April. Bei den Unruhen in Charleroi sind
nuch Regierungserklärung im Gauzen 10 Personen ums Leben
gekommen.

Autwerpen, 4. April. An Bord eines Flußschiffes ist
heilte eine Ladung Petroleum explodirt. Das Schiff ist gänz⸗
lich verbrannt.

Schweiʒz.

Bern, 2. April. Es ist beste Aussicht vorhanden auf Be—
endigung des Arbeiterconflicts in Geuf. Staatsrathspräsident
Camperto ist von Meistern und Arbeitern zum Abschluß eines
vergleichs ermächtigt.

Bern, 3. April. Zuverlässige Berichte erklären die Nach-
richten über Verlegung frauzösischer Truppen an die Genfer
Brenze für unbegründet. (Die Unruhen sind vorerst be—

schwichtigt.)
Italien.

Rom, 28. März. Auf Befehl des Papstes hat die archäo⸗
isgische Akademie heute eine Trauerfeier für den F Koͤnig Lud⸗
wig J. veranstaltet, welcher mehr als 20 Cardinäle, der Exkönig
pon Neapel und das diplomatische Corps anwohnten.

Neapel, 1. April. Die Wahlen für den neuen Munici⸗
palrath von Neobel haben soeben stattgefunden. Es sind 56 con⸗
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        nrichtungen soqleich in Anfpruch gentommen, aber dergebenz VBis Cuba in v Minntken, von dem Gonderneur von Reufsundland
Sonntag Abend ist keine Spur des Durchgebrannten endeck ESoint Fohl in 88 Minuten. und von Hearns Tonemnt in 6
worden. Rimten.. 3 auffallender iist die kurze Zeit/⸗ weiche ein am

FParis, 30. März. Der heutigt Moniteur veröffent. Sebra d. J. on London —B— de deeaboesandies
icht die in allen Stücken dem Vorttage des Kriegsministerz emt⸗ Telegramm in Anspruch nahm. Eine directe Verbindung zwischen
prechende Instruction für die Bildung der mobilen Nationalgarde. Deard's Content und Colifornien war verfuchsweise hergestellt
nige Besammungen derdienen indeß ihrer Eigenthümlichkeit wegen Porden, so daß die Lange der Linie etwa 14,000 Englische Mei—
u werden. Von den Oijfigieren der modilen Gatde en betrug. Schon 2 Minuten nach Aoͤgang des Telegrammes
bird verlangt, daß ste in dem Umkreise ihres Bataillons Domizil raf die Autwort von San Francisco in London eiin.
ind „eine ehrenwerthe Stellung“ haben. wieder einer jener elasti 27 Frankfurt, 2. April. Der Pferdemarkt ift nun vor⸗
shen Ausdrücke, mit denen die Verwaltung macht, was sie will. iber, Das Rejultat desselben wird allenthalben als ein gutes

4Bei Gelegenheit des Banketts, welches kürzlich in London bezeichnet. Der Umsatz in Arbeitspferden war ein erheblicher,
der bekannte Amerikaner Chrus Field (ein Ingenieur, dessen Aus- nicht mindet in Wagenpferden, weniger in Reitpferden. Die im
hauer und Intelligenz hauptsüchlich das endliche Geliugen der Saalbau gestern Abend abgehaltene Lotterie war sehr zahlreich be⸗
lantischen Telegraphen-Verbinduug zu danken ist) ungefähr 70 ncht, den ersten!? Preis, einen Wagen mit einem Vierer⸗
Jei der Telegraphie interejsirten Petsoͤnlichleiten gab, Aand wä ug sanimt ¶ Geschkkr. gewann das Loos Nr. 10,185;
tend dessen der Telegraph sinnveich in den Speisesaal geleitet, veitere Haupkpreise,“ Wagen mit Pferden und Geschirr, fie⸗
e umechaltung min nah and fern derlmittelte. zeigie sich so recht en auf das Loos Nr. 58838, 23,902 28.945, 10304. 22 061.
die Hdhe. auf welcher die elektrische Telegraphie nunmehr ange⸗ 18. 314, 32,228. So26 14531, 10 318. 28749, 12 064
sangt ist. Auf die verschiedeuen abgesandten Depeschen trafen die 38.772, 6001, 8329, 37,916. 4188, 18,8538 11406 7468,
ANunvorten in folgender Jeit ein: vom Präsidenten Johnson in 3.643, 32,228, 21,884, 39,361, 18,6682. 34,508, 21,063
—A Minuiten, don Mua Sewartd in; Washington 31,465, 8240, 38,308, 20, 063, 13. 7 18, 11836, 7539, 23,807
i13 Minuten. don verschiedenen Petsonen in und um New—- 29,933, 32,372, 16,894. 27, 9001, 25,558, 13,310, 7274.
HYort in durschnittlich 205 Minaten, von dem Gouberneur auf 26.327, 33. 5336. 33. 512. 26, 169.
8 —

Jagdverpachtung.

Am Mutwoch. den 22. April l. Jahrs
Pormittaͤggs um 11 Uhr im Amislolale
zes k. Rentamts Blieskaftel wird von die⸗
ser Behörde auf Betreiben des unterfertig
ten Forstamtes die hohe und niedere Jagd
in den Staatswalonngen des Rediers
1. Ingbeert auf die Dauer von fünßzehu
Jahren nach den Bestimmungen der Verord⸗
angen dom 17. Mai 1850. (Kr. Amts⸗
dlan Ne. 40) uund dom 89. November
—
seud öffentlich verpachtete.

Dies witd hiermit zut allgemeinen Keunt⸗
niß gebracht mit dem Bemerken. daß sämmt⸗
iche Staatswalddisteikte des Reviers
Sl. Ingbert nur einen Jagdbezirk bilden,
welcher eine Fläche von 1929 Tagwerken
unfaßt.

Zweibrücken. den 4. April 18688

Kgl. Forstamt:
Glas.

⸗

Holzversteigerung.
u Rohrbach im Schulhause.
Donnerstag. den 16. April l. J.

Nachmittags um 1l Uhr und zwar;

Schlag Kahlenberg.
3 eichen Stämme . Cl.
83 buchen Stämme II. El.

23. .. AMIMI. Cl.

104 Sitempel

2 kiefern Baustämme.

27 ESparren.

14 Gerüsistangen.

O birten Stämme U. Cl.
2. Klafter buchen Scheitholz J. Cl.

302 V. Cl.

2 5aubrüchig.
i eichen Scheitholz II. &amp;l.
19 .buchen Prügel.
2, birken
1425 buchen Wellen. I
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3375 Bohnenstangen.
Rohrbach den 6. April 1868.
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den billigsten Preisen. . —
Ueberziehen, Pmändern,— sowje alle Reparaturen werden schnell und
jut besorgt.
C. Chandon.
Schirmfabrikant in Zweibrücken.
4*
Der Unterzeichnete bringt hiermit zur
Zeuntniß, daß er nicht mehr in derm
»ause des Herrn Michael Paul!, sondern
n dem Hause des Herrn Johann
Friedrich, Nr. 167 auf dem Maritplatze
vohnt, allwo er eine

—2

——A
mit Herberge
eröffnet hat, und bittet unter Jusich rung
zuter und billiget Bedienung um geneigten
zZuspruh. O
St. Ingbert 6. April 1868. —
Franz Hirsch.
Schuhmachermeistet.

S8IL
Jakob Quirin,
aufm Rentrisch.

Bei meiner Abreise von hier, meinen
lieben Ig und Bekanuten allen,
ein herzliches Lebewohl J

Zchnappbach den 8April 18608.

—2 Miller.

Zwei brade Jungen köoͤnnen als
Lehrlinge sofort eintreten bei
Anh. Eαᷣν Schreinter.

* 3X geehrten hiesigen und aus⸗
vartigen Publikum zur Nachricht, daß ich
nich hier als Blechschinied etablirt
jabe und empfehle mich in allen in dieses
Fach einschlagenden Arbetten; auch werden
Reparaturen von Sicherheiislampen bestens
ind sorgfältigst ausgeführt.

Schnappbach im April 1866—

Wilhelmn Kunobloch.

Pa

Ein braver Junge sean dei Vuch⸗
inder Fei⸗rich in die Lehre treten.
Viehsalz
—V
200d Pie billigs bein
A. Rögner ⸗

IIOMBVI.
        <pb n="170" />
        Vorschustverein St. Ingbert.
Bilanz pro Monat Marz 1868.

Catharina Wagner 69 J. alt, Wiw
v. Heinr. Haas.
Marens Ochs 50 J. alt.
Elisabetha 3 JIJ. J M. alt, T. v.
Valentin Inng.
Joh. 1 J. 6 M. alt, S. v. Panl
Buchheit.
Johanna Elifabetha 16 T. alt T. v.
Paul Grünm. n
Peter 6 M. 17 T. alt, S. v. Pet.
Jung. I
Joh. 2 J, 1 M. alt, S. v. Johann
Boschee.
Peter Uhl 64 J, alt Fuhrmann.
Joh. Kaiser 45 J. 5 M. alt Berg—
nann.
Daniel Schwarz 47 J. alt, Tagner.
S„ophia Carolina 9 M. alt, T. v.
deinrich Becker.
vouisa 1 M. alt, T. v. Peter Scherer
Georg Buchhardt 26 J. alt, Feilen⸗
hauer.
Ludwig 1J. 11 M. alt, S. v.
Georg Schmitt. ——
Joseph 10. M. alt, S. v. Jacob
Theis —
Joseph AM. 14 T. alt, S. v. Nic.
Wolter. α α—α—
Johann Beck 58 J. alt, Bergmanu.
Jakob 1J. 8 T. alt, S. v. Peter
Schuhmacher. 9*
Jakob Weber 43 J. alt Tagner.
Magdalena 2 T. alt, T. v. Heinrich
Spenger.
Gertraude 4 J. 4 M. alt T. y. Joh.
Schwarz.
Peter Weber 35 J. alt Fabrilarbeiter.
Elisabetha . M. alt T. v. Peter
Ecer. —
29. Helena 3 J. alt T. d. Georg Zintel.
Im Monat März haben sich
verehehbicht:
8. Johann Adam mit Maria Glattfeld
19. Joh. Jos. Peters mitJohanna Vort.
19. Joh. Heib mit Elisab. Maria Baus.
St. Ingbert den 3. April 1868.
Der Ciuvilstandsbeamte
Chandon.

15
15.
J 16.
1 r fl. t.
Cassa⸗Conto.... 1600 06 Gewinn⸗ und Verlust⸗Contios 45 58 16
Wechsel Conto..... 2195 22 Reservefond Corto. .156 —5
dandlungsspesen · Conto.. 121 21 Stammantheil-Couto...552 19117
Conto⸗Corrent· Conto... 2841 49 Sparkassen Conto... 540 —
—AVV
7 Creditoren... 1680 40
ee h— DB 7I——
— Compioir bei Herrn P. Thir y Lederhandlung. — i9
XXRRXV
Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit einem geehrten Publikum Si. Ingberts und
Umgegend anzuzeigen, daß er Fräulein Westphälinger in St. Ingbert beauftragt
Jat, die zum Drucken und Färben bestimmten Gegenstäude in Empfaug zu nehmen und;
abzugeben.
Indem ich mich bemühe schöne und alkurate Arbeit zu liefern, sowie auch bedacht
ein werde siets die neuesten Dessins zum Drucken einzuführen, bitte ich um geneigten
Zuspruch.
ν
Färberei und Drückerei in Homburg.

24
25.
P. Thiery, Lederhandlung St. Ingbert
emfiehlt auch als „Geschenke“ besonders geeignet:
Dittmar's Pateut⸗Rasirmesser für jeden Bart, Streichriemen
Feder⸗ und Taschenmesser, Scheeren
2 *Tischmesser und Gabeln, Dessertmesser, Tranchirbestecie
Gartenmesser und Scheeren, Schärfstähle, Fleischermesser.

27.
28.

O.000 Stuück
—* 2 e v34 — — *5... d
Strohhüte, für Herrn, Damen und Kinder,
20 — — ———
gewöhnliehnhe à IS Lr.
halbhfeine à 24 Lr.
v —
ganz feine àa 86ILr. LM.
2
Panama 4n R. 2. 24 LKr.
. Herz, Wittwe.
4. Jarl S. v. Phil. Gotimann.
7. Nagdal. T.v. Heinr. Spengler.
6. Friedr. Jul. S. v. Jul. Christ. Mayer
28. Joh. S. v. Joh. Schwarz.
30. Maria T. v.r Georg Meyer.
314 Georg S. v. Carl Nuhn⸗
31. Franz Maxim. S, va Jos. Steinacker.
ImMonatMärz sind gestorben:
d. Pet. Kopp 56 J. alt.
3. Ludw. 2 J. 6 M. alt, S. v. Joh. Sander.
5. Dorothea 10 M. alt, T. v. Jalob
Rheinwald.
Jakob 3 M. alt. S. v. Anton Ankner.
Barbara Adam 31 J. alt, Ehefrau
o. Heinr. Müller.
Georg Bickel 61 J. alt.
Jos. 6 J. 6 M. alt, S: d. Johann
dungftenß.
Catharina 2 J. 10 M. au,
Peter Müller.
Rosina Herz 137. Jcalt, ledig.
Ottmar Dreher 37 J. alt, Schneider.
deinrich 1 J. 50 M. alt, S. v. Georg
bleif 37
Margaͤreiha 1. M. alt T, b. Heinrich
stlahm.
Redaction, Druck und Verlag von F. X Demeß in St. Ingbert. ——

2
15
Wormis den &amp;. April.

Wir notiren heute: Weizen 16 fi. 45 kr.
»is 17fl. 15 r. Roggen 14 fl. 45 kfr.
dis — fl. — kr- Gerste 11 fl. 30 kr.
bis — fl. — kr. per 100 Kild. Hafer
õfl. 30 e. bis 6 si. 40 tr. pex ö0 Kilo
Mehl per Partie — fl. tt. bis — fl.
— kr. Roggenmeht — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß — fl. — kr. bis
— fl. — tr. Weizenvorschuß — fl. — kr.
— ffl. — kr. Blumemnehl. — fl. — kr.
bis — fl. — tr. per 70 Kilo. Reps
16 fl. — tr. bis — fl. — kr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnoͤl ohne Faß
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen 75 fl. — kr. bis
95 fl. — kr. Branntwein 31 fl. — kr.
bis 31 ft. 30 kr.

empfiehlt *4 8

geboren:
Johann Peter S. v, Joh. Schweitßzer
heinrich S. v. Pet. Meyer
Jacob S. v. Joh. Buschlinger.
Maria T. v. Job. Weiser.
*Carl S. v. Carl Metz. ,
3. Gustad S. v. Gustav' Peters.
9. Magdalena T. v. Carl Seel. 4
O. Philipp Adolph S. v. Ad. Schwarz.
Paul S. v. Joh. Rees.
Carl S. v. Adam daenn ist
dudw. S. v. Adam Hauptmunn Zwill.
Jak. S. v. Jak. Schmitlti.
Nicol. S.'v. Nicol. Braunberger.
.Jak. S. v. Nicol. Dietrich.
.Christian S. v. Christian Kling.
—, Nic. Joj. S. p. Nic. Fenn.
Maria T. v. Georg Stife..
Catharina T. v, Christ. Koch
. Maria T. v. Pet. Klahm.
20. Heinr. Joh. S. v. Leonh. Wohlfart.

Mainz, 8April.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—
genmehl ditts — fl. —kr. — Weizen (200
Pfd.) 16 fl. 30 fil. — 17 fl. 15 ku. —
dorn (180 Pfd.) 14 ff. 30 kir. — fl. —
kr. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 40 ke. — 12
fl. — kx. Hafer (120 Pfd.) 6 fl. 20 kr.
bis — f. — ftr
        <pb n="171" />
        ver sie Aet 3 s —D——— —
— —8 E —28 5 .5 ) 7 22 *
ι —“ a :ut
Der „St. In'g berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreinal: Dienztag, Donnerstag
und Samstag.⸗Abonnementswreis vierteljührig 45 Krzr. oder 18 Silbergr.. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige' Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
ιαια- æ 1868.
— — —

Nro 4J. DDonnerstaa.
— —— — ——

4

—B06 *
Deutschland. J snes Artikels aus München in Nr. 55 der Frankfurter Zeitung,
An Müuchen, 4. April. Das Gesetz über Heimath, Verehe in welchem eine Majestaͤtsbeleidigung enthalten sein soll, vernom⸗
lichung und Aufenthalt wird nächster Tage im Gesetzblatt pub men zu werden. .
liart verden. Die Bestimmungen dieses Geseßes treten mit den Bexrlien 6, April. Im Bundesraih des Norddeuischen
1. Sept. d. J. in Wirksamkeit. Bundes ist am Samstag der Bericht des Ausschusses für den
Muünchen, 4. April. Die Abgeordnetenkammer hat der Entwurf der Gewerbeoronung verlesen worden. Derselbe soll nicht
aonigin Amalie von Griechenland eine jährliche Apanage von ohne bedeutende Abänderungen geblieben sein, die für eine größere
80,000 fl. bewilligt. 23e Freiheit der gewerblichen Bewegung von entschiedener Bedeutung
— Abgeordnetenkammer. Fürst Hohenlohe vertheidigt den sein würden. *
Etat für die Gesandtschaften und spricht von Agitationen in Deutsch· In der neuen Militärinflruction für den Norddeutschen Bund
land, deren Ursache im Ausland zu suchen sei. Die bayerische wird vom Jahre 1869 an die Zulassung zum einjährigen Frei—
Regierung werde an der bisherigen Polititk festhalten, welche vom willig endienst ohne besondere Prüfung von einem ganzjährigen
Finheitsstaat, wie von einer hoffuungslosen Isolirung gleich ent⸗ Besuche der Secunda eines Gymnasiums oder einer Realschule
ferni sei. Die Kammer bewilligte den Gesandschaftsetat als Ver- erster Ordnung, beziehungsweise der Prima eines Progymnasiums,
drauensvotum für das Ministerium gegen die ultramontanen und einer höheren Bürgerschule oder einer Realschule zweiter Ordnung
particularistischen Parteiumtriebte. abhängig gewacht. Belannilich ist nach den bisherigen Vorschrif⸗
Münch'en, 83. April. Aus Aulaß der Unruhen bei ein⸗ ten in Preußen für die Zulassung zum einjährigen Dienst nur
igen Landwehr · Controlversammlungen ist in manchen Zeitungen * halbjährige Besuch einer der genannten Schulclassen erforder⸗
bemerkt, daß es die Behörden an der nöthigen Belehrung der lich. Die neue Anordnung beruht auf den Vereinbarungen, welcht
Landbevölkernng haben fehlen lassen. Wir glauben nicht, daß der unlängst von Vertretern des höheren Schulwesens in den Staaten
Mangel einer Belehrung, sondern die abfichtlich falsche Belehrung des Rorddeutschen Bundes bei den hier abgehaltenen Conferenzen
uͤber die neuen Gefetze und insbesondere über das Wehrgesetz mit getroffen worden find.
diesen Unruhen in ZJusammenhang stehen. Dies ist namentlich Dresden, 7. April. Die zweite Kammer genehmigte nach
zus dem allgemeinen Rufe: „Wir wollen nicht preußisch schwö⸗ langer Debatte mit 42 gegen 23 Stimmen die Regierungsvor⸗
ren“ zu entnehmen. Denn die Eidesformel, welche wir zu diesem lage in Betreff der Aufhebung der Todesstrafe. —
Behufe hier folgen lassen, weicht mit keinem Worte von dem bis · Wien, 7. April. Die „Abendpost“ veröffentlicht das Ant⸗
herigen Militärcide ab und enthält nicht, wie einige Blätter sas wortschreiben des Ministerpräsidenten v. Auersperg auf das letzte
en einen Hinweis auf das mit Preußen abgeschlossene Schutz ⸗ Schreiben der 14 Bischoͤfe. Nach Erwaͤhnung der freiesten Erör⸗
und Trutzbuündniß; die Eidesformel laute:!:!: zerung des Ehegesetzentwurfs durch den Reichsrath wird versichert,
Ihr sollt schwoͤren zu Gott dem Allmächtigen einen körper⸗ daß das gegenwärtige Stadium der Verhandlungen der Regierung
lichen Eid, daß Ihr dem allerdurchlauchtigsten, großmächtigsten die ehrerbietigste Zurückhaltung aufetlege. Die Gerichte seien
soͤnig und Herrn Ludwig II. unserem allergnädigsten Kriegsherrn incompetent in Glaubenslehrfrugen und Kirchenverwaltungssachen;
reu dienen und Allerhöchstdesselben Wohl nach Kräften fördern, die Regierung beanspruche nichts jenseits der Grenzen der
allen Vorgesetzten den gebührenden Respect und Gehorsam leisten, rechtsmaͤßigen Staatsgewalt; sie halte die Kirchenfreiheit hoch,
deren Befehle ohne Widerrede und unverdrossen vollziehen, im dulde aber andererseits auch die Mißachtung der Grenzen der
Kriege wie im Frieden, zu Wasser und zu Land, bei Tag und Staatsgewalt nicht. 122* —9
hei Racht, auf Marschen und Wachen, bei Belagerungen, in Stür .· Wien, 7. April. „Prefse“ meldet; Das Schlußprototkvll
men und Schlachten, überhaupt bei allen Gelegenheiten als tapfere des britisch⸗ osterreichischen Handelsvertrages soll schon in den näch⸗
ind sreue Soldaten Euch erweisen, (Eure Fahne (Standarte) sten Tagen unterzeichnet werden und der englische Bevollmächtigte
niemals treulos und mei eidig verlassen, vielmehr sie stets muthig wird noch vor Ostern nach London zurückkehren. — Die Nachricht
vertheidigen und Euch nach Vorschrift der Kriegsgesetze jederzeß eines Pariser Blattes von einer angeblich an den König von
so benehmen wollet, wie es ehrliebenden Soldaten geziemt.“ Hannover ergangenen Einladunq, eine andrre Residenz zu erwäh⸗
München, 6. April. Die Abgeordnetenkammer bewilligte len, ist unbegründet.
einstimmig die geforderten 20,000 fl. für die Regierungspresse. — Bekbanntlich war der Frzherzog Rainer das einzige Miiglied
t ün chen, 8. April. Die „Correspondenz Hoffmann dei laiserlichen Familie gewesen, welcher die in den Hofkreisen
meldet, daß das Zollparlament auf den 27. April einberufen sei. durch die Heirath des Erzherzogs Heinrich hervorgerujene Ent—
Die Abgeordnetenkammer hat die Theuerungszulage für die R- rüstung nicht theilte; und seiner, der dortigen Strömung entgegen—
gierungsräthe abgelehnt, für die Bezirksamtsassessoren genehmigt. gesetzten Meinung in einem befondern Schreiben Ausdruck gegeben
Der Minister Hörmann erklärte, mit dem Bewußisein und dem hatte. Das Journal „Le Temps“ bringt jetzt interessante Ein—
Vorsatz der vollen Solidarität mit dem Gesammtministerium ein⸗ selnheiten aus der Antwort, welche der Erzherzog Heinrich seinem
getreten zu sein hm in wohlwollender Gesinnung zugethanen Vetter hat zulommen
Feasrlzrunhe, 7. April. Die Zejtungsnachricht von einex assen. In dem bezüglichen Schreiben soll unter anderm die
bevorstehenden Combination der badischen Division mit dem darm— Slelle wortlich vorkommen: „Ich kenne die Vorurtheile gewisser
städtischen Bundescontingent zum 13. Bundesarmeecorps wird von Personen zzu gut, um mir auch die geringste Illusion zu machen
inerrichteter Seite für unbegründet erklärft. üher: die Möglichkeit, dieselben zu andrer Meinung zu bringen,
Darmstadt, 6. April. Prinz Ludwig hat dem Verneh—⸗ sei- es durch ·vollendete Thatsachen, sei es durch den Hinweis auf
men nach seine Stelle als Divisionsgenecal niedergelegt und, zwar die Nothwendigkeit derselben. Aber alles dieses wird meine Ge⸗
wegen statigefundener Differenzen. Der preußische Militärbevoll⸗ sinnungen nicht ändern, ich ziehe mich von diesen Herren mit ho⸗
maächtigte v. Brandeis ist darauf sofort nach Berlin gereist. her Bestimmung zurück, um einfach Mensch zu werden und zu
Darmstadt, 7. April. Der Großherzogbeschied das bleiben. Glaube mir, lieber Vetter, erst jetzt fühle ich mich frei
Entlassungngsgesuch des Prinzen. Ludwig abschlaglich. Prinz zund glücklich, erst jetzt wo ich mich von den traurigen Traditionen
Alexauder vermittelte erfolglos. Oberst Jungenfeld versieht — habe, die schon lauge keinen Werth für mich hatten.“
disorisch dic Divisionärstelle. Man erwartet aber die definitibe — Die Stadtgemeinde Botzen hat in ihrer Gemeinde⸗Aus⸗
Besetzung durch einen preußischen Generr1l. schußsitzung vom 81, p. M, mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen,
Frankfurt, 6. April. Der verantwortliche Redacteur der ein Gesuch an den Kaiser zu richten, damit dem Erzherzoge Hein⸗
„Fr. Zig.“ war heute bor den Untersuchungsrichter citirt, um auf rich die Rückkehr nach Botzen gestattet werde. Er lebt in der
Kedufilizn des k. bayer. Bezirksgerichts lints der Isar wegen ei⸗ Schwe iz.
        <pb n="172" />
        Frankreich. *s

Pati 3. oeg Dos Obercoumando über das Laget
von Chalons echcht dieses Jahr General de Failihe Adjmam ves
daisens aud Sengioce Chet seines Generalstabst Al Zrigadege⸗
neral Graf — gentaus Virnnt des Kaisers. Das Lager
vird eroffnet den F. Mai und dauert bis zum 80. Juni und
wird gebildet von 3 Divisionen Infanterie (12 Linienregimentern
uund 3 Jägerbataillonen) ohne Artillerie und einer Cavalleriedibi⸗
iou (2 Lanciers⸗ und 2 Cuirassierregimenternry.

Baris, 4. April. Alles trägt eine friedliche Physiognomie.

„France“ dementirt das Gerücht, daß Hr. Benedetti beauftragt
iei, in Berlin Borstellungen wegen der nordschleswig'schen Frage
die sehr langweilig zu werden anfängt — zu machen; beim geftrigen
diplomatischen Wochen enpfang soll Herr p. Moustier von Frie⸗
deusdußerungen wahrhaft geirieft haben; und in der „Liberte“
legt Girardin seinem verehrten Freunde dem Prinzen Rapoleon,
als Programm der nächsten Zukunft das Wort in den Mund
„Friede nach Außen; Freiheit nach Innen!“ Mein Liebchen was
villsft Du noch mehr? Um diese friedlichen Aussichten immer
mehr zu befestigen, soll der Marschall Niel dieser Tage der Bud⸗
zetcommission des Gesetzgebenden Körpers unumwunden gesagt
haben, Frankreich müsse bestandig 200,000 Mann auf dem Kriegs⸗
uß haben, so daß diejelben jeden Tag nach der Grenze abgehen
sönnten. Die HH. Abgeordneten sind anderer Meinung und solleu
ich mit dem Gedanken dicher Abstriche am Militärbudget tragen,
veunn ihnen die Regierung nicht beweisen kann, daß — Hanibal
vor der Thür steht. Wer lebt wird sehennnn
Paris 5, April.“ Der Botschafier Preußens in Paris
Graf v. d. Goltz, hat soeben an Herrn Cremieur, Prafidenten
der Alliance Israelite, das folgende Schreiben gerichte:
.. 3Paris, 2. April 1868.
Mein Herr! Ich habe mich beeilt, dem Herrn Grafen Bis⸗
narck das Schreiben zu übermitteln, welches Sie mir unterm 26.
Darz eingesandt und in welchem Sie den Beistaud Sr. Maj.
des Konigs meines erhabenen Herrn, beim Fürsten Karl von
stumänien zu Gunsten der israelitischen Bevolkerung dieses Kandes
n Anspruch nehmen. Sie haben schon aus dem Schreiben des
Fonseil⸗Präsidenten pom 22. Febr. den lebhaften Antheil ermessen
onuen, den die Regierung des Königs an dieser Frage nimmt.
Die Bereitwilligkeit, mit welcher Graf Bismarck dem in Ihrem
Bricfe vom 26. März kundgegebenen Wunsche Fole gegeben hal,
st hiefür ein neuer Beweis. Se. Excellenz brauftrage mich, Sie
dapon in Kenntniß zu setzen daß der preußische General- Consul
in Bucharest sofort auf telegraphischem Wege aufgefordert: worden
st, dem Fürsten Karl die lebhaftesten Vorsiellungen gegen die Ge—
etzvorlage, betreffend die Israeliten, zu machen, welche soeben der
umänischen Kammer unterbreitet wurde. Genehmigen Sie, Herr
Präsident, die Versicherung ꝛc. ,
Der preußische Botschafter Graf v. d. Goltz

Paris, 6. April. Die Prinzessin von Hohenzollern, ge⸗
dorene Pepoli, Mutter des Fürsten Carl von Ruͤmanien, befindet
sich in diesem Augenblicke in Paris. Man glaubt, dem Journal
de Paris zufolge, in der diplomatischen Weli allgemein, daß die
augenblickliche Lage der rumänischen Regierung mit dem Ausent-
halt der Prinzessin am französischen Hofe in üeziehung steht.

Paris, 7. April. Die „Patrie“ dementirt das Gerücht
von einer diplomatischen Internention Frankreichs an den Ver—
handlungen wegen Nordschleswig. —

London, 4. April. Der Katalog der Kapitalverbrechen
in London war in voriger Woche ein sehr reichhaltiger: ein Zi⸗
zeuner erschlug mit einem Hammer seine Geliebte, ein Taglohner
reischlug einen Lieutenant, ein Raufbold erstach einen Kellnet. —
In Monchester fand heute die Doppelhinrichtung des Moͤrders
»es Pfarrers Plow in Todmorden, Namens Wegatherill, und eines
zewissen Faherth, Mörder seiner Geliebten, statt. — Auch in
Tork wurde heute ein Moͤrder hingerichtet. — In Wigan isi vor⸗
zestern die Ruhe aufs Neue gestört worden. Mehrere hundert
Arbeiter, mit Stöden und Knilteln bewaffnet griffen die Polizei
aet einem Hagel von Stein vürfen an. Es entstand ein heftiger
tampf, der erst dann endigte/ als das schleunigst herbeigerufene
Miltärx auf dem Platze erschien und denseiben saͤuberte.

Southampton, 6. April. Der Dampfer „City of New⸗
Nort“ bringt aus New-York vom 26. Marz die Nachricht, daß
Berichte aus Mexico die Verhaftung von Lopez, des Verrathers
Varimifians. melden.

Belgien.

Brüfsel, 0. April. Man befürchtet den Ausbruch neuer
Unruhen im Hennegau. Die Arbeiter des Kohlenwerks St.⸗Roch
vaben die Arbeit eingestellt.

Italien.
Aus Rom wird unterm 8. d. berichtet: Heute am, Palm⸗

Sonniage leitele der Papst, wie üblich, den Gottesdieust an der
Beterslirche, segnete das Volk und vertheilte Palmzweige Zan die
ardinäle und Präfecktet. Der Papst erfreut sich wieder guter
Besundheit. Die letzte französische Division wird biune Kurzem
iach Frankreich zurückkehrein. —
Floren z, 6. Aprtil. Hr. v. Usedom hat aus Berlin die
ffizielle Ankündigung des Besuhs des Kronprinzen von Preußen
ur Vermählung des Prinzen Humbert erhalten. — Man glaubt, die
deise Malarets uach Paris stehe mit der Ansicht der franzoösischen
stegierung, den Rest ihrer Truppen aus dem Kirchenstaat zuruͤck⸗
zurufen in Verbindung.
Spanien.
Die Liberle enthält aus Madrid ein Schreiben/ worin es
jeißt: Man erwartete für die Nacht vom 18. auf den 19. Var,
den Ausbruch der Revolution, und Jedermann hielt sich auf der'
Hut; dann wurde die Nacht vom 28. auf den 24. Marz öffent⸗
ich dafür angesagt. Vielleicht würde sie damals stattgefunden
jaben, wenn nicht 300 Liberale aller Nuancen verhaäftet worden
vären. Seitdem haben die Verhaftungen fort gedauert.
Rußland.
Petersburg, 7. April. Der Rücktritt des Frhrn.
d. Bu berg von seinem bisherigen Posten als russischer Boischaf
er bei dem Tuilerienhofe steht außer Zweifel und es handelt sich
nur noch um die Person seines Nachfolgers. Als Candidat für
den Posten wird außer dem Grafen Schuwaloff auch Graf
v. Stackelberz (ishee in Wien) genannt.
Amerifkfka.
Washington, 4. April. Der Senat als Gerichtshof
chloß heute die Anklageverhandlung in dem Prozeß Johnson und
zertagte sich bis zum nächsten Donnerstag. Wehe lehe u
In Montevideo ist am 19. Februar ine blutige Revolte
iusgebrochen. Der Kampf dauerte 5 Tage. Der Praäsident der
depublil Uruzuay, General Flores, warde ermordet, sein Leich
jam durch die Straßen gefchleift. Es fand ein kurzer Kampf
tatt, welcher mit der Niederwerfung der Revolte endete. Die
gevölkerung von Monteoideo hielt zu Flores und dem Bündnisse
nit Brasilien. Der gefangen genommene Anführer der Rebellen,
jexro, wurde füsilirt. Die Ruhe war bald wieder hergestellt, uud
zwurde sofort in der Person des bisherigen striegsministers
enerals Lorenzo Battle, ein neuer Vräsident der Republik erwählt
ermischtes.

F Aus Alsenborn, 2. April meldet man dem Naisers.
hoten“: Gestern hatten wir dahier einen Tumult wie noh ni-
zZlut floß — Gensdarmerie und Aerzte mußten herbeigeschafft
verden. Die Ursache, resp. der Grund war die Gemeinderaths-
vahl. Es bildeten sich hier mehrere Parteien, die sich in den
jegenüberliegenden Wirthshäusern dis zur Stunde der Wahl af⸗
vielten. Jetzt gings los, mit Bierfässern warfen sie sich; mit
inem Wort, es war eine Schlacht, deren Endresultat war: daß
er alte Bürgermeister wieder gewählt wurde.

7Dresden, 1. April. Wie die Spen. Zgt. mittheilt, hat

Ihre Maij. die Königin sich gegen die unangemessene moderne
daartracht der Damen erklärt. Ihre Majestal hat naämlich, in
Folge des Umstandes, daß sie häufig Amerikanerinnen und Eng⸗
ünderinnen empfangen hat, welche die geniale Verwitrung des
haares besonders lieben, eine Toilette-Ordnung für die Hofballe.
rlassen, in denen eine Hauptforderung „gekämmtes Haat“ ist.

FBerhin, 6. Aprii. Die durch verschiedene Jeitungen
erbreitete Nachricht, die preußische Regierung habe sich zu der
ẽrklärung veranlaßt gesehen, daß sie ihre bisherige Beisteuer für
as Fermanische Museum zu Rürnberg von nuͤn an zurückzi ehen
nüsse, entbehrt jeglicher Begründung.

f Aus dem Dorfe Skodden in Ostpreußen wird nachstehen·

»er grauenvoller Vorfall gemeldet: Ein Eigenkäthner Namens
Szesny hat seine Ehefrau, mit welcher er schon seit lungerer Zoit
in Unfrieden lebte, zuerst in grausamer Weise gemißhandelt, sie
yann in den Kuhstall geführt und hier mit einer langen eisernen
dette, die er ihr um den Hals legte und mit einen Vorhangeschloß
zefestigte, angekettet. Die Frau ist hieranf durch eine nr den
niedrigen Stalldache befindliche Oeffnung ins Freie geklettert, wo
ie der Kette wegen dicht an der Mauer stehen bleiben meßte,
uind hier ist sie, wie vermuthet wird, von dem Maune erwürgt
porden, der ihre Leiche dann in einem Holzstalle verwahrte. Der
Thäter ist verhaftet.

Der Herzog von Meiningen hat dem in Leipzig lebenden
Liederdichter Müller von der Werra die große goldene Verdienst⸗
medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. d

F Die Erzherzogin Charlotie, die, nachdem ihr der Tod ih—
res Gemahls mitgetheilt worden war, wunderbareter Weise eine
eitwas heitere Stimmung zeigte, ist in die frühere Geistesn icht
zurückgefallen
        <pb n="173" />
        F In der kroatischen Ortschaft Turcssics kam es es anläßlich
der Weid- und Waldrechte der, —XRE Widersetzlichleiten
des Volls und zu einer so blutigen Begegnung zwischen der Be⸗
jöolkerung und einem Panburendela hemen, daß der Sicherheitskom
nissar und 8 Personen us dem Volke ä
ionen (daruntet 4Bandarend derdunde nede n wee

Graz. Aus Siaim wird der Tagespost folgende ab
cheuliche Geschichte mugetheilsn In dem Hause einez Grundbe·
itzers in der Naͤhe von Stainz wird eine 47 FJaͤhre alte, irrsin⸗
tige Weibsperson, Verwandte diefes Grundbesshergn bereus seit
em Jatre 1843 auf ¶wahrhauft unnenschuche Weise behandelt.
Im Jahre 1842 dem Irrfinne verfallen, wurde diese Unglückliche
dis zum Jahre 18478 in einem Keller des Hauses au eine Kette.
gehängt gehaltene Vom“ Zahre *41847 8ig setzt; hatie⸗ man
er. Armen- eine⸗ —A zum ee ange⸗

wiehen . Eine Commisston iwelhe vor wenigen, Ru ün dem

dause des erwähnten Grundbesitzers ftattgefunden, Fand die Jer⸗
iunige ohne alle Beklekdung und nur in kine alte“ Bettdrde ge⸗
hüllt furchtbat abgemagert und geschvächt, kraernd auf eine
dund Stroh. Ein kurzer Strick welcher um ben Knoͤchel des
rechten Fußes gebunden war, hielt die Unglückliche fFest.e Ssviel
irher erhoben werden lonnte, besitzt die so Mißhandelte ein Ver—
aogen von 1400 fl. welches auf dem dause ihres unmenfchlichen
verwandten eingetragen i. 75
Colberg. 25. MärzDie Zeismng fuür Pommern“
rrzählt folgende wunderbare Geschichte: Gestern Nachmittag spiel
en mehrere Knaben an der beim Mühlentbor befindlichen Brücke
in der Yaͤhe der Mühle des Herrn W. hierselbst. Einer derselben
der Sohn eines Predigers M. in unserer Nähe, ist so lühn, sich
»ei diejem Spiele auf ein chöͤlzernes Dach m. wagen, das zum
Schutze eines an der dortigen Mühle befindlichen Mühlenrades
»on zwanzig Fuß Durchmesser angebracht worden ist, welches setz
ere sich in diesem Augenhlicke in voller Thätigkeit befindet. Das
dach ist alt und morsch, und als der Knabe sich gerade über dem
Mühlrade befindet. bricht er durch und füllte auf das in⸗ vossen
—„Schwunge befindliche Muhlrad, fällt aber auf eine Sielle dessel⸗
den, an der zufällig mehrere Schaufeln fehlen, stürzt 20 Fuß
rief in das Innere des sausenden Rades hinab' und kommt,ge⸗
rade in dem Momente auf der anderen Seite an, in welchein die⸗
elbe schadhafte Stelle,“ durch die er in das Innere des Rades
iclangt ist, sich hier von Neuemt ihm öffnet und er auit furcht.
arer Gewali durch die Wusserschnelle des sich bewegenden. und
chäumende Wogen schlagenden Rades befreit, weit forigeschleudert
pird an eine dort befindliche Mauer. Hier sind. durch das Ge⸗
chrei der Umstehenden aufmerksam gemacht, Personen aus der
Mühle herbeigeeilt, welche mit Stangen, die sie dem Versinkendeun
utgegenreichen, bemüht, ihn herauszuziehen. Dien Kraft des
)naben ist indessen nicht mehr fiark genug, die Stange zu ergrei⸗
ren; er sinkt und ist nur dadurch dem Tode des Ertrinkens ent⸗
angen, daß ein Landmann sich mit Hülfe einer Leiter ins
Wasser begab und so den Knaben rettete. Letzterer liegt jetzt noch
in einer Brustfell⸗ und Leberentzündung schwer krank darnieder.

Im „Journal de la Librairis? bietet der Hofbuchhandler
bielefeld in Karlsruhe zum Kauf an: „Dden Rest der Kerje,
velche au Bett Napaleons J. in der Nacht brannte, die derselbe
Kaiserzslautern zubrachte, als er sich nach Rußland begab.“
ßielen Erfolg dürfte die Anzeige wohl nicht haben; denn di na⸗
wleonijchen Reliquien scheinen in Frankreich selbst micht mehr hoch
u Preife zu stehen. Vor einigen Tagen wurde eine Brieft asche
es „ersten Consuls“ für 85 Francs und ein Taschenbuch desnai.
ers“ sür 33 Fres. verauchionirt.

.Paris, 21. Marz. Die jüngsten Assisen des Departe⸗
gents Vaucluse, verhängnißvoll für unglücklich Liebende, saßen
der eine Verzweiflungsthat eines daum 19jaͤhrigen Mädchens,
elicitas Pellicat zu Gericht. Am 3. Febr. hati⸗ sie in der
irche, am Altar, auf ihren Verführer geschossen, im Augenblick
Rexr mit seiner jetigen Verloblen die Ringe wechselte. Die
exwundung war nicht bedeutend, es dlieb aher immer ein Mord⸗
tsuch. Es war dies so recht ein Fall für ein franzöfisches Pab
um, wo die Phantasie das Urtheil ersetzen muß— Felicitas
lche bis zu ihrem Unglück eines aus gezeichneten Rufes genoß,

e Unterstützung des Meineidigen verächtllich abgewiejen und ihr
nnd mit äußerster Anstrengung selbft erhalten, hatie ihren Ver⸗
eidiger nicht, wie gewoͤhnlich, hinterssich, sondern auf dem Schooße:
nschönes Ajähriges Kind mit großen unschuldigen Augen. Der
taaesprocurator erklärte sich ganz mit der Vertheidigung einder
anden und glaubte man allgemein an eine Freisprechung; doch
urde Felicitas nicht völlig freigesprochen, sondern wegen Ber⸗
undung zu 6 Tagen Gefäaͤngniß verurtheilt. Der Gerichtshof
vvfahl sie jedoch der kaiserlichen Gnade.

⁊Der Bischof von Orleans fallt über die jetzige franzosische
unenwelt folgendes Urtheil: Das franzosische Weid kenui jetz!

Vamen berühmter Schauspieler und Bierhe. alte hei der Ahe

und beim Varietes⸗Theater Befchäftigten sind ihr. belaunt. Das
Wettbuch beim Pferderennen weiß sie auswendig aber kein Koch⸗
huch. Auf dem letzten Rennen Parirte fie auf La Touque?,
ieses Jahr auf „Vermouthe,“ nnd fie ist Kenner genug, um qu
bissen daß Hengit Bois⸗Foire eine große Zulunft hat d daß
zille de PAix“ beim letten Wennen fienie, —A
en Ruhm Frankreichs. Ihr ist nicht eine der thenersien mid berühm⸗
esten Pußzmacheriunen unbekannt. eben so wie der Laden des veiten
Zattlers Mit Neanermient besucht fie Stulle des Comte de la Grange,
Nic de Mornh, Mr Dela marra. Unterhalten dann sie fich nur mii
ghresgleichen und frivolen jungen LeutenGeschaft, Kunsth Politik,
Wissenschaft, selbst der Haushalt ist ihr fremd:·jeder gesehte ver⸗
nünftige Mann ist ihr ein Grauel an dessen Gefellichaft sie vor
angweile sterben moͤchte. Schmucksachen nimmt sie geen. aber
diebe — si dono Und über Treue lacht sie wie vernünftige
deute liber gzin —EVXLOOO—
21 In der Schweiz leben nach neuest angeordneter Zahlung
286 polnische Flüchtlinge in 18 Hantenn.
Wie amerilanische Zeilungen ane Deuischland berichten.)
Lin in Nordamerita erjcheinendes neues deuisches pubkiziftisches
Unternehmen, Nachrichten aus Deutschland unß der Schweiz,“
jat seinen Lesern eine sonderbate Mystification (unfteiwiig
zatürlichj bereitet. Die —XXXC Tode Königs Lud
vig L. mißverstehend, erzählen die Nachrichten“ihren Lesern:
doönig Ludwig Ivon Bayern starb am verflossenen Freitage im
Alter von 23 Jahren. Der junge König ist von der baherisch ·
ranzösischen Ktheinbunds-Jesuiten Tamarita einfach vergifter wor⸗
en. Wie dies trotz der seit Monaten gegen das befuͤrchtete Att
entat angewandten Vorsichts maßregeln möglich wurde, wirde die
nächste Zukunft vielleicht enthüllen. Die Einberufungsordre der
»eurlaubten französischen Osficiere steht mit den erwarieten Eteig⸗
uissen in Verbindung. NRapoleon berenet sich vor, seinen Helfers⸗
helfern in Deutschland that jächlichen Beistand zu leiften /⸗

f Ein New-PYorket Correspondent ber „A.Zre“ herichtet:
Ein sinnreicher Yuntee stell Tapeten aus runnierm, welche
uur iso Zoll Dicke haben, in —RTC Papiertapeten, der⸗
kauft und mit noch aArdßerer Leichtigleit õ.dicse angeklelstert wer⸗
den. Die feinst —5*—— namentlich Wallniß und
Palisander, werden auf dies⸗ Weise verwendet,
Zolztapete wird Aakirt und kann einfach abenashen derden D
Lashdunreung wird sir von Jaht u Joht sanetendch
. Aus Cincinnatj tomme die Nachticht bon einem furchtbaren
Inglüch auf dem Ohiv. Am 18 Marz setsprans auf dem Post-
ampferMaquolia“ der Dampfkessel, und ungefähr 40 Personen
neist der gebildeten Stande, kamen elend ums Leben; theils ver⸗
zrannten sie, darunter der Cabitan, iheils sprangen sie über Bord

und ertranken.
Landwirthich aftsiches.
Benossenschaften. Die Landwirthschaft macht in neuerer Zeit
nach allen Richtuugen Fortichritte; fie jucht sig gleich allen ande⸗
en menschlichen Erwerbszweigen von Zeit Witterung und mensch⸗
icher Arbeitskraft unabhängig zu machen. Vervollkom nnet Ma⸗
chinen leisten mehr, als ein⸗ ganze Colonne Arbeiter. Drainage
ind Untergrundspflüge bewahren sich als Hülfsmittel gegen üͤber⸗
naßige Nässe und Trockene, durch zwedmãßig zusammengesetzten
dünger ist man im Stande, den strengen Lehren der rationellen
Fruchtfolge ungestraft entgegen zu handeln, und bereits stellt die
Anwendung des Dampfes als Arbeitskraft auf dem Felde und
in der Scheune die Ueberwindung sprüchwortlicher Langsamkeit
andwirthschaftlicher Arbeiten in Aussicht. Aber alle diese Vor⸗
theile kommen meistens nur dem groken arrondirten Grundbesite
ju Gute; sie scheinen nur für den reicheren Grundherrn und den
reichen Pächter gemacht. Der kleine und groͤßtentheils auch der
nittlere Landwirth muͤhen sich mit dem alten Pfluge ab, schwin⸗
jen fortwaͤhrend den alten Flegel und seufzen unter dex Herrschaft
limatischer und tellurischer Thraͤnnei. Sollte denn wirklich dem
nittleren und kleineren Grundbesitze der Forischriti unmoͤglich sein?
ẽs ware traurig, wenn dem so ware, und es ift wohl der Muͤhe
verth, zu untersuchen, ob die großte und zahlreichste Klasse der
nenschlichen Gesellschaft von den Erleichterungen, welche die Re
ultate der wissenschaftlichen und gewerblichen Forschungen gewäh⸗
ꝛen, ausgeschlossen ist. Nach meiner Meinung giebt es ein Minel
ulle Hilfsquellen der wissenschaftlichen und gewerblichen Forschun⸗
jen auch dem mittleren und Neineren Grundbesitze zugunglich zu
nachen, die Association, die Vereinigung Mehrerer oder Bele zu
einem bestimmten Zwecke. Datum sollten fich in jedem Dorfe, in
jedem Dorfchen Einzelne oder Mehrere zusammenthun, auf ge⸗
neinsame Kosten und für gemeinfamen Gebrauch bessere Geräsh⸗
chaften, als Pfluge, Wieseneggen, Wiesenwalzen, Heurechen, Ernte⸗
ind Dreschmaschinen xc. anzuschaffen, Meliorationen als Flußcor⸗
ectionen. Drainagen, Bewasserungen auszuführen und andere
ßliche Unternehmungen, als Creduinsitme. Viebdersicherun⸗n
mhdaf ima Rehenm rf⸗
        <pb n="174" />
        9 Bekanntmachungen.

DPOsterndienstag gleich nach der Verstei⸗

gerung von Peter VLamarche Erben bei

Witwe Heinrich, laßt Joseph Schmelz er

Ladknecht hier, als Bevollmaͤchtigter von

Franz Feichtner in Amerika auf Eigen⸗

chum versteiger ꝛ 4

30Der. oder 28 R. Wiefe in den Seyen⸗

wiesen neben Johannes Feichtner und

. Johann Joseph Uhl. 2 .

30 Dec. oder 40R. Ader in der II.

. Pfuhhlwieser Ahnung neben Carl Uhl

und Johann Adam Feichtner. *

36 Dec. oder 81 R. Ader in der Pfuhl⸗
wies neben Johann Feichtner und Jo⸗
hann Adam Feichtner. d

Horn, igl. Notar.
Mobilienversteigerung.
Samstag den 18. April 1868, Nach⸗
nittags 2 Uhr, dahier im Hause der Wittwe

Best aufm großen Flur laßt die Wittwe

des zu St. Insbert verlebten Feilenhauer⸗

meisters Georg Conrad Buchhart. von

Saarbrücken ihre sämmtlichen ganz neuen

dausmobilien in Eigenthum 9— Zahlungs⸗

ermin versteigern, namlich: 1
AKleiderschrank, 1 runden polirten Tisch
don Nußbaumholz, 2 vollständige Betten
i Beilladen. JKanapee, J Waschtisch,
euchenschrant, 1 Schüsselschaft, meh⸗
rere Eisenhaäfen, einige Bilder, Hemden
und Geruch, Küchengeräthe und sonstige
Gegenstände. * kꝛg

IJ Horn, igl. Notar.
Holzversteigerung.
zu Rohrbach im Schulhause
Donnerstag, den 16. April l. J
Rachmitlago um, 1 Uhr und zwar;
ESchlag Kahlenberg.
z eichen Siümme V. CI.
3 huchen Siamme V. Cl..
283. M. Cl. ———
107 *Stempe
2 tiefern Baustämme.
27, Sparren. —— J
14 Gerüststangen.
86 birken Stämme NU. Cl.
ↄ. Klafter buchen Scheitholz I. Cl.
zo —7 1. 6.
24 3. anbrüchig.
itichen Scheitholz V. El.
1i0 7vbuchen Prügels .. —
3. birken 4
1425 buchen Wellen. *8
1900, Fachgerten ie
3378 Bohnenssangen. 4 —
Kohrbah den 6. April 1868.
Das Buürgermeisteramt
VW Haberer.
Das Selzer sche Haus an der Blies⸗
astler⸗Straße ist unter sehr günstigen
Bedingungen zu verkaufen durch J
Westphälinger.
Eyer Junge kam bei Buch⸗
2 sdie Nehre treten,“

, Malstattee
Patent-Portland-Cemont
— 135*
dessen worzigtie Qualität anerkannt ist, emfiehlt die
Niederlage fuͤr den Kanton Blieskaste e
——— AI. Vni jun, St. Ingbert.“
—XRRAL ... 32—. 6G—
Strohhüte, für Herrn, Damen und Kinder,
E —— à 18 Kr. 0
,Raibreine 2 22 68*
An fseine — — 36 — 1 HE. —*
e ——— AH. 2. 24 kr.
empfiehlt ; . Herz,. Wittwe. ver
— Der“ Unterzeichnete brehri sich hiermit einem geehrten Publikum St. Ingberis und
— er Fraulein Westphälinger in St. Ingbert beauftragi
jat, die um Drucen und Faͤrhen bestimmten Gegenstände in Empfaung zu nehmen und
abzugeben. — . 3.

Indem ich mich bemühe schöne und alkurate Arbeit zu liefern. sowie auch bedach
ein werde stets die neuesten Dessins zum Drucken einzuführen, biue ich um geneigten
Zuspruch. . 22 — 3

Louis Süssdors..
3 Färberei und Druckerei in Homburg. —
7 7 TRFs⸗⸗ 75 7. Ich beehre mich hiermit ergebenß
Heute Donnerstag—⸗ Freitag anzuzeigen, daß ich für meine eigene Rech⸗
und ESamstag — inng alle in mein Geschäft einschlagenden
4 D36 Arbeiten übernehme.. 53
SalvatorBier ee Weisland, Shieferdeder.
v CIIX. Nr. 181 Haßsseler Straße. .
hei F. 3J. Stief Tinem geehrten hiesigen ams aus⸗
— ———ö·— waͤrligen Publikum zur Nachricht, Ddaßk ich
Freitag Abend wich hier als Blechschmied etoblir
—⏑ —— 7 een habe und empfehle mich in allen in dieses
8 —4 Fach einschlagenden Arbeiten; auch werde⸗
O ter Reparaturen von Sicherheitslampen besten⸗
und sorgfältigst ausgeführt.
332* vpe2 Schnappbach im April 18688
bei Ferd. Oberhauser. Wilhelmn Knobloch.
— — · — ⸗ Irucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ x. Dreise

Vou heute an ausgezeich⸗ der Stadt Jweibrücken vom 9. Abri⸗
netes Weizen Oefl. *- kr., Korn 7 fll. 33 dr

—— Berste Lreihige, — fl. — kr., Gerste vier
75 ceihige, — fl. — tri, Spelz 6fl. 20 tr.
—— Spehtern — fl.. — kr., Dinkel — f

ir, Dmischfrucht — fl. — kr., Hajer
5 fl. 18 kr. Erbsen 6 fU. 44 fr. Wicken
aAfl. 27 kr., Kartoffeln Ifl. 18 kr., Heu
unfl. 20 kr., Strohe] il 12 kr. per
Zentner. Weisbrod Ihs Kilogr 8 it
ornbros 8 Kgr., 88 kr. ditto 8 Kat.
22 ir ditio NKgt. 11 tr., Gemijschthred
z agr, 40 kr., IPaar' Weck, 6 Loth
2 kr., Rindfleisch, 1. Qual. is tru
Zuͤal. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr. Hatnmeh
Jeisch 16 kr., Schweinefleisch i8 kr. pei
Id. Wein 24 kr. Bier 6 tr.per Liter
hutter 40 kr., ver RBftund.
ruchtpreise der SZtadt
Kaiserslautern vom 7. Aprit
Weizen 8 fl. 45 tr., Korn 7 fl. n
Spelzteen — fU. — r. Spelze
Lfr. Gerste 6.fl. 1kr. Hafer 5
6 fr. — s
29 kun Linsen b.f. — kr. per Zentne
Broͤdprejisen 6 Pfde Kornbrod 32 kr
3 Pfd. Gemischtbrod 17 ir. und 2 vVid
Weißbrod 17 kr⸗

s v8
8i ILc
dei Jakob Quirin, *
in Säcken n100 unt —n Kununn 7
200 Pfd, bei, GEinige Wagen çuten Vieh⸗
VAg7 27 A nemete Dung werden zu kaufen gesucht. —**
—DV gnere Von went sagt die Erbedition dies.
öαιιν. ·Blattesa.
J— Veaon. Drudk und Verlaa von F. X. Deme? in Si. Inabert.

ν „„
        <pb n="175" />
        —D , — : αν—J— — ð n⸗»dutnu * deif miu uist Rum i biy —D
J * tinöl ut
— 50 R 1. 47122586 — 1— . VNMO

— — 3 Mν —⏑ — AM jun
a Au⏑ A am usgi v PD.e 2sa νν
uin ⏑ ι ιι νν ret iun n αα unubix v ι
licuoit nιο ιιι, ιο ν r ne, nung —

ναασ ιn

231* * 827 8 48 7234 y 36 3 · 24 2
der SIng bertéettrKn'zecigerinit! seinent Unterhaltuürigsblatte etschrunt wochentlich dreimabe ¶ Di en brua g * onnerstag
und Samst a g Abonnementspreis vierteljührig 45. Krzr.noder 18 Silbergr Anzeigen werden in BKNrzt. die dreispaltige Zeisg
— — Ax.Blattschrift ober deren: Raum berechnet.“ u νινν αν un nnhu
n,r,n, n ιι — — AU unneeSe an idnn 1 68

— —14 — — ! DIAB.
Nrol:44 —V p —F * ** 211 — —— 868.
* V — —E—
F F ien 24 we * ed —DVD J —D ——
Deuitschlaub.“ ne nyvntnnnM ü ne ch Em 80. upriltunn Der Wertreter Saherns ——
biindesrathe: Stadtstath d. n Weber/chesinder fich hierzumich
Inftructlonen ·bezüglich der verschiedenen dem Zollbundesrathn ger
Waden dehened woenee unu usges onu baung ιX
19600 11 d nι —V—— u
—XX Vienstenachtigen⸗ a neaen
rogαεMα]. Det Qonig haben! Sich allergnädigsi bewogen *
unden, unterm 4. April'l. J. zu gesiaiten, daß Johann Philph
deintz und Johannu Georg Heintz, beide Lackirer in. Edenkoben
den Familiennammen Gries,c dann der Privatmann Julius Levj
nis Blieskastela zur Zeit / in HOreuznach sich Zaufhaltend, den Fa⸗
mifiennamen Vinel'na unbeschadel der Nechte Dritter annch⸗
nien und führen dürfem nι—νä
ι ι B.Aprib. CRach der 1. Provinzial⸗Corxespondenz
rritt der Zollbundesrath am 15., das Zollparlament 2*
April zusammen. mνν, — 4 1*
. Venrlin' s. Aprila?n DerStaaisgerichtshof verurtheilte die
vegen Hochverraths angeklagten frutrren hannover' jchen Officiere
— ——— Hartwig,en. Poterro. v. Pa⸗
erdunming und Heise) in dontumasiam jeden zu zehn Johren
Zuchthaus. Die Verhandlung gegen den- Grafen: Pllatee wlin
Ziehing) findet am 8. Juu ftait.
IHagnnnover,4. April Vor etwas dier Vochenn tral
zier ein Ballen einder von Dresden abgesandt und awn einet
derrn Kudolph adresfirt war. Da dieser nicht ermittelt werden
onnte und überdies der Inhalf verdüchtig erschien, so wurde der
gallen geöffnet. Er enthielt in 7859 Exemplaren zweier Flug⸗
chriften aus dem Verlage des Universitäts Buchdruckers Weiß in
München, nämlich die „Kückblicke auf die Annexion· Hannovers“
ind die Eutgegnungen eines wirklichen Hannoveranert auf die
Friedensworte eines Pfeudo⸗Hannoveraners in der Krenzzeitung.“
In. der eritgenannten Schrift wurde neben Schmaͤhungen auf
en Konig Wilhelm, auf die preußische Reglerung und auf den Mi-
üsterpräsid nten Grafen Bismarck eine Aufwiegelung zum Landes-
exraih erkannt; die andere naimentlich gegen den Grafen Münster
— —
serxrn, aussprechen. Auf. Antrag der Kron⸗Anwaltschaft.uwirde
jestern von der Straflammer des hiefigen Obergerichtes dit Ver⸗
uichtuug des gesammten Vorrathes verfügt.A
Wi'en 8. Aprit Die Abendpoft“ meldereu. Nachudem
Fintreffen von Nachrichten über Unruhen,“Gwelche in! Bakentlin
der Moldau stattgefundeu haben solle / wiez“ Baron Beustden
osterreichischen Generalkonfuk in Bucharest an,sofortr energische
Vorkehrungen zum Schutze der? öfterreichtschen Unterthantwne zut
—
Hrufell von Baten dem Vinister bes Innern ielegrnphisch nwrit,
daß in der Stadi die vollständigste Rühe herrsche und gegenewie
Ifracliten keinerlei Maßregeln ergriffen wortdene seien.an Die Wach⸗
chten uͤber Judenverfolgungen seien erfunden. Uée α
Pessth. 7. April, Der Rte igrsetag! hat Richhis yum
37 * deuasb * inist ι u dp
* huhertagrn n— ö “fitus) nn
hliictgn isut nonsd Frankreich — D —
—— 34 odtdtiterie erste· Ctommunloi· des Laiserlichen
Prinzen ist dem Vernehmen nach auf den Z0. Aprel, domm G. Gehartts
age Kaisers,festzeseßt. Alle Mulgliederr der taise chichem⸗FFa ·
nuie. darumter duch det neut Cardinal⸗Pring Lucian Bonadarte
perden — ——
Hofblaͤtter bemerken· mit · demokratischer Befrdedigung/ der
im 16. MRarz 12Zahre ült gewordene Kronprinz von Frantreich
jei wegen einmaligen ungebührlichen“ Auftretens gegen seine kaiser⸗
tiche Frau Mutter (Eugenie Montijo) noth immer uur Corporal.
Welche Generals⸗Eigenschaften mußten wohl idegen Ddieser gering⸗
fügigen Insubordination bislang schlimmerntnn nααν,
ee e eeesSie vic Rong
hah ee in ane dem Furen Iohrtt ihres Bestedenẽ
Adt wemger ols od dehe geche asgezehe hat Mamnuß

Münqhen, 2. .„prih. „In,; der Jeutigen Sitzung der Kam⸗—
ner der Abgeordneten tegte der Iieeee zwei Gesetzentwürfe
vor hle öä” der bayerischenGesetze ini Lneuerwoebenen
Hebietstheilen/ dann die Beurlaubung der Notarkein der Pfalz
enn

Mun chen, 7, Aiptih. Sihung der Reichrathelkammet.nwher
— S—— königl. VProrogatjonsve orpgung und theilt
nit dah neuerdings 351 Adressen fur un vu gegen das
Zchulgesetz ein zelaufen sind. Auf whe dee Aus
hussen wirhe hierrauf der Gesetzesentwurf Awber vropisorische. Fort
rhebung der Steuern einstimmmg angenommen.“ Der Referentv
Piethammer hatte die Empfehlung zur Annahnie mit' det Bemet-
uͤng begleilet, daß es angenehm gewesen ware, wenn der Entwurf
0 vber 12 Tage fruüher würde erschienen sein de das yohe Daus
— ——
Schließlich bringt der Justizministex einen Gesetentrhurf ein,
urch welchen die Gerichte verpflichtet werden, auf die Fusage der
Staalsregierung. einen Verbrecher wegen gewisser Fällen nichte zu
zelangen. Rücksicht zu nehmen. Der Fall einer folchen Zusage
enn eintreten, wenn ein auswärtiger Staat die Auslieferung eines
Verbrechers an die Bedingung knüpft,“ denselbeir wegen! gewisser
trafbarer Handlungen (3. B. volitischer Vergeten) nicht processiren
uu lassen, „Da aber nach den gelkenden Strafgesetzen die Zusage
nicht gegeben werden kann, so erscheint es besser einen Angeschul·
ʒigien wegen Liner einzigen strafbaren Handtkung“ zu !uhroxessir en
and auf die Processicung der uͤbrigen gt deriichten als den Flucht
versuͤch gelungen sein zu lassein r g
unng Münchten, 7. Aprilz⸗ Die gestern Abend in der, Westenb ·
halle stattgehabte Arbeiterbersammlung: war sehr Zzahlreich (von
jahe zu Vod Perfonem) und nahm einen, änßerst spürdigen' Ver⸗-
anf. Den nächsten Zweck des Abends, den Auschkuß am! die
Munchener Aldrefse, (die Adresse ist, mit über 12,000 Unterjchrif⸗
en versehen, dem Präsidium der Kammer der Reichsräthen über—
zebes worden.) entwidelte Herr Rechtsanwalt p, Scherer au⸗
zerst anziehender Rede. Außer ihm sprachen och, die Arbeiter
Zraüter und Feyerabend, dieser als vorshendeß der ———
welche zer mit gußerordentlich viel Talt leitete. Es wurden F
zende Resolutionen gefaßt, welche das Comie sofort an shre he⸗
reffende Adresse zu hefördern hat: 1) An die Kammer det Reichs
alhe Kundgabe des oben bezeichneten Auschlusses.“ 2). And die
stammer der ÜÄbgeordneten: (Djese Trennung der Resolution fand
an nirog des Inspector Slunt satt, um auf die Voltsvertre.
—ED Ausdruck des Wunsches
zuß die Kammer noch vor Schluß des Landtags den ihr vorlie⸗
genden Entwurf eines Schulgesetzes geschuͤftsordnungsmäßig erle.
digen mögec“ 83) Anaden Reichsrath in Wien: Ausdruck der
Auerkennunge! · Sammtliche Beschlüsse uden ciasimnig gefaßt.
WennGegner da waren, so haben sie sich, Bobwahl zut Gegen⸗
ede ausdrucklich aufgefordert, ganz still verhalten Auchhier
wird, und zwar durch; Frauen, eine Adresse der „Familienmüiter
— —0
In Teuschnitz (Oberfr.) kamen wd ertpedeenune
im 4. April solche Excesse und Ruhestoͤrungen vor, daß die Ver⸗
jandlung ohne Beeidigung aufgehoben werden, mußte —T
oh und ungeberdig benahmen sich quch die Landwehrmänner bei
her Controlversammlung in Aibling zzur Ableistung des, Eides
chicten fie sich — nach der A. Addz. — in einer Weise au, bie
aus Grund des Anstandes nicht mitgetheilt werder lann und die
heweist/ daß sie vomider Heiligkeit des Eids keingen Begriff haben.
ImeAibling cirulirt/ gegenwürtig/ eine · Adresie In gegenndat
Schulgefetz ν uιN⏑
Munmchen So April,e Kammer derAbgeordneten. Der
Pruͤfibent theill mit; daß der Abgeordnete Alwens zum Referen⸗
len über den Gesehesentwurfe bezügliche der Stellbertretung ader
pfälzischen Notare ernannt ist u ι ινν.
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        in Hießing gut bei aafft sein, um sich IX Gehungniß von E Toagen bis dres⸗Monaien; vbelegqh. werden
zu lonnch M J 54 — 53
Pa — —X einnah en— X atz. F Lopez, der vrruthereeaiser
auf deß achz gehen — X — Meßico im Gefä ue Die meri⸗
und die Presse — die Wiseroie mit. FWehn der Tele Nansschen Gers hishofer ugen ents hieden⸗ daß —— daa
graph die Ankunft der hohen Fu in der ewigen Stadt meldet welchem Kaiser —— verurtheitt· wurde, nicht —lonstitu⸗
ann erst wird man daran glauben dürfen. Der Kaiser selbsl tionell sei.
soll eg verstimmt und unwohl sein, was gerade nichtz New-York, 28. März. (Per Dampfer.) Der Senat
Neues mehrn An Arsochen cqur · Verstimmung fehltras. ihutratificixte vent it dezn; Nordoeutschen Pinde, abgeschlossenen Very
benigstenis michars Wie. di Schitheugtjellichaft der Vogesen? sy trage üben pie Staatsangehörigkeit aus vandernder Blhrger. d
haben sich nun auch die ähnlichen Vereine in Stkoßburg, am Jutsn⸗ Remwn⸗PYrart, 7. Aprite (Per Kabel) Das Reconstructioe
e n um icht aonnis hat sich glustig für die Bil ausgesprocten. wel he Alabama
ul die wangsjacke der mobilen Nationalgarde gesteqtt?ezu Iwern dus Fn aun fich wieder im Congreß verireten zu lassen, 33
—αια AcαααRαö. ud. nach der. Na- Wahler von Arkansas haben die neue Verfassung veworfen V
onalgarde werden Arbeitseinstellungen unse he von Ementen den Wahlen in Conneclicut hat die demokransche Parlel mitgewp!
iehen ven ahniichea Stenen An Kheims, Hind3 nan gdie. Unruhen zerer Mehrheit als bei dew, letzten: Wahlen gesiegt.
r Tlamero einat dzientich Bedeudenden Stadt des Rießte Depr 9 — —
emenis/ gin erwähtnenuno Dio feiataden Acheiner zotteten sichdor 6 WViier midseach . ν
gestern zujammen und zogen unter dem Mesaug sociglistischer und n ,— ——— t . n bec?pfi
wolutionarer Lieder durch die Aeng Da die Polizei gegen Zudwig e e An t vfit
sie nichts auszurichten dermochtene zuußten Truppen von Nevert— ischen Bahnen: hat auf Ostexinontag den .Abpril im. Aulschluß
aneie werdog imn Nuhe i schuffen — —— an die letzten, von Ludwigshafen nach Speyer und Neustadt ah;
Macn — ehendn Zuse guachnn gende Ertrazüge —J—— pon Speyer
mnebhettemtnstion bed geseüge benden Korpers is fraudit ach 6 — ——— ee
üsch Vrteei ien vairags von 80 Wunionen auf die Spu hcrmersheim Id urh. 8 Nin edtze e
e n shen umn Deiittewudagc, dat ohwbin uun ———— —⏑— ———
ee ee ee b üge henrz en utw ane eg Reustadt
Herr, Segris, der früher Berichterstatter uber das · Hudget war 10. Ubr 20 Min. Abds. een uhr 80 win
— ————— A BB—————
feineo in3α α ——— 9 dd — 55 — zue * ä
Paris. 9. April. Das „Memorial behauptet, Ron ng hn An Zypis henstationen und, nehmen Persei
hdt hegen Bramusatorn das Ehegesetzes Jeincͤwegs mit ester· in Wagenclafsen Lι_S—» , *
eene ree nvnin 343 M⸗ —V 7 Aprit dn Justi utemten ver Nein
— Pavrwuo eeelen art hegenüiber. deu zig· hante An diefiger Tapfat ut Anterzeinndünrinet. drehe
—————— α *3— tceghe egen das Schulgejeß aufgefordert. wogegen R Eingesandtenim
m tieend anehe Irantetich e se ngen elbigen Blatte andeten Tage⸗ 6
ahrscheinih ist der Krieg ——— v irerae eruels Run hat die tu.. Stuatstunordenee litesũn ung veram
jrrbine: Gatantie desn ð⸗ — I — —** abt, auf, deren Jusgaug man gespaguenn vat we unis
n wnre generdingig ie. galgomeitne unmwa ffuno aber emgnr Voeßene nben der droge den Kepf zerbt he waget Ainnr d
ee lele de iaot teseyehe Sieendes das hohtn hisdhigauzseyennginneajrn
äννιöν o nαν9νο ztalteine 0 — —— wnan oiend gua — h ee *
ten e ee 3
— —— de et e
Snhusiasuun welcher be ten Mohatenotz —S Wuͤbl in der Setz imd Hegezeib!eln größerer —
— ———— eaze
6
eee eee eei ig z veunen rtagenen bon dier! ucheWilobadHlttzrendont — Won nund egnnn
Aä ————
ahchea in tent e —
n eee veen ererde ctegsofott abürtet aue nehregen Wagen' hestehenden Zuges.nbhate iwnmun-
——
— ————
tatmnt. — — — tie dagewesene Fall dieset Tage areignet wvni
e 8 iee
nen · ðhtenmann. der imr gan haß —— gebend fei. geitig tobsüchttg geworden snd, wrewohl vieselben zuvor woll stan ·
Man sagt mun, erchabe eineng Pho e Fade ves igr Wsunder Gete. önren 7
e ien ndeis heraufseigen and ite bort zhe wenmnSe tun— 23 3 3 schespoenn ho
werten nufnehmen assen, um vie hiden de adee —F —— n der MNahe unferer: Stabt tin! D uelb nuf
nierung zu uͤhermittelnz Dießer ane Vorgutzheigt wiederaooie istolen zoishen swen Hiflcieren der hiesi gen ¶ Garni jon flatt /n Mer
ee eeen i an die gudeii den Fruphe vertaen ine der Dnalzuten arhiett einisnStreiffchitz und Tinerntn.gvcataun
—A————— e Si he eboe3 —393 37
joricht moan hier wieder von dem iutretrennh n aüenisheh en 3 Siadibf. meldet: Am Ron Marz
Agenten, welche zur Erreguig ppi e rn
ie ue Beserion delonmen esen Jed —A—— vordendelder in der Flugelbexine Frßmuißt. Das sich so
hier Haussuchungen Slait in der Racht vom 89. aigdenn ao —J Wehr jezenve duͤrch beive Flulgel. geschoffeneThier
Marz allein 279. Der fferdalore zeigt die Antunft jahtreicher — dem betreffenden Schühen an Ott undSiellege ⸗
nalienischer Emissäre an und sagt, es seien dreu geheime Agenien tödtet werden ee — 2 —
aus Alesfandria berhaftet wordensitven denen zwei garibaidische F In Ine ö Pproͤvif!“ Co sijtternußtnnumns..o Juli
dfficiere ¶ Die hohen xömus chen Beamten betrachten einen neuen Todeslag Hußed eine Walfahr — —
Augriff der Alctionspartei· auf die awige Etadt als bevorftehend, uß borrehane ürde) hu iunternehmenrru⸗ intt suaten
odet geben doch vor, es zu zhun, Die Partei des Monf! Me·. Pver Klavikefubeltant ¶ Langier inr⸗ Morchtille vngsrein znhn
rode, dieses Mal von den Coterigen Runtanellt und Zeghrdi unter rra — Henmgugdappnrati Bchabteug duxch mwel⸗
sußi, hat alles Mogliche dethan. umn den Eenecat anztet ju en VEfenbahnzügt im Ichnellsten ¶ Vuntf himrne w ichner, Srtand. —R
drüfgen es ist ihnen aber i geidngen vielmseht ha der Pabs Beseitigung Jeder Gefahr eingehalten werden tonnenulo H α
Mimn dieden, Derselbe solle seinen Rosfen behalten, vVB Deutf ger Witbelnn Weveg Eatgenhatdt / deunrn gen
18 νν Am⸗R.hun 3 m —* — —
——
6parteilannpfe in Anenn Vegaldnun nue hehe meatig auf eiwr L0Cpräsentirt hatte·Die Fordernng
eine Bill — ——— weiche hn bestand allerdings, und nur dem Telegraphen ist es zu werdanken,
inem Purteilampfe ader Preis⸗Voren alt Fenntend. Irn nur vah deti Betru Berhulel Andended Thäten verhaftet. wurde. Der
eneemit einer Zuchthausstrafe, von einen big zehu? Fahren beonsiter wes laverpoolery: Hautses Demo dieo Unterjchrift nerdachuig
—V — — ————— schienn hieg ven Mamc etcas gu⸗ wotenn und rchieu auf, seine
w mit einer Gelbstrafe bon 80 bis o—olars28nnnbeinnet telegraphisshe Anfrage don Altona dije Anmort, Haß der VBetreffende

*
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        wicht gut Elna sirun exnzächtigta—jondern ein pptgen, SFerun · nden en regt sich q
nreuungen entlassenet Conimis sei. * n — i 4 ———— eee
de Potsdam standen — eine 23. Jahre abte vortrefflichem Weiler, ihren Anfang genonunen. Gerste und Ha⸗
Raherin und deren 21jahrige Schwestor wegen Kindesmordes por fer find, wenigstens in mildere m Gegenden der Runer Erdẽ an⸗
den Schranken des Schwit gerichtez. Die Art undWeisen wie! vertraut und jelbst die Vestellung Ver Kartoffeln hat vielfach⸗ schon
die Verbrecherinnen thre Thot, ns suhrben, ist o. grausig und — hegonnen. Die Winterfelder prangen bereits im ersten den Feulh⸗
naturlich Daß diese lbe ·wohl · eine . der dunkelsten Blatter ꝓor Crie ling perlündenden Grüntern Ausnehmend gut hat sich fust allgemein
ninalgeichichie ausfülttco Dinn asmrere Schwester pay mili ejuein dex Waizen im gablaufenden Winter wehalten z —* uten
Madchen niedergekommen, welches die gleich nach der Gebuctinaus den. suddenischen Grgendem, auch is Velglen, Eagland wem
—RXX Wane B—SS der jüngeren Schwe nördlichen Fraulreich, Sachfen And ESchiesirn ——z— *
ter über eine brennende Campe hielt. Nachdem die Watte ver aamentlich insoweit sie die Bestockung detz Waizern betreffen. —*
drannt marzleitt· sun Nas / Katznibch twer ee Brandt ber Keggen het sich im llgemeinen gun gehauen de wird
wunden: brechc Nindcuui wiedex icihen Heb · verschiedenenn. Gegenden, z. Bennus Lothringen, demt Eijaßdem
mane vufen. und gakt derst hen aq⸗ das Ie itseutr Zu- vndischen Oberland, Württemberngemih. Thuringen vicheRNaß er
ande ur Welr geiemmen Das geins Wolirm hen Kavb erste amn in den sehten IA Tagen jn Folae der rauden Ditterung hoas
—— —
jauteta. dot das Kind an Folge ton VPrandwunden gestorben sei. der reihig gefaete Raps, der fich vor e ete
———— erfreueu hatte. Auch der zunge Klee 5* *
unnatürliche Muͤttet yw 12 Johred Zugther⸗ Tdat. weranf die md die alteren aleefelder Iigen. nen dichten Schluten
zum Tode verurtheilt wurdi ι αα.
Im Easay⸗ ist ine —V — X — ιιιν ιι
Ate 4 Sitigung. Ju inigen Rummgrn des heu
altuͤngsblaties soll e heißen hei der Rättzselauflosung,
Rörtchens M., der Buchstabe: M.
** 2323 225 W 5.
—AX — 25 —. e Jee uni ⁊ 8641*8*
Tivöl wöbrückeön
Wree sudemen g J. 2 —— V
achmittags um'? Uhr in der Eile. u⏑Ü
otemontas, ded 3April
ree —— —A——— —
jeibden Tage Naͤchmittags un 3— * 2 ——
Wocht, Wock würste und Vochmustk.
im 17. dies. Mis. Vormittags um gu —A— — V T 777 ee
— ——— Nacιιιιεα α
prot. Schule. 5hi ι . M ⸗ x. P 10 d4 S 25* dir
Die Muglieder der Orisschulcommission O. t 156n2—
und desi Staderat hes ete uun s u 81 9* r o. u 10 n
und Freunde der Schuljugend werden bier A B w WMixtteruug 5 om
it höflichst xingelada 3I2153 Eabrosbag her Eg ztürmon es — * prr —
— ————————— ααœ * e ete e a ene b e e F
— J mi nια Dn tBαανν Eννα — *
α Sbandon. —DDDD
Der Unterzeichnete bringt hiermit —F D — — — *
enntuiß, daß er nicht &amp; mehr imn dem nou in fF K sö 4**
—ä——— erslautern.
em dause des Herruͤe Johanu Knochenmehl 95 inbrie ανXινα
Zrichri aten Genniee eime Zunperphosphaten
spount allwo etvine J ͤ— asten Veru⸗Guano, ritttuntit nibtt vl r, α Tι.
2 . —— 1 1
W igchh J Hzaßt zu den billigsten Preisen bei ⸗ —
—— * —ãA in St. Ingbert.
iffuch hat end bittet untet! Zafichttung
un ge e Ienengug eenun 7 a⸗ e e on
Zuspruch A — er: Sexane mn anzex dent
St. — — — —— — dàit Bedingungen zu verkaufen durch⸗
Franz Hirsch ⏑ Auu,
Schuhmachermeister Westyb dlinger.
— — — — — ——
DerNntorzeichnete iucht hiennit die er⸗
gebenste Anzeige, daß er sein großes
echanisches Kunst nud Wachs⸗
fsiguren Kabinet imge Tage zur
Zchau hie wufgestellt zhat,
Dieses Kabinftenhalt. mehrere Abthei-
lungen und stellt das Leben, Leiden, Ster⸗
— o—
der Geburt an bis zuw glorreichen Aufer⸗
tehnng dar. — Die Geuppen find fammit⸗
ich in Lebensgröße, und beweolich dar⸗
zestelt. 153
Der Schauplatz ist am Mu helaned.
dassaerdffnung nach beendetem Gwtiegdienft.
xẽsa ladet ergebenft ein
5 77 122014 — —
Hrun
Mechanikus.

J den Hakob Queͤrinu.

viewnfn Rentrischenchuuß

— 30 —— 7 —RL — i
gZwei ZJimmer mit Küche, zwei
Mansardezimmer, nebst eie
Ad Keller in zu pecmiethen be
- ————

1. M— 7 —
Ein!braveß fleihiges adien stmädchen

vird gesucht und kann sogleich eintreten.n

We an die Erpdebieies Vlattes. B1
—X retver ei iger Junge finde einenl
— Eplaß als Lehrlina deiSotrtiner

TDerr2——.
tirdn X noo pelaas? dun dbur T nitn,
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        Bekanntmachungen.n
—X MJ, — — J— cι
heislunas-Versteigerung
Kheilungs⸗ Versteigerung.
uof Osterndienstag den 14.23 April 1868.
Nachmittaga J. Uhn, Dahiet in der Wirths⸗
behausung von:Inhann Heinrich's Wittwe
lassen vie Erben den dahier verlebten Ehe⸗
leute Pet o r nLiamt arch end gewesener
Fabrikant und Gutsbesitzer und Maur ga⸗
ret ha Biegobeihre sfämmtlichen Liegen
schaftew qufssech s ja herig ere Zahlermin⸗
ind Ei gem tih um versteigern, Nämlich:
Et. Ingberter · Bannest
Einein Barten mit Gartenhaus undbor
P einer Mauer umgeben an der. Kaiser
straßenun Morgen groß dem Bahnhofe
Ig —,
gegenllber Ræ AuM
237 Ruͤnh. Wiefe dahinten de den Sleg⸗
wiesen in ẽBeeten“ nebent Peter
—AI
dardt Winns.
n azo niig Wiese hu eh. Seawilsal i
u n . Veesen meben Gastwirth Schwarz
und Adjunkt Hojmaim.
192 Ruth. Acker am Güttenwieschen
neben ·JIoh. Reidiger να
zi ee pecen IJ.
— ———
h Aunck umtarsse ur MNon t 187
dom Eisenbahndamme durchschnitten. dey: 51 Wittwénn iα—
Ruth. A ober der Lehmlaut — —
neben Johann Joseph Ehrhardt's J —2
Wittwe. XV zuf 10
Ruth. Acker; in der⸗Lehmkaut neben FA .. nmyx
— ——— —————— sun· und Roßbaar⸗ Hüte werden, gewaschennge⸗
Ruth. Acker auf Mühlenthal neben ewe *un n,
di Sn 5* al. ischer,,
rben FyFI H Hut⸗ und Kappenmacher.
neben Valentin Fischet.5 Ich erlaube mir. bei nun eingetretener Saison auf mein reichhaltiges
Ruth. eeee Wünh dagek i α em rercdalrge
e Sonnensehirmen -In-tout-cæxs
8* p n — 57 J , .7 — 9
linls neben Bächer Hager. Äιν versehen mit dem Neuesten, in eleganter Ausstattung aufmerksam zu: machen.
—— Rh nan ve 301 Seidene Sonnenschirme von 2 ft!8kran; gefütterte von 2fl.
pe 4 eg ꝓ wöchh 20kr. bis 7 fl. ru, n ια inll 21
—
wieserahnung, neben Bergmann Gefütterte Zaohgir und Sonnenschirmein allen Modefarbener zi
ebu 37
* Ader alda neben Gasmwirthae d ¶ieberstehenn sunsdern, sowie! alle Repataturen werden shetuezsd
Im he ann daF Sallttellacb üeben / ut besorgn.
neben Bůader Hager. 4 2 4 115 ig
Ruͤthel Acder · m Roͤdt ober der
Baumschule, neben, Ernst Conrad
dastrhe * — —
Ensbeimer Bannes: 22o
Morgen?e Iñ, Ruthe Woese die Spiz
.Wiese neben dem Oberwürrzbacher
12 MWege und Wald.

P. Nockin Uhrmache.
m Blieslkastel wvmpfiehli
sein Lager in allenr Arten
Uhren zu den billigsten: Preisen ualsrν
Eylinder⸗Uhren von Aα hl—r.
Tylinder gall⸗ 8 Mubin 69 Thlr
Anckergaliofrz. 82 Ahlru
v Blasplattgehäufßßeerhoht den Preiß
um 1 Ehlr ινινn naxe9
Goldenen Herrnu⸗und! Damen
Uhren billigst, uzunzud zuiy ιy
Pariser Pendüul⸗Uhrenze unbre
Echwarzwälder Rahmenzzanng
Neisewrcker⸗ 20. qu herabgesetzten
Preisen.?14 .—en eorn
Auf Verlangen werden diese: Uhr
ten für A Thlr. abgezogen und ein Jahr
garantirt. »Briefliche Bestellungen werden
gegen Postnachnahme: besorgt. Miν ιν
— uhuihuuu
— —m .e m.tj
*4 —2— * 8 J D— . — .
n J
amen und Kinder,

— ——3
Chaüdon. uẽ
— andon. “
— 45: 32. 232 56. A. MX
ιιι Schirm akritant imn Kw eibrücken.
———— 8t. 061 li — a“6 80 AIiLid aun F—
1 Qνν,
J. P — 10 14 —1491 —WB 3
Abr Landanearsteeια
5* 3 535 ,),
9J Wwoĩ brieανιÜUI3
ampfohlen· ihr reieh augestattetos Waarenlagordor, neuosteni- Druhjhrs-
Kleiderstoffo fũr ———
B, ô,
pr — 6
—— 8 —XL. —— 4 14
Frankfurter Börsen u
— J Geldsorten!!N 39147
ε
irravan z Aprit, Is8
Pteußische Kafsenscheine; LAνα —»j
Preußischen Friedxjchsdoh .. π—
istolex · 333, An 3
ↄclandische Idsl. Sriicke blu ä
Ducaten 537 xεν
Francz⸗ Stuchend ni. hHi daulqutuaoiαον
Englischt Souvertigns J. Onit puubt bibe
Gold per Zollfund jcin. — BV
dochhaltiges Silber per Zü 9
Dolia ν — — 9
— XT 2 —
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Dem'eß in St. Ingbert. öιν

2pinit

Snrn, kgl. Notar.
— — ————
di Osserndienstag gleich mach“nder un Verstel
tgerung RWon Pelceee Vamarche Erbenbei
Wittwe⸗Heinrich / düßt »Joseph Schmetzer
Ladtnecht vhier⸗nalze Bevollmaͤchtigtern von
Frang Feichtnesnmd Amerlka nufin Figen⸗
—DD——
20 Dec. ober / 251230 Wiese in den Seyen⸗
wiesen neben; Johanazs Feichtner und
Johann Joseph Uhl. —8—
80. Dec. oder 40. R. Acder in der. II.
Pfubhlwieser Abnung neben Cart Ubl
und Johann Adam Feichtner.“ ———
36Dec dder 3f R. Aaer in der Pfuti⸗
wies neben Johnnn Feichtner und Jo⸗
hanil Adam“ Feichtner. Dh2g n
Soru?vigl. Notar

XR
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        — — ν — —D — ι O ιι ι
e PPon A AA α hiv. 6. 4 49 ro
ul num H ann ü n I V er — 518 c1 cr.· 0
—D D HBF MA MAM-S 19 „ MNM.
0 rιν t luen 00 —— ü tün iee Prnn— w
ι ανν . α— ν m nuuutin“ niu u:u
εν — —DDD——— — B ——
— it, ni om o, ι oι p ι tei nn ι νι ι
Der Sit. Jmigib ent er An va ig eirsr mit einem LUnterlnaltungsbtutte otroscheint!öchentlich breimab⸗Di en stag; Donnerstäg
mid Samstag. Abonnemontspreis. diertetjährig 45, Nrzvs oder I8. Sillergzrecerülutzelgen werdenn mt 8 Kerzri dit dreijpältige! Zeile
t nιιν Xι— nαννιινν, Blattschrift odetyerent Ralttnbetechnettiyg mettenn nnnuvit ni enn inedf
9 ⏑o⏑o—— — J
Nro 4ν ιι ισ sν νιν Dienstagedεν Aprits lιεα 1868.
— — — — ι J8
iundnyrι n α ιν l—une ruιαν en nilt αν nαα —VV ——
lu —ruuneDeut schlaud, n r sie mit Ernst in's Auge gefaßt hat, und dth KNräften Jurerrkichen
— —— Jug — Da ytonhezote Ant erhief eil Eit
hner interehirt etwae hesimmileshezin ztih α ——6
wor . q ixß —— ezug —— y bayerijchetnnNbgeordneken gunidi gollpatlämente sorie bei sonftigen
xtichtenden Landgerchlets Iierfaͤhreies Iagssen wyär die Vostaeenedeedtueneten weite uedechdenea Dhichten dern
briefliche Rachricht einesPiülzer Alhgeordercheger (derich ses viie itedaertichen Dik larhein tiber d eee unduAht
unserer Sache sehreewarm inannimmt heoen neimewnnhiesigen sr er enn eend en ——
etschri useinennniFreund'geido wörtlich: hirr ung aishe gicht Wohl whwatßtnnndaßtediesenErscheinüng Julassi
de etnenne n beinen — u ñus In ongin dor Alleminin der Entfelluktz aduůrielt, welche urParten wedeiuls
oig ßt o ntt jun vd, jun Ainiu giläsfig erachtet wurde utnd inudreichlichent Maßrer zut! Auwendung
nu München, B. IApriben Ss. nd)n onu iiti zi st , gebommensest auSie ckann samdidaff fith aber micht verhehlenorbaß
ιιοινν äö⏑— un tLieber y ανι ni Hh die Hatimug vinesnShedles iihrerdeigenenn Braunten · hieu· deigetru⸗
x ι Sir8 zaig yezegzee Jen hatz· u Dir iit. nStaatsregierung ijt erfreut⸗ olonstatir⸗nnzu koti ⸗
—* I belnachtichtige Fuch —A— aencdaß dien überwiegendẽ · Mehrzahle Deso bayeris chen Berimten⸗
x Kammersoohen;edas Postulat fürndas jelbststündige Laud tundes auhvei wieser Welegrntert, die brirwiesemls Stande!scho
a gerichtin Etwiugugbett? genehmigterchat.d Muf Befragen viedertholt rerprodtewoigenschnften,der Pflichtttenbetutrdees dien
axheiltten mir bder⸗ —— —X soijlch lichen⸗ aktes nnden· Tag: gebegt han·Sienglnudt: fichẽ abot: unch
—X — — der Erwartung hingeben zu dürfen, das es für diejenigen; wetcht
nach Bertagung des —— Ende Aprih), Ministerial jüner Zanedieser Binticeno wunschene hrin elaffen ha—
rath Fenstel sich? wegemnder Einrichtund ber Lotalitä⸗ henmr der Hüuupenlangeauft die Gasichtepntten von welhene vit
bege wache St. Ingbert hegebeid. Undsthzhaid Piesel hen ihehe Sts usrehie nge dn Veuriheitung ver Berhetens dere Beannen
Ofhnihng die Iuiallation des. Gerichts.arfolden Herde, zusgebt. dedarf. imm fur dies gunfunft- dic/ Wichertehrn ahniiwhen
n n Eodönn die gweitere erfrenliche Nachricht,daß das Rant- Lorlommuisse. z.ñ perhütew.. Was der jünasten Vergaugenheit nan
sterium·des. Innern endlich; machgegeben und die Bildung ieger Fichtung angehrt, zwilladiez kd Stautsregierungninit / Rück⸗
— ees ichtrauf die ungemohhutegund neuer; Bewegung,⸗-uwelche durch deß
ines selbstständigen Kantous St, Igbet älsb anze Land. gegangemiste nt uich -heruhem iafene dier Slan,
geltent pom Kantone Blaesgtastel. Natfinden wirß 4.d xgierung ast. weit dadon getswnnte Penr Beamatenstande Vorschriften
7 atn gee 6. Ahril Zicherem Vernehmen nach hat Sasse iber jeinc. poustischen vdershhr amhnAnidien moachen, ober doen
Najesal der Goͤnigfelilei Oberitceteinoune nineisern Karl Frhry⸗ por ahhm Die Theilnahme an coffeutlichen Wahlen zuksmmt, die Pert
———— honnune Ieee Ohber nlichtetgetz welchem er nein Berwranen; zu ichunken hat, vorzeichneu
tallmeister Fror. h Lechanfeld wird. hie ich verssesme die Stelle mawollpnteh Sit istz im einer Weist gemeinten denjenigen Vegmten
rines Höfmarschalls? und Hofcapagliers. J. — nelcht dutch dieannsien fallengoz,Wahla Mitgliader geiezgebendet
Alexandra überuehmen. aiu 9J 53 J Norper werden« dien ireie-Meimumisännterungeitgeradwie beschrauken
Mäünchen, 9. April. ——— Q. von Aretin, zu Wahen, ISie Will, quch keinen servilen Bewcntenstandz sie erach⸗
chlagt in seswrin Vdrtrag über das MakstAufschlattshesetßz vör, den Ethch wielaischrrals, das, Erfordernißß: eines hejunden Stautsleben;
Art: 193 desselben ducch fotgenden zhn ersehe r. Iii der Pfotzirtt uß die Boamten, sich ihren Odberemm gegenuüͤdern⸗in pflichtireuuem
uns Gesetz nan bem Tagtm.Wirtsamkeitain Detchemelnd ür kreimuthr üner:wig Dage undenrüber die Bedürxfmisser des Landen
das ganze · Conigrenche gitittaee Geseßubrt bie Taremn herfrei wuhern ind⸗ aͤhre Bedeuten gegen, begbüchtigte pder bereins ausgen
willigen Gerichts barteit · in Kraft Fild Bis dahin“ haät dieselbe ührter Regierungsmaßtregels ahesshprechen. Die so3 Stantsregierung
en sahrlichẽn Stzuathei hag von 4od Ho0 Gutden witß bishrr ann und wirde aber aufe der, nudern Seiten n ieinex Wose e
soxtzurutrichten.v 5 Pnound dulden, daß: die Beamten sich mach Ausßen von derm
2Mun den o Avritnn DasnScelthert Hwelches dexn hrer gangen Stellung und Aufgabe begründeten“ Soladarität mit
siset des Itmeriie pon wörmamur, hin die Regtekungsprtssdenmen gen Jatexessen uund Anschamumgen, der . Slantsregiennng jornuich
— ArelgtehietinsgennNailinerdes Ititen etassen ve nssagemdaß sie sich an zlgitasioner und Demonstrafionenne⸗
antet wbtigintsoen Dhetgl. Stactzte gieriüig hat süh ijbet die geit dieLetzlerer nind gegen die bestehe nden Gesehe offen ver mit
Grundfützen litld —3 von welchen sierin den Ftagen der Zeltendmachnug Tdedn durch; ihre · dieaistlichs Stellungi gemonnenen
inßerene inhsttterln zotnntlansgehf bereittitidet host huifl“ datßz vewichteg bethejligen;daß: sie Vonc ihrenindibiduellen, pder vpoliti
aeneee —V gegeheit ischen Anschauungen die Berechtigung,ahleiten , den ibne ruobite,
nß sie vie — krdee — zeuden Vollzug gon. Gegetze n. Verordnuugen det, ihnhigen vor.
i e ghoet iwirn 9 ein vwriftza Ihauijchihüchen Edez. gar gür ambet assenn, Branng, welehe gich
jegangene ann e ndeutschen Vormt, ber, in mögliherneise — —— ihrgr dienstlichen
—— zichulrgen!gIn [α Zledung Nidihüerndidiellen Anschnsgen entsteheiden Jwpied
rertssen Bahtrud mi —— ssen der n Ramnsde p tenucht ee konnen giguben, hahen, keine undere
——— — Bä—— 4 — B———
ir alsdie Mittel hrzeichnet/onclt welcheit se dieje z Ziel In erren —— an en z “
heit und“. zitgleich Vayern vor Linet Lichheilboslent gsolisridige Deeeeiet Phlichttreisee hid din dedinat unih
dewahrtenndesttebt ist zi daßß sie, deit Eihttitte de Knsgreschesu venfentehind — den hrne so —
den norddeutsegen Sutnd richt deabt hugt!nnoͤchen eritteden üictes esse der Ratoilarennd des ahenen“ Wirken derigle Ssa
affen ünde fest kuglart: Ueber die Abfichten ber . eene hexumg mit voller Energie disziplinär reharaen werdet Es
— lassen dir zalteichen int dun m hohten enhe wadaeerhe de uͤherdieseGesichts-
nen eseeahe —5 ge, deiie Kamimerndet Lantz? httte. besöndore In denn bgh Anemn uts Digan der Stagtsrenie
agehꝰ at verfassungzmaßigee Mwirtunge worgelrat hateainte undin Vetrahteotnotden Besancenst ande der Rueren Verwat⸗
Iweifel ͤbrhalten. Hebung dunde Foörderuug! der.“ deistigen! dd ung E iß e
Slitischen Bitdumg de. Volte Etkläftigung ünd RNeubegtanduin agtt. Diaats mittstetun gegeeat egmäßt darer Megie,
hes maerieslen WohlftandsEntipittlungeder freikn Beivegung des lingahrtidium und deret Kreistegiebisig guten des Innern
gidsdivuunitz Lnd det im Staate destrhendei korpotakven Clemente ehit ben Anfttad zuͤgehen u bieselbee saimtlichen Beam-
Stärtunt der Widerstandskraft des Lundes' siun die Viele wesche ea uind Bediensteleh. daus .Sidaediensgoshseqnen der Nteisre⸗

u 114
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        Jierungen und Bezirksanter gegen speciftlen seroffrnungsnachweis“ ) 5) Vor Allem aber ist zur Ertichtung der vollstündigen EFin⸗
indringlich g; * zuz ruftn nud für denn Fall. daß wi- nothwerdig. daß · von Seite des RNordbundeg der inschen
er Eroarte Int — ün e dzeflcht wunkte ing der Freiheit mehr Rechniing geträgen werde, und 4 Suden wie
B———— and inshesoliderg iß die tlichen Angelegenthtiten im Notden Hariichle Hitchez Interesseg der Licbe Nzům Zabhen ge⸗
rin ire 9 Degpre Seiten gelfend gemacht. oder neinjamen ua geopfert merden,
eine offene mit dän Anschauungen der Staatsregierling im Wider⸗ Wi Fsigen Bundeschü st sind bis se
spruch stehende Parteiagitation nach irgend einer —2* getrie⸗ iher * W n eee — Apr
ben werden sollte, gegen die betreffenden Beamten bei eigene— hurg sind in dieser Zahl nicht inbegriffen Vean berechnet vu
Berant wortunig mit pollster Energie anf dem Dis ziplinarwege por⸗ windesens U2 D08ä reiquttirre hier u beschoffen ag⸗ —s
zugehen. sonath alle in dies er Hingi ht etwa Kratttünden den ¶ Zore Aus der Scheig wird ein— außetordentlich snarter guhinge erwarten
ene ——33 — die aus frützeren Jahrhunderten stammende Abneigung hat der
m d en n 7 zu alge herzlichiten Sympathie Plaß gemacht, denn die Freiheit einigt
4.Mun „II. April. Das Schigjal des Schnlgesetzes betzt / dis Wol ker, welche einst durch dynastische Interchjan cutgört
in der Reichsratbstammer icheint durch die Ernennung dez Bie: würden.. Inierengu utzwet
n e e zum Reserenten über das genannte u 23 — — hat in Folge seiner im Herrrenhaufe
entichieden pu se ne . ür die Freiheit der Wijje ajchaft min dic E ipati *
.Traun st —W — 8. Ahprig Ein Opfer der —RV— 88 ine 8 ee
miarz. Hr. Rebierforster Kracher wurde dfre Angsh.Abdztg.“ adrefse pen 37 Acid — en gund vin
wsotge deate unher ahlgeme iner Ibe slnahint der Oevbllerung zun e n v e e, elenrta
aee seiragenee on dies der von nen Vunsen, e dea bön a ehedeet aen eeeht
n anen Disanet ohez den gFobt derwendeh, cywett t D Prih wenittinenw Wehrpnne r D
ziefe Berleßung zpuhrjchrinlich nicht gulleinige, so war sie doch die s pflicht inn VHeerg hegiinen vim izwanzigstenj Echrits jahrreaud
mee eespe 2 dee eg α — —3* ee Ir itumarne jn —V——
unnFera'n kfn rt Min Lhan Aprit. Einen Priwatdepesche der —* sunf ——— Deedein ade t d
Frauffurter, Zeiung“ autß Darmstadt meldet daß der löniglich Jahre auf die Linie und sieben auf dierReserve o d
prenßische Generabe Adjmant v. Bomien daseldst eingetroffen ser. flicht in der Landwehr Crstreckt Fch pi dierundrefinsten
Pie Anwesenhent desfelben in Darmstadt bezieht sich aller Wahr⸗ Lebensjahre, die Wehrpj on 33 inuin vierundreisigsen
— ————— inndnem pdt wutn bie
e ee e eeeeeettte aneet Dune eethter
on herausgestesle hutten. Die Ruchticht ¶von dem Eintrittdes sanunopel vomn 7. Apru melden, daß vane —S *
— —— die großherzoglichen Dienste wird geral Iguatieff, dort am Doune rtag via Varna erwartet werde.
Dasselbe Blatt meldet aus München, daß deu daselbst wei· —6 Frant veich. νι ν
lenden Schriftfteller Kihan letzten Donnerstag von der dortigen ui Soatis Der April. Die Patrje, zahlt die großen Arhbeiten
Polizeidirection erosffnet worden ist. daßßeex das Königreich Bahern zut. die Zurch- Preußen in den Festungen der Elbherzugthümer
bimen 24 Stunden zu verlassen habe. ee —— ——— * a —— jtit
Berlin,tve. April. Die Wuͤndenmelche Preußen sich am eepee ftan:ine ains den lin tiriebenen
I. August 1866in Ptag selbst beigebracht hat soli 4 dem Rtitungen. Preußens Watum sölte anan vt bon Preugen ver⸗
— ——— g dirfenn duß ne jeine. Streitfräster Huf den. Frie sens⸗
wverden, während Eiglande und Rußlande alles: Inter⸗ssen darau fuß zibng Iu.8R3 — rige
hahen, dirz iie baldivpst Wange werde. Halten Sie dieser Stel⸗ hed — Jazdischen Füst ngen
n ber duhewehi hen whe Curepes de he dreden den gr den dn s wonnen wur vost Apftten .petei
nicht, denn es“ steht zin Deutschland — zurnindröschles:vig'schen *35 pid d —— füt dig legitsmien Rechtederen Ver⸗
Ungelegenheit fest, und die allseitigen wirr durcheiander laufen. F —— nflict berbeifuhren kwunte. e, Potrie
en wathetungen- und Demrund werden dunmtegang nar der eucz e
Augen liegen. Je nach der allgemeinen Constellation matht Däne- e a * d — —2 ede zn
nart einen Vernoß oder halt sh sull es win bine gunstgee Ge— euden Kritges wae e e
egenheit benützen, vdre Zeit gewinned. Das Kopenhogenet Ka⸗ 3.. ug and. A
binet dentt nichteeinen Augendlick darän, die Vordeiprechungen gaͤnf Londe in, 7. April. Ein eben verodifentlichter Bericht des
wischen Hrn. von Quade und Hrn.' Buchstr zum Abschluß zu Sonsuls Moore in Jerusalein au das auswartige Aint zu, Vou⸗
ihren Darum erscheim va sebeden, voh Gras Biemeeini on enthält interesf ante und bemerteuswerthe Mittheilungen über
nhufernet Fei der Sache ennr anderr Wendusnrggiht unde das ie Corimerciellen ee Demzufolge ist
vürdri wuhhrend der zweiten Hoanft ver Stgsion der Veichstaͤgs? müch er Handel von Saudjat (fine lleintre Provinz, wor exuselem⸗
Schlat des Zollparlaments. geschehent kbnnen. Solfe in Brzug jemt h unbetrü dinz v. . Die . Hanpt Einfuhren. aus Euglaud be⸗
anf Att. Wa in Wien“eiwas ausgewlitne werded, ijd. darfe daim sehen in Buun woll. uiid einigen Kolsnial - Waaren.¶ Sritiwe
ege ee e edeeed dn ü ae
coben wicht r hoch damgt geht hate Rorbdem shiaiden dene pon Fyort dostedl haiitsa buztz in Giwendl aind Galte ide- idelche. di
ronwir Oesserreichs noch Aequibettente zu vieten. Wie dem irun Distuct⸗¶ hilden. Von Taieren fiͤdem 9
wher auch sein mog: um diorischlewtns wintem n ucn ein dade rodn Perden aureie- Pauuviente. Eien. Shafe u
rieg; und die fsranzosische Presse führt iha um Daͤmenlrks willer e en wenig Osen votr. Die Bevdlterung hon. Sanief
cuch dich herbti Rur iein Shittiehen' vonSeiten Preufens amfaßt ungeabr 204.000 wenn ee
nuch in dieser Angelegenheit nich t!: aner · 8o0. Christeun ueistang zur griechijchen Kirche geborend
* —— 24 ind 10,0009. Juden. * Vervolterug Ierualems — ——
Dres det, 8. Ndril. Am vetflosseüen Montag faud. hict d hhe ue ere aezez
ine Verfamnmiung der frenmigbeuthhen deg —— wn e 8 Motenese
Partei statt, in welcher nachstehenden“ Resolutionen gesad 3 n de esr Hhristen perschiedeuer Selten. Der
—— wWhebendere Nesodutsehen gesoht Nudn dudnuiennnige derSucht und die 4 ———
27 .6. α In⸗ eh alemer. W * 53 5—T. 7 y
I) Vie freisinnig⸗deuische Parler in Drezden eiblict in' hein 3. R ßF
de den —— Uebergang zur vollstandigen Politi⸗ yod — angeferngi und an die ne eune
schen Einheit des deutschen Vaterlandes 7 vñ delen osahrü heb his 3n urh a e ee
: — — —T N —ID——⏑—⏑⏑ 2 ⏑— gee ngn —
aet Ziel auszusprechen und für deren Verwirklichung Sorge * ee unbelannie Dinge, — eeee ibg
rdedang mt hoc. iannuch.di. gi . nuint Conhe Wee heee eeette
an des Zolpariommendes auf alle biejenigen im dehe ee og e pene wWeaet eer
— —— staatichen Functioungn, welche dehdrde —— eee ne r en
dein“wirthschaftlichen Interessen zu dienen destimnms find st, im ganzen Lande he ehe e4
ign 9) Inse e — vorhandenen Tompetenge des goll eineerrnt ae dee Ie 3
haͤrldinentes iff eine Rebifion des“ Zolltarifs aah der Seits hin dilgeunc, dich bi inne vban
t derlangein. daß finanziell unrichtige Artitel g be e —— Daneoncee ——— —
den unb für die übrigen eingehenden Güter das Minci de hen! imen. via Beh: atheun surne dne
Frihandels vu' weit ver Geltung geßracht werhenn55 Behyrnth und Alerandria. verbinden Jeritsleni
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        nienegüdng. Rpfittꝰ Wit dus Idge gdae hen ·wlghh
643 ncht “unwahrschelnlsch daß die Keh riig? der —
Stadten uen weiblichen Viblomaten zumn Gesanoten ursd bevoll-
midictitigteit: Ministet aunr Hofse von St. Jaͤntes, an Ssete d58
efitnitten Htn. Adants ernenneu hittfteen Gin * —VV—
Vanshin wonẽ an hse Reinort Tribünes dargber sol
ehrirnaht inde egntz. Lord Voubit bor Ratie piner Vaue
—DDD—
autge aun Hofe“ von e 8
Peonaten bemuht sie üch dereberrz, beam Krhüftdeiten ihte Etnen
smũg er wirtei. oͤtschon e Jur diesen VPosten, don gzahlrrichen
Wit glichern det — Wune en ———
andevhlen istnn En Ainztich hat!dije ede 99
sslkuzciidegn Zeürgniß ber ihte dipiomaiis här Fahigteitenru ge
tellt. Sie arbeitet nun rührig au dem Projccte, die Ahlehnungg
Wrubnllungdes ie —2 —
ligt ihzr bleb. so liegt ihtetr Ernensung Seitelis des Vräsidenen
aichts mehr im Wege, unsomehr sie die eiuzige Persan ist, welche
auf die Bestätigung ——— oer
gien rt
Srigechn gun du u u
oaß sickg Rahestörnngen unemKo iergeushqleroi wor
Ni Menge enneet gr eh
oou Falisolles, die Arbeit einzustellen. Auch in Aurelais IPr
— —y— ,D oo⏑o—⏑—⏑—⏑—⏑—⏑—
der Adee guhsenden Ineeenn 1u—ͤ“ os“
iq, ArIun, zuu * »gu.acg nagu mtitinaut
Genf. 4. April. Die Ardbeitseinstellung ist durch güt
liches Uedereinkommen peend gtz am— 14. April. beginut in sammt⸗
sthen Werlstätten die Arbeit indgh .
irateι ιι i nonue?? nus uαιν
Spuaͤnten.
3. —— jtßt 8 grorndte gnpanij che⸗
dournaͤl under dein Titel La edotution,.“ das massen⸗
weise in Syanien eingeichmuggelt pird. Sein Matto: „Nieder
mit den Bourtatem, es letke die dediokratische Republick!“ zeigt
enugsam. wes Gel⸗d Kint due ene Jeutschrift ist, die in der
augstei Wameeteingu Aufruif gu drriluch Suthält, sich von der
ẽyrañniei Tosüsagen. Mitarbeiter sind die bedeuteusten Männ⸗r
ver spauis hedemofrafigchey, Ehrjareützohlcu.d d Foilid UNa Reil äi,—
zad der Jmjurgenteu⸗Beneral VRiser voad.

JF.

—8— et“maß 23
f Aus Mün Deir, wird gef vrichen: Dex Peorihei
ogGraicu, Chovinsky wird zim Mongt) Paj or denheschware
————— die“ n de z 9
a Hig d zuri Thutenhshe angeschvollen Graie v hori wotr nies
— sich Frzählt.F seig gergumer Zeit (xon guiffasffendent Xief⸗
66 behafiei fein z. Jeine, nach der Strahße. hin gerichteten Fenjter
dut er lit di hien tünen RNonteunt Lund üder vieseit mit Vorhäh-
Verr dicht g hloffeuin tio do ———
ahgeiperrt ist. Spyit ffuudeplanz; guf · und: ghschreitend. fosß
de añ un n e dene d
was nach der Gefängnißhausordnung in seinem Iicper im
in vorgeht. Dι α U
MRiüz Hen KAprtil. zun dewh 12 Aposteln an denen!
geute in —AA z voslzogen wurde, ist
der· atbefte ( Metzger Berger von Großkarlbach in der Pialz) 93,
der jüngste ðo In At 304155 uogν 2n19
F —* Imdc a Wagishen Vectehramattn hat
ich mit den-Dirertorra bes bayerischen und österreichischen Bahnen
ns Ineer fpsetzt über die Herstellung eines Ertrazugeg zum.
Schützenfeste nach Wien. Der Zug würde niit! binn Ling dit
Bahn inne und von da an die Fahrt. auf det Douaudgemacht
verdene. Wit e heißt sollein die Fahrbillet gnuf Iht Tage geit
en und F3 Rgereie in seden bellehigen. Jugce fatheirn.
Wie Anaß dergimht? datpie
AIu den⸗ Mitn chenee Gefeus waft den Behörden 1460 Thlr. dur Ver.
ithütig Jeftelltunt die. Auj haffung von Saal⸗ Hetreide ind Banm·
dartoffel für die bedürftigen Landbewoöbner- 1det! !EWifelkreise zu
vpefordern. 56 ———
Wien:“8. Aplul.n Am 221d. Mebeginnt por. den Schranken
— — —
auf in allen Schichten der Gesellschaft mit dem gleichen Interesse
»erfolgt werden wird. Nicht aus den Kreisen der Armen, und
Flenden hat die Jugtiz sich biesmas Iht Opfer gerugtagnen —
48 Maͤdchen. dessen uze 8 Ordensʒeichen einer
Kuiflidame ezert it Fufieb — erfchent ueiter der Au
nag Aie Gräfint Choörinettz. durcheudiige Schauspielerin durch
jat gestern ihr Schlaßderhör bestanden undSdiei Gutscheidung des
Zerichts entgegengenommen, daß sie sich von jetzt ab nicht mehr“

488 LA 95 2
dereeee eet eee ee
BRB———— In haben, it⸗ Untersue ngzbalt hefinde . die
icheklagte. Außeruch ruhig. ertlarte von 5 eßlichen dieitaͤg
gen Bedentzeit — eb Her gegen diegen Gexichtsbeschluß Recurs
prn
e
B————— —
yin Besig eines'n uf deg ——
ürtaͤchenFeahteschassee hehade. worgeig
—*— hu für —— eeeeederct
daniens guf, wpelchen schon seit lange gefahndet, wirde weil er mit
ntheiligt Die nee
—— ien in derSchatzcommission zu
Warsch uu beritet wurde, und, dex. Jej äthselhaiten Angisheung
4 gjei — so großes et Mrn Ae
saflete sej len Rdeut tat mit eneun Bohun, Hartuächig lengnetc und
B———
doh kaum etnengweife, dan u ofz shesuhte it iee
f Letten Freitag vhsn don — s
leideten Raudern verschsedeine ög —V ———— ha
nie am Martte nach Vusas sn vihen inn auten a
doxthin angehalten, audgeranbl. doran etisther denn Berouibteu
zefindliche Isten pr Daruvar serschossen. *— Besitzer dex WHixth
chaft, in deren at der Raub vorfiel, sein Vermogen inn Be⸗
xngẽ von Wose Lrnbeßt uud Dessen! Pferde lhuuge dveme:Stalle
gefohlem m git denselben⸗das Aneue ut juchenuuÔÑ nαι
4 ve A zDexr. hiavenit“ natidncitau vrzählt au Niit Mon⸗
dag n reicher Leichenzugnder fich durch Wie Varcizelt von
Pans dach dem Goltesacker· bewegte vBurchsrinewi Luxus und die
gIree RMoude der Equipuigen undewdien Personen/“ diet ahmn folgten,
rit Hhide der Vorübergehenden auf sich. Hier folgt wielnjettsjame
nd — Vshtie wur wdenidnrengwwersap Vor etwa 20
33 des Winters in Pariz ein mertwürdiges
Ferrüchte nimt man versicher jnef qus 3 — —
unge ——— ——— nbaͤtl m Sort
einen Gatten zu finden., Viele Pemerber trctenguf,. und twotzde
vaß sie nie die Maske ———— ehoe 70
ein müsse. Sie sprach gut, nd dek Vd rersStusrneidiat
rostlich, was man au jhrer: Perfot nkerscheldeinn koͤnntehutt hnt! ge⸗
einuet, gub die S hwierigsten njdeden ici itellemt Doacnals erxi⸗
Urte der Zohn eing —— Famtie, dex schon wit der.. Tag
van — erti des Erbiheh shhet es Snhden datte
er mathte der Iraaden den Hof, wurde angeiidinnien, abex⸗ sie
telltej nehe Bedingung, daß sig maslirt bleiben
bate Sia würdén sofort nach England gapreiden, und, sie werde
tuutt ihr: Gesicht erst zeigen wenn die Vermählung vollzogen Jei.
So jeltjun diesez Borjchlag ist.“ jagte er —onehme ich ihn
och an.“ —— ab, der Eheconirxach wirde voslzogen und
dia Vermählimg faud stati. Wihreud, miehrer Tage, welch- dieser
deirath een zor der Gatte traurig, dann fand er wieder
Zejchmadt amn Leben, und führte seine Gemahlu in die glanzend⸗
ken Gesellfchaften.“ Man jah psit mit einer Newunderung ohne
Bochthalt spinchon fond man siczeinige Damen wunderien ich
— f igre Caifure; sie trug üngaufbörlich in der Gejellschaft
—T * Stirnitelne hreite Binde von Ped eeeedete
e breiten Spitzen, die bis auf, vier Augenbfauen
herabsielen. Das Geheimniß wurde von einer Kammerftau ver⸗
athen. Die schöne gute Frau, Fy geizend durch ͤren Geist
wie durch ihre Schönheit, trug auf ihrter Stirn eenen
jen das Pild Lines Todienkopfes daß van cinent⸗ Schreden her-
Ahrte, den ihre Mutter, wirhrenide: fis dicselbe unter ihrem Herzen
ypge gauf einem Woltesader erhalten hatte Es war reins jener
—— Zeishen die man ditercweittiernrüt uerraa d¶ Den Lit die
ahte Gefchlane Wesche man früher be⸗
Ad at nideitrieben di indem nt Merihe ce is. nn ctihie Dame
eis so agiich wientin Todtenlopf
lb x Vn Ruser Von Chalolrs werbelr Vethicche“ vüit! eilie ar Keueri
Felde gelegraphent gaͤmucht, besseun Eigenthümlichkeit da⸗
ain desfeht, das der Draht nicht mehr auf Wagen sondern auf
— — — ——— un
— — — verbraucht( oervem sind A6 Stabsof⸗
irite adconuna adixtz um diejen Verfuchen Heizzzwohnen. Hru 7
um t Vot Murzem ist in Chur Schweißs: in e
ore uß schenr Stallmeisters und eines eeeee Ie durchpas⸗
— — voiiobhlrite bellatint Mare Dasfelbe
st nach Italien beft mintmitdesyituniggochseitsgeschent dede Qbuigt
ndn Preuhzen an den Kronprinzen Humber. 19130 u ν
F; Die Reliefdruckerei des zBlindeuinstitutss in Haujanne hat
gunitd u Bände geliefert. —— Tastinn
ves VWlinden etraren Buchaben dernent dise Akztücrichen in
urzet efte tefen En Ammnder MAchen has mntelst bieser Iũsch ·
tabenobiriient Srlinden uund ⸗ AWe Minuten 89 Folioseiten ge⸗
eien ohne zu ermüden.

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8— bernit incũ mechusi eunl uin/, at. ben 12n ben eult —* —— V * m UIg. * 77 haltige
ott — D ĩnusuoꝛ 3 uͤgeb 2 424 neut 44 855 9 b
——— vVGi V —— unn A v abz Inde 3 igej *2 E it ir mt auf neüt nedb
in Bela — gerüng! iits — — ——— — 7* 8.
— — *9— ee muun e e ud. — 3
ul — ilieẽnve 99 Zysp —9* 7 ebere un e 22* oin —3 —
Moͤbil d Iu art paeee e e srvene —— d En erhsam zu mig 2il.
Aeri 5 5 4 e ινad nnnn —
ru Sau it dah lüt. saßt —7— buwtn * uig hpe 221 In uͤssiattunge ; gefü i a
nitlags 2 r ——— * —5 ir in⸗ ter AIndemi an; —2 —— 6257
au Augtechvirte I ie an t —— —

t aufmn.q ing — 8 in 8 di n —I — 2 eleg 2 A. ẽ * 8 ben
— —— e ne

tise mhet e ge cheutshuitede ne J in sůett und
— — e — ——— ——
8 ig F Agen den ñud jjche * 2 4 4 6 n 58 ren qQo 03 : **
— — Ann ehnvanchad h
———— ihotz; eee Seider fe wie alle“ R on.

1 bann anaihe⸗ a 6 ert ertt nsotdi J 51 nd 863
* —— — —— ANugndemt Mo 8* —
unt* nschra ** —R n⸗ 3— igste iche iman — u in Iwei — —
at: e h ri 4 0 4184 hh en 34 20 9 ii. 7

Küche chafen rtheion In den hi exzix hen —9— — * ant — n
—77— b.. N . * —X 33 — —22 — ——
ane rpe —R deꝛ 8 — 88 7 — J —J— ——— pon * t
— —— mng —532 mun nwp ———— — en
3555 u oe .9 126 * eine Neverlage
om kðng — n u A Huñ i 21 5 u —* ine — — .
bpom exung * — üm nn :* , me 41 —D — — 38

34 2 — —— zhringe 575 zriu u3

— — ter Po 5 5

Rohtbe n —18— — innerung; wälität wert. * —
— — Sunnem Q e — aprn —
2 α na 7 ee Izßni —*8 e abeum fowie

———— Lndzehlaͤde 6 an e e sowi
. Ech Funieon Che irs vInnp bo rzu der lo ni⸗ At enn ha den⸗ iesiger
ii* vrt — A une 7 Dien 35 vpor I davr überttag ehördt in iesige 7

3 Vch Aétjse —WVD —V 0 —— V—— —7* v 38.2 üub X 3*753 1 9 5* 204
pre —— en — ist tro n⸗ edarfsi 2Ba abtifen! u
—R hu AMoAn —— d uodn en fuen * bithe g bahn Fabrt R 10 cu —
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in ”i Deutchtand·e A
Muͤnchen 10. April. (Zum Schulgesch) —D
Hligttex. Darunten namntlich die eng Postzeitung,
ninelng Etellen qus einen Ents n ateennn welche am
l Marzds.. Jnan den l Fih nan deren deg Intexn hedet
Absheilungen an die sämmtlichen F. Regierungtprüsibeuten im Ber
Ie der Aaitatiem. gegen den Vesepent gütn das Vollsschul⸗
pesen ergangen: ist. Dje hetxeffendehe Blouecr —
Frlasse ux geue Stellen ausgezogen deren Befanntgebimug han
hrem besonderen Standpunkte eendsen Whe
Fritginen richtige Bengrtheilung deg besproch nef Erlasses iwir
dienen, wenn derselhe micht parciell, fondern. volhständig zur bffeur
uchen Kenntniß kommt, und zu diesem n sind wir in die
agge giigtztyden gauzen, unverkürzten Inhglte des bztiffenben Er⸗
oifts zun machste hendem — —VV———
nonni aeSea get ßm. im.i st een u m deä JIn ußr — ——
—V— — ee hums nudcee 23 61
—— ginen
ung die von Seite ber Staatsregierung eingeleilete Reforin. des
Bolts Gnlwesens. und. insbejon dere die mit Rücficht gitf. die wie⸗
verdelten und mibegetnst imnen den Ante ge Den.n Landes vexttetung
molgie inbringung eines Baschenoinen e —
ze anem großen Theil- der Pepodkeruuig ins beson dere ahet⸗ unr
— — 9
va er Wichtihe deses Gegentandes tontt ptch
nn datzo schost cin. demn Stadium der. Vorbyreitinng, des Gesetzems.
vures gußg Aulaß der, helannt. gewordenen — Epis
whates aguSaeint Wajestät en Kanig,. ggd züo hfhrspater. nach
tzfolgtex —— an i ages
dressg on entgegengesezten Standpunklen die Frage erhrterte, daß
eben dielfach Bedemten und Besorgnissen über Dig Wirkiungen der
heahgchuglen Reforni und. über die Intenttznen der Staatsregie-
Aen ndigger. Angelegenhest Ethoben uunh doß ziuolich hei her
nmelliein Landtage zu dem Niltel der Pelutinen qn die hehen
dammerngegriffen wurde.neig Naleter insiene
Du Einzeiue Vorgtnge- welhe in 5, letztertt Binsicht in Reuester
Zeite siige unden sind in detn Fozgeshresset beshrochen ¶worden
dieselben haden theilweise berels den Anloß deboten dem That⸗
hestande näher auf den nd eh auͤßerdem ist berin
der Kammer der Abgeordüeten an vad Gesammtminisierium eine
Intetpellation beru dieseir Gegenstand gerichtet.wordend J
In Anruhend wirde demkwegietungsbräsidentenn eine Abfchrift
zerjenigen· Erwiderung welche Seitens! der Staatstegiericug unterm
zeutigemitierüher. ertherlt wurde, Jur itenntnißughtme »imitgetheiltu
iu Der kgl/ Regierungsptasident wird hieraus den Staudbunlt
irsehen Werchen die Staatsregierungrinudieset Angelegenheit bisher
lirgenoinmen“hat,“ und“ fülr mdvien/ Zukumftercaufrecht zusderhalten
zkdenlt Loli ny— ιιο ν—n
vir vAusz dieser!: Erxklärung siund zuglerch die Richtpunkterfüre dit
Haltung zuꝰ entnehment, welche sowohl dieroberste Kreisverwaltung
As auich die Qusßeren Vollzugsorgant hiernach einzunehmen haben,
ind Dderen! gewissenhafte? Beobachtungo die:Staatsregierung! mit
Bestimmtheit erwartet. mitu.
30 Um' keinen⸗ Zweifelüber? dien Meisinutg del unterzeichneten
Staatsministevien“ undidas hiernach won Seite der Vollzugsorgan⸗
u⸗ beobachtende Verhaltennzuetassen, dwirde ddem LoMegrietuugsprä⸗
ädenten im einzelnen folgendes bemerkt: ——
ur2431)2 Wie überhaupt, so ist auch bei der Abrwüirfigen Agitation
gor allein die unverrückte Einhaltutig'wes gesetzlicherr Stundpunk.
eg ponSαεεεννιοtsorauite nin daze Augstizu ofaffen.? Es
lannimichtedie Absicht lisein- der? frelem Acußerung einer wenn
jüch direkt en sgegengefetzten: Meltlung der Staatscingehbrigen, so weit
olche nach Form und Juhalt⸗ dienoadurch/ die wGesetzen gezogenen
Frenzenmichte berschreitet, Hiudernb entgegeuzutretens i Dies gill
dwohl von dem Gehzraucheꝰ verr Pressernemwie don Ddem:? Ausdrinkt
yer Wünsche uid Meintnigen aitf deme WegeeDnr Lldressenn
2 Wenn hiernach die Staatborgunt zunächst bezüglich ihres

31
Bechaliengünd ves Worgehens irlrinzelnene Fallentte hih Bestimm
angen der Slacissgesetze — 5——— fiidenfo scheinen
3 tüerdurch ——— zoitt Wor⸗
zaͤnden welche auf diesen GegenstaigbeBejuge häben ßo b hklrtge
kufmerksamteit — 7 Gele y —328 *
—— — 5—
xiludeter Irdan —V— ey ingeln⸗ Fatgen
inr ederir — Hesetzlicher Bestim mnuingete ee vie
eeigneten — weiniger dann hugegeben
verden J eee en —
velche det Berathung uinde Fesistellniighili he asuͤngsmäßz
shegn verehen Oraun ——— gegtz
— pI gi un Ahi lattvndii ine diese m Sinne sichbe
hellgen hodtt Gur hreo annittrhe⸗ Stung in diefet Richtung i⸗
—
— —
En ethlet und untere derendieng!n viszithnutex Meittel itaegeng
teten oder shust ds Geeigtele!üorzikehren · r
3 E Veeee eee vbor wi her hee Aut
he
Wung Mres bAmtes dih hesetztihen Grenzlinen zwaschent weltti her
teineswegr Immert beñ chtetze lunde daße bon Seite dhrlandes
ee
urige Andelegenihet Dadninhhreucht wuͤrde. dertetzetarn Vor sicu
ngen tzel der . Jugentz ung deren Ehetn hetvorzurunsen. ünd. das
urch gragntes -ene hmen mit den kirchlichen Oherhehetden ünt
zuͤrchutsvtechende Anweisung der Bezirtsmlern wit Ver Schul⸗
—— wrnistuden gegen
eee
ufig in der Bvegeichneten. Weiftr. mcßbrau hen sollen,auf dem viszt
hebung zu hetanlaet
e Fegrüigeprafttenten sind ermachtigt.töo dagil ge—
ien i
chen und es wattesün dieuterfertigten 7. Stamgministerten
ntt Bestnmtheste dãß vdn Seiten der Kreisberwaltungsstellen diest
Angelrgenheit ber ihrter Tragiöeite und' demn auis einer ungeeig⸗
3 t, oder Cbnülbenzineinzelnen —
gemneinest eee e en gelassenl uünbe vie bherfte
heeenee en et den Suard der Sagt cder bichihete Bort
nde g ———— Kenntaih geseßtwerde
Mincher 8 A an sgs — 386 tu —* aig
n Auf Sesntr Zotitlichen Miestätuslerhöchsten Befehl“ ut
* ι Un —— re seirn — 6—— B α
F güin hhe netIon ApriceGenerallieutengut Frhr, v La Rochdt
Asher Hofniatschall, und Geiserallleutenant Frht. v. Jeete bis⸗
her Flügekaͤdsutaͤnt ves Könins Ludwig Ic spurden Ande Disponis
zilitt gerseti, wüthhtend der Welte FluͤgeladjutanitSe MGh.idet
n nn Buiginere in das 15 Infantetle. Regiment
Anzutreten hat
— J— Slagtg
muristeriunt derFlningen die Auflösumg don 71 Forstamutetu unß
20Pedierfhtsterelen eine heschloffene Sache.n mi en
ANwem Verirehincit nach beabsichtigt die Staalhrigterüng!“ dein
versammelten Landtage eine Vorlage über dit Gericht sbarkeit' ves
Furstatn Thurn und Tarisrin Regensburg zu“ machenge uu c
Wenghen Ie ghrit Ver Ksnig von Bäyetnt wirh wWiüht
chenlich dnhe sren Migche Kairo, anstatte wie voetlautet!nuch
hentone gehen, umn seintdurchꝰ ein Halsleiden und nt Brust
iffection augegriffene Gesundheit gu ftärken.“n te didt Inir—
—DD
zpdn umge über idies bewafff ne ten Ma chtnodesa Klön ig
lircheK ist mid, dem: gestrigen /Taget: in Wirlsamleltg gotreten.
Dieer Diits zunplei nian st raf gewaltesind ua terwigerf ein:
ußialle zur bewaffneten Machtnigehörenden Militärperfonen;die
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        Officiere mnd Miltärbekfmten von Pensiozie standa zuuy à lIa suito;lebszafter politischer Bewegung der Fnhalt ältergg Zamnisse mit
2) alte Perscatn zelche in striegszeiton z1 gen kriegführende Vortomnisseng der süngsten Vergangeuhen nicht 4 uͤbereestimmt,
Truppen — e —* ene Zeugnüse Ienn find, unz daß das, um wasexs: sich dabei
eind ¶be 5 rigegener oandg ee afen un wür⸗ handelu An ggdater Weiße erhoben werden muß Uämtich einerseits
digen — 3 miurishen 5 n verwendel durch Anführling ee begründeter dder adhorisder Lhatfachen.
sind. Als Dis hinarstwafen, sind felgende Strafen indererseits durch die soöfort anzudrduende rasche nnd exlassige
zulässig. A gegen Officiere: 1) Verweis, und zwar a. Feststellung des staatsbürgerlichen Verhaltens der betreffenden Be—
ohne Zeugen, b. im Beisein eines Vorgesetzten, c. vor versamm l. verber. Die k. Staatsregierung,“ heißt es in dem betreffenden
hen Offbitxcorps der Adtheitung, . March Dagsbefehl, nit Ber Frlassten „yill zw ar, demn ehreuwerbhen Stande dor Gejstlihleit eben
kguntgabe an dig Hfficiercorns audexer, dihtheibungen z, 2 Woh h. uenig. wie⸗ 8 wöllig
ninigsatrest bis zu 30 Tagen. 3) enger Arrest Hiß zu 8) Tagen. iabhängigen Auffassung der Tagesfragen und die'“freie Beurtheit
Officiersadspirauten I. Klasse unterliegen den gleichen Strafbe⸗ lung derselben innerhalb der gefetzlichen Schränken nicht verküm⸗—
stnmugeun. Gegen Stabsofficiere kann engersylegejte nicht herg ufrng. ahgreahegigen Mißbrauch dieser Freiheit durch, Entstellzu
— werden. B. gegen Unteroffic ee J—— e aee e e en rh —
und zwar a vein Vonpagme- Ercabren, Bamnties, Rappoet Siattegietung —2 den Jih ibeeu lir heñnamtlichet Stellun⸗
d. heime Regimentsrxaphogta.).Stxrafiouten. 2Ftratppachen aoer zen im Interess⸗ der Stagt 95punig iberhaupt nicht und kann
— —— Scuar inde Feiertsggen; ie insbesondere aid ugillen der Einnias hezeichneten Art nicht
9 — .Fagen; Spenoeetenß inbegchtet lassenun E —V ——— muüse
7—
B—————————— — gental v. Bonintniit Adsuta ntut ant Anein Wajder des Ericag
— — liinsteriumg gesserun det. Geueral v. Btandels von“ werlit. hies
eee — ——— —9— e. 3 —— inget coff in 38 J hi n ———⏑
— ———
— VV—— ausgeltellzer Coinbagne e, hgen Regidiencrnbe ing werden foͤrtan ilr vrn Asibnderingshäfen Schiffe Der nord
uct Strafarheten, id Sltrafpignstt, Zimemeragrest Ki uscheu ————— heet hitzu⸗ verwenbenden
soar eeher abe igene deurti Säthettn
Vobmumg fanden ———— — sesne and esu, dun —————— — — — —**
Hijnmten n ince Ritͤrgehte efindliche n.. ührigens Hon dehnung —— itf die Sudstacifen vurch Wer⸗
mit Mannschaft is geRunhten vollig aie shiedhen ragsschlüsse gesichert. Etwaig — des Gesetzes inner⸗
nnier vbollzogen. Veen en aun⸗ igenen Mijstein dald des NRordbungts lafsein bied8ertrager mit den Sudstaaten un-
guwervsena Ind ngr, Ih hutgz des aigneg hete deden n. Be. seruthe .— GWettrehe hurde. Vver Riostoecnriugenui dere Schwein
uche sind ——8 In dede ae id dad Nntänden rnereichnich n ene aand ν ι ιιαι
der —— — — — rien AIg Ahtil.“ Der gn rditpringtggehten worgen e
Fahnen⸗ oder S — gorhaꝰ ung seliee am Doitherzulg die Reife nach Italien andan.
e e Saldaten im Ktoinpaguezimmet erstaude n. zge 51 Noͤrittnue er Sidatg andeigern verdffe rulicht
der A tinem pon i een aĩne It Noiato rord itng wodsh Ig ·de ische Josslpirlament anß
B ——
mit cust ife hen Vuin gee Zetschenen dotate botzo gen Di Ithes dillt denahthi gene Vorbere nchgen diashage wichad
Strafichärfung besteht ig Beschrautung der Koll. guf Waster jind — Hrl Benedette der fraiml
hrgd un den Ludenn Tage Schüehen. ues rretgmenist fische à»L, Leroennden Baude ndewithennt.Aue⸗
— —— der Vnßotwatügtee ulaüg at derlneidene whüab vighiltelnn Btzichiin geiteizhischenr RPreußen und
der Dunkelaxrestt wird in inein. einsganen, nijte, den, nöthigen Frankreich störett Wüttuten hwiee vah untire Zatungsnacheichte undes
Raum ir einen ginzelnen Mann Pietenden Zollzez poelchese hon Irlendet ist? wonathe Hu. Bee dettten Weifinige aumnpfangenhänteniul
TZageslichte vöslig abgeschlosfen ist ind, auch der. Liegestatte dr herlin die ——6 Sprache czu⸗ bringen. W⸗ye
behrt, erstandeingee Dieset.Arrest daxf iinunlerbrochen uur in' der — Wien IR. Aprilena Folgiedegseit hesserhe ingetretenen
Daͤner von 8 VTagen bollstreat werven, bei langerer Sträfzei Anwetterz id der elegraphische Vacfehrvoin hiene nach llem Riche
hat der Beßrafte jg den, hjerten Straftag in der Strafftuße zu tintgen hn umterbrochenit Iνι
ee Dunlelarrest darf nur üach Erholliüg ejuetz ärzt: Wilen 14. April. Die Wiener Anitszeitüng ¶erkiartnhii
lichen Gutachtens über die Strafbefähiguig des Manneg verhöngt Zrfeitgumng e Zweifelꝰleint von einem Parifer Blatte ver⸗
werden. Die besoldete Seee eee n ffentlichtes angebliches Schreiben des Papftes Pius an Den Naiser
Hinsicht der Discipliuarbestrafung, iwie die Mannschaft des stehen, Franmz Joseph fur apotryph. Uu ι αα ι
den Heeres behaudelt. Die Strafhefugniß güher, die Slainnnngng⸗,; nn Frankreich nn uee a3
schaft stehl dem Landwehr ⸗Bezirks⸗Rommaudantesn und dessen Vor⸗ re —α
zesehten zu. Die wicht zum Stamme gehörenden Wannschaften .aris, Apei RParis soll jetzt in halben Bewaffnungd⸗
der Vandvehr edenso die —B— ————— und ustand gesebt werdem.. Man giennt ¶mamlich .¶ gegenwärtig.hie da-
die auf Einruf beutlaiidten Angehörigen, der akven Arimer onen-init welchen die Walle.desselben versehen werden jollen⸗
iind der Disciplinarstrafgewalt in ihrein vollen Umfange“ nur in nd lagt die Zugbrücken fldr die wderschiedenen · Thore anfertigen⸗
so lange unterstellt als sie im nilitärischen Dienstverhältniffe Die Wallgräben. welche bis jebt an den Thoren und Stellen,
stehen, Diese Unterstellung beginnt: 1). jm Falle der, Mabilmäa wirch welche die ¶lkisenbahnen an Paris einlaufen.unterhrochen
hung oder außerordentlichen Zusammenziehung der Laudwehr. mit varen. sollen vollitandig arsnegraben werden, so daß der Eintrin
e I — gs · Ordre, beziehu igsweise mit dem u Paris in Zutunft nur vermittels der Zugbrücten moglich ist⸗
Zase der ofeniheg Nufforderng un en in gal⸗ Diese Vorbereituigen scheinee übrigens nicht gllein für denrKerieg
der Einberufung zir den slebungen mit der Stellung hiczu. Sie erechuet zu sein, sondern man hat dubei miche vienEyen tnalitai
endet in beiden dällen mit dem Zeilpunkte der Wiedere ulassung dues, Auffstaudes, in. Anssicht und uwill in eznem solchenRnsle. dig
der Landpehr. Gehört der anit Arrest bestrafte Landwehrmann, Morlichteit. haten, Parit vome MWeichoilde gonzlich gbsporren 4zn
Reserbist ic. in seinen bürgerlichen, Berhältuisseg-zun den Beamten vnnen. tele ι—entisise
pder Adspiranten des Staats —— so wird Puaxi3. 10. Abril. Bong den filuf Cabebn,nweicht den
dir e de Saeteece t Sontinent mit Englond verhindemnnMurdeu pierin deraeßien
horde. Nachricht gegeben. p n ePtreen ——— —— Nur das Cabelmache Dieppe bhiebauñben
Muüncheen 43. April. Zu Ehrenrdes wahtscheinücht n 23 u . α
do Münschenm, A3. April, Zu Ehren · des appahtsche inlich gun Pa ris, LI Aprile Die France“ zeigt die Heate —**8
Donnerstag hier eintreffenden Krouprinzen von Preußen wird am taitfi Asr·i. ä te nißeee
ei, eeee esen, eopenr t Pepe findende Abreise, des dänischen Ministers nuch Kopenhagen gu.
Freitag Abend auf löniglichen Befehl. m Hoftheater bei festlich 36 drchi nun pu 2
heleuchletete n Hause Wagners Oper, Lohen gritz“ aufge führt. Dec — ine Depelche Zer.israelitisaen
o n 23 dee * Jeugtiigg,aufge suhrt. Hex, vemeinde zu Jossy. welche die Verfolgungen der »Israeliten wer
* g — ut e να taäͤtigt. Dexr kaiserliche Prinzmird am nuchsten · Diengtag Im it
3 9 Geistlicht,?* welche sich eusas Anstellung! oder Beförderung dem Marineminister in Chexbourg exwartet — —
rethalb des dandesheorlichen Pattonatos bewarben, haben Zeiug-⸗ ParisIA Apeiln- Der⸗ Monitenr perdffentlicht den
rijfe der politischen Vehördem über nuihe staatäbhür gerliches Verhal- gericht des Mmisters Pinardeüder die- Repision der Mohilgarde,
em doczutegen? vie goeijährige Giltigkeit haben: Der; Kaltusnii- Dder Minister vexsichert, dienMpqratiou sei im ganz Franixeich ee
vister macht indesfoin daraufe.aufmertiain, daßz, wenn in Geiten eimäßig uindeim, Augemeineu ie chewon, Stolken enen

7
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        VJandbezirke fowohl, als die großen Stadie hatten. wahren Feuer-dadie Vexuriheilung des Präsidenten für gewiße gehalten wirde

dfer (ontrain) an den Tag gelegt, nur in, Montauban, Toulouse Die 80,000 Stelsen, über welche der Präsident — will diee re⸗

und Bordeaur selen Unruhen vporgefallen.“ Inguderen Städten publikanische Partei ichmicht aus den Händen spielen lassen. Die Chi⸗

seien aufreizenden Anschläge von den Einwohnern abgerlssen wotden. cago⸗Conventihn avird his dahin die Wahl Grants zum RMuüsi⸗

Pinard schließt: „Das Militärgesetz hat ʒalso ühex, alle Hinder- denten außer allen Zweifel gestellt zhaben. ee

nisse triumphirt, und da es von dem Patriotismus und vernünf⸗5 qunter den Negern, Nardamerikasz xassirg ein mahres Emihra⸗

63 so — ————————————— sich an

Anwendung eine neug Gelegenhejt, iihr fortdauerndes. Vertrauer den Eongreß um eine Subventjon, .09, Doll. zur Er⸗

an den Kaiser zu⸗ —S— — Uh ny 7 Achtunß. einer —EVE—— n beweits
Paris, 14. April. Das ‚„Journ. des Debats“ verdffent 39009 Aumeldungen von Negern, welche ertturen, daß sie gus ei⸗

licht einen Artikel, welcher zwar die Zriegzgerudu ge edodh gesen Antrieb auswandern. pollenn ) du

zjeigt, daß dieselben jeder Vegründung enibehrenel Feratecichtehan *21113wyork, 14. April, Heute —— 3— gegen den Frprä⸗

die Allianzanerbietungen mehreter Maͤchte zurück gewiesen indlehnt sidantein der nordamerikänischen Rebellenstauteinr, e be·

das Vecanen dn wert Sb, itdeinen Verhandlungen niJ ünnen- I.Angesichts d age hen den“Zufallspräfidemten

Preuden u in terdemirene. Frasiteich hut somit bewiesen“ daß es Johitson hatder! Davis sche.n Full. beinahe . alles.c Intereffe

den — ———— vermeide, woraus auch nur verloren. 333

eine einfache Meinungsderschiedenheit entstehen —Ve Die x De·⸗·—VAlle Staaten der noͤtdametkkanischen Union“ Rhode

bats“ hoffen folglich, idaz ie Qrjeztaerüchie inaho ir lie röch.BVeland Nunz genommen S haben die altene Gefege, welche den Ju—
Paris, 15⸗-April Der Wonitenr“ Waene über die den das Arpeiten nnt e Ma⸗

—— 89 — Gadem — rylandn Gelsheßelange Zeit die Juden zwange vden Sonntagzu

hiett· der ister Baroche“ KRüe Amsprache, worn er erllärie felern, hat miltelst eines Aetes: localer Kegislatur auf Diese Be—

der Bicinalwegebau beweise die Friedensabsichten der Regierumg Hränknng? deraichtes⸗: n —*

Der Kaiier wish, einen ehreuvollenz der, VPatzon würdigen Frieden.

—— — eee — ———

squ⸗jjbt gaicht Kraege IWir!sind t Niemande deutt daran

uns den Krieg zu x«yflären. der Fieden GEuropa'Cublerbt, ahso

angestört —* vag

Prcigsgeschiei dichti liin glauben nide sich richg — und

—

u —— 322
j dr an za n hpu sem⸗ 18. April. das Resuligt Hes heute
r e jol⸗
gende Besihlüsse puivung eines Landesvereins der baherischen
—A vorgaschlagenen Fatzungen wurden en bloe
R — t — ern, — e
— wehrveretn steyyt din Vandesausschuß, por z, die Wahl figl, quh die
——— . Atalion. —R e ee ir —S eee
Webiin, 12. April. Der Papst Pius celebrirte heute pet Ing, Eugcan z. Bauheamter in Passau. Frhrn. p. Reitzenstein in
Hochamt in St. Peter ertheilte Pang gberen Port cus Con 9* — — ———— ieinn
der Basilica herubo einlne reertichen Egen roß! vesschle hien in Nurnderg Kommandant Scheuring in Gur burg, Kack Lettenhquen
Wetters weα xis zumnir eine ungeheileze Menschenmenge dieser in Augsburg. Die Rheinpfalz, nur durch einige Abgeordnete vertrelen,
Cerem n besindet sich vortrefflich (obwohl es d wied ihren Delegirten erst später wählen. 4 Dieser Landesaus⸗
die dee abgarathen, die Fejertagsceremonian mib. shaß wnede beguftragt, die nöthigen Einleitungent giur dreffen über:
zur⸗ ern — — ——— — Audienz —RPD in Signalen, Schlauchgewinden, Exercitien und
. ——— Ausrüstunger id) Wildung einer Landesunterstüzungskassa, wegen
wiehhe isein Am —— non Preußen zu deren Dolrung eine Eingabe an die, Kammer der Abgeordneten
tanffͤngen n re en in ninantannnen Mas hereinz gorichiet Id arde ——
—B —— Zehen, uumn Den un p. Zum · PPfhigstfeste mird, von. dem Reisenuntecnehmer Staugen
Bermählungsfeid chtzufn an; wohnlen Die Flnanzrommission ⸗in Vergrugungs-Ertrazug hon Verlinmach Wien und Vene⸗
des Abgeordnetewaufes hat mit einer Mehrheibrwon⸗7tgeJgeααα digl arangirtitce) n — un
Stimmzen vt von Fem Minister vorgeschlagene Einkommensteue⸗ Albgeordueter von Mühlfeld, Hon der, Fuͤlte v. Ebegenyi
verworfen . — aͤtzcihr? Anwonlt Herufen, hat auß Gesundheitsrücksichten, die An⸗
ιια—H Donaufürstenthümer. — ————— naer de sseh —
onin Bach apersh, 11O.-Appritun DlecKeneptichen Geillchtee Ahen 1., Gageltsruer.) Unter die so merkwürdigen Erscheinungen
ee e —ãA388 dieses Winters verdient wohl auch folgende gezählt, zu werden,
der Kammer lin Umlauf geseztntorzt welche den hegen die Delchs vom Rauirforsher Martius vel Kaaden Kesbeechtet und un ⸗
BB —————
——— n daget Hert Drtius bemertte, so ichredt man der .Pr8
Distreet Baken. wie nuch daͤs nach den Auslande hin bethreifete Ger inn der Mitten dern Hagellorner, einen schwarzen Kern, welcher
růcht zuracuführen 2s feien aus der Studt Bucharest und dem Weich- mit konzentrischen Schalen von Eis umgeben war. Er sammelte
biide vᷣdo isroelitischer Familien dettrieben worden. Alle diese Ge⸗ Ane Partit Hageltoruer. tieß se in det Wärme zerlaufen und
m hie sind dolsandig ous ver Luft gegtifen diselten wurdeg vege and am Boden dez Daßsers cint atohe Aunzabl von feinen Kdr-
oͤreitet, nachdem der Minister des Innera, unter dem 4 der nern meieorischen Gesteines 3 7
ubetwiegenden Kammermajdritaͤt, jede Solidarität mit den —*8 e adeeDeue eind ee prin
fte Entwurfs schie —3 — ewi * * 4 * vctit dur pott * tien
itellern deß Reuaiiden voe n machenesa shauen Zahlen und Daten, durch welche mittels kühnen Combinationen
. . auf künftige Ereignisse gejchlossen wird. Das Ende —
FiRe wiy onr l. 26. März. Die. Anklage gegen Ven Präsiden ˖ napoleonischen Herrschaft ist die unbekamme Zahl, und auf Grund-
en greducjrt sich nun auf zwei. Punkte, die Gesehmäßigkeit der hage der bekannnten Zahlen im Leben Louis Philipp's baut sich
Absetzung Stantous uud die Ber unglimpfungen, des Congresses in das Kartenhaus auf. Louis Philipp bestieg den Thron im Jahre
seinen Reden. Der Klagepunbt üher Ddie denn General Emory 1830. Sein Gehurtsjahr war 1773. Durch Addition der Zif⸗
zegebernen fungesetzlichen Vefehle, ist durch die Zenugenaussage des fern letzterer-Zahl erhält man das Resultat 18.1.Die Königin
deßtereu in Nichts zerfallen. Diq Auiwort b Prasidentein lan · war 1782 geboren. Dasselbe Verfahren auf ihr Gebirrtsfahr
ter dahin⸗ dan Stautoun pon Lineohn ernannt worden and' dieser angewendetergibt ebenfalls 18.*. Addirteman 18 zu 1800 so isi
ihoff HJach dyr Amtabillpozi ihm-enthasfsen werden konnte';, lasse die Summe 18481)3das Ende ˖vonLouis Philipp's! Regierung.
die Bill eine andere Auslegung zu. so hätten ie Gorichte daxü⸗ Vorstehende Methode zuerst auf das Geburisjahr Louis Napoleon'gs
uer zu eutjcheiden. er seibil habe der Verfassuag wie den Geseyru180d). angemeldet, liefert die Summe 17. Die Käiferim isi
— An Conflict gerathen. koönne er 1826 geboren, die Summe vder Ziffern'auch dieser Zahl beträgt
unmogkich beideigleich bol ziehent?“ Was feine Reden betrifft, so 7. das Jahr Vermählung (1853) führt zu' demselben Ergebniß
hehauptet der Präsident, darin nie die⸗ Gesetzmäßihtelt des Con- Es ist hier nachzutragen, daß die Fahl des Vermählungsjahres
zresses bestritten zu haben; wie jeder andere Bürger habe er aber Louis Philipp's (1809) in derselben Weise behandelt, die ver
quch das Recht freier Meinungsäußerung. Die gemäßigte Haltung hängnißvolle Jahl des Königs 18 ergibt.)“ Addirt man die Zahl
Jes Präsidenten hat einen für ihn günstigen Eindruck demachn un 17 zu der Jaͤhreszahl der Proclamation des Kuiserreiches, fso
tin Dutzend Mitglieder der republikanischen Partei, darunter Fes- kommt 1869 heraus, und es wird demmach im Johre 1869 per
enden, Shermann imd Trumball haben bei: Dend viherigen Ab- Tag kommen, wo Naholeon, Il. die Herrschaft verliert.
stimmungen zu seinen Gunsten gestimmt. Sollte, was immerhin Frantkfumt; 8. Rril⸗ Ber der heute begonnenen Zieh⸗
wahrscheiulich ist, Johnson dennoch schuldig gefunden: merden, sy ang 6. CTlasse der 183. Franffurtez? —— aus
wird Wade Vhn⸗irgend· welchen · Widerstand an jeine — Stellt folgende Nummern nachslehende · GwinenNr. 2447. 11778
iitien. Derselbe ist bereits von Ajpiranten zu Aemtern delggert, und 21500 jede 300 fi.

79—
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        ui yugraän! kyaie 9. April. Bei der heute fortgefeblen Zieh Klasse IB er Frautfurter Stadttolterle zfiele nm auf folgende Nutm⸗
ung' 6. Tlasfe 168. Franksurter Sadtee r mern achstehende Gewinner Ne. 67160 und8777 jebe 000 fl.,
de nnee uacnchnde dewnue gg —B ———
and 25900 jede 100 l RNr. 18249 602, 101, 10869 —A——— —
10302, 13134 und 17978 jede 800 fl.t. ot ον ι und 10909 jede 800. flae ———— ιιι ννι
An iranf urt⸗ 11Mprik Bei der fortgesetzten tiehing 6. u uit A——— niuguiuet offun
— s 21. 3* * 74 264 4 —28 R *82 —— 7 —— 7. 1 26 —
I— * n ιι unnνν—
Betanntimachungen. Nüngerfabriß Kailersläüterii. —*
i ι ν k eee J — 4—
Mobilienver sei —AV—— In oenmeht ιι ι ötle Iittr uauisß ichi!
seigerumg rima Superphosphaͤleun ng naiee
r , zß6 5 11.42606 — n Superp osphatennn ——
Samstag den 18. April 1868, Nacht Minnn æchten Beru⸗Buano,hnanz id ih 1παäĩ utilnnnniun zig
mittags 2.Ahr. dahier m eee wr ü. Bngeα n, 4 ————32
Vest aufm — idned Dume un hen hilligsten Preisem hein — nig
des zu St. Ingbert verlebten Feilenhauer⸗ — — —57—
e e eeden eet don b ——— 5 535 Eunn gngbert
Zagrbruden re sawintiichen ¶ ganz deuen innnn Ich-bringe hiermit mieine Niederlage bonnnn
6 3Ich 48 ge die 3 “— 3 * elage pon de
ermin versteigern, nämlie ιι —* M —J t Atft 7 1 7 44* 9 7 V5 F
vt]J Ale derschrantz/ Rarunden polirten Tisch d 8 —y, 0 —0 — arc 6Mm en
von Nußbaumholz, 2 —— in empfehlende Erinnernng nnaancyun s
mit Betttaden Kangpee Wajchtisch —— 631 —G——err3
esente Ssengrat dhen Die vorzüg! ne ne ät dieses Portland—
Fern gitntaten e den Dnden Cen entes ist bon der KönigleBergwerksdire etion
eene genane u un dor Fortiflcation⸗Sagrlonig. weiche der Fabrite die
SornVh Notane ieferung ihres Ceneutbedatft thertragen haben vomn den
8 Bversteigerung, Zue ra u. Eisenbahn-Baͤubehbrden; sowie
Ho zversteigerung! c Bauunternehmern nunde Fuahriken hicfiger
—— 8 —— kaunt.n ee e aede 8 7 —
twine in Set ιιιιαια äœ αα αα,
weiler werben ag den vofigen *Ge⸗ —7 im 87 ——
ainebeean ν lt ιιι νο Xνιοαιιννα? ae
. α. Z — ———— — — pe — — —
ä EchlagDitzelswie un zio A —
fölgende Holzer Versteigertvnn —ιινi zun Blieslastel nempfich u
unen — ———— niu ein Vagerein alleanAlrien 4 2
— V66
i bacbuhen BPVysauderadthren von ang Tr in Säckknet pog 100 ünd
pctheheden sainmeege Sparren; Chünder gall 8. Rubimn 6hir. AMaind
nh0 gemischte Zaungärten II. Rlassenen Aucker gall. Irz 12 Whli 215 200 d. billitst hei n⸗
1 buchen Wagnerstang. ——— Glasplattgehauße erhoht den Preiß ve Nur. 9 83 k38
1800 Hemischie Bohnenstangen us t! um Ris. Thlri; 3 ———— gnerus
I188/glafter: gemichtes Prugelholz Goldene He rn⸗ und Damen— ———
24 aspen Klappenprügelhotzhten billigst:; c
1800 ischie ase wedene zig enVariser Pendül⸗Ahrenz )nrin
αα 73 id an. SEchwarzwälder Rahmenz
Inun Guin Schläg Sackwa d 7* Reisewecker ꝙæue zu herabgeseßten
n7 30 tieferue? Stangen zus Wingerldpfähle Preisenceng, ditsza heng i uieer ae“7
7301x, 130 Bohnenstangen.o Museaz Auf Verlangen welden —
* Erfweiler! den 15. Apribo 368 uι ren qüßt La Thlrg abgezogenn und ein Jahr
i,153) Dag Burdergielsittanod neu mrantirt.en Briefliche Bestelluͤngen. werden
P ν Bisrg bntt n 3111 jeygen;: VBostnachnahme besorgt..
ii Braunbe⸗aern — 7
Zuwei Enuten sind Jemond — ——
zugelaüfen Det Eigenthumer J J befindetnsich von jett ab
erhält Auskunft in drt Erpebitidnedee B An dem Boahnhofe au. Sulgzbach,
—7 ni' Hause des Eisengießerei⸗Besitzers
W64 3 v mu— E 33
Lorenz Offner Funher derrn Friedtteg Schmidt und ver
FWogis cn seinem bordern · Wohnhause, uund zinden hiermit die Anzeige, daß ich
Zaiu dein: Hintergebäude zu vermiethen:an RPauhölzer alley Artun Wohlen,
— eereree TAIAG, — 5 ure 153 de
nNer- Unterzeichnete. bringt hiermit zur * den Gaee 9— —
sountniß wes perehrletBublikums sußerst hilligsten J Eee zu en
ha er uich, ann Musit and Tang- bon mif auszuͤfüͤhrenden Simmer-
eeen zutheilt täge Arbeilen auf Wunsch lieferengt migmi
lich Ande zu edernheliebigen Zeit Untex⸗ Zu 'allenoan mejn Geschäft eiuschla⸗
nicht, in der Musik für gllunSet zeæi ches genden Vaus Ausführungen em⸗
und Bla⸗7 Jon sur iz.me qet z. Auch wirde fiehlt sigreee ιιο
Feuaͤnyächstex nidzeitz einenz Eursug pfür pfieh —D——
—— een d u Poaul Sumnbnn
uuan geneigte Begchtung —,s B ——
n Den agn in dem ühlhöen, Zinmer v¶ Maurermieittet
— ———
St!Jugberkedenaul e April ABGS. In vutat - S
Joh! n Ge or All, uorie ll Ein bruves fleißiges Dieustmädchen
— D qu * —8 —— dird! gesucht⸗ und kaniu sogleicht eitretemnt
ube u Musik⸗auudeS Tumnzlehrerte d. Wo jagitdieb Erpda Vieses Vlattrs.nufat,
——— J

α,
der Stadt Zweibrückenyon 16. Apris
Weizen- fluü . oxn Buhüä r.
Gerste Lreihige, fbaSerste, dier—
—VDDDDDD0
—A—— ifl.
r. Mischfrucht. s. lruHasfer
ʒfl. 20 kx Erbsenhinflens drc, Wicen
dfl B6. kraeAKartoffeln 1 jfl. 18 kr., Heu
fl. 20 tr, Stroh 1l, 12 iy,, per
Jentnet. Weisbrod Fus' — ; kr.
Kornbrod 3 Kgronz3tt.hbitio Kgn
22 kr! ditio WNHht FIfrx. Gen ijchtbet
3 Ngel40 tt.t Paar s3 —*—
Akr. Rindfleisch 1.0Qut,nigse
— kr., Kalbfleisch“1Itu Haͤlnmel⸗
Jeisch Is r. Schweinefleisch 180 Are per
———
huiter go ic r
—D — Fruchtpreise der Stadt ——0
Kaiserslautern vwom 14. &amp; Aprilen
Weizem fl mibte Körme 7flusorte.
Spelzkern fl. t Spelgz G.A.
8 grgua Werste Sefl. 38 irzafes 188s
Id trl, Großeint gosl 33 teitkent 40 fl
40 r. Linsen WR“pet gentuer
VBwr. v depvielause: Pfoo Rornbrod 82Bn
8 Pfw Wemischrorbde I7 trenaindegeißsdi
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Redactions! Dkuck uͤnd Werlag — emv tzim! Sty! Jugbert. uoc atiytd ni e
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Der „St. Ing berter Anzeig ernimil seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal ? Dienstag, Donnerstag
Aind Samsage Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
vee A⸗rBinttschrift oder deren Raum berechnet.
Nryo! 247 αν ni ννν
5 —* ———— ec — 15 —
ιν ι ιν ——RX
ν. ut, ann Deut schland. J————— xialz re zu
MNi nhz. Die find! mit einem Rein ⸗
tirage von 800,000 fürin das von der Staalsregierung vor ·
gelegie Budget eingestellt. Der Finanzausschuß der Abgeordneten⸗
lammer hat dieser Positiog“beigestimmt.
I Meü ncheen, 12.. April. Inseinem⸗: Vortrag“ über das
Malzaufschlaggesetz sagte der Referent Frhr. Kanw. Aretin, was
das Project der Besteuetung' anbelangt/ daß die Tage der Malz⸗
steuer gezählt sind.““,Je weiter! Chemie: und Technik fortschreiten,
besto ungestümer meint der Reftrent, wird die Frage der Surto⸗
jate an die Thür. pochen delche het diesem Steuersystem unbe⸗
dingt ausgeschlossen sein müssen; und Nuch die Landwirtschaft hat
—X Furter
schroimühlen noch nicht, ihr letztes Wort gesprochen. Wenn ein⸗
mal nachgewiesen wird, daß Stärke und Zucker aus anderen Stof-
fen als Gersteümalz pie bisligeẽ Añt n, demselben Gebrauchs ⸗
verthe fur das Bier' sich herstellen“lassen, so würde der Zwang,
aur Gerstenmalz zu: verweinwen;einer Verschwendung des National⸗
hermögens gleichlkommendie neiile Beraͤnderung des Besteuerungs·
inystemdgebicterisch Fordern wind. ie .
Mn chen, 15.5 April. Ein neues Opfer der Trauensteiner
Ercessen. Die Frau des Revierförsters Kracher ist dem Kummer
Aber den plötzlichen Tod ihtes?Gatten erlegen: ein Lungenschlag
machte dem Leben ee Ende. — Die auf
gestern anberaumle wiederholte Controtversammlung in Traunstein
ftin größter Ruhe und: Ordniintg verlaufen. Bei derselben er⸗
jolgte die: Verhaftung von:iPerfonen;nwelche alsnn Theilnehmer
an den unruͤhigen Vorgängen wvom 2816. Monats erkannt und
recognoscirt wurdenend egemder Rüheftsrung in Deggendorf am
z. d. Me sind hifetzt · 2u, Excedenten zur Anzeige gebracht und
15. derselben Verhaftetotti —R * 240
nnm Mal nichvin16. prilic Die Abgeordnetenlammer: hat ein
stümmig die Mittel bewilligt ezufr Erhdhung der Anfangsgehalte der
Sindienlehrer auf R00 iflund ber Marimalgehalte. der Gymna⸗
ialprofessoren· auflr 1800 f1. e Der Antrag des Abg. v. Stauffen-
derg auf Aufhebimng des! Stzeyerer Lyceuins wurde abgelehnt. —
Die Reichrdahs sammes behatri auf ihrem krüheren Beschlusse in
Betreff derd Dissidentene hen. .
In Rtürmrmrbewig. nAus befter Quelle erfahren wir, daß die von
Munchner und auderti /Vlättern jüngst gebrachte Mittheilung be·
uͤglich des Schulgesetzreferts in der Reichsrathskammer. dahin zu
ergaͤngen aftdez Bischof Dinkel dem schon längst gewahlten Haupt⸗
keferentenc Hrnunu —2 als Correferent beigegeben ist.
Sobiel wir wissen⸗ sieht Htrud. Harleß auf dem Standpunlte der
Aimahme des Schttigesetzes und destehen zwischen ihm und den
freisinnigen Elemenen der: Reichsrathskammer nur einzelne Diffe⸗
renspunltelrso namentlich wezüglich des Artikels von der Ueber⸗
wachung: des religive ⸗ sitisnchen · Debens der Schüler Seitenb der
Geistlichkeit. 2ic o E
Au's diem'Wiester ich!n I4.0 April. Wien der“ stenogra⸗
ohische Bericht der Kammer⸗Verhandlungen ausweist, hat die
Abgeordnetenkammer: aun dem Antrag entsprechend die Kautions
infen der⸗ Einnehmer umt 4nrdso, also auf 443 0o/ erhöht. Die
—
eine Abänderüngrgubegeheißen, die unfere Kassenbeamten, beson
bers dio Eiunkhiner⸗ der. Pfaltemir Freude und Dank begrüßen
Tinedies beantragender Petition der Einnehmer vertrat auf An—-
uchen Herr Anwalte Geoo bisein in der Kammer detr Abgeord ·
—
zeiden: Herren. sür ihr erfolgreiches Wirken alle Anerlennung ge⸗
jollt wird. Aud α —
ADarm stadtai 9. April. Das Kriegsministerium ist
hatsathlicha aufgelasten Den Amtsenthebun. des Kriegsminist ers
tolgie⸗ die !uder Obersten“ Mootz, Scholl und Hartmann,
—
diq· hatu seine Funttionen als Divisionär wieder aufgenommen.
Stintt Pearritze 168,.April. Heute hat die Recursverhand⸗

lung im Preßproceß gegen den Beobachte? wegen Beleidigung
zes Koͤnigs von Preuden 2c. stattgefunden; am Montag wird
das Urtheil vertündigi. Der Staatsauzeiger“ veröffentlicht
olgende Militärernennungen Psrinz Friedrich zum Truppencom⸗
nandanten, General v. Baumbach zu seinem Ad latus, General
oa Hegelmaier zum⸗ Gouberneur von Ulm, die Generalmajors
z. Kalleer und Reitzenstein zu: Infanteriebrigadiers, v. Luckow zum
Heueralquartiermeistex, Major v. Perglas zum, Adiutanten des
driegsministers. ———
Berlim, 12. April. Die Verschiebung des Zusammentritts
des Zollparloments ist auf· den Wunsch des bayerischen Ministe⸗
riums erfolgt, weil die Budgetberathung nicht abgebrochen werden,
dabei aber die ;Anwesenheit des Fürsten Hohenlohe und des Hrn—
D. Schloͤr, die beide Zollparlamentsmitglieder sind, nicht, entbehrt
verden lann.ν .
Bewlien, 18. April. 4Der Kronprinz wird auf seiner
Kteise: mach Jtalien einen Besuch bei der bayerischen Konigsfamilie
nachen. Die ProvinzialeCorrespondenz“ sagt über die· ¶süd⸗
eutjchen Wahlen zum Zollparlament, dieselben seien dar nach an⸗
Jelhan, die Hoffnungen auf die weitere Entwickelung der nalio⸗
jalen Einigung zu erhöhen. — Weiter bemerkl das gleiche Blatt:
Der Zweck der Sendung des Generals v. Bonin nach Dar m⸗
tad. sei, die militärischen Obligenheiten Hessens ficher zu stel⸗
sen. Ohne Zweifel werde die Angelegenheit unverweilt erle⸗
digt werden.
i Hermeskeil, 10, April. Gestern, am Charfreitag ⸗Abend
raf Se. Exeellenz der Chef des Generalstabes der Armee, Gene⸗
ral d. Molike, in Begleitung eines höheren Generalstabsoffiziers per
xxtrapost don Trier kommend hier ein und nahm im Hotel Weber
stachtquatier. Heute Morgen um halb acht Uhr ging die Reise weiter
iach Birkenfeld, nach vorheriger Besichtigung des Hunnenringes. Der
zeruͤhmte Stratege reist in offenem Wagen, obgleich wir heute
Morgen 2 Grade unter Null hatten; derselbe ist noch ein rüstigee
Mann und soll troß seines Alters von 68 Jahren ein sehr guter
— sein. Dem Vernehmen nach soll Se. Ercellenz eine
ecognotcirung des Terrains vornehmen zur Anlegung eines
hefestigten Lagers, zu welchem Zwecke auch Conz besucht wurde.
Gumbinnen, 15. April. In dem Markflecken Schmal⸗
eninken, nahe der russischen Grenze, haben Arbeiterunruhen statt⸗
zefunden. AÄnlaß gab die Auszahlung der Löhnungen, an die
Thaussee-Arbeiter. Bis zur Beendigung der Accord-⸗Arbeit sollie
zer Taglohn einstweilen herabgesezt werden. Die Arbeiter erzwan⸗
Jjen durch Drohungen die Auszahlung; des früheren Taglohns.
hegen die Rädelssührer, meist Arbeiter aus dem Pilkaller Kreise,
ist die Staatsanwaltschast ein geschritten. —
Wien, 9. April. Der „Frankf. Ztg,“ schreidt man: Es
regnet jetzt officielle Leitartikel, um das Feuer zu löschen, welches
»er alie Honvedsgeneral Perczel angezündet hat. Der Gegner
Zossuths will selbst die Dictatur ergreifen, um Ungarn ganz un⸗
wbhängig zu machen. Die Nation bedarf eines Führers und ich
zühle den Beruf dazu in mir. Meine Interpellation an Andrassy
nBetreff des ungarischen Heeres ist noch nicht beantwortet; wenn
ich mich' aber überzeuge, daß die 50,000 Honveds und mit ihnen
die ganze ungarische Nation hinter mir steht, so werde ich meine
FJorderung erneuern, und Niemand vermöchte dann dieser Fotder⸗
ing'zu widerstehen. Ich will meine Erfahrungen der Nation zur
Berfügung stellen, aber ich verlange keinen Rath, ich verlange
Hehorjam. Wenn mich das Verirauen der Honvbeds stützt, wird
nich keine. Macht der Erde besiegen können!“ Der unangenehme
Findruck, welchen diese Expeciorationen in der Königsburg zu
Dfen machten, konnte durch die Trinksprüche, welche Perczel auf
den König und die Koͤnigin von Ungarn ausbrachte, nicht ver—
vischt werden. Unter Anderm hat Perczel dem Erxgouverneur
vorgeworfen, daß er über die zwei Millionen Gulden, welcher er
m Jahre 1866 (von preußischer Seite 9) erhalten, keine Rechen⸗
haft abgelegt habe. Die Kossuthianer eutgegnen nun, durch eine
darlegung der Verwendung jener Gelder würde gar Mancher,
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        der jetzt auf der Seitesdes Ministeriumz, Andrassz Zehe, höchlich Durchsuchung ejnes italienischen Poßoampfers dugch nee Kreu—
rombrommuir werden vte — e epderte
Min mi16.April. Ide innee Gesantgt⸗ Pepolse t — det Kammer inen —* Zu dem Kriegs-vind⸗ Marine⸗
nach »46 ar Wen stine Credinde zu uberrendenan vetlegen wodurch ——— auf 25. Milltanen gebracht
Repeh, Ahrtt. In Weledyhazafanv dorgestern wegen werden Agn Bologira ist vie Ruche dwiede herge ette Nachden
Verhaftung einesKöossuth'schen Agenten ein bluͤtiger⸗ Conflict zwi· einige Verhaftungen Logenommen waren. — die Primzelsin Clo—
schen Militär und Volk statt, worin ein Todter blieb und drei tilde und die Koönigin von Portugal sind zur Hochzeit ihres Bru
Bauern verwundet wurden. ders in Turin angelangt.
bbn Fraukreich. αι inimie se uull mun Donaufürsenthümer. p8 4013
n g rig, 15. Aprill Dern Moniteurxebeuchtelteuber diei Binch ät esta e Apritn Denurdegfaslfi geñd Necbamtiemen
Grundsteinlegung der Kirche in Rambouillet. Beie vem Banquen der Consuln gegenüber stellt die Regierung wiederholt jede Ver—
hiell der Minister Baroche eĩne —— folenng der · Juden · in der Moldau n Abrede. — Den ans Anlaß
—B beweise die Friedensabsichten der — Der dieser angeblichen Verfolgungen heute in Audieng szete
Naifer Wisl einen ehrenvsllen, der ·Ration würdigen Frieden. Necceitechen Geueralcomalnersihecte et utk er aß hir
Frankreich, seiner Kraft vertrauend, ist allen Eventualitäten ge⸗ Jends Verfolgungen von Israeliten strtigefunden hätten, und daß
wachsen, fucht⸗micht KriegeoWir siab Uberzeutgt,acNtientiande denkt ebtere volles Vertrauen qutseern chttz und sein Wort haben
daran, uns den' Nrieg zu erklären. »Der Frieden uGuropusbleibo onnten. Morgen zeist der Faurtge nach der. Moldaug gig gpersön
also ngestezrt. Varoche fordert auf, dem · peciodijch wioderlehren⸗ ich Ermittelunzen über den Sachherhaltig Distaick nhn, Vateu
den⸗Nriegsgeschrel nicht zu glauben und sich vuhig: der Industrie gnzustellen. — D
—V———— Amerika..
Der., Abendmouiteur sagter Dle gegenseitigen Beziehumgen zug pyrn BeuitoJunqer e gehat, unterm H. Marz d.J. aus Mie⸗
der Muchte haben einenfriedlichen! herzlichen Charalter 3.dae gien ein Schreiben an Catl Plind an⸗ Lyndon · gerichtet, zn welchem
Einvernehnien der Regierungett ist- durchkeinen wufde gender Frage ex letzleren feinen Igeschaͤhten Freunden nennt ud hehruplet ug
beeinträchtigt. W μιι seine Pflicht uls Mexitaner gelhas zu baben Neberzeugt daß
unringimn atiser·Cortespondent des N. Sig.2 schreibt Dire er Foris gein bine Bodingung por Mihn Veeh sen n
keri ogee Laiich Ens Gexülchter welche amn Augenbliche nunde Nie« daß die Zukunfi nothwenzdagefigee der Demokratier gehoͤren werdy
mend wod warum wens auf welche Welse in Umlauf gekommen undehält gich ühetzeugt, datß die republitan sehen, Juffünnine,
sinbe scheinen! vbn der französischen Regierung solbst Pprovvcixt: wor⸗ Aneritas asich auf diejenigen Raglüͤcklichen Natien Enropaß
den gin sein⸗um die d honKrineg ar und Mur inm eeBeu wqusdehnen werdoen, welche uner, deig Jachtuex Depoten nd
get.s, gegen welche die Masorität Einwände erhebt, darchzubrin⸗ NAristokrate n schmact⸗iu
genn Ein Provinzialblatt behauptel dies ganz offen, amdedie Par -· * — —
eitn welche Houte gu hehaupton sucht; daß das frauzösische Keiegs⸗
budget⸗· micht ·¶ höher ist, abs dien der Abrigew Mächte, bestätigt dies
indivechDaß nnter diesen Umständen in Paris ader doch neine
Jewisse Knruhe herrscht; ist am Ende Begveiflichennac id inh
Die englifche Polizei, schreibt der: Figaro n gorscht æifrig
noch dem Sohnen Garibaldiis der vore wenigen Tagen? inf. Puris
war und⸗ jetzt in London weilen soll, mwoe wichtige Waffenau⸗
fäufe vorzunkehinen hätte. 354
Paris, 15. April. In ganz Paris spricht man won eü
nem: Duell des. vufsischen Botschafterk Hruͤ. v Biudbergemik⸗ einem
Hrn. v. Meyendorff,roder jenen vorigenn Jahres“ geohrfeigt hätte
Hre v. Budbevg/ hatte den Beleidiger alsiosl? einsperron lassen,
war aber seitdem an⸗ der Gesellschaft derart mißachtet, daß er sich
endtich leritschloßseine Entlasfung zuun mehmen und den Hen. v
Mehyendorff zu fordernu. Das Duell,n Datz gestenn in der Naͤhe
Munchens stattgefunden haben isoll,ist unblutig, verlaufen, und
heute Abend wird Hr. v. Budberg hier zurück erwartet. 357
Perbeignan, 15. April-⸗ In-Catalonien sind in Folge
von Arbeiter⸗Strikes Unruhen ausgebrochen und wurder det. Bela⸗
gerungszustand proclamirtiti— —9
Bologna, 15. April. Gestorn hat eine. Arbeitseinstellung
der Backer und anderer Handwerker staitgefunden. Die Magazine
wurden geschlossen; Militärpatrouislen⸗ Dduvchzogenödie Stadt, um
die Ordnung wieder herzustellen; die Behörden erliefzen eine Kund⸗
machung, in welcher sie die Bevolkerung zur-Erhaltung der Ruhe
auffordern. Heute dauert der Strike noch forte. —
—VVVVVV⏑——— England.
Dublin, 15. April. Der Prinzv. Wales und seine
Gemahlin sind heute Mittag bei prüchtigem Wetter und unter gro⸗
ßem Euithusiasmus der Bevoölkerung hier eingetroffen.
— Italien.·
Aus Floreinze L1. April, wird dem (ultramontanen)
Monde geschrieben:; :„Fsist schwrerig zu sagen daß nicht; gegen
Nout irgend etwas vorbereitet werde. GEs ging das Gerücht, Ga—
rihaldi habe sich in einer Capucinerbitte in die Ewige Stadt einf
geschlichen und habe die dort erridFeten, Festungswerke in Augen⸗
schein genom nen.“ Auch sonstige-Aizeichen sollen: dem Correspon-
denten des „Monde“ zufolge, auf fortgesetzte Vorhereilungen zu
xeinem neuen Ingriffe deuten.“ Die heimlichen Auwerhungen sollen
ehenfulls jortdauern, Und namemtlich soll man zmichts unversuch;
lnssen, umnn einzelne Spoldaten der papftlichen Armee- zur Desertion
zu werbeiten: Dlesen vetarnhegenden, Symptomen gegenüber wird
nunz vom,„Manderg das Grrücht eines Beborstehenden Abzuges
der letzten französischen Truppemn aus dem Kirchenstqgate porgebracht
Das ist wohl das Hochzeitsgeschent — fügt er bei —, das der
aiser der Franzosen den Reudermählten der italienischen Kö—
nigsfamilie zu machen sich anschickt.“4
u Flborenze LG.-April. Aus guter Quellewird versicher,
daß die italienifche Regierung hun der türkischen eine Ertlärung
nereine in türlischen 45Gemässernej stattgehabte Anhaltung und

1
.. n 1803 2t p . j. S. . — : luot
Folgenden Pabiqugttkder komuen au;h muüch teruHeit, ußer
Counsʒ. Groß heczoglich Heffische Grundrenteus hHeime i Iιιο,
35, 70, am 30. .Juni 1868, Schnarzburg Sonderbhhausener Las⸗
senscheine on Aog. Dezemtzenl 8809, un BäMi 3ööç,urst-
che Rauß · a. Li lh haler⸗Scheine dom I. Man 1888.
äOM uι chαν: lab Aprisue Das Wilitaxveraronungabluttente
hast· Aber. Dem diesjahrigen Harhst· Gargisanzreechsel der Infanter ir
jolgende, Bestimmungens. das In Bataidout Heß un Inzamerie fol⸗
Reginzent Von Wermorͤheim, hach Munchen, das uBatailion
dut Suln Infamztrie: Regiments pon Neuulm tzach: Linzdaui, den Re⸗
gimentsstab, und die Depots, Dunm dan Q. und den Bataillmn
des 4. Infhge vie ⸗· Pegiments on Aschaffonbuxg nach Germerbhein
das . Bataillon dieses Regiments won Germersheins nach Lan-
dau. das Z. Bataillon des 5. Infanterie Reglments van Landau
nach · Aschaffenburgadas · 8. Batgillon ded 6. Infantere⸗Kegiments
vom Germersheim nach Amberg, das 8. Vatallonsdeß7. Infan-
——
die Depots dann das 3. Bataillon des 8. Infanterie⸗Regimente von
Passau nach Germersheim das 2, Batailson dieses Regiments mit der
Regimentsmusik pon Passau nach, Landau, das 1. Shataillon des-
elben Regiments von Ingolstadt nach Germersheim das 2. Ba⸗
aillon des 10..Infantexie Regiments von Germersheim nach
Ingolstadt, das J. Bataillon des d . Infanterie⸗Regiments Pon
Lindau nach Regensburg, das 2, Bataillon des 42 Infanterit
Regiments von Landaumnach Neuulm, das 1. Bataillon des 18.
Infanterie⸗Regimens von Zweibrücken nach. Ingolstadt; das 2.
Bataillon des 15. Infanterie ⸗Regiments von Landau nach Neu—
hurg und das 5. Jäger Wataillon voa Speher tach Zweibrücken.
Darnach wird Speher keine Infanteri⸗-Garnison mehr haben.
A Als der verstorbene König Ludwig von Bahern 1826 zur
Regierung kam, sprach er zut versamimelten Geistlichkeit· Wenn
Sie, meine Herren Ihre Pflicht thun, und auf die Vollsbildung
gehörig wirken, dann kaun det König ruhigschlafen.“ Späater
extheilte er dem Erzieher seines Thronerben, Mac-⸗Iwer aus dem
Schottentloster in Regezsburg, die Weisung: MDahin streben Sie
daß religioses Gefühl meinen Sohn durchlebe, mie das Blut den
Korner, so jenes die Seele. Teuisch soll Max werden eim Baher
aber tentsch vorzüglich, hie Bayer zum Nachtheil der Teutschen.
Was mein Sohn verspricht, das halte er, der aber zuß gewöhnen
st, nicht leichtsinnig zu versprechen. Zutrauen macht staͤrkes als
Heere, es muß aber wverdient, werden. Abneigung floßen Sie
meinem Sohn „gegen Frankreich, Teutschlands Erbfeind, nnd
jegen das französische Wesen; unser Verderben, ein.“ Die Spar⸗
am. cit des Königs zeigte sich voin ersten Tage an. Seine Dii⸗
tister bezogen 80,000 f. Gehalt, er segte sie sofort auf I2000 fl.
Die Kammerdiener-seines Vaters hatien sich Hauser gebaut, als
sie aber Ludwig ihre Dienste antrugen, dankie er mit den Worten
„Anziehen kann ich mich selbst, und auzziehen will ich mich nicht
affen..AEr waslte auch nicht von fremder Hand barbiert sein, sondern
oute, wie Kaiser JosepheIId sagenzb, Ich barbiere den Komig!“
        <pb n="189" />
        Als einige 35 jihr Gesuch um auer der bi 8* alls den I, * enzo ee an— ige
—de ry gerdid yrr coween Big im Leichendi 9 —TXID————— rage
135 —28 —63 d — 94 54 Ir leinen Viehändler cusgegeben hatte.
— 8 i Fesi ischen sn Kene Horletf Epeninm
schwer!“ Dann plötzlich den Rebenmann beim Rock hreß“ erzählt: Ein eaene — —
assend: „Wie viel kostet dieses Tuch?“ — „Sieben Gulden!“ ndn regen ven „Ich Habr! ungesähr 0, 000
totterte dey Verlegen ömn, Neißes Jpftetz fünfeh erwder ar Aerschlagen, dieß ist abet moch nichte umdetkt zis diedl
sy — 4 An pe r d zi f 9 4 — ae —— ——
FMannheim im April. Mit dem Mai- Markt wird in ioch 1002000 Dollargerhanin bonumen Süenmieters gun, mersan
diesem Jahre auch ein größexer Rindyiehmarkt und insbesondere vortete der Advocat. Der!WBeamte chat wienesaiihut cdex: Admocai
aeetet —— —— wzern it nehethend Der Letzlere Ichxigh sodonme an ie Ditectorn, doß suin
26. Nditnnen an die-sonlẽenn Ihtfottvih iLin gire vergighiche Tieit Aan ο Malldrs — ———— zu⸗
Buhe aund⸗ —E — aet 9 — A— ———
erdemg ,—. * 4 pogogee — 0— ——— ι-
J e Ieu
3
Abihriluliz) ubtig Miercterdenonnen sluidel sturt Sonntag ven uu ree wurde am. 26. Mori ig nalbank um
—Ax—— ———— . — A— —2
Moat pin Verlonsang Dienck agi geun gunWain Abende ee hregnathguin der Raght αι Aen adryrraths
Dndahn in eee —— —*8 e Ie D en 33
vei dem einen ein Menschenlebei und · eren gende e mitgelheilt· Das Schiff Gener
s Ursache des Al e 2 . nern 11
8 puc Süddeutschland — um 7 Uhr Es waren viele Passagiere am Bord / nund Diese ahlton: mit dear
20 Min. Morgens von Bingerbrüdk abgelassene Tourierzug in I zusammen 83 I Am 14. 1Maditiit
Folge enes Achselbruches an der Maonhine zwischen der Stas das Schiff au iner det Klucklande Inseln Schiffbruch in Res
—— Kronweifer icht mehr/ weiter kounue. * VDie Edunkler⸗ Nochp an iner hyftigen Stromung auf die, —5
—3 ꝛc. wurden spater ut dern Personenzug von Faxbach trieben murde md in einer Tiefe von 28 Faden versank. Rur
Bimgerdruck befrderk Lm Ig der ꝰ Unfall ohne sede 7— ten sich in zwez Booten zu zetten/und -lan⸗
nerietzing timer Persom glüdlr vrüher. r Auders wqg e8. Jerder detegin Port- Roß,z hekannler unter dem Namen Stahs Bo⸗
— ir gun ee —— ——— 7
hlatlirh po Remn tcchen dab ugh Perfongu itrhey vpefbrofrtz ragrkeu Die Beretteten führtent Knkümmerliches Dasein au
——— 29 23 50 3 ——— 7*
wnthen Iucnnsihle Ans Ftt Weniht. And Rurzto eB Gasgrüs Mießlich lonn Musscheln und ehumden, venn yur gelegentlich ge⸗
— g8 J iß —* de m bnn In Der Locomativn lang es ejn mou, sruůlerhei ee — ——— Ziege
* i Fittt —5 thintvirheirurheter Pnur eeeee mehreren·Jahren dort besand)
WDie ien a 39 s —X Dtesth *wan e —— denee Ierne In 3Iuen
i mehr Mfr poen e unpungen 188960NMin desem Tag eß Derl uermann: Nr. Broton
remser trugen —D e ꝓF —— * — in einem der beiden Boote die Insel, um den
Ranf eUajührtzueWädchen ertränkt, weil bersuch zu machen, Neujeeland zu langen. leider aber
hre diaenen n ——— — *
Staeehein Lieheserehnlidig Antitite gehört. Von den Zufückgebliebe nen etft starb einer an Dysemerie
nem — tsgefngniß zu bran überhause ie bid 21
A———— hurd — ein iet e * — —*
—— degul nes 5 sbanti Verngehehs ⸗ptro äschfahrer. die, Brigg „Amher * welche si er Inse IX ge⸗
ee ge — eee ie i gate. bemertie die nicnastegien Rolhiigiche vnd nahn die
ain schdnes Madchen geheirgthets · Doch/ wolltg das Glug Hanens —ww sein 7* F— —3— die
D e be t ee u ren r rree rn soltgghien
nagen. Kach elangem rängenaührer Wetwandten vestand sie 51 Abprilt Ber der deule fortgese
daß we — auch nichts r Ie bter Classe 3 —,—
ist qls ein in⸗Mänmertfracht gekleidetes Frauenzimmer. nde Nummern nachstehende WMeylnseßz RNrsf 25, 985,
nunf In ejnem Londoner ee sitzt ein. Nann Jet 27 und 4330. jede — —— ——
24. Jahren iu ununterbrochener Haft. 28 3 330 16872 unt 30h17 jiede goh An
iMan ichreibr dem⸗· Moniteur: de la Flotte“ aus London h ιιιν—. — — 51
Jaß. fich. daselbst —A ichraiwnn ae erhs J Landwirtschaftliches. * —D—
aur Bord riner russischen dregatte auf —Vertreibung des Wobl — Waesen. Al—
zgetragen, verbreitet hatte. veiß einemn Ke aceene lenthalben taucht die Frage auf⸗ wie? Dem Moose auf Wiesen zu
— —
sue schweren Koiit ers gesprungen .und ihre Zruimmiete nin soer e e aee eeie
An rn pre e schiedenen Mitteln, die zu dieseim ——— orschlag ge
Zewalt um sich geschleudert hahem, daß Stucken von über 100 Kil: — ———
Zewicht tjef in der Schiffswand, stedenblseten.nr Funf Manm, da —— übertrifft.
arnnter ein Hfficiere hueben todt auf Der Sitllg, zutuum g andexe Moahtt sahre Same oeg start sandigen Boöden zu rinem Haufen
ünd ne o sehr schwer wern zuett g t, vistmmen deaieke denseben wagfich mit Jauche, damit er fortwaͤh⸗
Am sirrd a mi. AO. April- IGestern Nachmittag hätle ein zend durchfeuchtet ist. Rach“jedesrnaligem Begießen streue man
Dienftmädchen in einem Hause der Koisersgracht das —W anz dünnen Gyps —ES dindert bekanutlich die starl
g 34 . Ve
eine Kleider in Braud Iu stechn. — Von Shhreden verwirit, echenden Btoffe der Jauchel henannt Ammomiat, an Verfiug
annte sie nuf die Straße; sen ihr zum Glusch ein Hoerre begeg- igen, Etwanalle8. Jage wühle man den Haufen durcheinander.
iete. der die Geistesgegenndart und den Muty-hatte, fie zu Zere dat man bis B0 Wochen lang den Sand daclich gepfuhit und
wreifen Und- mitahr—in dien Gracht (den Kanal) zu springen, Feghpft. dann brifge mon ihn duf die Wiess— VDort ausgestreut
Beide wurden soaleich wieder, aus — dem Wasscr gezogen. und disd der Sand, sanes Schwere wegen, das VNoos niederbruͤaen
zas- Müdchen ist mile vndedeutenden. Vrondwunden davonge- uund so demselbeni den Luftzutritt abschneider “ Die dem Sande
ominen; J emeegur —— heigegebenen Düngestoffe Ummoniak und Kali werden das Wachs⸗
DODie Gqzetta dell' Emilia berichtct aus Avezzano vom 3. thum der guken⸗ Gräser rasch begünstigen und der üppige. Gräs⸗
April, daß in dem Kloster der Madonna del Monte zu: Pexeto wuchs wird dann das Moos vollends ersticken. Seit J-Jahren
echs Monche verhaftet worden sind wril sie die Raͤuberbande haben wir mit diesem Verfahren Verfuche auftellen lassen⸗/de⸗
es Fonkang heherbergt und unterstützi haͤtten.?? Der Hauptmanm ren Rejultate so überraschend günstig waren, daß“ fich der so
»er Bande haite für diesen Schutz den Möonchen zwanzig Piaster bereitett Saudromipost bei Allen, die die betreffenden Wiesen frü⸗
ezahlt und die einzenren Nünber hatten Geld gegeden um Mes⸗ her kannten und später sahen, des größten Beifalls zu er-
en für sich lesen zu lassen. In demselben? Orxie hatte man eben⸗ freuen hat Ci tnt
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        XIXLLGQBIXSIMS 2ο 3ä etn z
Bekanntmachungen ' TRSCLMXNMGC.A F
— ενιιανιν nait 1143 . 180 0 —chn 1801 4 o01
Polizeiliche Belanntnachuug — 9J
i Die jährlichen Verificalrh. vom: Maaß
und Gewicht wird am den folgenden Za⸗
gen, jedesmal des Morgenst umnn
8 Uhrmaufangende inder hiesigen
Gemeinde vorgenomnien werden namlich:
I. Mondag. den⸗ LonuAprilo nachsthin,
V St Ingberter Grubeʒ; n m ne
—
Kohlengrube hem Eisenwetke ·unds den
Fabriken dahiter und zwarim den
eez, 7
Velthovche den 22.
Et Ingbett gim Hiuterge⸗
daube bes Stadthauses ur
alle gandere Gewerbtreibende. hiesiger
Stäabte c in
Die Maaße, Wagen! und Gewichte sind
dem Verifieator⸗ in reinem Zustand recht⸗
zeitig zuvn Unterfuchung jund; Stembelung
porzulegen. Runt n)ιι ιιιn
Zuwiederhandlumgen werden! nuch Art
AↄäPoust an Geldebis zun 15 fl. ge
straft. olnu na ιαι *
BSte ndbentys uptit sos.
sone heteonathenat
J ο ννieeer.
— — 77 — —
Hotzyersteigeruug
en Montag den 2i. April 48681 Vor⸗
mittags LR Uhr; int Schulhause zu Erf
weilerzit werden nuaus demMasigen Ge⸗
meindewdeldet, 211 äι ινι ονιι
Joea
Schlag! Ditzels wies *
folgende Hoͤlzer vexsteigert;
1 eichen BaustämmcVenhHlassene on
luied chuchenn Nuholzstämme II. Nlafsero
o Adchainbuchen j2d l neerrrnt
19 4spen⸗Bnustämme zu Sparren/id
4 50. gemischte; Zaungärten II. Klasse.
31 pᷣuchen Wagnerstaug i αι
1800gemischte Bohnenfslaugen
183 Klafter gemichtes Prügelholz
30spen Krappwprügelholz .
190d emichte Reiserwelten..
we
780 rieserne Edangen zit Wingertsufühl
750, Bohnenstaängen.
Erfweiler den 15. Anprit 1868. 062.
e i Dh Hurgermeisteraii
ein erut Braunberger.

Wir hrüchen sücuitl lit Meintett. datze ann. 20. April h. J. der ieh
rag Untzum Tarife für den Suarbrücken ·Hessen Rfalz⸗Güterverslehr,
nthaltendiFrachtsätze für diedireete Beförderung von Gütern ꝛc ꝛc! va
Reunfirchen wischenn. den ¶Statlonen ¶der kK. Saarbrücker· &amp; Rhein-
Rahhe⸗Vahn und gewissen Statzonen der hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesehh-
shaft einerseits und den Stationen der pfälzischen Ludwigsbahn (Zweigbahn
3t. Ingbert⸗Schwarzenacter) andernseits zur Einführung gelangen wird.n
Eremplare dieses Tarifs Naqhtrags können bei den betreffenden Erbeditis-
nen tzratis bezogen werden. — — 3*
ναο Ludwigshafen den 15. Aprit 1868. —— ni,“ unan nae i
νeetiön—
n an νν ———— —* ag * nuc *
ARAeint Linstube
Reint einstube
—DDDDDDDD————
herbunden mit kalter Küche, nach norddeutscher Art, ist
—— —— —— 3 — — 7— 4* —7
seit heute in der Nähe des Bahnhofes eröffnet; unter
Zusicerung guter und dilliger Bedienung, halte die—
selbe dem reisenden Publikum bestens empfohlen .
Neustadt a. d. Haardt 11. April 1866. 5
t Eduard Kubpy⸗
αν .ιιιν Wein⸗ &amp; Delicafessenkano sung. ig
— ———
—— als Lehrling beĩ. Schreiner
Bei der am 15. d. M. in Kaiserslau
tern stattgehabten Gerichtsverhandlung hal
sich ergeben, daß J. Kircher Faktor bei
Herrn Gebr. Krämer der Verfasser deß
St. Ingberter Artikels in Nre 73 der Kaĩ⸗
serslauterer Volkszeitung ist. ν
: St. Ingbert den 18. Rpril 186820.
ι H. Schmitt.

—2322 X —

Fruchtsa, Brode, Fleische ꝛe · Preise
der Stadt Homburg vom 15.: April.
Weizen“ 9fl. 8kr Korn 7 fl. 44 it.
Spelz 6 fl. 6 kr. Gerste, ¶ 2reihige, fl.
⸗kr., Mischfrucht — flkr., Haser
5 f. 25 kr. Erbsen 6 fle 15 kt. Kartos⸗
feln Afl. 18 kr. per Zir. Kornbrod, 8 Kgt.
33 kr., ditto S Kgr. 22kr., ditto VLoNgt.
IItr./Kühfleisch 11 Qual. 16 kr., 2. Oncdl.
— —
16 kr. Schweinefleisch 18 kr. Butter 30 kr
per: Pfund. nce nνν

An Fraukfurter Börse
Geldsorten. ien
un vom 16. April. 18681
Vreußischer Kaffenscheine 1.448öö
reußische Friedrichsdox... . 39 67. 3ιν
zistolen 249e

dollandische 10 fl.⸗Stücke 93136

Ducatewm .. ä—9
20ffrancs⸗Stücde1. 9 2930/
Englische Soupereigns .ie 1 5359
hold per Zollfund fein——3
ddchhaltiges Silber per Zollpfund —
Dollars in Gold ⏑99αÄο
—⁊⁊

Nockin Uhrmadher

n RBlieskastelernbfiehlt

—— Zobttget in allen Arten
utren guchen hitigsien Preisen als
ECylinder⸗ Uhren von At — J Ihlr
Chyhylindor, galllus Rubin 6—9 Thlx
Auckern gall.frz. &amp; 12. Thlr.

. Glasplattgehäußte erhöht den Preiß
um⸗ Idsz Thlr pzn
c. Goldene Herrn unb Dameü
Ahren billigstz
mPariser Pendül⸗Uhrenz
Echwarzwülder Rahmenz
Reiseweckerꝛc. zu herabgesetzten
Preisen iqu e QQιιν
n gei Auf Verlangen werden dlese Uh⸗
ken —V
Jaramirteon Briefliche Bestellungen werden

—V——

* — — — —
Redaction, Druck und Verlagn von F. X. Dem etz in St. Ingberte, alu no uit e

Melne Wohnung
befindet sich von jetzt ah
an, dem Bahnhofe zu Sulzbach
jimHause des Eisengießerei-⸗Besitzers
derrn Friedrich Schmidtk und ver—
binden hiermitendie Anzeige, daß ich
Vauholzer“n aller Art Wohlen,
Zrelter Latten e u den
cußerst bal igsten Preisen zu den
bon em ix auszuführenden Zimmer-
arbeiten auf Wunsch liefere.
ge ien s den Gaatst einschta-
genden Rau⸗ Husführungen em⸗
pfiehlt sich .5 p, ν
Paul Simon,
Zimmer⸗ u. Maurermeister.
Sulzbach im April 1868. 9
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        u uν ι : u ι pα αι—,
t bunnu gat ι ν ιν ι ινν
43 ν r —
2*47* F 3 * VV — 5 M i adet, niib , nit
tin Si 28 —8 — 4 4 J ——
— — iean n er er h Nn e er.
u 234 * . — ⸗ — 61151
,— —2 4 —6 e ,ι . T.c 8 4
ne—er un J . umιιιODιν ιιν
ι ι- ι enen vg — ιαιννν ιι—
J B, ι —αe tly ι ι —
Der „St. Ingberter Auzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich/ dreimal? Diens bagen Donner 3taß
und Samsta g.i⸗n Abonnementspreis vierteljährig A5.Nrze oder 13 Silbergr. Anzejgen werden mit 3 Atrzr. die dreispaltige Zeil⸗
151 sitis 310 187ιι un nucBlattichrift vder deren/ Raum berechnet⸗ amn s ß ον ü t
— ——— Dienstag, den 21. April ιινOä nαι, 1868
n —— — —A — —— —E—— — 557 7
.ιι ι— ι ι
mutlatiss αι α eι ιnα
norrie inunu ui A Deutfchlandenube 1 n u
in; —F e — —
Wrirnch , IG. April. Ddn ee e — —
—8 Bergam Starnbergerset übersiede Von einem Aufenthalt
in Hientone vber Jar Cairo wan am allerdings vorüber;
ehend die Rede. Aber es blieb.lediglich bbezii, dem Besprechen dieses
— —— Soͤlen 4*2 45 CRBPBINIMQœ pE
Mun chen, 16. April, Reug Voꝛscheffon für den Unler⸗
richt der Infanterie und eine neue Fornation der Jufanterieregi⸗
menter, beides in slebereinstinimung mit der Armee des nqrddeut·
den Bundet, hahen.die Gehjehm igung — erhalten. Was
ie Fornatjon betrifft, so eieee die Infanterre⸗
Bataillone mehr aund 6, son dern aus Conmipagnien besie ⸗
hen. Es werden nämlich bie Schühencompagnen aufgehoben,
zafür aber erhält jede der Viet Compagnien einen Schützenzug.
d dah jede Conipagnlenaus — — Die neue
zvoermatidn wirdin inigen Tage velannt gemacht werdenhu
nanMiünmnche n 161 April. Von den FRechs Kindern? der ver⸗
ebten Regierforster Krucher'schen Eheleufe ind Traunstein ist eines,
itien Tdchter, noch minderjährig. Der⸗ Kbnig hat derselben einen
ahelichen Erziehungsbeitrag von 100 fl. aus der Cab inetscasse
ugewendet.
Miluche'n, 17. April. Der kgl.Staatsminister deg In⸗
iern. vcb Hörmann, ist gestern aus seinem Urlaub urückgekehrt
indihat das Portefenille des Innern sofort übernommen. — Der
dragsminister, Generalmajor Frhr. v. Prankha. ist aus seinem
Irlaub zurüdgelehrt und hat bereits gestern Nachmittags den
Berhandlungen des Finanzauschusses der Abgeordneteukammer über
»as Militärhudget beigewohnt Im Nachgang. zu dern wegen
Aufhebung; des Soalzmonopols verfügten Auflösung der sämmt⸗
ichen Salzverkauf⸗ und Speditionsaͤmter? ist eine Anzahl von
Zalzbramten heilsginden definitinen, theils vorbehaltlich ander⸗
veitiger; Wiederperwendung innnden:zeitlichen Ruhestand wversetzt
—VVD heutern Vormititags
nach On Nhr. hier aingetroffen und von dem Pring Ottor im Bahn-
zofen begrüßt worden. Dafelbst Hatten sich ferner: Der: Minister bes
leußern und des gl. iHaufes, dern Oberstceremonienmeister; dor
Stadtlommandaut und der Polizeidirector zum · Embfange einge⸗
unden. Nach kurzer Beichtigung dex/ im Bahnhofe uls Ehrenwache
ufgestelten, Compagnie des ZJufanteric-Leibregineutsnt fuhren!a die
ʒeiden Prinzen zusammen anudie kgli Residenz, woder hohr Gaͤst
Vobnung; nahm. äιν ιH—ο ν
Muümchem, I7. Aprutz Der Lundtag wirdehis zum“ 8.
Mai verlängert; das betreffende Reskript wird heute oder morgen
ʒei den Präsidenteno dere jwere Kammern Leinlaufen. —Graf v.
Taufflirchen ist hente von Petersburg kommend,hier eingetroffen.
Dem „Dresdner Journal“ meldetnneine Correspondenj aus
Bien datß dir Reise bes däntschen Kriegsministers nach Paris
ven⸗· Abschluß · des / Verkaufes: der. westindischen Insel St Troit
m Fraukreich Iu Zwocknget abthuber —
Be rihi nausFüt: den Fall, daß die Jjetzige politische Lage sich
virklich einmal ernstlich verschlimmern solliee woran für die nächste
Jukrmft nicht zn. denten It, wurden dem Versteter der auswärnigen
Angelegenheiten des norddeutsthen Blinde maticherlei Schritte zu
Hebote / stehen.welche darauf · gerichtet waren/ die Position Deutsch⸗
—T——
vien in Paris Hhronen kanm, zu schwachen! Fur diese ernsten Zei⸗
en· wird · derengetzt fchon ertouenve Waft. Ein⸗freieg Uisgriet Ne⸗
en Deni freietsDentschland“ nicht ohnen Wiberhafl bleiben·Was
Ungarn wist, ist die Herstelluun einer reinen Versonalunon vud
ine ktaftige⸗ Politik inr der vrientalischen Fruge. Daß die Lösung
ieser· Frage nochmoöglichst bange hincusgeschoben bliebe, liegt im
Intetesse Deutschlandsgerade im Hinblick auf Ungarn: Hm fich
ie Provifotische Schöpfung!, Norddeutscher Bunde genannt, terf
onsolidirt, hat der Süden erst einige Zeit gemeinsam mit dem Norde,
⸗»arbeitet, so kommt die Zeit. mo die Ygaherganasfarme ver Jor

— —RNMBDꝛꝛæ⸗⸗t

en Deutschländs,“ainch Delutschösterteichz' Audführing kommen
—** Dan gehon eee Zeit und h
verden darüber pergehen und so Jange mühte auch da nothwen;
ige Uebel vich Türkei noch beibehalten dleibene Ist dbaun alles
d weitin Orhnung nun so mag den Ungarn iwiederhost werden;
xiin freies Ungarn Reben inent frelen Jeinhuun d di⸗
ianzvorlagen imn. Oesterreich werden pot der Kegierung aufrecht
rhalten⸗ es sei deun, daß bder Reichsrath. andere BVorschlge R
Regelung des Staatshaughalt4 machte, welcheabe keine Erhoöhe
—9— vere Schitlden der consolidirten wie der schwebenden, in sich
hloße⸗ In Borscnteifen erzählte man deute⸗ Plenser wolledie
von — — pon der Redierung in lugsichtge⸗
wnl nmene Maßz hinans kihohen. ind uaan beschüftigl sich“ gam
nstlich mit der Frage, ob eg
vd die Coiwponssfeuer in Oesterreich J ehlosseu wird, dien ster⸗
ee — Borse nicht mehr zu handeln.
Man fangt an daͤg Treiß en der Finansimgisser in Rustand,
Ide Amerika, Oesterreich mit Mißtrquen und Unruhe zu he⸗
»bachten.· A —
. Wien. 14. April. Ein Wiener Corr, der „Frf. Zig.“
vill von unterrichleten Kreisen wissen, daß Napoleon, wenn Frank·
reich genügend gerüstet und seine Anleihe effektuirt hat, seine Con⸗
greßideen wieder aufnehmen dürfte, um anläßlich der unerquickli⸗
hen europäischen Zustände die Noihwendigkeit einer Verständigung
der europäischen Mächte darzulegen und sodie Moͤglichkeit einer
Entwaffnung anzubahnen. F J
Wien, 18. April. Die NeueIr. Pr.“ meldet: Ein hie—
iges Bankeonsortium machte ⸗ dem Finanzminister einen Antrag
ꝛczüglich der schwebenden Schuld, die nach den KFinanzvorlage n
20; Millionen beträgt. Das Anerbieten des Consortiums ist vor⸗
heilhaft und auf⸗ 18monatliche Rückzahlungsfrifi berechnet. Be⸗
üglich des Staatsqüterverkaufs. liegen mehrfache Angebote vor.
—Das Subcomite des Budgetausschusses des Reichsrathes ge⸗
aehmigte den Antrag auf Ablehnung der Vermögenssteuer.“ tun,
Der italienische Gesandte Marqiis Pepoli, überreichten gestern inn
Dfen dem Kaiser sein Beglaubigungsschreiben.
Wien 18. April. Das vom Kriegsgerichte gegen den:“
Feldinarschall⸗ Lieutenant Baron von Koudelte gefällle und auf
Tassation, Verlust des Adels und der Orden und fünf Jahre
chweren Kerckers lautende Erkenntniß ist vom Kaiser dahin; gee
nildert, daß die Haft in vier Jahre einfachen Kerkers perwanbeite
ist. . Bekanntlich bestand das Verbrechen des Angeklagten in der
Unterschlagung von 37,000 Gulden. 7
J„Thoxn, 18. April. Die „Gajzeita Torunska“ erklärt, dien
—XX materiellen Interessen der polnischen Bevoͤlkexung
winge die Polenpartei zur Theilnahme am Zollparlament. 14.
Frankreich αι αι.
Paris 16. April“ Der Handelsminister de Forcade la
Roquette hat an die franzosischen Handelskammernein Vircular
erlassen, aus dem sich die“ Absicht der Regiernng kundgibt, den
allseitigen Beschwerden der französis chen Eisen⸗Induftrie wegen
allzugroßer Begünstigung der auswärtigen Concurrenz — Rechnung
zuntragen! Es handelt sich zunähst Maßregeln zu exgreifen, um,.
die Vergünstigung des freien Eingangs auswärtiger Meltasse zu
degeln undgewisse Garansien für die inländische, Industrie
Jegen bie angeblichen Mißbräuche, welche mit diesem temporaäͤren
reien Eingang vermittelst det sogenannten acquits-⸗d-caution ge⸗
rieben wurden, aufzustellen. Es werden in Folge der auf Ver⸗
angen her hetreffenden Industriellen angestellten Enquete, iin den
ezüglich dieser acquits-a-caution bestehenden Vorschriften zwei
Jauptveränderungen getroffen, um die Identilät'der dus zufuͤhren⸗
ʒen Fabrikate mů dem bedingungsweise frei einzeführten Metrall
esset conttoliren zu können.“ Kleinere Fabrikale müssen innerhalb
reier Monate, größere innerhalb sechs Monate ausgeführt werden,
nonun fie der ihnen a hamiisfinten Stunding dog GCiuftiete
        <pb n="192" />
        theilhaftig bleiben wollen. Außerdem“ muß bel der Ausfuhr
ein genau specificirter Geleitschein von dem Fabrilanten selbst aus⸗
gestellt werden, um diz Controle über die Identitat des Ar
sikels mit dem eingeführien Rohlstoff Roguchse n erleichtern.
Ueberhauht Merdese vor jett an nur Noch den Fariedeeed
siß ern Maschienbatdern und Metallwaaren-Foadrilanten selbstz und
kei negwegs nehr den — der aequits⸗
a⸗caution d. h. Mes Nachlasses Ider Eingangssteuer/ bei Nachwei?
der Wiederausfuhr des eingefůhrien Rohstoffes im fabricirten Zu⸗
ttande zugestanden werden.

Die „France“ glaubt die nahe bevorstehende Reise des Kö—
nigs der Belgier nach Paris? don dere dieindtebe ist,: mite den in
hiesigen Regierungskreisen herrschenden Ansichten über die Ereignisse
in Rumänien in Verbindung bringen zu müssen; und meint, der
seönig, deffen Bruder, der Graf von Flandern.e ine, Schwester
pes Fürsten Karl von Rumänien zur Frau —E —XRR
die ungünstige Stimmung gegen den Fürsten Karl zu beseitigen

England.

London, 18. April, Einem Telegramme aus Dublin zu⸗
folge landeten der Prinz und die Prinzessin pon. Wales daselöst
heut⸗ durz nach 13 Uhr, Dag — der Landung war gran⸗
hios und ver Eimug in die Stabl wird zu piner hetrliden; Oha⸗
tion Beranlassung gehen. Der Erstiiasnius pes Volleß.ist gren
zenlos!. Ehedie Prinzessgn den e Ferah wurde ihr
ine schneeweiße Taube aiz ein Pfen Ics grieden he
A—
heutige Tog vnd ald eitt atg einer gesttag deseser Se
dord Major von London it hesteu Abend mit seiner Ger
mahlit nach· Duhlin gexeist um bei den dortigen Festlichkei ten ge⸗
—
semenis gehen damituimn, — in der Si. James
Halle ein e enn abzuhglten —VDy,Toiet Pischof
der“ Central⸗Afrikanischen. Mission,“ segelte heute, üt seiner Mis⸗
sionsgesellschaft nach seiner entfernten Diocese. ab. Eine wmit
einem Kapital von 3 Millionen Thalern gegründete Indo⸗Euro—
vãische Telegraphen Gefellfchaft hot, zum Zwece ine ditette iele,
graphifche Verbindung von London nach Ostindien in's Leben zu
rufen. Die Linie wird durch Preußen. Rußlqnd und Persien ge⸗
hen tind sich »da“ den Linien der indij hen, Redierung anschließen.
Die neur Gesellschaft! hat mit der hiefigen NReuterchen Telegramin⸗
Compagnie fur die VBenutzung zweier Drübie des England mit

Rorddennschland verbindenden Kabels, derfelben zut ausschliech-
lichen Befoͤrderung der indischen Correspondenz einen Contxak
ab geschlossen *
—
ιιν Italien,
32.Flhoren z, 11. April. Die der Dhnaftienßeindlichen Par
eien scheinen beschlossen zu haben, die Hochzeitsfeier in der könig—
lichen Familie ernstlich zu stören.Vorgestern Machts haben! ein
Dutzend Personen derfucht! eine Holzbrucke Uber den: Arnoanzii
zünden, die bestimmt? ist, ein großes Feuerwerk für die Festlich
leiten zu tragen.“ Zu gleicher Zeit hatNmian in Turin“ versucht
das Amphitheater in Brand zu stecken, welches für das Turnier
auf dem Cavourplatze. aufgebaut ist. Die Polizei“ ist gezwum
gen, das Aphitheater durch AgentenundeSoldaten bewachen
—
Florenz 14. Aprile Zwischen den? Behörden Ddes nen
politanischen Militärgebietes und dem Commandanten der an der
Südgrenze des Kirchenstaates stehenden“ päpstlichen Truppen; if'
eine Convention zur Verfolgung!: und Ausrottung des Räuberwe⸗
sens abgeschlossen wordeno In Folge dauvon treten alle im vori⸗
gen Jahre bis zu den Octobereignissen giltigen“ Militaͤreonve ntiv⸗
nen wieder:; in Nraft.
In der papflichenn AruneeDfuern die: Desernbnennochiun
mer fort. Am V0.Aptiltisinde wieder sieben Ausreißer,“ vier Bel⸗
zier, zwei Badener und ein Graui Uadener in Narnie angekommen.
Der Waffenminister will nunmehr die strengsten, Maßregeln gegen
diesen Uebelständ ergreifen. 4
Floremnz 18. April. 84 der Deputirtenkaämmer legte der
Finanzmtnister deute das Rachtragsbudget, Für. Krieg und Marine
por, wodurch 23 Millionen“gespatt werden sollen. Der Minister
tellte die weiter zu ma hendes, Ersparnisse auf 46. Millionen, die
Jesammte Mehreinnahmée der Steuern, einschließlich des Ergeb-
niffes der einzufüührenden Reformett, auf 188 Millionen, so daß
das Deficit auf 43 Millionen reducirt wird. — Die Unruhen in
Bologna haben uufgehört; aus Anlaß derselben haben“ etwa 160
Verhaftungen statigesunden. — Das diploömatische Corpe und die
Minister werden zur Vermaählung nach Turin gehen, Der Prinz
Napoleon, ist heute hier eingetroffen. Mörtgen, wirde der Hron⸗
prinz von Preußen in Turin anloinen. —
Vervna, 19. April.“ Der, Hrondring voin Preußen. ist
heute Abend hiet ekingetroffen. Det Eunpfang, war pngemein glän-
— J

—

ιιννι —R
1 4

348

jend; unler der Bevölkerung herrschte großer Enthusiasmuß und

die Stadt war illuminirt.
SEpanieu. — —

M.aderih, Mös. April. Vorgestern Morgen halted sich in
Barcellona ane zlemlich bedeutende Anzahl von — zusam⸗
mengerottet, s welche Aich zu arbeiten weigerten; ein Haufe von
300 Manu⸗ mußie mit Gewalt 4 despreugt werden.
Angeblich um ahnlchek Auftrittenwie in Belgien vorzubeungen,
ist über die Provinz Catalonien der Belagerungszustand verhängi
worden.
lttrttil mn tint Türkei.e 13 113—ä5

2340 Nach neueren Uher:Adrianopel autg Candia eingegangenen
Nachrichten sollen dort am 18. März nicht weniger als fünf Tref⸗
jen vorgefallen fein, die alle mit iner Piedertuge Zortg
ndeten yt unler den türkischen, Truppen sei dann eine solche Musle
losigkeit eiugegriffen daß einige. Regimeutex late orisch werlangi
hätten nach Hause geschickt zu werden.

Konstaniinopel wird jetzt eine städtische Verwaltung
ganz nach Patiser Muster zzrhaltenaESsoll in zwanzig Arron⸗
dissementz eingetheilt werden, au deren Spitze je ein —
feht. D. Wesamintpyrwattung der Stabt ecten,
Servet· Gendi ubertragen, der beftimnit Nein füttischtt Hoth
mann zu wetden 36 3
igsden sintu oipte ciIs8. Aptit en Kahm
und Ernst Ferdinand sowie Graf“ Chambord un dir Herzoge
dir Varmd und: Modeng sind hiet augetommen. 5 55
Bergra dn8. April. Die e Regiering hol umn
geordnetn daß hier eine fückische Moschez fu xvie hier angesiebelteu
iund zurrisendei Mohaime daner ertichtet werbe.r Widondan“ freut
in en e Seen an eende ae etnet ven
wiffeisftelheit nd wnscht d eselbe uͤberall anerlannt zu sehen.

—!—, uttt en .3
i nnin — — 154 ν ιν α
Aus Petersburg wigd gemeldenz General Tottleben erhielt
den Auftrag, alle an der ruysischen Ogseelüfte gelegenen Festungen,
Häfe und Waffenplätze zu inspiciren. 32russischtHriegsschiffen
Linienschiffe, Fregatien und, Monitors) sind, angewiesen, sichbiß
l Mai. a.n Si (13. Mai) vor Kronstadf, einzufinden, wa sodann
unter Admiral Butalgff großartige Seemanger stattfiaden werden.
Amerika. unt
u Neweyark. d April.ic DirBerufung des Generals Han⸗
rock zu dem wichtigen Commando den Milnätdivision des Atlantie
mit dem Hauptquartiet in: Wafhingkon hot ino gewissen⸗ Kreisen
einige Unbehaglichkeit herporgerufen undiim den Clubs der Radi
alen geht das Gerücht, der Präsident beabsichtige deinen Staats⸗
treich. — Die persönlichen: Differenzen zwischen den, Generalen
Brant und Butler sind wie werlautet, durch die Vermittlung des
derrn George Sand, dem Redakteur eines Newyorker Sport⸗
Fournals, in freundschaftlicher Weise beigelegt worden — In
der Nähe von Pittsburg in Pennjylvanien fauden am 830, Marg
in Folge eines Strikes zwischennden Arbeitern in einem Kohlen⸗
hergwerkenernste und blutige Reibungen statt.Funf Personen,
vorunder der Eigenthümer des Bergwerkz wurden verwundet und
ein Mann getödtet.Truppenn mußten zur? Widerherstellung der
suhe requirirt werden. — InPhiladelphia praktiziren gegene
wärtig sechs weibliche Aerzte, welche sich eines jährlichen Einkom⸗“
mens von 210,000 Dollars zu erfreijen haben. Das jährliche
Einkommen einer Frau Doktorin“ in Orange. Neu-Yersey/bes—
lauft sich auf IO -215, 000 Dollars, Iunde das. einer andernenin
Newyork wird sogar auf 20,000 Dollars geschätzt. Einige dies
ser weiblichen Aerzte genießen sogax den Ruf als igeschickte Chi⸗
rurgen und Operatenre. st αα ι
—Der Prozeß des Präsidenten; Jefferson Davis ist bis
zunt 2..Mai veriagt, worden.uer, Oberste Giare enn feindeist
aus Dry Tortugas entkommen an üι νT ια
New⸗-Yort, 17.,April. ImmProceß Johnson hat die
Anklage die Beweisaufnahme bheendigt; doch behält-der Auklagen
ausschuß sich das Recht vor, weitere Zeugennussagen dorzulegen.n
Her Senat gestattete den Anwähten des Angeklagten:: eine zwei⸗
rnige Frik zur Vorßoreitinma der. Nertseoidiniumq. Tity i
— ¶

335 t Bir un i ch t — 359 reae 9

Bezug ich der Vergiftung der Graäfin Chorindky hat Julie
v. Ebergeny sich 7. April bei dem Untersuchnzugsrichter gemeldet
und die Erklärung abgeben, daß fie michts mehr worzubringen
habe und wünsche, daß die Untersuchung abgeschlossen werde. Nur

ein Wunsch lag ihr noch am Herzen, Sie stellte die nicht er⸗

üllbare Bitte, es imöge ihre Schlubverhandlung mitz Ausschluße!
e Oeffentlichkeit und in Den, Abendstunden geführt werden. Son
)ann wurde der Akt abgeschlossen und dem- Verhandlungsrichter,

2andgerichtsrath Giuliani übergeben. Dieser referirte in deru,

nächsten Gerichtssitzung über die Ergebnissqe der, Untersuchnng, und⸗

ah zw ze eatz r Altt Nr ee Mn ren
. .r— 111 4435* —

2724371
        <pb n="193" />
        der Gerichtshof faßte den Beschluß, Julie v. Ebergeny sei vguignr⸗ — zufn r 17. April. Rr. 23579 d
Verbrechens des Meuchelmordes in Anklagestand zu versetzen. Der . IS und LIIS jede 1000 fl, Nxc ο7,
Proceß wird —FR Apris beginnen, * —— * jede 300 shouere Axat y *
ERxhe dem Khein, n — idwirtisckclick⸗z ιιιν
ea dem von Ahin gediniütin Kirchentkast. diUnibnnu gindntetsoha ilches.annd san—56
nen Grnndsatz der Jesuiten: „Der Zweck heiligt die Mittel“ er⸗ Die Baum w —— Ae inn den“ jungsteß
nnert, worauf, der „Christliche Pilger“ in Speyer erllaͤrte, wer Jahren zu Reutlingen undtrcuthehthderen e e mid y
einen solchen Grundsatz den Jesuiten unterschiebe. sei ein -Ehrloser n diesem Frühjahre auch eitie solche vn Dar instadt broffniet 337
dügner, und Demjenigen, dere den aseee verden nicht verfehlen, für die Hebulngder Boulm gucht hon —
ur ein Jefuile deufelden anfhestein hade sen T00G zen zu sein. Die geringen Opfer, welche der —3 3 —
zusbezahlt werden. Pfarrer Maurer begab sich hierauf auf die heischt, sollten die einzelner Gemejnden um sobl sohr besacien,
iblothete nach FGarlezunhe. öberte einige Itsuitenschriften Hunch, unge unhemüttelte Leute ing
— egt Kiotzg Im die Pußligkeit, des Ecfolgez. Nihguweisesi Hahlte dig us
— A—— — geldordenen Beispieleng bade folgende aus:
mit seimem· Beweltz Nuftrut und dien Suche ver⸗ntscheibung“dinet SlderfeldPhh die Voben nd Klimaperhaͤltüsse det Obsteaume,
cheolohifchey Faculictuianfnehmen. Awolide, hiege ed SdasncArtheit aee e vorzugtg guusttg sigg nd wo
müsse⸗xrst e rur; Kritt worgelegtzunden bänmr miüffe, mucht diesen Juchte heil Wen schrhegennneene hedtutenge —2
9 int. Appell aen an ane anderg In werhtat bewilligt. werdeng ams geiponnan Hahe watte die Bausmzücht — —
von Pfaltes Maurer solt un — — — ve Jahren ca en n —
lunrnachstec Tage 3 —— —86 ziemlich itnfuglicheit Get endebauan⸗
disich DasmeitGoJahrenegetroas no wgrol ed oeinebihiechi Ehenc —* 5 Alte dere Nberall diel Baumstaͤmme, die
bahn durch die Hauptstraßen Stuttgarts bis Berg geht nunteqehe Westenhreindsförmtich anit Mooẽ tingehluislt undontausendet von
aer Verwirklichung entgegen; dien Mnteruehmerd habegg sich ABqt Wassernreisern präsentirsen sich intuhhrete senkrechteft Hältuuge Der
aflichtet. wenigstens einen Thell u — Im —* IAbstertrag war verschwitwendndleintt geworden Eiñsicht 3volle
trieb zu setzen. E 62343 Männer erkannten es, daß dortundie jObstbaumzuch? bei wrechter
k In Düsseldorf wurden drei Individuen wegen Falschmünzerei Bflege bedeutende Erträge gewähren müsse und sehlenn eset wenn
(Praͤgung von Thalerstücken) gefänglich Rngejogem D auch mit Widerstreben, bei deur Gemeindevorsande durch, daß ein
F Wir machen auf den vom 28 bis 81. Mai in Mez statt⸗ —E— sich durch Fleiß und Bravheit auszeichnete,
indenden · Regiontte Achekhau Conciee Zufmerksame ei hcet he uch mij Gomeindelosten Liner un putnchue hnr Aushildunrg
Ausstellüngsgegenstaͤnde (Pferde landwirthschaftlichs —JR — 28 e e ——
ic.. Producte der Landapihschaft! iun desl Gartendates aud der Ener Hiretunst —8 ihme gunbchsl bien Slanherung dtnd der
Pfalz, Rheinhessens zc zugelassen werden⸗· mit den Beifügen. dat Schnitt der Gemeindebaͤume guge iesen Schon ein Jahr nachs
aicht allein — Prämien inher erfreuten sich dieselben y reschen Ertraggs Daß. nuu
baicsn 5 uen wert e —— ——* *5 ruch die Privatbaumbesitzer elne grundlich ee hrer vaume
ʒ Merxico haben Marodeure oi—Feld gestandenen dorgehmtu nnnd dieselben durchend —IA
—8 6 — ——* ee
Dang gad Land dut chzichen Horsez ard Maiethöfe blünd. Htte nnge wen s etzt ficht.der irkeant sie. aunz iehen ugnnent.
dis —— —RX J ae ich It dies ———— —
e z. erhen Blanet zzahlen einenneue GWeihe don FJat deß FI. IFrsuhfr Ichgten i a ie une ha a he hen
ic vonn Measchenfressera us Hungere S ver ——— 7 J a ej eznae — nur
Dyen das we ngeen ann dr er den in uͤn hn ————
vonl Moftagamen aghdene sie futge gegenn vit en enee — — —A
dee hunenetengon an t titze tzcte anen Vaumenuit
trag lossen ihre Kinder eze —A ce pirregaet Aelngen Hushe mie
— —— 53 dehdte un folgendes Wltel In: Die krottte Shee wird, wenn
das erste Opftyy vetzehrt warz Jotite un guchtdidß düttre hetchen en Waltme an Safte- steht big uft das gesunde , Hoig ausge
rüder dei deni schatvethastenShel 5. glüchuch 32433 eveie schnittare eund man stark mit Sauerampfer engerieden. Rach die⸗
jes Loos zu ziehen, der Veräbtedung! Hemäß · kht —8 ein wird die Wunde mit einer Auflösung vdn Kalte Lehm und
Sie weigerte sichzes dam zu Hestigen Erdrierungen, und schließ · duhfladen eingeftrichen und verbunden Per Erfolg ist ein sehr«
ch legte die Frau- deren Kind bortits geschlachtet und verzehr! Jünstiger und wurden Bäume, bei welchen diefes Uebel jchon be—
dorden wargn, den Streit dem Burtzau Harapgzur Entsche,dung euteng um sich gegriffen hatte, auf diese Weise noch gereitet.
zor. wodurch die Sache bekannt wurde. In Tebessa scharrten dir ——— —8X 531 73
e eee en dunt n Victota ι
ienn Iie der Gegend' von' Tiaret stube französische Soldaten verrh. cirien Muster⸗ Und Modceinsge eer Nerize Fann
n e ee d o dech. Dain ipntun
jefressen worden worden sein sollen; ebendaselbst wurden viet Ara⸗ ge J iten a de geute in 1s 4“
zer verhaftet, Jie einer zahlreichen aus Magcata hitgewanderien er vuen e n d nt den
Unthabodhagen Vande angehhren und Welche — man defhudtgt a aeete ttn um
eeee, —
8 gichen ausgruhenz veise nals Speise mpfehlen. da in der That eine sol he Fülle zuüsge zeichneten Maferjals
udereiteten. 341354835035, Im hauswirthschaftlichen und unterhaltendendufsttzen und Kochreceblen
tLundwigshbaf en, 15. April. Die pfahche Ludwigs⸗n horectischen weiblichen Arbeiten, an prachtvoilen Holzschnitten Muftern
bahn hat im Märg 1868 im Ganzen 227,828 fl. 14 tr. vereine ud colorirten Podebildern kaum ein ahnliches Blaut bietetcund die Ver⸗
—XRX Mehreinnatzme degen den gleichen Monat ges, vorigen ogshandltmg für. den gerin gen Präͤnumerattnsbetragh von ur
Jahres 47.008 l 8 i, dy pfn. Darimilianghahn hat Sor Zexietjahrig Usberthshendeß lester, Dabei wid bes
—A—— kr. verrin huhgiet Blaͤlte 2 Mal in jedem Mongte zu Iwen Bogen ausgegeden, und
Mehreinnahme gegen den gleichen Monat des dorigen-Jahres duch in die entlegendsten Detfchasten jedes ealregelmüßig ver⸗
876 A. I0. tz. Iwah. von der Abführung der Eisendahnfschiffbruce endel. Wer seiner Hausfrau und seinen · Töchterir cine Freude!
netxuhrt. , Di Reußtadt Dertheimer · ahm hat jn. Wärz Aso8 achen hnen! einen nenbehrlihen Rathe in banscudo Fuülen de
m Ganzen 4942 fl 399 kx, vereisrgahmt. Mehreinnahme gegen dauswirehschuft zumenhen willegeile. ndieles wahrhaft gemeinniutzige
den gleichen Monat des vorigen Jahres 609 fl 32 kr. ichhaltige Vlatt je eher in sein Boug iun schaffen, 5he e
Frankfürt, 15. April. Bei, der heute fortgesetzten —
Zziehung 6. Clafse 153. Frankfurter Stadtlotterie fielen auf folgende Eingesandt.) Watiim koftalengiet das Pfund Salz
stummer 3000 fl. Nr. 23,9980 joch immeß4 Kreuzer)nInZweibrücken Homburg jerzet wirb
4629; und 17280 jede 4000 fl., Nr. 25,878 2000 fl.. Pr. es zu 81)ja sogar zu8 Kreuser verlauft hun
35öνSS3, 18 59 IBαο 16108. 2818 und 19908 Zu Biz Kreuzer ergiebt sich nach Abzuge der Kosten ein Ge⸗
ede LOOO.l.Nr. 10, IIã 7973, 4018, 7161, 29,887. und vinn von 25 900 Nun brauchen sogar gdie kleineren Geschäfte
16,984 jede 300 fl . der Monat 1Sag, giebt also einen Nahgen Umschiagin Juhr⸗
Frankfurt, 16. April. Bebsher heute fortgesetzten Zieh- was schließlich einen Gewinn von 18 mal 25 * 800 * ergibtt
ing 6. Klasse 153er Frantfurtex Stadtlotterie fielen auf folgent Man suche iz des Luxus kitlet Gabe —
stummern nachstehende Gewinne: Nr. 18247, 1676, 8144 44 Gewinn: in Kleider, Trank und Specerei'n;
ind rid7 ce Iooo fl. Rere 2 199gööαον Velaste nicht ded Elends leßte d —
ind 8827 iede 300 fl. 3 — 9 Das Salades Armen na Euch beüligeirnl—
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        nune .T— Pit
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—— 63* J
Versteigerung
Samstag, den 2. Mai 186 4 —V — —9* * — —
Nachmittags 9 Uhr zu St. — 3.—6315 ννν — — 3 n
a —— —— Beka intkmachung— ——— — ——
ri 8 ittwe ä F eg 2* * — * —9
— hier äuf langjährige Zahl Se zan i * * — —8*—
wrnnt in Cumnun an 35 — —
St Jugberter Banneg: ir hundet hiin d e det e dtt en
3 * J 4 * —*73 — — u⸗ RsalzGülerver ehr,
I, sein an der Lohlenstraße neben d rag . zunmi Tarife für den Saarßrücken —W Xfalʒ seree
—— — 35
* tu aeennenwonn u — 8 w ns —
dn eree und hewissem Stationem, der heffi n XRudwigs⸗Eisenbahn⸗Geselt.
We eeene vest anenein wargenacerß ndenit sin hun gcte in
und Hofraum neben Välentin 2t. Ingbert· chw r3 a eee eee
mann und, Peter Günther e 7 Eremplate dieses ForisgeRachtnug bsonn n en d eeedeer rneero
—8 neunentsn Dec. Aaer or aen gratis bezogen werden. udn —yg 7 —F n — ———— 3
——— ger —— ndwigoshafen den 15Aptit I88 üenn pur
* emeinde in 5Theilen;,n 9 J — ———— 8 — *
4,27 Dee. Den dn Poutschwichen— * —4 Nitit 5. —X Piréction— 161 —
oneben Custers —— — Lir ινν ιιιν Jaegeu ————— n
gMülleru:⸗ ii 4124 2ß J 5 uhtiun gitt Cuo R ——7 1 —* —
— 7—— 7 iahu ισ
7 — —— — ñ * ü * .T. 71 —— — 77 ITim̃ —— 0 4* — — —
— 4 F 17 — — —
Saprssug den I Nol Woßße mschöuster Außwahl snd onh chnnen et7
des Mittags 12. Uhrn n v Wittw ae
lassen die Erben Hefnrtich Karcher, —* —VVVVDO * 2 —
ihre: zun Sch ed an deer Staatsstraß⸗ 88 e. . —
zelegenen · mit Oeko F
beiden Wohnhäuser mit O o J
e ese 546—4 —E — 4 *
Pflanzgarte ⸗ zu Amn — J R. 32 vvb 8 —7
für feine Pfl⸗u. —A ————
—————
mn Einzelnen oder Gangen üünter günstigei verbunden mit falt soreunnqe e
See ne —S—— seit heuteiut bder Nähe des Bahahesen nn An er
Seiteime Auden sebe Pναι] ——— —V — — Rnf 9 *54
d eeeeee d Zusicherung guterund billiger zedienung halte dies
ee eset deshne hsehlen
mit gutem · Erfolg e ee 366 „elbe dem re —— ——— ee, ee
doch ihrer vorzüglichen Lage Neustadt a! d. Haardt 11. April 1868. vor —8 *
vegen zu jedem Anderen Geschaf een Acuni —— — e rd ub du n J
oen ber Hertu Notar —— unn —— —2 6 udr —S p, ae
Vren ju ———— Wein-Delicatesenhandluugenn n
5 ν , “ * 7 —
— — Is,— A — — — 22 — 7 — 3 VV———— 22
Stadtralhsstung Polizeiliche Bekarn? machung. BSeute⸗ Morgen ud Samstag
LVDIIVD ..35 *. 5325 —— 2* W —
4 J * . 23 3 J Mittwoch, den 22. .. M.— und —— 8 * Ve u
am⸗Freitagden 24.April pier folgenden Tage⸗ one ——
*25* an⸗ 7 — 83 221 *
um —A— : des Morgens um 8 en * Bixt
sn ** 1 nd, nim Hintergebär de. Mainz zier
au Tagesordnung? 35 —S 30 dahier * sind die / *—
. Herstellung eines Thurmchens mit e e n e sämmt
Glocke! md Ahr. auf; dem Schulhause Bewerbtreibender . hiesiger Stad Im . —
u! S Ingberter Grube betren menn, ficatot ——— und Stempelun
—— ußbfos vi Ihl' legen , 8 102
2. Den Fußpfad zwischen dem uhl E ——— —— s
und Hatthschen HDause nn dem Einen. beagsogl!! Poltzeitsmmissariatn
thum · von Marx ufder Meß betr.— — * Arieger. ici.t
Enung det griuenrseascafnc
atten gue r 7 Nschrere Ecrten schoͤne
x*a Bürgeraufnahme.betr. nann olren *
eeee e ndene
Bauer von St. Ingberter Stube het 8 etßkarltoffel ib —*
sepn dez Dutumaunen bemn ge, F entrt roner
rich? Rinck. um' Ausstandu· zux Bezah⸗ billig bein weghe ,
lung seines Bürgereinzuggeldes.2nn J n F IBIWeiĩ ιια
uebernadnne. der Veruflegunas s n Schreiner.
lostein unv respe Heimath deg Tagners ———— J—
Peter Frey v * * 283* J 7 71 ν 32 2* * * nfn gro⸗
SlreIngberi den 20. April 1868. Lorenz O nerge hue *—
Ehaudon. gIn ven Gineraebäude u vbeanee

ι ι ν, ie e tj ulttnινν
5 O n ι ι νινιι

U--L ι.
ic

ν 1371

7 5 J J 5 8 —— . 4 31 9
F — VTass micen
— αLαιæ“s A
ebe Zriedrich —luhmanne
oi
Zwei Enten ind Jemnande
dugekaufen. Der Kigenthtꝛmer
erhält Auskunft in der Erpedilion de 8

TRMCCOCOISA-
eινν Mainz, 17. April .i αν
—
IGtgdinreise) Weißmehl bah Molt
ler à. 140 Pfund wrfle itt. Rogeẽc:
genmehl ditid fl.Kkri Wotzeir (2000
Pfd.) 16 fl. 80 fl. —, n st äνν
Korn ¶ 80 Pfd) J4 ftl 15. tu.u-
lxc Gerste 6o Pfo) II 30 6 .
kig — il. — r. ß d 9j 72 3 cr

441

—
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demesz in St. Inabert
        <pb n="195" />
        — 5 .
——— 6CC —BB— — D——— 4 33—* 42 75
———4 M VVI. 7 J r. *
* — ⏑⏑— (*7 . . E. A 2 J
— —— ——— —B — —
—E—— —D 377 * 8
Der St. Ing berter Anzeig exrmit seinem Unterhaltungsblatteerscheint wöchentlich dreimal Diensta g, Donnerstag
und Samsbfage. Abonnementspreits vierteljährig 48 Krzr, oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeil⸗
———————— Blallschrift oder deren Raum berechnete. 3
MNro 4 . Donnerstag- den 23. April 1868.
2 —58 —A * 2 ⏑⏑———— * —
4Munchen 18. April. Ich beeile“ iiich, Ihnen mitzuthei⸗
en, daß das Kriegsminifterium 'als Waffe der baherischen Armee
⸗ Werder'sche Hinterladungsgewehr definitid angenommen — ünd
in diesem Sinne seine Vorschlaäge an allerhöchster Stelle unter⸗
reitet hat. Die Schießcommission. unter General Steinle hat
Aefez Shstem deüglich ver Einfachheit Trefffähigkeit und Sqhieß-
uelligkeit allen andern Systemen (und es lagen der Commission

Huster von allen Erfindungen der Neuzeit vor) vorgezogen. Die
Hatrone ist etivas theüer, indem das Stück auf 2 Kreujer zu
Jehen komnen wird.n Seit gestern ist hier die Nachricht ver⸗

—
AApartei dertauft. Erkundigungen an competenter Stelle berech⸗

en mich zu der Versicherung, daß an dieser Nachricht kein wah-
3 Wort ist. 33

M um ch ein, 19. April. Der Finanzausschuß der Abgeord⸗

ietenkamnier hat bei Aufstellung des Budget fur die Xd Finanz-
oeriode von einer Erhohung der directen Steuern vollständig Um⸗

zang genommen Lund bei Berechnung der directen Staatsauflagen
genau den für die VIIIx Finanzberiode bestandenen Maßstab zu Grunde
gelegt Hiernach sollen — die bitzherigen Steuern mit, den Bei⸗
Slägen zusammengenoͤmmen — zur Erhebung kommen': 1) die

Jrundsteuetr mit 218. Simpla2) die Haussteuer 3. die Areal-
teuer mit 6910 Simpla, b, die Miethsteuer mit 280 Simpla,
aie Gewerbsteuer mit 1110 Simpla:“4) die Kapitalrentensteuer

mit L30 Simpla, 5) die Einkommensteuek. mit' 1930 Simpla.

Die l. Staatsregierung hat für die IX. Finanzperiode einen
ahrlihein Zuschuß von 20,000 fl. zur Verdesserung der Lage des

entamtlichen Hilfspersonals verlangt und der Finanzausschuß em ·
pfieblt der Abgeordnetenkammer dieses Postulat unbedingt zur Ge⸗

—D
eün chen 19. April.“* Gestern Adend witrde die ganze
Auflage der dahier erscheinenden freisinnigen Wochenschrift“ Deut⸗
chez Volksblatk“ beschlägnahmt, aber bis jetzt — Vorm. halb
cühr— dein Redacteur derselben noch keinen Grund dieser
Tonfiscation angegeben ··· 8—

2.Mäünchen, 19. April.' In der gestrichen Abendsitzung des
Finanzausschusses wurde der definitive Abstrich vom Militäretat

uit 800,0007 fü. festgehalten. Der Kriegsininistet ist nicht darauf
ingegangen; doch soll noch Hoffnung auf Verständigung vor⸗

— J

A Mun 9 en20. Abril,' Die Majorität der combinirten

Ausschüsse II.L und I. der Reichsrathekammer empfiehlt, den

Maljzaufschlag in der Pfalz erst dann einzuführen, wenn ein für
zas ganze Koͤnigreich giltiges Gesetz. über die Taxen der freiwil ⸗
igen Gerichtsbarkeit in Kraft tritt

Munchen,-20. April. Die Abgeordnetenlammer stimmte
dem Gesetzentwürf wegen der Dissidentenehen in der Fassung der

Raͤchsräthe zu, nachdem Brater und Schultes erklärt halten, daß

ich die Difsidenten vorläufig damit begnügen. 3

Munchen,'21. April. In der heutigen Sitzung der Kam—
mer der Reichsräthe wurde das Gesetz über die Einführungdes
Mulfaifssch lasgs! in“ der“ Pfalße mit dem! NRinscheiden'jchen
Modificationsgntriag müt allen gegen steben Stimnfeü
an gen om men 8 *

Der Umbscheiden'sche Antrag lautet:

e e e e Dathautdtag ftn. Rechnung

gg Ftaatstasse eingeführt sobald. Line Gleichste lung à dieses

Regierungsbezirles mit den rechtsrheinischen La Ddesstheilen

Ei hezüglich der. Taxen und des Stempels-hergestellt sein wird,

aa⸗so daß beide Bestimmungen gleichzeitig. in Wirksamkeit treten.

Münchem, 215. Apfril. 98 Konigi hat die Dauer der
Sitzungen des gegenwärtig versamnielten Lundtages bis zum 2.
Maͤi einschließlich verlaͤngert. 353
Hre idel ber g, ISc. April. Der ultramontane Zollparla⸗

mentsabgeordnete Lindauj der in Folge des Verbots der von ihm
veabsichtigten Bühler Volksversammlung an Minister Jolly im

Pf. Bot.“ einen offenen Briefer gerichtet hatte, wurde wegen
„grober Schmähung und Erregung von Haß,“ Verachtung und
Unzüfriedenheit gegen die badische Regierung“n und Gefährdung
zer dffentlichen Ruhe uno Ordnug“ zu 6 Wochen: Festungsftrafe,
50 fl. Geldstrafe und; in die Kosten verurtheilt. —»4 ν.
Freibu'r ge 16. Aprile: Der Erzbischof hat das hiesige
Znabenseminar zum Haupterben eingesetzt. Es ist dasselbe von
dem Verblichenen im Jahre 1855 aus eigenen Mitteln gegrün⸗
det worden. —: Den hiesigen, Blättern zufolge hat das Dom⸗
zapitel gestern den Herrn Weihbischof Dr. Kübel zum Bisthums⸗
jerweser gewühlt.·
Beerlin,“ 18. April.* Heute trateder Ausschuß des Bun⸗
desraths des deutschen Zollvereins füt Zoll⸗ und Steuerwesen
üsammen; üm über die Präsfidialdorlage, die Tabalksbesteuer⸗
ing! betreffend, zu berathen. Der? zum Referenten: ernannte
zayerische Staatsrath v. Weber, stellte den Antrag, die von
Preußen vorgeschlagene Morgensteuer von 12.Thaler auf 6 Tha⸗
ler herabzusetzen, sonst aber überallden Vorschlägen der Präji-
ialregierung beizutreten. Baden stellte den Antrag, die Besteuer—
ung wie foigt zu noxmiren: I3 Pfennige pro je 8Quadrat⸗
ruthen und 1 Thaler pro Centner geernteten Tabaks. Die
Praͤsidialregierung bekämpfte beide Gegenvorschläge aind blieb bei
ihren Anträgen. J
Berlhuͤn, 20. April. Anläßlich einer Verordnung des
Bolizeipräsidenten Madai in Frankfurt a. M, über das Anmelde—-
vesen bringen Lasker und Genossen im Reichstag eine Interpel⸗
ation folgenden Inhaltes ein; Hat das Vundespräsidium Kennt⸗
niß von desen Vntehungen ded Freizügigkeitgesetzes und des Paß⸗
gesetzes ? Sind Schritte dagegen geschehen
Wien, 18. April.: Die erste österreichische Ex« und Im⸗
ort⸗Gesellschaft hat ihre Zahlungen' eingestellt. F. M.L. Mens—
orff ist zum Hoöchstrommandirenden Ungarn's an Stelle des Für—⸗
ten · Lichtensteins desiguirt .
Wien 18. April.(Neue Münzscheine.) Das Ministerium
jat im Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf eingebracht, wo⸗
Rurch das Ministerium der im Reichsrathe vertretenen Laͤnder zum
Abschlusse eines Uebereinkommens wegen Ausprägung von neuen
Scheidemünzen und Einziehung der Münzscheine mit dem Mini—
—
Millionen neue Scheidemünze, und zwar 70 pCt. diesseits, 80 pCt.
enseitas der Leitha geprügt werden, und“ zwar“ Silberscheidemünze
—
Die,Presse“ will wissen, daß Victor Emanuel nach' der
Bersnählung des Prinzen Humbert abdanken werde. Der Prinz
Rapoleon soll kurz vor seiner Abreise mit dem Kaiser seine sehr
lange Unterredung über diesen der Tuilerienpolitik zusagenden
Schritt gehabt haben. — Einige französische Journale, das Pays
iatürlich voran, erzählen mit aller ihnen innewohnenden Suffisanz
die wunderbare Mähr, daß Gen. Moltke in bürgerlicher; Trächt
azuf den Wällen pon Metz festgenommen wurde, zals er grade über
die Befestigungen dieses Platzes sich Notizen machte. Der Tele—
graph ordneie aber von Paris aus 20 Minuten später an, man
olle; den · Sieger, von Sadowa in Freiheit setzen und enach Gut
ünlen dier Festungswerke sich besehen lassen. —
ag Wile n.“20. April. InFolge der Feststellung der Seitent
der rumänischen Regierung bisher hartn äckig abgeläugneten Ver⸗
plgungen der Juden ineder Moldau ist nunmehriges Collectiv⸗
inschrxiten mehrerer Großmächte in, Bukarest wahrscheinlich.
Der Kronprinz pon Preußen passirte gestern· Junsbruck, woseldbsf
re vom Statthalter und Militärcommandanten; begrüßte wurde.
Die Felssturzsteller der z Brennerbahu wurde zun Fuß über⸗
chrittene ι — — —— J *744
Wirn⸗e 21.2Appil. Wie die „Morgenblätter“ melden, würde
Im bessarabischen Ufer des Pruth die Bequartierung eines regu—
lären Cavaleriecorps von 40,000 Mann nebst Kosacken vorberei⸗
et. — Der österreichische Generalconsul Kallay hat gestern in
Belgrad seine Beglaubigungsschreiben überreicht.
        <pb n="196" />
        Pesth, 20. Aprit Hier finden fortdauerude Conferenzen
unter dem Vorsitz des Kaisers in Betreff der Wehrfrage statt
Ein einheitlichet Armeeorganismus ist gesichert, dagegen enthäh
die Kndwehr einen nationalen Charakte.

FIrankreich.

Paris, 20. April. Det „Moniteur meldet, daß der
Kaiser gestern Nachmittag die Preisgekrönten der gelehrten Gesell
schaften der Departements, die hier ihren Congreß gehalten em
pfangen und seine Zufriedenheit über die ersprießliche Thatigkeil
der Wissenschaft in den Departements ausgesprochen habe. —
Heute wurde der Gesetzgedende Körper wieder eroͤffnet. Unter
Anderem wurde Herabsetzung der internen Telegraphengebühren
beschlossen.
. Paris, 20. April. Eiwas Reues zur Erklärung der fried⸗
lichen Stimmung des Kaisers. Man erzählt sich, dieser habe vor
mehreren Wochen einen ihm sehr nahe stehenden General zu Stim
mungsstudien nach Deutschland geschickt, und der Abgesandte habe
nach seiner Rückkehr das Resultat in die Worte zusammengefaßt
„Sire, bei dem ersten französischen Kanonenschuß gegen Deutjsch
land würde die Einheit des Letzteren eine vollendete Thatsache
sein!“ Das weiß man freilich schon längst; aber der unum;
wimdene Ausspruch des Generals hat doch der Kriegspartei Schiwei
gen auferlegt.

— Heute Abend kehrt det kaiserliche Prinz von seinem Aus⸗
fluge nach Brest zurück.

Paris, 21. April. Der , Constitutionnel“ dementirt die
Zeitungsnachrichten, welchen zufolge eine franzbsischt Note nach
Berlin abgegangen wäre und der danische Kriegsminister mit Hrn.
v. Moustier Besprechungen gehabt hütie. — Der „Moniteur“
bringi die Liste, neuernanter Präfecten, auf der auhh der Nam
von Paulin Limayrac (des bisherigen Chef⸗Redacteurs des Con
stitntionel“) figuritt.
ESEngland.
London, 21. April. Vor sdem KCrimlnalgeticht begann
gestern der Feuierproceß wegen der Erplosion in Clerkenwell; alle
sechs Angeklagte plaidiren Nichtschuldig. — In Daublin hat der
Aufenthalt des Prinzen von Wales fortwährend guten Erfolg
die Rückreise ist auf Freitag angesetzt.
Italie.

Turin, 21. April. Der Kronprinz von Preußen, welcher
gestern Nachmittags hier eintraf, besuchte sofott nach seiner Ankunft
den König, welcher den Besuch unmittelbar erwiederte. Der Kron⸗
prinz bewohnt das Hotel Carignan

— Prinz Rapoleon ist hier eingetroffen und ward don den
Civil⸗ und Militärbehörden empfangen.

Donaufürstenthüumer.

Bukarest, 19. April. Auf Veranlassung des diierreichi⸗
schen Generalconsuls in Jassy sind die Consuln der fremden Mächte
daselbst zusammengetreten, um auf Grund authentischen Nachrich
len zu constatiren, daß in Bakeu Judenberfolgungen stattgefunden
haben und daß die anderweitigen Meldungen der moldauischen
Bebörden unrxichtig sind.
Türkei. J

Aus Konstantinopel vom 8. d. wird gemeldet, daß
die dortige Polizei mehrere mit regelrechten freinden Passen ver—
sehene Emissäre aufgegriffen habe, welche Bulgaren für die revolu—
kionären Freicorps im Balkau anzuwerben und in ihre Heimath
zu spediren suchten. — Der Sultan hat wiederum zwei Christen
zu Mitaliedern des Staatsrathes ernannt.

Rusiland. 1TF

In Polen ist ein Ukas veröffentlicht worden, welcher befiehlt
daß die Polizeibeamten von Jedermann gegreißt werden müssen
und daß Jeder, welcher von vemselben angesprochen wird, bei
Vermeidung von Gelde oder Gefangnißstrafen die Kopfbedeckung
in der Hand zu halten verpflichtet sei. Zur Besiatigung dieser
schier unglaublichen Nachricht wird der „Bresl. Zeitung“ don dei
polnischen Grenze geschrieben: Ju Kuino wohnt der istaelitische
höchst geachtete Kaufinann He: in dessen Laden kommt der dori.
tige Bürgermeister, ein ehemaliger Viilitär. Zu derselben Zeit
lommen die beiden 13 und 15 Jahre alten Söhne des H. aus
der Schule, treten in den Laden, um durchzugehen, und grüßen
iadem sie die Mütze lüpfen, den gestrengen Hetrn Bürgermeister
Da dieselben aber nicht mit der Mütze in der Hand durch der
Laden gingen, ließ der Bürgermeister die beiden Knaben verhaf⸗
ten. Der Vater derselben war verreis't und kam erst Rachmittag's
nach Hause, that indeß vorläufig noch nichts zur Entlassung seiner
Kinder, weil er nicht annehmen lonnte, daß man Kinder in dem
oben angegebenen Alter ernstlich bestrafen würde. Als es aber
Abends 8 Uhr wurde, ging er zu dem Bürgermeister und bat
um die Entlassung seiner Kinder: derselbe schlug indeßk die Bine

ab. In seiner Herzenzang wandte, sich H. schriftlich an den
Hriegs⸗Kreischef mit dem Bemerken, daß er sich im Falle er nicht
Recht erhalte, hoheren Orts beschweren müsse. Darauf erhielt 5.
dom Kriegs⸗Kreischef folgendes Decret: „Daß Du Deine Kinder
chlecht erziehst, ist nicht deren, sondern Deine Schuld; vie Kinder
sollen demnach nur 3 Tage, Du H. aber 8 Tage Gefängniß er—
jalten, nachher steht es Dir frei, Dich hoͤheren Orts zu beschwe⸗
ren.“ Dieses Decret wurde wörtlich ausgeführt. So geschehen
zu stutno in Polen im 19. Jahrhundert.
Amerkaaa. J
New⸗York, 7. April. Die Scene, welche sich jetzt von
Tag zu Tag in Wahhington entwickelt, ist folgende. Um 11 ver⸗
ammelt sich der Senat und beschäftigt sich mit irgend einem tet
kenen Gegenstande, welcher die Anwesenheit eines Auditoriums von
Damen in der glänzendsten Toilette keineswegs rechtfertigt. Aud
herrscht unter den zarten Hoͤreriunen eine Bewegung, welche deut⸗
lich genug ihre Ungeduld und ihr Vestreben, auf die dem schönen
Geschlechte eigenthümliche Art und Weise fich die Langweile zu
vertreiben, verraͤth. Schlag 1 Ubhr erklärt der Senat sich bereit,
den Proceß Andrew Johnsons vorzunehmen und jetzt ändert sich
das Bild. Herr Chase erscheint in seiner oberrichlerlichen Kobe
und ruft das Tribunal zur Ordnung. Die Leiter der Anklagt
nehmen die ihnen bestimmten Sitze ein. Durch die weit gebffneten
Thüren treten die Mitglieder des Repräsentantenhauses zu Zweien
Arm in Arm, in den Saal, es füllt sich die Diplomatenloge, die
noch ledigen Plähße im Zuschauerraume werden besetzt und die
VBerhandlungen beginnen. — Geheimnißbolle Verschwindungen find
in New-PYort gegenwärtig an der Tagetordnung. Seit den legt s
dier Monaten sind nicht weniger als 239 Versch windungsfälle zur
denntniß der Polizei gelangt, die in neuerer Zeit für viese Mel⸗
duugen ein besond res Burean errichtet hat. Umer den Verschwun⸗
derien befanden sich 80 erwachsene maͤnnliche, 35 weibliche Perfonen,
833 Anaben und 32 Madchen. Die verschwundenen Männer und
Frauen sind meistens noch sehr junge Leute, erstere in der Regel
Veschäftsleute. Die abhanden gekommenen Knaben befanden sih
iun Alter zwischen 14 und 19, die Mädchen im Alter zwischen 14
und 18 Jahren. Viele der Letzteren sind zu ihren Angehörigen
wieder zurückgekehrt. Man fand sie meistens als Insassen von
öffeutlichen und anderen berüchtigten Häusern New NYorts und
der Umgegend wieder, wohin sie in der Regel von lüderlichen
Weibspersonen gelockt worden waren. —
New-York, 8. April. General Grand hat den Ve—
zirls-Commandeuren strengen Befehl gegeben, die unter dem Na—
men Kuklur⸗Klan bekannte geheime Gesellschaft aufzulösen. Es
ist dies ein Verein früherer Rebellensoldaten, die, man darf sagen,
ju Räuberbanden organisirt, in den Südstaaten mordend und
hlündernd ihr Unwesen treiben und belonders Georgien heimge⸗
sucht haben.
New-York, 8. April. Im Senat wurde eine Bill ein⸗
gebracht, welche die Aufrechthaltung der Freed man s bu⸗
reaux bezweckt. Eine andere Bill verlangt, daß Niemand
ein zweites Mal Präsident der Vereinigten Staaten
werden dürffte.
— Die in Panama ansaässigen Bürger der Vereinigten
Staaten haben ihre Regierung in Washington um Schuß gegen
die seit Jahren verübten Ungerechtigkeiten gegen Ausgländer gebe⸗
len. Wenn eiun Staatsangehoöriger in Panama sich“ ein Verbro⸗
hen gegen einen Fremden zu Schulden kommen lasse, se erfolge
nie eine Bestrafung, es sei denn, daß der Thäter der untersten
Nlafse der Bevöllerung angehöre. Die Bittsteller fügen hinzu
daß sie genöthigt sein würden, Repressalien zu ergteifen, wenn
ihnen nicht stärkerer Schutz gewährleistet werde.
Wahhington, 20. April. Das Repräsentantenhaus hat
fast einstimmig die Banks'sche Naturalisationsbill angenommen, wo⸗
nach die Naturalisirten im Auslande das Recht der eingeborenen
Amerilauer haben sollen und der Präsident berechtigt sein soll,
jalls eine fremde Regierung einen in Amerika Naturalifirten un—
ser dem Vorgeben verhaften läßt, daß die Naturalisation den Un—
terthaneneid nicht auflöse, einen im Unionsgebiet sich aufhalten⸗
en Unterthanen der betreffenden fremden Regierung ebenfalls ver⸗
aniten zu losien
Vermischtes.

F Mil der am 4.—7. Juni in Kassetl tagenden allgeineinen
heutschen Lehrerversammlung wird eine Ausstellung don Lehrmit⸗
eln, Instrumenten, Geräthschaften . verbunden. Die Eiusen⸗
zung derselben wird unter Adresse der J. C. Ktrieger'schen Buch⸗
jandlung in Kassel erbeten.

Mannheim, 17. April. In einer hiesigen Fabtik
wurde heute durch die Maschine einem Auffeher beide Arme
1bgerissen. *

fFWorms, 16. Apꝛil. Das von dem Ausschuß des Lu⸗
tber⸗Denkmal⸗Vereins festgestellte und von dem qrößeren Comite
        <pb n="197" />
        debilligte. Prograumm zur: Enthüllungtfeter des Luther-Denkmals
am 24 25. und 26. Junied. J. seßt fest: Für den Tag der
Vocfeier, 24. Juni, Abends 53 Uhr, Gottesdienst in der Drei
faltigkeitslirche und nach 8 Uhr Choral vom Thurme dieser
stirche; für den Hauptfesttag 268. Juni, Morgens 8 Uhr, Fest
gottesdienst in der Marktlirche, um 112 Zug von da nach dem
gestphatze. Die eigentliche Enthüllungsfeier schließt in sich: a)
Mannerchorgesang mit Begleitung von Blas-Inftrumenien: bj
Festrede mit dem Enthüllungsacte, worauf die gunze Versammlung
das lutherische Lied; „Ein feste Burg ist unser Gott“ anstimmi,
dann 0) Weihrede und Uebergabe des Denkmals au die Stadt
Worms, endlich c) allgemeiner Gesang. Nachmittags 3 Uhr fin⸗
det großes Banlett in der Festhalle statt und Abends Beleuchtung
des Denkmals. Die Rachfeier am 26. Juni beginnt mit einem
Festgotiesdienst. der bei guter Witierung auf dem Festplatze. sonst
in der Friedrichztirche abgehalten wird. An dessen Schluß wird
uuter die Schuljugend eine Abbildung des Denkmals vertheilt
und Nachmittags 4 Uhr in der Dreifaltigkeitslirche das Orato
rium „Paulus“ unter der Direction des Hofkapellmeisters V—
Lachner, aus Mannheim aufgeführt. Es werden dabei u. A.
Gesangeskräfte aus Worms. Alzei, Speyer, Neustadt. Ludwigs
hafen. Mannheim und Heidelberg mitwirken. Nach dem Concer!
sinder aun Sdhlusse esedige Vereinihung in ber Felthale an
»fWuüry durg Die htefigen Gesangveretne haben be⸗
schlossen, für dieses Jaht die Abhaltung des sränkischen Bundes⸗
sängerfestes dahier abzulehnen, da unsere Zustände, sowie die Zei⸗
ten überhaupt. nicht angethan seien, um kreudig und mit Aussicht
auf Erfolg ein solches Fest zu begehen.

f Der Besitzet der Münchener X. N.“, Hr. J. NQnorr, hat
ein Zartchen herausgegeben, das — freilich nur in allgemeinen
Hauptzugen — die politische Fürbung Vayetns auf Grund der
Zollparlamentswahl darstellt und 7 in leicht übersichtlicher
Weife eint Jusammenstellang der Jollparlaments⸗Adgrordneten uud
ihrer Gegen⸗Candidaten nach ihret politischen Farbung und der
erhaltenen Slimmenzahl euthuli. *5 ——— —

tMänchen 26 April. Ein um die Verttetimg der in⸗
dustriellen und commetziellen Interessen Baherns im Auslande
dochderdienter Mann. der bayertsche Conful in Cincinna, E. Fr.
Adae, ist gestorben.

fVafsau—- 18. April. Heute Vormittag fand in öffent⸗
licher Sitzung hei dem . Stadigerichte dahier eine Ver⸗
handlung gegen den bijchöflichen Alummus Joseph Wiedorfer
wegen mehrerer den HH. Rotat, VBejitlaamtmaunn. Landrichter
Revierfoͤrster und Forstineister in Freyung gelegenilich der Parls
mentswahlen in einem Briefe zugefügten eee ftatt
Jos. Wiedorfer warde wegen vier Uebertretungen der Ehrenkrän⸗
sung als schuldig erkannt und zu 50 fl. Strafe. Tragung allet
Kosten und Beroffentlichung des Urtheils in den hiefigen Zei⸗
lungen derurtheilt.
fStuttgart 20. April. Gestern Nachmitiag fanden auf
dem Wasen bei Cannstatt, die großen, vom „Weitrennverein“
neranstalteten Rennen statt. Morgen beginnt der mehrere Tage
andauernde große Pferdemarkt, dem eine grandiose Pferdemarkta⸗
Lotterie folgt. Ihm zu Liebe erschemt seit. gestern eine eigene
Pfet demarlis Jeitung (heuer im 7. Jahrgangh. welche während
der Dauer des ganzen Pferdegeschaͤfts täglich in einem Bogen sich
repräsentiren und den hippologischen allseits gewidmet
jein wird, — In der nächsten Zeit wird sich dahier ein neue
Bank · Institut schon bestehenden anschließen. Eine Anzahl nam⸗
ig Bankiers, andere Geschäftshäuser und Kapitalisten gründen
Ausfühtung eines bereits älteren Plans nach Ertheilung bee
. Genehmigung eine „Stuttgartet Depositenbank.“ Sie laden
dffentlich durch Zeichnung von Actien ein; deren sind bis gum
Velaufe von 300,000 fl. für's Publikum aufgelegt, den Ueberrefi
don 200,000 fI. behielten sich die Gründer vor.
fFMit der preußischen Barke „Herkules“ ist die Mannschafi
des untergegangenen Schiffes „Nyssieus“ in Hartlepool angekom ·
men. Sie erzählte dem dortigen Vice-Consul Hrn. Grobes ihre
Geschichte in folgender Weise: Am 2. April fuhr ihr Schiff von
GBothenburg ab und wurde am dritten Tage der Fahrt led. Das
Wasser drang ein und die Nothflagge wurde aufgehißt. Die preu—
ßsche Barle erblickte das Zeichen und näherle sich, um die
Mannschaft des sinkenden Schiffes aufzunehmen; der Kapitän des
letzteren verbot aber seinen Leuten, das Fahrzeug zu verlassen;
denn er Fei ein gottesfürchtiger Maun, und die Vorsehung werde
jein Schiff nimmer zu Grunde gehen lassen.“ Die Mannschaft
var nicht so vertrauensselig und ergriff die Gelegenheßt zur Met⸗
ung; der Steuermann bot Alles anf, den Laspitän XRVI
Name — zu bewegen, dem Beispiele zu fol gen aber vergedens
„Ic setze mein Vertrauen auf Gott, er wird mich nicht u niergeher
assen,“ wiederholte er. Nun versushte der Steuermann Gewalt,

aber der Kapitän riß sich lod und lief in seine KQujüte. Numbliebe

keine Zeit mehr, der Sieuermann mußte sich bteilen. an Bord
der preußischen Barke zu steigen, und bald darauf verschwande das
inkende Schiff mit vem Capitan imter dem Waßer Dus
Schlimmste ist, daß diefer seinem rellgiosen Wahnsinne zum Opfer
gefallene Unglückliche Frau und Kinder hintetläßt. —

Wien, 16. April. Ein ttauriger Vorfall spielte fich gestern

Nachmitiag am Leopoldftätter Donau⸗Ufer ab. Um 4 Uhr kamen
zamlich zwei junge, 12-1 4jährige Burschen zur großen DTonau
orude gerannt und slurzten sich lopfüber in's Wasser Mehrere
m der Nätze befindliche Personen, welche diese traurige Scene ge
ehen, machten sofort einige Retiungskͤhne los und sehten ven
ugendlichen Selbstmoͤrdern, die, mit den Wellen lkämpfend, fich
ioch auf der Oberfläche des Wassers befanden, nach, Leider ge
ang es nur einen zu retten, wührend der zweite in den Welien
purlos verjanl. Der Gerettete wurde sofort in das Spital der
armherzigen Brüder gebracht, und nachdem es den Aerzten ge⸗
ungen war, ihn in's Leben zurück zu rufen, machte er swolgende
Angaben: Sein Freund, det eben Ertrunkene, mit dem er zu⸗
ammen bei einem Goldarbeiter in der Leopoldsiadt in der Lebrt
ich befunden, habe ihn durch längeres Zureden dazu verleitet,
nit ihm dem Meister zu entweichen. Spater hätten sie es wohi
bereut. doch sie wollten nicht mehr zurückkehren und faßten daher
den Enischluß, vereint sich in die Donau zu stirrzen, welchen Bor.
'atz fie quch, wie oben geschildert, ausführ en. Der Gerettete ist
14 Jahre alt und der Sohn elnes in Komorn lebenden, nicht
inbemittelten Bauers. N

Paris, 19. April. Gestern fand hier im Hotel Drouot
die Versteigernng von 28 Gemalden berühmier Flamandischer und
ollandischet Meister aud der Galerie San Donces in loren
tati. Am theuersten kamen zwei Gemalde, Dontrecht“ von Cuyp
und der Congteß zu Münster“ von Terburg, welche ein Hecr
MN. Mannheim erftand, ersteres zu 140,000 legaetes zu 183 000
Franten. Ein Paul Ponet, Thiere auf der Weider wurde von
derrn Mündler zu 112,000 Ircs. gesteigt. Dirt ganze Verstei
zerung dauerte eine Stunde und es wurden hiebei 1,303 650
Ftanken erlösssft.

Lonvon, 14. April. Gestern wurde hier eine gitt gr⸗
leidete junge Frau auf det That ertappt, als sie breunendes
Papier in einen Beiefkasten warf; ähnliche Fälle waren in letz⸗
er Zeit wiederhzolt vorgekemmen. Vor dem Polizeirichter erllarte
ie, dies aus Rache geihan zu haben, weil ihr mehrere Briefe uicht
zugekommen, und auch andete Leute dann die au sie adressirten
nicht erhalten sollten.

t Der Schweizer Fellenberg⸗ Fiegler laßt die Rinderpest burch
die Homdopathie heilbar sein; das *Haupimittel sei Arsenik in
echzier Verdünnung.

fIn den Sieinbrüchen Amerikas“ (ehemalige Gypsstein⸗
rüche) bei Paris wurde eine Diebsbaude von 30 Personen ab⸗
efaßt, die während der Feier einer Hochzeit bei den gestohlenen
Weinen ec. eiwas gar zu lebhaft geworden war und sich dadurch
jer Polizei bemerllich gemacht hate.

Todtenregister. Einem statistischen Rachweise in
zer NRevue Nationale“ zufolge, welcher officiellen Documenten ent
rommen ist, verschlangen die Kriege während der letzten vierzehn
Jahte die folgenden Menschenleben: Krimmkrieg 784901, nali-
mischet Ktieg 45,000, schleswig ⸗holsteinischer Krieg 8000 nord·
ameritanischer Ktieg 281,000, südameritanischer Krieg 519 000
er Krieg ron 1806 45,000, Erpeditionen nach entfernten Ge—
zenden 65,000. Totalsumme der getödtelen Männer: 1,748,491.

Die „BostonPost“ schreibßr Es ist eia seltjames Factum
daß Varnums wunderschöne Circassierinnen? und, Madagascar
Albinges“ bei Gelegenheit des lezien Museumbrandes pidtzlich
zine genaue Kenntniß der englischen Sprache an den Tag legten.
Furcht hat bis jezt schon vieie Wunder verursacht, aber ein sol⸗
hes war bis jeßt unerhört.

fDurch den Bruch einer mil der hebemaschinerle der Dia⸗
nant⸗Nohlenmine in Scrantor (Ver. Staaten) verbundenen Kette
iel am 31. März eine Plattform, auf welcher 17 Männer stan—
en, aus einer Hoͤhe von 185 Juß auf den Boden des Schachts.
xrilf davon wurden sofort getoödtet, einer ist seitdem geftorben und
wei liegen im Sterben.

Franfurt, 18. April. Bei der heute fortgesetzen Zieh⸗
ung Gter Klasse 283er Frankfurtet Stadtlotterie fielen auf fol-
ende Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 10798 100,000 fl.
ie 25501, 5660, 7519, 16328, 6949 und 17734 jede 1000
l., Nr. 13336, 12830, 24230, 21970, 49, 22000 uud 16115
ede 300 fl.

Frankfurt, 20. April. Nr. 23784 20,000 fl. Rr.
3816 und 1748 jede 2000 fii, Nr 19941, 12720, 10079,
7965, 18638 und 19276 jede 1000 fi, Nr. 6995 und
14698 jede 300 f.
        <pb n="198" />
        να α Semeinitziges. 2*
Ein, Delanstrich auf, Cement haltbar 41
'machen. Ein haltbarer Oelanstrich auf Cemeni läßt sich nach
einer Mittheilung von Keim in der politechn. Gesellschaft
zu Berlin dadurch erhalten, daß die cenentirte Fläche vorher. ehe
der Oelanstrich gegeben wird, 3—4mal mit Essigsäureüberstri⸗
chen wird.

—— A ι
allgemeine belannte Sathe? dak alles Lederkwerk. welches öftert
eingefettet wird, viel an Dauerhaftigkeit gewinnt. Hierbei aber
werden noch sehr grobe Fehler begangen. 1) Wird bas Leder⸗
werk gewöhnlich micht volllommen von dem anhaängenden 3—
hereingi.2) Laht man gewöhnlich das Lederwert, wenn es aub
dem Wasser kommt, viek austrocknen. 8) Verwendet man hiermi
jewoöhnlich schlechtes (hilliges) Schmierfett und 4) wird diese Ar⸗
beit gewöhnlich nicht oft genug vorgenommen. Dieses wäre also
alles zu vermeiden, bei Vornahmedieser Arbeit. Nach verschie⸗
denen hieruber angeftellien Versuchen hat sich folgendes Verfahrey
als am besten bewährt: 2 9
Das einzufettende Lederwerl wurde zuerst in lauwarmen Loh ·
wasser einige Stunden eingeweicht und dann mit steifen Bürsten
bon dem aͤnhängenden Schmutz befreit, dann wurde es aus dem
Wasser herausgenommen, sowen getrocknet bis tein Wasser meht
darguf zu bemerken war (daß sich aber beim Zusammendrücken
des Leders auf der Oberfläche noch Wasser zeigte), dann mit eit
em in warmen Fischthran getaugten, wollenen Lappen eingeschmiert
nd an einem warmen Ortgetrocknet. Je dfters dieses Verfat
ren wiederholt wird, je mehr profitirt man dabei. Einen Zzu
von Schwaͤrze zinn Fett hat man nicht für wortheilhaft gefunden.

3 Gerhhutung des Zerspringens von Glas⸗Cylindern. Na—
menilich bei dem Gebrauche von neuen Glas⸗Cylindern komm
es nichi selten vor, daß fie springen, sobald sie mit der Flamme
durch Zufall einen Augenblid in Berührung kommen; ein sichere?
Mitiel einem solchen Cylinder diese Eigenschaft zu nehmen, befteh—
darin, daß man ihn vor dem ersten Gebrauch in einen mit kal
tem Wasser angefüllten Topf legt, den Topf übers Feuer und
das Wasser langsam zum Sieden bringt. Hierauf entfernt man
das Gefäß vom Feuer, läßt das Wasser langsam abkühlen und
nimmt nun erst den Glas⸗Cylinder heraus. Nachdem er gereinig
und getrocknet worden ist, hat er: eine solche Festigkeit: erhalten
daß er bei der Berührung mit⸗der Flamme nicht mehr springt.
Zur Erhaltun'g des Lederwerk g. Es ist eine
Bekanntmachungen.
Samstag den 16. Mai 1868,
—— des Mittags 12. Uhr⸗
lassen die Erben Heinrich Karchet,
ihre zu Scheidt an der Staatsstraße
gelegenen 3
beiden Wohnhäuser mit Oeko

nomie⸗Gebäude, Hofraum und

flanzgarten, zusammen einen

Flächeninhalt von eirea 153

Ruthen 120 Fuß enthaltend,
im Einzelnen oder Ganzen unter günstigen
Bedingungen zum Eigenthum versteigern.
Seit einer langen Reihe von Jahren
wurden diese Gebäulichkeiten zum Betriebe
einer Gastwirthschaft und Krämere
mit gutem Erfolge benutzt, eignen sich je⸗
doch ihrer vorzüglichen Lage und Einrichtung
wegen zu jedem anderen Geschäftsbetriebe.

Näheres zu erfragen bei Herrn Notar
Artois zu, St. Johann. 323

i

eN uure E-tout- cas,
“ 262 * 6 10 4 d q 3 9
in schönster Augwahl sineanommen bei zh
ornzi
einstube
für feine PFAI- u. auslündise he Weine,
herbunden mit kalter Küche, nach norddeutscher Art, ist
seit heute in der Nähe des Bahnhofes eröffnet; unter
Zusicherung guter und billiger Bedienung halte die⸗
selbe dem reisenden Publikum bestens empfohlen,
Eduard Kuby.

Wein⸗ Belicateslenhandsuna. —

Fruchtpreise der Stadt F

Vaiserslantern pon 21. Apri.
Weizen 8 fl. 45 kr. Korn!7 fl. 28 fr.
Spelzkern — fl. —Ar. ESpetz 6 fl.
3 kr. Gerste 6 fl. 8. tr Hafer 3f.
22 kr., Erbsen 5l. 21 kr.. Wicken 4ff
40 ir. Linsen — fl. —kr. per. Zentner.
Brodprease: 6Pfo. Korndrod 32 kx.

83 Pfd. Gemischtbrod 17 kr. und 2 Pfo.

Weißbrod 17 kra *uy

Wormis den 17. April.
Wir notiren heute: Weizen 16 fl. 4tt.
bis 17 fl. 165 kr. Roggen 14 fl. 80 ki.
bis —f. ir.Gecste 1ä fi. voni.
his — — tr. per ibd Kilb, Hafer
n —ire vis s. der öo dig
mest per Partie 14 fl. 80 tr. big 4.
— kr: Roggenmehl 14 fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 15 fl. r, bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 19 fl.x.
fl. T r. Blumenmehl. — fl. —ki.
bis — fl. — Ur. per 70 Kilo.⸗ Reps
ifl. Ur. bis. .fl. ir. per 8
Kild. Rübol ohne Faß 2i fle kre biß
— fl kro Keindl ohne“. Faß —fl⸗
ic bisfic — ohne Fah

ifl. — IAr. bis fh.arx. *her
50 Kilo. Repskuchen — fl. A kr. biß
95fl. — Ar. Branntwein 31 4l. — »vP
is fiet — itt..
Redaction, Druck und Verlag von z. x. Demeß in S dusben. * 2* J

Son“

e
Tau musik
auf dem .
Ti voLai.,
in Blieskastel.
Italienischen 755*
Saat⸗Hanfsamen
bester Qualität, empfiehlt —
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Mehrere Sorten schöne
auserlesene —RV——
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bilig bei3
I
Schreiner.
        <pb n="199" />
        * ..* 8 — T. *5— * —F gi —2 F 8 — —
St. Ingberser Anzeiger.
V 77. O— 75 * 324 J J 0——
E J—— ιι ——— 4

* :4 .. —V hitiu — “
αι ————

Dder „St. Ingberter Auzeiger⸗ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich — enstag, Donnerstag
und Samstag. Abnnnemw⸗ntspreis vierteljährig 45. Krzr oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit8 Krzr. die dreispaltige Zeile

n ee. Blattschrift oder deren Raum berechnet. 2 2321
Nro. 50 u . , Samstag/ den 258. J 0 e 1868

J5 4

er Deutschlandeun
Muündchen 23. April. Der Ausschuß der Abgeordneten⸗
rammer macht auf den Beschluß der Reichsrathskammer den Ver⸗
mittlungsvorschlag, den Malzaufschlag vom 1. Jui 1869 an in
oer Pfalz einzuführen. J
Ases en 23. April. Der Finanzausschuß der Abgeord⸗
ietenkammer beantragt der Bitte des Landauer Stadtrathes ent⸗
brechend die Festungseigenschaft Landaus aufzuheben. Ferner be⸗
antragt derselbe NAusschuß, am Militäretat 816,445 fl. in Ab⸗
trich zu bringen. Der Kriegsminister erklaärt, er beduͤrfe zu Un⸗
erhaltung einer den Heeren der verbündeten Staaten gleich or⸗
janisirten, wohlausgerüsteten Armee, die geforderten 16 Hillionen.
jei aber äußersten Fallz mit einer Abminderung von 550,000 fl.
einverstanden, voxausgesetzt, daß die Verwendüng etwaiger Er—
parnifsfe bei den einzelnen Titeln eingeschränkt blͤbe.
Maänchen. 18. April. Der „Ruͤrnb, Anz. schreibt: Die
ayerische Ab geordnetenlammer wird noch einmal dringend ermahnt,
ind gebeten, der armen Postboten, die in der That einiger Gul-
)en Gehaltsaufbesserung außerordentlich bedürftig, sind, nicht zu
bergessen. Nachdem die Kammer so generös war, gegen den
Willen des bayerischen Volkes einer fremden Königin, die noch
nie erfahren hat, was Mangel und Hunger oder auch niur was
Arbeit und Verdienst ist, 30,000 fl. jährlich zu schenten, wird sie
egs wohl für geeignet erachten, die Lage der „vielgeprüften, mit
hiel Verantwortung belasteten und von noch mehr Noth und Elend
deimgesuchten Postboten sich auch zu Herzen nehmen und ih—
nen, den unentbehrlichen und nützlichen, fleißigen Landeslindern —
ine Bezahlung für ihre Dienstleistungen zukommen zu lassen, welche
venigstens hinreichend ist, daß sie sich satt essen.
Maunz, 28. April. In der heutigen Generalversammlung
der Taunusbahn wurde die Dividende pro 1867 auf 18 fl. per
Actie festgesetzt. Die Generalversammlung genehmigte sodann sämmt⸗
iche Anträge des Verwaltungsraths und wählte alle austretenden
Borstandsmitglieder wieder. 0
Berlin I9. April. Abg. Schulze-Delitzsch wird morgen
der übermorgen seinen Antrag 5 Erlaß eines Genossenschafts-
zesetzes für den Norddeutschen Bund. nachdem derselbe von der
Fortschrittspartei gebilligt worden ist, beim Reichstage einbrin⸗
zen. Dem Autrage! liegt ein vollständiger. Gesetzentwurf bei,
der sich nur in wenigen Punkten von dem preußischen Geseß
anterscheidet, in diesen aber wesentliche. Verbesserungen bringi.
Viele Mitglieder der nationalliberalen Fraction haben den An—⸗
rag mitunterzeichnet und auch die Freiconservativen sind ihm
zünstig, so daß er vielleicht schon in dieser Session ein Nut
jaben wird. ”,
Berlin, 22.April. DieProbinzial⸗Correspoude nz
chreibt: Der Konig eröffnet Montag das Zollparlament mit einer
»er hohen Bedeutung dieser Versammlung entsprechenden Feier⸗
ichkeit. Norddeutschland trägt den Süddeutschen die aufrichtigsten
Wuünsche für wahrhaft einige gedeihliche Wirksamkeit entgegen. Es
st auzunehmen, daß Simson Präsident, ein hervorragender Ver⸗
xreter Sülddeutschlands erster, ein Norddeutscher zweiter Vicebrä⸗
ãdent wird. 3 L. * 1 *97 z37 —— 77
6s bestätigi sich daß Preußen vorgeslern im bekreffenden
Ausschußt des norddeutschen Bundesrathes die jüddeutschen Anträge
degen vertragsmäßiger Ausdehnung der Freizügigkeit bestandet hat,
veil ohne eine gemeinsame Executive und ein gemeinsames legis-
atotischetß Organ die Herstellung derselben praklisch unausführbar
ei.Die Majsorität des Ausschuüsseß war für Abschluß der Ver—
raͤge in irgend einer Fgrm. 9 WW
Berlin, 28. April. Wolff's Bureau erfährt zuverlaffigst, daß
emnächst Armeebeurlaubungen eintreten, welche, wie hehauptet wird.
trch vorherige Verhandlungen mit Oesterreich motivirt sind. Die
Ingabe, daß mit Frankreich wegen eines gleichartigen Schrittes ver⸗
andelt worden, entbehren der thatsächlichen Begruͤndung. Gleich—
eitig wird aus Kiel telegraphirt, daß in diesem Sommer keine
roßen Flottenmanödver stattfinden. (Auf das Gerücht hin, daß

wischen Preußen, Oesterreich und Frankreich eine allgemeine Be⸗
urlaubung verabredet sei/ war die Berliner Börse sehr fest)

Wien, 19. AprilDer alte Kaiser Ferdinand J.vollendet
jeute sein 75stes Lebensjahr. Der Familienrath bewog ihn, weil
er sich während des Revolutibnssturmes „zu nachgiebig“ erwiesen,
um Verzicht auf die Krone, und sein Neffe Franz Jofebh 1. be—
tieg am Z. December 1848 den Thron. Seitdem weilt der ab⸗
jedankte Kaiser!odhne Jemals nach Wien ju kommen, im Schlosse
dradschin zu Vrag.s Man erzählt von ihm, er habe u. N. in'
Zezug auf seinen Neffen geäußert:“ Die VTombardei verlieren,
Zenetien verlieren, das hält' ich“ auch gekonnt!“:“ Dagegen wat
»er Erzherzog Max sein Liebling, und Haiser Ferdinand soll dfter
»ie Schulden desselben getilgt haben z dasschreckliche ¶ Ende des
faisers von. Mexics erschütterte das Gemlith des allen Herrn
auf's Tiefsfte.

Wien 22 Abril. Bie „Ostert. Corr.? meldet folgende
zeränderungen in vden diplomasischen Vertretungen Oesterreichs?
Zum Gesandten in Madrid wurde Graf Karaickt, in Stocholm
Graf Muͤllinen, zum interinüstischen Geschaftsnager an Sielle des
urrückttetenden Grafen Revertera in Petersburg der. Botschafts⸗
cath Petsera, zum Geschaftsträger in Darmstadt Baron Bruck be⸗
timmt. Graf Hohos kommt alt Botschaftsrath nach Paris, Ba⸗
on Wolterskirchen als Legatlonsrath nach Konstantinopel. Legations⸗
ecretãr Fürst Yenburg und Graf Wolkenstein gehen nach Stuttgart
ind xesp Londn. 5

Waen 22. Aprit In der Berathung des Clubs der Lin⸗
ien waren die Minister Brestel und Berger anwesend. Die Mehw⸗
ahl der Redner sprach sich für die Bedeckung des Deficits durch
ie Besteuerung der bemittelten Classen aus, SDr., Brestel erklärte
eine Geneigtheit zu allen wünschenswerthen Modificationen, aus-
chließlich Staatsbankrott. Berger gab zu verstehen, daß das Mi⸗
aisterium seine Entlassung fordern würde, falls die Majorität den
Bankrott wollte. * . 28*⸗

Wien 22. April. Die Neue fr. Pr.“ meldet, der Ba⸗
ron von Meysenbug werde in seiner außerordentlichen Mission
n Angelegenheiten des Concordats nicht vor der kaiserlichen
Sanetlon der confessionellen Gesetze nach Rom gehen.“ 42. Das⸗
elbe Blait berichtet, daß in Regierungskreisen die Ueberzengung
rusgesprochen werde, die Wehrfrage werde ihre Lösung im Sinne
ver Aufrechthallung der Heereseinheit finden. — Heute findet die
Interzeichnung des österreichisch- englischen Handelsvertrages statt.
Bie der „Wanderer“ vernimmt, soll der russische Gesandte am
riesigen Hofe, Graf Stackelberg, den Baron v. Budberg in Paris
rsetzen und wurde hier den Grafen Orloff oder den Baron v.
Kenorring zum Rachfolger erhalten. — Dasselbe Blatt weist auf
die Befürchtungen vor einem Haudstreich der grichischen Actions-
vartei im turkischen Archipel hin und erklärt daraus das dortige
dreuzen eines französischen und türkischen Geschwaders. 5

Wien 23. April.! Der Club der Linken beschäftigte sich

n seiner gestrigen Sitzung mit den Finanzvorlagen.“ Der Abg.
Sturm beantragte eine aus vier Punkten bestehende Resolution:
das Deficit im Staatshaushalt muß durch außerordentliche
Mittel bedeckt werden;⸗ 2) als unannehmbare Mittel sind zu be—
eichnen: a. Aufnahme bleibender Anlehen, b. Vermehrung der
Staatsnoten, o. höhere Belastung der Staatsgläubiger, als durch
die Summe des von Ungarn nicht übernommenen Beitrages zu
den Stagtsschulden gerechtfertigt ist; 3) die ministeriellen Finanz⸗
oorlagen werden, vorbehaltlich eventueller Verbesserungen, als
Basis zur Widerherstellung der Ordnung im Staatshaushalt er⸗
lärt; H, im Falle einzelne Bestimmungen, der Vorlagen abge—
ehut werden sollten, seien possitive Veschlüsse zur“ Loͤsung der
finanzfrage nach obigen Grundsätzen dem Reihsraäth vorzu-
egen. — Nach sehr lebhafter Debatte wurde Punkt 1) und von
zunkt 2) die Absätze a. und b. angenommen. In der nächsten
lubsitzung wird die Berathung über diesen Gegenstand fortge—
etzt werden.
        <pb n="200" />
        Ofen, 22. Ahril.* Soeben ist die Kaiserit von einer Prin⸗
zessin entbunden worden.. 3.34 8
Pest 4 28 Iptil. Rch Lyrnau werden neuͤerdings pan⸗
slavistische Umtriebe gemeldet Die Vehörden dajelbst haben sefor/
eine Untersuchung Aber die Urheber dieser E
Die Taufe der neugeborenen kaiserl. Prinzefsin oll dommenden
Samstag im Throusaale stattfinden, in welchem die Kapelle er⸗
richtet wird.
TV 58 7T 215 4 — 2 529
— 9 Frankreich 7 e
Paris, 17. April. Die Affaire des Lesurques,welcher
Ende vorigen Jahrhunders wegen Theilnahme an der Ermordung
des Tonducteurs des Lyoner Postwagens unschuldigerweise!t zum
Tode veuͤrtheilt und hingerichtet worden warx. kommt nächstens
wieder vor den Cassationshof. Seine Nachkommen — es lebt
4 eine seiner — seit une siebzig Jahren
eniüht, die Rehabilitalion ihres. Vaters und Großvaterz zu ere 103 68 Mee ez 7
nhen d, Vahute Gweitteen. ang der Actung welche die nar Dwerte hoet, dat vom . Dial an fternan:
inde ai der e e ven zutehe ne er d uee e air züen dezuewene sur bas sen
Peee ie Rebisizn ber Proceßceien durchzae Altige Bahetn ¶wvorn Wichtigkeit. da für die Folge auch dort. wo dig
—* Die R sich im Augenblide in den Händen hur wen R Dedent die
bee General⸗Procurators Delanale, Da das gieunch dedemende dr in der Pfaz cwon eit 7 FRhren hahen, herrschen wird
Vermoͤgen Lefurques d seiner Berurtheilung confiscirt wurde, —B———— Gewerbegescha bung —R
so wird der Staat, falls her Cassationshof· die Kehabilitation vsen eege abgeändert, und es ersheint baher nicht
ausspricht, dasselbe sammt den Zinsen herquszahlen müssen, was 85 auf ie wichtigsten dieser Abänderungen.aufmetlsain
eͤne Summe von ˖mehrexen Missionen auqmachen wird. , n R,
Jane e e de echdehenn sagt. Ver utt hd ucheer Santr e dernunnudunn bigdet
gesunde 3 des Publiiumg hat über die kriegerischen Zind dee e rrn Iei — os d dem
glamireuhen Gerüchte welche hre Entstehung und Berbreitung den eren Serriede ur Hhrher gehdren vor allem die sogen.
Verechnungen auf gluͤckliche Speculationen verdanken, sein Urtheil Preßgeweerbe Buchtrugereien Lithographlen Buchhaudlun-
gefaͤlli und die Beruhigung der Gemüther tritt mehr und mehr zu Lig Lese Cabinete And Leihbibliothelen. Freigegebent ist ferner der
Tage. Wahrend die frangofsche Regierung michts perabsaunu, unn die duiem Sdleßbuwver die früheren scanzoͤsichen Gesehe. über
kriegerischen GBelüste zu enimuthigen und den allgemeinen Frie; d ee n ee ere sind aufgehoben
—
und viligteit 3 aend k Vocet 35 dns * 8 ee ee erh ee
Die Raqhichten aus Jialien auiten foriwahrend hochft eun- Nimig attart, werche e disher nicht waren. Es sind. dies dag
cuhigend Die Berichte, die ian von dort rhält. stellen die ——— Sommissivus- umd Aluftragetureaug og,
vu als — —— neuen tanet ren de ur en b —88
euern ist im Zunehnien begriffen, und man befürchtet jn den g des Art. 3 des Bewervegesetzes u vrachten, wornach der;
rhen großen Siaden ahnliche luftritte wie sit ia Belogna Tuge- der auf Grund der bishetgitzhen Bestintm mnigenohne
Stont gefunden habene!gZugleich wbilsl die Florentiner Regierung Toncession eid Gewerbe betreibt.iwelches durch das Gewerhetefetz
tXcuntniß haben don einet großartigen Verschwörung,bie un hftens uls roncesfion spflichtig erllärt ist bei Vermeidumng der Einziehung
guni Ausbruhe kommen sol. Die Absicht der Verschworenen be⸗ eines Gewerbs inneryalb 3 Monaten vom Ie Miainan eine Con⸗-
steht darin, sich der Spitzen der jetzigen Negierung mit Gewalt — W d. ihm nicht derwelgert werden darf,
und durch Ueberraschung zu bemuͤchtigen, und dann die Rehublik denn er d her sein Gewer e ordnungsmaßig. ausgeübt hat. Die
J — welche, wie die re hoffen, bei der IWt eeenawergen wuen daher rechtzeitig un die
immung. die gegenwärtig in ganz Italien herrscht, und bei der soroerie ndn ussen.
geringen Sympathie, welche der König im Augenblicke besitzt, vom Die einmal verliehene Gewerbsconceffion erlischt unter Um—
ganzen Lande einstimmig angenommen werden würde. dänden ooꝛer kann in gewissen Fällen auf beftimmte Zeit einge⸗
ee z eesrree ree Fulle sind in den
9* e 1 28 des Gesetzes ange —I
London, 20. April. Die „Western Morning⸗ News“ Das Unterhalten von sogenannten Wanderlagern wird in
melden, daß in Bridgewater am Sonnabend das Gerücht zirkulirte, Zukunft von der ortspolizeilichen Bewilligung abhängig sein, und
die Konigin sei gestorben. Der Urheber dieses beunruhigenden für diese Bewilligung darf, eine Abgabe, die durch Verordnung fest
Gerüchts ein Schuͤllehrer wurde verhaftet. — Gestern fand unter dem Jesetzt wird, zur Gemeindekafse erhoben werden.
Vorsitze von Anthony Rothschild ein Meeting von Mitgliedern Der, Haufirhandel foll durch Verordnung geregelt werden.
der hiesigen Judengemeinde statt, auf welchem die Verschmelzung Für die Ausfertigung eines auf ein Jahr gilligen Hausirscheines
aller Loñdoner Synagogen in eine einzige Korporation in Er— gerung einte Abgabe im Marximalbetrage von 36 fI.
wägung gezogen wurde. — Den „Western Morning News“ zu⸗- erheben lassen. n
solge bestätigt sich die Nachricht von dem Schiffbruche des abejssi · Eine weitere Abhänderung der bestehenden Geseßgebung end⸗
nischen Transport⸗Schiffes „Electric, welcher 80 Meilen von Aden ich wird durch die ufhebang des Art. 67 des Gewerbsteuer⸗
entfernt, ftatifand, undbei welchem über 60 Menschen ihren Tod esetzes vow PFJuli 1856 herdeigeführt.“ Durch diefen Artitel
in den Fluthen fanden. Einer der Geretteten wurde von den wvaren nämlich mehrere Bestimmungen der Gewerbsteuer⸗Verord-
Arabern ermordet und die Uebrigen, mißhandelt und ibrer nung vom 14. April 1826 fur die Pfalz beibehalten worden,
Kleider berauthutt. mamenttich, daß jeder Gewerbtreibende ein Patent zu loͤsen hatte,
London 283. April. Unter dem Vorsitz von Bright hat daß das Patent für das ganze Jahr genommen werden mußte,
gestern ein nahezu 8000 Kopfe starkes Meeting für Abschaffung und nur dann, wenn der Gewerbsteuerpflichtige im Laufe des
der irischen Staatskirche stallgefunden. Der Vorsitzende fuhrte Jahres starb oder durch ein nicht in seiner Gewalt stehendes Er
unter großem Beifall aus, daß dieje Kirche seit 300 Jahren eine igniß gehindert war, sein Gewerbe fortzutreiben, ein verhältniß-
ungeheure Beleidigung der Mehrheit des irischen Volkes sei. mäßiger Nachlaß an der Gewerbstener gewährt werden konnie;
Italien. erxner, daß kein Gewerbsteuerpflichtiger in einer andern Gemeinde
. 3 alz in der seines Wohnortes ein Gewerbe ausuben durfte, ohn⸗
XTDur im, 23. April. Gestern Vormittag erfolgle im gro⸗ mit einem Pateute versehen zu sein, und endlich, daß alle Zudi.
zen Vallsaale des königlichen Schlosses die Civiltrauung des Kron- derhandlungen gegen das Gewerbsteuergeseß durch die Pol,eige⸗
prinzen Humbert mit der (savoyischen) Prinzessin Margherita; ichte abgeurtheilt wurden. In Folge ver Aufhebung des *
darauf Zug nach der Cathedrale, wo der Erzbischef von Turin bähnten Art, 67 nun werden für die Folge eine Gewerbo
die kirchliche Trauung vollzog. Die königl. Familie, die fremden jatente mehr ausgestellt; bei Ausübung eines Gewerbes in einer
Prinzen. das diplomatijche Corps, der Hof, die Minister, die Mit, indern Gemeinde als der des Wohnortes kann daher auch bon
glieder des Parlamentes und die städtischen Deputationen wohnten inem Mitnehmen und Vorzeigen des Patents keixe Rede mehr
den beiden Acten bei. Die Stadt war ausßerordentlich belebt, ein, Es wird ferner, wenn Jemand seinen Gewerbsbelrieb ein—
es fanden enthufiastische Volkstundgebungen statt. Den Festlich- lellt oder von mehreren Gewerben das eine oder andere nieder—
keiten in Florenz wird der Prinz Napoleon nicht beiwohnen. egt, und hievon dem betreffenden Vürgermeisteramte Anzeige

0 Spanien. J
IM⸗28Xjd p Der Ministerpräsiden- Marschall
dar baez ist heutj Morgen Festhrben, nachdem er den Segen des
Papstes ebst vollstaͤntziget Ab soluinieerhaltet · hatted Sardaez
war 1800 in Andaluslen geboren; den/ Titel „Herzog von /Va
encia“ erhielt er für den Aufstand von 18642, dem der Sturz
fAsparteros folgte.)
n irminf fit Amerika. n mo
.Washugtom, 22, Aprila Im Senat als Gerichtshof
replicirte Boutwell, Mitglied des Anklagecomites der Repräsen⸗
tantenkammer, auf die Ansführung der Vertheidigung im Proceß
JohnfonnEr e ntwickelte, daß die in der —— erhobe⸗
nen Beweise den Präsideuten als vollständig überführt darstellen
Das neue Mewerbegesetz.
        <pb n="201" />
        macht, die Gewerbsteüer jchon bom nachstfolgenden Quartale
knicht, wie bisher, erst bom nächstfolgenden Jaͤhre) an nachge⸗
assen. Endlich werden für die Folge nur die Zuwiderhandlun⸗
gen gegen das Gewerbsgesetz wie z. B. unbefugke Ausübung eines
roncessionspflichtigen Gewerbes, Beginn eines neuen Gewerbes
ohne die vorgüngige“ vorgeschriebene Anzeige u. s. w. durch die
Polineigerichte abgeurlheill, waͤhrend die Strafen wegen Zuwder⸗
handlungen gegen das Gewerbsteuer⸗Gesetz —Wwenn ein als Aus⸗
chußmitglied Gewählter seinen Eintritt in den Gewerbsteueraus⸗
chuß verweigert, wenn ein Steuerpflichtiger die Abgade seiner Er⸗
larung über die bon ihm betriebenen Gewerbe⸗ der ergangenen
Dahnung ungeachtet unterlassen hat, wenn er die zur Feftsetzung
der Bettiebsanlage erforderlichen Merkmale ganz berschweigt, oder
untichtig angibt — durch die Gewerbsteuerausschüffe ausgesprochen
werden.

Dagegen ist die bisherige Bestinimung des Att. 687 des Ge⸗
verbdstetiergesetzes, daß Jeder, det ein neues Gewetbe“ anfängt,
oder seinen Gewerbebetrieb in einer Weise andert, welche gesetz⸗
ich eine Steuekerhöhung zur Folge hat, auch ohne. voraubgegan -
zene Uufforderung bei einer Geldstrafe gehalten ist, hievon vor
Begiun der Geschaftsausuübung bei der Gemeindebehoͤrde Anzeige
zu machen, und die für die Anlage der Gewerbesteuer —s—
hene Erklärung abzugeben, durch Art, 6 des neuen Gesetzes aus-
rüclich deldehahsen worhen. Neber Da nmeidunge windeine ve
scheinigung ertheist.
unstnotiz.

—A X88 einmal'das Vergnügen,
üͤber die vorzüglichen Leistungen des Herrn Joseph Chandon
don hier zu herichten. Nachstehend geben wir zwei Artikel des
dreütschen, TheaterCorresspondenten in München,
delche ähnliches behaudeln·
Dsseldorf, 20. März 1808. Zum Benefsice des Hrn.
Ber tom i fand eine Wiederholung des, Robert der Teufel? statt, und
oͤnstaͤtiren wir diesmal mit Vergnügen. daß der Beneficiant die
Litelrolle vortrefflich sang.“ Die schwierige Parthie des Berlram
»ot Hrn. Chandon die beste Gelegenheit, sein schon oft ge⸗
rühmtes Talent und prächtige- Stimme; zur vollklonamensten. Gel⸗
tung bringen zu können. Eine wohlthueude Uebereiustimmung
wischen Inhalt und Darsiellang, Spiel“ und Gesang, machen den
aicht umsonst so gefeierten Künftler zu dem glücklichsten Vertreter
diefer grozartigen Rolle, und reiht sich seine Leistung den früher
chon o Forühnten Kardinal, Martel: Sotastro ꝛc. ebenbürtig an.
Ihm, würdig zzuw, Seite staud Frl. Dolfin, welche-als Alice eine
chrex vorzüglichsten Leistungen bot, und namentlich an dem Erfolg
ʒes wunderbaren Duetts mit Vertram glüdllich paricipirte. Hr.
Wachtel jre wnr als Raimbaut recht gut.

Wiesbaden, 5risc Königliche Schauspiele. (Orig.
Cor.) Die gestrige Aufführung der „Hugenotten“ gab uns Gele—
genheit, einen Gast, Hin. Chandon vom Stadtheater in Düssel-
dorf, als „Marcel“ zu hören. Es ging demselben schon der Ruf
eines —— talentvollen Sängers voran, welchen wir nun
auch hier vollknmen constatiren. Das Publikum, sonst sehr kalt,
erwies sich an diesem Abend gegen den Gast besonders dankbar,
und applaudirie gleich dessen wirksam vorgetragen Chotal wie
Schlachtgesang äußerst lebhaft. Von besonderer Wirkung erwies
sfich aber im Duett des 3. Aktes seine schöne Stimme, wobei dem
dünstler der ihm eigene sympathische Ton vortrefflich zu Staaten
tam. Hr. Chandon wurde im Vereine mit Fr. Lichtmay nach
dem Duette durch zweimaligen Hervotruf verdientermaßen ausge⸗
Jeichnet. Figur, Maske und Spiel des Hrn. Chandon waren
zanz dem Character der Rolle entsprechend. Von den heimischen
Mitgliedern glänzten noch besonders Frl. Boschetty, die Herren
Phillippi und Caffieri.

Vermischtes. »
Speyer, 23. April. Heute Abend um 6 Uhr wurde
der Regierungsdirector Emonts auf seinem Bureau im Regierungs⸗
jebäude vom Schlag gerührt und war sogleichtodter Er hatte
ein Alter von über 85 Jahren erreicht und war bis zum letzten
Augenblicke körperlich und geistig frisch und rüstig. In Rhein⸗
preußen geboren kam er mit der Errichtung der baherischen Kreis—
degierung hierher und wurde vor mehreren Jahren als Regie⸗
rungsrath mit dem Titel und Range eines Regierungsdireciors
⸗ensionirt, erhielt aber zugleich die Befugniß, noch in seinem bis—
nerigen Berufe thätig zu sein und den Sitzungen des Regierungs⸗
Collegiumg beizuwohnen. Ein gewissenhafler Beamter, ein treuer,
ehrenwert her Character ist mit ihm zu Grabe gegangen
München, 20. April. Der Kronprinz von Preußen
ieß vor seiner Wiederabreise der Mannschaft, welche bei seiner
Ankunft die Ehrenwache dildete, circa 80 Mann, ein Ehrenge·
chenk von 60 Dukaten zustellen. Ebenso hat die k. Hofsdieger⸗
chaft, welche dem Kronprinzen hier zugetheilt war, sehr reichliche
Beschenke erhalten.

f vdelberg W. April.“ Geslern stand zum ersten
Matk ein Studlrender dor den Schranken des gewöhnlichen bür⸗;
zerlichen Getichts (des Schöffengerichts) in öffentlicher Sitzumg.
ẽr war der Mißhandlutig eines Restaurateurs in einem öffent ·
ichen Lokal angeschuldigt und wurde zu einer Glãgigen Arrest⸗
trafe vexurtheilit. * —FV V

In Heidelberg sind zum Erwerh der VBuchersaminlung det
geschichtsschreibers Haͤusser für die Aniversität (Häusserfondes)
1o fl. eingegangen. ...

f In Wur zö ud ge wütde vor Kurzem ein Sergeant feiner
Tharge enthoben uͤnd zu 830 38 Arrest verurtheut, weil er
zeim Exercitium dr een peiwilligen grob war und sich
zrutale Aeußerungen er aubte... V

7. In Frankfurt sind in den“letztern 14 Tagen nicht
veniger alz 17 Selbstmorde vorgekommenMehrere, der betref⸗
fenden Peisonen begaben 4 nach Mainz um daselbst in den
kthein zu foriugen. In derfelben Zeit wirden auch in Mainz
nehrere Selbstmorde derübt. Am 14. und 15. April wurden
n Maing 8 Leichnane geländet. Die Ursache diefer hoöchfr trau—
igen Ereignisse wird aligemein ald in den hoͤchst ungünftigen,
Zeitverhaͤltnissen, dem Fänzlichen Darniederliegen des Handels
ind aller Geschäfte und dem ernormen Steuerdrucke liegend ber
aichn * 5*
a Wis au 8 April. Die! Schlußverhandlung in dem
Brozesse gegen, Julie von Ebergenhi hat heute um 10 Uhr Vor⸗
mttags anter ungeheurem Andrang des HPublikums begonnen· Un⸗
er den Zuhsrern bemerlt man die Fursten Esterhazy und Batthianh,
erschiedene Reichsrathsabgeordnete,, Banliers, Diplomqten Dund
nen Münchener Hofadvolaten Dra Schauß. Die Angeklagte, welche
n sorgfältigster Toilett. erscheint, macht durch unschone Gesichts—
üge einen abstoßenden Eindruck und beantworlet die üblichen Frax
jen des Präfidenten über Namen, Alter und Herkunft unten hef⸗
igen Thränen. Die anwesenden 10 Zeugen werden auf morgen
orgeladen. Der Staatsanwalt entwickelt hieranf die Anklage.
Er jchilderi die Entstehung ·desLiehesverhältnisses Zbischen Ma—
hilde Rueff und Gustab Chorinsky, die Vermaͤhlung in Rom,

die liebevolle Aufnahme der von ihremn Gatten verlassenen Gräfin
im Hause der Schwiegereltern. Die Ermordete verließ dasfelbe
gn sachte in München eine Zuflucht, um dem pflichtvergessenen
Hatten die Rückkehr in das Vaterhäus zu ermoglichem, Die An⸗
lage scildert weiter die am 21. Novbr. in Milnchen. vwor efal⸗
lenen Begebenheiten, die Auffindung der VLeiche, die ———
des Verdachts eines Gifintordes, und die Ankunfi der beiden Graͤ—
aͤn Chotinsty in Zunten Der Verdacht des Chefs der Münchener

Polizeibehörde lenkte sich auf den jungen Grafen Choriusky, weil
r der Ermordeten mit leidenschaftlichem Hasse gegenüberstand.
Vorgefunde Photographien wiefein auf Julie von Ebergenyi in
Vien, eren Verhaftung telegraphisch eingeleitet wurde. Der
Ztaatsanwalt bezeichnet sodann kurz als Hauptmomente der Be⸗
astung die Anwesenheit der Julie v. Ebergenhi in München am
Tage des Mordes, deren Besitz von Gift uͤnd eines falschen Pas⸗
es, sowie ihre lügenhafte Verantwortung und erhebt gegen Julie
v. Ebergenvi die Anllage auf Meuchelmztd. 75
.Bei der Ankunfl' des kleinen kaiserl. Prinzen Napoleon
in Brest herrschte — der Moniteur“versichett es. also muß es
wahr sein ⸗⸗ein“ unbeschreiblicher Enihusiahmud. Natürlich!
Auf dem Bahnhof von Cherbourg wurde dem Prinzen ein Ge⸗
zicht übergehen, von dem ein ie Correspondent des Schw.
M.“ die beiden letzten Verse anführt zum Beweise, daß die
Dichtkunst in Frankreich noch wicht erftorben ist. Sir Tanr
, »VLeb' wohl denn Prinz, leb' wohl!“ Das Voik ist

α να wüthend schonn3.

Döonn es will seh'n! denn es will seh'n des hohen

. Aaijers Sohn.“ —

In der „Gajelt de France“ findet man als statistische
Notiz, daß in Paris im Johre 1783 äine Bevölkerung von
00,000 Seeten in 25,000 Häuser wohnten. 1818 wohnten
700,000 Seelen in 29,400 und 1861 I.800 000 in 33000
dausern.

f In Newyork ledt gegenwärtig ein Fresser, welcher! seit
ꝛinigen Monaten der Schreden aller Speisewirthe ist. Es ist
dies ein junger Mann von 20 Jahren, Namens Halifax, gebür⸗
tig aus dem Distrikt Kentudy. Sein 2 Meier überschreitender
Umfang und seine gewaltigen Schultern haben ihm den Beinamen
„Koloß von Kentuckh“ eingetragen. Er braucht durchschnittlich 6
Pfund Fleisch täglich; dazu ißt er 10 —18 Pfund Bioob und
wemüse und schwenkt all' Das mittelst 20 Luer Bier hinunter.
Es ist somit Uar, daß das belastetste Capital des jungen Halifax
das der Tafel ist, und da er nichts weniger als reich, so hat er
nersucht, den schredlichen Apperit, womit ihn die Natur ausgestat⸗
et, zu verwerthen. Er begann mit einer Wette um 2000 Vol⸗
ars, die et soeben gewann. Er hatte gewettet, daß er auf einen
Sitz einen ganzen Hammel im Gewicht von 40 Pfund sannt
        <pb n="202" />
        den Knochen verspeisen würde; das Thier sollie auf drei derschie⸗
dene Arten zubereitet werden; ein Theil gebraten, ein anderer
als Ragout und der Rest in Pastete. Ein Restaurateur. erbot
sich sofort, diese gräuliche Mahlzeit herzustellen, wenn man ihm er⸗
laube, einige Pläßze im Saale zu vermieihen, um den Koloß von
Nentuckh essen (fressen) zu sehen. Sein Anerbieten wurde auge⸗
nommen, und er verlor Nichts dabei, denn Neugierige gaben bis
zu 100 Doll, für den Platz. Halifax reizte seinen Appetit mit
einem längeren Spaziergang; um 2 Uhr Mittags setzte er sich
an die Tafel und um 84 Uhr verschluckte er das letzte Stück
Er hatte also 6213 Stunden lang unaufhörlich gegessen; dazu
hatte er nahezu 50 Liter Bier und 30 Gläschen Liquer getrun
fen; als er fertig war, waren seine Kauwerkzeuge derart ermüdet,
daß er kaum den Mund öffnen und nicht sprechen lonnte. Man
reichte ihm Thee, aber ehe er davon zu nehmen im Stande war,
stürzte er wie eine träge Masse hin und verfiel in einen bleiernen
Schlaf, der 48 Stunden dauerte. Als er wieder aufwachte, machte
er wieder einen langen Spaziergang, der die durch diese furcht⸗
bare Verdauung hervorgerufene Erstarrung zerstreute, und erklärte
sich bereit, von vorn anzufangen. Der Restaurateur aber beeilte
sich, über seine Thüre mit goldenen Buchstaben ein Schild an—
bringen zu lassen: „Zum Koloß von Kentuch.

. Gonnenflecken) Im „Siecle“ macht Herr Camille Flam⸗
narion, aufmerksam darauf, daß in der neuesten Zeit die Sonne
eine ungewöhnliche Anzahl von Flecken und solche von außerge⸗
vöhnlicher Größe zeige. Einer dieser Flecken, schreibt er. ist so
groß, daß die ganze Erdkugel hineinfallen könnte, wie ein Stein
in einen Brunnen, ein zweiter kleinerer ist immer noch mit dem Durch⸗
nesser der Erdkugel gleich. Herr Flammarion bemerkt dazu, daß
Arago und vor ihm Herschel den eigenthümlichen Einfall haiten,
deu Jahrespreis des Korns mit den gleichzeitigen Sonnenflecken
zu vergleichen, und bei einer 25jährigen Beobachtung gefunden
jatten, daß der Preis des Korns um so höher sei, als die Sonne
nehr Flechen zeige.

FFraäankfürt, 21. April. Bei der heute fortgesetzten

Ziehung 6ier Klasse 153er Frankfurter Stadtlotterie fielen auf
solgende Rummern nachstehende Gewinne: Nr. 23350 2000 fl.,
Rr. 528, 3242, 7555, 23116, 10457, 22364, 14060und
Fibr jede. 1000 fl., Nr. 16662, 15964 und 1015 jede
300 fl.
Frankfurt, 32. April. Nr. 151890 4000 fl. Nr. 5021
2000 fl., Nr. 2216, 6754, 10162, 6837, 174541 und 22310
ede 1000 fl., Nr. 1547, 2514, 6148, 15567, 190948 und
21100 jede 300 fl.
Bekauntmachungen.
Versteigerung
Samstag, den 2. Mai 1868,

Nachmittags J Uhr zu St. Ingbert
in der Behausung von Johann Hein⸗
rich's Wittwe läßt Johann Jung,
Schlossermeister hier auf langjährige Zahl
sermine in Eigenthum versteigern, 9

St. Ingberter Bannes:

l. sein an der Kohlenstraße neben Schreͤ
nermeister Schuster und Wirth Weni⸗
zel gelegenes zweistöckiges Wohnhaus
mit Hintergebäude und Hofraum,
sein auf dem untersten Flur gelegenes
zweistöckiges Wohnhaus mit Garten
und Hofraum neben Valentin Weid⸗
mann und Peter Günther, *

3.1 Tagwerk 81 Dec. Acker am Schaaf
weiher neben Fabrikant Kahn nnd
Gemeindetrifft, in 3 Theilen,

4, 27 Dec. Wiese in den Pottaschwiesen,

ueben Custers Erben und Georg

Müller.

— BGorn, tgl. Notar.

Freiw. Feuerwoehr.
—AV
7. Aprit᷑ isos.
Jeneralver⸗
ammlung
im Locale von
Ferd. Oberhauser;
Aufung S Uhr Abends.
Der Verwaltungsrath.
Am Momag den 27. aynn5
Albends 7 Uhr
— —
Harmoniemusik
und Gesang mit Zusttbegleitung
bei Ehrist. Koch.

SOBnnEnBSCAe unidl En-tout-cas,
in schönster Auswahl sind angekommen bei⸗
1 —58 —9 7 2
582 erz, Wittw. 43 J
Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit einem geehrten Publikum St. Ingberis und
Imgegend anzuzeigen, daß er Fräulein Westphälinger in St. Ingbert beauftragt
jat, die zum Drucken und Färben hestimmten Gegenstände in Empfang zu nehmen und
abzugeben. J Fb
Indem ich mich bemühe schöne und alkurate Arbeit zuͤ liefern, sowie auch bedacht
ein werde stets die neuesten Dessins zuni Drucken einzuführen, bitte ich um geneigten
Zuspruch. 9 — * — —56—
Louis Süssdors..
Fiürberei und Druckerei in Homburg...
Den verehrlichen Damen hiesiger Stadt „Sslatt beson derermittheiluüng,
ind Umgegend, — ** mache ich den verehrlichen Damen hiesiger
att esonderer Kitt eisun c Stadt und Umgegend hierdurch die erge⸗
»n 3 8 3 i h g. bene Anzeige, daß ich von meiner! Ein—
die ergebene Anzeige daß ich —A aufsreise zurückgekehrt bin, miteiner
Sinlaufsreise aus Fraukreich zurüchgekehrt schönen Auswahleder 'modernsten Artikel
bin, und das Deueste was die dieß— ur diese Sifoen.
— Aun vureet se Saison. *
ähtige Mode gebracht, zur gefälligen ur dn ——
Ansicht ausgestellt hade. Clise WVogelsang.
Elise Schaucnn. — ——
— — — - Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ rc. Preise
der Stadt Homburg vom 22. April.
Weizen 9fl. 24 kr., Korn 7 fl. 42 tr.
Spelz — l. — kr. Gerste, — Zreihige, — st.
— r., weischsnuhth. sl Ah ir heser
5fl. 59 kr., Erbsen — fl. — tr., Kartof⸗
feln Lfl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
330 kr., ditto 2 Kgr. 221tr., ditto 1 Kgr.
11 kr. Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 Ar. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr. Schweinefleisch 18 kr. Butter 830 kr.
ber Pfund.

Meine Wohnung
befindet sich von jetzt ab
an dem Bahnhofe zu Sul zbach
im Hause des Eisengießerei-Besitzers
herrn Friedrich Schmidt und ver—⸗
»inde hiermit die Anzeige, daß ich
Bauhzölzer aller Art,: Rohlen,
Bretter, Catten ꝛc. ⁊xc. zu den
iußerstbilligsten Preisen zu den
von mir auszuführenden Zimmer-
arbeiten auf Wunsch liefere.
Zu allen in mein Geschäft einschla⸗
zenden Bau- Husführungen em—
afiehlt sichh
VPaul Simon,
Zimmer⸗ u. Maurermeister.
Sulzbach im April 1868.
Sonntag, den 26. April
3
Farmoniemusik
Wilhelm Mfeilstückex
auf der Schnanpbach.

— — — —
Frankfurter Börse
Geldsorten. — J

vonm 23. April. 1868
8 9 5
WohnungsAnzeige.
Ich benachrichtige hiermit meine Kunden,
daß ich bei Herrn Schuhmacher Guck⸗
eifen im Mübleneck wohne.
CLhefrau— Eiseuhut,
GVas Liefe), Hebamme

Preußische Kassenscheine , 1448 .448
Preußische Friedrichsdor ...9 374 38
distolen 9 20ö5
Jolländische 10 fliStücke984-66
Ducaten .. .73279
20Francs⸗Stücke 930—381
ẽInglische Souvereigns.. 41 53 —59
ßold per Zollfund fii —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gold — 2 28-29

— — — — — ——

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demesz in St. Ingbert.“
3 7 16
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        C e F vkb d ateeee J
Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, D onners kag
und Samstag. Abonnementshpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeil—
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 55
Deutschland.

München, 22. April. Um dem vielseitig geäußerten
Wunsch der Bergwerks-Interessenten nach baldiger Einführung
des Verggesetzes zu genügen, hat der Referent Abg. Stenglein
dasselbe sofort bearbeitet, und sein Vortrag wurde schon vor meh⸗
reren Tagen an die Ausschußmitglieder vertheilt. Der J. Aus⸗
chuß beschloß jedoch in einer Vorbesprechung, da bei den fortwäh⸗
renden Sitzungen der Kammer jetzt die Zeit zum Studium des
umfassenden Gesetzentwurfs mangelt, dasselbe erst bei dem in Aus—
icht stehenden Wiederzusammentritte der Kammern im nächsten
Herbste in Angriff zu nehmen.

München, 22. April. Se. Maj. der König hat angeord⸗
net, daß denjenigen Schülern der Realgymnasien, welche in allen
dier Cursen in allen obligaten Unterrichtsgegenständen und im all⸗
gemeinen Jahresfortgange den 1. Platz mit 1. Fortgaugsnote be—⸗
Jauptet und sich die 1. Fleißes- und Betragens-Note erworben
haben. als besondere Auszeichnung eine goldene Preismedaille,
aihnlich wie solche den Schülern der humanistischen Gymnasien
hbewilligt worden, zuertannt werde.

München, 24. April. Die Wiedergenesung des Königs
wvon seinem Halsübel) schreitet in erfreulicher Weise vor: derselbe
hat gestern wieder eine Ausfahrt gemacht. —

Fürst Hohenlohe und die anderen Zollparlamentsdeputirten
ceisen morgen nach Berlin ab.

München 24. April. Die Abgeordnetenkammer hat den
Antrag ihres Malzausschusses, den Termin für Einführung des
Malzaufschlags in der Pfalz auf den 1. Juli 1869 festzusetzen,
mit 67 gegen 54 Stimmen angenommen.

München, 25. April. Das Gesetzblatt No. 25 veröffent⸗
iicht daß Gesetz vom 16. April d. J. über Heimath, Verehelichung
und Aufenthalt, das bekanntlich mit dem 1. September 1868
n Wirksamkeit tritt. J

Füur die Dauer der Abwesenheit des Fürsten Hohenlohe ist
die Führung des Portefeuilles des Aueßeren dem Staatsrath v.
Daxenberger übertragen.

München 27. April. Die Reichsrathskammer beharri be—
züglich der Einführung des Malzaufschlags in der Pfalz auf ihrem
früheren Beschluß und hat dem Vermittlungsvorschlag der Abge—
zudnetenkammer nicht zugestimmt.

Kissiugen, 24. April. Der kaiserlich russische Hof
koimmt noch vor Juni hierher; der Kaiser soll die hiesige Kur
gebrauchen.

Dienstesnachrichten.
Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewo⸗
gen gefunden, unterm 18. April l. J. die protestantische Pfarr⸗
selle zu Neuhofen, Decanats Speyer, dem bisherigen Pfarrer
zu Offenbach, Decanats Landau, Karl Anton Scheerer zu
verleihen.

Mittelst Entschliezung der General-Direction der kgl. Ver—
tehrsanstalten vom 11. 1. M; wurde die erledigte Postexpedition
Landstuhl dem Posterpeditor Keller zu Dahn; die Postexpedition
Dahn dem Posterpeditor Hammerstein zu Bruchmühlbach; die Post—
expedit.on Bruchmühlbach dem Postexpeditor Höllring zu Neuburg
4. Rh.; endlich die Postexpedition Neuburg dem früheren Bürger
meister Valentin Vollmer daselbst auf Ansuchen der Betheiligten
vom 1. Mai an verliehen.

Darmstadt, 23. April. Preußen hat jetzt auh zwei
einer Militärverwaltungsbeamtien in unser Großherzozthum ge—
schickt, um auch die Militärverwaltung ganz nach preußischem Mu⸗
zer einzurichten.

Darmustadt, 24. April. Der „Main-Ztgi“ wird aus
Berlin telegraphirt, daß Prinz Ludwig heute Morgen dort einge—
croffen sei, vermuthlich mit einem politischen Auftrag.

Ju Mainz wurde am 28. April ein demokratischer Verein
gegrüudet und ein allgemeines Programm zur Gründung demo—
tratischer Vereine überhaupt angenommen.

Berlhin. Der „H. B. H.“ wird von hier officis ge⸗
chrieben: Das Zollparlament wird unter denselben Formlichkeiten
röffnet werden, wie der Reichsstag. Gewisse Stimmen in Süd⸗
ꝛeutschland protestiren dagegen, als gegen eine neue preußische
deberhebung und meinen, es genüge ebenso wie bei den früheren
Zollconferenzen eine rein geschäftsmäßige Eröffnung durch den
eitenden Minislser. Die Herren übersehen zunächst den waäͤhrlich
nicht kleinen Unterschied einer Conferenz bevollmächtigler Diplo⸗
naten und eines Parlaments; sie scheinen sich aber auch der Be—
timmungen des Vertrages vom 8. Juli v. J. nicht zu entsinnen,
iamantlich des Art. 8 und Art. 9, wo es heißt, daß das Präsi-
dium des Zollvereins der Krone Preußen zusteht, und daß das
Prasidium nicht blos den Bundesrath, sondern auch das Zollpar⸗
ament beruft, eroffnet, vertagt und schließt. .

— Nagq dem letzten Gabenverzeichniß des Hilfsvereins für
Ostpreußen sind bis zum 16. April incl. an Beilrägen eingegan⸗
zen in Summa 644,752 Thlr., während die Ausgaben bis zum
18. April incl. 450,167 Thlr. betrugen.

— Nach amtlicher Darstellung siad seit Ausbruch der Ty⸗
ohusepidemie in den 16 Kreisen des Regierungsbezirkls Gumbinnen
bis jetzt 3950 Personen von der Kruntheit befallen worden. Da⸗
von sind 459 gestorben, 2701 genesen und 798 befinden sich
noch in Behandlung. Am stärksten heimgesucht wurde der Kreis
Lötzen, in dem 1307 Erkrankungen und 145 Todesfälle am Tyh—
»hus vorkamen, dann der Kreis Johannisburg mit 547 Erkranl⸗
ingen und 84 Todesfällen, gar nicht der Kreis Heydekrug, aus
»em kein Fall bekannt geworden ist. Aus den Zahlen, die,
venn sie auch nicht erschöpfend sein mögen, doch das Verhältniß
»er Erkrankungen zu den Sterbefällen gewiß annähernd richtig
harlegen, ergibt sich mindestens die beruhigende Thatsache, daß der
Typhus in Ostpreußen in sehr leichter Form auftriiti.

Berlhin 24. April. Der Reichstag hat die Gesetzenlwürfe
iber die Branntweinsteuer in Hohenzollern, die Tabaksfteuer in
Oberhessen sowie die Postverträge mit Belgien (bezüglich Austau—
ches kleiner Palete und in Betreff der Geldsendungen) und mit
Dänemark angenommen. — Die Gewerbeordnungscominission hat
Jestern mit wesentlichen Modificationen zu Gunsten des Principes
der Gewerbefreiheit die ersten 4 Paragraphen der Gewerbeord⸗
iung angenommen. W

Berlin, 25. April. Die neueste Nummer des „Militär⸗
vochenblattes“ bestätigt, daß bereits am T. Mai eine Reduction
n der Armeefriedensstärke eintreten wird, welche, wenn schon nicht
ief eingreifend, immerhin documentirt, daß in maßgebenbenden
ereisen die politische Situation als durchaus friedlich betrach
tet wird.

Berllin. 27. April. Heute wurde das Zollparlament durch
Ze. Majestät den König persönlich eroffnet. Die Rede des Kö—
nigs betont die bedeutungsvolle Entwicklungsepoche, in welche der
zJollverein eintrete. Eine naturgemäße Entwicklung vereinige die
Zertreter der ganzen Nation zu Berathungen über gemeinsame
virthschaftliche Interessen. Die Ausdehnung dcs Vereins auf Meck⸗
enburg und Lübeck sei nahe. Eine dauernde NRegelung der Ver—
ehrsbeziehungen mit dem durch Stammverwandtschaft und mate-
nielle Interessen eng verbundenen Oesterreich biete angestrebte Ver⸗
ehrs-Erleichterungen dar, sowie Anknüpfungspunkte ihrer weiteren
Fortbildung.

Ein Gesetz über Abänderung der Zollordnung solle die Grund⸗
age für eine allgemeine Zollgesetzgebungs-Revision feststellen. Die
zleichmäßige Tabaksbesteuerung und eine durchgreifende Tarif⸗
juderung sind bestimmt, die Verkehrsfreiheit zu fordern. Seine
Majestät der König fordert die Versammiung auf, von dem ge⸗
neinsa nen deutschen Interesse aus die Einzel⸗Interessen zu ver⸗
nitteln und vertraut, die Entwickelung der natidnalen Wohl fahrt
verde durch die Segnungen des Friedens gesichert bleiben, zu
)eren Beschützung die deutschen Staaten si h verbunden, und hie⸗
'in auf die geeinte deutschhe Volkskraft zäglen können.

Wien 24. April. Das Subcomite des Finanzausschusses
        <pb n="204" />
        dat in Fortsetzung der Berathung über die Unificirung der Staats-
schuld sich für Beibehaltung der bisherigen Verzinsung der Staats⸗
schuld in Silber und Papier, je nach den Anlehensbedingungen,
entschieden. Der Referent Peter Groß brachte folgende Abänder⸗
ungsanträge ein:1) alle Lotterie⸗- Anlehen in die Convertirung
einzuziehen; 2) das? Zinserforderniß fuüͤr die schwebende Schuld
durch Herabsetzung des Zinsfußes für die Hypothekaranweisungen
um 500,000 fl. zu verringern; 83) die nach der Regierungsvor—
lage 410 *0 Rente in eine 400 Rente zu reduciren; 4) den
Tapitalwerth der Obligationen des Anlehens vom Jahre 1866
auf 100 fl. zu vermindern. — Im Falle der Annahme dieser
Anträge würde an Zinsen eine Ersparniß von nahezu 14 Mill.
und an der Amortisationsquote eine solche von 15 Mill.erziehlt
werden;' die Verringerung der Staatsausgabe würde somit 29
Mill. betragen. Die Anträge wurden debattirt, aber noch kein
Beschluß darüber gefaßt.

„— Bezüuglich des Wehrgesetzes beschloß gestern der Club der
diberalen: das Princip der allgemeinen Wehrpflicht sei mit einer
ebergangsperiode anzunehmen; die Dienstzeit der Linie dürfe
höchstenst eine Zjährige sein; dann habe der Landwehrdienst zu
zeginnen. Die Armeeeinheit sei aufrecht zu erhalten. Der Club
der Linken hat beschlossen: das Wehrgesetz ist unbeschadet des
Rechtes der Volksvertreiung, die Recruten zu bewilligen, auf dem
Principe der allgemeinen Wehrpflicht zu basiren; Präsenzzeit und
Dienstzeit überhaupt müssen möglichst kurz sen.

— Aus Anlaß der Entbindung der Kaiserin jist der cislei⸗
hanische Justizminister durch kaiserliches Handschreiben angewiesen
Arnestieanträge für eine gewisse Kategorie von Sträflingen zu
dellen.. 2 48 —

In Folge der glücklichen Entbindung der Kaiserin hat
der Kaiser den Armen der Stadt Wien die Summe von 3000 fl.
gespendet. J

— Die Steuerverweigerungen in Boͤhmen nehmen so sehr
zu, daß die Finanzmannschaft nicht mehr im Stande ist, die er⸗
forderlichen Executionen zu vollziehen. Das Kriegsministerium
jat deßhalb befohlen, böhmische Urlauber zu diesem Zwecke einzu⸗
berufen, sie jedoch nicht in ihrem Werbbezirk zu verwenden.

In Böohmen haben bekanntlich die Deutschen jetzt einen
schweren Kampf gegen die Unterdrückungsbestrebungen des Czechen⸗
chums zu bestehen, welche sich nicht blos im politischen Leben und
in der Tagespresse, sondern auch in der Wissenschaft gellend machen.
ẽEs wird in dieser Beziehung namentlich die Geschichte Böhmens
zu fälschen gesucht, alles nur vom tschechischen Standpunkt behan⸗
delt, der Antheil der Deutschböhmen, die doch zwei Fünftel der
Bevölkerung bilden, an dieser Geschichte gänzlich ignorirt. Ja
man geht noch weiter, man verunglimpft die ganze deatsche Na⸗
tion, man stellt die. nagelneue Theorie auf, wornah es z veierlei
Arten von Völlkern gebe: friedliche, erwerbsfleißige oder Cultur⸗
zoͤlker und Räubervölker. Zu den ersteren, die von Hause aus
die freiesten Institutionen in der Welt besaßen, gehören natürlich
die Slaben, zu den Räubervölkern, von denen alles Unheil in
der Welt ausgehe, die Deutschen ꝛc. An der Spitze dieser fana—
ischen Bestrebungen steht der erste Gelehrte der czechischen Nation
Dr. Franz Palacky, der officielle Landes-Historiograph.

Wisen, 25. April. Der Proceß Ebergenyi wurde heute zu
Ende geführt. Die Angellagte ist zu zwanzigzjährigem schweren
sterler, wobei jährlich eine Woch Einzelnhaft, sowie zum Verlust
des Adels verurtheilt worden. J

Frankreich.
Paris, 23. April. Das „Journal des Debats“ stellt
seine Betracheungen an über die Unterredung, welche der Kreuz⸗
eitung zufolge die Herren v. d. Goltz und Baron v. Moustier
zezüglich einer gemeinsamen Entwaffnung geführt hätten und welche
zu der gemeinsamen Schlußfolgerung geführt haben sollte, daß
teine Entwaffnung möglich sei, weil der jetzige militärische Stand
owohl Preußens als Frankreichs durch die Gesetze geregelt sei.
Demnach also hätten beide Regierungen die Hände gebunden und
ehen sich dazu verurtheilt, ohne Eade mit geschultertem Gewehr
iich gegenüber zu ste jen. Ailes wis sie thun könnten, wäre, sich
zegenseitig den Krieg zu erklaͤren, da sie in dieser Beziehung durch
aus freie Hand hätten. Emie selche Erktärung der Kreuzzeitung
sei, meint das „Journal des Debats.“ keineswegs sehr beruhi—
gend. Da könne Europa, welches unter dem Gewicht des Mili⸗
ärbudgets fast erdrückt werde, einmal wieder mit Recht das famose
Wort ausrufen: „Die Gesetzlichkeit tödtet uns!“
Paris 23— April. Das ‚Memorial“ behauptet, der
oͤsterreichische Erzherzog Lud.v g Victor werde von Tutia, wohin
er zur Hohzeit des Prinzen Humsert gegangen war nach Paris
kommen, um hier den Gegeubesuch des österreichischen Kaiserpaares
jür Salzhurg) unm ttelbar nach dem Kirchgang der Kaiserin
Elisabeth anzukündigen. J

Paris 24. April. Der Constitutionel veröffentlicht einen

vom 16. April datirten Bericht, welcher von den in Jassy residi—

reuden Consuln Englands, Frankreichs, Griechenlands, Rußlands

und Preußens unterzeichnet ist, und constatirt, daß die Bedruͤc
ung und Austreibung der Israeliten vollko nmen erwiesene That-
lachen find.

Paris, 25. April. Die Eruennungen von Consuln des
Norddeutschen Bundes für ganz Frankreich sind hier eingetroffen.
— Der russische Gesandte, Baron v. Budberg, hat gestern seine
definitive Entlassung aus Petersburg erhalten.

Paris 25. April. Man telegraphirt dem „Avbenir nat.“
aus Laremburz, daß die heutig: Kim nersizunz daselbst eine sehr
bewegte war. Der Deputirte Beasseur hat die Regierung wegen
der annexionistischen Untriebe zu Gunsten Frankreichs, deren Oc⸗
jan der neu gegründete „Avenir“ wäre, interpellirt. Die Re—
zierung hat versprochen, einer derartigen Propaginda entgegen⸗
treten zu wollen. —*

— Die Antrittsrede Jules Favres bei seiner am 23. d. M.
erfolgten Aufnahme in die Akademie frangnise sprah siche vor
illem dahin aus, daß Natisnen nur daunsmichtig sein können.
venn sie frei und gläubig seien; doch müsse der Glauben aufge⸗
llärt werden, indem man gleichzeitig die Vernunft ohne Beschränk ⸗
ung walten lasse. Der Redner schloß mit den Worten: „Ich folge
der Fahne, auf welcher die Devise: Freiheit des Denkens und
Freiheit im Staun! geschrieben steht.“
Met, 23. April, Aus Saargemünd, meldet der „Petit
ßlaneur“: „Der Präsident der Gesellschaft der Freischützen der
Sar beehrt sich den auswärtigen Mitgliedern mitzutheilen, daß
n der Generalversammlung vom 18. April folgender Beschluß
zefaßt worden ist; Art. L.. Die Freischützengesellschaft ist, vom
18. April ab, aufgelöst. Art. 2. Die in der Gesellschaftskasse
derbleibende Summe wird dem Wohlthätigkeits Bureau der Stadt
Zaargemünd über viesen. Gez. Alf. Algaw. —
England. —

London, 22. April. Groze Aufreg inzg verbreitete ge⸗
tern Abend das Gerühht, es sei ein Versuch gemacht worden, den
Buckingham⸗Palast durch griechisches Feuer in die Luft zu spren⸗
jen und es erhielt einig? Bedeutung dadurch, daß Hr. Hurdh. der
Minister des Innern, aus der Parlamentssitzung nach der Poli⸗
zeistation abgerufen wurde. die nackte Thatlsache ist jedoch. daß
rvei verdachtig aussehende Leute in der Nähe des Palastes ver-
jaftet und im Besitze eines Korbes mit griechischem Feuer gefun⸗
»en wurd'n. Es heißt dieselben seien als Mitglieder der fenischen
Ir üderschaft bekannt.

London,, 25. April. Im Unfierhaus antworietete Lord
SZtanley auf einen Antrag, die russisch⸗englische Corrrespondenʒ
»ezüglich der kretijchen Angelegenheit vorzulegen, und nachdem La—
yard Rußland als den einzigen Urheder des kritischen Aufstandes
»ezeichnet hatte: Die wahre Ursache der Insurrection sei das
Zestreben der Losreißung Kretas von der Tuůrkei. In dieser Ve—
iehung seien die Ansichten Englands sattsam bekanni, das Mini⸗
lerium halte dafütr, daß eine Trennung Kretas von türkischen

Keiche anderweitige Aufstände in den von Chrislen bewohnten Lan⸗
)estheilen hervorrufen würde. Der in diesem Sinne ertheilte
dath des englischen Cabinets sei nicht erfolglos geblieben, es sei
ein gerechter Versoöhnungsplan entworjen worden, welcher Alle be—
riedigen dürfte, die kandiotischen Separatisten etwa auzgenommen.
Vorlage der Correspondenz könne aus Discretion nicht erfolgen.
London, 26. April. Prinz und Prinzessin von Wales
iind wohlbehalten von ihrer irischen Reise hier eingetroffen.

Belgien.

In den Kohlenwerken von Charleroi haben wieder einige
Bewegungen unter den Arbertern stattgefunden; geschriedene An—
chlagzettel waren an den Zugängen mehrer Zechen angeheftet,
vesche den Arbeitern befehlen, die Arbeit einzustellen bei Todes
trafe, und diese Aufforderung hit an einigen Octen eine Arbeits—
eiustellung zur Folge gehabht. Man glaubt, daß diese Aufhetzereien
von Brüssel aus veranstaltet werden, Größere Unordnungen
aben jedoch nicht stattzefunden, und die Triippen haben keine
HZeranlassang gehabt einzuschreiten.

Italien.

Florenz. 21, April. Die italienischen Blätter const niren
den überaus freundlichen und glän zenden Empfang, der dem preu⸗
zischen Kronprinzen überall zu Theil wurde. Au der Grenze
vurde derselbe von hohen Hofbeamten begraßt; in Verona wurde
»ei seiner Aukunft die ganze Stadt illuminirt; in Brescia em—
»fingen ihn Garnison und Nationalgarde mit militärischen Ehren;

u Bergamo verließ er den Waggon, un eine Heerjchanu ab zu⸗
jalten u. s. w. In Turin stieg er in dem prachtvoll eingerichteten
Balast des Prinzen von Carignan ab. Der Empfang durch den
Zönig Victor Emanuel war äußerst herzlich; Ahends var großes
        <pb n="205" />
        Die Verwandten des rathselhaft Verschwunden en findin der pein⸗
sichsten Lage und haben eine Belohnung von 1000 fli auf die
Auffindung resp. der Leiche gesetzt.

7 Bingen. Am Samstag wurde dahier die Leiche eines
Bichhändlers aus Kaiserslautern gelandet und am Sonntag eine
indere, in welcher man schon den in Mainz verschwundenen
Banquier Mayher, auf dessen Auffindung eine Belohnung von 1000
J. gesett ist, zu haben glaubte. Die Matrofen des Hollander
Bootes, welche die Leiche ans Land gebracht und die 1000 fl.
chon in der Tasche wähnten, waren höchlichst überrascht, als sie e—
ahren mußten, daß sie eine ganz andere, schon lange Zeit im
Wasser gelegene Leiche geländet hatten. —

F Der Hauptgewinn der Franktfurter Lotterie von 100,000
/L. ist nach Berlin gekommen, Das Loos ist in vier Viertel
aingetheilt, von denen Va von drei unbemittelten Dienstmädchen,
ein anderes Viertel von einem momentan außer Stellung sich be⸗
findlichen Schlosser in Gemeinschaft mit einem Schneider ge⸗
pielt wird.

. Die Schullehrer⸗Conduiten⸗Listen in Nafssau en thalten sub
rubro II L.: Korperbeschaffenheit, Gesundheit. Die Re gierung hat
jur Erläuterung hinzugefügt: Ad II. 1ist auf Größe und Kor—
berbau, gesunde Respirationsorgane, kräftige Siimme und außeren
Anstand besonders Rücksicht zu nehmen. In Folge dessen hat, wie
die „Mittelrh. Ztg.“ erzählt, der Pfarrer von Florsheim sämmt⸗
iche Kirchspiels-Lehrer zu sich beschieden und Einem nach dem
Anderen mittelst Stellung an die Wand und oberhalb der der—
chiedenfarbigen Schädel angebrachter Kreidestriche das Maß ge⸗
nommen. Die Ausmessung des wichtigsten Körpertheils — des
Magens — sei für für die Conduitenlifie nicht vorgeschrieben, be⸗
nertt das genannte Blatt. Der Kladderadaisch enthalt bereits
de Illustration zu dieser körperlichen Schullehrer⸗Qualification.

t Die kurhesfischen Kassenscheine werden vom 1. Jan. 1869

nicht mehr an öffeutlichen Kassen an Zahlung angenommen.

7 Wien, 23. April. (Zum Proceß Ebergenyi. — Zwei—

ser Verhandlungstag.) Julie v. Ebergenyi ist heute ruhiger und
Jefaßter, sieht aber verweint aus. Im Laufe des Vormittags
verden fünf Zeugen vernommen. Frau Thurneisen, eine Freun⸗
zin der Angeklagten, will durch Julie v. Ebergenyi deren bevor⸗
tehende Verlobung erfahren haben. Sehr wichtig ist die Aus—
age der Elise Malanotti, einer Freundin der ermordeten Gräfin.
Griechenland. Malanotti sagt nämlich aus, daß sich die Gräfin durch ihren Gat⸗
Athen, 18. April. Die letzte Ladung des Schnell- en oft gekränkt, mißhandelt und bedroht fühlte; der Graf habe
ampfers „Creta“, welcher den aufständishen Candioten Waffen, ie sogar geradezu aufgefordert, sich das Leben zu nehmen. Die
Munition u. s. w. zuführte, wurde größte itheils von den Türken Vorfälle der letzten Zeit sind der Zeugin nicht bekannt. Ague
veggenommen. — ee eben n one des Graten —, Valer, erllärte
eñ ü sie habe einer gewissen Marie Berger, recto Ebergenhi. einen

—— eee its hat eine Reis xkimpfehlungsbrief an die Graäfin Chorinskh nach München XE
Butkarest. 25. April. Der Ministet Restits hat eine Reise zeben. Die Modistin Marie Ernft sagt, daß fie der Angeklagien
iat Berlin, Paris. Londoni, St. Petersburg und Florenz ange- September ein Brautkleid geliefert, und das besiellte Rattengift
reten. um die Modification der alten Capitulationen in einer et der Adresse Ebergenyi übernommen habe. Sehr bestimmi
er fortgeschtittenen Entwicelung Serbiens entsprechenden Weise aulen die Aussagen des Zeugen Rampacher, ein chemaligen
an den dortigen Hoͤfen zu betreiben. De. Officiers und Vertrauten des Grafen Gustav Chorinsth. Er
—W Amerika. epre vermittelte die Absendung der Schachtel mit candirten Früchten an

New-York, 185. April. (Per Dampfer.) Es heißt, der die Ermordete, und der Vriefe Juiie v. Ebergenhi's aus Munchen
driegsminister Stanton beabsichtige seinen Rücktritt. inn den jungen Grafen Chorinsky in Wien. Zeuͤge kennt die An⸗
In Panama hat sich am 3. März der äußerst seltene Fall zeklagte als eine Cousine Ehorinsky's, wurde von Beiden um Er⸗
reignet, daß nämlich der Präsident der Republik, Genetal Olarte, undigung, nach München gesandt, ob die Gräfin todt sei, erfuhr
ines naiürlichen Todes gestorben ist. In Südamerika pflegen daselbst den Tod der Gräfin, und erstattete nach seiner Rückkehr
rämlich die Präsidentenschaften nur durch Mor d oder Abssse tze! nach Wien über die ganze Sache dem Polizeidirector Strohbach
un g zu enden. 5 Anzeige. Photograph Angerer sagt aus, er habe der Angeklagten
— im vorrigen Jahre Chemikalien (Cyankali, Silber, Chlorgold) ge-
iefert, und anerkennt das vorgefundene Fläschchen als das seinige.

Das Dienstmädchen der Julie v. Ebergenyi fagt. aus, es habe

on dieser nach deren Nückkehr aus München eine Theemaschine

um Reinigen und Verbergen erhalten, welche es nach dem Be⸗

'anntwerden des Mordes dem Gerichte auslieferte. Der Studirende

lbert Mikulich, durch welchen die ermordete Gräfin Chorinsky

Nutter wurde, sagt aus: Das Verhältniß zwischen dem Grafen

Fhorinsky und seiner Gemahlin war ein sehr getrübtes, die Grä⸗

in sprach oft von Bedrohungen durch ihren Galten und befürchtete

Sewal tthätigkeiten. Der Graf insinuirte ihr wiederholt, daß sie

ich das Leben nehmen solle. Der Zwist zwischen den Gaiten ent-

tand darüber, daß der Graf verlangte, die Gräfin solle ihre Reize

erwerthen. (Große Sensation.) Die Gräsin war sehr vorsichtig

»ei Annahme von Geschenken aus fremder Hand, weil sie Befürch⸗

ungen hegte. Ihr letzter Vrief an ihn, den Zeugen aus Reichen⸗

zall vom 19. November enthielt keine Besorgnisse, keine Verzagt⸗

jeit und keinen Lebensüberdruß. Der Zeuge anerkennt den dor⸗

zewiesenen Theekessel. den Schmud und die Ringe als Eigenthum

»er Gräfin.“ Alle diese Gegenstände sind im Besitze der Ebergenyi

zefunden worden. Die Angeklagte bleibt den vorgehaltenen Be⸗

oeisstücken gegenüber kalt und regungslos, sie sagt. sie bahbe

Diner im Schloß wobei der deutsche Gast zur Seite der Königin
von Portiugal saß. — 5

— Gestern soll sich beim Präfecten von Caserta der b rüch⸗
igte Räuberhauptmann Calamati mit zwei Leuten, den letzten
Rest seiner Bande, freiwillig gestellt haben.

Florenz 283. April. Der Kronprinz von Preußen ist in
Turin fortwährend Gegenstand herzlicher Kundgebungen des Vol⸗
les. Der König hat ihn zum Großkreuz des Militär-
ordens von Savoyen ernannt. Am Montag geht er nach
Florenz.

Florenz, 25. April. Aus Anlaß der Turiner Hoch ⸗

eit ist eine Amme st ise für Preßvergehen und Desertionen er⸗
assen worden.

Die „Italie“ erzählt in ihrer Florentiner Chronik eine wun⸗
derliche Geschichte von der Verhaftung einer Dame dänischen Ur⸗
prungs, welche. vor etwa einem Jahre von den Jesuiten in
Muünster bekehrt, beauftragt worden sei, sich mit Mazzim in Lou-
von in nähere Verbindung zu setzen und mit diesem ein Bundniß
wischen der Jesuitenpartei und den Radicalen zu vereinbaren.
Infolge dessen sei sie nun mit Briefen Mazzini's nach Italien ge⸗
lommen welche, den Namen Roma terza führe und das Ziel habe,
zie Monarchie zu zerstören, die Brüderschafi der Völker und die
allgemeine Republik einzuführen. Sie habe auh in Florenz etwa
10 junge Leute augeworben. Zugleich mit dieser Dame jei ein
gewisser, schon früher als Verschwsrer bekannter Allessandro M.
aus Turin verhaftet worden, und man habe bei Beiden wich⸗
ige Papiere gefunden. Was an der Geschichte Wahres ist, lassen
wir dahingestellt.

Floren;z, 25. April. Der König von Preußen hat dem
Zönig Vietor Emanuel telegraphisch für die Aufnahme gedankt,
velche der strouprinz von Preußen bei seiner Reise in Italien
gefunden hat.

Eypanien.

Madrxid 24. April. Das in Folge des Todes von Nar⸗
ocez umgebildete Cabinet ist nunmehr folgendermaßen zusammen
Jesetzt: Gonzalej Bravo-Morillo, der bisherige Minister des In—⸗
nern, Präsidium und Inneres; Roncali Jufiiz, interimistisch Aeu—
zwres; Mohlde Krieg; Belda Marine; Probio Finanzen; Ca⸗
alina öffentliche Arbeiten; Mafori Colonieen. Es herrscht all⸗
geuneine Ruhe.

Fermischtebo.

München. Dem Wunsche der Verwandten Gustav Gra⸗
en v. Chorinsli's Rechnung tragend, hat das Münchener Unter⸗
uchungs⸗Gericht dessen Geisteszustand untersuchen lassen und von
drof. Dr. Martin den Bescheid erhalten, daß der Oberlieutenant
nustav Graf Chrinsti vollkommen zurechnungsfähig ist.

Der Banquier Maier in Mainz, ein Mann von 48 Jah⸗
en, Schwager des Pränidenten der Handelskammer der Pfalz,
HReren Vevi in Landan, wird seit Ostersonntag vermißt, ohne daß
»bis jetzt gelungen ist die geringste Spur von ihm aufzufinden.
Derselhe war gewohnt, jeden Abend in ein Kaffeehaus in Mainz
— V
Am erwähnten Abend hatte er sich ebenfalls dahin begeben, und
erließ dasselbe mit einem Freunde, der ihm unterwegs jagte,
r werde am Dienstag wegen Abschließung eines Geschäftes zu
umn auf sein Comptoir kommen. Der Freund verlicß ihn unter—
vegs an einem Platze, von dem aus Maier noch vier Häuser
utlaug zu gehen gehabt hätte. Um dreiviertel auf zehn Uhr ließ
ie Frau des Vermißten im erwähnten Kaffeehaufe nach ihrem
NRanne fragen, und dort wurde ihr bedeutet, daß er vor dreidier

el Stunden das Haus vertassen habe. — Seitdem keine Spur.
        <pb n="206" />
        vorläufig nichts zu bemerken. Das Zeugenverhör wurde damit ge⸗
schlossen und es beginnt die Verlesung der Zeugenaussagen aus
der Voruntersuchung.

In Folge eines zwischen Oesterreich und Griechenland ab—
geschlossenen neuen Postvertrags können nunmehr die gewöhnlichen
Zriefe aus Bayern nach Griechenland entweder bis zum Bestim⸗
mungsorte frankirt oder unfranlirt abgesendet werden. Bei fran—
lirter Absendung beträgt die Gesammttaxe für den eiufachen Brief
nach Griechenland 18 kr., bei unfrankirter Absendung 21 kr
Die Tarxe für Muster⸗ und Waarenproben beträgt, wenn sie fran⸗
kirt werden 4 ir. per 293 Loth.

F Paris, 20. April. In der Kirche des St. Thomas
von Aquin wurde gestern eine Hochzeit gefeiert, die man scan—
dalös nennen darf, der 77 Jahre alte Graf A..... wurde
mit Fräulein v. O.... getraut, die kaum das sechzehnte Jahr
erreicht hat.

f Im Jahr 18356 zeigten die Gerber den Schuhmachern in
Zürich an, daß sie fortan nur auf drei Monate creditiren wür⸗
den. Die Schuhmacher waren von dieser Mittheilung wenig er
haut und fragien fich was da zu thun sei. Sie kamen zu dem
Entschluß, sich zum gemeinsamen Einkauf und Verlauf ihres Le
derbevarfes zu associren. Mit Actien zu 25 Fr. wurde ein Ka
pital von 10.000 Fr. beschafft. Der erste Jahresbericht zeigte
schon einen Verkauf von 42, 464 und einen Reingewinn von
2132 Fr., der jährliche Verkehr überstieg in wenigen Jahren
100,000 Fr. Der letzte zehute Bericht umfaßt nur neun Mo—
nate, es wurden für 79,461 Ir. Leder verkauft und 1671 Fr.,
hewinn erzielt, Summe der Ankäufe in 10 Jahren 794,062 Fr.
der Verkäufe 838,281 Fr. Der angesammelte Reservefonds be—
trägt 15,38240 Fr. Das Actiencapital ist nach und nach auf
40,000, Fr. gestiegen.

Der Moskauer Kreuzkalender für 1868 bringt ein. Ver⸗
zeichniß der russischen Feiertage, und zwar gibt es solche: große
28 mittlere 11, kleine 58, Heiligenbilderfest 70, zusammen 167
hiezu kommen Sonntage 52, allerhöchste Namensfeste 8, Feste
zer Krönung und Thronbesteigung 2, Neujahr J und so stellt sich
die Summe überhaupt auf 230 Feiertage; mithin verbleiben Ar⸗
beitsslage 136. Seit dem Jahre 1867 hat sich die Zahl der
Feiextage um 10 vermehrt. —

In Moskau wurde am 6. April eine ganze Falschmün⸗
erbande (20 Maͤnner, 3 Frauen), welche in einem Dorfe des
Gouvernements Nischnet⸗Nowgorod eine ganze Fabrik eingerichtet
und seit 2 Jahren eine Menge falschen Papiergelds abgesetzt hatten

verhandelt und theils zur Zwangsarbeit, theils zur Deportation
nach Sibirien verurtheilt.

fNew-York. Am 8. März erhielt der preußische Ge⸗
ieralconsul Baron v. Grabow eine telegraphische Depesche von
Frankfurt a. M. folgenden Inhalts: „Adolph oder Wolf Mayer
dias Müller aus Butzbach, Hessen-Darmstadt, ist mit seiner Toch⸗
ser in dem Dampfer „City of Cork“ nach New-York abgereist.
kr hat die Bank von Darmstadt und einen Banquier, Ramens
Jaeger, um 28,000 fl. beschwindelt. Lassen Sie ihn derhaften.
o. Madai, Landrath.“ Ein Signalement war beigefügt. Hr. v.
Brabow setzte sich sofort mit den Polizeibehörden in Verbindung
und Polizest John Tiemann (der einzige deutsche Detective) er—
hielt den Auftrag Mayer zu verhaften. Der Dampfer kam nach
langer Fahrt an einem Sonntag früh an, und da er am folgen—
den Tage seine Rückreise antreten sollte; wurden die Passagiere
am Sonntage gelandet, und alle verließen das Schiff. Ein Pas—
sagier, Namens Müller, auf den das Signalement paßte, ging in
ein in der Rähe des Hudson River Eisenbahn-Depot in Cham⸗
bersstr. gelegenes Hotel, woselbst er von Tiemann aufgefunden
und verhaftet wurde. Beim Durchsuchen seines Gepäcdes fand
der Polizist 500 Doll, in Gold, eine Rtechnung für Waaren im
Betrage von 9 Doll. welche jetzt im Zollhause liegen, und was
das Wichtigste ist, ein von dein Kreisamte in Butzbach ausgestell
ten Gewerbeschein auf Wolf Mayer lautend. Muͤller wurde vor
den Bundes; Commissar Osborn und in das Ludlowstr. Gefäng-
niß gebracht, bis die Requisition von Berlin hier eintrifft.

Die Insel Porte Moule (Guadeloupe) ist einer Depesche
aus Havannah vom 7. April zufolge von der See gänzlich über—
schwemmt worden; drei französische und ein englisches Fahrzeug
wurden auf die Felsen getrieben und erlitten vollständigen Schiff⸗
hruch; mehrere audere Fahrzeuge strandeten und sind stark be
schädigt.

FFrankfurt, 23. April. Bei der heute fortgesetzten
Ziehung Kter Klasse 153er Fraukfurter Stadtlotterie fielen auf
olgende Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 8387, 19784
18525, 10238, 7195, 18381 und 1858 jede 1000 fl., Nr. 1890
und 11476 jede 300 fl. IJ

I Frankfurt. 24. April. Nr. 1552 15,000 fl., Nr.
12407, 19395, 17913, 12778, 21707, 13257 und 21139
jede 1000 fi. Nce. 1206. 1233, 22099 und 11662 jede
300 fl. J
Bekanntmachungen. Ich bringe hiermit meine Niederlage von
Bekanmmachung. Malstatter Portland-Cement
Amn 2. Mei nachsthin, WMoigens zehn in empfehlende Erinnerung
Uhr auf dem Rese ger dn Fiademe J Die vorzügliche Qualität dieses Portla ad⸗
e n Cementes ist von der Königl. Bergwerksdireetion,
ise aeigen aiss-.3 der. Fortification Saarlouis, welche der Fabrik die
e Ange, Suhr Lieferung ihres Cementbedarfs übertragen hahen, von den
videhe den 26. April 1868. Königl. Canal⸗ u. Eisenbahn-Baubehörden, sowie
Neu, igl. Gerichtsbote. von allen Bauunternehmern und Fabriken hiesiger
Gegend anerkannt.
Bauurbrũcken &amp; St. JobB

Wohnungs-Veränderung.
Der Unterzeichnete bringt hiermit zur
Denmniß seiner verehrl. Kunden und Gön⸗
nern, daß er nicht mehr bei Wittwe Daub⸗
zäuser in der Gasse, sondern in seinem
genen Hause neben Herrn Foͤrster Janz
im Josephsthal wohnt. A
Si. Jugbert den 27. April 2868.
Peter Möllendick,
Schuhmachermeister.

.ri 1868.
—XX
— Worms den 24. April. — kr. bis — fl. — kr. Mohnsdl ohne Faß
86 — fl. — kr. bis — fl. — kr. Pper
Wir notiren heute: Weizen 17 fl. — kr. 50 Kilo. —
»is — il. — tr. Roggen 14 fl. 830 kr. — fl. — kr. Braͤnntwein 831 fl. 30 kr.
bis 14 fl. 45 tr. Gerste 11fl. 80 ktr. bis — fl. — kr.
dis — fl. — kr. per 100 Kilo, Hafer — M ⏑ 7777—5 —
— Maiuz, 24. April.
——— (Fruchtp reise.) Weißmehl das Mal—⸗
— kr. Roggenmehl 14 fl. — kr.bis — fsl. ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—
— kr. Roggenvorschuß I4 fl. 45 kr. bis genmehl ditto — fl. —kr. — Weizen (200
* e 8 is 30 Pfo.) 16 fl. 20 fl. — 17 l. 15 h. —
bie — fl. — re her 70 gilo,, Ners Lorn (1803Pfd.) 14 fl. Io tr. 14 fl. 15
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85 ir. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 15 kr. — 12
dilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. 30 kr. bis 1. — kr. Hafer (120 Pfd.) 6 fl. 20 tr
»— il. — kr. Leinol ohne Faß — fl. bis — fl. — kr.

„Staut besonderer Mittheilung,“
nache ich den verchrlichen Damen hiesiger
Stadt und Umgege'd hierdurch die erge.
hene Anzeige, daß ich von meiner Ein—
kaufsreise zurückgekehrt bin, mit einer
schönen Auswahl der modernsten Artile,
jür diese Saison.
Ekise Vo⸗eefsane.
—W J Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert. J

—
— —
        <pb n="207" />
        — —D e atanr J J * V en J ꝓ* ——6 Inhe 79*
—*— J 9 3 I ⸗ 37 1 5 9 A * “ 9 J 2. —— *
I li 7 23 82 *
I u * 44 PJee mern
Sl. Ingberler Anzeiger.
2 en ü n,r — i lιαιι Fe he i J——
5 n :ι lPMA t: p —27iiae i dittte 7 ι
* — ] α n αα
—VVDDDVVV— — ιι 2 nνιιι
Der „S Jugberter Anzeiger“ mit seinem Unterhalsungsblatte exscheint wöchentlich breimalz Dirnstag, Dönnerstag
und Sam 3a g. Abonnementspreis vierteljührig 450 Krzr. oder 18 Silbergr.ucAnzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
J— tSiattschrift oder, deren Raum berechnet. 1ι—
Nro. 52 αιι α Donnerstag, den 830. April ιι νν ιιι a868
kammer hervorgegangen ist, einstimmig angendmmen, so daß nun⸗
mehr Gesammtbeschluß über: die obige Fassung besteht ui
uMünchen, 25. April.“n Dernkgl,Siaaaisminister Fursi
v. Hohenlohe, welcherumit dem heutigen⸗ Abendzug nach Berlitu
abgereist, wird vorerst nur der feierlichen Eröffnung desꝰ Zoll⸗

parlaments beiwohnen und dann wieder hier eintreffen, um noch
den ketzten Sitzungen unferer Kammern beizuwohnen. Gleich nach
der Vertagung der Kammern begibt sich der Fürst dann wieder

nach Berlin. 0 xꝛ
Mümnchen 28.April,“ Die Abgeordnetenkammerthat den
Beschluß der Reichrathskammer: bezüglich der Einsührung dves
Malzaufschlags in der Pfalz angenommen. Es ist fonach ein Gee
sammtbeschlußee imzSinnen des Umbscheiden'schen Autrages“ ges
faßt worden. α ι ι ν ιXurituti ul
u München? 28. Aprilen Die Abgeordnetenkammerbeantragl
Landau als affene Stadt zu erklüren. Nu Çν —
FMuümnchenz29.Aprile Die Reichsrathskammer hat gestern
das Ausgabebüdget im Wesentlichen nach den Beschlüssemn der Ab⸗
geordnetenkammer erledigt, Sie beantragt auch Theurungszulagen
für die Regierungsräthe sowie den Ankäuf des Sieboldschenund
des Sturm'schen Museunss. 230 νι ν
Dienstesnachrichten. — * F rn
Se, Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen ge—
funden, unterm 24. April l. J. die erledigte protestantische Pfarrr⸗
stelle zu Bellheim, Decanats Germer Sheim, dem seitherigen! Pfarrer
zu Mittelbach, Decanats Zweibrücken, Jakob Friedrich Haas—
zu verleihen. ..
—Berlhin, 25. April. Im Sizungssaale des Zollparlaments
sind sämmtliche Plätze bereits belegt. Die Art der Gruppirung—
ist höchst interessant. Die Württemberger sitzen compakt zusam⸗
men, Hrn. p. Varnbüler an ihrer Spitze. Die Badenser“ haben
sich, mit nur ganz vereinzelten Ausnahmen, den NationalsLibera
len angeschlossen. Die Bahyhern sind getheilt, in der Art, daß die
Ultramontanen und Altbayern zusammensitzen, ein anderer: Theil
der bayerischen Abgeordneten sich aber wieder den National-Libe⸗
ralen angeschlossen hat. F VV
Bexlin 27. April. Gestern hatten sämmtliche Fractüonen
des Parlaments vorläufige Besprechungen; die-süddeutschen Abge—
ordneten hatten sich fast ohne Ausnahme im Hotel Si. Peters⸗
bourg versammelt. Einer Versammlung der-Nalionallibexalen
wohnten Bamberger, Metz, Bluntschli, Fauler aus Freiburg und
Adolph Schwinnm bei. Daß die Rede des Koönigs durch
eine Adresse beantwortet werden soll, ist unwahrscheinlich; doch hat
die Adresse lebhafte Fürsprecher unter den Süddeutschen.- Die
Köln. Zig. schreibt: „Im Allgemeinen wird uns ützer die bis—
herigen Begegnung zwischen Norde und Süddeutscheu bemerkt,
daß Badenser und Hessen den nationalen Fractionen des Reichs-
tages sofort unbefangen näher getreten sind, dagegen die Bayern,
noch mehr aber die Württemberger, sich bis jetzt noch sehr zurück⸗

alten.“ hhn, *u

Gleich nach dem Beginn der heutigen ersten, Pleuarsitzung,
während der Verloosüng der Mitglieder in, die Abtheilungen,
herrschte reges Leben im Sitzungssaal; aber es wollte bedünken,
als blieben die Süddeutschen für sich. Nur Bluntschli mischte sich

unter die Nordländer, währeud- Mohl geschäftig uter den Süd⸗

ländern rechts in der Ecke sich hin und her bewegfe.
Berlin, 27. April. Eine Vertagung des Reichstags wäh—
cend der, Dauer des Zollparlaments findet ulcht statt. Die Com—
missionen fahten mit ihrer Arbeit inzwischen fort, das Prälidium
—B

astliegt, eine Plenarsihung des Neichstags ansetzen ꝛ5. —
Berlin 27. April. Zur Eröffnung des Zollparlaments
jalte sich eine höchst zahlreiche Versammlung eingefunden. In
der Hofloge befanden sich die Königin und, die Prinzessinen, in
der Diplomatenloge alle Botschafter, und Gesandien. Um 124
Uhr stellte sich der Bundesrath links vom Throne auf, nämlich:

— ——
Deutschlaus.

ur Meen che m280 April. Die Kammer der' Reichsräthe hat
dem Gesetzentwurfe/ Abänderungen einiger Bestimmungen des in
der Pfatz geltenden Civilgesetzbuches über Privileglen und Hypo⸗
thelen beireffend, in ihrer Sitzung pom VDonnerstäg den 28. d. M.
in det nachstehenden, nach Anirag ihres Referenten v, Bomhard
modificirten Fassung, die Zustimmung ertheilt: —
ine Art. 1.In den Fällen, in welchen eine Ehefrau die ihr
zustehende gesegliche Hypothek auf andere Gläubiger übertragen oder
auf dieselbe zu Gimsten anderer Gläubiger? verzichten kann,
miß der⸗ Uebertrag oder Verzicht unter der Strafe der Nichtigkeil
durch wuthentische ürkunde geschehen.. 53.
nies, Dritten Personen gegenüber gelangh der Erwerber einer sol⸗
Hen Hypothek in deren Besitz nut durch die zu seinen Gunsten im
dypolheleubuche genommenen Einschreibungen.

Sind mehrere Glaäubiger in det vorbezeichneten Weise in
dien gesetzliche Hypothek der Ehefrau fubrogirt worden, so bestimmt
das Datum der“ zu Gunsten dieser Glaͤubiger genommenett Ein⸗
schreibung die Reihenfolge, in welcher sie die Hypothekarrechte der
Ehefrau auszuüben befugt sind.

Die vorstehenden Bestimmungen finden auf Fälle, in wel⸗—
hen eine Ehefrau einen Mitbesitzer in ihre gesetzliche Pnpohek
jubrogirt hat, in so weit keine Auwendung, als diese Subroga—⸗
lion die in den Händen des Dritlbesitzers befindlichen Liegen⸗
schaften betrifft. V

Bezüglich der in den Händen eines solchen Mitbesitzers be⸗
findlichen Liegenschaften kann die gesetzliche Hypothek der Ehefrau
naur von denjenigen in dieselbe fubrogirten Gläubigern ausgeübt
—
ung schon vor der Subrogation des Drittbesttzers vorgenommen
worden ist.

Art. 2. „Ddie im vorhergehenden Artikel geforderten Hypo—⸗
thekareinschreibungen sollen Vor- und Familiennamen, Stand, oder
Hewerbe und Wohnort des subrogirten Gläubigers und der be—⸗
cheiligten Eheleute, Beschaffenheit und Datum der Subrogations
urkunde;, den Betrag der Forderung an Haupt- und Nebensache
und' die Zeit der Zahlbarkeit, endlich die Erwählung eines Do—
mizils im betreffenden Bezirke enthalten.

Ist die Uebertragung der ehefraulichen“ Hypothek auf be—
stimmie Liegenschaften beschränkt, so soll die Einschreibung auch die
Art und Lage des Gutes bezeichnen, anf welche das Hupothekar⸗
recht sich erstreckt.. — B

Ia grh. 3. Mebertragungen und Verzichtleistungen der im
Art. Ibezeichneten Art, welche an dem Tage, wo dieses Gesetz
in Kraft tritt, bereits in ficherem Datum erworben waren, ver
lieren den subrogirken Gläubigern gegenüber den erworbenen Rang,
den Drittbesitzer gegenüber ihre Wirksamkeit, wenn, sie nicht bin⸗
nen“ Jahresfrist, vom Tage der Wirksamkeit dieses Gesetzes an,
in die Hypothenbücher eingetragen sind. 5.. .
4 Art. aAa. „Statt des dritten Absatzes des Artikels 2180
des in der Pfalz geltenden Civilgesetzbuchts wird Folgendes.
bestimmt:“ 3⏑—
int Bezuͤglich jener Liegenschäften, welche fich in“ den Händen
eihkes Druͤtbesitzers befinden, tritt die Verjährung in allen Fällen
nach einem dreißigjährigen Besitz ein.

Alle am Tageder Wirksamkeit vorsteheuder Bestiinmung noch
nicht vollendeten Verjährung von Privilegien und Hypotheken wer⸗
den nach gegenwärtigem Gesetze beurtheiitt

Art. 3.. Gegenwärtiges Gesetz tritt 80 Tage!n a'ch ber
Vercündigüng im Amtsblatte der Pfalz für diesen Regierungs
bezirk in Wirksamkeit. “

Die Absätze 4 und 5 des Ark.I sind das Ergebniß eines
oon der Staatsregierung in der Sitzung des Reichsrathsausschus⸗
es gemachten Abanderungsvorschlages, dem der Referent und der
Ausschuß und sodann die Kammer selbst beigetreten sind.“ Die
sammer der Abgeordneken hat den Gesetzesentwurf in der oblgen
modificirlen Kassung, wie er aus den Beschlüssen der Reichraths—
        <pb n="208" />
        Braf Bismarck neit dem bayerischen, sächsischen, wilrttembergischen, Wien. Oer Exkonig don Hannover wird
zadischen, hessischen unde den übrigen Bepollmachtigten. Gleich seinz Residenz nach Döbling bei Wien zverlegen, woselbst er die
arauf gritz der Honig mit saͤmmtlichen Prinzer ein, Altersprä- Arthaber sche Villa angetauft hat. X Der Erfürst Cusa weilt dort
siden Fraukenberg bringt in Hoch zuf, den König aus. Nach schon seit Monaten..
Verleung der. mite BGeifall aufgenommenen Thronrede erklärt. derß In OIminz würde See Cahplan Lucasco wegen Aufroizung
Bundẽslanzler ime Pamen der verbündeten Regierungen auf Prae zu fünfwöchentlicher Gefüngnißstrafe verurtheilt; nach. der Ver.
sidialbefehl das Zoͤllparlament fuͤr eröffnet. Der König verläßt ündigung des Urtheils machte er die Bẽmerkung: „Wenn cch straf⸗
den Saal unter einem vom bayerischen Bevollmächtigten Perglas öullig bin, so sind auch die Bischöfe straffällig.“
ausgebrachten Hoch! Hierauf hält das Parlament seine erste Ofen, 25. April. Heute findet die Taufe der neugebor⸗
Sitzung. Dex Alterapräsident Frankenberg⸗ Ludwigsdorf ruft zuerst ien Erzherzogin statt;! fle erhält die Ramen Maria Wasthilde
zllen Suddentschen frundlichen Willkommen: zu (Bravohh mid fügt Amalie Valerig. Taufhathinnen sind die Schwestern der Kaiferin
zei: „Der Vertrag vom 8. Juli 1867 stellte unsere Compeleitz dönigin Marie und Gräfin v. Trani.
est. ¶ Dem Vorbilde des Reichstages folgend werden wir die Vor⸗ Triest, 25. April. Ein aus zwei Panzerfregatten, einer
agen gründlich prüfen, und unfere Bemühundens umnablässigtauf Lropellerfregatte und einem Kanonenboot bestehendes Cierreichisches
in großes Ziel richten; Das einige Deutschlandl“ (Cebhaftes Heschwader. ist nach der Levante abgegan gen ·
Bravo) Das Parlamem genehmigie provisorisch die Geschäfisord⸗ Frankreich.
aung des Keichstages, Hierguß folgt die Verloosung der Abtherla n 4
ungen Engelreken sind 210 Reichslagsmuitaliedet and 7IB Sud- wFelß I Pariser Presse hrahtt am s. d. einen Zroßten RKlarm ·
deutsche, Worgen Wahlprüfungen und Praͤtidentenwahl Der Kömg üriiteg, überschriebenDis. r v bebandent darin wit
ee e e eee e zt —— won srategber Panderen de schon von
bg en —— nινg t Finil Girardin auf 3 Tapel gebrachte dre des rheimschen Fest⸗
Boerlin 28. . Aprile Vollparlament.— Die Abtheilungen ugsbiereck Maing Gopleinz. Luxenhurg Coht Trierd and Vandau,
ind onftituiriz es werden die Prafidente nwahlen dorge nomnen; Bornehmlich mächen Coblen; nd Neaiun setzteres au ineisten. der
An Vrasident wirh. Simsom mit D7n ven Dos Sunnen. gee re ee Foresne detes gwaltgt. Ziered Frantceih
vählt. In seiner Dankrede spielte er auf das Frankfurter Par— e—n kann — Furopa tzine Rede seim. Die Vrehe
oment an, indem xr bemerkt, ererkemme in: bern heutigen Wahl dilla darohna —— en Niui muni — Zugeftundnissen
ine wohlwollende Erinnetung Seitens Vieler is längste ver⸗ zufriet . er oh Aze feheneh tiben da es sohna
zangenen Tagen.' Sodann sagt er,“ daß schon das blose Dasein RNainz, ie scher für Fransteich —8
des Zollparlaments den vollgilligen Beweis Liefere von der Stärke — ne 77 —5 — aber; müssen,
und Untrennbarkeit des heiligen Bandes, welches trotz aller Stam⸗ Ag eher d e Luxenbuirg. geschleist mexden und zwar
B—— 6
ersten Vicepräsidenten Fürst Hohentohe min 288vom 8308 Sum⸗ V ⏑ —Ä— i dertt wahrlich Nie-
men gewählt Dexselbe mimnmt an und sagt ˖ dabei⸗ D, Ich Wweiß, 4 ö dgran, 8 tn kveDepartementsn
daß ich diese Ehre nur der Rücksicht verdanke,welche ein großer ehr * weder, zum Ruhmee tüoch czux Freiheit—
Zheil der Versammlung den Süddeutschenschuldige gur sein gicuibt. draneee ame deaem, hrn
Diese Ueberzeugung erhöht meine Dankbarkeit, denn Sie reichen d kä * ry b — eur sagt über die Throm
uns damit die Hand, die wir ergreifen, indem wie! vertrauen, t ienzu A — seiner Rede hat
zaß die den Süddeutschen eigene Art der-Anschauungen hier Ach⸗ 33 g geta *3 die ee chen Beziehungen ver
tung finden und daß eine patriotische Lösung unserer Aufgade 3 in Hesdartament . weütrete nen
gelingen werde.“ (Beifall. Bum: zweiten Vicepräsibenten⸗ Wurde en n saen erphu Ir qu hattung deg. eurobais chen
der Herzog von. Ujest in engerer: Wahl gegen Hruub. Roggen⸗ Anee pre u icum und in ,orfenkreisen
Anuf * 9X * Sitimn RR ken, »ge⸗s U,l t να ι n A
3 au den Ig8.von S06Slimmen gefallen waren, ege ——— 5 — Jer guen aun Eana vem
Wien, 28. April. r Presse ist Hr. Mehsentbug: au 3 d. Mts hat der Bicetdnig, der aus F eregypten zuxüchgen
dii n feine —— — r i den an aner SGienthn dangt ven Sußwasser· Zanal
um osterreichischen Votfchafter in Roͤm ernannt. —Die Wiener Wishen Zagatn und Sueß besohlen. Diese Bahnstreche Joll in
Zeitung verdffenilicht heute in ihremamtlichen Theil eim Hand- * Monaten vollendet sein. vee
schreiben des Kaisers an den Reichskriegsminister, wodurch er den⸗
selben beauftragt im Einvernehmen mit dem ungarischen Minister⸗
zräsidenten Anträge wegen Versorgung solcher ehemaligen Offi⸗
ere aus dem Militärpensionatsetgt vorzulegen( welche durch die
Ereignisse pon 1848 und 184950 ihrer: Versorgungsanfprüche ver⸗
lustig geworden sind.
un Wieen, 28. April Sitzung des AUnterhauses des Reichs⸗
rathes. Der Präsident macht“ Mittheilung über den Empfang
der Deputation des Reichstages durch den Kaiser. Auf die An—
spräche des Präsideuten erwiederte der Kaiser: „Ich bin von der
reuen Gefinnung und der Theilnahme überzeugi, welche das Ab⸗
geordnetenhaus stets der kaiserlichen Familie bewiesen hat. Lassen
Sis uns auf der betretenen Bahn rasch und entschieden fortschrei⸗
en, damit wir womöglich bald zus gedeihlichen Resultaten gelan-
zen.“ »DieVersammlung serhob sich nach dieser Mittheiluing zu
oreimaligem stürmischem Hoch auf den Kaiser.. 5*
Die „Neue fr. Pr.“ verdffentlicht einen Brief des Fürsten
Hohenzollern an Berthold Auerbach, welcher seinen Einfluß zum
Schutze der rumänischen Juden angerufen hatte. In diesein Schrei—
ben verurtheilt der Fürst die Barbarei der Judenverfolgung auf
das härteste, will aber daß man bei deren Verurtheilung me ver—
gesse, wie weit Rumänien von europäischer Cultur entfent ist.
Sodann bedauert der Fürst die feindselige Holtung der N. fr.
Br.“ gegen seinen Sohn den Fürsten Karl von Rumänien, „der
mit der innern Ordnung und Kräaftigung zu viel zu schaffen haäbe,
um an der hohen Politik viel Theil zu nehmen. Am allerwenig⸗
sen perdiene er den Verdacht, gegen Oestelreichs Interesse“ zu in⸗
kriguiren, denn sein politisches Glauhenshekenntniß sei durchaus
ang gegen Oesterreich gerichtet, vonwelchem allein — niemals
aber von Rußland und der Türkej — ciyllifatorische Einflüsse zu
erwarten seien. Um zu zeigen, wie“ ungerecht es ist, der Re⸗
zierung seines Sohnes die Schuld der Judenverfolgungen zuzu⸗
chreiben, erinnert der Fürst schließlich an“ die Judenverfolgung
in Böhmen 1866, aus der Niemand der österreichischen Regier—
ing einen Vorwurf gemacht hat. e

—

London, 25. April. Eine Regierungsdepesche aus Syd⸗
gey in Australien meldet: Der Feuier O'Farrel schoß am 12.
pril auf den Prinzen und traf denselben in den Rücken. Der
chaäter ist verhaftet utzd geständig. Die Kugel konnte, herausge⸗
ogen werden und der' Zustand des Prinzen ist nicht gefüh rlich,
Die That zgeschgh zu Elomfare bei Port Jackson gelegentlich ei—
nes Wohlthatidkeitspikniks.OFarrel geftand ein, daß, er ein—
Fenier sei uͤnd absichtlich giuf den, Prinzen geschossen habe. Erst der
weite Schuß, der noch während der Arretirung des Feniers ab⸗
Jefeuert, wurde, verwundete den, danebenstehenden Prinzen; der⸗
be. kehrt. wahrscheinlich nächste Woche nach England zurück. —
der Herzog von Buckingham ist nach Osborne gereist, um der
dönigin die Nachrjcht von dem Attentat auf den Prinzen. Alfred
u überbringen.

London 27. April Amtliche Depcschen aus Alexandria
25. April, melden äus Abyssinien; König Theodor wurde in der
Pähe von Magdala geschlagen, lieferte alle Gefangenen und
daudwerker aus und, zog sich in die Festung Magdala zurück;
Magdalg wurde am 18.nerstürmt; Theodor detödtei Ddie eng⸗
ischen Truppen. erlitten sehr geringe Verluste. 14,000 Abyjfinier
tzecten die Waffen.“ — Kine andere amtliche Depesche vom 14.
Upril lautet: „Am Tage nach der Schlacht des 10. Aprit in
velcher die Engländer keinen Todten und nux 16 Verwundete
ählte, lieferte Theodor sämmtliche Gefangenen aus. Sir R. Na—
aier indessen verlangte unbedingte Uebergaͤbe binnen 24 Stunden.
Theodor. zögerte; ein Theil seines Heeres streckte entmuthigt die
Waffen und übergab die-furchtbare Position von Schilasse. The⸗
»dor zog sich mit den ihm treu gebliebenen Wanuschaften in die
Festung zurück und fiel im Kampfe zu ihrer Vertheidigung.“Der
Berlust der Engländer war gering; das britische Heer wird, un⸗
rzüglich die Heimkehr antrelen. — Nichtoffiielle Depeschen mel⸗
»en ergänzend, Theodor habe sich selbst erschossen. Am— Charfrei⸗
ag habe er 500 Manm an Todten verloren, darauf die Zugänge
in der Festung mit 25. Kanonen vertheidigt. Die— Engländer
        <pb n="209" />
        unterhielten darauf ein dreistündiges Bombardement And untersah
nen sodant den Sturm, Zuwei Sbhne Theobors wurden gefangest
Die Engländer erbeutelen vier Kanonen ünd viele Waffen.

London, 28. April. Eine eeeeee Sid⸗

ney vom 81. März meldet, daß der Attentäter Ofarell zum Gal⸗
gen verurtheilt worden. Beide Parlamentshäuser votirten der
zbnigin Beileidsabdressen wegen dam Attentaten auft denPrinzen
Alfrid⸗ Im Untexhaus belobteDikraelirz Napier und die Ar⸗
mee. Die Debatte übern die exsie Resoluttonz-Gladstönes haf
begonnen. 4 ιι_ .,
u⸗ ι]— DItalien. id ni ιι ιιιαα
. Ran aelegraphirt dus Florenz vom 25. April: Gestern wohnle
der Kronprinz von Preußen einem!prächtigen? Kardussel dei
Prinz Humbert überließ den Platz an der Seite seiner Gemah—
lin dem Kronprinzen.Mehr vals 85,000. Menschen Begrüßten die
Herrschaften durch freudige Acclamationen. Abends fand ein Ga⸗
ladiuer⸗bei Hose statteunrn Heute Vormittag hat der Kronprinz So⸗
perga besucht und Nachmittags den Wettrennen beigewohnt.Der
Eupfang der Bevölkerung .ist shmmpathischer als jemals.

Flarenz 273April. Der Koönig und die Minister sind
hierher zurüdgelehrt. Der Prinz Napoleon ist von Turin nach
Mailand gereist.

Parma, 27. April. Der Kronprinz von Preußen über⸗
aachtet hierfelbft auf der Reise nach Florenz Trotzdem er, sich
jeden offliciellan Empfang verbeten hatte, wurde ihm anlällen
Stationen enthusiastische Begrüßung zu Theil.

TJuxig 27. April.Hier ist see eine von den Wahlern
Lamarnnras an zyehende An wort au die Brochllre desselben er,
chiewnen, worin sein politischetz diplomatisches undemlitärisches
Berhalten einer Beuxtheilung unterzogen undenihmn borgewsrfen
vird, daß er auf Rom habe Verzicht leisten wollen. Bei der
Zritik des Feldzuges vym Jghre 17806 und dergeSchlacht; hon
Custozza sagt die Antwort, Italjen derdante dem, franzdsischen
Reiche die Lombardei; Frankreich seinetfeits verdanke —————
die Erwerbung von Nizza und Savohen. Wenn dagegen Italien
pie Provinz Venetjen Preußen zu danken habeisd habe Preußen
*ei Sadowa doch ohne Mitwirkung Italiens gesiegt. Schließlich
vird dem General der Rathertheilt, sich auf eine militärische
Rolle zu beschränken, die Prätension ein Staatsmann zu sein,
iber fallen zu lassen. 4
ne Tuur üin 27. Aprilo Prinz Napoleon kehrte, nachdem er
den von der löniglichen Familie in Florenz zu begehenden Fest—
ichkeiten. beigewohnt, Hat, über Mailand nach ·Frankreich zurüch
Det Kronoxinz von Preußen wird allein bei den Festen die? bon
et Stadt Florenz werden veranstaltet werden, zugegen geim

nannn Rinßlandec —

Höchst charalteristisch für die russischen Zustände ist folgende
Thaifache: Der Pfarrer pon Modliborzyce (sReglerungsbezirk
Lublin) hatie fast einen vollen Monat vor der Charwoche drei
Munuferipte, Predigten“ dem“ Raczelnik in Janow,Major Ka—
ninsti, zus Censur eingesendet, allein die Charwoche rückte immer,
aäher, ohne daß dem Pfarrer die censurten Predigten zugingen.
Als. nun dieser den Naczelnik um die Erledigung der Angelegen⸗
Jeit bat, erhielt. der Priester zu seinem schmerzlichen Erstaunen,
wurch- einen Kosaken den schriftlichen Bescheid: „es mangle: ge⸗
zenwärtig dem Naczelnik an Zeit, die umfangreichen Manuscpripte
zu prüfen, weshalb die Predigten während der Charwoche zu un⸗
erbleiben hätten. Diese die Willkür des russischen Beamten of⸗
enbar herxquskehrende Weisung mußte leider auch befalgt werden,
denn hätte der Pfarrer in der Kirche auch nur gewagt, ein Wort
u sprechen, so wärs er sofort verhaftet — und vielleicht' sogar
nach Sibiren transpoxtirt worden. 33154

Amerika.

In Newyork hat sich eine deutsche Gesellschaft (Prasident:

Ph. Bissinger) gebildet, welche zum Zwecke hat, deutschen Einwan⸗
derern einen zuverläffigen, prompten und billigen Weg. für die
Besorgung ihrer Geschäfte zu eröffnen. Sie übernimmt vom
. Mai an: 1) Das Nebersenden von Geld nach allen größeren
Plätzen Deutschlands, entweder durch Wechsel und Anweisungen
ahlbar bei Vorzeigung oder in Baar. .2) Die Besorgung von
Ppassage⸗Scheinen für die Reise von Europa hierher, und von
hdier nach Europa. 3) Die Besorgung von Reisebilleten für die
Eisenbahuen oder Dampfschiffe für die Reise in das Innere des
Landes. 4). Das Umwechseln von Geld. 5) Das Ausstellen von
Bollmachten. 6),. Die Annahme von Vollmachten und die Be—
orgung der dadurch übertragenen Geschäfte. 7) Die Uebernahme
ind Beförderung von Paketen und Werthgegenständen. Die Ge—
ellschaft berechnet für ihre Dienstleistungen nur so viel, als er⸗
ocderlich ist, die Unkosten zu decken und einen Reserde⸗Fond zu
dilden, welcher für die Unterstützung hilfsbedürftiger Deutfcher
erwendet werden soll. Briefe sind zu adressiren an: German
Society, Post Box 4330, NewyorkK. n

il e a e F wR insech tg s·
en TiWürng bur g. 14.Aptil. Vom Bezirksgerichte Würz⸗
hurg wurde der frühere Vorarbeiter der ftüdtischen Gasfabrik da-
zier, V Gutcnann, wegen Vergehens der Majeftätsbeleidigung zu
Monaten Gefüngniß verurtheili. Derfelbe hatte mährend des
Zrieges 1866 und bri Gelegenheit der iglc Verlobung sich in der
Basfabrik gegenüben- den Arbeilerne mehrnals gemene Ausfülbe
zegen den Kenige xerlaubt. Die Anzeige geschah exst jetzt nach
üisz Jahren durch einen Gasarbeiten aus Roche. 57
ꝓBei der Prüfung, durch deren günstiges Ergebnig die Zu⸗
offung zum vinjührigen Freiwilligendlenftibedingt ist, jragte der
Framinator im Geschichtssach einen der ungen Adspiranen, wer
die Stadt Rom erbaut habe. Der Adspirant stockte. Det Exrat
niuator, in der humanen⸗. Abficht, hin auß die? Fährte zu helfen,
——— —
mir wenigstens den Einen, in dessen Ramen“ das Wort Rtom die
irste Sylbe bildet. Alsoe Ro — Rom — . Plötßzlch ging
ein Schimmer der Erleuchtung in der Miene des nachsinnnen-
den Adspiranten auf und freudigen Tones rief er: Romeo
und Julie! —

Wien, 24. April Proceß Ebergentz! Dritter Tag.)
Durch Berlesung der Protokolle übet die mit demn Grafen Gustab
Thorinsky in · München ¶ vorgenommenen Verhsre, gelangen? die
exsten Aufschlüsse über die ——— des
Brafen in München in die Oeffentlichleit. In. dem Verhör so—
fort nach seiner Verhaftung, gab⸗Grafe Chorinsk Aufschluͤ aber
die Personalien und über den Unfrieden in seiner Ehr.“Es habe
die Grafiunin Nancho verlassen unde gu den Eltern. nach Brünn
zurücklehzrestd, ohne Erfolg die Scheidung von seincx Gatttu aur
jebahnt. Auf die Todegnachricht sejc ex mit, seinemn Vatetfres
pillig nach München abgereistee It anem weitern Verhöpbej
jeichnet Graf Chorinsky die ehe vier Photographien ind
dat Meddillonsbild als Bikder der Julie p. Ebergenhi in Wien,
zien ew liebe und heirothen wolle. Julie v. Ebergenyi sei vom
—DDD—
Hrafen seien die, Beziehungen des Sohnes zu Julie v, Ebergenyi
inbekannt gewesen. Graf Chorinskh erklärt weiter, er sei bereit,
zin aufrichtiges Gestündniß abzulegen,“ wenn er 4 bis 8 Tage
Zeit erhalte. Er benützte diese Zeit, um seinem Vater zu schrei—
beu, daß er ihm die Begnadigung des Kaisers erbitte. Er wolle
— sagte er — sich seiner Familie entdecken, und dem, Untersuch⸗
ungsrichter asle Anhaltßpunkte geben um die Schuldige zu erken⸗
nen, die Unschuldige zu verfchonen. In einem Verhoͤr im Jan.
de J. 8ab Graf, Chorinsky zu, daßg Julte v. Ebergenyi in Mün⸗
hen gewesen fein um Papiere zu holen, welche den Ehebruch der
Gräsiln heweisen. Wenn die v. Ebergenhi den Mord begangen
hahe, so habe sie dies ohne sein Wissen und Wollen geihan.
Wien 25. April.“ (Proceß Ebergeny. Vierter Tag.) Der
Berichtshaf. murde im Laufe des Vormittags mit anonymen Brie⸗
en förmlich überschwemmt, darunter einer, in welchem Staatsan—
valt, Präsident., Richtet und Journalisten mik einem Hagel von
A
durch die Nachricht uͤberrascht, daß die. Ueberbringevin eines fol⸗
chen Briefes im Augenblicke der Abgabe desselben betreten, und
berhaftet sei. Der Brief wird verlesen, die Ueberbringerin' jedoch
wegen des inoffensiven Characters: desfselben⸗ in Freiheit
gesetzt—

Der Staatsanwalt wirft sodann einen Rückblick auf; den
BGang des Processes, glaubti aus demselben die Gewißheit schöpfen
sur können, daß Chorinsth und Ebergenyi fähig seien die größten
Scheußlichkeiten zu begehen, findet in dem von der Julie Eber⸗
zenyi abgelegten Geständnisse und im Zusammentreffen der Um⸗
tände den Beweis des Mordes hergestellt und beantragt den Tod
durch den Strang.
— Die Angeklagte, im höchsten- Grade erschüttert, bricht im
Laufe des Vortrages wiederholt zusammen und kann sich bei Be—
kanntwerden des Antrages kaum auf dem Stuhle erhalten.
Dexr Saal ist während des Plaidohers vollständig abgesperrt
und jede Communication nach Außen unterbrochen.

Um 12 Uhr kurze Unterbrechung, worauf das Plaidoyer
des Vertheidigers folgt

— (62 Uuhr Nachmittegs). Der Vertheidiger Dr. Neuda
pricht die Ueberzeugung aus, der Gerichtshof werde ein Todes—
artheil nicht füllen wegen Mangels des Beweises. „Der Becher
nus welchem die Gräfin den Tod trauk, ist nicht gefunden, Zeu⸗
gen sind nicht vorhanden.“ Das in der Voruntersuchung abge—
gegebene Geständniß ermangelt der Uebereinstimmung mit den vor⸗
handenen Thatsachen und der Glaubwürdigkeit, wurde auch sofort
viederrufen. Der Vertheidizer warnt vor einem Justizmorde un⸗
er Hinweisung auf; die Affaire Lesurque und vor der Fällung
ines Todesurtheils überhaupt, weil dasselbe nicht bessere oder ab⸗
hrecke, unzeitgemäß sei und ehestens aufgehoben werden würde.
        <pb n="210" />
        Wenn die Ebergenhi den Mord' begangen, so liegen ihte bom 7.nde Mis, wird kachstehend ein“ Auszug aus einem Ne⸗
Jugend; die Verführung, die Bestialität Chorinsih's, eine halbe scripte des Königlichen Kriegsministeriumz vom 17. vorigen Mis.
Bisdung, die gefährlicher ist als Unbildung, als Milderungz zur öffentlichen Kenntiiß gebracht, 36 **
gründe vor. Der Vertheidiger empfiehlt daher die Angellagte eu g
der weitgehendsten: Milde des Gerichtshofez. B

Wie bereits in der vorigen Nummer des“ Amzeigers gemes . .
det, wurde Julie v. Ebergenyi zu 20jährigem Kerker, verschärft, ee d e steht für das Berbleiben
dutch ain Woche Cimgeldaft ahctich un Verlust des Adeis unt n Geraennte e sur den Aintrite in denselben ein m
der Suͤstsdamemonde und in die Procehkosten derurheilt. litärdienft r ernißz icht entgegen n
Wien, 27. April. Der Vertheidiger der Ebergenyi Derlei. Behrpflichtige haben den bereits vollzogenen! vdet
Dr. Neuva, hat auf ausdruüclihen Wunsch des Valers derselben erfolgenden Eintritt in die Gendarmerie, sowie ihre Entlassung
die Berufung angemeldet Die Ebergenhs felbst hat sich gegen dus zu melden,
den, Vertheidiger resignirt geäußert. 0 ni desen Hezir gittche liegt. ν,
rankfurt 27. April. Bei der heute fortgesetzten Zieh wi4
uag bglusse Thser Frontfurter Stadtioiserie fielec auf solgende aegeeerpisen und Dondwahe manner.nwelhe. sih um Aufnahm⸗
Runnern uuchsiehende Gewnne der. 17. 100, 20,888 und i10 024 um Gendarmeriedienste pewerhen baben ihr Gesuch non-nun an
jede idoo s er b αε οι äαιN 4εαα unmie ha hei dennsresfenden. Gendarmerie nComdagnie -Com⸗
und 7166, jede 800 fl. 4 7575 mando · anzubringen. n α
a ] — 2 An — 2** —* * Zweibrücden den 25. April 1868. ιι-
J J Bekanntmachung en öe i pinöäse 32 Ili-Köonigl. Bezirksamt,

* ⸗ * 7— A i ucitaßze üjni 7 er .
I. Ergännmg der Gendarmerie betr. IE ν αι hi ιιÂια ινν ασHy. a —3
IFnIn Folge Verfügung hoher Könialicher Regierung der Pfalz, Aiceee *
— E 5
7 J j * —9 75 2 FVV — — α
— Bekanntmachungen. un an ittn n Ich nerlauhe mir, bei? nun eingetretener Saison auf mein reichhaltiges
e — ** — 319 Lager in uh —D —D0[ — ————
—A 64 — —— 4 FA —
Versteigerung Sonnucusehir me νσ E—οιιαανισ,
Estag- den 2. Mait 1868 versehen mit dem Neuesten in elegänter Ausstattung aufmerksani zu machen.
—— R Uhr zu St. Ingbert Feidene Sonnenschirme von 2 fla I8 ir. an; gefütterte vonZ fl.
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mann und Peter Günther. *1 a 8 bis 10 CEtr Geh st 7
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Samstag den 16. Mai 1868, ea VenW 3 * — aee Speg 8
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der „St. Ing berter Anzerg er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheink wöchentlich dreimal Dienstag, Donnersta
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F — Blattschrift odet deren Raum berechnet.
Nro. 53 J — — z. Im xe F
. Deu tschland. R :
München, 28. April. In der heutigen Sitzung der Kam—
mer der Reichs räthe wurde der größere Theil des Einnahmen⸗
Büdgets berathen. Es wurde im Wesentlichen den Beschlüssen
der Abgeordneten wonach eine Steuerhöhung nicht einzutreten hat,
beigestimmt. Dagegen nahm die Kammer die von den Abgeord⸗
neten abgestrichenen Postulate von 26,000 fl. für das Landge—⸗
richtsgebaude in Vilshofen, 8000 fl, für jenes in Schrobenhausen
3000 fl. jährlich für das Sieboldsche japanische Museum, 1000 fl.
jährlich für das naturhistorische Museum in Nürnberg wieder dus
und genehmigte dieselben, auch wurden 2000 fl. für das Krieger⸗
sche Institut für Heilung krüppelhafter Kinder eingesetzt. Die
20,000 fl. für die Regierungspresse wurden sehr beanstandet,
chließlich aber doch genehmigt. Die Pensionen,« welche die Kö—⸗
nigin Amalie in Bamberg aus der Cabinetskasse König Otto's
auf ihrr Kasse übernommen hat, sollen (circa 68460 fl.) 2auf den
Etat des kgli Hauses und Hofes übernommen werden, ihr Witt⸗
wengehalt wird auf 8),000 fl. festgesezßt. —
München, 29. April.“Die Erttägnisse des Malzäauf⸗
schläges beantragt der Ausschuß mit 9,251, 150 fl. für Brutto⸗
einnahmen und 501,150 fl. für Verwaltungskosten, also mit einer
Reineinnahme von 8,750,000 fl. einzusetzen i
Müuünchen, 330. April. Die Abgeordnetenkammerlehnte
heute das Regierungspostulat für Anschaffung von 18,000 Stück
neuen Hinterladern ab, weil die Construction derselben moch nicht
erprobt ist, bewilligte dagegen die Mittel zur Anschaffung von
1000 Stück zu Versuchen. Der Kriegsminister betonte das „ein⸗
heimische Fabrikat.“ —J
Augaburq, 30. April. Die „Allg. Ztg.“ enthältdie
Rachricht aus Paris, daß die französische Regierung im Begriffe
tehe, eine „Mainzer Frage aufzuwerfen, da Preußen kein Recht
habe, eine Besatzung in Mainz zu halten. —
— Dienstesnachrichten. —
7.Seine Majestät der König haben sich bewogen gefunden,
anterm 27. Aprile l. J. dem Bürgermeister Johaun Klag zu Bo—
ianden⸗E. Bezirksamts Kirchheimbolanden, in— Anerkennung sei⸗
aes langzährigen und ersprießlichen Wirkens im Gemeindedienste,
zas goldene Ehrenzeichen des Verdienstordens der bayerischen Krone
zu verleihen. utn
. Der k. Forstamtsactur Karl Bauer in Elmsteint ist auf An⸗
uchen an dask. Forstamt Weilheim versetzt worden.
Berlin, 27. April. Zollparlaments - Nachrichten.)“ Der
Correspondenz sämmtlicher Abgeordneten für einfache in Berlin
ankommende und von da abgehende Briefe und Kreuzbandsen dun
gen steht die Portofreiheit im Zollverein zu. ννα
Berlin 27, April. Die Reichstagscommission für Han—
del und Gewerbe hat bei Vorberathung des Gewerbeordnungsent⸗
wurfes die beiden ersten Paragraphen desselben in folgender Fas⸗
sung angenommen:;:24 .
8 1. Der Betrieb eines Gewerbes ist innerhalb, des Bundes⸗
zebietes Jedermann, nach Vorschrift dieses Gesetzes gestattet. Die
Anterscheidung zwischen Stadt und Land in Bezug auf den Be⸗
trieb und die Ausdehnung des Gewerbes hört aufa Der gleich
zeitige Betrieb verschiedener Gewerbe und eines Gewerbes in e⸗
reren Betriebs— und, Verkaufsstütten innerhalb derselben, Gemeinde
'der desselben Ortes ist gestattet! Die Befugniß zum Betriebe
zon Gewerben ift weder von dem Beitritt zu erner gewerblichen
Corporation (Innung,“ Zunft) abhärtgig noch durch die Zugehörig-
keit zu einer solchen beschränkt.. 03
448 2. Vorbehaltlich der Bestimmung in 8'6 üst: die Zulüssig⸗
eit gewerbepolizeilicher Beschränkungen nur nach dem Vorschriften
dieses Gesetzes zu beurtheilen. Wer gegenwärtig RomnWetriebe
ines Gewerbes berechtigt ist, kann von demselben nicht dum ges⸗
jalb ausgeschlossen werden, weil er den Erfordernissen dieses Ge—
etzes nicht genügt. » i
«Berlhimn, 29. April.Zollparlament:; 3Plenarsttzungen

5

Der Präsident zeigt den durch einen Schlagfluß erfolgten Tod

des süddeutschen (bayerischen) Abgeordneten Frhrn. v. Aretin an.

Das Haus bezeugt seine Theilnahme durch Erheben. Drei Vor⸗

lagen; den Schifffahrtsvertrag zwischen dem Zollverein und Spa⸗

nien, den Handeksvertrag des Zollvereins mit Oesterreich und
einen Abünderungsentwurf der Zollordnung und Zollstrafgesetz⸗
gebung betreffend, werden eingebracht. — Gestern constiiuirten
sich die Süddeutschen zu einer föderalistischen Fraktion. Die

Rationalliberalen wollen, daß eine Antwortsadresse auͤf die Thron⸗

cede erlassen werde. Die Fraktionen berathen heute. Die Frei—⸗

ronservativen sind dafür, die Conservativen und Süddeutschen,
aamtlich Bayern und Württemberger, dagegen.

Beir tin 29. April. Der Staats⸗Anzeiger meldet? Bei

»em igestrigen Galadiner, an welchem sämmiliche Mitglieder? des

Zollparlaments theilnahmen, brachte der König folgenden Toast
aus: „Ich ergreife das Glas, um die Abgeordneten des

Zollparlaments willkommen zu heißen, in der Hoffnung, daß die

Arbeiten des Zollparlaments zum Segen des gesammlen Vater-
landes gereichen mögen.“

z2Berlimn 29. April. Die Provinzial-Correspondenz con⸗

datirt, daß die angeordnete Beurlaubung der Friedensstärke sich
auß 12,000 Mann erstrecke, und spricht die Hoffnung aus, daß
vieses Beispiel friedlicher Gesimnnung bei anderen Staaten- Wür⸗
digung und Nachahmung finden werde. ———

Beæwlin, 29. April. Das erste große Manöver norddeut⸗

cher Bundestruppen wird in einer historisch denkwürdigen Gegend

Thüringens (zwischen Saalfeld und Neustadt a. O.) im nächsten

August zut Ausführung kommen. Das Schloß zu Oppurg wird
ür die Fürstlichkeiten und Generalität in Bereitschaft gesetzt

in „Die Kreuzzig. bemerkt bezüglich des glücklichen Ausganges
der abessinischen Expedition, resp. der politischen Be⸗
deutung dieses Ereignisses, Adaß man in Frankreich den Erfolg
der Engländer jedenfalls nicht mit Freuden begrüßen werde.“

Abessinien, in- der Nähe der Küste des Rothen Meers und im
beren Nielgebiet gelegen, sei ein Land von Wichtigkeit für die
Irage des Uebergewichts im Orient; der Euglische und Franzö—
ische Eiafluß hätlen sich dort seit langer Zeit gegenseitig bekämpft,
und wenn auch die, Engländer wirklich — Abessinien wieder
nerlassen sollten, ohne irgend einen Punkt dauernd zu be⸗
etzen, so werde doch der Zauber ihres Namens durch die glück⸗
iche Expedition außerordentlich wachsen; das sei aber im Orieut
von ganz besonderer Bedeutung. Endlich liege“ die Parallele mit
Merxico zu nahe, um nicht Frankreich eimas mißgünstig auf die
Siege des Generals Napier blicken zu lassen. In Mexico trotz
der größten Anstrengungen ein vollstäͤndiger Fehlschlag der mili—
lärisch-politischen Action Frankreichs; hier in Abessinien trotz
aller Schwierigkeiten eine in glücklicher Abrundung durchgeführte
deistung Englandäs.

Wien 20. Apris. Die Presse wirederruft ihre Nachricht
zon der Ernennung Meysenbugs zum Botschafter) in Rom. —
Der Neuen fr. Presse wird qus Galaztz geschriehen, daß die Ju⸗
denverfolgungen im dortigen District unter den Auspicien“ des
Zräfecten Supasco des Arrangers der vorjährigen Juden-Ertränlk⸗
ing, verübt worden. Vorstellungen des österreichischen? Consuls
jegenüber berief sich der Präfect auf zwingende Weifungen'“ des
Ministers Bratiano.

Wilen, 30. Die'Abendpost“ meldet telegraphisch aus Jassy,
daß nach Bakeu Militär gelegt wurde und daß Fürsi Karl heuie
iach Bukarest zurückgekehrt ist. — Die „Debatte“ erfährt, daß
jeue Verhandlungen der Westmächte und Oesterreichs auf Anre—
zung Frankreichs geführt werden, um durch eine gemeinsame Ma—
inenufstellung in deu griechifchen Gewässern den Verkehrezwischen
zen griechischen Häfen und Kreta aufzuheben, wodurch' der-Auf⸗
tand von weiteren Mitteln entblößt würde. .. 7
Pesth⸗25. April..Die Taufe des weibtichen Sprößlings
es österreischen Kaiserhauses ist in der Köͤuigsburg in Ofen
mit aller Feierlichkeit vollsogen worden. Der Adaiser und die
        <pb n="212" />
        Nonigin von Neapel alss Pathin knieten auf vergoldeten Stühlen, Der Papst, hat der Prinzessin Pagan ein, kostbares
das Taufbaden, war, von Gald, die ——— 5*— Paegu, aus Gold mit einer Paphaelschen Mabonnä zuin Ge⸗
und geweihem. Ieg agefuͤllt. Das Kaufkleipchen bestguda rhent aä . J
aus Drüsstler Spiheteuet Holdftreifen durchwebt. Die bei Ker r2. MpriktDir Kronprinz von Prrußen ist
Zausewerhendntehz acatenen aren us einem Kipster in Jer jestern Abend' Kfaft gltichzeitig mit ver Könighn vvon Bortugal)
rusaiem. Unter dem wohigesimaten Magharen herrscht große hier eingetroffen. In Bologna hatte et der Marquise Pepoli.
Freude, daß seit langer Jeit ein Sproß ihres Königshauses auf einer geborenen Prinzessin von Sigmaringen, einen Besuch abg e⸗
ungarischer Erde geboren wurde, und deßhalb das Land als ei— dattet. Am hiefigen Bahnhoͤf empfingen i die Spitzen der
gentliches Vaterland betrachten wird. — Die alten Weiber schütteln Militärbehörden und des Magistrats: sein Zug don der Eisen
noch immer bedeutlich den Kopf, daß kein Prinz zur Weli kam, bahn bis zum „Hotel Pait.“ wo er absties, gich e inem Triumph⸗
obgleich der Papft der Kaiserin ein wunderschoönes wächsernes zug. Abends erschien er im festlich etleuchteten Theater und
Knäblein übersendet hatte. wuͤrde mit lebhaften Zurufen empfangen, während das Occhester
Pest h. 29. April. Der Kaiser verläßt mörgen Ofen. — die preußische Rationalhymne spielte. Das diplomatische Corps
In der Deputirtentafel des ungarischen Neichs theut der Prasi- ist ebenfalls von Turin zurückgelehrt.
dent mit, daß Kofsuth arf srine 3 vergichle. Auf eine In⸗ panien.
berpellation erllart der Miniser des Innern. d. Wentheim, due Madrid, 286. ApriteGeueral⸗Lieutenant J. de Pejuela,
Nachricht füt unbegründet, gach welchet die Regierung Werbungen Graf d. Cheste, der V— 8*
für die paͤpftliche Armee gestattet haben sollte. — F55, 56 “n
yr ** ——9 früher General⸗-Capitän auf der Insel Cuba) war, ist in der
Pxra'g 27. April. Bei den Vorstandswahlen für das Pra⸗ Ie 4
—— ut das Pra⸗e gleichen Eigenschaft nach Madrid versetzt worden. Er ist bereits
Jer Hatidelsgremium sind deuntschen Candidaten trotz der eifrigen iugaemnmen und har Vesih von seinem neuen posten genommen
iigitation von Seile der natioualen Partei mit einer bedeutenden ing cheste ist dührer Ieie
Majoritst gewählt worden. * n ———
BPrag, 28. April. Der Konig von Sachsen ist heute Früh
n Besuche des Kaisers Ferdinaud eingetroffen. — Die Narodni
disty exklären in einem Artikel, das Eutfalten der deutschen Tri-
colote in Boͤhmen sei ein landesverrätherisches Beginnen.
Frankreich. e 2*
Paris 28, April. Das „Journal de Paris“ will wissen
daß die Reise des Prinzen Rapoleon nach Italien auch den Zwed
hai, mit dem König Victor Emanuel die Bedingungen des defi
nitiven Rückzuges der Franzosen aus Rom zu vereinbaren.
In officiellen Kreisen ist von Absendung eines französisch
osterreichischen Geschwaders in die griechischen Gewüsser die Rede,
um durch diese Demon'tration das Einverständniß der Cabinetie
bon Paris und Wien in der vrientalischen Frage „Allen, die das
angeht,“ kund zu macheu.. 22 6
Die Berichte aus Sieilien lauten wenig beruhigende Die
Agitation hat auf der Insel eine solche Höhe erreicht daß die Ab⸗
sendung neuer Truppen nöthig wird. J
Narvaez wird, wie man aus Madrid schreibt, dort
nichts weniger als bedauert. Die Zahl der Familien, die er
unglücklich machte und ins Elend stürzte, die Zahl Jener, die ex
auf blosen Argwohn hin nach den Philippinen schickte, ja Jeuer
die einen Augenblick der Veritrung mit dem Leben büßen mußten
jst zu groß, als daß der Haß der Nation den Mann nicht über⸗
lebte. d

Deüutsches Jollparlament.
Wor Beginn der eigentlichen Verhandlungen glauben wie
eine kurze Darstellung der wesentlichsten Bestimmungen über das
Zollparlament mittheilen zu sollen, wie solche in dem am 8. Juli
1867 zwischen dem norddeutscheu Bunde Bayern, Württemberg
und Hessen abgeschlossenen Verirage über die Fortdauer des deut⸗
schen Zoll⸗ und Handelsbereins enthalten sind. Dieser Vertrag
ist auf Zeit geschlossen und läuft, belanntlich bis zum 81.
Dezember 1875...
.Das Zollparlament besteht aus den Mitgliedern des nord—
deutschen Reichsstages und aus 86 ebenfalls nach dem allgemeinen
Stimmrecht, aber Dank dem unüberwindlichen Particularismus der
Züdstaaten leider nicht auf! Grund eines gemeinsamen Indigenats
zewählten Abgeordneten der süddeutschen Staaten, so daß der ge⸗
meinsamen Vertretung des Nordens nicht einmal eine gemeinsame
Verttetung des Südens gegenüber steht, sondern nur vier Son
dervertretungen. Dadurch ist die Bestimmung, daß die Mitglieder
des Zollparlaments Verterter des gesammten Volles“ sein soden,
AUlujorisch gemacht. J —
. Das Zollparlament hat das Recht, innerhalb des Kreises
seiner Competenz Gesetze vorzuschlagen und Petitionen dem Zoll⸗
hundesrathe zu überweisen. Zu dieser Competenz gehören die
Beuehmigung der im Namen des Zollvereins abzuschließenden
Zoll⸗ und Handelsverträge, die eigentliche Zollgesetzgebung (das
jollgesetz, die Zollordnung, der Zolltarif, die Grundsätze des Zoll⸗
irafgesetzes, das Zollcartel) und die gemeinsamen Steuern auf
Zucker, Salz und Tabaf.

Das Zollparlament wird durch das Präsidium (d. h. durch
Preußen) ersffnet, berufen, vertagt und geschlossen. Die Beruf⸗
ing erfolgt nicht regelmäßig, sondern nach Bedürfniß, oder wenn
ijs der Stimmen im Bundesrath es verlangt. Zur Auflösung
st der Beschluß des Bundesrathes unter Zustimmung des Präsi⸗
iums erforderlich; die Neuwahlen müssen innerhalb 60, die Ein⸗
berufung des neuen Parlamentes muß innerhalb 90 Tagen er⸗
folgen. Die Auflösung des norddeutschen Reichstages macht Reu⸗
wahlen in den süddeutschen Staaten nicht erforderlich. Eine Ver⸗
agung über die Frist von 30 Tagen hinaus kann nicht ohne
Zustimmung det Parlameunts selbst erfolgen und darf in derselben
Session nicht wiederholt werden. *
Das Zohparlament prüft die Legitimationen seiner Mitglie⸗
der, soweit dieselben nicht schon im norddeutschen Reichstag ge⸗
Jeprüft sind; es wählt jein Bureau (Präside nten und Schrift⸗
führer) und setzt seine Geschäftsordnung fest. (Es hat bereits
provisorisch die Geschäftsordnung des Reichsstages angenommen.)
Zur Beschlußfähigkeit ist die Anwesenheit von 192 Mitgliedern
erforderlich. Die Mitglieder sind an Aufträge und Instructionen
nicht gebunden; für ihre Abstimmungen und die in Ausübung
hres Berufes gethanen Aeußerungen sind sie nicht verantwortlich.
Sie dürfen keine Besoldung oder Entschädigung beziehen.

Pf. Kr.)

England.

London 29. April. Die Königin hat den General Na⸗
pier zum Großkreuz des Bathordens ernannt. — Die vom Cri ·
minalgericht freigesprochenen Fenier sind sofort in Freiheit gesetzt
worden. Eine Regierungsdepesche aus Sidney meldet, daß die
Ermordung des Herzogs von Edinburg (Prinzen Alfred) durch
einen Befehl der fenischen Verbrüderung in England angeordne!
und daß O'Farell durch das Loos zur Ausführung dieses Befehls
bestimmt worden sei. Die RNegierung in Sidney hat auf Ergreif—
ung eines jeden Mitschuldigen einen Preis von 100 Pfd. Sterl.
gesetzt; einer derselben fei bereits verhaftet.

Schweiz.

Bern, 28. April. Zur Kennzeichnung der Centralisirungs—
jendenz, die auch in der Schweiz eine starle Anzahl von Vertre—
jern hat, mag die Notiz dienen, daß für eine nächste Demokraten⸗
conferenz in der Ostschweiz von einem Centralisten eine Zukunfts⸗
Schweizerkarte eingesendet worden ist, nach welcher die Schweiz
in fünf Kreise mit ungefähr gleicher Vevölkerungsziffer abgetheilt
werden soll. Die Kantone an der deutschen Grenze würden in
die Kreise „Schaffhausen“ und „Basel“ fallen; der geschichtliche
Nern der neuen Schweiz, die Waldstätten, würde drei verschie—
denen Kreisen zugetheilt werden, die französische Schweiz einen
eigenen Kreis .Wallis“ bilden 'und der italienische Tessin an
Et. Gallen? fallen.
Bern, 22. April. Der Totalbestand der schweizerischen
Armmee betrug am 31. Dezember 1867: Auszug 87,730. Re—
serde 49,765 und Vandwehr 64,357 Maun — Total
202,854 Mann.

— e

J Italien.

Die Stadt Turin hat der Prinzessin Margaretha ein Käst—
hen zum Brautgeschenk gemacht, zu welchem nicht weniger als
7 Pfund Gold und 2440 Stück Perlen und Edelsteine verwen⸗
zet wurden. Die den Hauptzierath desselben bildende Wappen
des Königshauses und der Stadt Turin bestehen, das eine gan
aus Rubiuen und Perlen, das andere aus Perlen und Saphiren

VBermischtes.

4 Land an, 29. April. Wir haben ein schweres Unglück
zu berichten, welches sich vor wenig Tagen innerhalb der Mauern
unserer Stadt zugetragen. Herr Hutmacher Köller, Vater, wurde
das Opfer der Wasserscheu. Vor etwa drei Wochen erlitt K. durch
ein halb herrenloses Windspiel, welches öfter auch das Koͤller'sche
daus besuchte, eine lleine Verletzung an der Oberlippe, die bei
dem scheinbar vollkommenen Wohlbefinden des Thieres ungück⸗
eliger Weise gänzlich unbeachtet gelassen wurde. Nicht sehr lange
        <pb n="213" />
        darauf wurde der Hund als wuthverdächtig getödiet. Die -ersten
Erschei nungen der beginneuden Erlrankung zeigten sich, wie wir
hoͤren, aui letzverflossenen Freitag. Einem, juckenden, prickelnden
Gefühle in der längstvernarbten Wundstelle folgten in rascher Auf-
einanderfolge Schlingbeschwerden und Beklemmungen auf der
Brust; erstere steigerten sich zum Unvermögen zu schlingen über
haupt, insbesondere zu jener charakterischen Abneigung gegen Flüjs
sigkeit, namentlich Wasser, welcher die Krankheit schon im Alter
ihum den Namen „Wasserscheu“ (Hydrophobie) verdankte. Bei
alledem war sich der Kranke, wie dies der Krankheit überhaupf
eigen sein soll, seines jammervollen unheilbaren Zustandes voll⸗
lommen bewußt und sein Geistesvermögen bis zu den letzten Le⸗
bensstunden gänzlich unget rübt?⸗ Umeso entseßlicher füre ihn und
alle Anwesenden der Sonnlags erfolgendr Uehergaug zu Ausbrü
hen volltger Mafelel welche sich vach Unterbtechungen mehrmals
wiederholten, bis die wohlthätige Hand des Todes in der Racht
auf Montag, den 27. April während eines solchen! Anfalls die
graßliche Seene fuͤr immer abschloß. In so jämmedlicher, Weise
endete ein wackerer Buͤrger, ein genuq e
Möchte dieser Fall ungesäumi- alle Maßregeln veranlussen,
welche Neinerseiis auf eine Verminderung/ andererseits guf die
drengste Ueberwachung und Controlirung der Hunde hinausgehen.
In. Landau werden bei jeder Hundevisttalion 480 bis 170
Zeichen gelsst( Ift auch aAnderwärts nicht besser, A. d. R. d. St. J. A.
e eeeen Hunde · Unfug kann nur ein ausgiebiges
Hundesteuergesetz helfen: möge die k. Staatsregierung, nach dem
Vorgange aller übrigen Staaten, in Bälde ein solches ausarbeiten
lassen, denn bereits mehrals zwei Juhren spuckt diese Krantheit
und ihre Calamitca in unserer eu Grund genug, dächten
wir, zur Rechiferugunng des Verlangen? nach Abhilfe und Schutz
fuͤr ihre Bewohner. Cand. Anz.)

Auf der Pofte in Wirzburg Migte viefer Tage laut
BMungi 3 a vus den ane dere Adresse
ein: ⸗Au den Igl. Yrenßische: Stadtmagistrat Würzburg.“* 3*

8 traů 43. Po April. In Lingeneclheng ————

Vormittags wähtrud des pfarrlichen Gottesdienstes in einem Haufe
ngebrochen, und die Bäuerin, welche allein zu Hause war, er⸗
moxdet worden fein. , nit
.. x. Das Cadetlen Institut in Karlsruhe wurde am I, Mai
uͤrfgeloft — 556 1—— — 9
f Bom Rih e rn 36.April Die Auche ner und Münche
aer Feuer· Versicherungsgesellschaft hat den nothleidenden Bewoh
nern des Westerwaldeb 11005 Thlr Ziawandt Aum: sie mit Saut⸗
gut zu versorgen. ι —

f Verflossene Woche aß ein Tiuswohner Boöͤruͤheims in' Folge
einer Wette Abends; dreißig? hart gefocksne Eier. Vergeblich
waren die Anstrengungen des Unglücksichem, sich die Nacht hin-
durch Bemegung zu verschaffen.“ Der Morgen sah ihn als Leiche
kin Schlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht.

Offenhach, 28. April. Vorgestern drohte der hiesigen
Schiffbrücke große Gefahr. Um etwa einen halben Gulden zu er⸗
paren, hatte der Eigenthümer eines langen Flosses zzum Durch⸗
laß desselben das Oeffnen nur eines Joches für genügend erachtet,
itieß aber beim Anfahren gegen eines der nächsten Pontons,-so
daß das Floß mit ungeheuerer Gewalt gegen die Brücke drückte
ind, sich wendend, der Länge nach sich vor dieselbe legte und sie
in einem Bogen fortschob. Schnell wurde jedoch das Fluß mit⸗
selst Seilen und Ankern festgehalten und die Brücke abgefahren.
Das erstere ließ man in mehrere Theile aufgelöst fortreiben.
Die Arbeit an der Brücke hatte von 4 Uhr Nachmittags bis
Abends 8 Uhr gedauert. Der Eigenthümer des Flosses wurde
derhaftet, aber gegen Erlegung einer Caution von 200 fl. wie⸗
der freigelassen.

FSaarlouis, 26. April. Gestern Abend gegen 5 Uhr
stürzte zn Ensdorf eine dicht an der Saar gelegene Sandgrube,
welche wahrscheinlich ohne die nöthigen Vorsichtsmaßregeln aus⸗
gebeutet wurde, in dem Augenblicke zusammen, als vier Mädchen
don 14-20 Jahren darin beschäftigt waren, und verschüttete
dieselben. Drei dieser Unglülichen wurden trotz der schnell her⸗
veigeeilten Hülfe als Leichen ausgegraben; nur ein 1ijähriges
Maͤdchen konnte, freilich mit schweren Verletzungen am linken
Beine und einer Contusion am linken Arme, lebend und mit
Aussicht auf Erhaltung des Ledens ihren Eltern wieder gegeben
verden. — Heute früh brachte man die Leiche eines Bergmann?
eines Vaters von fünf Kindern, nach dessen Wohnort Derlen.
Derfelbe war in der Nacht von gestern auf heute in der Grube
bei Püttlingen in Folge einer durch Entzündung von Dynamid
Sprengöl) stattgehabten Explosion getödtet worden; vier seiner
dameraden sind lebensgeführlich verwundet.

— Die Familie Rothschild foll gefürstet werden, so lautet der
Trib. zufolge das neuefste Boͤrsengericht. (Ion wem? Und zu
—WE88

ungen des Hauses sollen zu einem Fideikommis dereinigt und
dem jedesmaligen Besizer des Fideikommisses die Fürstenkrone
übertragen werden. —

Demnäachst wird auf dem Schnellzuge don VBerkn an den

Rhein eine nene Einrichtung zum erssten Mal ins Leben treten,

die wir hoffentlich recht bald auf allen deutschen Eisenbahnen fin⸗

den werden. Man wird namlich, um allen Llufenthalt, mit Aus⸗
iahme auf den Stationen, wo die Locomotidve Wasser nehmen
nuß, zu ersparen, einen vollständigen Restanrationswagen mitgehen

u lassen, so daß die Reisenden während der Fahrt ihren Appe⸗

it stillen köͤnnen. Allerdings wird, da man keine durchgehenden

og. amerilanischen Wagen hat, files Erste die Einrichtung noch
rart sein. daß Derjenige, welchet essen will.an eluer Sta⸗
liou seinen Platz verlassen und in den Restaurationssswagen steigen

——

la ssen kann. * ———

— Wien/ L7lt April Juler Ebergenhihat noch gestevn ihre

Strafe angetreten, obschon ihr Vertheidiger, Dr. Neuda, auf

ausdrücktichen Wunsch des Vaters derselben die Verufung ange⸗

nelder hat.nSie durfte schon Anfangs Mai ihren bleibenden

Jufenthalt in der Neudorfer Strafanstalt erhaltens; gegen ihren

Bertheidiger hat sie sich resignirend geäußert. 5

2 Der Kaiser von Oesierreich hat dem Primas von Ungarn

um Andenken an die, Taufe ein goldenes mit Brillanten ge⸗
ichmücktes Brustkreuz an einer schweren goldenen Keite geschenlt

,F, Die Emission der neuen Rudolphsbahnactien im Betrage
Jon 14 Mill. zum Emissionspreise von 65 pCt. erfolgt am 4,
q*. und 6. Mal in Wien bei der Anglo ⸗Oefierreichischen Bank, in
Frankfurt durch das Bankhaus von Erlanger und Sohne, sowie
uch an andern Börsenplätzen. Mιι,

FDer berüchtigte ungorische Rauberhauptmann Rosza San⸗
dor, der bis jegt jeine Siraßzen in Petexwardein zubrachte, wurde
wrpen 24. AIpril. Der Kaiser ist Jahre al
3 Bacs, 24. April, Der Kaiser ist gestern 60 Jahre alt
re und regiert bald L0. Jahter Seu Jahre 1774
Jat kein Regent so lange über Frankrreich geherrscht. ————

f Am Donnerstage wurden auf dem Pferdemarkte zu Lin⸗
pi (England) etwa 1000 Pferde für Rechnung der franzosischen
—X angelauft und auf der Themse nach Frankreich ein⸗
— 2 —8 * —

Esg werder Schritte getroffen, um im Monal Fuli ein

euisches Sänge,rfest in London staltfinden zu lassen. Die

Idee ist bon dem Gesangverein Freundschaf t ange⸗

egt worden. —V *

7Nam hal sich in London schon sehr oft gewundert, wa⸗
um die Depeschen des Generals Napier vom Kriegsschauplatz in

Ibessinien stets so spät eintreffen. Der „Star“ erklärt diese Ver⸗

patung durch den Umstand, daß die Affen in Abessinien, welche

zaselbst in großer Fülle vorhanden sind, sich mit ihren Schwän⸗
en an die Telegraphendrähte hängen, und durch ihre mulhwil-
igen· stunsistucke sehr oft eine Unterbrechung im Telegraphender⸗

lehr herbeiführen, J
Detr Geisterbeschwoͤrer Ho ne, don dem fruher oft die
Kede war, ist, wie aus Vondon berichtet wird, jetzt Gegenstand eines
Prozesses.“ Die Klägerin ist eine sehr begüterlie Wittwe, welcher
der Angellagte (Home) auf dem nicht meht ungewöhnlichen Wege
des Tischklopfens im Namen ihres verstorbenen Gatten zu ver⸗
stehen gab, er (der Gatte) sei dem Beschwörer sehr gewogen und
vünsche dessen Adoption durch die Wittwe. Letztere kam dem
Wunsche nach, belohnte und beschenkte ihn erst sehr reichlich und
ibermachte ihm schließlich eine Summe von 60,000 Lstel. welche
ie jetzt, da ihr über die übernatürlichen Kräfte Home's ein Licht
aufgesteckt worden, auf dem Wege Rechtens zuruack zu erhalten
jucht. Die Sache ist ehustweilen noch nicht spruchreif, doch hat
das Gericht dem Beschmörer die Disposition über das Verinögen
borläufig entzogen. —W

In Neanpel starb vor einigen Tagen ein Mann, welcher
ꝛin Alter von 105 Jahren erreichte. Einen Monat dor seinem
Tode besuchte er noch mit einer frohyen Gesellschaft den Ve—
uv zu Fuße. Von seinen 10 Söhnen ist der älteste 83
Jahre alt.

Das Centralcomite für das Sängerfest in Chicago, wel⸗
hes vom 16. dis 21. Juni begangen wird, unterhandelt mit
en verschiedenen Dampfergesellschaften, um den deutschen Sän⸗
gern ganz oder theilweise die freie Ueberfahrt zu erwirken. In
Amerika werden dieselben Alles frei haben, und zu Newyork durch
ie dortigen dem Bunde angehsrigen Vereine, die gegen 300
Sänger zum Feste entsenden, empfangen und im Triumpfe nach
Lhicago geleitet werden. Für das Sänzerfest sind einftweilen
'olgende deuische Lieder zur Aufführung bestimmt: 1. „Auf of⸗
ener See,“ von Moͤhring, 2. „Deutsches Volksgebet,“ von Abt,
ombonirt für das Sängerfest in Dresden, 3. Macht der QLunste“
        <pb n="214" />
        —* Billot A. Der Lindenbaum,⸗ Vollslier, 5 Sqhlach · Hymne
vus der Oper „Rienzi“ von R. Wagnee.
*Howe, der Erfinder der Nähmaschine, 618,000 Doll. hinterließ
(Iv. Million Gulden). Vor zwanzig Jahren arbeitete er als
Befell in einer Werkslätte, um seinen Unterhalt zu verdienen und
den Vroceß gegen die Eingriffe in sein Patent zu führen.
f Bern 277 April. Endlich. hat sich auch der Kirchen ·
ftagt zum Beitritt zu dem Genfer ünternationalen Sanitätscon ⸗
cordat bereit erklärnräcäß.

7 BPriuz Murat erhält bei seiner Verheirathung mit der mingre⸗
lischen Prinzessin Salome vom Kaiser Napolen 1 Mill., die
Braut von ihrem Bruder eine gleiche Summe, von ihrer Mutter
ein schönes Hotel, vom Kaiser von Rußland eine Rente von
20,000 Fre.

7 Frankfurt, 28. April. Bei der heute fortgesetzten
Ziehung öter Classe 183er Frankfurter Stadtlotterie fieten auf
olgende Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 25000 5000 fl.
ser 20638 1000 fl., Rr. 19735, 28645, 160858. 25045 und
4866 jede 300 fi.
Bekanntmachungen. Ich bringe hiermit meine Niederlage vuoun
— —— Kar E 7
Mobilien- Versteigerung. Malstatter Portland-Cement
Samstag den 9. Mai 1868. in empfehlende Erinnerunn
Ie e w n Webeneng uDie vorzügliche, Qualität dieses Portland—
eebeeen Suatenwatnenz Cementes ist von der Königl. Bergwerksdireetion,
Ilan oe prder Fortification Saarlsuis, welche der Fabrik die
— min auf Sorg derr dieferung ihres Cementbedarfs ühertragen haben, von den
eutze ind, 1 Haufen Dung, 800 Dönigl. Caunal- u. Eisenbahn-Baubehörden, sowie
dionünm heh Sit, aee von aden Bauunternehmern und Fabriken hiesiger
ee glewerscheam, 2 Gegend anerkannt. J
— Saurbrũcsieen &amp; St. IonMnnm, im NMui ..
di — mode, A Lisch, *»11 83*v8 : * * 4
r —* sowie sonstige eh 7 vye J. A. Mayer. J
Haus⸗ und Küchengeräthschaften. —
reniannn Meine Weinstuhe

Wekanntmachung.
Am Mittwoch. den ð.d. Mis. Nach⸗
mittags um 2 Uhr im Stadthause dah.er
wird das Berechtigungsholz versteigert;
Sglag Gehnbach—
320 Klafter Buchenhotlz.
— —— gemischtes. —
Schlag Rothhelle.
84 Klafter Buchenhotz. J
Schlag Obergeisberg.
419 Klafter Eichenhotz.
Schlag Schützenhauseneich.
3334 Klafter Eichenholz—z;
Schlag Kumbß.
2024 Klafter Eichenhotz.
Schlag Birkelbach.
324 Klafter Buchenholzz.
18 Klafter Eichenhotlz. 1
Schlag Schiererweg.“
110 Klafter Buchenhotz.
St. Ingbert den 2. Mai 1866.
Das Bürgermeisteramt
Chandon.
Für Musikfreunde.
Der ergebenst Unterzeichnete beehrt sich
jiermit anzuzeigen, daß er eine Parthie
orzüglicher Blas⸗und Streichinstru⸗
88 8 Zithern, Guitarren
ind Zunharmonicas, auch alle ver -/ I
schiedenen Untensilien in — T a n zmu t k
»on Instrumenten, Saiten, Blättchen, Mus gei Georg Jung In ESi. Ingbert
itkasten ec. ꝛc., gus einer W pomirten en — —
en u. Fabriken Sachsens, erhalten hat,6G Stück f
velche zu den hilligsten Preisen abgegeben s estu ee e pen
verden.. mV — Ai⸗
. Eberhard, Kaufmann—n. den billigst abgegeben bei
im Josephthal. — MPhilivpp Klinck.

für feine PfalIz- u. aAndlisehe Veine,
herbunden mit kalter Küche, nach norddeutscher Art, ist
eit heute in der Nähe des Bahnhofes eröffnet; unter
Zusicherung guter und billiger Bedienung, halte die—
elbe dem reisenden Publikum bestens empfohlen.

Neustadt a. d. Haardt 11. April 186b6.
Eduard Kubp.
J e Wein- Delicatessenhandlung.
Harmoniemusik

Frucht· ¶ Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preeiß

der Stadt Homburg vom L9. April.

Weizen 9fl. 17 — —
Spelʒ 6 fl. 12 tr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— tr., Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
5fl. 29 kr., Erbsen — sl. — kr., Kartof—
feln 1fl. 18 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
32 kr., ditio 2 Kgr. 22 tr., ditto PKgr
Pkr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr.2. Qual.
4 r. Kalbfleisch 12 kr., NHamimehlfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 30 kr.
der Pfund.
TAMCCCA
— Fraukfurter Börsenn
—— Geldsorten. —
vonm 30. April. 1888.
breukische Kaffenscheine. 1n 4n

breußische Friedrichsddor . .9 57 158

Bistolen i49 31
dolländische 10 fl.⸗Stücke ——
Dutaten . e ge 5. 27. 839 4
208Franes⸗Stücke ν οιοO,—
ẽnglische Souvereigns 11555
shold per Zollfund fein . .41 — —

hochhaltiges Silber ver Zollpfund
Dollars in Gold 2 28229

—— —

— —— —
Pedaction, Druck und Verlag von F.⸗. Demsetz in St. Ingbert. .
        <pb n="215" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.

——
Det „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g, Donnerstag
und Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzt. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Kerzr. die dreispaltige Jeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
1ss.

— .
Deu tschland.

Muünchen, 1. Mai Der Siaatsminister des Aeußern und
des königlichen Hauses, Fürst Hohenlohe, ist heute Morgens von
Berlin hierher zurückgekehrt. — Nach den Vorschriften über die
rechnerische Behandlung der Kosten in Strafsachen vom 4. Juli
1862 sollen die Kosten für Bekleidung der Gefangenen in allen
Fällen aus dem Vermogen derselben oder von der Armenpflege
dem Aerare ersetzt werden.“ Die Bestimmung ist, so weit sie im
Allgemeinen die Haftbarkeit der Armenpflegen für die Bekleidungs ⸗
tosten ausspricht, außer Wirksamkeit gesetzt. — Zufolge allerh.
Entschließung dürfen von den Unterofficieren, Gefreiten und Ge—
meinen der besoldeten Landwehrstämme lediglich die Bezirksfeld⸗
webel unter Beachtung der die Verehelichung hindernden allgemei—
nen Vorschriften und nach Erfüllung aller in den Normen be—
gründeten Vorbedingungen zur Verehelichung zugelassen werden.
— Das Justizministerium hat die Oberstaaisanwälte an den Ap⸗
pellationsgerichten des Königsreiches und den Generalstaatsproku⸗
rator am Appellationsgerichte der Pfalz unter Hinsweis auf die im
Regierungsblatte Nr. 27 veröffentlichte allerh. k. Erklärung vom
23. April ds. Irs. veranlaßt, die geeigneten Einleitungen zu
reffen, damit die wegen Unzulänglichtkeit des Vermögens zur
Ersatzmannstellung in Haft gehaltenen Wiederspenstigen
in Freiheit gesetzt, und weitere Haftvollzugsanordnuugen unter⸗
jassen werden. —

— Der König von Preußen hat dem Kronprinzen von Jia⸗
lien 12 prachtvolle Pferde zum Geschenk gemacht.

München 2. Mai. Die Reichsrathskammer hat heute
das Finanzgesetz und das Eisenbahngesetz erledigt. Es tritt dem⸗
nach keine Steuererhöhung ein. Der Landtag ist vertagt. Der
Tivilprozeßausschuß bleibt beisammen, der Socialgesetzgebungsaus⸗
ist auf den 15 Juni, der Ausschuß für das Mililärsirafgeseß wird
auf einen noch zu bestimmenden Tag einberufen.
Dienstesnachrichten.

Se. Maj. der König haben Sich allergnädigst bewogen
zefunden: unterm 27. April l. J. den Inspector des Zuchtsauses
und der Polizeianstalt Kaiserslautern, Regierungsrath Franz Fla—
min Meuth, unter allerhuldvollster Anerlennung seiner langjäh
cigen, treuen und eifrigen Dienftleistung, dem von ihm gesteliten
Besuche entsprechend, in Gemäßtheit des 8. 22 lit. B. der IX.
Beilage zur Verfassungsurkunde vom 1. Mai an für immer in
den wohlverdienten Ruhestand treten zu lassen, und auf die hiedurch
üch erledigende Siclle des Inspectors des Zuchthauses und der
Polizeianstalt Kaiserslautern den Rechnungsführer bei der
Befangenen- und der Polizei⸗Anstalt St. Georgen, Karl Leffler
zu befördern.

Der k. Forstamtsaltuar Wilhelm Schaaff von Weilheim
wurde auf Ansuchen in gleicher Dienstes-Eigenschaft an das Igl.
Forst- und Triftamt München, und der kgl. Forstamtsaltuar Karl
Bauer von Elmstein, gleichfalls der gestellten Bitte gemäß, an
das kgl. Forstamt Weilheim versetzt.

Heidelberg 28. April. In der gestrigen Hauptversamm⸗
iung des Arbeitervereins wurde eine Adresse an das Zollparla⸗
ment beschlossen. Die Adresse erklärt sich grundsätzlich gegen jede
indirecte, die arbeitenden Klassen ungleich belastende Steuer, und
iichtet an das Zollparlament die Bitte: die Bewilligung neuer
Steuern unter allen Umständen zu versagen.

Berlin, 1. Mai. (Zollparlament.) In der Diplomaten⸗
loge bemerkt man den französischen und russischen Gesandten.
Herr v. Varnbüler hat seinen Platz auf der Rechten eingenom—
men. Präsident Simson zeigt an, daß Montag ein Trauergot⸗
tesdienst für den verstorbenen Freiherrn von Aretin stattfindet
lin der katholischen Kirche) Metz, Bamberger und Bluntschli
mit 60 Genossen bringen einen Adreßentwarf ein, über dessen
zeschäftliche Behandlung nach dem Druck beschlossen werden soll.
Das Haus beschließt die Zollordnung durch Vorberathung, den
panischen Handelsvertrag durch Schlußberathung zu erledigen.

Referenten sind. Meirner und Lienau. — Es wird zu Wahlpruf

ungen geschritten; Harnier, Referent der dritten Abtheilung ver⸗
iest den Protest gegen die württembergischen Wahlen. Die Ab⸗
heilung beantragt, der Vorsitzende des Bundesrathes möge die⸗
lebereinstimmung des norddeutschen mit dem württembergischen
Wahlgesetze herstellen. Die übrigen Abtheilungen stellen ähnliche
Anträge. Mittnacht rechtfertigt das Verfahren. Auch der Nord⸗
hund mache das active Wahlrecht von der Staatsangehsrigkei
ibhängig. Der Wahlprotest hätie fich gegen bestimmte Wahlen,
nicht generell gegen alle richten müssen. Braun (Wiesba⸗
»en) sucht den Proiest zu rechtfertigen und wünscht die Prüfung
ämmtlicher Beschwerden wegen Wahlbeeinflußungen, damit Wie⸗
erholungsfällen vorgebeugt werde. Bethusy⸗Huc tadelt den hef⸗
igen Ton Braun's und empfiehlt den sehr allgemein gehaltenen
Antrag der vierten Abtheilung, der Vorstand des Bundesrath
volle darauf hinwirken, daß das württembergische Wahlgesetz mit
dem Zollvertrag in Einklang gebracht werde. Braun zieht feinen
Antrag zurück. Mez tadelt die Verbindung der Regierungspariei
nit der demokratischen Partei, welche die Einigung Deutschlands
ekümpfe. Er empfiehlt die Abtheilungsanträge. Nach erregter
Debatte, wobei die Herren v. Linden und Varnbüler das Verfah⸗
ren der württembergischen Regierung vertheidigten, wird der An—⸗
rag der vierten Abtheilung mit 162 gegen 105 Stimmen an—⸗
zenommen, welcher den Bundeskanzler auffordert, auf eine dem
Zollvertrage homogene Ausführung der Wahlen in Württemberg
hinzuwirken. Morgen werden die Adreßanträge berathen.

Berlin 1. Mai. Graf Bismarck und Fuürft Hohenlohe
onferirten in den letzten Tagen häufig miteinander. Hr. v.
Barnbühler ist gestern hier eingetroffen. — Die süddeutsche föde⸗
alistische Fraction hat sich unser dem Vorsitz des Froͤrn v.

Thüngen constituirt und zählt 57 Mitglieder; die süddeutsche
Fortschrittsfraction, aus bayerischen und badischen Abgeordneten
ʒestehend, ist 20 Mitglieder stark.

Berlin 2 Mai. Das Zollparlament hat beschlossen. den
ntrag auf Erlassung einer Adresse durch Schlußberathung' im
Plenum zu erledigen. Zu Referenten sind ernannt, die Abg. v.
Bennigsen und v. Thüngen. — Die fsderalistische „süddeuische
Fractiou“ hat einstimmig den Veschluß gefaßt, gegen Erlaß einer
Adresse zu stimmen, einzelne Mitglieder derselben hatien sogar
Richthetheiligung an der Adreßdebatte beantragt.

Berlin 8. Mai. Gestern wurden hier die Ratificationen
des postalischen Vertrages mit Belgien (betreffs kleiner Paket- und
Beldsendungen) ausgetauscht. — Hr. Bankroft geht demnächst nach
München um dort seine Creditide als amerikanischer Gesandler zu
überreichen.

Berlin, 3. Mai. Die Adreßdebatie im Zollparlament
findet wahrscheinlich am nächsten Donnerstag statt.

Wien 1. Mai. Die Abendpost sagt, sie habe Grund, die
Richtigkeit der von der Allg. Ztg. gebrachten Sensationsnachricht
—O—
nimmt die Abendpost, daß der rumänische Minister des Aeußern
an sämmtliche Vertreter europäischer Maͤchte in Bukgrest eine Note

chtele, worin er die Judenverfolgungen in Abrede stellt und auf
die Thätigkeit des osterreichischen Generalconsuls in Jassy tadelnd
hinweist. Der österreichische Generalconsulin Bukarest richtete
hierauf eine energische Note an Bratiano, worin er die Juden—
verfolgungen bestimmt constatirt, die Angriffe auf den österreichi⸗
schen Generalconsul in Jassy zurückweist und Entschädigung der
Betroffenen fordert.

Wien 1. Mai. Der Wochenausweis der Bank für 22.28
April beziffert ein Einnahmeplus gegen die Vorwoche von
218,861 fl. — Im Abgeordnetenhaus brachte der Finanzminister
ein Gesetz über Organisation der Handelskammern ein.

Aus dem Lager der Ultramontanen in Ungarn ertönen
Veherufe über Rebellion und Empörung. Mitglieder des niede—
ren Klerus verbinden sich mit den Laien zur Opposition gegen
die Bischfsfe. An der Spitze der Bewegung stehen die Puieflet
        <pb n="216" />
        der Graner Erzdiöcese » Janoska und Hatala. Letzterer diente
1848 bis 1849 als Artillerist in der Revolutionsarmee, später
var er Professor im Patriarchalseininar zu Jerusalem, dann
Missionär, und jetzt agitirt er in seiner Monatsschrift „Kirchliche
Bläiter“ für die- Abschaffung der Ehelosigkeit des katholischen
stlerus „Angesichts der Scandale in den Kreisen der Prälaten
ebenso erklärt er sich für die Aufhebung des Fastengebots ꝛc
Janoska redigirt das Journal „Freie Blätter,“ worin gesagt
wird, daß das österreichischt Concordat nur das Werk einer ge—
wissen Hofgeistlichkeit sei; im Schulwesen und in der Verwaltung
der Kirchengüter müsse den Laien der gebührende Einfluß zurück⸗
gebeben werden, und diese Angelegenheiten seien entweder „mil
den Bischöfen zu ordnen, oder ohne dieselben ja noͤthigenfalls
gegen sie.“

In einem Briefe an Jul. Schwarz, welcher eine Statistil
des Unterrichtswesens in Ungarn herausgegeben hat, spricht Kos—
suth sein Erstaunen über die von Jenem veröffentlichten That—
sachen aus. Schwarz constatirt nämlich, daß von 17,000 Dör⸗
fern mehr als 5000 noch gar keine Schulen haben, daß in
15,500 Gemeinden die Mädchen gar keinen Schulunterricht ge⸗
nießen, daß unter 100 Bräuten 85 ihren Namen nicht unter⸗
chreiben können und daß von der gesammten männlichen Jugend
52 pCt. keine Schulen besuchen. „Das ist ein furchtbares Sün⸗
denregister,“ sagt der Exgouverneur von Ungarn, aber er ver⸗
gißt hinzuzufügen, daß eben die magyarischen Junker und ihre
hürgerlichen Schildinappen diese Sünden auf dem Gewissen ha⸗
ben. Die magyarischen Nichtswisser hatten als sie wieder ans
Ruder kamen, nichts Eiligeres zu thun, als die deutschen Lehrer
davon zu jagen.

Bei Kaschau und Eperies (Ungarn) sollen Foriificationen
errichtet, die Karpathenpässe befestigt werden.
Wien, J1. Mai. Die von Paris angeregte maritime Alk—
tion der Westmächte und Oesterreichs ist weniger polischer Natur,
als vielmehr darauf berechnet, den dem Elend preisgegebenen kre⸗
lischen Flüchtlingen in Griechenland die Nückkehr in die Heimath
und hiedurch die Subsistenz zu ermöglichen.

Wien 2. Mai. Auf Grund der verläßlichsten Informä—
tionen werden die Gerüchte von angeblichen Differenzen zwischen
Baron Beust und dem österreichischen Botschafter Fürsten Metter—
nich als jeder Begründung entbehrend bezeichnet. — Der Bol—
schafter in Rom, Graf Crivelli ist heute daselbst an einem Schlag—
fluß gestorben. —

Pesth, 2. Mai. Es geht das Gerücht von der Ernenn-
ung General Klapkas zum Landwehrminister. Erzherzog Albrecht
inspicirt die ungarischen Garnisonen. — Die Versuche, eine An⸗
näherung zwischen Kossuth und der gemäßigten Linken unter
Perczel zu Stande zu bringen, sind gescheitert. —

Franukreich.

Paris J1. Mai. Die Officiösen predigen unverdrossen
nach allen Seiten hin Frieden fort und die Behauptung eines
hiesigen Correspondenten der „Allg. Ztg.“ daß zum Behuf der
Entwickelung eines casus belli (Kriegsfalls) hier eine „Mainzer
Frage“ studirt werde, erhält ein indirectes Dementi durch die
Patrie. Das Memorial hatte nämlich von einem zwischen Preu⸗
zen und Hessen entstandenen Streit über das Besatzungsrecht in
genanntem Platze zu erzählen gewußt, worauf Patrie antwortet,
die Besatzungsfrage sei längst auf dem Vertragsweg desinitiv zu
Gunsten Preußens entschieden. Auch die schwarzen Punkte in der
orientalischen Frage von denen die Blätter zu berichten wußten,
werden heute als Phantasiegebilde dargestellt. Nur gegen den Bey von
Tunis sollen schärfere Maßregeln bevorstehen, weil derselbe seinen fran⸗
zoͤsischen Glänbigern nicht gerecht weiden will; der diesseitige Con⸗
sul in Tunis hat bereits seine Flagge eingezogen, und man
spricht sogar von Absendung der Touloner Flotte in die tune—
sischen Gewässer. F

Eine Deutschland interessirende Nachricht ist die, daß gestern
der Ankauf der Luxemburger Bahn durch die französische Ostbahn⸗
gesellschaft vollzogen worden ist.

Paris, l. Mai. Der „Monitenr“ meldet im amilichen
Theil, daß Baron Budberg gestern vom Kaiser und der Kaiferin
in einer Abschiedsaudienz empfangen worden si.

Paris, 1. Mai. (GGesetzbender Körper.) Die Budget⸗-Com⸗
nission verlangt, daß die Hälfte des Anlehens in nach 30 Jahren
rückzahlbaren Obligationen und nicht in Rente emittirt werde. —
Das Zollgesetz wird angenommen.

Paris, 1. Mai. Ter „Etendard“ erwähnt unter Vor—
zehalt das Gerücht von ernstlichen Differenzen, welche zwi—
schen Frankreich uund Tunis bezüglich der tunesischen Finanzfrage
entstanden seien. —

Belgien

In die belgische Armee ist ein chinesischer Prinz als freiwil⸗

4e* Garahinier eingetrefen um die Hriegssskunst und die Hand—

sabung der Waffe zu studiren. Ein Lieutenant ist der chinesischen

Hoheit speciell zum Unterricht beigegeben. J
England.

London, 80. April. (Anterhaussitzung.) Debatte über
Bladstone's Resolution, betreffend die Aufhebung der irländischen
Tirche. Gladstone sagte, nur eine verantwortliche Regierung könne
endgültige Dispositionen über das Kircheneigenthum treffen. Er
vendet sich an den Gerechtigkeitssinn des Hauses. Disraeli nannte
die Resolution revolutionär. Erste Resolution 330 gegen 265
angenommen. Disraeli erklärte die Position dadurch sehr geän—
dert, und beantragte Vertagung bis Montag, um deren Haltung
zu erwägen — Der Fenier Burke wurde zu 15, Shaw zu
7 Jahren Zuchthaus verurtheilt.

London 3. Mai. Gestern Abend erklärte Hr. Gladstone
im Unterhaus, er werde nächsten Montag beantragen, die Bildung
eines Büdgetausschusses so lange zu verweigern, bis die irische
Debatte zu Ende geführt sei. Einem Gerüchte zufolge, hätte
Ir. Disraeli in Osborne der Koͤnigin den Rücktritt des Ministe-
iums angeboten. Das Anerbieten wäre jedoch abgelehnt worden.
gestern fand ein Meeting der polnischen Geschichtsgesellschaft statt,
juf welchem Fürst Cjartoryski seine Zukunftshoffnungen ausein⸗
inder setzte, die sih auf — Oesterreich gründen.

Echweiz. 5

— Bern, 1. Mai. Am 11. Mai werden in Wien die Un—⸗
erhandl ungen über den schweizerisch-österreichischen Postvertrag
zroͤffnet werden
Italien.

Florenz, 30. April. Das neuvermählte kronprinzliche
Paar hielt heute unter allzemeinen Freudenbezeugungen der Be—
»ölkerung seinen Einzug. Die Straßen waren mit Fahnen,
Blumen und Draperien festlich geschmückt. Abends fand große
Islumination statt. — Gestern gab der englische Gesandte dem
dronbrinzen von Preußen zu Ehren ein Diner.

Nußiland. —

Petersburg, 1. Mai. Das „Journal von St. Peters-
burg“ dementirt die von der Berliner Correspondenz der, Times“
zebrachte Nichricht von der Weigerung Preußens im Einverneh⸗
nen mit Rißland in den orientalischen Angelegenheiten zu han—
deln, uund sagt, die Cabinette von Berlin nud Florenz seien mit
dem Programm Rußlands einverstanden. — Der Thronfolger
ist zum General⸗Adjutanten ernannt worden. e

Die „Correspondance du Nord-Est“ entnimmt einem Briefe
von der polnischen Grenze, daß der König von Preußen demnächst
eine Reise nach Petersburg autreten werde. Die Warschauer Be—
hörden seien bereits avisirt und General Berg werde den König
von der Grenze bis Wilna begleiten. FV

Baron Budberg geht direkt nach Petersburg; es ist ihm
durch kaiserliche Ordre ein Dispositionsgehalt von 12,000 Silber-
rubel jährlich ausgesetzt.

Ame rika.

Washington 2. Mai. (Per Kabel.) Im Proceß Johnson ift
die Beweiserhebung Seitens des Anklagecomites bis auf die des
Irn. Bingham vollendet, die am Montag beginnen und mit der
ie Begründung der Anklage schließen wird.
Vermischtes.

F Eine Adresse gegen das Schulgesetz hat in dem fortschritt⸗
lichen Kaiserslautern 700 Unterschriften (gümmtlich von Katholiken)
gefunden.

(Das Eldorado der Shneidergesellen) Im Speyerer Anz.
ist folgende Anzeige zu lefen: „Für Schneider.“ Ich suche 15
bis 20 gute Arbeiter; dieselben verdienen bei mir per Tag fl. 2 6 kr.
erhalten jeden Abend fl. 150 kr. zum „Herz⸗Scat“ Spielen und
werden ihnen Sonntags Droschken gratis zur Verfügung gestellt.
Arbeitsstunden von Morgens 9 Uhr bis Abends 5 Uhr.

„Ph. Drum.“

Aus Herrieden, 27. April, schreibt man der „Ir. Zig.“:
Das europäische Luftmeer ist noch immer sehr bewegt, es wird
daher auch das gegenwärtig schöne Wetiter wieder seine baldigen
Unterbrechungen erleiden. Die abermals kühlere Temperatur rührt
von erneuten Schneefällen in Schweden her.

7Oberwesel, 1. Mai. Gestern gegen Mittag landeten
wei auf einem unsere Stadt passirenden Schleppdampfboote be-
schäftigte .Schiffsknechte hier im Rheine eine Leiche, welche allem
Anschein nach sowohl in Hinsicht der Kleidang, Gesichtsbildung ⁊c.
die des in Mainz verschwundenen Vanquiers Max Maher ist, auf
dessen Auffindung 1000 Gulden ausgeschrieben sind.

Im Markte Nensling hat eine Kuh drei lebende gesunde
Kälber zur Welt gebracht.

Wien, 29. April. Die „Neue fr. Pr.“ berichtet gestern:
Inli⸗ y Ehergenni hbat vorgestern in dem Bureanu des Landae—
        <pb n="217" />
        richtsrathes Giuliani das Protokoll, in welchem sie auf die Be—
rufung ihrerseits verzichtet, unterfertigt. Von den gewaltigen
Aufreguungen während der Schlußverhandlung scheint sie sich sehr
rasch zu erholen. Ihr Benehmen ist ein ruhiges, fast heiteres.“
Daß ihr Vertheidiger Dr. Neuda, im Namen des Vaiers der
Verurtheilten die Berufung ergriffen, wurde bereits gemeldet. Die
Pr. erzählt: im Laufe einer Unterredung, welche Julie v. Eber⸗
genyi gestern mit ihrem Vertheidiger halte, und in der sie ihm zum
wiederholten Male mit den überschwenglichsten Worten ihren Dank
ausdrückte, überreichte sie demselben eine schon vorher geschriebene An⸗
weisung an ihre Familie auf Bezahlung von 1500 fl. aus ihrem
Privatvermögen. Dr. Neuda wies diese Anweisung mit aller
Entschiedenheit zurück und achtete nicht darauf, daß seiue Klientin
durch diesen Refus ziemlich indignixt schien; characteristisch für
die Verurtheilte mag es erscheinen, daß dieselbe durch den Verlust
des Adels am Schwersten getroffen zu sein scheint, und daß sie
ich angelegentlichst bei ihrem Vertheidiger erkundigte, ob auch dem
Grafen Chorinsky der Adelsverlust drohe. Nicht minder charac⸗
teristisch ist es wohl, daß sie heute um die Erlaubniß bat, den
Bericht über die am Samstage beendete Schlußverhandlung in
einem hiesigen Journal lesen zu dürfen, und sollte dieser Vericht
auch noch so scharf gegen sie zugespitzt sein.Johanna Zechmeister
welche bekanntlich eine geheime Correspondenz mit der verhafteten
Julie v. Ebergenyi zu vermitteln versucht hatte, ist wegen dieser
Uebertretung letztinstanzlich zu einem Monat Gefängniß verurtheilt
worden. Gegen Agathe v. Ebergenyi, die Schwester der Verur⸗
theilten, schwebt noch der Prozeß wegen ähnlicher Uebertretung.
Der Zufall spielt oft seltsam mit. An demselben Tage, an
welchem das Urtheil gegen die Mörderin der Gräfin Chorinsky
gefällt ward, fand in München die Licitation der Effecten der
Vergifteten statt. Münchener Journale bringen folgende Kund⸗
machung: „Am Samstag, den 25. ds, Mts.. Vormittags 9 Uhr
werden im Conservatorium des k. Stadtgerichts München l. J.
aus der Verlasseuschaft der Gräfin Mathilde Chorinstky-Ledske
derschiedene DamenGarderobe-Gegenstände bestehend in Kleidern,
Wäsche, Krägen, Jacken, Hüten, Nähzeugen, einer Reise-Uhr u.
ogl. gegen sofortige Baarzahlung öffentlich versteigert.“

(Gulie Ebergenyi und ihre That schon in der Bibel ange—
deutet.) Im Lobliede der Debora (Buch der Richter V, 24) ist
Folgendes über die Mörderin des Sesira zu lesen: Gisegnet sei
unter den Weibern Jael, die Frau v. Eber-Kéni ., Milch gab
sie (um ihn einzuschtäfern), da er Wasser forderte und, Rahm
brachte sie dar in einer herrlichenSchale. (Hier wurde das
Mannöver durch Thee ꝛc. bewerkstelligt.) Sie griff mit ihrer Hand
den Nagel, und mit ihrer Rechten den Schmiedehammer und schlug
Sesira durch sein Haupt und zerquetschte und durchbohrte seine
Schläfe. Zu ihren Füßen krümmt er sich, fällt, hingestreckt, und
krümmt und fällt, und krümmt nochmals sich — und stürzt nun
hin entseelt. (Ganz die Schilderung vom heftigen Röcheln der vergif⸗
teten Gräsin Chorinsky.) Hierauf folgt eine lebhafte Schilderung der
ungeduldigenErwartung der Multer Sesira's, die um die glückliche
RKückkunft ihres Sohnes wegen seines Zögerns sehr besorgt ist,
welche ganz der Ungeduld entspricht, die den „guten Gustav“ vor
der Rückkunft seines „Abgotts“ aus München gequält haben mag.

Großes Aufsehen erregte in Wien die dieser Tage erfolgte
Verhaftung des dem Bezirksgerichte in dem benachbarten Baden
zugetheilten Polizei-Commissürs Lichtenecker in Folge einer Aus—
sage der gefangenen Mörderin Nagel, die ihn als Mitschuldigen
beim Morde der Doktorsgattin Treu bezeichnete. Die Nagel gab
an, Lichtenecker habe ihr geholfen, die Leiche im Keller zu ver⸗
scharren, und als bei einer Confrontation Lichtenecker jede Mit—
ichuld in Abrede stellte, rief die Mörderin wuihentbrannt: Luge
nicht, Du hast auch den Ober⸗Lieutenant Kaiser vor zwei Jahren
in Baden umgebracht, Du hast es mir einst selbst gestanden.
Der genannte Ober⸗-Lieutenant wurde vor zwei Jahren in Baden
wo er militärischer Inspector des Badehauses wor, mit durchschnit⸗
tenem Halse ermordet aufgefunden. Tiefes Geheimniß lagerte
damals über den Thäter und es wäre ein frappirendes Spiel des
Zufalls, wenn jetzt zwei gleich verabscheuungswürdige Mordthaten
in derselben Stadt zu gleicher Zeit ihre Enthüllung finden wür—
den. Als damals der Oderlieutenant ermordet gefunden wurde,
wurden zwei Soldaten als verdächtig eingezgen, sie starben Beide
während der Untersuchung und noch auf dem Todtenbette wieder⸗
holten sie die Betheuerungen ihrer Unschuld. Wir bemerken

noch, daß der Polizei-Com nissar Lichtenecker derselbe war, welchrr
vor wenijen Tagen die Verzaftung der Moͤrderin Nagel vorzu⸗
uehmen hatte.
7 Züuürich, 1. Mai. Das große Glarner Dorf Bilten ist
jeit gestern von einem bedeutenden Bergsturz bedroht. Viele Fa
milien flüchteten sich. Hilfe unmöglich.

F Aus Pori Louis, den 18. März, wird der Köln. Zig
zeschrieben: Unsere schöne Insel Mauritius, die alte Isle de

France, jedem unvergeßlich, der Bernardin de Saint Pierre's

Paul und Virginie gelesen hat, wurde am 11 und 12.März

d. Ju von einem Orkane heimgesucht, der unglaubliche Verwüst⸗

angen angerichtet und die blüyende Kolonie fast ruinirt hat. Der

überaus schöne und sonst so sichere Hafen von Port Louis konnte

)ie Schiffe nicht gegen den gewaltigen Orkan schützen und der

dier entstandene Schaden beträgt Millionen. Der Postdampfer

Rauritius ist ans Land getrieben und gestrandet; ein gleiches

—chicksal hatten 20 Segelschiffe. Aber nicht nur den Hafen, mit

zleicher Wuth und Zerstörung hat der Orkan auch die Insel

jeimgesucht. Der Verlust von Eigenthum und Leben kann noch
nicht, auch nur annähernd, geschätzt werden. Am 12. März, Mor⸗

Jjens 8 Uhr, erreichte der Sturm, dessen Richtung südöstlich war,
seine höchste Kraft. Das Barometer fiel auf 28,80, und wäh⸗

cend alle Schiffe im Hafen, es waren etwa 785, von ihren Ankern

zerissen und wie Nußschalen ans Land oder gegen einander ge⸗
chleudert wurden, riß der Sturm die auf der Plaine Verte neu
eibaute Marienkirche aus ihren Grundfesten und verwandelte in
venigen Minuten das schone Gebäude in eine Ruine. Die aus
tarlen Steinquardern erbaute Paulskirche liegl in Trümmern, das

Dach ist fortgerissen und die der Gewalt des Windes ausgesetzten

Wände sind eingestürzt, drei Menschen unter sich begrabend. Die
Heterslirche ist des Daches beraubt, alle Fenster der Ostseite, die

danzel, Kirchstühle und Bänke sind zertrümmert.“ Die Kirche

St. Sauveur ist ganz eingestürzt, Thüren und Fenster der Black⸗
Kiver⸗Kapelle in Trümmern, das Dach ist fotgeschleudert und die
Wände zeigen große Risse! Welche schreckliche Kraft des Windes
die solche Verwünstuugen anrichtet! Denn es ist micht ein Erd-
deben, das diese stolzen Gebäude so verwünstet hat, es ist einer
ener Wirbelwinde, wie sie nur in den Tropen vorkommen und
deren zerstörender Kraft man sich in gemäßigten Zonen keine Vor⸗
tellung machen kann. Vermochten nun schon die Kirchen dem
Winde nicht zu wiederstehen, so konnten dies noch weniger die
»em Klima entsprechend leicht gebauten Häuser. Die meisten,
heils fürstlichen Landhäuser der Europäer und reicher Creolen,
ind zerstört und die aus Palmen, Vacoablättern und Bambus
erbauten leichten Hüttten der Farbigen sind wie Strohhalme fort⸗
Jeweht. Wie viele Menschenleben sind da verloren gegangen!
stoch weiß man es nicht, denn die Verbindung zwischen unserer
dafenstadt Pot Louis und dem Innern ist noch nicht genügend
vieder hergestellt, um genaue Berichte aus den verschiedenen Di—
tricten zu erhalten. Die meisten Cisenbahn⸗-Stationen sind zer⸗
tört. 5djährige kräftige Tamarindenbäumt sind entwurzelt und
'ortgeschleudert. Die meisten Zuckerpflanzen sind zerstört und
der bereits in Magazinen aufgehäufte fertige Zucker ist im
segen geschmolzen. Die sonst so üppige, reiche Ernte ver—
prechenden Zuckerrohrfelder liegen verwuüstet, und somit sieht
diese seit einem Jahre schon so schwer vom Fieber heimge-
uchte Colonie einer günzlichen Mißernte, vielleicht ihtemstuine nigegen.

München, 1. Mai. Bei der J. Prämienziehung des
zayerischen Prämienanlehens von 1866 gewann 70,000 fl. die
Obligation Nr. 157,100, 28,000 fl. die Obligation Nr. 88,506
10,500 fl. die Obtigation Nr. 124,539, 2800 fl. die Obligation
Nr. 32,889, 1400 fl. die Obligationen 56.005, 49858,
56,014, 69, 361.

Bei der heute stattgefundenen II. Prämienziehung des k. b.
Brämienanlehens vom Jahre 1866 fielen auf folgende Obliga⸗
ionen Gewinne von je 350 fl.: 2957, 131,557, 126,817
35, 260, 56,334, 904,332, 126,819, 45,846, 19,343, 44, 339,
3123538, 44,307,56,021, 44,347, 118761, 67,993, 126,848,
31,635, 63, 386, 39,628, 75,574, 63, 124, 75,585, 150,968,
2,787, 88,520, 56,303, 63,361, 56,326, 58,635, 124,527,
33,359. Alle übrigen nicht genannten 2010 Obligationsnum—
mern der am 1. Märzel, Is. gezogenen Serien weeden mit 175 fl.
urücbbezahlt.

—Frankfurt 209. Ayril. Bei der heute fortgesetzten Zieh—
ing 6. Classe 153er Frankfurter Stadtlotterie fielen auͤf folgende
ummern nachstehende Gewinne Nr. 5530 50,000 fl. Nr. 18,826
2,000 fl. 19,788, 3526 und 3387 jede 1000 il. Nr. 2208,
322,140, 7088, 14,616, 5410, 8176 und 16,076 jede 300 fl.

Frankfurt 30. April. Bei der heute fortgesetzten Zieh—
ing 6. Classe 153er Frankfurter Stadtlotterie sielen auf folgende
Zummern nachstehende Gewinne Nr. 20,167 10,000 fl. und
00,000 Pramie, Nr. 16,296, 2718, 11,149, 5248, 3692.
821, 15,590 und 21,110 jede 1000 fl. Ne. 24396, 18514,
648, 20,255, 18,400, 20.922, 18.955. 25,523, 1755 und
1533 jede 300 fl.

Frankfurt 1. Mai. Vei der heute beendigten Ziehung
ielen auf folgende Nummern nachstehende Gewinne: Nr. 53693
3000 fl. Nr. 16,470 2000 fl. Ne. 5008 1000 fl. Nr. 16,077
300 fl. Nr. 17,3528 8350 fl. Nr. 4566 und 3611 jede 300 fl.

F Wien 1. Mai. Bei heutiger Ziehung der 1860er Löos
        <pb n="218" />
        sielen folgende Haupitreffer auf Nr. 2 Serie 17,848 800, 000 fl

Nre. 6 Serie 8166 50 000 fIU.; Nr. 4 Serie 11,179 25 000 fl.

RNr, 5 Serie 185,576 10,000 fl.. Nr. 15 Serie 1476 10,000 fl.
Landwirthschaftliches.

Die Cementkrippen für Pferde Rindvieh, Schweine ꝛc
werden nach Gruische vielfach von wissenschaftlich und praktisch
zebildeten Landwirthen auf ihren Gütern in Anwendnng gebracht
und haben sich nach den übereinstimmenden Urtiheilen und Gut—
achten als die vorzüglichsten erwiesen. Seither wurden immer
hölzerne Futtertröge benutzt, dabei war jedoch der Uebelstand,
daß ein Theil der Feuchtigkeit des Futters vom Holze eingesaugt
wurde, was die Krippe dann feucht erhielt. Diese Feuchtigkeit
wird aber immer allgemeinen Erfahrungen zufolge das Futter ver—
säuern und diese Säure sich von einer Ration auf die andere über⸗
kragen. Das Vieh wird derartig verdorbenes Futter, welchem
dadurch auch ein Theil des Nahrungsgehaltes entzogen ist, natür
lich nur mii Unlust fressen, einen großen Theil davon vergeuden
und die Ernährung desselben wird somit eine mangelhafte bleiben

Cementkrippen dagegen nehmen nicht die geringste Feuchtigkeit in
ich auf, sie erhalten das Futter in seiner ursprünglichen Veschaf⸗
enheit und lassen sich stetz mit geringer Mühe rein halten. Das
VBieh wird daher auch, wie die angestellien Versuche gelehrt ha⸗
hen, falls das Futter sonst nicht von schlechter Beschaffenheit ist,
aus dergleichen Krippen mit Lust fressen und das Futter voll⸗
tändig derzehren, wodurch wiederum der Zweck der Fütterung
hurchaus erreicht wird. Rationelle Landwirthe haben sich hier
der Mühe zur Anstellung von Vergleichen unterzogen und sind
dabei zu dem Resultate gelangt, daß bei Kühen von gleicher Be⸗
chaffenheit und Milchfähigkeit diejenigen, welche aus Cementkrip⸗
pen gefüttert wurden, ein größeres Quantum von Milch lieferten,
als diejenigen, welche aus hölzernen Krippen ihre Nahrung erhiel⸗
en. Nach den bisherigen Erfahrungen vieler ˖ Landwirthe sind die
Bortheile dieser Cementkrippen, zu denen außerdem noch große
Reinlichkeit und unverwüstliche Dauerhastigkeit gehören, denn sie
önnen vvn Schweinen und Pferden nicht benagt werden, von so
nutschiedenem Werthe, daß eine allgemeine Einführung derselben
nit Ueberzeugung empfohlen zu werden verdient.
Bekanntmachungen.
Freiwillig gerichtliche

Vorschuß-Verein St. Ingbert.
Bilanz pro Monat April 1866.
Passivaæ

⸗
Versteigerung.
Mittwoch, den 20. Mai A1868,
Nachmittags 1 Uhr zu St. Insbert auf
des Notares Amtsstube wird das nachbe⸗
geichneie Grundstück
St. Ingberter Bannes
auf Grund eines homologirjen Familien—
rathsbeschlusses augenscheinlichen Nutzens⸗
halber in Eigenthum versteigert auf An—
stehen von Johaun Gehyer, Eisenwal⸗
zer, in St. Ingbert wohnhaft, eigenen
Namens sowie als Vertreter und Vermö⸗—
genswalter seiner minderjahrigen Kinder
zweiter Ehe, nämlich:
13 Decimalen Ackeer im untersten Flur,
Bauplatz neben Johann Georg Wagner
und Andreas Gries.
Hornu, igl. Notar.

fi. kr.
Tassa⸗Cuntoe 3654 02
Wechsel⸗Conto..42298 65
dandlungs⸗Spesen⸗ Conto 162 40
Conto⸗Corrent⸗Conto. 5436 37
2. Debitatoren 462 31

A4A4ctivcac-
fl. kr.

Gewinn⸗ u. Verlust⸗Contv 59 21
Refervefonds⸗Conto. 171 —
Stammantheil-Conto 731 57
Sparcassen Conto. 68319
Aeccepten⸗Conto.. 97357 37
6. Creditoren... 2611 31
14,014 433

TTOT T

1
Comptoir bei Herrn P. Thier y Lederhandlung.
Pæe VForStancdl.
6 Stück leere Oelfaß, von
8 bis 10 Ctr. Gehalt, wer—⸗
den billigst abgegeben bei
Philipp Klinck.

o

Holz Verkauf.

In dem zum Rittershof gehörigen
Wald: sind zu verkaufen, Windfälle,

s8s Lärchen⸗Stämme 80 — 90 F. l.

38 Weymouthe, 602v88 F. l.
Diese 11 Stämme messen zusammen über
500 Cubicf. — Sie liegen in der unmit⸗
elbaren Nähe von der Eisenbahn⸗Station
dassel.

Liebhaber wollen sich an Waldhüter
Hauck in Hassel wenden.

Im nämlicheen Walde sind weiter zu
verfaufen 74 Klafter Brennnholz buchen
und kiefer durcheinander.

NRittershof bei St. Ingbert
im Pliai 1868.

Gerichtliche Versteigerung.
Samstag- den 23. Mai, 1868
Des Mittags 2 Uhr zu St. Ingbert bei
Heinrich Schmitt, lassen die Wittwe und
Erben des allda verlebten Straßenwärters
Nikolaus Rohe auf Eigenthum ver⸗
steigern:
I., 48 Dez. Acker in der Dreispitz
Bann Rohrbach, neben Marx Bastian;
St. Ingberter Bannes:
2., ein zu St. Ingbert auf 5 Dez.
Fläche stehendes Wohnhaus mit Stall
und Hofraum, auf'm Gänsflürchen
an der Kaiserstraße, neben Wittwe
Braun;
3., 48 Dez. Acker auf Hobels Ite Ahn⸗
ung, neben Carl Gros jun.
4., 88 Dez. Acker im Rodt, neben Jo—⸗
seph Peters.

Horn, kgl. Notar.
Vekannkmachung.
Die auf nächsten Mittwoch fixirte Ver⸗

steigerung des Berechtigungsholzes wird
tingetretener Hindernisse wegen statt an die—
sem Tage am Freitag den 8. d. M., Nach—
mittags um 2 Uhr im Stadthause ab e—
halten.
St. Ingbert den 4. Mai 1868.
Das Bürgermeisteramt
Chandon.

—— — —
Worms den 1. Mai.
Wir notiren heute: Weizen 17 fl. — kr.
bis — il. — ir. Roggen 14 fl. 30 fr.
bis 14 fl. 45 ftr. Gerste 11 fl. 30 fr.
bis — fl. — kr. per 100 Kilo., Hafer
83 fl. 45 kr. bis 7 fl. — kr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 14 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 14 fl. — kr. bis — I.
— kr. Roggenvorschuß 14 fl. 45 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 18 fl. 30 kr.
— fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — ir.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — ir. bis — fl. — ir. per 83
silo. Rüböl ohne Faß 20 fl. 80 kr. bis
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnol ohne Faß
— fll. — kr. bis — fll. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr: bis
— fl. — kr. Branntwein 31 fl. 30 kr.
bis — fl. — kr.

* 7—
Für Musikfreunde.
Der ergebenst Unterzeichnete beehrt sich

jiermit anzuzeigen, daß er eine Parthie
horzüglicher Blas⸗ und Streichinstru⸗
menten, sowie Zithern, Guitarren
und Zugharmonicas, auch alle ver⸗
chiedenen Untensilien und Bestandtheile
von Instrumenten, Saiten, Blättchen, Mu—
itkasten ꝛc. ꝛc., aus einer der renomirte⸗
ten Fabriken Sachsens, erhalten hat,
welche zu den billigsten Preisen abgegeben
werden.

M. Eberhard, Kaufmann

im Josephsthal.

— —

Mainz, 1. Maͤi.
(Sruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. —kr. — Weizen (200
pfd.) 16 fl. 20 fl. — 17 fl. 15 kx. —
storn (180 Pfd.) 14 fl. — kr. — fl. —
ir. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. 15 kr. — 11
1. 2o it. Hafer (120 Pfo) 6 I. 15 tr
bis 6efl. 20 ir.

Nächsten Samstag

den 9. Mai, Nach—⸗

nittags 2 Uhr, werden die Kirchen⸗

Pläte in der katholischen Kirche ver—
teigert.
—
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="219" />
        Si. Ingberler 7
Der 8 i. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreinial: Die nstag, Donners tag
und Samstag.. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr, die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
9— 3, A X de . — —— — e —3
Nro 55 Donnerstag, den 7. Mai , 1868
ι ν: Deu tschland. ,

München, 2. Mai Der Köonig hat gestern den Regier⸗
ungspräsidenten der Pfalz, Herrn v. Pfeufer, in Audienz em⸗
fangen. J
Mäünchen 2. Mai. Die Uebungen der Artillerie⸗Regi⸗
meuter auf dem Lechfelde beginnen heuer Mitte Juni dund
schließen Ende August; vom 15. bis 80. Juli sind die Ueb—
mngen ausgesetzt; als Lagerkommandant ist Oberst Frhr. von
Müͤller ernannt..

Müuünchen? 4. Mai. Der Könuig hat den mit einer außer⸗
ordentlichen Mission (einer Ordensverleihung) betrauten portugie
ischen Gesandten beim Norddeutschen Bund, Herrn v. Noronha,
porgestern in Audienz empfangen. Prinz Otto hat gestern seine
Reise nach Spanien angetreten. Der Handelsminister uud Zollparla⸗
nentsdeputirte v.“ Schlör geht hente Abend nach Berline; der
Besandte Graf Tauffkirchen Teist morgen auf seinen Posten nach
Petersburg zurück. 4 —

Heute Mittag gingen die aus dem Traunsteiner Bezitk ein⸗
derufenen Reservisten unter militärischer Escorte mit der Eisen⸗
zahnenach Ingolstadt. Es waren ungefähr 80 Mann im Alter
wischen 24 und 25 Jahren.

Erlangen, 8. Mai. In Fürth ist eine Adresse an den
Zollparlameutsabgeordneten Marquardsen in Vorschlag, welche die
Bitte enthält, den für den Nordbund beabsichtigten Pfennigtarif
zuch auf die süddeutschen Babnen auszudehnen. Es würde sich
mm Interesse aller industriellen Unternehmen empfehlen, qus allen
ũddeuischen Bezirken die gleiche Bitie zu erheben.

Von der Blies, 80. April, schreibt das „M. Journ.:“
Zur Adreßbewegung sür das Schulgesetz. Wie das „Mainzer
Journal“ seinen Lesern bereits mitgetheilt haf, sind vor einiger
Zeit die Bürgermeister der Pfalz zur Berichterstattung über das
Zustandekom:nen der Adresse gegen das Schulgesetz aufgefordert
vorden,. Auf diese Berichte hin ist nun, wie wir hören, gegen
zier Pfarrer eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden, weil
ie auf der Kanzel sich beleisigender Aeußerungen. bedient haben
joslen. 3* ¶Pf. Zig.) —— —* e ve et,
Dienstesnachrichen. e
Die erledigte protestantische Pfarrstelle zu Morschheim, De⸗
ranats Kirchheimbolanden, ist dem bisherigen Pfarrer zu Batten⸗
derg Decanats Dürkheim, Friedrich Michael Kemmenr, ver⸗
iehen worden.
arlsruhe, 5. Mai. Das heute erschienene Reglierungs⸗
oͤlatt bringt die der Stadtgemeinde Mannheim ertheilte Concession
jum Bau einer Eisenbahn von Mannheim über Schweztingen
nach Karlsruhe. Die Bahn muß binnen vier Jahren fertig sein
ind geht pachtweise in den unbeschränkten Betrieb der großh.
Staalsbahnverwaltung über. Der Siaat hat sich das Ankaufs
zecht vorbehalten.

Berlkin, 1. Mai. Graf Bismard und Fuürst Hohenlohe

ronferirten in den letzten Tagen haufig. —

Berlin 2.Mai. Zollparlamrnt. Fur die Behandlung

des Vertrages des Zollvereins mit Oesterreich vird Vorberathung
in Pleno beschlossen. Die Behandlung des Adressen⸗-Entwurfs,
vie die Behandlung des Antrags von Stumm auf Beseitigung
der Ausfuhrvergütung, welche Frankreich gegen die Vorschrift des
hdandelsvertrags seiner Eisenindustrie durch mißbräuchliche Hand⸗
sabung der Rückvergütung des Betrags des Importzolls gewährt,
vird in der Schlußberathung erledigt werden. Von Wahlprüf—-
ungen liegt nur noch eine dem Hause vor. — Das Zollparla⸗
nent hat nur die Wahl Meders (Unterfaanlen) beanstandet. —
die füddeutsche Fraction hat einstimmig beschlossen, die Adresse
ibzulehnen. ·- Einzelne Fractionsmitglieder sind für Nichtbethei⸗
igung an der Adressdebatte. — Heute hat sich eine freie Frak⸗
ion aus Mitgliedern aller Fractionen gebildet, welche die Zoll⸗
ind Handelsfrage im Sinne des Freihandelsfystems berathen will
Horsitßzender ist Forckenbeck.

Zollparlament. Ueber die Aenderungen der Jollord⸗
aung entstand eine längere Debatte, Im Lauf⸗ der Discussion
erklärke Präsident Delbrück; Die Regierungen erkennen das Be—
ürfniß einer materiellen und formellen Reform der Zollgesetzgeb⸗
ung an und würden auch auf ein umfassendes Geseh zurückkom⸗
nen. Hierauf wurden die einzelnen Paragraphen mit kleinen
Amendements angenommen und die Resolution Müller (Stettin)
auf Vorlage einer Zollordnung, gemäß dem Princip der Zollfrei-
heit, in der nüchsten Session genehmigt. Die Gesammtabltimm-
iug über das ganze Gesetz wird in nächster Sitzung staitfinden.
-Der Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem norddeut.
chen Bund und dem Zollverein einerfeits und Spanien anderer⸗
eits wird mit dem Antrag Meyers von Bremen, welcher dahin
geht, den Vorsitzenden des Zollbundetrathez aufzufordern, einen
Addikionalvertrag zwischen dem Zollverein und Spanien herbei⸗
führen, in welchem die Vortheile, welche die deutschen Schiffe und
Waaren in Spanien genießen, auch in den spanischen Colonien
jugestanden werden, bei det Schlußberathung angenommen.
Berlin, 3. Mai. (Aus dem Zollparlament.) Die süd⸗
ʒeutsche Fraktion, welche bis jetzt 58 Mitglieder zähit, zu denen
zuch die Abg. Windthorst (Hannover,) Reichensperger (ot heinpro⸗
zinz) und von Mallinckrodt (Westphalen) gehören, hat einstimmig
ʒeschlossen gegen jeds Adresse, selbst eine rein geschäftliche zu stim
nen. Hr. v. Varnbüler ist der Fraktion noch nicht beigetreten.
— Daß ver preußischen Regierung eine Adresse, wie sie gegen⸗
vaͤrtig beantragt ist, nicht genehm ist, glaubt“: man aus einem
Briefe schließen zu dürfen, welchen ein hoher. Ministerialbeamter
aus den screifen des auswärtigen Ministeriums an keinen Abge⸗
»xdneten gerichtet hat, in welchem die Adresse geradezu als ein
iationales Unglück hetrachtet wird, — sowie ferner aus dem Um—
lande, daß diejenigen parlamentarischen Kreise, in welche fich der
Einfluß des Grafen Bismark gewöhnlich zu erstrecken pflegt (die
Altkonservativen), dem Antrage auf einfache Tages:Ordnung zu⸗
timmen werden. Auf der anderen Seite macht man dagegen
Jeltend, daß die historische Bedeutung des Augenblicks micht ge⸗
hörig gewürdigt werden könne ohne einen freimüthigen Meinungs⸗
ausdruck des ersten Zollparlaments und dieser sei nur in Form
einer Adresse möglich. — Der dem Hause vorliegende Adreßent-
vurf hat den Abg. Dr. Metz zum Verfasser. — Die süddeusche
Fraltion hat den Versuch gemacht, zu den altpreußischen Conser⸗
dativen in ein engeres Compromißverhältniß zu treten und durd
ihre Vorsitzenden Vorschläge machen lassen, welche, wie wir hören
zu einer vorläufigen Verständigung dahin geführt haben, daß
v»elde Fraktionen einer jeden Kompetenzerweiterung des Zollpar-
aments entgegentreten werden, dagegen sollen von fuddeutscher
Seite Zugeständnisse in Bezug auf die Fragen der Gewerbefrei—
jeit und des Schutzzolls in konservativem Sinne gemacht sein.
Bielleicht dürften wir in der gestrigen Anstimmung über die wür—
embergische Wahlen die erste Frucht dieser Vethandlungen er⸗
olicken, da sich die Minorität von 105 Stimmen aus den ge⸗
nannten⸗ Fraktionen lediglich zusammensetzt. — Von den sud⸗
eutschen Abgeordneten haben gestern folgende 21 für den Ab-
cheilungsantrag (Aenderung des würtemb. Wahlgeseßes) gestimmt:
Bamberger, Benzino, Vluntschli, Dennig, Diffens Crämer, Dr.
krhard, Feustel, Fink, Hebtiag, Dr. Herth, Jordan, Kiesner,
Braf v. Luxburg, Dr. Marquardsen, Dr. Megßz, Pfannebecker, Pfrezschner,
Schwinmn, Freiherr v. Stauffenberg, Dr. Völk. — Dem Hause,
ist eine Petition von Industriellen der Leinenbranche Badens und ei.
nes großen Theils von Norddeutschland zugegangenen, betreffend
die im Vertrage mit Oesterreich vorgesehene Ermäßigung der Lei—
nengarnzölle. In derselben wird gebeien, die Einführung des
ieuen Zolltarifs zu verschieben, bis Belgien und Frankreich dem
Importe größere Zugeständniisse gemacht haben.
Berlin «4, Mai. Bezüglich der Adresse beantragt Refe⸗
zent v. Bennigsen Annahme, Correferent v. Thüngen Ablehnung.
Die liberalen Bayern find mit der Fortschristspariei für viotibirit
        <pb n="220" />
        Tagesordnung. Beginn der Debatte im „Plenum wahrscheinlich Bundesrath mitlelst Eingabe die Heilighaltung der Sonntage im
am Donnerssag.. 3 37 activen Militärdienst verlangt. 28*
— Der Staatsanzeigerd bringk das — getreffenbdie »*38* Itallen.
Berwaltung der von den Elbherzogthümern an Dänemark zu nt.
richteuden * Aus Floren 28, April, geht der Habas'schen⸗ Corre⸗
Wien, 4. Man. Wie die Morgenblätter melden, hat der spondenz ein Bericht du, der über den Empfang des Kronprinzen
Finamminisier ein Vorschußgeschäft von 20 Millionen mit der von Preußen Folgendes sagt; „Gestern Abend um 7, Uhr wurde
Zcompteanstalt und den VBanthausern Rothschiid und Wodianer dem Prinzen eine ganz unglaubliche Huldigung gebracht. Die
mus Rechnung des Verkaufsgeschaftes der Staatsgüter abgeschlossen. Menschenmenge hlieb bis nach Mitternacht vor seiner Wohnung
Der Vorschuß erfolgt baar oder in Accepten. — Das Subcomite im Albergo dell pace stehen. Es grenzte an Wahnsinn. Die
des Budgeiausschusses des Unterhauses schlägt zur Deckung des dinke , die Gegner Frankreichs, die Garibaldianer und die Mazzi⸗
Deficils rine Coupon⸗ und Gewinnsteuer von 20 Procent, dann nisten drängen zu einer preußischen Politit; es ist nachgewiesen,
ine Crediloperation im Betrage von 20 Millonen vor; der Rest daß zu diesem Zwede Emissäre thätig sind, und die sehr zahlrei-
ol vurch Steuererhöhung und Einführung einer Personaͤlckassen? den Franzosen fangen an über die antifranzdsische Affection aufzerst
euer gedel werden“ Viese Deckung ist indessen blos —auf ein Tandalisiet zu worden. Mehrere sranzösische Finauziers sagten Ae⸗
Jahr herechnt. e6 stern in einer Gruppe zu iialienischen Deputirten: „Es fehuͤ Ihnen
Wien Mai. Am 1Jun haben sammiliche Infanteries an Gedächtniß,“ worauf die: Ztaliener anbworteten: „Wir erinnern
Regimenter die Cadres ihrer künften Bataillone aüftustellen. Die ans sehr mohl, daß Sie in Rom sind.“
Tompagnieen der drei ersten Batalllone sollen je 99, die der 9 In Calabrien ist der Vicepräfeet, von Sevirio, Herr Bia⸗
dierten und fünften mir je 33 Mann stark sein. 35 monto, von Briganten gefangen genommen und auf barbarischt
Wien“, s. Mai.' Vorgeslern hat der Ninisterrath be. Weise exmordet wordeu. In geringer Entfernung bon Catanzaro
schlossen, den Reichsrath von Ende Mai bis September zu ver⸗ vurde eine ganze Familie ermordetc. ασ
tagen und auf Anfang Juni die Laudtage einzuberufen. — Eine i Niunßland. α ανα
Correspondenz der „N fr. Pr.“ aus Jassy frhildert die Zustände re 35
Bolen bedenklichst Militar wurde derbeorderi· Judenderfolg⸗ Peterzburg. 8. Mai. Die gestern abgehaltene ¶Gene ⸗
ingen haben angeblich selbst paͤhrend der Auwesenhest des Fürsten alversammlung der Hrand zoeists“ votirte fast einstimmig den
iaigefunden .7 an der Plaibahn füur Rechuung der Gesenschaft. sowie di
9* Ag ram⸗ 3. MaiEs steht fest, daß die croatische Depu⸗ dadurch bedingte nothwendige Abänderung der Gesellschaftsstatuten
ation die Unterordnung deg dreieinigen Könlgsreichs unterdie ju welchem Behufe dem. Verwaltungsrathe Vollmachten, ertheilf
angarische' Krone, die Krönungsacte und das Delegätionsgesetz an⸗ vurden.
—V—
dandtag aussprechen wird. 3
2 5—— — 51* — ————
Frankreich.. «.

aibVius r m ir soach te B ie
7 Die Beitagsquote zur Brandversi herungskasse der LPfalzi
jür 1807 auf“ 9ekr. von 100 fl. Versicherungs ⸗ Capital fefigeseßzt.
7 Zweibrücden. Die Proben für das bevorstehende Mir⸗
s'i kfiest sind in vollem Gange, und verspricht dasselbe, was den
nusikalischen Theil betrifft, ein recht zelungenes zu werden.“ Die
Zahl der bei dem Feste Mitwirkenden wird etwa 300 betragen.
ls Tag der Haupt⸗-Aufführung ist vorläufig Sonntag der 8.
Juli in Aussicht genommen; am vorhergehenden Sonntage, Rach⸗
niitags, soll die erfte Hauptprobe und am folgenden Montag
den 6. Jul ein Concert für Einzelvorträge stattfinden. Am Tage
der Haupt ⸗Aufführung wird'des Abends wahrscheinlich ein Feft—
ball, vielleicht mit Reunion, und' am Montag eine Waldparthie
deranstaltet werden. Den demnächft zu bildenden verschie denen
Fomites wird obliegen, die Anordnung der einzelnen' Theile des
Festes in Berathung zu nehmen, und von dem belannten offenen
Sinn der hiesigen Einwohner läßt sich voraussehen, daß der von
dem Schützenfeste her noch in so gutem Andenken stehende gute
dlang unserer Stadt durch das Musikfest ein noch erhöhterer
verde, wie denn auch die von auswärts angemeldeten Mitiwirken⸗
den ihre besondere Freude darüber äußern, daß das Fest in Zwe i⸗
brücken stattfindet. —
1 Neustadt, 3. Mai.⸗Die Vertreter der pfälzischen
-Zchützengesellschaften beschlossen, zu dem in Wien stattsindenden
deutschen Schüßenfeste 100 Gulden in einem Etui als Gabe zu
tiften. Ebenso wurde beschlossen, das pfalzische Schützenfest nächstes
Jahr in Kaiserslautern aAbzuhalten.
f Bruchsal, 8. Mai. Vor mehreten Tagen bildete sich
ein Comite in der Absicht, den Bau einer Eisenbahn von dier
nach Speher oder Germersheim anzustreben.
7 Der drittie deutsche Protestantentag wird in der
Bfingsiwoche den 3. und 4. Juni in Bremen stattfinden.
F Worms 4. Mai. Sicherem Vernehmen nach hat der
Beneral⸗Superintendent, Hofprediger und Ober Consistorialrath
Dr. Hoffmann, welcher auch als officieller Vertreter des edangel.
Oberkirchenraths in Berlin der Enthüllungsfeier des Lutherdenk⸗
nals beiwohnen wird, auf ergangene Einladung zugesagt, die
Festpredigt in der Dreifaltigkeitstirche am 25. Juni dem Haupt⸗
esttage, zu übernehmen. J
— 7 Bingerbrück 83. Mai. Einer großartigen Spitzbuberei
ist man auf hiesiger Station auf die Spur gekommen. Das seit
ängerer Zeit Bingerbrück passirende Getreide in Säcken aus
Desterreich, welches auf dieser Station in Wagen der rheinischen
Bahn überladen wurde, zeigte häufig ein namhaftes Manko, dessen
Ursache man trotz aller Aufmerkfamkein nicht ermitteln koöunte.
his vor einigen Tagen der Stellvertreter de3. bri Seite gesetzten
Nachtwächters einen Eisenbahnbediensteten mit einem Sack auf
dem Rücken die Eisenbahnbrüdce passiren sah und daxauf hin der
Polizei den Schlüssel zur Lösung dieser Sache geben konnte. Der
Betreffende ein beisder Ludwigsbahn beschäftigter Arbeiter, ist be⸗
reits in Haft gebracht und die Untersuchung gegen ihn im

1.
Paris. 2. Mai. Wir haben schon gemeldet, daß der Bud⸗
getausschuß des gesetzgebenden Körpers die Verminderung des
xffectivbestandes der Armee um 50,000 Mann verlangt. Die
aus dem Finanzministerium inspirirtee, Semaine Financiere“, be⸗
zichtet nun, daß der Außschuß außerdem an der Position für Fe⸗
zungsbauten 10 Mill. nund die Position von 9 Mill, für Er⸗
zoͤhung der Officiersgagen ganz streichen, dagegen in die von der
Kegierung zur Ausgleichung des Mehraufwandes für das Mili⸗
zär vorgeschlagene Abminderung deg Budgets für öffentliche Ar⸗
zeiten nicht willigen, sondern dasselbe in seinem früheren Umfang
wiederherstellen will, was allerdings eine bezeichneunde Demonstra—
fion gegen etwaige kriegerische Absichten der Regierung und je—
denfalls ein correcter Ausdruck der öffentlichen Meinung, die
Frieden und Friedenswerke will, wäre.

Nach einer Pariser Correspondenz der „Köln. Ztg., bewaff,
net Niel nicht nur die Pariser Forts selbst sehr bedeutend, son⸗
dern häuft auch in denselben ungeheure Massen von Feldartillerie
an, welche sehr leicht nach allen Seiten hin dirigirt werden koͤn⸗

nen; trotzdem herrscht in den Tuilerien die Frir den sst r o m⸗
ang vor. I ..

Der„Liberte“ geht aus Schanghai über Kiächta (Sibirien)
die Nachricht zu, daß der französische Gesandte schnelle Genug—
huung fuür den Mord der zwei oder drei Franzosen erlangt hat.
w3 wurden zwanzig Japanesen enthauptet und eine · Entschädig⸗
zon 750,000 Fr. zugestanden.

Aus Paris, 4. Mai, wird geschrieben: Zwischen dem
Marschall Mac Mahon und dem Erzbischof von Algier ist ein hef⸗
tiger Conflict ausgebrochen. Der Erzbischof ließ alle die arabi⸗
chen Kinder, denen die Hungersnoth die Eitern raubte, ins Se⸗
ninar aufnehmen, um sie da erziehen und später, wenn sie es
wünschen, taufen zu lassen. Der Gouverneur sieht darin eine un⸗
erlaubte Propaganda und will, daß die Waisen ihren Stämmen
zurückgegeben werden; dessen aber weigert sich der Erzbischof un⸗
ser Hinweis auf die schlimmen Früchte, welche 87jährige anti⸗
hhristliche Experimente in Algier trugen, und er hofft zu beweisen,
daß der Einfluß des Christenthums wirksamer sein wird als Sä—
»el, Razzia und Chassepots. Der gesammte französische Episko—
yat wird den Erzbischof von Algier gegen den Marschall unterstützen.
— Zum Besten der seit sechs Monaten verhungernden Araber
vird Donnerstag Abend in der Pantheonskirche Bach's Oratorium
‚die Leiden Christi“? (Passion) aufgeführt.

Paris, 5. Mai. Auf der preußischen Botschaft haben
sich bereits üuber hundert Mitglieder der hannover'schen Legion ge⸗
meldet, welche um die Erlaubniß zur Rückkehr in die Heimath
gachsuchten; dieselben sind mit Reisegeld versehen und nach Han⸗
nover befördert worden. W

Schweißzßz.
Bern 4. Mai. Die schweizerischen Bischͤse haben vom
        <pb n="221" />
        HBauge. Leider soll der Dieb für sein gestohlenes Gut hier willig
Abnahme gefunden haben.
Elberhesd, 80. April. Der Dieb des am 18, Sept
1865 gestohlenen Postcourssackes, welch letzterer einen Werih von
3000 Thlrn. enthielt, auf dessen Wiedererlangung; s. 83.200
Thalet, später 500 Thaler Belohnung von, Seiten des . Post⸗
mites gesetzt wurden, ist heute in der Person des Packetträgers
Borns exmittelt worden. Auf diesen Puacketträger fiel sofort beim
Bermissen? des Werthsackes Verdacht, »weil derselbe in der
Rähe des Postwagens zu thun gehabt hatte;, er wurde ver⸗
hafiet, aber aus der Haft und später aus dem Diensie entlassen.
Vorgefunden sind noch 8200 Thaler und mehrere Schmuch⸗
sachen. m ανν
Wien 1. Mait Neben vem Proceß Ebergenhi bildet das
Tagesgespraäch in betreffenden Kreisen der: Residenz gegenwärtig
ein Fall won Religionswechsel. Ein ehemaliger Offiziet in der
zäpsilichen Armee, Namens Emmerich v. Herkolat, umterhielt sert
nehreren Jahren bereits ein⸗ intimes Verhälinisj mit einem Mäd⸗
hen israelitischen Glaubens. Diese, die Tochter des unbemittelten
aͤleinhändlers Jakob Braun, wollte unter keiner »Bedingung den
Glauben ihres Vaters verlaffen und so entschloß sich ewlich ver
zereits im Alter von Ab. Jahretg stehende v Herlolat zum Juden⸗
hume überzutreten. Letzterer had nunimehr, nachdem er hier den
rothwendigen Glaubensuntetricht genofsen,d vine Reise? hach Am⸗
terdem angetreten, um daselbst unter“ den üblichen Formalitäten
einen Uebertritt zum Judenthume zu bewerhstelligen: Nach seiner
Rückkunft wird dann sofort die Vermählung des seltenen Pars
vollzogen werden. Die Ebergenyi wird, wie einst ihre Schiqsals
jenossin Lafarge, schon bei Lebzeiten Gegenstand der tragischen
Poesie. Im Volksheater zu Ofen kommt in den Nnüchsten Tagen
in Stück gif. die Bühne, das ihten Namen als Titel trägt.
fHäüntg operx. Vor einigen Tagen ist hier eine frei-
religiöse Gemeinde“ die erste ihres Zeichens, durch Uhlich begrün⸗
et worden, nachdem schon seit dem Dec. v. J. Vorvdereitungen
azu getroffen waren. Der Gemeindr werden zunachst. eiwa 70
Lersonen beitreten. J—
kKönigsberg. Am Sonnlage ist eine in der Trag⸗
jeimer Mühlengasse 88 Arbeiterwitiwe polizeilich verhaftet
vorden, weil Auan annimmt, daß sie vdie Wartektinder, die sie!
zegen monatliches Pflegegeld bei sich hielt, nach kurzer Zeit ins
FJenseits spedirte. Bei dieser Pflegemuitet sind seit dem Decemb
. J 6 junge uneheliche Kinder, gewöhnlich, schon wenige Tage,
iachdem dieselbe fich ihrer annahm, auit Tod abgegangem. 7. Das
Moliv, das solche Weiber haben, ist die Gewinnung des ihnen
»ränumerando gezahlten monatlichen Pflegegeldes ohne Mühen und!
dosten, wenn nicht gar schon die Mutter, bei der Uebergabe ihres
indes andeutete, wie lieb ihr der baldige Tod desselben wäre.
F Stettin, 28. April. Der Reisende einer hiesigen Wein⸗
jandlung hatte sich in so starken Gehaltsvorschuß hinein gearbei⸗
et, daß bei seiner Entlassung aus dem Geschaäft die Firma noch ——⏑ ιν—
eine beträchtliche Forderung an ihn 38 Eine Schuldklage wurde — — t α.
ingestrengt; Mobiliarexecution war fruchtlos, der Schuldner kam 4
—* Personalarrest. Hier fand er es bald ganz behaglich, und Vandwirthschaftliches. —— 9
uuch die Gesellschaft nach seinem Geschmack; der Alimentvorschuüß Be,rtilgung der Mai täfer, Seit den · letzlen gro⸗
zing zu Ende, bevor das Wetter recht warm und angenehm en Flugjahr der Maikäfer (1864) und durch die von den lehlern
vurde, und unser Schuldner fand, daß einstweilen der Aufent- ibgesetzten Eier ist der Culturboden mit ungeheuren Mengen von
jalt im Schuldarrest für ihn noch das vortheilhafteste sein Engerlingen, den Larven der Maikafer, bevölkett. Der Schaden,
»ürfte. Um denselben noch etwas zu verlängern, schrieb er an velchen dieses gesräßige Ungeziefer währendu der letzten Jahre den
einen Gläubiger einen ziemlich groben Vrief,? doch die gehoffte Feldfrüchten zugefügt hal, ist von höchsier Bedeutung und sein Um⸗
Bereiztheit trat nicht ein, und als der Vorschuß abgefessen war, ang läßt sich ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß lin
nußte der Reisende aus dem gemüthlichen Kreise im Schuldge; nanchen Distrieten der Provinz, abgessehen von anderen Cultur-
angniß mit schwerem Herzen scheiden. Inzwischen hat er nun zewächsen, allein der fünfzehnte, ja der zwanzigste Theil der Had ·
illerdings die Freiheit wieder lieb gewinnen gelernt, jedoch die rüchte und ähnliche Antheile? An⸗ Halnfrüchten durch die Enger⸗
ilten Genossen hinter den Giitern nicht vergessen, und vorgestern linge verwüstet worden inda 1Es: sinde die Engerlings⸗Schaͤden
tattete er denselben einen freundschaftlichen Besuch ab. Als er für das gesammte Cultur⸗Areal Zer Provinz nach Millionen pon
iber glaubte, derselbe habe laig Fewz ndaugt und sich herze Thalern zu berechneun. ——— J
lich verabschieden wollie, da hielt ihm ein Gerichtsdiener eine Mit dem ˖gegenwärtigen Jahre hat sich nunmehr die Ver—
Arrestordre entgegen, und ersuchte ihn, gleich an Ort und Stelle pandlung der —— ehhn 2 e *8
u bleiben, denn jetzt. wo die Jahreszeit so weit vorgeschritten ist, iur unsere Gegenden alle vier Jahre erscheinende sog Jroße Flug⸗
daß es dem Schuld ner draußen doch sehr viel besser gefällt, jetzt eit der Maläfer steht bevor. Der Maiäfer nährt sich
atte die herbe Weinhandlung 50 Thlr. Alimentvorschuß einge · vährend dieser Flugzeit von dem Laub der Bäume ˖ und' Strau—
ahlt, um nun dem geprellten Preller seinen einstigen Willen zu herdiese bei massenhaftem Vorkommen, wie⸗ es fllr gegen⸗
hun, der längst nicht mehr sein Wille ist. dartiges Jahr zu erwarten ist, nur zu ofi verwüstend — und
r Seit dem 1. Mai 1851 find aus Irland nicht weniger legt demnächst nach der Begattung seine Eier, 2030, im Bo—
ils 1832,000 Menschen ausgewandert. Im Jahre 1867 jedoch den ab; in wenigen Wochen entsteht aus diesen der Engerling
dar die Zahl der Auswanderer (81,7240) um 19,527 kleiner and ist dann auf's Neue für die kommenden Jahre die Enger⸗
als die im Jahre 1866. Diese Abnahme kommt zumeist auf ingsplage hegründet. e — 2317
Berfouen wannlichen Geschlehts (4,827) während sie beim an-- Es fragt sich mn: Ist diese Plage unbetmeidlich ĩ
»eren Geschlechte nur 4700 betrug. 2 Die Anwort lautet, daß sie wenigstens sehr vermindert wer⸗
* Im Pola hat ein Holländer einen Apparat erfunden, der! den kam: Am ·meisten · wird dies immer ·geschehen, durch Hegung
zios mittels einer Luftpumpe ohne Materiatien sich hebt und inder natürlichen Friude der Engetlinge und Maikafer, der Maun,

der Luft schwebt, Bewegumng und Steuerunmn g gelang ihm
noch nicht. * 7 xv ün raetaa den izetz neen zihettæe. a

(Dampfer Sea⸗Bird verbrannt.) Durch einr schreckliche
atastrophe ist von Neuem der Beweigs geliefert, idaß das Leben
er Reisenden in den Verinigten Staaten durch Fahriasfigkeit von
Beamten, schlechten Zustand der Verkehrsmittel und NMangel au
stettungsapparaten, wenn ein Unfall sich ereignet hat, fortwährend
nuf dem Spiele steht. Am 9 April Abends verließ der Raddam⸗
fer Sea⸗Bird, zu der auf dem MichiganeSee fahrenden Manito⸗
vot und Chicago Dampferlinie gehdrig. mit ewa 100 Passagie⸗
en Milwaukee-· Um halb 7 Ahr Morgens geriethen die auf dem
Ded in der Nähe der Damen⸗Calüten aufgestauien —XEC
Füsses und Stroh in Vrand. Kaum 8. Minuten nachdem man
as Feuerbemerkt,n stand schone der gunzer hintere Theil des
Schiffes in volken Flammen. Keine Anstrengung wurde gemacht
im die Maschine zum Stillstand zu⸗bringen und da zudem das
Steuerruder, nach Badbord gesteuͤt; Plößlich seinen Diensu ver⸗
agte, so fuhr der Dampfer mit: voller Kraft im Kreise hrrum⸗
kine unbeschreibliche Confusston dentstand. Die meisten Frauen
ind Kinder waren moch in ihren Cabinemn: und berbrannten dort
Die andern Paffagiere drängten sich auf das Verdeck und wurden
nit Ausnahme von 20, welche ins Wasser sprangen“ und dort
ertranken, ebenfalls von den Flammen ereilt. In Kurzem war
»as Schiff bis auf den Wasserspiegel niedergebrannt. Nur 3
Personen, welche üher Bord Hesprungen, hatten sich. durch An⸗
lammern an Schiffatrummer gerettes, Die Zahl Dde derloren
zegangenen Menschenleben schähi man auf 80 bis go
I. Zu Washington-fand am Is April Die feierliche Einweih
mg des Lincoln-Ponuments ftatt, welches vor der Stadihaue
rine Aufstellung gefunden hat.! E s νιν

f In NRordamerikastellt ein Hetr La Mothe Sisenbahnwa⸗
gengestelle aus eisernen Gasröhren, mit Eisenblech überkieidet
jer; als Vorzüge derselben werden gerühmt: Leichtigkelt der
Wagen, verhältnißmäßige Billigkeit, angenehme:; Temperatur im
Inneru· derselben (da sie sich bei ihrer Bekleidung, die eine üue
zere und innere sei, nie so erhitzen lönnen, wie die gegemvär⸗
igen Vägen)5 *

xAugf der Eriebahn wurden durch den Sturz von 4— Wang⸗
gons in einen Ibgrund 20 Personen getödket an 30
berwundet. 55— *6

f In einer Kirche zu Chicags wurden am Charfreitag in
Folge entstandenen Feuerlärms 8 Frauen getodtet, Viele
an de ve verletzt. —

Chicago znuß eine wunderschöne Stadt sein. Wenn man
der Ankündigung in einem Localblatie Glauben beimessen kann,
werden daselbst keine kleinen Kinder mehr geboren. Es heißt
nämlich in der Anzeige, daßz im Lauüfe ves -Mongats Febenar
229 junge Herren und 324 junge Damen in-dieser Stadt ge-
boren wurden.“

——
        <pb n="222" />
        wurfe, der Saatkrähe, der Eulen, Bussarde, Staare und einer
Menge anderer insectenfressenden Voögel; aber es kann auch Vie
les geschehen durch unmittelbares Eingreifen. —
Nun hat die Natur gerade in dieser Beziehung einen un
berkennbaren Wink gegeben, dadurch, daß der Maikäfer während
jeiner Flugzeit gegen Morgen sich auf Bäume oder höhere Sträu⸗
her begibt, dort eine Anzahl von Stunden in einem schlummer⸗
ihnlichen betäubten Zustände verharrt und während dieser Zei
ieicht abgeschüttelt werden kann.
: In Folge dieser Veranstaltung der Natur liegt es denn
also so, daß alle vier Jahre eine 4—-8wöchentliche Periode ein⸗
ritt, innerhalb deren es moͤglich ist, ungeheure Mengen des ver⸗
derblichen Insects unschädlich zu machen und in gleichem Grade
die Verwüstungen des Ungeziefers für die nächsten vier Jahren
einzuschränlen ν 7
Nun liegt es aber auf der Hand, daß nur ein gemeinsames
zanz allgemeines Einstehen für diesen Zwech letzteren bis zu einem
jedeutenderen Grade erreichen lafsen kann. 2
.Weizenbau und Phossphorsäure. Herr Gutsbe
sitzer Weber zu Tiefbrun klagte gelegentlich eines landwirtbichaft

lichen Kränzchens zu Daubach, daß seine Felder trotz guter sBe—
arbeitung und starker Düngungen einen im Gewicht stets geringen
Weizen lieferten. Ich empfahl ihm damals die üblichen Mistdüng-
ungen auf die Hälfte der Zufuhr zu beschränlen, dagegen den
Feldern regelmäßige Duüngungen von Knochenmehl oder Super⸗
phosphat gu geben. Ganz lürzlich, cirta 7 Jahre nach der ge—⸗
zebenen Empfehlung schrieb mir Herr Weber, daß sich das Ge⸗
wicht seines Weizens nahezu um ein Fünftel vermehrt habe und
daß auch die Rachfrüchte jeglicher Gatiung seit der Anwendung
der Phosphorsaurereichen Duͤngemittel in ihrer Qualität weseni—
lich besser geworden seien. Insbesondere hebt er herdor, daß die
auf seinen Feldern gewonnenen Futterstoffe einen auffallend gun⸗
tigeren Nutzeffect gewährten, als dies früher allgemein der Fall
gewesen und jetzt noch auf denjenigen Feldern der Fall sei, die
ich einer Zufuhr don Knochenmehl noch nicht zu erfreuen gehabi
jaben. Herr Weber unterläßt nicht zu erwähnen, daß auch seine
Nachbarn mehr und mehr mit dergleichen Hülfsdüngemitteln Ver—
uche angestellt haben und zur Ueberzeugung gekommen sind, daß
ziejelben die Ernteerträge jm Allgemeinen und die Qualität dersei-
den inskesondere sehr förderisien.
Belanntmachungen,
Holz · Verkauf.

J Aus der iuvgerfabrile
Kaiserslaulern
st wieder frisch angekommen. 6
e chter Reru Guaneeeeeee

Knuochenmehlee...

Drima Superphosphate..

zilligst bei I. J. Grewenig⸗
J J in St. Ingbert. * b J

1 — 4— —

—

M

In dem zum MRittershof gehörigen
Waild sind zu verkaufen Windfälle:
8s Lärchen⸗Stämme 80-90 F. IJ.
3 Weymouthe 60-88 F. l.
Diese 11 Staämme messen zusammen über
500 Cubicf. — Sie liegen in der unmit⸗
elbaren Nähe von der Eisenbahn⸗Station
hassel. . —W
Viebhaber wollen sich an Waldhüter
daud in Hassel wende.
Im nämlicheen Walde sind weiter zu
dertaufen 74 Klafter Brennnholz buchen
und liefern durcheinander.
Rittershof bei Si. Ingbert
im Mai⸗18686.
Zur Beachtung.
Allen sich Interessirenden, besonder?
aber meinem sehr achtungsvollen unge
nannten und doch wohlbekannten
Freunde zur ganz ergebensten Nach
richt, daß ich mich patentisirt habe,
um auch in der Schnappbach und Um⸗
gegend mein Geschäft betreiben zu
vnnen.
Obwohl ˖ ich im preußischen Staate
Meister bin, ist es mir doch nicht ent⸗
nommen auch in meinem Vaterlande
mnein Geschäft als Tüncher und
Anstreich er betreiben zu dürfen.
.. Ich empfehle mich daher meinen
zuten Freunden und Gönnern in allen
in mein Fach eiuschlagenden Arbeiten,
unter Zusicherung billiger und promp⸗
ter Bediening.
.. Daniel Weymann,
Tuüncher imd Anstreicher
wohnhaft im Altenwald.

St. Johapu

*
8
3
—
beehrt sih sein grohes cager vn
RYferdehaar⸗ Hlhroh · Ranama⸗
üfen

5
68
—E

*
eñ⸗ns empfehlen.

—— *
7

4

— — — —
——
— —

— 23
——— —„O&amp;—
Für Musikfreunde

zft. 836 kr: Erbsen — sI. kr. Wicken
Afte 80 fr. Kartoffeln Ifl. 180kr., Heu
Ifl. 20 kr., Stroh-1ef, 12 fr. per
Zentner. Weisbrod 116 Kilogr. 22 7r.
dornbrod 3 Kgr., 32 kr., ditto2 Kar.
28 tr. ditto Kgr. II ir. Gemischtbeob
3 Kgr., 38 kr. 1Paar Weck6 Loth
2kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 tr. 2
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr, Hanmel⸗
fleisch 16 kr.. Schweinefleisch 18 r., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
Butter 80 kr. per Pfund.
FZruchtbreise der Stadt
Kaiserslautern vom 8. Mai.
Weizen 8 fl. 33 tkrx., Korn7 fl. 26 kr.
Spelzkern⸗ fl. — kr., Spelz5 fl.
45 kr. Gerste 5 fl. 55 tr., Hafer 5 jl.
32 kr., Erbsen — l. — kr, Wicken 4 fl.
36 kr. Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfo. Kornbrod 82 kr.
3 Pfd, Gemischtbrod 170kr. und 2. Pfd.
Weißbrod 17 sua

Der ergebenst Unterzeichnete beehrt sich
jiermit anzuzeigen, daß er eine Parthie
orzüglicher Blas⸗ und Streichinstru⸗
menten, sowie Zithern, Guitarren
ind Zugharmonieecas, auch alle ver⸗
schiedenen Untensilien und Bestandtheile
yon Instrumenten, Saiten, Blättchen, Mu⸗
ilkafsten 2e. ꝛc., aus einer der renomirte⸗
ten Fabriken Sachsens, erhalten hat,
velche zu den billigsten Preisen abgegeben
werden.n ——

M. Eberhard, Kaufmann

— a im Josephsthal.
Frucht⸗, Brod⸗ Fleische ac. Preife
der Stadt Zweibrücken vom 7. Mai.
Weizen 8 fl. 82 kr. Korn 7 fl. 18 r.
Gerste Lreihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
eihige/ 6 fl. 20 kr., Spelz 6 fl. 7 fr
—AV
— froua—⸗ Mischfrucht — fl. — kr. Hafer

— —— —
Nächsten Samstag

en 9. Mai, Nach-
nittags 2 Uhr, werden die Kirchen⸗
Plätze in der katholischen Kirche ver⸗
teigert. —
ection, Drud und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.

44
        <pb n="223" />
        7 2 — E —X ð — —
v 2 — 242 7 — — 4J —
— —A6 ——— 9 * ——
, v —V ME. . 1
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71 —25343

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U4J 3 3
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2 —— — ————— —
12—— — —

5
2
Zer Sa borter An deig arn mit seinit ninterhaltungsblalts erscheint wöcheuttüich breimal, Dignnhta g, Douners nag
und Samstage, Abonnemenlsbreis pierteljaͤhrig 45 Krzt. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Kizr, du dreispallige Feil
— 1 Blaͤttschrift oder deren Raum berechnet.. J
Nro. 56 e — —*8 — 31 — Samstag, den O. Mai e * — —*8 1868.
21 ** —— 1 I 23 2.
Fy3838 9 Deutschland. — — anez
Maunchen, 4. Mai. Wie man von glaubwürdiger Seite
hörxt, soll der Erfinder der, sogenannten, Kugelspritze duch: dem
bayerischen Kriegsministerium Anexbietungen gemacht und den
Preis eines solchen Instruments auf: 12, 000: fl. fixirt haben; die
Unlerhandhandlungen sollen jedach unterbrochen worden sein in
dem das Ministerium vorerst nur ein Exemplax zur Probe ver⸗
angt habe, der Erfinder jedoch unter 25 Stück nicht abgeben
volle. Diese Kugelspritze soll in der Minute 1800 Kugeln, na⸗
ürlich in Kartätschpatronen, schleudern; nach einer Arbeit in der
Dauer don Minuten erhitzt sich das Nohr, welches die Form
eines 12 Pfünders Haͤt, sg sehr, daß rine Unterbrechung des
Feuers während 10 Minuten stüttfinden muß: Uum die Maschine
abzukuhlen·; zu diesem Behufe ist eine besondere Vorrichtung an⸗
zebracht. Wie mir mitgetheilt wurde, soll Preußßen 100—Frant⸗
ceich 50 und Dänemark 20 solcher Insprumente schon vesißen“
München, 4. Mai. Graf Gustave Chorinsky erhieit die—
er' Tage, ohne darum nachgesucht zit haben seine Entlassung aus
dem österreichischen Heeresverband. I
MAnchen, 5. Mai. Das Regierimgsblatt Nr. 29 ent⸗
zält u. A. eine Bekanntmachung, wonach Wehrpfl'chtige oder Frei—
wislige, welche das Absolutorium eines baherifchen Realgyinnastums
besitzen, nach halbjähriger entsprechender Dienftleistung bei ciner
Heeresabtheilung zu Officiersaspirauten II. Klasse ernannt wer⸗
den können und als solche gleich den Absolventen des Cadekten⸗
rorps und der humanistischen Gymnasien in den militärwissen⸗
lchaftlichen Curs einzutreten haben..
Das hiesige: Gemeindecollegium hat eine Commission nieder⸗
gesetzt, welche über eine angemessene Feier des fünfzigsährigen Be
dandes der Stuatsverfafsung (ie ist vom 26.. Mal 1818) Vor-
chläge machen soll. ινα
Mätgchteim B. Mai. Die ständige Deputnation: des“— dent⸗
schen? Juristentages tritt am nächsten I. Funi⸗ in“ Munchen zZus
ammen, min züber Zeit und Ort der nächsten Zusammeukunft des
Imristentages zu bestimmen ιι u ι.
umMünchen 6. Mai. Fürst, Hohenlohe ifte hente Morgen
wvieder nach Berlin-gereist, um au der Adreßdebatte im Zollpar⸗
lament Theil zu nehmen. ιĩ .—
Münchem7. Mai.:“ Der König: hat. ven Kriegsminister,
in Anerkennung seiner Verdienste um die Reorganisation der Ar⸗
mee, zum lebenslänglichen Reichsrath ernannt.n e
Bayreuth, 5. Mai. Heut gehen zwei Offiziere mit
entsprechender Maunschaft nach Hof und Teuschnitz ab, n um: die
renitenten Landwehrmänner in Empfang zu mehmen und nach
Ingolstadt zu den Straf⸗ undDisciplinarübungen zu geleiten.
Deggendorf,4.Mai. Heute Morgen sind 671 von
den widerspänstigen Landwehrmännern nach? Ingotstadt zunn den
debungen abgeführt worden. Ungefähr eben so diele sind nicht
richienen, und haben zu gewürtigen, daß sie auf dem ˖Schub fort
geliefert werden. . J
Frankenthal.s In gegenwmürliger Zeit hörman so oft
zie Frage aufwerfen, was wohl die Schuld sei,“ daßz es so viele
vuthlranke Hunde gibt, da man früher sehr selteneinen solchen
Fall erlebt hat. Diese Frageist ganz einfach dahin zu beant⸗
worten, daß sich seit 25. Jahren die Zahlder Hunde mehr als
oerdoppelt hat, so daß demnach auch mehr als noch einmal sobiel
wuthkranke Hunde vorkommen. Der Stadt- und Polizeithieratz!
Adam in Augsburg hatumach genauen Ermittelungen.: festgestellt
daß gegenwärtig in Bayern auf 23 Menschen ein Hund kommt,
daß man sicher annehmen kann,“ dast in Bayern 200, 000
hunde leben. Vor 25 Jahren gab es deren gegen: 90,000,
wornach die obige Angabe ganz richtig ist. Wisle man demnach
die Fälle der Wuthkrankheit vermindern, so wird dieß nur auf
dosten der. Hunde selbst gejchehen können, nämlich durch. größt·
noögliche Verminderung derselben, Nebst diesenn, würder auch in
wirthschaftlicher Beziehung noch ein großer Vortheil erreicht. Wenn
nan annimmt, daß ein Hund fäglich 3 kr., sei es an Brod oder

— —— eee
andern Nahrungsmitleln, verbraucht, so macht dies bei obiger
Zahl von Hunden in Bayern allein fäglich 10, 000 ft.n in einem
Fahre 46530, 007) fl.n gemiß eine Summe. von mwelcher? viele
Menschen leben, oder die zu besseren Zwecken verwendel werden
nnte. Wenn man bedenkt, Daß nolorisch Arme, welche aus
Bemeindemitteln: unterstützt. werden, ja deren Kinder oft betteln
ehen, 152 Hunde halten; so scheint der Vorschlag einer hohen
Zundesteuer ganz gerechtfertigt. In Baden wuͤrde im Wege der
Besetzgebung 6 fl. Steuer pro Jahr für jeden Hund eingeführt,
pas zux Folge hatte, daß die Zahl der Hunde bedeutend abge⸗
nonimen hat. Die, Hundeliebhaber, werden freilich ein solches
Porgehen als Grausomleit gegen ein treues Hausthier bezeichnen;
iher sie sollten nux einingl an dem Sterbebette eines von der
walle sd befaltene dicaden sehen und die een he
en ünd Aengsten mit ausehen, und sie würden sicher von ihrer
dundeliebhaberei geheilt werden .· 6Pj. BZig Mo,

Dienstesnachrichten.

Si. Maj. der Konig haben, Sich ällergnädigst. bewogen ge⸗
ründen, unterm 2. Mal h. J. die kalholisch Pfarrei Rupperts⸗
verg, Bezirtsamts Neustadt a. d. H. dem Priester. Peter Wach,
Pfarrer, Dekan und Distriltsschulinspector in Stetlen, Bezirksam it
rtirchheinibolanden, zu übertragen ,ι
Darmst a d t.5. Mai. Prinz Alexandet von Hessen wurde
elegraghisch nach Petershurg berufen und ist gestern dorthin ab⸗
zereist. Es geht das Gerücht, er sei zum. Gouverneur von Po⸗
en estimuit. . Die Kaijerin von Kußland wird zu einem
ängeren Aufenthalte im Sommer hieher kommen. —
Berlin. Die bei der Berathung des Gesetzentwurfes über. die Be—
teuerung des Tabaks durch- vie Bundesraths⸗Kommissionen be⸗
hlossenen Aenderungen sind am Wejentlithenfolgender Mit Ta—
al. bebaute Grundstuͤche untereh Qusdratruthen ollen nur daun
teuerfrei sein, wenn sie in der Rühe bewohnter Gehände liegen
Ber der Ausfuhrbergütung wird der Schnupftabak dem Rohtabak
gleichgestellt, entrippte Blaͤlter des abaksfabrikaten. Daz Mari,
ninm der Ausfuhrvergütung, jo Ahlte bez. 1 Thlt 253 Sgr.
vetragen Die Zoller höhung für Figarren ve n 20 auf 25 Thalex
st befeitigtze der Jocl von 6.Thlr. fur — auf die vom—
Auslande eingehenden unbegrheiteten Fabalsblätter und, Tabaks-
tengel soll vom 1. Ocktober I868 ab erhoten merden. Die Aus:
chüsse haben, naͤchdem dies erste Abstimmung über. den vorliegen;
ꝛen Entwurf, Stimmeugleichheit die zweine eine Majoritaͤt don
2 Stiinmen (6. gegen 4) fur deig Breudischen Vorschlag ergab,
dyem Bimdesrath keinen bestimmt formulirten Autrag vorgelegt,
ondern demselben die weitere — Die
Minorität des Ausschusfes beantragte oun Wesemlichen Herabsetzung
der Stenern von inlandischem Jotat ans die Hälfte d. h. alfo
Beseitihuag der Kebergangssteuet für Tahak und Ausdehnung der
in Preußen bestehenden Steuer quf das ganze Gehiet dez It
dereins.“ Die Sache schmebtalso noch beim Bundesrath.
Berr lin,“z Mah. Im Reichstag wird ein Antrag duf
ẽrlasfung!einer gleichmaßigen Börsenordnumg“ für den gunzen
NRorddeutschen Bund sowie? auf“ Besteuerung des Handels muit
iußerdeutschen Börseneffecten vorbereitel. Auch ist bereits ein
Antrag auf Einführung des allgemeinen deutschen Handels⸗
gesee tzb uch e Scund der allgemeinen deutschen We chssehord⸗
nwung als Bundesgesetze eingebracht. (Unseres Wissens hat das
Erstere blos noch in Schaumburg⸗Lippe keine Geltung.·
Berkim, 6. Mai.n In Dder gestrigen Sitzung des nord⸗
deutschen Bundesrathes wurden die Präudialvorlagen betreffs des
Abschlussez einer Convention zum Schutz. des literarischen Eigen-
thums mit der ⸗Schweiz und der unentgeltlichen Verabfolgung des
Bundesgefetzblattes ann die Gemeinden an die betreffenden Aus⸗
chüsse derwiesen. Sodann wurden die Entwürfe eineß Telegra⸗
henvertrags mit Luxemburg und eines Postvertrages mit der
Schweiz ·genehmigt. 5 38
Berlin, 6. Mai. Die freihändlerische Bereinigung trat
gestern Abend 7 Uhr zu einer Sitzung zusammen, welcher mehr
        <pb n="224" />
        als 30 Mitglieder beiwohnten und die bid nach 10 ülhr währte.

Zur Dedatte quf Brundlage der Zeifungsnachrichten über den In⸗

Jalt der Tarifreforin standen die Eisenzölle, alsv e

krmätigung des Roheisenzolles von Nia Sgrewuf 5 Egr.

Als Referenten füngirien die Abdg. v. Unruh, Dr. Strousberg,

d. Blankenburg und Dr. Becker (Dortmund). Die ganze Sitzung

vurde mit der Generaldebatte ausgefüllt und es wurde nament⸗

don den Abgg. Lesse, v. Hennig, v. Hoverbeck, Roß und Meier

Brenmien) die Ausicht ausgesprocheir, daß eine iveitere Reduction

des Roheisenzolls in Auüssicht genommen und nñnudestens der Zeit⸗

zunkt festgesetzt werden müßte, zu welchem der Roheifenzoll ganz
aufzuhören hak. Dabei wurde die Ansicht bekämpft, daß die Herqb⸗
etzung des Waarentarifs eine Vorbedingung für die Herabfetzung
des Zolles sein müsse, und ans einem wreichhaltigen Material nach⸗
jewiesen, wie günstig der Zustand der deutschen Eisenindustrie sei
aind wie wenig diefeibe die Herabsetzung des Zolles zu befürchten
habe. Donnerstug Abend soll die Specialditzeussion stattfinden.
u Beirlim, 70 Mui. Die „Kreuzzertung beröffentlicht ihr zu⸗
jegungene und uls zuverlässig' bezeichnete Correfpondenzen aus Pa⸗
aͤs und Wien, woraus die wohlwollenden Gesinnungen, welche in
vortigen Regierungskreisen für das Zollparlament herrschen, her⸗
porgehen und wodurch die Pariser Zeitungsgerüchte widerlegt wer⸗
en. Fuürft Lichuvrwsty ist bei einem Spazierritt vomn Pfetde
zeftürzt und hat den Axm igebrochen —

VLecuAp zig, 7. Mal. Eine gestetn Ddahier übgehaltene Ver⸗
ammlung von Fabrikankin trat einer hon 18 Firmen vorge⸗.
egten Petition an den norddeutschen nde und den Reichs⸗
ag bei, in welcher die Verwandelung dez Paplergeldez det Ein⸗
eistaaten in Bundespapiergeld beantragt und weitet verlgugt wird,
zaß die“ Privätbunken verpflichltet wetden, in Berlin, Leipzig und
Frantfurt d. M. Einwechse uumgsste len zu halten.

Wien, 6. Mai. FJil der Stadt sind beunruhigende Ge—

ruchte über rine plötzliche ernste Erkrunkung des Reichskanzlers v.
Beuͤst verbreitet. An competenter Stelle versichert man, daß das
Anwohlsein einen ünbedenklichen Charakter habee.“

Wiuren,G. Mai. Frhr.v. Beisst befindet sich involler
Besserung. Die heutige „Abendpost“ meldet über das nwohl⸗
sein Folgendes: Frhr. b. Beust wurde gestern Nachmittag von
inem heftigen Anfall von Darmtolik mit Gallerbrechuugen be⸗
roffen; um Mitternacht krat einee wesentliche Erleichterung ein.
Heute haben wir die beruhigende Gewißheit, daß das Unwohl⸗
sein keine etnste Bedeutung hä....

—58 — e Fraukreich. A

Aus Pa riis AMal, wird? geschrieben: Fuͤrst Met
nernich'ist gestern in Folge delegräphischer Einladimg sofört nuch
Wien obgereiftftft.

Pardks 8. Mal. Die Ahreise des Hen. b. Metlernich nach
Wien giebt natuͤrlich Stoff zur ällerlei Vernluthungen. Die Ei⸗—
nen hehaupten, der Fürst werde nicht wieder zurückkommen, da
er init Hrn. v. Beiist auf übelein Fuͤße stehe, die Andereit, er sei
inre zum Behif jpecieller Instructionseinhotnimn bezüglich der
schwebenden europäischen Fragen niach Wien degangen. Schon
»eshalb — fügen diese hinzu — werde der Fürst wieder zuxück—
iehren, weil Hert. v. Beuft für den Fall, daß in Oesterreich die
Reactivn wieder an's Ruder komme, sich selbst den Posten in Pa—
is anfbewahre. Für dicse Abficht kounte eiujeßt eintretender
Wechsel nur störend wirken. J 9
..Aus dem Orient lommenfriedliche Rachrichten, Der Fuͤrs
don VSerbien geht den Sommer wieder in ein westeuropsisches
Bad, denkt also nicht an ernste Händel. Rußland hält, sich im
Augenblick ganz in der Reserve; die Bewegung gegen, die oxtho—
doxe Kirche in Bulgarien nimmt.iinmer mehr überhand z. und
chließlich hat die Pforte ihre Truppen südlich der Donau in letz-
erx Zeit vortrefflich ausgerüstet und außerdem die dortigen musel⸗
nännischen Grundbesitzer bewaffnet ünd zu einer Art uobiler Na—
sionalgarde ausgebildet. Auch auf Kreta wird die Ruhe bald
dergessellt sien.

Paris, 6. Mai. Gegenüber den preußischen Beürlaubungen
aimnit, der „Armeemoniteur“ ein Ptioritatsrecht für Frankreich
in Anspruch: dieses habe schog Ende März 14,000 Manu ent⸗
lassen; Preußenn utit 12,000 Rann jci also jpäter gekommen. —
——
Legion in Frankreich eine Aumestie erlaffen, die sichr jedoch nicht
uuj die Militärpersonen bezieht, welche gus denr aetzven Dienste
esextirt sind, noch auf die vormaligen hannover'jchen Officiere und
Uuterosficiere, welche sich an zim Auslande organißrtenunilitäri⸗

—

Paris, 6. Mai. Die —59 — von (30) Millionen) soll
zunz uund gar unzureichend srinn
Im Mongt. April hat das Haudelsgericht des⸗Seinedepar⸗
ements 144 Falliments-Erklärungen ausgesprochen.

DIrtalien. * F
Msem, 6. Mai. DerPapst weihle gestern zwei aus don Ver—
nigten Staaten und Barcetona geschenkle Fahnen, Abergab die⸗
elben den Truppen und hielt dabei eine Rede worin es sich ener⸗
zisch für die Aufrechthaliung der meltlichen Herrijchaft
aussprach.

Florenz, 5. Mai. Der Kronprinz von Preußen ver⸗
ängert seinen Aufenthalt in Italien, um das neuvermählte Paar
aach Neapel zu begleiten z auf der Rückkehr wird er die Arbeiten
am' Tuunel des Mont⸗Cenis besichtigen. Der fraͤnzösische
Besandte Maularet geht demnächst, man weiß nicht
— nach Paris. *
Die Atalienische Regierung ist einer über das thunze! Vand
erbreiteten Verschwörung auf die Spur gekommen, welche zum
Z3weck hat, die Gesellschaften zur gegenseitigen Unterstützung und
die Arbeitervereine für die tepublikanische Partei zu gewinnen; es
st ihr eine Art Procurn Mazzini“s in die Hünde gefallen, wo⸗
in er Personen, denen er vertraut, ermaͤchtigt, ihn zu vertreten,
im die Gesellschuft, der sie argehören, für die Grundsätze und
ziele der ullgemneinen republikanischen? Gesellschaft zu gewinnen
Ddaß letztere über bedeutende Fonds disponirt, ist aizer Zweifel;
ie verwendet dieselben zur Unterstützung! republicanischet Zeitungen
und zu Striktes um der Revolution vorzuarbeiten und wird dubei
on den Bourbonisten, Pupisten undn anderen“dteactionären mit
eichen Geldmitteln unterstützt.nnn
124 2 * 4 ni i s ¶6 te ñ. ν *
Frankfurt a. MRaEin Vierteldes weilen Franb
urter Hauptgewinnes von 50,000 Gulden ist nach Alt⸗Damm
Ponmern) gelomnten, der Gewinn von 110.000 Gulden
iach Trier. , —

4 7. Linz, 6. Mai. Das hiesige Dampfschiff⸗Bureau telegra⸗
»hirt: Ein mit 4000 Centner Weizen- beladenes Schleppschiff
cheiterte bei Passirung der Donaubrücke,“ Zwei Brückenjoche
vurden rasirt. Menschenverlust moch unbekannt, nach der Allge⸗
neiuen Meinung sind zwei-Personen zu Grund gegangen. — Eine
indere Nachricht lautet Ein von dem Donaudampfer Thetis“
us Schlepptau genommenes Schiffriß gestern bei der Bergfahrt
or Regensburg los, stieß gegen die Brücke und versank mit allen
vßersonen. Die Brücke stürzte ein, wobei ebenfalls mehrere Per⸗
onen das Leben verloren.. I
T Steinfurt Kr. Friedberg. Das sogenannte„dicke
dind“, Tochterchen des Bäckers Falk dahier, besindet sich mit
einen Eltern auf der Leipziger Messe, um dort zur Besichtigung
nusgestellt zu werden. Das Kind ist jetzt sieben FJahre alt und
viegt beilaufig 180 Pfund. —0 p.
a Passau-, 27. April. In einem Walde bei Schwaiberg,
edg. Passau. wurde eine förmliche Diebshöhle entdeckt. Als uder
. Forstwart H. mit; neuen Baumpflanzungen; in⸗ndieser Gegend
eschüftigt war und bei dieser Gelegenheit much bei den früheren
Fflanzungen nachfah, fiel ihm auf, daß: einige junge: Bämuchen
»exdorrt waren. Er untersuchte sie und fand, daß siennur- ein«
jesteckt und ohue Wurzeln waren. Bei näherer Unterfuchung bemerki
er ein breites oam Boden liegendes Brett, hob es in die Höhe und sah
nter demselden eiue Vertiefiuig und mehrete blecherne Milchkannen.
er rief zwei in der. Mähe: hefindtiche Arbeiterinnen herbei, dis
elbe heraussehmen sollten. Ats diese Hand anlegen wollten, er⸗
onte von der Hohle herauf eine kröftige Stimme: „Zurück vder
ch jchieß Euch zujammen.“ Bis der alte Forstwart aber miit
ilfsmanuschaft zurückkam, war der ntetirdische Bewohner ent⸗
lohen und uan furde nur noch in der Höhle 82 10 blecherne
Nilchkennen, mehrere Stücke Blahen, ein Pulverhorn, Schlvefel.
Zleikugeln eine feine Säge, nein Buude Schlüssel, Diettiche,
Sechlusselabdrücke in Blei, Homgfladen, eine Heinzeibank, Hacken,
Hrechwerkzeuge, Erdäpfel und einen Blechofen, dessen Kamin-bis
m die Oherfläche der Erdet ging,Ob, diese dHöhle, dier oben
orgfältig mit Erde und Westräuch bedeckt war, ine vder mehrere
per onen bewohnten, fannnicht angegeben. werden, mirsonvdiel
»ermuthet waa. daß schon Jahre lang darin Zein. Diebsgesindel
auste, und sich die seit einiger Zeit iu hiesiger Umgebung“ vor⸗
omnienden Diebstähle an Schweinen, Schafen, Bioncukörben We
rklären lassen. nuene
St. Wendel, 4. ·Mai. Gesiern: Somitag, den8. Mañ
dachmittags nach 3: Uhr, fuhr der Personenzug, polt Bingen
danmendo, im Bahnhof Türkismühle ein, wonige Minulen spater
vurde der: Guterzug von St. Wendel, karnrnend, sichtbar,“ umd
ntgleiste die Maschine in einer Eutseruunge Von rirca 250
Schritten (mit vielen schwer befrachteten Güttrwagen) d voin“ deui
Jersonenzuge. Im Momenteerjcholl der Rufe rettei Ench! rettet
Euch!“n Ein furchtbares Geschrei und: Durcheinauder rutstand in
den Waggons und Alles sprang zunn demtiniedern Feitfterne: des
uhig dasteheuden Persmenzuges hincurse. Glircklicherweiste brachte
der Führer des Güterzuges die Lokomotide circa 50 Schritte vor

—Xx
        <pb n="225" />
        dem Personenzuge um Wtetzen. vuͤnd. da men die Paffagler mit
der Augst und einigen kleinen Beulen davon, Majching, Güter⸗
wagen und Geleise sind stack beschädig, nach Verlauf Von 24
Stunden traf ein Extrazug mit vielen Arbeitexn vo SteWen⸗
del ein und nahm die Passagiere zur —S— —RR
Empfang. —
F Kaiserin Charlotte. Die letzten Nachrichten übel den
Zustand der Kaiserin Charlotte lauten im Ganzent hessetzeralsdie
früheren, natürlich kann dieses besser nur auf den Korperzustand
der unglüdlichen Kaiserin wugewendet werden. Seit den legten
Tobanfällen, welche⸗sIchon sehr abgeschwächt waren, hat sich kein
solcher Anfall mehr eingestellt, der Wahnsinn ist ruhig, still, und
hat daher nicht mehr jene zerstoͤrende Wirkuug auf den Koörper wie
früher. Lichte Augenblicke hat die Kaiferin gur Keine. Einen
zroßen Theil des Tages bringt sie in der Hauscapelle zu, und
sie verlüßt diese nur, um wieder in ihr Zimmer zurückzulehren?
aber auch dieses Zimme⸗t ist Tapellenattig Lingerichlet und ntst Her
ligetibildern ausgeschmückt. .
f7Reichenbach in Schlesien, 1. Mai. Gestern Abend
in der fünsten Stunde bildete fich⸗ in bert Schluchtzwischeine dem
Zobkenberge und dem Koltschenuberge eine Windhose. Wie eine
qwarze Waud auzusehen, aber gch dae mit. flurchtharen
—0[
dort durch einen Theil des Nieder · Seifersdorfer Waldes weiter;
in wenigen Augenblicen waren ungejdhd e oOjahrige
Kiefern abgebrochen, ausgerissen und durcheinander geworfen; eine
Anzahl Feldarbeiter, welche in den erwähnten Walde Schutz
juchen wollten, wurden durch den Gutsvexwalter aufnerksam ge⸗
macht, daß sie gerade in das Univeiter hineinliefen; sie wendeten 44 A VFLAMAA
um und haben so ihr Leben gerettet. Von dort zog die Wind⸗ Auszug aus der „Zeitung für Feuerlsschwesen.“
hose in einer⸗wuldigen Thahsthlucht weitet, die stäristen Bäunrn, Nath dem Mechenschaftsbericht des Verwaltungsrathes der
Fichen von Manuesstärke, wurden abgedreht und umgebrochen. Nüncheuer Feuerwehr —* der Verein aubs ehgen und
So erreichte das Unglück die zu den, gräflich Sandrecztyschen 347 passiven Mitgliedern, welche letztere im Jahr 1807 einen
Hhütern gehsrige Colonie Sträßenhäuser. Massive,nicht n Heitrag von 8174 fl. leistereu.Sis jetztsorde für die wollstün
Hauser, nichts widerstand sechs Besitzuugen wurden sotal, ver⸗ dige AÄusrüstung der 3 Campagnien 10397 fl. verwendel, I wel
nichtet, ein Hausbesitzer von den Truͤmmern seines Haufes grecher Sunme der Magistrat 7000 fl. und die Mürnchener⸗ dMachener
chlagen, mehrere Menschen erlitten Knochenbrüche uud schwereGesellschaft 1000 fl. zugeschossen Hahen? Duäb rentirliche Vermö⸗
Verletzungem; WVon dort zog das Wetter, seinen — xnt⸗Agen der Unterstützungstasse beträgt 1800 fl., welcher Betrag ich
vurzelte Baume bezeichnend nach dem füdlichen Ender des Dorfes durch die Jahresbeiträge pro 1838 wwesentlich erhöht. 5
—WeBB
Soehen eingetroffen die neuesten
u ———
französischen ind deutschen.
— ι

Slaupitz, wo eine einfaln dere gener massoe NMühle das Schidsal
ener Häuser hatte. Iu dem Hazungehörigen Obflgarteniwürden
ämmtliche Bäume eutwurzelt. Die Windhase nahm ihre Richtung
anf Heidersdorf. Kreis Nimptsch, und soll, daselbin zehn. Gebcuude
umgeworfen undzerstort haben. Die Besitzer der zerstörten-Ge⸗
bäude sind zum Theil hoch vetjchatden iht Mindunck ir gren⸗
itgu Paris wurde R Per ubepehn von Wohnhgu

ern ohne Tieppen gemaͤcht — — ea — ti 1
ug mit Gegengewicht, der alle Minicken' aufs nirdwiedergeht, die

Inwohner auf und abwärls. α ααν

f(hevalerest.) Bei den Hochzeitsfelerlichtetenie Rüin

anzte die Prinzefsin Margherxitta, mit dem Sohne des Bantiers

Tassano und dieser hatte das Unglüt, der Prihgefsin ein Stück

von dem Besatze B——————— æi sind

in großer Verlegenheit, was u degunen !“. Da. aurht —3. rou⸗

yriun von Preußen, zieht aus seiier Radkasche Finn Porlemonnaie,

nimmt eine kleine Schtere heraus, läßt sich auf ein Knie nieder

ind schneidet den —— Befatz ab. Als dunn die junge

Prinzessin die Hand ausstreckte, unn die Abgeschnittenen S ic; in
Einpfung du nehmen, war man nicht Wenig an
wie der Prinz aufstand, die koͤsthare Velicque: ans Herz drüdte,
iie dann methodisch zusammenlegke nd in die Rockiusche steckte.
„Es ist ein veritahler stitter 55 murmelte man unter den Um—
iehenden. Diese Aein— Saeue a biddet Ve Fberle J gr
deute sich großen Erfolget. *

Bekanntmachung.
Am Freitag den 15. v. M. Nachmit-
ags um 42 Uhr im Gemeindehause zu
Hasset, werden nachverzeichnete der Ge⸗
meinde Hassel gehoͤrigen Holzer versteigert;

als: ——⸗— 539

248 Kiesern ESparren —

80 —* Gerüstsiangen. — ——
Io gunngesten.

000 Bohneustangen.
St. Jugbert den 8. Ma 18688.
Das Bürgermeisterant
CEhandonn.

SZonntag den 10. Mai
Eröffnug der
Abgelbahn
bei 7gJos. Neymaun.
Heute: — ffnuug der
Gartenwirtbschaft
—
und ꝰ
kKegel—
bahn

F.
Musterkarten
nis der Fabrik von K. Lota 0*
in Kaiserslautern.
el Johl Grewenig jun. unden
Drie. Kimmel.
Zur Beachtung.
Allen sich“ Interessirenden, besonders
aber meinem sehr achtungsvollen unge⸗
naunten und doch wohlbekannten
Freunde zur ganz ergebensten Nach⸗
richt, daß ich mich patentisirt habe,
um auch in der Schnappbach und Um—
jegend mein Geschäft betreiben zu
vnnen. J
Obwoͤhl ich im preußischen Staate
Meister bin, ist es mir doch nicht ent⸗
wommen auch in meinem Vaterlande
nein Geschäft als Teünsch er und
Ansstre äüch er betreiben zu dürfen.
Ich empfehle mich daher meinen
guten Freunden und Gönnern in allen
n ameine Fach eiuschlagenden Arbeiten,
iuter Zusicherung billiger und promp⸗
— 6
Daniel Weynaͤnn
u; Tüncher und Anstreicher,
wohnhaft im. Altenwald.

Zwangsversteigerung.
Motita g; den 25. dieses Monats,
Vormittags 11Uhr zu Niederwützbach vor
der Wohnung“ des Kaufmannes Joseph
Schallex werden durch den Unterzeich⸗
geten folgende Gegenstände gegen baare
Zahlung zwangsweise versteigert:;:
15 Ellen Sammet, 17 Stücke Hosen⸗
zeug, 17 Stücke halbleinene Zeuge;
4 Stücke halbhwollnes Zeug, 25 Stücke
Siamdis, 1 Stück blaules wergenes
Tuch, 14 Stücke Kattun, 2 Stücke
Baumwollbieber, 2 Stücke wollenes
Tuch, 2 Stücke leinene Kittelzeuge,
5 Stücke Bucktkin, 2 Stücke leinenes
Tuch, 3 Stücke Barchent, 5 Stücke
baumwollenes Tuch, Futtertuch, 3192
Pfurd Lotle, 45 Pfund Einschlag⸗
Baumwolle, 28 Schiefertafeln, 32
Pfind Wagenschmier, 7 Strohtaschen,
2 Fäßchen mit Pfeffer darin, 237
Päckchen Cichorie, eine Kiste mit Rauch⸗
taback, mehrere Körbe, Paäckfässer und
Kisten, sowie sonstige Waaren; und
Begenstaude.
Buieskastel, den 6. Mai 1868.
dIeu, tgl. Gerichtsbote.

1444511
115

—
Sonntag
Err ei

-
Bog
der
ĩe

— *
a—

im Lhandon'schen Garten.
Daselbst wird vorzügliches
Bock⸗ uͤnd Lagerbier
berzapft.
Det. Sqchweitzer.
n Wirth.
BV. Sckwarz verkauft noh 100
Centner gutes Heu.
        <pb n="226" />
        —VI ——o——
im ghots frisohor Füllung.
inen ig —— —
Vmæeaen rα ιννæ
Ragnov
Fricdrichendlter Bitterpasser,
Auf Verlangen werden alle übrigen Sorten bald
and bitigt besor..
Penęyt ausx xᷣnstueneyn

Minexα—
Sodurivasser, —D
belterswosser. 2 4
Limonade gœæcuse ete. eto *
Iriitz Vanjerbieter.
Eonntag den 10. Maĩ
— 7*
Eröffnung der
a — VAxCv
* * —r—
mit eelbahn,

Aus der Düngeν—J
. 713293 4 ιν —
αα 38 Kaiserslautern —
ist wieder frisch augekomnien: u etet
nr echter VBeru⸗Guano, 5 J
Knochenmehle, ι
. Erima Superyhosphate
minut va grapaune g. I Grewenig
bι α. nz ne in St. Ingbert.
*

3

n8t. Jobanu,

—
4
.—⏑ 22—*
— * v 3685 7
*Büken
—F — . 65 ι.
in ,,, 82 ιι
5 ινα— et
— —* bestens zu emnpfehlen. 1 αιι Lι ——
—2 — 6 5 —* 9 7Ty. ——
* Alle Sorten Tisch⸗Meß—
ser und Gabeln. Vor—
leg bestecke, Taschenmesser, Feder⸗
messer, Rasirmesser, Echeeren,
re. rꝛe. sind zu sehr billigen Preifen
zu verkaufen bei
Wirth Emrich.
——ICICC
Rohes und gedämpftes
Qnochen mehl
— D—— F
Cars Apprederis.
Frucht⸗, Brod⸗ — Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Gomburg vom 6. Mal.
— ———— — “3.
Weizen 9leo ir Korn 7 fl. 28 tr.
Spelz 5 sle 30 fr. Gerste, — 2reihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 7 fl. 40 fr. Hafer
ä Eibsen O I. 200 sua Lorrtof
seln i 18 rr. per Ztr. Kornhrod, 8 Kgr.
32 kr., ditto A Kor. 22 fr. ditto1 Kgr.
II kr.Kühfleisch 1. Qual. 16 fr., 2. Qual.
14kr.Kalbfleisch 12. kre, ammelfleisch
I6 kr., Schweinefleisch 18 kr. Bulter 30 r.
e n oe
ber Pfund. ———

F *7 beehrt sich sein großes ILager bon —8 —
Rferdehaar⸗ Hkroh.Panama⸗

— 14 —
F

73
im Jungolur schen Garten
Für gute Speisen und
Getränke wird bestens ge—
sorgt..
Th.. Emrie
rin möblirtes Zimmer
wird * miethen gesucht
für ein Kinderloses Ehepaar, die
Expedition ertheilt Auskunft.
A
des I ittags 12 Uhr,
tasscie die Erben Heaprich Karder.
ihre zu Sqcheidt an der, Staatsstraße
gelegenen ?
beiden; Wohnhäuses mit Oeko
nomie⸗Gebäude, Hofraum und
Pflanzgarten, zu sammen einen
Flächeninhalt“ von crired 153
Ruthen 120 Fuß enthaltend,
im Einzekuen · odar⸗ Ganzen unter günstigen
Bedingungen zum Figenthum versteigern.
Seit einer langen Reihe von Jahren
wurden diese Gebäuͤlichkeiten zum Vetriebe
iner Gastwirthschaft und Krämerei
mit gutem Erfolge?benurtzt, eignen gich, je⸗
doch üͤhrer vorzüglichen Luge und Kinrichtung
wegen zu jedem anderen Geschaftsbetriebe.
däheres zu erfragen . bei Herrn Notar
Artois zii St. Johann. »25
3 —
Pat⸗genschmiere,?
2in und Kistchen.) .
Farben 2xnisse, Pinsel,
Lein“ Ferpentinöl
. Sicati⸗. Schmierseife,
— ——— Ehlorkalk 4
Petroeum
bei FSritz Fanzerbieter.
SStück Bühnenhäuser, Dzir⸗
zonshäuschen, ein Dreibäuder
und zwei Einbäuder sind zu
haben beiJoh. Wack.

WMaifest
Sonntag den 109. Mai
auf dem Tivoli
in Blielastel.
Prima Limburger
Käs pet Stück 16, 17 u. I8 kr.
üäse 2 bisliger
———
Wasserhesles
— ver Schoppen 8 1
Petroleum ee
agel ypręderis.
Mainzer Randkaschen,
Parmesankaso,
Sohweizerkäso,
Villeroy's Rahnkàse,
Limburger Ragoe
bei Iritz Vanzerbieter.
NVolz erkauf.
In dem zum Rittershof gehörigen
Wald sind zu verkaufen Windfaͤlle:
8 Lärchen-Stämme 80-90 F. J.
3 Weymouth 6088 F. l.
Diese 35 tämme messen zusammen über
500 Cuͤbl 52 Sie liegen in der 8*
lelbaren Nähe von der Eisenbahn-Slation
Hassel. *
Liebhaber ewollensich an:; Waldhüter
Hauck in Hassel wenden. i —
Im nämlicheen Walde sind weiter, zu
verkaufen 74.Klafier Brenunholzebuchen
und kiefern durcheinander. —D
Nittershof bei St. Ingbert
im Mai 1868.

—B— — — — —— e——

———

5 Frankfurter Börse *
Geldsorten. 7
cvom 7. Mai. 1868. .*
Preußische Kassenscheine * i 4443
Preußische Friedrichsdor —D ——
Pistolen.. 9 46531
Hollandische 10 fleeStücke . 0 3430
Ducaten 3 38-409
20Francs⸗Stücke ——
Englische Souvereigns . 1I 35 39
Bold per Zollfund fein .. 2 —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars in Gald 2 281/3 29
3 1 * *3 7*. 2
—A —— — — 212 4 2
2 — —
— ————— 17 —24

Redaction, Drud und Verlag von F. X De ———

24e*64*

7

— *
* —4
z”
38

27
        <pb n="227" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— —

9 1
Der „St. In gberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Doͤnnerstag

und Samstag. Abonnemenispreig vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Kuzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Naum berechnet.

Nro. 57 Dienstag, den 12. Miii 1868.

— — — — — — — — — — —— *
— Dentsehland.
Maunchen 8. Mai. Heute hat der König den Gesand—
en der Ver. Staalen pon Nordamerika beim Norddeutschen Bunde
Hru. Vancroft empfangen, um dessen Creditjvals Gesandter am
hiesigen Hofe eutgegenzunehmen. Hr. Brancroft residirt in Ber⸗
lin und wird sofort mit der köuiguüͤchen Staatsaegierung in Unter—
handlung treten über Abschluß eines Vertrages bezüglich der Staats—
angehörigkeit derjenigen Personen, welche aus dein Gebiete des
einen Theils indas des anderen einwander.— *
Auf dem hiesigen Magistratsbürean sind seit. dem Eintritt
der Gewerbefreiheit (1. Mai) 200 neue Gewerbe ange—
meldet.

Düsseldorf. Der hiesige Oberprocurator macht Folgen⸗
des bekannt: „Der am 26. Juli 1849 gegen den früheren Ad⸗
potat· Anwalt Hngo Wesendonk von hier erlassene Steckbrief wird
hiermit zurückgenommen.“ — Wie man hört. wird Wesendonk in
sturzem hier eintreffen, um als Director der New⸗Yorker Lebens—
dersicherungs-Gesellschaft Germania, die jetzt auch in Preußen con—
cessionirt ist, die nöthigen ersten Einrichtungen zu treffen. Wesen
donk war als eines der nach Stuttgart gegangenen preußischen
Mitglieder des deutschen Parlaments zum Tode verurtheilt worden
Nachdem diese Verurtheilung durch die Amnestie ausgelöscht wor⸗
den, war die Aufhebung des Steckbriefs selbstverständlich

Leipzig, 8. Mai. Zuverlässige Depeschen aus Wien
nelden, daß der Reichskanzler v. Beust nicht mehr bettlägerig
jei. Sein Gesundheitszustand sei befriedigend und habe derselbe
bereits gestern wieder Audienz ertheilt.

7 Die Sitzung der zweiten sächsischen fRammer am 3. Mai war
nicht. ohne Interesse. Auf Grund einer Petition des Chemnitzer Ge⸗
werbdereins hatte nämlich die vierte Deputation vorgeschlagen, die
MRegierung zu ersuchen, fortan sämmtliche Gewerbvereine des Lan—
des vom Vereinsgesetz, also von der polizeilichen Controle zu dis—
pensiren. Der Minister des Innern, v. Nostiz⸗Wallnitz, hielt je—
doch den Staat in Gefahr, sobald die allmaͤchtige VPolizei ihr
wachsames Auge von diesen Vereinen wende. Nur zu einer Cou—
cession verstand er sich, nämlich, daß in Zukunft die Gewerbver—
eine miteinander in schriftlichen Verkehr treten dürfen. Bei Ge—
legenheit diefer Debatte erklärte der Abgeordnete Fahnauer: Die
Annexion Sachsens durch Preußen sei fuüͤr jeden deukenden Men⸗
chen nur eine Frage der Zeit. Je weniger die Minister zu frei⸗
heitlichen Institutionen sich geneigt zeigten, um so mehr beschleu⸗
aigten sie den Zeitpunkt dieses unvermeidlichen Processes. 9
. Berhin, 7. Mai. Die „Kreuzzeitung“ druckt an hervor—
cagender Stelle einen Wiener Brief ab, der das Verhältniß Oe—
sterreichs zum Zollparlament bespricht. Es wird darin a. A. ver⸗
sichert: „Oesterreich erblickt im deutschen Zollparlament nur die
natürliche Entwickelung der gemeinsamen volkswirthschaftlichen
JInteressen Deutschlands. Die Einflüsterung, daß hinter den volks
wirtschaftlichen Bestrebungen Preußens der Plan stecke, die süd—
westlichen deutschen Staaten zum Eintritt in den norddeutschen
Bund zu drängen, trifft hier kaube Ohren. Man weiß in Wien
sehr gut, daß solchen Tendenzen gegenüber, wenn sie ja bestehen.
die- staatslluge Einsicht der preußischen Regierung sich durchaus
abhlehnend verhalte.“ Es wird weniger gewiß sein, daß man in
Wien wirklich so denkt, als daß die „Kreuzzeitung“ wünscht, daf

man“ in Wien so denken möge.

Berlän. 8. Mai. Zollparlament. Der Antrag des Ab⸗
zeordneten Stumin wird angenommen. Derfelbe geht auf Besei⸗
igung der Ausfuhrvergütung, welche Frankreich, den Bestimmun⸗
zen des Artikels 6 des deutsch-französischen Handelsvertrags zu—
wider, seiner. Eisen-Industrie durch mißbrüuchliche Handhabung
des Importzollbetrages gewährt. Dellbrück bemerkt uͤn Verlaufe
ʒꝛer Debatte, daß die Angelegenheit bereits in Paris zur Sprache
zebracht sei. Das Ergebniß der Verhandlungen ließe sich aber
noch nicht bestummen. — Die Zusammenstellung des Entwurfes
iber Abändernug der Zollordnung wird mit den bei der Vor—
erathung gefaßten Beschlüssen unter unweseuntlichen redactionellen

Abänderungen angenommen. In der nächsten Sitzung, welche

norgen stattfindet, wird die Tabakstenervorlage eingebracht: wer⸗

den. Auf der Tagesordnung steht der Handelsvertrage mi

Oesterreich. — Die nationale? Parteihat beschlossen, die Aus⸗

dehnumg der Freizügigkeit auch auf Süddeutschland zu beantragen,

da 8. 18 des österreichisch⸗deutschen Handelsvertrags! dem Oester⸗
reichern größere Rechte in Norddeutschland gewährt, als den Süd⸗
deutschen. — Nach einer Mittheilung der“, Noedb. Allg. Ztg.“
ist der in Kowno verhaftete Ärzt Dr. Vorng auf Verwendung
der preußischen Behörden wieder in Freiheit gesetzt worden und
bereist nach Johannisburg (in“ Ostpreußen) zurückgekehrti

Das genannte Blatt sieht in diesem Erfolge eine um so er⸗
freulichere Erscheinung, als Dr. Borna uf einen fremden Namen
zereist sei.

Berlin, 10 Mai. Während der Debatte über den öster⸗
ceichischen Handelsvertrag werden die! hessischen Abgeordneten die
Verschiedenheit der Besteuerung in⸗ Hessen zur Sprache bringem
Es geht das Gerücht das Zouparlament werde Ichon am' 18. d.
Mts. geschlossen werden. A

— .In Bezug auf die Position des baherischen Ministerpräsi⸗
denten schreibt man der Fr. Ztg. aus Berlin:“ „Sehr auffällig
ist der Gegensatz zwischen den. bayerischen und württembergischen
Ministern. Während bie 'letzteren die Rechtsverwaährung mit al⸗
len ihren Landsleuten unterzeichneten, hat Fürst: Hohenlohe“ die
verschämt annexionistische motivirte Tagesordnung Ujestez und Rog—
genbachs mitunterzeichnet; er erfreut sich Seitens des Königs von
Preußen einer ungewöhnlich ausgezeichneten. Behandlung. Da⸗
Jegen scheint seine Stellung bei dem König von Bahern erschüt⸗
tert zu sein.“

— Die schweizerischen Unterhändler sind heute nach Bern
zurückgereist. Die noch nicht ausgeglichene Differenz betrifft die
chweizerischen Consumgebühren...

. Die Luxemburger wehren sich tapfer ihrer Haut gegen die
französischen Freundschafts bezeungen. Es erscheinen drei bis vier
Blätter in Luxemburg, von 'ihnen ist nur eins, der neue „Avenir“
entschieden franzöfisch gesinnt, die übrigen stehen zu Deutschland—
am energischsten der ‚Courrier du Grand-Duche.“ Dieser hat
sogar, um nicht täglich in französischer Sprache erscheinen zu
müssen, eine deutsche Ausgabe veranstallet, die „Luxemb. Zeitung“,
was natürlich nicht geringes Aufsehen gemacht hat, weil er es
noch obendrein mit dem Bemerken motivirt. daß deutsch die Lan—
dessprache sei. Die neue Zeitung nimmt kein Blait vor den Mund,
ie sagt dem „Avenir“: Wir nehmen den Avenir als ein fram⸗
ᷣsisches Blatt auf, von französischen Agenten gemacht, mit fran—
zösischen Geld, um eine franzosische Propaganda Zu machen
und den Triumph. der, französischen Interessen herbeizuführen
durch den Ruin von Luxemburgs moralischen und materiellen In⸗
seressen .. Eure Phrasen über die Ijsolirung Luxemburgs be—
deuten, daß ihr uns an Frankreich annectiren wollt oder sie be⸗
deuten gar nichts. Wenn wir seit dem Abzug der preußischen
Garnison isolirter sind, als wir es waren, während sie die Fe—
dung besetzt hielt, so ist das ausschließlich Euer Werk Euch und
Niemand anders haben wir diese Situation zu verdanken, von
der ihr wie von einem Ruin sprecht, und es fällt Euch zur un⸗
cechten Zeit ein, zu kommen um fie zu beklagen. Oder es ist

wohl unsere Position immer noch dieselbe und was wollt Ihr
dann“ Was habt Ihr für einen Grund zu Eurer Existenz?“

Wien, 8. Mai. Das gestrige Abendblatt der „Wiener

Presse“ erfährt angeblich als zuverlässig aus Berlin, Graf Bis—⸗
marck sei überzeugt, daß bei den Kopeuhagener Ansprüchen kein
unmittelbares Abkommen über die Nordschleswig'sche Frage erziel⸗
bar sei. Er werde sich wegen Lösung der Frage zunächst! nach
Wien wenden. Das Wiener Cabinet soll von der Ergebnißlosig⸗
eit der Verhandlungen in Kenntniß gesetzt werden. Das Berli—
jer Cabinet gedenkt sich bestimmt über die vom Standpunkt des
»eutsch⸗ nationalen Interesses möglichen Abtretungen auszusprechen.
Desterreich möge Preußens Anerbieten in Kopenhagen als Erfüllung
        <pb n="228" />
        des Art. V des Prager Friedens annehmen.“ Auch das
französische Cabinet soll von den Absichten der preußischen Regie⸗
rung unterrichtet werden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß
Preußen ernstlich in der Annährung an Oesterreich eine Garantie
des Friedens sucht.

Aus Wien liegen bezüglich des in Ofen zwischen dem
ungarischen und dem nicht ungarischen Ministerium vereinbarten
Wehrgesetzesentwurf, der demnächst dem Pesther Reichstag wie
dem Wiener Reichsrath vorgelegt werden wird, Mittheilungen
vor, die eine Vorstellung von der beabfichtigten Organisation er⸗
möglichen. Die Principien der künftigen Wehrverfassung sollen
amlich sein: allgemeine Wehrpflicht und zehnjährige Dienstzeit,
edoch ohne Ausschluß der Stellvertretung. Diejenigen, die in
das stehende Heer eintreten, haben ihrer zehnjährige Dienstpflicht
in der Weise zu genügen, daß sie drei Jahre der Linie, fünf
Jahre der Reserve und zwei Jahre der Landwehr angehoren.
Diejenigen dagegen, die durch Loskauf oder Ausloosung vom Ein—⸗
rritt in die Linie befreit werden, treten sofort in die Landwehr,
der sie alsdann ganze zehn Jahre angehören, Das stehende
Heer soll im Ganzen etwa 300,000, die Reserve 500,000
Mann zahlen.

Die Landwehr würde bei einer jährlichen Recrutenbewillig⸗
ung von etwas über 100,000 Mann etwa 20,000 Mann ge—
dienter Solden zählen, ungerechnet diejenige Mannschaft, die
nach dem Obigen ihre ganze zehnjährige Dienstzeit in der Land⸗
wehr zurückzulegen hat. Dieser letztere Theil der Mannschaft
wird nach und nach für einige Zeit zu den Fahnen einberufen
uind kriegstüchtig gemacht, und zwar soll zur Ausbildung dieser
Mannschaft von jedem Bataillon Landwehr stets eine Compagnie
unter Waffen stehen.

Die stehende Armee bleibt eine einheitliche, sie untersteht dem
gemeinsamen Kriegsminister. Die Mittel zum Unterhalt derselben
werden von den Delegationen bewilligt und nach Maßgabe des
für die gemeinsamen Ausgaben geltenden Procentsatzes von 30
und 70 Procent auf die beiden Reichshälften repartirt. Die Land⸗
wehr dagegen bildet in jeder Reichshälfte einen gesonderten Trup⸗
penkörper und untersteht dem Landesvertheidigungsminister; die
Mittel zu ihrem Unterhalt werden von jedem Reichstage selbst⸗
ftändig bewilligt; sie hat im Frieden den inneren Dienst, wie
ihn jetzt die Gendarmerie besorgt, zu versehen und erhält in Un—
zarn nationales Commando. Die Größe des stehenden Heeres
sst im Allgemeinen zwar auf 300,000 Mann veranschlagt, doch
wird sie thatsächlich von der Geldverwilligung der Delegationen
abhängen.

Fraukreich. 31

Paris, 8. Mai. Die Angelegenheit bezüglich des Exequa⸗
lur der nordeutschen Bundesconsuln ist vollständig geregelt. Pa—
trie,“ „France“ und „Constitutionel“ fassen den Beschluß des
deutschen Zollparlaments in der Adreßfrage als eine Bürgschaft
der Fortdauer guter Beziehungen zwischen Frankreich und Deutsch—
land auf, während der „Moniteur“ denselben ohne weitere Be—
merkung registrirt. „Constitutionel“ und „Etendard“ erklären
zie Gerüchte über Mainz für Schwindel. Die hannover'sche Le—
zion ist von Rheims nach Amiens verlegt worden und besteht nur
noch aus 2—2300 Mann. Der Kaiser wird in Orleans keine
Rede halten. Der Bey von Tunis hat den General Ruffo zur
Beiligung des schwebenden Streites hierher gesandt.

Eugland.

London, 9. Mai. Es heißt, der Ministerrath habe be—
schlossen, auf ein etwaiges Mißtrauensvotum mit Parlamentsauf⸗
lösung zu antworten. — In Cannes im südlichen, Frankreich
starb dieser Tage einer der größten Staatsmänner und Schrift-
steller Englands, Lord Broughom, im Alter von 90 Jahren.

Schweiz.

Genf 9. Mai. Der Kronprinz von Preußen traf gestern
Ubend hier ein, nachdem er gestern früh den Tunnel des Mont⸗
Cenis besichtigt hatte. Morgen reist er nach Baden ab.

Italien.
Aus Rom schreibt man dem Pariser Univers: „Wir leben
hier in der Erwartung großer Ereignisse; Niemand glaubt an den
Frieden. Priuz Napolcon will dies auf seiner Erkundigungsreise
in Italien wohl in Erfahrusig gebracht haben.“ Dann heißt es
weiter: „In der Romagna bereitet sich Alles zu einer demokra—
tischen Erhebung vor. Bis in den letzten Flecken dieser Provinz
ebenso wie in den Marken und in Umbrien sind überall die Clubs
u Thätigkeit und schmieden die feindseligsten Pläne gegen die
Monarchie.“

Der älteste Sohn Garibaldies, Oberst Menotti, wird nächstens
eine schoͤne Livornerin von griechischer Abkuuft heirathen. — Der
Heneral ist noch immer auf Cabrera, wo er — nach der Gazette

di Torino. — sehr an rheumatischen Schmerzen leidet.“ Er kann
nicht selbst an seine Freunde schreiben. Wenn das nicht nachläßt,
so wird er Caprera verlassen, um wieder die Bäder von Mon—⸗
summano zu brauchen, welche ihm im vergangenen Jahre so
zut thaten.
Genua, 9. Mai. Gestern Nachmittag ist der Kronprinz
von Preußen hier eingetroffen und von Behörden und Volk be—
geistert empfangen worden. Er hielt eine Revue über die Na—
tionalgarde ab.
Donaufürftenthümer.
Bukarest, 9, Mai., Fürst Karl hat nachdem er auf feiner
Reise durch die Moldau die Ueberzeugung gewonnen, daß im Di—
tricte von Baken Judenverfolgungen wirklich stattgefunden haben,
'ofort nach seiner Ankunft hier die strengsten Maßregeln gegen
die Schuldigen anbefohlen. Der Präfect Lecca ist seines Amtes
entsetzt, eine große Anzahl Beamter und Einwohner des Districte
Baken sind in Anklagestand versetzt, die Rationalgarde von Bakeu
st aufgelöst. Auch sind sonst alle Maßregeln ergriffen, um den
Israeliten die vollste Garantie für die Zukunft zu geben.

Amerika.

New⸗-York, 23. April. Im Repräsentantenhause passirte
am 22. April eine Bill, welche 10,000 Dollars für die Kosten
des Anklagverfahrens wider Andrew Johnson, 40,000 Dollars
für verschiedenartige Ausgaben, und 17,000 Doll. für Verstärk⸗
ung der Polizeimacht -— in andern Worten, 67,000 Doll. für
die Unkosten des Senats während des Processes gegen den Prä⸗
sidenten, bewilligt.

— In New-York ist unter dem Namen „Blaustrumpf⸗
Tlub“ eine Societät ins Leben getreten, welche ausschließlich aus
Damen von literarischer und künstlicher Befähigung und Beschäf⸗
tigung zusammengesetzt ist.
— Washington, 7. Mai. Der Senal als Gerichtshof
wird seine Cntscheidung in dem Präsidentenprocesse am Dienstag
den 12. d. Mts fällen.

Vermischtes.

F 3weibrücken, 10. Mai. Heute früh stürzte bei einer
lebung der Steigerabtheilung der hiesigenFFeuerwehr ein Sieiger,
Familienvater und geachteier Viürger, von einer Leiter und ver—
etzte sich derart, duß er besinnungslos nach Hause gebracht wer⸗
den mußte.

7 Wie man hört soll am Sonntag Nachmittag ein sehr
schweres Gewitter in und um Pirmasens Schaden angerichtet ha⸗
ben; der Blitz soll auch in eine Schuhfabrik und in einen Schafs⸗
pferch eingeschlagen haben, in welchem eine große Anzahl der
Thiere getödtet wurden. (Man spricht von sechzig Stück.

—pMünchen. 6. Mai. Der König wohnte gestern im
Residenztheater einem Concert bei, das auf seinen Befehl von
dem koͤniglichen Hoforchester unter Bülow's Direction veranstaltet
vurde. Im ganzen Hause war außer dem König Niemand
ugegen. — Der Vater der ermordeten Gräfin Chorinsky hat
iich gemeldet, um deren Hinterlassenschaft in Empfang zu neh⸗
men. Er ist Maler nnd Schriftsteller und kehtrte eben aus Ame⸗
rika zurück. —

In Landshut hatte ein Korporal des Jägerbataillons das
Unglück, beim Rekruten-Unterricht mit seinem scharf geladenen Ge⸗
vehr einen Mann zu tödten. Dem hinter demselben Stehenden
'uhr die Kugel in die Brust. Am Aufkommen des Letztern wird
auch gezweifelt.

— Nach einem amtlichen Ausschreiben wure am 19. April
. J., des Nachmittags, zu St. Martin, einer Gemeinde des
tantons Vlamont in Frankreich, ein Kind in der Nahe der Woh⸗
nung seiner Eltern geraubt. Dieser That sind Seiltänzer
oder Zigeuner verdächtig, welche mit einem Wagen reis-
ten, der mit Leinwand gedeckt und an welchem ein
Brauschimmel angespannt war. Das geraubte Kind ist 392 Jahre
alt, männlichen Geschlechts, sehr stark, wohlgebaut, blond, hat
graue Augen, einen kleinen Mund und frischen Teint und war
»ekleidet mit einem lilafarbenen Jäckchen und Rock und weißen
dosen. Es spricht ziemlich leicht französisch und gibt auf den
Ramen „Victor Urbain“ Antwort. Es wird um genaue Nach⸗
orschung ersucht.

F Berlin, 7. Mai. Heute früh um halb 10 Uhr explodirte
in der Kurstraße Nr. 19. im Keller ein Petroleum-Lager mit sol⸗
her Gewalt, daß sämmtliche über dem KHeller gelegene Räume,
Parterre und zwei Etagen des Hauses, demolirt wurden. Leider
ind dabei auch Menschen zum Opfer gefallen; die Zahl der Tod⸗
en wurde auf 5 bis 8 angegeben, die Zahl der sonst Verun⸗
jlückten war, nicht bekannt. Ueber die Entstehung der Explosion
irculirten verschiedene Versionen, es hieß Gas sei im Keller aus—
jeströmt und habe in dem Augenblidke explodirt, in welchem der

—— —
— —
        <pb n="229" />
        Raum mit einem brennenden Lichte betreten wurde; es habe sich
dann sofort das Petroleum entzündet uud auf diese Weise sei das
Unglüuck geschehen. V

Breslhau, 8. Mai. Heute Morgen um 9 Uhr stürzte
plözlich der im Bau begriffene Thurm der beinahe vollendeten
aeuen Michaelskirche zusammen, so daß nur noch die Hälfte des⸗
jelben stehen blieb. Es ist noch nicht festzustellen, wie viel Men—⸗
schenleben dabei zu beklagen sind. J

7 Große Feuersbrunst.) Gestern Mittags, schreibt man aus
Wischau (Mähren) 58. Mai wůhrend die Bewohner bei der Kapelle
St. Florians (des Schutzheiligen gegen Feuersgefahr) ihre An—
dacht verrichteten, brach in Drissitz eine Feuersbrunst aus, die so
heftig um sich griff, daß in kaum zwei Stunden 62 Wohn⸗ und
sehr viele Wirthschaftsgebaude ein Raub der Flammen wurden.
Fin blödsinniger vierzigiähriger Mann wurde nach der Löschung
des Brandes verkohlt aufgefunden.

Aus Saint⸗Pasr (Frankreich) schreibt man dem Moniteur,
daß seit dem ersten Mai die Maikäfer in ungeheurer Meunge sich
‚eigen. Der Bürgermeister des genannten Orts ließ an einem
etwa 25jährigen Kirschbaum die Maiköfer sammeln und erhielt
16 Pfund dieser Thiere. Da etwa 520 Käfer ein Pfund wiegen,
so kann man die Menge derselben leicht berechnen. In den drei
ersten Tagen des Mai wurden in der Gemeinde Saint-Paer über
1200 Pfund Maikäfer gesammelt.

7 Ueber das Uaglück, welches das Glarner Dorf Bilten be—
troffen, schreibt ein Augenzeuge: Die Verwüstung ist eine entsetz—
liche. Die Kirche mit dem Friedhofe allein konnte durch Abzugs-
kanäle gerettet werden, sonst sind alle häufer von dem Schlamm⸗
und Steinstrome berührt. Drei bis vier Fuß dicke Garteninauern
drückte die Wucht des Geschiebes wie Pappwande ein; der
ganze Häusercomplex Oberbilten, die Kirche in der Mitte, beher⸗
berbergt kein lebendiges Wesen mehr; der Schaden beläuft sich
zuf mehrere Hunderttausende. Fünfzehn Häuser sind vollständig
mit Schlamm zugedeckt, und von sieben Häusergewerben sind vier
dermaßen verwüstet, daß sie niemals wiederherzustellen sind. Eine
Wand des Maschinenhauses der Zwirnerei Zwicky, welche zunächst
dem Berge steht, wurde eingedrückt und die Maschine zerstört,
was auch mit dem Waisenhause der Fall, so daß die Waisen⸗
kinder anderswo untergebracht werden mußten. Das Fatale bei
dem Unglücke ist indeß, daß noch fortwährend Gefahr droht, denn
da in einer Hoͤhe von 1000 bis 2000 Fuß einige Felsen unter⸗
waschen find, so ist bei anhaltendem Regenwetter zu gewärtigen,
daß neue Erdmassen nachrutschen.

Bern. Hier steht ein Giftmordsproceß à la Chorinski in
Aussicht. Der 48jährige Jakob Moser von Bilgen, als Knecht
in Worb im Dienst, besuchte sein in Rychigen wohnende, an
Bliedersucht leidende Frau Susanna, geborne Bichsel (52 Jahre
alt). Moser brachte einen Halbschoppen Wein mit, in den er
Zucker und ein weißes Pülverchen rührte; er gab diesen Wein
seiner Frau zu trinken, indem er sagte, sie werde darauf gut
schlafen. Nachher kehrte Moser noch Worb zurück, und bald da—
rauf mußte sich seine Frau erbrechen. Dieses Erbrechen hielt die
ganze Nacht an, dazu empfand die Frau große Beängstigung und
Schmerzen. Am Morgen war sie eine Leiche. Die Untersuchung
wurde angeftellt, das ärztliche Befinden constatirt den Tod durch
Vergiftung. Den Moser hat man sofort in Haft gesetzt: er leug⸗
net aber seine Schuld.

F Die italienische Barke „Elvira Granelli‘? von Buenos
Ayres nach Valparaiso, mit der schiffbrüchischen Mannschaft der
zritischen Bark „Wallsea“ an Bord strandete bei Point Tubo.
Von 39 an Bord Befindlichen kamen 38 in den Wellen um.

f In Cork haben sich, wie der dortige „Examiner“ meldet,
am 23. April nicht weniger als 1000 Auswanderer an Bord
weier Fahrzeuge nach Amerika eingeschifft. 4

F Dem „Osten“ schreibt man aus Konstantinopel: , Der
Sultan hat, was in der Geschichte der Khalifen bis jetzt noch
nicht vorgekommen ist, seinem Sohne Izzedin-Efendi einen euro—
päischen Christen, den französischen Oberst Nugues als Erzieher
an die Seite gegeben. Der Oberst, welcher dem Sultan vom
Kaiser Napoleon empfohlen wurde, ist bereits hier eingetroffen
und hat die Erziehung seines Zöglings übernommen.

In Mostagnem (Algier) hat man vom 9. - 23. April 66
fodte Bettler auf der Straße gefunden, und sind in Mascara und
Weichbild vom 1. bis 15 April noch immer 287 Personen des
Hungertodes gestorben. Die Zahl der vom 1. October bis
zum 15. April in dieser Stadt verhungerten Personen be—
trägt 2540.
Der Ausschuß des Lutherdenkmal:-Vereins
veröffentlicht folgendes Vrezanm zur Feier der
Enthüllung des 8 Denkmals in Worms am
20. 25. und 26. Auni 1868

. Vorfeier, Mittwoch 24. Juni.
1) Empfang der mit den verschiedenen Bahnzügen im Laufe
des Tages eintreffenden Festgäste. 2) Nachmitiags um 5 Uhr
kirchliche Vorfeier durch Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche,
ebendaselbst Begrüßung der Festgäste vor der Predigt. 9) Von
7 Uhr an gesellige Vereinigung in der Festhalle. 4) Abends nach
3 Uhr Einläuten des Hauptfesttages mit allen Glocken; Chotal⸗
»om Thurme.

II. Feier des Hauptfesttages, Donnerstag, den

2585. Juui.

1) Morgens früh halb 6 Uhr Festgeläute mit allen Glocken,
Thoral vom Thurme. 2) Morgens halb 9. Uhr Versammlung
in und vor der Magnuskirche auf dem Fruchtmarkt zur Bildung
des Festzuges. Um 9 Uhr Geläute mit allen Glocken während
des Zuges nach der Dreifaltigkeitslirche; Beginn des Festgottes⸗
dienstes. Nach dem Gottesdienste ist Pause von Ra Stunden.
3) Um halb 12 Uhr Versammlung der Festgenossen auf dem
Markt zur Bildung des Festzuges in der früheren Ordnung. Be—
zinn des Zuges nach dem Fesiplatze unter Glockengeläute. Nach
Ankunft des Festzuges auf dem Denkmalsplatze beginnt 4) Die
Enthüllungsfeier:

a. Männergesang mit Begleitung von Blase⸗Instrumenten.

b. Festrede mit dem Enthüllungsacte, worauf die ganze

Versammlung unter Begleitung von Blas⸗Instrumenten

das Lied' „Ein' feste Burg ist unser Wott“ u. s. w.
—— anstimmt. 5

C. Nach dem Gesang Weihrede und Uebergabe des Denkmals

an die Stadt Wormsßs. 2 atr

d. Hierauf allgemeiner Gesang.

III. Nachfeier, Freitag, den 26. Juni.

1) Morgens früh halb 6 Uhr Festgeläute und Choral vom
thurme. 2) Morgens halb 8 Uhr Schluß-Festgottesdienst, bei
zünstiger Wittcrung auf dem Festplatze im Angesichte des Monu⸗
nents. Am Schlusse desselben Vertheilung einer Abbildung des
Denkmals an die Schuljugend. — Schlußgesang. 3) Nachmit—⸗
ags 4 Uhr Aufführung des Oratoriums „Paulus“ in der Drei⸗
alt igleitslirche. 4) Nach dem Oratorium gesellige Vereinigung
in der Festhalle und anderen Lokalen der Stadi. .

Landwirthschaftliches. ue

Stand der Früchte. Auf Grund der letzten Nach—⸗
richten der gut unterrichteten Tages- und Fachblätter und theils
iuch auf Grund brieflich eingegangener Nachrichten, erstatten wir
iber den Stand der Früchte den folgenden summarischen Bericht.
-Zchon Anfang April liefen aus dem südlichen Frankreich beun—⸗
uhigende Mittheilungen über den Stand der Winterfrüchte ein.
Ddamals hat mau sich nicht veranlaßt gesehen, der Sache einen
erheblichen Werth beizulegen, man hat die Klagen für übertrieben
ruchtet. Allein jetzt ist es zur vollen Gewißheit geworden, daß
Zorn und Weizen im letzten Winter sehr stark gelitten haben und
daß es wunderbar zugehen müßte, wenn sich diese Früchte noch
in der Art erholten, daß sie einen halben Ertrag lieferten. Aus
den übrigen Gegenden Frankreichs lauten die Berichte im Ganzen
zünstig, selbst aus Lothringen, wo auf den Gauländereien so leicht
der Fall vorkommt, daß die Winterfrüchte auf dem schweren Bo—
den Noth leiden.

Aus Belgien wird allgemein günftig berichtet, insbesondere
auch, was den Raps betrifft, dessen Stand als sehr vortrefflich
zezeichnet wird. Nur in der letzten Woche sollen die Niederungs-
ändereien in Folge des Hochwassers gefährdet gewesen sein. Die
Frühjahrsbestellungen haben, wie fast allerwärts unter dem Ein⸗
lusse einer vortrefflichen Witterung, einen günstigen Verlauf ge—
rommen.

Aus England wird ebenfalls im Ganzen gut berichtet, doch
vird nicht verhehlt, daß in den Hochlandsgegenden der Weizen einen
ünnen Stand angenommen habe und daß auch die Frühjahrs-
jestockung eine schwache sei, weil die wärmere Witkerung zu lange
auf sich warten ließ; in Folge dessen haben denn auch die Früh—
ahrsbestellungen eine Verspätung erfahren.

In Süddeutschland, insbesondere in der Pfalz, Rheinhessen,
»em badischen Unterlande und auch in Franken berichtet man über
den Stand der Früchte gut. Der Raps steht in vollster Blüthe;
er zeigt eine starke Verzweigung; man gibt sich der Hoffnung hin,
daß er von störenden Insecten dieses Mal verschont bleiben würde.
Die andauernd nasse und rauhe Frühjahrswitterung ist Veranlas⸗
ung gewesen, daß die Frühjahrssaaten, insbesondere in den Hoch⸗
andsgegenden erst spät zur Bestellung gelangien und daher jeht
in ihrem Wachsthume zurück sind. Nur die Gerste konnte ziem—
lich früh zur Aussaat kommen und hat sich bis jeßt auch recht
qut entwichelt. Die Obstbäume gelangten verhältnißmäßig spät zu
Treiben und stehen jetzt erst fast allgemein in der Blüibe
        <pb n="230" />
        Unseres Eraserce istr die Fauhe Arihwittexung den Obstbaumen
zůnsig, gemesen, wie sie denne FIp —
Wahreigem Triebe bewahrt hat Die Grtsertien und die Ban—
da Grugfueroslanzen zeigen inen 3 Sluß und sind be.
reits gut enlwickell. Ein Brief gus — theilt uns mit.
daß man doert, mit den —8 det sjr den guten Ausfall
detz gegenwaͤrtigen Jahrgangs erfüllt sej; insbesondere rechne man
sban Wehzeertragee Aunch aus Sglefflen sind uns, privetsm
gute. Mittheilungen geworden.

sche Portion Kohlenstoff zu ihrem Gedeihen zu Gemüihe Ziehen
und dafür die Schüber reichlich mit Lebensluft bedenken.
Pfflanzen in den Schulstuben und züberhaupt in bewohnten
Räumen koönnten gber außer dem genannten Hquptzwecke (nämlich
die schädliche Kohlensäure zu entfernen und Sauerstoff zu liefern)
auch noch zu einigen Nebenzwecken dienen. Zuvörderst wirkt wohl
uuf die incisten Menschen und sicherlich aüch auf die Lehrer und
Schüler, die Nähe von hübschen, gut gedeihenden Pflanzen angenehm-
Jemüthlich ein. — Sodann ließen sich die Pflatzen vom, Lehrer
zuch zejtweilig zum Anschauungs⸗Unterrichte, ebenso in den nitderen
wie in den höheren Flassen benutzen.. Die verschiedenartigt Ent
wickelung der Blätter, die Gestaltung ünd, Färhung derselhen,
das allmählige Wachsthum der ganzen, Pflaͤnzen c. wird sicher⸗
lich das Interesse der Kinder, erxegen, wenn sie vorn Lehrer da—
rauf aufmerksain gemacht werden. Sie werden dadurch die Pflau—
zen auch lieben lernen und in ihrem, späteren Leben ficherlich
keinen Baumfrevel treiben. — Auch die Pflege, ihre Ernährung
hre Behandlung koönnte zum Gegenstand nicht nur des, Unterrichts
ondern guch dex Beschaftigung für die Schüler gemacht werden,
Zas richtige Bewäsfern, die vorsichtige Resnigüng der Blätter, das
Iwisttzen in neuue Erde, und größere Thpfe u dal. könnte einzelnen
Schülern übertragen, werden, uijd diese, Beschäftigung könnte Nei
qung zum Gartenbau zc. herborruüfen. Man würde mit Freuden
bahrnehmen, daß bald die gepflegken Pflanzen die Lieblinge der
Schüler würden. Sogaxr zu Einnahmetuelle zum Besten der
—A
die hier in der Regel ausgezeichnet gedeihenden Blattpflanzen wür
den sehr gut verkauft und 33 dafür gelöste Geld würde zu guten
Zwecken verlvendet werden käunen ·c··· —7—
Von den Pflanzen, die sich zur Aufstellung in Schulstuben
besonders eignen, sindzu empfehlen: Epheu, Gunmt mji⸗Baume,
Philodeundes Faäsccherz unde PhönixsPalmen,
Dracanen, Legontéene Elerodendren, Gabadien'

* *3 635
53 15 223 .6 14
Lebensluft spendendeimmerpflanzen.

ndh In Nuias der Gartenlaube ästeeinen Artikel von Dre Bocd
in Veibzig erschienen, welcher namentlich in seinem letzten: Theile
tert⸗ re Verbreitung auch da; wo sdiesesn nausgezeichnete Blatt
cht gelesen wird, werdient. Wir theilen deßhalb denselben-nach—
tehend mit.
.ea Nachdem HocBock die Entwickelung der Kohlensäure, sowie
Sauerstoffs und die Wichtigkeit des letzteren für das Leben und die Ge⸗—
undheit der Menschen näher dargelegt hat, fährt er folgendermaßen
—DD—
vickeln konne recht gict,umwie ich meine, zum Vortheile derjenigen
Menschen angewandt werden, die sich in größerern Zahltäglich
Längere Zeit in einemugeschlossenen Locale aufhalten und eine mit
2dohlensäure reichlich geschwängerte Luft, athmen müssen. Ganz
besonders dürfte sich für Schulen, welche zur Zeit meistens mit
Schülern'überfüllt sind, außer gehöriger Ventilation, die Aufstellung
von Blattpflanzen in den Schulstuben empfehlen. Man bedenke

wie blele Zeit seinos Lebens der Mensch inder Schule verleb

und zwar gerade zu einer Zeit, wo er zur Entwickelung seines
Körpers neben kräftiger Nahrungdie beste Luft bedurf Auch die
aufgestelllem: Vflattzen witrdene, sich, ebenso; wie Schüler in der
—AA
Menge ausgeathmeter und ausgeschwitzter Köhlensänre, eine hüb—
Bekanntmachungen

A ꝛ * —
F —— J rn —8* 9 a A αι
—— —— —, r, ν
ist wieder frisch angekommen: e e e
echter Beru Guano J— *5 F 5. J u
Knochenmehle, n J J J J
Brima S3nperyhosphaftfen
billigst bei J. J. Grewenig 25
. e F in St. Ingbert. ———
Heute: Eröffnung der“ nWorne *
.: C. Wit notiren heute eizen 16 fl. 45 tr,
Gartenwirthschaff ee e
A: — bis 14 1. 43 fr. Gexste 11 fI. tt,
mitKestauration — ——
un und Mehl per portie 14 fl. 18tn big ,
Kegoel— t. Roggenmehl 14 . —tr. bis —
Kegel⸗ — kr. Roggendorschuß Befl. — kr. bis
fl kr.. Weizenborschuß 19 fi. 30 kr
bahn * fl. kr. Pliumenmehl.— fil — k.
— 6 bis fl. 7 ir. per 70. Kilo. Rep⸗s
—D —— — f— kr. bis fl.— kr, her 85
—ESE— — gihe ideige Faß 20 kr. bis
Jusch angekomuten — — fe kKc.Leinol ohne Faß — fl.
Fusch angekoimmen: eisgr geinehee c
c Dmce du
gestampftes ——— v Rilo. Repskuchen — fl.— T. bis
M. Weer jun. A fl. r. Branntwein 31 fl. 30.tr
Is ẽtũuc —— xä— bis ——— rrhr.7
onshäuschen, ein Dreibäubdhe 5 7 — — 7
23 bane Einbäuder sind zu Mainz,8. Mai. 2
haben beiJoh. Wack. Gruchthereise)Weißmehl das Mal—
—7*— vet A I40 Pfund fl. — r. Rog⸗
— —
. genmehl ditto sl — itr. — Weizen (200
ser und Gabeln, Vor⸗ In ee ee
egnentect Tafch onmesser, Feder- Afd.) 1 e —
messer· RasirmesserEcheeren, Korn (180fd.) 13 fl. 20 tr — il.u
ze ze. sind zu seht billigen Preisen tr. Gerste (160 Pfd) 11fl. — tr. — —
an verlaufen bei. l kr. Hafer (120 Pfd) 6 fl. 20 kr.
ιιν νWixtheirich? his il. S rü
—A— J —

Polizeiliche Bekanntmachung.
In Gemäßheit des Art 40 des Orts⸗
polizeibeschlusses wird bekannt gegeben, daß
bon heute an bei warmer Witterung dies⸗
Straßen hiesiger Stadt mit frischem reinen 603
Wasser zu begießen mud die Rinnen jedes⸗
nal zuvor auszuspülen sind — und zwar
von den angrenzenden Hauseigenthümern
respective Bewohnern bis zur Mitte —
äglich dreimal, Morgens um 7
Uhr, Mittags um 12 Uhr und
Abeuds um — Uhr.
Im Unterlassungsfalle trifft die Säu—
migen: Geldstrafer bis zu 10 fl. 7
ASt.Ingbert 11. Mai 1866. —
* Hönigt Polizeicommissariatz
15 —*3 Krieger. J
Eine Haus⸗ u.
artenwirth—
—Kegelbahn
sind en ve miethen.
N Gryedition dieses Bl.
sunft.
ebane naetrofsen die neuesten
ind deutschen
———
—— — 17 8
Arton
ug der Fabrik von K. Lotz &amp; 08
in Kaiserslaulern.
Ainh. Grewenig jun. und
rie. Kimmel. ————
ů
Redaction, Druck und Verlag von FlX.“ Dem⸗etz in St. Ingbert, ια αν
* 7 1, — terer
        <pb n="231" />
        Slt. Ingberlker Anzeiger.

— —
Der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Vlattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro 8832c50

Donnerstaa, den

ai
J 1868

—
Deu tschland.

München, 9. Mai. Dem am 14. Oct. v. J. zwischen
dem norddeutschen Bunde und dem Nönigreich Italien abgeschlos—
—
ten. Da die Beitrittserklärung mit der Regierung von Italien
bereits ausgetauscht wurde, so wird der Vertrag unter Beifügung
einer deutschen Uebersetzung noch heute im Regierungsblatte veröf-
fentlicht werden. — Um den inländischen Ausstellern die Bethei⸗
ligung an der vom 23. bis 31. d. M. zu Mezß, stattfindenden
Ausstellung von Pferden, Feld- und Walderzeugnissen, Ackerbau⸗
geräthschaften ꝛc., wofür die französische Regierung die freie Ein—
und Ausfuhr der Ausstellungsgegenstände gestattet hat, zu erleich
tern, hat die kgl. bayerische Regierung nach dem Vorgange der
kgl. preußischen verfügt, daß für diejenigen Gegenstände, welche zu
dieser Ausstellung nach Frankreich ausgehen, bei dem Wiederein⸗
gange die Zollfreiheit zugestanden werde.

München 9. Mai. Der Zwech, den der nordamerikanische
Gesandte Bancroft mit seinem Besuche in München verbindet, ist
kein anderer als die bereits mit dem norddeutschen Bunde in Be⸗
treff der Militärpflichtverhältnisse der nach Deutschland zurückge—
kehrten naturalisirten nordamerikanischen Staatsbürger abgeschlosse—
nen Verträge auch von Bayern genehmigt zu erhalten. Der Ge—
sandte begibt sich von München zu gleichem Zwecke nach
Stuttgart.

München 9. Mai. Der Referent der Kammer der Reichs—
räthe über die Voranschläge der Staatseinnahmen und Staats
ausgaben für die IX. Finanzperiode. Reichsrath v. Niethammer
tommt am Schlusse seines Referates auf die Möglichkeit zu sprechen
daß in Folge der Erhöhung der Einnahmen und Verminderung
der Ausgaben ein Ausfall an den Staatseinnahmen oder eineEr—
höhung der Staatsausgaben eintreten könnte, und empfiehltzur
Deckung eines möglichen Deficits für die IX. Finanzperiode die
Besteuerung jener Gegenstände, welche der Landwirthschaft und Industrie
weniger schädlich erscheint, als die Erhöhung der auf denselben ru
henden directen Steuern. v. Niethammer bringt in dieser Bezieh⸗
ung die Einführung einer Hundeste uer und die Einführung
der Wechselstempelsteuer in Vorschlag und glaubt, letzterer Vorschlag
dürfte den Vortheil gewähren, den Unfug der besonders zum Schaden
des Landvolkes seit Einführung der allgemeinen Wechselfähigkeit durch
die Ausstellung von Wechseln getrieben worden ist, zu vermindern
und diejenigen Geschäfte, welche sich vorzüglich mit dem Wechsel
geschäfte zu befafsen haben, um so weniger hart betreffen, als aul
der auderen Seite gerade für diese Geschäfte die bedeutende Ver—
minderung des Porto's von erheblichem Gewinne ist. — Die neut
Wehrverfassung bestimmt, daß Kautionen, welche zum Zwecke der
Ansässigmachung oder Verehelichung oder aus sonstigen Gründen
behufs Sicherung der Erfüllung der Militärpflicht geleistet wurden,
zurückgegeben werden, wenn der Kautionssteller seine Wehrpflich!
dersönlich erfüllt. Andernfalls wird der Militärbehörde der Be—
trag von 800 fl. zur Stellung eines Ersatzmannes auf die Dauer
der Dienstpflicht im stehenden Heere überwiesen der Rest der Kau⸗
tion aber zurückgegeben, in diesem Falle unterliegen Einsteher und
Einsteller den Bestimmungen des Art 85 des Wehrgesetzes. Das
Staatsministerium des Innern hat im Einverständniß mit dem

Kriegsministerium auf geschehene Anfrage erwidert, daß diese ge⸗
——
in die Ersatzmannschaft II. Classe der activen Armee eingereichten
Kautionssteller der Alterstlasse 1346 Anwendung findet, da auch
die Zuweisung zur Ersatzmannschaft zweiter Classe immerhin eine
Einreihung in das stehende Heer in sich schließt und den Bethei—
ligten die Wahl zwischen persönlicher Erfüllung ihrer Wehrpflich!
»der der Ueberweisung einer Summe von 800 fl. an die Mili—
tärbehörde zum Zwecke der Stellung eines Ersatzmannes in jedem
Falle freigestellt bleibdt. Ebenso findet die oben erwähnte Vor—⸗
chrift des Wehrgesetzes Anwendung auf die in das Alter der
Wehrpflicht noch nicht eingetretenen Kautionssteller. Diese können

—
jedoch zur einen oder andern Leistung selbstverständlich erst dann
angehalten werden, wenn sie mit ihrem Jahrgange zu den Er—
satzoderhandlungen beizuziehen sind, hiebei für tauglich befunden
wurden und nicht etwa aus sonstigen Gründen die Befreiung von
der Wehrpflicht erlangt haben.

München 12. Mai. Unter dem Vorsitze des kgl. Feld⸗
zeumeisters, Prinzen Luitpold, haben gestern und vorgestern Sitz-
ungen der Infanterie-Berathungs-Commission stattgefunden, zu
velcher auch die vier Generalcommandanten beigezogen waren.
Es gelangte die Gewehrfrage zur Berathung und, wie ich höre,
auch zur definitiven Entscheidung. Doch ist Näheres hierüber noch
nicht bekannt. Die auswärtigen Generalcommandanten werden
bereits heute München wieder verlassen. Der mit der interimi⸗
tischen Leitung des Staatsministeriums des Aeußern betraute
Sltaatsrath Dr. v. Daxenberger und Ministerialrath Frhr. v.
Völderndorf conferirlen heute mit dem hier eingetroffenen ameri-
kanischen Gesandten, Hr Bancroft, bezüglich der Ausdehnung des
zwischen Amerika und dem norddeutschen Bund abgeschlossencn Ver—
rages über Verhältnisse der Staatsangehörigen auf Bahern. Der
Gegenstand bietet wohl keine Schwierigkeiten, da dessen Regelung im
beiderseitigen Interesse liegt.

Karlsruhe, 12. Mai. Der Kroprinz von Preu—
zen ist heute von Baden-Baden auf der Durchreise nach
dem Norden zu einem kurzen Besuch des hiesigen Hofes hier
gewesen. —

Darmstadt, 12. Mai. Heute Mittag ist der Kron⸗
prinz von Preußen zu mehrstündigem Aufenthall hier
ringetroffen, nachdem Prinz Adalbert von Preußen schon seit Sonn⸗
ag hier ist.

Berlin 9, Mai. Auf der Tagesordnung des Zollparla⸗
nenis stand heute der deutsch-österreichische Handelsvertrag. Da—
ür waren sechs, dagegen neun Redner eingeschrieben. Nachdem
Braun den Vertrag vertheidigt hat, spricht Nohl gegen denselben
indem er ausführt, daß durch diesen Vertrag die Eisen- und
Leinenindustrie aufs Höchste gefährdet werde. Jeder Süddeutsche
müsse die engste Verbindung mit Oesterreich wuͤnschen; doch seit⸗
dem Oesterreich aus Deutschland ausgeschieden, sei uns enge
Freundschaft mit demselben auf handelspolitischem Gebiete unmög-
lich gemacht. — Das Zollparlament genehmizte nach langer De—
batte die Artikel eins, zwei und drei des österr. Vertrags, sowie
die Anlage in Betreff der Ausfuhrzollsätze. Ueber die Anlage
»ezüglich der Einfuhrzollsätze ist die Debatte noch unbeendet; die—
elbe wird Montag fortgeseßt. — Im weiteren Verlauf der De—
atie sprach Reibel aus Heilbronn für die Schutzzölle, Professor
Schäffle (Tübingen) und der bayherische Handelsininister v. Schlör
zegen dieselben.

Berhin, 10. Mai. Während der Debatte über den öster⸗
ceichischen Handelsvertrag wollen die hessischen Abgeordneten die
lebelstände der verschiedenen Besteuerung in Hessen-Darmstadt zur
Sprache bringen. Die Gerüchte über den Schluß des Zollpar-
aments zum 18. begegnen starkem Zweifel. Die schweizerischen
Zommissare sind heute Sonntag früh nach der Schweiz zurückge⸗
ceist; Herr Dr. Heer wird keineswegs an den Verhandlungen in
Bien wegen eines Postvertrages zwischen Oesterreich und der
Schweiz Theil nehmen, wie irrthümlich von Bern gemeldet
vurde.

Berlin, 12. Mai. Zollparlament. Nach fast einstündiger
Debatte wird beschlossen, die Vorlagen über Tabakssteuer und Ta—
rifünderung in Plenarberathung zu erledigen und mit der Tabaks—
teuervorlage am nächsten Freitag zu beginnen. — Nach der
„Kreuzzeitung“ wird der Schluß des Parlaments nicht vor dem
27. d. M. stattfinden. Unmittelbar darauf werde der Reichs⸗
ag zur Erledigung des Budgets der auswärtigen Augelegenheiten
des Norddeutschen Bundes, des Postvertrages mit der Schweiz,
des Bundesbeamtengesetzes, des Gesetzes über Pensionirung schles—
wig⸗holstein'scher Beamten, des Schusdhaftgesetzes und des Gesetzes
über Maaß und Gewicht wieder zusammentrelen.
        <pb n="232" />
        Aus Luxemburg schreibt man: Die Bewegung zu Gunsten
der Annexion an Frankreich ist im Wachsen; das Gouvernement
heabsichtigt, Maßregeln gegen die Hauptwühler zu ergreifen. Man
vernimmt, daß der hiesige französische Vice-Consul Herr Eugen
Manhon sich durch die von Seilen eines Deputirten in der Kam⸗
mer vorgebrachten Beschuldigungen gekränkt fühle; er hat ein an
den Staats⸗-Minister des Großherzogthums gerichtetes Schreiben
mit seiner Unterschrift publicirt, in welchem es u. A. heißt: „Ich
bin durchaus nicht betheiligt bei der Gründung des Journals
„l'Avenir,“ habe nichts mit demselben zu thun, noch es zu beach⸗
ten.“ Schließlich bemerkt der Herr Vice-Consul: „Mein Vater⸗
land ist groß genug und hochherzig genug, um im Auslande
Sympathien auf natürlichem Wege zu erwecken, ohne daß es der
Beihülfe seiner Agenten dabei bedürfe.“ J

Hamburg 12. Mai. Das „Nordische Telegraphenbureau“
meldet aus Berlin daß von Seiten des Tuilerien⸗Hofes über die
Dispositionen zu der diesjährigen Badereise Sr. Maj. des Königs
von Preußen angefragt worden sei, da der Kaiser und die Kaiserin
hiernach die Dispositionen betreffend den Besuch des preußischen
Hofes in Berlin oder an einem deutschen Badeorte zu treffen be—
absichtigeen.

Wien 12. Mai. In der heutigen Unterhaussitzung legte
der Justizminister den Gesetzentwurf über Einsührung der Frie—
densgerichte vor. Die Gesetzentwürfe über Einführung des
Schwurgerichtsverfahrens und die Bildung von Geschworenenge⸗
richten zur Aburtheilung. von Preßvergehen wurden in zweiter
und drilter Lesung nach den Ausschußanträgen angenommen.

Wien, 12. Mai. Der Budgetausschuß des Unterhauses be—
schloß zur Deckung des Deficits die Staatsgläubiger und die übrig⸗
steuerpflichtige Bevölkerung herbeizuziehen und über Unisication der
Staatsschuld sofort zu entscheiden.

prag, 11. Mai. Gestern beschloß eine in Krabschitz ab⸗
gehaltene, von beiläufig 10,000 Personen besuchte czechische Volks—
versammlung eine Resolution folgenden Inhalts: Krönung des
Naisers als König von Böhmen, Auflösung des nach „ungerech—
tem“ Modus zusammengesetzten Landtages, Neuwahl auf Grund
des allgemeinen Stimmrechtes und Ertheilung des Steuer⸗ und
Recrutenbewilligungsrechtes. Die Versammlung, an der auch
Frauen Theil nahmen und mitstimmten, war so stürmisch, daß
der Regierungscoömissär mit Auflösung drohen mußte. Die
Führer der czechischen Partei in Prag hatten sich fern gehalten.

Frankreich.

Paris, . Mai. Dem Polenblatt „Correspondance du
Nordest“ wird aus Bukarest unterm 2. Mai gemeldet, daß in
Bakeu eine Revolte ausgebrochen sei, die zu blutigen Zusammen-
stößen zwischen Volk und Truppen geführt habe, und deren Au⸗
stifler die ursprünglichen Rädelsführer der Judenverfolgung seien,
besonders der berüchtigte Negura, Schwager des Expräfecten
Lecca. Durch ganz Rumänien gehe die Aufregung, und man sehe
weiteren Aufstandsversuchen entgegen. Freilich haben die Minister
dem englischen Generalconsul, Hrn. Green, auf dessen Anfrage er—
klärt, daß fie des Heeres sicher sein; Hr. Green scheint aber da
ran nicht sehr zu glauben.

England.

London, 11. März. .Der LloydDampfer „Herrmann“
hringt folgende Nachrichten aus New-HYork vom 80. April; Die
New⸗Hork Times“ theilt bestätigend mit, daß Senator Grime,
und andere Senatoren Briefe erhalten hätten, worin ihnen, im'
Falle sie für die Freisprechung Johnson's stimmten, mit Ermor—
dung gedroht werde. — Aus Mexico wird gemeldet, daß der
Congreß verfügt habe, Fremde, welche ehrenvolle Geschäfte betrei⸗
ben, von der Verbannung auszuschließen.

Schweiz.
Bern, 11, Mai. Die Unterhandlungen über den Handels
verirag mit dem Zollverein, welche in Berlin stattfanden, sind
gescheilert und die schweizerischen Abgeordneten in Folge dessen
bon dort gestern abgereist.

Italien.
VUiin clericales Blatt bringt die neueste officielle Liste der
päpstlichen Zugven nach den Nationalitäten. Nach derselben dienen
in jener auserlesenen Legion gegenwärtig 1910 Holländer, 18301
Franzosen, 686 Belgier, 189 Italiener (worunter 157 Römer,
135 Nanadier, 109 Deutsche, (worunter 87 Preußen),
101 Irländer, 50 Englaͤnder, 32 Spanier, 19 Schweizer, 14
Nordamerikaner aus der Union. 12 Polen, 10 Schotten, 7 Oe⸗
sterreicher, &amp; Portugiesen, 2 Russen, 1 Tscherkesse, 1 Afrikaner
JAusiralier, 1 Mexicaner, Peruaner und 1 Indianer. Der
große Eifer der Holländer für den päpstlichen Kriegsdienst erklär
ich wohl aus dem Umstande, daß der Ordensgeneral der Gesell⸗
daft Jesu aus den Niederlanden stammt; es verbindet sich hier

der Nationalstolz mit dem Glaubenseifer. Trotz aller Anstreng⸗
ungen der St. Michaelsbruderschaft sind nur J Oesterreicher dem
Rufe in's päpstliche Heerlager gefolgt, während 87 Preußen sich
der Aufgabe widmeten, die weltliche Herrschaft des „Stellvertreters
Christi“ gegen Garibaldi und seine Freischärler zu vertheidigen.

In Florenz wurden der Postofficial Ranuzzi und der
Priester Russi von unbekannten Mördern auf offener Straße
erdolcht.

Florenz 12. Mai. Man versichert, daß zwei Fahrzeuge
von Italien nach Tunis gesandt werden würden, wenn Frankreich
darauf bestehe, seine Flotte dorthin zu schicken. Ein russisches Ge⸗
schwader wird im adriatischen Meer erwartet. — Die Zahlung
des Coupons der inneren Schuld wird ain 22. d. M. beginnen.
— Man bestätigt die pachtweise Abtretung der Tabaksregie an
eine italienische Gesellschaft. — Italienische Rente 34. 10. Na⸗
poleons 22. 17.

Der „A. Z.“ schreißt man: Nicht ganz ohne Bedeutung
lin Betreff der Zukunft der Bourbonen erscheint die Nachricht von
der Verlobung des Grafen von Girgenli, Bruder des Koönigs von
Neapel (geb. am 12. Jan. 1846 und gegenwärtig Lanciercapitän
in österreichischem Dienst), mit der erstgebornen Tochter der Kö—
nigin von Spanien, Infantin Maria Isabella (geb. am 20. De⸗
jember 1851). Die Prinzessin ist sehr reich, da sie nach spani—
schem Gebrauch bis zur Geburt des Kronprinzen sechs. Jahre lang
die reiche Apanage als Kronprinzessin bezog. Der Graf von
Girgenti, der nicht viel Vermögen- besitzi, wird den österreichischen
Dienst verlassen und sich in Spanien ansiedeln.

In Neapel greift der „Liberta Cattolica“ zufolge der bösar⸗
tige Fleckentyphus, namentlich unter den Arbeitern, immer weiter
um sich. Die Spitäler sind so überfüllt, daß man keine neuen
Kranken mehr aufnehmen kann.

Spanien. 2*

Madrid, 10. Mai. Gestern hat der Senat den Handels-
vertrag mit dem Zollverein angenommen.

Türkei.

Konstantinopel 11. Mai. Die sehr freisinnige Rede
des Sultans bei Eröffnung des Staatsraths hat durch die darin
ausgesprochene energische Erklärung, daß der Bruch mit dem Alt—
hergebrachten und eine aufrichtige Annäherung an die europäische
TFivilisation nothwendig sei, Sensation gemacht.

Nußland.

Petersburg, 10. Mai. Das „Journal“ bringt die
officielle Ernennung des Grafen v. Stackelberg zum Botschafter in
Paris. Hr. v. Budberg ist hier eingetroffen. — Aus Peking
kommt die officielle Bestätigung der Herabsetzung des Ausfuhrzolles
ür gesiebten Thee auf die Hälfte.
Vermischtes.

Speyer, 11. Mai. Heute haben hier die juristischen
Staatsprüfungen begonnen, an welchem 10 Candidaten Theil neh—
men. Prüfungscommissäre sind die H.H. Appellationsgerichtsdi—
rector v. Kärner und die Apellräthe Serini und Hecht. Prüfungs-
commissäre für die Verwaltung sind die HH. Regierungsdi—
rector Delamotte und die Regierungsräthe Scharnberger und
Schwarz.

Pirmasens 11. Mai. Um die gestrigen Mittags—
stunde zogen schwere Gewitter über unsere Stadt und Gegend und
hatten großartige Verheerungen im Gefolge. Der Blitz schlug in
die unmittelbar vor der Stadt auf einem Acker lagernde Schaf—
heerde und tödtete 64 Schafe und eine Ziege. Glücklicherweise
hatte sich der Schäfer kaum 2 Minuten zuvor etwas von seiner
Heerde entfernt und entging so dem sicheren Tode. — Auch in
das Haus des Kaufmannes Carl Harteneck hat der Blitz einge—
schlagen, ohne jedoch besonders erheblichen Schaden anzurichten.-—
Am furchtbarsten hausten die Wetter im Trulber Thal. Haupt-
und Seitenthäler glichen nach wenigen Minuten einem förmlichen
See und sind nun mit Steinen, Sand und Geröll förmlich über⸗
deckt. Die Distriktsstraße ist stellenweise total ruinirt, die neue Brücke
interhalb Trulben mit ihren schweren Quaderwänden ist weg—
gerissen und fortgeflößt; die Tochter und ein Dienstknecht des
Müllers Steff von der Trulber Mühle wurden von den Fluthen
veit fortgeschwemmt und konnten nur mit vieler Mühe vom ficheren
Tode gerettet werden; ein Füllen und ein Kalb sind aus den
Ställen fortgerissen worden und kamen in den Fluthen um; in
einem Pferdestall lagern noch heute mehrere Wagen voll Hagelkörner.
Die Communication zwischen Trulben und Eppenbrunn ist gänz⸗-
lich unterbrochen.

München, 10 Mai. Der „Kemptner Ztg.“ schreibt
man: Daß in reichen Familien, welche sich mit bisonderem Selbst⸗
dewußtsein und Schaugepränge als Hort reactionärer kirchlicher
Kichtungen hinstellen und ausposaunen lassen, auch stark mensch⸗
        <pb n="233" />
        liche Dinge möglich sind, beweist folgender Scandal, dessen Schau- Nachlasse der Ermordeten gefunden wurden, soll hervorgehen, daß
gatz eines der ernsten aristokratischen Palais der Haupistadt und er ihr wegen ihrer Untreu— Vorwürfe gemacht und wiederholt mit
des Landes ist. Eine reizende verheirathete junge Dame, Schwie dem Tode gedroht hatte. Am:s5. d. M. nun hatte er sie zu einer
gertochter in diesem Hause, seit füns Jahren verheirathet, Mutter Znsammenkunft eingeladen, bei welchec sie sich auch einfand. Sie
bon zwei reizenden Mädchen, ist vorigen Freitag Nachmittag 5 besuchten miteinander mehrere Gaste und Kaffeechäuser, wo sie
Uhr mit einem Baron, der nicht ihr Mann ist — der Gatte ist Wein und Punsch tranken, und entfernten sich kurz vor 12 Uhr
Braf — in einen zweispännigen Miethwagen gestiegen (Notabene Nachts aus dem Kaffehaufe; ohne duß an ihrem Benehmen et⸗
während der Herr Gemahl und die ganze Dienerschaft zu Haust vas Auffälliges bemertt worden wäre, Obwohl die Halswunde
waren!) und in die weite Welt hinausgefahren. Auf dem pracht- des Officiers eine lebensgefährliche ist, hah man doch Aussicht ihn
vollen Schreibtisch der reizenden Dame fand der bestürzte — am Leben zu erhalton. Bei dem Verhoͤre. das im Spitale mit
oielleicht auch nur überraschte Gatte folgendes klassische „mot“ hm vorgenommen wurde, stellte ex, im Wiederspruche mit seiner
das ich vollkommen verbürge: „Zwei Jahre liebt' ich Dich, drei xsten, am Thatorte abgegebenen Aussage, in Abrede, daß er des
gahre war ich Dir untreu“ — — keine Silbe mehr, keine we— Mädchen ermordet habe, vielmehr behauptete er, daß nach gegen⸗
niger! Der verlassene Gatte reiste gestern zu seinem Bruder nach eitigem Uebereinlommen das Mädchen sich selbst entleibt habe.
Meran, die alte Gräfin, die Schwiegermutter der Entflohenen, (Ecträgnisse des Zosloereins. Aus der provisoxischen Ab⸗
reiste nach Berlin, wo ihr Gemahl z. Z, eine hohe Vertrauens, echnung über die gemeinschaftliche n Einnahmen an un ne,
stesle belleidet. Soviel datf ich für heute noch verrathen, daf angszollen nebst den anderen dahin gehdeenden Furagen für die
die Entslohene eiue geb. Graͤfin p. Holn stein aus Wien ist und geit vomn I. Jannar bis inschließlich 11. Rob, 1867 nthe hmeß
daß übrigens hei genauerem Zusehen vielleicht auch ohne Brillen dir daß der Gesammtbekrag der demeinschafttichen Bruttoeinnttne
zu entdeden sein wird, daß die schone Dame ihren Enischlutß nich e Summe von 26si 710 Thalern. die Kosten der zolechet
ohne jeden Schein ines inneren Anlasses gefaßgt haben dürfte ing und des Zollschuhes an den Außengrenzen unnd die sonstigen
Sie konnen fich denken, welches Aufsehen der Fall hier macht — suzgaben die Summe von 3.664 360 Thlr. entziffern.
jerade, weil er in dieser Famikie fich ereignete. f Paris, 8. Mai. Gestern ereignete sich in der Rue La—
Reunkirchen, 12. Mai. In der Nacht vom 10. au nartine ein großer Unglücksfall Ein Gerüft, das in einem Hofe
»en 11. dieses Monats zwischen 4 und, 5 Uhr wurden die Ber ingebracht war, ftürzte zusammen, Sieben Ardeitee verunglück⸗
wohner Reunkirchens durch eine hestige Erplofion erschrecht. Die en, zwei blieben todt, drei zerbrachen Arme nid Brine a
elbe wurde, wie man vermuthet, verursacht durch das Eintreten vurden leicht verlegte *
oon Hochofengehen in den Windregulator äuf der den Gebrüder p In den: Fifenwerken von Domlais Walet), welthe
Slumm gehörenden, Hochofen⸗ Anlage „Oberschmelz.“ Trotzdem 10.000 Mann beschäftigen, vrrweigerte letzten Sonntag ein Theit
aiese Anlage beinahe eine halbe Stunde von Neunkirchen entfernt r Arbener wegen Lohnherabsetzung von 20 Proc. die Oefen zu
ist, spürte man in fast sämmtlichen Häusern Neunkirchens eine sehr deizen, der Ditctor hat sammtche Warte sofotesahssee
h deizen; hat s ch sofort geschlossen.
merkliche Erschütterung. Glücklicherweise wurde keiner der Arbeiter —â— 37 *
im Geringsten verletzt, da nur der Kopf des aufrechtstehenden Mai fZu rinn „r. 8 . is wb der Nacht des 4.
essels in die Höhe geschleudert wurde. Die Lufterschütterung 8 eden pinm und Gewebefabrik niedergebrannt: Ver-
war so heftig, daß an den, in der Näht der Anlage sich benu er ð J
findlichen Arbeiterwohnungen fast sämmtliche Fenster zertrüm— F New⸗York. Wieder eine neue Art Betru ges haben die
mert wurden. erfindungsreichen Amerikaner entdeckt. Das Recept dazu ist sehr
5333 Mai!: Monfa t hoörte man bei Caßel einfach, Man nimmt einen zehnjährigen Jungen und richtet ihn
S e e eee w Als eine Patrouille im Schwimmen so ab, daß er gewiß nie ersaufen, aber äußerst
, 3 —— Zen ihnlich einen Ertrinkenden nachahmen kann. Hat er das nöthige
nach der Stelle eilte, erfuhr sie, daß dieselben zur Abwehr gegen * in * * n
einen Bären gerichtet waren. Und siehe, mehrere Bärenführer la- Tramen bestan en, so läß man ihn allein auf einer indianischen
in einem“ Graͤben und schliefen datg herruch, indeß in Bar Hirogue, das gefährlichste Fahrzeng, das man kennt, sich schaukeln,
id siß auf d Weon Vernane Bar natürlich nur an einer Stelle des Flusses, wo viele Menschen
und —— wurden sofort arretirt und verbrachten nun die 'Orühergehen, etwa einer Brücke oder einem vielbelebten Ufer.
Nacht inschaftlich in einem sehr beschrünkten Raum im Castel. blötztich tippt der Kahn üm, dann schreit der Meister, der na—
Nacht gemein n T * ürlich allen andern unbemerkt dem Gehilfen den Wink gegeben,
Ferdingnd Freiligrath ist von London no nit einer Stentorstimme: Rettet ihn! reitet ihn! Einige? mit—
Lorch am Rhein abgereist. woselbst er laͤngeren Aufenthalt zu eidigen Seelen finden sich immer unter der sofort hinzulaufenden
aehmen gedenkt. Sie, Menge, und da wenige den Entschluß fassen, in's Wasser zu
fBreslau, 8. Mai. Bei dem (bereits gemeldeten) Ein⸗ pringen, so ruft wohl ein reicher Mann, der darunter ist: Ich
turz des Thurmes der Micaelislirche ist nach zuverlässigen Er- ebe o und so viel für den der das arme Kind rettet! Sofort
mittelungen Niemand beschaädigt worden. Der übrige Theil der pringt der Chefedes Geschäftes selber in's Wasser und rettet
cirche ist unversehrt geblieben. Man veranschlagt den Schaden inen, schon nehrere Mal vor den Augen des Publifumns mit
uuf etwa 50,000 Reichsthaler. Auch der Einsturz des zweiten ẽntsezen in den Zügen, versunkenen Lehrling. Jubel der Menge
Thurmes wird befürchtet. empfängt den edelmuͤthigen Retter, der die redlich verdiente Präme
Aus Hietziug meldet der Hann. C., daß König Georgen Empfang nimmt, während eine andere hilfreiche Seele auch
mit Herausgabe seiner musikalischen Compositionen beschäftigt sei. ür den armen Knaben eine Collecte macht, die gewöhnlich reich⸗
Die Mehrzahl derselben besteht in Liedercompositionen. ch ausfällt. Auf diese Weise haben die Schurken in manchen
f Prag. MWord und versuchter Selbstmord.) Am 6. ds. Fäͤllen bis 200 Vollars verdieni, natärlich außerordentlich redlich
Mts. kurz nach Mitternacht bemerkte ein Nachtwächter in der und mit Aufopferung. Kommt es nun vor, daß ein wirklich ehr⸗
Fleischhauergasse einen Officier mit einem elegant gekleideten Mäd⸗ icher Mann ohne cgehrnen sich in das Wasser stürzt und dem
hen im eifrigen Gespräche begriffen stehen. Kaum hatte sich je- Meister das Geschäft berdirbt, so hat dieser doch keinen verlore⸗
— — Gelegenheit, wãh⸗
zier dem Mädchen mit einem Rassirmesser den Hals durchschnitt, end alle Leute athemlos vor Erwartung nach dem Wasser ihre
und zwar so, daß der Kopf nur noch an den Halsbändern am Iufmerksamkeit richten, sich der abgelegten Sachen des Retters zu
Rumpfe hing, und die Unglückliche sofort, ohne einen Laut von demächitgen und damit still durchzugehen· In einer und der⸗
sich zu geben, starb. Der Officier ließ die Leiche zu Boden elben Stadt kann man diese „Arbeit „wie die Kunstreiter sagen,
gleiten, setzte sich auf den Streifstein vor dem erwähnten Hause aller dings nicht zu oft produciren, deshalb führten die Künstler
und versuchte nun sich selbst die Kehle zu durchschneiden. Dies iin Reiseleben. — Neulich aber ist ihnen ihre Arbeit schlecht be⸗
gelang ihm indeß nur theilweise, so daß er von dem zurückehren. 'ommen, denn ein reicher Mann, der Anlaß hatte, sich zufällig
den Wächter noch lebend angetroffen“ und an der vollständigen in einem andern als seinem Wohnorte aufzuhalten, erlebte in die—⸗
Ausführung seines seibstmörderischen Vorhabens gehindert wurde. em dieselbe Scene, welche er bei sich zu Hause erlebt hatte und
Der Officier, welcher bei vollem Bewußtsein war, jedoch in Folge »amals die Prämie selbst gegeben, auch war es derselbe am An⸗
der Wunde, die er sich beigebracht, nur schwer zu sprechen vermochte, krich kenntliche Kahn und derselbe Knabe. Nichtsdestoweniger
bekannte sich gegenüber der erschienenen polizeilichen Commission rief er einen Preis von 100 Dollars aus. Was er vorausge⸗
als“ der Mörder des Mädchens und gab als Ursache der That die ehen, geschah; er aber rief unverzüglich einen Constabler herbei
Untreue der Ermordeten an, die seine Geliebte war. Der Offi-— md sagte demselben etwas in's Ohr. Inzwischen war der edel⸗
rier, Namens Idhann Terlezki de Zaniewicz, Lieutenant im Inf. nüthige Retter an's Land gekommen, empfing aher anstatt des
Regim. Nr. 77, wurde in das Garnisonsspital, die Leiche der Zreises nur einen kräftigen Händedruch von dem Constabler, der
Ermordeten aber (sie war eine 25 Jahre alte Näherin, Namen? hn in Begleitung von einigen Gollegen nach einem Orte führte,
Barbara Ulrich aus Troppau) wurde in das pathol.⸗anat. Insti- wo er nicht in Gefohr war, sein edles Leben für einen Andern
cut übertragen. Aus den Briefen des Officiers, welche in denm““ in die Schanze zu ichlagen: ⸗ VNVor dem Mitenoie ee
        <pb n="234" />
        ein hübsches Erkenntniß von fünf Jahren Gefängniß; der Knabe
ging wegen seiner Jugend und weil man annahm, daß auf ihn
zin Zwang ausgeübt worden sei, frei aus, außerdem hatte er
auch ein offenes Geständniß abgelegt, das seinen Meister zur Ge—
nüge compromittirte.

Landwirthschaftliches.
Fichtners Versuche über die zweckmäßigste
Drifltsaatentfernung bei den Halmfrüchten bestätigen
die schon mehrfach gemachte Erfahrung, daß eine größere Entfer—
nung der Reihen den Körnerertrag und die Körnerausbildumig in
auffaͤllender Weise begünstigt; wir dürfen indeß nicht vergessen
daß die Reihenweite bei der Drillsaat abhängig ist von der phy—

ilalischen Beschaffenheit und dem Nährstoffreichthum des Bodens,
je leichter, humusarmer und nährstoffärmer ein Boden ist, um so
zweckmäßiger ist die kleinste Entfernung der Reihen. Je weniger
sich der Halm bestockt und je weniger üppig sich die Blätter ent—
wickeln, um so näher müssen die Reihen zusammen sein, um einen
Ausfall im Massenertrage zu verhüten. Bei den auf die Auffin—
dung der zweckmäßigsten Reihenentfernung gerichteten Versuchen
sind jene Verhältnisse, und namentlich auch noch die mittleren
Feuchtigkeitsderhältnisse der Gegend mehr zu berücksichtigen, als
dies bis jetzt geschehen ist. Die Grundsätze der Reihenentfernung
bei dem Drillen des Getreides, haben noch wenig Sicherheit und
zahlreiche Versuche unter Berücksichtigung der vorhin angedeuteten
Berhältnisse, würden deßhalb wünschenswerth sein.
⸗
Ms 9 bringe hiermit meine Niederlage von
olizeiliche Bekanntmachung. d statter Por tland — Gement
v ** des Art 40 des in 38 Erinnerung

ouzeibeschlusses wird bekannt gegeben, daäßßß Die vor üglich— 444 5
8 heute an bei — Cementes ist dug 4 dZhal unt e ed
ümmtlichen Straßen hiesiger ad 2 F ion
dreimal, Htorgens um der Fortification Saarlouis, welche der Fabrik die
eeas p u aue Lieferung ihres Cementbedarfs übertragen haben, von den
hen den angrenzenden Eigenthümern re⸗ Königl. Canal- u. Eisenbahn-Baubehörden, sowie
shltite Haubemohnern big zur Mitte — von allen Bauunternehmern und Fabriken hiesi
mit frischem reinem Wasser zu begießen und Gegend anerkannt ger
die Rinnen jedesmal zuvor auszuspülen sind — *2* J

Im Nntorlasunasfalle pist die Säu⸗ Sauοιον t. νν im Mai 1868.
migen Geldstrafe bis zu 10 fl. . FVI avoer

Si. Inebert 12. Mai 18885. Ye .

Königl, Polizeicommissariat: Soeben eingetroffen die neuesten

rieger. französischen und deutschen
Samstag den 16. Mai 1868
des Mittags 12 Uhr, apo Qn-
iassen die Erben Heinrich Karcher,
ihre zu Scheidt an der Staatsstraße
gelegenen

beiden Wohnhäuser mit Oeko

nomie⸗Gebäude, Hofraum und

Pflanzgarten, zu sammen einen

Fachennbalt von eirea 153

Ruüthen 120 Fuß enthaltend,
im Einzelnen oder Ganzen unter günstigen
Bedingungen zum Eigenthum versteigern.

Seit einer langen Reihe von Jahren
wurden diese Gebäulichkeiten zum Betriebe
einer Gastwirthschaft und Krämerei
mit gutem Erfolge benutzt, eignen sich je—
doch ihrer vorzüglichen Lage und Einrichtung
wegen zu jedem anderen Geschäftsbetriebe.

Näheres zu erfragen bei Herrn Notar
Artois zu St. Johann.
Sonntag 15. Mai 1868.

Harmoniemusik

—E

Frucht⸗, Brod⸗ Fleische ꝛc. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 14. Mai—.

Weizen 8 fl. 22 kr., Korn 6 fl. 31r.
herste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier—
eihige, 6 fl. 16 kr., Spelz 5 fl. 46 fr
AA
— kr. - Mischfrucht 7 fl. 21 kr. Hafer
5fl. 36 kr., Erbsen 6 fl. 10 kr., Widen
— fl. — kr. Kartoffeln 1efl. 10 kr., Heu
ufl. 20 kr., Stroh J1efl., 12 kr., per
Zentner. Weisbrod 19.2 Kilogr. 21 r.
dornbrod 8 Kgr., 31 kr. ditio 2 Kgr.,
21kr., ditto 1Kgr. 1kr. Gemischibrod
3 Kgr.37 kr. 1Paar Weck, 7 vLoth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr. 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hanimel—
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr. per Liier,
Butter 32 kr., per Pfund.

3 Stück Bienenhäufer, Dzir—
zonshäuschen, ein Dreibäuer
und zwei Einbäuer sind zu
haben bei Jak. Wack

—“
Alle Sorten Tisch⸗Mef
ser und Gabeln, Vor—⸗
egbestecke, Taschenmesser, Feder⸗
messer, Masirmesser, Scheeren,
ꝛe. re. sind zu sehr billigen Preisen
zu verkaufen bei
Wirth Enmrich.
Rohes und gedämpftes
—
Inochen mehl
n bester Qualität bei
Carl Apprederis.

Von me

e
ô AA

Frucht vreite der Stadt —
Kalferslautern vom 12. Mai.
Weizen 8 fl. 6 kr. Korn 7 fl. 2ke

Spelzkern — fi. — kr. Spelz 5 fl.
10 kr., Gerste 5 fl. 38 kr. Hafer 5fl
36 kr., Erbsen 5 II. 10 fr., Wicken 3fl.
48 kr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 31 kr
3 Pfd. Gemischtbrod 1692 kr. und 2Pfd.
Weißbrod 16 kr.

— —

Lag

e7

bei Wh. Emrich jun.
— ——
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.

— SAAAAS
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        ne νιια;, ee: C 33
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—* iit ι 9 —* 9 9 J F n Ve n ! 338 ——— —
und ·” σ3— ——
Der ISk. Ju'g berter Anz e lIg er mit seinem: Unterhaltungsblatte erscheint woͤchenilich dreimal: Dieußtarg, Donne—

aund SamztageAbonnementsbreis wvierteliührig 45.Krzr. oder A3. Silhergr. W e mit 3 4 — ndꝑ e
uny 747 * in 2 gen w zt. die dreispaltige Zeile
—— Blattschrift oder deren Raum berechnet. ——

drol 9 i meSamstag- den 16. WBaeaiiii 1198

N 4 * — —— 7 3 * ——n —1868.
uu“α —J——— 9J 7 ν ιιανι —
. Deu tschland. de J— 13 oↄi

m ün ean V len Der Abeerwgutte Gatert,* Referent

Aber das Echulgesetzz Hat eine vergleichende Uebersicht der Schul⸗

derhällmisse muin den Resullaten ver Sitaftechtspftege nach Fläche

und Beodlkerungder einzeknen Kreise des Kötrigteichs Bayern änd

santishenn Bedeen hon den dahreß I 188364

186465, und 1865/836 zusammmengestelltt Daxuach! reffen mit

Weglussung der, Dezimalen auf eine Quadlatmeise in ber Pfal

14 Teheer, in Unterfranken, 9. in Oberfränken 8, in Mittelfrän⸗

len 8, in Schwaben 7, in Wederbayern 8in der Oberpfalz 5.

n Mberbahera 4 Lehrer. Datz Verhältniß der Lehrerzahl— zur

Finwohner zahl stellt üch solgendendersnaßen“ darn“ der Pfal,

Vnnt uf 108 Enehner, in Umnftantenn iden in Schwa⸗

ben auf⸗ 160, in Oberfrauteng. ouf do8in Mittelfranken au

5*07, in dor Oberpfalz guf 563. n Piederbaͤhern auf 578, *in Ober

bayerm 669. Einwohner ein Lehrer, Das Verhaltniß der Lehrer

sahl zun⸗Schülerzahl. ist nachstehendesz In Unterftanken haben

e Werllagsschüler einen Lehrer, in Schwaben ge 360in ver

Pfulz: G2, in Miltelfranken 63, in Oberfranken 68. in Ober—

bayern 70 In Niederbahern 71, in der Oberpfalz je 79

Schuler, auinde Feiertagsschüler. treffen in Mittelfranker 18

auf je einen Lehrer, in der Pfalz 19, in Unterfrunken 19,

in: Schwaben 20, in Oberfranken 22, in der Oberpfalz 26, in

Riederbayern 28, in Oberbayern 28. Das Verhaltniß der Ein⸗

wohnerzahl zur Schülerzahl ist folgendes: In der Pfalz komm

je nein Schuter auf 5,o5. Einwohner, in Oberfranken aus. B,56

inder Oberpfalz auf 51x, in Unterfrauken vuf“ 5,18, in Nieder

—XV 6,01, in Schwaben auf

6ain Oberbayern auf 7,24, Einwohner. — Was die Geld—

strafen aus allen Sparten zusammengerechnet anlangt, so trifft aul

den Kopf der Bevölkerung in der Pfali durchschnittlich eine Geld⸗

ttrafe naur: I in Mittelfranken von 3,6, in Schwaben von 8,8

in Riedexbahern auf 43,7, in Oberfranken von 47, in der Ober

pfalz von hhin Oberbayern von 62, in Untetfranken von 64

Ein⸗ Todesurtheil triffi in der Pfalz auf 2,800, 625 Personen.

in; Mittelfranken auf, 2281,804 Personen, in der Oberpfalz auf

980,584 Parsonen, in Unterfranken auf 385,349 Personen, in

Riederbahern, auf 388 959 Personen, ine Oberfranken. auf

35 1,4270 Personen, in Schwaben auf 343,597 Personen, in Ober

bahernnauf 272.828 Personen. — JZur Zuchthausstrafe wegen

Verbrechens wird in der Pfalz von 28,501 Personen, in Unjer⸗

frankenn von 18,037 Personcn, in Mittelfranken pon 13,897 Per⸗

sonen, in Oberfranken von 12,336 Personen, in Schwaben von

83983 Personen in der Oberpfalz von 7814 Personen, in Oberbayern

don. 7 198. Pexsonen, in Niederbayern bon 8228 Personen je eine

devurtheille me Eine Verurtheiliung von den Schwirrgerichten wegen

Vergehens zur Gefängniß krifft in det Pfalz auf 78,548. Perso-

nen in Oberbayern auf 33,250 Personen, in Oberfranken auf

30, 122 Perspnen, in Unterfranken auf 26,618, in Mittelfranken

auf 28,700, in der Oberpfalz auf 18,837, in Schwaben auf

16,848,in Niederbayern quf, 15,267 Personen. —Von den

Bejirksgerichten wird wegen Vergehens zu Gefängniß verurtheilt:

in Mitlelfranken von 634 Personen je eine, in Oberfranken von

681 je eine, in Unterfranken von 609, in Schwaben von 581

in der Oberpfalz von 337, in der Pfalz von 447, in Ober—

bayern von 4101, in Niederbayern von 8389 Personen je eine. —

Fine Verurtheilung von. den Schwur- oder Bezirksgerichten zu

Arreststrafe wegen Üebertretuüg trifft in Unterfranken auf 7074

Einwohner, in Mittelfranken auf 3940 Einw., in der Oberpfatzi

auf 5820 Einw., in Schwahen auf, 5458 Einw. in Oberbayern

auf: 4738.Einw., in Niederhahern auf 4709 Einw., in der Pfalz

auf 4195 Einw.. in Oberfrauken. auf, 3660. Einw, — Wegen

Ueberlretungen wird von den Stadte und Landgerichten in Schwa⸗

hden von 64, in der Oberpfalz von 59 n Muͤtelfranken bon 56

in Unterfrauken von 50, in Oberfranken von 50, in der Pfalz

hon 48, in Niederbahern von 38, in Oberbayern von 86 Ein—

vohnern je Einer veruͤrtheilt. z. Nach dem Durchschnitt der Re—

945

— —
7.
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        knthusiasmus, allein auszuführen ist, auch nicht Mit Aeden, Adrese
und Resolutionen (Zustimmung); dasß wissen wir, die wi git
i0 Jahren so viele Reden gehalten und Resoluͤtionen gefaßt! ha⸗
hben, aim besten. Der deutsche Staat, der ein Vedürfniß der· Ra⸗
fion ist, der Körper, den die Nation finden muß, dann nur ge⸗
chaffen werden durch anhaltende, gedutdige und foͤrtdauernde Ar⸗
Feit der deutschen Männer. Die Einleitung dazu wird getroffen
zuch durch das Zollparlament. Wenn es sich hier auch vorläusig
zur um materielle Interessen handelt, die maleriellen Interessen
ind von den politischen und geistigen Interessen ebensowenig zu
rennen, als das Einkommen einer Familie von der Erziehung
der Kinder und der geistigen Bildung. Geifalh. Die Einheit
c materieslen Interessen fordert Schritt für Schrilt auch⸗ die
Finheit der politischen Interessen. IVoe allen Dingen ist erst eine
ebereinstimmung in der Gesinnung und in den Interessen des
Rordens und Südens nöthig; sonft helfen auch die politischen
Hande nicht. — Wenn zwei Männer, brav, ruhig, geistig begabt
und gut, einander feindlich gegenüberstehen, so ist das beste Mittel
zur Versöhnung, daß man sie miteinander bekannt macht, daß man
hnen Gelegenheit zu gegenseitiger Besprechung gibt. Ich bin der
Ansicht, daß der größie Theil unserer Nation so gut und edel ist,
zaß nichts weiter nöthig isi, um fie einander näher zu führen, als
zaß sie sich gegenseitig kennen lernen; und jegliche Institution—
die uns dazu führt. einen Schritt näher zu ireten, ist ein Schritt
zur Einheit. Im Parlamente fitzt ein Mann (Abg. Moritz Mohl),
zer habe sich verschworen gehabi, daß man ihn lebendig nicht ins
Zollparlament bringen werde. — heute habe er für die Aufrecht-
chaitung einer bayerischen Wahl gesprochen. Um den Einheits—
taat zu bilden, halte er den Untergang der Einzelstaaten nicht
ur nothwendig, nur müßten diese mit Verstand sich in die Ge⸗
ammtheit einzufügen verstehen. Dann werde ein Freiheitsstaat
entstehen, der auf seine eigene Macht fußend, sich selbst bestimme
— Herr Cramer beklagt den Zwiespalt, der zwischen dem Nor⸗
zen und Süden Deutschlands bestehe. So viel sei aber sicher, daß
zuch im Süden ein großer Theil Deutscher wohne, der gleichen
Siunes mit der lieberalen Partei hier wäre. Die Hauptschuld
mn der Spaltung trage eine gewisse Klasse von Staatsdiener, die
n vielen Bezirken noch eine sehr große Macht entfalte, und nicht
zlos die Gewissen gefangen halte, sondern auch die Menschen zu
nechten mache. Dies sei eine Folge der theilweise man gelhaf⸗
en vildung des Volkes. „Die Masse hat nicht die Gelegeuheit
gehabt, sich umzuschauen im deutschen Volke, und sie wollen es
auch nicht, weil es ihnen leidlich geht. Das ist die Schattenseite
zes Stuͤdleins Freiheit. Aber es gibt auch Bezirke, wo ein ganz
Inderes Wahlresultat erzielt worden wäre, wenn in Preufßen!
anches anders wäre. Cebhafte Zustimmung.) Leider
aren wir nicht im Stande zu sagen: Dort ist nicht blos Ein⸗
jeit, sondern auch die Grundlage eines freien Staatslebens, das
er Ration würdig ist. Geifall.) Es hat uns manchmal das
derz zusammengeschnürt, daß wir dies nicht sagen konnten. —
So viel aber konnen wir wohl sagen, daß jetzt der Boden ge⸗
shaffen ist, auf dem wir in stiller und ruhtger Arbeit fortarbeiten
Hanen. Wir werden uns nicht damit abspeisen lassen, daß man
sagt, wir dürften nur über Tabak, Reis und Lumpen reden.
Dafür haben wir nicht gekaämpft und geblutet, um ein so kläg⸗
siches Resultat zu erreichen. Allerdings müssen wir uns des Ge⸗
antens entjchlagen, den man früher gehegt: daß man blos zu—
jammenzukommen / brauche und dann gleich der ganze Staat fertig
ei. Austausch der Meinungen und gewissenhafte Arbeit wird
imns zum Jiele führen. Lassen Sie die anderen Herren ihre Wege
gehen, die nicht mithelfen wollen. Es thut allerdings weh, wenn
Nan sieht, daß die Meinungen so verwirrt sind, daß freiheitlie⸗
hende und ehrenhafte Männer, die Jahre lang angekämpft haben
gegen den kleinlichen Bureaukratismus, sich jetzt daran anklam⸗
mecn, weil nicht Alles nach ihrem Kopfe gegangen ist. GBeifall.)
Ist unserc Arbeit auch beschwerlich, wird fie auch verschieden be⸗
Artheilt, das soll man uns nicht nachsagen können: „Weil wir
Manches nicht so finden, wie wir es wünschen. so wollen wir gar
nicht,“ und Sie sollen auch nicht sagen: „Wir sind mächtig ge—
aug, wir brauchen Euch nicht.“ Neichen wir uns brüderlich die
hände, um dem gemeinsamen Feinde entgegenzutreten; dann wird
zuh das Volk zu seinem Rechle kommen; dann ist für Alle ge—
jorgt.“. Eebhafter Beifall.)

Berlun 12. Mai. Dem Stuttgarter „Beobachler“ wird
von hier geschrieben: „Der Frühling entfaltet auch in der Ber⸗
iner Gegend den moͤglichsten Glanz und lockte am Sonntag die
gevoölkerung vor die Thore; wir S hwaben wanderten hinaus in
ven Friedrichshain, um die Gräber der Märzgefallenen zu besuchen.
Der Friedrichshaim ist erne wohl über eine Stunde große, ziem⸗
lich neue Baumanlage, recht hübsch, im Schmucke des Frühlings,
ber don dem Blüthenmeere, das sich jetzt über unsere heimath⸗
chen Thäler ergossen hat, glänzte kam da und dort ein Tropfen.
en der Marzgefallenen befinden sich in dem Friedrichs

haid innerhalb einer schlichten Umzalmung zwischen Baumgruppen
nd Gesteauchen,)einfache — oder schuuucklose Siein⸗
latten bezeichnen sie. „Gefallen im Kampfe für“ die Freiheit“
autet die einfache Inschrift. Es sind meist Rbeite aber auch
in wangigjahriges Madchen, ein unbekannter Mann, weichd dier
jegraben liegen. Wenn wir, Preußenhaß im Herzen, hierhet ge⸗
oimen waͤren, auf den Gräbern der im Kampfe für die
Freiheit gefallenen preußischen Brüdern wäre er erloschen;
as Voll bin Berlin gefällt uns überhaupt; es scheint
leißig und solid, bescheiden und häuslich zu sein. Der Mann
immt die Frau und womöglich auch die Kinder mit sich auf den
S„paziergang, in den Wirthschaftsgarten. Die Frau strickt, der
Mann tunterhält sich mit ihr ruhig und freundlich, ich habe noch
einen Betrunkenen gesehen und kein wüstes Geschrei gehört Der
dothstand der arbeiteten Classe ist leider in manchem blassen Ge⸗
ichte zu lesen. Das Voll ist auch politisch gut gesinnt, der
chwere Steuerdruck hat es schnell von dem Machtschwindel geheilt
zuͤr sehlen ihm die Führer, die bisherigen nationalen Fortschrittler
aben den Einfluß sehr verloren, aber ihre Stelle ist noch nicht ersetzt,
ind das Vollk der Arbeiter leider noch gewöhnt, geführt und häufig
ingeführt zu werden.“
Bexsin 14. Nai. Die Mehrheit der nationalliberalen
Fraction stimmte in der gestrigen Fractiondversammlung einem
intrag Twestens bei, wornach die Tabakssteuer auf 6 Thlr. für
»en Morgen festzusetzen, die Zollerhöhung von 4 auf 6 Thlt.
ur den Centner eingeführten Tabok aber abzulehnen währe.
Aus Luxremburg, 10. Mai wird der Tr. Volks⸗Zig.“
geschrieben: Nachdem wir ein Organ der franzoͤsischen Annexions
ariej in unserem Lande besitzen, wird dieses voͤn Agenten durch⸗
ogen die den Bauern allerlei Herrlichkeiten versprechen, wenn es
raͤnzosisch würde. Neulich wurde auf einem Gebäude eine fran⸗
osische Fahne aufgezogen, eine Handlung,' die sich jetzt als Be—
lechnung exweist, denn man beginnt bereits dasselbe Spiel, das in
Savoyen und Nizza mit Erfolg durchgeführt worden ist. Auch
vier wird die franzoͤsische Politik Erfolg haben wenn der Kauf
des Landes durch den Kaiser Napoleon nicht rückgüngig gemacht
worden ist. Es gibt aber Stimmen, die beh inpten, das Geschäft
sei abgeschlossen und bleibe es, und die Londoner Conferenz habe
keinen anderen Zweck gehabt, als das Großherzogthum durch einen
uropäischen Vertrag von Deutschland abzutrennen, so daß es jetzt
ewissermaßen in der Luft hängt. Holländisch ist es micht und
uch nicht deutsch, sowenig wie die Schweiz zu Deutschland gehoört.
AIn einen Krieg mit Frautreich zuni Schutz der Neutralitüt wird
hwerlich eine jener Mächte denken, die das londoner Protocoll
nlerzeichnet haben. Man wird wohl darau thun, sich die Lage
lar zu machen. Stellt man sich die Möglichkeit vor, daß ein
ruropäischer Congreß zujammentritt, so wird Luxemburg jedenfalls
ine wichtige Stellung in der Verhandlung einnehmen? Wenn
ur Zeit, da das Land noch zum deutschen Bunde gehoͤrte, die
cranzöͤsische Sprache die amtliche war, wie will man sich wundern
daß heute dieselbe Sprache ein wichtiges Förderungsmittel der
ranzoͤsischen Nationalitätspolitik bildet. Kaiser Napoleon betrach⸗
et gerade diese Sprache als das Kenuzeichen der Nationalität, ein et⸗
jographischer Mißgriff, der aber in seinen Kram paßt, denn sonfi
nnßten Elsässer und Lothringer ja Nomanen sein.— Selbstedas
Werk der Schleifung wird mit so geringen Miiteln ausgeführt,
aß auch hier die Absicht si h documentirt, den Kern der Festungs.
verle zu erhalten, was pielfach den Gegenstand der Unierhal -
ung bildet.
guremburg, 12. Mai. Die Regierung versagt die Be⸗
zätigung der Uebereinkunft der Wilhelmsbahn mit der franzoͤfischen
Ostbahn wegen der Bestimmung, welche den Bau anderer Bahnen
hon der Genehmigung der Letzteren abhängig machen will.
Wien, 135 Mai. Im Unterhaus brachte der Landesver⸗
heidigungsminister einen Gesetzentwurf über Bewilligung des Re⸗
rutencomingents pro 1868 auf der Höhe von 56,000 Mann
in; das Herrenhaus genehmigte die Aufhebung des Wuchergesetzes
Im Buadgelausschuß des Unterhauses waren gestern Abend fast
ämmtliche Minister anwesend. Auf Antrag des Subcomites
burde die Vermögenssteuer mit allen gegen zwei Stimmen abge⸗
ehnt. Bei der Berathung über die Convertirung der Staats⸗
chuld wurde zunächst die Frage erörtert, welche Summe den
Ztaatsgläubigern im Ganzen abzuziehen sei, und unter mehren
zierauf bezüglichen Anträgen der von Mayer gestellte angenommen.
velcher außer der bestehenden 7 procentigen Einkommensteuer noch
eineu 18procentigen Zinsenabzug vorschlägt.

Wien 14 Mai. Im Unterhaus stand heute der deutsch ⸗
ʒsterreichische Handelsvertrag auf der Tagesordnung, Die Minister
„Beujst und v Plener sprachen dafür, die Abgg. Tomann nud
Zchindler dagegen. Die Debatte wird morgen forigefetzt.

Prag 12. Mai. Bei Gelegenheit einer Militarmusikauf⸗
uhrung entstaud ein czechischer Pobelcrawall, weil die Capelle sich
veigerie, czechische Nationallieder zu ipielen J
        <pb n="237" />
        Pesth 12. Mai. „Der König (Kaiser), welcher vorgestern hres in Würzburg unter dem Vorsitze des dortigen Vniversitäts⸗
nach Ofen zurückgelehrt ist, hat das Landwehrsystem guf dualistischer ese Hofrath Dr. Urlichs stattfinden. Solche Versammlungen
Grundlage genehmigt: General Klapka veroffentlicht im Sza · ind ruher in Bayern bereits inmn Jahre 1851in Etlangen Und
jadunk“ die Grundzüge des Wehrgesetze entwurfs ¶des Landesper 1862 jn Augsburg abgehalten worden.

—— W —J aerr —ã Jahr F X brn e De nicht weniger
Reserve, zwei Jahre Landwehr. Die Landwehr wird dem ungari a reiundzwanzig isragelitische“ Hochzeiten stattgesunden, deren
schen Ministerium unterstellt. Er äußert sich befriedigt darüber. Mahle sämmtlich von einem ————— ——
d pie — g — ß snanse Ministerium wWohe 233 nd e n w ener
den Loskauf vom activen Dienste gestatten will. . erungszahl gang enorme Hochzeitsziffer für den einen Ta
Frankreich 5 i jüdischen Gebrauche: Es eg
45 nämlich innerhalb der 33 Tage der sogenaunten Zfire, welche
Weeade e — B — — mit dem israelitischen Osterfeste beginnt 5 vor dem Tage Lek⸗
A — — Baumer endet, keine Ehen eingesegnet werden. Die israelitischen
Florenj mit nach Berlin. Die Reise des Prinzen Napoleon nach W 86 ernt
Wien in für die nachste Woche festgeseht —— Brautpaare müssen also ihrer Sehnfucht nach der Hochzeit bis zu
en IIe te oche festaesett. In Pesth wd eee diesem einen Tage, der diesmal eben auf den Sonfttag fiel
dem Fürsten Czartorisli zusammentreffen. der die Polen bereits un Rundee daneeeß eseree —A
in Sinreffen .ihres zutunfligen Königs in Kenntniß seßte Apang an hun; lein Wunder daher, daß eser eine Tag so hoch⸗
wenigstens im Palais ⸗Royal meint man das ganz im Ernst. zeitsreich wurde! F.: — .

Pariz 31 Miei Thiers hiut eine ladge Rede gegen den Eine Anzahl namhafler Maschinenfabriken⸗, Eisengießereien⸗
Freihandei. — Der Mouiteur“ sagt: Die Worte, welche der ind Kesselschmieden-Besitzet aus dem Zollvereinsgebiete ist zusam⸗
saiser in Orleans gesprochen, haben einen ausgezeichneten Eindrud e pnensam in —— r der dFirma
zemacht. Der Kaiser hat ein neues Pfand der Beruhigungspoli · v 3 e r Wy in *5— tzesthante
sit geben wollen, welches die Politik Frankreichs ist. an Mu d sse F— 2566 Frg inmt sn 4 2

England. 9 zum dritten deu chen unde schießen iin Wiener Prater wurden

75 53284 dem Stadizimmermeister und Holzhändler Joseph Obermaier jun.

Wondon, 13. Mai. Im Unterhaus wurde gestecn Abend gom Centralcomite in Wien fuͤr den Kostenpreis von 175,6606 sl.

die Antwort der Königin auf die an sie gerichtete Adresse verlesen. übertragen. Die Wirthschaftsraumlichteiten müssen am 1.Jui,

Die Königin erklaͤrt. auf die Weisheit des Parlaments vertrauend die andern Bauten am 12. Jus sertig üͤbergeben werden.

daß itzt rigtioe Praronatire d —A Fe derice f Wien, 8. Mai Der langessehnme Tag der Befrelüng

ichen Kirche kein Hinderniß in den Weg legen solle. Diese Ant⸗ war heute endiich für die Schuldgefangenen Wiens gekommen.
vort begrüßt das Haus mit Beifall, und Gladstone kündigt da⸗ ———“ 38 5

ud A uone In beiden Gefängnißhäusern, sowohl in jenem für Männer, neben
rauf für morgen die Einbringung des bezüglichen Gesetzesvor ⸗ 5. — 6
dem Landgerichte, als auch in jenem für Frauen, in der Porzel⸗
schlages an. — Am Sonntag und Montag fanden in Ashton 3 —

88 ug fun 4 angasse, herrschte seit Beginn des Tages freudigste Aufregung. In
zufrührische Bewegungen statt, und wurden au 70 Häufer go em erstgenanmen Gefängmese gingen die Manner un Hofe mit heiterer
lündert. Bei der Säuberung der Straßen durch Militär und sy genannten Gefananine ging *5 5
under w * nnd miene und im fröhlichen Gespräche auf und ab, bis der Präsident des
Polizei wurden ungefaͤhr 50 Personen herwundet. .5.5Landgerichtes erschien / um das. heute publicirte Gesetz zu vrrkün⸗

Amerika. digen. Die Schuldgefangenen 43/an der Zahl— noch gestern

Wafhiugton 12. Mai. Der Senat alrs Gerichtshoß waren zwei Personen eingeliefert worden gruppirten sich ent⸗
setzte die Fällung des Urtheils im Präsidentenproceß bis Sams⸗ sn en de 8 — x F drei⸗
tag (heute) aus.. fach jubelnden Hochs auf den Kaiser unterbrochen wurde. In un⸗
tas (heutc) unierbrochener Reihe folgten hierauf aus kräftigen Kehlen Hochs

auf Herbst, auf das Gesammtministerium, auf die Volksvertretung,
endlich brachten die Befreiten sich noch selbst gegenseitig ein Hoch
»ar. Unter förmlichem Jauchzen, unter Freudensprüngen begaben
iich die Glücklichen in ihre Zimmer, um ihre Effecten zu holen.
Nur zwei, auf welche der vorsichtsweise Arrest verhäugt wurde, muß
en noch zurückbleiben. In Oesterreich stamut die Schuldhaft, dieses so
oft ßbrauchte Recht hartherziger und bbswilliger Gläubiger, aus
den Miblelaiter und war bis zur Regierungszeit Kaiser Joseph
)es Zweiten schrankenlos. Der Gläubiger konnte vorher sein
Opfer der Freiheit beraubt lassen, so lange es ihm beliebte, und
ahllose Unglückliche erlöste erst der Tod von den Banden dieses
zarbarischen Rechtes. Am 11. September 1784 erschien das
dosdecrei, welches die Zeit der Schuldhaftdaner in. Oesterreich auf
zlos ein Jahr festsetzte. Damit war der Willkür allerdings eine
ZBrenze gesetzt und die Möglichkeit zur Auzühung der größten
privajrechtlichen Grausamkeit beseitigt, aber die Schuldhaft gab
noch Spielraum genug, menschenfeindlich in das Schicksal des Fa⸗
milienlebens einzudringen, die Berufsthätigkeit Verzweifelnder zu
—E
Vomd on. Die berühmten Löwen des Kaisers Theodor.
welche in der Festung Magdala erbeutet sind, werden eingeschifft
perden, um nach hierher übergeführt zu werden. Die Kette, an
pelcher sie befestigt sind, ist von massivem Gold, Jowie die Ringe.
welche sie um jede Tatze tragen.

Aus Edinburgh wird ein Vorfall gemeldet, der wie⸗
der deutlich beweist auf welcher niedern Stufe der sittlichen Bil⸗
zung die uͤnteren Volksklassen in England stehen. „Ein Vater
tarb, eine Wittwe und drei Söhne hinterlassend. Da er Mit⸗
zlied von zwei Begräbniß-Gesellschaften (Friendly Societies) ge⸗
wesen. erhielten die Söhne zur Bestreilun; der Begräbnißkosten
die Summe von 10 Pfund Sterling. Das Geld wurde von den
drei erwachsenen Söhnen auf der Stelle vertrunlen. Zu dem⸗
selben Zweche wurden auch die Kleidungsstüde des Verstorbenen,
ind selbst die der Mutter, welche ihr vom Leibe gezogen worden,
berpfuündet. Zuletzt sollte auch das Mobiliar an die Reihe kom ⸗
men. Darüber entstand aber zwischen den entarteten Söhnen
inen Streit, den sie in folgender Weise zu schlichten suchten.
—AV
ind stellten ihn aufrecht an die Wand, und kamen darüdber über⸗
ein, daß, falls der entseelte Körper wenn gestoßen, nach rechts
allen würde, dem Einen, oder wenn nach links, den andern Bei—
den das Anrecht auf das Mobiliar zustehen iolle.“

Vermischtes.
3Zweibrücken. Weitere Unqlüdsfälle fanden am letztver ⸗
wichenen Dienstage noch folgende statt: Ein Kind fiel aus dem
weiten Stockwerke und zerbrach das Aermchen. Eine Dienstmagd
fiel beim Wäsche-Auswaschen in den Bleicherbach, bine Frau welche
uͤhr in den tiefen Bach um sie zu retten nachspraug,gerieth gleich
faͤlls in die größte Gefahr, zum Glück für Beidi Zing ein funge
Beamte vorüber, welcher, als er sie bemerkte, augenblicklich in den
Bach sprang und sie mit eigener Lebensgefahr retteten GEine an⸗
dere Biagd, welche an einer sehr gefährlichen, tiefen und reißenden
Stelle ins Wasser gefallen war, wurde dem Ertrinken nahe von
rinem Techniker mit eigener Lebensgefahr glücklich gerettet.
Aus Kandel, berichtet der Pfälzer Kurier: Auf An—⸗
rag der Ortsschulcommission wurde don der hiesigen Gemeinde⸗
derwaltung eine Schul bibliothet angeschafft. Möchten doch
alle Gemeinden diesem Beispiele folgen! Jeßzt cruͤbrigte in Kandel
nur noch die Einführung der längst projectirten Gemeinde Fort·
zildungeschule mit einen Lehrer d er Reassten; etwa mach
dem Muster jener zu St. Ingbert.() F
fKaiserslautern. 12. Mai. In der gestern in Speher

A Bierbrauer⸗Versammlung wurde beschlossen, daß die
—
gischen und hessischen Bierbrauer in unserer Stadt abgehalten
werden soll. 1

In Mannheim hat sich eine Actiengesellschaft zur Er—⸗
richtung einer Brodbäckerei in großartigem Maßstabe aus würt⸗
embergischen und badischen Capitalisten gebildet, von welcher u
A. wohlfeileres Brod zu erwarten sein soll. Dieselbe wird nahe
dem Rheinhafen auf dem Platze der ehemaligen Kunstwollefabrik
eingerichtet werden.

P'Ferdinand Blind's Grab. Am 7. Mai war
oer Jahrestag des Attentats auf Graf Bismark und zugleich der
Todeslag Ferdinand Blind's. Der Grabhügel Blind's auf dem
Prinzlauer Kirchhofe war an diesem Tage reich mit Blumen und
Trauerttrünzen geschmückt. Auf dem Grabe befindet fich jetzt ein
Bedenlstein don weißem Marmor, auf dem mit vergoldeten Metall⸗
zuchstaben die Worte zu lesen sind: „Dem unvergeßlichen Sohne
Ferdinand Blind die trauernden Eltern. Darunter Geburtstag
ind Sterbetag des Todten.

F Nach dem Beschlusse der 25. Versammlung deutscher Phi⸗
lologen und Schulmänner zu Halle wird eine gleiche Versamm—
suneg in der letzten Woche des Monats Sevtember beurigen Jah⸗
        <pb n="238" />
        tiAst ιιι .
XA3 8* ——— J if * α —24 — — — 3. I 44
Belanntnachungen. domwerBuxkins
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8E. “ —
n 8t.: Jolann
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erdehaar⸗. SHtroh Lanama.
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Hülten
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d besteug du empfehlen.
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exrichtet, die er aug der Fabrik des
hen. W. ILae orn hA 1 . in Neustadt
a. de Haardt bezieht, umd·narlaubi
ich solche einent —verehrl.Publitun
beiteng zu empfehlen autz Kanapeer
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hafte Arbeit wird Garantie geleistet.
Et. Ingbert im Mai 1868.
—
Barmoniemusiß
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Fo
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ICTTEGCAICGEGGSSFSSA.
Von heute an::
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* 795.
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Die Wiese des

Irn. Zix an der

Gruübenstraße ist sofort zu
verpachten.

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det Stadt Hom burg vpom I3.. Mai.
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Sbelz ð ilg A txcn Gerssoe⸗—Krechige, Sa fl.
— tri Mischfrucht Mnft. lre, Hafer
5ft, 28 tr., Erbsen'-Ajt.e Aerh Kartof⸗
sesn hast. 18 tr. ver Vir kzstibros.d Aer.
z1htr. ditto 2.Ker. 21 fr.ditton Igr.
lIdtr., Kühfleisch 1. Qual. 16kd.. AQfal.
14 krn Nalbfleisch! 12 Ar.Hammelfleisch
16 1r. Sahweineteisch I8 kr.. Buttet 80 kr.
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Frankfurter Börse
Geldsorten.
rieꝰ n vom LA. Mai. 1868.
Breußlsche Kassenscheine .331 447.145
Breußische Friedrichsdor ·. 9 371νσ
Listolen- 5. ... 9 49 - 531
—
VDucaten . 33840
oFranes-Stucke3. 4 682930
Suglische Souvereigns . BLd59
Bold per Zollfund fein — —
dochhaltiges Silber pex Zolpfuud —
Hollars in Golden ee e 271/3-281

Westphälinger.
Sonntag den 17. Mai
J —
—1 — in R eã ch en brunneeter

bei Adun Selaan iitt.

Für gute. Speisen und Getrunle! ist ha·
tens gesorgt.

Münchener Export

* — J nerg . d 7

Lager Bier
yon heute an jeden Tag vom Faß —X
nFaschen auf dem Tivolli in Blieskastel,
u in der Mayer'schen Brauerei.
U. 2 — * —— — —
Sonntag 17. Mai 1868.
Harmoniemusik
J im pa e —*7

——

zu2

n

.bhei.

Soeben eingetroffen: Die neuesten
französischen und deutschen
Tapeten⸗
Musterkarton
— ———
in Kaiserslautern. .
hei Joh Grewenig jun. und
Die. Kimmel.

ZRouis Weirich. ..*
——— —
redaction, Drud und Verlag von F. X. Deurerm'

A. Rngbert?““

*

35
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        St. Ingberler Anzeiger.

Dder „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 60 Dieustag, den d Mai

11s.

Deutschland.

Muünchen, 14. Mai. In Berüchsichtigung der Obliegen
heilen, welche für die zum Staatsdienste sich heranbildenden Rechts—
candidaten aus der allgemeinen Wehrpflicht während ihrer Amts—
praxis sich ergeben, sind von den betr. Ministerien folgende Ver⸗
fügungen getroffen: 1) Untlerbrechungen der Amtspraxis in Folge
des Eintrilts in das Heer sind von den Behörden, bei welchen
die Rechtscandidaten in Praxis stehen, vorzumerken, und es ist
das Zeugniß über die Dauer der Praxis genau nur über jeune
Zeit zu ertheilen, welche sie wirkllich in Praxis zugebracht haben.
Die durch den Militärdienst herbeigeführten Unterbrechungen sind
jedoch im Zeugniß gleichfalls zu erwähnen. 2) Die Störung
durch den Militärdienst darf auch bei den Freiwilligen als ein
inverschuldete anerkannt, sohin desfalls. von der Disnensations
hefugniß Gebrauch gemacht werden. 3) Rechtscandidaten, welche
ausschließlich durch den Militärdienst von der Vollendung der
2/3 jährigen Amtspraxis abgehelten, erst im vierten Jahre nach
Frstehung der theoretischen Prüfung zur pralktischen Concursprü—
'ung zugelassen werden, sind in den Staatsconcurs des vorher—
gehenden Jahres nach der erlangten Note einzureihen.

München, 16. Mai. Die neue Formation der activen
Armee ist die folgende: 16 Infankterieregimenter jedes zu 9
Bataillonen und 12 Compagnicen à 138 Mann; 10 Jäger bat
zallone jedes zu 4 Kompagnieen à 138 Mann; 10 Cavalerie
regimenter jedes zu 5 Escadrons à 137 Mann; 4 Artillerie—
regimenter jedes zu 8 Feldbatterieen à 6 Geschütze und 5 Fuß—
hatterieen; 1 Fuhrwesens-Escadron; ein Genieregiment. — Das
J.. Jägerbataillon kommt nach Passau, das 10. nach Aschaffenburg;
4Fußbatterieen des 2. Artillerieregiments kommen nach Lan—
dan, 4 Fußbatterien des 4. Artilleregimeuts nach Gesr⸗
nersheim.

München, 16. Mai. Nach einer Depesche anus Berlin hat
das Zollparlament heute den Steuersatz der Tabakssteuervorlage
12 Thlr. per Morgen) abgelehnt, dagegen den von Twesten vor—
zefchlagen Satz von 6 Thlr. per Morgen angenommen.

Aus dem Westrich, 16. Mai. In Betreff des Vermö—⸗
zens der Widerspenstigen und Deserteure hat die Regierung der
Pfalz Kammer des Inunern und der Finanzen, eine höchst wichtige
Fntschließung ertassen, welche im Auszuge also lautet:

Nach dem Heerergänzungsgesetze von 1828 Art. 81 und ff.
stand die Verwaltung und Nutznießung, nach Umstän—
den auch das Eigenthum des mit Beschlag belegten resp.
onficirten Vermögens der Widerspenstigen und Deserteure den
Vemeinden zu und hatten diese Verpflichtung aus dem beschlag⸗
iahmten Vermögen die darauf haftenden Lasten und Kosten zu
zesireiten. Anders gestaltet sich aber die Sache nach Art. 90 und
92 des Wehrverfassungsgesetzes vom 1. Februar 1868, welches den
Nutznießungsrechte der Gemeinden keinen Raum mehr giebt und
dieses Recht, selbst wo es zur Zeit besteht, abufhebt, indem dort
zerfügt wird, daß das mit Beschlag belegte Vermögen nach Tilg—
ung der darauf ruhenden reducirten Lasten an die Berechtigten
herauszugeben ist. An die kgl. Bezirtsämter beziehungsweise
m die Gemeindeverwaltungen ergehen daher folgende normirende
Leifungen:

1) Sind aus dem Vermögen eines Widerspenstigen oder
Deserleurs alle nach 83. 81 und 83 des alten Gesetzes darauf
iastenden Verpflichtungen erfüllt, so bleibt die Gemeinde in der
Rutznießung des Rechtes bis zum 1. Februar 1868 und hat den
Rest mit den von da an gezogenen Zinsen oder Früchten heraus—
zugeben, und die Beschlagnahme für aufgehoben zu erkkaäͤrer. —
Besteht bei Deserteuren der in den Händen der Gemeinden be—
indliche Rest in cofisscirtem Vermögen (4J 83 Abs. 1 des alten
HBesetzes,) so bleibt dieser Rest Eigenthum der Gemeinde.

2) Sind aus dem Vermögen eines Widerspenstigen vder De
jerteurs nur die im Art. 90 des neuen Gesetzes anfgeführten
dasten gedeckt, so ist ebenfalls unter Aufhebung der Beschlag—
nahme der Rest des Vermögens herauszugehen

3) Ueberall, wo die im Art. 90 des Gesetzes aufgeführten
Lasten noch nicht aus dem beschlagnahmten oder confiscixien Ver⸗
mögen gededt sind, sind sie zu decken und ist sodann der Beschlag
aufzuheben und der Rest herauszugeben.

4) Die durch die Gemeinden zu bewerkstesligenden Heraus—
jaben sind an die Widerspenstigen oder Deserteurxe, gleichviel ob
»egnadigt oder nicht, oder an deren gehörig legitimirte Erben,
Bevollmächtigen und Rechtsinhaber zu leisten.

Dienstes⸗Nachrichten.

Seine Majestät der König haben Sich allergnädigst bewogen
zgefunden: unterm 13. Mai l. J. Lauf die zur Zeñ erledigte
Directorstelle bei der Kammer des Innern der Regierung von
duterfranken und Aschaffenburg den bisherigen zweilen Director
derselben Kreisstelle, Wilhelm Heinrich Christian v. Buchuer, vor⸗
rücken zu lassen, und zu verfügen, daß von der Wiederbesetzung
der sich hiedurch eröffnenden zweiten Directorstelle Umgang genom—
men werde; 2. den Bezirksarzt II. Klasse Dr. Georg Ste—
phan zu Lauterecken auf die Bezirksarztens-Stelle J. Klasse zu
Marktheidenfeld, seiner allerunterthänigsten Bitte entsprechend,
zu versetzen.

Berlhin, 15. Mai. Zollparlament. Tagesordnung: Vor⸗
erathung über die Tabaksteuervorlage. Es werden Abänderungs-
inträge von Runge, Hagen, Krieger, Fabricius Twesten und
Schleiden eingebracht. Zur Generaldebatie haben sich 35 Redner
zegen die Vorlage gemeldet. Gumbrecht erklärt sich sür die Vor—
lage und sagt die Erhöhung einer Productionssteuer vermindere
den colossalen Tabakschutzjoll. Der Entwurf sei ein Compromiß
der Regierungen, dem man nicht schroff entgegentreten solle. Er
Übt den directen Steuen den Vorzug. Der Tabak sei das beste
Object zu directer Besteuerung, weil er bis jetzt in Deutschland
geringer als in England und Frankreich besteuert sei. Weber
'pricht gegen die Vorlage und bemerkt, der Gesetzentwurf erhöhe
»en Schutzzoll, statt ihn zu vermindern. Metz spricht gegen die
Vorlage. Die Steuer ohne Rücksicht der Qualität des Tabaks
hedrücke nur den ärmeren Mann. Sie sei unklug, weil sie einen
ohnehin schon bedrängten Theil Deutschlands belaste. Die An—
iahme wäre ein moralischer Nachtheil, welcher nicht durch Mil⸗
ionen gut zu machen wäre. Wedemeher spricht für die Vorlage,
indem dieselbe einen Artikel besteuern wolle, welcher nur ein Luxus
und eine schädliche Gewohnheit sei. Der Bundescommisssär NMi—
haelis führt aus, die Steuerverträge und die Zoller träge müßten
Schritt halten mit der Entwickelung der Bevölkerung. Die Ta—
cifssermäßigungen betrügen schon 5 Mill. Von allen besteuerungs-
fähigen Gegenständen sei der Tabak am wenigsten besteuert.
Schlöer spricht füt die Vorlage. Bebel dagegen. Bei Errichtung

des Nordbundes habe man eine Verminderung der Lasten in Aus—
sicht gestellt und nun bringe man den Süddeutschen als Morgen—
gabe eine Mehrbelastung. Schleiden spricht für, Cramer gegen
die Vorlage, worauf der Schluß der Generaldebatte statifindet.

— Gestern Abend hat hier eine zahlreich besuchte demokra—
tische Volksversammlung stattgefunden. Die Debatten waren theil⸗
velse sehr stürmisch. Als Hauptredner betheiligten sich in der—
elben die Zollparlaments-Deputirten Kolb, Oesterle, Freiesleben,
Liebknecht und Bebel. Die Versammlung beauftragte schließlich
das durch süddeutsche Abgeordnete verstärkte Comite, das die Ver—
ammlung berufen hatte, mit der Ausarbeitung eines demokratischen
Zrogramms. — Heute fand die Unterzeichnung des Vertrags mit
Lübeck über dessen Eintritt in den Zollverein statt. Lübeck erhält
ein zoslvereinsländisches Hauptzollamt, Weintransitlager und Frei—
lager für das nordische Geschäft, endlich laufende Conti.

Berhin, 16. Mai. Gegenüber englischen und deutschen
Zeitungsmittheilungen, daß große Truppenzusammenziehungen resp.
debungen in der Nähe des Main, demnächst stattsinden sollen,
st zu constatiren, daß nur gewöhnliche Divisionsübungen statt—
finden werden, wonach auch eine Königsreyne über zwei Armee—
orbps nicht zu erwarten ist
        <pb n="240" />
        Wien, 15. Mai. Das Unierhaus genehmigte heute den
deutsch⸗osterreichschen Handelsvertrag. In Abgeordnetenkreisen wird
zersichert, der Schluß des Reichsrathes werde in der zweiten
Hälfte des Juni erfolgen.

Vrag, 16. Mai.“ Gestern schon fand ein großer Zufluß
yon Fremden zur heutigen Theaterfeier statt. Auf der Schützen⸗
insel haben sich die lärmenden Auftritte vom lezten Montag wie—
derhoit; das czechische Publicum störte durch Pfeifen die Vorträge
der Militärmusikcapelle und sang, als diese cjechische Lieder zu
spielen sich weigerte, das Hej. Slovane; die Capelle sah sich zum
Abzug gezwungen. JInzwischen ist der heutige Festzug ohne Stö⸗
tung vor lich gegangen. Viele Tausend Personen, darunter der
Staithalter und die deutschen Mitglieder des Landesausschusses,
zelheiligten sich an demselben; er dauerte dritthalb Stunden und
zestand aus berittenen Banderien aus allen Theilen des Landes,
den Zünften, den Studenten und anderen; Corporationen. Die
Geistlichkeit war nicht betheiligt.

Pest, 15. Mai. Der Koönig (Kaiser) ist gestern von hier
ibgereist. — Die Deakpartei hat gestern über den Handelsver—
rag mit dem Zollverein berathen und beschlossen, darauf zu drin⸗
jen, daß in dem Vertrag Ungarn als Mitpaciscent genannt werde
Der Handelsminister Gorove hat von diesem Beschlusse bereits den
steichskanzler in Kenntniß gesetzt.

Frankreich.

Paris, 14. Mai. Die natürlich immer kriegslustige
Armee unterhält sich vielfach über eine Anrede des Generals
.Failly, Commandanten des Lagers von Chalons, in welcher u. a.
zesagt ist: „Wir dürfen uns nicht mit den Detailfragen befassen,
sondern müssen uns an die großen Operationen halten,
wie sie für den Krieg angemessen sind.“ An sich haben diese
Worte allerdings nichts Beunruhigendes.

Mit dem Widerstand des Florentiner Cabinets in der tune⸗
sischen Angelegenheit ist man hier sehr unzufrieden, um so mehr⸗
ais man bereits durch die enthusiastische Aufnahme des Kronprin⸗
sen von Preußen arg verstimmt war. Um dies zu fühlen zu
jeben, soll Rom von Neuem besetzt werden. General Dumont
Jat bereits aus Civita Vecchia an den römischen Waffenminister
relegraphirt Räumlichkeiten für französische Truppen bereit
zu halten. —

Das Kaiserpaar will bei der nengeborenen österreichischen Prin-
zessin zu Pathen stehen. Herr v. Metternich ist mit der Verhaud⸗
iung dieser Angelegenheit während seines Aufenthaltes in Wien
beauftragt.

Paris, 15. Mai. Die Unterhandlungen zwischen der
jiesigen Regierung und dem norddentschen Botschafter wegen Be—
seitigung der französischen Ausfuhrvergütung für Eisenwaaren sind
unausgesetzt im Gang. Die Consulate des Norddeutschen Bundes
in Frankreich haben ihre Functionen dereits begonnen. æ

England.“

London, 15. Mai. 48 der augesehensten Firmen der
—A Botschaft. Grafen
Apponyi, ein Gesuch, welches gegen die Besteuerung der in den
Händen auswärtiger Besitzer befindlichen österreichischen Coupons
brotestirt. Die „Times“ bemerkt dazu, daß die Londoner Börse,
o wie manche festländische Börsen elwaige neue Anleihen, die
Desterreich aufnehmen wolle, excommuniciren würden, wenn jenem
Gefuche nicht entfprochen würde. — Die irischen (taatskirchlichen)
Bijchöfe überreichten gestern der Königin eine Adresse gegen die
Aufhebung der irischen Kirche. Der Erzbischof von Canterbury
und viele englische Bischöse waren anwesend. Die Königin ant-
wortete: Sie habe eine Commission zur Untersuchung der irischen
Zirchenzustände ernannt und werde das Parlament sobald dasselbe
über die Untersuchungsresultate voll informirt sei, unzweifelhaft
die geeigneten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der wahren
Religion treffen.
Italien.
Rom, 15. Mai. Der schon seit einiger Zeit kränkelnde
Tardinal d'Andre Murch seinen Wiederruf bekannt) ist heute
Nacht plötzlich gestoxrben.
Türkei.

Belgrad, 14. Mai. Rußland zeigte officiell seinen Ver⸗
zicht auf alle tractatmäßigen Rechte Serbien gegenüber an. Die
stüssen in Serbien werden fortan serbischen Gesetzen und serbischer
Gerichtsbarkeit unterworfen sein. J

Amerika.

In Chicago wurde am 23. April in dem zweiten Stockwerke
jnes Gebäudes eine Fenierversammlung gehalten, welche auf eine
onderbare Weise endigte. Unter den 400 Anwesenden befanden
ich General O'Neil als Präsident und James Gibbons als Vice—
zräsident der Brüderschaft. Auf eine Rede des letzteren folgte ge—

waltiger Beifall, untermischt mit so heftigem Stampfen, daß der
Boden durchbrach und die patriotischen Enthusiasten — alle Irländer
— bis in den Keller des Gebäudes hinabstürzten, wo sie unter
»em Schutt hervorgegraben werden mußten. Ein Mann wurde
getödtet, fünf waren dem Tode nahe und dreißig wurden
erwundet. *

— Der „Alta California“ zufolge geht man in San Fran⸗
isco mit dem Plane um, nach Westfalen und nach den preußischen
stheinprovinzen Agenten zu senden, welche die dortigen Landleute
iber die Vorzüge, welche Californien den Ansiedlern bietet, unter⸗
richteten, resp. zur Auswanderung dahin aufmuntern sollen.

Washington, 14. Mai. (Per Kabel.) Das Repräsen⸗
antenhaus des Congresses hat in geschlossener Parteiabstimmung
zie Bill angenommen, welche die Vertretung von Nord- und
Züd⸗Carolina, Georgia, Alabama und Louisinna im Congrefse
inter der Bedingung wieder gestattet, daß die genannten Staaten
die constitutionelle Ergänzungs acte ratificiren und diejenigen ihrer
Bewohuer nie des Stimmrechtes berauben, welchen dasselbe nun⸗
nehr verlichen ist.

Washington, 16. Mai. Der Senat als Gerichtshof
hat die Verurtheilung des Präsidenten Johnson in Bezug auf den
uerst zur Abstimmung gestellten Artikel 11 der Anklage (durch
dersuchte Verhinderung Stantons, das Kriegsamt zu übernehmen,
und durch Verhinderung der Ausführung der Reconstructionsacte
die Macht des Congresses angegriffen zu haben) abgelehnt. Wäh⸗
rend zur Verurtheilung die Zweidritteismehrheit erfotderlich ist,
ergaben sich für den Ärtikel I1I nur 35 „Ja“ gegen 19 „Nein.“
»er Senat hat sich zur Abstimmung über die anderen Artikel bit
um 26. Mai vertaat.
Vermisfsch—
Zweibrücken, 14. Mai. Die Schwurgerichtssitzungen
ür das II. Quartal 1868 werden am 25. ds. Mis. ihren An⸗
iang nehmen. Präsident derselben ist der k. Apellationsgerichts
ath Molitor und in zwei Fällen, wo derselbe gesetzlich verhindert
ist, die Räthe Schmidt und Zinkgraf. Zur Aburtheilung werden
achstehende Personen kommen: JT. am 25. Mai Johannes Thon
tagner von Bobenheim a. Rh. wegen Diebstahl und 2. Wilhelm
Trautmann, Tagner von Vogelbach wegen Brandstiftung. 3. am
28. Anna Maria Paulus, Dienstmagd von Rohrbach wegen Mord
1. am 27. Ludwig Wolff, früher Einnehmereigehilfe von Oppau
vegen Theilnahme an Amtsuntreue. 5. am 28. und 29. Georg
uppel, Schreiner, dessen Ehefrau und deren Tochter Ehefrau
Franz Schäfer von Berghausen wegen Vrandstiftung. 6. am
29. Jakob Day, Glaser von Fußgönnheim wegen Nothzucht und
7. am 30. Mai Bernhard Amberger, Hufschmied von Rülzheim
wvegen Köorperverletzung.

Annweiller, 14. Ma:. Gestern Mittag zwischen 2—3
Ahr fiel bei einem starken Gewitter ein Wolkenbruch, welcher die
sßemarkurgen Gossersweiler und Völkersweiler, sowie die beiden
Thäler nach Waldhambach und Klingenmünster in der ganzen
Thalbreite überschvemmte. Die Heuernte istgrößtentheils zerstört, in
der Hauckschen Mühle zu Waldhambach wurde der ganze untere
Ztock in Wasser gesetzt. Tische und Bänke schwammen umher.
hdas Vieh wurde aus den Ställen gerettet. Großen Schaden hat
aber die Gemeinde Göcklingen erlitten, weil dort das Wasser nur
wenig Fall hat und deßhalb seinen Schlamm dort ablagerte.

München, 14. Mai. Laut dem abgeschlossenen Ver⸗
drag ist der Bau der Schweinfurt-Meininger Bahn in längstens
5 Jahren zu vollenden. Bayern übernimmt pachtweise den Be—
trieb der Meininger Strecke um 4 Procent des Baucapitals auf
20 Jahre oder laͤnger, wenn keine Kündigung erfolgt.

f Aus Unterfranken wird berichtet, daß heuer dort
der Maikaferflug außerordentlich stark ist. Ein Oeconom, der
eine sämmtlichen Obstbäume auf einem Raum von 25 Morgen
chütteln ließ, bekam mehrerr Tage hindurch täglich drei Wasser⸗
hutten voll Maikäfer.

Worms, 13. Mai. Heute Vormittag wurde hier im
Rheine die Leiche eines schon ältlichen gutgekleideten Mannes ge—
äudet. Man vermuthet, daß es die Leiche jenes Kaufmannes
nus Mannheim sei, welcher sich in voriger Woche von der dor⸗
igen Schiffbrücke aus in den Rhein stürzte und auf diese Weijse
einem Leben ein Ende machte.

F Zur Crinnerung der Enthüllung des Lutherdenkmals in
Vorms (am 24. Juni) wird eine Medaille geprägt. Die
Medaille wird 60 Millimeter im Durchmesser haben, auf dem
Avers das Lutherdenkmal mit der Inschrift: „Hier stehe ich, ich
sann nicht anders, Gott helfe mir, Amen,“ auf dem Revers die
Inschrift: „Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein' gute Wehr und
Waffen,“ und die Unterschrift: „Erinnerung an die Enthüllung
des Lutherdenkhmals in Worms 1868. Entworfen und begonnen

ijdvon E. Rietschel, vollendel von A. Donndorf und E. Rietz.“
        <pb n="241" />
        Die Medaille, modellirt von dem Hofmedailleur Ch. Schnitzspahn
in Darmstadt, wird in Gold, Silber, Bronce und Britaniametall
zusgeprägt werden.

Ein Opfer der Hund swuth. In Weinheim ist
vor einigen Tagen ein entsetzliches, alle Herzen erschütterndes Un⸗
zlück geschehen. Der 14 Jahre 9 Monat alte Knabe des ersten
heamten ist an der ausgebrochenen Hundswuth gestorben. Vor
J Wochen war er durch den Biß eines kleinen kranken Hundes
an der Hand geritzt worden, Obgleich man den Hund nicht ge⸗
cade fur Wuthkrauk hielt, wurde er dennoch vorsichtshalber getöd⸗
tet und die Wunde gebrannt. Alles ging gut und man dachte
aicht mehr daran, als sich mit dem Schluß der 9. Woche heftige
Schmerzen im Arm mit Fieber einstellten. Der Arzt hielt die
Sache für bedenklich und verlangte den Beistand eines berühmten
Brofessors der Medicin von Heidelberg, aber Beide konnten die
iefbetrübten und entsetzten Eltern nur auf das Schrecklichste vor⸗
zereiten. Ein trauriges Glück war, daß der Wuthausbruch nur
einige Stunden währte, dann trat Abspannung und der Tod ein.
Der unglückliche Kaabe hatte dabei Anfangs noch volles Bewußt
ein, so daß er seine Eltern selbst warnend bat, ihm nicht zu
nahe zu kommen.

fElversberg, 14. Mai. Die Saar⸗- und Blies⸗Zei—
lung“ berichtet: Seit ein paar Tagen macht ein Mann viel
von sich reden, der in einer hiesigen Wirthschaft im Zeitraum von
anderthalb Stunden 116 — sage und schreibe einhundert sechs⸗
zehn — Glas Bier vertilgt hat, ohne daß seine Gesundheit Scha—
den gelitten haben soll. Wie er seinem angespannten Bauchreifen
Linderung verschafft, haben wir nicht erfahren. Es ist nur gut,
daß es nicht viele solcher Leute gibt, sonst reichten die Wirthschaf⸗
ten, deren wit hier und in der Umgegend in ziemlich befriedigen—
der Menge haben, nicht mehr anu gg.

F In Offenburg (Baden) wurden bereits vor 8 Tagen die
ersten reifen Kirschen zu Markte gebracht.

Hessische Grundrentenscheine befinden sich noch in großer
Zahl im Verkehr. Dieselben verlieren vom 1. Juli d. J. an
die Eigenschaft als Zahlungsmittel und werden später bis zu
zinem noch bekannt zu machenden Termin noch bei der' hessischen
Ztaatsschuldentilgungscassa eingelösst.

Der Erfinder der LigroinesLampe, S. Reisner in Wien,
derfertigt derartige Dochte, vorläufig nur- für Flachbrenner be—
timmt, die an der Spitze ein viereckiges, wie es scheiut in Wachs
zetochtes Stück Asbest tragen. Ein solcher Docht soll ein ganzes
Jahr dauern, die Flamme intensiver machen, keinen Rauch oder
üblen Geruch erzeugen, und braucht nicht geputzt und beschnitten
ü werden.

Den ausschließlichen Verkauf dieser Dochte für Deutschland
hat die Firma Simon und Cie. in Berlin (Linden 19) übernommen.

F VMian berichtet aus Znaim: Die hiesige Buchdruckerei
d e. .., welche sich seit einer Reihe von Jahren mit der Heraus—
zabe und dem Druck von Mord- und Brandgeschichten befaßt,
zab sofort nach der bekannt gewordenen Affair Chorinsky-Eber—
zenyi einem ihrer Verseschmiede den Auftrag, die Gefchichte des
Mordes der Gräfin Choriusky sammt den nothwendigen Zuthaten
in Reime zu setzen. Der Leibdichter der genannten Druckerei kam
diesem Auftrage pünktlich nach und vor Kurzem wurde die grau—
ige „Mordgeschichte“ in etwas holperigen Verse sowohl in deunt—
scher als böhmischer Sprache dem Verleger übergeben. Um die—
er „Mordgeschichte“ jedoch größeren Absatz zu sichern, wurde be—
schlossen, das Bild des Grafen Gustav Chorinsky auf der ersten
Seite anzubringen. Unglücklicherweise war jedoch der Xylograph
der Druckerei zu sehr von anderweitigen Arbeiten überhäuft und
konnte das Bild Chorinsky's nicht anfertigen. Dichter und Ver—
eger halfen sich jedoch schnell aus dieser Verlegenheit; statt des
Konterfeis des Grafen Chorinskh wurde das Bild des Raub—
mörders Birringer, welches noch immer brauchbar war, auf das
Titelblatt gedruckt, und nun prangt Raubmörder Birringer's
PLortrait mit der Unterschrift: „Graf Gustav von Chorinsky“
an der Spitze.

fStettin 15. Mai. In Stahlbergs Brennerei Ober

wieck, sowie in Rückforths-Radloffs Brennerei brach Feuer aus,
wobei bis 122 Meillionen Quart Spiritus verbrannten. Bei dem
zroßen Feuer sind zusammen acht Grundstücke abgebcannt. Ein
Menschenleben ist zu beklagen. Der Branddirector ist lebe isge—
jährlich und der Eisenbahnbaumeister schwer verwundet. Der
Schaden wird auf eine halbe Million Thaler geschätzt.
FParis, 10. Mai. Im Hause des hiesigen Bankier?
xkoönigswarter ist dieser Tage eine blutige Scene vorgefallen. Ein
alter deutscher Kammerdiener verliebte sich leidenschaftlich in eine
unge Engländerin, Kammerjungfer der Frau Koönigswarter. Letz
ere beklagte sich bei ihrer Herrschaft über die Zudringlichkeit des
Alten, welchen endlich Herr K. kommen ließ und zur Rede stellte
Der Kammerdiener verließ mit einer trotzigen Antwort das Zim⸗

mer seines Herrn, stieß vor demselben auf die Engländerin, zog
einen Revolver schoß ihr eine Kugel in den Leib und eine zweite
sich selber durch das Herz.

FParis, 10. Mai. Ueber einen meuchlerischen Ueberfall
einer Schaluppe des franzosischen Kriegsdampfers Dupleix“ in
Japan bringt die „Patrie“ das Nähere: Jene sollle den Com⸗
nandanten der französischen Schiffsstation in China sowie den
ortigen Generalconsul vom Land abholen, und legte zu diesem
Zweck im kleinen Hafen von Sakai, unfern Osaka bei. Da die
Bevölkerung sich ganz ruhig und friedlich zeigte, ketteten die Fran—
osen ihre Schaluppe an den Quai. Während der nächstfolgenden
Stunden mehrten sich am Ufer die neugierigen Japanesen; sie
achlen mit Denen im Schiff und gaben ihnen sogar Obst und
duchen. Dadurch sicher gemacht, stiegen der Quartiermeister Le—
noeur und der Mechaniker Durel an's Land, thaten jedoch nur
venige Schritte, als aus einem Hinterhalt gegen 100 Bewaffnete
ie anfielen und in die Stadt zu zerren suchten. Beide Franzosen
rissen sich los und flohen, verfolgt von Flintenschüssen, in die Scha⸗
suppe. Die Bewaffneten verscheuchten die Zuschauer am Ouagi,
und feuerten fortwährend auf das Schiff, bis darin Riemand
nehr ein Lebenszeichen gab; hierauf zogen sie eilig ab. Inzwi⸗
ichen hatten doch 7 Mann, darunter 6 schwer verwundet, ein
Versteck zwischen der Schaluppe und einem daranliegenden Fahr⸗
eug gefunden. Der allein underwundete Maschinist Durel half
nit großer Geistesgegenwart denselben nach und nach in die Scha⸗
uppe, kettete letztere los und steuerte, da die Maschine durch die
Flintenschüsse beschadigt war, mit einem Nothsegel aus dem Hafen
zum „Dupleix“ zurück. Es war hohe Zeit, denn die bewaffneten
Japanesen waren eben mit Brandstoffen zur Zerstörum des
AV
2 lagen rettungslos darnieder, so daß Durel fast allein von der
xxpedition übrig blieb.

f Am 18. August dieses Jahres tritt eine Sonnenfinsterniß
ein, welche durch glückliches Zusammentreffen der Umstände zu der
wichtigsten wird, die jemals die historischen Zeiten gesehen. Sie
oerspricht die ergiebigste für die Wissenschaft zu werden, wenn
es nicht verabsäumt wird, ein Natur⸗Phänomen in rechter Weise
zu benutzen, das sich jedenfalls im Laufe der nächsten Jahrhun⸗—
derte in so glänzendem Grade nicht wiederholen wird. Wegen
ihrer großen Erdferne am 18. August erscheint der Durchmesser
der Sonne verhältnißmäßig klein; dagegen ist der Mond in größ⸗
ter Erdnäne und sein scheinbarer Durchmesser daher bedeutend
zroß. Außerdem ist der Mond im aufsteigenden Knoten seiner
Bahn, so daß der Schattenkegel über den Aequator der Erde läuft,
uind somit die Zeitdauer der Finsterniß wesentlich verlängert wird.
Dieses Zusammentreffen günstiger Umstände bewirkt, daß die to⸗
tale Verfinsterung eine Zone von 2000 Meilen Länge und 80
Heilen Breite einnimmt; ihre Dauer steigt bis auf 6 Minuten
50 Secunden, eine Zeitdauer, wie sie gleich groß in geschichtlichen
Jahrtausenden nicht vorgekommen ist und in allen berechneten
rinsternissen nächster Jahrhunderte nicht statt haben wird. Die
totale Verfinsterung tritt kurz nach Sonnenaufgang auf der Insel
Perim und in Aden ein; durchzieht im Laufe des Vormistags
Vorder-Indien, erreicht Mittags Tenasserim, wird Nachmitttags
in Anam, dann auf Borneo, Celebes und vielen Juseln aus der
Zruppe von Molukken sichtbar und gelangt endlich gegen Abend
nach New⸗-Guinea.

, In Nordamerika besteht seit einiger Zeit eine ge⸗
jeime Geheime Gesellschaft Kuk⸗Klux⸗Klau⸗Orden, welche sich die
derstellung des füdlichen Rebellenstaates mit allen möglichen
Mitteln, erlaubten und unerlaubten, zum Zweck gemacht hat.
Durch die Verhaftung einiger Mitglieder und Leiter dieses Re—
bellen-Ordens sind auch dessen Sazungen in die Hände der Ju-
stiz gefallen. Ihre Logen heißen „Höhlen“, ihre Großloge „ober⸗
ter Cyklopenrath“, ihr Großmeister „Großcyklop.“ Als die Po⸗
lizei in die eine Höhle eindrang, fand sie auf dem Tisch in der
Mitte der Halle einen Todtenschädel, dessen die Geschworenen bei
der Eidesleistung bedürfen. Ju den Staluten ist klar gesagt, daß
der Zweck des Bundes dahin gehe, den Süden mit allen Mitteln
zu schützen, „wäre es auch durch Mord,“ und der Schwur sei
jethan, „sich durch Nichts von der Verfolgung dieses edlen Zweckes
abschrecken zu lassen.“ Beim Eintritt in die Loge erwirkt ein
„weimaliges Klopfen und die Losung: „Unser Vertrauen ...“
den Zulaß. Die Schildwache von innen antwortet auf die er⸗
vähnte Parole mit dem ergänzenden Zusaz: ... ruht in Gott!“
Bei der Eidesleistung halten alle auwesenden Mitglieder einen
—X
»abei, falls er zum Verräther werde, in unnachsichtlich zu tödten.
Der neue Bundesbruder selbst legt die Hand auf den Todtenschä⸗
»el, und gelobt, das Geheimniß des Kul-Klux⸗Klau weder durch
Jeichen, Wort noch That je zu verrathen. „Thue er es doch“
— so lautet die Formel — „so möge sein eigener Kopf wie
        <pb n="242" />
        dieser grinzende Schädel werden; seine Familie und seine Nachkom⸗
menschaft moge der Ehrlosigkeit verfallen und sein ei sener Name
»er von Hunden u. H... sein.“ Was der Großclyklope be⸗
fiehlt das verspricht der Aufgenommene ohne Weigerung auszu⸗
führen. Er schwört „unter allen Umständen echte Treue dem
Süden und seinen Interessen, so wie sie der Oberste Cyklopenrath
auslegt,“ und weiter, daß „alle Radikalen und alle Neger, die
sich den Interessen der Grundeigenthümer von Tenessee widersetzen
auf immer als Feinde betrachtet werden sollen, und daß ihnen
lein anderer Willkonnn werden soll, als ein gastliches Grab, zu
dem ich ihnen mit blutiger Hand verhelfen will.“. .Es liegt
auf der Hand, daß es Pflicht der Unionsregierung und aller recht⸗
chaffenen Unionsbürger ist, diese Mordbande auszurotten.
Landwirthschaftliches.
Esparsette für Bienen. Schon vor einigen Jahren
wurde in einem württembergischen Wochenblatte die Cultur der
Esparsette für Bienenfutter wärmstens empfohlen, diese Empfehl—
ang scheint aber bis jetzt, trotz dem immensen Ertrage, den die
Bluͤthen dieser Pflanze bei guter Witterung an Honig abwerfen, noch
venig Würdigung gefunden zu haben. Zufolge Versicherung des Hrn
Pastor Stein in Riedersulsheim, der viel Esparsette für diesen

Zweck baut, soll ein starker Schwarm an einem sch önen Tage
21 Pfd. Honig, ein anderer der vier Tage vorher in einen neuen
Stock gesetzt worden, in dieser, so sehr kurzen Zeit 60 Pfd. ein⸗
zebracht haben. Der Esparsettehonig ist weiß, hat einen feinen
aromatischen Geschmack und soll in einigen Tagen, nachdem er
ausgelassen, so fest sein, daß er nicht mehr fließt. Außer diesen
für die Bienenzucht so sehr ins Auge fallenden Vortheilen hat der
Anbau der Esparsette für die rationelle Landwirthschaft wohl noch
zrößeren Werth, und zwar in Bezug auf Verbesserung des Bo—
dens.“ Esparsette auf ein Brachfeld gebaut und nach der Be—
mtzung der Vlüthen zum Bienenfutter auf demselben umgeackert
ind somit dem Boden als Dünger überlassen, trägt wesenilich fast
mehr noch als Klee, Lupinen und Buchweizen in gleicher Weise
derwendet, zur Erhöhung des Bodenertrages bei. Die Aschenana⸗
ysen dieser Pflanze zeigen einen sehr großen Gehalt an Kali⸗ und
ohosphorsauren Salzen, die durch die tiefstrebenden Wurzekn der
Esparsette aus dem Untergrunde bezogen werden. Nach der Ver⸗
wesung der Pflanze im Boden sind diese Salze in einem leicht
löslichen Zustande in der oberen Ackerkrume zurückgeblieben, und
hieten somit jeder Culturpflanze zur ihrem Wachsthume reichlichste
Nahrung.
Bekanntmachungen.

Donnerstag, den 21. Aai (Christikewrielfahrtstag
Grosses Concert

in der Gartenwirthschaft des Herrn Eberhared.
ausgeführt vom Sulzbacher Instrumental-Verein.
* w Unter Leitung ihres Dirigenten I
Herrn C. Blancke.
PFOSFAMmMm:
J
—E—
Nr. 1. „Jeh bitt' Euch liebe Vögelein“‘ G. Marsch v. Zikosf.
2. „Ouverturo“ zur Oper ,„Freischutz“ v. O. M. v. Weber.
3. „Frühlings-Grüsss“ Walzer v. Strauss. J
4. „Arie“ aus der Oper „Belisar“ v. Donizetti. J
IE. THhesl.
5. „Otnss an die Süheiseche Schweiz“ FPantasie v. Fieodler.
6. „Ottilien Polka“ v. Secat.
7. „Finale und Ohor“ a. d. Oper, Imereci-Borgio“ v. Donizetti.
8. „Marohen aus schöner Zeit“ Wal⸗-er v. Faust.
III. ThæeiI.
9. „Potpourri“ a. d. Oper „Martha“ von Fr. v. Floton.
10. variationen uher das „Fuchslied“ von Souppè.
„11. .Jagerslust“ Galopp von Riede. —
, 12. „Der alto Dessauer“ Marsech mit Trompeten Posten v. Fürst
seopold v. Dessau.
Abends 8 Uhr: Feuerwerk mit bengalischer Belenchtung.
werden zwei .. utr
ee Anfaug 3 Uhr. Eutree 9 Kreuzer.
— R”chuhma⸗ his — fl. — tr. per 100 Kilo. Hafer
er⸗Gesellen gegen guten 5 fl. 30kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Zohn und dauernde Beschäf- Mehl per Partie 14 fl. — kr. bis — fl.
igung bei Jak. Schanne tr. Noggenmehl 14 fl. — kr. bis — fl.
in Schnappbach. — kr. Roggenvorschuß 14 fl. — kr. bis
— ——— — fl. — kr Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
Zur Reperatur und An⸗ — fl. —kr. Blumenmehl. 19 fl. — kr.
— fertigung von Feuerwehr- zis — fl. — kr. per 70 Kils., Reps
Helmen, sowie zum auspressen von — fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85
Flammen- und Löwenköpfen em⸗ Kilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. — kr. bis
Ffiehlt sich bestens Blechschmied Baumann. — jl. — kr. Leinöl ohne Faß — fl.
— — — fr. bis — fl. —kr. Mohnol ohne Faß
orms den 14. Mai. — fil. — kr. bis — fl. — kr. per
Wir notiren heute: Weizen 15 fl. — kr. 150 Kilo. Repskuchen — f. — kr. bis
zis 16fl. — ir. Roggen 18 fl. — kr. — fl. — kr. Vranntwein 31 fl. 30 fr.
zis — fil. — tr. Gerste 10 fl. — kr. bis — fil. — kr.
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Deme zin St. Inabert.

— — — —
        <pb n="243" />
        — 32B—
der S t. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienbrag, Donner 2144
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Jeil⸗
— D— — Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 61 — — — g * 1868.
— üö⸗ — — — — —
Deutschland. den Zogrergtas fut 1868 abgestimmt und die Erfordernifse
Münchem, 19. Mai. Die „„Süddeutsche Presse“ meldet des Hofetats, Reichsraths, Staatsralhs, Rinisterraths, sowie die
yfficiös, 3 unbestimmt sei, wann der Zun ð —* nach Ansätze für die Ministerien des Innern, des Cultus und Unter⸗
Kissingen gehen werde. Im Falle dies geschehe würde keinesfalls kichts des Finanz und des Handelsministeriums, endlich die Eri—
der Gebrauch einer Kur die Veranlassung geben. Dasselbe Blatt genz filr die ostasiatische Erpedision unverändert angenommen.
cheilt ferner mit, daß die russische Kaiserfamilie Kissingen be— Pesth, 18. Mai.Die Ernennung des Generals Klapka
juchen werde. um Landesvertheidigungsminister soll nun wirklich beborstehen.
München 19. Mai. Mit Hinsicht auf die Bestimmung 5 Der Hader und die Unzufriedenheit unter der Bevöller⸗
des Wehrverfassungsgefetzes: Wer seiner allgemeinen Wehrpflich; ung Böhmens nimmt immer mehr überhand. Der Antagonis-
zum Dienfte in der actiben Armee noch nicht Genüge geleistet hat, nus der Czechen und Deutschen im Lande tritt immer feindlicher
harf ohne Erlaubniß der Militärbehoͤrde zur Verehelichung. nicht and heftiger. selbst bei den geringsten Kleinigleiten hervor und
zugelassen werden“, sind vom Kriegeminisier folgende Verfugungen »erhindert jegliche gedeihliche Entwicklung. Ueber jede Maßregel
geiroffen wordhen::: der Regierung, welche die Deuischen erfreut, schreien die Czechen
I) Verehelichungsgesuche der in der activen Armee wirklich dit wildem Grimme, und ebenso ist es auch umgekehrt wieder der
eingereihten und daher in den Listen der Abtheilungen gefuͤhrt Foll.“ Selbhst bis auf die Anlage von Eisenbahnen und Chausseen
verdenden Wehrpflichtigen einschließlich der Ersatzmannschaften und andere derartigen gemeinnittzigen Anstalten erstreckt sich diese
l. Classe sind nur dann in Prüfung und Würdigung zu nehmen ee e —XX —
* 4 * 21242 9 o nü c a
Wedn Pene fut Derehellhungen militäristhen Rorxmen genügt t —B ——
2) Den der Ersatzmannschaft 2. Classe angehörigen Wehr⸗ Zohmen eine gleiche erceptionelle Stellung zum übrigen Kaifer⸗
oflichtigen ist die Verehelichung nach bürgerlichen Notmen aus- daat einnehmen solle, wie solche Ungarn sich glücklich errungen
nahmsweise zu gestatten, wenn Verhältnisse obwalten, welche wä- jat. Die Auswanderung der Deutschen aus Boͤhmen nach Ame⸗
ren sie bereils vor der Einreihung gegeben gewesen oder zur Gel- rika nimmt immer größere Progressionen an und auch hierdurch
tung gebracht worden, die zeitweise Vefreiung von der Wehrpflicht erleidet das Deutschthum des Landes von Jahr zu Jahr bedeu-
begründet haben würden. (Zeitweise befreit don der Wehrpflicht lende Einbußen.
ist belanntlich der Sohn einer Familie, welcher dieselbe durch 79 vee ean ae “ 3 — r
ß ej ä g e
e 88 so daß sie außerdem der Armenpflege zur Lah— Festrede, welche Sladowstky gehalten, wurde natürlich die Scla⸗
z) Aus der Erlaubniß der Militärbehörde zur Verehelichung *erei betont, in der dig czechische Nation machte, aber auch die
können Ausprüche weder auf Pension noch auf irgend eine sonstige doffnung auf bessere Zeiten und namentlich auf die baldige Krö⸗-
Unterstützung aus Militärfouds und Kassen für die Relicten der uung des selbstständigen Königs von Böhmen ausgesprochen. Der
sich veredelichenden Ersatzleute 2. Elasse nicht abgeleitet werden, Statthalter hat nicht, wie im gestrigen Telegramm erwähnt wurde
wogegen die ihnen durch das Gefetz auferlegten Verpflichtungen der Feier beigewohnt. Abends fanden Volksbelustigungen statt.
unverändert fortbestehen. * J Frankreich.
4) Die Justruirung der Verchelichungsgesuche von Ersatz⸗ Paris. 16. Ma'. Das Journal de Paris“ will wissen
nannschaften 2. Classe hat bei den einschlägigen Landwehrbezirks. »aß in gewissen gouvernementalen Kreisen man mehr und mehr
rommandos zu geschehen, von wo fie durch das Brigadecommando berzeugt ist, daß die allgemeinen Wahlen für Erneuerung des
»em betr. Generalcommando zur Bescheidung in Vorlage gelangen. Besetzgebenden Körpers im September oder October slatihaben
Müuchen, 20. Mai. Der König hat die Veranstallung verden. — „France“ dementirt die Zeitungsnachricht, daß die
einet außerordentlichen Feierlichteit in sämmtlichen Kirchen und ranzöfische Besatzung des Kirchenstaates verstärkt werden soli. —
Synagogen des Königreichs zur Feier des fünfzigjährigen Beste- Fürst Metternich wirde heute Abend in Paris zurückerwartet. e
jens der bayerischen Verfassungsurkunde angeordnet. Paris 18. Mai. Der Moniteur bringt einen Bericht aus
eee Dienftes· Nachtichten. Japan vom 26. März worin Näheres über die wegen Ermor—
28 3*dung franzosischer Malrosen japanischerseits ertheilte Genungthu⸗
Die erledigte Stelle eines Präfecken und ersten Lehrers am mng gemeldet wird. Eilf Morder wurden am 16. Matz in Ge⸗
hrotestantischen Schulseminar zu Kaiserslautern ist dem bisherigen genwart des französischen Fregattencapitäns hingerichtet, worauf
Haupilehrer an der dortigen Präparandenschule, Johann Thomas dieser der Hinrichtung der neun anderen Missethäter Einhalt zu
März, in provisorischer Eigenfchaft verliehen worden. hun bat. Am 17. März erschien der. Minisier der auswärtigen
— Berlin, 19. Mal. Gollparlament.) Nach Erledigung Angelegenheiten des Mikado an Bord der „Venus“ und lud,
riniger rückständigen Wahlprüfungen wird der Handelsvertrag mü nachdem er die Entschuldigungen seiner Regierung vorgebracht,
dem Kirchenstaat ohne Discufsion angenommen und sodann in! den französischen Gesandten ein, nach Kioto zum Milkado zu kom⸗
hdie Vorberathung der Tarifvorlage eingetreteen. mien, um öffentlich den Beweis zu erhalen, daß gegen Frankreich
— Im Hochverrathsoproceß gegen die 22 Hannoveraner durchaus kein Groll vorherrsche. Der französische Gesandte ging
wurde. gestern das Zeugenverhör beendigt. 5... n. Vegleitung des englischen nach Kioto. Diese Audien, welgt
Aus Berlin läßt sich der W. W. telegraphiren: Man ver⸗ isher unerhoöͤrt in Japan war, hat gtoßen Eindruck gemacht.
ichert, daß eige Zusammenkunft König Wilhelms mit dem Kaiser die Entschädigung für die Familien der Ermordeten beträgt
Napoleon und dem Czar Alexander gesichert sei. Als Ort der 150,000 Piaster. 8
Entrevue wird Potsdam genannt; dieselbe foll im Juli oder Aux— Die Ueberreste der hannoverschen Legion werden jezzt
zust stattfinden. — virklich zum Kriege verwendet, und zwar zum Kriege gegen die
Wien, 18. Pal. Der „Wanderer“ meldet. der Erzbischos Maikäfer. Die Legionare müssen sehl nänich die Umgegend von
Haynald sei nach Rom gereist, um dort zu erklären, daß der Amiens den Maikifern säubern. (Würde sich der Konig
aiser Angesichts der weränderten staatlichen Verhältnisse nicht um- Beorg nicht dazu verstehen, die Insel Sardinien durch seine Le—
zin könne, die sogenannten Religionsgesetze zu sanctioniren; und zionäre von der schrecklichen Heuschreckenplage zu befreien 7)
ie „Oesterr. Corresp.“ berichtet, daß die Publication dieser Ge. — Die „Patrie“ bringt einen Artikel über den Stand der
etze bereits morgen oder übermorgen erwartet werde und Herr zacten, aus welchem hervorgeht, daß die Ernteaussichten in ganz
. Meysenbug seine Reise nach Rom am Ende der Woche antre⸗ zrankreich ausgezeichnei sind sowohl für das Gelreide, ais jur
en werde. — Im Unterhaus des Reichsraths wurde heute über zie Runkelrüben und die Kartoffeln.Auch die Weinernte schein
        <pb n="244" />
        en von dem Einkrag, den Fröste in einzelnen Districien aus Berlin nach München zurüdgekehrt. Der „Volks bot“ X
Weee gethan haben, 5 z werden. 8 en es demselben auch iher gar nicht, daß der Wahlbezirl
7
F RM X.. 4 4 ertreter in Berlin hat, und hat
A xen 7 Noai. Betichte qus Rom cheilen mit, daß sandlungen des Zollparlaments nehmen auch in Abwesenheit des
eine beträchtliche Kn zahl franzosischer Soldaten in Momwuer Grafen. von dessen parlamentarischer Thätigkeit ohnehin noch kein
dem Vorwande andekommen ist, die Beurlaubten zu ersetzen. Slerbenswoörtchen laut wurde, ihren Verlauf. Freilich, wenn so
Donanfürssenthümer. inem Fortschrittler, einem Crämer von Doos z. B., die Schwie⸗
Bukartest, 183 Mai. In Folge des Bekanntwerdens zertochter mil einem andern durchgebraunt ware, wie es die Grä-
her Roke des dsierreichischen Genralconfuls an Golesco verlangte in Arco wit dem Flügeladjutanlen Frhrev. Künsberg gethan
der Seuat bdie Vorlage bet ganzen biplomatischen Corresponden; und dieser fottschritiliche Vater käme aus dem Parlament zurück
mit dem Auslande und bereitet ein Mißtrauensvotirme gegendie um den nichtadeligen Scandal auszugleichen, das wäre Wasser
Regierung vor, weil die Landeswürde verletzt und dig guten Be⸗ auf die Mühle des Volksboten gewesen, aber so — ja Bauer,
ziehungen zum Auslande geslört seien. αι das ist was ganz anderes.
merika. Innsbruck 14. Aeey en ecree 8
New⸗York, 17. Mai. Aus Mexico wird gemeldet; Der ichten über einen gewaltigen Wehrbruch hierher. welcher schon
—RXI —— die Todesstrafe ab. — Veractuz geht dag Ge⸗ eit etlichen Tagen die schoͤnsten Felder von Prut auf der sogn—
nht d der Haupistabt fei eine Revolution gusgebrochen und dulla — dem Schlachtfelde von 1708 und 1800. verwüsiet.
Juarez sel emflohen. Zroße Fichtenstͤmme rücken aus dem Dullawalde, auftecht daher
— ⏑— ommend, vorwärts, und neigen sich erst zu Boden, wo die Wehr⸗
trömung das weikere Feld gewinni,Viele tausend Klafter der
schönsten Aecher und Wiesen sind bereits vernichtet, und immer
noch lösen sich neue Massen Landes, durch das Schmelzen des
Schnees defördett von dem Berg ab, um das Unglück zu ver⸗
zrößern. Die Poststraße ist abgesberrt. Viele Fumilien kommen
in den Bettelstab..—
7Von der Rott,'in Unterbayern, wird der „Pass. Zig.“
von einem alten Landwirth nachstehender Artikel geschrieben, den
vir namentlich unsern Lesern auf dem Lande zur Würdigung
empfehlen mochter? FJe mehr Gewitter, desto fruchtbarer dat
FJahr!“ Das ist ein alter erprobter Satz. Heuer steht die Saat
zrachtvoll, sie berechtigt zu den schbnsten Hoffnungen, aber auch
zie Gewitter sind schon da, um vielleicht in kurzer Zeit die ganze
Freude, die ganze Hoffnung zu zerstoͤren. Der Oelonom zittert
etzt, wenn er eine schwarze Wolke sieht, weil sie ihm Verderben
ringen kann; wenn man ihn aber fragt, ob er versichert sei ge⸗
en Hagelschlag, fo derneint es der großte Theil, weil es eben
elten vorkommt, oder weil et es nicht versteht, und wenn es ihn
aber krifft dieses Unglück, so ist er bei jetziger Zeit auf viele
Jahre ruinirt. „Es wäre Pflicht jedes Geineindeborstehers, daß
r seinen Gemeindeangehörigen die Sache vorttägt, fie aufklärt
ind auffordert, solchen Versicherungs-Gesellschaften beizutreten, in⸗
dem dadurch manches Elend, manche Nokh verhindert würde. Es
jahlt ja der Versicherte von 100 fl. Versicherung nur Jefl. höch⸗
tens 1efl. 15 kr., also für 1000 fl. beträgt die Versicherungs-
umme 10— 12 fl. 30 kr. Trifft ihn ein Unglück, nun so ist er
zesichert gegen Noth, und trifft ihn kein Unglück, so hat er sich
im die kleine Summe Ruhe und Zufriedenheit erkauft, während
er sonst bei jeder schwarzen Wolke Angst und Schrecken
uusstehen mußte. Daher ist es ei den Vorwurf. auf sich
u haben: „Hätte ich ein paar Guͤlden dezahlt, so hätte ich mir
Tausende erspurt.“ Jetzt ist die Zeit, welche am gefährlichsten
ist. Verssiche rt Euch und Ihr seid gessichert. *
(Selbstmord.) Am Monlag wurde in Brühl bei Koln
ine junge Dame beerdigt, welche unter außergewöhnlichen Um—
tänden sich erschossen halte. Die Unglückliche. war die Tochter
eines höheren Forstbeamten in Braunschweig und lebte seit einigen
Jahren in glücklicher Ehe mit einem gut situirten Bergwerksbe⸗
amten. Nach der letzten Entbindung von Zwillingen soll sich ein Milch⸗
ieber und in Folge dessen ein Hang zur Melancholie und Lebensüberdruß
zei ihr eingestellt haben. Von einer Luftveräuderung das Beste
offend, beschlossen die Eltern eine Rheinreise nach dem nahegele.
enen Liblar, wo eine ihrer Schwestern verheirathet ist. Ein
Zaar Tage nach ihrer Ankunft erhebt sich die junge Frau mitten
u der Nacht von ihrem Lager, wirft sich geräuschlos in die Klei⸗
zer ihres Vaters, nimmt dessen mit Schrot geladenes Doppelge⸗
vehr und tritt die weite Wanderung durch den Liblarer Wald
zach dem Brühler Schloßgarten an. Dort fand man sie nach
einigen Tagen in dem hintersten Winkel des sogenannten Eiskellers
xchossen. Die Unglückliche muß lange mit dem Tode gerungen
jaben, da sie nach dem Leichenbefund versucht hatte, die nur von
—AV
fMagdebuctg. Der Redaction der „Magd. Zig. sind
am 15. d. zwei Naturmerkwürdigkeiten zugegangen. Ockonom
Schulze aus Calba q. d. S. übersandte ein vollkonnmen ausge—
vachsenes Hühnerlüken, welches mit noch 9 andern bei ihm aus—⸗
zelommen ist und sich durch vier vollständig ausgebildete Beine
ausgezeichnet. Dasselbe starb gleich nachh der Geburt, während
die andern 9 Kücken leben. — Die andere Naturmerkwürdigkeit
vird aus Gross⸗Möhringen bei Stendal gemeldet und von dem
Ortsschulzen Palm, Ackermann Fr. Nagel, Oekonom Vouis Leß—
mann und Mühlenbesitzer Fr. Krämer daselbst in folgender Form

1

7 Blieskastel bildete sich ein Vorschuß-Verein und hat
Jehufs Tonstituirung desselben am Sonntag eine Versammlung
—X der die Vorstände des gZweibrücker Verein⸗
ingeladen waren. * 23
9* e 21,(Mah) feierte in ihren Localitäten die Ge—
Lschaft Eintracht“ in Kaiserslautern das Fest ihres 26jährigen
Bestehens. J
7 Ju Rhodt starb am vergangenen Sonntag ein dortiger
Buͤrger Ph. Steigelmann, in Folge eines zwei Tage vorher exr—
zaltenen Stiches einer Fliege, die Leichengift bei sich hatte.
Speh ex, 17. Mai. In der dorigen Woche trieb sich
hier ein Individuum, angeblich Reisender für das Haus Schwan
und Cie. in London herum, welcher PPetroleumnachtlichter, beste⸗
hend aus einem Messinghütchen und einem dünnen, mit Schellad
angeklebten Glasröhrchen, theuer verkaufte, unter dem Vorgeben,
diese Nachtlichter seien der Art construirt, daß sie, in Petroleum
gelegt und oben an der Oeffnung der Glasröhre angezündet, so
lange fortbrennen würden, bis das Petroleum gänzlich verzehrt
wväre. Dies hat sich als ein offenbarer Schwindel herausgestellt,
und wir können es nicht unterlassen, das Publikum vor diesem
Schwindler zu warnen. Dieser Nachtlichterverläufer ist mitilerer
Statur, steht im Alter von etwa 34 Jahren und führt ein leder⸗
nes Kistchen bei sich.

Saarbrücken 19. Mai. In diesem Jahre wird wie es
heißt, auch in hiesiger Gegend ein Divisionsmanöver abgehalten
und sollen die Truppen zu diesem Zwecke in der Umgegend von
Heusweiler Lebach und so weiter zusammen gezogen werden.

Von Mainz werden 70 Schützen am Wiener Bundes⸗
schießen Teil nehmen. WB

f In den Gemeinden Budenheim und Gonsenheim am Rhein
hat lezten Sonntag ein Hagelwetter großen Schaden ange—
—XT
fMünchen, 16. Mai. Der Schneider und Söldner Paul
Altschäffl don Loh hatte am Montag den 2. Märzel. In in der
Bahnhof⸗Restaurgtion zu Plattling und im Vorplahe des Bahn⸗
Jofgebaͤudes in Gegewart sehr vieler Fahrgäste und anderer Per⸗
onen über den König, die Staatsregierung, das Steuerzahlen
und dir Gendarmerie laut geschimpft, mit dem Steuerberweigern,
dem Zusammenschlagen t w. gedroht und bei dieser Gelegen
heit fich der Aeußerung bedient: „Es muß jetzt anders gehen;
man hat jetzt schon lange genug bezahlt, jetzt zahlt man nichls
mehr, es muß losgehen, es wird Alles zusammengehaut. Der
Pfarrer in Deggendorf, der ist user Mann, der hat uns auf—
geklärt, der hat's uns gesagt.“ Altschäffl wurde deßwegen in
Untersuchung gezogen und des Vergehens der Majestätsbeleidigung
und der Beleidigung der bewaffneten Macht für schuldig er—
rannt und zu einer Gefängnißsirafe von 1 Jahr 1 Meonat
derurtheilt V

rFMunchen, 16. Mai.EDer Verwaltungsrath der bayer
Oftbahnen hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, einen Theil
der ihm ftatutengemäß zufallenden 10 Procent des Einnahms⸗
ubers husses (der für jedes einzelne Verwaltungsrathsmitglied für
das verftossene Jahr 18,000 fl. beträgt zum Besten der Beamten
und Bedieusteten der Anstalt abzulassen. Wie ich höre, sind es
30000fl., welche als Remnneration unter das Personal ver—⸗
theilt werden, und sollen vorzüglich die äußern Betriebsbeamten
mit erhöhten Beträgen bedacht werden.
7 Tas „Rugsb. Anzbl.“ schreibt: Nach den „neuesten Depe⸗
shen“ ditt der“ Zollparlaments⸗ Aogeordnete Graf Arco⸗-Valley in
Familien-Angelegenheiten (die bekannte Entführungsgejchichte be—
rreffend in Nr. 58 des St. Ingberter Anzeigers mitgetheilt. D. K.)

rermise.
        <pb n="245" />
        verbürge: Der Stellmacher Berz zu Groß⸗Möhringen, einem
Dorfe bei Stendal, hat eine Hündin, welche vor einiger Zeit
Junge geworfen. Berz schaffte die Jungen bei Seite und gewahrtt
daß die Hündin kurze Zeit nachher vielfach unler die Treppe im Hause
frochund daselbst längere Zeit verweilte. Hierdurch aufmerksam gemacht
untersucht er die Stelle und findet bei der Hündin einen jungen
Hasen, welchen dieselbe offenbar auf dem Felde gefangen, nach
Hause gebracht und als ihr Junges angenommen hatte. Sie säug!
den —* und behandelt ihn überhaupt so, als wenn sie eines
ihrer Jungen hätte. .

Schneidemühle, 11. Mai. Eine nicht uninteres⸗
ante Gerichtsverhandlung fand heute statt. Der Gegenstand der⸗
jelben war folgendes Factumt In UÜscz starb vor eiwa neun Jah
ren der Glasmachet Lange. Derselbe hat, wie die Angeklagte
jeine Tochter behauptet hat, auf seinem Sierbebette feiner jetz
noch lebenden Ehefran und seinen sechs Kindern den Rath
aund Auftrag gegeben, seine Leiche nach einiger Zeit auszugraben
and zu befichtigen, und sollte sich finden, daß dieselbe noch nicht
verwest wäre, so sollte man den Kopf von dem Rumpfe trennen
veil er fonst alle Kinder nachholen würde. Seit dem Tode des
dange finde nun nuch nach und kach von feinen sechs nachgeblie⸗
enen Kindern fünf gestorben und von diesen eine Tochter vor
nicht langer Zeit; Eingedenk des Raths und Auftrags des ver⸗
storbenen L. und des Umstandes, daß ihre Schwester vor kurzem
verstorben war, wird die letzte noch lebende Tochter des L. ein
Mädchen von 24 Jahren, von der größten Unruhe und Angsi
und dem Gedanken gequält, daß fie nun auch bald sterben werde
Die ser Gedanke scheint ihr schon zur Gewißheit zu werden, da sie
an Brustschmerzen und Husten waͤhrend des Winters litt. Ein
Mittel bleidt ihr nur übrig wie sie geglaubt, um dem gewissen
Tode zu entgehen, nämlich den Rath und Auftrag ihres Vater?
sir erfuͤllen. Am 8. Febr. d. J. bei nächtlicher Weile und be—
gleitet von einer Frau begibt sie sich, mit einem Spaten ausge—
rüstet auf den Friedhof an das Grab ihres Vaters. Bald hatt
ne die Erde vom Sarge ihres Vaters weggegraben, bald ist der
Deckek des Sarges gesprengt.“ Die Leiche liegt noch umderwest da
und ein Stich mit dem Spaten auf den Hals der Leiche trenn
den Kopf vom Rumpfe. Nachdem dieses Grab verschüttet war,
begibf sich das Mädchen an das Grab ihres vor acht Jahren ver—
dorbenen Bruders um sich zu überzeugen, daß mit ihrem Vater
eine besondere Bewandniß haben müsse, und sie: findet, daß die
Leiche ihres Bruders bereits ganz vermodert war. Dieses war
vie Auslassung bes durch Aberglauben rregeteiteten Mädchens,
die in ihrer Angst und Bessrgniß um ihr Leben Dinge gethan
zJaben will, welche dem Laufe der Ratur widerstreiten, — Das
Geticht legte ihr in Gemäßheit des FJ 137 des Strafgesetzbuchs
—
die im' Gesetze geringste zulässige Strafe don einem Monate Ge—
zängniß auf, wodurch dem aufgeregten Gemüthszustande der Au—
zeklagten Rechnung getragen ist.

f Berlhin, 16. Mai. Ein Handwerker wurde von einem
Gläubiger wegen einer Schuld von 10 Thalern so hart bedrängt,
daß er der Auspfändung jeden Angenblick entgegen sehen mußte,
wenn er nicht Geld anschaffte.“ Seildem die Aufhebung des Per—
sonalarrestes in sicherer und naher Aussicht ist, leihen notorisch
nir wenige Perfonen noch Geld ohne Hinterlegung von Unter⸗
pfand. Äuch unser hartbedrängter Meister lief daher lange Zeit
vergeblich nach Geld in der Stadt umher. Ueberall wurde er
abgewiesen, bis er endlich Jemand fand, der ihm die 10 Thaler
zegen Hinterlegung eines Viertellosez zur letzten Ziehung der
Siaatslotterie darlieh. Es wurde hierbei ausdrücklich festgesetzt,
daß in den ersten zehn Tagen der Ziehung das Loos nach Eigen⸗
thum des Handwerkers bleiben, und jeder etwa darauf fallende
Gewinn ihm nach Abzug der geliehenen 10 Thaler baar bezahlt
werden solle, daß er aber vom elften Tage ab jeden Anspruch
auf das Loos verliere, wogegen er der Schuld von 10 Thalern
ledig sei. Das Loos tam am elften Tage mit 1000 Thalern
heraus. Als die Meisterin ihre Nummer in der Zeitung las,
fiel sie ohnmächtig zu Boden und liegt seitdem schwer erkrankt
darniedereer So kommt nie ein Unglück allein. Schon die Bibel
sagt; „Wer nichts hat, dem wird auch noch genommen, was er
hat.“ — Aehnlich ist es einem in Berlin allbekannten Frieseur
gegangen. Derschhe spielte seit zehn Jahren dieselbe Nummer, ohne da⸗
rauf auch nur einen Pfennig zu gewinnen. Wüthend darüber,
ernenerte er das Loos zur letzten Ziehung nicht wieder, dafür ist
es auch soeben mit einem Hauptgewinne von 25,000 Thalern
herausgekommen. Aber jetzt erst die Wuth!

In Leipzig wird eine studentische Zeitschrift gegründet, die
Abhaudlungen allgemeinen Inhalts aus jedem Fache, Darstellung
don Zuständen des ftudentischen Lebens, kleinere poetische und
prosaische Producte vorzüglichen Werths, Kritiken, Korrespon
denzen zur Herstellung des geistigen Verkehrs mit anderen Hoch
schulen enthalten soll—

7 Gegen Postdiebstähle.) Da es vorgekommew ist; daß zur
Post gegebene Gelde und Werthbriefe unter dem theil—
weise abgelösten Frankomarken, wenn dieselben im fortlaufen⸗
der Reihe aufgeklebt sind, aufgeschnitten, ihres Inhalts beraubi
und die Marken wieder festgeklebt werden, so ist es rathfam, die
Marken nur in Entfernungen von etwa Markenbreite auf den
Briefen zu befestigen, um dadurch die erfolgte Verletzung des Cou⸗
verts sofort sichtbar zu machen. —
Abdelige Exclusivität. Die „N. f. Pr.“ schreibt: Bas Non⸗
plusultra adeliger Exclusivität, welche sich noch über den Rand
des Grabes hinaus erstreckt, ist wohl folgender aus Laidach vom
6. Mai berichtete Vorfall. Im verflossenen Monat starb in einem
Pfarrort Oberkrains die Frau eines Vauernhofbesitzers und wurde
auf dem Friedhofe in nächster Nähe eines pensionirten Haupf⸗
nannes von adeliger Geburt zur Ruhe hestatiet. Aber' in dieser
sollte sie wider Erwarten gestört werden. Man erzühlt, daß ein
Mitglied jener adeligen Familie die plebejische Grabesnachbarschaft
anerträglich fand, und es erwirkte, daß der bäuerliche Leichnam
18 Tage nach der Beerdigung in nächtlicher Stille ausgegraben
und in etiquetlenmäßiger Distanz wieder eingebettel ward. Die
um Grabe der Mutter gekommene Familie kniete vor einem lee⸗
ken Grabe. Die Indignalion der Verwandten und der Pfarr⸗
gemeinde überhaupt ist groß. Der Pfarrer beruft sich jedoch
dem Vernehmen nach anf eine Anordnung der politischen Obrigkeit.

7 Kassel 12. Mai. Nach der „H. M. Zig.“ schlug ge⸗
stern gegen Abend in Kelze bei Grebenstein der Blitz gleichzeilig
in drei bis vier Häuser neben der Kirche ein, tödtete einen Mann
und entzündete einen Brand, welcher in kurzer Jeit uf Häuser
in Asche legte. Die Wiesen, Felder und Straßen in der ganzen
Umgegend wurden von einem wolkenbruchartigen Regen unter
Wasser gesetzt. — In Ochshausen wurden Scheune und Pferde⸗
stall des Oekonomen Martin Sinnung vom Blitze entzündet und
ein Pferd erschlagen. Die Feuersäule wurde in Kassel deutlich
wvahrgenommen. (Der „Hann. Cour.“ berichtet: Vom Bahnhofe
ju Stadthagen sah man am Sonntage Abend nach dem Gewiner
an fünf verschiedenen Stellen Fenerschein wahrfscheinlich in Folge
des Blitzschlages.) 21 ..—

„. In Wien ist die Bikdung einet dentschathywokbischen
Geineinde in der Entstehung. Es sind.beretts Schritie geschehen,
um die gesetzliche Anerkennunge der freien katholischen Glaubens-
zemeinden zu erwirlsen. Johannes Rongeé wird' sich in kurzem
jach Wien begeben.. .

Der Kaiser von Oesterreich hat dem in Triest bestehenden
Tomite zur Ertichtung eines Denkmals für: Qauisfer Mari—
mitisdu von Mexico einen Beitrag von 2000 Fl. zugewandt.
Zu demselben Zwecke haben die Kaiserin Karolina 1000 Fl.
Erzherzog Franz Karl 1500 Fl., Erzherzogin Sophie 1000 Fl.,
Erzherzoz Karl Ludwig 1000 Fl, und Erzherzog Ludwig Victor
500 Fl. gewidmet.

7 Wien. Eine Hinterlassenschaft Josebh's II. ist die Ge⸗
zäranstalt,“ über deren merkwürdige Organisation die „N. Fr. Pr.
Folgendes berichtet: Eine Sackgasse führt zu den Josephinischen
Mysterien der Isis. Das unverbrüchliche Geheimniß, welches in
diesem von den kaiserlichen „Schätzer der Menschen“ gegründeten
Asyle der weiblichen Ehre wie eine schirmende Gottheit waltet,
breitet seinen Schleier auch über die Eingangspforte aus. Durch
diese abgelegene Sackgasse (sie ist nur gegen die Garnisonsgasse
affen) schreitet die gefallano Tugend, um die Folgen einert unbe—
vachten Stunde vor den Augen der Welt zu verbergen. Am
Thore klingelt sie, und es wird ihr bei Tag oder Nacht rasch
zeöffnet. Der Portier weis't ihr den Platz an, den fie bezahlt
ein Zimmer für sich allein 3 G., mit einigen oder mehren Ge—
nossfinen 4G. 50 Kr. C.⸗M.) Sie kann verschleiert oder ver⸗
larvt in die Anstalt kommen und braucht kein Document vorzuwei⸗
sen. Nur ihren Namen legt sie in ein versiegelteßs Papier, be⸗
jaͤlt dasselbe jedoch bei sich und nimmt es bei ihrem Austritte
wieder uneroöffnet mit. Nur im Falle ihres Todes in der An—⸗
kalt wird der Brief von derselben geöffnet, um auf dessen Grund⸗
lage einen Todtenschein ausstellen zu köͤnnen. Außer den Hilfe⸗
uchenden wird Niemandem der Zutritt in die Anstalt gesiattet,
1ad der Aufenthalt in derselben, sollte er auch ausgespäht werden,
zarf von keiner Behörde als giltiger Beweis eines Vergehens au⸗
jenommen werden. Sie verxläßt die Anstalt so wie sie gekommen.
Das Kiud kann sie gegen Erlag von 60 G. C.⸗M. durch den
Primarius in die Findelanstalt bringen lassen. (Die Unbemit
telten haben statt der Taxe gewisse Dienste zu verrichten).

F Bernburg, 9. Mai. Der Oekonom A. Haberhar
aus Groß⸗Mühlingen ist in Dessau inhaftirt worden, weil
hm etwa 50 Papiergeldnachbildungen gefunden worden sir
Diese Nachbildungen waren aus „Henze's Illustrirtem Anzeig
über gefälschtes Papiergeld ꝛc. entnommen und durch —*8
und Nachbildung ꝛc. zut Ausgabe vorbereitet und wirklich
theilwetse verquagabt
        <pb n="246" />
        7 Durch Zerspringen einer Gußstahlbandage an einer Loco⸗
molivachse ist ein Güterzug der oberschlesischen Bahn verunglüdt;
ein Bremser ist todt, 3 Personen schwer verwundet, 830 Wagen
jertrümmert. V
7 In Beuthen Oberschlesien sind am 12. d. M.. 40
häuser niedergebrannt.
4 Bafsel, 11. Mai. Gestern wurde im badischen Bahn⸗
jof ein elfjähriges Mädchen, das einer Frau die Börse aus der
Tasche stahl, von einem Landjäger arretirt. Als es untersuchs
wurde, fanden sich bei ihm nicht weniger als 4 Portemonnais,
hei der Hausvisitation sogar 20 vre.
7 Vuremburg 10. Mai. Das „Wort? vernimmt, daß
—I
redet hatten, welches den Mord der Wächter und die eigene Be—
freiung zum Zwecke hatte. Das Complott wurde verrathen und
die verbrecherische Absicht glücklicher Weise vereitelt.
7Weinhandel. Wie die „Berl. B. u. H.Zig.“ mit⸗
heilt, hat die Einfuhr von Wein in den Zollverein in Folge
der mit 1. Juli 18685 eingetretenen Herabsezung des Eingangs⸗
jolles auf 4. Thlr. für den Etr., 1866 eine Höhe erreicht, wie
ie seit Bestehen des Zollvereins nicht vorkommen ist. Seit 1842
jat der Bezug der fremden Weine im Verhaltnisse von 100: 168
und noch in diel größerem Maße der Absatz vereinsländischer
Weine ins Ausland zugenommen. Bis 1858 hat fortwährend
Mehreinfuhr stattgefunden, seitdem ist aber die Ausfuhr alljähr⸗
lich stärker gewarden. Die Einfuhr betrug 1866: 394, 095 Ctr.
die Ausfuhr aber 419,274 CEtr. Man kann annehmen, daß 80
pCt. der Gesammteinfuhr aus französischen Weinen bestanden,
vahrend Oesterreich mit 12 pCt. und die übrigen Länder mil
3 pCt. betheiligt gewesen find..
Lan rthschaftliches.
Zwetschen und Pfhaumen treten jetzt in ein Eni⸗
wickelungsstadium, bei welchem sich ein Rüsselkäfer einzustellen

pflegt der seine Eier in die unreife Frucht legt und den Stie
»erselben in der Mitte abbeißt so daß die mit einem Ei belegt
Frucht zu Boden fallen muß. Das Ei entwickelt sich in der ab⸗
jefallenen Frucht zur Larve aus, welche sich bis in den Steir
Fruchtkern) einfrißt und hier zur Reife der Verpuppung bringt
5s ist selbstverständlich, daß, läüßt man diesen Käfer ungestoört in
einem Entwickelungsgange, er sich mehr und mehr vermehren und
endlich die Zwetfschen⸗ und Pflaumenernte sehr in Frage siellen
vird. Wie ist abzuhelfen? Man lese fleißig die abgefallener
Zwetschen und Pflaumen auf zerstampfe dieselben und übergieße sie
mit kochendem Wasser. Das Eingraben hilft nicht.
. Rahmpulvergegen das Sauerwerden de—
Milch. Unter diesem Namen wird um ziemlich hohen Preis eir
Mittel verkauft, wodurch dem Sauerwerden das Rahms in der
Milch vorgebeugt wird. Es besteht aus kohlensaurem Natron
gereinigter Soda) das man sehr billig aus jeder Apotheke be⸗
sehen kann. Eine Messerjspitze voll reicht hin, um ein Maas Milch
der Rahm vor dem Sauerwerden zu schützen. Selbst bereits in
Zäure übergehende Milch kann dadurch wieder so hergestellt wer—
den, daß man sie kochen kann. Das Mittel theilt der Milch durch
nus krinen Beigeschmack mit. Nicht blos für Haushaltungen
ondern mehr noch für Milchwirthschaften ist es von Wichtigkeit.
(BWoein Schatz zu heben wäre.) Birnbaum berechnetni
einem Lehrbuche der Landwirthschaft den —8* e
bienenstoces auf 6— 10 fl. Bei einigem rationellen Betrieb kön⸗
nen in dem Flugkreis der Biene (1 Stunde im Umkreis) 200
Stode gehalten werden. Ju Deutschland würde auf diese Weist
zie Bienenzucht jährlich 20—50 Mill. Gulden einbringen. Jetzi
rägt sie aber kaum ein Sechstel davon ein. Der Bedarf au
Honig muß zum gröͤßten Theile aus dem Auslande bezogen wer
den qührlich etwa für 14 Mill. Gulden) und wäre ohne große
Anstrengung, ja selbst zum Vortheile der Landwirthschaft im In⸗
land zu erzielen.
—
Bekanntmachungen.
e c
„Schnappbach.“
Meine vererthen Freunde und Goͤnner
u Schnappbach mache ich ergebenst darauf
zufmerksam, daß ich von jetzt ab daselbst
vieder Tüncher⸗ und Tapezierer⸗ Arbeiten
ibernehme und prompt ausführe. Zu
zleicher Zeit empfehle ich mein reichhaltiges
Jager schöner Tapeten. Auch können zwei
Jungen bei mir in die Lehre treten.
Earl Iselt,
Tüncher und Tapezierer in Sulzbach.
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Cementes ist von der Königl. Bergwerksdireetion,
der Fortification Saarlouis, welche der Fabrik die
Lieferung ihres Cementbedarfs übertragen haben, vou den
stönigl. Canal- u. Eisenbahn-Baubehörden, sowie
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Gegend anerkannt. . u
Scurbrũcken &amp; St. oh α I868s. R
yEer.
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— fl. — kr. Kartoffeln 1efl. 10 kr. Heu
Ufl. 20 kr., Stroh 1fl. 12 kr. per
entner. Weisbrod Ii Kilogr. 21 fr.
ornbrod 3 Kgr., 28 fr., ditio 2 Kgr.,
9 kr., ditto 1 Kgr. 10 kr., Gemischibrod
3 Kgr., 35 kr., 1 Paar Wech, 7 Loth
2 kr.,, Rindfleisch, I. Qual. 18 tr, 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
leisch 16 kr. Schweinefleisch 18. ir, per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter,
Butter 32 kr. ber Pfund.
Fruchtpreise der Etadi R
Kaiserslautern bom 19. Mai—

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reihige, — fl. — kir., Spelz 5 fl. 12 kr
Spelztern — fi. — kr., Dinkel — fl
— kr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer

Weizen — fl. — kr., Korn 6 fl. 11 kr
Spelzkern — fl. — kr., Spelz 5 ft.
d tr. Gerste 5 fl. 11 r. Hafer 5 fl.
28 kr., Erbsen 5 il. 44 kr., Wicken 4 fl.
36 kr., Linsen — fi. — kr. per Zentner
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 15 kr. und 2 Pifd
Weißbrod 15 kr.
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        <pb n="247" />
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— F —9 in: —— — * 1— 13 — — ——
—— — —69 J.5 —8
— —— —[ n ecr er . .2 cqa ?c1
⸗— I8 v9 — 2 * 55 v 5 3 * · —2
—A—— — —8 wn * J * e J— Muꝑ
i ι ,α νν — gechente Wn heer gtcen den J * n 307
- iun u nν
853 4 2* J *8* 22 — 2 741 74 i I —
der SahIn ghbert er An zeaitg orr mit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal; Diba 40ge Dnernatag
ind Samstagl Abonnementsbreis vierteljährig 45 Hrzt.oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8Krzr-dien dreispahtige Zeil⸗
J .* Blatthschrift odet deren Raum berechneee. ——
* 8 — —— — — J TTTI)æ«
Nro“624 üt artüt i P rr * Samston. e 374 —— ι — —1868.
ru Deutfchland. J 1
an Wünch en, 19. Mai. Dem Vernehmen nach hat der
Zoönig seinen bishexigen Flügeladjutanten Oberlieutenant Frhrn,
„. Künßberg von der Charge enthoben. — Ueber. das Verhalten
derx einberufenen deenen adrepnhoner ist an den Kriegsmi⸗
nister yon B zu 8. Tagen Bericht zu erstatten. Der erste dieser
Berichte Jautet sehr günstig. Noch keine einzige Bestrafung hat
tattgefunden. Nicht wenig mag hiezu das Bewußtsein beittagen,
haß die Dauer der Präsenz von ihrem Betragen abhängt. ..
* Im Stagatsministerium des Innern wird ein Gesetzent⸗
wurf über die künftige Bürgerwehr ausgegrbeitet. Eine Commis-
clon aus“ Stabsoffizieren umd Distrikis-Inspektoren der jetzt noch
hestehenden Landwehr aͤlkerer Fofmatjon wär kürzlich versammelt,
um über Vorschläge zu beräthen, welche der Statsregierung über
oie zwedmaßigste Organisatisn det hunftigen Vürgerwehr eg
sich mitgetheill werden, und bei Asurheig des bezuglichen e
eßentwurfes Berücksichtigung finden sollen
Muünchen 19, Maj. Dje jungste Nummer des, „Vollks-
boten wurde wegen eines Arlikels üͤber das augeblich in Bayern
jetzt hetrschende Denunciationswesen confiscir ee
Kassel 17. Mai. Die „Hess. Volks⸗Ztg.“ Ichreibt: Das
Ausscheiden des Major Prinzen Moritz von Hanau, Sohn des
urfürsten von Hessen, aus preußischem Militärdienste findet seinen
Grund lediglich darin, daß derselbe in letzterer Zeit zu verschiede⸗
nen Malen durch Beförderungen jüngerer Offiziere seiner Charge
nn seiner Anciennetät übergegangen wurde. Der Prinz hat auf
eine ihm zugestandene Pension Verzicht geleistet und soll dem Ver⸗
gehmen nach Willens sein, in österreichische Dienste überzugehen.“
Berlin. Wie jetzt aus Kiel berichtet wird, werden die
Vorarbeiten für die Herrichtung des großartigen Kieler Marine—
Jafen⸗Etablissements nicht, wie ursprünglich infolge der Verwerfung
des Bundesschuldengesetzes angenommen wurde, sistirt, sondern
bielmehr ungestört fortgesetzt werden. Ebenso werden die compe—
tenten Behörden der erweilecten Vefestigung aller an den Küsten
des Kieler Meerbusens belegenen wichtigen Anhöhen unveröändert
ihre Aufmerksamkeit scheülen.
Berlin 20. Mai. Wie die „Provinzial-Corresp.“ meldet,
wird der Schluß des Zollparlaments spätestens zu Anfang näch—
jer Woche und der Schluß des Reichstages poraussichtlich am
20. Juni erfolgeen.
— In der heutigen Verhandlung des Staalsgerichtshofes
uaͤber den hannoverschen Hochverrathsproceß wurde der Eisenbahn⸗
pnduckteur Freese freigesprochen, der Schneidermeister Howald auf
Rrund des F 66 des Strafgesetzbuches zu 15monatlicher und die
ibrigen Angelklagten zu 12monatlicher Einschließung verurtheilt.
Berlin 21. Mai. Das von der Berliner Boͤrse zu Ehren
der Süddeutschen veranstaltete Fest fiel äußerst glänzend aus.
Zahlreiche Toaste wurden ausgebracht, worunter einer vom Grafen
Bismarck auf die „süddeutschen Brüder;“ Fürst Hohenlohe trank
auf die „Vereinigung der deutschen Stämmer... —
Dres den, 20. Mai. Die erste Kammer lehnte mit 22
Stimmen gegen 15 den Beschluß der Abgeordnetenkammer, betref⸗
send die Abschaffung der Todesstrafe, ab.
Wien, 20. Mai. In der heutigen Unterhaussitzung legte
der Handelsminister eine Vereinbarung mit Bayern vor über den
Anschluk der tyroler Gemeinde Jungholz an das bayerische Zoll⸗
ystem und einen Schifffahrtsvertrag mit England. Hieraͤuf wer⸗
zen die Budgets des Ackerbaues und des Justizministeriums an—
zgenommen. Zu dem Capitel Staatsschuld beantragt Ryger Ver—
agung der Debatten bis zur Verhandlung der, Finanzvorlagen.
Der Finanzminister widerspricht, der Antrag Rygers wird indeß
nit 71 Stimmen gegen 58 angenommen.˖ Hierauf wird die
Sitzung unterbrochen und es tritt der Budgetausschuß zusammen,
im e zu fassen über die weitere Geschäftsbehandlung. Nach
Wiederaufnahme der Sitzung erklärt der Generalberichterstatter,
»er Budgetausschuß habe beschlossen, mit vorläufiger Umgehung
»8 Staatsschuldcapitels in Berathung des Staatsvoranschlags

Vα

'ortzufahren, die dritte Lesung aber erst nach Fylepigung der Fi⸗
zanzypoxlagen vorzunehmen, e

Der Budgetausschiß — JJ ———
raͤge dez Subcomites bezüglich der Stagtsschushen⸗Conpertsrune
ind Besteuerung der Lolleriegewinnsle angengmnen. Die Stagts
otteriegewinnste follen mjt * Procent, die, Gepinnste bon Pri—
attotierleen mit 15 ——————— Der Ahg, Banf
jans meldete ein Minoritätẽ votum an, beanlragend daß die Cou⸗
onssteuer nicht höͤher als 20 Procent und, bei den bisherigen
leuerfreien Effecten nicht höher als 13. Procentt seĩ, pon den de⸗
vinnsten der Staatslotteriepapiere eien aͤher, nur 20 rocent
Steuer in Abzug zu bringen.
Prag Id Ras Gestern fonn ein hansavtiüsches Ver
zrüderungsfest zwischen Russen. Croaten, e Czechen stagt
wobet von den Czechenführern nur Palazky auwef end war. Zpaste
interhtjeben um Demounsttationen zu verie den. :
IJ. Agrazm, 19. Mai. Die Polizei züntersagte die Abhal⸗
ung der feif Jeslacieʒ Tode üblichen Jeltafit Ietler. ———— **
dee J e nSraukreich.. ni —,

Paris, den 20. Mai. Im Gesetzgebenden »d Koͤrper

erklärte der Staatsminister Roucher zu der vom Deputirten
kouyer Quertier angexegten Frage über die Passirscheine für den
emporären freien Eingang von Rohmaterial (acquits 2 oautions):
Die Regierung werde allen Interessen Genüge zu Rleisten suchen,
nan dürfe aber das Princip der itentischen (schutzzöllnerischen) Ine
eressen nicht aufrecht erhalten, man würde dadurch die fuͤr die
aationale Arbeit nothwendigen tempotären zollfreien Zulassungen
nufheben. Rouher erklärt die bestehende Handelskrisis durch die
Leberfülle der Production und den zir geringen Consum; die Kri—
is sei aber“ in Abnahme begriffen. Rouher schließt mit den
Worten: die Regierung werde den Handelsbertrag nicht kündigen,
ondern in gemäßigter Weise auf der lieberalen Bahn faortschrei⸗
sen. Es gebe zwei Arten Tarife herzustellen: die ves gandel s⸗
dertrages und die durch das Votum des Gesetzgebenden Körpers;
ie Regierung erkläre aber, daß es itzr Bestreben sei, bezuͤglich
der Handelsreformen hinfort anf die Kammerm zurückzugreifen
and die Regierung werde aufdieser Bahnn derharren Jeder
Biderstand werde dald vergessen sein ünd die Handelsfrelhen die
Broße des Landes constituiren Nach kLiner Rede Inles Si⸗
mon's votirt die Kammer in Bezug auf die Interpellalionen die
Tagesordnung. 5 2
Belgien

Die neuesten Nachrichten aus — D— der
daiserin Charlotte constatiren eine ploͤtzliche Verschlimmerung
hres Zustandes. Eine eigenthümliche Manie, welche an der
Zranken schon in Miramare beobachtet murde, hal fich der Unglüg
ichen neuerdings bemächtigk; sie nagt mit ihren. Zähnen die in
den Ecken ihrer Sacktücher ꝛc. eingestickken Kronen heraus.Der
körherliche Zustand hat in letzter Zeit ebenfalls stark gelitten.

Italien. .
Floremz, 16. Mai. Genetal' Dumonk bedroht in einem
Tagesbefehl die französischen“ Soldaten mit“ 30 Tagen“Arrest,
velche sich weigern, das ihnen wegen dezs Sieges von Mentanga
erliehene Kreuz zu tragen. EGrxf. 3.)
—Florenz, 21. Mai. Die Deputirtenkammer nahm fol⸗
zende Vorlagen der Regierung an: Besteuerung“ der von der
Regierung ertheilten Concessionen (240 gegen 136 Stimmen),
Steuer⸗ und Einregistrementssteuer (2352 gegen 148), Mahlsteuer
219 gegen 15823. —
ESpanten.

Die „Correspondencia“ sagt, daß die Aussteuer der Infantin
Isabella 22 Millionen Realen in Geld, und 3,300,000 Realen
an Geschmeiden beträgt, dazu sind aber noch zu zu rechnen 8 Mil—
ionen Realen, welche der Palast werth ist, den man für die In—
antin⸗ baut, 1,900,000 Realen für ihre Privatcassette und
        <pb n="248" />
        l,200,000 Realen als Geschenk des Koͤnigs, was so ungefähr eine
Totalsumme von 36 Millionen Realen ausmacht. ¶1 Real Aölr)
— * Türkei. rg

Die kretische National Regierung hat einen Aufruf, an
„alle christlichen Nationen der Türkei“ erlassen, dieselben ermah
nend, zu den Waffen zu greifen und der Herrschaft des Korans
ein Ende zu machen.

— In Adrianopel war eine ernstliche Militär-Emeute
ausgebrochen. Eine christliche Legion unter den Befehlen Tschaj⸗
toweli?s (Sadik Pascha) hat die Waffen ergriffen, um sie gegen
die Pforte zu wenden, Der Energie des Sadik Pascha gelang
e2s indessen, die Leule zu entwaffnen, nachdem 30 getödtet wa⸗
ren und viele verwundet wurden. Es heißt die Legion werde
decimirt und nach Kleinasien geschickt werden.

Serbien. eee denegeeh

Die „Pattloten“ Serbiens haben an ihre, Brüder“ in
Bulgarien folgende Proclamation erlassen: „Bulgarische Brüder!
Die unbrüderlichen und unmenschlichen Thaten der ihrannischen
Belgrader Regierung und insbesondere in neuester Zeit ihr grau⸗
sames Verfahren mit den Soldaten der bulgarischen Legion in
Belgrad, ziehen uns das Herz zusammen und erregen den gerech⸗
ten Zorn nicht nur eines jeden bulgarischen und serbischen Bru—
ders sondern auch eines jeden Menschen, der ein Stück qristli—
hen und menfschlichen Gefühles besitzt. Bulgarische Brüder! Wol-
set nach diesen bosen Thaten einer schlechten“ Regierung ja nicht
einen Schluß ziehen auf Serbien und das serbische Volk überhaupt,
velches selbst in den Fesseln der unerträglichen Gewalt und Ty⸗
rannei dieser Regierung seufzt; aber wissen möget Ihr, daß, wenr
Tuch selbsi vor diesen verkauften serbischen Renegaten schaudert.
zanz Serbien und das ganze serbische Volk über sie noch mehr
entsetzt sind. Zene weisen wir Unterzeichneten im Namen des
zanzen serbischen Volkes die ganze Schmach und Ungerechtigkeit
der gegenwärtigen serbischen, despotischen und tyrannischen Re⸗
gierung von uns und von Serbien mit Entschiedenheit zurück
Euch aber, bulgarische Brüder, reichen wir unste aufrichtige Bru⸗
derhand und bitten Euch, Ihr möget daran nicht zweifeln, daß
der Augenblick kommen wird, wo die niedrigen Verräther, unsre
Schädiger und zugleich die Eurigen, fallen werden, und wo die
Sonne aufgehen und erglänzen wird die heilige Freiheit'““ über
der brüderlichen Eintracht. des bulgarischen und des serbischen
Volkes! — —

Amerikaa..

Während die AUswanderung nach Rord-Amerika
in diesem Jahre eine ungeheure ist, wird aus New⸗York berichtet,
daß von dort aus eine massenhafte Auswanderung nach Califor⸗
nien, China und den Ländern am stillen Meere statifindet. Die
Staatszeitung von Tenesse warnt die deutschen Einwanderer vor
Verlockungen nach den Südstaaten; sie würden dort von vielen
wie wilde Thiere betrachtet und demgemäß behandelt werden. Bis
die Absicht, die Einwanderer an Stelle der befreiten Sclaven zu
verwenden, aufhört, und sich das Volk des Südens nicht bereit⸗
willig zeigt, den Einwanderer als voͤllig gleichberechtigt zu be⸗
zrachten, kann Niemand denselben zur Wahl einer sfüdlichen Hei⸗
math rathen.

Vermisc
4 Speyer, 18. Mai. Der Seit einem Jahre bestehende
und jetzt schon über 900 Mitglieder zählende „Pfälzische Kunst⸗
perein“ wird mit dem 31. Mai nächsthin in der hiesigen Stadt
eine Ausstellung von Kunstwerken veranstalten, zu der eine sehr
große Anzahl der nahmhaftesten Künstler Werke einzusenden ver—
sprochen und theilweise auch schon eingesendet haben. Ist die Aus—
tellung in Speyer wo sie vier Wochen dauern wird, beendet,
dann beginnt eine Wanderausstellung derselben Kunstwerke durch
die bedeutenderen Städte der Pfalz; Kaiserslautern, Zweibrücken,
Frankenthal, Landau, u. s. w. — Dem Regierungspräsidenten
der Pfalz, welcher als J. Vorstand des Pfälzischen Kunstvereins
das lebhafteste Interesse an der Sache hat, sollen bei seiner neu⸗
lichen Anwesenheit in München Zusagen an maßgebender Stelle
gemacht worden sein, daß wir in unsere Stadt eine Provinzial⸗
Ballerie bekommen, Wir hören, daß ein Theil jener in den
Schleißheimer Depots befindlichen Gemälde, die dort aus Mangel
an Raum nicht aufgehängt werden können, dazu bestimmt ist.
7 Am I19. dieses kaufte der Schuh'abrikant Schmitt von
Pirmasens von dem Posthalter Herrn L. in Zweibrücken ein muthiges
junges Pferd, bestieg dasselbe und wollte nach Hause reiten. In der
Nähe von Contwig an der sogenannten Ludwigslust wurde er aber
von demselben uad zwar so unglücklich abgeworfen, daß er todt
auf dem Platze blieb.
Landau 20. Mai. Auf der Straße unweit Impflingen
virden am Sonntaq Abend mehrere Versonen. ohne alle Veran—

lassung, von 2 Soldaten mit scharf geschliffenen Säbeln verwun⸗
dei. Ein Mädchen aus Pleisweiler das in Impflingen in Dien⸗
sten stand sowie ein junger Mann, Michael Preßler von Ober⸗
hochsiadt, erhielten beide gefährliche Kopfwunden mit Verletzung
der Hirnschale, und 2 junge Leute von hier wurden weniger
ttark beschädigt. Die Thäter sind ein Hornist, Kramer, und ein
Soldat Ramens Kaufmann, letzterer aus Ingenheim gebürtig.
Beide vom 15. Inf.Reg.

7Nachahmungswerth. Der Armenpflegschaftsrath
von Landau'macht in dortigen Blättern bekannt: daß von
nun an von der Armenpflege keine Unterstützung an Geld, Na⸗
uralien oder Medicamenten an diejenigen Bewohner abgegeben
wird, welche einen Theil ihres Erwerbes zur Unterhaltung eines
Hundes vergeuden. J ...

F Die reisversammlung des Pfäl zischen Volkaschül⸗
lehrervereins wird am 23. September l. J. zu Kaisers⸗
lautern abgehalten werden.

7 pfaäffingen bei Dürkheim 17. Mai. Gestern ver⸗
starb Johannes Fitz, der Dichter und Bannerträger des Ham⸗
bacher Festes im nahezu vollendeten 77. Jahre eines aufopfernden
Lebens. In Staat und Kirche, in Gemeinde und Schule von
frühester Jugend an im besten Sinne thätig, blieb er bis an sein
Ende mit seinem klaren Geiste dem edelsten Wollen getreu.
7 Rothsfselberg, 11, Mai. Gestern ereignete sich hier
ein komischer Fall. Ein Schornsteinfeger, welcher vorher hei den
Bauern tüchtig Birnwein getrunken und hie und da zur besseren
berdauung ein Schnäpschen zu sich genommen, überließ sich in
inem Schornstein dem süßen Schlaf, Die Hausbewohner wur⸗
den dieses erst inne, als der gute schwarze Mann das Gleichge—
vicht verlor und aus seinem dunklen Schlafcabinet herunter auf
den ßg kollerte, ohne sich jedoch erheblichen Schaden zuzufügen.
— Einige Leute, die zufällig bei dem Falle in der Küche waren,
erschracken dermaßen, daß sie die Flucht ergriffen, indem sie glaub⸗
sen, der Gottseibeiuns sei gekommen, sie zu holen, denn, wie man
agt, geht des T.... .8 Weg in der Regel durch den
Schornstein. — I
7Auf Grund einer Einladung der freiwilligen Feuerwehr in
München an die pfälzischen Feuerwehren wegen Beitritt zum Lan⸗
desverbande baherischer Feuerwehren, wurden durch den Vorstand
der freiwilligen Feuerwehr zu Edenkoben die Vereinsstande der
ↄfälzischen Feuerwehren am Sonntag den 10. ds. zu einer Ver«
ammlung nach Neustadt berufen und waren auch die Feuerwehren
don Spehyer, Landau, St. Ingbert, Deidezheim, Neustadt, Eden⸗
toben und Kaiserslautern durch Abͤgeordnele vertreten. Nachdem
die auf der Tagesordnung siehende Frage, ob ein Beitritt der
„fälzischen Feuerwehren zum bayerischen Landesverbande räthlich
sei, nach allen Seiten hin beleuchtet und eingehend geprüft, wurde
der einstimmige Beschluß gefaßt, denselben abzulehnen. Die Mo—
ive entspringen hauptsächlich aus dem besondern Verhältniß der
ofälzischen Vereine zur Gemeinde und dem Gefühle anderer Be—
dürfnisse, sowie aus dem Inhalte des 89 der Vereinsstatuten
entgegenstehenden Ansicht. Die zu Protokoll gegebenen Beschlüsse
auten: 1) Der sofortige Anschluß pfälz. Feuerwehren an den
Landesverein der bayer. Feuerwehren“ wiederspricht den wahren
Interessen des Feuerlöschwesens in der Pfalz, welches bisher eine
naturgemäße, selbstständige Entwicklung durchgemacht hat und des⸗
sen besondern Bedürfnissen zunächst Rechnung zu tragen ist.
2) Die Frage des Eintrittes des zu gründenden pfälzischen Ver—⸗
bandes in den Landesverein bayerischer Feuerwehren soll eine offene
bleiben. 8) Die heutige Versammlung pfälzischer F uerwehren
fühlt sich gedrungen, den Feuerwehren des jenseitigen Bayerns
ihren Dank auszusprechen, für deren verdienstliche Bestrebungen
in Betreff der Förderung des Feuerlöschwesens im ganzenönig;
reiche. 4) Soll der Landesausschuß der freiwilligen Feuerwehren
in Bayern, sowie sämmtliche Feuerwehren in der Pfalz von den
Beschlüssen der heutigen Versammlung in Kenntniß gesetzt werden.
Und schließlich wurde 5) der Vorsiand der freiwilligen Feuerwehr
su Edenkoben mit der Ausführung dieses Beschlusses betraut. In—
dem die Gründung eines pfälzischen Verbandes der
Feuerwehren von allen anwesenden Vertretern als nothwendig er—⸗
kannt, wurde der Vorstand der freiwilligen Feuerwehr zu Speyer
mit Ausarbeitung eines Statutenentwurfs beauftragt. Der Zweck
des Verbandes zielt allein dahin: mit allen Kräften und allen
Mitteln nur der ernsten Sache zu dienen.

f Mannheim, 18. Mai. Auch in diesem Jahre werden
zufolge höherer Anordnung auf den badischen Hauptstafionen Rund—
reisebillete für die Rheinroute über Kehl — Paris' — Brüssel —
Aachen — Köln — Mainz ausgegeben. Dieselben haben einer
Monat Gültigkeit und sind zu ermäßigten Preisen auf die erste
Wagenklasse beschränkt. Der Fahrpreis beträgt 52 fl. 44 kr.
Es wäre vielleicht zweckmäßig gewesen, um auch dem Minderbe—
mittelten die Vortheile dieser Einrichtung zu gewähren, wenn man
rich einen Vreis für 3. Hlasse festaseftesst hätte)]
        <pb n="249" />
        u P. In Worms werden 120 Mädchenals Kellnerinnen für die Steinway, im Werthe von 13500 Dollars, bemerkenswerih. Bre⸗
Kestauration in der Festhalle am Lutherplatz fürn die »Tage des men spendete eine Ehrengabe von 250 Thaler Gold.
24., 86. und 26. Juni gesucht. e 4 Zum Wiener Schützenfeste stellt Throl nach der „A. 3.
f Am Kolner Dom haben die Arbeiten wieder begonnen; am — ein Contingent von wenigstens 1000 Mann, von Innsbrud
südlichen Thurm wurden die Gerüste aufgeschlagen, um die da⸗ allein werden 259 Mann mit einer Musikbande dorthin ab⸗
selbst seit mehr als 400 Jahren ruhenden Arbeiten wieder in gzehen.
Angriff zu nehmen. v FWien, Das Verschwinden einer Comtesse macht unter
FHeilbronn, 17. Mai. In demebenachbarten Boclingen den Curgästen in Baden ungemeines Aufsehen. Man schreibt über
zdat sich gestern Vormittag auf der Bahn ein entsetzliches Unglück den mysteriösen Vorfall Folgendes: Seit dem 12. d. M. wohnt
zgetragen. Bei Annäherung des von Bietigheim kommenden m hiesigen „Gasthof zum goldenen Hirsch“ die Gräfin Bieber⸗
Bahnzuges 68, nachdem die Barrieren des Wegübergangs schon kein-Zabatzky aus Galizien. Sie hat die erste Etage inne und
zeschlossen waren, bestieg unweit derselben ein dreijähriges Kind verweilt hier mit einer Tochter, einem liebenswürdigen Mädchen
die Böschung und lief Angesichts des heranbrausenden Bahnzuges von 18 Jahren. Am 15. d. M. um die Mittagsstunde wurde
auf das Schienengeleise. Ein Bürger von Böckingen, Schmied, die junge Comtesse aus dem Hausthore des Gasthofes gehen ge⸗
meister Volz, von der gegenüber liegenden Barriere aus die To sehen. Man behauptet, sie habe dabei sich etwas scheu nach allen
zesgefahr des Kindes wahrnehmend, eilte, als er seine Warnrufe Seiten ümgeblickt und sei dann schnelletn Schrittes dei dem Post⸗
erfolglos sah, unter der Barriere durchschlüpfende dem Kinde zu amte vorbei durch die Wassergafse gegangen. Die Comtesse ist
halfe. In demselben Augenblicke aber, als er das Kind erreichte, seit jener Stunde spurlos verswunden. Ihre Mutter, die Grüfin,
vutde er vom Zuge erfaßt und sammt dem Kindé überfahren. welche iim ersten Augenblicke der Meinung war, die Comtesse mache
Beide waren auf der Stelle todt. Der Unglückliche, welcher sei. nur eine kleine Promenade, wurde nach geraumer Zeit dennoch
nen Edelmuth mit dem Leben bezahlte, war ein braver, allgeinein unruhig, und bald erhielt sie durch auzgesendete Boten die Gewiß⸗
geachteteter Mann; eine Wittwe und 5 unerwachsene Kinder ha⸗ jeit, es sei keine Spur von dem Fräulein aufzufinden. .. Dat
hden in ihm ihren Ernährer verloren.“ Dem am Wegübergans Hlötzliche Verschwinden der jungen Dame wird zum Räthsel, wem
hostirenten Wärter soll keine Versäumniß zur Last fallen, da der- nan hörk, daß die Comtesse von ihrer nächsten Umgebung als
elbe außerhalb der anderen Barriere stehend, das Heraufsteigen sehr schüchtern und stille geschildert wird. Man derfehlt nicht im
und Hineinlaufen des Kindes auf das Geleise wegen seines da⸗ Tuͤrorte von den verschiedensten Motiven des mysteribsen Verschwin⸗
wischen stehenden Schilderhäuschens zur Hüůlfeleistung nicht bald dens zu sprechen. Es heißt unter anderm, die junge adelige Dame
zenug wahrnehmen konnte. — sei serblich in einen gut bürgerlichen Wiener verliebt gewesen, die
F Die neulich erwähnte Gräfin Schoͤnborn, welche“ sich fräfliche Mama wäre dagegen, und da habe denn das Fräulein
eniführen ließ, ist in Regensburg eingeholt und mit sanf- esolut den Knoten durchgehauen, der Kopf sei ihr mit dem Her⸗
ser Gewalt nach München zurückgebracht worden, und, jo wäre en und sie mit dem Anbeter desertirt. Bis zum 16. d. M.
zrei Kindern die „liebende“ Mutter vorläufig wiedergegebeini. Htittags, also durch volle 24 Stunden, war das Fräulein nicht
Der Entführer soll über diese Wendung nur in gelinde Bestürz. in die Wohnung zurückgekehrt.
ang gerathen sein. Ein in seiner Art einzig dastehendes Kunstwerk ist in
Der nachfolgende traurige Vorfall, den man aus Chem⸗ Wien in der Karlsstraße ausgestellt. Es ist dies eine aus Brod
nißz berichtet, ist in besonderer Weise geeignet, vor dem so oft erfertigte astronomische Pendul⸗Uhr, welche nicht nur die Stun⸗
dortommenden sorglosen Alleinlassen kleiner Kinder in abgeschlosse den, sondern auch die Monate. Tage und Jahre angezeigt. Der
nen Zimmern zu warnen. Das Weib eines dortigen Bergarbei⸗ Fünstler, der nie das Uhrmacherhandwerk gelernt hat, ist ein
sers begab sich am 1. Mai Morgens auf ihr Erdäpfelfeld und zerunglückter Wiener Gewerbsmann A. Schmid. Derselbe hat
perrte wie gewöhnlich, ihre drei finder von 8, 5 und 210 Jah- ein Werk innerhalb 2 Jahren und 4 Monaten im Gefängnisse
ren in das Wohnzimmer ein. Als die Mutter um 11 Uhr zu— u Stein aus einer Ration Roggenbrod ohne Zuhilfenahme ir⸗
rückkam, fand sie nur das jüngste Kind im versperrsen Zimmer eines anderen Werkzeuges als eines ganz einfachen Taschenmessers
auf eine verschlossene Truhe deutend, in welcher beim Oeffnen die ertig gemacht. Diese Uhr, die alle 12 Tage aufgezogen wird,
misetzte Mutter den 8jährigen Knaben und das 5jährige Mäd- jat 17 Räder, die alle fammt der Achse aus Brod sind; aus
hen zusammengekauert todt fand. Um 8 Uhr hatte die Nachba- Zrod gemacht ist das Zifferblatt, das Gehäuse, kurz Alles an der
rin die Kinder noch lärmend herumlaufen gehört und“ dieselben ühr, mit Ausnahme der Zeiger, die aus Holz sind, und den Zif⸗
durch das Fenster zur Ruhe ermahnt. Da die Truhe von selbst ern am Zifferblatt, die aus dem Stroh ausgeschnitten sind, das
nicht zuschnappte, mußte man annehmen, daß jüngste Kind habe die Lagerstälte des Gefangenen bildete. Die Uhr geht nun volle
zuf irgend eine Weise deren Verschluß veranlaßt oder sei durch 2 Jahre stets richtig und wurde von einem Museum in VLondon
die in dem Schreine spielenden Kinder unversehens herbeigeführt angekauft. Unter der Uhr befindet sich auch ein Blumenbouquet
worden. uaus Brod. Die äußerst zart geformten Blumen wurden nur
— (Aus dem Programm des deutschen Bundesschießens in Wien): nit den Fingern aus Waizendrod gearbeitet. Es ist in der
24. und 25. Juli festlicher Empfang der corporativ ankommenden That werth, diese so künstlerisch ausgeführten Werke zu
Bäste an den betreffenden Stationsplätzen; Abends gesellige Ver- vefichtigen. —
einigung; 26. Juli: Festzug. dabei auf dem Stephausplaße Be— In Glückstadt fand am 16. Mai, den Hamburger Nach-
zrüßung der Festgäste Namens der Stadt Wien durch den Bür⸗ ichten zufolge, die Vollstreckung des Todesurtheils an Timm⸗
zermeister und Gemeinderath, feierliche Uebergabe der Bundes- Thode (Eltern⸗ und Geschwistermörder) statt. Er wurde vom
'ahne an den Bürgermeister. Um 2 Uhr Bankett in der Fest- Scharfrichter mit dem Beil enthauptet; der Delinquent mußte den
Jalle. Nachmittags gesfellige Unterhaltung, Abends Musikproduc- Zopf auf den Block legen und vor. demselben niederknieen. Er
ion und großes Feuerwerk; 27. Juli: Beginn des Schießens, starb zerknirscht und reuevoll. —
Abends Fest-Liedertafel des niederösterreichischen Sängerbundes i In Tyrol hat der Mechaniker Kravogel ein
der Festhalle. An den weiteren Festtagen täͤglich Abends Musik- Hewehr erfunden, mit dem 80mal in der Minute abgefeuert
production, Feuerwerk, Ball in den hiezu hergerichteten Räumlich⸗ werden kann.
leiten; an noch zu bestimmenden Tagen Festausflüge auf den7 In der Nähe von Krems (Oberösterreich) hat ein furcht⸗
stahlenberg, in die Dreher'sche Brauerei in Schwechat und auf darer Wolkenbruch Verheerungen angerichtet; derselbe traf beson⸗
den Semmering, an verschiedenen Abenden Festvorstellungen in ders den Spitzer Graben (Spitz liegt an der Donau zwischen
nehreren Theatern. — Am letzten Festtage Vertheilung der Haupt- Möll und Krems); es gingen 20 Menschenleben verloren.
und Ehrenpreise. Die Gewalt der Wasserstromung war so groß, daß Steine im
fWien 16. Mai. (Zum 8. deutschen Bundesschießen.) Bewichte von mehr als hundert Centnern wie Spielbälle stunden⸗
Runmehr ist auch die Weinkarte für die Festwirihschaft von dem veit fortgetragen und dadurch Felsen wie durch Pulver zersprengt
zetreffenden Comite in Wien festgestellt worden, und zwar befin- vurden. In das Eder'sche Gasthaus in Spitz brachen die Wo—
den sich auf derselben 22 Gattungen österreichishher Weine und jen im ersten Stock ins Gastzimmer hinein und, noch in der
17 Sorten Ausländerweine. Für die Bestellungen sind vorläufig Donau, rissen sie die mehrfach am Ufer befestigten Schiffe mit sich.
n Aussicht genommen: 12,500 Flaschen ausländische Weine - und Bei dem am 15. ds. in Stkettin stattgehabten gis⸗
17.5800 feine österreichische Bouteillenweine und 160,000 Flaschen jen Brand, sind u. A. folgende Feuerversicherungsgesellschaften
Schützenwein, zusammen 190,000 Flaschen. — Der Vorsiand des hetheiligt: der „deutsche Phönix“ mit 70,000 Thaler, die Mag⸗
württembergischen Schützenbundes — Vorort Ulm — hat nach deburger Feuerversicherungsgesellschaft“ mit 40,000 Thaler und
Wien gemeldet, daß mindestens 400 Schüßen aus dem Schwaben⸗ die „baierische Hypothekenbank“ mit 33,000 Thaler.
ande nach der Feststadt ziehen werden. Die Schützengesellschafi f In It alisen nehmen die Verbrecher mehr und mehr
zon Karlsruhe hat 50 Stück Festgulden des zweiten badischen iberhand: denn im Monat März allein haben die Karabinieri
candesschießens als Ehrengabe festgesetzi. 35749 Verhaftungen ausgeführt, darunter 220 wegen Mords
Unter den angemeldeten Festgaben ist besonders die Ehren- 346 wegen Körperderletzung, 1450 wegen Diebstahls, 2571
zube der deutichen Schützen in New⸗-Pork, ein Pracht-Clavier don wegen derschiedener Reate ꝛ2c. In einem einzigen Monar
        <pb n="250" />
        das marht fars: Fahe cixca. 70,000,1 also eine. Verhaftung aus
314 RKöpfe. q σ ι ια ι ι
. 6* —
, FDie Horwegische Sladt Fredrifstadt jst durch ine, heftig⸗
Fenerohritnst fast. holstand g eingeälchert worden nd
f Aus Lemberg werden drei große Feuersbrünste gemelde
in Bialytkatmien sind aum 13. d. 91, itr Chorestkow am“ 17. d
108 J an 19. b. über 100 Häuser abgebrannt.
(Die Locomotive als Satan.) Mil welchen Vorstellunger
mitunler. Leute die, Auswanderungsreise nach Amerika antreten
eigt olgendes amüsande Geschichtchen welches die „Presse erzählt
zinem bon großein Verkehr hanz abseits Jiegenden Dorfe det
Wener Krgses serr ane heussonirxie Schaftnerin, die obwoh
schon uͤber e alt doch his ot. Hurzem noch nie aus
personticher Anschauung eine —J. qcomotipe und Waggons
iennen gelexjit hatte. Pgofr Finigen Fogen faͤßte sie. aͤngeregt
durch Vriefe mehrer hrer jn Amerito Fefindlihen Hinder den—
— gAhnde dreß Lehent gieigfaug in dos hr
— — —— spehigen Habseligkeiten
ge hahß versüherteund dan ihre geruge Bagrschaft. zur Be—
sienung der Reisekosten nicht vilgetei 8 würde, so? erba⸗
sie sich und. exhselt. —— quf ihre Pension eige ent
prechende Ahtegtignaesitmite Sie begiht sich nun naͤch n
—— dep auf der. Esseghahn then ———
den solt. Die Jahrlarte ist bereits gelöst. * Zajt/ der Abfahr!
da, das Weib rit in dein Vahnhot. bleiht aher whiepersteinert
stehen, als die Locomotive mit rothglihenden Augen Fes, waß
heh die Locoinotibe mit Laternen. versehen — feurigem

Athen, gewaltigem Lürm und schrillem Pfeifen dampfend und
naubend heranpustet. Vom—- hoöchston Schrech ob dieses Anblich
erfaßt, den leibhaften Satanas im Anrücken wähnend, eilt das
Weib zurück, und käßt: sich durch nichts bereden.»sich dem moder⸗
nen Vehikel zur Weiterbeförderung unzuvertrauen, fondern wendei
der Siadt Pilsen den Rückennund eilt, zuvück nach dern vor wenß
gen Stunden verlassenen Heimath. Von der Auswanderung nach
Amerlfa wilb die Fraumfortan nichts mehr hören, und ist feft ent⸗
chlossen, in dem kleinen, ruhigen Dorfe, dasr von den Eisenbahne
ungeheuern nicht sobald heimgesucht: werden dürfte/ den Reft ihres
Lebens zu verbürgen. —*
7Oer Dampfer, Governer Cushmnan“. wurde am 1. d. M.
auf felner Fahrt von Buffalo nach Port Catborne durch Expsh;
sion des gesels in hie Lust gejhrengtn 1 Perfonen pucdene d
beicgediet e ,
ueFe Es ist schon hekannt, daß man, Zwibesu als Desinfettionq
mittel gebrauchen kann. Da dasselbe aber so einfach und erfot4
reich ist darf es doch hier und da in Erinnerung gebracht —wer⸗
den, Magn schneidet nämlich zwein pden drei, hinlänglich große
Zwiebeln auseinander und stellt sie in eines Teller aufttden Bon
den des Gemaches, Sie ziehen in unglaublich, hurzerHZeit dalls
Uble Ausdünftungen, in den Krankenzimmern: 26,3 an sich unde sind
jedeufalls den gewöhnlichen Räucherungen; vozzuziehen/ welche die
ůblen Gerüche nur perdechenaher, wicht pertrejtzem.. Man: sollte
die Zwiebeln alle 6. Slunden zwechselnen Ag Schon dieezalten
Eghptier wendeten die Zwiebeln zu demselben Zwece am unh im
Mitielalter zalten sie als ein Hauͤptmittel zum Echutze war gilans
ledung hei Pest und anderen, Scuichen. at S
Bekauntmachungen.Hywancgre. EgerungSchnapphäch.gen
7 15—⏑— Mobintage den 23. dieseß Monats, 7 3 7T 27
—A— Meine vererthen⸗ Fretiunde imde Gonner
der“ Wohnungt“ des, Kaufmannes Josephh Wu Schnappbach mache — —
Shall r werden burch den Unterzeich⸗ aufmertsam daß ich von jetzt ab duselbst
neten folgende eee gegen baare Pideine 8 eheen idenn
Zahlung' zwangsweise versteigert* bernehme und Frompt ausführe, Zu
weh A — zleicher Zeit einpfehle ich ——————
—zeug, 17 Stücke halbleinene Zeuge; e — ——53— zwei
Stücke halbwollenes Zeug, 25 Stuͤcke Jungen ber mit in die Vehre treten.
aeen — 3 „ Earl Iselt.
Tuch 14 Stuche gottum, 2. Sce ruürcherunn Tapezieter in Suizbach
Baumwollbieber, 2Stüuͤcke wollenee L.3. MCICIC .
Tuch, 2Stücke leinene Kittelzeuge Große Waldparthie
5Stücke Buckskin, 2 Stücke leinenes st Die w am 26 M 23.
Tuhe 8 Stuce Varchent z Sliug nächsten Dienstag am 26.— Mai am
baumwollenes Tuch, Futtertuch, 31 Frauen brunnen bei Neuhäusel. 5
In 58 858 —A V en Speiseun und Getraͤnke
Baumwolle, 28 Schiefertafeln, 52 wird, bestens gesorgt, sein, wozu, höf⸗
Pfund Wagenschmier, 7 Strohtaschen, sigßß ben ¶gesorgt, sein, wozu hof
— ynnet dlichst einladet
2 — mit Pfeffer darin, 237 G
Pückchen Cichorie, eine Kiste mit Rauch EO .
taback, mehrere Körbe, Packfässer und —— * — “ ä —
Kisten. sowie sonstige Waaren und Frücht⸗, vred Fleische cPreife
Gehekstande. —* —— 9— der Stadt Homburg vom 20 Maia⸗
Blieslastel, den 6. Mai 18088. Weizen 8 fl 24 9t. Kormh Fiu Asti
u: Neu, kgl. Gerichtsbote Speiz ifl — kr., Gerfie Zrethige, Sfl
⏑ — — * — —
Sochen eingeiroffen Die neueen * n —
.LXER l Stt. Erbsen. ¶ flaerfkre, Kartohe
frauzösischen und deutschen fan fle I8 tre per Zir Mornbred 8· he
27.tri, ditto 2 Kgr. ISakr., ditto PrKor.
tkr. Kühfleische1. Cuah 16 kr. 2. Quaj,
64 F, — 77
14 t, Kalbfleisch 42 r.Hammelfleisch
16 kr. Schweinefleisch 13 kr. Buttex 832 kr.
per Pfund. νν —
, Frankfurter Börse 4y. zun
νιν Geldsoxten.
un unnwom 20. Mai. 186381.
Breußische 7 Kassenscheine 3ú H-αε
reußische Friedrichsdor 3eνο y— 82
distolen 3. 49 - 5,
Zolländische 10 sspStüe 94736
Ducaten εν—
20Francs⸗ Stücen ——⏑
Englische Sounereigns ul 451 d 5 309
hold per Zollfund fein 6
Aochhaltiges Silher per Zollpfunz ——
Dollars nGolde —J ———
—

„Hauserversteigerung.
Samftag den I8. Juni 1868. Mittags
—A———
Schmidt; Seifensieder, lassen die Wittwe
ujnd die Testamentserben des daselbst ver⸗
lebien Bäcers Johagnin Best, abtheilb⸗
ngshalber auf Eigenthum versteigern:
35.). AB Decimalen Fläche mit dem
caic darauf ßKehenden Wohnhause mit
1. Stall, Hofraum, Pflanzgarten, und
e n Zubehör, zuu St. Ingbert in den
anStauchgärten neben Carl Lion Wittwe
Aand Gebrüder Krämerc.
2)3.Decimalen Fläche mit darauf ste⸗
. hendem Wohnhause, Hofraum, Pflanz⸗
garien zu St. Inghert meben Wittwe
.NQuixin und Franz Theobald Erben.
St,. Ingbert den 22. Mai 1868.
Soru, kgl. Notär.
Stadtrathssitzung.
Montag den 25. d. M. Nachmittags
um 2 Ubr.. 3
rain Tageserdnung: —V
1. Die Gasanstalt zu St. Ingbert betr.
2. Wahl zweier“ Mitglieder zur Com⸗
:.1. mission für die Gasanstalt betr. “
3. Die Bahnhofstraße betr.
A4., Fredit⸗Ueberschreilungen pro 186667
nuo vetr. “ Pν—
3. Prüfiungder“ Niederschläge pro
486667 beir.
6. Heimathsangelegenhriten betr.
75Organisation des Feuerlöschwesens
rin ver Stadt St. Ingbert betr.“
Si. Ingbert den 28. Mai 1868..
2536 Das! Bürgermeisteramt“
ν Ehandon.
Bestes —J—
—D
Attout
ist wieder eingetrosfenn hei
Sritz Fuεer.
α ια Ec Redaction, Druck und Verlag von F.: X. Dem ege in St.“ Jugbert ον α ν,
ue!, —li nis —R m —** —
        <pb n="251" />
        F 5114
Der „St. Ingberter An ze iger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal Dienstag, Doöͤnners kah
und Samstag. Abonnemenispreis vierteliährig 48 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 4 Krzr. die dreispaltige Zeil⸗
F J Blattschrift oder deren Raum berechnte. ———

Nro. 6 4868.
ůSůSS———-—— * — —
—F DDeutschland.
Muünchen, 23. Mai. Am nächsten Dienstag (heuite)
werden es fünfzig Jahre seit dem Tag, an dem die gegen⸗
wärtige bayerische Staatsverfassung in Wirksamkeit getreten ist,
ein Gedenktag, der an verschiedenen Orten des Konigreichs von
Corporationen und Einzelnen festlich begangen werden wird, und
sür den auch eine allgemeine kirchliche Feier angeordnet ist. Auch
Mitglieder des gegenwärtigen Landtages haben eine gemeinsame
Feier in München verabredet.

München, 28. Mai. Der „Allg. Ztg.“ wird geschrieben:
Fürst Hohenlohe wird in den ersten Tagen der kommenden Woche hierher
zurückkehren; auch die Rückkehr des Handelsministers v. Schlör, welcher
dem Vernehmen nach der Einladung zu dem Ausflug nach Kiel zur Be—
ichtigung der Deuschen Flotte im dortigen Seehafen folgen wird,
wird jedenfalls noch vor Pfingsten erfolgen. Einige baherische Zoll⸗
darlamentsabgeordnete haben den förmlichen Schluß der Sitzungen
des Parlaments nicht abgewartet und sind bereits in ihre Hei⸗
math zurück. eue,

— Vom Rhein, 20. Mai. Ferdinand Freiligrath ist be—⸗

reits von seinem kurzen Ausfluge an den Rhein nach London

wieder zurückgekehrt und trifft daselbst Vorkehrungen, um sein

Asyl für immer zu verlassen und in die deutsche Heimath zurück—
zukehren. Alle seine Sypathien fesseln und bannen den Dichter
an den Rhein, wo seine Muse die brausenden Freiheitslieder ge—
scha ffen, die ihn in der Manteuffel'schen Reactionsperiode zum

Hochverräther und Repolutionär stempelten. Die Amnestie von

186h6 kommt dem Dichter nicht zu gute, und da der betreffende

Steckbrief noch immer über dem Haupte des Dichters schwebt, so
väre es immerhin möglich, daß ihn irgend ein Staatsanwalt ver⸗
daften und zur Rechenschaft ziehen könnte. Wenn es nun auch
nicht wahrscheinlich ist, daß man jetzt noch einen politischen Pro—
ceß gegen den Dichter in Scene setzt, so will der Dichter auf
deutschem Boden doch nicht blos geduldet sein, sondern sich eine
volslberechtigte Heimath gründen. Freiligrath wird daher wahrschein-
äch seinen Aufenthalt in Stuttgart nehmen und schon zu Anfang
des nächsten Monats daselbst mit Familie eintreffen. Während
seines Ausenhalts am Rhein hatte er trotz seinen Incognito Mühe
die ihm zugedachten Ovat'vnen alle abzuwehren; wo er erkannt
wurde, ließ man es sich nicht nehmen, den Dichter des „Glau—
zensbekenntnisses“ irgendwie auszuzeichnen. Auf seiner Rückfahrt
hon Lorch nach Köln wurde er an Bord der „Loreley““ von dem
apitän erkannt, der alle Flacken aufhißte und den Dichter mit
drei Ehrensalven begrüßen ließ.

Baerluin, 22. Mai. Bei dem zu Ehren der Süddeutschen
in der Börse gestern gegebenen Festessen brachte der großbritanische
Generalconsul Victor v. Magnus einen Toast auf den König von Preu⸗
zen, der das Zollparlament berufen habe, aus. Siemens toastete
auf den Zollbundesrath, Präsident Simson auf den Handel und
die Industrie Berlins, Graf Bismark auf die süddeutschen Brü—
der, denen ein fröhliches Wiedersehen zu erneuten gemeinsamen
Thätigkeit im Zollparlament zugerufen sei. Der Ministerpräsident
Fürst Hohen lshe trank auf die Vereinigung der deutschen Stämme,
Abg. Völk auf den deutschen Rechtsstaat, Abg. Marquard Barth
unter stürmischem Beifall auf Graf Bismarck. Das ganze Fest
machte einen glänzenden Eindruck. Anwesend waren u. A. die
Generale v. Steinmetz und Vogel v. Falkenstein, sowie die meisten
Mitglieder des Bundesraths. — Heute Abend findet ein zweites
Fest statt, zu dessen Arrangement angesehene Bürger der Stadt
wie der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung, mehrere
Stadträthe, Spitzen des Kaufmanns- und Handelsstandes ꝛc. als
Tomite zusammengetreten sind. Das Fest wird im Lokale den
Tivoli auf dem Kreuzberge den süodeutschen Abgeordneten zu“
Ehren gegeben und ist der Subscriptionsßreis für die Festtheilneh—
ner aus den Reihen der Bürgerschaft auf 1 Friedrichsd'or nor—
mirt. Ueberhaupt geschieht von allen Seiten Alles, daß die süd⸗
deutschen Abgeordneten sich hier nur wohl fühlen. Eine schlechte
Frinnerung aus Berlin können die Herren aus Süddeutschland

auch unmöglich mitnehmen, aber im Uebrigen sehnen sie sich, lrotz
aller Aufmerksamkeit, die man ihnen in gesellschaftlicher Beziehung

erweist, doch nach Hause und es wird schwer werden, sie über den

Sonnabend hinaus noch hier zurückzuhalten. — Daß über die
Berwerfung der Petroleum⸗Steuer die allgemeine Befriedigung
Jerrscht, ist wohl selbstverständlich. Sowohl die, Tabakssteuer
als die Petroleumsteuer waren eben nur specifische breußische
—X —8

Bexlhin, 28. Mai. Heute Nachmittag um 4 Uhr hat im
Weißen Saale der Schluß des Zollparlaments durch Se Maje⸗
tat den König stattgefunden. Die, Thronrede resumirt die Ke—
sultate und der König hofft, bei dem nächsten Zusammentreten
eine Verständigung in den wirthschaftlichen und; finanziellen In⸗
leressen zu erzielen. Das Zollparlament habe das gegenseitige
Vertrauen der deutschen Stämme gekräftigt, manche Vorurtheile
zerstört oder gemindert. Alle werden die Ueberzeugung mitnehmen,
daß im deutschen Volke ein brüderliches Gefuhl der Zusammen—
zehörigkeit leb.

Von vertragsmäßig bekundetem Willen und berechtigten gesetz⸗
zebenden Gewalten zu einer hervorragenden Stellung berufen will
der König die ihm übertragenen Rechte als heiliges, von der Ra—
tion und den Fürsten ihm anvertrautes Gut in Achtung der Ver⸗
träge und der geschichtlichen Berechtigungen handhaben und ver⸗
verthen. „Nicht die Macht, welche Gott in Meine Hand gelegt,
ondern die übertragenen Rechte werden Mir jetzt und in Zukuufi
ur Richtschnuc Meiner Politik dienen““ 16

»SZerlin, 23. Mai. In der gestrigen Sitzung des: goll⸗
hundesrathes wurde die Zurücknahme des veränderten Vereinsta⸗
cifs einstimmig beschlossen. Die“ Verhandlung mit Lübeck wurde
genehmigt, worauf Senotor Curtius Lübecks Beitritt zum Zoll⸗
»erein erklärt. Die Amendements zur Tabaksste ner wurden eben⸗
alls genehmigt und ferner Administrations⸗ Anordnungen“ zum
Vollzuge des österreichischen Handelsvertrages getroffen.. .

Wien, 28. Mai. Morgen soll die Veröffentlichung der
»om Kaiser nunmehr sanctionirte Anticonecordat 8gefsetze
Ehegesetz. Schulgesetz, interconfesfionelles Gesetz) und übermorgen
die Abreise Meisenbuz nach Rom erfolgen.

— Dem hiesigen Telegraphen-Correspondenzbureaus wird
uus Bukarest, 22. Mai telegraphirte Einem Gerüchte zufolge
vird heute die Kammer auf dem Freiheitsfelde sich als Confti⸗
uante erklären und die Unabhängigkeit des Landes proclamiren
Ein in Frankfurt eingetroffenes directes Telegramm aus Bukareft
üer die gestrige Jahresfeier der Thronbesteigung des Fürsten
carl weiß davon nichts)...

Wien, 28, Mai. Wie die „Neue Freie Presse“ hört, bee
reitet England eine Friedenskundgebung aller Mächte vor, in wels
her diese sowohl den ernsten Willen zur Erhaltung des Friedens,
als auch den festeu Glaubenan die Möglichkeit derselben aus«
prechen sollen. Nach allseitig entsprechender Zustimmung zu dem
in der Mittheilung betonten Princip werde die formelle Eröffnung
exfolgen. Das Wiener Cabinet sei in Voraussetzung bereitwillig⸗
ster Mitwirkung bereits vertraulich davon benacheschtigt. *
Wien, 23. Mai. Das Unterhaus des Reichsrathes be⸗
willigte im heutigen Verlauf der Budgerdebatte die Gesammtbe⸗
deckung mit 281,145,907 fl. und nimmt sodann die Gesetze über
Staatssschuldencontrole und Ausprägung neuer Scheidemünzen an.

Prag, 23. Mai. Die rumänische Negierung
jat hier Lieferungsverträge für große Quantitäten
Sommißleinwand, Pferde-Aurüstungsgegenstände und andere Artikel
ibschließen lassen.

Frankreich.

Paris, 24. Mai. „Constitutionel“ conslatirt, daß die Rede
des Königs Wilhelm zum Zollparlamentsschluß Befriedigung ein⸗
löße, da sie in einem Geiste gehalten fei, der hoch über der im
Parlamente selbst zu Tag getretenen Engherzigkeit stehe. Das
officisse Blatt fügte bei: „Viese Rede ist die erste officielle Kund⸗
gebung, welche in voller Uebereinstimmung mit dem Geiste der
        <pb n="252" />
        Berträge von Prag steht. Alle aufrichtigen Anhänger des Friedens,
alle wahr haft politischen Geister müssen also diese Rede billigen.
Nußland. J

Die Einwohner von Sibirien haben den Kaiser von Ruß
land um eine Eisenbahn gebeten. „Ziehe uns, die wir entfern;
sind, an dein Herz und gieb uns eine Eisenbahn,“ so sagen sie
dafür wollen sie aber auch aus ihren Eisgefilden, die „heißesten
Gebete für den Kaiser gen Himmel senden.

Amerika.

Rachrichten aus Westindien melden von neuen Erdbeben aus
St. Thomas, die jedoch nur schwach waren und keinen wesentlichen
Schaden anrichteten. Auch auf der See in jenen Gegenden wur⸗
den vulcanische Phänomene bemerkt. So berichtet Capitän Burns
oon der Bark „Lydia,“ daß er am 18. Februar Abends 8 Uhr
ʒstlich von St. Vincent einen starken Schwefeldunst bemerkt habe,
und zwei Stunden darauf die ganze See, soweit das Auge reichte,
trahlend leuchtete, welches Leuchten gegen Mitternacht aufhörte.
Eine Stunde darauf empfand man an Bord einen heftigen Stoß,
als ob das Schiff auf einen Felsen aufgefahren wäre. Dies war
30 Meilen ostwärts von St. Vincent. Am 21., als man sich
10 Meilen von Barbadoes befand, erschien wiederum das Leuch⸗
ten des Meeres und hielt zwei Stunden an.

Die Rede Völks im deutschen Zollparlament

am 18. Mai. J
Wir können es uns nicht versagen die geist- und Gemüths
volle Rede Völks, die durch ihre echt deuische, patriotische und
dersöhnende Färbung auf allen Seiten des Hauses den reichsten
Beifall fand, unsern Lesern in ausführlicher Fassung mitzutheilen
Völk sagt —

Ich muß wie der Vorredner (der Ultramontane Bissing aus
Baden) — mit etwas mehr Bescheidenheit als er — auch mit
den Worten beginnen: „Wir Süddeutschen.“ Wer sind: „Wir
Süddeutschen?“ Das allein ist es gewesen, daß ich es immer
eit mehreren Tagen stumm und still mit anhören mußte, daß
inter dem Namen „Wir Süddeutschen“ Reden gehalten worden
ind, mit denen nicht alle Süddeuischen einverstanden waren, und
umer dem Namen „Wir Süddeutschen“ Gefühle ausgedrückt worden
sind, bezüglich deren ich Ihnen sagen kann, daß sie vielen Süd⸗
»eutschen widerstreben. Wenn wir sagen „Wir Süddeutschen,“
o können wir nicht sagen, daß wir mit unseren Unschauungen ge⸗
rade von den aus Süddeutschland geschickten die Majorüät in
diesem Hause haben, aber eine statistische Berechnung köunte wohl
darüber angestellt werden, wie viel Stimmen diesseits und jenseits ab⸗
zegeben worden sind, und ich bin erbötig. den Nachweis zu führen
daß wir „Süddeutschen“ dann in der Mehrheit find. (Geifall.)
Es liegt mir außerordentlich fern, einen Streit zwischen den Süd-
deutschen heraufzubeschwören. Ich habe seit langer Zeit mich da⸗
zegen ausgesprochen, daß überhaupt eine Adresse verlangt oder
beantragt werde. Und das habe ich aus dem Grunde gethan,
damit wir Süddeutschen nicht, vor Ihnen gleichsam ein süddeut⸗
sches Tournier aufführen und uns vor Ihren Augen gegenseitig
jerfleischen, weil ich mir gedacht habe, das wäre nicht die würdige
Haltung, welche die Süddeutschen hier einnehmen follten. (Bei⸗
fall rechts.) Ich habe ferner mich deßhalb dagegen ausgesprochen,
daß man eine Adresse beantragen sollte, weil ich in Anerkennt⸗
diß des Ausfalles der Wahlen bemerkte: Sätze, welche meine
Freunde und ich in der Adresse gewünscht hätten, können wir nur
hineinbringen mit Zuhilferufung der norddeutschen Mehrheit, welche
uns gegenüber steht. Wir haben es aber nicht für angemessen

gehalten, mit ihrem Hinzutritt und mit Ihrer Hilfe die Süddeut⸗
schen, die in der Majorität sind, hinwider zu majorisiren. So
lam es und so hatte ich mich entschlossen, sobald ais möglich wie—
der nach Süddeutschland zu gehen und die Tribüne hier gar nichl
jn betreten. Allein die Dinge kommen manchmal anders, Aber
auch heute hätte ich mich an der Tebatte nicht betheiligt, wenn
uicht von den verschiedensten Seiten her mir gleichsam der Vor—
vurf gemacht worden wäre, daß gerade wir aus Bahern mit einer
zewissen Scheu einer Debatte in einem norddeutschen Parlamente
auswichen. Das thun wir nicht, allein wir wollten nur nicht
vwiederum den Kampf herborrufen, welcher jetzt doch durchgebrochen
st. Sehen Sie, so ist der Spruch des Dichters wahr: Wenn po⸗
litischer Stoff einmal in einer Versammlung angesammelt ist, so
bricht er durch. Sie mögen ihm die Thijr der Ädresse aufmachen
oder durch das Thürlein gehen, das der Bauberger'sche Antrag
etzt eröffnet hat. Man braucht gar nicht zu unterstellen, daß
Bamberger irgend wie eine hinterrückige Absicht gehabt habe, hier
ine politische Debatie hervorzurufen; sie kommt eben einfach, und
ie ist da, und daß es so getommen ist, ist nicht vom Uebel.
Hehen wir ja nicht davon aus, daß unsere deutschen Angelegen
jeiten besser werden, wenn wir fie nicht Mann gegen Maͤnn,

— — —

Auge gegen Auge, ein redlicher Mann dem anderen gegenüber
hesprechen. (Sehr richtig.) Die Dinge werden nicht schlechter dadurch,
ondern sie werden besser, wenn auch manchmal hier und dort ein
erhitztes Wort fällt. Erst, wenn gleichsam ein Theil der — Galle will
ich nicht sagen, aber ein Theil der unangenehmen Gefühle sich
Luft gemacht hat, welche gegenseitig getragen werden, reicht man
ich am Ende die Hand und hat sich verglichen. Sehen Sie,
wvas mir hier gerade mit einem der letzten vor mir auf der Tri—
»üne begegnet ist. Ich thue doch auch seit mehr als zwölf Jah⸗
ren im bayerischen Parlamente mit und habe natürlich von Hrnu.
Bagener schon viel gehört und gelesen. Ih muß Ihnen sagen
ils er die Tribüne betrat, glaubte ich, aus seiner Rede ebenfalls
inigen Stoff für die meinige zu erhalten, indem ich ihn vielle icht
elämpfen müßte. Jetzt schon habe ich die Genugthuung, zu erklären,
aß ich eine wohlthuende, mir äußerst merkwürde und neue Ueber
instimmung zwischen seinen und meinen Ansichten entdeckt habe.
Broße Heiterkeit.) Wenn redliche und ehrliche Männer sich zu⸗
ammen begegnen und wenn sie ernst über die deutsche Zulunft,
iber das, was uns Allen am Herzen liegt, redlich zu Rathe ge⸗
jen, dann werden vor einer derartigen Erwägung die größlen
Vorurtheile schwinden, und wenn die deutsche Ration jene Einig-
ing noch nicht erreicht hat, die sie haben muß, damit sie
zine glorreiche Zukunft haben kann, so ist das nicht auf Kosten
nnerer Widersprüche zu setzen, als vielmehr auf Kolten der Un⸗
enntniß der Verhältnisse (Justimmung), welche man im Norden,
owohl wie im Süden hat, auf Kosten der Vorurtheile, die
nan da und dort hat, und wenn eine solche Debatte nur Eini⸗
jes dazu beiträgt, decartige Vorurtheile zu zerstören, so hat sie
inen sicheren Baustein zum Dom der deutschen Einheit geliefert.
Beifall.) Seheun Sie, selbst die Süddeutschen jener Gattung,
velche hier gesprochen haben, haben nichts von jener Schaͤrfe, mi
velcher die Dinge im Süden an gesehen werden, hier herein getragen;
ja, es ist sogar vorgekommen, daß wegen der Milde der Auffassung
harte Vorwürfe droben an der Isar laut geworden sind. Meiter⸗
eit.) Ob sie vielleicht in Folge einer sanften und milden Rede,
velche Sie heute gehört haben, nicht auch am Nefenbach Stutt ·
jart) kummen werden, das weiß ich noch nicht ganz gewiß. (Hei⸗
erkeit.) So glaube ich. führt die gegenseitige Kenntniß guter
kigenschaften zu einander hin, und, ich darf es wiederholen: wenn
wei redliche Männer in Differenzen sind — und ich bin über—
zeugt, es gibt nicht edlere und redlichere Männer, als die sind,
die im Norden sowohl als auch im Süden des Mains an der
Jroßen Arbeit mitwirken, welche wir noch zu leisten haben —
venn solche redliche Maͤnner Differenzen haben, so ist es das
Beste, man stelle sie gegenüber und lasse fie sich einige ruhige oder
auch hitzige Stunden mit einander streiten. und wo Treue, wo
Redlichkeit, Einsicht Verstand und einige Aufopferungsfähigkeit ist,
neine Herren, werden sie nicht als Streiter. als Feinde. soadern
uls Freunde auseinander gehen. (Beifall.) Kommt das auch nicht
aus diesem Zollparlament heraus, so kommt es vielleicht ein an—
deres Mal, aber es kommt so sicher als etwas, denn es muß
ommen, weil darauf die Grundlage unserer Nation und deren
Zukunft nothwendig gebaut ist, daß wir Süddeutschen — Sie—
ntschuldigen, daß ich diesen Ausdruck gebrauche (Heiterkeit) —
uu warten hätten, bis man im Norden mit dem nordischen Staate
ertig sei, und daß uns dann erst der Eintritt gleichsam zugespro⸗
hen, oder gewährt werden könne, so bin ich in der Lage gerade
arin eine große Gefahr für die süddeutschen Staaten und deren
Zelbstständigkeit zu finden. Ich meinerseits — und es sind
nanche meiner politischen Freunde damit einverstanden — wir
dächten unser Interesse läge nicht darin, einem fest constituirien
Staate, gleichsam einem inkrustirten Staate uns anzuschließen, wie
er bis dahin geworden ist, sondern ich dächte, es waͤre vernünf⸗
iiger, wenn wir bei Zeiten die Stelle suchen würden, welche uns
die Gelegenheit und die Macht gäbe, selbst an dem Staate mit—
ubauen, um dann vielleicht doch auch manches Gelaß für unfere
eigene Bequemlichkeit dort anzubringen, welches die norddeutschen
Baumeister, wenn sie nur für sich handeln moöͤglicher Weise doch
dergessen könnten. (Bravo.) Ich glaube auch wenn von Seiten
zweier der Herren Redner in einem etwas bruͤsken Tone bemerkt
vorden ist, wir brauchen Euch nicht, wir warten schon bis Ihr
selbst kommt, so sag ich Ihnen, es wird allerdings richtig sein,
daß der Zeitpunkt kommt, in dem der deutschen Staal mit oder ohne
uns fertig werden muß; aber es wird nicht gut sein, weun man
chut, als ob das so vollständig gleichgiltig wäre, wie man hier
gethan hat. Ich glaube, es ist nur eine Art Schmollen, und darüber
ann man auch recht wohl hinwegkommen, denn wenn wir auch
uns nicht überschäzen. und wenn wir auch wissen, daß unsert
träfte nicht die Kräafte des ganzen Nordens sind, so sind wir
doch der Ueberzeugung — wenn ich vorläufig don Oesterreich ab
ehen will — daß eine gewisse Ergänzung norddeutschen Staats⸗
vesens und norddeutschen Gefühlswefens durch Süddeutschland
Ihnen auch von einigem Vortheil sein könnte. CLebhafter Beifall
        <pb n="253" />
        Das gerade ist das Schöne und deswegen halte ich dafür, daß die
Zukunft unserer Nation eine so schöne werden muß, daß das
proͤde norddeutsche Element mit dem etwas weicheren, gemüthlicher
angeflogenen süddeutschen Element nach und nach zusammenrinnen
muß. (Bravo.) Man hat auch gesagt (im Süden oft und auch
hier!: Schwaben — ich bestreite den Herrn aus Schwaben, daß
sie allein die Berechtigung haben, zu sagen, „wir Schwaben“ —
wir Schwaben in Bahern sind auch noch da (große Heiterkeit)
und wir sind gerade so gut Schwaben wie die anderdu. Wenn
ich auch bei der Konstellation, wie sie bei den Zollparlaments⸗
wahlen war, der einzige aus dem Kreise Schwaben und Neuburg
gewesen bin, der, meiner politischen Nichtung angehörend, vom
Bodensee hieher geschickt worden ist, so kann ich Ihnen doch sagen
daß, wenn man auch da, nach Kopfen durchzählen würde, man
es vielleicht nicht auf 2000 brächte, damit die ganze Wage um⸗
chlagen würde; Sie sehen also, daß wenn ich auch nur von
Bayern spreche, ich mil dem Worte, „wir Schwaben“ immer auch
noch so von 30.— 40,000 Schwaben sprechen kann, und duß das
nicht ausschließlich schwäbisch ist, was hier nach einigen Exempla⸗
ren so genannt wird. (Große anhaltende Heiterkeit) Ich bin
chon vollständig überzeugt, daß es mit dem Beiseitestehen unserer
schwäbischen Freunde auch seine gute Bewandtniß hat; Sie wer⸗
den, wenn Sie gerade die politische Slellung Schwabens und na—
mentlich Wurttembergs zur deutjchen Frage betrachten, wohl sich
noch in Erinnerung zurückrufen — und wir wollen es den Schwa⸗
den nicht vergessen — daß sie im Jahre 1849 bis zu einem
Brade für die Reichsverfassung gewefen sind, bis zu einem Grade
Welchen ich hier nicht nach kriminalistischen terminis technici
bezeichnen will. (Heiterleit. Sehr wahr)) Wenn dies einmal
der Fall war, so thut man, glaube ich, den Schwaben Unrecht
wenn man sagt, sie hätten nicht ebenfalls so viel Vaterlandsliebe
wie audere Leute, und sie hingen an ihrem deutschen Vaterlande
nicht gerade so wie die anderen; sie thun, deß bin ich vollständig
überzeugt, sie thun das Alle, sie thun es zur Zeit nuͤr auf eine
etwas andere Weise, als wir (Heiterkeit) und sie suchen nur zur Zeit
etwas andere Wege. als diejenigen sind, welche wir zur Zeit für
die practischen und für die gangbaren halten. (Bravo.) Aber
über denselben Berg wollen wir Alle hinüber und über diefes Gud—
ziel ist eigentlich unter Allen ein nennenswerther Differenzpunkt,
glaube ich, nicht. (Lebhafter Beifall.) Es ist das Verhältniß Oest⸗
reichs namentlich von einem Herrn aus Schwaben hier hereinge⸗
zogen worden; es ist daran erinnert worden, daß wir ja ein gan⸗
jes Deutschland nicht hätten, weil 92 Millionen deuischer Brü—
der abseits lägen, und außerdem die Deutsch-Luremburger. — Wie
piel von den Luxemburgern Deutsch sprechen, weiß ich nicht, und
wie viel von ihnen geneigt wären sih stark an uns anzuschließen.
das weiß ich auch nicht. Aber das weiß ich gewiß, daß es in
Desterreich Millionen Herzen gibt, welche warm für Deuischland
schlagen. Ich habe dort wahre, treue und liebe Freunde und ich
zin vollstündig überzeugt, daß es auch dort Leute genug gibt,
einsichtige Leule genug gibt, welche der Ueberzeugung sind, daß
eine Operation nothwendig war, wie sie vorgenommen worden
st, damit man aus dem Wesen des BundestagesIheraus in inen
frischen jungen deutschen Staat hineintomme. (Bravo (Schluß folgt.

Jacob Bauer, Bürgermeister in Steinbach bei Winnweiler; 11)

Adam Stubenrauch Bürgermeisterin Sondernheim; 12) Kari

Steinacker, Bürgermeister in Reifenberg; 13) Joh. Philipp Riel,

Zerber und Müller in Winzingen; 19 tFriedrich Görg, Rentner

in Ludwigshafen, 15) Johann Travers, Gutsbesitzrr in Neustadt;

16) Heinrich Groß, Gemeinderath in Kandel; 17) Ludwig Hein⸗

rich Pohly, Oekonom und Stadtrath in Franlenihal, 18; Fried⸗

ich Karl Jung, Rentner in Kandel; 19) Anton Schreiber, Kauf⸗
nann in Lauterecken; 20) Dr. Kari Herold, prattischer Arzt in

Dirmstein; 21) Andreas Schleppi II. Oekonom in Altstadt;

»2) Valentin Hein, Ackerer vom Hahnbacherhof bei Schallodenbach;

3) Christian Lellbach, Müller ig Elschbach; 24) Georg Ludwig

Müller, Kaufmann in Alsenz; 25) Ludwig Guinandt, Gutsbesitzer
in Neustadt; 26) Karl Adam Limbacher, Müller in Imsweiler;

27) Philipp Buhrmann, Aderer in Lohnsfeld; 28) Karl Pas⸗

Juay, Holzhändler in Annweiler; 29) Daniel Jenet, Aderer in

diedermohr; 30) Albrecht Wentz, Apotheker in Waldmohr. Als

Ersatzgeschworene sind einberufen die Herren: 1) Adam Kuhn,

Fichorienfabrikant; 2) Friedrich Rohrbacher, Goldarbeiter; 8)

Thristian Ambos, Geschäftsmann, 9) Ludwig Heintz, Gastwirth;

5) August Kranzbühler, Buchdruckereibesitzer; 6) Ludwig Simon,

Bierbrauer; Alle in Zweibruͤcen wohnhaft.

fNeustadt a. H. 24. Mai 1868. Heute tagten dahier
verschiedene Inhaber von Geschäftsbureaux um sich über die durch das

Besetz vom 80. Januar 1868 vorgeschriebene und einzuholende Con⸗

ression zu berathen. Anwesend waren die Herrn: Süß und Spatß

aus Speyer, Fuchs und Hermann aus Landau, Stiebel und

Geiger aus Bergzabern, Zinn und Levi aus Kaiserslautern, Ble—

ingen und Levi aus Renstadt, Niewar aus Dürkheim, Acker aus

Edenloben und Westphälinger aus St. Ingbert.

fF Bei dem Cantonal⸗Saängerfest, das am Sonntag in Dürk⸗
heim stattfand und vom herrlichsten Wetter begünstigt war, zeich⸗
neten sich die Sänger von Weisenheim a. d. S. durch einen ori⸗
zinellen Schmuck aus, indem dieseiben die ersten reifen Kirschen
an Hüten und Mützen zur Schan trugen. J
— 7München 21. Mai. Um eine Abwechslung in dem
Terrain für größere Uebungen zu erdzalten, ist, wie ich höre für
iesen Herbst die Gegend bei Schweinfurt ausersehen, wo ein
llebungslager von 17, 000 - 18, 000 Mann bezogen werden wird;
auch einige Landwehrabtheilungen sollen auf kurze Zeit beigezogen
werden. Bei dieser Gelegenheit werden auch die neu einzuführen⸗
en Schutzzelte und neuen Feldkessel, wovon 10,000 Stug bereits
in Accord gegeben und in 2 Wionaten zu liefern sind, in größe⸗
en Massen in Gebrauch kommen. — Die Personalernennungen
ür zwei neu zu errichtende Jägerbataillone werden erst bis Herbst
erfolgen.

Heidelberg 18. Mai. Bei einer dahier vorgenom⸗
nenen Probe eines Dampfkessels sprang derselbe und wurde dabei
der Sohn des Hauses erhebuch verletzt.

F. Aus Heidelberg, 14. Mai, schreibt man den „Fr. Journ“.

Am 10. d. starb hier im Alter. von 74 Jahren der reiche Russe
Herr Kanschine, der sich seit mehreren Jahren hier niedergelassen,
hatte. Die Hinterlassenschaft belauft sich nach geringster Schätz⸗
ung auf 30 Mill. (4) Kubel, lauter von dem Verstorbenen selbst
erworbenes Geld.

FMainz, 20. Mai. Aus der nahen kleinen Gemeinde
Drais wird von einem. schändlichen, wie es scheint, mit Ueber

egung ausgeführten Morde berichtet. Beim Nachhausegehen

ach auf offener Straße ein Bursche einen anderen in derselben
Gesellschaft befindlichen mit dem Messer zusammen, ohne unmittel⸗
bare Veranlassung. Den übrigen ward der Vorgang erst klar, als
das Opfer zusammenbrach und der Morder sich auf es warf, um
ihm noch mehrere Stiche zu versetzen.

F Der 16. Turntag des miitelrheinischen Verbandes ist auf
den 7. Juni nach Hauau anberaumt, Gegenstand der Tages
ardnung ist u. A. die Besprechung über das voraussichtlich am
d. und 10. August in Hanau abzuhaltende 6. mittelrheinische
Turnfest.

F In Friedderg (Hessen) wurden in Folge eines auf Liefer⸗
ung der Maikäfer ausgesetzten Preises bis 11. Mai nicht weniger
als 38 Malter dieses ñußerst schädlichen Käfers eingeliefert, was,
da man in einem Gescheid — 164 Malter) 750 Stücd zählte,
der enormen Anzahl von 1,824,000 Maikäfern entspricht. (Daß
die Maitäfer auch Nutzen gewähren, thut ein Berliner Naturfor⸗
icher dar. Außer ihrer bekannten Verwendung zur Schweine-,
dühner⸗ und Entenmast bereitet man von ihnen in neuester Zeit
eine krebsähnliche, sehr angenehm duftende und Kranke sehr stu—
lende Suppe; ebenso macht man von ihnen massenhaften Gebrauch
sur Gewinnung von Wagenschmiere, Brennöl und Farbe.)

7 Die Gothaer Keliner ꝛc. siud nicht gut auf den Prinzen⸗
Rapoleoun zu sprechen. Er logirte unlängst mit Gefolge (1I2 Per⸗
jonen) zwei Tage und Nächte im „Deutschen Hause? das lbst und
bonorirte den Oberkellner. der ihn allein bedieme miri. laa⸗

Vermischtes.
tt Z3weibrücken 22. Mai. Inhaltlich einer hierher ge⸗
langten Nachricht zersprang heute Mittag gegen 12 Uhr in der
Mahls und Schneidemühle des Carl Weber in Homburg der
Dampftessel. Die Stücke desselben stoben mit furchibarer Gewal—
auseinander. Zwej Arbeiter wurden verletzt, der eine leider sehr
chwer, Einem Gerüchte zufolge dürfte Fahrlassigkeit vorliegen,
indem der Kessel zur Zeit des Explodirens vollständig von Wasser
entblößt gewesen sein soll und demnach nothwendiger Weise zu⸗
'olge der starken Erhitzung zerplatzen mußte.
fg8weisbrücken 25. Mai. Ein Tamdour der hiesigen
Barnison, der schon eiumal mit Zurüclassung eines viel Heiter—
leit hervorgerufenen Briefes desertirt war, hat sich heute früh in
der Kaserne erschossen? — In Niederauerbach hat gestern ein
HBruder dem andern einen Hammer derart auf den Kopf geschla⸗
zen, daß eine gerichtliche Untersuchung angeordnet werden mußte
rZweibrügcen, 24. Mai. Zu den Schwurgerichts-
verhandlungen der Pfalz für das II. Quartal von 1868 welche
morgen unter dem Vorsitze des kgl. Appellationsgerichtsrathes Hrn.
Molitor ihren Anfang nehmen, sind folgende Herren als Haupt⸗
zeschworene einberufen, nümlich: 1) Harl Schneider, Sattler in
Pirmasens; 2) Jakob Friedrich, Bürgermeister in Weidenthal;
3)) Friedrich Steinebreh, Adjunct in Rudolphskirchen; 4 Georg
Helffer, Tabatsfabrikant in Rechtenbach; 5) Friedrich Weruz,
Butsbefitzer in Hördt; 6) Georg Jakob Bach, Bürgermeister in
Walsheim bei Landau; 7) Heinrich Lingenfelder, Gutsbesitzer in
Gimmeldingen: 8) Jacob August Becker, Gutsbesitzer in Lumbs⸗
heim: 9) Karl Spanier. Bürgermeister in Tripptistaßt; 10) Philivpi
        <pb n="254" />
        einem Thaler und den Hausknecht mit 20 Sgr. Das übrige Ohase Campany ereignete sich in diesen Tagen, Morgens, der
Dienstpersonal ging leer aus und mußte vom Principal aus 38 Einfayri ein beklagenswerthes Unglück. Etwa oon
nex Tasche entschudigt werden. eree eee der Mäündung rist das Seil des Hebeapparats, und Personen
5.FJEin Berliner Photograph hatte das photographische Bild stürzten 85 Hards hinab in die Tiefe des Schachts, auf sie hin
ver Furftin Fürstenberg als das Bild der Giftmischerin Ebergeny noch 86 Ellen des dicken Drahtseilz. Fünf von der Zahl, da⸗
in den Handel gebracht; nach seiner Augabe hatte ihm ein seicht runter ein 18jähriger Knabe, fand auf der —A Tod;
fertiger Wiener Freund, der eine von ihm erbetene Photographie ein sechsster Arbeiter starb in derselben Nacht; die beiden übrigen
der E. nicht auftreiben konnte, ihm als solches das Bild der Für- kamen mit Schenkelbrüchen davon. . I
ftin übersandt. 8 Ne wzp o Man Woh. fich 8 vn anr dnet

4 Zerrieden, 19. Mai, schreibt der Witterungsbeoba welches in der Nähe von Newyork zwischen dem General aw ·
ter — 3 A De e rence amerikanischen Gesandten in Costarica, und dem preußischen
großer aiuhe, so daß abgesehen von idealen Gewiterstuürmen nur Legationseeretär Baron Kusserow stattgefunden. Veranlassung sei
Im mittellandischen Reere eine stärkere Luftstrsmung sich vorfindet kine Beleidigung der Gemahlin des Generals gewefen, worauf
Obwohl der über Centraleuropa gelagette Luftberg allmählich detzterer den Baron gefordert habe. Die Distance von 13
wellenformig zu sinken beginnt, so duͤrfte doch bei den geringen Zchritten, sollte enventuell auf 10 und 3 Schritte vermindert
Luftdruckdifferenzen Europa's —* Wetter vorherrschend blei⸗ ede nach dem erfen Kugelwechsel die Sache
ben und, wie bisher, nur durch Gewitterregen unterbrochen werden. riedlt igelegt· ⸗

JJ iar
thias Straßer, der im Jahre 1849 der Held des Arader Trauer⸗ steine durfte — franzosischen attern gethei
e 88 is. — Pa e Fisscem Meldung sich bestätigt, ein Umschwung eintreten, dessen Nachwirkung
puet felvst cihent. n ν . auf den Juwelenbandel unausbleiblich sein würde. Der Chemiket
puel en iee e Banlier Charhes Detail . dernamentlich im Rtn son en der etedaudhee
—

gegen Monatszahlung verkaufte. die Titel aber ablieferte, ch svle
wenn dieselben vollständig bezahlt waren ist durchgegangen, und e . zuch ungemein hart sind, sich schleifen lassen und
— ———— arohe Ninzahl armer witteigegen die Wassensthen.. Path der Si—
eute kommt dadurch um ihre Ersparnisse. .8 mes“ soll dieses Mitiel von dem verstorbenen Wundarzt Youatt,

Am Schlusse des Jahres 1866 befanden fich in England der in England weitverbreiteten Ruf genoß, dielfach und mit be⸗
und Wales 283 Eisenbahn: Gefellschaften, deren Linien für, den fändigem Efolge angewendet worden sein, wie er denn felbst in
Verkehr geöffnet waren, mit einer Gesammt⸗Länge von 9701 einem Leben ächtmal von tollen Hunden gebissen worden ist.
Meilen. In Schottland, waren zur selben Periode 31 Ger Das Mittel bestand in dem gewöhnlichen und so leicht zu be⸗
selschaften mi 2244 Meilen Gisenbahn. und in Irr barmde 89 gaffenden, satpetersauren Silber. welches einfach nur in die
Gesellschaften mit 1909 Meilen Eisenbahn für den Verkehr Bißwunde fiitrirt zu werden braucht. Die Wirkung davon ist
geöffnet. . — e ämlich die, daß es den Speichel zersetzt und dadurch gerade den

London. In Leiner der Kohlengruben der: Cannok Giftstoff zerstört. rne *
Bekanntmachungen.

Feuer versicherungsbank für Deutschland
in Gotha.
Nach dem Rechnungsabschlusse der Bank für 1867 beträgt die Erspar—
niß für das vergangene Jahr να —8 *
80 Procemm

Verschiedene Wie—

jen sind für dies⸗

iuhrige Heu⸗ und Ohmet⸗
erudte zu verpachten durch
Westphälinger
ngamonftag

der eingezahlten Prämien.
Ieder Banktheilnehmer in hiesiger · Agentnr empfängt diesen Antheil nebst
zinem Exemplar des Abschlusses. von den Unterzeichneten, bei welchen auch die
ausführlichen Nachweisungen zum Rechnungsabschlusse zu jedes Versicherten Ein⸗
iicht offen liegenn.
F Denjenigen, welche beabsichtigen dieser gegenseitigen Feuerversicherungs⸗Ge⸗
rellschaft beizutreten, geben die Unterzeichneten bereitwilligft desfallsige Auskunft
und vermitteln die Versicherung. 0 —
oandau, den 21. Mai 188088. *
ouis 2Mayer, Hauptagen t. 5
— Vanzerbieter, in St. Ingbet
3.. Vracht, in Zweibrücken, für die Kontone Zweibrücken und
06 666 76 Hornbach. — —
Meine verehrten Freunde und Gönner 4. Worm den * Mal.
zu Schnappbach mache ich ergebenft darauf Wir nokiren heute: Weizen 15 fl. 15 kr.
fihetsam daß ich don jeht ab dafelbsi dis 15 fl 80 ir. Roggen 12 fl. 15 r
deeuüncher, und Taßchierer Arbeiten bis — . — *; Gerste 9 fl. 45 r.
übernehme und prompt ausführe. Zu bis —fl. — tr per 100 Kilo, Hafer
gleicher Zeit einpfehle ich mein reichhaltiges b fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo
dager schönet Tapeten. Auch können zwei Mehl per Partie 18 fl. — r. bis —
Jungen bei mir in die Lehre freten. — kr. Roggenmehl 11 fl. 30 kr. bis — l
ECarl Iselt. — ken Roggenvorschuß 18 fl. — kr. bit
Tüncher'ind Tapesterer in Sulzbach — il. * kr Weizenvorschuß — fl. — kr.
— — — — — fl.:⸗kr. Blumenmehl. — fl. — kr.
Eine Dir'eehbebia nekemit sämmtlich da- bis fl — kr. per 70 Kilo.“ Reps
zu gehörigem Werkgeug steht zu ver⸗ — ft. — kr. bis — fl. — kr. per 83
kaufen bee J Rilo. Rübdl vohne Faß 20 fl. — kr. bis
Ehristian Koch, Wirth. — s. —!ix. Leinol ohne Faß — fl.
— F a Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
9 —V F J
        <pb n="255" />
        4 0 d *7 9 .
t e 2 n cqa —
—40 9 ι y — Pr.
9 n J p J F *
.. 2 J 23
Der „St. Ing berter An zeig er“ mit seinem Unterhaltungsblaite erscheint woöͤchentlich dreimal; Dien brag, Donnerstag
und Samstag. Abomemenispreis vierteljährig 15 Hrzr. pder 13 Silbergr.. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blattschrift oder deren Raum berechnet. ———

—TWFWWW Donnerstag, den 28. Maiii—,. 1868
— —————— — — —— — ————
J — * Deutschland.“ 29

Mänqhen 24. Mai. Die schwurgerichtliche Verhandlung
gegen den Grafen Gusiav Chorinstky ist auf die Tage vom 22.
din um 26. Juni einschließlich festgestelt. —8399
Zufolge Entschließung des Handelsministeriums werden bis
zuf weiteres bei allen Kassen der loöniglichen Verlehrsanstalten
ächsische und preußische Kassenanweisungen angenommen und zü
wefallablieferungen verwendet.

MN un chen, 28. Mai. Das heute ausgegebene Regierungs
lait enthält nachstehende aus Berg datirte Proclamation des Kö
nigs: „Heute vor fünfzig Jahren hat Baherns erster König, mein
Urgroßbater Max Joseph J., dem Lande die Verfassung gegeben
Die Grundsätze, auf welchen dieses Staatsgrundgesetz ruht, sind
seit jenem deuͤlwürdigen Tage in ungeschmälerter Geltung geblie⸗
ben, und die Segnungen der Verfassung haben das feste Band
welches Fürst und Volk in Bayern seit Jahrhundert umschlingt,
mger und herzlicher geknüpft. Daß beseligende Gefühl freudiger
Siolzes ist es, das mich, Bayerns König, am heutigen Tage er
füllt. Treue dem Vorbilde meiner erlauchten Ahnen werde auch
ch das Banner der Verfassung hoch halten, unter derem schirmen⸗
dem Dache die Macht und die Wohlfahrt meines geliebten Landes
immer kräftiger erblühen möge, denn mein höchstes Gut finde ich
in dem Glüge meines Volkes.“ — Aus Anlaß des Verfassungs
jubiläums und um die Landtagskammern zu ehren, hat der Koö—
nig den beiden ersten Präsidenlen als deren, Repräsentanten Or
deasauszeichnungen verliehen: dem Frhrnv. Stauffenberge das
Großkreuz vom h. Michael, dem⸗ Dr. Pözl das Comthurkreuz de⸗
Pronordenßss.

München 25. Mai. Der Nath im Staatsministerium des
Acußern Fthr. v. Völderndorff ist heule Vormittag von Berlin
wieder hier eingetroffen. Die Staatsmiuister. Fürst Hohenlohe
und v. Schlör werden heute Nachts hierher zurücklehren. — Das
ciegeminuterium hat durch Entschließung vom 16. d. genauert
Zesn mmungen über die Einsammlung und weitere Behaudlung
derjenigen Beträge zu je 800 fl. zu erlassen, welche Seitens der
wehrpfuͤchtigen Kautnonssteller nach Maßgabe des Artibels 88 des
Jeuen Wehrverfassungsgesetzes au die Militärbehörde zir Stellung
eines Ersatzmannes uͤberwiesen werden. — Morgen werden die
Zeschzblattet Nr. 29, 80 und 31 erscheinen· Das erste enthälr
das Gesetz über den Malzaufschlag, das zweite das Gesetz über
die Vervoͤllständigung der bayerischen Staaiseisenbahnen und da⸗
dritte das Gesetz über das Ungehorsamsverfahren in den zur Zu⸗
fländigkeit der Bezirksgerichte gehörigen Straffällen.
München, 26. Mai.Zur Versassungsfeier ist heute im
Sitzungssaal der Abgeordnetenkammer das Original der Berfas⸗
sungsurkunde qusgestellt. Zu dem Festdiener im „Bayherischen
Hof“ hatten sich gestern 200 Perfonen aus den verschiedensten
Slanden angemeldet. Heute Abend Festfackelzug um das Mo—
ment des Gebers der Verfassung, des Königs Mar Joseph;
die Fesirede dabei hält Professor Pözl. 25
Pünchen, 26. Mai. Heute wurde der bayerisch ameri⸗
anische Staatsvertrag unterzeichnet. 34.
Darmstadit, 26. Mai. „Die „Darmst. Ztg.“ erklärt
officis, durch Annahme des Antrages von Bamberger habe das
Zollparlament seine Competenz überschritten, indem nach dem
Zolldertrag das System der Besteuerung der Landesgesetzge bung
überlassen seie. M

Verün, 28. Mai. Das auf Tivoli zu Ehren der Süd—
deutschen veranstaltete Fest war zahlreich besucht, sowohl von den
süddeutschen Fraktionen (Thüngen, Sepp, Bamberger, Deffner)
uls von den“ norddeutschen Liberalen. Der Haupttoast wurde
von Prosessor Holzendorf auf die Süddeutschen und ein einiges
Deutschland ausgebracht. Präsident Zu⸗Rhein dankte im Namen
der Suddeutschen Prof. Bluntschli brachte ein Hoch auf Berlin,
Auerbach auf. Erfüllung des Wortes: „Wir wollen sein ein einig
Volt von Brüdern,“ Metz auf Germania, Bamberger ein Pereat
Adie Mainlinie: Walded erinnerte an die Bedeutung des 22

Mai (1818 Versprechen der Constitution und 1848 Eroͤffnung
der National⸗Versammlung) und schloß mit, einem Hoch, auf
Hoffnungen an den Mai geknüpft. Voölk brachte ein Hoch
auf den Wunsch, daß das Silber in der norddeutschen Fahne bald
dem Golde weigen möge. Das Fest währte bis 12 Uhr. Graf
Bismark, die Mitglieder des Bundesraths, und die norddeutschen
Conservativen waren nicht anwesend rut

Die sang. süddeutsche Fraction“ hat sich an dem Frühstück,
velches der Berliner Gewerbe⸗ und Handelsstand im großen Saale
der neuen Börse zu Ehren der süddeutschen Abgeordneten gegeben,
nicht betheiligt. Dieselbe handelt zur Zeit in ihren Klubsitzungen
eine Ansprache an ihre Wähler, welche noch von Berlin aus
erlassen werden und die Resultate des gepflogenen Wirkens be⸗
annt geben soll. 3

Berkäin, 25. Mai⸗ Die Ausgaben für die Mibitär⸗
derwaltung des Norddeutschen Bundes find in
dem Etat für 1869 auf 66,840,275Thr. veranstschlagt —
77 298 Thlr. niedriger als im Vorjahr Die Friedenspräsenz
stärke beträgt 299,000 Mann.

Berlin 25. Mai. Der „Rechenschaftsbericht“n der süd⸗
deuischen Coalition ist erschienen. Derselbe verlangt die Samm⸗
lung der staatlichen Kräfte Süddeutschlands zum gemeinsamen
Dandeln, wodurch die Erfüllung der vertragsmäßigen Pflichten
Jegen Rorddeutschland ermöglicht werde, ohne daß ein Aufgehen
n Preußen für Süddeutschland zu befürchten wäre, welches so
dem Ziele eines einigen freien Deutschlands entgegenge⸗
führt werdee 87*

Berhin, 26. Main Der „Staatsanzeiger? dementirt aufs
Formellste die Nachricht des, Journal des Debats,“ England
habe sich hier amtlich gegen die Ueberschreitung der Zollpar laments-
ompetenz ausgesprochen. Der“Staatsanzeiger“ erklärt ferner,
daß über die von der „Morning-⸗Post“ gemeldeten Abrüstungsbe⸗
mühungen Englands hier nichts bekannt sei.

Berlin'26. Mai. Das „Militärwochenblatt“ meldet:
Durch Cabinets⸗Ordre vom 13. Mai werden auch dieses Jahr,
wie bereits voriges Jahr geschehen, die beiden älteren Land wehr⸗
ahrgänge von sernerer Dienstpflicht enthoben.

Wien, 22. Mai. Das Ehegesetz, das Schulgesetz und daz

Besetz über Regelung der confessionellen Verhältnisse haben die
jaiserl iche Unterschrift erhalten, und werden wahrlich übermorgen
veröffentlicht werden.
- Das Oberlandesgericht hat das Urtheil des Landesgerichtz
Wien gegen Julie Ebegenyi v. Teleles über die von Victor von
Ebergenyi, Vater der Verurtheilten, nur gegen das Strafmaß er⸗
zriffene Berufung, in Bezug auf die Strafe bestätigt. In den
kẽintscheidungsgründen werden jedoch u: A. die Milderungsgründe
velche das Landesgericht angenommen, als thatsächlich nicht vor⸗
„anden erklärt. Das Obergericht findet im Gegentbeil nur Er—
ichwerungsgründe.

Kiel, 28. Mai. Die Aufnahme der Zollparlaments-⸗Mit
zlieder bei ihrer Ankunft heute Morgen um 10 Uhr war eine
nthusiastische. Am Bahnhofe waren die Matrosen und Marine⸗
Waten miu Musit aufgestelli. Um 11 Uhr fand die Absahrt zur
A Marine⸗Officieren Statt,
ind die Panzerfregatte Friedrich Karl wurde besonders besichtigt,
inter Saluischüssen von den übrigen Schiffen. Die Matrosen
tanden in Paradeaufstellung auf den Raen. Das Frühstück war
in Bord der Gefion bereitel. Dann fand ein Ausflug nach Fried—
richsort Statt. Das Diner wurde um 4 Uhr'auf Bellevue ge—
halten, und zahlreiche Toaste wurden dabei ausgebracht; der erste
on Contre⸗Adiniral Jachmann auf Seine Majestät den Koͤnig,
den Gründer der Seemacht; dann v. Dechend auf das Zollpar—
ament, von Waldedk auf die Gastgeber, von Lasker auf Moltte,
son Volk auf die aus dem Zollparlamente zurückkehrenden Mis-
—E
Feststimmung.
        <pb n="256" />
        Frankreich
—E⏑—o— — —
einen Bericht 4 emimsters Nig vom 20. Mal, worin der⸗
elbe de Vortuefflichlat der Chassepolgewehre canftatirt und sagt.
ihre unvergleichlichen Figenschaften sichern ihnen den ersten Rang
anter den heute angewandten Kriegswaffen. Die Herstellung der—
selben wird lebhaft fortgesetzt und belief sich während der letzten

Woche die Zahl der im Durchschnitt per Tag fabricirten Gewehre
1600. Wie aus dem Berichte hervorgeht, ist nunmehr die ge⸗
sammte franzoͤsische Infanterie mis Chassepots versehen.

Belgien. J *

Digeg „N. Pr. Zig.“ schreibt: „Mit der Demolirung der
Senens von Luxemburg will es nicht vorwärts.Es gehoͤren
30 Millionen vazu, über die der Konig⸗Großherzog nicht zu ver⸗
jügen hat. Die luxemburgische Regierung beruft sich übrigens
9 den Vertrag, in dem eine Frift für die Demolirung nicht fest
esetzt sei. 554 dieserhalb Unterhandlungen stattgefunden haben,
oͤder stattfinden, wird an offiziellerr Orten in Abrede gestelli.“

Italien.

Aus Rom wird gemeldet, daß jetzt ein amerikanisches Ba—⸗
caillon gebildet für welches die Bischöse Amerikas die Geldmittel
»eschaffen wollen zum Unterhalt auf drei Jahre und zur Zurück⸗
veförderung in dio Heimath. Es soll aus tausend eingeborenen
Amerikanern bestehen, die unter dem Oberbefehl des amerikani⸗
chen Generals Tewis und andere amerikanischer Offiziere nach
UArt der franzoͤsifchen Fuß⸗Jäger organisirt werdßen.

Floremz, 26. Mai. Die Gerüchte von einer Minister⸗
trisis werden formell dementirt. Man meldet die Bildung eines
lebungslagers in Frjano unter den Befehlen Cialdinis. Baron
Mensenbug wird in dieses Woche in Rom ankommen.

General Pallavicini scheint im Neapolitanischen ganz ernste
Frfolge gegen die Briganten erfochten zu haben, Im Monat
April wurden 60 Briganten in der Terra di Lavoro und in den
Bergen in Norden von Neapel aufgehoben. Zehn wurden wäh
tend des Kampfes getödtet, darunter ein Chef, Namens Frutana
zehn im Gefechte gefangen genommen, zehn während der Flucht
aufgegriffen und dreißig stellten sich freiwillig, darunter zwei
häuptilinge, Cabamattei und Sanguinato. Es ist dem Genexal
aber bei allen seinen Bemühungen noch nicht gelungen, Guerra,
Fuolo, Para oder Crione, die alle in seinem Bereiche arbeiten
aufzufangen. In der Nähe von Palermo wurde unlängst einer
der gefürchtetster Banditen getödtei. Er hieß Santaniellor und
hietet don Stoff zu mancher schrecklichen Legende. In- der Nähe
pon Palermo befindet sich ein Flecken, Namens Bracigliano, in
dem ein Hirtenknabe, Namens Antonio Fiore, wohnfe. Dieser
rxwarb sich die Huld des Räubers, er wollte Ahm wohl, wie das
Bolk sagte. Fiore besuchte seinen Freund alle Sonntage, aß mit
hm und brachte zuweilenauch die Nacht mit ihm zu. Fiore be—
schloß, seinen Freund zu verrathen. Er begab sich zum Syndi—
kus von Bracigliano und erbot sich, Santaniello auszuliefern.
Sein Antrag wurde angenommen und am Samstag den 9. Mai
Morgens gegen 5 Uhr, stieß Fiore dem schlafenden Banditen sein
Messer in den Leib. Sanlaniello erhob sich und wollte sich weh⸗
rten, aber Fiore fiel über ihn her, umfaßte, und erstickte ihn.
Fiore wurde mit Belohnungen überhäuft, weil er die Gegend von
ꝛinem Ungethüme befreit hat, das seit 1860 42 Menschen umge—
bracht, 300 gebrandschatzt, einer Anzahl Nasen und Ohren abge⸗
schnittert, mehr als 6000 Stück Schafe und Ochsen getödtet uud
ein Dutzend Scheunen in Brand gesteckt hatte u: s. w.

Türkei. ehh eye

Belgrad, 26. Mai. „Sventovid“ meldet, daß der Auf⸗
stand in Bosnisch⸗Tecscin im Wachsen begriffen und daß der Ge—
neralgouverneur von Bosnien, Osmann Pascha, mit einer Ca⸗

dalerieabtbeilung dorthin abgegangen sii.
AmerifFa.
New-York, 9. Mai. Fürchterliche Orkane, verbunden
nit großem Verlust an Menschenleben und Eigenthum haben vor
urzem Theile von Ohio, Indiana, Tenessee und Missouri heim—
zesucht. Ein kleines Dorf wurde buchstäblich zertrümmert. Ein
Haus in einem anderen Dorfe wurde don der Gewalt des Orkant
in die Höhe gehoben und 300 Yards weit fortgeführt. In
St. Louis ist bedeutender Schaden verursacht worden. — Die
Witterung ist außergewöhnlich kalt. In Voston fiel gestern sogar
starker Schnee.

New⸗-York, 14. Majij. (Per Dampfer.) Das Gerüch
pon der Flucht des Don Benito Juarez wird amtlich dementirt:
die Repolution ist beendigt; Martinez hat sich unterworfen.
New-Yor!l. 26. Mai. Der Senat als Gerichtshof sprach
den Präfidenten Johnson auch von dem zweiten und dritten An—
klagepunkt frei

Die Rede Völks im deutschen Zollparlament
W — Schluß.) .

Es würde nicht Angehen, bon dieser Tribktne “üus Aber die
Zukunft des österreichifchen Staats zu philosophiren oder zu phan—
asiren. Ich bin es dieser Stelle schuldig, daß ich meine An—
chauungen und Wünsche — und es sind die Anschauungen und
Bünsche von Vielen. Bielen welche ebenfalls in Oesterreich sind
—hier unterdrücke. Aber das glaube ich, darf ich Ihnen ver⸗
ichern, daß dag deutsche Element in Oesterreich dadurch, daß das
ibrige Deutschland sich zu einem Staaisleben zusammenschließt,
nicht verloren, fondern gewonnen hat. (Bravo. Sthe richtig.).
ẽs ist nicht an dem, daß die Deuischen in Oesterreich jeßt schüm—
ner daran wären, als fsie unter dem Bündesktage waren.“ Und
nan weiß nicht, wie daß Schicsal spielt. Aber je mehr wir un⸗
eren deutschen Staat ausbilden, und je mehr wir ihn fertig
nachen, desto ficherer ist die Ueberzeugung bei den DOesterreichern.
vaß sie im Falle detr doe eine heimische Statte haben und eine
derz, wo sie mit Freuden als Brüber aufgenommen werben. (Leb⸗
jaftes Bravo.) Ich bin deßhalb der Anficht, daß auch die Rück-
acht auf Oesterreich uns nicht abhalten darf, so weit es hier an
üns ist, fest zu unserer Aufgabe zu ftehen. Diese Aufgabe ift
aber nicht die des Zerfallens, diese Aufgabe“ ist nicht
die eines tentralen Slaatslebens, einer Einigung mit'. Auf⸗—
jebung der Particulareigenschaften der Stanten. Was soll das
jeißen, wenn man von Particulareigenthümlichkeiten der Staaten
uind Aufhebung der berechtigten Sondereigenthümlichkeiten der
Ztämme spricht? Das kann man nicht, wenn man es auch wollte
Im Konigreiche Bayern sind seit nun meht als 60 Jahren ver
chiedene Nationalitaten — so können Sie es heißen, wenn Sie
vollen, obgleich es keine sind — Schwaben, Franken, Pfälzer beic

ammen; glauben Sie denn bis auf den Dialect, den Sie heute
bon mir hören, daß die Sch vaben ihre Eigenkhümlichkeit verloren
haben, obwohl schon mein Großvater bayerischer Staatsbürger ge⸗
—
der Eigenthümlichkeiten der einzelnen drutfchen Provinzen, das ist
so stark, daß es shon'oft unser Unglkück gewesen ist * wahr!),
venn ih auch zugeben muß; daß diese Mannigfaltigt. it eine Queli⸗
ester Erzeugnisse drutschen Geistes gewesen ist Aber das Eine
un und das Andere nicht unterkaffen, diese“ Eigenthümlichkeiten
chonen und dennoch“ üdber der Gesonderheit das gemeinsame
Ztaatsleben nicht zu vergessen, das ist es, glaube ich, an dem
pir zu halten haben (Bravo), und ich bekenne frei und offen, es
st das im Sinne“ unh Interesse unferet Einzelstaoten auch das
onserdatipste. Schließt man sich mit seinem Einzelstaat an das
Banze an, fügt man fich verfaffuns? und vertragsmäßig in⸗ das
jrößere Staatswesen ein, so glaube ich, hat man ein Schirmdach
jewonnen, über das der Starke seine Hand hält.“ Bleibt man
iber draußen, so qr man dem Wind und Wetter, dem Hin⸗ und
Herzetleln aller Arb preisgegeben, und wenn der Starke nicht
veiß, daß er am Schwachen wenigstens eine Unterstützung · hat,
ondern wenn er finden wird, daß ewige Unsichetheit mund ewiges
S„chwanken gegeben ist, so möchte er sich vielleicht“n einmal deran⸗
aßt fühlen, mit dieser Wirthschaft bet gelegener Zeit ein Ende zu
nachen, und das ist die Gefahr, welcher die Kleinstaaten ausge⸗
zzt sind, und deßwegen nenneé ich es konservatid, in das deutsche
Staatswesen einzutresen; denn, find wir erst dort, haben wir erst
zurch vertragsmäßige Bande das, was von unserer —A
eit berechtigi ist, gerettet, so muß es dem Großen die Ehre ver—
zieten, daß er dem Kleineren feiner Zeit den Gaͤraus macht (Leb⸗
jafter Beifall.) Was die Aussichten auf unsere Zukunft sind, ich
veiß es nicht; wie weit das Zollparlament mit seiner Competenʒ
weh auswachsen wird, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß der
Streit, wie er hier gleichsam in einem Civilproceß geführt wird,
inendlich klein unter allen Dingen steht, welche eigentlich hier zu
dehandeln wären, und welche eigentlich, wie wir dies ja doch
sehen, die Herzen bewegen. Ich sage Ihnen auch deshaib über
die Competenz nicht ein Wort; es ward mit schlagenden Gründen
dargethan, daß hier von einer Incompetenz gar nicht die Rede
ein kann. Deßhalb nur noch einen einzigen Punkt. Sei dem,
wie ihm wolle, wir haben dafür zu sorgen, daß das deutsche Ei⸗
nigungswerk nicht stocke, und daß die Ueberzeugung im Volke sich
»erbreite, es sei nunmehr Alles abgethan, die Dinge können ihren
ꝛauf gehen, wie fie wollen; dem entgegen zu treten, war in keiner
Weise, das Zollparlament berufen, und schon die Thatsache, seine
cristenz gezeigt hat, daß man in Deutschland vorwaͤrts will, daß
»as Ausland in unsere Verhältnisse nichts einzureden hat und nicht
einreden darf. Das ist bon der conpetentesten Stelle dort (aus
den Tisch der Bundescommissarien deutend) mit einem kurzen, aber
nit dem treffend sten Worte bemerkt worden, das man fuür eine solche
Sache hat. Ich bin der Ueberzeugung, daß die deutsche Nalion und alle
Bestandtheile derselben eine so entwidlunasfähige, eine so große eine
        <pb n="257" />
        so eble, eine so zukunftsreiche ist, daß gar kein Zweifel darüber
besteht, daß fie ihrer Groͤße entgegen geht, und es hat mich deß⸗
halb das Wort eines geistreichen Mitgliedes dieses Hauses,das
er leßzthin zu mir jprach, außerodentlich gefreut; er gehört nicht
der Parteirichtung an, der ich angehöre, aber um so freudiger
hoͤrte ich, als er sagte: Jetzteist Frühling geworden in
Deut schland, und wenn auch noch Einzelne sich mit Schnee⸗
ballen werfen, das wird nicht mehn lange dauern der fortschrei⸗
dende Frühling wird dafür forgen,daß zum Schneeballen batd
das Material ausgeht bABravol rechts.) Ich schließe mitden
Worten: Jetzt ist Frühling geworden in Deutschlund unn
* — 3 e
—— Schwurgerichtssitzung. .
ν. L. Quartal 1888.
Zweibrüncen, 25. Mai. Anklage gegen Johannes Thon,
30 Jahre alt, früher Schneider, jetzt ohne Gewerbe, wohnhaft
zu Vobenheim g/Rh. wegen Diebstahls. Der Angeblagte, früher
schan ofters und zwar wegen Diebstahls hereits fünf Mal, darun
der zwei Mal zu Gefängnißstrafen von mehr als einjähriger Dauer
verurtheilt worden war, wurde am 8. Februar 1868 aus der
Polizeianstalt in Kaiserslautern entlassen und trieb sich seither
aamentlich in der Umgegend von Mannheim zweck⸗ und beschäf⸗
tigungslos herum. Am 16. Februar sprach er die im 8. Stoc
des dem Küfer Christian August Dürr gehörigen Wohnhauses in
dudwigshafen wohnende Ehefrau Reulein um ein Almosen an
und begab sich, als er einzsolches erhalten, in den zweiten Stock
den Dürt jelbft — mo er alle immer gzweschlossfen fand
In der Etyfn Thuge fiat der Schisseh g 44 erdas dun
offnete und in demselten Unen if deun Risch stehenden fuhene
Becher vom Bremerr Schützenfest, eine darin gelegene Emailbrocht
und sonstige Kleinigkelten wegnahm, vou denen ·er daan⸗ inẽ der
Nähe des Kirchhofs bei Vudwigshafen den Becher, der fpäter zor⸗
brochen aufgefunden wurde vergrub, die Broche aber zu veyschis
denen Malen zum — anbot.Lehtere wurde mcht mehr
vordefunden, Bei seiner Verhaftung in Matnheim? laͤugnete der
Augellagte Ansaugs den Diebstahl, gestand ihm aͤber spater! ein
und gab das Verstech des Bechers an, wahrend er die Broihe,
da sit Niemand kaufen wollte mit den übrigen? Rleinigkeiten in
den Reckar geworfen haben will. Heute“ gestand derselbe den
Diebstahl vollständig ein urd wurde auch' vou den Gelchworenen
zür schuldig erklärt und hierauf. dem Antrag seines Vertheidigers,
Dextu Rechtscandidaten Erbrend iug eutsprechend. nur
zum Minimum der gesetzlichen Strafe Tãhre Zůchthaus
derurtheilt. 22 . 5
8welbetlden, 85. Mai. Anklagesache' gegen Wilhelm
Trqgutmanni, 40 Jahre alt, Taguer. von Vogelbach fteht ein frü—
her als Wohnung benutztes, in letzler Zet mit! Torf Brenuhol;
und Heu besetztes Häuschen Am 26. Februar abhin, Nachmu,
tags zwische 2, bis 8 Uhr, schlugen auf ein Mal—- die Flammen
aus, dem Häuschen und nur der rasch herbeieile den Hilfeemn
der damaligen Windstille war es zu danken, daß das Feuer nicht
weiter um sich greifen konnte.“ Der Verdacht der Brandstiftung
fel sofort auf den Angetlagtei, der am 19. ds. Mts.naus der
hiesigen Gefangenanstalt, wo er wegen Inbrandsteckung von Wellen
8 Monate abgesessen hatte, entlassen, sich seither zwecklos unhen
getrieben, stets seinen Aufenthalt in der Gefangenenanftalt gelobt
und öfters die Absicht ausgesprochen hatte, wieder etwas anzustel⸗
len; um neuerdings auf einige Zeit hinein zu kommen. Um etwa
kUhr wurde er dereits in Bruchmühlbach verhaftet und gestand
zu, an jenem Tag bei Wirthin Roth in Vogelbach Streichfeuer⸗
geug gekauft, sich damit auf den Speicher des fraglichen Häus
hens begeben, das Heu angestect, sich hierauf entfernt und vom
Wald aus dem Brande zugesehen zu haben. Später änderte er
jein Geständniß dahin ab, daß er betrunken gewefen sei, sich auf
den Heuspeicher verfügt habe, um zu schlafen und als er seiue
Pfeife angezündet hälte, den Brand aus Unvorsichtigkeit veranlaßt
habe. Der Angellagte hat einen schlechten Leumund und wurd⸗
schon dfters bestraft. Der Vertheidiger desselben, Hert Rechtscandidat
Kasiga, machte ebenfalls zuerst geltend, der Brand sei durch Un⸗
vdorsichtigkeit entstanden, in zweiter Linie behaubptete er Borhanden⸗
sein geminderter Zurechnungsfähigkeit, da Trautmann damals ge⸗
trunken gehabt. Die Geschworenen erklärten den Angellagten der
oorsätzlichen Brandstifkung schuldig und verneinten die Frage be⸗
üglich geminderter Zurechnungsfähigkeit, worauf derselbe
q Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde.
Vermischres.

St. Ingbert 28. Mai. Gestern erhielt die Familie des
den. Steuer⸗Einnehmer Dereum dahier pr. Telegeamman
Zpeyer die schmerzliche Nachricht von dem Ertrinken ihres Sohnes
Franz Derenm beim Baden im Rheine Naähere Dnaiß sind
noch nicht bekannt. Auch ist die Leiche noch nicht tiusgefunden vorbeg

Herr Frauz Dereum 21.Jahr! alt, ein bitaver hoffnungt⸗
oller junger Mann, von allen,“ die ihnlannten, geliebt und ge⸗
chtet, hatte im Oklober norigen Jahres das · Einnehmerei⸗· Examen
länzend heftanden, ande war seinem Hrn. Vater als Assistens beige⸗
jzeben, nun aber jeit einigen Wochen in Speier garnisonirt sollie,
urch Adjutirung, die Stühze seines alten Velec fein. Den herben
Schmerz seiner Eltern und Angehörigen wird jeder begreif ex und
jewiß den innigsten Antheib daran whmen.. An

t Harden burg bein Dürkheim, 21. Mab. Die Frau das
Taglöhners Liebenbacher von hier ging gestern Nachmittag in dem
PValt Holz holen, nachdem sie zuvor ihre zwei Kinder ein4
Jahr altes Kuäbchen und ein Madchen von 14 Jahren im
Vohnzimmer eingeschlossen hatie. Der Vater arbeiteie in einer
FJabrik im Jägerthale. Nachmittags nach 8 Uhr bemerklen died
Zewohner von Hardenburg vaß aus dem Lieberbacher'schen Hause
dauch aufsteige; als sie aa Ort und Stelle kamen und die Thüre
ewaltsam geoffnet· hatten strmten Rauch und Flammen aus dem
Zimmer. Der Adjunci Behret, von dem Vorhandensein der Kinder
n Kenntniß gesetzt, holte mit aigener Lebensgefahr die armen Kleinen
usden Flammen. Daß Knübchen hatte derartige Brandwunden ex⸗

aitten, daß es nach einigen Slunde starb, das Muͤdchen ist außer
Lebensgefähr...7775 —— — w
IMünchen, 253. Mai Im Aprib L860 wird bei der
gl. Steuerkataster⸗Commission in München ein praktischer Concurs
ür Katafler⸗ und Bezirksgeomeler abgehalten.nun ιαιν
d Ben Se beigen. Hofleensen arenlurt
iach dem⸗ Augsburger e aett Herzogin
Sophie worde sich miu — —————
dichtenstän Armaͤhlen. (7)
Die Schauspielerin Frau von. Zub ist in Mannheim im
39. Lebensjahre gestorben. .ααν i]
F Saarlin. Hr. Krupp aus Essen hat der· Kronprinzeffinn
in ——— —— Ponnys mit dem guisprechenden Wa⸗
jen Zum heschent gemacht ·
E, Die Weine des Herzogs bon“ Naffau die int Jahre 1866
ekanntlich iach Straßburgn geflüchtot wurden, siud am vorigen
Freitag — unter den Hammer gekommen, Die Versteiger⸗
ing war äuerst zahlreich besucht und hatten sich jelbst von Rew⸗
York Kaufliebhaber eingefunden Es wurden für die Weine, die
isle prachtvoll gehalten sind, enorm hohe Preise erzielt. Fur
deroberger 18685 wurden 1 100 1715 flo prl Stck erlost;
dochheimer 186055 kam auf 915 2000fl. pr Stůck Hatten⸗
eluet 101680 fl. Rüdesheimer 1000 — 1810 ft. Gräfen⸗
berger 2200 - 233810 fi, Margbetnnen — —
bon 6 4——αο » Stut, Alles 186— Gewaͤchs Fu vie
8opr. Weine murden colossale Preife xrgielt· Rinesheimer kam
uuf 40or523020 fh., Grafenberger 4600 fl.Marcobrunner
3050 fl. Steinbetger 4860 3630 ft. pr Stück.· Für ein hal⸗
es Stück Marcobrunner wurden 3123 fl. und füt ein halbes
tück Steinverger. jogar 8128 B. erxlöst.
hi Gießen, wurde ein genialer Hochstabler“ der sich dort
ils euglischeir Marinelieutenant Arthur BeresfordLyndhursi (Sohn
ꝛes ponstonirten Contreadmiral Waronet Lyndhurst) als Smdiren⸗
zer der Mediein hatte einschroiben kassen, die Maxinennifsrm trug ꝛc.
ich aber jchließlich als ein ehemaliger Schusterlehrling August W.
aus Elberfeld, 21. Jahre alt, dessen Vater im dortigen Ärmen-
haus lebt, entpuppte, wegen Führung eines falschen Namens und
Bebrauchs eines auf seinen Namen nicht ausgestellten Passes zu
8 Wochen Gefängniß verurtheit. Er war als zehnjähriger Knade
vegen verschiedener kleiner Diebstähle in die Erziehungsanstalt
Braunweiler aufgenommen worden, hatte dort das Schusterhand⸗
verk erlernt, ward November 1859 entlassen, erlitt 1860 wegen
Diebstahls mehrere kleine Gefängnißstrafen, ging 1861 auf die
Vanderschaft, arbeitete in Brüssel als Gradeur, will dann bis
1864 mit einem holländischeu Kauffahrer nach Newcastle gekom⸗
nen jein und große Reisen (nach Italien, Spanien, Türlei Ar
nenien, Syhrien, Palästina, Nubien, Abessinien, Ostindien) ge⸗
nacht haben, auf denen er sich die Kenntniß verschiedener Spra⸗
hen aneignete (er spricht sehr gut englisch, französisch italienisch,
panisch und holländisch); 1864 nach Elberfeld zurückgekehrt, ging
r nach Hamburg, gab sich für einen Frhrn. d. Fürstenau MNma
aus, wurde dann wegen Führung falschen Namens. Beilels ꝛc.
in der Arbeitsanstalt zu Benninghausen detinirt, begab sich dar⸗
nach über Swinemünde nach England, wo er sich als italienischer
Marinkofficker gerirte, als Dol metscher thätig war, und sich einen
Jaß auf den Ramen Lyndhurst verschaffte; im Sommer 1867
hdefand er sich wieder in Autwerpen, Rotterdam ꝛc., Ende August
ils Sprachlehrer in Crefeld, November desselben Jahres kurze
Zeit als Studirender der Medizin in Heidelberg, dann in der
elben Eigenschaft in Gießen. J
7Berlin, 22. Mai. Ein der „Gerichts-Ztg.“ zu Ge⸗—
icht gekommener Brief eines Berliners, der gegenwärtig in der
Fremden⸗Legion in Algier Isteht, enthält wirklich entsetzliche
        <pb n="258" />
        Schilderungen über die dortige Hungersnoth. Nachdem der Vrief⸗
schreiber die in Algier vor Ostern herrschende: und dort ganz un⸗
rhörte Kälte geschildert nachdem erbeschrieben, wie fie auf den
Marschen durch tiefen Schnee hättenn waten müssen, erzählt er,
aß er das von seinen Angehöͤrigen ihm gesandte ·Geld venuztt
habe, um sich altes, verschimmeltes, nach unseren Begriffen kaum
Jenießbares Brod zu kaufen und zwar habe er das Pfd. mit 120
Sgr. bezahlt. Die Nost bestehe fürr die Soldaten aus altem,
jahen Kameelfleisch. Er sei glücklich gewesen, sich zum Ofter feste
ine Brühe von einer Ochsenlunge lochen zu können. nur habe
hm das Salz gefehlt. Er habe Araber gesehen, die den Pferde:
mist durchwühlten um in demselben unverdaute Getreidekörner zu
inden und zu verschlingen, er sei Feuge gewesen, wie Andere,
bom Hunger gepeinigt, eine Menschenleiche ausgegraben, zerschnit⸗
en und verschiungen hätten und von noch Anderm, was wir gar
nicht mittheilen wollen.

.Hannover, 22. April.“ In der lezten Nummer des
Anzeigera zum Amtsbl. für Hanu Nerläßt das Amtsgericht Elze
inen Steaͤbrief gegen. den wegen Verdachts mehrerer Unterschlag
ungen in Untersuchung befindlichen, übrig ens aber flüchtigen Kauf⸗
nchn, zuletzt Kalkfabrikanten Moses Siern aus Elze, in welchem
zum Schluß als besonderes Keunzeichen Folgendes angegeben ist:
Das Aeußere desselben macht den Eindruͤck eines arabischen
auptlings-mit Ausnahme seiner Beleibtheit, wodurch er
ur außzeren Erscheinung eines Passcha hinneigt.*“

X
Bekanntmachungen.

Paris Fräulein B..., eine Wäscherin in der Rue
St. Jacques, unterhielt ein intimes Verhältniß mit einem jungen
Hicomie X. der belgischen Ursprungs ist. Er machte seiner Ge⸗
seblen mannichfache Geschenke, welche sehr dankbar aceeptirt wur⸗
)en. Vor wenigen Tagen trat der Eigenthümer eines der benach⸗
zarten Hotels in das AÄrbeitszimmer der Wäscherin und bemerkte
ju seinem Erstaunen eine messingene Weckeruhr an der Wand. —
BWo haben Sie dieje Uhr her J fragte er. Der Vicomte X.
hat sie mir geschenlt. Dann hat er sie mir gestohlen, denn
zie Uhr gehört mir. Sofort ging die Wäscherin nach dem Po⸗
izeibureau und erzählte dem Commissar, welche Beleidigung ihr
jon dem Hoielier angethan sei. — Es wurden zwei Agenten nach
er Wäscherin Wohnung geschickt, um den Thatbestand festzustellen.
Während sie noch damit beschäftigt waren, kommt der Vicomte.
Alsser hoͤrt was geschehen, und daß Alles entdeckt ist, zieht er
in Dolchmesser aus der Tasche und bringt sich zwei— ebensge⸗
ahrliche Stiche bei. Er wurde nach dem Hotel⸗Dieu gehracht,
vo man ihn verband, und glaubt, sein Leben werde. noch zu
etten sein. Der Vicomte ist achtzehn Jahre alt und seine Ge⸗
iebte zwanzig.
xAnf Balta hat eine sehr energische Agitation zur Abschuůt⸗
ung der englischen Oberherrschaft begonnen. —s—

Dem 144ährigen Kaiser von China wurde am 27.
März eine Gemahlin gegeben. 120 Damen hatten sich um diese
Ehre beworben.
SR
9
8t. Ingbert -daarbrückon.
Dahrten vomn L. Juni 1868 Abz
Abfahrt aus St. Ingbert um 8s Uhr Vorm. u. 2 43 Nachm.
nkanft in Saarbrücken um 9 48 Vorm- u. 4 30 Nachm.
Dbgang ausunm 10 48 Vorm. u. 3 45 Nachm.
Anandt in St. Ingbert um 12 30 Mittags u. 7 30 Abends.
Et. Ingbert den 27. Mai 1808. ...4
ν, Die k. Posthaltee
uea— Conrach.
Verschiedene Wie⸗
sen sind für dies⸗
jährige Heu-und Ohmet—
erndte zu verpachten durch
Westphälinger.
Frucht⸗, Bro da Fleisch- c. Preise
der Stadt ZJweibrücken vom 28. Mai,
Weizen 8fl. 24 kr., Korne6 fl. 1r.
herste· dreihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
eihige, — fi. — kr., Spelz 5 fl. 15 kr
Speizkern — fl. — Ar. Dinkel —fl
ire — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5fl. 34 ir., Erbfen — il. — kr. Wicken
— fl. — kr. Kartoffeln 1 I. 10 kr., Heu
unfl. 20 kr., Stroh 1fl., 12 kr., per
Jentner. Weisbrod äünzuKilogr. 21lx.
Zornbrod!83 Kgr., 27 kr. ditlo 2 Kgra
I8 kr., ditto IKgr. 9 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 85 kr., J.Paar Wecd, 7 Loth
2uir Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
ZQual. 16 kr., Kalbfleisch: 12. khr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr.,pei
gfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter.
Zutter 32 kr, per Pfund
Fruchtpreife der Etadt
Kaiserslautern von 26. Mai.
Weizen — fl. — tr., Korn 5 fl. 84 kr
Spelztern —. il. —kb. Spelz 5 f
I'fr. Gerste 8 Un 11 kra Hafer 5 fl.
7 fri Erbjen — I. — ir.Wicken 4 fl.
37 kr. Linsen;— fl. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6 ere 27 kr
3 Pfd. Gemischtbrod 1492 kr. und 2 Pfd
Weißkbrod 15 kr—

Bekanntmachung.
Die Brüͤde“ über bie Bliesbei
Blieskastel an der Staatsstraße von
homburg nach Saargemünd. ist wegen
größerer Reparatur von Mittwoch den
Juni bis Samsiag den 183. Juni
d. Is. für schweres Fuhrwerk nicht
fahrbar.
Zweibrücken, den 27. Mai 1868.
Qzniol. Bauspeedo
Viehmarkt
zu Blieskastel,
am Dienstag den 2.. Juni 1868.
Blieskastel, 24. Mai 1868.
Das Bürgermeisteramt
E. Liuck.
Das Preiskegeln“

Büͤcher-Verkauf.
Unterzeichneter hat nachfolgende
neist classischen Werke, gut gebunden,
umn billige Preise zu vertaufen 2 *8

Herder, 12 Bd. Houwald, Iff⸗
and, Zedlitz, Hebel, Kloppstock's
Messias, Hippel, Tiedge's Urania,
Ahland, Riehl's Land und Leute,
fulturstudien, die Familie, die bürgerl.
zesellschaft, Auerbach, Alxinger,
Zünger, Steigentesch, Humboldt's
dosmos Reisen, 28. Heine, Reise
ach Japan (Auftrag der nordamerik.
Kegierung) (Prachtwerk) Livingsto-
ne's neuestes Werk, Reisen in Afrika
* Prachtbände, Müller's Weltge⸗
hichte, 6 Bd., Goldschmitt römische
Heschichte 4 Bd. 31 Homer, Osston,
5keaspeare, Vyron, Viktor Hu⸗
Jo, Frithjofs Sage, Brockhzaus
Zonvors. Lex. Prachtband, und andere
der gute Literatur angehörige Bücher
ind Zeitschriften. 3*
St. Ingbert, im Mai 1868.
— II. Scher p
3 Geschäftsagent.

Sorntag den 81. Mai

Harroniemistk

dei · Wle Sinrech jun.n

4

nuf dem Heusser'schen Bierkeller be⸗
zinnt Samstag den 30. Mai und die
olgende Tage, wozu die Kegel-Freunde
eingeladen werden

—

9

Tan7-

bei Jakob Quicri
auf'm Rentriche—
—— — —
— —

Rebanon. Drud und Verlag von F̃. X Demes in St. Inaber. —
        <pb n="259" />
        X — 77 57 . ꝝ etäme e zu
— n 2 * 44 —
— er * 1 —28—
i —— 3 FJ —C u J338 J o
i⏑ν »2 — 7 ?* 2— ν—
in. — peg7 —— tirise -
⁊ . i ι ιν t 6
α ——— — . εαν α 832*
Der S.t. In gbexter Anzeig ter“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich Rreimab: Dienbtag, Donnierstag
und Samatag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8. Krar. die dreispaltige Zeile
—, Blattschrift oder deren Raum berechnet cö ινσν,
Nro. 65 51 Samstag, den ßB0. Mai ινο nι ”νι 1868.
— —e —— 2222 n Plà ä»àäÆäO * —
α αα 12 3
n D— n Deutschland. a —D——
München 26. Mal.“ Die Stadt Munchen hat heute“ ihr
schönstes Festlleid angethan. Von den Thürmen und Thoren
wehen Flaggen, die öͤffentlichen und Privatgebäude sind mit Fah⸗
nen Blumen und Kraänzen geschmüdt. Jusonderheit ist's der
Mar⸗Joseposplad welcher teich und geschmacvoll verziert ist. Das
Monument des Königs befindet fich in einem wahren Blumen⸗
zarten und die dasselbe umgebenden Kandalaber sind mit Guir⸗
danden verbunden. — Die gottesdienstliche Feier in der Frauen⸗
kirche, in der protestantischen Kirche unde in der Synagoge war
sehr zahlreich besucht. Dem Hochamt in der Frauentirche, welches
der Erzbischof celebririe, haben unter Auderen die Staatsminister
Fürst Hohenlohe, d. Hoͤrmann, viele Beamte, Officiere der Linie
and Landwehr beigewohnt. — Heute ist von 0 Uhr, Früh— bis
stachmittag 2 Uhr im Sitzungssaale der Kammer. der Abgeord-
areten das Original der Verfafsungsurkunde ausgestellt.
Mürnschen 273, Mai. Der König hat den Abgebrannten
at Eschenbach (Oberpfalz) aus seiuer Cobinetscassa 1000 fl. an⸗
weisen lafsen . α
* ee Diensles-Nachrichten.
Die erledigte protestantische Pfarrstelle zun Rheingönnheim,
Decanats Speyer, ist dem bisherigen Pfarrer zu Ganglaff, De—
zanats Lauterecken, Frauz Ludwig Berckmann, verliehen, ferner
der Studienlehrer an der lateinischen Schule des Gymnasiums zu
Speyer, Gustad Krafat, zum Professor der lateinischen
Sprache aun Realgymuasinum zu Regensburg befoörder⸗
worden · 4 J
Fraukfurt 25. Mai. Der hiesige Arbeitgeber hat. um
die Schwier gkeiten zu beseitigen, welche das preußische Preßgesef
durch die Bestimmungen über die Bestellung der Caution auferlegt,
die Einrichtung getroffen, daß das Blott einstweilen in Usinger
herausgegeben. wird, es im Verlage von E. Eminghaus erscheint,
während Druck und Redaction desselben hierorts verbleiben.
2Fraubfurt, 28. Mai. Dem „Frankf. Journal wird
elegtaphirt; In Memel ist der Staatsanwalt Lewis gestern
Nachmitiag ermordet worden; der Mörder ist ergriffen.
s Berlin 26. Mai. Der „Staatsanzeiger“, veröffentlich
das Gesetz über Abuünderung der Zollordnung und der Zollstraf
gefetzgebung sowie den Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde
und den Vereinigten Staaten von Nordamerika über die Slaats
angehörigleit der Einwanderer (welchem Vertrag bekannilich auck
Bahern am 26; Mai begetreten ist/ . 7 3
— Die „Kreuzztg.“ dementirt die Zeitungsgeruͤchte über dit
Vorbereitung zu fürstlichen Zusammenkünften, welche qngeblich in
Coblenz stattfinden sollten.
Berlain, 28. Mai. Der Reichstag nahm mit allen gegen
2 Stimmen das gefammte Schuldhaftsgesetz nebfft elnem Ameu⸗
dement Laskers an, welches die Aufrechthaltung des Sicherungs-
arrestes und das in Krafttreten des Gesetzes mit dem Tage der
Veröffentlichung; betrifft. Ferner genehmigte der Reichstag
eine Resolution Schulze's, wonach auf Arbeitslöhne nicht
Beschlag gelegt werden kann. Endlich nahm er den Ankrag
Schulze's auf Erlaß eines Bundes-Genossenschaftsgesetzes an. IDer
Präsident Delbrück erklärte, bei der Debaite, daß der Bundesrath
mit der Tendenz des Antrages einverstanden sei. Am, Donners
tag nach Psingsten findet die nächste Sitzung statt...
Gumbinuen, 27. Mai. Hier eingetroffene, anscheinend
Regierungskreisen entstammende Berichte aus Warschau melden,
daß sich an der galizisch polnischen Grenze Insurgentenbanden zu
bilden beginnen, als deren Organisator angeblich Langiewicz be⸗
zeichnet wird. —
Breslau, 25. Mai. Von der hiesigen Fortschrittspartei
zuben sich die- Nationaldemokraten getreunt und ihr Glaubens⸗
bekenutniß in folgenden, Worten eineß Aufrufes zur Grüudung
eines Wahlvereins niedergelegt.
„Wir erachten den Norddeutschen Vund und dessen Verfas⸗

IFrankreich.
Paris, 26. Mai. Der Marschall Nief hat einen fast be
geistertern Bericht über die. Chassepois an den Kaiser erstattet.
Das neue Gewehr überflügelt das alte gezogene Munitionsgewehr
ndem auf eine Entfernung von 200, 400 und 600 Meter weit
rößere Genauigkeit erzielt wird als mit ‚diesem;, auch bei. dem
3 huß auf 1000 Metzx ergibt die Durchschnittszahl ein günstigeres
        <pb n="260" />
        esultal. Das neue Gewehr, das der Soldat in seder Stell⸗
ing laden Kann, gestattet 8 bis 10 Zielschüsse jn der Minute und
ohne Zielen 14. Goffentlich wird sich Frankreich mit dieser theo⸗
retischen Genugthuung zufrieden geben, und die Wunder cvon
—X

— Gestern sind Unruhen im Quarlier Latin vorgefallen.
Ddie Studenten haben Hrn. See, welcher in der Ecole pratique
ine Section vorznunehmen hatte, beim Fortgehen eine Ovation
zargebracht, die aber nicht über den Hof der Schule hinaus sich
erstredte. Einer der Stadtsergeanten wagte sich in den Hof, um
einen der Studenten zu verhaften, verschwanden aber bald im dich⸗
en Haufen der ihn umgebenden Jünger der Medicin. Da stürz-
en andere Stadtfergeanten ihrem bedrängten Collegen zur; Hilfe.
xñs tam zu Schlägereien, und einige Studenten sollten verhaftet
verden. Da erschien der Decan der Falcutät, der berühmte Che⸗
niker Wurz, und erklärte, man müsse bei ihm anfragen, wenn
Studenten verhaftet würden. Der Friedensrichter zog darauf mit
seinctr Schaar ab, und Alles verlief sich ruhig.—

Paris, 27. Mai. Die angebliche Abficht der Kaiserin,
rine Keise nach Island zu machen, wird auf gewisse häusliche
Differenzen zurückgeführt, welche aber zugleich auf das politische
Bebiet hinüber spielen wie damals, als die hohe Frau ihren Aus⸗
Iug nach Schottland machte. Man behauptet, sie neige sich allzusehr
er, von der Armee und den Ultramontanen vertheidigten Kriegs⸗
zolitik zu, sie sei unzufrieden darüber, daß ihr Gemahl in die
Beschleunigung der Großjährigkeitserllarung für ihren Sohn nicht
willigen moge n. s. w.

Paris, 28. Mai. Dem Gesetzgebenden Koͤrper wurde ein
Besehesentwurf vorgelegt, wonach don der Alterslklasse 1868
00,d00 Mann zur Ergänzung der Land- und Seemacht im
Jahre 1869 einberufen werden sollen. Gressier legte seinen An⸗
eiheb ericht vor. — Die „Patrie“? dementirt das Gerücht von
dex projectirien Reise der Kaiserin nach Island. — Man ver⸗
ächert, daß der Exldͤnig von Hannover um die Erlaubniß nach⸗
zesucht habe, in Frankreich residiren zu dürfen, und daß ihm die⸗
elbe vom, Kaiser ertheilt worden sei. Die zukünftige Residenz
oll in einem Departement im mittleren Frankreich in Aussicht
zenonmnen sein.

. In den Kreisen der Pariser deutschen Colonie circulitteein
von Ludwig Simon, Ludwig Pfau u. a. erlassener Aufruf, wel⸗
her zu Beiträgen für einen von Deutschen in Frankreich zu dem
Wiener Bundesschießen zu entsendenden Ehrenpreis auffordert.
Die Nachrichten aus Algerien lauten schrecklich. Namentlich
in Tiaret soll es schlimm hergehen; es kommen daselbst viele Raub⸗
anfälle vor und auch von Menschenfresserei wird gemeldet.
Italien.

Florenz 27. Mai. Nach der „Nazion“ ist der Finanz-
ninister mit der Kammercommission übereingekommen, das Pro—⸗
ect der neuen Grundrentensteuer fallen zu lassen und prodisorisch
ein weiteres Zehntel als Zuschlag zur bestehenden Grundrenten⸗
teuer festzusetzen.

Türkei.

Konstantinopel, 26. Mai. Der Sultan sagte beim
Empfang der Deputation der Christengemeinden, er
wolle, daß Jeder, ohne Unterschied der Religion, Vezier
werden loͤnne.

Nusßland.

Petersburg, 26. Mai. Das heutige „Journal d
Stt. Petersbourg“ dementirt in formeller Weise die Nachricht der
„Correspondance du Nord⸗Est“ von einer Unterredung zwi⸗
schen dem Fürsten Gortschakoff, und dem dänischen Ge⸗
e deren Gegenstand die nordschleswig'sche Frage ge—
we sen sei.

Schwurgerichtssitzung. —
II. Quartal 1868.
Zweibrücken, 25. Mai. Anklagesache gegen Anna
Maria Paulus, 28 Jahre alt, Dienstmagd von Rohrbach wegen
Bift mords. Die Angeklagte, die eine nachlässige Erziehung er—
hielt und früh genöthigt war, in fremden Dienst zu treten, hatte
sich zwar immer fleißig und treu betragen, war aber in sittlicher
Beziehung schlecht beleumurdet und am 12. Juli 1866 mit einem
X
bei Witte Köchler in Niederhorbach in Pflege und hier gut auf-
gehoben. Vom 17. bis 23. März da. Is. an welchem Tage
die Angeklagte bei Adjunkt Heraucourt in Mühlhofen eintrat, war
diesselbe ohne Dienst und hielt sich während dieser Zeit größten⸗
heils bei det Familie Nagel in Rhorbach auf. Hier hatte fie
Gelegenheit, in Besitz von Phosphor zu gelangen, da Katharina
stagel, Ehefrau Wilhelm solchen zur Vertilgung der Mäuse mitgebracht

zatte. Am 23. März besuchte sie—ihr Kind, kam des andern
MNorgens zur Ehefrau Wilhelm, der sie dorlog, ihr Kind zahne
urch's Brüstchen und sei ganz elend, — und ging Nachmittags
vieder zu ihrem Kind, das sie mit in das Hausgartchen der Wittwe
döchler nahm. Nach etwa n!/a Stunde brachte sie es wieder in
zie Stube und verließ dieselbe dann, um ihren neuen Dienst an⸗
utreten. Nachdem das Kind nach dem Nachtessen, bei dem es
roch munter war, Stunde gelegen hatte, erbrach es sich mehr⸗
nals, wobei Wittwe Kochler bemerlte, daß das Erbrechen in der
dunkelheit leuchte. Sie gab dem Kind warme Milch und machte,
ils dies nichts half, dem Bürgermeister, der den kgl. Bezirksarzt
on Bergzabern holen ließ, die Anzeige. Um 6 Uhr des Morgens
var das Kind jedoch unter den fürchterlichsten Schmerzen gestor⸗
den. Die Angeklagte gesteht zu, ihrem Kind damals im Gärt⸗
hen der Witte Köchler einen halben Wed mit Phosphorfladen zum
ẽĩssen gegeben zu haben, um es von der Welt zu schaffen. Der
Bertheidiger der Angeklagten, Herr Rechtscandidat Boöding, suchte
arzathun, daß hier kein Mord, sondern nur Todschlag vorliege,
XLXVV
elt habe, auch sei dieselbe in ibrer Noth und Aufregung in Ver⸗
indung mit ihrer vernachlässigten Erziehung nicht im Stande ge⸗
jesen, das Verbrecherische ihrer Handlung vollständig einzusehen,
hre Urtheilskraft sei getrüht, ihre Zurechnungs fähigleit wenigstens
n erheblichem Grade gemindert gewesen. Nachdem die Geschwo⸗
enen unter Bejahung der Haupischuldfrage auch das Vorhanden⸗
ein geminderter Zurechnungsfähtgkeit angenommen hatten, wurde
ie Angellagte zu einer Zuchthausstrafe von 12 Jahren verurtheilt.
Zweibrüucken, 27. Mai. Anklagesache gegen Ludwig
Wolff 20 Jahre alt, ledigen Einnehmereigehilfen von Oppau, we⸗
jen Theilnahme an Amtsuntreue. Der Angeklagte ist der Sohn
on Philipp Wolff, ehemaligem Steuer⸗ und Gemeindeeinnehmer
n Oppau, und war in der letzten Zeit als Gehilfe seines ge⸗
annten Vaters beschäftigl. Letzterer hatte in seiner angegebenen
rigenschaft die Steuer- und Gemeindegefälle in den Gemeinden
Ippau, Edigheim, Mörsch und Studernheim zu erheben, die Zah⸗
ung täglich für jede einzelne Gemeinde in ein Journal zu tra⸗
jen und diese Gemeindejournale halbmonatlich unter Vorlage der
zelege und Vorzeigung der Kafsenvorräthe mit dem Ortsvorstand
es Einnehmereisitzes abzuschließen. Außerdem wird halbjährlich
om kgl. Renibeamten eine gründliche Revision vorgenommen
dachdem schon früher in der Geschäftsführung des alten Wolff
ꝛerschiedene Unregelmäßigkeiten entstanden und mehrere Deffecte
orgekommen, aber wieder gededt worden waren, veranlaßte eine
euere falsche Verbuchung des kgl. Bezirksamt zu Recherchen, die
ine außerordentliche Verification im Mai 1867 zur Folge hat⸗
en. Der sofort vorgenommene Kassensturz ergab ein Deficit von
06 fl. 45 kr., den Einnehmer Wolff damit zu entschuldigen
uchte, daß irgendwo ein Irrthum unterlaufen sein müsse. Um
iesen zu suchen, erbat er sich von dem Regierungscommissär die
gücher und zeigte diesem auch des andern Morgens, daß sich im
demeindejourual oon Edigheim im Uebertrag der Einnahmen ein
Irrthum von 300 fl. zu seinem Nachtheil vorfinde. Dieser ent⸗
deckte aber augenblicklich, daß in der Nacht eine Fälschung vor⸗
senommen worden war, was Einnehmer Wolff auch auf Zurede⸗
ellung unter Thränen mit dem Bemerlken gestand, daß der An⸗
jeklagte die Fälschung begangen habe. Auf erstattete Anzeige
vurde Philipp Wolff suspendirt und die Verification der an das
igl. Rentamt übergebenen Kasse fortgesetzt, wonach fich derfelbe
»om Jahre 1863 bis zu seiner Suspension einen Betrag von
3157 fl. 42 kr. nach und nach angeignet hat. Zur Verdedung
zieser Veruntreuungen hat sich der Angeklagete und sein genannter
Zater außer der schon erwähnten Fälschung im Journal don
ẽdigheim noch verschiedener Fälschungen der Bücher und Rechnungs⸗
wbsichlüsse, betrüglicher Vorfpiegelungen und unrichtiger Buchfüh⸗
rung schuldig gemacht. Letzterer wurde am 30. November 1867
der Amtsunireue, unter Annahme geminderter Zurechnungsfähig⸗
eeit, für schuldig erklaärt und zu einer Gefangnßistrafe von 3 Jah⸗
zen, zu erstehen auf einer Festung, verurtheilt. Der flüchtig ge⸗
jangene Angeklagte, der durch Urtheil des Schwurgerichtshofes
om 2. März Jl. J. wegen Theilnahme in contumaciam mit einer
JZuchthausstrafe von 4 Jahren belegt worden ist, wurde bald da—
auf in München ergriffen und hat sich nun vor den Geschwore⸗
zen persönlich zu verantworten. Dessen Vertheidiger, Herr Rechts-
andidat Sauter, hob herdor, daß der Angeklagte sich keiner
Theilnahmshandlungen schuldig gemaͤcht, nicht geholfen habe, das
deficit hervorzurufen; dies sei, als er bei seinem Vater eingetre⸗
en, schon vorhanden gewesen und er habe nichts gethan, als dies
deficii so lange als möglich zu verdecken gesucht, also bloße Be—
ünstigungshandlungen vorgenommen, die moralisch nicht zu tadeln,
iuch geseßlich, wenn sie von einem Sohne zu Gunften seines Va⸗
ers geschehen, straffrei seien. Der Angeklagte wurde auch von
den Geschworenen nicht schuldig erklärt.
        <pb n="261" />
        Bermisqhres.

St. Jub bette80. Mai Montag J1. Jimi krilt au
den pfalz. Bahnen der Sommerfahrplan in Dienst. Einen Aus
zug aus demse lben finden unsere geehrten Abonnenten im In .
seratentheil. 6

F'Bei Erlangen wurde vor einiger Zeit ein 18 Pfund
schwerer Laͤmmergeier geschossen. Derselbe mißt mit ausgespann⸗
—— mo⸗⸗

- Vor einigen Tagen schlug im neuen Neckrdurchstich be—
XE—
fanden, um. Fünf lonnten gerettet werden; aber zwei ein Mäd⸗
hen aus Winnweiter und ein junger Mann aus Mannheim er⸗
anken. IhreLeichname wurden erst nach einiger Zeit gefunden.

In Frankfurt logirte ein Pole sich mit Frau und 3 Kin—
dern in einem kleinen Hotel ein. Dort gab er an, mit seinem
Weibe Mehreres in der Stadt besorgen zu müssen, und entfernit
sich mit derselben ohne bis heute wiederzukehren. Die drei Kin⸗
der, welche iein Wort deutsch sprechen, fallen vorerst der Communi

ur Last. *7
— Frankfurt a, d. O. wurden der Tagarbeiter P. Schol
nebst Frau wegen Mordes ihres 8 Wochen alten Kindes zum
Tode veruriheilt. — .6

F Rach einer Karlsr. Corr. des Schw. Merk. wird der
Unidersitatsprofessor und Direltor der Augenklinik in Heidelberg,
Dr. NKnapp gedachten Ort verlassen und sich in. Newyork oder
Boston niederlasen.
7 In Trier ist die Gattin eines hochgestellten Beamten
durch Oefnen der Pulsadern gestorben. Dieselbe ist Mutter von
Kindern, wovon das jüngste noch ein Säugling isht.

f Am 24. de. ertranken in einem Waldbach bei Rotenbach
(Württemberg) 2 Knaben, Brüder, der eine 9, der andere 11
Zahre alt. Wahrscheinlich wollte der eine den andern retten, und
o wurden beide ein Opfer des Todes. 2 ...

Aohn 27. Mai.“ Die Generalversammlung der Rhei
nischen Bahnen stellte die Dividende auf 7 Thaler
fest und genehmigte den Ankauf, respective Bau mehrerer Ktohlen
rebierbahnen. n —V————

Das Dorf Rogehnen in Dstpreußen ist zur Hälfte nieder—
gebrannt; 4 Menschen wurden getdͤdtet, viele verwundet, 8300 sind
obdachlos und in der größten Noth. —R

f (Glanzendes Elend.) In Wien hat sich ein ein Lieutenant
erschossen — aus Hunger! Es wurde constatirt, daß er 48
Stunden nichts gegessen hatte. Er soll am 1. Mai von seiner
Gage nur 7 fl. und einige Kreuzer erhalten haben, und selbst in diejer
Betrag werden sich sein Diener, Wäscherin ꝛc. getheilt haben. Eine Ein
sendung in der Wiener Presse knüpft an diesen Fall folgende Be
trachtungen: Es wäre wahrlich der Mühe werth, wenn einmal
die hohen Behörden unvermuthet in die Gage-Zettel bei ein oder
dem anderen Regimente Einsicht nehmen möchten, wie oft uuver⸗
antwortlich mit der Gage des armen Offiziers gewirthschafte!
wird, trotz der bestehenden strengen Anordnung, daß dem Ojfizier
unter keinem Vorwand mehr als ein Dritte1 Gage in Abzug ge
bracht wereen darf. Aber da gibt es außerdem ohnehin sehr ho⸗

n Equipirungs Rücklaß, annoch Abzuge fur Musil — Biblio⸗
thel — Reservefonds — Unterftuͤßungtsonds u. s. w. hie und da
rinen Abzug für ein Album oder ein sonstiges Ehrengeschenk“
für einen der Herren Vorgeseten fiür Fahnenweihe, Öffiriers-
Scheibenschießen und derg. Summa Summarum: der Subaltern
Offizier bekommt häufig am Ersten eines Monats nicht mehr als
mͤnige Gulden, von denen er den ganzen Monqt hindurch
leben soll! ———

t Wien., Die Mutter der exmordeten Grafin Chorinski
hat an den Vertheidiger der Mörderin Julie Ebergenhi, Dr. Neuda
olgendes Schreiben gerichtet: „Geehrtester Herr“ VDie Mutter der
anglücklichen Grafin Chorinski erlaubt sich, an Sie zu schreiben.
Als der Graf Chorinsli um die Hand meiner Tochter angehalten
jatte, versprach er mir, Alles aufdieten zu wollen,“ was nur in
seinen Kraften stehe, um meine Tochter glücklich zu machen. Auch
mir wolle er, wie meine Tochter gethan habe, ein treuer Sohn
werden, für mich forgen; denn er wußte, daß meine Tochter mir
eden Monat 15 s.. zuschickte. Daß dieser“ Menschmir mein
Kind hat morden lassen, ist für eine Mutter schreclich genug
Denn ein Kind muß ja meine Stütze sein. Und darüber herrscht
nur eine Stimme, daß der Graf Chorinski das Versprechen, daß er für
mich sorgen wolle, jetzt um so mehr erfüllen muß: denn er hat
mein Kind ja morden lassen. Ich denke sind vielleicht Hr. Dr. Leuda
'd gütig, als eine Besorgung dieses für mich zu Ubernehmen. Denn
dert Doktor werden es ja einsehen, daß es eine Schuldigkeit
von der Familie Chorinsti ware, mir das, was meine Tochter für
nich gethan hat, zu halten. Wenn Sie, Geehrtester, also ein⸗
jehen, daß dieses die Familie Chorinsli erfüllen muß, und Sie
wollten dieses mir besorgen; ich würde gewiß ihre Mähe lohnen,
nnd Sie würden nur einer tiefbetrübten Witiwe zu einem Kecht
berhelfen, was mir doch gewiß gehört. Denn das ist ein Wort,
das aus aller Munde lommt, daß man gegen diesen Grafen eine
Klage führen soll. Nochmals bitte ich Sie dieses besorgen zu
wollen, und zeichnet achtungsvoll Sectetär Rueff Albrechts Wittwe.
Wohnhaft in Neu⸗Ulm im , Prinz Kar.··

7. Mur consequent.) In Temesbar Ungarn) wird eine ge⸗
vifse Gattung feines Mehl, welches bisher unter dem Namen
„Kaisermehl“ allgemein bekannt war, nihhi mehr staisermehl son⸗

dern — „Konigsmehl“ genannt.

. Die Mailafer haben sich in der Normandie sellen in so
zroßer Menge wie dieses Jahr gezeigt. In Ydetot allein hat man be⸗
reits mehr als 14 Millionen derselben dernichtet, und trozdem be—
nerkt man in den Feldern fast keine Verminderung derselben.
Das Journ. du Havre“ sagt unterm 22. d. M. „Gestern Nach⸗
mittags war der Himmel plötzlich durch eine Maikaferwolke, die
vorbeipassirte, verdunlelt. Diese Kafer waren dem Boden so nahe,
daß die Personen, welche sich auf dem südöstlichen Hafendamm be⸗
tanden. sich bücken mußten, um den Kafern nicht den Weg zu ver⸗
sperren. Diesen Morgen bededte eine große Masse Maikäfer, die
wahrscheinlich im Meere ertrunken waren, den Strand. Sollen
vir hier die Malläfer⸗Plage haben, wie Algerien seine Heuschre⸗

tken⸗Plage hate“
Bekanntmachungen.

Ich zeige hiermit er—
gebenst an, daß ich mich

Bekanntmachung.

Die Brüde über die Blies bei
Blieskastel an der Staatsstraße von
homburg nach Saargemünd ist wegen
größerer Repa ratur von Mittwoch den
3. Juni bis Samstag den 13. Juni
d. Is. für schweres Fuhrwerk nicht
fahrbar.

Zweibrücken, den 27. Mai 1868.
Ksonigl. Baubehoörde.

— 5
dahier qu
Danksagung.

Feilenhauer
niedergelassen habe. Gute und reelle
Arbeit versprechend, bittet um geneig—
ten Zuspruch.

St. Ingbert, 29. Mai 1868.
Oh. ICimn

Für die so tröstende Theilnahme
velche die Bewohner von St. Ing
bert an dem für uns auf eine so
erschütternde Weise erfolgten frühen
Tode unseres braven Sohnes Iranz
bewiesen, sagt ihren tiefgefühlten
Dank

St. Ingbert, 29. Maj 1868.

die Familie
Dercum.

Feilenhauer,
wohnhaft bei Tuncher Kimmel.
Montag 1. Juni
zur Einweihung meines
neuen Tanz Saales,
von 3 Uhr ab
Tanzbelustiguug,
wozu ergebenst einladet
I. EroO bel.
Für gute Speisen und Ge—
cranke ist bestens gesorgt.

8 Ruthen schöner Klee sind
zu verkaufen bei
Forster Janz.
Am Pfinafimontage
Taànz.,MAusik

Verschiedene Wie—⸗

sen sind für dies—

jährige Heu- und Ohmet—
erndte zu verpachten durch
Westn⸗*inger

auf dem
Tivoli
in Blieskastei.
        <pb n="262" />
        Aneralwas ev
ine a . — ———
In frischer Maiflillung sind angekomen:
7 2. Rattetiche.
— in —1— —e i. I
ι u/1 Krugen“
—FFiedricheshatlor Bitterwaeser in
den xcuerdings so beliebten s, Glaenaschen.
ꝙ . stunstliche.
——
manade goææus. ve
Anle übrigen Sorken von Mineraludlsssern wer-
en rasch und billigst auf Vestellung besorgi von
Fritæ Pungerbieter.
Aflaschen werden zuruckrenommen,
Von jetzt au:
α T 92 74
rert
—
B inn aß monvag
— — *1
Hniemusik
er hiegen Bergkapelle in der Gar-
enwirthschaft nann
Peter Geusser.
— — — 7
Die Heu⸗ und
J * „Oh met⸗Ernte
von 5 Beet Wiesen in den
Steegwiesen ist zu verpachten.
Näh. zu erfragen; bei
Witw. Carl Ebrhärdt.
Das Vreiskegelu

Beschäfts · Empfehlung.
Zluterzeichneter hat in der Gruben⸗
draße im Hause deg Hrn- Gu st a v
Zir, im untern Stocke, eiin
v 2252 168
Parfümerielädchen⸗
errichtet und erlaubt sich seine Artikel
Anem verehrlichen Publikum besonders
pu empfehlen, nämlich “
Alle Sorten Seife, als:
Bittere Mandel⸗ Toiletten⸗
Pand⸗ Honig⸗ Transparent⸗
Iriginal Frangipanni⸗ Praun
Windsfor⸗ parfümirte⸗ Origi⸗
al⸗ Glyeerin⸗· sowie Coeos · Nu se⸗
Del⸗Soda⸗Seife; letztere ein vorzüg⸗
iches Mittel für Hautausschläge und
Flechten. .
Ferner alle Sorten feine
Pomade, als:
Ehina⸗ MRömische · Blumen⸗
Ochsenmarke⸗ Stangen ⸗ Oliven⸗
harzpomadez letztere besonders em⸗
ofehlenswerih qür Frauenzimmer,“ zut
Befestigung der Haarscheitel / sowie dasstopf
hzaar in jeder Lage fest u. glatt zu mochen.
Dann alle Sorten feine
Haaröle: *
Aechtes Klettenwurzel-Oel von
Dr. Rahle, das beste Mittel, den Haar⸗
wuchs zu befördern, nebst mehreren an⸗
dern Sorten feiner Oele.
Weiler. einpfiehlt derselbe ächte un⸗
zarische Bartwichse, sowie alle
Sorten Cossmetique, mehrere Sorten
eines Bouquetwasser nebst Spritz⸗
zläschen. —E
Ferner aromatische Zahnpaste,
ur Erhaltung und Verschönerung der
Jähne und des Zahnfleisches, sowie alle
Sorten Zahnubürsten.
Endlich empsiehlt Unterzeichneter noch
sle Sorien feine Gummi⸗Kämme,
Friseur Aufsteck Klappe Ta—⸗
schen⸗ und Reif⸗-Kämme, Eoro—
nets · und Haarpfeile.
St. Ingbert im Mai 18683
—X —— —— —
LR cl

Frucht⸗ Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise

der Stadt Homburg vom 27. Mai.
Weizen 8fl. 18 tr., Korn 6 fl. 49 tkr.

Zpelz * fl. I6 tt., Gerfti Lreihige; s.
wihttrud . — inngosee
3.1. 30 tr., Erbsen 5. fl. 20 kr. Kartof⸗
feln I fl. 10 kr. per Ztx. Korubrod, 8 Kgr,
20 tro⸗ditto A Agr. 18 tru ditto 1Kgr.
dtr. authlleisch 1. Qual. 16 iu., 2. Qual.
4 ir geatesteisch Is tr. Demmeleisch
—D
petr Pfunb. ι

* * Z 5 — — —E
SFraukfurter Börse
e Seldsorten.
Breußische Kassenscheine νσ 4α.
Preußische Frie drichs dor 4 57 - 68 32
zistolen 19- 315
Zollandische 10 f. Stucke αιαα
Qucaten 3 328 40
WFFranes⸗Stücke ꝰ 8
Inglische Souvereigns . 41 45- 60 27
zold per Zollfund fein —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — — a.9
Ddolblars mbald 2258 2762g
— i

Des Pfingstfestes wo—

terscheint am Diens—
Blate. 5
Pfälze Eisenbahnen.
Fahrplan vom 1. Juni 1868.
F Absang von St. Ingbert nach
Schwarzenacker.
Von St. Ingbert..
Morgens. Mittags. Abends.
8, 112I—- *10 610 7 40
BVon Hassel.
412 812 1116 112 522 62777
Won Wurzbach.. 7
421 821 1181 121 5831 640 864
Von Blieskastel⸗Lautzlirchen..
188 888 1152 188 548 7— 818
Von Bier bach. ——
141.841 123 141 551 712 826
Aunkunft in Schwarzenacker. *
4 50 8 50 12 18 180 6- 725 838
Abgang von Schwarzenacher nach
St. Angber
. Von Schwarzenacker, ———
.Worgens. Mittags Albenda
5— 645 950 2 —.48 685 030
Von Bier
10. I02, B 438.6 46 40
. Von Vlieslaftel Lautzirchen⸗
18 7 16 10 11 231 421 655 108
i gon Wurzbach.⸗ 2
so 737 10 26ß B B8 76 10 2
3113 4 Bon Hassel.
39 748. 10 31 33: 442 7 15 10 20
5 Ankunft in St. Ingbert. “*
50 8 -. 1040 315 453 725 1040
1bgang von Zweibrücken nach Homburg
NPrgs. Mrgs' Mtgs. Mtgs. Nmtgs. Abds. Abds
440 18. 40 12 30140 73 20 5 50 8 2*
bgang von Ho mburg nach Zweibrücken
330 79 35.47 220 73 530 620 6 30 9 80
Abaang'von Homburg lin der Richtung
no q.igsba

9

—
I

wif⸗ dem Heusser schen Bierkeller be⸗
jinnt Samstag den 30. Mai und die
olgende Tage, wozu die Kegel⸗ Freunde
indgeladen werden.
4
5
Soeben eingetroffen: Die neuesten
französischen und deutschen

2

—J

—8X
74

g * * .

—2*7 J 7* e
1apo—
J 2 *

biei Jakob Quirinu
auf'm Rentrisch.

us der Fabrik von U.“*Totz GeOr
Ana in Kaiserssautern.
Joh. Grewenig jun. und
Nie. Kimmel.

Sounntag den 81. Mai

Harmoniemusik

hei Mh. Emrich jun
— — —
Pe Kounmin Apprederis find
dreiA Ziuman im zweiten Stock seines
hauses mit oder vhne Möbel, einzeln
ider im ganzen, 'an aute Familien zu
he 3
1 8Redaction. Druck und Verlag von F. X. De mei in SteInabert.

KZF
3 617 910

n durg (in der Richtung

S arbrüclen ))

a33 16 13 48 625 986

—9* alit vezeichneten Zuge sind Schnellzuze.
—ZFZW —
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        ιJ ν, J ι.« — — imiih e udus — ——
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—59 — ——— i n er — — — M— —V cr. aclurt
H 20 1 n uÊ
. —5B——— J— VV — ι M J * z3 9 0 6
ä I . ιι_ ι να —— ISVl fule ige
myxitt i ι i lt t ι νιιla uν ανι
ι , e— —ιν ” ι α ”νν urn —
5 I—L _
de Jrgbeerter An z0ig ere mit Linem Unrerhaliungst latlesaxscheint dodchentlich!dẽelmal Dtnß ih zBontrerne —
und Samstag. Abonnemenispreis vierteliährig 48 Krzr. oder 13 Silbergte Anzeigen werden mit 8.Krzr, die dreispaltige Zeile
ιοX ιXνX9» Slattschrift odet deren Raum herechnet I J
Nro. 66 — V *Iittee ιιl ni 41868.
— ⁊
Ie n r tceeee
ns Deutschlaud. ν ν
München, 28. Mai. Zu den im Herbste bei Schwein
furt stattfindenden größeren Truppenübungen werden viele fremde
Officiere, besonders solche, welche der norddeutschen Bundesarmee
angehöͤren. erwartet, da die sogenannie Königsmanöver⸗ in Preu—
hen für dieses Jahr ausfallen; auch den baherischen Officieren,
deren Truppentheile nicht in's Lager abrücken, wird durch besonders
hiezu gewährten Urlaub Gelegenheit geboten werden, den Uebun⸗
gen; beizuwohnen. Wie in militärischen Kreisen verlautet soll
General· Lieutenant v. Hartmann das Lager commandiren⸗
München 30. Mai. In Sidneh (Australien) ist ein bay
erisches Consulat errichtet und dem Kaufmann Adolph Hummerern
daselbst übertragen worden. g7
—München: J. Juni. Die dreimonatliche Hof⸗ und Lan⸗
destrauer für den verstorbenen König Ludwig ist mit dem? gest⸗
rigen Tage zu Ende gegangen:uvu 3

— Siaatsrath d. Weber ist aus Berlin dahier einge
troffen. — J

— Der Unionsgesandie Bancroft ist vor einigen Tagen nach
Berlin, zurückgekehrt. Auch der preußische Gesandte Frhrev.
Werther ist in Urlaub gegangen und läßt die etwaigen Gesandt⸗
chaftsgeschäfte durch den Legationsrath v. Rad'owi tz be⸗
orgen. ...... .. .

— Prinz Napolesn wird am 8. oder 4. Juni hier ein

treffen. —

— Der heutigen Sitzung des ständischen Ausschusses des

deutschen Jurissentages haben auch die auswärtigen Mitglieder
desselben aus Wien, Berlin ꝛc. beigewohhnt.

Nach dem „NR. C.“ gedenklt das Cultusministerium jetzt ener⸗
gisch daran zu gehen, das Turnen in der Volksschule einzuführen.
Es wird sich vorerst die genaueste Kenntniß von den ihm zu
Bebot stehenden Lehrkräften verschaffen und in erster Reihe daran
denken, Mittel und Wege zu geben, um in den Schullehrersemi⸗
aarien geübte Lehrer zur Ausbildung der Seminarifien im Tur—
nen zu erhalten. Dabei geht es von der richtigen Anschauung
aus, daß der Turnunterricht in der Hand des Lehrers, welcher
auch die übrigen Fächer in der Schule gibt, den meisten Erfolg
erxeicht. Es dürfte nicht unwahrscheinlich sein, daß noch in die⸗
sem Jahre ein Turnlehrcurs für die Thurnlehrer an den Schul ⸗
lehrseminarien errichtet würde —Wo

Muünchen, 1. Juni. F. Fränkelgibt jetzt ein poli⸗
tisches, täglich erscheinendes Blatt heraus, daß fich ,Allerneueste
Nachrichten betitelt. Die „A. Abdz.“ führt bei dieser: Mitthei⸗
lung nicht weniger als 56 Blätter auf, die in Munchen seit
1848 entstanden und mittlerweile wieder eingegangen sinde n

Stuttgart, 2. Juni. Prinz Napoleon ist gestern Vor⸗
mittag in Baden Baden eingetroffen und im „Englischen Hof
abgestiegen. Das großherzogliche Paar war zu seinem Empfang
don Schloß Eberstein gekommen und gab ihm nachdem er vder
stönigin von Preußen seine Aufwartung gemacht hatte, ein Diner
e Heute Nachmittag ist der Prinz hier angekommen
and im „Hotel Marquardt“ eingekehrt. Ein officieller Empfang
fand natürlich auch hier nicht staltt; nur der französische und
der österreichische Gesandte waren am Bahnhofe. Höͤchstder⸗
elbe“ geht entweder heute noch oder morgen nach München.“

Mainz, 2. Juni. Die von verschiedenen Blättern gebrachte
Mittheilung bezüglich der Verlegung eines großherzoglich hessischen
Regimentes in die hiesige Festung wird von unterrichteter Seite
in Abrede gestellt. I

Frankfurt 80. Mai. Aus Brüssel wird dem Frankf
Journ.“ telegraphirt: Der Zustand des Kronprinzen nimmt eine
bedenklichere Wendung und die Herzbeutel⸗Entzündung einen chro⸗
nischen Character an.

Berlhim 30. Mai.Der norddeutsche Bundesraih hat ge⸗
tern das Schuldhaftsgesetz angenommen und die Resolution weger
sichtbeschlagnahme der Arbeitslöhne, dem betreffenden Ausschuß
aberwiesen. Soweit die Bevollmächtigten instruirt waren erklär

21355 —

ERE . i
sten si sch fur nattiteimatige Aufbringung herI Godo Thir fue,
die Sqonnenfinsternißexpedition. αν

7* Die. Briefpostconbention mit Belgien ist heute unterztich⸗

net worden. Die Convention bom 28. März wegenkleinerer

Palete und Geldsendungen tritt gn. I. Juij (stait am I. n

wie beabsihtigt war). in Krafta

-— Der „Staatsanzeiger“ publicirt das Gesetz betreffend die

Aufhebung der S ch ul d'h aft, und kündigt dessen weilere Pub⸗

lication ju dem inorgen erscheinden Bundesgesetzblatt an. Der

Bublication ist eine Verfügung, des Justizministerz beigefügt,

helche die soforuige Freilassang der Schuldgefangenen fud den!

Umfang der preußischen Monarchie verordnet ite

75 Heute hat die Ratification des deutschrösterreichischen Han⸗

delsbertrages statigefunden. 5 —VV——— Aby
Dre sden, 30. Mai. Heuie wurde der sächsische Land⸗
tag geschlossen..Die Thronrede resumirt anerkennend die Arbeiten
des e welcher den äußeren wie den inneren Verhãal t⸗
nissen Sachsens schnell eine legale, der neuen Ordnung der Dinge
zweckmäßig angepaßte Grundlage gegeben und zur Erlangung einer
geachteten Stellung im Norddeutschen Bunde wesentlich heigetragen
habe. Der Konig hebt ferner die günstige Lage der Finanzen
hervor, und. die Einführung des Justius der Geschworenenge⸗
richte. Die Abschaffung der Todesstrafe sei ein wichtiger segens⸗
reicher Schritt, „dervielleicht dereinst weitere Nachahmung fin⸗
den werde. ν , U J

Wien 30. Mal Aus Anlaß der Sauctioniruug der An⸗
iconcordatsgesetze fanden Feierlichkeiten statt in Insbruck (wo zu⸗
zleich auch ein Protest gegen den Staatsbankrott beschlossen wurde)
und Leitmerißz.. 3
Wien 30. Mai. Aus Bukarest wird telegraphirt, daß die
Tonsuln Frankreichs und Englands angewiesen find die Schritte
der österreichischen Regierung in der Jud enfragen zu un⸗
terstützen. — —

.Wien 1. Juni. Die ,Wiener Ztg.“ veroffentlicht/ eine
Communique über die aus Gumbinnen gemeldete Bildung pol⸗
nischer Insurgentenhanden. Dasselbe besagt. daß nach den um—
assenden Erhebungen, welche augenblicklich über den Sachverhalt
angestrent wurden, die fragliche Nachricht jeder factischen Grund⸗
age entbehrt.c Dien Amtszeitung führt die Entstehung der vor⸗
ijegenden Mystification auf die Verbreitung aͤlarmirender Gerüchte
über dien Zustände GaliziensSeitens untergeordneter ruffischer
Grenzorgaue zurück, denen strenge Maßregeln und Verfügungen
Jegen Reisende aus Galizien sehr: gelegen jiommen. Es liege die
Vermuthung⸗, sehr nahe, daß auch die: letzt ansgestreuten
Berüchte. Line bon trussischen subalternene Grenzbeamten
ausgehende berechnete Mystification sein da ürzlich in Folge einer
Verwendung des österreichischen Consulats in Warschau die russi⸗
chen Grenzbehörden zu glimpflicherer Behandlung der galizischen
Provenienzen angewiesen wurden und diefe Weisung von demfel-
en nur fehr widerwillig gufgenommen wurde.

Pesth 29. Mai. Heute ist der König Gaiser) hier einge⸗
troffen. —Gestern hat du Deputirtentafel, heute die Magnaten⸗
tafel des Reichstags den Handelsvertrag mit dem Zollverein an⸗
zenommen, nachdem der König diecorrigirte Fassung der Ein⸗
Jangsformel genehmigt: hatte.. *
Truͤrest 29. MaieAus Hongkong wird gemeldet, daß der
englische Gesandie Parkos in Folge des beim Besuche des Mikado
auf ihn stattgefundenen Angriffes eine Kundmachung erließ, welche
alle Angriffe auf Fremde mit schimpflicher Hinrichtung bedroht.
n⸗ geame zur NYakohama'“ werden durch fremde Truppen
ewacht.
Fraͤnkreich
Aus Paris wird gemeldet, daß die Kaiserin von Frankreich
ꝛer Wittwe des hingerichteten merxicanischen Generals Miramon ein⸗
aährliche Pension von 6000 Francs bewilligt. J

Varis, 29. Maif Seit vorgestern hat die officielle
        <pb n="264" />
        Sprache gegen Preußen vollständig umgeschlagen; vorgestern freund
schaftlich, war sie gestern, nachdem sich der Kaiser im Minister⸗
rathe uͤber die taquineries en Allemagne* beschwert hatte, bit
tersüßß geworden und heute lautet sie feindlich. Wird morgen aul
diese Kaͤlt wieder Warme⸗ und Hitze »folgen? Prinz Napoleon
dessen auf morgen festgeseßt gewesene Reise wieder einen Aufschub
erleidet, äußerte diesen Morgen, daß er die Kriegsgefahr ferne ge⸗
rückt erachte; im Publikum aber legt man der Veröffentlichung des
Niel'schen Berichts eine große Tragweite bei. In der That, da⸗
durch, daß nun die Kriegsbereitschaft der franzosischen Armee offi
riell constatirt ist, hat sich der Kaiser gewissermaßen jeder Aus
rede begeben, falls neue Complicationen eintreten werden. Der
saiser und der Kriegsminister haben übrigens jeden Tag, Unter⸗
redungen und in der Umgebung des Marschalls, will man seit et⸗
lichen Tagen eine Heiterkeit seiner Excellenz bemerken, die man
im Sinne einer baldigen practischen Experimentirung der Chasse-
pots deutet. Außerdem erstattet General Lebrun, vom Kaiser
jum eventuellen General⸗Stabs⸗Chef designirt. Sr. Maj. täglich
Berichte über die ihm (dem General) zugehenden speciellen Infor⸗
mationen (aus Deutschland )Y.
Die wegen der Vorgänge in der Pcole de“ médecine
berhafteten Student en sind bis auf zwei wieder freigege—
ben worden. F J
— Morgen tritt Prinz Napoleon seine Reise nach dem Ori
ent an. — Vom Prinzen Peter Bonaparte wird dieser Tage in
Brüssel eine Brochüre erscheinen, welche den Titel: EHypothôse
d'uns Campagno sur lo Rhin“ („Hypoihese eines Rheinfeld
zuges?“) führt und sehr kriegerisch ist. Der Verfasser stellt
natuürlich den Rhein als die von der Vorsehung gezogene Grenz
linie zwischen Frankreich und Deutschland dar und meint; Erste
res könne nicht unter dem Einfluß der Niederlage von Waterlot
hleiben, um so mehr uls dieser durch die jüngsten Erfolge Preußens
nur noch derschärft worden sii... 5757.
—Es heißt hier, Prinz Humbert werde demnächst einen
Besuch in Berlin machen und bei dieser Gelegenheit auch dem hie⸗
sigen Hofe seine Frau vorstellenn. 1
Paris 1. Juni. Wir glauben nicht, daß auf alle die
criegerischen Gerüchte, die jeden Tag von hiet aus in Umlaus
gesetzt werden, im Sinn einer unmittelbaren Gefahr Gewicht ge⸗
legt werden soll; aber es bleibt nachgerade feststehen und wird mil
jedem Tage deutlicher, daß man hier die Lage der Dinge nach
Junen wie nach Außen als eine provisorische betrachtel wird, die
nur durch Waffengang in eine endgiltige verwandelt werder
koͤnne ⸗—6 I J —
Paris 2. Juni. Der Constitutionel erklärt das Gerücht.
welchem zufolge in Rouen drei der Absicht eines Attentats aus
en Kaiser verdächtige Individuen verhaftet worden wären, aus
vas Bestimmteste für unbegründet.. u
Belgien.
Brüsfsel, 1. Juni. Die beunruhigenden Gerüchte über der
Gesundheitszustand des Kronprinzen werden als vollständig grund
los bezeichnet; die Genesung desselben macht rasche Jortschritte
England.
London 30. Mai. Ein Telegramm aus Bombay, 258
Mai, meldet: Zwischen Russen und Bucharen hat eine Schlach
qattgefunden, in welcher der Khan der letzteren gefallen ist. Die
Ersteren haben Buchare besetthzttzz.
Griechenland.
Alexandria, 830. Mai. Der österreichische Generalcon⸗
jul hat im Namen des Kaisers von Oesterreich dem äghptischen Kron⸗
prinzen in Anwesenheit des Vicekönigs das Kroßband des Ordens
der Eisernen Krone überreicht.
Donaufürsteuthüumer.
Bukarest, 31. Mai. Eine Deputation der hiesigen „isra⸗
elitischen Allianz“ drückte dem öosterreichischen Consul den besonderen
Dank der Gemeinde für seine unermüdliche Verwendung in der
Ifraelitenangelegenheit aus.
Rußland.
Petersburg 831. Mai. Das „Journal de St. Peters
bourg“ dementirt die Mittheilung der „Correspondance du Nord⸗
Est“, daß der rusische Consul in Bukarest die Instruction erhalten
habe, das Ministerium Bratiano zu unterstützen. Ebenso unrich⸗
tig sei es, daß das Petersburger Cabinet entschlossen sei, seinen
ganzen Einfluß anfzubieten, um das Ministerium Bratiano zu
hatten.
Amerika.

New⸗York 20. Mai. Die Anklagecommissäre haben der
Bürger Riche aus Ohio, welcher am Vorabende der Abstimmung
ou' der Bank in Washington eine bedeutende Summe erhalten
hatte, verhoͤrt um zu erfahren, ob diese Summe zur Bestechung

von Senatoren verwendet wurde; mehrere andere Zeugen, darun⸗
ter drei Journalisten, wurden gleichfalls in dieser Angelegenheit
verhörl. — In Canada wurden Maßregeln gegen eine beabsich⸗
tigte Fenier⸗Invasion getroffen.

Washington, 80. Mai. Präsident Johnson ernannte
an des zurückgetretenen Hrn. Stantons Stelle den General Sho⸗
field zum Kriegsminister. — Grant und Colfax haben die ihnen
don der republikanischen Convention von Chicago angetragene
Tandidatnr für die Präsidentschaft und die Vicepräsidentschaft der
Ber. Staaten angenommen.

Schwurgerichtssitzung.

I. Quartal 1800. — J
.B8Zweibrücken, 28. Mai. Anklagesache gegen I. Katha
ina Ruppel, 34 Jahre alt, Ehefrau— des Leinenwebers Franz
Schäfer, früher zu Berghausen, dermalen zu Bohlanden wohnhaft
2. Georg Ruͤppel, 63 Jahre alt, Schreiner, und 8. dessen Ehe⸗
rau Elifabetha Niedhammer, 56 Jahre alt, beide von Berg⸗
jausen wegen vorsätzlicher Brandstiftung respective Theilnahme
hieran. ινν,

Die Angellagten, Eheleute Ruppel, wohnten früher in Frie⸗
delsheim, kamen in Rückgang, und zogen im Dezember 1866 nach
Berghausen, wo ihr Schwiegersohn wohnte, kauften sich neben
dessen Wohnung ein Häuschen, betrieben Schreinerei und hielten
ꝛinen Kramladen.“ Hinter dem Hof liegt das Wohnhaus: der
Wittwe Gutting, in welchem die Tochter der Eheleute Ruppel,
zie Angeklagte Schäfer mit ihrer Familie wohnte,“ welche seither
nach Bolanden gezogenist. Am 25. November 1867 reiste
—„chäfer nach Goönnheim, während die Eheleute Ruppel nach Frie⸗
zelsheim und Wachenheim sich begaben, und ließen ihren 12jäh⸗
igen Sohn zur Besorgung des Kramladens zurück. In der
cacht vom 27. auf den 28. November brach im Wohnhause der
zheleute Ruppel und zwar gleichzeitig iin fast allen Räumen des⸗
elben Feuer aus, wobei es vollständig niederbrannte, die Nach⸗
harshäuser aber gerettet wurden. In der Woche vor dem Brande
hatten die Eheleuse 6 Gebund Stroh und e Cubikfuß Zunder
angeschaffi. Der Sohn der Eheleute Schäfer, holte am 26. Nob.
3 Schchoppen Steindl und erzählte später damit seien Hobelspäne
»etränkt worden. Die Mobilien der Eheleute Ruppel find zu
01 fl. versichert, wahrend beim Brand wenig oder gar nichts im
daus und Kramladen sich vorfand, und wurde der Nachweis ge⸗
aͤefert, daß Alles fortgeschafft, ja ein großer Theil selbst begraben
war. Zu Allem dem kommen noch das Benehmen und die höchst
verdächtigen Außerungen der Angeklagten und ihrer Angehörigen
hor und nach dem Brande. Die Angeklagten wurden jedoch für
stichtschuldig erklärt und fofort sämmtlich in Freiheit gesetzt.

Zweibrücken, 80. Mai. Anklagesache gegen Jakob
Day, 42 Jahre alt, ledigen Glaser, zu Fußgönnheim wo hn⸗
haft, wegen Rothzuchtsversuchs.

Gegenwärtige Verhandlung halte noch gestern Abend be gon⸗
nen und wurde heute fortgesetzt. Der Angeklagte stellt die ihm
zur Last gelegte Thathandlung entschieden in Abrede. Dessen
Ruf ist kein guter, obschon öfters polizeilich, so doch noch nicht
zuchtpolizeilich bestraft worden, und gilt derselbe als arbeitsscheu.
— Die Vertheidigung hatte Herr Advocat Keller für densel ben
übernommen. Derselbe warnte die Geschworenen, nicht zu viel
Werth auf den Leumund des Angeklagten zu legen, sie dur ften
iich nur fragen, ob der Beweis erbracht sei; sie hätten aber in
zieser Hinsicht nur einen Zeugen, die angeblich Angegriffene,
die den Day an der Stimme erkannt haben will, sich aber hie rin
»etäuscht haben könne; übrigens sei das von derselben erzählie
horkommniß noch lange kein strafbarer Versuch. Die Geschwore nen
erklärten auch den angeklagten Day des ihm zur. Last geleg ten
Verbrechens für nicht schuldig.
Weermisschtes.

Im Laufe dieses Jahres sollen in der Pfalz folgende Te,⸗
egraphenlini e hergestellt werden: Von Pirmasens nach Waldfischbach
von Landstuhl nach Kusel, von Zweibrücken über Blieskastel nach
St. Ingbert, von Dürkheim nach Göllheim, von Germersheim
nach Bellheim, oon — nach Dahn, von Winden
nach Langenkandel, ferner die Errichtung von Telegraphenstationen
'n Wachenheim, Freinsheim, Grünstadt, Göllheim, Lambrecht,
dandstuhl, Kusel, Blieskastel, Ensheim, Dahn, Ingenheim, Lan⸗
zenkandel, Bellheim und Waldfischbach. 53

fLudwigshafen, 2. Juni. Wie uns soeben mitge⸗
heilt wird, find heute Morgen um 4 Uhr auf der badischen Bahn
wischen Mannheim und Friedrichsfeld zwei Züge zusammenge⸗
toßen, wobei mehrere Personen mehr oder minder erheblich be⸗
chädigt wurden. Dem Maschinisten des einen Zuges wurden
heide Beine abgeschlagen.

Nach einer Berichtigung des vorssehenden Eisenbahn⸗Un⸗
zlücks aus Mannheim vom 2. Juni blieben in Friedrichsfeld

*
        <pb n="265" />
        2 schwer derwundete: Personen liegen und wurden von dort nach
Heideiberg gebracht,“ 2 andere kamen ins Mannheimer Spital;
aͤne Anzahl leichter Verwundeter befand sich an demselben Tage
noch im dortigen Bahnhofe.
fSpeyer, J. Juni, Einige junge Gefellen machten
gestern eine Nachenpartie auf dem Rhein und wollten beim Heim
fahren durch die Schiffbrüde.“ Der Strom erfaßte den Nachen,
warf ihn um und die Insassen stürzten ins Wasser. Alle wurden
gerettet bis auf einen der seinen Tod in den Wellen fano.
fBäcker Sauter in Würzburg, in dem vielbesprochenen Brod⸗
vergiftungsproceß zu sechsmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt,
ist vom Apellationsgerichte freigesprochen worden.
Mannheim 1. Juni. Am verflossenen Samstag
Abends nach 10 Uhr ist dahier in einem zum großh. Hauptzoll-
amt gehörigen, letzterem gegenüber gelegenen Lagerhause, dessen
Inhalt zum größten Theile aus Baumwolle destand, Feuer“ aus⸗
gebrochen, welches nach kurzer Zeit, begünstigt durch die außer⸗
ordentliche Trockenheit der letzten Wochen,“ einen so ungeheueren
Umfang annahm, daß dasselbe unnennbaren Schaden antichtete.
Das Feuer ergriff hald ein hinter dem erwähnten Lagerhaus⸗
stehendes Magazin in dem sich Oele und andere Fettstoffe befan⸗
den, und kurz darauf geriethen noch ein weiteres Lagerhaus des
Zollärars und das Magazin des Handlungshauses Paul Eichner
in Brand, welche sämmtlich sammt Inhalf vollständig vernichtel
wurden. Beim Brande des Eichner'schen Magazins sind unter
Anderem 4000 Centner Blättertabak. große Partieen Blauhol;
und amerikanisches Harz zn Grunde gegangen, und wirb der
Schaden an Waare und Gebäulichkeiten auf circa eine Million
Bulden geschätzt. Den vereinten Bemühungen der hiesigen und
auswärtigen Feuerwehren (aus der Pfalz war die Feuerwehr von
Ludwigshafen, die Spritze des Ludwigshafener Bahnhofes und die
des bayerischen Hauptzollamts, sowie die Feuerwehr von Munden⸗
heim auf der Brandstätte) gelang es, das Eichner'sche Wohnhaus,
welches auch schon vom Feuer ergriffen war, so weit zu retten,
so daß nur ein kleiner Theil des Dachstuhles niedergebrannt ist,
sowie die umliegenden Wohngebäude unversehrt zu erhalten.
Wegen der vielen brennbaren Stoffe war es unmöglich, an voll⸗
standiges Löschen der niedergebrannten Magazinsräume zu denken,
so daß gestern Abend und im Laufe des heutigen Tages nach
Wegräumung eines Theiles des Schuttes durch den entfstandenen
Luftzug das Feuer neue Nahrung gewann und alle Vorsicht ge⸗
doten ist, damit dasselbe snicht weiteren Schaden anrichtet. Leider
jiind mehrere Personen, u. A. ein Feuerwehrmaun von hier und
ein Offizier der Garnison, durch den Einsturz! der Mauern und
beim Retten beschädigt worden.
fx In Nassau hat der Polizeirath Nover die Spur einer
Fälscherbande, die preußische Kassenanweisungen fertigt,
aufgefunden?
FDie ersten reifen Erdbeeren wurden am verflossenen Frei⸗
tag in Wiesbaden herumgetragen. Der Preis war 48 kr. per
Schoppen. Auf die Bemerkung, daß dies doch wohl zu viel
sei, entgegnete die Verkäuferin: es sei quch jetztPfeffer
darauf“, und zog einen Gewerbschein hervor, der vier Tha
er gekostee.
fDuisburg, 9. Mai Die Rh.⸗ und Ruhr⸗Z.“ erzählt:
„Dem Koln-Berliner Schnellzug drohte heute Morgen auf dem
hiesigen Bahnhofe ein bis jetzt wohl noch nicht dagewesenes Hin⸗
derniß, Es fand sich nämlich kurze Zeit vor seinem Eintreffen
ein Executor des hiesigen Kreisgerichts dort ein, um im Auftrage
des in der Nähe des Bahnhofes wohnenden Wirthes E. die
Locomotive des ankommenden Schnellzuges zu — pfänden.
E. hat aus einem kürzlich in Hamm entschiedenen, seit 1862 an⸗
zängig gewesenen Processe wegen Grnndentschädigung an die Köln⸗
Mindener Gesellschaft eine Forderung von circa 1800 Thlr., de⸗
cen Zahlung er bisher von der Direction trotz wiederholier Auf⸗
forderungen nicht erlangen konnte. Er hatte sich deshalb einen
Erecutionsbefehl erwirkt und die oben erwähnte Locomotive zum
Pfand⸗Objecte ausersehen. Man kann sich die Verlegenheit des
Bahnhofs-Inspectors denken, als ihm der Vollstrecker des Gesetzes
den ihm gewordenen Auftrag notificirte. Indeß gelang es dem
Zureden des Inspectors und seinem Versprechen, das Geid binnen
jäugstens drei Tagen zu beschaffen, den mit anwesenden Gläu—
biger, Herrn E., zu bestimmen, noch diese Frist zu gedulden, —
und so konnten dann die Schnellzug-Passagiere unaufgehalten und
ohne Ahnung von der ihnen drohenden seltenen Gefahr ihre
Fahrt fortsetzen.“

t Von der Mosel, 28. Mai. Seit Jahren wissen wir une
eines solchen schönen Frühlingswetters, wie des diesjährigen, nicht
zu erinnern. Kaum neigt sich der Mai zu Ende, und das Ther⸗
nometer zeigte schon 24 Grad R, wogegen es am 16 Juni vo⸗
cigen Jahres erst 15 Grad R. zeigte. Nach den Aussagen ver⸗
chiedener Weinkenner haben wir dieses Jahr einen zweiten 65er

Wein zu erwarien. So hoͤrt man schon jetzt aus derjschiedenen
Ortschaften von Blühen der Trauben.
7 Wien, 28. Mai. Die amtliche, Wien. Ztig.“ schreibt:
Das unerhörte Ereigniß, daß ein Pensch durch Hunde ferriffen
wurde, war unlängst in Steiermark der Gegenfiand einer erschüt⸗
ernden gerichtlichen Schlußverhandlung und hat man dieser Tage
24. d. Mts.) in der nächsten Nähe don Peft ein trauriges Sei⸗
enstuück gefunden· Der „P. Llohd? erzahlt; daruber nachstehende
cinzelheiten: Klavierlehrer Schmidt, ein passionirter Schmetierlings⸗
änger und von einer solchen Excursion heimkehrend. wurde in der
sähe eines aufgelassenen Friedhofes bei der Uellberstraße von
iner Meute Hunde überfalien und zu Boden geworfen. Die
NRunde ließen von dem' unglücklichen Opfer ersi ab, Aals ein
finanzwächter einen Hund niederschoß, worauf die übrigen die
lucht ergriffen. Der Körper Schmidt's war fürchterlich zugerich⸗
et, das ganze Genick war weggefressen, so daß blos⸗ die Hals⸗
roͤhre übrig blieb, Brust und Schultern waren ebenfalls von den
Bestien schrecklich verstümmelt. Die Stadthauptmannschaft hat die
imfassendsten Recherchen eingeleitet; der Eigenthümer der Hunde⸗
st entflohen und es sind bisher drei seiner Knechte verhafiet
J. In Brauffel kommen schon neue Karioffeln auf
die Märkte. e
In Southampton ging die Polizei am 26. Mai

an Bord des am 23. bvon Bremen abgegangenen-Dam⸗
pfers „Weser“, und verhaftete den Pächter M. Kleine aus Min⸗
den, der, des Mordes angeklagt, auf dem Schiffe nach Amerila
zu entkommen suchte.

f In der Nacht vom 22. vor. M. scheiterte der zwischen Bor⸗
»eauxr und Liverpool fahrende Schraubendampfer Garonne“ bei
ehr nebligem · Wetter an einem gefährlichen Felsenriff an der cor⸗
tischen Küste, und wurde binnen 20 Minusen ein vollständiges
Wrack. Der Capitän, der Steuermann, 2 Stewards und 16
Bassagiere, worunter mehrere Damen und Kinder, kamen in den
Wellen um. —VVV ——

47. Spoubillig. In verflossener Woche war unter den An—
eigen in den englischen Jeitungen angekuündigt, daß ein gewisser
M. Andrew Cooze gegen Einsendung von 6 Pence (18 Kreuzer)
wei schoͤn gravirte, colorirte Portraits Ihrer Maj. der Konigin
von England“ liefere. Andern Tages erhielt Herr Cooze einige
Tausend Einsendumgen mit dem betreffenden Gelded Die Gemal⸗
ʒeliebhaber erhielten unfrankirt in einer Enveloppe — zwei Brief⸗
marken mit dem Bildniß der Königin.

»F Rom, 23. Mai. Der Grundbesitz ves Königs Lude!

vig J. von Bayern auf dem Monte Pincio wartet, noch auf die
kntscheidung über seine künftige Bestimmung. Der Erbe hai bei
den franzosischen Nonnen des benachbarten Klosters Trinita di
Monte anfragen lassen, ob sie von ihrem Rechte“ des Erstktufes
der Villa Malta Gebrauch machen wollen, aber sie verzichteten
darauf. So wird der Besitz wahrjscheinlich in irgend eines reichen
kömers Hände übergehen; man spricht vom Fürsten Torlonia.
Deutschland könnte keine bessere Gelegenheit finden, in der
Bissa Malte eine deutsche Kunstschule einzurichten, wie sie
die Franzosen in der angränzenden Villa— Medici schon lange
besitzen. J ——
7 Die Section der Leiche des Kardinal Andrea ergab den
Beginn der Gehirnerweichung und die Lähmung elner Lunge.

. Der König von Siam hat jüngft ein officielles Verzeich⸗
niß publiciren lassen welches die Namen seiner Kinder, mit den
Daten ihrer Geburt und des Ablebens derjenigen, die bereits aus
diesem Leben geschieden sind, enthält. Die kgl. Familie zählt
31 Kinder, von denen das älteste im Jahre 1828 und das
üngste im Jahre 1868 geboren wurde. Von diesen befinden sich
nuc noch 66 am Leben. Der vorletzte Koͤnig hatte nut 63 Kinder
rion denen noch 30 leben.

Karlsruhe 30. Mai. Bei der heute erfolgten Serien⸗
iehung wurden folgende 20 Serien der badischen fl. 86 - Loose,
, 60 Stüc gezogen; Serie 46 94 182 820 1707 2883 3826
3576 3751 4119 4536 4777 5072 6102 6354 6404 6842
3924 7365 7943.
— — 7u3i
Landwirthschaftliche. a
Uebt die Salzfütterung SEinfluß auf die
Nilchergiebigkeit der Kühe? Dbwohl die Losung dieser
Frage schon in der früheren Zeit zum Deftern Gegenstand det
inter suchung gewesen ist, hat man auch ganz neulich wieder Sei—
ens verschiedener landwirthschaftlicher Versuchs-Staiionen, sowie
Seitens der landwirthschaftlichen Lehranstalt in Worms über der—
artge Versuche berichtet. Als Resuliat hat es sich ergeben, daß
ie Verabreichnng von Salz mit den Futterstoffen, vorausgesetzt
)aß dieselben an sich tadellos sind, einen nennbaren Einfluß nicht
geigt, selbst wenn die Funerzusuhr über die normale Fülterung
        <pb n="266" />
        inaus verstürkt wird. Hiermit soll nicht gesagt sein, daß die Der kal. Landgerichts⸗Afsessor Schmolze in Zweihrücken hat
Herabreichung von Salz überhaupt unnöthig sei; es ist bieimehr im 12. Mai l. J. die Ehefrau Ritter von da mit eigener Lebens⸗
sinlänglich bewiesen, daß dasselbe zeitweilig verabreicht, recht gün- zefahr vom Tode des Ertrinkens errettet. ν
rige Wirkungen auf den Gesundheitszustand der Thiere äaußert, Diese, edle, muthvolle Handlung wird hiermit umer gebuh⸗
nsbesondere ist dieses der Fall. wenn die verabreicht werdenden ender Anerkennung zur offentlichen Kenniniß gebracht.7
Futterstoffe mangelhaft ausgebildet sind, oder wenn sie wahrend Spehyer, den 20. Mai— 1868. 3e 3
zer Lagerung vurch Faulnis, Schimmel, Staub ꝛc. gelitlen ha- Königliche Bayerische Regierung:; der Pfalz,
en. Much beivorherrschend nasserJahreszeit und dann a Kammer des Innern. 48 ut
—F d den duserveche ist die Salzzugabe immer zu —— . Pfeuffewmai unn e Dilg—
mpfehlen. —7 —— — — *
—— — 7 ., Des hl. Fre“nleichnamsfestes wegen wird der nächste Zwei⸗
Die Errettung einer Trauensberson vom Vrde des Ertrinkens betr.), hrücker Frusotimartt an Freuag den ag Di 8
Im Na men Seiner Maiestät des Königs. halten.“
Bekanntmachungen.

Zeuerversicherungsbank für Deutschland
in Gotha..
ee e e
Nag dem Rechmungsabschluse der Bank für“ 1867 beträgt die Erspar⸗
niß für das vergangene Jahr X i

——

Wohnungs- Veränderung.
Ich zeige hiermit ergebenst an, daß
ch bon jetzt an nicht mehrim Jo⸗
ephsthal bei Wittwe Bebr, sondern
a Herrn Jakob Wack in der
dauptstraße wohne. i er
Ludwig Kaul,
F Schneidermeister.
Bei Kaufmann Apprederis sind
)rei Zimmer im zweiten Stock seines
dauses mit oder ohne Möbel, einzeln
der im ganzen, an gute Familien zu
dermiethen.

der eingezahlten Prämien.

Jeder Banktheilnehmer in hiesiger Agentnr empfängt diesen Antheil nebft
inem Exemplar. des Abschlusses pon den Unterzeichneten, bei welchen auch die
usführlichen Nachweisungen, zum Rechnungsabschlusse zu jedes Versicherten Ein⸗
icht offen liegen. J

Denjenigen, welche beabsichtigen dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Ge⸗
ellschaft beizutreten geben die Unterzeichneten bereitwilligst desfallsige Auskunft
ind vermitteln die Versicherung. 5 J 53
andau, den 21. Mai 1868. —
Zonuis Zayer. Vauptaent
Z. Banzerbieter, in St. Ingbert
3.. Bracht, in Zweibrücden, für die Konlone Zweibrücken und
Hornkach. *

54 —8 24 23*
zue r der e t in e weret
J
—D
ad, tuν

* 5 zeige hiermit er⸗
gebenst an, daß ich mich
ahier als
Feilenhauer
niedergelassen habe. Gute und reelle
Arbeit versprechend, bittet um geneig⸗
ten Zuspruch.
Si. Ingbert, 29. Mai 1868.
oOon. IIein
Feilenhauer,
wohnhaft bei Tuncher Kimmel
*
Sghlossergesellen
nden dauernde Beschäftigung bei
J “« 7 I⸗
— Schlosserier in St. Ingbert.
Soda⸗ vund Selterswasser
in frischer Füllung blee
Peter Stief.
Fruchi⸗, Brod⸗ leisch⸗ 2c. Preise
zer Siadi Jweibrücken vom 4. Juni.
Weizen 7 fl. 54 kr., Korns fl. 34 r.
Berfie Areihige, — fl. &amp; kr. Gerste vier⸗
eihige. — fl. — kr. —A
Spetʒlern — fl. — r., Dinkel — fl
irc. mijchsrucht 5 fl. 48 kr., Hafer
zfl. 19 ir., Erbsen — fl. — kr., Wicken
—fi. — kr., Kartoffeln 1fl. — kr., Heu
fl 20 kc. Stroh Ifl, 12 kr., per
JZentner. Weisbrod Vla Kilogr. 20 tr.
dornbrod 8 Kgr. 26 kr. ditlo 2 Kgr.,
is ir., dittoKgr. Okr. Gemischtbrod
Vagr 33 1.1Ppagt Wed.7Loih
Rsindfleisch J. Qual. 18 ir. 2.
Qual. 16 ke., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
eisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
pfd. Wein 24 tr. Bier 7 kr. per Liter,
Hultet 80 kr., per Pfund. J

Post⸗Omnibus Gours
St. Ingbert -aarbrücken.
JFJahrten vom L. Tuni 1868 ab⸗
Abfahrt aus St. Ingbert um 8 Uhr Vorm. u. 2 48 Nachm.
Unkunft in Saarbrücken um ) A5 Vorm- u. A 80 Nachm.
Abgang ausum 10 45 Vorm. u. 8 48 Nachm.
— in St. Ingbert um 12 30 Mittags u. 730 Abends.
St. Ingbert den 27. Mai 1866. 3
3 Die k. Posthaltere
— 2* 4 e e COn. d ene udn La

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom2. Juni.
Weizen — fl. — kr. Korn 5 fl. 46 kr.

spelzteru — il. — kr., Spelz 8fl.
Iufr., Gerste 5 fl. 4 tr.“ Hafer 5 fl.
9 kt. Erbsen — fl. — kr. Wicken —ifl.
—kr., Linsen — fi. — ir per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 26kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 14 kr. und 2. Pfd.
VPeißbrod 14 kr.

veiß —— —

NAu3 den 29. Mai. .

— fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — fkr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85
Kilo. Rübol ohne Faß 20 fl. — kr. bis
— fl. — Ar. Leinoͤl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
— fl. — kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Branntwein 29 fl. — r.
his 29 fi. 30 !r.

Wir notiren heute: Weizen 14 fl. — kr.
»is — fl. — ir. Roggen 11 fl.—r.
is — fi. — tr. Gerste 9fl. 45 kr.
is — il. — tr. per 100* Kilo. Hafer
fl. 20 ir. bis 5 fl. 30 kr. per 60 Kilo.
Nehl per Partie 18 fl. — kr. bis 18 fl.
15 ir. Roggenmehl 11fl. 80 kr. bis — fl.
Skr. Roggenvorschuß 18 fl. — kr. bis
— FJJ. — txr Weizenvorschuß 19 fl. — kr.

———— 29. Mai. 2.
GEGruüchtpreise. Weißmehl das' Mal—

»er à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
senmehl ditto — fl. — tkr. — Weizen (200
————
dorn (180 Pfd) Iinfl. —tr 11. 18
Gerste (I60 Pfd)“ d fl. 45 tr. 10
ie. Hafer (180 Pfd.) 5 fi. 45 it.
is SL BO) tr. *

..7

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demen in St. Ingbert. vα
        <pb n="267" />
        Sl. Ingberler Acnzeiger.
Der Sitt J n'g b erter An zeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal: Dien Staͤg, Domu erstag
and Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift odet deren Raum berechnet.
Yro. bGöß
—— — — — —— —

ü— — —— — — —
Somstag, den 6. Juni ¶ 1868.

— ——

Deutschland.
Münschen, 29. Mai. Die heabsichtigte Reorganisalion der
tendarmerie tritt am J1. Juli im Königreich ins Leben. Jedes
Bezirkssamt erhält eine Abtheilung Gensdarmerie, welcher ein
Oberbrigadier mit Feldwebels⸗Auszeichnung vorgesetzt ist. Dieser
jat seine Station am Sitz des Bezirksamts und führt die Aufsicht
üher die ganze iu demselben Bezirksamte stationirte Gendarmerie.
Den einzelnen Stationen sind Brigadiers vorgesetzt, welche Ser—
zeanten⸗ Auszeichnung tragen und sich zwei in Besoldungsklassen
theilen. Durch die Reorganisation wird das Gendarmeriecorps
etwa um 50 Mann verringert, acht oder zehn Ofsiciere werden
iberzählig, die wohl größtentheils in die Linie zurückversetzt
verden. —
München, 4. Juni. Die Correspondenz Hoffmann mel⸗
et, daß bayrischerfeits niemals eine vollständige Aufhebung der
Festungseigenschaft Landaus beabsichtigt ward und daher kein
Anlaß zu einem darauf bezüglichen Einspruch Preußens gegeben
worden se.—
München, 4. Juni. Gestern Abend 8 Uht ist der Prinz
Papoleon hier eingetroffen. Da „Höchstderselbe“ einen officieslen
Empfang abgelehnt hatte, so fand sich im Bahnhof nur der fran⸗
zösische Gesandte ein, um ihn in das Hotel „Vier Jahreszeiten“
zu begleiten. Er wird zwei Tage hier dleiben und machte bereits
geute den Anfang mit Befichtigung der Kunstsammlungen.
Während seiner Anwesenheit wird der Koͤnig nicht von Berg
zereinkommen.
Frankfurt. 5. Juni. Wie man von sonst gut unterich—
eter Seite erführt, beabsichtigt das Bankhaus M. Nav.— Roth⸗
schild u. Söhne den Hauptsit seines Geschäftes von hier weg nach
Berlin zu verlegen und hier nur eine Filiale zu belassen. Die
Gründe dieses Entschlusses sollen in der täglich steigenden Wich—
igkeit Berlius als Geschäfts- und Börsenmittelpukt Nord- und Mittel-
deutschlands liegen, dem auch durch die erhöhte politische Bedeu⸗
ung der norddeutschen Hauptstadt ein weiterer Impuls gegeben
ist. Für die hiesigen Platzverhältnisse würde diese Verlegung von
einer einschneidenden Bedeutung sein, da es in der Absicht läge,
der hier zu belassenden Filiale die weiteste Ausdehnnng zu geben.
Dem hiesigen Börsenverkehr, der bekanntlich am bedeutendsten in
amerikanischen Papieren sich bewegt, steht daͤs Weltbankhaus ziem⸗
liich neutral gegenüber, da dasselbe nicht „in Amerikanern macht.“
Nassau und Kurhessen, deren Staatsbaukier Rothschild war, sind
perschwunden; in Hessen-Darmstadt hat das Bankhaus Erlanger
neuerdings das Terrain occupirt, und so wird das Gerücht um
so glaublicher, daß der Chef des Rothschild'schen Hauses, der bekannt⸗ 7434*
lich auch Mitglied des preußischen Herrenhauses ist, die Position V0 Frankreich. 5, — 5 —
in Berlin der in Frankfurt vorzieht. Paris 1J. Juni, Im Lager von St. Maur, wie in jenem
Mainz, 2. Juni. Am 14. d. M. wird dahier eine größere von Ehalons, sind in Folge der starken Hitze geführliche Krank⸗
Versammlung stattfinden, um über die Bildung und Einrichtung jeiten unter den Soldeten ansgebrochen.
eines über ganzRheinhessen auszudehnenden Fortschritts v eer⸗ Ueber die Finanzlage Frankreichs hal F. E. Horn eine zweite
zins zu berathen. J Brochüre veröffentlicht, in welcher er nachweist, daß sich die Ge—
Köln 3. Juni. Der Köln. Ztg. wird aus Paris ge— ammtlasten des französischen Volks auf jährlich 3200 Mill. Fr
chrieben: Trotz Marschall Niels Bericht sei Frankreich keineswegs erechnen so daß, — wenn man annimmt, es gäbe in Frankrach
kriegsbereit. Die geübtesten Soldaten vermögen nicht mehr als 0 Mill. steuerzahlende Familien — jede derselben durchschnittlich
echs Schüsse in der Minute mit den Chasepots zu thun. Eine 300 Fr. in Gestalt der verschiedenen Ausgaben an den Staat
Amonatliche Einübung sei unumgänglich nothwendig. u bezahlen hat. Das sind die Früchte der übertriebenen Kriegs⸗
Wien 1. Juni.. Das zweite der Anticoncordatsgesetze, das auslagen Grieg und Marine, die 1200 Mill. in Anspruch neh⸗
über das Verhältniß der Schule zur Kirche, bestimmt im Wesent⸗ nen, berzehren das Einkommen von 1,200,000 Familien, à 1000
ihen Folgendes: d. Franken d. 9. von 8. Mill. Seelem) und der eban nngemessenen
Die oberste Leitung und' Aussicht über das gesammte Unters- Beschleunigung der öffentlichen Bauten, bei welcher die Provinz
richts⸗ und Erziehungswesen steht dem Staate zu. Unbeschadet und Paris einander den Rang abzulaufen bemühi sind. Und für
pdieses Aufsichtsrechtes bleibt die Besorgung, Leitung und unmittel— all das Geld sind weniger materielle Fort'chritte gemacht worden als
are Beaufsichtigung des Religionsunterrichtes in den Volks. und in anderen Ländern. In Bezug uuf Eisenbahnen komnt Frankreich
Mittelschulen der betreffenden Kirche oder Religionsgesellschaft über⸗ erst in fünfter Reihe, in Bezug auf Seemarine in dreizehnter
assen. Der Unterricht in den übrigen Lehrgegenständen ist unab · den Postverkehr betreffend in vierter und die Telegraphie in fünf⸗
jängig von dem Einflusse jeder Kirche. Die vom Staat, von ter. Das sind Thatsachen die dem Naiserreiche nicht zur Ehre
inem Lande oder von Gemeinden ganz oder theilweise gegründe⸗ gereichen. Ii *
en oder erhaltenen Schulen oder Erziehungsanstalten sind allen“ Varis 2. Juni. Von Seile der preußischen Regierunc

Staatsbürgern ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses zu⸗
zänglich. Es steht jeder Kirche ec. frei, aus ihren Mitteln Schulen fur
den Unterricht der Jugend von bestimmten Glaubensbekenntnissen
u errichten oder zu erhalten. Diesfelben sind jedoch den Gesetzen
ür das Unterrichtswesen unterworfen. Die Lehrbücher“ fuür ven
Bebrauch in den Volks⸗ und Mitielschulen sowie in den Lehrer⸗
»ildungsanstalten bedürfen nut der Genehmigung der durch die ses
hesetz zur Leitung und Beaufsichtigung des Unterrichtswesens be⸗
ufenen Organe. Religionslehrbücher können- jedoch erst dann diese
ßenehmigung erhalten, wenn sie von der bezüglichen confessionellen
Oberbehörde für zulässig erklärt worden sind .. — *

Der Staat übt die oberste Leitung und Aufsicht über das
jesammte Unterrichts⸗ und Erziehungswesen durch das Unterrichtst
ninisterium aus. Zur Leitung uͤnd Aufsicht über das Erziehungs⸗
vesen, dann über die Volksschulen und, Lehrerbildungsanstalten
verden in jedem Königreiche und Lande a. eina Landesschulraih
ils oberste Landesschulbehördez be ein— Bezirksschulrath für jeden
Zchulbezirk; c. ein Ortsschulrath für jede Schulgemeinde beftelltu
In den Landesschulrath sind unter dem Vorsitz des Statthalters
Landeschefs) Mitglieder der politischen Landesstelle, Abgeordnete
»es Landesausschufses, Geistliche aus den im Lande bestehenden
Tonfessionen und Fachmänner im Lehrwesen zu berufen

Wien 8. Juni. Die, Reue Freie Pr.“ bringt den definitiv
ereinbarten, demnächst dem cisleitanischen Reichsrathe und dem unga⸗
schen Reichstag vorzulegenden Wehrgesetzesentwurf, dessen Einzelbestim⸗
nungen zumeist bekannt sind. Die Kriegsstärke des Heeres wird unbe⸗
hadet der verfassungsmäßigen Rechte der Volksvertretung für die näch⸗
ten zehn Jahre auf 800,000, die Gesammtlandwehr auf 200,000
Nann feßtgesetzt. Die Landwehr steht unter dem administrativen
Landesvertheidigungungsministerium, das militärische Landwehrober
ommandao führt in Kriegszeiten der Feldherr. Der Reichskriegs⸗
ninister wird jederzeit über Stand, Ausrüstung und Dislocation
»er Landwehr Kenntniß erhalten.

Wiemn, 8. Jun.. Im Abgeordnetenhaus solt, morgen ein
Autrag auf Erhebung einer provisdrischen Couponsteuer von 20 pCt..
ür das laufende Jahr gestellt werden — dDer Club der Linken
zeschloß heute Abend, den Antrag der Minderheit des Au . ʒschusses
u dem seinigen zu machen. 5 v —

Wilen4. Juni. die „Deb atte“ meldet aus Bukarest, die
umãnische. Regierung werde alle guf die Judenangelegenheit be
üglichen Ackenstücke veröffentlichen lassen. Die „Oost. Corr.
meldet: Der österreichische Generalconful in Bukarest erhielt, die
hm zugesagte Genugthung in einer sehr verbindlichen Zuschrift der
umanischen Regierung. 5* ——
        <pb n="268" />
        deht die underweilte Publikation einer Erklaärung bevor, daß die
amer Vorbehalt erlassene Amnestie für die Hannoveraner am 1.
Juli erlischt.

Paris, 8. Jum. Der heutige Arlilel der Patrie gegen
die Berliner Blätter, deren Recriminationen eine indirecte Ant
wort auf den Bericht des Kriegsministers Marschall Niel sind,
soll eine Antwort auf die Einheitsmanifestationen des Zollparla⸗
ments sein. Niels Bericht peweise, daß Frankreich keine Provo-
ationen zu fürchten habe. Der deutsche Chauvinismus mache sich
zaͤglich breiter der franzoͤsische schweige. ( Das konne nunheilvolle
Folgen haben.

Das neue Preßgesetz hat seine erste Anwendung gelunden
Zwei Redacteure des Courier Français“ sind wegen Verletzung
der offentlichen Sittlichleit zu 300 Franken Geldstrafe und einem
Monai Gefängniß, der Drucker desselben Blattes zu 300 Fran⸗
len˖ Geldstrafe und einer Woche Gefängniß verurtheilt worden;
der eine der beiden Redacteure hat außerdem eine Geldstrafe von
1000 Franken und eine vierzehntägige Gefängnißstrafe, der Dru⸗
ker acht Tage Gefängniß und 500 Franken Geldstrafe wegen
Aufreizung zum Hasse gegen die Regierung erhalten. —
Rrarse il le, 3. Junj. Briefe aus Konstantinopel vom 20
Mai melden, daß der Sulian angeordnet hat, seinen „Palast der
Süßen Wasser“ an der afiatischen Küste zum Empfang des Prin
jzen. Napoleon bereit zu halten.

England.

London, 4. Juni. In Liverpool hat gestern eine groß
Bersammlung der Nationalreformpereinigung von Wales stattge⸗
funden. Bright beantragte, die Versammlung möge erklären, daf
sie die Beschluͤsse des Unterhaufes betreffs der irischen Kirche bil⸗
lige und darauf hinwirken werde, freisinnige Mitglieder in das
naͤchste Unterhaus zu senden, sowie, daß Wales stärker
in demselben vertreten se. Die Anträge Brights wurder
angenommen.

ESc”chweizʒz.

Bern, 3. Juni. Der Bundesrath dementirt officiell, daf
in letzter Zeit viele Polen, mit österreichischen Pässen versehen
aus der Schweiz nach Galizien gereist seien.

Türkei.

Auch der Sultan fühlt das Bedürfniß einer Armeeorganisa-
sion. Der Kriegssection des neu gebildeten Staatsraths soll ein
Fermans⸗Entwurf vorgelegt werden, der u. a. Veränder⸗
—E—
lich die Nothwendigkeit betont, das türkische Heer gleichfalls mit
Hiuterladungsgewehren bewaffnet zu sehen.

Rußland.

Petersburg, 4. Juni. Die „Russische Telegraphen⸗
agentur“ meldet aus Mittelasien, General Kaufmann sei mit 86
Infanteriecompagnien und 1000 Kosaken nach Samarkand vor.
gerüct, wo sich das bucharische Heer in der Stärke von 80.000
Maun concentrire.

— Wiederum hat die Polizei angefangen, Damen in den Stra⸗
zen Warschaus wegen schwarzer Kleidung zu attakiren; diejenigen
bon ihnen, welche keine polizeiliche Erlaubniß zum Tragen von Trauer bei
sich haben, werden in die Polizeibureaur abgeführt, wo sie entwe⸗
der ihr Recht zur Trauerkleidung nachweisen oder Strafe zahlen
müssen. Auch eine neue Contribution für 1868 wird in den
rhemals polnischen Landestheilen den roͤmisch⸗katholischen (polnischen)
Gutsbesitzern auferlegt werden, jedoch soll sie 2 Millionen nicht
Abersteigen. Die Bauerngemeinden und russischen Guts besitzer find
uu dieien Leistungen nicht verpflichtet.

Schwurgerichtssitzung.
II. Quartal 1868.

Zweibrücken 30. Mai. Anklagesache gegen Bernhard
Amberger, 33 Jahre alt, Hufschmied in Külzheim wohnhaft, wegen
vorsätzlicher Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode.

Der Angeklagte befand sich am 26. Januar 1868, einem
Sonntage, in der Wirthschaft zum „Schwanen“ in Rülzheim, wo
auch ein gewisser Johann Adam Hitschler und der ledige Franz
Heubel von da anwesend waren. Letzterer war etwas angetrunken
und disputirte viel, mischte sich auch in einen zwischen Hitschler
und dem Wirth ausgebrochenen Streit, wobei er von dem Wirth
und dessen Bruder Johann Georg Jochim zur Thüre hinausge—
drängt wurde. Heubel kam bald wieder mit offenem Messer zu⸗
rück und ging auf Johann Georg Jochim los, wobei es einen
starten Tumult gab, Heubel von Letzterm mit einem Bierschlägel
einige Hiebe auf den Kopf erhielt und von diesem, dem Wirth
und dem Polizeidiener Göckler, den der Wirth aus Vorsicht dazir
bleiben gebeten hatte, in den Hausqang und von da in den Hof

geschafft wurde, Heubel kam aber nachdem er die zugeriegelte
Hausihilre eingedruͤkt hatte, wieder ins Wirthszimmer, immer noch
mit dem gezückten Messer in der Hand. Der Angeklagte, der bis⸗
—A—
herein zu kommen suchte, aufgestanden und hatte einen Stuhl er⸗
zriffen, um auf Heubel loszugehen, denselben jedoch wieder hinge⸗
fellt, weil, wie er sagt, ihn die Sache nichts angegangen. Als
iber ein Theil der Gäste sich vor Heubel durchs Fensier flüchtete,
Andere auf Tische und Bänle stiegen, und der zur Hilfe aufge⸗
'orderte Polizeidiener erklärte, er sei allein nicht im Stande, den
Heubel zur Rtuhe zu bringen, ging der Angeklagte mit dem Po—
szeidiener in den Hof und kam bald mit einem Selscheid zurüd,
mit dem er dem Heubel zwei Hiebe auf den Kopf versetzte, daß
dieser sogleich zu Voden siel. Der Verwundete, der in arztliche
Behandlung genommen wurde, kam nicht mehr zum Bewußtsein
und starb am 2. Februar, nach dem ärztlichen Gutachten in un⸗
mittelbarer Folge dieser gewaltthätigen Einwirlung und Verwun⸗
vung. Der Angeklagte, der als ein ruhiger, braver und fleißiger Mann
geschildert wird, erklärt, der Polizeidiener habe ihn geheißen, den Heu⸗
el zusammenzuschlagen, um Ruhe zu schaffen, auch habe er dem
elben nur auf den Arm schlagen wollen, damit er das Mosser
jallen lasse, habe ihn aber zufällig auf den Kopf getroffen. Der
Bertheidiber des Angeklagten, Herr Rechtscandidat Braun, machte
nun geltend, da Amberger den tödttichen Erfolg nicht gewollt habe,
so könne er ihm auch nicht zugerechnet werden; auch sei es moög
sich, daß die Hirnschale des Getödteten schon durch die erhaltenen
Schläge mit dem Bierschlägel verletzt worden; dann habe der An⸗
gekiagle im Stand der Noihwehr, um sich und die Mitgäste zu
chützen, wenn auch vielleicht mit schuldhafter Ueberschreitung der
Zrenzen derselben, und auf Befehl des Polizeidieners, also unter
inem gewissen moralischen Zwang gehandelt, daher ihm auch in
dieser Hinsicht die Tath nicht zuzurechnen sei, mindestens müsse
man aber geminderte Zurechnungsfähigkeit annehmen. Der An—⸗
gellagte wurde für schuldig erllärt, die beiden Milderungsgründe
edoch bejaht und hierauf eine Gefängnißstrafe von einem Jahr
jegen ihn ausgesprochen.
Bermnn

Die Schwurgerichtsverhandlungen für das III. Quartal
868 werden am 17. August in Zweibrücken eröffnet. Präsident
st Hr. Apellrath Duy.

4 Der älteste Officier der bayerischen Armee, der pensionirte
Benerallieutenant v. Haren, ist im 93. Lebensjahre am Morgen
des 28. Mai in München gestorben. Er hatte an fast allen
Feldzügen in den ersten Jahrzehnten dieses Jabrhunderts den ehren⸗
vollsten Antheil genommen.

.München. 2. Juni. Bei einer dieser Tage vollzogenen
stevision der Bücher unserer magistratischen Schuldencommission
ergab sich, daß städtische 4procentige Obligationen im Betrage von
10,000 fl. fehlen; sofort wurde von einem Beamten das Ge⸗
tändniß abgelegt, daß er diese Obligationen entwendet und bei
der bayherischen Hypothen- und Wechselbank um die Summe von
7050 fl. verpfändet habe.

f'Würzburg. 1. Juni. Die schönste Kirche unserer
Ztadt, die Stifthauger, wurde gestern Nacht gegen 11 Uhr von
einem Blitzstrahl getroffen, der in dem einen Thurme zündete und
yn, soweil das Holzwerk ging, ausbrannte. Die Bemühungen
der Feuerwehr waren fruchtlos, donnernd fiel das eiserne Kreuz,
dann die Thirrmkuppel mit ihrem riesigen Eichengebält, das heute
den ganzen Plaß bedechtte, herunter, weithin flogen Myriaden
euchtender Schiefer, was einen fürchterlicheschönen Anblick gewährte.
Zum Glück wurden keine weiteren Gebaude entzündet, auch sind
eine Menschenleben zu Verlust gegangen.

7 Frankfurt 1. Juni. Der Humorist Siolze will, wie
es heißt, der hiesigen Preßverhältnisse wegen mit seinem „Wahren
Jakob“ nach Stuttgart übersiedeln.

fIn Heilbronn wird am Dienstag den 80 Juni
und die darauf folgenden drei Tage der diesjährige Wollmarkt
in der aufs zwecmäßigste eingerichteten Wollhalle abgehalten.
Jede weitere Auskunft ertheilt bereitwilligst die Wollmarkt⸗
Inspection.

Den nächsten Monat werden die Abgesandten der bömischen
Nation nach Constanz kommen, um am 6. Juli d. J. den Todes—
tag des Johannes Huß, welcher am 6. Juli 1415 in Constanz
verbrannt ist, auf dem Platze selbst zu feiern.

—Ein Hagelwetter der gräßlichsten Art hat die Stadt Ol⸗
mütz und Umgebung am Pfingstmontag heimgesucht und einen Scha⸗
den angerichtet, der manche Bewohner der Umgegend zu Bettlern
Jemacht hat. Unter gräßlichen Getose und fürchterlichem Sturm
entlud sich nach 2 Uhr ein Hagelwetter, welches —wie die Presse“
chreibt — wohl selbst mit dem Namen „Eistegen nicht richtig ge⸗
nuͤg bezeichnet sein dürfte. So dicht wie Schneeflocken bei dem
sefliaftein Schneegestöber flogen die Hagelkörner, aber es waren
        <pb n="269" />
        nicht nur Hagelköͤrner, sondern Eisstücke, von denen die meisten die
Broͤße eines Hühnereies hatte, viele sogar die Größe einer Kua⸗
henfaust erreichten. Klirrend brachen die Fensterscheiben zu Tau⸗
enden und aber Tausenden, von den Häusern fielen die Dach⸗
negel und auch Holzschindeln dröhnend zur Erde. An einigen
Baslaternen wurden die Stahlbrenner zertrümmert und die guß⸗
eisernenen Laternenstützen gebrochen. Eine halbe Stunde ẽfast
vůthete das Unwettet, wäbrend das Wasser in den Röhrbrunnen
Zeißern gleich fast zwei Klafter hoch aufspritzte, gräßlich war die
Birkung desselben. An 80,000 Fensterscheiben wurden nach der
Berechnung von Sachverständigen zertrümmert. Auf den Stra⸗
zen floß in den Rinnen das Wasser Wildbächen gleich, während
die überigen Stellen schuhoch mit Eis bedeckt waͤren. Mehrere
diefer Eisklumpen wurden nach dem Gewitter gewogen und es
waren einige noch 10 Loth schwer. Bei den Fenstern war das
Lis in die Zimmer massenhaft hereinfallen, so daß spater viele
Wohnungen im eigentlichen Sinne des Wortes überschwemmt
varen. Mehrere Familien, welche Abends heimkehrten, fanden
in ihrer Wohnung das Wasser noch 3 bis 4 Zoll hoch stehen.

Aus mehreren Theilen des wurttembergischen Landes ge⸗
jen Nachrichten über großen Gewitterschaden J durch das Hagel⸗
petter ein. Besonders arg soll es in Kirchheim unter Tea und
Umgebung gehaust haben.

f Der „Pilori,“ ein franzoͤsisches Journal, welches in rothen
Lettern gedrudt erscheint, publizirt folgendes Inserat: „Ein Re⸗
zalteur wird für ein literatisches Journal gesucht. Für die Zeit,
vo er sich im Gefangnisse befindet, witd doppelter Gehalt in
Iussicht gestellt.

FBei der zu Mez stattgehabten Pferdeausstellung empfing
derr Stalter von Ernstweiler die gosldene Medaille und eine
Prämie von 300 Frs.

FLondon, 30. Mai. Das Gewitter, welches sich gestern
Aber einem großen Theile von England entlud, war heftiger als
xgend eines seit läungerer Zeit, und auch der Schaden, den der
einschlagende Blitzstrahl anrichtete, wird von verschiedenen Seiten
als sehr bedeutend gemeldet. In der Haupistadt selber ist, so
diel bis jetzt belannt, Alles gui abgelaufen, mit der alleinigen
Ausnahme, daß der Victoriathurm des Parlamentsgebäudes, vom
Blitze getroffen wurde, jedoch ohne zu zünden; nur die Sitzung
des Oberhauses erlitt eine zeitweilige Störung. JIn Brighton
»egaun das Gewitter schon um 8!3 Ühr mit ungewohnter Hejtig⸗
eit und richtete namentlich an der Telegraphenstation großen
Schaden an. Die an derselben beschäftigten Beamten mußten ihr
Burecau verlassen und Jemand, der zufüllig den Raum betirat,
durde durch den von einem Apparat zum anderen überspringenden
Strom gelähmt und zeitweilig geblendet. Erst nach geraumer
Zet konnte er sich wieder erholen. In Birmingham schlug gegen
O!a Uhr der Strahl in eine Fabrit von Nebelsignalen, die fast
unmittelbar darauf erplodirte. 6 Frauen waren in ihr beschaf⸗
igt, von denen zwei sofort getödtet wurden, und die übrigen

dier hoffnungslos darnieder liegen. Viele Meleorsieine sollen
gefallen sen.

Bern, 29. Mai. Aus Genf meldet man die Verhaf⸗
ung mes gefährlichen Verbrechers. Derselbe, Franzose von Ge—
durt, nennt sich Vlanc-Gonet, wohnte schon seit längerer Zeit in
Benf und gab sich für einen Nechnungsführer aus, Vorgestern
wollte er in der Rue du Cendrier Suͤberzeug und sehr werth—
zollen Frauenschmuck (Diamanten und Perlen) derkaufen, von wel⸗
hem er vorgab, er habe ihn von einer reichen adeligen Familie
ils Bezahlung erhalten. Unglücklicherweise für ihn hatte die fran⸗
jösische Polizei von einem Raubmorde Anzeige gemacht, welcher
vaͤhrend einer kurzen Abwesenheit des Blanc⸗Gonet bon Geuf
ruf dem Schlosse Conzieux bei Belleh verübt worden war. Eine
Ddepesche des kaiserlichen Staatz-⸗Anwaltes von Belley an die
Benfer Behörde stellte die Identität des Thäters mit der Person
des Blanc⸗Gonet fast ohne Zweifel und so wurde zu seiner Ver—
jaftung geschritten. Als man ihn durchsuchte, fanden sich bei ihm
pwei Flaschchen, die angeblich ein Mittel gegen Kopfschmerz, muth⸗
naßlich aber Gift enthalten, da solches der Verbrecher laut der
Depesche des Staats-Anwaltes bei sich führen soll. Außerdem
atte derselbe noch ein Dolchmesser bei sich, an welchem Blufflecen
vemer:bar und das auch allem Anschein nach das Werk—
eug ist, mit welchem die That auf dem Schlosse Conzieux voll-
dracht wurde. v

f (Ausbruch des Vesuvs.) Der Vesus hat seit dem 19
Mai wieder größere Thätigkeit bekundet. Die Lava, die dem
rater entströmt, hat bereits die Basis des Kraterkegels erreicht
und Massen schwarzen Sandes wurden unter dumpfen, domer
ihnlichem Getöse ausgeworfen.

* Ein japanesijcher Romanschriftsteller Kioyti Balin hat vor
durzem ein Werk von 106 Bänden vollendet, welches 38 Jahre
brauchte um gedruckt zu werden

F Die Fabrication der Briefmarlen hat eine großartige Aus-
dehnung gewonnen. In England werden fdährlich 800 Millionen
olcher Marken angeferligt, in den Vereinigten Staaten wurden im
Jahre 1866 40 Millionen Frei⸗ Couberts un circa 380 Willionen
Marken im Gewicht von 400 Centner verlaufi. Nebeneinander⸗
gelegt würden dieselben eine Fläche von 481)5 Quadraimeilen ein ·
sehmen. In Frankreich wurden 1849 19 Millionen 1865 aber
14 Millionen und 1866 450 Millionen producici.

—88
Landwirthschafticheeees
Die Mehlröhrchen, welche von der Pariser Ausftellung
jer bekannt geworden sind, haben anfänglich das Interesse der
Lanowirthe lebhaft in Anspruch genommen. Diese Roͤhrchen be⸗
tehen aus Elfenbein; sie find nahezu so dick wie ein Strohhal⸗
nen, ungefähr 3 Zoll lang, im Junern hohl und an der einen
Spitze mit mehreren kleinen Oeffnungen imnd am andern Ende
mit einem durchbohrten Knöpfchen versehen. Das Rohrchen wird
nit der Spitze, die mehr rundlich ist, in die Striche des Euters
ringeschoben, worauf dann die Miich bon selber aus dem Euter
in das untergestellte Gefäß fließt. Die landwirtschaftliche Lehr⸗
instalt hat mit diesem Roöͤhrchen eine Reihe von Versuchen an⸗
tellen lassen, welche es constaliren, daß die Euter auf diese Weise
vollkommen entleert werden, welche es aber auch außer allem Zwei⸗
iel lassen, daß die Striche, nachdem die Röhrchen eine Zeitlang
in Anwendung gekommen sind, derart erlahmen, daß die Milch
eicht von selber ausfließt. Sonach duͤrfte der den Milchröhrchen
oeigelegte Werth für die allgemeine Anwendung zum Melken be—
tritten werden. Dagegen muͤssen wir zugeben, daß diese Erfin⸗
ung für einzelne Faͤlle von recht hohem Werthe ist. Nicht sel⸗
en kommt es vor, daß Kühe im Zuftande der reichlichsten Milch⸗
rgiebigkeit so starke Eutergeschwulste belommen, daß sie nicht ge⸗
molken werden können. In Folge dessen tritt eine Verminderung
„ed Milchabsonderung ein, die sogar zum völligen Versiechen der
Nilch führen kann. Hat man in solchen Fällen jene Milchröhr⸗
hen zur Hand, so kann man die Milch regelmaͤßig uud ohne
Schmerzen aus dem kranken Euter entfernen, wodurch derartige
Heschwulste nicht allein schmerzloser verlaufen, sondern wodurch auch
die Milchergiebigkeit der Kühe erhalten bleibt

— — —
(Eingesandt.
Aus verschieden Theilen Bayerns dringt wiederum die Qunde
zu uns von eingeäscherten Städten und Dörfern, und kein Tag
»ergeht, wo nicht Feuersäulen zum Himmel emnporsteigen. In
Stadt Eschenbach, wo vor wenigen Monaten der halbe Ort
durch Feuer vernichtet wurde, liegt nunmehr auch die andere Hälfte
der Stadt, in Asche in Bernstein in Oberfranken hat dieser
Tage ebenfalls eine Feuersbrunst viele Gebäude vertilgt.

Kaum nimmt man jeßtt mehr ein Zeitungsblatt in die Hand,
»as nicht von verheerenden Bränden zu berichten weiß.

Und bei allen diesen fürchterlichen Feuersbrünsten, welche
ortgesetzt einen enormen Werth an Mobilien und Immobilien
zerschlingen, findet man immer noch eine Gleichgültigkeit
anuf dem Gebiet des Feuerlsschwesens, die unbegreiflich erscheint.
An Alles wird in den meisten Gemeinden eher gedacht, als an
ine gründliche Reform der Löoscheinrichtungenm.
Alte Löschmaschinen, die im Brandfall den Diensi versagen, wer⸗
en nicht durch neue practische Feuerspritzen ersetzt und üͤber die
Anschaffung der nothigen Lösch⸗ und Rettungsrequifiten werden
ahrelange Berathungen und Verhandlungen
Jepflogen, bis ein Unglück hereinbricht und die sorglose Gemeinde
auf's empfindlichste straft. Alte Löschordnungen, die ganz
n Vergessenheit gekommen sind, beste hen fort und im Branbe
all weiß Niemand, wer zu gehorchen und wer zu befehlen hat.
kin grenzenloser Wirrwar ensteht und während man sich über
inen practischen Angriff streitet, breitet sich das Element immer
veiter aus, so daß es schließlich nicht mehr zu bewältigen ist. Nur
n dem dritten Theil der 600 bayerischen Städte und Märkte be—
tehen freiwillige Feuerwehren und 400 dieser Orte haben sich
olcher nützlichen Institute nicht zu erfreuen. Die größte
Bleichgültigkeit wird oflt dort, wo opferwillige
N änner Feuerwehren ins Leben rufen wollen, solchen gemein⸗
rützigen Bestrebungen entgegengesetzt. Nicht allein, daß · man alle
nöthigen Geld mäitteln verweigert, sondern ein Ver⸗
)ohnmen ist oft der Dank für alle Nühen und Plagen. Wird
ann ein solcher Ort, der für seine Löscheinrichtungen nichts ge⸗
han hat, von einem Feuer heimgesucht, dann wird im ganzen
dande herumgebettelt und Zalle die Gemeinden, welche sich gegen
Feuer durch Versicherungs -Gesellschuften, tüchtige Sprißen und
Loschmannschaften sichern und Opfer bringen. sossen un 34
        <pb n="270" />
        für jene Drte steuern, welche in Sorglosigkeit und Uebermuth
jeden Schutz zuvor von sich gewiesen. — Solche Zustande
bestehen und es wäre thöricht, die Augen vor ihnen zu ver—
jchließen.

Wir richten daher an alle Gemeinden die dringenste Mahn—
ung, ihre Löscheinrichtungen da wo es nöthig ist, gründlich zu re—
formiren, neue Maschinen anzuschaffen und ordentliche Feuerwehren
schleunigst ins Leben zu rufen. Die Herren Amtsvorstände
der Bezirksämter und Stadsträthe mögen es an unaufhörlichen

Antegungen nicht fehlen lassen und den Gemeinden fortgesetzt die Seg
nungen guter Löscheinrichtungen vor Augen halten. Aber auch die be⸗
stetzenden freiwilligen Feuerwehren sollen nicht ermangeln, durch
Wort und Beispiel die Gründung neuer Vereine anzubahnen und
durch Belehrung zu ihrem Zustandekommen beizutragen. Wenn
sich dieser Art überall ein ernstes Streben zur Besserung offen⸗
zart, so wird in der Kürze auch auf dem für den National-Wohl—-
tand so wichtigen Gebiet des Feuerlöschwesens eine nothwendige
Kervollkommnung nicht ausbleiben.

53
Bekanntmachungen.

Vorschuß-Verein St. Ingbert.
Bilanz pro Monat Mai 1868.

*
Mobilienversteigerung
in Rohrbach.
Montag, den 15. Juni 1868
des Vormittags um 9 Uhr zu Rohrbach
im Sierbhause lassen die Kinder des da—
elbsi verlebten Ackererss Jakob Hen—
rich die sämmtlichen zu dessen Nachlafst
gehörigen Mobiliargegenstände auf Zahl—
lermin bersteigern, nämlich..
1 Pfserd, 2 trächtige Kühe, 1 Rind
1 Pferdswagen, Pferdsgeschirr, Acker—
geraͤthschaften, Kartoffeln, Windmühle,
Strohbank und sonstige Haus und
Küchengeräthschaften.
Horn, kgl. Notar.
Holz-Versteigerung
aus dem Gemeindewald
in Ormesheim.
Mittwoch den 17. Juni l. J. Vormit—
ags 11 Uhr werden aus dem Gemeinde—
wald von Ormesheim⸗
Schlag Bettel
folgende Hoͤlzer verstcigert, als:
6 eichen Schälwagnerstangen.
45 , Hopfenstangen I Cl.
1512 Klafter eichen Schälprügelholz.
3900 gemischte Reiserwellen.
150 eichen
Erfweiler, den 5. Juni 1868.
Das Bürgermeisteramt
Braunberader.

ACtiVa

PASSIVM
ffl. kr.

Tassa⸗ Conto 213 37
Wechsel⸗ Conto.. 4576 20
dandlungs⸗Spesen⸗ Conto 213 40
Mobilien⸗Conto.. 448
Tonto⸗Corrent⸗ Conto. 7831 54
3. Debitoren W 8447 02
21,287 21

Umschlag: J

fl. kr.

Gewinn⸗ u. Verlust-Contd 58 07
Refervefonds-Conto 186 —
Stammantheil-Conto. 924 45
Sparcassen Conto. 914 17
Accepten (Tratten) Conto 16927 22
7. Creditoren. .. 2276 50
* — ͤ BKZADe A3————23⸗

21,287 21
Im Monat

Februar.
März.
April.
Mai

fl. kr.
4182 32
14,768 37
22,3427 16
33.799 21
der

αel.
Wohnungs- Veränderung.
Ich zeige hiermit ergebenst an, daß
ich von jetzt an nicht mehr im Jo—
sephsthal bei Wittwe Behr, sondern
bei Herrn Jaßob Wack in der
hauptstraße wohne.

Ludwig Paul,

Schneidermeister.

Harmonie
auf der Schnappbach.

Sonntag den 7. d. M. bei günsti—
ger Witterung Harmonie in meiner
Gartenanlage, ausgeführt durch die
Altenwalder Bergeapelle
Wozu höflichst einladet
. y—αιι.
Ich zeige hiermit er—
gebenst an, daß ich mick

—
2Qusik-Verein.

Bei Wittib Daubhäuser
J ist Morgens und Abends
rische jüße Milch zu haben.
Die verehrlichen Vereinsmitglieder
perden zu einer

dabier als
Feilenhauer
aiedergelassen habe. Gute und reelle
Arbeit versprechend, bittet um geneig—
en Zuspruch.

St. Ingbert, 29. Mai 1868.
OIn. ICim
Feilenhauer,
wohnhaft bei Tüncher Kimmel.
Bei Kaufmann Apprederis sind
drei Zimmer im zweiten Stock seines
Hauses mit oder ohne Möbel, einzeln
»der im ganzen, an gute Familien zu
ermiethen.

20 30
Waldparthie
(Schießhaus) für Montag den 8.
Juni Nachmittags 4 Uhr eingeladen.
Der Vorstand.

Frucht-⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Homburg vom 3. Juni.

Weizen 8 fl. 18 kr. Korn 5 fl. 56 kr.
Spelz 5 fl. 18 kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5 fl. 27 fr., Erbsen — il. — kr., Kartof⸗
eln Ifl. 12 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
27 kr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr.
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr.
per Pfund.

Frankfurter Bör se J
Geldsorten.
vom 4. Juni. 1868.

Preußische Kasseuscheine. .1 44 6.—4351.
FIreußische Friedrichsde .9 — 0— —
Zistolen 7 .5 . 535 8350
dolländische 10 fli-Stücke, 954 -56
Ducaten ...5 538-40
20Francs⸗Stückt . 09 287/2—29/
Englische Souvereigns..1155359
Bold per Zollfund fein.., — —
dochbaltiges Silber per Zollpfundd — —
Dollars inGnld 2 272281

Meinen verehrlichen
dunden bringe ich hier⸗
mit zur Anzeige, daß ich von Morgen
Sonntag den 7. Juni 1868 an,
meine
— 12 — 2
Sirthschaft
in dem BR. Schmelzer'schen Hanse
gegenüber der Bahnhofstraße fortfüh—
ren werde. —

Zugleich empfehle ich einer
ruhigen Familie mein bisheriges Wohn⸗
zau⸗ unter annehmbaren Bedingungen
um vermiethen.

I8h. Iss. Heinrich.

Soda⸗- und Selterswasser
in frischer Füllung bei
Peter Stief.
Montag, den 15. Juni 1868.
Jahrmarkt
in St. Ingbert.
Reraction, Drag und Verlag! bon F. X. Demes in St. Inabert. —
        <pb n="271" />
        3— — —8 d 7 . — t ⏑ 3
St. Ingberlex Anzeiger.
124 —34
J 7 —V 73 wve — — 9 231
J 3 9 ι νν 0 —
—ι u—ν 1/g
... J J J — e — J 5 v— J 4
Der Si. Ingbertert Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donnerstag
und Samstag.. Abonnemenispreis vierteljiährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Arzr. die dreispaltige Zeile
e,, r Blattschrift oder deren Raum berechneten —————
Nro. 68 —D c. Dienstag, den 9. Juni —D —— J 4 — : 1868
——— —— — — — — — — — —
ν 8 1 — — —W 2.
Hι . Deutschland 7 J
Müchen, 4. Inni“ Die Frage über die Bildung eines
süddeutschen Bundes bildet neuerdigs wieder den Gegenstand leb⸗
jafter Besprechungen, hauptsächlich in Folge des Programms der
uddeutschen Fraktion im Zollparlament. Man gibl fich dabei
den Anschein, als habe man in dem Südbunde plötzlich ein bis—
her noch nie geahntes Mittel, die Selbstständigkeit der süddeutschen
Staaten zu erhalten, entdect. Es zeigt abex von einer sehr aiaiven
Aufassung der Thätigkeite südeutscher- Staatsmänner, wenn man
sich einbildet, daß diese Frage nicht schon längst in den Kreis der
Eroͤrterungen der zur Zeit in den süddeutschen Staaten am Ru⸗
der stehenden Minister gezogen worden sei.« Wir glauben im Ge⸗
gentheil annehmen zu dürfen, daß seit dem Prager Frieden die
Ausführung des vierten Artikels desselben die leitenden Staats-
männer Süddeutschlands ernstlich beschäftigt, und daß diese sich
die Sache viel genauer angeschaut haben, als dies im partikurasti
schen Lager der Fall zu sein scheint, wenigstens den Aeußerungen
nach zu schließen, die von dieser Seite bisher vernommen worden
find. Mit dem bloßen Reden von einem süddeutschen Bund, mit
allgemeinen Phrasen über föderalistisches Zusammenfassen der
süddeutschen Staaten u. s. w. ist entschie den nichts gedient. Man
ist aber wohl berechtigt, das bestimmte Verlangen zu stellen, es
sollten die Vertreter des neuen Programms einmal ganz einfach
mit einem artikulirten Entwurf einer süddeutschen Bundesderfassung
herbortreten, dann wird sich am leichtesten zeigen, ob das Pro—
ect Lebensfähigkeit belitzt, und mit welchen Witteln zur, Durch
führung desselben geschritten werden kannn.
Munchen, 4. Juni. Die Kaiserin von Rußland wird am
14. Juli in Kissingen zum Gebrauche der Kur eintreffen; der
staiser 14 Tage späterr..
— Die gesammte bayerische Infanterie soll graumelirte Bein⸗
kleider erhalten; die Officiere werden in Zukunft die Epauletten
nur bei großer Galla auflegen, sonst aber bei allen Gelegenheiten
Achselschnüre haben. —— —
WMünqcen, 5. Juni. Bekanntlich können Wehrpflichtig
oder Freiwillige, welche das Absolutorium eines bayerischen Gym⸗
nasiums besitzen, nach halbjähriger entsprechender Di enstleistung
bei einer Heeresabtheilung zu Officiers-Adspiranten II. Klasse er
nannt werden und haben als solche in den militär⸗wissenschaftlichen
sturs einzutreten. Der nächste militärwissenschaftliche Kurs beginnt
nach der disherigen Eintheilung am J. October 186835 Um aber
die neuen Bestimmungen mit dem Lehrplane und der Jahreseinthei⸗
theilung der Gymnasien so in Einklang zu bringen, daß die ÜÄb—
joldenten dieser Unterrichts-Anstalten künflig unmittelbar nach Em—
ofang des Absolutariums von der ihnen zugedachten Begünstigung
Gebrauch machen können, wird der Beginn des militärwissenschaft⸗
lichen Kurses für die Folge auf den 1. Mäarz festgesetzk. Der
erste in dieser Art eingerichtete militärwissenschaftliche Cuͤrs trit!
am 1. März 1870 in Wirksamkeit und wird von da an Jahr
für Jahr stetz am 1. März ein neuer derartiger Curs seinen
Anfang nehmen. J
In der Verordnung vom 283. April d. Is., die Gast⸗
und Schenkwirthschaft, dann den Kleinhandel mit geistigen Ge⸗
tränken in den Landestheilen dieseits des Rheines bete., ist be⸗
timmt, daß die Anlegung neuer oder die Trausferirung schon be⸗
stehender Wirthschaften in die unmittelbare Nähe von Schulen und
ähnlichen Anstalten unstatihaft sei. Da die dieser Anordnung zu
Grunde liegenden Motive in gleicher Weise gegen die Erbauung
aeuer Schulhäuser oder die Verlegung von Schullolalen in die um
mittelbare Nähe von Gebäuden, in den Wirthschaftsgewerbe ausgeübt
werden, sprechen, so hat mit Rücksicht hierauf das f. Staatsministerium
des Innern für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten den k. Stellen und
Behörden eröffnet, daß die Einrichtung von Schulzimmern oder anderen
ihnlichen Unterrichtsanstalten in unmittelbater Nähe von Wirth⸗
haftslokalen im Allgemeinen unstatthaft ist und nur in solchen
allen für zulässig erachtet werden kann, wo eine anderweitige
Veckmaßige Aubringung derselben in feinet Weise möglich ist.

urh in solchen ausnahmsweisen Fallen fei jedoch datauf Rud
icht zu nehmen, daße die aus der Näthe von Wirthschaftsloka⸗
litäten erwachsenden Rachtheile nach Thunlichkeitvermieden
verden. — ——

»z0. &amp; Das Herz Köonigs Ludwigs Lwird Lerst nach Um⸗
fluß der sechsmonallichen Hoftraner, J. September, in die Kapelle
aach Altötting transferirt.e dι νι , a
NMünchen, 6. Juni. Der Landiagsabschied wird demnachst
)em Konige zur Genehmigung unterbreitee werdeneen —

Dirnes Rachricten“ he

. e C? — *
Soe. Maj. der König haben Sich allergnüdigst bewogen ge⸗
unden, unterm J. Juni I. Ju. vom 16. Jum an 1. den Haupt⸗
ollamtsverwalter Fr.XavSpöhrer zu Speyer, seinem allerun⸗
erthänigsten Ansuchen entsprechend, auf Grunde bes 8. 223 lit. B
ind C. der IX. Beilage zur Verfassungsurkunde unter wohlgefai
iger Anerkennung jeiner largjuhrigen. treuen und eifrigen Diensi⸗
leistung in den Ruhestand trelen zu lassen; sodann 2. zun geneh⸗
migen, daß das Hauptzollamt Speyer als folches aufgelsst, in
ein mit einem Zollverwalten, einem Controleur und einem Amis
diener zu besetzendes Nebenzollamt im Innern umgewandelt und
asselbe mit den Incorporalionen des bisherigen· Hauptzollamtes
Speyer dem Amisbezirke des Hauptzollamtes Ludwigshafena. Rh.
einver leibt werde; 3. in Folge der erwähnten organischen Maß -
regel den Hauptzollumts · Controleur in Speher Kari Sudwig Bauer
n den Ruhestand zu verseten endlich4. gum Zollverwalter in
Speyer den Hauptzollamts· Assistentew zu Ludwigshafen na.RKh
Joseph Scheingraber, und 5. zum; Rebenzollamts. Eontroleur da⸗
elbst den Assiftenten beim Hauptzollanue Reuburg a. Rh.nn Niko⸗
jaus Thierman, beide in provisorischer Eigenschaft, zu ernennen;

unterm 2. Juni l.! J. den Obertelegraphisten Ludwig Pfeiffer
in Ludwigshafen, seinem allerunterthänigsten Ansuchen entsprechend
zux Telegraphenstation in Regensburg zů versetzen. 126

Das exponirte protestannische Vicariat⸗Eppstein⸗Flomersheim
wurde unter Lostrennung von dem Berbande mit ader protesian⸗
tischen Pfarrei Heißheim Decanats Frankenthal, uzu einer selbsi⸗
ständigen Pfarrei mit dem Pfarrütze zu Eppstein erhoben. ra

Darmstadt, 5. Juni. Die „Darmstädter Ztg.“ wiederholt in

einem halbamtlichen gegen die ANorqee⸗ Allgm. Zig.“ gerichteten
Artikel, durch Anuahme des Bamberger'schen Antrags habe das
Zollparlament seine Kompetenz Uberschritten, indem sener Antrag
nicht auf der Verwirklichung! deg Attilels Vy sondern gegen das
System der indireclen Steuern Hessens gerichtet gewesen sei, Die.
Regierung stelle sich auf den Standpunkt des Vertrags. 27
Frankfura 8. Juni Die Orksdiener der Frankfurter
Landgemeinden haben in den letzten!. Tagen die frantsurter Uni⸗
jorm aus⸗ und die preuß sche angezogen. — Das Vertrauen auf
den Realkredit kehrt allmaͤhlich wieder zurüick und die Kapi—
alisten wenden ihre anzulegenden Gelder wieder dem Grund⸗
eigenthume zu. 3. I

Berlin, IJum. Die Nordd. Allg. Ztg.“ 'erfährt über
den Gesundheitszustand des Grafen v. Bismarck ducch die Mit-
heilungen seines Arztes Folgendes ?DDer Graf leiden schon seit
dem Jahre 1865 fortdauernd und zwar in Folge allzu, übermä⸗-
ziger, geistiger Austrengungen, an einer so hoch gradigen Abspan-
aung seiner Nervenkräfte, daß ihm sein bisheriges rastloses Ar—
beiten meistens nur noch unier Aufbietung einer außergewoͤhnlichen
Willensthätigkeit möglich wurde. Es ist für denselben daher eine
dringende Nothwendigkeit, daß ex seine unterbeochene Berufsthärig⸗
keit nicht eher wieder aufnimmt, als big es ihm gelungen sein
wird, durch ein längeres Leben in stiller Zurückgezogenheit, und
Muße eine. vollkommene Wiederherstellung seiner gesunkenen Ner⸗
venkraft zu erreichen. —F ————

Berlin,:s. Juni.. Die, „Hreuzzeitung“ dementirt, das
Berücht, daß der hiesige russische Gesandte, Baron Oubril, nach
Wien versetzt, und Baron Budberg dessen Nachfolger werde.

Berlineb. Juni.Es heißt, der König werde nach dem
        <pb n="272" />
        Schluß des Reichstages sich nach Hannober begeben. (Der Reichs⸗
agöschluß Joll bekanntlich am 20. d. M. stattfinden. —

Wisen. 53 Juni. Wie die „Oesterreichische Correspondenz“
zoͤrt, Joll ) Frhr. v Ottenfels-Geschwind zum öͤsterreich. Gesandien
bei der Saowei dusersehen sein —

Wie n. 60 Jum. Prim Nopoleon wurde heule Mittag vom
Zaiser empfangen und verblieb daselbst dreiviertel Stunden. Frhr.
d. Beust wurde heute früh vom Prinzen Napoleon empfangen.
— Nachmittag ist zu Ehren des Prinzen beim französischen
Botschafter großes diplomatisches Diner. Morgen dinirt der Prinz
beim Kaifer zu Schönbrunn, wozu auch Irhr. b. Beust be—
johlen ist.

„Wäaen, 7. Juni. Die Morgenblatter drüken ihre Befrie⸗
ngung über die gestrigen Beschlüsse des Abgeordnetenhauses in
»er Banlkerotifrage aus. — Dieselben Blätter melden, Prinz
Napoleon habe feinen ursprunglichen Reiseplan geändert und beab⸗
ichtige, seinen hiesigen Aufenthalt auf die Dauer von acht Tagen
zu verlngerꝛ. —
Frankreich.

Pamis, 2. Juni. Dieser Tage wird eint Maßregel aus⸗
zeführt werden, die mit Sicherheit darauf schließen läßt, daß wir
zor der Hand keinen Krieg bekommen werden. Man will näm⸗
ich alle nur irgendwie verfügbaren Artillerie- und Cavallerie-
Pferde den Landvevolkernigen während der Ernte in Pension ge⸗
jen. Diese Maßregel wurde im Ministerrathe vom letzten Sams⸗
rage beschlossen, und selbst der Marschall Niel gab ihr seine Zu⸗
timmung. — Die neue Anleihe foll nicht sofort ausgegeben wer⸗
den. Es icheint, daß der Finanzminister sich damit begnügen
vird, sie vor der Hand von dem gesetzgebenden Koͤrper votiren
iu lassen.“ Ee wird mit derselben erst vor das Publikum treten,
veunn die Borsencurje sich noch besser gestaltet haben. Daß die⸗
elben noch mehr in die Höhe gehen, müssen, dafür soll er ge⸗
orgt haben. ;,

BVaris 5. Imi. Eine hewisse Anzahl preußischer Of fi⸗
inere wurden ermaͤchtigt. dem Mannoder im Lager von Chalons
eizuwohnenr

. Paris, 6.Juni. Es ist wieder viel voun einer angeblichen
Spannung zwischen Italien und Franlreich wegen der papstlichen
Schuld die Rederd Es ist aber vollig unbegründet, daß das Flo⸗
entiner Cabinet sich weigert, die Zinsen des in Folge des Seb⸗
embervertrags übernommenen Antheils an besagter Schuld zu
entrichten, so lange franzoöfische Truppen im Kirchenstaat stehen.
Die Weigerung gründet fich vielmehr auf verschiedene Detailfragen
zanz anderer Nalur, über die man sich eben zwischen Rom une—
Florenz bisher noch nicht zu einigen vermochte. Ihre aus jenen
Bertrag resultirende Vernflichtung bestreitet die italienische Regier.
ung nicht im Geringftfen.

Paris 7. Juni. Dem Wettrennen, welches heute im
Boulogner Wald siattfand, wohnte der Kaiser, die Kaiserin, der
aiserliche Prinz, sowie der Grai und die Grafin von Flandern
»ei. Den großen Preis von 100,000 Francs gewann der „Earl“
dem Marquis von Hastings gehörig. Der Enthusiasmus unter
den Anwesenden war geriinng. —

England.

London. Bei Besprechung der Flugschrift: „Le paix
par le guerro“ tommt die „Saturday-Review“ zu folgenden Be⸗
nerlungen: „Wenn die Franzosen sich um Deutschland nur gar
aicht kuͤmmern wollten, so könnten sie mit voller Sicherheit ent⸗
vaffnen. Die einzige Herausforderung, deren sich die preußische
segierung schuldig gemacht hat, besteht in einer unabänderlichen
Weigerung, sich fremde Einmischung in deutsche Angelegenheiten
zefallen zu lassen, Unmittelbar nach dem Prager Frieden wies
Braf Bismaré die von Frankreich gestellte Forderung einer Ge
bietsabtretung zurück, und 1867 verhinderte er vermöge eines Wi⸗
dersiandes, der einen Compromiß herbeiführte, die Einverleibung
Luxemburgs in Frankreich ⸗· —

Echweiʒg.

Barn, 8. Juni.! Das Centralcomite der internationalen
Friedens und Freiheitsliga hat in seiner Sitzung vom 831. Mai
ind 1. Juni beschlossen, den zweiten Friedens⸗ und Freiheits-
Congreß im September d. Is. in Bern, und zwar in der Woche
nach dem Congreß der internationalen Arbeitervereinigungen, ab⸗
uchalten, und schlägt folgende Fragen zur Behandlung vor:
1) Welches find, mit Rücksicht auf Frieden und Freiheit, die Vor⸗

züge der Abschaffung der stehenden Heere und der Einführung von
Notionalmilizen, oder sogar einer allgemeinen Entwaffnung?
2) In welchen Beziehungen steht die dkonomische oder sociale Frage
u derjenigen des Friedens durch die Freiheit? 8) Welches sind
n Beziehuug auf Frieden und Freiheit die Vorzüge einer Tren⸗
nung der Kirche vom Staate? 4) Wie kann das föderative
Princiv in den verschiedenen Ländern ausgeführt. und auf welche

Art soll der Verband der Vereinigken Staaten don Europa her—

gestellt werden ? — Aus dem „Reglement“ für den Congreß he—

en wir hervor, daß die Frauen unlder den naͤmlichen Bedingungen

Entrichtung eines Jahresbeitrags von 1 Fres, 20 Eent. und ei⸗

ner Eintritiskarte von 25 Cent.) und im gleichen Rechte wie die

Manner zu dem Congresse aufgenommen werden.
Nufsiland.

Petersburg, 68. Juni. Ein kaiserlicher Ukas ertheilt
ine beschränkte Amnestie für politische Vergehen: alle in Sibirien
zefindlichen Ausländer werden begnadigt, dürfen aber nicht in
tußland bleiben; den Polen unter 20 Jahren ist die Rückkehr
in ihr Vaterland gestattet. F

Amierika.

New⸗York, 27. HMai. (Per Dampfer.) Man melder
mus Mexico unterm 17, Mai, daß die Insurgenten die Berge
von Puebla besetzt halken und den Marquez als Regenten pro⸗
clamirt haben. ——

Zwischen Mexico und der Union ist es zu einer Erd rierung
wegen Mißhandlung 6 amerikanischer Burger durch die Behoͤrden
don Matamoros gekommen. Dieselben wurden eingekerkert, ge
jeitscht und vor ihrer Entlassung ihrer Habschaft beraubt. Seward
ordert von Juarez Genugthuung.

n V0——

7Aus ber Pfalz wird dem „Nürb. Anzeiger“ geschrieben;
Wie Kaiserslautern in Allem den übrigen Städten der Pfal,
zorangehe, so denn auch in gerechter Belohnung wahren Verdien—
jes. Der Stadrath habe in geheimer Sitzungbeschlossen, dem
Bürgermeister eine Remuneration von 1000 dane zu geben.
die Stadt besitze demnach den ersten bezahlten Bürgermei sier in
der Pfalz und habe damit mit dem System der „Ehren siellen“
zebrochen. Es soll diefe Maßreget auf einer Verordnaung des Jah⸗
tes 1848 basiren.

In Deidesheim ging am 2. Juni in althergebrachter
Beise die Verauctionirung des „Lambrechter Geisbods“ vor fsich.
Den stattlichen Hörnerträger hatte Morgens ‚vor Sonnenaufgang,“
wie es die Urlunde besagt, „der jüngste Bürger don Lambrecht,
ur ferneren Erhaltung des Waidrechtes in gewissen Distrikten des
Deidesheimer Waldes,“ nach dem Orte seiner Bestimmung ge⸗
»racht. Vor der Rathhaustreppe war Jung und Alt versam⸗
nelt und die sehr muntere Jugend begrüßte den gravitätisch da⸗
her kommenden Geisboch mit lautem Jubel. Der Hörnerträger
var diesmal von geblich weißer Farbe, und entsprach vollkomme:
den Anforderungen des Erneuerungs-Actes vom 26. flor. Jahres
XIII: „bien cornu et bien caple etc.“ Laubwerk schmückte die
ttarken Hörner. Nachdem das Thier genugsam durch Neckerei
aller Art Seitens der Umstehenden zu den ergötzlichsten Sprüngen
und Capriolen, unter Gelächter und Geschrei, herausgefordert wor-«
den war und die Glocke das Zeichen zur Auction gegeben hatte.
wurde das Thier zu drei Gulden angesetzt. Beim lehten Gloden-
tone, der als Zuschlag zu betrachten ist, waren 6 fl. 20 tr. ge⸗
hoten, für welchen Preis nunmehr der Bock an seinen neuen
Herrn kam. Das in seiner Art wohl einzig dastehende Schauspiel
war hiermit geendet. — —

Im Monat Juli wird Hert Schulze-Delitzsch in die Pfalz
lommen; Herr Völk, wie wir vernehmen, schon in der nachsten
Voche. —

Vom k. bayer. General ⸗Quartiermeisterstab ist an die Ge—
neral⸗ Direction der bayer. Staatsbahnen, an die Directionen der
»ayer. Ostbahnen und der Pfälzer Bahnen das Ansuchen gestellt
vorden, zum Zwede der Beurtheilung der Leistungsfähigkeit des
zayerischen Bahnnetzes — baldmöglichst über die Terrain- und
kaumverhältnisse der Siationen, über die Anzahl der Geleise,
lusweichen und Drehscheiben, über die Anzahl und Tragfähigkeit
)er Personen⸗ und Güterwagen, über Signalvorschriften und Te⸗
egraphen ꝛe. genaue Angaben einzusenden.

fBei der neulich in Met stattgehabten Ausstellung don
Producten und Erzeugnissen der Landwirthschaft, und Industrie
haben unter 20 Ausstellern aus der Pfalz Preise erhalten:

a) die goldene Medaitle; Die Düngerfabrik
don Michel. Lederle und Cie. in Ludwigshafen alu
Rhein.

b) die silberne Medaille: die „Sociöté bconomique
iu cercle de Neustadte für Weine aus den Kellern der Herreu
Buhl in Deidesheim, Wtib. Wolf in Wachenheim, Bibel in Forst,
Fitz, Christmann und Zumstein in Dürkheim; die Düngerfabrik
zu Kaiserslautern; Jos. Stockinger in Speyer für Tabak, Schlink
und Ruth für ihre Fabrikerzeugnisse; und (nebst einer Prämie von
300 Fres.) Jean Mehring in Frankenthal für Modelle u. s. w.
ur Bien enzucht. J

eh die Bronze Medailtte: Dr. Guembel in
Kaiserslautern für verschiedene Vroducte: G. J Haind in
        <pb n="273" />
        Speyer aI dir Socisté vinicoso “du Zellerthale fur
Weine; Frau Wittwe Haas in Dürkheim für Honig cinr ehren-
volle Belobunz wurde an-Jos. Wernz in Erpholzheim“ fur Ho
nig ertheilt.

8 Die neuen Jahrbucher für Turnkunst bringen im ersten

Defte des vierzehnten Bandes einen sehr beherzigenswertheu Auf·

saß des Herrn Ober⸗Studienenrathes Dr. v. Klumpp über Mäd⸗

ven Turnem namentlich nach der von Spieß für die Schule und
die Erziehunge angepaßten Methodo. Ihren wohlthätigen Einfluß
auf Gesundheit und Wohlbefinden überhaupt, besonders aber iniß

Anwendung auf⸗das weibliche Geschlecht, Faßt eine Denkschrift der

Berliner medicinischen Gesellschaft von 1864 an den Unterrichs

ninister in folgenden Worten zusammen z53, Das Turnen stärkt
das Muglelsystem, regelt und fördert den Blutumlauf, verbessert
die Haltung des Korpers, hebt die Brust zu freiem Athmen, gibt
den Bewegungungen Festigkeit und Annnith, und befördert die
aormale,raftige · und harmonische Entwickelung der · Glieder und
zes gesammten Organismus. Wir haben von einem folchen Turn
Anterricht fuͤr Nadchen⸗ beißt es weiter — „die allergünstig—
ten Erfolge gefehen. Bleiche, schwächliche, unbeholfene Wesen mi
schlechter Haltung wurden in frische krüftige, gewandte, grad ein⸗
hergehende umgewandelt, und ganz allgemein geht unsere Erfahr⸗
ung dahin, daß rin frühzeitiges, d. h. mit dem siebenten oder
achten Lebensjahre begonnenes uͤnd cousequent fortgesetztes Maäd⸗
chen⸗Turnen ein späteres Schief⸗ und Bucligwerden, selbst in
Fallen, wo eine erhebliche Anlage dazu vorhanden ist, fast aus—
nahmslos verhütet. Dem Madbchen-Turnen wird lange noch nicht
zenug Aufmerksamkeit geschentt. Und die Stärke! der weiblichen
Besundheit ist doch bei deren fitzender Lebensweise und bei den
bielen jemeiblichen Arbeiten,“ die zu den Schularbeiten- hinzu
reten, dringend zu wünschen. Die Zeit für egelmäßige Be⸗
degung im Freien wäre wohl weniger auf Unkosten des Fran⸗
‚oͤsischen und Englischen. als namentlich des Häkelns, Stickens und
onstiger diel gu weit getriebener Arbeiten zu gewinnen, die nit
Zunst wenig gemein haben und überhaupt werlhlos siude n
In Wimpfen wurde beim Graben eines Fundaments auf
der Bahnlinie ein noch ganz gut gzrhaltener Stoßzahn eines
Mammuth im Gewicht von 170 Pfuud und einer Lange —von
30 7 aufgefunden. vmien J
pRüdesheim,“s. Juni. Im Rüdesheimer Berg ist die
Kebenblüthe bereitz ganz unde glücklich durch, acht Tage früher
als ig den berühmten Weinjahren 1811 und 1822, die bisher
als die außergewöhnlichsten in der Zeit der Blüthe galten, Auch
in anderen günstigen Lagen wirdes eben so gutid sein. Die
Blüthe ist diesmal geradezu in wenig Stunden borubergegangen,
ein Wunder, weulches jür die fernere Entwickelung des i868Lers
ꝛon guter Vorbedeutung sein möge. J
1. In Huppert (Najsau) schlug am Ind. der Blitz in ein
Bauernhaus und erschlug Mann und Frau; das Kind.welches
letztere au der Brust hatte, fiel unverleßzt zur Erde. n

.Echternach, 8. Juni. An der diesjährigen Spring⸗
Prozession, welche gestern statthatte, nahmen etwas über 11,000
Personen Theil. von denen jedoch nur 7000 mitsprangen. Voriges
Jahr war die Theilnahme größe.

f Essen. Der Flacheninhalt der Krupp'schen Gußstahlfabrik
deträgt 920 Morgen, wodon die Fabridgebaͤude 240 Vorgen be⸗
decken. Für den Verkehr der Fabrik bestehen 224 Meilen Eisen-
bahn, auf welcher 6 Locomoliven und 180 Waggons den Verlkehr
ermitteln; außerdem werden 60 Pferde für neine Transporie
oerwendet. Die Zahl der Gasflammen beträgt 9000, der Gas—
derbrauch beträgt 200, 000 Cubikfuß. Die Zahl der Arbeiter be⸗
ragt 10/000, die der Arbeiter in den Vergwerken, bei den Hoch⸗
fen rꝛc. ca. 1200; die Arbeitslöhne betragen jährlich 31 000 000
Thaler. Im Gang sind 160 Dampfmaschinen mit 6000 Pferde-
raft. Der Kohlenderbrauch für die Kessel beträgt 13,300 der
Vesammtderbrauch an Kohlen und Coals 22,800 Scheffel täglich,
der Wasserverbrauch 200,000 Cubkf.
der Herriedener Wetterbeobachter schreibt unterm 1. Juni
Koch dauert das schöne Wetter, von Gewiltern unterbrochen, fort

Letztere sind indessen an einzelnen Orten ungemein heftig
Im europäischen Luftnieer noch immer wenig Veränderung. Der
Mai hatte dahier eine Mitteltemperatur von 21. 590 (17. 27038.)
umn G208ꝰ (4. 862R.) wärmer als im Durchschnitt, was in den
27 Jahren, seit meteorologische Beobachbachtungen vorliegen, noch
nicht vorlam, indem bis jetzt der Mai des guten Weinjahtes 1811
⸗aie höchste mittlere Wärme von 20.260 (18. 21038.) hatte. Heute
die ersten Kirschen und Erdbeeren in meinem Garten, 17 Tage
rüher als im Mittel.

fKonigsberg, 29. Mai. Ueber das in Memel ver⸗
abte Berdtechen erfährt man heute folgendes Nahere: Der stell⸗
pertrende Staats⸗Anwalt Kreisrichter Labes hatte eine Frau ver⸗
haften lassen. Der Mann derselben verlangie deren Freilassuug,
als diese verweigert wurde, versetzte er den Staazzanwalt wei

Stige in die Brust und An den den Amterheih. Set Niwer
wurde git der großten Mihe eniwastun an geseseai der
Labes slarb in der Nacht um i Uhr umer den großten Schmerzen.
Nicht unpäßlich soll in den letzten Tagen Napoleon gewe⸗
sen sein, sondern nur von fiefer Trauc ergriffen weil seinm sreu⸗
ster Freund — wie er selbst ihn vale — sein Lieblingshund
Fero, eines fast plötzlichen Todes gestorben ist; der Kaiser ließ
ihn in dem kejevirten Theile des Tuleriengarteus vegraden wohme
dem Begräbnisse selbst an und weinte heiße Thrauen, als die Gari-
ger das Grab juscharrten. J

f Pa v 3. Juni. Gesterk saud inn Bois de Boulogne
in Piftolenduell zwischen zwei Amerilanern sjann Der Line zer⸗
chmetterte dem andern den Arm. Sie schlugen fich gegen olle
kegeln ohne Zeugen, und als der eine am Boden lag ging ber
indere fort, ohne ihm auch nur die mindeste Hulfe zu Thein wer
»en zu lassen. Ein Mann, der herbeigeeilt war, ba den Sieger
ein Opfer Doch in seinen Wagen aufzunehmen. Er perweigerte
zieses Aher und man war genöthigt, den andern Ametikaner bis
um Ausgang des Waldes zu bringen, wo sich eine Fiaker⸗Sta-
tion befindet. r—

x BPa ris. Die Firma Hippolhte Lunek hat fallirt. Der
Berlust soll 3 Millionen Franca betragen, und 40 Agenten mit⸗
betheiligi sii.
fNewYort. Ein Mädchen in Ohis versuchte kürzlich im
Wege eines sehr summarischen Protesfes sich ihres Brautigams zu
entledigea.“ Eines Abends, als der junge Mann seine Braut be—
uchte, scherzte sie mit ihm und forderte ihn auf, die Augen zu
schließen und den Mund zu öffnen. Er hat es, und sie steckte
hm eine kleine Kugel in den Mund, welche vt auf ihr Geheiß
berschlucte. Am Abend noch, nachdem er zu Haufe angelangt
war, stellte fich Erbrechen mit Krampf und Brennen im Magen
ꝛin, und ein ee Arzt erllärte, daß der Unglucliche
dergiftet sei, Man wandte Gegenurittel an, indessen halfen biese
asle nichts umnd der junge Mann unterlag dem Anentate. Seine
Braut sitzt im Gefängniß.

fOesterreichische 100 fl. Loose von 1864. Ziehung am

Jum. g Seriem 80 410 1830 17851 2271 2001 3303 3418
ewinnet Serie 1751 Nr. 71 250 000 fl. Si 491 Nr. 11
25,000 fl.ʒ . 80 Nr. 70 15, 000 I S. 2092 Rr. 58 10,000 I.
3. 491 Nr. 86 und S. 2691 Rir. 93 je 5000 fl; S. 80 Ne. 55, 6.
74Nr. iGö, S. 3418 Nr. 100 je 2000 fi. S. 60 Rr 22, S 401
ser. 41 und 99, S. 1751 Nr. 15 und 26, S 8306 Ne. 79 je
Ooo fl. S. 80 Nr. 6R und 72 S. 1880 Rre 6 39, 48 und 79, 6.
751 Ni 80,S 2271 Rr. 63 S. 2691 Rir. 8. 141. 96,. 3396
Nr.40 und 88, S. 8413 Nr. BLund 48 je 500 Ac S. 80 RSr. 313
30 88 95, S. 491 Nr. 34 38, S. 1330 Nr. 32 56 62, 8. 175 1Mer.
0 315085 93, S. 2271 &amp;r. 35194, S. 2691 Ne. .10 1130
70 78 92, 6. 3396 Nr. 8 26 48, 6. 8413 Nr. *3 — I.
—ED— — —————
Lar dwirthschaftlichee.
Stand der Früchte. So verschiedenartig wie in die⸗
em Jahre haben noqh selten die allgemeinen Nachrichten über den
Stand der Frilchte gelautet. Die schönen Hoffnungen, die man
Alusgangs. Npril auf die diesjährigen Feldfrüchte gesetzt hatte, sind
n manchen Gegendes Jehr verstärtt in manchen Gegenden aber
ark vermindert worden. Ders Monat? Mai zeigte heuer eine
Durchschnittstemparatur, wie sie seit einem Jahrzehnt nicht mehr
der Fall war. Wenn auch einzelne Gegenden sich genügenden
Regenfalles zu erfreuen halten, so darf der nun zu Ende gegan⸗
jene Monat Mai als überaus trocken bezeichnet werden. Der
Verlauf der Kornblüthe war im Ganzen vortrefflich und der
Stand im Halmen erfreulich; allein in den Gegenden mit vor⸗
diegend sandigem und die wasserhaltige Kraft in einem —XX
ßrade besitzenden Boden kann man jeßt bald das Korn abmachen,
iber der Koͤrnerertrag wird ungemein gering ausfallen, weil der
zroßen Trockniß wegen der Korneransaß nicht erfolgen konnte. Auch
der Waizen hat durch die Trockenheit bereits stark gelitien. Am
chwersten aber davon ist die Gerste betroffen worden, dieselbe ist
n den J 14 Tagen in den Gegenden, in denen es nicht ge⸗
regnet hat, kaum voran gekommen. Die Fiutterpflanzungen zeig⸗
en im April eine umgemein üppige Entwidlung; allein sie sind
im Mai sichtlich zurückgegangen, und wir bezweifeln, daß sie ihre
wrmale Ausbildung erlangt haben. Die Kartoffeln stehen: im
Allgemeinen noch gut, insbesondere diejenigen, welche frühzeitig
um Auslegen gekommen waren; unstreitig schön aber steht uͤber
all der Weinstock. Hatte der rauhe April das Austreiben des⸗
elben verhindert, so hatte der Mai um so günstiger auf die Ent⸗
vicle lung desselben gewirkt. Die zahllosen Gescheine, die er angesetzt hat
tehen bereits in der Blüthe. Trotz der Trockenheit ist der Holz⸗
trieb sehr stark, weil in den tieferen Schichten: des Bodens die
reiche Wimterfeuchtigkett roch Geiting erlangt. · Ebenso dat sich ⸗
anuch das Oost besser gehalteu, als e3 der großen Hitze wegen ge—
hofft werden durfte.
        <pb n="274" />
        F 31 —— 2* 7 9— — 43 — 4 J —— — *1 5 727*
Betuuntmathungen Post-Omnibus.Cours
ι — * 7 3 AA.

ν x F 6*
v 5 — I 77*
Holzversteigerung. 8t. Ingbert⸗- daarbrücken.
laus¶ Staalswaldürten .desh. iul Fahrten vom L. Juni I1868 abh2
Forstamis Zweibrücken. Suin Abfahrt aus St. Ingbert um 8 Uhr Vorm.'u. 2 48 Nachm.
Ankunft in Saarbruücken um 9 48 Vorm- u. 4 830 Nachm.
Abgang ausum 10 48 Vorm. n. 3 48 Nachm.“
Aban in St. Ingbert um 12 80 Mittags u. 730 Abends.
— St. Ingbert den 27* Mai 1868. * 4 —3 J 3
** * nian e * * Die . Posthalteret F K *
ittitehete ue * ι- v Conrad. ι ,
7 02* —7— — —
Geschãfts Empfehlung Wohnungs · Veränderung.
Der Unterzeichneie beehrt sich einen. Ich zeige hiermit ergebenst an, daß
erehle Publitum Ste Ingberts und von jett an nicht mehr im Jo⸗
nheut dieergebenste. Amzeige zu eehethal vei. Wittwe ebt. sondern
naden haßeer si hier alsß 2 dei Herrn Jaßoh! Wach! in der
A * ach dauptstraße wohne.
Slhrmacher Ludwig vaun.
tablirte hat, und ein wohlassortirtes Schneidermeister,
dager in Uhren, als » Alle Sorten—
zilinder⸗ und Anker-RNAhren,
WandNAhren; Schwarzwälder-
Ahren ꝛc. unterhältf..
Reparaturen unter Garantie wer-
den auf das beste und billigste aus—
zeführtn

Revier St. Ingbert.
W'on tag den 22. Jun 1868
Vormiltagt 9Uhr. zu St. Ingbert,
— Siadthaussaale. ꝛa
Schlag großer Stiefel.
99 eichen Stamme 2.65. Classe.
38 Woangyetstangen.
Snh. alftr. eichen Misielholz, ud
11 bpuchen Scheit 1. u. 2. Qual.
p eichen Scheit knort. u. anbr.
e7 * bvuchen“ u. eichen Prügel,
* ane ne de2i . Krappen
Vrene al. * Adr
Schlag Rehth un
12 eichen Stämme So⸗ECI. u αι
2 buchen u B. Cl νι
29 buchen u eichen Wagnerstangen.
212 Kiftr. buchen Scheit 1. n. 2. Qual
u2. Weichholz Scheit. 2
. ichen, birken u. ahorn Scheit
178. bvuchen Astprügel. —2
— eichen, birken u. Weichholz
Prügel.
20 , ——
. .
Schlag Bixkenkopf.n
16 eichen Stämme 8.5. Ckhk
—
*eichen Wagnerstangen
iAN. Klftr. eichen Misselholz 4. Cl.
34 buchen Scheit I. 8. Qual.
IIN .)Bb eichen Scheit knort. n anbr.
33 3235 buchen u, eichen Prügel,r
25 ι ν ν rappen.
50 buchen Reiserwellen. I
CCCCSCXMFEAMAMCG MLS
Schlag Zollscheid.
z eichen Stämme ——
1 ue Wagnerstange, — 1
I8. Rifte. buchen Scheit 2. Qual n
30 ahorn u. Weichholz Scheit.
18 Kiftt. buchew Prugel u. Krappen.
— —— DVDDODD—
Schlag Bollerberg.
20 Kiftr.buchen Průgel u Krappen.
Schlag Ommergthal.
824 aiftr. buchen Scheit N Qual.
36 14.3buchen Prügel u. Krappen.
— ——63 2 an
Zuf. Ergebnisse in ver⸗
schiedenen Schlägen.
7 eichen Staͤmme 5.Ch nen
1 duchen Stamm⸗8.Thurh
24 liefern Stämme83.uun Ch.
7 fichten i 8. Ci * nmauiut. Li.
22 liefern n. fichten Sparren. *u.u
16 eichen Wagnerstangen.““ Coet
21 fichten Gerüstsiangen “ v
24 Kiftr. duchen Scheit 1.3 Quol.,
7 aiefern u. Weichholz Scheit;
134 versch. Prüge u. Krappen.“
Zweibrüchen am 6. Juni 18668*
Agl. Forstanmnt
Glas. 38

ʒahier als ν .
Feilenhauer
aiedergelassen habe. Gute und reelle
Arbeit versprechend, bittet um geneig—

ten Zuspruch. 6
Stan Ingbert, 29. Mai-1868.
ir
e ae e e Feilenhauer,
wobnhaft bei Tüncher Kimmel.

—
2

e—',

X
2*
* Ahrmacher,
wohnhaft hei orn. Jat. Stief.
— ————
Wiener Bier
3 .
— —— s
bei 0ο Disel.
in Schnappbach..
wei gute Arbeiter finden gegen
guten Vohn dauernde Beschäftig⸗
ung bdei Lorenz Jorler,
Schneidermeister in Spiesen,

Hes Frohnleichnams⸗
MNes 43 erscheint
Vonrnerstagsblatt Freitags.

dac
Wormis den 6 Junßg.
Wir notiren heute; Weizen 14 fl. — lr.
is 15fl. — tr., Roggen 10 fl. 20 kr.
is 10 fl. 40 kr. Gerste 9 fl.545ktr.
is — fl. — kr. per 100 Kilo.n Hafer
3afl. 20 kr. bis 5 fs. 30 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 12 fl. — lr. bis 12 jl.
5 fr. Roggenmehl 11fl. 30 kz. bis — fi.
— Ir. Roggenvorschuß 13 fl. — fr. bis
— fl. kr. Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
—vfl. Sakr.Blumenmehl. — fl. — ir.
zis — Fl. — ir. per; 70. Kilo. Repß
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 88
dilo. Rüböl ohne Faß 20.fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinol ohne Faß — fl.
—Ar. bis — fl. — ir. Mohnbl ohne Faß
— fl. —kr. bis — fl. ir.per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — tr. Branntwein 29 fl.— tr.
bis 29 fl. 30 kr. α
ee Maingz, 5. Juni. T.
(Fruchtpreise.)Weißmehl das Mal-
bera 140 Pfund — fl. — kr. Rog⸗
jenmehl ditto — st. — kr. — Weizen (200
ßfd.) 14 fl. — ktr. — 14 fl. 30 kh. -
oen (180 Pfd.) 10 fl. 30 kr. fl.
kr. Gerste (160 Pfd.) 9O fl. 30 fr. —9
I. 80 tr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 40 tr.
his 5fl. 45 r.

5.Beet. Wiesen an der
Obermühle, sind für
diesjährige Heu⸗ und Oh—
net⸗Ernte zu verpachten
zei A.Weigand, Wittwe.
lechtes Kletteuuwurzel⸗Oel von
Dr. Rahle, das beste Mittel, den Haar⸗
puchs zu befordern, sowie· Stangen⸗
omade, zur Befestigung der Haarschei⸗
el, sowie das Kopfhaar in jeder Lage
est zund glatt zu machen, sind nun wieder
m neuer Sendung angekommen bei
Oar— SIn—er,
KNQoklontvae. * 9
— —— TTTAXGS — l
Soda⸗ und Selterswasser
n frischer Füllung bei
Meter Stief. 4
—

Io
medaction, Druck und Verlag von F. X. Demez in Sti Ingbert. IJ A
        <pb n="275" />
        —— ια, —VVV — 33* s 33 D5 . 060 — 7 .
» 41* er * —33 en g
3 23 32 ni31
J u α
Der „St. Ing berter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatle erscheint wöchentlich drelmal: Bignatag, Bonnersfag
und Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mih8 Krzr. die dreispaltige Zeile
777 Blattschrift oder deren Raum berechnet. —— 5
4 — — —— Ag —— — —— — — L — —
àn⏑ “ itac 192 νν αι X
Nro 69 Sreitag, den 12. Junt 1868.
7T7 F — — — ————— — —ñ
Deutschland.
„Munqhen, 5. Juni.“ Die Gehaltsbeztge der k. Forsibe—
diensteten sind folgendermaßen normirt worden: J Jährlicher Haupt—-
geldgehalt der k. Revierförster: a) Pom 1. —8. Dienfijahre 800 fi.
by vom 446. 900 fll, c) vom. 7. -12. Dienstjahre 1000 fiu,
q) für die ganze Folgezeit 1100 I. II. Jährlicher Hauptgeld⸗
hezug der k. Jorstwarte: a) Vom 1. —3. Jahre 400 fu, by vom
4.-6. Jahre, 425 fl., e) vom 7. -12. Jahr⸗ 450 fl. d) vom
13.-18. Jahre 478 ft, e) fur dier ganze Folgezeit 500 fi.
————
halt für die J. Klasse, d. i. die im' Dienste ältere Hälfte 280 fl
und für die II. Klasse, d. j. die im Dienste jungere Halfte 200 fĩ
b) an Verpflegungsbeitrag ein Aversum von 20fl. Nach allerh.
Bestimmung haben vorstehende Gehaltsregulative für das active
Personal vom 1. Januar l. Irs. aufangend in Vollzug zu
treten. ...
Augssburg 9. Juni. Heute früh ist der Zollparlaments
abgeordnete Dr. Volk hier eingetroffen und untet dem Jubel
der Bevölkerung vom Bahnhof in die Stadt begleitet worden.
Heute Abend in der „Goldenen Traube“ festliche Bürgerversamm⸗
lung, zu der auch Gäste von auswärts erwartet werden.
Aus der Pfalz, 8. Juni Dem Vernehmen nach soll
die Verwaltung der Pfätzischen Bahnen nicht abgeneigt sein, die
Projectirung einer Bahn Kaiserslautern über Wolfftein nach Lau⸗
terecken und einer Linse von Altenglan über Meisenheim nach
Staudernheim zum Anschluß an die Nahebahn, durch ihre Inge⸗
nieuere vornehmen zu lassen.“ Die Länge der ersteren Linie be⸗
trägt etwa 49/3, die der letzteren 8 Meilen. ,
2 Dienstes⸗ Nachrichten. . 7* 4
Durch Regierungsentschließung vom 805 v. Mis. wurde der
geprufte Einnehmerei⸗Candidat Ludwig Scharf zum Einnehme;
der Gemeinde Herxheim ernannt.. 25,
Se. Maj. der Konig haben Sich allergnadigst bewogen ge·
funden, den Bezirksrichter Ludwig Zöller in Landau seinem al⸗
leruntherthünigsten Ansuchen entsprechend, auf die sich hiedarch er⸗—
ledigende Stelle am Bezirksgerichte Landau dem Bezirksrichter
außer dem Statns Franz Bauer in Frankenthal, auf fein aller⸗
unterthänigstes Ansuchen unter Einreihung desselben in den Status
ju versezen. .3 8
Frankfurt, 8. Juni. Der „Frkf. Ztg.““ wird aus
Paris telegraphirt:“ Die dortige Regierung werde, um die fran⸗
zoͤsischen Interessen zu wahren, die österreichischen Fonds aus dem
Courszettel der Börse streichen lassen, ohne darum die guten po⸗
ätischen Beziehungen zu Oesterreich einzustellen. ——
Kassel, 5. Juni. Beim Beginne der heutigen Sitzung
der allgemeinen deutschen Lehrerversammlung wurde zuvorderst der
lelegr. Dank des Königs von Preußen auf die an ihn gefandte
lelegr. Begrüßung verlesen. Die Hauptarbeit des Tages nahm
das Referat Dr. Lange's von Hamburg über „die Fundamental—
ätze der heutigen erziehlicher Theorie und Praxis“ uͤnd die da—
ran geknüpften Debatten ein. Hr. Lange sagt: In der Erzieh⸗
ung gebe es zwei Wege: die allgemeine Menschenbildung und die
Erziehung ad hoc, deren extrem die indische Kastenerziehung zeige
Jedes Geschöpf vertathe aber im Keime schon, was es werden
solle, der einzelne Mensch sei ein Repräsentant; der Menschheit in
eigenthümlicher Mischung der Elemente; hierauf gründe sich die
Erziehung zur Humanität auf authoprologischer Grundlage, oder
die. harmonische Entwickelung des Menschen, Verwerflich erscheinen
daher die einseitig christliche (Kegulativel). und die sogenannse na—
ionale Erziehung. Die nationale Idee des einigen Valterlandes
verde sich von selbst Bahn brechen. Die Literatur enthalte das
dationale, welche daher auch nicht aus den Seminarien zu ver⸗
zuen sei. Referent verwirft jede Art der Erziehung ad boe.
agrtentweder zum Materialismus oder zum Partikularismus
reten Ne Pädagogit müsfe auf den Universitäten würdig ver⸗
Dmit sich jeder Lehrer dort seinen Wünschen gemäß

ausbilden könne und den Maͤrschallftab in der Tasche kräge Die
Versammlung erklärte sich im Allgemeinen mit den Ansichten Hrn.
Lange'ß einverstanden und drückle demselben ihren Dank aus. -.
Der seitherige Ausschuß wurde wiederun bestätigt und durch ein
Mitglied aus Berlin verstärkt. Die diesjährige Preisaufgabe:
‚Die Aufgabe des Anschauungsunterrichts“ wurde . von Herrn
darl Richter in Leipzig gelöst. Als nächstjähriger Persammlungs-
ort wurde Berlin gewaͤhtt... —W
Berlin 6. Juni. Der einzige Gegenstand deß Gesprächez
in gewissen Kreisen ist die Reise des Primzen Napoleon. Wah⸗
rend man ihn gestern als! Kapitalisten und Eisenbahnunternehmer
nach Konstantinopel reisen ließ, hoͤrr man heut, der Prinz werde
wahrscheinlich nicht bis nach Konstantinopei mmen, er werde
aber auch nicht einmal nach Bucharest gehen, denn dort heritsche
für französische Prinzen keine angenehme Temperatur. Man fügt
aber auch hinzu, daß Stimmen in Wien die Befürchtung iaut
werden lassen, der Aufenthalt des schwarzen Prinzen daselbst stehe
mit der polnischen Frage in Verbindung die nun einmal wieder
in Fluß gebracht werden soll. Dies mögen nichts weiter als
Tombinatlonen sein, aber diese Combinationen stehen nicht außer
Zusammenhang mit der allgemeinen Lage wie letztere sich etwa in
8 Monaten gestalten könnte, wenn die Berechnungen jener Kreise
ꝛinträfen. Sechs Monate Zeit zum Rachdenten üͤber einen Süd⸗
bundsentwurf!“ Mögen die Herren b. Thüngen uͤnd Genossen— in
diesem Zeitraum etwas Lebensfähiges zu Well bringen, wir, de
der nordische Bund übernimmt“ gern Pathenstelle, wird aber
päter am Ende auch noch natürlicher Vormuud. —Der Reichs
ag hat heute fast 6. Stunden gefessen umd hat in dieser Jeit
seine Geschäftsordnung perbesserhe, die Quatierleistung sür die be⸗
waffnete Macht im Flieden als Bundeslast ertlart nb dann die⸗
sen Entwurf an die Commission zur Begutachtung von mehr als
30 Amendements verwiese. Es wurden unendlich lange Reden
zehalten; der längsten eine war die— Twestens über die geschäftliche
Behandlung der Vorlagen, wobei er die Bescheidenheit uͤnd Mäß⸗
igung der deutschen Vertretungen im Sprechen, verglichen mit dem?
euglischen Parlament und dem Corps léghlatit, hervorhob; er
chonte sich aber heute, auch nichtz. Man dehauplet allgemein, daß
»3 nicht möglich sein werde, die Arbeiten bß zum 20. Juni zu
»eenden, wenn auchh jetzt nichts mehr weiter als der Tiat er⸗
odigt würde. —
Das Treiben der Camarilla. in Hießing am Hofe des früe
haren Königs von Hannover ist einer Corresponden; der . 3.7.
zufolge der Art, daß es alle einsichtsvollen Oesterreicher mit Ver—
;chtung erfüllt.“ Unbekümmert um das grenzenlofe Elend, welches
der Krieg allen Volkern bringi, suchen biele dieser sich jetzt in
Hietzing um den Ex⸗-König Georg sammelnden und von seinen
reichen Revennen im verschwenderischen Müßiggange mit zehrenden
ausgewanderten hannover'schen Edelleute nicht allein die Franzo—
sen? sondern J alle übrigen fremden Nationalitäten auf Deutfch⸗
land zu hetzen, blos von dem' frivolen, seldstfüchtigen Gedanken
zeleitet, den neugegründeten Norddeutschen Bund wieder zu zer⸗
tören und ein vergrößertes Welfenreich mit moͤzlichst vielen vor⸗
achmen · Sinecuren auf den Trümmern des preußischen Staates
zu gründen. Da der jsetzige Reichskanzler v. Beust in klarer
rinsicht es erkennt, daß Oesterreich vor Allem auf das dringendste
des Friedens bedarf, wenn es seine inneren Zustände wirklich refor⸗
miren will, so hat sich diefer Hietzinger Hof mit einem Theile
der reactionären österreichischen Aristokratie auf das engste verbun⸗
bunden, um durch persönliche Einwitkungen auf den Kaiser wo
möglich das ijetzige Ministerium zu stürzen und ein Ministerium
Windischgrätz an dessen Stelle zů setzen. Daß die jetzt in Paris
und München erscheinenden, zum Kriege auffordernden Broschüren
Rößtentheils mit Geld-aus der Schatulle des Köonigs Georg er⸗
'auft sind/ ist hier ein doffenes Geheimniß, wie man denn üÜber⸗
dupt nicht müde wird, jedes Mittel anzuwenden, um den Preu⸗
zenhaßzu schüren.
Mehre in Sahhsen gedrudte Blätter leisten Großes. VBeson
        <pb n="276" />
        ders kann man dieses von der „Sächs. Zeitung“ sagen, welche
particularistisch und social⸗demokratisch zu gleicher Zeit ist. Sie mel—
det, daß Frankreich bereit ist, so bald als möglich in Deutschland
einzuschreilen, um der jetzigen Lage der Dinge ein Ende zu ma—
hen. Oesterreich ist ebenfalls nicht mehr gesonnen, ruhig zuzu⸗
schauen. Dann wird Herr von Metternich Minister des Auswär—
tigen in Wien, Herr von Beust Minister des Innern (weil er
hoch keinen Kriea gegen das norddeutsche Bundes⸗Sachsen führen
tann!!) und Hr. v. Vitzthum Gesandter in Pacis. Dann geqht
es auf die Vernichtung Preußens los. Im Buündnisse mit diese
Säachsischen Zeitung,“ mit welcher der ultraradicale Stuttgarter
Beobachier“ sich sehr zufrieden zeigt, steht das neu begründete
Bulletin internationale,“ welches nach einem Panegyrikus auf
hrn. v. Beust und mehren schwärmerischen Aussützen für die Hie—
zinger Sache in seiner neuesten Nummer einen Triumphgesang
uͤber die „Volkspartei“ anstimmt, wobei es ausdrüdlich die Frac⸗
tion des Herrn Jacobi ausnimmt; dieses fränzdlische Blatt eroͤthet
noch weniger vor der Fälschung der Verhältnisse und erzählt uns
die Volkspartei wolle Erhaltung aller bestehenden Throne, sogar
wo moͤglich Restauration derer, welche gestürzt worden wärenl,
sie werde Deutschland retten und auf die Wände des norddeutschen
Parlaments eine Mene Tekel Upharsin schreibenn.
Bremen 4. Juni. Der deutschen Gesellschaft zur Rettung
Schiffbrüchiger wurde vom Könige von Preußen die Erlaubniß
veriiehen, als Flagge ihrer Rettungsboote ec. ein rothes Kreuz
auf weißem, schwarzumrändertem Felde zu führen.
Bremen. Bemißt man daß Wohlergehen, dessen Deuisch
land genießt, nach der Zahl seiner Auswanderer. so bekommt man
just kein besonders erhebendes Bild; was man auf diesem Gebiete
gewahr wird, contrastirt vielmehr recht stark mit den überjchäumen
den Lobpreisungen im Munde offizieller Herolde und nichtofficielle
— Freiwilliger oder Liebhaber. Die Auswanderungslisten det
hiesigen Hafenplatzes vom vorigen Jahre sind nun auch zusammen
gesiellt und rebidirt. Nach den ungeheueren Fortzügen aus den
annectirten Ländern im Jahre 1866 hatte man angenommen, es
müsse 1867 nicht nur dort (wo man die Auswanderungsmasse er
höpft glaubte,) sondern im Ganzen eine Verminderung eint relen
Dies bestatigte sich gerade in der Hauptsache nicht. Die Meng
der Auswanderer über unsere Stadt aus den anneclkirten Ländern
hat sich nun zwar um etwas, doch nicht einmal bedeutend verrins
gert. Allein selbst dies ist großtentheils blos eine scheinbare Bes⸗
ferung, weil gar Viele aus Furcht vor den bei uns eingeführten
rengen Controlmaßnahmen unsern Platz vermeiden und lieber
uͤber Belgien, Holland, Frankreich und England fortziehen. Dem
ungeachtet führt unser Bremisches Auswanderungsverzeichn h
von 1867 wieder auf: 6897 Hannoveraner, 2929 Kurhessen
383 Nassauer, 52 Frankfurter und 42 Schleswig ⸗Holsteiner (von
den Auswanderern aus den Herzogthümern geht natürlich nur ein
kleiner Theil über hier.) Das Merkwürdigste ist aber, daß die
Zahl der emigrirenden Preußen aus den älteren Landestheilen um
die Hälfte zunommen hat, 21,7668 gegen 14053 im Jahr 1866
mit den Annectirten sind es also 32,069 heimathmüde Vreußer
(1866 28,862.) Die Gesammtzahl aller über Bremen befoͤrder
den Auswanderer hat die unerhörte Höhe von 73,971 erlangi
gegen 61,877 im Vorjahre, 44,666 im Jahr 1865, 27,701
i864, 18,1785 1803 und 25,187 1863. So sehr unserere
Schiffsrheder zufrieden sein koönnen, so wenig kann man Deutsch⸗
land zu solchen Erscheinungen Glück wünschen.
Hamburg, 7. Juni. Sicherem Vernehmen nach wird
vom 26. bis zum 29. August der deutsche Juristentag und An—
fang September der Veremn deutscher Architelten hier tagen.
Wien 6. Juni. Der Reichsrath nahm in vorgerückter
Abendstunde das Unificationsgesetz nach dem Antrag der Minori—
lät unverändert an. Von der Unificierung ausgenommen sind nun
die Lotlerieanlehen von 1839, 1854, 1860 und 1864, das
Steueranlehen von 1864, die Como⸗Rentenscheine, die Bodenkre
dit⸗Auleihe, die Schuld in Wiener Währung, die Grundentlastungs
schuld, die Nationalbankschuld und die unverzinsliche Schuld. Die
weiteren Paragraphen betreffen die Modalitäten der Convbertirung
und die Bestimmung eines 20procentigen Zinsenbezugs von den
Lotterieanlehen von 1854 und 1860, und dem Steueranlehen von
1864. Es wurde folgende Resolution angenommen: Das Haus
betrachtet sich nicht als verbunden, Schulden, welche nicht verfas—
fungsmäßig kontrahirt wurden, zu bezahlen. erkenne jedoch aus
höheren politischen Rücksichten die factischen Schulden zu.
Wien, 8. Juni. Abgeordnetenhaus des Reichsraths. Der
Minoritätsantrag, über den Gesetzesentwurf betreffs der Vermö
zenssteuer zur Tagesordnung zu gehen, wird mit großer Mehr—
heit angerommen; ebenso der Gesetzesentwurf über Erhöhung der
Gebühren dvon Lotteriegewinsten (bei Staatslotterieen auf 20, bei
Privatlotterieen auf 25 pCt.) und dann nach langer Debatte die
zdldende Nesolution: Die Regierung aufzufordern. lzur Deckung

des Deficits in Jahre 1868 im Besteuerungswege geeignete Vor⸗
lagen ungesäumt zu machen. Zur Dedung des Deficits der fol⸗
genden Jahre möje die Regierung Gesetzesvorlagen betreffs Re⸗
sorm der direcien Steuern, Erhöhung der Zuckersteuer und Ein⸗
ührung der Klassensteuer einbringen. Der Finanzminister ver⸗
ipricht ungesaumte Einbringung der betreffenden Gesetzvorlagen.
Zei der Debatte über den Gesetzesentwurf, betreffend den Verkauf
der Staatsgüter. sprechen die polnischen Abgeordneten gegen den
Verkauf der galizischen Staatsgüter. Die Debatte wird morgen
rtgesegt. ——

Wi'ien 9. Juni. Abzeordnetenhaus. In der Hofloge ist
der Prinz Napoleon anwesend. Heute wird das Gesetz über den
Staatsgüterverkauf über Aufnahme einer bis Ende 1869 aus dem
Staatsgütererlds zurückzuzahlenden Anleihe von 15 Millionen an⸗
genommen. Ebenso der öslerreichisch-englische Schiffahrtsvertrag.

Pesth, 7. Juni. Nächste Woche wird der Cullusminister
dem Reichstag die coufessionellen Gesetzesentwürfe vorlegen, da⸗
runter ein Schulgesetz. *

Frankreich.

Als Stylprobe des tollen Pamphlets, welches Prinz Peter
Napoleon (der dritte Sohn Lucian's) in Brüssel für einen fri⸗
chen, fröhlichen Reinraubkrieg vom Stapel gelassen hat (daß die
Zache schief ablaufen könnte, fällt dem edlen Prinzen nicht im
Traume ein), genüge folgender confuse Passus: „Der Rhein —
nit Erlaubniß Derer, welche die offenbaren Beschlüsse der Vor⸗
ehung nicht begreifen — ist die große Scheidelinie der beiden
Völker, die Ihresgleichen nicht haben. Ganz unzweifelhaft wird
die Periode der Ruhe den Tagen der Action folgen. Das ver⸗
hängnißvolle Datum des 18. Juni 1815 ist keine eitle F'ffer.
Frankreich kann nicht unter den Streichen einer großen RNiederlage
bleiben, welche durch die jüngsten Erfolge unsrer Nebenbuhler noch
verstärkt sind, Es ist es sich selbsi schuldig, die letzten Spuren
der Coalition oder Invasion zu tilgen. Es hat das Recht auf
seiner Seite —ein nationales, unverjährbares, proclamirtes Recht.
Es wird triumphiren, und das unvermeidliche Resultat seiner
siegreichen Offensibe wird die gerechte Berichtigung unsrer Gren⸗
zen sein.“

Man liest im „Constitutionell:“ Auswãrtige Jorunale haben
rürzlich augezeigt, die Gesandten Frankreichs an den vier bedeu⸗
tendsten Hoͤfen Europas würden ersetzt werden. Diese Nachricht
entbehrt aller und jeder Begründung.“
Paris, 8. Juni. Der russische Botschafter Graf Stakel⸗
berg hat heute dem Kaiser in den Tuilerieen sein Beglaubigungs
schreiben überreicht.

Paris, 8. Juni. In Betreff der Wiener Beschlüsse sind
die hiesige Börse und die Presse besonders damit unzufrieden, daß
nicht auch die Obligationen der Anleihe von 1835 von der Con
bertirung auzgenommen wurden. „Temps? ist außerdem der
Meinung, das Abgeordnetenhaus Cisleithaniens habe durch die
Bewilligung der 16procentigen Couponsteuer nicht gerade die fi⸗
aanziell⸗ Ehre Oesterreichs aufrecht erhalten. J

Paris, 9. Juni. Der „Moniteur? berichtet über den Em—
piang des Grafen Stakelberg. Der Kaiser beantwortete die Be—
zrüßungsworte des Grafen mit dem Hinweis darauf, daß jeder
Abgesaudte des Kaisers Alexander die entgegenkommendste Auf-
nahme gefunden habe, und daß er (Kaiser Napoleon) nicht be⸗
zweifle, Graf Stakelberg werde zur Aufrechthalung der heute be—
ftehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und
Rußland, auf die er das größte Gewicht lege, das Seinigt
beitragen.

Paris, 10. Juni. Der ‚Constitutionnel“ bemerkt: Die
Beschlüsse der Londoner Conferenz haben eine definitide Regelung
der Luremburgischen Frage herbeigeführt, und alle europäischen
Mächte wollen die Aufrechthaltung dieser Beschlüsse. Es ist keine
Zweideutigkeit möglich; die im Großherzogthum angesponnene Agi⸗
sation hat wohl nur den Zweck, eine Zeitungspolemik hervorzu⸗
rufen.
Belgien.
Brüssel, 8. Juni. Nach hierher gelangten Nachrichten
oll das allgemeine Concil am 8. September 1869 zusammen⸗
reten. Die päpstliche Einberufungsbulle wird die griechischen und
anglikanischen Bischöfe ermahnen, das Schisma zu verlassen.
Englaud.
Die Nachricht, daß der Fürst von Liechtenstein sein Heer“
— das fruͤhere Bundescontigent betrug 70 Mann— mit Stumpf
und Stiel entlassen habe, veranlaßt den „Daily Telegraph,“ die⸗
en Souverän als den nächsten Präfidenten beim Friedenscongresse
in Genf zu empfehlen. (()
Italien.
Florenz, 8. Juni. Prinz Humbert wird mit Prin·
Maraberita ngbster Tage nach Ems und Fe
        <pb n="277" />
        Die Unlerhandlungen bezüglich der Räumung Roms von Seiten
der französischen Truppen finden guten Fortgang. Man soll
einfach auf die Septemberconvention zurückkommen wollen.

Florenz, 8. Juni. Die Deputirtenkammer hat den Ar⸗
tikel 1 der Einkommenstener, welcher die Vermehrung der Grund⸗
steuer um ein Zehntel feststellt, für die Jahre 18608 und 1870
angenommen. Ferner genehmigte sie den Art. 2, bezüglich einer
Erhöhung der Stener auf das bewegliche Eigenthum um ein
Zehutel. Es beginnt die Discussion über den Antrag des Finanz-
ministers, wonach ausländische Rentenbesitzer steuerfrei sein sollen

Türkei.

Nus Konstantinopel, 28. Mai, theilt der französisch⸗
„Moniteur“ die Antwort mit, welche der Sultan den: Bor—
dehern der muselmanischen Culte ertheilte, die eine Audienz hatten
um ihren Dank für die Gleichstellung der Angehsörigen al⸗
ler Religionsgenossenschaften auszusprechen. Der Sultan er—
wiederte u. A. J

„In meinen Augen bestehl kein Unterschied zwischen Musel⸗
männern und Christen. Die Religion und die Rechte der Christen
wurden bis jetzt gewahrt, allein die Christen wurden nicht zu den
hohen Staatsämtern berufen. Dies war das alte System; jetz!
ist der Zutritt zu allen Aemtern, mit Einschluß des Großvezierates
den Ghristen erschlossen. Das Verdienst allein wird über die Er⸗
nennung zu öffentlichen Amtern entscheiden. Zählen Sie aus
meinen guten Willen; ich will das Wohlergehen aller meiner
Unterthanen ohne Unterschied des Glaubens und der Ab—
tammung.“ (GBrabo.) —

Nach einem Ausbruch der freudigen Dankbarkeit der An⸗
wesenden fuhr der Sultan forrrtg

„Indem ich den Staatsrath und den Oberjustizhof

errichte, beabsichtigte ich, daß in dieselben ausgezeichnete Männer
jsedes Bekenntnisses gewählt würden, die in diesen großen
Staatskörpern ihre erleuchteten Einsichten geltend zu ma—
hen hätten. Sie werden in denselben die Geschäfte erledigen
mit Hilfe der Gerechtigkeit, welche die Grundlage aller Regierungen
ist; und es wird im Schoose jeder religiössen Gemeinschaft das
Vertrauen wachsen. Da alle meine Unterthanen die Söhne eines
und desselben Vaterlandes sind, so wird ihre Einigung und ihre
Fintracht dir Zukunft und das allgemeine Wohlergehen sicher
tellen.“ »(Bravissimo).

—Rusßland.

Petersburg, 7. Juni. Auf einen Arlilel des Londoner
„Morning Herald“ über das Vordringen der Russen in Mittel⸗
asien entgegnet det „Russ. Invalide.“! daß es der russischen Re—
gierung physisch unmöglich sein würde, in Afghanistan Einfluß
auszuüben, und läugnet zugleich, daß zwischen dem Krieg in der
Bucharei und den Vorgängen in Afghanistan irgend ein Zusam—
menhang bestehe.“

lINAmerika.

New-York 7. Juni. Die Baumwolleneinfuhr betrug in
letzter Woche 4000, seit September 2,107,000 Ballen. Ausge-
führt wurden in letzter Woche nach Großbritannien: 8000, seit
seit September 1,207,000 Ballen. Nach dem europäischen Fest⸗
lande fand in letzter Woche keine Ausfuhr statt, seit Sep⸗
sember beirug die Ausfuhr 488,000 B. Im Ganjzen belief sich
die Ausfuhr seit September auf 1,645,000 ,B. Eine weitere
Ausfuhr von Bedeutung dürfte für die nächsten 5 Monate nich!
ju erwarten sein. Vorrath 140,000 Ballen.

Dem Pariser Correspondenten des „Morning Abdvertiser“
zufolge, hat der Kaiser von Oesterreich dem Präsidenten der Re⸗
bublik Mexico, Juarez, ein prächtiges Tafel-Service als Aner
lennung für die gütige Ausfolgung der sterblichen Hülle des ehe⸗
naligen Kaisers Maximilian an dessen Familie Übersandt.
— Z
Vermischtes.“
f Die Kaiserslauterer Baumwollspinnere
und Webierse iist in Fallitzustand erklärt; doch hofft man
daß in der auf den 13. Juni einberufenen Generalyersammlung
ein Arrangement zu Stande kommen werde.

FKaiserslautern, 8. Juni. Die „Pf. VB. Ztig.“
chreibte Zur Warnung möge dienen, daß falsche Zins—
Toupons der „Rhein⸗Nahe⸗Eisenbahn⸗Obligationen“ in Cours ge⸗
etzt sind. Es wurde uns ein solcher heute früh auf die Nummer
27928 und auf den Betrag von 2 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. oder
3 fl. 561 kr. s. W. vorgezeigt.

fFKaiserslautern, 8. Juni. Am 1. Juli nächsthin
vird auf der Löwenburg dahier die diesjährige Wanderversamm⸗
ung badischer, hessischer, württembergischer und pfälzischer Brauer
tattfinden, wobei Fachvortrage gehalten und sonstige die Brauere;
erührende Fragen besprochen werden sollen. —

Landan, 9. Juni. Der hiesige Gewerbeverein hat für

die vierte am 21. und 22. hier fiattfindende Wanderverfammlung

der pfälzischen Gewerbevereine folgendes Programm festgesetzt

Sonntag den 21. Juni. 1. Morgens 7 Uhr 53 Min. Em⸗

sfang am Bahnhof Landau; Zusammenkunft in einem geeigneten.

Locale der Stadt; Eröffnung der Vorträgesuber a) Gewerbehallen;

b) Organisation der Gewerbebereine der Pfalz; e) Frauenarbeit ꝛtc.

Wahrend der Vorträge bietet fich Gelegenhen zur Restauration.)

2. Abfahrt nach Carlsruhe: 11 Uhr 48 Min. Hauptzweck: Be⸗

ichtigung derCentral⸗Gewerbhalle Badens.“ — Ankunft in

Carlsruhe: 1 Uhr. — Restauration. 8. Befichtigung der Ge⸗

mäldegallerie und nach Möglichkeit der wichtigsten Kunft- und

Induftrie · Gebaude.“ 4. Ruͤcffahrt von Carlsruhe nach Landau;
3 Uhr 20 Minuten Abends. — Ankunft in Landautt7 Uhre62
Minuten. — Reunion. Montag den 22. Juni. Ausflug nach
einem schönen Punlte des nahen Gebitgeess. ——

Landau, 9. Juli. Da die Wuthkranlkheit unter den
dunden noch nicht erloschen ist, so hat das kgl. Bezirlsamt die

Hundesperre bis zum 15. Juli verlängerttg.
7In der gestrigen Generalversammlung der „Deuischen
Feuerversicherungsgefellschaft auf Gegenseitigkeit“ ist die Verlegung
des Sißes von Ludwigshafen nach Rürnberg beschlossen
vorden.

. München 7. Juni. Aus sicherer! Quelle geht mir die
Mittheilung zu, daß der König unterm 25. Mai l. J. die Er⸗
richtung einer Versorgungsansialt für hilfsbedürftige, erwachsene
veibliche Beamtenwaisen zu Neuberghaufen, wie sie weiland Ko—
nig Max M. im Testamente angeordnet hat, genehmigt und ver—
ordnet hat, daß dieselbe den Namen „Beamten⸗Relikten-Anstalt
Neuberghausen“ zu führen und mit dem J. Juli 1. J. in's Leben
Ju treten hat. In Folge der testamentlichen Bestimmungen wer—
hen dieser Anstalt die in Neuberghausen erbauten Stiftungsge⸗
däude nebst Zubehör und aus dem Rüclasse dez Königs Max U.
ein Fundationskapital im Betrage von 285,000 fl. zugewiesen.
Heute Nacht verstarb dahier der in allen Kreisen jehr geachtete
und beliebte Rentbeamte Kimmerle, am Rentamte München 1J.

„Der feit 1849 als Flüchtling in Holland lebende Heraus⸗
‚eber der ehemaligen „Mannheimer Abendztg.““, J. P. Grohe, ist
am 5. Juni in seine Vaterstadt Mannheim zurückgelehrt.

— Es find jetzt falsche preußische Thalerscheine in Circula⸗
ion, weshalb wir das Publikum warnen, bei Empfang solcher
Scheine, welche gewöhnlich nie genau betrachtet werden, ein we⸗
uig aufmerkjam zu sein, Der in Rede stehende Schein ist üb⸗
cigens ein so schlechtes Fabrikat der Lithographie, daß man schon
vei einem einigermaßen aufmerksamen Blide — die unge⸗
chickte Demantschrift bemerkt, sondern auch auf ver Kehrseite vei
der rechtsstehenden Figur eines Knaben vollständig einen Theil des
hinter seinem Kopfe hängenden Tuches vermissen wird, welches
bei echten Thalerscheinen bekanntlich zum Theil von dem ruderar-
tigen Stabe, den die Figur in der linken Hand hält, bedect wird.

F Köoln, 5, Juni. Die „Rh. Zig.“ schreibt: Ju einer
diesigen Weinstube entspann sich Dienstag Abend zwischen Civili—
ken und einem Officier ein Wortstreit, der damit endete, daß
detzterer sich aus dem Wirthshause entfernte. Nach einiger Zeit
lehrte der Offijier wiederum nach dem Hause zurück und begehrte
da die Thür bereits verschlossen war, Einlaß. Die Wirthin öff⸗
nete ihm, erntete aber für die dem späten. Gaste erwiesene Ge—
älligkeit keineswegs den ihr gebührenden Dank. Sie wurde au
dem Hausgange mit harten beleidigenden Worte angefahren, die

schließlich so wenig gewählt waren, daß die in den beiden Wirths—
hauszimmern noch anwesenden Gäste fich veranlaßt fühlten, ber
so unsanft tractirten Wirthin zu Hilfe zu eilen. Es kam endlich
ju einem Handgemenge, in welchem der Offizier seinen Degen zog
und einem der Gäste wie wir vernehmen, einem Postbeamten.
eine erhebliche Kopfwunde beibrachte. Gestern lag der Verwun—
dete noch in einem bedenklichen Zustande. Eine alte Geschichte
denkt der Leser; ja wohl, aber wie oft soll sich diese Geschichte
jum Unheile friedlicher, wehrloser Bürger wiederholen?
Landwirthschaftliches.

Der Kartoffelbau von Karl Ludwig Gülich in Pin
aoberg (Holstein) hat in jilngster Zeit virl Aufmerksamkeit aus sich
zezogen. Gülich hat seine interessanten Beobachtungen in einem
leinen Werkchen (Altona bei Wenzel) niedergelegt. Bezüglich
»es Setzens der Kartoffeln sagt er u. A.: Selbst diejenigen Land⸗
wirthe, welche nur ganze Knollen pflanzen, bekümmern sich nicht
darum, in welche Lage die gebracht werden. Sie werfen
die Kartoffel nur in sie Furche, ohne zu bedenken, daß dieseibe
leich anderen Pflanzen ein Keim und ein Wurzelende hat. Die
deime der Kartoffeln wachsen aus den Augen heraus in gerader
Richtung nach dem Nabelende, und die Wurzeln wachsen dicht bei
en Augen aus den Kteimen in entgegengesetzter Richtung, gleichbiel
        <pb n="278" />
        wie die Lartoffel im Boden lhegt. Pflanzt man sie mit dem zeln entnehmen dem Boden unten die Nahrung, befdrdern sie nag
Nabelende nach unten, so ist die Folge, daßz die Keime ebenfalls »ben, bringen sie dann aber wieder noch unten, wo sie in den
nach unten und die Wurzeln nach oben wachsen. Sowohl Keime steim übergeht und durch diesen in der Muttermilch vereint wei⸗
alg guch Wurzeln scheinen, wenn sie eine. Zeitlang so fortgewach⸗ ex. nach unten gebracht wird und dann erst durch den Keim nach
—A Verfehrte selbst gehruft zu haben, denn sie aechenoben in den Slengel gelangt. Ist das Nabelende nach unten gee
sich in. finem Bogen um, hegegnen sich auf halbem Wege, wachsen pflanzt, so können die Keime wohl in der ersten Zeit einige Nah⸗
alsdann aber durcheingnder, die Keime nach oben und die Wur⸗ rung einsaugen, doch menn die Masse ersl breiartig ist, hört ⸗8
zeln nach unten, die Keime an den rechten Seite lommen oftmals auf. weil sie dann nur ein halbes bis zwei Drittel des Raumes
3 und die an der linlen Seite rechts auf und sind überhaupt einnimmt und daher mit den meisten Keimen nicht mehr in Be⸗
berworren, und verdreht, Die Ernährung geht in diesem Falle ziehung ist, und da am Nabelende keine Keime sich befinden, so
uß ane amstucliche, eigenthümliche Wese vor sich. Die Wur- bvird ein Theil dieser Masse unbenutzt bleiben müsssen.
Mobhiliar⸗-Versieigerung.
Samstag, den 20. Jimi 1868. ves
Norgens 9. Uhr zu St. Ingbert im Sterb⸗
haufe des daselbst verlebten Schlosserbe⸗
Georgen Haas lassen die Erben von
L, der verlebten Kalharina Wagner, lebend
khefraurdon dem gleichfalls verstorbenen
Heinrich Haas gewesenen; Acerer; und
Hergmann.e A gedacht vexstorbenem Georg
Haas, die zu deren Nachlassenschaften ge⸗
hörigen Mobilien auf, Credit versieigern,
namenilih
eine vollstündige Schlosserei⸗Einrichtung
60, fextige Thürschlosser. Thürbänder
Feilen Meisel, Fensterbeschläge,8
Schraubstöcke mit Werkbänken, L Bohr
maschine, vorräthiges Gisen. Gußstahl
Blech, J Canapee- Tische, Stühle, Bet.
tung, Weißzeug, Getüch, Kleidungsstücke
2. Taschenuhren, eine Wanduhr und
allerlei sonstigt Gegenstände.
St. Ingbert den 10. Juns 1868
Horu, kgl. Rotac.
Holz⸗Versteigerung
aus dem Gemeinbewald
in Ormesheimeßßß
Mutiwoch den 17. Junin II. Vormit⸗
tags I. Uhr werden aus dem: Gemeinde⸗
walb von Ormesheim 38 **
ESchlag Betteh
olgende Loher venn rt. als
s6 eichen chälwagnerstangen.
45. gopfenstangen NMck
1531 Klafler eichen Schälprügelholz.
3900 gemischte Reiserwellen,
150 tichen
Erfweiler, den 5. Juni 1868.
Dag Bürgermeisteramt ·
Braunberger
Gebrüder Groß
aus Zweibrücken
werden wieder, mit, ihrem bekannten
Herren⸗Kleider Cager
den hiesigen Marktn am Montag den
15. d. M.beziehen, und“ sind bei
denselben die modernsten Kleider zu
ehr billigen Preisen zu haben.,

ZAeuer verstcherungsbank für Deuls —
Nach dem Rechnuingsabschlusse der Bankefür. 1867 betrügt die Erspar⸗
niß für das vergangene Jahr

82*

—VVVVVVV——— 3 2. . 7. 2
SO Proce
der eingezahlten Prämlen. 576
Zder Vanktheilnehmer in hiesiger Agentur empfängt diesen Antheil nebst
einem Exemplar des Abschlusses von den Unterzeichneten, bei welchen auch die
zusführlichen Nachweisuungen zum Rechnungsabschlusse zu jedes Versicherten Ein⸗
sicht offen liegen.
Demnjenigen, welche beabsichtigen dieser gegenseitigen Feuerverficherungs⸗Ge·
ellschaft beizutreten, geben die Unterzeichneten bereitwilligst desfallsige Auskunft
und vermitteln die Versicherung. nd
Aandau, den 21. Maii 180b688.
. xouis Zayer, dauptagen. *7.
. Ranzerbieter, in St. Ingbett
3. Bracht. in Zweibrücken, für die Kontone Zweibrücken und
Franz Lang aus Zweibrücken
besucht mit seinem —— den be⸗
vorstehenden St. Ingberter Jahrmarkt mit einer schö—
nen Auswahl von soliden Herren-Kleidungsstücken.

Verkaufslokal bei Hotel R.

—— grucht⸗ Brod⸗ Fleische ic. Vreifte

Geschäfts Empfehl ung. der Stadt ιι * .

Der Unterzeichnete beehrt sich einem Weizen 7 fl. 48 kr., Korn 5 fl. 38 kr.
nerehl. Publikum St. Ingberts und GBerste Zreihige, — fl. — kre, Gerste vier⸗
Amgegeud die ergebenste Anzeige zu a —J Sren fl. 21 kr
e nn
41 6, — fl. 19 kr Erbsen — sl. — kr., Wicke
J J Achr macher * 5 — —— * kr., e
eD 333 ufl. 200 kr., Stri 1fl. 12 kr.,
eee en

vu 2 1* ornbrod 3 HKgr./ tr. —J—
zilinder⸗ und Anker - ZAhren, S8 r., ditto J Kgr. 9 kr., ——
Wand-Ahren, Schwarzwälder⸗ 3 Kgre, 33 kr, 1 Paar Weck, 7 Loth
Ahzren ec. unterhä—lllß. 2 kr., Rindfleisch; 1. Qual. 18 fkr., 2.
Reparaturen unter Garantie wer— —A— ——
den auf das beste: und billigste auze dfbe, Wein 24 Ir. Bier 7utr., per Liser,
geführt. Hutter 30 kr., per Pfund.

S Beet Wies an d

Obermühle, sind für
diesjährige Heu? uund Oh⸗ Fruchtpreise der Stadt J
m els Exute zu verpachten gaserelauteru 333

zbI— Veizen — fl. — kr., Korn r.
bei A. Weigand, Wittwe. — * 7 Spelz 5fl.

F Aeufen und Weist . 18 kr., Gerste 5fl. Ltr. Hafer 5 fl.
ur en —8 Montaa. den 15. Juni 1868 16 te — si. — el, Wicken — fi.
7 ö—5. . 4. 542. 1 — kr., Linsen — fI. — Ar. per tner.
markt t
mn einem später bekannt zu machender W vm bert. 8 3 Pfd. Gemischtbrod 14 ir. und 2 Vid.
ie u . ndbert. . Welßbrod 14 kr.

—15 —

——
Kedaction, Druck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert.
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        pr 7— ↄι νινι να :
— TAci. 7 1 VVV— 2 . — — — ,
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Ingberler Anzeiger
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ι ια ιν αιαull ↄια mι !— εαι ι ννl—
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ε — , e— —V— J 4 ,. . 1149000;
da In berten Wüzeig'ede mis —B—— ischeint. üd hanutlich dreimal Dienzlgg, eg
und Semst ag.. Abounementshreig biextelaͤhrig 45Krzr. oder n Auzeigen werden mit 3 Ktzt, die dreispalige Zeile
ι ννν—., ichit vder dexen Raum. — — ι— σ
XRD57 * F 2—GGCERCOSMCOSSSSSSSCSCCCCC.. 5
Nro 70.0. ͤαι, ν αιιν νν—' ESauistag⸗ dei Ig Juni, —— e e he 1868
— I — — —— — ——
nν — F νι ⏑, . ν, y uaste !.
Sulfchlandet ——
2. Mun Hheen. S8. Juniz, Vor⸗ Kurzemi gine „offizielle Dar⸗ labnen von ich gplachrothecz Zuche bei den Valaislonannelren ae
—B—— he an densesben Duatbitten — die Tinhoese ves gantne Gen 3
dee bederische Her betherligt var. perschiemen. Eehtrddiele üuferet idrs zd) die Wschatfung der Mantelderzůg )die uxücklosn
Leserinterej siren, wenu, wir iu ——— ungher Chinp aguies ihnen. bei der. Feldaus uͤstun ge aͤnhe 7) b
iud oltaane n. der. baherische v. Armies ig srydege hhehe eh ün, ünd cuungen zan. Heun. deldflaß cheuriemene den Aasrli sinigedaschen dew
issen mit Himotglassung aer, Reflectsneen ihee 3 Febwpebel, nd den. Säbelgehäugen.Alle, diese ⸗ Bneenn
missen mit Hinsveglaisung allet. Reflecklonen zuchte er Die. Zeit Feldwebeljind den. Saͤbelgehäugen. Nle diesen eranderungen
pom Beginne des Krieges, big zum — r daben, mit Ausaahine, der. Anter ZiffaJ., und7 Pezeichnesen,,
lich in 4 Abschnitte theilen Eyster gAbschnute Vorrücken“vom varüber uoqht, Raͤhsreg bestimint werdem wird-aisafort an, Vollzug,
Main gegen Norden zir Verdenünginit dem 8. Armeecorps Uhreten anße u . ,e6
ind verfuchte Befreiung der Hanroveranner; Treffen belt stoßdorf, — 32 bnur — 1O. Junin Hrn. De. Voi zu Chren fane
Zessc uid⸗ Hilfnfeld, vont Aleo Jumenbis 40 gJullif?s Zweiter Abe hestern. in den xeichgeschmuckten Slen ae eeee
htick. Rütanatsch aind Sehwenkungehe gem die Saͤcse, Schlacht estliche -ind. zahlee, he Bürgerversamm ag stache Diz Rede mo⸗
ber. Kiffingen und Ham:melburge vom de bisa bob Juttee Dien nit Hr Zurger mieiter. Fisher dem zuͤruggrtehrteun Zoporplame nlg—
Abschnitt: Nebergang auf ˖ dasAinke Mainilfer arsid⸗ Voͤrm arsch nach Abgegrdneten. hegrüüßztee und. Voͤlls. Erwiderung dee wirden
Besten. gegen den Oden wald Vereinigung mit went 8alrhnekorpy, nit lehhafteni Veifall ausgenommen,, Polt jchtog seine Redes nite—
Treffen· vᷣee Uettingen Roßbeuntte Helmstudd unde Hettstadt, vonr 'inem Hoch auf das werdeuds Reich deutscher Ration. ————
l. big 352 InttVierler Abs haͤnte Uebergang giuße datüerahte 3Setautelga vit. I Juni Das Landeßeomnitecder soürterne
Maimuftr. Beschießirng ¶ von Marienberg KWuͤrzbersh.n Waffonruhe er Volkspartee peroffenlicht sein⸗ Hrogramun ziut den beaworftehendemr
and Waffenstillstand: Aufstellung an der Donagu; Friedez vhn 27 audes wahlen. Es Vexlaugt, daße niut-Maunec vewpahl erwer
Juli bis 22. Au zust. — Erstewns Attschritt: Am 21. Juni wurde pelche. Deutschländs Heil in der Errichlung eines Südbundes, sut,
die Steslung dar Abimnee.Au, dem cipgzfug dekretirt. g Das baher., h eruna üc Einführuug der allgemeinen Voiksbewaffnung, werbunden,
damgls ee am. Mayiß, . Bamberg wta karjer Peuse nz und militgrischer Jagen door dexeitung, sür Mee
— Sweinfurt stand, Hatte zunein Ziche vor Aggeu: vaceit Verz. dorm· der Waree Verfassuug Wieder hersicllangedernt
ꝛinigung mit dem 8. dealschen. Armeteqzpssꝰ und sdan . Alifnah me Sahlordnuctz⸗vou 1818 Aufhebung jedes Pripilegiuntj, derstele
dor haunover'schan Armee, avelche, Poͤn; dene Hreugen, gehraugt, ung des Eintam nershiteins, Initiativs der Vollaversxetina zun verg
gegen Süden zog, um si hmit Den ·n südoentschen Acsuercorps zu laufulirte Redefreiheit der Ab geordneten furze. Lan agheenen
dereinigen. Zu diesem. Zveck sollteg, si 5 dig, beideng. Aurmeecorpe keorganisationdor Verwaltung Reform des Geineinde weseng une,
zegen Hersfeld dirigiren, uad nach ihrer Vepesnigitag daum eal— defteiuagdaselhee von der astaatlichen. Bepormazduug kintxeten..
peder gegen Kassel oder . Eisenach operixen; a a. Ag. Ihti, denn Staats ienet im engerg. Sinnt durteu mht geparhlt werden b,
Tage nach der Shlacht bei Langensalzar trafen inHaudtqiare 4 Siteutet xXa bt, IL. JInjn. Der Bnerasstabshef v. Suckow
ier deg baherisshan Armeecorps Racheichteit ein woz ia . die Hiae sten h. Ninchen gogereiet gu Varhandlungen üher, militärische
mDetanen rtagader Dufe —ducfte a.m Muf. dieses hin harde Dag Uagelegtenemnga. e igndern ni Betraff der Daindesfetn enue
erstg aunte Ziel Vexeinigung, mite dem 83. Armeecorps— Betlin Juni. u dem Etat des norddeutschen Bun⸗
vorerst aufgegeheg- Nude gegen: Thuron zeu. Und — Die Gesat intAusgaben für das Jahr 1889 ist
stichlung ingn den Hannoveranera — D—— — — veranchta gt. In Zorselben stud nenthal⸗
orgegangen; am Bhz, Juni stand, bie Armerbeh nz ig zen — eu an serwanerndea Anszabego ß388 N40 40 anneinmaligen und
dildburghausen mit Bacckuhazijin Sähl, Zus ec; i hon an juge roroartn chn as ꝓaben. — —— Von dzen fort
aitsem Sage. bie shere Kunde vog der Eppita— rndrnrae gase an Rind.besthütmtufütr, die ¶n Mltitarderwallung
utiout der Haunobitantteein getröffen war, wurde das rskedund 387 αααια die Miärineverw ultunꝭ ———— ——
ruͤnmeht cinztge Ziel Vertinignug' mit dem 8. Korps wie⸗ Irgtanzur gmt acden. Bundesrath and die Bandesausschüsse 178,380,
er gusgeno mime a und' michte zitn diesent: Zwecke ie ßaheriscde sut ven Roschstah 20, 3568, fut die Bundeschonsatute 273 630 Thlr.·z⸗
emee sn einem Flatfkeum irsche lünks Hone Hiloblrghäausen Airon iß nordontlichen und. titimatdgen Ltutgabon wevthällensi henuß
Meitingen Hersfeld zu erkeichen krachten Wahtend desß Malscheg dae Bundoͤkan goranit. die: Post: uns Delegtaphen·die nMNrine
astes zu den Zusmgienftözen mit den Preußßen, ündn ernnn— Die Bundẽesein mihinen sind wie folgt petanschlagte
ne blutigen Traffen “bei Roßdorf ünd FZella geschla geneid Rach det Ueherschue aꝛbe Zötten- und Verbrauchsstouern, A8,204 886
Hapitulation der Hannoberaner“ dele Kängeusalza war Funttytpshüssen der Posta Und B—— —0—
xildi ehiet be Preußischen Meisiak iiet un“von —— vetschledene Einnuhmeiroheit
ac uus daut jertta geantasen üthen Fruukfiürrt oet Wärzbiregt enoviltelnen Das gabererwattuugen 129496. Matrifularbeitage
drehlen Bei e dab soew idine Bandesstaaten 83668390 Rthlradno
e aeee i Saale? das 8. CuAhpß⸗. niWier Wined A Jutincd Wezuglich des! Bonbertzet!scheut ue.
glesch bib Frastfutt züriütt ainin fuchen die zrbnßae digen hoch attfages witdudes gylbandesegthine feiner, Mehdh ait hi jddenflls
Forbe noch waͤleraügessauverizun drngen did Icho denlo sihh afwieuaue. fFiddhle gonperenz des Bollparlamento — —— —
ein Keit zolschenebeige ———— vrami ze Joh tun und deyootonprinz: von!Sachsen sosflenba onin
aina der aherenngat.ireiten aiund etngelatin.schuchated Wagohdnmttr w wroalchtscher Kegimenter ernatint werdenn e ,
zingen von Fulda über Zruckmän miachenstisfinatnich mentewingao(uih taodutohnon ou Junnn Sienʒ ProinglabCoroeipatthengncheitt
um nach Schweinfurt — Würzbug: ars bucken. Anm Graßcis cuneckabeges siy mit? langetam rrwisrhNa afs snern
J—— 3 —— ———
xrst So * 5 g8 x briß Aich — Ftoh —— —A Inp Lanche Scynien —DDDDD—
— ——— ar⸗ F eeet Wirdnad aie Die⸗ Moerzo gehu rh SHleswina Holstein narhalten nutrenitne duigigere—
dem ne Watbntradel deguSmat set tüeheeat inn eg — derrurusitz in seietast Anc welhe, nrich Dem Wunfsqherc
in se 4 ret wohen swöllenanf — ——— J—————6
lusfee in“ Steietgete 7 58 Folein uu WWiel⸗ pod —X nn ——— —R wouis α
3 Wurghen e ut En — vo 31. kubtre he 141 int ver 3 wirdn Fenon
wurde bezugtich vr aitcrustüst de prene Insaültest Wonh guß —A Einneihrng des Latheldatnats in Worngeen
v RSednet iusn eines neuͤtn ornisters —— Die Wandelbtommisstsn diei dtages nah re
neue Pack. Auslea- und Ausrüstungs-Ordnitige; Sye hsrüe hesteru den Antrag LaskeeeMiues'“ sCorti et
        <pb n="280" />
        troß des Widerspruches des Bundescommissaͤrs Dr. Mighaelis,
m. Es wurde mündliche Berichterstattung beschlossen und der
Abg. Stephani zum Referenken ernaunt. n

uus Tuxemburg bringt die „Allg. Ztg.“ folgenden Be—
richt über die Annexionsdemonstrationen: In der Nacht vom
z. auf den 7. Juni wurden in der Hauptstadt und in einzelnen
Fleden Placate angeschlagen, welche das Volk zum Abfall vom
egitimen Herrscherhaus und zur freiwilligen Annexion an Frank⸗
reich auffordern. „Luxemburger!“ heißt es, natürlich in franzd⸗
ischer Sprache, „erwachet aus Euerem Schlaf! Die Neutralität
muß auf die Länge unerträglich werden. Frankreich empfängt
Fuch mit offenen Armen; es gibt Euch dies und das. Es lebe
Frankreich!“ Die hiesigen Annerxionisten werden nicht ermangeln,
dre eigene Machination als einen Ausdruck der Gesinnungen des
Volkes in franzoösischen Blattern hinzustellen. Diesem voraussicht⸗
— De
die Polizei von dem Unternehmen zum voraus benachrichtigt war,
jonnie fie die Thäter in slagranti delicto ertappen, und siehe da!
an der Spite einiger gedungener Individuen war mit dem An⸗
schlagen der Placate beschäftigt — der Drucker des französischen
Annetionsblaites lAvenir“, Er wurde sofort mit einigen seiner
Behilfen verhaftet und die Sache gerichtlich instruirt. Diese Ma⸗
nifestation des „Volkswillens“ konnte also leider micht zum Aus
druck kommen, da bei einbrechendem Tag die wenigen Placate,
welche angeschlagen werden konnten, durch die Polizei abgerissen
waren. Ebenso konnten die dreißig französischen Fahnen; welche
man aufstecken wollte, und wozu ein Individuum um 20. Francs
gedungen war, nicht zum Vorschein kommen. — Es ist interessant
zu wissen, daß der kaiserlich französische Viceconsul Mahon de
Monaghan der thätige Redacteur jenes Blattes und die Seele
zer ganzen Bewegung ist. Dieses Individuum ist hier allgemein
zehaßt; die Bevölkerung gab dem Unternehmer jener Partei ge⸗
genuber ihre tiefste Verachtung zu erkennen.

Wien 9. Juni. Die „Presse“ bringt eine aus römischer
Quesse stammende Mittheilung, wonach in der letzten Allocution
des Papfies der Lockerung des Concordats nicht gedacht werden
würde.

Wisen 10. Juni. Der „Neuen“freien Presse“ zufolge wird
der Finanzminister Dr. Brestel am Freitag oder Samstag die
Regierungsvorschläge zur Deckung des Deficits im Wege der Be⸗
deuerung einbringen. Die Vorlagen sollen genau den Maiori;
atsantragen des Finanzausschusses entsprechen.

eth, . Juni. General Klapka begrüßt im „Szazadunk“
zen Prinzen Napoleon als den Befürworter der Allianz zwischen
Fraͤntreich Preußen, Oesterreich und Ungarn gegen den Moskowi⸗
sismus. (Wir deuken, in Berlin wenigstens wird man fich nicht
hiel an das „Fürwort“ des Prinzen kehren, sondern eventuell die
Bekampfung des Bonapartismus für dringlicher und lohnender
halten als die des Moskowitismus. Die Red. d. Pf. K.)

Frankreich.

Paris 9. Juni. Bezüglich der in Luxemburg stattgehab⸗
jen Demonstrationen zu Gunsten der Einverleibung des Landes
in Frankreich sagt der Constiiutionel: „Gewisse zu Luxemb urg er
scheinende Blätter haben sich zu Organen von —A
macht, die zu Gunsten der Annexion an Frankreich dort bestehen.
Dieje Demonstrationen sind dazu angethan. zahlreiche Interessen
zu beunruhigen, einen bedauernswerthen Widerhall zu finden und
Angewißheit über eine Frage zu verbreiten, welche unmoglich Zwei⸗
denigkeiten vertragen zu können scheint. Jedermann kennt die
Siiution des Großherzogthums, wie sie durch die Londoner Con⸗
jerenz in dem Act vom 11. Mai 1867, woran die Großmächte
mitgewirlt haben, festgestellt ist. Inzwischen ist kein Incidenzfall
borgelommen, welcher an dem festen Willen aller Cabinette, den
amals geschaffenen Stand der Dinge aufrecht zu erhalten, Zwei⸗
fel zu hegen berechtigt. Wir denken nicht, daß man der bejeich⸗
neten Agitation eine andere Wichtigkeit beizulegen braucht als eine
jolche, wie sie aus einer Journalpolemik resultiren blann.

Aus Paris 10. Juni, wird geschrieben: Die kaiserlicht
Familie reiste gestern Nachmittag nach Fontainebleau ab. Der
Hof wird dort weder Diners, noch Feste, noch Jagden geben.
Der Kuaiser (und das dürfte die Ursache der Zurückgezogenheit sein)
erließ die Tuilerieen in der That sehr leidend und sehr übelen
Humors. Zwischen dem Cabinet des staisers zu Fontainebleau
ind dem Siaatsministerium wurde eine directe Tel egraphen⸗ Ver⸗
bindung hergestellt. Vor seiner Abreise empfing der Kaiser den
dreußischen Gesandten Herrn v. d. Goltz, der preußische Gesandte
jeigt sich sehr befrietigt über die ihm gewordenen Zusicherungen
Ind man bringt diese Unterredung mit der heutigen Constitution⸗
gel⸗Note in Zusammenhaug. worin jede Solidarität der kaiser⸗
ichen Regierung mit der in Lurxemburg (unter Leitung der Di⸗
tectoren des von hier subventionirten Avenir“) stattgehabten
Manifestation geläugnet ist.

VDer Marschall Bazaine in picirt dieser Tage zum dritten
Mal die festen Pläße und Garnisonen der Ostprovinzen. Vor⸗
jestern war der Held von Merico in Besangon, wo ihn die Ein⸗
wohnerschaft „nmiß eisiger Stille“ empfing.

Paris 10. Juni. Das,Journal des Debats“ weröoffent
icht heute die Liste der Schulden, welche die Stadt Paris an
erschiedene Unternehmer für neuangelegte Straßen zu zahlen hat:
in Allem 450,033,005 Franken — ohne natürlich das zu rech⸗
sen, was fuür den gleichen Zweck bereits ausgegeben

worden ist. 3*

Den Luremburgern räth der „Avenir“, sich, um
dem Annexionsschwindel ein Ende zu machen, an Belgien anzu⸗
schließen.

Paris 11. Juni. Nach dem Moniteur“ hat der Kaiser
stapoleon sich beeilt, dem Vorschlage Rußlands auf Verpdonung
der explodirenden Geschosse bei den Armeen beizustimmen.

England.

London wird zum Beginn des neuen Jahres um ein gro⸗
zet und merkwürdiges Bauwerh reicher sein. Nach dem vom Par⸗
ament bereits genehmigten Plane des Ingenieurs Peter Barlow
r. wird in Kurzem mit dem Bau eines zweiten Turnnels unter der
Themse und zwar in der Nähe des alterthümlichen Towers vor⸗
zeschritten werden, welcher bereits am Neujahrstage 1869 fur den
herkehr des Publikums eroffnet werden dürfte.

Schweiz.

Bern 8. Juni. Der Bundesrath hat kürzlich einen Be—
chluß gefaßt, der für die Entwickelung des schweizerischen Ehe⸗
rechtes von Wichtigkeit zu werden verspricht und auch das Aus⸗
and interessirt, Es handelte sich um die im Ausland geschlossene
Ehe eines Schweizers mit einer Ausländerin (Französin). Diese
Fhe wurde alz verbindlich erllärt, obschon die Bewilligung der
eimathlichen Behorden des Mannes maugelte. Wird dieser Ent⸗
cheid vom Bundesgericht bestätigt, so ist der Bund als befugt zu
hetrachten, ein Bundesgesetz mindestens für solche auslandische Ehen
zu erlassen. . 9—

Rom, 8. Juni. Der Papft hat den Grafen d. Caserta
Stiefbruder des Exksnigs von Neapel) mit der Prinzessin Marie
Antoinette in der Kapelle des Vaticans getraut. ——

Aus Bologna wird gemelbet, daß dort und in anderen
Ztadten wie Modena, Mailand, Rimini und Venedig Verhaf⸗
ungen von Personen vorgenommen worden sind, welche einer weit⸗
verzweigten Banknotenfälscherbande angehören. Unter den Ver⸗
—— Leute, z. B. ein Graf
Mattei aus Bologna. Auch ein Deputirter ist, wie telegraphisch
jemeldet wurde, verhaftet.

Florenz, 11. Juni. Im Senate werden am 18. d. M.
die Debatten über die Finanzgesetze ihren Anfang nehmen. 150
Preußen, welche gekommen sind, um Italien zu sehen, wurden
ympatisch empfangen. Heute ist, des Festes wegen, die Boͤrse
jeschlossen. — Zwischen Jtalien und Spanien ist ein Vertrag
degen Auslieferung der Verbrecher abgeschlossen worden.

Donaufürsteuthümer.

Belgrad, 10. Juni. Der regierende Fürst Michael ist
rmord iet worden. Aus seinem Gefolge wurde auch seine Cou⸗
ine Anna Constantovic tödtlich verwundet und ist bereits ihren
Wunden erlegen. Verwundet wurden noch deren Tochter Katha⸗
rina, sein Adjutant Gosaschonen und sein Leibdiener. Die Mor⸗
der sind angeblich drei Brüder Radovonovic, von welchen einer
jefangen, die beiden anderen aber entflohen sein sollen. Alles ist
abgesperrt und ein Cordon um die Stadt gezogen. 9—

Belgrad 11. Juni. Aus den Ministern Marinovic, Les⸗
hianin und Hru. Petrovic ist eine provisorische Regierung gebil⸗
da.Die Nationalversammlung ist auf den Monat Juli einbe⸗
rufen. Im ganzen Lande ist der Nriegszustand proclamirt und
as Miluar auf den Kriegsfuß gesetzt. Hier dauert die Aufreg
ung fort, ohne daß die Ruhe gestört wurde; doch ist ein Verbot
zegen Zusammenrottungen erlassen und das Militär in die“ Ca—
ernen consignirt, nachdem die Volkswuth sich bei mehrereü heute
porgenommenen Verhaftungen geäußert hatte.

Nußland.
In Moskau hat man am 28. Mai den Jahrestag der gro⸗
zen Slawen⸗-Versammlung durch ein Diner gefeiert. Ein Redner
uchte nachzuweisen, daß die Slawen nur Eine Sprache, wenn
nuch in verschiedenen Dialekken sprächen, und daß der russibche
dialekt die panslawistische Sprache der Zutunft jei. Die Polen
derglich er mit dem verlorenen Sohne des Evangeliums, wünschend.
zaß sie gleich diesen in den Schooß der slavistischen Familie zu⸗
ückkehren moͤchten. Ein telegraphischer Gruß ging an die czechi⸗
hen Freunde in Prag.
        <pb n="281" />
        Amerika.

Wasshington, 8. Juni. (Kabel⸗Telegramm.) Die
Staatsschuld betrug am 1. Juni dieses — 2,643,500, 000
Dollars, hat sich demnach um 4 Mill. ollars vermehrt. Im
Staatsschatze befanden sich 133,500, 000 Dollars und hat demnach
derselbe um 5,500,000 Dollars abgenommen.

Dem Wajhingtoner Correspondenten der, Times“ zufolge hat
»as Ministerium des Auswärtigen den preußischen Gesandten er—
uucht, seine Regierung um Abberufung des Baron Kusserom, der
zie jüngste Duellaffäre mit General Lawrence hatte, sowie des
trafen Loltum, der bei jener Gelegenheit als Secundant figu—
irte, zu bitten, da deren Handeln im Widerspruche mit den ame⸗
cilanischen Staatsgeken sei.
Berwmischtes.

fFSt. Ingbert 8. Juni. Wie wir bereits in Nr. 55
ꝛes Anzeigers mitgetheilt, findet das pfälzische Mufikfest nun de⸗
initiv vom 4. bis 6. Juli in Zweibrücken statt. Außer verschie⸗
denen pfälzischen Vereinen hat auch der Musitverein bon Saar—
zrücken, sowie verschiedene auswärtige Künstler ihre Mitwirkung
jugesagt, u. A. Hr. Ruff, Concertsänger aus Mainz. Fri. Lu
ʒede, Hofopensängerin aus Carlsruhe, Hr. Mertte, Pianist aus
hetersburg, und Herr Keller, ein geborner Zweibrücker, Hof—
pernsanger in Hannover. Wie die „Pf. Ztg.“ schreibt, fleht zu
erxwarten, daß die Direction der pfälzischen Bahnen wie bei ähn⸗
ichen anderen Gelegenheiten eine Ermäßigung des Fahrpreises
verde eintreten⸗ lassen, was zur Vergroßerung det Fesibesuches je⸗
zenfalls nicht unwesentlich beitragen wirdh.

7 In Wainz hat sich der Oberlieutenant, v. S. wegen einer
vom General Herwarth v. Bittenfeld bei einer Inspection erhaltenen
charfen Rüge erfchossen.

F, Stuttgart, 5. Juni. Ein beklagenswerther Unfall
ctug sich gestern auf der Feuerbacher Haide zu. CavalerieOfficiere
ibten sich im Scheibenschießen mit der Pistole. Dem Lieutenan
k. ging die Pistole, als er auf dem Pferde sitzend den Hahnen
pannen wollte, unzeitig los und die Kugel traf den Cavaleristen,
velcher dem Pferde den Kopf hielt, in die Stirne. Der Unglück
iche verschied noch in der Nacht. Die Gewalt der Kugel war so
roß, daß sie aus dem Hinterlopf herausfuhr uud einen aweiten
Nann leicht am Armie contusionirte.

tDie Direection der Kölu⸗Minder Eisenbahngesellschaft er⸗
lärt die jüngst von der Rh. und R. Ztg. (auch von uns) ge⸗
drachte Nachricht der versuchten Pfündung einer Locomotibe des—
doln⸗Berliner Schnellzugs für eine müssige Erfindung.

F. In Dresden wurde durch eine bei Umfüllen eines Petro⸗
eunifasses entstandene Explofion das Haus des Kaufmanns Sulz ·
ꝛerg in Brand gesetzt; der mit Umfüllen beschäftigte Sohn Sulz⸗
jergs ist verbrannt, Sulzberg selbst schwer verletzt.

fBexhin, 5. Juni, An der deuischen Expedition zu
deobachtung der Sonuenfinsterniß werden folgende Gelehrle theil⸗
iehmen: Dr. Tietjen aus Berlin, Professor Spoͤrer aus Anciam
und Dr. Engelmann aus Leipzig. Diese drei Herren werden sich
iach Bombay begeben. Wie ferner mitgetheilt wird, sollen sich
ie HH. Dr. Zenker und Dr. Vogel mi photographischen Appa⸗
aten nach Aden begeben.

. Die Ernte⸗Aussichten in Ostpreußen sind leider auch für
nieses Jahr sehr trübe. Ein Hr. Reitenbach schreibt von dort
uterm 1. Juni: „Winker⸗ und Sommergetreide sieht trostlos
nus. Regen koͤnnte noch Manches verbessern, nach allen Anzeichen
sjaben wir aber keine Aussichten darauf. Alle Winterfelder sind
aabei lange nicht besät, ein großer Theil umgepflügt, Sommersaa⸗
en dom ungünstiglten Wetter zurückgehalten, auf Dörfern slellen⸗
deise kaum die Halfte derselben bestellt in den Wiesen gar ltein
hraswuchs, dazu füngt an manchen Orten der Milzbrand, wohl
n Folge ungesunden Futters vom vorigen Winter her, an, fich
ehr ünangenehm zu zeigen. ..“

f öothen, 80. Mai. Die von Seiten der Gemeinde
dothen veranstaltete Einsammlung von Maikäfern, hat bis gestern
ꝛo diese geschlossen worden, nahe an 32 Ceniner oder 1,600, 00
stück betragen. In den herzoglichen Plantagen und an den
Straßen sind 93 Centner 87 Pfund oder 4,692, 000 Mailäfer
ingesammelt worden.

Ein gütmüthiger Polizist) Einem auswärtigen Blatte wird
on Berlin geschrieben: „Vor einigen Tagen kam ein Polizei⸗
eainter aus Leipzig hierher, um eine von dort aus requiririe
vefangene abzuhoien. Das Frauenzimmer war zufällig erst kurz
vorher in der Stadtvoigtei von einem muntern Knaben entbum
ren worden, so daß der Transporteur auf der Rüdreise wohl oder

wbel seine Fürforge auch auf den kleinen Weltbürger ausdehnen
nutzte. Die Aufgabe war keineswegs leicht, da die Muner nich!
Staude war, ihr Kind selbst zu nähren, und der Junge mit⸗
aier so heftig schrie, daß der Beamte sich in Jeiner Verzweiflung
nter herbeilassen mußte, ihm in eigenee Üerson die Flasche zu rei

hen. Trotz aller Unannehmlichkeiten gelangten die Drei glücklich
nach Wittenberg. Kaum war ber Zug auf dem Bahnhof einge⸗
aufen, als der Kleine auch wieder mit wahrhaft moͤrderischem
Beschrei nach seiner Saugflasche verlangte, in der fich unglücklicher⸗
weise kein Tropfen Milch mehr vorfand. Die Gefangene zeigte
ich um ihr Kind besorgt und bat den Beamten schließlich, dasselbe
instweilen in Obhut zu nehmen, während sie endas Milch herbei⸗
haffen wolle. Aehnlich dem bekannten „Stadtsoldaten, war der
deipziger guthmüthig genug, darauf einzugehen. Er wiegte den
Zäugling in seinen Armen und suchte ihn auf alle mögliche Weife
u beruhigen, während die Mutter den Waggor verließ und dem
Stationsgebäude zueilte. Nach einiger Zeit ertönte die Signal⸗
zlocke zur Weiterfahrt, das Frauenzimmer aber war noch nicht
zurückgekehrt. Da begann dem Beamten ein Licht aufzugehen.
Mit dem Kinde auf dem Arm ftüezte er auf den Bahnhofs⸗In⸗
jspector zu und theilte demselben sein Mißgeschick mit. Der Zug
mußte warten; der ganze Bahuhof, ja spälerhin die ganze Stad
wurden durchsucht, aber nirgends fand man eine Spur don der
Entflohenen. Mit schwerem Herzen mußte der Transporteur sich
endlich auf den Weg machen, um wenigstens den Saãugling
zlücklich in Leipzig abzuliefern, für welchen derselbe sbis dahin
nelens volens Mutlerstelle uͤbernehmen mußte. Seine Arrestantin
hat fich bis jetzt noch nicht wieder ermitteln lassen“

FGum Z. deutschen Schiltzenfest, In Wien findet eben
jzetzt die Aufstellung der Festhalle zum 8. deutschen Bundesschießen
tatt. Nach dem vom Schießcomite festgestellien Bedarf sind für
zasselbe erforderlich: 21 Kassiere, 9 Kontroleure, 84 Sekretäre,
10 Telegraphisten, 5 Oberwarner, 170 Warner, 6 Oberzeiger,
177 Zeiger, 48 Diener, 6 Portiere. 20 Wächter. — Die vom
Tentralcomite, für das nordamerilanische Bundesschießen in New
zork gewidmete Ehrengabe (silbernes Trinkhorn mit reichem figura⸗
ischem Schmuch geht in den nächsten Tagen dahin ab. — Vom
Wohnungscomite werden neben den nicht ausreichenden Privat-
wohnungen auch Massenwohnungen in den verfügbaren offentlichen
Gebauden, Schulhäufern ꝛc. beschafft. — Ein Aufruf des Cen—
tralcomites ladet neben den deutschen Schützen und Stammesver⸗
vandten als Ehrengäste der Stadt Wien auch ein: „Alle, die
imn Festorte Wien den Bürgern des in der bolitischen Freiheit
viedererstandenen Oesterreichs die Hand zum Gruße reichen wol⸗
en. Willkommen und im Voraus als liebe Gaste begrußt sfind
uins die Vertreter aller Gesellschaftsschichichen, die Männer der Ge⸗
etzgebung und der Rednerbuhne, der Kunst und Wissenschaft, der
dandwirthschaft, der Industrie und des Handels. Diefer Willkomn—
zruß soll weit über die deutschen Grenzmarken hinausdringen, über
die Meere hinweg zu allen Nationen der civilisirten Welt; und
wir werden in ihren Sendboten zum Feste die Bürgschaft finden,
daß ein Band der Liebe und Eintracht alle Voͤller der Erde der
vinden könne. Keine politische Schranke und nicht die verschiedene
Sprache trennt uns von den Staͤmmverwandten uud Fremden,

die bei dem 3. deutschen Bundesschießen erscheinen werden, und
vir hoffen zuversichtlich, daß die innigste Verständigung mit Allen
heim Feste zum beredten Ausdrucke gelangen wird“

FAllen Nachrichten zufolge ist der Stand der Felder in
zanz Ungarn ein außergewöhnlich guter und die Wiesen ver⸗
prechen eine gute Heuernte. Auch für die Weingarten find die
Aussichten günstig und die Obsibäume sind mit Fruchtansatzen reich
ʒedeckt. Bleibt auch während der Ernte die Witterung günstig
o dürfte das Jahr 1868 das verslofsene znoch an Ergiebigleit
ͤbertreffen.

. In den vornehmen Cirkeln in Pariz ist eine neue Mode
aufgelommen. Wenn die Gesellschaft versamimneli ist, tritt ein
Prediger in den Saal und halt eine religidse Ansprache an die
Berlammelten. Der Liebling war bis jetzt Pater Bauer. Seine
Zirche (Madeleine) ist auch sonntäglich mñ Andachtigen überfüllt.

In Salerno wucde vom 2, bis 20. Mai der Rauber
hef Gaetano Manzi und 10 seiner Genossen prozeffirt; 91 Zeu⸗
sen waren geladen. In der Anklage figurirten zahlreiche Mord⸗
haten, gewaltthatige Plünderungen und Erpreffungen in der Hoͤhe
von 460, 000 Lire, brutale Mißhandlungen der Gefangenen, (Ab⸗
chneiden der Ohren und ähnliche Verstümmlungen) u. s. w. Manzi
und zwei Genossen wurden zum Tode. 9 zu lebenslänglicher, 5
zu 20—28jähriger Kettenstrafe, 2 zu 10 und 12jahrigem Gefäng⸗
niß verurtheilt.

k Gielfache Verwendung des, Petrolenms.) Das Petroleum,
nit dem man Jahrhunderte lang, als es noch unter dem Namen
Steinol oder Naphta in den Handel kam, nichts rechtes anzufan⸗
zen wußte, gewinnt immer groöͤßere Wichtigkeit, und awar schätzt
nan es nicht nur als Brennmaterial, sondern auch in der übrigen
Hauswirthschaft, in der Landwirthschaft und selbsten der Heilkunde
pielt es seine Rolle. Den umfassendsten Gebrauch macht man
xehzt von seiner eminemen Wirksambkeit gegen alles kleine Ungezie⸗
ser, das directe Berührung mit dieser Fliuffigkeit immer sofort
durch die bloße Ausdünstung theilweise ebenfalss gelnnna
1e 1
        <pb n="282" />
        Als 4 herixichen wirden Gartner, Thierzüchter und Thierärzte
iden das Petroleurn schon häufig zur Vertilgung pflanz⸗
aVndethieri det Synaroßzer; gegen das häßltche Uedel, das
wmer in A— Haͤui distenden Milbe herruͤhrt, die
seht es allen ginderen Mitteln voran. Hierguf fußend,
rtliche Fiente auch hegonnen, den Stoff gegen iju⸗
ülagste gngewedewürmer“nämlich ju Anwendang zu
AIgeht ung gogr egfaug uit gutem und raschem Erfokg. Man
uiht zu diesem Zweg Kiystlere mit einer Evulsion von Petrolenm
inz Halben Eßs) el voll ein Eigelh und, warmem Wasser;die
ae wicn hne Beschwerde ettragen,“ Wahrscheinlich wird
— Miletng im Vetdauungskanal üründüich Bleauch
ven Vand huree uftumen, vald nuch“ irnerlich gegeben
wvirden.Pariser Aerte haben — und ge⸗
unden. vaß der Siloff für den Koͤrder uns hädlich, und nur durch
ihesg boßüͤchen Geschnad iwiderwartig ist. Dem lagt sich äber
A isen inden mant ihnesn!bekannter Weiser in Galatiutkapfel
— 53
n nrrnhite inch) Die Wientr Vorstadt-Zestung.
— — Feder beroffenttiht, det wenn
auch —— * Stadte destimmt, dhhnuch für!
uustre Slabt jund andere, Mittelstadte fehsvigl Richtiges jnd We⸗

zerzigenswerthes enthält. Derselbev apricht zuerst die in großen
Swien systematisch betriebene MilchVerschlechlerung und. Ver-
alschung undihre schliuzmen Folgen für“ Kinder und Erwachsene;
jeht daun auf. die Wichtigteit der Milch für Seereisen und w
e sns auf Bie, unter Amdeten anch voön“ Liehig 'angestellten
ind vollkommen gelungen Verfuiche die Milch —
aß fie dauerbar imd transportfähig wurde Die erfte Fabrika⸗
ion folcher Milch im Großen geschahdurcheinge englisch-amerika⸗
if he Gesellschaft zu Kham in der Schweig. welche frifche reine
upeamtahind iufepicht betschlossene Blehbun hfen condensirt, so daß
neselbst jahrelang frifch bleibteund stels durch· Verdünnung mit
Basser A eine velieblg starken oder schwache Milch' verwandekt
herden kann. In jüngster Zeit wird nim giich von einer deutsch.
hweierischen Giscschaffn Iepey 9 Aeniplen im Allgan
eeceeede aͤch, großen Vortheil, im
ommer, wegen, deg leichten Sauerwerdens der frishen Riid im
zintet wegen“der schlechten Beschaffeuheit der Milch. abgesehen von
llen nur möglichen Verfälschungew solche condensirte Alpenmilch
ür Kinder, fuür Spitäler und —3 aller! Art gewahrt“ liegt
ntf der Hand, Wir glauben; daß dit Einftthrung —B
irler Alpenwilch dixeck · und indirect fur die Beph kerung von
entiheee u lee hneüt
25 55 F 9— 7 .— 2. — — ——— 6
Zefänütmächungen, ranzSau« aus Zweibrücken
nι — —2 2 —5 bhe⸗
ee tetnt
Holzversteigerung. borfichenden Etn Ingberter Jah sait ö⸗

nine Swinit waldunigen. des naln⸗ gen LAuswahl von soliden Herren-⸗Kle dungsstü sen
osaͤnttze Zweihrrückeun * 45 —]
BVerkauelotalehet; Matet 1.. .
—D ier —A re —J * — .V« SFES ⁊ —c
—O . —A— c.. . 3 * * Morgen Sonntag 14. Ipni
G wraen Zuf. Ergebnissen in ber⸗ a e hedehee Iun.
134 * * er ul, ö —. —8 96 e . m
———— An vin schiedenen Echlagen⸗ 28 ꝛ in der Baum schulo⸗a —2
—E — — iiefel. richen, Stäumie, bb. Clna —D—— I Webernean *
9 agg 75 ʒichenn Stamm 3. Clein . wozuhöflichst einladet: , ano n
— —ä— gu ate iicfern. Stämme 8. u. 45 Cl. ———— V. Woblfahrt.
838 1. i Wangnerstängenn να sichten 5 3. C. —— J Für gute Sheisen und Getränke? ist be⸗
tc gtte igen Misselholz228 tiesern u. fichten Sparren. u tens gesorgt. — —
vuhen Suetu g Sic 4eichen Waguerstangeis en uun Zimmersim zweiten Stod, die sogleitch
ι, eichen Scheit knorr. u. anbr. 21 fichten Gerüststangen. elogen werden konnen, hat zu verntiethen
1294 7vuchen u. eichen Prũgel⸗ 4 aiste huͤchen Scheit Lx 2. Qual. Franz Fovs Schuhmacher
80t —⸗ 23 * 4 3* J J 8 esch. —J— ur drappen. Vnie — 6 9 J
33 Sclag Rehthal. * — — er — 26 8 2.
heee us 3wen bereü Ren
Irspuchenen aee l vedete gieder ut rent Vekaunter
e erh vee ———
A irwuchen Scheit 4. u. 2. Qual. Geschãfts Empfehlung Herren⸗ leider⸗ Cager
I Weighhotz Scheitz —63 den hiesigen! Markt am Monkag“ de
Der A ekchnete beehrt sich einem w hiesig
g röchen, birkewu. ahots Scheit Der Unterzekchnete beehtt siche nem n hie —
—— ügete verehli Vähsßikünt St?—ngbertse und 152d.M. ' beziehen, unde find.be
tpe 5 8hen Astprü get. 5. erehlt Pablikunt St.Ingberts enren aee
5 onm rn pein Weichholz uͤnezeude c Adebenste Anzeige hut, e * aee 35
uαei n —3— va hiee ai 5. isen zu haben gage
d7 — —* 7 ee nachcu, daß er sich. hier algee J— ehr i igen Zie ne ——
2094 lAnm: vorschie e W — ———— — 57 cher 3313i — 33 d
— 81331 h 24 —— *5377 — 31343434 erx iEta —XRXR * *
Sda Seetdutpt —— epezus
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s atee nn hsen Schwarzwälder , 12 e her Birr sehnbrones ghe
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ehen paeten Duenen Hiepotatumsn uuter Garantie wer ik he e
ee eee Jen git dag hesten untt. petihte 16raa Schweinefleisch.18ekr. Butter 30 kr!
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Fie aciion. Druck ind Verlag- vonn. X. Demen ina- Gt.na eri-

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        Sl. Ingberler Anzeiger.

4J
—
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimab: Dienstag, Donnerstag

und Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blrlattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 71.
6s.
Deu tschland.

München 12. Juni.“Der. Chef des württembergischen
Generalstabs, Oberst v. Suckow, ist hier eingetroffen. Ee ist be—
auftragt über Angelegenheiten von gemeinsamem militärischem In—
reresse mit dem bayerischen Kriegsministerium zu verhandeln, und
solles sich dabei namentlich um die Verhältnifse der Fest un g
Ullem handeln.

Dienstes-Nachrichten. ,

Der Professor des Religions- und Geschichtsunterrichts für
die katholischen Schüler an der Studienanstalt Zweibrücken, Prie⸗
der Dr, Johann Ochs, ist zum wirklichen Gymnasialprofessor in
orovisorischer Eigenschaft, ferner, der geprüfte Candidat des Lehr⸗
umts der Mathematik und derzeitige Realienlehrer an der Latein⸗
chule zu Grünstadt, Christian Dielmann, zum Studienlehrer an
ver Studienanstalt Zweibrücken und der geprüfte Candidat des
dehramts der Mathematik und Assistent an der Studienanstalt
Zpeyer, Franz Falk, zum Studienlehrer daselbst ernannt worden.

Darmstadt, 13. Juni. Nächsten Samstag tritt die
weite Kammer zur Berathung des Militärbudgets
zusammen.

Stuttgart, 18. Juni. Der „Württemb. Staatsanz.“
meldet, daß der badische Kriegsminister General v. Beyer in
Stuttgart gewesen ist und eine längere Unterredung mit dem Mi—
aister des Auswärtigen gehabt hat. Der hiesige Telegraphendi⸗
rector Klein hat auf seiner Reise nach Wien in München mit
dem baher. Handelsminister v. Schlör über die engere Verbindung
der beiderseitigen Eisenbahnen conferirt. Die Aussichten für eine
solche sind günstig.

Wien, 9. Juni. Gestern fand die constituirende Versamm⸗
kung des religiösen Reformvbereins statt; Ronge hielt dabei einen
Vortrag. Die beabsichtigte Besprechung der Wiederherstellung der
(1848 von Ronge gegründeten) freichristlichen Gemeinde wurde
bon der Polizei⸗Direction auf Grund eines Ministerialreskripts vom
Jahre 1851 vereitelt. (Was niltzt dann das interconfessionelle
Gefetzte) Der religiöse Reformberein wird jedoch sofort Schritte
thun, um die Gründung einer freireligiösen Gemeinde hier zu er—
möglichen. Der von dem Versammlungslokale bewerkstell gte Verk⸗

auf von Schmähschriften gegen Ronge hatte nur den Erfolg einer
Steigerung der Begeisterung für die religiöse Reform.

Wien 18. Juni. Herr v. Beust eröffnete gestern die in—
ternationale Telegraphenconferenz mit einer Ansprache, welche die
zroße Bedeutung des Telegraphenwesens in politischer, nationaler
ind wirtbschaftlicher Beziehung hervorhob. Heute wird sich die
Versammlung constituiren. — Generl v. Gablenz ist nach Bel⸗—
zrod abgereisst. um an der Begräbnißfeierlichkeit Theil zu nehmen.
Prinz Napoleon reiste heute Nachmittag nach Prag, nachdem er
iurz vorher die Abschiedsbesuche des Kaisers sowie des Kanzlers
). Beust empfangen hatte. V
— Pesth, 12. Juni. Von dem Gecchichtsschreiberr Horvath.
dem ehemaligen Cultusminister Kossuths, ist eine Brochüre gegen
die von dem Erdictator empfohlene Politik erschienen, die reisen⸗
den Absatz findet. Mehreren Mitgliedern hiesiger Judengemeinden
zgegenüber erklärte der Kultusminister Eötvös: der Congreß der
ingarischen. Judengemeinden werde im December einberufen werden.
— Prinz Napoleon wird auf den 16. Juni hier erwartel. We—
jen der Belgrader Ereignisse soll derselbe die Reise nach dem
Drient aufgegeben habenn... —

Agram, dh. Juni. Ju der Nähe der Festung Gradika
wurde die Post ausgeraubt. Der Postillon wurde kodt aufgefun—
den. In der Draugegend treiben sich viele Rüuber umher,

werden regelmäßig zwei Ministerrathsbersammlungen in der Woche
zehalten. Man hat es hier gerne gesehen, daß die kaiserliche
Regierung dem Antrag Rußlands wegen Beseitigung der Spreng⸗
Jeschosse beigetreten ist; denn in diesem Beitritt wie in dem Ita⸗
iens erblickt man ein Friedenssymptom, aus dem die Sangui⸗
uler sogar schon den Anfang zu einem Friedenscongresse heraus⸗
vachsen sehen.

Paxis 13. Juni. Der Moniteur sagt in seinem politi⸗
ichen Bulletin: Es sei aus telegraphischen Nachrichten von Kon⸗
tantinopel ersichtlich, daß die Pforie die Zusammensetzung der
hrovisorischen Verwaltung in Serbien als eine solche betrachte,
welche die wünschenswerthen Garantieen für die Aufrechthaltung
er Ordnung und die rechtmäßige Wiederherstellung einer neuen
segierungsgewalt biete. In der That isi, Dant den zu Belgrad
rxgriffenen Maßregelu, die Ruhe bis jetzt nicht gestört worden,
ind es ist aller Anlaß vorhanden zu hoffen, daß durch das be—
lageuswerthe Attentat, welches Trauer über das gande Fürsten⸗
hum verhängt hat, die guten Errungenschaften, welche durch die
Anstrengungen des Fürsten Michael erlangt/wurden, nicht wieder
u Frage gestellt werden.

Paris 13. Juni. Der junge Milan Obrenobic reiste hente
n Begleitung der dervorragendsten hier lebenden Serben nach
Belgrad abßb.—

England.

Am Ende der vergangenen Woche wurden in Liverpool 650
Mormonen eingeschifft, um über New-VYork nach dem Salzsee be—⸗
ördert zu werden. Sie bilden nur die Vorhut der zahlreichen
Armee von Bekehrten, welche in ganz Engkand auf ihre Beför—
herung nach dem gelobten Lande harren.

Italien.

Von Ravenna wird gemeldet, daß der Mörder des Staats-
nwalts Cappa entdeckt und verhaftet ist. Gleichzeitig kam man
iber auch Dank den Aufzeichnungen, welche man nuter
den Papieren des Ermordeien fand, einer in der ganzen
sdomagna verbreiteten neuen Verbrechergesellschaft auf die Spur,
pelche die Zengen, Geschworenen und Richter mit den furchtbarsten
Drohungen einschüchtert und, im Falle diese nicht fruchten, sofort
nit dem Dolche zu arbeiten beginnt. Als ein folches Opfer fiel
Fappa, fielen vor einiger Zeit der Polizeidelegat von Ancond und
der Unterpräfekt von Imola. Die Furcht und Feigheit der
somagnolen vor dieser Blutbande geht über alle Begriffe, und
instatt sich zu einigen und mit vereinten Kräften ihrem Treiben
ein Ende zu machen, gewähren sie denselben durch ihre —XX
Weigerung, gegen sie vor Gericht zu zeugen, Straflosigkeit und
olle Freiheit, ihre ruchlosen Thaten fortzusetzen.

Wie der „Figaro“ erführt, erhalten die französischen Küras⸗
iere neue und stärkere Panzer, da die bisher üblichen den Kugeln
der neuen Gewehre keinen hinlänglichen Wiederstand leisten. Die
ilten Panzer kosteten 100. Fr. und werden zu 25 Fr. verkauft,
die neuen kommen auf 125 Fr. zu stehen. Wie es heißt, wird

die brasilianische Regiernng die alten Panzer aukaufen.
Donanfürstenthümer.

Belgrad 12. Juni. Die provisorische Regierung, welche
die Regentschaft übernommen hat, ist die für den Fall einer plöh⸗
ichen Thronerledigung gesetzlich vorgesehene und besteht als solche
rus dem Senatspräsidenten (Marinovic), dem Justizminister CLe⸗
chanin) und dem Präsidenten des Casationshofes (Petrovic). Sie
hat sofott eine Proclamation au das Volk erlassen, worin sie das—
Abe ermahnt, die Ordnung aufrecht zu halten. Heute empfing
ie im auswärtigen Amt das diplomatische Corps, welches unter
Zortritt des englischen Generalconsuls gekommen war, ihr Bei—
eid auszusprechen; Mari ooꝛic dankte für die Theilnahme. Die
Vertreter der fremden Mächte conferiren häufig mit der proviso⸗

schen Regierung.“ Die Rationalversammlung, welche Aufangs

Frankreich
Paris 11, Juni. Ueber das Befinden des Kaisers eir—
uliren nicht die besten Nachrichten. Es heißt, derselbe sei gestern,
neine Ohnmacht gefallen, die längere Zeit gedauert hat wie
Aenn überhaupt derlei Aufälle nicht selten sind.n In Fontainbleau
        <pb n="284" />
        Juli zusammentritt, ist (wie schon bemerkt) die sogenannte „Große
Stupischina,“ die aus viermal soviel Mitgliedern besteht als die
zewöhnliche (also 480). — Die Mörder des Fürsten sind aus⸗
ndig gemacht, und die Untersuchung befindet sich im vollen Gange
Obwohl mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden, so blieb
doch die Ruhe ungestört. Das Landvolk liefert aus freien
Stücken verdächtige Persönlichkeiten ein. Der schrecklich verstüm⸗
melte Leichnam des Fürsten wird heute einbalsamirt und über⸗
morgen bestattet werden. Morgen findet die öffentliche Ausstell⸗
aug statt. Die Fürstin Julie (die geschiedene Frau des Ermor⸗
deten, eine geborene Gräfin Hunyady) wird aus Wien
rwartet.

— Belgrad, 13. Juni. Eine Proclamation des Kriegsmin isters
an die serbische Armee macht bekannt, es sei der Wille des verbliche⸗
—D——
olger werde, und fordert die Armee auf, den Willen des Fürsten
auszuführen. Das Militär nahm die Proclamation sehr günstig
auf. Die Wahlen zur Skuptichina finden am 21. Juni statt,
die Eroffnung derselben am 3. Juli.

— Die hiefige Gemeindevertretung proclamirte einstimmig
den Reffen des ermordeten Fürsten, Milan Obrenovic, als präsum⸗
tiven Fürsten von Serbien. Auch die Stimmung des Landes ist
zieser Thronfolge günstig. — Das Resultat der bigher eifrig fort⸗
gesetzten Unterfuchung constatirt, daß sich eine Verschwörung zu
Gunsten der Dynastie Karageorgievie gebildet hatte. Die einge⸗
zogenen Mörder heißen Radovanovie aus Schabatz, Rogic und
Aihanarkobic aus Pofcharevaz. In Schabatz ist die Behörde faß
zußer Stande, die Familie Radovanovie gegen die Volkswuth
esen

Das aofficiesle Regierungsblatt und der „Vidovdau“ er—
tiaren, der Ueheber der Mordverschwörung sei der entthronte Fürft
Alexander Karageorgevic. Das Haupt eines Morders werde aber
die Krone Serbiens nicht tragen. „Michael III. Ist gefallen, et
lebe Füxst Milan IV.!“
Die Ermordung des Serbenfürsten Michagel (er war geboren
1823 und solgte seinem Vater Milosch J. im Jahre 1860) kann
m sofern zu ernsten Verwichlungen führen, als derselbe keinen
Frben hinterlaßt und den Umtrieben also Thür und Thoe geöffnet ist.
Die ‚N. fr. Pr.“ schreibt darüber: Bis zum Zusammentritte
der Skupschtina wird es an Intriguen aller Art nicht fehlen.
Fürst Michael ist von der Pforte 1860 durch Berat als Fürst von
Serbien bestätigt worden, doch hat die suzeräne Regierung die
erbliche Nachfolge in der Familie Obrenovich nicht anerkunnt. Fürst
Michael starb kinderlos, uud es heißt, er habe schon längst seinen
Neffen, den Sohn der in Wien lebenden Fürstin Marie Obren⸗
‚vich iestamentarisch als Thronerben eingesetzt. Nach den Aben ⸗
ruern, welche diese Tame jedoch mit dem Fürsten A. Cusa in
Bucharest erlebt, ist es nicht sehr wahrscheinlich, daß die Serben
ihren Sohn — derselbe ist erst 13 Jahre alt und wird in Paris
·rzogen — als Fürsten acceptireu. — Ein anderer Prätendent
vaͤre noch der 1859 vertriebene Alexander Karageorgievich. Man
Jennt auch noch den Ex-Minister und Senator Garaschanin, eine
Nreatur Rußlands, als von dem Ehrgeize beseelt, den Fürsten⸗
thron zu besteigen. Die Vertreter der Mächte, so wird aus Bel⸗
grad telegraphirt, haben haäufig Conferenzen mit provisorischen
RKtegierung. Den Mächten wird es obliegen, Sorge zu tragen,
daß die Frage der Thronbesetzung nicht durch einen einseitigen Ein⸗
fluß entschieden wird. Hand- und Staatsstreiche sind in Serbien
twas sehr Alltägliches. Ueber die Entschließuug der Pforte ver⸗
(autet noch nichis. Als Schutzmacht und Unterzeichnerin des
Pariser Vertrags steht ihr das Recht einer gewichtigen Einsprache
zu. Daß die großserbischen Plaͤne jetzt zu verwirklichen gesucht
verden. besorgen wir weniger. Rußland freilich wird sich bemü—
hen, Alles untereinander zu hetzen, aber der gesunde Sinn des ser—
bischen Volkes und die Wachfamteit der Mächte werden hoffentlich
schweres Unheil zu vermeiden wissen. — Personen, welche in der Lage
ind, die Dinge uud Verhältnisse in Serbien aus näherer Anschau—
ung zu kennen, versichern, daß bei dem Attentate weniger politische
Moͤtide, als vielmehr religiöbser Fanalismus im Spiel sein soll.
Man bezeichnet nämlich seit geraumer Zeit und ziemlich allgemein
zas Fräulein Katharine, Tochter der Auka Konstantinovich (welch
letztere hauptsächlich großen Einfluß auf den Fürsten geübt und
besonders die Trennung seiner Ehe mit der Fürstin Julie veran⸗
laßt tzaben soll) als die zulünftige zweite Gemahlin des Fürsten,
and da diese — nach serbischer Genealogie — eine nahe Ver—
wardle desselben ist, wollte eine fanatische Partei diese „religisse
Sunde“ vom Throne Serbieus abwenden.

Amerika.
NewYvrk. 3. Juni. Der Senat in Washington haͤt
mit 87 gegen 141 Stimmen dem abgetretenen Kriegssecretar
Stanton ein Dankvotum ertheilt, dagegen einen Antrag auf ein

Dankvotum für den Oberrichter Chase wegen der Leitung des
Processes Johnson abgelehnt. Auch hat derselbe der Wiederer⸗
ennung des Hrn. Stamberry zum Attorney⸗General seine Ge⸗
nehmigung nicht ertheilt. — General Shofield hat die Leitung
es Kriegsdepartements übernommen; im Commando des ersten
Militärdistrikis ist er durch General Stoneman ersetzt. Der ehe—
malige Präsident Buchanan (Lincolns Vorgänger) ist gestorben.

— Man befürchtet einen Einfall der Fenier in Canada bei
Prescott und Cornwall; die canadischen Freiwilligen sind jedoch
nuf ihrer Hut.

Wafhinton. 11. Juni. Der Senat genehmigie seiner—
eits mit 81 gegen 5 Stimmen die vom Repräsentantenhaus be—
ritis beschlossene Zulassung der ehemaligen Rebellenstagten Nord-
uind Südcarolina, Georgia, Alabama und Louisiana zur Vertre—
zung im Congresse.
Eine amerikanische Stimme über Deutf chland.

Welche Sympathien man in Amerika dem deutschen Volke
entgegenträgt, ersehen wir neuerdings wieder aus einem Artikel
der Pawtucket-Gazette,“ in welcher einer der angesehensten Ame⸗
rikaner schreibt: .. .Die Liebe zum „Vaterland,“ auf die ich
nich, als so hervorragend bei den Dentschen in der Heimath, so
Jäufig bezog, ist denn auch überall in diesem Lande höchst bemer⸗
enswerth. Bei der großen Mannichfaltigkeit der Personen, mit de⸗
nen ich zusammen kam, traf ich nicht eine, deren Mitgefühl nicht
tark erwecdt wurde, bei der Anreguug über die Frage von der
tünftigen Konsolidation und Macht eines einigen Vaterlandes. Sie
nmögen kommen aus welchen Stauten sie wollen, Bayern, Würtem⸗
herg, Sachsen, den größeren oder kleineren Staaten, sie mögen
noch so verschieden nach Beruf und socialer Stellung sein, immer
die Liebe zum Vaterland ist die Empfindungssaite aller Seelen,
deren Schwingungen der leisesten Berührung entsprechen und die
im vollkommenen Einklang mit jenen anderer Herzen und Hoff⸗-
aungen sind. Es liegt ein Zauber in diesem nationalen Empor⸗
treben. Es nährt die besten Triebe von Baterlandsliebe in jeder
Brust, und bei uns Amerikanern sollte es unser wärmstes Mitge⸗
fühl erregen und zar Aufmunterung dienen. Kein Volt war uns
jo treu in den Stunden der Verzweiflung und der Prüfung, als
der Deutsche, und um die Größe dieser Sympathie und die Auf—
richtigkeit derselben zu kennen, muß man mit ihm in Berührung
zekommen sein, wie wir, als unsere Noth und unser Unglück ihre
Thatkraft entzundete. Was auch immer wir thun können zur
Beforderung des sehnenden Wunsches der Deutschen, sollte erustlich
Jethan werden. Ich kann nie die Befrieorigung höchsten Grades
bergessen, die ich bei der Versammlung deutscher Bankiers in
Frantfurt erfuhr, welche zusammen kamen, um Mir. Lauier (von
dem Bankhause Winslow Lanier u. Co. Newyortk) entgegen zu kommen,
der von dem Finanzminister zu Washington hieher gesandt wurde, um sich
des Standes amerikanischer Staatspapiere im Auslande zu ver—
sichern. Bei dieser Versammlung von 60 oder 70 der ersten
dandlungshäuser, die fabelhafte Summen repräsentirten, und welche
Millionen Dollars unserer Anlehen besaßen, war der Enthusiasmus
und die wahre Befriedigung über den Erfolg unserer legalen und
patriotischen Armee bei ihnen so stark wie bei uns. Und die
Reden, welche gehehalten wurden, verbürgend unsere Redlichkeit und
Biederkeit für die ehrenhafte Bezahlung des letzten Dollars unse⸗
rer Verbindlichkeiten, wurden mit Beglückwünschungen und Ver—
sicherungen unbegränzten Vertrauens empfangen. Laßt die Ge⸗
schichte nichts versäumen in dieser stolzen Mittheilung, daß, als
die Finsterniß ihren schwarzen dunkeln Mantel über uns deckte,
als die verhaßten Sendlinge verdammnißvollen Verraths sich dem
apitol unseres Landes näherten, Tod und Vernichtung nuserer
Republik drohend, als sogar die Erde selbst verrätherisch erschien
und selbst Männer von Wahrheit und Patriotismus ängstlichen Blickes
inter dem schweren Drud von Zweifel und Furcht litten, sogar in dieser
Stunde des Kleinmuths zu Hause kamen zu uns die starken
Stimmen der Hoffnung und frohen Muthes derselben deutschen
Bankiers, die der Welt ihren Glauben und die Hoffnung verkuͤn⸗
deten, indem sie die Preise amerikanischer Anlehen auf der Frank⸗
furter Börse erhöhten. Gott segne das deutsche Vaterland! Möge
eine Zukunft sein, wie der Glanz der Sterne am Firmam enie!
Möge der östliche Himmel die glänzende Morgeupracht wieder—
trahlen, wenn die Strahlen dieser Sonne glänzen mit der Pracht
eines auferstandenen, mächtigen und intelligenten Bolkes, in der
neuen Gestalt einer herrlichen Verbrüderung und Einigung gereift
und vervollkommnet.

— M2

Kaiserslautern, 13. Juni, Abends 6 Uhr. Bei der
heute stattgehabten Generalversammlung der Actionäre der Baum—
vollspinnerei Kaiferslautern einigten sich dieselben dahin, daß der
Verwaltungsrath das Gericht veranlasse, seinen Ausspruch um 8

Vermischtes.
        <pb n="285" />
        Tage aufzufchieben, und' sich in dieser Zwischenzeit mit den
Hlaͤubigern zu einem zu treffenden Arrangement ins Benehmen
ehe. — Eine weitere Generalversammlung soll spüter beru—
en werden.

— In Kaiserslautern werden am 18. Juli auf Anstehen
„on Friedrich Carl Gottlieb zu Leipzig 1000 Stüch Actien der
iIctiengesellschaft Leinen -Zwirnerei- und Weberei Otterberg“
wangsweise versteiget.

F In Dürkheim ist das Project der Errichtung einer Wein⸗
zauschule daselbst auf getaucht.

Ludwigshafen 10. Juni. Zur Erleichterung der
Theilnahme an der Enthüllungsfeier des Lutherdenkmals in Worms
im 24., 25. und 26. Juni hat die Direktion der pfälzischen Ei⸗
senbahnen folgende Fahrtaxermäßigung auf ihren Linien gewährt:
J. au die Festbesucher wie an die eingeladenen Ehrengäste werden
in den Tagen vom 24. bis 26. 1. M, bei sämmtlichen pfälzi⸗
schen Stationen einfache Fahrbillete nach Worms verausgabt.
velche durch Aufdruck des Stationsstempels auf der Küchseite Gil⸗
igkeit zur freien Rückfahrt erlangen. Die von den Siationen
zudwigshafen, Oggersheim, Frankenthal und Bobenheim veraus⸗
Jabten Billets besißen Itägige, jene der übrigen pfälzischen Sta⸗
sonen 2tägige Gilligkeit; die an die Ehrengäste und deren Fami⸗
ienglieder verausgabten Billete hingegen besitzen Giltigkeit vom
24. bis 27, Juni. Da die Stadt Worms nicht genügende
Quartiere zur Unterbringung der geladenen Ehrengäste und jhrer
Familien darbietet, so haben sich die Nachbarstädte Frankenthal,
Oggersheim und Ludwigshafen in freundnachbarlicher Weise zur
Auͤfnahme eines Theils derselben bereit erllärt. Diesen Ehren⸗
züsien und ihren Familienangehörigen hat nun die Direktion der
Ffälzischen Bahnen in liberaler Weise für die Fahrt nach ihren
Quartieren zu Frankenthal, Oggersheim und Ludwigshafen an
zen Abenden des 24., 25. und 26. sowie zur Rückfahrt mit den
Pormittagszügen am 25., 26. und 27. Juni Tarfreiheit gewährt,
venn dieselben mit Legitimationskarten versehen sind. Ebenso
wvird den bei den Concerten Mitwirkenden, wenn dieselben mit Legi⸗
imationskarten versehen sind, Freifahrt bewilligt.

f Landau—, 12. Jun. Gestern hat bei übherfülller Kirche
Pater Roh, während des Abendgottesdienstes von 72 8 Uhr, sei⸗
jen ersten Vortrag gehalten und zwar gegen den „Materialis-
nus.“ — In heutiger Juchtpolizeisitzung murde der Aufseher
Schlegelmünch wegen Entführnng eines Mädchens unter 16 Jah⸗
ren und wegen weiterer Vergehen zu 8 Jahren Gefäugniß verur—
heilt; die Staatsbehörde hatte 5 Jahre beantragt. Ueber die
äheren Umstände der Entführung schreibt man der „Pf. Ztg.“:
Schl. GBauaufseher) verheirathet, Familienvater und 44 Jahre
ait, hatte vor einigen Wochen mit einem kaum vierzehnjähr igen
Mädchen von hier das Weite gesucht, um sich jenseits des Oceans,
vahrscheinlich im Musterstaate der vielbeweibten Mormonen, wo
nan wenigstens von einer Anklage wegen Bigamie gesihert ist,
ine neue Heimath zu gründen. Doch schon in Weißenburg, wo
zie beiden Flüchtlinge als Graf Schwerin nebst Tochter sich im
„Schwanen? einquartirten, erreichte sie des Schicksals Tücke. Die
ioch allzu jugendliche Geliebte mußte mit ihren Angehörigen den
stücweg antreten, und der verlassene Liebhaber wurde da er ohne
degitimationspapiere war, über die Grenze gewiesen wo ihn sofort
die Gendarmerie in Empfang nahm. Auf diese Weise erweckte
ihn die unerbittliche Polizer aus dem süßen Traum, den er sich
o schön ausgemalt hatte.

f Die N. Nachr. berichten: Am letzten Sonntage kamen
der Eisenbahn von Hohenschwangen 3wei Kistchen mit prachtvollen
Alpenblumen hier an. Dieselben waren für die Frau Fürstin
dohenlohe bestimmt und find von S. M. dem König mit
ainer höchst freundlichen telegraphischen Depesche dem Hrn. Staats
minister übersendet worden.

4 Es sind und lommen außer Curs: Großh. Hess. Grund—
tentenscheiue à 1, 5, 10, 85, 70 fll, am 30. Juni 1868.
Schwarzburg⸗Sondershausener Cassenscheine vom 25. Dez. 1859
im 31. Mai 1868. Fürstt. Reuß ä. L. 1 Thlr.Scheine vom
15. Mai 1858.

fSaarbrücken, 13. Juni. In dem Walde von Dif⸗
erten (Kreis Saarlouis) wurden in vorgestriger Nacht von dem
xörster M. zwei Männer betroffen, welche bei dem Scheine einer
Laterne Bohuengerten abschnitten. Von dem Beamten zur Rede
gestellt, setzte sich, wie zu Protokoll gegeben worden sein soll, einer
zer beiden Forstfrevler mit einem Beile zur Wehre, in Folge des⸗
en der Förster Gebrauch von seiner Schießwaffe machte und den
Mann erschoß. Der Getroffene ist aus Differten und Vater von
ünf Kindern. Der Förster machte sofort selbst Anzeige von dem
Horgefallenen und es zeigte sich, daß dem Getödteten der Schuß
in die Brust gedrungen war. Die Untersuchung ist eingeleitet.

4 EEin despenstersehender Soldat.) Das Schwf. Tabl. läßt
sich aus Würzburg schreiben, daß ein Soldat des 9. Infanterie-
seg. auzs Furcht dor einer ihm Nachts zwischen 1112 Uhr am

Festungsthor erschienenen schwarzen Katze das Gewehr wegwarf
ind in die Stadt herunterfloh, wo er don einer Militärbatrouille
rufgefangen und auf die Haupiwache eskoriirt wurde; mehrwdchent⸗
icher Arrest habe ihn von seiner Gespensterseherei zu kuriten
»ersucht. .

GHomo banditus.) Der Anklageschrift gegen den Grafen
Fhorinsty entnehmen wir die Thatsache, welche den Angeklagten
n eine Reihe mit den italienischen und sonstigen Banditen astellt,
zaß man nämlich bei seiner Verhaftung und »Durchsuchung in
Nuͤnchen einen Rosenkranz, mehrere Gebete und, wie die Ankla⸗
jeschrift sagt „andere Kleinigkeiten in seinen Taschen fand ⸗·

In Wien stand vor einigen Tagen ein eigenthümlicher
xẽ Delmann vor Gericht, Eduard Ehrenberg, Edler von Schwar⸗
enfeld. Er — war Hausknecht bei einem Comfortable⸗(Drosch⸗
en)stutschter und hatie seinem Herrn Geld gestohlen. Das Ge—
icht verutheilte den, wie es scheint, letzten Repräsentanten der
*7 ĩTlen von Schwarzenfeld zu sechs Monaten Kerker und zum
Verluft des Adels““ *

BSrieg. ⸗Am 7. d.! versuchte ein Schuhmacherlehrling
ich in der Oder, nahe bei Garbendorf, der Warnung seines
zehrherrn entgegen, zu baden. Da der Unglückliche unterzusinken
egann, sprang sein Lehrherr ins Wasser, um jenen zu retten.
Her Knabe klammerte sich aber dermaßen fest an den Reitenden,
zaß dieser sich nicht über Wasser halten konnte und ebenfalls sank.
zun stürzte sich auch noch ein Schumachergesell, der ein geschickter
zchwimmer war, in die Fluth, um jenen Beiden Hilfe zu bringen.
zeider wurde er aber von diesen so fest umtlammert, daß auch er
ank und alle Drei unter dem Wasser verschwanden. Ihre Lei⸗
ind nach nicht gefunden worden.

f UAm 3. ds. sind in Schweinitz (pr. Sachsen) 7 der Fa—
nilie des Gastwirths Thomä angehorige Kinder und Verwandte
zadurch ertrunken, daß der Wagen, auf dem fie sich befanden, um
zie Pferde zu tränken in die Elster gefahren wurde, und plötzlich
ammt Jusassen versant. ... . .... —
Zum Gedächmisse der im Jahre 1866 gefallenen östervei⸗
hischen Krieger wurde auf dem Galgenberge bei Trautenau ein
54 Fuß hoher Obelisk aufgestellt und eingeweiht. V

In Illertissen nahm die: Tochter des Bezirksarztes, um
hre Zähnschmerzen zu mildern, aus der Hausapotheke ihres Va⸗
ers ein Mitttel, an dem sie — sie hatte die Gläser verwechselt
ind Strychnin erwischt — nach zwei Stunden starb.

7 Eine Wette eigenthümlicher Art hat kürzlich in Ungarn
wischen einigen Edelleuten stattgefunden. Die Wette bestand in
er Behauptung von Seiten eines Herrn Michailowich gegen seine
Hegner, daß die deutsche und franzöosische Gastfreundschaft ebenso
zroß sei als die ungarische, und daß der wettende Parteimann,
herr Michailowich, es unternehmen wolle, von Pesth nach Paris
ediglich auf das Vertrauen der ihm zu gewährenden Gastfreund⸗
chaft zu reisen und weder für Unterhalt noch Reisekosten irgend
ine Auslage machen müsse. Während der neunzehn Reisetage,
velche Hr. Michailowich nun bereits zurückgelegt hat, ist es ihm
oslsiändig gelungen, auf verschiedenen Edelhöfen, in Klöstern, bei
Hutsbefitzern, Privaten und Militärs die freundlichste Arnfuahme
ind Weiterbeförderung zu finden. Von Kehl wurde derselbe nach
Zaverne und wie man weiter hörte, von dort bereits nach Nancyh
zestens empfohlen, und so ist mit Gewißheit anzunehmen, daß der
leine Rest des Weges bis Paris unter ähnlichen Verhältnissen
nrückgelegt, die Wette für Hrn. Michailowich als gewonnen zu
etrachten ist. Eigenthümlich und neu ist die Idee, von Pesth
nach Paris unter ganz unbekannten fremden Personen freie Reise
uuf Kosten der Gastfreundschaft zu finden; natürlich gehört dazu
ruch die einnehmende Persönlichkeit des Wettenden; einem Jeden
nöchten wir gleichen glücklichen Ausgang nicht in Aussicht
tellen.

f Die stehenden Heere verursachen den europäischen
Poͤlkern jährlich eine directe Ausgabe von 500 Millionen Gulden.
stechnet man dazu den Verlust an entzogener Arbeitskraft von
50 Millionen, so kommt auf jede europäische Familie ein Capi-—
alverlust von 225 fl.

— Ein franzoͤsischer General ritt neulich mit sieben Oificieren
en, alle in Civil, über die Kehler Brücke, sah sich um und kehrte
urück. Die Sache hat weiter nichts auf sich, als daß sie ein
gerede veranlaßt hat, es sei ein Proberitt gewesen.

Der von Henry Rochefort in Paris herausgegebenen „Lan-
erne“ wurde der Straßenverkauf wegen eines Artitels über den
Tod des kaiserlichen Lieblings)undes Nero entzogen, und dadurch
rst recht für die selbe Reklame gemacht.

fLondon, 10. Juni. Eine fashionable gekleidete, interes⸗
ante junge Dame, Namens Annr Riczaby, erschien gestern vor
»en Asissen im Central Criminalhofe, Rewgate, unter der Anklage
der Poligamy. Sie hatte einen Arzt, Namens Blackmore, in
Zouthampton, geheirathet, nachdem sie vorher mit drei verjchiede⸗
nen, dgegenwärtig noch am Leben hefindlichen Männern. Ebebündnifi⸗
        <pb n="286" />
        eingegangen war. Die Jurh fand die schöne Sünderin des
Verbrechens der Poligamie für „schuldig,“ empfahl sie aber der
Milde des Gerichtshofes. Dieser verurtheilte sie zu e i n e m Mo
nat Gefängniß.

F Bern, 5. Juni. Bekanntlich hatte die vor einiger Zeit
von einem aus Mexicanischem Militärdienste zurückgekehrten Ba—
denser, Namens Spitznagel, in Bern gemachte Aussage, er se'
von dem Dr. Herrmann Demme, der ihm sogar Aufträge an
seinen Bruder Dr. R. Demme, mitgegeben habe in Merico ärzt⸗
lich behandelt worden, den Bundesrath veranlaßt, die franzöfische
Regierung zu ersuchen, über die Wahrheit dieser Aussage amtlich
Nachforschung anzustellen. Diesem Gesuche ist man der „K. Z.“
zufolge in Paris bereitwilligst nachgekommen. „Aus den ange—
stellten Nachforschungen,“ heißt es in der bezüglichen Antwort der
französischen Regierung, ergibt sich, daß der Name Herrmann
Demme weder auf der Controle der Militärärzte noch derjenigen
Aerzte, welche während der Dauer der Expedition der Armee zu—
geiheilt waren, noch in irgend einem andern Documente untern
dem einen oder dem andern Titel vorzufinden ist. Außerdem
sind die zwei Beamten, welche mit der Organisation des Ambu
lancedienstes beauftragt gewesen, genau befragt worden; beid
haben jedoch übereinstimmend erklärt, keine Person des Namens
Demme gekannt zu haben.“ Mit Fug und Recht kann man die
Aussage Spitznagels demnach jetzt als eine Erfindung bezeichnen
eben so dürfte die Vermuthung, daß sie eine Einflüsterung dritter
Personen sei, der Wahrheit sehr nahe kommen. —*

Bei Duünaburg entgleiste am 3. Juni Nachts der Peters⸗
burger Kurierzug. Zehn Menschen verloren das Leben, und viele
wurden mehr oder weniger verletzt.

fEine Strumpfwirkmaschine. Vom größ.
len Interesse für die deutschen Hausfrauen wird die Erfindung
sein, welche in Rord-Amerika gemacht wurde. Man hat eine
—AVV
ꝛigkeit im Stande ist, fünfzig Paar Strümpfe täglich zu stricken.
Die Maschine ist in der Art hergestellt, daß die Maschen beinahe
im Nu gerippt und wieder glatt (ersteres bei den Rändern) ge—
macht werden können. Außerdem befinden sich 75 Stricknadeln
in der Maschine, welche 60 Touren herum bei einem Strumpfe
von gewöhnlicher Größe oder 4000 Maschen in jeder Minute
stricken. Das ergibt also 270,000 Maschen aus die Stunde. Da—
hei wiegt die Maschine noch nicht volle 20 Pfund, und sie strickt
alles Mögliche, nämlich: Baumwolle, Seide, Gewirktes und jedes
indere leichte Material eben so bequem wie die Wolle. Sie
trickt ferner aber auch, und das ist das Wunder, daran, den
zanzen Strumpf fertig: nämlich auch den Hacken jedesmal richtig
hinein.

7 Die Zukunft wird reiche Fischzüge machen. Der berühmte
staturforscher Agassiz in Boston sagt voraus, daß künstig Jeder.
mann, auf dessen Besitzthum Wasser ist, Fische zum eigenen Ge—
hrauch züchten werde, wie er jetzt Früchte pflanzt und baut. Die
Zunahme des Fischverbrauchs sei für die Gesundheit höchst wich⸗
tig. Er sagt: „Fische enthalten Phosphor in großer Menge, ein
chemisches Element, dessen das Gehicn zu seiner Gesundheit und
Kräftigung bedarf. Es gibt kein anderes Nahrungsmittel, das den
Abgang des Gehirns so vollkommen ersetzt, wie der Fisch.

FStockhohm. 11. Juui. Heute Nachmittag explodirte
eine Nitroclycerinfabrik, wobei fünfzehn Menschen getödtet wurden
lund eine große Verwüstung in der Nachbarschafl angerichtet ward.
Bekanntmachungen.

Schlag Bollerberg.
20 Kliftr. buchen Prügel u. Krappen.
Schlag Ommersthal.
88/. Klftr. buchen Scheit 2. Qual.
36 buchen Prügel u. Krappen.
Zuf. Ergebnisse in ver—
schiedenen Schlägen.
eichen Stämme 5. CEl.
buchen Stamm 3. Cl.
24 kiefern Stämme 3. u. 4. Cl.
fichten 3.C.
22 kiefern u. fichten Sparren.
16 eichen Wagnerstaugen.
21 fichten Gerüststangen.
24 Klftr. buchen Scheit 1.-3. Qual.,
7, kiefern u. Weichholz Scheit,
1394, versch. Prügel u. Krappen.
Zweibrücken am 6. Juni 1868
Kgl. Forstamt
Glas.

A
Bei Wittib Daubhäu—
ser ist Morgens und
Abends frische süße Milch zu haben.

— —
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des lgl.
Forstamts Zweibrücken.
Revier St. Ingbert.
Montag den 22. Juni 1868
Vormittags 9 Uhr, zu St. Ingbert im
Stadthaussaale. er
Schlag großer Stiefel.
99 eichen Stamme 2.— 5. Clafse.
33 . Wangnerstangen,
21. Klftr. eichen Misselholz,
11 „buchen Scheit 1. u. 2. Qual.
128, eichen Scheit knorr. u. anbr
1280 buchen u. eichen Prügel,
12 Krappen,
Schlag Rehthal.
12 eichen Stänme 3. —5. ClI.
2 buchen 83. Cl.
28 buchen u. eichen Wagnerstangen.
24*4 Klftr. buchen Scheit J. u. 2. Qual
17545, Weichholz Scheit.
eichen, birken u. ahorn Schei
buchen Astprügel.
eichen, birken u. Weichholz
Prügel.
verschiedene Krappenprügel.
Schlag Birkenkopf.
48 eichen Stamme 3. —5. Cl.
1 buchen Klszz. 8*
1 eichen Wagnerstangen.
24 Klftr. cichen Misselholz 4. Cl.
64 , buchen Scheit! 1.- 3. Qual
11 „eichen Scheit knorr. u. aubr.
383 buchen u. eichen Prügel,
25 * u — — Krappen,
150 buchen Reiserwellen.
Schlag Zollscheid.
2 eichen Stämme 5. Cl. .
1 Wagquerstange,t *4
õKiftr. buchen Scheit 2. Qual..
1ahorn u. Weichholz Scheit
13 Klftr. buchen Prügel une Krappen.

Bei Tünchermeister, Woll findet ein
Geselle

dauernde Beschäftigung.
Franz Huber, Kappenmacher hat
2 Zimmer zu vermiethen, die sofort be—
zogen werden können.

— — — —

Worms den 12. Juni.

Wir notiren heute: Weizen 14 fl. — kr
bis 15fl. — kr. Roggen 10 fl. 20 kr
bis 10 fl. 40 kr. Gerste 9 fl. 45 kr
bis — fl. — fr. per 100 Kilo., Hafe
5 fl. 20 kr. bis 5 fl. 30 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 12 fl. — kr. bis 12 fl.
15 kr. Roggenmehl 11fl. 30 kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 13 fl. — kr. bis
— fll. — kr. Weizenvorschuß 19 fl. — kr.
— fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Rept
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 88
ilo. Rüböl ohne Faß 20 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinol ohne Faß — l.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnol ohne Foß
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Branntwein 29 fl. — kr.
zis 29 fl. 30 kr.

— — — —

er untere Stock meines Hau—

dne bestehend aus drei Zim—

mer nebst Küche und einem
Keller sind zu vermiethen
bei Lehrer Schmelzer Wittwe.

— — —
e dwei Glaser- und mehrere Tisch—
lergesellen können gegen guten
W Lohn dauernde Beschäftigung er—

halten bei
AM. Jontaine in Sulzbach.

Mainz, 12. Juni.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
pf2.) 14 fl. — ke. — 15 fl. — kr. —
Korn (180 Pfd.) 11 fl. 10 fr. 1Ifl. 20
—VV
L. 45 kr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 50 kr
bis — fl. — ir.“

Nedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. 7
        <pb n="287" />
        Der „St. Ingberker Anzeiqger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donner atag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krer. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 72. 21324 2 n Donnerstag, den 183. Juni J * 7 vrr F 1868.
— — —— — —— * —
— MDeutschland. würde durch die Erleichterung des Krieges, durch Ermoglichung
Munchen 8. Juni. Heute fand zum erstenmale das Lei- langwieriger Campagnen weit mehr Schaden bringen und Unheũ
chenbeg angniß eines einjährigen Freiwisligen, des Studiosus anstiften, als dies bei der blitzartigen Kapidität, mit der, Dant
Hrärker aus Grünstadt in der theinpfalz statt. Den Leichenzug den schrecklichen Zerftörungsmitteln, mit Hilfe der Eisenbahnen
eroffnete und schloß in üblicher militärischer Weise ein Zug Infan und des Telegraphen Krieg geführt wird. heute der Fall ist. Die
terie. Dem Leichenwagen folgte unmitielbar die Fahne des Corpe don Rußland beantragte Konvention will unter dem Vorwande
Franconia“ mit den drei Chargirten. Daun kam der! Oberst iner unechten Philantrophie den Krieg wieder salonfähig machen-
bes Infanterle-Leibregiments mit einer zahlreichen Offiziersdepu⸗ ind das wäre ein Rückschritt.— Rußland mag dies zusagen, das
zation, an diese schlossen sich paarweise die Mitglieder der G hie äbilisirtere Europa kann darauf nicht ringehen. und der Gortscha-
sigen Corps und die einjahrigen Freiwilligen der hiesigen Garni- ow'sche Vorschlag wird, aller Wahrscheinlichkeit uach, als Ausfiuß
son an. A, einer falschen Humanität nirgends Anklang finden.“
Münchsem, 15. Juni. Die Verhandlungen des württem⸗ Be rlin, 15. Juni Der König conferirte gestern mit dem
bergischen Generalstabschefs d. Sudow mit dem bayerischen Kriegs- Grafen v. Bismarck im Auswärtigen Am, und reiste heute Mor⸗
ministerium werden wahrscheinlich heute noch zum Abschlußß gebracht Jen nach Fürstenstein ab. Der Graf wird sich vielleicht? schon
werden und voraussichtlich zu einem befriedigenden Resultate füh, norgen auf das Land begeben. Alls Werüchie, üben nruerliche
ren· ⸗Der Socialgesetzgebungsausschuß der Abgeordnetenkammer Schritte in der nordschleswig'schen Frage werden für unbegründet
ist heute wieder zusammengetreten, um über die weitere Behande erklärt.
lung der Gemeindeordnung Beschluß zu fassen. Das Ergebniß Wien 14. Juni. Aus Belgrad wird der „N. fr. Presse“
dieser· Beschlußfassung war die Bestellung einer aus Dem Regie- telegraphirt: · Peter Karageorgiebic(Alexanders Sohnd wird als
rungscommissär, Ministerialassesser Riedel und den Abgeordneten Mitglied eines bis Neusatz sich verzweigenden Geheimbundes bein—
Dr. Edel, Dr. Brater und Fischer bestehenden Subcommission zichtigt. dem Mordcomplot nahe zu stehen.
welche die Beschlüsse erster Lesung noch einmal durchzuberathen Wien, 15. Juni. Die Abendnummer der „N. fr. Pr.⸗
uͤnd für die zweite Lesung im Ausschuß zu bereifen hat. “Die meldet es sei uurichtig, daß Milan Obrenovic schon von Paris
Subcommission wird sofort ihre Thätigkeit beginnen. 1cgch Belgrad abgereist sei. Die ferbische Regierung habe den
München 17, Juni. Gestern Abend wurde im Kriegs- Minister Ristic nach Paris entsandt, um den Prinzen nach Bel—
minifterium eine Vereinbarung mit Württenuberg über die Ord; grad zu geleiten. — Nach demselben Blatte soll Lord Stanley
nung der fortan gemeinsamen Besatzung der Festung Uhm un⸗ britischer Staatssecretär des Aeußern) durch den britischen Consul
lerzeichnet. gey p 83 hage erklären lassen, daß
— ——— * ugland fest entschlossen sei, dahin zu wirken, daß die serbische
Dienstes-Nachrichten. Thronfolge unbeirrt von auswärtigen ———— *
Das protestantische Vicariaf zu Landstuhl ist unter Lostrenn. Willen des serbischen Volkes entsprechend, moõglich rasch er⸗
ung von dem Verbande mit der protestantischen Pfarrei Spesbach, ledigt werde. J
Decanats Homburg, zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben wor— Wien 15. Juni. Die Witglieber der internationalen Te⸗
den, und sind in die nen gegründete Pfarrei, die in. den Orkenlegrapbenconferrenz sind heute zur kaiserlichen Hof—
Oberarnbach, Kindsbach und Bann wohnenden Protestanten aus kafel geladen.
den treffenden protestantischen Pfarreien Mittelbrunn, Spesbacrh Wien 15. Juni.. Der Präsident des serbischen Senats,
und Hermersberg umgepfarrt worden. Marinovic, hat dem Kaiser von Oesterreich telegraphisch den Dani
— Darwstadt 16. Juni. Ein heute publicirtes Gesetz vere kür die warme Theilnahme und die Entsendung des FML. Gab—
fündet die Einführung der preußischen Militärgesetze mit Einschluß enz zur Leicheufeier ausgesprochen. — Das Herrenhaus hat in
des Militärstrafgesetzbuches mit dem J. Juli; die hessssche Verord- jeutiger Sitzung die Gefetzesentwürfe betreffend die Anfnahme der
mung über Ehrengerichte bleibt in Geltung. — Die zweite Kam- chwebenden Staatsschuld von 25 Mill., ohne Debatte genehmigt.
mer beschloß die Aufhebung des Wimpfener Salzzehnten gemäß Die Wien. Abendpost erklärt gegenüber der Nachricht don einer
dem Beschlusse des Zollparlamenns. ieberhaften Thätigkeit des Fürsten Metternich in der serbischen
Wiesbaden, 15. Juni. Bei der am heutigen. Tage Angelegenheit, daß er dazu weder von der österreichischen Regie
statigehabten Wahl der Wahlmänner zur Erwählung des Bürger- zung Veranlassung erhalten, noch eine solche in Paris gefun⸗
meifters find die Nationalliberalen in allen drei Classen unterle-den habe.
gen. Die Betheiligung an der Wahl war eine bedeutende. (lgiz Agram, 13. Juni. Milan Obrenovie wurde zum Nach ·
ner der Localkämpfe, die sich aus den großen Parteikämpfen ent- jolger des ermordeten Fürsten ausgerufen. Es gilt als feststehend
wickeln. Es handelte sich dabei nur um ein Mißtrauensvotum daß Karageorgievic den Vorgängen in Topschider nicht fremd und
gegen den Abgeordneten Braun, das nach dessen in Wiesbaden daß die Partei der Serbsko Omladina (die jnngserbische Partei)
utißfälligem Verhälten in der Spielbankfrage nicht schwer durch— an denselben betheitigt jei. 8——
zusetzen war; darum aber auch gar keine politische Bedeutung hat. Freie Städte. Aus Bremen wird vom 14. Juni
— D. Red. d. Pf. Kr) elegraphirt? Das Dampfschiff des Norddeutschen Llhod, „Schwalbe“
Berbinu, 12. Juni. Heute hat die CivilproceßeCommission st hente Nachmittag mit den Passagieren des bei der Insel Faira
des Bundesraths das Schulz'sche Genossenschaftsgesetz berathen. zestrandeten Bremer Auswandererschiffes „Lessing“ in Bremerhafen
— Es verlantet heute Abend von einer freundschaftlichen Inter- eingetroffen., Der Gesundheitszustand an. Bord ist befriedigend.
beutlion Englands; und, Rußlands in der nordschleswig'schen n E. lande 6
Frage.: Danach soll der Artikel 5. des Prager Friedens beseie e unland.
tigt, die Grenzenaber aiuter Wahrung der militärischen Position Lon d'on, 12. Inni Nach und nach scheinen alle unsere
Düppeb-Alsen fae Preußen nach den Nationalitäten geregelt wers Blätteres für: ihre Pflicht zu halten, ihre Beileidsartikel zn der Er—
den.n Das kiingk erin wenig verwandtsjchaftlich-romantisch, was krautung des Grafen Bismaurck zu bringen- So heute die „Times,“
Rußland betrifftze: und-könnte, wenn die Sache fich so verhielte, velche ihre Hochschätzung der Verdienste Bismarck's durch Vergleiche
eicht die Folge haben,“ daß Preußen sich mit Oesterreich rasch mit Columbus, Wellington, Palmerston kundgibt, und zum Schlusse
ꝛerständigt. Aus dieser Verständigung würde aber Rußland kei⸗ ihre Ueberzeugung ausdrückt, daß die Welt ihm die Bewahrung
en Vortheit ziehen .. .5 des Friedens zu danken hat; „Wenn Europa in den zwei leßz
Die„N. fr. Pr.“ meint: „Die Abschaffung der Explosions: hen Jahren von dem Elende des Krieges verschont worden isi,
Se chosse, weit entfernt, das Elend des Krieges zu vermindern, so lag dies an der Mäßigung zweier Männer: Bismart'3
        <pb n="288" />
        und Napoleon's. Seitdem aber die Verlegenheiten und Unbestün⸗!
ziglkeiten⸗des letzteren ihn fast zum Spielballe jstreitender Parteien
— D der
Friede von der äußerst klaren und entschlossenen, und doch zu⸗
zleich vorsichtigen und derohntne Politik des preußischen Staats-
Rannes ab. Hoffenllich wird Bismarck's Geist anch während sei-
ner nothgedrungenen Abwesenheit walten, denn nächst Bismarc ist
der Einfluß des „Lagers“ (der Militär-Partei) von großer Be⸗
zeutung in dem Rathe König Wilhelm's. Soldaten sind. nicht
nothwendiger Weise zanksüchtig; fie gefährden nicht deßhalb den
Frieden leichisinniger Weise, weil ihr Handwerk der Krieg ist.
—A Leidenschaft ist jedoch ein
Merkmal der ganzen Kaste, und es würde sicherlich kein gutes
Ende für Europa haben, wenn Niel und Wolthke sich Auge in Auge
jähen, wenn der Autausch internationaler Höflichkeit durch ihre
Adjutanten, statt durch die diplomatischen Agenten Moustier's und
Bismard's vermittelt würde. .. Wir erinnern uns Alle, wie
Moltke nach dem Tage von Koͤniggrätz erklärte, daß er eben so
gerüstet fei, mit den Franzosen anzufangen, wie mit den Oesterrei⸗
hern ferlig zu werden. Graf Bismarck aber erwiederte, es sei
besser, einen Krieg ganz hinter sich zu haben, ehe man sich aufs
den andern einlafse. Diese kurze Zwiesprache paßt noch immer.
Selbst wenn es des Soldaten Arbeit ist, sich auf den Krieg vor⸗
ubereiten, bleibt es noch immer des Staatsmannes Pflicht, ihn
abzuwenden.“ Die „Times“ bezweifelt übrigens nicht im min—
desien, daß die vom Grafen Bismarck vorg-zeichnete Bahn auch
in seiner vorübergehenden Abwesenheit verfolgt werden wird.
Italien.

Florenz, 183. Juni. Man schreibt dem „Corriere delle
Marche“ aus Rom, daß der Graf Pagliacci von Viterbo unlängst
dom Tribunal der heil. Consulta dazu verurtheilt worden ist, er⸗
chossen zu werdeu, weil er im letzten Herbst eine Jusurgenten⸗
hande kommandirt hat. Auf die sehr eindringliche Fürsprache der
ranzösischen Gesandtschaft ist diese Strafe in lebenslängliche
Zwangsarbeit umgewandelt worden. weu

In Ravenna ist ein neuer' Mordversnch vorgekommen; der
Advocat Leonelli wurde durch einen Revolverschuß verwundet. Man
zlaubte wahrscheinlich daß er um das Geheimniß des k. Procura-
ors, Hrn. Cappa, wußte, und man dachte, er würde, wie er
nähere Kenntniß von der Bande der Uebelthäter haben, deshalb
müsse man ihn aus dem Wege schaffen.

Spanien.

Madrid, 13. Juni. Das Gerücht, nach welchem General
Menabrea hier wegeun angeblich in Spanien stattfindender Werb⸗
ungen für die päpftliche Armee reclamirt habe, wird für unbe—
zrundet erklärt.

Donaufürstenthümer.

Belgrad, 45. Juni. Neue Verhaftungen wurden vor—⸗
genommen. Aus dem ganzen Lande langen Zustimmungsadressen
zur Wahl Milans ein. Der britische Gesandte in Constanti⸗
nopel ließ sein Beileid ausdrücken.

—A
mordeten Fürsten Michael ging unter größter Ordnung vor sich.
Der Leichnam des Fürsten wurde in der Familiengruft, in der
Tathedrale, beigesetzt. Die Fürstin Julie sowie sämmtliche
diplomatische Vertreter zu Belgrad wohnten der Feier bei. Der
junge Fürst Milan soll der Fürstin zur Erziehung übergeben wer⸗
den und diese bis zur Großjährigkeit des Fürften an der Mitre—
zierung theilnemen. — Die Bezeichnung des Fürsten Karageorgie
hic als Haupt der Verschwörung tritt immer entschiedener in den
Vordergrund. Die provisorische Regierung beabsichtigt ein Er—
suchen um Auslieferung des Fürsten an die österreichische Regie⸗
rung zu stellen.

Belgrad 16. Juni. Der von dem britischen Consul aus-
gegangene Vorschlag der Uebertragung der Vormundschaft über
den Prinz Milan an die Fürstin Juliè scheint durchgedrungen
zu sein.

—Türkei.
Konstantinopel 14. Juni. Die hohe Pforte hat im
Finverständniß mit dem Gesandten der Großmächte die proviso⸗
rische Regierung in Belgrad telegraphisch aufgefordert, für Auf-
rechthaltung der Ruhe zu sorgen und die Große Skuptschina zur
Wahl eines Nachfolgers des 4 Fürsten Michael zu berufen. (Be⸗
kanntlich geschehen, — Omer Pafcha gekht an die serbische
GBrenze.

Konstantinopel 14. Juni. Es heißt der Vicekönig
von Aeghpten, Ismael Pascha, sei in Folge des Gebrauchs der
Bäder von Brussa unwohl. — Der „Courrier de L'Orient“
bringt eine Correspondenz aus Kreta, welcher zusolge die Unter⸗
perfungasvartei an Boden gewänne

Amerika:. —R

Washingtone4. Juni. ) Der Proceß gegen Jefferson
Da'v is wurde bis zum October verschoben. — Es fand hier
cin Straßentumult zwischen Negern und Demobraten statt, bei
welchen ein Weißer getoͤdtel wurde. — Die demokratische Partei
n Oregan errang einen Wahlsieg. — Das Subsidiencomite ver⸗
chob die Berathung der Tarifvorlage auf December. — Shofield
richtete einen Brief an Grant, in welchem er entwickelt, die Aus—
ührung des 14 Verfassungsamendements entziehe ven meisten
Fib ilbeamten des Südens die Wahlberechtigung. *

München, . Juni. (Die Operationen der
zayerisschen Armesim Feldzuge 1866. Fortsetz.)
2. Abschnitt.Das Obercommando der westdeutschen Armee, (die⸗
sen Namen hatten die beiden Armeecorps, das 7. und 8., nach⸗
»em Prinz Carl von Bayern das Commando über sie übernom⸗
nen hatte, angenommen) ließ, sobald man überzeugt war, daß bei
Zalten⸗Nordheim das Gros der Preußen gegenüberstehe, den Com⸗
nandanten des 8. Armeecorps hievon, sowie über seinen Entschluß
uf Neustadt zurückzugehen, Mittheilung machen, und ihn, da unter
olchen Umständen die. Vereinigung nördlich der Rhön unthunlich
ei, zum Anschlusse über Brüdenou und Kiffingen auffordern. Die⸗
em wurde jedoch nicht Folge geleistet, sondern das 8. Corps ging
mnf Frankfurt zurück und entfernte sich also wieder von dem bay⸗
rischen Heere; dies war nun abermals auf sich allein angewiesen.
In der Zeit vom 6. bis 10. Juli wurde die Schwenkung und
der Rückmarsch gegen die Saale beweikstelligt; am 10. Juli kam
s zu den Treffen bei Kissingen und Hammelburg; durch diese
Treffen hatten beide Theile eiwas errungen: die Preußen — hatten
ie Bayern zurückgedräugt und also die Vereinigung mit dem 8.
Forps wieder auf unbestimmte Zeit verschoben; die Bayern hatten
der preußischen Armee den Weg nach Schweinfurt-Würzburg ver⸗
legt. Die Preußen wendeten sich nun nach Westen und gingen
nach Frankfurt. — 3. Abschnitt. Der Obercommandant der
vesideutschen Armee hatte nach den Erfolgen der Preußen an der
Saale einen Angriff der Mainlinie gewärligt, und wäre dieser
ruch in der That erfolgt, wenn General Vogel von Falkenstein
nicht in Folge einer neuen Instruktion sich veranlaßt gesehen hätte,
nuf Franksurt zu rücken. Wenn auch die bayerischen Truppen an
»er Saale zurückgedrängt worden waren und bedeutende Verluste
erlitten hatten, so war die Armee doch nicht so geschwächt, daß sie
»en Preußen nicht noch eine zweite Schlacht hätten anbieten können,
vas auch geschah. Um einem von den Preußen etwa beabsichtig
en Haupifioße zu begegnen, schien es bei der Minderzahl der
nomentan sehr erschöpften Truppen und in Anbetracht der großen
kEntfernung der Bundestruppen dringend geboten, sich so rasch
ils möglich an dem der Vertheidigung günstigsten Punkt zu con⸗
tentriren, und um dies so mehr, als man der damals circa 50,000
Mann starken preußischen Armee nur 45,000 Mann entgegen⸗
tellen konnte. Ein solch' günstiger Punkt war in der Stellung
dor Schweinfurt gefunden, wo am 11. und 12. Juli Alles so
vorbereitet war, um den Kampf aufs Aeußerste durchzuführen.
Hier konnte man auch im unglücklichen Falle den Main als Hin⸗
derniß zwischen die Armee und den nachdringenden Gegner legen
uind durfte überdies dortselbst auch einen Theil der Reserde-In⸗
anteriedivision am 11. als Verstärkung erwarten. Zur Vesrein igung
»er ganzen Armee an und hinter diesem Main⸗Uebergange waren
die Tage des 11. und 12. Juli nöthig. Der vermuthete An—
zriff erfolgte jedoch nicht, jondern die Preußen waren, wie früher
zemerkt, westlich gegen Frankfurt abgezogen. Es wurde nun be⸗
chlossen, die Vereinigung mit dem 8. Armeecorps südlich des
Dains zu bewerkstelligen und erst nach Heranziehung dieses Corps
zie Offensive zu ergreifen. Am 18. Juli Abends trafen Truppen beider
Armeecorps, des 7. und 8.* unterhalb Wertheim zusammen und
var somit endlich einmal Fühlung gefunden. Der Obercomman⸗
hant hatte zur Berathung über die nach Vereinigung der west⸗
eutschen Bundesarmee auszuführenden Operationen schon am 19.
Juni zu Tauberbischofsheim eine Zusammenkunft mit dem Com⸗
nandanten des 8. Armeecorps gehabt, und bei dieser, sowie bei
der zwei Tage später erfolgten Anwesenheit des Generallieutenants
b. Baur in Würzburg wurde der Plan gefaßt, durch den Spes⸗
'art auf Aschaffenburg und Frankfurt vorzugehen, wobei die Bah⸗
ern über Gemünden⸗Lohr sich in Bewegung setzen sollten. das 8.
Torps dagegen bei Markt⸗Heidenfeld und mittelst einer bei Wert⸗
Jeim zu schlagenden Brücke den Main überschreiken und die Straße
über Esselbach und Hessenthal einschlagen würde. Man schritt nun un⸗
nittelbar an die Vorbereitungen zu der verabredeten Offensipbewegung:
die verschiedenen Spessartstraßen wurden recognoscirt, Ausbesserung
inzelner Wege ꝛc. angeordnet, das niedere Forsipersonal, Holzar
zeiter und sonst der Gegend kundige Leute als Führer requirirt,
ind auch einleitende Truppenbewegungen fanden statt; am 23.
Juli wurde nämlich die aus 3Bataillone und einer Batterie
        <pb n="289" />
        bestehende Avantgarde der 2. Infanteriedivision nach Gemünden,
das Gros derselben nach Karlstadt verlegt. Der oben angege⸗
Fene verabredete Plan kam jedoch nicht zur Ausführung; am 23.
Juli trafen die ersten Nachrichten ein, daß die preußische Main⸗
Armee durch den Odenwald folge, Wertheim preisgegeben sei und
as 8. Corps sich aufwärts an die Tauber ziehe. Die Nachricht
„om Anrücken des Feindes in dieser Gegend bedingte eine Front⸗
inderung der bayerischen Armee nach nahezu südlicher Richtung
die Armee hatte zur Ausführung der vorbesprochenen Offensivbe⸗
vdegung Front nach Westen) und im Laufe des 24. und 25. Juli
bewegien sich die bayerischen Divifionen zu diesem Zwecke. Am
24. Juli wurde das 8. Bundesarmeecorps an der Tauber von
den Preußen angegriffen. Während die württembergische Division
Bischofsheim energisch vertheidigte, gelang es dem Feinde der
‚adischen Division gegenüber sich und in Besitz des Uebergangs
hei Werbach zu setzen und groß war das Erstaunen, als am
Abend des 24. diese Division schon 892 Stunden hinter der
Tauber bivouakirend gefunden wurde. Die zwei für die Stellung
ver bayerischen Armee wichtigsten Punkte der Tauberlinie Wert⸗
jeim und Werbach waren sonach ohne jeden ernsten Kampf auf ⸗
gegeben worden. Uebrigens war nun endlich die langerstrebte
hereinigung mit dem 8. Bundesarmeecorps zur Thatsache geworden
ind es konnte der zweite Theil der ursprünglich gestellten Auf⸗
zabe — Uebergehen in die Offensive — ins Werk gesetzt werden.
Das nüchste Ziel war das Zurückdrängen der Preußen von der
Tauber. Die bayerischen Divifionen erhielten daher für den 25.
»en Befehl, gegen die Tauber (über Altertheim gegen Werbach)
»orzugehen. Am 25. Juli kam es nun zu den Gefechten von
Hhelmstadt und Uettingen. Am 26. Juni sollte verabredetermaßen
zie nunmehr vereinigte westdeutsche Bundesarmee die Offensive
ergreifen und sich keilförmig in die feindliche Stellung einschieben,
zie Verbindung zwischen der Division Göben und dem Gros—
Theile des Manteuffel'schen Heeres (Generallieutenant von Man—
euffel hatte am 19. Juli an Stelle des zu anderweitiger Ver⸗
vendung nach Böhmen herufenen Generals Vogel von Falkenstein
das Obercommando übernommen und seine Division dem General
p. Flies überttagen) zu unterbrechen und, wenn dies gelang, die
Preußen exentrisch gegen Tauberbischofsheim und Wertheim zurütk-⸗
drängen. Mit Tagesanbrach des 26. sollte der Vormarsch be—
zinnen, als vom Commandanten des 8. Corps die Meldung ein—
raf, die Truppen seien zu sehr erschöpft, das Feld könne nicht
nehr länger behauptet werden, und müsse der Rückmarsch auf
Würzburg angetreten werden, der auch in der Nacht vom 25. auf
»en 26. angetreten und am 26. unaufhaltsam fortgesetzt wurde,
o daß die bayerische Armee nunmehr wieder auf sich allein an—
zewiesen und am 26. Juli um ihre Existenz zu kämpfen gezwun⸗
zen war. Von einer Offensive konnte natürlich nun keine Rede
mehr sein; allein der Feldmarschall war deshalb nicht gesonnen,
»hne Kampf über den Main zi gehen, sondern wollte jetzt we⸗
nigstens das Plateau von Waldbüttelbrunn festhalten. Es kam
uun den Gefechten von Uettingen, Roßbrum und Hettstadt und
onnten diese natürlich nur zu Ungunsten der Bayern ausfallen.
luf dem Plateau von Würzburg zwischen Waldbüttelbrunn und
»en Hettstadter Höfen nahm die bayerische Armee eine letzte Po—
ition mit sämmtlichen Truppen, den größeren Theil der Artille⸗
tie qleichsam in eine aroße Batterie vor der Front vereinigt.
Vermischtec.

f Ludwigshafen, 18. Juni. Im Monat Mai 1868
zat die pfälz. Ludwigsbahn 246,691 fl. 48 kr. ertragen; gegen
den gleichen Monat 1867 Mehreinnahme 37,204 fl. 10 kr. —
Die pfälz. Maximiliansbahn ertrug im Mai 1868 69,223 fl.
26 kr.; mehr gegen Mai 1867 5,688 fl. 43 kr. — Die Neu—
ttadt-Dürkheimer Bahn ertrug im Mai 1868 5,530 fl. 20 tr;
mehr gegen Mai 18607 60 fl. 40 kr.

F Wie der Land. A. meldet, hat ein Handelsmann aus
Sngland Hrn. Gastwirth Eisele in St. Martin beauftragt, in
der Umgegend 1000 Centner Heidelbeeren aufzukaufen, um sie nach
England zu schicken. J

FMuünchen 15. Juni. Gestern Nachts halb 10 Uhr fand
in großer Zusammenstoß des Salzburg-Münchener Curierzug
und München-Salzburger Güterzugs unmittelbar vor der Groß⸗
jefseloher Brücke statt. Vier Personen wurden schwer, 10 leicht
perwundet. Eine Frau, der die Füße abgefahren wurden, wird
derben. Der Schaden ist groß. Die Bahn ist noch unfahrbar.

4München 12. Juni. Heute Morgen ereignete sich im
ziesfigen Staatsbahnhofe ein gräßlicher Selbstmord. Der Bahner ⸗
deditor Ludwig Auer warf sich in voller Dienstuniform vor dem
aherbrausenden Curierzuge auf die Schienen und wurde augen⸗
zlicktich getoͤdtet. Der Unglückliche war ledigen Standes und
vurde höchst wahrscheinlich durch ein langjähriges unheilllares
deiden zu dem verzweifelten Schritte veranlaßt. —

München, 14. Juni.“' Von allgemeinem Interesse ist

ine Verfügung der Generaldirection der Verkehrsanftalten in Be⸗
reff der Taxbehandlung der Geldbriefe. Es hatten sich nämlich
Zweifel erhoben; ob nicht die für die Versendung von Briefen
nit declarirtem Werth bestehende ermäßigte Taxe auf Geldsendun⸗
gen bis zum Gewicht von 15 Loth überhaupt ohne Unterfchied
ver Verpackungsart Anwendung zu finden habe. Es wird daher
zen kgl. Postanstalten bekannt gegeben, daß für Geld⸗ und Werth⸗
zakete auch im Gewicht von 15 Loth und darunter das Gewicht⸗
vorto wie für gewöhnliche Pakete, und nur für Briefe mit decla⸗
irtem Werth, für deren Verpackung im 8 11 des Reglements
u den Postvorträgen vom 23. Nov. 1867 besondere Vorschriften
jegeben sind, bis zu dem Gewicht von 15 Loth einschchließlich
has gemäß Art. 35 der Verträge ermäßigte Gewichtsporto außer
der für beide Gattungen gleichmäßigen Assecuranzgebühr in An—
vendung zu komwen hat. Zugleich werden die kgl. Postanstalten
arauf aufmerksam gemacht, daß Vriefen mit declarirtem Werth
iach F 18 der Instruction zu den angeführten Verträgen ein be—
onderer Begleitbrief oder eine Begleitadresse nicht beigegeben wer⸗
zen darf, daß dagegen auch den Geld- und Werthsendungen im Ge⸗
vicht von 18 Loth und darunter, wenn sie nicht in der für
griefe mit declarirtem Werth vorgeschriebenen Form ver—
packt sind, ein Begleitbrief oder eine Begleitadresse beigegeben
ein muß.
— F Worm;s, 10. Juni. Gestern traf nun auch das Stand⸗
zild Luther's für das hier aufzustellende Denkmal ein und wurde
nit fahnengeschmücktem Fuhrwerk sechsspännig nach dem Aufstel-
ungsplatze gebracht. Unsere Stadt befindet sich nunmehr im Be⸗
itze des ganzen Kunstwerkes.h2
7 Worms, 12. Juni. Vom betreffenden Ausschusse ist
das Programm zur Feier der Enthüllung des Luther-Denkmals,
ie am 24., 25. und 26. d. M. hier begangen werden soll, nun⸗
nehr veroffentlicht. Danach ist der 24. Juni (Mittwoch) der „Vor⸗
eier“ gewidmet, mit Empfang der Gaste, kirchliche Vorfeier am
achmiütage und Abends gesellige Vereinigung in der Festhalle.
der 25. Juni (Oonnerstag) ist der Hauptfesttag, u. A. mit Fest
nuug um 1134 Uhr nach dem Denkmalsplatz, Enthüllungsfeier auf
etzterem mit einleitendem Vortrage von Rietschel's Biographen
derrn A. Oppermanu, Festrede von Decan Keim in Worms bei
knthüllung des Monuments, Reden zur Uebergabe und Annahme
es Denkmals durch den Prälaten Dr. Zimmermann aus Darm⸗
tadt und des Bürgermeisters von Worms, Hrn. Brück ꝛ⁊c., wo—
auf Nachmittags Festessen in der Festhalle und Abends eleltrische
Bele uchtung des Monuments. Am 26. Juni (Freitag) findet
ur „Nachfe ier“ unter Anderem die Aufführung des Oratoriums
Paulus? statt.

Worms, 12. Juni. Der Ausschuß des Luther⸗Denkmal⸗
Bereins macht bekannt:

In der Kräuter'schen. Rah ke'schen und Knapp'schen
guchhandlung, sowie auch bei den H.h. Heinrich Rasor und
Apotheker Herm. Münsch dahier sind Karten zu den Festlichkeiten
der Enthüllungsfeier zu haben und daselbst gegen portofreie Ein⸗
endung des Betrans zu beziehen, nämlich:“

1) Karten, um der eigentlichen Enthüllungsfeier am 25.
Juni, Vormittags 11 Uhr, auf einer der errichteten Tri—
bünen beizuwohnen: Nummerirte Sitzplätze à 2 und Zfl.
Reservirte Stehplätze à 1 fl. und fl.
darten zu dem gemeinschaftlichen Festessen in der Fest⸗
jalle am 25. Juni, Nachmittags 8 Uhr, à 2fl. 42 kr.
nit einem Schoppen Wein.
darten zum Oratorium „Paulus“ am 26. Juni, Nach-
nittags 4 Uhr: Nummerirte Sitzplätze à 2 fl. 30 kr.
II. Platz 1fl. 45 kr. III. Platz 1fl.
Karten zur Probe des Oratoriums am Vormittag des
26. Juni à 30 kr.

Abonnements⸗Karten zum Besuche der Festhalle während
der drei Festtage à 1ufl. Karten zum einmaligen Besuche
der Festhalle à 30 kr. (Alles sehr schön aber kostspielig.)

Mainz, 12. Juni. Ein abscheuliches Attentat hat heute
Vormittag, eine Küchenmagd im Biersaal gegen eine ihrer Col⸗
eginnen, ein anderes Dienstmädchen verübt. In Folge Strei—
igkeiten ergriff Erstere ein Glas mit Vitriol und schüttete den
zinhalt Letzterer derart ins Gesicht, daß noch zwei Unbetheiligte
in Schneider und ein Unbekannter derart davon betroffen wurden,
aß man für die Augen des Dienstmädchens und des Schneiders
zroße Befürchtungen hegt. Beide wurden sofort in's Spital, die
Ittentäterin aber in sicheren Gewahrsam gebrächt.

Ein aus dem sächs. Erzgebirge gebürtiger, in Wiesbaden
n Arbeit stehender Drechslergehilfe wurde — nach der Mitt. Z.
— vor einigen Tagen durch eine amtliche Zustellung überrascht,
vornach er in Gemeinschaft von 6 Mitterben zur Beerbung eines
n Australien verstorbenen Onkels berufen ist, der nicht weniger
ails 6 Millionen Pfund Sterling (60 Millionen Gulden) hinter⸗
assen habe. (Das läßt sich hören.)
        <pb n="290" />
        Der Constructeur und Fabrikant von Haus⸗ und Küchen⸗
geraäͤthen Hr. C. Schmiedecke in Berlin, Leipzigerstraße 60 hat
inen Apharat erfunden, in welchem man Bier und andere Ge—
wränke während des Ausschanks ohne Eis kalt erhalten kann. Bei
einer von dem WVorstande des Vereins der Berliner Gastwirthe
dorgenommenen Prüfung' des Apharats veränderte sich die Tem—
peratur der darin aufbewahrten Getränke während der: heißesten
Witterung in 24 Stunden nur um 1 —2 Grad.' Der billige
Preis des Apparats, welcher die Kosten für Eisanschaffung er—
spart, sowie dessen außerordentliche Zweckmäßigkeit, sind seine beste
Empfehlung und wird derselbe allen Gastwirthen, Restaurants ⁊c.
shen witemmen sin.* J

In Pösleinsdorf (Unterösterreich) wurde vor einigen Ta—
gen ein Blutregen beobachtet; große,“ fast dunkelrothe Tropfen
fielen aus der Luft. Bekanntlich sind die selben nichts anderes,
als der Harn bder Schmetterlinge, namentlich des heuer in ganz
enormer Menge vporkommenden Baumweißlings.
7 Die Untersuchung gegen den Lithographen Hillerich von
Dadamar (Nassau). wegen Anfertigung uund Verbreitung falscher
Darmst. Zehnguldenstücke nimmt große, Dimensionen an; eiu«
große Anzahl von Personen, namentlich aus der obern Taunus
gegend, wurde verhafiet.

f In unseren Ateliers, sagt die Times,“ haben wir eine
Presse geprüft, welche alles übertrifft, was bisher auf dem Gebiett
der Druckerei erfunden und geleistet worden ist. Endloses Papier
vickelt sich um eine Rolle, welche je nach Bedarf der Presse Pa—
pier liefert. Die Maschine kann auf diese Weise in einer einzigen
Ztunde 46,000 Bogen liefern, so etwas Unerhörtes ist noch nicht
»agewesen; aber dabei schneidet die Maschine anch noch die Bogen
1b falzt sie und liefert einen nach dem andern fertig ab.

7 Ein amerikanisches Journal enthält folgendes Inserat:
„Gesucht wird ein Redakteur, der es einem Jeden recht zu ma⸗
hen versteht; diunhh ein Setzee det das Papier so arrangiren
kann, daß das Inserat eines jeden Kinzelnen an die JSpitze der
Blattes zu stehen kommt ·..

F In der Stadt Kansas (Missouri) wohnt ein Pflanzer Na—
nens Jakob Fernance, der schon seit mehr als 100 Jahren dem
»dlen Waidwerk obliegt. Derselbe ist im Jahre 1751 in Canada
zeboren, war Soldat im Unabhängigkeitskriege, diente 1812 unter
Beneral Jackson und ist seit 1780 in den Ver. Staaten seßhaft.
Seit etwa2 Jahren bemerkt der Mann, daß ihn die Jagd mehr
ermüde als früher, weshalb er sich jetzt quf's Tabakpflanzen
zerlegt, von dem er'! selber seinenAntheil' sich recht gut
schmecken läßt.
eae 3. Die Wahl eines Distriktsraths-!
Bekanntmachungen. — betr·. sui p
4. Organisation⸗ des Feuerlösch⸗
wesens betr..
5. Heimathsangelegenheiten betr.
B6. Die Gasanstalt zu St. Ingbert btr.
St. Ingbert, den 16. Juni 1868.
Das Bürgermeisteramt.
.* Chandon.
Alle Kegelfreunde, werden zur Fort
ietzung des 9 ——
Rereiskeelns

Nächsten Sonntag bei günstiger
Witterung va
Harmonie,
durch die St. Ingberter
Bergkapelle
bei J. Eisel in Schnappbach.
Bei Tünchermeister Wor it findei ein
Geselle——
dauernde Beschäftiaung.
Uhren und Goldwaaren.

Mobiliar-Versteigerung.
Samstag, den 20. Juni 1868. des
Morgens 9uUhr zu St. Ingbert im Sterb⸗
hause des daselbst verlebten Schlossert
Geotge Haas lassen die Erben von
T der verlebten Kaiharina Wagner, lebend
Ehefrau von dem gleichfallz verstorbenen
Heinrich Haas, gewesener Ackerer und
Bergmann, 2, gedacht verstorbenem Georg
Haas, die zu deren Nachlassenschaften ge⸗
hörigen Mobilien auf Credit versteigern,
namentlich·

eine vollständige Schlosserei-Einrichtung
80 fertige Thürschlosser, Thürbänder
Feilen, Meisel, Fensterbeschläge, 5
Schraubstöcke mit Werkbänken, J. Bohr—
maschine, vorräthiges Eisen, Gußstahl,
Blech, 1 Canapee, Tische, Stühle, Bet
lung, Weißzeug, Getüch, Kleidungsftücke
2. Taschenuhren, eine Wanduhr und
allerlei sonstige Gegenstände.
St. Ingbert den 19. Juni 18668
7Sorn kal. Notar.
Mobilienversteigerung.
Samstag den 27. Jimi 1868,
Nachmittags um 2 Uhr- zu St.“ Ingbert
im Sterbhause lassen die Witiwe und Er⸗
ben des daseltst verlebten früheren Bückers
zuletzt Privatmannes Jphann Bess die
zur Gütergemeinschaft der Eheleute Best
Jehörigen Mobiliargegenstände in Eigen⸗
shum auf Borg versteigern, nämlich:“:
1 Kleiderschrank, 1Küchenschrank.
1. Commode, Tische, Stühle, dvoll—
staͤndiges Bett mit Bettlade, Bilder,
Getüch von alleun Sorten, Bettzeug,
Küchengeräthschaften und sonstige
Gegenstände.“ —

Soeben eine frische Parthie ange—
ommen. Unterzeichneter ist in Stand
gesetzt, dieselben äußerst billig zu ver—
kaufaean.

cgouis Harth.

Frucht⸗, Brod⸗ Fleissch⸗ ⁊c. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 18. Jimi.
Weizen 8 fl.30 kr., sorn 5 fl. 33 kr.
Berste Areihige, — fl. — kr. Gerste vier—
ceihige, — fl. — kr., Spelz 5 fl. 55 kr
Spelzkern — fl. — kr.“ Dinkel — fl
kr. Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
5Ifl. Z3Tfr., Erbsen — fl. —kr., Wicken
— fl. — kr. Kartoffeln 1 fl. — kr., Heu
Infl. 20 kr.. Stroh 1fl., 12 tri, per
Zentner. Weisbrod 118 Kilogr, 21 r.
Kornbrod 3 Kgr., 26 tr. ditto 2 Kgr.,
18 kr., ditto 1 Kgr. 9 kr., Gemischtbrod
Kgr. 34 kr. I Paar Wech. 7 Loth
2kr., Rindfleisch, 1. Qual. 18 kr.2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel—
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr.“ per Liter,
Butter 30 kr., per Pfund. J

Fruchtpreise der Stadte

auf dem Heusser'schen Bierkeller
reundlichst eingeladen..
Kesselschmiede,
finden dauernde Beschäftig—
ung bei guter Bezahlung bei
AM. Strochzer vohne

in Mannheim.
Ebvuntag, den 21. Juni

—— — ——

bei Jakob Quirin auf'm Rentrisch.
BLorn, kNotar.
Stadtrathssthung.
Am Freitag, den 19. d. Mts.

Rachmittvgs um 2 Ahr

Tages- Orduung.

I. Fortsetzung derBahn von St.

Ingsbert nach Saarbrücken betr

2. Die Erhehung von Bürgerein
zugsgelder betr....

Das L. Kling'sche Haus in der
Kohlenstraße, zu jedem Geschäft sich
eignend * z2u vermiethen durch

C—.

245 Am Frohnleichnahmstage wurde
im Café Oberhauser ein braun seidner
Regenschirm (wahrscheinlich aus Ver—⸗
jehen) mitgenommen, man bittet den-
selben daselbst abzugeben·

Kaiserslantern vom 16. Junl.
Weizen 7 fl. 8.tr., Korn 5.fl. 11Ir.
Spelzkern ⸗fl.kr. Spelz 85 fl.
16 fr. Gerste — fl, — kr., Hafer 5 fl.
14 fr., Erbsen. sl. — kr., Wicken — jl.
⸗kr., Linsen — fl. —kr. perZentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 24 tr.
3. Pfdo. Gemischtbrod 14 kr. und 2Pfod.
Weißbrod 14 tr

Kedaction, Druck und Verlag pon F. X.. Demeß in St. Jugbert.

222 Ja *
        <pb n="291" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der „St. Ing berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltimgsblatte erscheint wöchentlich dreimal Pienbtag, Vonner ztag
and Samstag. Aboꝛmementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet. ———
eamotag · den 20. zumn 1111868
J α ιι
—— Einladung zum Abonnement.
Wit dem 1. Juli nächsthin beginnt ein neues Quar—
zal für die Monate Juli, August und September. Wir
machen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
Bitte aufmerlsam, ihre Bestellungen gefälligst recht ze itig zu er—
zeuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
welche das Blatt durch die Po st beziehen, für eine möglichst
daldige Bestellung bei der betreffenden Posterpedition oder
den resp. Posiboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versandt
des Blattes keine Verzögerung erleide.
Zu zahlreichem Abonnement ladet ein J
I Die Expedition.
NB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die
hon der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt für das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, sofern
fie vor Ende dieses Monats nicht ausdrüc
lich abbestellen.
Deut“chland.

München, 16. Juni. Die Königin Marie don Neapel
ist gestern früh mit dem Wiener Eilzug hier eingetroffen; sie
wird nunmehr die Villa Schimon bei Leoni am Starnbergersee
beziehen. — Die für das mathematische Lehramt angestellten
Studienlehrer haben den Unterricht in diesem Fache an den La⸗
seinschulen zu ertheilen;, ferner wird denselben der geographische
Unterricht, wenn nicht in allen 4 Klassen, doch wenigstens in der
3. und 4. Klasse übertragen, und womöglich übernehmen sie auch
den fakultativen naturwissenschaftlichen Unterricht. In Folge dessen
wird bei mehreren Studienanstalten eine Reduktion des philologi
chen Lehrpersonals eintreten.

München, 17. Juni. Der „Allg. Ztg“ äichreibt einer
ihrer Münchener Correspondenten, „daß der ernsthafteste Plan be⸗
sieht, nach dem Beispiel anderer Länder das Zeitungsabonnement
dei der Post aufzuheben unddieses Geschäft ausschließlich den betreffen⸗
den Expeditionen zu überlassen.“ und verschiedene inländische Blätter
zeben in Folge dessen bereits der Besorgniß über eine solche Even⸗
fualität Ausdruch. Wir können auf Grund der zuverlässigsten
Mittheilungen versichern, daß in den maßgebenden Kreisen der
Postverwaltung und der Staatsregierung Niemand an eine solche
Maßregel denkt, welche im Versandt der Zeitungen eine große
Umwälzung shervorrufen und den Verschleiß derselben im höchsten
Zrade erschweren würde.

Det sächsische Gesandie dahier, Graf Könneritz, ist in Urlaub
gegangen; die Führung seiner Geschäfte besorgt die preußische
Vvesandtschaft. — Der Reichsrath General Fürst Thurn und Taxis
iegt sehr bedenklich darnieder.
Dienstes-Nachrichten.

Seine Majestät der König haben sich allergnädigst bewogen
zefunden, unterm 13. Juni 1. Is. die katholische Pfarrei Geins—
deim, Bezirksamts Neustadt a. H. dem Priester Martin Würrer
Pfarrer in Ramberg, Bezirksamts Bergzabern zu übertregen.

An die isolirte Lateinschule in Grünstadt ist die Stelle eines
Lehrers der Mathematik und Realien mit einem Gehalte von 700 fl.
in Erledigurg gekommen. Qualificirte Bewerber haben ihre Mel—
zungsgesuche innerhalb einer Frist von 5 Wochen bei dem kgl. Sub⸗
ectorat einzureichen.

„Worms 17. Juni. Sicherem Vernehmen nach ist heute
dem Ausschusse des Luther⸗-Denkmal-Vereins die Mittheilung
ugekommen, daß der König von Württemberg am 25. d. M.
em Festgottesdienste und der darauffolgenden Enthüllungsfeier
awohnen werde. — (Von fürstlichen Personen werden dem Ver⸗
zehmen nach außerdem anwesend sein: Der Großherzog von Hes
ca mit Prinz Alexander und Gemahlin, der Kaiser von Ruß

land, der König von Preußen und der ez * Baden.)

5* 3 Rh. H)

— Am 7. Juni wurde auf dem Kirchhofe zu Dermbach, im

Fisenacher Oberlande, das Denkmal der dort am4, Julz 1866
zefallenen preußischen und hayerischen Krieger gesetzt.. Der preu⸗
zische Adler und das bayerische Wappen zieren den einfachen
Sockel mit der entsprechenden Inschrift. Amwesend waren Gene-
ral Vogel v. Falckenstein mit einer Deputation der preußischen
3. Division, eine Deputation des baherischen 14 Infanteri ere⸗
ziments und Offiziersdeputationen aug Meiningen und Eisenach.
Fin protestantischer Geistlicher hielt die Gedaͤchtnißrede, ein katholischer
die Weihrede., Niemals kann ein solcher Riß wieder vorkommen.“ schioß
Beneral Vogel v. Falckenstein seine Rede, und der Norden und der Sü—
den haben ein gleiches Interesse für Deutschlands Wohl Alles
muß sich versöhnt die Bruderhand reichen und nach- einem Ziele
streben.“ Die Hand dem bayerischen Obersten drückend, bat er
um Nachsicht, falls er etwa in Anerkennung; der Seinigen ein
Wort zu viel gesprochen. Eben so freundlich und herzlich war
die bayerische Antwort, und warm die Worte, dieder tapfere
Feldherr nunmehr an die bayerischen Unterofsiziere richtete, die er
sich vorstellen liiß.

Frankfurt, 15. Juni— Eine gestern Rachmittag hier
tagende Versammlung von (92) Brauereibesitzern aus Hessen
sturhessen, Rassau und Frankfuri erklärte die beabsichtigte Einfüh—
rung der preuß. Maischraum⸗Steuer als ruinos für das süddeut-
che Brauereigewerbe, bezeichnete die Einführnng. der Fabrikats—
teuer als einziges Mittel der Abwehr, beschloß Petitionen in die⸗
jem Sinne an den Rorddeutschen Reichsstag und an die heffische
Ständekammer und setßte ein Comite zur Regehaltung der Agila-
ion nach dieser Richtung nieder. —

Berlin 17. Juni. Reichstag. Präsident Delbrük er—
tlärt in Folge einer an ihn gerichteten Interpellation, die Kegel-
uing des Schutzes der deutschen Auswanderer sei in der nächfien
Session auf dem Wege der Bundesgesetzgebung zu erwarten; fer⸗
ner bemerkt derselbe, der Eintritt Mecklenburgs in den Zollberein
sei als feststehend zu betrachten, der Termin des Eintruts aber
noch unbestimmt. —

—Bei der Wichtigkeit, welche man der Rede des Generals v. Mol ile
die derselbe in der Sitzung des Reichlass am 15. d. M. gehal-
ten hat, besonders im Auslande beilegen wird, geben wir die—⸗
elbe hier nachfolgend. Herr d. Moltle hat gesagt: Welcher verstän⸗
dige Mensch, m. H., sollte nicht wünschen, daß die enormen Aus⸗
gaben, die in Europa für Kriegsfälle gemacht werden, lieber zu
Friedenszwecken verwendet würden? Aber auf dem Wege, wie
einer der Herren Vorredner es gemeint hat, auf dem Wege in⸗—
sernationaler Verhandlungen, wird das sicherlich nie zu Stande kom⸗
men. (Zustimmung.) Es ist ja der Krieg nur eine Fortsetzung der
Politik mit anderen Waffen. Ich sehe für jenen Zwech nur eine
Möglichkeit, und das ist. daß im Herzen von Europa sich eine
Macht bilde, die, ohne selbst eine erobernde zu sein, so stark ist
)aß sie ihren Nachbarn den Krieg verbieien kann. (Lebhafter
Beifall) Eben deswegen glaube ich, daß, wenn dies segensreiche
Werk je zu Stande kommen joll, es von Deutschland ausgehen
vird, aber erst dann, wenn Deutschland stark genug sein wird,
das heißt, wenn es geeinigt ist. Auch im Militär, m. H., ver⸗
folgen wir die Fortschritte der Wissenschaft und die Erfindungen,
die anderwärts gemacht werden. Aber die Erfindung ist noch
lange nicht das, was aus ihr geschaffen werden kann, es komm
darauf an, sie kriegsfertig zu machen. Unser vortreffliches Zünd⸗
nadelgewehr ist vor langen Jahren erfunden worden, wir haben
aber mehr als 20 Jahre gebraucht, um daraus eine wirklich für
den Krieg brauchbare Waffe und einen Vorrath von Misllionen
Jerzustellen. Es würde also lange nicht genügen, zu beobachten,
vas anderwärts ar sondern wir müssen selbst damit Pro⸗
zen machen. Es ist gesagt worden, daß die hum ine russische Re⸗
gierung die explodirenden Geschosse abschaffen wolle, Es handelt
        <pb n="292" />
        ich dabei eigentlich nur«darum, daß man in Rußland explodiren · Londonsg 17. Juni. Das Unterhaus ha gestern Abend
de Gewehrkugeln nicht einzuführen wünscht; ob aber die russische Bladstones Bill über die irische Staatskirche in dritter Lefung an
Regierung dig Shrapnells aind Granaten abschaffen wird, so lange genommen.s Ein Antrag Brights, einen Untersuchnungsausschuß
noch die anderen Mächte sich derselben bedienen, daran zweifle ich nach Cannada zu schicken, wurde mit 96 Stimmen Mehrheit für
ehr. we(Heiterkeit.) Es ist ferner gesagk worden, daß die Geschütze die Regierung (mit 183 gegen 87) verworfen“ » —
doch schließlich allß Panzer durchbrechen werden. Wenn der Herr Italien.
Vorredner (Loewe Calbe) uns davon die Versicherung geben kann, *
so würden wir sehr kostspielige Versuche sparen köͤnnen. Iche, Die Beziehungen zwischen Florenz und Paris haben fich in
uͤrchie aber, daß wir pielleicht noch zwei Kriege zu führen haden ingster Zeit eher verschlimmert. Wie dem Genfer Journal be⸗
e drage inshieren inte worin wit sowohl Vvan ichtet wird hatte Menabrea an das Tüileriencabinet eine Depeschẽ
zerschiffe wie Befestigungen brauchen werden. Wie der Herr Vor⸗ nit der Anfrage gerichtet, wie lange die Okkupation des Kirchen⸗
edner dies Argument degen den Hafen von Klel brauwen kann, taates noch dauern werde. Darauf hätte der italienische Minister
has begreife ich nicht. Meine Herren! Unsere Nachbarn wissen, lus Paris die Antwort erhalten, die französischen Truppen würden
wohl nuch' diejenigen, die so hun, als ob sier es nicht wüßten lange in Rom bleiben, als Italien seine intime. Reziehnngen
aß wir sie nicht angreifen wollen Aber fie sollen auch wuͤsen u Preußen unterhalte, da eben in dieser Oklupation · das einzig⸗
daß wir uns nicht angreifen lasfen wollen, und dazu brauchen bfand für das treue Halten Italiens zu Frankreich für den Fall eines
dir ine Annee und Floͤtte Lunde ich vertraue auf den Patriotis drieges mit Norddeutschland liege Te Da wüßte mon) denn auch,
mus dieses hohen Haufes vaß es das von den Kegierun gen ge⸗ vas die ungeheure Ausammlung von swannesrn Zriegsmaterial
botene Gefeh anehmen Virbi(Webhafler Beifalf.) V n Civitavecchia zu bedeuten hätte sie wäre dan gegen Preußen
Bearli n u7 Jun Die Cibuproceßcommission des Bun⸗ emünzt, und soll dazu dienen, Italien im Kriegs falle im Zaume.
desraides hat heftern ihre Berathungen uͤber das Genossenschafts- und von einem Bundnisse mit Preußen abzubalten· W 653
jeseßz vollendetn — In Venedig —XR es dürch das Auftreten einiger. Individuen
Ber in 17. Juni Die Probinzial⸗Cort. meldet, daß der welche die Procession auf die Kirchen beschränkt wissen wollten)
weichageshtug doch ie vor un den dn in Aubsiht ge vährend der Frohnleichnumsprocession auf dem St. Markusplaß
nwininen ist. (Der Reichstag arbeilet ja auch im Galopp.) Fer⸗ zu bedauerlichen Gewaltthaͤtigkeiten. Das Einschreiten der Cara⸗
er meldet das genannte Blamm Der König und die Königin ziniere und Sicherheitswächter, welche einige BVerhaftungen vor⸗
eisen in da orsen Woche dez Vun noch Ems. Der König hofft ahmen, bewirlte daß die Procession bis zu mEnde. Abgehalten
zer Enthuclung bes Sntherdentinois in Worms beiwohnen zu lon. verden konnte. Die Saqe ist den Gerichten. uüͤbergeben. ¶Detr
en. Ver Nonig bon Wintiemberg undedie Großherzoge don orlahrige Frohnleihnamsscandal in Verona hatte bekanntlich die—
daden und Hefsen werden gieichfaus erwarletn. Die Abreise des elbe enn — . l
sednigs nach Hannover findet amf 21. oder am 26. Juni statt. Aus Frotenßz 128 Juni wird geschrieben. Die Regierung
gls Ministern des Auswärtigen wird Graßerv. ioht mit Genugthuung den Erfolg ihrer finauziellen Pläne? Die
Biamarc während seiner Abwesenheit durch Hrn. d. Thuebe Fente steht so hoch wie geit langer Zeit nicht. das Agio des
dertreten. ν2 Beldes gegenüber dem Papier, ist fast auf Null herabgesunken,
Serlin 17. Junie Die Nordd. Allg. Zig. meldet, Das ind der Verkauf der Kirchengüter geht trotz aller Drohungen
hei der Haussuchung in Landeck vorgefundene, von Graf Platen ꝛes Vaticans zu unerwartet hohen Preisen vor sich. Die Lebens.
elber geschriebene Programm bezeichnet Preußen als den gemeine Lage für die itallenischen Finanzen ist und bleibt aber die: wird
amen Feind- alber Känder Zund eine. Pflicht der N pee neuen Steugezt hünltlicher bezahlen als die
Selbsterhaltung einen èBund aller Kleinen Mächte mit, Frankreich, Alen — 3 a kulcas
uim Preußens Machl w und passelbe uüͤber die Elbe zu⸗e „uen Aus —A echid wird. herichtet, daß die raselhafte
rüctzudrangen, noch ses dieg ubehh weil in Hannover ein ener- Aufhäufung ftanzösshen Kriegsmaterials in dieser. Feftung im
zischer Widerstand bestehe. Die Zertrümmerung des Staates der rößlen Maßstabe fortdauert. Es sind.bereits Munition. Mund⸗
dohenzollern nege im Juleresse ader kleinen Machte, die in Frank. Lorrath und Ausrüstungsgegenstände für ein Armeecorps von
reich ihren natürlichen Beschützer sehen müßten. 30. 000 Mann vort vereinigt. *
n i n ee de. Peese sagt: .Um dem r Garibaldei wird im Laufe dieses Sommers Caprera
·ventuellen Verlangen Preußens guf Auslieferung: pon. Hoch⸗ ꝛetlassen und zur Herstellung seiner vielfach geschwchten Gesund⸗
errathsangeklagten vorzubeugen, hat Oesterreich den Ausliefer⸗ jeit nach Ischia gehen. Er beabsichtigt anfänglich, die Bader
mngsvertrag zwischen denr, ehemaligen: Mitgliedern' des deutschen on Monsummano an der Grenze detz Kirchenstaates zu gebrauchen
hundes fur nicht mehr rechtstrafng erllär Indeß eine hochstehende Persönlichkeit rieth ihm von dem Besuche
Presth 16 Juͤni. Die Debutirtentafel des Reichstages Monsummano's eifrig ab * bekanntlich hat Garibaldi im vori⸗
drückte der serbischen Nation einstimmig ihr Beileid wegen Ermor- en Jahre bon dort aus sein erfstes Unternehmen gegen
zung des Furften Michael * begonnen — und so hat der General diesen Plan auf⸗
IPesth 16. Juni. Der Prinz Napoleon ist heute unter segeben 11 . u
sranzösischer Ehrenflagge hier — und AIa an Lan. Florenz 17. Juni. In diplomatischen Kreisensyricht
i von ven Glafen Andrassy awartet. Das Volt be, dan don einem auf die Raumung Roms bezüglichen Circulare.
rußle dea Pringen mit Ellenrufen. Derselbe ist im , Hotei Eu- Ferner wird verfichert, daß das hiesige Cabinet gelegentlich der
ppae abgestiegen. 75 krnennung des neuen Gouverneurs des Libanon von der Tür kei
SFrankreich. nieselbe Notificirung empfing wie die anderen Größmächte.
Paris' 16. Juni. Großes Aufsehen erregt hier die gest⸗ J Donaufürstenthümer.
rige Meldung der Patrie daß zwar nicht Graf Bismarck aber Belgrad 17. Juni. Eszmacht sich eine gewisse Unzu—
vohl Hr. v. Beust nach Biarriß kommen werde, und zwar ge— riedenheit mit den Trägern der Regierungsgewalt bemerkbar,
rade im August, wenn der Kaiser Napoleon gleichfallzs in dem »ie durch Agitationen genährt wird. Das Organ der Regierung
zyrendenlande verwellen wird. Je bedeutsamer die Erigniffe Zeldet, daß die Garantiemächte Serbien volle Freiheit in der
varen, welche dem Aufenthalte des preußischen Staatsmanns in Wahl seines Fürsten lassen. 3 W
Biarritz folgten, um fo mehr ist man selbstverständlich geneigt, Belgrad, 17. Juni. Eine neue Proclamation der Stati⸗
nuch im Besuche des kaiserlichen Reichkanzlers eine große Wichtig- alterschaft versichert dem Volke, dieselbe werde auszuwirken wissen,
eit beizulegen. Das Andenken des verfehlten Buͤudnißversuchs »aß der Wille Serbiens beachtet werde. In Folge don Geständ-
von Salzbuͤrg, der damals Preußens Empfindlichkeit so lebhaft issen Verhafteter find neue Verhaftungen, darunter die der Schwe⸗
vachrief, trägt nicht dazu bei. das auffallende Zusammentreffen ler des Fürsten Karageorgievic und die von 5Studenten“vor⸗
Jes französischen Kaisers und des Hrn, v. Beust in harmlosem senommen worden. ve z eee
dichte erscheinen zu lassen. 5. — Aumerika. e en eanz er
Paris 17. Juni. „Patrie“ sagt, auf die Bitte des Sul— Ueber die Bestech 4
ans — p α uu ie Bestechungen, welche die Freisprechung Johnson's
en Napolesbin nun doch nach Konstan xmöglichten, hört man jezt Folgendes: Gleich nach der ersten
8 18. Juni. Der neue Bericht des Budgetcommision Abstimmung im Senat über den Artikel 11. der Anklage war
uf Sire starker 88 eine Untersuchung wegen stattgefun⸗
eine Rüstungen seien frei von kriegerischen Hintergedanken, und r es echuna einzelner Senatoren eingeleitet worden. Nahezu
Alles lasse die Erhaltung des Friedens hofffafe. ehn Zage verslossen zwijhen dem Beginn dieset Aufdecungen und
Enland.“ — der zweiten Abstimmung im Sennt. Im Abgeordnetenhause wurde
»3*8 g u⸗ nittlerweile die Untersuchung fortgeführt; — der Beweis det
Lond on, 15. Juni. Mag sieht die Annahme des inter⸗ tattgehabten Bestechung trat auf's deutlichste zu Tage; es erfolgte
nationalen Münzfystems durch die Vereinigten Staaten als ie Verlesung des betreffenden Berichtes durch Hrn. Buttler, den
wewik an. .* — —— — haupt⸗Klageanwalte — »und Wodoleheneines der Meirkeuge de

—8
        <pb n="293" />
        Berschwoͤrung, wurde in Haft genommen, in der er sich bei Ab⸗
jang der letzten Post, die bis zum 27. Mai reicht, noch befand.
das Bestechungs⸗Complot liegt jetzt klar vor den Augen der Oef⸗
fentlichleit. Aus den eingeleiteten Verhören und Beschlagnahmen
jat sich Folgendes ergeben: Das Centrum des Bestechungspla⸗
ies war der sogenannte Whisky-Ring“ in New⸗-PYork, bestehend
mis Leuten von der rebellenfreundlichen. fogenannten demokratischen
Partei, die durch berüchtigte Unterschleife sich großes Vermögen
rworben haben. Nachweisen läßt sich, daß in diesem Kreise 25,000
doslars zur Gewinnung dreier Senatorstimmen gezeichnet wurden,
ind daß außerdem 100,000 Dollars in New⸗York für die Be—
oldung der Vertheidiger des Präsidenten zusammenkamen. Es
zingen 50,000 Dollars von dieser letztern Summe an die Ver—
heidiger: Wohin die andern 80,000 Dollars und der größere
Theil jener 25,000 Dollars gezahlt wurden, darüber verweigert
zer in Gewahrsam genommene Wooley, dessen Character als Agent
ver Bestechung nachgewiesen ist, die nähere Auskunft. Durch ein
Zusammentreffen von Nebenumständen ist man' jedoch auf die Na⸗
nen der drei Senatoren gekommen, in deren Hände das Geld
Jeflossen sein muß. Es sind Männer, auf deren Gesinnungstreue
zie Partei noch am Vorabend des Verdictes gezählt hatte
Die Auswanderung von Farbigen aus den Vereinigten Staa-
en nach Liberia, der Neger-Republik auf dem heimathlichen Boden
Afrika's, ist im Zunehmen begriffen; die zu diesem Zwecke gebil⸗
zete Colonisations-Gesellschaft kann wegen Mangels an Mitteln
nicht allen an sie gestellten Anforderungen genügen. Von Savan—⸗
zah expebirte dieselbe mit ihrem Schiffee, Golconda“ am 14.“ Mai
(51 solcher Auswanderer, fast sämmtlich Farmer oder Handwer⸗
er, die größtentheils lesen und schreiben können.
Mün — 94 Junl. omn *n dea
bayerische Armeeim 36. ASchluß).
Wahrscheinlich ig der Abchtz die wel. Veitshöchheim geschlägene
Schiffbrüde zu bedrohen, zeigten sich Mittags feindliche Abtheilun⸗
zen, hauptsächlich qus Cavallerien unde! Artillerit bestehend; auf
dem linken Flügel des Gegners, diese wurden von dem 6. Che
paurlegers⸗Regiment, der schweren Cavalleriebrigabe “und' dem 8.
Uhlanen · Regiment zurückgeworfen, undhildete dieses mit Erfolg
gekrönte Reitergefecht einen schönen Abschluß der zwbeitägigen bluti—
zen Gefechte von Würzburg. Es wird der Rückzug über den
Main befohlen. Betrachten wir nun die Bewegungen der Preu⸗
zen in dieser Zeit, 11—26. Juli. Sie hatten nach den Gefech—
en ber Aschaffenburg diese “ Etads sowie Hanau und Frankfurt be—
etzt und rückten am 21. Juli, nachdem sie noch die oldenburgisch-
zanseatische Brigade Wetzien an sich gezogen hatten, gegen Tau—
der⸗Bischofsheim, Werbach und Werthheim dem 8. Armeecorps
nach. — 4. Abschnitt. Am 27. Juli stand die Wahrische Arinee
wischen Rottendorf und Veitshöchheim und konnte bel dieser Be—
chießung von Marieuberg (Würzburg) sich nur mit der Artillerie
hetheiligen· Da nach einene Telegramm des bayrischen, Minister⸗
räsidenten Frhrn. v: d. Pfordten“vom 2. August an ein Waffen
tillstaud ⸗abgejchlossen war, wurdet vis dahin eine Waffenruhe, je—
doch mit 24stüudiger Mundigungsfrift, vereinbart? In der Nacht
vom 31. Juli wurde die‘ Waffenruhe zwar preußischerseits gekün⸗
digt jedoch nach der Uebergabe Würzburg's, mit Ausnahme des
Marienberges und des Mainviertels gehalten. zAm 2 Au⸗
zust, Krat Waffenstillstand, ein. HDie 5Stellung da bayerischeũ
heeres zwischen der, preußischen Mainarmee und dem bis
Nüruberg vorgedrungenen Reservekorps unter demmniGroß⸗
herzog von Mecklenburg war fürden Fall, daß sich die Friedens⸗
erhand lungen zerschlugen, eine höchst mißliche; weßhalb der Feld-
marschall beschloß, den ihm gebotenen 8wöchentlichen Zeitraum zu
benützen, um seine Truppen auf die Donau, als den zunächst
zroßen Terrainabschnitt zu basiren, woselbst die als befestigtes La—
jer einger ichtete Festung Ingolstadt einen sicheren Stützpuukt bot.
Nachdem am 22. August die Unterzeichnung des Friedensaktes
zoslzogen war, wurde unterm 29. August die Auflösung der mo⸗
zilen bayrischen Armee anbefohlen

—V2—

Vermischtes.
In Speyer hat am Dienstag zwischen einem jungen Für—
ken Leiningen und einem badischen Officier ein Duell siattgefun⸗
»en,das einen ganz glücklichen Verlanf nahm und keinen der

duellanten verwundete. ,
fSpehyer 16. Juni. Seit einigen Tagen besindet sich ein
Laucher aus Oesterreich hier, der unter Submarine⸗Ingenieur
Bauer bei der Hebung des Dampfers ‚Ludwig“ im Bodensee be⸗
chäftigt war und nunmehr am Rheine Taucher-Vorstellungen gibt.
Fur Solche, die noch nicht Gelegenheit hatten, Aehnliches zu sehen,
iud diese Vorstellungen jedenfalls von Interesse.
4. Nach einer Landauer Correspondeuz in der „Frankf. Zig.“
ollen die Geldmittel für ein ultramontanes gagliches Blatt, wel
des in Speyer gearündet werden loll.' bereits zusanimengehbracht

.. 712 494ααα3
ein. Man durfte demnach wahrscheinlich nicht hnglsueht auf
die neue Erscheinung zu warten haben, 3 —
t Der „Fr. Kurier“ regt die Idee an, daß bie Feier der
Jufstellung des Lutherdenkmals zu Porms nicht bloß in Worms,
sondern in allen protestantischen Kirchen und Gemeinden des
Inn- und Auslandes gefeiert werden möge. Es wäre dieß noch
zu ermöglichen, wenn die Presse sich dieser Idee, schnell
riachne ν—
F WMannheim 14 Junl. Das Obergericht hat gestern die
on J. Schneider, dem Redacteir und Verleger der N. B
2.3. eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde gegen, das VUrtheis der
—An wird
ich also demnächst füt drei Monate auf eine Festung zun beger
ven haben. 338* —
. f, Man n hei m.“ Im hiesigen Hafen und in Ludwigshafen
ahern gegenwärtig 805 bis 100,000 Etr Betreide.Ein Theil
)esselben ist für Frankreich bestimmt, der zrößere Theil aher war⸗
et auf Abnehmer, die, bei glünstigen Ernteaussichten jäglich zurüd,
zaltender werden.Die Preise sind seit Ende März weichend,
Seit der Ernte von 1867 bis dahin wurde hiet gezahlt für Wais
en erster Qualität 16 fl. 14 kr. bis 17 fl. 45. sur Gerste er⸗
ter Qualität 10 IP. dis 11 40 kr. für Hafer Jo' l. bis 10 I.
30 kr. gegenwärtig wird angeboten: Waizen erfter Qualität
u 14 fl. bis 14 f1. 60 kr. Gerste 9 I. 29 kr. Hafer 10 fl
zer 100 Kil. * ——

f Mainz, I un Der gußerordentliche Aufschwung, wel⸗
hen der Handel mit Schlachtvieh zwischen Ungarn und England,
iamentlich durch die immer weiter greifenden Speculgtionen hie⸗
iger Händler genommen, hat jetzt eine Gesellschaft ungarischer
Biehhaͤndler veranlaßt, Zwischendepots am Rhein jgu erxrichten
zunächst ist zu solchen eterg Seen dqu Solachtvieh V
hofssheim am Main ersehen. Die Versendungeu gehen über bie
sterreichisch ⸗bayerischen Linien und die Ludwigsbahn ⁊xc. Einen
Tbeil der Waare konsumirt das Rheinlanden d )
FJu Mainz sind in der Letzten Zeir falshe — ——
enstücke mit den Jahreszahlen 1850 und 1855 und falsche preuß.
Thalerstücke mit der Jahreszahl 18589 und 1860 ausgegeben worn
den. Ihr Glanz ist matt, dien Oberfläche poros, die Kande un⸗
gal, das Gewicht gering.uac, J

fIn Frankfurl fand ein⸗der I Nacht ved 124.18.. Jumi eine
zroße Schlägerei zwischen etwa 30 Personen statt; auch Vaßs Mes—
jer spielte dabei eine. Rolle. ,
.Aßmanmn s ya ugeenr. Junir⸗Heufte ereignete?tisich
ner nachstehender Unglücksfall. Ein Hr. Fr. Becker in Mühlheim
in der Ruhr gehörendes Kohlenschiff, das,u mit Kalksteinen.be⸗
aden, anf der Rückfahrt begriffeu war, strandete dichtDdor dem
„Hotel Anker“ durch das Anlaufen an einen hervorragenden Fel⸗
en.“ Leider ist dabei der Verlust eines Menichenlebens zu Bes
lagen, indem der Steuermann Schneider aus Bingennim dem
S„trome seinen Tod fand, uls er zur Rettung jeines der Beman—
uͤng des Schiffes angehbrenden Sohnes ins Wasser sprang- Der
Leßlere wurde gerettet. — 71
12565. Manbaut tzetzt vor den Thoren von Paris eine klente
kisenbahn mit nur einer Sthiene, die auf dem gewöhnlichen Fahrs
veg angebracht wird, ohne daß: detscibeeiner besonderen “Berän⸗
erung hedürf. Die Maschine hat, drei Räder, von denen zwei
nuf dem Wege gehen und eines auf der Schiene. Diese trägt
die ganze Last des Zuges. Diese Versuchslinie, die“ von Rainch
nach Montmiraibngeht, (nicht ganz eine preußsschẽ Meile)
vird in den Tagen bom 15. bis 20. Juli dem Pudbfikun ge—
ffnet werdenz ———
124 Ginen merkwürdige Erfindung) Ein Nordamerikaner
angte vor wenigen Tagen in Paris an uüd verlangte von der
xanzöfischen Regierung ein ausschließliches Privilegium,z für eine
neue Erfindung, welche darin besteht, beim Drucken von, Büchern
ür nächtliche Leser statt, der Druckerschwärze Phosphoꝛ anzuwenden
und deuselben am Papiere zu fixiren, so daß beim' Löschen des
Aichtes die Buchstaben leuchten und des Text des PHedffnesee Bu⸗
hes flammend erscheint. Das ganze Verfahren soll ein ungemein
infaches und billiges sein und dürfte daher bald allgemeine Ver—
hreitung finden.

t Der zoologische Garten in Antwerpen besitzt seit längerer
Zeit zwei prächtige bengalische Tiger, von denen einer, um nach
London befördert zu werden, in einen soliden Transportkäfig ge—
zracht worden war. Nachts wwischen 83 und 313 Uhr sahen öi-
enbahnbeamte ein Thier über die Mauer springen, die, den Eingang
uum zoologischen Garten von der Eisenbahn trennt““ Es, war der
Tiger, dem zuerst ein Abtrittskarren in den Wurf dam“er fiel
iber das Pferd her, an dessen Weichen er sich festirallte, währenden
er ihm eiuen Biß am Schenkel versetzte.n Der Fuhrmann, der
ich zuerst auf sein Pferd gerettet hatie, erhielt durch die Tate.
ine Wunde am Schenlkel und flüchtete sich auf den Karren, wäh⸗
end das Pferd in Anast den Moarkipläße von — 5
        <pb n="294" />
        puellte. Der Tiger, der dem Pferde nachsetzte, traf einen Mann,
inen Gärtner, der gerade von Straßeder St. Jacques herzukam, warf
sich auf ihn, zerriß ihm Brust und Beine mit den Krallen, packte
hu an der Gurgel und versetzte ihm seine todtliche Wunde Der
riger schleppte die Leiche noch eine Strecke fort und ließ sie dann
liegen um in den Hof von St. Anna einzubrechen. Indeß hatte
her Director des zoologischen Gartens, Vekemans, sich mit seinen
Leuten aufgemacht und traf das Thier an der Ecke des Markt⸗
plates von St. Jacob am Hause von Verstregen. Gegenüber
zatie ein Nachtwächter mit einigen anderen Personen Zuflucht in
einem Krämerladen gefunden und das Thiexr drohte durch die
Fer ndcus es machte Halt, seßte dann jedoch seinen
kauf fort, bis es Veremans mit seinen Leuten gelang, dasselbe
n den Hof von St. Anna zu treiben. Hier wurde es von vier
mit Gewehren bewaffneten Männern umstellt. Als die Leute auf
Entfernung von 12 Fuß dem Tiger nahe waren, setzte er sich
als wollte er sich sprungfertig machen. Velemans schoß nun zu⸗
erst; drei Schuͤsse fielen nacheinander. Der erste Schuß fehlte,
—XV
die Todeswunde, doch schleppte es sich noch fort, bis es noch einen
Schuß erhielt, an dem es verendete, Aus einem andern Berichte
erhelll, daß der Tiger, nachdem er entwichen war, auf dem Bahn-
hofe umherging; ein Nachtwächter hielt ihn für einen großen Hund
und hieß ihn ruhig gehen; wehrere Arbeiter, die den Tiger er⸗
lannten, sprangen auf eine Lokomotive und wurden nicht weiter
behelliggggg.. . 4
fRew-York. Der dvemokratischen New⸗ Yorker-Abend⸗
ig, entnehmen wir die nachstehenden überraschenden Notizen:
ur Aufnahme in das Asyl für Trunkenbolde des Staates Newe

VYork wurden nach ffiziellen Berichten der Anstalt angemeldet:
Heistliche 39, Richter 8, Kaufleute 340, Aerzte 226. Gentlemen
240, Töchter von reichen Männern 1300.(), zusammen 2168.
Das Blatt macht zu dieser scandalösen Statistik folgende Bemerk⸗
ungen: Es ist sehr leicht möglich, daß das New⸗NYorker Institut
für Trunkenbolde nicht alle Klassen von Säuferinnen repräsentirt.
Aber unwiderleglich geht aus obiger Statistik hervor, daß die Un⸗
näßigkeit weit mehr unter den vornehmen Klassen grassirt, als
unter den eigentlichen Volksklassen, weit mehr unter Denen, die
ju Hause in üppig ausgestatteten Palästen poculiren, als unter
en sogenannten mittleren und unteren Klassen, welche zu Hause
eine geistigen Getränke halten, sondern im Wirthshause solche zu
iich nehmen. Am auffallendsten ist die Ueberhandnahme des
ich bis zur förmlichen Krankheit steigernden unmätzigen Trinkens
unter den vornehmen Damen. Man denlke an die in obiger Liste
ägurirenden 1300 (sage dreizehnhundert) reichen Frauenspersonen
aus dem Staate New⸗York, die den Soff so weit treiben, daß
hre Versetzung in eine Heilanstalt für Trunkenbolde unvermeidlich
wird. Mit verächtlichem Nasenrümpfen gehen vornehme Damen
am deutschen Bierhause vorüber, um sich zu Hause in einem versted⸗
sen Prunkgemache oder mit ihren Freundinnen in einer eleganten
geheimen zu diesem Zwecke gemietheten Trinkstube durch den Ge⸗
auß der stärksten Getränke habituell zu berauschen und zu rui⸗
niren. Auch die „Gentlemen, Handelsherren, Richter, Pastoren ꝛtc.
von denen oben die Rede ist, holen sich ihr „delirium dromens“
veit öfter zu Hause, oder in geheimen Clubbs (wo sie heimlich
dem Alkohol fröhnen, während sie öffentlich dem Wasser huldigen)
als in offenen Wirthschaften.

— — —
Bekanntmachungen.

Kesselschmiede
finden dauernde Beschäftigung bei guter Bezahlung bei
BStręcier döhne
in Mannheim. r ehe dne
Nur tüchtige Leuuuteee J
Zꝓouen sig meidhe. ——— ———
Sonntag 21. Juni Morgen den 21. Juni
musikalische Unterhalluunng LA NMOBIEC
auf dem Schießßzause bei Johann JFez
wozu ergebenst einldet auf der Meß.
Eberharel. Nächsten Sonntag bei günstiger
Sonntag den 21. Juii vun M
Harmoniemusiß ur ronie,
77 —7— urch die St. Ingberter
in dem Jungblut'schen Garten 55
pe—ere u v Bergkapelle⸗
vozu höflichst einladet
h. Ei ich — bei J. Eisel in Schnappbach.
Ph. Emrich jun. Irucht Brod⸗, Fleische ꝛc. Dreife
der Stadt Homburg vom 17. Juni.
Weizen 7 fl. 20 kr, Korn 5 fl. 4 tr.
Spelz — fl. — kr. Gerste, — ZAreihige, — sl.
iri, Mischfrucht — fl. — ir. gafer
b efl. 1kr. Erbsen — fl. — kri, Kartof⸗
ꝛeln Afl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
23 kr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditto 1 Kgr.
3 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr.
per Pfund.

Geschäfts⸗Empfehlung.
Der Unterzeichnete hat sich dahier als
SEeiler eiablirxt. und empfiehlt sich einem
geehrten Publikum in allen in sein Fach
inschlagenden Artikel, als; Flaschen⸗
— Rollenseile Bindsträuge
ndgarne in allen Sorten 2. ic.
Auch unterhält derselbe ein Lager in
SEensenwürfen, Seun⸗ und Garten⸗
ecchen. : J
St. Ingbert 20. Juni 1866.
Peter Brill, Seiler.
wohnhaft im Ph. Klin c'schen Haufse
vis·a· vis der Materialwaarenhandlung des
HrneF. Panzerbieter.

— —

In der hiefigen. Hospital⸗
Tasse liegen 600 fl. auf
Hyypothet zum Ausleihen be⸗
reii, Das Nähere bei dem
Rech ner J. J. Grewenig
un erfragen.
Et. Ingberi, den 19. Juni 1868.
Die Hospital⸗Commission.
Ein braver, gesitteter Junge kann in die
—A
BSeiurich Stief.
— Bäckermeisther.

Alle gzedelfreunde— werden zur Fort⸗
setzung des F v
Nreiske⸗elns

— — —

Das T Aling'sche dens in der
Aohlenstraße, zu jedem Geschäft sich
cignend. in au verwiethen durchi

—X —
Von dem betannten 12) Emmentha—
ler Schweizerkäse ist eine frische
Sendurg angekommen bi ⸗

E. Aupurederis.

—
auf dem Heusser'schen Vierkeller
feundlichst eingeladden.
Sonntag, den 21. Juni

rcn furter Börse
Geldsorten

vom 18. Juni. 1868.
Vreußische Kassenscheine. 1 447 4-43/4
greußische Friedrichsddor. . 0 872/-538/
Zistolen .... 3214—350
dosländische 10 fl. Stücke., 954-56
Ducaten.. 4538-40
20Franck⸗Stücke ...2089272ö
knglische Souvereigns..11 55- 589
Bold per Zollfund fein.., —
dochhaltiges Silber zer Zollpfund — —
Dollars in Gold 22712, —22

PYwei Glaser⸗ uimd mehrere Tisch⸗

lergesellen können gegen guten

vohn dauernde Beschäftigung er
halten bei
A. Jontaine in Sulzbach. bei Jakob Quirin auf'm Rentrisch.
Sedaction, Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
        <pb n="295" />
        ——— u 0 ιννx&amp;—
2 F 4 3 —J
* kF. n berle 2 nzeigeyr.

VAnι uen u) 3 n —48* ια ν

. 2312 heies gete ret Meeast gz ez ee tegen ree reen iis

* — V 1 .2 in “ — — — — —

Der St. Ingberther An zeüg er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien ↄatag, Dzune — —

und Samsstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzri oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige 30
* Blattschrift oder deren Raum berechnet.“ oRteispauige verte
— —— — — —— — — — — * * —8X —— —2 F
en e —1 —1— F 3*
—— 668
—— — —2
Einladung zum Abonnement.
NMit dem 1. Juli nächsthin beginnt ein neues Quaw⸗
kal für die Monate Juli, August und September. Wir
X unsere perehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen
Bitie aufmerksam, ihre Bestellungen gefälligst recht zeitig. zu er—
neuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
welche das Blalt durch die Po'st beziehen, fur eine moglichsi
zaldige Bestellung bei der betreffenden Posterpedition' oder
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versandt
bes Blattes keine Verzögerung erleiidee
2 Zur zahlxeichen Abonnement ladet eii
n I 2 I Die Expeditivn.
VNB. Venjenigen Abonnenten, 'welche den Anzeiger durch die
von der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das
Blatt für. das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, sofern
sae vor Ende, dieses Monats nicht ausdrück
lich abbestellen.
Deutschland.
München, Is Juni. Die „Cotresb. Hoffmann? schreibt;
Die bayerische Regierung ist mit der Grundung eines süddeut⸗
schen Bundes einverstanden, wenn derselbe den ganzen Süden
umfaßt und weder isolirt dasteht, noch sich an das Ausland

anlehnt. —
we ünchen, 18. Juni. Das hiesige Appelldtionsgerich:
hat in den jüngsten Tagen die Theilnehmer an den Exessen
welche bei Gelegenheit der Landwehr⸗Controlversamml ung in
Traunstein am 28. März 1. J. stattfanden, vor das Schwurge⸗
richt verwiesen, und zwar im Ganzen 34 Personen; 19 sind
des Verbrechens des Aufftandes, 15 gleichen Vergehens angellagt,
ferner steht noch unter der weiteren Anklage des Verbrechens der
Koͤrperverletzung jener Bursche, welcher gelegentlich jenes Excesses
aus bloßer Lust am Zuschlagen, den k. Revierförfter Kracher zu
Traunstein der Art mit einem Prügel über den Kopf schlug, daß
der Verletzte schon nach einigen Tagen starb. Diese Anklage wird
in der am 13. Juli beginnenden Schwurgerichtssitzung zur Ver⸗
handlung kommen und mindestens eine volle Woche zur Erledigung

in Anspruch nehmen.. J

München, 18. Juni. Dasß köͤnigliche Hoflager wird dem
nächst von Schloß Berg nach Hohenschwangau verlegt werden, wo
Mitte nächsten Monats nach Beendigung ihrer Badecur in Ragatz

auch die Königin-Mutter wieder eintreffen wird.
»Muünchen, 10. Juni. Den letzten Nachrichten übet ˖ den
Prinzen Otto zufolge hatte derselbe Granada mit der Alhambra,
Gibraltar, von dort aus die gegenüberliegende marrokkanische Stadt
Tanger, Cadix und Sevilla besucht und erfreut sich fortwährend
des besten Wohlseins. — Der Generalsekretär im Ministerium des
Aeußern, Ministerialrath Dr. Prestele, wird sich morgen nach Aussee
verfügen, um dem Fürsten Hohenlohe über den Stand der Arbei⸗
ien im Ministerium des Aenßern Bericht zu erstatten und dessen
persoönliche Entscheidung in einigen wichtigen Fragen einzuholen. — An
23. Juli d. Is. wird dem Vernehmen nach in Mannheim: eine
aus Bevollmächtigten sämmtlicher Rheinuferstaaten bestehende Com⸗
mission zusammentreten, um über die durch die geäunderten Ver—
zältuisse namentlich durch die völlige Aufhebung allen Rheinschiff⸗
fahrtsabgaben nothwendig gewordenen Revision der Rheinschiffahrts—
akte zu berathen. — Der Kultusminister v. Gresser hat auf den
14.. September d. Is. eine Commission von Schulmännern einbe⸗
rufen, um über die Lehrbücher und Leitfäden sich auszusprechen,
welcher au den neugegründeten Präpaxandenschulen und Schullehrer⸗
seminariep nach Maßgabe der neuen Verordnung über die
Weldung der Schullehrer vom 29. September 1866 einzuführen
sand. — Im Befinden des Reichsrathßs Fürsten Th. d Thurn

und Taris war bis heute Morgen leine wesentlichẽ Venderung
eingetreten. — M . y —7
Mun,chen 21. Juni. Heute früh nach“ 4“ Uhr herschicd
der General Furst Theodor v. Thurn und Taris, —8 I;—
Dienstes⸗Nachrichtennn 343
Du tethol. Pfarrel Geinsheim. Vehirlsamts Neusiartea“ py,
st dem Priester Martin Würrer. —— in Ramberg, Bezirig—
amts Bergzabern übertragen worden. 7
Die latholische Pfarrei Ottersheim Bezirisamts Kirchheim⸗
hvolanden, ist dem Priester Conrab Rubenheim, Pfarrer, in Bann
Bezitrksamts Homburg, und die katholische Pfarrei Rorheim. Be
sirlsamts Frankenthal, ist dem Priester Martin Gngelberi, Pfarrer
in Contwig Bezirksamts Zweibrücken, überiragen orden
Worms, 19. Jum. Soeben gelangte an den Ausschuß
des Luther⸗Denkmal⸗Vereins die officielle Anzeige daß der Konig
von Preußen an der Feier der Enthüllung des Luther· Denkmalẽ
Theil nehmen und demzufolge am 26. d. M. vor dem Begiune
des Gottesdienstes eintreffen, zunächst der kirchlichen und, dann
der Enthüllungsfeier beiwohnen werde. Der König gedeult nicht
in Worms zu übernachten, wird aber für die Zeit saͤner Auwe
senheit daselbst das offerixte Absteigequartier dei Herrn Regierungs ·
rath Pfannebecher annehnien. 7
Ber an, 20. Junk. Soeben wurde die Session des Reicht
lages des Norddeutschen Bundes durch den König mit folgender
Rede geschlossen: — J
. Geehrie Herren vom Reichsstage des Norddeutschen Bundes.
Sie stehen am Schluffe einer Session, welche reich an Muͤhen,
aber auch reich an Ergebnissen war. In hingebender Thätigkeit
haben Sie im Verein mit den verbündeten Regierungen die äin—
richtungen des Bundes ausgebqut und befestigt und wichtige Re—
formen der gemeinsamen Gesetzgebung theils eingeleitet, heils zum
Abschlusse gebracht.

„Die finanziellen Fragen, welche einen hervorragenden Ge⸗
zenstand Ihrer Berathungen bildeten, sind in befriedigender Weise
zelöst. Indem Sie die Verwaltung der in der vorigen Sefsion
jür die Entwidelung der Marine und die Vervollständigung der
Züstenvertheidigung beschlossenen Anleihe der bewährten Verwal-
sung der preußischen Staatsschulden anvertrauten, haben Sie die
Fortbildung dieses Zweiges unserer Wehrkraft gesicherk,“ welchem
bensosehr meine eiugehende Sorgfalt als die Sympalhieen der
Nation zugewandt sind. Die Verständigung über die ·Verwaltung
hat es gestattet, in dem von Ihnen angenommenen Bundeshous
haltsetat ohne eine wesentliche Erhöhung der fortdauernden Aus—
gaben für die Förderung der Aufgabe des Bundes in ausreichen⸗
dem Maße Fürsorge zu treffen. Die Einrichlungen, deren es be⸗
darf, um über die Verwendung der Einnahmen des Bun⸗
des die verfassungsmäßige Rechnung äuu legen, sind vorläufig
zeordnet.

„Durch das Gesez über die Aufhebung der polizeilichen Be⸗
schrankungen der Befugniß zur Eheschließung ist die durch vieljäh⸗
eige Erfahrung in Preußen bewährte Freiheit in der Begrůndung
eines Hausstandes und einer Familie derallgemeinert, und das in
Ihrer letzten Session begründete Institut der Freizügigkeit ergänte
dieses Gesetz; sowie die Gesetze über die Aufhebrung der Schuld⸗
haft und die Schließung der öffentlichen Spielbanken beweisen,
daß sie sittlichen und die wirtihschaftlichen Momente in den Auf.
zaben Hand in Hand gehen. J

„Durch eine Reihe don Postverträgen, welche Ihre Zustim
nung erhalten haben, ist die in voriger Session geordnele Er—
näüßigung der Porto-Taxe auf die auswärtige Correspondenz aus—
gedeimt. Das Gesetz über die Quartierleistungen im Frieden
sicherte eine gerechtere Vertheilung und innerhalb, der durch die
unerläßlichen Rücksichten auf die Fanzlage gebotenen Grenzen eine
augemessenere Vergütung dieset Leistung. Durch die den Ange⸗
hörigen der vormaligen schleswig-holsteinischen Armee bewilligten
Bensionen und Unterstühungen wird eine Schuld getilat. in d
        <pb n="296" />
        Anerkennung Sie sich mit den dverbündeten Regierungen ver⸗
ainigten . ——
Die Maß- unt Gewichtssrdnung erdffnek— die Aussicht kuf
die Herstellung eines einfachen und tinheitli hen Systems für ganz
Deutschland und dug eine Einkgung aller? civilisirten Nationen
auf diesem Gebiete naher. Die Bildung des deutschen Volkes
zurgt dafür, daß die von der Ausführung dieses Systems unzer—
lrennlichen Schwierigkeiten in nicht allzulanger Zeit zu überwin⸗
den sein werden. Auf. dem Gebiete des Steuerwesens ist die
Bleichmäßigkeil der Besteuerung der wichtigsten Artikel des Ver⸗
brauchs innerhalb des Bundes und der letzte Schritt geschehen,
veicher für den Eintritt Mecklenburgs und Lübeds in die gemein⸗
same Zolllinie erferderlich war. nu
?und so enilasse ich Sie, geehrte Herren, mit meinem ünd
meiner hohen Verbündeten Danke sür die Mitwirkung, welche Sie
sowohl unserem gemeinsamen Werke als auch den großen Inte⸗
ressen zugewendet unanehenn Pflege wir mit den süddeutschen
Siaaten verbunden sind. Ich entlasse Sie mit der Zubversicht
daß die Früchte Ihrer Arbeiten bei uns und in ganz Deutsch
and unter dem Segen des Friedens gedeihen werden ·
Wien, 19. Juni!DieAbendpost“ sagt, indem sie eine
Meldung der „Patrie? dementirt: Nicht nur hätten durchaus
keine Truppenbewegungen nach der serbischen Grenze zu stattge.
funden sondern auch die früheren vor dem Belgrader Ereignif
zum Zwecke eines Garnisonswechsels getroffenen Anordnungen
ien duf Anregung des Reichskanzlerg nicht ausgeführt worden.
am auch den entferntesten Anlaß zu“ irrigen Vermuthungen zu
beseitigeenn. ———
i Ween, 205 Juni. Die hannover'sche Schützengesellschaf!
hat hierher erktäch daß sie die Theilnahme an dem beborstehen⸗
den 3. veutschen Schühenfeste verweigern müßte, salls dasselbe
rine preußenfeindliche Nichtung. nehmen sollte.“ Das Central
Fomite zerstreute in einer nach Hannover abgegangenen Ant
wort diefe Bedenken, beschloß aber zugleich auch, den circuliren
den· Geruͤchten, wonach das Fest zu preußenfeindlichen Kund⸗
gebungen mißbraucht werden solle, ein officielles Dementi entge⸗
jenzusezßen.. ..
ra'g 21. Junt. Heute Morgen um 514 kam der Kaiser
hier gu und wurde von der Beddlkerung aufs wärmste empfangen.
Die Straßen, durch welche et fuhr, waren festlich geschmückt. Auch
die von allen Seiten herbeigeströmte Landbevölterung betheiligte
sich an der Feierlichkeit der Brüdeneinweihung, die unter großem
Juͤbel und in würdigster Weise stattfand. Der Kaiser beantwor⸗
ele die (auf der Bruͤcke) in deutscher und czechischer Sprache' an
ihn gerichtete Ansprache des Bürgermeisters gleichfalls in beiden
dandessprachen. Ueberall wurde Franz Joseph enthusiastisch be—
Früßt, am Nachmittag fand die Vorstellung der Geistlichkeit, des
Adels der Behörden und der Corporationen statt .
— Frankreich.
Paris, 19. Juni. Der „Moniteur enthält ein Dec ret,
wornach in Folge der Münzconvention die alien Silberstücke von
2 Fres bis zu 20 Centimes vom 1. October 1868 an keinen
Zwangscours mehr haben, jedoch an den öffentlichen Kassen bis
zum 31. Decbr. d. J. eingewechselt werden.
Paris 20. Juni. Man erzählt, der Kaiser werde nach
seinem nahe bevorstehenden Besuch im Lager von Chalons nach
Metz gehen, um die dortigen Festungswerle zu besichtigen, und
dann die Badekur in Plombieres gebrauchen. Es soll im zwar
don den Aerzten die Cur in Carlsbad anempfohlen worden sein;
er habe jedoch darauf oerzichtet, weil er fürchtete, ein längerer
Aufenthait in einem deutschen Badeorte koöͤnnte zu Demonstrationen
Beranlassung geben, wie er solche auf der vorjährigen Salzburger
Reise in Augsburg erleben mußte. —
England⸗

London 16. Juni. Der Prinz. von Wales und der
ronprinz von Dänemark begeben sich morgen nach Orford. Letz⸗
terem soli bei dieser Gelegenheit von der Orforder Universität das
Threndiplom eines Doktors der Rechte überreicht werden. — Der
Morning Star (das einzige Blatt unter allen Londoner Journa⸗
len, welches die Nachcicht bringt) enthält in hervorstechender
Schrift Folgendes: „Ein geftern in der Stadt angelangtes Pri⸗
vuttelegramm zeigt den Ausbruch einer neuen revolutionären Be—⸗
wegung in Kalalonien an. Das Telegramm sagt; Ganz Kata⸗
lomen ist in Aufrahr.“ Die Quelle, woher diese Depesche stammt
und die Adresse in London, an welche sie gerichtet worden ist, sind
beiderseits ein Beweis, daß die Nachricht authentisch und bedeu—
rungsvoll ist.“ (Wird von Spanien aus durch offizielle und an⸗
dere Nachrichten aufs bestimmteste widersprochen.

Italien.
Rom, 20. Juni. Zum Jahrestag seiner Krönung hat
Papst Pius eine Amnestie für Sträflinge erlassen, die zu weniger

als 10 Monaten verurtheilt sind; nut Diebe und Fälscher find
davon ausgeschlossen., Auf die Glückwünsche der Cardinäle ant-
wortete Pius:?, Kom muß ein heiliger Ort sein. Die Heiligkeit
des Bodens selbst, den wir mit Fußen, treten, legt Jedem die
Pflicht auf, die Welt durch seine Handlungen du erbauen. Gott
mißt mit der Waage der Gerechtigkeit unsere Handlungen und
unsere Schmerzen. Möchte man vom modernen Rom sagen lön⸗
nen: Was es nicht durch die Waffen besitzt, das hält es durch die
Keligion!“ — Der Plan, in den, Ver. Staaten von Nordame-
rita ein päpstliches Bataillon anzuwerben, ist aufgegeben, da er
don Washington aus amtlich für ungesetzlich erkllart wurde.

Floren z 17. Juni. Menotti Garibaldi war in der ver⸗
angenen Woche in Terni, einer Grenzstadt Italiens gegen den
—— und einige Zeitungen verfichern nenee er seine
Keise nach Rom selbsi ausgedehuf habe. Mañ öringt diesen Aus-
lug mit der allgemeinen Bewegung in Znsammenhang, die sich
eit einiger Zeit⸗ wieder unter der Actionspariei zeigte.“ Zahlreiche
Zzugagirungen von Freiwilligen finden statt. Dieselben erhalten
30 Lire, und werden nach Genuabefoördert. Die Leiter dieser
zewegung suchen zwar das Gerücht zu derbreiten, die jungen Leute
eien zu kiner“ Expedition nach Creta bestimmt, indeß daran will
Niemand glauben und man häkt allseitig eine neue Schilderheb⸗
ung gegen Rom für bevorstehend. Jetzt erscheint auch die Peab⸗
ichtigie Badereise des Generals Garibaldi nach; Monsummang in
einem neuen Lichte. Jeder Besonnene tadelt hier ein Un⸗
ernehmen, das nur einen unglücklichen Ausgang haben kann und
Ftalien neue Verlegenheiten verunstichen nmuß. sEin Genucser
Blatt veröffentlicht inzwischen nachstehendes Schreiben des Generals
an einen Freund: „Ich hoffe mit Ihnen nach Romzu gehen;
aber jch ürchte⸗ Dies⸗wird sehr fpät werden, wenn man nicht
m üͤbrigen Italien die Buden der Priester schließt,.“) Bei
roiano an der papstlichen Grenze foll ein Uebungslager der kgl.
Truppen errichtet werden.8 557—

Florenz, 18. Junib Garibaldi begibt fich aus Gesumd⸗
heitsrücksichten nach Ischiar Man erwartet eine neue Insurrec⸗
kion im roömischen Gebiet. Der Papst soll am 215 d. Mts. (Jah⸗
restag seiner Thronbesteigung) eine Amnestie für politische Ver⸗
gehen ergehen lassen. 3*

J Donaufürstenthůmer.

Belgtad. 17. Juni, An der Stelle, auf welcher Fürk
Michael gefallen ist, wird aus Anregung der Belgrader Gemeinde
nittelst freiwikliger Gaben aus dem ganzen Lande eine kleine Vo—
ivkirche und in der Stadt ein großartiges Denkmal errichtet wer⸗
zen. Die Fürstin Julie ist gestern Morgen abgereist; in einem Ab⸗
chiedsschreiben an das serbische Voll sagt sie: „Bevor ich scheide,
si es mir ein Bedürfniß, meinen warmen Dank dem trauernden
Zolke auszusprechen, welches heute mit mir nicht nur seinen Für⸗
ten, sondern auch einen großen Patrioten zu Grabe geleitet hat.
Zuere Theilnahme währt noch ferner fort und ehrt Euch; nur
ꝛdele Seelen können dankbar sein. Ich scheide von Euch, doch
neine Gedanken bleiben bei Euch zurück; mein heißes Gebet wird
ortan sein: Gott möge Serbien glücklich erhalten und die Wünsche
»es zu früh verstorbenen Fürsten in Erfüllung bringen!“ —- Die
Antersuchung soll herausgestellt haben, daß das Complot sich bis
iach Paris erstreckte, wo man sich auch des jungen Milan bemäch⸗
igen wollte. Papiere über den Plan der ganzen Verschwörung
ollen sich bei dem verhafteten Paul Spafic, Secretär des Appell⸗
gerichts, vorgefunden haben; derselbe ist ein Mitglied der soge⸗
aannten „Omladina“ (d. h. der serbischen Carbonari-Gesellschaft.)

Amerika.

New⸗-York 10. Juni. Im Repräsentantenhauz wurde
eine Bill eingebracht, durch welche der gegenwärtige Staat Texat
in zwei Staaten zerlegt werden soll.

New⸗York 19. Inni. Aus Mexico wird berichtet, daß
n Queretaro ein Aufstand zu Gunsten Santa Anna's und andere
krhebungen zu Gunsten von Negrete und Porfirio Diaz ausge⸗
zrochen seien. Diaz ist seines Militärcommandos enthoben
vorden.

Im Frauenstimmrechtsverein jzn New-VYork fand
ürzlich eine interessante Debatte statt. Olimpia Brown nämlich,
Bredigerin einer kleinen Gemeinde in Brooklyn, hatte gesagt, daß
ein wesentlicher Unterschied zwischen der republikanischen und der
»emokratischen Partei bestehe. Hiegegen meinte Fred Douglas,
das treffe nicht zu, denn die republikanische Partei habe während
hes Krieges auf Seiten der Regierung gestanden, die demokratische
Partei aber nicht. Olimpia erwiderte darauf, dieser Unterschied
sei veraltet, und Frau Stanton warf die Frage auf: Haben die
Republikaner nicht gerade so wie die Demokraten in ihren Abstim⸗
nungen sowohl die Rechte des schwarzen Mannes wie die der
Frauen ignorirt? Susanne Anthony führte diesen Gedanken wei—
er aus, indem sie sagte: Das große Verbrechen der demokrati⸗
schen Partei besteht darin, daß sie eine weiße Männer⸗Regierunf
        <pb n="297" />
        vill. Worin unterscheidet sich die republikanische Partei? Die ree
„ublikanische Partei verlangt keine weiße Männer⸗Regierung, sie
vill eine Männer⸗Regierung: Wie unierscheiden sich nun bnh
zeiden Schlechtigkeiten, — eine weiße Männer⸗Regierung und eine

Männer⸗Regierung? (Gelächter und Beifall.) Das eine istein
terbrechen gegen die schwarze Rasse, 2,000,000, während das

ludere ein Verbrechen gegen 17,000,000 Frauen, weiße? und

chwarze, ist.IWiederholentes Gelächter und rauschender Beifall

olgte dieser Rede. Fred gab dann zu, daß eigentlich kein Unter

chied zwischen beiden Fragen sei, aber man könne nicht alles auf

inmal durchsetzen. Das Stimmrecht sagte er, wird beide Klassen,

ie Neger wie die Frauen, heben. Wenn ihr einen Mann vom

—ADOODD

ächter und Beifall). Ich habe die Frauen wegen ihres. Putzes

uim so lieber. Ich will, sie sollen sich hübsch anziehen. Ich möchte

uicht, daß sie Cäsar weniger, aber daß sie Rom mehr lieben soll⸗

en., Wenn sie das Stimmrecht hätten, würden sie sich gerade so

zut kleiden, aber weniger denken. (Gelächter und Beifall.) Eine

Stimme — Wie ist es mit den Schleppen, Fred. — Ich denke,

zie Schleppen ließen sich entbehren.« Aber es mag das die alte

heschichte von der Versammlung der Thiere sein. — Der Haase

zatte keinen Schwanz und verlangte, auch die anderen sollten die

hrigen abschneiden. 6
e min ch t 2* en
7Lingenfeld, 17. Juni. Gestern Vormittag 11 Uhr
xeignete sich hier ein bedauernsweriher Unfall. Ein junger Mann,
stamens K. von Schwegenheim, mit seinem fast 70jährigen Vater
im hiesigen Bahnhof mit, Abladen von Bauholz beschaͤtigt, ge⸗
ieth. indem die angestellte Winde, umfiel, unter einen Stamm
und wurde in Ermangelung schneller Hilfe erdrückt. Herzzerei⸗
jend waf der Anblig des alten Vaiers, der hilflos die Hände
ingeund, an der Leiche seines Sohnes stand. Der Lezztexe ist 32
Fahre alt, verheirathet und Vater zweier Kinder.—
—FWürzburg, 18. Juni. Heute begann hier eine höchft
nteressante Schwurgerichts⸗ Verhandlung. Eduard Davenport aus
London uͤnd Herrmann Löwenberg aus Tilsit sind wegen Betrugs
mngeklagt. Sie hatten Vorschußsummen auf amortifirle polnische
Pfandbriefe (von jenen im Betrage von drei und einer halben
Millionenen Rubel, die der Bank zug Warschau im Juni 1863
zestohlen wurden) von zwei hiesigen Bankiers herausgelockt, wur⸗
zen aber in Augsburg festgenommen.“ Sie sind Mitglieder einer
zon London ausgehenden Bande, welche der Schrecken: der, deut⸗
ichen Bankiers und Spielbanken seit einigen Jahren war und au⸗
her Berlin ünd Wien die meisten bedeutenden Städte Deutschlands,
a auch des Elsasses und Lothringens gebrandschatzt hatte. Ein
zewisser Moses in London, ein aus Berlin flüchtiger Verbrecher,
cheint das Haupt des Complotts zu sein: Der erste Zeuge, Po⸗
izeicommissär Weber aus Berlin, hatte das Verdienst, den ersteren
Betrüger zu entlarven, der nicht Davenport, sondern Bernhard
deißt, was er nach langem Leugnen endlich zugestand. Er hatte
schon wegen Betrugs eine Kerkerkerstrafe in Wien zu überstehen-
var auch schon in Berlin und Baden⸗Baden (wo er in einer Nacht
100,000 fl. verspielte) mit den Gerichten bekannt geworden. Die
Berhandlung wird wohl eine Woche dauern, es sind 41 Zeu⸗
gen vorgeladen, was der bayerischen Justiz bedeutende Kosten
derursacht. J

f Schon in der vorigen Woche wurden auf dem Münchener
diltualienmarkt neue Trauben, neue Birnen und neue, Reine⸗
Flaudes verkauft. Eine Traube mit ungefähr 15 Beeren kostete
fl., eine Birne 6 Kreuzer. Die Früchte, welche sämmilich ein
höchst einladendes Aussehen hatten, kamen über Paris aus
Algier.

Von Worms wird geschrieben: Die Familie Dercum in
Speyer bietet folgende Handschriften zum Verkauf an: 1) Ein
HBrief von Martin Luther an Wolfgang Fabricius Capito vom
29. Februar 1520. 2) Einen Brief von Melanchton vom 25. Nopbr.
1556. 8) Einen Brief von Ulrich Hutten, geschrieben auf der
Sbernburg am 13. November 1510 an Wolfgang dabri⸗
ius Capito. J

FDie Brodfabrik in Worms, welche vier Pfund Weis⸗
orod für 18 kr. und vier Pfund Schwarzbrod für 15 kr. ver⸗
auft, wird während der Festtage Lutherkuchen backen und öffent⸗
ich derkaufen lassen.

FSttuttgart, 18. Juni. Ein furchtbarer Brand des La⸗
porirhauses des K. Arsenals bei Ludwigsburg gibt zu allerlei
Htuthmaßungen Anlaß. Der Brand ist nämlich Nachts halb 11
Ihr ausgebrochen, nachdem schon mehrere Stunden lang Niemand
nehr im Gebäude anwesend war. Bewohnt ist dasselbe nicht,
richt oder Feuer wird nie darin gebrannt, auf 100 Schritte darf
ich demselben Niemand, am wenigsten mit brennender Cigarre
iahen; das dulden die beiden Tag und Nacht das Haus bewa—
henden Schildwaächen nicht. Es kann also der Brand, so calcu⸗

irt man, durch ein Verbrechenpund fafl sollte man glauben, nur
adurch entstanden sein, daß man entweder die Wachtposten zu
sewinnen oder ihre Aufmerkfamkeit einzuschläfern; wußte. d Der
Schaden wird auf: 400, 000 fi. bis eine halbe Million angeschlan
jen und ist um so emnpfindlicher, als mit dem Gebäude, sämmte:
iche Maschinen, Utensilien und Akten derbrannt, sinde man also
is zu Erhalt: neuer Maschinen und Utensilien micht, am Stande
st, weitere Munition anzufertigen, Zum Glück, war, die fertige
Munition stets rasch aus dem Hause geschafff und in besondere
Magazine in der Rähe gebracht worden, die aber vom Feuer
derschont blieben. Hier in Stuttgart, joh man den Brand/ dese
en⸗ Stelle über drei Stunde Wegs entfernt ist, in schauerlicher
Röthe am Himmel, wobei zwischenhinein Raleten und andere Ex⸗
losionsgeschosse in die Luft aufstiegen. Es war ein merlwürdi⸗
jer, schrecklich schöͤner Anblick. Das Kriegsministerium wird sich
zurch einen erlittenen Verluste, peranlaßt sehen, vom- nächsten
Landtage einen außerordentlichen Credit zur Dedung des Scha⸗
ens zu verlangen, zο .... — —
.In Bernlin lebt noch, ein Nachlomme des Bruders von
Dr. Luther; erst ist Geschäftsführer des neuen Berlin Leseinstituts.
In Berlienn wurde dieser Tage ein Haus im gerichtlichen
Schätzungswerthe von 17,000 Thaler einem, Banlier, der darauf
ine Hypotheke von 2000 Thlx. 8h8 sage ein emn Thlx.
ugeschlagen! n E ν. IV — —
n.Bertreter aller deut“ cher Universit atten sind von
er Uninder sit at Bonn zur Feiex ihres 80jahrigen Bestehens
2.-4*. Aug.) eingeladen u 0
Der Hexriedener Witter angsbeobachter der Fr. Zig. schreibt
mierm: 173: Die im lehten Berichte angelündigte Foridauecr des
chonen Wetters dürfte bald Gewitterunterbrechungen erleiden. Das
uropäische Lufimeer wird wieder unruhigex, die im, Noxden und
züden unseres Erdtheiles. befindlichen Luftthaäler werden tiefer,
ind rücken näher, im Südosten hat die Gewitterbildung bereits
ingarn erreicht. In dem Maße, als es bei uns wärmer wird, wird
8 in. Nordamerika wieder kalter, Hearta Content hatte am 14
Morgens 6 Uhr bei bewölltem Himmel nur 8.98.. 35.
Von einem furchtbaren Braudunglück wurde am 16.p.
as niederoöͤsterxeichische Staädtchen Ybbs (Ips) heimgesuchtz 104
häuser sind abgebrannt(darunter daz Rathhaus und der Kirch⸗
jum; nmur circa 20zerstreute liegengende Hauser blieben ver⸗
hont. Man verniuthet, daß vazirende Strolche das Feuer ges
egt haben. ,
. Die este Nummer bes Festblaseh sag das welusche Vun ·
esschießen ist bereits erschienen.“ Unter den Mittheilungen dessel⸗
en erwahnene ix⸗die Ehrengaben: ein Prachtklavier (Werth
000 ————— deg 83. nordamerilanischen Bundesschie⸗
ens in Newyhork, 600 fl. in Silber und ein noch nicht naher
ezeichneter Gegenstand im Werther von400. fliVomWiener
Schützenvereine, 3Z00 fl. vwon der Stadtgemeinde Brünn, 200 eie⸗
ante Etuis mit je 250. Stuch; Zundhütchen als Supplement ⸗
rümie für die ersten 200 Bechergewinner (Werth 200 .) von
Jündhütchenfabrikant Uttenddrfer in Nurnberg, je 100 flvon Dr.
Jurnitschet den :Schützengesellschaften in Fürth, Kaiferslautern,
vaidhofen, Kixchdorf, Mannheim, dom Pfälzischen Schützen⸗
unde u. s. w. u ttu —F —
Die „Onabr. Anz.“ erzählen, daß eine junge Bürgersfrau
ie vor einigen Wochen in Folge von Krämpfen die Spräche ver⸗
oren hatte, gelegentlich des heftigen Schrecks über den brennenden
datharinenthurm dieselbe wieder bekam.
....sonigsberg., Ein-Regierunzs⸗Secretär verbrannte
ich in der letzten Tagen voriger Woche die Hand durch ein
Ztüchchen brennenden Phossphors, das von einem Schwefelhoölzchen
ruf dieselbe gefallen war. Eine Blase, die sich in Folge dessen
jebildet, wurde von ihm mit einem Federmesser aufgeschnitien wo⸗
auf im Nu die Hand hoch anschwoll. Der sehr bald herbeige⸗
rufene Arzt erklärte eine Amputation des Armes für arforderlich,
eren sich der Verunglückte durchaus nicht zu unterziehen vermochte
Sein Tod erfolgte bereits am Sonntag in Folge von Blutver⸗
ziftung.

F Gute Schulmeister. Mein lieber v. Zedlitz, redete einmoͤl
der alte Fritz seinen Cabinetsininister an, vor allen Dingen müßt
Ihr dafür sorgen, gute Schulmeister zu erziehen. So iange die
chlecht sind, helfen alle meine Edikte nichts. Die Menschen müs⸗
en in der Welt zum Guten getrieben werden, von selbst thun
ie nichts, ihr Urprinzip ist Trägheit. Wahre Aufklärung und
Besserung, wenn sie irgend kommen kann, kommt durch Zerstörung
der Vorurtheile. Man muß die Geister frei machen und jum Lichte
der Wissenschaft führen. Latein sollen sie in alien Schulen lernen.
das gibt Anschauungen und Vergleiche. Das Alterthum war viel
oleranter und in Manchem weiter als wir. Logik foll auch be⸗
rieben werden, so lernen sie reden und ordnen ihr Denken Es
st ein Unglück, daß es in den meisten Gehirnen so wüst aussieht.
aß die Menschen sich keine Rechenschaft von ihrem Treiben geben
        <pb n="298" />
        zunen. Aber aur kurze Lehrbücher, kein Wust! Besser machen
erden wir die Menschen freilich wohl mit aller unserer Weigheit
aicht biel, Narren und Thoren werden fie sein und stehlen, be⸗
rrugen und Lugen, so lange die Welt sieht, aber die Aufklaͤrung
zann es doch einmal dahin bringen, daß fie sich nicht morden und
wie wilde Bestien zerfleischen. F
VLob dem, derses ver dient, Za Auch in Frank⸗
reich brach Feuer aus und geiff rasch um sich. Aus einem bren⸗
nenden Hause hörte man schretenz H Retiet uns !Reitet uns!“
herzzerreißend iwar der Schrei einer Mutter: „Rettet mein Kindl“
Der Etzbischof don Auch, der bis dahin mit den Löschenden ge⸗
atbeitet krat vor und rief⸗ Fünfundzwanzig Louisd'or dem, der
die Frau und das Kind aus den Flammen reitet!“ Mehrere
Manner naherten sich den Flammen, traten aber wieder zurrüd.
Abermals wiederholte der Vischof seinen Ruf, aber vergebens. Da
nmimnt ver Etzbischof ein Tuch, kaucht es in einen Eimer Wasser,
umwickelt sich damum und besteigt die Brandleiter. Die Volts⸗
menge fiel auf die Kniee, betend und das Auge unverwandt auf
—
Fenftet/ und don Flammen und Qualm umgeben stand am Feu⸗
er ine ergreifende Gruppe: der Erzbischof, die Mutter; das Kind
r nahm vas Wind, hutf' der Frau und die Rettaug gelang.Un⸗
en angeldnmen, rißß ern Das tzalbberbranute Tuch von se iner
Schulter, knieete nieder und dankte Gott für die Rettung.“ Daun
rat R8 Frau. , Frau,“ sagteret/ ,ich hatte 23 Lousd'or
dem dersprochen, der Sie retten würde. Ich habe die Summe
verdient und Ihnen will ich sie schenten.
izid on don v Ein sonderbares Testament hat ein vor kur⸗
er zu Abbeh Halluverstorbener Hert don etwas exentrischen
Ideen hrnierlassen. n VDie Zeit hatte seine Erbitterung gegen die
Tillotz · Gisenbuhn, die Uber einen Theil seines Grundbefitzes hin⸗
wegführte, micht zu besänftigen vermocht. Davon legte auch das
Testament Zeugniß ab⸗ Einem Abvokaten, der die Anlage: der
Fifenbahm⸗ur Zeit delämpft hatte, hinterläßt er nahezu 10008str.
als! Feichen seiner Anerleunung; mit dem Reste des Vermögens ist
ein Bekannter von ihmNein Mitglied der Fam lie bedacht — doch
unter Ver Bedingung, daß er nie init den Virectoren der Eisen⸗
bahn ein? Wort idechsele, nie auf ihzr reise, noch auch Vieh oder
anbere Güter mit ihr verschicke. Vernachlässigt er dieses, dann
geht die Erbschaft an die Familie des Verstorbenen über. Aber

auch die Direckoren der Silloih Eisenbahn hat Nr. Jounghusband
— dies ist der Name des sonderbaren Erblassers — nicht leer
usgehen lassen. Er vermachte ihnen je a Penny. (224 Pfennig.)

7 In Frederilssunde(Dänemarh) hat eine große
Feuersabrunst 20 Häuser eingeöschert und 200 Vtenschen obdach⸗
os gemacht. 2 A — —

y Bei einer am 13. Juni stattgehabten Explofion einer Ni—
roglycerinfabrik bei Stockholm fanden 14. Meuschen den Tod
das Laboratorium mit werthvollen Apparaten, und das Wohnhaus
wpurden total zertrümmert.

7 In Moskau hat ein seit 20 Jahren daselbst angesiedeller
Ingenieur, Ramens Stollenberg, eine Entdeckung gemacht, die wie
die Börsen⸗Ztg. meint, zu einer der wichtigsten der Neuzeit wer⸗
den kann. Er ersetzt nämlich, und hat es auf der dortigen Gar⸗
enausstellung bewiesen, die bisherigen Brennmalerialien beim Kochen:
dolz, Totf, Kohle, Coats c., durch eine Leitung von Luft durch
dohlenwasserstoffgas in einem einfachen Apparate, wo die Luft
ich entzündet und hell in langgestreckter Flamme brennt. Einen
dochofen mit solchem Apparate hatte er zehn Tage lang, von
10 Uhr Morgens bis: Abends 6 Uhr, für“ die Bedürfniffe des
Ausstellungs · Buffets hingestellt. Auf drei großen DOeffnungen
vurder das Kochen der Speisen bewirkt, die rascher als sonst don
der intensiven Hitze gar wurden und während der ganzen Zeit nur
ur 8 Rudet Kohtenwafserstoffgas erforderten. Die reine blaue
Flamme hat eine viermal stärkere Leuchtkraft, als das jetzt im Ge⸗
drauch befindliche Gas. Die Hauptsache der Erfindung in Ersparniß
des theuren Brennmaterials und die Erzielung derselhen Refultate
mit einer verhältnißmäßig viel geringern Flamme.“.

rFrankfurt, 18. Juni. Bei der gestern begonnenen
und heute beendigten Ziehung 1. Classel534er Stadt⸗Lotterie wur⸗
den folgende höhere Treffer gezogen: RNr. 10045 2000 fl.
——
Nr. 3851 400 fl. 5*

t Wien. Der Haupttreffer der 1864er Loose (280,000 fl.)
bei der letzten Ziehung wurde von einem in Gtaz domizilirenden
k. k. Obersten gewonnen. Ein merkwürdiger Zwischenfalt war es,
daß der Eigenthümer des Looses einen Tag vor der Ziehung ei⸗
nes von den zwei Voosen, die et besaß, ei jem Freinde zum Kauft
inbot und dem Käufer die Wahl überließ. Durch einen gun ·
tigen Zufall behielt er gerede den Haupttreffer in der Hand,
Bekanntmachungen.

In der hiesigen Hospital⸗

5 Casse liegen 600 fl. auf

8 Hypothek zum Ausleihen be—⸗

reit. Das Nähere bei dem

J Mechner J. J. Grewenig

—RE

St. Ingbert, den 19. Juni 1868.
Die Hospital⸗Commission.

—n
Ein großer Heuspeicher ist zu
vermiethen bei
Juil. Grewenig.
0 Awei Glaser⸗ und mehrere Tisch⸗
* lergesellen können gegen guten
— dauernde Beschäftigung er⸗
halten bie
A. Jontaine in Sulzbach.
MNainz, 19 Jun. —
(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
ler à 140 Pfund — fl. — ktr. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. — ir. — Weizen (200
Pfoↄ.) 14 fl. — tr. — 14 fl. 45h. —
orn (180 Pfd.) 10 fl. 50 kr. —11 fl. —⸗
kr. Gerste (160 Pfd.) 9 fl. 80 tr. — 9
l. 45 kr. Hafer (120 Pfd.) 8 fl. 50 tr
bis 6 fl. — kr. —
Wornis den 19 Junm
Wir notiren heute: Weizen 14 fl. — kr.
bis 15 fl. 30 kr. Roggen 10 fl. 30 kr.
bis — fl. — kr. Gerste — si. — kr.
bis — fjl. — kr. per 100 Kilo. Hafer
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 13 fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 10 fl. — kr. bis — sl.
— kr. Roggenvorschuß — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß — fl. — kr.
— fl. — Akr. Blumenmehl. 18 fi. — kr.
is — fh. — fr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85
—V
— fll. — kr. Leinöl vhne Faß 22l.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Fej
— fll. — ftr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr, bis
— fl. — kr. Branntwein 29 fl. — kr
bis — fl. — ir.

Acker⸗ Ver steigerung.

Montag den 13. Juli 1868, Nach—
mintags 3 uhr u Eb. Ingbert bin
der Behaufung desSeifensieders
Schmiti laͤßt die katholische Kirche von
da Plan Nr. 2833 34 Ruthen Acker
auf der Meß. Bann von St. Ing
vert in 2 Parzellen öffentlich auf Ei⸗
zenthum versteigern. 5
Horn, kgl. Notar.

—
Schöne MainzerHande
kärs ch enn sind wieder eingetrofsen.
Auch wird eine Parthie weicher Hand⸗
zaschen billigst abgegeben.

Bifferoy's Käse stets
rrisch. — A

Parmesan Käse.
Sester 5 ch wei zerkässe (Em—⸗
menthaler bee J

Fritz Wanzerbieter.

Wer an den verlebten

—A
Haas etwas zu fordern hat, wolle
seine Rechnung gehörig specificirt dem
derrn kgl. Rotar Horn oder dem Unter⸗
zeichneten ungesäumt einreichen; wer an
*en Erblasser Haas etwas schuldet,
vird ersucht seine Schuldigkeit anher
u entrichten.
— Concessionirtes Geschäfts-⸗Bureau
3Westphälinger.
Sehr schsne
GBarcdellem x

CGæpp x

mpflehlt
J Fritz Panzerbieter.

Geschäfts-Empfehlung.
Der Unterzeichnete hat sich dahier als
Seiler etablirt, und empfiehlt sich einem
zeehrten Publikum in allen in sein Fach
inschlagenden Artikel, als: Flaschen
ugseile, Rollenseile, Bindstränge,
Bindgarne in allen Sorten ⁊c. ꝛc.
Auch unterhält derselbe ein Lager in
Sensenwürfen, Heu⸗ und Garten⸗
rechen.
St. Ingbert 20. Juni 1888.—
Meter VBrill, Seiler,
vohnhaft im Ph. Klinck'schen Hause
eis-a-vis der Materialwaarenhandlung des
Hru. F. Panzerbieter.
ate Iidtttn

IV.—2
—XV
        <pb n="299" />
        ig erler Acnzeiger.
der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersta
ind Samsstag: Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeil
Biattschrift dder deren Raum berechnet. —

F 4 — d *2X* 4 — — —
sro 75.Deennerotag den eß. umn4111868
Einladung zum Abonnement..
...Mit dem J. Juli nächsthin begiunt einm ene Quar⸗
tal für die Monate Juli⸗ August und September. Wir
nachen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der fteundlichen
Bitte aufmerksam, ihre Bestellungen gefälligst xecht ze it ig zu er—
teuern. Namentlich ersuchen wir diejenigen unserer Abonnenten,
velche das Blatt durch die Po st beziehen, für eine mög lich st
baldige Bestellung bei der betreffenden Posteͤrpedition oder
)en resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versand
—
Zu zahlreichem Abonnement ladel ein 24
ν Die Expedition,
NB. Denjenigen Abomnenten, welche den Anzeiger durch die
von der Erpedition beauftragten Zeitungsträger krhalten, wird das
Blatt für das kommende Quartal regelmaͤßig fortgeliefert, sofern
süe vor Ende dieses Monats nicht ausder ü d-
lich abb est ellen. un
a Deutschland. —
Muünschhen, 22. Juni. Das Finanzministenium hal unterm
10. d. M. umfassende instructive Bestimmungen zum Vollzug des Malz⸗
zufschlaggesetzes vom 16. Mai laufenden Jahres erlassen. Dieselben
erstrecken sich auf Anlage und Führung der Einschreibbücher, Po—
eiten, Brechregistex und Manualien, dann auf die nach dem Ge⸗
etze zulässigen und genehmigten Malzmessungs-Apparate, sowie die
Tontrolapparate für Futterschrot- und Hausmühlen. Der Malz-
nessungsapparat, dessen Anwendung das Gesetz vorschreibt, und
der Controlapparat müssen nach einem von dem Finanzministe⸗
ium genehmigten System construirt sein. Zur Zeit sind die
Apparate nach dem patentirten System Belzano ;Riedinger geneh
migt. Die Instructionen enthalten eine genaue Beschreibung
dieser Apparate und eine ausführliche Anweisung zu ihrer
Behandlung. —

München, 23. Juni. Die Herzogin Sophie' in Bayern
geb. 1847) ist mit dem Herzog von Alengon (Prinz Ferdinand
philipp Maria von Orleans), dem zweiten Sohn des Herzogs
bon Nemours verlobt worden. JF

München 23. Juni. Im Proceß Chorinsky wurde ge⸗
tern das Verhör des Angeklagten beendigt. Derselbe gesteht die
zravirenden Briefe an Julie Ebergenhi geschrieben zu haben, ver⸗
sucht jedoch deren Inhalt anders zu derten, uud behauptet; Julie
fönne den Mord nicht begangen haben, dazu sei sie zu religiös ()
sondern nur die Horwarth könne die Thäterin sein

Berlin, 23. Juni. Die von verschiedenen Blättern ge⸗
meldete Nachricht, wonach die von dem General Moltle gehaltene
Reichstagsrede Interpellationen von Seiten zweier Cabinette bei
der hiesigen Negierung veranlaßt habe, wird von unterrichteter
Seite als erfunden bezeichnet. — Das Stadtgericht hat heute den
Apotheker Cohm (welcher im Kriege von 1866 schlechte Medica⸗
mente an die Armee abgeliefert hatte) zu fünfjähriger Gefüngniß-
trafe, sechszährigem Ehrenverlust und 1000 Thaler Geldstrafe
»erurtheilt und die Gewerbeconcession dem Angeklagten für im—
mer aberkannt. PF —

Hannober 22. Juni, Der König Wilhelm traf mit dem
Prinzen Albrecht im besten Wohlsein hier ein und wurde am
Bahnhof von der Generalität, den Spitzen der Civilbehörden und
bon Seiten des Magistrats durch den Stadtdircctor Rasch nebst
dem Bürgerworthalter Horst einpfangen, deren herzliche Begrüßung
r freundlich erwiderte. Der König begab sich sorfort nach dem
Schlosse von Georgengarten, von dem zahlreich versammelten Pub—
itum mit freudigem Zuruf begrüßt. Die an den Bahnhof gren—
enden Straßen sind festlich decorirt. Um 11 Uhr fand auf dem
Waterlooplatz die Parade statt. Groke Menschenmengen waren

zugegen und begrüßten den König bei seinem Erscheinen mit lau—
sein Jubelruf.“ In der Stadt sah man zahlreiche preußische Fah⸗
ꝛen. Im Schlosse erfolgte die Vorstellung sämmtlicher Behörden
ser Geistlichkeit und der Bürgerschaftsvertreter. Der König begab
ich darauf zur Grundsteinlegung der Artilleriecaserne. Heute Abend

zroßer Zapfenstreich VV
Hanmover 23. Juni. Bei der gestrigen Begrüßung des
dönigs am Bahnhofe antwortete derselbe auß die Anrede des
Stadtdirectors Rasch folgendermaßen: Wir stehen uns zum ersten
Male gegenüber, seit die Ereignisse von 1806 so große Veränder
ungen hervorgerufen und uns zusammengeführt haben. Ich miß—
hillige und tadele keineswe ⸗ persönliche Empfindungen für die
rüheren Verhältnisse. Was aber Herz und Haus ehrt, muß im
dause bleiben. Drängte es sich irgendwie, solchs öffentlich kund—
ugeben, so treten Sie mir und der Regierung gegenüber und
wingen mich, demgemäß zu handeln. Erwidern Sie mein Ver—
xrauen, dann bin ich überzeugt, daß wir glücklichen Zuständen ent⸗
zegengehen werden. “

Wien, 22. Juni Die neueste amtliche „Wiener Zeitung“
eroͤffentlicht die sanctionirten Gesetze in Betreff der Staatsschul⸗
denconvertirung, der Gebührenerhöhung von Lottexiegewinnsien, des
Staatsgüterverkaufs und der Aufnahme einer schwebenden Schuld
»on 25 Millionen.
Wien 23. Juni. Die heutige „Wiener Zeitung“ veröf⸗
fentlicht die vom Kaiser sanctionirten Finanzgesetze.
28Prag, 22. Jumni. Der Kaiser ist heute Vormittag iu
Theresienstadt angekommen; ex wurde an allen Haltstationen von
ven Bezirks⸗⸗/ den Gemeindevertretungen und sonstigen Behör⸗
hen, sowie der zahlreich erschienenen Bevölkerung mit Jubel
·mpfangen. 5 JF

Frankreich.

Aus Paräs 20. Juni wird geschrieben: Die Regierung
egt auf die Erlernung der deutschen Sprache in den Schulen ein
mmer stärkeres Gewicht. Nicht allein den Lyceen (Gymnasien)
st dieser früher stark vernachlässigte Unterrichtsgegenstand von
derrn Duruy dringlichst empfohlen worden; auch der Kriegsmi—
rister hat jetzt eine strenge Verordnung erlassen, nach welcher die
Zöglinge der Militärshhulen sich diese Sprache ziemlich vollständig
u eigen machen sollen. Pessimisten meinen zwar, es geschehe dies
nur, damit die jungen Leute in den Stand gesetzt seien, in Deutsch—
and Kriegscontributionen und Fouragelieferungen auszuschreiben,
ndeß wir sind weit enifernt, diese übelwollende Auslegung an⸗
unehmen, und meinen vielmehr die Maßregel sei getroffen wor—
den, damit die Offiziere befähigt würden, die Werke der deutschen
nilitärischen Schriftsteller zu verstehen.

Belgien.

.. Von berufener Seite werden einige irrthümltchen Angaben über
den Gesundheitszustand der Kaiserin Charlotte berichtigt, welche
en Weg in franzoͤsische Blätter gefunden haben. Die Kaiserin,
zeren physisches Befinden nichts zu wünschen übrig läßt, bewohnt
eit einem Monat mit der belgischen Königsfamilie das Schloß
daeken. „Sie macht täglich größere oder kleinere Promenaden in
Besellschaft des Königs oder der Königin. An Empfangstagen
ist sie nicht sichtbar, da ihr die Aerzte unbedingte Ruhe angeord⸗
net haben. Sie lies't und schreibt viel und treibt mit Vorliebt
Musik, sieht aber außer ihren Verwandten Niemand. Wenn über⸗
Jaupt, so glaubt man, daß nur durch dieses Regime eine Her—
stellung, möglich sei; doch sind die Hoffnungen auf eine solche
nicht allzu groß. Die verwittwete Kaiserin spricht häufig von der
Bergangenheit in Mexico, von Italien, sie äußert sich in dem trau—
tigen Tone einer Person, die sich der Unglücksschläge, welche sie
etroffen, in vollem Maße bewußt ist. Ihre maleriellen Interes⸗
en sind bekanntlich zwischen den Höfen von Brüssel und Wien
in der Art geregelt, daß sie allen Ansprüchen auf den Nachlaß
chres Gemahls entsagt hat, während der österreichische Hof auch
die auf diesem Nachlaß haftenden Lasten übernommen hat. Die
Kaiserin hat speben 70. 000 Gulden für das Deukmal gezeichnet
        <pb n="300" />
        welches die Stadt Trieff dem Kaiser Maximilian extichtet, undgistrathe vorlagen wurden 32 genehmigt, die übrigen abgewiesen;
einen Hranz, xin Moeisterwerk der Goldschmiedekunst, nach Wien auf ergriffene Recurse. wurden jedoch von der oberbaherischen Kreis⸗
geschickt, damii er am 18. d. M., dem Jahrestage der Hinrichtung regierung noch weitere 67 Koncessionen verliehen, se daß Mun⸗
don Queretarq, quf den Saca des Kyeiserch ig der Capucignerelcheg mit Einemmale 99 n gug Bierschenken exhält. —
gruft gelegt werda4 In von ehergernde wegen. Duells der stud. jur. Hod
maier (ein ominbser Name) aus Hamburg zu 10, der Artiichekt

Kolb aus Steinbach zu 12 Wochen Kreisgefängnißstrafe ver⸗
urtheilt.

n 4Worrms, 22. Juni.Von den fürstlichen Gästen, welche
am 25. d. M. hierherlommen werden, um gemeinsam mit dem
Volke dem Princip des Protestantismus ihre Huldigung darzu⸗
hringen, wird der König von Preuken bei Kreisrath Pfannebeder,
Mitglied; des Zollparlaments, wohnen, der Kronprinz wu Preu
hen in der Eulenburg unweit der alten Liebfrauenkirche bei Hru
PPffeiffer; der König von Württemberg bei Hrn. Jakob Abresch,
der Großherzog von Baden heim Hreigassessor . Krolman, der
Großherzog von Hessen und bei Rhein bel seinem Commerzienrath
WerHeyl. im Schlößchen; der Großherzog von Sachsen⸗Weimar
im Hause des Hrn Dr. Schneider, deb; Dircctors der handwirth⸗
schaftlichen: Lehranstalt. Auf der Neise von Hannober nach Wormt
wird Fonig Wilhelm in Mainz übernachten, wohin er nach der
Enthüllung des Denkmals zurüdkehren wird. Von diplomatischen
BFasten, die ebenfalls in großer Zahl erwartetn werden, neuen wir
nur den Gesandten derr Ver. Staaten, Hrn. Baucroft; der bei
Weinhaͤndler Valdenherg absteigen wird 42

uHeer rieden, 19. Juni. Der seit gestern eingettetene
Oohenrauch hat die Gewitterbildung verhindert, und verlängert
uͤns das schöne, wenn auch weniger heiße Wetter.
fVondder Möseil, 19. Juni. Der Stand unserer

Weinberge laßt nicht Das Mindeste zu wünschen übrig. Es kann
oum eins der früheren guten Jahren angeführt werden, in wel⸗
hem die Trauben um diese Zeit, qlso einigs Tage vor Johannis
weiter vorgeschritten waren. Daß man darum nicht mit Sicher⸗
heit auf einen guten Herbst rechnen kann, weiß Jeder, der ei⸗
nige Kenntniß vom Weinbau besitzk. Die Entscheidung über
diese wichtige Frage fällt erst in die Monate ˖ Auguste und Sep⸗
sember, und man hat Beispiele, daß auf einen vorzüglichen
Borsommer gerade einzunn so schlechterer regnigter Nachsom—
mer gefolgt ist, Wir wollen indeß hoffen, daß es diesmal nicht
der Fall istst.
7. In Bredstadit (Schleswig) sind 22 Häuset, in Bens-
deim (an der Bergstraße) am 18. ds. 80 Häuser und Dekono⸗
niegebäude abgebrannt. 000
54In Posen wird am 22. ds. an ein Monstreprozeß ge⸗
gen den Buchbinder Wittmann rüher in. Wallin) verhandelt;
er ist augeklagt, seine vier Frauen und, zwei Kinder ver⸗
giftet zu haben.

1 Lesschnitz (Schlefien) Von gefstern Morgen 8193 Uhr
bis gegen Abend zogen hier, schreibt man unterm 18. Juni, un⸗
zeheure Massen Heuschrecken in der Höhe don circa 6 Fuß über
der Erde in der Richtung von Süden nach Nordorsten vorüber.
Der Zug nahm eine so kolossale Breite an, daß wir diese in ei—
ner Stunde nicht zu durchschreiten im Stande waren. Glücklicher⸗
weise ließen sich diese argen Feinde der Feldfrüchte nicht bei uns
nieder bis auf einzelne Marodeurs. — Dieß ist gewiß ein seltenes
Ereigniß; die Chronik von Leschnitz besagt, daß im Jahre 1773
solche Massen Heuschrecken über die hiesige Gegend zogen, daß
die Sonne verfinstert wurde.

4 Bremen 22. Juni. Soeben ist eine gewaltige Feuers⸗
prunst, die hier 8 Stunden lang gewüthet hat, bewältigt. Sie
entstand durch Ziehen von Baumwollproben. Die arg bedrohte
Stephanskirche ist trotz mehrmaligen Feuerfangens gerettet worden.
Die Pachhäuser der Firma Fritze, Boys, Oetling Sohn, welche Baum⸗
volle und beträchtliche feine Tabaksvorräthe enthielten, sind zerstört,
mehrere Speicher mit Tabak, Honig und Baumwolle sind nieder⸗
zebrannt. Das Feuer ward den erntferntesten Vorstadthäusern
Jsugeweht. Der Schaden wird auf 124 Mill. Thlr. taxirt. All⸗
groͤßeren Assekuranzen sind betheiligt.

FBaden (ei'Wien). „Die traurigste Saison des Jah⸗
res, die Brandsaison, steht in Blüthe. Aus allen Ecken und En—
den laufen Berichte über Brandunglücke ein. Am 17. d. M. Nachmit⸗
tags wurde die Gemeinde Wiesen⸗-Sigletz von einem traurigen
Schichsale heimgesucht, indem um 3 Uhr im genannten Orte plötz⸗
lich dichte Rauchwolken an drei Seiten aufstiegen und die Schre⸗
densrufe Feuer die armen Bewohner alarmirten. Noch ehe sich
die Kunde von dem Unglücke durch die große Gemeinde verbreitet
hatte, standen binnen einer halben Stunde fünf Scheuern und
drei Häuser in hellen Flammen. Das Element wülhete, ange⸗
facht durch den Westwind, mit solcher Vehemenz, daß noch ehe
dilfe herbigeschaft werden konnte, die rechte Häuserreihe vom Kirch⸗
thum bis zum Ausgange des Ortes zum sogenannten „Graben“
in ein förmliches Feuermeer verwandelt war. Die Verwirrun

Italien.

Rom 21. Juni. Gestern fand zu Civita⸗Vecchia ein Diner
franzosischer und päpstlicher Offiziere zur Feier des päpstlichen Re⸗
gierungsantriltes sop General Dumont brachte einen Toast auf
den Papst aus, den der Kaiser und Frankreich niemals verlassen
würden. Der päpstliche Deligirte erwiderte mit einem- Toast auf
Napoleon, der durch die Beschützung des Papstes der Religion und
dem wahren Fortschritte diene. i—

Rom, 22. Inni.Der Papst richtete an das geheime Con⸗
astorium zwei Allocutionen; in der ersteren schlug er die Ver
zffentlichung der Bulle zur Berufung eines allgemeinen Concilt
vor, in der zweiten sprach er über die religibsen Angelegeuheiten
Deslerreichs“ v
Felbrenz 22. Juni. Der Finanzminister wird noch im
daufe dies:r Woche dem Parlament den Abschluß des Tabaksge⸗
schäftes melden, und ein neues Finanzerpose überreichen, worin
das Budget bon 18609 mit einiem Ueberschuß erscheint. Der Se
nat beginmt die Generaldiscussion der Mahlsteuer. — Die:, Ital
Corresp dee viele Freiwilligen aus Malta, die ersi
urzlich unter die päpstlichen Zuaven eingereiht worden waren,
emnüchst in ihr“ Vaterland“ zurückkehren werden Ihre schlechte
Aufführung habe ihnen anfänglich ernste Vorstellungen von Seiten
der paͤpstlichen Militaͤrbehörden und schließlich die Ausstoßung aus
bem Zuavencorps zugezogen. —* j3

Donaufürstenthümer
Belgrad., 22. Juni. Die Skuptschinawahlen sind in groß⸗
jer Ordnung und Nuhe zu Ende geführt worden und im Sinne
der Wahl Milans ausgefallen. Die Mehrzahl der Stimmberech-
igten betheiligte sich on der Wahl. — Die Gemeinden und die
Truppenkörper der Volkswehr übersenden fortwährend Zustimmungs.
adressen Anläßlich von fich kundgebenden Befürchtungen. das
Ausland möchte sich in die Thronbesetzungsfrage mischen sagi
Vidovbdan“: Die serbische Nation besitze das souveräne Recht,
elbststandig über den Thron- zu verfügen.“ Die Serbenkroue sei
⸗erblich nach den von den Volksrepräsentanten festgesetzten Bektim⸗
mungen. Von diesem legalen Standpunkte aus, habe die Nation
zereils Milan zum Fürsten proclamitt, der bevorstehenden Skupt-
schina liege nur die feierliche Begrüßung des Fürsten“ ob, sowie
die Wahl der gesetzlichen Vormundschaft bis zu seiner Volljäh
rigkeit. J

Belgrad, 23. Juni. Heute Morgen 5 Uhr traf der
junge Fürst Milan hierselbst ein und wurde von einer großen
Menschenmenge unter Kanonendonner feierlich eingeholt. Die Wür⸗
denträger des Staates und die Corporalionen der: Bürgerschaf
degrüßien den Fürsten, der nach abgehaltenem Gottesdienste durch
die Hauptstraßen in das fürstliche Palais fuhr, ee

Amerika.

Washington, 13. Juni. (Dampfernachricht.) Der Se—⸗
aat hat beschlossen den Präsidenten Johnson aufzufordern, sich bei
der Koönigin von England für die Freilassung der in Canada ge⸗
fangenen Fenier zu verwenden. Pater Macmahon Romero isi
nach Washington gereist in einer Specialmission der canadischen
Behörden zur Ergreifung von Vorsichtswaßregeln gegen die Fe—
ner⸗Invassion. Es heißt, daß die Bundesbehörden Fenierwaffen
ronfiscirten.
—*
Verwmisfchtes.
—FKaiserslautern, 23. Juni. Am Sonntag Nachmit—
tag wurde in der Gemarkung von Danfenberg ein Mann vom
Blitz erschlogen
FLudwigshafen, 28. Juni. Am 28. d. Mis: wird
in Worms ein' mittelrheinischer Feuerwehrtag abgehalten, wozu
die Feuerwehren der Pfalz eingeladen sind. Die Direction der
pfälzischen Eisenbahnen hat in bekannter liberaler Weife den pfäl—
zijschen Feuerwehren auf Ansuchen eine Fahrtaxermäßigung von
50 pCt. in der Weise bewilligt, daß an die in Uniform befind⸗
lichen oder mit Legitimationskarten versehenen Feuerwehrleute ein-
jache Fahrbillete nach Worms ausgegeben werden, welche durch
Aufdruck des Stationsstempels auf der Rückseite des Billets Gil⸗
sigkeit zur freien Rückfahrt erlagen. Die Billete, welche von Reu
stadt und den unterhalb wie seitwärts (Landau⸗Dürkheim) gelegenen
pfälzischen Stationen gelöst werden, haben Ltägige Giltigkeit, die üb⸗
zinen. don den in Lambrecht und weiter rückwärts gelegenen Stationen
zelösten Billete haben eine Giltigleit von 2 Tagen.
(Munchenex Bierschenken Von 150. Gesuchen um Bier
ichenConcession, die am 27. März d. J. dem Münchener Ma—
        <pb n="301" />
        war unter den axmen Einwohnern so groß, daß die meisten nur
das nackte Leben retten konnten. und eine bisher ungelannte
Anzahl von Pferden, Kühen und Schweinen verbrannten. Bis
jetzi ist ermittelt, daß fiebzig Häufer und zweiundfünfzig Scheuern
dis auf den Grunde ausbrannten, sa daß viele der Bewohner,
pelche zu jener Stunde mit der Feldarbeit beschäftigt waren und
ach eiligst zur Rettung nach Hause begaben, nichts ˖als rauchende
Schutthaufen fanden. Der Schaden ist so, groß, daß allein an
erbrannter Fechsung 80,000 Gulden zu Grunde gingen.
n. Gas Empire) Aus Paris wird geschrieben Imn der
dürzlich vollzogenen Ehe der Prinzessin von Mingrelien mit ˖ dem
Prinzen Murat steigen bereits dichte Wollen auf. Geflern Abend
hatten Beide im offenen Wagen in den elysäischen Felderneinen
o heftigen Streit, daß die Vorübergehenden, Augen und Ohren
zufrissen und der Scandah den höchsten Punlt exreichte · Im der
Dochzeitsnacht selbst, die der Exliebhaber der Cora Pearl im Club
dubrachte sosl ex 180,000 Fr. verloren haben.t
4In Londo mibegann am 15. da. in den Rüumen des
Sydenhammer Krystallpalastes das große Hänmdehb⸗Musfäkfest,
bei welchem unter Betheiligung von 20,000 Besuchern, der
„Wesfias“ zur Aufführung kam; datß Orchester- zählte allein
120 Streichinstrumente. ι 36
F London. In der Agrieultural Hall, wo nach Beendig⸗
ang der· Pferdeausstellung eine Menagerie ihren Wohnsitz aufger
schlagen hatte, wurde es am AG6. d. Abends plößlichnlebendig,
nochdem die Zuschauer schon längst nach Hause gegangen wavren.
Ein Elephant hatte sich von seiner Kette loszumachen gewußt und
taiteie seinen Nachbarn 4 Löwen, einen Besuch ab. Letztere schie⸗
nen mit dieser Fensterparede nicht ganz einperstanden zu sein, zu⸗
mal da sich der Rüssel des Besuchers vorwitzigerweise zwischen die
Zäfiggitter drängte. Es entwidelte sich ein heftiger Kampf, den
jelbst die herbeieilenden Wärter erst nach vielen vergeblichen An—
trengungen, nach Verwundung eines Dienerg und dez Clephant.n
selbsi. beizulegen im Stande waren .
In Harley (Staffordshire) befindet sich eine Porzellanfabrik,
deren Mauern seit einiger Zeit schadhaftaind starlrissig wurden. Man
jorschte der Sache auf den Grund und fand, daß die unter den
Fundamenten des Baues befindlichen Steinlohlenschichten durch die
Defen der Fabrik in Brand gerathen waren. Vergeblich machte
man alle moͤglichen Versuche, das Feuer zu ersticken, alles Ueber⸗
zießen mit Wafsfer erwies sich als fruchtlos. Man wird nun in
der Tiefe den Herd des Feuers durch Mauern isolixen müssen,
ahnlich wie es in den preußischen Gruben bei Duttweiler gesche⸗
hen, über denen sich der sogenannte .‚brennende Berg“ befindet.
Auch hier brennt seit mehr als 100 Jahren die Kahle in Innerv
des Berges, ohne daß man im Stande wäre, des Ferner za löschen.
Die Vegetation an der Ober fläche ist üppiger als die der Umge⸗
dung und der Krater, der sich im Walde gebildet hat, war früher
eine reiche Fundgrube von Sigillarienu. dergg.
Am 17. ds. fand am Bord eines im Hafen zu Antwerpen
zur Ausfahrt gerüsteten amerikanischen Schiffes ein Aufstand der
Mannschaft stalt, der nur durch energisches Einschreiten des Com⸗
mandanten einer gleichfalls anwesenden amerikanischen Fregatte ge⸗
dümpft werden konnte. —8
F Zu dem gegenwärtigen Momente, wo das tragische Ende des
Fursten Michael von Serbien die politische Welt so sehr beschäf⸗
aͤgt, dürfte eine Statistik der in der letzten 20 Jahren auf regie⸗
tende Häupter verübten Attentate nicht ohne Interessen sein. Seit
dem Jahre 1848 wurden 21. Attentate, die meisten ohnt
den beabsichtigten Erfolg zu erreichen, unternommen. Am 26
Rovember 1848 wurde auf den Herzog von Modena ein Mord-
anfall versucht. — Am 12. Juni 1849 wurde ein Mordversuch
zegen deun Prinzen von Preußen gemacht, als er sich in Minden
Ingelheim aufhielt. — Am 22. Mai 1850 feuerte der Feuer⸗
werler Sefeloge einen Schuß auf den verstorbenen König von
Preußen, traf ihn jedoch nur in den rechten Vorderarm. — Am
28. Juni schlug der Erlieutenant Robert Pate mit einem schwe⸗
cen Stocke heftig nach der Köniain von England, ohne sie gefähr⸗
lich zu verlezen. — Am 24, September 1852 wurde in Mar—⸗
eille eine Höllenmaschine enideckt, welhe bei der (am 25. Sep-
ember) erfohgten AnkunftNapoleon's Iil. verwendet werden
sollte. — Am 18. Februar 1853 wurde der Kaiser Franz Jo
seph auf einem Spaziergange von Johanu Libenyi mit einem
Messerstiche in den Nacken verwundet. — In der Siztzung der
talienischen Kammer zu Turin vom 16. April 1858 berichtete
Graf Cavour über ein Attentat gegen Victor Emanuel U. —
tm 5. Juli 1853 fand ein Attentat in Paris gegen Napo⸗
leon Ul. statt, als er eben in die Opéra eomique fuhr. — Am
20 März 1854 schlitzte ein Unbekannter dem Herzoge Ferdinand
Zarl Ul. in Parma mit einem Dolche den Bauch auf; 23 Stun—
den später starb der Herzog unter den schrecklichsten Schmerzen. —
Am 28. April 1855 feuerte Ivan Liverari auf der Chams-Ely⸗
ses zwei Pistolenschüsse nach Napoleon Ul. ab, ohne Erfolg. —

Am 28. Mai 1856 wollte Rahmond Fuentes eben einen Pisto
lenschuß anf die Königin von Spanien abfeuern, als ex von ei⸗
nem Polizeiagenten am Arme exgriffen und festgehalten wurde.
Am 8. Dezember 1856 stach der Soldat Agesilaus Milano bei
iner Reyue mit dem Bajonet, nach dem Fönige Ferdinand U.
don Neapel: — Den 7. August 1857 wurden Bartolei, Tibaldi
und Grille, die aus England nach Pacis gereißzt waren, um Na—
»oleon Ul. zu tödten, verurtheilt. Am 14. Januar 1858 schleu⸗
)erten Orsini, Rudio, Pieri unde Gomez Bomben gegen, Napo⸗
leon Ul. in Paris; dieser wurde nicht getroffen, eind Menge an—
derer Personen aber getödtet und verwundet? — Am 14. Juli
1861 feuerte der Student Oskar Becker im Baden Badenauf
den gegenwärtigen König von Preußen zwei Pistolenschüssen ohne
hn zu treffen. — Am 18.. Deeember 18620 schoß der Student
Aristides Drusios in: Athem einen Rebolver auf die Königin Ama⸗
lie hon Griechenland ab, ohne sser zu treffen. — Am 24. De⸗
ember 18683 wurden Greco, Trahueca, Imperatore und Scaglione
n Paris verhaftet; sie maren von London dorthin gereist, um
Napoleon Ul. zu tödten. — Am 14. April 18668 wurde der Prue
ĩdent der Vereinigten Staaten, Abrah Lincoln, imn Theater zu
Washington don Wilkes Booth getödtet. Am- 6. Upril 1866
fand in Petersburg ein Uttentate auf den »Kaiser von Rußland
zdurch Karakasoff statt; ferner am 6. Jum 1867 ein Mordver⸗
uch auf den Kaiser von Rußland in Paris durcht den Polen
Bereczowstinmittelste eines. Pistolenschusses; endlich fand am
O. dieses der Mordanfalle auf den; Fürsten Michaet von Ser⸗
dien statt..2,
Aus der neueren Geschichte Serb i en 8 geben wir kurz
oldende Daten? Der Mord des 8 Michael soll das Re⸗
ultat einer Verschwörung · ju Gunsten der Familie Georgivic sein.
Die Rivalitäüt zwischen den Familien Obrenovie und Georgiepic
zatirt schon aus den ersten Zeiten des serbischen Unabhängigkeits
ampfes. Czerny Georg, ein. Sauhirt. und Milosch viyere
rin Ochsenluecht, waren die Seelen ver Rebellion gegen die Tür ei
u Anfang dieses Jahrhunderts. Ersterer schwang sich zum Herr⸗
cher eipot. 1818 mußte er auf osterreichisches Gebiet. flüqhten.
Milosch bemächtigte sich bald darauf der Herrschaft und ließ sich,
iachdem er. den zurüdgekehrten Czernh, aus dem Wege geräumt
atte, zum erblichen Fürsten wählen. So wurde. die Dynastie
Obrenodic gegründel. Milosch mußte 1839 von der Sktupischina
ezwungen abdanken. Sein altester Sohn Milan regierte nur
venige Wochen, dann der jeßt ermordete Michael bis 1842. Er
ergriff vor einer Verschwdrung die Flucht. Der Sohn Czernys,
Alexander Kara Georgiyic wurde auf den Thron berufen. Dieser
nußte in Folge einer unter russischem Einfluß zu Stande gebrach—
en Conspiration im Jahre 1858 flüchten. Milosch wurde von
Neuem auf den Thron gesetzt, auf welchem er 1860 starb. Sein
Rachfolger wurde sodann sein schon 1842 vertriebener Sohn Mi⸗
hael III. Obrenovic. So hat die Herrschaft seit länger als 50
Jahren zwischen diesen beiden Dynastien gewechselt.

Anm 19. d. Abends 8 Uhr fand in Tremald (der Vor⸗
tadt von Ybbs, welche von dem Brandunglücke am 17. ds.
verschont geblieben war) ein erneuerter Brand statt. Das
Unglück ist endlos. — —
Am 13. d. wurde auf der Insel Rügen die 70jährige
Feier der Einführung des Christenthums begangen.

fMemel' 19. Juni. Zwischen einer Schmugglerbande
ind russichen Grenzsoldaten ist es in der Gegend von Nimmersatt
u einem ernsthaften Gefechte gekommen, wobei auf beiden Seiten
mehrere schwer verwundet wurden. Die Schmuggler nahmen
3 rusfische Soldaten gefangen, die sie auch, auf das preußische
Vebiet zurückzeworfen, mit sich nahmen, dann aber freiließen.

In Newyork bestehen noch 1017 Spielhäuscr und 168

Pharobanken. n
— ———
Landwirt hschaftlicheeee.

Ueber die Auflockerung des Untergrundes
heilt uns Herr Rittergutsbesitzer Heinrich Ullmann in Rönig a. S.
olgende Erfahrungen mit, die es verdienen, in den weitesten
Kreisen bekannt zu werden. Ich gehörte, so sagte er uns, im
Anfange der fünfziger Jahre zu denjenigen, welche die damals
noch mit viel Mißtrauen angesehene Pulverdüngung, insbesondere
dis Knochenmehl und seine Präparate mit bestem Erfolge anwen⸗
deten. Von Jahr zu Jahr wuchs meine Freude an den herr⸗
lichen Ernten, die meine Felder lieferten und die wirklich in mei—
ner Gegend sprüchwörtlich geworden waren. Im Jahre 1857
datte ich das Unglück, beide Beine derart zu brechen, daß eine
»öllige Heilung nicht erzielt werden konnte; ich blieb so lahm,
daß ich nur mit Hilfe einer strücke dann und wann einmal meine
-Felder desuchen kounte. Ich mußte die Führunzg der Wirthschaft
remden Leuten überlassen. In den Jahren 1838 und 1859
iesen meine Ernten noch befriedigend aus, aber von 1860 an
        <pb n="302" />
        sank der Ertrag irotz verstärkter Anwendung von Knochenmehl von, Regen seine besten Stoffe abgewaschen und fortgespielt bekam und
Jahr zu Jahr mehr. Im Herbste 1863 war ich wieder so glück⸗ im Sommer durch den Sonnenbrand bis zur Vermoderung aus-
aͤch geworden, meine Feldarbeiten selbstständig überwachen zu jetrocknet wurde, hat man jetzt zwar Vertiefungen, sogenannte
onnen und fand zu meinem größten Erstaunen, daß durch allzu dungerstätten angelegt allein nicht selten sammelt sich in ihnen
jeichtes Pflügen die Krume meiner Felder kaum noch 4 Zoll be⸗ Fauche und Regenwasser dergestalt an, daß der Mist in ihnen
trug, während der Untergrund fast tennenfest geworben war. Ich chwimmt oder doch ganz mit Feuchtigkeit durchzogen ist. Als
erkannte in diesem Umstande den Grund zu meinen Mißernten Beleg hiefür verweise ich auf die zahllosen Mistfuhren, welche von
und ließ sofort, soweit es thunlich war, mit verstärktem Gespann der Düngergrube aus den Hofraum und die Straßen verunrei⸗
den Untergrund 5 Zoll stark aufiockern. Seitdem habe ich, wie⸗ nigend triefen bis lie auf das Feld gelangen. Cin solcher Dün⸗
wohl ich mit der Zufuhr don Knochenmehl⸗Präparaten einhielt, in jer welcher förmlich tropft, wenn man ihn abfährt, ist ein ver⸗
hohem Maße teiche Ernten gemacht. Der Dünger aus den Jah- äuerter Dünger. Zwar meinen Viele, ein solcher Mist sei ge⸗
ren 57, 88 und 509 hatte: gewisser Maßen wirkungslos sich in ade der beste; allein bei sorgfaltiger vergleichender Beobachtung
der dunnen Krume angehäuft und fand nun in dem gelockerten ann sich doch Jedermann leicht überzeugen, daß er grade der
Boden diejenige Vertheilung. die ihn fähig machte löslich zu wer chlechteste ist. Er wirkt, namenilich bei unmittelbarer Unterbring⸗
den und zur Wirkung zu kommen.“ Ich solgere nun aus dieser ung vor der Saat, nachtheilig auf die jungen Pflanzen. Roggen
Frfahrung. daß der Landwirth nicht sorgsam genug die Pflugar- und Waizen gelangen nach einer Düngung mit solchem Miste nie
beilen überwachen kann, indem nicht selien die Ackerknechte, eben-⸗ ju einer befriedigenden Bestodung vor Winter und die Gerste bleibt
jowohl um sich selbst, um als auch“ das Gespann zu schonen, erfahrungsmäßig dadurch spitz und gelb. Ueberdies begünstigt ein
hoͤchst leichtfertige Arbeit machein. olcher Dünger den Wuchs des Unkrautes insbesondere der Que⸗

Verfanerter Mist. Wenn auch hier und-da, die auf ken sehr stark.“ Es ist daher, wie in der Provinz Rheinbessen
wissentschaftliche Forschung und praklische Beobachtungen: gestützten allgemein gebräuchlich ist, dafür Sorge zu tragen, daß bei An ⸗
besseren Lehren über die Behandlung des Stalldüngers Eingang egung von Düngerstätten unter denselben oder doch in ihrer un⸗
gefunden haben, so wird im Ganzen und Großen die Güte des nitttelbaren Nähe eine Jauch cysterne vorhanden und tief genug
Dungers noch zu wenig gewürdigt und allzusehr nur die Menge ist, um dem Uebermaße von Feuchtigkeit in dem Dünger einen Ab—
desselben in's Auge gefaßt. In vielen bäuerlichen Höfen, in denen zug zu gewähren, wie es denn auch unerläßlich ist, dafür besorgt
früherhin der Stallmist auf ebenem Boden oder gar an einer ab⸗ zu sein, daß das Regenwasser: von der Düngerstätte thunlichst
hängigen Stelle des Hofes saß und in Folge dessen durch den fe rne gehalten werde.
Bekanntmachungen.
Poligzeilich ee ,
Bekaänntmachung.
(Maßregeln zur Verhinderung des Ausbruches oder
der Verbreitung der Wuthkranlheit unter den

gHunden beir dd..

Zu St. Ingberter Grube ist ein Hund
groͤßerer Gattung an der Wuthkrankheit zu
Grund gegangen und ein anderer Hund
wird als wuthverdächtig durch den hiesigen
Beterinärarzt beobachtet. In Folge gesetz⸗
licher Vorschrift wurde deßhalb zu St. 3
berter Grube eine Hundesperre
auf die Dauer von sechs Wochen
angeordnet. Während dieser Zeit sind zu
Schnappbach alle Hunde sicher zu ver⸗
wahren oder an einer Leine zu führen oder
wenn sie frei laufen mit einem aus Me—
talldraht oder Sbangen bestehenden, das
Beißen verhindernden Maulkorbe zu ver—
sehen. Zuwiderhandlungen — welche ohne
Nachficht beanzeigt werden — unterliegen
einer Geldstrafe bis zu 100 fl. oder einer
Arrestrase bis zu 30 Tagen (Art. 142.
Abf. 3 Polizeistr). —

Ohne Maulkorb herumlaufende Hunde
werden eingefangen und nach Ablauf von
12 Stunden getödtet, wenn sich der Be—
sitzer innerhalb dieses Zeitraumes nicht
gemeldet hat.

Die Bewohner hiesiger Stadt werden

hievon in Kenntniß gesetzt und die Hunde—
besitzer zu ganz besonderer Vorsicht und
jorgfältigster Ueberwachung ihrer Hunde
ermahnt. Um die Verbreitung der Wuth⸗
krankbeit zu verhüten, find in Gemäßheit
der oberpolizeilichen Vorschrift vom 31. Juli
1863 Hunde, bei denen die unten ange—
gebenen sicheren Zeichen der Wuthkrankheit
oder ihres drohenden Ausbruches sich ein⸗
stellen, sowie verdachtige, herrenlos herum⸗
laufende Hunde sogleich zu ödten, wovon
der unterzeichneten Behorde und dem hie⸗
figen Veterinärarzt unverweilt Anzeige zu
machen ist c....
Die Cadavber von Hunden, welche als
wuthkrank oder wuthverdächtig getödtet
wurden oder verendet sind, müssen vorsich⸗
tig nach Angabe der Ortspolizeibehörde ver⸗
vahrt werden. —
—2

Die Erscheinungen; die auf den Ause 3.Von dem bekannten Jek— Emmentha—
hruch der Wuthkrankheit bei Hunden mit lber Schweizerkäßse ist eine frische
Sicherheit schließen lassen, sind folgende Sendung angekommen bi
aamilich u — .6. Apprederis.
L. Verändertes Betragen eines Hundes, —4
AN welcher entweder traurig, verdrossen D ———
4und trage wird und abgelegent dun⸗
kele Plätze' aufsucht oder ohne besondere
wnißere Veranlassung heftig und zor⸗
uig sich zeigt und daber ein verstörtes
vildes Aussehen hat.
2 eeitweise eigenthümlich Unrube, in wel⸗
her der Hund zu entlaufen sucht und
wenn ihm dies gelingt, längere Zeit,
elbst tagelang herumläuft;
Berlust der Freßlust zu den gewöhn⸗
lichen insbesondere festen Nahrungs⸗
nitteln, dagegen 4
dust zum Verschlingen von Gegenstän⸗
den die, wie Stroh, Holz, Koth.
Steine ꝛc. nicht als Nahrungsmittel
dienen;;
zeiseres heulendes Gebell, das mit
erhobener Schnauze wie von den
hunden, denen Musik ꝛc. zuwider ist,
ohne äußere Vesranlassung ausgestoßen
vird....
Nervenzufälle, wie Zuckungen der Au⸗
zenlieder, der Lippen, der Stirnhaut
und im weiteren Verlaufe auch der
Bliedmaßen und Rumpfes;
rähmung des Unterkiefers. und der
-„chlingwerkzeuge mit Abfließen von
Schleim und Geifer aus dem Maule;
auffallend rasche Abmagerung, die sich
vorzüglich an dem Hintertheile kund
Iubt und nicht selten eine bis zur
Lahmung sich steigernde Schwäche her⸗
porruft; —
auffallende Beißsucht gegen Menschen
und Thiere, ja selbst gegen. leblose
Begenstände, z. B. Holz, Eisen,
Steine ꝛc. .
Zeigen sich bei einem Hunde solche
Sympiome und tritt unter denselben in
5 bis 8 Tagen der Tod ein, so ist fast
außer Zeifel, daß ein Wuthanfoll vorhan⸗
den war. —
St. Ingbert, 24. Juni 1868.
FKönigk. Polizeicommissariat:
Krieger.

— wei Glaser⸗ und mehrere Tisch⸗
lergesellen können gegen guten
Lohn dauernde Beschäftigung er⸗
halten ee
R. Fontaine in Sulzbach.
Ein braver gesitteter Junge kann in die
Lehre eintr eten l'2iiee
8Geinrich Stief,

.. Buckermeister.
Frucht⸗, Vrod⸗ Fleisch⸗ etc. Preise
»er Stadt Zweibrücken vom 25. Juni.

Weizen 7 fl. 10 kr., Korn 5 fl. ö r.
Berste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige, — fl. — kr.Spelz 5 fl. 24 fr
Spelzkern — fl. — ir., Dinkel — fl
— kr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5fl. 16 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr. Kartoffeln I fl. — kr., Hen
bufl. 20 kr. Stroh üpfl., 12 kr., per
Zentner. Weisbrod 163 Kilogr. 18 1tr.
Kornbrod 8 Kgr., 24 ir., ditto 2 Kgr.,
16 kr., ditto 1 Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 30 kr, 1.Paar Weck, 7 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
Jeisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
—XL

Redaction, Druck und Verlag don F. x. DOemetz in St. Ingeett.
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        * 9 J———— 7* 8 ————— iee —L AX* —E———
—— — — 1752211 2— J —LE—
55 1 A α 1.52. JF. j 33 7 * J 9
liis A66 1I ——— J 9 —
r ——— —256 V — 0
1 e ———— J— ιαιν ααÑ.
ινν ι. i t e age d d hzen e erreen —D 4 21 —VV————
ee - Ç ůσVE —
—— * 59 *1113 328 —9 —— 4— 4433 142 1 —IFF —00 D———
banst 9 bert — j J— seinem Unterhaltuiugsblatte erscheint wöchenllich dreimal diens ta g Donnerstag
id Samsdag. Aboimemenisbreis vierleljährig 45 Frit, oder 18 Silbergr. Anzeigen werden — J—— die dreispalnge Zeil
net e eete pieye n Blattschrift, gdet deren Raum berechnet.
Nro. 76. αι Samstag, en 27. Juni viecaa ath attte 1868
— ————— — — — — — — — 3—

484

H—
— α Deut fchland. —7, 13 * u
enn chen, 28. Juni. Die Könjgin Mirlter ist hon Karls-
ad aurüdkehrend gessern Nachts nach. 10 Phr wieder hier einge⸗
wroffen · und mird sich naͤchster Tage auf einige Wochen zioch Ragatz
mn die Schweiz begebene . 333
en Miunrnn che gz. 23. Juni, Die Zahl der Regierungsrathsstellen
ii bermals hermindert worden. iudem die bei der Regieriing
gon Unterfranken, und Aschaffenburg an Erledigung gekommene
Stelle ejneß, Regierungst.eamd Flaseehe michf.wieder
jesetzt wird. 3. Hie drr, Wehrpflichti geu aus, det, Il—
ersllasse 1846, welche A — ——— Ariee, für den
Jahrgang I868.F.ingereiht worden sind, betraͤgt — Hie⸗
zon hahen erweislich 1228 eine mangelhafte Schulbil dungerhalten und
war von ee aus. Niederbayern I08.aus der
Oberpfalz und Regensburg 13,8, aus der Pfalz 10,8..aus Ober⸗
»ayern 8., aus Oberfranken 7,2, qus Unterfranken und Aschaf-⸗
enburg 6,2, aus Mitielfraͤnkene 88nd aus Schwaben und
Neubhurg v8,8pRGEt.n ινιι u J
Det Landrathsabschiede ist krschienen und Laus Berg,
15Dd. Midatirk. »Die Abrechnung über die Fonds der Kreis
mstalten und überdie Kreisfonds Penr Jahre 186566 wird ge—
rehmigt und däß Steuerperinripale der Pfalze für das
Jahr 1868 auf 986,611 ft. 34 kr. sohin ein“ Siteurerpero⸗
e'n t auf 9568 jle unde die Kreis umlage auf 4084 Proc. der
Zteuerprincipalsumme festgesetzt. Die Kreisausgaben und Ein—
ahmen erhalten gleichfalls in den -vom Landruthe aufgestellten
VBoranschlägen die allerhöchste Genehmigung, darunter für deutsche
Zchulen 100,344 fl. 250kr; für die isolirten Lateinschulesi
39, 824 fl. 48 krizfür“ die Gewerbschule Lin Kaiserslantern
6,088 flz für diée Gewerbschulen von Speyer 2175 flt. von
dandau 2606 fl., von Zweibrücken 2683 flz für eine technische
Fortbildungsschule an der Kreisgewerbschuler in Kaiserslautern
281flz für eine Gewerbschule zu Reustadt 1800 fl.': Für Ers
siehung“ imde Bildung betragen die Ausgaben“ im Ganzen
43,569 fl. ungekechnet die gewerblich-kechnischen Anstalten, welche
inter dem Etat für Industtie und Kilturberscheinen.“ Die Aus—
zabeun für Geserndheit“ betragen 88,902 fl.; für Wohlthätigkeit
04, 227 fl.; für Straßen und Wasserbau 533,000 fl.

Auf die Anträge des Landraths sind unter, andetn nachste-

jende Entschließungen erfolgt:
Dem Antrage des Landraths, daß in allen Lehranstalten
jer früher gemeinschaftliche Geschichtsunterricht ohne Rücksicht auf
zas religiöse Bekenntiniß wieder hergestellt werde, werden Wir die
ntsprechende Aufmerksamkeit zuwenden und behalten hierüber Un—
ere Entschließung vor.

„Bezüglich des wiederholt gestellten Antrages ?auf“ Erhö—
zjung der Zuschüsse aus Centraͤlfonds zu den deutschen Schu—
en ist der Landrath lediglich auf die ihm früher über diesen
Segenstaud zugegangenen Mittheilungen und, die in einer
Keihe von Landraths⸗Abschieden bisher ertheilten Erwiederungen
ninzuweisen — ,

„Bei Ablehnung des Beitrages für die Unterstütung. dürf
——
etzungen aausgegangen. Wir beauftragen deshalb Unsere Kreis—
egierung, diesen Gegenstand anter genauer Darlegung, der hier
»bwaltenden Verhältnisse bei der nächsten Versammlung des, Land⸗
rathes wiederholt in Anregung zu bxingen und vertrauen, daß
zex pfälzische Landrath, welchex der Hebung des Schulwesens bis-
jer stets rege Theilnahme, zugewendet hat, die Forderung jenes
o wichtigen Vorbereitungsunterrichts um so mehr sich werde. an⸗
jelegen sein lJassen, als die übrigen Landräthe durchgehends nam—
jafte Zuschüsse für den fraglichen Zweck bewilligt haben.

Für die Bewilligung von-200 fl. fuͤr landwirthschaftliche!
Fortbildungsanstalten und von 1150 fl. für den zweiten Kurs“
zer Winterschule an der Ackerbauschule in Kaiserslautern wird dem
dandrath die allerhöchste Anerkennung ausgesprochen. Die Kreis—
gierung wird beauftragt, die Verhandlungen über die Errichtung

riner Gewerbschule mit Handelsabtheilung in Neustadt einem als
jaldigen Abschlusse zuzufuͤhren. Auch die fur die Anstellung pon
lerzten in. Esmstein und, Trippstadt pom Landrathe bewilligien
90 flynwerden zuunter allerhöchster Anerkennungemundemitu dem
Jufteage an die Kreisregierung genehmigt, ageeignete dahin zu
virtlen, daß auch in andern aͤrmeren Gegenden der Pfalgedurch
Zeiträge der Distxiete und einzelner Gemeinden der Miterhalt ven
rerzten gesichert werde.“ . Der Antrag NMnstelluung von Neferemen
ür rein pfälzische Angelegenheiten in den vorschiebenen Ministerien
vird als unbegründet abgewiesen, ebenso der Antrag. auf Errich⸗
ung giner, Postomnibus -Verbindung zwischen Neustadt über Lachen
und Duttweiler, Bezüglich der beantragten Vergütung der Kosten
ür die militärische Besetzung der Pfalz int Jahre I849. wird auf
zie, ablehnende Entschließung vom6. Junt 1867verwiesen nur
hließlich der Landrath für seinq.rege Vorsorge für die Interef⸗
en des —— jeder Richtung,udie volle Anerkennung ausgedrüct.
Wor dd 24 Juni. Die gange Siadt in sesch nn vans
ind Blumen jowie mit norddeutschen. hessischen und jchwarzroth⸗
joldenen, Fahnen geschmückt.e Die festliche Stimmung ist eine all⸗
emeine ohne Unterschied der Confessionen. Untern den zahlreich
erbeistremenden Festgästen hefinden sich“ Amerikaner, Franzosen,
dussen und, Schweizer.nDie römischen Emigranuten: in Perugia
zaben einen elegraphischen Festgruß hierher gesandt; sie begrüßen
n shinpathischenNAusdrücken- m, Deutschland unde feinen Luther?.
im 2 Uhr Abend begann unter, Festgelaute und großem Andrang
)er Bevölkerung Die -Vorfeier in den drei Kirchen.n Tausende
nußten wegen Mangels an Rom wieder umkehrem — Der Groß⸗
erzog pon Baden ist unpäßlich und ist daher seine Hierherkunft
bgesegt, auf seiner, Stelle, komimt, Prinz Wilhelm: von Baden.
)Rer Großherzog von Sachsen⸗Weimar wird duf? Eimladungdes
fönias von Preußen die Nacht in Moinz zubringen.“ Morgen
ßormittag findet ein gemeinsames Frühstück der Fürsten in dem
Zdause des Zollparlamentsdeputirten Pfannebecker statt, bei welchemn
dönig Wilhelu Absteigequiartier nimmte..
Worms, 25. Juni. Gestern sind die Festgäste von allen
enden zum Luunt heerr fest hierher gekommen, vom Rhein! und
Nain, aus Schwaben, Vayern, Oesterreich, aus Hannover, Sach⸗
en, Pommern und Preußen. Vor ein paar; Tagen kam sogar
ine Deputation aus dem fernen Amerika, von der Stadt Chi⸗—
ago. Es war düsteres, neheliges Wetter, es regnete den ganzen
Tag; die heitere Freude wurde aber nicht getrübte Drei Stim—
en unter Mainz, in Nierstein, wehten uns die rothweißen,
hwarz· roth· goldenen und auch schwarz⸗ weiß · rothen Fahnene ent
egen; über Ophenheim ragte ein ganzer Fahnenwald. NMeine Be—
zleiter, brandenburgische und pommerische Pfarrer, waren höchlich
erstaunt ob der Menge prot estantischer Seelen, die ihnen
»en Gruß entgegenbrachten. Sie dachten sich den Rhein als eine
Wüste, in der nur Worms eine Oase bilde. Noch seltsamer
vurden sie ergriffen, als sie von ihren Quartiergebern erfuhre,
daß sie Katholiken und Jud'en seien. ——
Die alte Stadt: Worms prangt im hetrlichsten Festschmuck.
Tausende pon Fahnen, Kränzen, Guirlanden umschlingen die
däuser; an allen Thoren stattliche Ehrenpforten, im gothischen
Styl erbaut, uad über mächtige Fichtenbögen emporragende In⸗
chriften der manichfachsten Art bezeichnen die verschiedenen Aufe
assungsweisen dcx Festordner wie der Bürger.77.
Auf einer Ehrenpforte ist zu lesen: — D——
4Die Mannichfaltigkeit der Kirchee
Ist, vor Gott nur eine Wannichfaltigkeit der Spria che.“
ind auf der Rückseite: 3 . * 3*
Die Sittlichkeit allein erseßt den Glauben nicht,
Doch weh dem Glauben dem die Sittlichkei tegebricht.“
Diesen Syllogismus gegenüber, von dem man nicht recht
rkennt, ab ex die Kehrseite von dem ersten Spruch ausdruden soll,
hreibt ein Bürger deuilicher an sein Haus—
wicht der Glaubermacht selig, .
Sondern selig sind, die ein reines Herz haben.
        <pb n="304" />
        Worms, 25. Juni. Nach der kirchlichen Vorfeier versam Wien 24. Juni. In der heutigen Sitzung des Abgeord—
nelten sich gestern, Abend etwa 3000 Anwesende zu* einer welt⸗ netenhauses beantwortete Filrst, Auersperg die Inlerpellation
ichen Vosfelerin der Festhallet Die Stimmung-war eine sehr Sturm in Betreff der Kundgebungen der Bischöfe üher die con⸗
Jehobene; allenthalben diachte sich der nationale Moment geltend, ressionellen Geseze“ Det Regierung 'liege die Durchführung der
vie dennn auch ic ben Ffestgeschmückten Straßen der Stadke“ die anctionir ten Gefetze ob; sie dereite die nöthige Ausführumgsder—
norddeutsche Bundesflagge vorherrschte. Professar Dr. Eich von ordnung vor. Sollte den Gesetzen die gebührende Achtung und
Worms (der eigentliche Vater der Denkmalsstiftung) begrüßte die Befolgung verweigert werden, so werde die Regierung das Geeig-
Zaͤste in einer Ansprache, in welcher er betonte: Der Sinn des nete veranlasseu, um denselhen ungeschmälerte Geltung zu verschaf—⸗
Denkmals sei das Princih zu verherrlichen, daß jeder Mensch frei fen. Der Ministerpräsident Irr hierauf Kenniniß von der kaiserl.
nach feiner Ueberzeugung leben könne.“ Es, sprachen dann Schlott⸗ Eitschließung, wodurch der eichsrath vorläufig bis 1. Septemb.
nu im Namen der Halle'schen, Schenkel iin Nomen der Heidel- vertagt wird .
zerger Theologen. Im Lauf des Nachmittags war u.“A. der Prag 22. Juni. Ein Pöbelhaufe, voran die Mitglieder
zächsische Staatsminister von Falkenstein eingetroffen. Abends war des Arbeitervereins .Oul“ und czechische Studenten. drangen in
der Geschiie Lutherz bekannie Fissherpförtchen illumtmirt. die Wohnung des Professors Kick vom Polytechnikum- xriß die deut˖
das Weller war eiwas besser geworden und versprach -dauernd sche Fahne ab, warf fie auf die Sttaße und infultirte fie 5 ühn⸗
qut zu werdhen. liche Scenen wurden in der Obst- und Nikolanderstraße ausge⸗

Heute Morgen gegen 8 Uhr traf der König von Württem⸗ führt. Vor der Universität wurden die anwesenden deutschen Stu·
zerg hier ein, um 9 Uhe mit großem Gefolge ber Konig⸗ Präsi- dentern von den Czechen insultirt. . . ...
den des Rorddeutschen Bundes mit seinemn Sohne, dem Krouprin⸗ Pitag 22. Juni.“ Die Anwefsenheit des Reichskanzlers hier
—000— unde Wei⸗ oll unter Änderm Transaktionen mit dem Feudal⸗Adel zum Zwedie
nar. Sie fuhren bei herrlichem Fesiwetter durch die in vollem haben. Baron Beust conferirte heute mit Rieger' und? Palacky.
Festschmuck prangenden, mit Tausenden von Menschen „gefüllten Der deutsche Landtagsklub machte heute dem Ministerpräsidenten
Straßen sofort zur Dreifaltigkeitskirche, wo Generalfuperintendent eine Aufwartung. — Baron Werner, unser Gefandter in Dres-
Hoffmann aus Berlim die Feftpredigt hielt, und hierauf zum Früh⸗ den, ist heute Morgens hier angekommen. —Baron Beust ist mit
ück: die Fürsten zum Abgeordneten Pfannebecker ihr Gefolge in dem Abendzug nach Wien abgereizt; Furst Auersperg kehrt mor⸗
die Festhalle6 — *7.. . geu dahin zurück. — In Leitmeritz werden großartige Vorberei⸗

—Am halb 1 Uhrrtraf die Spitze des Festzuges auf dem Fest⸗ lungen zum Empfange des Kaisers getroffen. uita
platze ein. Voran gingen zahlreiche Gesangvereine mit ihren Em · P56 28.Juni. Die Depulrtentafel des Reichstags nahm
blemen,es folgten weißgekleidete Jungfrauen mit“ Kränzen, bie heute ihrerfeits den englischen Handels⸗ und Schiffahrtsvertrag an
Schuljugend, 2000 Geistliche, dann zahlreiche Deputationen“ von der die Genehmigung des risleitanischen Reichsrathes bekanntlich
Stadten und Facultäten, die vuß dem Trübinen Platz nahmen. schon erlangt hat ι
d — ee n u uhr fren die Für- . gParis 283. Zuni. Gestern wurden die lauge angekündig
den von Hochrufen begrüßt, auf den Platze Der Großherzog von Versonal Vere bern eangerundie

7 —284 4— ßherzog zon en Perjonal-Veränderungen im diplomatischen Corps definitiv be—
Hessen saß neben dem Köuig Wilhelm; det Grsßherzog von Wei- Iloß —* —

3 pherzog von ZRer chlossen. Persigny geht als Botschafter nach Petersburg, Bene⸗
nar Ab Zonis rieon der Kronpringven Preu dein wird in Berlin durch Hru. v. Banneville, den gegenwärtigen
nn Worn den Zennen Wageneteunee dodahe Irguteide n Barn. Geh. Mar. mn. üeue ur nnun ge
ee. Dcn Kean degruͤßle oren h andterx in Madrid, wird zum Gesandten in Bern und Lagueron

* 3 *. 4 v 23 . g9 — —
zunächst die Fürsten, nennt den König Wilhelm den ·Schirmhertn e eeder in Brussel ernannt; de Moustier bleibt auf
et ebangelischen seirchen in und nßer Deunciand ꝓv⸗ attae Pariss, 23. Juni. Die russische Regierung erhebt. keine
das Fest für ein universal⸗evangelisches; Um 2 Uhr“ fiel unter Zwürake 38*

. 3 Schwierigkeiten gegen die Wahl des jungen Milan; aber die rus—
— b f —
o aen ve ee. Der Eindtag dübe Vreste rgteift zu Gunsten des Fursten von Montenegro das
des Kuuftwerkes war ein gewaltiger. Es folgt die Nachrede und Wort. Eiuem vor mir liegenden Briefe aus Ragusa entnehme
Uebergabe des Denkmals an die Stadt Worms durch den Prä— ch. daß Fürst Pilolaus sofort einen Agenten nach Belgrad ge.

—Fe — n⸗ schickt hat, um sich mit der provisorischen Regierung in Verbiu—
lat Dr. Zimmermann aus Darmstadt. Der Bürgermeister von *
Worms, Brück, ein Katholik, hebt die Verdienste Luthers um die ung zu setzen. In den an Serbien grenzenden slavischen Pro⸗
dor prs hinzen hat man keinen Augenblick daran gezweifelt, daß dem Ber—
Meuschheit hervor, preist seinen fittlichen Werth und seine Ver— * — 7*
ienf * T8 8 zrechen politische Motive zu Grunde liegen. In den Gebirgen
diensie um die deutsche Sprache, und nennt ihn den „Ehrenbürger —8 Ae— —7*
— 7 8 yat sich der Ruͤchschlag sofort eingestellt, und die Usbecken, die stet⸗
»on Worms.“ Während der Rede besichtigten die Fürsten das
533 hʒas erste Signal gegen die Türken gaben, haben sich auf deu
Denkmal. Ein allgemeiner Gesang schließt die Feier um 83 Uhr. gu

—283 — Weg gemacht und die Pachthöfe der Türken verwüstet. Mahmud
Die Fürsten, namentlich der König und der Kronprinz von Preu— e e ha soscer Vefehl echan b de—
zen wurden bei der Rücktehr vom Festplatz stürmisch begrüßt. ainn t sofort Bejehl erhalten, sich zu decden un
Trotz des ungeheueren Volksandranges verlief die Feier in bester Wersand gc5 D 3.44
Drdnung und gehobenster Stimmung. Patie Juni. Der Morgen⸗ Mounitent sagt in seinem

Daärmstadit 24. Juni. In der zweiten Kammer wur— Tagesbericht: Herr Disraeli hat in seiner neuesten Parlaments.
zen zwei Entwürfe, betreffend die Abtretung der Main-Weserbahn rede die Lage treffend charakterisirt. indem er aussprach, daß am
und den Verkauf der Frankfurt-Hanauer Bahn vorgelegt. politischen Horizonte jede Kriegsgefahr verschwunden se 4

* — Paris 25. Juni. Der Moniteur zählt die neuesten öster—

Ems 22. Juni. Graf v, d. Goltz verläßt in sehr bedenk“ 4f ee feien Maßregei
lichem Zustande übermorgen unseren Badeort und zieht sich zu⸗ reichischen Finanzgesete auf und bemerkt dazu es seien Maßregeln
achst nag St. Germain bei Paris zuruce —— — daruͤnter, deren Bedenklichleit man sich nicht verhehlen könne.

Ems 23. Juni. Der Bicekönig von Egyhpien trifft An- Italien. ——
jangs Juli in Ems zu sechswöchentlichem Aufentihalt ein Floreunz 20. Juni. Die friedliche Weise, in welcher die
Derselbe nimmt sein Absteigequartiet im Hotel, Zu den vier Jah SEreignisse in Belgrad sich entwickeln, hat den Hoffnungen der Ac—
teSzeiten.“ ionsparlei einen argen Stoß gegeben. Dieselbe rechnete auf eine

Hannover 24. Juni. Der Konig ist heute Morgen ab— ernste kriegerische Verwickelung im Orient und beabsichtigte diese
zereist; derselbe hat sich über den Empfang wie über den Aufent- zu benützen, um ihren Plan gegen Rom auszuführen. Jetzt ist
Jalt hierseibst sehr befriedigt ausgesprochen. 1F fie aber enimuthigi, und man glaubt, daß sie ihre Absicht, von

Hamburg 23. Juni. Nach einem Kopenhagener Tele- Neuem gegen den Kirchenstaat zu ziehen, einstweilen wieder auf⸗
zramm der „Nachrichten“ ist auch Dänemark dem russischen Vor- gegeben hat. Der von der Italie veröffentlichte Brief Garibal⸗
Hlage betreffend die Absschaffumng der Erxplofionsgeschosse dis an einen seiner Freunde gibt von dieser Stimmung innerhalb
beigetreten. der Actionspartei deutlich Qunde.

Wisen 28, Juni. Aus Prag wird der „Neu fr. Presse“ Inzwischen hat Cairoli, der bei Mentana so schwer verwun⸗
aleg aphirt: Der Kaiser wurde gestern Abend im überfüllten deut· dete Deputirte, ein Gesetz eingebracht, welches allen roͤmischeu Eni⸗
schen Landestheater (nan gab Flotows Oper „Am Runenstein“) grirten das italienische Bürgerrecht verleiht. Bisher waren diese
nit endlosem Jubel empfangen. Tags vorher waren im Stern— unglücklichen Patrioten stets in gewisse Städte internirt worden,
Thiergarten Deutsche von Tzechen mit Steinwürfen vertrieben wo sie jeder Willkür der Polizei ausgesetzt waren. So hatte man
vorden. Auf die Ansprache einer Deputation deutscher Studenten üie beispielsweise bei Gelegenheit der Hochzeitsfeier des Prinze
»xwiderte Franz Joseph: „Mögen Sie tüchtige Staatsbürger )umbert aus Florenz ausgewiesen. Der Gesetzesentwurf des
verden; denn ich rechne auf die deutschen Studenten, ich muß auf Irn. Cairoli ist von 87 Abgeordneten unterstützt und wird höch
ie rechnen.“ Heute Morgen ist der Kaiser nach Ploschkowitz ab⸗ vahrscheinlich in diesen Tagen die Zustimmung der Kam.ne

rhalten.
zerelst.
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        Proceß Chorins ky.
t München, 28. Juni.
Heute begann vor dem boberbayerischen Schwurgerichte die
gerhandlung gegen den k. k. Oberlieutenant Gustav Graf v, Cho—
insky, 36 Jahre alt, wegen Vexbrechens, der Theilnahme aͤm

Berbrechen des Mordes, begangen an seiner, Gemahlin Mathilde

Chotinzty⸗Ledske durch Julie Ebergenih h. Teleies.
J er Beginn der Verhandlung war auf 8 Uhr früh anbe—
aumt·· J D
Die Zuschauerräume waren gedrängt voll und Hunderte muß
cen wieder forigehen, nachdem sie sich überzeugt halten, daß es

zergeblich sel, noch ein Plätzchen zu gewinnen, b

Der Angeklagie erschien in einfacher, schwarzer Kleidung, seine
Besichtszüge sind regelmäßig. übrigens ohne irgend besonderen Aus-
oxuck, lassen auch beim Eintritt kleine Erregung wahrnehmen. Auf
Befragen des Präsidenten gibt ex zuvörderst seine bereits zuͤr Genüge
zetannten Generalien (Rame, Siand, Abkunft zc.) an, sowie ein
urzes curriculum vitae; er war zu drei verschiedenen Malen in
ʒsterr eichischischen Kriegsbiensten, inzwischen einmal auch in päpst
lichen, was Ihren Lesern auch schon längst bekannt ist.
Aus dem sodann verlesenen Verweisungserkenntnisse, und
der niegen laßl sich henfallg wesenttich Reues: nicht mit⸗
heilen. Was bon Juͤteresse list, wurde im Proceß gegen die Julie
. —— ziemlich zur shenuͤge ann diern Oeffentlichleit? ge—
zracht.

Bei der Verlesuag der Anklageschrift bkieb Chorinsky Anfangẽ
euhig, bald aber kounte er sich nicht mehr bemeistern; bei einer
Ztelle, wo das leichtfertige Wesen der Ebergenyi geschildert war—
suhr er mit den Worten auf Vs gicht vahr )]) Vom Präsident
eßhalb zur Ruhe berwiesen nahin er sich zwar zujsammen und
schwieg ferner, aberx das Zucen der Lippen, dage unausgesetzte
Spiel der Finger ꝛc. verrieth seine heftige Erregung wahrend des
Anhörens der ihn beschwerendeun Inzichten.47 3 6

Während der Verlesung der Anktageschrift Z erschien Herzog
starl Theodor in Bayern und der Justizmninister“ v. Lußz im reser⸗
ditten Zuhörerraum.

Da der Staatsanwalt ( Wülfert) die Verlesung eines Passus
in Wiener Fremdenblatt“ sowie ein Schreiben eines Chemikers
Schäfer in Bezug auf die Vergiftung don Früchten, endlich auch
die verschiedenen Stellen aus dem Tagebuch der Gräfin beantragt
hatte, so proteftirte der Vertheidiger (Advocat Dr. v. Schauß) da⸗
zegen, daß Zeitungsartikel als Thatumstands⸗Urkuuden producirt
puͤrden, wie auch, daß dDas Schreiben jenes Che.nikers, das unr
Hypothesen enthaite, verlesen würde; man solle ihn, weun es nö—
hig sei, ordnungsmäßig gals Zeugen laden. Bezüglich der Ta—
zebuchstellen ermahnte er die Geschworeuen, sich nicht durch Sen⸗
menlalität bestimmen zu lassen und den Zusammenhanz im Gan—
en zu prüfen. Nachdem das Urtheil, welches im Proceß Eber⸗
jenyi in zweiter Instanz gefällt wurde, sich nicht bei den Acten
‚efinde, so stelle er den Antrag, daß der amiliche Originalbericht
aber dieses Erkenniniß, in welchem das Urtheil erster Instanz be⸗
üglich der Motivirung aufgehoben wird, zur Mittheilung komme.
Ferner beantrage er die Verlesung zweier Briefe des Grafen Cho⸗
aͤnsty an eine gewisse Frau Bath in Heidelberg, eines Briefes
der Julie von Ebergenyi und einer Gebetsabschrift, welche der
Ungellagte äuf dem Herzen getragen habe, wofselbst sie der Eisen⸗
meister fand. Nachdem der Vertheidiger noch um Constatirung
es Umstandes gebeten hatte, daß die Gräfin Mathilde Chorinsky
u der Zeit, als sie das Chorinsky'sche Haus in Wien verlassen
zatte, embunden habe, schloß er mit folgenden Worten: „Es wird mir
eder der Geschwoͤrenen, Richter, Zeugen und übrigen Zuhörer
zas Zeugniß geben, daß etwas für meinen Mandanten Güuftiges
zurch die Presse bisher nicht zur Veröffentlichung gelangt ist.“

Der Pröfident theilt mun mit, daß er heute früh den t.“t.
Feldmarschaͤll⸗Lieuten nt Giuliani, dem Antrage des Vertheidi-
jers entsprechend, telegraphisch als Zeugen geladen habe. Hier⸗
juf wurde die Anwesenheit der Zeugen — 34 an der Zahl —
onstatirt und dann der für den Dr. Aug, Benott Morel in
Rouen, welcher der deutschen Sprache nicht voslkommen mächtig
st, berufene Dolmetscher, Professor Dr. Bedall von hier,
Feeidigt.

Es beginnt nun das Verhör des Ang ellagten ;

Präsident: Sie sind der Theilnahme an einem Morde,
velchet an Ihrer Gattin Mathilde Chorinskth am 21. November
1867 dahier verübt wurde, beschuldigt, und zwar mittelst Theil⸗
nahme durch Anftiftung und Hilfeleistung? et, ꝑ

Chotisky: Was ich früher gesagt habe, bitte ich nicht
o zu nehmen, als wenn ich es nur aus Bosheit gesagt hätte,
»der daß ich nicht Alles gesagt habe, was zur Erklarung in die⸗
er Sache dient; denn so lange ich die Ebergengi in Wien vor
Zeendiguͤng des Processes in dieser schrecklichen Lage gewußt habe,
a. 14 vr dak irgend ein Ausbruck don mir ihr ischaden

roͤnnte und deßhalb habe ich immer zurücgehalten und nichts ge⸗
agt; aber jetzt werde ich die Wahrheit sagen, von dem Momente
in, wo ich die verstorbene Mathilde Ruef kennen gelernt habe.
Ich. bin um. Jahre 1858 von. Agram nach. Linz in Garnison- ge⸗
ommen und bemerkte dort nach einiger Zeit im Theater von der
doge aus, daß mich eine Dame immer besonders ansah. Ich
chaute auch hin, sie gefiel mir sa ziemlich;— kurz und gut, man
jat mir gesagt, daß dirfe Dame mit mir bekannt werden wolle.

Ich machte deren Bekanntschaft auch bei einer dortigen Schauspie—

erin, bei welcher wir uns öfter trafen, weil mein dermaliger

Oberst es streng verboten hatte, sich öffentlich zu zeigen. Bei einer

olchen Gelegenheit war ein kieines Gelage mit Maitrank — wel⸗

hes Getränkeich nicht kannte, und da war eg. wo ich in beidere

eitigem etwas starkem Rausche sie überredete, in einem Extrazim—

ner ... Ahier murmelt der üherhaupta etwas schwer zu ver⸗
tehende Chorinsky einige Worte, welche; der Journalistenloge und

em Saale unverständlich hlieben.) Nur das ist mirerinnexlich,

zaß sie nicht Jungfer war. Sie serzählte mix allo Familieng eheim⸗
nisse, sie wäre, eine pon Rueff, die Familie sejn in Würlitemberg
ind eine ausgezeichneie Familie; die Mutter sei eine Gräfin; ich

jabe das Alles geglaubt, auch meinen Eltern hat sie diese Angae

zen gemacht. Sie sagte ferner. ie hube Vermögen, das sie einem

Freunde, einem gewissen Moritz Hirsch in ee der über⸗

jaupt Alles von ihr in habe, gegeben; sie hat mich

erner igebeten ihr Vorschüsse zu leisten; atürlich würde sie Alles
vieder bezahlen. Ich habe ihr versprochen, fje zuu heira then,al⸗
ein dies hätte in Oesterreich schwer gehaͤlten, wie in Oesterreich

in Officier keine Dame die beim Theater sel, heirathen durfe.
Sierhat sclbst vom Theuter! weggehen wollen; sie sprach aüch von
iner Verlobung, die ich !mit ihr geschlossen haͤtte, aber eine Ver⸗

obung ist das nicht gewesen; ich habe ihr wie vielen anderen
Frauenzimmern, gesagt, ich wilh fie heixathen, es ist mir aber

sinterher nicht eingefallen. Sie brach dann ihren Contract, ver⸗

ieß das Theater, und ging nach München und Augsburg, was

nir eine vierwöchentliche Arreststrafe von Seiten meines —2*

uzog. Ihr Bruder prasentirie sich mir später!“ als 2 Württember

zischer Officier. Später ging Mathilde Rueff nach Brünn nud

Troppau; ich habe immer mit ihr correspondirt. Unter Anderen

chrieb sie mir, die Sache gehe ganz gut; ich habe ihr immer

held geschickt und bin so in Schulden gekommen, daß mir schließ—

ich mein Oberst rieth zu quittiren. Auch mein Vater gab, wmir

iesen Rath und meinte, ich solle nach Olmütz gehen, in's Kapi—

el eiutreten, ünd Domherr werden. Ich habe dieß auch verspro—

hen. Bis zum Jahre 1858 hatte ich eine ausgezeichnete Con—
uite, aber fie fuhr fort leichtsinnig Schulden zu machen, so daß

h mich furchtbar geärgert habe. Endlich schrieb mir Mathilde,

ch solle nach Salzburg kommen, und wie sch dorthin kam, hatte

ie wirklich tausend Gulden. Sie redete mir zu, wieder Soldat

uu werden.Dieß, fährt der Angeklagte fort, habe sein Vater er—
ahren, habe die Ausweisung der Rueff aus Oesterreich bewirkt

ind versprochen, falls er wieder in das Heer träte, seine Schul⸗

en zu bezahlen. Vor seiner Abreise habe er ihr aber noch heim—

ich telegraphirt, sie solle ihn in Verona treffen, und dort habe

revon ihr Abschied genommen. Sie habe da heflig geweint und

ejammert; er habe ihr aber damals gesagt, jetzt sei es mit dem

Zeirathen nichts. Dann sei er Officier in Piemont, und bei
Solforino Oberlieutenant geworden. Aus dem Felde zurückge⸗

ommen, habe er gefragt, ob seine Schulden bezählt seien, was

ziber nicht der Fall war; ferner habe er in Erfahrung gebracht,

aß Mathilde eine Fehlgeburt gemacht habe; Sicherheit hierüber

jabe er nicht erlangen köͤnnen. Ju Verona sei er am Thyphus

rank gelegen, wo sie ihn besucht habe; von da aus habe er sie

ach MNünchen und Augsburg begleitet und am ersteren Orte

300 fl. von einem Adeligen aufgenoinmen, die er ihr einhändigte,

a sie die weitere Reise nach Heidelberg allein machen wollte. Sie

ei aber, da sie außerordentlich abergläubisch war, nicht nach Hei⸗

‚elberg, sondern nach Honiburg gereist und habe das Geld ver—

pielt. Er habe nun dem Kaiser seine Aufwartung gemacht und

ei dann nach Graz versetzt worden“ Dort hätten ihn seine Gläu—
iiger von früher her schwer bedrängt und er sei dann, da er

iemlich gut italienisch könne, zu einem italienischen Regiment ver⸗

etzt worden. JIu Wien habe er zu damaliger Zeit ein Verhält-

uiß mit der Tochter eines pensionirten Artillerieobersten angefan⸗
jen, mit der er sich sehr gut unterhalten hube, dadurch uber in
ieue Schulden gekommen sei. Da schrieb nir auf einmal ein Ge⸗
ieral, er wüßte für mich eine famose Stelle, fährt der Angeklagte

'ort, es würden Officiere gesucht, die schon einen Feldzug mitge⸗

nacht und die eine Dibision oder ein Bataillon als Hauptleute

ommandiren koönnten.

Ich bin auch gleich als ällester Hauptmann eingetreten, be⸗
itten worden, und der General hat mir versichert, daß ich spä⸗s
er in Oesterreich wieder in meine frühere Charge eintrete. Spä⸗
er kam ich nach Laibach, um 400 päpstliche Truppen zu werben
        <pb n="306" />
        Hier ünterbrach der Präftdent den Angeklagken mit der Be⸗
nierlung, sich kürzer zu fasfen und nun das auf die berlebte Grät
fin Bezügliche zu erzaͤhlene(Forts. folgt) ,
——— ——ã 57

lithographischen Anftalte-sernet für ein Söda⸗ imd Chemikalienfabril.
JIn Sol,oth uren wurden einige Bolognesen verhaftet,
velche eine dorlige Papierfabrik (Briegstetien) gemiethet hatten und
m Verdacht siehen, den italienischen Banknotenfälschern das Pa—
pier geliefert zu haben DVV——
.Gistel gegenbie Walserfscheu): Von dem
verstorbenen, Wundarzt Yonatt, der in England weikverbreiteten
Ruf genoß tolleir Huͤnden gebissen worden
st, hat an sich felbst und an Andern jedesmal mit dem bessen Er—
olge, folgendes leicht zu beschaffende Mittel gngewendet. Das—
eibe befteht ig vem gewöhntichen salpetersauren Silher. welches
nfach nur in die Bißwunde“ filttirt zir werden, braucht. Die
Wirkung davon ist namlich dier daß es dei Speichel zerfetzt un
hadurch den Giftstoff zerstort. ee—
Girttehgegen dir Glicht Eht französischeds Jour—
iaf bringke folgendes Mittel gegen die großte aͤler Plägen: Mal
olen Eschenblülthe und Holluuderblüthe verimischt. drer Stum
den lang im Wasset kochen lassen und diesez Wasser zu Fußsag,
dern gebrauchen; 8wird versichert, daß hietanf die o u —9—
oder hochstens ilt dies Tagen gamzlich berschwisde ene

Areermlchtee
7 sKaiferstauterni, 200 Zuni. Beleder Ausgrabumng
fut die von det Kammgarnspinttereiti zu errichtenden Reuen Ge—
baͤulichkeiten wurden! gestern die »nwohlerhaltewen Skelette eines
Maun—es und Pferbdes,! umgeben von“ einer Kualtschichte
aufgefunden. ιι. —J *iu 3u I
A F Dem Dichter Wilhelm Hauff nwelcher: belanuͤtlich das
Seinige zunt Ruhme des Bremer Rathskellers beigetragen hat,
foll — den Raäumen desselben“nein! Medaillon-Denkinal errich—
tet werden.“! . erare an 4
7 In Hana un wiltde Eimns, Briefmärdere vntdedt . (ein “ zu
leiner Ausbildung im Postfach auf den dortigen Bureau' beschäf⸗
igter Junger Mensch); ber sein Airgenmerk namentlich auf uude⸗
llarirte Gelobriefe geichtet hatteu ,,
15 .pDer ungatische General Klapkaͤcerhielteind Pesth die Con⸗
tession zur Grundung einer Aktlei-Buchdtuckereb, Schriftgleßerek tind
— J 12* — — J 2*
— 975—..— 44 LLL 7
Bekanntmachungen. fits⸗Erig: soADlunga
— .
H ausverst eig erun ge F . Für den nächsien⸗ Dienstag staftfindenden Jahrmarkt bringe ich meine 9
2 4 ιι
an und Bäer wäirstahs cha ft s
Sainstag den 13. Juli 1868 Nach⸗ Ipi 345 ν 3.
. 3 .7 verbunden mit aeen e αL
mittaͤge 2 Uhr zu. St— Juügbert in — S ιαα.
der Behausung des Seifeusieders Hein⸗ R est Wu 7304 J 10
rich Echmitt, lassen die Kinder und c. 3. —3.
Erben Dderdaselbst verlebten Eheleute inreuwfehlende Erinnerung ünd lade zu recht zahlreichein Besuche höflichst. eir.
Johann Feichtner des alten und Ett- St. Johann Saarbrücken 25. Juni 1888..
abetha Schweißer, das nachbezeichnete —24 —
Wohnhaus der Abtheilung, wegen of α ι , Ont 9— Gsler. ια α
fentlich in Eigenthums versteigern, 33Ecke der Mainzer und Bleichftraße. u ινν_ .
nämlich:: — —
9 Der. Fläche worauf ein Wohnhaus
mir Stall, Schener“ Felsenkeller, Hofraum,
Pflanzgarten und allen sonstigen Zübehörun⸗
zen, Alles beisammen liegend zu Ste! Ing—
bert“ auf'm Hahnacker,“ neben Schieferdecker
Schmitt und FJohann Schmelzer·
BHorn,kgl. Rotar.

Wer an den verlebten
Schlosser Herrn Georg
Haas etwas zu fordern hat, wolle
eine Rechnung gehörig specificirt dem
herxn kgl. Notar Horn vder dem Anter⸗
eichneten ungesäumt einxeichen; wer an
den Erblasser Haas etwas schuldet,
vird ersucht seine Schuldigkeit anher—
zu entrichten. mn
n Woneessionirtetz Geschäfts-Büreau
. 7 ———— 2* *8 J F —* —XX a
eWestphälingerat

Schöne Mainzer Hand—
kärs ch en sind wieder eingetroffen.
Auch wird eine Parthie weicher Hand
käschen billigst abgegeben.
VBRifstero ys Käse stets
frisch.

PRarmesan Käsfe.

Zeser gch weͤhern a he Eu—
menthaler be
u“ Fritz Panzerbieter:
2Zimmer im obern Stock in mier⸗
nem Hause an der Kohlenstraße sind
zu vermiethen und sogleich beziehbar.

Iranz Zoos.

I Gleich uach dieser Versteigerung läßt Jo—
haunn Feichtner von St. Ingbert jetzt im
Amerika seine sämmtlichen Liegenschaften hie—
igen Bannes in Eigenthum versteigernals:
1 33 Dec. Ader rechts der Kapelle, neben
Johan Idseph Schmelzetr.
2. 37 Dec. Acker aus'm großen Fluͤr J. Ah—
nung, veben Peter Fischer. 9
3. 20 Dec. Wiese in den Sehenwiesen,ne⸗
hen Johann Adam Feichtner und
darl Feichtner..7
1. 38 Dec. Acer im Betzenthal, neben Io⸗
hann Klahm .
5. 16 Dec. Wiese in den Potaschwiesen,
ueben Johann Adam Beck.
5. 38 Dec. Acker in der Pfuhlwies, neben
.Johaun Joseph Hager und Anstsßern.
7. 22910 Dec. Acker am dorellenweiher,
nieben Johann Joseph Schmelzer,
—5 Horn/ igl. Notgr.
— 00 — * *
Acker-Versteigerung.
Montag den 13. Juli 1868, Nach—
mittags 3 Uhr zu' St. Ingbert in
erBehaufing — des ¶ Seisuufteders i der. Forserwiese. noischen Reichen-
Schmitt läßt die katholische Hirche von runn und Oberwürzbach, unmittelbar:
da Plan Nr. 2833 54 Ruthen Acker neben dem Wege, wozu höflichst ein⸗
auf der Meß, Bann von St. Ing- ladet u 1
bert in 2 Parzellen öffentlich auf Ei— Nikolaus Becker.
genthum versteigern. Für güte, Speisen und Ge⸗
Horn, kgl. Notar. tränke ist bestens gesorgt.

Fruchte, Broͤde, Fleisch ꝛc. Preife

der Stadt Hom burg vom 24. Junia⸗
Weizen 7 fl, 32 kr. Korn 5 ih. 6'tr
Spelz8 fl. — kr. Gerste. Zreihige, — fI.
*. tr Mischfrucht 5 fl. 40tr Hajer
Ifl. kr. Erbsen — fl. — kr. Kartoj⸗
eln lfl. Aakr. per Ztr. Kornbrod, 8 —X
24 tr. ditto SKgr. 16 kr., ditto 1Kgr.
3kr Kühfleisch I. Qual. 16 trix 2. Quat.
144. Kalbfleisch 12 kr., Haunnelfleisch
6 kr., Schweinefleisch 18 ir. Butter 80 r.
ber Pfund.
— furter Börse
t Geldsorten —

dom 25. Juni. 18688.*
Preußische Kassenscheine. 4 —V — — —
PBreußische Friedrichbddr9 ——
istolen ——⏑
zolländische Id.fl.Stuckz α5α,
Ducaten 3 3373
20Frances⸗Stücke., 9271 286
ẽnglische Souvereigns . 1154 68
hold per Zollfund fein —E
)ochhaltiges Silber per Zollpfund —
Dollars inGold 2 27 -2
Vedaction, Druck und Verlag von F. X. Dem etz in St. Inghert..

— — —
        <pb n="307" />
        der „St. Ing berter An zeiger“ mit seinem — D nstag, Döon nexzlag
id Samstag. Abonnemenisbreis piertelzührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr, Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet. .

letetag den 0. · uc 168

—

y
Deutschland.

»3. Munchen, 24. Juni. Die beiden Gemeindecollegien un⸗
erer Residenzstadt haben gestern zum Direetor sür unsere neuge⸗
zründete städtische Handelsschule den igl. Rektor der Handels⸗ und
Fewerbschule in Fürth, Herrn Dr. Brentano, gewählt. Die Wahl
Jätte kaum auf eine geeignetere Persönlichkeit fallen können, da
De. Brentano zu den ersten Männern seines Faches gehört.
Daß die beiden Gemeindecollegien der bayer. Haupt⸗ und Re⸗
—X die Spitze der neuen Lehranstalt
derufen haben — und zwar das Collegium der Gemeindebevoll⸗
mächtigten mit beinahe allen Stimmen und der Magistrat mit
— aufgeklärter Gesin⸗
nung. (Der Hoffm. Corresp. zufolge ist Hert Dr. Brentano vor⸗
aufig auf einen Zeitraum von 6 Jahren gewonnen und erhält
in Jahresgehalt von 2700 Gulden d.
München 27. Juni, Nachmitt. 8 Uhr. Soeben wurde
zurch das Verdict der Geschworenen Gustab Graf Chorinsty des
Verbrechens der Theilnahme an dem Verbrechen des Mordes durch
Begünstigung für schuldig erklärt; geminderte Zurechnungsfähig⸗
“wurde micht angenommen. Die Staatsanwaltschaft beantragte
lebenslängliche Zuchthausstrafe und Tragung der Kosten, der Verthei⸗
diger achtjährige Festungsftrafe. Der Gerichtshof erkennt auf
wanzigjärige Zuchthausstrafe auf, einer Festung
zu erstehen.

Worms 26. Juni. Beim gestrigen Festbanket wurde kein
allgemeiner Toast ausgebracht, weil die Feststimmung die Concen⸗
tration der allgemeinen Aufmerksamkeit auf einzelne Redner nicht
Jestattele. Auch zum heutigen letzten Festtage haben sich
diele Tausende eingefunden. An dem Gottesdienst auf dem Denk⸗
malsplatze (Predigt von Pastor Baur aus Hamburg) nahmen
z000 Personen Theil. Die Aufführung des „Pauluss um 4
Ahr schloß die Feier.

Worms 26. Juni. Die „Worms. Zig.“ schreibt: „Kurz
vor der Abreise det hohen Herrschaften haben die beiden Deputir
len der Stadt Speyer Bürgermeister Eberhardt und Confisto
ialrath König, in einer besonders erbelenen Audienz Gelegenheit
gefunden, denselben und insbesondere dem Könige von Preußen
die Lage des Speyerer Monumentes zum Andenken an
die heldenmüthige Glaubens-That von 6 evangelischen Fürsten und
14 freien Städten auf dem dortigen Reichstage von 1529 in
ausführlicher Rede zu schildern. Und nachdem“ diese Rede auf
bas huldvollste aufgenommen worden war, wagten dieselben daran
die Bitte zu reihen, der König von Preußen möge dem Unter⸗
nehmen ein aufmerksames Auge zuwenden, damit das Werk seiner
Vollendung entgegengeführt werden könne und man recht bald in
der ehrwürdigen Stadt Speyer ein ähnliches, hochbedeutsames
Rationalfest feiern dürfte wie heute in Worms.“
Stuttgart, 27. Juyi. Der Staatsanzeiger lehnt jede
Solidaruat der Regierung mit den Ausfällen auf Preußen und
jen Norddeutschen Bund ab, welche der Minister v. Neurathin
ainer allzueifrigen Wahlrede, resp. in einem Rechenschaftsbericht
uüͤber seine „Thätigkeit“ im Zollparlamente gemacht hatte. — Die
Agikalidn für dier nächsten Landtaiswahlen ist in beständigem
Wachsen begriffen.

Kassel 233 Juͤni. Sicherem Vernehmen nach ist die Ehe
des Prinzen Withelm von Hanau, welcher sich am 30. Januar
1866 mil der Prinzessin Elisabeth von Schaumburg⸗Lippe ver—
nahlt häͤtte, durch königliche Gnade wieder getrennt worden.

Wiern? 26. Junt. Professor Schäffle in Tuübungen ist“ gr
ren Lehrstuhl- der Rationalskouomie an der Wiener Universilät
berufen worden J

Wisen 87, Jung Di neneste Wiener Zig.“ veroͤffentlich
den sanctiodnirten Staalsvoranschlag für 1868, das sauctionirte Gee
etz über die Steuererhöhung pro IsGs8, endlich die Ausführungs-
berordnung; des Ministereums betöeffs des Ehegesetzvollzuges.“ Diese
Vollzugsverordnung überweist die Ertheilung der Nachsicht vo Ehe⸗

aufgeboten und Ehehindernissen an die politischen Behörden und
cegelt die Führung der Cipileheregister.
Waren 27. Juni. Die (ministerielle) Debatte sagt anläßlich
iner Allocution des Papstes worin derselbe sen Berdam-
nungsurtheiil über die confessienellen Gesetze
Destérreichs ausgesprochen: Die Regierung lege derselben keine
»esondere Wichtigkeit dei und halte einen energischen Protest auf
iplomatischem Wege für hinreichend. Hr. v. Beust soll in dem
Prolest die römische Curie ane die Grenzen erinnern, innerhalb
pelcher sie ihren Einfluß auf die inneren Angelegenheiten Oester⸗
ceichs geltend machen dürfe, gleichzeitig aber jede Ueberschreitung
dieser Grenzen energisch zurückweisen.

Pesth, 24. Juni. In der Deputirtentafel des Reichstages
·rklärte heuie der Minister Eötvös, daß die Einbringung eines
nterconfessionellen Gesetzes in der laufenden Session nicht mehr
noͤglich sei. Hierauf werden verschiedene Steuergesetze (ESalz,
Tabak, Branntwein) erledigt...

Pesth, 26. Juni. In der heute stattgehabten Conferen
der: Deakpartei legse der Ministerpräsident den Entwurf des Wehr⸗
gesetzes vor, welcher beifällige Aufnahme fand. — Die „Pester
Forrtespondenz“ dementirt die von einigen Journalen gebrachte
Nachricht über das Scheitern der croatischen Ausgleichs⸗
gerhandlungen,

Fraukreich.

Paris, 25. Juni. Obgleich Graf v. d. Goltz zurückge⸗
ehrt ist, fährt Prinz Solms fort, interimistisch die Geschäfte der
Besandschaft zu verwalten. — Demeter Bratiano, der Bruder des
umänischen Gesandten, mit einer Sendung an die französische
Regierung betraut ist hier angekommen. — Der „Coustitutionnel“
heilt mit, daß Graf Bismarck das Landgut Lord Broughanis
bei Cannes angekauft habe. — Die „Patrie“ kritisirt nochmals
die Reichstagsrede des Generals Moltke und sagt, die Präten⸗
sionen Ventschlands als Schiedsrichter über die Machtbefugnisse
der Staaten hätten nichts Beruhigendes, wenn diefelben identisch
mit den Prätensionen der preußischen Regierung wären. Die
angeblichen friedlichen Neigungen der deutschen Kriegsparlei con
raftirten seht mit der Zurückhaltung und der Mäßigung Frankreichs.

Paris 26. Juni.“ Die in Frankreich befindliche spanische
Fmigration ist wieder in großer Bewegung und verfügt angeblich
iber sehr beträchtlichs Mittel, deren Ursprung allerdings sehr my⸗
teriös zu sein scheint. Thatsache ist, den Pariser Blättern zu—
olge, daß die spanischen Progressisten soeben 6000 Hinterladungs⸗
Bewehre ankauften und baar bezahlten, die sofort nach der fran—
osisch-spanischen Grenze expedirt worden sind. General Prim,
bwohl er viel von seiner Popularität verloren, wird doch zu den
Aufstuͤndischen stehen, und man schreibt ihm die Absicht zu, dies⸗
nal seinen Ruf, koste es was es wolle, wiederherstellen
zu wollen. v

England⸗

London, 26.. Juni. Im Unterhaus erwiderte gestern
Abend Lord Stanley auf eine Interpellation Griffith's, England
nthalte sich jeder Einmischung in die serbische Fürstenwahl, ein
Bleiches geschehe Seitens der übrigen Mächte. Eine weitere Ju—
erpellation in Bezug auf die Aeußerungen Disraeli's in der
Tity über die auswärtige Politik der früheren Regierung ist Ver⸗
mlassuug zu einer Debatte, in welcher Disraeli, Cochrane und
Lord Sianley erklaͤren, die Worte des Tadels bezögen sich nicht,
auf Claxendon.““ Gladstone erklärt, das Selbstlob: Disraeli's sei
nicht in der Ordnung. — Im Oberhaus wird die irische Sus⸗
ensionsbisl debattirt. —
London 27, Jumj.. PrinzAlfred (aus Anustralien XR
neud, wo ex bekanntlich das; Opfer eines fenischen Attentates
werden joͤllte) exxeichte wohlbehalten Windsor und wurde, dajelbst
feiexlich empfungehe
ι Atalien.
eggoren'z. A Funi. Geueral Medicisist als Militaͤre und
Fivilgouverneur für Sicilien nach Palermo abgereist.
        <pb n="308" />
        Präsident: Ihre damaligen Briefe an Mathilde sind alle in
den schwärmerischsten Ausdrücken geschrieben and athmen die glü⸗
jendste Liebe, und es geht aus ihnen durchaus nicht herpor, daß
Sie sie nur gezwungen geheirathet hätten. 55

Angeklagter: Das äͤst ganz richtig, weil ich erst in Heidelberg
erfuhr, daß sie früher mit einem preußischen Oberlieutenam
ein Verhaltniß gehabt und daß sie in ihrem Hause auch mit
Studenten Umgang gepflogen, lauter Dinge, die mich schrecklich
empörten.

Präsident: Warum haben Sie die Erfahrungen, die
„Zie in Heidelberg gemacht, nicht in der Voruntersuchung an⸗
zegebe??

Angetlagter: Weil ich dort überhaupt nichts angeben
wollte. F *2

.* * Auf des Vertheidigers Antrag werden nun Briefe verlesen,
Donaufürstenthümer. die der Angeklagte an die Frau Bath in Heidelberg und an Ma—

Belgrad, 25. Juni. Die Verlassenschaft. des ermordeten hilde geschrieben; letztere sind alle in den überschwänglichsten

Fürsten wird durch einen Familienrath unter Hinzuziehung der Phrasen über seine Liebe zu Macthilde abgefaßt in den erfteren

Minister geordnet. Als legitime Erben werden betrachtet die hetlagt sich Graf Chorinziy über den rohen und zänkischen Cha—⸗
Schwester des Fürsten und zwei Söhne einer vorverstocbenen zweiten rakter seiner Frau.

Sqhwester. Die Untersuchung des Mordes ist beendigt. Si⸗e Präsident: Welche Liebesverhältnisse haben Sie in der
soll die Mitschuld des Fürsten Karageorgivic erwiesen und rsten Zeit nach denm Zerwürfnisse mit Mathilde unterhalten?
weene des Fürsten im „Pester Lloyd' actenmäßig ent⸗ Zuben Sie miht eine gewisse Baronin Schrey in Brunn kennen
cräftigt haben. Jelernt?

Belgrad, 26. Juni. Heute nahm die öͤffentliche Verhand⸗ 34 pia 55 *
lung in 8 gegen die Morder des Fürften angestrengten Pro. nmen Anprellagrer: r ofters un ihe nach Brünn gekonr
cesse ihren Anfang. Alle Consuln waren anwesend; auch die Be⸗ psideeee Edame? e
richterstatter einheim ischer und auswärtiger Zeitungen hatten .*

itt, während das Publicum nur in beschrüntter Zahl zuge⸗ Angeklagter; Ja.
nit woahren ublicu in bes ĩ Präsident: Haben Sie nicht auch ein Verhältniß mit einer

Belgxrad, 27, Juni. In dem Fürstenmordproceß fand eie 3 α, cen Briefe vor— in denen Sie
zgestern die Schlußverhandlung statt. Unter Anklage stehen 18 Ng ew u, Alz VV

n geklagter: Ich habe ihr sehr zärtlich geschrieben, weil
hersonen. Die Anklageacte constatirt die Eristenz eiuer Versie sehendnee ist. und ich ihr noch hunder Gulden schu⸗
schwörung zum Zweck einer Staatsumwätzung zu IS a 9 9 den
Prinzen Peter Karageorgivic, Moric, Rogie, Jadic und Paul Ra⸗Lig warnn 23
ee der ihnen zur Last gelegien Verbrechen geftändig; dame⸗ N * Sie die Belanntschaft der Etifts
Iftovic widerruft ein früheres Geständniß, weil dasselbe ein er— ee oh sie zum ersten Mal am 6. Mai vo⸗
wungenes sei. vigen Videde ug ime

Jraßdente Sie haben auch ein Verlobungsfest mit ihr ge⸗
feiert
— — Angeklagter: Nein wir haben blos Champagner getrunken.
Ggorfisetzung.) Präsident: Es wurde Silberzeug enilehnt, um die Sache
München, 22. Juni. ꝛtwas brillanter zu machen, es scheint also doch ziemlich ernst ge⸗
in.

Das Verhoͤr des Angeklagten, das im Laufe des Nachmit- ver 59— Ich wiederhol whwals.es keine Ve
jags zu Ende geführt wurde, hat kein weiteres neues Vessändni sobung getlagter: iederhole nochmals, es war keine Ver⸗
von Seiten desselben zu Tage gesördert. Derselbe beharrte auf —
seiner Aussage, i er schuldlos sei. Wir geben das Werhör nur iet FRRi Hat die Ebergenyi gewußt, daß Sie verhei⸗
in gekürzter Form, da es einestheils nicht viel Neues bietel, an- katet 31
derntheils der Cyhnismus des Angeklagten Antworten zu Tage för- Angetlagter: Ja, ich habe es ihr gesagt.
vert, die sich nicht wiedergeben lasen⸗ Präsident: Warum haben Sie das früher geleugnet

Der Angeklagte fährt fort: Meine Vermählung mit Ma— meh Aen eee überhaupt nichts sagen wollte, was
childe Rueff hat stattgefunden, als ich noch in päpstlichen Diensten neiner Julie nhite.

id ihres Aufenthalts in Ankona vertraute ich siee Präsident: Ist nichts über den Zeitpunkt der Verehelichung
einem mir bekannten Oberlieutenant an. Dieser nahm sich um Lestimmt worden ?

iie an, und schrieb mir auch, daß Mathilde die 24,600 fl. Caution erlegt Angellagter: Nein. J

habe, denn sonst hätte ich die Heirath nicht bewilligt bekommen; Präsident: Womit wollten Sie eine Familie ernähren ?)
so aber erhieit ich zu meiner Ueberraschung plötzlich von Rom aus die Ungeklagter: Ich habe immer von meinem Vater neben der
Bewilligung heirathen zu dürfen. Die Heirathfand auch wirklich siatt. sage 60 fl. ber Monat erhalten, so lange ich diene. Daun hatte
Aber ich war nur 8 Tage bei ihr und da habe ich demerkt, daß ich uch die Julie 20,000 fl. Uebrigens hätte ich quittirt, wenn ich
mit ihr nicht leben konnte, da sie einen so fürchterlichen Geruch Irotestantisch geworden wäre.

jatte .... Andere Gründe waren: einmal daß sie zänlisch mit mir Präsident: Ich bemerke Ihnen, daß Sie von den 20,000 sl.
var; dann habe ich in Heidelberg erfahren, daß sie nicht adelig o lange der Vater der Ebergenyi am Leben ist, nur 1324
ri. daß sie kein Geld habe und auch ihre Mutter in keinem guten Procent Zinsen bezogen hätten, was nur 300 fl. jährlich
Kufe stehe. nusmacht. ... Es werden Ihnen Briefe vorgelegt von Ihrer

Prasident: Sie wollen also durch Betrug deranlaßt worden berstorbenen Frau, in welchen Sie von eiuer Scheidung Umgang
sein, sie zu heirathen? ehmen, in denen Sie aussprechen, eine Scheidung nutze Ihnen

Angeklagter: Ja, insoferne sie gesagt hat, daß sie dieses Ver nichts, weil Sie doch nicht heirathen könnten. I
noögen hobe Angeklagter: Damals habe ich an eine Heirath noch nicht
Praäsident: Wenn Sie aber nach dem Vermögen heiratheten, gedacht.
so mußten Sie sich doch zuvor erkundigen. Präsident: Sie haben in einem Briefe an Ihre Frau er—

Angeklagter: Das tkonnte ich nicht. und überdies hat fie lärt, eines von Ihnen sei überflüssig, und dadurch zu Nerlennen
nich auf ihr Ehrenwort versichert, daß es so sei. jegeben, sie solle sich selber das Leben nehmen.

Präsident: Sie hat aber doch die Caution für Sie erlegt, Angeklagter: Nein, ich habe ihr nie einen solchen Antrag

alio hatte sie doch Geld? jemacht. Ich war auch stets dafür, daß die Interessen der Cuu-
Augeklagter: Dieses hatte sie theils vom Papste, bei dem don ihr bleiben, damit sie anständig leben könne. Ich habe di⸗
ie Audienz hatte, und dem sie versicherte, daß sie ihren ganzen Scheidung schon 1863 ausgearbeiter gehabt, da muhte ch abe
Schmuck im Werthe von 20,000 fl. verloren habe, und von ins Feld. Daß ich nicht Unrecht mit meiner Ahnung gehabt,
dem sie dann eine Camee mit einem Christuskopfe zum Geschenke daß sie ein Verhältuiß üuterhalte. hat ihre schnelle Abreife don
»ekam; dann ist sie zu der Königin von Neapel ge⸗-Wien bei meiner Heimkehr bewiesen.
jangen, die ihr als Firmpathin ebenfalls einen kostbaren Schmud Präsident: Wo war Julie Ebergenyi dom 19. bis 22. No—
chenkte. dember 18672
        <pb n="309" />
        25. Juni in Worms gelegentlich des Festzuges stattfand,
lieben Rauch leider einige Unglücsfälle nicht aus.
So zum Beispiel fiel ein zwölfjähriger Knabe zu Boden und
vurde todt fortgetragen, eine Frau wurde im Gedraͤnge ohn⸗
nächtig, an verschiedenen Arm⸗ und Beinbrüchen fehlte es
zuch nicht.

f Vor einigen Tagen gab auf dem' Döhnhofsplatze in Berlin
ine drollige Scene Veranlafsung zu einem Auflauf. Ein in der
liederwallstraße 16 wohnender Schneidermeister Hatte für einen
umgen, kürzlich bankerott gewordenen Cigarrenfabrikanten Feinen
Anzug gefertigt, für den er keine Zahlung erlangen konnte. Der
unge Mann hatte sein ganzes Besitzthum, mit Ausnahme dieses
Anzuges, verschleudert und seine nicht unbemittelten Eltern hat⸗
een sich öffentlich von ihm losgesagt. Als der unglückliche Schnei⸗
ermeister dem „faulen Kunden“ in dem seinen Anzug eines Ta⸗
jes begegnete und um Zahlung dat, erklärte ihm dieser sehr un⸗
genirt, „wenn er seine Änzüge bezahlen wolle, könne er sie von
ꝛouis Landsberger beziehen.“ Der beleidigte Schneider schwor
m stillen schwere Rache, die er denn auch in folgender, allerdings
igenmächtigen Weise ausübte. Es gelang ihm, die bescheidene
Schlafftelle seines Schuldners zu ermittein, und im Laufe der
jergangenen Woche begab er sich eines Morgens gegen 7 Uhr
vorthin, ein Päckchen auf seinem Arme tragend. Nachdem er sich
nit dem Wirth des Schuldners verständigt und demselben 18
Zilbergroschen für die rückständige Miethe des Letzteren gezahlt
jatte, betraten Beide das Zimmer. Der Cigarrenfabrikani, der
noch im Bett lag, verfiel beim Anblik seines Gläubigers in tie
en Schlaf, doch dieser war mit der augenscheinlichen Komödie sehr
einverstanden. Ganz kaltblütig jnahm er die betreffenden Klei⸗

Vermischine zungstücke, die einzigen des Schuldners, von der Wand, pag g
weibrücken 25. Juni. Gestern wurde ein hiesiger usammen und machte Miene, sich zu entferneu. Das Mitte
dnIe vom Bezirks Commando zu 5 Tagen geschärften ibte eine gewaltige Wirkung auf den Schlafenden aus, im Nu
Arrestes verurtheilt und sogleich zur Erstehung dieser Strafe in brang er auf und donnerte seinem Glaͤubiger ein: Herr was
ie Kaserne abgeführt. Derselbe hatte im vorgestrigen Tagblatt hun Sie?! entgegen· „Ich bringe Ihnen einen neuen Anzug,
inen angeblichen Vorgang im Landwehr-Adjutanten-Büreau be- er Ihrige muß aufgebügelt werden,“ sagte der Schneider artig,
ichtet und seinem Inserale das Datum ‚Honolulu im Juli 1768* iberreichte dem derginien Schuldner das mitgebrachte Packet, und
jegeben. Er wurde vom Bezirks-Commando als Verfasser er- erschwand. Voll böser Ahnung riß der Letztere das Papier aus-
nittelt, vorgerufen und bald darauf zur Erkdehung einer fünftägi- mander, sank aber vernichtet zurück, als er einen Anzug erblidte,
— nur von Oel, Syrup und Schmutz starrte und an al⸗
degen etwaigen disciplinwidrigen Betragens beim Verhör gestraft en Ecken ausgefranzt war. sondern auch außerdem mit unzähli
vorden ist, weiß man im Publikum nicht; es wird aber vielfach jen rothen, gelben und weißen Flicken versehen war. Unter kei-
die Frage gesteilt: wie weit in Friedenszeiten und außer der ien Umstanden durfte der Schneider mit seinem Anzug entkom⸗
dienstpräsenz die Strafe uund Disciptinar-Gewatt der Militärbe- nen, denn es war der einzige, den er besaß. Wohl oder übel
sorden über die Ersatzmannschaflen Reservisten und Landwezrmänner Hlüpfte er in die ihm octroirenden Keleider, die außerdem viel
zeht, namentlich: ob eine Disciplinarübertredung bezüglich eines u klein für ihn waren. Von dem Jubel der Straßenjugend be⸗
Landwehrmannes ꝛc außer dem Dienst überhaupt denkbar ist? früßt, verließ die lebendige Vogelscheuche das Haus. Prin zen⸗
fSpeyer, 27. Juni. In dem Erdgeschoß eines Hauses traße 30) und eilte hinter dem Schueider her. Auf dem Dohn⸗
n der Lauergasse ereignele sich heute gegen Mittag ein beklagens- dofplatz trafen Beide wieder zusammen, der Cigarrenmacher bat,
verthes Unglück. Der Glaser Otto, welcher dasselbe bewohnte, Himpite, drohte, aber der erbitterte Schneider blieb taub für
veschäftigte sich nebenbei auch mit dein Anfertigen von Feuerwerlen. Alles und setzte den Weg nach seiner Wohnnung fort, hinter ihm
dei einer solchen Beschäftigung entzündete sich heute Vormittag der Mann in dem seltsamen Costüme, und eine große Nen⸗
Bulver und das Feuer theilte sich auch den übrigen Feuerwerks- chenmenge, die den Letztern denn doch dals veronlaßte, als all
zegenständen, so wie den Kleidern Otto's und seiner Frau mit, ein Bitten um die Kleider nichts half, sich unsichtbar zu
velche so starke Brandwunden erhielten, daß beide heute Abend nachen.
zaran starben. Er war 26, sie erst 19 Jahre alt. Die Theil— Wien, 24. Juni. Man wird sich einen Begriff von dem
jame an dem Unglücksfall ist um so größer, als die Vernnglück- Fürstlich Esterhazy'schen Vermögen machen können, wenn man
en sehr brave nnd fleißige Leute waren. Das Haus, worin die hört, daß die Erbsteuergebühr, welche die Nachkommen des ver⸗
xxplosion erfolgte, wurde durch dieselbe stark beschädigt. torbenen Fürsten Paul zu entrichten haben, die Summs von
fFZellerthal 27. Juni. Gestern Nachmittag fand au „150,000 fl. beträgt. Der ganze Gütercomplex representirt die
der hessischen Grenze unweit Harrheim ein gräßlicher Mord an rotalsumme von 71,820,260 Gulden österreichischer Währung.
der 20jährigen Dienstmagd Maria Müller von Dalsheim (Hessen) Gerbesserte Telegraphie.) Eine Erfindung, welche in Fach⸗
tatt. Der Thäter Wilhelm Degünther aus Harrheim, reisen viel von sich sprechen macht, ist der Automat⸗Telegraph
ein 19jähriger Dienstknecht, wurde aber sogleich von der braven des Wiener Telegraphen-Inspector Schneider. Man vermag jetzt
and thätigen Gendarmeriemannschaft von Harrheim ausgemittelt, nit Benutzung des bestehenden Morseschen Apparats, blos duͤrch
»erhaftet, und dem k. Landgerichte Göllheim eingeliefert. Eifer⸗ dinzufügung einiger wohlfeilen Nebenapparate zum Zweck der vor—
ucht soll die Ursache der That sein, indem die Maria Müller ein jängigen Darstellung der abzusendenden Depeschen auf entspre⸗
Liebesderhältniß mit dem Thäter kurz vorher gelöst hatte. jendende Papierstreifen (mittelst den Morseschen Zeichen analoger
F In Augsburg wurde die Allg. Ztg. durch Erkenntniß des lusschnitte) bis zu 200 Depeschen à 80 Worte Iin der bei 3
»bersten Gerichtshofes zu 25 fl. Polizeistrafe derurtheilt, weil sie Millim. Eisendrahtstärke abzusenden. Gegenwärtig können nur
eine Anzeige des Anatherin⸗Mundwaässers des Zahnarztes Dr. Poppp twa 46 Depeschen à 30 Worte befördert werden. Ohne Stei—
n Wien zugelassen hat. Die Redaction der Allgem. Ztg. bewun⸗ jerung des Betriebsmaterials und bei geringer Vermehrung der
zert die väterlich rührende Fürsorge für das Wohlbefinden des zeamten wird es dadurch möglich werden, die Telegraphenge
Publikums, findet sie aber mit den Grundsätzen der Gewerbefrei⸗ »ühren ohne Rachtheil für den Staatssäckel auf s oder 24 he⸗
jeit nicht im Einklange und als eine Beeinträchtigung der bayer. ibzusetzen.
bresse. (Das bezügliche gesetzliche Verbot hat deßhalb keinen fParis, 25. Juni. Man liest in den deutschen Jeitun—
Sinn, weil alle auswärtigen Blätter jolche Ankündigungen täglich jen von einem schrecklichen Drama, das sich in der Nacht vom
ausendfältig in Bayern verbreiten dürfen.) t, 22. auf den 23. in einem Hause der Rile Nicheleu zu Paris
xFriedrich Gerstäcer ist von seiner amerikanischen Reise reignet hatt Ein Seecapitän, der nach 10jähriger Abwesenheit
aach Europa zurückgekehrt; er befindet sich gegenwärtig in Dres eimgekehrt. ist von seiner Frau und deren Geliebten ermordet
»en. — Ju Graudenz hat das Schwurgericht am 20. d. 4 To- horden. Es ist etwas Wahres an der Geschichte. Das Haus in
pesuttheile gefällt. · welchem die Schauerthat verübt wurde, ist das Théatre srangais
*Bei dem ungeheuren Menschengedränge welches am der Sercavbitän ist ein gewisser Hr. Agaͤmemmon. die —XX

Angeklagter: Hier. .*

Pruͤsident: Warum haben Sie das Anfangs geleugnet?

Angeklagter: Ich habe es nur Anfangs nicht gesagt, weil
le mich gebeten, es Niemandem zu sagen.

Präsident: Sie geben also zu, daß Julie mit Ihrer Ein⸗
villigung in München war rꝛẽ

Angeklagter: Nein, mit meiner Einwilligung nicht.

Praͤsident: Sie haben aber Zeugen verleiten wollen, auszu⸗
prechen, daß Julie damals in Szecsen war. Es liegen Tele⸗
zramme vor, worin Sie deren Familie auffordern, auszusagen,
je habe jene Tage in der Familie zugebracht; Sie haben also
neineidige Zeugen augeworben.

Angeklagter: Ich habe dies nur gethan, weil sie mich da⸗
rum gebeten.

Prasident: Was hat die Ebergenyi für eine Veranlassung
jehabt nach München zu reisen? 7

Angeklagter: Sie hat mir eine Dame vorgestellt, welche fie
horvath nannte, mit deren Hülfe sie ihr Ziel erreichen wollte,
adem sie die Papiere aus dem Kasten herausnehmen wollte, wäh⸗
end die andere sich mit Mathilde unterhielte.

Praͤsident: Wer hat der Ebergenyi den Pas besorgt?

Angeklagter: Ich habe sie besorgt, einen für die Horvath
ind einen für sie.

Präsident: Ich glaube, daß die Ebergenyi beide Passe ge⸗
jabt hat, denn diese Horvath ist eine Person, die in ganz Un—⸗
jarn nicht aufgefunden werden konnte.

Angeklagter: Dieselbe wurde mir vorgestellt.

(Fortsetzung folgt.)
        <pb n="310" />
        Battin Mad. Klitemnestra ec. Der intelleciuelle Urheber des gräß⸗
lichen Ereignisses ist Henri de Bornier, der an jenem Abende eine
nach Seneca bearbeitete Tragodie „Agamemnon“ zum ersten Male
in dem Hause der Rue Richelieu aufführen ließ. Eine scherzhafte
Finleitung zur Theaterkritik des Figaro hat wohl das jedenfalls
zut gemeinte Mißverstandniß hervorgerufen. . 8

.Brüfsel, 26. Juni. Die Pulvermühle von Quenast in
Brabant ist in Folge einer Nitro-Glycerin⸗Explosion in die Luft
zeflogen. Es sind 10 Menschen todt gebliebenn.
7 Ein Pariser Blatt, das „Journal des Villes et des Cam⸗
pagnes“ bringt folgende Notiz: Die Moaikäferfrage ist in ein
neues Stadium getreten; statt einen Preis für ihre Vernichtung
—D 6
siehen. In der Schweiz hat man angefangen, aus diesen Käfern
ein vortreffliches Oel zu ziehen, brauchbar als Salatöl und um
teinere Maschinen einzuölen. In Preußen macht man daraus ein
Mehl, mit dessen Teig Geflügel gestopft wird. Auch hat man
chon den Versuch gemacht, in unsere französische Küche die Mai—
jäferlarven einzuführen, und sie wie Schnecken als ein Gericht zu
serbiren. Ein junger franzoösischer Chemiker zieht aus den Mai⸗
jafern einen Farbenstoff, der berufen zu sein scheint, seinen Weg
in der Instrie zu machen. Es ist dies eine gelbe Farbe zwischen
Chromgelb und Goldgelb. Jeder Maikäfer liefert davon einige
Centigramme. Wenn diese Farbe Modefarbe wird, so wird, der
Maikaͤfer nächstes Jahr kaum zu kaufen sein.

don Wollhaaren ꝛc. gestedt, die ihn fast gänzlich verhindert. seine
erlangte Wärme zu verlieren und so fährt das Fleisch zu kochen
fort ohne Feuer. Morgens, wenn die Landleute auf's Feld gehen.
steden sie den warmen Topf in den Kasten, der leicht zu fragen
ist und Mittags dampft ein lieblicher Geruch aus dem geöffneten
dasten entgegen. Oder wenn eine Frau von St. Ingbert schnell
nach Landau will, steckt sie Morgens den Rindfleischhafen in
die norwegische Küche, und wenn sie heimkommt, wicd er noch so
warm sein, daß fie sich die Finger daran verbrennen könnte. Uns
— was auch etwas werth ist — da das Gefäß gänzlich ver—
schlossen ist, kaun nichts verdampfen und verfliegen; aller Saft
und alle Kraft bleiben im Fleische und in der Fleischbrühe.
Fine solche Küche kostet je nach der Größe fünfzehn bis zwan ·
zig Franken. —— —

Rauh und hart gewordenen Sammet weich und geschmei—-
dig zu machen.) Als bestes Mittel, den vom Regen benetzken und
gehärteten Sammet wieder zu weichen, emfiehlt man (württem.
zergisches Gewerbeblatt), den Sammek auf der Rückseite zu be⸗
euchten und ein heißes Bügeleisen darüber zu führen. Die Hitze
berwandelt dann das Wasser in Dampf, welcher durch die Obel
läche des Sammets zieht und hierbei die verwirrten und zusam⸗
nengeklebten Fasern trennt. Man beachte, daß der Sammet nicht
gebügelt werden darf, vielmehr muß das Eisen festgehalten und
der gefeuchtete Sammet mit seiner Rückseite über dasselbe ge—
ührt werden.
x Eine italienische Brigg segelte vor Kurzem von Neapel
nach Odessa. Unterwegs gab sich in einer unbeschäftigten Stunde
die Mannschaft dem Vergnügen des Angelns hin und der Koch,
ein kunstgerechtee Angler, war so glücklich, einen großen Schwert⸗
isch zu fangen. Als man denselben aufschnitt, fand man in sei
nem Magen — einen türkischen Briefbeutel mit etwa 80 Briefen
Der Capitän nahm die Briefe an sich, um sie bei seiner Landung
an die Adressaten zu befördern.

f (Für Hausfrauen.) Habt ihr schon von der norwegischen
Züche gehört, die auf der Pariser Ausstellung erschien und jetzt
schon häͤufig im Gebrauche sind, wie z. B. in der französischen
Schweiz? — Fleisch, Gemüse, Kartoffeln c. tc. läßt man'5
Minuten über einem Feuer sieden, nachher verschließt man dae
dochgefäß in einen Kasten und 2, 8, 5 oder fogar 8, 10-12
Stunden später, wenn man den Kasten öffnet, ist das Fleisch,
das Gemüse ꝛ⁊c. gar gekocht und gerade warm genug zum Essen.
Ddie Sache beruht auf einem einfachen Naturgesetze: Wenn man
einen warmen Körper mit einem schlechten Wärmeleiter ganz um
zibt, ihn von der äußern Luft abschließt, daß er seine Wärme
nicht ausstrahlen kann, so bleibt er um so länger warm, je besser
ind vollständiger er abgesondert (isolirt); war. — In jenem Ka—
den wird der Topf mitdem lochenden Inhalte in eine dicke Hülle

vBandwirthschaftlichöeeeee.

Die Raupennoth. Was auch der Mensch gegen Ran—
zen und andere derartige Zerstörer beginnen mag, sie ganz zu
bertilgen, wird ihm unmöglich sein; sie aber in Jahren, welqhe
er Inseklenvermehrung besonders günfstig sind, zu vermindern, liegt
in seiner Hand. Dem aufmerksamen Beobachter wird es unmög⸗-
lich entgangen sein, daß die Zerstörung der Raupen da, wo e»—
an Bäumen mangelte und wo man die insektenfressenden Vögel
verscheuchte, weit größer ist als da, wo sich Baumpfianzungen de.
inden und wo man die Vögel hegt. Den klarsten und ünzwei—
„eutigsten Beleg bietet jede vorzugsweise dem Gemüsebau dienende
Begend. Wo Gemüsefelder mit Bäumen bepflanzt sind, da wird
der Ertrag befriedigend, mitunter sogar gut; wo solche hingegen
m baumlosen Fluren liegen, da findet man Alles bis auf die
Strünke abgefressen; es sei denn, daß die Besiztzer frühzeitig genug
ogenannte Kreuzhölzer auf die Felder gesteckt haben, weiche den
Voͤgeln Ruhepunkte bieten. Ohne Zweifel gibt es gegen die
Raupennoth kein zuverlässigeres Mittel, als die SHonung resp.
degung der Vögel, wer die Baumpflanzungen vernachlässigt, der
wingt die Vögel zur Auswanderung und darf dann nicht böjse
ein, wenn die Raupein den Segen seiner Mühe genießen.
—
—F ch 1 1. 35 Dec. Acker rechts der Kapelle, neben
Bekanntma ungen. .. Johann Joseph Schmelzer.
2. 37. Dec. Acker aus'm großen Flur J. Ah⸗
458 2 nung, neben Peter Fischer.
Hausversteigerung. J3. 20 Dec. Wiese in den Seyenwiesen, ne—
W ben Johann Adam Feichtner und
Samstag den 11. Juli 1868 Rach— Carl ee is J IJ
mittags 2 Uhr zu St. Ingbert in 4. 88 Dec. Ader im Betzenthal, neben Jo⸗
der Behausung des Seifensieders Hein hann Klahm.
rich Schmitt, lassen die Kinder und o. 16 D Duenet ——
Erben der dafelbst verlebten Eheleute 3. 38 Dec. en ———— neben
Johann Feichtner des alten und Eli— Johann Joseph Hager und Anstößern
abetha Schweitzer, das nachbezeichnete 7. 22910 Dec. Acker am Forellenweiher
Wohnhaus der Abtheilung wegen öfFf wveben Johann Joseph Schmelzer—
entlich in Eigenthum versteigern, w8 Horn, kgl. Notar.
nämlich: — — — — 7
9 Dec. Fläͤche worauf ein Wohnhaus J Versteigernug einer F
nit Stall, Schener Feljenkeller, Hofraum, “ 6324 — 27*8
Pflanzgarten und allen sonstigen Zubehörun— Bi e 7 b 740 ue 7 e 1. J
gen, Alles beisammen kiegend zu St. Inzg —
ert auf'nmn Hahnackeer, neben Schieferdecker Doimerstag den 23 Juti 1868. zu
Szchmitt und Johann Schmelzer. dner utedawdinags 3 d läßt
—XRX igl. Notar. onn e Dann von a in —

——4
ßig eingerichteten großen Bierbrauerei

nebst Utensilien und den dazu gehörigen

Fässern, geräumigen und ansgezeichneten

Kellern, sowie einer Kegelbahn; das

Ganze einen Flächenraum von 2 Tagw.

einnehmend. —

Bis zum Tage der Versteigerung kaänn
dieses Anwesen auch aus freier Hand ver⸗
kauft werden. I

—Ilgen, kgleNotar.
dwei Glaser⸗ und mehrere Tisch⸗
lergesellen können gegen guten
e Lohn dauernde Beschäftigung er⸗
halten bie
R. Fontaine in Sulzbach,
Mauinz, 26. Juni.
Fruchtp rei fe.) Weißmehl dus. Mal⸗
ter 140 Pfund — fl— kr. Rog·
genmehl ditto — fle— kr. — Weizen? 200
—
Korn (180 Pfd.) II fraitkt. bis Afie
kr. Gerste (160 Pfd.)nud f zo tr. 5 — 8
—
his 6fl. 10 ran

Ein zu Kaiserslautern bei dem Bahnhofe
Gleich nach dieser Versteigerung lat o stehendes 2stockiges Wohn⸗ und Wirthe
hann Feichtner don St. Ingbert jetzt in“. schaftsgebänder unt Hoft, Gartenund
Amerika seine sümmtlichen Liegeuschaften hicn Withschaftsunlagen .einey, nach dem
igen Bannes in Eigenthunt — neusten Systeme erbauten: sehr zweckmä⸗—
— — we m ——— —F
NRNedaction,
*

— ———

Druck Und Bertagpon Fck. Dee mentz In. St. Ingberte u
        <pb n="311" />
        — —ñ2
der „Si. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: DiensStag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljahrig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 78. 35 Donnereq. Dden — — 1
* —

——— 7 1868

Deutschland.
—München 28. Juni. Der Vertrag über die Staatsan⸗
zehoͤrigkeit der wechselseitigen Einwanderer, welcher zwischen dem
ordamerik anischen Gesandten Georg Bancroft und dem Ministe⸗
alrath Frhrn. Dr. v. Volderndorf vereinbart wurde, hat die Ge⸗
nehmigung Sr. Majestät des Königs erhalten. Derselbe besagt:

Ari. 1. Angehörige des Konigsreichs Bayern, welche na⸗

wralifirte Staatsangehörige der Vereinigten Staaten in Amerika
zeworden sind und fünf Jahre lang ununterbrochen in den Ver⸗
inigten Staaten zugebracht haben, sollen von Seite Bayerns als
ametitanische Angehörige erachtet und als solche behandelt werden.
Ebenso sollen Slaaisangehörige der Vereinigten Staten von Ame—
rika. weiche naturalisirte Angehörige des Konigsreichs Bayern ger
worden sind und fünf Jahre lang ununterbrochen in Bayern zu⸗
gebracht haben, von den Vereiniglen Staaten als Angehoͤrige
Haherns erachtet und als solche behandelt werden. Die bloße Er⸗
lärung der Absicht, Siaatsangehöriger des einen oder anderen
Theiles werden zu wollen, soll in Beziehung auf keinen der beiden
Theile die Wirlung der Naturalisation haben.

Art. U. Ein naturalisirter Angehöriger des einen Theils
oll bei etwaiger Rückkehr in das Gebiel des anderen Theils we⸗
jen einer nach den Gesetzen des letzteren mit Strafe bedrohten
dandlung, welche er vor seiner Auswanderung verübt hat, zur
Antersuchung und Strafe gezogen werden konnen, sofern nicht nach
den bezuůglichen Gesetzen seines ursprünglichen Vaterlandes Ver⸗
ahrung oder sonstige Siraflosigkeit eingetreten ist.

Act. NI. Dec Vertrag zwischen dem Koͤnigreiche Bayern
einerseits und den Vereinigten Staaten Amerikas andererseits we⸗
zen den in gewissen Fällen zu gewährenden Auslieferung der
zot der Jusuz flüchtigen Verbrecher, welcher am 12. Septem⸗
her 1853 abgeschlossen worden isi, bleibt unverändert fortbe⸗
tehen.

Arl. IV. Wenn ein in Amerika naturalisirter Bayer sich
vieder in Bayern niederläßt, ohne die Absicht, nach Amerika zu⸗
uczukehren, so soll er als auf seine Naturalisation in den Ver⸗
einigten Staaten Verzicht leistend erachtet werden. Ebenso soll ein
in öZahern naturalisirter Amerikaner, wenn er sich wieder in den
Bereinigten Staaten miederläßt, ohne die Absicht, nach Bayern zu⸗
rückzukehren, als auf seine Naturalisation Verzicht leistend ange⸗
ehen werden. Der Verzicht auf die Rückkehr kann als vorhanden
ingesehen werden, wenn der Naturalisirte des einen Theils sich
langer als zwei Jahre in dem Gebiete des anderen Theils
aufhält. J

Art. V. Der gegenwärtige Vertrag tritt sofort nach dem
Austausche der Ratificationen Kraft uünd hat für zehn Jahre
Hiltigleit. Wenn kein Theil dem andern sechs Monate vor dem
Ablauf dieser zehn Jahre Mittheilung von seiner Absicht macht,
denselben dann aufzuheben, so soll er ferner in Kraft bieiben bis
um Ablauf von zwölf Monaten, nachdem einer der contrahiren⸗
en Theile dem andern von einet solchen Absicht Kenntniß
gegeben.

Art. VI. Der gegenwärtige Vertrag soll ratificirt wer⸗
den von Seiner Majestät dem Koönige von Bahern und von dem
Präsidenten unter uns mit Genehmigung des Senates der Ver—⸗
anigten Staaten, und die Natisicationen sollen zu Munchen in⸗
nerhalb zwölf Monaten vom heutigen Datum (26. Mai 1868)
ausgewechselt werden.“

Munch en, 29. Juni, Uebermorgen wird Fürst Hohenlohe
die Führung seines Porlefeuills Ubernehmen.

Das Cultusministerium läßt im Einverstandniß mit dem Mi⸗
nisterium der Finanzen eine heilweise Revision katholischer und
vrotestantischer Pfarrpfründefassionen in den Regierungsbezirken
ziesseits des Rheines vornehmen. Die Getreidecompetenzen werden
nach den durchschnittlichen Rormalpreisen von 1857 bis 1867 be⸗
rechnet; die fründegrundstůcke nach der Durchschnittsbonität des
zanzen Grundbesitzes jeder Pfründe; bei den Durchschnittsklassen
son 1 bis 8 wird die halbe, von 9 bis 16 drei Viertel, von 17

nufwoͤrts die ganze Steuerverhältnißzahl als Fassionsertrag
ingesetzt.

Die Anfertigung der neuen Infanteriehelme soll so gefoöͤrdert
verden, daß schon ein großer Theil der zu den Uebungen bei
Zchweinfurt beorderten Truppen damit versehen werden kann.
xbenso die neue Feldausrüstung und der neue Tornister.

— Der Pfalzer Kur. schreibt aus Ludwigshafen vom 80.
Juni, daß der Ausschuß des Protestantenvereins beschlossen habe,
aine Festfeier des 30jährigen Bestehens der pfälzischen Union X
ie protestantischen Gemeinden am nüöchsten 2. August in der
Fruchthalle zu Kaiserslautern zu begehen. Es wäre dies ein
erster Schritt zum Uebergang zu einer Kampfesmethode, der, wenn
hm die geeigneten weiteren Schritte folgen, allseitigen Beifall fin⸗
In wird da klar sehende Protestanten von der Reserve, in wel⸗
her der Protestantenverein seit dem Tage von Neustadt sich ge⸗
jalten hai, sich schon langst keinen Erfolg mehr versprachen. Die
Wendung, welche die Katechismusfrage genommen hat, zeigt an
mem unwiderlegbaren Beispiele, daß thatloses Zaudern nur dem
hegner zu gut kommt. —

Ein Münchener Correspondent will wissen, Konig Lud⸗
vig HB. werde sich nächstens in Kissingen mit einer ebenso liebens⸗
vurdigen wie schönen fünfzehnjährigen russischen Prinzessin ver⸗
oben.“ Man weiß, daß gegen Mitte Juli die russische Kaiser⸗
amilie in Kissingen erwartet wird.

Darm stadtt, 30. Juni. Die zweite Kammer hat heute
ach mehrstündiger, lebhafter Debatte den Abschluß der Vertraͤge
genehmigt, welche sich auf die Abtretung des hessischen Antheils
Mann-Weser⸗Bahn an Preußen, sowie auf den Verkauf der
Iffenbacher Bahn bezicehen.

KRdun, 26. Juüni. Die „Koöln. Ztg. läßt sich aus Paris
chreiben, Kaiser Napoleon habe Oesterreich zum Ankaufe von Chas⸗
epot⸗Gewehren (29) ermäãchtigt.

Beriin, 29. Juni. Die „Geseßsammlung“ bringt die
Fommissionsurkunde für drn Bau der Osnabrück-⸗ Hamburger
zahn durch die Köln- Mindener Gesellschaft. „Anlagecapital
387 Mill. Thlr. — Die „Kreuzzeitung“ dementirt die von
inigen Blättern gebrachte Notiz, daß Verhandlungen bezüglich des
Ankaufes einer Villa' in Cannes für Graf Bis marck statt⸗
jefunden hätken.

Berltin, 30. Juni. Der König hat der „Zukunft zufolge
ie wegen Hochverraths verurtheilten Hannoveraner amnestirt. Der
donig wird nach der „Bank-Zig.“ am 3. oder 4. Juli in Ems
intreffen und vier Wochen daselbst bleiben.

Berichte aus Lurxemburg enthalten das Ergebniß der wegen
Berbreitung aufrührerischer, zur Annexion an Frankreich auffor⸗
Fernder Placate angesteliten Untersuchung. Urheber derselben soll
ein gewisser Heintze sein, welcher die Placate in Mez drucken ließ
ind bersoͤnlich anheftete. Heintze ist vorläufig gegen Caution in
Freiheit gesetzt. J

Wisen“28. Juni. Die Bischöfe protestiren nach der Reihe
jegen die neuen Religions- und ganz besonders gegen die Ehege-
etße. Das „Vaterland“ schreibt: „Die katolische Bewegung in
Desterreich regt sich und wird bald weitere und weitere Kreise
egreifen.“ Die Regierung ist entschlossen, die neuen Gesetze mit
xntschiedenheit durchzuführen.

Wien, 28. Juni. Eine Depesche zu Handen des Cardi—-
al⸗sStaatssecretärs Antonelli, in welcher die diesseitige Regie⸗
ung, obschon die volle Berechtigung der Kirche anerkennend, auf
em ihr eigenthümtichen Gebiet ihrer besonderen Auffaffung Aus⸗
ruck zu geben, doch auf das entschiedenste sich gegen übergreifende

Urtheile auf einem Terrain verwahrt, das sich der Autorität jeder
irchlichen Gewalt unbedingt entziehen müsse und entziehe, wird in
en naͤchsten Tagen nach Rom abgehen.

Wilen, 28. Juni. „Die „Neue Freie Pr. läßt sich aus
—V — Regierung diplomatische
Zchritte zu Gunsten der franzosischen Capitalisten, die oͤsterreichische
zapiere besitzen, abgelehnt habe.
        <pb n="312" />
        g, 27. Juni. Zum Grafen Clam⸗Martinitz sagte der:
daiser bei seinem Aufenthalte in Prag: „Sie versichern mich
Ihrer Anhänglichkeit; ich will daran glauben, aber die Wege, die
Sie tehen, zeugen für das Gegentheil. Ich warne Sie, dieselben
veiter zu gehen, denn sie führen zur Revolution. Sie haben zu—
erst die Brandfackel der Steuerverweigerung ins Land zu werfen
dersucht. Sie und Ihre Standesgenossen werden die Folgen die—
ses gefährlichen Treibens zuerst empfinden.“ Die feudale Adels—
partei scheint in ihrer Opposition beharren zu wollen. — Zu der
Deputation der Obmänner deutscher Bezirksvertretungen sagte der
Kaiser in Leitmeritz: „Ich freue mich, in einer Gegend zu sein,
wo lauter gute Oesterreischer wohnen.“ — Für morgen doder
Abermorgen werden Demonstrationen befürchtet. — Ea heißt, daß
ꝛine Anzahl czechischer Beamten megen ihrer Theilnahme an der
derfassungsfeindlichen Agitation abgesetzt werden.

Frankreich..
Paxis, 27. Juni Als der witzige Deputirte von Paris,
Ernst Picard, sah, daß die 100 Millionen, welche den Gemeinden
für die Erbauung der Gemeindewege zugedacht sind, ohne feste
Regel über das Land vertheilt werden sollen, rief er aus: „Diese
100 Millionen sind das Wahltaschengeld der Regierung.“ Trotz
der frommen Entrüstung der Kammer über diesen Ausruf hatte
der boshafte Deputirte doch Recht. — Der Bürgermeister in
Thauffaisses schreibt an seine „Mitarbeiter“, daß diese ihren gan—
zen Einfluß aufbieten mögen dem Regierungscandidaten für die
Bezirksrathswahl ihre Stimmen zu geben: Dies könne die Regie⸗
rung wohl für die gewährte Wegausbesserung als ein Minimum
ihrer Dankbarkeit heanspruchen.
Wie man aus dem Lager von Chalons meldet, herrscht da⸗
felbst große Entrüstung unter den Truppen. Dieselben fürchten
eine Enttäuschung ihrer Kriegshoffnungen, und es ist dem Kaiser
nicht wenig zugesetzt worden, die Stimmen seiner treuesten An
hänger ja nicht ungehört zu lassen. — Dem „Etendard'“ wird aus
dem Lager geschrieben: „Nach dem großen Manöver, das am
Donnerstag stattgefunden. hat der Kaiser einen Anfall von Mi—⸗
zraine gehabt, und war dadurch verhindert, sich an die Tafel der
Beneräle zu setzen, die ex eingeladen hatte — er bat sie für den
folgenden Tag zu sich zum Frühstück. Am Freitag war er wie—
der vollständig hergestellt und stieg schon um 9 Uhr Morgens zu
Pferd, um neuen Manöverexperimenten beizuwohnen, die von ei⸗
nem Ausschusse von Generälen empfohlen worden sind. Nach dem
Frühstück begab er sich zu Wagen nach der Batterieartillerie, um
daselbst Versuchen beizuwohnen; später besichtigte er trotz der star⸗
en Hitze die Schießübungen der Infanterie und ging dann zu
Fuß den auf 6 Kilometer sich erstreckenden Rand des Lagers ent⸗
lang. Heute früh sollte die letzte Heeresmusterung stattfinden,
und im Lauf des Abends wird der Kaiser in Paris eintreffen.“
England.

Plymouth, 28. Juni. Gestern Abend ist die westindi—
sche Post mit folgenden Nachrichten eingetroffen: Es wird ver⸗
ichert, die Infurgenten in Merxico unter Rivero seien zersprengt
uind auch die Rebellion in Yucatan sei zu Ende. — Im Allge-
neinen ist in Westindien der Gesundheitszustand befriedigend. Auf
Jamaica sind große Regengüsse gefallen, die einige Verheerung
angerichtet haben. Am 8. Juni fand auf der Insel ein Erdbe
zen statt, das indessen ziemlich unschädlich vorüberging.

Italien.

man an solche. Es sollen nächstens einige Regimenter aus dem
Süden nach den Marken und nach Umbrien versetzt werden.
Donaufürstenthümer. —

Belgr a'd, 29. Juni. Die Verkündigung des Urtheils
in dem Attentatsprocesse ist wegen neuerer Entdeckungen und Ge—
ständnisse des Angeklagten Maric verschoben worden; die Unter.
uchung wird fortgeseßt und neue Verhaftungen erfolgen. Der
dauptmann Mirzailovic, welcher mit seiner Truppenabtheilung daz
dolizeigebäude hatte besetzen sollen, ist heute früh in Beisein einer
ungeheueren Vollsmenge erschossen worden. 7

Türkei.

KF*ünktantinopel, 29 Juni. Mehemed Ali Pascha in
gestorben. —DE—
Rußland.
Vetersburg, 28. Juni. Das „Journal“ sagt gegen⸗
Uber den Auslassungen verschiedener Bläner,Der Vorwurf,
die russische Presse habe irgendeeiner fürstlichen Candidatur für
Serdien das Wort geredet, sei völlig unbegründet; sie habe
im Gegentheil von voruͤherein volle Wahlfreihen für das serbisch⸗
Volk verlangt. J
In dem, dem Statthalter von Polen noch gelassenen geheimen Ca⸗
binet ist man jetzt vollauf mit Durchsicht der Listen der nach Si—
birien Verbannten beschäftigt, behufs Anwendung der jüngsten so⸗
genannten Amnestie. Man erfährt zuverlässig, daß die Zahl die⸗
jer politischen Verbannten blos aus dem Konigreiche Polen noch
jetzt 40000, sage Vierzigtausend beträgt. Erwägen wir, daß
aus Lithauen mindestens fünfmat so viel nach Sibirien verschickt
worden, und rechnen wir noch die Tausende während detz unglüdc⸗
seligen Aufstandes getbdteten Kriegsgefangenen hinzu, so finn wir
wohl zu fragen berechtigt, ob die Platzkugeln, für deren Abschaf⸗
fung zu wirken man in Petersburg mit einem Male gar human
Zeworden ist, so viel Unheil anzurichten im Stande sind, als diese
Massenverbannungen. I
Amerika. F — —— ——
—New-eYork, 18.“Juni. Der Präsident Johnson befür⸗
vortet dem Vernehmen nach die Prasidentschaftscandidatur de⸗
Oberrichters Chase.
Proceß Eberiusk. —
—— Gortsetzung.) æ
Muünchen, 22. Jun.
Graf Chorinsky leugnet, daß die Ebergenyi Visitenkarten auf
den Namen einer Varonin Vay habe machen laffen, und flellt
auch in Abrede, ihr das Reisegeld verschafft zu haben; sie habe
dasselbe selbst besessen. Er gesieht, daß die Ebergenyi durch ihn
einen Empfehlungsbrief an Nathilde von einer gewissen Anna
Meriot bekommen habe, weiß aber auch hier den Gebrauch des
salschen Namens Baronin Vay nicht zu rechtfertigen, und wider
pricht ebenso seiner von der Meriot beurkundelen Aeußerung: Ma⸗
thilde sei an einem Halsleiden schwer erkrantt, wodurch er, wie
der Präsident ihm vorhält, nur auf den Tod derselben, so scheine
nes, habe vorbereiten wollen.
Präsident: Sie haben aus München zwei Briefe don der
Ebergenyi bekommen; durch wen und wessen Inhalts?
Angeklagter: Durch Rampacher, unter dessen Adresse ich die⸗
Bei dem am 8. Dez. zu eröffnenden allgemeinen Kirchen selben schicken ließ, da dies für mich bequemer war. Sie schrieb
roncil soll, wie man hört, die weltliche Herrschaft des Papsithuͤms mir, daß Mathilde krank sei.
sum Dogma erhoben, sowie strenge Maßregeln in Bezug auf das Präfident: Was hat die Ebergenyi nach ihrer Ankunft don
latholifche Schul- und Erziehungswesen im Allgemeinen und auf München gethan?
die katholische Erziehung des weiblichen Geschlechts insbesonder⸗ Angeklagter: Sie hat mich durch einen Dienstmann rufen
beschlossen werden. lassen, und auf meine Frage, ob sie etwas bekommen habe, ge⸗
Rom, 24. Juni. Die Desertionen in der päpstlichen Ar— jagt: „Nein, Nein! Ich werde es Dir später erzäͤhlen!“ Spa⸗
mee dauern noch immer fork. Seit dem 17. v. Mis sind 42 er machte sie mir Andenlunmgen, die Horvath möchte der Mathilde
Dtann, darunter 36 Legionäre, verschwunden. Anderseits sind in Iwas gethan haben, und hierüber erschrocken, schickte ich den Ram—
der letzten Woche wieder 45 Recruten eingetreten, darunter 26 pacher nach München, um sich zu erkundigen, wie es mit Mie
Tanadier. Das amtliche „Militärhandbuch“ für 1868. das so⸗ ihilde stehe.
eben erschienen ist, führt in der päpstlichen Arme 704 Officiere Prasident: So etwas thut nur, wer seine Frau liebt; dieß
o»der im Officiersrang stehende Militärbeamte auf; von denselben war aber nach Ihrem eigenen Zugeständnisse nicht der Fah
zehören der Geburt nach 462 der italienischen Halbinsei an, Angeklagter: Ich habe eben geglaubi, es sei der Mathilde
129 Frankreichs, 59 der Schweiz, 19 Deutschland, 20 Velgien l etwas geschehen.
D Holland und 4 Großbritannien. Es befinden sich daruunter Hierauf fragt der Präsident den Angeklagten, wie es sich mil
8 Generale und 24 Almoseniere (Feldgeiftliche). der Uebersendung kandirter Früchte von Wien niach Reichenhal
Florenz, 27. Juni. Wie der „Pungolo“ aus Neapel im Jahre 1866, während seine Frau sich dort aufhielt
meldet. sind sehr gemessene Instructionen in Bezug auf strenge verhaute?
leberwachung der Küste und der päpstlichen Grenze ertheilt wor⸗ Der Angeklagte antwortkete im Widerspruche mit der Angabe
den. Man scheint die Existenz gewisser bourbonistischer Kriegs- der Ebergenyi, daß er die Schachtel nicht versiegelt und fie der
pläne im Palast Farnese (dem Sitz des Erkönigs von Neapel) vor— Rampacher erst in Brünn habe aufgeben lassen, nachdem er er
auszusetzen, oder giebt sich wenigsteus den Anschein, als glaub⸗ ahren habe, die Horvath schicke diese Schachtel, welche etwas
        <pb n="313" />
        abfscheuliches enthelte; denn er habe gewußt, daß seine Frau sich

zarüber aärgern werde, was ihn sehr gefreut habe.

Der Präsident verlas hierauf ein Telegramm, wonach der
xeldmarschall⸗ Lieutenant Marenzi in Wien (aus Versehen Giuliani
Aege nicht kommen wird, fondern in Wien vernommen und
eine Aussage lediglich übersandt werden soll.

Der Staatsanwalt hält dies nicht für statthaft; der Verthei⸗
ziger hofft, daß auf ein erneutes Telegramm von seiner Seite
zis morgen FMV. Marenzi doch kommen werde, und stellt das
Weitere dem Gerichtshof anhein.

Hierauf verlas der Präsident die drei bekannten Briefe,
velche der Angeklagte an die Ebergenyi, während sie in München
var, schrieb. Dieselben sprechen, untermischt mit den überschwüng⸗
ichsten Liebesbetheuerungen, aus, wie er voll Angst um seine
Julie sei und bete, daß sie ihr Ziel glücklich erreiche; — und
nahnt sie, sie möge sich nicht zu weit Linlassen, sich nicht in Ge—
ahr stürzen, ertappt zu werden, und fie möge sich ja nicht von
zer Freundlichkeit dieses Comödianten-Aases nicht erweichen lassen
ind standhaft bleiben und sie nicht schonen, denn dies Aas sei
das durchdriebenste Luder in der Welt und dürfe nicht länger
hnen im Wege stehen.

Der Präsident fragt, welches Ziel, welches Gelingen, welche
Befahr er mit diesen Ausdrücen meinte, und der Angeklagte er—
lart, daß sich diese Worte sämmtlich auf die Gewinnung jener
documente bezögen, welche den Ehebruch der Mathilde nachweisen
ollten, und daß unter der Gefahr ein sich zwischen Mathilde und
zulie etwa entspinnendes Haudgemenge gemeint sei. Die Sielle
n einem Briefe: „Gib acht, daß Du die Pulver nicht verwechselst,“
rlärt der Angeklagte damit, daß die Ebergenyi zweierlei homd⸗
dathische Pulver mit sich gehabt habe. n 42*

Der Präsident hält dem Angklagten vor, daß die Ebergenyi
ie gravirenden Stellen durch Beziehungen auf ihre Familienver⸗
saltnifse zu erklären perfucht habe und dies mit den Aussagen des
ingeklagten in Widerspruch stehe.

Graf Chorinsky schweigt.

Präsident: Nachdem Ihnen diese Briefe in der Vorunter
achnng vorgelesen waren, haben Sie versprochen, ein Geständniß
bzulegen; dies ist nicht geschehen. — Was haben Sie zu
estehen ?·

Angeklagter; Der Untersuchungsrichter fragte mich, ob ich
in Geständniß ablegen wolle, und ich antwortete blos Ja.

Präfident: Die Sache ist etwas anders; im Protocolle heißt
8: Graf Chorinsky erklarte, er werde sich in einigen Tagen zum
herhoör melden und ein vollkommenes Gesiändniß ablegen. Und
m Verhör vom 27. Dez. 1867 erklärte der Angeklagte er wolle
in reumüthiges Bekenntniß ablegen, und bat, man moͤge ihm nur
inige Tage Zeit lassen, um Alles gehörig in seinem Geiste zu
ammeln und zu vrdnen, dann werde er Alles angeben, was
iuf die Sache und auf seine Schuld hiebei Bezug habe.

Angeklagter: Das habe er nicht gesagt, das sei ein Irrihum

Untersuchungsrichters.

Der Vertheidiger wünscht, der Präsident möge die Geschwor—
jen darauf aufmerksam machen, daß von den verlesenen Briefen
ih auch welche in einer Schublade des Angeklagten vorgefunden
atten, welche gar nicht abgesendet worden seien, und nur ein
cheil bei der Ebergenyi.

Der Präsident constatirt, daß diese Briefe nebst der Annonce
mm Erlangung von Rattengift, und einem Fläschen mit flüssigem
wankalium in dem Pakete enthalten gewesen seien, welches die
bergenyi ihrer Magd Kubesch zur Aufbewahrung übergeben habe
as mit J. C. gesiegelt war und von der Kubesch nur wieder
n die Ebergenhi zarückgegeben werden sollte, aber zu Gerichts
»anden kam. Ueber die Erwerbung des Cyankaliums habe die
bergenyi unter anderm auch angegeben, sie habe einen Photogra⸗
chen mit einem Kistchen Chemikalien beschenken wollen, die Ab—
endung desselben sei aber (zum Angeklagten gewendet), von Ihnen
us Eifersucht gehindert worden?

Angeklagter: Ich weiß nichts, weder von einem Cyankalium
och von einem Geschenke an einen Photographen.

Präfident: Die Ebergenyi hat in der Voruntersuchung das
heständniß abgelegt, sie habe der Mathilde Cyankalium in Wein
egeben (sie hat aber dieses Geständniß wieder zurückgenommen);

e gestand ferner, dieß auch Ihnen gesagt zu haben, uͤnd daß ihr
»czu eine andere Person den Anschlag gegeben habe.

Angeklagter: So eine That haf die Julie nicht gethan,
uzu ist sie ein zu frommes und religiöses Mädchen.

Ebenso erklͤrte der Angellagte, daß er von dem Briefe nicht
me, in der Frohnfeste auf den Namen der Horvath geschrieben,

dem der Mord dem wirklichen Vorgang enisprechend geschildert
ear, den die Ebergenhi durch die Tochter einer Miitgefan⸗
enen herausgeschickt, von derselben habe abschreiben und dann der
rau Turneißen zuschicken lassen, welche denselben dem Untersuch⸗
aaerichter übergeben sollte, um ihn von der richtigen Spur ab⸗

zulenken; — ferner gab er im Widerspruche mit der Ebetgenyi,
welche die Horvath als ihr ahnlich und klein schilderle, an, sie
ei groß und der Julie unähnlich; auch leugnete er seine, bei
em Polizeidirector an den Tag gelegte Beklommenheit
Prasident: Julie von Ebergenhi ist schuldig erklärt worden
»es Mordes an der Graͤfin Mathilde v. Chorinskyi, und Sie
ind beschuldigt der Theilnahme an diesem Verbrechen durch An⸗
tiftung und Hilfeleistung; der Anstiftung ¶ dadurch daß sie die
Bohnung der Ermordeten erkundelen ung den Rath gaben, wie
)ie Thaf ausgeführt werden solle en
Augeklagier hefigh: Nein, dJ nicht wahr; ich glaube
es nicht, nie und nimmermehr, daß Julie das gethan hat; ich
habe nichts gethan.
Praäsident: Sie find der Hulfeleistung beschuldigt vurch die
Beschaffung der Reisepässe, der Mittel zut Reise und durch Ver
ergen der Gegenstände nach der That. So frage ich Sie nun
um Schlusse des Verhoͤres, ob Sie —W Behaup·
ung stehen bleiben woslen, daß Sie an den Ihnen zur Last ge⸗
egten Handlungen unschuldig sind F .
Angeklagter (rasch und entschieden):! VJa
Der Vertheidiger regt wiederholt an,es möge den Geschwor ·
nen gegenüber bestimmt vom Prasidenten aus gesprochen werden,
aß einzelne der zuletzt verlesenen Briefe beim Grafen Chorinsky
zefunden worden seien, worauf der Prasident einfach die Daten
er Briefe und den Umstand conftatirt, daße fif jn dem hon der
Nagd dem Gerichte übergebenen Palete enihalten waren.
(Fortsetzung folgi.J.
—Vermischtét

Bom 1. Juli an sind die großh. hessisch NM.o 5 fl.⸗

und J fl.Banknoten außer — ꝛ a/ s.

I Zweibrücdcken, 25. Jum Gesfern Abend nach
Uhr wurde die öffentliche Disciplinarverhandlung gegen den
Notar W. von Pirmasens, die 8volle Tage gebauert haite,
meim hiefigen Bezirksgerichte geschloffen. VDie Staattbehorde hat
injahrige Suspension benntragt. Das Urtheil wird am 10 Zuli
rfolgen.

F Dürheim, 20. Juni. Gestern ist in Freins heim
in Brautpaar proclamirt worden welches zusammen das ganz
espectable Alter von 147 Jahren hat, dver Brautigam
t 74 und die Braut 73 Jahre alt, und“ hat Esterer bereies
lrenkel*

f Würzburg, 27. Juni In— verflossener Nacht wurde
in sogenannter Nachtwandler auf dem Dache eines Hauses in der
güttnersgasse bemerkt, von den herbeigeeisten Personen vom Dach⸗
erabgeholt und gerettet. — Bei den Kanalbauten auf hiefigem
Rarkte wurden derschiedene merkwürdige Thierknochen und Ge—
iße aufgefunden.

Der Stan tsanwalt, der im Cborinskyschen Prozesse fun⸗
zirt, Wülfert, ist derselbe, welcher als Student der Lola Montez
nuf offener Straße seinerzeit eine Ohrfeige gab und damals ver—
viesen /wurde. —A —

F Die Gemahlin Bismards hat durch einen Sturz vom
Stuhle eine Rippe gebrochen.

Posen, 23. Juni. Vor dem hiesigen Schwurgerichte be⸗
jann gestern die Verhandlung gegen den Buchbindermeister Fer⸗
inand Wittmann, welcher, wie schon früher mitgetheilt, an⸗
‚eklagt ist, vier Frauen, mit denen er im Laufe der Jaͤhre 1869
is 1866 verheirathet war, ferner ein leiblichss Kind aus der
ersten Ehe, und ein Stiefkind, welches seine vierte Ehefrau in die
khe gebracht, durch Beibringung von Arsenik vorsätzlich und mit
leberlegung getödtet zu haben. Wittman ist am 11. Sept. 1836
n Coblenz geboren und in Deutsch-Krone erzogen worden. Er
tablirte sich im November 1859 qls Buchbinder in Wollin und
jeirathete am 16. November 1860 die Haushälterin seines früheren
Arbeitgebers, Emilie Maria Gehm. In dieser ersten Ehe find
»em Angeklagten zwei Söhne geboren worden: Hugo August
deinrich Johannes, geboren den 4. Nob. 1860, Lomns Fmil Paul
b. den 1. Sept. 1862. Bald nach der Geburt des zweiten
dindes, und zwar am 17. Sept. 1862, verstarb die erste Ehefrau

des Angeklagten und hinterließ ihn und ihre beiden Kinder zu
hren alleinigen Erben. Am J. Februar 1868 erkrankie das äl⸗
este der beiden Kinder, Hugo, und verstarb bereits am 2. Febr.
1868, indem es den Angeklagten als alleinigen Erben hinterließ.
Am 15. Juni 1863 verheirathete Wittmann sich zum zweiten
Male mit der unverehelichten Auguste Charlotte Hoͤhn, Tochter
es Tischlermeisters Höhn in Deutsch⸗Krone. Diese erkrankte be—
reits wenige Monate nach der Verheirathung und starb am 22.
dez. 1863, eine Woche nach Errichtung eines Testaments, durch
pelches fie ihren Ehemann zum alleinigen Erben ihres für seine
Zerhältnisse nicht unbedeutende Vermoͤgens ernann hatte. Am
. Abril 1864 verheirathete er sich zum dritten Male mit der un⸗
        <pb n="314" />
        erehelichten Auguste Kornotlh, Tochter des Tuchmachers Kornotzky aus
Jasirow, welche ihm ein bedeutend großerts Vermoͤgen in die Ehe
zrachte. Diese wurde jm Sommer 1865 von einem todtgeborenen Kinde
rnibunden und starb am 12. August 1868, indem —R
ER den Eörben hinterließ. Schon am 17.
Ociober 1866 verheirathete fich Wittmann zum vierten Male und
war dies mit der verwittweten Schiffscapitän Böse, Emma Ka—
iharina Elisabeth, geb. Schmidt, welche ihm aus erster Ehe ein
20 Monate alteßz Kind, Georgine Auguste Alwine Böse, zubracht
und mit diesem ein die Verhältnisse der früheren Ehefrauen über
sleigendes Vermogen hatte. Schon wenige Tage nach der Ver
heixathung erkrantte dies Kind und starb am 23. October 1865
dem es allein don der Mutter beerbte wurde. Nunmehr galb
Wittmann der schon vorher ausgesprochenen Absicht gemaß seiner
Wohnsitz zu Wollin auf und zog nach Posen. Am 13. Jul'
1866 wurde Frau Wittmann in Posen von einer Tochter entbun⸗
den, erkrankte dann plötzlich am 17 Sept. und starb am 18. Sept
1866, nachdem sie durch ein wenige Monate zuvor errichtetes Te
ament ihren Ehemann zum alleinigen Erben eingesetzt hatte. In⸗
wischen war der Bürgermeister Falk zu Wollin verstorben, welche
dei der großen Zahl und der Auffälligkeit von rapiden Todesfäl⸗
len in der Wittmann'schen Familie durch verschiedene Personen
dringend zur Einleitung einer Untiersuchung aufgefordert worden

war, in dieser Beziehung aber nichts gethan hatte. Anfang Aug
366 iral der neue Bürgermeister Fischer in Wollin sein Amt an
ind machte schon in demselben Monate der Polzeidirection zu Po⸗
sen von dem gegen Wittmann herrschenden Verdachte Mittheilung
Die hierauf angestellten Ermittelungen haben den Verdach alß
vollkommen begruündet bestätigt. Bei der Ausgrabung der Leichen
vunden diese uͤnangegriffen von Würmern in einem Zustande mu
nienartiger Vertrocknung vorgefunden, überall wurden in den
aoch erhaltenen Eingeweiden der Leichen durch die sorgfältig an—
geflellten chemischen Analysen die Existenz von Arsenik mit Evi.
Jenz festgestellt und in allen sechs Fällen haben die Gerichtzärzie
hrGutaͤchten dahin abgegeben, daß die Verstorbenen durch Ein⸗
lößen von Arsenik ihren Tod gefunden haben; der Ehemann
wind der That beschuldigt. Sein Aeußeres macht keinen beson
deren Eindruck. Er ist von kleiner schmächtiger Figur und bleicher
gelblicher Gesichtsfarbe. Am unangenehmsten fällt der Ausdrud
eines Auges auf durch das Gefühllose und Boshafte, was in
emselben liegt.
posen, 27. Juni. In der heute beendigten Verhandlun⸗
jegen den wegen sechsfachen Giftmordes angeklagten Wittmant
ntele das Verdict der Geschworenen auf „Schuldig“. Der Ge—
richtshof verurtheilt den Angeklagten zum Tode durch Enbp——
hauptung.
— ———
Bekanntmachungen.

Zausversteigerung.

Samstag den 11. Juli 1868, da—
hier bei Seifensieder Schmitt, nach
der Feichtner'schen Versteigerung läßt
Jakob Preßmann, Bergmann
dahier sein neuerbautes Wohnhaus mit
—XV
der vorderen Hobelsahnung neben Bar—
hara Reiter und Jakob Leichner in
Eigenthum versteigern.

Horn. kqal. Notar.

7 Ein guter Fuhrknecht, de
mit 2 Pferden umzugehen hat und mi
dem Ackerbau besonders vertraut ist
tann gegen guten Lohn sofort eint
Stelle angewiesen erhalten durch di
Frpedition ds. Bl.

* 1
Gülerversleigerung
auf der Schnappbach.
Ireitag den 10. Juli 1868,

RNachmittags Sæ Ubhr
uu St. Ingberter Grube jn der Wirths⸗
hbehausung von Thomas Koch, lassen
kheleute Wendel Schwarz, Mesger,
und ghristiua Berger von da, fol⸗
gende Liegenschaften St. Ingberter
Vannes auf langiährige Zahltermine
in Eigenthum versteigern:

Plan⸗Nro 1689. 69 Decimalen Acker
auf den 6 Eichen, 8te Ahnung,
neben Friedrich Günther und

Wilhelm Reppeert...

Plan⸗Nro. 4889. 48891.. 40 Dec.

Acker im Schierer Feld, neben

Wald und Johann Siegwart.
Plan⸗Nro. 1323. 1324. 1325.

1 Tagwerk 23 Dec. Acker in

der Mäusbach neben Martin Zott.
Plan⸗Nro. 1346. 53 Dec. Acker

allda, neben Heinrich Spaniol
und Johann Best. —*

Plan⸗Nro. 12923 1293. 47 Dec.

sammt Plan⸗Nro. 1286 25 Dec.

Wiese und Kleestück daselbst ne—

ben Wald und Anstößern.
Plan⸗Nro. 1726. 80 Dec. Wiese in
der Donau neben Heinrich Haud
und Franz Jakob Wagner.
Plan⸗Nro. 1738. 24 Dec. Wiese in
der Rischbach neben Jakob Am—
mann und Gebrüder Krämer.
Plan⸗Nro. 4937. 44 Dec,. Wiese in
der Ruhbach oder am Bremmen⸗
brunnen, neben Wilhelm Reppert
und Johann Siegwart.
Plan⸗Nro. 4932. 72 Dec. Wiese in
der Ruhbach neben Ludwig Koch
und Glashütte Vopelius.

Gute Mainzer Hand
kässchen und Limburge—
Käse zu haben bei
WVhilipp Klinck.
( Awei Glaser⸗ und mehrere Tiscd
* lergesellen können gegen guter
DVLohn dauernde Beschäftigung er
halten bei
N. Jontaine in Sulzbaa
Frucht⸗ Srod⸗ Fleisch⸗ ꝛ⁊c. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 2. Juli
Weizen 7 fl. 49 kr., Korn 4 fl. 56 6
Gerste Zreihige, — fl. — kr., Gerste dier
reihige, — fl. — kr. Spelz 5 fl. 25h
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — —
— kr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafe
5fl. 7 kr., Erbsen — fl. — kr., Wick
— fl. — kr., Kartoffeln — fl. 56 kr., He
ifi. 20 kr., Stroh Ufl., 12 kr. pe
Zentner. Weisbrod 192 Kilogr. 18 6h
dornbrod 8 Kgr., 24 fr., ditto 2 Kgr
16 kr., ditto 1 Kgr. 8 kr., Gemischtbror
3 Kgr., 30 kr., 1 Paar Weck, 7 Lol
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr.,
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammeh—
Jeisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., be
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter
Butter 33 kr., per Pfund.
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 30. Juni
Weizen 6 fl. 53 kr., Korn 74 fl. 56
Spelzkern — fl. — kr., Spelz 4
55 kr., Gerste 4 fl. 8 ir,, Hafer 4
50 kr., Erbsen — il. — kr., Wicken —
— kr., Linsen — fl. — kr. per Zentne
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28*
3 Pfd. Gemischtbrod 1213 kr. und 2 Vr
Weißbrod 14 kr.

Waldkest

— —

Zzu Siesen.
zonntag den 5. Juli Vachmit-
jags findet auf dem Butterberg dicht
neben der Hauptstraße im Waldistrict
Großelaneb
ein Waldfest statt,
ausgeführt durch die Heinitz Capelle.
Entre 212 Sgr.
Alexander Wittig,
Capellmeister.
Die Restauration hat der Gastwirth
Friedrich Hoppstädter zu Spiesen über—
sommen und wird für gute Speisen
ind Getränke auf's beste gesorgt sein.

Sonntag den 5. Juli
des Gesangvereins
von Risc hnis heimm.
Jakob Quirin auf'm Rentrisch
Ein Logis aus 2 Zimmer und
ffüche bestehend ist zu vermiethen und
sofort beziehsar bei
Vaul Weiser, Schuhmacher
in der Gasse.

ei

Horn, kgl. Notar.

Redaction, Druck und Verlag von

F. x. Demeg in St.

Inuer
        <pb n="315" />
        Slt. Ingberler AAnzeiger.

der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donners tag
ind Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Fubengt Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift odetr deren Raum berechnet.

2 — d — — — — sDge — — — *
Nro.75353. 168.

Deutschland.

München, 30. Juni. Der „Augsb. Abdztg.“ wird von
einem ihrer Correspondenten geschrieben, daß man hier von der
emnächst stattfindenden Verlobung des Königs mit der Prinzessin
Maria Alexandrowna von Rußland spreche. An der ganzen Nach⸗
richt ist lein wahres Wort. Wahr ist, daß die russische Kaiserin,
zegleitet von den Ihrigen zum Curgebrauch in Kissingen eintref⸗
sen wird, und möglich, ja wahrscheinlich ist es, daß der König
der kaiserlichen Familie während des Aufenthalts in Kissingen ei⸗
nen Besuch machen wird. Wenn jedoch an diesen Act der Cour⸗
toisie weitere Folgerungen gelnüpft werden, so gehören sie in den
Bereich der willlürlichen Combinationen.

München 1. Juli. Der König kommt morgen von
Schloß Berg herunter, um einige Tage hier zu verweilen.

Die besonderen Ausschüsse beider Kammern für die Militär⸗
lrtafgesetze find auf den 18. Juli einberufen.

München, 2. Juli. Der Hr. Justizminister v. Luß hat
sum Behuf einer Geschäftsrespicirung und der Besichtigung eini⸗
zer zu Justizzwecken bestimmten Bauten eine vierzehntaͤgige Ge⸗
chäftsreise in die Pfalz angetreten.

Waährend der Dauer der Abwesenheit des Justizministers in
der Pfalz versieht Staatsrath d. Fischer die Geschäftsleitung im
Justizministerium.

Darmstadt, 1. Juli. Die erste Kammer adopiirte die
Beschlüsse der Abgeordnetenkammer, die Erhöhung der Officiers⸗
zagen nach preußischer Norm für 1868 abzulehnen und gegen
zie Einführung preußischer Gesetze ohne ständische Vorlage Ver⸗
wahrung einzulegen.

Stuttgart 2. Juli. Der amerikanische Gesandte, Mr.
Bancroft, ist hier angekommen, um die Verhandlungen über den
Staatsangehsrigkeitsvertrag zu führen. Derselbe wohnt in Cann⸗
sttadt. — Am 1. Februar 1869 werden die neue Gerichtsverfas⸗
jung und die neue Civilstrafproceßordnung in Wirksamkeit treten.

Berlin, 1. Juli. Wie die „Prob.Corr.“ meldet, wird
der König nächste Woche nach Ems abreisen. Der Tag der Ab⸗
reise ist aber noch unbestimmt. Die Königin geht nach Coblenz,
das kronprinzliche Paar nach Reinhardsbrunn. — Der nordeutsche
Bundesrath wird im Laufe dieser Woche, der Zollbundesrath nächste
Woche geschlossen werden.

Das Kieler Kreisgericht verurtheilte am 27. d. einen jungen
Mann zu 2 Monaten Gefängniß, weil er einen nicht im Dienst
befindlichen, mit unbewaffneten Civilisten im Streit gerathenen
Unterofficier verhindert hatte, von seiner Waffe Gebrauch zu ma⸗
hen. Der Vorsitzende Cartheuser, der in seiner früheren Stellung
als Bürgermeister in Tönning durch mancherlei Differenzen mü
der Bürgschaft bekannt geworden ist, meinte dabei, der obener⸗
wähnte Unterofficier habe wohl das Recht gehabt, seinen Säbel
zu ziehen und jedem der ihn Bedrängenden „denselben durch den
deib zu jagen.“

Wiüen, 80. Juni. Der Statthalter von Niederösterreich,
Graf Chorinsky, hat Urlaub auf unbestimmte Zeit erbeten und
chalten; es heißt, er werde nach Laibach versetzt werden.

Wien, 1. Juli. Die „Debatte“ meldet, daß die Differenz
wischen Oesterreich und Rumänien in Betreff der Judenangelegen⸗
heit definitiv beseitigt sei. Die Bukarester Regierung entsprach
den Ansprüchen Oesterreichs in positiver Form, und es bleiben
nur noch die Entschädigungsansprüche auf administrativem Wege
zu schlichten, wofür das rumänische Cabinet seine Intervention
bereitwilligst zusagte. — Admiral Tegethoff geht nach Triest
und Pola, um die ostasiatische Exrpedition zu
inspiciren.

Wien 2. Juli. Der Wiener Gemeinderath hat fast ein
timmig folgende Dringlichkeitsanträge angenommen: Der Ge—
neinderath protestirt feierlichst gegen die verletzenden Aeußerungen
der Allocution; die Regierung besitze das vollste Vertrauen des
Bemeinderathes und die päpstliche Allocution sei eine unberechtigte
kinmischung in die Gesetzgehung des Staates; der Gemeinderath

erwarte zuversichtlich, die Regierung werde diesem Uebergriffe mit
aller unerläßlich nöthigen Energie begegnen.

Prag, 30. Juni. Der Projeß gegen die Theilnehmer
in den tumultuarischen Demonstrationen gegen den Justiz⸗
ninister Herbst hat heute begonnen. Erschienen sind dreiundzwan⸗
ig Angeklagte.

Frankreich.

Paris, 80. Juni. Heute widerlegen sämmtliche halbamt⸗
iche Abendblätter die seit dem Besuch des Kaisers in Chalons
irculirenden kriegerischen Gerüchte und zwar auf speciellen Befehl
des Kaisers, was jedoch die „France“ nicht verhindert, neuer⸗
dings gegen die Rede des Generals Mollike zu polemisiren. An⸗
)ererseits geht das freilich sehr unwahrscheinliche Gerücht von der
in irgend einer deutschen Stadt bevorstehenden Zusammenkunft
»er Kaiser von Rußland und Frankreich mit dem König von
Preußen. —

Paris 1. Juli. Im Gesetzgebenden Körber sprachen ge⸗
lern Hr. Garnier⸗Pages zwei volle Stunden lang und nach ihm
ioch zwei andere Herren gegen die heillose Finanzwirthschaft des
daiserreiches, ohne jedoch neue Gesichtspunkte zu entwideln. Die
Inverantwortlichkeit der Minister und der Militarismus bildeten
die Hauptzielpunkte der Rede des Hrn. Garnier, die mit den Wor⸗
en schloß: „Nehmen Sie Sich wohl in Acht. Wenn die Für—
ten den Voͤlkern keinen Frieden und keine Ruhe geben wollen,
o werden die Völker endlich sagen: Die Fürften inögen abdan⸗
en und uns in Frieden lassen; wir werden uns selber regieren!“
atürlich riefen diese Worte große Bewegung und auf der Linken
Zeifall hervor.

Paris, 2. Juli. Im Gesetzgebenden Koörper fuhr gestern
Lhiers in seiner Rede mit der Krilik der Finanzverwaliung fort.
er sagte: Die schlechten Finanzen sind die Folge einer falschen
Zolitik. Die einzige Aussicht auf Wiederherstellung des europü⸗
chen Gleichgewichtes liegt darin, daß in Veutschland die förde—
alistische“ Ansicht wieder Boden gewinne; und dies geschieht, seit
nan jenseits des Rheines anfängt, sich zu überzeugen, daß Frank⸗
reich nicht gesonnen ist, sich einzumischen. Wenn Deutschland
»essen völlig sicher sein wird, so wird es auf die in seiner Ratur
iegende Tendenz zurückkommen, welche es einer Förderation, nicht
iber einer einheitlichen Militärmonarchie zutreibt. Mit —XR
»rohungen würde man nur diese Arbeit der Geister stören und die
Wiederherstellung der deutschen Foͤrderation verhindern, also einen
ingeheueren Fehler begehen. Thiers will das Geld für die Rüst⸗
ingen bewilligen, weil diese das Ansehen Frankreichs stärken, und
ügt bei; „Zwei Dinge soll man wissen: erstens, daß wir die
örderalistische Bewegung in Deutschland nicht stören wollen; und
weitens, daß wir stark genug sind, um jede weitere Usurpation
n Frankreich zu verhindern.

Marseille, 80. Juni. General Rapier, mit feinem
Ztabe aus Abyssinien kommend, ist heute mit dem Erbreßzug nach
Paris und London abgereist.

England.

London, 1. Juli. Die Ermäßigung des Tarifs der atlan⸗
ischen Kabeldepeschen ist von der betresfsenden Gesellschaft beschlos⸗
en worden. — Die Staatseinnahmen haben im letzten Quartal
inen Zuwachs von 512,088 Pfd. St. erhalten; der Ausfuhr⸗
verth des Monats Juni hat sich gegen den vorhergehenden Mo—
at um 8 pCt. verringert.

London, 2. Juli. General Napier ist heute hier ein⸗
jetroffen. — Aus Irland wird gemeldet, daß in Lißburn in Folge
von orangistischen Kundgbeungen ein Aufruhr ausgebrochen sei.

Belgien.

Brüssel, 2. Juli. Aus Anlaß der letzten Erplosion einer
Pulverfabrik hat die Regierung den Gebrauch von Rifrond y·
erin untersagt. (Siehe Vermischtes: „Brüssel.“)

Italien.
Rom, 80. Juni. Durch Vermittelung des sranzösischen
        <pb n="316" />
        Gesandten hat die italienische Regierung an den päpstlichen Schatz
8 Millionen Lire als Abschlagszahlung auf ihren Antheil an den
Zinsen der päpstlichen Schuld abgeliefsert. — Der Papst Pius
Jat gestern in St. Peter in Gegenwart seines Hofstaates, des
diplomatischen Corps und einer ungeheueren Menschenmenge eine
feierliche Messe gehalten.
Donaufürstenthümer.

Belgrad, 2. Juli. Soeben verkünden Kanonendonner
und Glockengeläute daß die Skuptschina Milan Obrenovic IV. als
Fürsten von Serbien proclamirte. Die Stadt prangt im Fest—
ichmuck. Der junge Fürst fuhr von der Volkscavalerie begleitet nach
Topschider, wo er von der Skuptschina stürmisch begrüßt wurde.
Sämmtliche Consuln der auswärtigen Mächte waren anwesend.
Der Fürst sprach zur Skuptschina: „Obwohl noch jung, werde ich
bei Anstrengung aller Kräfte lernen mein Volk glücklich zu machen.“
Darauf hielt der Fürst in Oberstuniform unter endlosem Jubel
eine Revue über die Truppen ab. Die Abgeordneten von Bel—⸗
zrad schlugen eine Regentschaft vor, bestehend aus dem Kriegsmi—
nister Blatznavac, dem ehemaligen Minister des Aeußern Ristic
and dem Senator Gavriacovic, welche von der Skuptschina ein⸗
stimmig bestätigt wurden. Auch die bisherige Civilliste wurde
für Milan bestätigt. Morgen wird die Skuptschina ein neues
Ministerium wählen.
Proceß Ehorinsky.
vg 4 — Je 148
Gortsetzungh.
8 München, 23. Juni.
Die Zeugenaussagen bieten bis jetzt im Ganzen genommen
wenig Neues. Das Streben der Vertheidigung, den Angeklag-
len als unzurechnungsfähig darzustellen (weßhalb auch sechs Psy
chiatriker als Sachverständige geladen sind), fand in gewisser Hin⸗
sicht eine Stütze an der Aussage des Adalbert Mikulitsch, der
früher im Chorinsky'schen Hause Erzieher gewesen und mit der
derlebten Gräfin Mathilde in sehr vertrauten Beziehungen gestan⸗
den hat. Er ist der Vater ihres noch lebenden Kindes. Dieser gab u. A.
an: Nachstellungen von Seiten ihres Mannes habe die Gräfin immer
gefürchtet; ob gerade Nachstellungen nach ihrem Leben, kann Zeuge
nicht ang ben. Auf das Bestimmteste behauptet aber Zeuge, daß dieGrä⸗
fin erählte, ihr Mann habe ihr mehrmals vorgeschlagen, von Prostitu—
ion zu leben. Im Hause Ihrer Schwiegereltern sei die Gräfin geachtet
gewesen, doch habe sie das Haus verlassen, weil sie jede Hoffnung
auf eine Aussöhnung mit ihrem Manne aufgegeben hatte. Die
Bräfin habe auch erzählt, daß ihr Mann manchmal sehr gut,
dann wieder ein höchst leidenschaftlicher Mensch sei, und daß es
ihr vorkomme, als ob es bei ihm manchmal „rapple“. Später
sagte sie, sie spreche den Ausdruck „rappele“ einem Arzte nach, der
behaupie, der Graf Chorinsky sei ihm ein Räthsel; er könne
nicht begreifen, wie man eine Frau. die gar nichts verschuldei
hat, verstoßen und einen so enormen Haß gegen sie hegen könne.
Auf die Frage des Vertheidigers, ob die Gräfin wirklich einen so
üblen Geruch an sich trug, bemerkte Zeuge: „Es empört mich,
das zu hören. Das ist eine freche Lüge.“ Auch Frau Hartmann
bestätigt, daß die Gräfin keinen üblen Geruch hatte. — Daß die
Gräfin Ebergenyi auf die Heirath nicht so erpicht war, als Gras
Chorinsky, wird durch die Aussage der Rittmeistersgattin Annav.
Hoye bestätigt, welcher die Ebergenyi klagte, daß Chorinsky gar
so heftig und jähzornig sei. Die Hoye rieth ihr deßhalb, ihn
nicht zu heirathen, denn nach der Heirath würde dieser Fehler in
noch viel stärlerem Maße hervortreten. Aber die Ebergenyi habe
ihr erwidert, sie müsse ihn heirathen, sie wäre sonst compromittirt,
da schon das ganze Comitat um das Heirathsproject wisse. —
Elise Hartmann, bei welcher die Gräfin hier wohnte, gibt an, sie
habe schon, als die Ebergenyi am 22. Abends sie zum Holen
einer Droschke aufforderte, kurz vorher aus einem anstoßenden
Zimmer der Gräfin einen Quikzer (Aechzen) vernommen gehabt
woraus sie schließt, daß die Gräfin damals schon todt war. —
Zeuge Student Struve, der in einem ebenfalls anstoßenden Him—
mer wonhte, hat am kritischen Abend im Zimmer der Gräfin
eine sehr heitere Unterhandlung gehört, aber kein Aechzen, Stöhnen
oder Fall; um sieben Uhr etwa hörte er die Thür heftig zu—
chlagen.

Die Sachverstündigen Professor Buchner und Professor Mar—
tin halten es für kaum wahrscheinlich, daß den nach Reichenhall
geschickten kandirten Früchten Cyankali beigemischt war, jedenfalls
enihalten die untersuchten Stücke kein Gift. Sollte Cyankali auf—
gestreut gewesen sein und sich durch die Verbindung mit Zucker
zersetzt haben, so müßte man das reine Kali noch finden; darauf
wurde die chemische Untersuchung nicht ausgedehnt, weil Kali kein
Gift ist. Für den Fall es gewünscht würde, wurde das Erbieten
zestellt, es nachträglich zu thun.

Dem Protest gegen die Vorlesung des gestern erwähnten
Schreibens eines bomischen Kupferbergwerkbesitzers an den Wiener
Antersuchungsrichter über die Möglichkeit einer Bergiftung durch
andirte Fruͤchte, gab der Gerichtshof Folge, indem er den bezüg—
lichen Antrag des Staatsanwalts aus dem Grunde ablehnte, weil
das Schreiben durchaus nicht als Gutachten im Sinn des Gesetzes
zu betrachten sei. Professor Martin und Professor Buchner sagen
übereinstimmend aus, daß die Gräfin Chorinsky durch Blausäure
ihren Tod gefunden hat.

Aus den Zeugenaussagen erwähnen wir vorerst noch die des
Jiesigen Polizeidirectors v. Burchtorff. Er bekundete außer an—
zerem, was schon bekannt ist, namentlich noch, daß, als er die
beiden Grafen Chorinsky, Vater und Sohn, bei einem Gang zur
„sterreichischen Gesandtschaft begleitete, ihm die Frage des jungen
HBrafen auffiel, ob er als Polizeidirector berechtigt sei, irgend Je⸗
manden durch die Gensdarmerie verhaften zu lassen. Bei der Ge—
andtschaft eingetroffen, trat nur der alte Graf ein, während der
unge zurückblieb. Zeuge d. Burchtorff ging mit diesem in der
dudwigsstraße auf und ab, und erfuhr bei dieser Gelegenheit von
hm, daß er von seiner Gemahlin längere Zeit schon getrennt
lebte, daß er sie haßte, daß sie die Zinsen der Caution bezog und
daß er bisher auf seine Gage beschränkt war. Zeuge bestellte die
heiden Grafen auf Abends 6 Uhr zu item, war aber wegen dienst⸗
licher Verrrichtungen erst um halb 7 Uhr in sein Bureau gekom⸗
men, wo der alte Graf auf ihn wartete; der junge Graf ging
vor dem Polizeigebaude auf und ab und' konnte nur durch drin⸗
zend wiederholte Aufforderungen bestimmt werden, ebenfalls in das
Burea des Herrn Burchtorff einzutreten. Die beiden Herren woll⸗
ren sich öfters entfernen; doch gelang es dem Zeugen, der bereits
dorher seine gemachten Erfahrungen dem Untersuchungsrichter mit
dem dringenden Antrag auf Verhaftung des jungen Grafen mit⸗
getheilt hatte, sie so lange aufzuhalten, bis der Verhaftsbefehl vom
Antersuchungsrichter eintraf. Feuge übergab denselben sofort, wo—⸗
rüber beide Grafen sehr bestürzt waren. Der alte Graf ging zum
Antersuchungsrichter, konnte aber eine Zürücknahme des Verhafts-
zefehls nicht erwirken.

Die 'im Laufe des Nachmittages vernommenen Zeugen hatten
ür die Vertheidigung ein besonderes Gewicht, weil sie sämmtlich
zekundeten, daß Graf Chorinsky sowohl früher, als auch im Ge—
ängniß, sich als ein äußerst erregbarer, leidenschaftlicher Mensch
jezeigt habe, der voll von Sonderbarkeiten sei, dabei übrigens gut⸗
nüthig uud nach einem Zornausbruch leicht zu besänftigen. Daß
er aber an eigentlicher geistiger Störunz leide, wußten sie nicht zu
»ekunden; nur Einer, der vielgenannte Rampacher, den er hierher
chickte, um sich nach der Gräfin Mathilde zu erkundigen, sagte
jeradezu, der Graf sei ein völliger Narr. Das brachte den Au—
jeklagten in furchtdare Aufregung; er rief, das sei eine Beleidig—
ing, die er sich verbitte; er sei nicht närrisch. Und so sehr hatte
hu der Ausdruck erregt, daß er im Verlauf der nachfolgenden Ver⸗
nehmung, wo sich nur immer Gelegenheit bot, stets wieder darauf
urrückkam und gegen die Beschuldigung der Narrheit prostestirte.
lebrigens war dem Staatsanwalt die Angabe Rampachers, die
ich in seiner Vernehmung im Wiener Prozeß nicht fand, auffällig,
auf die desfallsige Frage erklärte er, er habe dort nur bezüglich
der Ebergenyi Zeugniß zu geben gehabt, also nichts, was auf des
Hrafen geistigen Zustand Bezug hatte, berührt. Es fiel auch
auf, daß Rampacher sich über seine Aussage schriftliche Aufzeich-
ung gemacht hatte, die er bei seiner Vernehmung benutzte; auf
Borhalt erklärte er, daß Frteunde ihn um Aufzeichnung dessen,
vas er von der Sache wisse, gebeten hätten; hier habe er sie nur
zenutzt, um nichts zu vergessen.

Die vom Professor Buchner weiter vernommene Untersuchung
der kandirten Früchte führte dazu, daß er angab, mit fast apo—
ziktischer Gewißheit behaupten zu können, es sei kein Cyankali da⸗
mit in Berühruug gekommen. s
Der Photopraph Angerer, von welchem die Ebergenyi sich
Tyankalium unter dem Vorwande, ihrem Bruder ein Geschenk da—
nit zu machen, verschaffte, reproducirte seine schon bekannte De—
position.

Die Zeugin Maria Hotovy, Wirthschaftspüchtlers-Wittwe von
Wessely, gibt außer den bereits bekannten Aussagen (daß ihr Ver—
jältniß zum Grafen in den letzten Monaten aus einem Liebes—
derhälniß ein freundschaftliches geworden sei, wofür sie den Grund
— die Leidenschaft des Grafen für die Ebergenjgi — erst aus
der Zeitung erfahren habe), auf die Frage des Präsidenten, wie
deun die Gemüthsart des Grafen gewesen sei, an, derselbe sei
ehr leidenschaftlich und erregbar gewesen, und sie habe oft geistige
A

Der Präsident macht Zeugin darauf aufmerksam, daß diese Aus—
sage der von ihr in Wien gemachten widerspreche, wo sie ange⸗
geben habe, Chorinsky habe ein erregbares Gemütqh und hitzizes
Temperament, und damals habe ihn der Wunsch, Hauptminn zu
verden, am meisten beunruhigt. von einer geistigen Störung habe
        <pb n="317" />
        sie nicht die geringste Wahrnehmung gemacht; warum deponire sie
jetzt anders 7 z e ee
Hotovy: Sie erinnere sich erst jetzt wieder besser an Man—
hes, als bei der Wiener Verhandlung.
Präsident (fragt ernst!: Haben Sie sich seither mit Nie⸗
nanden über Ihre Aussage besprochen, ist Ihnen nichts dofür
gegeben oder versprochen wordheeeeeennnn
Hotovy: Bei Gott nicht —V ——
Präsident: Ist Ihre heutige Angabe richtigg
Hotoyyp: JJ. 6 V
Präsident: Geben Sie uns solche Scenen an, von welchen
oben sprachen.
Hotovy erklärte: Wenn Chorinsky recht erregt worden sei,
zabe er sich mit den Nägeln an der Brust gekratzt und mit einem
Messer sich verwundet, wovon noch die Narben zu sehen seien.
Die Aerzte, welche den Angeklagten untersucht haben, erklären
dies als richtig. Wenn sie ein earrirtes oder geblümtes Kleid,
angehabt habe, so habe er, auch ohne in Aufregung sich zu befin⸗
zen, angefangen, den Anfang und Abschluß des Musters zu suchen, und
die Zahl dieser Muster auf dem Kleide zu berechnen, ebenso habe er
es mit dem Muster der Tapeten gemacht, wenn sie ein solches
dleid gehabt habe, so habe er gesagt: „Gehe weg mit dem Kleid,
»as macht mich confus.“ Er habe oft in solchen Erregungen mit
den Händen vagirt, oft eine Viertelstunde lang immer dieselben
Worte wiederholt, die Augen verdreht; einmal habe er sich mit
einer⸗Scheere gestochen, sei niedergestürzt, und dann länger besin
ungslos dagelegen. Solche Vorfälle seien auch schon in der er⸗
tden Zeit ihres Liebesverhältnisses vorgekommen. Auch habe er
ie seltsame Gewohnheit, seiner Geliebten, statt der Haare Nägel
u schenken. (Fortsetzung folgt.. ,

Sie

rmiui

p Nach einer Bekanntmachung des Verbandsdirectors in
Frankenthal, findet der nächste Verbandstag des Pfatnschen Ger
aossenschaftsverbandes“ am 6. und 7. Juli in Kaiserslautern im
olgender Weise statt: Montag, den 6. Juli, Abends 8 Uhr,
im Saale der Bierbrauerei von Wächter die Vorversammlung zum
Zweck der Wahl des Buregus und Festsetzung der Tagesordnung.
Ddienstag, den 7. Juli, Vormittags 8 Uhr, im Saale der Gesell⸗
chaft „Eintracht“ die Hauptversammlung. Herr Schulze⸗Delitzsch,
ʒer Anwalt des deutschen Genossenschaftsverbandes, hat sein Er⸗
cheinen und seine Mitwirkung bei deiden Versammlungen
ugesagt cc *

f Der Dichter Freiligrath, der vorgestern in Mannheim war,
vird nach seiner Rückkehr aus Schwaben vorerst nicht nach Gleis⸗
veiler, sondern nach Dürkheim gehen. —DV——

F Landau, 1. Juli. Durch Erlaß des k. Bezirksamts
wurde die Hundesperre bis zum 27. d. Mis ausgedehnt. Einige
m Kanton Edenkoben vorgekommenen Fälle von Hundswuth ha⸗—
jen diese Maßregel nothwendig gemacht.

4München, 29. Juni. Als interessante Schlußepisode
des Processes Chorinsky kann ich Ihnen mittheilen, daß der Ver—⸗
cheidiger des Angeklagten, Herr Dr. v. Schauß, heute von dem⸗
elben einen Brief erhielt, worin er für die unendliche Mühe und
SZorgfalt seiner Vertheidigung Dank abstattet. Der Graf
chreibt, er bedauere jezt mehr als je, daß er nicht mit Glücks⸗
zütern gesegnet sei, es bleibe ihm sonach nur noch ein Mittel,
eine Dankgefühle zu bezeugen, und zwar dadurch, daß er
dem Vertheidiger hiemit die Brüderschaft, — „Schmollis“ —
unbiete! (A. A.) —

F Ich will nur sehen, — meinte neulich ein Münchener
Bürger gelegentlich einer Besprechung des Chorinsky'schen Falls, —
wann zur thatsächlichen Herstellung der „Gleichheit vor dem Ge—
etze“ damit begonnen wird, daß „alle“ schlechten Kerle aus dem
bürgerstande zur Strafe in den Adelsstand gestoßen
werden. —

fWorms, 29. Juni. Die Eisenbahnen beförderten nach
iner geringen Schätzung am Hauptfestag (Donnerstag) circa
32,000 Personen hierher und zwar von Ludwigshafen 12-15,000,
»on Mainz 10-12,000, von Alzei 5000 Personen, welche durch
39 Extrazüge hin- und zurückbefördert wurden. —8

F Bei dem Brande in Auerbach sind — nach dem Amb.
ägbl. — 107 Haupt und 111 Nebengebäude abgebrannt; mehr
ils ein Drittel der Stadt liegt'in Asche, 600 Personen sind ob⸗
zachlos; Rathhaus, Landgericht, Pfarrhof und Kirche — obwohl
zfters von den Flammen ergriffen — wurden gerettet; der schöne
Airchthum ist abgebrannt, das herrliche Geläute zerschmolzen. Ein
Zürger wurde von einem einfallenden Giebel erschlagenzdrei
Feuerwehrmänner wurden, während sie den Kirchthurm zu retten
uchten, von dem fallenden geschmolzenen-Glockenmetall so ver—
ranni, daß zwei derselben ihren Wunden bereits erlagen, der
Dritie (von Stein bei Pegnitz) in größter Gefahr schwebt. Die
rẽtstehunasursache ist unbekannt.

7 Von Frankfurt wird zum Wiener Schützenfest als
Preis ein silberner Aufsat gesandt, in dessen: Krystallschale 200
jstr. Dukaten liegen. dn e e rr
In Essen, Borbec und Kidn find Cholerafälle
rorgekommen. 5.
57 Wien. Der „Trib!“ wird als verbürgt die kaum glaub⸗
iche Nachricht gemeldet, daß Julie Ebergenyi zur Ober⸗Aufseherin
n der Corrections-Anstalt Reudorf ernannt ist, wahrscheinlich bon
»em dortigen Director. Eine Giftmörderin als Aufseherin über
Inhaftirte! n
7 Nach Beschluß des Comites wird das Schützenfest in Wien
im Sonntag den 26. Juli seinen Ansang nehmen und bis Dien⸗
tag den 4. August währen.“ Am feierlichen Einzuge werden ge⸗
jen 20,000 Schützen und eine Reihe von Corporationen theil—
rehmen. Den Zug eröffnet eine eigens armirte, aus lau⸗
wer Freiwilligen zusammengesetzte Ehrenwache; ihr folgen 800
Urmbrusft⸗Schützen in altdeutscher Tracht, zu beiden Seiten bil⸗
den Wiener Tuͤrner die Escorte; über 20 Musikcapellen bezeichnen
ꝛie verschiedenen Abtheilungen. Am Siephansplatze wird der in
einem Hofzelt harrende Bürgermeister den Schützen das deutsche
Banner feierlichst übergeben und der Sängerbund Niederösterreichs
ine Festcantate absingen. Am Praterstein wird auf 27 Fuß
ohem Postament ein 18 Fuß hohes Standbild der „Germania“
aufgestellt und Arndt's bekanntes Lied gesungen werden. Auf dem
Svchießplatze angelangt, empfängt der Präsident des Centralcom⸗
nites das Schützenbanner und pflanzt es in der Festhalle auf.
—D
onen auf dem' Plateau, 3000 auf der Galerie Platz zum Spei⸗
en finden.“ Das Deeher'sche Etablissement errichtet eine eigene
diederlage, in der besonders hochgradiges Bier zum Ausschank
ommi. Nicht weniger als 160 Schießstände harren der Schützen;
außerdem werden ein riesiger Bazar, eine Schwimmschule und
Tanzplätze, sowie eine unübersehbare, Reihe von Etablissements
durch die Privatindustrie erbaut.· Das Schießen dauert jeden Tag
von 8 Uhr Mortgens bis 6 Uhr Abends; das Schußgeld wird
soch gegriffen sein. Feuerwerket wie. Festbankett und ein Festball⸗
u welchem die Majestäten erwartet werden, sollen die Stimmung
er Gäste erhöhen. Die Kosten des ganzen Festes werden auf
3080, 000 fl. veranschlagt..
f Ju Siraßburg findet seit deni 27. Juni ein internationa⸗
es Schühzenfest statt, an welchem sehr viele Deutsche theilnehmen?
der Maire von Straßburg empfing die Deutschen mit einer herz⸗
ichen Ansprache, und eine badische Militärmusik spielt während
jes Festes, dem die französischen Behörden nicht sehr grün zu
ein scheinen. Wenigstens hai der commandirende General“ die
Mitwirkung einer französischen Militärmusik unbedingt abgeschlagen.
Brüssel. Eine der schrecklichsten Explosionen, welche je
tattgefunden, wurde am vorigen Mittwoch in den Steinbrüchen
u Quenast durch Nitro⸗-Gycerin verursacht. Dasselbe kam in der
Quantität von 4000 Pfund aus ver Hamburger Fabrik, geleitet
don einem Vertreter derselben und mit all der Vorsicht behandelt,
velche Gesetz und Erfahrung vorschreiben. Es befand sich in ble—
hernen Kisten, die mit der größten Sorgfalt abgeladen wurden.
rine derselben muß den Händen des Mannes, der sie vom Wa⸗
jen in Empfang nahm, um sie am Eingange des Magazins nie—⸗
zerzusetzen, entfallen sein und in sofern die furchtbare Explosion
rzeugt haben. Das Dorf Quenast ist verwüstet, alle Fenster⸗
cheiben sind zerbrochen und viele Dächer beschädigt. Einige Häu—
er sind selbst in ihren Grundlagen erschüttert? und in den innern
ind äußern Mauern vieler Häuser sind Sprünge. Die Erschüt⸗
erung wurde viele Stunden im Umkreise gefühlt. Was den
S„chauplatz des Unglücks selbst betrifft, so bietet derselbe einen
rostlosen Anblick dar. Die Bäume haben kein Vaub mehr, und
hre Zweige und Stämme sind zerbrochen oder zerrissen. Die
Zaaten in einer großen Ausdehnung sind vernichtet. Das große
ind feste Magazin ist buchst äblich pulverisirt und kein einziger
Ziegelstein ist mehr ganz. Von den verunglüchten Personen hat
nan nur sehr wenig Ueberbleibsel wieder aufgefunden, es waren
hrer zehn, eine Viertelstunde spaͤter, beim Beginn der Vesperzeit,
vürden es Fünfhundert gewesen sein. Ein Stückchen Schädel von
zem Agenten der Fabrik und ein Stückchen Fuß eines kleinen
Mädchens ist das einzig Erkennbare, alles übrige ist blutiger Brei,
den man in Körben gesammelt hat.
fKarlsruhe, 30. Juni. Ziehung der fl. 35.Loose.
Folgende Numnirn erhielten Haupttreffer zu 1000 fl.: 126,608.
66,3351. 317,651. 320, 166. 205,923. 126, 643. 6. 600.
320, 152. 320, 175. 397, 1323.

pWien, 1. Juli. (Serienziehung der 18854er Loose.)
In der heute staltgefunden Ziehung wurden folgende Serien ge⸗
ogen: Rr. 8, 63, 159, 566, 781, 792 814, 943, 1006,
259, 1636, 1775, 187 1 2166 2368. 2449. 2589. 2613.
809 3029 3793, 3822 —
        <pb n="318" />
        Bekanntmachungen.
Güterversteigerung
auf der Schnappbach.
Freitag den 10. Juli 1868,
Nachmittags 2 Uhr
u St. Ingberter Grube in der Wirths⸗
behausung von Thomas Koch, lassen
kheleute Wendel Schwarz, Meßzger,
und Christina Werger von da, fol⸗
gende Liegenschasten St. Ingberter
Bannes auf langjährige Zahltermine

in Eigenthum versteigern:

Plan⸗Nro 1689. 69 Decimalen Acker
auf den 6 Eichen, Zte Ahnung,
neben Friedrich Günther und
Wilhelm Reppert.

Plan⸗Nro. 4889. 4889,. 40 Dec.
Acker im Schierer Feld, neben
Wald und Johann Siegwart.

Plan⸗Nro. 13239,. 1324. 1325.
1 Tagwerk 23 Dec. Acker in
der Mäusbach neben Martin Zott.

Plan⸗Nro. 1346. 53 Dec. Acker
allda, neben Heinrich Spaniol
und Johann Best. —

Plan⸗Nro. 12923 1293. 47 Dee.
sammt Plan-Nro. 1286 26 Dec.
Wiese und Kleestück daselbst ne⸗

ben Wald und Anstößern.

Blan⸗Rro. 1726. 80 Dec. Wiese in
der Donau neben Heinrich Hauck
und Franz Jakob Wagner.

Plan⸗Nro. 1738. 24 Dec. Wiese in
der Rischbach neben Jakob Am—
mann und Gebrüder Krämer.

Plan⸗Nro. 4937. 44 Dec,. Wiese in
der Ruhbach oder am Bremmen⸗
hrunnen, neben Wilhelm Reppert
und Johann Siegwart.

Plan⸗Nro. 4932. 72 Dec. Wiese in
der Ruhbach neben Ludwig Koch
und Glashütte Vopelius.

Horn, kgl. Notar.

Hausversteigerung.

Samstag den 11. Juli 1868 Nach—
—X
der Behausung des Seifensieders Hein⸗
rich Schmitt, lassen die Kinder und
Erben der daselbst verlebten Eheleute
Johann Feichtner des alten und Eli⸗
jabetha Schweitzer, das' nachbezeichnete
Wohnhaus der Abtheilung wegen öf—
fentlich in Eigenthum versteigern
nämlich:

9 Dec. Fläche worauf ein Wohnhaus
mit Stall, Scheuer Felsenkeller, Hofraum,
Pflanzgarten und allen sonstigen Zubehörun⸗
gen, Alles beisammen liegend zu St. Ing⸗
bert auf'm Hahnacker, neben Schieferdecker
Schmitt und Johann Schmelzer.

Sorn, tigl. Notar.

BGleich uach dieser Versteigerung läßt Jo⸗
hdann Feichtner von St. Ingbert jetzt in
Amerika seine sämmtlichen Liegenschaften hie—
iigen Bannes in Eigenthum versteigern als:
1, 35 Dec. Acker rechts der Kapelle, neben
Johann Joseph Schmelzer.

2. 37 Dec. Acker aus'm großen Flur J. Ah⸗
nung, neben Peter Fischer.
3. 20 Dec. Wiese in den Seyenwiesen, ne⸗
ben Johann Adam Feichtner und
Carl Feichtneer.
4. 88 Dec. Acker im Bezenthal, neben Jo⸗
hann Klahm.
5. 16 Dec. Wiese in den Potaschwiesen,
neben Johann Adam Beck.
6. 38 Dec. Acker in der Pfuhlwies, neben
Johann Joseph Hager und Anstößern.
7. 229/110 Dec. Acker am Forellenweiher,
neben Johann Joseph Schmelzer.
Horn, kgl. Notar.

— —

—
Hausversteigerung.
Samstag den 11. Juli 1868, da—
hier bei Seifensieder Schmitt, nach
der Feichtner'schen Versteigerung läßt
Fakob Preßmann, Bergmann
zahier sein neuerbautes Wohnhaus mit
Barten und Acerland dahinter auf
der vorderen Hobelsahnung neben Bar⸗
hara Reiter und Jakob Leichner in
Eigenthum versteigern.

Horn, kgl. Notar.

Polizeil. Bekanntmachung

Die Hundevisitation betr.
Mittwoch, den 8. Juli nächsthin,
des Nachmittags von 2 bis 6
Ahr im Stadthause dahier wird
die ordentlicher Visitation der Hunde
durch den Bezirksthierarzt vorge—
nommen.

Wer Hunde dieser Visitation ent⸗
ieht oder nicht rechtzeitig unterstellt,
wird behufs gerichtlicher Bestrafung
beanzeigt werden.

St. Ingbert 3. Juli 1868.

Konigl. Polizeicommissariat:
Krieger.
Viehmarkt zu Blieskastel
am Dienstag den 7. Juli 1868.
Blieskastel den 1. Juli 1868.
Das Bürgermeisteramt

K. Linck.
FIreiw. Jeuerwehr.
0 nLAg, den
t,. Juli 18688
ebun
sämmtlich
Feuerwehrser
Anfang halb 7 Uhr Abends.
Dæas OCOmmATd o

Lonrad, VNanzerkieter.
Dberbrandmeister. Secretär.

Wirtschafts-Empfehlung
Der Nuterzeichnete beehrt sich erge—
benst anzuzeigen, daß er jetzt einge—
richtet ist, Reisende logiren zu
können.
eFJür gute Speisen und Ge—
tränke ist immer bestens gesorgt.
Unter Zusicherung prompter⸗ und
billiger Bedienung empfiehlt sich
Georg Klein, Wirth
im Josephsthal.
Sonntag 5. Juli 1868
WMWaldparthie
in der Vaumschule wozu höflichs

einladet
Vet. Schweitzer.
Ein kräftiger Junge kann
unter annehmbaren Beding—
ungen in die Lehre treten
bei Ph. Weigand
Schreiner.
—,——⏑—
des Gesangvereins
von BRBis hin ISheæIiM.
bei Jakob Quirin auf'm Rentrisch.
In dem vormals durch
Wendel Schwarz dahier
bewohnten Hause ist die Hälfte des
oberen sowie des untern Stockes zu
vermiethen und kann sogleich bezogen
werden.
Näheres bei Blechschmied
Baumann.
Ein braves fleißiges
Mädchen das im Kochen
und allen häuslichen Arbeiten erfahren
ist, sucht eine Stelle.
Die Exped. d. Bl. ertheilt Auskunft.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stiadt Homburg vom 1. Juli.
Weizen 7 fl. 12 kr. Korn 4 fl. 49 kr
Spelz 5 fl. — kr. Gerste, — Zreihige, — sl.
— kr., Mischfrucht 5 fl.. 5 kr., Hafer
5 fl. — kr., Erbsen 3 fl. 30 kr., Kartof⸗
feln 1fl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
23 kr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditto 1 Kgr
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 80 kr
her Pfund.
ran urter Boͤrse
Geldsorten

vom 1. Juli. 1868.
Preu ische Kassenscheine..1 447-45,
Preuh ische Friedrichsddr 9 576/
Pistolen ——— 9 48 -50
Hoilundische 10 fl. Stücke 234-56
Ducaten 5 38-40
20JFroncs⸗S acke ...9271/- 28/
Er glische Souvereigns. 11532357
Bol per Zolizug sein., — —
dochhaltiges Silber per Zollpskundd — —
Douars inGold 227228

—
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetß in St. Ingbert.
        <pb n="319" />
        Sl. Ingberler Znzeiger.
Der /St. Ingberter An zeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimak; Dienztag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementsvreis pierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krizr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet
Nro hvdueenstag/ den n guun4866
— — * 7 — 7
u Deutschland. 2
Manchen, 4. Juli. Die „Korr. Hofm.“ Zmeldet, daß ein
baherischerseits ausgearbeiteter Entwurf zur Bildung einer aus
Vertretern der drei süddeutschen Regierungen bestehenden ständischen
Militärcommission behufs Beauffichtigung über ein süddeutsches
Defensivsystem und dessen Zusammenhang mit der Vertheidigung
Gesammtdeutschlands die Genehmigung des Königs erhalten
hat, und desfallsige Verhandlungen mit Württemberg und Baden
beginnen.

Muünchen 4. Juli. Sicherem Vernehmen nach hat laut
aus Amerikanin Berlin eingetroffener telegraphischer Nachricht der
Staatsvertrag zwischen Bahern und Nordamerika die Genehmigung
des Senats der Nordamerikanischen Union bereits erhalten.

München 6. Juli. »Die Concentrirungen größerer Trup—
pencorps unterbleiben heuer. Die diesjährigen Uebungen bezwecken
vorzugsweise die Detailausbildung der Truppen. Dazu' werden
16 Landwehrbataillone zusammengezogen. Die Landwehrübungen
beginnen am 18. August die Jufanterieübungen am 1. Sept.

Stuttgart, 5. Juli. Gestern wurde die 92. Jahres⸗
feier der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von
Nordametika unter Betheiligung von etwa 500 Personen (natür⸗
lich größtentheils Amerikanern) begangen. Consul Klauprecht war
Festredner. Die Feier endete mit Beleuchtung, Feuerwerk und
Ball. Hr. Bancroft war nicht anwesend, da er zur Audienz beim
König an den Bodensee gereist ist. — Die Unterzeichnnng des
Vertrags mit den Vereinigten Staaten steht bevor.

Frankfurt, 1. Juli. Zwischen Magistrath und Stadi—
berordneten ist es bezüglich der vielbesprochenen Receßangelegenheit
zu einer Einigung gekommen. Es handelt sich dabei um eine
Forderung von 8 Mill. Gulden für die an den Staat abgetre⸗
lenen Eisenbahnen und s. w., wozu noch eine Summe von etwa
1. Mill. Gulden für verschiedene Gebäude kommt, welche die
Regierung in Besitz genommen hat. Die anfängliche Forderung
der Stadtverordneten helief sich auf sieben Mill. und man hofft,
daß die Regierung sich mit den neuen Vorschlägen einverstanden
erklären werde.

Aus Berlin 2. Juli wird geschrieben: Die Thiers'schen
Phrasen, wie sie auch in der gestern gehaltenen Rede wieder auf“
zehäuft sind, verfangen nicht mehr, und es ist ziemlich gleichgiltig,

ob der alte Sturzminister Louis Philipps die deutsche Nation schul⸗
meistern will oder nicht, ob er einem föderalistischen Deutschland
sein Wohlwollen zuwendet oder nicht. Leider finden aber derlei
Phrasen bei den Franzosen, welche nun einmal die erste Nation
in Europa ausmachen wollen, immer Anklang und Nachklang;
die Antwort aus deutschem Munde bleibt nicht aus, und so wächst
die Erbitterung fort und fort bis zum Tage der Abrechnung.
Wir in Deutschland beklagen diese Erscheinung schon lange, aber
auch in Frankreich drängt sich in den allerernstesten Kreisen, wo
der Chauvinismus kaum die Schwelle des Vorzimmers berühren
darf, die Erwägung auf, ob es nicht die höchste Zeit sei, unter
Aufbieten aller Mittel dieses unausgesetzte Einmischen in die An—
zelegenheiten der Nachbarn zu bekämpfen. In Privatbriefen ist
sogar die Vermuthung ausgesprochen, diese Erwägung sei dem
Kaiser nicht verbo gen geblieben und von ihm beifällig aufgenom⸗
men worden. Dieser Beifall mag ein gezwungener, nicht auf—
richtiger sein, er mag den Hintergedanken haben, daß die franzö—
ische Armee noch nicht bereit ist, und die Wahlen vor der Thür
dehen: er sichert gleichwohl den Franzosen die Ruhe für die näch—
sten Monate. Sonft ist überall tiefe Ruhe, selbst aus Darmstadt wird
bald nichts mehr zu melden sein!

Graf Bismarck hat nun auch als Minister für Lauenburg
einen Stellvertreter in der Person des Hrn, v. Landsberg erhalten
Herr v. d. Heydt und Graf Itzenplitz sollen zu Bundesministern“
ernannt und dadurch gleichgestellte Collegen Bismard's werden.
Für Hannovber will man, wie die Berliner „Zukunft“ versichert
eine Art Vicekönigthum errichten.

Schwerin. 5. Juli. Gestern hat sich der Großher—

309 in Rudolstadt mit der Prinjessin Naria von Schwarzbur g
hermählt. I

Wien, 3. JulfztuuOise von der Kölnischen Ztg. gebrachte

Nachricht, daß die päpslliche Allocution dem Reichskanzler Veran⸗
assung zu einer Zirkulardepesche an-die österreichischen Beyollmäch⸗
igten im Auslande gegeben habe, ist, wie wir vernehmen, falsch.
Dder von dem Wiener Correspondenten des, rheinischen Blattes ge⸗
machte angebliche Inhaltsauszug ist nichts als eine, Analyse des
hekannten Artikels in den amtlichen Provinzblätiern Die Ab—
endung der Note des Reichskanzlers, welche die; Aniwort auf die
Allocution enthalten soll, nach Rom hat, eine Verzögexung erlitten
und dürfte erst morgen oder übermorgen erfolgen. —
Wien, 3, Juli.. Die heutigge, Wiener Zig.“weröffentlicht
das Vollzugsgesetz in Ehesachen und daußerdem eine Verordnung
hurch welche das Verbot der Theqtervorstellungen auf 5. Tage im
Jahre beschrüntt wird. . e

Wien, 4. Juli. Der, Vicekönig von Aegypten wird auf
einer Reise Wien nicht berühren; da die Aerzte eine Fahrt auf
der Donau widerrathen haben.“ Die Reiseroute des Vicekönigs
zeht wahrscheinlich über Ancona oder Triest, er wird jedoch auf
der Rückreise Wien besuchen. 43.

Wien, 5. Juli Das „Tagblatt“ meldet, daß der Reichs—
riegsminister eine so ortige Beurlaubung von 20 Mann per Com-
pagnie angeordnet habe, wodurch eine⸗ ungefähre Reduction der
Armee num 36.,000 Mann erzielt wird. — Wiedas „Neue Frem—
denblatt“ erfährt, ist die Aniwortsnote des Frhrn. v. Beust auf
die Alloeution des Papstes an das letzte Consistorium gestern ab⸗
zegangen. — Nach der „Debatte“ abeitet man im Riinisterium
des Aeußern bereits an einem der nächsten Delegation vorzulegen⸗
den Rothbuch. Erst in diesem soll die vorerwähnte Antwortsnote
»eröffentlicht werden. — Die „Ital. Correfpordenz“ meldet:
Rachdem die rumünische Regierung die österreichische Entschädig⸗
ungsforderung für den gelegentlich der Judenexcesse öfterreichischen
Unterthanen zugefügten Schaden priucipiell anerkannt hat, isi ge⸗
genwäriig eine Commiffion-mite der Festsetzung der Entschadigungs⸗
umme beschäftigt. Gleichzeitig verpflichtet sich die rumanischs Re—
zierung zur Rückerstattung deruvon Oesterreich reclamirten, in
Bakeu deponirten österreichischem: Waffenennu

Agraum, 4. Juli. Die Stadttepräsentanz von Fiume
beschloß einen Protest gegen die saingarisch-croatischen Abmachungen
ind eine Petition an den Kaiser um directe Einverleibung Fiumes
n Ungarn. o—ü

Frankreich .

Wie das „Mem. dipl.“ meldet, werden Prinz Humbert und
dessen Gemahlin naͤchsten Montag den 6. d. M. das Schloß
Deonza verlassen, um ihre projectirte Reise nach Deutschland unter
)em Namen des Marquis und der Marquise von Monza anzu⸗
reten. Zuförderst werden sie nach Wien gehen und den dortigen
dof besuchen, von da gehen sie nach Prag, um der Kaiserin Marie
Unna, ihrer Großtante, einen, Besuch abzustatten, und von da
verden sie nach Dresden reisen. 54 e

Wie der „Figarro“ meldet, arbeitet, Msgr. Maret, Bischof
in partibus und Detau der theologischen Fakultät der Sorbonne,
ein sehr gelehrter und freisinniger Theologe, an einem dreibündigen
Werke, welches zur Bekämpfung der, für das nächste ökumenische
Toncil von den römischen Jesuiten ausgearbeiteten ultramontanen
Thesen bestimmt ist. Er hat sich nach Plombieres begehen, um
diese Arbeit zu voslenden, und sie daun dem Kaiser vorzulegen.
Mehrere französische Prälalen, man mennt u. A. die Erzbischöfe
»on Paris und Algier, sowie die Bischöfe von Chalons und
Drau hätten dem Werke Maret's, das in alle europäischen Spra
—RD— —
timmung ertheilt. )——

Italien.

Florenz 4. Juli. -Zwischen den Bevonmächtigten des

Norddeutschen Bundes und denjenigen Italienzs haben die
        <pb n="320" />
        handlungen begonnen, um die Grundlagen des neuen Postvertra⸗
Jes festzustellen. Die süddeutschen Staaten sind eingeladen, an
diesen Verhandlungen Theil zu nehmen. — —

Der junge Menotti Garibaldi verheirathet sich mit Fräulein
Bedischini Italia, geboren in Smyrna, wohnhaft in Padua.

Der Obercommandant der päpstlichen Truppen, General
Zappi, muß ein lustiger Kauz sein. Er hat einen Ta gesbefehl
ꝛtlassen, worin es unter Anderem heißt: „Ihr lagert an der
Stelle, von der aus Hannibal Rom zittern machte; ihr die Sol⸗
daten eines größeren Roms als das des Alterthums, werdet, wenn
Gott will, die regularen und irregulären Truppen des abscheulichen
und verächtlichen Königreichs Sardinien zerstreuen und in die
Flucht treiben, welche ihr schon bei Mentana in einer denkwürdi⸗
geren Schlacht als die von Magenta und Sadowa besiegtet. Ich
bin stolz darauf, euch zu rommandiren, denn da ihr dem
deiligen Stuhle dient, so seid ihr die ersten
—A

Donaufürstenthümer.

Beugriad, 2. Juli. Sämmiliche Consuln haben ihre
Flaggen aufgehißt. Der Fürst nahm, nachdem er einen Ritt
durch die Stadt gemacht haite, den Truppen den Eid ab. Morgen
findet die feierliche Salbung des Fürsten statt.

Belgerad, B. Juli. Eine heute erschienene Proclamativn
der Regentschaft verheißßt Aufrechthaltung und Fortentwicklung
der constitutionellen Institutionen, Sicherung der Rühe auf Grund⸗
lage der Ordnnng und zeitgemäße Entwickelung der Wehrkräfte
des Volkes.

Belgrad 53. Juli. Unter Kanonendonner und Glocken
zeldute findet eben in der Kathedrallirche die Salbung des jungen
Fürsten Milan stait. Dem feierlichen Ack wohnen die Minifter,
die Verteter des Auslandes und die Mitglieder der Skupischina bei.

Türkei.

Konstantinopel, 2. Juli. Der Prinz Na—
poleon hat gestern mit den Gesandten von Frankreich und
Italien, dem Großvezier und anderen Nofabilitäten beim Sultan
zu Mistag gegessen.

Pre—oeeß Chorinsky.
(Fortsetzung)
München, 23. Juni.

Präsident (zum Angellagten)!: Warum schenken Sie statt der
Haare Nägel?

—X
zlück, übrigens ist es unwahr, daß ich Jemanden Wunden beige⸗
bracht habe, ich war nie närrisch.

Hotovy: Aber sich selbst!

Der Wertheidiger erklärt, daß Graf Chorinsky die Brustnar—
zen als von zeinem Duelle herrührend bezeichne.

Der Eisenmeister der hiesigen Frohnfeste, Keckenberger, depo⸗
nirt: Der Angeklagte, den er immer allein in den Hof geführt
zabe, scheine ihm sehr leidenschaftlich und erregbar und nament—
lich höchst empfindlich gegen die geringste Nachlässigkeit in Bezug
auf Essen und Trinken. Bei einem ganz kleinen derartigen Ver—
ehen sei er ganz wüthend geworden, sei mit geballten Fäusten
zuf ihn losgegangen und habe geschrieen, er wolle nichts mehr
essen. Auf ein ernstes Wort von seiner Seite sei er aber schnell
wieder ruhig geworden und habe ihn bald darauf wegen seiner Un⸗
gebührlichteit um Verzeihung gebeten. Ueberhaupt scheine er sonst
sehr guthmüthig zu sein; er habe einmal eine Wasserflaiche
erbrochen, sei darüber in große Erregung gekommen und habe
ihn rufen lussen; als er ihm nun sagte, die Flasche koste nur
18 kr. habe er sich kindisch gefreut, so billig wegzukommen. Im
Unfange der Gefangenschaft habe er den Grafen nie schlafend ge⸗—
—DDV
empfangen habe, sei er vor Freude außer sich und fünf Tage
dolter Jubel gewesen, dann sei es wieder losgegangen.

Auf die Frage Dr. Solbig's, ob das Benehmen des Grafen
m Ganzen auf ihn den Eindruch geistiger Störnng oder bloß sehr
zorumüthigen Characters gemacht habe, antwortete Keckenberger:
Sein Urtheil sei so: er glaube, daß der Graf, wenn er einen
Rurschen rufe, und derselbe komme nicht sogleich, denselben in sei
ner Erregung niederschlagen könne.

Hierauf wurde noch Agnes Meriot, welche wegen des von
iür an Graf Chorinsky gegebenen Empfehlungsbriefes an dessen
Gattin, womit sich die Ebergenyi bei derselben einführte, die Magd
der Ebergenyi, Elise Kubesch, welche wegen der Ueberg abe des
Paketes mit dem Cyankalium und mit Chorinskys Briefen zu de
poniren hatte, und die Mitgefangene der Ebergenyi, Pauline Wie
deumann, welche über die von der Ebergenyi im Gefängnisse unter

dem Namen der Horvath geschriebenen Briefe u. s. w. auszusagen
hatte, vernommen. Alle wiederho lten ihre in der Wiener Ver—⸗
zandlung gemachten Aus sagen. Die Meriot gab bezüglich des
Fharacters Chorinsktys an, daß sie an ihm, der gewöhnlich lie—
enswürdig, aber auch sehr reizbar und hestig gewesen sei, nie
drämpfe oder Epilepsie bemerki habe, wohl aber Sonderbarkeiten
o daß er ihr oft wie verrückt vorgekommen sei.

24. Jun.

Heute Vormittag wurde die Vernehmung der Zeugen fori—
gesetzt.

—— Aussagen der Zeugen Wiedermann, Drechsler, Mela—⸗
notti, Wilhelm und Hoffmann können wir als unwesentlich füg⸗
ich übergehen.

Der Präsident will nun zur Verlesung der Aussagen des
Obersten Döpfner, des Rittmeisters Priwister und Grafen Wilc;
jeck schreiten, wogegen der Vertheidiger eimvendet, nach Art. 166
des Strafprocesses vürften nur die Aussagen von in der Vorun⸗
erfuchung vernommenen Zeugen verlesen werden; diese Zeugen
eien aber erst noch später vernommen worden. .

Staatsanwalt Wülfert entgegnet: Der Präsident habe dis⸗
rretionäre Gewalt, in der öffentlichen Verhandlung Alles zu thun
vas zur Erforschung der Wahrheit dienen könne, es stehe ihm
ilso auch zu, diese Zeugenaussagen verlesen zu lassen. Man soll
soweit man nicht gesetzlich gezwungen sei, nicht auf Formalien zu⸗
rückgreifen sondecn sich mit dem materiellen Rechte begnügen, sonst
hekomme man englische Zustände, wo ein Bauer freigesporchen wurde,
weil man ihn den Schimmel aus der Schwemme blos heraus⸗
aber nicht hineinreiten sah. Das möge originell, barock, englisch
sein, wir würden es albern nennen.

Der Vertheidiger meint, der Schut der Gesetze sei wohl Allen
m Saale nöthig und jede Form sei ein Palladium der eigenen
Freiheit. 27

Präsident erklärt, er halte die schwebende Frage für so wich—
sig und solcher Tragweite, um einen Gerichtsbeschluß darüber
zu fassen.

Nach einer Berathung von Na Stunden publicirte der Ge—
cichtshof den Beschluß, daß auf den Prolest des Vertheidigers
zegen die Verlesung dieser Zeugenaussagen nicht eingegangen wer⸗
den koͤnne.

Diese drei Zeugenaussagen beziehen sich sämmtlich auf den
Beisteszustand des Grafen Chorinsky. Döpfner, Chef des topo—
zraphischen Bureaus für Eisenbahn-, Dampfschiff- und Telegra—
henwesen, sagt: Graf Chorinskh war vom Dec. 1866 bis zu
einer Verhaftung in meinem Bureau, ist seiner dienstlichen Aus—
Jabe immer fleißig und pünktlich nachgekommen; Anlaß zu be—
'onderer oder längerer Conversation mit demselben hatte ich keine,
ruch war derselbe meiner genaueren Beobachtung entzogen, da er
ich in einem von dem meinen getrennten Zimmer befand. Sein
Auftreten war steis unstet und unsicher; sein sonstiges Betragen
war ernst, und er schien ganz von irgend einer Richtung im Geiste
eingenommen; von geistiger Störung habe er an Chorinsky nie
die geringste Spur bemerkt.

v. Priwitzer, Rittmeister im Generalstabsbureau des Reichs-
triegsministeriums, sagt: Chorinsky war in meinem Bureau, doch
bin ich nicht in nähere Berührung mit ihm gekommen; während
der Dauer seiner Dienstleistungen habe ich niemals, auch nicht am
Ende. irgend eine Geiste störung wahrgenommen. In seinem
Tharacter ließ zeitenweise ein heftiges Aufbrausen wegen gering⸗
ügiger Ursachen fich bemerken, doch war er schnell wieder besänf⸗
igt, und ich schrieb dieß seinem lebhaften Temperament zu. Für
zeistig gesund hielt ich ihn immer.

Graf Wilczeck, ertfernter Verwandter des Angeklagten, äͤrißerte sich
iber dessen geistigen Zustand in folgender Weise: Er kenne ent⸗
ernt den Grafen Chorinsky seit 1848, näher erst seit dem vori⸗
jen Jahre; während, wie er gehört habe, Chorinsky früher viele
Zchulden gemacht habe, habe er von da an eingeschräukter gelebt.
kr habe nie eine Spur von Aufregung und noch weniger von
Beistesstörung an demselben bemerlkt; derselbe sei bei seinen Ka—
neraden beliebt gewesen, habe sehr feine Begriffe von militärischer
Ehre, und iei deswegen viel als Vermitiler verwendet worden;
ein Character zeige Herzensgüte, Anhänglichkeit an die Familie,
ind er halte ihn für einen ganz ehrenhaften Mann.

Der Untersuchungsrichter, Bezirks -Assessor Geiger deponirt
'olgendermaßen: Ich habe den Grafen Chorinsky während der
Dauer der Untersuchung ziemlich oft besucht, und zwar nicht bhos
in meiner amtlichen Eigenschaft, soudern auch wegen Rücksichten
auf seine Private und Familienberhältnisse, besonders wohnte ich
ruch den Unterredungen bei, wenn sein Bruder Karl ihn besuchte.
Ich glaube, daß er sich mir gegenüber, zu dem er einiges Zu—
rauen gefaßt zu haben scheint, gauz so gegeben hat, wie er wirk—
ich ist. Aus seinem Benehmen, seiner ganzen Vertheidigungsweise
        <pb n="321" />
        und sriner Correspondenz hat sich mir keine Vermuthung aund kein
klnhaltspunkt ergeben zu der Ansicht, als vb derselbe geistig ir—
zendwie getrübt jei. Was seinen Tharacter und sein Tempera⸗
ment betreffe, so seien diese affallend gereizt und reizbar, es be—
herrsche ihn stets eine besondere Unruhe, er könne keinen Gegen⸗
zand länger festhalten. Es scheint ihm die reifere Ueberlegung
abzugehen, und er halte ihn trotz seiner 36 Jahre doch für keinen
wirllichen Mann, denn er besitze nicht jene gemessene Ruhe, wie
sie beim Manne hervortrete. Er glaube, Graf Chorinsky werde
von seinen Leidenschaften überwältigt und fortgetiffen und er
spreche ihm jene sittlichen Grundsätze nicht zu, welche es andern
Menschen ermöglichen, ihre Leidenschaften zu zügeln uünd zin das
gehörige Maß zurüchzudrangen. Seine Liebe zur Ebergenyi se—
ihm besonders aufgefallen, denn während sinnliche Menschen, nach
dem sie ihr gewünschtes Ziel erreicht, meist erkalten, ist bei ihm, ob⸗
wohl eine Vereinigung den Umständen gemäß wohl nicht so bald
moͤglich sein wird, die Leidenschaft eher vermehrt, als vermindert.
Affallend ist auch seine Schreibsucht; er schreibt nicht Briefe von
drei und dier, nein, von zwölf his zwanzig klein and eng beschrie
henen Quartseiten an die Ebetgeuyi, aber alle Seiten enthalien
dieselben überschwänglichen Betheuerungen seiner innigsten Liebe
in den nänilichen Worten. Auch sein Blick ist manchmal auf
fallend stier. Mit seiner Familie hat er, seitdem er don seinem
VBater die feierliche Erklärung forderte, derselbe solle der Verehe⸗
lichung mit der Ebergenhi weiterhin keine Hindernisse in den Weg
legen, und der Vater diese Erklarung verweiger zwar nicht ganz
zebrochen, spricht aber in undankharer und indiskreter Weise uͤber
dieselbe. Auch erwähne ich noch, daß er seit dem Beginne der
Untersuchung angefaugen hat, sich den Nagel des kleinen Finger—
in der Absicht wachsen zu lassen, um denselben der Julie Eber
zenyi zum Geschenk zu machen, und daß, als er gegen vuich drin
gender mit dieser Bitte wurde, die Vorstellung. daß dies nicht gehe,
bei ihm nichts half; — doch scherut er jetzt seine frühere Absicht
jallen gelassen zu haben. Ich halte ihn nicht in Bezug auf seine
geistigen Krafte geschmälertz ich suche seine Schwäche Zicht auf der
ntellectuellen, sondern auf der moralischen Seitee.
(Fortsetzung folgt.) 4
Veruischtes.
FSt. Ingbert, 7 Juli. Heute brachte uns der 8 Uhr
Zug den Herrn Justizminister von Lutz, Herrn Regierungspräsiden—
ten von Pfeufer, Herrn Oberbaurath von Vost, Herin Ministe
rialassessor Feeisttel, begleitet von dem Herrnek. General-Saats—
procurator v. Schmitt, dem Herrnk. Bezirlsamtmann Damm,
und den Herrn Bauräthen Laval und Tannera von Zwei—
brücken kommend, Behufs Fesistellung der Lokalitäten für das am
1. Oetober nächsthin endlich ins Leben tretende Landgericht der
3000 Seelen zählenden Stadt St. Ingbert, und soll das
Stadthaus dazu ausersehen sein.

x Der neugegründete Vorschußvberein Blieskastel erdffnete mit
dem 1. Juli seine Geschäftsthätigkeit.

Aus Neustadt wird unterm 29. Juni geschrieben: Der
zestern dahier abghaltene Schützentag beschloß, daß die Mieglieder
des deuischen Schützenbundes in der Pfalz als Corporation das
xitte deutsche Bundesschießen in Wien mit Bundesfahne be—
uchen und die Reise dahin gemeinschaftlich in folgender Weise
nachen werden:

Abfahrt in Mannheim den 23. Juli, Morgens 8 Uhr 35
Minuten, über Heidelberg, Würzburg nach Nürnberg, wo über⸗
aachtet wird. Am 24. Fahrt über Regensburg nach Paffau
Am 25. Fahrt auf einem Ertradampfboot mit den bayrischen Schü
zen von Passau nach Wien.

Es werden ungefähr 50 Schützen aus der Pfalz an dem
Bundesschießen sich betheiligen. Die Localschütenvereine haben
hre Mitglieder sofort direct in Wien anzumelden und die Festkarten
zon dorther zu besorgen.

Im Ganzen zählt der deutsche Schützenbund gegenwärtig in
der Pfalz 243 active Schützen. In den Gesammtausschuß des⸗
selben wurden erwählt die Herren Advocat Golsen in Frankenthal
and Dr. Chandon in Kaiserslautern; als Ersatzmann Herr Kauf⸗
mann Morsch in Neustadt.

Nach einem heiteren Mahle auf dem Schießhause trennte
ich der Schützentag mit dem Wunsch, es möchten sich recht viele
Schützen aus der Pfalz beim Zuge nach Wien betheiligen und
zon da mit zahlreichen Trophäen zurückkehren wie dies bei dem
anvergeßlichen Bundesschießen in Bremen der Fall war.

F In Mannheim wurde, veranlaßt durch die Energie der
Petroleumbrenner, der Gaspreis für 1000 Cubikfuß von 5 fl.
zuf 3 fl. 45 kr. herabgesett.

x*Worms, 30. Juni. Eine eigenthümliche Illustration
u den bei dem Lutherfest gehaltenen zahlreichen und begeisterten
seden üher das „freie Wort“ bildet die Thatsache, daß für die

von dem freisinnigen Theologen Dr. Dan. Schenkel zu vem Fefse
zeschriebene Broschüre: Luiher und seine Kampfgenossen“ die
ortspolizeiliche Erlaubniß zum öffentlichen Verkaufe während des
Festes nicht erlangt werden konnie; erst am 3. Festtage wurde
dieselbe erwirlt und selbst an diesem Tage noch ein' fliegender
Buchhändler wegen ihres Verkaufs aus — Minerständniß
arretirt.
— Konstanz 29. Inni. In Lindan liegt, nach der Konst.
7 so viel Getreide aufgespeichert, daß die Generaldireckion der
eeeln belannt machte: von Saliburg weg viglich nur
noch 30 Wagen zur Weiterbeförderung übernehmen zu können.
In Folge dessen hat die Direction der Kaiserin⸗Elisabethbahn be—
schlossen, bis auf Weiteres die Aufnahme von Getreide nach Lin
dau und über Lindau nach der Schweiz einzustelleu.

t Rach dem „Münch. B.“ ist der Maler Th. Pixis von dem
Nonig mit der Darstellung einiger Scenen aus Rich. Wagners
„Meistersingern“ beauftragt worden..

Der „Frkf. Beob.“ macht die geradezu märchenhafte Mit⸗
hetlmig, daß eine in Kassel am 22, Juni 1868 erlassene Polizei-
derordnung jeden Gastwirth mit 3 Thlr. Geldbuße oder enispre⸗
hendem Gefängniß belegt, der es unterläßt, bei der polizeilichen
Anmeldung seiner Gäste beizufügen, ob er ehelich oder unehelich
zeboren ist.
*Von Ferankfurt wird zum Wiener Schützenfest als
Preis ein silberner Aufsatß gesandt, in dessen Krystallschale 200
ystr. Dukaten liegen.

F Das Wohnungscomite des Wiener Schutenfestes hat die
Unterkunft von 17, 000 Festgästen ficher gesteli.

J Mitglieder des deutschen Schützenbundes, welche das Wie—
ner Schützenfest besuchen, erhalten vom 15. Juli bis 15. August
zuf den Donaudampfschiffen von Regensburg bis Wien für den
exsten und zweiten Platz die Fahrkarten um den halben Fahrpreis.
Dieselbe Begünstigung findet für die gleiche Jeindauer für die
—X
—7 Berlain, 80. Juni. Der deutsche Handelstag wird hier
dahrscheinlich im Laufe des August abgehalten werden.

f Im Jahre 1866 gab es in Preußen 144 Millionäre,
davon in der Provinz Brandenburg 66, in Schlefien 29, in der
Xheinprodinz 17, Westphalen 10, Sachsen 7, Pommern 6, Po-⸗
sen, 5, Preußen 4. Die Provinz Brandenburg ist aus dem
Grunde so reich an Millionären, weil dieselben aus allen Pro—
pinzen nach Berlin hinziehen. Unter den Millionären gibi es
wieder arme und reiche; die armen müssen sich mit luümpigen
1-2 Millionen begnügen; ihrer sind 92. Dann kommen 38
Millionäre mit 223 Millionen, 11 mit 5—8 Millionen. Hoch
iber diesen ordinären Millionären stehen 8 Erz-Millionäre, davon
einer im Regierungsbezirke Münster und 2 im RMegierungsbe⸗
irke Oppeln, Zu diesen 3 Erz-Millionären ist nun seit dem
Jahre 1868 noch ein Erz Srz⸗Millionär der Baron Rothschild
inzugekonmen.
In der Person des katholischen Lehrers in Wermsdorf
bei Wurzen in Sachsen hat sich ein Mann gefunden, der behaup⸗
set, der Sohn des Herzogs von Reichsstadt mit einer ungarischen
Hräfin zu sein, und zwar aus legaler Ehe, welche auf einer Be⸗
itzung unweit Debreczin eiugesegnet worden sein soll. Der Mann
hat sich soeben im Wege der hiesigen sächsischen Gesandtschaft mit
der Bitie um Ausfolgung seines Taufscheines und des Vrau—⸗
ungsscheines an die betreffende geistliche Behoͤrde gewendet und
das Ansuchen mit Prinz Eugen Joseph Napoleon Bonaparte
unterzeichnet.

7 In Lüttich wird am 5. Juli ein Denkmal Karl's des
GBroßen enthüllt.

F Coyale Ausschreitungen.) Napoleon hat dieser Tage das
Irrenhaus zu Charenton besucht. was — wie seine Preßlakaien
bersichern — „im ganzen Hause die größte Freude verurjachte.“
Die Loyalität hat's weit gebracht.

fParis, 25. Juni. Gestern, am Nohannistage, lam
er erste Sack diesjährigen Weizens in der Kornhalle von Paris
zum Verkauf. Er kam von Romieu in der Umgegend von AÄrles
und wanderte in die kaiserliche Hofbäckerei.

f Zum eidgenoͤssischen Sängerfeste in Solothurn sind 2550
Sänger angekündigt.

T, Moskau. Die „Astrachaner Gouvernements-Jeitung
bringt statistische Daten über die Lauglebigkeit in diesem Gouber⸗
nement. Von 10,138 im Laufe des vorigen Jahres Gestorbenen
hatten 83 ein Alter von 95 bis 100 Jahren, 2 ein Alter von
00 -108, 3 ein solches von 105 — 110 Jahren und eine Frau
»on 125 Jahre erreicht.
Die Regierung von Chili hat mit einer Hamburger Firma
iber die Einführung deutscher, tyroler uad schweizerischer Aus⸗
pvanderer einen Contract abgeschlossen.
        <pb n="322" />
        Bekanntmachungen.

Concort u. Burgorball
2ut. Ingbert.
Sonntag den 12. Juli —BD———

Eröffnung meiner neu erbauten Vierhalle

um 3 Uhr Mittags mit CONCBI

und des neu hergerichteten vergrößerten Tanzlaales
um 8 Uhr Abends mit Ball.
Die Musik für Concert und Ball wird von der rühmlichst bekannten Co—
pelle des kal. preußischen rheinischen Infanterie-⸗ Regiments Nr. 69 aus
—2 Saarbrücken ausgeführt. un !α -

EGs ladet höflichst ein
Terdinanit Oherhs.

Vferde u . Johlenmarktzu Jrankfurta. M.

am 25. 26. und 27. August 186688.

Die vollständig für 400 Pferde hergerichteten, mit schönsten Musterplätzen? umgebenen
zeuen prachtvollen Stallungen sind zur Aufstellung der feineren Pferde bestimmt.
3214 am 25. August nebst Vertheilung von Ehren⸗Preisen an die
Prämiirung Besitzer der bester zu Markt gebtachten Pferde und Fohlen.
V l su am 27. August öffentlich vor Rotar und Zeugen von 64 der

erloosur g schönsten Reit⸗ und Wagenpferde,/ Nvollständige
bier⸗ zwei· und Linfpännige Equipagen, Schlitten nebst eompletten
Beschirren, sowie sonstigen Reit⸗ und FahrMequifiten im Werthe
poneirea fi. 70, 000, wenn 40,000 Loose vergriffen sind.

Anfragen und Bestellungen auf Stallungen, sowie auf Loosee, Lezgiere
1 Thlr. Ufl. 145) per Stück beliebe man franes an den Secreetärrdesu nte r⸗
zeichneten Vereins, Herrn E. Kappel. zu Fichten, wo auch Uebernehmer einer
Irößeren Anzaht von Loosen die näheren Bedingungen erfahren können. —

Den Aufträgen für Loose ist der Betrag franco mit deut icher Angabe der gencuen
Adresse beizufügen. Falls die Zusendung franeo und recoinmandirt gewünscht wird, sind die
erforderlichen Marken einzusenden. I J

Auswärtige Theilnehmer, welche ihre Loose durch das Sekretariat direct beziehen, wer—
en falls ihnen ein größerer Gewinn zufällt, davon — soweit thünlich — mittelst Tele⸗
gramm in Keunntniß gesetzt. 7

Der Vorsitzende des Landwirthschaftlichen Vereins:
Ur. Geora Haagg. ——
.Ich Nicolaus Walle, erklaͤre
————
und Verläumdungen, die ich gegen die
Ehefrau des Johann Müller, Berg—
mann, ausgesprochen habe, als unwahr
und nehme dieselben hier öffentlich zu—
rück. *
St. Ingbert den 6. Juli 1868.
Ricolaus Walle.
45 Ein guter Fuhrknecht, der
mit 2 Pferden umzugehen hat und mit
dem Ackerbau besonders vertraut ist,
kann gegen guten Lohn sofort eine
Stelle angewiesen erhalten durch die
Erpedition dß. BI..

Güter versteigerung
auf der Schnapphach.
Zreitag den 10. Juli 1868.

Nachmittags 2 Uhr
zur St. Ingberter Grube in der Wirths-
hbehausung von Thomas Koch, lassen
kheleute Wendel Schwarz, Mezzger,
und Christina Berger von da— fol⸗
gende Liegenschasten St. Ingberter
Vannes auf langiährige Zahltermine
in Eigenthnm versteigern * —
Plan⸗Nro 1689, 69Decimalen Ader

auf den 6 Eichen, 3te Ahnung,
neben Friedrich nGünther: und

Wilhelm Reppert.“ 6
Plan⸗Nro. 4889. 48891. 40 Dec.

Acker im Schierer Veld, neben

Wald und Johann Siegwart.
Plan⸗Nro.1 3231. 1324. 1325

PrTagwerk 23* Dec.“Acker“ in

der Mäusbach neben Martin Zott.
Blan⸗Nro. 1346.530 Dec. Acker
allda, neben Heinrich Spaniol

und Johann Best.
Plan⸗Nro. 12923 1293. 47 Dec.
sammt Plan-⸗Nro. 1286 25 Dec

Wiese und Kleestück daselbst ne—

ben Wald und Anstößern.
Plan⸗Nro. 1726.80 Dec. Wiese in
der Donau neben Heinrich Hauch
und Franz Jakob Wagner.
Hlan⸗Nro. 1738. 24 Dec. Wiese in
der Rischbach neben Jakob Am
mann und Gebrüder Krämer.
Plan⸗Nro. 41987. 44 Dec. Wiese in
der Ruhbach oder am Bremmen-
brunnen, neben Wilhelm Repper
und Johann Siegwart.
Plan⸗Rro. 4932. 72 Dec. Wiese in
der Ruhbach neben Ludwig Koch
und Glashütte Vopelius.

Wirtsichafts-Empsehlung.
Der Unterzeichnete beehrt sich erge⸗
jenst anzuzeigen, daß er jetzt einge⸗
richtet ist, Reisende logiren zu
önnen. 4 —
Züur gute Speisen und Ge⸗
ränke ist immer bestens gesorgt.
Unter Zusicherung prompter und
zilliger Bedienung empfiehlt sich
Geerg Klein, Wirth
im Josephsthal.
Ein kräftiger Junge kann
unter annehmbaren Beding⸗
ungen in die Lehre treten
beiPbh. Weigand.
— — — Schreiner.

Horn. kal. Notar.
Oeffentliche Erklärung.
Dem Unterzeichneten wurde mitge—
rheilt, daß er bei Jemanden ausge—
stoßen habe, er brauche keine hiesigen
handwerksgesellen in seiner Wirthschaft,
da dieses aber unwahr ist, so erkläre
ich Denjenigend, der diese bos—
hafte verläumderische Aussage gegen
nich verbreitet hat, hiermit öffentlich
als einen Lügner.

St. Ingbert 6. Juli 1868.

In dem vormals durch Muaini, 8. guli.

Wendel Schwarz dahier Gruchtpreise.) Weißmehl das Mah⸗

dewohnten Hause ist die Hälfte des er à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog
oberen sowie des untern Stockes zu eh dre sr — A— 200
253 34 Ffd. fl. — kr. — 15 fl. — ki. —
wermiehen: —2 soglei bezogen In ado pfoy löft. 1 iehis 10 si. s0
wedden. 1 ir. Gerste (160 Pfd.) 9efl. 80 tr. — *
. Nuaheres bei Blechschmied. I. 40 tr. Hafer (120 Pfon Gefl. noutr.

VRaaumann. J bis 6 fl. 15 tr.

17

A. Wohlfart.
— ——“ „———J
Redaction, Druck und. Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="323" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingbert'er Anzeug er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diens tia g, Don ner 21 ag

und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 8JJ. —

— — — — —

— —

Donnerstag, den 2. JJulii.. 1868.
— — — — — — — — ——
‚r Deutschland. *
Muünchen 6. Juli, Fur die armen Abgebrannien in Auer⸗
bach wurden aus der kgl. Kabinetskasse 1800' fl. angewiesen. —
Der Gesetzgebungsausschuß der Kammer der Abgeordneten zur Be⸗
rathung des Entwurfs einer neuen Civilprozeßordnung wird am
Montag, den 13. ds. an welchem Tage auch die besonderen Aus—
chüsse für die Militärstrafgesetzgebung zusammentreten, seine Sitz⸗
ungen wieder aufnehmen. — Die Unterstützungen für die dürftigen
Zoͤglinge der Präparandenschulen wurden an die einzelnen Kreise
je nach der Anzahl der Bedürftigen vertheilt. Die Gesammtsumme
der Unterstützungen beträgt für das Königreich 65,422 fl. (im
vorigen Jahre 58,650 fl.) wovon mehr als 30,000 ft. aus Central⸗
fonds bestritten werden, während der Rest durch die von den
Landräthen der meisten Kreisen mit dankenswerther Fürsorge be⸗
willigten Mittel aus Kreisfonds gededt ist. Bei Zugrundetegung
zeiner Zahl von 1427 mehr oder minder unterstützungsbedürftigen
Präparandenzöglingen, etwa 90 pCt' ihrer Gesammtzahl.kriff⸗
rienach durchschnittlich güf jeden Einzelnen eine Jahresunterftützung
bdon 50 fl. 8
München, 7. Juli. Gegen Mitte dieser Woche wird der
sronprinz von Italien, von Florenz kommend hier einteeffen und
mehrere Tage hier verweile. 9
Nach einer Notiz der, „Südd. Presse“ ist der quies.
Staatsprocurator Paraquin in München zum Notar in Franken.
thal ernannt worden. Hr. Paraquin war im Jahre 1849 Sub—
stitut des Staatsprocurators am Bezirksgericht Landau, wurde
dann pensionirt end lebte seither in München.

Constanz, 7. Juli. Die Czechenwallfahrt ist dem Pro⸗
Jdramm gemäß verlaufen. Am Huß-Stein sprach Dr. Friisch:
„Der Besuch des Grabes unseres Rationalheiden stärkt uns zum
Freiheitskampf Böhmens gegen die Despotie. Wir gönnen Deuische
and seine Einheit; möge Deutschland Böhmen feine nationate
kristenz gonnen!“!“;

Stuttg art 6. Juli. Bei einer Wählerversammlung in
Weikersheim hielt Staatsrath Mittnacht eine Rede, in welcher er
dzinsichtlich der deutschen Frage eine südbündlerische Staatenbildung
verwirft: Württemberg müsse abwarten, wie sich die Diuge ge⸗
stalten würden. Aus Norddeutschland werde entweder ein Ein⸗!
heitsstaat. oder Preußen müsse seine Annexionspolitik verlassen und
den Süddeutschen ein wahres Bundesverhältniß proponiren, wo⸗
nach eine nationale Einigung unter annehmbaren Bedingungen er⸗
folgen könne. Um in Sicherheit warten zu können, sei es noth—
wendig, daß Volk und Regierung zusammengehé, weßhalb die Be—
strebungen der Demokratie gefährlich seien. Hoffentlich werde Würt⸗
lemberg das Parteitreiben und die Ausschreitungen der Presse
nicht einstens büßen müssen. — Die Angaben der Mündhener
Torrespondenz Hoffmann, die Bildung einer ständischen Militär—
rommission der süddeutschen Staaten betreffend, werden aus besteꝛ
Quelle für unächt bezeichnet. J W

Berlin, 4. Juli. Die Ausrüstung der gesammten Land⸗
vehr des norddeutschen Bundes mit dem Zündnadelgewehr wird
etzt von der „Voß'schen Zeitung“ als beendet bezeichnet.

Ueber die Demolirung der Festungswerke von Luxem-,
burg lesen wir in Berliner Blältern: Vor einem halben Jahre
var ein halbes Dutzend Arbeiter anscheinend mit Sprengungs⸗
und Demolirungsarbeiten beschäftigt, aber auch dieses kleine Häuf—
ꝛein feiert jetzt und es ist ganz still geworden von ihrer Thätigkeit.
Es wäre gut, wenn die Offiziösen diese Mittheilung idieen
önnten.“ ...

J England. J

Von der auswärtigen Presse ist besonders die englische die
sich mit dem Lutherfeste beschäftigt. Die „Times“ erklärt, daß
ie deutschen Katholiken, wie die Protestanten, wenn sie der Wahr-
jeit die Ehre geben, eingestehen müssen, wie Luther ihnen nichl
nur den freien Gedanken, sondern auch das Wori für denselben
zegeben. Wie Dante habe er seinem Volke die Sprache gegeben,
ind ohne Luther und den Protestantismus wäre vielleicht das

katholische Deutschland noch heute so weit zurück, wie im sechzehn ·
jehnten Jahrhundert. Die Anwesenheit des Königs von Pr eußen
bei Enthüllung des Denkmals findet die „Times“ durchaus im
Einklange mit dem Berufe Preußzens Deuischland zu führen. So
habe der nordische Staat sich allenthalben zur rechten Zeit an
die Spitze gestellt; so habe er sich an die Spitze der Katholiken
gestellt, um den Ausbau des Kölner Domes zu unternehmen,
vie er heute an erster Stelle bei dem Fefste der Protestanten ver⸗
treten sei. Während Oesterreich fich selbst dem deutschen Reiche
mehr und mehr entfremdet habe, während die üdbrigen Fürften
theils wegen ihrer geringen Macht, theits wegen ihrer mehr ro⸗
mischen als deutschen Politik mehr und 'mehr in den Hintergrund
urücgetreten, habe Preußen mit klarem Bewußtsein seiner gegen⸗
wärtigen Stellung zugestrebt.

London, 86. Juli. Die Prinzesfin v. Wales ist eines
Töchterchens genesen: „Muttet und Kind befinden sich wohl.“ —
In Ptymouth sind Dampfernachrichten vom Cap der Juten Hoff⸗
nung vom 4. Juni eingetroffen. Dieselben melden, daß zwei
Delegirte des Volksraths des holländischen Freistaates am 19. Juni
nach England abreisen sollten, angeblich mit geheimen Vollmachten
Rußlands, Nordamerikas, Spaniens und Hollands versehen, um
das Einschreiten dieser Staaten nachzusuchen, wenn England fich
veigere, die Forderungen des Freisiaaies, gelegentlich defsen Pro—
estes, zu erfüleen.

LSondon, 7. Juli. Aus Paris wird gemeldet, daß „Reu⸗
ters Telegramm Company“ dahier und das Bankhaus Erlanger
und Comp. in Paris die Concession für Legung eines unter⸗
seeischen Kabels von Frankreich nach den Vereiniglen Staaten auf
die Dauer von 20 Jahren erhalten haben. J

Schweiz.

— Bern, 6. Juli. Heute wurde die Bundesver—
jammlung eröffnet. Präsident des Nationalrathes (Ab⸗
Jeordnetenhauses) ist Bankdirector Kayser aus Solothurn;
Zräsident des Ständerathes (Senates) Landammann Aepli
aus St. Gallen.

Italien.

Einem Correspondenten der Pall-Mall-Gazette“ zufolge hat
Cardinal Antonelli wieder über seine Gegner gesiegt und wird
einen Posten behalten. Vor einigen Tagen habe der Papst ge⸗
sagt:: „Ich bin zu alt für einen Miuisterwechsel und habe mich
übrigens auch eininal' an Antonelli gewöhnt. Es ist nicht der
Mühe werth, für die mir noch übrig bleibende Lebensspanne einen
neuen Rathgeber anzunehmen.“ J

RMußland. *

Petersburg, 29. Juni. Der Czar wird weder“ den
römisch⸗katholischen, noch den schismatischen Bischöfen gestatten,
dem ökumenischen Concil von Rom beizuwohnen. n

Amerikaa.

NRew-York, 4. Juti. Johnson erließ eine Proclamation,
welche alle Theilnehmer, der Rebellion ausgenommen die wegen
daudesverraths angeklagten und verurtheilteu, begnadigt. — Die
britische Fregatte Chanticleer hat Mazatian (Hafen an der
mexicanischen Küste) wegen Insultirung der brinschen Flagge
blokirt.

Proeest EChorinsky.

*a GFortsetzung.) .

J Munchen, 24. Juni.
WVertheidiger: Halten Sie Graf Chorinsky für gutmüthig?
GBeiger: Wenn ich absehe vom Gegenstande der vorliegenden
Antersuchung, könnte ich ihn als gutmüthig ansehen, wie dies sinn-
siche Menschen ja so gewöhnlich sind.

In Bezug auf das vom Angeklagten versprochene reumüthige
Beständniß deponirte Zeuge Geiger: Nach dem Verhöre vom
        <pb n="324" />
        27. December 1867, worin er dem Grafen über die schwersten durchgesetzt wurde, habe Chorinsky sich so tief in Schmerz versenkt
Punkte der Anschuldigung Vorhalt gemacht habe, sei ihm derselbe daß er heftige Convulsionen und Zucungen bekommen, und länger
d niedergebeugi und gedrückt unter der Wucht dieser Vorhalte er⸗ als eine halbe Stunde ohne Besinnung dagelegen sei. Bezüglich
chienen, daß er den geeigneten Moment gekommen erachte, ihm zu seiner Gattin habe er fich dahin geäußert, es schmerze ihn sehr,
Herzen zu reden, und er habe ihm nun dvorgestellt, er solle bei der daß sie es sei, und daß er vor der Verheirathung nicht nähere
Sachlage, wie sie einmal liege, ein reumüthiges Geständniß able. Erkundigungen über sie eingezogen habe; aber er wünsche ihr ein
gen. (Ob er gerade diese Worte gebraucht habe, erinnere er sich zanz gluͤckliches Loos, nur solle fie in eine Scheidung von' ihm
nicht mehr.) Chorinsky habe hierauf erklärt: Ich will Alles sagen, einwilligen. Der Graf habe sich auch oͤfter über deren Untreue be⸗
lassen Sie mir nur Zeit, ich will das Geständniß schriftlich über⸗ klagt, und darüber, daß er von ihr getäuscht worden sei. Bei sei⸗
geben. Derselbe habe einen Bogen geschrieben; da er (Geiger) aber nem Verhältniß mit der erwähnten Stiftsdame habe er sie (Zeu⸗
zicht das, was er erwarte, ein aufrichtiges Geständniß, gefunden zin), als dasselbe abgebrochen werden sollte, auf den Knieen
habe, so habe er gesagt, er möge das weitere Schreiben gut sein lehentlichst ersucht, ihm noch eine Zusammenkunft mit derselben
lassen, er (Geiger) werde ihn nun zu Protokoll verhören. Uebrigens zu verschaffen, und als sie sich dessen geweigert habe, erboten, er wolle
wolle er nicht gesagt haben, daß Chorinsky ihm versprochen habe, als Bettelmann mit einem großen Barte kommen, so daß ihn ge⸗
jein ganzes Verbrechen zu belennen. wiß niemand erkenne, und falls jemand ihn bei dieser Zusammen⸗
Mil der Verlesung mehrerer Protokolle über Verhöre mit dem kunft überraschen sollle, sich in einen Kasten einsperren lafsen.
Angeklagten, deren Resultate in der Anklageschrift enihalten sind. Derselben habe er Haare aus seinem Schnurrbart geschenlt, ein
endete die heutige Sitzung. Dtück von einem Kleide derselben auf seinem Herzen getragen und
ainen von ihr benutzten Schuh wie ein Heiligthum aufbewahrt.
28. Juni. Bald darauf habe er ein Fräulein v. Prohaska nur einmal gesehen
J Buni·und sofort gesagt, bei ihrem Anblicke habe ihn ein magnetisches
Zu Beginn der heutigen Sitzung kam ein Schreiben des Feuer durchsirdeni, jetzt jei er ganz glüclich, denn sie sei ein Engel
Hener icomnendos Wien zur Verlesung welches die Aussagen des und nebenbei Milliomärin u. s. w. Die böse Gouvernante des
Feldmarschall⸗Lieutenants Grafen Frauz Marenzʒi enthält. Derselbe dauses habe er vor den Kindern nach deren Verlangen karrikirt,
lac e ene den Grafen Chorinsth von Laibach aus. wohin ind man habe ihn in den Zeitungen seine4⸗ excentrischen Wesens
derselbe ofters zu seinem Vater, welcher damals Statthalter dort zalber verspottet. Ferner üderschüutet die Zeugin das Benehmen
wvar, auf Urlaub gekommen sei, — aber nur ganz oberflͤchlich, er Grafin“ gegen den Grafen mit herbem Tadel, da es die gehö—
henn er sel nur einigemale in Gesellschaft mit ihm zusammengee rige Aufmertsamkeit sehr habe vermissen lassen; so habe sie einmal
e en. Er habe nar gehört, daß Chorinsty sich dort in ein dei Tische eine Semmel nicht gehörig uberreicht, sondern so hin⸗
wohlerzogenes Fräulein ous jehr achtbarer Familie derart verliebt Jeworfen, daß sie über den Tisch gerollt sei.
habe, daß er stundenlang vor deren Fenster mit einer Pistole auf-· AUngeklagter: Es ist nicht wahr, daß ich einmal befinnungs
und abgegangen und gedroht habe, sich zu erschießen, wenn sie los gewesen din. A—
nicht am Fenster erscheine; in der Garnison habe man Chorinstyꝰs (gaortsetung folgt.)
Benehmen als das eines verücten Kopfes“ bezeichnet. Im per⸗ — —
onlichen Umgange habe man an Chorinsky nichts Auffällige? Fermische
emerkt. p Kaisershutern, 7. Juli. Unter zahlreicher Bethei⸗
Angeklagter: Ich habe nichts zu beinerken, als daß dies nicht iegung von Deputationen fast aller pfälzischen Vorschußbereine als
vahr ist. auch vieler Mitglieder des hiesigen Vorschußvereins fand geftern
Die Schreinermeistersfrau Minna Bath aus Heidelberg depo⸗ Abend, in Anwefenheit des Anwalts der deutschen Genossenschaf⸗
zirt über das Verhältniß der Ehegatten Chorinsly waͤhrend ihres ten Hexrn Schulze⸗Delitzsch, die ausgeschriebene Vorversammtung
Nufenthalis bei Hofrath Schlosser in Heidelberg, daß fie beinahe der pfälzischen Genossenjchaften im Wächter'jchen Saale dahier
aglich mit dem Thorinsky zusammenkam. daß die Frau sehr aus statt. Das Bureau wurde aus folgenden Herrren gebildet: Vor—
pruchsvoll in Bezug auf Kleidung und sehr hefniger Natur gewe sitzender Herr Assessor Petersen aus Frankenthal, zu dessen Stell-
zen, und deßhalb oft Streit zwischen den Eheleuten entstanden sei. vertreter Herr J. W. Jacob. Kaufmann aus Kaiserslauser.n
Früher als sie noch ledig und als Schauspielerin in Heidelberg Schriftflhrerer: die Herren Löb aus Landau und Heinrich We—
Jewesen sei, habe sie sich von einem Herrn unterstützen assen; als ber, Kaufmann aus Kaiserslautern. Sodann wurde die Tages⸗
sie aber als Frau dort war, habe sie nicht das mindeste Nach- ardnung für die heutigen Verhandlungen festgesetzt. Herr Schulze⸗
heilige gehoͤrt. Die Gräfin sei sehr ruhig und der Graf gegen Delitzsch hielt hierauf einen erläuternden Vortrag über den Zweck
Feselde sehr gut gewesen; heftig sei sie nur geworden, wenn ihren der Genossenschaften im Allgemeinen. Der Begleiter Herrn Schulze⸗
Ansprüchen nicht genügt wurde. Delitzsch's, Banlier des in Berlin bestehenden Central⸗Bureaus
Louise Oit, welche bei Bath zu Besuch war, als die Gräfin der deuischen Genossenschaften sprach noch über das Wechselgeschüft
noch Schauspielerin in Heidelberg und täglich im Bath'schen Hause und das Wechselrecht. Der Sangerbund im Arbeiterverein brachte
zu finden war, schildert die Gräfin als eine zwar eingezogene, aber später Herrn Schulze⸗Delitzsch ein Ständchen, für welches derselbe
uberspannte Person, und will die Wahrnehmung gemacht haben in einer Ansprache an den Verein herzlich dankte.
daß die Frau den Grafen beherrscht habe. Speyer, 6. Juli. Die Prüfung behufs Zul assung
ꝰ Ritter v. Glanz, im Jahre 1844 und 1845 Hofmeister des zum einjaͤhrigen Freiwilligendienste wird Montag, den 17. August,
Brafen Chorinsty, sagt, daß derselbe ein sehr erregbarer Knabe Vormittags Fun UÜhr im neuen Gebäude der Gewerbschule zu
gewesen sei, so daß er Besorgniß gehabt habe, was daraus werden Speyer ihren Anfang nehmen und es werden die betreffenden
Hlle. Bei den geringsten Anlässen sei er in höchste Erregung Zuiessungsgejuche voin 1. August an angenommen. — Erforder⸗
rathen und geberdete sich dann so widerspenftig, daß dessen Mutter lich sind: a) der Geburtsschein, oder statt dessen ein Schulzeug⸗
gerufen werden mußte, auf deren Ermahnungen hin er sich oft niß, in welchem die Geburtszeit genau angegeben ist, und —X
lötzlich unter stürmischen Umarmungen und Küssen derselben um Identitätszeugniß, beglaubigt von der DistriktsPolizei⸗Behörde des
den Hals geworfen und sie um Verzeihung gebeten habe; manch⸗ Aufenthaltsories. Solche, welche auf Art. 37 des Gesetzes Au⸗
mal hätten aber auch diese Ecmahnnngen nichts geholfen. bald spruch machen, haben das erforderliche Zeugniß über ihre Mittel⸗
darauf sei der Knabe von selbst zu ihm gekommen und habe ihn losigkeit, von der Districts⸗Polizei⸗Behörde beglaubigt, beizulegen.
am Verzeihung gebeten. Dann habe er eine Zeit lang gut ge⸗ p München 5. Juli. Nachdem das schwurgerichtliche Urtheil
han, bei dem geringfügigsten Anlasse aber habe sich wieder eine gegen Chorinsky in Rechtskraft getreten ist, wird derselbe an einem
huliche Scene ereignet. Zwei seiner Geschwister seien ebenso heftig der nächsten Tage nach der Veste Rosenberg bei Kronach (Ober⸗
ind reizbar wie er, während seine beiden anderen Geschwister ganz franken) abgeführt werden. J
rahigen Temperaments seien. Gr'af und Sängerin. Ungeheures Aufsehen, schreibt
Zeugin Gräfin Stohm, Ehrenstiftsdame aus Wien, kennt den nan dem „Frbl.“ aus Muünchen, macht in allen Kreisen der
Brafen Chorinsky aus den Jahren 18683 und 1864, und sah den⸗ Siadt eine Cifersuchtsseene, welche sich vor einizen Tagen im
elben zu Brünn, seitdem habe sie ihn nicht mehr gesehen. Was Salon der Opernsängerin Frl. Mallinger abspielte, und deren
einen Character betreffe, so habe er ein jehr gutes Gemüth und Acteur und zugleich Regisseur ein junger Graf Arco⸗Valley war,
ein sehr gutes Herz; seine schwache Seite sei eine fürchterliche velcher betanntermaßen feit langer Zeit das Haus der Künstlerin
Schreibewuth; so habe er mit einer Stiftsdame zu Brünn ein etritt und ihr die größte Aufmerksamkeit zuwendet. Der Um—
Verhältniß beginnen wollen, und an dieselbe Briefse von zwanzig tand, daß seit Wochen der Schauspieler Hecr Düringsfeld der
enggeschriebenen Seiten gerichtet, und in dieselben Blumen ja ganze tete Begleiter, ja fast der zweite Schatten des Frl. Mallinger
Bouquete eingeschlossen, jo daß man dieselben auf der Post gar st, gab dem klatschsüchtigen München überreichen Stoff zu De—
nicht habe aunehmen wollen. Er sei Stunden lang vor ihrem datten. Vor einigen Tagen nun — so wird von der einen Seite
Zimmer auf⸗ und abgegangen, und habe in die Fenster desselben tzaͤhlt — war bei Frl. Mallinger Soiree, zu welcher deren beste
zfumen geworfen. Ueber die Trennung dieses Verhältnisses, welche Zekannten geladen waren, und bei der auch der junge Graf
riolgte, weil er schon verheiralhet war, und eine Scheidung nicht A. V. erschien. Plößlich habe der junge Fanatiker einen Revolver
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        mit dem Bedeuten gezogen, „daß, wenn ihm die Dame des
herzens nicht gehoören lönne, sie auch keinem Andern gehören
olle,“ und auf Frl. Mallinger angelegt. Rasch sei jedoch Herr
d. beigesprungen und habe dem Grafen unter Applicirung einer
zewaltigen Ohrfeige die todtbringende Waffe aus der Hand,
ind dann den Attentäter zur Thür hinausgewunden, während
zie Zwischenpausen von Frl. Mallinger und deren herbeigeeilten
Muttter und einer Freundin mit Ohnmachten ausgefüllt wurden.
Sofort durchlief die Stadt das Gerücht von einem im Kapuciner⸗
bäldchen stattfinden sollenden Duelle zwischen dem Grafen Arco⸗
Valeh und dem Schauspieler Herrn Düringsfeld. Daß man
ziesem Duelle von Seiten der Polizei ebenso Aufmertsamkeit
uwendete, wie dasselbe aber auch nicht stattfand, kann ich Ihnen
icher melden.

fNürnberg, 3. Juli. Ein Gesuch des hiesigen Ma—
zistrats, die Hundevisitationsgebühren erhöhen zu dürfen, ist vom
inisterium abschlägig beschieden worden, imdem dasselbe die
dandebesteuerung auf dem Wege der Gesetzgebung — also für
zas ganze Land — in Aussicht niummt.

FManuheim, 2. Juli. Heute versammelte sich eine
Anzahl Actionäre der Baumwollspinnerei Kaiserslautern im Bör⸗
enlocale und kam man überein, unter Beziehung auf das Gesell⸗
chaftsstatut und nach den deßfallsigen Bestimmungen des deutschen
handelsgesetzbuches, den Verwaltungsrath auf dem Rechtswege für
zie erlittenen Schäden haftbat zu machen. 105 Actien waren
ʒei der Versammlung vertreten.

—In Frankfurt kamen in den letzten 17 Jahren (1851 bis
1867) im Ganzen 445 Selbstmorde vor, darunter 381 bei Män⸗
nern, 64 bei Frauen. Hinsichtlich der Art des Vollzugs kamen
»or: bei Männern das Erhängen 166, das Erschießen 135, das
Ertränken 36, das Vergiften Gmal; bei Frauen das Erhängen
18, das Herabstürzen 11, das Vergiften 10, das Erschießen 5mal.

In Essen nehmen die Erdstörungen unaufhaltsam Fort⸗
zng; neue Risse sind in letzterer Zeit an mehreren Häuser im
Innern der Stadt vorgekommen. I

F In Jaßbereny (Ungarn) wiederholen sich seit 15. Juni
die Erderschütterungen täglich 2 bis 3mal; das bestürzte Vollk
oefürchtet, daß dies nur die Vorboten eines stärkeren Erdbebens
eien, und hält sich bei Nacht im Freien auf; auch der Gottes⸗
zienst wird im Freien abgehalten.

Aus der Schweiz. Die Zwei⸗, Ein- und Einhalb⸗
Frankenstücke von 1850 und 1851 werden laut Beschluß des
chweizerischen Bundesraths am 1. Januar 1869 außer Ver—⸗
ehr gesetzt. Ebenso treten die Zwei- und Ein⸗Frankenstücke
ranzosischen Ursprungs von den Jahrgängen 1866 und die
zwanzig⸗Centimes-Stücke von 1864 vom 1. November 1868 an
außer Kurs.

fIn Marseille, dieser ersten Hafen- und Handelsstadt
Frankreichs, herrschen Zustände, wie in Ravenna; es hat sich da⸗
elbst eine Bande von Strauchdieben eingenistet, welche allnächtlich
Zersonen anfallen, durch Schläge betäuben und berauben. Ferner
zetreiben diese Schnapphähne das italienische System der viscati,
der Looskauferpressung so hübsch, wie in einem Landstädtchen der
Romagna. So erhielt vor einigen Tagen ein reicher Geschäfts⸗
nann ein Schreiben, in welchem er aufgesordert wurde, eine be⸗
timmte Geldsumme an einen gewissen Ort zu senden. Als der
Mann dieser Aufforderung binnen einigen Tagen nicht nachgekom⸗
men war, erhielt er ein Kistchen zugesendet, das ein Buch zu ent⸗
halten schien. Die Sache kam ihm verdächtig vor, und er über⸗
jab das Kistchen der Polizei, welche mit aller erdenklichen Vor—⸗
icht die Oeffnung vornehmen ließ und richtig eine kleine Höllen⸗
naschine vorfand. Ein anderer reicher Hauseigenthümer, der
Neffe eines berühmten Pariser Arztes, erhielt d.e Aufforderung,
3000 Franct an einem bestimmten Ort zu hiuterlegen; geschehe
zas nicht, so werde sein kleiner Sohn gestohlen werden. Die Be—
zölkerung ist über diese Vorgänge in leichtbegreiflicher Aufregung
ind verlangt, daß die Polizei, welche der Stadt jährlich 790,000
Francs kostet, ihre Schuldigkeit thue. In Bordeaur sollen die
Zustände nicht viel besser sein, und La Gironde dringt auf Ueber⸗
ragung des Sicherheitsdienstes an das Munizipium.

— Wie ein engl. Blatt berichtet hat sich eine Gesellschaft ge⸗
zildet, welche die Legung eines Telegraphen von Brest nach New
nork vornehmen wird. Das Kabel soll in England angefertigt und
oom „Great Eastern“ gelegt werden.

fF Liverposol. Ueber einen traurigen Fall, welcher sich
im 2. d. hier zutrug, wird Folgendes geschrieben: Der Dispo⸗
ient eines Kohlengeschäftes in James Street, Namens Joseph
Jones, gerieth mit seiner im Comtoir anwesenden Frau in einen
Wortwechsel, der bald in einen hitzigen Streit ausartete. Der
ähzornige Gatte erfaßte den schweren eisernen Griff einer Copir—
naschine um seine Frau damit zu Boden zu schlagen. Aber noch
he es ihm gelungen, den todlichen Streich auszuführen, hatte ihm
dengeiftesgegenwärtige junge Frau das Mordinstrument aus der

Zand geschlagen, welches durch das geschlossene Fenster nach der
2traße hinausflog. Durch das Klirren der zerbrochenen Fenster⸗
heibe und den lauten Hilferuf der geängstigten Frau veranlaßt,
raten mehre Straßengänger in die Office, woselbst sie den Jones
zuhig und besonnen antrafen, als wenn nichts vorgefallen wäre.
Als man ihn nach der Ursache fragte, trat er, ohne ein. Wort
ju erwiedern, zu seinem Pulte, nahm aus demselben ein Rasir⸗
nesser und schnitt sich vor den Augen der erstarrten Zuschauer
rahezu den Kopf ab. J F
4 Der deuische Reisende Mauch solb in Südafrika Gold⸗

elder von seltenem Reichthume entdecht haben: das eine am nörd⸗
ichen Ufer des Zambefi⸗Flusses, das andere in der Transvaalischen
Kepublik (etwa 800 englische Ml. N.⸗W. von Natal),; es soll eine
zänge von 60 und eine Breite von 30 Meilen haben.

F.Ueber die Pulvperexplodion, wilche am 20 Juni Vor⸗
nittags 10 Uhr in Bucharest stattgefunden, wird gemeldet; „Ne—
jen der Artilleriekaserne auf einer Anhöhe, die · noch zum Theil in
)er Stadt liegt, waren in einer Werlstatt 86 Arbeiter mit der
Unfertigung eines Feuerwerks beschäftigt, welches zu der Ankunfi
des Prinzen Napoleon abgebrannt werden follte., Durch eine noch
aicht ermittelte Ursache fingen eirca So Pfd.Pulver, die sich im
Urbeiterlocal befanden, plötzlich Feuer und schleuderten das Dach
des Gebäudes nebst den unglücklichen Arbeitern in die Luft. Von
diefen wurden 32 verstümmelte Leichen wieder aufgefunden und 4
Zchwerderwundete befinden sich augenblicklich noch am Leben. Au⸗
zerdem sind mehrere in der Nähe stehende Häuser stark beschädigt
ind die Fensterscheiben zertrümmert worden. Reben der Werlstatt
efand sich ein noch mit mehreren Centnern Pulver angefülltes
MRagazin, welches, wenn es unglücklicher Weise ebenfalls Feuer ge⸗
angen hätte, unfehlbar einen nicht unbedeutenden Theil der Stadt
zerstort und die Bewohner unter den Trümmern der Häuser be⸗
zraben haben würde.“
Landwirtheca *liches.

Ueber die Ernte⸗Aussichten dieses Jahres
zerlautet Folgendes: In der Schweiz ist die Heuernte im
»ollen Gange und ausgezeichnet. Auch um den Wein, das
Ibst und die Feldfrüchte steht es sehr gut. Das Jahr 1868
cheint nachholen zu wollen, was 1867 vernachläfsigte. Aus
Bürttemberg: Die Heuernte ist, von der Witterung begünstigt,
n vollem Gange und fällt sowohl bezüglich der Menge als bezůg⸗
ich der Güte über alles Erwarten gut aus. Der Stand der
Zopfenpflanzungen läßt nichts zu wünschen übrig. Ueber die
Fruchternte, welche jedoch in ca. 6—–8 Wochen erfolgen duürfte,
ind die Anfichten zwar etwas getheilt, keinesfalls aber wird fie
yon nur mottlerem Ergehnisse sein, insbesondere stehen die Winter⸗
rüchte außergewöhnlich schön. Auch die Kartoffeln versprechen eine
zute Ausbeute. Die Weinberge stehen prachtvoll und versprechen
einen sehr ergiebigen Herbst; minder gut füllt dort der Obftertrag
zus: Steinobst gibt es dort reichlich, Kernobst dagegen fehlt sehr.
— Die Traubenblüthe in Franken ist schnell und ohne Nachtheile
ür die zahlreichen Früchte vorübergegangen. Eine segensreichere
ind glücklichere, Traubenblaut“ weiß sich Niemand zu erinnern.
Der sichtbare Segen besteht in einer unermeßlichen Fülle von
ungen Früchten, die dort, bei nur einer günstigen Witterung —
vir sind den besten Weinjahren 1846 — 1821 - 1811 um ca.
ierzehn Tage voraus — eine reiche Weinernte bringen werden.
die Weinpreise gingen in Folge dieser Hoffnung sehr zurück. Zu
abelhaften Spottpreisen wird in allen Münchener Lokalblättern
frankfurter Aepfelwein, der allgemeine Anerkennung findet, die
Naas zu 6 und 8 Kreuzer anusgeboten. Es sollen in der un⸗
ern Maingegend noch große Massen lagern, deren Gebünde man
ür den Herbst frei bekommen möchte. — Von der Mosel meldet
»ie Kobl. Z., daß die Heuernie nicht so reichlich, aber an Güte
jesser ausgefallen ist, als die vorige. .Die Getreideernte betrachtet
nan als gesichert, sie ist eine reiche. Kartoffeln sehr schön. —
Aus Ungarn hört man, daß Alles dort schön steht, weil der Re⸗
zen noch rechtzeitig kam. Da und dort ist das Heu etwas
verregnet worden, und der Waizen ewwas brandig. —
In Sachsen ist die Ernte trotz der Hagelschlage sehr zu—
riedenstellend. Getreide, Futter, Obst versprechen, alle reichen Se⸗
jen. — Ueber die Aussichten in Frankreich berichtet die „Patrie,“
zaß sie allgemein ausgezeichnet sind. Nur im Süden war es et⸗
vas zu trocken, der nüchtiäglich eingetretene Regen hat aber vieles
zut gemacht, so daß das Ergebniß auch da befriedigend ist. Im
Nordosten haben die Obstbäume durch die Maikäfer sehr gelitten.
Die Verfolgung der Maulwürfe und Vögel, die nirgends ärger
etrieben wird als in Frankreich, rächt sich hier bitter) Der
Bein steht prächtig. — Aus Italien lauten die Nachrichten von
illen Seiten vortrefflich. Getreide, Wein, Oel, Reis, Seide,
Alles gut. Die Preise der Lebensmittel sinken. — Nachrichten
ius Spanien lauten sehr traurig. — In Castilien herrscht seit
zeraumer Zeit Hungersnoth. Man berichtet jetzt aus Madrid,
daß die Züstände in der Umgebung der Hauväistädt'schrecklich sind.
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        Der Stand der diesjährigen Ernte gebe keine Hoffnung auf Aen⸗ Vieh zur Tränke zu treiben. Richt seit dem Jahre 1822 sol die
derung dieses Elendes. — Die Plage der Heuschreden derheert Ernte in Yorksshire z. B. um die gegenwärtige Zeit so weit
die römische Campagna, und hat bereits unsäglichen Schaden an⸗ vorgerückt fein, doch klagt man üÜber Mangel an Fülle. Klee und
gerichtet. Die dortigen Behbrden thun jedoch nicht das Geringste Heu sind ohne Kraft und Saft, und mit dem Steigen der Preise
jur Bekämpfung dieses Uebels; unter der frommen Regierung, in diesen Futterartikeln nehmen Nachfrage wie Preise für Mast⸗
heißt es: Gegen die Plage, die Golt sendet, soll des Menschenjvieh ab. Auch der Waizen sowohl wie Hafer und Gerste zeigen
hand sich nicht erheben. — Frankreich und England. In n nur lleine Aehren, ein schwaches kurzes Stroh. Letzteres gilt
sandwirthschaftlichen Correspondenzen französischer Blatter wird in besonders vou Hafer und Gerste. Ueber Erbsen und Bohnen wird
letzter Zeit vielfach Klage über Mangel an Regen laut, dessen die weniger gellagt, aber Kartoffeln, die frühen wenigstens, sind sehr
Sauten in einigen Gegenden Frankreichs dringend bedürfen. Aehn⸗ klein ausgefallen· Die Spätsaat derselben ist des Regens
iches wird auch in den Provinznachrichten Englands mitgetheilt. sehr bedürftig, und Trodenheit und Inselten haben fich ber⸗
An vielen Orten llagt man über Trockenheit, und auf den Höhen, einigt, ganze Aecker Rüben zu verwüsten. In mehreren Orten
vo man insgemein auf Cisternen und Regenfänge angewiesen ist vurden bereits kuͤrzlich offentliche Gebete um Regen in den Kir⸗
macht sich die Rothwendigkeit geliend; erst einige Meilen weit das chen veranstaltet.
—*
—— — 8 SGI ATAAAI T .
Bekanntmachungen.) Vérkaufslocal im Höôtel LAUR.
—8* Veranlaßt durch das Vertrauen, welches sich mein Etablissement während
seines letzten Besuches dahier zu erfreuen hatte, habe ich wieder auf kurze Zeit,
ein Lager der elegantesten, solid und modern gefertigtennn
ꝓerrenkleid
aufgestelt.
Dasselbe bietet alles, was Eleganz und Mode erheischen, in reichster Aus—
wahl ebonso sind Preise, wie nachstehend bemerkt, so auffallend billig, daß jeder,
der bei mir einkauft, Geld spart! a J
Ihh verkaufe Tuchröckke mit Orleans, Tailgencloth
und Serge gefüttert, schon von 9 fl. 30 kr. an bigs
—18 fl.
Zommerröche in Bukskin von 6 bis 1861
Haus-Garten- und Comptoir-Röcke von 2fl,
r. an bis 4fl. 30 kr —
Egale Anzüge in den feinsten Stoffen von 16.
W bis 30h.
Jaquettes, RPyijecks und Cheviots von 6, 8,
bis 18 f..
Aleher iehzer von 10 bis 12, 16 bis 20 fl.
Joppen von 5 bis 8 fl;
ganz feine Bußkskin und schwarze Hosen von
56., 8, 8 bis 10 fl.
IJ Arbeitshosen à2 sll.—
. Schlafröke von 5h fl. an, ferre
leinene Anzüge, Lüstre- und Grosgrain⸗
Säcke und Röcke zu sehr billigen Preisem.
Zur geneigten Abnahme empfiehlt sich bestens
MVR, Horrengarderobefabrikant
aus Maunheim.

Hausversteigerung.

Samstag den 11. Juli 1868 Nach⸗
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in
der Behausung des Seifensieders Hein⸗
rich: Schmitt,“ lassen die Kinder und
krben der daselbst verlebten Eheleute
Johann Feichtner des alten und Eli—
abetha Schweitzer, das nachbezeichnete
Wohnhaus der Abtheilung wegen öf—⸗
'entlich in Eigenthum versteigern J
nämlich: —— ———

9 Dec. Zläche worauf ein ¶ Wohnhaus
mit Stall, Scheuer Feljenleller, Hofraum,
Pflanzgarten und allen sonstigen Zubehörun⸗
zen, Älles beisammen liegend zu St. Ing⸗
hert auf'm Hahnacker, neben Schieferdecker
Schmitt und Johann Schmelzer. 3

Born, kgl. Notar.
Gleich uach dieser Versteigerung lüßt Jo—
hann Feichtner von St. Ingbert jetzt in
olmerika seine sämmtlichen Liegenschaften hie—
—XD
1 35 Dec. Acker rechts der Kapelle, neben

gohann Joseph Schmelzer.
2. 37 Dec. Acker aus'm großen Flur J. Ah⸗
nung, neben Peter Fischer.
3. 20 Dec. Wiese in den Seyenwiesen, ne—
ben Johann Adam Feichtner und
Carl Feichtrzeer.
4. 38 Dec. Ader im Betzenthal, neben Jo—
hann Klahm.
5. 16 Dec. Wiefe in den Potaschwiesen,
neben Johann Adam Beck.
6. 38 Dec. Acker in der Pfuhlwies, neben

Johann Joseph Hager und Anstößern.

7. 22910 Dec. Acker am Forellenweiher
neben Johann Joseph Schmelzer.
H”)o)Jrn, kgl. Notar.

ZIch Nicolaus Walle, erklaͤre

hiermit, daß alle die Schimpfwörter

und Verläumdungen, die ich gegen die

Ehefrau des Johann Müller, Berg—

478 ä. J mann, ausgesprochen habe, unwahr sind

Samstag den 11. Juli 1868, Nach. p —

ninte une bei Saensieder Schudt, Ind nehme dieselben hier bffentlich zu-

laͤht Philipp Wentzel, Wirih de seinen rück.

Barten in den Großgärten mit 20 Ruthen St.— rt den 6. JZulies1 J
ieben Ludwig Vogelsang und Johann —— St. Ingbert m 6 Juli 1868.
auf Zahlungstermine in Eigenthum ver⸗ Nicosaus Walle,

steiger.. v Schweinhirt.
neigern Gorn, kgl. Notar. —— cociuhi —

— — — — — Frucht⸗, Brod⸗ Fleische⸗ ꝛc. Preisfe
Ein kräftiger Junge kaun der Stadt Zweibrücken vom 9. Juli.
unter annehmbaren Beding- „Fen 56. tu Korn bh 32
n Gerste Zreihige, — fl. kr., Gerste vier⸗
ungen in die Lehre treten ihge, ir S utr. Spelyeß si 38 r.
8 S„pelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.
bei Ph. Weigand, — r. — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
Schreiner. 5 fl. 24 kr., Erbsen, — f. — kr., Wicken

57 fl. — kr. Kartoffeln — fl. 56 kr., Heu
1fl. 20 r. Stroh 1fl., 12 kr. per
Zentner. Weisbrod 11 Kilogr. 20 kr.
Kornbrod 3 Kgr., 25 kr., ditto 2 Kgr.,
bakr., ditto 17 Kgr. 9 fr., Gemischtbrod
3 Kgr., 82 kr. EPaar Weck, 7 Loth
Atr., Rindfleisch, I. Qnal. 18kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr. Schweinefleisch 18 kr., per
Vfd. Wein 24. kr. Bier 6kr., per Liter,
Butter 383 kr., per Pfund. 8

J Fruchtpreise der Staddt
Kaiserslautern vom 7. Juli.

Weizen — fl. — kr. Korn s fl. 33 kr.
Zpelzkern — fl. — kr.. Spelz 5 fl.
kr., Gerste 4 fl. 19 kr. Hafer 5 fl.
15 kr., Erbsen — sl. — kr., Wicken — jl.
— kr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 25 kr.
3 Pfd. Gemischthrod 1893 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 15 kr.

* FI

—
Redaction, Druck und Verlag von F. x. Demeß in St. Ingbert.
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        St. Ingberler Anzeiger.

—
Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
and Samstag. Abonnemenispreis viertelijährig 48 Krzr. oder 183 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Samstag, den 11. Juli 1868

sro.shg —

Deut schland.

Muünchen, 8. Juli. Der Kronprinz und die Kronprinzessin
oon Italien sind mit Gefolge um 4 Uhr von Innsbrud hier an⸗
nekommen und im Hotel,Vier Jahreszeiten“ abgestiegen.

— Nach einer allerhöchsten Verordnung vom 25. Juni ist
der Handel mit Landesproducten im Umherziehen, als Getreide,
Schmalz, Eier, Butter, Geflügel u. dergl. zum Zwecke des
Wiederverkaufs nur gestattet mit einer von der Districtsbehörde
auszustellenden, blos für die Dauer eines Jahres gültigen
degitimation. J

Berlhimn, 6. Juli. Graf Bismarck wird vom 20. Juli ab
auf drei Wochen das Ostseebad zu Rügenwaldermünde besuchen
Alle anderen Zeitungsnachrichten uüͤber die Reisen des Bundeskanz⸗
lers sind unbegründet. General Moltke hat gestern eine vierwoͤ—
hentliche Urlaubsreise nach Schlesien angetreten. Der norddeutsche
Botschafter in Paris, Graf v. d Golßz, der sich jetzt von einem
jolländischen Arzte behandeln läßt, befindet sich in wefentlicher
Besserung.

Berlinn, 8. Juli. Der König reist nächsten Samstag
Abend nach Ems. — Der „Staatsanzeiger“ veröffentlicht das
GBesetz über Aufhebung der Spielbanken. — Der Staatsgerichts⸗
hof hat den hannober'schen Exminister Grafen Platen in contu⸗

matiam wegen Hochverraths zu 1öjaähriger Zuchthausstrafe und
lOjähriger Polizeiaufsicht verurtheilt. Das Kammergericht hat
den Socialisten v. Schweitzer aus Frankfurt wegen Uebertretung
des Vereinsgesetzes zu 25 Thlr. Strafe verurtheiit und die defini⸗
tive Schließung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins
ausgesprochen.“

alle die übrigen, die Ihr ohne ein Wort drein zu reden, habt zu
Stande lommen lassen. Allerdings habt Ihr seitdem in glanzen⸗
der Weise Euch in den Augen der oöͤffentlichen Meinung wieder auf⸗
zerichtet, indem Ihr mit vervollkommneten Gewehren 5800 waffen⸗
ose Garibaldianer in unmittelbarer Nähe niedergeschossen habt.“
— Zur Verhöhnung der sich jetzt häufenden officiellen Loyalitäts⸗
oaste läßt Rochefort bei einem Bankett einen Kedner auf Napo⸗
eon IV. einen Toast ausbringen. „Ich trinke mit, ruft ein be—
zeisterter Zecher. Allein Napoleon IV. wird ein Kind haben. Ja
vohl, ja wohl! jubelt die Gesellschaft. — Und zwar einen Sohn!
— Gewiß! — Und der folgt eines Tages seinem Vater nach!
— Patürlich. — Meine Herren, ich trinte auf das Wohl Napo—⸗
leon's V.! — Um zwei Uhr weniger 10 Minuten des Morgens
rank man auf die Gesundheit Rapoleon's XXXII.“ — Der
Uppell der Mitglieder der internationalen Arbeiterassociation, heißt
es an einer anderen Stelle, ist verworfen worden. Die Theorie,

welche hierüber besteht ist folgende: „Der Staat ist genöthigt, die

Arbeiter zu leiten, weil sie nicht genug Einficht besißen, um sich

elber zu leiten. So wie sie aber beweisen, daß diese Einficht

hnen gekommen ist, stellt man sie vor das Zuchtpolizeigericht.“ —

„Man zeigt an, daß in dieser Woche eine große Anzahl Narren

sich an dem Eingangsgitter der Tullerien eingefunden haben. Ich

neines Theils kenne mehre Narren, die veinahe alle Tage an die⸗

em Gitter vorsprechen. Einige tragen selbst Portefeuilles unter

dem Arm.“ — Den Schluß bildet die Aufforderung zur Errich⸗

tung eines zeitgemäßen Denkmals für Herrn Teste, den Minister,

her in der letzten Periode des Julikönigthums wegen Corrupiion

abgesetzt und vernriheilt worden war. Die Inschrift des Denk⸗

mals für ein „ebenso großes, wie unverdientes Mißgeschick“ soll,

nach dem Vorschlag Rochefort's also lauten: „Dem Gedächiniß
des Hrn. A. Teste, der drei Jahre lang Minister war und wäh⸗

end seiner Amtszeit nur ein einziges potdevin bon 100,000

Francs annahm.

England⸗

London, 4. Juli. In einem heute veröffentlichten Blau⸗
huche über den abyssinischen Feldzug finden sich zwei Briefe
Theodor's an Sir Robert Napier, kurz vor des Konigs Tode
geschrieben, welche einen Einblick in jenen wundersamen Charac⸗
er gestatten. Das erste dieser Schreiben wurde durch Lieutenant
Prideaux überbracht und lautet im Wesentlichen:

Inm Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Gei⸗
stes, des Einen Gottes in Einigkeit und Dreieinigkeit! Meine
Zandsleute haben mir den Rücken gekehrt und mich gehaßt, weil
ich ihnen Tribut auferlegte und sie unter militärische Disciplin
zu bringen suchte. Ihr habt mich bezwungen durch ein discipli⸗
nirtes Volk. Meine Anhänger, die mich liebten, wurden durch
eine Kugel in Schrecken gesetzt und flohen trotz meiner Befehle.
Als ihr sie schluget, war ich nicht mit unter din Flüchtigen. Mich
ür einen großen Helden haltend, lieferte ich Euch die Schlacht.
Das Volt meines Landes verhöhnte mich, weil ich den Glauben
der Franken angenommen, sagte ich sei Muselmann geworden, und
erregte auf zehn andere Weisen meinen Zoͤrn gegen. es. Möoge
Bott das Bose, welches ich ihm gethan, zum Guten lenken. Ich
beabsichtigte, hätte Gott so gewollit, die ganze Erde zu unterwer⸗
fen, und es war mein Wunsch, zu sterben, wenn mein Zweck nicht
erreicht werden konnte. Ich hatte gehofft, nach Bezwingung mei—
ner Feinde in Abyssinien, mein Heer nach Jerusalem zu führen,
uim dieses von den Türken zu befreien. Ein Krieger, der starke
Männer Kindern gleich in seinen Armen wiegte, wird nie dulden,
daß er selbst in den Armen Anderer gewiegt werde.
Der zweite Brief wurde am 12. April durch Bendec
überbracht:

Der Koönig, der Könige, Theodor: möge dies den geliebten
Diener der großen Königin von England erreichen. Ich schreibe
Dir, ohne Dich beim Namen nennen zu können, weil unser Ver⸗
sehr so unerwartet kam. Daß ich Dir gestern meinen Brief ge—
chickt und mit Dir gehadert habe, belümmert mich, mein Freund.

Frankreich.

Paris, 8. Juli. Zur Rede des Staatsministers Rouher
im Gesetzgebenden Körper bemerkt der „Moniteur“: Der Wille
des Kaisers geht ebenso wie der des Gesetzgebenden Körpers und
des Landes darauf hinaus, den Frieden zu erhalten, welcher eine
wesentliche Bedingung des Fortschrittes der Civitisation ist. Die
Zukunft ist gegen jede Eventualität gesichert durch eine Militäror-
zanisation, welche den Traditionen unserer Geschichte entspricht;
aber diese Heeresreform ist nur eine neue Garautie zu Gunstien
der friedfertigen Ideen, deren Anwendung die kaiserliche Diplomatie
mit der Würde in Einklang bringt, die ein großes Land wahren
muß.“ — Im Gesezgebenden Körper behauptete Julius Fabte
heute: Frankreich müsse bezüglich der Entwaffnung den übrigen
Mächten vorgehen. Nachträglich sei noch bemerkt, daß Marschall
Riel gestern constatirt hat, daß seit des Kaisers Rückkehr von Cha—
lons halbjährliche Beurlaubungen in dem bisher üblichen Maßstabe
dattgefunden haben.

Wie der „Figarro“ mittheilt, sollen in Frankreich die Chas⸗
epotgewehre neuerdings verbessert werden mit einem Aufwand von
5—27 Fre. per Stück, was für die bereits fertigen 300,000 Stück
einer Ausgabe von c. 2. Mill. entsprechen würde.

Das neue Blatt „Lanterne“ von Heuri Rochefort wimmelt von
Bosheiten, von denen eine beißender ist als die andere. Nachfol⸗
gend einige Proben, welche villeicht noch nicht einmal das Stärkste
hieten: „Hr. v. Bismarck hatte versprochen, zu seiner Wiederher
tellung nach Cannes zu kommen. Allein der Gedanken an den
Uufenthalt in Frankreich war ihm so verhaßt, daß er auf ein Vor⸗
jaben verzichtete, das uns alle mit Stolz erfüllt hätte. Die fran⸗
jͤsische Regierung ist ganz bestürzt hierüber. Sie hätte sich so
zlücklich geschätzt, endlich einmal einen intelligenten Minister inner—
jalb ihrer Mauern zu wissen, und sie hätte es als eine Pflicht er⸗
ichtet, ihre ergebensten Huldigungen jenem Deutschen darzubringen,
der fie zu verschiedenen Malen so ganz ungeniri angeführt hat. —
Vielleicht gebe es ein Mittel, den einzigen Staatsmann Europa's,
»er wirklich diesen Namen verdient, zum Besuch herbeizubringen.
dies Mittel bestände darin, daß man Cannes als preußische Be⸗
ißung erklärt. — So demüthigend diese neue Aunexion Euch auch
erscheinen dürfte, so wäre sie es doch nicht in höherem Grade, als
        <pb n="328" />
        Als ich Deine Kampfweise sah und die Mannszucht Deiner Armee, derr Smythe, Zolleinnehmer in Newyork, ist zum Gesandten der
und als mein Volk meine Befehle nicht ausführte, verzehrte mich Vereinigten Staaten in Wien ernannt. J
de gummer bei dem Gedanken, daß meine Soldaten, obgleich ich Rew-York, 7. Juli. Kabelnachricht.) Das Programm
fie tödte und züchtige, nicht zum Kampfe zurückkehren wollen. der am 4. d. abgehaltenen demokratischen Nationalconvention will
Wahrend das Feuer der Eiferfucht in mir gluͤhte, kam Satan zu Besteuerung der Bonds und Rüchzahlung der öffentlichen Schuld
r vin der Racht, der mich versuchte, mich mit meiner eigenen in Papier, mit Ausnahme jener Titel, deren Rüctzahlung in Gold
Pistole zu tödten. Aber in dem Gedanken, Gott würde mir zür⸗ ausdrücklich stipulirt ist; ferner Rechtsgleichheit aller naturalisirten
Jen, wenn ich auf diese Weise vorginge. und die Meinen ohne und eigeborenen amerikanischen Bürger im Auslande. (Von Aufstel⸗
inen Veschützer zurückließe, sandte ich in Eile zu Dir, auf daß ung eines demokratischen Prasidentschaftscandidaten meldet die
ch nicht steroͤe und alle Dee rag geramen — Depesche nichts.)
kine Bosschaft Dich erreicht. Nachdem mein Bote gegangen war, — ——— —
sne e d meiner Pistoie, hielt sie in meinen Mund Proceß Eborinsky.
Und versuchte, abzudrücken. Ich versuchte und versuchte wieder, — —D —
ier ewoallle nicht losgehen. Aber als mein Volk auf mich (Fortsetzung.)
losstürzte und de x ergriff iede dh, I— n adc Muünchen, 28. Juni.
Augenblicke, als sie sie von meinem Mun egezoge
—— —————
ir. derst von mir alle Europäer bis auf Lbergeny engs *
ich Kassam zu Dir. Du forderst der Graf von ihr fortgegangen sei, und sie habe ihm nicht vom
inen desten Freund, Hrn. Waldmayer. Wohlan, sei es denn Fenster aus nachgesehen, so sei derselbe immer wieder umgekehrt
Sie sollen gehen. Nun aber, da wir Freunde sind, mußt Du —— Wa algerangen geteh
mich dig Deedchenh iassen, da ich ein Freund der mecha. Der Experte Dr. Maier aus Göttingen frägt den Ritter
usted e 8. Juli. Die Königin Victoria wird nach Schluß b. e — z Knabe gerne —5 habe· ich
8 ncogmio uber Paris nach Luzern zu einem län⸗ dicht nz erwidert. davon wisse er nichts, er erinnere
des Parlaments incogni s nicht einmal, ob damals ein Zeichnungslehrer im Hause gewesen
zeren Aufenthalte sich bege sei. Das Studiren sei übrigens des Grafen Sache nicht gewesen,
Schweiz. er habe nicht aus eigenem Eifer und Antrieb lernen mögen, son⸗
In Genf hat fich ein internationaler Frauenbund gebildet. dern man habe ihm Ulles durch wiederholtes Examiniren und Her⸗
Die Siatulen desselben bestimmen: Der internationale Frauen agenlassen einprägen müssen, woran jedoch nicht seine, wenn auch
d dildet eine Seclion der Friedens- und Freiheitsliga und bat nicht besondere Befähigung Schuld gewesen sei, sondern seine An⸗
zum Zweclbee, mit all' seiner Macht die Maänner in ihren Besire⸗ ipathie gegen ds Lernen. 9**
hungen für Freiheit, Bildung und Wohlstand der Völker zu unter⸗ Jos. Mari, Buchhalter, welcher zur Zeit der Heirath des
suͤhen und die geistige und sociale Besserstellung der Frauen zu Grafen als Feldwebel in seiner Compagnie in der päpstlichen
ördern. Als Mittel hiezu werden bezeichnet: Monatsbeiträge jedes Armee diente, deponirt, bei der Heirath schon habe sich unter den
Hiuglieds im Betrage von 25 Cent. ( kr.), anderweitige freiwil· deuten das Gerücht verbreitet, daraus entstehe ein großes Ungläck,
uͤge“ Beiträge, Sammlung neuer Beitrittsertlärungen, Abonne· enn es seien die Trauringe dergessen worden, und es habe ein
uent duf die Zeutung · „Die Vereinigten Staaten von Europa“, Offuier fie erst holen müssen. Was den Charatter des Grafen
Zortrage, Verbreitung von Flugschriften ꝛc. Dem Verein steht Thotinsky anlange, so sei derselbe zorniger und sehr leichtsinniger
in in Benf sißendes, aus mehreren Damen bestehendes Central⸗ satur gewesen, und habe sich immer von seiner Umgebung leiten
nite dee daz durchaus selbsistandig ist, aber mit dem Comite sassen, wie ihm auch ein Untergebener desselben versichert habe, daß
her Friedens- und Freiheitsliga in Bern in Verkehr tritt; unter er' (der Untergebene) mit dem Grafen machen könne, was er wolle.
Anschluß an das Centralcomite haben sich in allen Lündern Na⸗Er (Zeuge) habe einmal einen Mann in Arrest setzen lassen; da⸗
sionol⸗ und Lokalcomites zu bilden; die Damen des immer nur rüber habe sich der Graf, als er ihm auf der Straße begegnet sei,
auf ein Jahr gewählten Tomites haben sich jedesmal zu einer ganz wüthend geberdet und ihn mit solchen Ausdrücen ange⸗
außerordentlichen Sitzung zu versammeln, wenn eine derselben es Hhrieen, daß er gesehen habe, der Graf sei ein Narr, es rapple
uͤr nothig halt; auf specielles Verlangen werden die Namen der hei ihm. Auch Andere hütten sich über den Grafen dahin geäußert,
Fomue- und Vereinsmitglieder nicht verdffentlicht; jedes Jahrdaß er ein Narr sei.
findet eine vom Centralcomite zu berufende Generalversammilung Prusident: Man nennt im gewöhnlichen Leben oft einen Men
bvon Delegirten aller Anhaängerinnen siatt, um den Ja hresbericht schen tinen Narr, ohne dabei sagen zu wollen, er sei geisteskrant;
nzuhoren zu discutiren und zu genehmigen, neue Vorschläge wollten Sie etwa durch das Wort Narr, ausdrücken, daß der Herr
euigegenzunehmen, das Centralcomite für das nächste Jahr zu Graf geisteskrank seiẽ
wühlen ꝛc. Mari: Nein, ganz und gar nicht.
Angeklagter: Der Zeuge kann über mich gar nichts sagen; ich
war in päpstlichen Diensten und besitze hierüber die besten Zeug⸗
nisse, auch habe ich drei Decorationen erhalten. J
Mari? In der päpstlichen Armee wurde bekanntlich Alles
decorirt, Herr Graf; jeder Capitaͤn bekam den Piusorden.
Spanien. Der Experte Dr. Morel fragt den Zeugen, ob der Graf ein
S.nꝛ je Geueräl Quell gehabt habe, oder ob er unmäßig im Trinken gewesen sei.
Madrid, 7. Juli. Heute Morgen wurden die Generäle en am wortet Er habe gehort, daß sich der Graf einmal
Latour, Dulce, Cordoba, Tabala, Serrano, Bedoya und Letona duellirt habe, doch wisse er nicht, welcher der deiden Duellanten
verhaftet; auf drei andere wird gefahndet. Als Grund erwundet worden sei, von Unmäßigkeit des Grafen im Trinken
der Maßregel wird angegeben, daß dieselben sich mit den Revo⸗ wisse er nichts.
— — die Dynaftie eingelassen Der Zeuge Andreas Bacher, Operateur, wie er sich nennt,
hätten. Die Ruhe ist noch nicht gestört. gibt an, er sei Ende April zum Grafen Chorinsly gerufen wor
Amerika. den und habe ihn ungefähr sechs Wochen lang behandell. Obwohl
New⸗-York, 25. Juni. (Dampfernachricht.) Die Vertreter nach drei Wochen die Schmerzen schon vollkommen weg gewesen
bon Kansas sind im Repräsentautenhaus zugelassen worden. Die eien, so habe er doch immer den Grafen besuchen müssen, weil
demokratischen Mitglieder des Hauses protestiren dagegen, weil dieser geglaubt habe, je länger er in Behandlung bleibe, desto
die Wahlen unter dem Druck des Militaͤrregimentes vollzogen dauerhafter werde die Heilung. Dieß habe ihn auf den Gedanken
vorden seien. gebracht es möge bei dem Grafen nicht ganz richtig sein, und hie—
New⸗Yort, 27. Juni. ( Dampfernachricht.) Der Prä⸗ rin sei er bestärkt worden durch die Beobachtung, daß der Graf
fident Johnson hat, indem er sein Veto gegen die Zulassungsbill uberhaupt sehr verwirrt und vergessen gewesen sei, daß er auf der
für die beiden Carolina, Georgia, Alabama, Louisiana uünd Flo⸗ Straße mit sich selber redete, oft die besten Bekannten nicht be—
rida einlegte, die schon gegen die Zulassung von Arkansas geltend merkte, während er sie ein andermal freundlich grüßte, bald sehr
zenrachten Einwendungen erneuert und erklärt: Der Congreß schnell, bald sehr langsam ging, bald wieder eine Miene machte,
maße sich über diese sechs Staaten eine Autorität an, die ihm! als ob er eine Festung stürmen wollte u. s. w.
nicht zukomme; außerdem habe er dem Staate Alabama eine Chorinsky (fährt heftig auf und ruft): Daß er mich wegen
Veifassung aufgedrungen, die dieser verworfen hatte. (Eine Ka⸗ meiner gefrornen Füße operirt hat, ist wahr, denn ich habe
eldepesche hat bereits die Verwerfung des Vetos gemeldet) — Die oon einem zweimonatlichen Bivouak im Schnee miciae Füße völlig
Zulassung von Urkansas zur Vertretung im Congreß ist dein Oher erfroren gehabi. Alles Andere, was er gesagt hat, ist unwerh
efehlshaber General Grant officiell angezeigt, und es steht nun und dumm.
„e sofortige Aufhebung des Militärregiments zu erwarten. Der Präsident verweist dem Angeklagten eine solche Ans

*
        <pb n="329" />
        drucksweise gegenüber einem Zeugen; wenn er sich nochmals ähn
licher Ausdrücke bediene, so müsse er ihn aus dem Saale abfüh—
ren lassen.

Auf sein Verlangen wurde hierauf der Zeuge Mikulitsch
nochmals vernommen und gab gegenüber der Aussage der Zeugin
Bath an, was ihm Mathilde über diese Person erzählt habe, näm⸗
lich, daß dieselbe sich mit dem Grafen eingelassen habe, wovon ihr
vollkommene Ueberzeugung geworden sei. Ferner müsse er sich da⸗
gegen verwahren, daß man der von ihm mitgetheilten Aeußerung
der Gräfin Chorinsky: „es rapple ihrem Manne,“ so hohe Be—
deutung beilege, wie dies die Vertheidigung zu thun scheine. Wenn
Mathilde diesen Ausdruck gebraucht habe, so habe sie hiermit ge—
wiß nicht an eine Geistesstörung gedacht. Die Gräfin Mathilde
habe ihm nichts verschwiegen.

Vertheidiger: Auch nichts bejzüglich eines gewissen Hirsch

Mikulitsch: Nein, Hirsch war Buchhalter bei einem Banquier
in Heidelberg und Vormund der Gräfin.

Präsident: Hiermit wären denn auch jene Unterstützungen des
Hirsch an die Gräfin im ledigen Stande, von denen die Bath ge⸗
sprochen hat, erklärt.

Der übrige Theil der Vormittagssitzung wurde von der Ver⸗
lesung der Protocolle über die Verhöre der Ebergenyi beim Lan—
desgerichte zu Wien in Anspruch genommen.
Bei dem Beginn der Nachmittagssitzung verliest der Präsident
einen Brief aus Stuttgart vom 24 Juni, von dem Bruder der
ermordeten Mathilde Chorinsky herrührend, in welchem derselbe
erklärt, daß er zwar in württembergischen Militärdiensten als Of⸗
fizier gestanden sei, aber bereits im Jabhre 1848 quittirt habe,
also in keinem Falle Jener sein könne, welcher sich dem Grafen
Chorinsty nach dessen Angabe als Bruder der Mathilde vorge⸗
ttellt habe.

Hierauf erklärt der Präsident, daß sämmtliche Zeugen sich ent⸗
ternen und abreisen dürfen, soferne nicht die k. Staatsbehörde,
Vertheidigung oder die Experten die Gegenwart des Einen oder
Andern noch für nothwendig erachten.

Hierauf wurde in der Verlesung der Protokolle über die Ver⸗
höre der Julie von Ebergenyi beim k. Landesgerichte Wien fortge⸗
fahren; alsdann kamen noch die Briefe, welche die Ebergenyi im
Gefängnisse zur Erwirkung eines Alibibeweises ꝛc. schrieb, und
welche bereits durch die Wiener Verhandlungen in die Oeffent⸗
lichkeit gedrungen sind, zur Verlesung.

Großes Interesse bot die nun folgende Verlesung einzelner
Stellen aus dem von der ermordeten Gräfin geführten Tage
buche. Den Anfang macht folgender Passus: „Ich gebe hiemit
meiner Gemahlin mein Ehrenwort, sie in Zukunft weder zu knei
pen noch zu schlagen, noch schimpfend zur Thüre hinauszugehen,
widrigenfalls ich ihr die Erlaubniß gebe, mich zu ignoriren und
mir die Thüre zu weisen. Unterschrieben: G. v. Chorinsky. —
Wir lassen aus dem Tagebuch selbst einzelne Gedanken folgen,
welche am besten den Sinn der Gräfin kennzeichnen. So schreibl
sie: „Gott segne meinen Mann und lasse mich nie vergessen, wie
edel er an mir gehandelt hat. Amen!“ — Dann: „Heute früh
—
an meinen Fenstern vorüberfuhr, stand gerade noch ein Stern am
Himmel; möͤge er ihm Glück bedeuten!“ — Ferner: „Heute kam
ein Brief von Brünn, der mich sehr gefreut hat, weil mir mein
Gustad darin sagt, daß Alle mich achten, sein Vater und die ganze
Familie; ich bin glücklich, sehr glücklich darüber, und ich möchte
den guten lieben Schwiegervater persönlich sehen und sprechen.
Auch die Mutter hat mich lieb und achtet mich; ich küsse ihre

dände und danke Gott, daß er mir beistand, Beide zu versöhnen“..
— „An Gustav's Geburtsta;: Gott erhöre mein Gebet und gebt
meinem Manne Glück, daß er bald (in die Armee) eintreten könne,
ich werde zwar sehr traurig sein und weiß nicht, wie ich ohne ihn
leben soll. Das Leben hat für mich wirllich viel Trübes: Gott
zebe mir diesen braven Mann, denn ich liebe ihn und weiß es,
er liebt auch mich, und doch sind wir getrennt; möge ihn Gott
segnen, ihm beistehen, damit er wieder froh sein kann, dann werde
auch ich wieder zufriedener sein. Gebe der Allzütige, daß Gustav's
Liebe nie erkalte, ich würde sonst lieber den Tod wünsched; ich
—A
habe mir das nie gedacht; Gott segne mein Leben, mein Glück
meinen Gustav! Bleibe mein, Gustav, behalie mir Deine Liebe,
ich lebe mit Dir! Gute Nacht an Deinem Geburtstage. Glück
ruf. O nur einen Moment bei Dir, was wäre ich so froh!“ —
Aber bald nehmen die Notizen eine weniger erfreuliche Färbung
au in Folge der Briefe Chorinsky's, bleiben aber immer mit Se—
zenswünschen für den Gatten verbunden; so: „Ich ahnte, was er
nir schreiben würde; es bleibt mir also nichts übrig, als in ein
dloster zu gehen, damit er wieder frei werde und eine reiche Partie
nachen könne; es ist zu hart, zu viel auf einmal für mich; mein
Bott, sei mir barmherzig! — O, Du mein armer Gustav!“ —

Oder: „Heute kam ein Brief von Gusti, der mir sehr wehe that,
aber ich sage ihm das nicht, denn er muß sehr unglücklich sein, weil
er dieses schreiben konnte. Ich will Alles, Älles dulden, denn ihn
treibt nur die Verzweiflung zu so ditteren Worten.“ — Später: „Ich
bin empört; was ich schon früher beschlossen, ich lasse mich nicht schei⸗
den, wegen zu empörender Behandlung“ ... — Dann: „Als
ich zur Abreise bereit war, kam ein Brief meines Mannes; zitternd
zffne ich ihn; — o Gustab, das habe ich nicht verdient; — Du
chreibst zu grausam; welcher böse Dämon hat Dich solche Worte
inden lassen? Du bist es nicht mehr; es ist ein Anderer, der
chrieb; so mich kränken! Herr Gott, mein Gott, ich habe genug
jelebt. Adieu, mein liebes Zimmerchen; ich küsse die Stelle, wo
ein liebes Haupt gelegen; o, wie war ich glücklich hier.“ —
Ferner wieder: „Bis 12 Uhr (Mittag) erwarteie ich in fuͤrchtbarer
Aufregung meinen Gustav, endlich hörte ich seine Schritte, X
erstes Wort beim Eintritt war: Was thust Du hier ? Wann gehst
Du wieder ? Was weiter für Reden folgten, will ich nicht sagen.
Es ist genug der Täuschung; er liebt eine Andere“ .. —In
einer anderen, aus Brünn datirten Stelle: ..... Ich habe eine
Scene erlebt, von der besser wäre, ich hätte fie nie erlebt. Ich
habe ihn mehr geliebt, als Gott, dafür bin ich auch bestraft. Er
behandelte mich so emporend, daß ich ihm die Thüre wies und
ihn einen Elenden nannte. Er sagte, er wolle die schändlichsten
Lügen gegen mich ersinnen, wenn ich es wagte/ in das Haus seiner
EẽAtern zu gehen. Mein Ideal ist zerstört, mein ganzer sitilicher
Halt gebrochen, mein Leben entehrt!“ — Aus Frankfurt a. M.
datirt: „Ich bebe, so oft man mich um meinen Mann fragt, und
ob ich ihn noch lieb habe; ich möchte oft laut aufschreien vor
Schmerzen, und ich darf den nammenlosen Jammer nicht verrathen.
Aber mitten drinnen flüstere ich eft den Namen Gustav, und da
rachen mich dann die Mädchen aus, necken mich, ohne zu wissen,
wie schmerzlich mich das berührt. Gott vergebe ihm, ea weiß nicht,
was er thut, er müßte sonst sich selbst verachten.“ — Später:
„... Er sollte meine Stütze bei den Eltern sein, und er wurde
mein ärgster Feind. Allerdings sprechen die romanhaften Verhäli⸗
nisse vor der Ehe gegen mich, aber ich handelte nur so, weil ich
ihn lieb hatte. Es wäre daher seine Pflicht jeden Verdacht gegen
mich ferne zu halten und, was ich ihm zu Liebe khat, nicht falsch
deuten zu lassen.“ — Dann:“„Es regt sich in mir der Verdacht,
daß er mich bei seiner Mutter verdächtigte, das wäre das Aergste
und Schändlichste, was er je gethan. Ich will die Mutter darüber
fragen.“ — Ein paar Stunden später; „Die Mutter war soeben
da, sie sagte, daß er mich nicht verdächtigte; — soll ich es glau—
hen, oder war es nur Schonung? Gott verlasse mich nicht!
(Fortsetzung folgt.
Wermict v⸗ —38

F Dem Vernehmen nach soll die Gesammi-Einnahme des
Zweibrücker Musikfestes sich über 3000 fl. belaufen.

fKaiserslautern, 7. Juli. Herr Schulze⸗Delitzsch
at heute dem Vorstande des Arbeitervereins, mit eigenhändiger
Dedication, einige seiner Schriften für die Leihbibliothek des Ver⸗
eins als Geschenk übergeben.—

F Reustadit, 6. Juli. Herr Friedrich Dacque, Chef des
Bankhauses L. Dacque dahier, ist gestorben. Er hinterläßt den
Namen eines hochgeachteten in jeder Hinsicht rechtschaffenen Mannes.

f In Neustadt wurde kürzlich ein falsches Halbguldenstück
nit der Jahreszahl 1849 und dem Brustbilde des Königs Lud-
wig J. verausgabt. Es besteht aus Neusilber, ist mit eigens gra⸗
pirten falschen Stempeln geprägt und unterscheidet sich durch
eine gelbliche Farbe und schlechte Gravirung von den echten Stücken.

tf Karlsruhe, 6. Juli. Der Schwurgerichtshof zu Frei—
zurg hatte zu Ende voriger Woche das Verbrechen des Kinds—
nords unter Umständen abzuurtheilen, welche gewiß zu den Sel⸗
enheiten gehdren. Die Angeklagte ist die noch nicht ganz 15jäh⸗
ige Marie Beck von Dittishausen, badischen Amts Neustadt, welche
Mutter geworden von einem kaum 16jährigen Burschen, einem
Nachbaͤrssohn, auf Anrathen und unter Beihilfe ihrer eigenen
Mutter ihr neugeborenes Kind unmittelbar nach der Geburt erstickt
hatte. Marie Beck, die 14jährige Kindsmörderin, wurde, als noch
außerhalb der gesetzlichen Unterscheidungsjahre stehend und dahet
noch nicht vollständig zurechnungsfähig, auf Grund des Stragesetz⸗
huches straffrei entlassen. Die sittlich ganz verkommene Mutter,
»ezw. Großmutter, aber wegen Anstiftung und Theilnahme am
dindsmord zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt.

f Ein Techniker in Berlin hat ein, Zündklappengewehr“ er⸗
unden, das vom Laden bis zum Schießen nur ein Teinpo erfor—
nert, dessen pfeilartiges Geschoß eine rasante Flugbahn von 1000
Schritt hat, und mit welchem man 25—30 Schüsse in der Mi—
ute, 100 - 120 Schüsse ohne Verschleimung thun kann. Das
veweht wiegt drei Pfund weniger als das Zundnadelgewehr,
». h. 7- 74 Pfund.

r In Leipzig wurden am 6. d. an 100 Studenten bei einer
        <pb n="330" />
        zroßen Paukerei nebst Schläger und sonstigem Paukzeug abgesaßt ris und Brüssel (Regenhöhe hier in 1. Stunde 837w0m). In
In Trapezunt (Trebisonde) hat ein Irrer in wenigen Mi- Italien und Dalmatien dauern die Gewitter noch fort (Neapel hatte
uuten 17 Menschen ermordet. Er rannte durch die Straßen und am 8. eines mit 63mm Regenhöhe). Mit Ausnahme der West⸗
ver ihm in den Weg kam; dem stieß er ein großes zwe'schneidiges küsten steht der Barometer in ganz Europa unter dem Miitel, und
Messer in den Leib. Endlich wurde er durch einen Steinwurf zu kann sich bei dem unruhigen Luftmeer (Drucddifferenzen von vor⸗
Boden gestreckt und festgenommen. gestern I94m0m 754.0 Ankona und 778.4 Skudesnäs in Norwe-
Der Centralberein deutscher Zahnärzte hält seine dies gen) nur allmählich wieder bessere Witterung einstellen. Die Tem⸗
jahrige? Versammlung dom 8.- 5. August in Dresden. peraturunterschiede Europas waren gestern Morgens 7 Uhr 150,
FHerrieden, 6. Juli. Das jetzt herrschende kühle und 110 Bern und 260 Cutte in Frankreich. — Nordamerika hatte
unfreundiiche Wetter ist dermalen fast über ganz Europa verbrei⸗ in den letzten Tagen bei⸗ hohem Barometerstand (vorgestern in
let. Demfelben gingen im Westen und Norden heftige Gewitter Heart's-content 7700m) wärmere Temperatur (daselbst am 8.
‚oran. So am 2.in Trier, Berlin und Stettin, am 8. in Pa⸗, Morgens 6 Uhr 12.80), aber auch bewölkten Himmel.
V 32 BR
Concort u. Burgerball
2u 8t. Ingbort.
Sonntag den 12. Juli W
Eröffnung meiner neu erbauten Bierhalle
um 3 Uhr Mittags mit OGONOMIE
und des neu hergerichteten vergrößerten Tanzsaales
um 8 Uhr Abends mit Ball.
Die Musik für Concert und Ball wird von der rühmlichst bekannten Ca-
oelle des kgl. preußischen rheinischen Infanterie- Regiments Nr. 69 aus
Saoaarbrücken ausgeführt.
Es ladet höflichst ein
Verdinand Oberhauser.

Bekanntmachungen.
Geschäfts-Empfehlung.
Der Unterzeichnete beehrt sich erge⸗
benst anzuzeigen, daß er sich als
Schirmmacher
hier etablirk hat, und sich sowohl mit
der Anfertigung neuer Sonn⸗ und
Regen-Schirmen aller Arten, als
auch mit deren Reparatur befaßt.
Prompte und billige Bedienung
wird zugesichert.
St. Ingbert 11, Juli 1868.
Georg Schrepfer, Schirmmacher
wohnhaft auf'm Hahnacker.
Sonntag den 12. Juli
Væa rnarthie
in der Baumschule
wozu höflichst einladet
Friedr. Jos. Koch.
7 Für gute Speisen und Ge⸗
tränke wird bestens gesorgt werden.
Sehynappach.
Sonntag den 12. Juli bei günsti—
ger Witterung
OEN OEMXRM
gegeben von der Altenwalder Berg⸗
kapelle, — Abends
JFJeuerwerk
— * 2
— — ei J. Eisel.
Drei gute Arbeiter können sofort
eintreten bei Schneider Bauer in
Schnappbach.
Ich Nicolaus Walle, erklaͤre
hiermit, daß alle die Schimpfwörter
und Verläumdungen, die ich gegen die
Ehefrau des Johann Müller, Berg—
mann, ausgesprochen habe, unwahr sind
und nehme dieselben hier öffentlich zu⸗
rück.
St. Ingbert den 6. Juli 1868.
Nicosaus Walle,
Schweinhirt.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ rc. Preise
der Stadt Hombürg vom 8. Juli.
Weizen 7 fl. 30 kr. Korn 5 fl. 31 kr.
Spelz — fl. — kr. Gerste, — 2reihige, — fl.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5 fl. 13 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
feln 1fl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
26 ktr., ditto 2 Kgr. 18 kr., ditto 1 Kgr
9 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Ougl.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr
ber Pfund.

Verkaufslocal im Hôtel LAUR.
Veranlaßt durch das Vertrauen, welches sich mein Etablissement während
seines letzten Besuches dahier zu erfreuen hatte, habe ich wieder auf kurze Zeit
rin Lager der elegantesten, solid und modern gefertigten

WA⸗
* errenkleide
aufgestellt.

Dasselbe bietet alles, was Eleganz und Mode erheischen, in reichster Aus—
vahl ebonso sind Preise, wie nachstehend bemerkt, so auffallend billig, daß ieder,
der bei mir einkauft, Geld spart!

Ich verkaufe Tuchröcke mit Orleans, Tailgencloth
Serge gefüttert, schon von 9 fl. 30 kr. an bis
il.

ßommerröcke in Bukskin von 6 bis 18 fl.;
Haus-Garten⸗ und Comptoir-Röcke von 2 fl.
r. an bis 4fl. 30 kr.;

Egale Anzüge in den feinsten Stoffen von 16.
—8

Jaquettes, RByjecks und Cheviots von 6, 8
bis 18 fl.;

Aeberzieher von 10 bis 12, 16 bis 20 fl.
Joppen von 5 bis 8 fl;

ganz feine Bukskin und schwarze Hoseu vor

5, 6,89 bis T0 fl,

Arbeitshosen a 2 fl.

5chlafröke von 51, fl. an, ferner

leinene Anzüge, Lüstre- und Grosgrain-

Fäcke und Röcke zu sehr billigen Preisien.—

Zur geneigten Abnahme empfiehlt sich bestens
. Horrengardoeroboefabrikant
aus Mannheim.

—
—
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingoert.

U
        <pb n="331" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeigeer“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien Stag, Donnerstaqg
and Samstag. Abonnemenispreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Dienstag, den 14. Jrili

Nro. 83. — —
1ss.

Deu tschland.

München, 9. Juli. Der Wiener Correspondent der
Süddeutschen Presse“ theilt aus angeblich zuverlässiger Quelle
zen Inhalt der zur Mittheilung an die römische Kurie bestimmten
Antwortdepesche des Frhrn. v. Beust an den Baron v. Mehysen⸗
„ug mit. Die Depesche constatirt zunächst den peinlichen Eindruck
der päpstlichen Allocution und sagt: Die kais. Regierung hätte
den Standpunkt des Papstes in dieser Frage begreiflich, wenn
uch nicht gerecht finden können, wenn der Papst die confessionel⸗
en Gesetze zum Gegenstande seiner Kritik gemacht hätte. Statt
zessen sei hinübergegriffen worden auf das Gebiet der österreichi⸗
chen Staaisgrundgesetze. Die kaiserliche Regierung könne sich nicht
jerhehlen, durch diesen Vorgang empfindlich verletzt zu sein; sie
nüsse entschiedenste Verwahrung dagegen einlegen, daß irgend eine
Macht, selbst der Papst, die Staatsgrundgesetze des Reichs zum
Begenstande ihrer Kritik mache. Die Regierung erklärt deshalb nach⸗
zrücklichst, daß sie die Aussprüche des heil. Stuhles über die
Staatsgrundgesetze zurückweise. Zugleich erhielt Baron v. Mey⸗
enbug die Weisung, auch mündlich die Intentionen des Kaisers
und der kaiserlichen Regierung darzulegen, und Eingriffe in die
sterreichische Verfassungsgesetzgebung von keiner Seite, auch nicht
bvon der römischen Kurie, zu dulden.

München, 10. Juli. Da die Aushebung der seit dem
1. Januar l. Is. wehrpflichtig gewordenen Altersklasse 1847 noch
in diesem Jahre vorzunehmen ist, wurde durch Entschließung der
Staatsministerien des Innern und des Krieges u. A. folgendes
„estimmt: Für die Anmeldung der Wehrpflichtigen zur Aufnahme
in die Urliste und für die Anmeldung der etwaigen Ansprüche
auf gänzliche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht vder
uuf einsiweilige Aussetzung der Einreihung wird die Frist vom
l. mit 14. August l. Irs. festgesetzt. Die von den Heimathbe⸗
jörden hergestellten Urlisten sind in der Frist vom 29. August mit
11. Sept. d. Irs. zur etwaigen Anmeldung von Einsprüchen ge⸗
jen ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit in den Gemeinden zur
Finsicht öffentlich aufzulegen. Am 17. Sept. sind die Urlisten
den Districtsverwaltungsbehörden vorzulegen, welche die ihnen ge—
näß Aut. 48 des Wehr-⸗Verf.Gesetzes obliegenden Geschäfte am
3. Oct. zu beendigen und hievon spätestens bis zum 11. desselben
Mts. dem zustaͤndigen Landwehrbezirkscommandanten als Vorstand der
Ersatzeommission unter Bekanntgabe der Gesammtzahl der in der
Bezirksliste aufgenommenen Pflichtigen Kenntniß zu geben hat.
In der Zeit zwischen dem 18. Sept. und 11. Oct. hat auch die
Bildung der Ersatzcommissionen, die Festsezung der Sitzungstage
derselben und die Bekanntgabe der letzteren an die Vorstände der
Berwaltungsbezirke in der Weise stattzufinden, daß die Veröffent⸗
ichung dieser Sitzungstage und die Vorladung der einzelnen Wehr⸗

oflichtigen noch volle 14 Tage vor dem Beginne der Sitzungen
der betreffenden Ersatzcommission erfolge. Für das Ersatzgeschäft
vird die Zeit vom 15. mit 31. October bestimmt, damit die
Vertheilung und Einreihung der Wehrpflichtigen noch im Monate
stovember l. Is. stattfinden könne. Wo immer thunlich, hat statt
Zeit raubender Correspondenzen zwischen dem Landwehrbezirkscom⸗
mandanten und den Vorständen der im Ergänzungsbezirke gelege⸗
ien Verwaltungsbezirke mündliches Benehmen und jede
onst noch mögliche Vereinfachung des Geschäftsverkehrs stati⸗
ufinden.

München, 11. Juli. Rach einer k. Verordnung vom 8.
». M., die Schaus und Vorstellungen betr., ist es im All gemeinen
dem Ermessen der zuständigen Behörden überlassen, welchen Per—
onen sie den Erlaubnißschein ertheilen wollen. Derselbe darf aber
sedenfalls nur Personen ertheilt werden, welche a) das Alter von
21 Jahren erreicht haben. b) nicht mit einer auffallenden, anste⸗
kenden oder eckelhaften Krankheit oder dergl. Gebrechen behaftet
ind, und sich c) über völlige Unbescholtenheit ausgewiesen haben
ind nach ihren persönlichen Verhältnissen und seitherigem Betragen
einen Mißbrauch des beabfichtigten Gewerbebetriebes zur Verletzung
ααιν “ Mefährdung der oͤffentlichen Sicherheit und

Ordnung, zum Bettel oder zur sonstigen Belästigung des Publi⸗
ums nicht besorgen lassen.
Dienstesnachrichten.

Der Rechtscandidat Karl Bettinger von Frankenthal ist als
erster Untergerichtsschreiber am k. Bezirksgericht Frankenthal bestä⸗
igt worden. — Der Verweser der zweiten kath. Schule zu Erbach, Ja⸗
'ob Schüler, ist zum Lehrer an dieser Schule, der Schuldienster⸗
pectant Wilhelm Griesbauer von Schmittweiler zum Schulver⸗
veser an der prot. Schule zu Bergzabern, der Schulverweser
Beorg Joseph Langhauser zu Iggelheim zum Schulverweser an
zer zweiten kdath. Verweserstelle zu Neustadt, der bisherige zweite
dehrer Johann Baptist Dreier zu Pfortz zum ersten Lehrer an
er dortigen kath. Schule, der kath. Lehrer Peter Fries zu Blan⸗
enborn zum Lehrer an der kath. Schule zu Meckenheim und der
Schuldiensterspectant David Weil aus Mutterstadt zum Schulver⸗
veser an der israelitischen Elementarschule in Teschenmoschel er⸗
tannt, ferner der kath. Schulverweser Jacob Haag von Ommers-
jeim für immer aus dem Schuldienst entlassen worden.

Stuttgart, 10. Juli. Im Ganzen sind heute 68 Wahl⸗
xgebnisse bekannt. Von Marbach und Rottenburg sind die Wah⸗
en noch unbekannt. Definitiv geweählt sind: 25 Demokraten,
J Nationalliberale, 24 Großdeutsche und Regierungsca ididaten;
stachwahlen sind 10 erforderlich. Hölder kommt in Goppingen
jegen Beckh am 20. Juli zur Nachwahl. J

Ems, 12. Juli. Der König ist um 11 Uhr angekommen
ind von den Civil- und Militärbehörden von Ems und Coblenz
mpfangen worden.

Troppau, 9. Juli. Der hiesige Arbeiterverein richtet aus
AInlaß der päpstlichen Allocution eine Adresse an den Minister
viskra, in welcher die Allocution als ein Angriff arf die Ver—
assung erklärt wird.

Triest, 9. Juli. Die euglische Mittelmeerflotte unter Ad⸗
niral Paget hat die jonischen Inseln verlassen und wird dieser
Tage mehrere österreichische Häfen besuchen.

Frankreich.

Paris. Dem Figaro zufolge sind an der spanischen Grenze
nehre mit Gewehren gefüllte Kisten, die für den General Prim
»estimmt gewesen sein sollen, mit Beschlag belegt worden. Wie ver⸗
autet, waren die Gewehre in Paris angekauft. Eine Untersuch⸗
ing ist eingeleitet.

Parris 8. Juli. Der Flügel⸗Adjutant des Kaisers von
sttußland, v. Moͤrder, soll in Berlin eingetroffen sein, um eine
zZusammenkunft seines Monarchen mit dem Könige Wilhelm J.
ind dem Kaiser Napoleon III. anzubahnen.

Paris, 9. Juli. Die friedliche Sprache der französischen
MNinister läßt kaum etwas zu wünschen übrig; und wenn Frie⸗
ensversicherungen bei dem so tiefwurzelnden Mißtrauen Europas
och wirksam sein könnten, so müßte das Vertrauen in die Erhal⸗
ung des Friedens bald wiederkehren. Hoffentlich wird sich der
Druck der öffentlichen Meinung um so energischer äußern, falls
der Kaiser das Land später doch in neue Abenteuer zu stürzen ver⸗
uchen sollte; und solche Versuche sind stets zu befürchten, so lange
»er Zustand des bewaffneten Friedens fordauert und auch die
iplomatischen Beziehungen zwischen Preußen und Frankreich nur
die einer bewaffneten Freundlichkeit bleiben.

Aus Spauien sind keine Nachrichten, wenigstens keine- be—⸗
timmten, vorhanden. Die verhafteten Generale sind alle nach
en Canarieninseln geschickt worden. Eine Corvette ist an die
düste Andalusiens gesendet worden, um daselbst die Mündung
es Guadalquivir zu überwachen. In den Städten soll die Ver—
hywörung überall ihre Verzweigungen gehabt haben und ganze
stegimenter sollen von den Verschwörern gewonnen gewesen sein.
luch in Portugal ist es zu Unruhen gekommen. Der König hat
en begnadigten Grafen Peniche mit der Bildung eines neuen
Fabinets beauftragt. Dieser unterzieht sich der Aufgabe nur un⸗
er der Bedingung, daß ihm während drei Monaten dictatorische
        <pb n="332" />
        Gewalt übertragen und die Auflösung und Vertagung der Kam⸗ — Ein unparteischer Correspondent der „Daily News
mern gestatiet wird. Die unzufriedene Armee hat sich für den schreibt aus Syra, vom 26. Juni über die Zustände in Candia
Herzog von Saldanha erklärt. und versichert, daß die Insargenten, obwohl die türkische Regier—
Paris, 10 Juli. Der Telegraph ist noch immer stumm ung nun schon seit Jahren mit der Unterdrückung des Aufstandes
Uber die Ereignisse in Spanien. Es geht jedoch aus Briefen beschäftigt sei, sich noch eine lange Zeit hindurch vertheidigen lönn⸗
hervor; die aus Madrid hier eintreffen, und aus dem, was in len. Im Innern der Insel seien sie stark, und im Osten haben
creisen der spanischen Emigration laut wird, daß es sich diesmal sie festen Fuß gefaßt, wo vor nicht langer Zeit der Einfluß der
um eine Einigung sämmtlicher Oppositions⸗Fractionen handelt. Bewegung erst anfing, fich fühlbar zu machen. Die beiden Jahre
Die O'Donnelisten, die selber wieder schon das Resultai einer des Conflicts haben der Türkei 40,000 Mann ihrer besten Truppen
Coalition sind mit allen Nuancen der Progressisten, stehen zusam⸗ gekostet; ihre Armee sei jetzt schwächer als sie vergangenes Jahr
men, um der Hirarchie in Spanien ein Ende zu machen. An war, und keine Aussicht vorhanden, des Aufstandes in diesem
der Spitze der Bewegung soll Espartero stehen, dem sich Prim Sommer Herr zu werden.
und Olozaga —Ac0 haben. de Plan der —8 Amerika.
hing dahim in Caialonien und Oberarragonien eine— wehen New⸗York, 30. Juni. Delegirte des Congresses wohn⸗
u machen, während mehrere Städte fich erheben sollten. Außer ten dem 33— zur A des —* u tssch e 8 ü tz v
den genannten Generälen soll noch General Echague in San Se— fe si 3 vei. u 2
osen d gatel worden suir d die gu Ohecgen New⸗-Yorl., 11. Juli. Der Senat hat den Naturalisa⸗
—B 9— 75 epiehe tionsverirag mit Bayern genehmigt. — General Frank Blair hat
urde eine entfprechen e 1 J
Ausbruch der Bewegung sollte erst gegen — des Ae die demotratuche Vratchdenhastreandiduer angenomen.—
iinden, und es jst noch die Frage, ob die Verhaftung der Chefs —8 iuskzgg.
dieselbe aufhalten wird. Die Regierung hat sofort mehrere Re⸗ Proceß Eboriusky eehn
ginenter noch Catalonien gesandt. Da die franzoͤsischen Blatter Gortsehung.)
ast bei jedem wichtigen Ereignisse zuerst an Preußen denken, kann 5 ——8
ez nicht fehlen, daß dies auch bei der in Spanien ausgebrochenen —— uchen, 25. Juni. —
VBewegung der Fau ist. So meldet der .Gaulsis“, der Prinz Nunmehr kam die Verlesung der vom Grafen Chorinsky mit
bon Preußen werde in Madrid erwartet, um mit Spamen über einer Gattin geführten Correspondenz an die Reihe. Von diesen
cinen Aianzbertrag zu unterhandeln, um Frankreich auch nach Briefen enthalten die vor der Verheirathung und in der ersten Zeit
diefer Seile hin zu isoliren. Das ist wahrhaftig starker Tabak. »anach geschriebenen die innigsten —schwärmerischsten— überschwäng·
Uuf der spanischen Gesandischaft wird, behauptet, die Ruhe je'r lchsten Ausdrücke der Liebe, bald aber beginnt ein kuͤhler und
dollstandig hergestellt und die Regierung hege gar keine Befürch immer kühlerer Ton in denselben zu herrschen, bis derselbe herz⸗
hingen mehr. — Die „France“ glaubt erklären zu müssen, daß rkältend wird und zuletzt in den schroffsten Gegensatz zu den an⸗
die hesiern gemeldeten Nachrichten aber angebliche Verwickelungen fänglichen Liebesbetheurungen verfällt. Einige Stellen aus den
in Poriugal jeder Begründung entbehrennn. Briefen, nach der Reihenfolge derselben aluufgeführt, mögen zum
Italien —A Belege dieuen. Der Graf schreibt bald nach der Hochzeit, nachdem
er seine Frau verlassen hatte, um in die österreichische Armee ein⸗
utteten: er müsse wieder heirathen, und zwar eine reiche Partie,
ind wäre es selbst eine alie Jüdin, um aus seiner Geldverlegen⸗
heit zu ktommen, sie fordere er auf, wieder protestanlisch zu wer⸗
en, nach Berlin zu gehen und dort einen alten reichen Mann zu
reirathen, um ihm (Chorinsky) danx anit Geld behülflich sein zu
önnen. „Ich danke Dir jür Deine Liebe, — fährt er fort — zwar
hesser als Da kaun Niemand mit mir sein; allein ich bin jetzt ra⸗
wend toll und närrisch; Geld ist die Hauptsache, Liebe ist Smes⸗
zäuschung. Mache mich nur frei, aber verschiebe es nicht auf die
lange Bank, sonst machst Du mich noch verzweifelter; noch nie wer
ich so in Geldverlegenheit wie jetzt.“ — „Ich rathe Dir, meinen
VZater um 300 fl. Geld anzugehen, ferner eine Erklärung beim
Notar aufsetzen zu lassen, wornach Du erklärst, nie einen Anspruch
auf mein Vermögen zu machen; denn sonst habe ich Schwierigkei—
sen bei meinem Eintritte ins stehende Heer. Nach Amerika gehe
ich nicht zu diesen Schweinstruppen; wenn es in Oesterreich nichts
nehr ist, so gehe ich nach Rußland.“ — „Eins von uns ist zu
iel; Du kaunft ja irgendwo in ein „Haus“ gehen, besser wirst
Du es jedenfalls finden, als jetzt.“ — „Ich bin wüthend auf
Dich, denn wozu erst meine Eltern fragen, ob wir uns scheiden
lassen sollen d Ich will es einmal; ich bereue es daß ich so dumm war,
mein Wort zu halten, Dich zu heirathen. Merktest denn Du nicht
schon lange, daß meine Zartlichkeit nur erheuchelt war? Jetzt kenne
ich ein Wesen, das edel und rein, von angesehenem Haufe ist, der
ich aber meine Gefühle nicht sagen darf, weil ich gebunden bin.“
Du hast meine Carierre zerstoört, — Du wirst Dich doch nicht
länger aufdringen wollen ? Wenn Du nach Wien gehst, werde ich
nir das Leben nehmen; Du wirst doch nicht glauben, daß Du
meiner Familie angenehm bist? Sollten die Eltern so dumm sein,
Dich aufzunehmen, ich bin dagegen, weil Du mich genirst.“ —
Dun bist mein Fluch; oft zuckt mir die Hand nach der Pistole,
wenn ich denke, daß ich für- ewig verhetrathet bin. Schreibe mir
zur nichts mehr oder höchstens von einer gültigen Ehescheidung.
Du kapnst ja unter Abänderung des Namens zum Theater gehen.“
— Endlich: „Diese Zeilen sind die letzten, die ich an Dich richte.
Du bist nun nicht mehr'werth, daß man Du zu Dir sagt. Ich werde
Ihnen die Hülfte meines Einkommens geben, zu mehr bin ich ge⸗
sehlich nicht verpflichtet; auch sende ich Ihnen Jhre. Sachen zurück.
die mich immer unangenehm berühren, so oft ich sie sehe“ u. s. w.
Eundlich lage noch ein Brief an Iwo Chorinsky vor, in wel⸗
hem zwischen den Zeilen stand: Sauluder, dummes Schwein, und
inter der Unterschrijt „das nichtsnutzige Luder“ stand. Cho—
rinsky gestand zu, möglicherweise dies geschrieben zü huben, er er⸗
innere sich aber nicht daran. . 3*
Dierauf wurden alle jeue Urtunden mitgetheilt, welche sich da⸗
rauf beziehen, daß die Ebergeniy sich Gift zu verschaffenn fuchte, und
dabei constatirt,e daß das Gift in dem Pag iete gefsriden worden

Aus Rom brachte die „Eberfeld. gZeitg. vor einiger Zeit
eine Mittheilung, wesche sich mit den Zuständen in der römischen
Armee befchäftigi und die Deulschen vor dem Eintritte in dieselbe
warnte. Ver Ärtikel hat in Rom großen Unwillen hervorgerufen
und sechs deutsche Zuaven zu einer sehr unparlamentarischen Re—
clamation veranlaßt; aher damit hat man sich nicht begnügt. Au⸗
Rom wird dem Blaite jetzt geschrieben, daß ein deutscher Lands
mann den Verfasser des Ärtitels verrathen habe. Derselbe wurde
am 10. Juni internirt, seine Papiere wurden darchsucht, und ma:
fand in denselben einen Aufsatz üser den Unterschied der lateini
schen und germanischen Voöͤller in Bezug auf Resigion und Cha—
acler, Staats⸗ und Verwaltungswesen. Am Sonnabend, 25.
Juni, wurde der Verfasser vor's Kriegsgericht gestellt, das aus7
Richtern (5 Franzosen und 2 Belgiern) bestand, mit 4 gegen 8
Sltimmen des Hochverraths schuldig befunden und zu 6 Jahren
Galeeren veruriheiit! — Wir enthalten uns, bemerkt die „Elb.
Ztg.“ hierzu, „vorläufig einer jeden Bemerkung zu dieser uns un⸗
Jaublich scheinenden Nachricht. Wir haben an den preußischen
Gesandten in Rom, Hrn. v. Arnim, geschrieben, um über die
Persönlichkeit des Verurtheilten und über den Thatbestand Infor⸗
nationen einzuziehen, und wir werden die Antwort des Hrn. v.
Arnim seiner Zeit veröffentlichen. Eine Verurtheilung wegen des
don uns veröffentlichten Artikels scheint uns unmöglich zu sein —
selbst in Rom.“ —
Florenz, 11. Juli. Die Interpellation des Generals!
Lamacmora in öüezug auf die für das italienische Heer verletzenden
Ausdrücke in dem Bericht des preußischen Generalstabs über den!
Feldzug von 1886 wird Mittwoch stattfinden. — Martinelli ift
sum Berichterstatter über das Gesetz wegen des Tabaksmonopols
ernannt worden; die Discussion desselben wird am 20. beginnen.
Der Minister wird eine Cabinetsfrage stellen.

Sypanien.

Madrid, 10. Juli. Der Herzog von Montpensier und
seine Gemahlin (eine Schwester der Königin Isabel) sind gestern
don Cadix nach London abgereist: [Derselbe war vorher aufge⸗
fordert worden Spanien zu verlassen, da er den Feinden der
spanischen Institutionen als Fahne dienen könnte)

Türkei.
Konstantinopel, Pl. Juli. Prinz Napoleon ist nach
dem Berge Athos abgereist und geht sodann nach Griechenland.
,France“ theilt mit, daß waäͤhrend der Anwesenheit des Prin⸗
zen Napoleon in Constantinopel Mustapha Fazyl-Pascha sich mit
dem Sultan und mit Aali⸗Pascha vollstandig ausgesöhnt habe, und
fügt hinzu: Es ist bekannt, daß Mustapha die jung-⸗türkijche Par—
ed rectrut, es ist somit überflüssig, auf die politische Tragweite
dieser Versoͤhnung hinzuweisen. ——
        <pb n="333" />
        sei, welches die Ebergenyi ihrer Magd Elise Kubesch zur Aufbe—
wahrung übergeben hatte. Unter den Urkunden befand sich auch
jener Brief, welcher in einem Eisenbahn-Waggon gefunden wurde,
und in dem es heißt, daß die Gräfin in einem amerikanischen
Duell ihren Tod gefunden habe.

Nachdem ferner jene Mittheilunzen ans den Acten erfolgt wa⸗
ren, welche zur Characteristik der Ebergenyi gehören und durch die
Verhandlung in Wien schon länkt bekaunt sind, wurden auch meh—
rere Urkunden verlesen, welche fich auf den Character des Ange⸗
klagten beziehen. Wir entnehmen in dieser Beziehung der Conduite⸗
liste über die letzte Dienstzeit des Grafen im 12. 8.t. Infanterie⸗
regimente, welche von dem Generalmajor Erzherz. Heinrich unter⸗
iertigt ist, Folgendes: „Graf Chorinsky entstainmt einer sehr acht⸗
zaren alten, adeligen Familie, besitzt eine schwächliche Gesundheit,
ist sehr leichtsinnig, lügenhaft, ohne ausgebildeten Characker, ohne
Ausdauer, von gewöhnlicher geistiger Begabung, ein großer Schwützer,
hat wenig Ehrgefühl,ist ohne besondere. mititärische Kenntnisse,
spricht italienisch, französisch und englifch ziemlich gut, auch etwes
russisch, kaun gut reiten, fechten und schrvimmen, benumimnit sich brav
vor dem Feinde — in der Schlacht von Koͤniggrätz erh'elt er eĩuen
Säbelhieb in die Brust und wurde mit dem Hiilitärderdienstkreuz
und der Kriegsdecoration ausgezeichnet —, ist ehrerbietig, aber
aicht offen gegen seine Vorgesetzlen, gegen Gleichgestellte herablas⸗
send und gefällig, wegen seines Leichtsinnes aber nicht augesehen;
gesellig, artig, zieht sich aber voa der besseren Gesellschaft zurück
und fucht gerne schlechte auf, ferner hat er eine große“ Neigung
zum Schuldenmäachen.“ »8 6orksekung folgt.)e *

— BÆAA
VBermischtes. .
7 In Speyer hae sich ein Kreuzerbetein gebildet? welche.
in einem Aufruf um Beiträge“ zu dem längst projectitten Bai
einer protestantischer Kirche auf. dem historischen Boden des Ret—
schers bittet. An der Spitze des Vereins steht die Frau Regier—
ungspräsident v. Pfeufer.

FSpeyer, 8. Juli. Gestern Nachmittag machte eine Ar—
rheilung des hier“ garnisonirenden 5.Jägerbataillons einen
Marsch in unsern städtischen Wald, wobei von ihr ein von sei
ner Nabenmutter ausgesetztes neugebornes Kind aufgefunden
wurde, das man noch lebend zur Stadt brachte. Der ruch⸗
losen That verdächteg soll dem Vernehmen nach eiue junge Per—
son sein, welche am gestrigen Tage in der Bierbrauerri zum
Lamm gesehen wurde und von da mit der Bahn nach Heidelberg
zereist sein soll.

T In Oggergheimm wurden vor einigen Tagen 5 Kin—⸗
der und 9 Hunde von einem wuthverdächtigen Hunde gedissen.
Die Aufregung und Besorgniß unter den Eltern der gedissener
sinder ist begreiflicher Weise sehr-groß.

F Die Nannheimer Actionäre der bankerotten Baumwollsp'n⸗
nerei in Kaiserslautern sind entschlossen, dem Verwaltungsrath der
Gesellschaft gegenüber den Rechtsweg zu betreten. Der in Mus
sicht stehende Proceß ist ganz geeignet, die Aufmerksamkeit des bei
industrieslen Actienunternehmungen betheiligten Publikums zu er—⸗
wecken. Es handelt sich um die Frage: ob die solventen Ver—
waltungsräthe für den Schaden zu haften haben, den sie zwar
aicht verschuldet haben, den sie aber durch genaue und rechtzeitige
Untersuchung hätten vermeiden können. Alle Mitglieder des Ver⸗
waltungsrathes der gedachten Spinnerei sind Ehrenmänner, deren
Namen in der Pfalz und darüber hincus den besten Klang ha⸗
ben. Ihre Stellung zur Gesellschafi war mit keinen der üblichen
Tantiemen und Remunerationen verbunden. Niemand beschuldigt
sie der leisesten Unredlichkeit. Sie ließen sich täuschen und mach—⸗
ien sich eines Uebermaßes von Vertrauen in den davongegangenen
Director schuldig. Dies Vertrauen büßen sie selber mit einer be—⸗
deuienden Anzahl werthlos gewordener Actien; aber mit ihnen

büßen zahlreiche Unschuldige, denen der Verluft sauer ersparter
kleiner Capitalien wehe thut. Der entlaufene Directot ist notori
cher Trinker, dem unter anderen alle daufmännischen Kenntniffe
abgingen. So wurden z. B. Lieferungen für die preußische Armee
ibernommen, die man in Preußen selbst zu den pfälzer Preisen
aicht übernehmen konnte noch wollte. Unler den Vorrathen sollen
ich fur 70,000fl. Indigo befinden, was für den Bedarf der
Druckerei auf Jahre hinaus genug sein würde. Unter solchen
Amständen glaubt man aber allgemein, den Verwaltungs
cath mit Recht für den entstandenen Schaden verantwottuch
machen zu können und sieht dein Gange des Processes mit Span—
aung entgegen.

fHeidelberg 65Jnli. Heute Morgen um 9 Uhr fuhr
der Zugführer des von Mannheim kommenden Personenzugs statt
im Bahnhofe haltken zu lassen, fahrlässiger Weise durch die Bahn⸗
jofshalle hindurch, gerade auf das nähestehende Postgebäude zu, so
daß die Locomotide die starke Kette, welche das Fahrgeleise gegen
enes absperrt; durchbrach, einen der starken Kettenträger aus dem
hoden riß und auf die schräge hölzerne, unten hohle Brucke welche

aus dem Vorrathshaus der Fahrpost auf den Bahnof herabführt,
zueilte. Nachdem sie tiefe Fahrgeleise in das zertrümmerte Plat
enpflaster gerissen, riß sie auch die gemauerten Seilenwände unter
der Brücke sammt dieser nieder und wühlte sich in die bloße Erde
unterhalb derselben tief ein. Dadurch wurde der Stoß gebtochen,
so daß die Räder der Locomotive nur bis an das Vorrathshaus
und nur das Vordertheil in dasselbe eindrang, und 2Posikarren
in Stücke riß. Es waren nachher 8 geheizten Locomotiven nö⸗
chig, um die in die Erde eingewühlte Maschine wieder heraugszu⸗
ziehen. Die Passagiere auf dem Zuge kamen mit der Erfchuͤlter⸗
ung und dem Schrecken davon, aber dem Zugführer wird es
chlimm gehen: Er hatte schon einmal einen Zusammenstoß im
Oberland, war in Folge davon längere Zeit vomn Amte entfernt
und fährt erst seit einigen Tagen wieder. Er ist bereits vom Dienft
entjetzt und muß den angerichleten Schaden ersetzem 47
fWiesbaden. In der Nacht zum 8. d. M. gelang es
einenr gewandten Gauner, aus den Zimmern des Prinzen Join⸗
dille in der, Vier Jahreszeiten“ 80 Pfd. Sterl. in baar, ver⸗
schiedene Goldsachen und iieoce vou 6000 Pfo.
zu entwenden.“ Der Diebstahl wurde erst Morgens hemerkt und
ur Anzeige gebracht. Der Polizei“ gelang es gleichwohl, bis Mit⸗
ag den Died in Hast und das gestohlene Guf wieder zu be⸗
chaffen. 44
f(Schwindel) Die? Berliner Post“ warnt vor den
Schwindeleien eines gewissen Wepler, welcher, obgleich er keine
Ahnung von dem Wesen: der Epilepsie hat, und obwohl er erft
türzlich wegen Medizinal⸗ Pfuscherei bestrafi ist, ein Mittel gegen
diese Krankheit durch eine Apolheke verkauft, womit er das leicht⸗
zläubige Publikum geradezu betrügt Um' sich den Geldgewinn
zu sichern, auf den allein es ihm ankommt, veröffentlicht er Atteste,
ie sich der Mehrzahl nach gar nicht in seinen Händen? befinden
ꝛeren Minderzahl aber von Personen herrühren, deren Ehrenhaf ⸗
igleit stark zu bezweifeln ist. Aerztliche Alteste bringt er von
»bscuren Medicinern, die,ebenfalls gewissenlos, alles Mögliche für
in Butterbrod attestiren.
f.Pagsau 8. Juli. Wie der „Pass. Ztg.“ mitgetheilt wird
iel gestern Mittag zwischen 12 und 1 Uhr auf dem Lusen im
aherischen Walde Schnee, so daß, der Bergrücken ganz mit
Schnee bedeckt war, Niemand kann sich erinnern, daß je um diese
Zeit, woyl aber einmal am 27. Juli, dort Schnee gefallen sei·
F Im verflossenen Jahre verließen über Bremen 73,971
eutsche Auswanderer ihr Vaterlandz darunter 32,069 aus Preu⸗
zen (6387 aus Hannover, 2929 aus Queheffen 803 aus Nassau,)
252 aus Bayern, 5038 aus ——A Hessen⸗
Dari tadt, 2426 aus Baden, 2049 aus Thlringen, 12283 us
Sachsen ꝛc. Aus Oesterrreich wanderten 15,103 aus, wovon der
zrößte Theil gqus Böhmen.
Am Dresdener Hoftheater werden Wagner's „Meei⸗
stersinger“ einstudiirr. —
Zum Wiener ShHülßenfeste sind aus Stutigart bis
etzt 188. aus Frankfurt 300 Festtheiluehmer angemeldet. — Am
19. ds. findet ein Probeessen, am 20. Prüfung der sämmilichen
kinrichtungen der Schießhalle und der festgesetzten Schießcontrolle
c. statt. — Die Wohnungsnoth macht sich noch immer geltend,
ꝛa — nach der „A. Z.“ — eigentlich nur für eine weniger an⸗
spruchsvolle Classe von Schützen gesorgt ist, denen es michts ver⸗
schlägt, in Massen bequatiert zu werden und sich in „ärarischen“
Betten zur Ruhe zu legen. Der Bürgermeister von Wien habe
ich daher in einem öffentlichen Anschlag anden hohen Adel“ und
,die wohlhabende Bürgerschaft“ mit dem dringenden Erfuchen ge⸗
vandt, ihre etwa leer stehenden Paläste und Wohnungen für die
hervorragenden“ Festgäste zur Verfügung zu stellen.*
fWien 6. Juli. Wie man höri, ist die Ebergenyin in
Neudotf in der That avancirt worden, nämlich zur Oberwäscherin
der Anstalt, womit allerdings ein Aufsichtsrecht über die übrigen
weiblichen Straäͤflinge verbunden ist. U
7 Die Maͤßigkeitsvereinler, in London wollen ein Hospital
errichten, in welchem Kranheiten ohne Anwendung von' Medicin
oder Alkohol curirt werden sollen. 5
f. Vor einem englischen Schwurgericht wurde ein Reitknecht
wegen, böswilliger Vergiftung eines werthbollen Rennpferdes zu
einer fünfjährigen Zuchthausstrafe verurtheititit.
f.London, 8. Juli. Gestern fand ugter dem Vorsitze des
Earl of Shaftesbury die Jahresversammlung der Freunde der Nord—
londoner⸗Stiefelputzerbrigade statt. Zweck dieser Institution ist,
unbemittelte Juugen durch auhaltende Beschäftigung vor morali—
chem Untergange zu bewahren. (Im letzten Jahre standen nicht
veniger denn 2141. Buben nuter 18 Jahren. davon 151 unter
10 Jahren, vor den Londoner⸗Gerichtshoöfen.) Im Jahre 1867
jaben die 48 der Brigade angehörigen Stiefelputzet 293,950
Paar Schuhe und Stiefel Jereinigt und zu der Tar⸗ don 1 P.
der Paar 1222 8. 14 Sh. 2 P. eingenommen, also durchschnitt⸗
lich jeder Junge täglich etwg b Sh. 8 P. ber 2 S.
        <pb n="334" />
        fWie franzoͤsische Zeitungen berichteten, entdeckte Kaiser Na⸗
poleon bei jüngst mit vem Erdbohrer angestellten Versuchen im
Park von Fonlainebleau eine Quelle schwefelhaltigen Wassers. Die
Zaiserin und alle Hofdamen tranken von der neuen He'llquelle.
Arbeiter wurden beauftragt, die Quelle zu fassen. Aber, ach, die
Unhöflichen entdedten und verriethen, daß der kaiserliche Fund
nichts sei als das Resultat der Durchlöcherung eines gewissen Ab⸗
zugskanals, welcher ... doch der Rest ist Schweigen.

fZur Gefaͤhrlichleit des Alleinsitzes in Eisenbahnwagen, zu⸗
mal bei der Nachi, dient folgendens Beispiel: Am 6. Juli Nachts
fuhr ein Herr Lhermite, Gutsbesitzer von Rouen, mit dem Nacht⸗
ig von Amiens nach Paris. Während der Zug schon in Be—

wegung war, stieg noch ein die Uniform der Nordbahn tragender
Mann'ein. Beideiner Haltestelle fühlte sich Lh. plötzlich durch
mehrere Dolchstöße verwundet, allein, mit großer Stärke begabt,
rang er mit seinem Angreifer, welcher zuletzt die Wagenthüre öof⸗
seneie, und beim Fortrollen des Zuges entsprang. In Breteuil
sonnte Lh., dessen einer Lungenflügel durchstochen ist, noch den
Bahnverwalter rufen, und ihm den ganzen Hergang erzählen ·
Sofortige Recherchen nach allen Seiten hin führten zur Entdecun g
und Verhaftung des wegen Unterschleifs entlassenen Bahnbedienste⸗
en Gouhout, der, seine vorherige Uniform benützend, auf der
Zehrseite des Zugs eingestiegen war, um einen Unbekannten zu
bestehlen, nothigenfalls zu morden.
Bekanntmachungen.
Ireiw. JFeuerwehr.
—
w Attwo e h, den 84
5. Juli 1888 —
hends 8S Uhr
eneralver ⸗
ammlung
Wirthschaftslo⸗4
cale des Herrn Peter Heusser.
Tagesordnung:
Aufnahme von Mitgliedern,
Besprechungen über Hauptübung.
St. Ingbert den 14. Juli 1868.
Conrad, Vanzerbieter,
Oberbrandmeister. Secretär.
Drei gute Arbeiter können sofort
eintreten bei Schneider Vauer in
Schnappbach.

Nur während weniger Tagen befindet sich das
Haupt-Herren-LKleidor-Magazin
von S. WOTXISEBE, aus Mannheimn
— im HOTEL LAVUR.
Mein Lager enthält die allerfeinsten, sowie mittelfeine
und ganz billige Herren⸗Garderoben, Schiafröcke und
Joppen und zwar i allen Größen und in größter Aus—⸗
wahl, so daß aller und jeder Anforderung Genüge ge⸗
leistet werden kann. —

Es dürfte daher nur im Interesse des geehrten Publikums
von St. Ingbert und Umgegendliegen, sich mit dem Bedarf
von Garderoben während meines hiesigen Aufenthaltes
zu versehen, indem ich, um hier ein großes Geschäft zu
erzielen, zu den bereits bekannten

außerordentlich billigen Preisen
verkaufen werde.
Nochmals mache aufmerksam, daß der Verkauf dies⸗
mal nur während wenigen Tagen stattfindet.
Schõönen Schwarzwälder
Fimbeersaft
die Flasche zu 1 fl. 36 kr. empfiehlt
Fritz Panzrrbieter.

Hochachtungsvoll
5. WVormser.
d40 — C JFF AX
Yferde- u. Johlenmarktzu FIrankfurta. M.
am 25. 26. und 27. August 1868.

Die vollständig für 400 Pferde hergerichteten, mit —VV
aeuen prachtvollen Stallungen sind zur Aufstellung der feineren Pferde bestimmt.

* —3 — am 25. Auguft nebst Vertheilung von Ehren-Preisen an die
Prämiirung Besitzer der besten zu Markt gebrachten Pferde und Fohlen.
V l am 23. August öffentlich vor Notar und Zeugen von 61 der

er oosung schönsten Reit- und Wagenypferde, 9 vollständige
bier⸗, zwei⸗ und kinfspännige Equipagen., Schlitten nebst completten
Geschirren, sowie sonstigen Reit⸗ und Fahr ⸗Requifiten im Werthe
bon cirea fl. 70,000, wenn 40, 000 Loose vergriffen sind.

Anfragen und Bestellungen auf Stallungen, sowie auf Loose, Lezgtere
à Thir. Ifl. 145) per Stück beliebe man franco an den Secretär des unter⸗
zeichneten Bereins, Herrn CE. Kappel. zu richten, wo auch Uebernehmer einer
größeren Anzahl von Loosen die näheren Bedingungen erfahren können.

Den Aufträgen für Loose ist der Betrag franco mit deut icher Angabe der genauen
Adresse beizufügen. Falls die Zusendung franeo und recommandirt gewünscht wird, sind die
erforderlichen Marken einzusendnn.

Auswärtige Theilnehmer, welche ihre Loose durch das Sekretariat direct beziehen, wer⸗
den falls ihnen ein größerer Gewinn zufällt, davon — soweit thunlich — mittelst Tele⸗
gramm in Kenntniß gesetzt. J

Der Vorsitzende des Landwirthschaftlichen Vereins:
Vr. Georg Haagg.
Frankfurter Börse
vom 10. Juli. 1868.
Geldsorte u
Preußische Kassenscheine..114147,4.- 456
Preußische Friedrichsdd 95859
ßistolen ....... 948-50
holländische 10 fl.⸗Stüucke., 9 54-56
Ducaten ... 538-40
20Franes⸗Stücke ..9 27/-28
knglische Souvereigns.11533-657
Bold per Zollfund sfein... — —
dochhaltiges Silber per Zollpkud — —
Dollars inGold 227—28

In der Scheune des Unterzeichneten
ist noch Platz zum Frucht einsetzen und
dreschen.
Heusser.

Zwei Glaser und meh⸗

cere Tischlergesellen fön⸗

nen gegen guten Lohn dauernde Be—
schäftigung erhalten bei

N. Jontaine in Sulzbach.
Worms den 10. Juli.
Wir notiren heute: Weizen 14fl. — kr
zis 15 fl. — ir. Roggen 10 fl. — kr.
zis — fil. — fr. Gerste 10fl. — kr.
zis — fl. — tr. per 100 Kilo., Hafer
— fl. — tr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 12 fl. 30 kr. bis 13 fl.
— ir. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 10 fl. 45 kr. bis

fl. — ir. Weizenvorschuß — fl. — kr
— fl. — kr. Blumenmehl. 17 fl. 80 kr.
L
is sl w * en 76 gdus M8 (Sruchtpreise.) Weißmehl das Mal—-

e 33

gilo Rubbl ohne Faß 20 fl. dotr. o en
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß — fl. Je —

bis —flir. Pohnde ohne Faß pfd.) 13 fl. 45 kr. — 14 fl. 4 tu. —
su. xr.bis Korn (180 Pfd.) JIoOfl. 40 tr. bis 10 fl. 45
zo hils. Repskuchen — — — FieeGerste o pfdy t.7
e Branntwein“ 28 fl. — ir — r 2— (120 Pfd.) 6 fl. 10 tr.
his — fil. — kr.
Haction, Druck und Verlag von F. X. Deme“ in St. Inaber
        <pb n="335" />
        1 V ———— . 87 Ret Re 3 .35 — Vgen y ghee ———
. Angberter Anzeiqer.
3 U . . ια . 4
6 i i e ma J ——— * , J — J
Der 32.1 Juaberber Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöcheutlich dreimal' Bienssstag, Donnerstég
and Samstage Abounemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blattschrift oder deren Raum berechnet. 5
Nro. S⸗4. Donnerstag, den 16. Julii , 4868.
— — — “
Deutschland ec.
Aus der Pfalz, 12. Juli. Die Reise des Justizministers
Hrn. v. Lutz in unserer Provinz ging von Speyer nach Franken⸗
hal, Neustadt, Kaiserslautern, Zweibrücken, wo er den 3. und
3. Juli zubrachte, St. In gbert, Landstuhl, Kaiserslautern, Winn
weiler, Waldfischbach mit einem Abstecher nach Johanniskreuz zur
Rehbock⸗ Pürsche), Dürkheim, Landau, Annweiler, Dahn, Berqgja⸗
»ern. Herr v. Lutz soll unsere Pfalz sehr befriedigt verlassen
haben .7
Munchen, 13. Juli. Den Münchener „neuesten Depeschen“
jufolge ist die Ulmer Convention bereiis ratificirt worden Es
rledigt sich sonach die Mittheilung verschiedener Blätter, daß die Ulmer
Konvention die Bildung der füddeuischen Militärcommission zur
Voraussetzung gehabt und deshalb von württembergischer“ Seite
noch nicht ratificirt sei .
Munchen, 14. Juli. Beide Kammerausschüsse sind zur
Berathung derMilitärstrafgesetzgebung gestern zusammengetreten
xSin Entwurf wurde mit einem besonderen Schreiben vom Kriegs⸗
minister dem Vorstande des Ausschusses der Kammer der Abgeord⸗
neten übergeben.

.München, 14. Juli. Die Regierung beabsichtigt, dem
nächsten Landtag einen Gesetzesentwurf über die Aufhebung der
AV

— Würzburg 12. Juli. Auf der heurigen am 20. 1. M
n hiesiger Stadt zusammentretenden Jahresconferenz der bayer.
Bischoöfe wird u. A. auch, wie man aus München der Berliner
„Kreuzztg.“ schreibt, eine neue Kundgebung gegen das vom Cul-
tusminister v. Gresser vertretene System erwariet.

Dienstesnachrichten.
Ee. Maj. der König haben sich allergnädigst bewogen gefun⸗

den, den Landrichter Georg Reifel in Winnweiler, seinem aller⸗
unterthänigsten Ansuchen entsprechend, zum Bezirksrichter in Fran⸗

lenthal zu befördern. 35

Stuttgart, 14. Juli. Der Staatsanzeiger“ meldet,
daß gestern eine Conferenz der Minister Fürst Hohenlohe und
d. Varnbüler stattfand, wobei die Ulmer Festungsconvention rati—
ficirt und eine Verabredung über den Zusammentritt der füd—
deutschen Festungscommission getroffen wurde. Fürst Hohenlohe
reist nach Karlsruhe.

—GFrankfurt, 14. Juli. Der Kronprinz und die Kron⸗
prinzessin von Italien sind heute Nachmittag von Nürnberg kom—
mend hier eingetroffen und im russischen Hof abgestiegen. Diesel⸗
en werden acht Tage hier verweilen und während dieser Zeit dem
sönig von Preußen in Ems einen Besuch abstatten.

—Berslin, 10. Juli. Der Einiritt Mecklenburgs in den!
Zollverein kann nunmehr als nahe bevorstehend (1. Auguß ber
jeichnet werden, denn die entstandenen Schwierigkeiten in Betreff!
der Transit-Zölle sind auf dem Wege, durch einen Vergleich be⸗
seitigt zu werden.—

»Berlin, 10. Inli. Man will wissen, daß eine Note Eng⸗
lands an Oesterreich und Italien bevorstehe, um sich über die. ge⸗
eignetsten Mittel zu verständigen, wie die Herausforderung des
Vaticans und dessen Verdammung des modernen Fortschritts und
der Principien der Civilisation zurückzuweisen sei. a

Berlin, 18. Juli. Der „Staatsanzeiger“ und das „Bun—

desgefetzblatt“ publiciren das Nothgewerbegeseß.“

Die „N. A. Z.“ theilt eine von dem früheren König von
hannover im August 1889 erlassene geheime Cabinetsordre mit,
velche nachträglich nebst dem zu ihr gehörigen schwarzen Buche in
)en früheren hannover'schen Archiven aufgefünden worden ist. Die—
elbe lautet: „An Meinen Minister Meines Hauses, sowie der
rinanzen und des Handels. Da die politischen Umtriebe, welche
etzt au einigen Orten Meines Königsreiches für Bildung eines
eutschen Parlaments und für Unterordnung der übrigen deutschen
Staaten unter die Hegemonie Preußens staltfinden, geradezu auf
zerstöruna der ietzt bestehenden Bundes-Verfassung und auf Ver

nichtung der Souveränetät der einzelnen deutschen Staaten gerich—
let sind und nur die unglücklichen Verwirrungen des Jahres 1848
ür ganz Deutschland wieder heraufbeschwören müssen, son beauf⸗
rage Ich Meinen Minister Meines Hauses, der Fianzen und des
dandels, um diesen Bestrebungen entgegenzuwirken, die Unterzeich-
rer solcher Aufrufe und! Erklärungen — deren Namen, bon dem
Ninisterium des Innern fördersamst den übrigen Ministerien zur
denntnißnahme mitgetheilt werden sollen — ohne Meine ausdruͤd-
iche Genehmigung bei keiner Anstellung, Beförderung Gehalts⸗
Lerbesserung oder sonstigen Gnadenbezeügung zu berücksichtigen,
owie bei keiner Pachtung, Lieferung oder Arbeitsleistung zuzulas⸗
en, sondern vielmehr, wo derartige Vethältnisse bestehen,“ welche
gelöst werden könuen, solche, sobald irgend thunlich, wiedet aufzu—
Jeben. Norderney, den 22. August 1859. (Gez.) Geerg Rex.“
Das zu dieser Cabinetsordre gehörige schwarze Buch, welches sehr
plendid auf Foliopapier gedruckt ist, enihalt etwa 750 Personen
zus allen Städten und Ständen Hannovers.“ Als besonders ge—
rährlich sind mit einem Kreuze gezeichnet: Albrecht, von Bennig ⸗
en, v. d. Horst, Lammers, Miquel Oppermann, Redecker, Römer.
Weber und viele Andere.

Wäen, 11. Juli. Die Nachricht, daß außer der zeitweisen
Beurlaubung von Soldaten für Erntearbeiten noch eine Armee-
eduction angeordnet worden sei, erweist sich — nach der N. Fr. Pr.
— als Irrthum; der Kriegsminifter könne in keinem Falle unter
)en bereits bewilligten Friedensstand herabgehen. Dagegen sei
ine reformatorische Maßregel anderer Art beschlossen worden. näm—
ich die Einführung einer Armee-Intendanz, deren Beamte aus dem
Livilstande ent nommen werden sollen..

Ween, 13. Juli. Der Minister Giskra ist heute

nit 954 gegen 1 Stimme an Stelle MÜühlfeld's zum Ab⸗
jeordneten der Stadt Wien in den niederösterreich'schen Landtag
jewählt worden.
Maus Rothschild in Pesth.) Ungarische Blätter verzeichnen
»as Gerücht, wonach das Bankhaus Rothschild, um gleichfalls den
Dualismus zur Durchführung zu bringen, in Pesih ein Bankhaus
u gründen beabsichtigt.

Träest, 11. Juli. Bis halh 11 Uhr durchzog gestern
Ibends ein lärmender Pöbelhaufen die Stadt. Das Waͤppen des
äpstlichen Consuls wurde abgerissen. Wild durcheinander ertdn—
en die Rufe: Morti a Pio nono!“ Evvvia PAustria! Dvviva
Jarihaldit Bvviva l'ltalia! Die Capuciner, welche angegriffen
vurden, läuteten Sturm. Einige Arretirungen wurden vorgenom⸗
nen. Das Militär war consignirt, schritt jedoch nicht ein. Heute
st Alles ruhig. kne?

Driesst, 18. Juli. Der Lloyddampfer „Aquila impe⸗
ciale“ traf heute Nachmittag mit der ostindischen Ueberlandpost
sier ein.
—— Frankreich.

Paris, 11. Juli. Einem im heutigen „Moniteur“ publi·
irlen Decrete zufolge könne: Getreide und Mehl bei allen Zoll⸗
ureau's des Reiches ein- und ausgeführt werden. 9 2*

Paris, 11. Juli. Die „France“ dementirt die Nachricht,
»aß der spanische Gesandte Mon an Moustier das Verlangen ge⸗
tellt habe, an der Grenze gegen Spanien Vorsichtsmaßregeln an⸗
ordnen zu lassen.

— In Fontainebleau geht's sehr still her; außer einem klei⸗
ien Scheibenschießen, bei dem die Kaisetin irgend einen lleinen Toilet—
sengegenstand als Preis aussetzt, und der Herr Sohn dem Ziel
o nahe kommt, daß er bei der Preisvertheilung der Erwähnung
werth befunden wird, gibts gar keine Amusemeuts. Eugenie will
war wie sonst in Compiegne Feafte veranstalten, der alle „Herr?
vill aber Ruhe haben. Nun grollt und schmollt die Kaiserin und
egt sich in ihrem Aerger auf die politische Literatur. Man— muß
hr sämmtliche Tagesblätter in ihre Appartements schaffen. So
eschah es eine Tages, daß ihr die neueste Numner der „Lanterne“
die Hände fiel, jenes scharfen Witzblattes von Henri Rochefort,
isen steigende Abonnentenzaßs onur einen wazen Minine
        <pb n="336" />
        in Besturzung dersetzt hat. Die Kaiserin soll von der unerwarte⸗
ten Lecture sehr ergriffen gewesen sein und fragte welchen Ursa⸗
hen oder Fehlern oder Ungeschicklichleiten es zuzuschreiben sei, daß
noch so viel Haß „gegen uns“ bestehe Sie wurde von dieser
Entdeckung schmerzlich überrascht. Der Kaiser hingegen, der auch
der „Lanierne“ viel Aufmerksamkeit zuwendet, rechnet mit einem
literarischen Polizeicommissar darauf: Herrn Rochefort werde die
witzige geistreiche unverschaͤmte Pariser Blague gegen das Personal
des Kaherthums desto schneller ausgehen, je mehr man ihn laufen
lasse. Er gab Befehl, Herrn Rochefort nicht gerichtlich zu ver⸗
hindern, die Napoleoniden und Genossen wochentlich einmal zu
laniernisiren, und ihm sogar die Erlaubniß des Straßenverkaufs
zurückzugeben. Wie die Sachen stehen, wird dieses tiefstudirte
Hhlegmna den Pariser Blagueur weder entwaffnen noch unschad—
lich machen.
Belgien.

Brüfsel, 11. Juli. Die „Espiegle“ und „Cigale, sind
in Anklagezustand versetzt wegen Aufforderung zur Ermordung aus⸗
wartiger Fürsten, die durch die Veröffentlichung des Manifestes
derubi sein sollte, welches von Felix Poat in Folge des in London
zur Erinnerung an die Junitage von 1848 abgehaltenen Meeting⸗
erlassen worden ist.

Schweiz.
Zürich, 9. Juli. Die züricherische Verfassungscommission
hat in den letzten 14 Tagen eine Reihe von Grundsätzen ange⸗
aommen, welche das zuͤricherische Staatsleben total umgestalten.
Abgesehen von dem Haupisatz der directen Volksgesetzgebung— ist
. B. das gesammte Steuerwesen total unigestaltet, die indirecten
Steuern, wo nicht ganz, doch groöͤßtentheils abgeschafft, dagegen
die directen Sieuern den weniger Bemittelten bis auf 300 Fr
Fintommen ganz abgenommen und den Reichen eine Progressiv
und Erbschaftssteuer aufgelegt. Das ganze Militär joll vom
Staat unentgeltlich ausgerüstet werden, auch die Officiere und die
Volksschulen sollen ganz frei sein. Die Lebenslänglichkeit der
Geistlichen und Lehrer soll abgeschafft und periodische Wahl von
6 zu 6 Jahren eingeführt werden. Hievon ausgenommen sind
nut die Lehrer der Hochschule. Ueber die Entschädigung der bis⸗
her lebenslaͤnglich Augeftellten soll das Gesetz entscheiden. Von
einer reformirten Landeskirche wird nicht mehr gesprochen, dieselbe
wird nicht mehr garantirt, also deren Abschaffung möglich gemacht
und auch hier die volle Souberänetät der Gemeinden durchgeführt
derden. AÄuch die-Namen der Behoͤrden werden verändert, der
große Rath soll Kamonsrath, der Bezirksstatthalter Bezirkgamman
heißen. Die Bezirksräthe werden abgeschafft.

Bern, 11. Juli. Der Nationalrath hat die facultatibe
Einführung des meirischen Systems und die Postverträge mit
Deutschland und den Riederlanden, de Ständerath die
Aufnahme einer Statistik der schweizerischen Eisenbahnen ge—
nehmigt.

—

— —
—
Ehorineky. 4—
(Fortsetzung.)
München, 26. Juni.

Ehe bei Beginn der heutigen Vormittagssitzung der Präsiden
zur Vernehmung der Sachverstaͤndigen schritt, stellte der Verthei⸗
diger den Antrag, während der Abgabe der Gutachten den Grafen
us dem Saale ju entfernen, wozu das Gesetz die Erlaubniß gebe,
welcher Antrag auch von Professor Dr. Marlin und Dr. Mayer
gestellt wird.

Im Einverständniß mit, dem Staatsanwalte wurde vom Prä—
sidenten diesem Antrage stattgegeben.

Prof. Dr. Martin holt zur Beantwortung der ihm vorgeleg⸗
ten Frage, ob die geistigen Kräfte des Grafen zur Zeit der ihm
zur Last gelegten That entweder gänzlich aufgehoben oder doch
wesentlich gemindert gewesen seien, etwas weiler aus. Er habe im
Laufe der Voruntersuchung eine Reihe von Zeugenaussagen vom
Untersuchungsrichter erhalten, um sich darüber gutachtlich zu äußern,
und dies habe er auch schriftlich gethan. Auf dieses Gutachten dürft
er sich hier nicht beziehen, sondern nur auf die Ergebnisse der Ver⸗
handlung, und er recapitulire deßhalb die betreffenden Zeugenaus
sagen. Die körperliche Unlersuchung des Angeklagten berechtigt nicht
zu einem Zweifel an seiner Zurechnungsfähigteit. In der Frohn
feste habe er keine Erkrankung und keinen epileptischen Anfall wäh—
end der 7 Monate beobachtet; nur jene Aufregung war bemerk⸗
har, die jeder Mensch unter solchen Umständen hat. Dies war na
mentlich so lange der Fall, als er uüber Ebergenyi's und sein Schick
al nicht im Klaren war. Auch beobachtete ich diese Aufregun(
Amer, wenn ihm der Untersuchungsrichter eine Frage vorlegte

ne icht die vassende Aniwort wußte. Hier suchte er sic

wort im Reinen war. Was sein Abspringen von einem Gegen
stand zum andern betrifft, so habe ich dies nicht gefunden; dod
demerke ich, daß ich das Gespräch mit ihm geleitet habe. Gegen
mich war er stets sehr freundlich, küßte und umarmte mich bei
edem Besuche. Nach allen diesen Beobachtungen gehe sein Gut⸗
achten dahin, daß er weder in der Voruntersuchung, noch in
der Verhandlung irgendwelche Anhaltspunkte zu der Annahme
gefunden habe, daß die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten
jur Zeit der That, insbesondere aber am 19. 20. bis 23. No⸗
dember 1867, irgendwie alterirt und seine Urtheilskraft beschränkt
gewesen sei.

Unibersitätsprofessor und Director des hiesigen Irrenhauses
Hofrath Dr. Solbrig, erklärt, als psychischer Arzt habe er alles
Retedante würdigen müssen und deßhalb alle Symptome einer wij⸗
enschaftlichen Prüfung unterstellt. Er bemerke, daß der Angeklagte
nicht immer gleichmaßig spreche und hie und da mit der Zungt
anstoße, was jedoch weder ein Lallen noch ein eigentliches Anstoßen
jenannt werden könne; es sei als ob ihm das Wort im Gaumen
stecken bliebe. Es geschehe dies namentlich, wenn er rasch und in
Aufregung spreche. Nuch auf örtliche Reizbarkeit habe derselbe rea⸗
ziri. Er habe erzählt, daß er öfter an der Lunge, am Typhus
in seinen Verwundungen lange krank gewesen sei, aber alle diese
Zustände hätten keinen weiteren Einfluß auf sein persönliches Ge⸗
sundheitsgefühl gehabt, nur habe er hie und da Ohnmachtsanfälle.
Er bekomme Zucdungen und eine ganz eigenthümliche Empfindung.
sowie bei heftigeren Affecten Herzllopfen, und bei sehr hohen Affee⸗
ten oder großen körperlichen Anstrengungen stellten sich, aber nichi
häufig, die Ohnmachten ein; Ohne Veranlassung kämen solche Zu⸗
alle nie. Alle diese Abnormitäten seien aber als Zeichen einer
Seelenstörung nicht zu betrachten, denn wollte man aus denselben
einen solchen Schiuß ziehen, so würde man sich, wie Erfahrung
und Wissenschaft nachweisen, arg täuschen. Die Ohnmachts fälle seien
ber überdies von keinem Arzie, sondern nur von Zeugen gesehen
vorden, welche nicht als competent gälten. Wenn der Angeklagi⸗
sehr geneigt zu solchen Anfällen sei, so erscheine es sehr auffallend,
zaß die seit vier Tagen gegen ihn dauernde Procedur bei ihrer
Finwirkung auf sein Gemüth, die Hitze, das große Publilum, be
onders geeignet zur Hervorrufung solcher Fälle, keinen hervorge—
rufen habe. Die psychischen Momente seien vorzüglich aus den
Zeugenaussagen zu suchen. Collega Martin habe sie sämmilich ge⸗
ammelt, er könne dieselben nur beslätigen und den daraus gezo⸗
genen Schlüssen beistimmen. Vorzüglich interessant sei ihm, daß
zus allen Lebensperioden des Angeklagten Zeugnisse über dessen
ättliches Verhalten vorlägen. In allen findet sich Einstimmigkeit
darüber, daß Chorinsky eine nervöse, reizbare, launenhafte, zorn⸗
müthige, zu hefligen Reactionen geneigte Natur sei; anderseits seien
aber aͤuch Belege da für dessen Gutmüthigkeit und Humor und für
sein phantastisches, excentrisches und etwas comödienhaftes Beneh⸗
men. In der Liebe besonders sei er zu Abenteuern der verschie⸗
densten Art aufgelegt gewesen — eine Neigung, die er übrigens
mit vielen Offizieren seines Allers und Standes theile —, er habe
auch den Spott der Kameraden nicht gescheut, um seine wirkiich
oder affectirte Liebe zu irgend Jemand auffallend kund zu geben.
An dieser Sache ist psychologisch nicht viel. Für junge Offiziere
sei es nichts Besonderes, wenn sie von einer geliebten Dame gele⸗
gentlich einen Strumpf, Schuh oder Handschuh oder ein Stüd
ẽleid mitnehmen, an die Brust drücken, oder tragen, oder in einer
chönen Sommernacht an das Fenster der Geliebten werfen, oder
hei vermutheter Sprödigkeit mit einem geladenen Revolver vor
dem Fenster drohend aus⸗ und abgehen, der aber niemals losge⸗
schossen wird. Es handle sich darum, den Geschwornen auseinan⸗
derzusetzen, ob es ein Zeichen von Geistesstoͤrung sei, wenn der
Mensch einen launischen Wechsel in seiner äußeren Darstellungs
weise liebe. Das sei nicht der Fall. Kein Mensch sei dem andern
gleich, was höchst langweilig wäre; jeder Mensch habe sein eignes
Raturell, was die Geschwornen wohl aus eigner Erfahrung wüß⸗
fen. Ein zornmüthiger, z. B. sei kein Narr, man nenne ihn aber
so, und solche Ausdrücke seien conventionell geworden, und aͤhnlich
n den Fällen, wo Jemand nicht handelt, wie die meisten Men⸗
schen. Rampacher allein habe den Angeklagten für einen completien
Rarren erklärt, die übrigen Zeugen hätten ihre Ansicht mehr be⸗
schräukt. Es konne daher weder aus den körperlichen Abnormitäten,
noch von den Zeugen eine Geistesstoörung constatirt werden, noch
sei aus psychologischen Momenten eine solche abzuleiten. Noch ein
weiteres pfhchologisches Moment böten die Briefe für ihn, denn sie
ersetzten die personlichen Beobachtungen. Sie seien meist aus der kri⸗
ischen Zeit; ihre Form immer lebhaft, aber siets logisch geglie⸗
deri; der Inhält immer der Sachlage angepaßt, nichts confus.
Die Liebesbriefe seien alle gleich, überschwänglich, wie es auch die
ebesbriefe Anderer seien. Die Ebergenyi sei sicher keine phan—
astische Person, sie schreibe aber eben so phantastisch, also habe
nes nichts zu bedeuten. Bei ernten Sachen schreibt Chorinskr
4 *
        <pb n="337" />
        Zcheidung zeigen. Er stelle darin alle Moͤglichkeiten dar, wie sie
ohne ihn leben könne, schmeichle erst, und als er sehe, daß er sein
giel nicht erreiche, werde er grob; — daraus ersehe man, daß
Fhorinsky geistige Begabung und Sachkenntniß habe. Auch die
Jonduitenlisten zeigten, daß Chorinsky Verstand habe, denn kein
ummer Mensch lerne so viel Sprachen, so gut zeichnen, wie er.
Die Briefe an die Ebergenyi, während sie in München war, in
zem Tone eines italienischen Bravo, der auch die Madonna an⸗—
deht, gehalten, verriethen ebenfalls leine geistige Störung, sondern
in der ungeduldigen Haltung des Schreibers erkenne er nur, daß
ieser sehr gut wisse, um was es sich handle und was die Folgen
der That seien. Aus seiner Unterredung mit dem Angeklagten
und aus dessen Benehmen in der Verhandlung erhelle, daß derselbe
mmer formell und correct mit ihm gesprochen habe, daß er un⸗
zefangen und gesprächig sei, wenn es sich um unbedeutende Dinge
jandle, daß er aber, wenn es sich um gewichtige Dinge gehandelt
habe, später (in der Verhandlung) wenig gesprochen und mit Ueber⸗
legung zu urtheilen gewußt habe, so daß er glaube, es lonne vom
Standpunlte des Angeklagten aus es Keiner besser machen. Er (Cho⸗
nsty) leugne keine Thatsachen, sondern suche sie nur für sich nicht
gravirend zu erklären. Eines habe er beobachtet, die große Selbst⸗
zeherrschung des Angeklagten; denn wo er auffuhr oder es zu
hun im Begriffe war, sei er wieder auf einen Wink seines Ver⸗
heidigers ruhig geworden; das thue ein Geisteskranker nicht. Vor
und nach der Verhandlung sei er nicht aufgeregt, sondern be—
nehme sich ganz cavaliermäßig, und er glaube, daß dieß nicht aus
Apathie, sondern aus dem Willen, ruhig zu sein, zu erklären sei.
Fs scheine ihm das natürlich; er werde als tapferer Soldat mit⸗
jen in der Gefahr am ruhigsten sein. Sein Schlußgutachten gehe
daher dahin, daß er keine Anhaltspunkte gefunden habe, um die
Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zu bezweifeln, denn er finde
zesonders dessen Urtheilsfähigkeit durchaus nicht getrübt durch kör⸗
perliche oder psychische Einflüsse, und er sei überzeugt, daß, wenn
die dem Angeklagten zur Last gelegte That vom juristischen Stand⸗
zunkt ihm erwiesen werden koͤnne, seine Zurechnungsfähigkeit nicht
ju beanstanden sei. Wenn der Angeklagte selbst in großem Affect
ein Verbrechen mit Anwendung von Gewalt begangen haben würde,
io würde er (Redner) sehr erwägen, ob der Angeklagte völlig zu—
zechnungsfähig gewesen sei; hier handle es sich um eine lange prä⸗
metirtes Verbrechen, und wenn dabei auch der Affect des Hasses
im Spiele gewesen sei, so hatte der Angeklagte doch immer Zeit
zenug, die sittlichen Bedenken wirken zu lassen. Das Verbrechen
and nach längerer Zeit, nach mehreren Versuchen statt, man hat
aljo hier keine im Affecie verübte That; ich wiederhole meine
yorige Ansicht. (Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.

Am Sonntag fuhr gegen Miitag ein Bursche von unge—
sühr 14 bis 15 Jahren von Webenheim nach Blieskastel, auf dem
Wagen befand sich ein 7 bis 8 Jahre alter Knabe,, welcher, als
die Fuhre zim Gaug war herab und jso unglücklich fiel, daß ein
Kad über ihn ging. Der Bursche, welcher die Fuhre leitete, hob
Hn auf und legte ihn, wahrscheinlich aus Angst neben den Chaussee—
Braben in ein Karioffelstück, fuhr ruhig weiter, nahm in Blies⸗
lastel seine Ladung au Bier und fuhr wieder nach Webenheim zu⸗
ruck, ohne im Geringsten über diesen Vorfall zu sprechen, bis man
zinige Stunden nachher den Knaben todt auffand.

f Zweibrücken, 12. Juli. Gestern war es ein Jahr,
daß ein 12jähriges Mädchen dahier von einer Gallerie herab in
»inen gepflasterten Hof fiel, ohne sich erheblich zu beschädigen.
Am gestrigen Tage nun, zwischen J und 2 Uhr Nachmittags,
dürzte das djährige Töchterchen des Uhrmachers Bähr dahier aus
dem dritten Stockwerk seines päterlichen Hauses, wenigstens 20
Fuß hoch herab in einen gepflasterten Durchgang, ohne sich äußer⸗
lich namhaft zu beschädigen; der Kopf ist ganz hell und das Kind
llagt nur Schmerzen auf der Brust. Ein an der Mauer unten
angelehnter Kehrbesen hat wesentlich zu Schwächung des Sturzes
deigetragen.

FKaiserslautern, 14. Juli. Gestern Mittag 12
hr wurde der Grundstein zu der hiesigen neu zu erbauenden
Freimaurer⸗Loge an der sogenannten Besenallee mit den üblichen
Feremonien gelegt.

f Landau, 13. Juli. Mehrere in jüngster Zeit vorge⸗
ommene Fälle von Scharlachfriesel haben Veranlafsung gegegeben,
»aß die hiesigen Volksschulen von heute an auf 14 Tage geschlos⸗
en worden sind.

Professor Neumahyer, ein Baher (Pfälzer) von Geburt
aber seit Jahren mit wichtigen wissenschaftlichen Forschungen in
Australien beschäftigt, hat vor Kurzem der Royal Society zu
London ein Project zur Prüfung und Begutachtung unterbreitet
velches nichts Geringeres bezweckt, als einen Weg über das Fest⸗
and von Australien von Osten nach Westen ausfindig zu machen

NNs— er, Gs6rä, 36n Roanr⸗ 4

eiwa 20 Jahren hatte schon ein Lanvssmann des Hrn. Neumayers
ner unglückliche Leichardi. das kühne Project im Auge gehabt und
iller Wahrscheinlichkeit nach seinen Tod dabei gefunden, denn sein
herbleiben ist bis zum heutigen Tage noch nicht aufgeklärt.

7 Der Bankier EmilStertheimer in Stutt⸗
Jart hat sich in 53 starler Baisse⸗Operationen insolvent erllart.

In Schoͤnebed bei Magdeburg sind c. 49 Personen an der
Trichinose erkrankt, 2 Personen sind daran gestorben; es ist con⸗
tatirt, daß sämmtliche Erkrankte (dor 4 Wochen) an einem und
emselben Tage bei demselben Schlächter Schweinfleisch gekauft
ind theils roh, theils nur leicht gebraten gegessen hatten.

7 In Lugau hat am 2. d. die Vertheilung der für die Ver⸗
chütteten der Neufundgruben“ gesammelten Gaben stattgefunden.
bon den eingegangenen c. 122,000 Thlr. konnten abzüglich der
ür laufende Unterstützung verwendeten Gaben noch weit über
100,000 Thlr vertheilt werden, so daß den Hinterlafsenen theils
ine jährliche Leibrente ausgesetzt, theils ein Kapital ausbezahlt
verden konnte. So bekamen die Eltern eines Verunglüdten 18
Thlr. Leibrente und 125 Thlr. Kapital, die Wittwe 36 Thlr.
tente und 500 Thlr. Kapital; in ähnlicher Weise wurden die
dinder bedacht; auf mehrere Familien sind auf diese Weife über
3000 Thlr. gefallen. ..

In Goldap (Ostpr.) und Umgegend hat ein Gewitter mit
dagelschlag starke Verwüstungen angerichtet, saämmtliche Getreide⸗
elder sind ruinirt, die Wiesen verschlammt und versandet.

F Am 8. d. verlor in Wien die Frau des Meerschaumfabri⸗
anten Hirschler dadurch das Leben, daß ein im Hofe der Stifts⸗
aserne einexercirt werdender Soldat aus Bersehen eine scharfe
Patrone in das Gewehr geladen hatte, deren Kugel durch das
Fenster der Hirschlerischen Wohnung drang, die unglückliche Frau
raf und todtete. U V

.Der Proceß Chorinsty hort noch immer nicht auf, das
Interesse der öffentlichen Blater in Anspruch zu nehmen und zwar
orzugsweise wegen des aus dem verurtheilenden Erlenntnisse des
Schwurgerichts resultirenden Strafmaßes, jowie der Ari der Straf⸗
hollstrecung. So schreibt man der Berliner, Tribũne“ von Mün⸗
hen aus: ‚Der eines vorbedachten Mordes überwiesene Graf
Thorinsky wird in Gemeinschaft mit dem ersten besten unserer
Tollegen, der wegen Preßvergehens, oder vielleicht wegen wieder⸗
jolter Aufnahme eines verbotenen Inserates Feftungssirafe erhält,
auf einer und derselben Villegiatur residiren und dort treiben, was
hm beliebt, dort essen und krinken, was ihm schmeckt, und wenn
r sich mit dem betreffenden Commandanten auf guten Fuß zu
tellen vermag — was bei seinen Familienverhalmmissen nicht sehr

chwer fallen wird — auch jedweden Besuch empfangen, der ihm
usagt. Wenn der Ungebildete, der Proletarier, der Mann aus
»em Volle zur Zuchthausstrafe verurtheilt wird, weil er vielleicht
wegen Noth und Elend im Wiederholungsfalle sich eines Dieb⸗
dahls schuldig gemacht hat, was geschieht diesem Unglüdlichen?
Er muß spinnen, schneidern, schustern, und wenn er hierzu zu alt
uind gebrechlich wird (vielleicht gerade durch die Haft), dann muß
r Düten machen und kochen. Statt dessen wird der hochadelige
derr Officier, der mit Auszeichnung im österreichischen Minisie-
ium arbeitete,“ der Mann, dem seine Familie Hofmeister zu
tellen vermochte, wegen eines gemeinen Mordes zu Zuchthaus⸗
trafe verurtheilt, auf einer Festung zu erstehen! Was hat er
ort zu thun? Des Morgens 6 Uhr wedt ihn sein Leibbursche
gewöhnlich ein zu Schanzstrafe verurtheilter Soldat, der vielleicht
in Rausche seinen Unteroffieier geprügelt), reinigt sein Zimmer,
nacht sein Bett, (nan kann auf der Festung sich einrichten mit
einen eigenen Möbeln), um a vor 7 Uhr bringt er (der Leib⸗
zursche) den Kaffee, von 7 bis 9 Uhr Spaziergang, (in gewissen
Festungen, wie z. B. „Passau Oberhaus,“ kann man den ganzen
Tag herum spazieren) und den übrigen Tag thut der Hert was
ym beliebt. Um 12 Uhr Mittagstisch mit dem der Gesundheit
enöthigten Wein (in Würzburg, Marienberg wächst der gute
Steinwein, Bocksbeutel). Um 7 Uhr Abendbrod, d. h. Tauben
der was sonst befohlen wird, und um 10 Uhr muß das Licht
usgelöscht werden. Gewöhnlich ist in der Nähe eine Leihbiblio⸗
hek, damit es auch an Lectüre nicht fehll, Zeitungen, mit Aus⸗
aahme der regierungsfeindlichen (z. B., Nürnberger Anzeiger“) sind
jestattet. Und ob das zwanzig Jahre dauert? Daran zweifelt
der sanguinische Sträfling höchst wahrscheinlich!“

Ein prachtvoller Säbel für den kaiserlichen Prinzen von
Frankreich wird jetzt in Solingen angefertigt. Eine Seite wird
die Inschrift tragen: „On parlera de sa gloire!“ (Man wird

»on seinem Ruhme sprechen.)

FParis, 11. Juli. Gestern Abend 9/3 Uhr brach in
inem Theile der Kellerräume der Centralmarkthallen Feuer aus,
as gegen 2 Uhr Morgens gelöscht wurde. Ein Zusammenfturz
folgte zwei Mal. Drei Pompiers wurden von den Flammen

griffen, einer derselben ist an den Brandwunden bereits
MR
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        Bekanntmachungen.
Ausschreiben. d

Färberei und Druckeree
von Georg Stadtmmiüller in Landstuhl.
Einem verehrlichen Publikum St. Ingberts und Umgegend zur gefaͤlligen
Nachricht, daß J. Grewenig jr. schon seit mehreren Jahren mik einer Agentur
ur mich dorten betraut ist und Gegenstände zum Färben und Drucken annimmi
ind aufs beste besorgt. Bei selbigem liegt wieder eine ne ue Musterkarte
um Färben und Drucken, welche die neuesten und schönsten Muster enthält; zur
it en.
Recht zahlreichen Aufträgen sieht entgegen
Beorg Staclt müler.
Auf obiges Bezug nehmend, empfiehlt sich bestens —
O—I. Gre weni. ir
—WW Tur noch dis Sonntag Abend J 5
F J *a40 5 ——W ene * *
Haupt-Herron-Kleider-HVagazin
7 es 7 45 28 2
von — auag Mannheim
Mein Lager enthält die allerfeinsten, sowie mittelfeine
und ganz billige Herren⸗Garderoben, Schlafröcke und
Joppen und zwar in allen Größen und in größter Aus
wahl, so daß aller und jeder Anforderung Genüge ge—
leistet werden kann. —

Es dürfte daher nur im Interesse des geehrten Publikums
von St. Ingbert und Umgegendliegen, sich mit dem Bedars
von Garderoben während meines hiesigen Aufenthaltes
zu versehen, indem ich, um hier ein großes Geschäft zu
erzielen, zu den bereits bekannten —

außerordentlich billigen Preisen
verkaufen werde.

Nochmals mache aufmerksam, daß der Verkauf dies—
mal nur während wenigen Tagen stattfindet.

In den letzten Nachten wurden hier
gestohlen; J 9 3 w —
. Drei leinene Mannshemden, einẽ
gezeichnet T. B; ein anderes
—
Zeichen7
2. ein hanfenes. Krauenhemd mit
viereckigem Ausschnitt . ohne
Zeichen? ι ννα
drei Kindshemden; eins gezeich⸗
net J. D; ein' zweites H. D;
das dritte ohne Zeichen;
ein fast s neues, rauh gemachtes
Handwägelchen mit eisernen Ach⸗
sen und eichenem' Kasten, woran
auf beiden Seiten Schieber; auf
den vordern Schieber, sind die
Buchstaben P. D. eingeschnitten.
Ich ersuche Jedermann, mir etwaige
Wahrnehmungen! zur⸗ Ermittelung des
Diebes oder über den Verbleib der ge
stohlenen Gegenstände — mittheilen zu
wollen. n 25 ι —
St. Ingbert, den 15. Jubi 1868.
23 Der Konigk. Polizeicommissär:
— Krieget. 9
Vekannkmachung.
Am FJreitag den 1. d. 2uls.
Vormittags um· Uhr
werden im Siadthause dahier die Ar⸗
beiten zur Herstellung deru Landge-
richtstocalitäten an den Wenigstneh—⸗
menden vergeben: .. .
7* — D —— * * afl. kr
1) Maurer⸗ und Steinhauer⸗ .
arbeit veranschlagt zu u 364 07
Zimmermannsarbeit · ver ⸗
e 2016
Echreinerarheit. veranschl·
zu —* n t 429.27
Schlofserarbeit veranschl.
zu — —A 17148
5) Glaserarbeit veranschle zir 39 12
6) Spengleraxbeit veranschl.
zu * no 99 34
7) Tüncherarbeit veranschl. zu 258 06
6) Vflasterarbeit veranschl. zu! 28 656
—— 1411 21
Plan und —X—
dem Bürgermeisteramte- offen..
St. Ingbert den 15. Juli 1868.
Das Bürgermeisteramt:
* ekandon.
—
t.
Bslies⸗

Hochachtungsvoll

8. Wormser.

Sonnag, den 19. Juli. Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise
8 g J der Stadt Zweibrücken vom 16. Juli
Weizen 7 fl. 31 kr., Korn 4fl. 52 kr.
sßarmonie Berste 2reihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
ausgeführt von dreee oe ft. — kr., Spelz 5 fl. 4 kr
—8 NDo⸗bl, Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.
Zaarbrüker Bergkapelle Suem nhtlahr —nt Aunet Zas
woju höflichst einladet 5 sr 30 * suen F dee
9 Beiriß. — fl. — kr., Kartoffeln — fl. 56 kr., Heu
ud. Weirich. nfi 20 iri Siroh unfll, 18 ir, pe
—J—— U TA Zentner. Weisbrod 113 Kilogr. 19 kr—
Ein tüchtiger Schreiner findet dau- dornbrod 8 Kgr, 24 kr. ditto 2 Kgt.,
ernde Beschäftigung bii 6 kr., ditto g F 8 kr., Gemischtbrod
—⏑— 34 Is 3 Kgr., 31 kr., aar Weck, 7 Leth
Cb. Jichter, auf'm Rentrisch. Iide ahhttusth 1nt js b
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
Jeisch 16 kr., Schweinefleisch. 18 kr., per
Ifd. Wein 24 kr. Bier 7. kr., per Liter

Butter 26 kr., per Ppfund
Truchtpreise der Stade
Kaisersautern vom 14. Juli.
Weizen 7fl. 29 kr., Korn 5 fl. 3 kr
Spelzkern — fl. — kr. Spelz 5 fl.
9 tr., Gerste 4 fl. 21 kr. Hafer 5 fl.
283 kr., Erbsen — sI. — kr., Wicken — fl.
— kr., Linsen — fi. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1392 kr. und 2 Pid—

Weißbrod 15 kr.
B 6

Sem
kaf
4i
26
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        * e α α— G
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93 bli e J —2 v“e * J —8
J 9 — 7 V— * 7 * J
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e de S .α —yLI5 di n α:
ια ν να — J——— —D ———
Der „St. Ing berker An zeĩger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint rudchentlich dreimalen Dtens ta g, Domners bag!
and Samstag.Abonnementspreis pierteljührig 48 Krzr. oder 13 Silbergr.“ Anzeigen werden mit· 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder dexen Raum berechnet. i —,
— — —— — — — — — 224 F ———
4 —ED — — 9 8 S — M — A t 1 de 41 —
Nro. 85. ι Samstag- den 1 k Juli ezuz —9 — 4 e —P 1868.
— —— —— — — — — — —
.. Deutschland e. —
München, 12. Juli. Ein Rescript des Ministeriums
des Innern an die Kreisbehörden fordert dieselhen auf, ihr Ver⸗
jältniß zur Presse stets von dem Gesichtspunkte gufzufassen, daß
ie der Presse für Besprechung und Aufdeckung öffentlicher Miß—
tande und Schäden Diank schulden. — Tendenziöses eigenwilliges
Verfahren bei Beschlagnahmen ist, als der Regierung unwürdig
u unterlassen, gegen thatsächliche Ausschreitungen aber streng nach
den Gesetzesbestimmungen stets im Sinne exfahrungzmäßiger Preß-
reiheit vorzugehen...
Munchen, 14. Juli. Im künftigen Jahre werden fol⸗
zende Prüfungen für das höhere Lehramt abgehalten: 1) für die⸗
senigen, welche als Professoren der Philologie aun Gymnasien oder
als Studienleyrer an vollständigen oder unvollständigen lateinischen
Schulen verwendet werden wollen; L) für diejenigen, wmelcheals
Profesfforen der Mathematik: und Phisik an humanistischen und an—
stealghmuasien, dann als Lehrer der Mathematik un Gewerbe⸗
und lateinischen Schulen verwendet werden wollen; 8) für dieje⸗
nigen, welche sich um Verwendung als Lehrer der französischen
Sprache an humanistischen und Realgymnasien sowie an Gewerbe—
ind latheinischen Schulen bewerben wollen; 4) eine Prüfung für
Ertheilung des Unterrichts der englischen Sprache an den bezeich-
geten humanistischen und technischen Unterrichtsanstalten,. Die Ge—
suche um Gestattung der Theilnahme an diesen Prüfungen sind
bis zum 1. September J. Irs. bei dem Cultusministerium einzu⸗
reichen. Die Prüfungen für das Lehramt der Philologie und der
Mathemathik beginnen am 12.: October, für den französischen
-Zprachunterricht am 23. Oetober und für den englischen Sprach⸗
interricht am 26. October L. J.
Die neue städtische Handelsschule in, München mit einem Vor⸗
rurs wird im October d. Irs. eröffnet.
München, 15. Juli. Am 13. d. M. wurden zu Stutt⸗
zart die Ratificationsurkunden über den am 15. Juni zu München
ibgeschlossenen Vertrag bezüglich des künftigen Verhältnisses der
Festung Ulm zwischen dem k. b. Staatsminister Fürsten p. Hohen⸗
ohe und dem E. w. Minister der auswärtigen Angelegenheiten
Frhr. v. Varnbüler ausgetauscht. Es ist dieser Act ein hedeut⸗
ames Moment für die innigen Beziehungen, welche zwischen Bayern
und Württemberg obwalten, und der beste Beweis, daß die be—
onnene Politik der beiden Staaten, welche die wohlberechtigte
Selbstständigkeit Süddeutschlands mit vollkommener Wahrung
zer natisnalen Interessen in Einklang zu bringen bestrebt ist, eine
richtige und erfolgreiche ist. .
uwen A Dienstesnachrichten. 3 s — I F
Dein Distriktsthierarzt. Frxiise derri ch Ger o ß, in
jeim ist die Bezirksthierarztstelle in Neustadt a. d. H. übertra⸗
— . u .4
—Berlin- 44. Juli.: Die Kaiserin von Rußland wird über
Breslau und Dresden nach Kissingen reisen, wo man spüter auch
der Ankunft des Kaisers von Rußland entgegensieht..
ein . Jue, Den geg wd dus Paris ge-
chrieben? Frankreich habe die Ausweisung des Herzogs von Mont⸗
ensier verlangt; die Pari sser Regiexung eonpfir de,auf der
Post an General Prim gerichtete Briefschaflten und theilte dem
Madrider: Cabinet die Details aus denselben mit. *
ciDie „Elberfelder Zeitung“ vom 14. d. theilt mit, daß
zie Verhandlungen unter den Südstaaten, wegen einer Mälitar⸗
Fommission folgende Basis haben? Jeder Stgat erneuntiein, Mite
zlied.“ Der Sitz der Commifsion soll München werden.: Bayern
führt den: Vorsitz. Die unbedingte Majoxität beschließt. Der
dauptzweck des Bundes ist die Hersteslung eines mit dem Nerd⸗
»unde harmonirenden süddeutschen Defenfivshstems. Eine Com⸗
nission verwaltet die füddeutschen Festungen und ist auch Consul⸗
cationsbehörde für alle Militürfragen..Der Zusummentritt findet
am 15. Juli statt. ν, 3.
Mien 18 Rulsi Ni⸗æ Nreise“ schreiht⸗ ⸗ Mi⸗ Mraiestnoi⸗

des Frhrn. d. Beust gegen vie pästliche Allocutiön ist in Rom
ingetroffen innd an ihre Adresse gelangt. Was ums unser Cor⸗
espondent über den ersten Eindruͤch meldet, den diefelbe gemacht,
aͤutet nicht zu Gunsten dexselben. Man wirft ihr Halbheit,
lnentschiedenheit und innern Widetspruch““ vor“ unde will“ nicht!
egreifen, daß man Rechte der Kirche ganerkennen und sich nichk
inbedingt ihcer Willkür überliefern loönne. Cardinal Antorelli
zedenkt übrigens darauf zu repliciren unde zwar, wie —D
n wöglichst versöhnlichem Tone. Die Paqrole tantet jeßzt; Keinen
Bruch mit Oesterreich.n
Wien, 18. Juli. Heule finbel unter Vorsitz des von Ischk!
urückgekehrten Kaisers Ministerrath wegen der voñ der Wehrcom⸗
nmission des ungarischen Reichstages gewmschten Aenderungenr des“
Vehrgesetzes. uud wegen definiiher desisetzung det Aaiserlichen
litels statt..
b ire st, 14. Juli⸗ Heute Nacht fand kinneuer'“ Volks⸗
nuflauf statt und es kam zu einer Schlägerei zwischen der sladischen
dandbevoͤlkerung und den. Städiern, Man hoͤrte den Ruf
Morte agli Porei!“ (Tob' den Juden ) Es wurden Redol⸗
jerschüsse abgefeuert, ein Städter blieb kodt, fünfzehn Personen
vurden verwundet und viele Verhaftungen mußten vorgenom⸗
nen werden. *
, Fraukreich. * * J — 9 J
Paris, AB. Juli. Die „Patrien hat Nachrichten aus,
5panien, wornach die dortige Bevölkerung der politischen Ver
Iwörung ganzlich fremd geblieben sei und Espartero es ausge⸗
chlagen habe an derselben theilzuehmen. —Dasselbe Journal
eroffentlicht anlaßlich der Gexüchte über eine zwischen Frankreich
Zelgien und Holland abzuschließende Zolle und Militärconventio,
ine längere Correspondenz aus; Brüfsel, worin die Vortheile dieser
Fonvention für Belgien hervorgehoben werden n 4
Die„Epoque!“ versichert, daß in Catalonien der Bela⸗
zerungszustand erklärt wird. ,
An P ari 8, L4. Juli. Die Gazelte de France behqupiet, aus
icherer Quelle zu wissen, daß Preußen die spanische Berschwörung
u Gunsten des Herzogsvon Monthenfier begünstigt und die Geld—
nittel zur Beförderung derselben hergegeben habe 7
Paris, 18. Juli. Im Geseßgebenden Korper ertläri Riel,
x werde dieses Jahr von 100,000 Wehrpflichtigen nur 40,000
Mann für das active Heercin Anfpruch vehmen Das Miluär—
udget wird genehmigt. ι ι, —E
weis ant ben orre England. J ν ni —*
London, 15. Jull. “In Irland haben' gestern wieder ver⸗
chiedene Religionscravalle stattgefunden. —
3 Stalien.—
Floremz, 14. Juli. Die Polizei verhaftete 25 Mazinisten
— Aus der Romagna wird gemeldet, daß in Rom und Umgegend
die Patrouillen perstärlt wurden
Spanien. J
Madrid, 14. Julie.: Die Generale Seranb, Dulce und
Zerranno Bedoya wurden gestern Nach Dden Canarischen:Inseln!
ingeschifft. — Man bersichert, daß sich der Herzog von Montpen⸗
jer nach Vortugal einschiffen werden
:
ν 8 re en G. 7VY. ,
—E ⏑,⏑,⏑» — —1 — —
F J Aen Forisetzung.)— 7 Arv — ———
cn hene 26. Jun.
Direltor Morel aus Nouen dagegen glaubt, daß der Ange—
lagte sich nicht in einem Zustande des Gemüths und der Seele
ꝛefinde, um als verantwortlich erscheinen zu' können, Wollte man,
iber auch annehmen, daß dieser Schluß eimas übertrieben sei, so
oerde man doch zugeben, daß er eine sehr beschränkte Urtheilsfähig⸗
eit besitze, wofür man Beispiele in allen Umstanden seines Lebens
hne Ausnahme habe. Ich will nun aber — fährt er fart —n
        <pb n="340" />
        aurze zu beweisen versuchen, wie ich zu obigem Schlusse gekom⸗
nien bin. Die Krankheit, an welcher der Angelklagte leidet, ist eine
nerböse, die sowohl in England, ais auch in Frankreich und Deutsch⸗
land wohl bekannt ist. Man heißt sie:, Moralischer Wahn“ oder
auch „Handlungsverrücktheit“. Soiche Menschen glauben jedoch
nie, vaß sie verrückt seien. Sie haben es selbst an dem Angeklag⸗
ten sehen koönnen. Man heißt diese Krankheit auch die „Raisonnir⸗
kraniheit,“ in Frankreich den „heiteren Wahnsinn.“ Solche Men—⸗
schen sind manchmal geistreich, großmüthig, wie auch dieser Un⸗
Juudliche hier, freundschaftlich, und wollen Alles küssen und embras⸗
siren. Bei alledem ist jedoch ihr Urtheil ein beschraͤnktes, doch be⸗
itzen sie natürliche Fähigleiten. Wenn ich Herrn Solbrig richtig
berstanden habe, so hat er gesagt, daß Narren gewöhnlich nicht
piele Sprachen lernen. Dagegen muß ich ihm bemerken daß ich in
meiner Anstalt Kranke habe, welche die verschiedensten Sprachen
sprechen. Als ich in Deutschland reiste, um die Cretinen zu stu⸗
diren, habe ich sogar welche gefunden, die die Orgel in der Kirche
spiellen und zeichneten. Allerdings bringen es derartige Leute nur
bis zu einem gewissen Grade von Ferugleit in ihrer Kunst. Leute,
wie der Angeklagte, schwanken immer von einem Extrem zum an⸗
dern; sie können nicht anders; rasch gehen sie von der Liebe zum
Haß über Auf meine Frage, woher auf einmal diefer gewaltige
Haß kam gegen Die, die er vorher so sehr geliebt, gab er mir
loß zur Aniwort: „Diese hasse ich, diese ist eine Jüdin, sie stinkt
wie eine Jüdin.“ Dieser rasche Uebergans ist gerade das Charak⸗
teriistische an diesen Unglüdlichen. Als Kinder schon bringen sie
jhre Eltern in Verzweiflung, als Familienvater plagen sie Weib
und Kinder, und werden sie Beamte, so bringen sie Alles in Un ˖
ordnung und Verwirrung, und am Ende kommt es noch so weit
daß man sie in eine Irrenanstalt thun muß. Diese Art von Irren
lennt man schon seit langem. Herr Collega Solbrig hat darau
hingewiesen, daß Narren nicht so leicht zu beruhigen seien. Dem
muß ich aber gleichfalls widersprechen. Bei richtiger Behandlung
beruhigen sie sich sehr leicht, so daß eine Zwangsjacke etwas ganz
Ueberflüssiges ist. In meiner Anstalt wenigstens, werden Sie
keinen finden. Kindisch bleiben diese Leute immer, sie sind eben
grands enfants!“ KRedner glaubt auch, daß der Angeklagte,
jin Falle er freigesprochen würde und seinen früheren Lebens⸗
wandel fortsetze, ganz gewiß einst paralytisch werden würde. Daß
er auf dem Wege dazu sei, gehe schon aus seinen erweiterten Pu⸗
pillen hervor.

Sigalssanwalt: Sie haben als Symptome der Krankheit
hervorgehoben, daß solche Menschen als Beamte Alles in Verwir⸗
rung bringen, Sie haben aber gehört, daß der Angeklagte wegen
seiner Ordnung gelobt wird.

Morel; Es war nicht Alles immer in gutem Zustand; er
wurde nicht als guter Offizier betrachtet. .

Slaalsanwalt: Was sagen Sie dazu, daß feine Conduite
als Militär in spätern Zeiten immer besser wird? —J—

Morel: Es treten eben auch Besserungen bei solchen Kran⸗
len ein.

Staatsanwalt: Warum glauben Sie an eine Besserung im
Berlaufe von 2 bis 8 Jahren, wührend er den Zeugen seit 22
Jahren immer gleich erschienen ist?

Morel Solche Kranke machen große Perioden durch, in denen
die Krankheit sich bessert, später jedoch kehren erfahrungsgemäß
ploͤtzlich die alten Zustände wieder. So ist der Angeklagte eben
jetzt in einem Zustande, daß er allgemein für vernünftig gehalten
wird. Diese Kranken wechseln mit ihren Absichten oft und machen
nichts fertig.

Vertheidiger: Ein Beweis hiefür ist wohl, daß der Ange⸗
tlagte von seinem Wohnorte erst nach Nanch und dann nach
Wien ging. J

Siacisanwalt (unterbrechend!: Nach Nanch ging er nur,
weil ihm das Geld ausging, und von da nach Wien, um wiedern
welches von seinem Vater zu holen.

Dr. Maher, Univerfitätsprofessor zu Gottingen und Irren⸗
haus· Director dortselbst: Ich bedaure, daß der Angeklagte während
jeines ganzen Lebens nur einmal einer gründlichen ärztlichen Unter⸗
juchung unterworfen war. Ich gestehe, daß ich mit einem gewissen
Mißtrauen an die Besbachtung der sich mir im Gefängnisse bie—⸗
sende Erscheinungen gegangen bin. Der Angeklagte begegnete mir
aber so unbefangen, daß jeder moͤgliche Verdacht einer Simulation
mir vollig entschwand. Der Widerwille des Angeklagten gegen
jede Zumuthung, daß sein Geist gestört sein köͤnnte, beweist, daß
er nicht durch Simulation von Wahnsinn seine Strafe zu mildern
gedachie. Wie die von mir beobachieten Erscheinungen in stetigem
Zusammenhange stehen, so kann man mit Wahrscheinlichkeit erwar⸗
en, daß eine längere, in einer Irrenanstalt angestellte Beobachtung
ine Reihe von auderen Erscheinungen hätte hervortreten lassen. —
die Beobachtungen des Ritters v. Glanz, der den Angeklagten in
inem 13. Lebensjahre beobachtete, scheinen mir nach der Qualität

2 von besonderer Wichtiakeit zu iein. Hirnach war dem

Hrafen ein gewisses nervöses Wesen eigen, was nach den Berichten
der Familie schon lange vorher bestanden haben soll. Bei sehr ge⸗
ringsuͤgigen Anlässen gerieth er in unbezwingliche Aufregung, so
haß mit Recht Hr. v. Glanz bemerkte, was nun daraus werden
jolie, wenn das so fortgehe. Mit 16 Jahren, da die sexuelle Ent⸗
wichlung begann, verließ er das väterliche Haus und trat in die
Armee. Er wurde wegen seines Leichtsinnes vom Obersten ge⸗
adelt und bestraft; noch ernster ist, daß er fich von einer Geliebten
ur andern stürzte. Frau Gräfin v. Stohm hat von einem Ver⸗
altniß in Brünn erzählt, dazwischen spielt das Verhältniß mit der
ʒeugin Hotovy, worauf das Verhältniß mit der Ebergenyi begann.
Ich habe natürlich viel mit ihm über dieses Verhältniß gesprochen,
zaes das Centrum seiner Seelenbewegung bildete. Obwohl die
xĩbergenyi eine offenbare Courtisane war, was man nur mit ge⸗
chlossenen Augen nicht bemerken konnte, so blieb ihm doch diese
Thaisache fremd, was auf Mangel der Beobachtungsgabe und des
Artheils hinweist. Es frappirte mich, zu höͤren, mit welcher Be⸗
zeisterung er von ihr sprach; fie war seine Heilige, das Ideal sei⸗
es Lebens, dem er sich anschloß. Alle Zeugen bezeugen seine ner⸗
oͤse Reizbarkeit als charalteristisch; ich glaube nicht, wie Herr Col⸗
lega Soldrig, daß diese eigeuthümliche Reizbarkeit sich in der Sphäre
)es gesunden Lebens bewegt. Ob ihn der Gedanke an ein ent⸗
zegenstehendes Hinderniß, ob ihn die Verweigerung eines Wunsches
rrregt, er fällt in gleich große, excentrische Heftigkeit, ist aber rasch
vieder gut. Ein guies Wort, ein ruhiges Zusprechen besänftigt ihn
„ollstandig. Ich giaube nicht, wie Herr Collega Solbrig — wenn
ch ihn richtig verstanden habe —, daß sich ein Narr so leicht be⸗
ruhigen lasse.

Solbrig (unterbrechend): Ich habe nicht gesagt, daß Irre
iberhaupt nicht zu beruhigen seien; ich will nur sagen, daß eine
herson, von der man sieht, daß sie eine bei irgend welcher Ge⸗
egenheit entstandene heftige Aufregung sofort wieder dämpfen kann,
ein gewisses Maß der Selbstbeherrschung hat, zumal da er selbst
m Äugenblicke, wo er in Affect gerathen will, sich beherr⸗
chen kann.

Prof. Mayer (fährt fort): Griesinger, eine Autorität, führt
in, wie schwierig es sei, Kranke in der Höhe ihres irren Zustan⸗
zes einer Versammlung so vorzuführen, wie er sich bei den täg⸗
liichen Visiten des Irrenarztes zeigt. Ich selbst weiß nach einer
Thatigkeit von sechs Semestern, daß ich oft vor dem Auditorium
n Goͤttingen bei Vorführung eines Kranken, dessen Symptome ich
eigen wolite, in Verlegenhet gerieth. Kranke, die sich in der hoch⸗
ijen Aufregung befanden, erschienen in der Klinik ganz verständig.
Ich kann mich auf das Zeugniß des Herrn Collega Morel beru⸗
en und weiß auch von den Kranken in meiner Anstalt, daß das
Fintreten des Arztes nicht nur keinen Conflict hervorruft, sondern
haß ein etwa entstandener sich sehr leicht begütigen läßt. Eben so
nuffallend ist mir ein anderer wichtiger Umstand. Die Stimmun⸗
zen in dem normalen Leben pflegen gewöhnlich den Vorstellungen
u folgen. Obwohl mir Collega Morel den Angeklagten als lebhaft
irritirt schilderte, so fand ich ihn doch unmittelbar nach dieser An⸗
abe traurig und sehr still dasitzend. Als ich ihn fragte, ob er
ich vielleicht vor der Verhandlung ängstige, verneinte er es und sagte,
s werde sich schon machen mit seinem Proceß; sein Gemüthszu⸗
tand entstehe von selbst und er sei besonders in den Morgenstun⸗
den davon befallen. Ein solcher Wechsel der Stimmung ohne äußere
Zründe scheint mir sehr auffallend. Ich darf ferner die Erzäh⸗
ung des Angeklagten nicht unerwähnt lassen, daß ihm vie Eber⸗
lenhi erschienen, vor sein Bett getreten sei und ihm zugerufen habe:
Guͤstav, komm', komm'!“ Auch glaubte er das Rauschen ihres
dleides zu vernehmen und wähnte auch zu hören, wie sie hinaus-
zing. Ich lege gerade kein großes Gewicht auf einzelne Erschei⸗
zungen, da ich nach meiner Methode den ganzen Fall in seinen
gesammten Erscheinungen auffasse, ohne das einzelne Symptom zu
ehr zu betonen. Für bedeutender halte ich daher die Beobachtung
der Zeugin Hotoby, daß der Angeklagte halbe Stunden lang ge⸗
ahlt hade, auch. wenn sie ihn zu hindern suchte. Es scheint mir
zas zu den Erscheinungen zu gehören, welche die Aerzte als Zwangs-
edanken bezeichnen. Ich glaube, daß er hauptjächlich unter dem
kinflusse der geschlechtlichen Aufregung in jene epileptischen Anfälle
jerieth, von denen mehrere Zeugen sprachen. Dafür spricht auch
zer Umstand, daß sie im Gefängnisse seltener wurden. Die An⸗
alle sind epileptischer Natur, wenn auch die Convulsionen fehlen, was
a öfter stattfindet. Die dunklen Einflüsse der Erblichleit seien nicht
ju läͤugnen, wie auch, daß sie lange fortwirken; ein Geschlecht konne
avon verschont bleiben, während das nächste davon wieder ergrif⸗
en werde. In Folge eben dieser Verhältnisse würde er vor einem
Decennium noch anders geurtheilt haben, nach den heutigen Er⸗
ahrungen der Wissenschaft aber halte er den Angellagten als gei—
leskrank von Natur aus und halte ihn nicht bloß fuür zeitweise
nehr oder weniger zurechnungsfäh g, sowie Dr. Morel, sondern
echne ihn zu jenen Wesen, denen man ihre Thaten gar nicht zu⸗
ochnen dürfe. In Hannover würden solche Verbrecher zwar freige
        <pb n="341" />
        prochen, aber nicht freigelassen, sondern bis zu ihrer vollständigen

Heilung in das Irrenhaus gebracht. Er habe mehrere solcher Per—
onen in seiner Anstalt, fie würden aber nie geheilt, und er hoffe
daß er durch seine Ausführung Veranlassung gegeben habe, daß
die menschliche Gesellschaft künftig vor solchen Personen gehörig
zeschützt werde. V

Dr. Gudden, Director der Irrenanstalt zu Werned, theilt
zöllig die Anschauungen der Collegen Martin und Solbrig, und
zibt sein Gutachten dahin ab, daß, wenn der Angellagte nach dem
Artheile der Geschwornen der Theilnahme am Morde der Julie
Ebergenyi für überwiesen erachtet werde, dann die volle Verant—
vortlichleit für dieses Verbrechen demselben zur Last falle, d. h.
daß er in diesem Falle für vollkommen · zurechnungsfähig erachtei
werden müusse. Ganz anders würde er urtheilen, wenn der Graf
Thorinsky persönlich z. B. einen Nebenbuhier in der Aufregung
rrstochen hätte, so aber habe er nicht nur die Tragweite seiner
Hhandlungen berechnen und überlegen lönnen, sondern er habe auch
die Folgen gekannt, wie es aus seinen Briefen, die er in den kei
lischen Tagen schrieb, deutlich hervorgeht. Die Auffassung des
herrn Dr. Morel sei ihm nicht geläufig; er wisse nicht, was er
ich unter dem moralischen Wahn oder der moralischen Krankheit
denken solle.

Staatsanwalt richtet noch an Dr. Maher die Frage, ob
die Lehre von dem moralischen Wahne schon in der Wissenschaft
sich Geltung verschafft habe.

Dr. Mahyer erklärt, diese Lehre gehsre zwar noch in
das Bereich der Controversen, aber fie gewinnt täglich mehr An⸗
jänger.

Der Präsident läßt hierauf den Angeklagten wieder in den
Saal rufen und eröffnet ihm kurz die von den Sachverständigen
ibgegeben Gutachten.

Hiermil schloß die Sitzung um 125 Uhr Mittags.

Fortsetzung folgt.

der Blüthe und zum Reifen des Samens gebraucht, der Knollen⸗
ildung zugewendet und es kann durch eine verhältnißmäßig ge⸗
inge Mühe der Kartoffelertrag erheblich gesteigert werden.

F An dem Hause des Hrn. Bürgermeifiers Pflüger in Col⸗
nenst ein sind ausgewachsene und wirklich seiten schoöne und
iber 1 Pfund wiegende Riesentrauben wahrzunehmen. Die
zaselbst befindlichen Muskateller fangen schon an sich zu färben.
Ibgleich schon öfter von ausgewachsenen Trauben gelesen wurde,
o dürften doch Trauben von solcher Große zu den Seltenhei⸗
en gehören.“

F Die Entschädigungssumme für diejenigen Thiere, welche
us Anlaß der Rinderpest in sämmtlichen Regierungsbezirken Baherns
n denen die Seuche auftrat, getödtet worden find bet rägt etwas
nehr als 12,000 fl.

Frankfurt a. M. Wie der „Irkf. Anz.“ meldet, wer⸗
en viele unserer Schützen von ihren Frauen nach der Feststadt
Wien begleitet werden und zwar in Uniform: kurzen grauen Klei⸗
)ern mit grauen Jaden und grünen Aufschlägen; runden Hutchen
ind schwarzen Federn. — Gülige Vorsehung, wohin treiben wir?
Imazonen in Paraguah — Amazonen hier

F In Genf hat eine Krankenwärterin mehrere (8) ihrer Auf⸗
icht anvertraute Personen mit Atrophin vergiftet, lediglich aus
ranthafter Mordlust. W

fF In Sluk (Polen) brannten am 18. v. Mis. 478
Wohnhäuser, 100 Kauflaäden ec. ab; 600 Familien wurben
bdachlos.

f Auf dem Eriesee fsind wiederum durch Zusammenstoß zweier
Fahrzeuge und Sinken derselben 20 Menschen ertrunken.

Zwifschen England und Amerilka soll in Kurzem eine neu,
Dampferverbindung errichtet werden, vermöge welcher die Reis

don London nach New⸗-York in sieben Tagen wird zurũcgeleg
verden koͤnnen.

Der Gesammtbetrag von Gold. Der Gesammibetrag von
Bold auf der ganzen Erde ist gegenwärtig 1, 190, 000, 000 Pfb. St.
an Werth bexechnet. Würde dies zusammengeschmolzen, sfo gäbe
iez einen Klumpen 660 Kub. Yards groß. In Goldblatter
zusgeschlagen, wurde es einen Flächenraum von 10,000 englische
AQu.M. decken.

miichtes.

F Da jetzt gerade die Zeit der Kartoffelblüthe ist, so werden
alle, welche Karioffelbau betreiben, darauf aufmerksam gemacht,
aß es von Wichtigkeit ist, zeitig alle Kartoffelblüthen abzupflücen.
Dadurch werden die Säfte, weilche die Pflanze zur Entwickelung
Bekanntmachungen.

BVB—

8) ein Kinder⸗Röckchen von weißem
Baumwollbieber mit breitem wei⸗
zem Besatz.
fünf baumwollene weiße Frauen⸗
strümpfe, theils geflickt; ein Paar

mit blauen Perlen gez. F. H.

10) ein Mannshemd von blauem Baum⸗
wollzeug mit gelben sog. Rost⸗
ttreifen ohne Zeichen
drei graue wollene Strümpfe schon
geflickt ohne Zeichen;

12) ein Paar hellgraue, roöthlich car⸗
rirte Hosen auf beiden Knieen mit
dunklerem Zeug geflickt.
eine Weste von hellgrauem
Burkin; innen gelb, außen schwarz
gefüttert, mit hellen Knöpfen wo⸗
rauf Figuren.
ein lederner Gürtel mit eiserner
Schnalle.

Ich verwarne vor dem Ankauf dieser
Begenstände und ersuche Jedermann,
der Auskunft über den Dieb oder den
Verbleib der gestohlenen Sachen erthei⸗
len kann, mir hievon Mittheilung zu
machen.

St. Ingbert, den 17. Juli 1868.

Der Königl. Polizeicommissär:

b. Es sind zu derselben die benach⸗
harten Feuerwehren eingeladen und
verden unser Fest gewiß mit ihrer
Begenwart beehren. An die verehrl.
Bürger St. Ingbert's ergeht nun die
freundliche Einladung, hier, wie ander⸗
värts es auch der Fall war, ihre
däuser zu decoriren und zu beflaggen,
um den auswärtigen Gästen einen
reundlichen Willkomm zu bereiten.

Nach der Uebung findet ein Cou-
zert, ausgeführt, von der rühmlichst
ekannten Schützenmusik zu Zweibrücken,
m Chandon'schen Garten statt; das
rntroͤe für dieses Concert beträgt à
Person 9 Kreuzer.

Abends ist im Oberhauser'schen neu
rrbauten großen Saale ein Rall, wo⸗
zu das Entroͤe für Herren auf Üfl. 12 kr.
festgesetzt ist.

Ballkarten gewähren freien Eintritt
in's Nachmittag⸗Concert und sind zu
bekommen bei E. Conrad, J. Ban-
jerbieter, Y. Stief, Aranz Woll
uind Abends an der Kasse.

Feuerwehrleute und deren Angehö⸗
rige haben überall freien Eintritt.

Freunde und Gönner der Feuer⸗
vehr werden hiermit freundschaftlichst
ꝛingeladen, dieses Fest durch ihre Ge⸗
genwart zu verherrlichen.

Der Verwaltuungsrath der

freiwilligen Feuerwehr
zu St. Inabert.

Ausschreiben.
In der Nacht vom 25. auf 26. v.
Mts. wurden hier von einer Bleiche
jestohlen:

) ein neuer Bettüberzug, weiß und
roth carrirt, mit weißen Bün⸗
deln, ohne Zeichen

) ein neues hänfenes Mannshemd
mit Porzellan⸗Knöpfen, ohne
Zeichen;

3) ein Frauenhemd, am linken Aer⸗
mel geflickt, mit rundem einge⸗
jaßtem Ausschnitt; ferner in der
Nacht vom 6. auf 7. l. Mts:

4) ein hänfenes Leintuch, gezeichnet
I. O. 6;

3) ein Gebild⸗Tischtuch, mittelfein,
klein Carreaux⸗Muster, mit sog.
Kettenstich zusammengenäht, ge⸗
‚eichnet J. H. 6;
zwei leinene Frauenheniden, ohne
Zeichen, abgetragen; das eine mit
rundem, das andere mit vierecki⸗
zem Ausschnitt;
drei neue Mannshemden; das eine
von Shirting mit breiten Aer⸗
meln, Manchetten und eingesetzter
Brust; alle haben breite Bind⸗
hen, schmale vorn ausgeschnittene
Umlegkrägen, Porcellan-Knöpfen,
ind sind gez. J. O.

Krieger.
Einladung.
ßonntag den 26. Juli d. 5.
zäͤlt die hiesige freiwillige Feuerwehr
hr Hauptübung Nachmittags 4 Uhr
        <pb n="342" />
        —D—— J AOIEI — LAVUR
pißstrinttetsa 396 M 123z15 ——
nnν ubeag e 5 V de
en — 6*
O 5. A, .ν
2 ——
Richligfür Herren
Mi J ν J 9 e F “ 9 v ——
”ιrre u —31 — 73
Am'mein Lager, welches noch bedeutende Vorräthe von Ueberzieher, Egale An⸗
—*— Jaqueis Theviots Pyjeds. Joppen, Lüstre-Röcke- u. Säcke, leinene Anzüge, Ho—
sen u. Westen, Schlafröcke re. uc. hefitzt, vor Schluß der Saison gänzlich zu räumen, werde
ich dahier noch einen —,—————
,ο—ν ni, Mt — e b* —
233 — H 42444 2644
erkauf on He renkleidern
1*

tyιν ) Iäν—ιν αιιu
diioa iere nigatttt ινν ——4— 33
abhalten, und Dhhap sammtliche Gegenstände— welche von guten Stoffen
banerhaft gearbeltet sind .. 6
— —A 2
nnturnus n — α
Aris tissruRtu 0 r
zie 2— hn — ————
hue citt m— — — ———
nihitttinttüä * 2* 9 24 unter
VVo— mlinm — ———
so daß jetze ein Jeder staunen muß, wie wenig Geld er bedarf um sich den⸗
2 8 45 424 126344 758* 75 *
lioch wit den elegautesten Herrn-Kleidern versehen zu können.—

—
8
8
2
8
2
2
2
is ndis cui dee
in nednenin naudur , ⸗
di im vün er eee

2747

Mdaschafts Empfehlung.

Neue grüne Kerne
bei Friß Panzerbireter.

Sonntkaag, den 192. Juli ·

Waldparthie

litin der Ba⏑⏑⏑—
wozu höflichst einladet
7375 Fried. Jos. Koch.
gexe Für gute Speisen und Getränke ist
bestens gesorgttg..

Sonntag, den 19. Juli.
Harmonie
ausgeführt von der —7
vaarbrücker Bergkapelle
wozu höflichst einladdete
Eud. Weirich.

Der nlerhelchnele heehrte fich erge—

—

. ι ια

Sehirmmacher

— ————

hiet clabliet hatt und sich sowohl mit

—

Regen⸗ Jir neint aller Artenßunals

auch mĩt deren!· Reparatur befaßt.“

Promple umd Vbillige Bedienung

wird zugesichert. —
T — 468

Si Inghert 14.Jult 1808.

Bileork Echrepfer, Schirmmachex

wohnhaft auf'm Hahnacker: Vne
—6

J IAMM,. 3

Hwoei Glasen uud meh⸗

reyx Tischlergeselen kön⸗

nen gegen guten Lahn dauexnder Bee
schäftigumg zexhalten beinα,

Zonlalne in :Sulzbach

Frucht⸗/ Brod⸗, Fleifch⸗ 2c. Preise
der Stadt Homburg vom 15. Juli.
Weizen 7 st. 37 kr., Korn 5 fl. 12 kr
Spelz— fl. ⸗ kr., Gerste, — Areihige, — fl.
—Ar., Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
5 fl. 82 kr., Etbsen — ifl. kr., Kartof⸗
eln Afl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
24 kr., ditto2 Kgr. 16 kr. ditto 1 Kgr
3 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Dual.
4 .“ galbfletsch 12 ir Hammelfleisg
Uq fx.,Schweinefleisch 18 kr. Butter 30 kr
ber Pfund.

Geschäfts-⸗Empfehlung.
Der Unterzeichn ete beehrt sich ergebens.
anzuzeigen, daß er sich“als Blecharbei⸗
ter hier eiablirt hat, und alle in sein
Fach einschlagenden Arbeiten und Repera—
turen übernimmt, unter Zusicherung prom⸗
ter und billiger Bedienung.
St. Ingbert 18. Juli 1888s8s5.
gakob Haas.

—— —
— — *

*Samstag' 11. Jull wurde aus
Versehen ein Militärmautel aus meinem
Wirthschaftslocale mitgenommen undbitte
ich denselben wieder. an mich, zurückgeben
zu wollen.

Jakob Schwarz, Metzger.

—
ernde Beschäftiaung bei J

EIh.Fichter, aͤuf'm Rentrisch.

— TITAACC—
Fraukfurter Börse
vom 16. Juli 1868.

J J Geldsorten ——
Zreußische Kassenscheine —— 1 447,62. - 451
IRreußische Friedrichsddor .9 382459
vistolen 347-30
dolländische 10 fl.-Stücke . 954-356
ucaten — 5 38-40
20Francs⸗Stücke 9 28-29
Englische Souvereigns .. 11533-57
hoid per Zollfund fein ... — —

ochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars inGold“* 227228

ISRNechnungen, Faeturas, Wechsol,
Adreser Wisitz nund Verlobungs⸗Karten,
Eriqueites aller Art, ee ꝛe.
erden geschmarkvoll angefertigt, in der

Lithographet &amp; Buchdruckerei von

α . 4*

—— — — ——

— m223

71

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Feedaction.

Druck unz Verlag von F.

*
Oemektz

In St. Ingbert.
        <pb n="343" />
        S. Inaberler Anzeiger.
7* —A— V 7 14 JDP 5 0
— —— m —DD⏑—⏑—————— — ———
4 ν IV i t rgut— e“
— DDDDD —— — —
der St. Jug berker Auzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal Dieustage Dornersta
ind Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen, werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeil
h 7. Blattschrift gder deren Raum berechnet. A
— —A j 127 M —W — i 2 —— — —— — * 8

n. n: -. 2 un 837. 315
Nro. 86. α. *8* u Dienstag⸗ den 21. Juli —D ———— e 1868
— —— — —ñ— wmt &lt;u Aaa. 6HagspRPmòaä — — *
3 6
— —8* den nDeutschland. ue 9 5 —

Munchen, 18. Juli.Die „Südd. Pri bringtadie Rach-⸗

cicht, die italienische Regierung habe die baherische Regierung, zu Ver⸗

jandlungen behufs Abschluß eines Postnertrages eingel adenz: und
war; auf · Grundlage des unlängst zwischen Deutschland und der

Schweiz abgeschlossenen Postvertrages. .

Am 183. d. dem Zzweiten Jahrestage; des Gefechtest von

Aschaffenburg wurde das den dort gefallenen Oesterreichern erxichtete

Denkmal feierlich übergeben. Neben einer Deputation öͤstexreischicher
Officiere verschiedener Waffengattungen hatte sich auch eine preu⸗
zifche Militärdeputation eingefunden und dort einen Loorbeerkranz

niedergelegt· Das „IFrk. Volksbl.“nbetrachtet das Denlmabntn
nicht ganzi mit Unrecht 5 als das Grabmonument veg deutschen

Bundes, da dort zum keßten Mal Oesterreich: als, deutsches,-Bune
—

n un Dienstedichichtenrhe.Dh. in amnn pn

on Die durch den Rücktritt des Domcapitulars, Peter Köstlet er⸗
edigte Verwaltung der Dom- und Stadtpfarrei, Speyer ist, dem.
danonikus des hischöflichen Capitels daselbst und, bischöflichen geist
ichen Rath, Priester Dr. Dietrich Becker, übertragen worden.

Berlin, 14. Juli. Die Vorgänge in Spanien überraschen
cht, mögen, sie auch noch so ernster Ratur, sein; Bourbon'sches
Regime verträgt sich nun einmal nicht mit Eisenbahnen und Volfs-
virthschaft. Isabellens Dynastie ist dem Untergange geweiht, und
sieset, Untergang“ kann nur beschleunigt werden, wenu Eng
sand und Frankreich gemeinsam in Maͤdrid erklären follten —
vovon hin und da verlautet— daß Isabella andere politische Wege
ju wandeln und besser zu regieren habe, sonst werde man ihr
nicht mehr behilflich sein, Verschwörungen zu entdecken, sondern
ie ihrem Schicksale überlassen. Frankreich soll bereits einen vor—
läufigen einleitenden Schritt in dieser Richtung anf eigene Hand
zethan haben; der Papst soll hingegen, so will ein unverbürgtes
Berücht wissen, nicht geneigt sein, seiner geliebten Tochter- war⸗
—DD——
ür unnütz hält. Prop taxd! Und da märe nur zu wünschen,
daß die doch unvermeidliche Umwälzung, wenn möglich, ohne
Blutvergießen, vor sich ginge. Das kann geschehen, wenn Eng-
and und Frankreich energisch auftreten: hätte Deutschland eine
Flotte, so dürfte es auch nicht schweigen. — Alle Nachrichten aus
den neuen Provinzen Preußens lauten wesentlich günstiger, als
früher in Betreff der allgemeinen Stimmung den neuen Verhält—
aissen gegenüber. Als Symptome dieser besseren Stimmung sehe
ich nu freilich nur bedingt die von Zeidler hexvorgehobene That⸗
ed in Schleswig⸗Holstein sich der Zinsfuß von 3 auf 4pCt.
jehoben hat, weil die dortigen Kapitalisten Geschmack an preußi—
schen Staatspapieren gewinnen. Sonst aber nehmen die Bewoh—⸗
ner der Elbherzogthümer, wie Hannovers, mit sieigender Resigna—
tion die Mängel preußischen Wesens in den Kauf und erkennen
nehr und mehr unbefangen die großen Vortheile an, welche ihnen
nus der Angehbrigkeit eines mächtigen Staates mit der, Zeit er⸗
vachsen müssen. 33

Berhia, 17. Juli. Die Kreuzztg.“ sagt:? Aus Anlaß
des von Rußland gemachten Vorschlages bezüglich der Explosions-
zeschosse habe Preußen die Kinsetßung einer internationalen Erper-
eu⸗Commijfiou' zur Feststellung der Greuzen für Anwendung fern⸗
weitiger Geschosse aus Geschütz und, Gewehren horgeschlagen und
Rußland den preußischen Vorschlag acceptixt. Der Zusammen⸗
ritt der, Commission werde wahrscheinlich üoch in diesem Jahre
erfolgeu. — E v — ———

—R * — Frankreich.

Parai s, 16. Jili. Der?Moniteur“ veröffentlicht ein lai⸗
erliches Decret, durch welches das am 9. Juni zwischen Frauk ;
eich und der Türkei unterzeichnete Protokoll, welches die Franzosen
ur Erwerbing von unbeweglichen Eigenthum in der Türkei er—
nächtigt, sanetionirt wird. 22*

— Zufolge Depeschen der „France“ vom heutigen Tage hat

Geneial Vim Loidon verlassen aündebefindet sich hint gdeit .auf
dem Festlande, wo ist unbekannt. —D ——— e
t n Spanien. ι
Mabrru v 152Juli.* Der Herzog nind die LHerzogin“ von!
Montpensier vetweigerten es, den Änweisungen der Regierung zu⸗
Jehorchen weil die spanischen Infanten direckt vom Souberän
Befehle empfingen.“ Die Koͤnigin unterzeichneter das Verbannungs⸗
»ecret.“ Außerdem wurden alle Generdle⸗ welche⸗ Mitglieder der
liberalen⸗ Union find, ohne Ausnahme-des Landes verwiesen. Die
holizet fährt fort, in Madrid? und in deiß Provinzknlalle höheren
Ifficicremelche verdächtig sind, der lüberalen Union und der Pro⸗e
Jressistenbartei anzugehören, zur verfolgen. Ci nann
— 2 n ʒꝛe v —
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νο ι,ιl rerelnnee eid nnudanatS —
idi — a EGortseung 7 e * 7— 8*
an —ν . — ga Müuchen Ib Jum.. 55
ient In der Nachmittagssitzung begann das Plaidoyet. .
n Die Begründungader Anklage leitete der k. Staatsanwalt
Wülfert folgendermaßen ein ·· 4
u Meine Herren Geschwornen! In diesem Saale, dem Dienste
der Gerechtigkeit geweiht, werden so manche Verbrechen ans Tages-
icht gezogen und mancher Proceß zum Austrag gebracht; kaum
iber hat je irgend ein Proceß in solchem Maße die allgemeine
Aufmerksamkeit gefesselt, wie der, welchen nun Ihr Wahrspruch ent⸗
cheiden soll. Die That ist; obwohl eines der schwersten Verbrechen,
o klar im Begriffe, daß zwischen Anklage und Vertheidigung dar⸗
iber ein Streit kaum möglich sein wird. Der Beweis der Schuld
st gegen Thäterin und Theilnehmer so zwingend geliefert, daß
elbst ein übermäßig vorsichtiger Richter mit gutemGewissen sein
Schuldig aussprechen kann. Auch die psychologische Seite des Falls
chien mir bis vor wenigen Stunden nicht besonders hervorragend
u sein; — denn die zügelloseste Leidenchsaft, verbunden mit —*
und Eigennutz, zund die durch die Thätigkeit und mächtige Einwirz
ung der Geliebten eröffnete Aussicht auf ein gemeinsames zügel⸗
soses Leben war imaßgebendes Motiv. Sie mußten diesem Triebe
amsomehr nachgeben, als sie augenscheinlich die abenteuerlichsten
echtsanschauungen hatten.“ Der Angeklagte, tief verstrickt in die
Prätensionen einer einst übermäßig bevorrechteten Classe, nimmt als
decht in Anspruch, daß man aus Rüchsicht für seine Familie gegen
hn das Gesetz in seiner vollen Strenge nicht anwende, und hat
geglaubt, daß eben jener Einfluß, wodurch die Ebergenyi Stifts-
ame wurde auch hinreichen würde, die Untersuchung niederzuschla⸗
gen. Dieser Wahn erleichterte den Entichluß zum Verbrechen. Die
Frage der Zurechnungsfähigkeit hat durch den Widerspruch der
Sachverständigen höhere Bedeutung gewonnen. Das Publikum fand
diesen Fall namentlich von seiner socialen Seite inleressant. In der
Ausführung dieses Verbrechens zeigt sich eine ungewöhnliche Nieder⸗
rächtigkeit. Während die Geliebte ausgezogen ist zum Morde seiner
Battin, wirft sich der Gatte auf dem ehebrecherischen Lager seiner
Buhlerin herum und sendet schreckliche Beispiele von Verruchtheit
ind Gebeten empor zu Dem, der Richter aller Gräuelthaten ist.
Allein damit ist das Maß unserer Empfindung noch nicht erschöpft
Wir sehen eine zerüttete Ehe, wir sehen, wie jenes, Liepespaar,
zas sich mit gegenseitigen Liebesbetheuerungen überschüttet, sich gegen-
eitig die Treue bricht. Wir sehen in der ganzen Handlungsweise
ine erschreckende Unsittlichkeit und Zuchtlosigkeit, wir; sehen den
Persuch, den Meineid als Vertheidigungsmittel zu benutzen. Die
Verbrecher, wer sind sie? — Sie sind nicht aus der Hefe des Vol-
es, aus dem Bodensatze der Menschheit hervorgegangen, der durch
Armuth und schlechte Erziehung der Sinnlichkeit hingegeben ist,
urch Noth und Elend getrieben, von Laster zu Lafter sinkt. Nein!
— an ihrer Wiege stand das Glück; sie aber lernten keine wahre
Bildung und sanken so tief, weil sie ihre Begierden nicht zu zäh—
nen wußten. Die hier betheiligten Personen gehören den besten
Ständen an; wir sehen nahe Verwandte, das Verlobungsfest des
        <pb n="344" />
        berheiratheten Mannnes mit seiner Geliebten feiern; — wahrlich in
jenen Kreisen scheinen eigenthümliche Begriffe von Moral zu herr⸗
schen! Wir sehen merkwürdige Gestalten auftauchen, wir sehen einen
Rampacher, der nach den Aeußerungen Juliens Alles thun wollte,
der nach seinen / eigenen Aeußerungen dem Statthalter nur mit
„Sammelipfoten“ entgegentreten wollte und bereit wäre, zu einer
Bewaltthat, wenn er die nöthige physische Kraft dazu besäße, —
turz, wir siehen vor einem Abgrund sittlichen Verderbens. Nich
zlos die Scandalsüchtigen wird dieser Proceß befriedigen, auch die
Andern, welche von sittlichen Motiven sich leiten lassen, werden
die Befriedigung genießen, daß auch kein Hochgestellter das Recht
raflos verletzt, daß unsere Richter Jeden ohne Ansehen der Per—
son nach gleichem Maße messen! F

6 gierauf entwickelte der Staatsanwalt in einem zwei volle
Stunden in Anfpruch nehmenden gediegenen Vortrage alle die ein⸗
gelnen Indicien, melche die öffentliche Verhandlung für die Theil⸗
nahme des Angeklagten an dem Morde geliefert a zu einem
hden Zusammenhang der sämmmtlichen Umftünde und Ereignisse,
welche in den Rahmen der Anklage gehören, — umfassenden kla—⸗
ren Bilde. Nach der Erörterung der Schuldfrage ging der Staats-
nwall zur Uniersuchung der Frage über, ob der Graf Choriusky
im sitrafrechtlichen Sinne für die That verantwortlich gemacht wer⸗
den könne, d. h. ab er im Bewußtsein der Strafbarkeit der Hand⸗
jung und aus freiem Willen die Ebergenyi anstiftete, und bei der
Ausführung sie unterstützie. Hüten wir uns indessen hier vor einer
Verwechslung der rechtlichen und der moralischen Freiheit — sagte
ex — rechtuch frei ist Jeder, der nicht durch das Gesetz augge⸗
nrommen wird. Moralisch unfrei ist Jeder, welcher durch üble Ge—
wohnheit, weil er sich nicht so weit beherrschen kann. daß er seine
uinlauleren Begierden zu zügeln vermöchte, unter dem Drucke dieser
uüͤblen Gewohnheit sich zu Verbrechen bestimmen läßt. Ich betrachte von
diesem Standpunkte die sog. moralische Krankheit, deren Werth
ich auf dem Rechtsgebiete für problematisch erachte, und die, wie
wir gehört haben, auch auf dem Gebiete der Wissenschaft noch
Fontroberse ist. Wenn Jemand in Folgs feiner unmoralischen Nei⸗
gungen und weil er sich nicht beherrschen lann, eine widerrechtliche
Handlung begeht, so ist hiermit keine Entschuldigung für die Hand⸗
ung gegeben. Es Kegt überhaupt die Gefahr nahe/-daß diese me
ralische Krankheit fich einfach in Immoralität verwandle. Wer die
Folgen einer That kennt, ist strafgefetzlich verantwortlich, wenn sich
zuch in seinem geistigen Leben nicht überall ganz normale Erschei⸗
aungen zeigen, soferne sie mu in dieser Richtung sein Urtheil nicht
veeinträchtigen. Man wird bei der Entscheidung dieser Frage das
ugenmerk darauf zu richten haben, ob es fich um Handlungen
frägt, die im Gebiete der finnlichen oder übersinnlichen Anschauun;
zen liegen. Es gibt eine Reihe von Verfehlungen gegen das Gesetz
delche auf dem letzteren Gebiete liegen, so daß die Strafbarkeit der
dandlung nicht sofort jedem Menschen erkennbar ist; aber es gibt
zuch gewisse Handlungen, welche auch den geistig Beschränkten als
Anrecht erscheinen, weil sie ein grober Eingriff in die Rechtssphäre
sind. Unter diesen Verbrechen ist der Mord wohl das schwerste; es
vird der geringste Grad von geistiger Erkenntniß nöthig sein, um
essen Strafbarkeit zu erkennen. Jederman, der nur einigermaßen
eine geistigen Fähigkeiten bewahrt hat, ist im Stande die Rechts⸗
vidrigteitl des Mordes zu erkennen. Und da es sich um einen Mord
Jandelt, der unzweifelhaft, Monate lang überdacht, die Frucht reif
licher Üeberlegung gewesen ist, so wird hier um so mehr darauf zu
bestehen sein, daß die Unfähigkeit, das Rechtswidrige zu erkennen,
lar vorliegt. Nun frage ich, erkannte der Angeklagte die Strafbar⸗
leit seines Unternehmens oder nichtẽ Ich glaube Ihnen die Ant-
vort hierauf am deutlichsten durch die Riederschreibungen des Am
zeklagien vom 19. bis 22. November 1867 geben zu koͤnnen, welche
don Angst und Sorge strotzen und in welchen sich klar das Be⸗
vußisein der Rechtswiedrigkeit der Handlung ausspricht. Ebenso
hat der Angeklagte in seiner ganzen Vertheidigungsweise von Anfang
zin ein Verhalten eingeschlagen, welches erkennen läßt, daß er sich klar
Hewußl war, welche Gefahr über ihm schwebie. Man hat in seinen
Antworten anfünglich nichts Auffälliges gefunden, er hat mit größter
Unumwundenheit über gleichgültige Dinge sich geäußert; als aber
zie eigentlichen Verhöre begannen, da hat er so knappals möglich
zeantwortet und Erklärungen gegeben in Hülle und Fülle, welche
eine Unschuld darthun sollten. Auch sein ganzes Auftreten hier im
Saal beweist klar, daß er vollständig erkennt, um was es han⸗
delt. Er ist sich bewußt, eine rechtswidrige That begangen zu ha⸗
zen, eben so sich bewußt, als damals, da er den Ausdrud seiner
bangen Besorgniß in jenen Aufschreibungen niederlegte. Sein gan⸗
es Handeln in dieser Sache ist das eines Vernünftigen; es sich ent⸗
pricht jedes Wort, jede Handlung, jede That dem Zwecke, den sie
herfolgt. Wer so zwedgemäß handelt, wer einsieht, was er be—
jonnen und sich so zu vertheidigen weiß, ist nicht unzurechnungs
Ahiga. Es mag richtig sein, wenn zwei Sachverständige sagen, daß
der Graf in gewisser Richtung nicht normalen Geistes ist; aber
wir haben zu fragen: ist die Richtung des Geistes so, daß das

Bewußtsein dessen, was er thut, in dieser Beziehung zur Zeit der
Handlung aufgehoben war. Jene zwei Sachverständigen, welche sich
für die Unzurechnungsfähigkeit ausgesprochen haben, suchen dieselbe
zuf dem Gebiete des Willens, — ob er nämlich frei bestimmen
onnte für die Handlung, die er beging. Es liegen schlagende Be⸗
weise vor, daß Chorinsky vollkommen Herr seines Willens ist; die
zanze Art seines Auftretens beweist dieß. Die anderen Experten
Jaben mit Recht betont, daß er außerordentliche Proben von Selbst⸗
heherrschung gegeben hat. Es wäre auch nicht möglich, daß ein
Mann, der die Freiheit des Willenz im strafrechtlichen Sinne nicht
hat, eine Stellung wiederholt und zur Zufriedenheit seiner Vor⸗
gesetzten hätte behaupten können. Man weiß nichts von Strafen
uind Ungehörigkeiten; mit Ausnahme von Schuldenmachen und
ceichtsinnigen Streichen war sein Verhalten im Dienste immer ent⸗
prechend, obwohl gerade der Militärstand den großten Gehorsam
und die strengste Selbstverleugnung auferlegt. Hier ist erster
Brundsatz, den eigenen Willen fremden unterzuordnen, und wir
haben auch wicht die leifeste Andentung, daß der Angeklagte sich
zegen diesen ersten Grundsatz jemals verfehlt hat. Im Gegentheil
er wird als tuchtiger Soldat geschildert, und ganz gewiß kann
Niemand sagen, daß, wer eine Compagnie im Felde fuͤhren kann,
nicht die nöthige Herrschaft über sich selbst besitze. Gewiß war es
rechtlich durchaus in die Willensfreiheit des Angeglagten gestellt, ob
v seine; Gatsin ermorden wolle oder nicht. Daß er nicht den mo⸗
alischen Fond gehabt habe, einem solchen Entschlusse von Anfang
an zu widerflehen, macht ihn in den Angen des Gesetzes nicht
ttaflos, denn Jeder ist eben verpflichten, die sittlichen und recht⸗
lichen Grundsätze zu beobachten, und wenn er dieß nicht thut, weil
zr dorzieht, seinem Treiben und feinen Reigungen zu folgen, fo
muß er nach den Strafgesetzen veramtworilich gemacht werden.
Ueber die Frage der Strafbarkeit des Angeklagten haben die Sach⸗
verständigen gar nicht zu entscheiden, sie haben nur nachzuweisen,
ob er überhaupt an Geistesstörung leide, welche seine Urtheilskraft
so trübt, daß er die Strafbarkeit seiner Handlung nicht einsehen
konnte. Angesichts dessen, was über das ganze Leben und die dienst⸗
liche Stellung des Angeklagten bekannt F bestreite ich entschieden,
daß don den erwähnten zwei Sachverständigen der Beweis geliefert
st, der Graf sei so mangelhaft geistig ausgestattet, daß er die
Strafbarkeit seiner Handlungen nicht hätte einsehen können. Es
iegen sogar Aussagen vor, daß er von seinen Kameraden gerne
jur Schlichtung von Ehrenhändeln, gewiß ein Beweis van Ver⸗
rauen, gebraucht wurde. Ihh habe daher keinen Anlaß, an seiner
Zuxechnungsfähigkeit zu zweifeln und pflichte dem Gutachten der
drei übrigen Sachverständigen bei. Die zwei anderen Sachverstän-⸗
digen coustatiren nur, daß der Graf, vorzüglich in Liebesangelegen-⸗
heiten, besonders erregbar sei; diese Erregung sei aber horüber⸗
gehend, und außer diesem Zustande handle er so vernünftig, wie
seder Andere. Sie werden mir daher beipflichten, wenn ich schließe,
daß jenes ahnungsvolle Wort der Gräfin auf der ersten Seite
ihres Tagebuches: „Meine Liebe ist mein Hort und an diesem
DZorte will ich sterben,“ sich erfüllt habe, freilich ganz anders, als-
sie dachte. Aber daß die selbstgewollte Zerrüttung der Ehe, daß
das Hinderniß, welches die Ehe für die Vereinigung mit einer
Anderen bildete, daß alle diese Umstände Gründe für die Veran⸗
sassung des Verbrechens geworden seien und daß Graf Chorinskh
wirklich die Ebergenyi beranlaßt habe, seine Gattin zu tödien, da.
rin werden Sie mit mir gewiß einverstanden sein ·
(Fortjetzung folgt.)
(Ueber das große Sängerfest in Chicago), der
westlichen Hauptstadt der Vereinigten Staaten, liegen uns Berichte
vor, die jedoch viel zu ausführlich sind, als daß wir sie unsern
desern anders, als im Auszuge mittheilen könnten. Auch unter—
ichied sich das Feft in seinem allgemeinen Character durchaus nicht
von ähnlichen Festen in Deutschland. Es ist nur in doppelter
Beziehung merkwürdig und wichtig: einmal, weil es die Macht
und den Einfluß deutscher Kunst und Gesittung in Nord⸗Ameriia
auf glänzende Weise darlegte, und zweitens, weil es durch den
iberaus herzlichen Empfang, mit welchem die dentschen Abgesand—
ten empfangen wurden, die unendliche Liebe offenbarte, mit welcher
unsere deutschen Brüder in Amerika fortdauernd an uns hängen.
Wir heben deshalb nur dasjenige aus den Berichten hervor, was
ans in dieser Hinsicht von allgemeinem Interesse zu sein scheint.
Deutschland hatte sieben Abgesandte hinüber geschickt: Victor Wel⸗
ler, vom Kölner Manner-Gesaug⸗Verein — Rudolph Palzow,
vom Nürnberger Männergesangverein — Oscar Kreßz, Männer—
Gesangverein Concordia in Kirchen (Baden) — Julius Fuchs
»om merkischen Sängerbund in Berlin — Franz Arras, von der
Liedertafel in Dresden — Reimbeck und Sohn, vom niedermär⸗
ischen Sängerbund in Hamburg. Zu diesen gesellte sich einige
Tage später noch Herr Gotthold, von der „Teutonia“ in Paris.
Sie wurden mit einem Enthusiasmus in Rewyork empfangen, von
»em wir hier bei uns schwerlich eine rechte Vorstellung haben.
        <pb n="345" />
        Alles, was in Newyork deutsch ist, drängie sich um sie. Natür—
ich hetrachtete man sie als Gäste; sie janden ihre Wohnung in
inem der ersten Gasthäuser (Prescott⸗Hotel) vorbereitet und vier
Lage lang wurden sie von Festlichleit zu Festlichkeit geführt, so
daß sie trotz aller Befriedigung froh gewesen sein mögen, als sie
im Montag Abend in einem Waggon der Pensilvania⸗Central⸗
xisenbahn saßen und ihrem Ziele, Chicago, jurollten. Chicago,
zas vor einem Menschenalker nur ein Dorf war, ist jetzt eine der
zgroßten und blühendsten Städte der Union, und, was sie vor Al⸗
em wichtig macht, der Mittelpunkt des deutschen Lebens im west⸗
lichen Amerika. Die Staaten Illinois und Wisconsin waren von
seher mit Vorliebe von deutschen Einwanderern aufgesucht, und nir⸗
gends in der Union übt das deutsche Element einen so entscheiden ⸗
ʒen Einfluß, wie gerade dort, Vas zeigte sich auch dei der leh—
en Convention von Chicago, auf welcher Grant zum Candidaten
ür die Präsidentschaft aufgestellt wurde und an welcher General
Schurz und H. Raster. der Redacteur der großen, weitherbreiteten
deutschen) „Illinois Staatszeitung,“ einen herporragenden Antheil
nahmen. Daß der Gesang blüht, wo deutfche wohnen, ist eine
ekannte Thatsache. Auch hat es an Liederfesten in Amerika nicht ge⸗
zehlt. Das Fest in Chicago: sollte jedoch das graßartigste von
allen werden, die bis dahin auf amerikanischem Boden stattgefun⸗
den; es sollie, wenn auch in heiterer · Fotui, die Macht und die
Zusammengehoöͤrigleit Zes deuuscher Elements zeigen. Deshalb
pünschte man die Betheiligung von Sängern aus dem Mutterlande
und der Jubel, daß diesem Wunfsche, wenn auch nur durch eine
lleine Anzahl von Abgesandten, entsprochen wurde, zeigte fich schon
jn den 80 Kanonenschüssen, welche in Chicags abgefeuert wurden,
obald man durch eine ielegraphische Depesche erfahren, daß die
zeutschen Sunger den amerikanischen Boden betreten hatten. Wir
schweigen, wie erwähnt, über die Einzelheiten des Programmes
»as ganz dem unserer deutschen Männergesangfeste entsprach. Es
cheint in jeder Beziehung Treffliches geleiste worden zu sein.
Much Wagner gelangte durch den Schlachtgesaug aus „Rienzi“
zur Geltung; gerühmt wird: die Direction des Musikdirectors
T. Bergmann,/ Dirigenten des Arion in New -York. Was aber
unseren deutschen Abgesandten theilweise höchst seltsam vorkam
das war die Begeisterung für das „Neue Deutschland“ oder den
Rorddeutschen Bund, die fie überall unter den Deutschen in Ame—
rika vorfanden. Ganze Wolken von deutschen Fahnen bedeckten
ie Straßen von Chicaga, aber sie varen sämmtlich — schwarze
othweiß nur ganz vereinzelt zeigte sich eine jchwarzrothgoldene
Fahne — das Symbol unserer ——— jetzt durch
ꝛine zwar herbe, aber praktische und fruchtbringende Wirklichkeit
ersetzt sind! Freilich war die schwarzrothgoldene Fahne nie das
Banner deutschen Reiches — was die Deutsch⸗Amerikaner auch
ehr gut wissen. Die practischen Leute halten fich an die Wirk
ichkeit. Ihre Zeitungen sprechen es offen aus, daß fie jetzt auf
den deutschen Namen stolz sind und gern auf die früheren fenti—
mnalen Träume verzichten, daß die Gegenwart doch Etwas, wenn
auch nicht Alles bietet. Einen sehr bestimmten Ausdrucdk fand diese
Anficht am Schlußtage dieses Festes, auf einem großen Picknick
in Wright's Grovay, einem sehr schönen Wäldchen in der Nähe
von Chicago. General Willich, einer der beliebtesten Deutschen
n ganz NordAmerika, war vom Fest⸗Comite beguftragt, die üh⸗
chiedsrede zu halten. Der Anfang derselben lautet: Deutsche
Männer und Frauen! Vor mehr als fünfzig Jahren sang unser
— des
Deutschen Vaterland ?“ und gab darauf die Antwort: ——
So weit die deutsche Zuge lling
Und Gott im Himmel Lieder singt; F
Das ganze Doeutschland soll es seinn
Wäre Arndt heute unter uns, so küme er zu einer andern
Aniwort. Das Vaterland hat keine geographischen Grenzen mehr,
as ganze deutsche Heimathsland ist uns zu klein geworden; ja
die ganze weite Erde ist unser Vaterland! — Wie durch Dampf
ind Electricität der Wechsel der Begebenhefjten schneller geworden,
jo ist das, was gestern unerreichbar, außerordentlich schon, heute
um Gewöhnlichen geworden und morgen tritt ein Neues, Großes
in seine Stelle. — Wie viele Millionen haben unserem Arndt
ieses Lied nachgesungen, wie viele haben Gelübde abgelegt, es
ur Wahrheit zu machen und Arndt's Worte zu verwirklichen.
Liele Tausende haben ihr Blut dafür gegeben uud ihr Alles ge⸗
pfert. — Wer hat die Klagen der Verzweiflung und das Ge—
chrei der Unglücklichen, welche in den Kerkern Deutschlands wie⸗
erhalten nicht gehört ? Ihr alten Rebellen don 1848 und 1849
venn Ihr zurückdenkt an die Vergangenheit, hört Ihr nicht den
Widerhall, der Büchsenschüsse in Rastatt und auf der Brigittenau,
nit denen man den Klang der deutschen Einheit zu übertäuben
uchte? — Während in Deutschland das Lied fortgesungen wird,
adelt man doch an vielen Orten und von vielen Seiten die ein⸗
ige darauf bezügliche That, weil Zündnadelgewehre und Krupp'jche

danonen nothig waren, um die deutsche Einheit möglich zu machen. —
Bahrend sich die Leute üher die Windel der deutschen: Tinheis jtreiten
ind dadurch die Einheit hindern, flatt sich denz Manue amuschließen,
ꝛer felbst den Kaiserschnitt vislirt, geht es dennvch vorwürts. Der
eutsche Volksgeist hat langst die geographifchen Grenzen Deutjch-
ands überschritten. Die Millionen, für deren Kinder Denschland
ein Brod hatte, haben hier im Schweiße ihres Angesichts dije Re—⸗
en gepflanzt, deren Traubensaft jetzt in anseren Glaͤsern perlt
5s wetteifert der Deutsche hier mit den Angelsachsen in der Be—
aaltigung des Urwalds, der Behauung des Bodens und der Ve⸗
auung der reichen Hilfsquellen des Landeg,“ General Willich
pandte sich den amerikanischen Zuständen zu, und sagte, daß es
die Aufgabe der Deutschen sei, die KRoheit, die Hrühwinlelen und
Ruckerei, die übertriebene Maäßigkeitssucht, dig seibin gegen den
aemlosen Genuß guten Biers eifert, sowie die Schaͤden der
Ztaatsverwaltung, namentlich die unredliche Finanzverwaltung
u befeitigen, Zuletzt richtet er seine Worie noch specielt qu die
urbpaischen Abgefandten und bat sie, nicht zu glauben, daß all⸗
emeines Stimmrecht und republikanische Formen die Freiheit
cherten, sondern nur das Gefühl der Freiheit in der Brust des
rinzelnen und der Wille, sie zur Glestung zu —A
jeit gehört: aber auch die Schoͤnheit, also die Kunst und der Ge⸗
ang· Die deutschen Brüder möchten in der Heumath dafür sorgen,
ꝛaß die Vorurtheile zwischer den einzelnen“ deutschen Stammen
chwänden und daß man sich nicht über die Windein zanke, in
velche das neue Deutschland gewickelt werden soll Auf jeden
zall hat dieses großartige Fesi den eingebornen Amerilkanern, den
)ankees, gewältig imponirt, schon dadurch, daß eg in ungestörter
»armonie, ohne die gewöhnliche Raufere verlief. In Chicago
elbst herrscht allerdings zwischen den Amerikanern und Deutschen
zas beste Einverständniß? die englischen Zeitungen wetteiferten mit
)en deutschen, das Fest als ein nationales anzuerkennen. Richt
a an andern Orten, wo die Yankees immer noch sehr hochnasig
zuf die Deutschen herabblicken, Diesesmal jedoch hörie man an
illen Orten nur- anerkennende Urtheile. Und hatte das Fest auch
iur dazu gedient, um den Tag und Racht Geld schaffenden Ame—
ikanern, die keine herzliche, gemüthliche Stunde kennen. zu zeigen,
aß die Männer, welche im Kampfe für die Union so wader das
S„chwert geschwungen, in Friedenszeiten harmlos und froh ihr Le⸗
zen zu genießen und die kurze Spanne des Daseins durch Würze
ind Frohsinn zu verschönern wissen — es hätte feinen Zweck vo ll⸗
ommen erreicht! Früher hieß es, wir tdnnten nur schwa tzen,
urnen und fingen. Dags iist vorbei. Wir haben gezeigk daß wir
zuch handeln können, und vielleicht beneiden uns die Fremden da—
rum, daß wir nach schwerer gethaner Arbeit noch Kraft und Hei—
erkeil des Geistes genug besitzen, um den Genuß der Ruhe durch
in edles und schönes Lied zu erhöhen.
e r mi co te .
F3Zweibrücken, 20. Gestern Nachmittag entlud sich
iber unsere Gemarkung ein furchtbates Gewitier mit Regen und
Schlossen; wie wir erfahren, soll der Blitz in Bubenhaͤusen in
ein Haus eingeschlagen und dabei gezündet haben, doch konnte das
Feuer sofort wieder gelöscht werden; auch follen zwei Kinder dvon
»em Blißzstrahl getroffen worden sein, wodon das eine bedeutende
Zrandwunden davon getragen habe. (JIw. BJ)..
FMünchen, 10. Juli. Da im Jahre 1867 in Ober—⸗
zayern leider eine nicht geringe Zahl von Erkrankungen an Blat⸗
ern, sowohl an ächten als modificirten, vorkamen und sich auch
—DDD—
sierung in einem amtlichen Berichte die in jebem Bezirksgericht
»es Kreises vorgekommene Erkrankungen, Sterbefälle und das
Berhäͤltniß beider zu den Geimpften und Nichtgeimpften, jo wie
ur Gesammtbevöllerung“) belannt gegeben. Wir eninehmen aus
iesem Berichte, daß im ganzen Kreise 8981 Erkrankungen an
Blattern im vergangenen Jahre vorlamen. Todesfälle an Blat⸗
ern kamen 267 vor, so daß auf 15 Blatternfalle ein Todesfall
am, oder es starben 6.6 Proz. der Erkranktten. Von den letztern
varen 3767 oder 94.1 Proz. geimpft und 214 oder 53 Proz.
richt geimpft. (Meistens Säuglinge.) Von den 3767 geimpften
Blatternkranken starben 167 oder I bon 24, oder 4.. Proz. und
war meistens im vorgerüchten Alter. Von den 214 nicht geimpf⸗
en Blatternkranken starben allein 100, oder 1 von 216 vber
17 Proz., so daß die Mortalität der nicht geimpften Blattern⸗
ranken ungefähr 10mal so groß als jene der Geimpften war,

) Im Berichte heißt es auffallender Weise, daß die Bevdlkerung
Oberbayerns 145,822 Seelen betrage, während dieselbe in Wirklichkeit un⸗
efähr die vierfach⸗ Zahl beträgt. Daß diese irrige Angabe auf keinem
Iruckfehler beruht, gehi aus der weiteren Angabe hervor daß sonach auf
16.0 Personen ein Blatternfall treffe, oder letztere auf 2.2 Prozent der
Jevblkerung fich belaufen, welche Berechnung gang mit ver genannten fal⸗
hen Ziffer übereinstimmt. In der That aber lam eiwa auf 145 Personen
in Blatternfall.
        <pb n="346" />
        abgesehen, daß bei den Geimpften das Verhäliniß der Erkrankungen
noch ein weit felteneres als jenes der Nichtgeimpften war. Es
weisen daher diese Resultate auf's Neue die Wohlthat der Schutz⸗
hockenes Impfung nach, so wie andererseits die Erkrankungen selbst
deien nuf die Rühzlichkeit und die Rothwendigleit der Revac—
rination hindeuten. D eejo' Snusfi“
e i 34 22, 7 Frankfurt, 10. Juli. Als Kaufpreis für die Bier
7 In diesem Jahr wird wieder ein mittelrh eienk zricher Winiergaͤrten, welche — ankaufen.
8 e⸗ p ifest und zwär am 27. und 28. Sept. in vill. werden nur 60,000 Thlr. verlangt; außerdem hat der Her-
sarmege stattfinden. 12. T mll dem Gedanken von Nassau, der für das des hiesigen Vro⸗
4. ar mista dit, 12. Juli. Man geht mit dem Gedanken es ein lebhaftes Interesse an den Tag legt, sehr Überale Zah⸗
um, hier demnachst eine Vereinsbäderei ins Leben zu rufen da ngeobedingungen geftellt. Mit dem Bau der Winlergartenanlage
die Brodpreise gegenüber den Fruchtpreisen dar nicht harmoniren. if' der Bogenheimer Aulage soll penn, der Kaufbreis zu Staude
Ein zu diesem Zwecke gebildetes Comite hat dereits feine Thätig · Hnmt, wozn alle Aussicht vorhanden ist, noch im Laufe 853
teit begonnen. Eingezogene Erkundigungen? über anderwärts be⸗ hegonnen wverdem. Rach Lage der Dinge muß de —
stehende Actien⸗ Dampfbäckereien ließen ersehen daß sich dieselben bei Allernachsten Zei Afoigen J
miederern Brodpreisen, sehr gut rentiren.unnn auernachsten Hett ltenenn
In Ebing trieb ein Bäuerlein seine Kuh auf · den Markt 4 Wie man! aus Florenz?erfaͤhrt,“ haben! die italienischen
und verkaufte sie um zwei Gulden zu billig.“ So behaupteie we⸗ Freimaurer Mazzini zu ihrem Großmeister gewahlt.

nigstens die Bäuerin, als er heim kam. Entweder bist Du zu
uum oder hast's gar vertrunken. Sie spectalelte den ganzen
Tag. S' ist 'ne dumme · Geschichte, wenn die Frau Herr im
Zause ist, sagte der Bauer und hing sich in der Scheune am
Balken auf.“

Bekanutmachuugen.

VG61 st 13 Ie —A aAeu
erloos unge
der dem Oek omen Jakohb Stalter vom Ernstweilerhofe beit
—V — —— Awrücken gehörenden Pferde und νινιαιœ.
A un r— 2 —2—— ,
—* — itrequisiten. —
Zur Verloosung kommen, 3 Heugste, Zweibrücker Araber Race, 4 Jahre 2. Monate
ilt, bei der WelizAusstellung 1867, zu Paris, beim, Octoberfeste 1867 iin München,: bei
er. Preisevertheilung /des pfaͤlzischen Landgestüts in Zweibrücken im Vorjahre, dann bei
»em Pferdemarkt 1868 zu Frankfurt a. M. und bei dem landwirihschaftlichen? Feste in
Metz jüngsthin mit den er sten Preise n gelrönt.a ννν ” ι
Reiidecken mit Ledergurt, 5.Aufsatzgurten zum Pferdevorführen, 4 englische Reit⸗
zange, 8 Doppeltrenzen, Pferdedecken, 832. Pariser Keitpeitschen, E Pariser: Kutscher-
zeitsche. 47 ce —ODD———— ———— .
ine Veãoofung findet im Monate September nächsthin statt. νν ν
Loose per Stück 1fl. sindbei den Landwirthschaftlichew Bezirkscomite's amde dem
xigenthümerder zu verlosenden Gegenstände zu haben, e n
Abnehmer von 100 Loosen erhalten 10 pCt. Rabatt.. ν
Ernstweilerhof im Monat Juli 1868. αν—ν
Vferde-u. Joblenmarktzu Frankfurta. M.
J am 25. 26. und 27. August 1868. —0
Die vollständig für 400 Pferde hergerichteten, mit sschönsten Musterplätzen umgebenen
neuen prachtvollen Stallungen — zur Aufstellung der feineren Pferde bestimmt.
— am 25. August nebst, Vertheilung von Ehren⸗Preisen an die
Prämiirung Besitzer der besten zu Markt —— Pferde und Fohlen. —
9* am 27, August öffentlich vor Notar und Zeugen von 61 der
Verloosung schönsten Reit⸗ und Wagenpferde, 9 vollständige
vier⸗ zwei und einspännige rrzgec Schlitten nebst eompletten
Geschirren, sowie sonstigen Reit- und Fahr-Requifiten im Werthe
von eirea fi. 70,000, wenn 40,000 Loose vergriffen sind.
Anfragen und, Bestellungen auf S.tal lumgein, sowie auf Loose,Letztere
WThlr. Efl. 1 45) per Stück beliebe man franco an den Secretär, des unter—
eichneten Vereüns, Herrn E. Kappel. zu richten, wo auch Uehernehmer einer
Jrößeren Anzahl von Loosen die näheren Bedingungen erfahren können. —33 2.25*
Den Aufträgen für Loose ist der Betrag franco init deutlicher Angabe der genauen
Adresse beizufügen. Falls die Zusendung franeo und xrecommandirt gewünscht wird, sind die
erforderlichen Marken einzusenden. iν uαα .u
Auswärtige Theilnehmer, welche ihre Loose durch das Sekretariat direct beziehen, wer—
den falls ihnen ein größerer Gewinn zufüllt, davon — soweit thumlich — mittelst Tele—
gramm in Kenntniß gesetzt. — 4
Der Vorsitzende des Landwirthschafstlichen Vereins:
VDr. Geora Hoagoa...
u den 17. in e a.kr. bis — fl. —tr. Mohndl ohne Faß
Wormis den 17. Juli: — — — Nehnn — eß
Wir notiren heute! Weizen 14 fl..— kx. 30 LKilo.. Repskuchen 80o fl. kbr. bis
—
is — fl. —fr.“ Gerste — fl. — kr. is — fl. tr.“ e t z e
is — fll — tr. per 100 Kilo, Hafe
3fl. — ir. bis 5 fl. 6tr. per 60 Kil. Mainz, 17. Julli.
Mehl per Partie 12 fl. — kr. bis — fl. 4
7 ie. Roggenmehl 1060fl. — kr.bis —..Gruchtpreise. Weißmehl das Mal⸗
Wohnungsveränderung. — ktre. Roggenvorschuß 111fl. 15,kr. bis der ð 140 Pfund — fl. — tr. — Roge
Ich zeige hiermit ergebenst ar, daß sch 1hfl. 80 kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr. enmehl —V
nicht mehr in dem Gebr. Dörr'schen Hause — fl. — kr., Blumenmehl. DH. ir. Pfo.) 13 — ir. — 14 fl. 30 k. -
sondern in dem des Peter Schwarz jun. bie — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps dorn (180 Pfd.) 10 fl. — r. bis 10 fl. 109
is der Peter Muller'schen Weinhande — . — kr. bis — fl. — kr. ber 83 r. Gerste I60 Pfd.) O fl. 50 kr. bis 10
iung wohne. J Nilo Rüböl ohne Faß 20 fl. — kr. bis . — kr, Hafer (120 Ppfd.).ö fl. 10 tr.
LSSilhelm Brill, Seiler. — fl. — kr. Leinol ohne Faß — fl. mbis — fl. — kr.

—— —

. ——
Samfag den 25. Juli 1868, Rach
mitttags 2 Uhr zu St. Ingbert. im Hause
des Wirthes Joh.; Grewenig, laßt Herr
Gustab Zir dahier vor dem kgl. Notar
Herrn Horn auf Termin zu eigen versteigern:

162 Dec. Acher guf dem großen Flur
mit Kartoffeln, besaamt...
irca 48 Dec. Acker im. Dilmensflur,
mit Klee besaamt. e ee,
ferner. 2 Pferde, wovon das eine 7 das
andere II Jahre, alt ist, 3 Fuhrwägen,
haise pflugeEgge . Pfuht—
faß, .Schlitten, Windmühle, Ha—
fertasten, Pferdsgeschirr, 2 gute Chaisen⸗
geschirre und sonstige Fuhr⸗ und Acker⸗

gerathe . S..-.

Concessionirtes Geschaͤftsbureaun
en Westphaelinger.
Ien der Racht vom 6. auf 7.

a. Mis. wurde zu Altenwald

von der Straße weg gestohlen:
ein vierräderiger Handwagen, fast neu,
mit eisernen Achsen und durchgehenden ei⸗
sernen Büchsen und tannenem Kasten woran
hinten und vornen Schieber. Das übrige
Holzwerk ist eichen Holz und nur die Fel⸗
gen sind von Buchenholz. Ferner hat der
Wogen vier eiserne Storren, welche mit
Schließen befestigt sind. 2.
Wer mir, zu meinem Wagen verhilft
oder über den Dieb mir Auskunft ertheilt,
bekommt eine gute Belohnung. —
Anton Stiber, Bergmann
—— im Altenwald.
Das Ehrlich'sche Haus in
der Unterstadt neben Herrn
Peter Müller ist 'ofort zu vermiethen durch
Jas concessionirte Geschaͤftsbureau
VKestphaelin ger·
Zwer tüchtige
, Stchneiderge⸗
A sellen finden
ri.er Beschäfltgung bei
neider Keipert
in St. Ingbert.

— — — —

—— ——
Redackion. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. J
        <pb n="347" />
        der „St. Ingberter Anzeüg er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersta

ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeil
J Blrlattschrift vder deren Raum berechnet.

Nro. 8s75. Donnerstag, den 20. Ju!

Deutschland.

München, 17. Juli. Wie die „Sdd. Pr.“ vernimmt,
zaben im Staatsministerium der Justiz die Vorarbeiten zur Re⸗
ision des. Strafproceßgesetzes vom 10. November 1848 bereits
zegonnen, und wurden insbesondere die Gerichtshöfe zur Bericht⸗
erfiattung aufgefordert. — Prinz Otto von Bayern wird bis zu
Anfang der nächsten Woche aus Spanien zurückehren und sich
ann auf einige Zeit zu seiner kgl. Mutter nach Hohenschwangau
zegeben. — Se. Maj. der König genehmigte die freiwillige Ver—
ichtleistung des Fürsten Paul von Thurn und Taxis auf seinen
zisherigen Geschlechtsnamen und Adel und daß derselbe von nun
in den Namen „Fels“ führe, erhob jedoch den besagten Paul
Fels“ für seine Person mit dem Prädikate „von“ in den Adels-
land des Königreichß.

Emm s8. Der Konig don Preußen empfing am 16. Juli Gerhard
sohlfs und den Lieutenant Stumm, welche von der Exrpe⸗
zition nach Abyssinien zurückgekehrt sind. Beide Herren sind zur
dniglichen Tafel geladen.

Ems, 16. Juli. Heute ist die unerwariete telegraphische
Nachricht von Paris eingetroffen, daß der Vicekönig von Aegypten,
ür den zu einem längeren Badeaufenthalt ein großer Theil des
Basthauses „Zu den vier Thürmen“ in Miethe genommen war,
aicht hieher kommen wird. Unsere Saison verliert hiedurch jeden⸗
salls einen ihrer interessantesten Anziehungspuncte.

Coblenz, 13. Juli. Das italienische Kronprinzenpaar
ist heute Nachmittag um zwei Uhr per Dampfboot von Mainz
zier eingetroffen und ohne Empfang in Lahnstein und hier nach
stöln weiter gereist.

Der frühere Reichstagsabgeordnete Prof. und Kaplan Miche—
is in Braunsberg fordert den Prof. Karl Vogt, der demnächst
nuch in Königsberg wissenschaftliche Vorträge halten will, zu einem
vissenschaftlichen Zweikampfe heraus und stellt ihm frei, ob er den
dampf in Königsberg annehmen oder nach Braunsberg kommen
vill. Andererseits hat derselbe, nachdem er bereits früher in
icharfen Thesen der päpstlichen Enchclika gegenüber getreten ist, eine
neue vermehrte Auflage dieser seiner Thesen erscheinen lassen, worin
derselbe unter Anderen das Handschreiben des Kaisers von Oester⸗
reich in Angelegenheit des Concordats eine namhafte That nennt,
velche die volle Sympathie und Zustimmung des katholischen
Deutschlands verdiene. Dem bevorstehenden Concile legt derselbe
eine weltgeschichtliche Bedeutung bei, die keine andere sein könne,
uls durch die Durchführung der Reformation in der Kirche das
Zei talter der Revolutian abzuschließen.

Wien, 16. Juli. Große Anerkennung findet hier die reiche
Betheiligung Frankfurts und seiner Vereine an den Ehrengaben
zum Bundesschießen. „Wenn man — sagt ein hiesiges Blatt
— nach den eingelaufenen (16) Gaben die deutsche Gesin⸗
tung der einzelnen Städte beurtheilen darf. dann ist Frank-
urt die deutscheste unter den deutschen; die Ehrengeschenke
der alten Krönungsstadt bilden für sich eine kleine Collectiv-
Ausstellung.“ 2.

Wien, 20. Juli. Die Oesterr. Corr. meldet: Die Arbei⸗
en der europäischen Telegraphenconferenz sind beendigt und mor⸗
zen soll die letzte Sitzung und Unterzeichnung des revidirten in⸗
ernationalen Telegraphenvertrags stattfinden. — Der bisherige
Ministerpräsident Oesterreichs in den Hansestädten, Frhr. v. Le—
derer, ist zum außerordentlichen Gesandten Oesterreichs in Nord⸗!
merika ernannt worden an seiner Stelle ist der Graf Thun—
dohenstein, zuletzt Vertreter Oesterreichs in Mexico, zum außeror⸗
entlichen Gesandten in Hamburg bestimmt.

— Die Proteste gegen die Anmaßungen der romischen Curie in
Desterreich vermehren sich täglich. Die katholischen Bezirksver—
resuagen in der Umgebung. von Graz richten ihre Adresse zu—⸗
zleich an den Papst und die Minister in Wien. In Bezug auf
Pius IX. sagen sie: „Wir wünschen dem schwergeprüften Greise
owohl zu eigenem Fronmmen wie zum Frieden der so viele Mil⸗
lionen zählenden Gemeinde. daß auch er die bessere Einsicht ge—

winne, um die Flüche schleudernde Hand zur Segenspenden um⸗
zuwenden. Diese Erde, unser Aller Wiege und Grab, sei uns
tein Tummelplatz für Glaubenshaß und RKänke der Herrschsucht;
zleichberechtigt und brüderlich wollen wir genießen und leiden,
vas uns auf derselben beschieden ist.“ (Bravo)! Die Minister werden
ermahnt, „auf des Volkes Kraft gestützt, dessen unveräußerliche
sechte gegen jeden Eingriff zu schützen, damit der Verwirklichung
)er hoöͤchsten aller Aufgaben, eines wahrhaften Menschheitbundes
die Bahn frei werdee. Sane an—
Wien, 21. Juli. Nachrichten aus Konstantinopel melden,
vaß der Prinz Napoleon in der Nähe der Insel Syra eine De⸗
jutation der Kreter an Bord seiner Yacht empfing, welche ihn
zat, er möge den Beistand Frankreichs für ihre Sache erwirken.
Die Antwort des Prinzen lautete reservirttt.
Frankreich
Paris, 19. Juli. Der „Constitutionel“ dementirt, daß
zie franzoͤsische Regierung die spanische über das Verhalten des
derzogs von Montpensier informirt habe. Die französische Re—
zierung bekümmere sich nichts um die Maßregeln der spanischen
— Die „Patrie“ dementirt, daß zwischen Frankreich, Belgien und
holland eine Zolleinigung stattgefunden habeee.
England.

London, 19. Juli. Heute Nachmittag fand im Hyde⸗
zark ein Meeting zum Zwecke einer Demonstration gegen die Ver⸗
verfung der irischen Kirchenbill durch das Oberhaus statt. Die
Resolutionen Gladstone's erhielten die. Zustimmung der Versamm⸗
'ung. Die Theilnahme an derselben war mittelmäßig.

Dublin, 20. Juli. Der Großmeister der Orangelogen
vird ein Monstremeeting der irischen Protestanten nach Eniskillen
zusammenberufen, welches den Zweck hat, den Angriff auf
zie Staatskirche und die vrotestantische Constitution Irlands ab—
uwehren.

Cork, 21. Juli. Gestern morgen wurde hier eine Gewehr⸗
niederlage ausgeplündert. Man hegt den Verdacht, daß die Thä—
er Fenier gewesen. Der Vorfall hat eine große Aufregung in der
Stadt hervorgerufen. LU

Schweiz.

Bern, 20. Juli. Der Bundesrath hat sich zu in der Schweiz
zu eroͤffnenden Unterhandlungen über einen Handelsvertrag mit
CThina bereit erklärt.
Italien.
Florenz, 22. Juli. In der gestrigen Sitzung der De—
jutirtenkammer brachte General Lamarmora seine Interpellation
n Betreff des preußischen Generalstabsberichtes über den Krieg von
1866 ein. Kriegsminister Menabrea erklärte die Interpellation
ür unzeiigemäß und daß Italien zu Preußens Sieg beigetragen
habe. Er verliest eine preußische Depesche, walche den Bericht
als nicht ofsiciell hingestellt und Achtung für die italienische Armee
dezeugt. Der Interpellation wird weiter keine Folge gegeben.

Spypanien. —

Madrid, 18. Juni. Dem Vernehmen nach beabsichtigt
der Herzog von Montpensier, auf die Würde eines Infanten, den
stang eines Eeneralcapitains, seine Chargen und Orden zu ver⸗
ichten. — Zahllose, geheime gegen die Königin gerichtete Flug⸗
hlätter sollen in Circulation gesetzt worden sezn.

Türkei. —

Konstantinopel, 19. Juli. Der Großfürst Alexis von
Rußland besuchte heute den Sultan, welcher ihn mit dem Os—
nanje Orden decorirte und den Besuch im rufsischen Gesandt⸗
chaftshotel in Bujukdere erwiderte.

Amerika.

New⸗-York. Ein mexicanischer Correspondent der New⸗ York⸗
Times gibt die Details eines Planes zur Annexion der nördüchen
Staaten von Mexico an die Vereinigten Staaten bei welchem
        <pb n="348" />
        England, Frankreich, Mexico und die Vereinigten Staaten, be⸗fältigem Maße des Angeschuldigte. Wo sind die Verliebten zu fin⸗
cheiligt sind. Alle Forderungen und Ansprüche an Mexico, —2 den, die sich die Brust zerfleischen, das Messer in die Brust stechen,
Rationalität dieselben auch sein mögen, jollen realisirt werden. zanze Nächte in den Straßen zubringen, alte Schuhe an sich neh—

Washingkton, 8. Juli. (Per Dampfer) Stevens brachte men und herumschleppen, Theile ihres Körpers abschneiden und
im Reprafentantenhaus fünf Zusatzartikel zur Anklage wider John- der Geliebten aufdrangen zur ewigen Erinnerung d0Das ist
on ein, welche denselben des Mißbrauchs seiner präsidentiellen Wahnsinn. — *
patronatsrechie, der rechtswidrigen Absetzung legaler Beamten, der (Schluß folgt.)
kinsetzung von Parteigenossen als deren Nachfolger, der gemein⸗ —
schädlichen Anwendung des Begnadigungsrechtes beschuldigen. Die
Zusatzartikel wurden in Erwägung gezogen.

»553 Chorinsky.

VBVermwischtes. 2
St. In gbert, 23. Juli, Bei der nächsten Sonntag
den 26. Juli abgehalten werdenden Hauptübung der hiesigen frei—
villigen Feuerwehr, wozu noch andere Feuerwehren eingeladen sind,
— hat die Direction der pfälzischen Eisenbahnen in Ludwigshafen in
Gortsetzung.) anerkennungswerlher Weise den Mitgliedern der Fenerwehren von
N uͤnche n, 26. Junmi. FVaiserslautern, Zweibrücken und Blieskastel auf Ansuchen eine
— F Si Fahrtaxermäßigung von 50660 bewilligt. — Demgemäß werden
Bertheidiger Dt. Schaut: Hoch ehrenwerthe Jury! Sie idie in Unssorm befindichen Feuerwehrmänyer am 26. Juu
werden mir zugeben, daß noch nie ein Vertheidiger uuter so schwier i borgenannten Stationen einfache Fahrbillele nah Su Ingbert
sigen Umflanden plaidiri habe, wie ich heute, und daß die öffent⸗ ausgegeben werden, welche durch Aufdruck des Stationsftempels
iche Meimmg noch nie so erregt gewesein, und zwar ungerechter uf der Rügfeine Gülligteit zur freien Kücfahrt am L26. und
Weise, indem sie es schon vor dem Urtheilsspruche war Vor . ul in Iis cuge!
Allein muß ich Sie bitten, alle schriftlichen Zeugenaussagen mit SDie viesjährige Cendie scheint sehr gut auszugeben, indem
orficht iu würdigen, Trotzdem die Sache durch die öffentliche in hiestger Gewerbtreibender von 60 Garben Korn 850 Pfd. gut
herhandlumg schon sehr an ihrer Romanhaftigleit verloren hat, so rretmigte schöne Frucht erzielte. (Da soliten wir das Vrod Ao Pfo
— —
das Grab der Ermordeten zu werfen, da ich auch an ein anderes Die Eröffnung der Waid- und Feldjagd soll quif Montag
Brab zu denken habe, zu welchem der Staatsanwalt den ersten den 10. August festgefeht sein J
Schaufelstich gethan. Ich muß hier nochmals eine kurze Schilder⸗ FAm 14. Jun publicirte das k. Appellationsgericht zu
ung der beiheiugten Personen geben. Abgesehen von der seht Hoeibrüden das in der Entschadigungsklage des bei dem Franten
nervosen Neizbarkeit, der Graf Chorinsky schon in frühester Jugend iner Fisenbahnunglug verwundeten Steinhauers Friedrid Klein
anterlag, ist nicht zu vergessen, vaß er, ais relativ junget Mann, Hn Kaiserslaulern ergangene Urtheil. Rach der pPf. Ztg. ist da⸗
die Belannischafi mit einer Schauspielerin maqte, welche sich, man n angenommen: daß nach dem Zusammenhalt alier ZJeugende⸗
harf es hier wohl sagen, ohne große Schwierigkeiten den ersten itiomen Apelant Klein bis zum Tage des Eisenbahnunfalles
Nusbruchen seiner Reigung nach nur wenigen Tagen oder Wochen i Frantenstein am 28. Ociober 1868 ein gefunder, kräftiger
zingegeben hat. Der Graf handelte damals mehr edel als ver- MNaun gewe sen, feit diesem Unfall aber krank und in Folg des
aunftig. Aus dem leichten Verhältnisse wurde hald ein —— Armbruchs beschrantt arbeilsfähig in Folge der leich
3 wurde die Ehe geschiossen ohne Beistimmung der Eitern und Litig durch die beim Unfall erlittenen Verlehungen eingetretenen
das ist der Fluch der bösen That, daß sie fortzeugend Böses muß ineren Krantheit aber gänzlich arbeitsunfähig geworden ist, daß
zebaren. In der unsittlicheü und unveruünftigen Grundlage dieses Srner noch bestimmter Erllarung feines behandeinden Arztes volt
Ehebündmisses liegt der Keim des ganzen Vrocesses. Vergessen Sie Zundige Arbeitsgfäͤhigkeit und Heilung des Appellamen nicht mehr
aber nicht, daß die Getödtete nicht mindere Schuid trägt an dem u erwarten ist und daß er sein Geschäft als Steinhauer nie mehr
Ausgange dieses Drama's alz der Angeklggte selber, wofern er die hird ausüben können. — Rach diesem Beweisergebniße hieit da
That verübt hat. Wer ist aber die dritte Person in unserem gerichtshof alle Anhaltspunkte zur Festsehung der Entschädig⸗
Drama ? Sie ist eine mit allem Raffinement des Vebens voll tan· ingsfumme gegeben, erhöhle die vom ersten Richter zugesterochete
dig belanute und vertraute Landbewohnerin, welche nach Wien Futfchäbigung don 200 fir auf 3000 fl. min Zins vom LTage der
ieht mit einem Einkommen von 800 fl. weil ihr die heimathliche Zlage (14. Rob. 1866) und legte der Eisendahngesellshas die
Statte zu langweilig ist. Das ist jene Person, welche Graf Chce dosten der Apellinstanz zur Last, wie sie nach der erstrichterlichen
rinsth un Wien versührt haben soll, obgleich wir von ihr wissen. Fuischeiduug auch die Koften erster Instam Ju tragen har.
daß sie Besuche von Herren jeden Standes und jeder Rangclasse paifernslautern, 21. Juli. Alen Anzeichen nach,
bei sich gesehen habe. (Der Ängeklagte fährt auf mit der Bitte an yird der vom Aus jchusse de hroiestannschen Vvereing dern gig,
den Prasidenten, dem Vertheidiger das Wort zu verhieten; er wird 7Tgangenen Einladung, die Gründung der Union am 2. Auguf
zurechtgewiesen,) Nach diesen allgemeinen Bemerkungen erlaube ich zachsthin durch eine Gedenkfeier dahner zu ehren, sehr zahlreche
mir, meine Hetren Geschworenen, Ihnen die Aufgabe klar zu ma⸗ Folbe gegeben werden Den Theilnehmern an diesem Leiseeu
chen, welche Sie nach dem Vortrage des Herrn Staatsanwaltes Ie Direchn der pfalzischen Eisenbahnen eine I tarermaßin
u erfüllen haben. Sie werden sich dreierlei Ueberzeugungen zu bilden jug von v0 pet. gewaähr und außervem noch die Eimegung bon
haben: Zunächst darüber, ob die Gräfin Chorinsty hier ermordet grlrazügen von Zweibrücken und Frankenthat nach Kaiserziqutern
vorden ist. In dieser Beziehung wird Ihrer Ueberzeugung von am 2. August Vormittags und von Kaiserslautern nach Neustadt
meiner Seite eine Schwierigkeit nicht bereitet werden. Daß Gräfin im 2. August Abends gugesagt.
Mathilde Chorinsky vergiftet worden sei, und zwar nicht mit Blau⸗ fWie man hoͤrt, erscheint dieser Tage der Anfang eines
säure, sondern mit Cyankali, bestreite ich nicht. Die zweite Aufgabe ürr die pfälzer Specialgeschichte äußerst interessanten Wertes von
wird sein, zu prüfen, ob der Angeschuldigte und in welchem Grade Ferrn Pfarrer Gelbert in Landau, die „Lebensstigge des Magisier
an der That betheiligt ist. Die dritte Frage ist, ob, wenn Sie die Fohann Bader und Nicolas Thomae,“ zweier bedeulender Nanner,
Neberzeugung finden dafür, daß derselbe in irgend einer Weise an die auf die Einführung in der Pfalz den größten Einfluß üblen.
der That betheiligt sei, ihm diese Betheiligung und in welchem das Buch erscheint als Denkschrift zur Feier des fümßdigjährigen
Brade sie ihm zuͤgerechnet werden kann. Ich halte es für nothe zubildums der kirchlichen Union der Pfalz. Wer machen auf die⸗
vendig, mich zuerst über die Zurechnungsfätzigkeit auszusprechen und es höchst interefsanie Werk jetzt schon aufmerlsam.
war deßhalb, weil, wenn Unzurechnungsfähigkeit des Angeschul⸗ 7Speyer, 16. Juli. Besuchern der herrlich gelegenen
»igten angenommen würde, die weitere Frage: ob er Theilnehmer Musenstadt am Reckar ist nunmehr Gelegenheit zur Besichtigung
und Anstifter der That sei, von selbst wegfiele. iner sehr interessanten Sehenswürdigkeit daselbst gegeben. Am
.Meine Herren Geschworenen! Ich ftelle einen Satz auf, aus 0. d. fand nämlich im Beisein der ersten Behoͤrden der Stadt
dem ich alles Uebrige deduciren will: Alle Zeugen, einschließlich Feidelberg die feierliche Eroffnung der „Alterthumshalle“ des
seiner Gattin bis zur letzten Zeit, geben dem Beschuldigten ein Fabrikunten Karl Metz im sogenannten „Hausader“ vor dem
Zeugniß, welches dahin iantet: „Er ist ein gutmüthiger Mensch.“ darlsthore statt. Der Hausacker war früher ein sehr betanntes
entweder sprechen nun alle diese Zeugen die Unwahrheit, zu wel- Vergnügungslokal, zu welcher Zeit es ein ziemlich ebenbürtiger
cher Annahme absolut keine Veranlassung besteht, oder was er ge⸗ Rivale der berühmten „Hirschgaffe“ gewesen. und gelangte vor
chan und gesprochen, ist Wahnsinn. Verbinden lassen sich die beis mehreren Jahren mit einem daranftoßenden Bergstücke in den Be⸗
den Behauptungen, daß er ein gutmüthiger Mensch sei und daß itz des Hrn. Meztz. Diefer baute tyn total um, und richtete im
er dieses Verbrechen verübt habe, absolut nicht. Man hat Ihnen Zauptgebäude seine überaus reichhatti gen Kunst- und Alterthums-
gesagt, daß der Beschuldigte ein in der Liebe exentrischer Mensch sammlungen ein, die auf den Beschauer einen großartigen Ein⸗
ei. Ich habe alle Hochachtung vor der Liebesexentricität, und ich druck machen. ,
zlaube, Feiner in diesem Sagle ist so unglücklich, daß er sie nicht .In Franlenthal hat in der Nacht vom 16. auf den 17
inmal in seiner jungen Brust gefühlt; aber nicht Einer von uns »er Blitz in die Haas'jche Bierhalle eingeschlagen und ist dieselbe
st in seiner Liebesexcentricität so weit gekommen, wie in hundert niedergebrannt.

—
        <pb n="349" />
        4 Baden, 10. Juli. Wir werden diesen Herbst hier ein
Musikfest haben, wie es in unserm Lande in dieser Weise woh
aoch nicht dagewesen ist. Die Verwaltung des Conversationshau⸗-
es wird sämmtliche Regimentsmusiken des badischen Militär ein⸗
aden, hier gemeinschaftlich ein Concert zu geben, in welchem
zie verschiedene Musikchöre theils einzeln, theils zusammen wir⸗
ien sollen.

fUeber eine Heldenthat der Konigsberger
Feuerwehr wird von der „Köln. Hart. Ztg.“ am 8. 88.
herichtet: Ein trauriges Ereigniß aus vergangener Nacht beschäf⸗
igt hente die hiesigen Einwohner. Etwa um 193 Uhr fland
aaͤmlich plötzlich ein großes Gebäude in hellen Flammen. Gegen
20 Familien, welche in diesem Hause wohnten, eilten unter Jam⸗
mer und Wehklagen auf die Straße, während die schnell herbei⸗
jekommene Feuerwehr ihre Thaͤtigkeit zu entwickeln begann. Da
erscholl der Ruf, es seien oben in der brennenden Dachetage noch
nehrere Personen, denen die Rettung durch die brennende Treppe
und fürchterlichen Rauch unmoͤglich gemacht werde, und in der
That erblickte man einen Arm aus einem etwa 9 Zoll im Durch⸗
messer haltenden Loche in der Mauer, der nach Rettung zu win⸗
en schien. Von keiner Seite war ein Zugang möglich, obgleich
zer brave und unerschrockene Branddirecior in eigener Person,
von den Besten feiner Getreuen begleitet, kein Mitiel unversucht
teß, zu dem Unglücklichen zu gelangen. Hier war keine Secunde
Zeit zu verlieren; er ergreift eine Leiter und will den Rettungs-
zerjuch jelbst wagen, woran ihn indeß drei seiner heldenmüthigen
Feuermaͤnner verhindern, während Feuermann Stenzel, ohne sich
u besinnen, das kühne Werk begiant. Mit großer Sicherheit und
Präcision steigt er mit einer eiter au der Vorderfronte des vier⸗

iockigen Hanses in die Höhe nach der Oeffnung zu, wo noch im⸗
ner der Menschenarm sich bewegt; er hat den obersten Sipé er⸗
reicht und ist etwa nur noch eine halbe Leiterlunge von dem Un⸗
zlücklichen entfernt, als ir zu seinem Schreden gewahrt. daß er
zie Leuer nicht nochmals anlegen könne, da an dem Dache kein
Begenstand ist, an welchem dieselbe eingehackt werden kann. Ein
chnelles Berständigen mit den ihm gefolgten beiden Kameraden
eß ihn nun ein Werk ausführen, das an Kühnheit und Uner⸗
hrockenheit alles bis jetzt Geschehene überstieg. Die Leiter wurde
vson den beiden Männern gehalten, während Stenzel sie besteigt,

ind da · ir immer noch Ama 4 Fuß von der beschriebenen Oeff⸗
ung entfernt war, lich auf dio beiden spißen Leiterbäume stellt
ind so in dieser grausenerregenden Stellung mit seiner Axt die
Deffnung in der Mauer zu exweitern beginnt. Doch die leckenden
Flammen zischen immer näher, der Unglücklliche im Innern brüllt
aach Rettung und Stenzel verdoppelt seine Kräfte. Er reicht seine
Axt demselben durch das Loch und ruft ihm zu, mitzuhelfen, wäh—
rend er sich eine andere Axt reichen läßt und rüstig das Loch er⸗
ee n t
ohue jede andere a Stuͤte Das Pubtifum wagt kei⸗
ien Laut, es hält ein jeder den Athem inne, während die Aufreg
ung dicke Schweißtropfen von den Gesichtern rimen läßt. Da
rschallt erst ein leiser allgemeiner Nuf, er witd stärker, allez drängt
näher, um eine kaum geahnte Möglichkeit von dem braven Feuer⸗
nann inoglich gemacht zu sehen: rin Frendenschrei und ein endloser Ju⸗
zel verkündet, daß der Unglückliche aus dem erweiterten Loche mit hun⸗
ertfacher Lebensgefahr hexausgezogen und von seinen Rettern he⸗
runtergetragen wurde. Leider sollte eß den unsäglichen Mühen
her Feuexwehr nicht gelingen, die noch oben befindlichen beiden an⸗
dern Menschen aus den Flammen zu retten. Der Sohn deß Haus⸗
eigenthümers, sowie ein Soldat fanden den Tod, der erstere durch
krfticken, doer andere in den Flammen. 2
7 In Parig macht der Tod des Fürsten pon Bequveau
AMufsehen, welcher sich vor dem Locale des Jodeyclubs im Grand
Tafe erschofsen hatte, wo er 1,700,000 Fre. verloren hatte. Man
vollte Anfangs die Wahrheit vertuschen, indem man die Sach—
o erzählte, als sei der Tod des Fürsten dadurch herbeigeführt
vorden/ daß demselben eine geladene Pistole entfallen und hiebei
zufällig losgegemgen sei
77Blaustrumpf-Club. Eine Anzahl New-Yorker
Schtiftstellerianen und Künstlerinnen hat alleun Spott im Voraus
ntwaffnend unter dem Namen Blaustrumpf-Club einen gefel⸗
J— Verein gegründet, von melchem Männer streng ausgeschlos⸗
en sind. 00
fFFrankfurt, 153. Juli. Bei der heute statigehabten
Ziehung 2. Classe 154. Stadt Lotteris wurden folgende höhere
Treffer gezogen: Nr, 19929 3000 fl., Nr. 15100 1000 fl.,
Rar. 11135 400 fl. Nr.“ 12142 12, 000 fli, Nr. 2032 200 fl.,
INr. 14901 400 fI.
Bekanntmachungen.

— Bekanntmachung. — —
¶Die Unterhaltung der Districtsstraßen Pro 1868 betr).
Kommenden Donnerstag den 80. Juli l. Is. Morgens 10 Uhr, werden auf
er Kanzlei der unterfertigten Behörde nachbezeichnete Arbeiten und Lieferungen zur
Unterhaliung der Distriktsstraßen pro 1868 an den Wenigftnehmenden öffentlich ver⸗
teigert werden, alz —D —DD—
A. Kanton Zweibrückken. r
V) Straße von Zweibrücken nach Waulhalben.
—— *8 fll. kr.
Herstellung eines neuen Streckbaums au der Brücke hinter Nieder⸗ nr
zuerbach, veranschlagt zu 12 —
Herstelling von 3 Geländersteinen in Niederhausen, veran
chlagt zu. — 10 89
und von 87 Stück sogen. Radabweissteinen, veranschlagt zu 125 15
Die fehlenden Streichhölzer am Schutzgeländer zu Niederauerbacch
und Niederhausen, veranschlagt zu — 59 36
d. Umpflastern der ruinosen Straßenrinnen daselbst, veranschlagt zu 90 —
2) Straße von Falkenbusch über Dellfeld, Rischweiler und Schmittshausen bis
zur Wallhalber Strasfßee.
Herstellung eines Durchlasses zwischen Stundensteinen 8*60 und W
3/8, veranschlagt zu . 51 59
Umpflasterung von 50 (].Meter Rinnenpflaster in der Ortstra⸗
verse zu Rischweiler, veranschlagt zu 15 —
3) Straße von Webenheim nach Reinheim.
Umpflasterung der ruinosen Straßenrinnen in der Ortsstraße zu
Mimbach, 180 [-Meter, veranschlagt zu . —
2) Straße von der Ixheimer Mühle nach Medelsheim
Reparatur der Brücke zwischen Stundenstein J und 196, veran⸗
iagt u . Tc ——.
Ausbefserung der Brücke im Dorfe Mittelbach, veranschlagt zu 2*
Herstellung des Ueberfahrisdohlen zwischen Stundenstein 18*0 und
Isss — 6 Meter Länge, veranschlagt zzz.
Umpflasterung von 30 T]yfr Meter Straßenrinnen im Orte Mittel⸗
hach, veranschlagt zu ——

— —â— —
Bekanntmachung.
Die Lehree der Bader im
Jahre 1868 betr.

Inhalttich eines anher gelangten Rescripts
hoher k. Regierung, Kammer des Innern,
ʒer Pfalz vom 14. l. Mis findet die dies⸗
ährige Approbationsprüfung für Bader am
auchssen Samstag den 25. J. M. im Kreis
irmenhause zu Frankenthal statt und nimmt
Morgens um 8 Uhr ihren Anfang.

Es wird dies andurch zur allgemeinen
denntniß gebracht und insbesondere jenen
Badergesellen eröffnet, welche durch die
Alerhöchste Verordnung vom 15. März1866
— Die Baderordnung beireffend“ —
nicht gehalten sind, den gewöhnlichen
Bader⸗Curs in Frankenthal vorher zu
zesuchen.

Zweibrücken, den 20. Juli 1868.

—XVI
Damm.
Schaefer.
Samstag den 25. Juli 1868,
Nachmittags 83 Uhr
»ei Johann Grewenig junior wird das der
Wittwe und den Kindern des verlebten
Schloffers Peter Scherer gehörige
Wohnhaus in der Gasse auf lange Terminen
n Eigenthum versteigert.
Horn, tgl. Notar.
Gleich nachher läßt Johann Brauer vom
Fisenwerke seine sämmilichen Liegenschaften
nesigen Bannes in Eigenthum versteigern.

Horn, kbl. Notar.

3) Straße von Zweibrücken bis zur Kirschbachermühle.

derstellung eines Durchlasses an die Stelle einer ruinosen Mulde

cgwischen Stundenstein 4/8. und */s, veranschlagt zu.
p. für Reparaturen der übrigen Durchlässe, veranschlagt zu

37 49
30
        <pb n="350" />
        B. Kauton Hornbach.
1) Straße von Seyweiler nach Walsheim.
* fl. kr
Einen Dedstein auf den Durchlaß in der Ortstraverse Seyweile
herzustellen, veranschlagt zu. . 618
Eine Brustmauer neben der Brustmauer der Brücke rechts zu
Walsheim, veranschlagt ää.. 24 —
Theilweise Umpflasterung der Ortsstraße Seyweiler 50 I⸗Meter zu 15 —
2) Straße von Hornbach nach Grost⸗ und Kleinsteinhausen. —
Reparatur der Brücke über den Mutterbach bei der Großsteinhauser⸗ —
Mühle, von Eichenholz, veranschlagt zu —V— .. 134 486
Umpflasterung von 800 . Meter Orispflaster zu Groß⸗ und Klein-
steinhausen, veranschlagt zu .... 15 —
8) Straße von Zweibrücken bis zur Kirschbachermühle.
Herstellung eines Durchlasses zwischen Stundenstein “/s und s/8 zu
Reparatur der übrigen Durchlässeee.
4) Straße von Walsheim nach Reinheim.
Umpflasterung der Straßenrinnen in der Ortsstraße zu Breitfurth
und Bliesdalheim, zusammen 200 Meter, veranschlagt zu 60
5) Straße von der Irheimermühle nach Medelshein.
Reparatur des Durchlasses zwischen 245 und 28/8 Stundensteinn. 80 —
Reparatur der8 Durchlässe in der Oristraverse zu Althein.. 80 —
Pflasterung der Straßenrinnen zu Altheim, 200 ]-Meter, auüßer
der Steinlieferung aller Leistungen inbegrifffen60 —
0. Kanton Blieskastle.

1) Straße von Blieskastel nach Neuhäusel. 9
Pflasterarbeiten in der Ortsstraße und dem Rinnenpflafter zu
Blieskastel nebst Lieferung der erforderlichen Dioritsteine, veranschl zu 391 29
Herstellung der schadhaften Mauer bei Lautzkirchen, veranschlagt zu 139 28

d) Straße von Lautzkirchen über Niederwürzbach, Hassel und St. Ingbert.
Herstellung eines Theiles des Rinnenpflasters in Lautzlirchen und
St. Ingbert, veranschlagt zu... 69 48
Die Zimmermannsarbeiten an der Brücke zu Lautzkirchen, veranschlagtzu 148 28
8) Straße von St. Ingbert auf die St. Ingberter Kohlengruben.
Pflasterarbeiten an der Rinne bei dem Kohlenschacht 10 Mtr. Länge
owie an der Ortstraverse der St. Ingberter Grube, 250 Mtr. Laͤnge
veranschlagez uu 380 —

Straße von Ehlingen über Ormesheim nach Eschringen.
Herstellung eines Theils des Rinnenpflasters in Ormesheim und
Eschringen, sowie eine Mulde außerhalb Ormesheim, veranschl. zu 43 18
Herstellung einer Stützmauer in Eschringen, veranschlagt zu 34 33
3) Straße von der Gassenmühle über Ensheim nach St. Ingbert.

a. Herstellung eines Theiles der Straßenrinnen in Ensheim veranschl zu 25 6

b. Herstellung eines Ueberfahrtsdohlens bei St. Ingbert, veranschl. zu 30 15

B) Straße von Webenheim nach Neinheim.

Herstellung eines Theils des Rinnpflasters, veranschlagt zu 10 44

Schlosserarbeiten an der Gersheimer Bliesbrücke, veranschl. zu. 55 —

Kostenanschlag und Bedingnißhest können hierorts eingesehen werden.
Zweibrücken, den 20 Juli 1868.

Samstag, den 25. Juli 1808 Nach
mitttags 2 Uhr zu St. Ingbert im Hause
des Wirthes Joh. Grewenig, läßt Herr
Gustav Zir dahier vor dem kgl. Notar
Herrn Horn auf Termin zu eigen versteigern:

162 Dec. Acker auf dem großen Flur

mit Kartoffeln besaamt, wird auf Ver—⸗

langen in 3 Parzellen versteigt;
circa 43 Dec. Acker im Dilmesflur,
mit Klee besaamt. —

ferner 2 Pferde, wovon das eine 7 das

andere 11 Jahre alt ist, 3 Fuhrwägen,

1Chaise, (Droschke mit vier Reservräder)

Pflüge, Egge, Pfuhlfaß, 1 Schlitten,

Windmühle, Haferkasten, Pferdsgeschirr,

2 gute Chaisengeschirre und sonstige Fuhr⸗
und Acdergeräthhe.
— Concessionirtes Geschäftsbureau

Westphaelinger.

Das Ehrlich'sche Haus in

der Unterstadt neben Herrn

Peter Müller ist sofort zu vermiethen durch

das concessionirte Geschaͤftsbureuu

Westphaelinger.

Eine schwarze Neu—⸗

fundländer „Hündin“

ist abhanden gekommen.

Dem Wiederbringer eine Be—⸗
lopeng

Vor Ankauf wird gewarnt.

E. Düũmm ler in Homburg.

Dem einseitigen irrigen falschen Loosen⸗
Inspector —

zur Nachricht
und dem allgemeinen Publikum zur Berich⸗
tigung, daß nicht 10,000 Loose, sondern
durch Hohe kgl. Regierung nur 8000 Loose
genehmigt und verabreicht werden dürfen.
Der amtliche Kostenanschlag wie Plan,
egt bei mir zu Jedermanns Einsich
offen.
Ernstweilerhof 21 Juli 1868.
Der Verlooser
J. Stalter.
Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise

der Stadt Zweibrücken vom 23. Juli.
Weizen 7 fl. 26 kr., Korn 4 fl. 48 tr.
J Gerste 2reihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
gl. Bezirksamt, reihige, — fl. — tr. Spelz 6 fl. 8rr.
Damm. Spelzkern — fl. — kr., Dinkel — fl.
— — —kr. — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
Der fi. 31 kr, Ecbsen — siu — iuh Widen
— — fl. — kr., Kartoffeln — fl. 56 kr. Heu
24 e— 1nfi. 20 kr., Stroh 1fl, 12 r her
usver uu Zentner. Weisbrod 114 Kilogr. 19 kr.
ornbrod 3 Kgr., 23 kr., ditio 2 Kgr.,
—16 kr., ditto 8 kr., Gemischtbrod
3114 W 3 Kgr., 81 kr., J. Paar Weck, 7 Loth
der so billigen —64* 2 kr., Rindfleisch.' 1. Qual. 18 kr., 2.
— — Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
4— fleisch 16 kr. Schweinefleisch 18 kr. per
2 1 Y 2 n e J j Pfd. Wein 24 kr. Bier7 kr. per Liier,

Butter 26 kr., per Pfund.,

J Fruchtpreise der Stadt
— J IJ Kaife rela ern vom 21. Juli.
F Weizen 7 fl. 12 kr., Korn 4fl. 50 kr.
1mn 5 09 9 —An Spelzkern — fl. — kr. Spelz 4 fl.
uie —AFT 7 9 538 kr., Gerste — fl. — kr. Hafer 5 fl.
243 —F — 344 V—— 34 kr., Erbsen — sl. — kr., Wicken — fl.
wird noch während weniger Tagen fort⸗ kr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.
eseßt Bro de re 5 Iren 8
. ι ιν W 24 3 Pfd. Gemischtbrod 1392 kr. und 2 Pfd.
g 5. J 22 ormser. Weißbrod 14 kr.
XDDD

——
        <pb n="351" />
        Sl. Ingberler AAnzeiger.
— M——
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnersta

ind Samstag. Abonnementsvreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13. Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeil
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Samstag, den 28. Juli 1868

— — —— Xàæs 9
Deutschland. J

Munschen, 23. Jun. Gestern wurden von dem Schwur⸗
gerichtshofe für Oberbahern die 29 wegen des Aufstandes in
Traunstein, gelegentlich der Landwehrcontrolversammlung, Ange⸗
lagte für schuldig erklärt, und zwar 15 wegen Verbrechens
ind 14 wegen Vergehens des Ausstandes, ein Angeklagter
Wernetshammer) überdies wegen Körperverletzung. Der An—⸗
rag der Verteidigung auf geminderte Zurechnungssähigkeit wurde
bei sämmtlichen Angeklagten abgelehnt. Der Staatsanwalt hat
hbei den wegen Verbrechens Angeklagten 4 bis 8 Jahre Zuchthaus—
trafe und bei den wegen Vergehens Angeklagtken 4 bis 12 Mo—
nate Gefängnißstrafe beantragt. Die Publikation des Urtheils
wird heute Vormittag erfolgen.

Muünchen, 28. Juli. In der Exceßsache der Traunsteiner
dandwehr-Controlversammlung hat das Schwurgericht den Haupt⸗
ingeklagten Wernethammer zu 8 Jahren, den Angeklagten Planl
zu 422 Jahren, sechs andere zu 424 und weitere sechs zu 4 Jah—
ren Zuchthaus verurtheilt; 19 Mindergravirte erhielien 293 Mo—
aat Gefängnißstrafe (durch die Untersuchungshaft als verbüßt be—
rachtet) und zwei wurden des Rechtes, Waffen zu tragen, für ver—
iustig erklärt.

München, 24. Juli. In der gestrigen Sitzung der Ge—
chworenen wurde der Redackeur des „Volksboten“ Zander unter
Annahme mildernder Umstände schuldig erklärt: 1) der Beleidigung
eines auswärtigen Staatsoberhauptes; 2) der Verleumdung; 3) der
ẽhrenkränkung. Der Staatsanwalt beantragte sechsmonailiche
Festungsstrafe. Die Publikation des Urtheils erfolgte heute um
) Uhr. Der Antrag des Staatsanwalts ging durch — 6 Monate
daft auf einer Festung zu erstehen und Tragung der Kosten.

Dienstesnachrichten.

Die Aufstellung des geprüften Rechtscandidaten und Nota⸗
iatspeactikanten Ludwig Wenner aus Dürkheim als Amtsverwe—
ier des k. Notars H. Haase in Frankenthal für die Zeit des
zemselben bewilligten Urlaubs von 4 Wochen wurde genehmigt,
ferner der Schullehrer Philipp Braumn in Erzenhausen zum
hauptlehrer an der protestantischen Prävarandenschule in Kaisers—
autern ernannt.

Stultgart, 21. Juli. Der „Staatsanzeiger für Würt—
emberg“ bespricht das Ergebniß der Wahlen und kommt dabei
ju dem Schluß, daß das Wahlresultat nicht nachtheilig für die
stegierung sei, da nur wenige Abgeordnete, welche das Programm
des „Beobachter“ angenommen haben, gewählt wären. Das amt⸗
iche Blatt fügt hinzu, daß die Berufung des Landtages nicht so—⸗
zald zu erwarten se. 2* s

Berlin, 22. Juli. Die Probinzialcorrespondenz bezeich⸗
net den Gesundheitszustand Bismarcks als einer völligen Wieder⸗!
herstellung günstig.

VPesth, 21. Juli. Die „Pester Correspondenz“ bringt das
Flaborat der croatischen Regnicolardeputation. Nach demselben
entsenden Croatien und Slavonien 29 Deputirte in den ungari—
chen Reichsstag zur Verhandlung der gemeinsamen Angelegenheiten.
zu den Kosten für die gemeinsamen Angelegenheiten der Monar—
hie trägt Croatien 10 pCt., zu den Landeszwecken eine Gesammt⸗
teuer von 45 pCt. bei. An der Spitze der autonomen Regie—
tung steht der Banus. Zu dem Gebiete des croatisch⸗slavonisch-
)almatischen Königreiches gehört das Fiumaner Comitat mit Aus—
chluß der Stadt und des Küstengebietes Fiume, die eroatischen
ind slavonischen Comitate, die Militärgrenze und Dalmatien.

Frankreich.

Paris, 18. Juli. Der Kaiser ist nicht, vom Pferde ge—
allen, wie die um das Leben des Souverains ängsllich besorgte
Börse sich zuflästern ließ, aber — was wahr ist, muß gesagt wer—
den — er war in diesen Tagen nicht im Stande, ein Pferd zu
eiten, Augenzeugen, die Napoleon in Fontaineblau zu sehen
Belegenheit hatten, versicherten, er habe das ihm vorgeführte Pferd
hor einigen Tagen zu besteigen versucht, sich aber zu unkräftig

1
gefühlt, und nach einem fruchtlosen Versuch das Pferd wiedet in
den Stall führen lassen. J

Paris, 21. Juli. „Pays“ veröffentlicht eine Proclama-
fion des Comites der Actionspartei in Paris, datirt dom 24.
Juni. d. J. Das Schriftstück, welches sehr heftige Angriffe auf
den Kaiser enthält, wird im Geheimen in Umlauf geseßt und
vurde dem, Pays““ brieflich zugesandt. — Prinz Napoleon ift
jestern in Malta eingetroffen und hat seine Reise alsbald nord-
värts fortges etzt.

Belgien.

Bruüssßel, 21. Juli.“ Der Kronhrinz und die Kroprinzes⸗
in von Italien sind soeben 8 Uhr Abends, hier eingetroffen. Der
talienische Gesandte am hiesigen Hofe, Graf Doria di Prela, imnd
Beneral Guilleaume, Adjutant des Königs, hatten die hohen Rei⸗
enden an der Grenze begrüßt. — —V

England.
London, 18. Juli. In Cork werden gegenwärtig alle aus
Amerika kommenden Passagiere bei ihrer Ankunft auf den Dampf-
»öten von der Polizei einer strengen Nachsuchung unterworfen,
und falls Waffen bei ihnen gefunden werden, dieselben ohne Wei—
eres confiscirt. Die Gründe dieses sellsamen Vorgehens der Po—
izeib ehörde sind bis jetzt unbekannnn..

Italien.

Florenz, 22. Juli. Die „talienische Correspondenj“
eröffentlicht die Note, welche Lamarmora gestern in der Deputir⸗
enkammer vorgelesen hat. In dieser, am 19. Juni 1866 vom
drafen Usedom dem General Lamarmora übergebenen Note schlägi
Breußen der italienischen Regierung einen vollständigen Kriegsplan
ür die italienische Armee vor. Die Journale constatiren die Wich⸗
igkeit dieses bis gestern noch nicht bekannt gewesenen Documents.
Die „Nazione“ spricht sich tadelnd gegen Preußen aus, welches
der italinischen Armee einen von preußischen Generalen entworfe⸗
nen Kriegsplan, ohne denselben mit den italienischhen Generalen
)iscutirt zu haben, einen Tag vor dem Beginn der Feindseligkei—
en giebt, nachdem die italienischen Generale bereits einen anderen
Plan angenommen hatten, welcher unmöglich oder nur äußerfi
chwer unmittelbar zu ändern gewesen wäre. Andere Journale
zesprechen ebenfalls diese Note. u

Türkeii.

Konstantinopel, 21. Juli. Heute ist der Groß—
ürst Alexis von Rußland nach dem Pixäus abzereist. Ihm
u Ehren fand gestern Abend ein großes Fest in der russischen
Botschaft statt.
VBVermischtes.

. Der Herr Bischof von Weiß von Speher hat sich am Montag
in Begleitung des Hrn. Domcapitulars Molitocx zu der Versamm—
ung der Bischöfe nach Würzburg begeb.

F. Die Prüfungen zur Aufnahme in das prolestantische Schul—
ehrer Seminar zu Kaiserslautern beginnen am' Montag den 3.
lugust, Morgens 7 Uhr im Seminargebäude daselbst.“ “ *

t. Dem katholischen Fabrikrath zu Zweibräücken ist die Erlaub—
iß ertheilt worden, eine Haußcollecte zur Erbauuag einer katho—
ischen Kirche in Zweibrücken bei den Katholiken der. Pfalz wäh—⸗
end der Monate August, September. Ockober- und November
d. Is. vorzunehmen.

I Dürkheim, 21. Jusi. Am Sonntog Nachmitlag gegen
bUhr entlud sich über dem Haardtgebirge ein so furchtbares, zum
Blück nur kurz andauerndes Gewitter, daß den ältesten Leuten
in ähnliches Unwetter nicht erinnerlich ist. Die Straßen der Ort-
chaften waren in wilde Bäche umgewandelt, deren: Fluthen, Alles
vor sich niederreißend, sich über Zimner, Keller, Siolle und son—
tige Räume meterhoch ergossen, ganze Mauern niederrissen, Bäume
ntwurzelten, Rebstöcke vernichteten, Geräthschaften fortführten und
Nenschen und Vieh mit dem Tode bedrohten. Das KRufen der
Menschen um Hilfe, darunfer das Geheul der Sturmglocken war
        <pb n="352" />
        eutsetzlich! Der Schaden ist im hochsten Grade bedeutend. Am
meisten aber wurden die Gemeinden Wachenheim, Forst und Dei⸗
desheim heimgesucht, woselbst es vorlam. daß das große Bieh in
den Sisllen dis an die Brust im Wasser stand. Menschenleben
sind jedoch keine zu beklagen.

7 Die Direction der Pfälzischen Eisenbahnen hat dem an sie
gerichteten Ansuchen entsprechend, gelegentlich der Feier des 80jäh⸗
rigen Jubiläums der pfälzischen Univn den 2. August zu Kaisers⸗
autern, eine Fahrtaxermäßigung von 50 pCt., resp. die einfache
Taxe der Hin⸗ uud Rückfahrt fuͤr die Festtheilnehmer mit Anhal⸗
ten an allen Zwischenstationen bewilligt.

P Nach einem soeben ausgegebenen Fahrplan der Hessischen
Ludwigsbahn, Pfälzischen Bahnen. Franz. Ostbahnen u. Schweizer⸗
hahnen kann man vom 1. August an eine außerordentlich billige
Schweizer⸗Reise über Weißenburg, Straßburg und Basel machen.
Es werden nämlich vom 1., 2.4., 3. und 5. August an von
den Stationen Ludwigshafen, Speyer, Dürkheim. Landau, Neu—
sadt und Kaiserslautern Vergnügungs-Billete zu allen fahrplan⸗
mäßigen Zügen für Hin- und Rückfahrt nach Basel, mit 15 Tagen
Biltigkeit, zu 1. Klasse für 8 fl. 523 kr.2. Kl. 6 fl. 18 tr.
3. Aal. s fi. 58 ir. ausgegeben. Die Hinfahrt kann vom 1
Nugust ab ar einem beliebigen Tage angetreten werden, jedoch
müssen diese Billete spätestens am 15. Tage, den Tag der Aus·
gabe miigerechnet, zur Rückreise benützt sein, und darf die Reise
wischen obigen Stationen und Basel nur in Weißenburg und
Straßburg unterbrochen werden. Bei den Einnehmereien St. Ingz⸗
bert, Zweibracken, Homburg und Landstuhl konnen vorbezeichnete
Hillete ebeufulls bezogen werden. Reisende von letzteren Stationen
haben jedoch ein einfaches Billet nach Kaiserslautern zu lösen,
elches durch den Aufdruck des Stationsstempels Gültigkeit zur
stetourfahrt erlangt. Gegen Vorzeigung dieser Billete gibt die
Station der Schweizerischen Centralbahn in Basel 12 Tage gül—
tige Rundreisebillete von Basel über Olten, Herzogenbuchsee, Bern,
Thun, Neuhaus, (Interlaken), von da an den Vierwaldstätter See
und zurück über Luzern, Oiten nach Basel, oder aber in der Rich⸗
tung über Olten, Lnzern und den Vierwaldstätter See ins Berner
Oberland und zurück üͤber · Thun ⁊c. nach Basel, zu fol jenen ermä
higten Preisen aus: 1. sti. Fes. 15. 65. 2. Kl. 12. 5., 3. Kl.
8.*15.* Freigepaͤck wird nicht gestattet. Reisebässe mit dem franz.
Bisa sind nicht erforderlich.

FEin Pfalzer Gruß aus Buffalo. Unter dieser Ueberschrift
bringt die „Illinois Siaatsztg.“ Folgendes: „Fröhlich Palz,
Gott erhalt's. An die Palzer in Chicago! Landsleit! Die Buf⸗
feloher Pälzer kumme aach uf's Sängerfescht nach Chicago und
weil se kumme, so wolle se aach Gelegenheid hawwe, ehr Lands⸗
leit“' dunn nah und fern zu begrieße, drumm hawwe mer gedenkt,
z werd's bescht sei, wem mer durch die Staatszeitung eich bitte,
ehr möcht doch en anstänniges Werthshaus rauslese, wu all die
Pälzer ehr Hauptquartier hawwe könnte, daß heeßt blos zum
tneibe, doch iönnt er aach e Buch aufleche, wo jeder sei Name
reinschreibt, damit mer uns besser auserkenne. Sorcht aach for
e Schoppe Derkermer, Forschter, Tramenner, Keschtebuscher odder
schunst e guds Dröppel wu mer fich's Gesicht anstännig mit wäsche
iann, macht awwer keen üwertriewenne Gebrauch vunn euere neie
Bump im Michigan⸗See, denn ehr wißt, mer kenne des. Mit
Sängergruß Karl Alwens vunu Neustadt a. O., ExrRegierungs⸗
— ehemoliger
Feschtungsßcommedant vom Mazeberg. Salamon Scheu, Burger—
meeschter vunn Staudeböhl. Andres Brunn von Speier, seuti⸗
mentaler diefer Vassischt ohne Dorscht. Alle vier vunn der
Buffaloher Liedertaffel.“

Aus dem Amte Weilburg, 18. Juli. Wie wir
soeben glaubhaft vernehmen, ist es dem Untersuchungsrichter des
screisgerichts zu Limburg gelungen, die sämmtlichen Geräthschaf⸗
sen, welche zur Verfertigung falscher Zehnguldenscheine der süd⸗
deutschen Bank zu Darmstadt gedient haben, in einem Walde un—
weit Hasselbach, hiesigen Amts, zu entdecken. Der Angeschul⸗
digte, welcher sie dort vergraben hatte, soll mit an Ort und
Sielle gewesen sein. So meldet der „Rh. sKe.“ Nach derselben
Zuelle ind noch 13 -16 Personen wegen des Verdachts, an
dieser Noteunfälschung betheiligt zu sein, in Limburg zur Haft ge⸗
eracht worden.

4 Auf dem Kreuzberge bei Berlin wurden am 15. d. Nachts
militärischer Seits Versuche mit dem neuen Siemens-Halske'schen
Apparate zur Eczeugung electrischen Lichtes angestellt; das Experi⸗
ment ist durchaus gelungen; eine große Fläche wurde so intensio
beleuchiet, daß auch die kleinsten Odjecte erkenubar waren.

Wiener Schützenfest.) Bei dem sonntägigen Probebanket
wurden consumirt: 201 Eimer Bier, 5780 Flaschen Schützenwein,
1100 Flaschen Wesn edler Sorte und Champagner, 1870 Syphons
Zodawasser; Speisedarten wurden 5450 Stück ausgegeben.

t Gutr franzosischen Sitte.) Von Zeit zu Zeit sieht man in
daris weißgelleideie Mädchen mit goldenen Lorbeerkränzen, sna⸗

zen in Un'form init Orden auf der Brust. Das sind die Deco-
ritrten nach den Schulprüfungen. Sie machen ihren Spaziergang
und gehen zu Verwandten. Hier wird von frühester Jugend an
decorirt und dadurch der ganze Sinn der Franzosen auf Auszeich-
aung hingelenkt. Das erste, was die Kinder nach Hause bringen,
ind die bon points, dann werden ihre Namen für eine ge⸗
visse Zeit auf die Ehrentafel geschrieben, nach viermaliger Auf⸗
seichnung auf dieselbe bekommt der Knabe einen Orden, den er
ine Woche irägt, um ihn dann gefälligst wieder abzuliefern,
Wenn so ein kleiner Knabe dahersteigt in der Uniform seiner
Schule, die Chiffre des Schulmeisters auf seinen gelben Knöpfen.
zas Kreuj angeheftet, so stellt er sich in seinen Mienen als Herr
»er Welt. Hier liegt der tiefe Grund zur Eitelkeit der
Frauzo sen.

F'Paris. Dieser Tage ist eine kleine kecee Broschüre er⸗
chienen: „Das Testament Reros,“ dictirt von ihm am 19. Jan.
1867. Nero hieß der unlängst verstorbene Lieblingshund des
daisers und der 19. Januar 1867 ist bekanntlich das Datum,
mn welchem der Kaiser die „Krönung des Gebäudes,“ Preßfreiheit
u. s. w. versprochen hat. Die letzten Wunsche dieses „fast er⸗
Jabenen“ Thieres lauten folgendermußen: „Da die Franzosen
Hheschmack an Statuen finden, habe ich nichts dagegen, daß man
wuch mir solche errichte. Jedoch wünsche ich, daß man
dabei nicht übertreibe und höchstens auf allen Pläteen von Paris,
der Hauptorte der Departements, Arrondissements und Kantons
mir Standbilder setze, und zwar je nach der Bedeutung des Orkes
zon Bronze oder Marmor. Da ich aber nicht will, daß die Nach-
velt über mich lache, verbiete ich ausdrücklihh, mir eine Reiter-
datue zu errichten.

f'Paris. Eine höchst merkwürdige Geschichte hat sih in
den Magazinen der Messfageries Imperiales in Stora zugetragen
kine große Kiste, die sich in dem Magazin befand, um demnächß
hren Weitertransport zu gewärtigen, enthielt zwei ungeheuere
z5chlangen, welche in Batna aufgegeben und für den zoologischen
varten in Marseille bestimmt waren. Nun plagte aber einen
dater die Neugierde und er drang in den Kasten ein, ohne zu
ihnen, was für eine Gefahr ihn dort bedrohe. Sobald die bei⸗
den Reptilien das Thier bemerkt hatten, schossen sie auf dasselbe
'os und vier gewaltige Ringe umschlangen sofort die unglückliche
Zatze, ohne daß sie einmal Zeit hatte, einen Laut von sich zu
gjeben. Einige Minuten und das Thier war zerquetscht. Als das
deben sie verlassen, wickelten die beiden Schlangen ihre Ringe langsam
useinander, nahmen einnader gegenüber Stellung, sperrten ihre
riesigen Mäuler auf (man weiß, daß Schlangen einen sehr aus
dehnbaren Schlund haben) und mit einem einzigen Schluck faßte
das männliche Thier den Kopf der Katze, während das Weibchen
das Schwanzstück gefaßt hatte. Bald sah man den Hals der bei⸗
ven schwellen, während ihr Vordertheil sich auf die hintere Partie
tüzte, um mehr Kraft zu gewinnen, die Beute hinunter zu schlu⸗
ken. Aber da bei den Schlangen der Rachen derart construirt
st, daß eine einmal von ihm gepackte Beute nicht wieder losge⸗
assen werden kann, weil die Zähne spitz und nach hinten gekrüm mt
ind, so begab sich nun das Seltsame, daß die beiden Thiere ih
Zeschäft des Schlingens einen Augenblick unterbrechen mußtenr
veil sie sich „Nase an Nase“ einander gegenüber befanden, ih,
Opfer als Verbindungsstück. Plößlich mochte das kräftigere Weibr
hen wohl einsehen, daß hier an ein Rückwärts nicht zu denken⸗
var, es machte eine heftige Anstrengung und begann nun weitet
u schlucken, indem sie ihren vielgeliebten Gatten mit hinunter⸗
schob.... So starb sie aber selbst mit und zwar an Erstickung
denn der Bissen war ihr zu lang. — Ueber die traurige Bege⸗
hdenheit wurde von einem Beamten ein Protokoll aufgenommen
ind das verschlungene und ineinander versitzte Reptilienpaar in
Zpiritus gesetzt. — Die Verwaltung des zoologischen Gartens in

Marseille wird die Verwaltung der kaiserlichen Menagerien nun
yerklagen, da die letztere für die ihr anvertrauten Thiere ver⸗
intwortlich ist. Es wird das ein verwickelter Proceß werden,
va auch der Eigenthümer der verschlungenen Katze wenigstens das
Fell reclamirt.

In Wales (England) ist ein Berg in Brand gerathen,
velcher sich über das dürre Gras und Kraut schon auf rinen Um—
lreis von 9 englischen Meilen ausgedehnt hat. Zur Nacht schlagen
die Flammen mehrere Ellen hoch in die Luft. Trotz aller aufge⸗
zotenen Manuschaft und Mühe ist es dis jetzt noch nmicht gelungen,
des Brandes Herr zu werden.

F Die reichsten Leute der Erde. Ein englisches Blatt zählt
ie reichsten Leute der Erde auf; an der Spitze steht weder ein
Zönig noch ein Kaiser, auch Riemand aus Europa, sondern ein
Bürger der neuen Welt, ein Gewerbsmann in Nordamerika, des—
en jährliche Renten 48 Millionen Francs betragen; dann folgt

in russischer Bojar, der dritte ist ein Engländer, der in Ostindien
egütert ist; Rothschild, den man gewöhnlich für den Crösus der
Nenschheit hält, kommt erst in der elften Reihe.
        <pb n="353" />
        FNew-⸗York. Die beiden bekannten siamesischen Zwil ·
linge Chang und Eng, die sich am Emde der zwanziger und An—
ang der dreißiger Jahre in Europa anstaunen ließen, sich aber
pater „von den Geschäften“ zurückzogen“ und in Nordearolina
Is Farmer niedergelassen haben, scheinen, nachdem sie 59 Jahre
alt geworden, eines längeren Miteinander⸗ und Auseinanderlebens
nüde zu sein. Sie beadfichtigen nämlich eine Reise nach Paris
u machen, und zwar zum Zwecke einer Operation. Die Herren
Zwillinge hatten sich schon vor längerer Zeit unter das eheliche
Foch gebeugt, sie heiratheten zwei Schwestern, und wurde jeder
hater von 9 Kindern.

4 Der Naturreichthum der Vereiniglen Staaten. Derselbe
wirklich großartig. So beträgt allein die Gesammtfläche der

zteintohlenfelder (welche in britisch Nordamerila, Großbritannien,
frankreich, Rheinpreußen, Westphalen, Böhmen, Sachsen Spanien
ind Rußland 16,500 Quadratmeilen imne haben) daselbsßt
00,000 Qu.⸗M. Eisen und Kupfer (dieses in der Nähe der
Zeen, östlich vom Missisippi, so in der Region zwischen dem Mis⸗
isippi und dem stillen Ocean), Blei, Zinn, werden massenhaft
zefunden. Verbreitet über ein zu einer Million Qu.⸗M. veran⸗
chlagtes Areal finden sich die edlen Metalle vorzüglich in Cali-
ornien, in Navada, im nordöstlichen und sudwestlichen Ore gon,
m Wohhington ⸗Gebiete, in Idaho, in Montona, Calvrado, im
üdlichen Utah, New⸗Mexico und Arizona. Ebenso ist Californien
ine ungemein reiche Fundgrube von Peiroleum.
— — — — — —
Bekanntmachungen.

Wekanntmachung.

*
——
Hauslicitation.
Montag den 10. August 1868, Nach⸗
nittags 8 Uhr, zu St. Ingbert auf des
Anterzeichneten Amtsstube, wird das zum
—
Johann Feichtner und Elisabetha
—XV Wohnhaus mit
Stall, Felfenkeller, Scheuer, Hofram und
pflanzgarten auf einer Fläche von 14 Dez.
u St. Ingbert am Hahnacker, der Un⸗
heilbarleit halber in Eigenthum versteigert
iuf Anstehen der Kinder derselben, als: J.
Johann Adam Feichtner, Bergmann; 2.
Zaiharina Feichtner, Ehefrau von Johann
Joseph Uhl, Schmelzarbeiter; 8. der Kin⸗
zer und Repräsentanten der verlebten Toch⸗
er Maria Feichtner, gewesene Ehefrau von
Andreas. Grell, pensionirter Bergmann, er⸗
eugt mit diesem, als: 3. die großjährigen:
Margaretha Grell, Ehefrau von Andreas
Hries. Puddler; Johann Adam Grell,
Franz Grell, beide Schmelzarbeiter; Niko⸗
aus Grell, Bergmann; h. die noch min⸗
derjührigen: Maria, Johann und Ludwig
Brell. welche ihren Vater zum Vormunde
ind den genannten Andreas Gries zum
nebendoruunde haben; 4. Johannes Feicht⸗
er, früher Bergmann, jetzt Landwirth in
Faroltown in Amerika; 5. Elisabetha
Feichmer, gewerblos, Wittwe von Johann
Fakob Schein; 6. Marianne Feichtner, ge⸗
verblos, Witmwe von Nicolaus Wagner
II. 7. Maria Katharina Feichtner, Ehe⸗
rau von Johann Joseph Schmelzer, Lad⸗
mecht; 8. Franz Feichtner, Bergmann in
Mahanoy City in Amerika, Alle, bei denen
xer Wohnort nicht angegeben ist, in St.
Ingbert wohnhaft.
Horn, tigl. Notar.
Montag den 10. August 1868, Nach-
nittags um 2 Uhr in der Fabrik selbst wird
zie dahier bisher unter der Firtma We i⸗
and, Lamarche und Schwarz! betrie⸗
dene Maschinenfabrik in Folge Ablebens eines
er Gejellschaft, abtheilung shalber auf Zah⸗
ungsterminen in Eigenthum versteigert,
amlich:
Das dahier auf dem großen Flur stehende
Fabrikgebäude mit Maschinenwerlstätte,
DHampfmaschinen, Kesseischmiede und Eisen⸗
zießerei nebst sämmtlichen Weelkzeugen und
zorräthigen Materialien nebst Modellen,
odann das dabeistehende zweistöckige
Wohnhnus mit Hofraum und Garten und
Zugehdr.
—XXVV

Die I
Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersklasse 1847
I betreffend.
Durch höchste Entschlietung der k. Staatsministerien des Innern und des Krieges
vom 8. 1. Mts. ist gemäß Art. 94. des Wehrverfassungsgesezes vom 30. Januar 1868
Is Anfangstermin für das Aushebungsgeschäft bezüglich der Altersklasse 1847, das ist
ꝛerjenigen Wehrpflichtigen, welche im Laufe des Jahres 1847 geboren sind — Art. 7.
es Gesetzes — I
der 1. August 1866
jestimmt worden.

Demgemaäß werden auf Grund des 8 2 der zum Wehrverfafsungsgesetze erlafsenen
hollzugsVorschriften vom 22. Juni l. Is. (Kreis Amtsblatt Nro. 61 Sein 1188 und
Agende) sämmtliche Wehrpflichtige der AÄltersklasse 1847 andurch aufgefordert, inner⸗
alb der Frist vom J. bis 1A. August nächsthin sich beif der Gemeindebe⸗
örde ihrer Heimath oder ihres Aufenthalsortes, — falls sie sich im Anslande befinden
ei ersterer —, perfönlich oder schriftlich, — oder durch Stellvertreter, welche hiezu einer
esondern Vollmacht nicht bedürfen, zum Eintrage in die Urliste unfehlbay anzumelden
ind daselbst gegebenen Falles gleichzeitig auch ihre Ansprüche guf ganzliche odee zeitweise
Befreiung von der Wehrpflicht — Art. 11 und 12 des Gesetzes — oder auf einstweilige
Aussetzung der Einreihung -— Art, 8 des Gesetzes — unter Vorlage oder Benennung
ler jachdienlichen Belege und Nachweise anzubringen.

Indem den Betheiligten der Inhalt der auf das Vorverfahren Bezug habenden Ge⸗
ges⸗Artikel nachstehend vollständig kund gegeben wird, werden dieselben insbesondere auf
zie Strafbestimmungen des unten abgedruckten Art. 76 Abs. 1 des Wehrverfassungsge ⸗
gesetzes aufmerlsam gemacht, wornach alle Wehrpflichtigen, welche versaumen sich innerhalb
jer Frist vom 1. bis incl. 14. August nächsthin zur Eintragung in die Urliste anzu⸗
nelden, ihre Berurtheilung zu einer Geldstrafe bis zu 10 fl. zu gewärtigen haben.

Art. 48.
Alle mit dem 1. Januar eines Jahres wehrpflichtig gewordenen Jünglinge sind
erpflichtet, sich vor dem darauffolgenden 138. Januar (Die Wehrpflichtigen der
Aitersklaffe 1847 ausnahmsweise vor dem 15. August laufenden
Jahres,) bei der Gemeindebehörde ihrer Heimath oder ihres Aufenshaltsortes, falls sie
ich im Auͤslande befinden, bei erfterer persönlich oder schriftlich oder durch Stellvertretet,
velche hiezu einer besonderen Vollmacht nicht bedürfen, anzumelden.
Art. 46.
Zwischen dem ersten und 138. Januar (bei der Altersklasse 1847 aus-
rahmsweise zwischen dem J. und IA. August laufenden Jahres) hat
eder Pflichtige bei Bermeidung des Ausschlusses seine etwaigen Ansprüche auf gänz⸗
iche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht oder auf einstweilige Aussetzung seiner
tinreihung bei der Gemeindebehörde anzumelden, um die zur Begründung seines An⸗
pruches erforderlichen Nachweise soweit moͤglich vorzulegen.
Die don der Gemeindebehörde hergestellte Lifte wird vom 1. bis 15. Februar
sbei der Altersklasse 1847 ausnahmsweise vom 29. August bis 11.
Zeptember laufenden Jahres) in der Gemeinde zur Einsicht öffentlich aufgelegt.
finjprüche gegen ihre Richtigleit oder Vollständigkeit müssen innerhalb dieser Zeit bei der
hemeindebehörde angemeldet werden.

Ueber die Anmeldung ist Protokoll zu errichten.

Das Recht des Einspruchs steht Jedermann zu.

Art. 76. Abs. i.

Eine schwarze Neu—
fundländer „Hündin
st abhanden gekommen.
Ddem Wiederbringer eine Be—
ohnung.
Vor Ankauf wird gewarnt.
B. Dũmmnler in Homburg.

Wehrpflichtige, welche der in Art. 45 Abs. 1 festgesetzten Au—⸗
meldepflicht nicht nachkommen, unterliegen einer Strafe bis zu
10 Gulden.

Homburg und Zweibrücken den 22. Juli 1868.

Koͤnigl. Bezirksamt Homburg, Koͤnigl. Bezirlsamt Zweibrücken,

helius. Damm.
Spaeth. Schaefer.
        <pb n="354" />
        Nur noch morgen Sonntag findet der

I
Musverkauf

n. e sh der so billigen

—ν——

J * * F J 3341 4
Perrenkleide—
m hoteraur gtatt
im hHôter-aur sdtabtt.

Das Lager Sollu. Must gänz⸗
lich ausverkauft sein und werden
deßhalb sämmtliche Wagren, zu
noch nie dagewesenen spottbil—
ligen Preisen verkauft, so daß
jeßt kaum die Oberstoffe bezahlt
werden. Wer daher die außer—
ordentlich hünige Gelegenheit
zur Anschaffung hilliger Garde—
roben noch benützen will, möge
sich mit seinen Einkäufen be—
Denn nur noch morgen Sonntag dauert der
Verlaußf im Hotel Laur.
Zärberei und Druchere
von Georg Stacdtiiüller in Landstuhl.
. Finem verehrlichen Publikum St. Ingberts und Umgegend zur gefälligen
Nachricht, daß J. Grewenig ir. schon seit mehreren Jahren mit einer Agentur
für mich dorten betraut ist und Gegenstände zum Färben und Drucken annimmt
und aufs beste besorgt. Bei selbigem liegt wieder eine neue Musterkarte
zum Färben und Drucken, welche die neuesten und schönsten Muster enthält, zur
gef. Ansicht offen.
ar Recht zahlreichen Aufträgen sieht entgee
αy αBνüer.
Auf obiges Bezug nehmend, empfiehlt sich bestens J
*— FAFD. —000— — Ir.
Wohnungsveraͤnderung.
J Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich
nicht mehr in dem Gebr. Dörr'schen Hause
sondern in dem des Peter Schwarz jun
g Peter Müllerschen Weinhand⸗
ung Wilhelm Brill, Seiler.

Geschaͤsts⸗Empfehlung.
Die Unterzeichneten beehren sich erge⸗
benst anzuzeigen, daß sie ein
—
hier etablirt haben, und sich sowohl mit
der Anfertigung neuer Sonn- und
Regen-Schirmen aller Arten, als
auch mit deren Reparatur befaßen.
Prompte und billige Bedienung
wird zugesichert.
t. Ingbert im Juli 1868. 5
Elifabetha Schrepfer.
(geborene Schein.
Georg Schrepfer, Schirmmacher
wohnhaft auf'm Hahnacker.
—

“ Alle Sorten Herrn⸗ Damen⸗
und Kinder⸗ Schuhe und Stiefelchen,
in Zeug, Leder und Glanzleder, schön
ind solid gearbeitet, auch ord. Schuhe
und Stiefel in großer Auswahl zu
den billigsten Preisen sind vorräthig
hei Bhilipp Weber
Schuhmacher.

— —

— 6 J
Einladung. —
Sonntag den 26. Juli d. J.
hält die hiesige freiwillige Feuerwehr

ihr Hauptübung Nachmittags 4 Uhr
ab. Es sind zu derselben die benach—
barten Feuerwehren eingeladen und
werden unser Fest gewiß mit ihrer
Begenwart beehren. An die verehrl.
Bürger St. Ingbert's ergeht nun die
reundliche Einladung, hier, wie ander⸗
värts es auch der Fall war, ihre
düuser zu decoriren und zu beflaggen,
im den auswärtigen Gästen einen
reundlichen Willkomm zu bereiten.
Nach der Uebung findet ein Con-
lert, ausgeführt von der rühmlichst
jekannten Schützenmusik zu Zweibrücken,
im Chandon'schen Garten statt; das
rntroͤe für dieses Concert betrügt à
Person 9 Kreuzer.
Abends ist im Oberhauser'schen neu
zrbauten großen Saale ein Vall, wo⸗
zu das Entröe für Herren auf Afl. 12 .
estgesetzt ist. 3
Ballkarten gewähren freien Eintritt
n's Nachmittag⸗-Concert und sind zu
vekommen bei E. Conrad, J. Ran-
erbieter, V. Stief, Franz Woll
ind Abends an der Kasse.
Feuerwehrleute und deren Angehörige
weibliche) haben überall freien Eintritt.
Freunde und Gönner der Feuer⸗
vehr werden hiermit freundschaftlichft
ingeladen, dieses Fest durch ihre Ge—
genwart zu verherrlichen.
Der Verwaltuugsrath der
freiwilligen Feuerwehr
zu St. Ingbert.
— Zwei tůchtige
6 21 Schneiderge⸗
Besucht Suueen
auernde Beschäftigung bei
Schneider Keipert
in St. Ingbert.

Frucht⸗e, Brod⸗e, Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Homburg vom 22. Juli.
Weizen 7 fl. 35 kr. Korn 4fIl. Bs tr.
Zpelz 4 fl. 18 kr., Gerste, — Zreihige, — fl.
— tr., Mischfrucht — sl. — kr., Hafer
5 fl. 28 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
eln Ufl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
23 kr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditto 1 Kgr
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr
her Pfund.
Franukfurter Börse
vom 23. Juli. 18686.
Geldsorten
zreußische Kassenscheine . 1 44,6.-454
Lreußische Friedrichddor... 09 87-58
Jistolen... 9 47-49
holländische 10 fl.⸗Stücke , 954-86
Ducaten . . 4 588 -40
20sFrancs⸗Stücke09 2811-29
xẽnglische Souvercigns ... 11332687
yold per Zollfund fein.. ——
zochhaltiges Silber ver Zollpfund —
Dollars inGold 227-28

——

ö——
Kedaction, Drud und Vexlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="355" />
        F F * r ee

— J J . d ee 2 ιν —* e acetn

— 7 1 14* . —— 4 — ———
— e —— * F 9 P
* 0 ⸗ 1 J W⸗ 1 3313 486 25 M4*
J — 8 —AW—— — u ue
d J — itze

2 1
— ArLAS——
3* 38 46 — . 1 —2* — ————
Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Die wstag, Domnerata
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 83 Krzre die dreispaltige Zeil
Blattichrift oder deren Raum berechnee.
Rro. 89. B Dienstag, den 28. Ii Miut ni :. 1868
Deutschland.

München, 23. Juli. Die württembergische Ratifications—
urlunde über den Ulmer Vertrag ist gestern im Ministerium
des Auswärtigen eingetroffen. Der König, welcher dem Gange
der Verhandlungen über diese wichtige Angelegenheit mit dem leb⸗
haftesten Interesse gefolgt ist und dessen persönliches Eingreifen
jur Herbeiführung des günstigen Ergebnisses wesentlich beigetragen
hat, hat dem k. bayer. Gesandten am württembergischen Hof,
Frhrn. v. Gasser, für dessen umsichtige und ersprießliche Thätig—
keit bei den desfallsigen Unterhandlungen die allerhöchste Anerken⸗
nung durch den Staatsminister des k. Hauses und des Aeußern
aussprechen lassen.

Müngchen. 24. Juli. Auf Grund verlässiger Mittheilung
erfahren wir, daß die Kammern, falls nicht ganz unerwarilete
Umstände es anders nothwendig machen sollten, nicht, wie man
hisher vermuthete, Ende September oder Anfangs October, sondern
erst Anfangs November einberufen werden, um dann bis zum Ablauf
hres Mandates am 29. April 1869 in Thätigkeit zu verbleiben.

Nürnberg 23. Juli. Die Mitglieder der deutschen

Volkspartei von hier und Fürth begrüßten gestern Abend im Saale
des Contumazgartens mehrere ihrer Gesinnungsgenossen aus Hei—
delberg, welche auf der Reise zum Bundesschießen in Wien be—⸗
zriffen sind. Sämmil'che Redner (Dr. Landmann, Kaufmann Rösel,
Ad. Kröber und Dr. Mittermaier) stimmien darin überein, daß
für die Politik von Blut und Eisen ein sehr sichtbarer Wendepunkt
und damit für die deutsche Demokratie der Augenblick rastloser
Thätigkeit und entschlossenen Handelns gekommen sei. Besonders
zob der Letztgenannte (Sohn des berühmten Juristen, für seine
Person schon 1848 der Sache des Volkes warm und treu zuge—
chan) mit beredten Worten hervor, wie schon das Festhalten der
deutschen Stadt Wien als Festort gleichsam eine That sei, einen
schweren Kampf gegen die Verpreußungspartei gekostet habe
und noch kosten werde, nachdem dieselbe durch die öffentliche Mei—
nung Deutschlands aus dem Felde geschlagen, sich unter Freundes—
maske wieder eingeschlichen habe und dieses große nationale Zu—
sammenkommen von innen heraus zu unterwühlen suche, hoffent—
ich ohne Erfolg und zuletzt in sich selbst zusammenbrechend. Am
Schlusse der Versammlung fanden zahlreiche Anmeldungen zur Volks⸗
dartei statt.

Speyher 23. Juli. In Betreff der Bikdung der Lehre⸗
rinnen für die deutschen Mädchenschulen hat die kgl. Regierung der
Pfalz ein Rescript veröffentlicht, worin der Wunsch ausgesprochen
ist, daß Lehrerinnen häufiger als bisher in der Pfalz zur Ver—
wendung kommen möchten. Es soll jedoch eine Lehrerin von nun
an erst dann an den deutschen Schulen der Pfalz angestellt wer⸗
den können, wenn sie sich einer der Seminar⸗-Austritts-Prüfung
Jleich kommenden Prüfung unterzogen hat und in derselben zum
Lehrfach befähigt befunden wurde. Die Prüfungsgegenstände sind
demnach dieselben, wie sie in den 88 20 und 68 des Normativs
vom 29. Sept. 1866 für die männlichen Schulamtszöglinge vor—
geschrieben sind, selbstverständlich mtt Ausnahme des Turnens,
der Landwirthschaft, der Gemeindeschreiberei und des niedern Kir—
hendienstes. Auch kann bei ihnen die Prüfung aus der Musik
auf Gesang allein beschränkt werden. Alle diesenigen, welche sich
einer solchen Prüfung unterziehen wollen, haben ihre Gesuche, in
welchen angegeben werden muß, wo sie ihre Vorbildung genossen
haben, und mit Leumundszeugnissen versehen, bis zum 15. August
. J. bei der königl. Kreisregierung der Pfalz Kammer des In⸗
nern einzureichen. Zeitpunkt urd Ort der Prüfung wird später
„ekannt gegeben werden. Das Bestehen dieser Prüfung befähigt
zur Anstellung en deutschen Mädchenschulen in der Pfalz in so
ange die Geprüfte unverheirathet bleibt.

In Lahr und Offenburg sollen die Konfessionsschulen aufge—
soben und Gemeindeschulen errichtet werden.

Frankfurt, 23. Juli. Gegen den verantwortlichen Re—
acteur der „Frankfurter Zeitung“ kommen am 6. k. M. drei
Preßprocesse vor dem Forum des Stadtgerichts zur öffentlichen

Verhandlung (Geleidigungen des Gesandten Grafen Goltz, des
Polizeipräsidenten von Madai und Ehrfurchtsverletzung gegen den
tönig von Preußen).

Wien 26. Juli. Um. I0-Uhe Vormittags begann sich der

Festzug der Schützen durch die mit Fahnen und Guitlanden ge⸗
hmüchte Ringstraße in Bewegung zu setzen. Die einzelnen Schu⸗
zenabtheilungen acclamirten sich gegenseitig und wurden von einer
nach Hunderttausenden zählenden Volksmenge stürmisch begrüßt. Ant
Schwarzenbergplatze übergab der Bundespräsident Schroͤder die Bum—
desfahne an die Stadt Wien. Der Bürgermeister Zelinka versprach
Pamens der Stadt Wien, die Bundesfahne redlich zu hüten, als
ein Symbol deutscher Eintracht, ein Ziel, welches erreicht · werden
osle. „Möge Friede zwischen den einzelnen Volksstämmen sein
Friede, Recht, gesetzliche Freiheit sei die Losung, die uns vereint.“
Der Zug brauchte fünf Stunden um zu dem Festplatze zu ge⸗
langen. Die Frankfurter, Bayern, Wurttemberger, Beruner, Ham-
hurger, Belgischen und Nordamerikanischen Schühen wurden be—
onders stürmisch begrüßt. Prachtwetter begünstigt das Fest.
Frankreich. v

Paris, 24. Juli. Die „Epoque“ meldet, der Kaiser werde
in nächster Zeit Nancy und Mezz, sowie einige andere Festungen
der östlichen Provinzen besuchen. — Ein Bucharester Telegramm
des „Constitutionnel“ sagt, das Miuisterium habe vosles Verirauen
n die ihm zu Gebote stehenden Mittel, die rebolutiongren Umtriebe
zu vereiteln.

Paris 24. Juli. Der ,Etendard“ dementiri die Nechricht
»er „Gazette de Lausanne,“ nach welcher zdie franzoͤsischen Zej⸗
ungen Weisung erhalten hätten, eine Fehde gegen Preußen zu
eginnen. — Das Blatt bestätigt, daß Felix Pyat der Verfasser
»er im „Pays“ veröffentlichten Proclamation sei. Der Consti tu⸗
nionel spricht sich mit Abscheu über letzteres Schriftstück aus.

Spanien.

Madrid, 24. Juli. Es geht hier das Gerücht, daß un—⸗
rer der Bemannung der Fregatte „Villa Madrid, welche im Hafen
bon Lissabon vor Anker liegt, eine Verschwörung gegen die Re—
gierung entdeckt worden sei.
A

Ehorinsey. J—
GEGalußßß.
Munchen, 26. Juni.
Der Vertheidiger fährt fort:

Ich will nun zu beweisen suchen, daß der Beschuldigte wirk⸗
lüch verrückt sei. (Angeklagter protestirt jedesmal, so oft ihn der
Vertheidiger einen Verrückten und dgl. nennt.) Ich will vor Allem
anführen, was der Untersuchungsrichler gesagt hat. Er sagte: „der
Angeschuldigte ist unruhig, auffwallend, leicht reizbar, einer ruhigen
leberlegung nicht fähig, von den Leidenschaften nicht nur becin—
dußt, sondern gänzlich bewältigt.“ Ich glaube nun, daß gerade die⸗
es das Kriterium der Unzurechnungsfähigkeit sei, daß man seine
deidenschaften nicht zügeln kann. Eisenmeister Keckenberger erklärte
en Angeschuldigten direct für närrisch. Dasselbe bestäligt uns der
Behülfe des Eisenmeisters. Diese Aussagen find ganz erklärlich im
Zusammenhalte mit den der übrigen Zeugen, die über den Grad
einer Zurechnungsfähigkeit vernommen wurden. Man hat gesagt,
die moralische Krankheit würde, zur Immoralität. Das hätte einem
grauen Haupte, wie Moxel ist, nicht gesagt werden sollen. Morel
vertritt keine Principien, die zur Immoralität führen. Er, die erste
Sröße Frankreichs in seiner Wissenschaft und Führer einer ganzen
Schule. Betrachten Sie ihn, ob er der Mann ist, um in seinem
reifen Alter als Schwindler eine Krantheit zu erfinden, damit die
Spitzbuben frei werden. Meine Herren Geschworenen! Sie werden
venn Sachverständige sagen: wir halten den Beschuldigten für
weif, in eine Irrenanstalt gebracht zu werden, sich dreimal besinnen.
        <pb n="356" />
        ihn dem Henker auszuliefern. Wenn Sie aber auch nicht Theilnahme am Mord durch Anstiftung schuldig sei; die dritte
zlauben sollten, daß der Angeklagte nicht Herr über seinen Willen darauf. ob er als gemindert zurechnungsfähig zu betrachten sei.
ei, nicht moralische Kraft genug besitze, um seinen Trieben wider⸗ Der Staatsanwalt stellte alsdann in Rücksicht darauf, daß
dehen zu können, so werden Sie mindestens“ geminderte Zurech- inerseits hier ein Gattenmord vorliege, welcher einige Monate
aungsfähigkeit annehmen. Diese wird wohl Niemand bestreiten. Ich ang vorbereitet und mit seltenem Raffinement in Scene gesetzt
somme nun auf einen Punkt, den Dr. Solbrig, wie ich glaube, vorden sei, andererseits aber die wirkliche Mörderin eine sehr milde
nicht ernst genug genommen hat. Der Staatsanwalt sagt, Cho⸗ Beurtheilung gefunden habe und als weiterer Milderungsgrund
rinsty sei deßhalb der Anstifter des Mordes, weil die Ebergenyi )em Schuldigen der Umstand zur Seite stehe, daß er von einer
ein Interesse daran gehabt, den Grafen nie geliebt habe. Ich der mächtigsten Leidenschaften zu seiner verbrecherischen Handlung
jnage. warum dann die Ebergenyi nach München gegangen 'und jetrieben worden sei, den Antrag, daß Angeklagter Graf Gustad
die Gräfin ermordet hätte. Wenn sie nicht selbst Gräfin Chorinsky ). Chorinsky wegen des von ihm begangenen Verbrechens der
verden wollte, warum sollte sie die That begangen haben. Erlau⸗ Theilnahme an einem Morde durch Hülfeleistung zum Nachtheile
ben Sie, daß ich jetzt auf die Frage eingehe, ob Chorinsky an der einer Gattin in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe sowie in die
That überhaupt und in welchem Grad er betheiligt sei. Ich fage Kosten der Verhandlung und Untersuchung verurliheilt werde. Die
diese Betheiligung ist in gar keinem Grade erwiesen; mit Andeu- Umwandlung dieser Strafe in Festungsstrafe stelle er dem Ermessen
sungen und Folgerungen aus Briefen kann kein Verbrecher über⸗ des Gerichtshofes anheim.
führt werden, es würde sonst jede Gerechtigkeit aufhören; beson⸗ Der Vertheidiger siellte den Antrag, denselben in das Straf⸗
ders muß ich das bestreiten bei der Anstiftung zu einem Verbre- ninimum von 8 Jahrren.
hen. Art. 54 des Strafgeseßbuches verlangt hiezu ausdrücklichnn Nach Verlauf einerzStunde verkündigte der Gerichtshof das
sath oder Auftrag durch Ueberreden, Versprechen oder Geben eines Irtheil, wonach Graf Gustav v. Chorinsky, ehemaliger k.k. Ober⸗
Lohnes u. s. w., mit anderen Worten, man muß der geistige euitenant im 12. österreichischen Infanterie-Regimente Erzherzog
Bater der That sein. Was liegt nun für die intellectuelle Urheberschaft Vilhelm zu einer zwanzigjährigen Zuchthausstrafe, zu erstehen auf
hier vor? Nichts. Eigentlich hat der Staatsanwalt dies selbst zue iner Festung, sowie in die sämmtlichen Untersuchungs- und Ver—
gegeben. Die Beweise sind nur aus der Individualität des Än- jandlungskosten veruxtheilt, und nach erstandener Strafe des Lan—
Jetlagten genommen; das genügt aber nicht. Daß aber Ebergenyi des verwiesen ist. In den Motiven des Urtheils heißt es bezüglich
Arsache hatte, die Heirath zu wünschen, geht schon daraus hervor er Strafausmessung, daß einerseits das eheliche Verhältniß zur
»aß sie täglich von ihrer Heimath Briefe bekam, worin sie zur krmordeten, die monatelange Vorbereitung und raffinirte Ausfüh—
Aenderung ihres Wandels und zur Heimkehr aufgefordert wurde; ung der That, sowie die Anwendung von Gift, andererseits aber
ie brauchte also die Ehe, um sich mit Ehren wieder in der Hei- das leidenschaftliche Temperament des Angeklagten die verhängte
math sehen lassen zu können. Ich meine: dies war Motiv gemig Strafe als dem Verbrechen angemessen erscheinen lassen, endlich,
zür sie, wenn der Character entschlossen genug ist, den Mord zu daß seine Standes- und Familienverhältnisse und die Zeugnisse
derüben.‘ Ich komme nun zur Schachtel mit den Früchten. Eines seiner Vorgesetzten, welche ihn als tapfern Offizier bezeichnen, die
teht fest, daß über dieser Schachtel ein nicht gelüftetes Geheimniß Umwandlung der Zuchthaus- in Festungsstrafe rechtfertigen.
schwebt. Meine Herren Geschworenen, hüten, Sie sich vor Hypo⸗ Ohne irgend ein Zucken der Gesichtsmuskeln oder des starr
hesen; meiner Ansicht nach duͤrfen Sie auf die Schachtelgeschichte dor sich blickenden Auges vernahm Graf Chorinsky das Urtheil.
beim Wahrspruche nicht reflectiren. Unerklärlich ist noch, daß der Mit der Hinweisung des Präsidenten auf die dem Verur-
Anstifter des Verbrechens während dessen Ausführung sich hinsetzt heilten noch offenstehende Anmeldung der Nichtigkeitsbeschwerde
ind Briefe darüber schreibt, ob es gelingt. In einem Briefe fagt bloß die Verhandlung um 2*/3 Uhr Nachmittags.
der Graf: „Ich habe Angst um Dich, geliebte Julie, laß Dich
aicht zu weit Vr wenn Julie mit dem Auftrage, die Gräfin Vermischtes.
zu vergiften, na ünchen gereist wäre, so gäbe es keine Abstu⸗ IJj Mie find ej
sung. Kann die Ebergenyi nicht das ungewisse Verhältniß mit dem —— De Ie Deg der Danr
— F g zu machen, daß der am 2, August in
Brafen satt bekommen⸗ sich gesagt haben ich will die That selbst aiserslautern stattfindenden 50jährigen Jubiläumsfeier der pfälzi—⸗
derüben und ohne sein Wissen sie auch ausgeführt haben? Cho- Hen Union als Vertreter des deutschen Protefiantenvereins Hr
insty hat, nach meinet Meinung, den Rampacher nach München Zr. Bluntschli, der theologischen Facultät in Heidelberg Hr vr!
54: * 2 * ; 258 8* 2* J
zeschickt, weil er es noch immer für unmoͤglich hielt, das das Gräße Zchenkel und ves Unsonsvereins in Berlin Hr. Prediger Müller
iche wahr sei. Auch in Wien hat man das Weib sür den stär⸗ don Berlin beiwohnen werden.
keren Theil gehalten. Für die Verübung des Mordes durch sie ali p
ct — x f Kaiserslautern 25. Juli. Unterm Gestrigen wur
pricht auch ihr unmittelbar nach der That geäußerter Hochmuth. den durch Urtheil des k. Bezirksgericht dahier, als Handelsgericht
Ich schließe, indem ich nochmals auf Ghorinsky's Gutmüthigkeit Hrechend, der Cigarrenfabritant Reichard und Rechiscandidat Krieger
»erweise. mit den Worten: Es ist Ichneller gerichtet, als ge⸗ hahier, als prod Syndiken der Fallumasse Baumwollspinnerei
zrüft. Prüfen Sie, aber lassen Sie sich hierbei nicht auf Ver— Kaserblautern ernanmt
muthungen ein, urtheilen Sie nur nach wirklichen Beweismitteln — — Juli Der Heidelberger Zeitung“ zu⸗
»er Schuld.“ — J
Die nun folgende Replik des Staatsanwalts, sowie die Duplik s dr Pohe werngen Ziegethausen se dedelher
— 8 die Weibsperson aufzugreifen, die vor einigen Wochen ihr Kind
»es Vertheidigers bieten durchaus keine neuen Momente. Wir über⸗ n hiesigen Stadlwalde ausgeseht hatte und das von Jägern un—
gehen sie deßhalb. jerer Garnison damals noch lebend aufgefunden wurde. Sie war
Hierauf folgt das Erbose des Präsidenten an die Geschwore- in der Heidelberger Entbindungsanstalt niedergekommen und kurz
nen, nach dessen Beendigung er ihnen drei Fragen zur Beantwor- darauf zur Ausführung der That hierher gereist.
ung übergab. . Kartlsruhe 20. Juli. Das Ministerium des Innern
Nach einer Berathung von beinahe zwei Stunden traten die macht bekannt, daß die in New-NYork bestehnde deutsche Gesellschaft
Beschworenen wieder in den Saal; Obmann Kaufmann Barba- zom 1. Mai d. J. an ein für Auswanderer sehr wichtiges Bureau
cino von hier verkündet den Wahrspruch, welcher dahin lautete: errichtet hat, welches folgende Geschäfte übernimmt: i. das Ueber
»aß die zweite Frage mit „Ja“, die beiden übrigen mit „Nein“ enden von Geld nach größeren Plätzen Deutschlands, entweder
zeantwortet seien. durch Wechsel und Anweisungen zahlbar bei Vorzeigung oder in
Die zweite Frage lautet:: Baat; 2. die Besorgung von Passagescheinen für die Reise von
Ist der Angeklagte schuldig, das Verbrechen der Theilnahme kuropa nach New-York und zurück; 8 die Besorgung von Reise—
an einem Verbrechen des Mordes dadurch begangen zu haben dillets für Eisenbahnen und Dampfschiffe für die Reise in das
daß er die von Julie Ebergenyi beschlossene That unterstützte, Innere von Nordamerika; 4. das Umwechseln von Geld; 5. das
der Julie Ebergenyi vor Beginn der Ausführung der That usstellen von Vollmachten; 6. die Annahme von Vollmachten
Belehrungen über die Art und Weise der Vollbringung der ind die Besorgung der dadurch übertragenen Geschäfte; 7. die
'elben ertheilte, und behufs der Ausführung der That der lebernahme und Beförderung von Paketen und Werthgegenständen
Julie Ebergenyi mehrfache Hülfe leistete, so insbesondere durch Das Bureau befindet sich Nr. 17 und 19 Broadway: Briefe sind zu
Ermittelung und Bekanntgabe der Wohnung seiner Gättin Mas adressiren: German Society, Post Box 4330 New-York. Es wird
hilde, durch Verschaffung falscher Reisepaͤsse von Wien nach dei dieser Gelegenheit Auswanderern der Rath ertheilt, zur Ueber
München, durch Verschaffung eines Empfehlungsbriefes durch 'ahrt, wenn irgend die Mittel es gestatten, nicht der Segelschiffe,
Finwechseln süddeutscher Münze, Bezeichnung hiesiger Gasthöfe ondern der Dampfschiffe sich zu bedienen. Zugleich wird den
Besorgung des Wagens, mit dem die Ebergenyi an die Ei- nländischen Haupte und Bezirks-Agenten unter Bezug auf die
enbahn fuhr, sowie durch vorherige Rathschläge und die Zu⸗ dießseitige Bekanntmachung vom 5. Dez. v. J. untersagt, Eisen⸗
icherung eines Alibi-⸗Beweises den vollbrachten Mord beför⸗ hahn⸗ und Dampffchifffahrtsbillete für die Reise im Innern von
dert und dazu Hülfe geleistet hat? ordamerike an Auswanderer zu verkaufen oder verkaufen
Die erste Frage war darauf gerichtet, ob der Angeklagte der u lassen.
        <pb n="357" />
        f Mannheim, 24. Juli. Die gestern dahier abgehaltene
Versammlung von Actionären der Baumwollspinnerei⸗Gesellschaft
zaiserslautern hat beschlossen, in Gemeinschaft mit den Kaisers-
auterer Actionären klagend gegen den Verwaltungsrath der Ge—
sellschaft aufzutreten und denselben für die aus der Geschäfts⸗
ührung herborgegangenen Nachtheile verantwortlich zu machen

In Augsburg ist der Zudrang zum Pfandhaus so
zroß, daß die Kassa desselben nicht mehr ausreicht und 2000 fl.
zus der Stadtkasse an die Pfandhauskasse haben abgegeben werden
nüssen. Wenn die Leute jezt im Sommer so viel von ihrer
habe in Versatz bringen müssen, so ist das wohl ein sicheres Zei⸗
hen der wachsenden Noth der armeren Klassen, da sonst doch vor⸗
uigsweise nur im Winter, der harten Jahreszeit, die Zuflucht zum
Bfandhause, das Pfandhaus stark in Anspruch genommen wird.

T.Heidelberg, 18. Juli. Unser tüchtiger Augenarzt Pro⸗
essor Knapp geht in diesem Sommer wirklich nach Amerika, und
war, wie man hört, nach New⸗York. — Unsere Gegend würde
zurch diesen Wegzug schwer betroffen werden, wenn nicht die bis⸗
herige Privatanstalt des Herrn Dr. Röder, welche zu den Zierden
unserer Stadt gehört und ebenfalls schon lange in weiteren Krei⸗
en großes Vertrauen erworben hal, vollständigen Ersatz hiefür
zieten würde. Man ist dadurch der unangenehmen Lage enthoben,
zon Neuem einen jüngeren Arzt, der sich erst wieder Vertrauen
rxwerben müßte, hierher zu berufen.

tMainz in Preußen. Auf den in Mainz eingetroffe⸗
ten Schützenkarten zum dritten deutschen Bundesschießen in Wien
st Mainz als „im Staate Preußen liegend, bezeichnet.

In Wesel starb jüngst der Rentner Renß — eine ori⸗
zinelle Persönlichkeit — dessen bei Lebzeiten auf der Brust zu⸗
ammengefalteter langer Bart nach Bestimmung des Verlebten von
inem dortigen Arzte mit der unteren Kinnhaut abgenommen, ge—
zerbt und so aufbewahrt wurde; der Bart ist 1193 Fuß lang
ind circa /2 Fuß breit.

f. Wien, 25. Juli. Das Aussehen der Residenz wird im⸗
ner festlicher, die Gebaͤude prangen im Fahnenschmucke. Aus der
Schweiz sind im Laufe des Nachmittags über 500 Schützen, aus
Vürttemberg nahezu 600 Schützen eingetroffen, die dadischen
Schützen sind auch bereits angelangt. Heute Abend treffen 200
Bremer Schützen unter Führung des Secretärs Knobelsdorfs ein,
velche die Bundesfahne überbringen. — Die sächsischen-Schützen
jaben den Reichskanzler v. Beust zu ihrem Schützenvorstande er—
vahlt. Aus den österreichischen Provinzen treffen fortwährend zahl
ceich die Schützen ein.

f Wien. Ein schauderhafter Unfall wird in Wiener Blät⸗
ern aus Schwannenstadt bei Gemünden berichtet. Eine vermö—
zende Bäuerin sollte beerdigt werden; der lange Leichenzug war
chon dem Friedhofe nahe, da kam ein Bauer mit einem von
wei Odchsen bespannten Leiterwagen entgegen gefahren. Das
Ochsengespann wurde scheu und raunte, den Wagen hinter sich,
zuf den Trauerzug los. Alles floh und slob auseinander, die
Lrager ließen die Bahre fallen, der Sarg borst und die Ochsen
ertraten und verstümmelten den Leichnam, zuletzt ihn in den
Straßengraben werfend. Furchtbarer Leichengeruch verbreitete sich
illenthalben. Nachdem man endlich des Ochsengespanns Meister
zeworden, mußten die Trümmer des Sarges mit Stricken zu—
ammengebunden, der zerfetzte Leichnam ausgelesen und im gebro⸗
henen Sarge beerdigt werden. Mehrere der Leidtragenden —9—
n Folge des Schreckens und Entsetzens, den dieses Ereigniß auf
ie machte, erkrankt und drei hiervon bereits gestorben; so berichtet
zie „Warte am Inn“ vom 13. ds.

x Ein Bäuerlin aus der Umgegend von Manibrisou hatte
ürzlich von einem benachbarten Gutspächter ein halbwüchsiges
Schwein gekauft, dem er zu Hause besondere Sorgfalt widmete.
rines schönen Morgens, als der besorgte Hausvater dem neuen
Ztallbewohner die Streu zurecht machte, sah er zu seinen Füßen
was hell Glänzendes im Stroh dlinken; er sah nach — wirk⸗
ich eitel Gold! Es war ein 20 Frankenstück vom Jahre 1834.
Undern Tages eilte er bei Zeiten zu seinem theuern Zögling und
njpirirte die Spreu — ahermals ein 20 Frankenstück von dem—
elben Jahrgang. So ging es die nächsteu Tage fort, ein drittes
ein viertes und fünftes Goldfüchslein lag allmorgendlich in der
venig ansprechenden Hülle. Das Bäuerlein war glücklich, er be⸗
aß einen Ducateneber. Wie aber Reichthum in der Welt nicht
miner glücklich macht, so auch hier: der arme Mann konnte kaum
nehr schlafen und verlor vor Aufregung fast allen Appetit. Das
var auch ganz natürlich; kaum hatte er sein Ducatenschwein auf
ehn Minuten heraus in die frische Luft gelassen, war er schon
illerorts hinter ihm drein und inspicirte die zufälligen Ergebmsse.
Im einen blinkenden Napoleon kann man sich das schon gefallen
assen. Aber die Freude, die Aufregung, hatte bald ein Ende;
uu Anfang der zweiten Woche schien das Thierlein an Indigesti⸗
men zu leiden, ain 12. Tage war es dem Verenden nahe. Rascheeilte

er Bauer zu dem Verkäufer und hoffte fich für den Verlust des
khieres schadlos halten zu können; der Verkauf sei null und nich⸗
tig, meinte er, denn das Schwein sei krank gewesen. Die Krank—
jeit desselben aber verschwieg er. Der Verkäufer kam, besah den
Patienten, fand ihn sehr leidend und applicirte einen Aderlaß.
Während der⸗ Operation erlag der Kranke seinen Leiden. Nun
perlangte der Verkäufer, daß man die Section vornehme, damit
nan erfahre, was dem Thiere gefehlt habe. So geschah es —
und man fand im Magen einen halboffenen Ledersack, welcher
noch 140 Franken in Gold und 7 Franken Münze enthielt. Jetzt
»ehauptete das schlaue Bäuerlein, plötzlich der Sack gehöre ihm, das
Schwein habe ihn auf seinem Acker ausgegraben und gefressen. Der Ver—
äufer aber sagte, der Ledersack und die Goldstücke seien sein Ei—
zenthum, was er beweisen könne. Die Sache ist jetzt vor Gericht.
inhängig, wie der Moniteur meldet.

Drei Damen, 2 Engländerinnen und eine Russin, haben
dieser Tage in Prag angemeldet, daß sie gern den Ferialcursus
iber Geburtshilfe und Gynäkologie (Lehre von der Natur und
»en Krankheiten des weiblichen Geschlechts) bei Hrn. Prof. Seh—
ert hören möchten. Von den Engländerinnen studirt die eine in
Zzürich, die andere in Orford Medicin; die russische Dame hat
n Zürich bereits den Doctorgrad erlangt und übt gegenwärtig
zie ärztliche Praxis in Petersburg außss.

F. Dem englischen Blaubuch zufolge wurden im vorigen Jahre
8 Sclavenschiffe mit 833 Sclaven an Bord durch Nenglifche
Schiffe an der ostafrikanischen Küste weggenommen. An der Wesi⸗
üste Afrikas wurde eine Brigg mit 96 Sclaven aufgebracht.

London 21. Juli. Als Merkwürdigkeit sei erwähnt, daß
jeute hier die erste Ladung frischen Hopfens zum Verkaufe kam.
kin Factum, welches seit Menschengedenken nicht an einem so
rühen Tage passirt sein soll.

F Rouen, 22. Juli. Es ist eine bedeutende Feuersbrunft
usgebrochen. Magazine von Flüssigkeiten und ein Theil des
Posthotels sind abgebrannt. Die Verluste sind groß.

x In einec öffentlichen Schule zu Florenz würde dieser Tage
ꝛin 10jähriger Knabe, der vom Lehrer wegen seiner guten Auf⸗
ührung zuͤm Aufseher über mehrere Kameraden ernannt worden
var, von denselben aus Neid zund. Rachsucht mit Fauftschlägen
ind Fußtritten so mißhandelt, daß er nach 24, Stunden eine
deiche war.

Bei Soira (Spanien) hat ein achtiägiger Waldbrand un—
jefähr 4 Mill. Tannenbäume auf einer Strecke von 4 Meilen
jerstört und nahezu 19 Mill. fl. Schaden angerichtet.

7 In dem Schreiben eines russischen Bischofs wird die boden⸗
ose Unwisseuheit der niederen Geistlichkeit seiner Diszese bklagt.
rin großer Theil des Klerus hat demnach nicht einmal von den
vichtigsten Dogmen des christl. Glaubens eine Vorstellung und
ennt die biblische Geschichte so wenig, daß er nicht einmal den
Arsprung der großen Kirchenfeste geschichtlich zu eniwickeln weiß.
im diesem Zustande ein Ende zu machen, soll sofort eine
Schule errichtet werden, in welcher die niedere Geistlichkeit freien
Interricht erhält. *
4In New-York ilt die Hitze so bedeutend, daß am
14. d. M. 40 Personeu am Sonnenstich gestorben sind.

. Die pekuniäre Stelluug der Volksschullehrer ist gewiß der⸗
art, daß sie einer Aufbesserung dringend bedarf. Bei nur einiger
Sachkenntniß der Lage derselben wird sie selbst von Jedermann
inbedingt zugestanden. Gleichwohl ist in der letzten Landtagsses⸗
ion, während alle andere Bediensteten wohlwollend bedacht wurden,
ieser Stand leer ausgegangen. Das ist nicht gut, und ist nicht
recht, und muß nothwendig niederdrückend auf denselben wirken;
denn der Arbeiter ist seines Lohnes werth, und mit der Hoffnung
nuf die Zukunft ist der Gegenwart nicht gedient. Einsender dieses
heilt daher eine Aeußerung diesen Betreffs des ehemaligen Stu⸗
ien⸗Rectors Roth in Nürnberg mit, welche gewiß aller Beherzig⸗
ing werth ist, und deren Wahrheit man den Vertretern des Kre—
es und des Volkes, den Staats- wie Gemeindeob rigktei-
venn in's Herz graben möchte. Derselbe schreibt: „Es ist ein
roßer Widerspruch, einem Diener unermüdeie und wachsame Thä⸗
igkeit für das öffentliche Wohl zuzumuthen, und ihm aber seinen
Antheil an dem öffentlichen Wohle so kärglich zuzumessen, daß er
avon nichts empfinden kann; Begeisterung für die guie Sache zu
erwarten und den Träger des Geistes einer kümmerlichen, sorgen⸗
zollen Existenz zu überlassen; den Lehrern immer von Neuerungen
u predigen, wie wichtig ihr Beruf, wie groß ihre Verantwortung
ei, und in der Belohnung für ihre Dienstleislungen einen Maß—
sab anzulegen, dessen Kleiuheit beweist, daß man ihren Beruf
iußerlich gering achte. Es fehlt den Schulen im Allgemeinen das
vedeihen, das fröhlich wachsende Leben und daß fehlt ihnen haupt⸗
ächlich wegen des Nothstandes der Lehrer. Darum sollte vor
llem Anderen der kümmerlichen Lage dieser Männer abgeholfen
derden.“ Bayer. Lehrerztg.)
        <pb n="358" />
        VBekanntmachung.
Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersllasse 1847
betreffend.

Bekanntmachungen.
2
Stadtrathssitzung

am t Freitag, den 81. Juli nächsthin

Nachmittags um 3 Uhr.
Tagesordnung.

L. das Gesetz uͤber die Vermarkung der

Grundflücke bet.—
Tarif über die Heimath⸗Gebühr betr.
Herstellung eines Thürmchens mit Glocke
und Uhr auf dem Schulhause zu
St. Ingberter Grube betr.

Errichtung einer höhern Knabenschule

in St. Ingbert betr. J
5. Erhebung einer außerordentlichen Um⸗

lage pro 1868 betr. J
6. Erhöhung der Lehrergehalte betr.

7. Abhoͤr der Gemeinderechnung pro 18*86
resp. für 15 Monate betrt.

St. Ingbert den 27. Juli 1868.

Das Bürgermeisteramt:
Chaundon.

Bekanntmachung.

Diejenigen Bewohner hiesiger Stadt,
welche gesonnen sind, ihre Kinder in die
höhere Knabenschule zu schicken, werden
Fiermit aufgefordert sich auf dem unter⸗
ertigten Amte innerhalb 8 Tagen zu
nelden. St. Ingberl 27. Juli 1868.

Das Bürgermeisteramt:
Ehandon.

Montag den 10. August 1868, des
Vormittags um 11 Uhr, zu St. Ingbert
in der Behausung des Seifensieders Hein⸗
rich Schmitt, läßt Peter Schwarz junior,
Metzger von hier, jetzt in Spiesen, sein
»ahier an der Hauptstraße neben Kauf—
mann Zepp und Kiefer Zimmerman nge—
legnes Wohnhaus mit Hintergebäude, Hof
und Garten auf langjährige Zahltermine
zffentlich in Eigenthum versteigern.

Bis zum Versteigerungstage kann das
daus auch aus freier Hand erkauft werden.

Näheres bei Herrn Geschäftsmann Wesn-
»hälinger und bei dem Unterzeichneten.

Horn, igl. Notar.
Sfest
des

pfalz. Gustav-Adolph-

Vereins
in St. Ingbert.

Sollten einige Familien hiesiger Stadt
zei der Aufnahme der für die erwarte—⸗
ten Festgäste zur Verfügung stehenden Quar⸗
tiere durch Versehen übergangen worden
ein, so werden dieselben gebeten, Herrn
daufmann Karl Schank oder Herrn
Pfarrer Krieger Kenntniß zu geben.

St. Ingbert 27. Juli 1868.

Das Festeomitee.

Wohnungsveränderung.

Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich
nicht mehr in dem Gebr. Dörr'schen Hause
sondern in dem des Peter Schwarz jun.
vis-a-vis der Peter Müller'schen Weinhand⸗
iung wohne. Wilhelm Brill, Seiler.

Am Montag Morgen wurde
in meinem Verkaufslocale ein
„Zehnguldenschein“ gefunden;
der Verlierer desselben inöge sich
bei mir melden und ausweisen um
ihn in Empfang zu nehmen:

Jakob Schwarz, Metzger.

Durch höchste Enischlichung der k. Staatsministerien des Innern und des Krieges
zom 8. 1. Mis. ist gemäfz Art. 94. des Wehrverfassungsgesezes vom 30. Januar 1868
ils Anfangstermin fuͤr das Aushebungsgeschäft bezüglich der Altersklasse 1847, das ist
5 Wehrpflichtigen, welche im Laufe des Jahres 1847 geboren sind — Art. 7.
zes Gefezes — J
der 1. August 180608
hestiimmnt worden.

Dengemaß werden auf Grund des 8 2 der zum Wehrverfassungsgesetze erlassenen
Bollzuge⸗Vorschriften vom 22. Juni l. Is. Kreis Amtsblatt NRro. 61 Seite 1185 und
oigende) sammtliche Wehrpflichtige der Altersklasse 1847 andurch aufgefordert, inner⸗
halb ber Frist vom I. bis 14. August nächstbin sich bei der Gemeindebe⸗
jörde ihrer Heimath oder ihres Aufenthalsories, — falls fie sich im Anslande befinden
zei ersterer —, perfoöͤnlich oder schriftlich, — oder durch Stellvertreter, welche hiezu einer
besondern Vollmacht nicht bedürfen, zum Eintrage in die Urliste unfehlbar anzumelden
ind daselbst gegebenen Falles gleichzeitig auch ihre Ansprüche auf gänzliche odee zeitweise
Befreiung dvon der Wehrpflicht — Art. 11 und 12 des Gesetzes — oder auf einstweilige
Aassehumg der Einreihung — Art, 8 des Gesetzes — unter Voꝛlage oder Benennung
aller sachdienlichen Belege und Nachweise anzubringen.

Indem den Betheiligten der Inhalt der auf das Vorverfahren Bezug habenden Ge⸗
sehes⸗ Ärtilel nachstehend vollständig kund gegeben wird, werden dieselben insbesondere auf
die Strafbestimmungen des unten abgedrudten Art. 70 Abs. J des Wehrverfassungsge⸗
zesetzes aufmerksam gemacht, wornach alle Wehrpflichtigen, welche versaumen sich innerhalb
der Frift vom 1. bis inci. 14. August nächfihin zur Eintragung in die Urliste anzu⸗
melden, ihre Berurtheilung zu einer Geldstrafe bis zu 10 fl. zu gewärtigen haben.

Art. A3.
Alle mit dem 1. Januar eines Jahres wehrpflichtig gewordenen Jünglinge sind
erpflichtet, sich vor dem darauffolgenden 138. Januar (Die Wehrpflichtigen der
Alersklaffe 1847 ausnahmsweise vor dem 15. August laufenden
Jabres,) bei der Gemeindebehörde ihret Heimath oder ihres Aufenthaltsortes, falls sie
sch im Auͤslande befinden, bei ersterer persönlich oder schriftlich oder durch Stellvertreter,
veiche hiezu einer besonderen Vollmacht nicht bedürfen, anzumelden.

Zwischen dem ersten und 18. Januar (bei der Altersklasse 1847 aus-
nahmsweise zwischen dem J. und 14. August laufenden Jahres) hat
eder Pflichtige bei Vermeidung des Ausschlusses seine etwaigen Ansprüche auf gänz⸗
iche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht oder auf einstweilige Aussetzung seiner
kinreihung bei der Gemeindebehörde anzumelden, um die zur Begründung seines An—
pruches erforderlichen Nachweise soweit möglich vorzulegen.

Art. 46.

Art. A J.
Die von der Gemeindebehörde hergestellte Lifte wird vom 1. bis 15. Februar
ba ber Altersklafse 1847 ausnahmsweise vom 29. Angust bis 11
eptember laufenden Jahres) in der Gemeinde zur Einsicht öffentlich aufgelegt
Tinsprüche gegen ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit müssen innerhalb dieser Zeit bei der
Bemeindebehörde angemeldet werden.
Ueber die Anmeldung ist Protokoll zu errichten. *
Das Recht des Einspruchs steht Jedermann zu.
Art. 76. Abs. 1.

Wehrpflichtige, welche der in Art. 43 Abs. 1 feftgesetzten An⸗
meldepflicht nicht nachkommen, unterliegen einer Strafe bis zu
Homburg und Zweibrücken den 22. Juli 1868.

Königl. Bezirlsamt Homburg, Königl. Bezirksamt Zweibrücken.
Chelins. Damm.
Spaeth. Schaefer.
Anzeige.

Der Unterzeichnete unterhält fortwährend Lager in fertigen engl. und
deutschen Werkzeugen für alle Holzarbeiter, Holzschraubenschneider in ver
chiedenen Größen. Alle Arten von Waagen in Eisen und Messing, als: —XXC
Valkenwaagen, Decimal- und Tafelwaagen von verschiedener Tragkraft,
r Metzger, Specerei und Wollhandlungen. Für sämmtliche Werkzeuge und Waa—
gen wird garantirt.

Zweibrücken im Juli 1868.
*
Gecor FoOCI, Zoeugsohmied.
Redacktion, Dru und Verlag von F. X. Demeß in Ep Inobert.
        <pb n="359" />
        St. Ingberlker Anzeiger.

der „St. In gberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
uind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die⸗ dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 90.

Donnerstag, den O.

235
Ju
1ss.

Besellschaftsstatuten und die genehmigende Entschließung werden
hurch das Kreisamtsblatt der Pfalz bekannt gemacht werden.
Karlsruhe, 21. Juli. Die Bewegung wegen Aufge-
zung der Confessionsschulen nimmt zu. Außer Baden, Reuenheim
ind Leimen hat sich nun auch die Mehrzahl der Bürgerschaft von
Iffenburg, Lahr und Konstanz für den Plan ausgesprochen. In
einer öffentlichen Versammlung zu Lahr, die sich mit großer Ein—
jelligkeit im berührten Sinne aussprach, gab der Vorsitzende des
ortigen katholischen Orthsschulraths, Oberzollinspector v. Stetten,
die Zusicherung ab, daß der katholische Ortsschulrath mit allen
dräften für das Zustandekommen von Gemeindeschulen wirken
berde, und in Konstanz erfolgte der diesfallsige Beschluß der ka—
holischen Schulgemeinde mit 824 gegen 48 Stimmen.
Darmstadt, 27. Juli. Die Verhanglungen zwischen dem
jegenwärtigen Vertreter des Ministeriums des Aeußern, dem Ju⸗
tizminister von Lindeloff, und dem' nordamerikanischen Gesandien
Zancroft haben heute auf Grundlage der mit Bahern und Baden
üngst abgeschlossenen Verträge begonnen.
Ulim, 22. Juli. (Festung) Die „A. A. Zig.“ schreibt:
„Nach französischen Berichten, welchen bisher noch nicht wider⸗
prochen ist, setzt die württembergisch-baherische Ucbereinkunft über
»ie Verhältnisse der Festung Ulm fest: daß in Kriegszeiten dem
Bouverneur Ulms 600,0006 fl. zur Verfügung gestellt werden, um
die Festung auf Kriegsfuß zu setzen. Jeder Staat liefere alsdann
ie Hälfte dieses Betrags. In Friedenszeiten wird die Garnison
5000 Mann betragen, von denen Bayern 2000 stellt (3 Batail-
one Infanterie, 4 Batterien Fußartillerie und eine Compagnie
Bioniere), und Württemberg 83000 Mann (6 Bataillone Infan—
erie; 4 Batterien Artislerie, 1 Compagnie Pioniere und eine
-„chwadron Kavallerie mit 100 Pferden). In Kriegszeiten be—
rüge die Garnifon 10,000 Mann, von denen Bahern 4000
Mann Infanterie, 800 Artilleristen und 180 Pioniere, Württem⸗
zerg dagegen 4000 Infanteristen, 700 Artilleristen, 180 Pioniere
und 150 Kavalleristen stellte. Die Truppen beider Staten
zleiben kontonirt auf den resp. Territorien beider Länder, obgleich
die Festung selbst als gemeinsames Eigenthum betrachtet wird.
der Vertrag ist auf 5 Jahre gültig.
Berlhin, 24. Juli. Eine Mittheilung aus Mainz in einem
Schweizer Blatte stellt die Errichtung einer neuen Festung bei
Frankfurt in Aussicht. Bei der letzten Anwesenheit des Konigs
von Preußen in Mainz habe derselbe eine Deputation des Ge—
neinderathes empfangen, welche auf Erweiterung der dortigen
Zefestigungswerke angetragen. Da dieses Project wegen der ver—
chiedenen Anhöhen in der Nähe der Stadt zu enorme Sum—
men verschlingen würde, so habe man entschieden die Sache an
J den preußischen Kriegsminister zu bringen mit dem Vorschlag,
Seine Maj, der König daben sich bewogen gefunden, den has üͤberraus günftige Terrgin zur Anlegung einer Festung bei
hotar Johann Baptist Keller m Kandel, auf Änsuchen, nach Gere Frantfurt du benüßen und nach Verlegung des festen Puͤnctes
nersheim; den Potär Karl Sommer in Rokenhausen, seinem juf dieseStelle die Festungswerte en Mainz zu schleifen.
Ansuchen entsprechend, auf die hiedurch erledigte Stelle in Zorläufig Tege die Entscheidung in den Händen der Stra—
dandel zu versetzen; die weiter hiedurch erledigte Notär⸗ wegiker. Die ganze Mittheilung dürfte vorerst wohl noch zu be—
telle in Rockenhausen dem geprüften Rechtscandidaten Philipp weifeln sein.
Beaufort in Dürkheim zu verleihen; den Notär Emil Eduard Wisen, 28. Juli. Beim Montagsbankett toastirt Kaiser (aus
Schmolze in Rheinzabern, seinem Anluchen gemäß, auf die in Zug, Schweiz) unter stürmischem Beifall auf Oesterreich, welchem
Vinnweiler erledigte Notärstelle zu versetzen und die hiedurch in ez delungen sei, die Eoncorbaisfefsein abzustreifen und confes⸗
Frledigung kommende Notärstelle in Rheinzabern dem geprüften onelle Gesetze aufzustellen. Löschmann (Offenbach a. M.) fordert
dechtscandidaten und Notariatspractikanten Karl Leppla von der die Presse auf, dem Gedanken einc deutsch·europäischen Völkerver⸗
Mohrmühle, zur Zeit in Otterberg, zu verleihen. hrüderung Eingang zu verschaffen und toastirt auf“ Deufschlands
Se. Maj. der König haben sich bewogen gefunden: unterm Zukunft; Vessey (ein Ungar) hebt die Verdienste Deutschlands um
14. Juli l. J. die Gründung einer Actiengesellschaft zur Errich⸗ die Weltcivilisation hervor und trinkt auf Verbrüderung und
ung und zum Betriebe einer Leinenzwirnere; in Zweibrücken unter Bleichberechtigung aller Nationalitäten. Nächsten Mittwoch wird
er Firma „Leinen-Zwirnerei Zweibrücken“ mit dem Sitze in der Kaiser den Festplatz besuchen.
3weibrücken und einem Grundkapitale von 250,000 fl., welches In Böhmisch-Leipa hat der dortige Gymnasialdirector
u Actien à 500 fl., auf den Inhaber lautend, begeben wird, auf die und Prior des Augustinerklosters Herr Cajetan Pofselt, der gleich⸗
dauner von 99 Jahren zu genehmigen, und die vom Vertreter der zeitig Mitglied des städtischen Gemeinderaths ist, einen von den
gesellschaft, Fabrikanten Julius Dingler in Zweibrücken, vorgelegien Veriretern der Stadt beschlossenen Protest gegen die bekaunte päpst-
Sesellschaftsstatuten mit einigen Modificationen zu bestätigen. Die liche Allocution und ein Vertrauensbotunn an das Ministerium

Deutschland.

München, 28. Juli. Ueber die Ergebnisse der nunmehr
beendigten internationalen Telegraphen-Conferenz in Wien verneh⸗
men wir Folgendes: Der im Jahre 1865 zu Paris abgeschlos⸗
jene Staatsvertrag wurde revidirt, ein vollständiges Dienstesregle⸗
nent ausgearbeitet und Special-Verträge mit den Nachbarstaaten
zuurt Ermäßigung der Tarife und zur Bestimmung der Abrechnungs—
modalitäten geschlossen. Zwischen sämmtlichen europäischen und
isiatischen Telegraphen⸗sVerwaltungen ist nunmehr eine innige
Berordnung hergestellt und besteht eine Einheit sowohl
in staatsrechtlicher Beziehung als auch in der gaänzen Mani—
zulation für sämmtliche Telegraphenlinien der alten Welt. Unter
den besonderen Bestimmungen ist hervorzuheben, daß die Tarife
namentlich für die indische Correspondenz ermäßigt wurden, daß
auf langen Linien der Hughes'sche Apparat eingeführt werden soll,
und daß die Beförderung von Telegrammen durch die Post an
ene Orte, wo keine Telegraphenämter sich befinden, unentgeldlich
zu geschehen hat. Ferner wurde die Regierung der Schweiz mit
der Leitung eines Centralbureaus betraut, welches eine gemeinschaft⸗
liche Zeitschrift über Telegraphen-⸗Wesen zu redigiren und allge—
neine Mittheilungen über Eröffnung neuer Stationen ꝛc. zu ver⸗
nitteln hat; die diplomatischen Verhandlungen dagegen sind der
eweiligen Präsidialregierung zugewiesen und zwar vorläufig auf
3 Jahre der österreichischen Regierung. Die Bestimmungen freten
mit dem J1. Januar 1869 in Kraft und die nächste europäische
Tonserenz soll im Jahre 1871 zu Florenz stattfinden.

München, 26. Juli. Zum Geniedirector der Festung
Alm wurde der Oberstlieutenant G. Frhr. v. Stengel bisher Vor—
and der Genieberathungscommission unter Beförderung zum Ober⸗
den, und der bisherige Geniedirector der Festung ülm Oberst
Michael Schenk zum Vorstand der Genieberathungscommission er—
rannt. — Dad die aus amerikanischem schwarzem Lederiuche be⸗
lehenden Czapkenüberzüge der Uhlanenregimenter sich nicht bewährt
zaben, so wird bei künftigen Neuanschaffungen hiezu schwarzes
Kegentuch verwendet werden. — Die Verordnung über die
Organisation der Gensdarmerie hat die Genehmigung des
dönigs erhalten und wird demnächst im Regierungsblatt publi⸗
eirt werden.

München. 27. Juli Der Koͤnig von Bayern begibt sich
am 1. August nach Kissingen zum Besuch des russischen Kaiser—
WBBuVVD
in Heirathsproject handele. Die Musik des 1. Infanterieregi⸗
nents ist nach Kissingen beordert.

Dienstesnachrichten.
        <pb n="360" />
        mitunterzeichnet. Vor einem solchen Manne muß man den Hut
abziehen.
Frankreich.

Paris, 26. Juli. Auch Jetzte Nacht mußten in Montmar-
tre eine Menge aufruͤhrerischer Maueranschläge abgerissen werden.
Sie verlangten sämmtlich den Tod des Kaisers. — Heute Abend
seiert die Linke ihre Versöhnung durch ein Banket. Hr. Carnot
vird die Rede halten. — Ein Marineoffizier, der fich durch die
Ausfälle des Hru. Paul Cassagnac gegen J. Favre sittlich ver—
leht fühlte, begab sich auf die Redaktion des Pays,“ und er—
theilte Hrn. P. Cassagnac ein paar Ohrfeigen. Dieser verlangte
bon dem Offizier die schriftliche Bestätigung, daß er ihn geohr⸗
feigt. — Hr. Rochefort will den Gerichten die Frage vorlegen,
ob die Regierung das Recht habe, (wie ihm geschehe), den Jour⸗
nalen Communique's zuzusenden, welche fast den ganzen Naum
annehmen, der ihnen zur Vefüͤgung steht.
paris 26. Juli, Der“ Eonstiiutionnel“ sagt: Es sei
gegenuber der rumanischen Regierung keine Nachsicht mehr erlaubt
Hian werde sehen, od die Energie ihrer Unterdruckungsmaßregeln
gegen die revolutionare Partei die Aufrichtigkeit ihrer Versicher⸗
ungen zu Gunsten der Ordnung und der Verträge bestätigen
werde. — Die „Patrie“ sagt: Die aufrührerischen Bulgaren seien
im Besitz der besten Hilfsmuttel, welche ihnen von Seite russischer
Agenten zukämen, Das Blatt rath den Rumänen zu energischen
undgebungen, welche die Mächte, insbesondere Frankreich, mit
Freuden begrüßen würden.

Parns, 27. Juli. Der, Moniteur“ beschaftigt sich in einem
eigenen Artikel mit dem neuen transatlantischen Kabel, das von
Brest nach New⸗ York gelegt werden soll. Die Handelsbewegung
die wischen Eütopa und Amerika besteht, soll einen Werth von
15 Null. Fres. taͤglich darstellen. Ueber 2000 Städte unterhalten
mit Amerika regelmäßige Correspondenz. Der ursprüngliche Preit
eines fransatlantischen Telegrämmeß betrag 20 8. St. und seit
cinem Jahre, wo dieser Preis auf die Hälfte, 10 L. Sti, herab⸗
gesetzt wurde, hat sich die Zahl der Teiegramme verdreifact. Die
Amerikaner studiren hereits die Idee eines durch das stille Welt⸗
meer zu legenden Kabels, und Bestioit⸗Champy, der Verfasser des
Arlikeis, sieht bereits in ncht allzu weiter Ferne den Zeitpunkt
roraus, wo ver französische Handel jeden Morgen den Cours der
Seide von Shanghai, des Goldes von San⸗Francisco und der
Vaumwoslle von New⸗Orleans erfahren wird.

Englaud⸗

Lvon don, 25. Juli. Die „Morning⸗Post“ hält es für wahr—
scheinlich, daß die internationale Commission, welche in Petersburg
zur Berathung über die Explosionsgeschosse zusammentritt, auch eine
Vereinbarung bezüglich partieller Entwaffnung discutiren werde.
Die frühere officielle Ablehnung der Congreß-Vorschläge des
Kaisers der Franzosen sei nicht die Aniwort des britischen Vol⸗
kes gewesen; hoffentlich werde Napoleon III. mit dem russischen
Kaiser zur Verwirklichung seiner wohlwollenden Ansichten zu⸗
sammenwirken.

London, 27. Juli. In der heutigen Sitzung des Unter⸗
hauses kündigte Otway eine Jaterpellation des Inhaltes an, ob
Ldord Stanley um eine angeblich antipreußische Allianz zwischen
Frankreich, Belgien und Holland wisse ? Auf eine Interpellation
Kinglakes erwiderte Lord Stanley, England würde das Anerbieten
Metico's, den diplomatischen Verkehr mit diesem Staate wieder
zufsunehmen, willig berücksichtigen.

Fandon 27. Juli. Der „Herald“ glaubl ungeachtet ein⸗

jelner Dementis, daß die Nachricht über Allianzverhandlungen
wischen Frankreich, Belgien und Holland wahr sei, erachtet aber
die Einwilligung der letzteren Staaten für unwahrscheinlich, da
diese Allianz einen fast dollständigen Verzicht auf die Selbststän⸗
digkeit und Souveränität in sich schließen würde. Großbritannien
ocide edentualiter gegen das Project operiren. — Lord Cranworth
Lordkanzler, starb gestern.
London, 27. Juli. Nach einem „Daily News“ aus
Washington vom gestrigen Tage zugegangenen Telegramm hat der
Congreß dem Präsidenten Johnson ein Mißtrauensvotum ertheilt
und die Befuürchtung ausgesprochen, daß im Süden bei der im
November stattfindenden Präsidentenwahl Unruhen vorkommen
werden. — Der Prasident hat den Befehl gegeben, aus den
die Union wieder aufgenommenen Südstaaten die Truppen zu—
rückzuziehen . — —E

ndon, 28. Juli. Der Kronprinz und die Kronprin⸗
zefsin von Preußen werden für Anfangs September auf Schloß
Windsor erwartet.

Schweiz.

2116066

Ein von dem Grasfen Plater aus Broelberg bei
Tedegangenes Circuliar ladet zur Enthüllung des

Polenmo numents bei Raͤpperswyl. am 16. August, alle
Fene ein, denen die Freiheit und Unabhängigkeit der Voller
cheuer ist.
Italien.

Rom, 26. JImi. Die Polizei entdedte den Anfang einer
Mine, welche bestimmt war, die Festungswerke des Aventin zu
prengen. Zwei Schildwachen wurden neulich verwundet. Die
hͤolijei hat auf eine Anzahl rother und schwarzer Hemden Be—
schlag gelegt und die Concessionen aller Leinenwarenhandlungen
der römischen Campagna widerrufen.

Der italienische Generalstabs⸗Capitän Graf Taverna hat sich
nit einer besonderen Mission betraut, nach Berlin zum General
g. Molike begeben; er wird gleichzeitig den Militärmanövern im
dager von Tegel beiwohnen. Diese Sendung wurde der preußischen
Regierung officiell angezeigt, welche im den verbindlichsten Aus—-
zrücken darauf erwiedere. F
Man schreibt dem „Journal des Debatz“ qus Rom
i9. Juli: Man darf den Bruch der diplomatischen Beziehungen
wischen dem Vatican und dem Wiener Cabinet als eine ausge.
nachle Sache ansehen. Hi. v. Meysenbug ist abgereist, nachdem
er officiell in die Häinde des Cardinals Antonelli die Protestation
des Herrn d. Beusi gegen die päpstliche Ansprache vom 22. Juni
niedergelegt hatte. — Es ist die Rede davon, gleichzeitig mit dem
tomenischen Concil eine aligemeine Jubiläumsfeier auszuschreiben.
Das Juditaum odet, wie es in Rom heißt das Anno Santo
sehn die Sgließung der Theater uncd die Einstellung aller öffent⸗
iichen Lustharkeilen drach sich. Es ist eine Art allgemeiner Clau
tration, die dem bergnugungsluflgsten und gleichzeitig von den
Vergnügen der bei ihm weilender Fremden lebenden Volke auf—⸗
erlegt wird. — Am 25. d. Mis. verlassen die Truppenabthei—
ungen, die sich bishet in Rocca di Papa befanden, das La—
jer und werden von den Zuaven und einheimischen Jagern
abgelöst.
Syanien.

Madrid, 26. Juli. Die Verschworenen auf der Fregatie
„Villa Madrid“ beabuchtigten die progressistischen Flüchtlinge auf
den Azoren und die verbannten Generaie auf den canuarischen
Inseln an Bord zu nehmen und an der spanischen Küste auszu—
chiffen. Die Energie des Capitäns vereitelle die Verschwörung. —
Nach Catalonien wurden Truppen gesandt, um Aufständen zuvoi⸗
zukommen.

Donaufürstenthümer.

Belgrad, 285. Juli. Die Schlußverhandlung im Für—
tenmordprocesse ist beendigt, und beträgt der Schadenersatz zu wel—⸗
hem die Angeklagten verurtheilt wurden, 140,000 Ducaten. Die
Fublication des Urtheils erfolgt Montag.
Vermischtes.

Speier, 24. Juli. In den Gemeinden Trippstadt und
Elmstein sind zwei praktische Aerzte anzustellen, welchen gegen die
Berpflichtung unentgeldlicher Armenpraxis aus öffentlichen Mitteln
fixer Gehalt an ersterem Orte von 700 fl. an letzterem Orte von 600 fl.
Jahres gesichert ist. Bewerber um eine dieser Stellen haben
hre Gesuche binnen einer Frist von 3 Wochen bei kgl. Regierung
der Pfalz, Kammer des Innern einzureichen. D

Zweibrücken, 28. Juli. Der igl. General⸗Major
derr v. Tausch ist zur Inspicirung der Garnison gestern dahier
ingekommen, und im Gasthause zum Zweibrücker Hof“ dahier ab⸗
gestiegen.

Gestern Nachmittag entlud sich über unsere Stadt und
Amgegend ein sehr heftiges Gewitter mit starkem Hagel, ploͤtzlich
mel ein ungewöhnlich harter Donnerschlag und verdreitete sich die
Rachricht der Blißz habe in den Justizpalast geschlagen. Der—
elbe schlug in einem von dessen Schornsteinen, lief längs des
Daches bis zur Mitte des Gebäudes und richtete auf dem Spei⸗
her und in der obersten Etage einen verhältnißmäßig geringen
Schaden an. Einige Männer welche allda mit Gipsen beschäftigt
wacen, wurden mehrere Minuten betäubt und deren zum Theil
„vollendete Arbeit total vernichtet.

Gestern Nachmittag um 2 Uthr erschoß sich auf dem
Badeplatz für Knaben nahe bei der Eremitage der 2. Wachtmei⸗
der Wolff. Die Ursache dieses Selbstmordes ist unbekannt.

Programm zur Feierdes 30jährigen Ju—
Zile uums der pfälzischen prolestantisch-unirten Kirche am 2. Auguft
1868 in Kaiserslauiern. J. Am Vorabend um 7 Uhr und am
Festmorgen um 6 Uhr Choralmusik auf dem großen Thurme der
Frotestantischen Kirche. 2. Am Festmorgen um 1093 Uhr Ver—
sammlung im Saale der „Eintracht“, von da um 1084 Uhr Fest⸗
ug durch die Hauptstraße bis zur protestantischen Kirche und von
za zur Fruchthalle in folgender Ordnung: 1) Musikchor. 2) Die
Miiglieder des Presbyteriums. 3) Der Ausschuß des protestan—
        <pb n="361" />
        ischen Vereins umnd die eingeladenen Güste und Corporationen.
Die übrigen Fesitheilnehmer. Zu beiden Seiten des Zuges
zehen weißgegleidete Mädchen mit Kränzen. 3. Festfeier im gro⸗
Ren Saale der Fruchthalle um 11 Uhr: 1) Gesang des 1, 3.
ind 5. Verses des Liedes Nr. 553 des Gesangbuchs. 2) Eröff⸗
juangsansprache. 8) Chorgesang. 4) Festrede. b) Vortrag und Er⸗
auteruug der Thesen, welche aus der Versammlung hervorgehen.
3) Chorgesang. 7) Ansprachen eingeladener Gäste. 8) Gesang des
diedes Rr. 223. 9) Schlußworte des Vorsitzenden. Die Frucht-
Jalle bleibt bis zur Ankunft des Festzuges geschlossen. Um 2
ühr des Nachmittags Festessen in dem Krafft'schen Saale an der
Zahnhofstraße. Billete hierzu werden bei Herin Kaufmann Hein—
eich Weber an der Hauptstraße abgegeben. J —

rAugseburg, 24. Juli. (Wir Schwaben.) Der
a. f. R.“ jchreibt dund Augsb. Bl. thun des Vorfalles in
ihnlichee Weise Erwaͤhnung. J. Der heutige Abend gab uns durch
die Vorfdlle am Bahnhofe eineit Vorgeschmach, wie die Paticula
isten bei dent Schützenfeste in Wien aufzutreten gedenken. Als
die gegen Abend mii Ertrazug don Ulm kommenden Württemberger
nit den Nachmittags schoin angekommenen Schweizer⸗Schützen ver⸗
inigt in einem Extrazug nach Munchen fahren sollten, konnten es
die Beobachter Schwaben (der ganze Festzug bestand, so viel wir
vahrnehmen konnten, lediglich aus Vollblutpartikularisten) nicht
verwinden, mit den Schweizern in einem Zug zu fahren, und
zlötzlich erscholl der Ruf „was Württemberg heißt, aussteigen.“
And nun begann Tumult und Schimpfen, alles begütigende Zu—
Sden von Secite des Bahnbeamten nützte nichts. „Mer wollet
inseren eigenen Extrazug habe, mer fahre niet mit de Schweizer!
Mer habet schon die Badenser niet mitfahre lasse, weil mer allein
sein wollet und als Schwaba nach Wien komme wollet.“ Das
wvaren die einzigen und immer wiederkehrenden Gründe ihrer Wei⸗
jerung, wieder einzusteigen. Achselzuckend betrachteten die Schweizer
Jieses den deutschen Ramen nicht in glänzendes Licht stellende Be⸗
ragen. Gegen die Beamten der Bahn herauszuspeien, die rohesten
Anzdrücke über Bahern und die Bahyern, dieses hätte eher ein
Straßenpublikum vermuthen lassen, als II. Klasse fahrende Schü⸗
zenbrüder, und es war höchste Zeit, daß sie endlich auf die ent⸗
schiedene Aussprache der Beamten hin, wenn sie nicht mitfahren
vollten, müßten sie eben dableiben, zum Einsteigen vermocht wur—
)en, vorerst nach München, bis wohin man sie vertröstet hatte —
⸗ez war höchste Zeit, sagen wir, sonst hätte vielleicht das anwesende
Hublikum den Leuten gezeigt, wie man mit so lärmenden Menschen
verfährt.“ — Das A. Anzbl. schreibt: Das ungezogene Benehmen
er Württemberger Schützen auf hiesigem Bahnhofe hat in Mün⸗
hen eine treffliche Zurechtweisung gefunden; man hat daselbst die
Wagen dieses Noblesse weit vor dem Bahnhofe ausgehängt und
ieß sie bis zur Abfahrt in lieber freiet Natur über ihre Flege⸗
‚eihen nachdenken.

k Durch den großen Brand in Bärnau sind die Kirche und
78 Wohnhäuser, darunter der Pfarrhof und das Mauthhaus zer⸗
kört worden. — Der Regierungspräsident der Oberpfalz hat sich
jofort an Ort und Stelle begeben.

.In Graͤfenhausen bei Darmstadt hat. am 19. Abends ein
Urbeiter seinem Bruder in Folge eines Streits 10 lebensgefähr⸗
liche Messerstiche versetzt und der gerichtlichen Untersuchung sich durch
zie Flucht entzogen.

p Die große Eisenbahuwaggons-Fabrik der Herren Talbot
u. Comp. in Aachen ist in der Nacht des 21./22 abgebrannt.
1060 Waggons sind mitverbrannt.

f Am 21. d. wich in einem der fürstlich Salm'schen Hoch⸗
zfen zu Blansko (Mähren) vor dem Guß der Verschlußkolben, so
zaß ca. 60 Ctr. geschmolznes Eisen ausstroͤmten und sich auf dem
Hoden lavaartig ausbreiteten. Durch die hiedurch entstehende Ver⸗
wirrung, den entwickelten Dampf ꝛc. sind 16 Personen (sie fielen
heilweise in die glühende Masse) verunglückt; mehrere derselben
find ihren Wunden bereits erlegen.

f Braunschweig. Vom 8. bis 9. September d. J.
vird zu Braunschweig, verbunden mit dem VII. deutschen Feuer⸗
vehrtage, der am 6. 7. und 8. ebendafelbst abgehalten wird, eine
Ausstelung von Feuerlösch- und Rettungs-Geräthen, sowie auch
Wasserleitungs· Utensilien stattfinden, auf die wir Fabriknnten und
Berfertiger von Feuerspritzen, Schläuchen und Ausrüstungsgegen-
tänden für Feuerwehren aufmerksam machen. — Die auszustellen⸗
den Sachen müssen bis zum 15. August beim Ausstell ungs-Ausschuß
zes VII. deutschen Feuerwehrtages zu Braunschweig angemeldet
verden; die meisten Eisenbahndirectionen haben sür nicht verkaufte
Nusstellungsgegenstände freie Rücffahrt gewährt, von wenigen noch
ꝛehlenden steht dieselbe Vergünstigung in ziemlich bestimmter Aus⸗
icht. Nach dem groͤßen Eindrucke, den die erste Aussiellung von
Feuerldsch Geräthen im Jahre 18685 in Leipzig machte, steht zu
joffen, daß auch der bevorstehenden allgemeine. Theilnahme ent⸗
zegengebracht werde.

fKsnigsberg- Ein gräßlicher Unglückzfall fand am
Freitag fruͤh nach 8 Uhr an der Sielle. wo die Neufahrwaffer⸗
Bahn sich von der Ostbahn A— statt. Der 8jährige Krabe
des dort stationirten Weichenstellers Steczniewski verlief sich, ün—
gesehn von der in ihrem neben der Bahn gelegenen Gemüsegarten
zeschäftigen Mutter auf den Schienenstrang. Als der Kouigsber⸗
ger Eilzug heranbraus'te, sah die Mutter ihr Kind zu ihrem Ent⸗
ketzen auf den Schienen spielen. Sie stürzte zu seiner Rettung
herbei, obgleich der in der Nähe auf seinem Posten stehende Vater
hr zurief, zurückzubleiben, leider vergebens. Die Locomotive hatte
Fereits das Kind erfaßt und ihm beide Beine und einen Arm
ermalmt; auch die unglückliche Mutter wurde infolge ihres Ret⸗
Amgsversuchs ain Kopfe so schwer verletzt, daß sie wie der Knabe
venige Minuten nach der Katastrophe verstartbß. 4

Die Pariser Deuischen übersandten durch Ludwig
dalisch einen sübbernen Pokal als Ehrengabe für das Wie-
ner Schützenfest. z. —42

p Der Director der großen Oper in Paris unterhandelt mit
Richard Wagner wegen Aufführung des Lohengrin.

4 Mit Hinsicht auf die seit Kurzem vielfach vorgekommenen
Ztrychnins Vergiftungen empfiehlt die medizinische Wochenschrift
Lancet“ Kampher als ein äußerst wirksames Gegengift bdid
VBergiftungen mit dem gefährlichen Strychnin.

f In keinem Lande der Welt versteht man es so präch⸗
iig den Buchstaben der Gesetze und der Verordnungen zu umge⸗
hen, wie in England. Das kürzlich vom Chef der an Poli⸗
ei ertassene Edict, daß sämtliche Hunde der Hauptstadt Maulkorbe
ragen jsollen, ist ebenfalls zum Gegenstände einer recht sinnreichen
Imgehung gemacht worden. Die Verordnung schreibt nämlich
vörllich vor, daz den Hunden die Maulkörbe in einer solchen
Weise angelegt werden sollen, daß sie bequem Speise und Trank
zu sich nehmen im Stande sein können. Einige industrisse Kopfe
—E
und Nase, einfach um den Hals gelegt, und dadurch dem Wori⸗
saut der Verordnung in voliständiger Weise genüge gethan.

p Die Einwanderung von Japanesen in London hat sich,
vie das „Athenäum“ schreibt, derartig vergrößert, daß das Er—
cheinen einer befonderen japanesischen Zeitung in Vorschlag ge—
racht worden ist. —
Landwirthschaftliches.

Ueber die Ernte der Winterfrucht sprechen sich die meisten
gerichte aus den Kreisen Bayerns dahin aus, daß dieselbe eine
»orzügliche ist. Ueber Brand im Weizen wurde aus Altötting
Steffelstein und Weißmain geklagt. Der Roggenschnitt hatte in
esonders günstigen Lagen bereits am 20. Juni begonnen. All⸗
zjemeiner wurde derselbe unterm 830. Juni verzeichnet. Der Rog⸗
jen soll gut geladen haben, theilweise aber weniger Stroh ver—
prechen. Dagegen haben die Sommersaaten durch die Trockene
zelitieu, doch sprechen sich die Berichte nicht zu ungünstig darüber
ius. Die Heuernte fiel allenthalben vorzüglich aus. Kartoffeln
fehen ausgezeichnet; Obst gibt es in Fülle, besonders Zweischen.
In Neustadt a. H. hatte man am 24. Juni schon reife Trauben
mm Feld, keider tritt die Traubenkrankheit hie und da auf und
zeginnt man zu schwefeln. Kraut und Rübenpflanzen sind wegen
der heißen Witterung nicht allenthalben gerathen. Hopfen
steht gut. —

Hoher Werthder Sortirung des Saatge⸗
zreides. Die Landwirthschaftliche Lehranstalt zu Worms hat
im vorigen Herbste in Rücksicht auf die geringere Qualität des
186550 Waizen inehrfach angeregt, den zur Saat bestimmten Weizen
horher durch Sortirung von den Körnern mit geringer Keimkraft zu be⸗
freien. Auch sind in dieser Hinsicht mehrere vergleichende Versuche
inn Gang gesetzt worden, die jetzt schon einen ganz außerordentli⸗
hen Umerschied zeigen. Ein Feld von ganz gleicher Beschaffenheit
vurde zur Hälfte mit Weizen besäet wie ihn das Sieb gab, die
indere Haͤlfte aber erhielt Weizen von derselben Schur und in
gleicher Menge d. h. dem Gewichte nach nur mit dem Unterschiede,
daß derselbe vorher auf einer Sortirungsmaschine von den kleinen
ind leichten Körnern befreit worden war. Obwohl es kein Zwei⸗
fel ist, daß die erste Hälfte der Zahl nach weit mehr Körner ent⸗
zielt, als die zweite, so erfreut sich doch heute die letztere Hälfte
iner viel vollkommeneren Bestockung, sowie eines weit üppigeren
Bruns, als die erstere Hälfte. Wir zweifeln nicht, daß auch in
der ferneren Entwicklung diese letztere Hälfte die Oberhand behal⸗
sen und einen reicheren Ertrag bringen wird. Wir behalten uns
hvor, nach der Ernte auf diesen Gegenstand zurückzukommen. Wenn
vir heute schon des auffallenden Unterschiedes gedachten, so ge⸗
chah dieses lediglich, um die Herren Landwirthe zu ermuntern,
rnuch bei der bald erfolgenden Herbstbestellung zur Sortirung des
Saatqutes zu schreiten.
        <pb n="362" />
        WVekanntkmachung.
Die Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersklafse 1847
betreffend.
Durch höchste Entschließung der k. Staatsministerien des Innern und des Krieges
vom 8. l. Mts. ist gemäß Art. 94. des Wehrverfassungsgesetzes vom 80. Januar 1868
ala Anfangstermin für das Aushebungsgeschäft bezüglich der Altersklasse 1847, das ist
derjenigen Wehrpflichtigen, welche im Laufe des Jahres 1847 geboren sind — Art. 7
des Gesetzes —
der 1. August 1868
bestimmt worden.
Demgemäß werden auf Grund des 8 2 der zum Wehrverfassungsgesetze erlassenen
Bollzugs⸗Vorschriften vom 22. Juni l. Is. Kreis Amtsblatt Nro. 61 Seite 1185 und
— sämemtliche Wehrpflichtige der Alterstlasse 1847 andurch aufgefordert, inner⸗
dalb ber Frist vom J. bis 14. August nächsthin sich bei der Gemeindebe⸗
jörde ihrer Heimath oder ihres Aufenthaltsortes, — falls sie sich im Auslande befinden
hei ersterer —, persönlich oder schriftlich, — oder durch Stellvertreter, welche hiezu einer
besondern Vollmacht nicht bedürfen, zum Eintrage in die Urliste unfehlbar anzumelden
und daselbst gegebenen Falles gleichzeitig auch ihre Ansprüche auf gänzliche oder zeitweise
Befreiung von der Wehrpflicht — Art. 11 und 12 des Gesetzes — oder auf einstweilige
Aussetzung der Einreihung — Art. 8 des Gesetzes — unter Vorlage oder Benennung
aller sachdienlichen Belege und Nachweise anzubringen.
Indem den Betheiligten der Inhalt der auf das Vorverfahren Bezug habenden Ge⸗
etes⸗Artikel nachstehend vollständig kund gegeben wird, werden dieselben insbesondere auf
zie Strafbestimmungen des unten abgedruckten Art. 76 Abs. 1 des Wehrverfassungsge⸗
gesetzes aufmerksam gemacht, wornach alle Wehrpflichtigen, welche versäumen sich innerhalb
der Frist vom 1. bis incl. 14. August nächsthin zur Eintragung in die Urliste anzu—
melden, ihre Verurtheilung zu einer Geldstrafe bis zu 10 fl. zu gewärtigen haben.
Art. A5.
Alle mit dem 1. Januar eines Jahres wehrpflichtig gewordenen Jünglinge sind
zerpflichtet, sich vor dem darauffolgenden 13. Januar (Die Wehrpflichtigen der
Altersklasse 1847 ausnahmsweise vor dem 15. August laufenden
Jahres,) bei der Gemeindebehörde ihrer Heimath oder ihres Aufenthaltsortes, falls sie
ich im Auslande befinden, bei ersterer persönlich oder schriftlich oder durch Stellvertreter,
velche hiezu einer besonderen Vollmacht nicht bedürfen, anzumelden.
Art. 46.
Zwischen dem ersten und 15. Januar (bei der Altersklasse 1847 aus-
nahmsweise zwischen dem J. und I. August laufenden Jahres) hat
jeder Pflichtige bei Vermeidung des Ausschlusses seine etwaigen Ansprüche auf gänz⸗
iche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht oder auf einstweilige Aussetzung seiner
Einreihung bei der Gemeindebehörde anzumelden, um die zur Begründung seines An—
spruches erforderlichen Nachweise soweit möglich vorzulegen.
Art. 47.
Die von der Gemeindebehörde hergestellte Liste wird vom 1. bis 15. Februar
bu der Altersklasse 1847 ausnahmsweise vom 29. Angust bis 11.
eptenber laufenden Jahres) in der Gemeinde zur Einsicht öffentlich aufgelegt.
kinsprüche gegen ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit müssen innerhalb dieser Zeit bei der
Gemeindebehörde angemeldet werden.
Ueber die Anmeldung ist Protokoll zu errichten. — EZ— —
Das Recht des Einspruchs steht Jedermann zu. Worms den 24. Juli.
Art. 76. Abs. 1. noirz deute * Seren d fl. 45 *
Wehrpflichtige, welche der in Art. As5 Abs. 1 feftgefetzten An-3 — . —* 9 80
meldepflicht nicht nachkommen, unterliegen einer Strafe bis zu 59 i. 40 tr per ibo Kilo dafer
10 Gulden. 6 — 5 fl. — kr. bis 5fl. 6 kr. per 60 Kilo.
Homburg und Zweibrücken den 22. Juli 1868. — Mehl per Partie 12 f 80 t bie
Konigl. Bezirlzamt Homburg, Koͤnigl. Bezirksamt Zweibrücken, xr. Koggenmehl 1ést zo ir bis — g.
Lhelins. Damm. — ir. Roggenvorschuß 11 fl. 30 tr. bis
Spaeth. Schaefer. — fl. — kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr.
TSCCCC. - fl. — kr. Blumenmehl. 17 fi. — kr.
Jalbresfost des pPiz. Gustav Adosf Pereis Zumtt et
.3 — fll. — kr. bis — fl. — kr. per 88
in St, Jughert. Kile Rubol ohne Fasße20 fl —ir. bip
Dem Programme gemäß wird das Fest am 4. August nächsthin beginnen und die fl. Dtr. Leindl ohnen Faß — f
Hauptfeier am 5. August stattfinden. Bereits am 4. August wird eine größere Anzahl fke bis — r —2** ohne Faß
don Festgästen eintreffen und in ihre Quartiere einziehen, weßhalb freundlichst gebeten/ su. Dakr bis ——
wird, die Quartiere an diesem Tage verfügbar zu halten. Eine Anzahl von Quartieren 30 Hilo Repsluchen E si — rxr. ve
wird erst am 5. August in Anspruch genommen werden. Da höchst erfreulicher Weise sehr f 28 Braͤnntwein 28 fl r
diele Gastwohnungen für Festbesucher angebbten wurden — wofür das Festcommittee big sl 27
schon jetzt herzlich dankt — so wäre es namentlich im Falle ungünstiger Witterung — —
möglich, daß einige Wohnungen nicht zur Benützung kämen; doch wird das Festcommittee Mainz, 24. Juli.
edacht sein, die eintreffenden Gäste möglichst zu vertheilen. (Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
Das Festcommittee lädt die Bewohner unserer Stadt ein, durch Ausschmückung ihrer ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
Häuser den auswärtigen Festgästen einen herzlichen Willkomm zu bezeugen und auf genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
alle Weise mitzuhelfen, daß dieselben von unser Stadt und der bevorstehenden Festfeier Pfo.) 13 fl. — kr. — 14 fl. 30 ku. —
den besten Eindruck mitnehmen. Korn (180 Pfd.) 10fl. — kr. bis — fl. —
Tas Festprogramm wird in den nächsten Tagen ausgegeben werden. kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fi. — kr. bis 10
St. Jugbert den 29. Juli 1866. J. 10 kr. Hafer (120 Pfd.) 6 fl. 10 kr.
Das Festeommittee. zis — A. — kr.
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingberk.
        <pb n="363" />
        St. Ingberler Anzeiger.
—21*

277 *

uac 5543
—— ——
Der „St. Jurgbert er An zerg er⸗mit seinem Unterhalturigsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienztag, Donners tkag

und Samst'ag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
J Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 91. 3* D »Ein Samstag, den J. Aumust — 1868
A — 2*2* — 2 — — 7— * — — *
1 Deutschlandi
Munchen“ 28. Juli. Der Soialgesetzgebuugsausschuß
— —
worden. .63,
Munchen, 28. gJuh. Heute Morgens7 Ahr verließ,
nach einer in der alken Residenzkapelle durch den Hof ⸗ und Stifts-
grobst von Dollinner geleseuen Seelenmesse, unter dem Gelaͤute al⸗
ler Glocken die, Hofkommission, welcher die Ueberführung des Her—
jeg des Hönigs Ludwig J. nach Altötling obliegt, unsere Stadt.
— Herzog Karl Theodor in Bayern hat sich mit der Priu⸗
zessin Margaretha von Orleang, Tochter des Herzogs von Ne—
mours vexlobt. Die Hochzeit findet gleichzeitig mit jener des Duc
yAlençon, mit der Herzogin Sophie von. Bahern im September
iu Pposenhosen ftatt
Muünchem, 29. Juli. Die baherische Staatsregieruug weist
den Borwurf der Beschränkung staatsbürgerlicher Rechte durch die
Zualificalion des politischen Verhaltens der Geistlichen in der
Correspondenz Hoffmann“ zurück. Der Mißbräuch staatsbürger⸗
icher Freiheit durch Entstellung und Herabwürdigung von Hand—
ungen der Regierung konne jedoch im Interesse der staattichen
Ordnung bei den Bewerbern um Pfründe, des landesherrlichen
Pationates nicht geduldet werden. J
Muünchen, 30. Juli. Die Gensdarmerie wird vom J.
September d. J. neu organisirt werden und zwar wird sie be—
reffs ihrer Dienstleistungen den Civilbehörden, in disciplinärer
Beziehung jedoch dem Kriegsminsterium untergeordnet sein.Sie
wird nicht beritten sein und sollen Brigadiers und Oberbri—
zadiers bei Besetzung von Offizierstellen berücksichtigt werden. Dem
vürttembergischen Kriegsminster wurde das Großkreuz, dem Gene—
ralstabschef Suckow das Großcointhurkreuz des Ordens vom hl.
Michael verlieben. —W
Dienstesnachrichten. 3
VVVVVV,—
Se. Maj. der Köͤnig häben. sich bewogen gefunden, die bei—
dem Appellationsgerichte der Pfalz erledigte Advocatenstelle dem
Advocat · Anwalt am Bezirksgerichte Zweibrücken, Gustav Gulden,
einem Anfuchen gemüß zu verleihen, an dessen Stelle den Bezirks
gerichls: Assessor Julius Petersen in Frankenthal, seinem Ansuchen
entsprechend, zum Advocaten am Bezirksgerichte Zweibrücken zu
rnennen, den Landgerichtsassessor Julius Schmolze in Zweibrücken
um Staatsprocuratorsubstituten bei dem Bezirksgerichte Franken⸗
hal auf Ausuchen zu befördern; den Lamdgerichtsossessor Emil
Bixis in Neustadt seinem Ansuchen gemäß zum Bezirksgerichts-
assessor in Frankenthal und den Landgerichtsassessor Karl Ostheider
nn Germersheim, seinem allerunterthänigsten Ansuchen um Verleih—
ing einer Bezirksgerichtsassessorstelle entsprechend, zum Bezirksge—
richtsassessor in Zweibrücken zu ernennen; den funktionirenden
Staatsprocuratorsubstituten Jakob Keller in Frankenthal zum Land—
zerichts-Assessor in Germersheim zu befördern, deu Landgerichts⸗
issesssr Eugen Lellbach in, Durkheim auf sein Ansuchen in
zleicher Dienstesrigenschaft nach Zweibrücken zu versetzen, auf die
ziedurch sich erledigende Stelle eines Landgerichtsasseffors in Dürk—
seim den bisher als Hilfsarbeiter des Generalstaatsprocurators am
Apellationsgerichte der Pfalz verwendeten Substituten, MAdolph
daas in Zweibrücken, zu befördern; dem Landgerichte Ludwigs
afen einen Assessor außer dem Status beizugeben und auf diese
Stelle den functionirenden Staatsprocuratorfubstituten August
kckhard in Kasserslautern. seinem Ansuchen entsprechend, zu
rnennen. ..
Unterm 18. Juli l. J. wurde der Gerichtsbote Philipp
Walltz von' Winnweiler, seinem Ansuchen entsprechend, nach Wald-
ischbach versetzt. J
Wisen, 28. Juli. Die „Neue Fr. Presse beleuchtet gelegent⸗
ich eines Festberichtes den Stondpunkt, welchen die Presse gegen⸗
iber dem großen Nationalfest einnimmt, mit folgenden Worsen:
„Die ganze Presse Deutsch-Oesterreichs ist voll Befriedigung. Nur
Valterland und „Volksfreund“ schmähen die „unheilige“ Versamm—

lung der deulschen Schützen und sind erbost Uber den Minister,
der so frei war, auf dem Festplatze mit Pathos und Schwung
die Sache der Freiheit zu feiern. Unter den nichtdeutschen Orga—
gen Oesterreichs äußern sich zumal die ungarischen sympathisch für
inser Fest, wäͤhrend die Czechen in ihrer Bosheit die Erfindungs—
sabe so sehr im Stich läßt, daß sie siih vorerzihlen, die Wiener
ätten die deutschen Schützen zum Feste gedungen! Characteristisch
t, daß das energischste unter den Bismarck'schen Blättern, die Weser⸗
Zeitung.“ Neugier und Durst als die einzigen Hebel des Festes
relten lassen will. Was sagen unsere Bremer Gäste dazu? Frei—
ich läßt sich das die „Weser-Zeitung“ aus Wien von Jemandem
chreiben, der zwar aus „Staatsmitteln“ besoldet wird, aber eben
»in Czeche iscc.. * I

Wien, 29. Juli. Beiin heutigen“ Schutzenbanketldrückte
duranda die Hoffaung auf die Wiedervereinigung Oesterreichs mit
Deutschland aus und brachte ein Hoch auf das gesammte deutsche
Baterland. Hedinger aus Schwy; bezeichnete die Schützenfeste als
die Rütlis der Gegenwart, aus denen die Freiheit füt Deutschland
erstehen werde. Hechenpleikner aus Tyrol brachte. ein Hoch auf
die neue Aera und das lieberale Ministe rinum in Sester
cich aus. 3 9

„Waen, 30. Juli. Heute wurden die Versammlungen des
Besammtausschusses des deutschen Schützenbundes eröffnet. Es

varen achtzig Mitglieder anwesend. Justizrath Sterzing aus
Hotha wurde mit Acclamation zum Vorsitzenden gewählt; derselbe
zankt und Lerklärt, das Ziel des Schützenbundes sei dessen Ein—
virkung auf die Geschicke des deutschen Volkes, die er auch wirk⸗
lich ausübe. Der Shützenbund verktrete die Zusammen gehörigkeit
aller deutschen Stämme.

—Wien, 31. Juli. Der Kaiser, vom stürmischen Hoch bhe—
zrüßt, traf gestern Nachmittag auf dem Schützenplatz ein, befuchte
ämmlliche Localitäten und trank in der Festhalle auf das Wohl
aller Schützen. n

FFrankreich.

Paris, 23. Juli. Die Anstalten zum nächsten Napoleons-
eeste werden betreits getroffen. Das herkommliche Feuerwerl, um
zas die Franzosen sich nicht leicht bringen lassen, wird schon vor⸗
Hereitet und soll diesmal die Bedeutung eines politischen Program⸗
nes bekommen, gegen dessen Verwitklichung wir am wenigsten ein⸗
uwenden hätten. Der Tempelhdes Friedens und die
ßöttinder Freiheit, also eine pyrotechnische Illustrirung
»es Briefes vom 19. Januar, soll die Pariser am Feste dez
daisers erfreuen. Wir hossen die Zusagen des 19 Januar und
usbesondere die Friedensverheißung wird nicht so ephemer sein
ils das an uns vorüberziehende, in allen Farben erglaͤnzende Bild
ius der Werkstätte des Hrn. Ruggieri. Reben den— Ordensver⸗
eihmigen, deren Zahl' keine geringere sein wird als im
vorigen Jahre, sollen auch einige Sengaitarnenn unqen
tattfinden.

Bis jetzt hat der „Constitutionnel“ eine sehr günstige Mei—
iung von dem Verlauf. des großen Wiener Schützenfestes. Herr
ẽ*d. Simon schreibt hierüber in dem Tagesbericht Folgendes::
„Indem die verschiedenen Redner freimüthig ihre Sympathieen
ür Oesterreich an den Tag legten, vermieden sie Alles, was die
reußischen Gäste hätte verletzen können, und bis jetzt wenigstens
„jat noch nicht der geringste Mißklang das Fest gestört,
»äs ein wirklich moralischer Sieg des neugeborenen Oefter—
eichs ist.“

Der „Figaro“ bringt die Nachricht, daß fünfzig Beamte des
triegsministeriums gestern nach den östlichen Departements ab⸗
zeschickt worden sind, um genaͤue Erkundigungen über die dort
vorhandenen, zum Uunterhalt einer Armee nöthigen Vorräthe
inzuziehen.

Wie die „France“ meldet, ist der Tarif der Telegramme des
ransatlantischen Kabels wiederum bedeutend herabgesetzt worden,
o daß eine einfache Depesche zwischen Valentia und Amerika nus
ioch drei Pfund Sterling kostet.
        <pb n="364" />
        Paris, 29. Juli. Aus Anlaß der im englischen Unter⸗
baus eingebrochten Interpellation in Betreff der Gerüchte über
inen Zouverein zwischen Frankreich, Belgien und Holland, fragt
der „Constitutionnel,“ ob England gesonnen sei, auf seine Ent—
haltsamkeils⸗Politik zu verzichten, und hoffl. daß es den ersten
jct seines Wiederecscheinens auf der europäischen Bühne reiflich
überlegen werde. — Der Prinz Napoleon ist in Paris angekom⸗
men. — Der „Etendard“ meldet, daß in Konstantinopel von den
Broßmächten ein Protocoll unterzeichnet worden sei, wodurch die
Dauer der Vollmachten geregelt wird, welche dem neuen Gouver—
neur des Libanon, Franko Pascha, verliehen wurden.

Paris, 29. Juli. Im Gesetzgebenden Körper wurde das
Anleihegesetz mit 218 gegen 16 Stimmen angenommen. Hierauf
Herlas der Präsident Schneider ein Decret, durch welches die
Session der Kammer als geschlossen erklärt wird. Die Deputir⸗
en trennten sich unter dem Rufe: Es lebe der Kaiser

England.

London, 20. Juli. Beim Citybankett versicherte Disraeli
Die Beziehungen Englands zum Auslande seien befriedigend, die
ẽrledigung der Differenzpunkte mit Amerika schreite fort, Ir⸗
sand sei ruhig, die Ernte ergiebig und die Geschäfte lebten wie—
der auf.
Schweiz.

Der seit 7 Jahren bestehende Verein der Rationalisten Frei⸗
venker) in Genf hat in einer Versammlung, an der auch weib
iche Mitglieder sich zahlreich betheiligten, den Gedanken gefaßt, zu
zleicher Zeit mit dem öcum⸗nischen Concil in Rom einen inter⸗
jatisnalen Rationalistencongreß in Genf abzuhalten. Der Verein
hat seine Verzweigungen in Frankreich und Italien; letzteres Land
lählt bereits fünf rationalistische Monatsschriften.

Italien.

Florenz, 28. Juli. Es steht die Veröffentlichung einer
»on dem General Cialdini inspirirten Brochüre binnen Kurzem
zevor, welche die von dem General Lamarmora bei Gelegenheit
seiner neulichen Interpellation gethanen Behauptungen bekämpft
und zugleich den Nachweis führt, daß der preußische Feldzugsplan
jür den Krieg vom Jahre 1866 bereits lange Zeit vor dem
17. Juni mitgetheilt war. — Rattazzi ist wieder hier eingetroffen.
Die Debatten über die Berpachtung der Tabalsfteuer und die
Aufhebung des Zwangscourses werden noch im Laufe dieser
Woche beginnen.
— Man versichert, daß die Voraussetzung der „Allg. Ztg.“
Zronprinz Humbert von Jialien habe mit seiner Gemahlin in
Folge einer Mittheilung des italienischen Cabinets, den König von
Zreußen in Ems nicht besucht, unrichtig sei. Ems habe nicht in
der Reiseroute des kronprinzlichen Paares gelegen, welches sein
Incogniis aufrecht erhalten und die Rüdsicht beobachten wollte,
Jen König in seiner Zurückgezogenheit nicht zu stören. Graf de
Launay habe indeß den König Namens des prinzlichen Paares
egrüßt und ihm die Beweggründe dargelegt, weshalb vom Reise⸗
Zrogramm nicht abgewichen worden sei.

Rußland.

Den polnischen Geistlichen aller Confessionen wurde angekün⸗
igt, daß von Neujahr 1869 an in ihren amtlichen Korrespon⸗
denzen nur noch die russische Sprache erlaubt sei; die Benützung
eder anderen Sprache wird mit Strafen bis zur Amtsentsetzung
geahndet. Da die wenigsten Geistlichen das Russische verstehen, so
stdieser Befehl nahezu gleichbedeutend mit dem Untersagen jeder
amtlchen Korrespondenz.

Amerika.
NRewyork, 15. Juli. Die Hitze in Newyork am 13. d.
Hits. war, wie man sagt, die drückendste, wie solche seit 14 Jah—
ten nicht gespürt worden ist. Eine große Anzahl Leute stürzten
nuf den Straßen ohnmächtig zusammen und zwei starben sofort.
Doͤwohl das Wetter am 14. etwas kühl er war, fanden in New—
jork 44 Todesfälle durch Sonnenstich statt, und 2 in Brooklin.
Auch liefen aus allen Theilen des Landes Berichte über ähnliche
Fälle ein. Die Maximalhöhe des Thermometers war an diesem
Tage 95 Grad, in Baltimore 1032; in Toronto 100 und in
Montreal V8.

Die Mitglieder des berüchtigten geheimen Ku-Klur⸗Kean-Club
haben den 4. Juli durch eine Reihe von Erzessen an Republikan—
ern und Negern gefeiert, welche sie in Banden von etwa 400
Mann vor den Augen der gegen sie ohnmächtigen Civilbehörden
vegingen. So statteten sie einem Schullehrer in Shelbyville
inen Besuch ab, knebelten ihn und zählten ihm 200 Hiebe auf
veil er — einer aufblühenden Schule für Farbige vorssand. In
Fennesse prügelten, ja tödeten sie Neger in großer Zahl.

Vermischtes.

Kaiserslautern, 28. Juli. Gestern Nachmittag, et ⸗
vas vor 4 Uhr, zogen sich mehrere Gewitter über unserm Haupte
zusammen, welche nach kurzem Regengusse, ohne erheblichen Scha⸗
den zu verursachen, nach allen Seiten auseinanderstoben. Gegen
jechs Uhr erhob fich der drohende Gast jedoch in seiner Große
zurück und schüttelte sein Füllhorn über uns aus. Der Sturm
aste, entwurzelte und zerriß die Bäume, deckte Dächer ab, schwarze
Wolken bedeckten den Himmel, Blitz folgte auf Blitz. Donner auf
Donner, unfere Stadt war ein Feuermeer, welches die totale
Finsterniß verscheuchte, der Regen rauschte in Strömen nieder und
llie die Bäche bis zur Uebersteigung des Ufers. Die in Ans—
icht gestandene, reiche Obsternte ist größtentheils dahin. Seit es
s uns gedenkt, wurden wir von solch einem Wetter noch nicht
heimgesucht.

F Deidesheim, 29. Juli. Kaum sind zehn Tage ver⸗
flossen, seit der Hummel unsere Gemarkung durch ein schweres Ge⸗
willer auf das Empfindlichste heimgesucht hat, und abermals wird
unser Städtchen von einem Naturereigniß so schwer betroffen, daß
auch die lebhafteste Schilderung des Unglücks kaum der Wirklich-
leit entsprechen dürfte. Das am gestrigen Abende über dem Ge⸗
birge sich entladende Gewitter sandte in reißenden, Alles vernicht⸗
enden Strömen die Wassermassen den Berg hinab nach unserm
friedlichen Städtchen. In wenigen Minuten wälzte sich die schäu⸗—
mende Fluth meterhoch durch die Straßen und Angst, Schreden
und Verzweiflung erfaßte die Bewohner. Ganz besonders wüthete
das Element im Mühlenthale und Senfenthale. In ersterem
unterwühlten und zerstörten die Wogen in kurzer Zeit den größten
Theil der Mühle. Der Müller lag um diese Zeit krank darnie⸗
der und mußte, um dem Wassertode entrissen zu werden, schleu⸗
nigst aus der Mühle entfernt werden. Der Besitzer des Wappen-
hammers in demselben Thale erlitt gleichfalls schweren Schaden;
er sah sich gezwungen zur Rettung des Lebens mit seiner Fami-
lie auf den Berg zu flüchten. In rasender Eile wälzten sich die
hochgehenden Fluthen über die Felder und Gärten, Alles fortreiß⸗
end. Ein in der Nähe befindlicher Damm wurde durchbrochen
ind eine feste Mauer uͤmgerissen. Keiner der Eigenthümer ist im
—Stande, nach dem Werke der Zerstörung sein Eigenthum zu er⸗
sennen. — Das Wasser nahm den Weg nach dem Buhl'schen
Garten, riß dort in einer länge von mindestens 50 Meter eine
feste Mauer um und drang vernichtend auf die Häuser am west—
lichen Stadtgraben. Der hier wohnende Winzer Heinrich Arens
hefand fich gerade in dem Hofe, um gegen das wüthende Element
seine Habe zu schützen. Die heranstürzenden Wassermassen stießen
das Hofthor ein und rissen den Unglücklichen sowie seine anwesende
Tochter in den durch den Strom erbrochenen Keller. Später fand
man — und dies ist das Entsetzlichste bei dem Unglück — Va—
ter und Tochter nach langem vergebenen Suchen im Keller als
deichen, tief im Schlamm versteckt. Krampfhaft schien sich die
Tochter in den letzten Momenten an den Vater angeklammert zu
haben, denn man fand beide eng umschlungen. Der Anblick war
ein tief erschütternder. Der Verunglückte, ein braver, geachteter
Bürger wird allgemein und schmerzlich betrauert, nicht minder
seine brave, einundzwanzigjährige Tochter. — Allgemein that man
den Ausspruch, daß man gerne die Größe des Unglücks verschmer⸗
en wollie, wenn dasselbe nicht diese beiden Opfer gefordert hätte.
Der größte Theil der untern Stadt stand unter Wasser, nament⸗
lich die Haupistraße, die Stadtmauergasse und Neugasse. In
erstgenannler Straße drang das Wasser an mehreren Stellen
durch die Fenster. Wie uns verfichert wird soll das Wasser
Unjn Fuß höher gewesen sein, als wie bei dem Unglück vor 10
Tagen.

Der herbeigeschwemmte Sand liegt in der Hauptstraße an
mehreren Stellen 1/2 Meter hoch. Mehrere Einzelheiten im
daufe des Ereignisses sind wahrhaft herzzereißend. So namentlich
das jämmerliche Wehklagen des bedrohten Viehes in den Ställen,
das hie und da bis an den Hals in den Fluthen staud, das
Hilferufen einzelner schwer betroffenen Bewohner u. s. w. Ju
dem Locale des Wirthes Bried stieg das Wasser in einer Minute
uim 55 Centimeter. Der in den Weinbergen ⁊c. ⁊c. angerichtete
Schaden ist enorm und kann zur Stunde noch nicht genau ange⸗
geben werden.

Diese neue, schwere Heimsuchung macht den Schmerzensaus-
ruf natürlich: „Was soll aus Deidesheim werden, wenn hier nicht
schnelle uud sichere Abhülfe geschieht?“ Es muß der in dieser Jah—
reszeit stets in Besorgniß und Angst schwebenden Einwohnerschaft
zeholfen werden, mögen die deßfallfigen Arbeiten auch noch so
kostspillig sein!

Sqhließlich noch die Mittheilung, daß der um 11 Uhr Abende
hier eintreffensollende Zug auf seiner Tour (bei Mußbach) stehen
zleiben mußte, indem er bei dem furchtbaren Wetter nicht mehr
don der Stelle kommen konnte. Derselbe kam erst heute Morgen
gegen Z3 Uhr hier an.
        <pb n="365" />
        pWeisenheim a. B., 28. Juli. Gestern Nachmittag
entlud sich über Weisenheim a. B. ein schweres Gewitter, begleitet
nit Schlossen und einem heftigen Sturme, der viele schwer beladene
Dostbäume beschädigte. Das Wasser floß stromweise durch die
Straßen, Steine, Holz und Streuwerk aus dem Walde mit sich
ührend. —
su JSausenheim, 28. Juli. Am vorigen Montag schlug
der Blitz in unsere Kirche, und zerstörte, ohne zu zünden einen
Theil des Daches.

FLandanu, 27. Juli. Da der Scharlach unter den Kindern
hier noch immer seine Opfer fordert, wurden heute die Volkssschu⸗
jen auf unbestimmte Zeit geschlossen. »

F'Oberweiler, 28. Juli. Gestern gegen 6 Uhr erschlug
hei Jakob Eichler, Klaviermacher, der Blitz 4 Stück Vieh, zzwei
sühe und zwei Fafselstiere, im Stalle. Der Schaden wird aus
1od fl. geschaͤtzt.

Stultgart, 29. Juli. Nächsten Sonntag wird die
aeue Pferde⸗Eisenbahn dahier, auf welcher gestern die erste Pro⸗
hefahri, welche allseitig befriedigte, statifand, dem allgemeinen Ver⸗
dehr übergeben. Die Fahrtaxe ist 3 kr. à Person von hier nach
Berg. — Schon seit 8 Wochen werden auf hiesigem Markte reife
Trauben (rothe und weiße) das Pfund zu 48 kr. (nurl) verkauft:
sie kommen aus Meran. Tyrol.

FAus Vorarlberg wurde als Ehrengabe zum Wiener

Schützenfest eiu Riesenadler angemeldet, am Kopfe eine Krone
ind am Hals eine Kette — aus 100 Dukaten gebildet —
ragend. —

FBremen;, A8. Juli. Gestern it hier Uber Lerwick auf
Mainiand, der größten Shetlands-Insel, die erste sehnlich erwartete
ber kaum so fruͤh gehoffte Nachricht von der deutschen Nordpol⸗
ahrt eingetroffen in einem Briefe des Obersteuermannes Hilde⸗
„rand an Dr. Breusing. Gleichzeitig wird Dr. Pettermann einen
Brief von Kapitän Koldewey erhalten haben, nach einem Gothaer
Telegramm von heute zu schließen. Der Obersieuermann schreibt:
ie seien eben von einer zehntägigen Gefangenschaft im Eise befreit
vorden, die am 5. Juni unter 76 Grad nördlicher Breite begon⸗
nen und fie bis zum 78. Grad zurückgetrieben habe. Stürme
hatten sie dem Treibeise zugetrieben, das ain ungeheuren Massen
gur Stelle war. Das Schiff hat sich bewahrt. Am 16. Juni,
wo sie ihre Briefe einem begegnenden Schiffe mitgaben, nachdem sie
»ben losgekommen wären, sollle es wieder unverzagt nach Norden
borwärtsgehen. Es wird nun wohl geraume Zeit verstreichen,
hebor wir bon den tapfern und unternehmenden“ Männern wieder
jören werden. *4 3383773

In Warfeille hat ein 11jähr. Maädchen durch in Milch
zeworfene Schwefelhölzer seine Mutter vergiftet, „um“, wie es
hor den Assisen aussagte, „Mama dafür zu bestrafen, daß sie ihm
vegen Unart den Nachtisch entzogen.“

Bekanntmachungen.
Montag den 10. August 1868, des
Bormittags um 11 Uhr, zu St. Ingbert
m der Behausung des Seifensieders Hein—
rich Schmitt, läßt Peter Schwarz junior,
Metzger von hier, jetzt in Spiesen, sein
dahier an⸗der Haupistraße neben Kauf⸗
—
legnes Wohnhaus mit Hintergebäude, Hof
und Garten auf langjährige Zahltermine
offentlich in Eigenthum versteigern.
Bis zum Versteigerungstage kann das
daus auch aus freier Hand eirkauft werden.
Näheres bei Herrn Geschäftsmann West⸗
phälinger und bei dem Unterzeichneten.
— Horn, igl. Notar.
Bekanntmachung.
Diejenigen, welche noch Gelder für die
Berloofnng weiblicher Arbeiten zu Gunsten
des Hospitals St. Ing bert, in Händen
haben, sowie denjenigen, welche gesonnen
snd zu dieser Verloosung Etwas beizutra⸗
gen, werden hiermit zur Einlieferung au
unterfertigtem Amte hoͤflichst ersucht.
Si. Jugbert, 29. Juli 1868.
Das Bürgermeisteramt.
Ehandon.
Ale Sorten herren⸗, Damen⸗,
uimd Kinder- Schuhe und Stiefelchen,
in Zeug, Leder und Glanzleder, schön
und solid gearbeitet, auch ord. Schuhe
and Stiefel in großer Auswahl zu
den billigsten Preisen sind vorräthig
bei Shilipp Weber,
Schuhmacher.
roleum.

Pinladunsg.
Denjenigen Herren, welchen aus Versehen die Liste zu dem Mittwoch den
August in meinem Saale stattfindonden Festessen des
Gustav Adolsf-Vereis
aicht zugekommen wäre, lade ich hiermit freundlichst ein, sich doch bis längftens
Montag den 3. dieses bei mir anmelden zu wollen, damit ich mich mit den
Fouverten noch zeitlich richten kann.
St. Ingbert, 1. August 1868. — J
NPercl. ObeIrau—,.

Wirthschaft-Eröffnung.
Meine neue Weinwirthschaft wird morgen Sonntag den 2. August
eröffnet, und lade ich meine Freunde und Gönner zu recht fleißigem
Besuche ein. 0 J
ge. Nur gute und rein gehaltene Weine sinden sich bei mir vor.
O. Apprederis.

52—

Färberei und Drucheree
von Georg Stadtmmüllerin Landstuhl.

Einem verehrlichen Publikum St. Ingberts und Umgegend zur hefälligen
Nachricht, daß J. Grewenig ir. schon seit mehreren Jahren mit einer Agentur
für mich dorten betraut ist und Gegenstände zum Färben und Drucken annimmt
ind aufs beste besorgt. Bei selbigem liegt wieder eine neu e Musterkarte
um Färben und Drucken, welche die neuesten und schönsten Muster enthält, zur
gef. Ansicht offen. —

Recht zahlreichen Aufträgen sieht entgegen

Georg Stadtim iuller.

Auf obiges Bezug nehmend, empfiehlt sich bestens

JOh. Grewenig, ir.
Anzeige.—

Der Unterzeichnete unterhält fortwährend Lager in fertigen engl. und
deutschen Werkzeugen für alle Holzarbeiter, Holzschraubenschneider in ver⸗
chiedenen Größen. Alle Arten von Waagen in Eisen und Messing, als: Schnell·
Valkenwaagen, Decimal- und Tafelwaagen von verschiedener Tragkraft,
r Metzger, Specerei und Wollhandlungen. Für sämmtliche Werkzeuge und Waa⸗
gen wird garantirt.

Zweibrücken im Juli 1868.
Georg Toch., Zeugsohmied.—

in wasserheller Waare
oei Fritz Panzerbieter.
En sragbares Rind ist zu verkau
fen bi
Joh. Spohn, Bergmann
unmn der Hasseler Straße. —
Sonntag, den 2. August
⸗ ⸗
Tauzmusik
Georg Jung .
Ryratulation!
Ddem Kugust Westphälinger
zu seinem übermorgigen Namenstage
ein dreifach donnerndes H och!!!
zon einem Collegen.
        <pb n="366" />
        der am A. 8. und 6. August 1868 in St. Ingbert zu begehenden
—D— — — — —
ee ßebzehnten Zahzresfeier
ν ν. . Qι ν, W—
α νι des — 14
— ———
Rfãlzischen Hauplvereins der evang.
——— e nug 7 2 — J V—— Mit
—un Gustay Adolf⸗Stiftung. 3 3*4
i il —
—AD —
ι αν — pre⸗ 00 —
e ren ee nee vre. ey e 4 . 7
Dienstag den;4. August. — p*
1).Empfang der Festgäste am Bahnhffe.— J —
2) Um 6 Uhr Abeibs. berathende Versammlung des Hauptvereins-Vorstandes und der
Zweigvereins⸗ Abgeordneten im Saale des Stadthauses.
3) Um 8 Uhr Festgeleute und Choralmusik an der Kirche. tz
9) Gesellige Zufammenkunft im Heusser'jchen Garten.

Mitt woch demo bAugeu stej ι G
) uUm 226 Uhr Festgelsute und öhotalimusik tn t—
2) Um *29ht Biloung den gestzuges am . Schulhaufe in folgender Orduung:

a. eine, Ahthrilung der, städtischen freiwilligen Feuerwehr, welche. den Ord

itzungsdiezist heim Festzug übernommen hat.

b. die Schullinder. h her riee ekeb g et

z. die Sänger. —V——

d. das Preabyterium, und das Fesicommittee. ——

e. det Stadtrath e

f. die fungirenden Geistlichen.

. ber Vorstand des Hauptvereins init dem k. Consistorialcommissär und den
aauswaärtigen Deputirten. a
e . hie Abgeordneten der Zweigbreite.. a se
ii. die sonstigen Festtheilnehmert.h

WVor Abgang dez Zuges singen die Schulkinder und der Sängerchor unte,
B Kobe den Herren, den machtigen Köng ꝛc.
3. Hierauf setzt sich der. Zug unter Glockengeläute in Bewegung. Der Gottesdiens
beginnt um· S Uhr *
Die Predigten pnd Ausprachen im Gottesdienste werden pon den Herren, Pfr,
Kerieger hier, Pfr. Arnod in“ Anuweiler, Pftr. Hofer in Edenkoben,
Prölat Pr. Zu mier mn ii nein Darmstaͤdt, Prof. Dr.“ Ba u m in Straßburo
eund Pfri Scchrikunmin KitchbergeJehalten. un
4) Nach dem Gottesdienste beschließende Haupthersammlung in der Kirche.
8. Festessen im Saale von Oberhauser. e—
zZu demFestessen“ wird keine besondete Einladung erlassen,“ jedoch wird eine recht
zahlreiche Betheiligung seitens der Bürger und Bewohner hiesiger Stadt
erwünscht sein.
6. Gesetlige Vereiniging“ —

—
2*
Donnetstag den 6. Aung—
Morgens um *48 Uhr Fahrt nach Ensheim zur Einweihung des Betsaales
daselbst. Diejenigenz welche an dieser Festlichkeit Antheil nehmen wollen, werden
gebeten, sich am Mittwoch den 5. August bis spätestens Abends 5 Uhr bei
Pfr. Krieger oder einem Mitgliede des Festcommittees anzumelden, damit möglichs'
für Fahrgelegenheit gesorgt werden kanme
— St. Ingberit, im Juli 186b6.
Das Jestcommittee.

Jalhresfeier
J des
pfalæ. Custav-Adolf-
—Vereimns
zu St. Ingbert.
Die Bürger und Bewohnexr hiesiger
Stadt, welche Eichenlaub zur Verzierung
ihrer Häuser wünschen, wollen sich am
nüchsten Montag. 8. August, Morgens
S8. Uhr, an der, Baumschule einfinden, zum
sich Platze zum Laubschneiden anweisen
zu lassen. *
Um die nämliche Zeit werden Birkenstämm—
hen am Sechs Eichenkopf abgegeben
St. Ingbert, den 31. Juli 186886.
Das Festeommittee.
Fur kommendes Fest bringt VUnierzeich
neter in empfehlende Erinnerung:
Schöne Mainzer Handkäse
IEmmeunthaler Schweizerkäs⸗
Villervy's Rahmkaäse
Parmesankäse ———
Sardellen und ECapern
Prinzeßmandel
Mandeln, Rofinen, Eitrouen
Neue grüne Kerne —
Maccearon v. Rꝛe
GBelbe und weißse Nudeln
Suppensternchen geeae
sowie 'allen sonstigen Suppen sachen von
bester und billiger Qualitaäͤt, ferner sein
vohlassortirtes
Cigarrenlager.
FPritz Panzerbièter
„Materialhandlung.
Wirthschaftseroffnung.
»Ich mache hiermit die ergebenste
Anzeige, daß ich unterm heuti—⸗

gen meine

Bier- und Weinwirthschaft
eröffnet habe, und zu zahlreichem Besuch—
höflichst einlade. —
EE Auch sind kalte und warme Speiser
immer zu haben.

F. Weisgerber, Metzger.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗2c. Preise
der Stadt Homburg vom 209. Juli.

Weizen 7 fl. 18 kr., Korn 4 I. 34 tr
Spelz 4 fl. 13 tr., Gerste, — Zreihige, afl.
— sr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
5 fl. Takr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
feln fl. — kr. per Zir. Kornbrod, 8 Kgt.
22 kr., ditto 2 Kgr. 15 kr., ditto 1 Kgr
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammesfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr
oer Pfund. **
Frankfurter Börse
vom 30. Juli. 1868.
Geldsorten
Preußische Kassenscheine. .1 4471-450
Preußische Friedrichsdor. 9 57.456ν
pistolen r—7 246 - 48
Holländische 10 fl.⸗Stücke a 54 -56
Ducaten s 837-39
20Francs⸗Stücke 29-30
Englische Souvereigns 4153-387
Gold per Zollfund fein.., — —
Hochhaltiges Silber zer Zollpfund — —
Dollars inGold 227-28
Redaction, Druch uͤnd Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="367" />
        Slt. Ingberler AAnzeiger.

Der S t. Ingberter Anzeiger“ mit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal : Dienstag, Donnerstag

and Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
. Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 92. Dienstag, den A. Auguusfsftt 1868

A— — — — — —— — * 2
Deutschland.

München, 81. Juli. Der König ist gestern Nachmittags
Uhr in München eingetroffen und am Bahnhofe von dem Prin—
jen Otto begrüßt worden. Im Verlaufe des Nachmittags hat der
onig die Herren Staatsminister Fürsten Hohenlohe, v. Giesser
ind d. Lutz in Audienz empfangen und mit denselben Conferenzen
jepflogen. —

Prinz Olto wird den König auf der Reise nah Kisüngen
ur Begrüßung der xussischen Kaisecfamilie bezleiten.

Der König wird die Reise nach Kissingen morgen Abend
intreten uUnd mittelst Extrazug von Staruberg nach Kissingen
sahren. Im Gefolge des Koͤuigs befinden sich Generaladjutant
Frhe. v. d. Tann und Flügeladjutant Major v. Sauer ; im Ge⸗
olge des Prinzen Otto Major v. Schleitheim.

Der Kriegsminister Frhr. von Ptank hat sich in Urlaub
egeben und übernimmt für die Dauer seiner Abwesenheit der
Beneral Frhr. d. Ow die Leitung der Geschäfte des Kriegs⸗
ninisteriunss.

München, 31. Juli. Es wäre unmöglich. auf die vielen
ind verschiedenartigen Gerüchte, welche bezüglich der Bildung einer süd⸗
eutschen Militär⸗Commission, des bayerischen und württembergi—
schen Vertrages wegen der Festung Ulm, der Auseinandersetzung
»es Bundeseigenthums ꝛtc. durch die Zeitungen schwirren, näher einzu⸗
jehen. Doch glauben wir nicht unerwähnt lassen zu dürfen, daß
zie desfallsigen Mittheilungen der „Weser⸗Ztg.“, nachdem dieselben
ruch vvn dem „Nürnberger Correspondenten“ und der „Augsbur⸗
jer Allgemeinen Zeitung“ wiedergegeben worden sind, in ihrem
esten Theile — wie uns aus zuverlässiger Quelle versichert wird
— ungenau, in ihrem letzten Theile unrichtig sind. Ferner be—
nerken wir in Bezug auf die das Gegentheil behauptenden Aeuße⸗
eungen in der Presse, daß der Staaatsminister Fürst Hohenlohe
zuf seiner jüngsten Reise nach Stuttgart und Baden⸗VBaden aller⸗
zings auch mit dem badischen Min ister des Auswärtigen, Herrn
o. Freydorf, conferirt hat.

Munchen, 1. Aug. Nachdem zwischen dem deutschen Zoll-
derein und der k. k. österreichischen Regierung unterm 9. März
. Ji zu Berlin ein Handels⸗ und Zollvertrag abgeschlossen wor—
zen ist, und derjelbe die Zustimmung des Bundesrathes, des Zoll⸗
zereins und die Genehmigung des Zollparlaments erhalten hat,
o wird dieser Vertrag, nach erfolgter Auswechselung der Ratifi—
ationen, in Gemäßheit der allerhöchsten Declaration vom 16.
November 1867, die Zoll- und Handelsverhältnisse betr, und
interBezugnahme auf Art. 8 8 6 des Vertrages zwischen Bayern,
dem Norddeutschen Bund, Württemberg, Baden und Hessen, vom
3. Juli 1867, die Fortdauer des Zoll- und Handelsvereins btr.,
in Folge besonderer allerhöchster Ermächtigung in dem heute er—⸗
chienenen Regierungsblatt Nr. 51 öffentlich bekanni
zemacht.

Das Staatsministerum der Justiz hat im Einverständniß
nit den Staatsministerien des Innern und des Handels angeord—
tet, daß die Directionen der Ostbahnen und der Pfälzischen Ei—
enbahnen durch die Vertreter der Staatsanwaltschaft an den
Stadt- und Lamgerichten viertkeljährlich von dem Ergebniß der
Anzeigen, welche wegen Uebertretung des Art. 152 des Polizei⸗
trafgesetzbuches bezücglich der genannten Bahnen einkommen, iu
Zenntniß gesetzt werden.

Kissingen, 2. August. Die Königin von Württemberg
st gestern Abend und der König von Bayern in Begleitung des
Prinzen Otto heute früh zum Besuch des Kaisers von Rußland
dier eingetroffen.

Dienstesnachrichten
Der zeitlich quiescirte Landrichter Valentin Köhl don Wald—
ischbach wird für die Dauer von weiteren zwei Jahren und der
eitlich quiescirte Revierförster Friedrich Itten von Jagdhaus, Forst-
imts Haiserzlaäutern. für immer in Rubestand belassen. — Die

Aufstellung des Rechtscandidaten Wilhelm Michel von Grunstadt
als Amtsverweser des Notars Friedrich Ilgen zu Kaiserslautern
ist für die Dauer des dem leßzteren bewilligten Urlaubs von sechz
Wochen geneh:nigt worden. — Der Fuuctionär im k. Steuer⸗
»ureau, Ludwig Hartmuth, ist als Rechner des Vereins für Witt⸗
ven und Waisen der Steuer⸗, Gemeindes und Stiftungseinnehmer
her Pfalz bestätigt worden.

Berlhin, 31. Jili, Der „Staatsanzeiger“ bestätigt die
Nittheilung der „Nordd. Allg. Zta.“, daß die Note welche Graf
lsedom am 17. Jani 1864 an den General Larm ixmorag gerich⸗
et, von der Regiernug weder autorisitt noch genehmigt gewesen,
nielmehr erst zehn Tage später in Berlin bekannt worden sei. Der
„Staatsanzeiger“ fügt dieser Erklärung hinzu; Hieraus ergebe
ich, daß der Text der Note keine sichere Unterlage für Schluß⸗
olgerungen über die politischen Intentianen der Regierung
geben könne. ez

Wien, 29. Juli. Bei. dem heutigen Bankeit in der
cchützenfesthalle sprach Herr Golsen aus Zuveibrüchen: Er
zringe die Grüße aus der Pfalz, der westlichen Grenzmarke
Deutschlands. Dort kenne man die Gefahren, welche von Seiten
ines ehrgeizigen Nachbars drohen; gegen diesen bedürse man die
esammte Macht Deutschlands. „Sie sollen ihn nicht haben, den
reien deutschen Rhein,“ das muß unser Wahlspruch sein. Man
at gestern hier für die Gründung eines Südbundes gesprochen;
ber ein solcher würde nur die Dreitheilung, anstatt' der jetzigen
Zweitheilung Deutschlands herbeiführen, und deßhalb wolle die
Nehrzahl der Pfälzer nichts davon wissen. In allen deutschen
räudern werde sich die Freiheit Bahn hrechen, wenn mjt Ernst
ind Beharrlichkeit darnach gestrebt wird. Schmerzlich sei es für
ins alle, daß Oesterreich von Deutschland getrennt worden ist,
iber es werde der Tag kommen, wo es sich wieder mit ihm ver⸗
»inigen könne, und diesem Tag sehen wir alle sehnlichst ent⸗
gegen.

Wien, 80, Juli. Die folgende Nachricht des Internatis⸗
ial wäre, wenn sie sich bestätigt, interessant: Kardinal Sil vestri
oll von der Curie nach Wien gesendet werden, um dem Papste
jenauen Bericht über die öffentliche Stimmung in Oefstreich zu
‚jeben. Silvestri gehört zu den liberaleren Kardinälen, und eben
»eßhalb kommt uns die Nachricht verdächtig vor.

Wien, 31. Juli. Bei dem heutigen Bankette sprach
Dr. Vogel aus Frankfurt: DieDivese seiner Partei sei ohne
Desterreich kein Deutschland.“ Er trinkt auf ein einiges, freies
Zaterland. Eckardt (Wien) brachte ein Hoh auf die Schweiz aus
pelche beweise, daß die Freiheit über der Neitionalität stehe. Gyr
Schweiz) dankt im Namen der Sihweizer für den herz⸗
ichen Enpfang und trank auf „eine glorrreiche Zukunft
Deutschlands.“

Wien, 31. Juli. Der Kaiserhat den Professor Dr.
-7chäffle von Tübingen, wie die Amtszeitung“ meldet, zum Pro⸗
essor der Nationalökonomie an der Wiener Universität ernannt,
ind ihm Titel und Chargkter eines Regierungsrathes verliehen.

Wien, 2. August.“ Beim heutigen Schützenbankett bezeich—
nete Seebaum aus Hannover' den von Preußen eingeschlagenen
Weg als zur Einheit Deutschlands führend und sprach den Wunsch
rus, Preußen möge so fortschreiten. Schließlich brachte er ein
hoch auf das vereinigte deutsche Vaterland aus. In der heute
tattgehabten Volksversammlung entwickelten Freese, Mayer und
Trabert das Programm der deutschen Vollspartei. Nach hejtigen
Debatten nahm die Volksversammiung folgende Resolutionen an:
Die Versammlung verdammt die Losreißung Oesterreichs von
Deutschland; sie protestirt gegen die Lösung der deutschen Frage
im Wege von Annexionnen; sie drückt ihre Zustimmung zu den
Bestrebungen der Volkspartei aus, welche die Lösung der deutschen
Frage auf demokratischer Grundlage erzielen will. Schließlich
vurde eine Comm'ssion zur Organisicun; der Volkzvartei in
DOesterreich eingeseßt
        <pb n="368" />
        Englaud.

London, 28. Juli. Gestern Nacht hat in dem ärmeren Theile
der Stadt Newcastle ein ernstlicher Tumult staitgefunden, welcher
mit Widersetzlichkeiten gegen die Polizei begann, die zur Verhaf⸗
sung eines Irländers schreiten wollte. Bei dem Angriff auf di
Polizeimannschaften, erliften acht derselben schwere Verwundungen
Sechs Tumultuanten wurden zur Haft gebrecht.

— Am verwichenen Sonnabend flogen sämmtliche Fabrikgekäude
in der Pulverfabrik der Herren Dixonn und Comp. in Blach
Beck, 6G Meilen von Ulverssone durch eine Explosion in die Luft; neun
Arbeiter sanden dabei ihren augenblicklichen Tod. — Einem sta—
sistischen Berichte zufolge sind im verwichenen Monat Juni 119
Schiffe, woruter 8 Damp er auf der See untergegangen. Von
diesen verunglückten Fahrzeugen trugen 47 die britische Flagge,
20 die amerikanische, 6 die norddeutsche, 6 die französische, * die
jolländische, 4 die norwegische, 2 die dänische, 2 die schwedische.
Zelgien, Spanien, Portugal und Rußland waren je durch einen
Schiffsunfall repräsentirt, und von 24 Schiffen blieben die Natio⸗
nalitäten unermittelt.

Loudon, 31. Juli. In der heutigen Sitzung des Unter⸗
zauses erwiderte Lord Stanley auf eine Interpesllation Otways:
Zufolge ihm zugegangener Nachrichten sei das Gerücht von
nem französisch-holländisch-belgischen Allianzproject durchaus
anbegründet.

London, 31. Juli. Die Morgenblätter bestätigen, daß die
Zönigin am 5. August von England abreisen und in Cherbourg
anden, sodann nach mehrstündischem Aufenthalt sich zum Besuch
»er Kaiserin Eugenie nach Fontainebleau begeben wird. — Meh—⸗
rere Zeitungen drücken in ihrer Schlußübersicht über die Thätig⸗
eit des Parlaments die Erwartung aus, daß die Liberalen bei
zen Neuwahlen Sieger bleiben werden.

Spanien.

Von gut unterrichteter spanischer Seite erfährt ein Corre⸗
pondent der „Kölner Ztg.“ daß Prim wirklich in diesen Tagen
London verlassen hatte, um sich nach Lissabon zu begeben, daß er
iber von dort wieder nach der englischen Hauptstadt zurückzekehrt
ist. In Lissabon, wo das jetzt am Ruder befindliche portugie—
ische Ministerium aus persönlichen Freunden Prim's zusammen⸗
zesetzi ist, hatte der General eine längere Unterredung mit dem
Herzoge und der Herzogin von Montpensier. Was darüber ver⸗
autet, zeigt, daß die Befürchtungen der Königin Christine von
Spanien über die Prätendentenrolle, welche dem Herzoge von
Montpensier durch die Ausweisung octroirt worden, schon jetzt zur!
Wahrheit wurden. Die spanische Emigration wenigstens behauptet,
zaß Herzog und Herjzogin sich bereit erklärt haben, im Falle des
zelingens einer aufständischen Unternehmung die Regentschaft zu
cceptiren, indem sie jedoch vorhielten, officiell noch keinen Antheil
in den eventuellen Vorbereitungen zu nehmen. 3

Madrid, 30. Juli. Die Königin hat den Abgeordneten
ßzogrono abgesandt, um bei Espartero anzufragen, ob er eventuell
ie Leitung des Ministeriums übernehmen würde. Espartero gab
ine abschlägige Antwort. Die Regierung glaubt, daß revolutionäre
inruhen beborstehen. Die Marineofficiere flößen ihr geringes Ver—
zauen ein. In Valencia wurde eine geheime Druckerei entoeckt,
pelche das Journal „Estermine“ veröffentlicht. Vier Schriftsetzer
»urden verhaftet und nach Fernando Po geschickt.

Amerika.

Wie aus Newyork berichtet wird, ist in den Vereinigten Staa⸗
en die Organisation einer neuen politischen Partei in Ausicht ge—
nommen, zu dem ausdrücklichen Behufe, um den Oberrichter Chase
ind den früheren Gesandten in England, Herrn Adams zu Can⸗
idaten für die Präsidentschaft zu nominiren. Die Democraten
angen an zu merken, daß ihre Aussichten auf die Wahl des Er—
zouverneurs Horatio Seymour hoffaungslos sind. — Aus West
udien wird berichtet: St. Thomas, 14. Juli. In Lima und
Fallao ist das gelbe Fieber in stetem Abnehmen begriffen. Herr
Alcxander de Mahie, ein eminenter belgischer Ingenieur, ist an
dieser Epidemie gestorben. Aus Furcht vor dem Fieber hat X
hdie gesammte Bevölkerung von Islay diesen Hafen verlassen. —
Durch ganz Peru werden in schleunigster Weise Telegraphenver⸗
indungen hergerichtet. — Der chilenische Kriegsminister hat dem
Senat angezeigt, daß Aufträge nach England für Construktion
ines Monitors gesandt worden sind. — In Ecuador ist das gelbe
Fieber ausgebrochen; auch in Portoviejo und in Gipijapa herrscht
ez sehr stark. — In Venezuela ist eine Revolution ausgebrochen,
Der Präsident, Marschall Falcon hat sich nach Curacao c(hollän⸗
zische Westindien) begeben. Caracas ist am 25. Juni. von
Heneral Manazas eigenommen warden, und Geueral Bruzual ist
in Puerto Cabello eingedrungen.
Vermischtes.
St. Ingbert, 3. August. Bei der geftern zu Kaisers—
autern abgehaltenen 59jährigen Jubiläums-Feier der pfälzischen

—XXVIC
bearüßte Herr Exter aus Neustadt, Vorstand des pfälzischen
Protestantenvereins die Versammlung. Er bemerlte, daß wenn
es ihm stets zur Freude gereiche, als Vorstand die Vereins—
pusammenkünfte zu eröffnen, mit welcher Freude aber thue er die
heute, bei der Auzahl der Theilneh nenden und der hohen Bedeu⸗
tung des Festis. Es seien wie an andern Orten auh bei uns
schon Versuche zur; Reaction gemacht worden, aber dieselben seien
zurückgedrängt worden, und zerschellen an der Krast der pfäl⸗
zischen Union. Es lag in der Abijicht des protest. Vereins
in diesem Jahre der Gründung der Union in der hiesigen Stifts⸗
kirche ein Denkmal zu setzen, aber die schöne Idee sei auf unver⸗
antwortliche Weise hintertriebeu worden. Dagegen hibe aber der
protest. Verein anstatt eines steinernen Denkmals ein lebendi—
zes beschlossen, und habe zu einer Stiftung, über welche in der
nächsten Generaldersammlung entschieden werde, die Summe von
12,000 fl. bestimmt, die in 1871 auf 15,000 fl. erhöht werde.
Die“ Festrede hielt Hr. Pfarrer und Landtags-Abgeord⸗
neter Gelbert aus Landau, ein geborener Kaiserslauterer. Er
gedachte in warmen Worten und oft hingerissen von innerer Be—
wegung der Gründung der pfälzischen Union und wie das da—
mals von Hrn. Juspektor Gerlach ausgegebene Motto der Liebe
und Duldung, auch die Loosung des heutigen Tages sei. Wie
seine theure Vaterstadt, wo der Friede eine Staätte gefunden habe,
seit 1818 sich kräftig emporgeschwungen habe, so möge sich auch
die Union kräftigen.
Manch' Reich gestürzt und mancher Thron
Die Kirche steht geborgen!“
Bei der Feier des 300jährigen Keformationsfestes, da zuckte
es wie ein elektrischer Funke in alle evangelische Herzen und am
31. Oktober 1817 traten die pfälzischen Städte und viele Land⸗
gemeinde zusammen und fierten ein Versöhnungsmahl und von
diesem Tage an, datire eigentlich die Union. Als dann am 2.
Angust 1818 die Union proclamirt wurde, habe Hr. Gerlach
prophezeit/ die dankbare Nachwelt werde der Unionsgründung Fefte
feiern und diese Prophezeiung habe sich heute realisirt. An uns
st es nun, nächst Gott, diesen ehrwürdigen Männern für das von
ihnen begonnene Werk zu danken. . —X

Ist aber der 2. August für uns bereits ein herrlicher
Tag und ein Fingerzeig auf der Bahn des Fortschritts vorzuge⸗
hen, so wird auch der schönste Tag der sein, wenn alle Chri-
sten deutscher Zungen sprechen werden: „Wir alauben All an ei⸗
nen Gott!“ —
Drer Festrede folgte der Vortrag nachstehender Thejen moti⸗
virt in gründlichster Weise durch Hrn. Dr. Jalob. —

Thesen.
ausgesprochen am 2. August 1868 in Kaiserslautern bei der
Feier des 50jährigen Jubiläums der pfälzischen protestantischen

Kirche.

J. Wir stehen fest und unerschütterlich zu den „Grundsätzen,
welche unsere Väter bei der kirchlichen Vereinigung vor 50 Jah⸗
ren bekannten. Wir sind gleich ihnen uns bewußt, „daß es zum
inuersten und heiligsten Wesen des Protestantismus gehört, immer⸗
fort auf der Bahn wehlgeprüfter Wahrheit und ächt religidser
Aufklärung mit ungestörter Glaubensfreiheit muthig voranzuschreiten.

M. Wir gründen gemäß der in 8 3 der Vereinigungsurkunde
enthaltenen verfassungsmäßigen Bestimmung unsere christliche Glau⸗
benslehre allein auf die heilige Schrift und anerkennen außer ihr
in keiner Weise irgend eine unsere Kirchengesellichaft bindende
Glaubensvorschrift.

M. Wir halten es für unerläßlich, daß die immer noch un⸗
bollkommene gelöste Gesangbuchfrage nach dem von den Gemein—⸗
den kundgegebenen Standpunkte entschieden werde, und müssen
'eierlichst gegen die vom Consistorum in Speier in Verkennung
einer Aufgabe und Stellung der bei der königl. Staatsregierung
efürwortete Verbescheidung des hierher bezüglichen Beschlusses der
letzten Generalsynode Verwahrung einlegen.

IV. Wir halten es gleichfallz für unerläßlich, daß an die Stelle
des Katechismus und der biblischen Geschichte, welche gegenwärtig
in den Schulen im Gebrauch sind, andere, dem vielfach offenbar⸗
ten Glaubensstanddunkt der Gemeinde nud dem Zwecde der religi⸗
ösen Erziehung der Kinder vollkommen entsprechende Bücher ein⸗

geführt werden.

V. Ein dauernder Friede in unserer Kirche ist nur denkbar,
wenn die Kirchenverfassung weiter vervollkommnet, insbesondere
das Wahlgesetz zu der Diöcesansynode und zu der Generalsynode
behufs entsprechender Vertretung der Gemeinden verbessert wird.
So wie bei der Gründung der Unon den Gemeinden die Ent—
cheidung überlassen worden ist, so muß aud bei der nothwendigen
Fortbildung und Gesetzgebung der Kirche der Schwerdunkt in den
Hemeinden gefunden werden.
        <pb n="369" />
        Bei der durch Hrn. Exter vorgenommenen Abstimmung be—⸗
arkundete sith eine so große Einhelligleit, daß bei der Gegenprobt
sich nur zwei Hände (und sehr wahrscheinlich in mißverstandener
Weise) emporstreckten.

Nach Hru. Jacob sprachen die zu diesem Feste eingeladenen
Saste. Der Erste, Herr Prediger Müller an der Jerusalems«
firche zu Bersin, erging sich besonsers über das „Wesen der
Union.“ — Ihm 'solgte Heir Bluntschli, der zuvörderst für
das freundliche Entgegenkommen von Seiten der Pfalz, bei Gele—
zenheit des zweiten Protestantentages dankte, Redner betont, daß
Union“ den Frieden bedeute, im Gegensatze zu theologischer
Rechthaberei. Die Pfalz sei so viellseitig augeschwärzt, als ob sie
rivol wäre — er aber möse die Anschwärzer jetzt hier sehen, da⸗
nit sie sich überzeugen könnten, welcher Geist die Versammlung
zeherrsche — es sei der Geist der Nenzeit. —

Redner bedauert ferner, daß die Geistlichkeit, bei der Feier
aicht theilnehme — „ist das christlicher Sinn, wenn sich die
hirten von ihrer Heerde trennen? —Schließlich mahnt Hr. Blunt
hli an das hohe Königswort unseres unvergeßlichen Maximilian
IJ.: „Ich will Friede haben mit meinem Volke!“ und wünscht
daß das Kirchenregiment dasselbe thue und Friede mit den Ge⸗
meinden mache. (Stürmischer Beifall.) J

Der letzte Redner war Herr Kirchenrath Dr. Schenke
rus Heidelberg, der die Versammlung im Namen der dortigen theol.
Facustät begrüßt und deren Glücwünsche zu dem heutigen Feste bringt
ẽr nennt das Fest ein herrliches, nicht wegen des äußeren Schmu⸗
tes, sonnern weil es ein Fest der protestantischen Geistesfreiheit
st. Auch er bedauert die Abwesenheit der Geistlichen, aber wie
Nancher wäre wohl gerne gekommen, wenn er nur gedurf
zätte. Geifall.)

Deßhalb müsse auch Milde gegen sie geübt werden. — Die
Feinde der Union mögen übrigens mit gezogenen und ungezogenen
Zanonen gegen sie ankämpfen, unsere Waffe sei die der Liebe und
Duldung. Auch Heidelderg habe schon schwere Kämpfe bestanden,
aber gerade die Pfalz sei es gewesen, die ihnen treulich zur Seit
danden, und als Dank dafür, wollen sie aber auch dafür Gewähr
—ED
don dorten heimkehren. (Großer Beifall.)

Hierauf statlete Herr Exter den Güften seinen Dank ab und
noch Verleiung mahrer Schreiben und Absingung des Chorals
„Nun dan et Alle Gott“ schloß die erhebende Versammlung.

Nach B.endigung des Kirchlichen Festes, war ein Festessen
m Krafeschen Saale.

Aus der Pfalz, 31. Juli. Die Preisvertheilung an
zie schön?en in der Vfalz gezogenen, fowie zur Nachzucht ver—
wendeten Pferde findet Freitag, den 11. Sept. d. J., Morgens
11 Uhr, im Gestütshof zu Zweibrücken, die Musterung Tags
dorher statt. Die Summe der zu vertheilenden Geldpreisen beläuf
ich auf 1500 fl. Stut⸗ und Hengfstfohlen unter 2 Jahren wer⸗
en nicht zur Preisbewerbung zugelassen. Von den hiezu be—
timmten Pferden muß durch Zeugniß des betreffenden Bürger-
neisteramtes nachgewiesen werden, daß die ansässigen Personen
der Pfalz gehören.

JHeibelberg. Bekanntlich hat Hofprediger Dr. Hoff—
mann in Berlin Generalsuperintendent der Kurmark Brandenburg
ind Mitglied des preußischen evangelischen Oberkirchenrathes, in
einer Schrift „Einst und Jetzt“ auch den deutschen Protestanten
verein in den Kreis seiner „reichsgeschichtlichen“ Beleuchtungen
zezogen. Der Hr. Hofprediger scheut sich nicht, dem Protestauten ⸗
zeteün allen „Zusammenhang mit der deutschen Reformation“ ab⸗
uerkennen, ja zu sagen: Die Partei des Protestantendereins ist
zicht mehr national, nur noch kosmopolitisch und kann in der preu⸗
zischen Landeskirche nimmermehr als eine berechtigte geduldet wer
»en; sie kann nur wie die Freigemeindler, selbst nur wie die
guden zur Kirche stehen.“ Auf dieses dreiste Wort ist denn auch
der Protestantenverein die Antwort nicht schuldig geblieben, wie
nan aus dem Artikel Dr. Schenkel's über „die neueste Bannbulle
gegen den Prote tantenderein“ im sechsten Heft seiner „Allgemeinen
irchlichen Zeitschrist“ ersieht. Treffend wird hi.r das Gebahren
es Berlinet Hospredigers Hoffmann mit dem des ehemaligen
sachsischen Hofpredigers Hoe v. Hohenegg derglichen, welcher zur
elbigen Zeit als der dreiß giährige Krieg die dringenste Nöthigung
uur Vereinigung aller protestantischen Kräfte bot, mit Mitteln
oshafter Consequenzmacherei bewies, daß nur die Lutheraner
zhristen, die Reformirten aber schlinmer als die Türken
eleit. —

Der Receptor der Berliner Gasanstalt, Steinäder, wurde
zei einer Explosion des Oels seiner Petroleumlampe durch die
rennende Flüssigkeit so durch Brandwunden verletzt, daß er starb;
ie Explosion — und dies möge zur Warnung dienen — war
adurch entstanden, daß er, um seine Lampe auszulöschen, den
docht herunterschraubte, statt die Flamme einfach auszublasen.

FAm 258. ist daz oberbessische Dorf Battenbere

ibgebrannt; 80 Wohnhäuser, dazu: Scheuern und Skälle, liegen
in Asche; nur die Kirche, das Schulhaus und 8—10 abseits ge⸗
legene Häuser blieben verschont. Viel Vieh ist mitverbrannt.
7 In Wien ist der Kaufmann Wohlleber aus Dresden, der
im Hotel Schipler wohnte, ermordet und beraubt aus der Donau
gezogen worden.

f In Wien ist am 28. ein Schützesgast, Wirth Buhler von
Böppingen, in Folge Sonnenstichs plößlich gestordhen. —
7 An der Spitze des Schützenfestzuges gieng, Wiener Blät⸗
tern zufolge der Tambour.⸗ Major der Kapelle der städtischen
Feuerwehr, dessen Bart nicht weniger als 4 Schuh und 2 Zol
mißt. Für gewöhnlich trägt der Besißer dieses Schmuckes den⸗
selben in Zöpfen geflochten unter den Kleidern, am Sonntag lich
er ihn zu Ehren des Festes frei flatten.

— Die Kosten der Festbauten betragen im Ganzen 295,765 fl.
davon entfallen auf die Schießhalle sammt Anf und Nebenbau
51,052 fl., die Festhalle 98,130 fl. den Wirthschaftsraum
28,086 fl., das Hauptportal 11,280 II., jedes der beiden ande⸗
ren Poriale 3718 fl., der Gabentempel 8604 f.
7 Der österreichische Flüchtling Goldmark, der im Jahre 1848
vegen Theilnahme am Morde des diterreichischen Kriegsministers
Latour in contumaciam zum Tode verurtheilt worden war, und
zegenwärtig Befitzer einer großen chemischen Fabrik in Philadelphiu
ist, hat sich durch einen Wiener Rechtsfreund Einsicht der ein⸗
schlägigen Acten erbeten, um nach Prüfung derselben daß
Begehren auf Wiederaufnahme der Untersjuchung stellen zu
idnnen.

F Gumbinnen, 28. Juli. Die dhiesige Negierung hat
don den Landräthen der Kreise Heydekrug und Gold pdie An⸗
zeige erhalten, daß in den angrenzenden russischen und polnischen
Bezirken die Viehseuche wieder ausgebrochen sei.

FWie aus einer von der Stadt Paris an die Budgetcon⸗
nission gerichteten Note erhellt, hat die Bevolkerung der franzd⸗
ischen Kapitale fich seit dem Jahre 1853 verdoppelt. Es find
in den letzten 15 Jahren 20,000 Häuser niedergerissen und
15,000 Häuser anfgebaut worden. Das Mehr von 28,000
häusern hat der Stadt eine Zahl von 110,000 neue Wohnungen
geboten. Es gibt in Paris gegenwärtig 80,000 Wohungen, die
weniger als 500 Frs. jährlich Zins zahlen.

7 Die Stadt Paris hat seit' dem Jahre 1833, also Un
15 Jahren 1536 Mill. folgendermaßen verausgabt“ 884 Mill
Ur öffentliche Arbeiten, Straßenbauten un s. w. 157 Mill. «fue
Brunnen⸗ und Schleusenwesen, 55 Mill. für wohlthätige Anstal-
en, 61 Mill. für Kirchen, 17 Mill. für Quais und Brücken,
129 Mill. für Schulen, Theater, Kasernen u. s. w., 838 Mill.
für Märkte und Hallen, 195 Mill. für öffentliche Anpflanzun⸗
gen, Squares ⁊c. Man sirht, daß Paris sich nicht —umsonst die
jchönste Stadt der Welt nennt.

Der Pariser „Charivari“ bringt ein hübsches Bild: eine
junge Dame sieht, daß ihr Gemahl in den Budgetverhandlungen
des Gesetzgebenden Körpers liest; die ungeheuren Zählen fallen
ihr in die Augen, und sie sagt sich: „Das ist der rechte Augen⸗
blick, mit ihm über“ meine Robe von 500. Fres. zu reden; wie
klein muß ihm jetzt diese Summe erscheinen ! —

Neuenburg. ESschweißz.) Man schätzt die Uhrenpro⸗
duktion von Neuenburg auf jährlich 800,000 Stück im Werih
von 35 Mill. Fr., wovon die gute Hälfte Arbeitslohn und Ge⸗
winn der 30,000 Arbeiter und Unternehmer ist. In Genf pro⸗
duziren 7000 Arbeiter jührlich 100,000 Uhren, wovon N2 gol⸗
dene, im Werth von 11 Mill. Fr., Waadt und Bern (Jura)
verfertigen 300,000 Stück im Werth von 10 Mill. Fr. Zusam⸗
men 1,200,000 Stück Uhren im Werth von 55 bis 60 Mill.
Fr. Die Hälfte dieser Summe als Arbeitslohn angenommen,
ergibt sich für 60,000 Arbeiter, bei 250,000, Arbeitstagen, ein

täglicher Durchschnittsverdienst von 2 Fr. J

f Der heißeste Tag, den man in London hatte, war der
21. Juli. Da ist auch etwas Unerhörtes geschehen. Bei riner
Assisenwberhandlung nahmen die Herren Richter plötzlich ihre Pe—
cücken ab und forderten die Advocaten auf, ein Gleiches zu
thun·

Am 26. Juli wurde zu London die 426jahrige) Sangerin
Adeline Patti mit dem ani de Coux getrant. *

rLondon. AUm vergangenen Mitwoch, »als die Hitze
hren Höhepunkt erreicht hatte, wurde vom Lager in Aldershot
eine Brigrade als fliegende Colonne ausgeschickt.— Bei dieser Ge⸗
legenheit wurden 9 Mann durch Sonnenstich getödtet, und 87 Mann
mußten als krank nach dem Hospital befordert werden.

Manchester. Am Abend des 2313 d. M. verbreitete
ich in der hiesigen Musikhalle ein falscher Feuerlärm. 2000 Per⸗
onen stürzten infolge dessen deun Ausgange zu; in dem Gedränge
purden 30 Menschen detödtet und diele verwundef
        <pb n="370" />
        Vom 17. — 22. Aug. findet in Brüssel ein Concurs sür Amgebung des Consulalsgebaudes machte, wurde in noch nicht 20
seirchenmusit statt; 100 Partituren sind dazu eingesendet; das Stunden für eine wahre Grabesruhe geiorgt, indem der Polizei⸗
hdelgische Ministerium hat zur Beurtheilung derselben eine eigene vascha sofort alle dort in der Nähe wohnenden Personen maͤnn⸗
Jurh ernamt. J chen Geschlechis vor sich kommen und jedem 25 Hiebe aufzählen

Athen. (Eine „classische“ Umme,) Da die Köonigin ließ; weitere 50 wurden in nächste Aussicht gestellt, für den Fall.
don Griechenland geruht, in gesegneten Umständen zu sein, so hat daß noch einmal die geringste Beschwerde von seiten des norddeut
der König eine Commission von drei Aerzten ernannt, welche schen Bundesconfulats einlaufe.

Nuftrag haben, eine Saugamme für den zu erwartenden kleinen — — —
Weltbürger auszusuchen. Es sind ihnen auf das stricteste alle Landwirthschaftliches.
Frfordernisse vorgeichrieben, durch welche sie sich bei der Auswahl —— * I.
selten zu lassen haben. Zunächst soli die Amme entweder aus Der Ruß als Düngemittel. Eincs der wenigst he
e ugehe e vedee altessug oder aus kihrien vich achteten Dungemittel ist der Ruß der Oefen und Schorusteine, der
am Helikon sein. Sind auf diese Weise die classischsten und poeti sich in und in der Rahe großer Städte bei einigem Sammlungs.
schen Geister des ruhmreichen Landes besängt, fo wendet der sinn in großer Menge um billigen Preis erlangen läßt.4 — *
sonig sein Augenmerk den leiblichen Erfordernissen der Amme zu Ctr. Ruß bringen hauptjfächlich auf leichtem Boden ein sehr üpe
ind derlangt, sie solle rutweder „entschieden blond oder entschieden piges Pflanzenzenwachsthum hervor. Nach Sprengel erhalt der
chwarz ve (wohl eine Enphemie, die den Ausschluß des rothen Morgen durch 5 Etr. Ruß 20 Pip, eisigsaures Kali, 78 8fd.
daarez bemaneln soll); die Zahne massen weiß und regelm mig kohlensaures Kaik und Thonerde, 2 Pfo. Chlorkalium, —1 pidpd.
ig. und einen reichlichen Votrath von Nahrung für die Consum- essigsauren Ammoniak, und 150 Pfd. Humus, aure, uud hu⸗
ion des zu hoffenden königlichen Kindes muß sie mit sich führen. nussaures Ammoniok. wovon die Ammoniak · und Kalisalze der
Ferner darf sie nicht mehr als zwei Kinder haben, deren jüngstes Gips und der Kalt die wirlsamsten find. Herr Friedrich Kaijser
it wel Monaten alt fein muß, sie selber darf nicht älter als aus Bruchborn theilt uns über die Wirkung des Rußßes Folgen⸗
ahtundzwanzig Jahre ali fein, und muß einen Gatten haben, des mit: Im Fruͤhjahre 1864 fand ich Gelegenheit * Ctr. Ruß
ec kraseig und desund ist.“ Wengn alie diese Vorzüge dem künfti · ür 3 Thlr. zu kaufen. Ich vermischte denselben mit der 1ofachen
gen Souberän zu statten kommen werden, und daun die Lage Grie- Menge einer bodenfen hien leh nigen Erde. Hiermit überdingte
henlands nicht gebessert is, dann muß es in der That ein jämech Morgen von Lssa Morgen Feld, das ich für Raps bestimmi
merlicher Staat sein. hatte. Die Rapssaat erfolgte am 8. Augnst. Das nicht X Ruß
Alexandrien; 18. Juli. Vorgestern ist der wegen herdüngie Siñckhatte sehr stark, von Erdflöhen Zu leiden, wah⸗
seines Attentats auf den König don Preußen bekannt geworden?‘ rend das andere von ihnen verschont blieb. Auf letzterem Stud
Dstar Becket im hiestgen Diakonissen-Hojpital verstorben. am der Raps etwas üppig in den Winter, wahrend er auf dem

WKairo. Zur Characterisirung der orientalischen Zustände ersteren sehr schwach blieb. Im Frühjahre war derselbe Unter⸗
diene folgender wvon »der Augsb. Allg. Ztg.“mitgetheilte Fall: schied beinerlbar und während, ich vou dem⸗ mit Ruß gedüngten
As dus norddenische Bundesconsulat dem hiesigen polizeipräfecten Porgen 624 Maller ausdrusch, bekam ich von dem *a Morgen,
ine barmlose Bemerkung wegen der etwasallzu geräuschvollender nicht mit Ruß gedüngt war, nur 2*2. Malter.

—— —⏑ — —
Alle diejenigen,“ die rechtlich ba⸗
jete Forderungen an meinen ——
Ehemann, den früheren Bürgermeister Fe⸗
lix Schaller von Niederwürzbach, zu
nachen, oder auch Zahlungen an denselben
zu keisten haben, werden hiemit aufgeford-
rt, ihre desfallfige Ansprüche innerhalb acht
Tagen bei mir geltend zu machen.·..

Anuahof bei Niederwürzbach, den 2.

August 1868.

Wittwe Schaller
In der Spital⸗Kasse liegen
zum ausleihen bereit. Naͤheres
bei Herrn Notar Horn hier
zu erfragen.
Für kommendes Fest bringt Unterzeich
neter in empfehlende Erinnerung:
Schͤne Mainzer Haudkäse
e Emmenthaler Schweizerkäfe
Villeroy's NRahmkäse
uee,e W
Sardelleu und Capern
erregy »7
andeln, Rofinen, Citronen
Neue grüne Kerne
Macegdroni *
Belbe und weiße Nudeln
Suppensternchen
sowie allen sonstigen Suppensachen von
hesiser und billiger Qualität. serner sein
vohlassortirtes
Eigarrenlager.
Frit er bieter
Materialhandlung.
*gecroleum.
n wasserheller Waare
—I

Wirthschaft⸗Eröffnunc. 3
Meine neue Weinwirthschaft ist seit Sonntag den 34 Auguft
eröffnet, und lade ich meine Freunde und Gönner zu recht fleißigem
Besuche ein. w Woden gn del whoyr
— i n eine finden ei mir
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O. Apprederiĩs.
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ʒeutschen Werkzeugen für alle Holzarbeiter, Holzschraubenschneider in ver⸗
chiedenen Größen. Alle Arten von Waagen in Eisen und Messing, als: Schnell·
Valfkenwaagen, Decimal- nnd Tafelwaagen von verschiedener Tragkraft,
ür Metzger, Specerei und Wollhandlungen. Für sämmtliche Werkzeuge und Waa⸗
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Zweibrücken im Jul: 1868. B
POII, Zeugschmied.
Die ergebenst Unterzeichnete —B Worms den 31. Juli.
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Nro. 93. — Donnerstag, den 6. August ———

— — ———
Deutschland. *2 wortsnote auf die Beust'sche Note bezüglich der päpstlichen Allocu—
—München, 4. August. Das Oberappellationsgericht (ober; tion hier nichts bekannt ist. au e hee r wer
ster bayerischer Gerichtshof) hat e Entscheidung dahin getroffen, Frankreich. J
daß die in Bahern erscheinenden Zeitungen verpflichtet sind Bee — Ar—
richtigungen bezüglich nicht-bayerischer Vorkommnisse auf Grund Der „Monde“ ist selbstverftändlich nicht sehr begeistert von
ziner don einer auswärtigen Regierumg ertheilten officiellen Aus dem großen Schützenfest, das in Wien ʒgefeier wird. Er ergeht
kunft aufzunehmen. sich darüber in mehr oder weniger bissigen Vemerkungen gegen
Munch em, 4.0 Auguft. Die „Corresp. Hoffmann“ meldet, die Sache selbst und die Leute, allein sein Hauptbemühen ist da⸗
der Wiederzufammentritt der Commission behufs LAuseinandersetz rauf gerichtet, es den Franzosen als ein absolut antifranzöfisches
ung des früheren Bundeseigenthums sei für kommenden Herbst in Fest hinzustellen. Als Hauptbouauet dieses großen antisranzöfi⸗
Aussicht genommen, da der durch die Beschlüsse jener Commission 7 Vationagess wurd das Absingen des R. Beder schen: „Sie
geschaffen. Zustand abnorm fei— ollen ihn nicht haben angeführt. KZwanzigtausend Stimmen
dus der West pfalz 1. August, schreibt der Pfälzer chreibt der Cortespondent unter der Firma Le Blane, sangen
Zurier, daß in Folge höheren Auftrages die k. Bezirksämier die — Zewre en und heulten die Strophen dieses in Deutsch⸗
Bürgermeisterüämter beauftragt haben, der Wirksamkeit des neu ge⸗ ar ecep ve e Wären der Rhein und die Franzosen
gründeten katholischen Preßvereins besondere Aufmerksamkeit zuzu⸗ der * Pfor en er Fes ha le gewesen, so hatte die kriegerische
enden und sofort Bericht zu erstatten, wenn in irgend viner Begeisterung nicht stärker sein können. Zum Gluͤc gab es keine
Gemeinde von Seiten dieses Vereins eine besondere, Thätigkeit Indn der Wein und das Bier hatten nur die Köpfe verwundet.
Avidelt wird — u“ ie einzige Moral, die sich daraus ergiebt, ist die, daß ein Krieg
Saarbrücken, 29. Juli. Ueber die Saarbritae zwischen Frankreich und Deutschland. lang und furchtbar sein
Saargemünder Eisenbahn bringt die „Tr. Z.“ folgende anffällige würde. eneee den plotzlich wie der Blit ausbrechen und schuell
Mittheilung: Die Arbeiten an dieser Eisenbahn dürften von heuie we d — quuner aeluueng Das sind die schönen Resultate der
an eingestellt, sen. Die französische Regierung nämlich, welche wartenden Politik von 1866....
wegen dieser Behnstrecke, die sich in Saargemünd der Bahn nach
Straßburg anschließen sollte, mit der preußischen Staatsregierung
einen Vertrag abgeschlossen hatte, verlangt jetzt, den Bestimmungen des
Vertrages zuwider, daß beim Uebergang über die Saar zu Saargemünd
ein befestigter Brückenkopf angelegt werde. Dessen weigert sich die
‚reußische Regierung und überläßt es den Bauunternehmern, ge—
gen die französische Regierung mit einer Klage auf Schadenersatz
aufzutreten.

Vermischtes. 8
St. Ingbert, 5. August 1868. Gestern und hauptsächlich
heute hat der pfülzische Haupiverein' der ebangelischen Giu st a v⸗
Adolfstiftung hier sein 17. Jahresfest gefeiert. Um 5 Uhr brachte
die Bahn die meisten Abgeordneten der einzelnen Zweigvereine, sowie
die eingeladenen Abgeordneten der übrigen Hauptvereine. Um 6 Uhr
trat die Versammlung im Stadthause zusammen, um die geschäft⸗
23.83 XRulj. z di äsidium des deut lichen Verhältnisse und Angelegenheiten des Vereines zu besprechen
ceibg 3*5 ——————— und zu —*2 Unter ——— des Herrn Prodecan Ney dus
chen Schützenl unde b n eyD dt Leipzig bereit sein das 58 Mutterstadt wurde zuerst die Tagesordnung mitgetheilt, 2 Schrift⸗
zerichtete Anfrage: ob 8 ad IWe übernehmen, hat der sührer und 2 Scrutatoren sowie g Herren' zur Prüfung der vor—
deutsche Bundesschieten im Jahre gn eberuren At . gelegten Rechnung gewählt, sodaun“ über die den Hauptvereine
Rath nach einem gestrigen Plenarbeschluß eine ablehnenhende Aut iade Vetehne aeh les —*
tauf telegraphischem Wege ertheilt. zustehen e Vertheilung des Drit heiles der eingegangenen Guben.
wor 442 z Als Abgeorodnete von auswärtigen Vereinen waren erschienen
In Lnrembuxg wurden bekannttich in der Nacht vom 6. gerr vrala ve. Zimmermann aus Darmstadt, Herr Pfr. und Prof.
Juni Placate an die Straßen geheftet und anderweitig verbreitet, Zaum aus Straßburg, Hert PfraSchlünmus Kirchberg in Preu—
die das Volk aufforderten, sich für die Annexion des Landes an zen H. PfraKohlern Wiesbuden. Die Verhälinisse von Lant—
Frankreich zu erklären. Der Urheber dieser —— Herr duhl, Dahn, Ensheim in unferer Pfalz, von Limburg und Lahn⸗
Heintze, Drucker und Redacteur des Juernal de Lurembourg, stein in der Provinz Nassau waren der Gegenstand der Vorträge.
ist deswegen angeklagt und von dem Gerichts hofe Hegen —— — Rja 8llhr endigte diese berathende Vorbersammlung und haite
der Umftände“ mur in eine Gesdbuße von 50 Fres. verurtheilt derade sobiel Zeit um an die Kirche zu kommen, und die Choral—
wvorden. In,geiner Vertheidigung gab er die Thatsache zu, guch nusik zu hören. Abends war im Heusser'schen Garten gesellige
daß er aus Mez französische Fichgen angeschafft habe; mit allem Zusammenkuuft, theilweise auch bei H. Seiter. Heute um 126 Uhr
dem habe er gber unr ene Volisabstsmiung hervortufen wollen. Aschalllen die Glocken weithin und ertönte wieder Choralmusik, von
und, er sFei überzeugt. daß der Souverain von Luremburg sich der Bergmusik sehr gut ausgeführt und Alles war schon auf den
selbst an die Spitze der Abstimmenden würde gestellt haben, um Beinen. Jeden Augenbkick fonnte man da und dort,' don der ut
die Luxemburger des Glückes theilhaftig zu machen, einem großen ener Seile her Zuuge von Fesibefuchern sehen und um vuhe
Staate anzugehören, der für die Wohlfahrt bessere Garantieer kam mit der Bahn eine Menge Festgenossen, welche fich den übri—
bieten würde. J gen anschlossen. Um 429 Uhr bildete sich der Festzug dor dem
Wien, 2. August. Beim Schützenbankett brachte Schulhaufed die Kiner d ae Sängerchor. 3 Strophen aus
Justizrath Sterzing aus Gotha ein Hoch auf den Schützenbund dem Liede, Lobe den Hettn“ unter Begleitung der Musik absangen.
aus. Redacteur Hügel aus Wien trank auf das Wohl der Frei⸗ Ein großer Zug bewegte sich in die feulich geschmückte Kirche duürch
Jeitskämpfer des Jahres 1848. Der Wiener Professor Posch' die rech verzierte und mit norddeutschen, baherischen und deutschen
drachte unter großem Beifallssturm einen Toast auf die deutscher Faͤhnen beflaggte Stadt, deren meisten Häuser, ohne confefsiontlen
Schützen, Zurner und, Sänger aus. Geiger aus Frankfurt ber linetschied ihret Bewohner, niit Blumen und Kränzen innig gezient
‚eichnet, zwischen Scheinerfolg und wahrem Ersolg unterscheidend waren
die Errungenschaften Oesterreichs seit 1866 als einen wahren Er— Die lirchliche Feier wurde durch den Ortspfarrer Herr Krieger
olg und bringt ein Hoch auf denselben aus. mit biblischer Lection des 122. Psalms und einem herzinnigen
Wien, 3. August. Die „Wiener Abendpost“ dementirt die Gebet eröffnet. Hr. Pfr. Arnold von Annweiler hielt die
Nachricht, daß die österreichische Regierung in Petersburg gegen Festpredigt über Philipp. 4, 10 177, welche Bibelstelle nach kur—
zie Kundgebungen russischer Sympathie für die czechischen Agitas zer prägnanter Darlegung der geschäftlichen Situation in welcher
nouen diplomatische Vorstellungen gemacht habe. Die „Abend- dieselbe“ entstanden, dahin angewendet wurde, daß der
»st“ meldet ferner, daß von der Existenz einer römischen Aui Gustav Adolf Verein Freude erlebt hat an seinen Gustav Adolfs—
        <pb n="372" />
        zemeinden. Die Freudeim Herrn, welche die Gustav⸗Seelen sich findet, wo vor 25 Jahren eine Oede und Haide ge—
Abolfsgemeinde über den Gustav Adolfverein wesen, dittet um Hilfe und freute sich, daß allmälig zwischen dem
zat— war der Grundgedanke, und zwar 1. über die theilnehmende bayerischen und preußischen Verein die Verbindung mehr und mehr
Sorge, 2. über die wohlthätige Liebe, 3. über das einträchtige, angebahnt werde. Der Ortspfarrer hielt Schlußgebet und ertheilte
Wirken. Sehr schön wies der Prediger nach, wie die Noth in den Segen. Zwischen den einzelnen Ansprachen wurden theils
dielen evangelischen Gemeinden den Scharfblick der Liebe geweckt Lieder von der ganzen Gemeinde, theils Chorgesaänge gesungen.
und den Drang des Herzens zu helfen entzündet hat, wie nur ein,Die Collecte für Dahn ertrug 90 fl. 27 kr.
lebendiger Glaube der in der Liebe thätig ist, auch wahre und Gleich nach der Kirchlichen Feier begannen die Verhandlun⸗
nachhaltige Liebeswerke thun kann, wie der Gustav⸗Adolfvereingen. Das Resultat derselben ist: 1. als Abgeordneter sür das
für uͤnsere Kirche ein Einheilspunct unter den Bekennern seines am 25 —-27. d. Mis. abzuhaltende Centralfest wurde Hr. Consi⸗
Wortes geworden sei und die Aufgabe habe, durch Gründung und storialrath König gewählt; 2. Dahn erhält 1000 fl. nebst der
Bau von Kirchen und Schulhäusern, den evangelischen Glauben und Collecte, Landstuhl 800 fl., Ensheim 800 fl., Blieskastel 100 fl.,
die in Gottes Wort gebundene Freiheit hochzuhalten und zu Mechtersheim 150 fl., Lemberg 100 fl., Luthersbrunn 50 fl. für
verbreiten. eine Glocke, Eppstein 100 fl., Imsbach 80 fl., Frankenstein 100
Herr Pfr. Hofer von Edenkoben erstattete mit Zugrundeleg⸗ Ifl., Ludwigshafen 100 fl., Mörlheim 40 fl., außerdem erhielten
ung von Psaim 67, 2 und 3 den Jahresbericht. Gar schön wußte noch 25 außerpfälzische Orte Unterstützungen. 8. Als Festort
er zu beginnen, wie dieses Psalmwort am 6. November 1682 wurde in erster Linie Otterberg, in zweiter Lambrecht Gre—
don dem Heere Gustav Adolfs gesungen wurde, durch welche die venhausen bestimmt. 4. Die vom Hrn. Amtmann Stempel in
ebangelische Sache Deutschlands gerettet worden ist. Der Jahres⸗ Frankenthal gestellte, von Hrn, Commissär Schlick in Speier
bericht kounte mit Dant gegen Gott und mit Freude eonstatiren, revidirte Rechnung wurde für richtig befunden und beiden der
daß die Einnahmen gestiegen seien in diefem Jahre um 850 fl. dank der Versammlung ausgedrückt. Auch hatte Hru. Pfr.
gegen das Vorjahr mehr, nemlich auf 7616 fl. Auch ein Ver- Schmitt von Saargemünd über die Verhältnisse der prot. Ge—
machtniß von einer Wiitwe Upert aus Oggersheim im Betrag von meinde in Forbach berichtet und für dieselbe um Unterstützung ge⸗
150 fl. konnte berichtet werden. Er erzählte‘ eine innige Ge- beten. Zum Scluß dankte der Vorstand des Vereins dem Fest⸗
schichte von einem Galeerensträflinge in Toulon, dem durch die committee, dem Presbyterium, dem Bürgermeister, dem Stadtrath,
Hilfe des Gustav Adolfvereins Trost und Beruhigung zu Theil wurde der ganzen Stadt und besonders der Gafifreundschaft der St.
Herr Prälat Zim mermamn aus Darmstadt, der bekannte Gast bei Ingberter, welche in sehr reichem Maße die empfangene
derartigen Fefsen, der an der Wiege des Vereins gestanden ist und den- Liebe vergolten haben. — —
selben hat mit großziehen helfen, deutete in sinniger und ergreifender Weise Um 922 Uhr endete das Fest schöͤn und lieblisch wie es
das Lutherdenkmal in Worms, die einzelnen Figuren, in Gruppern zu angefangen hat.
ammengefaßt auf den Gustav Adolf-Verein, seine Wirksamkeit, Thä— Nachmittags 2 Uhr vereinigte ein Fessessent die Abgeordneten,
tigkeit, Arbeit, Segen und hob besonders hervor, daß der Verein Festgäste und hiesigen Bürger in dem Oberhauser'schen Saale, wo
ftehend auf dem ewigen Worte Gottes stets neue Liebe aus diesem mancher pikante Toast ausgebracht und noch eine Collecte im Be—⸗
Worte sziehen muß, wenn er nicht zu Grunde gehen will, bekennen trag von 105 fl. erhoben, welche dem Bethaus in Ensheim
muß er den Einen Herren und protestiren gegen Alles, was fich zugewiesen wurde.
nicht mit dem Epangelium von Jesu Christo verträgt. Jx Wir können zum Schluß nicht umhin allen und jedem, der
Herr Prof. Baum brachte Grüße von Elsaß, auch aus Africa] in irgeud einer Weise zur Hebung beigetragen hat, innigen Dank
und wies darauf hin, daß je mehr und mehr eine Union der That auszusprechen und sind überzeugt daß St. Ingbert sich in
und Wahrheit eutssehen möge, wo einer für alle und Alle für Ei- den Herzen manches Festbesuchers einen Gedenkplatz erobert hat.
nen stehen und helfen. Fügen wir hinzu, daß das Wetter so günstig gewesen, so können
Herr Pfarrer Ssch lä kum begrüßte die Versammlung mit wir sogen, daß dieses Fest, an das sich morgen die Einweihung
Hebr. 14, 20 und 21, erzählt besonders die Gemeinde Oberhausen des Beisaales in Enusheim anschließt, seinen Vorgängern in keiner
aIm Niederrhein, wo jetzt eine Bevöl kerung von 3000 protest.! Weise nachsteht.

—

„Verwandten und Freunden
zur Nachricht!“

Dem Ällmächtigen hat es gefallen,
heute den 5. August unser liebes Töch—
terchen

Selene
im zartesten Alter in das bessere Jen⸗
seits abzurufen.

Goffontain, 5. August 1868.

G. Grauvogel &amp;
Kath. Erauvogel geb. Thiery.

ulle diejenigen, die rechtlich ba—
irte Forderungen an meinen verstorbenen
Ehemann, den früheren Bürgermeister Fe⸗
lix Schaller von Niederwürzbach, zu
machen, oder auch Zahlungen an denselben
zu leisten haben, werden hiemit aufgeford—
ert, ihre desfallsige Ansprüche iunerhalb acht
Tagen bei mir geltend zu machen.“
Annahof bei Niederwürzbach, den 2.
August 1868.
Wittwe Schaller.
In der Spital⸗-Kesse liegen
—
” 836 ii.
5 ausleihen bereit. Näheres
AMhei Herrn Notar Horn hier
zu erfragen.

Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilnng der k. Baubehörde dahier vom 2. 1. Mts. wird wegen der
Erbauung einer neuen steinernen Brücke auf der Staatsstraße von Einöd nach Blieskastel
vom 17. dss. Mis. an der allgeme ne Verkehr auf gedachter Straßenstrecke während der
zweimonatlichen Dauer des Baues eingestellt.

Die für den kleiren landwirthschaftlichen Verkehr angebrachte Nothbrücke darf nur
mit leichtem einspännigen Kuhfuhrwerk durch Angehörige der Gemeinde Einöd—
Ingweiler befahren werden. Für Alles mit Pferden bespannte, sowie das Gewicht von
20 Zentner übersteigende Fuhrwerk ist die Benützung der Brücke durchaus untersagt.

Was hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Zweibrüchen, den 3. August 1868.
Königl. Bezirksamt.
Damu.
Zahnarzt Brader
aus Speier ist Freitag den 14. ds. von
Mosrgens 7 Uhr bis Abends 6 Uhr im
Hotel Laur“ zu consultiren.

Indarnat KRleesamen
zei J. Uhl jr., in St. Ingbert.

Fruchtpreise der Stadt

Kaiserslautern vom 4. August.

Weizen 6 fl. 44 kr., Korn 4fl. 32 kr.
Spelzkern — fl. — kr.,, Spelz 4
20 fr., Gerste 4 fl. 55 kr. Hafer 2
28 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken — fl.
— kr., Linsen — jl. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 21kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 12 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 13 fr.

Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛ⁊c. Preise
— der Stadt Zweibrücken vom 6. August
Weizen 6 fl. 24 kr., Korn 4 fl. 21 r.
Gerste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige, — fi. — kr., Spelz 4 fl. 12 kr.
—AD
— kr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
4 fl. 5 fr. Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — tr., Kartoffeln IA. — kr., Heu
Ufl. 20 kr., Stroh 1fl., 12 kr., per
Zentner. Weisbrod 115 Kilogr. 18 kr.
Kornbrod 3 Kgr., 22 kr., ditto 2 Kgr.,
15 kr., ditto 1 Kgr. 8 kr., Gemischtbrso
3 Kgr., 28 kr., 1 Paar Weck, 8 Leth
—A—
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel—
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter.
Butter 30 kr. per Pfund.

—“
Kedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inguuvert
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        *
22 25 6— 52 52
—A A——— 58335
38 33 38 3 56
* — 22 23 — 58*55 A 2 — 5 — * — 3 *8 *
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3 8 8 33 5255
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23388 — 3 3555
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* 55358255357 35535333556s3526 358 222 528 55
5 2 — 532 —— 8 7 — 5— 14 * —— 72838 585
— 3 68535 3 228 581586 5
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ẽ — 2.5 E6 55253585 22 *582253.553 52—3 222—55 253 3827
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2 * 2 7 S E — — — 3555 * 5
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— —A — — — —555 * * — * ——— —A—
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555358* * 33 33383335 — 355 :*782* 8
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2 — 8 — 528 — —— *235. 2* 5328 —— t — 13
—A 5 8—3885* * 22 ——— 222 — *558
5 T⁊ 5— 53—52 O 2*
828853 33333 57 55885 — 32253S3588 2235 552 — M 88
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—A 22 * * 38328 —2225 — * 53 ——— —— — 53352
3 —
55832 58 5 85 53 3833 3 *8338 —— 38
ẽ 82— 558335 — 523335 —e —
5323555 2 * S 2 E —22 828*7 5 *2532— * 55
— 52 — * —3 2 — S a49 2535328 2 — 52* —— —
7 * * 5228 —x5357 82 z3588* — —A 5328323
27 3535 383 2E”E s8553733886 z382588 z — 335
6 225 —A 832 —353883523 5 333553
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23337 255 25 3383578 2* 2 2355
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2 83 — 2B28 — 7238 — — 2.555 — S 3 335
5* 22 563555 —A *58 — 1255535 8 35535
225 5 z222 3 52 3z375533 5
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2 — 28— 33. *25* — * 8 2 33 2 ——2
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* * 285 8 5 ——————— D —5538 — 5 —.
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2—52 3342 2 — 55 322 —2 ————— *5 25522
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3— 82* 5*56 — — — ð 58 — S *— 323 — * 522
222 522 — 8 * 2 8 7 — 2* 5 2** 32 5* 2 E
2 85 3823 123— 23 5252 253373 328 23755525 z8375
525375238 — 8 53553 3 8832 35 252*
— — * S 53 —* —E — — 2— — — —
3 55 5 2 — * 25522 *58 — — 28* S 2233 32252 —
535 75 25 532* —E 582 *8 —8 * — 8
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2 * 3 5* 58522 358s 3323 5—3833832* —J— —— 3382 55
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5. 8* Z2. 2.: * * — — 52 — 58.
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53552 38— — — —— —5625323838 * 5. 383307 252*5
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58 333333—375 355 *33356462
322227 — 5 523 355523255— 32235 353 33312.43
— — 9358373*7 55 58 8—3333263
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5233 57 3 2568*
2334 2583 3533 3335827 *53 *2333358535
32323 55 2383 —A — JO32, 88 8
— 3 — —— * 28353 5* —* 2.—
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        Slt. Ingberker Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
iid Samstag: Abonnemenispreis vierteljährig 450 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Samstag, den 8. August
41868.

Deutschland.

München, 4. August. Der Staatsminister Fürst v. Ho—
jenlohe ist gestern Abend von Schillingsfürst zurückgekehrt und hat
jeute die Leitung des Staatsministeriums des k. Hauses und des
Jeußern wieder übernommen.

— Der König hat genehmigt, daß im Nachgange zu den
uus Anlaß der Aufhebung des Salzmonopols und der Ueberwei-
ung der Salinenwaldungen an die allgemeine Staatsforstverwal⸗
rung bereits erlassenen organischen Verfügung bezüglich der Sali⸗—
renderwaltung nunmehr vom 1. September d. Is. an 1) die
Hauptsalzümter Kissingen und Dürkheim aufgelösst, dann 2) das
Hauptsalzamt Berchtesgaden, als solches aufgehoben und statt des⸗
elben für die Verwaltung des Salzbergbaues und der Saline
»aselbst zwei der Generalbergwerls- und Salinenadministration
unmittelbar untergeordnete Aemter mit der Benennung „Salzberg⸗
zerwaltung Berechtesgaden“ und „Salinenverwaltung Berechtesga⸗
den“ errichtet werden.

Kissingen, 4. August. Der König von Bayern ist mit
einem Gefolge von 48 Personen hier erschienen und scheint dessen
VBerbleiben auf eine längere Zeit berechnet zu sein. Da sich die
Verwandten des russischen Kaiserhauses immer zahlreicher einfin⸗
den, so gewinnt die Vermuthung einer Verbindung Königs Lud⸗
vig II. mit der Großfürstin, die gegenwärtig in Schwalbach, im⸗
mer größere Wahrscheinlichkeit.

Köln, 3. August. Der Köln. Ztg. wird aus Paris geschrie⸗
hen, daß sichere Nachrichten aus Spanien einen allgemeinen, von
Seite der Regierung nicht abwehrbaren Aufstand signalisiren. Die
meisten spanischen Emigranten sind aus Paris abgereist.

Berlin, 5. August. Die „Prov.Corresp.“ sagt anläßlich
der Wiener Schützenfestreden: Deutschland mißbillige diese Um—
riebe, weil es einen aufrichtigen Frieden und gute Beziehungen
wischen Preußen und Oesterreich lebhaft wünscht. Mit Genug⸗
huung sei hervorzuheben, daß die kaiserliche Regierung aus freien
Stücken dafür gesorgt hat, jede Urheberschaft oder Theilnahme an
den beim Schützenfeste stattfindenden Kundgebungen in Abrede zu
tellen, um eine Trübung des guten Einvernehmens zwischen
Breußen zund Oesterreich zu verhüten.

Berlin, 5. August. Die „Spener'sche Zeitung“ dementirt
die von der „Correspondance Nordest“ gebrachte Nachrichten, wo⸗
riach Oesterreich und Norddeutschland über ein Allianzverhältniß
interhandeln, diese Unterhandlungen sich jedoch in Folge der
Interpellation des Generals Lamarmora zerschlagen hätten.

Berlin, 5. August. Gegenüber den Nachrichten über die
angeblich bevorstehende Ernennung eines päpstlichen Nuntius für
»eu Norddeutschen Bund erklärt die „Nordd. Allg. Ztg.,““ daß
zdie Nuntiaturfrage noch von keiner Seite in Anregung gebracht
vorden ist.

Gumbinnen, 2. August. Der Departementsthierarzt Dr
stichter ist aus Rußland zurückgekehrt; er hat daselbst nur den
Milzbrand gefunden, der sich jedoch immer weiter verbreitet. Auch
Penschen sind von der Seuche befallen; in den Grenzdistricten
vurden 5 Todesfälle constatirt. Die Verluste an Rindvieh und
Pferden belaufen sich auf 600 Stück.

Wien, 3. August. Der gestern im Sperl Saale abgehal—
enen, sehr zahlreich besuchten Volksversammlung wurden folgende
Resolutionen vorgelegt: „Die Versammlung verurtheilt die Zer—
reißung Deutschlands. insbesondere die gewaltsame Ausscheidung
DeutschOesterreichs, welche gleichweise die Machtstellung und den
Frieden des Gesammtvaterlandes wie Deutschthum in Oesterreich
geführdet. Die Versammlung proteftirt gegen die Lösung der dent—
chen Frage auf dem Wege der Annexionen und fordert die durch
Selbstbestimmung aller deutschen Stämme zu vollziehende Wieder⸗
»ereinigung des ganzen deutschen Vaterlandes. Die Versammlung
pricht den auf dieses Ziel gerichteten freiheitlich:patriotischen Be—
trebungen der deutschen Volkspartei ihre Zustimmung aus und
erklärt es für das eigenste Interesse unseres Volkes und Staates,

diese Bestrebungen nachdruksvoll zu unterstüten.“ Im Verlaufe

der zum Theil sehr stürmischen Debatten wurden hiezu noch An⸗
räge gestellt, welche die socialen Fragen mit hineinzuziehen den Zweck
jatten. Es veranlaßte dies vielfachen Widerspruch. Die eigent⸗
ich Spitze der Resolutionen „Zustimmung zu den Bestrebungen
der deutschen Volkspartei“ wurde abgelehnt, und zwar setzte dies
der in Masse aufgetretene hiesige Bildungsverein der Arbeiter
durch. Man entschied, sich schließlich für das Programm Johann Ja—
oby's und der norddeutschen Democratie und verweigerte einen
Nusspruch zu Gunsten des Südbundes, sprach aber Mißbilligung
iber die Ausschließkung Oesterreichs aus Deutschland aus. — Die
Franksurter und die Bremer Schützen haben sich gestern in feier—
icher Weise vom Fest-Comite berabschiedet und werden heute ab⸗
reisen. Obwohl sich mehr als die Hälfte der Schützen schon von
jier entfernt hat, sind doch noch mehrere Tausend anwesend, und
e5 wird heute Vormittag, des ungünsltigen regnerischen Wetters
ingeachtet, doch wieder sehr viel geschossen. Im Gaben—
empel ist gestern eine Stiege eingestürzt, glücklicher Weise ohne
ernste Folgen.

Wien, 6 August. Aus einer Rede des Reichskanzlers Beust,
velche uns nur fragmentarisch zukam, entnehmen wir: „Nicht nur
ils Deutscher, sondern so recht eigentlich als Oesterreicher wünscht
Zeust Oesterreichs Geschicke zu leiten in Verbindung mit Deutsch-
and, was gewiß keine Partei in Deutschland, keine Nationalität
)er österreichischen Gesammtmonarchie zurückweisen wird. Soll aber
eutsches Element in Oesterreich Träger dieses Gedankens sein,
»ann darf man es nicht von den anderen Stämmen trennen,
velche mit gleicher Becechtigung durch ihre Treue, Tapferkeit und
dingebung dem Reiche angehören. Die Vereinigung und Eintracht
iller unter Oesterre chs Kaiserscepter lebenden Völker kann allein
zie Erfüllung jener culturhistorischen Mission Oesterreichs verbür⸗
gen, welche das Interesse sowohl Deutschlands als Oesterreichs ist.
Diese Rede wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen.)

Graz, 3. Angust. Gestern Aben hielt Johannes Ronge
zier im Ressourcensaal seinen ersten Vortrag vor einer sehr zahi⸗
reichen und gewählten Versammlung, in welcher namentlich die
Damen stark vertreten waren. Anknüpfend an seinen ersten Be—
uch und die Gründung der freien christlichen Gemeinde im Jahre
1848, erläuterte er die Ginndidee und die Sittengesetze der freien
hristlichen Kirche und wies namentlich auf die erhöhte Aufgabe
»er religiösen Reformpartei im Jahre 1868 hin. Nach seinem
Vortrag begannen die Einzeichnungen für die sich neu bildende
Hemeinde.
Fraukreich.
In der' „Liberte“ fordert Emil Girardin wieder auf,
ohne weiteres die Rheinlande zu überfallen und „‚mit Gewalt zu
nehmen, was die Gewalt uns (Franzosen) 1815 genommen hat;“
nach dieser That der Manneskraft wird Preußen es machen, wie
Desterreich; es wird sich in seine Niederlage fügen, und die Deut⸗
chen, welche aus preußischen Unterthanen französische Sujets ge—
vorden, werden es machen, wie die hannoverschen Deutschen, welche
Breußen wurden.“

Die Zustände in Algerien verschlechtern sich. Der
Marschal Mac-⸗Mahon ist deßhalb wieder nach Paris be—
ufen worden.

Paris, 8. August. Der „Moniteur“ meldet, daß das
-Scheibenschießen der Vogesenschützen in Plombieres am Sonntag
röffnet wurde. Vor Beginn des Schießens defilirten die Schützen
vor dem Kaiser, welchen sie mit Zurufen begrüßten.

Belgieu.

Mit dem Befinden der unglücklichen Kaiserin Charlotte von
Nexico geht es jetzt weniger gut, als vor einigen Wochen; man
aubt, daß die hohe Temperatur eine üble Einwirkung gehabt.
Mamentlich hat fich die Unruhe und die Abneigung gegen die Spei⸗
en wieder gesteigert; mehre Nächte hintereinander mußte die Köni⸗
zin gerufen werden, um die Unglückliche durch sanftes Zureden zu
bewegen, sich zu Bett zu legen, und tagelang nahm diefselbe nur
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        Nahrung, wenn sich die Königin neben sie setzte und ihr selbst
voriegte, während sie sonst mit dem Könige und der Königin
peiste. Auch soll sie seit einiger Zeit die Correspondenzen, die
je mit mehren Mitgliedern des Hauses Oesterreich und mit Per—
sonen ihrer ehemaligen Umgebung führte, wieder ganz eingestellt —*
haben. Die Zeichnungen, die sie begonnen, blieben unvollendet, e r mi e s.
shon seit Mitle Juni hai sie keinen Pinsel in die Hind genon- 7Ensheim, 7 . Aug. 1863. Am gestrigen Tage wurde
men.“ Die Furcht, nachh Miramare zurückgebracht zu werden, hat hier ein Fest gefeiert, wie es in Ensheim gewiß noch nie, und
iich wieder gesie gert (dort wurde sie nämlich von den Aerzten 33 andern Orten nur sellen so schön und lieblich begangen wurde.
vollflandiger Ifolirung gehalten), und auch das Zerreißen der Es war die Feier der Enwestunn des neuerbauten protest. Bet⸗
Schnupfiu her hat wieder begonnen. Dabei genießt die unglüliche saales dahier. Von 8 Uhr an, steömten zu duß und zu Wagen
Frau leiblih der blühendsten Gesundheit. Das Leiden soll mit die Festbesu her herbei namentlich aus den nahen breudischen Orten
der Annährung der Jahrestage des Trauerspiels von Mexico stetig und von St. Ingbert, von wo eine ganze Wagzenreihe eintraf.
sugenommen haͤben. Die Aerzte scheinen volllommen hoffnungslos Unter den Festgästen waren die Herren Consistorialräth Mosche!
zu' fein. Die Konigin der Belgier ist aber durch die stete Sorge von Speher, Prodecan Ney von Matterstadt, der Vorstand
sur ihre unglückiche Schwägerin so erschöpft, daß ihre Gesundheit des pfalz Gustav⸗eAdolf-Bereins, dann eine große Zahl
zarunter sichtlich litt; fie hat sich trozdem erst auf die dringend- Pen Abgeo r dneten dieses Vereins, sowohl geistlichen als welt
ten Vorstellungen der Aerzte entschlossen, auf kurze Zeit nach lichen Standes. In Ensheim waren alle Straßen mit Maien
Spag zu gehen, wo ihr käglich zweimal Bericht über das Befinden zeschmückt, viele Häuser beflaggt und bekränzt, das Bethaus felbst
der Kaiserin erstattet wird. var sinnig verziert; aber der schönste Shmuck waren die vielen
England. jreundlichen Gesichter, die alle Straßen füllten.
3 An der Ensheimer Ziegelhütte, wo bisher in einem Saale der
London, 4. August. Die Morgenblätter euthalten eint prot. Gottesdienst gehallen worden, wurden die Vertreter der
Anzeige des Secrcetärs der anglo-amerikanischen Telegraphencome dirchenbehörde und des Gustad-Adoif-Vereins durch Pfr. Krieger
»agnie, wonach das im Jahre 1866 gelegte Kabel den Dienss don St. Ingbert, und den protest. Gemeindeausschuß von Ensheim
versage. Die Ursachen dieser Störung seien noch unbekannt. begrüßt; hierauf wurde im Betsaale dem Ziegler Grub gedankt,
Spanien. daß er so freundlich bisher für das gottesdienstliche Local gesorgt
Madrid, 1. August. Der Gouverneur von Cadir tele ind endlich Abschied vom Saale genommen. In Ensheim selbf—
zraphirt, daß mehrfache Anzeichen auf eine nahe beborstehende empfing Herr Bürgermeister Adt mit dem zahlreich versammelten
Insurrection schließen bassen; er habe große Corps von Bürger Gemeinderathe die Festgäste und hieß sie herzlich willkommen. Das
vehrtruppen nach den bedrohten Punkten entsandt. — Wie der⸗ von Herrn Rummel geleitete Mußsikchor stimmte den Choral an:
autet wird demnächst ein Ptanifest des Carlistenchefs Cabrera zu Lobe den Herren, o meine Seele, und darauf setzte sich der Fest—
Hunsten des ältesten Sohnes Don Juans, welcher Ansprüche auf zug in Bewegung, Am Bethause angekommen übergab Herr Bür.
den spanischen Thron erhebt, publicirt werden. zermeist Adt die Schlüssel der Hauptthüre dem k. Coufistorialratht
Die spanische Juornale sind in großer Ungewißheit über den Mosschel mit dem Wunsche, daß der Friede und die Verständig,
derweiligen Aufentholt des Generals Cabrera, dessea Persönlich“ ung zwischen den verschiedenen Confessionen durch das neue Bet—
keit sie lebhaft in Anspruch zu nehmen scheint. Der „Espanol“ haus und seine Benützung möge gefördert werden. Pfr. Krieger
behauptet, er liege berrits seit 40 Tagen schwer krank in London schloß die Thüre auf im Namen Gottes, während unter Musikbe.
hacnieder. Das Pensamicnto“ meint ebenfalls, er sei in Enge gleitung gesungen wurde: Thut mir auf die schöne Pforte!
land, befinde sich entschieden aber auf dem Wege der Besserung. Der Die Weiherede hielt Herr Consistorialrahh Mosschel, und
Diario Espanoi“ dagegem stellt diese Nachrichten der ministeriellen ollzog die Einweihung des Saales und der heil. Geräthe unter
Zlätter in Abrede und will erfahren haben, der karlistische Gene- Assistenz des Herrn Prodecan Neh und des Herrn Decan Ritter
val sei in Bayonne gewesen und eben erst nach Bordeaur gereist. “. Homburg. Hierauf predigte Pfarrer Krieger über den
Die Correspondencia“ vernimmt, daß die Gaitin Cabreras jeden Spruch: Wie heilig ist diese Stätte (1T Mos. 28 162-19.) und
Tag in Saragofsa erwarlet werde. sob hervor, wie die Protestanten in Ensheim und der Umgegend
Madrid, 8. August. Aufrührerische Banden sind in Ar- Aunmehr am Ziele jhrer bisherigen oft schweren Wege angekommen
cagonien erschienen; von ministerieller Seite werden fie für eien, ermahnte sie ihr Gotteshaus treu und fleißig zu defuchen,
Schmuggler ertlärt. Starke Truppenabtheilungen sind nach Sa- and bezeichnete das Bethaus als ein Denkmal des Friedens, der
cagossa abgegangen, man sagt, die Insurgenten seien von einem Aershen Hülfe und der schönsten Hoffnungen. Zum Schluß
Baigadegeneral rommandirt. Generckh Zabola ist von Lugo, das ügte er den Wunsch bei, daß der Spruch mit welchem der Gruͤnd—
ihm von der Regierung zum Aufenthall angewiesen wurde, ver⸗ ktein gelegt wurde, durch das vollendete Haus und an demselben
schwunden. Eine polizeiliche Durchsuchung hat in der Wohnung ur Wahrheit werden möge, nämlich der Lobgesang der Engel:
des Generals zu Madrid staltgefunden. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen
Amerika ein Wohlgefallen! — Ferner ergriff das Wort Herr Stadtpfarrer
Gelbert von Landau, welcher der prot. Gemeinde Ensheim die
Gefäße zum heil. Abendmahl als Geschenk eines ungenaunten Bür-
gers von Landau überbrachte und mit bewegten Worten und ern⸗
sten Segenswünschen feierlich übergab.

Der Betsaal selbst war während des nahe 2 Stunden wäh—⸗
renden Gottesdienstes gedrückt voll, und vor den Fenstern standen
mehrere hundert Personen, um hier mithören und mitsingen zu
können. Die Collecte, welche zur Anschaffung einer Glocke bestimmt
ist, ertrug über 50 fl, und Frau Bürgermeister Adt übergab
mit innig gewährtem Herzen 175 fl., zur Anschaffung eines Har⸗
moniums für den Betsaal.

Nach dem Gottesdienste wurde das Bethaus besichtigt. Es enthält
außer dem geräumigen Betsaal eine Wohnung für den künftigen Pfarr⸗
dicar, ein Schulzimmer und noch sonstige Räumlichkeiten. Beson⸗
ders wurde die treffliche Uhr bewundert, ein Geschenk des Groß⸗
Uhrmachers Reopold Blees in Ensheim, der in seinen
Uhrwerlken Einfachheit und Solidität mit schoͤner Ausstattung ver⸗
bindet, und sehr billige Preise berechnet.

Viele Festgäste dereinigten sich zu einem einfachen gemein⸗
schaftlichen Mittagessen bei Ricolaus Adt, wo die Fesistim·
mung durch mehrere treffliche Toaste noch mehr gehoben wurbe.
Besonderen Anklang fand der Toast des Herrn Ne— y auf die
Familie Adit, der von Pfarrer Krieger auf den Gust ave
Ad —35*— rein ud die Pegüstgen wden von Ensheim und
er von Pfarrer Stempel zu Contwig auf di iti
Anerkennung der —— 3 auf die gegenfeitige

Nachdem die Adt'sche Fabrik besichtigt und den mei
Jästen eine freundliche Ueberraschung bereitet war een de
von Fabrikaten mit der Devise: „Andenken an den“6. XX

Seelenmesse für den hingerichteten Kaiser lesen, aber kein Kaiserlicher
wohnte derselben bei. Die Berichte über die Ernteaussichten in
Mexiko lauten seht entmuthigend. Handel und Gewerbe stocken
schon seit langer Zeit.

Man berichtet aus Mexiko vom 4. Juli: die revolutionären
Bewegungen in Mexiko nehmen mit jedem Tage an Umfang und
Heftigkeit zu. In den Staaten Queretaro, Jalisco, Puebla,
Zuanajuato, Aguascaliertes, Sinaloa und Nueva Leon sind In—
jurrectionen ausgebrochen; Viele der Aufständischen bezwecken den
Sturz der gegenwärtig bestehenden Präsidentschaft, andere machen
rein locale Angelegenheit zum Gegenstande des Aufruhrs, aber alle
sind in Waffen gegen Juarez, und der Scharmützel und Hinter—
halte ist kein Ende. Mehrere kaiserlichen Offiziere, welche nach
der Hinrichtung Maximilian's sich geflüchtet hatten, und im
Verborgenen lebten, sind an die Juaristen verrathen, verhaftet
und von einem Kriegsgericht zum Tode verurtheilt worden. Das
Todesurtheil des Generals Joseè Gutierrez ist jedoch vom Präsi—
denten Juarez in zehnjähriger Gefängnißhaft umgewandelt worden.
Fin Bruder des mit Maximilian zusammen hingerichteten Mir a⸗
mon wurde vor kurzem in der Nähe der Haupistadt verhaftet.
Man fand bei ihm verschiedene Briefe an die Insurgentenführer
in Puebla, aus denen ein Complot zum Sturz der Regierung
ersichtlich war. In Nueva Leon hat eine imperialistische Bewe—
jung ziemliche Unruhe unter den Juaristen hervorgerufen. Der
I9. Juni war der Jahrestag der Hinrichtung Maxrimilian's
Peiramon's und Mejia'“s. In allen Kirchen der Haupt—
stadt wurden feierlichen Messen gelesen und Requiems aufgeführt.
Die weiblichen Kirchgänger erschienen in tiefer Trauer, und alle
wparen tief bewegt. In einer der Kirchen wagte es ein Juarist
yon der Brust einer Dame ein Erinnerungskreuz herunterzureißen.
kr wurde sofort zu Boden geschlagen. Lope;z, der Verräther
Maximilian's, ließ in der St. Domingo-Capelle zu Mexiko eine
        <pb n="377" />
        1863 zu Ensheim,“ führte der Abend die Besucher wieder fort.

Es war ein durchaus befriedigendes Fest, bei dem auch nicht
ein Mißton vorkam, und das in Ensheim eine angenehme Erin—
nerung und zugleich eine Stärkung des Geistes des Friedens zu—
rücklassen wird.

In einem Garten in Zweibrücken, befindet sich ein
Kartoffelstock, welcher die enorme Höhe von 10 Fuß erreicht hat
und eben in Blüthe steht.

F. Bei dem Festessen im Kraft'schen Saale gelegentlich der
s0jährigen Jubil äumsfeier der Union wurden folgende
Toaste ausgesprochen: von Ext er auf Se. Maj. den König
von Pfr. Gelhbert aus Landau auf die Ehrengäste, von Pastor
stuckha ber aus Mannheim auf die freihen, protest. Maͤnner,
von Blunischli auf den protest. Verein der Pfalz, von
Schenkel auf Kaiserslautern, von Pfr. Butters aus Dürk—
heim auf die Erfüllung des dahin modificirten pfälzer Spruches: „Fröh—
lich Pfalz, einig Pfalz!“, von Geissert aus Duttweiler, „auf
das protestantische Vaterland, wiedergeboren im Geiste protestanti—
scher Freiheit,“ von Piris von Kaiserslautern „auf die Wiederkehr
der gelehrten und geehrten Gäste,“ von Pastor Müller aus
Berlin „auf Herrn Exter,“ von Zinn von Kaiserslautern „auj
die Gemeinden und alle die Männer, die im Geiste der heutigen
Versammlung wirken.“

In Frankelbach, wurde am 29. Juli der Ackerer
Heinrich Jung III. der auf dem Felde arbeitete und vor einem
heftigen Gewitter unter dem Baum Schutz suchte, vom Blitz
erschlagen.

f In Annweiler fand am Dienstag die Einweihung der
aeuen katholichen Kirche durch den Herrn Bischof von Speher statt.

München, 3. August. Zur Vereinfachung der Tarbehand⸗
lung von Fahrpostsendungen nach und von dem Äuslande ist vom
J. August l. J. an für die Berechnung des gemeinschaftlichen
Fahrpostportos im Verkehr mit dem Auslande ein neuer Tarif
aufgestellt worden, in welchem das Gewichtporto nur nach 6 und
die Assecuranzgebühr nach 2 Progressionssätzen bestimmt wird; für
die Berechnung des ausländischen Portos bleiben die bezüglichen
Specialtarife der betr. fremden Länder maßgebend; im Verkehr
mit der Schweiz und mit Frankreich über Straßburg oder Wei—⸗
zenburg tritt eine Aenderung in der bisherigen Tarberechnung
aicht ein; ebenso bleibt für den internen Verkehr sowie für den
Wechselverkehr zwischen Bayern, Baden, dem Norddeutschen
Bunde, Oesterreich und Württemberg der dermalige Tarif un—
oerändert.

F München. Vom Rechtsanwalte Dr. Schauß erhält die
Linzer „Tagespost“ ein vom 830. v. M. datirtes Schreiben, wel—
hem zufolge die Gesammttosten des Processes Chorinsky einschließ⸗
lich aller Zeugengebühren und des Hanorars für die Sachverstän—
digen und den Vertheidiger den Betrag von 3000 fl. nur wenig
äberschritten haben.

F In Augsburg wurde am 3. August die erste Civilehe ge—
Hlossen und zwar an einem der freien christlichen Gemeinde ange—
hörigen Brautpaare.

fIn Dombühl bei ichillingsfürst spukt es (wvie man der
„Fr. Z.“ schreibt) gewaltig mit Hexen und Druden; zwei Mäd—
chen von 20 und 14 Jahren (Toͤchter eines Gemeindebevollmäch⸗
igten und Kirchenvorstandsmitglieds) wurden von einer alten Frau
und deren Tochter verhert. Eine am 20. Mai in Wemding vor⸗
Jenommene Teufelaustreibung half nur für kurze Zeit. Ein Hexen⸗
banner aus Württemberg hat vor etwa 14 Tagen aus dem jungen
Mädchen 30 und mehr böse Geister ausgetrieben. Kirchenrath
Meinel aus Feuchtwangen eiferte am 12 v. Mts. gelegentlichder Kir—
henvisitation fruchtlos gegen den heidnischen Aberglauben, den
ast der ganze Ort theilt. Und dieser Ort liegt in Mittelfranken!

fHeidelberg, 3. Aug. Heute in der Frühe wurde hier
unten am Schloßberg (dem sittlich verrufensten Theile Heidelbergs)
ein junger Glasergeselle aus Wien, Namens Ullmann, todt ge—
sunden. Ein Stich in die Lunge hatte ihn getödtet. Blutspuren
eiteten nach der nahe gelegenen Wohnung eines geachteten jungen
Postgehilfen, Namens Schweikert, welcher sich sogleich als Thäler
zekannte, jedoch einen Stich in den Kopf und einen in den Leib
als Beweis vorzeigte, daß er nur aus Rothwehr gehandelt. Ull-
mann hatte sich Abends um 11 Uhr aus der Bierkneipe mit der
Aeußerung entfernt, daß er noch einen Gang auf den Schloßberg
nachen werde. Man vermuthet daher leider, daß eine Neben-
ouhlerschaft den blutigen Streit zwischen den beiden jungen Män—
nern entzündet habe.

F In Bensheim ließ sich ein einundzwangzigjähriges Mäd⸗
hhen aus Liebesgram von der Eisenbahn überfahren; Hände und
Füße wurden zermalmt, der Kopf stark verletzt, der ganze
Haarzopf ausgerissen, doch die Unglückliche lebend ins Spital
jebracht. —

F Kassel, 1. August. In der 1. Hälfte des August wer⸗
en dahier eine beträchtliche Anzahl freisinnige Rabbiner

Deutschlands sich versammeln, um über neuerdings nolhwendig
Jewordene durchgreifendere Gemanisirung des jüdischen Cultus und
anderweitige Fortschritte im Geiste der Zeit zu berathen.

F Der Kronprinz von Preußen fragte während seiner jüng-
sten Anwesenheit beim Univerfitäts-Jubiläum in Bönmn einen der
Anwesenden, ob er auch in Bonn studirt haäbe. „Ja wohl, Kgl.
Hoheit.“ „Wann?“ Der Gefragte nannie die betreffenden Jahre.
ZZu welchem Corps haben Sie gehört?“ „Kgl. Hoheit, ich war
Kameel.“ (Nichtverbindungsstudent.) „Ja, sehen Sie,“ sagte hier⸗
nuf der Kronprinz lachend, „das bin ich auch gewesen, ich habe
nur nicht mit der Sprache herausrücken wollen.“

FBerlin, 5. August. Ein furchtbares Verbrechen wurde
Jeute hier entdeckt. Der Buchbinder und Galanteriewagren⸗Arbei—
er Melchior in der Stallschreiberstraße 88 hatte, vermuthlich aus
Nahrungssorgen, seine Frau, seine 20jährige, seine 14jährige
Tochter und seinen 10jährigen Sohn ermordet. In der Stube
jerrschte ein ftarker Gasgeruch, doch fand man an einzelnen Lei—⸗
hen auch Schnitte und Erdrosselungswunden. Die Leiche des
lebelihäters soll auch bereits, jedoch nicht im Hause, vorgefunden wor—
»en sein. Verschiedene in der Wohnung vorgefundene Zettel geben
ven Entschluß des Melchiors kund, seiner Familie das Leben zu
iehmen und sich dann auch zu tödten. Er erklärt, daß er 400
Thlr. Schulden habe.

F In Berlin haben sich zwei Kupferschmiedslehringe, nach⸗
)em fie sich zuvor einen vergnügten Abend gemacht, dadurch er⸗
chossen, daß sie sich gegenseitig ein Terzerol auf die Herzgegend set⸗
len und aus Kommando gleichzeitig abdrüdten.

In Linden (bei Hannover) stellten sämmtliche (300,
nach andern Angaben 1200) Weber der mechanischen Weberei we⸗
zen zu niedrigen Lohns die Arbeit ein.

In Wien ist der Jesuitenpater Benisch, ein Mährer von
Beburt, der seit 29 Jahren dem Orden angehört und, was schon
zuf einen Auserkorenen deutet, bis zu dem vierten Grade in der
Scala der Gelübde zugelassen worden war, zu der freien religidsen
Bemeinde übergetreten und wird dieser Tage den UÜebertritt öffent⸗
ich bekennen und motiv iren.

F Wien, 1. Aug. Eine Patrouille der Schützenwache fand
vorgestern, späüt Abends, in der Nähe der Festhalle einen
teierischen Schützen stöhnend liegen. Auf die besorgte Frage,
vas ihm eigentlich zugestoßen sei, erwiderte er: „der Magen thut
mi gar so stark drucken“ — und auf die weitere Frage: von was
antwortete er: „J hob 28 Paar Schützenwürstel mit Kren gessen“
— Einem Tyroler, dem Brauer Gradel, wurde vorgestern auf
dem Standplatze in dem Augenblicke, als er denselben auf etwa
2 Minuten verließ, sein Stutzen ausgetauscht. Der Mann ist un—
rröstlich, weil er mit einem andern dafür hinterlassenen nicht ein⸗
mal die Scheibe trifft.

F In den Gesammtausschuß des deuischen Schuͤtzenbundes
ind als pfälzische Mitglieder die Herren Dr. Chandon in
Kaiserslautern und Anwalt Gol sen in Frankenthal gewählt worden.

.Hamburg. Dem „H. C.“ wird Folgendes gemeldet
Der „Pilot, Capitän Fock, zwischen Bremerhaven und dier fah⸗
rend, ging am Sonntag von dort ab und kam am 28. vp. 'M.
hier an. Als am Montag Morgen der Tag zu grauen hegann,
demerkte man einen großen Hai dicht am Schiff. Sofort wurde
Jagd darauf gemacht. Capitain Fock bewaffnele sich mit einer
Harpune und handhabte dieselbe so glücklich, daß sie beim ersten
Wurf saß. Der Hai wurde an Bord geholt und ihm dort der
Haraus gemacht, trotz allen Sträubens. Das Thier hatte eine
Länge von 17 Fuß.

1Paris. Die bekannte Unwissenheit der französischen
Journale in deutschen Angelegenheiten geht so weit, daß die große
„Patrie“ gelegentlich des Schützenfestes den österreichischen Minister
Biskra eines der hervorragendsten Mitglieder der württembergischen
Volkspartei nennt.

— Vor dem Geschwornengericht Santa-Maria die Capoa in
Italien beschäftigt man sich in diesem Au genblick, einem jungen
Menschen den Proceß zu machen, der ein wahres Ungethüm eines
Mörders ist. Nachdem derselbe mit Hülf seiner Mutter seinen
Vater erschlagen, tödtete er seine Mutter mit Hülfe seiner Schwe—
ster und erschlug zuletzt diese auch. 34

f In Mailand wurde Carlo Carozzo, der einen römischen
Smigranten getödtet hatte, weil er sich rühmte des ersteren Frau
entehrt zu haben, unter einem unendlichen Beifallssturm des Pu—
blikums von den Assisen freigesprochen.

FDie deutsche Gesellschaft in New-⸗Orleans hat sich ihrer
eingewanderten Landsleute in sehr anerkennender Weise angenom⸗
men. Es sind daselbst von 1. Juni 1867 bis 31. Mai“ 1868
auf 20 Schiffen 2401 deutsche Einwanderer angekommen, von
denen 729 durch Vermittlung ihrer Agentur Beschäftigung erhiel⸗
en, 97 auf Kosten der Gesellschaft nach verschiedenen Platzen
hefördert und 157 mit Unterstützung versehen wurden. Der Actib—
zestand dieser Gesellschaft beträgt 25.,657 Dollars
        <pb n="378" />
        Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilnng der k. Baubehörde dahier vom 2. 1. Mis. wird wegen der
Frbauung einer neuen steinernen Brücke auf der Siaatsstraße von Einöd nach Blieskastel
dom 17. dss. Mis. an der allgemeine Verkehr auf gedachter Straßenstrecke während der
zweimonatlichen Dauer des Baues eingestellt.

Die für den kleiren landwirthschaftlichen Verkehr angebrachte Nothbrücke darf nur
mit leichtem einspännigen Kuhfuhrwerk durch Angehörige der Gemeinde Eindd—
Ingweiler befahren werden. Für Alles mit Pferden bespannte, sowie das Gewicht von
20 Zentner übersteigende Fuhrwerk ist die Benützung der Brücke durchaus untersagt.

Was hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. *

Zweibrücken, den 3. August 1868.
Konigl. Bezirksamt.
Damm.

Todes· Anzeige.
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht
unsern Verwandten und Freunden
die Mittheilung zu machen, daß Gott
dem Allmächtigen es gefallen hat, un⸗
ser geliebtes Töchterchen
Sophie
nach einem zwölfwöchentlichen Kran⸗
kenlager in einem Alter von 9 Jah⸗
ren und 8 Monaten gestern Nachmit⸗
tag in ein besseres Jenseits abzurufen.
St. Ingbert 8. August 1868.
Die trauernden Elten
Margaretha und Friedrich Koch.
Die Beerdigung findet morgen Nach⸗
mittag um 3 Uhr statt.

Asahresfeier
des
pfala. Gustav-Adolf-
Vereines.

Zahnarzt Brader
zus Speier ist Freitag den 14. ds. von
Morgens 7 Uhr bis Abends 6 Uhr im
Holtel Laur“ zu consultiren.
„VAlle diejenigen, die rechtlich ba⸗
sirte Forderungen an meinen verstorbenen
Fhemann, den früheren Bürgermeister Fe⸗
lix Schaller von Niederwürzbach, zu
machen, oder auch Zahlungen an denselben
zu leisten haben, werden hiemit aufgeford—
ert, ihre desfallsige Ansprüche innerhalb acht
Tagen bei mir geltend zu machen.“

Annahof bei Niederwürzbach, den 2.

August 1868.
Wiitwe Schaller.

ä
Die bei dem verflossenen Feste versam—
nelten Vorstände und Abgeordneten des
ofäl. Gustav⸗Adolf-Vere ines ha—
hen das Festcommittee beauftragt, den Be—
vohnern der Stadt St. Ingbert
den innigsten und herzlichsten Dank für
den freundlichen und ehrenden Empfang
auszusprechen, und zwar gilt dieser Dank
insern Mitbürgern aus allen Confessionen.
Das Festcommittee hat diesen Auftrag um
o lieber angenommen, weil es schon aus
igenem Antriebe diesen wohlverdienten Dank
rusgesprochen haben würde. Besonders ist
»en Herren Stadträthen mit dem Herrn
Bürgermeister an der Spitze und den Her⸗
en von der freiwilligen Feuerwehr für die
reundliche Betheiligung am Festzuge zu
zanken. Am meisten aber ist die herzliche
Aufnahme der Gäste zu rühmen, und die
nusgedehnte Bereitwilligkeit, Gäste zu be—
herbergen. Leider konnten vielen Familien
eine Gäste zugewiesen werden, weil weni—
ger Fest-Theilnehmer aus weiterer Ferne
erschienen waren, als gewöhnlich der Fall
st. Es wird gewiß deßhalb dem Festcom—
mittee kein Vorwurf gemacht werden.

Die auswärtigen Festgenossen haben von
dem Feste und von unserer Siadt die be—
den Eindrücke mitgenommen, möge die
zanze Feier auch bei unseren Mitbürgern
in angenehmer Erinnerung bleiben.

Das Festeommittee.
Vorschuss-Verein
St. Ingbert.

Zur Generalversammlung am kommen⸗
den Montag den 10. dss. Mts. Abends
präzis 8 Uhr im Stadihaussaale, werden
zie Mitglieder des Vereins hiermit ein—
geladen.

Hauslicitation.
Montag den 10. August 1868, Nach⸗
mittags 8 Uhr, zu St. Ingbert auf des
Unterzeichneten Amtsstube, wird das zum
Nachlasse der daselbst verleblen Cheleute
Johann Feichtner und Elisabetha
Schweitzer gehörige Wohnhaus mit
Stall, Felsenkeller, Scheuer, Hofraum und
pflanzgarten auf einer Fläche von 14 Dez.
ju St. Ingbert am Hahnacker, der Un—
heilbarkeit halber in Eigenthum versteigert
auf Anstehen der Kinder derselben, als: 1.
Johann Adam Feichtner, Bergmann; 2.
alharina Feichtner, Ehefrau von Johann
Foseph Uhl, Schmelzarbeiter; 8. der Kin⸗
der und Kepräsentanten der verlebten Toch—
ter Maria Feichtner, gewesene Ehefrau von
Andreas Grell, pensionirter Bergmann, er⸗
Jeugt mit diesem, als: a. die großjährigen:
Margaretha Grell, Ehefrau von Andreas
Bries, Puddler; Johann Adam Grell,
Franz Grell, beide Schmelzarbeiter; Niko⸗—
aus Grell, Bergmann; b. die noch min—
derjährigen: Maria, Johann und Ludwig
Grell, welche ihren Vater zum Vormunde
und den genannten Andreas Gries zum
Nebenvormunde haben; 4. Johannes Feicht⸗
ner, früher Bergmann, jetzt Landwirth in
Caroltown in Amerika; 5. Elisabetha
Feichtner, gewerblos, Witiwe von Johanu
Jakob Schein; 6. Marianne Feichtner, ge⸗
werblos, Wiitwe von Nicolaus Wagner
III. 7. Maria Katharina Feichtner, Ehe⸗
frau von Johann Joseph Schmelzer, —R
knecht; 8. Franz Feichtner, Bergmann in
Mahanoy City in Amerika, Alle, bei denen
der Wohnort nicht angegeben ist, in St.
Ingabert wohnhaft.
Horn, kal. Notar.
Ausschreiben.
In der Nacht vom 6. auf 7. Jl. Mis.
wurde dahier gestohlen:
Ein neuer Handwagen mit neuer Deichsel
und neuen Langbaum und Bodendiel; das
Gestell mit Ausnahme der Deigsel ist
grün angestrichen; werth 8210 Thaler.
Ich ersuche Jedermann, der Auskunft
uͤber den Dieb oder den Verbleib des
Wagens geben kann, mir ungesäumt hies
von Anzeige zu machen.
St. Ingbert, 7. August 1868.
Der igl. Volizeicommisiär:
Ericecer.

Neue holländer
Vollhäringe
iind eingetroffen bei
Frik Panzerbieter.
Inoarnat Kleesamen
zei J. Uhl jr., in St. Ingbert.
BRechnungen, Facturas, Wechsel,
Adreß⸗, Visit⸗ und Verlobungs-Karten,
Etiquettes aller Art, Authographien ꝛc.
werden geschmackvoll angefertigt, in der

Lithographie &amp; Buchdruckerei von
E X. DMNI.
Sch habe für den Jakob Zimmer,
Syꝛgler in Bierbach, bei der Ge⸗
neindearbeit des Hasseler Brunnens, 2 Tage
mnsonst gearbeitet. Eonrad Wagner
Spengler in Rohrbach.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ 2c. Preise
der Stadt Homburg vom 5. August.
Weizen 6 fl. 35 kr., Korn 4 fl. 24 kr.
zpelz 4 fl. 10 kr., Gerste, — 2reihige, — fI.
— kr., Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
bfl. 44 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
eln — fl. 56 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
22 kr., ditto 2 Kgr. 15 kr., ditto 1 Kgr.
3 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
4 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr

ger Pfund.

TagesOrdnung.
1, Geschäfts-Bericht
2, Wahl eines Revisors zur Prüfung
der Bücher.
3, Erhöhung des Betriebscapitals.
St. Ingbert, 8. August 18608.
Der Vorstand.

Frankfurter Börse
vom 6. August 1868.
Geldsorten
zreußische Kassenscheine. 1 447,8.- 45*6
hreußische Friedrichddr.. 9 5812--59
gistolen .... 9416—48
holländische 10 fl.⸗Stücke. .9 54 - 56
Ducaten .. . . 3387789
20Francs⸗Stücke 83 3012 -31.
knglische Souvereigns.11 53 - 57
vold per Zollfund fein 517 — —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Hollars inGold 2 27-298

In der Spital⸗Kasse liegen
—28
r 6
um ausleihen bereit. Näheres
hei Herrn Notar Horn hier

J

zu erfragen.
— ———— —— ———0 —

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert
        <pb n="379" />
        Slt. Ingberker Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donnerstag

ind Samstag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 95. Dienstag, den 11. August

— — — — — —
Deutschland.

München, 7. Aug. Die Kaiserin von Oesterreich trifft
bermorgen früh halb 6 Uhr hier ein und wird sich fofort nach
Berathshausen am Starnberger See begeben. Ihr Aufenthalt wird
Awa vier Wochen dauern.

München, 8. Aug. Der König erscheint in Kissingen fast
inunterbrochen mit dem russischen Kaiserpaare. In den nächsten
Tagen wird auch der König von Württemberg in Kissingen
ainireffen; der Großherzog von Hessen ist bereits seit dem 85.
). M. dort.

Dienstesnachrichten.

Der Staatsprocuratorsubstitut Eugen Schmid in Landau ist
um Landrichter in Winnweiler ernannt worden.

Wiesbaden, 9. August. Die gestrige Volksversammlung
var von circa 500 bis 600 Personen besucht; die lieberalen
Mitglieder der früheren nassauischen Kammer nahmen an der
Bersammlung Theil. Es wurde der Beschluß gefaßt, eine all—
zjemeine Landesversammlung spätestens zum zweiten Sonntag im
September zu berufen und dieser folgende Punkte zur Beschluß⸗
affung vorzulegen: Agitationen für Erhaltung der Landesbank;
stückerstattung der von ihr durch die frühere Regierung entnom—
nenen 800,000 Thlr.; Regelung der Gemeindeverwaltung; Er—⸗
haltung des früheren nassauischen Schulwesens; keine Confessions-
chulen.

Bäd Ems, 8. Aug. Nach den jetzt getroffenen Bestim—
nungen reist der König am 13. d. M. von Ems ab und begiebt
ich zunächst nach Homburg

Aus Berhin 5. Aug. schreibt der Nürnb. Corr.: Es wird
Ihnen schon bekannt sein, daß die Kriegsminister der drei süd—
jeutschen Staaten am 20. d. in München zusammentreten werden,
um über den bayerischen Vorschlag wegen Errichtung einer süd—
eutschen Militär⸗Commission zu berathen. Bei den engen Bezieh—
ingen Badens zu Preußen ist natürlich die Stellung, welche Preußen
jegenüber dem bayerischen Plane einnimmt, von entscheidendem
Tinfluß auf das Schicksal der bevorstehenden Münch ner Conferenz.
Auch ist es ein fast öffentliches Geheimniß, daß der bidische Kriegs-
ninister v. Beyer kürzlich aus keinem anderen Grunde in Ems
var, als um sich mit dem Könige über jenes Project zu bespre—
hen. Officiell erklärt man hier, daß Preußen dem Zustandekom-
men des Planes durchaus nicht hinderlich sein werde; aber eine
olche Sprache ist doch noch weit entfernt von einer offenen Unter—
tützung, und wenn man sich der übelwollenden Vemerkungen erin⸗
nert, welche die Nordd. Allg. Ztg. vor einigen Wochen an den
Plan einer süddeutschen Militär-Commission knüpfte, so liegt
zie Vermuthung nahe, daß man von hier aus eher bestrebt sein
vird, Baden in seinem Widerstande dagegen zu bestärken, als das-
elbe dem Plane geneigter zu machen. Bezeichnend für die un—
villfährige Gesinnung Badens ist schon der Umstand, daß die
Karlsr. Ztg.“ behauptete, Bayern habe erst gleichzeitig mit der
Finladung seine Vorschläge der großherzoglichen Regierung über—
andt, waͤhrend deren Ueberreichung schon drei Tage vor der
Finladung geschah.

Berlin, 8. Aug. Das „Militärwochenblatt“ meldet: Gene—⸗
neral v. Falkenstein wurde auf seinen Wunsch von dem Commando
»es ersten Armeecorps entbunden und General Manteuffel zu sei—
nem Nachfoiger ernannt.

Wisen, 6. August. Die Hauptgewinner beim Bundesschie—
zen sind: Reuff, Küfer aus Stuttgart, Graf Starhemberg aus
Oberösterreich, Straßberger aus Traunstein in Bayern (gewinnt
in Clavier,) VRayerhofen aus Steyermark, Cafetier Frank aus
Berlin, Hierlinger aus Reichenan in Bayern, Forster aus Sach—
en, Ruhl aus Bautzen, Seiler aus Sachsen, Fuhrmann aus Bu—
arest und Hallen aus Ham over.

Wisen, 6. Auguff. Bei dem heutigen letzten Schützenban⸗
ette erschien der Reichskanzler v. Beust. Nach Toasten Kwety's
Schweiz) „auf das österreichische Ministerium, dessen Devise Recht

bor Macht, Ehrlichkeit vor Tücke, Licht vor Finsterniß“ und Freis⸗
leben's (Württemberg) „auf das freiheitliche Oesterreich“ brachte
Ir. v. Beust einen Toast aus, dessen Hauptinhalt folgender: Er
ei ein guter Oesterreicher geworden und cein guter Deutscher ge⸗
lieben; alsdann betonte der Reichskanzler die Nothwendigkeit der
Erhaltung des Friedens und einer versöhnlichen Politik. Oester-
reich, erklärte der Reichskanzler, mische sich nicht in deutsche An—
elegenheiten und kenne keine Politik der Rache. Nicht nur als
Deuischer, sondern so recht eigentlich als Oesterreicher wünsche erx
Zesterreich mit Deutschland in Verbindung zu halten, was ge wiß
eine Partei in Deutschland und keine Nationalität der österreich—
schen Gesammtmonarchie zurückweisen wird. Soll aber das deutsche
Element in Oesterreich der Träger dieses Gedankens sein, dann
darf man es nicht von den anderen Stämmen trennen, welche
mit gleicher Berechtigung, Treue, Tapferkeit und Hingebung dem
Reiche angehören. Die Vereinigung und Eintracht aller unter
dem Scepter des österreichischen Kaisers lebenden Völker kann
allein die Erfüllung jener culturhistorischen Mission Oesterreichs
»erbürgen, welche ein Interesse Deutschlands wie Oesterreichs ist.
Ddie Rede des Hrn. d. Beust wurde mit stürmischem Beifall auf⸗
senommen. Der Präsident Kopp schloß die Tischreden mit eini—
gen Worten des Lebewohls an die Gäste.

Wäsen, 7. Aug. Mit dem heutigen Morgenzuge per West⸗
zahn ist der Reichskanzler Frhr. v. Beus über Salzburg nach
Bastein abgereist. Minister des Innern, Dr. Giskra, tritt heute
ine Erholungsreise nach Tyrol an.

Man schreibt aus Olmütz: Man berichtet von großen Er—
ressen, die sich in den letzten Tagen des Juli zutrugen und am
b. August ernenert worden sein sollen. Die Rauferei, welche sich
ruf die Ortschaften Hatschein, Hreptschein bis gegen Krönau,
Bleich und den Gasthof „Zum Kaiser von Mexico“ bei der Neu—
gasse erstreckte, glich fast einer förmlichen Schlacht. So weit bis
etzt festgestellt ist, begann die Schlägerei Abends auf der Straße
on Hatschein zum Gilgenberg zwischen Soldaten des Infanterie—
stegiments Kaifer Alexauder, Artilleristen und der Mannschaft
es Beschäl-Departements, zog sich dann in das Haischeiner Wirths-
saus und von da auf die Felder zwischen Hatschein Hreptschein.
In dem letzten Dorfe wurden die Exedenten von den Bauern
»ertrieben, und so wurde der Kampf auf den Feldern fortzesetzt
ind zog sich bis gegen Krönau. Zahlreiche Verwundungen sind
orgekommen. Fast zu derselben Zeit entspann sich der Kampf
m Gasthofe „Zum Kaiser von Mexico“ und Umgebung, soll jedoch
jier von weniger ernsten Folgen begleitet gewesen sein. Unglück,
icher war der Ausgang des Excesses in Bleich, an dem auch Sol
aten theilnahmen, und wo außer vielen kleinen Verletzungen dre—
hwere Verwundungen vorgekommen sind.

— Feldmarschall⸗-Lieutenant Mößyring, der neue Statthalter
yon Triest, ist bereits dort eingetroffen und hat an die Bewohner
»er Stadt und des Küstenlandes eine versöhnliche aber entschiedene
Groclamation gerichtet, in welcher er erklärt, daß ihm die Unter—
chiede des Standes, der Religion und der Nationalität fremd sind,
tud daß gleiches Recht für Alle, sowie gesetzliche Freiheit für Jeden
eine Devise sei. Mit der Ehrfurcht vor der Gesetzlichkeil verbin—
det er den festen Entschlnß, mit Entschiedenheit den Ruhestörern
entgegenzutreten.

Triest, 7. August. Der Lloydampfer „Ceres“ brachte
seute die Levantepost, welche bis zum ersten August reicht. Die
nit derselben eingetroffenen brieflichen Nachrichten melden: Halil
Zascha inspicirt die Dardanellenschlösser behufs Armirung dersel—
»en; das Bestätigungprotocoll Frauco Nasri Pascha's als Gou—
»erneur des Libanon ist allseitig unterzeichnet worden; Aariff Ef—
endi ist definitiv zum Gouverneur von Kandia ernannt; Großf ürst
Alexis geht von Athen nach Algier; Die Häuptlinge von Kreta
sjaben eine Petition an die Königin von England gerichtet, in
velcher sie um Englands Unterstützung zur Erreichung ihrer nati—
onalen Ziele bitten.
        <pb n="380" />
        Frankreich.

Paris, 8. Aug. Die von Hrn. v. Beust beim Wfendr
Schütz nfeste gehaltene Rede erregt durch ihren friedlichen und den
Wünschen Preußens entsprechenden Character den Spott der deutsch
feindlichen Blätter.“ In politischen Kreisen wird dieselbe jedoch
ganz anders beurtheilt. Man schließt daraus, das Wiener Cabi—
net sei trotz aller Dementis bestrebt, eine Verst indigung mit Preu—
hen herbeizuführen, weil dies das einzige Mittel sei, ein enges
Bündniß zwischen Preußen und Rußland zu verhindern, welches
Desterreichs Interessen im Orient schnurstraͤcks zuwiderliefe.

Paris, 6. August. Heute Nachmittags um 8 Uhr 40
Min. begab sich die Kaiserin nach dem englischen Gesaudschafts
jotel, um die Königin Victoria zu besuchen und blieb dis nach

1Uhr daselbst. Die Königin reiste un 7 Uhr 80 Min: ab—
Lord Lyons begleitete sie nach dem Bahnhof.

Paris, 6. August. Die Königin von England fühlte sich
sehr ermüdet und blieb den ganzen Tag im Gesandtschaftshotel
Die Kaiserin ist um 5 Uhr nach Fontaineblean abgereist.

Paris, 6. August. Marquis v. Moustier hat die Ge—
Besandten Chigi, Mon, Nigra und Solms heute empfangen.
Man spricht davon, daß Herr v. Hübner nach Paris kom—
men werde.

Paris, 7. Ang. Msgr. Lavigerie, der Erzbischof von Algier
der in Rom mit der größten Gunst aufgenommen wurde, ist jetzt
don dem Papste mit einer wichtigen Mifsion beauftragt worden.
Derselbe hat ihm nämlich die Bekehrung der Berber aufgetragen.
Dieselben bilden vier Nationen: die Tuaregs in der Sahara, die
Kabylen in den tunesischen Gebirgen und südlich vom Atlas
die Tibbuks zwischen Fezzan und Egypten und die Amazeke
n Marokko.

England.

London, 6. August. Der Pariser Correspondent der
„Morring Post“ behauptet, im Vatican werde ein dogmatisches
Memorandum vorbereitet, worin die Katholiken Oesterreichs, welche
die Abänderungen des Concordats gutheißen, vor ihrem Gewissen
zerantwortlich gemacht werden, außerdem jedoch erklärt wird, es
jabe nie die Absicht bestaunden, österreichische Unterthanen gegen
die Constitution aufzuregen; die Kirche halte den Gehorsam gegen
den Souverain und die Autorität des Gesetzes hoch. — „Times“
und „Post“ schließen sich dem radicalen Proßramm an, welches
Gladstone in der Rede an seine Wähler entwickelte. — Die ge—
ern getaufte Tochter des Prinzen von Wales erhielt die Namen
Victoria Alexandra.

London, 7. Mugust. Man vermuthet, daß das Sinken
eines Eisberges den Bruch des atlantischen Kabels verarsach—
habe. —
Italien.

Aus Rom wird geschriebrn, der Papst sei überzeugt, Europa be—
iinde sich am Vorabend eines großen Krieges, ohne daß es klar sei, ob
Se. Heiligkeit aus den Vorbereitungen des französischen Occupa—
ionscorps oder aus Privatmittheilungen geschöpft habe. Neuer-
dings habe er mehreren hochstehenden Personen gegenüber seinen
-Zchmerz über das dadurch entstehende Blutvergießen ausgedrückt,
aber auch gleichzeitig das Vertrauen geäußert, daß es schließlich
sür das Papstthum und seine weltliche Macht zum Vortheile aus
schlagen werde. Cardinal Antonelli soll in dieser Beziehung kaum
die Ansicht des Papstes theilen, sondern im Gegentheil der Zu
nft mit Schrecken entgegensehen. Uns dünkt jedoch, daß weder
Hoffnung noch Schrecken, in so weit sie zu einem baldigen Kriege
in Beziehung gebracht werden, vorläufig gerechtfertigt sind.

„Genua, 3. Aug. Im adriatischen Meer fängt es an
„gemüthlich“‘“ zu werden. Den Behörden von Taranlo wurde
das Erscheinen türkischer Piraten in den dortigen Meeren signa—
isirt. Ein Handelsschiff aus Reggio wurde von den Seeräudern
hbis in den Golf von Taranto verfolgt. — Die „Unita Italiana“
enthält eine Zusammenstellung der „Löcher in der Kasse,“ welche
deim italienischen Postdepartement allein seit 1863 vorgekommen
ind. Die Liste dieser Defraudationen ist folgende: 1863 2435,
1864 2269, 1865 4136, 1866 4402, 1867 4925, Summe
19,168. — Die „NRoma“ enthält eine Zusammenstellung über
das „Pech“, welches der italienischen Marine widerholt zugestoßen
ist: „In Ancona wird nicht salutirt, weil in den Forls des
Hafens keine Kanonen sind. In Neapel wird, um den Salut
zu erwidern, mit Kartätschen geladen und irrthümlicherweise qauf
die Stratze von St. Lucia geschossen. In Genna dagegen wil
nan ein brennendes Schiff im Hafen in den Grund schießen, aber es
stt nicht möglich, es zu treffen, so viele Kugeln auch darauf ab—
zefeuert. werden. Ein Admiral geräth im Tyrrhenischen Meer auf
iine Klippe, obwohl dasselbe seit Urzeiten gekanut ist, und dann
techifertigt er sich, daß diese Klippe auf den Seekarken nicht ange⸗
zeben war .. .. Der „Re Galantnomo,“ um aus dem atlan—

tischen Ocean zu kommen, droht unterzugehen, der „Affondatore,
taum aus Amerika eingetroffen, sinkt in den Grund, der „Resdi
Bortogallo,“ welcher mehrere Millionen gekostet hat, wied im Par—⸗
lament als Gerümpel erklärt, das man losschlagen müsse, um
wenigstens das Material zu retten, der „Re d'Italia“ kommt kaum
aus dem Ocean, und sieht seine Maschinen im Golf von Neapes
untauglich werden. Kurz, es ist ein permanentes Mißgeschick, wel—
hes über der königl. italienischen Marine waltet.

In Italien sind gegenwärtig allein an Banknoten 794 Mill.
in Umlauf, dagegen gehört das Silber zu den angenehmen alten
Erinnerungen und das Gold- zu den Seltenheiten, deren man sich
nur bei Bankiers erfreuen kann. Van diesen 794 Mill. sind 630
dem Staate von den Banken vorgeschossen worden.

Spanien.

Madrid, 7. August. Nach einem unverbürgten Gerücht
beabsichtigt die Königin in Folge des Conseils in La Granja
eine Entrevue mit Kaiser Napoleon herbeizuführen. Die Minister
sind nach Madrid zurückgekehrt.

Donaufürstenthümer.

Belgrad, 7. August. Der englische Generalconsul theilte
der Regierung eine Depesche Stanley's mit, in welcher derselbe
die serbische Regierung zum Triumphe der Ordnung und Gesetz⸗
lichkeit in Serbien beglückwünscht. — Der Fürst von Rumänien
erklärte dem Vertreter Serbiens in Bukarest auf die Notification
der Thronbesteigung des Fürsten Milan: Er wünsche die von je—
jer zwischen den Regierungen Serbiens und Rumäniens bestande—
ien freundschaftlichen Beziehungen auch ferner fortzusetzen.
Vermischees.

Neueren Mittheilungen aus Deidesheim zufolge
beläuft sich der durch das Gewitter vom 28. Juli, in der
Stadt und Umgebung angerichtete Schaden auf mindestens
150,000 fl. (Dürkh. Anz.)

F Der Postauweisungs-Verkehr in Bayern hat sich im Vergleich
zum Vorjahre wesentlich erhöht. Es wurden vom 1. Januar bis
30. Juni d. Is. im internen Verkehr 808,7 11 Postanweisungen
defördert, 8,617,640 fl. ausgezahlt und 8,625,7 15 fl. eingezahlt,
vovon also noch 8075 fl. unerhoben waren. In den entsprechen⸗
den Monaten des Vorjahres wurden 211,200 Postanweisungen
efördert und 7,242,272 fl. eingezahlt somit ergibt sich, daß im ersten
Semester des heurigen Jahres im internen Verkehr 97,511 Post-
anweisungen mehr befördert und 1,833,443 fl. mehr eingezahlt
vurden, als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Im Wech—
elverkehr wurden mittelst 46,556 Postanweisuiigen 1,527, 164 fl.
eingezahhlt und 907,608 fl. ausgezahlt, so daß die Hinausvergü—
ung 619,556 fl. betrug. Es sind somit den internen und Wechsel⸗
derkehr zusammengenommen im Ganzen vom 1. Januar bis Ende
Juni d. Is. 355,267 Postanweisungen befördert und 10, 152,879 fl.
ingezahlt worden. Auf den Oberpostamtsbezirk Speyer vertheilen
sich die Ein- und Auszahlungen 1) im internen Verkehr: Einzah—
ung 619.432 fl., Auszahlung 607, 500 fl., somit Mehreinzahlung
11,932 flz 2) im Wechselverkehr: Einzahlung 246,668 fl., Aus-
zahlung 195,216 fl., somit Mehreinzahlung 31,455 fl.

4 In Essen hat das Probeschicßen mit der Krupp'schen Rie—
senkanone, welche auf der Pariser Industrie-Ausstellung prämiirt
wurde, begonnen. Die Kanone hat ein Gewicht von 100,000 Pfd.,
das Geschoß von 1000 Pfd., die Pulverladung beträgt 150 Pfd.

f.Ein gräßlicher Unglücksfall hat sich dieser Tage in Hall
ereignet. Der Solinenarbeiter Michael-Reisacher fiel von unge—
fähr in eine Pfanne kochender Soole und wurde darin bei leben—
aigem Leibe buchstäblich gesotten. Es gelang zwar denselben noch
lebend herauszuziehen, allein nach etwa 836 Stunden den ensetz⸗
lichsten Qualen, während welcher sich die ganze Haut von seinem
örper losschälte, gab er seinen Geist auf. Resacher hinterläßt
eine trostlose Wittwe mit vier kleinen ZKindern, deren Ernaährer
er war — das fünfte ist auf dem Wege.

F.Bresbhau. Seit mehreren Monaten verschwand hier in
einer Vorstadt aus mehren einander benachbarten Grundstücken eine
io beträchtliche Anzuhl von Katzeen, daß die Besitzer derselben
ich zu näheren Nachforschungen veranlaßt fühlten, welche jedoch
in erwünschtes Resultat nicht ergaben. Gegenwärtig ist der Ge—
jelle eines Wurstfabrikanten aus der Arbeit getreten und beschul⸗
Sigte jetzt öffentlich seinen früheren Principat, 12 Stück Katzen
»on denen allein einem Branntweinbrennereibesitzer 7 Stück, einem
Bäcker 3 Stück, und einem Gastwirth 2 Stülk'gestohlen worden
sein sollen, verbraucht zu haben.

FSchleswig, 1. August. Die Moorbrände, welche ver—
schiedene andere Länder heimfuchen, nehmen auch bei uns in er—
ichreckender Weise überhand. Nachdem schon seit einigen Tagen
chon im Damgaarder Moor bei Apenrade und im Löwenstedter
Moor zwischen Schleswig und Flensburg bis zu 7 Fuß Tiefe
der Brand wüthet, ist am Mondag d. Pre. duch in der Nähe des
        <pb n="381" />
        letzteren belegene Rupeler Moor entzündei worden. Gestern sind
die Bewohner der umliegenden Ortschaften und anderer aufgebo—
len worden, durch Abgrabungen dem verheerenden Element ein
Ziel zu fetzen.

7 (Gum Schützenfeste) Während der Dauer des Festes wur⸗
den auf die Schnellfeuerscheiben von 332 Schützen 8789 Schüsst
mit 3382 Treffern und 7040 Punkten geschossen.

f Der Hungertyphus in Ostpreußen hat nicht weniger als

26 Aerzte hinweggeraffi, die ihrem Berufe, in der treuen Erfüllung
hrer Pflicht, ein Opfer dieser Seuche wurden. Bei allen Apo—
chekern und Aerzten in ganz Deutschland wird nunmehr eine
Sammlung zum Besten der Hinterbliebenen dieser Unglücklichen
vderanstaltei, um sie nicht dem Elende und der Noth breisgege—
ben zu sehen. J

F Aus Herrieden, 3. Aug., schreidt man der „Fr. 3:“
Obwohl mit Ausnahme des äußersten Südostens und Nordwestens
der Polarstrom wieder quer von Nordost nach Südwest durch
Furopa zieht, und sich im Westen unseres Erdtheiles aufs Neue
ein Luftberg gebildet hat, so ist unser wieder eingetretenes schönes
Wetter doch nicht vor Rückfällen gesichert, indem die Isobaren
enkrecht von Norden nach Süden verlaufen, und die Luftdiferenzen
für den Sommer immerhin bedeutend sind.

FLondon, 3. Aug. Vor dem Polizeigerichte des Lon⸗
doner Themse-Bezirkes stand heute eine Rjährige Frau, Namens
Margaret Johnson, unter der Anklage, sich in trunkenem Zust ande
gegen die öffentliche Ordnung vergangen zu haben. Der Polizei—
richter ermahnte sie, vom Trunke abzulassen. „Ja, ich will's thun,“
erwiderte sie, „ich war eben im-Begrifse, nach Kent zu gehen,
um in der Hopfenerte zu arbeiten ;, das thue ich jedes Jahr.“
Den Richter däuchte das Hopfensammeln für eine Frau in sol
hem Alter viel bemerkenswerther, als das Trinken, und er ließ
ie in Freiheit setzununn.

7 In vergangener Woche fanden in London 1,665. Todes-
älle stati, welche, obwohl 220 weniger als in der vorhergehenden
Woche, das veranschlagte Durchschnittsverhältniß um 82 überstie—
zen. An der Cholera starben 88 Personen und an Diarrhoe
384, worunter aber nur 42 Erwachsene. Sechs Todesfälle ereig⸗
neten sich durch Sonnenstich. Der heißeste Tag der vorigen Woch
var Dienstag, der 28. Juli, an welchem Tage das Quechsilber
»is auf 167 Grad Fahrenheit in der Sonne stieg.

Bern, 3. Aug. Nach— einem ziemlich starken Gewitter
in der Nacht vom Miilwoch auf den Donnerstag sah man Don—
gerstag Morgens auf dem von einer starken Prise aufgeregten und
—0 —
drächtige Wassersäule bilden, die sich senkrecht erhob, zwei bis
zrei Minuten lang ruhig in dieser großartigen Stellung mit der
Wolken verbunden blieb, dann in der Richtung nach Westen sich
»ewegte und endlich mit einem anhaltenden dumpfen Getöse wieder
usammenfiel. Es war eine Wasserhose, eine auf Landseen seltene
Erscheinung.

Von dem Balkon des Mailänder Doms stürzte sich
im 27. Juli eine junge Frau (die Tags zuvor ihren Mann, einen
daffewirth, verlassen und die Nacht in lustiger Gesellschaft zuge—
dracht haite), eine Vertelstunde später ein 18jähriger Jüngling
herab; erstere starb bald darauf an Gehirnerschütterung; letzterern
»lieb mit zerschelten Schädel am Boden liegen. Beim Sturzt
iel er auf den pens. Major Henkel aus Breslau, der eben aus
»er Kirche trat, und der von der Wucht des Fallenden nieder
jeschmettert wurde und mehrere Rippenbrüche erlitt.

pNewyork. Ein junger amerikanischer Arzt, erzählt der
Tourrier des Etats Unis,“ entführte eine seiner Patientinnen,
in kaum 17jähriges Mädchen, und heirathete sie. Die Eltern
»es Mädchens lUlagten ihn der Trigamie an, wogegen er sich fol—
Jendermaßen vertheidigte: „Ich habe mich dreimal verehelicht
Meine erste Verheirathung war rechtsgiltig, meine zweite aber
ull und nichtig, da im Momente ihrer Vollziehung meine erste
Frau noch lebte. Die dritte Verheirathung ist aber vollkommen
egal, da die erste Frau gestorben ist und die zweite nicht in An
chlag gebracht werden kann. Der Gerichtshof von Chicago hatte
zegen dieses Plaidoyer nichts einzuwenden.

— Jefferson Davis, weiland Präsident der südstaatlichen Con⸗
oͤrderation, ist mit Familie in Liverpool eingetroffen und wird
instweilen seinen Aufenthalt in England nehmen. Es ist ihm in
Amerika wahrscheinlich zu lang geworden, auf den Ausgang des
jegen ihn eingeleiteten, aber immer wieder verschobenen Hochver—
caths-Processes zu warten.

FNew-York. Längst suchte man hier nach einem System
vonach die Eisenbahn ohne Gefahr vor Unglücksfällen mitten durch
zie Straßen der volkreichen Stadt gefühtt werden könne. Am
3. Juli hat nun eine Probefahrt auf der in Greenwich Street er⸗
zauten sogenannten erhöhten Eisenbahn stättgefunden, welche ein
ünstiges Resultat hatte. Zwanzig bis dreißig Fuß hoch über dem
Kiveau der Straße führt dicht an den Häusern eine auf eisernen

Pfeilern ruhende, einer unendlich langen Brücke ähnliche Skructur-
nuf welcher die Schienen gelegt sind.“ Ueber diese hin braust der
Zug, während unten ganz friedlich, unbelästigt und unbedroht die
elegante und nicht elegante Welt ihren Geschäften nachgeht, geschützt
dor Sonne und Regen, wie in den Arkaden Berns.
FNew-Yort, 25. Juli. Eine Wasserhose hat in Bal⸗
imore großen Schaden augerichtet. Man schlägt den Schaden
auf 8 Milliogen, Dollars an.“ Viele Personen find ümge⸗
kommen. J
F Afghanistan scheint kein Eldorado für Zeitungsschreiber zih
sein. Aus der dortigen Stadt Candahär wird berichtet, daß am
12. Juni zwei Männer ergriffen wurden, welche im Verdacht
standen, Zeitungsschreiber zu sein.“ Vor den Emir deführk.ver⸗
urtheilte dieser ohne Weiteres sie zum Tode und- ließ sie in seiner
Begenwart enthaupten. Ihre Köpfe wurden auf Stangen gesteckt,
und zur Warnung für Andere öffeutlich auf den Thoten der Stadt
zur Schau ausgestelll.
7 Fernambuco. Auf dem am 25. Juni hier einge-
laufenen holländischen Schiffe „Fennichina“ hat sich Schreckliches
zugetragen. Ein rasend gewordener Matrose erschlug zwei— See—
eute und warf sie über Bord, den Kapitän uud zweiten Steuer—
nann sperrte er drei Tage in der Kajüte ein und führte das
Schiff'mit zwei anderen Matrosen, die er geztbungen hätte, ihm
zu gehorchen. Als er nun in der dritten Nacht vom Schlafe
übenwältigt wurde, nahm einer der beiden Matrosen ihm die
Axt weg und spaltete ihm den Schädel. Daxauf setzte er die beis
»en Gefangenen in Freiheit.
GBereitung des flüfsig bleibenden Leims)
Man erhälk bekanntlich einen flüfsig bleibenden Leim durch
Zehandlung in der Warme geçangenen Leimes mit Salpetersäure
Scheidwasser). Ein noch vorzüglicherer flüssiger Leim wird nach-
tehend bereitet: Man nimmt wasserhelle Gelatine oder guten Köl⸗
ner Leim und löst denselben im Wasserbade mit einer gleichen
Auantität starken Essig, einem Viertheil Alkohol und ein klein
venig Alaun auf. Unter dem Einflusse des Essigs behält dieser
Leim auch im kalten Zustande seine Flüssigkeit bei. Er ist sehr
bequem beieiner Menge kleiner Arbeiten, die keinen sehr zähen Klebestoff
erheischen, denn er ist stets für den Gebrauch beteit und hält sich ünbe—
zrenzt lange. Bon Kunsttischlern, Bautischlern, Pappetimachern, Drechs⸗
lern, bei der Fabrikation falscher Perlen zum Festkitten der Perl-
mutter, von Horn ⁊c. in Holz und Metall, auch im Laboratori—
um bei Darstellung von Gasarten als Kitt, kann derselbe mit Vor⸗
heil gebraucht werden.
Landwirthschaftliches.

Ausfall der Ernte. Die Erdruschrefnultate, die jetzt
äglich in den öffentlichen Blättern zur Mittheilung gelangen,
timmen zwar im Allgemeinen darin überein, daß der Ausfall der
diesjährigen Ernte die gehegten Erwartungen übertrifft; es zeigen
sich jedoch hinsichtlich des geernteten Körnerquantums immerhin
bedeutende Schwankungen. Im großen Ganzen lauten aus den
Gebirgsgegenden die Nachrichten über den Roggen- und Waizen⸗
erdrusch günstiger, als aus den Niederungen; dagegen gewinnt es
mehr und mehr den Anschein, als ob die Niederungen mit einer
besseren Qualität beglückt waren, wiewohl die Qualität von Korn
und Waizen der Gebirgsgegenden doch auch als gut bezeichnet
vird. Aus den südlichen Gegenden Frankreichs wird mitgetheilt
daß der diesjährige Ertrag des Roggens den Durchschnittsertrag
der letzten 10 Jahre wesentlich überstelge und zwar so, daß es
in die zweite Reihe gestellt werden müsse; ebenso sei auch der
Waizeuerdrusch allgemein befriedigend. Auch aus dem Elsaß
zehen gute Nachrichten ein. Sachkundige Händler und Müller
wollen beobachtet haben, daß sich diese Gegend noch selten einer
id hohen Fruchtqualität zu erfreuen gehabt habe, wie gegenwärtig.
Die einzige Gegend Frankreichs, die sich nicht ganz befricdigt er—
klärt, ist Lothringen und zwar sind es hier, im Widerspruche mit
der Beobachtung im Allgemeinen die Gebirgslandschaften, die na⸗
nentlich über eine geringe Qualität Klage führen. — Belgien
obt seine Ernteerträge als solche, welche in den letzten 5 Jahren
nicht erreicht worden seien; der Waizen besonders lieferte Resul—
tate, wie man sie nicht erwartet habe und zwar ebensowohl quan—
titatipv, wie qualitati. Wenn auch aus England bisher über die
Ernteaussichten im Ganzen recht günstig berichtet wurde, so zei—
gen sich doch dort jetzt mehr wie anderwärts auffallende Schwan⸗
kungen. In den größeren Flußthälern hat zwar der Waizen ein
reichliches Gebinde geliefert, auch sind die Aehren vollauf besetzt,
allein der Kern ist doch leicht und die Qualität daher keineswegs
ausgezeichnet. Ganz anders verhalten sich die Höhengegenden, in
ihnen kommt zufolge zuverlässiger Berichte der Könerertrag einer
Vollernte gleich, wie denn auch die Qualität als sehr gut bezeich—
net wird. — Im südwestlichen Deutschland, namentlich in Baden,
der bayerischen Pfalz, Rheinhessen und in den südlichen Gegenden
        <pb n="382" />
        vpreußischen Kheinprovinz gibt sich über den Roggen⸗ und
—X
im Erdrusch, vorzüglich von Qualität sind die Urtheile, die
nan allgemein fällen hört, wenn auch hier und da Einzelne sind,
die sich nicht so äußern können. Die Gerste dagegen ist mangel⸗
haft, man kann sagen sehr mangelhaft ausgefallen. Die rauhe
Witterung im Monat April hatte in das Wochsthum derselben
einenen Stillstand gebracht; sie wurde spitz und gelb. Kaum hat—
sen sie die wärmeren Tage des Monats Mai in die Hosen ge⸗
lockt, so trat wiederum ein Stillstand ein. Außerdem war auch

die Blüthezeit nicht günssig. Ferner reifte sie zu rasch; in Folge
dessen sind denn auch die geringeren Erwartungen, die man an
ven Ausfall der Gersternte geknüpft hatte, zugetroffen; sie liefert
nicht allein nur wenig im Könerertrage, auch die Qualität ist
zicht befriedigend. Aus Franken, Württemberg, überhaupt aus
en südlichen Gegenden Deutschlands lauten die Berichte gut; auch
Fezüglich der Gerste besser, als aus anderen Gegegenden. Aus
en nördlicheren Gegenden sind die Erdruschberichte noch spärlich
ingegangen, weßwegen wir uns vorbehalten müssen, nächstens das
Weitere zur Mittheilunaͤ zu bringen.
Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilnng der k. Baubehörde dahier vom 2. 1. Mts. wird wegen der
Erbauung einer neuen steinernen Brücke auf der Staatsstraße von Eindd nach Blieskastel
vom 17. dss. Mis. an der allgemeine Verkehr auf gedachter Straßenstrecke während der
weimonatlichen Dauer des Baues eingestellt.

Die für den, kleiren landwirthschaftlichen Verkehr angebrachte Nothbrücke darf nur
nit leichtem einspännigen Kuhfuhrwerk durch Angehörige der Gemeinde Einöd—
Ingweiler befahren werden. Für Alles mit Pferden bespannte, sowie das Gewicht von
20 Zentner übersteigende Fuhrwerk ist die Benützung der Brücke durchaus untersagt

Was hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. *

Zweibrücken, den 3. August 1868.
Koͤnigl. Bezirksamt.
Damm.

————
Civilstand
der Stadt St. Ingbert.

Im Monat Jul i wurden geboren.
Peter Sohn v. Johann Gries.
Tatharina Tochter v. Georg
Biermacher.
Ernst S. v. Philipp Weigand.
Beorg S. v. Johann Mollen.
Theresia T. v. Johann Wolf.
Andreas S. v. Anton Ganster.
Margaretha T. v. Johann Jo⸗
seph Iuugfleshe
Jatob S. v. Karl Wagner.
Catharina T. v. Joh. Heib.
Elisabetha T. v. Jakob Klein.
Nicolaus S. v. Getraude Rohe
Tatharina T. v. Elisab. Nikes.
Magdalena T. v. Joh. Lember.
Johann S. v. Georg Klein.
Phil. Jak. S. v. Phil. Schwarz.
Margaretha T. v. Johann
Jos. Schweitzer.
Beronika T. v. Joh. Hoffmann.
Johannn S. v. Joh. Moisch.
Unna Maria T. v. Joseph
Haselmeier.
rudwig S. v. Joseph Wagner.
HDargaretha T. v. Jak. Selzer.
Barbara T. v. Val. Gehring.
Seorg S. v. Pet. Jos. Kempf
Peter S. v. Joh. Menges.
Siegmund S. v. Ferd. Straß
Anna T. v. Peter Betz.
Tarolina T. v. Ludwig Koch.
Unna Philippina Elisab. T. v.
Fried. Eugen Gust. Remelius.
FJakob S. v. Joh. Jungfleisch.
Gestorben sind:
2 Juli. Barbara Woll, 60 Jahre alt
ledig.
12, Peter 3 J. 11 M. alt S. v
Nicolaus Schwan.
19 „Llisabetha 7 J.5 M. T. v. alt
Johann Leonhardt.
24 , Friedrich 14“ J. alt S. v.
Daniel Ottmann.
24., Tarlh 2 M. 14 Tage alt S
v. Martin Lampert.
26, Margaretha 6 M. alt T. v.
Franz Heinrich Stolz.
28,AUnna 1J. 7 M. alt T. v.
Peler Wagner.

Anzeige.

Der Unterzeichnete unterhält fortwährend Lager in fertigen engl. und
zeutschen Werkzeugen für alle Holzarbeiter, Holzschraubenschneider in ver—
chiedenen Größen. Alle Arten von Waagen in Eisen und Messing, als: Schnell-
Valkenwaagen, Decimal- nund Tafelwaagen von verschiedener Tragkraft,
ür Metzger, Specerei und Wollhandlungen. Für sämmtliche Werkzeuge und Waa—
gen wird garantirt.

Zweibrücken im Juli 1868.
Georg Toch, Zeugsohmied.
9 Juli. Heinrich Behr mit Catharina
Weirich.
Johann Mayer mit Barbara
Jung. —
Peter Kasiel mit Elisab. Wachs.
Johann Jos. Siegwart mit
Barbara Wagner.
Johann Buchheit mit Maria
Theobald.
Johann Schmitt mit Charlotte
Depper.
23 ,„ FIranz Kastel mit Elisab. Kopp.
23 ,„ Jatob Braun mit Elisabetha
Ringle.
28, Karl Hüther mit Christi. Nau.
309, Daniel Schaumlöffel mit Maria
Rosa Zoé Grandblaise.

St. Ingbert, den 10. August 1868.
Das Bürgermeisteramt
Chandon.

Schreinergesellen für Möbel- und
Bauarbeit werden gesucht. Guter
Lohn und dauernde Beschäftigung
wird zugesichert.

Joh. Schwarz jr.,
Schreinermeister.
In frischer Sendung von Paris an⸗
rekommen:
Lj d
zum Zräuseln der Haare
ęBmanine
EXtTA. POMadæ
zur Besörderung des Haarwuchses
bei Carl Schoeffler, Bader.

Zahnarzt Brader
aus Speier ist Freitag den 14. ds. von
Morgens 7 Uhr bis Abends 6 Uhr im
Hotel Laur“ zu consultiren.
Worms den 7. August.

Wir notiren heute: Weizen 13 fl. 15 kr.
bis — fl. — tr. Roggen 9 fl. 30 kr.
bis — fl. — kr. Gerste 10 fl. — kr.
bis 10 fl. 10 fr. per 100 Kilo., Hafer
6 fl. — kr. bis 6 fl. 10 kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 12 fl. — kr. bis — fl.

— kr. Roggenmehl 10 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 11 fl. 30 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 17 fl. — kr.
— fl. — kr. Blumenmehl. 17 fi. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fi. — kr. per 88
silo. Rüböl ohne Faß 20 fl. 30 kr. bis
— fll. — kr. Leinöl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
29 fl. — kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen — fil. — kr. bis
— fl. — kr. Branntwein 29 fl. 30 tr.
his 30 fl. — kr.
Mainz, 7. August.

EGFruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ter à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 12 fl. 40 kr. — 12 fl. 50 ku. —
orn (180 Pfd.) 9 fl. 80 kr. bis 10 fl. —
kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 20 kr. bis 10
J. 35 kr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 50 tr
bis 6 fl. — kr.

Berehelicht haben sich im Mt. Jur
2 Juli. Claudius Morlo mit Catharina
Jung.
Johann Adam Spohn mit Ca—
tharina Rung.
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

2*
        <pb n="383" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dremmal: Dienstag, Dannerstag

ind Samstag. Abonnemenispreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 96. Donnerstag, den 18. August 1868.

— — — — ————— — — — *
Deut schland.

Aus Speyher, 11. August, wird der „Pfälz. Zig.“ ge⸗
neldet: „In den jüngsten Tagen hatte die Pfalz die Ehre, meh⸗
zere Ministerial-Commissäre aus München in ihrer Mitte zu be—
sitzen. Vor elf Tagen kam Herr Finanzministerialrath Frhr. v.
dobkowitz in Speyer an, um mit dem Finanzkammercollegium den
Entwurf eines Targesetzes für die nichtstreitige Rechtspflege und
eines Stempelgesetzes für sämmtliche Landestheile Bayerns zu be⸗
rathen, zugleich um mit dem Generalstaatsprocurator, dann eini—
zen Rentmeistern und Notären, über den Entwurf sich zu bespre
Pprechen. Nach stattgefundenen zehn Sitzungen ist Frhr. v. Lob—
kowitz wieder abgereist. Heute verließ uns auch der seit zwölf
Tagen in der Pfalz die Forste inspicirende k. Ministerialrath
Dr. v. Mantel, nachdem er in Kaiserslautern die sämmtlichen
Forstmeister zu eingänglichen Verhandlungen, Directiv-Ertheilun⸗
gen u. s. w. um sich versammelt hatte. Ein weiterer Ministerial—
rommissär, in der Person des k. Justizministerialrathes Meißner,
velcher von seinem Ressortminister beauftragt ist, derschiedene An—
gelegenheiten und Rechtsinstitutionen der Pfalz, deren nähere
Wahrnehmung dem k. Minister wegen Kürze seines Aufenthaltes
im Kreise nicht mehr möglich war, eingehend kennen zu lernen —
perweilt noch unter uns.

München, 9. August. Die Commission zur Berathung
des Verfahrens zum Vollzug der Bestimmung des Art. 13. des
bayerisch⸗preußischen Friedensvertrages, die Düsseldorfer Gemälde—
zalerie betr. besteht aus folgenden Mitgliedern: Appellation sge—
richtspräsident v. Neumayer, den Oberappellationsdirectoren v.
Zink und v. Meß, den Ministerialräthen Schebler und v. Graf,
Professrr Dr. v. Pözl, Archivconcervator Jörg und Advocat
Dr. Henle.

Die zu dem dießjährigen Garnisonswechsel bestimmten Trup—
zenabtheilungen haben am 3. October in ihre neuen Garnisonen
abzumaschiren.

München, 10. August. Der König ist heute früh aus
Zissingen auf Schloß-⸗Berg eingetroffen. — Die auf heute bestimmt
zewesene Abreise des Fürsten Hohenlohe (nach Kissingen) ist auf
einige Tage verschoben worden.

München, 11. Aug. Vergangenen Sonnabend fand zwischen
den Monarchen von Bayern und Würitemberg gegenseitiger Besuch
datt. — Am Sonntag war bei dem König große Hoftafel, an
welcher der Kaiser von Rußland, der König und die Königin von
Württemberg, der Großherzog von Hessen, Prinz Alexander von
Hessen und Prinz Otto Antzeil genommen haben. Fast gleich—
eitig mit der k. Hoftafel hatte Se. Maj. der König in dem Con⸗
dersationssaale des Curhauses der Suite der russischen, württem⸗
zergischen und hessischen Herrschaften eine sehr splendide Marschalls⸗
afel anbieten lassen. Als der König vorgestem Abend 7 Uhr
dissigen verließ, war fast die ganze Stadt auf den Beinen, und
die Hochrufe, das Schwenken der Tücher und Hüte in den Stra⸗
zen, durch welche er fuhr, bewies die warme Verehrung der
Bewohner Kissingens für den scheidenden Monarchen. Der König
raf gestern Morgen 26 Uhr wieder in Schloß Berg ein. Ob—
gleich er im strengsten Incognito reiste, wurde er in Heidings-
seld, Würzburg, Schweinfurt und an allen Orten, welche der
Frtrazug noch vor später Nachtzeit berührte, von der versammelten
Bevölkerung mit Hochrufen begrüßt. — Der König hat bei der
Abreise von Kissingen den Armen der Stadt aus der Cabinets⸗
afse eine Unterstützung übersenden, ferner der protestantischen
Kirche daselbst eine namhafte Spende anweisen lafsen.
Dienstesnachrichten.

Der ehemalige Schullehrer Joh. Gerstle, z. Z. interimistischer
Berweser in Bindersbach, ist in provisorischer Eigenschaft zum
Verweser an der kath. Schule daselbst; der Lehrer Andr. Hendel
in der oberen kath. Mittelschule in Neustadt zum Lehrer an der
Aberen Knabenschule daselbst in definitiver Eigenschaft; der Lehrer
Jacob Massa an der unteren kath. Schule in Neustadt zum Lehrer

an der oberen Mittelschule doselbst in definitiver Eigenschaft; der
Lehrer Ant. Lieb in Heltersberg zum Verweser der unteren kath.
Mädchenschule in Kaiserslautern ernannt.

Frankfurt, 11. Aug. Der Kaiser von Rußland traf
heute Nachmittag um 484 Uhr von Kissingen kommend mit Ge—
'olge hier ein, und wurde auf dem Bahnhofe von dem Polizei⸗
präsidenten pv. Madai und dem Stadtcommandanten Generalma—
jor v. Franckenberg-Ludwigsdorff empfangen. Der Kaiser begab
äch alsbald nach dem Taunusbahnhof, von wo die Weiterreise
über Wiesbaden nach Schlangenbad um 5 Uhr erfolgte.

Wiesbaden, 11. Aug. Der König wird am Donnew—
ag Abend hier eintreffen. Der Kaiser von Rußland wird in
den nächsten Tagen erwartet. Am Freitag findet die Grundstein⸗
legung beim Militärbadehause statt.

Wiesbaden, 11. Aug. In der heute stattgefundenen
Beneralversammlung der Taunuseisenbahngesellschaft wurden die
Anträge des Verwaltungsrathes auf 1) Anlage eines zweiten Ge⸗
leises von Frankfurt nach Höchst, M Anlage einer Zweigbahn nach
der chemischen Fabrik Griesheim einstimmig genehmigt, und der
Verwaltungsrath zugleich ermächtigt, eine Anleihe von 150,000 fl.
zur Ausführung des beantragten Doppelgeleises aufzunehmen.

Ems, 12. Aug. Die Zusammenkunft des Königs Wilhelm
und des Czaren Alexander findet am Mittwoch Nachmittag in
-„chwalbach statt.

Berlhin, 7. August. Derselbe Correspondent welcher. der
„Kreuzzeitung“ von Brüssel aus sehr beachtenswerthe Mittheilung
äüber die Stimmung in Holland gemacht hat, geht heute auf Bel—
jien über und führt aus, daß die Belgier seit dem Tode Leo—
pold J. die Möglichkeit der Aufrechthaltung jener Neutralität auf⸗
gegeben haben, welche einst als einziges Beschwichtigungsmittel ge⸗
gen das Weiterumsichgreifen der Pariser Julirevolution von der
europäischen Diplomatie zusammengeleimt wurde. In Belgien
ehe man ein, daß man sich bei einem ausbrechenden Kampfe
wischen Frankreich und Deutschland von vornherein eine Allianz
werde wählen müssen und daß man mit Frankreich gegen Deutsch-
land gehen werde. — Das Alles ist auch nicht neu, um so be—
achtenswerther, als gerade die „Kreuzzeitung“ an Stelle eines
Leitartikels in dieser Correspondenz einen sehr wunden Fleck be—
rührt, welcher namentlich der englischen Diplomäatie schon seit ge—
raumer Zeit viel Kopfzerbrechens macht. In militärischen Krei—
jen Deutschlands gibt man ebenso wenig auf die garantirte Neu—⸗
tralität Belgiens als in diplomatischen und meint, daß es eintre⸗
tendenfalls darauf ankommen werde, einem Feinde das pare venire
zu spielen. — Die Konferenz wegen Beschränkung des Gebrauchs
der Explosionsgeschosse tritt am 13. Det. in Petersburg zusam⸗
men. Unter den hiezu eingeladenen Staaten befinden sich auch
Bayern, Württemberg und Sachsen. Sachsen hat aber Betheili—
zung unter Hinweis, daß es durch den norddeutschen Bund ver⸗
reten sein werde, abgelehnt.

Aus Berlin, 8. August, wird geschrieben: Einige fud⸗
deutsche Blätter legen der vom Chef des Generalstabes der Armee
General v. Moltke, veranstalteten militärischen Uebungsreise mit
Generalstabsofficieren eine besondere Wichtigkeit bei. Namenilich
wird behauptet, diese Reise gelte nicht Uebungsaufgaben, sondern
kriegerischen Zwecken. Auch fügt man hinzu: in Preußen würden
überhaupt umfassende Kriegsvorbereitungen getroffen. Erst neu⸗
erdings seien für 800,000 Thlr. Pferde angekauft worden ꝛc.
Alle diese Mittheilungen beruhen auf Phantasiegebilden. In
Wirklichkeit finden bekanntlich in jedem, Jahr Uebungsreisen von
Officieren des Generalstabes stait; bei denselben handelt es sich
einfach um einen Cursurs in der Sirategie.

WVrorgestern Abend ist der französische Botschafter, Hr Bene—

detti, aus Carlsbad wieder hier eingetroffen, reist aber demnächsft
nit Urlaub nach Paris und kehrt erst gegen Ende September auf
einen hiesigen Posten zurück.

Schwerin, 10. August. Laut großherzoglicher Verord⸗
nung erfolgt mit dem 11. August der Eintrit Meklenburaa
        <pb n="384" />
        in den Zollverein. Für ausländische Waaren findet eine
Nachversteuerung statt. — F

Wien, 8. Aug. Someit die Bilanz vorläufig hat gezo—
gen werden können, wird das deutsche Bundesschießen mit einer
Deficitbagatelle von höchstens 20,000 fl. abschließen. Freilich die
zur Deckung durch „Antheilscheine“ aufgebrachte Summe von
35,000 fl. nicht angerechnet, aber die Inhaber dieser Antheilscheine
dürften sich fast ausnahmslos herbeilassen, auf den Rückersatz zu
derzichten. — Der bisherige Statthalter Graf Chorinsky hat sich
gestern officiell verabschiedet und wird seinen Wohnsitz in Laibach
nehmen. — Der älteste Regimentsinhaber, F.Z. M. Graf Mazzu—
heli, im Jahre 1815 aus der italienischen in die österreichische
Armee mit übernommen und in der legten Zeit seines aktiven
Dienstes Festungsßkommandant von Mantua, ist in dem nahen
Voͤslau gestorben.

— Der offiziöse Wiener Korr. der A. Z. schreibt: Das
Arbeiterverbrüderungsfest,“ welches nach Wien ausgeschrieben
var, wird zuverlässig nicht gestattet werden. Die Ereignisse auf
der Volksversammlung am „Sperl“ haben der Regierung ihre
Pflicht klar vorgezeichnet.

In Wiener Kreisen verlautet, Bürgermeister Dr. Zelinka in
Wien werde Stadthalter von Niederöstreich werden;
der Stadt Wisen wäre diese Befoörderung nichts weniger als
mngenehm.

—Wo blieb die Festgabe aus Egyptend? fragte
die „N. fr. Pr.“ Am 27. Juli wurde von dem Ministerium
des Aeußern eine Kassette mit 36 egypt. Goldstücken im Werth
don 1000 Fr. als Festgabe der in Alexandrien ansässigen Deut⸗
ichen zum 3. deutschen Bundesschießen an das Ministerium des
Innern übersandt; noch an demselben Tage ging das Packet an
das Centralcomitè am Käaärntnerring ab, wurde von demselben
uüͤbernommen und die Empfangsbestätigung ausgestellt. Nirgends
aber geschieht dieser Gabe auch nur mit Einem Worte Erwähn⸗
ung. Wo verblieb sie?

In Linz hat der Bischof die Aufforderung des Landge—
richts, die ehegerichtlichen Akten herauszugeben, unter Berufung
auf das Tridentiner Konzil ablehnend beantwortet. Es ist also
ein erster Fall der Weigerung, wie ihn die Hirtenbriefe
erwarten ließen, thatsächlich eingetreten. Man ist gespannt, was
nun weiter erfolgen wird.

Prag, 8. Angust. Dem Vernehmen nach hat das feudale
Wahlcomite beschlossen, daß die feudale Partei sich an
den bevorstehenden Landtagswahlen nicht betheiligen solle.
— Gegenüber dem gegen die Czechen erhobenen Vor—
wurfe, daß fie in Bismark einen Beschützer gefunden, erklären die
„Nar. Listy“: „Wir haben nicht mehr noͤthig, in Berlin oder
anderswo um Allianzen anzusuchen. Im geeigneten Momente
kommen sie uns unaufgesucht entgegen.

Pesth, 9. August. Naplo bringt einen großen Ariikel,
in welchem er sich über den großdeutschen Charakter des Schützenfe!es
ausspricht, weil, nach der Meinung des ungarischen Blaltes die
dort manifestirten Sympathien für Ungarn unbillig und verletz—
end seien ().
Frankreich.

Im großen Publikum knüpft man an die Thatsache, daß
der Kaiser den diesjährigen Napoleonstag in Paris verleben
vill, mancherlei Combinationen. Allgemein rechnet man auf irgend
eine außergewöhnliche Manifestation, welche nach den Chauvinisten
in kriegerischen, nach den Wünschen der Majorität in entschieden
riedlichem Sinne ausfallen werde, und man glaubt diese Kund—
gebung gelegentlich der auf den 14. anberaumten großen Revue
erwarten zu dürfen. Genauer informirte Persönlichkeiten theilen
dagegen diese Erwartungen nicht, sie sind vielmehr der Voraus—
setzung, daß bei der Rebue entweder gar keine, oder eine in ganz
allgemeinen Formen sich bewegende Ansprache gehalten werden
dürfte, und diese Auffassung hat insofern viele Wahrscheinlichkeiten
für sich, als die allgemeine Situation gar keinen Anhaltspunct für
die entgegengesetzle Ansicht darbietet.

Paris, 8. August. Das Journal „La Presse“ veröffent⸗
licht die Reiseeindrücke des Prinzen Napoleon, welche diesem Blatte
offenbar von einer dem Prinzen nahestehenden Person mitge⸗
heilt werden. „In Berlin wurde der Prinz so zu sagen in
Festlichkeiten eiugewickelt, und die Staatsmänner Preußens waren
ebenso viele große Herren geworden, die sich beeilten, dem nächsten
Verwandten des Kaisers ihre Höflichkeit zu bezeugen. Inmitten
dieser Zerstreuungen blieb wenig Raum sür geheime Unterhaltun—
gen. Der Prinz habe jedoch die wunderbare Ordnung bewun—
dert, die überall in Preußen herrsche, den militärischen Geist, der
sich in der Bevölkerung entfaltet, und jene machtvolle Einheit, in
der sich etwas von dem Genie wieder findet, das in Frankreich
aach der Revolution bei Organisirung der Nation obwaltete
In Oesterreich sei es anders gewesen. Indem er die Anstreng«

ungen, die Franz Joseph macht, um sein Reich auf freiheitliche
Grundlage neuzugestalten, nach ihrem Werthe schätzt, so verhehl—
er sich dcch die Größe und Schwierigkeiten der Aufgabe nicht
Während seines Aufenthaltes in Wien hat er versucht, sich den
Volke möglichst zu nähern, um dessen Geist kennen zu lernen
Seine Unterhaltung war mehr die eines gelehrten () Reisenden
als eines Diplomaten. In Bukarest habe der Prinz an der Po.
litik der Minister des Prinzen Karl den Einfluß Rußlands ent—
deckt. Mit dem Eintritte des Prinzen in das türkische Reich haf
eine Reise in den Augen des Publikums einen mehr politischen
Tharakter bekommen; er hat wichtige Berathungen mit den türki—
chen Staatsmännern gepflogen. „Die Türkei darf sich nich
mehr von der europäischen Politik ausschtießen. Sie muß ihr—
Freunde und Bundesgenossen wählen und fest zu ihnen halten
Allein bereitet sie sich eine Niederlage, die durch Geschicklichkeit
und Resignation hinausgeschoben werden kann, deren Folgen aber
inerechenbar seien. Wenn sie dagegen mit Entschlossenheit die
Ansichten der westlichen Politik unterstützt, setzt sie sich-zwar nähe
stehenden Gefahren aus, aber sie bewähct sich vor einem endgilti—
gen Zerfallen.“ Diese mit viel Beredsamkeit vorgebrachten Vor—
ttellungen sollen auf Ali und Fuad Pascha einen großen Eindrud
hervorgebracht haben.

Paris, 8. August. Man meldet der „‚Liberte“ aus Ber—
lin, daß der preußischen Regierung eine Beschwerde von dreihun—
dert in der päpstlichen Armee e, Deutschen zugegangen
ist, die, auf offener Desertion ertappt, zwischen Strafen zu dre'
und fünfzehn Jahren Galeeren verurtheilt worden sind. Die
Beschwerdeführenden behaupten, bei ihre Werbung durch falsche
Versprechungen die nicht gehalten worden seien, hintergangen wor⸗
den zu sein.

Paris, 10. August. Der heutige Moniteur veröffentlicht
den Wortlaut der vom Kaiser Napoleon gestern in Trohes ge—
haltene Rede. Der Kaiser sagte: „Ich habe Troyes nicht pasfi
zen wollen, ohne mich einen Augenblick aufzuhalten, um Ihnen
einen Beweis meiner lebhaften Sympathieen für die Bevölkerung
der Champagne, die von so warmen Partriotismus beseelt ist, zu
geben. Ich habe mit Vergnügen im verwichenen Jahre das
Fortschreiten der Industrie in ihrem Departement constatirt, und
ich fordere Sie auf, darin fortzufahren, denn Nichts bedroht heute
zen Frieden Europas. Haben Sie Vertrauen in die Zakunft und
nergessen Sie nicht, daß Gott Frankreich beschirmt.“

Spanien.

Bei der strengen Dictatur, die in Spanien herrscht, ist kein
Telegraphendraht im Stande, ein der Regierung mißliediges Fac⸗
eum zu melden; die Blätter sind geknebelt, und Niemand wagt,
den Mund aufzuthun, wenn er nicht deportirt oder eingekerkert
sein will. Es darf daher nicht verwundern, daß die Nachrichten
aus der Halbinsel so spärlich find, dagegen das Schlimmste, das
Jerüchtweise verlautet, geglaubt wird. Angesehene Männer ver⸗
chwinden plötzlich aus ihrer Wohnung und werden nicht mehr
zesehen; so General Zabala, der in Lugo internirt war. Eben—
o herrscht noch völlige Ungewißheit, was aus den Generalen ge⸗
vorden, die nach den Balearen deportirt werden sollen. Die
klerikale Partei in Spanien gibt die Königin verloren und hat
auf Don Carlos, den Enkel des Prätendenten, ihr Auge gerichtet,
der, wie es heißt, auch von der spanischen Partei in den Tuile—⸗
rien unterstützt wird. Die Kaiserin Eugenie ist, als Spanierin be
trachtet, Legitimistin. Ein Bruder des Don Carlos, Don Ali
'onso, ist in die päpstliche Armee eingetreten. Wie die Presse
jetzt behandelt wird, mag die Thatsache andeuten, daß sämmtlicht
aicht ministeriellen spanischen Blätter von einiger Bedeutung ge⸗
genwärtig verfolgt sind; niemals wurde die Presse, selbst unter
Ferdinand VII. nicht, so mißhandelt, wie unter dieser unschuldigen
xcabella II.

Vermischtes.

F Zweibrücken. Bei den nächsten Montag beginnenden
Assisenverhandlungen der Pfalz für das III. Quartal 1868 wer⸗
den folgende Personen zur Aburtheilung kommen:

1. Am Vormittag des 17. August David Kuntz von Hen⸗
helheim wegen crimineller Verwundung. 2. Am Nachmittag de—s
17. Catharina Theobald von Ilbesheim wegen Kindsmords.
3. Am 18. August Melchior Orth von Birkweiler wegen crimi⸗
aeller Verwundung. 4. Am 19. August Wilhelm Degünther von
harxheim wegen Mords. 5. Am 20. August Anna Maria Steil
von Roßbach wegen Kindsmords und 6. der flüchtige Karl Geil
von Ludwigshafen wegen crimineller Berwundung.

F Zweibrücken, 9. Aug. Nach dem gestern stattgehabten
Commers der hiesigen Abiturienten scheinen einige Theilnehmer
lange auf den Beinen geblieben oder vielleicht auch früh aufgestan⸗
den zu sein, um sich zur Abreise zu rüten; denn von solchen hör—
sen wir gegen 4 Uhr heute früh die eisten Feuerrufe, noch ehe
        <pb n="385" />
        die Sturmglocke ertönte oder sonstige Sinnale gegeben wurden.
Am südöstlichen Ende hiesiger Stadt zwischen der Simon'schen
Plüschfabrik und der Gefangenanstalt liegt die von Christ. Knorr
gegründete, jetzt den Herren Kuhn und Zorn gehörige Cichorien⸗
fabrik, in deren Rübendörre Feuer ausgebrochen war, welches die
nnere Einrichtung und den Dach tuhl gänzlich zerstörte. Wasser
sst in der Nähe nur wenig zu haben, hätie wohl auch bei der
iußerordentlichen Trockenheit niche viel geholfen; die Zimmeraxt
hat aber ihre Schuldigkeit und hierdurch wirde das Feuer auf
seinen Herd gebannt. Wie ich höre ist die Fabrik versichert und
helommt demnach ihren nicht ganz unbedeutenden Schaden ersetzt
Vom Material soll nichts verbrannt sein.

7 Der Michaelis oder Wurstmarkt in Dürkheim wird
ibgehalten am 27. 28. und 29. September l. Is. ma3

Die Maschinenfabrik Albert und Hamm in Frankenthal
hat vorige Woche ihre hunderste Schnellpresse vollendet

THeidelberg. 7. Aug. Am gestrigen Nachmiittage er⸗
chinen im hiesigen Mayer'schen Biergarten zwei sehr elegant ge⸗
leidete Herren, gesellten sich zu einem andern doct anwesenden
Herrn und luden ihn nach kurzer Unterhaltung zu einem Karten⸗
spiele ein. Sie verloren, und da einer derselben nicht mit klei⸗—
ner Münze versehen war, reichte er dem fremden Mitspieler einen
Funfthalerschein zum Wechseln, wogegen er von ihm den Betrag
in Silber erhielt. Sogleich nach Beendigung des Spiels über⸗
zeugte sich der Mitspieler, daß der Schein gesälscht war, rief augen⸗
blicklich die Hilfe der Polizei herbei und ließ die noch anwesenden
eleganten beiden Herren verhaften, welche sodann unter großem
Zuströmen der Bevölkerung durch die ganze Stadt nach dem Amt-
jause gebracht wurden. Es sollen fremde Abenteurer sein, welch
yhne Zweifel schon an anderen Orten ihr Handwerk auf ähnlich
Weise getrieben haben.

Die „Frkf. Ztg.“ läßt sich schreiben, Prof. Kinkel (jetzt in
Zurich) habe „Schritte gethan, um in Preußen eine Anstellung
iu erlangen,“ aber einen ablehnenden Bescheid erhalten.

In Frankfurt ist im Dome die Kanzel eingestürzt
wodurch wehrere Menschen schwere Verletzungen erlitten haben.

fIn Frankfurt a. M. colportirt man gegenwärtig —
ast wie eine Art bonne mine au mauvais jen — die Scherz⸗
rage: Was ist für ein Unterschied zwischen dem Ftankfurter
ind Wiener Schützenfeste? Antwort: Nach Frankfurt kamen die
Oestexreicher guter Hoffnung und nach Wien die Frankfurter in
andern Umständen.

Im Großherzogthum Hessen starben im vorigen Jahre 47
Bersonen an der Wuihkrankheit.

Der österreichische Gesammtstaat zählt nach den
euesten Exmittelungen 34,983, 000 Einwohner, darunter 8,782,000
deutsche.

Ungarische Rechtspflege. Zwei kuriose Justiz⸗
lle sinden wir in der Magyar. Ujs. registriri. Als erfter wird
tzählt, daß am 6. d. M. ein hervorragender Bürger in Tasnod
damens Emerich Szabo, von dem Stuhlrichter * und fünf
ßanduren in seiner Wohnung überfallen und daß ihm aus seinen
deller der sämmtliche Weinvorrath weggeschleppt wurde, weil besagten
zürger seine eigene Fechsung in Vouleillen verkaufte, wozu er,
iebenbei bemerkt, nach dem in der dortigen Gegend herrschenden
Usus vollkommen berechtigt ist. Der zweite Fauͤ, welche sich in
ẽreSzt.Kiraly zugetragen hat, ist nicht weniger traurig, wenn⸗
leich das heitere Element in demselben nicht fehlt. Dem dorti—
zen reformirten Seelsorger Karl Kovacs wurden mehrere Scho⸗
der Heu angezündet, der Thäter wurde sofort verhaftet; der Herr
Stuhlrichter, an dem es nun war, Gerechtigkeit zu üben, that
ies in einer höchst eigenthümlichen Weise Er versetzte dem
hrandleger höchst eigenhaͤndig ein Paar Ohrfeigen und — jagte
hn von dannen. Uls der hochwürdige Herr Einsprache gegen

iese Art der Rechtspflege erhob, erwiederle der Herr Stuhlrich⸗
er: „Ei, lassen wir ihn laufen, sonst machen wir ihn am Ende
och mehr böse.

FDas Verhältniß Napoleons III. zu seinem
8etter. Lucian Herbert erzählt in der „N. Fr. Pr.“ folgende,
nas Verhältniß Napoleon's des III. zu seinem Vetter, dem Prin⸗
en Napoleon, characterisirende Anekdote: Als Louis Napoleon
yen Staatsstreich zu lange in Erwägung zog, machte ihm sein
detter den Vorwurf, daß er nichts von dem' Blute des Kaisers
n sich habe. „Aber seine Familie habe ich auf dem Halse!“
ertigie Louis Napoleon seinen Verivandten 1b. — Eines Tages
ils sich das Kaiserreich in einer Krise befand, rieth der Prinz
um Kriege mit Deutschland. „Ich fürchte den Rhein,“ sagte
douis Napoleon, „wir koͤnnen lecht in cihm ertrinken!“ — „Bes—⸗
er wir ertrinken im Rhein, als in einer Gosse!“ meinte der
drinz. — Der Kaiser soll es seinem Ve⸗ter lange nachgetragen
aben, daß dieser, nachdem er seine Gemahlin Ciotilde bei Hoft
zorgestellt, scherzhaft die Phrase hingeworfenn. Jebt haben vi

)och wieder eine ordentliche Prinzessin in unserer Familie!“ Der
Bolkswitz bemächtigte sich des gespannten Verhältnisses, das ab
und zu zwischen den beiden Rapoleoniden obwaltete, und liefte
dasselbe gleichfalls zu mancher Anekdote aus. Eine der picante ·
sten ist wohl folgende: Eines Tages fragte der kleine Napoleon
seinen Vater, was für ein Unterschied zwischen accident (Unfall)
und malheur (Unglück) sei. „Mein Kind, soll der Kaiser, der
ben schlecht auf seinen Vetter zu sprechen war, geantwortet ha⸗
ben, „wenn Dein Onkel Napoleon ims Wasser fiele, so waͤre das
ein aceident, wenn er aber wieder herausgeholt wurde, so war⸗
das ein malheur.“

Brüssel, 8. Aug. In der Henriettengrube bei Je⸗
mappes fand eine große Explosion statt, wobei 51Mann ge⸗
födtet wurden.

fEine Schauergefschichte zur See. Zu Greenod

in Schottland befindet sich gegenwärtig ein Schiffscapitän und
sein Steuermann in Unterfuchungshaft wegen Verübung von Grau⸗
amkeiten, wie sie selbst in unserer an die Nachtseiten der mensch⸗
lichen Natur gewöhnten Zeit zu den Seltenheiten gehoͤren. Am
7. April ds. Is. lief das Kohlenschiff, Arran“ von Greenock aus
mit Cours nach Quebeck. Schon wenige Stunden nach der Ab⸗
fahrt entdectte die Schiffsmannschaft zwei Knaben, die sich an
Bord verstedt gehabt, um die Reise in die Welt als blime Pas⸗
agiere mitzumachen — ein keineswegs seltenes Vorkommniß an
Bord englischer Schiffe. Bei Begegnung eines Dampfers über
gab der Capitän die beiden Abenteurer demselben zum Rücktranb⸗
port nach Greenock. Der „Arran“ setzte die Fahrt fort und er—
reichte die offene See, Zur Nachtzeit hörte man ein Klopfen in
verschiedenen mit Gerümpel gefüliten Ecden des Schiffes, und nach
einigem Suchen zog man nicht weniger als sieben Knaben aus
erschiedenen Verstecken hervor! Eine allerdings nicht angenehme
Zugabe für den Proviantmeister. Aufangs indessen wurden die
naben leidlich behandelt, auch zu verschiedenen Dienstleistungen
herwendet. Da wurden sie alle seekrank, und von diesem Moment
an begannen Mißhandlungen der verschiedensten Art Man seßte
ie zunächst auf Hungerkur — nach der Rate bon einem halben
Schiffszwieback per Kopf und Tag. Einst fast wahnsinnig vor
dunger, erbrachen die Knaben ein Mehlfatz und versuchten sich
nit dem Inhalte zu sättigen. Peitschenhiebe waren die Folge.
Finer wurde sogar gestäupt, indem man ihn auf das Verded
chnallte und mit einem harten Besen so lange fegle, bis das
Blut aus allen Poren drang. Nahrung wurde ihnen heimlich von
inzelnen Matrosen zugesteckt, doch die Entdeckung führte nur zu
strengeren Maßregeln gegen die Knaben. Endlich glaubte man
Land in Sicht zu haben; man glaubte so, obgleich sich minmehr
yeraus gestellt hat, daß felbst in diesem Falle die Entfernung noch
zegen 15 Seemeilen betragen haben mochte. Hin und vieder
steckte das Schiff im Eise fest. Da kam es dem Capitän in den
Sinn, einen Racheact an den Hilflosen zu üben. Er setzte sechs
von ihnen, jeden mit einem Scqhiffszwieback versehen, dünn beklei⸗
det und zum Theil ohne Schuhe und Strümpfe auf der nächsten
Eisscholle aus, ihnen höhnisch zurufend: „Nun geht selber an's
Land.“ Man sagt, er habe erfi spaͤter bemerli, daß jene Scholle
mit anderen Eisflüchen nicht zusammenhing, sondern durch einen
breiten Seestrudel von diesen getrennt war. „Er verlor die Kna⸗
hen bald aus dem Gesicht,“ heißt es in dem Bericht, und ‚man
onnte ihr Weinen nicht mehr hören!“ Es heißt, daß zwei den
Qualen des Frostes oder Hungers unterlagen oder ertranten. Nur
dier wurden in kläglichemZustande an Bord eines nahe kommenden
Schiffes aufgenommen. Monate vergingen, aber die Fama fliegt
ber die See, und als der „Arran“ eben jetzt wieder einmal in
GBreenock anlangte, hatte die Polizei große Mühe, Capitaän und
Steuermann davor zu schützen, lebendig von dem Volke zeriffen
zu werden. Dennoch zweifelt man an ihren Verurtheilung nach
irgend einem englischen Gesetz.

f In der letzten Woche kamen in der Romagna 70 Raubanfälle,
diele mit Mord und Verwundung verbunden, vor, Allenthalbes
herrscht Schreden und Entsetzen.

F. In Newyork sind der großen Hitze in einer einzigen Woche
üüber 400 Menschen erlegen, daͤrunter Morton, der Entdecker der
ichmerzbetäubenden Wirkungen des Schwefeläthers.

t In Indiana (Amerika) bemächtigte sich eine Räuber—⸗
bande einer Lokomotive nedst Waggon und dampfte davon. Ale
ie jedoch spater den Waggon öffnen wollten, fanden sich mehrere
Eisenbahnbeamte in demselben vor, welche auf die Räuber feuer⸗
ten und sie in die Flucht trieben. Drei von ihnen wurden je⸗
doch wieder eingefangen. Nachdem dies bekannt worden war,
hielt ein großer Volkshaufe den Zug auf, nahm den Eisenbahn
beamten die drei Rauber weg und hängte sie an einem Baume auf.

F Tod durch Getreide-Ausdünftung— Die Er⸗
ahrung zeigt, daß Getreidekörner eine große Quantitat Kohlen⸗
saure entwickeln, weshalb es gefährlich ist, Maäumlichkeiten
        <pb n="386" />
        hetreten, in welchen das Geireide eingeschlossen ist, ohne die Aswe schnell vor sich und darum verlief auch die Blüthe schnen
icht zu gebrauchen, vorher frischen Luftzutrit zu veranlassen. Diel und sehr egal. In Folge dessen bildeien sich die Beeren gleich-
entinoils du Jura““ erzählt von einem Landmanne in Klein⸗ näßig aus und haben auch trotz der mitunter bedenklichen Wit⸗
Fontlelles, welcher sein Getreide in einer Grube bewahrte und erung eine regelmähige Entwicklung gehabt. Der in früheren
ich dorthin begab, um eine Quantität derselben zu holen. Da dahren so sehr schadenbringende Durchfall ist kaum beobachtet wor⸗
x nicht zurücktehrte wurde seine Frau unruhig und suchte ihn den; auch die gefürchtele Traubenkrankheit hat sich heuer nut
auf. Sie fand ihn schließlich regunglos und die auf ihren Hil- purweise gezeigt und nur hin und wieder ist einiger Schaden
ieruf herbeigeeilten Nachbarn dermochten trotz aͤller Versuche nicht durch den Sonnenstich erfolgt. Schon vor 14. Tagen wurden
ihn in's Leben zurückzurufen. Der hinzugerufen Arzt constalirie ßbare Trauben an der Haardt, der Bergstraße, dem Rhein feil
Tod durch Kohlensäure Vergiftung. ehalten und in der letzten Woche des Monats Juli wurde zu
— Porms a. Rh. der ersie neue Wein gewonnen, eine Erscheinung.
—— velche seit einem halben Jahrhundert nicht r beobachset
vorden ist. Treten nicht ganz abnorme Witerungsber ältnisse ein,
Landwirthschaftliches. o ist die Crescenz gesichert und fällt ohue Zweifel qualitatid
J Stand der Weinberge. Wenn auch der Weinbau horzüglich aus.

zinsichtlich seiner Ausdehnung mit den anderen Culturarten nicht BVerjuche, welche von der landwirthschaftlichen Anstalt in Worms
oncurxiꝛen kann, weil er gewissermaßen mehr Localcultur ist, so ingellt wurden, beweisen daß bei Kühen die Verfütterung gekoch⸗
st doch das Interesse für denselben ein Allgemeines: da wo man er und wieder erkalteter Kartoffeln das Milcherträgniß wesentlich
ihn treibt des Ertrags und da wo man ihn nicht treibt des Ge⸗ hermindern. Bekanntlich gehen die gekochten Karioffeln, wenn man
usses wegen. Der henrige Stand der Weinberge übertriffl Ale je wieder erkalten läßt, in einen kleisterartigen Zustand über, der
les, was in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiete beobachtet hre Verdaulichteit beeinträchtigt. Da es aber in sehr vielen Ge—
vorden ist. Spaäter als es in einem der letzten 10 Jahre der enden und bei vielen Landwirthen noch gebräuchlich ist, die zur
Fall gewesen ist, kam heuer der Weinstoch zum Triebe, Doch war Jerfütterung bestimmiten Kartoffeln für mehrere Mahlzeiten, um
eine Entwicklung eine ungemein rasche, so daß die Blüthe schon Zrennmaterial und Feuerung zu ersparen, auf Einmal zu kochen,
rühzeitiger erfoͤgte, als dies in vielen anderen Jahrgängen der do dürfte es ganz am Platze sein, das Nachtheilige dieses Verfab⸗

vall war. Die Entwiclung der zahlreichen Gescheine ging unge⸗ rens mehr und mehr einzusehen.

— — —

Bekanntmachungen.
WBekanntmachung.

—— omm—
Der Unterzeichnete beehrt sich
inzuzeigen, daß er heute sein
Buͤreau im Hause der Frau No—
tär Schmolze dahier eröffnet hat.
Zweibrücken, 12. August 1868.
Julius Petersen
Advokat-Anwalt.
J 6 Aado⸗
Ofensr—ν,
Flieporee pier
zmpßfeohblt —XI

Durcth Verfügung Koͤniglicher Regierung zu Trier vom 31. Juli d. J. J. 502—
3. 3. ist dem Orte Dudweiler die Äbhaliung eines zweiten Wochenmarktes an jeden
Nontage neben dem bereits bestehenden Freitags-Markte bewilligt worden, was mit dem
zemerken zur Kenntniß des Publicums gebracht wird, daß der neue Markt zum ersten Mal—
* —
Montag, den 24. dss. Mts.
ibgehalten wird.
Dudweiler, 7. August 1868.
Der Bürgermeister:
O. Blum.
—— —
Färberei und Druckerei
bon Gleorgg StacdtiniülIer in Landstuhl.
Einem verehrlichen Publikum St. Ingberts und Umgegend zur gefälligen
Nachricht, daß J. Grewenig jr. schon seit mehreren Jahren mit einer Agentur
ür mich dorten betraut ist und Gegenstände zum Färben und Drucken annimmt
und aufs beste besorgt. Bei selbigem liegt wieder eine neue Musterkarte
sjum Färben und Drucken, welche die neuesten und schönsten Muster enthält, zur
gef. Ansicht offen.
Recht zahlreichen Aufträgen sieht entgegen
Georg Stacdtm üller.
Auf obiges Bezug nehmend. empfiehlt sich bestens
FOMB. Grevoenig., ir.

—“
4.

Schreinergesellen für Möbel⸗ und
Bauarbeit werden gesucht. Guter
dohn und dauernde Beschäftigung
vird zugesichert.
Joh. Schwarz jr.,
Schreinermeister.
9 e
Zahnarzt Brader
uus Speier ist Freitag den-14. ds. von
Morgens 7 Uhr bis Abends 6 Uhr im
Hotel Laur“ au consulliren.

Zonntag, den 16. August 1668
Harmoniemusik
auf dem Schießhause, ausgeführt

von der hiesigen
Bergkapelle
wozu höflichst einladet
. Berhæarelt.
Acoe Bren——
ꝰgohe
garren
P.

Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛtc. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 13. August.

Weizen 6 fl. 7 kr., Korn 4fl. 17 tr.
Berste 2reihige, — fl. — kr. Gerste vier⸗
eihige, 4 fl. 8 kr., Spelz 4 fl. 1 kr.
—A
—kr. — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
3 fl. 59 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln Ifl. — kr., Heu
ufl. 20 kr., Stroh 1fl., 12 kr., per
Zentner. Weisbrod 1954 Kilogr. 170 kr.
dorubrod 3 Kgr., 21 kr., ditto 2 Kgr.,
«4 kr., ditto 1 Kgr. 7 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 28 kr, 1 Paar Weck, 8 Loth
2 x. Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.

Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hamme
Jeisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., pe
Pfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter
Butter 31 kr., per Pfund.
Fruchtvreise der Stadt
Kaiserslautern vom 11. August.
Weizen 6 fl. 04 tr., Korn Afl. 25

5pelzkern — fl. — fr., Spelz 46
83 kr., Gerste 5 fl. O3 kr. Hafer 4 9
9 fr., Erbsen — il. — kr. Wicken 4 s.
)6 kr., Linsen 4 fl. 51 kr. per Zentner
Brodpreise: 6Pfod. Kornbrod 2hkr
3 Pfd. Gemischtbrod 112 kr. und 2 Pfd
Weißbrod 13 kr.
mpfienst
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demestz in St. Inabert.
        <pb n="387" />
        3

—

St. Ingberker Anzeiger.

Dder „St. Ingberter Anszeig er“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementsbreis vierteliährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 97. Samstag, den I αα
ö— ——— — —
Deutschland.

München, 12.Aug. Gegenwärtig unterliegt das zwischen
dem Zollbundesrathe und dem Zollparlamente vereinbarte Gesetz
vegen Einführung des Tabakes nach erholter allerhöchster Geneh—
nigung der Berathung im Staatsrathe, um nach deren Beendig⸗
ung sofort im Gesetzblatte publicirt zu werden; dieses rein for⸗
nelle Verfahren ist durch die Bestimmung des Zollbereinsvertrages
vom 8. Juli vorigen Jahres bedingt, wornach die Zollbereins⸗
jesetze in der, in jedem Staate für die Publication von Gesetzen
vorgeschriebenen Form bekannt gemacht werden müssen.

München, 12. Aug. Von dem obersten Gerichtshof sind
zu Mitgliedern des Senats zur Entscheidung der Competenzcon⸗
llicte zwischen Gerichten und Verwaltungsbehörden für die Pfalz
als ständige Senatsmitglieder gewählt worden: die Oberappellati—
ousgerichtsräthe G. v. Hörmann, J. Wenz, Th. Schuler; als
Stellvertreter für Verhinderungsfälle: die Oberappellationsgerichts-
räthe J. Künßberg, C. A. Decrignis und J. Löw.

Die A. Z. bringt den Besuch des bayr. Ministerpräsidenten
dohenlohe in Kissingen zur Aufwartung bei den russischen Maje—
täten mit dem Umstande in Verbindung, daß derselbe auch in
Polen begütert sei. Von Kissingen aus werde sich der Fürst auf
urze Zeit zum Besuche seiner Familie nach Aussee im Salzkam—
nergut begeben. Finanzminister Pfretzschner gebraucht gegenwär—
tig die Bäder zu Ragatz, der Kriegsminister Pranckh die See—
bäder zu Ostende Der östereich. Minister Dr. Berger verweilt im
Bade Reichenhall.

München, 12. Aug. Der Kaiser von Oesterreich wird
auf den 17. d. M. in Possenhofen erwartet.

München, 13. Aug. In Folge neuerer Anordnung wird
der Kaiser von Oesterreich morgen in Starnberg eintreffen, wo
relbst ihn der König von Bayern empfängt, dessen Reise nach
Schwalbach nicht erfolgte.

Würzburg, 11. August. Heute trafen die Officiere des
xreußischen Generalstabs, welche gegenwärtig den süddeutschen
Zriesschauplatz von 1866 in seiner ganzen Ausdehnung inspici—
ren, von Tauberbischofsheim kommend, hier ein. Bei dieser Ex⸗—
»edition befinden sich u. A. der Prinz Albrecht von Preußen und
Heneral Moltke.

— Herr Pfarrer J. H. Esch in Grünstadt veröffentlicht
m ,„Pf. K.“ nachstehenden Aufruf: „Geehrte Collegen! Nach
gewissenhafter sachlicher Erwägung, welches jedes persönliche Be—
denken überwinden läßt, erlaubt sich der Unterzeichnete, sich in einer
wichtigen Angelegenheit an seine Standesgenossen in der unirten
Kirche der Pfalz zu wenden. Gewiß halten sämmtliche Collegen
die gegenwärtige kirchliche Lage für eine so mißliche und sind
überzeugt, daß eine Forldauer der Mißhelligkeiten dem religiösen
Leben nur schaden kann. Eine aAllgemeine Pastoralcon—
ferenz, welche die brennenden Kirchenfragen zum Gegenstande
hrer Berathung machte, könnte wohl zur Verständigung und Aus—
zleichung beitragen. Möchten doch einflußreiche Standesmitglieder
von verschiedener theologischer Richtung die Sache recht bald in
die Hand nehmen! Mit positiven Vorschlägen will der Unter—
zeichnete den Conferenzverhandlungen nicht vorgreifen. Er wünscht
aur, daß sein Aufruf zu denselben anrege und, wie er aus einer
wohlmeinenden Gesinnung hervorgegangen ist, auch freundliche
Aufnahme finde.“

Dienstesnachrichten.

Die kath. Pfarrei Dirmstein ist dem Priester Ph. Pfeifer
Pfarrer in Neustadt a. d. H., verliehen worden.

Heidelberg, 10. Aug. Der zweite Congreß der inter—
aationalen Friedens- und Freiheitsliga wird vom 22. bis 26.
September in Bern stattfinden. Die Tagesordnung enthält unter
Anderem solgende vier Fragen: 1) Welches sind, mit Rücksicht
nuf Frieden und Freiheit, die Vorzüge der Abschaffung der steheu⸗
den Heere und der Einführung der National-Milizen, oder sogar
einer allgemeinen Entwaffnung? 2) In welchen Beziehungen

steht die ökonomische oder sociale Frage zu derjenigen des Frie⸗
dens durch die Freiheit? 8) Welches sind in Beziehung
auf Frieden und Freiheit die Vorzüge einer Trennung der
dirche vom Staate? 4) Wie kann das förderative Princip
in den verschiedenen Ländern ausgeführt und auf welche Art
soll der Verband der Vereinigten Staaten von Eu ropa
sergestellt werden?

Frankfurt, 12. Aug. Aus Brüssel, 12. Aug., wird
dem „Frkf. Journ.“ telegraphirt: Rochefori, der Redacteur der
Pariser „Lanterne“, bleibt vorläufig hier; doch erscheint die Nr.
12 seines Blattes nächster Samstag in Paris.

Ems, 12. Aug. Der König begibt sich heute nach Schwal—
zach, um den Kaiser von Rußland zu besuchen. Die Rückreise
erfolgt am Abend nach Coblenz, woselbst morgen Truppenbefichti—
zung stattfindet. Von Coblenz bezieht sich der Hönig nach Wies—
haden und wird daselbst den Freitag und Samstag verweilen.
Sonntag Abreise nach Homburg, wojelbst ein Aufenthalt bis zum
19. d. M. in Aussicht genommen ist. Hierauf reisi der König
nach Düsseldorf und Köln, um daselbst ebenfalls die Truppen zu
zesichtigen.

Schwalbach, 12. August. .Der König Withelm traf um
394 Uhr hier ein und hatte sofort eine Zusammenkunft mit dem
Fzaren. Auf morgen wird der König von Bayern erwartet.

Berlin, 10. Aug. Wie man der „Bank und Handelsztg.“
aus Wien schreibt, hat der dorkige preußische Gesandte die kurze
Anwesenheit des Herrn von Beust in Wien benutzt, um die be—
annte Usedom'sche Note erläuternd zur Sprache zu bringen; der
steichskänzler habe aber, sobald dieses Thema angeschlagen wor⸗
den sei, den bestimmten Wunsch ausgesprochen, daß dasselbe fallen
zelassen werden möge. Wenn diese Mittheilung richtig ist, so in⸗
holvirt sie nur einen Act der Curtoisie, denn Hr. v. Beust wird
ernstlich nicht die Meinung haben, daß die politischen Intentionen,
welche Preußen im Juni 1866 in Florenz kund gegeben, für die
Beurtheilung der heutigen preußischen Politit O⸗sterreich gegenüber
auch nur den geringsten Anhalt bieten könnten.

Berlin, 10. Aug. Die unerwartet erfolgte Verabschiedung
des Generals Vogel v. Falckenstein aus dem Commando des
J. Armeecorps in Verbindung mit der nicht minder unerwarteten
Keactivirung Manteuffel's ertegt in hiesigen Kreisen ziemliches
Aufsehen. In dem Tagsbefehl, mit welchem sich Vogel von Fal⸗
senstein von seinem Corps verabschiedet, sagt er unter Anderem:
Mein Bedauern über meine nunmehrige Trennung (von dem Corps)
tann nur dadurch gemildert werden, daß einmal Verhältnisse be⸗
souderer Art und ein langbewegtes Leben es mir wünschenswerth
erscheinen ließen, mindestens zeitweise mich der Ruhe hinzugeben,
uind daß S. Maj. diesem meinem allerunterthänigsten Wunsche in
der huldvollsten Weise gewillfahrt.“ Die „Zukunft“ glaubt, daß
owohl diese Verabschiedung als die Wiederernennung Manteuffels
nit gewissen Vorgängen bei der Mainarmee in Verbindung stehen;
diese retrospective Bedeutung habe indeß weniger allgemeines Ju—
teresse, als der Umstand, daß Herr v. Manteuffel, der Führer der
sterreichfreundlichen und dem Bundeskanzler keineswegs durchaus
ergebenen, Hofpartei, gerade in der gegenwärkigen politischen Lage
vieder in activen Dienst eintritt, welcher ihn nicht allzulange von
Berlin entfernt halten wird.

Berlin, 11. Aug. Professor Bluntschli in Heidelberg hat
den Kronorden zweiter Klasse erhalten.

Berlin, 12. Aug. Der vierte deutsche Handelstag wird
dom 20. bis 23. October hier tagen. — Der Landtog wird,
icherem Vernehmen nach, schon im Oclober zusammentreten.

Berlhin, 12. Aug. Die „Provinzial Corr.“ spricht sich über
ie von Hrnn. v. Beust bei'm letzten Schützenbankett in Wien
jehaltene Rede in sehr anerkennender Weise aus und sagt, dieselbe
verde in Preußen nicht ohne Wiederhall bleiben, besonders wegen
zer darin ausgesprochenen Erkenntniß, daß innerhalb des Kaiser⸗
taates das deutsche Element keine maßgebende Stelle innebinn
        <pb n="388" />
        und daß Oesterreich weder als deutscher Staat noch als berufen! ginn der Feierlichkeiten wrrd um 6 Uhr Morgens durch die Ko—
gelten könne, auf Deutschlonds Geschicke einen leitenden Einfluß aus? none der Invaliden verkündigt. Der Tag beginnt mit Verthei—
zuüben, Preußen werde die innere Entwickelung Oesterreichs nicht lung der Natural-Unterstützungen, an die Bedürftigen sämmtlicher
stören und mit diesem gern Freundschaft halten, wenn seine Po- zwanzig Arrondissements von Paris. Um 1 Uhr findet eine fei—
litik den aufgestellten Grundfätzen „Friede und Versöhnung“ treu erliche Messe in der Domkirche Statt, welcher Deputirte aller
bleibe. — Ferner erklärt die „Prov.⸗Corr.,“ Preußen stehe den zroßen Staatskörperschaften, sowie der Civil- und Militärbehörden
Unterhandlungen der süddeutschen Staaten über ihre Militärver⸗ heiwohnen, und welche mit einem Tedeum beschlossen wird. Die
hältnisse fern, billige dieselben aber durchaus. — Im Laufe des Tagesfeier findet gleichzeitig auf der „Place Trocadero,“ der
September wird das Königspaar die Elbherzogthümer besuchen. „Place du Tröne“ und der Seine Statt; sie beginnt um 2 Uhr
Agram, 11. Aug. Bei Pakrac hat das Landvolk die Lachmittags und schließt Abends um 10 Uhr. Die genannten
Grundstücke der böhmischen Ansiedler total verwüstet. Auf die Zlütze werden mit Masten geschmückt, die mit Fahnen, Wappen,
Kloge des Letzteren entschied der Stuhlrichter: sie möchten Trophäen und Blumen decorirt sind. Dort werden pantomi—
auswandern. nische Vorstellungen, Productionen von Seiltänzern und Akroba—
en, Preisstangenklettern, sowie Volksbelustigungen aller Art aus-
jeführt, während auf der Seine Wettfahrten stattfinden. — Um
Uhr beginnt die Gratis-Vorstellung stämmtlicher Pariser The—
ater, sowie des Cirque Napoleon, der Cirque de l'Imperatrice
ind des Hipppdrom. Am Abend wird Tuilerien-Garten, der
zleichfalls mit Masten und Guirlanden geschmückt ist, vermittelst
Has und farbige Ballons illuminirt, die Hauptstraßen und Pro⸗
nenaden, die öffentlichen Plätze und Gärten werden in gleicher
Weise erleuchtet und deren Candrelabres mit Blumenvasen gekrönt.
Die Gärten werden durch bengalische Flammen, die Fontainen
der Place de la Concorde und der Champs-Elysées durch electri⸗
sches Licht erleuchtet werden. Die Palais der großen Staatskör—
perschaften, die Ministerien Gesandtschafts-Hotels, die kaiserlichen
und städtischen öffentlichen Gebäude die Hauptthore der Stadt,
owie die hervorragendsten Denkmäler derselben werden ebenfalls
lluminirt. — Um halb acht Uhr beginnen wiederum die ponto—
nimischen und akrobatischen Vorstellungen auf den oben genann—
en Plätzen und um 9 Uhr beschließen zwei Feuerwerke, welche
von dem Arc de Triomphe und der Place du Trone abgebrannt

verden, die Feier des Tages.

Enugland.
London, 12. Aug. Das Prospect der französisch- ameri⸗
anischen Kabelgesellschaft ist ausgeben worden und haben die
Morgenb lätter Auszüge ans demselben gebracht. Der „Herald“
zewillkommt das Unternehmen als eine gesunde Concurrenz,
velche für die Compagnieen und das Vublikum nur von Vortheil
ein würde.*

Frankreich.

Ein japanesischer Prinz ist in Nantes angekommen. Derselbe
jat die Absicht, alle Hauptstädte zu besuchen. »*

Paris, 9. Aug. Der Kaiser wird am Mittwoch von Fon—
tainebleau nach Paris kommen. Am Freitag findet eine Truppen⸗
rebvue in den Champs Clysées statt. Am 22. begiblt sich der Kai—
ser in das Lager von Chalons.

Paris, 10. Aug. Gestern Abend schon zeigte das „Jour⸗
nal de Paris“ an, daß gegen Henri Rochefort (Redacteur der
Lanterne, die in mehr den 50,000 Exemplaren confiscirt worden,
wegen Schmeicheleien, die er dem Kaiser gemacht) ein Vorführungs—
hefehl erlassen worden sei. Derselbe habe drum auf Anrathen
jeiner Freunde beschlossen, ins Ausland zu verreisen. Der „Figaro
dezweifelt an demselben Abend die Wahrheit des Gerüchts von
der Abreise Rochefort's einzig aus dem Grunde, weil nur wegen
eines Verbrechens und nicht wegen eines Vergehens die sofortige
Festnahme eines Verrutheilten oder eines Angeklagten statthaft sei.
Der Figaro scheint inzwischen besser unterrichtet worden zu sein,
denn er zeigt heute ganz kurz an, daß Henri Rochefort sich „zur
Stunde“ in Brüssel befinde, daß er also heute Nacht oder heute
Morgen erst Paris verlassen hat. — Man hat sich, wie der „Fi—⸗
garro erzählt, auf der Polizeipräfectur erkundigt, ob man die
Fenster dieses Gebäudes am 15. August nicht mit den am ver—
lossenen Sonnabend mit Beschlag belegten 50,000 Lanternen zu
ssuminiren gedenke.

Nach der „Union“ sind die Marschälle und Generale, welche
an der Spitze der Commando's in den Departements stehen, ange
wiesen worden, die Arbeiten zur Organisirung der mobilen Nati—
onalgarde mit thunlichster Geschwindigkeit zu beendigen. Wie
das genannte Blatt hinzufügt, scheine es, daß man die Bataillone
dieser neuen militärischen Institution besonders schnell in den De—
partements des Nordens und Ostens und in dem der Seine auf—
zustellen sich beeile

Italien.
Aus Rom wird dem ultramontanen „Monde“ geschrieben,
daß die diplomatische Note des Herrn v. Beust daselbst einen
iblen Eindruck hervorgebracht und eine gerechte Unzufriedenheit
rregt hat. „Man sagt, heißt es in der Correspondenz, daß der
Tardinal-Staatsminister für den Papst das Recht behauptet, so
uu sprechen, wie dieser es gethan, und die Verletzung eines syl⸗
agmatischen Actes zu verdammen, den man durch Gesetze, welche
nn vollem Widerspruch zu den Kirchenregeln stehen, erseßt. Man
)arf hoffen, daß dieses Schriftstück, welches sehr würdig und fest
zehalten sein soll, dem Publicum bald wird zur Kenntniß gebracht
verden. Die Mißhelligkeit zwischen dem heil. Stuhl und der
sterreichischen Regierung titt also deutlicher hervor als je, und
nan darf wohl befürchten, in Anbetracht der schlimmen Wege,
velche die österreichische Politik betreten hat, daß diese Mißhellig—
eit nicht sobald geschlichtet sein wird. Es ist darum falsch, daß
Fardinal Silvestri, wie mehrfach angezeigt, eine außerordentliche
VLersöhnungsmission übernommen habe oder übernehmen werde.
Cardinal Silvestri führt in der That den Titel eines Protectors
der österreichischen Nation und bereitet sich, wie er dies seit meh—
ceren Jahren zu thun gewohnt ist, zu einer Reise nach einem
deutschen Bad vor. Allein man versichert, daß gar keine Rede
davon ist, ihn zum Vermittler einer Annäherung zu machen, de—
cen Initiative zunächst von Wien ausgehen muß, und die außer—
dem nur auf einem ganz anderen Boden, als dem, auf welchem
die österreichische Regierung sich gestellt hat, zu Stand gebrächt
verden kann.

Rom, 11. August. Gestern machte der Papst Pius einen
Besuch im Lager von Rocca di Papa. Seine Gesundheit ist
yortrefflich. — Die Desertionen dauern in den fremden Corps,
namentlich unter den Legionären und den Carabiniers, fort.
Die Behörde giebt für jeden wieder aufgefangenen Deserteur eine
Prämie.

Florenz, 9. August. Die Italie meldet, das neue päpst⸗
liche Deserteurs in Foligno angekommen sind. Dieselben gehörten
der im Lager von Rocca die Papa stehenden Division an.

Auf der Insel de la Maddelena ist Menotti Garibaldi trotz
der erbitterten Opposition der Priester zum Communalrath ernannt
wvorden.

Der „A. A. Z.“ wird aus Italien Folgendes geschrieben:
„In Florenz will man wissen, daß in Rom ein neues Ruͤndichreiben

Paris, 11. August. Ans Spanien gehen uns Mit-
heilungen zu, nach denen trotz der Zuversicht, welche das Gouver—
nement an den Tag legt, eine revolutionäre, d. h. antidynastische
Bewegung keinesfalls mehr lange auf sich warten lassen werde.
Die Führer der Armee — wir wollen sagen die höhere Ofsiiciere
—sowie die Führer der verschiedenen Oppositionsparteien sind den
antidynastischen Bestrebungen gewonnen, ohne daß man schon jetzt
eine bestimmte Wahl getroffen hätte im Interesse der Ersetzung
der jetzigen Herrscherfamilie. Und bei dieser Gelegenheit sei be—
merkt, daß nach den Angaben meines gut unterrichteten und ver—
trauenswürdigen Gewährsmannes kein Mensch in Spanien an
Montpensier gedacht habe. Die spanische Regierung selbst hat
den Namen des Herzogs in den Vordergrund geschoben, um!
Frankreichs Befürchtungen zu erregen und sich der Sympathien
der kaiserlichen Politik zu versichern. Dieses ist nur halb gelun—
gen, den man weiß hier in Paris, daß die Kaiserin für diej Thron—
erhebung des Sohnes von Don Juan schwärmt und daß sie auch
Spanien gegenüber ihren legitimistischen Velleitäten treu bleibt
Die iberische Union hat noch immer große Sympathieen bei den
Progressisten, obgleich sie dieselbe nur übergangsweise z. B. durch
die Erhebumg des Vaters des Königs von Portugal, zu ver—
wirklichen suchen würden. Man erinnert sich- in hiesigen diplo—
matischen Kreisen, daß Victor Emanuel, als eine Deputation der
Kammer ihm zur Vermählung der Prinzessin Pia mit dem König
don Portugal Glück wünschte, in seiner rücksichtslosen Weise die
Bemerkung machte, daß es sich nicht blos um Portugal handle,
da Portugal berufen sei, das Piemont der iberischen Halbinsel zu
werden. Die Führer der verschiedenen Parteien in Spanien sind
übrigens dahin übereingekommen, die Wahl der neuen Dynaästie
dem allgemeinen Stimmrecht anheimzustellen.

Paris 12. August. Der „Moniteur“ veräffentlicht das
Programm des am 15. August (heute) zu feiernden Napolensfestes. Nicht
weniger als 500,000 Franken verwendet dieses Jahr die Haupi—
stadt von Frankreich »ns die Unterhaltung des Volkes; Der Be—
        <pb n="389" />
        ausgearbeitet werde, welches das Einladungsschreiben zum Con-—
cilium vervollständigen soll. Dasselbe ist an diejenigen Souveräne
gerichtet, welche beabsichtigen sich beim Concil vertreten zu lassen
und auch an Victor Emanuel als „König von Sardinien.“ Außer⸗
dem spricht man viel von der Ernennung des Cardinals Bona—
harte zum Erzbischof von Blasendorf in Siebenbürgen, d. h. zum
Primas der unirtten Griechen. Die Besetzung dieses Stuhles mit
einem Bonaparte würde voraussichtlich den Orthodoxen in St. Peters
burg nicht besonders lieb sein.
Vermischtes.

Der „Pf. K.“ enthält eine an sämmtlichen Weinproducen-
ten der Pfalz gerichtete Einladung zu einer am nächsten Sonntag
Nachmittags 292 Uhr in der Wirthschaft von Kuby in Neustadt
ttattfindenden Versammlung. Zweck derselben ist die Gründung
einer pfälzischen Weinproducenten-Genossenchaft.

F Der preuß. Lieutenant Herr Stumm von Neuntkirchen,
welcher den abessinischen Krieg mitmachte, und dabei das Trink
horn des Königs Theodor (ein ziemlich rohes Fabrikat aus Büffel—
horn) erbeutete, hat dasselbe dem Könige von Preußen zum Ge
schenk gemacht.

F Druckfehler kommen überall vor, so auch in der
„Frankf. Ztg.“, wo wir diese Woche lasen, daß die Ludwigs⸗
hafener Versicherungsgesellschaft nach Nürnberg übergesindelt sei
— Das ist beinahe noch schlimmer als: „Die Damen duften wie
Matrosen“ statt: „wie Mairosen.“

In Köln wurde die Frau des Bierbrauereibesitzers St.
... verhaftet, weil sie beschuldigt wird, den Versuch gemacht zu
haben, ihren Mann mit Phosphor zu vergiften. Die uUntersuch—
ung ist in vollem Gange. Die Inhaftirte sowohl wie ihr Mann
sind bereits vom Instruktionsrichter vernommen worden und, wie
es im Publikum heißt, so steht zu erwarten, daß noch andere
Persönlichkeiten in die Untersuchung verwickelt werden; denn es
wird erwartet, daß von beiden Seiten frappante Eröffnungen
gemacht werden. Somit steht eine Prozedur in Aussicht, welche
in weiteren Kreisen das Interesse des Publikums in Anspruch
aimmt.

FDer Rhein. Herold“ regt die Gründung eines Moses-Denk
mals in Worms an.

7 Die Gräfin Ida Hahn-Hahn hat wieder einen zweibän—
digen Roman vollendet, betitelt: „Die Erbin von Cronenstein.“

FEin jüdischer Knaak.) Die Berliner „Mtgs.Ztg.“ schreibt:
Dr. Nascher, Prediger der hiesigen jüdischen Zweiggemeinde Schochreh
Hatow, bexeitet gegenwäriig eine Broschüre vor, welche die Lehre
des Collegen Knaak vom Stillstande der Sonne durch talmudische
und chaldäische Autoritäten unterstützen soll.

F Am 9. d. brannte in der Pariser Foubourg St. Antoine
ein Haus nieder, wobei 5 Personen (ein Maurer, seine Frau und
Z3 Kinder) verbrannten.

f Die berühmten Weinberge von Cbateau-Laffite wurden vor
einigen Tagen für die Summe von Francs 4,150.000 defini-—
tiv verkauft.

f In der Nacht zum 10. August ist in der Umgegend von
Paris, in Belevue, Meudon und einigen andern Orten ein ziem—
lich starker Erdstoß verspürt worden. Die Leute wurden aus dem
Schlafe aufgerüttelt. Unglücksfälle kamen nicht vor, aber mehre
häuser an dem Eisenbahnhofe erhielten Risse.

Als ein Beispiel von der ungewöhnlich frühen Wein—
lese dieses Jahres meldet die Union Bourguignonne: Der Herr
Abbé C....„Pfarrer einer Dorfgemeinde im Kanton Mire—
beuu, schreibt uns, daß er heute, den 31. Juli, das Meßopfer
mit neuem Weine darbringen wird, der bereits vollkommen gegoh—
ren, ganz klar und sehr gut ist.“

f Paris, 5. Aug. Der „Figaro“ erzählt folgende Anek—
dote: „Ein gewisser Minister machte vor nicht langer Zeit eine
Inspectionsreise in der Provinz. Es ist dieses nichts Schlimmes,
und wenn wir davon sprechen so geschieht es, weil es so selten
ist. Der Minister ließ sich in dem Departement X. von dem
Präfecten begleiten, welchen er etwas scharff mitnahm. Des Abends
dinirte man auf den Präfectur und nach dem Diner nahm man
im Salon Kaffee und Liqueur. Nachdem der Präfect diese letzte
Pflicht eines Hausherrn erfüllt, setzte er sich in einen Fauteuil,
jagte kein Wort mehr und schien in tiefem Schlafe versunken.
Während dieser Zeit zeigte sich der Minister als erkenntlicher Gast
der sehr schönen und sehr sanften Präfectin gegenüber äußerst lie—
benswürdig und galant. Im Hintergrunde dieses Bildes räumte

ein Bedienter, welcher auf die Beschäftigung der Frau Präfectin
und den Schlaf des Präfecten zähl:ie, mit dem Liqueur auf. Er
hatte schon zwei Gläser Chartreuse geleert, und in dem Augen—
blicke, wo der Minister sich am zudringlichsten zeigte, erhob er den
Arm, um ein drittes an seine Lippen zu setzen. Plötzlich erwachte
der Präfect aus seinem angeblichen Schlafe und sagte in höchst

schlimmer Laune: „Du Esel! Glaubst Du denn, ich schlafe für

alle Welt!“

— In Brüssel hat ein braver und kluger Richter den Je—
ruiten eine erschlichene Erbschaft wieder entrissen und den recht—
maͤßigen Erben, bedürftigen Leuten, zugewendet.

F Nach belgischen Blättern verhaftete die Lütticher Polizei am
5. Aug. ein Individuum, das zu einer etwa 20 Personen starken
Betrügerbande gehört, deren Sitz Deutschland ist, die namentlich
den belgischen Handel ausbeutet und bereits mehr als 3 Millionen
sich angeeignet haben soll.

f Der Verein zur Linderung der Noth in Ost-London hat im
Laufe dieses Jahres 800 Personen (Handwerker und Arbeiter) mit
den Mitteln zur Auswanderung nach Canada versehen.

F Menotti Garibaldi hat seine Heirath blos bürgerlich abgeschlos-
sen und auf die kirchliche Trauung verzichtet. Eine zahlreiche
Menschenmenge erwartete das Brautpaar in Bologna im Palast
Victor Emanuel, um es nach dem Stadthaus zu führen.

In Riga wird von Seiten des Staats ein reich ausgestat⸗
etes weibliches Gymnasium errichtet, in welchem alle Unter—
richtsgegenstände ausschließlich in russischer Sprache vorgetragen
werden.

F In Salonichi entlud fich am 18. Juli ein so furchtbares
Bewitter, daß im Judenviertel einige Häuser und Läden ein—
türzten und ein 15jähriges Christenmädchen in den reißenden
Bewässern umkam.

7 Daß Ocar Becker in Aegypten gestorben ist, haben wir
bereits gemeldet. Es dürfte nicht ohne Interesse sein, einige
weitere Notizen aus seinem verfehlten Leben zu erfahren. Ein
Torrespondent schreibt darüber der „N. Hann. Ztg.“ aus Ems:
Rachdem er begnadigt worden war, wurde er nach Amerika ge—
endet mit der Bedingung, sich von Europa fern zu halten. Um
sich dort sein Leben zu fristen, ertheilte er Musikunterricht. Er
dermochte jedoch — war er selbst daran Schuld oder waren die
Verhältnisse gegen ihn — hierdurch sich seinen Lebensunterhalt
nicht zu verschaffen. Er kam nach Europa zurück. Selbstverständ⸗
lich konnte ihm hier nirgends der Aufenthalt gestattet werden,
und er war gezwungen, seinen Stab weiter zu setzen, und begab
ich nach Aeghpten. Da dort sich für die Verwerthung seiner
denntnisse gar kein Feld fand, so sah er sich gezwungen, eine dort
jeimische Kunst zu erlernen. Er erwählte das arabische Schnei—
»erhandwerk, er gründete schließlich eine arabische Schneiderwerk—
tatt und verband damit ein Magazin von arabischen Kleidungs-
tücken, welches aber von dem mäßigsten Umfange war. Er ver—
ertigte Fez's, Burnus ꝛc., jedoch das Glück stand ihm auch hier
nicht zur Seite, und um dies zu erhaschen, beschloß er, einen
nicht gewöhnlichen Weg zu betreten und eine neue religiöse Secte
zu bilden. Er gab dies durch eine umfangreiche Proclamation
»und, woraus ersichtlich war, daß er sich in Geisteszerrüttung be—
'and. Er datirte dies Schriftstück aus dem Jahre 1., weil mit
der Gründung der neuen Secte eine neue Zeitrechnung beginnen
ollte. Die Aufgabe der Secte sollte sein, den Occident mit dem
Driente zu verschmelzen, und er that seine Eigenschaft als Grün—
der der Secte dadurch kund, daß er aus dem Abendlande stamme
und als arabischer Schneidermeister dem Morgenlande angehöre.
Er scheint Anhänger nicht gefunden zu haben und er erlag in
nicht langer Zeit darauf der Wassersucht in einem Hospitale unter
den elendesten Verhältnissen.

Goch zu — Schwein!) Dieser Tage Nachmittags
ereignete sich am Rudolfsheimer Marktplatze eine domische Scene.
Vom Hofe eines Hauses nämlich wollte ein Schwein in die Gasse
hinauslaufen. Die Frau Selcherin, welche gerade in der Ein—
fahrt des Hauses Kaffee rieb, versuchte es, das Thier aufzufan—
zen, bei welcher Gelegenheit dasselbe aber unter die Röcke und
unter die Krinoline gerieth, so daß die Frau Selcherin, auf dem
Rücken des Schweines sitzend, mit der Kaffeemühle in der Hand,
einen Ritt auf die Gasse machte, wo sie etwas unsanft abgewor—
fen wurde. Daß die Scene ein allgemeines Hallsh unter der
Bassenjugend hervorrief, läßt sich denken.

f Die Israeliten bauen in Newyork einen Tempel, der eine
Million Dollars kosten wird.

F. Die Hitze in New york stellt denn doch unsere europäische
Temperatur, die uns im gegenwärtigen Sommer nicht verwöhnt
Jat, noch gewaltig in Schatten. Der Cöurrier des „Etats Unis“
entwirft folgende Schilderung: „Man muß bis zu dem Feuer—
uind Schwefelregen, welcher Sodom zerstörte, zurückgehen, um ein
Beispiel einer so glühenden Temperatur zu finden, wie die ist,
velche die unglücklichen Bewohner von Newyork jetzt verkohlt. Es
st sogar gewiß, daß die Hitze sogar stärker ist, als sie in Sodom
var, denn Lots Frau wurde in Salz verwandelt und zerschmolz
nicht; jeßt würde nach Verlauf von zwei Secunden keine Spur
jon ihr übrig bleiben, die Sonne würde sie sieden. Die Thermometer
        <pb n="390" />
        sind nie einer ähnlichen Probe unterworfen gewesen; auch
faßt die Mehrzahl derselben den Enischluß zu zerspringen, und.die
anderen verirren sich; wir haben daher nicht einmal den Trost,
genau zu wissen, bei wie viel Grad wir geröstet. werden. An
cinem einzigen Tage sind mehr als hundert Pferde in den Stra—
tzen von Newyork sodt niedergestürzt. Die Menschen werden eben⸗
so wenig verschont; gegen 30 wurden an demselben Tage vom
Sonnenstich getroffen und davon starben 6 auf dem Platze. Die
Temperatur in der Nacht ist fast ebenso unerträglich wie am
Tage, und man erzählt von 2 Personen Bernard Coopes und
John Murphy, von denen der eine um Mitternacht, der andeer
eine halbe Siunde später vor Hitze starb. Gestern starben von 1
Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends 26 Personen vor Hitze. Aus
Brooklin werden für dieselben Zeit nur 4 Todesfälle gemeldet
Wahrscheinlich wurden dabei mehrere vergesshe.

(hinsische Courtoifie.) Der englische Gelehrte
Cooper, welcher sich auf einer Entdedungsreise behufs Erforschung
eines geeigneten Landwegs zwischen Europa und. Indien befindet,
erzählte in einem vom 28. März aus Kiczamki in China gerich—
teien Briefe, daß der Chinese in der Unterhaltung die schmeichel⸗
haftesten Complimente an seinen Mitsprecher richtet, die dieser
mit der größtmöglichsten Selbsterniedrigung beantworten muß
Herr Cooper gibt nachstehende Probe eines derartigen Dialogs:
„Wie befindet sich der berühmte und glorreiche Khan — Mein
berächtlicher Balg besindet sich durchaus nicht schlecht. — Wo lieg!
Ihr kostbarer Palast? — Mein unwürdiges Hundeloch liegt in
duchan. — Ist Ihre edele Familie zahlreich? — Ich habe nur
fünf elende Mißgeburten. — Ist die kostbare Gesundheit Ihrer
ausgezeichneten Frau Gemahlin zufriedenstellend? — Das scheuß—
liche alte Weib platzt vor Gesundheit.“ — Man muß zugeben,
daß sich die Bescheidenheit nicht weiter treiben läßgfäß.

F'Vom Turmen. Es ist erfreulich zu sehen, wie über—
all in den deutschen Volksschulen das einst viel bespöttelte Turnen
—

kanntmachungen.
Bekanntmachungen.

als regel mäßiger Unterrichtsgegenstand behandelt wird, um Geifst
und-Körper harmonisch auszubilden und zu kräftigen. An dem
Turnunterricht nehmen aber nur die Knahen Theil, nicht die Mäd—
hen. Soll jedoch der Zweck des Turnens ganz erreicht werden,
so erscheint es nothwendig, daß auch letztere zu diesem Unterricht
jerangezogen werden; denn auch die Mädchen und wohl noch mehr
ils die Knaben, die schon der Sitte gemäß mehr Bewegung ha⸗
hen, insbesondere die Mädchen in den Städten, die von der Schule
jeimgekehrt gezwungen sind, sich hinter das Strick: oder Nähzeug
zu setzen, bedürfen der Motion und Kräftigung, und dies aus
iaheliegenden, hier nicht zu erörternden Gründen. — Das Schwäch—
iche und Verkommene —man lasse sich durch den äußeren Schein
a nicht täuschen — tritt bei dem wejlichen Geschlecht in früher
Jugend, wo die Lebenskraft in aller Ueppigkeit waltet, noch nicht
so deutlich hervor, erst wenn das jungfräuliche Alter heranrückt,
vird dies, wie wohl oft, viel zu spät erkannt. Wie die Mädchen
urnen sollen, darüber gibt es mancherlei gute Schriften, unter
velchen ich nur beispielsweise die v. Ad. Spieß nennen will.
Freilich wird das Turnen der Mädchen hie und da auf Vorur⸗
heile, den Hemmschuh des Fortschrittes, stoßen; allein dieses muß
hesiegt werden, denn der Gegenstand ist zu wichtig. Bei den
Spartanern, dem kräftigsten Volk unter den Griechen, nahmen an
den gymnastischen Uebungen nicht nur die Knaben und Jünglinge,
iondern auch die Mädchen und Jungfrauen Theil. Und welches
Resultat erzielten sie damit ? Die Antwort hierauf ist schon vor—⸗
hin zum Theil gegeben worden. Der spartanische Staat bestand
nur so lange, als er kräftig blieb. Sobald er sich der Weichl'ch—
keit und der Genußsucht hingab, ging er zu Grunde. Wir sind
keine Spartaner und ihre Zustände und Verhältnisse sind nicht
anwendbar auf unsere Zeiten; das darf uns aber nicht abhalten,
das Gute und Rützliche ihrer Einrichtungen nachzuahmen. Las—-
sen wir unsere Mädchen lurnen, es wird ihnen und dem Volke
zum Heil gereichen.

3
A * 8
9
957 * J 4—
24 3 — V
45 9

——
Der — beehrt sich
anzuzeigen, daß er heute sein
Buüͤreau im Hause der Frau No⸗
tär Schmolze dahier eröffnet hat

Zweibrücken, 12. August 1868
Julius Petersen
Advokat-Anwalt.

Durch Verfügung Königlicher Regierung zu Trier vom 31. Juli d. J. J. 5022
5. 3. ist dem Orte Dudweiler die Abhaltung eines zweiten Wochenmarktes an jedem
Montage neben dem bereits bestehenden Freitags-Markte bewilligt worden, was mit dem
Zzemerken zur Kenutniß des Publicums gebracht wird, daß der neue Markt zum ersten Male
8
Montag, den 24. dss. Mits.
abgehalten wird.
Dudweiler, 7. August 1868.
Der Buürgermeister:
O. Blum.

Schreinergesellen für Möbel- und
Bauarbeit werden gesucht. Guter
Lohn und dauernde Beschäftigung
wird zugesichert I
Joh. Schwarz jr.,
Schreinermeister.
Sonutag, den 16. August 1668
— 24
—B —
auf dem Schießhaufe, ausgeführt
von der hiesigen
— Va
kergkapelle,
wozu hodichst einladet
. er haar.

——————0]—ü ——
Frankfur

7Werloosung
am 26. u. 27. Auaust, Loose 4 fl. 1 45 kr.,
v O ⸗oc in Frankfurt am Main.

boi EOs.
An Wiederverkäufer bewillige Rabatt.
Sonntag, 16. August 1868 4 fl. — kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
0 feln 1fl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
2 21 kr., ditto 2 Kgr. 14 kr., ditto 1 Kgr.
I 41 M 0 II 0 7 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr
per Pfund.

Sonntag den 16. August.
Vnset nartla ie
im eichen Wäldchen bei Hassel wozu höf—
lichst einladet

nn meiner Gartenanlage, ausgeführt durch die
Altenwalder Lergkapelle,
vozu höflichst einladet

EO. V. &amp;GPraAsfiom

Frankfurter Börse
vom 13. August 1868.
Geldsorten
Preußische Kafsenscheine. .1 4478.-456
Preußische Friedrichsdr.. .9 5812-592
Pislolen .. 946 -48
Holländische 10 fli»Stücke. 9 54-656
Ducaten ... 537-39
20Francs⸗Stücke ...9892981/—30/
Englische Souvereigss..1154-58
Hold per Zollfund fein . ., — —
dochhaltiges Silber per Zollpfund — —
Dollars inGold 227228

Peter Luk.
zu Schnappbach.
Sonntag, den 16. August
GHarmonie
im Chandon'schen Garten.
EFintritk frei.

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ Preise
der Stadt Homburg vom 12. August.
Weizen 6 fl. 15 kr., Korn 4 fl. 18 kr.
Spelz 4 fl. 3 kr., Gerste, — 2Zreihige, — fl.
Beter Schweitzer. — kr., Mischfrucht 4 fl. 40 kr., Hafer
— ——D—
—m

.

— ——
edaction, Druck und Verlag von z5. X. Demetz in

Sf. Ingbderr
        <pb n="391" />
        St. Ingberker AAnzeiger.

Der „St. In gberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien ztag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

77 — —— — — —— — — — — —— — r —

—— * — — — — —ñ N
Deutschland.

München, 18. Aug. Zu der vor einigen Tagen in
Nürnberg staitgefundenen Prüfung zum einjährigen Freiwilligen⸗
dienst hatten sich von 116 Angemeldeten 113 gestellt, von denen
etwa s die Prüfung nicht bestanden. Bei dem Examen in
Augsburg wurden von 46 Candidaten die Hälfte für unbefähigt
erklärt. In Würzburg haben von 40 Gemeldeten 29 die Er—
laubniß zum Eintritt in die Armee erhalten. Hier soll das Re—
sultat ein besseres sein, als bei der ersten Prüfuͤng; es hatten sich
diesmal 70 junge Leute angemeldet. (Zur Prüfung für den ein—
jährigen Freiwisligendienst in der Pfalz sind schon an 100 An—
neldungen eingelaufen.

München, 14. Aug. Die Mannheim⸗Heidelberger Ver⸗
jandlungen zwischen den Bevollmächtigten der Rheinuferstaaten be—
hufs Bereinbarung einer neuen Rheinschifffahrtsacte wurden gestern
wesultatslos abgebrochen, weil niederländischerseits in Giltigkeit der
Tonvention auf den Wasserweg bis Gorkum und Dortrecht be—
schränkt, die eigentlichen Rheinmündungen aber, die Merwe und
die neue Maas, ausgenommen werden sollten.

München, 14. August. Gegenüber dem in Umlauf be—
findlichen Gerücht, daß vom bayerischen Eisenbahnanlehen im
nächsten Monate eine größere Summe zur Subscription aufgelegt
werden solle, erklärt die „Hoffmann'sche Korrespondenz“, daß der
ür das laufende Jahr auf 15 Mill. festgesetzte Bedarf für den
Lisenbahnbau vollständig gedeckt sei. — Der König besuchte ge—
sttern den Kaiser von Oesterreich in Grathshausen.

München, 15. August. Der Kaiser von Oesterreich ist
heute Morgen hier eingetroffen und wurde vom Herzog Ludwig
und der österreichischen Gesandtschaft im Bahnhof empfangen, wo—
rauf er, in Begleitung des Herzogs die Fahrt nach Gerathshausen
ortsetzte.

Berlin, 11. Aug. Einen sonderbaren Vertrag zwischen
Preußen und Schwarzburg⸗Rudolstadt veröffentlicht der Staats—
Anz.“: Preußen übernimmt durch denselben die Veranlagung der
schwarzburgischen Grund- und Gebäudesteuer, die unter Leitung
des preußischen Finanzministeriums und preußischer Beamten durch
die schwarzburgischen Behörden erfolgt.

Berlin, 12. Aug. Der hiesige „Vollksfreund“ schreibt be—⸗
züglich der in Breslau schwebenden Frage über die vom Ministe⸗
rium inhibirte Anlegung einer confessionslosen Schule: „Zwischen
der nordamerikanischen Republik und dem Kaiserreich China, dem
Musterstaate für Zöpfe und Zopfbildung und für wohlgeprüfte,
mit richtigen Orden, Uniformen und Rangklassen versehene, gehor
jamste Staat sbeamte, (Mandarinen) ist ein Vertrag aögeschlossen,
welcher vollständige Gegenseitigkeit, Religionsfreiheit und Nicht—
einmischung feststellt. Darin ist den Nordamerikanern auch das
Recht verliehen, „freie Schulen mit vollkommener Religionsfrei⸗—
Jeit““ in China zu errichten. Bekanntlich steht in Breslau' ein
neues Gymnasialgebäude leer, weil unser Ministerium den Bres—
lauern bisher nicht gestattete, sich für ihr eigenes Geld confessions—
lose höhere Schulen zu halten. Man erzählte nun, die Breslauer
tädtischen Behörden wollten den Herrn Unterrichtsminister v.
Mühler ersuchen, baldmöglichst einen Ministerialrath nach China
zu senden, damit dieser sich überzeuge, wie sogar der so wackelige
chinesische Staat confessionslose Schulen vertragen könne. Diese
Nachricht bestätigt sich jedoch nicht. Die Breslauer meinen ver⸗
muthlich, die Reise sei in Anbetracht des in Aussicht stehenden
Desicits für 1869 zu kostspielig. Statt dessen sollen aber einige
Stadiverordnete von dem obersten chinesischen Unterrichtsmandarin
ein schriftliches sachverständiges Gutachten über die Breslauer Schul⸗
angelegenheit erbeten haben, in der festen Hoffnung, durch ein sol⸗
hes am leichtesten den preußischen Unterrichtsminister von der Ir⸗
rigkeit seiner Ansicht überzeugen zu können.

Berlin, 13. Aug. Die Beklemmungen, welche uns das
Athmen mehr noch als die andauernde tropische Hitze erschweren,
nehmen ihren Ursprung keineswegs in den auswärtigen Verhält⸗
aissen, welche augenblicklich so befciedigend und so friedlich au8

möglich sind, sondern in den inneren Zuständen auf verschiedenen
Bebieten des öffentlichen Lebens. Wir müssen es mit ansehen,
vie in den neuen Provinzen die Stimmung sich verschlechtert, und
vir fühlen den Druck eines Systems, das zum Conflict führen
nuß — voraussichtlich in der naͤchsten Landtagssession, zu einem
bdiel schweren Conflict, als den im Jahre 1866 abgeschlossenen.
Das Ministerium wird einer sehr starken Opposition, welche dies—
mal über die Majorität verfügt, die Spitze bieten müfssen, und daß
dieser Kampf, falls nicht die Machtfrage in den Vordergrund ge—⸗
stellt wird, mit einer Niederlage der Herren v. Mühler, Graf
Zulenburg, Graf Itzenplitz und des Frhr. v. d. Heydt enden wird,
läßt sich schon heute mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit vorhersagen.
Werden diese Herren zurücktreten und freisinnigeren Maunnern den
Platz räumen Gewiß nicht, aus sehr bindenden Gründen nicht,
und was dann? Soll der Aufschwung im Jahre 1866 zusammen⸗
schrumpfen zu Erfolgen von Ministern in den neuerworbenen Pro⸗
pinzen ? Soll nichts weiter errungen sein, als eine räumliche
Machterweiterung? Und was kann unter solchen Verhältnissen
aus dem norddeutschen Bunde werden? — Mit der preu⸗—
bischen Kugelspritze sind in Konigsberg Versuche angestellt
vorden, welche ein sehr befriedigendes Resultat ergeben haben.
Die Spritze hat 37 Rohre, also 12 mehr als die französische
Infanteriekanone und es können mit ihr 222 —233 Schuß per
Minute abgegeben werden. Auf 800 Schritt durchlugen die Ku—
geln Faschinenkörbe, die Tragfähigkeit gehi bis 1500 Schritt.

Hirschberg, 13. Aug. Ueber die preußische Paßfreiheit

vird der „Berliner Montags-Zeitung“ aus unserem Städtchen
aachstehender Beitrag geliefert: „Ein Staatsbürger und Mitglied
des norddeutschen Bundes ist ohne Paß nach Berlin gereist, weil
nan ihm auf dem Landrathsamte bedeutet habe, daß der Paß—
wang aufgehoben sei und er daher solchen nicht mehr brauche.
Das vertrauensvolle Mitglied des norddeutschen Bundes aus
ainserem „Stadtdorfe“ Grunau wurde in Berlin, weil ohne Legi⸗
timation, aber eingesperrt. Das k. Polizeipräsidium daselbst
foll ihn zwar bald wieder entlassen, dabei aber ausgesprochen
haben, daß „auf Erfordern“ stets ein Paß vorgezeigt werden
nüsse. —

Die deutsche Kaiserkrouer) Anläßlich einer in
der „Frkf. Z.“ veröffentlichen, die Frankfurter Kaiserwahl im
J. 1849 betreffenden Erklärung der Profefforen Dr. Wultke und
Bresgen berichtigt Fr. Kolb in demselben Blatte die vom Grafen
Pocci gemachte Angabe, die deutsche Kaiserkrone sei nach Ableh⸗
nung des Königs von Preußen dem Könige Ludwig von Bayern
angeboten worden, dahin, dieses Anerbieten sei nicht dem Genaͤnn—
wen, sondern dem Könige Marimilian und zwar von zwei Ab—
zeordneten des Clubs deutschen Hauses und des Clubs der West—
endhalle, die Kolb am 18. oder 19. Sept. zur Einleitung der Sache
jelbst zu einem frühern Minister einführte, gemacht, drei Tage
darnach aber ablehnend beschieden worden.

Wien, 13. Aug. Mit großer Spannung erwarten wir jetzt,
wie sich der Conflict mit den Bischöfen von Linz und Bruͤnn—
welche die Herausgabe der Acten der Ehegerichte an die kaiser—
lichen Gerichte verweigern, lösen wird. Der Minister hat die
Bischöfe nochmals mit 14tägiger Frist zur Herausgabe der Acten
nuffordern lassen. Und wenn die Frist nutzlos verstreicht, was
»ann? Nun, dann kann die Regierung doch wohl nur die Acten
abholen lassen, und auf die Anwendung dieses Mittels haben es
die beiden Bischöfe jedenfalls abgesehen. Wir möchten aäber wohl
vissen, ob die anderen Bischoͤfe die Acten schon herausgegeben ha—
»en. — Mit Rücksicht auf die vorerwähnte Haltung der Bischöfe
»on Linz und Brünn ist die Nachricht des ulktramontanen Monde
von besonderem Interesse, daß die Antwort der römischen Curie
auf die Note des Frhr. v. Beust von Cardinal Antonelli mit der
jewohnten Schroffheit beantwortet werden wird. Antouelli wahrt
das Recht des Papstes, zu sprechen, wie er es gethan, und die Ver—
letzung eines zweiseitigen Vertrages zu verdammen, an dessen Stelle
man im vollen Widerspruch mit dem Kirchengesetze stehende Gesetze
        <pb n="392" />
        treten lassen wolle. Diese römische Note soll auch demnächst, wie
der Monde versichert, veröffentlicht werden. Zugleich drückt der
Monde seine Freude darüber aus, daß der Conflict zwischen Rom
und Wien sich verschärft. Auch erklärt dieses Blatt, daß Cardinal
Silvestri, welcher den Titel eines „Protektors der dsterreichischen
Ration“ führt, zwar in ein deutsches Bad reist, allein daß gar
nicht davon die Rede sein könne, den Cardinal zum Vermittler
einer Annährung zu machen, deren Initiative zunächst von Wien
ausgehen müsse, und die außerdem nur auf einem ganz anderen
Boden als dem, auf welchen die österreichische Regierung sich ge—
stellt hat, zu Stande gebracht werden kann.
Agram, 15. Aug. In Skutarie fand (wie man der N.
fr. Pr. berichtet) ein blutiger Zusammenstoß zwischen Christen und
Türken wegen Unterdrückung der Christen statt. Das türkische
Militär ist eingeschritten. Es gab viele Todte und Verwundete.

Frankreich.

— Die „Liberte“ isi wieder von Pulverdampf erfüllt. Sie
entwickelt den Spruch des Vicomte de Bonald: „Ohne die Rhein⸗
grenze ist Frankreich nicht fertig und kann es keinen Halt haben.“
die Einheit Deutschlands wird als eine Frechheit bezeichnet, der
man je schneller desto besser den Garaus machen müsse. Zur Ver⸗
stärkung dieser freundnachbarlichen Gefühle eines französischen Ge⸗
müths gegen die Deutschen wird von Girardin ein Capitel aus
einer nenen Flugschrift des Hrn. Charles Müller abgedruckt: „Unsre
Rheingrenzen.“ Dieser politische Kartenmacher verlangt einfach
Belgien und das Land auf dem linken Rheinufer hat einen inte⸗
grirenden Theil unsres Landes schon Jahrhunderte früher gebildet,
zAs es ein Haus Koburg und ein Haus Hohenzollern gab.“ Die Deut⸗
schen, welche auf das linke Rheinufer kamen, waren blos Flüchtlinge, die
uͤm ihrer eigenen Sicherheit willen kamen, um zur Vertheidigung Gal⸗
liens gegen die barbarischen Horden Germaniens mitzuwirken, und
sie hallen später die Ehre, die ersten Zeugen und die ersten Werk⸗
zeuge zur Befestigung der französischen Monarchie zu werden.“
Roch mehr: „In Aachen ist das Grab unsers Kaisers, Karl's des
Großen. Es ist dies daher kein zufällig einmal mit Frankreich
verbunden gewesenes Ausland, es ist das heilige Land unserer
Ahnen, die Wiege urserer Nationalität, die wir zurückfordern, und
nicht erst von heute oder von fünfzig oder siebenzig Jahren datirt
diefer Änspruch.“ Mit solchen fanatischen Sophistereien sucht die
chauvinistische Clique in Paris die Natlon zu entflammen. Nach
der Versficherung dieser Leute gibt es „nichts Willkürliches und
nichts Ungerechtes in diesen Annexionen.“ Um die Sache den
Franzosen noch deutlicher zu machen, werden die Departem ents
aufgezählt, auf welche Frankreich Anspruch hat; es siud blos
sechszehn Departements, welche einverleibt werden sollen, um die
Grenzen von 1801 herzustellen, nachdem Napoleon III. mit dem
Departement Montblanc (Savoyen) und Seealpen Mizza) den
Anfang gemacht hat. Davon soll die Schweiz zwei Departements
leisten, Belgien und Luxemburg ganz zurückgenommen werden, wo⸗
rauf es weiter heißt: Sodann die Rheinprovinzen, welche uns die
folgenden vier Departements geben: das der Roer mit Aachen als
Hauptort, das der Saar mit Trier als Hauptort, das Rhein⸗
und Mosel⸗Departement mit Koblenz als Hauptort und das des
Donnersberges mit Mainz als Hauptort.“
Paris, 14. August. Aus Brüssel wird gemeldet, daß
der Zustand der Kaiserin Charlotte sehr bedenklich ge—
worden ist; man bezeichnet das Ende derselben als sehr nahe be—
vorstehend.
Paris, 14. August. Heute Nachmittag um 3 Uhr hat
die Revue staltgefunden. Der Kaiser ritt vor den aufgeitellten
Truppen vorüber, wobei er von den Volksmassen mit Hochrufen be—
grüßt wurde. — Rochefort, der Redacteur der „Lanterne.“ wurde
zu einem Jahr Gefängniß und 10,000 Fres. Geldstrafe, der
Drucker des Blattes, Dubuisson,, zu zwei Monat Gefängniß und
2000 Fres. Geldstrafe verurtheilt; beide Angeklagte besinden sich
außer Landes. Die ersten zehn Nummern der „Lanterne“ haben
Herrn Rochefort 110,000 Fres. eingetragen. — Der „Temps“
aͤtzt sich aus Berlin schreiben, daß man dort großes Gewicht auf
die Schwalbacher Zusammenkunst lege; das preußisch-russische
Bündniß werde als ausgemacht betrachtet.

Englaud.
Dem „Morning Herald“ wir aus Paris als „On dit ge—
meldet, daß man damit umgehe, dem politischen Flüchtling Louis
Blanc, in London wohnhaft, bei den nüchsten Wahlen zur Depu⸗
sirtenkammer in einem Pariser Wahlbezirk als Candidaten aufzu—
stellen. Nicht zu vergessen ist, daß Louis Blanc sich selbst von
—
dieselbe zurückwies und damit auf die mögliche Rückkehr nach Frank⸗
reich verzichtete.

Vermischtes.

F Zweibrücken, 16. August. Zu den morgen begin⸗
jenden Assisen des dritten Quartals sind folgende Geschworene
inberufen. J. Hauptgeschworene: 1) Daniel Hoffmann,
Zutsbesitzer und Gemeinderath in Hundheim; 2) Jakob Heft d.
J., Ackerer in Darstein; 8) Thomas Wippet, Gutsbesitzer und
Idjunct in Roxheim; 4) Adolph Schleip, Fabrikbesitzer in Kusel;
5) Daniel Eschmann, Stadtrath in Speier; 6) Georg Dudenhofer,
uickerer in Herrheim; 7) Philipp Maurer, Müller in Hinsweiler: 8)
darl Theodor Friedrich, Papierfabrikant in Eisenberg; 9) Johann
Zhilipp Lott, Gemeinderath und Gutsbesitzer in Gerolsheim; 10)
einrich Henn, Müller und Oekonom in Katzweiler; 11) Paul
ʒoffskhy, Kaufmann in Mühlbach; 12) Ludwig Bartel, Bier—
„rauer in Pirmasens; 13) Jakob Heusser, Bierbrauer und Stadt-
ralh in Otterberg; 14) Aodlph Fink, Fabrikant in Kusel; 15)
August Kranzbühler, Buchdruckereibesitzer in Zweibrücken; 16) Hein⸗
rich Jacob Schleppi II., Ackerer in Niederbexbach; 17) Franz Joseph
Bohlig, Apotheker in Mutterstadt; 18) Johann Daniel Knobloch,
Berber in Landau; 19) Jakob Schmitt, VI., Müller in Rehwei—
ler; 20) Herrmann Arnold, Rentner in Edenkoben; 21) Friedrich
darteneck, Gutsbesitzer in Rhodt; 22) Karl Benzino, Rentner und
Zürgermeister in Landstuhl; 28) Clemens Grohe, Kaufmann in
dudwigshafen; 24) Cornelius Ottmann, Kaufmann in Winnwei—
ler; 25) Jakob Hammer, Metzger in Edesheim; 26) Ernst Dümm⸗
ser, Wirth in Homburg; 27) Eduard Heffert, praktischer Arzt in
dandau; 28) Karl Wittenmeyer, Bierbrauer und Gemeinderath in
Bliescastel; 29) Reinhard Huͤck, Adjunct in Freinsheim; 30) Ja⸗
ob Schlosser, Kaufmann in Kusel. I. Ersatzzgeschworene:
1) Ludwig Herold, Kaufmann und Bangqnier; 2) Friedrich Herold
„raktischer Arzt; 2) August Schmidt, Bierbrauereibesitzer; 4 Gott⸗
rried Eullmann, Kaufmann; 5) Adam Kuhn, Cichorienfabrikunt;
8) Karl Fröhlich, Banquier, sstmmtliche in Zweibrücken.

Im Fahrpostverkehr zwischen Ba y eren und Belgien
wurde in Folge des belgisch-norddeutschen Vertrages bestimmt:
1) Jeder Sendung ohne Unterschied muß eine offene in franzosi⸗
cher Sprache abgefaßte Begleitadresse beigegeben sein und dürfen
»erschlossene Briefe dazu nicht verwendet werden; 2) alle Send⸗
ingen ohne Ausnahme, somit auch kleine Geld- und Werthsendun⸗
jen. müssen von einer gleichfalls in französischer Sprache abge⸗
aßien Zolldeclkaration begleitet sein und ist letztere zweifach aus—
ufertigen, wenn die Sendungen zum Transit durch Belgien be—
timmt sind; 83) Briefe oder sonstige schriftliche Mittheilungen dür—
en den Sendungen nicht beigepackt sein und 4) die Verpackung
»on Gold, Pretiosen, Juwelen und and anderen zur Fahrpostbe⸗
örderung geeigneten Gegenständen in Briefen ist nicht zuläsfig.
Borschüsse können auf Fahrpostsendungen — nicht auf Briefe —
bis zuͤ dem Betrage von 50 Thalern. — 8722 fl. entnommen
verden. Die Auswechselung der Sendungen nach und aus
Zelgien erfolgt durch die Postanstalten in Köln, Aachen und
Fupen.

pKaiserslautern, 138. Aug. Wie wir aus einem
ins vorliegenden Auszuge aus der durch die Agenten der Fal⸗
itmasse BaumwollspinnereiKaiserslautern?
nach den Geschäftsbüchern gefertigten Bilanz ersehen, betragen
die Passiva 787,279 fl. 4 kr. die Activa dagegen
718,965 fl. 27 kr.

In Mannheim hat am 10. ds. der ehemalige Grenzwächter
her seine Tochter erschießen wollte, diese gefehlt, dagegen eine in
)er Nähe befindliche Frau in die Brust getroffen und sich dann
elbst im Gefängniß, wohin er abgeführt wurde, erhängt.

Worms, 7. Aug. Das 73. und letzte Verzeichniß der
Beiträge zum Lutherdenkmal (vom 18. Januar l. Irs bis heute)
veist 1936 fl. 9 kr. nach, so daß die Summe sämmtlicher Bei⸗
räge bis heute auf 160,883 fl. 39 kr. gestiegen ist.

Worms, 10. Aug. Bis jetzt mögen in diesen Som—
ner vom hiesigen Rheinufer aus an Pflaumen, Birnen, Reineclau—
)es und Zwetschen ca. 12 -15,000 Körbe zu 40 Pfd. versandt
vorden sein. Der Preis der Zwetschen stellt fich gegenwärtig auf
fl. 15 kr. per CEtr.

Aus Mainz wird berichtet: Die Ausfuhr der bis jetzt
reifen Stein⸗Obst und anderen Obstarten aus den Ortschaften der
jessischen und bayerischen Rheinpfalz ist eben sehr bedeutend.
Zunderte von gefüllten Obstkörben werden täglich mit den Dampf⸗
hooten stromabwärts nach Holland und England verschifft, und
dadurch für unsere Obstproducenten und Händler ein guter Erloös
und Verdienst erzielt.

Bruchsal, 10. Aug. Hier hat sich ein Comite gebil—
det, welches den Bau einer Eisenbahn von hier nach Ger—
nersheim anstrebt. Dasselbe hat im „Kraichgauboten“ einen
Aufruf erlassen, worin zur Zeichnung freiwilliger Beiträge
u den Kosten, welche durch die Projectirungsarbeiten entstehen,

ingeladen wird. Fragliche Beiträge werden seiner Zeit von der
        <pb n="393" />
        den Bau der Linie übernehmenden Actiengesellschaft wieder zurück
erfeht werden.

xPleistein (Oberpfalz), 11. Aug. Ich theile Ihnen die
schreckliche Nachricht mit, daß der Ort Waidhaus von einein fürch—
terlichen Brandunglück betroffen wurde. Nachdem in der Nacht
bom 9. auf den 10. ds. bereits 7 Wohnhäufer mit Nebengebäu—
den abgebrannt sind, fing es am Nachmitiag desselben Tages, als
Montag, den 10., wiederholt in einem Hanuse zu brennen an.
Durch die weitere Verbreitung des Feuers ist diesmal der ganze
Ort mit Kirche, Pfarr⸗ und Schulhaus, dem Postgebäude xc.
niedergebrannt. Nur 10 Häuser blieben stehen, darunter das Zoll⸗
haus und das Zwick'sche Anwesen.

Hugo Wesendonk, in weiteren Kreisen vom Frankfurter
Parlament her bekannt und gegenwärtig in Newyork ansässig, ist
zur Cur nach Kissingen gekommen. —

F Ein gutes Mundstück. Eine Obsthändlerin in Ber⸗
lin hatte eine vorübergehenden Dame Apfelsinen angeboten, und
als die Dame der, für 8 Stück 15 Groschen fordernden Frau
nur 6 Groschen bot, fertigte jene sie so ab: Sehen Se man
da oben ruf; fehen Se da del klene Jewächs, wat da oben uf'n
Dach wachst, det ist en zukünfliger Appelsinenboom, Schönste. Nu
warten Se man noch so lange, bis der Boom jroß jewachsen is,
un wenn denn de Appelsinen reif sin, dann sollen Se 3 Stüd
für 6 Silbergroschen haben.

F Bei einer Feuersbrunst in Horst (bei Greifswald) wur—
den 6 Gehöfte in Asche gelegt und 12 Menschen unter einem
brennend einstürzenden Rohrdache begraben, 5 der letztern find
obllig verbrannt, die übrigen schwer verletzt.

Eine kleine Reminiscenz an den Festzug der Schützen in

Wien erzählt die „Morgen⸗Post“: Der Direclor des Karl-The⸗
aters, Herr Ascher, fungirte als Führer der Abtheilung „Nord⸗
Ost⸗ Deutschland.“ In dieser Abtheilung befanden sich auch un⸗
sere lieben Brüder aus Preußen. Plötzlich beim Beginn des Zu—
ges stockte dieser. Die Berliner wollen nicht weiter; auf ihren
Gesichtern spiegelte ein gelindes Entsetzen. Was war geschehen?
kiner von ihnen hatte die Standarte gelesen. Dort stand klar
und deutlich geschtieben, „Bradenburg — statt „Brandenburg.“
Es handelt sich hier um ein „n,“ das im, Drange der Ereignisse
dergessen worden war. Aber die Berliner wollten durchaus nicht
als „Bradenburger“ mitmaschiren, sondern sofort den Zug verlassen,
um der Gefahr der Lächerlichkeit zu entgehen. Ein glücklicher Einfall
Aschers wirkte rettend. „Seht dort,“ rief er seinen ergrimmten
Landsleuten zu, „seht die Hanauer, fie maschiren mit doppeltem
„n“. Auf ihrer Standarte heißt es „Hannau“. Wahrscheinlich
haben sie, die Strafpreußen, Euch den Tort angethan, Euer
„n“ zu annektiren.“ Allgemeine Heiterkeit, und der Mißmuth
war beseitigt.

fWien, 12. Aug. Der A. Z. schreibt man: Uebermor—
zen werden bereits die Ütensilien, mit weichen der Magistrat die
für die Festgäste bereiteten Massen-Quartiere ausgestattet, zur
oͤffentlichen Versteigerung gelangen. Es befinden sich darunter —
ich behalte die jedenfalls sehr selbstständige Rechtschreibung des
Amtsblattes der „Wiener Zeitung“ bei —5000 Siück, Poschamber
Wollen Sie übrigens die letzte „Rede“ hören, die von der Tri—
büne der Festhalle gesprochen worden? Ein Kellner hat sie gehal
en mit den denkwürdigen Worten: „Meine Herren, es san frische
Würstel do!“

—BGegen einen in Prag wohnenden Handschuhmachergehilfen,
der in Folge eines häuslichen Zwistes am 11. d. in die Moldau
zesprungen war, um sich zu ertränken, sich aber im Wasser wieder
eines Bessern besann, ans Ufer schwamm, nach Haus eilte und
sich mit seiner bessern Hälfte aussoöhnte, — wurde — wie der
„Wanderer“ schreibt — Amtshandlung eingeleitet wegen — „Ba—
dens an einem unerlaubten Orte.

Pariser Damen-Moden. In diesem Augenblicke
ist es in der großen Welt Mode, gar keine Mode zu haben und
so viele Gestalten, so viele Costüme sind auf dem Plan. Die
wunderbarsten grellsten Farben, einerlei bis zum Kopf, wie die
Koölner Teufel, aber niedliche Teufelinnen statt dessen. Eine Norm
geht durch alle Toiletten, nämlich die: daß jede Körperform durch⸗
brochen wird, durch die Linien der Gewandung. Man wird irre
ob man nicht einen Hof voll Verrückter sieht, so viel tolles Ge—
schürze und Gebandel mit Behänge ist da beisammen. Die eine
fegt den Boden mit einer gestärkten Schleppe, so daß diese wie
eine Pflugschar nachkratzt, bei der andern kann man unter dem
stleide hindurch den Sonnenuntergang betrachten, die geht in ei—
nem engen Sack, die in hängenden Blättchen, die mit einem Ni-—
kolaussack, der am Halse anfangend über den Rücken läuft. Was
wollen sie nun noch erfinden?

(BGisenbahn-Theater.) Auf der Linie Manchester⸗
Liverpool hat ein Herr Smarth den Versuch gemacht, ein kisen⸗

bahntheater in's Leben zu rufen und es soll das Experiment ge⸗

ungen sein. Fünf lange Waggons sind derart eingerichtet, daß
ie einen langen Saal bilden. Der Plafond ist gewölbt, mit
Lüstern beleuchtet, die ein glänzendes Licht verbreitelen und die
Seitenwände find mit akuftisch gebauten Holzwänden versehen,
velche jedes störende Geräusch moͤglichst fernhalten. Die Bühne
elbst erhebt sich einige Fuß hoch uͤber den Boden der Waggons.
Die dazustellenden Stücke bilden ein eigenthümliches Eisenbahn⸗
cepertoire, indem sie so eingerichtet sind, daß mit jeder Station
eine Scene beendet ist. —VV
Das Schiff „Brian Boiroihme“ aus Dublin ist auf seiner
Fahrt nach Quebeck auf offener See gescheitert und mit der gan—
zen Bemannung, den Kapitän und Steuermann ausgenommen un⸗
tergegangen.

7F Ein ausgesetztes Kind. Seit einigen Tagen

pricht man in Genf von einem geheimnißvollen Vorfall, der sich
in der Nähe von Thonon am savohischen Seeufer zutrug. Dort
vurde am 10. v. M. in einer Schlucht ein etwa 292 Jahre al⸗
les, gutgekleidetes Mädchen verlassen gefunden. Durch Zeugen
st festgestellt, daß das Kind in Gesellschaft zweier wohlgekleideten
Damen Tags zuvor auf dem Dampfboot von Ouchh (bei Lau⸗
anne) nach Thonon fuhr. Auch am Abend desselben Tages wur⸗
den diese noch in Evian, und am Morgen des Tags an
velchem das Kind gefunden wurde, am Bord des Dampffchiffs
nach Genf gesehen. Die Polizei forscht, die Zeitungen fordern zu
Mittheilungen auf. V00

F In der russischen Stadt Welish find in der Nacht
des 7. 8. d. 800 Häuser (darunter 4 Kirchen und das Rathhaus
abgebrannt.

fIn New-Orleans macht die Erfindung eines Herrn
Waylies viel von sich reden, vermöge welcher Straßen⸗Fuhrwerke
durch zusammengedrängte Luft fortbewegt werden können. Auf
einer Centralstation werden Reservoires mit Luft angefüllt und
wei derselben, welche einen genügenden Vorrath für eine Fahrt
von 8 oder 9 Meilen besitzen, auf der Decke des Wagens ange—
»racht. Wie Augenzeugen versichern bewegen sich die Fuhrwerke
diel schneller, als wenn sie von Pferden gezogen werden.

Am 31. Juli wurde Oil City (eine durch lihren ausge—
hreiteten Petroleum-Handel bekannte Fabrikstadt in Pennsylvanien)
yon einer großen Feuersbrunst heimgesucht, 200 Gebäude, wo⸗
runter alle Hotels und viele Waarenhäuser wurden ein Raub
der Flammen.

Aus Washington, 1. August, wird gemeldet: In den
Wäldern an der nördlichen Küste des Obern Sees ist ein Feuer
ausgebrochen, welches etwa 6 Mill. Baustämme zerstört hat. Das
Feuer wüthet noch fort. —

. Die Beerdigung der verstorbenen Königin von Madagascar
jat unter sehr sonderbaren Ceremonien Statt gefunden Der
Leichnam wurde in 500 seidene Lambas gehüllt, in deren Fallen
ich 20 goldene Uhren, 100 goldene Ketten, Broschen, Ringe, Arm⸗
änder und andere Schmucksachen, so wie 600 Goidstücke befanden.
Alle Geschenke, welche die Königin früher von der Kaiserin und
hem Kaiser der Franzosen erhalien hatie, wurden mit ihr begra⸗
ben, ebenso ihre sämmtlichen Möbel und ihre Kleider.

FEGie Panzerschiffe der norddeutschen Bun—
desarmee.) Trotz ihrer geringen Schiffzahl triti die nord—
deutsche Bundesmarine in die Seemächte ziveilen Ranges durch ihre
Panzerschiffe ein, die für sich allein den Werth einer Flotte auf⸗
viegen durch Bewaffnung und Widerstandsfähigkeit. Ihre Geschütze
ichleudern mit 40 Pfund Pulverladung ein 27 0pfündiges Geschoß
nit einer Durchschlagskraft, der nichts zu wiederstehen vermag.
Die Geschütze sind von Gußstahl und von Krupp in Essen gefer⸗
tigt; zur Bedienung einer (360 Centner schweren) Kanone find
17 Mann noöthig. Das Schiff selbst ist nirgends verwundbar,
während es aus seinem gewaltigen Geschosse nach allen Seiten
VBerderben speit. Die Maschinen haben über 1000 Pferdekraft
fie verbrauchen täglich fast 1800 Etr. Kohlen, die Behälter dafür
fassen mehr als 18,000 CEtr. Ein Panzerschiff von dem neuesien
Baue läuft mit der Schnelligkeit von Zu4 8313 geographischen
Meilen in einer Stunde, 60 Personen bilden das Maschinenper⸗
onal. Die unterste Plattenreihe, welche 314 Fuß unter der
Wasserlinie liegt, ist 7 Zoll stark, nach oben hat die
Panzerung überall eine Stärke von 8 Zoll. Diefe Schlacht⸗
chiffe, von denen eines an 8 Millionen Thaler kostet, kͤnnen wenn
ꝛer „König Wilhelm“ dazu kommt, mit ganzen feindlichen Ge⸗
chwadern den Kampf aufnehmen, wenn solche Deutschland bedro⸗
jen. Jede neue Erfindung und Verbesserung in der Nautik fand
gerücsichtigung und nichts wurde versaumt, um diese Schiffe nach
eder Richtung hin tüchtig zu machen, denn auch dafür ist Vor⸗
orge getroffen, wenn ein Schiff von einem feindlichen Sporn an⸗
jerannt würde oder eine Torpedo unter ihm spränge. Die Pan⸗
erschiffe konnen auch unter Segel qut manövriren und sind nicht
        <pb n="394" />
        allein anf die Maschinen angewiesen. Im Hafen von Kield liegen
gegenwärtig 15 —V— sich
Dieder eine so günstige Gelegenheit diese zu besichtigen geben als
burch die am 14. Aug. von Nürnberg abgehende Vergnü ungs
fahrt nach Hamburg. Das Marineminifterium zu Berlin hat nicht nur
deu Besuch der Flotte vor Kiel, bekanntlich einer der schönsten
hafen in Europa, in liberalstet Weise gestattet, sondern das Un—
jernehmen findet von Seite des Marinecommandos zu Kiel selbfl
auch die thunlichste Unterstützung.

die nicht über eine halbe Ernte lohnen werden, eben so die
Zartoffeln, welche zwar reichlich angesetzt hatten, aber wenig sich
nusbilden und die Befürchtung aufkommen lassen, daß die zu sehr
zezeitigten Knollen bei feuchtem Wetter von Neuem ansetzen wer—
den. Kohl steht überall prachtvoll und Obst ist, mit Ausnahme
der sauren Kirschen, überall reichlich, und in Württemberg, Baden
ind am Rhein überreichlich; Schweiz, Württemberg, Baden und
er Rhein machen eine vorzügliche und zeitige Weinlese, wohl
z Wochen früher trat überall die Blüthe ein, namentlich schön
werden die Rißlinge ausfallen, ebenso die Hardtweine, am Rhein
war es schon zu trocken, und die Trauben oft schon im Verdor⸗
ren begriffen, was jetzt, nach Eintritt des zu lange ausgebliebe—
nen Regens, auch der Qualität Eintrag thut. In bevorzugten
dagen giebt es schon jungen Wein zu trinken. In Württemberg
ind langs der Bergstraße sieht man fast keinen Obstbaum unge⸗
zützt, viel Nusse und Kastanien wird es geben. Baiern, welches
m Durchschnitt die meisten Niederschläge gehabt, wird den reich—
ten Erntesegen nachweisen, ebenso die Schweiz, die auch den
neisten Wein lesen wird, im Ganzen aber wird sich wieder das
ailte Sprichwort bewähren: „Sonnenjahr — Wonnenjahr —
Nothjahr.“

Landwirthschaftleches.

(Ergebnisse und Erwartungender jüngsten
Ernt e.)Von einem Landwirthe, welcher so eben einen großen
Theil eee der Schweiz bereist hat, erhält die Schl
Oder⸗Zig. folgenden Berichtt

Dunchweg winde viel Heu im erslen Schnilt und viel Oel
frucht der Schockzahl nach gesund und trocken eingebracht. Der
Futlerwerth ist ein außerordentlich hoher. Die Winterung hat
den Weizen anbelangend, meisi eine vorzügliche Ernte ergeben,
während Roggen die Calamitäten des vorigen Herbstes nirgende
zang hat vermindern können. Mit Rüchicht darauf, daß er reich—
uch schüttet, schätzt man, im Großen und Ganzen eine volle
Durchschnitis⸗Ernte, und bei Weizen wohl einen Uederschuß von
10 pCc.. einer solchen. In der Lausitz, dem größten Theile von
Sachsen, Thüringen und in allen nördlich und östlich gelegenen
Theilen wird Roggen keine Durchschnitts Ernte geben. Gerste
ergiebt bei flachem Korn überall keine Durchschnitts⸗Ernte, die
schönste sah man in Schlesien und Oschatz in Sachsen, es werden
vohl 18 pCt. daran fehlen, doch fast überall wurde sie glücklich
ꝛingebracht; am mißlichsten sieht es mit Hafer uud Wurzeln aus,
—

— GRussische Ernte-Ausssichten.) Die in Peters-
burg erscheinende Zeitung „Golos“ summirt in einem Artikel die
aus verschiedenen Gegeuden Rußlands einlaufenden Nachrichten von
dem schlechten Stande der Felder und den zu erwartenden Miß—
ernten. Das entworfene Bild ist ein sehr trübes; voraussichtlich
stehe Rußland eine noch größere und allgemeinere Hungersnoth
als in dem verflossenen Winter bevor.

r
ekanntmachung.

— In der Nãhe

zefunden) des Oberhau⸗

— ser'schen Kaf—

feehauses auf der Hauptstraße

vurde eine goldene Vorsteck⸗

radel gefunden; der Eigen⸗

thümer lann dieselbe gegen

zie Einrückungsgebühr bei Straßenwärter
Rchweiter in Empfang nehmen.

Durch Verfügung Königlicher Regierung zu Trier vom 31. Juli d. J. J. 5022
S. 3. ist dem Orte Dudweiler die AÄbhaltung eines zweiten Wochenmarktes an jedem
Montage neben dem bereits bestehenden Freitags-Markte bewilligt worden, was mit dem
Bemerken zur Kenntniß des Publicums gebracht wird, daß der neue Markt zum ersten Male
—
Montag, den 24. dss. Mts.
abgehalten wird.
Dudweiler, 7. August 1868.
Der Bürgermeister:
G. Blum.

Be Küfer Rodeubusch in St.
Ingbert sind mehrere tausend schöne
Stückhölzer zu verkaufen.

Arb Vvsgrhülfen suchen Kost
— und Logis in einem Privat⸗
hause. Die Expedition dieses
Blattes ertheilt nähere Aukunft.

— — — 6 — — —
— 2* Neustadt a. d. Haardt.
FHôhbero Knabenschule
(Lehr⸗, Ehrziehungs⸗Anstalt und Pensionat)

Worms den 14. August.

Wir notiren heute: Weizen 12 fl. — kr.
his — fl. — kr. Roggen 9 fl. 45 kr.
is — fll. — kr. Gerste 10 fl. 20 kr.
dis 10 fl. 830 kr. per 100 Kilo. Hafer
5 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 12 fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 10 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 10 fl. 45 kr. bis
— fll. — kr. Weizenvorschuß 16 fl. — kr.
— fl. —kr. Blumenmehl. 17 fl. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 83
dilo. Rüböl ohne Faß 18 fl. 45 kr. bis
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß 29 fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
29 fl. — kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Branntiwein 29 fl. 30 tr.
bis 30 fl. 30 kr.

von
Chr. Ellspermann.

Die seit einigen Jahren mit bestem Erfolge bestehende Hoͤhere Knabenschule in Neu—
siadt a. d. Haardt führe ich unter meiner Leitung fort und werde bestrebt sein, das Ver
rauen der Eltern, deren Söhne meine Anstalt besuchen, zu rechtfertigen.

Der Etlernung der franz. und engl. Sprache wird von nun an die größtmöglichstt
Aufmerksamkeit zugewendet. Ein Franzose und ein Engländer ertheilen den Unterricht in
zeiden Fächern.

Meine Frau, die sich dem Lehrerberufe widmete und ihr Examen mit sehr gutem
xrfolge bestanden hat, wird den Pensfionären die sorgfältigste Pflege angedeihen lassen.

Ausführliche Prospectus werden auf Verlangen übersendet.

OI. DPIShMæmnm.
Frankfurter Pferde-Verloosuug.

Mainz, 14. August.

GEFruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
ter à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog—
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 12 fl. 45 kr. — 13 fl. — kr. —
Korn (180 Pfd.) 9 fl. 45 kr. bis 9 fl. 55
ftr. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 30 kr. bis 10
l. 45 tr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 30 kr.
dis 6 fl. — kr.

am 26. u. 27. August, Loose ü fl. 1 45 kr.,
bhei Jos. XuU M CI in Frankfurt am Main.
An Wiederverkäufer bewillige Rabatt.
Nedactien, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="395" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dieustag, Donnerstag
und Samssag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 99. z— Donnerstag, den 20 ust 6375 1868.
— — IAIIEIXXXAXXXVCEEEZBXAA — — ———— — — ⸗ 8

Deutschland.

München, 15. Aug. In Bekreff der Herbstwaffenübungen
hat das kgl. Kriegsministerium verfügt, daß die zu denselben ein⸗
zerufenen Landwehrmänner auf die Dauer der Präsenz in den
Bezug der Löhnung und sonstigen Garnisonsgebühren der Infan—
zerie treten, ein Propretätsgeld jedoch nicht erhalten. Jedem Land
wehrbataillon wird für die Dauer der Ein berufung ein Unter⸗
quartiermeister oder Regimentsactuar aus dem Stande des be
kreffenden Regiments speciell zugetheilt. Die in den Garnisonen
wegen Mangel an Kasernirungsräumen unter Zelten lagernden
Mannschaften vom Feldwebel abwäris erhalten zu ihren gewöhn—
lichen Garnisonsgebühren eine tägliche Zulage von fünf Kreuzern,
die betreffenden Officiere die normativmäßige Anzahl von Mund
portionen. Die bei den combinirten Landwehrbataillonen einge
theilten Chargen beziehen während der Marschtage die normirten
Marschgebühren. Die Landwehrmänner werden mit ärarialischen
Montur⸗ und Ausrüstungsstücken, dann Propretätsartikeln versehen.
deren Civilkleider aber mit Ausnahme der Wäsche und Fußbeklei—
hungen, welche soweit als thunlich zu den Waffenübungen beizu
zehalten sind, genau verzeichnet nnd in den Compagnie-Verschlä
jen aufbewahrt. Da die Landwehrbataillone mit Munitionswägen
borerst nicht versehen werden, so wird auch den nach beendigten
Uebungen an die Landwehrcompagnie-Bezirkssitze zurückzeführten
Mannschaften Munition nicht mitgegeben. Die Civilkleider der
Landwehrmänner werden nach beendigten Uebungen, in Packfässer
oder auf sonstige Weise nach Halbcompagnien zweckmäßig verpackt
von den abmarschirenden Compagnien an die Landwehrcompagnie
Bezirkssitze mitgenommen. Zum Transporte derselben werden bei
den Fußinärschen der Compagnien die nöthigen Vorspannswagen
requirirt, welche gleichzeitig auch zum Trausporte des Officiers
gepücks benützt werden sollen. Für muthwillige oder sonst ver—
chuldete Beschädigung der Montur- und Ausrüstungsstücke wird,
der betreffende Landwehrmann haftbar gemacht und der festgestellte
Entschädigungsbetrag, wenn derselbe nicht sogleich enthoben werden
kann, dem betreffenden Landwehrbezirks-Commando für weitere
borschriftsmäßige Behandlung überwiesen.

Mäünchen, 16. Aug. Der Staatsminister Fürst Hohen
lohe ist heute von dem Kaiser von Rußland zur Tafel geladen
und wird morgen hieher zurückkehren.

München, 17. Aug. Fürst Hohenlohe und Graf Tauff⸗
lirchen sind hier angekommen. — Der König hat den mit der
Schweiz abgeschlossenen Postvertrag ratificirt. Der Oberapella⸗
tionsgerichtspräsident, Staatsrath, Reichsrath v. Heintz ist am
Schlagfluß gestorben.

UÜleim, 13. Aug. (Ueber den Vertrag wegen der Festung)
erfährt die „Köln. Ztg.“ nachträglich noch, daß, wenn der Ver—⸗
trag auch hinsichtlich der Besatzungs und Commando-Verhältnisse
und der eventuellen kriegsmäßigen Instandsetzung der Festung Be—
timmung treffen mußte, dies ausdrücklich „unbeschadet der Allianz⸗
derträge vom 13./15. Aug. 1866“ geschah. Deßhalb ist wohl
zuch die Normirung einer Maximal-Kriegsbesatzung unterlassen.
Dagegen soll schon jetzt ein Armirungsplan für die ganze Festung
gemeinsam ausgearbeitet werden. Die genannte bereit zu stellende
Summe von 600,000 Gulden soll eintretenden Falles der erste
—XDVV—
und unmittelbar zur Disposition des Gouvernements sein. Der
bayerische Genie-Director hat die Stellung und die Befugnisse
des früheren Bundes Genie-Directors, ist auch der technische Refe—
rent des Gouvernements. Der württembergische Local-Genie
Director führt den Befehl über den technischen Dienst und das
württembergische Genie-Personal und hat die speciell zum württem
bergischen Kriegs-Etat gehörigen Bau Objecte unter sich, allerdingẽ
unter der Controle des Genie-Directors. Das unterstehende Per
onal stelll jeder Staat auf seinem Territvyrium an. Gemein—⸗
schaftliche Etablissements bleiben der Bauhof und die Zeughaus—
werkstätten. Unter dem gemeinsamen Organ, durch welches die
Befehle an das Gouvernement erfolgen sollen, ist nach dem Se—

parat⸗Protocoll die süddeutsche Festungs-Commission verstanden,
deren sofortige Berufung — wie dabei bemerkt ist — unter den
Regierungen vereinbart seae.

Berliu, 18. Aug. Zur Vollendung der Bewaffnung des
zjesammten norddeutschen Bundesheeres mit Zündnadelgewehren
ind jetzt die Gewehrfabriken Preußens thätig, damit diejenigen
Truppentheile, welche dieser Waffe noch entbehren, sobald wie
möglich damit versehen werden können. Die preußische Landwehr
hat schon seit Ende v. J. durchweg Zündnadelgewehre. .

Berlin, 14. August. Der heutige und der morgige Tag
(Napoleonstag) wird zeigen, ob die „Kreuzzeitung“, welche in den
jüngsten Vorgängen in Paris nicht mehr blos „Skandale“, son⸗
dern „Symptome“ erblickte, mit ihrer Auschauung Recht hat,
„daß eine Erfindung tiefgehenden Mißbehagens die französische
Nation ergriffen hat, und daß dieses Mißbehagen mit einer wah—
ren Leidenschaft nach jedem Anlaß greift, um sich gegen die be—
stehenden Zustände zu erklären. Es ist nicht la Prançe, qui
s'ennuie — es ist ein von Leidenschaften erfülltes Frankreich,
welches demonstrirt. Das sagt uns nicht etwa unser Mißwollen;
das zeigt uns die Schärfe der Repression, welche von der Regie—
rung für nöthig befunden wird, und durch welche auch die der
Presse und den Vereinen verheißene größere Freiheit der Bewegung
praktisch in ihr Gegentheil verkehrt wird.

Berlin, 17. Aug. Nach einer in Militärkreisen circu⸗
lirenden Version steht die Ernennung des Generals Vogel v. Fal⸗
kenstein zum kgl. Generaladjutanten bevor.

Man hofft mit den technischen Anordnungen zur Ausführung
des neuen Postvertrages zwischen dem deutschen Postverein und der
Schweiz so rechtzeitzz fertig jn werden, daß der Vertrag mit dem
1. September ins Leben treten kann.

England.

Dublin, 15. Aug. In der Gegend von Tipperay ist ein
Berbrechen begangen worden. Ein Grundbesitzer fand sich in Be—
gleitung von Constablern und Sheriffs bei mehreren seiner Päch—
ter ein, um ihnen die Pacht zu kündigen. Er wurde angegriffen
und durch einen Revolverschuß verwundet. Ein Constabler und
ein Sheriff wurden getödtet. — Gestern haben sich in Monaghan
auf das Gerücht eines von Seiten der Orangisten bevorstehenden
Angriffs, 700 Katholiken zu ihrer Vertheidigung bewaffnet und
sind mit dem Geschrei „Blut um Blut!“ durch die Straßen ge—
zogen. Der Clerus hat die Ordnung wieder hergestellt.

Dublin, 16. Aug. Als der Theilnahme an den agrari⸗
schen Verbrechen bei Tipperary verdächtig wurden acht Personen
verhaftet. Bei der schon erwähnten Pachtaustreibung von 30

Familien bei Tipperary wurden zwei Constabler getödtet und meh—

rere verwundet. Die Polizei rettirirte und in dem District herrscht
große Aufregung. — Der amerikanische Gesandte ist
angekommen.

London, 18. Aug. Gestern fand im Krystallpalast ein
ronservatives Demonstrationsmeeting statt. Anwesend waren etwa
1000 Personen, welche Resolution gegen die Aufhebung der ir—
ländischen Staatskirche annahmen. — Die Urheber der Mord⸗
scenen zu Tipperary sind noch nicht ermittelt. Die Regierung
hat eine Belohnung von 500 Pfd. St. für den Auffinder und
von 300 Pfd. St. für einen Kronzeugen ausgesetzt.

Schweiz.

Bern, 17. August. In Antwort auf die Anfrage eines
chweizerischen diplomatischen Agenten über die Stellung der Schweiz
bei einem allfälligen deutsch-französischen Kriege erklärte der Bun—
desrath, daß die französische. Regierung bisher keinerlei Schritte
zethan, um eine militärische oder commerecielle Allianz mit der
Schweiz anzubahnen; wenn dies geschehen sollte, werde sich die
Bundesbehörde sicher ablehnend verhalten. — In Rapperswyl
um Züricher See feierten die in der Schweiz lebenden Polen ge—
neinsam mit etwa 400 Festgästen aus dem früheren Polen, aus
Baris und London die Enthüllung eines „Polenudenkmals.“
        <pb n="396" />
        Vaterland und Freiheit. in z Sonderung, die erst dann vollständig vor sich ging, als
Jeder⸗ Mensch˖ mit hoher sittlichrr Tendenz verachtet die das errenthum die Mittel zur Unterjochung der Freihe it belam.
* de⸗ oe — 35— 8 —2 waann zu Man sollte glauben, daß die Geschichte dem Volke seine Interes⸗
Renen Ihm find Talente, Lebenssiellung Vermögen Haus, keu kennen lehrte, daß es keiner dreiheit traue, die es auf. Ko—
Freiheit und Vatexland nicht abgeschlossene, nur dem eigenen Ge— ten und in der Lostrennung vom Baterlande erlangen sollte. Das
nügen dienstbare Dinge, sie sind ihi die Mittel, die großen Zwecke Baterland ist der Boden, auf dem die. Freiheit erlampft werden
ner Kullue Abscheffung von Vorurcheilen, geistige Veredelung des nuß, auf dem sie zu den höchsten Zielen der Menschheit leitet —
menschlichen Geschlechts zu erreichen. ßer ihm führt sie zum Verderben.
Weil ihm das eigene Wohiergehen nicht letzter Zweck, so Aber doch gibt es Viele, welche heute noch die Freiheit ver⸗
wird er sich nicht begnügen mit Freihett für seine Person — er langen ohne das Vaterland. —5 1..44 9
vird die Freiheit für ein Vaterland wollen, welches die Mittel Von welcher Art diese Fzzeih eitsfreunde
zur allgemeinen Kulturentwickelung gibt. sind, läßt sich aus ihrer Bereitwilligkeit, ih
Die Freiheit des Individuums muß da,!wo fie gegen die rom Eifena Lich dem Erzfeinde unserenfreiheit
Freiheit des Menschen im Siaaie verstöht, sich dieser unterordnen, in die Armezu werfen, ertennen. Frei serbt
hant sie dem allgemeinen Wohle und nicht dem Egoismus diene mit Hälfe Frankreihsist ihr Loosungswort
Dienvollständige Freiheit, die der Wilde des Urwaldes ge⸗ und zuglei h die beste Keunzeichnungfür Leute—
nießt, ist die Befriedigung eines Naturtriebes, die Freiheit des “ elche die Freiheit uurthrer Selbstsucht diemst⸗
Zuͤrgers im Staate ein Gesetz der Moral. Dort ist sich die barrer ew ih rem Ramendas Vater—
Freiheit selbst Zweck ohne sittliche Wirkung, hier ist sie die Trä— 18 36
jerin einer gr Kulturmission. Deßhalb legt hier die Freiheit Gebt den Propheten dieser Freiheit die Macht, netjmt von
elbst den Individuen. Beschränkungen auf, die das persönliche ihnen Gesetz und Führung m Deutschland, unterwerft fuch
Unabhängigteitsgefühl und Selbstbestimmungsrecht verletzen, um gegen die Kegel freiet Slaaten ihrer Minderheit, so werden fie
die Ziele der Humanität zu verfolgen und gerade in den freiesten den Abfall von der nationalen Gemeinschaft als Verrath erllären.
Daden seten wir die indwipuelle Ungebundenheit durch Ueder und sie werden schnell begreifen, daß es in der Lostrennung vom
inkunft Aller in mancher Beziehung mehr beschränkt als in des⸗ Vaterland keine wahre, fruchtbringende, gefi herte Freiheit gibt.
potischen, welchen naturgemäß die Ziele des Fortschritts fernern Ein Mann von echt republikanischer Gesinnung, der für sein
eed dehtae ie hersonlihe Freiheit meht beshramen, Freiheitsstreben lange Jahre im Zuchthaus schmathtete. 85838
wo ihre Ungebundenheit die Entwickelung des Volkes hindern Wirth, der Beschichtsschreiber der Deutschen spricht die Wort⸗
würde, sondern nur da, wo sie der Thrannei störend in den dus „Die politische Richtung wird am edelsten, wenn sie das
Weg tritt. Deßhalb ist in despotischen Staaten die persönliche nationale Princip, die Liebe zum Vaterland zur Grundlage hat,
ee mehedefahrven die Vontserzichung dernochlassigte der weil sie ate ausschtießender Freiheststrieb ohne Ruancht auf die
materielle Zustand des Landes, zu dessen Nußen häufig die freie Nationalität oder gar auf Kosten derselben zum unreinen Eigen⸗
Verfügung des Einzelnen beschränkt werden muß, auf einer niede nutz, ja sogar zur Gemeinheit führen kann. 28
ten Stufe. . heiztanten dehen e weiin d re
Da sich die Freiheit nicht selbft Zweck und sie ihre Mission 7 * en u, lene behe tze
nur in dn größern da un Goe kann, so müssen —3 die aus wirklichem, Penh auch mißleitelem Freiheitstrieb die
por Allem trachten, eine gute“ Grundlage der Freiheit, ein kräfti⸗ Freiheit suchen (und sie nicht blos für unlautere Zwecke zum Vor⸗
Jes Vaterland zu schaffene. Diese Grundlage ist eine naturnoth⸗ wand nehmen), dann werden sie sich mit Verhältnissen versohnen
vendige Bedingung der Freiheit, daher Menschen, welche ihr Va ienla doch nur Uebergangsstadium sind, und die nur durch das
lang wahrhaft ůeben, auch stets Freunde der Freiheit sind und usammenhalten Aller eine der allgemeinen Freiheit günstige Ge—
Paterlandsverräther auch zu Verräthern an der Freiheit werden alltung gewinnen werden.
Menschen, welche das Vaterland aufgeben, entziehen der Frei—
heit den Boden, in dem fich ihr Samen eutwickeln muß, und über—
jefern mit dem Vaterlande auch die Freiheit fremder Tyrannei.
Das tragische Geschick der Völker, welche über das Maß der ge—
genseitigen Zugeständnisse und Opfer an Freiheit nicht einig wer—
hen konnten und die darüber das Vaterland preisgaben, ist seit
den ältesten Zeiten bis in unsere Tage dasselbe. Es erreichte sie
die Strafe des Egoismus. Fremde mischen sich, gerufen oder
ungerufen, in ihren Zwist, und indem sie ihrem falschen Frei—
heilsstreben schmeichelten, raubten sie ihnen das Vaterland und
zie Unabhängigkeit zugleich. Das kraurige Beispiel dieses Schick
sals geben die bedeutendsten Kulturvölker, die Griechen, die Ita⸗
iener und die Deutschen. —
Die Griechen unterlagen völlig ihrem selbsüchtigen Freiheits-
riebe. Die Italiener haben in vielhundertjähriger Knechtschaft
uind unsäglichen Leiden die Lehre erhalten, daß der Sondergeist
mit dem Vaterlande auch die Freiheit mordet. Die Deutschen
sind von den Fremden beraubt, zertreten. von heimischen Despo—
len geknechtet, entsittlicht worden; sie haben es erfahren, daß
alle Opfer, welche das Vaterlande ihnen auferlegte, ein unend—
lich kleiner Bruchtheil von denen seien, die ihnen ihre eigensüchtige
Vereinzelung gegenüber dem Ganzen aufgedrungen.
Doch sehen wir zu, ob denn das, was auf Kosten des Va—
erlandes als Freiheit ausgegeben wird, nicht meist nur das Ver—
angen ist, zu herrschen und mächtig zu sein. Stritten nicht die
griechischen Staaten um Einfluß und Ansehen? War es den ita—
sienischen Republiken nicht um Vorrechte, Macht und Gewinn zu
hun, und suchten sie nicht die Freiheit ihrer Schwesterrepublik dem
eigenen Vortheil zu opfern? Kämpften nicht die deutschen Stämme
im die Herrschaft im Reiche? Wie gut deutsch waren die Bayern
zesinnt, wie gut die Schwaben, als ein Oberhaupt aus ihrer
Mitte die Macht des Staates repräsentirte!
Wohl ist die Zeit fortgeschritten, wohl haben sich viele Vor—
urtheile verloren und hat sich eine höhere Auffassung von Frei—
zeit und Vaterland herausgebildet — wir wissen heute, daß das,
vwas unsere Fürsten früher „deutsche Freiheit“ nannten, wofür sie
hre Landeskinder ins Elend stürzten und das Land verriethen,
rur die fürstliche Freiheit zur ungehinderten Volksbedrückung war;
deshalb sollte man glauben, daß das Volk, welches durch seine
Lostrennung vom, Vaterlande in so große Leiden gestürzt worden
war, seine Freiheit nicht in der Stammessonderung suchen sollte

ES“chwurrgerichtssitzung.
III. Quartal 1868. ———

Zweibrücken, 17. August. GVormittagssitzung). Nach

einer Ansprache des Herrn Präsidenten, k. Appellationsgerichtsrath
Du y, wurde die Anklage gegen David Kuntz, Schuster von
heuchelheim wegen crimineller Körperverletzung verhandelt. Ver—⸗
theidiger Herr Anwalt Petersen.
Am 27. April abhin trat der ewas angetrunkene Angeklagte
in der Wirthschaft v. G. Kuhn in Heuchelheim an einen Tisch,
an dem Polizeidiener Christoph Weis von da mit Feldschütz Hof⸗
mann und anderen Gästen bei einem Glas Wein saß, und nahm
das auf dem Tisch stehende Glas um daraus zu trinken. .Hof⸗
mann nahm es ihm jedoch wieder ab und als er deßwegen
brummte, hieß ihn der Polizeibiener vom Tisch weggehen, worüber
der Angeklagte sich mißliebig ausließ. Später trat er wieder
heran, machte dem Polizeidiener Vorwürfe wegen eines Proto—
kolls, das er ihm wegen Ruhestörung gemacht hatte, und schlug
hiebei auf den Tisch, worauf Weis ihm einen Stoß versetzte,
so daß derselbe rückwärts zu Boden fiel. Der Disput dauerte
fort, und als der Angeklagte dem Polizeidiener neue Vorwürfe
machte, gerieth derselbe in Zorn und schlug ihm auf den Backen.
Als Weis sich wieder gesetzt hatte, warf der Angeklagte demselbeu
plötzlich, unter dem Ausrufe Lump! — noch ein theilweise ge—
rülltes Schoppenglas in das Gesicht, daß es zerbrach und dem
Weis sogleich das Blut herunterlief. Nach dem ärztlichen Gut-
achten war Weis in Folge dieses Wurfes 35 Tage tbtal
und mehr als 25 Tage theilweise arbeitsunfähig, und bei
dem vom Wurf getroffenen linken Auge trat vöolliger Verlust
der Sehkraft ein. Auch der Polizeidiener Weis soll an jenem
Mittag, wo der geschilderte Vorfall statt hatte, etwas angetrunken
zewesen sein.

Der Vertheidiger des Angeklagten Herr Anwalt Petersen
machte geltend, daß der Letztere in Folge des Weingenusses ohne
alle Zurechnungsfähigkeit ist, oder doch wenigstens beiserheblich ge—
ninderter Zurechuungsfähigkeit die That begangen habe, zu wel—
her derselbe noch außerdem durch das Benehmen des Verletzten
gegen ihn im hohen Grade gereizt gewesen sei. Die Geschwore—
nen, welche den Angeklagten in der Hauptsache für schuldig er—
tannten, bejahten zugleich die beiden gestellten Fragen bezüglich des
Reizes und geminderter Zurechnungsfähigkeit, worauf der
        <pb n="397" />
        Angeklagte zu einer Gefängnißstrafe von neun Monaten verur—
theilt wurde..
Zweibrücken, 17. Aug. (Nachmittagssitzung.) Anklagt
gegen Katharina Theobal d, 20 Jahre all, Dienstmagd von
Ilbesheim, wegen Kindsmords. Die Angeklagte hatte mit einem
uͤcht gut beleumundeten Burschen während ihres Dienstes in Godram
stein Bekanntschaft und näheren Umgang gehabt, in Folge desser
sie in andere Umstände kam. Dieselbe leugnete jedoch, selbst ihrer
Mutter, ihrer Dienstherrschaft und am 3. Mai, abhin noch, dem
Arzte, der sserauf Zumuthen ihres Vaters untersuchte, hartnäckig
hren Zustand Am nämlichen Tage des Abendsum 9 UÜhr de
gab sie sich in die Oberstube, wo noch ihre 3 kleineren Geichwister
schliefen, zu Bett und ihre Mutter, die nach O Uhr und um
2z1 Uhr in der Nacht; hinauf kam, merkte: nichts Auffallendes.
Am 6. Mai aber verbreitete sich in Itbesheim das Gerücht, daß
mit der Angeklagten etwas vorgegangen sein müsse, und unoch am
nämlichen Tage wurde dieselbe durch den kgl. Bezirksarzt unter⸗
jucht, der constatixte, daß sie vor einigen Tagen geboren haben
müsse. Des andern Tages fand man auch im Keller die Kinds—
leiche mit einem festgeknüpften Strumpfband um den Hals. Nach
dem ärztlichen Gutachten war das Kind lebensfähig und hatte
gelebt, war aber gleich nach der Geburt erdrosselt worden. Die
Angeklagte gibt auch zu, das yoch lebende Kind mit dem
Strumpfband erdrossest zu habene Bei diesem Geständnisse der
Angeklagten blieb deren“ Vertheidiger, Herrn Rechtscaudidaten
Rosenberger, in der Hauptsache nur übrig, die Frage geminderter
Zurechnungsfähigkeit zu berühren, welche auch von den Geschwo
renen, die die Angeklagte fürt schuldig erklärten,“ Hejaht wurde
Letztere wurde sodann von dem Schwurgerichtshofe zu einer vier
ahrigens Zuchthausstrafe verurtheilt. — 72
Zwejbrücken, 18. Aug. Angeklagt üst Melchior Orth
Ackeret von Birkwerler, wegen crimineller Verwundung. Vertheidn
ger Herr Rechtscandidat Rosenberger. Bei Gelegenheit der am
1. April li J. zu Landau stattgesunden Landwehrcontrolversamm⸗
lung hatten mehrere Bursche von Birkweiler sich nach Landau be⸗
geben, unter diesen auch der Angeklagte, Heinrich Bittighöfer und
ein beurlaubter Soldat, Namens Huhm. Auf dem Heimwege von
Landau, den die meisten vrn ihnen in elwas animirtem Zustande
antraten, gingen der Angeklagte und Bittighöfer Arm in Arm
Ersterer gerieth mit genanntem Huhn, welcher sich bei ihm ein
hvängen wollte, in Disput, und wäre es schon damals ohne di
Intervention der übrigen Burschen zum Handgemenge gekommen.
Später ging der Angeklagte aus einer geringfügigen Ursache auf
Huhn los und versetzte ihm einen Stoß, der von diesem erwiedert
wurde. Auch dieser Zwist wurde beigelegt, Huhn ging voraus,
der Angeklagte mit Bittighöfer hinter diesem. Am Werke Nr. 4⸗
zeriethen Huhn und der Angeklagte wiederholt aneinander. Bit—
aͤghöfer und ein anderer Bursche suchten abzuwehren. Der An—
zeklagte führte nach Huhn, welcher von Bittighöfer gehalten wurde,
mit seinem mit Eisen beschlagenen Stocke einen Schlag, der jedoch
den Bittighöfer traf, und zwär so unglücklich auf das rechte Auge,
daß sofort das Blut herablief und eine bedeutende Schwächung
der Sehkraft hervorgerufen wurde, welche von dem k. Bezirks—
arzte zu Landau als der Anfang des grauen Staares bezeichne
wird, dessen vollständige Hebung kaum zu hoffen sei. Der Angeklagte
welcher einen sehr gulen Ruf genießt, erklärte sofort nach dem
unglücklichen Schlage, daß er ihn geführt habe. Die Vertheidigune
führte aus, daß der Angeklagte für die traurigen Folgen, welch
der Schlag für den Bittighöfer gehabt habe, strafrechtlich nich
oerantwortilich gemacht werden könne, da seine Absicht auf Miß
handlung des Huhn gerichtet gewesen, und nur durch einen außer
Zdem Bereiche seiner Berechnung liegenden Zufall das Auge des
Bittighöfer verletzt worden sei; dieser sei ein sehr gutex Freund
des Ängeklagten, und ihm gewiß nichts ferner gelegen, als jenen
zu verwunden, oder zu mißhandeln. Es liege also eine sog
aberatio ictus vor und könne deshalb von einer vorsätzlichen Kör—⸗
perverletzung des Bittighöfer keine Rede sein; es sei zwar lange
Zeit in Doctrin wie Praxis Streit gewesen, in welcher Weist
die Fälle der aberatio ictus zu qualificieren seien; allein dieser
Streit sei von dem Cassationshofe Bayerns und dem obersten Ge—
richtshofe Preußens in einem dem Angeklagten günstigen Sinne
enischieden worden und mit Recht, da jede strafbare Handlung
einen Causalzusammenhang zwischen dem Willen des Thäters und
dem eingetretenen Erfolge voraussetze, die aber dann nicht zutreffe,
wenn erwiesenermaßen der Thäter den eingetretenen Erfolg nicht
gewollt habe; hier fehle das wesentliche Erforderniß der vorsätz⸗
lichen Körperverletzung, der Vorsatz, wenn auch Fälle denkbar
seien, wo — wie beim Vorhandensein eines eventuellen dolus —
auch der über die Absicht des Thäters hinausgehende Erfolg die—
iem zugerechnet werden müsse. ilnter allen Umständen müsse ge⸗
minderie Zurechnungsfähigkeit angenommen werden, auch sei der
Angektkagte zur That gereizt worden. Die Geschworenen erklärten

den Angeklagten für nichtschuldig und wurde derselbe auf Grund
dieses Wahrspruches freigesprochen. 222
Gzermischte s. J—

7 Am S. August haben in Speher die Prüfungen zum einjäh—

rigen Freiwilligendienst begonnen.“ Zu denselben hatten sich 119

unge Leute angemeldet, von denen Lenicht erschien. Die erste

Aufgabe bestand in einem Aufsatz über. das Thema: „Welche

Figenschaften sollen, vom Standpunct der heutigen Cultur betrach⸗

tet den Soldaten zieren 2743353

Ludwaigshafen 14. Mug. Um“ 28. do findet in Kci⸗

erslautern eine Versammlung des Pfalzischen Lehrer⸗Vereins statt.

Die Direction der Pfälzischen Eisenhahnen hat den Mitgliedern

desselben, welche sich durch iihrg LAufnahmskarten begilimiren kön⸗

nen, eine Fahrtaxermäßigung von 50 e gewährh.“ Es werden
daher vom 22. August an einfache Fahrbillete nach Kaiserslautern
an dieselben ausgegeben, welche mit dem Stationsstempel ver⸗
sehen, Giltigkeit bis 24. August besitzem

Behufs Ernuerung der. Gewerbes, Fabrik⸗ und Handels-
raͤthe der Pfalz, die alle zwei Jahre zur Hälfte zu geschehen hat,
jind die Bezirksämter angewiesen, sofort die nöthigen Einleitungen
zur Vornahme der Wahlhandlungen zu treffen und binnen läng⸗
stens sechs Wochen die Listen der Mitglieder der neugebildeten
BZremien der Provinzialregierung in Speyer vorzulegen. 3

Der „Punsch schreibt: In Germersheim isi die Militär⸗

chwimmschule mit drei neuen Tafeln decorirt: „Fur die Herren

Ztabsofficiere,“ „für die Herren Officiere“ und für „die Civil—
abonnenten.“ Beim dritten Badhüttl hört also der, Herr auf.

Wer etwa in die zweite oder erste Abtheilung hinübergeräth, dem
hegeznet derRuf Da schwimmt einer in Cibib!“ 9

t Frahnkfurt, 17. Aug. Heute Morgen ereigneie sich
wischen Vilbel und Bonames ein höchst selten vorkommender
Fisenbahn-Unfall, der glücklicher Weise kein Menschenleben
forderte. Es brach nämlich ein Theil des Bodens eines besetzten
Personenwagens während der Fahrt heraug und fiel zwischen
das Geleise. 28 J

. Am 10. d. schlug in Leobschüntz der Bliß aus heiterm
dimmel, unter fürchterlichem Krachen in ein Haus und beschädigte
7 Personen. — — c* —D00—

f Am 11. d. sind von den 7 Haͤusern des Marktes Ober⸗
völbling (Niederösterreich) 67 abgebrannt; auch 2 Menschenleben
fielen zun Opfer.

7 Gang⸗ und Ahselschnüre.) Unsere Damen lieben es, ihre
stoben mit militärischen Achselschnüren zu verzieren, wahrscheinlich
ohne zu ahnen, welche eigenthümliche geschichtliche Bewandtniß es
mit denselben hat. Der Ursprung der Achselschnüre aber war folgen⸗
der: Als im Jahre 1566 der blutdürstige Herzog Alba die Nieder⸗
lande mit Feuer und Schwert verheerte, ward hierüber ein unter
ihm stehendes Wallonenregiment so empört, daß es sammt und
sonders bis auf den letzten Mann zum Feinde überging. Der Herzog
erließ hierauf an den gleichfalls übergegangenen Commandeur
dieses Regiments die Drohung, daß er jeden Mann, wenn er ge⸗
angen würde, aufhängen lassen werde. Der Commandeur erwiderte
zierauf, daß jeder seiner Soldaten, damit das Aufhäugen nicht
zroße Umstände mache, von Stund an einen Strick und einen
Nagel an der Schulter tragen werde. Die tapferen Wallonen
jubelten über diese Antwort und hefteten begeistert Strick und
Nagel an die Schulter verrichteten aber Wunder der Tapferkeit,
uind nach Beendigung des Krieges war das Regiment, so stolz auf
den Strick geworden, daß es denselben als ehrende Auszeichnung
auf der Achsel beibehiet.

Landwirthschaftliches.

Die Laubstreuentnahme aus den Waldungen.
Einer der bedeutendsten Krebsschäden, die noch an der heutigen
Landwirthschaft nagen, ist die Laubentnahme aus den Waldungen,
zum Zwecke des Einstreuens. Gerade die Gebirgsgegenden find
nit ihren flachkrumigen Verwitterungsboden darauf angewiesen,
yvon den bewaldeten Höhen diejenigen Mengen von feuchten Nieder—
schlägen zu erwarten, die nothwendig sind, um die Felder in er⸗
tragbarem Zustande zu erhalten, denn die geringe Dicke der Krumet
und die meistens geeignete Lage derselben sind die Ursachen, daß
selbst öflere und starke Regen nicht von nachhaltiger Wirkung sein
können. Rasch fließen hier die Wasser ab, und was der Boden
nufsaugt, verdunstet schnell wieder, weiler nicht viel zu fassen
oermag. Hier ist die Vegetation auf die feuchten Niederschläge
angewiesen, welche die Waldungen immerwährend vermitteln. Doch
ver es aus Anschauung kennt, wie allerwege die Laubholzwald-
ungen mehr und mehr verschwinden und dürftigen Nadelholzbestän⸗
den den Platz räumen, nicht etwa, weil die Radelholzeultur er—
ragreicher wäre, sondern weil die Laubholzbestande auf diesen
Stellen nicht mehr fortkommen, der muß sich wohl die Frage vor⸗
egen, wodurch dieser Mißfland veranlaßt sei, wohin er schließlich
        <pb n="398" />
        sühren werde, und durch welche Mittel der von Jahrzehnt zu
Jaͤhrzehnt näher rückenden Gefahr, die bewaldelen Gebirgsgegenden
dem Aderbau ganz entrüchkt zu sehen, begegnet zu werden vermöge.
Dem Kenner ist es nicht zweifelhaft, daß die allseitige Abstellung
des Laubstreuentzuges das vortrefflichste Mittel sein würde, den
Waldboden in seiner Krast zu erhalten, und da, wo er bereits
derarmt ist, allmälig wieder so zu bereichern, daß er für den
daubholzbau fähig würde. Wir wissen es wohl, daß die große

Menge der Laubstreuberechtigten sich einbildet, im höchsten Maßge
laubsireubedürftig zu sein und daher unverweilt in Zorn entflammt,
venn man von der Beseitigung der Laubstreuservitute, wie von
einer Nothwendigkeit redet. Wenn indessen der Nachweis geliefert
verden könnte, daß die Laubstreuentnahme nicht nur die Wälder,
sondern auch die in Waldgegenden wirthschaftenden Landwirthe
ilenden Schrittes der Verarmung entgegenführt, dann dürfte doch
mancher anderer Gesinnung werden.
Bekanntmachungen.

Wichtig für Bierbrauereibesitzor.

Stadtrathssitzung
am Freitag den 21. d. Mis. Nachmittag?
um 8 Ulr. J

Tages-⸗Ordnung.

Besetzung der II. Protest. Lehrerstelle

in St. Ingbert beirt.

Heimathsangelegenheiten bett.

BZürgereinzugstaxe bet.

die Ortsstraße auf der Mariannen⸗

haler⸗ Glashütte auf der St. Ingber⸗
ter⸗ Grube betrt.

Verlegung des Fußweges durch die

Vopelius'sche Glashütte auf der St

Ingberter· Grube bett.

Auswanderung betr. ——

Verification der Civilstandsregister pro

1867 hier Gratificationen an die Ge⸗

meindeschreiber bir.

Aufbesserung der Schulverwesergehalte

betr. 8*

St. Ingbert, den 19. August 1868
Das Bürgermeisteramt
Ehandon. F

Bekanntmachung.

Am Samstag, den 22. d.Mis. Nach⸗
nittags um 2 Uhr, im Stadthause zu
St. Ingbert, wird das Wegfahren des
Schlammgrundes auf“ der Distriktsstraße
von Lautzkirchen nach St. Ingbert und von
da nach Ensheim auf dem Wege der
Minderversteigerung für das Jahr 1868
n verschiedenen Loosen vergeben.

St. Ingbert, den 19. August 1868.

Das Bürgermeisteramt
Chandon.

— G — —
Nur was ächt ist. bewährt sich.
Schaal, sauer und trübe gewordene Lager-, sowie auch neue Schenkbiere werden
längstens in 24 Stunden durch ein unschädliches Mittel, unter Garantie, glanzhell, fein
moussirend und schmackhaft wieder hergestellt. Bei Bestellung bitte um genaue Angabe
er Zahl der Fässer und des Maaß⸗-Inhaltes jedes einzelnen Fasses. Versendungen
tehme der Kürze wegen nach.
Einsendung von einer Flasche des kranken Bieres wäre erwünscht. Mustersendung
owie Briefe bitie zu frankiren. Nähere Auskunft ertheilt
Nug. Higerist.
v. Mengen (Württemberg).
Neustadt a. d. Haardt. J
Hoôobnero Knabenschuloe
(Lehr⸗, Ehrziehungs-Anstalt und Pensionat)
J von V
Chr. Ellsyermann. 4
Die seit einigen Jahren mit bestem Erfolge bestehende Höhere Quabenschule in Neu—
tadt a. d. Haardi führe ich unter meiner Leitung fort und werde bestrebt sein, das Ver—
rauen der Eltern, deren Söhne meine Anstalt besuchen, zu rechtfertigen.

Der Erlernung der frauz. und engl. Sprache wird von nun an die größtmöglichste
Aufmerksamkeit zugewendet. Ein Franzose und ein Engländer ertheilen den Unterricht in
eiden Fächern.

Meine Frau, die sich dem Lehrerberufe widmete und ihr Examen mit sehr gutem
Frfolge bestanden hat, wird den Pensionären die sorgfältigste Pflege angedeihen lassen.

Ausführliche Prospectus werden auf Verlangen übersendet.
4q0

—
— 777—
1 1

4
—

DEIRIMEIAII.
Mit dem 28. dieses eröffnet
der Unterzeichnete in seinem

— —

Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 20. August.

Weizen 6 fl. 18 kr., Korn 4 fl. 30 ir.
Gerste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
eihige, — fi. — kr., Spelz 4 fl. 5 kr.
SZpelzkern 6 fl. — kr., Dinkel 3 ft.
bOkr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
1fl. 4 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln Ufl. — kr., Heu
Ifl. 20 kr., Stroh 1fl., 12 kr., per
Zentner. Weisbrod 1 Kilogr. 17 kr.
dornbrod 3 Kgr., 22 kr., ditio 2 Kgr.,
5 fr., ditto 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 28 kr., 1 Paar Weck, 8 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
gfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter,
Zutter 30 kr., per Pfund.

2Austk⸗

Verein.

23
xVirthschaft.
ind indem er steis für gute Getränke und
Zpeise besorgt sein wird, ladet er seine
Freunde und Goͤnner zu zahlreichem Be—
juche ein.
Rohrbach, 19. August 1868.
M. Bender.

Sonntag den 23. Auqust im Oberhau—
ser'schen Saale
Concert mit RæalI.
Aufang 28 Uhr. Hierzu werden die
verehrl. Mitglieder freundlichst eingeladen.
Der Vorstand.
Tanzmusik.

—A
in der: Oberhauser'schen Bierhalle ausge—
führt von der ganzen Kavelle
der Grube Heimnitæ.
Entrée O Kreuæzer.
Schone —
Mainzer Handkasohen
(das Stück 2 kr.)
dei Fritz Panzerbieter.
B Küfer Rodenbu sch in St.
Ingbert sind mehrere taufend schöne
Stückhölzer zu verkaufen.

Sonntag, den 23. August in Blieskastel
nuf dem
— 2

ein Wohnhaus in der Blies⸗

kasteler Straße, worin ich bis

jetzt eine Wirthschaft mit Er⸗

folg betrieben habe, ist aus
reier Hand unser günstigen Zahlungster⸗
minen zu verkaufen.. In circa 6 bis 8
Wochen könnte schon die Uebergabe ge—
chehen.

Fruchtpreise der Stadt
Faiserslautern vom 18. Auguft.
Weizen 5 fl. 54 kr., Korn 4fl. 21 kr.

5pelzkern — fl. — tkr., Spelz 4 fl.
)4 kr., Gerste 5 fl. O8 tr. Hafer 4 fl
97 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken — fl.
— kr., Linsen 4 fl. 52 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfo. Kornbrod 21kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1114 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 13 kr.
Joh. Bosche, Wirth.
—
— — — —
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Insbert.
        <pb n="399" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
44
her „St. Ing berter Anzeig er? mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal? Dien stag, Donnerstag
nd Samstag. Abonnementspreis vierteliährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
o Wen un Blattschrift oder deren Raum berechne.
hro. 100.* 9 e e Samstag, den 22. August ”ν — e 1868
—— — — —— — — 2*2* —*
J — Deu tschland. ai 71
München, 17. Ang. Die Südd. Presse schreibt: Der
Zräsident des obersten Gerichtshofes, Herr Siaats⸗ und Reichs—
rath v. Heintz, ist leider vergangene Nacht plötzlich gestorben
derselbe war vor einigen Tagen hierher gekommen, um sein Re—
erat über das IV. Buch des Civilprocesses zu vollenden, zu wel
hem Zweck er noch am Samstag im Ständehaus arbeitete. Ge—
tern Vormittag konnte denn auch die Reinschrift des druckfertigen
teferats Hrn. v. Heintz vorgelegt werden, und wollte sich der⸗
elbe noch im Laufe des Vormittags wieder zu seiner Famille an
en Starnbergersee begeben; da trat plötzlich ein Schlaganfall und
n Folge desselben Nachts 11 Uhr der Tod ein. Mit Herrn v
Heintzz ist ein höchst verdienstvoller Mann von uns geschieden, dem
dirt, um nut eines vorerst zu erwähnen, insbesondere unseren
Strafproceß mit Deffentlichkeit, Mündlichkeit und Schwurgericht
herdanken. Herr v. Heintz war 1848 Staatsminister der Justiz,
ind als solcher der Schöpfer des nuen Strafprocesses — eine
—„chöpfung; die ihm in Bayerns Geschichte einen ehrenvollen Platß
anweisen wird. Auch im Privätleben allgemein und hochzeachtet,
darf man sagen: daß mit Herrn v. Heinß ein höchst verdienstvol⸗
ler Mann, ein Ehrenmünn in des Wortes vollster Bedeutung,
don uns geschieden iststt.
München, 19. August. Seitens des Königs von Preu⸗
zen ist ein herzlich telegraphischer Glückwunsch zum gestrigen
Zeburtstag des Kaisers von Oesterreich in Gerathshausen
ingetroffe
»München, 20. August. Der Kaiser von Oesterreich ist
estern Abend nach 8 Uhr hier eingetroffen. Auf dem Bahnhofe
otte er eine beinahe halbsündige Unterredung mit dem
bue v. Hohenlohe und seztzte darauf seine Reise nach
ien fort. —
—Der Kaiser Alexander von Rußland beasichtigt bis zum 26.
Kugust in Kissingen zu bleiben und dann zunächst in dem Schlosse
»es Prinzen Alexander von Hessen auf dem Heiligenberg bei
Ingenheim mit seiner Familie Aufenithalt zu nehmen. —
5. Darmstadt, 20. Aug. Der Redacteur des „Hess. Vollsbl.“
wurde heute wegen Beleidigung des Königs von Preußen durch
einen aus der Demokrat. Corr.“ entlehnten Artikel zu 4 Wochen
Vefaͤngniß verurtheilht.
Hanau, 16. Aug. Der Oberbürgermeister Cassian dahier
zeigt heute an, daß der König von Preußen nächster Tage auch
hierher kommen werde; Tag und Stunde werde noch bekannt ge—
macht werden. Dabei werde vorausgefetzt, daß die Bewohner der
hHiesigen Stadt bei dem Empfange sih betheiligten und ihre Häuser
festlich beflaggen werden.
Berlhin, 18. Aug‘ Nach der „Magdeb. Ztg.“ wird dem
nächsten Reichsstag ein auf Grundlage der Decimalberechnung ents
worfenes Münzgesetz vorgelegt. Nach diesem Entwurf, welcher die
Silberwährung beibehält, soll die künftige Einheit den Werth von
713. Silbgr, oder 6 gute Groschen haben; diese soll dann in 10
Groschen, und der Groschen in 10 Pfennige getheilt sein. Die
Mark hätte demnach 100 Pfennige und der Thaler, dessen Be—
nennung beibehalten werden soll, 4 Mark. Die jetzigen 22- und
5 Silbgr.-Stücke würden 35 resp. “28 Mark bilden; außerdem
jollten noch halbe Mark im Werthe von 3*4 Silbgr. und Ein—
zdroschenstücke geprägt werden. Von“ füddeutschen Kreuzern gingen
dann 21. auf 80 Pfennige oder 6 alte Silbgr. Ein süddeutscher
Gulden wäre dann gleich 22 Groschen 8 Pf., der österreichische
würde den Werth von 26 Groschen 8 Pf. oder 2*43 Mark haben.
Zugleich ist die Hoffnung ausgesprochen, daß Frankreich seinen
Frane auf den Silberwerth von 7)e Silbgr. oder 1 Marl
zurückführen werde. Die „Elberfeld. Ztg.“ weist diesen Entwuri
als vollkomnen unpractisch zurück, nunentlich auch in Betreff der
Beibehaltung der Silberwährung.
Wien, 17. Aug. Eine höchst erfreuliche Veröffentlichung ist
heute durch die Wiener Zeitung erfolgt. Wir finden daselbst eine
debersicht der Steuereinnahmen und der damit zusammenhängenden

Ausgaben im abgelaufenen ersten Semester dieses Jahres. Die Steuer
Linnahme beliefssich auf 117598,425 fl., was im Vergleiche zum
Ergebnisse im ersten Semester des Jahres 1867 um 7,775,204

J. mehr ist und selbst den Voranschlag noch um, 3,965,600 fl.
übertrifft. Die Ausgaben betrugen 15,979,565 fl., was im Ver—
zleiche mit dem Vorjahre eine Ersparnißeum 8383,425 fl. ist und
sinter dem Voranschlage um nicht weniger als 2,984,244 fl.
urückbleibt. — —

Wien, 19. August. Die heutige „Presse“ meldet: Das
Ministerium des Auswärtigen hat Angesichts der drohenden Lage
im Orient im Einvernehmen mit den heiden Landesveriheidigungs-
ministerien (cis⸗ und transleithanischen), die Aus. und Durchfuhr
von Waffen und Munition nach Sexbien, Rumäünien und Boz—
nien beschränkt. Bei großen Lieferungen von Munition und Waf—-
fen nach diesen. Ländern ist der, Geleitschein erst nach erfolgter
Zustimmung der betr. Regierung zu ertheilen. — Der“, Neuen
reien Presse“ zugegangenen Nachrichten zufolge wird ein neuer
Donauübergang und ein neuer Aufstandspersuch in Bulgarien
organisirt.... J 9
Prags, 18. August.Drei für den 16. d. M. angesagie
Volksversammlungen wurden von der Behörde untersagt.Zu ei⸗
ner derselben hatten sich an 800 neugierige Landleule eingefun⸗
den, welche jedoch der Aufforderung des Adgeordneten Kratochwill
auseinanderzugehen, Folge leisteten. Bei der zweiten Volksver—
jammlung bei Hochstadt waren gegen 3000 Personen anwesend,
welche den Beamten jede Folgeleistung verweigerten und diesel⸗
ben mit gefährlichen Insulten bedrohten, so daß sie sich zurück⸗
ziehen mußten.

Zara, 17. Aug. Der Gehroaberath hat einstimmig den
Minister Dr. Giskra zum Ehrendütder ernannt.

Frankreich.

Paris, 17. Aug.en Die „Epoque“ will wissen, daß der
Zaiser von Rußland und der König von Preaßen noynals in
Darmstadt und in Berlin zusammentreffen werden. — Der
„Epoque“ zufolge ist es wahrscheinlich, daß Herr Rattazzi
nächstes nah Paris kommen und sich hier z einige Zeit auf—
halten wird. .5 D

Paris, 18. Aujust. Im Lager von Chalons ist am Na⸗
poleonstage gerufen worden: Vive la guerre (es lebe der Krieg)!
A bas la prusse (uiedes mit Preußen) i, zugleiche findet es
die „Opinion“ angemessen, zur Abdwechselung“ wieder von Be
fürchtungen zu sprechen, welche man in. Holland gegenüber den
Preußen zugeschriebenen Annexionsgelüsten hege. Das Cabinet
dom Haag habe der französischen Regiexung über diese seine Be—
sorgnisse Mittheilung gemacht. .

Die von Rom aus gemeldeken. Befürchtungen von einer na—
hen Abberufung der französischen Truppen sind vorläufig noch
nicht begründet; doh ist es allerdings nicht unwahrscheinlich, daß
man hier Anstand nehmen — dürfte, die Truppen, während der
Versammlung des ptumenischen Concils in Rom zu belassen. Bis
»ahin könen Ereignisse eintreten — und, auf diese Mönlichkeit mag
nan hier zählen —-. welche, Frankreich, geslatten, seine Truppen
von Rom abzurufe. J

Paris, 19. Aug. Der ‚Coußitutionnel“ sagt: Die Mani—
iestationen der Opposition sichern den Frieden nicht mehr, als er
dies schen Dank der Maäßigung der Regierung ist. Aber, da sie
einen Impuls hervorrufen, der überflüssig ershheint, konnen sie in
der Fremde nur Argwohn süen. „
Englaud.

London, 9. Aug:? Generat Prim äst nach Abwesenheit
von einer Woche von Vichy wieder zurückgehrt. Gestern brannte
ein großer Theil von Northumberland-House nieder. Leider wur⸗
den durch das Feuer die kostbare Gemäldegalerie, ferner die be⸗
ühmten Sammlungen von Service-Porzellan, darunter die schöne
VBase im Werth von 10,000 Pf. St., welche von Karl X. geschenkt
vorden war, zerstört.
        <pb n="400" />
        Italien.

Aus Rom erfährt die Kreuzz., daß die Frage der Einladung
der weltlichen Fürften zum nächsten Concile soweit gediehen sei,
daß beschlofsen wurde? daß über die Kinladungen erst im nächften
Jahre entschieden, Napoleon auf jeden Fall, Victor Emanuel auf
Jeinen Fall eingeladen werden soll.

Florenz, 16. Aug. Die „Italie“ von Neapel vom 12
meldei, daß den Tag und die Nacht zuvor in Resina eine große
Anzahl Verhaflungen vorgenommen worden waren. Die behufs
Unlerdrückung des Tumultus herbeigeeilte Truppenmacht bestaud
us einer lleinen Anzahl von Portici gesandter Soldaten und
Tarabiniers zu Pferde von Torre del Greco. — Der „Pungolo“
don Neapel behauptel, unter den in Resina verhafteten Pecsonen
befinde sich der Major der Nationalgarde. Diesem Blatte zufolge
hetrüge die Zahl der Verhafteten an 150. — Man meldet der
Itaue“ aus Ravenna, daß die dortige Bevölkerung durch die
Schandthaten der Briganten, in der Umgegend in Angst und Schre⸗
ken versetzt ist. — Man liest in der „Riforma“: General Gari⸗
haldi schreibt uns von Caprera, um uns zu bitten, öffentlich sei—
nen Wunsch zur Kenntniß zu bringen, nicht mehr auf seiner Insel
Besuche zu erhalten. Er wünscht auch, daß wir hinzufügen, das
schließe durchaus nicht seinerseits die Absicht ein, auf das politische
deben verzichten zu wollen, oder bereits darauf verzichtet zu haben
wie man das kürzlich ohne allen Gruud in einer englischen Publi⸗
cation ungegeben haite. Garibaldi will der ihm so heilsamen Ruht
auf Caprera genießen und nicht in seinen eigenen Beschäftigungen
und seinen Gedanken gestört werden. Das ist die ganze Sache. —
Die „Italie“ meldet wieder von vier Desertionen aus dem päst⸗
lichen dLager von Rocca di Papa. Die Deserteure geben als Grund
hrer Desertion an: daß die päpstliche Regierung ihre Ver⸗
pflichtungen nicht erfülle, und namentlich das bedungene Hand⸗
geld nicht zahle.

zlorenz, 190. Aug. Das Schlußprotokoll zum franzö
sisch⸗ialienischen Vertrage vom 7. Decbr. 1866 betreffs Italiens
Antheil an der päpstlichen Schuld ist jetzt veröffenilicht. Das
Prolololl, unterzeichnet am 81. Juli 1868, setzt Italiens An
cheil an stäͤndiger Schuld auf —2 Fr. und seinen Antheil
m abloslicher Schutd auf 10,689,000 Fr. fest. Alle streitiger
Frahen, welche sich noch erheben können, werden durch Vermittel
ung der französischen Regierung geordnet.

— Die von Lamarmora veröffentlichte neue Schrift über
den Feldzug von 1866 wird von den liberalen Blättern schars
zritisirt. — Der Erzbischof von Paris wird, wie ‚man“ ver
sichert, bei dem im Sept. stattfindenden Consistorium zum Cardi⸗
nal ernannt werden.

Spanien.

Madridi, 18. August. Es scheint eine Minister krisi
m Anzuge. zu sein; auch der Kriegsminister reichte sein Entlas
jungsgesuch ein.
Amerika.

New-Yotk, 1. Aug. Im Westen und Südwesten der
Vereinigten Staaten gehört Lynchjustiz noch immer zur Tagesord⸗
nung. Gestern wurden in Memphis im Staate Tenessee zwei
Pferdediebe den Händen der Polizisten mit Gewalt entrissen und
sofort gehängt; die Henker befestigten Placate an die Koͤrper der
Behängten, welche die Inschrift trugen: „Pferdediebe, gehangen
don eiñner entrüsteten Menge.“ In Jacinto, Missisippi, holte der
Pobel einen Räuber aus dem Gefängnifse und hängte ihn. In
Indiana wurden vor kuzem 6 Mitglieder einer Räuberbande an
ein und demselben Baume aufgehangen.

New⸗York, 8. August. Nach einem Bericht des Gou⸗
berneurs Louffiana haben sich in diesem Staate bewaffnete Ban⸗
den gebildet, welche die Republikaner (d. h. die Anhänger der
Union) ermorden oder vertreiben. Es sollen bereits 150 Mord
—EV hat Militär requirirt.
um den Unordnungen steuern zu können, wogegen ein Mitglied
der demokratischen Partei der Legislatur beantragte, die Angaben
des Gouverneurs für unbegründet zu erklären. — Aus Mexice
Dird wieder einmal eine Empörung gemeldet; sie soll in Vara-Cruz,
wo das gelbe Fieber herrscht, ausgebrochen und von Dominguez
geleitet sein. — In der Havanna ist die Cholera völlig erloschen.
In S. Domingo breitet sich die Revolution weit aus, und
man glaubt an die baldige Vertreibung des Präsidenten Casz.

Schwurgerichtssitzung.
— II. Quartal 1868.
—Zweibrückn, 19. August. Verhandlung gegen Wilhelmn
Degünther, lediger Dienstknecht von Harxheim, wegen Mordes
geriheidiger Herr Rechtscandidat Erxbelding. Der Angeklagte,
velchem bis jetzt ein nicht ungünstiger Ruf zur Seite stand, trar
im 8. Juni 1867 bei dem Ackerer Dinger in Wachenheim a. d

Pfrimm in Hessen in Dienst. An Weihnachten darauf lernte er
die kurz vorher bei dem Vaier seines Dienstherrn eingetretene
Maria Muller von Dalsheim in Hessen kennen, welche Belannt⸗
chift nach kurzer Zeit zu einem intimen Verhältnisse und der
Zchwangerschaft der Müller führte. Der Angeklagte glaubte in
letzierer Zeit die Wahrnehmung zu machen, daß die Zuneigunz
einer Geliebten erkalte, er bewachie eifersüchtig alle ihre Schritt
is er endlich nach seiner Behauptung zu! der Ueberzeugung ge⸗
langte, datg fie mit dem Enkel ihres Dienstherrn Umgang pflege,
ine Anficht, die wohl nur durch den Um and unterstützt wird,
daß derjelbe im verboten hatte, in den Stall seines Großvaters
zu gehen, wenn die Müller dort sei. Thatsache ist, daß die Mül—
er In Monaie Juni sich gänzlich vom Angeklagten zurückgezogen
atte und trot seiner Vorsiellungen in eine Fortsetzung der Be⸗
unntschaft nicht einwilligen wollte, angeblich, weil ihgre Eltern
nicht damit einverstanden seien. Am gochmittag des 25. Juni
. Is. war die Maria Müller in einem nur 10 Minuten vom
Dorfe Möolsheim entfernten Weinberge ihres Dienstherrn mit drei
Weibspersonen mit Laubschneiden beschäftigt. Um etwa 2 Uhr
am der Angeklagte mit einer schweren Hacke in den erwähnten
Weinberg und schlug der Müller mit solcher Gewalt auf den Rü⸗
ken. daß sie zu Boden stürzte, sie erhob sich rasch wieder und
u hte, um weiteren Mißhandlungen zu entgehen, zu entflichen.
Der Angeklagte sprang ihr nach und versetzte ihr im Laufen mit
der Hace zwei Schläge von hinten auf die linte Seite des Kop⸗
ies mit solcher Kraft, daß die Müller sofort zusammenbrach und
augenblicklich ihren Geist aufgab. Während des ganzen Vorfalls
hat der Angeklagte kein Wort zu der Getödteten gesprochen und
r einem in nmnntelbarer Nähe befind!i hen Mädchen, welches um Hilfe
ief, zugerufen, wenn sie nicht ruhig sei, mache er es ihr ebenso.
Darauf entfernte sich der Angellagte mit den Poren Da liegt
es das schlechte Mensch, geht hin und zeigt mich der Polizei an,“
kleidete sich in der Wohnung seines. Dieustherrn um, und begab
sich dann nach Harrheim, wo er sich bei einem Bekannten ein
Messer holte, angeblich um einen einen Stock zu schneiden. Dann
zing er. nach seiner eigenen Aufstellung wieder an den Ort, wo
er die Muller erschlagen, zurück und wurde gegen 9 Uhr Abends
auf bayerischem Gebiete verhaftet. Bei seiner Verhaftung gestand
er die That umständlich ein mit allen Details, wie sie später durch
die Zeugen festgesiellt wurden, und setzte hinzu: „Er bereue die⸗
selbe nicht, wenn die Müller noch lebe, so würde er sie umbrin⸗
gen.“ Erst am nächsten Tage weinte er und sprach den Wunsch
zus, mit der Leiche der Muͤller gehen zu dürfen. Auch heute
jelll der Angeklagte die Tödtung der Müller nicht in Abrede, be⸗
Jauptet jedoch, er habe nicht die Absicht gehabt, sie zu tödten.

Die Vertheidigung machte geltend, es sei zwar erwiesen, daßz
der Angeklagte die Maria Müller getödtet habe, allein es sei nicht
nachgewiesen, daß diese That mit überlegtem Entschlusse und in
der Absicht zu tödten verübt worden sei. Der Angellagte habe in
Folge der Eifersucht und des Zornes über die Untreue seiner
rüheren Geliebten sich in einem Zustande befunden, welcher es
hin unmöglich gemacht habe, ruhig und klar zu überlegen, was
x thue; sein Entschluß sei nicht das Resultat reiflicher. kalter
leberlegung und ruͤhigen Nachdenkens gewesen. Dies müsse auch
aus den Umständen, unter welchen die That verübt, und dem
Benehmen des Angeklagten vor, bei und nach der That geschlofsen
verden; ebenso sei die Absicht zu tödten nicht erwiesen, da der
Angeklagte die Müller nur züchtigen wollte für ihre Untreue. Je⸗
denfalls habe er sich im Zustande der geminderten Zurechnungs⸗
fähigkeit befunden. Der Angeklagte wurde des Mordes für schul⸗
dig erklärt und zu lebenslänglichem Zuchthaufse
verurtheilt.
Zweibrücken, 20. Aug. Anklage gegen Anna Steil,
24 Jahre alt, ledige Dienstmagd von Roßbach, wegen Kinds—
mordz. Nach dem Geständnisse der Anz;klagten und demsdamit
übereinstimmenden Resultat der Verhandlung hätte dieselbe schon
an verflossener Weihnacht gemerkt, daß fie in andern Umständen
sei, diesen ihren Zustand aber Jedermann verheimlicht, auch nichts
zum Empfang des Kindes hergerichtet. Erst am 24. Juni abhin,
als sich die Wehen eingestellt, hatte die Angeklagte ihre Mutter
ins Vertrauen gezogen, die ihr Vorwürfe hierüber machte und im
Unwillen das Zimmer verließ. Kurz darauf kam das Kind,
ein Mädchen, zur Welt, das die Angeklagte sofort aufhob, an den
heiden Beinchen faßte und mit dem Kopf an die Langseite des
Bettes anschlug, bis es todt war. Da trat gerade deren Mutter
ins Zimmer und äußerte, als fie das toote Kind sah, sofort den
Berdacht, daß es umgebracht worden sei, faud sich jedoch auf Er—
juchen ihrer Tochter nach einigem Streiben bereit, die Leiche in
hrem Gärtchen zu begraben, wo es später bei der Untersuchung
ufgefunden wurde. Der ärztliche Befund constatirte, daß das
ꝛZind ein vollständig lebensfähiges gewesen sei, nach der Geburt
noch gelebt habe, aber nach derselben dutch Zertrümmerung der
        <pb n="401" />
        Schädelknochen und Kieferknochen, sowie durch Zerbrechen aller Rip—
den getödtet worden sei. Das Gerücht von der Niederkunft der
Angeklagten, die bisher als ordentliches Müdchen bekannt war,
war dem k. Landrichter von Wolfstein zu Ohren gekommen, de
dann die Untersuchung gegen dieselbe einleitete. (Schluß folgt.)

Beer mischte 8.

F Zufolge Beschlusses des Verwaltungsrathes der Pfalzischen
Bahnen, der am 19. d. M. eine Sitzung hatte, soll die Land—
stuhl-Kuseler Bahn am 24. Sepiember ohne besondere
Feierlichkeit dem allgemeinen Verkehr übergeben werden, jedoch soll
am 20. der Verwaltungsrath die Bahn befahren.

F In Betreff der Donnersberger Bahn soll der
AV
dach⸗ Kaiserslautern bestehen, welchen einen Kostenaufwand von
1,600,000 fl. erfordert. und die desfallsigen Vermittelungsvor—
schläge der Direction, nach welchen immerhin auch bei der Linie
uüber Hochspeyer⸗Kaiserslautern der Ende und Ausmündungspunk
der Donnersberger Bahn geblieben wäre, zurückweisen. Man be—
fürchtet, daß dadurch eine neue Verzögerung für die Concessioni
rung und Ausführung der Donnersberger Bahn herbeigeführt wird

Die Gasactien⸗Gesellschaft in Neust adt vertheilte dieses
Jahr 8 pCt. Dividende und setzt den Gaspreis auf 3 fl. 40 kr
der 1000 Cubikfuß herab.

Frankenthal, 16. Aug. In der gestrigen General
versammlung wurde beschlossen, für dieses Jahr 12 Procent Di
pidende zu vertheilen, und den Gaspreis auf I3fl. 30 kr. per 1000
Tubikfuß herabzusetzen.

F In Frankfurt wurde am 16. d. ein Schullehrer aus
Berlin mit seiner Ehehälfte verhaftet, welche wegen Unterschlagung
von 1200 Thlr. flüchtig geworden waren. — In Ulm hat ein
Bürger seine Frau erstochen.

F Ber lin. Ein patriotische gesinntes Berliner Kind wollte
jüngst einen Versuch machen, ob der vaterländisch märlische Sand
während der diesjährigen Sommerhitze nicht dieselbe Brütkraf
entwickeln koͤnne, wie der in den Wüsteneien Afrikas. In Erman⸗
gelaang von Straußeneiern legte es am 22. v. Mis. sechs Hüh⸗
nereier in eine mit Sand gefüllte Cigarrenkiste und stellte letzter—
den ganzen Tag über in die Sonne. Schon am 9. d. Mis
sah er sein Beginnen mit Erfolg gekrönt. Am 9. d. M. kam
l., und am 10. ein 2., 3. und 4., und am darauffolgenden Tage
das 5. und 6. Ei aus, die sämmtlichen Kücken befinden sich ganz
wohl und werden mit kleingehackten Eiern und Hirsen gefüttert.
Die alte Henne braucht meist 21 Tagehzur Brut, die Sonne thut es
schon in 19, und während unter Führung der Glucke die Kücken
erst nach 8B oder 10 Tagen zu saufen pflegen, lassen diese Son
nenkücken sich schon jetzt einen kühlen Trunk vortrefflich schmecken.
Zwei oder drei kalte Tage würden wahrscheinlich die Lebenskraf
in den Eiern getödtet haben.

fLeipzig, 18. Aug. Der Güterzug, welcher Nachmit
ags 4 Uhr auf der Thüringer Bahn hier einzutreffen pflegt, ist
gestern von einem großen Unglück bedroht gewesen. Derselbe
führte einen offenen Waggon mit Petroleumballons mit sich
welche mit Stroh umwickelt sind, um die Reibung zu vermeiden
Dieses Stroh fing, als der Zug Gohlis passirte, durch einen
aus der Maschine herausgeflogenen Funken berührt, Feuer. Be
zor jedoch dasselbe auf den gefährlichen Inhalt der Glasballons
einwirlen und dieselben zur Explosion bringen konnte, war der
Zug zum Stehen gebracht und durch energisches Zugreifen de—
Fahrpersonals das brennende Stroh herausgerissen und somit die
Befahr beseitigt worden.

f In Hamburg tagt vom 26. bis 29. August der Verein
deutscher Juristen. Von den pfälzischen Eisenbahnen wurde den
sich durch ihre Karte legitimirenden Mitgliedern eine Fahrtarer⸗
mäßigung von 500 bewilligt und besitzen die vom 23. Aug. ab
an dieselben ausgebenden Karten Giltigkeit zur freien Rückfahrt
bis incl. 10. Sept.

4 In Neustadt (Hannover) wurde der erst 15jährige Zim⸗
merbursche Lundekting wegen Majestätsbeledigung mit einer Wocht
hdaft bestraft; er hatte, mit zwei Kammeraden vom Heidel
deerensuchen heimkehrend, auf der Chausse das bekannte Hannoper
lied gesungen.

F In Birnbaum (Posen) sind am 12. d. 18 Wohngebaäude,
25 Scheunen und 40 Stallgebaude abgebrannt.

f Regensburg. In dem 106 Wohnhäuser zählenden
Pfarrdorfe Waidhaus au der böhmischen Grenze sind am 9. und
10. d. 86 Haupt⸗ und 136 größere Nebengebaäude abgebrannt
und dadurch 186 Familien mit 750 Seelen obdachlos geworden
Die Pfarrlirche und die Pfarrhofgebaude, das Post⸗Expeditions⸗
ind das Geudarmerielocal sind unter den abgebrannten Gebäu—
zen. Die erst kürzlich restauririe Dreifaltigkeitskirche, die ärariali—

cchen Gebaͤude der Zollbehoͤrden und der Revierförsterei, dann dus
Schulhaus blieben von dem Feuer perschont. Der Brand am 9.
entstand Nachts 1134 Uhr in einem freistehenden Gehoft und legte
5Wohnhäuser mit 12 Nebengebtuden in Asche. Der zweite
Brand ist am 10. Nachmittags 42/ Uhr ebenfalls in einem frei⸗
stehenden Gehöft ausgebrochen, und hat in reißender Schnelligkeit
81 Haupt⸗ und 123 Nebengebäude, unter welchen viele hölzernen
und mit Schindeln gedeckten, in Schutt und Asche verwandelt.
Als Utiache dieser Brande wird allgeniein Brandlegung von ruch⸗
loser Hand vermuthet. Der Umntersuchungsrichter ist hier eifrigst
mit der Untersuchung beschäftigt. — Ein Menschenleben ist glüc⸗
licher Weise nicht zu beklagen. Das größere Vieh wurde gerettet,
kleinere Hausthiere und Geflügel sind aber in großer Anzahl um⸗
gekommen. Die ganze in hiesiger Gegend ungewöhnlich früh ein⸗
gebrachte Ernte, fast sämtliche Einrichtungs- und Bekleidungsge—
genstände ꝛc. sind ein Raub der Flammen geworden. Viele ha⸗
ben nur das nackte Leben gerettet und befinden sich in größter
Noth. — J
f Prag. Die Stadt Prerau auf der Tour von Oderberg
ist den 17. d. M. total niedergebrannt. — Auch der schöͤne und
großartige Bahnhof daselbst, soli vollständig zerstor sein

Ein Original. Aus Gastein wird geschrieben: „Eine
der interessantesten Erscheinungen der dießjährigen Saison und
eine solche, wie man sie eben nur in weliberühimnten Badern fin⸗
det, ist der Sennor Don Pablo (panische Form für den Namen
Paul) Treutler, „Bergwerksbesitzer aus Sudamerila,“ wie er sich
auf seinen Vifitkarten nennt. Dieser liebenswürdige, alte Herr,
velcher nach Europa gekommen ist, um eine bedeutende Erbschaft
in Schlesien in Empfang zu nehmen, unterhält alltäglich die
janze Tablo d'höté-Gesellschaft bei Straubinger mit Erzählungen
jeiner denkwürdigsten Erlebnisse. Er ist eine Art Dumas'scher
„Graf von Monie-Christo! oder Galen'scher Inselldnig.“ Seine
Erzählungen klingen mitunter so abenteuerlich, daßz Mancht den
interessanten Mann gern mit jenem Fteiherru vergleichen möchten.
velchen Bürger und Immermann so trefflich illustrirt haben. Ge⸗
viß mit Unrecht. Wenn er behauptet, reine Edelsteingruben zu
besitzen, so Bekrüftigk er diesen Besitz, indem er eine Anzahl Lo⸗
her Opale aus der Westeniasche zieht und sie durch die Finger
gleiten läßt. „Ja, meine Herrschaften,“ läßt er sich ein anderes—
nal vernehmen, „ich bin ein paar Jahre lang Häuptling eines
Stammes von Menschenfressern gewesen und habe mich don nichts
als Affen und Schlangen genährt.“ Dazu greift er in bie
Tasche und holt eine Halskette, aus zwertausend Affenzähnen zu—
ammengesetzt, hervor. „Das wäar das Zeichen meiner Würde!“
Die andere Hand hat: indessen ein Buch aus der ruckwärtigen
Rocktasche gezogen, in spanischer Sprache in Chili gedruckt und
nit zahlreichen Pholographien geschmückt. „Hier sehen Sie mein
vohlgetroffenes Portrait inmitten meiner getreuen Menschenfresser!
— Ich kenne Amerika von Canada bis zum Caß Horn. Dieses
andere Werk aus meiner Feder ist dem Präsidenten der Republit
Bolivia gewidmet. Hier sehen Sie meine peruanische Trauer⸗
ühr, an der Alles schwarz ist, bis auf das Zifferblait. — Diese
schwere, goldene Uhrkette wieder ist aus dem in meinem Gold—
zruben gewonnenen Golde geschmiedet.“ Dazu macht Dou
Pablo ein so listiges und dabei so ehrliches Gesicht, daß
namentlich im Angesichte so greifbarer. Beweise der Wahrheit je—
der Zweifel verstummt. Das unbefangene Urtheil über diesen
charmanten Mann lautet dahin, daß in seinem Punde sich Wahr⸗
heit und Dichtung, wie etwa bei Goöthe, zu einem anmuthigen
Bilde vereinen. 8*

.Bei Gelegenheit des Napoleonstages sind 513 militärische
Verurtheilte ganz, 425 andere theilwetse begnadigt worden. Eden
so haben 149 Seeleute und 1558 Cibvilverbrecher eine Erleich⸗
serung oder Erlassung der Strafe erhalten. An 80 Unterpräfectu—
uren, 35 Rathhäuser und fünf Palais der Colonial⸗Gonverneure
ind Büsten oder Bilder des Kaisers und der Kaiserin, an zahl⸗
reichen Kirchen religiöse Kunstwerke geschenkt worden.

FParis, 17. Aug. Der „Avenir National? theilt aus
er Correspondenz Napoleons J. eine Reihe von Briefen mit, aus
»enen die schrankenlose Willkür, mit welcher der gewaltige Kriegs-
jerr gegen die Presse verfuhr, nufs Grellste hervortritt. Als Beweis
dafür diene u. A. nachstehendes Schreiben, das auch heute noch
in Deutschland ein schmerzliches Interesse wach rufen muß. Das
jelbe lautet: An den Marschall Berthier. St. Cloud, 5. August
1806. Mein Beiter, Ich denke mir, daß Sie die Buchhändler ven
Augsburg und Nürnberg (Palm) haben festnehmen lassen. Es
st meine Absicht, daß sie vor ein Kriegsgericht gestellt und inner—
halb 24 Stunden erschossen werden. Es ist kein gewöhnliches
Berbrechen, Schmähschriften an den Orten, wo sich die franzosischen
Heere befinden, in Umlauf zu sehen, um gegen dieselben die Ein⸗
vohner aufzureizen; das ist Hochverrath. In dem Urtheilsspruch
oll stehen, daß, da die Pflicht des Hochsthefehlenden überall da.
        <pb n="402" />
        vo eine Armee sich besindet, darin bestehl, für deren Sicherheit
u sorgen, diese und jene Individuen, welche überführt sind, die
gewohner Schwabens gegen- die französische Armee aufgewiegelt
u haben, zum Tode verurtheilt worden sind, In dieser Weise
oll das Urtheil abgefaßt sein. Sie werden die Schuldigen in die
Nitte einer Division bringen und von.7 Obersten Gericht üder
se hallen lassen. z dem Urtheil stellen Sie fest, daß die Schmäh—
hriften von den Buchhändlern Kupfer in Wien und Heinrich in
linz versandt und diese deshalb in 6ontumaciam zum. Tode ver—
xtheilt worden sind. Das Urtheil soll überall,da, wo sich fran⸗
dsischen Armeen befinden werden, vollstredbar sein und sall in
anz Deutschländ' bekannt gemacht werden·

zu dem er verpflichtet ist, das dortige im Handel gangbare Pa—⸗
ziergeld einzutauschen, jedes Mal—« Das Beste, was er thun
'ann, was ich wenigstens als das Vortheilhafteste gefunden habe,
»esonders wenn amerikanische Doll. hoch stehen, ist, gleich in
Deutschland amerikanische Greenbacks, (Staatspapier⸗Scheine). zu
aufen. dena wenn er Richts daxan verdient. wird er auch Nichts
daran verlieren. denn sig sind ‚fast, immer zu ihrem Course zu
hbekommen. Geht er übrigens nach New Orleans, so hüte er sich
bor dem dortigen City money, das selbst im Handel nur in
leinen Noten genommen wird. Ueberhaupke warne ich Jeden
in den Vereinigten Staaten anderes als United⸗Staates⸗Papier⸗
geld zu nehmen, bis er sich mit den näheren und Local-Verhälte
nissen genau bekannt gemacht hat. Den Vortheil aber hat jetzt
unstreilig das amerikanische Papiergeld der Vereinigten Staaten.
—— pari
migenommen wird —“wenn man nicht-eben falsche Noten be—
ommt, dié allerdings in sehr großer Zahl im Umlaufe sind. In
Falifornien wird gar kein Papiergeld genommen, denn dort cir⸗
culirt ur Gold und Silber

Rapole on.

ueber daßamerikanische Geldwesen schreibt Friedrich

derftäcker, der „Koöln. Zig,“ Folgendes: Ein, Reisender, der
on Teutschland', nach den Vereinigten Staaten geht, darf dort⸗
in in gegenwärtiger Zeit kein englisches oder französisches Gold
nitnehmen, denn 'er muß es in hehem Cours in Deutschland
aufen und verliert nachher, gegen den amerikanischen Goldwerth,
———— Wirhs chafts-Empfehlung. —
* dür den nachfen Diensiag den 23. ds hiet abzuhaltenden J p 4. .
Bartholomäus Markt
halte ich meine Wein⸗ Bier⸗ SG Speisewirtschaft meinen Freunden und Gom
nern bestens empfohlen!: ν.
Untet Zusicherung prompter und reeller Bedienung, sehe ich gütigemed Zusbtuch
ntgegen. —AV———— au — E 2 —ιι ,
ιι St. Jobann⸗Saarbrücken; den 21. August 1868. 3 nr
—— 5 Uzr üen Earl IXX vnet zur
un, ——

ιIιιι uνR , Restaurante 33. r
u nnb p Ecde der Mainzer und Bleichstraße. iy ßzez
TCCCCCOC . 28 77T
für Bierbrauereibesitzer:
— —

79
Bekanntmachungen.
AMusikß

no_n
A ,
— — 24
Rerein.
7s —W 117
Sonntag den 280 August im Oberhau⸗
ex⸗jchen Saole ti
Donoęprt mit Ball.
Anfang Ias Uhrr, Hienzun werden die
erehrl. Mitglieder Freundlichst eingeladen
J Der Vorstand. nn
Sonntag, 23,. August, Nachmittags 8 Uhr
sAro Concert
n der Oberhauser'schen Bierhalle ausge⸗!
ührt von der ganzen Kapelle3
der Crube Heimnitæ.

HIAâàRNssu M IXRVGCVBGVB.
Mit dem 23. dieses erdffnet
r Unterzeichnete in seinem

Nichtig
in s —E— J J *
2.20. 4. 24.2 ,νν ,
Nur iwas ächt ilt. bewährt sich.
SEchaal⸗ fauer und trübe gewordene Lager⸗, sowie auch neue Sdhhenkbiere werden
ängstens in 240Stunden durch ein unschädliches Mittel, unter Garantie, glanzhell, fein
noussirend und schmadhaft wieder hergestellt. Bei Bestellung bitte um genaue Angadbe
der Zahl der Fässer und des-Maaß Inhaltes jedes einzelnen Fasses. Versendungen
nehme der Kürze wegen nach. — 8 * n —5
ECinsendung von einer Flasche des kranken Bieres wäre erwünscht“ Mudsersendung
* — * 3 — — * 57 ?
xVirthf chaft, aowie Briefe biic zu frankiren. Nähete Auskunft ertheilt —— —
ind indem er steis für gute Getränke und νν A a — 3600
Zpeise besorgt sein wird, ladet er seine e te i ug.“ igerist.
Freunde und Gönner zu zablreichem Beshe eee Mengen (Württemberg).u
Aqge ein. n 772 J —— — — — —
RNohrbach, 19. August 1868. — 34 E J Go —
ahe Franukfurter Bferde-Verlvosung
Tanzmusiß.

J am 26. u. 27. August, Loose st 1 45 ir. WB
bei Jos, Btase ela in Frankfurt am Main.
Am · Miederberkäufer bewislige Rabaft. 56
Sonntaq, den 28. X in Bliezlaste!
auf dem
Citronen

ẽ fl. 535. kr., Erbsen. — fl. — kre Kartof⸗
An 1 fl. — kr. per Ztr. Kornorod, 8 Kgr.
21kr., ditto 2 Kgr. 14 ty., ditto 1 Kgr.
kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
40tr. Kalbfleisch 12 kr., Hamiurelfleisch
8 kr., Schweinefleisch 18 kr. VButter 30 kr
der Pfund.

Tivro Li.
— *z —
Meinen Freunden und
önnern die ergebene
Anzeige, daß ich dan heute
ab meine Warcthschaft in mein Haus — Fraukfurter VBörse
früher Best'sche) im Josephsthal. verleqt vom 432 Angust 1838.
habe. — Geldsorten * *
Reelle Bedienung zusicherndempfiehlt 2 sr ag —A— ..,1 3813
Ph. Wenzel 553 e Friedrichsoor. V 88ανσοä
— t ... .. ... 948250
— — — — — — 61 1—— —X — ⸗ 3Bändische 10 A.⸗Stü 3 —
Zchöne ι, Frucht·, Brod⸗, Fleisch⸗ ec. Preise ihe ad oDite — 237368
J0he der Stadt Homburg vom' 19. August.“ 20Franca-Stücke -· 2Vao
Mainzer Handkaschen *r gud Homenrg zyut 1 uen ne uů ν
(das Stück 2 kr.) Spelz 8 ifl. 48 tr. Gerste. — Sreihige,— ft. den dod üin nrez
3. 2 DTxiige,T hochhaltiges Siloer pet Zollpfund —
hei Fritz Panzerbieter. — tr.Miüschfrucht — fl. — kt., Hafer Dollars inGold 227-28
Nedaction, Druck und Verlag von F. X Demetz in Si. Ingbert,nc
        <pb n="403" />
        St. Ingberler Znzeiger.

Der „St. In gberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Dsnnerstag
iund Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Auzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

— —— — e —— — — — —— —— AJAM
— — —7 3 —
Deutschland.

Munchen, 20. August. Bei den Mitglledern der jüngs
zur Prüfung der Rechtsansprüche Bayerns und Preußens auf die
sog Düsseldorfer Galerie ernannten Coinmifsion soll sich die Ueberzen
zung geltend gemacht haben, daß die Seitens Bayern erhobenen
Rechtsansprüche sowohl au Zihl, als auch an bindender Kraft den
preußischen Ausprüchen überlegen seien. Diese Behauptung stütz
sich hauptsächlich auf das viel reichyattigerr Beweismaterial Bherns.
Auch das Refeiat des Herrn Oberappellationsgerichtsdirectors v.
Zink soll sich in diesem Sinne aussprechen. Bayern kann dem—⸗
nach in bester Hoffnung den Ausspruch. des Schiedsgerichts er⸗
warten.

München, 21. August. Das Gutachten des Generalsecre⸗
tärs des landwirthschaftlichen Vereins über die Gründung
n landwirthschaflichen Versuchssiationen, wozu die Kam—
mern des Landtages bekanntlich 6000 fl. in das Staatsbudge.
eingesetzt haben, spricht sich, nachdem derselbe zu diesem Zweck
die in einigen anderen deutschen Ländern bereits bestehenden Ein—
richtungen dieser Art besucht hat, im Wesentlichen für die Errich—
tung einer wissenschaftlichen Station als Centralleitung in Mün—
hen und einer rein landwirthschaftlichen Versuchsstation in Wei—
henstehhan aus, wozu noch Hilfsstatidnen und Hilfslaboratorien
in den Kreisen geschaffen werden soll. J

München, 22. August. Den „Neuesten Depeschen“ zu—
folge findet die Vermählung der Herzogin Sophie in Bayern mi⸗
dem Herzog v. Alencon ain 14. Sepiember statt. Der Kaiser
bdon Oesterreich wird dazu erwartet und sind noch zahlreiche ander⸗
fürstliche Persönlichkeiten geladen.

München, 23. August. Nach hier eingetroffenen Depe
schen wird der König von Sachsen morgen im strengsten Incog
nito nach Ischl reisen, um daselbst die königliche Familie zu
besuchen.
Dienstesnachrichten.
Se. Maj. der König haben sich bewogen gefunden, unterm

16. August l. J. die in Winnweiler erledigte Gerichtsbotenstellt
dem gepeüften Gerichtsbotenkandidaten Karl Haas aus Edenkohen
zu verleihen.

Dem Gerichtsboten Al⸗exander Apprederis in Lanstuhl ist ge
stattet worden, den geprüften Gerichtsbotencandidaten Daniel Keller
aus Zweibrücken als stellbertretenden Gehilfen mit der dem Letz
teren eingerdumten Befugniß zur selbständigen Vornahme der den
Gerichtsvoten zustehenden Amtsverrichtungen auf die Dauer eines
Jahres anzunehmen. Der, Schulverwefer Johannes Hauck in
Berghausen und Joseph Eyer in Dudenhofen sind zu Lehrern an
den untern kathol. Schulen der betreffenden Orte, der Schuldienst⸗
exspectant Jacob Hertel von Annweiler zum Schulverweser ar
der unteren prot. Schule zu Rumbach ernannt und der Schul—⸗
verweser Karl Haas von Scheibenhärdt aus dem Schuldienste
entlassen worden.

Tauberbischofsheim, 19. Aug. Im hiesigen Amts
bezirk wurde am 16. August ein französischer Capitän festgenom⸗
men, der bei Wittighausen mit Aufnahme des Terrains beschäf⸗
igt gewesen. Derselbe war im Besitze einer größeren Anzahl von
Specialkarten und Aufzeichnungen über die Ocrtlichkeit eines
Theils unseres Bezirkes.

Mainz, 19. Aug. Unsere Stadt ist in einer leicht begreif
iichen Aufregung. Ein großbeurlaubter hessischer Soldat (in Civil)
der heute Nacht von Mombach nach seinem heimathlichen Dorft
Gonsenheim gehen wollte, wurde von einem preußischen Militär:
wachtposten der Art in den Unterleib geschossen, daß keine Hoff
aung auf Rettung mehr vorhanden ist. Ueber die dem betrüben
den Vorfall zur Seite stehenden Ernzelheiten cursiren verschiedene
Lesarten; am meisten Verbreitung hat die Mittheilung gefunden,
der Bursche habe auf das „Werda“ des Postens eine unhöfliche
Untwort gegeben und sei daraufhin arretirt worden. Als ser zu
entlaufen gesucht, habe ihn der Poslen ohne Weiteres zusam⸗
nengeschossen.

Berlkin, 20. August. Inden diplomatischen Kreisen
werden in kurzer Zit einige die Gesandtschaftsposten betreffende
Veränderungen erwartet. Der Botschafter von Paris, Graf b. d.
Goltz, nimmt aus Gesundheitsrücksichten seinen Abschied; zu seinem
Nachfolger ist bereits der gegenwärtige Gesandte in Petersburg,
Prinz Reuß, bezei hnet. J

Berhin, 20. Aug. Hinter der Weigerung Hollands,
der Bestimmung in der Neuen Rheinschifffahrtsacte in Betreff der
Erschwerung auf den Nebenflüssen, hat man von vornherein, und
wie sich jetzt herausstellt, mit Recht politische Beweggründe ver—⸗
muthet, die aber Norddeutschland nicht unbeachtet lassen kann. Es
ist mögl'ch, daß die Beoollmächtigten nicht mehr zur Conferen;
zusammentreten um eine Vereinbarung zu erjielen— — möglich
sage ich, denn die niederländische Regierung hat es vermieden,
mit Schroffheit aufzutreten; anders lautende Verfionen können nur
persönliche Ansichten eines Diplomaten zu Grunde liegen. An⸗
dererseits wird, falls die Conferenzen nicht wieder aufgenommen
verden sollten, einem Gerüchte zufolge, unverweilt der diplomatische
Weg beschritten werden, welcher vielleicht den schließlichen Vortheil
gewührt, daß Holland gezwungen wird, Farbe zu bekennen. —
In gewissen nichtdeutschen Kreisen tragt man großes Erstaunen
zur Schau ob der Besorgnisse, welche die türkische Regierung Be—
treffs der Situation in den Donauländern hegen soll. Die Situation,
versichert man in jenen Kreisen, sei dieselbe wie seit Monaten, seit
Jahren, nicht besser aber auch nicht schlimmer, denn die auswär—
sigen Agenten und Agitatoren erzielen keine Erfolge, weil sie sich
gegenseitig paralysiren. Andererseit weiß man es Oesterreich Dank,
daß es aufmerksam ist und wacht. —

Berlin, 21. Angust. Der „Staatsanzeiger“ publicirt
den Staatsvertrag zwischen Preußen und Hessen, betreffs der
Herstellung der Eisendahnen von Giesen nach Gelnhausen, von
Giesen nach Fulda und von Hauau nach Friedberg.

Berlinm, 22. Augnst. Der Koͤnig trifft na hsten Freitag
wieder hier ein. Gestern war derselbe in Düsseldor bon wo er
die Reise über? Köln, Coblenz, Hanau, Weimar, Gotha, Erfurt
nacht; an allen diesen Orten finden Mansver oder Truppenbe⸗
ichtigungen statt. Uebermorgen wird der König in Frankfurt sein.

Hildesheim. 18. Aug. Mittheilungen aus dem Brief⸗

eines welfischen Legionars, welcher kürzlich an hiesige Verwandtie
zelangt ist, werden der „H. A. Z.“ gemacht. Aus denselben geht
hervor, daß an die Legionäre ein autographirtes Schreiben bon
sönig Georg an den Hauptmann v. Düring, den Führer der Le⸗
gion, vertheilt worden, in welchem ersterer zu nur noch kurzem
Ausharren auffordert, da ihm fichere Hülfe in Aussicht stehe, mit
der vereint er baldigst in sein alles Reich wieder einzu⸗
ziehen hoffe!
Wiien, 20. Aug. Das Vorgehen gegen'die Bischöfe von Triest,

Linz und Brünn wegen verweigerter Auslieferung der Acten der
früheren kirchlichen Ehegerichte an die kaiserlichen Gerichte war
in den letzten Tagen theils bei den Oberlandesgerichten, iheils im
Justizministerium Gegenstand der Erwägung, und wie wir hören,
ist in der Sche auch bereits entschieden worden. Von der For⸗
derung, die gesammten Aclen an das jeweilige Gericht abzuliefern,
soll Umgang genommen werden, da nach dem Wortlante des Ge⸗
setzes nur die Auslieferung der von Fall zu Fall „nöthigen Acten

an das requirirende Gericht nicht verweigert werden darf. Die Gerichte
werden sich daher in jedem speciellen Falle an die Bischöfe resp.

die früheren geistlichen Ehegerichte um Auslieferuug der auf den
Fall bezüglichen Acken zu wenden haben. Solllen' aber die Bi—⸗
schöfe diesem Begehren Wiederstand entgegensetzen, dann steht es

außer Frage, daß gegen sie mit allen gesetzlichen Executionsmaß⸗
regeln ohne jede besondere Rücksicht vorgegangen werden wird.

Man scheint in den verschiedenen bischöflichen Palais darauf auch
vorbereitet zu sein und will dort wohl nur constatiren können,
daß man der Gewalt gewichen sei.

Wien, 22. August. Heute Vormit!ag wurden sämmtliche

Landlkage durch die Oberlandesmarschäsle eröffnet. Im böbnihen
        <pb n="404" />
        Landtage erschienen im Ganzen 226 Abgeordnete. Die Czechen von den czechiichen Parteiführern Rieger und Palacki. Aus Gali—⸗

sehlten jsämmtlich. Im mährischen Landtage waren abwesend der zien waren 40 Festtheilnehmer, und zwar sämmtlich in polnischer

Erzbischof von Olmütz, der Bischof von Brunn und die Föde- Nationaltracht, aus Posen und Westpreußen nur 4 erschi nen, die

alsten. Fnigration war durch einige Deputirten aus Paris vertreten.
Die in Zürich sich aufhaltenden polnischen Enigranten, welche
der Festfeier in Rapperswyl aufangs entgegen waren, ließen
ich noch im letzten Augenblick bestimmen, an derselben theil⸗
unehmen.

Frankreich.

Paris, 19. August. Die Abreise des Kaisers nach dem
Lager von Chalons, wohin ihn der taiserliche Prinz begleitet, wird
an' 25. bis zum 27. festgeseht. Am 65. September soll dann
der ganze Hof nach Biarritz abgehen. — Nach dem „Evenenent“
joll der Graf von Chambord den Grafen von Maris als Sohn
anerkennen wollen.

Paris, 21. August. Der Kaiser hat seine Reise in das
Lager von Chalons um 8 Tage verschoben. — Fürst Meiternich
wurde gestern in Fontainebleau empfangen.

Pari's, 21. Aug. Die bereits kurz gemeldete Correspon⸗
denz der „Gazette de France“ aus Luzern lautet: Mittwoch um
2 Ühr Nachmittags wurde ein zur Ermordung der Königin Vic⸗
oria hierher gekonmener Fenier vor dem „Schweizer Hofe“ von
wei englischen geheimen Polizeiagenten verhaftet. In der eng⸗
lischen Colonie herrscht große Aufregung. Man glaubt, der ver⸗
hafiele Fenier sei nicht der einzige, welcher nach Luzern gekymmen.
Auch wird erzählt. die Königin wäre schon vor ihrer Abreise nach
der Schweiz von dem Mordplane unterrichtet gewesen.

ge man heute aus Madrid erfährt, ist die Königin in
ihrem Vertranen auf die Reaction doch erschüttert, und J. katholische
MWajestät soll nachgerade Angst vor den Ereignifsen bekommen, die
sich auf der Halbinsel vorhereiten. Man schließt aus der Anwe⸗
jenheit des Generals Concha und der Exminister Alonzo Marti⸗
nez und Conovas in Lequeito auf die Möglichkeit der Bildung
eines der siberalen Union günstigen Ministeriums der Versoͤhnung
wenigflens war das Geruͤcht von einer solchen Eventualität in
Madrid stark verbreitet. Die energische Protestation des Herzogs
8. Montpensier soll auch einen starken Eindruck auf die Königin ge—
macht und ihr die ebenfallz aus Portugal datirte Beschwerdeschrift
des Infanten Don Carsos in's Gedaͤchtniß zurückgerufen haben.

Belgieun.

Wie die „Köhn. Zeitung“ dersihert, hat Belgien die nach
Brüssel gesendet e · Anfrage, obe es sich bestätige, daß Fränkreich
Belgien bezüglich Abschlufses einer Militäre und —A
wie wegen ebentuelleit Durchinarsches nach Hosland interpellirt habe,
verneinend beantwortet.“ Dagegegen bat belgischerseits ein einge⸗
hender Meinungsaustausch mit England stattgefunden.“

Englaude

London, 21. August. Auf der Eisenbahnlinie Chester—⸗
Holyhead stieß der um Mitternacht für Irland abgehende Passa—
Fiertrain bei Llandulas mit einem Petroleum führenden Güterzug
zusammen. Die Locomotive, der Tender und drei Waggons er—⸗
ster Klasse des Passagierzugez wurden zertrümmert. Das entzün—
dete Petroleum verursachte den Tod von 23 Passagieren erster Klasse,
welche lebendig verbraͤnnten.“ Die unerkennbaren Leichnahme der
selben wurden in Särgen' in der Kirche zu Abergeley ausgestellt
Es befinden sich darunter Lord und Lady Farnham. Der Machi—
nist des Zuges hat blos Verwundungen davon getragen.

Londomn, 21. August. Neuere Nachrichten uüber das Ei—
senbahnunglück auf der Linie Chester Holyhead melden daß der
Heizer des Zuges todt geblieben sei. Die Explosion des Petrole
dens wurde durch die Heizung der Locomotive veranlaßt. Die Herzogin
Abercorn und Lord George Hamilton sind gerettet. Ueber die Zahl der
Opfer sind die Nachrichten widersprechend. — Der Brandschaden
ia Rorthumberland House wird auf 80,000 Pfd. St. geschätzt.
Man hofft, daß viele der beschädigten Kunstschätze noch restaura⸗
tionsfähig sind. — General Napier Maadala ist aus Chalons
zurickgelebrt.

ESchweiz.

Wie aus den Berichten polnischer Blätler hexvorgeht, war
die demonstralive Spitze des am 16. d. stattgehabten Polenfestes
in Napperswyl hauptsächlich gegen Rußland gerichtet. Alle Red.
ner —'und die Zahl derselben war sehr erheblich — wiesen ein—
stimmig auf die Nothwendigkeit eines europäischen Coalitionskrieges
gegen Rußland hin und bezeichneten denselben als das einzige
nilel, Eucopa bor den Verheerungen des vom russischen Pansla
dismus aus beabsichtigten Eroberungskrieges zu bewahren und die
europäische Civilisation zu retten. Unter den Rednern werden
genannt: die französischen Publicisten Henry Martin uud Anatole
de la Forge, der ungarische General Perczel, Gottfried Kinkel,
der poinische Dichter Ujejsti aus Galizien und andere. Viele
durch politische Bedeutung hervorragenden Personen, welche gehin—
dert waren, persönlich an dem Feste theilnehmen, sandten Begluck⸗
wünschungs-Telegramme ein, in denen sie warme Sympathien für
die Polen aussprachen. Solche Telegramme gingen waͤhrend der
Festlichkeilen ein von Klapka, Victor Hugo, Quinet und sogar

Italien.

Florenz, 17. Aug. Der Streit zwischen den Generalen
zamarmora und Cialdini dauert ununterbrochen fort und Ersterer
Jat wieder eine ganze Neihenfolge von Telegrammen und Depe⸗
chen veröffentlicht, die zwischen ihm und Cialdini zwahrend des
inglücklichen kurzen Feldzuges von 1866 gewechselt wurden, und
ine Correspondenz mit Nigra, in welccher er sich über die Ver⸗
eumdungen der preußischen Presse und der preußischen Agenten in
Ftalien beschwert. Auf das Publitum machen diese Publikationen
Inen peinlichen Eindruck; alle Gebrechen der Armeeverwaltung
Herden durch das heftige Gezänke der Generale aufgedectt und man
tadelt es sehr, daß sie, um sich gegenzeitig anzuklagen, Telegramme,
welche Staatsgeheimnisse enthalien, ohne Weiteres veröffentlichen
und dem moralischen Ansehen des Heexes damit einen Todesstreich
versetzen. Die Ofsiciere beider Armeen nehmen für ihre Generalt
Partei und mehrere Duelle haben in den letzten Tagen hereitg
tattgefunden.

Amerika.
Vom 1. Juni bis zum 1. August ist die oöͤffentliche Schuld
der Verelnigten Staaten um 18 Mill. gewachsen.
Einem Berichte aus Mexico in der Morning Post“ zufolge
hätte Präsident Juarez seinen Frieden mit dem Papste gemacht.
detzterer soll dem Präsidenten einen väterlichen Brief geschrieb ei
haben, und man erwartet binnen Kurzem sechz neue Bischöfe.
Nichtsdestoweniger ließz Juarez die San Andreglirche, wo der
Jahrestag von Kaiser Maximilians Tode besondere Demonstrativ⸗
nen hervorgerufen, dem Boden gleichmachen. ——

Ein eigenthümliches Schriftstuck soll von Juarez veröffent-
licht worden sein. Wie es hejßt, wäre dasselbe zur Rechtfertigung
der Hinrichtung des Kaisers Maximitian bor etwa einem Jahre
geschrieben worden. Der Präsident führt darin seine Ahkunft
iuf Montezuma zurück und sieht in dem Tode Maximilian's die
— an den
Rochkommen des Kaisers räche, der Cortez hinausgesandt habe. Mari—
nilian wird auf der einen Seite wegen Tapferkeit und seines
Fdelsinnes gepriesen, während es an anderer Stelke heißt, jene
Herbrechen gegen Mexico, seien so schwer, daß Rebellion, Verrath
Mord nnd Siraßenraub dagegen erblassen. Uebrigens wird auch
n diesem Schriftstücke behauptet, der Fall Queretaro's und des
daisers Gefangennehmung seien nicht durch die Tapferkeit des
mexicanischen Waffen, sondern durch Lopez's Verrath bewerhkstel-
ligt worden.

Man erwartet einen Conflict der „Vereinigten Staaten mit
Merico, dessen Ursprung im Jahre 1866 zu suchen ist. Seit die⸗
ier Zeit nämlich haben mexicanische Grenzbewohner häufige Einfälle
iach Texas gemacht und große Heerden Vieh wegtrieben —
ingeblich etwa 250,000 Stück. Nachdem die Eigenthümer lange
Zeit vergeblich militärische Hilse von der Regierung der Verei⸗
uͤgten Staaten verlangt halten, überschritten sie die Grenze und
rnordeten mehre der Räuber. Man erwartet nun, daß Juarez
nit einer Entschädigungsforderung hervortreten werde. Inzwischen
ehalten die Viehbesitzer von Texas ihre militärische Organisation
zei und haben, wie verlautet, bereits Verstärlung aus New⸗
Drleansg erbalten.
Schwurgerichtssitzung.
LI. Quartal 1868.

Zweibrücken, 20. Aug. (Schluß der Verhandlung gegen
Anna Steil.) Herr Rechtscandidat Lang, der die Vertheidigung
der Angeklagten übernommen hatte, machte aufmerksam, daß deren
heständniß nur dann einen Beweis bilde, wenn es durch die ühbri—
jen Umstände unterstützt werde. Das ärztliche Gutachten sei je—
soch nicht ganz sicher darüber, ob das Kind wirklich gelebt habe.
Nuch wisse man nicht, ob nicht doch die Mutter der Angeklagten
Theil an der Tödtung habe und die Angeklagte nur aus kindlicher Liebe
Schuld auf sich nahm, und wenn jelbst beide die That miteinan—
der verübt hätten, sei nicht festgestellt, wer den Tod des Kinde?
direct verursacht habe; jedenfalls aber sei die Zurechnungsfähigkeit der
Anzeklagten bei der That in hohem Grade gemindert ge.desen.
die Geschworenen sprachen dieselbe unter Annahme genindecter
zurechnungsfähigkeit schuldig, worauf sie zu 5 Jahren J.lhtyuaus
erurtheilt wurde.
        <pb n="405" />
        wäre es ihm nicht gelungen, mit einer alten Waschleine aus dem
etwa 80 — 100 Fuß hohen Dachfenster des Brückenthurms zu ent⸗
ko nmen und hätte jedenfalls sehr beschäd'gt zur Stelle liegen
bleiben müssen, da ihm die Leine in einer Höhe von etwa 20
Fuß von der Erde abriß. Es ist bis jetzt der erste Fall, daß
aus dem festen Brückenthurm ein Gefangener entwichen ist.

F Oeffentliche Bitte. Nachdem Graf Chorinsky erklärt hat,
daß nach Amerika uur Gesiudel, aber kein Cavalier auswandere,
jo bitte ich die europäischen Völker, mir noch mehr Gesindel
3 Ia Lafayette, Garibaldi, Hecker, Struve, Füsler. Siegel u. J.
p., aber um Gotteswillen keine Cavaliere à Ia Graf Bocarmoͤ, de la
Pommerais, Chorinsky, Sobbe und Putzki zu senden. Das von
solchen Cavalieren bisher noch verschant. gebliebene Ameritka.

GEiine auf dem Lande lebende reiche engliche Lady schrieb
an ihre Cousine, eine liebenswürdige junge Witline, die sich einen
zroßen Theil des Jahres in London aufhielt, da ihr das Land-
eben zu einfam erschien, sie möchte ihr doch den Gefallen exmwei⸗
en und ihr durch. Vermittelung ihrer, vielen Bekannten einen
dauslehrer für ihre beiden Söhne zu verschaffen suchen, der nicht
olos in allen Fächern der Gelehrsamteit zu Hauje. sondern auqch
musikalisch sei, gut zeichnen, reisen und schwimmen könne, ernsi
und doch freundlich, klug aber nicht eingebildet, bescheiden, aber
nicht schüchlern, anspruchloss und dabei würdevoll fei. Außerdem
dürfe ex weder zu alt noch zu jung sein müsse aus quständiger
Familie abstgmmen, eine, feine äufere Tournure besitzen — karz⸗
im Inneren wie ign Aeußeren ein ganz vollendeler Geutlemann
jein. Dafür dürfe sie dem, Betreffenden eine sehr angenehme und

mecht e 8. dauernde Stellung in Aussicht stellen, mit sqa und so viel Gehalt
Fur die diesjährige Kreisversammlung des Pfälzischen verbunden — wir glauben ein waren 190. Pfd Sterling lLadh
Pehrervereins, welche am 33. September in Kaiserslauternabge - A. antwortete ihrer Coufine, in— Jorlshirer — „Liebe Adelaidest
halten wird, sind folgende Vortruge angemeldet: i), Die Vil, Ich habe einen Hauslehrer, wie V, ihn verlangst, gesucht, bis
dung der Volksschullehrer.“ Referent Herr Lehrer Bärmann. von jetzt aber noch nicht gefunden. Doch, ich werde mich die Muhe
Ingenheim; 2) „Ehre, Deinen Stand und dann wird or Dich nicht verdrießen lassen, ahn zu suchen,—und sybaldeich ihn gefuñ⸗
pieder ehren,“ Referet der erste Vorstand. Herr Lehrer Görmer den habe, tannst Du Dich daraufe verlassent daß jch hn — hei
von Iggelheim; 9) „Vollsschule, Volksbildung, Volkswohlstand, ralhen werde. J
Bolksgröße,“ Neferen Herr Lehrer Arnold bon Zweibrücken; 1)y,, f Christlich.) Die Gemeinde Lichtensteig im schweizeri⸗
„Der pfälzische Lehrerperein schließt sich dem bayerischen ⸗ Lehrerelschen Konton St Gallen hat —I
vereine an und steht zu demselben in gleichem Verhältnisse wie dieselde dem Gottesdieuff der Refornurten um Katholiken einge⸗
die übrigen bayerischen Kreispereine.“. Antrag von Herrn Lehrer räumt. Vei der Finwrihang, sprach zuerst der reformirte und
Trier in Zweibrücken. — dann der katholische Pfarrer. Ueber der Thur ist zu lefen:
FHerr Schwerd machte im „Sp. Anz.“ bekannt: - Die Ve—⸗ In diesen ———
nus steht jetzt als Morgenstern am Himmel in ihrem größten Glanz I Ache ren de J A *
und kann bei reiner Luft jeden Tag von 8 bis 12 Uhr in mei went sie in Eintract sich —8 —— ——
Garten (in Speyer) beobachtel werden, durch einen Achro⸗ 236 *. .
——— perer beobachtet Achro So wird hier Beiden Gluͤch erblͤh'n.
maten 125mal vergrößert, sichelfermig und doppelt so groß als 9 7 * J
der Mond dem unbewaffneten Auge erscheint. Die in Genferscheinende,Suisfe radicale,“ erzühlt- als
7 Bingen, 18. Aug. Aus dem Filialdorfe A. ...... ein Curiesum, welches die Klagen der Fremden über, die in der
in unserem Kreise wird eine misteriöse Geschichte gemeldet. Es Schweiz erlittenen Prellereien nur bedätigen würde: Die Königin von
soll bei dem Pfarrer des Mutterdorfes D. eine „Dame? mit dem kngland habe auf demn Bahn of von Basel für ein aus Liffee, But⸗
Begehren erschienen sein, er möge an der Leiche eines Kindes die ler, Brod und kaltem Fleißth bestehenden Frühstüd für dreißig
aublichen kirchlichen Ritualien vornehmen. Nachdem' der Pfarrer bersonen 700 Frck, dbi 23. Fres. für die Persom gahlen
angeblich „aus Vergessenheit“ weder zur Begleit ing noch zur Ein. müssen. —
segnung der Leiche erschienen sei, hade die Dame“ die Teremo 7Die Nachrichten über das Brigantenthum in Neapel
nien und Gebete selbst vorgenommen, Einige Tage nachher habe sind noch immer dieselben. In der Umgebung von Catanzara,
sich indessen der Pfarrer heimlich auf den Friedhof begeben und wo Oberst Milon sich beliebt zu machen gwußt, flud unlängst 14
die lirchlichen Ceremonien am Grabe nachträglich vollzogen, um Brigantenhehler ausgehoben worden, an deren Spitze sich der
der Seele des Kindes den Himmel zu öffnen, Ueber die Bezieh⸗ Pfarrer befand. Sie wurden unter dem Geheul der Weiber fort
ungen der in dieser Sache handelnd aufgetretenen Personen kur⸗ geführt, die nach dem Verschwinden der sauberen Schaar in die
iten allerlei Vermuthungen, ebenso über die Kindesleiche. Der dirche stürzten, um die Statue der Santa, Madonna zu
Fall wird wahrscheinlich das bischöfliche Ordinariat in Mainz und zertrümmern, indem sie riefen: „Du bist zu nichts gut, da du er⸗
pielleicht auch die Gerichte beschäftigen. laubt hast, daß die Piemontesen unsere Manner und unsern
Am 8. 9. und 10. September findet in Darmstadt die 15. Pfarrer fortführen!“
Wanderdersammlung deutscher Bien enwirthe statt.“ Mit In New⸗-Jersey (Nordam.) wurde am 1. August auf Re⸗
der Versammlung wird eine Ausstellung, Prämiicung und Ver— zuisitation des hessischen Konsuls ein gewisser Heincich Schafer
oosung von ienenzuchtgenständen verbunden. verhaftet, welcher in Bretzenheim (Hessen) eine ganze Familien de—
ß e e ist aͤrzuicher. — die ren Bedienter er war, ermordet haben soll.
————
Sielefeld, 18. Angist. Die junge. Frau des hiesigen )rsen großes Museum dor einiger. Zeit abbrannte scheint doch
Zahnarzt St. wendete heute Mittag in Abwesenheit ihres Mannes uicht abgebrauut zu sein. Seine Agenten haben für ihn in
hlorosorm gegen hefligen Zahnschmerz anms hal aber laver dies, Steinfurth bei Nauheim in Oberhessen-eine neue Goldquelle ent⸗
Unvorsichtigkeit mit dem Leben buüßen müssen. Jecht: Ein Riesenlind, Etisabetha Falt erst 6ꝛ Jahre ait, bereits
pmbu— rg. 15. August. John Parks, angeblich Juwe— kFuß groß und 226 Pfd. schwer. Barnum hat dies kolossale
lier aus Londou, welcher am A1. Julienl. J. zu Ems verhaftet Mädchen und deren Vater vom be Januar — ab auf die Dauer
wurde, weil er in dringendem Verdacht stand, einem Kurfremden von 8 Jahren engagirt, um die schaulustigen Hankees in Ame⸗
aus Belgien 3 Billete à 1000 Fts. entwendet zu haben, welche vhn damit auszubeuten, und atztt hiefür jahrlih0. 8 Doll.
mit der Brieftasche des Bestohlenen im Besitze des Parks gefun Laut Contrakt it die ganze Summe dvon —— Dollarß be⸗
den wurden, ist in der Nacht vom 10. bis 11. s. M. aus dem Leits in einem Bankhause in Frankinrt am Main devonirt.
hiesigen Gerichtsgefängnisse auf eine wahrhast lebensgefährliche FGismard-Stadt.) In Mexieo soll am Cochusflufse
Weise durchgebrannt und fehlt trotz der umsichtigsiten und thätige durch einen Darmstädter, Gustav Schleicher, im vorigen Jahre
en Necherchen bis zur Stunde noch jede Spur von demselben.' eine Stadt gegründet worden sein, der der Name des norddeut—
Dieser enalische Juwelier scheint ein geübter Turner zu sein, sonst schen Bundeskanzler beigelegt worden ist. Die neue Stadt soll sich

Zweibrüden, 20. Aug. Machmitiagssitzung.) Anklage
gegen den flüchtigen Karl Geil, 24 Jahre alt, Schiffzieher pon
Ludwigshafen, wegen Körperverletzung im Verbrechensgrade.
Der Angeklagte, ein unbändiger, jähzorniger Mensch, hatte am
21. März J. J. in der Wirtbschaft von Johann Heß zu Lud—
wigshafen schon wahrend des Laufes des Tages mit mehreren
Ruhrschiffern Händel bekommen. Nachdem dieser Streit durch
Einschreiten der Polizei beendigt war, hatte derselbe trotz Abmah⸗
nung seiner Mutter sich mit feinem Schiffsmesser versehen und
war in die Heß'sche Wirthschaft zurückgekehrt. Dort setzte er sich
mit seinein Bruder Friedrich Geil au einen Tisch, an dem bereits
anter andern Gästen der Schiffsmann Jacob Kander von Neu—
hurg und dessen Sohn Friedrich jaßen. Der Bruder des Auge—
klagten bekam bald mit dem junzgen Kander Streit, an dem sich
aber weder der alte Kander noch der Angellagte betheiligte. Als
gber Letzferer, der etwas angetrunken war, wahrscheinlich qus
Versehen ans dem Weinglas des alten Kander trank und dieser,
der solches bemerkte, deßhalb sein Glas zurückzog, stand der An—
geklagte plötzlich' auf, zog sein Schiffsmesfer und schsug damit dem
alten Kander in's Gesicht, daß derselbe zusammenfant, 31 Tage
arbeitsunsfühig wurde und als bleibenden Nachtheil eine Lähmung
der ganzen linken Gesichtshälfte davon trug. Der Angeklagte wurde
bereits früher wegen vorsätzlicher mit überlegtem Entschluͤsse ver—
übter Körperverletzung eines Gensdarmen im Dienst iit 9 Mo—
naten Gefängniß bestraft. Derselbe ging sofort nach verübter That
Jüchtig und wurde heute in contumaciam zu einer Zuchthaus—
trafe von 4 Jahren berurtheilt.

E
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        nach Brlefen ihrez Gründers in die Heimath eines schnellen Wachs⸗
hums erfteuen. Vismard ist fowohl in Nord- als in Südame⸗
iila eine äußerst populäre Personlichkeit und namentlich erkennen
die dortigen Deutschen in ihm nach Berichten von Gerstäcker, den
„Gründer des künftigen deutschen Weltreichs“ und danken ihm
daß durch ihn der deutsche Rame wieder Ehre und Achtung im
Ausland erlangt hat

bollen Regenbögen, schlagen sie sich nach Hainan durch, wo sie sofort
zon den Strandläusern wie von hungrigen Wölfen angefallen und
hres Zeuges vom Leibe beraubt werden. Von Brandblasen und
eiser den Wunden bedeckt, werden sie endlich am fünften Tage im
Hafen von Kiuchifu von einem chinesischen Kanonenboot aufge⸗
ommen, dessen Commondant, Franzose (Marcy heißt der Ehren⸗
nann) von Geburt und „Gentleman every inch? alles Möogliche
zur Erleichterung der Armen gethan und dieselben nach Hongkong
zebracht hat. ..“

Chicago im Juli. Ueber das berüchtigte Sloman'sche
Auswandererchiff „Liebig,“ früher „Leibnitz,“ Kap. Vornhold.
iegen der „Illinois-Stagatsztg.“ zufolge der deutschen Gesellschaft
n Chicago beschworene Aussagen sehr gravirenden Inhalts vor.
Schiff „Liebig“ segelte am 3. Mai mit 540 Passagieren von
Sanburg ab und sam am 3. Juli in Quebec an. Die Passa⸗
siere erkiären, daß von 100 Kranken 40 (Kinder von 1 bis7
Fahren und 1 Erwachsener) starben und zwar, daß fast alle star—
hen, denen der vorgebliche Schiffsarzt Medicin verabreicht, daß
erner diese Medicin erst dann verabreicht wurde, als der
ranke schon halb todt war, und daß von Krankenpflege über—
aupt auch erst im letzten Stadium der Krankheit die Rede war.
Fetner wird über das empörende Betragen der Officiere und
Schiffsmannschaft gegen die weiblichen Passagiere scharfe Klage
Jjeführt.

p Schätzungen voller Ernten: Bayern circa 225,000 CEte.,
Böhmen 140,000, Oberösterreich, Steiermark und Ungarn 80,0009,
Baden 40,000, Württemberg 100, 000, preußifch Polen 50,006
Alimark und Braunschweig 35,000, diverse kleine Districte (Hes⸗
en, Sachsen, Rheinland ꝛc.) 10,000, Frankreich 130,000, Belgien
imd Hosland 175,000, der ganze Continent soll sonach
circa 935,000 Ctr.

Gerneberfall der norddeutschhen Zark
Lesmona“.) Die Ueberlandpost bringt die Nachricht, daß die
Schunerbark „Lesmona.“ Capitan Steinickt von Bremen, füdlich
— — angebohrt
ft.o Es geht der Weserzeitung über den Fall eine Zuschrift von
einem der an Bord der „Lesmona'“ befindlich gewesenen Seeleute
zu, der wir das Nachfolgende entnehmen. Die Bremer Bark
Lesmona,““ Capitän Steinickt, ist auf der Reise von Honglong
iach Saigon, südlich von Hainan, von einer Macao Lorcha ge⸗
dommen worden. Nachdem die Seerduber die Mannschaft gezwun⸗
gen, alles Wunschenswerthe auszuliefern, haben die Hallunken für
Jut befunden, die Besatzung und Passagiere wie Häringe in den
leinen Raum für die Aukerkette, im Vorschiffe einzupferchen, die
Jucken mit allerlei schweren Gegenständen zu verbarrikadiren nnd
mit Eintritt der Nacht das Schiff anzubohren. Nach fast über—
menschlichen Anstrengungen gelingt es den einem furchtbaren Tode
Geweihten, auszubrechen — um sämmtliche Boote in halb vernich⸗
selem Zustande und das unglückliche Schiff im Sinken begriffen
ju finden. Ein- Ertrinkender greift noch einem Strohalm. Die
—DDDD0— Bettzeug dicht
gestopft, Dechen drum genagelt und Tobesangst erhält es flott.
Die Haͤlfte der Mamnschaft rudert, die andere Hälfte darf nich'
rufhören mir Eimern das Wasser sortwährend „auszuösen,“ so
vahrend zwei · Tagen unter glühender Trobensonne zwei Nächten
—
GVPRMAMIA.
Lebensversicherungs-Actien-Gesellschaft
J rctettin.

3,000,000 Thlr.,
2586 760
1,4353,356 F
2,047,180

den 29. August nächsthin, jedes⸗
mal Morgens von 8 — 12 Uhr
und Nachmittags von 2253 Uhr
im Stadthaussaale zu St. Ing—⸗
bert unfehlbar sich einzufinden und ihre
Quittunzen über die in den Jahren 1807
und 1868 bezahlten Verificationsgebühren
dem Hrn. Regierungs-Spezial⸗Commissär
»orzulegen. J
St. Ingbert, 24. August 1868.
Der kgl. Polizeicommissär:
Krieger.

Grund-Capital
Reserven Ende 18603
Jahreseinnahme.
Bis Ende 1867 bezahlte Ver⸗
sicherungssummen
Versicherungs⸗Bestand Ende April 1868: 98,834 Verũ—
cherte mit 45,685,810 Thaler Versicherungscapital.

—D Nodenbufch in St.
Ingbert sind mehrere tausend schöne
ztückhölzer zu verkaufen.

Worms den 21. Angust.

Wir notiren heute: Weizen 12 fl. 15 kr.
»zis 12fl. 45 fr. Roggen 9 fl. 45 kr.
bis — fl. — kr. Gerste 10 fl. 20 kr.
bis 10 fl. 30 kr. per 100 Kilo. Hafer
5 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 12 fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 10 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 11 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 16 fl. — kr.
— fl. —kr. Blumenmehl. 17 fl. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— fl. — ir. bis — fl. — kr. per 83
dilo. Rüböl ohne Faß 18 fl. 30 kr. bis
19 fl. — kr. Leinöl ohne Faß 29 fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Feß
32 fl. — kr. bis 33 fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fl. — kr. Branntwein 29 fl. 30 kr.
vijs 30 fl. — kr.

— — —

Maäßige Prämienfätze. J
Zchleunige Ausfertigung der Polieen.
Prompte Regulirung der Sterbefäile.

Die „Germanig'“ schließt Versicherungen auf das menschliche Leben,
Aussteuer, Renten und Altersversorgung unter den liberalsten Bedingungen ab
und empfiehlt sich zu deren Vermittelung. sowie zur Ertheilung jeder gewünsch—
ten Auskunft

St. Johanu. der Haupt-Agent
Geor Gros—.
6 d HS3 —
Fraukfurten RNferde-Verloosung
I am 26. u. 27. August, Loose 4 fl. 145 lr,. J
pei Jos. RUBS Ila in Frankfurt am Main.
bewillige Rabatt.
Unter Bezugnahme auf dieses Rescript,
werden sämmtliche Gewerbtreibende von
St. Ingbert und St. Ingberter-Grube,
welche zur Haltung von Maaßen und Ge—
wichlen verpflichtet sind, so wie alle übri—
jen Bewohner von da, welche Maaße und
Hewichte in den Jahren 1867 und 1868
erificiren ließen, hiermit aufgefordert,
Freitag am 28. und Sanmistaa

Mainz, 21. August.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mat—
er à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—⸗
zenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Ifd.) 12 fl. 30 kr. — 13 fl. — kr. —
dorn (180 Pfd.) 9 fl. 45 kr. bis 9 fl. 53
x. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 35 kr. bis 10
. 45 kr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 30 kr.
ais 5 fl. 50 kr.

Mit hohem Regierungs Rescript vom
21. Juliel. J. wurde ein Spezial⸗Com⸗
missär beauftragt, die Controle über die
zus der Verification von Maaß und Ge—
wicht herrührenden Einnnhmen während der
Jahre 1867 und 1868 im Amtsbezirk
Zweibrücken vorzunehmen.
Zedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetßt in St. Ingbert.
        <pb n="407" />
        St. Ingberler Anzeiger.

—
Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Dsnnerstag

und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreijpaltige Zeil⸗
Blattschrift odet deren Raum berechnet.

— —2 4 4242 — — —ñ — — — — — — — —

—Er— de 1868

— —.
Deutschland. n

Munchen, 23. Aug. Wie wir aus verlässiger Quelle
rfahren, wird am 15. September der besondere Ausschuß der
Abgeordnetenlammer zur Berathung der Militärstrafgesetzgebung
inberufen werden, nachdem Referent Abg. Stenglein —9 Referat
iber den allgemeinen Theil des Militärstrafrechts nunmehr vollen⸗
zet hat. So viel wir übrigens vernehmen, wird es noch immer
zabon abhängen, daß hinsichtlich der Vorlage des Militärstrafpro—
resses zu rechter Zeit genügende Sicherheit gegeben wird, ob der
Militärausschuß mit der Berathung des Militärstrafrechtes begin⸗
ien wird, oder nicht. Auch bezüglich des Civilproceßgesetzgebungs⸗
lusschusses der Kammer der Reichsräthe verlautet, daß derselbe
Ditie September zur Vollendung der ihm noch uͤbrigen Aufgabe
usammrntreten wird. — Dieser Tage wird der Austausch der
tatificationsurkunden hinsichtlich des Postvertrages mit der

vᷣchweis erfolgen.

München, 24. Aug. Eben kommt der Gesetzeniwurf, die
reue Gemeindeordnung für die Landestheile diesseits des Rheines
etreffend, wie derselbe aus den in zweiter Lesung gefaßten Be—
chlüssen des Ausschusses der Abgeordneten Kammer hervorgegan⸗
zen ist, zur Vertheilung und zugleich mit un ein don den Abge⸗
ordneten v. Soyer und Kolb beantragter Gesetzeniwurf, die Ge⸗
neindeordnung in der Pfalz betreffend, welcher wesentlich kürzer
ils der erstgenannte ist, da er nur 132 Artikel enthält, während
ener deren 204 zählt.

München. 25. Aug. Die „Neuesten Depeschen“ melden
auus bester Quelle: Die von Darmstadt aus telegraphisch verbreitete
Nachricht don der Verlobung des Königs von Bayern mit der
Broßfürftin Marie ist unrichtig; ferner ist das von Karsruhe aus
verbreitete Telegramm über die füddeutsche Militärconvention durch⸗
nus unbegründet. Der 15. September war als Tag des Zusam—
nentretens der Conferenz gar nicht festgesetzt.

Seine frühere Erklärung berichtigend, erklärt nun (amtlich
iner durch Hrn. Umbscheiden erhaltene Mittheilung) Hr. G. Fr.
Zolb in der „Frkf. Zig.“, daß die im Jahre 1849 von Frank
urt nach München entsandte Deputation dem Könige Mar II.
aicht unmittelbar die Kaiserkrone, sondern zunächst die Statthal⸗
erwürde angetragen.

Laudau, 22. August. Die Conferenzen der süddeut⸗
schen Kriegsminister haben begonnen. Wie man der Elberf. Ztg.
mitttheilt, werde bei denselben die Festungsfrage eine hervorra⸗
zende Rolle spielen. Bayern möchte die Festung Landau rassiren,
iber Preußen macht geltend, daß in diesem Falle ein anderer
Punkt der pfälzisch-französischen Grenze befestigt werden müsse,
im der preußischen Grenzfestung Saarlouis als Stützhunkt zu
dienen. Im Princip ist Bayern damit einverstanden, allein was
den Kostenpunkt anbelangt, fordert es die Betheiligung der bei—
den anderen süddeutschen Regierungen an dem Bau, da es sich
um etwas handle, was jedenfalls zum gemeinsamen süddeutschen
Bertheidigungssystem gehöre. Württemberg und Baden dagegen
veisen darauf hin, daß die Befestigung der Rheinline nicht blos
im Interesse der süddeutschen Staaten, sondern eigentlich ein ge⸗
neinfames deutsches Interesse sei, also auch der norddeutsche Bund
dafür einzutreten habe.

Dienstesnachrichten.

Der Professor am kgl. Gymnasium zu Zweibrückeen,
J. N. Bisschoff, ist zum ordentlichen Professor der Mathe⸗
natik an der neuen polytechnischen Schule in München er—
nannt worden.

Karlsruhe, 24. Aug. Dem Vernehmen nach soll der
nuf Mitte September in Aussicht genommene Zusammentritt von
Bebollmächtigten zur Berathung des Projectes einer sfüddeutschen
Militärcommission nicht staitfinden.

Darmstadt, 24. Aug.Die rußssische Kaiserfamilie trifft
zeute Abend iu Jugenheim ein.

Xrankfaöart, 25 4Auqg. Der König?passirte heute, von

Coblenz kommend, unsere Siadt, um sich zu einer Trubpenschau
aach Hanau zu begeben, von wo er Nachmittags ebenfalls über
hier nach Gotha reiste.

Berhin, 21. Aug. Die Franzosen sind recht naide Leute;
sie predigen in allen Tonarten Krieg und Haß gegen Preußen
viegeln in Süddeutschland zum Verrath am Vaterlonde auf, em—
enden Spione zum Aufnehmen von deutschen Gefechtsfeldern und
leichwohl ärgern sie sich darüber, daß Preußen seinerseils nichts
erabsäumt, um sich nicht überraschen zu lassen, daß es na ment⸗
ich nichts unversucht läßt, um die süddeutschen Fürsten über die
zage der Dinge in Europa aufzuklären, und ihnen ihre waren
Interessen, ganz wie vor 1866, ans Herz zu legen. So schrei⸗
jen die Herren an der Seine der Zusammenkunft in Schwal bach
wischen den Souveränen Rußlands und Preußens — v. h. der
Thatsache der Zusammenlunft an für sich — eine große Wichtig
leit zu, und in gewisser Beziehung soll das nicht abgestritten wer⸗
den. Der Kaiser kam aus Kissingen, nachdem er Gelegenheit ge.
jabt hatte, die Fürsten des Südens zu sehen und daß ist das
Wichtige; sein Werk, wenn er überhaupt eines vollbringen wollte
ind vollbracht hat, war ein Werk des Friedens und das fühlt man
in Paris. Man fühlt ferner in Paris, daß das Netßz sich immer
enger um Frankreich zusammenzieht und daß der Augenblick nicht
nehr fern ist, wo an Stelle der „versöhnlichen Versuche“ ein euro⸗
zäisches Friedensmachtwort erkönen könnte, in das auch — frei⸗
villig oder gezwungen — Franz Joseph und Victor Emamil
instimmen müßten.

Aus Berlin will das „Mem. dipl.“ aus zuverlässigster Quelle

rfahren haben, daß die Note des Hrn. v. Usedom zu einem ziem—
ich bedenklichen Conflict zwischen dem Koͤnige und Hrn. b Bis
narck Anlaß gegeben hat. Es scheine, daß die Anwesenheit des
detzteren von Berlin von der ültra-conserva liven Pala ausgebeu⸗
et werde, den Einfluß zu beschränken, den der Kanzler des nord—
»eutschen Bundes bisher im Kabinet ausgeübt hade. Der Mei—
nungsunterschied, welcher zwischen dem Könige uͤnd seinem ersten
MNinister bezüglich der Usedom Note herrscht, soll zur Folge gehabt
jaben, daß der Koͤnig aus eigener Initiative dem Hofe von Wien
ẽrklärungen gegeben hat, um den üblen Eindrudk den die Note
zort hervorgerufen hat, zu mildern.

Berlin, 25. Aug. Der „Staatsanzeiger“ meldet: Der
isherige Secretär der französischen Gesandtschaft zu Bern, de Hell.
rhielt von der preußischen Regierung, Namens des Norddeutschen
Bundes, das Exequatut als franzoͤsischer Generalconsul in Franf
urt am Main.

Gut Varzin GPommern), 23. Aug. Graf Bismartk ift
mit dem Pferde gestürzt. Derselbe blieb zwar unverletzt, jedoch
haben sich in Folge des Sturzes Schmerzen in der ganzen Mus⸗
rulatur des Körpers eingestellt.

Gut Varzin, 24. August. Nach einer guten, fast schmer⸗
zensfreien Nacht konnte Graf Bismarck heute das Bett verlassen
und befindet sich derselbe, die Mustelschmerzen, welche sich bei stär⸗
leren Bewegungen einstellen, abgerechnei, den Umsfänden nach wohl.
ẽs haben keinerlei Verletzungen äußerer oder innerer Orqane
tattgefunden.

Frankreich.

Der „Constitutionnel“ berichtet über die Dürre, mit welcher
in diesem Sommer fast ganz Europa heimgesucht ist. Die zu⸗
nehmende Entwaldung unsers Erdtheiles wird als ein wesentliches
Moment in dieser Noth nach,ewiesen. Südenropa ist fast ganz
ahl gelegt: in Griechenland und Italien ist fast nichts von Be—
lang an Waldungen geblieben, in Spanien wird jetzt noch ver⸗
vüstet, was an einigen Stellen verfschont geblieben war. Wo
onst Wald Schatten und Kühle verbreitete, starren jetzt erhitzte
Flächen, und der Süden des Abendlandes gleicht bald dem trost⸗
os und üde gewordenen Morgenlande, daß einst so herrliche Wal—
der und Fruchtfelder besaß. In Algerien wo die Entwaldung
aft den höchsten Grad eereicht hat, ist eine Hitze von 30 Graßt
        <pb n="408" />
        erschlaffender, als eine Hitze von 35 Grad in Gegenden, wo die
Luft fortwährond durch Waldflächen gefrischt und der Boden an
einer allgemeinen Erhitzung verhindert wird, wo die Nächte kühl
find und Wolken und Wind sich bewegen. Die Entwaldung be—
begünstigt lange Hitz zeiten, denen dann jähe Wolkenbrüche mit Ha⸗
gei folgen. Kurz die Wal dverwüstung hat das europäische Gleich—
gewicht vernichtet, und die furchtbaren Wetter, die sich jetzt an den
Bergen entladen, spülen den Rest der Pflanzenerde fort, und die
Flüfse treten jühlinas über und verwüsten auch die Niederungen.
Von Südeuropa rüdt diese Wüstlegung mit jedem Jahre weiter
nach? Norden, und man sollle sich darum weniger wundern und
— so leichtsinnig und die
Regierungen noch so blind und träg in einer Sache sind, über
welche die Wissenschaft längst im Reinen ist, und über die sie
schon so oft ihre warnende Stimme erhoben hat.

Aus Paris läßt sich die „K. Z.“ schreiben: Heute circu⸗
lirten hier beunruhigende Nachrichten aus Italien. Es heißt, daß die
florentiner Regierung im Begriff stehe, zu ganz außerordentlichen
Maßregeln ihre Zuflucht zu nehmen. Näheres darüber vernimmt
man nicht. Nur ist es sicher, daß die Attionspartei im Augen-
blicke äußerst eifrig ist, und dieses ist es vielleicht, was den An⸗
daß zu Gewaltstreichen, in Florenz geben wird. Was Mazzini
aubelangt, so reist derselbe noch diese Woche nach Lugano ab.

In dem französischen Kriegsbudget soll (nach dem „Figaro“)

eine Ersparniß dadurch vorbereitet werdeu. daß die Haferrationen
der Pferde verringert, durch eine entsprechende Quanität Mais
ersetzi, und so täglich per Pferd ca. 8 Sous erspart werden, was
fur die 200,000 Pferde der Armee eine iägliche Ersparniß von
80,000 Fres. ausmachen würde.
T hiers, der —XD —— Kaiserreichs, ar⸗
beitet gegenwärtig an einer Geschichte der Restauration. Die⸗
selbe sol in 10 Banden erscheinen, für jeden Band erbält er
10,000 Fr.

Paris, 21. August. Die „Liberté“ bringt wieder einen
Artikel, worin die Nothwendigkeit der Eroberung der Rheingrenze
auch aus Sparsambleitsrücksichien demonstrirt wird. Mit dem vier—
ten Theile der für die Krim, für Itaͤlien und für Méexico aus—
gegebenen Summe tzähle uragu die, Niederlagen von 1814 und
1815 ausloschen und dir nalürlichen Grenzen herstelen können.
Wenn Frankreich diese Grenzen nicht verloren hätte, wie viele
Millionen hätte nicht Frankreich und ganz Europa sparen können;
denn es ist vom Gesichtspunkte der, „Liberte“ aus natürlich in
ganz Europa lauter Frieden und Ftdhlichkeit, sobald Frankreich
den Rhein besitzt, dann kann alle Welt abrüstenn

Paris, 22. August. In den hiesigen Regierungs- und
militärischen Kreisen ist man ziemlich gereizt über eine Nachricht,
welche die Opinion Nationale aus Rom erhält. Ein preußischer
Heneral, der seine Mission gar nicht geheim halte, befinde sich
augenblicklich in der ewigen Stadt, um die neuen, von den fran⸗
dsischen Ingenieuren angelegten Befestigungswerke derselben zu stu—
diren. Er sei indessen wenig mit denselben zufrieden und bezeichne
das ganze Dreieck, das aus der Engelburg, dem Aventin und
dem Vianicolo befteht, als falsch angelegt.“ Das Fort auf dem
Adentin kann von den übrigen Werken aus nicht bestrichen wer⸗
den und muß so dem Feinde leicht in die Hände fallen. Seiner⸗
seits aber beherrscht es die ganze Siadt mitsammt ihrem Dreied,
jo daß dieselben sich einem Feinde, welcher den Aventin besetzi
hielte, auf Gnaden oder Ungnaden ergeben müßten. Dieses Ur⸗
theil eines preußischen Ofsiziers beruührt hier um so unangenehmer,
als man sich gerade auf die römischen Befestigungen viel zu Gute
shat, und der General Dumont, der dieselben angelegt hat, als
eijnet der ersten Ingenieure in der französischen Armee gilt.

Paris. 21. Aug. General Prim hat auf der Durchreise
hier vor einigen Freunden sich dahin ausgesprochen, daß er nach
London gehe, um daselbst einen Angriffsplan gegen die Regierung
der frommen Königin Isabel auszuarbeiten; an der französischen
Grenze, fügte er bei, sei Alles bereit, um den Flüchtlingen den
Weg nach Spanien zu sichern. Aus Madrid selbst erfährt man,
daß die Partei Montipensier täglich mehr Boden im Lande gewinne.
Der Kriegswinister hat seine Entlafsung eingereicht.

Auch mit Ih em Bayern beschäftigt man sich hier. In Fon⸗
taiuebleau soll man von der Heirath des Herzogs von Alencon,
des Sohnes des Herzogs v. Neumours, mit der baherischen Her⸗
zogstochier nicht sehr erbaut sein. Und die „Nordwestcorrespon⸗
denz“e will wifsen, der Fürst Hohenlohe habe dem Kaiser von
Deferreich Eröffnungen im Ramen des Berliner Cabinets
gemacht.

Enagaland.
London, 21. Aug. Ueber den außerst beklagenswerthen
Unfall, der lich gestern Mittag von 1 und 2 Uhr auf der Linie
er Londoner und nordwestlichen Eisenbahn zwijchen Chester und
Folyhend in der Nahe von Llanddulas, etwa Vue Meile von

Abergesey EStalion entfernt, ereignete, erfährt man folgendes Na⸗
dere: Der irische (limitirte) Posizug, welcher London um 724 Uhr
Rorgens veriassen hattte, passirte Abergeley · Station um 1Uhr
n gewoöhnlicher Weise. Ein Güterzug war ihm eine halbe Stunde
rüber vorausgegangen. In der Nähe von Llanddulas hatte der
ßostzug den Gütertrain eingeholt, und stieß mit ihm in einer
ürchterlichen Weise zusammen. Der letzte Waggon des Güterzug
zes enthielt unglücklicherweise eine volle Ladung Petroleum, und
zurch den heftigen Zusammenstoß explodirte dasselbe. Binnen
venigen Augenblicken standen die Lokomotive, die Postwaggons
ind drei Passagierwaggons erster Classe, welche an und für sich
hurch den fürchterlichen Zusammenstoß halb zertrümmert worden
varen, in vollen Flammen. Ehe Hilfe anlangen konnte, welche
n Folge der zerbrochenen Telegraphendrähte ziemlich verzögert
hurde, verbrannten 23 Passagiere, die auf der Reise nach Irland
egr ffen gewesen waren. Von Chester und Crewe wurden sofort
dekomotiven, Krahne und Mannschaften nach der Unglücksstätte
ibgeordnet, und auf's Eifrigste schritt man zum Rettungswerk.
die 23 Leichen wurden nach der Pernstatyn⸗Station geschafft,
‚ort in Särge gelegt und in die Kirche zu Abergeley aufgestellt.
Viele derselben sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Unter
venselben sollen sich aller Wahrscheinlichkeit nach Lord Farnham
nebst seiner Gattin und 2 Töchtern befinden. Eine Uhr wurde
ufgefunden, in welcher der Name des Lords eingravirt steht.
der Heizer der Locomotive, ein Postsortirer und ein Schaffner
aben ebenfalls ihren Tod gefunden. Letzterer ist buchstächlich zu
ische verbrannt. Der Lokomotioführer des Postzuges, welcher
den Zusammenstoß vorausgesehen, ihn aber nicht mehr zu vermei⸗
en un Stande war, hatte durch Herabspringen von der Lokomo⸗
ive sich von dem sicheren Verderben gerettet, und kam mit einigen
eichten Verletzungen davon. Ueber die Anzahl der verletzten Pas⸗
agiere verlautet bis jetzt noch nichts. Die Eisenbahn⸗Direk⸗
ion hatte 4 Aerzte aus Abergeley und Rhyl abgesendet, um den
gerunglückten Beistand zu leisten. Unter den Passagieren der er⸗
en Wagenklasse befanden sich die Gemahlin des Lord⸗Lieutenants
bon Irland, Herzogin von Abercorn nebst Familie, Lord Hamil⸗
on, Vord Castilerasse und Familie, nnd mehrere andere Mitglie⸗
— welche aber fämmtlich unbe⸗
hädigt davonkamen. Gegen 6 Uhr Nachmittags war die vinie
eräumt und der Verkehr wieder hergestellt. Dem ueuesten Be⸗
aichte zufolge sollen sämmtliche Postbeutel vernichtet worden seiu:
Neuere Nachrichten bestätigen den Tod des Lord Fatnham.
einer beiden Töchter und einer Dienerin. Lady Farnhan ift
richt todt, sondern nur leicht verletzt. Der Postwaggon ist vol⸗
ig zertrüͤmmert worden. Der Zusammenstoß der beiden Züge
'oll, wie Augenzeugen versi hern, derartig fürchterlich gewesen sein,
aß die Passagiere der ersten 3 Waggons sofort sinnlos zusam—
nenstürzten und nicht im Stande waren, einen Schreckensschrei
uszustoßen. Die meisten der unglücklichen Opfer müssen ohne
sondere Leiden gestorben sein. Die Geistesgegenwart eines
Schaffners, welcher den vierten Waggon des Zuges in schleu nig⸗
ser Eile von dem in Flammen stehende Vordertheil desse lben
rennle, verhinderte weitere Vernichtung von Menschenleben und
rigenthum.

London, 25. Aug. „Daily News“ melden die Auswei—
ung des Secretärs Prim's und die Abreise der exilirten spani⸗
chen Generale und Journalisften.

Liverpool, 28. August. Das Schiff „Tara“ist
zuf dem Mersey gesunken: es sind dabei 23 Personen
ertrunken.

Southampton, 21. Aug. Das Paketboot, welches vom
Tap der guten Hoffnunng ankam, bringt folgende Nachrichten
nit. Die Kristenz reicher Goldminen im Innern des Landes be—
tätigt sich. Die eingebornen Hauptlinge sind günstig für die
xuropäer gestimmt und zeigen sich geneigt, ihr Gebiet der engli—
chen Regierung abzutreten. Das Gold ist im Ganzen von der
Zreite eines halben Zolls gefunden worden, und die Ausbeute ist
im so reicher, als die Ausgrabungen tiefer gehen. Die Geschüfte
haben eine bessere Wendung genommeun. Es sind große Wegen—
Hauer eingetreten. Die Frucht ist selten und theuer.
Türkei
Nhodos, 6. Aug. In unseren Gewässern haben sich wie⸗
er Seerauber gezeigt: eine große Barke mit etwa 40 dieser
Schurken bemannt, wandte sich in den letzten Tagen nach
der Insel Kalymnos; sie landeien an der Insel, und wollten
vährend der Nacht die Kalyumnioten überfallen, diese aber
halien Wind davon bekommen, und erwarteten dieselben
ewaffnet.

Rufland.
Peteraburg, 23. Aug. Das Zolldepartement verdffent—
icht einen officiellen Bericht über den ELporthandel
        <pb n="409" />
        nach welchem sich der Handel! verkehr mit Europa in elf Jahren
derdoppelt hat.
Amerika.

Der „Newyork Herald“ prophezeit, daß, falls der Sieg
Seymour's oder Grant's bei der Präsidentenwahl nicht sehr eni—
scheidend ausfallen würde, unbedingt der Bürgerkrieg ausbrechen
werde. — In der Washington⸗Gruft im Capitol zu Washingion
tstand vor Kurzem eine gewaltige Gaserrxplosion, welche großen
Schaden an dem Gewölbe anrichtete und die Trauer; Parapher⸗
zalien des verstorbenen Prasidenten Lincoln theilweise ver—
nichtet hat.
—8R — ,ννν—
Das liberale Oesterreich.

Die „W. d. b. J.“ schreit: —

Es wäre sehr verkehrt, dem jungen österreichischen Liberalis—
mus die Huldigung, die ihm von den Theilnehmern des Schützen⸗
festes dargebracht wurde, deshalb zu mißgönnen, weil der bitlere
Haß gegen die neue Ordnung der Dinge in Deutschland bei Vie
len die Triebfeder der Begeisterung war. Daß die auswärtigt
Politik der österreichischen Regierung nicht auf so erbärmlich schwa
chen Füßen steht, um sich durch diese Kundgebungen des Hasses
don dem eingeschlagenen Wege ablenten und in die Irre fuühren
zu lassen, hat die Schlußrede des Frhrn. v. Beust bereits außer
Zweifel gestellt. Wenn daher die Vorgänge des Schützenfestes
überhaupt eine praktische Wirkung im Wien zurücklassen, so kann
es nur sein, daß fie dazu beitragen,“die liberale Richtung der in
aern Politik zu befestigen, und dies müßte von jeder liberalen
Partei in Deutschland willkommen geheißen werden.

Wir hätten schwerlich das moralische Recht, wir haben aber
auch keinen politischen Grund, einen reaktionären Rüchschlag in
Desterreich zu wünschen; es ist vielmehr einleuchtend, daß der
dortige Zustand der Dinge uns selbst zum entschiedensten Vortheil
zereicht zunächst für unsere einheimischen Angelegenheiten, und
schließlich in Bezug auf die nationalen Interessen.

In der Gesetzgebung und Verwaltung der Mittel und Kleim
taaten muß dieser Zustand überall, je mehr der Glaube an seine
Dauer Wurzel schlägt, einen wohlthätigen Einfluß üben. Das
alte Oesterreich war zumal in Süddeutschland der stärkste Rückhalt
des dureaukr itischen und des ultramontanen Elementes, die ͤch
zlücklicherweise nicht. so gut wie dort zu verständigen wußten, son⸗
dern durch Zwietracht wechselseitig schwächten.“ Beiden ist jetz
ziese Stütze entzogen und das Gegentheil ist eingekreten, daß der
tampf gegen die Anmaßungen des Ultramontanismus und alle
iberalen Bestrebungen in dem Beispiel Oesterreichs ihren Rückhall
finden. Die veränderte Luftströmung in dem großen Nachbarstaate
entmuthigt und entkräftet den reactionären Geist, der an den Hö—
sen immer noch vorherrscht und so leicht das Ohr des Fürsten in
Beschlag nimmt. Wo früher schon unabhängig von den jüngsten
Ereignissen, eine Wendung zum Besseren eingetreten war, da wird

miudestens ihr Bestand zuverlässiger gegen Rückfälle gesichert sein
— vorausgejetzt freilich, daß in Oesterreich selbst die Reform Be—
stand hat, wie es unter den obwaltenden Verhälmissen wahrschein
lich ist. Aber auch in diesen Ländern, vor Allem in Bayern, wird
tein der Verhältnisse Kundiger behaupten, daß es für den Gang der
Gesetzgebung und des ganzen öffentlichen Lebens gleichgiltig sei
ob der österreichische Kultusminister Thun oder Herbst, der Mini
er des Innern Belcredi oder Giskra heißt.

Läßt sich annehmen, daß der neuösterreichische Liberalismus
auch auf die Verwaltung des preußischen Staates und auf die
Berfassung des norddeutschen Bundes — denn dort liegt im einen,
dier im anderen der Grundfehler — eine heilsame Einwirkung äußern
werde? Es' unterliegt keinem Zweifel, daß die Mainlienie heute
schon zu den Thatsachen der Vergangenheit zu zählen wäre, wenn
eine freisinnige Bundes⸗ und Staatsordnung von Berlin aus ihren
mächtigen Zauber geübt hütte, und es ist sehr wahrscheinlich, daß
die Ueberwindung der Hindernisse, welche dem Eintritt Süddeutsch
lands in den Bund entgegenstehen, erst dann gelingen wird, wenn
der jetzt die Köpfe verwirrende Gegensatz der Einheits- und Frei—
heitsinteressen seine Schärfe perloren hat. Ist es dem österreichi⸗
ichen Liberalismus beschieden, durch den moralischen Druck, den
sein Beispiel ausübt, die Verfassungs⸗ und Verwaltungsreform im
Norden und dadurch die Einigung Deutschlands zu fördern?

Mit einem unbedingten Nein können auf diese Frage nur
diejenigen antworten, die von der fixen Idee ergriffen sind, der
preußische Staat sei von Haus aus unwiderruflich zum Adsolutis
mus vderurtheilt. Siebt nian von dieser abergläubischen Vorstel
lung ab, so läßt sich nicht verkennen, daß die freisinnigen Stauts-
einrichtuugen des Kaisersstautes und die dadurch gestärkte liberale
Tutwickung der süddentschen Lünder auch auf Preußen und den
Horddeutschen Bund als ein beständiger Stachel wirken und den
lijeßlichen Sien des liberalen Elementes begünstigen müssen. Al.

lerdings ist in einem Großstaate, dessen innere Politik sich selbst⸗
ständig entwickelt hat, die Widerstandskraft der alten Traditionen
zehnfach stärker als in kleineren Landern. Dazu kommt in Preu—
ßen die Personlichkeit des leitenden Staatsmannes, dessen herrische
und gewaltthätige Natur sich jeder constitutionellen Beschränkung
mit Unwillen fügt. Die Verwaltungpolitik, die außerhalb seines
unmittelbaren Wirkungskreises liegt, die kleinliche fiskalischepolizei⸗
liche Praxis, die so viel Erbitterung hervorruft und so wenig
Achtung einflößt, hat Graf Bismardck ihrem herkömmlichen Lauf
überlassen. Es wäre schwerlich ein Hinderniß der Reform auf
diesem Gebiet, aber er hat anscheinend darauf verzichtet sie zu
fordern und durchzusetzen und man ecwartet in Preußen keine
wesentliche Aenderung, so lange nicht ein Thronwechsel frische
Kräfte in Bewegung setzt..

Soweit aber die Rückwirkung, welche der Umschwung der
Dinge in Oesterreich auf Norddeutschland, außern kann, sich über⸗
haupt erstreckt, wird sie doch nur eine wohlthätige sein. Das über—
dies die Vortheile, welche dem Süden zu gut kommen, unzweifel⸗
haft sind, so haben wir Grundegenug, uns dieses Umschwungtz
zu freuen und die Befestigung des neuen Zustandes zu wünschen.
Manche speculiren lieber auf den Fall Oesterreichs; diese Politik
wäre jedoch unter den gegebenen Verhaltnissen so leichtfertig
und fantastisch, wie die Speculationen Anderer auf den Zerfali
Preußens. ,

emiirchteccc.

7 Die Villa Ludwigshohe bei Edenkoben,“zu der 80 Tag⸗
verk Wald und 8 Morgen Wingert gehören, und di Konig Lud⸗
wig J. einem seiner anderen Eniel vermacht hatte, ist durch Kauf
um die Summe von 500,900 fl. in den Besitz des Koönigs Lud⸗
wig üÜbergegangen.

Speyer, 22, Aug. Die durch das Fest der Einweih—

ung des Lutherdenkmales in Worms wieder von Neuem wachge—

rufene Idee, ein größeres monumentales Wertk zur Erinnerung
m den berühmten Protest auf dem Reichstage zu Speyer im Jahre

1529 in der Nihe der Reischelruine oder angrenzend an diese

zu errichten, hat auch wieder erneutes Interesse diesen Ueberresten

zugewendet, was sich vorerst durch gründlich vorgenommene Rei⸗
nigung des Innenraumes in erfreulichet · Weise kundgibt. Bei
dem Auftaumen wurde nun gefiern ein Uberaus merkwürdiger

Fund gemacht, indem man naqh Beseitigung einer starken Schuit⸗

und Gerällschichte auf einen Plattenbeleg und schließlich auf kels

lerartige Raumlichkeiten stieß. Hier wurde beim Freilegen dieser

Raume eine noch fast völlig wohlerhaltene und auf den ersten Blick

erkennbare Lulherbüste in Gypé, deren Sodel abgeschlagen

war und sich ebenfalls noch vorfand, zu Tage gefördert. Es ist
anzunehmen, daß diese Buste jedenfolls vor dem großen Brand

—1689 irgendwie als Schmuck oder Erinnerungszeichen an den be—

rühmten Reformatav gedient Und in einem Saale, Schulzimmer

oder dgl. ihre Aufstellung gehabt, von wo sie vielleicht vor herein⸗
rechender Katastrophe in diesen feuerfesten Raum gefiüchtet
wurde. Auch fanden sich ein Menschenschädel und abgesägte Kno—
chentheile im Schutte vor, welch' Letztere mit einiger Sicherheit
wohl als amputirte Körpertheile zu bezeichnen sein dürften, indem
bekanntlich nebenan das St. Georgen ẽ* Hospital (das jetzige prot.

Diakonisienhaus mit dem anliegenden fruüͤheren Kantonsgefängnifse)
sich befand.

Die Anstellungsprüfung der 1864 aus dem Seminar ent⸗
lassenen Schuldiensterspectant en beider Confessionen
beginnt in Speyher am 1. OÖccober. Zulassungsgesuche sind mit
den vorgeschriebenen Zeugnissen längstens bis zum 10. Sept. bei
der k. Regierung K. d. J. einzureichen. 3

F Zu dem im Vehtember d. Jr in München abzuhaltenden
Turnlehrerbildungscsn ps sind aus der Pfalz
7 Lehrer —*
7 Das PKreisblait bringt die Verordnung des Staͤatsministe—
riums, betreffend die Prüfungen für das höhere Lehramt im Jahre
1868. Darnach beginnen die Prüfungen, für. das Lehramm ver
Philologie und dee Mathematik am I2. Dckobet die für den
iranzöfischen Sprachunterricht am 22 October und die für den
englischen Sprachunterricht am 20. October..

f In Waldbüttelbrunn bei Würzburg brach ain 17. ds.
Rachmittags Feuer aus, und zwar an derfelben Stelle, wie schon
einmal zur gleichen Zeit vor ächt Tagen. Diesesmal aber nahm
der Brand eine schreckliche Ausdehnung an und äscherte 60 Hauser
fast das ganze Dorf) ein. Bei dem Wassermangel war an
Rettung, trotz der rasch von allen Seilen herbeigeeilten Hilse,
kaum zu denken. Der Jammer und das Elend de diclen obdach⸗
los Gewordenen ist nicht zu beschreiben. Brandstiftung wird nicht
ohne Grund vermuthet.
Wiesbaden, 21. dug. Der Pfarrer Frehr. Dr.

b. Linde von Oberursel wurde heute zu' 30 Thlr. Strafe neriamn
        <pb n="410" />
        vell e in einer Wirthshauunterhaltung über die den depossedirten
Fursten gewährten Abfindungen den Ministerpräsidenten Bismarck
inen Spitzbuben genannt hatte.
Die diesjhrige Wandervers mmlunmg dentscher
Wein⸗ und Obstproducenten wird vom 1. bis 4. Oclober in
Truser lagen. und gleichzeitig eine Aus stelbung von Trau⸗
hen, Obst, Dbstproducten, Gerathen, jowie eine Weinmusterung
dattfinden.
ie König 3stein, 26. August. Von hier meldet man dem
Kh. H.“: In dem benachbarten Oberufel soll vor einigen
Lagen eine foͤrmliche Prügelei in der Kirche wegen des latei—
nischen Thoralgesanged, den das Vollk nicht will, stattgefunden
haben. —

Bei einem am letzten Donnerstag in Berlin stattgefum⸗
denen Pistolen⸗ Duell hat det Lieutenant von Rheinhaben seinen
Vegner, den Stud. jur. Ferry, lebensgefoͤhrlich verwundet; der
derwundete soll den Lieulenant in groͤblichster Weise insultirt ge⸗
Jabi, und dei der Zuredeftellung selbst de Forderung zum Duell
gesteillt haben. 9
re In Marbutg wurde der Lieutenant d. Wilkonsky von
zem seit 20 Semestern als Student eingeschriebenen Cand. med
Schmilt im Duell erschossen; die Utsache soll eine wahre Lappa—
sie dewesen sein; Schmitt und sein Sekundant find verhaftet.

Am 18. d. Vormittags ist das mit c. 30 Ctr. Pulver

zefüllte Pulmagazin der Zeche Altenstetten (Gei Müuhl heim
a.' d. Ruͤhr) in die Luft geflogen. J

ꝓ Bei einem Taubenwettflug von Dover nach London legte
qne Taube den 80 engl. Meilen langen Weg (noch dazu bei
ürmischer Witterung) in 2 Std. 6 Min—, eine andere in 2 Std.
i Min., die übrigen 10 in 24- 2*0 Std. zurück.

fIn Kalifornien erscheinen gegenwärtig 2838 Zei⸗
tungen.

In Durango Pexilo) sind auf obrigleitliche Anord⸗
nung im Monat Mai 82,696 Skorpione getödtet worden. Sehr
einladend für den Sommeraufenthalt.

— Bei einem am 23. Mai an der Murmanenkliste (weißes
Meer) wüthenden Sturme sind 50 norwegische Jollen und 25
norwegische Yachten verungluckt uund B0 Menschen umgekommen.

eEin T. Burchardt in Newyork hat auf eine Erfindung
Patent genommen, durch welche Eisenbahnwagen, wenn sie ent⸗
sleisen, sich von selbst loskuppeln und so die Gefahr für die an⸗
ern Wagen vermindern. Außerdem, daß die neue Kuppelung
elbstthätig aushakt, hakt sie auch selbstthätig ein und schließlich
tann während des Fahrens eine beliebige Anzahl Wagen abge—
hängt werden. Die ganze Kuppelung soll sehr einfach und billig
herzustellen sein.
Bekanntmachungen.!

Iruchtmarkt zu Laudstuhl.
tZufolge Rescripts hoher königl. Regierung vom 13. d. Mis. wurde der Stadtge⸗
neinde Landstuhl genehmigt, jeden Montag, und wenn dies ein Feiertag ist, am
achsten Dieustag, einen Fruchtmarkt abzuhalten.
Indem man dies zur allgemeinen FKenntniß des handeltreibenden Publikums bringt,
dird zugleich bemerkt, daß der erste Fruchkmarkt I
wontag, den 7?. Sentember 1. Ars8-
ind zwar in den Räuimlichkeiten des Gasthauses zum Engel dahier abgehalten wird.
Landstuhl, den 25. August 1868.
J Das Bürgermeisteramt:
J. A. Balssmann.
Anzeige.

Der Unterzeichnete unterhält fortwährend Lager in fertigen engl. und
eutschen Werkzeugen für alle Holzarbeiter, Holzschraubenschneider in ver⸗
chiedenen Großen. Alle Arten von Waagen in Eisen und Messing, als: Schnell-
Balkenwaagen, Decimal- nud Tafelwaagen von verschiedener Tragkraft,
ur Meyger, Specerei nud Wollhandlungen. Für sämmtliche Werkzeuge und Waa⸗
gen wird garantirt.

J Zweibrücken im Juli 1868.
* 34
eovusg Docka, Zougsohmiod.

Schone reihige, 4 fl. 20 kr., Spelz 4 fl. 7 tr.

FA Spelzlern — fl. —, ir., Dinkel 3fl.

— 8 9 25kr.. — Mischfrucht 5 fl. 18 kr., Hafer

9 4 fll. 4 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken

— fl. — tr. Kartoffeln Ifl. — kr., Heu
ufl. 45 kr, Stroh Ufl., 18 kr., per
Zentner. Weisbrod 110 Kilogr, 17 kr.
tornbrod 3 Kgr., 24 kr., ditto 2 Kgr.,
16 kr., ditto 1 Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 29 kr., 1 Paar Wech, 8 Loth
2 tx. Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kir., Hammel—
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Bfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter,
Putter 30 kr., per Pfund.

— c7 4

Polizeiliche Bekanntmachung.

Die ordentl. Hundevifitation betr.)

Dienstag, den 1. September
nüchsthin des Nachmittags von
26 Uhr, zu St. Ingbert im
Stadthause wird die Visitation der
Huude durch den Bezirlsthierarzt vorge⸗
aommen. Die Hundebesigßer dahier und zu
St. Ingberter Grube haben ihre Hunde,
zei Vermeiduug gerichtlicher Bestrafung,
rechtzeitig vorzuführen und der Visitation
u unterstellen.

Zugieich wird bekannt gegeben, daß
in Gemäßheit der oberpol. Vorschrift vom
3. Juli i. J. vom 1. Septbr. nächsthin
in die ordentliche Visitation der Hunde
hrlich dreimal stattfindet und zwar im
Januar, Mai und Sepiember, und daß
die Gebühr für die jedesmalige Visitation
ines Hundes nunmeihr in Stadten 30 kr
zetragt.

Si. Ingbert, 24. August 1868.
Der kgl. Polizeicommssar:
Krieger.

Fässer⸗Versteigerung.

Dienstag, den 8S. Sept. 1868,
Nachmitiags . Uhr zu Kaiserslautern in
hret Wohnung, im Gasthanse zur Blume,
Ißt die Wittwe des allda verlebten Gast
virths und Weinhändlers Johann Conrad
Schuͤck folgende Fösser versteigern als:

Jn stud von 1000 bis 2000 Liter
Ethck von 2500 Liter; 1 Stück von
2400 Liter: 1Stuck von 2200 Liter und]
Siud don 1800 Liter; 2 Stud von 2000
dic 12 Stuck von 1000 bis 1700 8i.
Ema von 1100 Liter; 16 Stüd
bou 800, 600 und 700 Liter; 10 Stüd
doun 200 bis 800 Liter; 12 Branntwein⸗
asset, 1 ovales Faß und Weinlager.

Faiserslautern, den 25. August 1868.

Ilgen. . Notaͤr.

——

Guter Dirmstei—

steiner Wein per
Schoppen zu 6 und 8 kr.

bei Philipp Ewrich jr.

Fruchtpreise der Stadt

Kaiserslautern vom 25. Auguft.
Weizen 6fl. 05 tr., Korn 4fl. 80 kr.
Spelzkern — fl. — kr. Spetz 4 fl.
10 tx., Gerste 5 fl. 13 kr. Hafer 4 fls
— 10 kr. Erbsen 4 fl. 35 fr., Wicken 4 fl.
zruchte/ Brod⸗ Fleische ec. reise itr. Linsen 4 fl. 858 kr, der Zentner.
der Stadi Zweibrücken vom 27. August Brodbpreise: 6Pfo. Kornbrod 21kr.
Weizen ö fl. 36 kr. Korn bfl. 55 tr. 3 Pfd. Gemischtbrod 11*2 kr. und 2Pfd.

Gerfte Reihige, — fl. — kr. cherste vier-⸗ Weißbrod 128kr.

eche süße VBeilch i
orgens um 6 urt:!
— 3 Uhr epeie zu je⸗
eszeit per Schoppen zu
» rr, d haben
bet Wiw. Daubhäufser.
—

Redaction. Drud und Verlag von F. X Demes in St. Inabert.
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n: Nne er er —WVc n e1 cxr.
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n ιν ιν σισ -BσX— 5”σαπIσσιι— e ιι
Sn Fugbertera zePgrre mis seinem Unterhaltun sblatte erscheint wöchentlich dreiimal: Diens ta ge Donnerzrag
und Samstag. Abonnemgntuureiz gierteljahrig 45 Krzr. oder 13 Silhergr. Anzeigen werden mit8 Krzr. die ————
Auen Blattschrift oder deren Raun berechneit.. 5.,
Nro. I03. ιιαααιν ¶. Sauustag, den 28. August Mnen 868—
—V — — . . 2 126 —* J 3
ν νννανν α— Teutschlaudeu I. —
Mün genz 280 Aug. Der Konig hat filr di e Nordpol
Expedition 600 b, füͤr den Wohlthätigleitsverein in Petersburg
100 f. düs seiner Kabineiskasse anweisen lassen. — Der Kon—
serenj von St. Anng⸗ Zweig 8 Vereins vom hl. Vinzenze von
Poul in Munchen, wurde von dem Könige eine Geldspende von
i00 fl. den Abgebraunten in Grafenwöhr ehnt solche im Vettag
bon 300 ft. zugewendet. * * * J F 16 J J
Dienstesnachrichten e
EDer Landrichter Johnnin Eberhaärd von Waͤld ischba ch ist im
aleichet Eigenschaft nach Lundstuhl versetzt und auf die hiedurch
erledigte Landrichterstelle in Waldfischbach der Betirksgerichts⸗Asse
svr Adolph Trauth in' Kaiserslautern befördert worden, Die a—
holische Pfarrel Billigheiin ist dem“ Priester E Odermaiern“in
Moͤrlheim verliehem worden. i —
. Darin stad ty22. Auguste' Der Minisierpräsident hat idi⸗
vom Abgeordnetenhaus ausgehende Interpellation wegen Zulassung
der Israeliten zu Staatsämtern in einer Zujchrift an den Kan
merprafidenten dahin beantwortet, daß die Regierung bei Anstel·
lung und Beförderung von Juden im Staagisdienste beine prinzi⸗
piellen Bedenken finde, was schon daraus hervorgehe, daß Juder
jm Staatsdienste stehe.
Die „Militar. Blatter“ äußern sich über das süddeutsch—
Militärwesen nicht besonders günstig. Sich gegen die Nützlichkei⸗
einer stän digen süddeutschen Niilitärkommission aussprechend, fügen
fie bei: Es würde sich mehr empfehlen, das für die Vertheidigung
Gesammideutschlands Erforderliche durch ihre Militär⸗Bevollmäch⸗
sigten in Berlin mehr einheitlich ordnen zu lassen; nur leider, daß
die drei süddeutschen Staaten ihre Truppenkörper, und zwur trot
der Stuttgarter Vereinbarungen von 1867, schon jeder nach einer
anderen Norm selbstständig organisirt haben, und zwar bezüglich
der Stärle und Schlagfähigkeit ihrer Kontingente sehr unzuläng
lich — besonders aber Württemberg. Dort hat,man sich aus
fluanziellen und demokratischen Gründen um die Stuttgarter Ver⸗
rinbarungen am wenigsten gekümmert. Zwar soll zweijährige
Präsenz als Minimum bestehen — man hat ja das Mittel,Ke
durch temporäre Beurlaubungen zu „erleichtern“; dagegen ist Würt
temberg trotz der entgegenstehenden offiziellen Versicherungen in den
nächsten b Johren noch nicht einimal im Stande, 114 Proz. seiner Be⸗
voͤlkerung in's Feld zu stellen, und bleibt mithin hiutet allen an
deten süde und nor deutschen Staalen weit zurück“. Saden hat
die norddeutsche Militärorganisation beinahe tanz durchgeführi
und ist dadurch auch in der Lage, den Stuttgarter Vereinbarun⸗
zen auf's Strengste nachgekommen!“ zu sein. Eine süddeutscht
tändige Militärkommission würde unter den bis jetzt in Süddeutsch⸗
land gegebenen Umständen gern oder ungern auf die Bahu der
alten BundesMilitär⸗Kommission einlenten müssen, d. h. den
cuveranen · Stnaten gegenüber dir militarischen Dinge gehen of⸗
sen, wie sie gehen wollen.“ Denn was alle Standesnachwe se, alit
Inspizirungen, alle Reglements und alle Monita der Frankfurter
Mititar; Kommission genützt haben, das beweisen am besten die
Vobilmachuugen von 1866 in den meisten deutschen Staaten.
In Preußen hat der Militärdienst durch die kolossale Hitze
wuͤhrend der Vanndverzeit mehrfache Menschenopfer gefordert: in
Ostpreußen starben 8, auf dem Marsche von Emden nach Aurich
Z, auf dem Marsche von Lissa nach Posen ebenfalls 3 Soldaten
iam Gehirnschlage), in Halle ein einjähriger Freiwilliger.. .
Aus Starkenburg, 25. August. Bei der gestrigen
Fahrt der russischen Kaiserfamilie von Kissiugen nach Darmstadt:
Jugenheim waren ganz besondere Vorsichtsmaßregeln angeorduet.
kluf der ganzen Strecke war die Bahn von Gendaͤrmerie bewach
und mußte dem Expreßzug in kurzer Entfernung zu größerer
Vorsicht noch eine Locomotive mit einem Wagen vorausgehen
Inwiefern die hierun gekuüpften Gerüchte einen Anhaltpuntt haben,
Bird sich demnächst ergeben, da dem Kernehmen noch die Verhaf⸗
umg zweier Personen stattgefunden,

—

BexlAUng 24. Auq- Auf. politischem Gebiete herrschlvoll
siändige Ruhe; ich kaun Ihnen aus besier Quelle die Versicherung
zeben- Daß an all den Allianzgerüchten zwischen Großinãchten fur
destimnite Zwecke kein wahres Wort ist, es gibt nur eine Allianz
und einen bestimmten Zweck. Diese Allianz heißt Coalition, und
die Coalition wäre gegen denjenigen gerichtei, welcher den euro⸗
paischen Frieden brechen wollte Keine Moacht in Europ— strebt
in diesem Augenblick Engagements au— nur für die festert Eini⸗
jung des Südens mit dem Norden von Deutschland sind einfluß⸗
reiche Kreise sehr thätig, und wenn ich auch noch keinen positiben
Erfolg konstatiren kann, so ist doch die Hoffnung auf Exfolg nicht
unberechtigt. — Die rüussische Feldartillerien zählt 49 Balerien
zußstühlexne d Pfünder und 16614 Batterien gezogene 4 Pfun⸗
der mit zusainmen 1704 Geschützen, 4268 Munitionskasten, 11,345
Pferden; 383 Generalen, 1718 Offizieren, 42300 Feuerweriern, 906
Trompetern. 835.216 Artilleristen. * es
Der Professor Dr, Fromman juͤ Berlin wurde zum Geue⸗
ralsuperintendenlen pou Petersburg ernannt75 1 38
Berlin, 26. August. Naqhh der Kreuzzeitung“ wird die
Finberufung des Landtages in der zweiten Haͤlfte des October
erfolgen, falls bis dahin die Budgetvorarbeiten beendet sind. —
Die Provinziallandiage treten in den allen Probinzen jm Sep⸗
ember, in den negen im October zusam:nen. — Graf v. Bis⸗
narck ist fast ganz wieder“ hergestet — Der „Provinzialcorr.“
ufolge hat der nocddeutsche Gesandte in Washingston Weisungen
behafs gleichartiger Regelung“ der Auswanderungsgesetzgebung
erhalien. — Der Abschiuß des Postoertrages: mit Holland
steht bevor.

—* Hamburg, 27.0 Augu Jur stentag sind 440 Theil⸗
nehmer angemeldet.“ In der geltrigen ersten Plenarfitzung wurde
Brofessor Gneist zum ecsten umd. Senator Vers nannszum zwe iten
Vorsitzenden gewählt α
Wisen, 22. Aug. Der steiermärkische Bis hof Dr. Zwerger
hat jeine Predigten gegen die „neuen Apostel des Unglaubens?
acht Tage lang fortgesetzt. Seine Argumentation gipfelle in den
Worten: Manñ fordere den Ronge und Genossen doch einmal auf,
Todte zu erwecken, und andere Wunder zu thun, wie sie die Hei
igen der katholischen Kirche in Menge; verrichtet haben. und man
wird sehen Daß es mit der neuen Religion nichts ist.“ »Ein
Brazer Blatt macht dem Bischof die Gegenbemerkung, man habe
zuch noch nichts davon gehört, daß Dr.“ Zwerger Berge verjsetzt
habe, und in seiner Heimath Tyrol, wie in Steiermurt, habe e⸗
doch nicht an passenden Gelegenheiten dazu ge ehlt Ronge
verwahrt sich in hiefigen Blättern gegen die Behauptungdaß er
sich neuerdings in mehreren Arbeitervereinen für die Soztaldemo⸗
kratie ausgesprochen habe; die retigioͤse Reform gebe ihm Arbeit
genug, und er überlasse jenes Gebiet anderen Leuten, die Beruß da⸗

ju fühlten. — Der Erzbischof von Prag, Fürst Cardinal Schwar—
zenberg, ist konsternirt. Der Franziskanerpriester, Profesffor Cl

Jäger, als Biblothekar und Alterthumsforscher bekanni, verschwand

vor einiger Zeit und hat dieser Tage brieflich gemeldet, daß er in

Dresden zum Protestantismus übergetreten iff. q
Die erfste Ciwpilhehee in Voralberg wird der Gemeinderath

—VI— Lochau bei Bregenz eingehen,

das Bezirksamt Bregenz hat das gesetzliche Aufgebot bereits erta⸗

senr Wite es heißt, beabsichtigt derselbe die Erwerbung des Bur⸗
gerrechtz in Feldkirch, dann würde ihm auch das von dem un⸗

lngst dort verstorbenen Apoiheker geftiftete Legat von 2000 f.

zufallen. Eine zweite Civilehen ist in Lauterbach bei Bregenz in

Vordereitung. 2
Wien, 24. August. Die steigende Opposition der: Slaveu

kommt den guvernementalen Organen sehr bedentlich vor.⸗ Dire

Unzufricdenheit der. Tschechen, Polen und Slovenen nul der W

Constitnirung Oesterreichs ist allerdings eine Thatsache,. die. X

nicht hinwegleugnen lätkxk. Wenn es— nicht gelänge, diesen Unzu

friedenheit zu heseitigen, so wurde, sagt heute die „Presse woh

ir letzte Stunde Oesterreich⸗ geichlagen haben, aber nicht di
        <pb n="412" />
        des oͤsterreichischen Deuuschthums. Wenn der. Uebermuth der Ma—
dyaren und, der „Aberwiß der Tschechenʒ und Polen die Zex
lrummerung ·der Robsdurg kottzrin geueschen⸗ Monarchie herbefüh
ren gug so wuen allerdings die Deutsch·Oesierreich er am we⸗
nigsten bobel Veneren es dleibt ihnell immer dhie Wiedervereinig
ung mit Deutschlanß. — Die Ungarn sollten, anstatt unersättlih
naqh Gebietserweiterungen zu trachten, erst im eigenen Lande eine
Ordnung herstellen, welche den Begriffen, die man von einem
civilisirten Staate hat, einigermaßen entspricht. Gegenipärtig isl
in Ungarn nicht ejumal so viel Sicherheit der Person und des
Tigenthums zu finden, wie in der Türtei. Die Regitrung hat
dieser Tage wegen der in starkem Aufschwung sich vermehre iden
Rauberbanden verfügt, daß jeder Postwagen, welcher Werthien⸗
vungen ienthält, von einer Sicherheitsescorte“ begleilet werden
aruß Die Betyaren werden umer dreister. Die gefürchtet
Bande des Räuberhanptmanns Juhaß hat sich das Vergnügen
— Polizeibehocden durch Z'isendung ihrer
— zu Abrtraschen. „Mit Hülfe derselben wird man
die Nitglieder der Bande leichter fangen können,“ hatten der
dauptmann beigefugt. Der in der Pußta von Seegedin haüsend—
Kchuberhauptmaun Vabay wurde in den innn als im Kampfe
gefallen gemeldet. Vor einigen Tagen ader schickte er einem von
din öfter heimgesuchten Gutsbesitzer die briefliche Aufforderung
Du wirst mit Vergnügen gelefen haben, daß ich gestorben bin
schide mir deßhalb ohne Säumen 200 Gulden als Beitrag zu den
often meines Begtäbnisses: Pefther Blätter berichten mit Ent
nfiung, daß in einem einzigen Badeort 21 Siuhtrichter wochen
—XX— artenspiel fich amlsixter, während die Bezirte
dur! deren Sicherheit sit lorgert solten von den Räubern ausge⸗
ptundert wurden. 324 J

W eni Iugust. DieDebatte? veroffentlicht ein
Berliner Telegramm, nach welchem die drenßische Regierung
—D igendeNote hinfichtlich
der Usedom'schen Depesche abgesandt habe, die bereits übergeben
sein dürfte 38 ——
A gerbem, 8. August. Die Erdffuinng des cvo a P
sch e n Landtages sindet ficherem Vernehmeun naͤch am 12. Sep
— —

Paris 25. Augnst.Der Liberte“ —geht durch Pribal

drieke die Nachricht zu, daß der preußische Generalstab seit eini
gen Tagen über Bingen und Kreuznach xin Lager bei Saarlouis
usammenzieht.
Parisn 25. Aug. Die heute aus Madrid einlaufenden
Rachrichten sind nicht von Bedeuiung. Der Hos hat jeine Rück⸗
lehr ans Lequeito aufgeschoben. Der Ministerwechsel soll moch im⸗
mer in der Absicht der Königin liegen. Das gegenwärtige Cabinei
ist in Unterhandlung mit Hexrn Fremy wegen eines Antehens
don 50 Mill onen ais Entgelt zur die von diesem Finanzmann
augestrebte Bewilligung dex Bodencreditanstali. Herr Fremy
wünscht. daß zuerst die von ionaugesuchte Bewilligung ertheilt
werde, daun wolle or weiter sehen. Herr Noredal, der Chef der
neukaiholischen Paxtei, ist in Paris gewesen, um sich mit den Car—⸗
listen zu verstündigen. abet es scheint, daß er nicht dazu gelkom⸗
men ist. Der Minister Catalina hat in Eaur bonnes eine Unter⸗
redung mit Emissären der Jesuiten gehabt und ist von diesen mit
tiner Sendung an die König beauftragt worden. Dieser Herr
derdankt sein Portesenille dem päpftlichen Nuntius in Spanien.
Die von der „Girbonde? mitgetheilte Nachricht vom Tode des Ge
rerals Dulce bestätigt sich nicht; derselbe ist vielmehr auf dem
Wege der Besserung. Im Ganzen genommen befindet Spanien
in diesem Augenblide sich in einem Zwischenacte. Doch wird der
Vorhang bald in die Höhe gehen, deun der Scenario ist fertig
und die Rollen sind vertheilt.

Die Nachrichten von Unterhandlungen zwischen Paris und
Florxenz wegen baldiger Räumung des Kirchenstaates durch die
ranzoͤsischen Truppen verdienen wenig Glauben. Bisher hielt der
Faijer den Augenblick des Rückzuges aus Rom für noch nicht ge⸗
hommen. Mit Herrn Nigra hat er seit mehreren Wochen über
ven Gegenstand gar nicht gesprochen. Sonst wird aus Italien
gemeldei, daß die Opposition immer schärfer gegen die Regierung
Zuftritt. Doch glaubt man nicht, daß diese besonders viel zu
fürchtenm habe. Die öffentliche Meinung Italiens sieht ihrem Thun
nit Gleichgiltigkeit zu, wie denn üderhaupt gegenwärtig politische
Gleichgiltigkeit jenseits der Alpen herrscht. Auch der Brochüren⸗
trieg sängt an, das Publicum zu iangweilen. Nur ewig blühen⸗
der Cancan han die Gabe, die Aufmerksamkeit der Florentiner zu
fesseln. Drei Theater haben sich in der Hanptsiadt der schönen
Zuͤnste dazu heegegeben; eine Pflanzschule vou Mabille zu werden,
ind Mailand und Neapeleifern dem edelen Brispiele der bellis·
nma Fiorenza nach.· . —

aris 265 Rugust. Der „Moniteur“ veröffentlicht die

vom Minister Paillant im Conseil general zu Dijon gehaltene
Rede. Es heißt varin; „Wir Peginnen unsere? Arhbeiten untet
den besien Auspickene Die Ernte ist im Ganzen duechaus zuftie ·
denstellad. Ucberfluß belohut die Anstrengungen der Land virthe.
Dieser Ueberfluft“ ft Rum *so höger zu —52*— „*als die
sprigen Unstande volled Zuversi ht eiuflößen. Der Kaiser sagte,
der Friede werde nicht gestoͤrt werden, indem er auf die Dauer
desselben hinwies. Wohlstand und Ueberfluß im Frieden ohne
nuj Kosten des Patriotismus erkauft zu sein: das ist die heutige
dage uunseres Laͤndes. 9*
J— Englaud⸗

London, 26. Aug. Die Aufloͤsung des Parlaments wird
uim 9. Nobeinber. die Eroͤfnung des neuen Parlamenhßs gegen den
10. D cemder stattfinden. 77556

Aln der Ost- und Südküste Englands haben furchtbare Stürme
geras't, die großen S haden arf dem Lande, größeren aber noch
u Wasser gethin haben. Das Gestade ist an vielen Stellen
mit Shff iru nern übersät. Das aus dem Meriey, ebeu nach
Duebec ausgelausene S hiff „Tara“, 1017 Tonnen, warde auf
die Saundbauk Formby Spit geschleudert und ging aus den Fugen.
Bon der ganzen Bemannung, 24, Kopfen, kam nur der Capitän
Armstrong mit dem Leben davon. Schwimmend erhielt er ich
auf der Oberfläche, bis er von einem herrannahenden Dampfen
aus gerettet wurde. Ein anderes großes Sqchiff, welches vor dem
tärtsien Sturme in der Nähe des Formby Leuchtthurmes gesehen
vorden war, ist ganz aus den Augen verschunden und wahr⸗
scheinlich mit Allen an Bord zu Grunde gegangen. Im CKanal ist
wie die Küstenwache bei Portland meldet, in ahnlicher Weise eiue
Brigg spurlos von den Wogen verschlungen worden. Die Rel⸗
X manchen Stelsen rühmliche Dienste geleistet.
deider ist anzunehmen, daß die bis jetzt lund gewordenen Unglücs
fälle nur einen kleinen Thetl des ganzen Unheils aus machen, das
der Sturm auf dem Meere angerichtet hat. 2

—25. d. M. murden alle Opfer des Eisenbahuunglücks in
einem gemeinsamen Grabe zu Abergele bestattet. Eine großt
Meuscheumenge wohnte der Feierlichkeit beee.
A ESEchweiz. 7x 24 —8
Bern, 27. Auz. Am 1. Sept. treten die Poftvertraͤge
mit Deutschland nnd Oesterreich in Kraft.
Italien. 673
oin, 17. Aug. Das Corps. der päpstlichen Zuaven erhieit
in letzter Zeit aus dein deutschen Adel mehrere Streiter, darun⸗
ler zwei Grafen v. Galsen aus Münster, welche als Ge⸗
meine eiutraten... —
z* — Türkei a4 178
— In Konstantinopel gibt die jungtürkische Partei wie
ver: Lebenszeichen von sich. Die Polizei hat zahlreiche Exemplare
anez neuen türlischen Blattes mit dem Titel Hurriei (. Freiheit“)
nit⸗ Beschlag belegt und einige Verhaftungen vorgenommen.
Mau will wieder ein Komplot gegen die bestehende Regierung ent
zedt haben.
2 Rußland.
Pedershumg- 26. August. Der Czar wird in Warschau
erwariet, wo ein Mandver stattfi iden ivird. Die Concession,
velche Herrn Ericson für. Legung eiaes Cabels, zwischen Li—
au' und Kopenhagen ertheilt werden joll. liegt den Minister-
mnite vrr. —
Amerika.

Mew⸗Yot, 18. August. (Dampfernachricht.) Die geseh⸗
gebende Versammlung von Neuschottland hat gegen die Conförde⸗

ration mit Canada protestirt.
Vexrmii sschtes.
* Der Vorschußverein Zweibrücken hatte im ersten Halbjahre
d. J. einen Gesammtumschlag von 851,500 fl. und einen Rein⸗
gewinn von 785 fl. 42 fc. Die Zahl der Ritglieder betrug 116
die Stammantheile 6211 fl.,“ der Reservefond 528 fl., welch“
Letzterer aus dem Reingewinne um 400 fll. erhöht wurdt. — Der
Vorschußverein Dürkheim erzielte 281,852 fl. halbjährlichen Umi⸗
hlag; Mitgliederzahi 293, Stammantheile LI,167 fl.. Reserve—
sond 724 fle 3
Speiec, 22. August. Es ist nicht uninteressaut, die
Berufsarten kennen zu lernen, nach welchen die 118 Examinanden
sich ausscheiden, die für den einzjährigen Freiw ilbligen—
dren si hier geprüft worden sind. Weitaus das größte Contingent
hatte der Kausinannsstand gestellt: es waren 92 Kaufleute 4 Ber
irks⸗ und Rentamtsschreiber. 3 Gerber, 3 Bierbrauer, 2. Gym
rafiasten, Bäcker, 1. Farber, 1 Hutmacher, 1 Dreher, Xoß
aarspinner, A Güctner, Goldarbeiter, 1 Mechaniker. 1Bau⸗
echniker, 1 Seiler, 1 Eisenbahnassistent und. 3. ohne aug ge venen
        <pb n="413" />
        Beruf. Die gestellien Aufgaben waren folgende: 1). Deutschet Ein Handelomann von Wng fein, welcher feuerfreiet
Sprache: Welche Eigenschaften sollen vom Standpintt heuti⸗ Viehsalz für Kochsalz verkauft hatte, sand jungst wegen Salzab⸗
der Cultut den Saldaten zieren ? 2) Mathematik: 1) Eund g be⸗Def audation vor dem Zuch hok zrigerichte in tZweidrucken
Wasserbehälter wird von einer Röͤhre in 2) Slunden, von ei er das Gericht nahm die Anschuldigungspunkte nicht nan ihrem gam
andern in 7 42. Stunden und von einer dritten in 80 Stunden zen Umfange ats erwiesen an, und verartheine den Beschuldigten
gefüllt. Ju wie viel ˖ Stunden wird der Wasserbehalter gefüll ue zu seiner Geldbuttze voit tos⸗ fti, B. tx weegey des Wer⸗
werden, wenn alle⸗8. Röhren zu gleicher Zeit geöffnet sind? 2) Innthes des bereits verbtauchten Saizesn mit In u. ð X. un
einem rechtwinkeligen; Dreieckh ist die eine Kathete An 87,2 Meter, Tutrichtung der dem Staate dutzogenen Abgaben⸗ mit: 8378 f.
die andere 44.5 Meter lang; wie groß ist die Hypothenuse jprach die Eonfüzeat vn des Salzes grum großten Theile aus,
3) In einer Ebene sol ein Rechted von 2888 QcMeter abge laͤrte ihn des Rechtzs, mit Salz Handel zu reiben, fur derlussig
steckt werden, dessen Geundlinie 8 Meter häuger sein soll. Als die und tegte ihm alle Kosten zue vaste αν. 7
Hodhe; wie groß find die Seiten zu nehmen ? 4) Es soll ein fAugsburg. Bei den Arlitlerieübungen anf ven Leqh⸗
Berfahren augegeben werden um einen angegebenen Winkel sesde erreignete sih aun 19. v. M. das Unglud. daß Varch/ Et⸗
un halbiren und die Richtigkeit: desselben nachgewiesen werdeü. n e —
pi ilueaez Dqusnet das Bein a erissen· unde einem⸗ Landwehr⸗Artilleriften
8) 5 ae t. Aug dieser Gleichuns.foi der Armverlezt warde. Ein zweiter Landwehrmann wurde

miuder s Hwer deschidigt. Der Corporat, desffen ganden vie

Granateentfallenewar3 bieb merfwürdi gerweise volttaubig

unverletzt... J coꝛpt

r Bamberg. Am. 18.d. brannte der Ort — *

un Itzgruude dis auf 2 Hauser und die Muhle medere

den Habfeligkeiten und Getreidedorräthen konnte mer weni ge⸗

rettet werden. *

7. Aus dem Bureau der Stadtpftege zu Reuitingen das f14

inmittelbar über der Polizeiwachstube befindet, in der auch die

Nachtvächter ihr Quartier haben, wurden am 22. durch nachtli⸗

hen Eiunbruch 200 —— cutmendett.. 3

g k Bei dem am 22. d.“ det Toblen; Kartgefundenen Mandver

iurte ein hadischet Offlcier ibet inen Beaben an e de

onuete der hinter denijelben stehenden Pioniere; feine Verwundung

in eint bede utende e *

. Duüssel dorfz 22. Nug Unter den Urbeitern der mee

hanischen Weberei der Hin. Prisak und Dorr in Ertrath in de⸗

Thyphlis ausgebrochen, und sind üͤber. 60 derselben erlrant und

twa 10 bereits gestorben. Eine Commisston nunter Fuhrung des

Bürgermeisters hat eine genau Befichtigung der Rabrik und deren

ia hiter Umgebung, borgenommen.

In! Baden-Jaden? wurder in der Wohnung eines

Fremden Liu großer Diedstahl derübt; man spricht von

20. 000 Francs in Papiergesnd und Gotd- und einem werthdvollen

Berlenschund. 1

1 Der Studiosus Ferrier (nicht Ferry), welchet dieser Tage

mit. dem Lieutenant v. Rheinhaben das von ihm provocirte Ducu

hatte, ist nun an seinen Wunden: gestorben. ).

t Berlan, 26. NAugust. Die Shriftstellerin Charlotte

Birch⸗Pfejifex ist gestern im Aiter von 68 Jahren ploß⸗
lich geslorben. J

f Prag. Der geweseke Nedacheur dek, Rar.“ V,⸗ —*

Boehl. der zur Jeit seine achknonatige tertersirafe im hie igen

Ztrafhause gbsitzt, üellle an dus Landesgericht Ddas Ersuchen, ihm
die Erlaubniß zu ertheilen, sut vinen Rachtmittag (selbstverstandlich
nuter Auffischt) ausgehen zu dürfen,n ünt Bem? Leichenbegän gnisse
seines während semer Haft zur WelteGekömemenen uenrd beld nnch
der Geburt gestorbenen ee p szu kön jen. Das
Prager Landesgericht - fand hch jedoch nücht bewsgen auf Die

Bitte des Inhaftirten einzugehen um jo wurde, da die Muker
hwer erkrant darniedertiegt! das Khnde vono fremden Leuten zu
Vrabt gebracht. — —

y af, dem Friedhof! vbrr Mombuürltel (Parisß sind in Folge
Gedraͤnges bei einer in eine 30 Fuß
tiefe offene Gruft gestürzt y! diefelben sind fämmtlich mehr oder wer
niger schwer verletzt. I *
7 In St. Georges (Westflandern) sins seit 2 Monaten micht
wepinen als 7 Brandstifimgen: vorgekommen; für die Motive
dieses verbrecherifchen Attentats ist der Umstand bezeichnend, daß
die dadurch betroffenen Individuen fämmtlich der liberalen Vartei
angehören —* i

Vor dem ðraffchaftsgeticht in Newton! (England) wurde in
diesen Tagen die Cambrian-Eisenbahn ju einer Eutjchdigung ber-
urtheitt/ weil ein Passagier durch“ Verspätung eines Anschlufses⸗
ju Zeite und Geldverlust gekommen war. Die Erklaͤrunge ver
Anwaltes der Gesellschaͤft, daß dieselbe sich aif ihren Fahrßlänen
ausdrüclich nicht für rechtzeitige Autemt der Züge veraniwortlich
erkenne, wurde pon Richter nicht angenommen,

7 Aus den Thälern des schönen Oberwalliz in der Schweiz
werden jchreckliche Ueberschwemmungen geneldet, Die —8 er̃
vorletzten Sonntag um 8 Metet gewachsen und hat. den Or
Viegevpststaͤndig unter Waffer gesetzt. Die Bewohner konnten
sich nur ipit Muͤhe retten. Am I8. Morgens stieg das Waffer
zis in' den ersten Stock des Gasthofes zur“, Sonne“. Vier Hig-
er find eingestũtt And drer
xhal war ineseiner gangen Vreite überschwemmt.

der Werth von X gesucht werden. 8) Geschichte: 1) Welche
Voͤlker und Städte waren im Alterthum und Mitlelglter, und
welche Staaten in der späteren Zeit die Hauptiträger des Han—
delsvertehrs? 2) Welches sind die merkvardigüen Frlede isschlüsse
des 17. Jahrhunderts, welche Kriege beendiglen sie und wie lau
den die Hauptbestimmungen derselben. 3) Welches sind die Schlach
zen Napoleons nach dessen Rückzug aus Rizlanhd im deutschen Be
freiungskampfe? 4) Welchen Antheil nahm Bayern an den Lrie—
gen Friedrich's des Großen und unter welchen Regenten *4) Geeo
zraphie- 1) Paris liegt unter dem 20.9 östl. Lange von
Ferro, Wien unter dem 34.9 östl. Lünge. Wie viel maßn dit
hr in Wien zeigen, wenn e8 in Paris 12 Uhr ist Der, Ge
dankengang, nach welchem die Aufgabe gelöst wird,-soll angegeber
verden⸗g 2) Welches sind die bedeutendsten Flüsses Nord⸗ und
SüdAmerikas“ 3) »Beschreibung des Lasifes der Donauf wo ent
springt dieselbt, welche Lander durchfließt sie, in welches Mee—
mündet sie und wo treten bedeutende Abweichungen in ihrer Rich
fung ein ? Welche Nebenflüsse nimmt dieselbe auf und welche be
deufendere Städte liegen an derselben. 4) Wie heißen die Ge—
birge Bayerns und die Kreise, in denen sie liegen 5) Natur—
gesscchichte: 1) Welche Metalle nennt man edle Metalle und
warum 2)7Welche sind die bei und vorkommenden Giftpflanzen?
3In welche Thierklasfe gehören die Wiederkuuer? wodurcecha⸗
raͤcterisirt sich diese Ordnung und welche Thiere gehören zu der—
selben? 6) Lateinische Sprasche: Schriftliches Uebersetzen
eines Capitels aus Juljus Cäsat. 7) Franzöfißche
Sprache: Schriftliches Ueberfetzen“ einer“ kleinen franzbsischen
Erzählung ins Deutsche und eines deutschene kaufmännischen Brie⸗
fes ins Französische. Ju den Bestimmungen über die Prüfungs:⸗
zegenstände wird 8. 22 verlaugt: „Deutsche Sprache: gruͤudliche
sKenntniß der Grammatik, sowie der Faähigkeit über ein gegebenes
Thema einen orthographisch fehlerfreien, gut stylisirten Aufsatz
zu fertigen.“ „Ferner heißt es 8. 23: „Die Prüfung aus der
deutschen Speache ist unerläßlich und es muß hiebei eine vollkom -
men ausreichende Fertiigkeit im Gedrauche derselben nachzewieser
werden.Unter dieser Vorausfjetzung soll, unter Berücksichtigung
der Berufsausbildung des‘ zu Prüfenden, von oollständiger Er⸗
füllung des Prüfuugsprogramms Umngaug genommen werden.“
Sonach wurde auf die Prüfung in der deutschen Sprache das
zroßte Gewicht gelegt, und die 48 Candidaten, welche die Note
auter Ul. erhielten, mußten deßhalb als nicht befähigt erklärt wer
den, selbst wenn sie sich in den andern Fächern diw Mote Lober
. erworben hätten. — J
Die Namemn bei der Prüfung zum einjährigen Freiwilligen
dienst als „besonders befähigt“ erllärten jungen Pfälzer sind
wie dem Pf. K. gemeldet wird, folgende: Dochnahl (Neustadt),
Leoposd (Grunstadt), Clauß (Landau), Feinthel (Landstuhlh), Fitz
Maiserslauteru), Kolsch Cambrecht), Platz (Hambach/—;
7 Speiet, 22. Aug. Die hiesige Feuerwehr wurde im
Jahre 1848 gegründet und hat somit zwanzig Jahre des Beste—
heus hinter sich. Sie will diesen Zeitabschnitt, den bis jeßzt nuu
wenige Feuerwehren zurückgelegt haben, da die Gründung der
meisten dieser Institute in das letzte Decennium fällt, nicht vor⸗
Abergehen lassen, ohne damit eine kleine Festlichkeit zu ver⸗
dinden. Das Programm ist bereits festgestellt. Danach soll das
Fest am 20, September abgehalten werden, Am Vorabend des
selden findet eine Versammlung der Abgeordneten der pfaälzischen
Feuerwehren statt, um durch Berathung der Satzungen ⁊c. zur
GBründung eines pfälzischen Feuerwehrverbandes zu schreiten.
Abends gesellige Unterhaltung. Sonntags früh Tagesrebeille
Zwischen 8 und 9 Uhr Vormittags Empfang der auswärtigen
VGäaste und Zug in die Stadt. Um 109. Uhr Besichtigung der
Feuerlöschgerathe.“ Um1022 Uhr Begrüßungsact in einem noch
n bestimmenden Locale. Um1L-AUht Hauptübung der hie
igen Fenerwehr. Nachmittagb imm 40Uhr Vankett im festlich ge
Ddmückteun Sornenkeller.
        <pb n="414" />
        7 — Egandwirthichaftliches · 9 —V
eharedas Boginkein den Pfdanzen. Ohschon ee
nq hekanne Fache ist, datze dqs Begießen Sex Pflanzen bei troch
nein Wetter, inbesondert, ber GFonnenschein,anjtla!vem Wasfer
mehr nachtheilig gals vochheilhaft wirlkt, so aholl hierbei nach be⸗
nerltz weydeng daß xa gerabe die Gurhenpflanze ist, die dieses am
wenigsten Ferragen⸗kunn;n was. durch ing diesem Sommer angrstellte
Bersucht und ee vestätigt; wird. c Hiermit soil
aber nicht gesgat, werden n doß nan⸗bei trodenem Wetter die Pflau⸗
—
zden, aber nur zur rechten Zeit nämlichAbenda, und: zwar mit
Wafsey, welches mane den stag üben in⸗ frel zan der Sornne stehen⸗
den Gefaͤßen hat waxn zoerden dassen. ¶ Gurkenpflanzen führt men
hben trodenenn Watlex de Fen digkeitam besten; zun Indem man
bie Gurlenbeete anit. ir big, Fuß. hreiten zund einigen: Holl
—E dec Abeudß oder Morgens fruh
mi angen⸗ armten . Wasserech W. So behandelke Gurlkenpflauzen
brachten cinen noch so hohen, Ertrag an Gurken als daneben be
pflanzte glicher Art und auf gleichem Boden, die aber nur Abends
egosfen wurden, „Wigh alaubem daß diese Grabenwässerung bei
deiten und trocknenn Sommern sich, auch, noch ze manchen auderxn

Pflanzen, wie z. B. vei Bohnen,“Gemüsen ꝛc. mit Vortheit an⸗
benden lüßt αι ια ν— 3
4 Kultur des schweren Bodens durch Balkew“ odet stamm⸗
Flügen.d Ess besteht⸗ dieses Pflügendarin, daß man entweder mit-
eist eines gewöhnlichen“ Pfluges Ddurch Zusammenwerfen zweier
Furchen? pder durch Häufelpfluge sogenannte Batken oder Kämme
Adei. Du dern Bodeu nach dieset⸗ Bearbeitung zu tiner größeren
Fiächt ningestalten:wird, gefriern derselbe im Winfer besset. über
jaupt kaumdie Luft: jreier einwirken, wodurch voslkommene Lore⸗
ung und shrüheres Trockneun etfolgt,“ und kanm deßhalb im Früh⸗
ing! früher bestellt/ werdene was cbei manchen Killturpflanzen don
zroßer Wichtigkeit iste⸗n Wie oft muß mancher Landwirth, der ei⸗
nen qjchweren und dabei noch massen Boden zunbebauen hat, im
xrühjahre: jehr lange warten, weil der, BVoden zur Bestellung nicht
rocken werden will und der oft, die hegfsichtigte Pflanzung gat
icht vornehmen kann, sondern kine auͤdere vornehmen miuß Eb
oslie deßhalb ein jeder Landwirth. welcher zichneren Boden zu be⸗
auen hai zu diefem Verfahren schreiteni, welches in manchen. Fällen
jch noch Pesser bewährt, wie eine ünpolltonimen angelegte Drai⸗
iruig; denn es sind erfahrungsmäßig, Ländereien. die auf diese
t behandelt wurden, in ihrer Ertraassähigkeit um “ erhöht worden.
— * 2 — —s
— 7 *64 E4 77
e FIruchtmarkt zu Landstuhl.
Zufolge Refcripis Hoter konigl. Regierung vom 1263. Mis. wurde der Stadtge⸗
neinde Landstuhl geiiehmigt, / jeden Montag, und wenn dies ein Feiertag ist, am
auchsten Dienstag, einen: Fruchtmauft ahbzuhalten. —
Indem man dies zur alugemeinen Kenniniß dées handeltreibenden Publikums bringt,
vird zugleich bemerkt, daß der erste Fruchkmarkten
Montag, den?. Septéemiber I.
uͤnd pdar in den Räuumichketen des Gafthauses zum Engel dahier Abqehalten wird.
Landltuhl, den 25. August 1888
*7 Das Bürgermeisterämt:
2 —* ν ι A. Rallmann. — J J J J
1 8 * F ip“ Bi ——————
Wichtig für Bierbrauéréibesitzer.

Bekanntmachungen.
X
ülr —
0 —322 —
Bekanntmachung
Montagee: den * .SEepteuber
nächsthin, Morgens um Ade Aar wor adet
Wohnung der Eheleute Ludwig August
Dinges MWirtheunden Wia hel mine
Josephins Fißler G zu Ensheint wer⸗
den. folgeundo gepfqunetec Mobilienn gegen
gleichdarer Zahlung gwangsweise,nan die
Mebietanden xersteigext werdent. —E&amp;
Wirthstische, Tische, Stühle ‚rBanle
Aieiderschranle, bChiffonmier, 2 Comn
mode, 2 Canapee, Nachttische, Spiegel,
Bisder, Beilladen. Beitzeuz. 1 Vogel⸗
hede, Küchengeschirr und sonstige Haus
gerathschaften., äι—
Blieskastel, den 28. August 1868.
Der kgl. Gerichtsbote:
nient Meu. — —VV——
Fässer⸗Versteigerung.
Dienstag, den 8S. Sept. 1868,
Nachmittags 1 Uhr zu Kaiserslautern in
ihrer Wohnung, im Gasthause zur Blume,
läßt die Wittwe des allda verledten Gas-
wirihs und Weinhändlers Johann Courad
Schuck folgende Fässer versteigern als:
11 Stück von 1000 bis L2000 Liter;
. Stück von 2500 Liter 1. Stück von
2400 Liter: 1 Stüc von 2200 Liter unde
Slück von 1800 Liter; 2 Stücdh von 2000
diter; 12 Stüd von 1000 bis 1700 Li.
serz, ß Stuck von 1100 Liter; 16 Stüd
don 500, 600 und 700 Liter; 10 Stück
von 200 bis 500 Liter; 12 Branntwein⸗
ässer. 1ovales Faß und Weinlager.
daiserblautern, den 25. August 1868
AIlaqen. k. Notär.

J

J —0

— —— 7 ee ze
s« .322. 2 . 21
Nur was ächt ist. bewährt sich.
ESchaal,“ sauer und trübe gewordene Lager⸗ sowie dauch neue Schenkbiere werden
emngstens in 24 Stunden duvch ein unschädliches Mittel, nunter Garantie, glanzhell, X
moussirend und schmackhaftwieder hergestellt.-Beit Bestellung bitte um genaue Angabe
der Zahl der Fösser ziinde des? Maaße Inhaltes jedes einzelnen Fasses. Versendungen
ngehme der Kürze wegen nach... ———
Einsendung bon eiter Flasche des kranken Bieres wäre erwünscht. Mustersendung
sowie Briefe bitse zu frankiren. Nähere Auskunft ertheilt
—
ee ten Mengen Württembergh
Sqhoͤne e ees Fruchte, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise
v der Stadt Homburg vom 26. Augußt,
Weizen 6 fl. 28 kr., sorn 4 fl. 46 trè
r Oone Zpelz 4 fi. — kr., Gersie. — Lreihige, ⸗
9 — tr., Mischfrucht — fl. —kr.,Hafer
Efl. O5 tr., Erbsen — fl. — kr., Kartoß
eln 1fl. — kir. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgrr
—A —
3 ktr., Kühfleisch 1. Qual. 16 ir., 2. Oual⸗
14 tr. Kalbfleisch 12 kr.,Hammelsteisch
16 kr. Schweinefleischn 18 kr. Vutter 81

ber Pfund.

Frische süße Milch is
Rv— um 6 und
Ubends um s3 Uhr sowie zu je—
der Tageszeit per Schoppen zu
3 kEr., zu haben
bei Wiw. Daubhaäufer.
dwMwederum eine frische Sendung
Neuer HoJänder
Voll-Häringe

sind wieder eingetroffen
dei P)— ιν
1154 Wid su *
Widerruf..
Der unterzeichnete Bernhard Hasr z III.
don Ommersheim nimmt hierdurch die am
Sonntage des 16. August abhin in der
dofman n'schen Wirthschaft dahier gegen
MNichael Wahrheit gemachten ehrenrühri
geu Aeußerungen, als nicht begründet, zurück.

Dmmer-heim, 26. August 1866.

Bernhard Hartz 111.
Rcdaction, Drud und Verlag don F. X. Demeß in St:. Ingbert.

Frankfurter Börse
»ut vom 27. Angust 1868. 91

Geldsorten eweb
Preußische Kafsenscheine. 114743
Preußische Friedrichsde 9582*594
PVPistellenn 947460αν
»olländische 10 fi.Stücte. 9 544-56
Ducaten. 5 26-838.
20Francs⸗Stücke 9 203 -80
znglische Souvereigus 1154 68
Zold per Zollfund fienn — —
dochhaltiges Silber per VZolpfud*
Dollars inGold — 2 27 28

ingetroffen
ʒei Fritz Panierbleter.

I *
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        Sl. Ingberter Anzeiger.

**
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien sta'g, Donner 8tag

—— Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blaltschrift oder deren Raum berechnet.

Dienstag, den 1. September 1868
—
ist, von Gotha kommend, zum Besuch beim Prinzen Ludwig hier
ingetroffen.

Berhin, 26. Aug. Die „D. A. Z.“ läßt sich aus Ber⸗
in berichten: Der Wiedereintritt des Hrn. v. Savigny in den
Ztaatsdienst wird als eine feststehende Thatsache betrachtet, und
nan sagt, daß er den Vorsitz im vreußischen Staatsministerium
erhalten werde.

Berlin, 27. Aug. Viel 'mehr noch als die Anstrengun-
zen, welche von Paris aus gemacht werden, um Europa zu be⸗
uhigen, fallen die Aeußerungen des Hrn. v. Beust und des Kai—
ers von Oestreich zu Gunsten des Friedens ins Gewicht. Beust
zer die innere Lage Oestreichs kennt und die Schwierigkeiten, mit
denen er zu kämpfen hat, nicht unterschätzt, erscheint es fast selbst⸗
zerständlich, daß er sich von den deutschen Südbündlern ab⸗ und
inem starken Deutschland zuwendet. Erfreulicher und wichtiger ist
iber, daß der Kaiser von Oestreich seinen Groll gegen Preußen aufge⸗
ven zu wollen scheint und selbst den Rath ertheilt, dem Wege ei—
ner Einigung Deutschlands keine Schwierigkeiten entgegenzustellen.
In diesem Sinne soll sich der Kaiser vor ganz Kurzem in Bayern
iusgesprochen haben. Es wäre nichst das geringste Verdienst, das
ich Hrn. v. Beust erworben, wenn er seinen Herren zu dieser
Zinneswandlung bewogen haätte. Ich habe aber nicht erfahren
onnen, ob die französische Partei in der Hofburg die Wandlung
nitgemacht hat; ich weiß nur so viel, daß auch in diesen Kreisen
das Friedensbedürfniß tiief empfunden wird. — Italiens Bemüh⸗
ungen, Napoleon zur Zurückberufung seiner Soldaten aus dem
dirchenstaaie zu bewegen, sinden bei keiner Macht Unterstützung.
Man laͤßt dort Frankreich gewähren, um jeglichem Konflikte aus
em Wege zu gehen.

Berlin, 28. Aug. Der König ist heute in Potsdam
ingetroffen. — Ofsiciösen Nachrichten zufolge findet die Erbffnung
des Landtags nicht vor Mitte November statt.

Die in Holland als Deserteure verhafteten preußischen Trom—
eter sind, wie die „K. Bl.“ erfahren, in die Straftolonie nach
Batavia abgeführt worden. (Sie waren bekanntlich mit ihren
dameraden nach Holland gekommen, um dort Concerte zu geben,
ind waren dori als Deserleure erkannt worden).

Wien, 27. Aug. Die „Oesterr. Corr.“ bestätigte die Ei—
jennung des Botschaftsraths Baron Ottenfels in Rom zum Ge—
andten in der Schweiz. — Bis zur Ernenuung des neuen por—
iugiesischen Gesandien wurde Chevalier Quilinen als portugiesischer
Beschäfisträger in Wien bestellt. — Die Eröffnung des öster—
reichischerussischen Eisenbahnverbandverkehres steht bevor. Hiedurch
reten weseniliche Erleichterungen im österreichisch-russischen Bau—
erkehre via Granica ein. — Die „Oesterr. Corr.“ erwähnt des
Ischler Gerüchtes, daß der Kaiser und vielleicht auch die Kaiserin
nächstens Galizien besuchen werden.

Wien, 27. Aug. Der Protest der Czechen ist ein förm⸗
licher Absagebrief an Oestreich. Er negirt, daß überhaupt je eine
Realunion zwischen den Ländern der boͤhmischen Krone und Oest⸗
reich bestanden, erklärt alles, was der Reichsrath oder die Dele—
jation bisher beschlossen, für null und nichtig, Böhmen der
Steuerzahlung und Participirung an der Staatsschuld für entho—
hen und verlangt nichts Geringeres, als daß ein neuer Vertrag
wischen den „rechtmäßigen“ Vertretern der „politischen Nation“
Böhmens und dem Könige geschlossen werde.

Wien, 28. August. Der „N. Freien Presse“ wird aus
Hetersburg telegraphirb: „Berichte aus Bulgarien melden, daß
ich in der Moldau zwei Insurgenbanden gebildet haben, deren
ine nach Macedonien gegangen sei, und daß bei Grabowa am
15. August ein großes Gefecht stattgefunden habe.

Wien, 28. August, Die hentige „Abendpost? enthält eine
—D
iuf einen angeblich vom Grafen Blome verfaßten Artikel der
„Augsburger Allgemeinen Zeitung“ im Mai über die angebliche
Benesis des Gasteiner Vertrages zurückgreifen und daraus folgern
daß Oestreich schon vor dem Abschluß des Gasteiner Vertrages

Muünchen, 27. Aug. Eine der jüngsten Nummern der
wiener „Neuen freien Presse“ enthielt eine Korrespondenz aus
München, wornach die Stellung des Fürsten Hohenlohe völlig
mlergraben sein, und man befürchten sollte, der König koönnte sich
edrängt sehen, ein Ministerium zu berufen, in welchem Herr v.
Thüngen das Portefeuille des Auswärtigen führen würde. Diese
Rotiz — Wasser auf die Mühle für den Volksboten — wurde
on diesem gleich reproduzirt und daran gleich die boshaftdumme
gJemerkung geknüpft, er habe zwar von diesem Gerüchte noch nichts
ernommen, da aber die „Neue Freie“ von Fortschritisleuten mit
Nachrichten bedient werde, so scheine es fast, als ob im Fort⸗
chriltslager der Barometer sehr stark gefallen sei. Ich bin nun
Nder Lage, auf Grund authentischer Erkundigungen an kompe⸗
nier Siclle erklären zu können, daß jene ganze Notiz die Aus—
geburt eines phantasiereichen Korrespondenten ist, und daß im Ge⸗
jentheile die nächsten Tage einen evidenten Beweis dafür liefern
Herden, daß der Fürst Hohenlohe gegenwärtig eben so hoch im
Bertrauen und der Gnade seines Monarchen steht, als je früher.
DDie Kommission zur Prüfung der Rechtsansprüche Bayerns
und Preußens auf die sogenannte Düsseldorfer Galerie hielt ge⸗
ern Nachmittags 4 Uhr im Lokale des Ständehauses ihre zweite
Sitzung, und erledigte in derselben in einem Zeitraum von 314
Zilunden vollig die ihr gestellte Aufgabe. Wie heute gerüchtweise
erlautet, soll die Moͤglichkeit, daß Bayern, wenn auch nur
mnen Theil der Galerie verlieren bönnte, keineswegs ganz ver—
chwunden sein. EFr. K).

In München trägt man sich mit Gerüchten über demnächstig
nehrfache Personalveränderungen im Ministerium des Innern.

München, 28. August. Die Angabe verschiedener Blatter
ibet den Termin der Wiedervereinigung des Landtages beruhen
auf blosen Vermuthungen. Zur Zeit uͤt hierüber noch keine Be—
timmung getroffen.

München, 28. August. Es wurde bestimmt daß waffen⸗
zienstunfähige Deserteure, welche noch unter der Herrschaft des
Heer⸗Erganzungsgesetzes vom 15. August 1828 gemäß 8. 76 des
Aben guf die Dauer von 12 Jahren zu militärischen Arbeiten
zerpflichtet sind, nach den Bestimmungen des Art. 16 des Wehr⸗
Verf.Gesetzes v. 830. Januar 1868 behandelt werden sollen, wo
nach dieselben blos so lange zu militärischen Arbeiten in Bereit⸗
schaft zu halten sind, daß die betreffende Zeit mit jener, welche
ie im stehenden Heere allenfalls bereits zugebracht haben, 6
Jahte betrügt, und im Falle ihrer Verwendung zu militärischen
Arbeiten Lohnung und Verpflegung der Soldaten erhal⸗—
en sollen.

München, 29. August. Der König hat dem Staatsmi -
nister Fürsten Hohenlohe mit einem schmeichelhaften, seine
deistungen in der Politik anerkennenden Hand—
schreibein das Großkreuz des Verdienstordens der bayer.
Krone verliehen.

München, 29. August. Die Einladung der italienischen
Regierung an die deutschen Staaten zu Verhandlungen über den
Abjchluß eines Postvertrags ist bayerischerseis angenommen wor—⸗
den.“ Oberpostrath Baumann wurde zum Vertreter Bayerns bei
den betreffenden Verhandlungen ernannt.

Dienstesnachrichten.

Der provisorische Lehrer Karl Boyar in Hleinsteinhausen ist
zum Lehrer an der dortigen prot. Schule in definitiver Eigenschaft
ud der Lehrer Jakob Juncker in Weitersweiler zum— Lehrer au
zer dortigen kath. Schule in Quirnheim ernannt worden.

Vom babdischen Neckar, 25. August. Wie man mit
semlicher Sicherheit vernimmt, soll die Münze in Karlsruhe einge
— Silberstücke sollen fortan wo anders,
ehr wahrscheinlich in Preußen geprägt werden.

Darwinstadt. 28. Aug. Prinz Alfred von England

Deu tschland.
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        cu α⏑— ut uud leliris r As At weillere
Rüstungen zu gewinnen geschlossen habe. Die „Abendpost“ be—
eichnet diefe Insinuation der preußischen Blätter als eine bös—
willige Unterstellung, deren Zweck nur sei, die preußische Politik
u beschönigen und den tiefen Eindruck abzüschwächen, welchen die Pub—⸗
ikation der Usedom'schen Depesche überall hervorgerufen habe. —
Bei dem Bankett der niederöstreichischen Lanotagsabgeordneten
erwiederte der Reichskanzler v. Beust auf die Begrußungsrede des
dandmarschalls, indem er besonders betonte, die: Regierung werde
nit der Verfassung vorwärts schreiten. J
Wien, 29. Aug. Die „N. Fr. Pr.“ erfühtt: Das Justiz—
nministerium wies Angesichts der sich mehrenden Ehegerichtskonflikte
»as Oberlandesgericht an, die benöthigten Akten zn den schweben
ꝛen Ehescheidungsprozessen von den geistlichen Ehegerichten, sobald
ziese der Aufforderung zur Auslieferung nicht eutsprechen, miltelst
ẽrekution herbeizuschaffen. — Das WMinisterium des Innern er⸗
üeß“ ein die neue politische Organisation betreffendes Firkulac an
die Statthalter. Das Ministerium betont darin die Nothwendig—
eit der Dienstenthebung von Beamten, welche verfassungsfeindlichen
Paxteien Vorschub leisten. 44
— Granz, 28. August. Bei'm Festbaukett der in Marein ver⸗
unstalteten Viehausstellung hielt der Reichstagsabgeordnete b. Kai—
erfeld die Tischrede, in welcher er sagte: Die (dualistische) Ver—
assung sei der, letzte Stützpuntt Oesterreichs; unterliegen die Ver—
assungsfreunde, so werde das Ende des Kampfes-auch das Ende
Desterreichs sein; für die Deutschösterreicher gelte es daher, weder
zu exmüden, noch zu unterliegen. 5 244
xeiest, 28225August. Die hier eingetroffene Levantepoft
hriugt folgende Nachrichtein aus Athen vom 23. August, Der⸗
elben zufolge hat das Ministerium Bulgariens die Stimmenmehr⸗
heitän der Kammer verloreit und ist eine baldige Ministerkrisis
vahrscheinlich.“ Die Blätter veröffentlichen ein Schreiben des eng⸗
ischen Gesandten an die Insurgentenführer auf Kreta, in welchem
die Aufrechthaltung der Integrität der Adforte besonders betont
vird. — Dann aus Konstantinopel 22.. August: Midhat Pascha
ist aus Bulgarien zurückgekehrt? man versichert, daß die Bewegung
aselbst unterdrückt ist. Zutn Generalconsul in Triest ist Robert
Effendi, bis jetzt Genekalcouful auf Korfu ernaunt.“ „n piniu
. — Franbreich, — — ———
4 Paris, 28. Aug. Die „France,“ indem sie die Rede des
Heinistere Generals v. Beyer und den Toast des Hru. b. Frey⸗
zerff aus Anlaß der Verfafsungsfeier imeKarlsruhe anführt, sagt,
zaß diesen Erklärungen nicht mehr Tragweste beizalegen fei,als
anent Erfolg der auf Einheit zielenden Pläne, wel. ber ein Proble—
ndtijcher geuannt werden müsse. Die letzten Wahlen erwiesen die
sxistenz einer mächtigen Partei zu Gunsten der Unabhängigkeit
»es Großherzogthums. Man könne fragen, ob nicht die Haltung
der anderen Südstaaten als ein Hinderniß für die Karlsruher
Pläne zu beträchten sei. In Deutschland und Europa-gebe es
biele unparteiische und uufmertfsame VLeute, welche die Stipulntio-
ren des Prager Friedens ernstlich genommen hätten. Die Or— Italie .“ w
cnifation des Bundes habe durch den Friedensvertrag eine be— — o N aeh BVV
mmnte Form und Grenze erhalten. Die „France“ fügt hinzu, Flore nz, 25. August. Wie man vernimmt, sollen die
daß wenn diese enheen Zrornecungen anch:in A kaumern eeeeeen r Cawen W
sSeachtunge. blieben, sten nitht ermangeln würden, in Berlin Ver „Lombardia, zufolge in in Romed tnaled
8 zu erregen,: woe man allem“ Vermuthen. nach viel jelis gegenwärtig im Vatican schlecht angeschrieben, weil er sich mit
veniger als Geueral d. Beyer denkt, beeilt ist, seine Hand nem Male zu Gunsten einer Transaction mit dem Konigre ich
nit Sicherheit über das Großhexzogthum Baden auszubreiten. — Italien ausgesprochen habe; man nehme dereits n rwerde J
Paris, 28. August. Gestern brachte der, Constitutionnet“ Li en d —8 den Tod des Cardinals d' Andrea ent-
einen Artikel, der unter Hinweis auf die Möglichteit, daß die tau e ne 5. emeldet, dah duselbit die pabstliche
kaiserin Eugenie eines Tages für ihren minderjährigen Sohn die —* ui ne e en daß ied papstlichen
Pegentschaft zu führen genöthigt sein könnte, die Anwesenheit der deiereure jeit vier wcher J reicher als je üder Ancona eintref⸗
dohen Frau in den Ministerrathsversammlungen gegen die bos- en komunen e 28 sp.italienne' (officids d
haften Bemerkungen Rocheforts vertheidigte. Daraufhin entftand ne e— dase 33u i see rd
z08 Gerücht, der Kaiser sei geisteskranke geworden, welchein Ge— den n F aae Tn gebro geihe z nn ee
rüchte heute das „Pays“ mit der Behauptung entgegentritt, daß 8 te e bti n, Aien ungun
die Gesundheit des Sigatsoberhauptes nie besser geipesen sei als uge erihte betreffe a Erha uns does ne ens In Gocenzen
gegenwertigen Augenbüiche gzelaufen ein jein so ten. 7 Sicherem Verneomen nach wird
Dhe don der Wiener Debatte“ ist gebrachte Meldung Heneral Menabrea bon Nizza nach Fontainebleau gehen. — Ge⸗
Die von der Wiener Debatte zuerst ge rachte Meldung Achtsweise erzuühlt man hier, die französische Regiernng werde
on einer Rote des hreußischen Cahinets an g osterreichischen ihl heftatien, daß. die Tabaksobligasienen an der“ Pariser
Hef als Aufklärung iu der Angelegenheit der Nate von Asedomt Iörse notirt verden, — Der Kedni g wird am 4. September
hird nun von allen Seilten bestätigt. Hr v. Werther hat dus Rier intreften
Actenstück bereits dem Hrn. v. Beust S— dicfer u god — nn Spanien.
Ischl gegangen, um dem Kaiser einen Vortrag über diese Mil— 6 liee 653 Ra u
hallen. In den hiesigen Regierungäkreifen wird diefrvphhe rned 35 Ip guneer ie „Gazetta“ zufolge
Schritt des preußischen Cabinets ats ein seht wichiiges“ Ereiguißwuͤrden ie LKorles — —J
metrachiet. Es darf nicht erst bemetkt werden, daß dian vicht * Donaufürstenthümer.
iwa entzückt ist, so wie überhaupt hier Alles übel vermerki wird/ Buchare st, 27. August. In Ausführmig des neuen Ar—
was auf eine Annährung zwischen Preußen und Oesterreich hin⸗ neegesetzes ordnei ein fürstliches Decret die Errichtung eines 8
zrutet oder zu einer solchen führen könnte. Die Entzweiung zwischen Infanterie-Kegiementes un. Jedes Negiment besteht künftighin
Wien und Lerlin ist die Grundlage aller fcanzösischen Tombina- aus. 3 Bataislsonen. Vorlänfig werden 39 Miilizbataillaae uf⸗

toncii, j0 Wie νν oie Boraussetzung, datz Preuße
von Oesterreich geschlagen wetrden müsse.

Pgaris,“28. Aug. Der Verkauf des Figaros duf der
Straße ist verboten.—„France“ sagte, der Kaifer werde am
2. September nach Chalons gehen. — Die Gattin Viktor Hugo's
isst heute in Brüssel gesiorben. —

Paris, 28. August. „France“ veröffentlicht einen neuen
Artikel über die allgemeine Lage, dessen Schluß lautet: Ganjz
fUuropa bedarf des Friedens. Man müßte an der Klugheit der
Staatsmünner zweifeln, wenn sie kein anderes Mittel ausfänden,
ils Tausende von Soldalten auf den Schlachifeldern niederzu⸗
ichlagen, um die Zerwürfnisse, welche sie veruneinigen moögen,
u beseitigen. Mögen unsere Leser dies bedenken. Sie werden
araus dieselbe Gründe des Verktcauens in die Erhaltung des
rriedens schöpfen, wie wir sie seldst ausgedrückt' haben. — Der
Erzbischoff von Paris, Mgr. Darboy, soll die beabsichtie Reise
rach. Neapel aufgegeben haben, angeblich, weil ihm in Rom ein
jünstiger Empfang nicht zugesichert worden sei.

Die Liberte bringt'eine Zusammenstellung der Anleihen seit
852. Der Krieg mit Rußland brachte im Jahr 1854 und
855 3 Anleihen zu 250, 1500 und 750 Millionen Fr. (Emis⸗
ionskonrs 65. 25), der italienische Krieg im Jahr 1858 eine
Anleihe von 500 (Emissionskours 60. 50), der mezikanische Krieg
1864) eine solche von 300 Mill. Fr. (Emmissionskours 66. 30)
Betrog des Decoudvett vom b. August 1805 4502 Mill. (Em
nissionslours 69. 25); Summa 275092 Mill. Fr.

J England. ——
London, 26. August. „Der Staudard' sagt über die aus-
wärtige Polit:.k Euglands, es sei leine directe Aussicht vorhanden,
daß sich England in continentale Feindseligkeiten mischen werde;
und es sei allein England und besonders Lord Stanley, zu ver—
danken, wenn überhaupt die Gefahr continentaler Feindseligkeiten
augenblicklicklich noch nicht so nahe liege. Englands Text unter
der gegenwärtigen conserdativen Führung sei: „Ich bin ganz und
jar für den Frieden und sehe keine gerechte Ursache für einen
rieg.“ Außetdem steht fest, daß Eugland unter der jeßigen Re—
zierung nie drohen oder auch nur andeuten werde, sich im Falle
eines Krieges au deniselden zu betheiligen, wenn es nicht sein
olltommener Ernst sei; aber jedenfalls würden seine Sympathieen
lets gegen den angreifenden Theil, wer dies auch sein möge, ge—
ichtet sein. Die continentalen Politiker vertrauen fest auf die
S„prache Stanley's, weil die Erfahrung sie gelehrt habe, daß er
teis heute wie morgen sprechen und handeln werde. Keinenfallts
annn jegt schon von dem Verhalten Englands einem franzssisch⸗
»entschen Krieg gegenüber die Rede sein, da die Stellung Ruß-
ands und Oesterreichs zu demselben noch nicht bekannt. ist und
nan noch nicht weiß, inwiefern dadurch die Eristenz der Türkei
Jefährdet sein wird. Namentlich um lezteren Punkt wird sich
zie englische Politik drehen; und ein Kampf an der Donau, nicht
ber ein solcher am Khein und Main wärde England ju den
Wafsen rufen.
        <pb n="417" />
        geneut. 2dadDen zugiteiuje αι ν lgel uuekn..
Nachricht, daß aus Preußen ein zahlreicher Transport von Zünd⸗
nadelgewehren angekommen, bestätigt siche 53
* Türkei
Konstanktinopel, 27. August. Der nordamerikanische
Admiral Farragut gab gestern an Bord seines Schiffes den Mit
gliedern des diplomatischen Corps ein Frühstück. Die Matrosen
eines Schiffes brachten Hochs auf⸗Amerika und Rußland aus.
Amerika.
New-Yort, 19. Mägust. Dämpfernachricht über Queens⸗
own.) Große Meetitigs d n worden republilanischer⸗
jeits in Atalanta in Georgich demokratischerseits in Nord- und
Sudcarolina. Letzteren wohmen, viele Neger bei — DasGet
such der Gouverneurs mehrerer Südftaaten um Waͤffen“ für' die
Priliz, ist vom Kriegsminister — bis zur Regelung der ge—
selichen“ Stellung dieser Staaten durh. den Congteß abgewiesen
pörden. — Es heißt, der neue Gesandte für, Mexico, General
Rosenkranz, sei angewiesen, den Präsiden: Jugrez zu Gunsten der
Annexion der Republik an die Vereinigten Staaten zu stimmen.
Aus Mexico selbst wird gemeldet, daß die gegen die Insurgenten
bon Alvarado geschickte Expedition scheiterte, und daß man eine
Meuterei in Vera⸗Cruz besürchtete. — Aus Canada wird berichtet,
—
en, um einen fenischen Einfallsversuch zu bvereitelnt.
ermi ncheesßs.

r Zweibbrücken, 28. August. Die Schwurgerichtssitzungen
fuͤt das vierte' Quartal 1868 werden Montag, den 23. Novem
hber l. J. dahier eröffnet, und ist Herr. Apellationsgerichtsrath
Friedrich Kieffer zum Präsidenten derselben ernannt.

— Interessant für Kirchenrechner ist ein im ContonSpeyer
kürzlich vorgekommener Falleez Der Bürgermeister aules Dorfes
hot den Rechner der Kirchenfabrik zur Uederuahme-der zM ach t⸗
o ache auf. Derselbe weigerte sich jedoch,z der Ladung Folge zu
leisten, weil ex die anvertraͤuten Gelder ind Papiere keine Nacht
ohne seine persönliche Hut lassen könne. Der Bürgermeister fand
Rese Gründe nicht zureichend, protocollirte derr Kirchenrechnet und
derselbe wurde vom Landgerichte verurtheilt. Da appellirte er nach
Frankenthal, das dortige Bezitksgericht verwarf das Urtheil der
ersten Instanz und somit sind Kirchenrechnez zum Wachedienst ge⸗
eßlich nicht verpflichtt... »* ——

4 Die Geistlichkeit des Landcapitels Neustadt a. d. H. über—
sendet dem Redackeur des Müncher Volksbol“, Dre. Zander, in
Anerkeunung seiner publicistischen Verdienste, 50 Flaschen 18626
Foxster Auslese:- Prosii —

*2 Durch 5 es vreußifchen dnd as minisers siad. wie
diedee ef.e melvet Fainnentti he/lonigliche Eisenbahndirectiv nen
davon in Kenuntniß. gesetzt, daß Natronkooks (Brauntohlenkoaks),
welcher ein Mebenprodutl der Puraffinfabrilatiou ist, wegenseines
GBehalts an metallischem Natrium und seiner in Folge dessen be—
zingten Neigung zur Selbstentzündung als ein zum Eisenbahn-
Transport nicht zulässiges Produck zu erachten ist.

F Eine auffallende Erscheinung und ein höchst betrübendes
Zeichen von dem tiefen sittlichen Versalle, in den die Bevölkerungen
großer Städte, trotz all der blendenden Herrlichkeit der letzteren,
gerathen können, ist es, daß in Einer Woche (vom 16. bis zum
20. August d. J.) in Berlin eif Selbstmorde amtlich verzeichnot
merden mußten... — I .

Die Wiener „Presse“ zeigt an, daß sie den neuesten Ro—

man Berthold Auerbachs das „Landhaus an Rhein“ zum Abdruckt
in ihr Feunisleton um 12,000 Ihlr. erworben habe. Erst nauch
diesem Abdrucke erscheiut derselbe in der Eotta'jchen Buchhand—
iung als Buch. ——
»—7 IJu' Prag ist am 25. d. der fast vollendete Neubau
eines Hauses bdis auf die Unifassungsmauern eingestürzt; die mei⸗
sten Arbeiter konnten sich noch füüchten; nur ein 26 jähriger
Maurer und eine 62 jährige Taglöhnmnerin; wurden
erschlagen.

ꝓ Ein weiblicher Commis voyageur, welcher das Innere
Pennsylvaniens bereiste, an allen Orten Corsets zu einem bemer⸗
denswerth billigen Preise verkaufte, und sie den Käuferinnen per—
sönlich auprobirte, hat sich schließlich als ein Maun in weiblicher
Berkleidung enipuppt. Er hat mehrere tausend junge Damen
mit Corsernts bekleidet und die Entrüstung derselben soll
zroß sein.

Zaweilen doch!; In der Nachfolgerin der Lanterae
.LKa Cloche,“ erzähll Ferrahus (K. Ulbach,, duß ein Arbeiter,
ꝛachdem er am Thorte der Tuilerien mit großen Buchstohen die
Injchrift gelesen hatte: „Das Publitum hat hier keinen Zutritt“.
n Stück Kreide nahm und darunter schricb: Zuweilen doch!“

rF Liverpool. Zeitlich-wie britich nuc um wenige Stune
den don jenem Unalücke auf der Nordwestbahn getrennt. ereigüete

In den Eisenwerken der Mersey Steel and Iron Comnpany sprang
ain Dampfkessel, der etwa zehn e are Inhaltes lin den
zlühenden Ofen hineinschleuderte, so daß letzterer gänzlich zerstört
durde und Kohlen, Ziegelsteine, Eiser und fiedendes Wasser nach
aslen Kichtungen umherflogen. Ein Heizer ward auf der Stelle
zgetoͤdtet, drei andere Arbeiter erlagen noch“selbigen“ Tages
den erhaltenen Vecletzungen und sechszehn. liegen verwundet
harnieder. Steine und Trümimer“aller Art waren über“800
Fuß weit geschleudert worden und hatten auf den benachbarten
Stragen mehren Fußgängern Schaden zugefügt.
7 Letzten Samstag ereigneten, sich in der Schweiz mehrere
Unglücksfale: bei Chamounit int der frauzösische Graf, Cham⸗
haceres vor den Augen seiner ihm erst seit 1 Monat angetrauten
zrau in einen Abgrund, sein Leichnahm wüurde“ erst am andern
Tag gefunden; guf dem 53— a e ee eine Barke
nid tius Hus8 Personen bestehenden. englischen Familie umß- der
Vater nud der 18jährige Sohn hrachten als gute Schwimmer
ämmtliche Personen an das Steuͤerruder; ehe, das Reltungboot.
inkam, berließen die Mutter die Kräfte und sie sank mit dem;
tjährigen Kinde in die Fluth.
4 Wem's in der Schweiz nicht rheuer genug ist, der reise
nach SQotthand. Die Wirthe dort verstehen sich auf's Prel·
en Fur ein Ein muß der lumpigste Engländer 95-22 tr, zah
en, für ein Cotelett 1fl. 48 kr, Die Times wimmelt von
dlageliedern ·

'Der Vesuv ist wieder. heftig in Bewegung. Es ist
dies die 55. Eruption, deren man seit deni Jahre 79 gedeult,
ind sie zeichnet sich durch lange Dauer und Ungefährlichkeit aus.
Im Jahre 5. n. Chr. zeigte der Vesuv zuerst durch heftige Er—
chütterungen wieder Leben. Nach der Eruption vom Jahre 79
var die von 1031 eine der heftigsten; auch die von 1840 richtete
biel Schaden an. bene
FWilde Thiere in Indiene Im Jahre 1867
vurden au Belohnungen für die Vernichtung, wilder Thiere in
den vier Divisionen der indischen Centralprovinzen über 41,000
Rupien (27,300 Thle. pr. C.) verausgabt.“ Gegen 8000 Raub⸗
hiere wurden getddiet, bestehend in 02 Leoparden und Panthern,
335 Baͤren, 327 Tigern, 175 Hyanen und 4610. Wolfen.

Landwirthschaftlicht

Die Bienenzucht, als dasbieste, Mittelezurr:
rzielung reicher Obsternten. Vie Bieuenpflegeist
unstreitig eine überaus angenehme Bijchaftigung. Sie bringt
nicht allein demjenigen, der ——— rinen unmitttelbaren be—
deutenden Nutzen, sondern sie bietiet selbst denen einen mittelbaren
Vortheil, die gar keine Bienen halten. Es ist nämlich vollig er.
wiesen, daß. die Bienen wesentlich zud Fruchtbarkeit“ vieler —nützli—
hen Pflanzen beitragen; sie vbeförderß dies Befruchtung der Blume
ind dies, um jo mehr, jemeht die Bigme in sich Honig irhait und
e näher sich die Pflanzen au dem Vienengarlen bstnden“ Ein
Obsigarien, in dem oder in dessen Maherwiele Blenenstäcke stehen,
pird stets mehr Obst liefern, abs ein gnderer- guter und gehörig
ierhaltener, jedoch von einem Bienenstande entfernter Gatten. —
Diese Erscheinung ist ganz natürlich, und man muß sich wundern,
daß sie nicht Jedermann erkennt, da sie so nahe siegl. Es ist eine
hekannte Thatsache, daß verschiedene Gattuugen von Injecten mit⸗
selbar zu leichten, schnellen und sicheren Bejrarhtung der Blumen
deitragen. Diese Insekten, in-den Blumen wühlend und Honig—
gaft suchend, zerstreuen den Staub von den Staubjäden auf die
Stelle der Befruchtung, nämlich auf den anduniichen Stempel;
zfters sogar setzt sich der Blumenstaub auf die hagrige Hülle der
Zziene, und diese überträgt und zerstreut ihn Auf die maännlichen
Theile. Die Sache geht so weit, daß man—fast“ mit Gewißheit
dafür halten kann, die Vorsehung selbst habe in ihrec unecjorsch-
lichen Weisheit den Bau einiger, Blumen so ein urichtet, daß
sie ohne Mitwirkung der Insecten niemals befruchtel werden kön—
nen. Als Beleg hierfür scheint zu sprechen, daß bieie Pflanzen,
deren Blumen keinen normalen Bau hahen, und fast alle in bder
schlossenen Gewächshausern unterhaltenen Pflauzen jehrwenig oder
jar keinen Samen liefern, so lange sie ringeschlossen dteiben, wo—
jegen sich bei Oeffnung der Fensser und dem Besuche der Bienen
ogleich die Frucht entwickelt. Dieses Factium können anch unsere
Gaͤrtner, weßhalb sie gern die VBienen zu din Rlumen und Pflau⸗
zen zulassen. Die Bienen sind insbesondere zur Lebertraginig des
Blumenstaubes qualificirt, weil sie, wie dertits erwahnt, mit feinen
Harchen bewachsen und üßeruus beweglich sinde.
Die uns vorliegende Nr, A6 der eleganten itlustrixten Muster⸗
und Modezeitung „Richoria“, don A. Haad in Vertin
jerausgegeben, zu dem außerordentlich billigen Vreise —
ꝛecaroschen diertetjährig, bringt den Anfang eiuet ιαιιααα—
Wuüren Nobelle, „In Kom“ von E. Ono (O. Wentzel, auj
        <pb n="418" />
        welche wir alle Freunde der Literatur aufmerksam machen wollen.
Aebrigens verdient die „Victoria“ nicht allein von der Damen
welt, sondern überhaupt von jedem Gebildeten beständig gelesen
zu werden, denn nicht alle illustrirten Journale haben in leder
Kummer fso viele Originalarbeiten aufzuweisen, und namentlich
dürften die in genanntem Blatte enthaltenen Compositionen für
jeden Musiker von Fach, Sänger und Mufsikliebhaber Interesse
hieten. Die Nr. 26 bringt denn auch wieder ein reizendes Lied
„Er ist gekommen in Sturm und Regen,“ Text von Friedrich

Rückert, Musit von J. Robert. Rückert ist nüchst Heine der groͤßie
dyriker unseres liederreichen Vaterlandes, und das seinem „Liebes—
rühling“ entnommene Gedicht „Er ift gekommen in Sturm und
stegen“ zählt zu den schönsten Perlen der Poesie. Der geschätzte
TFomponist hat damit einen glücklichen Griff gethan unb wird wohl
zald sein Tonstück die Runde durch alle Concertsäle machen.
Schließlich wollen wir noch die vorzüglichen Illustrationen her⸗
orheben, welche ein schönes Zeugniß fuͤr die Fortschritte der Xylo-
zraphie geben.
Bekanntmachungen.

GERMAMNIA.
Lebensversicherungs-Actien-Gesellschaft
in Stettim.

3000,000 Thlr.,
25386760
1435,356 F

5—
Bekanntmachung.
Montag, den 1. September
aächsthin, Morgens um 11 Uhr vor der
Bohnung der Eheleute Ludwig August
Dinges, Wirth, und Wulhelmine
Josephine Fißler, zu Ensheim wer⸗
den folgende gepfändete Mobilien gegen
zleichbare Zahlung zwangsweise an die
Meistbietenden versteigert werden, als:
Wirihstische, Tische, Stühle, Bänke,
eleiderschränke, 1 Chiffonnier, 2 Com⸗
mode, 2 Canapee, Nachttische, Spiegel
Bilder, Beitladen, Bettzeug, 1 Vogel—
decke, Küchengeschirr und sonstige Haus
geräthschaften. J
Blieskastel, den 28. August 1868.
Der kgl. Gerichtsbote:
Meu.

Grund-Capital
Reserven Ende 1867.
Jahreseinnahme.
Bis Ende 1867 bezahlte Ver—⸗
sicherungsgsummen. —

2,047,180 —
Versicherungs-Bestand Ende April 1868: 98,834 Verfi—
cherte mit 45,685,810 Thaler Versicherungscapital.
Maäßige Prämiensätze.
Schleunige Ausfertigung der Poliecen.
Prompte Regulirung der Sterbefälle.

Die „Germania“ schließi Versicherungen auf das menschliche Leben,
Aussteuer, Renten und Altersversorgung unter den liberalsten Bedingungen ab
ind. empfiehlt sich zu deren Vermittelung, sowie zur Ertheilung jeder gewünsch⸗
ten Auskunft

St. Johann. der Haupt-Agent
Georg Gressung—.
Neustadt a. d. Haardt.

—

* —

für gute billige Speisen und Getränken ist
hestens gesorat.
Seinrich Strobel.
Guter Pfälzer
W
Wein
wird zu 7kr. per Schoppen verzapft be
J. 3. Heinrich.
F Zugleich empfiehlt derselbe ver
schiedene Flaschenweine.

(Lehr-⸗, Ehrziehungs-Austalt und Vensionat)

501
Chr. Ellspermann.

Die seit einigen Jahren mit bestem Erfolge bestehende Höhere Knabenschule in Neu⸗
jadt a. d. Haardt führe ich unter meiner Leitung fort und werde bestrebt sein, das Ver—
rauen der Eltern, deren Söhne meine Anstalt besuchen, zu rechtfertigen.

Der Erlernung der franz. und engl. Sprache wird von nun an die größtmöglichste
Aufmerksamkeit zugewendet. Ein Franzose und ein Engländer ertheilen den Unterricht in
eiden Fächern.

Meine Frau, die sich dem Lehrerberufe widmete und ihr Examen mit sehr gutem
rrfolge bestanden hat, wird den Pensionären die sorgfältigste Pflege angedeihen lassen.

Ausführliche Prospectus werden auf Verlangen übersendet.

—.. 1E.

Meine Raritäten⸗Sammlring hat
äch durch ein in Correctheit und Logil
einziges Actenstück vermehrt.

Dasselbe liegt — ex officio — gratis
uu Jedermanns Ansicht offen auf bei

Tritz Papzerbieter.
rische süße Milch ist
NMorgens um 6 und
Abends um 3 Uhr sowie zu je⸗
der Tageszeit per Schoppen zu
g kr., zü haben
bei Wiw. Daubhäuser.

Worms den 28. August.

Wir notiren heute: Weizen 12fl. — kr.
dis — fl. — kr. Roggen O fl. 45 kr.
his — fl. — kr. Gerste 10 fl. 39 kr.
his 10 fl. 40 fr. per 100 Kilo., dar
5 fl. 20 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo. J — —
de per Partie i fl. 15 ieb bis — fl. Mainz, 28. August.
— ir. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl. (Frnchtpreise.) Weißmehl das Mal—
— tr. Roggenvorschuß 10 fl. 30 kr. bis er à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
— fl. — kr. Weizenvorschuß 16 fl. — kr. genmehl ditto Iefl — kr. — Weizen (290
— ifl. — kr. Blumenmehl. — fl. — kr. Pfod.) 12 fl. 30 kr. — 12 fl. 59 kr. —
bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps dorn (180 Pfd.) 10 fl. 10 kr. bis 10 fl 20
fl. —ktx. bis — fl. — kr. per 83 r. Gerste (100 Pfd.) 10 fl. 39 tr. bis 10
Filo Rüböl. ohne Faß 19 fl. — kr. bis 1. 35 kr. Hafer (120 Pfd.) 3 fl. 20 tr
fl. —itxr. Leinbl ohne Faß — il. bis 5 fl. 50 fr.

Pedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
32 fl. 30 kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen — fl. — kr. bis
— fll. .— kr. Branntwein 29 il. 30 kr
his — fil. — kr
En lediger junger Mann (Arbeitsge⸗
Shülfe) sucht ein möblirtes Zimmer⸗
chen mit oder ohne Kost. Die Redaction
J. Bl. nimmt sofortige Aumeldungen ent⸗
gegen.
HZei Küfer Nodenbusch in St.
BIngbert sind mehrere tausend schöne
Stückhölzer zu verkaufen.
——2———— —
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        Sl. Ingberler Zcnzeiger.

— —
dei“ St. Ingbeéerter“Anzeiger“ mit'seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal, Dien s ka'g, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
A een Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 105. n Donnerstag, den 8. September

— — G — — —
—— —
e e y 1 6
Deutschland .. btgnpenigsten von lebenslänglichen Bürgermeistern und Moagistratsraͤ—
Aus Munchen, 30. August, wird der „Pf. Zig.“ geschrie— hen. — 8) Diesseits dürfen Notarewe der Bürgermeister oder Bei—
zen: „Der Minister des Innern, Hr. v. Hörmann, wird sich im geordnete, noch auch nur Magistratsräthe merden; jenseits wird
Dober nach Speher begeven um dort einer Commission zur Be- olche Ausschließung verworfen. AxDagegen können alle ge⸗
Athung des Eniwurfs einer Gemeindeordnung fur die Pfalz zu dannten Beamten diesseits die Kassen der Gemeinde verwalten,
zräfidiren. Die Commission wird bestehen aus den Mitgliedern ind die Gemeindevertreter sind sogar befugt, ihnen jede
Regierungscollegiums der Kammer des Innern, sowie dautionsftellung zu erlassen, waährend solche Beamte jen⸗
einigen beigugiehenden Bezirksammännern und Bürger- eits überhaupt keine derartige Kasse führen dürfen und Nie⸗
nasternv nand das Recht hat, den Einnehmer von der Kautionsstellung frei⸗
wn Her „Frkf. Ztg.“ wird ebendaher geschrieben; Die mehr- usprechen. — 10) Die Stäadtebürgermeistet dürfen dieseits die
ach behaupleten, aber dann widersprochenen Gerüchte einer Ver- Bemeindebediensteten 3 Tage lang disciplinarisch einsperren lassen,
ahlung unseres Konigs mit der Großfürstin Marig, der einzigen entseits nicht eine Minute. —
Tochter des Kaisers von Rußland, wird neue Rahrung durch die Dienstesnachrichten.
Nachricht erhalten, daß der Czar mit seiner Gemahlin in der zwei⸗ Se. Maj. der Konig haben sich bewogen gefunden, dem Be⸗
en Häifte dieses Monats nach München dommen und einige Tage irksrichter Georg Reiffel in Frankenthal die Funktion des Unter⸗
zaseloͤst verweilen werde. In der kgl. Refidenz dahier werden auch juchungsrichters für den Bezirk Frankenthal zu übertragen.
zereits Vorkehrungen zum Empfang des Kaiserpaares getroffen. Die kath. Pfarrei Altheim, Beze⸗A. Zweibrücken, ist dem
yndessen wird doch auch fortwährend in höheren Kreisen versichert, Griester Julius Palm, Pfarrer in Hornbach verliehen worden.
aß Koͤnig Ludwig II. für die nächste Zeit nicht die Absicht habe, Mainz, 31. August. Gestern tagte in Rüßelsheim eine
ich zu dermählen““ 7 Bersammlung von Vertrauensmännern der Volkspartei aus Kur⸗
Maunchen, 30. August. Die Kaiserin von Oesterreich verläßt hessen, Darmstadt, Nassau und Frankfurt. Beschlossen wurde:
im 7. September Garatshausen- und geht nach Wien zurück, wird die Niedersetzung eines Organisations⸗Comite's welches beauftragt
also der quf den 14. angesetzten Hochzeit ihrer Schwester nicht vird, monatliche Volksversammlungen zu veranstalten, serner die
deiwohnen . 5 Beschickung der delegirten Bersammlung in Stuttgart, mit Ver—
sünchen, 31. Aug. Die Geueraldirektlon der k. Ver- flichtung auf Jakoby's Programm..
rehrsanstalten gibt bekannt, daß vom1. September A.Is. an⸗ Berlhin, 30. Aug. Der König geht am 7. Sept. zur
angend, von welchem Tage an der mit der Schweiz abgeschlossene Truppenbesichtigung nach Dresden, am 10. nach Schwerin und
Postvertrag in Kraft tritt, die auf -Postanweisungen nach der oon dort nach den Elbherzogthümern. Am 20. gedenkt er nach
Schweiz in Schweizer Währung angesetzten Auszahlungsbeträge Berlin zurückzukehren. weil derCzar einige Tage später auf der
ach dem Verhältniß von 20 Francs — 9 fl. 30 kr. süddeutsche Kückreise nach Petersburg hier eintrefsen wird. Es verlautet noch
Währnung einzuzahlen sind. J icht, ob Fürst Gortschakoff seinen Herrn begleiten wird; sollte
Nürnberg, 28. Augnust. Die beiden pfälzischen Mitglie-, dies der Fall sein, so dürfte auch Graf Bismarck ans Varzin hier⸗
der des Sozialgesetzgebungs-Ausschusses (Kolh und Soyer) haben; her kommen — aber nicht etwa, dies muß jetzt schon betont wer⸗
zach Verständiguung mit ihren übrigen pfälzischen Collegen einen den, aus politischen Gründen und um politische Berathungen
igenen Entwurf einer Gemeindeordnung für die Pfalz eingebracht. u pflegen. Am 28. geht sodann der König zur Geburtsfeier
Ais grundsätzliche Unterschiede dieses Entwurfs von jenen der der Königin nach Baden-Baden, wo er längeren Aufenthalt
echtstheinischen Landestheile hebt ein Münchener Corresp. der nehmen wird.
xrf. Zig. herbor: 1) Diesseils beharrt man auf der Ausscheidung Die jetzt abzeschlossene Militärconvenktion mit Mecklenburg⸗
Sladle⸗ und Landgemeinden mit verschiedener Verfassung; die —chwerin gestattet eine Versetzung aller Officiere des mecklenbur—
Pfälzer dagegen halten fest an dem durch ihre ganze Gesetzgebung zischen Contigents (sieben Bataillone Infanterie, zehn Schwadro⸗
ehenden Grundsatze der rechtlichen Gleichheit aller GHemeinden. — ien Dragoner und vier Batterieen Artillerie) in die preußische
2) Diesseits wird das Ortsbürgerrecht nur durch Verleihung ers⸗ Armee und umgekehrt. Wie der „Köln. Ztg.“ aus Mecklenburg
vorben, und das desfallsige Gesuch selbst des Orts Eingeborenen verichtet wird, sind bereits zwei preußische Generale zu Brigade—
aun unter Umständen zurückgewiesen werden; jenseits erwirbt jeder ommandeuren der mecklenburgischen Cavalerie⸗ und Infanterie—
Heimathberechtigte das Ortsbürgerrecht nach Eintrilt der gesetzlichen drigade und ein preußischer Oberstlieutenant zum Commandeur
Zorbedingungen von Rechtswegen, ohne jedes Gesuch. — 8) Dies- des mecklenburgischen Grenadierregiments Nr. 89 ernannt worden,
eits muß auch der Heimathberechtigte dafür eine Abgabe an die ein mecklenburgischer Major der Cavalerie aber in preußische Dienste
Hemeinde bezahlen; in der Pfalz ist er frei von jeder deßfallsigen ibergetreten, dem mehrere Stabsofficiere und Hauptleute der In—
deistung. — 4) Die Verwalkung der diesseitigen Städte geschieht anterie bald folgen werde.
zurch zivei Collegen: den Magistrat und die Gemeindebevollmäch⸗ Berhin, 31. August. Dem Vernehmen nach werden die
rigten; das erste Collegium, mit dem Bürgermeister an der Spiße neiften der jetzt auf Urlaubsreisen besindlichen Minister bis zum
st verhältnißmäßig sehr zahlreich, das letzte ist es verhältnißmä— 15. September wieder hier eintreffen, so daß die Berathungen des
zig wenig; die Pfälzer erblicken darin die Verpflanzung eines —taatsninisteriums um diese Zeit wieder beginnen können. Alle
unnodthigen, selbst schüdlichen Dualismus in die Gemeindeverwal⸗ herüchte über den Wiedereintritt des Herrn v. Savigny in den
und; sie wollen“ einen zahlreichen Gemeinderath als Ver- S„Staatsdienst sind unbegründet. *
reter ber Gemeinde,“ den Bürgermeister und Adjunkten alzs Die frühere Ansicht, daß der preußische Landtag schon im
zessen Vollzugsdrgan. — 5) Zur Uebernehme eines Gemeindtamts October zusammentreten werde, ist mehr und mehr geschwunden,
ind man dicseits mit Geldstrafen bis zu 150 fl. gezwungen; und es steht der Beginn der Landtagssession vor Mitte November
enseits kann jeder Gewählte ablehnen. — 6) Die Gemeindevor- aicht zu erwarten. Die Ausarbeitenz der Vorlagen nimmt noch
—VVV—— Zeit in Anspruch; namentlich gilt dies auch von dem Bud—
Stellen unbesoldete Ehrenämter sein. — 7) Rechts- get, dessen Aufstellung noch lange nicht vollendet ist.
undige Bürgermeister oder Magistratsräthe sind dieseits nach drei Den darmstädtischen einjährigen Freiwilligen ist gestattet wor—
Fahren auf Lebenszeit angestellt und erlangen damit pragmatische den, eventuell ihrer Dienstpflicht in preußischen Truppentheilen zu
Rechte wie Staatsdiener, mit Qusescenze und Pensionsansprüchen Jenügen; ebenso können preußische Freiwillige bei hessischen Re—
uͤr sich und ihre Reliktern, — alles jedoch auf Kosten der Ge⸗ Jimentern ihr Jahr abdienen
neinden; die Pfälzer dagegen wollen nichts wissen von einer Ver— Hamburq, 31. Augußt. Der Prinz Napoleon ist gestern
lanzung des Beamtenthums in die Gemeindeverwaltung, am im strengsten Incognito auf der Dampfjacht „Jerome Napoleon““
        <pb n="420" />
        hzier angekommen, besuchte Altona und juhr Rachmittags nach
dͤübeck, bon wo er heute hierher zurückgekehrt, um seine Reise nach
der Weser foctzusehen

Prag, 29. Ungust. Ver Redacteur der „Narodni Listy“
wurde des Verbrechens der böffentlichen Ruhestörung für schuldig
hefunden und zu »*achtmonallichem, mit Fasten verschärftem
schweren Kerler und zweitausend Gulden Kautionsverlust ver⸗
artheilt.

Herrmannstadt, 29. Augusi. Der Metropolit Scha⸗
Junä beruft auf Grund des Geseßartikels vom Jahre 1868 den
cumänischen nationalen Kirchencongreß auf den 28. September
nach Herrmannstadt ein.

HfÄrakau, 29. August. Nach einer telegraphischen Mel⸗
zung des Cas reist Statthalter Goluchowski in Folge einer
Berufung heute nach Wien, der staiser wird am 22. September
zier erwartet.

Frankreich.

In Paris zirkulirt wieder einmal das Gerücht, es habe
ch eine Partei gebildet, welche den Kaiser bestimmen wolle, ab⸗
udanken, seinen Sohn zum Nachfolger und die Kaiserin zur
stegentin zu ernennen. Den immer kränklichen Kaiser suche man
für das Projekt durch den Hinweis gefügig zu machen, daß dies
das Mittel wäre, noch unter seiner Direktion den Thronwechsel
zlücklich vorübergehen zu lassen.

Paris, 28. August. Ein belgisches Journal schickt den
zroßen Emil von der „Liberte“ in höchst ergötzlicher Weise heim.
Auf der bekannten Karte, mit welcher der unermüdliche Publicist
neulich die erste Seite seines Blattes ausschmückte, prangt unter
en die Sicherheit Frankreichs bedrohenden Festungen auch als ein
Stern erster Größe das Fort von Huy- Darauf hin bemerkt nun
die „Meuse“: Wenn Herr v. Girardin glaubt, daß von der Er⸗
oberung der Festung Huy das Wohl des Vaterlandes abhängt, so
zedarf es dazu keiner 800,000 Mann, keines Anleihens von 500
Millionen, keines europäischen Krieges und keiner gewalltigen Blut
tröme. Herr b. Girardin braucht bloß morgen die Nordbahn
zu nehmen und bis zu dder Stadt zu fahren, in welcher Peter der
xFremit geboren ward. Ganz allein, nur mit der Feder und dem
Pince⸗Nez bewaffnet, kanu er das Fort von Huy erobern, denn
zs steht vollkommen leer, enthält keinen einzigen Soldaten mehr.
NRach einer solchen Heldenthat kann der Chefredacteur der Liberte
einen Namen neben den des Siegers von Sebastopol in die Ta⸗
eln der Geschichte eingraben lassen. Wenn aber Herr v. Girar⸗
zin nicht nach dieser Ehre geizt, so kann er heute nog, ohne nur
den Fuß aus seinem Pariser Hotel zu setzen, sich dieser furchtba⸗
cen Citadelle bemächtigen. Dieselbe ist nämlich seit drei Jahren
zu verkaufen oder zu vermiethen und bis jetzt hat die belgische
Regierung noch keinen Liebhaber dafür gefunden. Das ist eine
ausgezeichnete Gelegenheit für Herrn v. Girardin, für einige Tau⸗
ind Franken Frankreich zu retten. Er soll nur das Fort von
huy kaufen und seiner Regierung zum Geschenk machen, wie Na⸗
»oleon III. dem König Victor Emanuel die Lombardei zum Ge
schenk gemacht hat. Dieser Act der Großmuth wird ihm die Dank⸗
darkeit der nachkommenden Geschlechter einbringe.

Paris, 29. August. Der Appellhof hat das früher ge—
rällte erstinstanzliche Erkenntniß, welches Rochefort auf Grund der
ersten Confiscation der „Lanterne“ zu 1 Jahr Gefängniß und
10,000 Francs Geldbuße verurtheilte, in seiner heutigen Sitzung
zestätigt. Seine gestrige Verurtheilung zu 18 Mon. Gefängniß
ind 10,000 Fr. Geldbuße erfolgte wegen Beleidigungen der Per⸗
son des Kaisers, Aufreizung zum Haß und zur Verachtung der
Regierung, und Schmähung einer vom Staate anerkannten Reli—
gion. Der Drucker erhielt 2 Mon. Gefängniß und 2000 Fr.
Geldbuße. Die beantragte temporäre Entziehung der politischen
Rechte wurde nicht ausgesprochen. Rochefort befindet sich übrigens
in Belgien. — Wie der „Figaro“ meldet, sind zwei Gerüchte sehr ver⸗
hreitet: 1) Aufhebung des Staaisministeriums und Ernennung des Hrn.
Rouher zum Finanzminister und Konseilpräsidenten. 2) Ernennung des
Bräfecten der Seine Inferieurs, Hrn. Em. Leroy, zum Minister des In⸗
iern an Pinard's Sielle. — In der Côte d'Or wurden an die Leh—
rer, welche sich am meisten um die Abend⸗ und Sonntagsschulen
»erdient gemacht haben, 61 Medaillen vertheilt. Marschall Vail-
aut ermaͤhnte dabei die Lehrer höchst schmeichelhaft „dankbar zu
dem hinaufzuschauen, der, an der Spitze der mächtigsten Nation
ind inmitten tausendfacher Pflichten und großer Interessen, nicht

ninder bedacht ist, das bescheidene Verdienst derer, welche
sich dem großen Werke der nationalen Erziehung widmen, zu
delohnen.“
Pari's, 31. August. Bei einem Banketit in Marseille brachte
zer Exrminister Behie den Toast auf den Kaiser aus, wobei er
sagte: „Die Politik des Kaisers ist die Politik des Friedens.
Unsere Nachbarn wissen, daß der Kaiser den Frieden will und
hn ohne Ehrgeiz, aber auch ohne Schwäche, nach Maßgabe der

Ehre oe8 Landes aufrecht erhalten wird. Wenn Frantte
Militärstatus completirt hat, so weiß Jedermann, daß dies nur
Jeschah, um die Aufrechthaltung des Friedens zu erleichtern, indem
es das nicht durch seinen Fehler gestörte Gleichgewicht zwischen
den Wehrkräften der Nationen durch Opfer, die es nicht herbei⸗
vünschte, wieder herstellte.“ — Die „Liberte“ citirt folgende
Worte des Kriegsministers Niel im Generalrath zu Toulose:
„Wir dürfen nicht ohne gerechten Stolz constatiren, daß Frank—
reich allein es ist, welches in diesem Augenblid Frieden oder Krieg
nachen kann.“

Erngland. J

London, 31. Augusi. Die „Times“ polemisiren in ihrem
jeutigen Leitartikel scharf gegen den Gedanken einer französisch-
zelgisch⸗holländisch n Zolleinigung. den Frankreich zu verfolgen
cheine, obgleich es directe Schritte vermeide. Die Großnmichte
vürden entschieden dagegen opponiren, weil die Unabhängigkeit
Belgiens dadurch bedroht würde. — In den englischen Wahl⸗
zezirken sind bis jetzt 1200 Frauen als Wähler einge⸗
ragen worden.

In dem Congresse der britischen Gesellschaft hielt dieser Tage
bvor der national⸗ökonomischen Abtheilung eine durch ihre Bestreb⸗
ungen zur Emancipation der Frauen bekannte Dame, Irl. Becker
aus Manchester, einen Vortrag „über die vorgeblichen Unterschiede
in den geistigen Fähigkeiten der beiden Geschlechter“; ein Thema,
welches ihr Gelegenheit gab kühn für ihr Geschlecht einzustehen
und den Männern jedwede geistige Ueberlegenheit abzusprechen. Im
gflauzreiche gebe es keine Ueberordnung des Geschlechts, und im
Thierreich sei der körperlich Ueberlegene jedesmal Herr und Mi⸗
nister. Diese Ueberlegenheit sei aber keineswegs immer auf Seiten
des männlichen Geschlechts, wie dies die Ameisen und Bienen
zeigten. Zum Schlusse erklärt sich die Rednerin für eine Wie—
dervereinigung des Schulunterrichts für die beiden Geschlechter.
An der sich aus diesem Vortrage entwickelten Discussion nah⸗
nen auch Damen iheil, und zum Schlusse wurde die Einsetzung
eines Comite zur Erörterung des bestmöglichen Planes für wis—
entschaftliche Ausbildung des weiblichen Geschlechts beschlossen.

Spanien.

Mardrid, 30. August. In Villena wurde ein Waffen⸗
depot entdeckt. In den Bergen der Umgebung von Toledo zeigen
sich mehrere bewaffnete Banden. —

Nuseland.

Petersburg, 27. August. Die gesammie Feldartillerie,
welche Rußland augenblicklich ausrücken lassen kann, besteht gegen⸗
pärtig aus 2153 Batterien mit 1704 Stück Geschützen, darun⸗
er 392 Stück Ypfündige gezogene Stahlkanonen, 460 Stück
pfündige stählerne Hinterlader, 390 Stück Apfündige kanonen⸗
netallene Hinterlader, 308 Stück 4pfündige kanonenmetallene
Vorderlader und 48 Stück Berggeschütze. Bis Ende 1868
ollen sämmtliche kanonenmetiallene Geschütze, das heißt die
8 Ftuc 4pfündige Vorderlader, in Hinterlader umgewan⸗
delt sein. —
aν
Bermischtes.

Speyer, 31. Aug. Am 22. d. M. feierte der hoch⸗
vürdige Herr Bischof Dr. Weis dahier sein 80jähriges Priester⸗
ubiläum. Am Morgen dieses Tages begab sich der kgl. Regie—
rungspräsident Herr v. Pfeufer in das bischöfliche Palais und
überreichte dem Jubilar das Ehrenkreuz des Ludwigs-⸗Ordens nebst
einem huldvollen allerhöchslen Handschreiben.

Am Dienstag früh vor 5 Uhr fand auf der Bahnstrecke zwi⸗
schen Neunkirchen und der pfälzischen Grenze ein Eisenbahnunfall
tatt. Ein Bahnwärter war nicht auf seinem Posten und beim
Bassiren des ersten Personenzuges von Neunkirchen deshalb die
Barriere nicht geschlossen, so daß ein gerade auf dem Bahnkörper
efindlicher zweispäͤnniger Wagen von dem Zuge erfaßt wurde.
Der Fuhrmann des Wagens erlittt zwei Beinbrüche und einen
Armbruch, ist aber noch am Leben; von zwei Frauen, die sich
auuf dem Wagen befanden, wurde der einen der Backenknochen zer⸗
hrochen, die andere erlitt nur unbedeutende Beschädigungen, wäh—
rend ein Kind der Letzteren getödtet wurde. Auch eines der
Pferde wurde in Stücke zerissen. Die Verunglückten sind aus der
GBegend von Kusel.

FKaiserslautern, 1. Sept. Der hiesige Stadtrath hat
die Bürgererwerbsgebühr nunmehr für Inländer (Bayern) auf
Oo fl., für Zollvereinsangehörige auf 150 fl. und für die übrigen
Ausländer auf 200 fl. sestgesetzt. Desgleichen hat der Gemeinde⸗
rath von Dansenberg die Gebühren auf 100 fl.i, 200 fl. und
1400 fl. erhöht, demnach seine Geneigtheit zur Einführung des
Zrincips allgemeiner Freizügigkeit noch nicht kund gegeben, und
»as Wohnen in einer nicht gerade paradiesischen Gegend und einer
        <pb n="421" />
        mit entsprechenden Nutzungen nicht ansgestatieten Gemeinde sehr
theuer gemacht! (B. f. St. u. L.)

Ludwigshafen, 1. Sept. Der hiesige Stadtirath hat
in Ausführung des neuen Heimatsgesetzes folgenden Tarif für
Bürgerrechtserwerbung aufgestellt Inlander 100 fl., Zollvereins⸗
angehörige 150 fl., Auslander 200 fl.

f In der Pfalz wurden vom 1. Juni 1867 bis dahin
1868 auf der Jagd geschossen: Edelwild 1 Stück von 320 Pfd.
Gewicht und einem Werth von 48 fl.; Sauen 174 Stück von
zusammen 12,868 Pfd. und einem Geldwerth von 2998 fl. 16
ir.; Rehböde 3107 Stück im Gesammtgewicht von 89,670 Pfd
und einem Geldwerth von 23,401 fl. 86 tr.; Auerwild 2 Stück;
Haselhühner 26 Stück; Fasanen 236 Stück; Hasen 50254 Stüd
mit einem Geldwerth von 63,056 fl.; Lapins 219 Stück, Geld—
werih 83 fil.; Feldhühner 29,558 mit einem Geldwerth von
18,075 fl. 14 kr.; Wildenten 668 Stück im Werthe von 5385 fl
20 kr.; Waldschnepfen 644 Stück, Werth 635 fl. 48 kr.; Be⸗
kassinen 322 Stück, Werth 93 fl. 26 kr.; Füchse 1953 Stück, Werth
3752 fl. 52 kr.; Edelmarder 738 Stück, Werth 505 fl.; Stein⸗
marder 86 Stück, Werth 845 fl. 30 fkr.; Wildkatzen 37 Stück,
Werth 48 fl. 20 kr.; Fischotter 18 Stück, Werth 118 fl.; Dächst
65 Stück, Werth 163 fl. 6 kr.: Iltis 94 Stück, Werth 277 fl
10 kr. Der Geldwerth des geschossenen Wildes entziffert sich da⸗
her auf 109,757 fl. 42 kr. Der Durchschnittspreis des Pfun—
des Edelwild betrug 9 kr. des Schwarzwilds 14 kr., des Reh
wilds 16 kr.; des Stückes Auerwild 2 fl., Haselwild 1fl., eines
Fafans 2 fl. 18 kr.; eines Hasen 1fl. 15 kr.; eines Lapius 22
kr.; eines Feldhuhns 27 kr. einer Wildente 52kr.; einer Schnepft
59 kr.; einer Bekassine 17 kr.; eines Fuchses 1 fl. 45 kr.; eines
Edelmarders 7 fl.; eines Steinmarders 4 fl.; einer Wildkatze Ifl
18 kr,; eines Fischotters 6 fl. 30 kr.; eines Dachses 2 fl. 30 kr.
und eines Iltis 2 fl. 57 kr. Aus der Vergleichung der Abschluß—
Resultate der letzten Jahre ergiebt sich bei sonst ziemlich gleich⸗
bleibendem Ertrage nur beim Schwarzwild eine erhebliche Diffe⸗
renz; der Abschluß von dieser Wildgattung betrug nämlich in
den Jagdjahren 1864,65 33 Stück; 1865/66 22 Stück; 1866/67
90 Stück und 1867/68 174 Stück; es steht übrigens zu hoffen,
daß letztere Zahl nicht mehr erreicht zu werden braucht, um dies⸗
unlieben Eindringlinge aus dem Auslande wieder im Laufe weni—
ger Jahre guf das mehr sporadische Vorkommen vor den letzten
8—28 Jahren zurückzuführen. Bei den Schnepfen hat sich im
Jahre 1866,67 gegen die Durchschnittszahl von 650 Stück ein
Abschluß von 1120 Stück ergeben. Leider scheint das Haselhuhn
dieses dem Freund der Waldnatur wie jenem der feinen Tafel
gleich liebe Wild, aus nicht genügend erklärten Ursachen ganz aus
unsern Wäldern verschwinden zu sollen; den vor 18 -20 Jahren
wurden noch in einzelnenen Reviren mehr davon erlegt, als in
einem der letzten Jahre im ganzen Regierungsbezirk. Im Vor
jahre wurden geschossen: 1 Stück Edelwild, 1.Stück Dammwild
90 Sauen, 2828 Rehböcke, 3 Stück Auerwild, 25 Stück Hasel
wild, 268 Fasanen, 46.149 Hasen, 147 Lapins, 28,602 Feld⸗
hühner, 425 Wildenten, 1119 Waldschnepfen, 248 Bekassinen
1919 Füchse, 40 Edelmarder, 44 Steinmarder, 25 Wildkatzen,
7 Fischotter, 66 Dächse, 52 Iltis und 2 Wölfe, zu einem Ge—
sammtwerth von 96,223 fl. 34 kr. Im Vergleich hiemit wur⸗
den im letzten Jahre erlegt: 354 Sauen mehr; 1 Stück Auerwild
weniger; 279 Rehböcke mehr; 1 Stück Haselwild mehr; 32 Fa—
janen weniger; 4105 Hasen mehr; 956 Feldhühner mehr; 475
Schnepfen weniger; 34 Füchse mehr u. s. w. Der Geldwerth
war im letzten Jahre um 13,534 fl. 8 kr. höher als im
Vorjahre.

Mit 1. September l. Is. treten direkte Tarife für die Be⸗
förderung von Hornvieh und Schafen in ganzen Wagenladungen
zwischen Stationen der bayer. Staatsbahn und der hessischen Lud⸗
wigsbahn via Aschaffenburg in Kraft.

F München, 29. August. Der Polhtechniker Pflüger von
hier, der am 7. März den Polytechniler Ottmann von Speyer in
einem Duelle so verwundete, daß derselbe in Folge eingetretener
Eiterung der Wunde (freilich nach ärztlichem Gutachten größten⸗
heils durch seine eigene Schuld, weil er vor vollkommener Hei—
lung ausging, Bier trank) am 24. März starb, bezirksgerichilich
zu einer Gefängnißsirafe von 21 Tagen (auf einer Festung zu er⸗
stehen) verurtheilt.

Goheit.) Daß der Thierquäler immer geneigt, auch
orntal gegen Menschen zu sein, hat ein roher Mensch jüngst wie⸗
der in München bewiesen. Derselbe hat ein Hündchen, das auf
dem Wege seinen großen Hund beschnupperte, gepackt, gegen einen
Baum geschleudert, und als er vom Eigenthümer desselben darü—
der zu Rede gestellt wurde, sofort das Messer gezogen und dem—
elben hart über dem Auge ins Gesicht gestoßen. Hoffentlich wird
eine empfindliche Strafe ihn ins künftige das Leben und die Ge
zundheit Anderer achten lehren!

F In Kissingen befindet sich feit einigen Tagen zum
Zurgebrauche eine sehr interessante Persönlichleit — Herr Jonas
Zalomon aus Hebron in Palästina; derselbe ist ein wissenschaft⸗
üch gebildeter Mann und spricht vierzehn Sprachen.

Worms, 29. August. Wie wir vernehmen, sind die
„Gedenkblätter zur Erinnerung an die Enthüllungsfeier des Lu⸗
ther⸗ Denkmals“ mit deren Herausgabe Hr. Dr. Eich vom Ver⸗
eins-Ausschusse beauftragt wurde, schon so weit vorg erückt, daß
das Erscheinen derselben Ende September erwartet werden
darf. Da diese Schrift bedeutend umfangreicher wird als
man anfangs glaubte, so war eine mäßige Preiserhöhung nö⸗
hiz. Das Buch, auf welches breits an vielen Orten Subscrib⸗
lionslisten in Umlauf gesetzt sind, wird 25 —26 Bogen stark
und ist der Preis nunmehr auf 25 Sgr. oder 1 fl. 30 kr.
cheinisch festgesetzt.

Die nachrichtenarme Gurkenzeit hat auch den Zopfabschnei⸗
der hervorgezaubert. In Köln büßten durch dessen rasche und
zeschicke Manipulation zwei Mädchen ihre schönen Flechten ein.
Wenn nur die beiden Dämchen nicht am Ende ihren eigenen
Zopfabschneider machten; der Anreiz dazu ist gar zu verführerisch;
man wird dadurch eine öffentliche Berühmtheit und kann dann —
vas die Eltern nicht immer genehmigen wollen — ungeniri
Schmachtlocken tragen d.

Schulze-Delitzsch wurde am 29. August 60
Jahre alt.

r Leipzig, 24. Aug. Heute hat der hier versammelte
neutsche Genossenschaftstag seine erste Sitzung gehalten. Den
Vorsitz führte Advokat Nizze aus Rostoch, zu Stellveriretern dessel⸗
ben waren in der gestern Abend gehaltenen Vorversammlung Laß⸗
witz aus Breslau und Stromayer aus Konstanz gewählt worden.
Aus ungefähr 60 Städten waren Vertreter der Vorschußvereine,
Sparkassen, Creditvereine, Volksbanken, Gewerbeverbände, Ver⸗
zrauchvereine ꝛc. erschienen; Süddeutschland war durch Komn⸗
tanz, Karlsruhe, Bruchjal, Zweibrücken und
Mainz vertteten.

x Nach ungarischen Blättern gehen jetzt wöchentlich 33 Cen⸗
ner Weintrauben aus Ungarn nach Berlin

fIn Posen tritt seit einigen Wochen die febris reccurens
Genickkrampf) ep demisch aaff.

f.Gumbimmen, 28. Aug. Seit zwei Tagen wüthet in
Mariampol in Rußland, fünf Meilen von der Grenze, eine große
Feuersbrunst, 250 Haäuser sind bereits von den Flammen
zerstört.

.Hambaurg. Hier ist dieser Tage ein kolossaler Wechsel
eingelösst worden und zwar ein Wechsel im Betrage von über 7
Millionen Dollars in Gold. Eingeloöst wurde derselbe vom Un—⸗
erschatzamte der Vereinigten Staaten in New-York. Derselbe war
don der Bundes⸗Regierung in Washington dem russischen Ge—
sandten als Zahlung für den Erwerb von Alaska (Ruffsisch-Ame—
rika) zugestellt worden.

Der in Chamounrx verungludte Graf Cambacores fiel nicht
in eine Schlucht, sondern — wie der K. Z. mitgetheilt wird —
bei einem Ausflug auf den Col du Balme, so unglücklich von
Pferde, daß ihm ein spitzer Stein in die Schlaͤfe drang und sein
Tod augenblicklich erfolgte; unmittelbar zuvor hatte er diel Cham⸗
pagner getrunken. Cambacores war in erster Ehe mit einer Tochter
Lucian Bonapartes, in zweiter Ehe mit einer Gräfin Montesquieu
verheirathet.

VDer letzte Sproͤßling der allen venetianischen Dogenfamilie
Fodcari befindet sich in so traurigen Umständen, daß er sich um
die Portierstelle in dem nun als Handelsschule dienenden Palast
jeiner Urahnen bewarb; König Victor Emanuel machte ihm ein
Beschenk von 500 Fr.

Das Ende des Orients. Correspondenzen aus
Constantinopel erzählen von einer Soiree, welche der Vicekönig
von Egypten in seinem Sommersitze am Bosporus veranstaltei
hat und die als epochemachend für die türkische Gesellschaft bezeich⸗
net wird. „Es war Bankett,“ schreibt der Correspondent, „im
Palaste und Fest im Harem. Auf der einen Seiie saßen die
Männer, die Minister und Würdenträger des Reiches, auf der
andern Seite die Frauen dieser Herren. Es wurde exquisite
französische Küche aufgetragen und trotz Koran ganz etwas Ande—
xes getrunken als klares Quellwasser. Die feinsten Bordeaux⸗ und
Champagner⸗Weine machten die Runde. Nach dem Souper er—⸗
hoben sich die Damen und Herren und versammelten sich in ei⸗
nem Salon, und die Damen waren nicht eiwa vermummt, son⸗
dern sie trugen die neuesten Pariser Toiletten. Die Soiree des
Vicekönigs von Egypten erregt fast ebensoviel Aufsehen, wie sei—
ner Zeit die Niedermetzelung der Janitscharen. In den Annalen
der muselmännischen Gesellschaft ist dieses Fest etwas Unerhörles,
eine sociale Revolution. Piit dem alten Orient geht es definitiv
zuf die Neige.“
        <pb n="422" />
        Laudwirthschaftliches⸗·⸗·⸗·
Mittelgegendieden Baäumnbiüthenschädlichen
Insetten.“Alljährlich hört man die' Klage,' daß Früchte, wie
Aepfel, Birnen, Pflaumen Würmer enthalten,“ welche sie beschä—
digen und verderben. Ursachen sind gewisse Insecten, welche waͤh⸗
rend der Blüthe sich auf die Blüthen werfen, den Fruchtknoten
anbohren und ein Ei hineinlegen, das sich in der Frucht entwi⸗
ckelt, sich von ihrem Fleische nährt und sie erst verläßt, wenn die
Metamorphose zum dvollständigen Insekte vor fich geht, welches
dann im nächsten Jahre wieder“ Blüthen beschädigt. Man hat
gegen diese Insecten ein Mittel angegeben: fie lönnen den Essig—
geruch nicht ertragen. Es genügt also, um sie zu entfernen, und
selbst um sie zu tödten, die Zweige der Bäume zur Zeit der
Blüthenentwicklung mit einer Mischung von Wasser und Eissig
zu besprengen. Man mischt sorgfältig J Theil Eissig mit 9 Theit
len Wasser und besprengt mittelst einer Gießkanne die Knospen.
Dies in dem Berichte der kaiserlichen GartenbausGesellschaft des
Departement der Rhone empfohlene Mittel hat 1845 Denis,
Director der Schule für Park⸗Baumzucht, geprüft und bestätigt.
Die in angegebener Weise behandelten Bäume waren von gesun—
den Früchten bedeckt, während andere fast nichts rugen.

I Die uns vorliegende Nr. 26 der eleganten illustrirten Muster—

und Modezeitung „Vict oria“ von A. Haack in Berlin
jerausgegeben, zu dem außerordentlich billigen Preise von 20 Sil—
bergroschen viertetjährig, bringt den Anfang einer neuen preisge—
rönten Novelle, „In Rom“ von O. Otto (O. Wentzel), auf
welche wir alle Freunde der Literatur aufmerksam machen wollen.
lebrigens perdient die „Victoria“ nicht allein von „der Damen—
velt, sondern überhaupt von jedem Gebildeten beständig gelesen
zu werden, denn nicht alle illustrirten Journale haben in jeder
stummer so viele Originalarbeiten aufzuweisen, und namentlich
ürften die in genanntem Blatte enthaltenen Compositionen für
eden Musiker von Fach, Sänger und Musikliebhaber Interesse
ieten. Die Nr. 26 bringt denn auch wieder ein reizendes Lied:
Exr ist gekommen in Sturm und Regen,“ Text von Friedrich
kückert, Musik von J. Robert. Rückert ist nächst Heine der größte
yriker unseres liederreichen Vaterlandes, und das seinem ‚Liebes—
rrühling“ entnommene Gedicht „Er ist gekommen in Sturm imd
stegen“ zählt zu den schönsten Perlen der Poesie. Der geschätzte
Fomponist hat damit einen glücklichen Griff gethan unb wird wohl
»ald sein Tonstück die Runde durch alle Concertsäle machen:
-—chließlich wollen wir noch die vorzüglichen Illustrationen her—
vorheben, welche ein schönes Zeugniß für die Fortschritte der Xylo—
graphie geben.
Bekanntmachungen.

Fruchtmarkt zu Landstuhl.
Zufolge Rescripts hoher königl. Regierung vom 12. d. Mis. wurde der Stadtge⸗
neinde Landstuhl genehmigt, jeden Montag, und wenn dies ein Feiertag ist, am
rächsten Dienstag, einen Fruchtmarkt abzuhalten. —
Indem man dies zur allgemeinen Kenniniß des handeltreibenden Publikums bringt,
vird zugleich bemerkt, daß der erste Fruchkmark —
Fortag, dem ?. September L. Irs.
uind zwar in den Räumlichkeiten des Gasthauses zum Engel dahier abgehalten wird.
vandsiuhl, den 25. August 18666. 7 —
7 Das Bürgermeisterant
3..A. Rallmann. —A
Lebhre und Erziehungs-Anslalt für Töchter.
In das J. Ehrhardt'sche Töchter-Institut zu Heidelberg, mil wel—
hem seit 1860 eine Bildungsanstalt für Lehrerinnen und Erzieherinnen
jerbundeu ist, können mit dem 1. Oktober wieder neue Zöglinge aufgenommen werden.
Nähere Auskunft Aertheilt bereiswilligst der Vorsteher der Anstalt, sowie auch die Herren
Zrofessoren Dr. Stoy, Dr. Onken, Dr. E. Otto und Stadwfarrer Schellen⸗
erq in Heidelberg.

* 2 *2
Fässer-Versteigerung.
Dienstag, den 8. Sept. 1868,
Nachmittags 1 Uhr zu Kaiserslautern in
ihrer Wohnung, im Gasthause zur Blume,
läßt die Witiwe des allda verlebten Gast⸗
wirihs und Weinhändlers Johann Conrad

Schuck folgende Fässer versteigern als:
114 Stück von 1000 bis 2000 Liter;
1 Stück von 2500 Liter; JStück von
2400 Liter: 1.LStück von 2200 Liter und1
Stück von 1800 Liter; 2 Stück von 2000
Liter; 12. Stück von 1000 bis 1700 Li⸗
ter; 6 Stück von 1100 Liter; 16 Stück
von 500, 600 und 700 Liter; 10 Stück
von 200 bis 500 Liter; 12 Branntwein⸗
sässer, J.ovales Faß und Weinlagern.
Kaiserslautern. den 258. August 1868
Ilgen. k. Notär.
Neue Musikinstru⸗
mente: Alle Sorten Blae
und Streichinstrumenten, sowie Zi
thern, Guitarren und Zughar—
monicas, auch alle verschiedenen Uten—
silien und Bestandtheile von Justrumenten,
Saiten, und Blättchen, Musitkasten ec. ꝛc,
aus einer der renomirtesten Fabriken Sach—
sens, sind wieder angekommen bee
x. Eberhardt, Kausmann
im Josephsthal.
Neue * edeet
Holländische Häringe

für Bierbrauéreibesitzer.
555Rur was ächt ist. bewährt sich.
Schaal, sauer und trübe gewordene Lagers, sowie auch neue Schenkbiere werden
ängstens in 24 Stunden durch ein unschädliches Mittel, unter Garantie, glanzhell, fein
noussirend und schmackhaft wieder hergestellt. Bei Bestellung bitte um genaue Angabe
der Zahl der Fässer und des Maaß-Inbhaltes jedes einzelnen Fasses. Versendungen
nehme der Kürze wegen nach. J
Einsendung von einer Flasche des kranken Bieres wäre erwünscht. Musfersendung
owie Briefe bitte zu frankiren. Nähere Auskunft ertheilt
ANug—. Sigerist.
Mengen (Mu⸗ettembera).

mofiehlt —

V. Zepp.
meinem Hause im Muühlen—
eck siud 3 einzehnen Zimmer zu
vermiethen und sogleich bezieh—
bar bei

5a L—

z Fruchts, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Ziveibrücken vom 3. Sept:.
Weizen 6 fl. 31 kr. Korn 4 fl. 36 x,
gerste Zreihige, 4 fl. 42 kr., Gerste vier⸗
eihige, 4fh. 23 kr. Spelz 4 fl. Otr.
Speizlern 6 fl. 24 kr. Dinkel 8 fl.
tr. Mischfrucht — fl. — ku, Hafer
uEfl. 9 tr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr., Kartoffeln — fl. 56 kr., Heu
fl. 45 ir., Stroh 1fl., 18 kr., per
zentner. Weisbrod 1us Kilogr. 17 kr.
FFornbrod 3 Kgr., 23 kr., ditto 2 Kgr.,
16 kr., ditto 1 Kgr. 8 kr., Gemischthrod
3 Kgr., 29 kr..JPaar Weck, 8 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kra 2.1

Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel—
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Bfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter,
Butter 30 kr., per Pfund.

in braves, Pißiges Dienst—⸗
mädchen wird gesucht.
aun bei der Exp. dieses Bl.

* Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 1. Sept.

Weizen 6fl. 19 kr., Korn 4fl. 54 kr.
Spelzkern — fl. — kr.Spelz 4 fl.
22 kr., Gerste 5 fl. 29 kr. Hafer 4 ft
18 kr., Erosen &amp;ul. 43 kr., Wicken 4 fh.
0fra Linsen 5jt. O04 kr. per Jentner.
Brodpreise: 6 Pio. Kornbrod 22kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 12 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 13 kr.

Err Nechnungen, Factnras, Wechfel
Abreße, Wisit- nud Verlobungs-Karten
Etiquettes aller Art, Authographien:?c.
werden geschmackvoil angefertigt, in der

Lithograuhie &amp;S Buchdruckerei von
F. X. PPBINV.
— „——'—

—*
Pedaction, Druck und Verlag von F. x. Demet in St. Inabert.
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        4. 3 * h — 1 J * 38*7 *7 — — * ei

8* * æ ng e e J J — 7 * ⸗ * nzeige 6 J
— —— e 57 * F rn e ν Ê

J J J — ——
her Str InadenketAan geige E! wit seiuem Ngterhaltundtblame Guscheitt wöchentluh. dreimati Bicn gia g. Donnnerst⸗nn
id Samsag. Abonnementspreis vierteljährig. 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr.die dreispaltige Zeile
DD——— Blauschrift oder doren Raum berechnet. s
Nro. 106 — Ma Saudtag. den S . September —— 4868.
— — — I,eò⏑ —⸗⸗⸗ — — —— — — J
Deutschlaud,
Münchem 10 Sept.“ Einem: Gerüchte ziifolge wird die
Kaiserin von Rußland und die: Großfürstin Marie (die am 5.17
Sti 13 Jahre alt wird), vielleicht auch. der Kaiser bis zum 20
. M. chier eintreffen und Zeinige Tagenin, München verweilen.
Zie Kaiserin und die Großfürstin werden den Winterin; Italien
zubringen 24* , —V —

Rin uch ern, I. Sept,: Nicht bekgnnt dijrfte, es sein. daß
quch hiet für Rechnung der rumãnischen Regiexpug Hinterlader
angefertigtn werden. Ein bhekanmtes hiesiges Maschinengejchäfte
hat sngster ⸗Zeit IG. 000.Hinterladungsborricht megen·dur ch
nen Agenten bestellt ·erhalten Dund dieselben auch bereits fertig
abgelieferr ιι
Manchen;, I. SeptunnSicherem Vernehmen nach sind die
Flinisterialräthe des Innern, vou, Rehlingen ˖ und Staudtnern vor⸗

chaltlich ihrer Widerverwendung quiescirt worden. und wird
Wiederbesezung: ihrer; Stellen eine: Personal ⸗Berminderung
zattfinden.. F

München, 2. Sept. Der Staatsminister der Finanzen v.
Brethschner ist gestern nus seinem Geschäftsurlaub hieher zurückgeen
lehrẽr und hat heute bereits die Leiteng desk. Finanzministeriums
dicher ubernommen. — Heute Fand eine Sitzung des Minister⸗
rathes stait: H Die Kaiserin von Rußland wird sich in Begleit
ung der Großfürstin Marie von Darmstadt üher München nach
Como zur Traubenkur begeben und einige! Tage hier verweilen.
Ihre Ankunft dahier, wird wahrscheinlich am 23. September
erfolgen. — F

ünschen, 3. Sept. Das Gesetzblatt verkündigt das
Tabalsstenergesetz. — Officiös verlautet, daß die
Großfürstin Ma rüe nicht mit ihrer Mutter hierher kom
men wird.

Münschen, 3. Sept. Der z.Fränk. Kur?“ macht. folgende
Mittheilung über bevorstehende Veränderungen bezüglich der Re—
gierungspresse: Der Minister v. Hörmann hafe ein: umfassendes
Jromemor a ausgearbeitet, demzufolge die d Süddeutsche Presse“
als Regierungsorgan aufhören und an ihrer Stesle ein dem preu—
zischen und württembergischen ähnlicher 2Staatsanzeiger mit rein
officiellem Character treten würde. Dieser Stuatsanzeiger würde
die sämmtlichen Verordnungen, Dienstesnachrichten, X. enthalten,
so daß die einzelnen Minisiexialverordnungsblätter (nicht aber die
Freisamtsblätter) überflüssig würden. Die Hoffmamnsche Corre⸗
spondenz soll in vervollkommneter Gestalt foribestehen. Das Pro⸗
memoria joll nach der Rüdkehr der Minister aus ihrem Urlaub im
Ministerrath berathen werden. *

Nürüaberg, 81. Aug. Vom Kriegsministerium ist dem
Nürnberger Anzeiger“ Folgendes zugegangen:.. 5—

„Amtliche Erklärungen. In einer Reihe von Artikeln des

Nürnberger Anzeigers“ ist die dienstliche Haltung des General
itutenants und Generalcommandanten Ritter von Hartmann wäh⸗
rend des Treffens bei Kissingen zum Gegeustande von Angriffen
und Beschuldigungen gemacht worden, denen in entschiedenster
Weise entgegen geireten werden muß. In fachliche Eroͤrterungen
uͤber die Opperalion des Feldzuges von 1866 einzugehen. kann
das unterfertigte Kriegsministerium nicht berufen sein, wohl aber
fühlt sich dasselbe zu der bestimmten Erkläxung. veranlaßt und
verpflichiet: daß das Verhalten des genannten Generallieutenants
bei Kisfingen an maßgebender Stelle vollkommen gerechtfertigt er⸗
kannt urd gebilligt wurde, daß ferner sich derselbe bei jeder Ge⸗
iegenheit waͤhrend des Feldzuges 1866 nicht allein als tapferer
Saldat, sondern als küchtiger, höherer Führer und insbesondert
als wahrer Patriot bewährt hat. München, 26. August 1866
önial. Kriegsministerium Frhr. v. Pranckh.“

Augsburg, 380. August. Die städtischen Collegien haben
dem „Fraͤnk. Kur.“ zufolge die Heimathgebühr für Solche, welche
hre ursprüngliche Heimath in Augsburg haben, auf 24 fl. (Lohn⸗
arbeiter) und 36 fl., für Solche, welce die Heimath auf Grund
angeren Aufenthaltes erwerben, auf 36 und 48 fl., für Auslän⸗

det“auf bas Doppelte festgesetzt Bei sbateret Erwerbungdes
Bürgerrechts darf der bezahlte Beiraͤg an der Buͤrgeraufn a hme⸗
gebühr abgezogen werden. ιν(
Dienstesnauchrichten. F 9* v⸗ J
Die Aufftellung des geprüften Rechtse an didaten uiide Nola⸗
riatͤpracticanten Ludwig Wenner aus VDilrkheim als Awlsverwe—
er desek. Rotars Martiuj zu Dürkheim, für' die Zeit vopi 6.
Dciober. d. J. bis zum 5. Januar 1869 1ist genehmgt, ferner
der, Einnehmerei⸗Asp'rant Franz Juncker zum staͤdtischen Einneh⸗
Riet In Kaiserzlautern ernannt und der Obertelegraphiß —
u Speyer zut Fehgraptensoion Ludwigshafen versette worden.
Vorn der bad. Jagest, 28. Aug. bergangener Woche
durchzogen 6 bayerische Offiziexe dhatß Jaͤgstthal, machten Seiten
ausfiuͤge in die einmlindenden, Thäler, üni. wie sie Jagten, Iet⸗
camnstidien mahen Sie posuen, nobolihit wenig gestörte sein—
und nahmen sich seht viel Zeis. — Ein unger Mann, der ssh
für einen ehemaligen sächsischen Offizier, jeßt Zeichner , Delir.
reich ausgab, machte diefer Tage Trrainaufnahmen ihn Grun ⸗
und Tauberihai, Er kam von Würzburg und ging nach Milten—
berg weiter. Allem Anscheine nach wird unseren Gegenden für
einen künfligen Krieg besondere strategische Wichtigkeit beige messen
vas besonders auch die bon General Moltke in sichere Aussicht
gestellte Erbauung einer Eisenbahn jenseits des Gebirges. welches
das Mainthal begrenzt, Frankfurt· As chaffen burg · Miltenberg⸗ Tau⸗
berbischofsheim⸗ Würzburg, heweist.
Dar msta de Sebi. der? Koͤntge der Niedetlande ift
aus der Schweiz hier angekommen und hat nach kurzein Aufent⸗
halt seine Reise nach Hofland fortgesetzt. 35
Beierelin, A. Sept. In gut unterxichteten Kreisen heißt
es jetzt, Hr. p. Savignh werde in einiger Zeit wieder einen diplo⸗
matischen Posten ethalten. Der Minister p. Ealenbura hat seine
Reise nach den Elbherzoglhüsuern, während' der er , un Glücstadt
mit dem Oberpräsidenten 6. Scheel-Plessen zusam neütrifft, gestern
Abend angkreten. Dieselbe soll sich dem Vernehmen nach auf die
zunächst beabsichtigte Einsetzung der gemeinsamen Regierung der
Herzoglhümer. bezichen. Von dort-so der Minister sich nach der
Krovinz Preuden begeben wollen, um die dasigen Zustände auf
agener Sinsch iuung kennen zu leruen und festzustellen, ob und iu
velchem Umfang dije Provinz im nächsten Wintec besonderer Hilfe
hedürfen werde. — J
Das in einem Wiener Blait enthaltene Gerücht von der
angeblichen Absicht Preußens, wit Sachsen eine Militärconvention
nach Art der mecklenburgischen zu Stande bringen, wird, obwohl
dies das Vernünftigste wäre, als unbegründet bezeichnet. Dagegen
wird trotz des Scheiterns der bayerischen Vorschläge in Betreff
einer süddeutschen Militärcoiimission in milikärischen Kreisen das
Zustandekommen einer im Einverständniß mit Preußen abzuschlie—
ßenden Vereinbarung der süddeutschen Regierungen über die Frage
der. militärischen Organisation und der Bundesfestungen nur als
Fraͤge' einer naheliegenden Zeit betrachete.
Berlin, 1. Sept. General Wagener, Chef des württem⸗
bergischen Kriegsdeparte nents und würtlembergischer Kriegsmini—
ster ist zur Bei vohnung der hiesigen. Truppenübungen hierselbst
eitzgetroffrn. —
. Berlin, J. Sept. Die Provinzial-Corresp. sagt, daß
die diesjährige Recruten⸗Einberufung um ein Vierteljahr hinaus—
geschoben worden ist, diene als vollgiltiger Beweis des zuversicht⸗
lichen Verkrauens der Regierung quf die Erhaltung des Friedens.
— Die „Norddeutsche Allg. Zig.“ constatirt, daß Vreußen mit
——
serven, wodurch die Friedensstärke det Armee um “s herabgesetzt
wird, die „Ahrüstüng“ thatsächlich begonnen hat. — Der Czar
wird in der lezten Woche des Septemder zu mehrtägizem Vesuch
hier eintreffen.
Bexhin, 2. Stpt. Indern „Nordd. Allz. Ztg.“ auf die
3 Monate hinausgeschobene Einberufung der RNicruten, sowie auf
        <pb n="424" />
        die bevorstehende Enltassung der Reserven hinweist, wodurch die »London, 2. Sept. Aus Newyork wird vom 4. d. pr
Friedensstärke der Armee um den dritten Theil reducirt wird, atlant. Kabel gemeldet, daß im Staate Vermont die republikani⸗
ronstatirt sien daß Preußen damit die „Abrüstung“ “begonnen und sche Partei bei den Wahlen mit 27,000 Stimmen (7000 St
einen thatsächlichen Beweis seiner Friedensliebe geliefert habe. mehr alz bei den letzten Wahlen) gesiegt hat.
Berlin, &amp; Sept Der Staatsanzeiger sagt, der Zustand Schweiz.
Bismards errege waͤr keinerlei Besorgniß doch mache derselbe Genf, 29. Aug. Der Herzog Nikolaus von. Leuchtenberg,
die undedingte Enthaltung von aulen Geschaften nothwendig. Die aber dessen ploöblich, Ndreise auß Nhlesnn die Blauer sun dee
Pachwirkungen des Sturzes machen sich noch geltend, indem die tante Nachrichten brachten, befindet sich mit seiner jungen Gemah⸗
Schmerzen in der ganzen Nuskulatur des Korpers fortdauernnn hier, um hat in der Rähe unserer Siadt ein Landhaus zu langerein
Pambur g Sppt. Prinz Napoleon ist heutt Nach Auseathalt gennethet Wie r en een
mittag auf seiner Yacht abgefahren. Seine Reise gebt wie man ahsten internatieualen Friedens- und Freiheitskongreß zu Bern
ermuthet nach Havre. (Nach Andern ist Standinavien sein virklich Frauen theilnehmen, sicherlich zum nicht geringen Schre—
— I Ji, len der biederen? Berner, welche in Betreff des een am
Bien, 8 Sebt. Die „Wienet Abendpost“. erktärt, die Zin Zilen Grundsatz: mulier. taceat in bœclesia“ streug festhaln
Angaben eines Wiener Correspondenten des Schwäbischen Merkur, an so emoanzipatonslusng auch dae . Wibervoh sen dgean
Preußen dersuche OQesterreich für sich zu gewinnen, entbehrten voll Benf hat Frau Goega eine zahlreiche Amazonenseklion der inter-
tändig jeder khatsaͤchlichen Begründung. d 72ationalen Friedens und Freiheitsliga gegründet.
Frankreich. Italien.
Paris, 36. August. Der „Gaulois“ erzählt von einem Florenz, 31. Augusi.' In Neapel dauern die Besorg⸗
eigenthümlichen Vorfalle, der sis am 15. August (gleichzeitig Na- üisse fort. Vorgestern wurden alle Thüren des Arsenals geschlof⸗
»oleonsfess und Maris Himmelfahrt) auf der Rbede von Civita- Leinz im Hafen hatle der, Formwable⸗ ine Compagnie Marine⸗
zecchla Jugetraen haben soll Das einzige Kriegsschiff des Papstes, soldaten an Bord genommen; andere Schiffe haten sih vollstän⸗·
die unbefleckte „Empfängniß“, wäre mit allen mögrichen Flaggen dig beitit; zwel Panzerfchiffe dreugen im Golf Es sind iber
Jeschmückt gewesen, nur. mit der französischen nicht. Der fran⸗ prechende Gerüchte iin Ümlauf; aber man sagt, die Regierung
ofische Vertreter in Civitadecchia hätte reklamirt und darauf von volle zeigen, daß sie für jede Ebeunnalitar geriet sei.
inem höheren päpstlichen Zuaven⸗Officier (wahrscheinlich Herrn —
o Charelte) die Antwort erhalten, man werte sofort das weiße Bermischtea. 9
ilienbanner, die einzige französische Fahne, die er an zuerdennen In der Nahe von Kirrberg (bei Zweibrücken) stehen zwei
dermoge. aufziehen.Gut.“ hätte der Franzose erwidett allein · zroße schöne Kirschaume welche zum zweiten Male init Blülhen
orgen Sie bdafur, daß das Schiff schuelk geräumt wird, denn ich »edectt sind, und einen prachtvollen⸗ Anblick gewähren, gewiß für
asse es, sowie die weiße Fahne“ aufgehißt wird, sofort in den diese Jahreszeit eine höchsi seltene Erscheinung. 5.
Brund bohren“. Daraufhin jei die bourbonische Flagge nicht zum!er Mit dem 1. Oci werden die bisherigen Briefmarten zu 6
Vorscheine gekommen J und 9 tr. eingerogen und durch Marken zu 7 kr. (blau) und zu
Paris, 31. Aug. Peute Morgen wurde eine Anzahl auf- 6 kr. (braun) erjeßht.
rührerische Platate dertheilt, in welchen in den heftigsten Worten 7 Anmeldungen zu Berleihung von Stipendien aus Kreis—
ur Insuͤtrektion untß Revolutidn aufgefordert Wird. Das Schrift- mitteln an Schülber einer Polylechnischen Schule sind bis längstens
stück führt den Titel? „Proklomation au das französtsche Volk,“ i1. Ockober d. J. bei der Kreisregierung in Speyer einzureichen.
Daß man emit dent Machwerte eines Agent provotateur zu thun Das Schul jaherram Speierer Realg deurn aesrumhe—
hat erkennt ein kundiges Auge sofort; es wird absihtlich unter giunt am 7. October. Inscripliion am 1. und 2. Ocioher.
die Personen verbreitet, welche sich durch ihre demokratische Gee p München, 12Sepi. Von heute an findet der verem⸗
inuung verdächtig gemacht haben. Die gewoöhnliche Folge ist eine achte Fahrposttarif für den Verkehr mit dem Auslande auch auf
Anzeige der Spione bei dem Polizeicommissar und ein Besuch die Fahrpostsendungen nach und aus Frankreich, sowohl bei der
zesselben im Auftrage des Instruktionsrichtecs in den betreffenden Leitung über Weißenburg a/Lauler, als auch bei der Leitung über
Wohnungen. Straßburg Anwendung. — Vom Heutigen an können gewöhnliche
— Der preußische Geschäftsträger Graf Solms soll dem Briefe nach und aus Belgien frankirt oͤder unfrankirt. abgesendet
Minister des Aeußern wegen der kriegerischen Artikel des „Pays“ verden. Die Gesammttate beträgt im Frankofalle 7 kr. pro
yffiziell interpellirt und von Marqu's de Moustier in der unum⸗ Loth incl. — Drucksachen und Waarenproben, die in demselben
wundensten Weise die Antwort erhalten haben, das „Pays“ sei Umfange und unter denselben Bedingungen wie im Wechselverkehre
kein Organ der Regierung und diese müsse jede, auch die indie der deutschen Postgebiete unter sich zulässig sind, müssen bis zum
rekteste Verantwortung für die Haltung des genannten Blattes Bestimmungsorte frankirt werden, Gesammtaxe 2 kr. per 2hꝛ Lth.
ablehnen. incl. — Briefe, Druchsachen und Waarenproben nach Brasilien,
Paris, 31. August. Der Besuch des Bruders Franz II. der argentinischen Republik und Uruguay können nunmehr auch
uind der Tochter der Königin Isabel dleibt von unseren Conjec-⸗ über Velgien Beförderung erhalten. Die Weitersendung erfolgt
uuralpolitikern nicht unbenützt. Der „Gaulois“ wärmt bei dieser don Belgien mittelst der am 16. jeden Monats von Ostende nach
Belegenheit schon früher in Umlauf gewesene Gerüchte wieder auf. Rio Janeiro, resp. Montevided und Buemos Ayres abgehen⸗
Es soll eine geheime Uebereinkunft zwischen Frankreich und Spa- den Postdampfschiffe. Die Sendungen müssen von dem Absender
nien abgeschlossen werden, kraft welcher das letztere sich anheischig mit der Bezeichnunge, via Ostende“ versehen sein. Die Corre—⸗
macht, für den Fall eines Krieges zwischen Frankreich und einem pondenz nach Brasilien muß bis zum Bestimmungsorte, jene nach
anderen Staate ein Heer von 10,000 Mann und einen Theil der Argentinischen Republik und Uruguay bis zum überseeischen
seines Geschwaders nach den päpstlichen Staaten zu senden. dafen franlirt werden Rekommandann ist nicht zuläffig. Das
Frankreich seinerseits verpflichtet sich, Spanien seinen directen Zorto betrügt von nun an nach Brasilien 38 kr., nach der Ar⸗
Schutz zu verleihen, wenn die gegenwärtige Dynastie angegrif⸗ jentinischen Republik und Uruguay 28 kr., für Drucksachen nach
ien würde. Brasilien, der Argentischen Republik und Uruguay für je 214
Paris, 2. Sept. Der Kaiser hat heute in den Tuilerien Loth 5 kr.; für Waarenproben nach Brasilien, der Argentinischen
einem Ministerrathe präsidirt und wird sich morgen nach Cha⸗ Republit und Uruguay 2 kr. deutsch⸗belgisches Porto für je 2442
ons begeben. Loth und 9 kr. Seeporto für je 7210 Loih.
„patrie“ erklärt die Gerüchte über bevorstehende Veränder— Bei der nächstens im October statlfindenden oberbayeri⸗
ungen im Ministerium als durchaus unbegründet. chen Schwurgerichtssitzung werden 6 Bursche aus der Gegend von
Parris, 2. Sept. Der „Moniteur“ meldet, daß die be⸗ Trostberg wegen Exzesses bei der Controlpersammtung zur Ver⸗
hufs Entschadigung der mexicanischen Gläubiger niedergeseßle Com⸗ jandlung kommen; deßgleichen 8 Burschen aus der Gegend von
mission ihre Arbeit beendigt habe. Jeder, der auf Entschädigung Pfaffenhofen wegen Exzesses bei den Zollparlha—
Anspruch zu machen hat, erhält unter dem Titel Abschlagszahlung ments wahlen. 28
30 pCt. der ihm zuerkannten Capitalsumme. — Der „Messager fFHalberstadt, 29. Aug. Am 26. und 27. ds. tagte
de Provence“ in Marseille ist zu 500 Frs. Geldbuße verurtheilt hier die Hauptverfammlung des Gustav⸗Adolf⸗Vereins. Dem von
worden, weil er einen Artikel des „Figaro“ über den Jurapräfec- Dr. Fricke aus Leipzig erstatteten Bericht über den Stand ves
ten abgedruckt hatte. — Vereins eutnehmen wir Folgendes: an 783 Gemeinden konnten
England. im vorigen Jahre 175,197 Thaler verwendet werden. 22 Nir—
London, 1. Sept. Die „Times“ tadelt Lamarmora's chen waren eingeweiht worden und 12 Schulen, im Ban begriffen
lüngstes Verhalten. Nichts sei Italien unheilvoller, als die Dis- sind 59 Nirchen, 30 Schulen, 15 Pfarrhauser. Reichliche Legate
tufsion der respektiven Vorzüge einer französischen oder deutscheu ielen dem Vereine zu. Er besteht jetzt aus 48 Haspte, 1134
Allianz. — Die Kbmigiemnswird am 9. d. M. in Paris Zweig-, 248 Frauen⸗, 10 Studenten⸗, und O9 selbtit indigen Ver—
eintreffen. einen und hat seit 25 Jahren an 1798 Gemeindell die Summe
        <pb n="425" />
        hon 2,642, 408 Thaler: verwendel. Die Liebesgabe, zu welcher was Klagen-auf Entjch idigung und auch Verurtheilungen zur
ille Vereins beitrugen, frhiell. Schinoßkane(Ostpreußen) ait circa Folge gehabt 8
5000 Thalern. FAuch Italien hat nun seinen Schneidet von Ulm,der
4 Ver in Leipzig abgehaltene allgemeine deutsche Genossen⸗ Helanntlich fliegen' wollte, aber dabei kläglich in die Donau fiel.
chaftstag hat beschlossen, den nächsten aligemeinen Vereinstag 1869 Der italienische Vogelmensch hat sich der Welt in der Person ei⸗
in Reustadt-a. d. H, abzuhalten 3346 d, nes Genie⸗Oificiers in Aleffändra enthüllt. MNaͤch' langen Stu⸗
7 Auf miehrfache Anfragen“ anlwortet die Berl. Volůs dien ließ sich derselbe einen Mechanismus anfertigen, welcher aus
ztg.“ „Das Erxplodiren des Petroieums wird dermieden, wennn pwek kangen Flügeln besteht, dic an den Schultern angebracht sind
nen die Flamme nicht ausdreht, sondern auspustet, Beim He⸗ aud durch ein Gestänge, welcheßz von den Fußfersen ausgeht, in
abdrehen des brennenden Dochtes schlägt dior Flamme in de —— Bervegung gesetzt werden. Dag injt diesein Mechanismuß
zälter und kann auf diese Weise eine Erploston bewirken. orsehene Individuum beginnt einfach auf dem Boden fortzulaufen
p'Essen. Karzlich brach nachts s cinent Huufe der Ka- die dadurch in Bewegung gesetzten Flügel“ beschleunigen“ ünfänge
stanienallee beim — * Feuer aus, das, sich so schnell über ich Jeinen yp. erheben ihn hierguf einige Zoll über den“ Bo⸗
an dann vgie der s eene en e beschleunigietere Fe sbewpegung Rgemirklig in die
Tode verfallen schienent,, Durch die übermäßige Austrengung, der —9*— dnd — fliegt.Obgleich versichert' wird, daß dit
qnell zur Hilfe derdeleilenden Rahbarn getang-es, 4403ersonen dwdhl Son⸗dem Erfinder als von einigen seinet pertrauten Freundẽe
nus dem brennenden Hause heraugzuholeu, von denen, dreischon usgeführte Privatpflugproben von gukem Erfolg begleitet waren,
ecstickt wareit, während die brtgen vier sich dur ee iret rein srdßeres Probefliegen zu⸗ welchent er seine Col⸗
Sprung aus dem 40 Fuß hohen Dachfenster salvirlen.“ Außer kegeü. die Offißere der Garnison Alessandria;eingeladen thatte,
den drei Todten mußten noch junf Schwerverletzte nach dem Kran-⸗ nn weinger günstigereß Ergebniß liefern Es handelte sich darum,
tenhause befoͤrdert werden. —3 ig in dieser Jahreszeit höchst leichte und fast wasserlose, aber ziem⸗
Vom 1. Ociober ab erscheint im Verlage von H. Albrecht lich breite Bormida zu übetfliegen. Unter dein Hurrah der Offi⸗
in Berlin ein neues humorisfisches Volksblatt unter dem Titel iere schwang sich der muthige Flieget dotn dem Wall der Festung
Miau“, redigirt von Paul Hochegger. Dasselbe wird der: An⸗ midas Reich der Lüfte, and es woöllte anfänglich scheinen, als
sumdigung zufolge „weder ein Abllatsch des Kladdettrdarsch groh 'b er darin zu Hause wäre. Aber plötzlich — seines, daß der
ein Organ der Blut- und Eisenpolitik oder der feudal⸗realtionä⸗ Bewegende außer Schritt gerieth oder an dem Mechanismus et⸗
ren Partei“ fein sondern nur die liberalen Tendenzen der Fort- vas stockte, — hatte die Isllusion ein; Ende/ und der neue Dä⸗—
chritismännet verfolgen? Der „Miau“ spird jeden Sonnabend dalus lag mit einem zerbrochenen Bein und einem gleichfalls ge⸗
rüh ausgegeben und expedirt. Der Abonnementspreisbeträgt brochenen Arm auf einer Kieselinsel des Flusses.Bereits wieder
20 Sgr. ordinär oder 15 Sgr. netto baar. αιννν u dem Wege der Besserung, spticht der Erfindet von nichts als
FDer Gewinner des ersien „Bestes“ beim Wiener Schützen⸗ don neuen Versfuchen bei etwas abgeändertem Mechauismus, und ist
este (300 Ducaten von der Kommune Wien) Hr. W. Rueff aus eines bestimmten Exfolgs sicherer als porher.
Stuttgart; hat den Armen Wiens 109 fl. übersandt. Der Ecco Susino zeigt an, daß der Pfarrer yon Bardonesche
Stuttgart. Am 17. Oct. — J. joll hier die erste Gee des. Nachts in seinem Bette ermordet worden ist. Man glaubt,
netalversammlung des Vereins für Vollsersiehuug und Verbefserung »aß es sich um einen Raubmord handelt. Die Justiz seut die
des Frauenlooses tagen, fürs dessen: Vegründung- Hauptmann ifrigsten Nachforschungen, bis jetzt ohne Erfolg an. *
1. D. P. A. Korn und Frau« Mathilde Korn im Verein mit —————— vom Wein) Die «verschiedenen
dehrern and Lehrerinmmen, Göunern und Gönnerianen der Vollz Wirkungen des Weingenusses sucht eine morgenländische Sage auf
erziehung in der „Zeitschrift für Volkserziehung und: sociale Ree- olgende Weise zu erklären: Als RNoah den ersten“ Weinstock ge—
foim,“ sowie in der „Allgem. Frauen-Zeitung unermüdlich thätig „flanzt hatte, trat in der Nacht darauf der Satan-herzu und
ind. Der Berein, dessen Mitglieder sich zu regelmäßigen, zum prash: „Liebe Pflanze ich will dich“ düngen.“ Under schlachtete
Theil ansehnlichen Gelobeiträgen verpflichten, hal für zeitgemäße uerst ein Lamm, dann einen Löwen und zuletzt ein Schwein, und
Bolkserziehung, beispielsweise die Errichuung von Volksklindergär- Joß das Blut aller drei Thiere ringsum das Gewächs. Darum macht
ten, Kleinkinderschulen, Besserungsanstalten für verwahrloste Kine der Wein mäkhßzig genossen, des Menschen Herz milde wie ein Lamm,
der, Regelung der Verwerthumg der geistigen Arbeit in's Auge gesaßt. rinkt er zuehr, wird er aufgeregt wie ein Löwe;) überschreitet er
Flir Verbesserung des Frauenlooses stellt der Verein u. A. als ↄa8 Maß gar zu sehr, so verliert er seinen Verstanßd— und wird
rstrebenswerth auf: die Errichtung von weiblichen Industrie-Han⸗ gemein. J
dels- und Oeconomieschulen; Asyle für arme Wöchnerinnen für fKarlsruhe, 31. Aug. Bei der heutigen Serienzieh—
inderheirathete nicht minder als für verheirathete; Mädchen- ung der badischen 35 fl.«Loose wurden nachstetzende 50 Serien
jerbergen für arbeitsuchende Arbeiterinnen und dienstsuchende zezogen: Serie 225 257 331 433 629 696 720 895 1144
Dienstmadchen (wie kürzlich eine in Dresden“ errichtet' würde); 1689 1928 1948 2173 2317 2641 8065 8299 3468 8618
Dienstmädcheuschulen nach dem Mustet der Carolinenschule in Gö- 3746 3765 8871 3915 3921 4027 4058 4110 4194 4807
ha: internationale Frauen⸗Industrie-Ausstellung nach dem Muster 6443 4484 4533 4724 4835 5061 5415 5487 5530 3707
nes großartig wirkenden ähnlichen Instituts in London. An 3807 5886 5967 6029 6282 6344 6390 6800 6820 7030
zezeichnete Generalversammlung soll sich die zweite deutsche Frauen · 7319.
onferenz anschließen. Unter den bis jetzt eingebrachten, von der Hamburg, 1. Sept; In der heute stattgehabten Aus—
Allg. Frauen-Jeitung“ veröffentlichten Vorlagen dieser Conferenz oosung der 1846 Hamburgischen Prämienanleihe wurden folgende
inden wir die Ausfindigmachung der Mittel und Wege, wie jungen Bewinne gezogen: Serie 866 No. 43,294: 1509 C.“ M.—
Müttern die Anleitung zu geben sei, die physische Erziehung ihrer 5. 1804 No. 68,165: 1508 C.M., S. 1304 No. 66,177,
dinder mit Verständniß leiten zu können. Die zweite deutsche 2000 C. M., S. 866 No. 48, 281: 8090 C.M., S. 1566
Frauenconferenz wird von einem dem Herrenvorstand beigeord⸗ do 78,286: 3900 C.⸗M., S. 206 No. 10,260: 6000 C. M.
eten Damencomite geleitet werden. In demselhen finden sich 2. 470. Ro. 23,463: 10. 000 C.-M. S. 190 No. 9463,
ruch Frau Elise Neubauer in Neustadt und Frau' Meta Düvell 060.000 C.⸗M.
in Landau. fHamburg, 1. Sept. Bei der heute stattgehabten Aus—
Am 28. v. M. ist bei Greifenhagen ( Pommern) das oosung der Hamburgischen 1866er Staatsanleihe fielen auf nach⸗
dorf Borrin bis auf 8 Bauernhöfe und den Pfarrhof, und tehende Nummern die beigefezten Hauptgewinne: Serie 3065
das große Dorf Rhors dorf nebst Kirche bis auf Ein' Haus No. 28, 50,000 Thir.ʒ S. 2828 Ro. 10: 10,000 Thlr;. S.
abgebrannt. 1278 Ro. 28: 5000 Ihlr.; S. 23880 Nr. 25, S. 3033 No.
pParis, 20. August. Heute Nachmittag um 8 Uhr 3, S. 82509 No. 17, je 1500 Thlr. S. 90 No. 11, S.
wurde ein Omnibus, der mit Dampf getrieben wird und der Ge- 4621 No. 13: S. 2700 No. 17, S. 1777 No. 2l, je
sellschaft des Messageries imperiales gehören soll. durch einen Me— —750 Thlr.
haniler in Gang gesetzt, der ihn aus der Remise, in welcher er Wienn, 1. Sept. Bei der heute vorgenommenen Verloos⸗
aufbewahrt war, herausgeholt und gegen Nogent an der Marne ing der Serien und Gewinn⸗Nummern verzinslichen Prämien⸗
über den Boulebard Mazaß und den Weg nach Bincennes gerich- Unleheus vom Jahre 1864 wurden nahstehende 9 Serien gezo—
set hat, ungefähr 35 Reisende hatten im Innern des Waggons jen, und zwar: Ne. 524, 1334, 1989, 20 10, 2159, 2590,
Plaß genommen. — Seit Kurzem sieht man vervollkommnete 2609, 2823 und Nr. 3556. Aus obigen verloosten 9 Serien
Druͤsinen unter dem Ramen Schnellfuß (rélocipde)- auf den vuͤrden gezogen: Serie 824 Nr. 51 gew. —QA
randstraßen um Paris mit beinahe der Geschwindigkeit von V.; Serie 3556 Nr. 56 gew. 30,000 . S. 2823 Ne-s8 gew.
Fisenbahngüterzügen herumfahren, in denen 228 Personen Platz 15,000 A.; S. 2040 Nr. 100 gew. 10,000 I.; je 3009 .
zaben, welche sie durch mechanische Vorrichtung leicht sortbewegen zewinnen: S. 1989 Nr. 70 und S. 2609 Pr. 90, je 2090 fl.:
ind auch ganz sicher lenken. Es scheint, daß diese Schnellfüße 3. 2040 Nr. 8 und Nr. 92 und S. 2609 RNr. 36; je 1000 fl.:
zroßen Lärm verursachen, denn schon mehrmals sind durch die- 53. 524 Nr. 49. S. 2040 Nr. 41, 8. 2159 Re. 8 und Rr.
Aben Pferde scheu gemacht worden und zu Schaden gekonmen, 520 und S. 2609 Nr. 1 und Vr. 53 ꝛc.
        <pb n="426" />
        ... 3234 * X, —A —— — 83* 232 Q25 EAAARAAAAVLIA.
Bekanntmachungen. Ihh zeige hiermit den Empfang meiner
J — 7.5 J neuesten * 7 J I *3 8 5—
Theilungsversteigeruug 3 87 42 4 22323*
—— WMiuunbtor AIé ueratouen,
B———— 28. —— *19 E *
868, Na nittags 2 r, zu as V 6 F — —J VDDDDDDDDD v
eee abeen 35177 ] —5 —
ie zum Nachlasse des zu Rohrbach verlebbß —— a 11543 V. adie tendet
en Heiurich en lebend —5 — und J 4 —*8*—
aufmann,. ünd seinet beiden Ehefrauen J 4— —— 3648 238646
ae uie Hiaraeha ee 1234660r00 von letzter Saison
— Mzu bedeutend he—
n e·. Wiesen. p7sę s z e— is 9 34 43 9* —A
en ee rabaesetzten Preisen. Eovpr Scnναl.
Thal und der Brückwies neben Conrxad —— ., ——
Wurz Wittib und Nicolaus Rohe. 4 ⸗ —JJ 232224
Plan No. 1866. 16 Dec. allda nebeen Inu meiner Weiustube ee
Johann Lauer und Georg Rohe.lmnd fortwährend sehr gute und reinge altene ——— eer berh
d Rode iut gute und reinge altene Wein zu EB, Prun Seuke. ver. Schoppen zu
veee — — 4 J
—* nrade irz * i 9* 9 6 Auch bringe meine Flaschenweine, kalte &amp; warme Küche in; empiehlende
- ι inne ο ν 98*4 ——— J
ag. de n rinnerung.c 44
daselbst neben Georg Jakobe uzad Johann. — 8 I. Aypprederis —
Mirt Ihe — — —— 27 5 —
Plankw 1382. 29 Dec. allda neben 75. 777 777
Philippr: Wagner ιν t— n e lockent hürmchen⸗ — J Blieskasteler Kirchweihe
PlanRo 1383. 28 Deec. — ne⸗ dem Schul hause zuu Sti Ingberter Grube vᷣe —
den —B en der Wenigstnehmenden oͤffentlich ver— auf dem :,
om dae dhe e ve en PIGVOL.I.
—eù — * 8 ner I. Die Naurerarbeiten ee ue LAA VV— J.
ne eeann 6 Somus 7—
ven ee 5 d re — 2. Die Aimererheun dedeenieg Sonntag den 6. u. Montag den 7. Sedt
F —Aæ8. E4. 717— * * J IJ uzu 172 fl. — R 45322 7
— — Tanuzmuͤsik,
PpᷣlanNo:. 6. 17 Dec. Wies allda, 1 — sclagt zu 162 fle 50 lr. Dier flag e 5
neben Johann Nicolaus Michaeli und 4. Die Schreinerarbeiten . sind waran⸗ — ————
d een mieen ins e Harmoniemusik,
vr. Ackerlaundd.. lhhht auf dem Bürgermeisteramt offen. — (Gbeuteee
Plan 313 und 314. 75 Dec. in der St. Ingbert, den 4. September 1868. „—B5,BAMA. B3.
yberen Spitze neben Peter Bend er, jetzt Das Burgermensteramt: Vorkirchweih; —
Jepra gonhasera Dec. daselds Fraden biezu ladet höflicht ei5,
plaueen z231Tagw. 80 Dee Frau Witiwe Alff.
Ada neben- Peter Allmannsberget.
Planno. 2623 vom 1Tagw. 31
Dec. in der Kirkeler Dell, neben Sir
us Schuh und Johann Weiland dem
sroßen, die zwei neben Letzteren gelegenen
Drittheile. — —
plansr. 297. 40 Dec. in der vbe⸗
——
Vorbehaltsstüccke.
PlanNr. 930. 40 Dec. in der Has
ielhed, ersite Ahnung, neben Johann Abe
und Johann Weiland. I J
Plansto. 1066. 59 Dec. in der
Zwergahnung, neben Jacob Heinrich
ind Pfad. —
PlanKo. 1146. 37 Dec. im St—
Ingberter Flur, zweite Ahnung, neben
Heorg Zimmermanns Wittwe und Ja—
ob Jacosooo.. ——
PlonNo. 1212. 49 Dec. lungs des
Rohrbacher Wiesengrunds, neben Johann!
Weisand und Jacob Rees.
PlauRo. 1475. 45 Dec. im Spieserflur,
ersie Ahnung neben Nicolaus Bender's
Erben und Peter: Gehring.
GHaornu, kgl. Notar.

— J 9 4 * Frücht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Vreije
e 535. araꝶ F1 der Stadt Homburg vom 2. Sept.
— * F Weizen 6 fl. 39 kr., Korn 4 fl. 52 fr.
dun —— 8 9 n oaddopo c Spelz 4 fl. O8 tr. Gerste, — 2Zreihige, — fl.
⸗ —.«R —kr..Mischfrucht — J. — kr., Hafer
——A6. 05 tr. Erbsen — il. — kr., Kartoi⸗
T8V fein Lufl.--kr. per Itr, Korubrod, 3 Kgr.
23 x., ditto 2 Kor. 161kr., ditto JKgr.
5 — ye ꝛ aubseishe Qual. 16 kr., J Qual.
—8 49 p421h0 14. tr. Kalbfleisch 12 kr., Hammelsleisch
α, 186 tri, Schweinefleisch 18 kr. Butter 30 tr
—EX sadg dvdabin oer Pfund. ——
Reductioz. Druck und. Verlaß von F- X. Demeß in St. Jughert. 2.4 8e .28

Bekanntmachung.
Am Donnerstag, den' 10. d. Mts. Mor⸗
gens um 10* Uyhr werden auf dem Bür
germeisteramte dahier die Arbeiten ziur Her⸗

—BAO
        <pb n="427" />
        4 —4 2* ! un ι ιι
PF — — J * J — —E — —— 2* — — 8 iy
9J 5317 er er. * J e —D ——
40 n X2 252*3 n 26 Mo
— — Ann Gui —6* J C —— — 6*
3*6 — — n utn en r aree —
—D ———— 7 —u— de .13
—E — J — 1774
Der St. Ingberter Amzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erschelnt wöchentlich dreimal: Diensta g, Donmers vig
und Samsgha gen Ahonnementsvreis vierteljährig Ahtrstrzt. oder 18 Silbergru Anzeigen werden mit 3 Kizr. die dreispaltige Zeile
Mlatischrift. oder deren Raum berechnett. —— — — —
— 108. —— Donnerstag⸗ den 10. September a e. ⁊., 1868.
—— — — — — —

Deutschland.. —

München 5. Sept.“ Die schon im vorigen Jahrebeab⸗
sichtigte Eintheilung der bayerischen Armee in zwei Armeecorps—
um auch in dieser Beziehung eine Uebereinstimmung mil den Ein⸗
richtungen des Norddeutschen Bundes! zu erzielen“foll nun,
wie man in militärifchen Kreisen vernimmt, im“nüchsten Moncit
jur“ Ausfilhrnng kommen. “Das erste Armeekorpscoimnando
vürde seinen Sitz in Munchen und das zweite inWür'z⸗
su r glerhalten. A

Im October werden bei uns Schießversuche mit Revol
verkandnen mit sechs Ladungskammern nach dem Gatlingsystem
zemacht;, und sollen in einer Minute hundert Schüfse! abgegeben
werden können. Die Artillerie⸗Schießübungen am Vechfelde ende—
en mit 31. Aug. *

AMünchen, B. Sept.'Die Gesellschaft der bayerischen Ost⸗
»ahnen erhielt die Concession zur Projektirung der WBahnlinien
Chum, Straubing, Mühldorf' am See, Regensburg, Neumärkt,
Ruürnberg, Vilshofen und Landshut.

München, 7. Sept. Der preußische Gesandtée
am hiesigen Hof, Frhr. v. Werther, ist hierher zurückge⸗
kehrt und hat die Leitung der gejsandischaftlichen Geschäfte wieder
übernommen.

— Herrn v. Pfisster meist er soll“ dem Wiedereintrilt
in dus königl. Cabinetssecretäriat“ aus Gesundheitsrücksichten— ent—
chieden abgelehnt haben.
München, 7. Sept!! Die Hoochzeimn“der Prinzes⸗
fin Sophaseeist wegen Erkrankung ihres künfligen Schwieger—
paters verschoben. e n

Muünchen, 7. Sept. Die Kaiferin von Hefekreich traf
diesen Abend von Gerathshausen hier ein und setzte sosort mit
den Kurierzug ihre Reise nach Wien jfortn 7

Dienstesnachrichten. α

Dem Gerithtsboten Ludwig Brenner in Dddckt. istgestatter
worden, den geprüften“ Gerichtsbotencandibdater Joh, Anthin Brigl
—B—
teren eingeräumtenn Befugniß zur selbstftändigen Ausübung der
Berufshandlungen elnes kGerichtsboten auf die Dahlercines Jah—
ces vom L. Sept. äün anzunehmen. — Der geßrüftéeRechtscau—
didat Franz Baumann aus Germersheim ist als erster Untetge—
ichtsschreibet am Bezirksgericht Kaiserslautern bestätigt worben

Darmstadt“ 55-.Sept. Den Bewohnerder Residen,
wurde heute das militärische Schauspiel einer Kaiser-Parade zu
Theil, wodurch sie sich jedoch wohl kaum sür die erhöhten Steuern,
welche das Militär veranlaßt, entschädigt finden werden. Der
staiser von Rußland, vbegleiten vom Großherzog, erschien mit eine m
zlänzenden Stabe. Auch die Kaisekin und sämmilich“hier anwe—
ende Mitglieder des großherzoglichen Hauses wohnten meift zu
Wogen dem; Schauspiel bei.“ Aufgestelltf waren“ 10 Bataillone
Infanterie, 10 Sawadronen Reiterei, 1 Pionier⸗ Compagnie mit
Jalben Brückentrain, sowie 4 Batterien Artillerie zu Fu und eine!
zu Pferd, im Ganzen beiläufig 7000 Mann und 1060 Pferde.!
Der Divisionär, Prinz Ludwig, führte die Truppen, welche den

daiser bei dem Defiliren mit lebhaftem Hurrah-begrüßten. Wie
man nicht anders zu exwarten, war eine außerordentliche Anzahl
»on Zuschauer anwesend; es ist jedoch, soweit bis jetzt bekannt,
ein Unfall zu beklagen. Die Gensdarmerie war awieder überall,
wo der Kaiser passirte, in quffälligster Weise postirta
Berlin, 83. Sept.“Dem „Miilit⸗Wochenblgzufoige findet
ie Recruteneinstellung bei der Linieninfanterie am A Jang 1869
datt. (ei Cavalerie und reitender Artillerie anunbin Oet., bei
Bardeinfanterie am 3. November 1868.) —00
Bierhin, 6. Sept.Vekanntlich werden ‚um dije Mitte die⸗
es. Monats nach den Herbstmanbvern die Mannschaften, welche!
drei Jahre activ gedient haben, zur Reserve entlassen. Außerdem
erfolgen um dieselbe Zeit bei allen Truppenabtheilungen, zahlxeiche
geurlaubungen jüngerer Mannschaften: eine weitere be—

zeichnende Antwort auf das kriegerische Randaliren einiger Pa—
riser Blätter. 7
Berilin, 7. Sept. Die von Londoner Blättern verbreitete
Nochricht, Kußland habe hier und in Paris Entwaffnungsmäßres
gein vorgeschlagen, kann aus zuverlässigster Quelle als' erfünden
herachtet werdenh

— Ueber das Erscheinen des Prinzen Napoleon in Hamburq

esen wit in morddeutschen Blättern« Folgendes: „Der Prinz Na—
poleon ist sammt Cora Pearl; welche mehr als der hohe!Reifende
die leider unbefriedigt gebliebene Neugier der Hamburger erreg te,
vdon den nordischen Küsten wieder gurückgedampft. Von den Ein—
richtungen des norddeutschen: Bundes hat er diesmal nut die
öffentliche Spielbank zuꝰ Travemünde in genaueren Augenschein
Jensmmen; man war unhzflich gemug ihn einige? Napoleons an
derselben verlieren zu lassen 5 J

Dresden, 7. Sept.“Der Konig von Preußen ist heute
Abend um 7 Uhr hier eingetroffen und wurde iim Bahnhof vom
König von Sachsen, in Begleitung des Kriegsministers der Gen

ralität und des Offiziercorps begrüßt. Das zahlreich- versammelte
Publikum empfing beide Könige mit Hochrufen. Der Kronprinz
Albert war dem König bis Roderau entgegengefahren, woselbst er
ihm den Rapport über das zwölfte (sächsischej Bundesacmeecorps
überreichte. e pr

Weaien, 8. Septe Der „N. f. Peb zufolge wird der Reichs
rath am 17. October seine Session wieder aufnehmen. Im Justiz⸗
ninisterium werden Gesetzesentwürfe über Verhängung des Be—
lagerungszustandes und üher Errichtung eines Reri chsgericht es
vorbereitet ———

Prag, 4. Sept. Der A, Z3.* schreibt man: Wie wir
hören, hat der Kurfürst von Hessen (er woͤhnt zur Zeit in Hor—
zowitz) in letzter Zeit eine Dentschrift ausarbeiten lassen, die gegen
seine Depossedirung Verwahrung einlegt, und seine Beziehungen
zu Preußen staatsrechtlich beleuchtet.Die Denkschrift ist eine sehr
umfasfende; sie entwickell die Grundfuͤtze welche für die Regierumg
des Kurfürsten, und für diesen selbst, von dem Augenblick an, in
welchem die schleswig⸗holsteinische Frage von neuem anhub eine
brennende zu werden, bis zur“ formellen Besitznahme Kurhessens
durch Preußen die maßgebenden gewesen sind; alles das, um da—
ran nachzuweisen, daß nicht blos dem Kurfürsten, sondern auch
dem Hessenlande rechtswidrige Gewalt augethan worden sei, deren
Sühne noch erwartet werden müsse eben von Seiten dessen, der
die Gewalt geübt habe, Auch die einschlagenden Beziehungen Kur—
hessens zum deutschen Bunde, zu Oesterreich, Hannover und den
Bundesmitgliedern überhaupt, werden ausdrücklich erörtert. Der
Ton der Gedenkschrift, die bestimmt ist, den regierenden Häusern
Deutschlands, und demnach auch dem König von Preußen über—
reicht zu werden, wird uns als ein zwar sehr entschie⸗
dener, aber in jeder Beziehung maßvoller geschildert. Uebri⸗—
gens hören wir, daß die Denlschrift später auch in den Buch—
handel kommen soll.

Prag, 8. Sept. Von morgen an soll (als Demonstration
gegen die Regierung) das czechische Theater geschlossen werden. —
Die böhmischen Bischöfe beabsichtigen die eisleithanische Regiexung
um Auskunft über die Gebahrung mit den böhmischen Religions⸗,
Studien- und Normalschulfonds zu ersuchen, darauf sicher gestellt
IJ zu welchen Zweden eigentlich dit Kassereste dieser über 20
Mill. betragenden Fonds seit Juni 1867 verwendet werden.

Agram, 5. Sept. In Croatien und Slavonien sinden
bedeutende Pferdeankäufe angeblich für Rechnung der italienischen
Regierung statt.

Krakau, 6. Sept. Die Ankunft des Kaiserpaares ist amt⸗
lichauf den 26. d. Mis. angesagt.

Frankreich.

Paris, 5. Sept. Der „Counstitutionnel“ bestätigt mit Ver⸗
gnügen, daß die „Nordd. Allg. Ztg.“ dem Frieden energisch das
Wort rede. Er führt die Schlußzeilen des betreffenden deutschen
Artikels an, in welchen gesagt wird, daß das preußische Volk ebenso
        <pb n="428" />
        aufrichtig den Frieden wolle als diejenigen, welche berufen sind, ben: „Als heute die Chevauglegers von Zweibrücken einen Aus.
eine Politik zu leiten, ünd fügt hinzu: 7Die, Befüthle des deut⸗ flug hieher machten, hatten wir das Vergnügen der Tapferkeit
hen Volkes Ind geich jene der ungeheneren , Mehrheit der franzö⸗ zinss Dopelirute ga gis izuschaten* Als nämlich die Avautgarde
sischen Nation, und sie sind auch die Wefuhleder franzoͤsischen in der Pähe des Bahnhofs angetommen war, kam ein Oberlieute⸗
negicgnan Die Abrigen Officissenvsprechen im gleichen Tongh iam- miseiner Brille, den Namen lonnte man micht. erfahren her⸗
ie die et meldet, Hat die Gesellschaft, welche das ingeritten, und nachdem ger den Vicecorporal mit Schaafskopf,
Tabaksmonopol in Jlalien gepachtet hat, bereits die Geschäfte über⸗ Pieh und andern interessanten Namen beehrt hatte, wandte er sei⸗
nommen. Die Zahl der Tabaksfabriken soll von 18 auf 10, die gen Feldherrublick auf einen Gemeinen und schlug demselben mit
der Arbeiter von 12,000 auf 10,000 herabgesetzt werden. Andere der Faust so zart in's Genick, daß er mit dem Kopfe auf den
Reductionen sollen noch in Aussicht stehen, zo daß schließlich nur dals seines Pferdes fuhr. Lieber Anzeiger, man glaubte hier
joch 6 Fabriken, 2. in Norde, Liin Mittel-und Ain?Süditalien daß die Prügelstrafe in Bayern abgeschafftesei, und wenn dem“so
beibehalten bleiben. Es sollen Fabrikdirectoren aus Paris, Fraule st, warum kommen dergleichen Rohheiten noch in unserer Armee
fsurt und München berufen worden sein. vor, die jeden Zuschauer empören? Wir hoffen, daß der Herr
— Paris, 7. Sept. In der neulich zwischen? Märquis driegsminister diesen Alt nicht für angezeigt hält. 33161
. Moustier und Lord Stanley stattgehabten Zujammenkunft han 7. Unter der Ueberschrift -, Verirruugen“ bringt der R. A.,
ven diese beiden Staatsmänner gegenseitig die friedlichsten Zusicher- Nachstehendes: Eine Versammlung in England hat vorgeschlagen,
ungen über alle schwebenden Fragen ausgetauscht. 7cc Das, Ger ein Vermögens-Maximum festzusetzen Kaljo Denjenigen, der zu viel
ruͤcht von einer an die französische Regierung gerichteten päpstlichen: Beld hat, zu zwingen, es abzugeben oder zu vertheilen.)“ Der
Noie wird dementirt. e Die „France“ hesiätigt, daß der Kaiser Bleichheit zu Liebe müßte man aber in der so eingerichteten Ge—
ich mißbilligend über die aufreizende Sprache der franuzösischen ellschaft auch ein Geistes- und Geschicklichkeits Maximum einführen
Joubernementalen Presse gusgesprochen hat. .— Dasselhe, Journal d. h. Denjenigen der zu viel Geist oder Geschicklichteit hat,
vill wissen, daß in Bulgarien neue Aufstandsdersuche wore zwingen, davon abzugehen, o der, da dies nicht wohl ausführbar
ereitet werden. αα ist, keinen Gebrauch davon zu machen. „Es wäre dies das Bett
Parr is, 8. Sept. Der „Etendard? veröffentlicht einen sehr des Locustus eingeführt in der. bürgerlichen Gesellschaft. Dieser
friedlichen Artikel. Die „France“ sagt, es steht keine Frage auf griechische Straßenräuber nahm bekanntlich die Reisenden gastfrei
sn Tagesordnung, Krieg sei nur dann möglich, wenn die Vers in seine Hütte auf. z. Wenn; sich aber ergab, daß der Reisende
räge von Paris, Zürich und Prag verletzt würden. — Nach der länger war als die Bettstatt, in welcher der er ihn schlafen ließ,
Patrie“, wäre Garibaldi nach Malta gereist und würde in Nea- hieb er ihm am nächsten Morgen Füße oder Kopf so weit gb,
hel erwartet. — Gerüchten zufolge wäre eine Jusammenkunft zwi⸗ daß die richtige Länge erxeicht wurde; war erkürzer, jo ließ er
schen dem Kaiser Napoleon und der Königin Vickoria bein der hm die Glieder bis zur erforderlichen Länge ausziehen. Uebri⸗
Durchreise der Letzteren durch Paris wahrjcheinlich. 42 gens genügt, um so großer Vermögensanhäufung zuvorzukommen,
England — * schon das Gesetz dur Ieeen een Detne der Fi⸗
. Sepfte ird Jesegrahbirt deicommisse und gleiche Vertheilung der Erbschaften). Homer
Arge I Au⸗ Southamoton wird elegraphirt. ang vor 2000 Jahren: „Wenige Söhne find gleich dem
daß gestern Abend in den Docks eine Feuersbrunst ausgebrochen ereeeaee eee eseeen
ist, welche die Factorei der Westindischen Compagnie total zerstörte ee, wy eht Wy J pe, Wer J V
id dadurch beträchtlichen Schaden anrichtete. Ein Telegramm her. ge m bie d r ee w Pee F tin
aus Cork meldet, daß bei der Stadt eine Farm durch eine Art ene, ————— iche Ind geutige afahigteit r Porer
c, * in —334 der Reichen bringt das Vermögen bei natürlichen Verhältnissen
zriechiichen Feuers in Brand gefteckt wurde — bereits der vierte e di vbdeede on
Fall von Brandstiftung in der Gegend seit einer Woche. In der n wieder unter die Leute, ohne daß man nöthig hat, Locustus
253 Priittel anzuwenden. Ein noch größerer Thor be nerkt in einer
stähe wurden Fenier Nachts beim-Exerciren ertappt; mehrere Ver⸗ 55 —— u
flangen wurden vorgeuommen,7 deutschen Zeitung ein Verbot der Spelulation mi Papieren, Waa⸗
ya α ι en, Alrbeitskräften würde schon genügen, die Ansammlung uner;
Italien. 3 —23 hörter. Reichthümer, zu verhindern. Demnach wäre z. B. Jeman—
Von Paris soll die päpstliche Regierung die Versicherung exe hein, der 50- oder 100,000 fl. hat, zu verbieten, Papiere Waa⸗
zalten haben, die framzössischen Truppen,würden nicht ren zu kaufen oder zu verkaufen, Felder bebauen oder Fabrikation
— 00 zu lassen.Ex hätte ganz einfach bslos sein Geld zu
den sei, daß in Florenz die „vorgerückte Partei“ an's Ruder verzehren.“ Wenn ees“ alle ist, kann er dann wieder als Arheiter
gelängen könnte. — 340 ohne Mittel (Capital ist in diesem Reich der Irren eine verbotene
Von Lüttich sind 6 Stück gezogene Kanonen mit 120 Hist⸗ Sache) beginnen! —8
hhen Munition als Geschenk der katholsschen Vereine in der Bre Heidelberg, 2. Sept. Der internationale Congreß
lagne und der Vendee eingetroffennn... — der Augenärzte, welcher des Kriegs 1886 wegen ausfiel und der—
Amerik.lossenes Jahr in Paris während der Ausstellung stattfand, tagt
wp e Nori ie Ak vi⸗ Ro vaͤhrend des 4. 5. und 6. d. M. wieder hier und sind zu dem—
38* ewNor 3 Die Berichte über die Baumwollen⸗ selben die europäischen Celehritäten der Augenheilkunde, mit Gräffe,
»xnte namentlich Georgia's lauten höchst ungünstig, anhaltende Re— ai eeeeeee eeer 36 .
pre , g te , Arlt, Donders und Liebreich an der Spitze, bereits angesagt; die
gengüsse haben großen Schaden verutsacht. —— ee ae e een
eryeerhe 6. Septes Dien Indianer haben in— Neu Bersammiungundet Wie immer in n, Raumen es Hote
253 E 2464 Schrieder staft und scheint, den zahlreichen Anmeldungen nach
Mexico einen Eisenbahnzug überfallen und vernichtet und dabei
sechszehn Weiße fcapirt und derent Körper verbrannt. * F * n dieses Jahr gauz bej 33 sucht 3
lne rden e upfnt raze Ws essem herthet dei -W. W.n. Vor Karjemnfuht
dlugust im eiben Dause ine Deputatron derInernane du BZug don zwanzig Kutschwagen aus hiesiger Stadt zum Bahn-
nalenSchneider Innungs-Convention“, etwa 50 Personen, die ge⸗ ns it
mnen waren, den ehemaligen, jetzt so hochgestellten Collegen zu Pfen Ein bekannter Fuhrhert hierselbst hatte eine telegraphische
8 vn —c n Herrec far“ die Ehre des Dpesche von einem Krupp'schen Beamten aus Coblenz erhalten,
oprpe den iet see nin Eer die folgendermaßen lautete: „9 Uhr 20 Wagen am Bahnhofe.“
Besuches, und versicherte, die angenehmsten Stunden seines Lebens 5 — Pqgen —
en iner Sneinerwerstne verlebt Dem Fuhrherrn lag der Gedanke nahe, daß es sich um einen hor
hne ee jen Besuch des russischen Kaisers bei Krupp handele; indessen
hatte die Depesche nicht aff 9 Uhr 20 Wagen, sondern auf v
Uhr Ad Minuten einen Wagen bestellen solelenn.
7.Ein Schnapskünstler in Hamm hat einer Sorte Schnaps
den Namen „Norddeutsche Bundestropfen“ gegeben. —
Eiune Verfammlung, einzig in der Art, tagt gegenwärtig
in Betlin.“ Es hält nämlich eine Vereinigung von. Taubstum -
nen Deutschlands in dieser Residenz einen Zusammenkunft, die
im Sonntag begonnen hat und drei Tage dauern soll. Der
zweck derselben ist nach der „B. R.“ die Beschlußfassung darü—
»er/ Daß die Mitglieder der Vereinigunz sih für die Folgen zu
hrer Verständigung nicht meht der Zeichen, sondern der Steno—
zraphie bedienen. *
nzd puguchten, 4. Sept. Das Pfarrdorf Wurz (25 Häauser
nit 1382 Ein vohner; 4 Stunden“von Tirschenreuth) sost fast ganz
cbgebrannt seint.
8 ohea, 7. Stph. Dieausführlichen Nachrichten über die

9— VRermischtes.

—F Aus der Pfabz, 7. Sept. Nächstens werden preußi-
che, ‚württembergische und badische Generalstabsofficiere, welche 49
Pferde mit sich sühren, Terrain⸗Recognoscirungen in der Pfalz,
aamentlich in deren westlichem Theil, vornehmen . J ach

Am Abende'des verstossenen 2. Septembers ereignetẽ sich zu
Mitteiberbach ein schnuderhaftes Unglück: Die 22jährige Tochter
es bortigen Sthmiedes Heinrich Sonntag wollte on einem Zieh—
brunnen Wasser heratuf winden und stürzte hiebei, wahrscheinlich
den ausgleitenden Eimer fassen wollend, kopfüber hinab Der
Brunnen ist 45 Fuß tief und hat einen Wasserstand von circa
Fuß. Als man das Mädchen“ vermißte;, war einige Zeit ver—
trichen und als der Vater desselben, Unheil ahnend, einen Mann
ginabsteigen ließ, brachte dieser die Verüngllückte als kalte Leiche
der bestürzten Familie zurück. 6 li

. Aus Homburg, 3.Sept., wird dem' N. A.“; geschr'e;
— 9 * J ——— d J
        <pb n="429" />
        deutsche Nordpolexpedition reichen his zum 19. Juli aus 80220
ocdlicher Breite. Die, Untersuchungen wurden dis 100 Meilen
jordöstlich von der Bäreninsel ausgedehnt, wo die Expedition am
. Juli ankam, wärend die schwedische Expedition erst am- 22.
Iunli dort eintraf und bis 27. Juli dort verweilte. Die „Ger⸗
nauia* ging weil das Eis und die Witterung das? weitere Vor—
ringen verhinderten, nach einer Landung auf Spitzbergen zum
Zweck der Wassereinnahme, direct nach Norden. Das Wetter war
it dem 10. Juli schöͤᷣͤ. J
7 Wien. Eine enfsetzliche Frevellhai wird aus Szabadka
M. Theresiopel) gemeldet. In der Nähe dieser Stadt wurde
zieser Tage zwischen den Maisfeldern die Leiche eines Weibes ge—
funden. Alle Umstände des Pefundes deuten darauf hin, daß sich
ier der brutalste Aterglaube ein Opfex geholt. Die Unglückliche
wurde mit pöllig aufgeschlitztem Leibe aufgefunden und neben ihr
zie Leiche der nahezu geburtsreifen Leihesfrucht, von der jedoch
dopf, Hände und Füße abgeschmikten waren. Offenhax leitele hier
die ruchlose Mörderhand nicht Habsucht, denn das unglückliche
Opfer war ein armes, mittelloses Baueruweib, sondern der im
Bolke herrschende Abergläube, daß der Räuber, der sich im Besitze
der gedachten erwähnten »Körpertheile eines neugebornen Kindes
befindet, dem Arm des Gesetzes nicht erreichbar sei.
Paris. Die neue Bauart von Häusern ohne Treppen,
velche vor einiger Zeit versucht wurde, hat sich vorzüglich bewährt,
daß — wie verlautet — das neue französische Vankgebäude nach
diesem System eingerichtet werden soll. Anstatt der Treppen die⸗
nen nämlich bei solchen Häusern. Hybraulische Aufzüge, nach Art
»erjenigen, welche bei'm gewöhnlicher⸗. Bauen der Haufer im Ge⸗
zrauch seben zwei waire wee Wasserbehälter, welche abwech . 8 —
selnd mit Wasser gefülli werden; sind dazu bestimmt, das Gegge—gg 6
gewicht der empor zu hebenden, Last zu bilden. Diese se — v —3 Ve
Falter, die einen eingeschtossenru Raum? mit Sthen' ziehen sollen, Die “Liebe s⸗ od ererrradires ä pfel Golanum?
gehen je einmal in der Minute auf, und ab und befördern auf ycopersicum) stammen qus Südamerika, wo sie unter dem Ra—
diese Weise ohne alle Beschwerlichtecß und irgend welches Geräusch nen Tomaten allgemein beliebt sind zund gerne gegessen mwerden.
die Innwohner des Häuses“ auft“ und abwärts. Das nach dieser Auch in Newyork und dessen Umgegent werden sie häufig gegessen
Art aufgebaute zehnstöckige Haus in dem Quartier du Roule soll ind zwar sowohl roh, als auch in Saucen oder als Sulat. Bel
autzerordentlich gesucht sein. r , uimns werden fste meistens mur zu Sauce verwendet, — Dieselbe
e se ue Bihuru' kucheihe wode hiecin höcht bind jo dereet. Wiat aiget. Zodet — giebesapfel ton sie neos
candolbser. Proceß stattsinden. 1MrenFratten, dies evste ist 80, einer Zuiebel tüchtig, traibt es dDanunmijt⸗rheißem Wasser dunch!
it /Iweite. go. aunde die bie dritte ira8.n Jaͤhr ai altzsisch angeklagteinen Durch chlag. thut feines Gewurze-daran- und ruhrt whiere
hre Männer bergiftet zu haben. um ihre Gellebten zu heirathen. uut einen Kochlsffel voll Mehl, das in Butter gelb geröstet,
uille drei sind verhaftet und werden mit den Leichen ihrer, Män- vorden, zart an-. Dann läßt man es, noch eiun wenig aufko-
aer Die man ausgegraben hat, cdafröatirt.“) ααι hen· Am besten schmedt diese Sauce, zu frischem (uicht sauerem)
Der Spinnrocken der öonigin Ma— kindsbraten. —
zie Antoinete, mit welchem sie im Gefängniß gespon—
ven, war nach ihrer Guillotinirung einer Dame ihrer“ UÜmgeb⸗
ung geschenkt worden, in deren Familie er verblieb. Bekannt⸗
rich war derselbe auf der? vorjahrigen Weltausstellung zu sehen
ind wurde von der Jury' als echt anerkannt. Jetzt hat eine
Dame aus der Aristokratie dieses historische Gedenkftück mit nach
dnnarn genommen·
Im Triester Golfe hat sich am 1. September ein Hai⸗
ñsch gezeigt und auf höchst unangenehme Weise angekündigt, in—
dem er dem in der Nähe'der Büchler'schen Badeanstalt im freien
Meere schmimmenden Militaͤrverpflegungsofficial Glaser vom Ober—
schenkel des rechten Fußes bis hinab an die Ferse beinahe das
zanze Fleisch herabriß und die Knochen der Ferse selbst zermalmte.
Der Kapitäm einer dort angekommenen holländischen Brigg sagte
aus, daß ihm das Ungethüm, das er aiff 20 bis 25Fuß lang
chatzte, von der Insel Lissa her gefolgt sei. (Wie aus Triefi
elegraphisch Nach Wien berichtet wurde, ist das Unthier bei Isola
lefangen worden.
— In seiner Orlschaft am Krimm' (Krain) wurde ein im
Stalle schlafender Knecht von einer Spinne gerade unter dem
Nuge jo gebissen, daß er am anderer Morgen in Folge einer
narken Geschwulst nichts sehen konnte und vier Tage da—
zauf starb. — F
Im Mai 1869 soll in Petersburg eine internalionale
Vartenbauaussteslung- stattfinden.
fIn Newyorkhat si h vor KHurzem der französische Te—
ror, welcher den „Blaubart“, im Theatre franquise singt, dadurch
nergiftet, daß er die Spitzen seines Schnurrbartes, welcher ver⸗
nöge eines giftenthaltenden Mittels himmelblau gefärbt worden,
hdäufig mit seinen Lippen beleckte.
t Das Schiff „Dagmar“, welches am 2. Novemb er
»origen Jahres von Cardiff nach Bombah absegette, wird seitdem
spurlos vermißt.—
Tauchversuche. Das Hinabsteigen der Taucher in die
Wassertiefen geschieht bekanntlich picht mehr in der Taucherglocke,
außer etwa, wenn es sich um Gründung oder Reparatur von Bau⸗
verken handelt, sondern in einem metallnen Brustharnisch und
        <pb n="430" />
        Festände sind nett gepflegt, die Misthaufen groß, die Felder giüt
hearbeitet, frei von Unkraut und reich an Erkrag. Auch die Häu—⸗
er mit ihten Einrichtungen, sammt den Menschen, die dorin woh
nen, machen einen? freundlicheren Eindruck; Alles deutet darauf
hin. daß die Armuth' verschwunden, der Weg zur Wohlhabenhei—
gefunden ist und treu gewandelt wird.

Landwirtöschaftlichee Preigfrage. Die
landwirtlhschaftliche Lehranftalt in Worins hat inm Hinblick auf die
Schwierigkeiten, welche sich gewöhnlich“ heir Damm⸗, Bahn und
anderen Bauten bezüglich det Abschätzung von Baumen der Erxpro
priation entgegenftellen für die beste „Anleitung zur Taxa
tion von Obstbäumen“ einen Preis von Jo0. Thalern
ausgesetzt. Die Concurenzschristen sind bis zum 1. Juli 1860
einzureichen e 30

α D —— ꝛ *

233* — 7 33* —A
i An das deutsche Volk

Wasß der Altmeister Gothe Aun seinem Lobgedicht auf Hans
Sachs vor langer Zeit schon als Wunsch und Erwartung aus—
gesprochen hate 5

Ein Eichenkram ewig juug belauhtßß..

“ Den setzt die, Vachwell ihm auf's Haupt,. /

das soll jetzt in Erfüllung gehen. Dem seiner Zeit berühmtesten
Dichter, dem Meister der Sanger, dem Begründer des deutschen

welilichen Schauspiels dem unermüdeten Lehrer des Bolkes und
dem eifrigsten Kämpfer für Bildung und Freiheit des Geistes, deni
Vorbild eines durch Bildung veredelten Handwerks, dem be—
wundernswerthen · Schuhmachet Hans“ Sachs soll ein ehernes
Denkmal gesetzt werden. Das Modell ist bereits von dem hiesigen
Bildhauer Kraußler gefertigt, die Errichtung von S. M. dem
König genehmigt; aber die Kosten betragen 20,000 fl. Darum
wendet sich der unterzeichnete Ausschuß mit seiner Bitte um Bei—
träge an das ganze deutsche Volk in allen seinen Ständen, und
alaubt hoffen zu dürfen, daß Viele, namentlich in den Gewerbs⸗
ständen, und hauptsächlich im Stande der Schuhmacher, sich finden
werden, welche gerne eine Gabe opfern für die Ehre eines Mannes
wie Hans Sachs, der sein ganzes Leben sich gemüht, seinem Volke
Bildung und Ergötzung zu schaffen.“ Auch sind wir der Zuversicht
daß allent halben einzeine Maͤnner sich bewogen sehen werden
der Sache sich anzunehmen, und sor mitzuhelfen, daß Goͤthe's
zürnendes Wortßß 6
IuG droschpfuhl all daß Voll verbann
.Das seinen Weister je verkannt z:
von dem deutschen Volke genommen werde. .
Nürnberg, im August 1868687
, . Im Namen des Ausschusses
Lützelberget, Vorsitzender. v. Forster, Cafssier. Priem, Secretär
83 od— — . 313* J
In meiner Weinstube
sind fortwährend sehr gute und reingehaltene Wein zu 6, 7 uͤ. 8 tr. pet Schoppeil zu
haben, über die Straße Lkr. per Schoppen billiger .
Auch bringe meine Flaschenweine, kalte F warme Küche in empfehlende
Erinnerung. —AV——————
6. AAaprederis.
— * — 2 355 —98 ID
Lehr-und Erziehungs-Anslalf für Töchter.
In das J. Ehrhardt'sche Töchter-Institut zu Heidelberg, mit wel⸗
hem seit 1860 eine Bildung vanstalt für Lehrerinnen und Erzieherinnen
verbundeu ist, können mit dem 1. Oktober wieder neue Zöglinge aufgenommen werden.
Nähere Auskunft ertheilt bereitwilligst der Vorsteher der Anstalt, sowie auch die Herren
Hrofessoren Dr. Stoy, Dr. Onken, Dr. E. Otto und Stadtvyfarrer Schellen
derg in Heidelberg.
Die dohroib-&amp; Deichnen-
Materialien⸗ Amdlung
V ⏑—⏑—,—, —
H. Scherpfin St. Ingbert

Bekanntmachungen.

—
77
3

Zur Beachtung!
In HZolge Anordnung des Koͤnigl. Ober⸗
post⸗Amt's dar Pfalz, haben die den Postom⸗
nibus zwischen St. Ingbert! und
Saarbrücken frequendirenden Reisenden
vom 10. ds. Mis. ab Billets zu losen,
welche bei den Posterpeditionen St. Ing⸗
bert — St. Johaun und St. Jo⸗
hann⸗Saarbrücker Bahnhof qus⸗
gegeben werden. ν ui ile
Die Konigle Posthalterer
.E Eonrad 12
— 7c— —
Anzeige.
Cartonage- und das Neueste in Porte⸗
jeuille-Waaren sind wieder eingetroffen,
ebenso schön sortirte, zu den verschiedensten
Zwecken verwendbare Abziehbilder;auch
halte mein Lager in Schreib⸗ und Zeich⸗
nen Materialien bestens empfohlen. —
Briefpapier und Couperten zum Fa—
hrikpreis. .α ,
Die Schreib⸗ K Zeichnen-Maietialien⸗
Handlung.
H. Scherpf, in St. Ingbert.e
27 w —E
LoOoose à V.
zur Verloosung der dem Oedonomen Ja⸗
kob Stalter vom Ernstweiler-Hof bei
Zweibrücken gehörigen
Pferdo una Roitroquisiten,
welche im Monat September 1868
mittelst offentlicher Ziehuug im Frucht⸗
gallsaale zu Zweibrüscken vor dem
Bürgermeisteramte der Stadt Zweibrücken,
und unter dessen amtlicher Kontrole stait⸗
findet, sind zu haben bei Angust Bernhard
in St. Ingbert. — u
JeF Bei 100 Loose werden 10 Frei⸗
loose gegeben.

— fl. — ky. Kartoffeln — f.n 34 kr. Heu
lufl. 45 kr., Stroh 1fl., 18 kr. ber
Zeutner. Weisbrod 14 Kilogr. 18 tr.
Kornbrod. 8 Kgr. 24 kr., ditio 2 Kar.,
16 trig ditto IKgr. 8 kr. Gemischtbhrod
3 Kgr., 24 kr., 1 Paar. Weck, 8 Loth
—AV———
Qual. 16 kri, Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Ifd. Wein 24 kr, Bier 7 kx., per Liter,
Butter 30 kr. per Pfund.

Fruchtpreise der Stadt

Kaiserslautern vom 8. Sept.

Weizen 6fl. 23 kr. Korn 3fl. 04 kr.
Spelzkern — fi. — tr. »Spelz 4fl.
29 kr., Gerste 5 fl. 19 kr. Hafer 4fl
11 kr., Erbsen 4 IM. 37 kr., Wicken 4 fl.
O8 kr., Linsen 5 fl. 10kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfod. Kornbrod 33 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1212 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 13 kr.

.

effecluirt Bestellungen anf, alle Zeit- und
Modeschriften, Bücher der in⸗ und auslän—
dischen Literatur, Musikalien ꝛc. —
ZFu ver miethen:
. Der ganze untere Stock meines Hauses
an der Haupistraße dahier, nebst einem
großen Zimmer im oberu Stockwerke ist
dbis 25. October nächsthin beziehbar, zu
vermiethen.
St. Ingbert, 8. Sept. 18686.
Philipp Ehrhardt Wtw.

— —
Ein lediger junger Mann (Arbeit sge—⸗
Ehülfe) sucht ein möblirtes Zimmer—
hen, mit oder ohne Kost. Die Redaction
d. Bl. nimmt sofortige Anmeldungen ent—
enen.

Fraukfurter Börse
vom 9: Sept. 1868.
Geldsorten. r
Preußische Kassenscheine. 14473-45*6
Preußische Friedrichdder.. 958459
Piftolen . 947-49
Holländische 10 fl.-Stücke 231-5ð6
Ducaten .....5326-338
20Franes⸗Stücke . 9209Üα
Englische Souvereigtgs.11 54 -59
Gold per Zollfund fein. 7—
dochhaltiges Silber per Zolpfuꝛzs — —
Dollars inGold 827 8
— — ——— — — — — — ——— — — —
Nedaction. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.—

— 27
meinem Hause im Mühlen⸗
ck siud 3 einzelnen Zimmer zu
oermiethen und' sogleich bezieh⸗
bar bei
M. Eberhardt.
        <pb n="431" />
        Sl. Ingberler Znzeiger.

der „St. Ingberter Anzeigex“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donner 8t ag
and Samfag. Abonnemenisbreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
J Blattschrift oder deren Raum berechnet.

— —— — — —— — —— — „
Nro. 105. Samstag, den 12. Eeptemeee 1868.
— — MMrr——r,eo———70ü[cecc——“—“— —7— 7” ”—“———— rJr—— —
Einladung.

Wie aus München verlautet, ist der Standpunkt, den die
pfaͤlzischen Mitglieder des Sozialgesetzgebungsausschusses bezüglich
des neuen Gemeindegesetzes gegenüber den jenseitigen Abgeordne⸗
ten und dem Ministerium emnehmen, ein schwieriger. In diesen
Zreisen fördert man noch immer den Gedanken, die für das jen⸗
eitige Bayern zu erlassende neue Gemeindeordnung auch für die
Bfalz zum Gesetz zu erheben, während unsere Vertreter der Mei ⸗
zung find, daß das pfaͤlzische Gemeindegesetz nach Besseitigung
einzelner, das Gemeindeleben bedeutend beschränkender Bestimmun⸗
gen sich für die Pfalz besser bewähren würde- als die für die jen⸗
seitigen Kreise zu schaffende n e ue Gemeindeordnung.

Am dieser so wichtigen Angelegenheit· den Männern der
Pfalz Gelegenheit zu geben, das neue Gesetz oͤffentlich und ge⸗
neinfam zu besprechen und dadurch unsere pfaͤlzischen Abgeordne⸗
en wirksam zu unterstützen, laden wir sämmtliche Gemein⸗
den der Pfalz ein, sich durch Delegirte auf der hiermit aus—
zeschriebenen Versammlung auf dem Schießhaus zu Neu⸗
dabtanH. um 22. September, Morgens 10 Uher
vertteten zu lasen.—

Die Miitglieder des Socialausschusses, die Herren Kolb und

Soyer, werden dieser Versammlung anwohnen.

Ferd. Maucher, Bürgermeister in Neustadt.

Joh. Gelbert, Kuaiserslautern.

5. EberhardteSpehyer.

Wille, , Irankenthal.

Schulttzz. Zweibrücken.

Deutschland. a.

Aus Muünchen, 77. Sept., wird dem „Schw. Merk.“ ge—
schrieben: „Durch die heute erfolgte officielle Bekanntmachung der
Personalveräuderungen in den Regierungsprüsidien wird Zuständen
ein Ende gemacht, die seit lange ein offenkundiges Geheimniß
bareun und vielfach beklagt worden sind. Es geschah nicht allzu
jelten, daß der Geist, in welchem das jetzige Ministerium seine
Berordnungen erließ, nicht in die Ausführung drang, welche die
aus früheren Perioden noch in Thätigkeit befindlichen Provinzvor⸗
ande ihnen angedeihen ließen. Rachdem erst kürzlich die Präsi⸗
dien der Pfalz und von Mittelfranken. mit ganz ausgezeichneten
und den Intentionen“ der Staatsregierung aufrichtig ergebenen
Mannern desetzt worden sind, der fruhere Präsident der Pfalz aber
aach Niederbayern dirigirt war, haben heute mit Ausnahme von
Oberbayern sämmtliche übrigen Kreise neue Vorstünde erhalten.“
(Die Neubesetzung des Präsidiums von Oberbayern soll noch nicht
erfolgt sein, weil der dafür bestimmte Hr. Lipowsky vorerst noch
seine Stelle im kgl. Cobinet behält)
Muündchen, 7. Sept. Die „Ambergert Volkszeitung“ ver—
aimimt als sicher, daß die badische Regierung mit der Absicht um—
jehen soll, den Bischof Heinrich von Passau zum Erzbischofe von
Freiburg in Vorschlag zu bringen.

Münmchen, 8. Sept. Die zu den Landwehrühungen ein⸗
derufenen Forsstbedisenst ete n werden zwar in Fortbezug ihrer
Hesammtgehalte belassen, haben jedoch etwaige Verwesungskosten selbst
u bestreiten.

dDie Entlaßscheine sür diejenigen untauglich erllärten Wehr-
„flichtigen der Altersklasse 1345, welche wegen momentaner Un⸗
ucligteit von dieser Klasse zu der von 1846 verwiesen sind und
erst mit letzterer zur Aushebung gelangen, sind mit dem disheri—
gen Stempel von 6fl. zu belegen.

— Diienstesnachrichten.

Die neu begründete prot. Pfarrei Landstuhl ist dem bisheri⸗—
zen Pfarrer zu Obermiesau, W. H. Ruckdesscchen, verliehen
worden. .

Be'r hin, 7. Sept. Der norddentsche Bundesrath wird erst
eim December wieder zusammentreten.

Vergangene Woche fanden in Spandau vor dem Könige
vergleichende Schießversuche mit den jetzt bei versch edenen Heeren
eingiführten Hinlerladern statt. Auch dabei soll sich wieder die
Ueberlegenheif des preußischen Zündnadelgewehres erprobt haben;
den zweiten Rang nahm der englische Hinterlader, den dritten das
französische Chafsepotgewehr ein. —

Bezüglich der Auseinandersezung mit Frankfurt a. Mẽ soll
uuf Anordnung des Königs die Rechtsfrage den Kronsyndicis vor⸗
gelegt werden. — Der Staatsgerichtshof hat den Excabinetssecre⸗
sär des Erkurfürsten von Hessen, Preser, wegen Majestätsbeleidi⸗—
zung und Hochverraths zu' dreijähriger Zuchthausstrafe und da—
rauffolgender ebenso langer Polizeiaufsicht verurtheilt.

Dresden, 9. Sept. Gestern und heute fanden vor dem
Zönig von Preußen Feldmandver statt, bei deren Schluß der
Bundesoberfeldhetr dem Kronprinzen von Sachsen seine Befriedi—
zung aussprach. Nach einem solennen Diner, an dem sämmt-
iche Herrschaften Theil nehmen, wird König Wilhem heute noch
abceise.

Brünng 8. Sept. Der Forischrittsverein hat eine Petition
in den Landtag für Beseitigung des übermäßigen Einflusses der
Beistlichkeit aus die Schulaussicht beseglossen. .*

Das polnische Blatt „Gaz. Torunsla“ führt den Nachweis,
daß in der Provinz Posen, wie in Westpreußen die Germanisirung
inaufhaltsam fortschreite. Das Deutschthum habe namentlich in
Vesipreußen eine solche Macht gewonnen, daß nicht blos die unte—
en und mittleren Volksschichten, jondern sogar der Adel, dieser
dauptträger des Polenthums, von seinem Geist und Wesen immer
nehr durchdrungen werde. In dem sogenannten Kassuben gebe
s schon zahlreiche polnische Adelsfamilien, in denen nur- deutjch
gesprochen wird, und die ihrem Namen, der polnischen Sitte zu⸗
vider, das Wörtchen „von“ vorsetzen. In den Städten sei fast
urchweg die deutsche Sprache unter der polnischen Bevölkerung
orherrichend. Auch in den in der Nähe der Städte gelegenen
dörfern gewännen deutsche Sprache und Sitte immer mehr Ver—
reitung. In der Vrovinz Posen trete fsichtbar eine allmähliche,
iber stetig forischreitende Eermanisirung des Grund und Bodens
jervor, die sich unaufhaltsam durch den Verkauf größerer und klei⸗—
ierer Güter vollziehe. Seit dem Jahre 1848 seien dort, mit Aus—
ichluß der Kreise Bromberg und Inovraclav, vom adeligen Grund⸗
nesitz allein 489,201 Morgen in deulschen Besitz übergegangen
and dadurch germauisirl worden. Aber auch zahlreiche Individuen
ind Familien fallen in der Provinz Posen in den Städtien
wie auf dem Lande fortwährend unrettbar der Germanisirung
mheinm.

Fraukreich.

Paris, 7. Sept. Das „Journ. de Paris“ will von einer
zuf besondere Veranlassung des Königs Wilhelm sehr scharf abge—
'aßten Note wissen, welche in Sachen der Rheinschiffahrt von Ber—
iin nach dem Haag abgegangen wäre. — Der von P. de Cassag-
nac im Duell verwundete Redacteur des Avenir (von Auch), Herr
Lissagaray, ist wieder vollkommen hergestellt. — Mme. Cornu, nicht
die Milchschwester, sondern das Pathenkind des Kaisers Napoleon,
st nicht nach Bucharest gereist, wie einige Journale gemeldet, son—
sern gebraucht die Molkencur in Gleisweiler (Rheinpfalz) — Der
Liberte“ schreibt man aus Kissingen, daß der Czaar deshalb noch
uücht nach Rußland zurüchgekehrt ist, weil er sehr begierig ist, mit
daiser Napoleon zusammenzutreffen. Von einer russisch-preußischen
Allianz jsei noch lange keine Rede. Die altrussische Partei, an
)eren Spitze der Großfürst Thronfolger stehe, wolle davon Nichts
visffen, denn nachdem Rußland seinen maritimen Einfluß im schwar—
zen Meere eingebüßt, müsse es, nach der Ansicht dieser Partei zu
urtheilen, Alles aufbieten, um die deutsche oder preußische Flagge
in der Nord- und Ostsee nicht zur Herrschaft gelangen zu lajsen.

Paris, 7. Sept. Das an der Börse verbreitete Gerüuͤcht,
rrankreich habe an Preußen das Ansinnen gerichtet, die rheinischen
Festungen zu ichleifen, im Vereine mit einem Artikel de—
        <pb n="432" />
        Tonstitutionnel, welcher den Frieden scharf betont, bewirltenein Fallen
der Curse .. .

—Det ʒConstitutionnel“ sagt: Die Sprache der „ord
eutschen Allgemeinen Zeituags gibt den Beweis, daß man sich
jetzt jenseits des Rheines eine richtige Idee von der Haltung der
hranzösischen Regiernng und den nationalen Neigungen zu bilden
vermag. Es wäre wünschenswerth, wenn die deutsche Presse über
haupt eine gleiche Unparteilichkeit zeigte. — Dasselbe Blatt sagt:
Die kaiserliche Regierung habe keineswegs die Absicht, ihre Trup⸗
pen aus den päpsilichen Staaten zurückzuziehen, — der Zustand
des Grafen v. d. Goltz hat sich verschlimmert.

Paris, 8. Sept. Unter den gestern schon circulirenden
Berüchten stand das von einer Art Tagesbefehl des Kaisers au
die Lagertruppen von Chalons obenan, in welchem es hieße:
daß mit Trüppen wdie Frankrecich fie hal. mit einer Ausrüstung
und Artillerie, wie die Truppen sie haben, das zweite Kaiserreich
welches bekanntlich der Friede ist,)'es mit jeder Macht aufneh⸗
men könne.“ Dazu erzuͤhlte man noch allerlei: von Artillerie—
officieren, welche die Befestigungen“ an den Mittelmeerküsten in ·
spiciren/ von Kanonenbooten auf dem Rheine, von gepanzerten
schwimmenden Festungen u. dgl. mi. Und endlich wollten die Bais—
siers wissen, daß in Rom Ruhestörungen ausgebrochen seien, und
daß man sich in Neapel schlage. Von alledem' ist wernig, viel—⸗
relcht nichts wahr, aber daß man Alles glaubt, wenn es nur
schlimm ist, das beweist, daß weder die Kaiserrede von Troyes
noch die Beschwichtigungsballe des Coust.“ der Nation das ge⸗
ringste Vertrauen einflößen.

Gestern im auswärtigen oAmt eingekroffene Nachrichten bestüe
tigen die Mittheilung von einem blutigen Zusammenstoß zwischen
bulgarischen Banden und türkischen Truppen. Zahlreiche Verwun⸗
dete wurden nach Rustschuk gebracht.

Paris? 9. Sept. Der Kampf um den Erfolg der Wah'
im Vardepartement wird in der Presse mit großer Heftigkeit ge—
führt. Das lieberale uud gemäßigte Rundschreiben des alten Hrn.
Dusaure, dessen Candidatur von allen Seiten, selbst vom Klerus
unterstützt wird, hat den besten Eindruck gemacht, und ihm gegen⸗
über wird der Regierungscandidat schwerlich durchdringen. Im Mo⸗
seldepartement isteu. A. auch ein Hr, Marcus Allart auf—
getreten, der in seinem Wählaufruf auf eine von ihm' geschriebene
Flugschrift Bezug! nimmt (ie führt den Titel: Nationalitéet
Roligion), in der er den sofortigen Krieggegen Preußen
unddie Rheingreuze verlangt Elt).

Paris, 10. Sept. Die Köonigin Victoria ist heute Vor⸗
mittag angekommen und im englischen Gesandschaftshotel abgestie—
gen. — Die Abreise Garibaldis von seiner Insel bestätigt

sich nicht. — —9
England⸗ 2

London, 8.'Sept. Der Bericht“ des Parlaments-⸗Special⸗
comite's das zur Berathung der Bestimmungen über Auslieferung
von Verbrechern niedergesetzt war, ist veröffentlicht worden. Der
Bericht empfieylt eine größere Erleichterung für die gegenseitige
Auslieferung entflohener Verbrecher und vollständige Verbrecher⸗
listen, wie in den Verträgen mit Frankreich, Amerika und Däne—
mark stipulirt wurden. Politische Verbrecher, ausgenommen

Meuchelmörder, sollen nicht ausgeliefert werden.

Aus Manchester wird pom 7. Sept. telegraphirt: Gestern
fand eine Erneuerung des vorgestrigen Straßenkampfes zwischen
Drangisten und Irländern statt, wobei mehrfache Verhaftungen
vorgekommen und neun Polizeibeamte schwer verwundet wurden.
Der Londoner Agitator Bradlaugh, genannt Ikonoklast Gilder⸗
zerstörer), ist hier zur Haltung atheistischer Vorträge ange—
iangt; der Versuch der Behörden, ihn daran-zu hindern,
mißlang.

Italien.

Florenz, 3. Sept. Mazzini hat an Garibaldi einen Brie
geschrieben, welcher u. A. folgende Stellen enthält. General!
Die Jahre haben unsere Haare gebleicht, die patriotischen Gluthen
verglimmen, der Geist verrducht, die Unternehmungskraft schwindet;
wir werden Greise. In dieser moralischen und physischen Ver—
kommenheit schaue ich mit Schrecken in die Zukunft. Ich frage
mich, was denn aus dieser jungen und feurigen Generatisn wer—
den mag, wenn wir nicht mehr sind, Sie- der Mann der That,
ich, der Blasebalg der Revolution. Mein Gemüth erfüllt sich mit
Bitterkeit bei dem Gedanken, daß dieselbe nach so vielen unermü—
deten Anstrengungen, nach so vielen Kämpfen und Proben sich
selbst überlassen jsein wird, ohne Führer und ohne Stütze, und
duß wir steiben werden, ohne den Triumph der Guten über die
Schlechten erlebt zu haben, des Trostes beraubt, den letzten Sieg
Zeifällig zu begrüßen. Ja, ich verspüre zuweilen den Verfall; ich
ühle mich niedergeschlagen, das Alter ist da und zeigt sich mit
einem ganzen Gefolge von Täuschungen, bittern Ironien ..
die Entzauberung am Ende der Laufbahn des Geächteten, Luft⸗

spiegelungen, wmährend man doch die eautat vexfolgte,; ein Mar—
yrium, indem man sich zum Apostel der Humanität yufwarf.
—
so vieter Selostverleugnung.“ Nein, das ist unmöglich. Entschla—
gen wir uns dieserzentmuthigenden Bilder, denken wir an unsre
Wunden und trotzen wir, wie Marius in den Sümpfen von Min⸗
turno, unserem Schicksal, zeigen wir unsern Feinden, daß die Be⸗
iegten da sind, um die Sieger zittern zu machen. General, wa—
hen wir ungablässig über die Wohlfart der edlen Nation,, für die
bir seit zwanzig Jahren kämpfen, entreißen wir sie dem Maras
mus, indem sie sich entnervt und entmannt; wecken wir“ sie aus
hrer Betäubunz; entflam nen wir ihren Math, daß sie sichh wieder
tähle in der lebenweckenden Quelle des Patriotismus. Es ist hohe
Zeit. Das reactibnäre Element schleicht sich überall ein; wenn
nan mcht auf der Hut ist und nicht ein Mitterdagegen aufbringt,
wird sie sich allseitig behaupten. Italien schreitet an einem fürch—
terlichen Ab rund; es wird schließlich hinunterstützen, wenn man
es nicht zurückreißt. Achtung, Genexal! Europa ist eine Beute
des providentiellen Cäsarenfiebers. Mißbehazen überall, Unruhe
allerwegen; der Krieg lauert im Verborgenen. Preußen und Ruß-
land haäben die Augen auf Frankreich gerichtet; Napoleon seiner⸗
eits beobachtet Deutschland, sondirt die Geister, hält die Chaucen
etzt für günstig und dann wieder für fehlschlagend. Mit seizer
Dynastie beschältigt, hat er den Plan gefaßt, seiner Kaiserlichen
drone: noch den Schmuck der Rheinprovinzen einzusetzen. Achtung!
Die Despoten überwachen sich, der Tag der Befreiung bricht heran,
und eine allgemeine Bewegung kann nur Ereignisse zum. Nutzen
der Democratie herbeiführen und beschleunigen, daß sie sich endlich
yon den Fesseln der Unterdrückung losmacht. Der Tagist viel—
mehr nahe, an dem die Fackel der Civilisation, dor der die dumpft
Leuchte des Despotismus erbleicht, neue Horizonte für großmuthige
Bestrebungen eröffnen wird. —253
Brüderlicher Gruß dem Bürger-General Garibaldi. 4
oseph Mazzini .7
Aus Neapelmeldet die Havas'sche Correspondenz, daß dort
eine ganze Familie von Falschmünzern, welche den höheren Ge-
sellschastskreisen angehört, Mwegen, Anfertigung falscher Banknoten
verhaftet worden ist. ..
Der Pariser „Patrie“ meldet eine Florentiner Depesche,
dl Gariba'ldii Caprera“verlassen habe, um sich über· Malta
nach Neapel zu begeben. * *
Spanien
Madrid, 8. Sept. Einige Offiziere der Garnison von
Tarragona und einige Artillerieunteroffiziere der Garnison von
Madrid wurden wegen Verdachts der Theilnahme an revolutionä⸗
ren Umtrieben entlassfse.
Amerika.
Aus Newyork wird per atlant. Kabel agemeldet, daß die
Staatsschuld der Vereinigten Staaten von Nordamerika am 31.
August 2643 Millionen Dollars betrug, und mithin gegen den
Staätus vom 31. Juli eine Vermehrung von 9,666,000 Dollars
tattgefunden hatte. J
New-York, 29 Aug. Aus St. Louis vom 28. d. wird
telegraphirt, daß die Indianer in Colorado neue Mordthaten ge⸗
jen die weißen Ansiedler verübt haben. Die (bereits gemeldete
Kabelnachricht von der: Wegnahme eines Eisenbahnzuges und er—⸗
mordung der Conducteure nach heftigem Kampfe wird aus Posa
del Norte unterm 12. Aug. bestätigt.) In Kansas hat zwischen
den Truppen und den Indianern ein Gefecht stattgefunden, in
welchem die Letzteren geschlagen wurden. — Aus Mexico wird
jemeldet daß die dortige Regierung in den Blättern die Nachricht
dementiren läßt, welcher zufolge der Präsident Juarez mexicani⸗
he Gebietstheile den Vereinigten Staaten zum Kaufe angeboten
sjaben sollte.
Vermischtes.

— Nach dem im Kreisamtsblatte veröffentlichten Nachweis
über den Vermögensstand der Schullehrer⸗-Pensionsanstalt der Pfalz
betrug derselbe am 31. Dec. v. Is. 170,328 fl., um 6336 fl.
neht, als am 31. December 18606. An 182 pensionirte Lehrer,
Verweser und Gehilfen wurden im vorigen Jahre 62, 102 fi.
20 kr. bezahlt.

Speyer, 7. Sept. Am verflosseuen Samstag kam vör
dem Zuchtpolizeigericht zu Frankenthal die Anklage gegen Mar—
zaretha Heist von Weiher zur Verhandlung, welche am 18. Juli
d. Is. in dem hiesigen Stadtwalde ihr Kind ausgesetzt hatte, das
dann glücklicherweise von Soldaten des 5. Jagerbataillons aufge-
funden wurde. Die Angeklagte wurde zu 18 Monaten Zuchthaus⸗
trafe verurtheilt. Das Kind lebt und ist munter.

Wir machen die Landwirthe darauf aufmerksam, daß die
Anmeldungen zur Thierausstellung am Octoberfeste in München
bis längstens den 15. d. .Mts. bei dem General⸗Comite des
        <pb n="433" />
        landwirthschaftlichen Vereins elngelaugt, ein müssen, „wenn die Schillinger kauft. Das amerikanische. Depot vdn A Lehdas? war
tlussieller für ihre Thirre auf“ den Eisenbahnew —533 ge⸗ in ⸗ hiesi gen* Adreßbuch · nicht zu efindem;die ——
aießen wollen. velche sich wie le Leute wandten, die gegen Einsendung von 1,
,Herrmann Schmidt in München arbeitet gegenwärtig an resp.⸗2Adar 72Thlr. gar nichts erhalten halten, ermittelte indes-
einem A4bändigen Roman ‚Fürst vmd Bürger,e a die Adrefse durch die Poss. IFs ergobsich, daß Dien Corre⸗
F, Ber lin ox Blatter erzählen pren Geschichte: Ing dem ondeng aß einen gewissen G. Lang, Heuberged. ging. welcher
Bexein junger Kanfleute, welcher sich Treubund neunt, weltche amt dieß Arggfe vls Bevollmaͤchtigter des Angeblich veresten gLeidts in
20. Aug. Lein juͤnger Mann' St. mit einein' anderen, daß letzterer Empfauf nahnt, jedoch seit dem 17. v. Mis. feibst hach Wion
nicht im Stande sei, eine Stunde lang vor einer Wand⸗Uhr zu jereist sein soll. Im Ganzen sollen bishet ungeführ dreißig Per-
jitzen und bei dem jedesmahligez Hinüberz und Herübergehen des onen düpirt sein. und werden wohl noch weilere Fraͤgen einlau—
perpendikels Tick. Tach zu Jagen, ohne sich von den —AV— xn. Einige Einsender, welche —B—— —
zurch ihre Allotriq beirren“ zu“ lasfen. Die ⸗Welle welche AO srahnten, erhielten anstati derselben ein Circuläk, swelches Iauͤtele:
Thaler galt, wurde eingegangen und kam Abends zur Aus- „Da ich mich gerade in der größten Verlegenheit vefinde, dadurch—
sichrung.Der Jringe! Mann ——— ahz meinoWarez nicht zur bestimmten. Zeit geliefertoist, so erjuche
unter welchen alch St., in seiner Wohnung vor doetr. e ch! Sie dangt— mnir zur Effekturung ii Fehnegt gihras
aind beguns Shlagh8. Uhr uit ben Schwingnungen des Pendeis inige Saze Kufschub zu gewähren.Das Depot der Ameritaut·
Lich, Tack, — Tack u. s. w. Fragen der verschiedensten Art hen Mitrostope.“ (Ohne 8 F
vonntem den güf · dem· Sluthle Doasfitzenden aus —— Pelerdburger Zeitung
mcht herausbringen, das Geheul seines Pudels, welchen man'kniff, ibt folgende Mitthelung, für die ihr an ea ie zu ze⸗
eizte ihn nicht; bei dem Kitzeln, welches ihm durch eine Federpoie choben werden. muß, die sich über im Interesse der vffentlichen
m Ohr tierkiracht: ward, schüttelte-er sich zwar, ließ lich aber in Besundheit Nicht, unterdrücken läßt u Fin gang abndrmier Fall,
jeinem Tick, Tack nicht unterbrechen. Da zog ihm, es war schon er aber möglicherweise durchaus ni ht so⸗ vereinzelt dasteht, hat
eine halbe Stunde alücklich vorüber, St. seinen Kommodenschlüssel kürzlich in dem Murmonschen Gouvernementein Elzernpaat feiter
aus der Tasche, schloß die Kommode auf, nahm ein Chemiseite heiden Kinder beraubt. Wir theilen. diesen: Fall hier mit, weilcer
heraus und begoß es vor seinen Augen mit Tinte; allein auch eine Mahnung zur' schärferen Monttole-unserer Droͤgtienhanslungen
dadurch ließ er sich in seinem Tick, Tack nicht stsren. Endlich ind der Aposheken enthält und zugleich“eine: elenchtung der Ge⸗
machte St. den Vorschlag, frisches Wasser aus der Küche zu ho— chäftsführung jn einer hekannten Chemibalien- uud! Apothkerwan⸗
len, um ihn zu bespritzen; sprach's und ging. Die Stunde war 'en⸗Handlung, der Firma Merk in Darmstudh giht. Ein Beam⸗
vorüber, der Tick: Tackzählende hatte die 10 Thaler gewonnen; er der Acciseverwaltung im Murmonschen Gouvernementbenbsich-
doch folgte noch eine Uebertaschung. St. hatte vorher, bei dem He⸗ igte, mit seiner Frau und seinen beiden Kindern hon 8 Aund
vausnehmen des Chemisettens aus der Kommod e, zugleich die Jahren eine Pilgerfahrt nach der Sarowstischen Einsiedelti zu un⸗
Brieftasche seines Freundes heimlich genommen, worin, wie er ernehmen. Da dier beiden Kinder an dem Stickhusten Aitten, so
pußte, 78. Thaler bon einem Gewinne der lehten Frankfurter zat r einen Arzt für dieselben eine Arzneite gu⸗ verschreshen die
Ziehung waren, und sich damit aus dem Staube gemächt, angeblich sie im, Falle neuer Hustenanfälle einnehmen üonnten. Der Arzt
um Wasser zu holen. Die Wette war, um des Diebstahls verschrieb den Kindern milchsaures Zink in Pulverform, das in
wegen gemacht. der Apothele der Stadt Is. praͤpchirt wurde. In der Stadt
7 Konig Friedrich Wilhelm J. don Preußen hatte die Ma— Urdatow angelommen, wurden die Kiuder krank und der Vater
nier, für seine Garde Miesen anwerben zu lassen. nDer: Recrutie Jab hnen daher-die von dem Arztwerschriebenen Pulver ein.
rungs· Sergeant begegnete eines Tags einem 7Fuß langen Ir- Zehn Miniuen üachdem die Kinder diese Medrzin erhalten — hatten,
ander, redete ihn englisch an und schlug ihm vor, in die Garde! tellte- üch bei beiden, umer den furchtharsten Qualen aunde unter
einzutreten. Dus hohe Handgeld lockte Patrich, aber der Segeant allen Anzeichen einer Vergiftungder Tod ein. SDie Section. dutch
agte: „Wenn Sie nicht zuvor Deutsch lernen, so wird der König *en Ardatomjchen Kreisarzt ergab bei den Kindern Wergiftung
Ihnen nicht so viel geben.“ „Der Daus, was ist zu machen j durch Strychnin. Mittelst telegraphifer Nachricht wurdesofori
Ich verstehe kein Deutsch.“ O, Das wollen wir schon machent“ in P. in der dortigen Apotheke eint Untersuchung angeftellt, de⸗
agte der Segeantt „Sie brauchen sich nur ein paar Worie zu den Resultat folgendes war: In der Apotheke befanden? sich drti
merken. Der König kennt jeden. Mann in feiner Garde: wenn kleine Kisten mit der Auffchrift milchsaures Zink“ und dem⸗ Stem ⸗
er Sie sicht, wird er auf Sie zureiten and nach Ihrem Alter 'el der Firma Merk in Darmstadt. Nar-eine dieser Kisten war
sragen. Sie antworten darauf: 27. Die nächste Frage ist: „Wie zeöffnet und aus dieser nur so diel entnommen, als das ärztliche
vnge dient Er? Antworte drei Wochen. Endlich, Hat e Seine Recebpt für jene beiden Kinder verschrieb Aber —an Stelle · des
sleider und“ Rationen empfangen ẽ Antwort; Beides. NPatrick nilchsauren . Zinls enthielten die Kisten? Strychain. So waren
merlte sich die Antworten- aber nicht die Fragen. Drei Wochen vohl der Arzt wie der Apotheler volllommen durch die Untersuch⸗
darauf hielt der König Parade ab uͤnd näherte fich ihm. Patrick ung gerechtfertigt, und die ganze Verantwoctlichleit fiel auf jenes
trat mit prasentirtem Gewehr vor. Wie alt ist Ere??fragte Dandlungshaus. Trotzdem hat der betreffende Apotheker in- P.
der König. „Drei Wochen,“ sagte der Irländer. “„Wie lange ine große Einbuße erlitten, da fast alle seine bisherigen Kunden
ist Ecim Dienst?“ „Siebenündzwanzig Jahr.“ Bim ich oder ich von ihen · zurückgezo zen und ihren Bedarf aus Dder anderen
Er ein Narr?“ schrie der König wüthend. „Beide,“ erwiederte ANotheledes Orts nahmen.“
Ppatrick, der zu seinem Erstaunen nach der Wache geschleppt, aber be⸗
zmadigt wurde, als der König erfuhr, wie“ die Sache zusam⸗
men hiung.
In der Grube Columbus bei Bensberg würde drch einen
herabsiürzenden, wenigsteus 100 CEtr. schweren Felsblock ein Arbeiter
derart begraben, daß nur sein Kopf frei blieb; um ihm Hilfe zu
dringen, mußte der auf ihm ruhende Block zuerst gesprengt wer⸗
den, so daß er 6 Stunden, während welcher Zeit ihm rin Geist⸗
licher das Abendmahl reichte, in diesem Zustande ansharren mußte;
mit zerschmetterten Beinen ins Krankenhaus gebracht, verschied er
dort bald darauf.
Prag, 7. Sept. Ein Laibacher Blatt berichtet, daß ein
rommer Verein der Hauptstadt Krains eine feierliche Prozession
zu einem Gnadenbilde der Jungfrau Maria veranstaltet habe,
um die Himmelskoͤnigin anzuflehen, daß sie den Teufelsapostel
Johannes Ronge verhindere, in diese Gegend zu kommen.
f Hamburg. (Aus dem Gebiete des Schwindels.) Viele
zeutsche Zeitungen enthielten vor einiger Zeit eine große Annonce
»eines gewissen A. Leidts, die gegen Postvorschuß aufgenommen
werden sollte. Die Einrückung geschah fast überall, der Postvor—
chuß dagegen ging nicht ein. Dem auswärtigen Publikum wurden
zuf diesem Wege Mikroskope zu fabelhaft billigen Preisen ange—
doten. Schon vor einigen Wochen ging durch auswärtige Blätter
die Nofiz, daß jene „Mikroskope“ aus einer miserablen Loupe be⸗
ftehen, unter die in einer Pappschachtel einige Körner ꝛc, gelegt
werden, kurz. ein Spielzeug seien mie man es ühberall für wenige
        <pb n="434" />
        — — * J *
Hausversteigerung.
Samstag, den 19. Sept. 1868, Nach
mittags 8 Uhr, 'in seinem Hause, läß
Johann Bosche, Wirth dahier sein an der
Blieskasteler Straße neben Johann Schmit
Wittwe und Johann Beck gelegenes Wohn⸗
jaus mit Hofraum und Garten auf lang
jaͤhrige Zahltermine in Eigenthum ver⸗
deigen.
Bis zum Versteigerungẽtage kann das
Daus mit Zugehdr auch aus freier Hand
derkauft werden.
GHorn, igl. Notar.
H.
zur Verloosung der dem Oedonomen Ja—
kob Stalter vom Ernstweiler⸗Hof bei
Zweibrucken gehoͤrigen
F J 322* —7 24
Pfordoun Roeitrequisiten,
welche im Monat September 1868
mittelst doffentlicher Ziehung im Frucht⸗
hallsaale zu Zweibrücken dor dem
gürgermeisteramte der Stadt Zweibrücken
und unter dessen amtlicher Kontrole statt⸗
findet, sind zu haben bei August Bernhard
in St. Ingbertt
vBei 100 Loose werden 10 Frel⸗
oose gegeben. Ñν n
* 22
nuzeige⸗; ιν
Cactondgen und das Neueste in Porte⸗
feuille ⸗ Waaren sind wieder eingeiroffen,
ebenso schdn sortirte, zu den verschiedensten
Zwecken; verwendbare Abziehbilder; auch
halte mein Lager in Schreib⸗ und Zeich⸗
nen· Materialien bestens eupfohlen.
Briefpapier und. Couverten zum Fa—
britpreis.
Die, Schreib⸗KeZeichnen⸗ Materialien⸗
Haudlung—:
G. Scherpf, in St. Ingbert.
Reelles ιν Mιν
Heirathsanerbieten.
Ein Mann in den besten Jahren, ange⸗
kellt init einem monatlichen Gehalte von
40 bis 50 fl.. ein Vermögen von 2000 fl.
desitzend, katholischer Religion, welcher sich
in Bälde zu verehelichen beabsichtigt, sucht öCCITTEA —
nuf diesem nicht mehr außergewöhnlichen Frucht⸗, Brode, Fleisch⸗ 2c. Preise
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Alter von 20 bis 80 Jahren und mit F Weizen 6 fl. 49 kr., Korn 4 fl. 51 ir.
einem Vermsgen von eirca 1500 fl. bis Spelz 4 fI. 11 kr. Gerste, — Areihige, — M.
4000 fl. — Ewaige Offerten, welchen, — kr. Mischfrucht — fl. — tr., Haser
wenn thunlich, die Photographie beigefügt . 14 tr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
werden wolle, befördert unter Zuficherung pe 1ufl.— kr. per Itr. Kornbrod, 8 Kgr.
—A— 23 tr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditio 1 Kgr.
dieses Blattes J uee 1. Qual. 16 kr., 2. Oual.
— — — r., Kalbjleisch 12 kr., Hammelfleisch
die dobreip &amp;Seohnen— 6 7 Schweinefleisch 18 kr. Butter 30 kr
TTT. — der Pfnrd
M aterialien· andl ung ZFrankfurter Bsrfe
vom 19. Sept. 1888.
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elll Deutschland.— un auch den Naqhweis der Befähigung für das Gymnagiallehr-
us Mümn chen wird dem Nürnberger „Correspondent“ amt w 5 — 8 — Die Genetaldirection der k. b. Ver—
— Welche bedeutenden Arbeiten die Kammern während „ . 3 ibes , Te
es bevorstehenden Landtages zu erledigen haben werden, ergiebt ehrsanstalten veröffentlicht die Bestimmungen über enutzung er
ich aus nachstehender Zusommensiellung. Vereits vorgeiegt und iephahnen vr — n Jie denewehrene des range
e etee e ndn, e n
ie Privatredieberhattmisse der Genosfenschaften betr, 2y Gesehes— vir von dem Stationsvorstande auf Ver angen eines Bezirke—
v * eee b e usomnf eines imtsbeamten oder Vertreters der Gemeindebehörden ertheill und
DODie g u 4. Irt. O E 7 59 343 — *
gerggesetzes; M Gesetzesentwurf die Errichtung eines Verwaltungs- oleich die Inordnung behufs de Vdeerb betroffen 8
serichtshofes betr.; 5) der Gesetzesentwurf über das Volksschul⸗ —5 ist auf —— Aewranscs eehe
5 ur J pfktp t QZů—
vesen; 6) Gesetzesenwurf die Ausdehnung und Verbollständigung ie —— gt in dy ege m cn idewöhn ichen Zů
—* baherischen Staatsbahnen bekr.; 7) Gesetzesentwurf das Peti⸗ ainh wdsnder en D — B en
ionsrecht des Landtages betr.; 8) Gesetzesentwurf über öffeniliche 3 ollen far uter gewissen J gen 8 auf eine
Armenpflege (der bereits von der Kammer der Abgeordnelen erle- fernung von 6. Stunden auch ein brtrazug zugestanden werden.
zigt isty; 9) Gesetzesentwurf die Gemeindeordnung betr. dann Staats. und Bahntelegrabhen dürfen bei Brandfaͤllen für Feuer
J F uee CEidilproceffes sann Eifuhrungs: zerichte oder Mittheilungen zu Löschzwecken durch den Vertretker
Fere 8 tind ferner in der Kammer der Reichsrashe ?cs Bezirts amts oder der Gemeindebehötden, oder den. Komman -
ae eeut einiger Jahre 3— anentgesdnid benützt —BX pe Fint⸗
—— Q ei Kissingen wird gegenwärtig ein gemeinschaftliches Denk—
.Auher diesen bereits vorliegenden Gesetedentwürfen wird die nal für die n den Gefehten ber gesingen Salene Frierichshat
Staatsregierung noch einige andere vorlegen, so insbesondere, sor dausen, Winkels und Nüdlingen gefallenen Preußen und Bahern
——
einen Gesetz n Schul J udee Sockel des Denkmals angebracht werdhen.
scheinlich auch ein neues Targesetz für die Pfalz und/ wenn mög⸗ F 37 Grerichtshole hat
dis revidirte Strafproceßordnung, wenn die betreffende Com— g 9 h Vei In een Grn ushefe har
mision ihre Lirbeiten rechtzeinig dum ülbschluß brinen kann Auger⸗ ue duighenaheihwerde ugerhan e d
dem aber liegt noch eine sehr große Anzahl, zum Theil sehr r des, * 4 dee d en urg
ichtiger, Anträge der Abgeordneten unerledigt in den Ausschüssen, W sechsmonatliche Festungsstrafe ntewe rkonneme
wichtig — — 27. Juli d. J. erhoben hat. Der Vertheidiger des Angeschuldig-
— bꝛ ie g Advocat v. Auer, begründete dieselbe; der Generalstaatsanwalt
eien und bedeusames Berathungsmaterial zu erledigen heantragte, nachdem er die gAusführungen dere Vertheidigung
s virt dug jeloͤst dei moghchse fruhzeiiger venf. ümmtlich bestritten hatte, die Verwerfung der Nichtigkeits beschwerde
ader nur bei der ee In n —— d rerichen b die dadurch dene
—“ e peeet Kosten. Nach kurzer Replik und Dupli Seitens der Stagtsbe⸗
3238 eeee e e Wehe dr odegctnd Vertheidigung erklärte der Vositende des Senats, daß
J v. X niß morgen werde publicirt werden. —
Abgeordneten zu Ende April ihre Erledigung finden sollen.. as Erkenntniß ior a werde paducitt iw den. —
München, 11. Sept. Der Siaatsminister des kgl. Hau⸗ Dienstesnachrichten.
ses und des Aeußern, Fürst Hohenlohe, ist gestern aus seinem Urlaub Zu katholischen Pfarrverwesern sind ernannt worden: Brock—
zurüchgedehrt und hat heute das Portefeuille des Auswärtigen wieder chläger nach Oberndorf, Bertram nach Mörlheim, Büngeler nach
ibernommen. — Die Besserung im Befinden des Herzogs von Nemours ischbach und Captan Cremer in Neustadt daselbst; ferner als
chreitet fort, so daß gegründete Hoffnung besteht, derselbe werde Lapläne Reeb nach Landau, Braun nach Landstuhl, Thum nach
zer auf den 21. d. Mis. festgesetzten Vermählung seines Sohnes Hermersheim, Gabel nach Steinfeld, Hölscher nach Rödersheim,
»es Herzogs von Alengon mit der Herzogin Sophie beiwohnen Natheis nach Herxheim, Le Maire und Frank nach St. Ingbert.
önnen. — An die Nachricht von der Eintheilung der bahrischen Zhilipp nach Schifferstadt, Präfect Kuhn nach Zweibrücken, Neop.
Armee in zwei Armeecorps und der Errichtung zweier Armee- Zeißler nach Maikammer, Reopr. Magas nach Pirmasens, Neopr.
orpscommandos knüpfen sich in der Presse weitere Mittheilungen dendriks nach Rheinzabern, Neopr. Verdelmanu nach Homburg,
iber Aufhebung der Generalinspection, Vertheilung der Geschaͤfte deopr. Siegfried und Neopr. Dission nach Speyer und Neopr.
)er bestehenden 4 Generalcommandos, Versetzung von Officieren Weis nach Wiunweiler, ebenfalls sämmtlich als Capläne.
AuU
das Bereich der Combin zͤu vern „ nen ehrerstelle wurde vom 1. October 68 anfangend, dem derzei—
— R53— ee dr eee wb gre igen Ienanea an der ——ö ———
definitive Entsche; — Friedri olbsteer, in wiederruflicher Eigenschaft über—
„Neue Freie Presse“ versichert, daß die preußische Regierung, Inpe ch genschaf e
d. h. das Obercommando der norddeutschen Armee die Eintheilung 8 Der Hehrer Forard Fitder bu Gauer sSheim wurde zum Leh—
der bayerischen Arme in zwei Armeccorps nicht länger aufgesche ishen Cleduascee ne n 7
hen haben wolle,“ ist gänzlich aus der Luft gegrisfen. An die rer de ischen leinen arschule in Wwbe vom 7. Sept. 868
e e Ficrung it Aßicherse in difaufiser Antrag in, der Schulverweser Jakob Schäck ig Wiesbach zum Lehrer an
——— eeeen ben desaneaeeWuie er protestantisch-deutschen Schule zu Plörsbach, vom 1. November
e vor ..— Vem Lise ahr . J e * er Schulberweser Hei ich Haaß zu Orbis; b
ie ist die Concession zur Projectirung einer directen Bahn⸗ “r Nn e deeeh e deenehed dnn eh
»erbindung zwischen St. Ingbert und Saarbrücken auf bayrischem 3886 9* en — F *
Bebiet ertheilt worden. Für die Projeclirung derselben Linie auf —J da a ee 8* de
yreußischem Gebiet wurde von der k. preußischen Regiexrung die adin * ee 36 I e en Rchuir zu
— B— e 5. n *
ich zur dickßjährigen am 12. nächsten Peonats beginnenden Prüe“ cr uhere ai eee e wers in Dürkheim ist zum
mng für das Shudiene und Gymnalsial-Lehramt aigemeldet has Landgerichtsdiener in o nein ernanuit worden.
zen, beträgt diesesmal nur 23. Hierunter sind mehrere, welche — Karl sruhe, 2. Sept. Groß's Manöder. In der Mitte
ie Prüfung für das Studienlehramt bereits bestanden haben und des Monals. Sept. wird eine Zusommenziehung: des ganze
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        hadischen ArmeesCorps statthaben. Die bereits begonnenen Brigade- heißt, wird General Leboeuf unmittelbar nach Aufhebung des
abungen, welchen die Divisionsübungen folgen werden, sollen naäm- Lagers von Chalons eine wichtige diplomatische Mission erhalten.
lich durch ein großes Manöber unseres ganzen Armee-Corps ge- Nach dem „Constit.“ würde die vielbesprochene Zusammen⸗
schlossen werden. Oie Zusammenziehung der Truppen hal schon kunft des Kaisers mit der Königin von Spanien nun doch nicht
degonnen, und heute wird von der „Karlsr. Zig.“ der Durch- stattfinden.

marsch des in Konstanz garnisonirenden Regiments durch Donau— Daß Preußen durch seine kluge Maßregel Eindruck gemacht
eschingen gemeldet. Den Divisionsübungen gedenkt der Großher⸗ hat, scheint sich zu bestätigen; und es wäre nicht unmöglich, daß
zog beizuwohnen, an den Brigadeübungen theilzunehmen war er auch hier eine entsprechende Maßregel angeordnet würde, obgleich
durch Krautheit verhindert. Das Manöver des badischen Corps die Officiösen sich um die Wette bemühen, der vreußischen allen
wird, so viei man von glaubenswürdiger Seite vernimmt, zwie Werth abzusprechen. F

schen der Stadt Bretten und dem Murgthal, zwischen der Festung Die französische Gesandtschaft in Berlin sendet sehr
Rastatt und der Stadt Pforzheim, also in jenem Winkel unseres ungünstige Berichte über das Befinden des Grafen v. Bis—
Landes stattfinden, wo der Schwarzwald sein Ende erreicht, und marsck ein. —
das Querthal der Enz, welches dieses Waldgebirge im Norden be-⸗An der Börse starkes Zurückgehen der Rente und der Ita—
zrenzt, in das Hügelland Schwäbens leitet. liener ohne greifbaren Grund.

Wiesba'den, 9. Sept. Aus dem oberen Lahnthal Wan Paris, 11. Sept. Der „Constitutionnel“ veröffentlicht
man der „Mittelrh. Ztg.“: Vorficht, die Mutter der Weisheit und eine Berliner Correspondenz, welche Erklärungen über die Reduc⸗
des Porzellanskastens, ist doch in allen Dingen gut. Verschiedene tion im norddeutschen Bundesheer gibt. Dieselben seien lediglich
Lehrern unserer Gegend wurde der vielbesprochene Hirtenbrief des der Nothwendigkeit, Ersparungen herbeizuführen, entsprungen. Sie
Bischofs von Limburg von den Geistlichen und zwar, wie mir trügen keineswegs den Character einer Entwaffnung, die Bundes—
versichert wird, gegen Ausstellung eines Beglaubigungsscheines ber armee würde dadurch keineswegs geschwächt. — Die „France“
J„ündigt, „damit sich ja Niemand hinterher mit Nichtwissen entschul verfichert, Lord Stanley und Drouyn de Lhuys hätten in keiner
digen könne!“ I Weise — wie behauptet worden — ihre Ansichten über den angeb⸗

Die neuesten Nachrichten aus Berlin melden, daß das frü lichen Allianzvert rag zwischen Frankreich, Belgien und Holland
here hessen homburgische Amt Meisenheim der Rheinbrovin; ausgetauscht. — Der Kaiser und der kaiserliche Prinz sind in
zugetheilt werden soll. Fontainebleau angekommen.

Luremburg, 11. Sept. Der „Avenir“, das Blatt der Belgieu.
französischen Partei, zeigt an, daß er hinfort täglich erscheinen Erzfrni— 3* —
und nach wie vor gegen dreußische Uebergriffe und für Zolleinig kam Fen cen on —»—
u — er,
*3. eee ebeuntuell aber für Einverleibing in Frank. dah der Saal in französischen Farben restaurirt worden war.

Wi'en, 9. Sept. Im niederösterreichischen Landtag ist heutt 388 ——s durch das wiederholt hetheuerte
.—7 u *9 zum andern Tage Abhilfe zu
ein Brief des Cardinal Rauscher verlesen worden, worin der Kir⸗ schaffen, sowie durch die schleunigst bewilligte Ausführung der ver—
heufürst zugesteht, daß er, in zweiter Linie nach der Kirche, auch langlen Vraban — ig der ver

gonne.

Jegen Oesterreich Verpflichtungen habe, und deßhalb im Landtage Englaud. F

erscheinen werde, wenn er hoffen könne, dadurch dem Staate zu Eugland⸗

nützen. — Napoleon III. ist der Gevatter eines siebenbürgischen London, 8. Sept. Der Schaztzmeister des Deutschen Hof⸗
Landsmann geworden. Michael Pilz, dem am Napoleonstage (15. pitals in London, Meinertzhagen, und der Ehrensecretär desselben
Aug.) ein Knäblein, geboren wurde, richtete an den Kaiser der Hofprediger Dr. Walbaum, wenden sich in einem Aufruf an die
Franzosen die Bitte, daß das Kind in der Taufe seinen Namen Deuischen in England und der Heimath, in welchem sie um
erhalte. Der Bittsteller fügte hinzu, daß in seinem Hause ein Betheiligung an einem im Mai 1869 zu haltenden großen Bazar
anerschütterlicher Glaube an die heilige Mission der Napoleoniden bitten, defsen Erträgnisse zur Tilgung der auf dem Neubaue ruhen⸗
Jertsche. Napoleon nahm die Huldigung aus dem ferneren Sach henden Schuldenlast und zur Ermöglichung der Eröffnung eines
jenlande freundlich auf und beauftragte den französischen Consu neuen Krankensaals mit 25 Betten bestimmt sind. 8
n Pefth, ihn bei der Taufe zu vertreten. London, 11. Sept. Ein Brüsseler Telegramm des „He⸗

Wien, 11. Sept: Der „Presse wird telegraphirt: Unter rald“ meldet: Der Kronprinz ist gestern einer Operation unter-
halb Widdin sind neue Insurgentenbanden aus Rumänien in Bul worfen worden, von welcher ein guter Erfolg für die Besserung
garien eingedrungen; der Pascha von Widdin ist denselben sogleich seines Zustandes erwartet wird.

—RXVR 10. Sept. Der Reichskanzler Baron Beust be Italien.·

Prag, 10. Sept. Der Reichskan aron ⸗ — .
juchte heute mehrere Fobrik⸗Etablissements in Smichow und er— Genuna, 7. Sept. Die „8Sentinella delli Alpi- will in
nunlerle die Arbeiter mit Versicherungen, daß der Friede nich der präcisesten Weise versichern können, daß seit einigen Tagen
estort werden wurde. Hunderte von verschlossenen Kisten nach Italien kommen, welche

Chafsepot⸗Gewehre enthalten sollen.

Die „Perseveranza“ veröffentlicht die Verhaltungsmaßregeln
einer geheheimen Gesellschaft, die sich zur „Rache für Mentana“
gebildet hat und die „vollständige Einheit und Freiheit“ Italiens
derbeiführen will. In jeder Stadt werden Comite's „dol Pascio
romanio* (vom römischen Ruthenbündel) errichtet, welche junge
Leute anwerben, Waffen herbeischaffen sollen u. dal. Die Perseve⸗
ranza behauptet, dieser neue Verein sei nicht ohne Genehmigung
Garibaldi's in's Leben gerufen, und erwähnt zugleich des, wie
ihr scheint, sehr glaubenswürdigen Gerüchtes, daß zwischen dem
General und Mazzini eine Verständigung eingetreten sei.

Spanien

Madrid, 12. Sept. Der Ministerpräsident bleibt bis
nach dem 20. d. Mts. in Lequeitio.“ Nach dem „Noticiero“
würde die Zusammenkunft des Kaisers Napoleon mit der Königin
Isabel in San Sebastian stattfinden. Isabel soll Napoleon für
den Fall eines Krieges mit Preußen 30,000 Mann als Besatz-
ung von Rom öfferirt haben,. — Blättern von Cadix zufolge
zeigte sich im Rondagebirge eine Insurgentenschaar von beiläufig
100 Mann.

Frankreich.

Paris, 9. Sept. „France“ veröffentlicht einen Ariike!
unter der Ueberschrift: „Die drei Verträge“, worin gesagt wird,
daß die Verträge von Paris, Zürich und Prag für Fraukreich
die orientalische und die deutsche Frage abgeschlossen haben. Frank—
reich habe in lohaler Weise die durch diese Verträge geschaffene
Lage acceptirt. Demgemäß, wenn Niemand die internationalen
Suͤpulationen verletze, so sei der Krieg nicht nur unmöglich, son⸗
dern es existirte überhaupt keine streitige Frage.

Paris, 10. Sept. Im Ministerium des Auswärtigen
bersichert man tendenciös, Frankreich und Preußen gingen in ita—
lienischen Dingen ganz gleiche Wege, namentlich bezüglich Roms
daher die Italiener von jener Seite nichts zu hoffen hätten
Walewski macht eine Reise nach Deutschland, doch nicht in politi
tischer Mission.

Paris, 11. Sept. Die Königin von England hat geslern

blos das Schloß von St. Cloud besucht, das sie vor einigen
Jahren mit dem Prinzen Albert bewohnt hatte, und ist um 10
Uhr Abends nach Cherbourg abgereist. Heute ist der Kaiser in
Fontainebleau eingetroffen, morgen präsidirt er einen Minister—
rath und geht übermorgen mit dem Hof bis zum 30. Sept. nach Amerika.
Siarritz. Anf dem Weg dahin besucht er das Lager von Lanne— New-PYork, 12. Sept. Ein furchtbaces Erdbeben hat
mezan'im Departement der oberen Pyrenäen, wo unter General die beiden süddamerikanischen, von der vulcanischen Andenkette
Lorencez 10,000 Mann conceutrirt sind. Marschall Mac Mahon durchzogenen Republiken Peru und Ecuador verwüstet: Daffelbe
ist in Biarritz erwarlet, sobald die Herrschaften dort eingetroffen dauerte vom 183. bis 18. August und zerstörte eine Reihe von
sind. Dagegen sollen die Marschällen Canrobert und Nel aus- theils am stillen Ocean, theils in den Anden, gelegenen Städten
drücklicher Weisung zufolge die Hauptstadt nicht verlassen. Der wie Arica, Arequipa, Islay, Jquiqua (berühmter Guanoort)h,
Letztere soll zu der Würde eines „Connetable“ ausersehen sein— Pasco, Juan de Cavelica, Ibarra ꝛc. Aus Arica und Arequipa
in Anerkennung seiner Verdienste um die Heerezreform. Wie ezkonnte die Mehrzahl der Bewohner sich retten; doch wird der
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        MNenschenverlust in Peru auf 2000, in Ecuador gar auf 20,000
Zopfe veranschlagt. Unter den Umgekommenen befindet sich der
englische Consul in Iquiqua mit seiner Familie. Der materielle
Schaden, welcher das Erdbeben verursachte, wird vorläufig auf
god Millionen Dollars geschätzt. Gleichzeitig mit dem Erdbeben
anden an der Küste des Festlandes und bei den Guanoinseln der
Chinchas viele Schiffbrüche statt.
WGermischtes. F

4 Nach einer Mittheilung der kgl. preußischen Provinzial⸗
steuerdirection in Cöln ist in Spiesen, Hptzollaimtsbez. Saar—
hrücken, eine Steuerrezeptur errichlet und von gleichem Zeitpunkte
an die Straße in der Richtung von St. Ingbert, Hptzollamtsbez.
Zweibrücken, über Spiesen nach Neunlirchen zu einer Uebergangs-
sfraße erklärt worden.

München, 8. Sept. Die „Hoffmannsche Correspondenz“
meldet, daß für nächstes Schuljahr die Errichtung technifcher Mit—
telschulen zwischen der Gewerbsschule und dem Polhlechnikum,
Industrieschulen genannt, beschlossen ist. Zunächst sollen zwei
solche Schulen, in München und Nürnberg, mit je zwei Jahres—
cursen und der Gliedernng in eine mechanisch-technische, und bau
technische Abtheilung, errichtet werden.

p Der „Union“ zufolge hat das kgl. Consistorium zu Mit⸗
gliedern der Commision für die Revision des Katechismus fol-
gende acht Herren ernannt: Decan Diffeno in Pirmasens; Lehrer
Gärtner in Jagelheim; Pfarrer Hofer in Edenkoben; Abgeordne⸗
ter Louis in Landau; Pfarrer Manrer in Bergzabern; Pfarrer
Risch in Kusel; Pfarrer Sturtz in Zweibrücken und Decan Wanzel
in Zell.

fKaiserslautern, 9. Sept. Heute Morgen, kurz
nach 1 Uhr wurden die Bewohner hiesiger Stadt durch den
schreckenerregenden Ruf Feuer, das Geheul aller Glocken und das
Rasseln der Trommeln aus dem tiefen Schlaf gerissen. Die etwa
20 Minuten von der Stadt gelegene Oel- und Mahlmühle, die
sogenannte Papiermühle, stand in lichten Flammen, die Lohe schlug
himmelwärts und verscheuchte die Dunkelheit. Unsere brave Feuer⸗
wehr konnte trotz aller Anstrengung nichts retten. Das Feuer soll
in der Oelmühle sein Entstehen gehabt huben. Dem Veruehmen
nach soll die Mobiliarhabe versichert sen.

Mainz, 4. Sept. Geftern Nachmittag wurde eine sehr
stattlich gekleidete Frau dabei überrascht, als sie in einem Laden
am Markte Seidenzeug annectirte. Sie wurde verhaftet und auf
das Polizeibureau verbracht. Nach etwa einer halben Stunde,
während welcher eine andere Person zu Protokoll vernommen
wurde, wollte man sie aus dem Gewahrsam vorführen, wurde
aber zu nicht geringem Erstaunen der Offizianten gewahr, daß die
Inhaftirte fich inzwischen erhängt hatte. Obwohl dieselbe sofort
abgeschnitten wurde, blieben, wie wir hören, die Wiederbelebungs⸗
versuche ohne Erfolg.

F Der Rhein hat gegenwärtig so niedrigen Wasserstand,
daß bei Bingen über 30 Schiffe fest liegen, welche nicht mehr
stromaufwärts können.

'Trier. Wie der „Trierer Volkszeitung“ aus siche⸗
cer Quelle mitgetheilt wird. hat der König die Summe von
20,000 Thlr. als Subsidium zum Ausbau der hiesigen Lieb—
frauenkirche bewilligt.

Köln. Am Dienstag Abend voriger Woche erreignete
sjch in unserm Nachbarort Ehrenfeld gelegentlich der dor⸗
ligen Kirmeß der schreckliche Fall, daß ein junges, blühendes Mäd—
hen während des Tanzes zusammenbrach und sofort verschied.
die Unglückliche, die in Elberfeld wohnen soll und sich in Ehren⸗
jeld bei Verwandten zum Besuch befand, wurde von 12 Mädchen
zu Grabe getragen.

fHontheim, beim Bad Bertrich, 8. Sept. Durch ei⸗—
nen heftigen Brand wurden hier zehn Wohnhäuser und neun
Scheuͤnen ein Raub der Flammen. Vieles Heu, Stroh und Ge—
treide ist verbrannt.

fKreis Crefeld, V. Sept. Verschiedene Kiefernwal⸗
dungen in den Gemeinden Fischeln und Willich fallen gegenwärtig
auf eine glücklicher Weise seither hier gar nicht gekannte Art der
Zerstörung anheim, viel schlimmer noch als die so oft beklagte
Hand der Frevler. Stämme und Kronen siud mit grünlich gel—
ben, etwa einen Zoll langen Raupen, welche die Nadeln abfressen
und die Bäumen tödten, wie übersäet.

Wiesbaden, 58. Sept, Der Taglöhner W. Christ da⸗
hler, der zu Pfingsten eine Viertelohm Aepfelwein an einer viel—
besuchten Waldstelle auflegte, um sich durch den Verkauf einen klei⸗
nen Nebenverdienst zu verschaffen, wurde wegen unconcessionirten
Wirthschaftsbetriebes zu einer Geldstrafe von 64 Thalern (eventuell
22 Tagen Gefängniß), zur Nachentrichtung von 16 Thalern Ge—
werbesteuer und zur Bezahlung der Kosten des Verfahrens mi⸗
5 Thalern veruriheilt; macht in Summa 85 Thlr.!

In Apostag (Oestri) hat am 5. d. der Ministerialkanzu
Muranyi der schon längere Zeit in mißlichen Verhältnissen lebte,
eine 8 Kinder im Alter von 8—12 Jahren und dann sich selbst
erschossien. —BV

In Lemberg sind zwei k. k. Offiziere zum Judenthume

ibergetreten. XXäE
7 Der am 10. d. Nachmittag 49 Uhr von Luzern abge⸗
Jjangen Schnellzug ist bei Knonau entgleist; ein Bahnaufseher
wurde getödtet, ein Konducteur erheblich, eine mitreisende Dame
aur leicht verletzt.
—7 In Appenzell hat die Polizei einen guten Fang ge—
nacht an einem sogenannten Fürsten Obelinski, der sich auch Vos⸗
now und Palmer nannte, Man! fand in seinem Koffer mehrere
n Ragaz und Bregenz abhanden gekommene Gegenstände, ferner
5690 Francs in Gold, 700 fl. in süddeutschem Papiergelderund
wei russische Bankbillete. Im Freihofe hatte er noch eben einer
ẽnglanderin 2000 Fres. entwendet.

Petersburg, 4. Sept. In den Grenzen des russie
chen Reiches dürfen Briefe nur noch mit Adressen in russischer
Zprache angenommen werden. In Rußland reisende Auslander.
ʒecstoßen oft hiergegen. Ihre innere Correspondenz versehen sie
mit deutschen oder französischer Adressen, vertrauen sie dem ersten
zesten Briefkasten an, und bleiben — ohne Antwort, denn unsere
Postbeamten dürfen nur deutsch oder französisch verstehen, wenn
der Brief nach Berlin oder Paris adressirt ist. Die Gonverne⸗
nents⸗Zeitungen bringen von Zeit zu Zeit lange Verzeichnisse sol⸗
her „zurückgelegten“ Briefe. 3—

FBei Portland sind 6 Matrosen, die mittels eines über⸗
üllten Kahns vom Lande zu dem Wachischiffe St. George über⸗
ahren wollten, durch Umschlagen desselben ertrunken.
7 Das englische Schiff „Maria Stuart“ ist bei Cartagena
von spanischen Seeräubern ausgeplündert worden.] J

Newyork. Die Appletonsche Verlagsbuchhandlung be⸗
nuͤtzt jetzt die Alden'sche Schriftsetzmaschine, die durch eine Menge
neu erfundener Verbesserungen so vervollkommnet sein soll, daß sie
allen Auforderungen entspricht. Ein junges Madchen handhabt
ie und setzt damit 4000 m's in der Stunde. — Die Verthei-
lung der Schrift, wie sie aus der Gießerei kommt, in verschiede-
denen Hästchen erfolgt durch die Maschine mit vollkommener Si—
herheit und ein Versehen ist dabei nicht möglich, da die Typen
für die Maschine mit verschiedenen Kerben gegossen werden, in
velche die mit den verschiedenen Kästen in Verbindung stehenden
Schlüssel pafsen, so daß jeder Schlüssel nur diejenige Type fassen
kann, die in seinen Kasten gehoͤrt. Vor der Hand wird die
Maschine nur zum Buch-, nicht zum Zeitungsdruck ver—⸗
wendet.

— Ein Telegramm aus Philadelphia vom 10. d. M. meldet,
daß der Dampfer „Hippopotamus,“ der die Fahrt auf den cana⸗
dischen Seen machte, Schiffbruch gelitten hat, wobei 50 Menschen⸗
leben verloren gingen.

Aus Macao laufen Berichte über eine Reihe entsetzlicher
Bräͤuelscenen an Bord eines Schiffes ein, die selbst in der Ge⸗
chichte blutiger Schiffsmeutereien ihres Gleichen sucht. Das ita⸗
ienische Schiff Theresa war am 3. Februar v. Is. mit 296
dulis und einem allgemeinen Cargo von Seide, Thee u. s. w.
hon Macao nach Callao abgegangen. Nach einer friedlichen Reise
von 52 Tagen kam Land in Sicht wie sich ergab Neuseeland,
und die Bemannung war auf dem Vordertheile des Fahrzeuges
veschäftigt. Diesen Augenblick benutzten die Kulis, drangen in
die Kajüte, bemächtigten sich der Waffen, und in weniger als 10
Minuten tödteten sie 13 pon der Bemannung, welche sie
gäulich verstümmelten und über Vord warfen. Der zweite
Steuermann wurde durch einen Schuß in den Kopf getödtet und
der erste Steuermann erhielt 17 Wunden, wurde in Ketten gelegt

„und auf die abscheulichste Weise 80 Tage lang gemartert, indem
sie ihm Nägel in den Kopf schlugen u. s. w., bis sie ihn 2 Ta—
jen vor der Ankunft an der chinesischen Küste tödteten. Damit
nicht zufrieden begaunen sie auch unter sich selbst zu morden, in
veniger als 2 Stunden waren 50 von ihnen die Köpfe abge—
hauen, diese wurden in Kisten verpackt und im untersten Schiffs-
raume aufgestapelt, so daß der entsetzlichste Geruch von der Welt,
der mit jedem Tage unausstehlicher wurde, das Fahrzeug zwei
Monaie lang durchzog. Noch dazu wurde die Frau des Kapi—
äns im Zwischendeck eingesperrt. Die Kulis, welche wahrschein⸗
ich Seeräuber waren, denn sie verstanden den Gebrauch des Kom—
passes und der Karte, leukten das Schiff nach dem Hafen von
Tin⸗pack, wo sie dasselbe unter reger Theilnahme seitens der
Mandarine, gänzlich ausplünderten, die Namen von ämmtlichen
Booten auslöschten, und sich davon machten. — Das Schiff kam
nit 8 Leuten (darunten die Frau des Kavpitäns) wieder in
Dacao an.
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        ι νue Landwirthschaftliches.

Errragserhöhung beimeWeizen. Es ist zwat
zicht unbelannt, daß beim Körnerfenchtban der Ertrag unter fonft
zanz gleichen Verhältnissen mit der Qualität der Saatfrucht steigt
and fälltz allein da die Massen des mittelgroßnn und begüterten
Landwirthstandes und da selhbst nicht eine geringe Zahl von Groß⸗
vbesitzern diesem Erfordernisse zur Erträgserhöhung immer noch
nicht die gebührende Beachtung schenkt / so kann es der Förderung
des Fortschritts mur günstig sein, wenn man diejenigenBeobacht⸗
ingen, die mit Zahlen die Wahrheit jenes Satzes erweisen, der
Deffentlichkeit nicht vorenthält⸗ Wir theilen dahet: aus einem
Briefe des Gutsinspeltors Driesdorf zu Altdorf a.d. U. auszüg⸗
ich Folgendes mit:.nNicht nweilt ich bezweifelt hätte, daß der
Ertrag des Weizens unter sonst gleichen Bedingungen mit der
ODualitat der Saatfruchte steigt/ sondern weil es mich interessirte,
zas Verhältniß bestimmter kennen zu⸗lernen, ließ ich im Herbste
1867 einen Centner Saatweizen, wie ihn die Fegmühle ergeben
zatte, der Größe dern⸗Koörner nach in 3. Theile sortiren. Nun
heilte ich mir von einem Acker vier gleiche Parzellen ab (jede für
25 Pfund Samen bestimmt), die in deiner Art Anterschiede dar
zoten. Die Aussfaat erfolgte gleichmäßig. am 19. Oct. — Wenn
mch der Weizen mit kaumm wahrnehmbaren Unterschieden im den
Winter kam, so zeigten sich doch schon Ausgangs April insoferne
Differenzen, als die mir den? dicksten: Körnern: besamte Parzelle
ich dichter bestockt und auch rüppiger, grün- zeigte, als der Weizen
auf den andeteir Stücken, doch kounte man Mitte Mai auch einen
Anterschied zu Gunsten der zweiten Sorte gegenüber der dritten
—AVRI
m Kornererirage Gauz sorgfältig ieß ich“ von jeder Parzelle
den Weizen schneiden (es geschah aur gleichen Tage) und getrennt
dem Ausdrusche übergeben, bei welchem ich die solgenden Resultate
notirte: ιιι ι.

ι ,

Bm Pergleiche zu dem Ertrage von der Parzelle, die das
Saaigut erhielt, wie es die Fegmühle ergeben hatte, war der
Ertrag pon der dritien Qualität um 11 Procent geringer, von.
der zwejten Qualitaͤt um 5. Procent höher und von der ersten
Zuglität (den dicksten Körnern) um 21. Procent höher.
235 Biesst e Berweéerthumgdes Strohzes. Ueberall
noch kann man wiederholt die Meinnng äußern hören: „das jei
enr schtechter Bauer, e eent Mochte auch ne
früherer Zeit und wohl“ noch in marchen“? Gegenden gegenwärtig
viese⸗ Auffassung ganz richtigjein, so ist sie es doch jetzt im All—
gemeinen nicht mehr und man sollte deßhalb aufhören, die Qua—
fitaͤt des Landwirthsnach“ der: Verwerthung seines Strohes zu
Feirrtheilen, daß sich indessen viele Großbesitzer und Mämner von
höheremnWissen von jenem Vorurtheile nicht frei machen können,
folgt daraus, daß man selten einen Pachtvertrag zu lesen bekommt,
in dem es nicht he st 3dem Pächter ist der Verkauf des Strohes
untersagi“ Diese Einschränkung ist sicher ime den allermeisten
Fällen ganz und gar unnöthig; denn es liegt doch nur im Inte—
resse des Pächters selbst, gut zu düngen und wenn auch tgegen
das Ende der Pachtzeit ihn die Lust anwandeln sollte, den Fel⸗
dern weniger zu geben als es die Gesetze des Gleichgewichts er⸗
fordern, so kann sich der Verpachter schon durch die Verzeichnung
and! Aufrechthaltung des Wirthschaftsplanes, dor Benachtheiligung
schützen. Da, wo die Strohwüchsigkeit eines Bodens gering ist,
empfiehlt es sich allerdings in den meisten Fällen auf Verstärkung
des Viehstandes, also auf die Production-von viel Stallmist zu
sehein; hier würde also der Strohverkauf schwerlich am Platze
erscheinen. Wo shingegen die Felder durch starke Strohwüchsigkeit
sich auszeichnen, da ist es gewöhnlich viel rathsamer, einen Theil
des Strohes zu verkaufen und den Erlös ganz oder zum Theile
auf die Anschaffung von Knochenmehl, Superphos—
phat, Kalisabzen ꝛc. zu verwenden.

Pfälzischer Vzehversicherungsverein in Spener. Hausversteigerung.
Mit Recht finden die Viehversicherungen immer größeren Beifall: — Gegen Feuers- Samstag, den 19. Sept. 1868, Nach-
gefahr veri checte mam Haus und Mobilien, warum sollie man zu den jetzte so dilligen wittags 3 Uhr, in seinem Hause, laͤßt
ßramien michteauchnseinen, Viehstand gegen unvorhergesehene Fülle, die oft mit dem Johann Bosche, Wirth dahier sein an der
hesten Willemo und dern größten Vorficht; nicht ferne gehalten werden können, versichernden Blieslasteler Straße neben Johann Schmitt
Bewiß ist Jedem, der Vieh hält, daran gelegen, seinen Viehstand zu erhalten, wenn thun⸗ Witiwe und Johann Beck gelegenes Wohn⸗
lich zu vermehrein, mas zum Betriebe seines Gewerbes und zur Vermehrung des Wohl- haus mit Hofraum und Garten auf lang—⸗
tandes wünschenswerth, fogar nothwendig ist. — Bei dem weniger Bemittelten ist das ährige Zahltermine in Eigenthum ver—
Bieh, das er befitzt,meist der größte Theil seines Vermögens, und!n hilfteihme durchs leigern. —VVVV —
deben; durch eine Krankheit desselben oder durch Unglücksfällen pmimt er um sein mit Bis zun Versteigerungstage kann das
Sorgfalt angesammeltes Eigenthum, das er durch die angesttengteste Arbeit und Spar— dQaus mit Zugehör auch aus freiet Hand
samkeit sehr häufige nicht mehr zusammen zu bringen im Stande ist. Auch der Woglha derlauft werdeun. *
hende kann bedeutende Verluste ohne die Versicherung erleiden 58— darum scheue kein Sorn, iul. Notar..
Viehbesitzer die wenigen Kosten und versichere ein Jedersein Vieh. — Die ftrennß ———
Anstalt hal ihre Statuten neu umgestaltet, Erleichterungen sind eingetreten, die Prämien snd be ee — dermie⸗
ind billiger geworden und werden vorausbezahlt, wodurch es möglich ist, jtden Schaden Amauie.
angstens viioer Wochen mach-⸗ der statutengemäßen Auerkennung auszuzahlen. — Indem Worms den 11. Sept.
ch diese vaterländische Anstalt bestens empfehle, gebe ich die Zusicherung, daß dieselbe Wir notiren heute: Weizen 12 fl. — tr.
nur das Bestreben hat, den Versicherern nützlich zu sein. Allenfallsiger Ueberschuß wird bis — jl. tr. Roggen 10 fl. — kr.
dem Reservefond zugeschlagen, und bei— recht zahlreicher Betheiligung ist dien Wahr— bis — fl — kr. Gerste 10 fl. 20 kr.
cheinlichkeit vorhanden, Ddaß die Prämien noch mehr reducixt und sogar Dividenden, hbis — fl. — kr. per 100 Kilo., Hafer
bezahlt werden können. 5 fl. 15kr. bis — fl. — rxr. —
Zur Entgegennahme von Anträgen und Ertheilung nöthiger Auskunft empfiehlt sich wen ei ns vn -
Irrisomind vuon urdt —— 66 — kr. Rog — fl. — kr.bis — fl.

πα— —Mmgeryrrr,,,,,— * ——— 10 ft.v30 tr.

Aagent für die Ländgetichtsbezirke St. diBlies il. - ixr. eizenvorschuß 16 fl. — kr.

Agent für die Landgetichtsbezirke St. Jugbert und Blieskastel ee se

bis — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps

14 fl. — kr. bis — fl. — kr. per 85

Kilo. Rüböl. ohne Faß 19 fl. — kr. bis

— fl. — kr. Leinöl ohne Faß — ft.

— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß

32 fl. 80 kr. bis — fl. — kr. per

150 Kilo. Repskuchen — fi. — kr. bis

— fl. — kr. Branniwein 29 fl. 30 ktr.

I rinz, 11. Sept.

(GFruchtpreise.) Weißmehl das Mal—

ter à. 140 Pfund — fl. — kr. — Roq⸗

genmehl ditto — fl. — ir. — Weisen 200

pft.) 12 f 35“r. — 12 at

storn (180 Pfd.) I0 fl. 15 tr. is — ff. —

x. Gerite (160 Pfd.) 19 it. 39 tr. bis 19

l. 45 kr. Hafer (120 Psd. 511. 20 fr.

bis 5fl. 40 kr.—

Amerikanische (Pouglas) Vumpen

n allen Constructivnen für Hand- und Maschien-Betrieb, — Saugpumpen von 10

J. 80 kr. an sowie schmiedeiserne Rohre, Bleirohre, Gußrohre und alle
Arlitel für Wasserleitungen und Pumpen-GEinrichtungen bei.

VFce in Frankfurt am Main.

Repräsentant der“ Firma“ WV. B. Douglas, ZMittledown, Connecticut.
Dio Sohreib-⸗&amp; Zeichnen-
Materialion-Handlung
tz. Scherpf in St. Ingbert
»ffectuirt Bestellungen auf älle Zeit- und
Modeschriften, Bücher der ins und auslän—
dischen Literatuir, Mufikalien c. —

Ein 'gesitteter junger
Bursche aus hiesiger
EStadt kann unter gůn—
tigen Bedingungen als Lehrling bei mir
eintreien. ——
—.J. Schwarz jun.
Schreiner·

—
— — — — —
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Dem'etz in St. Ingbert.
        <pb n="439" />
        St. Ingberler Znzeiger.
— —
der St. Ingberter Anzeiger? mit seinem Unterhaltunsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeils
J Blattschrift odet deren Naum berechnet.
uro 111. e Donnerstag, der

—— — — 7—
7r 728 . * vn 3 — 314 1868.
23
Deu tchland. i. J.'an vereinigi. Zum Vorstande besseiben wurde der bisherige
Aus Munchen, 11. Sept., wird der „N. Freien Presse“ Fo st neister von Dürkheim R. Geib berufen. Detr Landgerichs*
reschrieben: Nach dem, was man seit einigen Tagen in enge⸗ aisessot Kellet in Germersdeim werde in gleiher Elgenschast nah
Kreisen unserer Stadt vernimmt. würden wir die am 23. d. NPeustadt a. H; versetzt und die hiedurch erledigte Stelleeines
Mts. hier eintreffende Kaiserin von Rußland wohl als die künf. randgerichtsassessors in Germersheim.Ast den gedrisften Rechts
ige Shhwiegermutter unseres Kduigs betrachten dürfen. Die Ver— —8 Polizeicom nis ar 3 S haufert in Duͤrtheim ver⸗
sandlungen wegen einer ehelichen Verbindung unseres Monarchen iehen worden. Die Bitte des Notars C. K ieget in Winnwet
in der Großfuͤrsin Marie, der einzigen Tochter des Kaisers von r um Enthehung wom Amte aist genehmigt, auf diehiedimrch er
ttußland, sollen zum Abschlusse gelangt sein; bei der großen Ju— jedigte Stelle der Notar — von Rheinzuvern verfetzt und
end der Furstin, die am nächsten i7. Oct. erst das fünfzehnte ie hierdurch weiter erledigte Notarstelle in Rheinzabern dem ge
eeiche aeceicht. duͤfte die Vermahlung aber do heern nach ?rüften Notatiatscandidaten W. Mrdel in Kuserlauteri verlie⸗
— — den, ferner ist der geprüfte Re htscandid at C. Böcking in Zveir
hier verweilen und dann über Innsbruck und mittelst der Bren⸗ »rücken zum functionirenden Staatsprocuratorsubstituten in Kaie
erbahn voch Como weilerresen. erslautern und der eprufte Rechtstandidat und Polizeicomissär
Müunchen.11. Sept. Am 15. dieses Monats werden J. Krieger in St. Ingbert zum functionirenden Staatsprocura—
die Uebungen der einberufenen Hälfte der Landwehrbataillone in torsubstituten in Frankenthal ernanut worden. —
zanz Bayern. zu Ende gehen.z die Bataillone werden jodaun auf⸗ Darmstadt, 11. Sept. Wie mit Bestimmtheit verlautet
zelost werden und die den verschiedenen Compagnien angehörigen vürden nach Beendigung der Herbstmanöver von jeder Compagnie
Jandwehrleute in voller Feldausrüstung an den Sitz ihrer respec⸗ Infanterie 40 Mann entlassen und die Recruten statt den 1. Oct⸗
iven Landwehrbezirkscommando's abrüchen, um dortselbst Montur hetr l. J. erst den 1. Januar 1869 einberufen werden.
ind Armatur einjuliefern und sodann in ihre Heimath entiassen. Die vom 8. —-10. d. in Darmstadt stattgehabte Wanderve r-
u werden. Die in Unterofficierschargen vorgerückten Landwehr⸗ ammlung deutscher Bienenwirthe war von 450 Theilnehmern
eute behalten ihre Grade bei und werden als Unterofficiere beur · esucht. Von den gefaßten Beschlüssen nennen wir den auf Erlaß
aubt, um dann als solche auch bei eventueller Einberufung wieder ines allg. deutschen Bienengesetzes zum Schutz der Bienen und
inzutreten. ine dahin zielende Eingabe an den norddeutschen Bund. Als

Muünchen, 12. Sept. Die k. Staatsministerien des In⸗ Horort füc das nächste Jaht wurde Nüraberg gewählt. J
nern für Kirchene und Schulangelegenheiten, dann des Handels Berlan, 11. Sept. Die Konigin von Preußen, de
and der bffentlichen Arbeiten haben neue, das Verbältniß der dronprinz und die Kronprinzessin werden dem König von Sache
zewerblichen Fortbildungsschulen zu den Sonn und Feiertagsschue en am 8. October in Dresden einen Besu h abstattlen. Die Kron⸗
len regelnde Bestimmungen getroffen. — Das heute erschienene xiinzessin don Preußen wird mit ihren Kindern am 20. Oct.
Regierungsblatt Nr. 62 enthält eine neue allgemeine Schützen- jach England abreisen und der Kronprinz Aufangs November
»rdnung für das Königreich Bahern, nachdem die bisher geltende achfoigen.
— d ee ebenwarnigen Aucbimuns des Schuben— ——88 n Sh de den hiestgen Hardereg mentzen

e * An- jat heute die Entlassung der eserven begounen. — Wie be⸗
nern —8 te —* nhemreee an geworden, soll zum 10. Ott. eine Kom nanditgesells haft ins
rlcub und wird dessen Porlefeulle der k. Siaatsministet v. Schlor en gerhen widn —F ist. ee uund Rohftoffen
zis zur Rückkunft des momentan ebenfalls in Urlaub befindlichen e wr den Gundeen bn en beleisen
Ztaatsministers v. Gresser führen, welcher sodann dasselbe über— uch Den uns W se er Buammt etrag der
nehmen wird. Zu den kommissarischen Verhandlungen wegen Her⸗ eeeen — h leistende azen rene
zdellung weiteret Eisenbahnverbindungen zwischen Bayern und ee —9 8 o e
Württemberg ist von Seite Württeubergs der k. Eisenbahnbau⸗ Iß. — * zoä EFi o
Director Klein hierher abgeordnet worden. — Von Wien aus enen — —B Vaee n nge 73 bej
pir — I e gewissen Dinen in eine Kommanditgesellschaft auf
wischen den Unternehmern und den betressenden Eisenbayu Ver⸗ clien umgewan e wer c R43
valiungen in vollem Gange. Berlain, 13. Sept. Die neuesten Berichte über das Be·

München, 13. Sept. Morgen treten im Cultusministe⸗ inden des Grafen von Bismarck lassen erkennen, daß die Wirl
tium die einberufenen Vertrauensmaͤnner zusammen, welche die üuigen seines bekannten Unfalles doch nur sehr allmaͤhlich schwin—
desebilcher auswählen und feststellen sollen, die in den Präparan⸗ »en. Bis vor ewoen Tagen mußte der Graf liegen; seitdem
ʒeuschuien einzuführen sind. Die lange verzögerte Genehmigung nacht er ohne grohe Anstrengungen Promenaden in seinem Gar—⸗
der Stainten für den durch den bayerischen Lehrerverein zu grün· Es laßt sich augenblictich gar nicht hestimmen, wann er im
denden Wittwen⸗ und Waisenfond dürfte nunmehr in Bälde Ziande sein wird nach Berlin, geschweige denn in ein englisches
tefolgen. Seebad zu reisen.

General v. d. Tann ist von einer Reise nach Norddeuisch ⸗ Vorgestern sind die Herbstmanbver der Garde zu Ende gegan⸗
land zuͤruckgekehrt und hat das Generalcommando in München gen, und schon gestern hat bei der hiesigen und der Potsdamer Garni-
dieder üͤbernommen. A6 on die Entlassung der Reservisten begonnen, bei der Infanterte wer⸗
eot Der wnencibergische Gesandte, Graf d. Degenfeld, wird den je 15, Mann auf die Compagnie beutlaubt. Durch die jeß
zieser Tage seinen Posten verlassen, den et seit einer Reihe von gen Beurlaubungen in Verbindung mit der verzögerten Recruten⸗
Jahren bekleidete. instellung wird der Friedensstand des Bundesheeres um etwa

München, 14. Scpt. Der Ausbruch. der Rinderpest in 5. 000 Mann vermindert. Die Note an den Grafen Solms,
der Rähe von München ist amtlich constatirt. velche ein Pariser Blatt veröffentlicht hat, ist eine Mystisicatian

— 2534 ist gar keine auf die Angelegenheit bezügliche Kundgebung nach

J Dienstesnachrichten. 3 Paris gelangt. Die Friedenszuversicht, welche sich in der Maß

Das Forstamt Dürkheim wird nach Neiistadt a. H. verlegt regel ausspricht, gewinnt an Bedeutung noch durch den Umstand.
und das erledigle Tristamt Neustadt mit demselben unter der Be⸗ daß es als ganz gleichgiltig betrachtet wird, ob andere Macht
ennung Forst- und Triftamt Nenstadt a. H.“ pom L. Octoher dem Beispiel folaen oder nicht. Man ist hier sicher. allen Even
        <pb n="440" />
        rualitaten auch bei der Herabsetzung der Friedensstärke gewachsen
zu sein. *

i Uebrigens scheink mit der Errichtung des verschanzten La—⸗
zers bet Triser, welches die Laxemhurger Defensioposition zu er⸗
setzen bessimmt ist, nunmehr vorgegangaen zu werden.

Hier circulerte das nicht sehr wahrscheinliche Gerüchte, der

saiser Napoleon werde im October einen Besuch am hiesigen
dofe machen.
Berlin. 15. -Sept. Die „Kreuzztg.“ dementirt die
bon dänischen Blättern gibrachte Nachcicht, für die preußische
Armee hätlen Ankäufe von Pferden in Holstein statt⸗
gefunden. 9

giel. 14. Sept. Heute Abend ist der Köning bier ein⸗
getroffen und wurde enthufiastisch empfangen. Auf die Ansprache
zes Bürgermeisters autwortete er: Er habe mit großer Erwartung
zem Augenblick entgegensehen. wo er die Herzogthümer betreten
würde, für welche der tiefe Einfluß. den die Ereignisse der letzten
Jahre asf sie geübt, hoffentlich segensreich sein würde.
iuf die Ansprache des Rectors der U iversität, welcher die
Hoffnung auf Erhaltung des Friedens betonte, erwiderte der
*73uig? Ich theile ganz Ihren Wunsch für die Erhaltung das
Friedens; in ganz Europa erblicke ich keine Veranlassung zu
ner Stoͤrung desselben und sage das zu Ihrer Beruhigung
Noch mehr aberx wird Sie der Blick auf die hier anwesenden Re—
dräsentanten meiner Armee und meiner Marine beruhigen,
welche bewiesen haben, daß sie sich nicht scheuen, einen
uns aufgezwungenen Kampf anzunehmen und ihn durch
uufechten.“
gübed, 12. Sept. Heute Abend um 8 Uhr ist der
zonig von Preußen hier eingetroffen. Die Stadt ist pracht voll
Luminirt.

Prag, 13. Sept. Das Ministerium hat angeordnet, daß
iejenigen Magistrats-Beamten Prags und Reichenbergs, welche
Staatsgeschäfte besorgen, den Verfassungs⸗Eid abzulegen haben. —
Die Minisiter Beust und Herbst sind heute abgereist. — Fürst
Metternich wird morgen in Königswart erwartet. m
Pest, 13. Sept. Der Reichstag wird morgen wieder eröff⸗
aet. — In Siebenhürgen finden wegen der Uuruhen in der Tür—
lei Truppenzusammenziehungen statt.

SLinz, 12. Sept. Hente Mittags wurde in Danners Druckerei
die ganze Auflage eines Hirtenbriefes des Bischofs Rudigur, der
morgen in allen Kirchen verlesen werden sollte, auf Antrag der
Staatspolizei mit Beschlag belegt und der Letternsatz anitlich
dersiegelt.

Frankreich.
Nach dem „Etendard“ hätte der Kaiser bei seiner Abreise
ius dem Lager von Chalons folgende Worte an die Generale
zerichtet: „Ich bin seit acht Tagen, die ich in Ihrer Mitte ver—
sracht habe, sehr glüklich. Ich sage Ihnen weiter nichts, weil
rie Journale nicht unterlassen würden, aus meinen Worten, so
gemaßigt sie auch sein mögen, den Krieg zu prognosticiren. Ich
Zeschrünke mich also darauf, Ihnen meine Befriedigung für Ih
zen Eifer und Ihre Ergebenheit auszudrücken.“

Paris, 8. Sept. Wie man hört, läßt gegenwärtig Frank—
reich Getreide in Italien aufkaufen. Man weiß nicht, ob das⸗
selbe fur Rom oder Frankreich bestimmt ist. Was Rom anbe⸗
—XE0—— daß ein starkes
panisches Corps dorthin gelegt werden soll. Die Franzosen wür⸗
den alsdann abziehen.

— Wie eine Pariser Zeitung, der „Figaro“, berichtet, kom⸗
men seit einigen Wohen in den verschiedenen Forts von Paris
des Abends geheimnißvolle Sendungen an. Es werden lange
schmale Kasten aus Eichenholz in dem einen Hofe der betreffen⸗
———
ältig verschlossen worden sind. Der Commandant des Forts
ummt den sorgfältig gehüteten Schatz in Empfang, und läßt ihn
in ein Zimmer bringen. Der Kasten, das Zimmer, Alles wird
Rerschlossen. und der Schlüsselbund von dem Offizier, welcher mit
)em Kaͤsten anlangte, wieder in Emgfang genommen. Selbst die
Artillerie⸗Offiziere, welche Näheres wissen können, sind schweigsam
ind weisen alle Fragen ihrer neugierigen Kameraden mit Hin
deutung auf einen von ihnen geleisteten Eid zurück. Er merlt,
daß die Pariser mit ihm nicht mehr zufrieden sind und trifft Vor⸗
jorge. Ihr armen Pariser, er fürchtet euch mehr als die preußi⸗
chen Zundnadeln!

Paris, 12. Sept. Der Moniteur de l'Armee“ erwähnt
zelegentlich der Besprechung der Schießübungen in Chalons zur
Herherrlichung des Chassepots auch des dort erprobten, angeblich
indurchdringlichen Panzers, welchen ein italien. Officier erfunden;
t bestht nicht aus Metall, sondern aus zeinem Zeug; auf 800
Meter wurde der undurchdringliche Panzer von einer Chassepot⸗
ugel durchbohrt, zwei undere Kugeln. von denen eine ricochirte.

drangen tief in denselben ein. — Nach der „Epoque“ geht die
Rede davon für den Marschall Niel einen großen Adelstittel zu
chaffen, weil er so glorreich das Werk der Reconstituirung der
Armee vollbracht hat. — Wie die „Patrie“ meldet, hat die Köni—⸗
zin von England während ihrer Durchreise durch Paris gestern
einen Besuch in St. Cloud gemacht, jedoch dort nur den Gar⸗
en besichtigt (en Erinnerung an Prinz Albert, der mit ihr wäh—
cend einer früheren Reise nach Paris St. Clond hesvohate), die
Gemächer des Schlosses aber nicht besuht, — Am 27. d. wird
in Biaritz ein Sängerfest stattfiaden, an welchein alle Gesaugs-
Vereine. Harmonie- und Militärmusikhöre von 8 bencchbarlen
Departements Theil nehmen werden. Diesem Feste werden
nautische Spiele, Illumininationen, Feuerwerte ⁊c. vorausgehen
und nachfolgen. J
Belgieu.

Brüssel, 14. Sept. Gestern wurde der internationale
Arbeitercongreß geschlossen. In seiner Sihlußrede berührte der
Borsitzende die Eventualität eines deuischfranzösischen Kriegeg,
den er als einen Bürzerkrieg auffaßt, aus welchem nur Rußland
Nutzen ziehen würde. Die Delegirten hielten nachher noch eine
zeschäftliche Versammlung, in der sie gleichvohl eine Resollution
unnahmen des Inhalts, den Arbeitern für den Fall des Aus—
zruchs eines Krieges eine allgemeine Arbeitseinstellung anzuempfeh—
en. (Damit sie erst rech Kanonenfutter werden
nüssen ) —

England.

London, 14. Sept. „Times? melden, der amerilanische
Besandte sei angewiesen, die Alabamaangelegenheit ohne Rücksicht
nuf die früheren Verhandlungen zu ordnen.-Gladstone hat in Liver⸗
»ool einen Choleraanfall gehabt. —In Manchester hat Murphy eine
Bersammsung von 15,000 Wadlern veranstallet, bei der es zu den
zewöhnlichen Excessen kam. — In der Umgegend von Cork dauern
die Brandstiftungen fort.
Italien. —

Florenz, 8. Sept. In Genua begann am 6. d. M.
(also gleichzeitig mit dem Nürnberger Arbeitertagh die erfte Ver—
ammlung der ligurischen Arbeilervereine. Unter den Beschlüssen,
velche dieselbe am zweite Tage faßte, ist der hervorzuheben, wo⸗
aach jedes gesetzlich bestrafte Individuum, sobald es seine Straft
nerbüßt hat, wieder in den Verein aufgenommen werden kann.
Iuch hat sich die Versammlung für dien, Säcularisirung des offent ·
ichen Unterrichtes d. h. für Trennung der Schule von der
rirche ausgesprochen. Als Organ der Vereine wurde das in
Henua erscheinende Blatt „Il Dovere“ bejeichuet.

Florenz, 12. Sept. Ueber die Lage Italiens spricht sich
die „Nazione“ folgendeemaßen aus: „Jialien beetet augenblick⸗
lich ein tröstlichss Bild der Ordnung und Rahe dar. Mit Aus—
nahme der Romagna ist überall die öffentlichhe Sicherheit befrie—
zigend oder wenigstens nimmt sie sichtlich zu. Das Briganten-
dum in den südlichen Provinzen liegt in den letzten Zügen. In
Sicilien ist die Agitation tödlich getroffen worden; nur in den
ztaädten treiben noch einige Unruhestifter, aber umsonst, ihr Wesen.
Der Arbeitercongreß zu Genua hat nicht das geringste Resultat
jerbeigeführt, das Project eines Parlaments in Neapel ist ein
sodtgeborenes Kind und fällt in sich zusammen vor der öffentli⸗
hen Gleichgiltigkeit. Austatt lärmender Zusammenkünfte, welche
die Ordnung bedrohen, sehen wir überall Ackerbau und industrielle
Ausstellungen, und das Wiedererwachen der Fina izthätigkeit ist
ein Zeichen von guter Vorbedeutung. Dies sind notorische That⸗
jachen, welche wir den Erfindungen unserer Feinde entgegenhalten
tönnen, und wir wünschten, daß unsere Regierung nicht aufhören
nöchte, mit der Kraft der Wahrheit die Lügen der Gegner uͤnse⸗
zes Credits in Paris zu bekämpfen und die falschen Nachrichten
u widerlegen, welche sie in Umlauf setzen.“ Gegen einzelne
Punkte dieses Artikels, der, wie aus den Shlußworten hervor⸗
geht, eine ganz bestimmte Tendenz, hat, wiro sich vom Standpunkt
der unbefangenen Beobachtung aus manches einwenden laj⸗
sen, wenn auch im Ganzen und Großen die Forischritte nicht
zu verkennen sind, die Italien in der Consolidirung seiner Zu⸗
stände macht.

Florenz, 14. Sept. In die Romagna wird ein Militad⸗
und Cibilgouverneur mit ausgedehnten Vollmachten geschickt, um
Ruhe und Orduung wiederherzustellen.

Spanien

Madrid, 11. Sept. Dir spanische Regierung hat sicherm
Vernehmen nach 30,000 Mann als römische Garnison für den
Fall eines preußischefranzoͤsischen Kriegs angeboten. — Der offi—
ciösen „Espauna“ zufolge hat die Nachricht von der Zusammen—⸗
nenkunft der Königin Isabel mit dem Kaiser Napoleon in Biariß
uu Wahrscheinlichkeit gewonnen.
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        Amerikaa. * uded 8 8 ihm en Feepre 314
— — 3. den Kopf und Durchschneiden des Halses ermordet worden. —
wode NJe i Jengeh wied aee Due der Mörder unbelaunt geblieben is. In eiuem an den dherdee
dima, der Hauptstadt Perus, um 5 Uyr 43 Minuten in Callao, Ien Stadtpiarrer Schumann in Eslingen gerichteten e
zem Hafen von Lima gefüblt, wo zwischen 8 und 10 Uhr Abends 5 n deee ee eg
noch einige schwaäͤchere Stöße verspürt wurden. Als man von — it eeg dlosser Cub 8 weicher damas 8* der —*
—— 8 — Iren e suchten die funsd —— —** Ie —* wegen. Entwendung von Eisen
und peruanischen Kriegsscheffe die Höhe der See zu gewin⸗ en, 5 g D 7
sden eee in — 8 bedauern, * aber u der Fraz ichen e —— —* Zubnaus
aben mehrere Kauffahrer Schaden gelitien und wurden viele Güe Am, von da aber na g— r ö3 33 —
er an die Werfte gespült. Auch in der Grenzstadt Payta spürte vetie gestanden habe, er habe &amp; p e —ã eur⸗
man Erdstöße, die jedoch umnschädlich vorübergingen. In den Hä— W willen, e zr on F— —8 d * x J
n sudwaris bon Catlas bis Vaidargiso der Heinptstadt Chiüs oh F wehenen, 3 —8 e ——
burden noch weitere schwere Erdbeben erwariet. (Die Londoner *m Ba recher ige — e 3860 in 3 9 A.
Fimes“ melden Von Londoner Firmen hat nur eine einzige Lode seine Shuld belennen, un un b A u
isrecie Nachricht aus Peru erhalten welche laniet „Lima22. d — Dyn J b D
Angust. Lirequipa und Iqeique sind durch Erbbeben zerstört umbordas Tod au gestellt worden und Verwandlen And
vorden; das Zollhaus zu UÄrica wurde vom Meere vers hlunzen.“ —— jehr e sein, muß. den ,
lebrigens hälr man auh in London die nüheren Angaben über Aiaen e des brmorde en aber wird diese Rachricht don,
die Meuschenverluste ꝛc. für übertrieben dd. johem Wer —— zanet dieser Tags folgeonbe
New'⸗eYord! 13. Sept. Den Verlust an Menschenleben. Inaß 3 * . V,— F * reen αα
welchen das große Erdbeben in Perun und Ecuador herbeigeführt iginele Stu ven. gpe oruuge Einw⸗ — r *
az, wird auf 23 —30 000 (nach anderen Quellen sogar auf W eine Egge. 9 u 8 eine seine Mo. deegeen *
60,000) geschätzt. Außer“ den bereits erwähnten Sfädten sind evih 8 de Iaee- — 69 e I we
noch Noquena, Tenuga und' Tagua zerstoͤrt. Eine große Mee- ahrschenun u scheem e
vesflutb, ivelche durch das Erdbeben entstand, wälzte sich in's aber anders. schuitt die Egge schief mitten durch zund ühersandten
un, . * — dem Ersteren seine Hälftfte. F 23
dand hinein, wobei eine Menge von Schiffen zertrü nmert wurden. ee eriiheahten sich zwa Lnaben, die si ——
ery eeree —5* 8 aem Veaterialwaarenhundler beleidigt glaubten, dadutch daß sie
—— —
dleuden GSegetn. Zige demete zu der Rachehi. Man deDanse in den Verlaufaladen freltleken und sich eilewoe duon
rinnete sich übrigens aus dem November v. J., wie auf der ae — 3. Sedt. Aus dem Fenster eines Hauses in
Insel Tortola die Wirktlichleit etwa fr Dutzend, die Kabelde⸗ der Friedrichsstraße regnete es am Montag Vormittags Bankuoten
yesche dagegen 10.000 Menjchen getödtet hatte.) — — md zwar Ein- und Füufthalersch ine. Ein dor wohnender
NQaufmann, mit Geldzahlen beschaäftigt, war auf einen Augenblid
abgerufen worden, und seine Abvwesenheit hatte⸗ sein-vier⸗
ahriges Söhnchen benutzt, die auf dem Pulte seines Vaters liee
zeuden Papierthaler aus dem Fenster zu werfenz Trotzdem sich
perschiedene Personen mit dem Fangen der Fluͤchtlinge beschäftigz
en, wurden doch sammtliche Scheine bis auf einen herbeigeschafft.
der seinen Weg, durq den Wind getrieben, nach der Leipziget
Zztraße zu genommen hatte und nicht veieder gesehen wurde.
Am Sonntage hat die Berliner Polizei einen eigenthümlichta
gielleicht sehr wichtigen Fang gemacht. Unter den mit dem 10 Uhr
Zuge morgens auf der Anhalter Bahn hier eingetroffenen Reisen⸗
hen zeichnete sich besonders eine Dame durch ihre hoher Ichlanke
Figur, sowie durch die Eleganz ihrer Toilette aus z. gewichtige
doffer vurden ihr nachgetragen. Wer das Inssitut unsrerx Hotel
rommissionäre kennt, wird sich denken können, daß die Dajne bbald
von einer Schaar dieser dienstfertigen Leute unmringt war.⸗Ohnt,
jedoch ein Wort zu sprechen, schritt sie weiter nach dem Halteplaß
der Droschken, ließ auf eine der derselben ihr Gepäck legen üud
sagte beim Einsteigen zum Kutscher: „Nach dem Hamburger Bahnd
dof!“ Einer der Commissionäre war der Dame bis hierhef gefolgie
sein Hotel als das einzige, wo eine Dame von Stande loꝛien
önne, anpreisend, ohne einer Antwort gewürdigt zu sein— Die
um Kutscher gesprochenen Worte überzeugten ihn nun zwar, daß
ür ihn kein Geschäft zu machen sei, der Klang der Stimme kam
hin aber so tief und barsch vor, daß in ihm der Gedanlen⸗aul⸗
dtieg, unter dieser Hülle verberge sich ein Mann. Er theilte jeine,
Vermuthung dem naähestehenden Polizeiwachtmeister Thiedemang
nit, der die eben im Abfayren begriffene Dame nach ihrer Legiti⸗
nation fragte. Stumm öffnete sie einen mit Damentoilettengegen⸗
tanden gefüllten Koffer, aus welchem sie dem Schutzmann einen
janz richtigen auf eine Dame im Alter von 23 Jahren lauten⸗
en Paß überreichte. Da jedoch der Schutzmann so ungalant war,
»er Dame zu sagen, er halte sie für 23 dis 30 Jahre alt, und
ãe keine anderen Beweismittel für die Richtigkeit obiger Angabe
ur Hand hatte, so wurde sie genöthigt, dem Beamten nach der
dienststube zu folgen, wo denn auch in der That sich die Dame
als ein veritabler Mann entpuppte. Wer der geheimnißvolle Rei⸗
ende, der natürlich vorlädufig am Weiterreisen verhindert mude,
st, konnten wir nicht erfahren, wir erwähnen jedoch der
Luriositat halber, daß sich auf dem Bahnhofe —E
Berücht verbreitetete der Unbekbannte sei kein anderer als
FThorinsty. J
In London wurde von den Franzosen Godard (Sohn
es berühmten Asconauten) ein Riesenluftballon mit einem Kosten-
aufwand von 28,000 Pfd. St. gebaut, der einen Durchmessei
zon 90 Fuß, und eine Tragfähigkeit von 22,000 Psfd. hat; ein
Schirm von 80 Fuß Höhe und 270 Fuß Durchmesser, umgibe
die Maschinerie: der Vallon wird bdein Ausfseigen von eine

Vermischtes.

Nach dem Reglement für den directen Verkehr im suüddeutsch⸗
franzöͤsischen Eisenbahnverband besteht im Allgemeinen keine Ver—
dindlichleit, Guter anzunehmen, worauf Vorschüsse für. Spesen
and dgl. zu leisten sind und werden derartige Vocschüfs: nur dann
is zu 5 Fres. und zwar ohne Berechnung einer Provision ge—⸗
vährt, wenn der Werth solcher Sendungen diesen Betrag und die
zu erhebende Fracht übersteigt. Auf Uebereinkommen der fümmt⸗
lichen Verbandsverwaltungen soll künftig von dieser Norm inso⸗
jern eine Ausnahme eintreten, als bei Champagner- Sendungen
zie Verpackungskosten auch zu höheren Beträgen als 5 Fres. als
Spesenvorschüsse behandelt werden dürfen und demgemäß prooi—
onsfrei zu belassen sind.

F Die Leinenzwirnerei Zweibrücen hat sich am
Freitag in einer Generalversammlung der Actionäre definitiv con⸗
tituirt, nachdem die Ertheilung der Concession und die Geneh—
nigung der Statuten von München aus eingetroffen. Zum Auf—
ichtsrath wurde fast eiustimmig das provisorische Comite (die HH.
Zuhl aus Deidesheim, v. Gienanth, Director Schön aus Kai—
erslautern, Bruch, Dingler, A. Schwinn und Richter Wolff aus
Zweibrücken) bestellt; Ersatzmänner die HH. Apotheker Märcker,
Anwalt Petersen und Fabrikant Wolff; Revisionscommission: die
HH. Escales, Henigst und Fabrikant Kuhn.

fF Zweibrücken, 15. Sept. Donnerstag Vormittags
10 Uhr rücken hier in Uniform jene 66 Landwehrmänner mit
Aingendem Spiele und Fahne ein, welche zur hiesigen Compagnie
zühlen und in Vandau die Herbstwaffenübungen mitgemacht haben.
sachdem am Quartier des Landwehr-Bezirks-Commando's die
Fahne übergeben worden ist, werden dieselben ihre militärische
Montur und Armaturstücke einliesfern und. in ihre Heimath ent—
lassen werden. Gleichzeitig rücken in Homburg, Blieskaslel und
um 18. in Pirmasens die übrigen drei Halb-Compagnien ein,
and werden die sie begleitenden Officiere und Unterofficiere am
18. und 19. Sept. wieder nach Landau zurückkehren.

FKaiserslautern, 15. Sept. Soeben, Mittags halb
luUhr, wird durch das Signal der Feuerwehr, durch Sturmläu—
en und Trommeln Feuer angezeigt. In der nahe bei der Stadt
zelegenen Ultramarinfabrik war Feuer ausgebrochen, welches in
io verheerender Weise um sich griff, daß schon nach kurzer Zeit
drei zum Etabl ssement gehörende Hauptbauten in sich zu—
ammenstürzten. Die Feuerwehr ist noch fortwährend mit
Löschen deichäftigt. Die Entstehungsursache des Feuers ist bis
setzt unbekannt.

fCannstadt, 12. Sept. Es wird noch Bielen wohl er⸗
mnnerlich sen, daß vor ungefähr 16 Jahren der in Eßlingen
practicirende Arzt, Med. Dr. Rambold in feiner Wohnung in
zer Hauptraße zu Eßlingen. Nachmittaas zwischen Jund 2 Ubr
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        Selte bonn 2000 Fuß Lange und ungemeiner Festigkeit gehalten;
das Schiff nimmt. 80 Pafssagiere auf und ist von einer Gallerie
umgeben; wom 14. Sepiember an bdeginnen die täglichen Reisen
— ——
fGeres Leuchtmittel.) Seit einiger Zeit bleibt
auf dem Platze vor dem Hoiel de Ville zu Paris all abendlich
diel Publikum stehen in Betrachtung und Bewunderung einer
ungewöhntichen Belenchtung, welche von 4 Kandelabern ausgeht
und zwar ün solchem Glauze, daß die übrigen Gasflammen des
Platzes trüb und rußig erscheinen, ein Licht, das ganz die Weiße
und Stärke des elelirischen hat, ohne wie dieses das Auge stechend
ju blenden. Nach photom etkrischen Meffungen beträgt die Leucht—
iraft jener Laternen nicht weniger als das Sechszigfache des ge.
wöhnlichen Gaslichtes und fomit läßt si h schon etwa Besonderes
erwarten. An jenen Laternen gesellt sich zu dem gewöhnlichen
Basrohr noch ein zweites, welches Salterstoff zas hinzuführt.
Heide Gase mischen sich im Brenner; und ihre Flamme umspielt
tin Staͤngelchen von Magnesia, welches haltbarer als Kalk und
nicht so sehr dem Zerfallen ausgesetzt ist. — Das Licht, als von
rinem feften Korper ausgehend, ist daher auch ein recht ruhiges,
fladert nicht und ist unempfindlich gegen Sturm und Unwetter.
Doß aber ein so dielverjprechendes System nicht schon längft in
die Oeffenklichkeit getreten ist, lag am der bisherigen Kostĩpieligkeit
des Sauerstoffgases. Die Entdedung eines practischen wohlfeilen
Weges, den Sauersloff, dieses roncentrirteste: Residuum des allwär
nenden, allbewegenden, alldelebenden Sonnenftrahels in unbeschränk
ter Menge aus der Luft quszuscheiden, ift nun dem Franzoser

Tessier de Mathay geglückt und dies wlirde denn das Neue und
Berdienstliche an der vorliegenden Erfindung sein. Die wohl⸗
feilssse Darsieslung von Sauerstoff im Großen hat selbst eine noch
Jrößere Tragweite, denn fie ist, ebenso für Hitze als Lufterzeugung
hedeulend. Die Hydrooxygengasflamme entwickelt die höchsten be ⸗
annten Hitzegrade, sie verflüssigt die widerständigsten Metalle wie
Plating uͤnd Stahl ebenso leicht, wie Blei in gewöhnlichem Koh⸗
enfeuer schmilzt. Die Enideckung besteht uun in Folgendem;
Frhitzt man manganjanzes Natron in einer eisernen Retorte auf
etiwwa 450 Grad O. und leitet dann eineu Strahl hoch erhitzteu
Wasserdampfes ein, so zersetzt sich das Salz und läßt einen Un—
theit seiues Sauerstoffes fahrenz; wird dann an der Stelle deß
Dampfes ein heißer Luftstrom eingeführt, so nimmt das Salz,
indem es aus der Luft den verlorenen Sauerstoff wieder ersetzt,
seine vorige Beschaffenheit wieder an. — Dieses Wechselspiel lann
beliebig lange fortdauern. Der Apparat selbst hat viel Aehnlich⸗
leit mit einer gewöhnlichen Gatzanstalt. Man sieht da, sowie er
im Keller des Haotel de Ville aufgestelli ist, einen Ofen mit eiri⸗
zgen glühenden Ketorten, ein kleine Dampfmaschine, welche abwrech·
seind Luͤft in dieselbe kreibt oder Dampf abgibt, einen Conden ⸗
jator, in welchem sich Sauerstoff und Wafferdampf scheiden, indem
letzterer zu Wasser verdichtet witd, einen Gasqmeter u. s. w. Die
Herstelungskosten des Sauerstoffs an diesen Apparate sollen 75
Tentimes pro Cubikmeter sein, was eine ganz brillante Rechnung
geben würde, denn man wird sich danu für die Hälfte der ge
wöhnlichen Gasbeleuchtungskosten etwanpdie dreifache Lichtstarke
versprechen dürsfen.
Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.
Die Lieferimg des in dem Betriebsjahre 1869 noͤthigen Rübols der Kgl Steinkod
leugruben der Pfalz und zwaaeeeeeee ι,
e der Grube St. Ingbert mit 500 Centnern Je 0 h. we. **
p ilelberbach· 1i80 Ia s0 xlc.
soll im' Submissionswege vergten werden. 1
Die Angevole, veischlossen und gehärig hezeichnet, sind bis 1. Oetober d. Is.
Nachmittags 2 Uhr bei dem unterzeichneten Amte einzureichen, bei diesem können
auch die Lieferungsbedingungen' eingesehen werden. 53555
Ingbert, den 12. September 18633.
ett Ses gel. Bergemt.
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in allen Constructionen für Hand- und Maschien-Befrieb, — SEangpumpen von 16
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Augguust Fæas in Frankfurt am MNain.
Repräsentant der Firma W. G B. Douglas, Mittledown, Connecticut

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Verein.
Sonnkag, dein 20. Sept 1868 Abends

z ühr im Veremslokal pe
5 LLBAM
Abend- Unterhaltung
wozu die Vereingimitgllede x freundlichtt ein⸗
ladet —— *— J Re. —
2: 1 * in 32

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T cachhen. Druc und Verlag von F-X Demet in St. Inabert.

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        St. Ingberler Anzeiger.
— —
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien Stag, Donnerstas
und Samsstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blatischrift dder deren Raum berechnet. J
Nro. 112. ZSanmstag,/- den 18. Septenbler 118868.
— Sà . SsP rhoLÿÿae.̃I . — —
DDeutschland. 8 München, 16. Sepi. Der König ist gestern Abend von
München, 14. Sept. Ueber die Landwehr schreibt die Berg hereingeko nmen, um heute über die hiesige Garnison und
Südd. Prefse“: Mit der Einberufung der Hälfte eines jeden deigezogene Bestandtheile der Garnisonen von Augsburg und In⸗
zer I6 bis jetzt errichtelen Landwehrbafaillone: und deren Einübe dolstadt — im Ganzen 9000 Mann — Heerschau zu halten.
ing sind wir in der Aus- und Durchführung unseres neuen Hesondere Aufmerksamkeit schenkte das Publikum den Landwehr⸗
Wehrgesetzes wieder einen Schritt weiter gekommen, und es er⸗ bataillonen, deren Maunschaften, fast durchgehends aus kräftigem
Wrigt nunmehr noch die Completirung der Bataillone durch die Nännlichen Gestalten bestehend und beinahe sämmtlich mit dem
andere Hälfte, was wohl in einiger Zeit auch geschehen wird. Armeedenkzeichen für den Feldzug von 1866 geschmückt, allgemein
Rach den dem Militärbudget zu Grunde gelegten Annahmen Anerkennung für ihre feste und sichere Haltung fande..—
zuͤrfie die Vervollständigung fämmtlicher Landwehrbataillone freilich, Der am nächsten Montag stattfindenden Hochzeit der Herzo-⸗
estin zwei Jahren zu erwarten sein, was auch dem jetzigen Siame gin Sophie mit dem Herzog v. Alengon werden dem Familiensta⸗
er Landwehrleute entspricht. Wir werden aber nach Einübung kut, gemäß Fürst Hohenlohe von Amtswegen und der Prinz Adal-
er Wehrpflichtigen aus dem Jahrgange 1847 einen soichen Stand bert sowie der Finanzminister v. Pfretzschuer in königlichem Auf-
aclinen Armee erhalten dat man im Nothfalle während die⸗ trage als Zeugen beiwohne.
ser zwei Jahre die zur Completirung der Landwehrbataillone noch Diensiesnachrichten. 355.
nothwendigen Mannschaften aus der Reserve nehmen könnte, ohne — —— —333 ee
ehlere in Verlegenhein zu bringen, Mangel an Reservisten zu haDie siebente Advocatenstelle in Frankenthal ist wieder besetzt
hen. Bei Anordnung der KTinberufung und Einübung des und dem geprüften Rechtscandidaten J. Thalmann in Franken-
hig jehte vorhandenen Theiles der Landwehrbataillone mit dal verliehen worden; ferner ist die erledigte prot. Pfarrstelle zu
hesonderer, Bedachtnahme auf die schou kürzere oder lam⸗ Großbundenbach Decanats Homburg, dem derzeitigen Pfarrverwe—
ere Zeit in der activen Armee Gestandenen ist man von dem er daselbst, Pfarramtscandidaten J. Ehr. H. Ruppelius aus Mau—
GBrundsah ausgegangen, nicht auf Kosten der Qualität die Quan- henheim, die erledigte prot. Pfarrstelle zu Offenbach, Decanats
sitat zu heben, denn die Quantität allein macht eine Truppe in Landau, dem bisherigen Pfarrer zu Niederkirchen, Decanats Kai-
zer Hand des Führers zu einer tüchtigen Feldarmee, sondern vor erslautern, J. Münch, die erledigte prot. Pfarrstelle zu Lambsborn,
allem ihre Qualilal entscheidet über ihre Vrauchbarkeit und zweck- Decanats Homburg, dem bisherigen Pfarrer zu Spesbach
zrfüllende Verwendung; bei vernachlässigter Qualität ist die Ddecanats Homburg, J. Haas, und die mit dem Stadtvicariate
roßere Quantität für den Führer nur ein Hemmniß und wird, zu Zweibrüden verbundene protest. Psfarrstelle zu Mitkelhach, De—
instatt von Vortheil zu sein, nur Nachtheil bringen. Nach Allem, canats Zweibrücken, dem derzeitigen Verweser daselbst, Pfarramts-
wag man sieht und hört, wird auch unfere gegenwärtig präsentirte andidaten H. Pistor aus Bergzabern verliehen worden.
Landwehr in der kurzen Zeit ihrer Einberufung und Uebung bei Der Sitz der kath. Präparandenschule in Landstuhl wird vom
dem bewwiesenen Eifer, guten Willen und der Anstelligkeit der! Beginn des nächsten Schuljahres nach Blieskastel verlegt.
deute den nöthigen Grad der Ausbildung erreichen, um unter Berlin, 14. Sept. Hier ist ein Verein für Freihelt der
Alen Umständen als brauchbare, kriegstüchtige Infanterie verwens Schule projectirt, für welchen eine vorbereitende Commission den
det werden zu koͤnnen. F aachstehenden Statutenentwurf ausgearbeitet hat, der in einer
München, 15. Sept. Der König wird morgen Mittag miäOctober abzuhaltenden Volksversammlung berathen
12 Uhr auf dem Marsfelde über die dort unter dem Befehle des verden soll:
Zenerallieutenants Frhrn. v. d. Tannaufzustellenden Truppen 81. Der Verein für Freiheit der Schule bezweckt die Re-
mler Waffengatlungen der hiesigen Garmison, jowohl des ftehenden orm der Schule und ihre vollständige Befreiung von kirchlicher
Heeres als der Landwehr, Revue abhalten. Hiezit werden auch Aufficht und bureaukratischet Bevormundung.
die Landwehrbatgillone, des 3. 10. und 13. Infanterieregiments Z 2. Er wirkt für diesen Zweck, indem er durch Wort und
»on Augsbuͤrg und Ingolstadt beigegeben. Die von auswärts —Schrift Verständniß und Theilnahme für denselben in weit eren
hieher beorderten Bataillone werden durch die Eisenbahn hieher dreisen erweckt und verwandte Bestrebungen unterstützt, insbeson-
Fefördert, hier kasernirte und kehren am Abend noch per Eisenbahn dere aber, indem er mit den Geldmitteln, welche er erwirbt, zu⸗
in ihre Garnisonen zurück. — Der großherzoglich badische Gene- dächst confessionslose Volksschulen, und in Verbindung damit ein
alstab beabsichtigt nach Beendigung der diesjüͤhrigen Herbstmanö— Seminar für Ausbildung von Volksschullebrern errichtet oder de—
ver eine Instruͤcuonsreise durch verschiedene Gegenden des Regier- en Errichtung fördert.
ungsbezirkes der Pfalz vornehmen zu lassen. Die Reise wird Zz 3. Jedes Mitglied des Vereins zahlt einen beliebigen
vahrscheinlich am 18. d. Mis. angetreten werden, ist auf die ährlichen Beitrag, der aber auf Grund gewissenhafter Selbstein-
Dauer von etwa 3 Wochen bemessen und wird von Karlsruhe hätzung nicht unter Ia pCt. seines Einkommens betragen darf.
nus über Landau, Pirmasens und Saarbrücken nach Saarlouis Die Beiträge werden in vierteljährlichen Theilzahlungen an die
und von da wieder zurück nach Karlsruhe gerichtet sein. An der- Vereinslasse abgeführt.
selben werden neben dem Oberstlieutenant v. Leszcyns!i, Chef des 84. Ein Comite von 12 Personen bildet den Vorstand,
Heneralstabs und 16 anderen badischen Officieren, auch 5 würtem⸗ der alljährlich einer Neuwahl durch die Vereinsversammlung un⸗
zergische Officiere (Major Triebig, die Haͤuptleute Sarweg und kerliegt, bei-welcher der Vorsitzende und der Stellvertreter dessel⸗
Schill und die Oberlieutenants Pfaff und Hofmeister sich bethei- ben in besonderen Wahlgängen zu ernennen sind.
sigen. — Das k. Staatsministerium der Finanzen hat im Ein— 8 5. Der Vorstand verwaltet das Vereinsvermögen und
herständniß mit dem k. Staatsministerium des Innern verfügt, Lerfügt über dasselbe mit jährlicher Rechnungslegung und Entlast-
zaß die Bestimmungen des Art. 89 des Wehr-Verfassungs-Gesetzes, ing ducch die Vereinsversammlung. Er ordnet die Vereinsver⸗
zufolge welcher die Einstandskapitalien waffenunwürdiger oder deser ammlungen an, deren jährlich mindestens zwei stattfinden. Auf
irter Einsteher unter den daselbst bezeichneten Voraussetzungen der Antrag von 25 Mitgliedern ist eine solche jederzeit binnen vier
Staatskasse anheimfallen, sich nicht auf die sog. Haudgelder erstree Wochen zu berufen.
ken, und letztere daher, wie das übrige Vermögen von Waffenun— Berlhin, 14. Sept. In der zu Wien erscheinenden „Au⸗
vürdigen oder Deserteurs, dieser oder den Gemeinden verbleiben. — kria“ findet sich eine auf Grund der Transportmittel der frauzö—
Zur diesjährigen Prüfung für das Lehramt ichen Bahnen angestellte Berechnung, nach welcher die französische
der neueren Sprachen an den humanistischen und techni⸗ Urmee in zwanzig Tagen an der Ostgrenze des Empire concentrirt
schen Lehranstalten haben sich nur 11, für das Lehramt der Mathe- ein kann. Hiesige Sachkenner glauben, daß die vielen Parallel-
matikennur 2 Kandidaten gemeldet. — dahnen in Deutschland eine viel schnellere Concentrirung de—
        <pb n="444" />
        norddeutschen Armee an unserer Westgrenze gestatten, wenigstens einer Anzahl Geschütze ausgeschifft. In der
für den Fall, daß es sich nur „um le der Grenze gn waren, laut dem in ee 3 8 Dr. 38 Ire
Main ee be die des Kö⸗ Fieberkranke —*
nigs hier ebensobiet durch die Zuversicht, mit der sie die Eventu⸗Im Mörmissich en haust, jetzt eine Räube J—
ainat eines Krieges ius* Altze faßl, als durch dag Vertraucit in Spitze En französischer — * der ee
die Aufrechthaltung des Friedens, das sich in ihr abspiegelt, den keht. Derselbe ist zus den Räubern desertirt und soll
hesten Eindruck gemacht. An der Börse bewirkte sie sofort einen die sih um ihn geschaart, auf eine ausgezeichnete —
Umschlag der bis zu ihrem Bekanntwerden sehr matten Stim⸗ leiten. — e
nung 34Ea qn, 4 Tbaldi hat ein Schreiben an sei ähler ve
cexlAn, Is. Sept. Wenn Sie die Aeußerungen der heu⸗ lichtIn sein — 5238 für d —
ligen ministeriellen Abendblaͤtter mit der Antwort des Königs auf zicht leistet wegen seiner Unfähigkeit, den Wahlern Dienste zu lei⸗
die Ansprache des Rectors der Universität Kiel zusammenhalten, sten; körperliche Schwäche und das Bewußtsein, ——— und
jo werden Sie nicht verkennen, daß bei aller Zuvericht.·auf Gr- derlassenen Volle nicht helfen zu können, habe ihn von —
— des Friedens, doch ein gewisser Ernst in der Sprache zu ingen des Parlaments ferngehalten. Er habe bedauer F
Tage ritt, welcher bel größerer Entwicklung der laiserlichen Selbst- denselben bei der gegenwärtigen Bedrangniß des Siaales nicht
egierung an der Seine doch die Grenzen andeuten dürfte, welche habe beiwohnen können. — Er sei bereit, sein Leben zu opfern
Enropa nicht gewillt ist⸗ von den Franzosen überschreiten zu lassen. wenn sich Gelegenheit biete, dadurch dem Lande zu nützen.
die Antwort des Königs ist vou großer Tragweite. Er sieht innnn Amerika. 27
Janz Europa keine Veranlassung zur Störung des Friedens, und —— J
agt das zur Beruhigung; der König fügt aber hinzu, daß die 8Re we Nork.s. Webt. In Mullian County, im Staate
A mer und Marine einen aufgezwungenen Kampf aufzuͤnehmen sich Tentucky, widersetzte sich ein bewaffneter Haufen weißer Einwoh—
cht scheut, wie sie dies schon bewiefen hat. Das Wort „aufge- er der Steuererhebung. General Shoffield gab hierauf den Be—
wungen“ wird in Wien vielleicht wieder mißfallen, es entsprichi sehl, daß die Steuerbeamten in der Ausübung ihres Amtes
wWer der geschichtlichen Wahrheit und zeigk, daß man sich im Norder om Militür unterftützt werden sollen. — Baron Lederer, der
nicht scheut, dem schmollenden Lothringer die Wahrheit zu sagen. eur österreichische Gesandte, wurde von Präsident Johnson offi-
Ich kann Ihnen nur wiederholen, daß das Verhallen der franzo— iel empfangen.
ischen Regierung — überall, ausgenommen in Spanien, sehr
nißfällt, und daß möglicherweise dieses Mißfallen von seemächtlichen
Seilen her — ich belone den Plural — zum Ausdruck gelangen
wird. Man wird noch eine Zeitlang warten und dann um Ruhe
hilten. „Coalition“ heißt es jetzt schon in der österreichischen Presse!
Hilft alles nichts, so wird es heißen: Elsaß und Lothringen.
Savoyen und Nizäzäzgzgg.

Dresden, 17. Sept. Das Oresd. Journ.“ erklärt die
Zeitungsnachricht für unbegründet, nach welcher das preußische
Ffriegsministerium dem sächsischen Generalstab einen Feldzugsplan
gegen Frankreich mitgetheilt hätte.
Leipzig 17. Sept. Der unter dem Präsidium des Hrn.
d. Schweitzer in Berlin stehende allgemeine deutsche Arbeiterverein
vurde auf Grund des Vereinsgesetzes aufgelssft..

Hannover, 12. Sept. Die bisherigen Consistorien sollen⸗
bis UJanuar aufgehoben werden. Die Ehe⸗- und Verlöbnißsachen
ollen den welilichen Gerichten, die Volksschulsachen dem Provin⸗
nialschulcollegium, die Aufsicht über das Kirchene und Schulvermö⸗
Jen den Provinzial-Regierungsbehörden übergeben werden.

Prag, 15. Sepi. Der Redacteur des Narodni Pokrok,
Tzerny, wurde wegen Verbrechens der Störung der öffentlichen
Ruhe zu einer achtzehnmonatlichen schweren, mit Fasten verschärf⸗
en Kerkerstrafe und 3000 Gulden Kautionsverlust, und der Re—
dacteur des Arbeiter-Wochenblattes, Delnik, wegen Vergehens der
Aufreizung gegen Nationalitäten und Religionsgenossenschaften
zu dreimonatlichem strengen, mit Fasten verschärftem Arrest und
wegen Weiterverbreitung des Inhalts der confiscirten Druchschrift
u 100 fl. Strafe verurtheilt.

Frankreich.

Aus Paris wird geschrieben, daß die Chassepots, mit
welchen die französische Armee heute ausgerüstet ist, durchaus nicht
mehr jene sind, welche in Preußen erperimentirt wurden. Die
zerügten Hauptfehler: Nichtlosgehen, Verfallung der Kammer xc.
seien bei den neuen Gewehren gänzlich beseitigt.

Hr. v. Benedetti ist aus Berlin hier eingetroffen. Sehr un—
zjern hört man in Regierungskreisen von einer bevorstehenden
zritten Zusammenkunft des Königs von Preußen mit dem Czaa⸗
ten berichten. Diese Zusammenkunft soll statt haben, während
der Kaiser von Oesterreich sich in Galizien befindet.

Englaund.

London, 17. Sept. Unweit Abergeley hat abermals ein
Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge stattgefunden. Mebrfache
Verwundete

aer mi sch re ..
F St. Ingberfi. In dem Garten des Herrn Peter Schtvatz
Megger dahier, sieht eben ein Pflaumen⸗Baum in vollet
Blüthe⸗ Gewiß eine nie dageweseuen Erscheinung im Monat
Sae ptiem ber. —*

7 Neustadt, 15. Sept. Bei dem am Samstag hier
rusgebrochenen Brande in der Correll'schen Mühle sind sicherem
Bernehmen nach die Magdeburger Versicherungsgesellschaft mit
16,000 fl. und die Leipziger mit 26,000 fl. betheiligt, wäh⸗
rend die Gebäude, wie wir hören, mit 56.000 fi. bersichert
varen —
fAüs dier Pfalz haben 46 Hofgutsbesitzer“an⸗ die
dammer der Abgeordneten eine Eingabe gerichiet, welche die Auf⸗
aahme von Zusätzen zu der Gemeindeordnung bezweckt, wonach
die nach der Ansicht der Bittsteller zu weit gehende Beitragspflicht
»er Einzelhöfe zu den Gemeindeumlagen auf das richtige Maß
urückeführt werden soll. Die erbetenen Zusätze werden haupi—
sächlich dadurch begründet, daß arondirte, von den Gemeinden
ntfernte Hofgüter von den gemeindlichen Einrichtungen keinen
Bebrauch machen können, daß aber das, was Bedürfniß ist, von
hnen selbst ohne gemeindlichen Zuschuß auf sehr kostspielige Arz
zeschafft werden muß.

F München, 14. Sept. Sobald gestern constatirt war,
daß in dem nahen Gehöfte „Lappen“ Spuren von Rinderpest vor⸗
'amen, ist das Gehöfte sofort vollständig abgeschlossen worden und
inden nun heute Berathungen darüber statt, ob weitere Maßre⸗
zeln nothwendig sind.

FVonder bayerischen Grenze, den 4. Sept. In
dem nahen Orte Sachenhausen ereignete sich am 31. v. Mis. ein
rrüßlicher Unglücksfall. Eine dortige Bauernfrau wollte die vom
Felde heimkehrenden Kühe, nachdem sie vom Wagen angespannt
waren, in den Stall treiben, um sie daselbst anzubinden. Plötzlich
uhr die eine Kuhe, noch nie solche Tücke zeigend, nach der betref⸗
enden Frau, stieß ihr das Horn in den Unterleib und riß ihr
denselben bis zur Brust vollständig auf, so daß Magen und Ein—
zeweide heraushingen. Die schnell herbeigeeilte ärzliche Hilfe vet⸗
nochte aber das Leben der armen Frau nicht zu erhalten. Erst
nach 24 vollen Stunden gab sie unter den fürchlerlichsten Schmerzen
hren Geist auff.

In Augsburg hat eine junge Fabrikarbeiterin 200
Zwetschen gegessen und darauf ein Glas Bier ge—
rxunken. Einige Stunden darauf starb sie unter unsäglichen
Schmerzen.

F Saarbrücken. In der benachbarten Grube Alten—
vald wüthet schon wenigstens 8 Tage ein Grubenbrand, der allem
Anschein nach bedeutende Dimensionen angenommen hat und
noch annimmt. An ein Arbeiten der Bergleute in der
Grube isl natürlich dabei gar nicht zu denken und ist eine
große Anzahl der Angehörigen der Belegschast nach Dudweilet
verlegt worden.

In Frankfurt ist eine Stiefelreinigungs⸗-⸗Austalt ins Leben
getreten. Dieselbe hat 15 Stationen in verschiedenen Theilen
der Stadt errichtet.

.Tierier, 2. Sept. Vor vielen Jahren sah sich ein hie⸗
siger Kaufmann gezwungen, seine Zahlungen einzustellen. Er ver—
suchte darauf sein Glück in Amerika. NKürzlich träf nun ein Sohn

Italien.
Man liest in der „Gazette die Torino:“ Man versichert, daß
nach Erkundigungen, die unserm Ministerium des Auswärtigen durch
zie italienische Gesandtschaft in Paris zugegangen sind, die Re—
zierung entschlossen sein soll, energische Maßregeln zu ergreifen,
um das Land von der wahrhaft außerordentlichen Anzahl von
frauzösischem Emissären zu befreien, die nicht allein in Florenz
sondern auch an allen Hauptpunkten Italiens verweilen.

Das französische Occupationscorps wird verstärkt. In Ci—
aita⸗Vecchia, in Corneto und in Palo wurden die Behörden aufge
'ordert, Wotznungen für zu erwartende französische Offiziere her
urichtken. .,In Ceynta-Vecchia wurde auch wieder Munition nebst;
        <pb n="445" />
        desselben in. Begleitung seiner Fomilie Rus Nmerika hier ein,J werden kommte. Der Gasomeker, welcher eine Dophelmanet hane,
uchte sänfmtlicht Gläuhiger seineß Vatérs auf und befriedigte alle, wvurde zerstort und aus der Dnsnung ginem HKeater y etwa
ndem ex außer. den bezüglichen Hauptsiummen auch die Zinsen ber 4 Klaflern im Durchmesser, druͤng bdalkde eine? riestge Flammen⸗
zahlte, worauf er eben so still und bescheiden, wie er gekommen, und Qualmsaͤule hoch emporrt? Das Feuer hatte die Lagervor⸗«
vieder seine Rühcreise gütrat. “ I cäthe qu Petroseum, das in rohem Zustande vorhanden war der⸗
Fraso blenz18. Sepin A hiew einheichfenet brgtapti. zriffen und sand⸗ reiche Nahrung..Wie- groß, dieser Voräthe wa⸗
scher Mittheilung stehen seit gesteru Idus. Proviant⸗Amtsgebäude en, konnte man noch nicht, erfahren, man weiß nur, daß, eine
in Saarlouis, sowie sämmtliche düratn stoßende Vorrathsgebäude Ladung von drei Schleppfchiffenfur die Fabrik eintraf, wonon bis
in Flammen. J uf etwa 100 Fässer, welche noch am Donau- Ufer. liegen, alles
In Perlin hat, wie djg Feretij sesdung brrichtet, die Poltzei debrige in Den Fabrikräunen einstelagert purde. Dat Feuer nahm,
zwanzig danee te aus eben so dielen Tabaksge mn Erlenfibität immer mehr zu, ündin der Eutfernitg pon 500
sdaften daselbst untersucht und gefunden. daß nur zwei. Pachchen, Schritten war, die, Hitze noch sehr einpfinblich. Daß an ein Löt
einen Tabat, die brigen ib aber ein Gemisch von' Tabak chen des eutfesselten Elemenks nicht zu denten war,“ ist von selbst
zetrodneten Kartoffelnschalen, Runkelrübeuüblättettz, Seegras ues w erstündlich, imd“ beschränkten sich denn aich die geiroffenen Maß—
enthaltn. GICAM- ꝛegeln auf die Abwendung der Gefahr durch Ausbreitung des
— ——
von rohem Schwesnefleisch 30Tadesfälle in Folge. Trichimose vor⸗ iluch glücklich verschont blieb, jndem die Flammen in— gerader
zekommen; 12 andere Personen find noch in ärztlicher Behandlung. Linje aus dem⸗ Krater des zerstörten Gasometers emporschlugen,
F Im Wald bei Silenbach, Gerichts Aichach, wurde kin ind' glücklicherweise kein Luftzug die Gefahr erhöhte. Die Vetre
schandliches Verbrechen begangen grel Schiwestern saͤhten im den indungen des Gasometerz mit den übrigen Fabrikräumen sind,
Balb um ·zu holzen ze sien kehrten nicht wieder. Rach, gnigen Ta⸗ gyiel als dies thunlich war, zerstzrt und abgeschnitten worden.
gen fand man sie ermoͤrdet und gräßlich verstuͤmmelt.“ Der einen das Feuer wird voraussichtlich o lange anhasten, als die dabbn
die in hochschwangerem Zustande gewesen, ist der Leib auf gerjssen ergriffenen Vorräthe an Pelroleum ihm Rahrung bieten; möge.
und dent Kind, det Kopff abgeschmten, 4 ite lcherweise dürfte-Dies noch 24 Stunden langwähren nebet'
4 Wei mar. Ju — Feuersbrunst am die durch dr trr ee Verluste au Menschen⸗
d. d.M:. 250 Gebände (darunter 94 Wohnhäuser) in Asche helegt. eben uind' sonstigen Anglücksfälle konnken im Augendlicke keine gee
* Besst, 18. Sebl. Das große 6000 Ceñttere fassende fauen Erhebung dehflogen werden. Leider ist bisher der Tod von“
jemauerte Reservoir der Petroleum Raffincrie-Actiengeselljschaft rei Menschen ünd, 4—s8 Verleßungenausßer Zweifel gefezt. Ene
Ofen breunt seit B Uht Nachmittagi Au Löschen“ ist nicht der Unglitcklichen, welcher vom Feuer ergriffen wurde, lief schnur⸗
u denken, man bemüht sich, die füufgz nebenan liegenden. KRefer; krackg in die nahe Donau, wo er sich in die Fluthen stürzte und
voirs zu schützen, da deren Entzündung jepeir Augenblick befürch⸗ einen 2 fand. Wenn das Unglüd keine weitere Ausdehnung
et wird. Der Sgaden ist ungeheuereDrel Menschen siud bet⸗ iauntl wird der Schaden ür das Umernchönen ein seht eirheb⸗
unglückt 2 ücher fein.
diie Ueber daß kurz figndlifirte uͤnglück in Vfen ist solgende et Sudwigshafen, 18. Sept. Die pfälz. Ludwigsbahn
aähere Mittheilung eingelaufen: Außerhalb der Mauthlinie an jal im Aug, 1863 im Ganzen 264,738 fl. 4 fr. vereinnahmt.
ver Stuhlweißenburget Stfaße, vi, Cfeh Jegt die Petroleum⸗Raf⸗ Nehreinuahme gegen den gleichen Monat vorigen Jahres 16704
inerie⸗Fabrik einer hiesigen Actien-Gesellschaft. Die Fahrik ist h 59 kr. — Die pfälz. Maximiliansbahn hat im Monat Aug.
em Ausbau nahe, blos ein Theil deg Daden t ue nicht ein⸗ 868 im Ganuzen 72,662 fl. 41 lr. dereinuahnn. Mehrein⸗
zededt, und Baugerüste stehen noch um das Fabriksgebäude.“ Etwa ahme gegen, deu gleichen Monat des porigen Jahres 1948 fI.
wanzig Klafter von dem Gebäude entfernt, liegt der Gasometer 9 kr. — Die Neustadt-Dürkheimer-Bahn hat im Aug 1868 im
»er Fabrik, der bexreits vollstandig fertig und eingerichtet war. Hanzen6449 fl. 158 ir. vereinnahmt. Mehreinnahme gegen den
Begen 8 Uhr erfolgte ploztich ein Knall. der einem Kanditen- jleichen Monat des vorigen Jahres 874 fl. 7 tkt.
donner gleich war. Die Detongtion war so heftig, daß der Auf,; f Berläun, 15. Sept. Bei der heute statigefundenen Fee
seher der fast tausend Schritte eutfernten Wasserleitungz; Maschine ing der preußischen Präͤmienanleiht wurden folgende Serien dez⸗
ꝛer Ofener Actien-Ziegelfabrik und ein Finanzwächter an der jen: 35.40, 45, 68, 107, 158, 1607. 196, 240 —
Mauthlinie zu Boden geworfen wurden. Es zeigte sich bald, daß 188, 300, 309, 387, 408, 483, 448, 488, 590, 668, 666
in Unglück in dem erwähnten Gasometer der Pefroleum-Raffinerie- 703, 797, 787, 808, 829, 999, 1066, 1191, 1217, 12953
Fabrik geschehen sei, dessen Ursache bisher nicht näher bezeichnet 1299, 1361, 1367, 1488. 1494.. *
Bekanntmachungen.

341
Bebanttimacha g.
. Die Lieferung des in dem Betriebsjahre 18609 nolhigen Kübdls der Kol Sleinkoh⸗
engruben der Pfalz und zwur * ——
3.der Grube St. Ingbert mit 500 Centnern
voe Mitelberbach 140]4 50 Kilo.
oll im Submissionswege vergben werden
Die Angebote, verschlossen und gehörig bezeichnet, sind bis 1. Oetober d. Is.
Nachmittags 2 Uhr bei dem unterzeichneten Ämte einzureichen, bei diesem können
ruch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden.
St. Ingbert, den 12. September 18686.
Das Kgl. Bergam 3
Bockhart. 5

Mühl &amp; Wiesen-⸗-Versteigerung.

Montag, den 5. October 1868 auf der
Spieser Mühle, läßt Johann Klein,
Kentner von St. Ingbert nachverzeichnete
Realitäten unter annehmbaren Zahlungs⸗-
erminen auf Eigenthum versteigern, als:

1. Eine Mahlmühle mit 2 Gängen nebst
dazugehörigen Gebäulichkeiten und Hofgering
nuf dem Bann von Spiesen in der
preußischen Rheinprovinz, nebst circa 35
Mortgen Wiesen, und circa 7 Morgen
Ackerland auf preußischem und bairischem
Bebiet.

2. Circa 592 Morgen Wiesen auf bai⸗
rischem Gebiet in 14 Loose getheilt.

Jestampftes 66 hennelahßß—
Feinst gestampftes EAmαιAα—l.
keinst Sedampftes Anol
—II — — —
hilligst bei IRS. FVor üe St. Ingbert.
Ich dertaufe reinen ramba⸗
en Wein über die Straße
rouzer per Schoppen.
ESIMRMÆBLINGEAI.
echnungen, Faeturas, Wechsel,
Adreße⸗, Visite und Verlobungs-Karten,
Etiquettes aller Art, Authographien ꝛc.
werden geschmackvoll angefertigt, in der
Lithographie &amp; Buchdruckerei von
VTITMIE

Reelles

Heiratheenerbieten.
Ein Mann in den besten Jahren, ange⸗
tellt mit einem monatlichen Gehalte von
i0 bis 50 fl., ein Vermögen von 200 fl.
ʒesitzend, katholischer Religion, welcher sich
in Bälde zu verehelichen beabsichtigt, sucht
uuf diesem nicht mehr außergewöhnlichen
Wege eine angenehme Lebensgefährtin im
Ulter von 20 bis 30 Jahren und mit
inem Vermögen vön circa 1500 fl. bis
1000 f. — Etwaige Offerten,. welchen,

—

wenn thunlich, die Photographie beigefügt
verden wolle, befordert unter Zusicherung
der strengsten Discretion die Expedition
dieses Blattes.

Ein braver fleißiger Junge,
der das Schreinergeschäft zu
rlernen wünscht, findet einen Plaß bei
„chreine
BRLRwolf in Sih. Inahert
        <pb n="446" />
        Sonutag, den 20. September 1868.
GesellenValss
bei Joh. Hoffmann.
Anfang Mittags um 8 Uhr. *

Entr Kr

Die Meister sind hoͤflichst eingeladen und
gäben freien Zutritt.. —
ne uch die Gesellen und Meister!
von Schnapphach laden wir besonders
zu unserem Bolle freundlichst ein.
Die St. Jugberter Handwerks⸗

Gesellen.
uzeige.

Drei interessant Briefe, (zwei von Hrn.
Deganisten Franz Woll und einen von
mir) lege ich auf Wunsch jedes Darnach.
fragen den zur geil. Ansicht vor. J
Lithographirto sopioon
find, von nächsten Donnerstag an, für 6
ir. bei Herrn Rechtsconsul enten Scherpf
zu haben. Der Erlös wird den Armen
geschenkt. 2
JosepIa
ee 1, Pha rmaceuth.

S

6BRMANIA“,
Lebensversicherungs-Actien-Gesellschaft
2u Stettin.
Grund . Capital Drei Miuionen Chaler.
Reserven Ende 18673.22586,769.Thlr..
Bis 1. Januar 1868 bezahlte Ver⸗ —
sicherungssummen..2047,180.
Versichertes Capital346, 082,077 . *
Jahreseinnahme 1457, /833.
Im Monatf Zuli sind eingegangen::: —
2529 Anträge auf AI, 38, SGIL
Wir bringen hiermit zur öffentlicheu Kenntniß, daß
vwir dem Herrn Georg Gressung zu St. Jo⸗
hann eine Haupt-Agentur unserer Gesellschaft übertra—
gen haben und empfehlen daher denselben zur Vermit—
lelung won Aufträgen gpgeegentinn

Wöln, am 1. September 18666. —
pas Frrreau der , anicass.

Pfälzischer Viehversicherungsverein in Speyer.

Mit Recht finden die Viehversicherungen immer größeren Beifall. — Gegen Feuers
jefaht versichet man Haus und Mobiljen; warum sollte man zu den jetzt so, billigen
Zraͤmien nicht auch seinen Viehstand gegen unvorhergesehene Fälle, die oft mit dem
desten Wilken und der größter Vorsicht nicht ferne gehalten werden köunen, versichern? —
Bewiß ist Jedem, der Vieh hält. daran gelegen, seinen Viehstand zu erhalten, wenn thun⸗
lich zur vermehren, was zum Betriebe seines Gewerbes und zur Vermehrung des Wohl—
tandes wünschenswerth, sogar nothwendig ist. — Bei dem weniger VBemittelten ist das
Vieh, das ex befitzt, meist der größte Theil seines Vermögens, und hilft ihm durchs
deben; durch eine Krankheit desselben oder durch Unglücksfälle kommt er um sein mit
Zorgfalt angesammeltes Eigenthum, das er durch die angestrengteste Arbeit und Spar—
'amkeit sehr häufig nicht mehr zusammen zu bringen im Stande ist. Auch der Wohlha⸗
bende kann bedeutende Verluste ohne die Versicherung erleiden müssen, darum scheue kein
Viehbesitzer die wenigen Kosten und versichere ein Jeder sein Vieh. — Die
Anstalt hat ihre Statuten neu umgestaltet, Erleichterungen sind eingetreten, die Prämieit
ind billiger geworden und werden vorausbezahlt, wodurch es möglich ist, jeden Schaden
ängstens wie rx Wochen nach der statutengemäßen Anerkennung auszuzahlen. — Indem
ich diese vaterländische Anstalt bestens empfehle, gebe ich die Zusicherung, daß dieselbe
nur das Bestreben hat, den Versicherern nützlich zu sein. Allenfallsiger Ueberschuß wird
dem Reservefond zugeschlagen, und bei recht zahlreicher Betheiligung ist die Wahr—
cheinlichkeit vorhanden, daß die Prämien noch mehr reducirt und sogar Dividenden,
bezahlt werden klönnenn. 9—

Zur Entgegennahme von Anträgen und Ertheilung nöthiger Auskunft empfiehlt sich
WWeorr nger
Agent flir die Landagerichtsberirke St. Inabert und Blieskastel.

Kacher

—
—
1474
8
— *
ue
—“
9 q
—W

*
g
4
Sonntag 20. &amp; Montag 21. Sept.
7T 77 * J C k
anMusikt.,
für gute Speise &amp; Getränke ist be—
tens gesorgt, wozu höflichst einladet
—* n.
— *5* hacher gey

ii —

Bei Unterzeichnetem findet während der
Dirchweihe

Ein gesitteter junger 8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Quai.
Bursche aus hiesfiger 14 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hanmelsleisch
Stadt kann unter gün⸗ 16 kr., Schweinefleisch 18 kr. Butter 30 kr
ttigen Bedingungen als Lehrling bei mir ver Pfund.
eintreten. J —
IJ. Schwarz jun.
Schreiner.

Harmoniemusik.
misgeführt von einer Abtheilung des
preuß. 7. Aßlanenregimentes
talt, wozu höflichke adet
⸗RMRäBhneider.

Fraukfurter Börse
vom 17. Sept. 1868.

GBGeldsorten
Preußische Kassenscheine.. 1 442 -45
Preußische Friedrichsddr. 938459
Pistolen.. 947- 49
dolländische 10 sleStücke. 954-56
Ducaten C.. 536 -38
20Francs⸗Stücke ... 0 2——öxο——
Englische Souvereigns. 11542 69
Bold per Zollfund ffii... — —
dochhaltiges Silber per Zollpfundd ——
Dollars inGold 2 27-28

Redactisn, Druck und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbert.

tr

8 2

rine Echnupftabacks⸗
ose wurde gefunden. Der
Figenthümer möge dieselbe
bei Herrn' Philipp Klinck,
skanfmann, in Empfang nehmen.
*u 7 89
        <pb n="447" />
        Sf. Ingberler Anzeiger.

F
Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag

und Samstag. Abonnementsvreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 113. Dienstag, den 22. September 418868.

nach den bedeutenderen Gefechten betruchtet, ist folgendes: In
Einladung zum Abonnement. der Schlacht bei Kissingen befand sich auf Seite der Bayern
Mit dem 1. October nächsthin beginnt ein neues Quar— 1Officier unter 13 Todten oder Verwundeten und je 1 Officier
ral für die Monate Oetober, November und December. inter 86 Gefangenen, auf Seite der Preußen unter 21 Todien
Wir machen unsere verehrlichen Leser hierauf mit der freundlichen — e je Aftr ; ain
— zsli iti -Gefecht bei Helmstadt kam au Todte oder Verwundete der
Bitte aufwerham shee — reqt ne gn bayrischen Armee 1 Officier und auf 46 Gefangene ein solcher,
aeuern. Ramentlich ersuchen wir eemgen Inserer n Iund auf 24 Todte oder Verwundete des preußischen Heeres, sowie
welche das Blatt durch die Po st beziehen, für eine mög lich st aguf 46 Gefangene derselben je 1 Officier. In dem Gefechte bei
baldige Beftellung bei der betreffenden Posterpedit ion oder soßbrunn verhält sich bayerischerseits der Verlust an Officieren
den resp. Postboten Sorge tragen zu wollen, damit der Versandt um Verlust an Mannschaft bei Todten und Verwundeten wie
des Blattes keine Verzögerung erleide. 1 zu 16, bei Gtfangenenwie Iqu g3, preußischerseits bei Tod⸗
ahlreich m Abonnement ladet ein ten und Verwundeten wie 1 zu 23. Unter den in diesem Gefecht
Zu zahlreiche . gefangen genommenen 36 Preußen befand sich kein Ofsicier. In
Die Expedition. en Vefedte bei Hettstadt trifft in der bayerischen Armee auf 8
NB. Denjenigen Abonnenten, welche den Anzeiger durch die Todte und Verwundete je 1 und auf 2 Gefangene 1 Officier; in
don der Expedition beauftragten Zeitungsträger erhalten, wird das der preußischen auf 9 Todte und Verwundete 1 Officier; unter
Blatt für das kommende Quartal regelmäßig fortgeliefert, sofern den Gefangenen war auch in diesem Gefechte kein Oflicier.
dieses Monats nicht ausdrüd⸗e München, 18. Sept. Im Staatsministerium des Aeu⸗
sie vor Ende die hern wurde heute der mit Genehmigung des Königs mit dem
lich abbestellen. Königreiche Bayern und dem Könireiche Italien vereinbarte Aus—
— — lieferungsvertrag durch den Staats-Minister Fürst v. Hohenlohe
und den k. italienischen außerordentlichen Gesandten und bevol-⸗
nächtigten Minister am hiesigen Hofe Marquis de Migliorati ge—
zeichnet. Dieser Vectrag, dessen Verhandlung mit erheblichen
Schwierigkeiten verknüpft war, und dessen Ermoͤglichung erst durch
das in der jüngsten Kammersitzung zu Stande gekommene Geseß
„die Auslieferung von Verbrecher bet.“ bewirkt wurde, wird dei
»em seit Eröffnung der Brennerbahn gesteigerten Verkehr zwischen
Bayern und Italien von wesentlichem Nutzen sein. — Zwischen
dem Staatsminister des Aeußern Fürsten Hohenlohe und dem zu
diesem Behufe hier angekommenen außerordentlichen Gesandten
der Vereinigten Staaten von Nordamerika, George Bancroft, wur⸗
den heute die Ratificationsurkunden über den Vertrag, die
Verhältnisse und der naturalisirten AUswanderer betreffend
ausgetauscht. —
Mänchen, 19. Sept. Hier ist das Gerücht verbreitet,
zum Nachfolger des * Hrn. v. Heintz in der Stelle eines Präsi—
denten des obersten Gerichtshofes seicr Hrn. v. d. Pfordten
ausersehen! Auch heißt es neuerdings, daß Hr. Lipowsky den zu
pensionirenden Regierungspräsidenten von Oberbayern, Hr. v. Zu⸗
Rhein ersetzen soll.

Deutschland.

München, 17. Sept. Das Ersatzgeschäft für den Umfang
des gesammten Königsreiches hat mit dem 15. October zu begin—
nen und ist als Schlußtermin für dasselbe der 31. October auf—
gestellt worden, welcher, wie wir vernehmen, von der k. Staatsregier—
ung auch feftgehalten werden wird, obwohl von mehreren Seiten,
aamentlich auch aus der Pfalz, Stimmen um Verlängerung dieses
Termins laut geworden sind. Da nämlich die Aushebung schon
nach den Bestimmungen des neuen Wehrgesetzes vom 30. Januar
1868 stattfindet, durch welche Maßregel gegen das frühere Ver—
fahren eine bedentende Vereinfachung eingetreten ist und eine un—
angenehme Verpflichtung der Conscribirten gegen früher in Weg
fall kömmt, indem nach dem alten Gesetze die Conscription theils
am Sitze der Bezirksämter theils am Sitze der Kreisregierungen
statthatte, und die persönliche Anwesenheit der Conscribirten an
heiden Orten und für längere Zeit als jetzt erfordert wurde, so
darf als sicher präsumirt werden, daß für die Vornahme des Er—
satzgeschäftes in jedem Ersatzbezirke (Bezirksamt oder selbstständige
Stadt) zwei Tage hinreichen, so daß das Ersatzgeschäft in jedem
Ergänzungsbezirk, der aus vier bis sieben Ersatzbezirken gebildet
ist, bis zum 31. October völlig bereinigt sein kann. Während
ferner für das gegenwärtige Ersatzgeschäft der Altersklasse 1847
die Termine nach Art. 94 des Wehrverfassungsgesetzes von der
königlichen Staatsregierung feslgesetzt wurden, sind für die
künftigen Aushebungen durch das genannte Gesetz selbst genau
bestimmt.

München, 17. Sept. Nach den militärisch-statistischen
Notizen des Oberlieutenants Brix Förster über den Feldzug von
1866 in Südwestdeutschland ist das Verlustverhältniß der Officiere
jur Mannschaft im bayerischen Heere und in der preußischen Main—
armee folgendes: In der bayherischen Armee trifft auf 13 Todte
und Verwundete 1 Officier; auf 66 Gefangene oder Vermißte
1 Officier; in der preußischen Mainarmee auf 24 Todte oder
Verwundete 1 Officier und auf 94 Gefangene oder Vermißte
lOfficier. Die einzelnen Waffengattungen in Betracht gezogen,
ergibt sich folgendes Verhältniß: In der bayerischen Infanterie
kommt auf 14 Todte oder Verwundete und auf 77 Gefangene je
Officier, in der bayerischen Cavallerie auf 9 Todte und Verwundete
und auf 12 Gefangene je 1 Officier, und in der bayerischen Ar—
tillerie auf 39 Todte oder Verwundete 1 Officier. In der preu—
zischen Infanterie trifft auf 20 Todte oder Verwundete und auf
136 Gefangene je 1 Officier; in der preußischen Cavallerie auf
11 Todte oder Verwundete und auf 52 Gefangene je 1Officier;
in der preußischen Artillerie kam ein Verlust an Officieren nich
ror. Das Verlustverhältniß zwischen Officieren und Mannschaft.

Dienstesnachrichten.

Der Schuldiensterspectant Jacob St o rck aus Weisenheim
1u. S. ist zum Lehrer an der prot. Schule in Dackenheim, der
Schuldienstexspectant Balthasar Meseß aus Oggersheim zum
Schulverweser an der gemischten Vorbereitungsschule in Haardt
und der Schuldiensterspectant Friedrich Seeg müller in
Böckweiler zum Schulverweser an der neu errichteten prot. Schul⸗
telle ernannt worden.

Der Studienlehrer Dr. F. Lengfehner in Kirchheimbo—

landen ist zum Lehrer der II. Classe der lateinischen Schule zu
Landshut ernannt.
— Darmstadt, 18. Sept. Das Karlsruher Telegramm,
nach welchem der Kaiser von Rußland gestern früh in Baden—
Baden angekommen wäre, ist völlig unrichtig, da der Kaiser erst
heute Jugenheim und zwar über Stuttgart nach Friedrichshafen
zum Besuche der württembergischen Königsfamilie abreist.

Berlin, 17. Sept. Das königliche Wort in Kiel war
ein Wort zu rechter Zeit; es hat die Luft gereinigt mehr als
zundert französische Gauklerartikel es vermocht und ist in Paris
derstanden worden. Ich glaube, der Fall steht einzig da, daß
die Rede eines preußischen Königs von drei französischen Mini—
tern amtlich kommentirt werden muß, um die Börse zu beruh'gen;
Kipoleon kann oft und viel sprechen, ehe Minister in andern
Ztanten sich mit dem Kommentiren seiner Rede befaßkten. I
        <pb n="448" />
        mag die Kieler Beruhigung durch kein Kommentar abschwächen, iin keinerlei Frage in der Schwebe und es bestehe keine Mein—
ich glaube aber doch, daß die französischen Minister sich irren, ingsverschiedenheit, noch werde irgend ein Anspruch geltend ge—
wenn sie versichern, alles, was der Koͤnig gesagt, beziehe sich auf nacht, woraus jetzt ein Konflikt entstehen könne.
die Ereignisse vou 1866 allein. Der König von Preußen hat es Paris, 20. Sept Die Königin Isabel ist nach Madrid
nicht nöthig, retrospective Politik zu treiben; er hat einfach aus „urückgekehrt, ohne daß die (in Biarritz) beabsichtigte die Zusam—
der Vergangenheit, welche der Geschichte angehört, ein Beispiel nenkunst mit Napoleon stattgefunden hat. Madrid ist in Bela—
sür das angeführt, was Preußen auch in Zukunft thun würde: — zerungszustand erklärt. Das Gerücht, die nach den canarischen
einen aufgezwungenen Kampf annehmen und durchführen. Wenn Inseln verwiesenen Generäle seien zurückgekehrt, erhält sich.
der Kaiser Napoleon wirklich den Frieden erhalten wissen will — Paris, 21. Sept. Der „Moniteur sagt: Der Aufstand
und ich zweifle nicht daran — so muß er unserm Konig für des⸗ n Cadir scheint durch Betheiligung der Mannschaften einiger
sen Antwort aufrichtig Dank wissen; der Wiederhall, welchen diese kriegsschiffe Bedeutung zu erhalten. Ju Madrid ist die Ruhe bis—
Worte in ganz Europa finden werden, muß den Chauvins de her noch nicht gestört.
—E Herc Villemessant gründet mit drei Mitarbeitern des „Fle
väre, und welch frevelhaftes Spiel sie mit der napoleonischen Dy- zaro“ ein neues satyrisches Wochenblatt; „Le Diable 4 quatret,
nastie trejben, indem sie gegen Preußen und zum Kriege anhetzen. welches den Abonennten der Rochefort'schen „Lanterne“ für den
Die Sache wird sich jetzt aͤndern, sie muß sich aber auch ändern, Rest ihres Abonnements gratis geliefert werden soll.
das geht so nicht weiler! Des Königs Worte sind Friedensworte England.
Sinne! 25 * 4 22* ——
n 5 — ig Sept. Mehrere Morgenblätter erwähnen eines at de en 8 A pehe
J —* 7— 132 ff. — „O«
dn nach welchem die Kaiserin neuerdings guter Hoff di⸗ utcaaung —5 su * — ———————
18. Sept. Der Ministerpräsident Fürst Auersherg lrugen, zum Wahlre nicht zugelassen werden könne. — Der
vird 8 — —* I — Fue e minifterielle Globe sagt Weun vie ehe Regierung nicht
den. — Reichskanzler Freiherrn v. Beust soll Montag hier eintref⸗ schredlich verläumdet worden ist. so verdient sie allgemein veb
Der Laiblage, und Neichraihe ⸗Abgeordnete Berchem hat dammt zu werden. Die europäische Türkei sagt man, ist jetzt ei
in Mandat mebergegt nem ausgedehnten Netzwerk von Intriguen und Verschwörungen,
prag, 17. Sept In der Instruction des höhmischen Epis welche von den russischen Konsuln angezettelt und geschürt wer ⸗
ropales anlaͤßlich des neuen Ehegesetzes an die Geistlichkeit werden den, nnnerworfen und sollen dieselben — g vollen Händen
i i der Choi,Ete lebenden Wtholtten offentiche Suͤnder“ ge. austheiten und offen Zwiespalt en er Plan des Peterbur⸗
annt. Solchen sei keine Absolution zu ertheilen, für sie keine der Kabinets ist nach derselben Autorität, die Unterhaltung einer
Messe zu lesen; auch dürfen sie nicht als Tauf- oder Firmpathen anaufhörlichen Agitation durch den ganzen Theil des ottomanischen
seichs, welcher sich vom adriatischen Meere bis zur Donau und
zugelassen werden. *. Pi in e e es, *
In Triest, hat der Stadirath die Dirigentenstelle sämmt— n been — wn ite e n nen
2* 7 3 * * * n
e e —*— n, welche fruher mit Wastlchen esett wa Aufregung zu erhalten, bis die passende Gelegenheit gefunden ist,
22 4 eine allgemeine, von Rumänien und Serbien unterstützte Insur—
Fraukreich. rektion der Christen zum Ausbruch zu bringen.“ ... „Nußland
Paris, 17. Sept. In den spanifschen Emigrations-Krei- indessen muß sich bewußt sein, daß ein offener Versuch, einen so
sen wird ein nahe bevorstehender Aufstand in der Provinz Gali- umfassenden Plan zur Ausführung zu bringen, Europa abermals
zien unter Anführung des Generals Contreras angekündigt. u den Waffen rufen wird, von denen es alsdann eine schrecklichere
— Das Befinden des Grafen v. d. Golz hat sich merklich düchtigung zu erwarten hat als die, welche durch den Fall von
gebessert. zebastopol gekrönt worden ist.“
Paris, 18. Sept. Die Gerüchte, die in journalistischen Italien.
Kreisen circuliren, sind alle pessimistischer Natur. Die Idee von — ie. J
*8 Winterfeldzuge taucht win —* auf. Marschall Niel halte! Wan liest im „Jornal de Paris : „Ein Gerücht, das uns
an seinem Plane sest, und wenn man die Ofsiciere hört, so aus Itatien zugeht, und wesche wir unter allem Vorbehalt ge⸗
dürfte es bald losgehen. Auch in rein politischen Kreisen fehlt ben: In Hoffnung auf eine Restauratien stände Franz II. auf
es nicht an kriegerischen Enten und tendenziösen Erdichtungen. Es dem Punkte, zu Gunsten des Grafen von irgenti abzudanken
vird erzählt, man habe neuerdings in Berlin angeklopft und Preu— Penn die Sache ihre Richtigleit hat, so erklärt sich Alles, sowohl
zen eine Gebietserweiterung in Deutschland angeboten und für die Feise nach Fontebleau als die angekündigte Zusammenkunft in
sich eine Vergrößerung auf Kosten Hollands und Belgiens in An— St. Sebastian.
spruch genommen, sei aber mit dem Antrage zurückgewiesen wor—
den. Die Lüge ist handgreiflich: die beiden Mächte stehen lange
nicht mehr gut genug mit einander, um auch nur einen Versuch
zu vertraulichen Mittheilungen solcher Art zu machen. Auch fah⸗
ren die officiösen Blätter, namentlich „Consttutionnel“ und
„France“ fort, die Kieler Königsrede im friedlichsten Sinne zu
deuten, obwohl der Erstere nicht unterlassen kann, der „Annexions—
partei“ in Baden in demonstrativer Weise den Text zu lesen.
Die Börse ist ebenfalls zuversichtlicher gestimmt und hatie eine
tleine Hausse.
Hr. v. Laguerronniere begibt sich nächste Woche auf seinen
aeuen Poslen nach Brüssel.
Dem „Gaulois“ zufolge hätten die Türken bereits die Gren
zen von Rumänien überschritten.
In Metzz ist gestern im Arsenal eine Patronenwerkstätte in
die Luft geflogen, in welcher sich 71 Arbeiterinnen und 32 Sol—
zaten befanden. Die Exrplosion entstand durch eine Scheere, welche
eine Arbeiterin im Zorn nach einer anderen warf, und welche mit
hzer Spitze auf Knallquecksilber fuhr. Die Zahl der Todten und
Zerwundeten wird verschieden angegeben; sie schwankt für Tode
wischen 15 und 80. Es sind 150 Kilogramm Pulvber verbrannt.
Der Minister des Innern hat dem Moselpräfecten sofort 10,000
Frs. zur Verfügung gestellt.
Paris, 18. Sept. Der Kaiser Napoleon ist heute nach
St. Sebastien gefahren, um der Königin von Spanien einen
Besuch abzustatten. Die Königin wird morgen den Besuch nach
Biarritz erwidern. Die „France“ sagt, die Zusammenkunft trage
keinen politischen Charakter, sie sei lediglich eine Sache der Courtoi—
sie und einen Beweis der zwischen Frankreich und Spanien be—
sfehenden guten Beziehungen.
Paris, 18. Sept. Unter der Ukberschrift: „Die Lage
der Dinge“ sagt die „France“: Es sei zwischen Paris und Ber—

ESpanien

In Hampton Girginia) haben Reibungen zwischen Wei—
jen und Negern stattgefunden. Die Letztern bewegten sich, 400
Pdaun stark, durch die Straßen, wurden aber schließlich vom Mi—
itär, welches auf sie feuerte, zersprengt. Unfälle sind nicht ge—
neldet worden. — Tagtäglich taufen Berichte über fortgesetzte
ndianische Gewaltthaten ein. Am 28. August wurde bei Paw-
nee Fork, am Santa Fé, ein Eisenbahnzug überfallen und 16
mexicanische Eisenbahnbeamte getödtet, scalpirt und die Leichen
den Flammen übergeben. Ein anderer Train wurde von den
Beamten so lange vertheidigt, bis ihnen die Munition ausging;
zann fielen auch sie der indianischen Mordlust zum Opfer. Es
—DDDDDDDODD0———
weg zwischen North-Platte und Julesburg unsicher macht. — Der
Marinesekretär hat dem Willen des Kongresses nachgehend, den
Personenbestand der Marine der Vereinigten Staaten bis auf
3,500 Mann — die Höhe, welche er vor dem Kriege einnahm
— reduzirt. — Auf einer Eisenbahn in Massachusetts brach am
3. v. Mis. ein mit Petroleum beladener Güterzug durch eine
Brücke; das Petroleum entzündete sich sofort und der ganze Zug
vurde ein Raub der Flammen. Glücklicherweise befand sich kein
Passagierzug in der Nähe. — Die amerikanische Handels-Marine
‚ählt gegenwärtig 15,042 Segelschiffe, 2,942 Dampfer, und
4,751 abgetakelte Fahrzeuge, mit einem Gesammt-Tonnengehalt
von 8,563,028 Tonnen.

In Texras wüthen die der Sklaverei günstig gesinnten
Demokraten mit beispielloser Frechheit gegen die Union treugeblie⸗
        <pb n="449" />
        benen Brüder weißer und schwarzer Farbe. Nach Feststellung
des Verfassungskonvents von Texas sind von Beendigung des
Kriegs bis zum 1. Mai d. J. in Texus nicht weniger als 900
Morde von den Scheusalen und Werkzeugen der Erx⸗Sklavenhal—
ter begangen worden.
Vermischtes.

F. St. Ingbert, 22. Sepi. Gestern gegen 1 Uhr brachie
uns ein Extrazug den kgl. Handelsmünister Herrn
v. Sch lör, von Kusel kommend, allwo er den Eröffnungsfeier—
lichleiten der Landstuhl Kuseler Bahn beigewohnt hatte, in vegleit⸗
ung des kal. Regierungspräsidenten der Pfalz, Herrn
p. Pfeufer, und mehrerer andere Herrn, um auf seiner Rund⸗
xeise durch die Pfalz auch unsere Stadt zu besuchen. Er wurde
von der städtischen Behörde empfangen, und auf das Stadthaus
geleitet. Abends wurde demselben vor der Wohnung des Herrn
Oscar Krämer, wo er zum Besuche war, von der hiesigen
Feuerwehr in Begleitung der Bergmusik ein Fackel-—
zug gebracht. Auf ein dreimaliges Hoch auf den Herrn Minister,
dankte derselbe den St. Ingberter Bürgern für die ihm erwiesene
Aufmerksamkeit in verbindlichen Worten, besonders hob er, gegen—
über der von der Bergmusik gespielten Hhymue: „Heil dir im Sieger⸗
kranz“, die ihm in seiner Heimath bekannten Klänge hervor, indem er
darin den Ausdruck und Beweis ächt bayerischer Gesinnungen auch
an der westlichsten Grenze des Vaterlandes finde. Sodann ließ
der Herr Minister St. Ingbert, als Industrie und gewerbreiche Stadt,
der eine ausgedehnte Zukunft bevorstehe (wenn vieles anders
wird) dreimal hoch leben, in welches Hoch die freiw. Feuerwehr
seiner Aufferderung gemäß kräftig einstimmie. Zum Schluß wurde
nvchmals die Hymne: „Heil dir im Siegerkranz gespielt. Abends
11 Uhr 15. Min. entführte uns ein Extrazug die hohen Herrn nach
Zweibrücken. Der Herr Minister will sich dorten persönlich über
die vortheilhafte Richtung der projectirten Bahn Zweibrücken-Pir—
masens-Landau, über die Hindernisse, die dem Bau derselben bis—

her im Wegenstanden, und über die Wege zur Beseitigung der—
selben instruiren.
F Dürkheim, 14. Sept. Daß der 1868er ein ganz vor—
züglicher, ja ein ausgezeichneter „Tropfen“ wird, ist jetzt so ziem—
lich außer Zweifel gestellt. Die hin und wieder aufgetauchten Be—
sorgnisse find kaum begründet. In der Baab'schen Wirthschaft
dahier wird bereits ein „Federweißer“ verzapft, bei dem die Oechs—
le'sche Mostwage 1120 zeigte.

— Bei einem jüngst in der Vorderdbfalz stattgefundenen
Brande rief ein Bürger dem audern zu, mit an die Brandstätte
zu eilen, um löschen zu helfen; der Angerufe erwiderte aber: „Jo
Hannes, wo denkschde dann hien, ich wer mer den Mann zum
Feind mache!“

F Von der Lauter, 17. Sept. Der Tag der II. Kreis-
versammlung des pfälzischen Lehrervereins naht heran, und es
verspricht diese Versammlung nicht blos sehr zahlreich besucht, son⸗
dern auch sehr interessant und glanzvoll zu werden. Hiefür bür—
gen die zum Vortrage angemeldeten Thematas und formellen An⸗
träge, wie auch die Thätigkeit und Anordnungen des Local-Comi—
te's. An sämmtliche Ausschußmitglieder der allgemeinen deutschen
Lehrerversammlung und des bayerischen Hauptlehrervereins, sowie
an die hervorragendsten Schulmänner und Pädagogen sind spe—
cielle Einladungen ergangen, und es steht die Theilnahme meh⸗
rerer der eingeladenen Gäste mit Sicherheit zu erwarten. Das
Localcomite ist für entsprechende Decoration des ohnehin herrlichen
und sehr geeignelen großen Fruchthallsaales, für Unterbringung
der Festgäste und für gesellige Unterhaltung nach der Vorberathung
am Abende des 22. September und am Haupttage thätig. Hof—
fentlich wird das desfalls aufgestellte Programm rechtzeitig zur

Kenntniß der Festtheilnehmer gebracht werden. (B. f. St. L.)

München, 18. Sept. Der König hatdie Erhöhun gder
Löhnungen nachbenannter Chargen der besoldeten Landwehrstämme
ind zwar 1) für präsente Tage: des Corporals 1. Kl. auf tägl. 42

kr., des Corporals 2. Kl. auf täzlich 38 kr., des Vice-Corporals
32 kr., des Gefreiten und Gemeinen auf tägl. 28 kr.; 2) für
Urlaubstage mit Bezügen; des Corporals 1. Kl. auf tägl. 34 kr.,
des Corporals 2. Kl. auf tägl. 30 kr., des Vice-Corporals auf
agl. 26 kr., des Gefreiten und Gemeinen auf tägl. 22 kr. vom
b. Juli ds. J. genehmigt.

FHildesheim. Durch einen in der Nacht vom
15. zum 15. d. Mts. in Hardegsen (Landrostei Hildesheim) statt⸗
zefundenen großen Brand sind circa 70 Gebäude nebst Inhalt
eingeäschert.

7 Bergheim. In dem Orte Glessen hiesigen Kreises
änd 12 Wohnhäuser und 13 bis zum Dach gefüllte Scheunen
niedergebrannt. Ein Mann und zwei Kinder fanden in den
Flammen ihren Tod.

Schönberg. In der naheliegendenden ,„Hofbusche—
jatte sich vor einigen Tagen der erwachsene Sohn eines Wirth⸗
chaftsbesitzers aus unbekannten Gründen erhängt. Unmittelbar
nach geschehener That kam ein armer Buschgeher hinzu, beeilte sich
den noch zappelnden jungen Mann loszuschneiden und entledigte
n seiner unkommoden Halskravatte, war aber nicht wenig erstaunt,
als der Gerettete nach wenigen Augenblicken aufsprang, ihn
erfaßte und unter fortwährenden Vorwürfen, warum er ihn los—
zeschnitten, da er doch nicht mehr leben könne und wolle, erbärmlich
urchprügelte. Der Mann meinte, als er dieses Geschichtchen erzählte,
er begreife nicht wie er von dem Burschen überwältigt werden
onnte, da derselbe doch viel schwächer sei, ex mußte unbedingt
schon „den Teufel im Leibe haben““

— (Unterschied von Mir und Mich.) Zwei Berliner Stutzer
dritten sich uber den richtigen Gebrauch und Unterschied von mer
und mich im Deutschen. Der Eine von Beiden überzeugte endlich
einen Kameraden durch folgendes Beispiel; „Du hast,“ sagte er,
„ein Pferd. Geseßzt, dieses Pferd wäre ein Esel, würdest du bei
einem vorhabenden Ritt deinem Reitknecht sagen: Sattle mir den
csel oder sattle mich den Esel?

, Die litthauischen Bauern in Osthpreußen schienen ein ganz
aeues Erperiment ersonnen zu haben, ihre Wirthschaflen los— zu
werden, da sie auf dem gewöhnlichen Wege des Verkaufs nicht zu
hrem Zwecke gelangten. Die- „Osthr. Zig.“ erzählt von mehre⸗
zen Briefen, worin die Leute ihre Töchter zur Verheirathung aus—
bieten und dem Schwiegersohn, der sich zur Zahlung eines
za verabredenden Ausgedings verpflichten soll, Haus und Hof
übergeben wollen. Uebereinstimmend sprechen alle Briefe den
Wunsch aus, daß der ersehnte Schwiegersohn eine kleine Anzah⸗
lung von 500 bis 1000 Thlr. leiste.“ Diefe Briefe sind an hie⸗
sige Agenten gerichtet und aus verschiedenen Kreisen Litthauens
datirt. Wie die Ostpr. Ztg. hört, hat ein junger Mann mit
ꝛinem Capital von 450 Thlr. bereits auf den Köder gebissen
ind wird Mittwoch die Reise zur Besichtigung seiner zukunftigen
Domaine, sowie seiner dereinstigen Ehehälfie in die Gegend von
Ragnit antreten.

* In der Nacht zum 15. September warde in A gram
ein heftiger, wellenförmiger Erdstoß verspürt; demselben ging eine
ungemein drückende Luft und ein Wetterleuchten am S.⸗W.Him-
mel voraus.

Die Büßerin Ebergenyi. Der „Passauer Ztg.“.
verden einige Daten aus einem Besuche in Neud orf, wo die
Ebergenyi ihre Strafzeit verbüßt, mitgetheilt. Der Besucher trat,
begleitet von der Oberin, in einen großen Saal, dort war etwa
ein Dutzend weiblicher Sträflinge mit der Anfertigung weiblicher
Handarbeiten, mit Stricken und Nähen beschäftigt. Er sah in der Schaar
umher, um diese Person, welche in einem gewissen Zeitraum so oft
jenannt und an allen Buch- und Kunsthandlungen in ofligis aus⸗
gestellt war, zu erkennen. Allein es gelang ihm nicht. Erst durch
den Wink der Oberin erfuhr er, daß Nr. 7 die Betheiligte des
herüchtigten Giftmordes war. Das Gesicht mit seinen widerlichen
Zügen hatte alle Farbe verloren und die Haut war wie Leber.
das Haar trug die Ebergenyi, wie es alle andere Strafgenossen,
ragen, ohne Kamm, ohne Schmuck, jedoch nicht abgeschnitten,
vie das in den bayerischen Zuͤchthäusern geschieht, wo weibliche
Sträflinge untergebracht sind. Die ganze Gestalt schien gebeugt
zu fein, nur die Augen glänzten forschend und unheimlich und
verriethen den rastlosen Geist. So häßlich hatte sich mein Ge—
währsmann die vielgenannte Verbrecherin nicht gedacht und daher
war es ihm nicht moͤglich gewesen, sie herauszufinden. Im Weggehen
sagte ihm die Oberin noch, daß sich die Ebergenyi in hohem
Brade durch ihr heuchlerisches und denunciatorisches Betragen auf⸗
ällig mache und bei jeder Gelegenheit eine außerordentliche Vor⸗
iebe für Lügen entwickle. Im Uebrigen sei sie stiller und mehr
in sich versunten als in der ersten Zeit ihrer Haft.

T Das am Mittwoch bei Withernsea verbrannte Schiff war

der Dampfer „Baltic.“ Die Mannschaft rettete sich auf das schwe—
dische Schiff „Gevalia.“ J
* Es ist interessant, wie von Zeit zu Zeit Anecdoten auf⸗
auchen, um uns zu zeigen, welch eine große Strafe das Gefuhl
»er Kälte für Diejenigen wird, welche nicht im Stande sind, sich
»urch Nahrung und Kleidung gegen die Kälte zu schützen. So
erzühlt man von einem schottischen Geistlichen, welcher seiner Ge⸗
meinde in dem nördlichen Theile von Schottland in einer Predigt
die höllischen. Regionen beschrieb, als seien dieselben durch das be⸗—
kündige Eis ganz verödet. Als ein Südländer ihm wegen seiner
detzerei, die Hölle in einem ganuz entgegengesetzten Sinne von
em, wie die heilige Schrift sie beschreibi. hinzustellen, Vorstellungen'
nachte, erhielt er von ihm die Erklärung, er thue das blos im
vahrem Interesse seiner Pfarrkinder, denn wenn er denselben die
        <pb n="450" />
        hoͤlle als einen heißen Platz beschriebe, so würde eiun Jedes der⸗
selben blos streben, dahin zu gelangen. D

4 Mehrere Schneider in Paris messen den Leuten nicht mehr
die Kieider mit ihrem Papiermaße am Leibe an; sie stellen sich
ziele Schritte weit von ihnen, setzen ihren Meßtisch vor sich und
nehmen so das Maß. Diese lassen sich aber auch nicht mehr
Schneider nennen, sondern haben aul ihrem Schilde die Ueberschrift
Kleider⸗Ingenieur.“

(ESin neuer Industriezweig.) Jüngst erschien ein
junger Mann in Paris vor dem Polszeigericht unter der Anklage
des Vagabundirens. Auf die Frage nach seiner Profession erklärte
er sich als Ansbürster von dürren Zwetschgen. — Der Präsident
lin Hefes Erstaunen versunken): Abs mein Gott; Was ist denn
das für ein Erwerb? — Herr Präsident, das ist ganz einfach.
Die Zwetschgen sind mit einer weißen Kruste bededtt, worin sich
eine Menge kleiner Thierchen aufhalten. Ich bürste sie ab
und verkaufe den Stoff den Professoren zu ihren mikroskopischen
Untersuchungen.

Der Monileur, bringt Folgendes: „Ein Balletmeister
janzie jüngst im Theatre Frangçais, als er zufallig erfuhr, es sei
in der Straße, welche er bewohnte und woselbst F sein vierjä—
hriges Töchterchen befand, Feuer ausgebrochen. Ohne erst sein
TFostume als Neger zu wechseln, wirft er einen Mantel über und
»ilt feiner Behausung zu. Dort angekommeu, findet er Alles in
Sicherheit, die Brandstätte war weit entfernt. Trotzdem aber kann
er es nicht übers Herz bringen, sein Kind zu sehen und zu
liebkosen. Dieses ruft, den Vater in der Verkleidung nicht erken⸗
nend, laut um Hilfe. Die Nachbarn eilten herzu und man wollte
wirklich den keiblichen Vater als Kinderräuber festnehmen. Erst
nachdenn durch Waschen seine ehrliche Hautfacbe wieder
jum Vorschein gekommen, wurde er aus dieser originellen Situa—
tion befreit.

'London, 10. Sept.“ Als] Curiosum sei erwähnt, daß
ein verstorbener Mr. Brown in seinem Testamente die Summe
zon L. 30,000 zur Errichtung eines Hospitals für Thiere aus—
jesetzt hat. Das Kapital hefindet sich bereits in den Händen
zer Universiihn of London und soll mit der Errichtung des neuen
hauptstädtischen Viehhospitals alsbald begonnen werden.
7.In Valetta (Malta) wurden am⸗ 14. September acht
mit; dem Füllen von Bomben beschäftigte Personen (1 Ser⸗
zeant, 5 Kanoniere, 2 Arsenalarbeiter) durch Erxplosion einer
Bombe getödtet.

7 Nachrichten aus Brüssel zufolgesoll der Zustand der Kai—
erin Charlotte ein sehr bemitleidenswerther sein. Bisher übte
wenigstens noch der Erzbischof von Mecheln, Msar. Deschamps,

der Beichtvater der belgischen Königsfamilie, einen heilsamen Ein—
luß auf sie aus, aber jetzt vermag auch dessen Gegenwart nicht
nehr die unglückliche Fürstin auf Momente aus der sie umnach—
enden Finsterniß zu reißen. Auch ihre Gesundheit gibt zu Be—
ürchtungen Anlaß, die Korpulenz wird immer stärker' und nur
„sten noch steht die Kranke auf. Oefters stößt sie herzzerreißende
Schreie aus, jedoch weniger wegen koörperlicher Schmerzen, sondern
ius Zorn und Furcht. Die fixe Idee beherrscht sie nämlich noch
mmer, daß man sie vergiften wolle.

Bei San Pedro (Südkalifornien) wurde am 15. August
in merkwürdiges Fluth-Phänomen bemerkt; eine Reihe von Fluth—
vogen überschwemmte die Küste ohngeführ 68 Fuß über den ge⸗
vöhnlichen Wasserstand und trat dann eben so viel Fuß unter
)en gewöhnlichen Wasserstand zurück; das alle halbe Stunde ab⸗
vechselnde Steigen und Fallen dauerte mehrete Stunden.
redenfalls häugt diese Erscheinung mit dem vom 13.- 18.
lugust in Equador ꝛc. stattgehabten Erderschütterungen zu⸗
ammen. — .*

Eandwirthschaftliches.

Fär Hausfrauen. Es ist allen Frauen ganz wohl
zekannt, daß beim Waschen die Anwendung eines sogenannten
veichen Bach⸗ oder Regenwassers, gegenüber der Benützung des
neisten harten, weil kalkhaltigen Brunnenwassers nicht allein den
Bortheil bietet, daß die Wäsche reiner und weißer wird, sondern
zuch eine Ersparniß an Seife eintritt. Gleichwohl ist noch gar
nannichfach zu beobachten, daß sowohl in den Städten, wie auch
nuf dem Lande die Hausfrauen es mit der Ansammlung von Re—
jenwasser zum Zwecke des Waschens nicht so genau nehmen.
hemeinhin werden die Kosten der Anlegung einer Regencisterne
»der eines Regenfasses gescheut; daß dies aber eine Ersparniß am
inrechten Platze ist, ergibt sich daraus, daß die Besorgung der
Wasche mehr für Seife erfordert/ als wenn statt Brunnenwasser
stegenwässer benutzt worden wäre. Der Vortheil ist groß ge—
rug, um verständige Hausfrauen zu überzeugen, daß di
dosten für die Anlegung eines Regenfaßes nicht gescheut
verden dürfen. J

(er Ackerbau in Californien.) Von der Fruchtbarkeit
des californischen Bodens kann man sich einen Begriff machen,
venn man aus amerikanischen Zeitungen erfährt, daß kürzlich auf
dem Markte von San Diego eine Kartoffelsorte zum Verkauf ge⸗
hracht wurde, wovon jedes einzelne Stück 3 bis 4 Pfund wog.
Die Kartoffeln hatten diesen Umfang in nur 4 Monaten und zwar
ohne Bemäfserung erreicht.

5
„
Lebensversicherunes-Actien-Gesellschaft
— Eru Stodtinn.
—* Grund⸗Capital Drei Millionen Thaler.
Reserven Ende 1866..2586,769 Thlr.,
Bis 1. Januar 1868 bezahlte Ver⸗
sicherungssummenn.27047,180
Versichertes Capital. . 46,082,077 ,
Jahreseinnahme .. . 14457,081
Im Monat Juli sind eingegangen:
Anträge auf. . 1.3839, 61

—X Wiesen⸗Versteigerung.
Montag, den 5. October 1868 auf der
-zpieser Mühle, läßt Johaun Klein,
stentner von St. Ingbert nachverzeichnete
sealitäten unter annehmbaren Zahlungs—
fterminen auf Ergenthum versteigern, als:
1. Eine Mahlmühle mit 2 Gängen nebst
azugehörigen Gebäulichkeiten und Hofgering
uuf dam Bann von Spiesen in der
)reußischen Rheinprovinz, nebst circa 34
Morgen Wiesen, und circa 7 Morgen
Ackerland auf preußischem und bairischem
Bebiet.
2. Circa 52 Morgen Wiesen auf bai—
rischem Gebiet in 14 Loose getheilt.

Ein fleißiger Geselle findet sofort
2 dauernde Beschäftigung. Auch wird
in braver Junge in die Lehre ange—
rommen
ꝛei Peter Möllendick
Schuhmacher.
Mainze, 18. Sevpt.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß

wir dem Herrn Geæorg Gressung; zu St. Jo—
—
9* N er a 140 Pfund — fl. — kr. — Rog—⸗
gen haben und — daher sen zur Vermit- imehi ineee ii. D. T Weigen e
kelung von Aufträgen angelegentlichst. 87
* Korn (180 Pfd.) 10 fl. 15 kr. bis 10fl. 20
Cöln am J. September 1868. * Mz ie kr. — 10
urι ν,, Gerινιιαα. Met deo .208.
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Dem⸗es in St. Indbert.“

v
        <pb n="451" />
        —A—

der St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien Stag, Donnerstag

ind Sams iag. Abonnementspreis vierteljährig 485 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeilt
Blaitschrift oder deren Raum berechnet. J W

Donnerstag, den 21. Septembler 1868.

Nro. 114. J—

nehmen läßt, wird auch der Major Wirthmann vom bayer. Gene⸗
ralquartiermeisterstab Theil nehmen; sämmtliche Officiere treffen
am Donnerstag den 24. hier ein.
starlsruhe, 21. Sept. Prinz Wilhelm hat sein mili—
ärisches Commando niedergelegt; als sein Nachfolger wird der
—XV
Darmstadi, 18. Sept. Die Herren L. Bamberger,
Dernburg, Filting, Metz, Kugler, Kohn, E. Pirazzi ꝛc. laden zu
iner Landesversammlung der Forischrittspartei ein, die am 26.
Sept. Vormittags in Darmstadt abgehalten werden soll. Zwed
der Versammlung ist die Gründung eines Vereins, „welcher die
freiheitliche Entwickelung in Staat und Gemeinde, sowie den Ein
ritt der süddeutschen Staaten und insbefondere des ganzen Groß-
herzogthums in den norddeutschen Bund anftreben soll.“
Stuttgart, 19. Sept. Die heutige Versammlung der
zeutschen Volkspartei war stark beschidt. Vierzig stimmführende
VBertreter von Vereinen und Versammlungen befanden sich hier.
Der Ausschuß legte der Versammlung folgenden Entwurf zur Be—
schlußfassung vor: Die deutsche Volkspartei belennt sich in weite⸗
rer Verfolgung ihrer seitherigen Bestrebungen und Beschlüsse auf
Grundlage der im Auftrag der Darmstädter Deligirten-Versamm⸗
——— — —æ — ung vom 109. September 1865 und der Frankfurter Volksver⸗
Deutschland. sammlung vom 20. Mai 1866 ausgearbeiteten Programme und
Munchen, 20. Sept. Von ganz kompetenter Seite bin im Anschluß an die von Johann Jacobi in seiner Zuschrift an
qh in den Stand gesetzt. zu versichern, daß sowohl das von den den demokratischen Verein zu Hamburg am 24. Mal 1868 ent⸗
iesiegen „N. N.“ erwähnte Gerücht, der Regierungspräsident von wickelten Grundsätze: 1) zu dem demokratischen Gleichheitsprinzip
Oberbahern, Frhr. v. Zu⸗Rhein werde quiescirt werden und an! ind verlangt daher die gleichartige Mitwirkung aller Staatsbür⸗
eine Stelle der k. Kabinetschef v. Lipowsky treten, des Letzteren ger bei Verfassung und Verwaitung, die Durchführung der
Zielle aber dem k. Stadtrichier dahier, Frhrn. v. Leonrod, über- Selbstregierung des Volkes im Staate; Min nationaler wie in
ragen werden, und daß der Volisschulreferent für Oberbayern, nternationaler Beziehung erkennt die Volkspartei den Anspruch
Regierungsrath Eggert durch den rechtskundigen Magistratsrath edes Volksstammes wie jeden Volkes auf Selbstbestimmung an.
Sorott von hier ersetzt werden, soreie das weitere Gerücht, daß Nur auf diesem Wege erstrebt sie die Einigung an. Nur ein auf
Frhr. v. d. Pfordten für die Präasidentenstelle des obersten Ge⸗ Freiheit gegründeter Bundesstaat mit Einschluß Deutsch⸗Oestreichs,
richtshofes in Aussicht genommen sei. jedes Grundes entbehren nur ein Friedens- und Freiheitsbund der Völker entspricht ihren
and lediglich müßige Kombinationen sind. (Fränk. Kur.) Grundjätzen; 3) die Volkspartei erkennt an, daß die staatlichen
Münsch ein, 21. Sept. Da das neue Wehrverfassungsgesetz und gesellschaftlichen Fragen untrennbar sind, und daß sich na—
eine elfjährige Militärdienstzeit bestimmt, so hat das Kriegsmini— mentlich die ökonomische Befreiung der arbeitenden Klassen und
sterium verordnet, daß die Verpflichtung der noch unter der Heer⸗ die Verwirklichung der Politischen Freiheit gegenseitig bedingen. —
schaft des Heer⸗Ergänzungs-Gesetzes vom 15.“ August 1828 in Nach lebhaften Debatten wurde die Vorlage des Ausschusses nebst
die Armee eingereihten und blos fürx eine sechsjährige Dienstzeit einigen Zusätzen von Körber, Cnyrim, Habich, Sonnemann,
in Pflichten genommene Mannschaft des stehenden Heeres nunmehr Fichelsdörfer ꝛc. augenommen. Letzterer Sazz spricht den Anschluß
sofort zu erfolgen hat, wenn dieseibe bis jetzt nicht schon aus an das Programm aus, welches auf den Vereinstag der deutschen
Anlaß der Verordnung über die Dienstverhältnisse der Landwehr, Arbeitervereine in Nürnberg die Majorität erhielt.
Reservisten, Ersatzmannschaften und Beurlaubten durch ihre Hee⸗ Berlin, 19. Sept. Die „Nordd. Allg. Zig.“ dementirt
resabtheilungen oder die Landwehrbezirks-Commando's ausdrücklich die Mittheilung der „Mittelrhn. Ztg.“ in Wiesbaden, von der
zufmerksam gemacht, über ihre Stellung in der Landwehr in mili⸗ preußischen Regierung sei die Einziehung sfämmtlicher Kapitalien
ardienstlicher und bürgerlicher Beziehung unterrichtet und hierauf des nassauischen Landesfonds und die Uebermittlung derselben nach
verpflichtet worden sein sollte. Bezüglich der gegenwärtig bei den Berlin angeordnet werden.
Herbstwaffenübungen dienstpräsenten Mannschaft werden deshalb In dem ehemaligen Herzogthum und in Frankfurt — theilt
sierüber bereits die geeigneten Vorkehrungen getroffen, bezüglich ein Pariser Cortespondent der „Elberf. Zig.“ mit — wimmelte
er veurlaubten zu bdieser Kategorie zählenden Leute wurden die es von französischen Agenten, und wie wir zu wissen glauben,
dandwehrbez rks⸗Commando's beauftragt, den Verpflichtungsact mitl lassen sie es sich ganz besonders angelegen sein, die preu
Zenselben bei der nächsten Controlversammlung vorzunehmen. — ßische Regierung für die Gesdäftsstockung verantwortlich
Das Kriegsministerium hat verordnet, daß von nun an die in der zu machen.
Brenzzollwache, sowie die bei den k. Verkehrsanstalten Dienste lei Berhin, 21. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ bezeichnet
enden Reservisten und Landwehrmannschaften von den Control- die Mittheilung der Indep. belge,“ daß der preußische Geschäfts
dersammlungen gänzlich, dagegen von den Uebungen und von träger in Paris eine Unterredung mit dem Marquis de Mouis—
orübergehender Dienstesleistung für Erhaltung der gesetzlichen Orde tier betreffs der Rede des Köniqs in Kiel gehabt, als vollstän⸗
nung im Sinne des Artikels 24 und 25 des Wehrgesetzes, sowie dig erfunden.
im Falle einer Mobilisirung nur insoweit von der Beiziehung d Hamburg, 21. Sevt. Gestern Abendend um 10 Uhr
hefreien sind, als die jeweils hierwegen ergehenden Bestimmungen traf der König hier ein und wurde von dem Volke, welches troß
dies gestatten werden. des Regens auf allen Hauptplätzen massenhaft versammelt war,
Mänchen, 22. Sept. Die süddeutsche Militärcons⸗ jubelnd begrüßt. Illumination und Feuerwerk fielen glänzend
rerenz hat heute Nachmittag ihre erste geschäftliche Sitzun; zus. Der König besuchte die Soiree bei Senator Heym. Bei
zehalten. »em während der jestrigen Eibfahrt eingenommenen Diner hatte
Landau, 21. Sept. An der Instructionsreise, welche der der Bürgermeister Sieveling einen Toast auf den König als
hadische Generaistab durch verschiedene Gegenden der Pfalz vor- Schirmhberrn der deutschen Einheit ausgebracht. Der Köni⸗

— —
        <pb n="452" />
        erwiderte mit herzlichen Worten, daß er das Erreichte nächst der sen haben; sie wurden an einem. mbekannten Punktendes spani—
Borsehung dem allseitigen Entgegenkommen seiner gegenwärtigenschen Gebietes zwischen dem 18. und 20. ds. Mis. erwartet.
Zundesgenossen verdanke. — Heute besuchte der Koöͤnig die hiesige scParais, 21. Sept. Mie Telegraphendrähte zwischen Frank—
goͤrse und beantwortete die Ansprache des Vorstandes der Han⸗reich und Spanien sind abgeschnitten. e
zelslammer mit fhlgenden Worhen: „Was Sie brauchen das Paris, 22. Seht. Die Abendblätter dnd reich aͤn Rach
zrauchen wir Alle, den Frieden, und daß dieser nicht gestört wird, richten aus Spanien. Etendard“ bezeichnet die Lage als die
»afür habe ich die sicherste Hoffnung. Die von mir in Kiel ge- erusteste. „Patrie“ dementirt die Nachricht von der Abdankung
prochenen Worte sollen dieser Friedenszuversicht den kräftigsten Isabels. „Figaro“ behauptet, General Prim sei noch nicht in
Ausdruck geben. Unetklärlich bleibt iiur, wie eine entgegengesetzte Spanien. „France“ meldet, daß der Graf v. Girgenti
Auffassung nur einen Augenblick eintreten konnte.“ Isabels Schwiegersohn) zur Bekämpfung des Aufstandes dahin
Hamburg, 19. Sept. Herr Rothan, der franzöfische Ge⸗ abgereist fei— ve 5* .. 2
andte, hat sein Beglaubigungsschreiben überreicht. 44 Paris, 22. Sept. „France“ sagt: Ein Circular Conchas
Wiren, 21. Sept. Den Abendbtättern zuͤsolge ist Graf von pricht die Zuversicht aus, daß es ihm gelingen werde, die Ju⸗
Trautmaunsdorf, der osterreichische Gesandte in München, zum urrectiou zu unterdrüch⸗en. Der. Gaulois versichert, daß dir
Botschafter in Rom ernannt worden. deunt ee e —* — eet —3 —
Wien, 22. Sept. Die“„Abenvpost“ enthält ein officielkes Fexrol die ganze Futs zwiscpen Nalaga und Warthagena hatte
Telegramm aus Madrid: Von den Insurgenten sind der Konigin en n S α tige peeseuhee Ager
Bedingungen vorgelegt worden. Dieselben gehen auf Abdankung dan en * b — 3 der Wr ri Se
der Koͤnigin zu Guusten des Kronprinzen und Einberufung der p on g per — d die Fonigin bene on 5
Tortes zu einer nationalen constituirenden Versammlung. 3 astian nachh Madrid abgereist, sei ungewiß. Die Ba re
Aus Wiüen wird geschrieben: Die Vornehmheit des Fürster ——— Fie — sben Fegerung entschlossen — *8*
Carlos Auersperg, (bekanntlich der „erste Cavalier des Reiches“ ttrengste Neutralität gegenüber F panien zu brodachlen. ——88
jenannt) bereiten dem Ministerium immer neue Verlegenheiten, —VVV—— Englaud. . .
ei welchem dann He. d. Beust als Mittelsmann eintrelen mußß Londoni, 22. Sept. Ein heute Nacht den „Times ju⸗
Schon im Mainbei der Prager Kaisetreise, als S. Durchl. sich gegangenes Telegramm meldet, daß die Generale Prim und Rso—
iber die Einmischung des Reichskanzlerz aͤrgerte, sagte der Fuͤrfi da im Marsch auf Madrid begriffen sind ... 7 e
dem Adjutanten, welcher ihn im Namen des Kaisers aufforderte, die⸗ Italien.
en nach Raudnitz zu begleiten: Sagen Sie Sr. Maj., ich müsse Rom, 20. Sept. Es ist von (ungenannten), katholischen
nach Wien zurüc und auf meine Güter reisen N, kin Entschluß. Bereinen wieder eine Sendung von 12 Kanonen und 20 Muni-
der auch Knall und Fall ausgeführt würde. Gleich darauf stellte jonslisten hier eingetroffen. Eine Deputatian holländischer Ka—
Hr. v. Beust den Fürsten in einer Soiree dem Prinzen Napo holikinnen hat dem Papst Pius eine Fahnme für die Armee
eon vor: Auersperg setzt in aller Ruhe sein Lorgnon auf, be— uberreicht. — e
rachtet sich die kaijerliche Hoheit mit Muße und kehrt ihr, ohne Auns dem Verkauf der Kirchengüter find vom 26. Oct. At367
ein Wort zu sagen, mit Grazie den Rücken, dem Reichskanzler die his zun 31. Auguft d. J- (und zwar aus 26,658 Parcellen)
schwierige Aufgabe hinterlajsend, dem Vettet Louis Napoleons bet iiber 190 Mill. Lire gelöst worden. Da der Auschlag nur 15271
greiflich zu machen, daß das keine Beleeidizung, sondern hur eine Mill. betrug, so ergab sich ein Mehrerlos bn *
Gewohnheitsschrulle bei Sr. Durchl. —— Ja voriger Wochefielenrin. Faen za an einem Tage
präsident auch jetzt auf Reisen und, denlt jeinen Urlaub bis Ende gier Mordthaten dor;z Niemand wollte etwas dabvon gesehen haben
September nicht um eine Minute abzukürzen, unbekümmert daruni. bschon dicht vor der Kaserne ein Mann niedergestochen wurde.
daß der Conflict mit. den Klerikalen seinen Höhepunct erreicht In Florenz stach auf dem Platz vor dem AUnterrichtsministerium
jat und Mahregeln erfordert, welche (namentlich wenn der Tyro zieser Tage ein junger Mann don 20 Jahren einen anderen von
ler Landtag bei der Berathung des neuen Schulaufsichtsgejetzes 17 am hellen Tage nieder., Die Vorüdergehenden ergriffen den
die Auflösung provocirt) die ganze Vollkraft des Cabinets in An. Pfoörder und behaundelten ihn unsanft; da rief er: „Ith verlange
jspruch nehmen, und daß die Kaiserreise nach Galizien Ministerium dentliche Behandlung, ich bin dein Dieb“ (non ho rubato io,
und Verfassung mit einer unabsehbaren Katastrophe bedroht. Wäre Zidei andere junge Leute, die sich gestritten und dann wieder ver
Auersperg hier, so könnte ihm Niemand das Recht streitig machen, ohnt hatten, begegneten sich auf der Straße; der eine umarmte
den Kaifer nach Kratau zu begleiten, so daß wenigstens das pat- zen andern, und siach ihn nieder, was man krod dare (tatt ma⸗
amentarische Ministerium doch einen Vertreter an Ort und Stelle hen) nenut, Es 'ist hohe Zeit, daß die höheren Stäunde Italiens
)ätte, während die Polen dem Ftaiser mit ihren verfassungsfe ind wäs für den Unterricht der unteren Volksklassen thun, wenn die
lichen Anliegen zu Leibe gehen. uew Verwilderung nicht überhand nehmen und zu allgemeiner Unsicher·
Frankreich. heit eibe ge ẽ dent dw, Pall mall Gazen
34 19 Sept jigot daßk bezügsih eie Dern ömische Correspondent der „Pall-mall⸗Gazette“ wi
ger a 36 ed Iame — doß e wissen, daß folgende Punkte dem ölumenischen Concil vorgelegt
age. Inpanon der * aufürstenthüe derden 1) die Vereinigung zwischen der katholischen Kirche und
nern keine Depesche angelommen und fosglich das über einen den schismatischen Griechen; 2) Regelung der Beziehungen zwi ·
olchen Vorfall in Umlauf gekommene Gerücht ohne Begründ— schen Kicche und Siaa, gezenũder der fet auigeme men uͤmform⸗
333 3 J I ung absoluter in constitutionelle Regierungen; 83) die Stellung des
7 Paris, —19. Sept. Die Opinion Nationale erwähnt un⸗ atholischen Klerus und der religibsen weiblichen Genossenschaften
ter Reserve das Gerücht, daß das frauzöfische Peittelmeer⸗Geschwa · Fegenüber der die italienische Halbinsel verwüstenden Revolution;
der Befehl erhalten habe, sich nöthigenfalls zur Verfügung der Iy die besten Mittel zur Beschaffung von Religionsunterricht, als
rürkischen Regierung bereit zu halten. — Die „France“ stellt in Schranke gegen den übergreifenden, den Glauben und die MPoral
Abrede, daß die Verlängerung des Pariser Aufenthaltes des Gra— zersidrenden Atheismus.“
en und der Gräfin Girgenti durch politische Gründe veranlaßte“Vier Arbeitercongresse fanden in der ersien Hälfte des Sept.
sei. — Dasgelbe Journal betrachtetet die Nachricht als erfunden, Jatt: in Hamburg, Nürnberg, Brüssel und Genua. Ueber die
daß die Türken die Donau überschritten hätten. — Die France alienische Versammlung bemerkt die „Italie“, sie habe etwas
agt. daß spanijche Journale gestern ein von Orense gezeichnetes Jugendliches, Unbefangenes gehabt, keinen übertriebenen Theorien
panisches Manifest veröffentlicht haben. Die nach den Canari- Fehuldigt, dagegen sich sehr satk für die Einheit Italiens ausge—
ichen Inseln exilirten Generale, würen in Andalusien gelandet, srochen eine Beistener fut Mazzini votirt, dann aber auch fol⸗
wo sie die Fahnen des Aufstandes erhoben hätten. — Der Gau⸗ zenden Beschluß gefaßt: „Der Congreß ladet alle Arbeitervereine
lais su hinzu. General Prim habe sich mit seinem Generalstabe in, Elementarschulen für Volksbildung zu gründen, und fügt den
iu London eingeschifft und begebe sich nach Valencia. Prim Wunsch hinzu, daß in den jetzigen Schulen der religiöse Unter⸗
joll den Oberbefehl über die Insurektion übernehmen. Kein an—⸗ richt abgeschafft werden möge.“
zeres Blatt hat eine ähnliche Nachricht erhalten. —. Die Epoque Mazzini, der sich noch immer in der NRaͤhe von Luggano be—
bersichert, die Türkei habe in Athen Aufklärungen über die Eri⸗ findet war in den lehten Tagen sehr krauft.
stenz dortiger Comites verlangt, welche die Bewegung in Rumä— J
nien und Bulgarien begünstigen sollen. Spanien
Die Reise Delbrücks nach Spanien soll bezwecken, mit der!
spanischen Regierung wegen Ausdehnung des zwischen Spanien und
dem Zollvereine bestehenden Vertrags auf die spanischen Kolo—
nieen zu unterhandeln.—
Das „Journal de Paris“ läßt sich melden, daß der Gene⸗
— D.„ese⸗ uijnds Taire Eroasaenoiie 23 SFonnα elu nerlnl

Marid, 20. Sept. Das Ministeriam hat seine Demi'sion
gegeben. General Concha wurde zum Prasidenten des Wiinister—
raths ernannt und wird in Madrid erwartet. Die Insurgenten
hjaben sich der Stadt Sevilla und ganz Andalusiens bemächtigt.
Zwischen der Regierung und den Insurgenten sind Unterhandlungen
»ingeleitot Fee aoeht dasc sKoriicht die Nanigin hrhe ihre Atzdan;
        <pb n="453" />
        ug angeboten:... Nähere Nachrichten fehlen. Die Telegraphenlei⸗
ungen sind unterbrochen.Es herrscht große Aufregung
Madrid, 21. Sept.Hier herrscht eine gewisse Erregung,
die Truppen sind zu Gunsten der Regierung gestimmt. Gestern
Abend war nichts Neues aus Barcelona bekannt. Sevilla und
VHalladolid sind ruhig. . α
Türkei n ireee * 8.
Im Oriente taucht jetzt wieder ein chwärzer Punkt“ auf,
er schon einmal in Entopa in Waffen rief, and unerhörte Men—
chenopfer forderte. Es handelt sich um das „heilige Grab“ in
Ferusalem. „Rußland verlangt den Mitbefitz des Schlüssels zum
Jeiligen Grabe, dessen Bewachung seit ündenklichen“ Zeiten dem
ranzosischen Consul · in Jerusalem allein uünd ausschließlich anver-
raut war.“ Es ist ersichtlich, daß Kußland unter einem schoin⸗
zar ganz unbedeutenden Vorwande den französischen Eiunfluß in
enen Gegenden zu schwächen wünscht““ Der: französische Botschaf⸗
er in Konstantinopel, Boure, soll in einem an der: Regierung
jugegangene Bericht sich seht entschieden gegen die Bewilligung ei⸗
nes solchen Verlangens erklärt haben“ Mam'»“wisse aber noch
richt, welche Aufnahme dieser Bericht“ beir Marquis de Moustier
sefunden habe. α— A
Musland. D
In Polen' werden neue russische Truppen, esthnische und
innische Regimenter erwartet, welche angeblich mit den zu Ehren
es erwarteten Czaren zu veranstalt nden militärischen Schauspie—
en in Verdindung stehen soslen:
2

FAm 26. und 27. d. Mis. findet in Blieskastel das land—
wirthschaftliche Bezirksfest des Bezirkes Zwebrücken Rattten

FDas letzte Kreisamtsblattt (Nro. 87.) bringt die bal, Verorde
auung über Errichtung von Industrieschulen. — Der ge⸗—
verblichen Fortbildumngssichübe? in —IX— von
Seite des Handelsministeriumgrinc Beifrag. pun If. bewil
igt essprzuz h ziqo be

Der pfälzische Bienenzuchtverein degeht »dem Vernehmen
nach sein Hauptjahresfel am 165. Ocken Girchheimbolanden
wo am 13 ein. Prazies pie hmaar 360
tattfindet.

fNächsten Sountag fiudetnin Speyen
zes pfälzischen Turnbundes statt.“

F— Folgende pfälzische Zollstellen sind zur selbstständigen: Ab
»ertigung von Poststücken an der Grenze befugt: Das Hauptzoll—
umt Neuburg mit »den, Nebenäuitern Schaidtz Neulauterburg und
Schweigen und des Paaptzollamt Zweibrückennmit den Nebenäm—⸗
ern „Habtirchen und Feigheinn. Zur Abfentigung im Inhern! bes
Lonlgreichs sind befugt: das Hauptzossamt Ludwigshafen niit den
Nebenämtern Frankenthal, Speyer uünd Neustadt, dãs Hauptzoll-
amt Neuburg mit dem Rebenamt Landau und das Hauptzoflam;
Zweibrücken mit dem Nebenamt Kaiserslguterm.—

fKaiserslautern, 19. Sept. Gestern fand die erste
Anmeldung der Gläubigerz in dem Fallimentsverfahren gegen. die
Baumwollspinnereĩ statt, bei welcher weitaus die meisten der Cre⸗
zitoren ihre Forderungen angemeldet haben, ohne daß ich jedoch
jeute schon die Größe der angemeldeten Forderungen genau an—
jugeben im Staude bin, dieselben dürften jedoch eiwa 700,000 fl.
zetragen, worunter jedoch —— gesicherten Prioritäts⸗
obligation begriffen sind und exclusive des Aktienkapitals. Zwei der
zedeutendsten Gläubiger, welche eiwa über 400,000 fl. zu fordern
zaben, machten den Vorschlag, um⸗ die Maschinen, welche bei
zänzlichem Stillstande der Fabrik zu Grunde gehen, oder doch
ehr Noth leiden würden, vor dem Verderben zu schützen, und
ie vorhandenen unentbehrlichen Arbeitskräfte zu beschäftigen, das
Zeschäft im kleinen Maßstabe fortzubetreiben, jedoch den Betrieb
uuf die allergewöhnlichsten Artikel, welche jeden Tag berkäuflich
ind, zu beschränken und die Baumwolle nur je nach Bedarf an—
ukqufen. Diese Ansicht theilten die meisten der anwesenden
Bläubiger und werden von den durch Mandatare vertretenen Gläu—
digern ihrer Meinung resp. Billigung dieses Vorschlags eingeholt.
Unter den Gläubigern der, Fabrik befinden sich mehrere hundert
Urbeiter, welche in größeren und kleineren Beträgen Einlagen in
zie Sparkasse der Fabrik gemacht haben und siatutengemäß zu
nachen verpflichtet waren. Diese Sparkassengelder wurden aber
tatutenwidrig in das Geschäft verwendet, und die armen Arbeiter
dürden auf diese Weise den größeren Theil ihrer sauer verdien⸗
en Ersparnisse einbüßen müssen, wenn ihnen die Einlagen in die
czparkasse nicht im priviligirten Range, d. h. vorzugsweise vor
illen auderen Gtäubigern, bezahlt würden. Die Gläubiger haben
zuf Vorstellung des Richtercommissärs beschlossen, daß den Arbei—
ern ihre Einlagen, welche zusammen etwa 10,000 fl. betragen
ubgen, vollständig und vor allem zurückbezahlt werden sollen, sich
edoch alle Rechte gegen die Mitglieder des Verwaltungsraths, wel⸗

der die Anlage dieser Sparlassegelder zu Aberiünachenr hakte, aus—
drucklich vorbehalten. ναιισα J—— — et
Heute Morgen wurde mit Wersteigerinig ver Waaren! det
Anfang gemacht und aus dem“ vorhandenen Ißdigo etwas megt
als 36,000. fl. gelsst. mιιινννι,ν J—
Aus Leipzig wird — ————
Als am Montag der Lohnkellner, Carl hon seincke Beschaftigung
nach Hause kommt, findet er daselbst weder seine Frau noch eins
on feinen 5 Kindern vor. Exr vermuthet sie Fri Verwandien in
Tonnewitz; da aber die Frau —————
tesstörung gezeigt hatte, so geht ihm “am nde oren die
lhnung eines Unheils auf, und er stürzt fort die Seinen zu
suchen; zunächst eilt er in“ feinem im Johannesthale gelegenen
Harten, und dort bietet sich ihm ein gräßlicher Aublick dar“ mit
blutigem Haupte steht seine Frau' vor ihm, und“ um sie herum lie⸗
zen in ihrem Blute und' anscheinend sätumtlich Leblos ihre fünf
dinder; ein blutiger Hammer ist das Werkzeug mit welchem die
Wahnsinnige gegen sich und ihrt Kinder gewüshet hal. Eins der
etztern, ein dreijühriges Madchen war, wie sich ber mäherer Un—
ersuchuig ergab, eine Leiche, die vier ndern Kindern, zwei Kna⸗
den im Alter von 9 und 7* Jahren und zwei Maͤdchen, von 8
ind anderthalb Jahren, würden zwar noch ben jns ʒHospital
eschafft. doch ist' nur! bei einem dvon ihnen noch Retlunge zu hof⸗
n (Zsind inzwischeh schon verschieden), fo schwere find die Schä⸗
delberletzungen det Kinder.“ Die Mutter, welche stumpfsinnig und
heilnahmslos vor sich hinstierte, wurde deũ Georgenhospita Nher⸗
jebeig; sie ist Z1 Jahre alt. Der Sturmpffinn — —
ntießlich sein; ohne jedes Zeichen von Aufregungoder Gehnuth3-
ewegung berichtet sie in gleichgiltigem Tone Abers die Einzelheiten
hrer Unthat: wie das eine Kind nicht sofoet, sonderg erstenach
iniger Zeit in ihren Armen?: verstorben sa Zieb eee Neben
att gehabt habe, und weil ihr Mann afters mit, den Kindern
inzufrieden geweseu⸗sei, auch mit diesen habe ejn zEnde · machen
pollen. Ahr ganzes Benehmen docum entirt den Wahnsinn der
luglüdlichen. A
Homburg v. d. H. AUm Spieltifsch geranu ge
vordegi.) Ein österreichischer Feuilletonist hat sich kürzlich die
Spielbäder angesehen und erzaählt von der Domaͤhenn des Hexrn
Blanc: An einem der Prante-t-quarante-Tische zeigte man mit einen
Manun, der zunächst dem Croupier am Spieltijcher dafgne vonn dem
ch aber nur die Rückseitz Der Medaille seines Leibesagu sehen
zekam So veit sch ihm — — einen
ceinen: Rock und einen ergrauten Scheitel also nichts Merl
vurdiges Mun führte mich mein Gewährsmänn an Svie“ entgegen⸗
zesetzte Saͤte des Spieltisches und ließ mich den Nann: votr vornẽ
ohhn,ex J.ude meine Uebexraschung wax wirklich, nicht gering denn
hh sah ein blutjunges Anutg⸗ dessen roͤsigẽ Argendfrische Furbung
yöchstens auf ein Alter von 20 Jahren deuten mochte. Und der
Mann ist auch nicht mehr als einige Zwanzig!“ Umd —9 Grau⸗
opf Etwa ein Naturwunder, eine vottommende RMbormitt?
Das Alles nicht. Der junge Mensch ist am Spieltishe grau ge⸗
worden. Russe von Geburk, Sohn eines reichen Brasttudeinpach⸗
lers, war vor 2 Jahren selbstständig geworden und n den RBesitz
zines großen Vermögens gekommen. Wie so viele anderen fauet
ljeben Landsleute, hatte er, einmal im Befitze pielen Maaren Gel⸗
des, nichts Eiligeres zu thüu. als es in größeren Pattien den
verschiedenen Spielpächtern Europa's zu opferne In voriger · Sauie
'on spielte er einige Tage mit besonderem Mißgeschick an der Bant
zu Monaco; an einem Tage kämpfte er einen wahren Helden⸗
kampf gegen: die Macht der Karten, hielt sich, fielrechalf sich wier
der hinauf, fiel wieder; das ging so vom Morgen bis iu die
Nacht hineinekDa rückte die Sperrstunde nüher, undmder jeenge
stu sse sprach sein vn e ene ot (mit ein⸗
Jeholter Erlaubniß von feiten de⸗ hbersten Banfgewaltigen) 250,000
fFFraucs, die letzten Reste stihes Vermögens nuf Rongen“ Es war
der letzte Gang der letzten „Taille“: der Croupiep legte die Kar⸗
ten und rief schließlich sein , Kouge gagre· eb gomenxl der
junge Russe hatte gewonnen, aber die Ümstehenden id Ansigen,
en erschracken, als er sich, das wohlgefüllle Podtefeuille iun der
dand, vom Platze erhod — er war urplötzliche gen erworden,
AR hal
zen den genzen Tag über den jungen Blondin vor sich gehabl
ind nun hatten sie einen Graukopf vor sich Dir Sorge um
zas Schichsal jeines letzten Vermögeusrestes hatte Hn im vollsten
Sinne des Wortes in einemn Zeitraum von oenigen Miniten tgrau
jemacht. Ein Blick in den Spiegel dürfte auch ihm die, ner vür—
igste Ueberraschung damals bereitet haben Seindent ist der zunge
Braukopf vorüchtiger und auch glüchlicher am Spielnn Kr hat
juch jetzt in Homburg einige schöne Coups gemocht abern das
viedergekehrte Glück kann den Schuee vou einen. Echeite
iehmen. Dafür genießt er auch den Vortheil, bei lommendem
Mißgeschick nicht mehr — grau'werden zu konnen.
        <pb n="454" />
        Lpugl. Sept. Dor Messebesuch war außerordentlich
dark. Die Ledermesse besonders gut, und die Preise bedeutend
phher. Die Vorxdthe sind groͤhtentheils verlauftt.

7. Kihnias berg a. P. Am 45. d. hatien Diebe die
Thüren zu den Wohnzimmern des abwesenden Holzhändlers S
—— dem Sadheim durch Nachschlüssel gedffnet, die Schränke er
hrochen und waren mit ginigen Kleidungssiüden davon gegangen,
Held hatten sie nbofft, aber leines porgefunden. Als S. xach
— sas derstibe auf einem seiner ere folgende
PWorxte, welche Die Diebe mit Kreide hingeschrieben hatten: Sie
— sich schamen — Sie wollen ein xeicher Manu sein und ha⸗
hen kein Geldfnfu veive——
Sex Bemelnderaih Wien hat fur jeden Muhß· wie Luxus⸗)
Hund,4 fl. Hundesleuer eingetuhrrn...

Eine nene Art Schwindel wurde kürzlich in Philadelphia
versucht. Ein feingekleideter Herr kommt in das beste Hotel. läß!
sichs an der 7ablo ddts vortrefflich schinecken, vergißt nicht
üchtig Champagner zu trinken, und schenlt glg er satt ist, einigen
heimlich mitgebrachten lebenden Ratten die Freiheit. Darauf
selbstverständlich Erschreden, Gekreisch und Aufspringen der Gäste
pelches so berhand niumt daß quch der Fremde nerpös wird
weggeht und zu zatzlen pergißt. c
Efn. 81 rathsantrag.. In einem süddeutschen
Blatte finden wir! folgenden Heirathsantrag“; Ein Mann yon
36 Jahren, HVcperlich pohlgeforn. geistig wohlgehildet, heiteren

dZumors, lebenslustig, im Besitze einer jührlichen Nente von 25,009
hulden aus Grundbesitz, wünscht, nachdem er zehn Jahre lang
Alle Länder der Welt bereist hat, ein eigenes Hauswesen zu grü⸗
zen umd sich deßhalb mit oiner Gattin zu versehen. Dieselbe
nußßz tkörperlich wohlgeformt und abgerundet jein, ein ovales Ge.
sicht besitzen, welches durch Stirn, Nase, Lippen und Kinn in
drei gleiche Theile getheilt ist,die Nase darf nicht wagrecht im
Gesicht, sondern muß womöglich mit der Stirne eine Linie bilden
ind darf nicht nach Innen, sondern nach Außen gebogen sejn.
Falsche Zähne oder Haare werden nicht angeuommen. Ist sie
ioch jehr jung, jo werden keine Ausprüche auf vollendete Bildung
zemacht. Hal sie 20 passirt, sso muß sie einer feinen Gesellichaft
mit Geist und Gewandtheit präsidiren, und, mit jeder Dame der
Stadt in jeder Beziehung xoncurriren köͤnnen. Vermözen Ddarf sie
jar keines besitzen. Museums- oder andere Bälle darf sie nicht
zesucht haben. Theater und Koncerte müssen ihr ein Gräuel jein.
Zie muß richtig Deutsch und Französisch jprechen, das Letztert
ohne deutschen Accent. Als künftige Hausfraqu erhällt sie für ihrt
person 3000 Gulden Nadelgeld, die nöthige Dienerschaft, eine
igene Equipage. ein Reitpferd und eigene Wahnzimmer im Hause.
Jedes Jahr eine größere Reise mit Gefolge und Winteraufenthalt
in den Hauptstädten Süddeutschlandz. Der Zukünftige ist auf
ꝛiesen gewöhnlichen Weg angewiefen, weil er sich zur Hervorbrin⸗
uig jener Fadheiten nicht entschließen ann, womit Damenbekanni-
—00000—

9— ek —ER t ich 3*4 J J— 9— 4J 8 .061i lsna &amp; 8 aet 4
Be ann man ungen. itto t 4 t. 10 14 a 5h u
3** Zweibrücelken
—F 8 *
Gelchůfts Enpfehlung. Ze sder Landauerstrage,
Detr Unierzeichnete⸗⸗berhrtsich ergebersft 7 »* z3 *2
aninzeigen deß er sich ai enipfehlen ihr reichalusgestattetes Waarenlager der modernste
7 BM.FMLM. 4 * 0 —
Tuüͤn ch er Damen⸗Herbstkleiderstoffen
sier etablirt hatz tund · alte im bieset Ge⸗ abgepaßtet Zwickelunterröcken und Chases, sowhleeß
haft einschlagenden Nrbeiten umter gu⸗ 9 . *
ficherungrascher und bisliger“ Ausführung nennnnnt * 89 82
ũbernimmt. ιιααι ιι J F — 28
55 Seinrich Bauer⸗ Zunchers· . i · J — 4 6V *
Lbnhan pe m Jene u Ou eern — Damen-⸗Regenmänteettß
Es eee bubu Feruer der neuesffen. —
Edauexnde äftigung. Auch wird 3 — 114.
lin eeeet ———— Ratiné, Pouble xx Tuehe
e rn Cachene, IIeme⏑ Hemien
—X * 42906 —— I — 260 *
dtnn für Herren;
owie Lama, Seidenzeuge, Auterhosen K Anterjacken in Wolle und
Baumwolle in jeder beliebigen Größe, Farbe und Qualität;
7485* wie überhaupi
RPaumwoll ·ELeinen WBaaren, inn din
A7 2 q alle in's Maꝛu
actur⸗Geschäft einschlagende Artikel zu den billigsten Vreisen.
7 57 IA7 55 —7 J * —* —
Amerikanische (Douglas) SBumpen
in allen Constructionen für Hand⸗ und Maschienen-Betrieb, — Saugpumpen von 10
I. 30 kr. an; — sowie schmiedeiserne Rohre, Bleirohre, Gußrohre und alle
Artikel iur Wasserleitungen und Puupen⸗Einrichtungen bei
r* tuug uu— 8
— Aumugust Pamas in Frankfurt am Main.
W arnun I Nevrälentant der Firma M. &amp; B. Douglas, ZRittledown, Connecticut.
e —X Brod⸗ Fleisch⸗ ic. Preise Quas. IG kr Kalbfleisch 1 r. Hammel⸗
at. ———. i t. isch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
sch bringe hiermit zur Anzeige daß ich ber Stadt Zweibrücken vom 24. Sept. lleisch 16 wei 9
—— —
Garten in “den Grosgärten Fuß; Berste ehigt, i — k Gerst pig Butter 30 kr., per Pfund.
Ungeln gelegt habe, welchez meinen teihige,4 fl. 23 kr. Spelz 4 fl. 20 kr e
Aße basonders betannt“ gemacht Speiztern 8l. 27 r. Dinkel 31 Kai Irachtyrvise der Ftadt
3 * J 354 tr. — Mischfrucht 4 fl. 55 kr., Hafer aiserslautern vom 22. Sepht.
St. Ingbert, im Sept. 1866. 1f. 21 fr., Erbsen 4 fl. 48 kr. Wicken Weizen 6 fl. 34 fkr., Korn 4fl. 38 kr
h en Bäcker. — fl. — kri, Kartoffeln — fl. 53kkr., Heu Zpelzkern — fl. — kr. Spelz 4 fl.
— — —2B2 fi. 04 tr. Stroh 1fl, 22 tx., per 835 fr., Gerste 5 fl. 11 ir. Hafer 441
En braves fleißiges Dienstmädchen Fentner. Weisbrod 1u3 Kilogt. 18 kx. 22 tr., Erbsen 5 II. O2 fr., Wicken 4 fl.
welches sich allen häuslichen Ar-. rubiod 3 Kgr, 24 kr., ditto 2 Kgr., 935 kr., Linsen 5 fl. Ol fr. per Jentner.
beiten unterzieh und kochen kann wird 3 kr., ditto VKgr. 8 kr. Gemischtbrer Brodpreisse: 6 Pfd. Kornbrod 28kr.
quf Michaseli gesucht. Näͤhere Auskunft 293. 30 kr, T. Pagt, Weq, 8. Len 3Pfd. Gewischtbrod 121 kr. und 2 Pfod.
ertheilt die Expedition dieses Blattes. 2 kr—. Rindfleisch, I. Qual. 18 kx. 2. Weißbrod 14 tr.
—— — . .
Redaclion. Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Jugbert.
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        5 t. 3 ngberler Anze iger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wochentlich· dreimaul: Die nstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45. Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzrdie dreispaltige Zeile
J — Blraͤttsschrift oder deren Raum berechnet. J DDD
Nro 1985 Sanstaa, den . Sevtemre 111168
Deutschland. ———— Bruder nach Parins gereiste um das Uebel des! letzlern au Ort“
München, 22. Sept. Die „Augsb. Postztg.“ 'will wis⸗ und Stelle zu untersuchen und über die Moͤglichkeit —
en, der angebliche Gedanke der Slaatsregierung, das Mandat fein Urtheil abzugebhe.
er gegenwärtigen Ständeversammlung bis 1870 zu verlängern. Hamburg, 28. Stpt. Einen aus? diplomatischen Krei⸗
ursrünglich von Hru. v. Hörmann ausgegangen. Dem wird sen stammende Berliner Correspondenix der Hamh. Nachr.“
iber widersprochen. jagt: Die Berichte aus Spanlen erregten begreiflicher Weise
Die Kaiserin von Nußland wird nächsten Samstag Abend in Betlin große Sensation, Ein“ Sieg der Revolution in Spaun
von Friedrichshafen kommend, auf Schloß-Berg eintreffen und am nien in diesem Augenblick ser fast gleichbedeutend mit einer Ga⸗
Nontag Vocmitlag von dort aus die Reise bis Botgen, am fol- tantie des Friedens „für“ den Winter.“ Je länger aber ein
enden Tage. nach Como fortsetzen. Die Sudd. Presse“ bringt dampf zwischen Dentschland, und Frankreich hinauisgeschoben
uicht weniger als 41 Ordensverleihungen des Konigs an russ. verde. desto mehr verstaͤtle fich die Aussicht dafür, daß er ganz
Beumte, Hofbedienstete und Officiere. — zu vermeiden seeeeee..
München, 23. Sept. Der Herzog von Nemours ist heute Wien, 22. Sept. Die“ „Abendpost“ enthält ein officielles
stachmiitag mit Familie und Begleitung hier eingetroffen und im Telegramm aus Madrid: Von den Insurgenten sind der Königin
dotel Vier⸗Jahreszeiten abgestiegen. — Bedingungen vorgelegt worden: Dieselben gehen auf Abdankung
Was die Stutlgarter Versammlung der Volkspartei in ihrer der Königin zu de des Kronbrinzen und Einberufung der
mitzung vom 20. ds. über das auf dem Wege der Gesetzgebung Cortes zu einer nationalen constituirenden Versammlung. (Da
n Trgielende beschloß, ist so ziemlich das Ziel aller wahrhafl der Keonprinz Alfons noch nicht volle 11 Jahre alt ist, so würde
beralen Parteien? Hebung der Volksschule, Errichtung von Fori- im Falle dessen Regierungsantrittes eine Regentschaft nöthig sein;
udungoschulen und ünentgeldliche Ertheilung des Unferrichts an ekanntlich denkt übrigens ein Theil der Progreffisten auch an
zenselben; volle Gewerbesreiheit und Freizügigkeit, unbeschräuktes Hründung eines Portugal und Spanien umfassenden iberischen
Niederlassungsrechts, Beseitigung aller zum Nachtheile der arbeiten⸗ königreichs unter dem König von Portugal, ein Dritter an Grün—
en Klafsen bestehenden Ausnahmsgeseße; Aufhebung aller Privi- dung einer iberischen FörderativeNepublik.)
egien und Monopole; Virbot der Kinderarbeit in den Fabriken; Wien, 23. Sept. Die Abendblatter melden, daß nach Mit⸗
derabsetzung der Arbeitszeit; unbeschränkte Koalitionsfreiheit; Auf heilungen einiger mährischer Probinzialblätter das Ministerium einen
hebung der die Bildung von Genossenschaften aller Art beschrän- Hesetzentwurf vorbereite, welcher neuerdings mehrere Bestimmungen
enden privatrechtlichen Bestimmungen; Beseitigung aller indirec- »es Concordats abändern soliee..
sen Steuern und Einführung einer einheitlichen Einkommensteuer ———— Fraukreich·
nit Progressivsätzen; Abschafsung der stehenden Heere. Paris, 20. Sept. Die“Liherte“ predigt heute wieder
Berlhin, 22. Sept.Aus guter Quelle wird der „B.⸗ u. inen Kreuzzug zur Herstellung von Fraukreichs Grenzen von 180*5.
h.«Itg.* versichert, Frankreich habe in St. Petersburg seine gu⸗ Sirardin bleibt bei seiner Argumentation, die ganz genau die aller
ẽn Dienste vertraulich anbieien lassen, um den russenfeindlichen Fra Diavalo's ist: Frankreich hat die Grenzen von 1801 nöthig,
Agitationen der Emigration in der Schweiz durch seinen Einfluß olglich muß es —V
zei den Behörden der Eidgenossenschaft ein Ende zu machen. Fürst Raub, und Mord predigt und gegen eine Regierung wühlt, die
Hortschakoff soll, ohne ein Hehl daraus zu machen, daß er die sich nicht zu einem offenen Raubkriege verstehen kann, wohl aber
eitenden Gedanken des Kaisers Napoleon wohl errathe, unter lebe um der Schreier willen täglich Millionen auf' Millionen für Kriegs-
jafter Bezeigung seines Dankes, die franzöfische Dienstwilligkeit abe üstungen ausgibt, um den Krieg in der Hand zu haben, macht
zelehnt haben, mit dem Bemerken,“ Rußland ziehe es vor, die nan die deutschen Nachbarn für Kriegs-Eventuglitäten verantwort⸗
einen Ünbehaglichkeiten, die ihm durch die Wühl⸗reien der Flücht- ich, wenn sie sich vorsehen und ihr Haus gehörig in Schloß und
inge bereitet würden, zu ertragen? um nicht Veranlassung zu Kiegel bringen. Die franzöfische Unverschämtheit gegen“ Deutsche
Scritten zu geben, die leicht eine für den europäischen Frieden and hat längst jedoch dem Kaiser die Augen so weit geöffnet,
zesfahrvolle Verwickelung hervorrufen könnten. — daß er den Kern dieser ganzen Agitation merkt: es handelt sich
Nach einer officiösen Verliner Kor. der Wehrzeitung“ be⸗ im Selbstschüsse für die Dynastie Napoleon, und ein Theil des
wedt die beabsichtigte ständige süddeutsche Militärcommission nicht dofes ist leider einfältig genug gewesen, zu dieser Intrigue sich
sur im Frieden die Uebereinstimmung der süddeutschen Staaten nißbrauchen zu lassen. Auch diese Leule merken jeßt Verrath,
nler sich und mit dem Norden in militärischer Organisation. wenigstens klagt heute die France: „Nennen wir diese Haltung
Tacktikeec. zu entwickeln, sondern auch für den Kriegsfall die dei ihrem rechten Nameu:es ist eine Verschwörung gegen das
Finheit in den Operationen-der süddeutschen. Truppenkörper zu daiserthum, die Kriegsfrage ist nur ein Vorwand, wie die Wahl⸗
jarantiren, d. h. das Organ zu sein, welches unter dem im 'rage nur ein Vorwand war; man hält die öffentliche Meinung
riegsfalle vertragsmäßig eintretenden Oberfehl des Königs von n Angst und übertreibt diese Besorgnisse, um die feindseligen Lei⸗
Preußen ·die militärische Verwaltung der Truppenkörper zu »enschafien gegen die Negierung aufzuhetzen.“ J
iten hat. —7 — Der Seine-Präsect Haußmann hat wieder einen Act be—
Der preußische Landtag wird wahrscheinlich auf den 8. Nov. zangen, der einen großen Theil von Paris in höchste Entrüftung
die Communiallandtage von Hessen und Nassau auf die zweite berseten wird. Derselbe hat nämlich für die Summe von
hälfte des Octobers einberufen. 1,400,000 Francs den freien Platz, »auf dem sich früher
Der „Bürger- u. Bauernfr.“ schreibt: „Die Arbeitslosigleit die Vastisle befand, an Privätleute verkauft, die dort Häuser
ist an vielen Orten der Provinz Osipreußen eine so große, daß dauen sollen.
Männer und Frauen für immer billigere Tagelohnsätze sich anbie— Paris, 22. Sept. Eine Depesche aus San Sebastian
en. Nächstens wird alle Arbeit aufhören, — was daun ?! neldet, daß die Koönigin abgereist sei, nachdem sie Nachrichten von
Werden die Behörden nicht bald in allen Kreisen an ausreichende Marschall Concha erhalten habe— Die „Presse“ sagt, daß Schiffen
zffentliche Arbritsstellen für beide Geschlechter denken ? — Aus er taiserlichen Marine Befehl ertheilt worden sei, sich bereit zu
Pillau berichtet die „Königsb. H. Z“, daß dort ein großer Noth- jalten, nach der spanischen Küsle abzugehen, um erforderlichen
jaud zu befürchten sei. Die öffenilichen Arbeiten sind bereits we- falls die Interessen französischer Unterthanen zu mahren. — Die
zen Mangeis an Mitteln zum großen Theil eingestellt und Hun- Fournale drücken ihre Zufriedenheit über die Rede des Königs
zerte von Familienvätern brodlos. sou Preußen in Hamburg aus. — Die ,France“ sagt, die Worte
Dgr. Kley von Gräfrath (Regierungsbezirk Düsseldorf) dönigs Wilhelm deweisen, wie richtig die Kieler Rede durch das
it auf Wunsch des Gen.⸗Lieut. Grafen v. d. Goltz zu dessen kuilerien-Cabinet beurtheilt worden sei.
        <pb n="456" />
        Wenn die Bewegung in Spanien so stegreich endet, als sie
energisch begonnen hat, so dürfen win auch von ihr eine günstige
Simpirkung auf die „allgemeine Politik von Europa hoffen. Die
halbamtlichen Blätter „Patrie“ und „France“ und die Havas'sche
Agentur voim Ministerium des Auswärtigen zugehenden Deveschen
sehen zwar die Sache der Königin durchaus nicht als verloren
an, und die „France“ meldet sogac, daß Marschall Concha an
seine Agenten im Ausland telegraphirt habe, er nehme es auf
fsich, die Insurrection niederzuschlagen. Nun sind aber auch nach
dem Moniteur die Drahtverbindungen zwischen Madrid und Frank⸗
reich unterbrochen, und man begreift nicht, woser die ,France“
jhre telegraphischen Mittheilungen bezogen haben soll. Auch in
die Nachrichten, welche der , Moniteur“ und die Havas'sche Agentur
über die Haltung der Generale Novaliches, Cheste und del Duero
bringen, setzt man Zweifel, da diese Generale sich schon vor läu⸗
gerex Zeit von der, Negierung losgesagt haben und es nicht wahr⸗
scheinlich ist, daß sie jeßt die Rolle übernehmen wollen, die man
ãe spielen lassen möchte.
Wie das nicht anders sein konnte, die hiesigen Preußenfeinde
erblicken in der spanischen Bewegung ein Weck Preußens; der
Gaulois“. verkündigt dessen Mitschuld in vollem Ernste. Eine
anwillkürliche Anerkennung der preußischen Machtstellung liegt aller—
dings in dieser an sich sehr albernen, Taltikk.
*Ich bringe eben in Erfahrung, daß die Koönigin JIsabel sich
heute morgen noch in San Sebastian befunden. Ihr Schwie—
jersohn Girgenti hat vor seiner Abreise seine junge Frau der
Obhut ihrer Großmutter Christine anvertraut, die von Havre
hierher geeilt ist. Dig Familie Gonzalez Bravo hat sich nach
Bahonne geflüchtet. J
Pari's, 23. Sept. Bei einem landwirthschaftlichen Ban—
tett in Niort brachte General Allart (der Onkel des kriegerischen
jungen Menschen gleichen Namens, der bei der Deputirtenwahl im
Moßeldepartement volle48 Stimmen erhielt) einen Toast auf
den Kaiser, dessen „hohe Weisheit“ Frankreich im Junern vor
der Anarchie, nach Außen, aber vor einem bevorstehenden Krieg
hewahrt habe!
Paris, 24. Sept. Der „Gaulois“ sagt: der, Marquis
Concha habe den General Olano mit einer versöhnlichen Misfion
an den Insurgentengeneral Serrano abgesandt; dieser habe sich
aber auf nichts einlassen wollen. Dasselbe Blatt meldet ferner,
daß der von der Regierung gegen Santander gesandte General
Iunestal sich den Insurgenten angeschlossen habe. — Der „Figaro“
herichtet, der Generalcapitän von Valencia sei vom Volk ermordet
und sein Leichnam durch die Straßen geschleift worden. — Heute
Morgen war die Königin noch in San Sebastian.
Trotz der furchtbaren Erplosion, welche in dem Laboratorium
von Meztz stattgefunden hat, wurden die Arbeiten in demselben, wie
der „Moniteur de l'Armee“ meldet, auch nicht einen Augenblick
ausgesetzt. In den übrigen Werkstätten wurde an demselben Tage
bis Abends fortgearbeitet, und am folgenden Morgen fehlte auch
ticht eine einzige Arbeiterin zur gewöhnlichen Stunde.
Echweiʒ.
Bern, 22. Sept.“ Der Congreß der Freiheits- und Frie⸗
densliga hat heute die von dem Centralcomite vorgeschlage—
nen Resolutionen gegen die stehenden Heere einstimmig an⸗
genommen. — —
ESypanien
Unser Pariser Correspondent theilt uns die nachstchende
Broclamation mit, welche das revolutionäre Comitee in Madrid
in Umlauf gesetzt hat.Dasjelbe lautet:
„Bewohnert von Madrid! Die mit so viel Ungeduld er—
wartete Stunde hat endlich geschlagen. Die Freiheit ist wieder
erstanden dort, wo sie geboren worden am Beginne dieses Jahr⸗ — — — —
hunderts, welches das Jahrhundert der spanischen Wiederaufersieh— Vermischtes.
ang ist. Mehrere tapfere Seemänner haben bei ihrer Ruüͤctete Kaiserslautern, 23. Sept. Heute fand die
jn das Vaterland und' nachdem sie dasselbe mit so viel Muth 2. Kreisversammlung des pfälzischen Lehtervereins dahier statt,
vertheitigt hatten, es verarmt und in Sclavenketten gefunden, velche trotz der eingetretenen ungünstigen Witterung von circa
Dant dassen unverschümten und verächtlichen Mandarinen, und fie 500 bis 600 Mitgliedern besucht war. Unter den anwensenden
haben im Einverständniß mit mehreren muthvollen Soldaten sich Gästen nennen wir den Referenten des bayer. Schulgesetzes, Herrn
Iem Volte angeschlossen! Ja das Volk und die Armee, die ganze Abgeordneten Pfarrer Gelbert und demn Kreisschultreferenten
Ration erhebt sich gegen die Tyrannei, die uns unterdrückt gegen Herrn Dr. Jordan, Der sehr geschmackvoll decorirte. Frucht⸗
die Unsittlichkeit, die uns entwürdigt, gegen die Unverschämtheit jallsaal, mehr noch aber die würdevolle Haltung der Versamm⸗
die uns demüthigt. Das Volt von Madrid wird nicht das letzte ung, die Gediegenheit det Vorträge ußd die gemüthliche Unter⸗
rein wollen, denn es erkennt, wie unwürdig und entehrend das haltung bis zur Mitternachtsstunde machten auf die Festtheilneh—
Joch ist, das auf uns lastet, und verflucht es. Heute richten wir mer den besten, einen unvergeßlichen Eindruck. Ausführlichen Bericht
soch keinen Aufruf an Eueren Muth, wir wenden uns an Euere lassen wir folgen und theilen hier blos das um 6 Uhr Abeuds
Botsicht. Seid bereit zum Kampfe, aber fordert nicht dazu her—⸗ eingetroffene und mit höchster Freude. aufgenomemne Telegramm
Tus. Wir werden, waährscheinlich gar nicht zu kämpfen haben, Sr. Maj. des Königs mit. abgegangen zu Shloß Berg um 4
denn die Soldaten, die in unserer Mitte leben, sind auch liberal Uhr 23 Min. Abends: „Hrnu. Weibel, Il. VBorstand der Lehrer-
uud warten nur auf eine Gelegenheit, um sich mit dem Volke und versammlung zu Kaiserslautern.“ Se. Maj. der König sind über
dessen Waffenbrüdern zu vereinigen. Wartet auf diesen Augen- die eben dargelegte Hüldigung der in Kaiserslautern
qeder nicht eifernt ist. Bald wird die Morgenröthe unseres tagenden Il. Lehrerversammlung sehr erfreut, und lassen hiefir

Sieges wieder erscheinen, welcher der Sieg des Rechtes, der Ge
echtigkeita und der Freiheit ist, und, nicht der Tag der Plünder⸗
ung und der Brandstiftung, so wie das die feigen Feinde unferer
heiligen Revolution behaupten! Ihr werdet den Dieb und den
Brandstifter mit dem Tode bestrafen. Juden 'Ihr Alles was
Fuere heilige Entrüstung hervorruft, bon diesem Boden verjagt,
verdet Ihr zu gleicher Zeit Ve daß Ihr alle Tugenden be—⸗
itzt, die den Völkern eigen sind, welche die Freiheit lieben. Mittlerweile
hütet Euch vor jedem Zeichen der, Eatrüstuag und selbst der
Freude für den Sieg unserer bereits gewonnenen Sache. Wenn
das Comite es für nöthig erachten sollte, daß Ihr Euere Halt⸗
ung ändert und eine entschlossenere annehmt, so wird es Euch da-
von zeitig in Kenntniß setzen. Wartet somit auf seinen Wink.
Es wird Euch denselben nicht auf diesem Weze geben, denn um
sere Feinde oder ungeduldige und schlecht unterrichtete Freunde
könnten sich seiner bedienen und das Uebel hervorbringen, das
wir zu vermeiden suchen; wir werd'n ihn Euch insgeheim und
durch ehrliche Freunde zukommen lassen. Mißtraut jedem andern
Rathe. Vorsicht und Einigkeit ist es, was Euch vorläufig
empfiehlt: Das rebolutionäre Comite von Madrid. 9
(Pf. Kur.
Madrid, 22. Sept. Die „Gaceta“ veröffentlicht ein De⸗
zret, wonach die Demission des ganzen Ministeriums angenommen
ist und Jose Concha zum Ministerpräsidenten ernannt wird. Es
ist demselben noch nicht gelungen, ein Cabinet zu bilden. — Das
zenannte Blatt meldet gleichzeitig den Ausbruch einer Insurectisn
in Cadix und Sevilla. — Die Reglerung wird in Catalonien,
Fastilien und Andalusien drei Divisionen aufstellen, welche voͤ
PBezuela, Manuel Concha und Novpalichez commandirt werden. —
Der Generalcapitän von Madrid läßt durch Straßenplatate alle
Zusammenrottungen verbitten. — Die provisorische Regierung in
Sevilla hat den abwesenden Espartero zum Präsid nten gewählt.
Man herechnet die Streitträfte der Insürgenten in Andalusien auf
14,000 Mann Soldaten, 11 Hriegsschiffe mit 5000 Manu.
Marinetruppen. Die Jusuerection imacht Fortfchritte. — Die
stönigin ist um Mitternacht von San Sebastizn nay Madrid
abgereitft.
Madrid, 23. Sept. Calonge mirsch'rt gegen Santander
und Sautona. In legterem Platze sind die Insürgenten nicht
zahlreich, da Artillerie und Offictere sich nicht am Ausstand be—
heiligen. Ein in Granada nach dem Abmarsch der Truppen nach
Andalusien versuchter Aufstand wurde vereitelt. J
San Sebastian, 23. Sept. In allen Militärdistricten
herrscht Ruhe; der Aufstand in Santander, Santona, Sevilla,
Fereol, Malaga und Sau Fexrnando localisirt. Novaliches ist
in (7 Sevilla.
Madrid, 24. Sept., 4 Uhr Morgens. Madrid ist fort⸗
vährend ruhig, ebenso die Provinzen mit Ausnahme von Ferrol,
San Fernando und Sevilla. V
Donaufürstent hümer.

Belgrad, 22.Sept. „Vidopdan“ erfährt, daß die
Pforte ganz ernsilich beabsichtige, die rumänischen Grenze zu be—
etzen. Ferner habe Oesterreich eine internativnale Enquête der
Zachlage in Rumänien vorgeschlagen.

Amerita.

New-York, 12.Sept. In Georgia fanden zwischen
weißen Demokraten und farbigen Negern blutige Kämpfe statt; in
einem Gefechte wurden 5 Weiße und 38 Neger getödtet und 60

der Letzteren verpundet. J

New-⸗York, 12. Sept. (Dampsernachricht.) Die Le⸗
gislatur von Georgiaghat sich gegen die Vertreibung der Ne⸗
ger erklärt.

2
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        reundlichst danken. Se. Maj. banen auf die von der Versamm⸗ zeug und Orden bestehenden· Inhalls des Koffers aufgefunden.
ung dem, Throne zugesicherte unberbrüchliche und, wünschen 4 lte a. S.ä Sept- Waährend desheutigen Vieh⸗
inen allfeits befriedigenden? Abschluß““der Verhandlungen, marktes ereignete sich ein entsetßzliches Unglück.“ Ein zu einer Me
velche die Versammlung“ in diesem⸗Augenblicke beschästigt nagerie gehöriger Wagen fuhr quernzüber den⸗ Markiplaß und
jez. Lipowsthy. “ e iner.der die Thür verschließenden Bolzen war docker geworden, se
Kaiserslauterin. 24. Sept.z Gestern Morgen 4 daß sich dieselben plötzlich öffneten und 2 Bären unter fürchtere
Uhr wurde auf dem,hiesigen Bahnhofe einem dajelbst! beschäftige üchemnBrüllen aus dem Wigen- herausftirangen uns mehrere Web⸗
en Wagenwärter, als er eben iin Begriffe war das Geleise zu chen anfielen.Zwei Personen, ein unger Oeconore und ein
iberspringen, jedoch stecken blieb umndniederfiel, das linke Bein Pferdeknecht, wurden sofort von ihnen zerfleischt und getödtet, wäh⸗
mter dem Kniee überfahren, Dasselbe mußtie alsbald oberhalb rend einet Drikten der Unterkiefer zermalit wurde, so daß an
des Kniees abgenommen werden. hrem Aufkommen gezweifelt wird Ein panischer Schrecken berc
f.Sandau, 22. Sept. Die Bürgermeister von Godram- nächtigte sich sämmtlicher Marktbesuchee und ein Wwahres »Gluck
gdein, Siebeldingen. Nußdorf und Landau haben sich geeinigt, den var es, daß eine Abtheilung des 86. Insanerie⸗Regiments gerade
Beginn der Weinlese in ihren Gemarkungen auf Montag den 5. bom Exercierplatze heimkehrie und die beiden wüthenden Thiere
Dclober festzusetzen. 7 nit dem Bajonnette niederstachtuus r
Waldrohrba ch An; dem Hause von G. J. Vogler F Wien. (Zwölf zbeschädigte“ Damen?d) Seit
zefindet sich ein Sjähriger Kebstock mit Gutedel, welcher im Jahre nehreren Monaten hat fich hier ein: aus Pesth gebartitgzer junger
—E 9 Litres, 1867 — 27 Lit⸗ Nann, Namens Moriz F. herumgetrieben, welcher micht weniger
res, dieses Jahr aber 138 Litres Most ergab.⸗ht x ubs, etwa zwanzig Frauen?Aheils Maͤdchen Kheils Wittwen, das
Schweigen, 20 Sept. Vorgestern hat hier die Wein- deirathen versprochen hatien und allem diesem heirathslustigen Da⸗
lese begonnen, und es wurden; für. die Hotte Rothen zu 50 Lit. nen unter allerlei lügenhaften Vorspiegelungen groͤßere und kleinere
ces 20 Fres. — 20*3Fresbezahlt; die ganze Crescens wurde Beldbeträge herauszulocken wußte Es ist ꝛerstaunlich, mit welchem
zasch verkauft.... kafinement der Gauner:zu Werke aging;“ er ließ seine Mutter.
FGrünstadt, 21. Sept.Gestern wurde dahier wieder velche in Ofen wohnhaft ist auf telegraphischem Wege zuseinen
zin wüthender Hund erschossen,welcher noch mehrere andere Hunde Bertohungen-hierher: rberufense? wohntestetsrin dem dornehmften
zebissen hat.. Es ist deshalb dam Bürgermeisteramt rsofort Hunde. Hotels, aus welchen er gewöhnlich nach einiger Zeit mnit Hurück⸗
erre angeordnet worden. assung einer bedeuteuden Schuld: verschwand. Zuletztn merlte me
r Vom Mittelrhein, 20. Sept., wird geschrieben: Der doch einige der augehenden Bräute, daß Ser junge Mann, nachdem!!
Khein ist hinter Bingen so klein, daß die Touristenschiffe das er ihnen Geldbeiräge abgeschwindelbe hatte; sie Snur zu betruͤgen
hingener Loch nicht mehr passiren können. Das ist ein großer deabsichtige; sie spurten ihm nach, erfuhrene nunmehr Jeine zahl ⸗
serlust für die Schifffahrt, was aber auf dem Wasser verloren reiche Ligisons und verfolgien ihn gerichtlich infolge deffen et von⸗
geht, wird zehnfach auf dem Lande gewonnen. Seit dem golde- Bien flüchtig wurde. Es wurde die steckbriefliche Verfolgung des
ien Jahrgange von 1811 hat das Sprüchwort: Kleiner Rhein Bauners eingeleitet, und vor wenigen Tagen geling es der? Si⸗
— großer Wein!“ nicht mehr so zugetroffen, wie in diesem Jahre, herheitsbehörde, desselben habhaft zu werden,“ morguf er an das
uud mit schmunzelndenn Antlitz scherzt der Rheingauer Winzer; dandesgericht für, Strafsachen, eingeliefert wurde. Die betreffende
vir machen dieses Jahr einen doppelten 1834er, denn zweimal Berichtsverhandlung dürfte höchst umerefsant werden, va sich bereits
ierunddreißig gibtebekanntlich achtundsechzig! Nicht so wohlgefällig wölf Damen als Beschädigte“ gemeidet haben, und dieselben
aber äußert man sich über, die sonstigen Verhältuisse; des Landes nicht nur ihre Ansprüche auf das Eigenthum des Angeklagten,
uind Lebens. Die alten Zeiten, meint man, seien besser gewesen, ondern auch auf dessen Herz und Hand geltend machen wollen.
im's Dreifache besser, weil man ungefähr auch dreimal weniger Dder Gauner ist ein junger üdjähriger Butsche mit. einnehmenden
Steuern bezahlt habe. Der Glaube, daß zwischen den gegenwär. Aeußern und guten Manieren. Umer den beltogenen Damen —
igen Zuständen ünd einer bessern Zukunft ein großer Krieg kiege, nan hat hier eine gauze Musterkarte on Heitalhskustigeg Ppor'
nimmt im Volkentäglich mehr überhand. Erst wenndieser Krieg sich — befinden sich solche vöns i 7 Jahren angefangen vis hoch in
zeführt worden und die Verhältnisse Europa's auf soliderer Grund. die Vierzig. 455— — a
age zals der einer permanenten Kriegsbereitschaft constituirt seien, Vor dem Grafschaftsgericht der Sheriff: der City don
onne die alte Zufriedenheit wiederkehren und eine Versohnung der London warde gm 17..d. der Houoprable“ Richqrd· Beihes,
Veister und Herzen angebahnt werde7 Utester Sohn des Lgrd Welrburye Er⸗VLordkanzlers von
Bingen, 24. Sepk. Der DampferMexkens“fuhr England, wegen; Schulden und Bankeroitte für „ —9— — 33
zestern Abend bei Lorch auf einen Felsen und füllte sich rasch mit erklärt. 3,.
Wasser. Die Passagiere wurden durch den Dampfer „Humbold“ F, Baltimar.Eine triftigere Entschuldigung für“ das
und durch zur Hilfe herbei eilenden Schiffer gesichert. Anfangs Wegbleiben aus der Schnle, als nachfolgender von einem Michi-
zlaubte man an Vord des Schiffes, es sei Feuer ausgebrochen, zaner Blatte erzählte Fall liefert, dürfte es wohl kaum geben?
ind herrschte große Verwirrung auf demselben. Ein junges Ehee Gor einigen Tagen-Ffehltae cine der großerent? Schuͤlerinnen einer
zaar, welches übereilt ein an Bord befindliches Boot benutzen hiesigen Schule, und als dieLehrerin ribhalb Erkundigung ein⸗
wollte, wurde mit Noth gerettet. I zog, erfuhr sie zu ihrem Grstaunen, daß- die Dame in der vor⸗
f Vor 17 Jahren wurde zwischen Meiningen und Mellriche hergehenden Nacht Mut keer geworden sei. Die Schülerin hatte
tadt ein russischer General seines Koffers beraubt. Diesen fand üch bereits vor einem Jahre mit einem netten Schnittwaaren⸗
nan, seines Inhaltes entleert, bei Meiningen. Der Thäter wurde Jüngling verheirathet, doch trotz des Ehestandes hestand sie
ur Zuchthausstrafe verurtheilt und starb in der Strafzeit, auch darauf, ihren Schulurssus zur vollendemtvis ꝛverf elbe so
er General ist seitdem gestorben. Am 14. ds. Mts. wurde nun ötilich durch diese leidige Ehestandacauseqeuen) unter⸗
eim Abtragen eines Kalkofens der größte Theil des in Silber⸗e brochen wurde. e⸗
Bekanntmachungen.
FTZur Nachricht.
Ich warne hiermitJedermann von mei⸗
—
nen oder abzukaufen, bei Schadloshaltung,
udem die gerichtliche Ehescheidung einge⸗
eitet ist.

Carl Fleischbein
Essigsieder.
Eine trachtbare Kuh—
n zu verdaufen bei WV
Jakob Wack.
Schreiner.*

Goestampftes —ι—l, 5
Foinst gogtampftes Snlal,
Feinst — ——
IEnOhæMIMeII Suporphosphat
billigst bei M. Mvoeor rnin. in St. Ingbert.
5 — —
Na⸗e —J—— ee
ein braver Junge in die Lehre ange-
nommen .
tannt PacrAubleider.
Echuhmacheracn.—
Et braves · fleikines Dien m adchen,
welches sich gllen häuslich en Ar—
beiten intern ehtund todeg Aann wing
auf Michaeli gesucht Naßereduestuft
extheilt die Expedition dieses Blattes

Sonntag den 27. SeptemberAn Blieskastel
nuf dem Tivol i.. —
Frisch angekommen
— 8 4*
an dkäy e
12 SEtück zu kEr. bei
Vilhelm Weiler
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        Bekanntmachung und Aufforderung.
Die Audhebung der Wehtpflichtigen der Altersklasse 1847betr.
un DiecErsatkommisfionzume Zwecke: der Aushebung der Wehrpflichtigen der Alters⸗
klasse 1847, vestehhend aus den in Artikel⸗ 40 des Wehr⸗Verfassungs⸗Gesetzes bezeichneten
Perfoneniwird sichnamt
Miattwoch den 21. Oktobern ifbo Jahres und die folgenden Tage,
jedesmal Moegens von 8bis 12 Uhzr und Nachmittags von 2 Uhran,
ninn —— ⏑ü — e p
* ei A im 3J r u q 6 at 8 a a ce del ä
dahier versammeln; um die nach Artikel 52 des Wehr⸗ Verfassungs⸗Gesetzes ihr obliegenden
Geschtiffe vorgunehmen, und zwar wird .

. amn Mittwoch ben 210 Oktober lIfd. Jahres, die Bescheidung ader
eingelaufenen Gesuche von Wehrpflichtigen umr gäuzliche oder zeitweise Befteiung
don der Wehrpflicht oder um einstweiligt Aussetzung der Einreihung, sowie die
Feststelung der Bezirksltste durch Streichung der Unwürdigen, der Freiwilligen
und der gunzlich oder nach Artikel 80 resp. 12 des Wehr⸗Verfassungsgesetzes
— . 433
n Donnerstage, Freitage und Samstage, den 22., 23. und
23.Oktober 8 Jahres, die Messung und förperliche Untersuchung der
auf der Bezirksliste Verbliebenen und die Beschlußfassung hierüber endlich

am. Montage den 26.Oktober Ifd. Jahres, die Loojung statisinden

Indem man dies: gemäß 85 24 der Vollzugs⸗Vorschriften vom 22. Juni lIfd.
Jahres Jum Wehr · Verfassungs⸗Gesetze (streisamtsblatt Nro. 61) zur allgemeinen Kennt⸗
uß bringt ergebt hiermit au sämmtliche Wehrpflichtigen der Alters⸗
klafse 1847 nut Ausnahme der bereits freiwillig Dienenden die A eerere
sich an den oben dezeichneten Tagen um 8 Uhr Morgens und um.2 Uhr Rachmittags
im Fruchthallsaale hiesiger Stadt pünltlich einzufinden unde dem Aushebingsgeschäfte bis
zumSchlusse beizuwohnen, webei bemerkt wird⸗ daß diejenigen; welche bei dem Ersatz⸗
geschäfte ohne »genügender Entschuldigung (mannvergl.-.Artikel 391 des Wehrverfassungs
Hesetzes) airobleiben aoder: sich vos Beendigung desselben eigenmächtig entfernen sollten, ihre
Berurtheisingwegen · Ungetorsams auf. Gruud des Artilels 76, Absatz-Ades Wehr⸗Ver
fassungs⸗Wesrches, an Geld bis zu 1560 fl. oder auit Arrest his zu 42 Tagen zu gewärtigen haben

24 Zuunedrnet n, ven 25. September 1868. * D— J

—S——— — A —— 49232y2 3.* 4 42 —V —

ez Konigliches Bayerisches Bezirlksamt/
ια tir aret —— a m mm. de te
———— Sschäfe r.*
MNeine neuen — V——
MinterbuxRins
siud nunmehr vollständig, und in sehr reichhaltiger Auswahl
eingetroffen. Ich empfehle solche unter Zusicherung der
billi gsten Preisen.

J — E ————
3t Ciolina &amp; döhne
DZ—weibribeltenmnn
aete Bo der Landaenerutrasgzoe,
mupfehlen ibr — D—— der modernsten.
HDnmen⸗Herbstkleiderstoffen
abgepaßten nt¶ö/˖ö und Chales, sowie
AlEr —*

*

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17
.*
3343
3275

*

Parfumerie-Artikol als:
Shwoizeær-AIpenν-
terseα welehs Fleohten, Finnea
ote. mit Leichtigkeit beseitigt.
RASISιι, *
Galiséeife, fur dis“ Flecken am
Kleidern zu machen. i
POnIadeæ deæ GIIMCIAMIC, uM
Grãâuseln der Haare
Eis PpPomde..
Râucher Rerα, J
EFVEChIStIVDEChGMD von Seise
EiechLIiSSGnI
zind srichnweommon bei .**
Carl Schöffler. Bader.
Beschãfts Empfehlung.
Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst
anzuzeigen, daß er! sich! als
Thünsch e r
hier etablirt hat, und alle in dieses Ge—
schäft einschlagenden Arbeiten unter Zu⸗
icherung rascher und billiger Ausführung
übernimmt.

Heinrich Bauer, Tüncher
wohnhaft bei Witw. Jene im Ort.

LKnochenmehl, duper-
phosphate und daatkorn
sst vilig zu haben bei

Gebr. GII.

—
varuung.

Ich bringe hiermit zur Anzeige daß ich
in meinem Solz-⸗Platze und in meinem
GBarten in den Grosgärten Fufi⸗
Angeln gelegt, habe, welchez meinen
Holztunden;. besouders bekannt gemacht
wird. —
St. Inghbert, im Sept. 1868.

VJoh. König Bäcder.
Frucht⸗, Brode, Fleisch⸗ ꝛe. Preise
der Stadt Homburg vom 23. Sept.
Weizen Gefl. 40 tr. Korn 4 fl. 51 tr.
Spelz 4 fl. 15 kr., Gerste, — Zreihige, — .
— tr.« Mischfrucht 4 fl. 56 kr., Haser
4 fl. Alekr., Erbsen — fl. — kr., Kartof⸗
feln 1fl. —kr. per ZItr. Kornbrod, 3 Kgr.
23 kr., ditto 2 Kor. 16 kr., ditto 1 Kgr.
8 kelNühfsische 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr., Kaͤlbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
16 kr., Schweinesleisch 181r., Butter 80 r
per Pfund.
9 2*
zu Pamen⸗Zegeumäntel z
Ferner der neuesen — Frankfurter Börse n
—————— 8 ——33 8
IIIRAX NRatimnsG, PDœoru le vom 24. Sept. 1868.
Onchæene vIene Temeler7erten
fůnre Herromn 2 e 5 f —
. 3 —8 reuß tichsd 38 93 α-9ä
sowie, Lama, Seidenzenge, Anterhosen &amp; Znkerlacken in Wolle und ieeeeren
Baummwolle in jeder beliebigen Größe, Farbe und Qualitat 66 . 33 —*
. wil! belhaͤupt Fraucs⸗ J J * &amp; —
VPaumwols-⸗ESLeinenWaaren,
actur⸗Geschaft einschlagende Artikel zu den billigsten Preisen. need wer der gohtbiand z 27 28
ů— ——— — —
Redaction, Druck und Verlag von F. XR Demetz in St. Ingbert.
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        St. Ingberler Anzeiger.
der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstarg, Donnerstag
und Samstag. Abonnementsvpreis vierteljährig 485 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

— — —— —— — — —

Dienstag, den 29. September — 1868.

9

Deutschland.

Muünchen, 24. Sept. Die Mitglieder der süddeutschen
Dilitärconferenz waren gestern zu einem Diner bei dem Fürslen
hohenlohe, heute zu einer Hoftafel geladen, bei der Prinz Adalbert
den Koͤnig vertrat.

Der König hat der vom Bahyerischen Volklsschullehrerverein
dem nun auch der Pfälzische Lehrerverein beigetreten ist) mit einem
Tapital von 32,000 fl. gegründeten Wohlthätigkeitsstiftung für
baherische Volksschullehrerwaisen, vorbehaltlich der verfassungsmä⸗
zigen Staatsaufsicht, die landesherrliche Genehmigung ertheilt.

München, 25. Sept. Der Acktiengesellschaft der Pfäl—
zer Maximiliansbahn ist die Concession zur Erbau⸗
umg einer Zweigbahn von Winden nach Bergzabern er—
heilt worden.

Die Trauung der Herzogin Sophhitse am nächsten Mon—⸗
rag wird der Abt Haneberg vollziehen. Die Neuvermählten rei⸗
ien gegen Ende der Woche auf die Güter des Herzogs v. Alencon
nach England.

München, 25. Sept. Der Handelsminister v. Schloör ist
zeute Morgen aus der Pfalz zurückgekehrt. Heute Abend ist
Hraf Lurburg aus Berlin hier erwartet, um nach einigen Tagen
zuf seinen neuen Posten in Würzburg abzugehen.

Muünchen, 25. Sept. Zum würdigen Empfang der Kai⸗—⸗

erin von Rußland auf Schloß Berg sind alle Vorbereitungen ge⸗
roffen. Der Schloßgarten ist mit Statuen und Bosquets ge—
chmückt; das Dampischiff der Altiengesellschaft wurde für—
Samstag und Sonntag Abends von der königlichen Hofhaltung
n Miethe genommen; ein großartiges Feuerwerk soll auf dem
See am Sonntag Abend abgebrannt werden; die Musik des 1.
Infanterie Regiments ist nach Schloß Berg beordert u. s. w.
Der Koͤnig selbst wird das ganze Schloß der Kaisexin und ihrem
Vefolge einräumen, und in einem benachbarten Hause Wohnung
nehmen..
— Mu uch en, 26. Sept. In-heutiger Sitzung der Militär—
ronferenz wurden auf Grund der bisherigen Verhandlungen die
Grundlagen formulirt, auf welchen eine süddeutsche Festungscom—
mission zu errichten wäre. Die nächste Sitzung findet am 5. Ock.
tatt. — Die angekündigte Protestschrift des Exkurfürsten von
dessen ist nunmehr von Hortzowitz aus zur · Versendung
zekommen.

München, 27. Sept. Die Kaiserin von Rußland ist ge—
tern Abend hier eingetroffen und mit dem König nach Schloß
Berg gefahren. — Zuverlässiger Versicherung zufolge ist die von
Wien aus verbreitete Notiz, wonach die hiesige Militärcorferenz
zuch eine authentische Interpretation der preußischen Bündnisse
—L

Dienstesnachrichten.

Der Landrichter K. Kieffer in Lauterecken wurde feiner Bitte
entsprechend, in gleicher Eigenschaft an das neu errichtete Land⸗—
jericht St. Ingbert versetzt; der Landgerichtsschreiber K. Ro—
senberger von Lauterecken in gleicher Eigenschaft an das Landge—
icht St Ingbert berufen, auf die Stelle eines Landrichters in!
dauterecken der Bezirksgerichtsassesssr E. Erbelding in Landau be—
jördert; die Stelle eines Landgerichtsschreibers in Laut⸗erecken J.
Postius in Zweibrücken verliehen und der Gerichtsbote Ph. J.
Faßbender in Blieskastel an das Landgericht St. Ingbert in glei⸗—
her Eigenschaft versetzt.

Der pens. Gendarmeriebrigadier Ga Priester in Kaisers—
erstautern ist auf Ruf und Widerruf zum Landgerichtsdiener in
St. Ingbert ernannt.

Karlsruhe, 26. Sept. Der Kaiser von Rußland reist
in Begleitung des heute in Friedrichshafen eingetroffenen Fürsten
Hortschakoff morgen früh über Baden-Baden, wo er der Königin
„on Preußen Besuch macht, nach Berlin.

Berlin, 27. Sept. Der Kaiser von Rußland ist heute

Vormittag in Potsdam eingetroffen und vom König Wilhelm
empfangen worden. J
Wien, 28. Sept. Von unterrichteter Seite bestätigt man
uns: Die Kaiserreise nach Galizien ist aufgegeben; der galizische
Landtag hat die Ergänzungswahlen zum Reichzrath vporgenommen;
über seine Auflösung ist noch nichts entschieden; man sieht die
Stellung des Grafen Goluchowski als Statthalter für stark er—
schüttert an und neunt den G. d. C. Freiherrn v. Gablenz als
zeinen eventuellen Nachfolger. — Minisier⸗Präsident Fürst Auers⸗
perg hat seine Entlassung erhalten. Zunächst solllein Nachfolger nicht
ernannt werden, sondern interimistisch Graf Taaffe den Vorsitʒ
rühren. — Die Ernennung des Grafen Trauttmausdorff
jum östreichischen Botschafter in Rom ist bereits vollzogene
Thatsache. WW
Wien, 26. Sept. Wie die „Debatte“ vernimmt, hat' die
Pforte den europuischen Cabinetten, anläßlich der von den rums—
nischen Behörden nicht gestörten Vorbereitungen zu dem neuerlichen
Finfall von Freischa a ren in Bulgarien, die Erkläru ng
abgegeben, sie werde die ihr zu Gebote stehenden Mittel erwägen,
um jenem Zustande zu stenern und die Integrität des Reiches
zu schützen.
Fraukreich. —
Paris, 24, Sept. Wie ungelegen unseren Kriegsanhän⸗
jern die spanischen Ereignisse kommen, das spricht sich in ihren
Blättern deutlich aus. Der „Gaulois“ sucht die angeblich erfolgte
kinverleibung des Großherzogthums Baden, jene lächerliche Erfind⸗
ang, noch immer aufrecht zu erhalten und erklart, Frankreich müsse
inen Kriegsfall daraus machen. Aber Niemand achtet auf diese
Alberuheiten.

Es bestatigt sich, daß der Kaiser der Königin Isabel den
Rath ertheilt hat, abzudanken, ehe es zu spät sei; er soll ihr so⸗
gar ein Asyl in Barreges angeboten haben. Sonst haben wir
es inur mit unverbürgten Gerüchten zu thun, die ebeuso gut wahr
als falsch sein können. Die „France? meidet, daß einige spanische
Flüchtlinge, welche bei St. Gaudens die Grenze überschreilen woll—
ten. um sich der Insurrection anzuschließen (etwa 23 an der Zahl),
von den französischen Behörden festgenommen und internirt wur—
den. Andererseits kommen in Bayonne immermehr vornehme Aus—
reißer an; man nennt die Erminister Arrazole, Barzallana und
Bravo Murillo, den Vicomte de la Cade, Hrn. Hurtado, und es
heißt, die Garnison der Stadt solle um vier Regimenter vermehrt
werden. In St. Jean de Luz soll sich der Marquis v. Sala—
manca sowie die Infantin Isabella (Grafin v. Girgenni)
befiuden.

Paris, 25. Sept. In Lannemezan soll der Kaiser durch
einen Sturz vom Pferde beinahe verunglückt seinz die Kaiserin
zerieth auf einem Spaziergang unter einen mit zwei Ochsen be⸗
pannten Wagen, kam jedoch mit dem Schrecken und einer leich⸗
ien Contusion davon.

Paris. 25. S.p. „Debats“ und „Siecle“ melden, daß
Logrono, der Wohnsitz Esparteros, sich der Insurection angeschlos⸗
sen hat. (Eine der Londoner „Times“ zugehende Pariser Depesche
chließt daraus auf die Betheiligung Esparleros und der Staͤdt
Saragosso am Aufftande.) Ferner melden die genannten Blätter,
)aß zwei auf dem Marsch nach Cadix befindliche Regimenter des
Benerals Novaliches zu den Insurgenten übergegangen sind. —
Die „Gironde, (ein Blatt von Bordeaur) versichert, die Städte
Torunna, Ovense, Pontevedra und Nigo in Galicien und Zamora
in Leon hätten sich dem Aufstande angeschlossen.

Paris, 26. Sept. Der „Moniteur meldet aus der Haupt⸗
tadt Cataloniens, Barcelona, vom 23., daß bis dahin die Staͤdt
in Folge der Vorsichtsmaßregeln ruhig war, obwohl einige Verhaf⸗
ungen stattgefun den; die Nachrichten aus der Provinz selbst wa⸗
ven befriedigend, nur daß um Tarragona Aufregung herrschre.
Depeschen aus Cadix über Lissabon melden, daß Prim, Serkano
ind die anderen Häupter des Aufitandes seil dem 19. dort waren.
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        Begen sie marschirt de General Pavia, der aber nichts von sich schaft, welche *einen großen Theil der Provinz Logronno
hören läßt **5 * 8und ven ReO. der Provinz Soria umfaßt) und in einem Di⸗
Parid, Lq. Sept. Der vrogressistische‘ General Latorre strift von Navarra wurden von den Regierungstrappen zerstreut.
ist heute Morgen mit anderen Officieren in Perpignan (französische — Ju⸗Carthagena und- in den Provinzen Catalonien, Aragonien
Stadt am Ossende der Pyrenäen) verhaftet worden. Aus Madrid und Vilencia herrscht vollkommene Ruhe. F
liegen keine officiellen Telegramme vor. „Temps“ bestätigt die Von der spanischen Grenze, 27. Sept. Serrano
Erhebung von Logronno. „France“ dementirt die Nachricht von efindet sich in der Nähe von Cordova. Novaliches kann weder
der Ermordung des Generalcapitäns von Valencia. vor⸗ noch rückwärts. J
Paris, 27. Seot. „Debats“ und „Siecle“ melden, daß Saurn Sebastian, 27. Sept. General Prim rist mit
Oberst Morionos an der Spitze einer starken Insurgentencolonne drei Fregatten vor Carthagena angekommen und bedroht die Stadt,
Navarra und Aragonien durchzieht. z —da der Commandant die Uebergabe derselben verweigert, mit Bom ⸗
Der ,Moniteur“ enthält die amtliche Bekanntmuchung, daß bardement. General Novaliches ist mit Verstärkungen in Montorv
die Concession der Herren Julius Reuter umd VBaron von Erlan· seingetroffen. Serrano befindet sich in Cordopa. Der; Aufstand
ger. zur. Herstellung einer Kabelverbindung zwischen Frankreich aude in Logrons ist unterdrückt worden
AÄmerika jetzt definitiv geworden ist, nachdem die Inhaber der Con— England
ession nachgewiesen haben, daß sͤmmttliche Bedingungen betreffs London, 29. Sept.“ Der neue Fenierzug in Irland, über
der legalen Constituirung der Gesellschaft und der Zeichnung des welchenan 53 Londoner Zeitungen gleichlaukende Telezram ne aus
Gesammtbeitrages der Altien von ihnen erfüllt fsind. —— Fort zugiugen, scheint sih in Wohlgefallen aufigsen zu wollen. Die
Spanien. eehozzig Inn henn aen denen meinwene beriten uunter ei⸗
V s Fü ine ausge⸗
Gus Spanien) Wir entnehmen dem , Gaulois“ vom aem —X ee als aer einen iffenrau anwe Cort au
24. folgende weitere Mittheilungen, die nur brieflichen Correspon⸗ net dann en nrien eea 2 eie
denzen entstammen, da keine Privat-Telegramme mehr befoöördert En, 323 Ruchters in Millstreet 7 Buchs⸗ abfordert⸗ und da
werden. Der Handel und die reichsten. Grundbesitzer Andalusiens if * Gnosfen derscho and
haben den insurgirten Generalen alle Kapitalien zur Verfügung an —*386 20 Ein Telegramm der , Morningpost
gestellt, die sie für den kompleten Triumph der Revolution fürnöthig zrin * — —1338.
ingt die Meldung von einer erheblichen Verletzung des Prinzen
trrachten. — Aus Briefen von San Sebastian, die uns vorlie. Hur Waes auf der Jagd bei Dunrobin Castle. Bestätigung
gen, und die an eine sehr hochgestellte Person gerichtet sind, geht i absumacten
hervor. datz die Königin ats man ihr rieth zu Gunsten des Prim y mouth, 26. Sept. Die SchraubenfregattePallas“
jen von Asturien zu abdiciren, ausrief: „Nein, ich will nicht, daß geht nach der spanischen Küste. (Ebenso die englischen Panzer—
enn id brheat bin. irgend aines meiner Kinder arenn —I Hiffe „Lord Warden“ und „Entreprise“, die am 26. in Malta
— —
soll, ging an demselben Tage von Cadirx auf einem Kriegsdam⸗ Fregatten zum eveninellen s loualen.
pfer nach Valencia ab, um nach Katalonien zu eilen. Er hatte * ußlan . 3 —*
20,000 Flinten an Bord. Wenn er einmal in Katalonien an- Warschau, 20, Sebdt. Zur Anwesenheit des Kaisers trifft
zelangt sein wird, wo er eines unexmeßlichen Ansehens genießt, die Polizei allerhand Sicherheitsvorkehrungen gegen etwaige At-
wird fich die ganze Provinz erheben. — General Zarela hat sich tentate. So wurden die Hauswirthe angewiesen, die Bodenläden
an die Spitze der Bewegung: in Galizien gestellt. Dort befindei zeschlossen zu halten“ und die Kellerlöcher zu verstopfen. Die
sich auch der tapfere General Contreras. Das revolntionäre Besitzer von Kaufläden in des Straßen ersten Rangs haben ihre
Fomite in Madrid hat so eben im officiellen Bülletin ber Rebo⸗ Geschäfte' bis Abends 11 Uhr offen und hellbeleuchtet
lution folgendes Decret publicirt: Das revolutionäre Comite von zu halten.
Madrid, in Betracht daß aller Widerstand gegen die Revolution
annütz ist, daß selbst die Militärs, welche voll Ehre und der
Disziplin am meisten unterworfen sind, sich widersetzen müssen
das Blut ihrer Landsleute und Waffenbrüder zu vergießen, wenn
diese, von der Liebe zum Vaterlande getrieben, sich erheben, um
eine gehaßte unmoralische und tyrannische Regierung zu ftürzen,
dekretirt: „Jeder Militär, welchen Grades er auch sei, welcher
den Befehl ertheilen würde, auf das Volk oder auf die Armee
zu feuern, wird als Verräther angesehen- und gerichtet werden.
Madrid, den 20. Sept. 1868.“ — Nach dem „Figaro“ soll
die Königin in San Sebastian das von Concha gestellte Verlan⸗
zen, den so verhaßten Herrn Marfori aus ihrer Umgebung zu
entfernen, höchst ungnädig aufgenommen haben. „Ich bleibe hier,
rief sie, und zwar so lange, bis diese Räuber besiegt sind, und
venn ich unterliege, so ziehe ich mich nach Frankreich zurück, und
schätze mich glücklich, dieses Mörder- und Spitzbuben-Volk los zu
ein.“ — Nach demselben Blatte soll Admiral Topete zwei Tage
zu früh losgeschlagen haben. Der eigentliche Plan wäre der ge—
wesen, die Königin an Bord des Schiffes, das sie zum Besuch der
kaiserlichen Familie nach Biarritz hätte bringen sollen, gefangen
zu nehmen und in Brest ans Land zu setzen, während in der
Halbinsel an allen Punkten zugleich die Erhebung stattgefunden
hätte. — Die Gazetta meldet, daß die Infantin Donna JIjfabella
und die Herren Salamanca und Bravo Murillo nach Frankreich
geflüchtet sind. —
Madrid, 26. Sept. Graf Girgenti ist mit den Verstärk—
ingen, die er nach Andalusien führen sollte, in den Bergen der
Sierra Morena eingeschlossen. Cordova ist im Besitz der Insur—⸗
zenten; General Novaliches, dessen 3000 Mann starke Vorhut
zu den Aufständischen übergegangen ist, steht zehn Stunden ober⸗
halb bei Corpio und wartet vergebens auf Zuzug. — Prim ist
heute in Barzellona erwartet. Auch Saragossa soll sich der Be—
wegung angeschlossen haben.
Madrid, 27. Sept. Zwischen Serrano und Novaliches
muß es bald zum Kampfe kommen. — Prim ist nach Cadir ge—
kommen, wurde aber von den Generälen der liberalen Union
nicht gut empfangen und verließ Cadix wieder, um selbstitändig
zu agiren. Er hat ein Manifest veröffentlicht; auch die Generäle
der liberalen Union erließen ein solches, das aber nicht so radical
ist als das Prim'sche. — Die Stadt Alcoy (Provinz Micante)
hat capitulirt. — Einige wenig zahlreiche Banden in Rioja (Land⸗

2
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        — S , —W 4 — —A—
kanischen Einn güngen A— Gltigste .angeriffeitRkauchsat openhagen, 2k.Eertd Jänie Jubt gal ii Ddie Tufsische
Er wird den Segen der Freiheit und das Glück des Vorhanden⸗ Fregatte „Alexander Newsti— mit dem Großfürsten Alexis an
—— Bord auf der Reise von Eugland hierher am der jütischen Westküfte
Erdtheils kennen und schätzen lexnen, wie so Viele, hor ihm, wie in der Nähe von Lemwig gestrandet, Der.Großfitrftist gerettet
xAamentlich die Orleang aind die Naposeonigem, die freilicheathepund / definder sicz wohl, Die Ser ist ruhiger hewordenunde das
det schuldigen Dank bald' genttg schnüde bergaßen. —Wer kann in' Rektungswerk wird fortgeseßt. u7
unserer wechselvollen Zeit sagen. welche Partei die nächste an der In Weggis Vierwaldstädtersee) starb dieser Tage-dor
Reihe dein wird, Schutz in dem bescheidenen Gebiete der Eidge- 86jährige Jäger Hoffmann; er hatte 1798, im Kampfs der
nossenschaft zu suchen d dülreen, Schwyzer gegen die Franzosen theilgenommen und half in⸗Luzern
νναν' noch fiolj —J— din Juger * 6 den französischen Freiheitsbaum umhauen.

Vielleicht schon morgeir das gtjagte Wild? “ Bvei Solothurn wurde der polnische Mijor. Bednarsky.
Worms, 24. Sept In Folge der so großen Zwet vährend derselbe den Scharfschießübungen einer Abtheilung Infan—
schenmassen, welche in unserer Gegend d. Il geerntet wurden ver⸗ Leristen zusah, von einer Kugel getroffen und gelödiet. 55
wendet man dieselben vielfach zum Herstellen von Zwetschenbrannt-⸗ 74 Das 12,400 Fuß hohe Boxhorn im-Verner Oderlande ist
pein. Die dafür erforderlichen ßwetschen werden in Tausenden dieser Tage zum ersten Male von den 2 Studenten, Ober und
von Centuern, das Malter Q CEtr. zu Iufl. 30 kr. bis 2fl. Dübi, in Begleitung zweier Gletscherführer erstiegen wörden.
angekauft und geliefext. tzz 7 Nach:noffiziellen Berichten über die, Einwanderung in
, Beungstraße, 18. Sept. Der reiche Obstertrag in un- Amerita sind vom Jahre 1848 bis 1867 8,730,553 Personen
serer Gegend bringt uns vielg AÄufkäufer. Fiür das Mltr. Most aus Europandort angekommen. Das Jahr 1867 brachte 242,371
obst werden .2. sl. 42 kr. gerne bezahlt. Ueberall ist man mit Personen dahin, woyran dies Hauptankheile Deutschland mit
Keltern pon Obstiwein beschäftigt. Die Ohm wird zu 7 und 8efl. 115,891, Irlant mit 685. 1804 und Enhiande mit 88 712 Per—
angeboten. J — onen lieferten ee nj
7Darmstadt. Die „Westl. Post“ berichtet: Der als Wie der , Friend of India“ meldet, siarbzkürzlich ein
Moͤrder seiner Frau und seiner drei Kinder in New-York verhaf⸗ reicher Indier, Namens Prosune Coomar Tagore, welcher in sei—
tete hHeinrich Schäfer war erst vor zwei Monaten in Amerika an- jem Testamente dem Familien-Götzenbilde seines Hauses ein jähr—
gelangt. Von Patersson, wo er Arbeit gefunden hatte, schriet iches Legat von 16,000 Rupien (c. 18000 fl.) vermacht hat.
er an einen Jugendfreund in Bretzenheim, seinem Heimathsorte, fDas Riesendampfschiff „Great Eastern,“ welches zur Leg⸗
und gab diesem seine volle Adresse unter der Voraussetzung, daß ing des Kabels der angiofränkischenTelegraphengesellschaft
dieser seinen Mund halten würde. Er hatte sich gekäuscht; der wischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ausersehemn? ist
Freund theilte die Adresse der Gerichtsbehötde am 30. Juli vird zu diesem Behufe in der Mersey bei' Liverpool aufs en
mit und diese telegraphirte sofort per atlantisches Kabel an den unisgerüstet. Gegenwärtig nimmt es ein Cargo von 50000 Ton⸗
Consul für Hefsen⸗Darmstadt, Hrn. Kentgen in New-York, der die jen Wigan-Kohlen und reichlichen Proviant un Bord. Am 2.
Depesche am 81. Juli empfing und die Verhaftung des Mörders Okt. segelt das Schiff nach Sheerneß, um dort füg die allantische
oeranlaßte, die am J. August stattfand. In diesem Falle hat sich die seise dollends ausgerüstet zu werden. .
Wichtigkeit und Nützlichteit der telegraphischen Verbindung mit GEEine seltene Bibliothek.) Vor einigen Tagen würde auf
Europa wieder recht eclatant gezeigt, binnen zweimal 24 Stunden hem Steueramte in Harburg unter den Reiseeffecten einer jungen
nach erfolgter Anzeige in Hessen-Darmstadt hat den in dem 4000 Französin, welche sich von Hamburg nach Karlsbad begabeine
Meilen entfernten Orte Paterson weilenden Mörder bereits die eltene Bibliothek aufgefunden. Die Dame führte eine keiche Aus-
Hand der Gerechtigkeit gefaßt. vahl eleganter, mit Goldschnittrn verzierler Einbände zu deufschen
fF Konigsberg. In der Nacht vom Sonntäg zum Mon- lassikern bei sich, welche jedenfalls durch ihren neuen Inhakt sich
tag wurde unsere Nachbarstadt Allenburg von einer großen Feuers- zuszeichnen. Die Einbände stellten sich nämlich bei näheret Un⸗
brunst heimgesucht;, 28 Scheuuen und 3 Stallgebäude fowieder ersuchung-als Enveloppen zu echt en Spitzen, seidenen Bändern
ganze Einschnitt und das Inventarium sind ein Raub der Flam- ind Schmucksachen heraus. So z.“ B. Heine's Buch der⸗Lieder,
nien geworden. Bei der rapiden Schnelligkeit, mit welcher das inige werthvolle Armbänber, und Platen's Gedichte bestanden än
Feuer um sich griff, war es nicht möglich, die Entstehungsart einem Spitzenkragen; die sämmilichen Werke Schillerz waren mit
festzustellen. derlen, Bandern und kleinen seidenen Tüchern gefüllt. Des ge⸗
f In Glatz, wo bei einem nächtlichen Festungßsmanöver am ährlichen Inhaltes wegen wurden die Werke confiscirt und die
16/17. d. die Zugbrüche aufgezogen war, ohne daß ein Wacht- dame, nachdem sie eine bedeutende Strafe wegen dieset Wosllde⸗
posten zur Warnung hingestellt wurde, stürzte der aus Landeck an- raudation erlegt, wieder auf freien Fuß gesetzt. —
lommende Postwagen in den 20 Fuß tiefen Wallgraben, so — — — u 5
daß sowohl der Postillon als die beiden im Wagen sitzen- Landwirthschaftliches.
den Passagiere verletzt wurden und das eine Pferd das Rück Seidenbau. Wenn so viele landw. Nebengewerbzweige
drat brach ¶ mmer mehr und mehr in Aufschwung kommen, so wird der Sei⸗
—x Wien. Bei einem am 22. d. M. in Aspern a. d. Do- denzucht, die sich doch unter fast allen Verhältnissen auch ganz gut
nau stattgehabten Brande sind 17 Wohnhäuser mit ebensoviel mit der Landwirthschaft vereinigen läßt, immer noch zu wenig Auf-
Scheuern ein Rauh der Flammen. merksamkeit geschenkt. Es ist erfahrungsmäßig festgestellt, daß in
7 Salzburg. Der Personenzug von Wien nach Salz⸗ der ganzen Landwirthschaft keine lohnendere Beschäftigung'? aufzu⸗
burg am 21. d. entgleiste inmitten des vor Melk befindlichen finden ist, als gerade die Seidenzucht. Denn soweit der Maul⸗
Tunnels und mußte infolge dessen in der dunklen Wölbung bis Zeerbaum gedeiht, hat sie sich als eine der gewinnbringendsten
zur Flottwerdung gegen eine halbe Stunde anhalten. Die Auf- Productionen erwiesen, welche die aufgewendeten Kosten in unge-
regung der Reisenden war begreiflicherweise eine um so größere, ähr 2 Monalen reichlich entschädigt. In manchen Ländern'bildet
als man einen: Zusammenstoß mit dem nachfahrenden Schnellzuge deßhalb die Seidenzucht einen Haupterwerbzweig, vorzugsweise der
in dem finstern Tunnel befürchtete, und man den Reisenden nicht zeringbegüterten Einwohner. Manche Grundstücke, besondets klei⸗
— R ———
war, und der Zug den Tunnel glücklich passirt hatte, erfolgte bei die Cultur des Maulbeerbaumes. Land- und Culturkosten können
Melk selbst eine zweite Eutgleisung und zwar grade an jener stei- sier kaum in Betracht kommen und Jeder, auch der der ärmeren
len Felsstrecke, welche unmittelbar am Donau-Ufer vorbeiführt. Flasse Angehörige, wird seine Mühe und Arbeit in der Seiden⸗
Abermalige Schreie der Angst und des Entsetzens! Glücklicher- uucht teichlich belohnt sehen. Denn so großen Vortheilen gegenüber,
weise kam man mit dem bloßen Schrecken davon und hatte nur pelche die Seidenzucht gewährt, muß man es freilich unerklärlich
das —8 Eintreffen des Personenzuges in Linz von etwa inden, daß sich so manche Landbewohner, besonders Lehrer, kleine
aͤnderthalb Stunden zu beklagen. Brundbesitzer ꝛc. derselben sich nicht mehr befleißigen, zumal die⸗
F In Waldzell (B.⸗A. Lohr) sind am 22. d. 7 Wohn⸗ eelbe fast gar kein Betriebscapital erfordert und minderen Unfällen
zäuser und 9 Scheunen niedergebrannt. ausgesetzt ist, als andere ländliche Erwerbszweige. Der Seidenbau
. Der Werth der Einfuhr in den Zollverein hat sich von zerdient schon deßhalb für hiesige Gegend eine mögzlichst große
105,94 Mill. Thir. 1834 auf 360,88 Mill. Thlr. 1864 geho- Verbreitung, weil die Erfahrung gezeigt, daß in den gemäßigten
zen. Die Ausfuhr stieg in demselben Zeitraum von 148,62 Flimaten erzeugte Seide besser ist, als jene heißerer Länder.
Mill. Thlr. auf 377,05 Mill. Thlr. Unter den Gegenstanden Wenn man bedenkt, daß Europa allein durchschnittlich für
der Einfuhr im Jahr 1864 befanden sich Verzehrungsg egenstände 30 —80 Millionen Thlr. Seide verbraucht, welche meistens aus
mit 103,31 Mill. Thlr., Rohstoffe 188,09 Mill., Halbfabrikate inderen Ländern eingeführt wird, so laßt sich daraus entnehmen,
81,37 Mill. Fabrikate 34,04 Mill. Thlr. Bei der Ausfuhr da- zaß die Seidenzucht in solchen Ländern einen bedeutenden Er—
gegen standen oben an; Fabrikate mit 194 85 Mill. Verzehrungs verbszweig bilden muß, und daß durch stärkere Einführung der
gegenstände 86,50 Mill., Rohstoffe 57,02 Mill. und Haibfabri- elben in Deutschland dem Lan de Millionen von Thalern ersvari
katfe und Tabrikmafterigsien mit 3395 Miss. Ihlr verden künnen
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Interesse haben, werden denselben möoͤglichst rasch berichtet, und bezieht die Redaction deß
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an, werde ich meine zen werden die Principien des Fortschrittes und einer freifinnigestaatlichen Entwidlun
irthsch aft zur Richtung genommen, sowie die Interessen des Volkes stets vertreten sein.
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hei Bäder Schmidt vis-ü-vis dem Stadi e von den pfalzischen Märlten und jenen der Rachbarstaaten werden wir regeimaßig
zause erbffnen. ne
. Mit den beliebtesten deutschen Volksschriftstellern sind wir in Verbin
Christian Koch. um durch ausgewählte und spannende unmnenüind in dem nnheten.
⸗ J— 44 *
Erklärung. Plauderstübchen

Was die Verdffenilichung der Briefe des unsere Leser zu fesseln und wird in der ersten Nummer des nächsten i —
Apotheler · Gehilfen Romer“ anlangt, so äner höchst spannenden und interessanten gee —
uhle ich mich verpflichtet, den Lesern der Ver geltueng“ von Max Rosen begonneü. s e
elben Nachstehendes mitzutheilen, damit sie Anzeigen finden in dem „Boten für Stadt und Land“ eine bedeutende und
in die Hauptsache einen klaren Blick wer⸗ ausgedehnte Verbreitung, und wird die dreispaltige Zeile Blatischrift odet deren
fen, und ihr Urtheil über diesen Menschen Raum mit 3 kr. berechnet. Vei 6maliger Einrückung ein und derselben Anzeige wird
elbst bilden koͤnnen. enisprechender Rabatt bewilligt.

Ich vermißte langere Zeit ein Buch, Indem wir zu recht zahlreichen neuen Bestellungen freundlichst einladen, bemerken
Quartette von Kunkel,“ und konnte mirl wir noch, daß solche für Auswärts bei allen kgl. Postanstalten oder Posiboten recht bal⸗
nicht denken, wer im Besitze desselben sein digst gemacht werden wollen, für Kaiserslautern und Umgegend aber bei den Tra ern des
dnnte, da ich dasselbe Niemanden gelieheu, „Boten“ oder in unserer Druckerei. 3
und doch auch nicht wohl annehmen konnte, Kaiserslautern, im September 18608. m
daßz mir Jemand ein Buch aus meiner Die Expedition V—
verschlossenen Wohnung entwenden werde. des „Kaiserslauterer Boten für Stadt und Land.“
Zur Zeit einer kirchlichen Feier, bei welcher —— —
ich das Buch benutzen wollte, habe ich bei
einer Gesangprobe den Herrn Lehrern be⸗
merkt, daß mir dasselbe abhanden. gekom⸗
men sei. Herr Lehrer Schlaudecker war
dann so gefällig und bot mir seinen
unkel zur Benutzzung an, so lange, bis
ich wieder in den Besitz des meinigen ge—
langt sei. Ich nahm diese Gefälligkeit gerne
an, und Herr Schlaudecker gab mir als⸗
dann genanntes Buch. Dasselbe war ohne
Decken, und ein kleiner Absatz von Liedern
war losgerissen. An verschiedenen Liedern,
die ich schon vor einigen Jahren abän—
derte, erlannte ich das Buch als das mei—
nige. Erzürnt über dieses Verfahren,“ er⸗
ählte ich die Sache u. A. auch einigen
Tollegen des Schlaudecker, ebenso dem ge⸗
nannen Verfasser des gemeinen Schmäh—
brieses, welcher wöchentlich einmal Gesang⸗
anterricht von mir erhielt, sich als guter
Freund hinstellte, und mir die lieblichsten
Worte der Freundschaft vorheuchelte. Ich
bemerkte ihm u. Al, daß es eine Gemein⸗
heit sei, ein Buch so herzurichten und un⸗
enntlich zu machen, und es dann als sein
Sigenthum herzuleihen. Später schrieb ich
Herrn Schlandeder, daß er mein Buch,
das er mir zerrissen, als das seinige gelie—
hen, wieder in dea Zustand setzen lassen ist zu verdaufen bei
möge, in dem es früher gewesen; weunn er Jakohb Wack,
vissen wolle, woran ich dasselbe als das mei— Egreit
nige erklenue, möge er zu mir grmen remer.

Darauf kam er, und ich zeigte ihm ver— J . —
schiedene Merkmale und Abänderungen, die Eine frischmeltige Kuh ist zu verkaufen
—— bei Seirich Kempf, Wirih.
gar nicht in Abrede, daß das Buch wirk— Derselbe hat auch einen großen Haufen
sich mein Eigenthum sei. Auf meine Frage Kuhdung zu verkaufen
— — — — — —⸗ — ——— — — —— — — 7

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

Bekanntmachungen.
Geschãfts · Empfehlung.
Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst
anzuzeigen, das er sich als
Tüncher
        <pb n="463" />
        St. Ingberler Anzeiger.

— — —

— —
Ver St. In gberter Amzeig er n mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchentlich dreimal: Dien sstag, Don nerstag
und Samsdage Abonnementoͤpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzre die dreispaltige ge
jJ Brlattschrift dder deren Raum berechnei.
Donn⸗*

—

HDetobee 1868.
— ——— — — — —
Deutschland.

Maunchen, 26. Sept. Die kommissarischen Verhandlungen
wischen Bayern und Württemberg wegen weiterer Eisenbahnver⸗
bindungen, zwischen beiden Staaten können ihren Fortgang erst
dann wieder finden, wenn der württembergische Kommissar sich
weitere Instruktionen von seiner Regierung wird erholt haben.

Munchen, 27.. Sept. Gestern frafen der Graf von

Paris, der Herzog und die Herzogin von Joinville und der Her
og mit der Herzogin von Coburg-Cohary hier ein, um der Ver—
maͤhlungsfeier in Possenhofen, beizuwohnen. — Zwei— äghpti⸗
sche Prinzen sind von Wien hier, angekommen und werden uach
einem zweitägigen Aufenthalt. dahier ihre Weiterreise nach, Pa—
ris fortsetzen.

München, 27. Sept. Die Kaiserin von Rußland ist gestern
mittelst Extrazugs, pon Friedrichshafen kommend, mit sehr zahl⸗
reichem Gefolge um 5 Uhr 10 Minuten Nachmittags im Bahnhofe
zu Pasing, wo die Bahn nach Starnberg abzweigt, eingetroffen—
Der Koͤnig, welcher in Begleitung seines Flügeladjutanten Ma—
jor v. Sauer von Starnberg aus entgegengefahren, und bereits
am 4 Uhr 50 Minuten in Pasing angelangt war, hat die Kai—⸗
jerin auf daß Herzlichste begrüßi, und fuhr hierauf mit derselben
in deren Galawagen nach · Starnberg, von wo die Herrschasten sich
auf dem Dampfschiffe nach Schloß Berg begaben. Abends von
2ä bis 914. Uhr war in Berg zu Ehren der Kaiserin große
Serenade.

München, 28. Sept. Die Kaiserin von Rußland ist heute
Bormittag nach Bozen abgereist die Brennerbahn ist wieder fahr⸗
bar); der Koͤnig geleitete sie bis Innsbruck. Nach vollendeter Cur
n Como wird die Czarina auf einige Tage nach München kom—
nen. — Heute hat die Hochzeit der Herzogin Sophie in Bayern
in Possenhofen stattgefunden. Die Kaiserin von Rußland juumd der
seönig Ludwig II. hatten gestern daselbst Besuch gemacht.

——— n, 28. Sept. Der Minister des Innern, Herr
d. Hörmann, ist gestern Abend aus seinem Urlaub zurücgekehrt
und hat heute sein Portefeuille wieder übernommen.

Aus Würzburg wird gemeldet, daß eine Anzahl dortiger
Familien sich vereinigt habe, um eine confessionslose Erziehungs⸗
anstalk ins Leben zu rufen, in welcher nach den Erziehungs⸗
ind Unterrichtsprincipien Pestalozzis, Diesterwegs, Dinlertz ⁊c.
zerfahren werden soll. Tüchtige Lehrkräfte sind bereits ge—
vonnen.

Dienstesnachrichten. 33*3

Herr Rechtscandidat Otto Bruch in Zweibrücken wurde

Polizeicommssär in St. Ingbert ernanut.

Die Stelle eines Districtthierarztes in Dürkheim wurde
dem Thierarzte Frised rich Hauckin St. Inberl
üäberiragen, der Schulverweser Peler Klein von Seelbach zum
Lehrer an der kath. Schule in Burgalben, der Schulverweser
Franz Mathieu in Frankenholz zum Verweser an der neu errichteten
kath. Schule zu Carlsberg und der Schulberweser Ludwig
Wühl zu Bobenheim a. B. zum Lehrer an der kath. Schule in
Broßkarlbach ernannt; ferner ist dem Militärpensionisten Joh.
Stowitzer von Amberg die erledigte Stelle eines Verisicators
„on Maß und Gewicht für den Ameisbezirk Kusel übertragen
vmorden.

Berlin, 26. Sept. Es bestätigt sich mehr und mehr, was
bon vornherein angenommen worden war: — sichere Nachrichten
us Spanien werden wir erst nach der Entscheidung erhalten.
Wo man aber auch hinhören mag, so wuünscht man den Spaniern
krlösung aus dem sittenlosen Regimente Isabellens, und dieser
Wunsch dürfte in Erfüllung gehen, ohne daß preußisches Geld et⸗
vas dazu thut. Der offiziöse „Pays“ spricht von solch preußi⸗
chem Unterstützungsgelde; warum fügt er nicht hinzu, daß Prä⸗
ident Delbrück das Geld nach Spanien bringt und dessen Ver⸗
»endung überwacht? Lügt man einmal, um gegen Preußen zu

ven, so mag man auch gleich ordentlich lügen, wie z. B. die

Wiener ‚Presse“, welche die Veröffentlichung einer nicht existiren⸗
den Korrespondenz über die Usedom'sche Note im ungarischen
Rothbuche anmeldet. Die Herren in. Wien sollten sich mit ihren
inneren Angelegenheiten beschäftigen und das ewige Nergeln lafsen.
Wenn, wie veriauiet, die „Presse“ manchmal dem Hru. v. Beust
hilfreiche Hand bietet, so thaͤte sie gut, dem genialen Reichskanz⸗
ler gerade jetzt mit Rath und Thal beizuspringen! — Die heu
tige erste Sihung des allgem. deutschen Arbeifercongresses endete
mit Hinauswerfen der von den Berliner Maschinenbauern zum
ttongreß Deligirten. Das fängt gut an

In der Provinz Preußen zirkulirt eine Petition an das Ab⸗

geordnetenhaus, worin um Beibehaltung der preußischen Staats⸗

lotlerie gebeten wird.

Zu Bundeskriegsmarinezweden soll der Bau zweier neuen
Schiffe, einer gepanzerten gedeckten Korbeite zu 8 Geschützen und
einer ungepanzerten Glatidedskorvette zu 6 Geschützen auf der
Werft zu Danzig zur Ausführung kommen. Die Fahrzeuge sol⸗
len die Namen Hansa“ und „Ariadne“ erhalten.
WBon den von Preußen im Feldzuge von 1866 eroberien Ge⸗
wvehren sind 38,000 Stück, meist von neuer und werthvoller
Qualität, verklauft worden; dieselben werden gegenwärtig vom
Artilleriedepot in Stet tin aus nech Hongkong in China
verladen. er

Berlin, 29. Sept. Der Czar ist heute Morgen von
Potsdam nach Warscha u abgereist, der König Wilhelm

nach Baden. J

Zerlhin, 80. Sept. Der hier versammelte Arbeitercon⸗
zreß hat die Gründung eines Verbandes Deutscher Arbeiterschaf⸗
ten“ beschlossen. Zehn solcher Arbeiterschaften haben ihren Vei⸗
ritt erlläͤrt. Das Präsidium besteht aus den HH. v. Schweißer,
Fritzsche, Klein.

Potsdam, 27. Sept. Der KLaiser von Rußland ist heute
Vormittag 9 Uhr hier eingetroffen. Zum Empfange waren der
stönig, der Kronprinz, die Prinzen Carl, Friedrich Carl, Albrecht
und Adelbert in russischer Uniform, die russische Gesandtschaft,
Feldmarschall Wrangel, General v. Moltke, die Fürstin Buren,
die Gräfin Kulensoff und viele Officiere am Bahnhofe anwesend.
Die beiden Majestäten fuhren in einem Wagen, im andern der
Herzog von Leuchtenberg mit dem Kronprinzen nach dem Lustgar⸗
ten, wo die Leibkompagnie paradirte. Der Empfang der Prin⸗
zessinnen fand im Marmorsaale des neuen Palais statt. Am
Bahnhofe und im Lustgarien hatte sich eine große Volksmenge
eingefunden.

Wien, 27. Sept. Der päpstliche Nuntius Msgr. Falci⸗
nelli soll in Erwiderung der Ernennung des Grafen von Traut⸗
mannsdorf zum Botschafter in Rom durch einen versöhnlicher ge⸗
sinnten Nunttius ersetzt werden. — Der Staathalter von
Galizien, Graf Goluchowsuͤ, soll gesinnt sein, seine Entlassung
einzureichen.

Wien, 27. Sept. Die Presse erfährt, daß in München
unker Mitwirkung der anglo⸗östreichischen Bank eine neue Bank in
Gründung begriffen sei. Unter den Gründern derselben nennt
man die bayrischen Firmen: v. Hirsch, v. Froöhlich, Baron Eichthal.
Die wahrscheinliche Höhe des Grundkapitals soll 3 Millionen
Gulden Oe. W. betragen.

Wien, 27. Sept. Die Wiener Zeitung veröffentlicht ein
kaiserliches Handschreiben an den Ministerpräsidenten Fürsten v.
Auersperg, wonach dessen Demission unter Anerkennung seiner
Verdienste angenommen wird. Ein zweites daiserliches Hand—
schreiben an den Grafen Taaffe beauftragt denselben, das
Amt als Stellvertreter des Ministerpräsideuten wie bisher
fortzuführen.

(Aus den Landtagen, 25. Sept.) Linz: Das Gesetz
iber die Schulaufsicht wurde größtentheils nach den Anträgen des
Ausschusses nebst einem Zusahßanirage des Sr. Groß angenom⸗
nen, nach welchem auch die Geschäfle der bisherigen Schul⸗on⸗
urrenz⸗Ausschüsse an den Ortsschulrath überzugehen haben. —
        <pb n="464" />
        Graz: Der Regierungs⸗ Aommissär macht die Mittheilung von richlen aus Bayonne vom Gestrigen: Die Insurgentea haben San
der erfolgten Sanklion der Gesetze über die Freitheilbarkeit des tander uruckerobert. In Orviedo herrscht Aufregung. *
Hodens und uber die Aufhebung des politischen Ehe⸗Consenses. 4228 England⸗
Wien, 29.. Sept. Die heutigen Morgenblätter melden: . 38 —
Die Vennssion des Sialihalters von Galizien, Golucho vati, ist London, 29. Sept. Cabrer a (er General der Har ·
n Zaiser angenommen worden. Im Ministerrath wurde der — &amp;8 fich zu Kensington bei London, wo er krank dar⸗
Veschiuß gefaßt, den Landtag von Galizien nicht —X
d ten der R. faP. zufolge wird gegen den Bischt bondon, 30. Sept. Eine Depesche det TZimes aus Ma
n vinz wegen des durch feinen. jungsten Hirtenbrief begange. drid meldet General Novaliches ist bei Cordova geschlagen wor⸗
nen Vergehens der Ruhestörung: eine gerichtliche Untersuchung den. In Madrid herrscht große Aufreguna. Hier steht im Ori
ruge leiten zinaltert: Concha nachgab .) Die Truppen fraternisiren mit den
RPrag, 26. Sept. Man signalisirt einen neuen Erlaß des Volke. Es fand kein Blutvergießen statt, und herrscht die vollstän·
Ministers Gistra, hervorgerufen durch Instruktion der böhmischen digste Ordnung Der Morning Herald hat eine Madrider Depesche.
Dischofe Der öErilaß ertheilt strenge ¶Weisungen hinsi thtlich der uche hinzusügt, die JuntaGon Sevilla) habe die Absetzung
resehuͤchen Fůhrung der Mairikel durch die Pfarrer. — Es ver der Dynastie, die Eiuführung des allgemeinen Stimmrechtes und
ude in Abseordnetenkreisen, daß das Ministerium sich einem die Finberufung constituirender Cortes proclamirt.
Antrage im e e der RBRXV Civil⸗ ESchweiz.
Ehe nicht wiedersetzen wird, da sie zeige, daß der erue“— Bern 24. Sept. .4
. 6k * 24. Sept. Freiheits und Friedenscongreß.) Uebet
n ee. die Noih-Civil-Ehr beabsichtigte Compromiß —5— eee * de der —38 — zi Kirche
est, 27. Sept. Gestern fand eine äußerst stürmische ge— und Staat· re erirte der Frauzose Barni, Pelcher im Namen des
heime nindet Depulirtentafel statt. Es handelte sich um die — b selne In 3. 35 e
vollsschulgesetzesvorlage, die von mehreren protestantischen Abgeord⸗ 8 w nn gen enie * m v
en arunter Tisza und Zjedenyi) vom confessionenen Stand nn er dIn 3334 t vone un 8 —
hantte aus scharf angegrufen, vom.Ministen Edtods ver unter den nenen ‚m age eree t sn n
heidigt wurde Pulszky sprach sich unter großer Aufregung ee s ne d t Ir und — aß * meguo
dauses fuͤr vollstandige Trennung der Schule von der ald durch alle Völter, welche berufen sind. die Bereinigten Sian
—2 5 — irep du 8 —S— ype, depgema
A am: Die Fiumer Frage wurde, ganz nach dem Be— erlangt er, daß keinem Kaltus mehr eine gffiäienne Auerienmun
richte 9 Ausschusses, dahin entschieden, daß FJiume wie bisher p Zheil werde, daß alle Fontordate aufgehohen das Budget su
arectien derdleiShi. — ultus Angelegenheiten gestrichen und aus den öffentlichen Schulen
ea h. 27. Sept. Einige Bezirksmarschälle hatten bei der religiöse Unterricht beseitigt werde; er protestirt gegen den
Erzherzog Albrecht vor dessen Abreise Audienz genommen, um die⸗ dian do — Nyywt e Fe X
sen u bitten, den Kaiser zur Wiederaufnahme der galizischen Reise In n d 8 ve sich de ung dieser n— ue
u vermögen. Der gesirige, Czas“ schreibt die Verschiebung frem⸗ nacht. d ur n e n isem e Wy menoe
——— ment des Dr. Ladendorf mit 65 gegen immen zum
Frankreich Beschluß erhoben. —
Frautreich. Bern, 26. Sept. Der Friedenscongreß beschloß einen
Paris, 26. Sept. Der Papst hat dem Kaiser Napoleon Protest gegen einen allenfalls beabsichtigten deutsch⸗franzosi⸗
geschrieben, um von ihm eine Hilfe für die Königin Ijsabella von schen Krieg, sowie ferner die Prüfung der Mittiel zur Frauen⸗
Spanien zu erbitten. Der Kaiser hat noch nicht geantwortet emancipation.
sowen wartet dr he F A teit Italien.
Paris, 28. Sept. ie Gescheẽ osigkeit in 4 2
* 7 * Florenz, 30. Sept. Die vom Kriegsminifter angeord⸗
A* in Frankreich, nimmt einen sehr großen Um neie Nrundgenen lassung cesredt sih d bäg enn. Rione
vparis, 27. Sept. Die „Patrie“ bringt auf wesentlich dementirt das Gerucht, wornach Ordre zum Ankauf von Pferden
Reformen in Spanien. Widerstand dagegen aus dynastischen gegeben werden.
Interessen wäre viel rebellischer, als die Militäraufstände. — Der
Raulos behauptet, daß die Insurektion Herrin von Cadix, Se—
illa, Malaga, Jaen, Cordova, Almeria, Granada und Huelvo
ist. Dasselbe Blatt erwähnt ein Gerücht, nach welchem Haupt
mann Baldrich bei Vendres (Frankreich) auf Reklamation des
spanischen Gesandten verhaftet worden.
Aus Paris, 28. Sept., wird ferner geschrieben: Die Gar—
nisonen von Bayonne, Perpignon ⁊c. wurden verstärkt. Im Uebri⸗
zen beschränkt sich die kaiserliche Regierung auf Gendarmeries und
Holizeidienste, indem sie Spanier, welche die Grenze zu über
schreiten suchen, festnehmen läßt, so u. A. den spanischen Depu
itten Moncasi, der nach Tours gebracht wurde, dort jedoch
entsprang. —WVW
Paris, 28. Sept. „France“ dementird die neulich von
einem Wiener Blatte gebrachte Notiz von der Existenz einer tür⸗
kischen Note bezüglich der rumänischen Umlriebe.
Paris, 28. Sept. Der „Moniteur“ meldet, daß Granado
und Carthagena ihr Pronunciam iento gemacht und die köonigli—
chen Besatzungen dieser Städte sich vor dem Aufstand zu rück
gezogen haben. J
Paris, 29. Sept. Die Havas'sche Agentur zeigt an, daß
hzeute (bei der spanischen Gesandtjchaft) keine Depesche eingetroffen
ist. „Siecle“ und „Gaulois“ melden übereinstimmend, daß beide
Gebruder Concha der Königin ihre Entlassung eingereicht hätten,
da sie in Folge der Weigerung der unschuldigen Isabel, ohne ihren
Intendanten Marfori nach Madrid zurückzukehren, die Situation
nicht mehr zu beherrschen vermöchten. Darauf habe die Königin
den General Pezuela (Marquis v. Cheste) mit der Bildung eines
neuen Ministeriums beauftragt, das in San Sebastian seinen Siß
nehmen sollte; die Antwort Chestes sei aber noch unbekannt. —
„Gaulois“ und andere Blätter versichern, der Aufstand mache
Forischritte. Selbst die officiöse „Patrie“ schreibt: Die Lage scheint
sich in Spanien seit 24 Stunden verschlimmert zu haben; das
letzte königliche Schiff, welches vor San Sebastian ankerte, hat die
Rocde verlassen, um zu den Insurgenten zu stoßen.
r 28. Sept. Die „Gironde“ meldet nach Be—

Spanien.
Madrid, 26. Sept. Die Insurgenten in Ankeguera er⸗
chossen 8 ihrer Genossen, die sich der Hausplünderung schuldig
gemacht hatten.

Sa'n Sebastian, 27. Sept. Die spanische Regierung
war benachrichtigt worden, daß England beabsichtigte, Kriegsschiffe
zum Schutze seiner Staaisangehörigen an die spanischen Küsten
ju senden, und hatte die Maßregel widerrathen. Da dieselbe aber
in Erfahrung gebracht, daß Prim Carthagena bombardiren werde,
so hat sie die Veranwornichkeit für etwaige Beschädigungen abge⸗
lehnt und Frankreich freigestellt, die ihm gutdünkenden Maßregeln
zu ergreifen.

St. Jean de Luz französische Grenzstation an der Straßt
von San Sebastian nach Bayonne), 29. Sept. Marschall Serrano
war gestern in Andujar (weit oberhalb Montoro, wo Novaliches
stehen sollte) erwartet; seine Vorhui ist durch die Generale Is
quierdo und Roda commandirt. Navaliches cantonnirt seine Trup
hen in der Mancha (also „rückwärts concentrit!“

Madrid, Montag, 28. Sept., Abends. General Nod a⸗
liches ist vom Marschall Serrano geschlagen worden
und hat sich, selbst verwundet, in der Richtüung auf Madrid zurüd⸗
gezo geun. Aber in Madrid brach der Aufstand eben—⸗
falis lbos; Bevölkerung und Truppen fraternisi—
en unter dem Rufe: „Nieder mit den Bourbonen! Es
lebe die Volkssouveränität!“ Der Rücktritt des Ministerpräsidenten
Marschalls Concha bestätigt sich. Das ganze Land ist in
vollem Aufstande. Die Junta ernannte eine provisorische Re—
gierung, bestehend aus vier Progressisten, vier Ministern und
dier Democraten. Das königliche Wappen wurde von den Staats⸗
gebäuden abgenommen. In den Straßen Musik, Illumination.

Dänemark.
Kopenhagen, 27. Sept. Nach einer der hiesigen rusfl⸗
schen Gesandtschaft zugegangenen Mittheilung hat der Kaiser vor
Kußland den Großfürsten Alexis sosori nach Potsdam beschieden,
Is derselbe spatesiens morgen zu erwarlen jei.
        <pb n="465" />
        Amerika. pr

Eine Depesche aus London vom 25. d. M. bringt nach dem
hanama „Star und Herald“ Einjelnheiten über das Erdbeben
n Südamerika vom 18. Aug.: In Ecuador werden als in Trü⸗
mern liegend folgende Städie genannt: Ibarra (nördlich von
Quito, am Fuße des Vulcans Imbaburu mit 12,000 Einwoh⸗
aern), San Pablo, Atuntaqui und Imautad (9), wo Cotocari stand
it jetzt ein Landsee. Die Einwohnerschaften Ibarra's, Otobalo's
und Cotocaxi's sind vollständig umgekommen. In Quito waren
die Wirkungen des Erdbebens wenig nachhaltig, doch sind sämmt—
liche Wohnungen stark beschädigt. Die angrenzenden Ortschaften
Perucho, Puellero Cachiquango find meistens verschwunden. Die
Zahl der Umgekommenen in Quito ist gering, in den anderr
Staͤdten hingegen haben an 20,000 Menschen ihr Leben verloren
Arica, Arequipa, Pisagua, Mejilloneg sollen dem Voden gleich ge—
macht sein. J—
ßermiurchrei.

St. Ingberi, M. Oct. Von heute an ist ainsere Stadi
ein Kantonshauptort und der Sitz eineß Landgerichts, wel⸗
ches die Gemeinden Rohrbach Hassel, Oberwürzbach, Oe—
kendahlheim, Ommersheim, Ensheim und Eschringen
umfaßt. Die Ernennung der betreffenden Beamten, deren Beeidig⸗
ung gestern stattfand, wurde in der vorigen Nummer (Dienstag
unfern verehrlichen Abonnenten bereits mitgetheilt.

Diese für St. Ingbert nach unendlichen Mühen errungene
eicquisition eines Landgerichts, dessen Vortheile sowie Influenz auf
unsere localen Verhältnisse, jeder, der sich mit den Interessen St
Ingberts befaßt, einsieht, hat einen allgemein freudigen Eindruck her⸗
vorgerufen, dem die Bürger und Beamten auch durch ein Festessen
im Stadthaussaale heute Miltag, und Ball heute Abend im Ober;
Jauser'schen Saale, Ausdruck geben.

Wünschen wir dem Landgerichte den hedeihlichen Fortgang
den wir uns von demselben erwartenn zu dürfen glauben.

fAusder Pfal'z, 23. *5 Gestern fand zu Neustad
eine Versammlung von Bürgermeistern und Delegirten von? Ge⸗
meinden statt, um über die vorgeschlagene neue Gemeindeordnung
zu berathen. Die Versammlung war zahlreich und insbesond ere
waren die groͤßeren Städte des Landes, Kaiserslautern, Speyer, Neu
stadt, Frankenthal, Zweibrücken St. Ingbert u. J. f. vertreten. Dit
VBersammlung fprach sich einhellig und dahin aus: 1) daßleine Ver
zesserung der bestehenden Gemeindeordnung dringend nothwendig
sei, 2) daß der für die jenseitigen Landestheile bearbeitete Ent⸗
wurf auch nach der Fassung, welche derselbe durch den Socialaus
schuß erhalten, den Beduͤrfnifsen der Pfalz nicht entspreche und
unannehmbar sei, 83) daß der von den pfälzischen Abgeordneten
Nolb und v. Soyer ausgearbeitete Entwurf eine geeignete Grund⸗
lage bilde, indem derselbe diejenigen guten Bestimmungen der bis
herigen Gesetzgebung aufrechi erhalte, von denen die Pfalz nich!
abgehen könne, und sodann eine Neihe wichtiger Verbesserungen
beabsichtigte, wodurch eine Garantie geboten werde gegen die Wie⸗
derkehr jener mitunter emporenden Mißbräuche, welche eine frühere
Verwaltung sich erlaubt hatte. Sodann wurden noch verschiedene
Borschläge zur Vervollständigung des Entwurfs gemacht. Die
Verhandlung war umfassend und gründlich. Es kann nach der⸗
selben kein Zweifel über die Gesinnung der Pfälzer in der vorlie—
genden Frage mehr bestehen.

f ANus der vorderen Pfalz, 27. Sept., berichtet der
Pfz. Kur.: Die neue Auregung des Retschervereins zu Speyer,
weiche das Wormser Fest herbeiführte, hatte hauptsächlich durch
das Bemühen von Frauen, an deren Spitze die derzeitige Frau
Regierungspräsident v. Pfeufer, die Gründung eines Kreuzerver
eins in Speyer zur Folge, welcher einen jährlichen Ertrag von
mehr als 1700 fi. in Aussicht stellt. Aber auch außerhalb der
Stadt Speyer zeigen sich schon die Erfolge dieser neuen Anregung
Auf die Bildung eines ühnlichen Vereins in Göllheim und Um—
gegend erfolgte ganz kürziich durch die Großherzoge von Sachsen⸗
Weimar und von Hessen-Darmstadt die Zusendung einer Summe
don je 200 fl. und unmittelbar darauf langte in anerkennens—
werther und schon oft bewährter Freigebigleit der erhebliche Beitrag
von Seiten der Familie Krämer zu St. Ingbert im Betrage von
500 fl. an. Diese Familie, welchen ihren regen Eifer für Wohl⸗
—VVVVVDD
Stiftung einer tostbaren Orgel in die neue protestantische Kirche
——— Glie⸗
der derselben dieser Kirchengenossenschaft angehören, ist demnach
auch in der Retscherangelegenheit den mit Glücksgütern gesegneten
Familien der Pfalz als Muster vorangegangen, und wir hoffen,
daß wir in Bälde über einen diesem Anfange entsprechenden Ver⸗
jolge werden berichten können. Da das bereits vorhan⸗
dene Capital, ganz abgesehen von den gemeldeten Zusendungen,
die Summe von nahezu 60,000 Gulden erreicht hat, so wurde
der Beschluß gefaßt, Ausschreibungen behufs Einsendung

Ir Flawn ludengt gyinnonde Gouertaus dpnnugh ergehen
u lassen. 3 33 1.. .38

— a r chheimbo n ðle . 17 Sepl. Die Erwãgung, daß in
unserer Gegend eine starkz Viehzucht, fowie ein nicht unbedeutender Vieh⸗
handel getrieben wird letzterer aber bis jetzt der nothigen Con⸗
ntratibea ermangelt, hat euerdings bdie Gruͤndung eines Viie h⸗
nartkitee 820 dahier wachgerufen. welcher zum exsten; Pale am
13. October · nächsthin abgehalten werden soll. Da eine Preis⸗
derth ei lunge spwie Anlauf des schönsen Viehes zur Ver⸗
lhodf üung mit diesem Martte verbunden ist, so steht zu erwar⸗
en, daß schönes preiswürdiges Vieh. namentlich der in hiesiger?
Begend gezüchteten Donnersberger Race- zahlreich 4Sertreten sein
wird, und Kaufer eine schönen Auswahl antreffen werden. Die
regelmäßigen Viehmärkte werden jeden Monat am noch näher zu
hezeichnenden Tagen stattfinden. Für den Absatz der Lose zu 80
kr., deren Gewinne, wie oben angedeutet, in Preisvieh bestehen,
steht die Genehmigung der bayerischen und hessischen Regierungen“
in Aussicht. 7—7

7 Einer“n — tirransborteOxrdonnunugut
Bayern tritt mit dem 1. October in Wirksamkeit. Hiernach kann
die Frankirung von Briefpostsendungen auch durch Franco⸗Couvberts
zeschehen, welche bei jederr Poslexpedition und Postablage, sowie
zon den Landpostboten bezogen werden können. Der Termin wird
noch bdesonders bekannt gemacht, zu welchem diese Fratico⸗Couverts,
vosür außer dem darauf ausgedrückten Werthbetrage zauch noch
„,die betreffende Rate der Herxstellungskosten“ zu entrichten ist, aus⸗
jegeben werden. Besondere“ Abdrüde der Poßtranzportordmung
verden von der Regie⸗ und Materialverwaltung der, General⸗
Direction um den Preis von12 kr. per Exemplar abgegeben
ind können die Postanstalten Bestellungen darauf mittelst gebüh⸗
reufreier Postanweisungen derect ausführen 338146

7Die'nenen Briefmarken (6 kr blas 7 kr. blau
werden mit dem 1. October ausgegeben. Von diesem Tage an
werden die bisherigen Marlen (6 kr. blau, 9 kr. braum) eingezo⸗
jen resp. von deit Postanstalten ausgewechselt, dürfen, aber noch
bis Ende October zur Frankaiur verwendet werden

7 Bei Darmstada erreignete-sich am Mittwoch Abend
das Unglück, daß zwei Fuhrwerke die Bahn passiren wollten (die
Barriere stand auns Nachlassigkeit vffen)/ als der Aschaffenburg er
Zug daherbrauste.“ Das erste Fuhrwerk wurde vom Kugen erfaßta
zuchstaͤblich zettrümmert, die beiden Pferde sofortungerodtenen der
Fuhrmann und Besitzer der Wägen tködlich verletzt, während der
nit der anderern Fuhre⸗ nachkommende Knecht, von dem Getöse
gewarnt, noch mit dem, Schrechen. davon klam. Der Zug
blieb auf dem Geleise. Nur die Locomotive wurde gering beschädigt.

Trier, 23. Sept. (Ein Beitrag zur Geschichle des kind⸗
lichen Industrieritterthums.) Vorgestern begegnete einem von Ole⸗
wig nach Trier spazierenden Herrn ein 12—14jähriges, ärmlich
Jelleidetes Mädchen, das einen Korb am Arme trug und bitterlich
veinte. Auf die Frage des Herrn warum es weine, gab es zux
Antwort, es habe 10 Sgr. verloren. Der Herr. der nur 4 Sar.
zei sich trug (in Anbetracht der Möglichkeit eines Raubanfalles),
jab diese der Kleinen und schrieb ihr ern Zettelchen an eine don
hin in Olewig zurückgelassene Damengesellschaft, die er durch sel⸗
ziges bat, dem Kinde die übrigen 6 Sgr. zu geben. Das Kind
äberbrachte das Zettelchen uud erhielt das Geld. Gestern nun
begegnete eine jener Damen bei Zurlauben eben demselben Kinde,
das wieder den Korb am Arme trug und herzzerreißend weinte.
Die Dame, welche das Mädchen sofort wieder erlannte, fragte
ez nach der Ursache seiner Thränen; das Mädchen antwortete,
vie gestern bei Oleweg, es habe 10 Sgri verloren. Daß die
Dame dem angehenden Industriefräulein keinen Pfennig gegeben,
ist überflüssig zu bemerken. — — . —*

F In Hull Gigland) ist eine Samenpreßfabrilk eingestürzt
wobei 12 Arbeiter getödtet wunden. —W — —

F St. Gallen; 28. Sept. Große Ueberschwemmungen
jm oberen Rheinthal: in Ragatz sind mehrere Häuser bedroht;
auf dem Bahnhof von Sargans wird geflüchttee.

St. Gallen, 29. Sept. In Folge des gewaltigen An⸗
cchwellens des Rheines hat derselbe sein Ufer bei Montlingen und
Diepolsau durchbrochen. Mehrere Menschen sind dabei umgekom—
men. Die Noth ist groß. Die Bahnzuge gehen nur bis St.
Margarethen am Anfange des Rheinthales. Gegenwärtig ist das
Wasser im Abnehmen begriffen.

7 Der von der Bernb. Zig. aufgetischte schreckliche Vorfall

in Halle, wornach zwei einer Menagerie entsprungene Baͤren
einen Menschen zerrissen hätten, ist nach der “Köl. Ztg.“ — eine
Musterlüge.
7 Kopenhagen, 26. Sept. Bei dem Schiffbruch des
russischen Kriegsschiffes an der jütländischen Küste ertranken fünf
Mann von der Besatzung, darunter 2 Lieutenants. Mehrere Ma⸗
rosen sind derwundet.
        <pb n="466" />
        ι s 8t. ⏑—

J. —— Ae — döhne J ** F
Aw oi prüc ——
——— 853 , p α

n brstragbbccß

mofehlen ihr reichausgestattetes Waarenlager der modernsten —
amen⸗Herbstkleiderstoffen
. . ⏑

abgepaßten Zwickelunterrücken und Choles. sowie ——

ii⸗ 9 c αι J

νν — 59 V

Walerpro⸗⸗

*AarinHerstellung
q be Geweindebrununens zu
enh; Aßweiler.

Sumstag, dim 3. Oltober, Vormittaga
11 Uhr werden zu Aßweiler im Schulhausfe
nachstehende Brunnenarbeiten im Minder⸗
versteigerunghivege vergeben :·

1B. Legung von hölzernen Brunnendei

nch in, veranschtagt zu 28 f. 80 in.

2. Herstellung einer guß⸗

eisernen Rohrleitiungg

le zuno f 10 ix—

3. Sieinhauerarbeit ber

anschlagt zuuzz80 fl. 46 ir

Erfweiler. den 28. Sepiember 1868.

2iDas Biürcgermeisteramt.
Braunberger.
4 2 — —
Mühl &amp; Wiesen-⸗Versteigerung

Montag/ den 5. October 1868 auf der
Spieser MRühle, läßt Johann Klein,
Rentner von Sk. Ingbert nachverzeichnete
Nealitäten unter annehmbaren Zahlungs

texminen auf Eigenthum versteigern, als:

I1. Eine Mahlmühle mit 2. Gaͤngen nebft
dazugehörigen Gebäulichkeiten und Hofgering
auf dem Bgun von Spiesen in der
preußischen . Rheinproving, nebst circa 81
Morgen Wiesen, und circa 7 Morgen
Ackerland güf preußischem und bairischem
Gebiet.
3. Circa Bijn. Morgen . Wiesen auf bai⸗
rischem Gebiet in 14 Loose getheilt.

vi Jamen-Regenm antel ;23 7
enr der neuesten ααν 7 21
Ruclcims, Ratiné, Poublę Tuche
TAC ene émileni
. A n fürr Uerremn; A —AVVVD—————
ble Fama, Feibenzeuge Anterhosen K Zlnlerjacken in Wolle und
Baumwolle »in jeder beliebigen Grße, Farbe und Qualität; 3

“ 22 3wie ej
Bauniwoll· &amp;Leinen · Waaren nhran
sgans⸗Geschaͤft einschlagende Axtikel / zu den bilngsten Preisen.
— — 7 . T.. 7
. Einladung zum Abonnement.
— Ni dem 1J. Ollober naͤchsthin beginnl ein neues Abonnemeni auf den
IFOV.A —1443 . 3 864 4

„‚Kaiserslauterer Boten für Stadt und Land“
. Um den Preis von nue 42 kr«⸗ vierteljährlich erscheint derselbe wöchentlich

viercnal, nämlich Dienstags⸗ Donnerstags, —— und Sountags.

mit dem wdchentlich zweimal serscheinenden Unterbaltungsblatte
ν ⏑ ot —— e —
Plaͤuderstüßchen·
welches init der Domilekslags imd Soimtags- Nummet des. Boohen“ ausgegeben wird
Alle Naochrichten aus dem politischen und socialen. Leben, welche für unsere Leser

Intetesse haben, werden denselben möglichst räsch berichtet, und bezieht die Redaction dee

Hoten zu diesem Zwecke aus den bedeulenderen Hauptslädten von üchtiigen Mitan—

beitern Originatl-Cdrr espondenzen. In Leitartikeln und Corresponden⸗

zen werden“die ien des Forischrittes uͤnd einer freisinnigestaatlichen Entwicklung

ur RFichtung genommen;, fowie die Imeressen des Volkes stets vertreten sein.
—

preise von den pfälzischen · Marklen nund jenen der! Nachbarstauten werden wir regesmäßig

bringen. * i ,. d· — 9
——— deliebtesten deütschen Volks schriftstellern find wir in Verbindung getreten

um durch ausgewählte und spannende Original-Erzäblungen in dem Unhaltungsblatte

75 —— *4 J

— *lauderstübehßen
unsere Lefer zu fesseln uUnd wird in der ersten Rummer des nächsten Quartals wieder mit!
tiner höchst spannenden und interessanten Original-Novelle: „D ite

Vergel't uang“ von Max Nosem begonnen. —

Anzeigen finden in dem Boten für Stadt und Land“ eine bedeutende und
ausgedehnte Verbreitung, und wird die dreispaltige Zeile Blattschrift oder deren!

Raum mit 8 Er. berechnet. BeiGmaliger Einrückung ein und derselben Anzeige wird

entsprechender Rabatt bewilligt.. —

Indem wir zu recht zahlreichen neuen Bestellungen freundlichst einladen, bemerken

wir noch, daß solche flir Auswärts: bei allen: Aglu Postanstalten vder Postboten recht bal⸗

digst gemacht werden wolken, für Kaiserslautern und Umgegend aber bei den Trägern des

„Voten“ oder in unserer Druckerei.

Kaiserslautern / im September 186666.

Die Expeditioooooosss
a Saiserslaufterer Roten für Stadt und Land

— — —— — —
Warnung.
Ich bringe hiermit zur Anzeige daß ich
in mei nem Solz⸗Platze und in meinem
Barten in uden. Grosgärten Fuß
Angeln gelegt; habe, welches meinen
Holztunden besonders bekannt gemacht
wird . .... —
St. Ingbert; im Sept. 1866.
Joh. König Bäcker.
En braves, fleißiges Dienstwmäd⸗
Vmädchen, in allen haäuslichen
Arbeiten erfahren, findet sofort eine gute
Stesse. Wo? sagt die Expedition d. Bl.
—3
Eine trachtbare Kuh
ist zu verdaufen bei
Jakob Wack,
Schreiner.
Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 1. Olkt.
Weizen 6 fl. 31 kr., Korn 4 fl. 48 r.

Gerste 2reihige, 4 fl. 25 kr., Gerste dier⸗
reihige, 4fl. 48 kr., Spelz 4 fl. 19 kr
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel 3 fl.
59 kr., — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
1fl. 33 kr., Erbsen 4 fl. 18 kr., Wicken
4fl. 96 fr. Kartoffeln — fl. 54 kr., Heu
2fl. 04 kr., Stroh 1fl., 22 kr., per
Zentner. Weisbrod 1493 Kilogr. 17 kr.
Jjornbrod 3 Kgr. 23 ir., ditio 2 Kgr.,
16 kr., ditto Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr. 29 kr., I. Paar Weck, 8 Loth
2 kr., Rindfleisch, JI. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 7 kr., per Liter,
Butter 30 kr., per Pfund.
Redaction, Druck und Verlag don F. X. Demet in St. Ingbert.

* Donuerslag den L.Ott.

rde ich meie

bei Bäcker. Schmidt vis-acvis dem Stadi⸗
hause eröffnen / 2
Christian Eoch.“
        <pb n="467" />
        ze J e J aß pe 7 7* 5 52 * — 21 —— 35
3 * 3 B J J igk
37 — —— I —E ——— — ——— ne
—— de —eq
27 *8 — *2 *77 X 21 — ** 245 12 F zr

der „St. Ingberter Amzeng er⸗ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Denstag, —A
und Sam tia g. Abonnementsbreis vierteljährig 45 Krzr. soder 13 Silbergr.-Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
—D— Blattschrift oder deren Raum berechnete * lit

PNro. 118. ν i en Ecmstoa, den 3. Oetober —— 418 8.
9 ν,— ,
neeDeutschland.
Muüuchen, 29. Sept. Der bei den Wiener Telegraphen-
erhandlungen in Aussicht genommene Zusammentritt von Vertre—
ern des deutscheösterreichischen Telegraphenvereins behufs Feststel⸗
lung eines neuen Vereinsvertrages soll am 5. Oct. in Baden⸗Ba⸗
den staltfinden. Alz bayerischet Commissar geht Generaldirections
rath Gumbart dahin7
München, 28. Sept.“ Dem Vernehmen nach wird gegen
Ende October nicht nur die Kaiserin von Rußland, sondern
mit diefer auch' die Großfürstin Marje hier eintreffen und einige
Tage verweilen: Ein Correspondent bemerkt: „Man sieht diesem
zohen Befuche mit; besonderemn Interesse entgegen ··
München, 30. Sept. Die ireuen Bestimmüngen über die obere

deltung, Aufsicht nuud Verwaltung der Verkehtsanstalten, über die
Organisation der Generaldirection und die Umwandelung des Te
legraphenamtez in eine Abtheilung der Generaldirection treten
mit demJ. Oer. d. J. in Kraft.Bezüglich der Organisation
der Mittelstellen, dann der untergeordneien Behörden und Organe
wird befondere Bekanmtmachung erfolge.

Münchem, 80. Sept. Der Minister des Innern, Hr. v.

Hormann, wirð die Reise in die Pfalz zur Theilnahme an com—
misfionellen Berathungen bezüglich einer Gemeindeordnung für jene
Provinz erft gegen Ende naͤchster Woche unternehmeennn.

Berlin, 28. Sept. Der Zug, mit welchem der Kaiser
pon Rußland gestern früh in Potsdam-angekommen ist, war über
Nassel gegangen und bestand fast durchweg aus Wagen der würt⸗
tembergischen Staatsbahn und der Main⸗Neckar-Bahn. Der Wa—
gen nun speciell. in welchem sich der Kaiser mit seinem unmitiel⸗
baren Gefolge befand, gehörte der Main-Neckar-Bahn an. Sehr
dald, nachdem der Zug Brandenburg verlassen hiatte, also auf der
Tour zwischen Brandenburg und Potsdam, bemerkte der auf die—
jem Wagen befindliche Bremser eine so schwankende Bewegung des
Wagens, daß er das Signal zum Halten gab und der Zug denn
auch wirklich mitlken auf dem Felde zum Stehen kam. Man unter.
süchte den Wagen ünd fand an demselben zum nicht geringen
Schrecken eine vollständig zerbrochene Achse, so daß wahrscheinlich
schon nach wenigen Minuten ein gänzlicher Zusammenbruch und
dotaussichtlich unabsehbares Unglück eingetreten wäre. Der Kaiser
und sein Gefolge verließen sofort den Wagen, bestiegen einen
andern, und nachdem der schadhafte Wagen ausrangirt war kam
der Zug denn auch, um eine halbe Stunde verspätet, glücklich in
Potsdam an. —

Berlinñ, 30. Sept. Wie verlautet, ist die Rückkehr des
Grafen v. Bismarck erst gegen Ende des Monats October zu
gewärtigen; auh der König wird vermuthlich bis in die zweite
Hälfte dieses Monats in Baden bleiben. Bis dahin wird also
in Berlin keine Politik getrieben, die sich auf Thatsachen von
gtoßer Tragweite zuspitzen könnte. Desto wachsamer ist man hier
nach allen Seiten hin auf das, was innerhalb der deutschen Gren⸗
ein vorgeht, wie auf das Agit'ren in Galizien, in Genf, an der
Donau. Spanien nimmt den letzten Platz ein. Am peinlichsten
berührt an gewisser sehr hoher Stelle die Haltung der Ultramon—
tanen in Süddeutschland und das Anhetzen gegen Preußen in
Kegensburger und Augsburger Blättern. Bisher glaubte man,
Hietzinzer Geld habe hergegeben werden müssen, um solchen Un—
sinn in die Welt zu schreiben, wie der ist, daß Preußen die spa⸗
nische Revolution angezettelt habe. Jetzt aber ist derselbe Bloͤd
finn in der S, Augsb. Postztg.“ zu lesen, und daß jcheint selbsf
Personen. welche in Preußen dem Ultramontismus nicht abhold
sind, zu frech..

Ueber d'e Verhältnisse an der untern Donau soll sich Mar—
qui; de Moustier bei dem letzten diplomatischen Empfange dahin
ausgelassen haben, daß die Gerüchte in betreff des Einrückens kür⸗
lischer Truppen in Rumänien jedes thatsächlichen Anhaltes entbehr⸗
ten. Wenn es jedoch wider alles Erwarten der Pforte einfallen
jollte, sich zu einem sol hen, ebenso extremen als isolirten Schritte
hinreißen zu lassen, so werde Frankreich im Vereine mit den Schuk—

——
mãchten der Donaufärstenthümer nichts unversucht lassen, um den
Ausbruch einer europäischen Verwickelung zu verhüten. Der ur⸗
lische Botschafter, augenblicklich leidend, sei nicht anwesend gewesen,
wohl abert der. russische Gesandte und jener des Norddeutschen
Bundes. — — VVV——— 38

Rücksichtlich der neuen Rheinschiffahrtsacte wird jetzt von officioser
Seite vpersichert, daß die seitens Holland erhobenen Ddifferenzpuncte
durch ein Compromiß erledigt werden sollen, welches von der fran⸗
ösischen Regierung im Haag zur Aaunahme empfohlen worden sei.
Man meint, daß schon in der jetzte beginnenden ordentlichenSese
on der Rheinschifffahrt⸗Central:ommission in Mannheim die An⸗
gelegenheit zur Sprache und wahrscheinlich auch zum Austrag ge⸗:
bracht werden dürfte. J *
Berlän, J. Oct. Der Minister v. d. Hehdt ist behufs
ꝛiner Conferenz mit dem Grafen v. Bismarck nach Varzin gereist.

Gotha, 80. Sept. Die deutsche Nordpolerpedition ist glüd⸗
ich nach Bergen zurückgekehrt. Sie war am 45. Sepiembet 81
Brad 5 Minuten vorgedrungen. Von Bergen geht sie Mmach
Bremerhafen. ⸗

Wisenm, 28. Sept. Die Aufzebung der Kaiserreise beschäs—
kigt noch alle. Politiker. -Aus ganz guter Qrrelle erfuhre ich, daß
von „gewissen Seiten“ neuerdings Versuche gemacht wurden, den
Monarchen wieder zur Reise nach Polen zu bewegen; diesen Ver⸗
juchen trat der Kaiser jedoch selbst entgegen und bemerkte au. A.
„Ihh kann doch nicht den verfassungsfeindlichen Resolutionenn des
Jjalizishhen Landtages entgegenreisen!“ — Um. nun diesen wieder⸗
jolenden Bestrebuagen der verfassungsfeindlichen Partei zu entge⸗
hen, ist der Kaiser nach Godölls in Ungaxn, zu seiner schom—
längere Zeit dort weilenden Gemahlin, abgereist. — In. Krakau
ist die Erbittecung und Aufregüng, daß die Kaiserreise nicht zux
Ausführung kam, sehr groß; man hatte schon so sicher auf den
Besuch gerechnet, daß man nicht an das Gegentheil glauben
voslte, und erst als Erzherzog Albrecht, der vorausgereist war, mit
den Hofbeamten, Equipagen uü. s. w. Krakau berließ, wollte man
einsehen, daß mehrere Tausend Gulden zum feierlichen Empfange
des Kaisers umsonst ausgegeben waren. An eine Auflösung des
galizischen Landtags glaubt man in Krakau trozdem nicht. —
Aus Peft traf die Nachricht ein, daß der, der Theinahme am
Morde des Fürsten von Serbien überführte Fürst Karageorgiewisch
nach Semlin transportirt werde⸗

Auch kann 'ich Ihnen die bestimmke Nachricht geben, daß Hr.
don Beust den Grafen Trautmannsdorf mii vermittelnden Vor—
schlägen nach Rom gesendet hat. Wahrscheinlich um den Vati—⸗
can versöhnlicher zu stimmen, wurde dem Papste ein prachtvolles
mit Gold und Edelsteinen reichlich verzierles Meßbuch, an welchem
die ersten Künstler mehrere Jahre gearbeitet hatten, und dessen
Bestellung noch aus der Concordatszeit herdatirt, dem VPapfte
uͤbersendttee..

Prag, 29. Sept. Am gestrigen Wenzelstag fanden ver⸗
schiedene czechische Demonstrationen statt, darunter auf dem Ziz⸗
kaberg in der Nähe der Stadt ein Meeting, das durchh Militär
auseinandergetriebet wurde, und bei der Wenzelstatue eine Ire
sammenrottung, die kärmend vor das deutsche Casino' unde auf
den Roßmarkt zog, wo nebst der Conmunalwache ein Platzregen
——
fand ein Standal statt. Abends 10 Uhr herrschte Uberaste
Ruhe. — 4
Prag, 30 Sept.“Hiesige Blätter melden, vaß gegest den
Erzbischof von Prag und die böhmischen Bischöfe aus Anlaße der
von ihnen erlassenen Instructionen über die Behandlung des Ehege—

setzes eine gerichtlichs Untersuchung wegen Störung der öffentlichen
Ruhe eingeleltet worden. F .

Fraukreich.
Paris, W. Sepi. Das Jsurnal des Debats“, das sich
ꝛisher äußerst vorsichtig nach beiden“ Sriten“?in den spanischen
Pachrichten bewegte, kommt heute zu dem Schlussen In Spanien
zist zwar Allez morschesaber wir müssen jektee hetennen d par
        <pb n="468" />
        aAlen Moͤglichkeiten der Sieg der Sache Jsabellas II, die aller⸗
venigst waͤhrscheinliche ist.“ —————
Parisz 298 Sept. Die Spruche. welche die hiesigen offi-
eiellen Kreise hegenwãrng über die spanischen Angelegenheiten füh ·
ren, in durchaus gicht dazu väangethan,“ die, Hoffnungen fürdie
tonigliche Sache S ee Man macht kein Hehl daraus.
daß diese verloren ist; und die noch hier anwesenden Spitzen der
ipanischen Revolution haben sich durchaus nicht über die Behand⸗
sung zu beklagen, die ihnen von Seite der hiesigen Regierung
tzt zu Theil wird. Hr. v. Moustier soll von Biarritz aus die

Weisung erhaultens haben, sich in einem gegehendn, Lgenau formu⸗
lirten Falle mit dem noch in Paris befindlichen“ Hen.“ Olozaga
direct inz Einvernehmen zu setzen. Die ofsiciosen Organe, der
„Constituͤtionnel“ an der Spitze, machen ihrtrseits Line sehr be⸗
eichnende Schwenkung und erklaͤren · die Ereignisse nicht mehr · aus
sosmopolitischen und allgemein revolutionüren Teudenzen, sondern
aus rein politischen und olonomischennn Zujtunden Spaniens
bst ⸗ , —2 2

Wie man hier erzählt; beschäftigt sich auch derrKai'fer än
Biarritz nicht mehr ganz ausschließlich mit den äußerne Angelegen
seiten, und die Nothwendigkeit, für das nicht mehr ganzklap⸗
pende Ventil der causwürtigen Politik einen Ersatz in der⸗Ver⸗
dandigung der Regierung mit deu geistigen; Elementen der Na⸗
on zin finden, scheint ab und zu wieder in Erwäguug gezogen
worden zu sein. Spanien und der: Tod Walewskis mögen ihre
mahnende Wirkung nicht verfehlt haben.: Auch schreibt man von
Biarritz, daß die Sprache des Kaisers von Tag zu Tag friedli
cher werde. Jede Hoffnung der Ultramontanen auf frauzösische
Einmischung in Spanien ist also vergeblich.

u Paris830. Sept. Nach einem Telegramm der Agentur
Habas aus Bayonne sollte die Königin Isabel heute Vormittag
0 Uhr die Stadt passirt haben. — Die Niederlage des Gene—
als NRovaliches fand bei Alcolea (in der Mancha) statt.

J23P arin,c 80. Sept.: Italien mag“ sich wie von einem
Alpdruͤck befreit fühlen, denn seine Regierung hat thatsächliche Be—
veise dafür in der Hand, daß Napoleon III. auf dem Sprung
var⸗ in Berücksichtigung seiner auswärtigen Politik, welche die
Fdeutualitat eines Krieges in erster Reihe im Auge hatte, einen
Bündnißvertrag einzugehen, desseu⸗ Zweck⸗ gewesen, dem Kaiser
harch spanische Occupation des Kirchenstaates freie Hand in Ita⸗
lien zu verschaffen. Damit hat es nunein Ende, San

Die französische: Regierung hat erklärt. daß fie in keiner
Weise in Spaniens Angelegenheiten fich einmischen werde.
Dies hindert sie natürlich nicht, ihren Einfluß unter der Hand
zeltend zu machen und auf Beseitigung sowohl Montvensicets als
ꝛer Republik hinzuwirlen. I

Der Francais“ wiederholt eine gestern unbemerkt verhallte
Notiz, wonach der König von Preußen in Baden-Baden mit dem
Ruf? „Es lebe der deutsche Kaiser!“ empfangen worden wäre
Das Publikum hat im gegenwaͤrtigen Augenblick keinen Sinn für
solche albernen Hetzereen. J

Paris, 1. Oct Der „Mouiteur“ veröffentlicht folgende
Rachrichten aus Madrid vom 29. Sept.: Die „Gaceia de Ma—
drid“ meldet: Das erste Gefecht zwischen dem General Novali-
hes und dem Marschall Serrano fand bei der Brücke von Alco
lea staltt. Der Erstere wurde verwundet; jeine Truppen behaup⸗
eteu jedoch den Kampfplatz. Hier in Madrid herrscht große Be⸗
wegung. Das Volk durchzieht die Straßen mit Fahnen, welche
die Aufschrift trugen: „Volkssouveränität!“ Die Truppen sind in
nie Caieruen consignirtt..

Paris, 1. Oct. Dem „Moniteur“ wird aus Biarritz,
30. Sept. berichtet: Da die Ereignisse in Spanien seit gestern
eine ernstere Wendung genommen haben, so hat sich die Königin
entschlossen. San Sebastian zu verlassen, um sich nach Frankreich
u begeben. Sie hat heute Morgen den Kaiser von ihrem Plane
anterrichtet, der sich beeilte, drei Ofsiciere seines Hauses an die
Grenze zu beordern. Der Zug hielt in Hendaye. Er führte mit
sich die Königin, den König, die vier Infanten, den Infan ten
Sebastian und mehrere Personen vom Hofe der Konigin. Eine
zroße Auzahl von Beamien und Officieren hatten diese bis an
die Grenze geleitet. Der Kaiser, die Kaiserin und der kaiserliche
Prinz erwarleten die Königin am Bahnhof. Nach einer Entrevue,
die von jener Sympathie durchdrungen war, die immer das Un⸗
alück einfiößt, nahm der Zug seinen Weg nach Pau, wo die Kö—
nigin sich einige Zeit auf dem ihr vom Kaiser zur Verfügung ge—
dellten Schlosse auszuruhen gedenkt. (Nach einer Havas'schen De—
besche passitte die Königin, in deren Wagen Marfori sich befand,
hach 3 Uhr Nachmittags Bayonne, wo sie im Bahnhof eine kurze
lnterredung mit dem Exminister Gonzalez Bravo hatte.) — Der
„Moniteurs meldet, daß in Madrid, wo vollständige Ruhe herr—
che. He. Madoz an der Spitze der provisorischen Regierung steht

Varis. 2. Oct. Die Journale bringen ein amtliches

„Mitgetheilt,“ worin constatirt wird, daß die spanischen Flücht.
linge in Frankreich volle Freiheit der Bewegung haben und dariu
höchstetks durch die zur- Aufrechthaltung der Ordnung An der
Brenze erforderlichen Maßregeln beschränkt sind. Ferner wird verüchert,
daß die Frangösische Regierung keinen Gedanken? der Einmischung
in die spanischen Angelegeuheiten habe und denselben gänzlich fremd
bleiben werde. Ein Artikel im „Pays“ spricht sich ebenfalls für
die absolute Nichtintervention aus.
tus: England. ze N de
London, 28. Sept.« Nach einem aus! Gibraltar“ datirken
Briefe der Times“; hat General Prim Southampton am 17.
September auf einem nach Spanien fahrenden Dampfer in
der Verkleidung eines Kammerdieners eines schwedischen Grafen
verlasseu. F
In Rom soll der Eindruck, den die Nachrichten aus Spa⸗
nien hervorgebracht haben, ein überwältigender gewesen sein, und
war noch mehr im Palast Farnese als im Vatican. In dem er—
tern, sagt man, hätten die Hoffnungen auf einen Umschwung der
Dinge in den letzten Wochen eine bedeutende Höhe erreicht, und
zanz besonders in Hinblick auf die sich vorbereitende franzoͤsisch-
panische Alliance (4ä. Jufolge dieser Aussichten sollen- anch diele
ourbonische Emigranten, welche seil der Vertreibung des Königt
Franz II. sich zu Paris aufhielten, nach Neapel und Palermo zu⸗
rückgekehrt sein, um bei dem Ausbruch der Contrerevolution zur
Ztelle zu seiu. Die spanische Revolulion, heißt es, habe nun
zicht allein die erwünschte Alliauce, sondern auch die italienische
TFoutrerevolution hintertrieben und vielleicht auch die letzte regie⸗
rende, Bourbonenfamilie zum Fasle gebracht.
Bezůguch der Nachfolgerschaft Venedetti's in Berlin hört man
zeuerdings inn Paxis, die Chancen Lavalette's zu dem Posten seien
ꝛedeiitend gesunlen, seitdem die Candidatur des Marquis de Ca-
jore, des fraͤnzösischen Gesandten in München, in's Auge gefaßt
vorden sei. Der letztere gilt nämlich für einen sehtr feinen Hof«
mann, der überdies noch für gewisse Fällz eine nicht kleine Dosis
Energie entwickele, wozu noch komme, daß er durch mehrjährigen
Aufenthalt in Karlsruhe und München mit den,- deutschen Ver⸗
zältnissen pertraut geworden sei. — Die Wahl des Gesaudten
err wichtigen Posten in Berlin scheint Napoleon sehr schwer
zu werden. — 3 7.
eie LZpauien. veν ι
ü Madord, 80. Sept.“ Morgen findet die allgemeine Asb⸗
timmung für die constituirenden Cordes in Madrid statt. Die
Lacaljunta umd die Districtsausschüsse sorgen für Aufrechthaltumg
der Ordnung. Die meisten Beamten sind nen ernannt. Es ist
die Bewaffnung der Bürgergarde angeordnet. Prim und Serrano
werden morgen hier eintreffen. Concha hat die Haupistadt ver—
lassen. Die in Madrid ansässigen Engländer haben der nmeuen
Regierung ihre Glüchwünsche dargebracht. — Auch Barcellona hat
sich erhoben. Der »Graf Cheste (Pezuela) ist nach Frankreich
geflüchtet.
— Die Königin Isabella hat nun seit fast 30 Jahren (von
1839 an) stets den Geldpunkt scharf im Auge gehabt. Als ije
noch jung war, versilberte sie die Kirchengüter; damals war das
Budget noch klein; 150 Millionen, waäͤhrend es jetzt 600 Millio—
nen beträgt. Die goldene Zeit der Reaction kehrte 1846 mit dem
Infauten Franz von Bourbon zurück, welcher vom ersten Tage
an die Beherrschung des Hofes wie der Massen durch den Klerus procla⸗
mirte und sich dabei des Talentes von Gonzalez Vravo bediente,
dessen Haiptschwäche klingende Münze ist. Mit Hilfe der Reac—
tion stellte sich nun folgendes Verhältniß ein: Spanien besitzt ge⸗
genwärtig wieder über 800 Klöster beiderlei Geschlechts, die Zahl
der Nonnen beträgt 15,090, die der Bischöfe 55, die der Canonici
und Abbes 2500, die der regulären Priester 1800, wozu noch
24,000 Vicare u. s. w. kommen. Die Bevölkerung von Spanien
»eträgt 16 Millionen Seelen, doch das Budget für den Cultus ist
»oppelt so hoch, als in Frankreich, das 837 Millionen Katholiken hat.
Die Königin soll sich die Bagatelle von 187 Millibnen Francs
hei Seite geschafft haben.) J
Italien.

Genuna, 24. Sept. An den Ereignissen in Spanien hat
Italien noch ein größeres specielleres Juteresse als der Welifriede
die Börse und der gesammte Liberalismus. Soweit vorläusig die
Sache discutirt wurde, wird allgemein der Revolution ohne allen
diplomatischen Rückhalt der Sieg gewünscht, und darüber herrschi
eine Warme und Einheit der Sympathien fur die Insurgenten.
bon welcher sich nur wenige Klerikalen und Legitimisten ausschließen
Fallen die Bourbonen in Spanien, so hat Italien einen Todfeind
weniger, und die weltliche Papstmacht hat ihren ergebensten An—
jänger verloren. Die augedrohten 30,000 Spanier werden deu
Kirchenstaat nun so rasch nicht, betreten, und wenn die Revolution
iun Spanien siegt, so dürfte auch die-Stellung Frankreichs nur
        <pb n="469" />
        rbmischen Frage ine andere werden. Wir wollen nicht annehmen,Schiff?-Fahre als eben die Poft uͤbergeführt werden —X und
daß das Kaiserthum eine gewisse“! Schain empfinden dürfte, ganz nahm die Fähre mit sich förte Wo dieselbe jun Landen gebracht
allein das Bollwerk freiheitfeindlicher. Institutionen zu vertheidigen, werden konnte, ist nicht bekannt. eαι 9 498 α—
e Frankreich so eben seinen Linzigen sichern Allürrten sich ent- .F Ein Mittel, Zutünftiges zuerfabhre n. Hier⸗
schlüpfen fühlt. so därfte es genöthigt werden etwas kleiner bei⸗ zu giebt ein großer Gelehrier und Strenseher folgende Anweisimg.
zuͤgeßenn, und sein „amais“ in der. römischen Frage etwas zu „Die Zukunft — sagt er — geht hervor aus dem, cwas geschieut.
modificiren, Eine Wahrheit wird hoffentlich in. Spamien jetzt eelas jund was geschehen ist. Wer?alss hinterrdie Zukunft Gommens will ver
anl ð ewiesen werden: „Wenn baß NMaß woll ist, geht es über;“ muß erstens früh aufstehn und die Augen überall offen⸗ haben;
wer sich gegen den degeit der Zejt stemmt, über dessen Fall dann „sieht er viel. Zweiteng, mufre erezmmöglichst viel zu lernen
— derselbe weiterschreiten. 9 — 4 J schen! um das zuů erfahren, was ich zu sehen ist. Drittens
„r. Amoerika. ienn muß er techtschaffene leben, um“ daßs, was er gejehn ind gelernt
IN gt bw —X —1 Sept. Die Repräsentanten Georgias hat. richtig denttheilen zu tonnen. Dent wert Leidenabfren —X
habes die Ausschließung. der Neger: bei Geschworeneugerichten be— nee bendthen. dir eee e e
schlosson⸗ —Ein Rundschreiben des Rorddeutschen Bundes⸗Kanzler⸗ — 8 * ⁊ie 88* e tuͤ n n 58
aimnee wande derd sentt n.. wodunhe nn Folge Das Returalijanons. den Zuuunftgeriseu a — ——
Verlrages Mordenmerikanifche Bürger das Recht habeu, unbehinder! 7 ich in edanten Anine —528— pigen
ih Deutschland zuruchutehrene3 BWeibern gus dem Kaffegrund oder aus den Kar en wahrsagen zu
In Californien haben Farchtbare“ Feuerssbrünste die Wälder lassen. Denu die alten ee — gu
verheert, — In- Raleigh (Nordamerika)“ fanden republikamsch r aened ee 4 nn d
Demonstrativnerr Statt. Der Sohn des Gouverneurs richtete eint — anbetriff 5 * se 7 be 8 2 Lasse
aufrührerijche Ansprache. an bie Neger. In Philadelphia wat ie eene eeb neee Aedort
ein Straßenkampf zwischen Republikanern und Volksgesindel. — su n Amn 23. epte fa F 7 ö¶ n
Die Cachsrebellen? concentrirten sich in der Nähe von Pott-au⸗ ta rnden eree ud 7 boß eeee en
Prince. — Der mexicanische Congreß ist am 13. September. zu k —328 u⸗ uf sech qrit ) — oere 8
acnoelreica 8 Vee in die Brast iebensgefährlich igetroffen; es berlautehe? daß derfelt
am bereits gestorben seii. * ve7
Franzssische Ernte:? Die ausFrankreich cingee
gangenen Ernteberichte ergeben, daß die Ernte im nördlichen Frank⸗
reich eine gute war, im südlichen Fraukreich aber wegen der Hitze
einen nicht genügenden Ertrag ergaib, während die dazwischen lie⸗
genden Debartements eine Mittelernte haiteti. Indeß hofftman,“
daß Franlteich seinen inneren Bedarf durch den Ertrag“ seiner
Erute auch selbst werde deden koͤnnen; was 1867 nicht der Fall
war, in welchem Jahre Frankreich für 383 Millionen Frs. Ge⸗
treide hatte kaufen müssen.
7In Grasse franz. Dep.“ Var) ist eine Parfümerie⸗Fabrik
eingestürzt: 6Todte und 7 Verwundete wurden aus dem Schutt
herausgezogen, noch mehrere andere Personen werden vermißt.
7. In St. Barthelny (bei Grenoble) wurden 20 Haͤuser
eingeäuschert. 311331 31t; 39

Bermischtes.

—FVom Rhein“ 28. Sept. (Unglaublich aber
wahr.) Von einer Behsrde, die wir nicht näher bezeichuen
wollen, ist so eben eine Mittheilung an die stromabwärts gelege—
nen Ortschaften tgesandt worden, in welcher das Singlement ei⸗
nes Ertrunkenen für den Fall des Anlandens der Leiche gemeldet
wird. In diefem letzteren heißt'es: Sprache: deutsch. r

y VÜeber dit vorgestern gemeldete Rheinüberschwemmung schreibt
man der „A. 3.“ aus Lindau, 28. Sept: Im Sarganser und im
Bündner Land gab es letzke Naͤcht Wolkenbrüche. vVi schwell ·
ten den Rhein st hoch au, wie er seit vielen Jahren nicht gese
hen wurde. Er zerftörkẽ bei Mayenfeld und abwärts die theuerer
Lorrectionsarbeiten, überfluthete und zerriß an mehreren Stellen
die Eisenbahndaͤmme. und überschwemmte weithin das Land. Die
Fisenbahnverbindung zwischen Sargans und Rütli ist unterbwchen.
Die ganze Nacht soll das schauerliche Sturmlänten der Rheiztthal-
Ortschaften erklungen sein. Der Seespiegel hoh sich? stit e
ten Regentagen um *Fuß Der A. Abs. —
von eben daher: „Der Rhein überfluthete die ganze Gegend,
weithin sein Gerölle schiebend, Ferstörte die Schusbauten und durch—
drach die Eisenbahndämme?“ Die“ Verbinduug zZwischeur; Station
Meyenfeld bei Sargans und Rütli im untern Nyeinthal ist unter.
orochen. Seit Menschengedenken soll der Rhein nicht so rasch und
so hoch gestiegen sein. Bei St. Margarethen riß das Seil 90

—X Preresee Fe Isefte die Rettheß
ung nicht ohne; Interetesse stin, daß di Zetungs · AInnoncẽ·ch·
heditiir“ von Rudolf Mosse, Berlin welche seit kurzein, zwejähri⸗
zeu Bestehen, hereits eine der bedeuten dsten dieser Branche gewor⸗
den ist -und sich eines wohlverdienten Rufes in Jang Deutschland
etfreut/ kine: Zwei auederlasfüngflire Süddeutschianbe iud Mün⸗
chen errichten wird. — nuße

— Bei dem-täglich wachsenden Umfange des Jusertionswefens
t diesem Unterneßmen wohl eine gute Zukunft zuzusprechen.
Bekanntmachungen.

r
544

Bekanntmaesung

10

Die höhere Knabenschule dahier
beginn nächsten Montag den 5. October.
Die Väter, welche ihre Söhne dieselbe
besuchen lassen wollen, sind gebeten, mit
den leßteren
Montag, Morgen 8S Uhr,
im Schullokale bei Frau Wittwe Heinrich
trscheinen zu wollen.
St. Ingbert, den 3. October 1868.
Das Bürgermeisterant:
Chandon. —

Die unten näher bezeichneten, auf den Gruben St. Ingbert &amp; Mittelbexbach lagern-
den und zu Grubenzwecken nicht mehr brauchbaren Materialien sollen an den Meistbieten⸗
den verkauft werden, uämlich :;::;:

—
Altes Gußeisen von Wagen⸗Schlitteuräder
Verbranntes Gußeisen von Oefen ⁊c. et.
Schmied⸗ &amp; Ronkeleisen :
Unbrauchbare Drahtseile
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Abfälle von Sohlleder in größeren Stücken Za.
W 7 vpeaz tleinen, 60æ — „
Die Materialien und Verkaufsbedingungen können bei der kgl., Grubenverwaltung
St. Ingbert &amp; Mittelbexbach eingesehen werden. AJ
Die Angebote sind verschlossen und gehörig bezeichnet bis 12. Oetober Nach⸗
mittags ⸗Uhr bei dem unlerzeichneten Amte einzureichen. 335—5*
St. Ingbert, den 80. Sepiember 18086.
Das kgl. Bergamt
Bockhari.

Et. 53

u be eee
Wittelberbach
2500 If
2000 —

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Zeichen · Schulen
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W. Hermes &amp; Gsfell
in 860 Heften, sind vorräthig in der
Schreib⸗ &amp; Zeichnen⸗-Materialien⸗Handlung
H. Scheruyf in St. Ingbert.

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        <pb n="470" />
        8 — 4 * * de 2* * * * —1 — 98 1
„Bekanntmachung und Aufforderung. * J
Die Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersklaffe 1347 betr. 9 9
8* eeren zum Zwecke der Aushebumg der Wehrpflichtigen der Allkers .. * —M
lasse 1847, bestehend aus den in Artikel 40 des Wehr-Verfaffungs-Gesetzes bezeichntte 2x434 141 A.
— 55 ge * Peter ufd. Jahres and die Folgenden T Seit 4. Oktober
twoch den 21 vober Ifd. Jahres und die enden Tage, 44 —
.udtjenezmal Morgens von 83bis I2 Uhr and Nachmittags von Uhrran, ist mein Bureau
421.1 ß 1549 d aApe * 44 4 2 * 37 e 1 —D . n 2
ν iret 1 ma1 u ch t h a t·84 at e . eröffnet un befindet

dahier persammein um die siach Artilel 54 des Wehr-Verfassungs⸗Gesetzes ihr obliegenden — 7
Beschafit horzunehmen. uud zwar wird 4 sich Ddaässelbe in dem
i. an Vittwoch den Si. Oktober ifd. Jahres, die Bescheidung der! 2c4
eingejaufenen Gesuche von Wehrpflichtigen um ganzliche oder zeitweise Befreiung Hause der Frau Wt.
pon der Wehrpflicht oder um einsiweilige Aussetzung der Einreihung, sowie die AMLLAIRALVSAXI
Feststellung der Pezirkslistz durch Streichung der Unwürdigen, der Freiwilligen Schnorr J im zwei⸗
und der ·ganzliche oder nach Artikehe S. resp. 12 des Wehr-Verfassungsgesetze? ⏑—
zeitweise Besreiten- v X — Stocke. ”e
am Donnerstage, Freitange und Saustage, den 22., 28. un 3,634.
24. Oktober Afd. Jahres, die Messung und ürperliche needins de St. Ingbert, 1.Okt. 1868
auf der Bezirksliste Verbliebenen und die Beschlußfassung hierüber endlich Ia. 324434 7
am Montage, den 26. Oktober lfd. Jahres, die Loosung stattsinden Der k(gl. Gerichtsbote *75.
Indem man dies gemäß 8. 24 der Vollzugs-Vorschriften vom 22. Juni Ifd F aseb end er 7
Jahres eee ee y, e —A
niß bringt, ergeht hiermit au sämmtliche Wehrpflichtigen der er8c8s ——⏑ ⏑ —
klasse — mit Ausnahme der bereits freiwillig Dienenden die Aufforderung —853— Beftetlungen auf
sich an den oben zbezeichneten Tagen um 8 Uhr Morgens und um 2 Uhr Nachmittage an Vet und Mo eschriften.
im Fruchthalsaale hiesiger Stadt pünktlich einzufinden und dem Aushebungsgeschäfte bis Die Schreibe &amp; Zeichnen-Materiolien-
pum Schlusse heizuwohnen, wobei b⸗merkt wird, daß diejenigen, welche bei dem Ersaz — Handlung
geschaäͤfte ohne genügende Entschuldigung (man vergl. Artikel 59 des Wehrverfassungs H. Scherpf in St. Ingbert.
Besetzes) ausbhleiben oder sich vor Beendigung desselben eigenmächtig entfernen sollten, ihre * ——
Verurtheilung wegen Ungehorsams auf Grund des, Artjkels 76, Absatz 2 des Wehr-Ver ⸗ Knodchenwoehl, duper.
jassungs⸗Gesehes, an Geld bis zu 150 fl. oder mit Arrest bis zu 42 Tagen zu gewärtigen haben n p d — kx AX
D Zwernberünd en, den 28. Sepiember 188086868688. Phosp ato un aat orn
—E— — Königliches Danerisdes Bezirksamt, ist billig zu haben bei —
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        Slt. Ingberler Anzeiger.

Dder „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblattie erscheint wöchentlich dreimal: Dien Stag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile

Blattschrift oder deren Raum berechnet.
Nro. 119. Dienstag, den 6. Oetober 1868.

Deutschland. tes Bewußtsein seiner Militärhoheit hatte, soll dasselbe einiger—

München, 1. Oct. In Zukunft wird der Vorbereitungs⸗ maßen abhanden gekommen sein, was nur um so besser ist. Die
rurz der Kriegsschule zur Ausbildung für solche Wehrpflichtige und bessischen Officiere, denen jetzt die ganze norddeutsche Bundesarmee
Freiwillige, welche zum Linienofficiere gelangen wollen und die ein Feld der Carriere bietet, solen sehr zufrieden sein und sich
dihigen Vorbedingungen erfüllt haben, am J. März eines jeden ehe und mehr mit der neuen Gestaltung der Dinge auch in po—
Jahres beginnen, und wird sich hiernach der weitere normale Ver⸗ litischer Hinsicht befteunden.

Nuf der Curse der Kriegsschule in der Art richten, daß auch die Berlin, 3. Oct. Wie mehrere Morgenblätter, melden,
miuitarwissenschaftlichen Curse stets am 1. Marz beginnen und wird bei der Rüdkehr des Königs aus Baden-Baden (also um
Eende Februar schließen. Die Zahl der Schüler eines Vorberei- den 21. October herum) Graf v. Bismarck seine Functionen
umgscursus der Kriegsschule ist vorläufig auf zwanzig festge- in ihrer ganzen Ausdehnung wieder übernommen haben. — Der
setzt worden. russische Kanzler Fürst Gortschakoff ist (bon Waschau?) hier ein⸗

In Erlangen hat sich eine freireligiöse Gemeinde gebildet. getroffen.

München, 2. Oct. Der Stagtsminister des k. Hauses Dresden, 27. Sept. In der gestern dahier stattgefun⸗
und des Aenßern Fürst Hohenlohe hat in Folge allerhöchster Er- denen von 1500 bis 1600 Arbeitern besuchten Versammlung wurde
machtigung das Abberufungsschreiben des bisherigen k. württem- mit allen gegen 5 3 die Annahme folgender, von dem
hergischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Mini- Präsidenten des Lassale'schen Allgemeinen deutschen Arbeiterver—
ers Staalsraths Grafen v. Degenfeld-Schomberg entgegengenom- eins Fritz Mende heantragten Resolution heschlossen: In Erwäg-
men und demseiben bei diesem Anlasse das demselben vom König ung, daß die Arbeitseinstellungen keine Mittel sind, die Lage der
berliehene Großkreuz des Verdienstordens der bayrischen Krone arbeitenden Klassen dauernd zu verbessern oder irgend welche socia⸗
herfonlich überreicht — Die gestetn Abends erschienene Nummer len Uebelstande dauernd abzuschaffen; in Erwägung, daß die
328 des Volksboten“ ist auf Grund der Art. 119 und 127 des Urbeitseinstellungen mit Nothwendigleit herbeiführen einen Rück-
Sirafgefetzbuches mit Beschlag belegt worden. Anlaß zur Con- chritt der Arbeiter in ihrem Kampfe für die Umgestaltung ihrer
stzcirung dab ein Artikel, die Quiscirung des Regierungspräsiden⸗ ocialen Lage; in Erwägung, daß die Arbeitseinstellungen die
len von Unterfranken, Frhr. v. Zu⸗Rhein betreffend. Industrie schädigen müssen, die Arbeiter aber nicht eine Schä-

digung, sondern die Hebung der Industrie wollen und es allein
Dienstesnachrichten. in ihrem Interesse finden, ihre ganzen Bestrebungen nur auf die

Die kaih. Pfarrei zu Stetten, Bez.⸗»A. Kirchheimbolanden, gründlichste Umgestaltung der modernen Productionsweise zu rich⸗
ist dem Priester J. Natter, Pfarrer in Göllheim, übertragen, fer⸗ ten; erklärt die Versammlung die systematische Organisation von
ner ist der Lehrer Jakob Brosius in Stauf zum Lehrer an der Arbeitseinstellungen für ein historisch reactionäres Mittel, angewen⸗
prot Schule zu Gehrweiler, der interimistische Verweser Hein det zu dem Zweck, die Kräfte der Arbeiter auszusaugen, zu zer⸗
rich Leibfried zum Lehrer an der kath. Schule zu Weitersweiler, plittern und vom Ziele abzulenken.
der Privatlehrer J. Aug. Scherer in Godramstein und der interi— Frankfurt a. M., 1 Okt. Am 6., 7. und 8. Oktober
mistische Schulverweser Matthäus Kaiser in Dennweiler⸗Frohnbach findet dahier (sowie gleichzeitig in Florenz, Paris, London und
zu Hilfslehrern an der prot. Präparandenschule in Kusel in wider⸗ Berlin) die Emission der Gprozentigen Obligationen der italieni—
ruflicher Eigenschaft ernannt worden. schen Tabaksregie (im Betrage von 237 Mill. Lire) statt. Die⸗

Karlsruhe, 4. Oct. Der Kriegsminister v. Baher ist selben sind in 15 Jahren mittelst halbjährlichen Ziehungen al pari
nach München gereist, wo morgen die Militärconferenz ihre Sitz- rückzahlbar. Der Emisfionspreis beträgt für eine Aktie von 500
ungen wieder aufnimmi. Man erwartet eine Verständigung über Francs 410 Frans, mit 792 Francs Jouissance. Zinsen und Ka—
die vorbehaltenen Punkte. pitalsrüdzahlung sind in Gold garantirt. Die Zeichnungsstelle

Elberfeld, 1. Oct. Die Appellkammer des Zuchtpolizei- in Frankfurt a. M. ist bei Hrn. Jakob S. H. Stern. Jeder
gerichts hat heute das Urtheil der ersten Instanz, welches den Besitzer von 10 Obligationen hat das Recht, bei der späteren
Dr. Schweizer in Berlin wegen seiner Flugschrift „Kapitaß Submission der Aktien auf je 10 Obligationen 1 Äktie zu
gewinn und Arbeitslohn“ zu einer dreimonatlichen Gefängnißstrafe fordern.
derurtheilt, bestäligt. Wien, 83. Oct. Das „Tagblatt“ meldet, daß der hiesige

Berhin, J. Ock. Wenn Hr. v. Bismarck auch nicht, wie spanische Gesandte auf die Nachricht von der Flucht Isabels fofort
ihm nachgejagt wird, die spanische Revolution bestellt und bezahlt das Gesandtschaftsbureau schloß.
hat, so kommt diese ihm sicherlich doch sehr gelegen, ja sie soll auf Wien, 3. Olt. Nach einem Londoner Telegramm der N.
die Besserung seines Gesundheitszustandes entschieden fördernd ein- f. Pr. ist der päpstliche Nuntius in Madrid abberufen und der
gewirkt haben. Die Reise des Hrn. v. d. Heydt nach Varzin wird Nuntius in Paris angewiesen, der Exkönigin Isabel's den Quiri—
wohl mit den Landtagsvorlagen zusammenhängen, unter denen nal als Zufluchtsstätte anzubieten.
auch der Entwurf eines definitiven Gewerbegesetzes genannt wird. Pest, 3. Oct. Gestern hat die Magnatentafel des Reichs-
Was die Behandlung des Budgeis betrifft, so wird es in Zukunft tags den Ausgleich mit Croatien angenommen. — Der üaslei—
damit so geholten werden müssen, daß der preußische Landtag nur khanische Finanzminisier Brestl ist zur Erledigung der noch unans—
das Budget für dasselbe Johr im Herbste beräth, für welches der geglichenen Punkte des Finanzausgleichs mit Tisleithamen hier
Etat im Frühjahre im Reichstag festgestellt worden ist. Uebrigens erwartet.
werden die Budgetberathungen diesmal viel einfacher sein als in Linz, 2. Oct. Gestern hat der Landkag

73 „2. Oct. este at de. g den poli—
5 e en de Imihen den neuen Wrovinhen d eee aufzuheben beschlossen. Morgen Schluß der
gen.
der Landtag nicht zusammentreten.

Ueber die Resultate der Münchener Militärconferenz ver⸗
lantet hier nichts; doch hegt man keine Besorgnisse, da ja Alles,
was geschieht, im „Anschluß an das norddeutsche Wehrsystem“ ge⸗—
schehen soll. Hauptsache ist immer, daß die Süddeutschen ihre
Militärorganisation beendigen und sich sozusagen stets marschbe—
ceit halten. Officiere, welche den Manövern in Hessen und Va—
den beigewohnt haben, sprechen sich darüber sehr günstig aus.

Dem Großherzog von Hessen, der bekanntlich ein sehr ausgepräg⸗

Frankreich.

Das Duell Rocheforts mit dem Sohne des Ministers Ba—
roche wurde verursacht durch einen Artikel der „Laiterne.“ Ein
erviler französischer Schulmeister, Namens Rochefort, hatte sich
nämlich vom Justizminisier die Gnade erbeten, seinen Namen ver⸗—
auschen zu dürfen. Darauf hatte Rorhefort in seinem Blatte un—
er anderem geschrieben: „Nehmen wir den Fasl, daß Herr Ba—
coche hm erlaubt, einen geschändeten Namen für immer zu
        <pb n="472" />
        begraben und aus irgend einem Adreßkalender sich einen andern zu
holen, was dann? Sehr schlimm, dann muß auch Herr Baroche
sich die Erlaubniß ertheilen seiinen Namen zu ändern, denn —
ihr habt es wohl noch nicht vergessen — sein Sohn, welcher in
der Affaire Miros der Gaunerei und Betrügerei angellagt war,
wurde auf den Placaten an den Mauern von Versailles durch
Herrn v. Persigny, der die Candidatur dieses lästigen Kindes be—
fämpfte, als „Spitzbube“ bezeichnet. Leider fürchte ich, daß der
aunglückliche Schulmeister, welchen Namen er auch annimmt, immer
zrkannt werden wird. Es gibt Beziehungen, die man nicht so
leicht los wird. So hat ein gewisser Louis Bonaparte, nachdem
er unter diesem Namen das tollste Leben geführt, allen Verdacht
von sich abzuwenden gesucht, indem er sich Napoleon III. nennen
ließ. Und doch weiß Jedermann, daß es derselbe ist!:!:

Paris, 1. Oct. Unier den Begleitern der Königin be—
findet sich außer Marfori, der, wie Louis Ulbach in seiner morgen
erscheinenden „Glocke“ sagt, die päpstliche Tugendrose der Königin
in jeinem Knopfloch trägt, noch ihr Beichtvater, der einflußreiche
Podre Clarret, welcher sehr niedergeschlagen aussehen soll. Für
das Wohlbestuden der Königin Isabel n Eril braucht übrigens
den Anhängern dieser entthronten Majestät nicht bange zu sein.
Außer den immensen Summen, welche sie seit zwei Jahren im
Ausland untergebracht hat, nahm die für den Unterhalt ihrer
zahlreichen Familie besorgte Königin auch sämmtliche Kronjuwelen
mit, und man sagt ihr nach, sie hätte sich aus dem Staats⸗-
schätze noch eine Summe von 23 Millionen Renten kurze
Zeit, bevor der Hof nach Lequeito übergesiedelt, aushändigen
lassen ...

Paris, 3. Oct. „Elendard“ und „Presse“ kündigten dic
Hisdung eines spanischen Ministeriums an, das folgendermaßen
zusgmmengesetzt wäre: Serrano. Ministerpräsident ohne Porte—
feiülle; Castisla Handel; Topete Marine; Aguirre Justiz; Prim
srieg; Olozaga Aeußeres; Madoz Finanzen.

aris, 3. Olt. Die Exkonigin Isabel wird sich schon in
nächster Zeit nach Rom begeben, was beweist, daß sie wenig auf
ꝛinen Umschlag zu Gunsten der Dynastie zählt. Sie wollte schon
hon San Sebastian aus direct nach Civita⸗-Vecchia; da ihr indes⸗
sen hiefür ein französisches Schiff erst in 24 Stunden zur Ver—⸗
fügung gestellt werden konnte, die Basken aber ebenfalls ihr Pro—
nunciamiento schon gemacht hatten, und also höchste Eile geboten
war,“ so mußte sie vorerst ach Frankreich gehen. Der Papst
Piuͤs hat ihr bereits einen Trosibrief geschrieben.

Paris, 5. Oct. Der „Moniteur“ meldet: Die Königir
Christine hat sich auf einem französischen Dampfaviso (wohin 7)
ringeschifft. Die Junta von Madrid hat den Marschall Serrand
zum Obercommandanten der spanischen Armee und einen Demo—
craten, Hrn. Escalendte, zum Obercommandanten der National⸗
garde ernannt.
Spanien.
Madrid, 30. Sept. Die amtliche „Gaceta de Madrid“
bringt eine Proclamation der provisorischen Regierung, welche die
Enithronung Isabels ausspricht und die Volkssouveränität
hyroclamirt. Dieselbe schließt mit den Worten: „Nieder mit den
Bourbonen!“

Der „Gaulois“ schreibt: Die dynastische Frage ist die erste
Frage, welche in Spanien zur Erörterung kommen wird. Man
fann sie als im Vorris entschieden betrachten. Alle Bourbonen
werden vom Throne ausgeschlossen, wenn die Männer der Revo—
lution ihrem Programme treu bleiben. Die zweite Frage ist die
des Nachfolgers auf den Thron; hier sind zwei Candidaten: der
—DVDD
scheint die meisten Chancen zu haben. — Die provisorische Re—
gierung hat alle körigl. Beamten abgesetzt und ueue an ihre
Stelle ernannt, welche schon Besitz von ihren Posten genommen
haben. — Man sagt, daß Isabella von Bourbon die Krondia⸗—
manten mitgenommen hat, die Ssaatseigenthum sind. Es wird
einer der ersten Acte der provisorischen Regierung sein, auf diplo⸗
matischem wie juristischem Wege die Rücklieferung dieser Pretiosen
zu betreiben. Die provis. Regierung wird zugleich 23 Mill. Realen
retlamiren, welche sie sich aus dem Staatäaschatze hat vorschießen
lassen. — Der „Temps“ gibt einigen näheren Aufschluß über
herschiedene Persönlichkeiten, welche in der spanischen provis. Re—
gierung sitzen. Hr. Jose Olozaga ist der Bruder des hervorra—
gendsten Staatsmannes der Progressisten-Partei, des augenblicklich
in Paris sich befindlichen Hre. Sallustiono Olozaga. Hr. Cantero,
Senator, ist Mitglied der liberalen Union. Hr. Figuerola ist ein
gemäßigter Democrat. Hr. Rivero, ehemaliger Deputirter, gehört
der vorgerückten Democratie an. — Unter den Verfügungen, welche
die Junta von Sevilla getroffen hat, befinden sich diejenigen, welche
ich auf die Freiheit des Cultus, des Unterrichts, des Handels
ind der Industrie beziehen; ferner die Reform der Tarise und
zie Erklärung zu Freihäfen aller Häfen an der andalusischen Küste

Madrid, 1. Oct. Don Sebastian (Sohn des Großvater—
Bruders-Isabellen's) ertheilte der Königin den Rath, einen Bür—
gerkrieg zu beginnen, aber die baskischen Provinzen verweigerten
Mannschaften und Geld und erkannten die Revolution an. —
Ddie Boͤtse verkehrt in steigender Tendenz. n

Madrid, 3. Oct. Die Exkönigin Isabel hat von Pau
aus eine in heftigen Ausdrücken abgefaßte Proclamation hierher
gesandt. Heute fand eine Revue des bewaffneten Volkes
tatt; die Truppen stehen im besten Einvernehmen mit dem
Volke. H

Madrid, 8. Olt. Die Revue der Nationalgarde rief
großen Enthusiasmus hervor. Serrano ist hier eingetroffen und
hegeistert empfangen worden; er spricht sich für die lieberale Union
aus, Prim befindet stch noch in Barcellona. (Der Pariser Gau—
lois, der von Prim'schen Agenten seine Nachrichten erhält, stellt
entschieden in Abrede, daß dieser General für Einführung der
Republik sei. .
Madrid, 4. Oct. Serrano hat den General Prim (in
Zarcellona) und Hrn. Olozaga (in Paris) telegraphisch eingeladen,
mit ihm eine provisorische Regierung zu bilden, welche die Leit⸗
ung der Verwaltung bis zum Zusammentritt der constituirenden
Cortes in die Hand nehmen würde.

Barcellona, 1. Okt. Hier kam es zu ernsten Unruhen.
Das Stadthaus wurde verwüstet. Eine zu Ehren Prim's verau⸗
staltete Prozession der Demokraten warf dem Generalkapitän Cheste
zie Fenster ein. Die Gendarmen gaben Feuer und verwundeten
wei Personen, worauf die Menge sich zerstreute um Waffen zu
holen, zurückkehrte und den Palast angriff. — Eine provisorische
Junta ward gebildet. Cheste erklärte dieselbe nicht anzuerkennen,
drohte die Muͤglieder erschießen und die Stadt vom Militär occu—
piren zu lassen. Gestern endlich reiste der General ab. Die
provisorische FJunta ist Herrin der Stadt. Die Truppen frater⸗
nisiren mit dem Volke.

Amerika.

In New⸗-York, befinden sich gegenwärtig mehrere 100
Juden, welche sich „reformirte Israeliten“ nennen. Diese Fort⸗
schritts- Juden haben vorgeschlagen, den christlichen Sabbath zu
feiern, und ließen für sich eine große Synagoge erbauen. Die
Synagoge wurde am 10. Sept. feierlich eingeweiht. Der Archi⸗
tekt hat seltsam genug ein Kreuz für den Plan des Gebäudes ge⸗
wählt und scheint versucht zu haben, arabischen und gotischen Bau—
tyl mit flemischem und byzantinischem zu vereinigen.

Vermischte s.

7 Am 1. November 1868 werden außer Cours gesetzt die
ranzösischen Zwei-Franken⸗ und Ein-Franken-Stücke mit älterer
Jahreszahl als 1866; ferner die Fünfzig- und Zwanzig-Cenkimen⸗
Stücke mit älterer Jahreszahl als 1864.

4 Vor ca. 8 Tagen siarb in Greßthal (Unterfr.) ein dortiger
Drisnachbar, nachdem er Birnmost, welcher in einem Petroleum
fasse aufbewahrt war, getrunden hatte, trotzdem daß das Faß vor⸗
hder gebrüht und gereinigt wurde. Da es in diesem Orke üblich
st, daß 4 Nachbarn das Grab zu graben haben, kam es nach
Beendigung dieser Arbeit dazu, daß auch diese 4 Männer von
dem erwähnten Birnmost zu trinken bekamen, woraufhin der eine
ebenfalls seinen Geist aufgab und die andern drei mehr oder
weniger erkrankten.

F Stuttgart, 1. Okt. Seit einiger Zeit kommen unter
dem Namen amerikanische Röhrenbrunnen Apparate in den Han⸗
del, mittelst deren man im Stande sein soll, in Gegenden, welche
Wasser führende Schichten bergen, in unglaublich kurzer Zeit Brun⸗
nen zu erstellen. Die Zeitungen berichten, daß diese Apparate
bei der neuesten Exvedition der Engländer nach Abessinien sich als
sehr nützlich und prattisch erw'esen haben. Um den Werth der—⸗
selben fuͤr unsere Verhälinisse kennen zu lernen, hat die kgl. Cen—
rralstelle einige Exeplare durch Vermittelung der Herren Allmann
&amp; Sturgeon, 27 Corporation Street, Manchester, bezogen und
sofort nach deren Eintreffen am 24. d. M. auf dem Cannstadter
Wasen eine Probe damit vornehmen lassen. Gleich die erste
auf dem Volksplatze vorgenommene Probe lieferte ein überraschen
des Ergebniß. In einer guten halben Stunde war die Röhre
bis auf eine Tiefe von 12 Fuß durch zwei Männer eingerammt;
die aufgeschraubte Pumpe lieferte alsbbald reichlich Wasser, das
nach mehrstündigem Pumpen weder abnahm, noch versiegte.

Im Oberamt Neckarsulm ist ein 1 18 Fuß hoher, 2 Zoll
dicker Hanfstengel zu bewundern, dessen Aeste eine Länge von über
7 Fuß erreichten.

F Witten, 28. Sept. Gestern Abend bei Sonnenunter⸗
gang wurden wir durch eine prachtvolle Fata⸗Morgana (Luft-
piegelung) überrascht, wie sie sich auf der Meerenge von Messina
jäufiger zegen. Wir befanden uns gerade in der Nähe des He—
enenthurms, als das herrliche Schauspiel fich über eine halbe
        <pb n="473" />
        Stunde lang vor ünsern erstaunten Blicken entfaltete. Der ganze
westliche Horizont bot in wunderbar prachtvoller Beleuchtung das
Bild eines breiten ruhig dahinfließenden Stromes, besäet mit wal⸗
digen großen und kleinen Inseln, Dampf⸗ und Segelschiffen, wäh—
rend man im entfernten Hintergrunde die undeutlichen Umrisse ei⸗
ner großen Stadt zu erblicken glaubte.
Aus Herrieden, 28. Sept. schreibt man der Fr. 3.
Während uns immer neue, vom atlantischen Meer herziehende
duftthäler gemischte Witterung bringen, so daß der Barometer
mit Ausnahme vom füdlichen Italien und der Türkei in ganz
Furopa unter dem Mittel blieb, herrscht in Nordamerika im Ge—
gentheile sehr hoher Luftdruck, indessen verhältnißmäßig auch große
Wärme. Die Temperaturunterschiede Europas bleiben ungeachtet
zes tiefen Barometerstandes fortwährend groß; die Gewitter zie—
hen sich mehr nach Süden zurück; die Nordlichter in Schweden
uͤnd die Erdbeben in Jaszbereny (Ungarn) dauern noch fort.
7 Realp. Der „Nat.“gtg.“ geht bon hier über ein Un—
glück, das sich auf der Gotthardt am 26. v. M. zugetragen, fol—
jende Mittheilung zu: „Ich war gegen 10 Uhr mit meinem
Führer von Amsteg aufgebrochen und die herrliche Straße in bester
Stimmung und unter heiterem Himmel bis zwischen Wettingen
und Gäschenen hinaufgegangen, als uns plötzlich der Postomnibus
mit 2 Pferden bespannt entgegenkommt, im langsamen Schrit!
um eine Ecke biegend. Wir sinv vielleicht 153 Schritt von ihm:
ich schaue mir den Postillon, einen hübschen Menschen, an, be—
merle auch wohl, wie sich die Pferde etwas weit rechts halten,
als plötzlich der Postillon zusammenschreckt, das Leitseil schnell an⸗
zieht und offenbar die Pferde zurückhalten will. Das linke Pferde
(vom Abgrund am weitesten entsernt) stürzt auf die Hinterfüße,
da rollt der Wagen langsam, ganz langsam nach, der Postillon
pringt vom Bock, stürzt unter das Vorderrad, rafft sich schnell, anschei⸗
nend unverletzt auf, aber das li ne Vorderrad geleitet über den Rand;
ich, meinem Führer um einige Saͤriite voraus, springe hinzu und
jersuche mit allen Kräften den Wagen zu halten, — vergebens
— schneller und schneller rutscht der Wagen; mein hinzukommder
Führer reißt mich zurück, und donnernd stürzt der Wagen mit
seinen Insassen in die Tiefe hinab. Bei der ersten Matte schlägt er auf,
das Vordertheil löst sich mit den Pferden vom Wagen ab, der
nun in gewaltigen Sätzen der Reuß zueilt. An einem mächtigen
Stein bleibt er mit zerschelllen Rädeern liegen, während im Innern,
des Wagens sich entsetzliches Geschrei hören läßt. Wir standen
einige Augenblicke starr vor Schrecken, dann sprangen und kletter—
en wir hinab bis zu dem Wagen, aus dem sich 8—10 blutige
Bestalten herauswinden, — arme Italiener! — todt im Augen-
blicke noch keiner, aber alle schwerverletzt.

- Aus London wird von vielen Unglücksfällen in Folge des
Sturmes am 28. Sept. berichtet; mehrere Schiffe wurden ein
Raub der Flammen; zwei andere — „Nora“ und „Elisabeth
Walker“ — sind gescheitert; drei Dampfer — „River,“ „Vo—
lunteer,“ Florence“ — gingen an Klippen zü Grurd; auf letz⸗
terem fanden 6 Matrosen den Tod. — Nach dem eben vom
Handelsamte veröffentlichten Schiffbruchregister der britischen Inseln
ür das Jahr 1867 haben sich in vorigem Jahr zur See und
in den großbrittanischen Küsten 2513 Schiffbrüche ereignet, wobei
1333 Menschen ums Leben kamen.

— Ein Londoner Arzt, Namens Webber, hat bei Gelegenheit
einer Gerichtsverhandlung die Mittheilung gemacht, daß in vielen
der in London verkauften farbigen Socken und Strümpfe ein gift⸗
artiger Stoff enthalten sei, der an den Füßen mehrerer seiner
Patienten schmerzhafte Geschwüre erzeugt und auch bei vielen an—
dern Personen, wie er zu bemerten Gelegenheit hatte, ver⸗
verbliche Einwirkungen verursacht habe. Ueber die Natur des
Hiftes werde er, nach genauer Analyse desselben, öffentlich Be⸗—
richt erstatten.

Das Queens⸗Theater in London läßt die Costüme der
Balettänzerinnen mit einer Auflösung von wolframsaurem Salze
ränken, welche die doppelte Eigenschaft besitzt, die leichten Stoffe
der Costüme gegen Feuerfangon zu schützen, und gleichzeitig ihren
Glanz und Flitter aufs Beste zu conserviren. J

F In JIrxelles (GBelgien) hat eine Frau in wilder Eifersucht
hren Mann, während er schlief, mit einem Rasiermesser ver⸗
tümmelt; der Mann liegt hoffnungslos im Spital, die Frau ist
eutflohen.

Lugano, 2. Oct. Der Tessin ist ausgetreten und hat
zewaltige Ueberschwemmungen veranlaßt, besonders im Blegnothab
ind in der Leventina. Straßen und Brücken sind demolirt; beß
Postenlauf ist unterbrochen. Man schätzt den Schaden vorläufig
uuf mehrere Millionen. Auf dem Gotthard regnet es fortwährend
n Strömen.

Semlin, 3. Oct. Der Donaudampfer „Eurodba“ ist heute
Racht verbrannt.

— Einige statistische Notizen aus Spanien kommen viel⸗
eicht zeitgemnäß. Im Jabre 1867 war Syanien einöͤchlieklich der

zalearen und der kanarischen Inseln 9200 Q.⸗M. groß und zählte
S. Mill. 673,536 Einwohner, d. h. 1703 Einw. per Q.M.
3panien ist seiner Größe nach der 5., seiner Bevoölkerung nach
est der 8. Staat in Europa. Von den 409 Provinzialhaupistüd⸗
en haben Madrid, Valencia, Barcelonia, Sevilla mehr als
00,000 Einw., Malaga, Cadix, Granada, Saragossa zwischen
und 100,900 Einw., sämmmtliche übrige Städie zählen we—
niger als 50,000 Einw. An Kolonien besitzt Spaniennoch
3705 Q.⸗M. mit 63 Mill. Einw. Von den Finw Spaniens
onnte nur der fünfte Theil lesen und schreibett, Zaber auf 10
Iniversitäten studiren 9704 junge Leute. Die Armee besteht aus
32 Bat.Infanterie, 20 Jägerbat, 3 Bat. Veteranen, 80 Bat.
Krovinzialmiliz, zusammen 135,866 Infanterie; 18. Rehimeuter
davallerie — 13,000 Mann; 10 Regim. Artillerie — 12,927
Nann, 2 Genie-Reg. — 4,759 Mann u. s. w. Die Forma⸗
—
xlotte zählte 18063 6 Panzerfreg. mit 194 Kan. 11 Schrau⸗
»endampfer mit 469 Kan., 8 Räderschiffe und im Ganzen aus
3,120 Schiffen mit 1000 — 1200 Kanonen und 15,000 Manu
Besatzung. Die Staatsschuld belief sich 1866 außer einer schwe—
zenden Schuld von 1600 Mill. Realen auf 16—-18,000 Mill-
Realen — 13,000 Mill. Thalerx oder 80 Thlr. auf den Kopf
er Bevölkerung.
Im Hafen Lucopo bei Zengg Datmatlen) wurde
on Thunfischern ein siebzehn Centnet schwerer Heanfer fsich ertlegt.
„J. Die deutsche Bevölkerung von Rewyork wird jetzt auf
250,900 Kopfe geschätzt. In Haboken, Newhork gegenüber, gibt
es 250 deutsche Bierwirihschaften. .. 5
F. Kabel überholt.) Ein Herr Mower in Tönawanda
Grafschaft Erie) will eine neue Erfindung gemacht häben, die,
venn sie sich nicht als in die Classe des Humbug gehörig aus⸗
veisen sollte, die Welt mit gleichem Staunen erfuͤllen würde, wie
uur Zeit die Erfindung des Telegraphen, den Lkr zu verdrängen
)roht. Der Mann will nämlich ein Mittel entdeckt haben, sich
hne Kabel und jeden sonstigen Leiter als das Wasser mit einer
enseits des Oceans befindlichen Person in Verbindung zu setzen.
ẽr bietet sich zur Herstellung einer fsolchen Communicationzwischen
Amerika und Spanien innerhalb dreier Monate und mit einem
dostenaufwande von nur 8000 Dollars. (17)
„Karlsruhe, 30. Sept. Bei der heute staftgehabten
hewinnziehung der badischen 85.fl.-Loose wurden folgenden Num-
nern mit höheren Prämien gezogen: Nr. 8340972 mit fl. 40, 000
r. 187281 mit fl. 100080. Nr. 108608 mit fi, LWoodo, var.
952. 11206, 196 011, 222 146 und 226, 628 mit je fl. 2000
ur. 187. 287. 31407, 97805, 182 081, 196 280 80 σ
224, 162, 351, 492, 201, 8340, 180,633, 84 407 und 164 942 mit
e ft. 1000.
Landwirthschaftlichsess.
Ungarischer Wai zen. Der ungarischer Waizen wird
chon seit einigen Jahten pon: den Müllern am Rheine hinsichi⸗
ich der Menge und Güte seines Mehles recht sehr gelobt. Da⸗
jer kommt es denn auch, daß an einzelnen Hafenplähen, z. B. in
Nannheim, beständig große Quantitäten dieser Mahlfrucht zu be—
iehen sind. Auch ee Müller haben schon zum Oefteren
en ungarischen Waizen verarbeitet, und insoweil wir unterrichtet
ind, immer mit gutem Erfolge. Man hat noch in den letzten
Jahren die Meinung gehegt, daß es der ungarische Boden, das
ingarische Klima seien, welche jene Frucht zu einer so gelobten
Mehlfrucht machten. Rag hat uns aber der Guts⸗ und Mühlen⸗
hesitzer Herr Georg Hildebrand zu Osthofen bei Worms in dieser
Woche die Mittheilung gemacht, daß er im vorigen Herbste zuͤm
ẽrstenmale ungarischen Waizen auf einem größeren Feldstücke, auf
»em er auch einheimschen Waizen zur Aussaat vrachte, als
Saatgut angewendet habe und es habe derselbe unter gleichen Be⸗
)ingungen wie der hiesige Landwaizen, einen Kornerertrag er⸗
‚racht, der den Kornerertrag des Landwaizens um 16 Prozente
ibertraf. Auch sei die Quaͤutät desselben ganz gleich mit derje⸗
nigen des Waizens, welcher direct aus Ungarn hebracht worden
ei. Wir haben nicht unterlassen wollen, gerade jetzt auf diese
Mittheilungen des Herrn Hildebrand aufmerkfam zu machen, weil
pir denlen, daz Einer oder der Andere der Leser noch in diesem
derbste in gleicher Weise mit Versuchen vorangehen könnte. Die
—AD— Laufe der
Zeit in verschiedenen Gegenden Deutschlands versuchsweise in An⸗
au gekommen sind, haben zwar, sofern sie nur einen milden
Winter zu überdauern hatten, auch befriedigende Ergebnisse ge—
iefect; allein bei halbwegs strengem Winter werden sie leicht
rusgeworfen, auch arten sie erfahrungsmäßig rasch aus. Letzteres
vird wahrscheinlich auch bezüglich des ungarischen Waizens der
Fall sein, doch ist derselbe in Deutschland leicht jedes Jahr neu
un horiehen
        <pb n="474" />
        ——Bekanntmachung.

Die unten näher bezeichneten, auf den Gruben St. Ingbert &amp; Mittelberbach lagern⸗
den und zu Grubenzwecken nicht mehr brauchbaren Materialien sollen an den Meistbieten—
den verkauft werden, nämlich:
Grube
St. Ingber⸗ — Mittelbexbach
Altes Gußeisen von Wagen⸗ Schlittenrädern ꝛc. 2923 S. — 2500 Pf.
Verbranntes Gußeisen von Oefen ꝛc. ꝛc. 1700 —
Schmied⸗ &amp; Ronkeleisen 5000 2000,
Unbrauchbare Drahtseile 9000 —,
Hanfseile 1— 215 — ,
Abfälle von Sohlleder in größeren Stücken 225 —
4 kleinen , 6046 — ,
Die Materialien und Verkaufsbedingungen können bei der kgl. Grubenverwaltung
St. Ingbert &amp; Mittelbexbach eingesehen werden.
Die Angebote sind verschlossen und gehörig bezeichnet bis 12. Oetober Nach
mittags 2Uhr bei dem unterzeichneten Amte einzureichen.
St. Ingbert, den 80. September 1868.
Das kgl. Bergamt:

——*
Bekanntmachung.

Bekanntmachung.
Ich bringe hiermit nachstehende Bestim-
mungen der orispolizeilichen Vorschriften
den Bewohnern hiesiger Stadt zur genauen
Darnachachtung mit dem Bemerken in Er—
nnerung, daß gegen Zuwiderhandelnde
mnachsichtlich protocollirt wird.

Art. 37. Die Ortsstraßen sind wöchent⸗
lich zweimal zu reinigen und zwar Mitt⸗
wochs und Samstags Nachmittags, über⸗
dies jedesmal am Vorabende eines ge⸗
sjetzlichen Feieritags, wenn dieser Vor—⸗
abend selbst nicht der Abend eines Fest⸗
ages ist.

Bei trockener Witterung sind vor dem

sehren die Straßen zu begießen. Die

Straßenreinigung muß bei eingetretener

Dunkelheit vollendet und Kehricht und

sKoth von den Straßen entfernt sein.

Art. 38. Die Straßenrinnen vor den
häusern, sowie die zwischen letzteren oder
ʒen Hofräumen befindlichen Winkel
nüssen stets rein gehalten und nament⸗
lich an Kehrtagen mit frischem Wasser
ausgespült werden. .*

Art. 89. Der in den Rinnen befind⸗
iiche Unrath muß beseitigt und darf dem
Rachbar nicht zugeführt werden.

Urt. 41. Pfuhl darf nur in gut ge⸗
schlossenen Behältern ausgeführt, die
Ausleerung der Abtritte und Kloaken
nur zur Nachtzeit nach der Polizeistunde
und vor Tagesanbruch vorgenommen
wverden.

Art. 42. Es ist verbolen, Jauche auf

die Straße oder in die Straßenrinnen

abzuleiten.

Art. 43. Wenn Dunger auf der
Straße gelagert war, so ist nach der
Abfuhr der Platz sogleich zu reinigen
und mit frischem Wasser abzuschwenken.

Art. 44. Wo ein Wasserstein oder
Dachkandel seinen Ausfluß auf die
Straße, in Gäßchen oder gangbare
Winkel hat, muß der Ausfluß mit einem
his zum Boden herabgehenden Kandel
abgeleitet werden.

St. Ingbert, den 5, Oltober 1868.

Der Kgl. Polizeikommissär:
VBruch.

Herr Urban Jacob, Guiäsbesitzer
dahier, beabsichtigt in seinem bei seinem
Wohnhause gelegenen Garten, Plan Nr. 111
zum Betriebe seiner Branntwein-Brennerei
einen Dampfkessel aufzustellen.

Unter Bekanntmachung dieses Gesuches
verden Diejenigen, welche Einsprache gegen
diese Aufstellung vorbringen wollen, hier⸗
nit ersucht, ihre Reclamationen innerhalb
3 Tagen bei dem unterzeichneten Amte ent⸗
veder schriftlich einzureichen oder zu Pro—
ocosl anzumelden und zwar bei Vermeidung
der Nichtberücksichtigung, im Hinblicke auf
die allerhöchsten Verordnungen vom 7.
August 1864 88. 4 und 16 Kreis-Amts⸗
blatt Seite 1113.

Der Situagationsplan liegt auf dem Bür⸗
zermeisteramte zu Jedermanns Einsicht
offen.

Rohrbach, den 4. Oktober 1868.

Das Bürgermeisteramt:
Haberer.

— — —
Anzeige.
Seit 1. Oktober
ist mein Bureau
eröffnet u. befindet
siich aßelbe in dem
Hause der Frau Wt.
Scehnorr im zwei—
ten Stocke.
St. Ingbert, 1. Okt. 1868.
Der kgl. Gerichtsbote
Faßbender.
Taubenfutter
per Pfund 4 kr. bei
Peter Stief.

Zeichen⸗Schulen
von
W. Hermes S Gsell
in 360 Heften, sind vorräthig in der
Schreib⸗ &amp; Zeichnen-MaterialienHandlung
H. Scherpf in St. Ingbert.
Wohnungsänderung.
ein Bureau ist vom 8.
Oktober an in meinem
in der neuen Vorstadt
neben der Post gele—⸗

genen Hause zu ebener Erde.
Anwalt Loew in Zweibrücken
Sch sage hiermit meinen
Freunden und Bekannten
ein herzliches
Lebewohl!
Fr. Hauck,
Thierarzt.
Würzburger. Kath. Hauskalender
Vaterlandskalender
Rilder⸗·Kalender
ächte Herriederkal.

—A
sind eingetroffen bei
Veter Stief.
Der obere Stock des frühern

Jung'schen Hauses im Jo—

ephsthal, bestehend in 3 Zimmern, Küche,

Zeller und Speicher ist sofort zu vermie—
hen. Näheres bei dem Eigenthümer

Joh. Schuster, Schreiner
Worms den 2. Ocit.

Wir notiren heute: Weizen 13 fl. — kr.
bis — fi. — kr. Roggen 10 fl. 20 kr.
bis 10 fl. 30 kr. Gerste 10 fl. 15 kr.
bis 10 fl. 20 kr. per 100 Kilo., Hafer
5 fl. 18kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 10 fl. 80 kr. bis — fl.
— ir. Roggenmehl 9 fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 10 fl. 20 kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 14 fl. 30 kr.
13 fl. 30 kr. Blumenmehl. — fl. — kr.
zis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
4 fl. — kr. bis — fl. — kr. per 88
ilo. Rüböl ohne Faß 19 fl. — kr. bis
— fll. — kr. Leinol ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
32 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per
50 Kilo. Repskuchen 76 fl. — kr. bis
39 fl. — kr. Branntwein 209 fl. 30 tr.
his — fl. — kr.

Mainz, 2. Oct.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
er à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
pfo) 12 fi. 30 ir. — 12 fi —
orn (180 Pfo.) 10 fl. 40 kr. bis 10 fi. 30
tr. Gerste (100 Pfd.) 10 fl. 835 kr. bis 10
fl. 45 kr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 30 kr.
his — fi. — kr.
—— ——
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cαÑαα 3AMαOäαααιαα
Kedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert
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        —2 ννα V— n,— *5 —2* —U — — —— — ———

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ven. In guet Auzei ge renmit seinein Unterhaltunasblatte erscheint wöchentlich dreimal⸗ Dien 8stag, Donnerst 4
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzro oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Kerzr. die dreispaltige: Zeil
eä Slaltschrift dder deren Naum berechneee.. ν ν
v ,s cc— ⏑————
Nrb 120. ——— z, den Oetober 1868.
——— — 8
G ,
wierx α— e Deutschland. eemee,
Mamchen, 4. Hlt. Der Konig ist heute Miltag'13 Uhr
don Schloßk Berg hieher gelommen, wird sich Rachmittags auf die
Festwiese be eben, die gufgehellten Preis. und Zuchtthiere besichti⸗
zen und Hie Preisevertheilung vornehmen. — Zum Bau der Kirche
in der Vorstadt. Giesing hat der König gus seiner Kabinetskasst
die Summe von 5000 fl. gespendet. — Der Herzog . Alengon
rifft mit seiner Gemahlntheute Mittag am Bahnhofe dahier in.
wo er von idem Hetzog Mar empfangen wird, begibt sich von da
zum Besuche des Prinzen und, der Prinzessin Adabert nach Schloß
Pymphenburg, und wird heute Abend uͤber Augsburg die Reise nach
England fortsetzen. — Die Militärkonferenzen der jüddemschen Stac
len werden morgen fortgesetzi werden. Der württembergische Be
——S— Staatsrath Scheuerleu, ist bereits wieder hier ein⸗
zetroffen. — Generaldirections ⸗Rath Gumbart wird morgen von
Baden Baden abreisen, um als Bevollmächtigter Bayerns an den
sonferenzen des deutsch⸗dstreichischen Telegraphen · Vereins Theil zu
rehmen. —Oberzollrath Berr, welcher als —A
VBayerts“ in den' Zollverhandlungen im: Schwerin bezüglich des
Anschlusses derbeiden Großherzogthünter“ Medlenburg und der
freien Stadt Lübeck Theil genommen hat/ nist gestern hieher zurück
gelehrt, nachdem dieser Anschluße:erfolgle und die hiemit verbun⸗
dene Nachbversteuerung durchgeführt is.
Muünchen, 4. Olt. Dag neu verinählte Paar, der Her⸗
jog und die Herzogin, v. Alengon, werden heute von Pofsenhofen
hierher kommen und sich morgen in Begleitung des Herzogs
Farl Theodor zum Besuch der Kaiserin von Oestreich nach Wien
acgeben. eg! —
i Dienstesnachrichten ·...
Rfarret ghristian Hanchen in Kandel ist auf sein Ansuchen
bon der Funclion eines k. prot Districtsschulinspectors für den
—
laus Wundisch in Germersheim übertragen worden. —Der Schul
diensterspectant Jacob Schmitt von Brenschelbach ist zunm Schulber
weser an der prot. Schule zu' Heuchelheim, der Schulverweler
Friedtich Eduard Laur in Sietten zum Schuͤlderweser“ ur der ge
mischten kath. Vorberecitangsschule in Neuftadt, der Schmoieunft
exspectant Peter Lang voun Nerzheim zum Schulverweser an der
drot. Schule zu Rothselberg, der prob. Lehrer Valentin Baͤcker in
Ramsen zum Lehrer an der dortigen prot. Schule in definitiver
Figenschaft; der Schulverweser Georg Michael Lauck von Roden
dach zum Lehrer an der kathol. Schule in Kleinsteinhausen und
der Schuldiensterspectant Johannes Wohlgemuth von Ruchheim
zum Schulverweser an der prot. Schule zu Sichelbach ernaunf
worden. —

Berlin, 8. Oct. Den Vorgängen in Oefterreich folgt man

dier mit großer Aufmerksamkeit, da man den Duglismis, der als
Damm gegen die Folgen der Ereigniffe von 1868 aufgerichtet
wurde, keineswegs für lebensfähig hält. Auch entgeht Niemand
das Schwanken in den maßgebenden Kreisen und die daraus
entspringende Gefahr für den Bestand des Ministeriumz Beust.

Hr. v. d. Heydt trifft heute Abend aus Varzin wieder ein';
es heißt, daß seine Reise dahin auch mit dem Protest des Kur
fürsten von Hessen in Verbindung hestanden habe. Der Kurfürst
soll übrigens beabsichtigen, seinen Woöͤhnsitß nach der Schweiz zu ver⸗
legen, wahrscheinlich um den archimedischen Punkt zu finden, auf
dem. die preußische Macht aus den Angeln gehoben werden
nnte.

Der FeKorr. der „K. Zig.“ schreibt: * Die Gerüchte über
einen bevorstehenden Wechsel in der Person des hiesigen Botschaf⸗
izrs jind von Paris aus offiziös in Abrede gestellt worden. Zur
Orientirung darf vielleicht daran erinnert werden, daß zwischen
Preußen und Frankreich seit geraumer Zeit politische Eroörterun⸗
gen so gut wie gar nicht stattfinden. Beide Ihrile befinden sich
dabei am besten. —VV——

Der „Krzata.“ wird naus London als ein Gerünt. — bas

d 48 m 3 74
aber in guten Kreisen verbreifet sei — gemeldet, Nonig Georg
wolle während der nächsien Sitzung des Parlaments seinen Sih
als Herzog von Cumberland' jm Oberhause einnehmen.“ 3

‚Wien, 2. Ott. Kenner der hanischen KFustände sind der
Ansicht, daß nicht das Montpensir'sche Ehebaar, nicht der Koͤnig
von Portugal, nicht der Graf von Girgenti Aussicht habe, den
durch die Flucht der Königin Jsabella erledigten Thron einzuneh⸗
men. Von einer Republik könne eben so wenig die Rede sein.
Da aber die constituirende Coͤrtes gus der allgemelnen Volksab⸗

stimmung hervorgehen sollen und das spanische Volk. das eigem⸗
liche Volk, stets carlisiisch gesiunt gewesen und geblieben e
habe der Graf v. Montemolin, der Sohnꝰ deg Von Carlos, die
meisten Chancen. Auch für Rabpoleon werde diese Losung die
angenehmste sein, und daß die französische: Reglerung den carlisti⸗
schen Prätendenten begünstische, gehe darauͤßz herbor, daß derselbe
mit großem Gefolge die franzdhsch/shpanische Grenze überschreilen
tonnte; er nahni Proklamationen mit, welchedie aufrichtig konsti⸗
tutioneslle Monarchie verheißen. —V 5

Wien, 3. Oli. Johannet Ronge hielt vorgestern in der
Schottenfelder Bierhalle por einem zahlreichen Audiiorium einen
Vortrag über das Chezgesetz Er bezeichnet die Civilehe als die
einzig rechtliche und auf dem Naturgefehe beruhende Ehe . Vas
österreichische Ehegeseß kenne wohl auch die Gipilehe, aber nur' als
Ausnahme, während sie doch Regel sein sollte. Redner kommt
sodann auf die Agitation der Bijchöfe gegen das Ehegesetß zu spre
hen. Wer sind denn. fragte er, Diejenigen, die“ über die Sitt
ichkeit der Ehe richten woͤen d Sie find keine Familiendäler,
wifsen nichtss von der edlen Gatienliebe, e haben keine Fraͤuem
die sie veredeln. Nicht den eimzelnen katholijchen Geiftlichen kbnut
man hiefür dveraniwortlich machen, sondern das ungküchselige vor
300 Jahren' von einem herrschfüchligen Papste eingeführte Codli⸗

bat. Redner betonte, in Religiwussachen müffe stets das Volk die
Juitiative ergreifen und nicht auf die Regierung wärten. Aufgabe
ꝛer Reformpaͤrtei sei es aber, das Volk über die Sittlichkeit der
Civilehe aufzuklären. Als Antwort auf die Brandbriefe der VBi⸗
ichbfe gegen das Ehegesetz empfiehlt der Vortragende eine Pehson
au den Reichsrath, mit welcher ein Gesetz verlangt wird, das jene
Geistlichen schützt, die heirathen wollen, denn wir müssen eine Geif⸗
lichleit haben, sagt Ronge, die auch ein Vorbild im Familiente—
den ist. Weil sie (die Kleriker) die Gattenliebe, die Liebe zu
den Kindern nicht kennen, so ist auch ihr Herz verbittert; denn
Liebe lann nur durch Liebe begründet werden, Ich jpreche dies
aus Erfahrung, schließt der Vortragende, ich war nur 192 Jahre
katholischer Geistlicher und weiß, wie das Herz eines solchen ver—
bittert is. Zum Glücke habe ich die Fessein der römischen Hie⸗
carchie bei Zeiten abgeschültelt, und was ein Einzelner thun konnte
das kann anch ein ganzes Vollt. 7

Ju Tepiitz ist eine Cibilehe abgeschlossen “ worden, weil das
Decanalamt den Brautleuten Reberse abverlangte; der katholischen
Braut verweigerte man schließlich das Buß⸗ und Altarssacrament.

Diese Verweigerung erregte in der Bevölkerung Verstimmung, und
28 nahm in Folge dessen der Act des Abschlusses der Cib ilehe

inen demostrativen Charakter an. Der Bezirkshauptmann hielt an

das sehr zahlreich versammelte Publikum, welches beim Schlusse der

Ceremonie Hochrufe auf den Monäarchen und die Verfassung girs

hrachte, eine längere Anspruche. 39

Wien, 4. Oct. Auf seine Anfrage wurde der diesseitige

Besandte in Madrid angewiefen auf feinem Posten zu bleiben md

sich „unter Vermeidung jedoch. sedipeden direct abzuleitenden

Prajudizes“ mit der jeweiligen factüchen Gewalt in Verkehr

zu setzen. — F

Wien, 5. Oct. Gutem. Vernehnen nach ist auch der eng⸗
lische Gesandte in Madrid angewiejen, zu bleiben und zugleich dem

Haupte der neuen Regierung Spauiens zu erllären, daß England

'einer in voller Freiheit gefaßten Entscheidung der spanischen Ra⸗

tion über ihre eigene Zukunst principiell entgegentreten merde

venn dieie Entscheidung nicht eine unmittelhan Bedrohnn
        <pb n="476" />
        friedlichen Beziehungen ⁊ des Landes nach Außen hin in sich
chließe. , 7*
⸗ — bruck 4. Octi Gestern wurde der gedruckle Berichi
des Schulausschusses ausgegeben. Darnach soll das ganze Unter
ichtswesen in den Haͤnden der Geistlichen bleiben, welche nament⸗
lich die Schulinspection ausschließlich führen sollen; im Landes⸗
schulraih sollen nicht weniger als drei Bischöfe sitzen.
Bruͤnn 83. Ott. Dem Erzb schof von Olmutz wurde we⸗
gen verweigerter Herausgabe der Ehegerichts⸗Alten neuerdings ein
ponale von 5000 fl. auferlegt. Heute ist der Termin zur Zah⸗
sung des ersten Ponals von 2000 fl. Falls der Erzbischof den
Lermin nicht einhält, wird zur Pfaͤndung geschritten.
Fraukreich. 37
Pariz, 2. Okt. Dem Privalbrief eines wohlunterrichteken
Mannes in Madrid entnehme ich daß man dort mit Bestimmt⸗
geit zu wissen vorgibt: der franzoͤsische Gesandte Herr Mercier de
doste nde habe von seiner Regierung die Weisung erhalten, durch
einen ganzen Einfluß der Sahoöpfung einer Republik entgegenzu⸗
virken, und vielmehr die Errichtung eines iberischen Koͤnigreichs
inter Luiz J. zu befürworten. Gruͤnde innerer Wahrscheinlichkeil
Jamentlich die Abwesenheit jedes andern der franzoösischen Regier⸗
uig genehmen Praätendenten, sprechen für die Richtigkeit dieser
Muͤtheilung; aber angesichts des zwar thoͤrichten, jedoch tief ein⸗
gerourzelten Hafses zwischen Spanier und Potugiesen glaubt mein
—X die Moͤglichkeit der Vereinigung der Halb⸗
nsel unter einem Scepter. Noqhh weniger glaubt er freilich an
zie Moͤglichkeit einer Republik, denn so schreibt er: „Wir sind eine
zurch und durch monarchische Nation, und jagen einen Koͤnig nur
adon um einen andern an seine Stelle zu setzen.“
VPVaris, 2. Ott. Die „France“ bringt Briefe aus Ma⸗
drid, nach welchem Riebero im enischeidenden MRoment die Leitung
zet Bewegung in der Hauptstadt übernommen habe. Er lasse die
Fruppen entwaffnen, um die Volksmiliz zu bewaffnen. — Bei
Alcolea sei gegenwaͤrtig sehr harinäcig und mit bedeutenden Ver⸗
usten gekämpst worden. — Der „Etendard“ theilt mit, in Ma⸗
Frid seien 70,000 Gewehre veriheilt worden, welche die National⸗
zarde jetzt wieder einzuziehen im Begriff sei. — Privattelegramme
melden, daß in Madrid d'e Republik proklamirt sei.
Baris, 3. Oct. Die „France“ bringt heute folgende Droh ⸗
eng gegen Deutschland: „Man mache sich jenseits des Rheines
x eine Illusionen. Unsere Politik ist nicht mehr genirt, nicht
nehr gebunden nach als vor der Revolution in Spanien. Sie
Hehaͤlt für alle eꝛwa in Europa auftauchenden Vorfälle die voll
dandige Freiheit ihrer Bewegungen und ihrer Action, und sie
hleibt laut und aufrichtig friedlich, weil sie. ganz und gar das
Zefühl ihret Macht und ihzres Rechtes bat.“ Die Schlußphrast
lingt etwas myllisch. Welches Recht hat Frankreich, sich in deutsche
Berhaltnisse einzumischen? Denn auf diese wird ja doch offenbar
angespielt. Kaum ist das neue Ministerium in Madrid fertig, so
zeht das chauvinistische Geschrei gegen Deutschland wieder an.
Ist das nicht äußersi thöricht? Die „France“ sollte doch bedenken,
daß es sich bei dem „Raonde“ und , Univers“ zwar erklärt, weß
aib sie täglich auf Preußen schimpfen, daß aber ein napoleonischeẽ
doforgan sehr übel thut, foriwährend gegen eine Ration zu wü·
hen und mit der puissanco der Franzosen einem Volke zu dro⸗
jen, das schon 1813 und 1815 wohl genugsam bewies, wie es
m Noibfalle im Stande ist, dem Uebermuthe mit Mannesmutb
entgegen zu treten. J

Paris, 4. Oct. Die „France“ veröffentlicht den Protest
zer Exlonigin Isabel. Darin heißt es u. A.: „Nach reiflicher
hrufung und ernster Berathung habe ich es für zweckmäßig erach
et, in den Staaten eines erhabenen Verbündeten die nöthige Si⸗
herheit zu suchen, um in dieser schwierigen Sachlage so zu han⸗
deln, wie es mir in meiner Eigenschaft als Koönigin obliegt, ein⸗
zedenk der Verpflichtung, meinem Sohne meine Rechte unverkürz!
ju überliefern, welche durch das Gesetz beschützt, von der Nation
ertannt und beschworen, sowier durch 35 Jahre voll von Auf⸗
opferung, Wechselfällen und zaͤrtlicher Zuneigung befestigt sind.“
Die Erlonigin Christine ist auf einem franzoͤsischen Dampfer von
Ahurien nach Frankreich uͤbergefahren)

Paris, 6. Oct. Hawas meldet, daß über die in Konstau⸗
linopel angeblich entdectte Berschwörung noch keine Bestätigung hier
ingelangt ist. — Es heißt, die Kaiserin von Rußland werde den
Winter in Pau zubringen. — Heute eröffneten die Zeichnungen
auf die italienischen Tabaksobligationen unter großem Andraug;
Bramie per Obligation 123 Fres.

Paris, 6. Oct. „Constitut.“ erklürt die wiederholten Ge⸗
rüchte von Verhandlungen zum Abschluß eines Handels- und Mi⸗
iuareinigung Frankreichs und Hollands für unbegründet. — Eten⸗
ard anart die Erkdnigin Isabel dürfe die ihr gewährte Gast⸗
reundschaft nicht zu Acken benützen welche die Neutralitö

berletzen wuͤrdenqt die Frankceich entschieden zu wadren ent·
ichlofssen se.... 6 J *
7Daß Frankreich auf dem besten Wege ist, Spanien bald um
nuͤchts zu beneiden zu haben, geht schon daraus hervot. daß es
ndenbliclich vierzehn Religionsgemeinschaften zaͤhlt; in diesen be⸗
finden sich is.oooõ Manner und mehr denn 90.000 Frauen, die
sich dem Klosterleben widmen. Es tommen ein Monch oder eine
Nonne auf je 846 Einwohner. Im Verhältniß zu seiner Ein⸗
wohnerzahl hat Frankreich wohl weniger Monche als Spanien,
ber 2mal soviel Nonnen.
Der Si. Sebastianer Correspondent der Gironde“ weisi
vereits nach, wie die neue Regierung mit einem Federstrich daa
panische Budget um mehr als 350 Millionen erleichtert loͤnnte;
brauchte namlich nur abzuschafen. * *
Die Cesantias d. i. Civilpenfionen aller
Art23*5* 163,830,3570 Realen
Die Kirchenobligationen3 180, 128,8570.
Pension für Solche, die ihr Klosffete
veriafsen haben 433 * 10,288,260 —8
Fabriken von St. Peter und St. Johann 4
Seran εο
Papstlicher Nuntius 3 220.o00
e enn Summa 8354, 321, 8920 Realen
— oder 88,630,472 Fres.
v England⸗
g8ndon, 6. Oct. Heule wird ein Meeting zu Ehren der
panischen Revolution abgehalten, bei welchem n. A. Felix Pyat
prechen wird. — Der Herzoz von Edingburg (der 24jährige
prinz Alfred, Seecapitaän) tritt am 20. Oct. seine zweite Reise
um die Welt an.
Italien.
RNom, 5. Olt. Ein belgisches Handelsschiff ist von Bel⸗
sien in Civita⸗Vecchia eingetroffen und bringt Kemington⸗Flinten
ind 100, 000 Kilogramme Pulver und Blei mit— die für die
äpstliche Armee bestimmt sind. 572*
Spanien.
Madrid. 4. Oct. Das nunmehr bekannte Wadhlresul⸗
at ergibt für die definitive JIsu n t a von Madrid fol—
zende Zusammensetzung: 14 Progressisten, O Unionisten, 7 De⸗
nocraten. 4 M
neadri'd, 5. Oct: Die officielle „Madr. Ztg.“ meldet: Die
Junta hat Serrano ermächtigt, die hoͤ hste Regierungsgewalt aus⸗
suüben und ein Ministerium zu ernennen, welches bis zum Zu⸗
Tumentritt der constituirenden Landesversammlung die Regierung
ühren soll. Ein Decret erklärt fast alle militaͤrischen Chargen für
„acant und enthält die Ernennung mehrerer Generalt. Es herrscht
zier vollkommene Nuhe. Die vor der Stadt campirenden anda⸗
usischen Truppen werden morgen hier einziehen. IJ
Wadräüd. 6. Oct. Die definitive Junta von Madrid (alle
18 Provinzen sollen vorerst durch solche Junten regiert werden)
hat fich geuͤern constituirt. Die „Gaceta“ veröffentlicht den Wort⸗
aut der Protestation der Isabel (der übrigens durch Bayonner
Zlaͤtter schon bekannt war und lediglich widerwillige Verachtung
erregt hatie) und bemerlt dazu, daß die Junta kein Wort über
ieses Actenstück verlieren werde; „Die Nation hat kraft ihrer
zöchsten Machtvollkommenheit die Handlungen der Konigin gerich
iet sie wird auch deren Worte richten.“ — In Erwartung der
ollständigen Aufhebung der Sclaverei in den spanischen Colonieen
jat die provisorische Regierung einstweilen die Freilassung der Ne⸗
jerkinder beschlossen. — Unter dem Titel: „Die Iberische Union,
erscheint hier ein neues Blatt.
Ma'drid, 6. Oct. Der General Prim, in Saragossa durch
hdie dortige Bevölkerung zurückgehalten, trifft morgen hier ein. Die
Junta und eigene Ausschüsse bereiten zu seinem Einzug Triumph—
dogen. Mehrere Provinzialjunten reclamiren gegen die Uebertrag⸗
ing der höchsten Gewalt an Serrano ohne Zustimmung der Ma—
orität des Landes.
Madrid. 7. Oct. Die definitive Junta hat zu Ehren
räsidenten die Generale Serrano und Prim, zum Präsidenten
drn. Aguirre und zu Vicepräsidenten die HH. Ribero, Bega und
rmijo ernannt. Der Einzug der noch vor der Stadt campiren⸗
ʒen Truppen erfolgt am Donnerstag. Der Graf Girgenti ist in
Lissabon angekdmmen.
Dänemark.
Kopenhagen, 5. Oct. Die dänische Thronrede sagt
Aber Nordschleswig: Die Verhandlungen über den Artilel 6 det
Vertrags sind resültatios geblieben. Unsere Ansicht über die durch
die Gerechtigkeit und das Interesse des Landes geforderte Loͤsung
hat sich nicht geändert. Wir halten es für unsere Pflicht, nicht
u seinem Arrangement mitzuhelfen. das den Volkswünschen nicht
        <pb n="477" />
        mispricht und uns in eine schwierige Lage zu einer Mahcht ver⸗
eßen würde, mit welchet wir eine aufrichtige! Freunbsschaft zu un⸗
echalten wünschen. Wir sind überzeugt, daß Preußen diese Er⸗
vagung billigt, und' wir glauben, daß die Loͤsung pęer rdie Theil ⸗
ang Schleswigs betreffenden Frage gelingen wird. ẽyg
sg gimerika 7
nNew⸗Noxte24.Sept. 790.Indianer uberrumpelten
ine 80 Mann starke⸗Abtheilung des Oberst Forsyih. Dieset and
rei Officiere fielen; die Manuschaft wurde gefangen und wohl
neist scalpirt.

fAus der Pfaluz— 3. Okt. Die Wiener Hoftheater·
intendang hatte vor kiniger“ Zeit einen Preis von 800 Duraten
sur das befte Lustspiel ausgeschrieben. Es waren daraufhin nicht
enger als 197 Stücde eingereichl worden Das Preisgericht,
destebend unter anderen aus Vingelstedt, Friedrich Halm. Ludwig
Seeger dem Hofschauspieler Laroche, erkannte den erfien Preis von
Dd Ducaten dem Lusispiel „Schach dem König“ *zil, als dessen
Berfasser Rudolph Goitschalk vermuthet ewurde. Bei Eroͤffnung
x verschlossenen Zettels jedoch, welcher den Namen det Aulorẽ
enthielt, ergab sich, daß der Dichter des preisgekroͤnten Skückes,
inser Landsmann, der Igl. Landgerichts⸗Assesser Herr Hippolyt
z daufert in Germersheim ist. Nach einer Zuschrift des tech
rischen Direltors des Burgtheaters, Hrn. Wolft an bden Betfasser
joll das Stück nächstens auf der genannten Buͤhune zur Aufführ⸗
ing gelangen. Wir freuen uns uͤber diesen Ichönen rühml ichen
ärfolg unseres Landmannes und wünschen demselben dazu aufrich
ig Glück. —

f Von den durch das Centralcomite des landwirthschaftlichen
Bereins bei der Feier des landwirthichaftlichen, Centralfestes in
München zuerkannten Preisen ꝛc. fallen folgende auf die Pfalz:
) die goldene Vereinsdenkmünze für allgemeine⸗ und besondere
deistungen a dem Gesammtgebiele der practischen Landwirthschaft
erhielt Dr. K. König,“ technischer Director der Düngerfabrit in
daiserslautern; 2) die große silberne Denkmünze erhielten Bür—
rermeister. Schweidert in Schaidt, Oelbonom Walz in Speyer und
tZurgermeister Schmitt in Walsheim bei Zweibrucken; 3) die kleine
ilberne Denkmünze Gutsbesitzer Jac. Knapp in Reulauterburg.
Zutsbesitzer Jac. Jauson in Harrheim, Schullehrer Mohr in Il⸗
esheim dei Kirchheimbolanden. Gutsbesitzer Dr. Laz. Wolf in
Kuppertseden und Gutsverwalter Hoffmann iu Heidesheim; 4) ein
Threndiplom erhielten außer der Gemeinde Miesau Gutsbesitzer
aosch Wittwe in Heiligenstein, Oekonomn Hauch in Steinweiler,
Burgermeister Decer in Gauersheim, Landwirth Joh. Becker in
iedergailbach und Landwirth Franz Weil in Bischheim.

f.Alzey, 2. Olt. Bei der Kirchweih zu Gabsheim fiel
ein Maädchen während des Tanzens zu Boden und war todt;
zu festes Schnüren soll die Ursache dieses schnellen Todes gewe⸗
en sein. 9

'Mülheim a. d. R., 29. Sept. Bei Gelegenheit der
Bibelstunde in der Schule zu Speldorf taufte Pastor Stursberg
zen Eheleuten Wilhelni Schlösser und Margaretha Schmalhaus
de achtundzwanzigstes Kind, einen prächtigen und gesun⸗
den Buben.

P In Braunschweig tagte am 19. - 22. Sept. die dritte
Beneraldersammlung des allgemeinen deutschen Frauenvereins. Die
Bersammlung beauftragte ihren Vorstand: —Fi8

1) Eine Pelition an den norddeutschen Reichslaͤg' zu senden,
hei Betathung der Unterrichtsverhältnisse auch die der Mädchen
n Berücksichtigung zu ziehen; 2) auf die naͤchste allgemeine
zeutsche Lehrerversammlung zwei Lehrerinnen zu seunden, um
als Mitglieder des allgemeinen deutschen Frauenvereins, in⸗
nitten der anderen Lehrerinnen, dort die Interessen des Stan⸗
des der Lehrerinnen und des weiblichen Unterrichts fordern
u helfen.

Noch beschäftigt man sich lebhaft mit der Frage der Mäd⸗
henindustrieschulen und der weiblichen Aerzte. Als Vorort ward
dieder Leipzig gewählt und ebenso der frühere Vorstand: zum
nachsten Versammlungsort Kassl.

p., Die Feuerwehrmänner, schreibt die Unita catolica“ in
turin, fsind alle Brüder. Die Feuerwehr in Speyer (Rheinbayern)
seierte den zwanzigsten Jahrestag ihrer Gründung. Sie lud dazu
zie badensche und franzoösische Feuerwehr ein, welche Letztere von
Weißenburg eine Deputation sandte. So verbrüdern fich Deutsche
and Franzosen an den Ufern des Rheines ohne einen Gedanken
zolitischer Uneinigkeit. Ach, wenn die Fürsten das Beispiel dieser
zradven Bürger nachahmen wollten!“

f Durch die Straße der Josephstadt in Wien ffürzte letz⸗
en Freitag in rasender Eile eine in schwarze Seide gekleidete,
nit iner Krone von Goldpapier gekrönte Dame mit dem Rufen:

Dau verfolgu mich, die Rebellen wollen mich nach Madrid brin

Jen, rettei die Kdnigin von Spanien !“ Die arme Nartin wun
Hler als eine ehemalige Kunfireiterin erkannt ——
ae e Su In sehter Nacht halb 11 uwr
st lauf dem herzoglichen Residenzschlosfe, und zwar unter dem
—XEDV Prinzeffin be⸗
vohnten Palais Feuer ausgebrohenNDOurch dosselbe wurden die
Ddachtaͤume des Palais, das Dach und der oderste Stock des nach
ften daran⸗ grenzenden Gebäudes, dann das nach Norden an
sehleres anstoßende Gebaade welches namentlich zur Aufbewahrung
hon Holz⸗ unde Torfvortäthen. diente, bis auf die Umfassungse
nauern jerstͤrt. Gegen JUhrwar es gelungen, den Flammen
Schranken zu setzen. Von der Feuerwehr, welche in ver That das
noglichste leistete, sind leider wehrexe Leute verungl üdtz diese be⸗
fanden sich auf einem Dache, um es einzureißen, als dasselbe in
Brand gerieth und einstürzte,Um sich zu retten, sind einige, dad
die Treppe bereitz Feuere gefangen brei Stock hoch herumes ge
prugent? 40 find hten Verletzungen erlegen, 8 mehr oder. min⸗
der erheblich verwundet..
Wailenstadt. 5. Ott. Gestern Abend sind 100 Mann
nit Dilfsmoaͤterial noch Ragatz, wo die Wassersnoth unglaublich
zroß ist, abgegangen. Graubuünden ist: ganz ergigueen —
urchte noch raurigere Berichte: von dorther zu rhallen⸗
7 Ss. Gallen. 4Ock. Der Rhein ist die leßte Nacht
edoutend gewachsen⸗ es ist keine Aussicht auf Abnahme: Die
Noth wird von Tag zu Tag größer; Hilfe im großen Maßstab
st. nothwendig, wenn die betroffenen Kheinanwohner nicht buch⸗
zäblich zu Grunde gehen wollennn. —

St. Gallen, 5. Oct. Die Rheinuberschwemmung wird
mmer schredlicher und furchtbarer. Das ganze Rheinthak ist ein
zroßer See. Aus dem Tessim lauten die Nachrichten ebenso der⸗
weifelt. Viele Todesfälle sind gemeldet. —

'Paris, 28. Sepi. Rm 19. Sept. verheirathete sich in
Paris M.X. mit einer jungen Person von Pautin. Kaum war
jas Paar, strahlend von Glücdin die Kirche getreten, gefolgt vor
Herwandten und Freunden, als X. plötzlich seine Augenlider fich
enlen fühlte. Vergebens versucht/ E den Schlaf zu belumpfen,
er fühlte ihn unwiderstehlich kommen. Als der junge Priester
das, was ex für Unehrerbietung hielt, bemerkte, suchte er dem
uͤngen Manne mit einigen väterlichen Winken begreiflich zu ma⸗
hen, daß er an einem solchen Tage stark sein und jedes Zeichen
von Sqhwäche weit, von sich treiben sollte. Indessen, die Cere⸗
monie geht zu Ende; aber kaum in der Wohnung angelangt, wo
der Hochze isschmaus aufgetragen⸗ war, jchlaft der ———
ndlich vom Shlafe überwältigt, fest ein. Es sind mehr als
Tage verstrichen, sagt der „Temps“, und der arme junge Mann
chläft noch . —

7 Der Correspondencit zufolge scheint man ein vortreff⸗
iches Spezifikum gegen die Cholera gefunden zu— haben, und
war in einer Pflanze, die in Arabien wächst und dort Gats
genannt wird. — —
cEandwirthschaftliches.

(Die Faulbrut der Bienen. Die gefahrlichfte,

um Glück weniger verbreitete Bienenkrankheit ist die bosartige
Faulbrut, welche sich dadurch auszeichnet, daß die gedecelte Brut
sbflirbt, in Fäulniß übergeht und einen edkelhaften Geruch der⸗
reit ei, der shhon vor dem Flugloche wahrgenommen wird. Die
griffe nen Zellen enthalten eine durch Fäulniß der Maden ent⸗
andeene schieimige Masse, sind etwas eingesunlen — in der Re⸗
get mit einer kleinen Oefinung versehen. Bei einer anderen Form
—A weniger gefährlich ist, stirbt die
—V hinterläßt ebenfalls eine breiige
Masse. Die bösartige Faulbrut ist sehr ansteckend und ergreift
nicht nur alle Stöcke des Standes, sondern auch die benachbarten
Ze. Das Wesen dieser Krankheit ist noch nicht genau erforscht.
feuerlich wurde die Ansicht ausgesprochen, daß ein sehr kleiner
hilz durch sein zahlreiches Auftreten die —X
esonders günstiger Boden für diesen Pilz list die abgestorbene
Hrut, die verwesenden Maden in den Stöcken. Gegen die bos⸗
artige Faubrut gibt es kein Heilmittel, weßhalb man seine Zeit
nich; mit nußlosen Quadsalbereien vertragen soll. Man schreite
rasch ein, entferne aus den Stoöcken jedes verdaächtige Wabenstüd
ind hilft dies nicht, dann schwefle man folche Stöcke ab und ver⸗
nichte; den Inhalt bis auf elwa noch vorhandenen Honig, welcher
jenossen, der Gesundheit des Menschen nicht schadet, den Bienen
aber“ Gift ist. Leider soll diese pestartige Vienenkrankheit seit
nehreren Jahren in oder un Kornburg b. Nürnberg existiren.
Im dem üebel möglichst Einhalt zu thun, so ist, da wir noch kein
tzienengesetz haben, den Bienenzüchtern zu empfehlen, keinen
donig aus faulbrütigen Stöcken zu füttern, um nicht Millionen
on Faulbrutpilzen hervorzurufen, sondern entweder ganz reinen
honig oder —
taufen, wo die Faulbrut herrscht.

113775
        <pb n="478" />
        — — — D α
Belanntinuchuügen ; Augeige·e···
gera — — 3 el X J —41* I— 3 1
——— Sch beehre mich den verehrlichen Da⸗
Wohnüngsänderung. Idmen hiesige⸗ Stadt und Ungegend
oynungsanderunge Smiern hiesiger Stadt und Umgegend
Er ij Burceau ist vom s. Roßhont nen ah ich“? 7 h
— Deoren arere ergeben tauzuzeigen, unr da 1 —3 von eüte
g in der neuen Vorstadt in Lönge
nmeben der Post, gele⸗ un ein Lager in
genen Hause zu eheuer Exde 5 —
Anwalt Esew in Zweibrücken. n —2 e z W uͤnre; ..
———————————————⏑⏑ —— te ν n nd C 1 c 1
————— aä r— 9 —— ——— ια
Ireiw.Feuet wehr.. F“d — ιι —F Vei16 —— —— —
ν σ— —ν halte, als ragen., Boas und Yulswär.
M Freitag,d Ott. 1866 ν —* 4 2 ⸗ 3 T 8
4 — * —— 7 — 2*
— mer in Kanin, Bisam und Illis, gu bil⸗
Geueral⸗ inen Proisen und wßfökse mich bof B
— —— ligen Preisen und empfehle mich bei Be—
ι Sν⏑ —2.E I. . ι.
m Foberen Locale von Ferd. Obethauser. darf besten α ιι . ν
sunιι Tages⸗Ordnung. 937 . , 405 8 —
Wahl eines Vrandmaserd, nne St. Jngbert, den 7 Oktober 1860 —*8—
— 60 Valentim Fischer,
u pehrtaq. ee unmn R 577 4
323 dr 2 u — Hut⸗ u. Kappenmacher. —E — ——
Frisch angekommen F WW . nghert. J 20 22 ue
i Sevutagben Septedr ettags ubren
Pfʒ 6 i in Oberbauser schen Saale Vcc
Pfaler Wein Grb
* Phen zun 7.tr. unde über dies44 dJegebhen von den Mitgliedern dee
n ind ube F — ——— — onboιιαα
üch Jute 3 89 —— * BProg raam m: —VVVV
cn e ee Zurne Che don g S. m
IM Seemannsgebet. Solo mit Clapierbegleitung von Riehlh.. 3
* us8oł 08 Berglied (Chor) pon Kücken. .*
4 * — Am. Meer, Solo mit Clavierbegleilung von Schuber.. 3*
* h4. 3 . 3Wgier Am Neckar, am Rhein (Chor) von Kücken. *43.
it zů haben bei8 Der verliebte Nachtwächter von Schäffe.. 2
Der frohe Wandersmami (Chor) von Mendelssohn. —
Biegenlied, Solo mit Clabierbegleitung von Taubert.
Ich gruße Dich (Chor) von Häset. 553..
ẽngagements⸗ Gesuch, Duett von Genneeee. —— 9
..) Abendlied, Chor“ von Abt. 000 4
2) Die jungen Musikanten (Chor) von Kücken. J
epꝛ —— — heaee
Abeuide beater: Vorstellung :: 77
— —
* d . oder⸗
die Beniee der Fahene
Vaterlandisches Schauspiel in drei Abtheilungen, mit bengalischem Feuerwerk.
BGegeben von Mitgliedern des Neunkirchener Geseden-Vereins
intritispreis zum Concert 9 tr. à Person. — Zum Theoter; Ersler Platz 24 kr. —
. Zweiter Platz 12 tr. — Dritter Platz ß ir. 3*
.Da Alles aufgeboten wird. dem verehrlichen Publikum genußre iche Stünden zß
oerschaffen. so wird zu recht zahlreichem Bejuche ergebenst eingeladenn.
2. 6kr., ditto 1Kgr. 8. fr., Gemijchtbrod
—m9 J Kgr., 29 kr, TePaar Wec, 86 Loth
ver Pfund 4 kr. bei kr., Rindfleisch, I. Qual. 18kr.,“ 4,
Peter Stief. Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 khr., Hammel⸗
— —— —— lieisch 16 kr. Schweinesleisch 18 Ean; per
SFruchte⸗ Brode Fleischt e Preise, fb. Wein 24 kr. Bier 4kra per Liern,
der Stadt Zweibrücken vom 8. Ott. Zutter 32 kr., per Pjfund.
Weizen 6.fl. 29 kr. Korn Lfl. 45!1r. netpreise der Stadt
herste Areihige — fl te.erfte vier⸗ Kaiferslautern vbom 6. Ott,to
eihige, 4 fl. 34 kr. Spelz4 fl. 24 kr Weigen 6fl. 85 tr., Korn 4fl. 49 tu.
Zpelzkern 6 fL.18 fr. Dinkel 3f. Spelzkern 6 . 18 tr. Spelz4
»7 fr. — Mischfrucht — fl.“ kr. Hafer 80 kr., Gerste 5 fl. 14 tr. Hafer 45t.
—
uil. * 4ir Kartoffeln — fl. 48 ke., Heu 16kr. Linsen 5 fi. 24 kr. per Femaet
fl. DA tr Stroh 1fl, 22 kr, per Brodpreisæe: 6Pfo— Korubrod 23 tt.
Jentner Weisbrod 113 Kilbgr. 17 Eikx.“ 3 Pfd. Gemischtbrod 1213 ir und UPfb
ornbrod 3. Kgrie 2832 fr.. ditto Kgra?nWeißbrod 18 iu. ν
—— i e e ee e-Ss
Redoection, Druck und Verlag von Fe. Demetß in St. Inagberte te.

*43
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        Slt. Ingberler Anzeiger.

der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstog

ind Sams lag. Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet. J

Nro. 121... 9 Samstag, den 10. Octobe 1868.
Deutschland.

Muünchen, 7. Oct. Die zwischen Bayern und Preußen
Iisher bestandene Gegenseitigkeit in Betreff der Verfolgung von
zurch die Presse begangenen Beleidigungen des Staatsoberhaupts
st nunmehr auch auf die Staatsregierung und deren untergebene
hehörden ausgedehnt worden.

München, 7. Oct. Das Kriegsministerium hat angeord⸗
tet, daß die Landwehrbezirkz-Commandanten und sämmtliche unter
hrem Commando stehende zu den besoldeten Landwehrstämmen ge—
sorige Officiere, Unterofficiere und Mannschaften in strafrechtlicher
teziehung der Gerichtsbarkeit derjenigen Commandantschaft unter—
delit werden, in deren Bezirk das betreffende Landwehrbezirkscom⸗
nando seinen Sizt hat.

München, 7. Oct. Einer königlichen Verordnung zufolge
jaben von nun an die Revierförster den Titel „Oberforster,“ die
forstwarte den Titel „Foörster,“ und die Forstamtsactuare den
kitel Forstamts-Assistent“ zu führen.

Frankfurt a. M., 6. Oct. Für das bei dem Bank—
ause Jakob S. H. Stern zur Zeichnung aufgelegte italienische
kabaksanlehen zeigt sich hier eine starke Betheiligung. Die Zeich—
nungen laufen sehr zahlreich ein und an heutiger Börse wurde
schon 3 Francs Agio bewilligt. Auch von den anderen Emissions
ttellen laufen sehr günstige Nachrichten ein.

Berlin, 5. Okt. Offizidz verlautet, daß die preuß. Re—
zierung gegen die „Dentschrift“ des Hurfürsten von Hessen nicht
inschreiten will. Das ist unklar, die Denkschrift enthält einen
Zruch des mit dem Kurfürsten abgeschlossenen Vertrages vom 17.
Zept. 18606, auf Grund dessen ihm eine Hofdotation von 300,000
Thir. bewilligt worden ist, welche Summe auch der preußische
dandtag pro 1868 genehmigt hat. Großmuth mag geübt wer—
Zen, Pflicht des Landtags aber wird es sein, bei Berathung die—
ser Position im Etat pro 1869 diese Denkschrift nicht zu ignori—
ren. Es sind nur 300,000 Thaler, aber was dem König Georg
Recht, ist dem Kurfürst billig.

Berlin, 7. Oct. Ueber Spanien fagt die Provinzialcorr.:
die norddeutsche Bundesregierung werde die selbstständige Entschei—
zung des spanischen Volkes über sein Schicksal ebenso achten, wie
zas deutsche Volk dies für sich beansprucht, und die Bundes—
regierung jetze bei den übrigen Cabineten eine gleiche Auffassung
»oxaus. Es sei übrigens nicht zu besorgen, daß die spanischen
Berwickelungen zu einer Störung der allgemeinen eurobäischen Ver—
zältnisse führen werden.

Berlin, 6. Oct. Die öfficiöse „Russische Corresp.“ traut
dem Weltfrieden nicht und hält den früheren oder späteren Aus
hruch eines französisch-deutschen Krieges für unvermeidlich, nimmt
iber eventuell cfür Deutschland Parltei. Interessant ist folgende
Stelle ihres betreffenden Artikels: „Preußens Rolle ist leicht und
ganz bestimmt: es organisirt seine neuen Erobungen und erwartet
Fie nenen Vortheile, welche die Zeit ihm bringen muß, mit einer
Ruhe und Gelassenheit, die zuweilen ganz das Aussehen einer
Herausforderung (1) haben. Frankreich, welches anfänglich in ge—
vissen Beziehungen ganz unbeweglich geblieben ist, hat darauf seine
fürchterlichen Rüstungen unternommen, die allerdings einen belei—
digenden Character haben. Aber wird es eine Verwendung für
iese Rüstungen haben und bei welcher Gelegenheit? Wenn die
—Züdstaaten sich mit dem Norden durch freie Verträge mehr und
nehr verbinden — unter welchem Grunde koönnte Frankreich da—
jegen einschreiten ? Das Völkerrecht wendet sich hier gegen Frank⸗
ich, und die Gleichgewichtszründe öffnen die Thür zu so vielen
Verwickelungen, daß die öffentliche Meinung, welche nicht weiß,
vorin das neue Gleichgewicht bestehen soll, und welcher Grund
zür einen Krieg angegeben wird, den gegenwärtigen Frieden nur
als sehr unsicher ansieht.“ Ohne das Kriegsbedürfniß des Bona⸗
artisinus läugnen zu wollen, denke ich meinerseits aber doch, daß
zie Befriedigung desselben am Rhein so lange wird ausstehen müs-
en, als Frankreich in seiner gegenwärtigen Isolirung bleibf

oder lediglich auf die Allianz mit — Hollamd ange—
wiesen ist.

Wien, 6. Oct. Der Marschall Serrano hat unmitielbar
nach seiner Erneunung zum Obercommandanten den fremden Ge—
andten in Madrid eröffnet, daß er bereit und im Stande sei,
zrer Person den ausgiebigfsten Schutz zu gewähren. Mit dieser
rröffnung hat er die bestimmte Erkläruug verbunden, daß die
Aufrichtung einer Republik wenigstens nicht in dem Willen und
der Absicht der Armee liege, als deren Organ zu sprechen er sich
jerufen halte.

Wisen, 6. Oct. Aus Paris wird der „N. Freien Presse“
elegraphirt, daß der Exkönigin Isabel officiell bedeutet wurde,
ranzösisches Gebiet könne nicht als Herd für contrerevolutionärxe
Anschläge dieren.

Prag, 5. Okt. Dem Vernehmen nach wird bei etwaiger

Wiederholung der czechischen Excesse dem Kaiser Ferdinand ange—

rathen werden, seinen Aufenthalt in Prag gänzlich aufzugeben. —
Frankreich.

Paris, 6. Oct. Die „Anion““ theilt nicht die mehrfach
dier verbreitete Ansicht, daß Preußen und Italien einen unmittel-
zaren Einfluß auf das Zustandekommen der spanischen Revolution
wusgeübt haben, allein sie weist nach, daß man in Preußen wie
n Italien, mit großem Wohlgefallen die Bewegung jenseits der
Zyrenäen verfolgt. Die italienischen Revolutionären freuen sich,
inmal, weil der Sturz Isabella's der französischen Regierung un—
ingenehm ist, und dann, weil sie hoffen, es werde sich in Spa—
nien eine weitausgedehnte Demagogie unter dem Titel einer Re—
ublik ausbilden. Sie wollen überall die Anarchie. Eine Revo—
ution ist für sie ein glückliches Ereigniß, und bricht sie heute in
Zpanien aus, so kann sie morgen auch wo anders ausbrechen ⁊c.
In Preußen geht man allerdings nicht so weit, wie „Union““
jerne zugibt. Man liebt daselbst die Revolution nicht, al⸗
ein man behandelt sie mit Nücksichten, als eine Macht,
welche jeden Augenblick in Frankreich Verlegenheiten bereiten kann.
1859 hat Preußen das Kaiserreich gebeten anzuhalten, und es
am daraufhin der Friede von Villafrance zu Stande. Heute
teht Preußen mit der italienischen Revolution, die es vor neun
Jahren wenig aufmuntertè, auf gutem Fuß. Die Spanier selbst
weisen, wie die „Union“ versichert, mit Entrüstung den Gedanken
urück, daß Preußen durch sein Gold und seinen Rath die Be—
pvegung unterstützt habe. Preußen freut sich aber der spanischen
stebolution, weil Alles, was der französischen Politik Arbeit
nacht, für die preußische Regierung vortheilhaft ist.

Die Italienerin Madrid haben dem Marschall Serrano'
einen Eichenkranz, mit den spanischen und den italienischen Farben
—V
chiedenen Stadttheilen öffentliche Lehrstühle errichtet werden, um
zurch populäre Vorträge das Volk über die ihm zu Theil gewor-
henen bedeutenden politischen Rechte aufzuklären. — Viele Frauen
fragen in den Haaren und am Hals Bänder von derselben rothen
Farbe, wie die Armbinden der libecalen Armee sind. Sämmtliche
kleinsdien der Kirche Unserer Lieben Frau Atocha sind in der Bank
deponirt worden. — In den meisten Distrikten des-Landes wird
die sogenannte Ruralgarde entwaffnet.

Paris, 7. Oct. Der „Moniteur“ gibt ein Resume der
änischen Thronrede, worin es heißt: „Ein besonderer Theil der
stede ist den Verhandlungen wegen Nordschleswigs gewidmet und
giebt kund, daß diese Frage sich noch in der Schwebe befindet.
Der König spricht indeß das Vertrauen aus, daß die Fortsetzung
dieser Verhandlungen in der Kürze den Abschluß eines Arragements
ur Folge haben werde, welches ebenss der Waärde wie den In—
eressen der Nation eutspr icht.“

Enaland.
London, 7. Ockt. „Times“ bringen eine Labeldepesche
us New-York, welcher zufolge die Regierung der Brereinigten
3taaten von Nordamerika die allgemeine Junta in Madrid als
        <pb n="480" />
        actische Regierung anerkannt hat. Zugleich wird constatirt, daß
die Erwerbung der bekanntlich zu Spanien gehörigen westindischen
Insel Cuba wieder zur Sprache gebracht werde. (Der Pariser
„Gaulois“ will sogar wissen, die Insel habe sich bereits unab—
hdängig erklärt.
Schweiz.

Bern, 6. Okt. Die Kantone werden am 12. Okt. dahier
eine Konferenz abhalten, um zur Linderung der durch die Fluß—
Werschwemmungen in Graubünden, St. Gallen, Wallis und Tes—
iin entstandenen Noth geeignete Maßregeln zu treffen.

Spanien.

Madrid, 6. Okt. Der Protest der Königin Isabella,
welcher durch französische Journale hierher gelangt ist, findet bei
zer Bevölkerung nur Gleichgiltigkeit und Verachtung.

Wie in Barcellona hat die Junta in Cadix sofort aus der
ßuerta Stunta Maria die Jesuiten vertrieben und das Haus der—
elben geschlossen, ebenso das Diöcesan⸗Seminar, in dessen Räumen
ane Gewerbeschule errichtet wird.

Der „Patrie“ zufolge hätte sich in letzter Zeit die Zahl der
Zandidaten zum spanischen Thron noch um einige Namen ver—
nehrt. Außer den schon genannten: Den König von Portugal,
»en Herzog von Montpensier und den Infanten Don Carlos,
Fnkel des bekaunten Don Carlos, Bruders Ferdinands VII.,
wäre jetzt noch vom König von Portugal Vater, Don Fernando
vom Prinzen Napoleon und vom Herzog von Aosta, Sohn König
Piklor Emanuels, die Rede. — Der „Liberte“ wird aus Ma—
drid am 2. Oktober geschrieben: „Man hat soeben im Escurial
den General Zapatero festgenommen, welcher einen Theil der Ju⸗
velen der Königin bei sich führte, sowie den Grafen Toreno mit
2000 Piastern. Beide sind in Freiheit gesetzt worden, nachdem
e ihre Werthsachen bei der Bank deponirt haben.

Die spanischen Republikaner haben folgendes Pro—
Jramm aufgestellt: „Föderative Republik; Espartero, durch die
Kortes zu ernennender, aber bis zu deren Zusammentritt provi
orischer Ministerpräsident; allgemeines Stimmrecht; vollständige
ind absolute Neutralität, falls ein Krieg zwischen Frankreich und
Preußen oder zwischen irgend anderen Mächten ausbricht; sofortige
ẽntlassung aller Soldaten; sofortige Wiederherstellung des Decen⸗
ralisationsgesetzes von 1823; Religionsfreiheit; Trennung der
dirche vom Staate.

Don Juan von Bourbon hat soeben auf seine Rechte auf
die Krone Spaniens zu Gunsten seines Sohnes, des Infanten
Don Carlos verzichtet. Diese Abdankung, welche von Paris un—
erm 8. October 1868 datirt ist, ist in folgenden Worten ab—
zefaßt: Indem mein Streben nur dem Glücke der Spanier,
3. h. ihrem inneren Gedeihen und dem äußeren Ansehen meines
ieben Vaterlandes gewidmet ist, glaube ich abdanken zu müssen
und durch Gegenwärtiges verzichte ich auf alle meine Rechte auf
die Krone von Spanien, zu Gunsten meines geliebten Sohnes Don
TFarlos de Vourbon und d'Este. Gezeichnet: Juan de Bourbon und
de Braganza.

Der Madrider Corꝛespondent der „Liberte“ erwahnt eines
in Madrid jetzt ziemlich verbreiteten Gerüchtes, demzufolge die Rede
»avon wäre, dem Prinzen Alfred von England den spanischen
Thron anzubieten, welcher alsdann eine Tochter des Herzogs von
Montpensier heirathen würde.

Madrid, 7. Oct. General Prim ist heute Nach—
mittag hier eingetroffen und mit allgemeinem begeistertem Jubel
empfangen worden. Der Zug durch die Stadt dauerte
dier Stunden. Ungeheuere Menschenmassen; Deputationen;
HPusikchöre.

Madrid, 8. Oct. Heute Abend fand eine große Kund—
zebung zu Gunsten der Freiheit und der Gleichheit aller Culte
dalt. Es wurden Transparente herumgetragen mit der Inschrift:
„Nieder mit dem Concordat! Nieder mit dem Tyrannen Roms!
Es lebe ein freies Rom!“ — Hr. Olozaga hat den Eintritt in
zie provisorische Regierung definitid abgelehnt. General Dulce ist

krank hier angekhmmen. — Ein Telegramm aus Cuba meldet,
daß der dortige Generalcapitain den Ausbruch der Revolution im
Mutterlande bekannt gemacht und beigefügt habe: Damit sei nicht
gesagt, daß Alle durch eine Revolutioniruug der Insel befriedigt
sein würden; diese stehe unter besonderen Verhältnissen, aber er
tenne seine Pflicht und werde dieselbe mit patriotischer Selbstver⸗
läugnung erfüllen.
Amierika.

New-York, 7. Oct. Der Dampfer „Perseverance“ ist auf
inem der großen Seen verbrannt. 14 Personen kanen dabei
ims Leben.

New-York, 26. Sept. (Dampfernachricht. Die JIn—
zianer sind nach heftigen Gefechten von den Unionstruppen aus
Texas verdrängt worden.

Wermischtes.

Sarbrücken, 6. Oct. Die Konigliche Eisenbahn—
Direction macht Folgendes bekannt: Vom 1. October d. J. ab
st im Binnen-Verkehr der diesseitigen Bahnen der Special-Tarif
ür Getreide und Hülsenfrüchte in vollen Wagenladungen von
4. März 1868 aufgehoben worden, und treten die gewöhnlichen
Tarifsätze für diese Artikel wieder in Kraft.

F Darmstadt, 3. Oct. Gegenwärtig circulirt folgender
Löwenwitz: Ein bekannter Bienenzüchter sprach im Wirthshaus
zie Absicht aus, sich eine italienische Königin kommen zu lassen.
Nehmen Sie doch die spanische, die ist gegenwärtig vacant,“ war
der Rath eines Zuhörers.

F. Wie dem „Fr. J.“ geschrieben wird, hat ein Kaufmann
in Köln, welcher Waaren aus der heißen Zone bezog, mit den⸗
elben — Moskitos an den Rhein gebracht.

Altenburg, 2. Oct. Noch am gestrigen Tag und wäh—
send der letzvergangenen Nacht hat das Feuer ununterbrochen, zum
Theil mit haushohen Flammen, in den abgebrannten Schloßge⸗
»äuden gewüthet, vorzüglich genährt durch eine bedeutende Quan—
ität gespaltenen Holzes (70 bis 80 Klafter), die im Laufe des
Tages noch in dem Remisengebäude in Brand geriethen. Die Zahl
her verunglückten Feuerwehrmänner ist auf 11 constatirt, davon
vird einer noch jetzt vermißt und ist sonach wahrscheinlich verbrannt,
wei andere stürzten schon ganz verbrannt vom Dache, drei sind
noch im Laufe der Nacht und des gestrigen Morgens gestorben,
wei liegen noch schwer⸗ drei andere leicht verwundet darnieder.
Fin Soldat, der fich auf dem brennenden Dache mit befand, und
den gefährlichen Rutsch von demselben mitmachte, ist unversehrt
zeblieben, indem er zunächst auf eine Gartenlaube fiel. Die ab—
Jebrannten Gebäude waren mit 68,000 Thlr. versichert und sind
abei die Gothaer und die Magdeburger Feuerversicherungs-Gesell-
chaft betheiligt. Das Mobiliar des Palais war nicht dersichert,
hoch ist von demselben noch viel gerettet worden.

F In Wien wurden der Gräfin Dembinska 350 Stück
S„üdbahnactien im Werthe von 60,000 fl. gestohlen. Der Dieb
vurde in der Person ihres Bedienten Karl Turek ermittelt;
10,300 fl. wurden bei demselben gefunden; die übrigen Papiere
will ex verbrannt haben.

fInnabruck, 6. Oct. In Folge sechsunddreißigstündi-
gen Regengusses ist das ganze Etschthal überschwemmt. Die Vor—⸗
tädte und der Bahnhof in Trient stehen unter Wasser. Die Etsch
tteht 17 Schuh über Null. Viele Straßenecken, Dämme und
Brücken im Hauptthale und in den Nebenthälern, besonders im
Nonsberge gegen Riva und Tione zu, sind zerstört. Das Wetter
scheint sich zu bessen.

FParis. Von dem vielgenannten Marfori, der jetzt auf
Frankreichs Boden ein Ashyl gesucht hat, erzählt einer seiner Be—
sannten, der hier lebt, Folgendes: Marfori ist ein lustiger Bruder
nus der Schule seines Landmanns Gil Blas. Er hat alle Me—
tiers durchgemacht, bevor er auf den Vertrauensposten erhoben
purde, welchen er jetzt bekleidet. Er ist Soldat, Geschäftsmann,
Chorist bei der italienischen Oper von Madrid und Marineminister
zewesen. Es fehlt ihm nicht an vornehmer Verwandtschaft; denn
er hat die Richte des Marschalls Narvaez geheirathet. Er isi nicht
schön, und sein Gesicht sogar einigermaßen von Blatternarben
entstellt; aber er hat bezaubernde Augen.

t Der 25. Theil der Correspondenz Napolons J. ist erschie⸗
nen. Derselbe enthält fogenden sonderbaren Brief an die Kaiserin
Marie Louise:

Madama und liebe Freundin!

Ich habe den Brief erhalten, worin Sie mir mittheilen, daß
Sie den Erzkanzler im Bett empfangen haben; mein Wille ist,
»aß Sie unter keinen Umständen und unter keinem Vorwand irgend
Jemanden ewpfangen, wenn Sie im Bett sind. Das ist erlaubt,
venn man die Dreißig überschritten hat.
Napoleon.

Florenz, 30. Sept. Aus Modica, der südlichsten Pro⸗
zinzstadt Siciliens, wird eine Nachricht mitgetheilt, welche an die
lühendsten Zeiten der Inquisition erinnert. Ein gewisser Salba—
ore Londra war der Entwendung von 4600 Francs aus
)er ihm anvertrauten Kreiskasse verdächtig. Ohne Beweissamm—
ung, ohne vorherige Untersuchung, ließ der Unterpräfect
»en Verdächtigen verhaften, ihn aber nicht in das Gefängniß
oder zu dem Untersuchungsrichter, sondern in das Haus
des Militärcommandanten abführen, wo er auf Befehl des Unler—
zräfecten auf die unglaublichste Weise mißhandelt und gefoltert
vurde. Mit Stochstreichen wurde begonnen; dann wurden ihm
pitzige Eisen unter die Nägel getrieben, und er endlich mit aus—
espannten Füßen kopfabwärts an die Decke gezogen, bis das bom
Zzchmerz überwältige Opfer das ihm zugemulhete Verbrechen ein⸗
—AV Gefüngniß ge⸗
—E Verspätung der
        <pb n="481" />
        Prodecureinleitung alle Mitlel anwandten, um die Verletzungen
ind Wunden verschwinden zu machen, welche dem Unglücklichen!
zerblieben waren. Nichtsdestoweniger waren dieselben noch deut⸗
iich zu sehen, als er vor den Unfersuchungsrichter geführt wurde,
velcher entrüstet über die Mittheilungen Londrg's eine ärztliche
Untersuchung der Wunden anordnete, um auf des Inculpaten
Berlangen eine Strafuntersuchung gegen; den Uuterpräfecten ein⸗
zuleiten, welcher gleichzeitig Marchese ist; allein dieß sei big
heute noch nicht geschehen. So das Journal l'Operaio“ von
Messina.“

. „Eonecert von Frl. Therese Liebe
Wir freuen uns * vͤesern duittheileß zu könhßen, daß die
ugendliche Biolinspielerin Frl. Theresse Lidbe, welche süch
in den Weltstädten Paris und London so große Erfolge errqang
und im Augenblick in hiesiger Gegend concertirt, auf den Wunsch
nehrer hiesigen Musikfreunde quch in unserer Stadt- ein Concert
zeben wird, welchesam Mittwoch, den 140 dh stattfinden soll.
Wir sind überzeugt, daß die hies Musikfreunde es nicht versäumen
verden, bei dieser Gelegenheit ihren Kunstfinn durch zahlrei chen
Besuch an den Tag zu legen. (Eingesandt 50
Bekanntmachung und Aufforderungen
J * — *
Die Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersklasse 1847 betr.

Die Ersatzkommission zum Zwecke der Aushebung der Wehrpflichtigen der Alters—
laffe 1847, bestehend aus den in Artikel 49 des WehreVerfassungs Gesehes bezeichneten
Personen, wird sich am

Mittwoch den 21. Oktober Ifd. Jahres und die wysgeppen Tage,
ledesmal Morgens von 8 bis 18 Uhr und Nachmittags von Uhr an,
im Iruchthalft-saale
zahier versammeln, um die nach Artikel 54 des Wehr-Verfassungs-⸗Gesetzes ihr obliegenden
Beschäfte vorzunehmen, und zwar wird
1. am Mittwoch den 21. Oktober Ifd. Jahres, die Bescheidung der
eingelaufenen Gesuche von Wehrpflichtigen um gänzliche oder zeitweise Befreiung
von der Wehrpflicht oder um einstweilige Ausseßzung der Einreihung, sowie die
Feststellung der Bezirksliste durch Streichung der Unwürdigen, der Freiwilligen
und der gänzlich oder nach Artikel 8 resp. 12 des Wehr-Verfassungsgesehes
‚eitweise Befreiten,
am Vonnerstage, Freitage und Samstage, den 22., 23. und
24. Oktober Ifd. Jahres, die Messung und koͤrperliche Untersuchung der
auf der Bezirksliste Verbliebenen und die Beschlußfassung hierüber, endlich“
3. am Montage, den 26. Oktober Afd. Jahres, die Loosung stattfinden

Indem man dies gemäß 8. 24 der Vollzugs-Vorschriften vom 22. Juni fd
Jahres zum Wehr-Verfassungs-Gesetze (Kreisamtsblatt Nro. 61) zur allgemeinen Kennt—
uß bringt, ergeht hiermit an sämmtliche Wehrpflichtigen der Alters⸗
klasse 1847 mit Ausnahme der bereits freiwillig Dienenden die Aufforderung,
sich an den oben bezeichneten Tagen um 8 Uhr Morgens und um 2 Uhr Nachmittags
im Fruchthallsaale hiesiger Stadt pünktlich einzufinden und dem Aushebungsgeschäfte bis
zum Schlusse beizuwohnen, webei bemerkt wird, daß Diejenigen, welche bei dem Ersatz⸗
geschäfte ohne genügende Entschuldigung (man vergl. Artikel 59 des Wehrverfassungs—
Sesetzes) ausbleiben oder sich vor Beendigung desselben eigenmächtig entfernen sollten, ihre
Verurtheilung wegen Ungehorsams auf Grund des Artikels 76, Absatz 2 des Wehr-Ver⸗
fassungs-Gesetzes, an Geld bis zu 150 fl. oder mit Arrest his zu 42 Tagen zu gewärtigen haben

Zweibrücken, den 25. September 1866.
Königliches Bayerisches Bezirksamt,
—Damm.
Schäfer.

Stüg wergene Leintücher, ngg neu,

. gezeichnet Werth IAM.

B. zum Nachtheile des“ Michael Wack,
Blirgermeister von da:::

J noch fast neues hänfeneßs Mannshemd,

Werth fl. 835 —

1 schon getragenes hänfenes Frauen⸗

hemd, Werth si. 1 30 frz

2 Knabenhemden und 1 Madchenhemd

ebenfallz zeinen das eine Knabenthemd

zog faft neun die beiden auderen schon
abgetragen, Werih suß Wun

2 schon gebrauchte wergene Handtücher

dit sI. 1 —

Gl gum Rachtheile“ des Agererd Peter
J

2 Tuschsucher, das eine fast noch neu,

mid gezeichnet P. Wen6, das andere
— —
wen*

Indem ich vor dem Ankaufe dieser ge⸗
tohlenen Gegenstände warue, ersuche ich
zugleich Jedermann, der üher diesen Dieb⸗
aht idaz we oder fahet.mir Her
der nächsten Polizeibehörde uugesäümt An⸗
zeige zu machen.·

St. Itobert, den 9. Oltober 1868.

. Der Igl. Polizeilommissar:
Würzburger, kath. Hauskalender
*vBVaterlandskalender
— .Bilder-Kalender

ächte Herriederkal.
Juhres Rote
sind eingetroffen bi
wen e J Veter Stief.
A Anhetzeichnetem is von heute
ab, Morgens und Abends süße
Milch 6 3 kr. per. Schoppen
zu haben. Es werden auch
noch einige Monats-Kunden ange—
nommen. 3
P. J. Woll,
in der Kohlenstraße.

Mobilienversteigerung.
Samstag, den 17. Ociober 1868, Nach⸗
nittags 2 Uhr zu St. Ingbert in der
Wohnung der Erblasser, werden die zum
Rachlasse der daselbst verlebten Eheleute
xꝛicolaus Wagner III. und Maria Feicht⸗
ner gehörigen Mobilien auf Termin ver—
teigert, nämlich:
2 Kleiderschränke, Küchenschrank, 1 Com⸗
node, Bettladen, Bettung, Getüch, Tische.
Stühle, Spiegel, Bilder, 1 vollständiger
Wagen, 225 CEtr. Kartoffeln, 25 Etr.
deu, 20 CEte. Stroh, 12 Etr. Korn,
Dung, 2 Kühe, 2 Schweine, sowie ver⸗
chiedene andere Haus⸗, Küchen⸗ und
Deconomiegeräthe aller Art.

Da diese Vorschriften in letzter Zeit
heilweise außer Acht gelassen worden zu
ein scheinen, so fordere ich sämmtliche
Jiesigen nichtpolitischen Vereine, welche Vor—
teher und Satzungen haben, auf, mir in
den nächsten 14 Tagen ihre Vorstandschafl
ainzuzeigen und für die Folge jede Verän⸗
derung ihrer Ausschußmitglieder und jede
Veränderung der Zwecke des Vereins mir
zinnen 8 Tagen mitzutheilen.

St. Ingbert, den 8. Oktober 1868.

Der kgl. Polizeikommissär:
Bruch.

Alle Sorten Herren- Damen⸗
und Kinder⸗Schuhe und Stiefelchen,
u Zeug, Leder und Glanzleder, schön und
dauerhaft gearbeitet, zu billigen Preisen
ind vorräthig be
Ausschreiben.
Polizeiliche Aufforderung.

Ddie 88 12 und 14 des Gesetzes vom
26. Februar 1850 — die Versammlungen
uind Vereine belreffend — legen den nicht⸗
politischen Vereinen die Pflichj auf, wenn
ie Vorsteher und Satzungen haben, ihre
Bründung, ihre Vorstandschaft (Ausschüsse)
und ihre Zwecke, überhaupt jede Ver—⸗
Anderung in den beiden letzten Momenten,
also auch jede Veränderung in Folge von
Vahlen neuer Ausschustmitglieder
der vorgesetzten Polizeibehörde sedesmal
innen Z Tagen anzuzeigen. —

Sh. Weber, Schuhmacher.
Georg Wagner, Vergmann hat
Dung züu verkaufen.
Taubenfutter

In der Nacht vom 7. auf den 8. Okt.
ibhin wurden zu Ommersheim nachbeschrie—
ene Gegenstaͤnde, welche zum Bleichen aus⸗
jelegt maren, durch bis jetzt unbekannte
Thäter entwendet:

A. zum Nachtheile des Ackeres Johann
Fußing II. von da:

2 Stück Leinwand, der Zettel Hänfen,
der Einschlag von Baumwolle, an dem
einen Stücke quch der Einschlag von ca.
9 Ellen von feinem Werg, jedes Stüd
zu 35 Ellen, noch nicht vollständig aus—

ebleicht, Werth fl. 42. —

per Pfund 4 kr. bei
Peter Stief.

eeα
ader Mayer'schen
Grauerei werden Milch—
Kunden angenommen.
        <pb n="482" />
        — —8
Reisßzeuge
t I
nigeh Gsb-und geichnenmnatetisten.
dertiung
ron T.Beherpf.,
Ai B.Ib-
Eine große Auswesin —V —
Winlerfizschuhe
Stiefelchen,
lefetzt mit Glauz⸗ und Kalbleder, em⸗
fiehlt zu billigen Preisen. .
Ph. Weober⸗ Schuhmacher.
Civilstand
der Stadt St. Ingbert
sam Monat Séptreim ber 1868.

Schon wieder ist eine große, Seudung der J
neuesten Kleédeéèrstoffe
ngekommen, welche zu unerhoͤrt billigen Preisen verkauft werden:
Tucehe, Ruxkims, Ratinmets, Bouble
zu Herren⸗Ueberzieher, VeEIOUS in allen Farben zu Damen⸗Jacken.
sowie fertige DAmen- aclcemn empfehle unter Zusicherung
der außerst biligen Preise. 6G84904 nm
s p —3 LHerz, Wiw.
St. IgD...
Sonntag, den 11. Oktober, Nachmittags 4 Uhr,“)
I im Oberhauserschen Saale *
GroßesGConciert,
— gegeben von den Mitgliedern des
Neunkir hener Gresao V ι ,CO⏑.
Programm;:
»ymne (Chor) von H. V. Gotha.
Seemannsgebet, Solo mit Clavierbegleitung von Riehl.
Berglied (Chor) von Kücken.
Am Meer, Solo mit Clavierbegleitung von Schubert.
Am Neckar, am Rhein (Choc) von Kücken.
der verliebte Nachtwächter von Schäffer.
Der frohe Wandersmann (Chor) von Mendelssohn. * 3*
Wiegenlied, Solo mit Clavierbegleitung von Taubert. J
Ich grüße Dich (Chor) von Häser. —— *
Engagements⸗Gesuch, Duett von Genns.
Abendlied, Chor von Abt.
2) Die juungen Musikanten (Chor) von Kücken F
d ee — 26
Abeuds 7 Uhr Theater-Vorstellung:
⸗ẽ Litæc vr
oder: »
Die Weihe der Fahne.
Vaterländisches Schauspiel in drei Abtheilungen, mit bengalischem Feuerwerk.
Gegeben von Mitgliedern des Neunkirchener Gesellen-Vereins.
Fintritispreis zum Concert 9otr. a Person. — Zum Theater: Erster Platz 24 kr. —
Zweiter Platz 12 kr. — Dritter Platz 6 kr.
Da Alles aufgeboten wird, dem verehrlichen Publikum genußreiche Stunden zu
derschaffen, so wird zu recht zahlreichem Besuche ergebenst eingeladen.
x*) (In voriger Nummer irrthümlich der 27. Sept. abgedruckt.)
c. Sept. Ludwig Valentin Hippchen mit Elifa⸗
.betha Baldauf.
St. Ingbert, den 8. Okt. 1868.
Der Civilstandsbeamte:
Chandon.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ re. Preise
der Stadt Homburg vom 7. Okt.
Weizen 6 fl. 48 kr., Korn 4 fl. 47 tt.
Spelz — fl. — kr. Gerste, — 2reihige,
— kr., Mischfrucht 5 fl. 15 kr., Hafer
wfl. 32 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartsf—
jeln 1ufl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
23 fr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditto 1 Kgr.
3 kr., Kühfleisch 1. Qual. 16 kr., 2. Qual.
14 kr., Kalbfleisch 12 tr., Hammelsleisch
6 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 30 kr
her Pfund.

Geboren wurden:
Karoling T. p. Adam Wilhelm.
Dabid, S. v. Peter Schneider..
r̃ᷣlisab,, T. v. Joh. Jos. Schmelzer
Beorg, S. v. Peter Freuzel. —
Friedrich⸗ S. v. Fried. Steegmann.
Fohann, S. v. Peter Heinrich Latz
Theresia, T. v. Joh. Hagex.
Foh. Rud. S. v. Joh. Jos. Hager.
deter, S. v. Carolina Rohe.
Fath. T. v. Pet. Heinrich Schlickling
GBeorg, S. v. Magdalena Schmitt.
Jacobina, T. v. Wilhelm Dinjes.
catharina, T. v. Johann Berztzel.
Peter, S. v. Peter Weber.
ßeter Wilhelm, S. v. Jak. Eicher.
Maria⸗Anna, T. v. Louisa Haas.
Friedrich, S. v. Peter Drumm.
Johann, S. v. Peter Wallenborn.
Tatiharina, T. v. Peter —
Barbara, T. v. Johann Gries.
deinrich, S. v. Thomas Menges.

Zoseph, S. v. Peier Grices.
19. , AÄnna, T. v. Nicolaus Noll.-
q. Maria, T. v Barbara Schweitzer

Wiw. von Peter Stachel.
deinrich Richard Alois, S. v. Peter

Heinrich Scherpf.
studolph, S. ve Peter Rodenbusch.
Barbata, T. v. Johann Leunhardt.
Thristian, S.“ v. Michael Wilhelin.
Franz, S. v. Franz Antoni
Tharlotte, T. v. Jakob Kappel.
Abam, S. v. Johann Adam Veith.
Margaretha. T. v. Paul Buchheit.
deinrich, S. v. Peter stiefex.
ẽlisab. Maria, T. v. Carl Schbffler.
Johann, S. v. Johann Bechteal.
dina Amalia Auguste, T. v. Franz

Xaver Demetz. ”
NRicolaus, S. v. Jakob Schenkel⸗

berger. ** M 4
Farolina Friederika, T. v. Jakob

—X 2
Philipp, S. p. Priuing Klein.
Jakob, S. v. Georg Georg.

ib.
ic

20.
3.
4
8. Sept. Franz Heinrich, 2 J. 5 M. alt, S.
* v. Franz Sammary. —
10.. „“. Margaretha Burlett, 32 J. alt, Ehe⸗
frau von Peter Ochs.
12. , Ferdinand, 18 J. 10 M. alt, S. v.
Karl Klein.
16. , dJohann, 3 J. 4 M. alt, S. v. Jo⸗
hann Laßz. —
17., klisabetha, 1 J. 6 M. alt, T. v.
Johann Heiser. ——
Caiharina, 1J. 8 M. alt, T. v.
Franz Joseph Haas. a
Tatharina, 14 J. alt, T. v. Jakob
Müller.
darl, 6 M. alt, S. v. Adam Haupt⸗
mann. 78
Johann, 8 J. 2 M. S. v. Johann
Schmelzer.
22. , Maria, 1 J. 5 M. alt, T. v. Peter
Groß.
25. , Peter, 4 J. 5 M. alt, S. v. Peter
Deffland. —

25. „Karl, 9 M. 5. T. alt, S. v. Fried.
Birkelbach. —
28.., Maria Siegwart, 29 J. alt, Ehefrau
von Nicolaus Eich.

29. „ Maria, 2 J. 5 M. alt, T. v. Peter
Schaller.

Verehelicht haben sich:
Zept. Franz Carl Hauch mit Barbara
Morlo. A— — ——
Johann Wilhelm Schmitt mit Catha⸗

rina Jung. —
Peter Zintel mit Elisabetha Wagner.
Joseph Stolz mit Magdalena Beck
Heinrich Bauer mit Elijabetha Jene.

—8

— ere Gestorben find:
1. Sept. Katharina, 1 M. 14 T. alt, T. v.
IJohann Heib.

1. Louisa Catharina Rumpf, 72 J. alt,
Ehefrau v. Wil helm Brill.
2. , Loussa, 1 J. TM. 20 Talt, T. v.
Jakob Amann. —
2. Franz, 13 T. “alt S. 8 Johann
Kennerknecht.
. „Anna, 13. 83 M. alt, T. v. Peter
Hoffmann. —,
Wihabeicua Schuster, 22 Jall Ehen
fraͤu von Georg Jung.
Joh. Rud., 1 T. alt, S. v. Joh.
Soseph Hager..5
deinrich⸗ 4 M. alt. S.“v. Philipp
Spaniol.
zuͤsabecha Maller, 27 J. alt, Ehe⸗
frau von Ludwig Feicht ier.
Nathilde Elisabetha, 28 T. alt,
3. Friedrich Seyb.
klifabethe, I J. 8 M. alt, T.
Laul Peters.

Franfsturter Börse
vom 8. Ott. 1868.
Geldso rten —
Preußische Kassenscheine.. 1244 1 45!/6
Kreußische Friedrichsddor. 9858!4 6d!i⸗
Zistolen 0 48448
zolländische 10 fl⸗Stücke. 954-56
dutaten... 536 -88
ONFrauck⸗Stickkte....92930
zInglijche Sonvereignzs. 11 54 - 38
vold per Zollfund fein... — —
hochhaltiges Silber per Zollpfind —
dollars inGold 2 27228

— ZAW

—
Pedaction, Druck und Verlag von F

*

Demetz in St. Inäabert.
        <pb n="483" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

— — — —— — —
Der „St. FIugberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstang, Donners tag

ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zeile
— — Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro c —

Dienstag, den 18. OSetobeer 4418868.
Deutschland.

Müchen, 9. Oct. Der Gesetzgebungs⸗-Ausschuß der Kam—
mer der Reichsräthe hat gestern die Berathung des III. Buches
»es Civilproceßeniwurfs beendigt. — Die diesjährige theoretische
Prüfung der zum Staatsdienst adspirirenden Rechtspractikanten
zegann hier am 6. d. M., und haben sich hiezu 130 Erami—-
nanden gemeldtt. 8

Prinz Adalbert von Bayern soll seinen Schwiegerbater, den
Infanton Don Sebastian von Spanien, eingeladen hahben, seinen
Wohnsitz in München zu nehmen. —A———

Münuchen, 10. Oct. Der badische Kriegsminister ist zur
ebernahme seines interimistischen Commandos nach Karlsruhe
ibgereist. W F

Aus Thüringen, 6. Ock. Die Industrie des nord⸗
deutschen Buudes, und besonders Schlesiens, Sachsens, Thüringens
und der Rheinlonde, findet theilweise in Spanien einen so lebhaf—
ten Absatz, und in den spanischen Seestädten, namentlich in Bar—
celona und Malaga, sind so viele deutsche Handlungshäuser eta⸗
hlirt, daß man bei den jetzigen spanischen Unruhen deren Schutz
durch einige Kriegsschiffe der Bundesmarine dringend wünscht.
Aus diesem Grunde haben mehrere jetzt auf der Leipziger Messe
mwesende Fabrikanten aus Thüringen und Sachsen, die ansehn—
iche Waarenvorräthe in den spanischen Seestädten des Mittelmee⸗
res besitzen, den Entschluß gefaßt, sich mit der Bitte an den Gra⸗
en Bismarck zu wenden, schleunigst ein oder wo möglich einige
zriegsschiffe dorthin zu deren Schutz senden zu lassen. Da man
zicht wissen kann, welchen Einfluß die spanische Revolution auch
auf die Verhältnisse der Insel Cuba, wo ebenfalls sehr bedeutende
Vorräthe deutscher Waaren lagern, äußern wird, so wünscht man
auch dringend, daß möglichst bald eine Corvette nach Havannah
jesandt werde. I U

Jnnsbrud, 10. Ock. Nach Verwerfung der Schulge⸗—
etzesborlage wurde der Landtag heure aufgelösst.

Prag, 9. Oct. Gestern Abend war wegen befürchteter
Unruhen Militär aufgestellt. Der Polizeidirector Straub ist tele⸗
zraphiisch nach Wien berufen.

Lemberg, 9. Oct. Der galizische Landtag hat gestern
die Vorlage wegen Gleichberechtigung der Juden in dritter Lesung,
angenommen. I

Frankreich.

Paris, N. Oct. Der „Etendard“ berichtet, daß Prim
ich in Barcelona der Entfernung der Krone widersetzte, welche die
oͤnigliche Fregatte „Salamanca“ zierte, indem er sagte, es würde

dies der Entscheidung der Cortes über die zukünftige Regierungs—
foxm des Landes vorgreifen. Eine Dynastie sei nur eine Form,
die Mongrchie aber eine Institution. — Der „Gaulois“ zeigt
an, daß sich der Herzog von Montpensier nach Spanien bege—
hen haben.

Paris, 10. Oct. Man wird hier sichtlich verstimmter
iber die Wendung der Dinge in Spanien, und die Regierungs-
reise haben alle Mühe, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.!
Der Kaiser soll auch nicht in der besten Laune sein, und man er—
ählt, derselbe verberge seine Verlegenheit gar nicht. Nach Paris
urückgekehrt, will er — so wird behauptet — eine Brochüre ver—
yffentlichen, worunter wahrscheinlich der erläuternde Text zu einer
kdarte von Frankreich gemeint ist, von der die „Semaine Finan⸗
idre“ heute spricht, und die, um den Franzosen klar zu machen,,
vie wenig sie von der wachsenden Größe Deutschlands und Ita—
iens zu fürchten haben, Frankreich in drei Zeitabschnitten darstel-
en soll: im Jahr 1815 nach der Schlacht von Waterloo, 1832
jach der Doppelxevolution in Frankreich und Belgien und 1860
jach der Einverleibung von Nizza und Savoyen. Napoleon sehe
iljo ein, daß er gegenwärtig nicht in der Lage ist, irgend etwas
u unternehmen. Uebrigens ist man hier auch gegen Italien ver—
timmt; man glaubt, der nach Spanien gehende General Cialdin
der seine Carriere bekanntlich in spanischen Diensten begonnen

und auch eine Spanierin zur Frau hat) sei mit einer politischen
Mission bekleidet, und „Pays“ schreibt die Demonstration gegen
das Papsithum in Madrid den dork vexsammelten italienischen Re⸗
—X

Paris, 10. Oct. Die „Presse“ erwähnt eines Gerüchtes
vopnach der preußische Gesandie in Madrid angewiesen sei, die
zegenwärtige Regierung Spaniens anzuerkennen; ebenso der eng⸗
tische Gesandte. — Dem „Gauloiß“. wird aus Madrid gemeldet,
daß die Corteswahlen nicht vor dem 15. November stattfinden
werden. I I
England. —
London, 3. Oct. Die päpstliche Einladung an die pro—
estantischen Kirchenvorstände Englands und anderer Länder zum
aächstjährigen ökumenischen Concil nach Rom wird von der eng—
ischen Presse in höhnender Weise besprochen, namentlich von der
„Times“. Es sei, sagt sie, außerordentlich gütig vom Ponlifer,
aß er in dieser für ihn mit Aeuigsten und Nöthen erfüllten Zeit.
noch an die Wohlfahrt anderer Leute denke. Nachdem sein —*
tenthum von Italien bedroht, und Oesterreich von ihm agefallen
sei, habe er nun noch den Fall des katholüchen Throns in Spa⸗
nien zu betrauern. Trotz all dieser Leiden wende er seine Fürsorge
denen zu, die sich längst von ihm abgewendet. Höchst merkwürdig
in der That! .... Nach einer Reihe von Sätzen hemerkte das
Blatt weiter: England hahe sich seit 300 Jahren ohne Papst
echt wohl befunden, und ebenso comfortabel sei das Befinden der
ibrigen Protestanten in der Welt. Darum werde sich denn Pius
X. auf eine Ablehnung seine freundlichen Einladung gefaßt halten
nüssen. Schlietßzlich das argumentum ad hominem: “, Wie, wenu
nan das Blatt umkehrte, und England den Papst einlüde ein gu⸗
er Protestant zu werden ? Was wohl der Papst zu einer sol⸗
hen Einhadung sagen würde!“ (Allg. Ztg.) F
London, 7. Oct. Gestern Abend fand wiederum ein
Meeting der ausländischen Revolutionäre, pelche in London wohs
nen, in der großen Cleveland-Halle statt, um sich über die spa—
nische Revolution zu äußern und eine Gratulationsadresse an das
panische Volk zu richten. Es waren wohl 300 Personen zugegen
meist Franzosen, auch einige Deutsche und Italiener. Man sprach
französisch. Citohen Besson präsidirte, welcher unter Anderem sagtzn
„Dieser Weg des Volkes würde einen bedeutenden Einfluß dauf die
zjanze Welt ausüben: denn er würde das revolutionäre Princiz
unter allen Nationen und Völkern kräftigen, Citoyen Felix Pyat
erlas die Adresse, welche, wie es im Rapport der, Daily News?
Jeißt, in ultrasrevolutionärem Style verfaßt war. Viele Stellen
richteten sich gegen den franzöͤsischen Imperialismus und gewisse
Schlagwortle, wie: „Nach Marximilian Isabella, nach Isabella
NRapoleon!“ wurden mit lauter Akklamation aufgenommen. Die
Adresse beschwor das jpanische Volk, nichts anderes, als eine de—
nokratische Republik zu schaffen, und nicht von jenen gekrönten
Zäuptern sich überlisten zu lassen, von deiien es umgeben sei.“
Fitoyen Pierre Vesinier verlangte von den Spaniern einen dvoll—
tändigen Umbau bestehender Institutionen, gänzliche Abschaffung
von Adel und Geistlichkeit, andere Organisahon von Armee und
Flotte und die Herstellung eines republikanischen und kommuni—
tischen Systems nach dem Modell, welches Robespierre während
—
Die Adresse wurde ohne einen einzigen Widerspruch angenommen. Es
zing sehr ordentlich zu, sagt die „Daily News““, aber sehr eni—
husiastisch.“
Schweiz.

Bermn 8. Okt. Aus Bellinzona (Tessin) wird telegraphirt
daß es seit gestern wieder anhaltend regnet.. In, Polmengo soll
eine neue Rutschung niedergegangen sein; man sieht vom Dorfe
tur noch den Kirchthurm. Officielle Telegramme melden bedeul—
ende Verheerungen in Cevio, Valle de Campa, Somco und Mag—
jia, Der Lago Maggiore soll um 8, Meter gestiegen sein.
Bern, O9. Okt. Bundespräsident Dubs, der auf den Schau—
olatz der Wasserverheerungen abgeordnet war, ist zurüdzekehrt
        <pb n="484" />
        Nach seinem Berichte beträgt der Schaden viele Millionen; am
meisten habe der Tessin gelitten, dann folge St. Gallen und zu⸗
letzt Graubünden.

Italien.

Der „Italie“ zufolge beschäftigt man sich im italien ischen
Kriegsministerium ernstlich mit der Frage der Organisation eines
Militärdienstes für die Eisenbahnen zu Kriegszeiten, um das nach⸗
zuahmen, was in Amerika während des Krieges gethan
nd· was später auch von Preußen im Kriege 1866 nachge
ahmt wurde.

Zu der Mittheilung, daß der Papst der Königin Isabello
Aufnahme in Rom angeboten habe und daß bereits Empfangs
vorkehrungen im Palasie Farnese getroffen werden, macht die
Augsb: Postztg.“ die Bemerkunge: „Wir fürchten, daß die Rüume
des Palastes Farnese bald zu eng werden, wenn der hochherzige
Pius IX. alle Kronenträger gastfreundlich aufnehmen will, welcht
niuf· Logenkommando noch entthront werden müssen.“ —

Flovrenz, 10, Oct. Nach den hier eingelaufenen Berich ⸗
—
schen Tabaksanieihe bereits überzeichnet. — Die Kaiserin von
Rußland hat sich vor den Ueberschwemmungen nach Mailaud zu⸗
rückgezogen.

Spanien.

Der Erzbischof von Valencia, der Bischof Huesca und der
Patriarch von Indien sind die ersten Prälaten gewesen, welcht
der Revoͤlution ihre Zustimmung ertheilten; ersterer begrüßte Prim
auf dem Bahnhofe, als dieser durch Valencia kam; der zweite
hot der Revolutionsjunta seine Dienste an; der dritte hatte eint
lange Berathung mit Serrano gehabt. Von der Mehrzahl der
Probinzialjunten wird dringend die Erklärung der Kultusfreiheit
verlangi und in Madrid sieht man dem betreffenden Schritte ent
gegen. In Madrid, wo 14Kloster bestehen, wird die Schließung
derselben als bevorstehend betrachtet, doch ist in der Sache bisher
noch nichts geschehen. Ueberhaupt ist die Hauptstadt bis jetz!
ungleich weniger hitzig in Forderungen und Beschlüssen, als es die
Provinzen sind. -' Die Junta provisoria del gobierno hatte,
bevor fie der gewählten Junta ihre Vollmachten übergab, noch
den Beschluß gefaßt, Prim zum Generalkapitän der Armee zu er—
heben, dieser aber hat diese Auszeichnung abgelehnt. — Ueber
die Kron-⸗Ju elen herrschen sehr wiedersprechende Angaben. Der
Maͤdrider Correspondent der „Liberte““ schreibt: „Auf die ersie
Qunde von dem Pronunciamiento in Cadir ließ sich die Palast—
Intendantur die der Krone gehörenden Prektiosen zustellen. Man
fand blos 17 Millionen in Staatsrenten und 450,000 Fr. in
Münze, als durch Zufall auf einem Speicher Krone, Scepter und
einige Pretiosen zum Vorschein kamen. Auch wurden auf einem
Speicher 51 Kisten mit Bijoux, kostbaren Möbeln u. s. w., die
Gonzalez Bravo gehören, aufgefunden.

Madrid, 8. Okt. Das Ministerium ist folgendermaßen
gebildet: Präsident Serrano; Prim Krieg; Topete Marine; Fi—
querola Finanzen; Porenjana Aeußeres; Romeno Artiz Jistiz
Sagosta Inneres; Ayala Colonieen; Zorilla öffentliche Arbeiten
Moreno Benitez Gouverneur von Madrid.

Madrid, 8. Oct. Die Junta hat den brodlosen Arbei
tern Arbeit zugesichert. Heute Abend fand eine Monstreprozes
sion (7) statt, die auf ihrem Banner das Motto: „Neligions—
freiheit“ trug.

Madrid, 8. Oct. Man versichert, daß die revolutionäre
Junta dem Herzog und der Herzogin von Montpensier die Er—
aubniß ertheilt habe, nach Spanien zurückzukehren. — Aus Ca—
dalonien wird von einer Gährung berichtet, welche dort in Folge
der Proclamirung des Freihandels entstanden sei. Catalonien ist
einer Reform der Zolltarife ungünstig gestimmt.

Madrid, 9. Oct. In einer heute abgehaltenen Versamm—
lung der demokratischen Führer wurde beschlossen, das neuernannte
Ministerlum aus allen Kräften zu unterstützen unter der Voraus—
setzung, daß dasselbe fortfahre, die Lösung der Tagesfragen in de⸗
mokratischem Sinne herbeizuführen.

Madrid, 9. Oct. Die „Gaceta“ publicirt eine Erklärung
der Centraljunta, welche allgemeines Stimmrecht, Freiheit der Cul⸗
ten und des Unterrichts, Vereins- und Versammlungsrecht, Preß⸗
freiheit, Specialgesetzgebung, Decentralisation der Verwaltung, welche
den Gemeinden und Provinzenregierungen eine gewisse Unabhän⸗
gigkeit verleiht, Schwurgerichte, Gleichheit vor dem Gesetz und Un⸗
absetzbarkeit der Richter verheißt.

Pradrid, 10. Oct. Die revolntionäre Junta vervollstän—
digt die Erklärung der Grundrechte, indem se den Wunsch nach
Abschaffung der Todesstrafe ausspricht, Freiheit der Person, Un⸗
oerletzlichlett des Domicils verlangt. Um die nothleidenden Klassen
unterstützen zu können, hat die Junta ein Anlehen von 10 Mil—
lüonen Realen eröffnet. — Ein Circular des Ministers des In—
nern sagt, daß, wenn auch ungqlücklicherweise der Appell an die

Waffen nothwendig war, um eine verkommene Regierung zu stür—⸗
zen, gegenwärtig die Ordnung die höchste Nothwendigkeit und die
Regierung entschlossen sei, dieselbe aufrecht zu erhalten. Das Cir⸗
cular schueßt mit der Aufforderung an die Beamten, alle Ruhe⸗
lörer den Händen der Gerechtigkeit zu überliefern.

Madrid, 11. Oct. An der gestrigen Börse herrschte Panif
in Folge einer angeblichen Depesche über die Losreißung Cubas
»on Spanien. Der Urheber der Depesche (also ein Speculant)
vurde verhaftet. Die Subscription auf das Municipalanlehen be—⸗
trägt 500,000 Fres. — Es geht das Gerücht, der Staatsrath
solle unterdrückt, der Rath des öffentlichen Unterrichts aufgelöst
werden. — Hr. Orense ist angekommen, und wird heute Abend
im demokratischen Verein einen Antrag auf Einführung der repu—
holitanischen Regierungsform stellen. —

Rufsland.

Petersburg, 9. Oct. Die Mititärbehorden sind zu um—
fassenden Beurlaubungen zwischen dem 13. Sept. d. J. und dem
18. März 1869 ermächtigt.
Verumuige—

PKichheimbolanden, 7. Oct. Eingetretener Hin⸗
dernisse wegen findet der auf den 13. October bestimmu ge—
wesene ersste Viehmarktt dahier erst am 27. Octobet
l. Is. stalt.

Das franzdsische Geld betreffend, wollen wir un⸗
sere Leser bei Zeiten daran erinnern, daß vom 1. November d.
J., also schon in weniger als 8 Wochen, die französischen Ein⸗ und
Zweifrank⸗Stücke, welche eine ältere Jahreszahl als 1866 tragen,
nichts mehr gelten; ebenso auch die halben Franken und Viersous—
Stücke, die von einem früheren Jahre als von 1864 datiren. —
Die schweizerischen Zwei⸗, Ein⸗ und Halbfrank-Stücke mit den
Jahreszahlen 1830 nund 1851 verlieren alle Geltung mit dem 1.
Fanuar 1869. — Darum sorge Jeder, daß er nicht in Schaden
ommt, denn die besagten Münzstücke verlieren allen Geldwerth,
ind also nur noch ihren Metallgehalt werth, der aber, besonders
zei den Schweizer Geldstücken, ziemlich gering is.

Vor einem am 8. Okt. in Zweibrücken zusammen⸗
zerufenen Kriegsgerichte wurde die Untersuchung gegen Christian
Wagner von Pirniasens, des Mordes der Friederike Gundel⸗
vein von da beschuldigt, verhandelt. Bekanntlich hatte der Be⸗
chuldigte am 15. Mai l. J. auf dem Bahuhode zu Homburg
»as genannte Mädchen, seine frühere Geliebte, erschossen. Als
Staatsanwalt fungirte der Herr kl. Bataillonsauditor Zenk von
Würzburg. Die Vertheidigung führte Herr Nechtskandidat Lang
don Zweibrücken. Die Verhandlung ging erst Abends gegen 9
Uhr zu Ende. Das Urtheil ist, wie man hört, auf einige Tage
verschoben worden. Von Seiten derAnklage soll die Beschuldi—
gung wegen Mordes aufrecht erhalten, dagegen vom Vertheidiger
auf Todischlag mit dem Milderungsgrunde der geminderten Zu⸗
rechnungsfähigkeit ꝛc. plaidirt worden sein.

Am Mittwoch den 7. dieses trug sich in Reiskirchen, Be⸗
irksamts Homburg, das Unglück zu, daß ein Mann einer gering⸗
ügigen Ursache wegen, einen Karst nach einem Knaben warf und
ihn so unglücklich in das Genick traf, daß er 2 Stunden da⸗
rauf starb.

Auf dem Dürkheimer Wurstmarkt wurden vertilgt: 301
Centner Kesselwürste, 207 CEtr. Knoblauchswürste, 178 Ctr. Brat⸗
würste, 6 Etr. Schwartenmagen, nebst vielem Andern. Die Menge
des getrunkenen Weines steht hiezu in richtigem Verhältniß, beson⸗
ders dem Federweißen wurde sehr scharf zugesetzt.

p Muͤnchen, 6. Okt. (Mißbrauch der Kanzel.) Pfarrer
Engelbert Rauch von Winterbach wurde wegen Ehrenkränkung des
Sdidners Joseph Gehringer von dort, welchen er von der Kanzel
herab als „gemeinen Hundskerl, Viehkerl und schwarze Hunds-
feele“ bezeichnete, zu 5 fl. Geldstrafe verurtheilt. Gehringer hatte
sich den Zorn des „sehr gebildeten“ Hrn. Pfarrers hauptsächlich
durch Halten der „Abendzeitung“ zugezogen.

f'In München wurde am 5. d. die durch ein Frauen⸗
Fomite ins Leben gerufene Kunstschule für Mädchen eröffnet.
Borerst bestehen an derselben drei Kurse, in denen Unterricht im
Zeichnen nach Gyps⸗Ornamenten und Köpfen, Figuren und nach
dem Leben ertheilt wird. Dazu kommen noch Vorträge' über
Perspective und Kunstgeschichte; spiter wird auch eine Malerschule
etablirt. Der König, die Königin-⸗Mutter und die Glieder des
k. Hauses haben zu dem Unternehmen reichlich beigesteuert.

4 Trier, 8. Oct. Gestern Nachmittag beging ein Schuh⸗
macherlehrling aus Sirzenich, welcher seinem Meister unrechtmäßi⸗
ger Weise entlaufen war und ihm zurückgeführt wurde, das Ver⸗
zrechen, denselben durch zwei Schüsse aus einem doppelläufigen
Terzerol, wie man glaubt, lebensgefährlich zu verwunden. Der
Thäter ist verhaftet und die Gerichtsbehörde hat bereits die Un—
jiuhung eingaeleitet. (Eifersucht soll die Ursache des Verbrechens sein.)
        <pb n="485" />
        Karlsruhe, 7. Oct. Aus dem Oberlande kam die
elegraphische Nachricht, daß der Rhein, wohl in Folge des star⸗
en Sieigens des Bodensees, bedeutend zunehme. In den Rhein⸗
rien wird von den am Stromse liegenden Feldern geflüchtet,
das fortgespült werden könnte. Der Rhein treibt Obst

olz ꝛc.

dohb PIn Frankfurt hat ein junges, durch Liebenswürdig ⸗
eit und Schönheit ausgez⸗ichnetes Mädchen, das Kind betagter
xẽltern, durch Gift seinem Leben ein Ende gemacht. Das
Motid zur bedauernswerthen That soll die Auflösung eines Ver⸗
oͤbnisses sen.

F Stuttgart, 5. Oct. Am Samstag Nachmittag wurde
ein junger Mann aus Kirchheim a. T., der in einem der neuer⸗
zaulen Häuser an der Gasfabrik wohnt, während er im Begrifft
sand, einen Brief an seine Eltern zu schreiben, von einer Kugel
etroffen, die von dem nahen Schießplatze aus; wo sich eben Turner
jbten, herübergeflogen kam. Seine Kostfrau fand den unglückli⸗
hen zufällig im Blute liegend. Während der herbeigerufene
Bundarzt mit dem Verletzten beschäftigt war, und die zu Hilfe
zeeilten Leute um ihn herumstanden, flog eine zweite durch den
IFfenen Laden zwischen die Versammelten durch das Dach, ohne
edoch Jemanden zu verletzen. Der Verunglückte, dem die Kugel
uuf der linken Seite des Kopfes hineine und auf der rechten wie⸗
zer herausdrang, lebte am andern Tage noch und war bei vollem
Bewußtsein, indessen ist bei der schweren Verwundung eine Gene—
ung kaum zu hoffen. Das betreffende, erst in der letzten Zeit
erbaute Haus ragt über den Schießwall der Schießstätte, die zu
einer Zeit erbaut wurde, in welcher in der ganzen Umgegend noch
keine Häuser waren, hinaus. Einige Mitglieder des Turnvereins
die sich zur Zeit des Vorfalls mit Schießübungen beschäftigten,
zine Scheibe aufsteckten, jedenfalls zu hoch, schossen zu hoch weg,
und führten so das Unglück herbei. Die Turner zeigten die
Sache selbsti an und siellten sich freiwillig dem Untersuchungsge⸗
richte. Wer von ihnen den unglücklichen Schuß gethan, wird sich
aicht ermitteln lassen. *

Der Herzog von Koburg hat die Führung der General⸗
Intendanz des Hoftheaters zu Koburg-Gotha. dem Kabinetsrath
Dr. Tempeltey provisorisch übertragen. —

Madame Ratazzi beschäftigt sich gegenwärtig mit der
herausgabe eines neuen Romans, welcher den Titel trägt: „Wenn
ich Königin wäre.

x Virchow's Wortauf einer früheren Naturforscherversammlung,
das er heuer in Dresden wiederholte, der Mensch müsse haupi-
ächlich mehr in den Naturwissenschaften gebildet. werden, um zu
ꝛinem freien, denkenden Menschen erzogen zu' werden, fängt ein
Werk Reclam's Der Leib des Menschen“ an, in hervorragender
Weise einzulösen. Der Verleger (Thienemann's Verlag Jutius
Hoffmann] in Stuttgart) hat das vortrefflich geschriebene Buch
nit prachtvollen Farbentafeln und zahlreichen Holzschnitten ausge—
tattet und versprechen die uns vorliegenden drei Hefte — in 20
Heften wird das ganze Werk erscheinen — wirklich Ausgezeichnetes
Wie viel Unwifsenheit, wie viele Vorurtheile können durch dieses
Werk dauernd gehoben werden!

f Wien, 6. Oct. Eine höchst originelle Versammlung hat
jestern bei dem bekannten Jungemorughen nächst Sievering siatt⸗
gefunden. Es fanden sich nämlich dort nuus Wien und der Um—
zebung mindestens an 2000 Damen ein, von denen die jüngste
vohl mehr als 40 Jahre zählte. Die Veranlassung hiezu war
»ie Neuwahl der Hauptprophetin jenes Brünnels, nachdem die be—
ühmteste Nummerauslegerin, die unter dem Namen „Lauskathl““
ich ihr Renommee errungen, vor Kurzem verstorben ist. Diese
Neuwahl fand statt, und es wurde zum künftigen weiblichen Vor—⸗
tand der Jungfernbrünnel-Wahrsagerei eine in diesem Fache be—
reits renommirte Pythia aus Hernals gewählt, die wegen ihres
linken Mundwerkes den Beinamen „Schnatter⸗Marie“ führt. Die
„Schnatter-⸗Marie'“ wurde der versammelten Menge auf einem Esel
itzend, vorgeführt. Sie trug ein großes Bild der h. Agnes vor
ich auf der Brust, und kaum erschienen, war auch ihre Wahl
zurch Acclamation sofort vollzogen. Das Geschrei der alten Wei—
ꝛer war so arg, daß man sich bei einem Hexensabath wähnte.
Sofort nach der Wahl begann das Prophezeihen von Glücksnum—⸗
nern, und die neue Prophetin gab so viele Hunderte von Ternen
ius, daß allerdings die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, daß unter
jen zahllosen Nummern-Combinationen sich bei der nächsten Zieh⸗
ing auch eine als die richtige erweisen könnte.

Aus Kronstadt meldet man, daß eine furchtvare Feuers⸗
zrunst 150 Häuser zerstört hat.

Im Strafhause zu Lemberg roiteten sich die (etwa 200)
Zerbrecher zusammen und fielen über die Gefangenwärter her;
un Herstellung der Ruhe mußte Militär requirirt werden.

Der „Figaro“ behaupiet, Hr. v. Rothschild habe die Weim
e von Chatedu-Laßiti'e (um den Preis von 48—e Millionen

Fres.) nicht für sich, ——— Marforis
angekauft. 3*677 J
fLondon, 6. Oct. Bis gestern sind etwa hundert Schiff⸗
brüche in Folge der Aequinockialstürme? gemeldet worden. Der
Berlust an Menschenleben jedenfalls sehr groß, kann noch, nicht
hestimmt werden, da mehrere der Fahrzeuge mit Mann und, Maus
zu Grunde gingen.

fEin närrischer Engländer erkundigte sich kürzlich auf dem
dauptpostamt in Paris, wie viel es kosten würde, ihn selbst per
Post unter Couvert nach London zu schicken. — Man wog ihn
und schätzte seinen Transport per Briefpost auf 8648 Franken.
Als er jedoch Ernst machte und das Briefporto für eine Person
aufzählte, übergab man ihn der Polizei, welche ihn, als einen
Narren, nach seinem Hotel zurückbrachte.

(GEitilichkeit im Kirchenstaat. In Rom sind drei Indi⸗
aiduen aus Zagarolo vor Gericht gestauden, die beim Wein und
Zpiel das etwas seltsane Abkommen getroffen hatten, daß der⸗
jenige unter ihnen, der verlöre und nicht zahlen könne, als Buße
den Ersten der ihm auf der Straße begegnete, niederschießen solle.
Als nun der Verlierende hinausging, das Gewehr schußbereit, ist
zer Erste, der ihm begegnet, sein Vatec. Glücklicher Weise siegte
hdie Stimme der Natur, und mit Bewilligung seiner Kameraden
vählte er sich ein anderes Opfer — einen Greis, der ruhig seines
Weges ging.

— Ueber die Aufsuchung der Reste der Expedition J. Franklins
neldet der „Messager franco americain“. Durch den Dr. Goold
von Dublin, der kürzlich von einer arktischen Reise in New-NYork
ingekommen ist, wurden Nachrichten über den Capitän Hall, den
nuthigen Nordpoolfahrer, bekannt, der die Aufsuchung der letzten
Zpuren Franklins und seiner Erpedition unternommen hat. Dr.
Boold traf im August 1867 in der Repulsa⸗Bai mit Capitän
dall zusammen. Dieser Letztere hatte in Erfahrung gebracht, daß
Fapitän Crozier und ein Matrose im Jahre 1864 auf der Insel
Southampton, in der Hudsonsbay gestorben sind. Die Taschen⸗
ihe des Capitäns und andere Ueberreste waren in den Besitz Hall's
gelangt, welcher die schriftliche Hinterlassenschaft Franklin's auf
Zing Williams Land zu finden hoffte. Dies Land aber ist von
wilden, den Seefahrern feindseligen Stämmen bewohnt, welche
der Capitän in Begleitung von Eskimos besucht hatte. Die ihm
unter diesen Horden bekannt gewordenen Details sind geeignet,
klares Licht über den traurigen Ausgang der Franklin-Expedition
zu werfen.

Eine Papierkragen⸗Fabrik in NRewyork mit einem Ka⸗
pital von 500,000 Doll. beschäftigt 460 Personen, welche 350 ver⸗
chiedene Sorten Papierkragen liefern und deren alle 24 Stunden
nicht weniger denn 5,000,000 Stück fertig stellen.

— In Calcutta ist die Cholera ausgebrochen und wüthet un⸗
ter Europäern und Eingebornen gleich verderblich; als Ursache
der Epidemi bezeichnet man das schlechte und verunreinigte Trink⸗
vasser. Auch in Persien, namentlich in Teheran, hat sich die
Cholera wieder halb gezeigt.

F Der bekannte Oculist, Professor Casturani in Turin, hat
die Entdeckung gemacht, daß mittels Eintreibung von Luft durch
die Augen Thiere fast schmerzlos und in wenigen Sekunden —
wei bis vier — getödtet werden können. Da diese Tödtung auch
auf Menschen anwendbar ist und dieselbe nicht die mindeste Spur
don Gewaltthat zurückläßt, so dürfte sie bei den Vertretern der
zerichtlichen Medizin gewiß Aufsehen erregen. Bei jüngst vorge—
rommenen Experimenten in der koniglichen Thierarzneischule in
Turin wurden in wenigen Minuten vier Kaninchen, drei Hunde
und eine Ziege getoͤdtet.

Vom 1. Nov. an werden durch Vermittlung des „Nord—
deutschen Lloyd“ und dessen Agenten Postanweisungen zwischen
dem norddentschen Bund und den Vereinigten Staaten von Ame—
rika und in umgekehrter Richtung eingeführt werden. Denjenigen
»uropäischen Ländern, welche mit dem norddeutschen Bunde Post-
derträge abgeschlossen haben, ist das Recht vorbehalten, diesem Ver⸗
rage beizutreten.

FEin vorzügliches Zahnpulver zu erhalten,
nische man zwei Eßloͤffel voll pulverisirte Lindenkohle und zwei
Zöffel voll pulverisirte Calmuswurzeln mit einer Messerspitze voll
Jremor tatari und einem Theelöffel voll Chinarinde gepulvert und
»ürste die Zähne des Morgens und nach dem Essen, so wird
nan sie gesund und schön weiß erhalten, da die Kohlen und
der Calmus jeder Fäulniß des Zahnfleisches vorbeugen und der
Dremor tartari das Ansezen des Weinsteines an den Zähnen
erhindert.

F*In New⸗Jersey Mordamerika) verklagte jüngst eine ge⸗
visse Mary Adermann ihren Bater und verlangte von demselben
3000 Dollars Schadenersatz, weil derjselbe ihre Liebschaft mit einem
ungen Manne nicht dulden wollte und sie fremden Leuten gegen—
iber unzüchtigen Lebenswandels beschuldigt hatte; die Jury sprach
hr 4000 Dollat zu.
        <pb n="486" />
        Bekanntmachungen.
Hausversteigerung
Samstag, den 81. Okt. 1868,

Nachmitiags 2 Uhr zu St. Ingberit in der

Behausung des Geschäftsmannes Heinurich

eeee „ wird das zum Nach—

lasse des daselbft verlebten Schlossermeistexs
Beorg Haas gehörige zweistöckige
Wohnhaus zu St. Ingbert am Kapellen⸗
veg nebst Hofraum und gemeinschaftlichem
kin⸗ und Ausgange, neben Waguer Herzer,
in Fläche 3210 Dez, enthaltend, der Un—⸗
heilharkeit halber auf sechsjährige Zahlungs⸗
ermine in Eigenthum versteigert, auf An—⸗
dehen der Geschwister und Erben an
ils: 1., Barbara Haas, gewerblos, Wiw.
von Peter Best, 2., Catharina Haas, ge—
verblos, Ehefrau des Hutmachers Johann
deyrer, früher in St. Ingbert, jeßt ohne
bekannten Wohn⸗ und Aufenthalisort ab⸗
wesend, die Ehefrau gerichtlich ermächtigt,
3. Jacob Haas, Blechschmied, 4., Peler
haas, Schreiner, 8., Elisabetha Haas, le⸗
zig, großjährig, gewerblos, 6. der noch,
ninderjährigen Kinder, der verlebten!
Schwester Karolina Hags, exzeugt mit
Michael Zimmermann, Bergmann, als:
Jacob, Elisahetha und Maria Zimmermann,
velche ihren Vater zum, Vormund und
den Franz Jacob Heinrich Wirth zum Ne⸗
envormund haben, alle Gengnnte in St.
Ingbert wohnhaft.

GHorn, kgl. Notar.
Garten- und Wiesen—

Süßer und Federweißer Most
Ganz vorzüglich in der Post!
Die Kastanien gehen gratis,
Es trinke nur seder satis. ———
Schon wieder ist eine gro ße Sendung de
neuestön LKloideérstoffé
ingekommen, welche zu unerhört billigen Preisen verkauft werden:
Puche, Ruxlkins, Ratinets, Mouble
u Herren⸗Ueberzieher, Velours in allen Farben zu Damen⸗Jacken
owie fertge IPAIEH-Ian empfehle unter Zusicherung
er äußerst billigen Preise. 1r
EL. Gerz, Wiw.
Mittwooh, don 14. October 1800.
Abpends haIb Uhu. —*
AIum Ohæorhauser“schen Saale
PISISFIM
J—
212.
—J
Versteigerung.
An demfelben Tage, Nachmittags halb
lUhr, zu St. Ingbert in der Wirthsbe—
zausung von Johann FJgfeph Heinrich wer—
den die nachbezeichneten Liegenschaften St.
Ingberter Bannes zum Nachlasse der
daselbst verlebten Eheleute Peter La—
marche, lebend Fabrikant, und Marga⸗
retha Sihet gehörig, auf Austehen der
dinder und Erben derselben auf langjäh—
rige Zahltermine in Eigenthum versteigert,
nämlich:
Plan 558. 35 Dec. Garten mit Gar—⸗
senhaus zu St. Ingbert an der Saar⸗
zrücker⸗ oder Kaiserstraße mit einer
Mauer umgeben, dem Bahnhofe gegen—
iber, sammt Plan Nr. 2488.
1 Tagw. 69 Dec. Wies in den Steg—
wiesen, hinter diesen Garten, ein Gan—
zes bildend, zu Hausplätzen geeignet,
neben Peter Selgrad' und Johann Jo—
seph Ehrhardts Wittwe.
Horn, kgl. Notar.
Ein ansehnlichs Maädchen, aus
achtbarer Familie wünscht eine
Stelle als Kellnerin oder Ladenmäd⸗
chen. Der Eintritt kann sofort erfolgen.
Zu erfragen in der Exped. d. Bl. —
Ein Kindermädchen, wird zu — nd
eree 8 esuats WEintrittskarten à 30kr. J
»dition d. Bl. ertheilt, Auskunftt. .. 5 —
Tieranein in gFamilienbillets à 3 Personen 1fl. 12 kr.
Unterzeichnetem ist von hente
1b, Morgens und Abends süße sind im Café SEIPER und Abends an der CAsS&amp;SA ꝓu haben.
Milch a 3 kr. per. Schoppen — — —
zu haben. Es werden auch Mainz, 9 Oct. J ꝓ) So te. — 2 ft. 45 hB. -
roch einige Monats- Kunden anget ——— Korn — Pfd.) I0 f. 40 fr. bis 10 fl. 50
rommen Gruchthreise.) Weißmehl das Mal- kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 35 kr. bis 10
P. J. Woll, ier d 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗ fl. 45 kr. Hafer (180 Pfd.) 5fl. 30 fr.
in der Kohlenstraße. genmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200 bis — fl. — kr.
Redaction. Druck und Verlag von F. X. Demesß in St. Juabert.

aus Paris
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Der St. Ingberter Anzeigert mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dinn 6 da ge Donnerstas⸗
Sorisnage Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzt. oder 18. Silbergr. Anzeigen werden mit,B Kerzr,, dien dreispaltige Zeiler
Blattschrift oder deren Raum berechnet
Donners tag, den

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— — — J— 4 4868.
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Deutschland.
Manchen, 12. Oct. Durch königliche Entschließung aus
Schloß Berg, 10. Oct. ist die Eroͤffnung der Laudraths⸗
ersammalung en für 1869 nunmehr auf den 4. Nopember
Ib sesigesei.
Daz Handelsministerium hat der Pfälzischen Ludwigsbahn
gesellschaft auf Ansuchen die Concession zur Projectirung einer
isenbahn von Lautzirchen durch.das Blieslhal an die französische
Zrenze in der Richtung auf Saargemünd auf die Dauer eines
Jahres mit der Ermächtigung ertheilt, im Benehmen mit der fran⸗
hͤsischen Ostbahnverwaltung auch Vorschläge über die Herstellung
es Anschlusses an die französische Ostbahn bei Saargemünd, und
war. womöglich in dem Sinne, daß von letzterer der Bau auf
französischem Gebiete für eigene Rechnung übernommen werde,
ufzustellen, um die nothigen Anhaltspunkte für den später abzu⸗
schließenden Staatsvertrag zu gewinnen. Diese Bahn würde auf
baherischem Gebiete ungefähr 8 Meilen, auf französischem Gebiete
dagegen bis zur Einmundung in den Bahnhof zu Saargemünd
ungefähr ., Meile lang werden, und dürften deren Gesammtbau⸗
kosten auf der ganzen, mit keinen besonderen technischen Schwierig⸗
seulen verknüpsten Linie sich auf etwa 2. Millionen belaufen.
München, 12. Oct. Eine die Ueberweisung der Mann⸗
schaft der altiven Armee in die Reserve betreffende Kriegsministe⸗
tialentschließung vom 8. 1. M. spricht aus, daß der sich geltend
moachenden Ansicht, alle. Wehrpflichtigen der Altexsklasse 1843 seien
ohne Rücksicht auf den Zeitpunlkt ihrer ——— der Reserve
zu überweisen, die Grundbestimmungen des Wehrverfassungsgesetzes
zntgegenstehen. Dieses Gesetz bestimme für jeden Bayer eine gleich
mädige persönliche Wehrpflicht und bezeichne genau den Beginn,
die Dauer und die Vollendung der Dienstzeit in⸗den drei Bestand⸗
cheilen der bewaffneten Macht. Bezüglich der Wehrpflichtigen
der. Altersklasse 1843, welche nicht hei der Heeresergänzung für
das Jahr 1865, sondern erst bei der im darauffolgenden Jahre
sattgefundenen außerordentlichen Aushebung zur Einreihung gelang⸗
en: sei im Gesetze eine Bestimmung nicht enthalten, daß denselben
ein Dienstjahr nachgelassen, sofort die Berechtigung zum Uebertritte
im die Reserve vor zurückgelegten drei Dienstjahren zugestanden wer
den soll. Es müsse sohin die schon unter der Herrschaft
deg Heeresergäͤnzungsgesetzes vom 15. Augusi 1828 bestan⸗
dene Regel, wornach die Dienstzeit der Wehrpflichtigen vom Zeit⸗
punkte ihrer Ueberweisung oder ihres Eintrities in das Heer, be⸗
jicehungsweise vom Tage ihrer Verpflichtung beginnt, umsomehr
estgehalten werden, als für die Annahme einer ganz besonderen
Begünstigung der vorbezeichneten, erst in einem späteren Jahr—
Jange zum Militärdienste bestimmten Angehörigen der Altersklasse
1843 durchaus ein Rechtfertigungsgrund nicht bestehe; — die
lüngsten Kammerverhandlungen überdies noch eine Erläuterung
geben, wie die Dienstzeit der nicht sogleich mit ihrer Altersklasse,
Indern erst später in die Armee eintretenden Wehrpflichtigen zu
nerechnen ist, uud sich hierin deutlich aussprechen, daß das Wehr⸗
rerfassungsgesetz solchen Wehrpflichtigen keinen Vortheil zuwenden,
zelmehr dieselben ausdrücklich verpflichtet wissen wolle, ihre volle
Dienstzeit in dcr aktiven Armee, Reserve und Landwehr zu erfül⸗
sen. Die Eingangs erwähnte Auffassung der gedachten Gesetzes⸗
elle widerstreite aber auch den militärdienstlichen Interessen ge⸗—
cadezu. Durch eine vorzeitige Entlassung der Mannschaft, insbe⸗
dndere aus der aktiven Armee, würde deren Ausbildung in den
nilitärischen Dienstübungen beeinträchtigt: — außerdem würde hie⸗
urch noch eine Abschwächung der numerischen Stärke der bewaff⸗
nelen Macht hervorgerufen, da nicht blos die nachträglichen Con⸗
cribirten der Altersklasse 1843, sondern auch die im gleichen
Falle befindlichen Conscribirten der Altersklasse 1836 hiebei be⸗
cührt erscheinen. —
Dienstesnachrichten.
Der Landgerichtsassessor E. Lellbach in Zweibrücken wurde
auf Ansuchen zum Staatsprocuratorsfubst. bei dem Bezirksgericht

Landau befördert; dann der Landg.⸗Ass. La⸗Stübel in Speyer

um Zzitzaraseher in Landau und der Landg.⸗Assefsfor
J. Hatry in Grünsiadt zum Bezirksger.Ass.n in“ Kaiserslautern
rrnannt.

Stuttgart, 12. Och. Wie der⸗, Wurttembergische
Staatsanzeiger“ meldet, hat am vergange nen Samstag in Mün⸗
hen die Unterzeichnung des Vertrages Über? die süddeutsche Fe—
tungskommission und der Vereinbarung über ein gemeinsames Vor⸗
jehen betreffs des beweglichen Vermögens der vormaligen Bundes-
festungen stattgefunden. t

Berlhin, 10. Oct. Wenn die Rede des Königs von Däne⸗
mark zu gegebener Zeit Anlaß zu Exbrtexungen, zwischen zwei
Broßmachten geben sollte, so würden einige Mitglieder des diplo⸗
natischen Corps in Kopenhagen nicht überrascht sein, schreibt heute
ꝛine gut situirte Persönlichkeit aus der daijischen Häuptstadt. Diese
Unsicht will mir nicht begründet erscheinen, unde selbst die übere
zreistee, Patrie“ bringt mich davon nicht ab, daß Frankreich es
ich überlegen wird, ehe es Preußen — diese Großmächte können
ja nur gemeint sein — über den Art. V. des Prager Friedens
interpellirt. Das käme einer Kriegserklärung gleich. Mit solchen
ungeschickten Artikeln wie der der Patrie? reicht die französische
Regierung nicht weiter, als daß Handel und Verkehr lahm gelegt
bleiben. Mag man gegen Preußens Politik erbittert sein, so viel
man will; aber den internationalen Verkehr unter dieser Erbits
lerung leiden zu lassen, ist ein Fehler, weichen einst die napoleo
nische Regierung bitier bereuien dürfte. Der Geldbeutel spiell auch
hei den Franzosen eine große Rolle — heute sogar eine ebenso
zroße als die gloire. — Die süddeutschen Militarconferenzen be⸗
swecken auch die Verständigung über einen neuen Mobikmachungs-
plan auf Grundlage des neuesten preußischen, sehr geheim gehal—
ienen Mobilmachungsplanes, von dem man nur weiß, daß er
wunderbar einfach ist und wunderbar schnell in Ausführung ge⸗
bracht werden kann, denn am elften Tage' kann die gesammte
norddeutsche Armee kriegs⸗ und marschbereit dastehen. Es kommt
jetzt nicht mehr vor, daß das Mecklenburg-Strelitz'sche Contingent
8 Wochen auf 900 Mützenschirme warten muß. Und dabei um⸗
'aßt der Plan bis in die kleinsten Details die Zutheilung der
Special; und technischen Waffen, Brüdentrains, Telegraphen-Eisen⸗
ahnabtheilungen u. s. w. zu den Feldtruppen. Es erführt aber
lein Offizier mehr, als was er in seinem Wirkungskreis an jedem
Tage zu thun hat. Ich glaube, daß, wenn Süddeutschland die⸗
sen Plan adoptirt, die deutsche Armee die schlagfertigste auf der
Welt sein wird.

Der „Courier“ weiß von einem Gerüchte, wonach König
Borg die Auflösung der Flüchtlingslegion befohlen hätte. Die
sreuzzeitungsnachricht von der Reise nach London und dem Ein—
tritt des Koͤnigs in die parlamentarische Laufbahn nennt die „Lan⸗
deszeitung“ „eitel Finte““; nie und nimmer werde und könne der
stönig wegen seiner Ahnen sowohl wie seiner Nachkommen seine
Rechte vergeben u. s. w. W

Berlin, 13. Oct. Gutem Vernehmen nach tritt der
Landtang der preußischen Monarchie am 4. Nopember d. J.
usammen.

Dresden, 13. Oct. Gestern Abend ist das preußische
Zronprinzenpaar, das seit dem 9. d. beim hiesigen Hofe zu Be⸗—
juch war, nach Darmstadt abgereist.

Wien, 13. Oci. Das „Tagblatt? weldet: Der Reichs-
Zanzler, Baron v. Beust, soll ein Rundschreiben an die auswär—
igen Vertreter Oesterreichs vorbereiten, welches auf die letzten
Vorgänge in Böhmen und auf die von der Resgierung dajelbst ge-
rossenen Maßregeln sich bez ehen soll. Das genannte Blatt mek
det ferner: Das französische Kriegs-Ministerium bewerkstelligt durch
ein Consortium großartige Schlachtvieh-, Pferdes und Lederankäufe
in Oesterreich. Der Bevollmächtigte des erwähnten Consortiums
hefindet sich gegenwärtig in Wien.

Pra'g, 12. Oct. Gestern Nachmittags hat in der Vorstadt
Smichow eine große czechische Volkzansammlung stattgefunden,
        <pb n="488" />
        velche erst durch das Einschreiten des Militaͤrs zerstreut werden
onnie, wobei mehrerr Verwundungen vorkamen. Abends war die
Xuhe wiederhergestellt. Heute erließ der Leiter der Sta tthalterei
BSeneral Koller, eine Proclamation, worin er zur Einhaltung der
Ruhe und Ordnung auffordert, indem er erklärt: es sei seine
Aufgabe, die gesetzliche Ruhe und Ordnung wiederherzustellen, er
vurde daher auch allen Ausschreitungen nöthigenfalls mit Waffen⸗
Jewalt begegnen. Schließlich spricht er in der Proklamation die
Hoffnung aus, daß nach eingetretener Beruhigung der Gemüther
der Weg der Auflehnung werlassen, dagegen eine Verständigung
nuf verfassungsmäßigem Bodeen gesucht und gefunden werden wird.

Innusbrucdc,, 10. Oct. BSei der gestrigen Auflösung des
dandtogs serklärte der Statthalter, die Regierung“behalte lich die
Maßnahmen vor, um die Staatsgrundgeseze bezüglich der Gemeinde
ind Schule auch in Tyrol durchzuführen.

Prag, 10. Oct. Narodni meldet: In den ersten No⸗
vembertagen (vom 7. — 9. Novbr.) wird auf dem weißen Berge
tin Winlerlager, wozu Militär aus Böhmen, Mähren und Oester—
reich zusammengezogen wird, gehalten.

Pesst h, I0. Oct. Nicolaus Kis ist zum Gouverneur von
Fiume designirt. — Die Bitte der Selkte der Nazarener um Be—
reiung vom Militärdienste, weil ihr Glaube ihnen das Blutver⸗
zießen verbietet, wurde vom Ministerium abgewiesen. — Gestern
zat auf der Südbahnstrede zwischen Lepsenh und Czilvar ein Zu⸗
ammenstoß der Züge stattgefunden. —

Frankreich.

Aus Paris, 10. Oct., wird geschrieben: Die Kammern
ollen, sagt man, für den 158. Dec. einberufen werden.

Bei dem Herzog von Madrid GDon Carlos), der in Paris
sue Cardinal Fesch wohnt, fand gestern eine Berathung seiner
Anhänger statt und ist beschlossen, daß er sich ohne Aufschub nach
Spanien begeben solle. An den „zuffrage universel“ wird Karl
VII., dem ursprünglichen Plan zuwider, nicht appelliren, weniger
zur Wahrung des Legitimitätsprincips, als weil man eine solche
Dperation erst dann für. rathsam erachtet, wenn der Sohn des
Don Juan die Gewalt und .die Wahlurnen in der Hand
haben werde.........

Paris, 12. Oct. DerGauilois?“. enthält einen Brief
Prim's aus Madrid vont 10. Oct., worin dieser sein Erstaunen
zarüber ausspricht, daß der französischen Presse Spanien nicht
chnell genug vorangeht. Prim sagt in diesem Briefe: Wir wer—
den nicht zögern unser Programm zu verwirklichen, dieses Pro—
zramm ist: die wahre constitutionelle Monarchie auf möglichst
dreiter Basis. 78*

Der „Siecle“ erzählt heute folgende Geschichte über Marfori
ind führt als Zeugen einen ehemaligen Freund des Intendanten
der Koͤnigin Isabella an. Es sei ihm von einer Wahrsagerin
derkündet, daß er dereinst berufen sein werde, sich eine schöne und
mächtige Königin zur linken Hand anzutrauen. Diese Wahrsagung
dieg Marfori, der ein schöner und unternehmender Mann war, zu
stopf, und er machte sich auf die Reise, um die ihm verheißene
önigin aufzusuchen. Er bereiste ganz Europa. Entmuthigt
tehrte er nach Paris zurück, wo der Gewährsmann des „Siecle“ seine
Betanntschast machte. Als er von den Bestrebungen Marfori's
erfahren, fragte er diesen, warum er denn nicht in Spanien die
Stichhaltigkeit der betreffenden Prophezeihung erprobe? Der Rath
eines Freundes machte ihn nachdenklich, und er ging nach Ma-
drid, wo denn die Prophezeihung gar bald in Erfüllung ging, wie
ille Welt weiß.

— Die meisten Pariser Blätter haben gesagt, daß Walewski
ils armer Minister gestorben sei. Es ist daher nicht uninteres⸗
ant, zu erfahren, daß der Mann, den man einen „armen Mini—
der“ nennt, Folgendes besaß: 1) drei Häuser in Paris, von de—
nen er das eine, welches ihm der Kaiser geschenkt, bewohnte; 2)
»in Landhaus in St. Germain, das Thiers für diesen Sommer
zemiethet; 3) das Landgut Amphion am Genfer-See in Ober⸗
Savoyen; N eine Domäne im Landes-Departement, welche ihm
der Kaiser geschenkt, und die einen Werth von 2 Millionen hat;
5) Orden im Werthe von 200,000 Fres. Die Minister, welche
man in Frankreich nicht arm nennt, müssen wenigstens 20 Mil—
liouen besitzen, und man begreift daher, daß die Wittwe des Gra⸗
en aus der Staatskasse einen Zuschuß von 20,000 Fres. per
Jahr und aus der Privatkasse des Kaisers ein jährlicher Gnaden⸗
gehalt von 30,000 Fres. erhalten wird.

Paris, 18. Oct. Der „Ganlois“ glanbt zu wissen, daß
Prim an den Prinzen Napoleon einen Brief gerichtet habe, der
zur Mittheilung für den Kaiser bestimmt sei. Prim erilärte darin,
die provisorische Regierung wünsche freundliche Beziehungen mit
Frankreich zu unterhalten. Dieselbe sei nicht voreingenommen für
rgend einen Throncandidaten und werde sich bemüben, daß die
Wahl auf einen Prinzen falle, welcher Europa im Allgemeinen,
Hesonders aber Frankreich genehm sei.

Erngland

London, 11.5 Oct. Gladstone hat an seine Wähler ir
Züdwestlancashire ein Wahlmanifest erlassen, in welchem er fiq
ür die Sparsamkeit im Staatshaushalt, und für Aufhebung de—
rischen Staatskirche ausspricht.

London, 12. Oct. Aus Havanna wird via Newyor
elegraphirt, daß der Geburtstag der Konigin Isabella am 1
Dct. in gewohnter festlicher Weise gefeiert wurde.

* Italiennn.
Aus Rom, 4. Oct. bringt die „Liberte“ ein Schreiber
worin sie unter der Versicherung, daß diese Nachrichten verbür
eien, mehrere Mißtheilungen über einen Vertrag macht,⸗in 8
essen in Italien seit Wochen allerlei Gerüchte umgehen, über di
edoch schwerlich bald etwas Zuverlässiges bekannt werden dürfte,
za die Betheiligten ein Interesse haben, die Sache ganz im Dun⸗
kel zu lassen. Mittheilung der „Liberte“ lautet: „Als der Prinz
von Girgenti im Begriff war, sich mit der Infantin Isabella zu
erheirathen, wurde er von seinem erhabenen Bruder beauftragt,
nit dem Hofe von Madrid Unterhandlungen anzuknüpfen über die
Kestauration, von der man im Palast Farnese schon seit sieben
Jahren träumt, und für welche man ohne Unterlaß arbeitet. Diese
Iuterhandlungen gelangen eben so glücklich wie rasch, und es kam
»in Vertrag zu stande, welchen die Königin mit beiden Händen
interzeichnele, und durch welchen Spanien sich verpflichte, Franz IB.
30,000 Mann zu stellen, welche in geeigneten Augeublicke auf die
düfte von Sicilien geworfen werden sollten. Mit Hilfe dieser
Macht hoffte der Ex-König von Neapel, wärmstens ermuthigt durch
seine Frau, die Königin Marie Sophie, sein Königreich wieder
ju erobern. Uebrigens würde der Hof von Madrid, der niemals
varme Sympathien für das einige Italien gehabt hat, Franz I.
inter allen Umständen gestützt haben, sobald einmal das „Alea
acta estꝰ ausgesprochen und die 30,000 Mamn auf neapolita⸗
nischem Boden ausgeschifft waren. Dieser Plan mußte der Koͤni—
sin von Spanien entgegenlachen; indessen beschloß man im Palast
Farnese, um denselben bei ihr den Erfolg zu sichern, im Einver
tändnisse mit den ultramontanen Großmächten in Rom, die Mit—
virkung der Jesuiten anzurifen, die am Hofe von Madrid sehr
nächtig waren. Diese ehrwürdigen Väter hielten u. a. auch Herr
Harfori in ihrer Hand. Diese Persönlichkeit war ganz zu ihret
Berfügung, und er war es in der That, der den Abschluß des
raglichen Bertrages zu stande brachter...

Spanien.

Louis Blanc ist von Prim, mit dem er in London jederze
reundschaftlichen Verkehr gepflogen hatte, telegraphisch eingeladen
vorden, nach Madrid zu kommen. Die revolutionäre Regieruns
vürde ihm ohne Zweifel einen hohen Posten andertrauen, wem
er sich entschließen wollte, von England bleibend nach Spanien zu
iberfiedeln. Louis Blanc ist in Madrid geboren, woselbst sei⸗
VBater unter Joseph Bonaparte Finanzinspector war, und sprich
zas Spanische mit großer Geläufigkeit.

Madrid, 8. Oct. Man liest in der, Correspondencia“
Die revolutionäre Junta hat hinreichende Geldmittel zur Verfü—
jung. Verschiedene Capitalisten haben bis jezt 20 Millionen Re
ulen gegen mäßigen Zins auf städtische Obligationen, welche dur«
die auszuführenden Banten garantirt find, vorgeschossen. Diese!
Ddarleihen kann noch vergrößert werden

Dasselbe Blatt erzählt, daß am 7. Oct. Abends ein Batail
on freiwilliger Nationalgarden gerade durch die Valverdestraf
og, als ein Priester, der die Hostie zu einem Sterbenden trug
rorüberkam. Sofort und ehe noch ein foörmliches Commando er⸗
heilt worden, machte das Bataillon Halt, präsentirie das Gewehr
ind beugte das Knie.

Das Generalconsulat der Republik Salvador in Madrid hat
nachstehendes Schreiben an die Junta erlassen: „Im September
821 schüttelte Salvador das gräuliche Joch ab, das auf ihm
astete. Im September 1868 stürzt das Mutterland Spanien
ür immer die Tyrannei, die es entehrte. Ewiger Ruhm den
Zpaniern, die dadurch, daß sie ihre Freiheit eroberten, be⸗
viesen, daß sie das Mufter der freien und hochherzigen
gölker sind.“

Die Deutschen in Madrid haben, wie die „Gaceta“ meldet,
benfalls eine Beglückwünschungsgoresse an die Revolutionsjunta
rlassen. „Ehre sagen sie darin, der Nation, deren Kraft und
deldenmuth in wenig Augenblicken über hundertjährige Tyrannei
zu siegen und auf deren Trümmern den Tempel der Freiheit und
)er Gerechtigkeit zu errichten verstand.

Madrid, 12. Oct. Ein Decret des Kriegsministers er⸗
zöht alle Militärchargen vonn Corporal an bis zum Oberstliente⸗
iant um einen Grad. Auch unter den Civilbeamten haben
ahlreiche Beförderungen stattgefunden. — Die Subscriptionen auf
die neue Anleihe betragen etwa 900,000 Franken. Latorre ist
        <pb n="489" />
        um General⸗Capian von Valencia und Novillas zum General⸗
Fapitan von Catalonien ernannt.

Madrid, 12. Oct. Die gestern hier abgehaltene demokra⸗
jesche Versammlung nahm einen tuhigen Verlauf, die gehaltenen
seden waren sehr gemäßigt. Die Versammlung nahm einstimmig
zie Erklärung an, daß die Demokraten so lange die Regierung
nterstühen sollten, als diese den Grundsätzen der Revolution treu
hleiben werde. Wegen vorgerückter Tageszeit wurde der Antrag
Hrense's (auf Einführung der Republit) nicht mehr zur Abstim—
mung gebracht.

Madrid, 12. Oct. In Folge: einer Demonstration der
Holksmenge, welche das Concordat vor dem Palaste des papstli⸗
hen Nuntius verbrannte, erschien der französische Gesandte bei
arschall Serrano, um anzufragen, ob die Vertreter der“ aus⸗
partigen Mächte auf persönliche Sicherheit und auf die Achtung
der Bevölkerung xechnen könnten. Serrano antwortete bejahend
ind bot Soldatenposten zum Schutz für- die fremden Gesandt⸗
chaften an. Die Manifestation habe mur ftattgefunden, um die
Freiheit des Cultus zu proclamiren.

Madrid, 13. Oct. Espaters hat einen Brief an Ser⸗
rano gerichtet, in welchem er der provisorischen Regierung seine Un⸗
nerstüßumg wie die seiner Freunde zusichert, damit die National-
huberannat triumphire. — Ein Decret des Justizministers unter
drückt den Orden der Jesuiten im ganzen Lande, verordnet Schlie⸗
zung ihrer · Etablissemenis und Beschlagnahme ihres beweglichen
ind unbeweglichen Vermögens zu Gunsten der Nationn«Die
cevolutionäre Regierung beabsichtigt die Unterdrückung der seit 1638
jegründeten religiösen Gemeinschaften, Aufhebung ihrer Privilegien
Zerechtigung der Mitglieder anderer Corporationen, in das bür—
gerliche Leben zurückzutreten. - Die Nationalgarde auf dem Lande
durde aufgelöst. — Die Douane von Madrid wurde aufgehoben
Die Grenzzoöͤlle sollen umgestaltet wecden.

Türkei. F

Konstantinopel, 3. Oct. Die Kriegsschiffe, welche
Zouveräne oder Chefs unabhänger Staaten an Bord habem,
zürfen künftig die Dardanellen uund“ den“Boßporus
pajsireen. e 84

Kreta, 4. Oct. Der englische Konsul hat im Auͤftrag: seit
ies Ministeriums den Beschluß der Provisorischen Regierung, die
znsel unter englischen Schutz zu stellen, dahin die
aglische Regierung wisse nichts von einer Insurrection, noch voͤn
iner provisorischen Regierung auf Krreta.
Veruischters.

7 Am 12. dieses erging das Urtheil in der Criminalsache
zes Christian Wagner, der Ermordung seiner früheren Geliebten,
Friederike Gundelwein, im Bahnhofe von Homburg beschuldigt,
ind wurde derselbe zu 10jähriger Zuchthausstrafe verurtheilt.

Gleißweiler, i1 Ock. Einer im hiesigen Bad—be⸗
findlichen Dame aus Hamburg wurden am Freitag Nachmittag,
wahrend fie einen Ausflug auf die Anna⸗stapelle machte, aus einem
feleiderschranke, mittelst Erbrechung desselben, 300 Thlr. in preuß.
Zassenscheinen gestohlen. Der Verdacht ruht auf · einem jungen
Mannn, der sich unter dem Namen „Baron v. Scharowski
ud. jur., seit einigen Tagen im Bade aufhielt,“sich für “einen
Heidelberger Studenten ausgab und am Tage des Diebstahls,
jach Zahlung seiner Rechnung, wobei er einen 25 Thaler-⸗Schein
serausgabte, unvermuthet rasch abreise..

pBrückenau, 4. Oct. Ein gräßliches Unglück ereignete
ich gestern Nachmittag in dem 2 Stunden von hier entfernten
Dorfe Rothenrain. Das 10jahrige Töchterchen der Wittwe Wal—
er kam einem auf der Viehweide angezündeten Feuer etwas zu
zahe, das dünne Kleidchen fing Feuer und ging bei dem starken
Winde in lichterlohen Flammen auf. Das entsetzte Kind lief auf
hdas co. 200 Schritt entfernte Haus seiner Mutter zu, stürzte
iber auf dem halben Wege zusammen, so daß die zur Hilfe
jerdeieilenden Nachbarn blos noch eine grauenhaftverkohlte Leiche
dorfanden.

4 Bayern besitzt in seinen Feuerwehrleuten eine
zanz respectable Armee. Man zahlt bereits ca. 250 die Mehte
m Laude, welche einen Personalbestand von über 25,000 Mann
aufweisen.
In Ber lin stand dieser Tage eine, junge Diebsbande“
aus 6 Knaben und einem Mädchen bestehend vor Gericht. Dit
ntarteten Kinder hielten täglich Zusammenkünfte am Springbrun—⸗
jen auf dem Alexanderplatz, beredeten dort, wo sie sich Abende
reffen und die Nacht zubringen wollten (gewöhnlich auf dem Ni—
olai- oder Marien⸗dirchhof), kletterten dann in Höfe und Gärten
ind stahlen Alles, was Ihnen in die Hände kam. Die Sachen
vurden bei einem Trödler verkauft. Dus- Gericht verurtheilte
ie kleinen Diebe zu 2—26 Wochen, den Hebler zu 4 Wochen
FSefängniß.

Aus Berlin wird als Curiosum mitgetheilt, daß daselbl
int große Volks⸗Vetsanmmlung in der nächsten Woche stattfinden
olt, welche gegen die „kleinen Bierseidel“ eine Agitation in Scene
etzen wird. 2

'In Berfrn hat einer mit ihrem Manne in Unfrie⸗
den lebende Eisenbahnbeamtenfrau K. ihr Kind erwürgt und sich
aufgehängt.“8

4In Edendorf (Kr. Ahrweiler) wollte ein Stellmacher
zus Eifersucht seine Geliebte ermorden, tödtete aber dafür aus
Bersehen die Schwester derselben durch einen Stich in den Hals.“

Die „D. Z.“ schreibt; „Jetzt geht das Depossediren
janz fabelhaft schneli. Früher gingen bange Kriege voraus Otto
hon Griechenland war der Erste, der diese barbarische Einrichtung
bschaffte und vhns Blutvergießen seinen Thron im Stiche Keße
Die Herren von Hannover, Cassel und Nassau folgten nach. Die
panische Isabel hat sich und ihren Schatz in Sicherheit gebracht
iuch, ohne langes Federlesen. Mir scheint, die Kronen sind im
Werthe. gefallen- und das Gottesgnadenthum besteht nur noch als
veraliete Floskel. Die Völker sehen mit Genugthuung, daß ohne
ihr Zuthun die Throne ein Besitzthum sind wie jedes andere.
och zu Anfang dieses Jahrhunderts war der Besitzwechsel in einem
Bauerngute eine Seltenheit, das Gut erbte vom Vater auf den
ZSohng ⸗ Heute⸗ verlauft unbedenklich der Sohn das vom WVater
4 Gut, wenn es ihm gut bezahlt wird. Und eben so schnell
verden allerhöchste Bauergüter weggegeben oder weggenommen!
ninder, Güter, Häufer: — es sind Besitzthümer“ die wechseln.
Die Lehre, die sich aus solchen Erfahrungen Große; und Kleine
iehen konnen⸗ liegt auf ber Hand, ist aber für die Großen weniger
erfreulich, als für die Kleinen“ 7«

f In der Nähe von Fünfkirchen in Ungarn, erdrosselte ein
unger Bauer der Erbschaft weger seine alte Mutter und hing sie
uf· um einen Selbstmord vorzuspiegeln. Ein zurückgelassener
Stoq verxieth ihn je doch und er nebst seiner Frau ward verhaf—
tet die⸗ Letztere gestand sogleich den Mord.

Metz, 8. Oct. Der „Courrier de la Moselle? bringt

raͤchstehende genaue Angaben? über die Zahl der Opfer der Ar⸗
enal⸗Explosion.“ VSechsundsechszig todte oder Verwundett Arbeiter⸗
nnen (13 Leichen) waren im Augenblice nach der Katastrophein
»atß Hoͤspitak Bon⸗Secours gebracht worden.* Es sind davor bis
jeute 48 hestorhen; 18.Verwundete befinden sich noch äàm Hospital,
de Haumd oangig Milutarpersonen waren unter den. Opferu 14
»erselben sind gestorben, 12 Verwundete befinden sich noch im
Militärlazareth. In den Hospitälern sind also bis heute 62
Sterbfälle constatirt; mehrere Frauen, deren Namen unz unbe—
annt sind, werden in ihrerWohmmg' behandelt, und auch da find.
eider einige Todesfälle vorgekommen. —
3 7Ein Brief int Londoner „Athenäum“ aus Beaune ent⸗
virft eine glänzende Schilderung von dem heurigen Herbstsegen
ind; der Weinlesen Burgund. Der überschwängliche Segen gipfelt
in den Weingeländen zwischen Beaune und dem berühmten Clos
de Vougeot. Doch soll die Weinfülle nicht ganz, ver- Trauben⸗
menge an den Rebstoͤcken entsprechen/ weil die Sommerhitze un⸗
näßig war“ und der Regen fehlte. „Großtraubiger Wein und
kromonz Regen ernährt ihn,“ sagt schon Homer. Interessant
jj die Notiz- daß von dange het die Sitte besteht, daß fran⸗
zöfische Truppen, wenn sie an den Weingärten von Clos
borüberziehen, das Gewehr präsentiren! Diese Reben meint der
Engländer, verdienen die -Ehrenbezeugung; ihre Trauben sind
edenfalls geistreicher als der Kopf manches Orden⸗ und Epau⸗
ettenträgers. . 5 —
7.Durch- einen Eisenbahnunfall bei Lynchburg in Virginia
innd 20 Soldaten getödtet und 30 verletzt worden.

Es ist neuerdings nachgewiesen worden, daß jeder Schnupf⸗

tabat, welcher in Hüllen aus Blei oder bleihaltigem Staniol ver⸗
packt ist, giftige Bleisalze enthält, die sich oft bis tief ins Innere
der Pakete erstrecken. Von einem wahrhaft krassen Unfug de⸗
richtet aber das Oberlausitzer Gewerbeblatt, indem es borge⸗
onimen sein soll, daß als Versilberungsflüssigkeit
ür Löffel und dgl. sehr giftige Quecksilberldsungen von Hausirern
gekauft wurden.
7 Als nach der Wiederherstellung des Königthums in Frant⸗
reich der Vorschlag aufgetaucht war, eine Milliarde Franken für
die französischen Emigranten zu erheben, soll General Foy ausge⸗
rufen haben: Weiß man denn nicht, daß seit dem Tode Christi
ioch nicht eine Milliarde Minuten verlaufen ist? Odbgleich seit
diesem Ausspruche beinahe ein halbes Jahrhundert verflossen, ist
die Milliarde Minuten noch immer nicht voll. Am nächsten Weih—
nachten werden erst 982,368,000 Minuten verlaufen sein. Da
zas Jahr 525,600 Minuten hat, müssen nah 34 Jahre verstrei⸗
hen, ehe die Milliarde (1,000,000, 000) erreicht ist. Dann schrei⸗
sen wir 1902, in welchem“ Jahre, gemäß der durchschnittlichen
debensdauer, neun Zehntel der jetzt auf der Erde lebenden Men⸗
chen nicht mehr unter den Lebenden wandeln werden.
        <pb n="490" />
        * , ILILIM, vee eret elt
Bekanutmachung.
— — — ⸗
Samstag, den 24. Oktober 1868, Nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Bureauder kgi.
Gruhenverwaltiung zu St. Ingberter Grube die Beifutzr von4 24.
3009 Kubikfuß Buchenstammholz un d ..
30000 Kubikfuß Stempelstangen aus dem k. Forstreviere Neuhäusel //.
9000 Rubikfuß Buchenstammholz; aus dem k. Forstreviere St. Ingbert und
un 300 Kubikfuß Kiefernstammholz aus dem . Forstreviere Iügersburg
oro 1869 zur . Grube St. Ingberiim Submifstonswege an den Mindestnehmenden
vergeben werden —
Uelernahmßlustige sind eingeladen ihte Angeboie bis zur oben augesetzten Zeit auf
dem Bureau det unterzeichneten Verwaltung abzugeben, woselbst auch die Bedingungen
züg Einsicht offen liegen und die Submissionsexemplare in Empfang genommen werden
lönnen. PF— pu3 3*
α : Stte Ingbertet Grube, am 181 Oltober 1888s5.
.“. Die kgl. Grubenverwaltinig:
36 Ramann.

3 28 V
Moblliarversteigeruug
Samstag; den 24. Oct. 1868, Nach-
nittags 8 Uhr dahier im Cafe Oberhau⸗
er; werden die den Gebrüdern Oberhanßer
jehörige Mobiliargegenstände auf Zechlter
nin versteigert, naͤmlich.
2 2vollstaondige Betten ·mit Beitladen das
eine mit Sprungfedermntrazze, 2 Ranat
yee's, 1 neu eichener Kleiderschtank1J
Züchenschrank, eine neue eichenen Ein⸗
cherte höhzerne Wirthsstühle, Fenster⸗
Ronleaux 1Waschbütte, Mannskleider
and Mamnnshemden, Weißzeug, Küchen
geräthschaften und a sonstige Gegenftände.
Sorn, kgl. Notat.
Wohnungs⸗Veränderung.
Ich benachrichtigt hiermit meine verehr⸗
ichen Kunden; daß ich von heute an mein
Beschaäft imn den unteru Stoc des Hauses
on Johe Hellenthal, Bäcker!, verlegt habe.
St. Ingbert; den 155 Oltobor 1868.
J 77. Peter Brill, Seiler.
Ein Kindermädchen, wird zu
ofortigem Eintritt gesucht;
die Expedition d, Bl. ertheilt Auskunft.
Fruchte Brobe Fleisch⸗ ac. Preise
her Stadt Zweibrücken voni 15. Okt.
Weizen Gerfl. 30 kr., Korn 4 fl. 52 r.
Berste Areihige,. 4 fl. 10 kr., Gerste vier⸗
reihige, 4Kefl 37 ir, Spelz 4 fl. 10 kr
Spelzkern 6fl 20 kr., Dinkel 3 fl.
533 kr., — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
4 fl. 29 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
— fl. — kr. Kartoffeln — fl. 42 kr. Heu
3 fl. 04 kr., Stroh üufl., 22 kr., ver
zentner. Weisbrod LUitz Kilogr. 17 kr.
'ornbrod 3 Kgr., 23 kr., ditto 2 Kgr.,
6 krx. ditto 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 29 kr., 1. Paar Weck, 8 Loth
2 ir., Rindfleisch, I. Qual. 18 tr., 2.
Qual. 16 kr. Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., per
Vfd. Wein 24 kr. Bier 7. kr., per Liter,
hzutter 32 kr, per Pfund.
ruchtpreise der Stadt
Faiserslantern vom 181 Ott
Weizen 6fl. 135 tr., Korn 4fl. 56 kr.
Spelzleru. — I. — x. Spelz 4.
28 kr., Gerste 5 fl. 17 kt. Hafer 4fl.
—A
18 kr. Linsen, 5 fi, 24 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 23 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1292 kr. und 2 Pid.
Weißbrod 13 kr.

4nzeuge—
qh beehre mich den verehrlichen Da⸗
s emen hiesiger Stadt und Umgegend
ergehenst anzuzeigen, daß ich? von heute
an ein Lager in * ,
elzwaaren
halte, als Kragen. Voas und Rulswär.
mer in Kanin, Zisam und Iltis, zu bil⸗
sigen Preisen und empfehle mich bei Be—
St Ingbert, den 7. Oktober 1868.
Valentim Fischer,
err n uppenmachen.
Sgonm wieder ist eine gra ße. Sendung der ——
peuesten LKléiderstoffo
ingekommen, welche zu unerhört billigen Preisen verkauft werden:!:
ucehe, RuxIins, Ratimets, Double
ü Herren· Ueberzieher, Velours in allen Farben zu Damen⸗Jacken,
bwie fertige Dainer AGIEIn empfehlet unter Zusicherung
der änßerst billigen Preise.
L. Herz, Wtiw.

Vorms den 9. Oct.

Wir notiren heute: Weizen 13 fl. — t.
bis 13fl. 15kr. Roggen 10 fl. 20 kr.
bis 10 fl. 30 kr. Gerste 10 fl. 15 kr.
hbis 10 fl. 20 kr. per 100 Kilo., Hafer
5fl. 40 tr. bis 5 fl. 45 fr: per 60 Kilo.
Mehl per Partie 11 fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl 9 fl. — kr.bis — fl.
kr. Roggenvorschuß 11 fl. — kr. bis
1T fl. 30 kr. Weizenvorschuß 16 fl. — kr.
— fl.— ir. Blumenmehlen — fl. — kr.
zis — fl. — kr. per 70 Kilon:«Reps
14 fl. — fr. bis — fl. — kr. per 85
dilo. Rüböß ohne Faß 19 fl. kfr. bis
19 flausoekran Veinblgohne Faß — fl.
— krobis — fl. — Ar Mohnohohne Faß
32 flaasg0 kr. bis fle — Ar. per
50 Kilo. Repskuchen 76fl. — kr. bis
39 fl.. — kro Branniwein 29 ff. 20kfr.
his — fil. — kt.

—5 —
77
Ausverrauf.“
Wegen Aufgabe meines Detail-Geschäftes verkaufe
ich mein Lager in Twel, Buctilins und
FIamneIIs in allen Qualitäten gegen Baar zu
sehr herabgesetzten Preisien.
Zweibrücken, Hauptstraße Lit. R. IE 29.
Luclvvigg Lang, Fabrißtant.
— ⏑
Redaction. Druck und Verlag von F. x. Demets in St. Ingbert,

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        <pb n="491" />
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ιä e — —— νν . nid 2 ιιν,
ν —ν — marn

ODer „Si. Ju geberter Anzeiger?“ mit seinem Unterhaltuugsblatte erscheint wöchentlich drelinal: Dien 3täage Don A—
Ind Sams iagt Abonnemenispreis vierteljährig 45 Krzr, oder 13 Sibeng Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zei
Blaitschrift oder deren Raum berechnet. J

—Ar —— — ——— — — 4.

2 ν 33

Sar ꝛr —1868.

— — tc — — Me

75274437 27 11 1 — 2 M
2124
—
e Deutschland.
Muünchen, 13. Och. Der König hat während des gest
rigen Tages den Staalsmzinister des . Hauses und des Aeußern,
Fuͤrsien Hohenlohe, den k. Staatsminister des Innern v.. Hör⸗
Nann den Sigatsminister des Handels und der ffentlichen
sürbeilen d Schloͤr, denk, Staatsminister des Junern für Kir—
hen und Squlangelegenheiten v. Gresser und den b. Staat⸗⸗
ninistet der Justiz v. Luh empfangen und mit denselben verschie—
dene Staatsgeschafte erledigt.
un Vereue undee Juristen in Nürnberg und Fürth
haben beschlossen, fich den Schritten ihrer Münchener Kollegen,
um die Freigabe der Advokatur zu erwirken, anzuschließen.
7 Mündhen, 13. Oct. Der Minister des Innern v. Hör⸗
mann wird fich übermorgen in Begleitung des Ministerialsasscssors
Riedel in die Pfalz begeben. Der Zweck dieser Reise ist zunächst
uͤber einzeine Punkte der Vorschlage der Abgeordneten v. Soyer
und Kolb bezüglich der neuen Gemeindeordnung an Ort und
Stelle Inforination einzuziehen, zu welchem Behufe am nächsten
Montag eine aus den beiden genannten Abgeordneten, mehreren
Regieruͤngsbeamten, Bezirksamtmännern und Bürgermeistern be·
ehende Tommission in Speyer zusammentreten wird, in welcher
der Minister den Vorsitz fuͤhrt. Außerdem gedenlt sich derfelbe noch
sonst in der Pfalz; umzusehen, und namentlich einzelne seinem Res⸗
ort unterstehende Anstallen zu besichtigen.

F Mn den? 14 Oct. Fürst Hohenlohe geht morgen auf
z'bis 14 Tage auf seine Besitßung nach Ausfee in Steiermark.
Die Leitung des Minifteriums des Innern besorgt für die Dauer
der Abwesenheit des Hrn. v.“ Hörmann der Cultusminister von
— 0

Dienstesnachrichten.
Der Hauptmann Adam Sartorius von der Gendarmeriecom⸗
pagnie det Hfaiz ist in den Ruheftand versetzt und der Controleur des
Nebenzollamtes Jam Bahnhofe zu Asch, August Groll, in seiner
dermaligen noch provisorischen Eigenschaft zum Zollverwolter am
Nebenzoslante 1 Schaidt befördert worten.

—RManuheim, 14. Oct. Gestern Abend hat eine über
300 Theilnehmer zählende Bürgerversammlung beschlossen, mit
allen gesetzlichen Mitteln auf Errichtung gemischter Volksschulen
stalt der konfessioneslen hiuzuwirken. Das neue Schulgesetz vom
März 1863 gestattet eine solche Verwandelung. Auch ein An⸗
rag auf Abschaffung der Schulgelder wurde von der Versamm⸗
lung angenommen.
Berlin, 183. Oct.“ Ein schon oft aufgelanchtes Gerücht,
das sich bis jetzt aber nie bewahrheitet hat, wird jetzt wieder in
Umlauf gefetzt..“ Hr.“ v. Roggenbach, der in Preußen seinen
Wohnsitz Jenommen,söll zu einer hohen Stellung im preußischen
Staatsdienst ausersehen sen.

Die norddeuntsche Postverwallung verhandelt gegenwärtig mit
der dbersten Postbehörde “in!. Washington über Einführung von
Poftanweisungen zur Erlelchterung des Geldverkhrs zwischen beiden
Gebielen. Der Vremer Lloyd hat sich bereit erklärt, eventuell die
Postamweisungen zu vermitteln und für deren richtige Beförderung
Sorge zu tragen. » V ——
Das Oberamtk Meisenheim soll— neueren Bestinimungen zu⸗
solge für sich einen landräthlichen Kreis bilden.
Berlin, 145 Oct. Die „Prob.⸗Corr.“ bestätigk, daß der
Zusammentritk des Landtages am 4. Novemberstattfinden wird
Dieser Mittheilung fügt genanntes Blatt die Bemerkung hinzu?
die Staatsregierung erwarte, daß in Folge des- fast frühesten ver⸗
fassungemäßigen Termins zum Veginn der Session der Landtae
den Staalshaushalietat, welcher“ bei Eröffnung? sofort“ vorgelegt
werden wird, rechtzeikig feststellen werde. “* —

Wien, 153. Ock. Die „Abeudpofteerklärt alz Zeitungs-
ügen: 1)daß der österreichische Gesandte in Berlin üher breußische
der russische Agikationen in Böhmen und Gakzzien berichtet; 2)
zaß Hr. v. Veust mit dem französischen Botschafter Jetzthin die
nocdschleswig'sche Frage besprochen habe.

7 7 Fraukreich. * z 8 —* e
.. Paris, 13. Oct. Dexr „Presse“ zufolgs verschlimmert sich
der Zustand des Grafen bv. d. Goltz bedeutend. VLι
MPa ris, 15. Oct. Das Memorial, diplomatique“ ver⸗
ächert, daß nächstens 30,000 Soldaten der franzosischen Armer
ꝛinen halbjährigen Urlaub erhalten, und daß auch in der Maxine
maloge Reductionen stattfinden sollen. J F

Paris, 16. Oct. Die ofsiciöse, Patrie“ bestätigt die be⸗
vorstehende Armeereduction mittelst umfassender Urlaubsertheilun⸗
gen. Die active Armee ist gegenwärtig blos 3534,000 Manu
ffart
ν
Schweiz. ν 1123*
Der Konig von Württemberg hat seinem Gesandien in der
Schweiz 2000 Fres. zur Unterstützung der durch die Rheinüher—
chwemmungen Beschadigten zugehen lassenngleichzeitig war der
Gesandie beauftragt, dem Bundespräsidenten mitzutheilen, daß der
Nönig, indem er sich an die Spitze der Bestrebungen stelle,' welche
in Württemberg zur Unterstützung der in der Schweiz verünglück⸗
ten zu tage treten, beweisen wolle, welchen großen Werth er da⸗
rauf lege, daß die zwischen der Schweiz und Württemberg beste⸗
henden Freundschaftsbeziehungen auch in Zeiten der Bedrängniß
chätigen Ausdruck finden. 9
2Spaunien. .
WMadrid, 13. Ockt. Bei der zum Gedächtniß des von den
öniglichen Truppen ermordeten Deputirten Vallin abgehallenen
Todesfeier hielt Serrano eine Rede, in welcher er besonders die
Einigkeit empfahl. — Die Regierung erklärt, daß sie eine Be—
deuerung der Staatsrenten nicht beabsichtige. Es sind ihr von
englischen, französischen und deutschen Bankhäusern große Summen
angeboten. — Mehrere Generäle sind pensionirt worden. — Die
stegierung wird die grisech ische Reg ier unm auerkennen,
was Jfabel nicht; gethan, weil jene aus Volkswahl hervor—
jegangen. 58 W *
Madrid, 14. Oct. Die revolnutionäre Junta hat das
Octroi in ganz Spanien aufgehoben und verfügt, daß statt des—
elben eine Personalsteuer erhoben werden soll im Verhältniß zum
Miethpreis der Wohnungen.« Die Regierung bereitet ein Mani—
est vor, worin sie ihre Ansichten über die künftige Regierung des
dandes darlegen will ynd das sofort erscheinen wird.
Man erzählt noch eine pikaute Aeußerung Isabellens in der
bekannten Unterredung mit Salamanca, der sie bat, nach Madrid
zu reisen, aber allein. Isabella war wüthend und donnerte ihm
unter anderem zu: „Aber, Elender, begreifste du denn nicht, daß,
venn ich Marforj verließe, ih zugleich meinen Fehler eingestehen
würde dä. .3237 3*0
Amerika.
New-⸗PYork, 14. Oct. Bei den Wahlen, inOhio und
Indiana haben die Republilauer gesiegt. In Pennsylvanien ist
dag esuuat hoch goeeiheßt.5333
Der Indianerkrieg ninimt täglich eine bedenklichere Gestalt
in. Raub und Mord F * jetzt an der Tagesordnung;
Männer werden zu Dützend scalpirt, Kinder und Weiber guf. de
schredlichste Weise mißthandelt ünd verstümineli! Dagegeü sin
der amerikanischen Truppen nur wenige, denn in eine Abtheilung
concentrirt, koönnlen sie auf diesen weiten Ebenen nichts ausrichten
und der Keieg verspricht, eine gute Spanne Zeit auszudauexn.
. Der ehemalige Conförderations-General Hindman ist in Arr
ausas ermordet worden. 5
α Voe ν— h· te .. 226

aIn Kaiserslautern wurde am 11. Oelober'dus
durch den Architectett Reu men erbaule Theater bei ausverkauftem
hause mit einem Concert und izwei kleinen dramatischen Stücken
töffnek, Am Schlusse der Vorstellung viefen mehrere Anwefende,
im dem Architekten Neu eine Ovation zu bringen: „Neu heraus !
die größere Hälfte des VPublikums Aber verstand: Feuer L'naus!“
        <pb n="492" />
        und flürzite den Thüren zu. Erst als Here Neu auf der Bühne
iich zeigte, erholten sich die Anwesenden von ihrem Schreken.

p.An dem neulichen⸗Feuerwehrtage und Feste in
Speier hatten sich auch Feuerwehrleute“ (Pompiers) aus Wei—

zenbuürg Grankreich)“ betheiligt“ Dies veranlaßte p
pariser Wißblatt Charivari“ zu folgenden gelungenen humo⸗
ristischen Mittheilungen, die wir im Sp. Anzeig. wiedergegeben
finden:

Man liest in der Baherischen Zeitung: Die acht zum Be—
suche des Feuerwehrfeslsez gekommenen Pompierz aus Weißenburg
hilden für die Bewohner der Stadt Speier fortwährend den Ge⸗
genstand der lebhaftesten Aufmerksamkeit und Sympathie. Einer
dieser Herren, mit welchem ich das Vergnügen hatte, bei dem Bür⸗
germeisser don Speier zu Miltag zu speisen, war so freundlich,
uns über die Organisalion der französischen Pompiercorbs interes⸗
sante Aufschlüsse zu geben. —

Bei 'unseren weslichen Rachbarn vegnügt sich der Feuerwehr-
nann nicht mit der Bekämpfung der Schadenfeuer, er erhält viel⸗
mehr eine höhere sociale Aufgabe. — Er bildet die militärische
Begleitung der Prozessionen. Er steht Wache vor dem Gas⸗
jaufe, in welchem der Prafect abgestiegen ist, wenn derfelbe seine
jtundreise mucht. Er begleitet den Untecpräfecten und die Her⸗
ren Burgermeister bei officiellen Festlichleiten. — Er ist bei Ge⸗
legenheit der Wahlen verpflichtei, sich zur Verfügung der Behörden
zu stellen, für den Candidaten der Regierung zu stimmen und an⸗
dere in demselben Sinne zu bearbeiten. 3

Unser Erzaͤhler war sehr erstaunt, als er vernahm, daß un⸗
sere deuischen Feuerwehrmänner eben nur das sind was ihr Name
—
einer, Hausthüre Schildwache zu stehen haben, noch gehalten
find, für, einen. anderen Candidaten zu stimmen, als firr
denjenigen ihrer eigenen Wahl. Der Weißen burzer Pon.
pier wollte übrigens auf diesen Puult, nicht weiter eingehen,“
nBVriefdes Herrn Rigol mann au Herrn

d3.37 3 Nigolberg. e 3 33 7
Werthester Freund Rigolber !!; J

Der Empfang, welcher uns hier in Speier zu Theil gewor⸗
den ist, erfüllt mich mit Begeisterung und Sympathie für die deut
jchen Feuerwehrbrüder; welches Bier? welch' ein Weinchen! was
fur Sauerkraut! und was Bratwürste 6
Gefstern fand das von der Siadt den Pompiers gegebene
große Bankett statt, welches vier Stunden dauerte. Es gab zwölf
Hänge und unzählige Trinksprüche.“ Man toastirte auf Freiheit
der Presse, die allgemeine Emancipation der Völker, die Brüder⸗
lichleit und — was weiß ich — auf was sonst noch. Wenn
unser Capitän alle diese Toaste gehört hätte, die Raupe auf sei⸗
nem Helme wär' ihm zu Berg gestanden
Auruch ich habe versucht, einige Worte zu sprechen; allein aus
Mangel an Uedung bin ich stecken geblieben, und da der Vorst
jende meiue Verlegenheit bemerkte, gab er dem Orchester ein Zei—
hen, welches denn auch glücklicherweise meine Stimme mit den
Tönen der „Marseillaise erstickte. ——

Ttag unser Capitäͤn meinetwegen noch so oft wiederholen,
daß die kaiserlichen Stallmeister in der Kammer nicht gehörig ver⸗
relen sind und daß es für den Wahlbezirk Weißenburg rühmlich
sei, einen Stallmeister zu wählen z auf mich braucht er nicht mehr
zu rechnen; ich mag nichts mehr hören, weder von den Stallmei⸗
stetn, noch bon den Kammerherren —

Auf Wiedersehhen.

Dein Rigolmann.
An den Präfecten des NRiedexKheiness.
Herr Praͤfech!

Die Pompiers von Weißenburg suchen um die Erlaubnizß
aach, in Erwiederung der in Speier genossenen Gastfrernd⸗
schaft die dortige Feuerwehr zu einem internationalen Feste ein⸗
zuladen.

Der Gegenstand scheint mir graver Natur zu sein und ich

erwarte deßhalb ihre Weisungen. 3533,*
Der Unterpräfectdvon Weißenburg.
Antwort des Präfecten. *—*

Herr Unter⸗Praͤfeet J

Die Reise der acht Pompiers vou Weißeuburg hat Unoid⸗
muing und Desorganisation in die ganze Compagnie gebracht.
Die Unbotmäßigkeit beginnt die übrigen Compénign, des Rie⸗
derrheins anzustecken. Der Ausgang der — ist in
FIrage gestellt.

Nichts ist für unsere Pompiers mit größeren Gefahren ver—⸗
bunden, als der Verkehr mit dem Auslande. Demzufolge ver⸗
weigere ich nicht allein die erbeteue Erlaubniß, sondern ich treffe
jolgende Entschließung: B ud 8

Artikel J. Bis zu den nächsten Wahlen sind sämmiliche

Pompiers des Nieder -Rheines in dem Depariement
consignirtꝰ..7*8 38
Artfikel 2. J Jeder Pompier,“* welcher den Versuch macht, die

Grenze Ld Departements zu überschreiten⸗ wird durch die

Gendarmerle auf den Schub nach Haufe gebracht And vor

ein Kriegsgerichs gestellt. —9—
Diese Entschließung wird zwar die Oppositionsblätter in Har⸗

nisch bringen, aber es thut nichts; wenn nur die Wahl des kai—
eclichen Stallmeisters gesichert is.. .
Genehmigen Sie u. s.“ w. Der Prafect.
Charivati 80, September 186086. J—
Munschenun, 10. Oct. Im verflossenen Jahre 1867 wur⸗
en pon den Gerichten des Königreichs 292,889 strafbare Hand⸗
ungen —B —— auf Oberbayern 672278, auf
ie Pfalz 47,391, auf Niederbaheru 836,077, auf Unterfranken
36,031, auf Mittelfranken 29,943, auf Schwaben 29,771, auf
Oberfranken 26,727, auf die Sberpfal 10,47.
7Muaunchen. Der„Muünchenet Volksbote“ nennt die spa—
nische Revolution ein Werk der Freimaurer und die Isabella eine
»er „bestverlrumdeten Fürstinnen.
7 Oerford, II. Oct.“ Ein hoͤchst tragisches Ereigniß be⸗
vegte alle Herzen der Stadt auf's tiefste. Der hiesige Postsecre⸗
är Fleer, ein allgemein geachteter Mann, der außer seinem Amte
nur für seine Familie lebte, dessen Familienglück ein beneidenz
verthes war, hatte lange Jahre schon seinem Dieuste hier zur
»ollo nmenen Zufriedenheit sowohl seiner Vorgesetztien als des
Putzlikums vorgestanden. Plötzlich, vor eiwa 14 Tagen war er
zerschmwunden. Man erzählt allgemein die Veranlassung also: Es
zinz hier eine Postanweisung ein, lautend auf 9 Thaler 8 Sgr.
pf.; diese Summe wird hier eingetragen; bei der Auszahlung
indet sich aber auf. der Anweisung 9 Thlr. 18 Sgr. 9 Pf. diese
Summe zahlt der genannte F. aus, ohne die Differenz augenblick⸗
ich zu bemerken. Es stellt sich nachher in der Rechnung ein De⸗
icit von 10 Groschen heraus. Und nun, geht die Erzählung
relter, macht die vorgesetzte Behörde davon Anzeige bei der
Staatsanwaltjchaft. Diese weist die Klage zurück, wegen der Ge⸗
ringfügigkeit des Objects, da gn absichtlichen Betrug von Seiten
rines Manues nicht zu denken sei, durch dessen Hände viele Tau⸗
ende von Thalern gegangen. Indeß die Sache geht weiter an
»as Qberpostamt in Minden. Von diesem läuft ein darauf be⸗
ügliches Schreiben ein und geräth in die Hände des F., dex
erade den Nachtdienst hat. Am andern Morgen nimmt er feier-
uch von Frau und Kindern Abschied und —seit dieser Stunde
var er verschwunden. So wie die ersten Nachforschungen ver⸗
zeblich waren, verfällt die Frau in Wahnsinn und befindet sih
eitdem in der Irrenanstalt. Das Schreiben von Minden fand
nan zerknittert vor der Stadt. Heute wurde die kaum noch kennt⸗
iche Leiche des Unglücklichen in der Werra gefunden.
7 Der am 15. d. M. in Kraft tretende Fahrplan für den
Winterdienst der Pfälzischen Bahnen weist folgende bemerlens—
verthe Aenderungen auf: 1) Um 10 Uhr 25 Minuten Vormit⸗
ags wird ein weiterer Personenzug von Zweibrücken nach Kaisers
lautern im Anschluß an den von da seither um 12 U. 15 M.
nach Ludwigshafen xc. abgehenden Zug expedirt. 2) Von Kai⸗
erslautern nach Zweibrücken werden um 5 U. Morgens und um
83 U. 25 M. Abends weitere Züge eingelegt, von welchen der
erstere um 6 U. 560 M. Mgs., der letztere (zugleich Fortsetzung
des um 4 Uhr aus Ludwigshafen abgehenden Zuges) um 8. ü.
45 M. in Zweibrücken eintrifft. 3) Der bisher Mgs. 5 U. 35
M. von Schifferstadt bis Speyer gegangene Personenzug wird bis
Bermersheim fortgesetzt. 4) Der bisher um 6 U. 20 M. Abds.
zon Landau abgegangene Zug verläßt von nun an diese Station
schon um 5 U. 50 M. und Neustadt um 6 U. 80 M. Abds.
und trifft in Ludwigshafen um 7 U. 25 M. ein. Auch erhält
dieser Zug Fortsetzung von Speier nach Germersheim. 5) An
Ztelle der früher Abend 8 U. 12 M. von Reunkirchen nach
domburg, Zweibrücken und Kaiserslautern beförderten Güterzüge
nit Personenbeförderung treten wirkliche Personenzüge, ebenso an
Stelle des Abends 9 U. 45 M. von Ludwigshafen nach Worms
zegangenen Güterzuges mit Personenbeförderung, 6) Der um 7 U.
15 M. Mgs. von Maximiliansau nach Winden, beziehungsweise
deustadt, der um 5 U. 35 M. Morgens dvon Landau nach Win⸗
en, der um 3 U. 45. M. Rachmittags von Dürkheim nach Neu⸗
tadt, der um 5 U. 5 M. Nachm. von Neustadt nach Dürkheim,
owie die als Fortsetzung der s. g. Theaterzüge von Speyer bis
Hermersheim und von Neustadt bis Landau und Dürkheim beför⸗
derten Züge fallen weg. 7) Von Neustadt nach Dürkheim wird
zm 8 Ut. 50 M. Abds. ein Zug befoördert. 8) Auf der
St. Ingberter Bahn wird statl des um 11 U. Vorm.
von St. Ingbert abgehenden Zuges ein solcher schon um 9 U.
25 M. und statt des Abds. um 9U. 37 M. von Homburg
abgehenden Zuges ein solcher schon um 8 U. 10 M. befördert.
        <pb n="493" />
        Bekanntmachuugen.
Theilungsversteigerung.
Montag den ——— 1868, Nach—

mittags 2 Uhr, zu St agten in der

Behausung des Seifensieders Heinr * Schmitt

werden saͤmmtliche zum Nachlasse der zu

St. Ingbert verlebten⸗ Eheleute⸗; Nicolaus

Wagner III, lebend Bergmann und Maria

Anna Feichtner gehörigen Liegenschaften

St. Ingberter Bannes der Untheilbarkeit

halber auf Eigenthum versteigert. namlich:

1. PlauNr. 341 a) 3 Decimalen Fläche

mit Wohnhaus, Stall und Hofraum,
sowie sonstigen Zubehörden samnit
PlanNr. 3416) 8 Dec. Pflanzgarten,
alles gelegen zu St. Ingbert unterm
Forellenweiher neben Peter Andres und
ver Brücke. 2 J
PlanNr. 814, 15 Dez. Wiese in den
Großwiesen, »neben Johann Joseph
Peters und Müller Johann Reidiger.
PlanNr. 1600, 30 Dez. Acker aufm
großen Flur, neben Bäcker Stief und
Franz Jacob Schmelzer.
PlanNr. 3070, 40 Dec. Ader aufm
Mühlenthal, neben Johann Eich und
GBeorg Schmitt.
PlanNr. 3129, 67 Dec. Acker am
Schaafkopf, neben Johann Seel und
Jakob Buhmann. — — —
Planr. 3446, 3447, und 3448,
88 Dec. Acker in den obersten Seyen,
neben Peter Schwarz und Peter Nei—
ninger. »»5—
PlanRr. 35292,., 28 Dec. Acker in
III. Pfuhlwiesenahmmg, neben Johann
Adam Beck und Johann Grell.
PlanRr. 3557. 9. Dec? Acer aufm
Gerstbusch, neben Jozann ftla uud
Johann Joseph Betze·
PlanNr. 3578 und 3579, 16 Dee.
Acker auf dem Gerstbusch, neben Nico—⸗
laus Blatt und Peter Georg.
PlanNer. 3596, 15 Dee: Acker aufm
Gersibusch, neben Jadob Schejn Wittwe
und Jakob Müller.
Plansir. 3598, 11 Dec. früher Acker
jetzt Wiese auf dem Gerstbusch, neben
Jakob Schein Wtw. und Anftößern.
PlanNr. 36233, 35 810 Dec. Acker
heim Forellenweiher, neben Baͤder Jo⸗
hann Hager und Adam Feichtner.
Planser. 362532, 3210, Dec. Ader
allda neben Johann Hager, Bäcker,
und Andreas Grell.
PlanRr. 3754, 33 Dec. Wiese in den
Psuhlwiesen, neben Nicolaus Stief
und Nicolaus Busch. 28
PlanNr. 3821 und 3822, 68 Dec.
Acker auf Schiffelland, neben Peter

Georg und Adam Beck. U

16. PlanNer. 38864, 242130 Dec. Ader auf
Schiffelland, neben dem Eiserbahndamm
und Heinrich Lindinger.

17. Planser. 3993, 32 Dec. Aceer hinter
Hobels, neben Georg Franz Hager,
und Peter Feichtner.

18. Planser. 4489*4, 28 Dec. Wiese aus
der Spick, neben Peter Jochum und
Buhmann Erben.

PlanNr. 4595, 24 Dec. Wiese unterm
Wohnbacher Weiher, neben Jacob
Schwarz, Metzger, und Karl Gros jun.
PlanNr. 4623, 14 Dec. Wiese am
langen Stein, neben folgendem Item
und Gesch“ifter Grell.
PlanNr. 4624, 13 Dec. Wiese allda

neben vorigem Item.

Horn, igl. Noiat.

19

20.

21.

* 7
Theilungsversteigerung.
Montag den 9. November 1868, Nach⸗

nilttags um 4 Uhr zu St. Ingbert bei
Seifensieder Schmitt werden die zum Nach—
asse der daselbst verlebten Eheleute Franz
Theobald und Christiana genaunt Anna
Betz gehötigen Liegenschaften St. Ingber⸗
jer Bannes anf Anstehen der Kinder der⸗
selben in Eigenthum versteigert nämlich:
3010. Dec. Fläche, worauf ein. Wohn⸗
haus mit Stall, Hofraum und Pflanz⸗
garten zu St. JIngbert am Schafweiher,
neben Wittwe Leonhart und Johann
zZimme. 71.
32 Dec. oder 86R. Ackerland am
Schafweiher, neben Theobald Liou und
Jacob Selzer; zu Hausplatzeu geignet.
Horn, kgl. NRotar.
7T 28.
Gleich vach Ditses Verseigerung“ läßt
Beorg Gressung von hier, jetzi Buchhälter
in St. Johann-Saarbrücken in Eige nthum
dersleigern æ St. Ingberter Bannes:
PlanNr. 1627, 57 Dec. Ader aufm
Broßenflur, 4. Ahnung neben einem
sirchenstüche und Juͤcob Jimg. *
w Horn, igl. Notar.
Hierauf lassen die Kinder des verlebien
Loalsmeisters Georg Wolf in Eigenthum
versteigerꝛc
PlanN 884 28 Nuthen Garien in den
Großgärten mit einem lebendigen Zaun
umgeben neben dem Schul garten. 9
Gorn,/ kql. Notatt

— —

Hausversteigerung.

Samstag, den 81.Oft. 1868,
Rachmitiags“Z Uhr zu St. Ingbert in der
Behausung des, Geschaͤstsmannes Heinrich
Vzestphäliiiger, wied baßs Zum Nach-
affe des ere e
BevrgHaas Zehsrige gweistöckige
Wohnhaus zu St. Ingbert am Kapellen⸗
veg nebst Hofraum und gemeinschaftlichem
kin⸗ untd Ausgange, nehen Wagier Herzes
an Fläche 5210 Dez. enthaliend, der UÜn⸗—
heilbarkeit halber auf sechszührige Zahliings⸗
ermine in Eigenthum versteigert, anf An⸗
llehen der Geschwister und Erben desselben
als: 1., Barbara Haas, gewerblos, Wiw
don Peter Best, 2., Catharina Haas, ge⸗
verblos, Ehefrau des Hutmachers Johann
Leyrer, früher in St. Ingbert, jetzt ohne
bekannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort ab—
wesend, die Ehefrau gerichtlich ermächtigt,
3. Jacob Haas, Blechschmied, 4., Peter
Zaas, Schreiner, 5., Elisabetha Haas, le⸗
dig, großjährig, gewerblos, 6., der noch
minderjährigen Kinder, der verlebten
Schwester Karolina Haas, erzengt mit
Michael Zimmermann, Bergmann, als
Jacob, Elisabetha und Maria Zimmermann,
velche ihren Vater zum Vormund und
zen Franz Jacob Heinrich Wirth zum Ne—
benvormund haben, alle Genannte in St
Ingbert wohnhaftf. —

SGorn, lgl. Notar.
παAιXXαοX Xαιααæ.
Garten- und Wiesen⸗
.9—
e

Versteigerung.

An demselben Tage, Nachmittags halb
1Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthsbe—
hausung von Johann Joseph Heinrich wer⸗
den die nachbezeichneten Liegenschaften St.
Ingberter Bannes zum Nachlasse der
zaselbst verlebten Eheleute Peter La—
narche. lebend Fabrikant, und Marga⸗

retha Biegel Zehörig, auf Austehen der
Kinder und Erben derselben auf langläh⸗
rige Zahliermine, in Eigenthum versteigert,
nämlich:::: —
Plan 558. 35 Dec. Garien mit Gar⸗
henhaus zu St. Ingbert an der Saar⸗
brücker⸗ oder Kaiserstraße mit einer
Mauer · umgeben, dem Bahnhofe gegen⸗
über, sammt Plan Nr. 2488. 7
1 Tagw. 69 Dec. Wies in den Sieg-
wiesen, hinter diesen Garien, ein Gan⸗
zes bildend, zu Hausplätzen geeignet,
ueben Peter Selgrad und Johann Jo⸗
seph Ehrhardis Witiwe.
Sorn, igl. Noiar.

4

Mobiliarversteigerung.
Samstag, den 24. Oct. 1868, Nach-⸗
mittags 2 Uhr, dahier im Cafò Oberhau⸗
jer, werden die den Gebrüdern Oberhauser
gehörige Mobiliargegenstände auf Zahlter⸗
min versteigert, naͤmlich:
2 vollständige Betten mit Beitladen, das
eine mit Sprungfedermakrazze, 2 Kana⸗
pee's, J neu eichener Kleiderschrank, 1
Küchenschrank, eine neue eichene Ein⸗
schenke, hölzernse Wirkhastühle, Fenster
Rouleaux, 1 Waschbünte Mannskleider
nnd Mannshemden, Weißzeug, Kuchen⸗
gexräthschaften und sonstige Gegenstände.
2 SGSorn, igk. Noiar.
Polizeiliche
Bekanntmachung.
Laut anher gelangter Mittheilung ist in
»em Amtsbezirle des preußischen Vürger
meisteramtes Bischmisheim wegen vorgekom⸗
mener Fälle von Wuthkrankheit eine Hunde⸗
perre von 6 Wochen angeordnet worden.
Ich bringe dlese Verfügung mit dem Be—
nerken zur Kenniniß, daß Bewohner hie⸗
siger Stadt, welche sich während dieser
Zeit in iden Bürgermeistereibezirk be⸗
Jeben, ihre Hunde zu Hause lassen wollen
und daß überhaupt allesmöglichen Vorsichts-
naßregeln zu treffen sind, um die Verschiep⸗
pung⸗ dieser Krantheit zu everhüten.
Et. Inghett, den 15. October 1868.
Der kgt. Polizeikommissär;*
Bruch..
Ausgezeichnete
Most
in der Weinstube von
E. Aunnrederis.
Orth yches
vom Tass
Bei Jaulius Grexvenig.
Ar. Alle Sorlen Herren⸗ Damen⸗
und Kinder⸗Dchuhe und Stiefelchen,
in Zeug, Leder und Glanzleder, schön und
dauerhaft gearbeitet, zu bdilligen Preisen
sind vorräthig bei
—Bh. Weber. Schuhmacher.
Ein Preßbaum
20 lang 267 did zu verkaufen bei
Ph. Lang in St. Johann.
        <pb n="494" />
        Bekanntmachung.
) Samstag, den Na. Olisber 1868, Nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Bureau der lgl
Grubenverwallung zu St. Ingberter Grube die Beifuhe vnn .
5 okeuhitfußz Buchenstammholz und
2 60000 Kubitfußz Stenwpelstangen aus dem k. Forstreviere Neuhäusel,
»nn 9000 ubikfuh Buchenstammholz aus dem k. Forstreviere St. Ingbert und
gοο Kubitfuß Kiefernstammholz aus vem k. Forsireviere Jügersburg
yro 1869 zutre k. Grube St. Ingberi im Submisfionswege an den Mindestnehme nden
bergeberr werdei * ... —
meletnahmßlustige sind eingeladen, ihre Angebote bis zur oben angeseßten Zeit auf
dem i Burenu der unter zeichneten Verwaltung abzugeben, woselbst auch die Bedingungen
zur Einsicht offen biegen und die Submissionsexemplare in Ewmpfang genomnien werden
onnen. —Ro —

n e α

7 X *
M. Hartstirns
——
meohanisohes Lunst-
0abinet2,
mit 500. Automaten oder inechanischen
Figuren, worunter sich ein
XR—
befindet, ift bis zum nächsten Mittwoch
auf dem großen Flur, vor der Woh⸗—
nung des Bäckers, Herrn Stief aufge⸗
dellt, Dieses Kunstwerk ist Jedermann
zu empfehlen. Besonders wird die
Lachlust erregt durch die natürlich—
drolligen Bewegungen der vorhandenen
Affen⸗Familie....
Der Eintrittspreis für Erwach—
sene ist 6 Kr. für Kinder 83 Kr.
Bei Besuch einer Schulanstalt, tritt
Preis⸗Ermaßigung ein.
Die Bude ijst eöffnet von Morgens
10 bis Abends 10 Uhr.
Das Nähere besagen die Auschlag—
zettel.

——Si. Ingherter,Grube, am 13. Ollober Isos.

7.3 319 —D —— 7* Die kgl. Grubenverwaltung 7 —

— 438 5
—3. Kamanu. :
1 — — — — —
, * 0
.Vorschuß-⸗Verein St. Ingbert.
*t e Bilanz pro Ende September 1866bß6.
DPASSIVM 2 —*
Bewinn⸗ u. Verlust⸗Conto 429 21
Refervefonds⸗Conta. 213 —
Stammantheil⸗Conto 1717 47
SpareassenConto362699
Bank in Frankfurt und
diverse Vorschuß⸗Pereine 73,772 80
In der Sparkafsa werden fortwährend Gelder wuigenommen lleinere Be—
irage zu 40 und großere Betrãge zu vereinbarenden Zinsen.
,ι 75 erorstancdd.
Schon wieder ist eine gro ße Sendung der
vdeuesten Rleoidorstoffo

U J ren fl. kr.
assa⸗Conto 3 6020
Wechsel Conto3 2386809 28
Mobilien · Conto · 26148
Conto⸗Corrent · Contß. 98892 38
diverse Vorschuß⸗Vereine 457 64

757 7

——
Die billig und gut gemaddte
AEinläuse werden von hente ab, in
meiner Weinstube Weine « G, S und 12
kr. verkauft, dessen Güte jeder Weintrirmer
entsprechend dieses Preises bewundern muß.
E. Apprederis.
Eine Feohe Audnoht BV
Stiefelchen,
zesetzt mit Glanze und Kalbleder, ein⸗

fiehlt zu billigen Preisen.
— Ph Meber. Schuhmacher.
Wohnunags-Veränderung.

in gekommen, welche zu unerhört billigen Preisen verkauft werden
mν RrrxBLns, Ratinets, DPouble
uu Derren ·Neberzieher, MeEIou in allen Farben zu Damen⸗Jacken,
sowie fertige Dane—⏑—— —xXWI empfehle unter Zusicherunc
der aͤußerst billigen Preise. J 6
L. Herz, Wiw.

Ich benachrichtige hiermit meine verehr⸗
iichen Kunden, daß ich von heute au mein
Beschäft in den untern Stog des Hauses
von Joh. Hellenthal, Väcker!, verlegt habe.

St. Ingbert, den 15. Oktober 1868.

abeter Brill, Seiler.

Frucht⸗, Bi ode, Fleische ꝛc. Preise

der Stabt Honburg vom 14. Ott.

Weizen 6 fl. 35 kr, Korn 4 fl. 48 ty
Spelz 4 ft. 18 kr. Gerfste, —Lreihige — .
—re,Mischfrucht. 5 f 89 ir., Haser
1I. 832 kr., Erbsen 8 fl. —kr., Kartof⸗
— fJ. tr! per Zit. Karnbrod, 3 Kgt.
——A———
3kr. Kühfleisch 1 Ongl. 16 kre 2. Dual.
24 fr., Kalbfleisch 12 fr. Hammblflessch
Gkr.Schweinͤefleisch 18 it Dau 30 fr
der Pfund.

anz in der Nahe

— 442
ꝛ Nedeutenede Ic en
dem bp — — 7 —2 GoOIdenen
—— re— .—
Durch dem bedeutenden Abschlag der Wolle bin ich im Stande eine
—— . F
Buck skin 8*

verkaufen zu können ·· α

rüher fsl. 8. — r. jetzt fl. 8 40kr.

ff. 83. 30 kr fl. 2 0fr.

fl. 3.48. Fr kr.

8 kr.

kr.

1 —
9F —
uu piel niederxen Dreise wie bisher
shwere feinste Winterbuckskin's

efeine ZBinterbuckskin's
mittelschwere Winterbuckslin's

Frankfurter Börse
vom 15, Ott. 186887
Beldsorten. 3
Preußische Kassenscheine 153 ια M
zreußische Friedrichsddor 4. 9 5885ο
istolen36 949- 51
sollandische 10 fl.⸗Stücke . 9436
F ασ , Qucaten 6 372 830
3. 208rgnes-Stüche . ιy εν αι
p z V Inglische Souvereigns. . II öc -
Amng- Fabrikant. er ν Gold per Zollfund fein ———
—ãA i 1 2410 dochhaltiges Silbet per Zoslpfund — —
Hauptstraße I 4. ———
—— — ——— — —— ———— ——
—eeNedactien, Drach und Verlaqg von F. X. De me Kain St Iughert.: peαα

Ichweres naturgraues Tunhg, s, B.i
wollens Stoffe für Kinderanzüge zu fl. 18r
schwarze Tücher durchschnittlich 18 Kreuzet ber Elle de
Zweißbrüßen, im October 1868.
        <pb n="495" />
        P. α— DVV
—— 33 * — 8 ⸗ —66 οJ
α 1 v 5 * 3 mnt
2.8 —ãA — ee — αα * —2432
ale ue i eet utet en eht enulr gy ν ιιι_ n n a: 84
— — ——— enn , 7
Der St. Ingberter Anzeiger!“ mit feinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donner ztkag
ind Sa in 8Tu g Abdnnemeütspreig pierleljährig 45. Nrzte vder 13 Silbergr. Anzeigen werden: mit: 3.Krzrendie dreispaltige Zeile
4 Blattschrift oder deren Raum vberechnet. n e
—— — — — — — — 2 2* — — — — — — 3 —
Nro: 125 4X un Dieustag/ den 20. Oetober 5 1868.
— ———— — ——— —— — *

—
— 3 Deutichland. dan Preudem es möge doch den Spbaniern: den Grafen Bitmard
München, 16. Oct. Die Liquidalion?ecommission für das nur auf 6.Monate horgen. Wie die Sachen jetzt stehen nid mit
bemwegliche Materigl gin den ehemaligen.deutschen Bundesfest- ARen jetzigen Leltern in Madrid, würde die nächste Zuknnft sicher
migen zritt Ende dicles. oder Afangs Ddes nächsten Monats, zu-⸗ diel Trübsale bringen. Es fehle an Geld und an' Rahrungsmit-
— VVV—— eln Aundo vhne Weld bringe es die Revosukionnicht weiter, wir
Speher, 17. Det. Der Minister des ‚Innern, Her ein Krieg⸗ Anderweitig hier eingegangene Berichte Icheinen mit
s. Ho rmn an n, ist am Pounerstag Abend hier einge⸗ diesen Privatmittheilnngen ũͤbereinzustimmen, wie aus den Aeußes
sroffen. Heute gedenlt derselbe KLasnd q u nund Klinn genmeün— rungen der beutigen ministerielen Abendbl., der Kreuzz. wie der
ster zu besuchen. — ⏑⏑⏑ Rordd. Allg.»tg., deutlich hervorget.ꝛ..2 α —
ee aa ur b Dienstesnachrichtenr r 8 isag 3In — n no e ist wiederum ein Majestatsbeleidiger in
ι ι , — ——— * x Person eines Gurtlergesellen zu zwo Monat Gefngniß ver⸗
Die kaiholische Pfarrei Maßweiler, Bezirksamts Zweibrücken urtheilt wun den.“ Bis jetzt kommt dort Flauf 40060 Koͤpfe Wen
iff dem derzeitigen Verweser derselben, Priester Ki Wie he per- ber nnd Kinder eingerechnet. 3311 I
liehen wordemnm inn vhr Einer. Andentung der Berliner Autogr. Korr. zufolge hütte
. Der Schulderweser Adam Schuler von Erlenbach ist zum Frankreich in Kopenhagen wissen lassen, es gedenle sich in die
Lehrer au der prot. Schule allda ernannt worden. nordschleswigsche Angelegenheitnicht einzumischer
warisruhe, 17. Och. In Mannheim wurde heute die rathe übrig uns, die Zukunft abzuwarten und die Frage offen zu
Rheinschifffahrtsacie unterzeichnee. balten.
s Baden, 150 Sch. An demselben Tage, da, in Betlin, 15. Ock. An die Repnblik in Spanien Wwollen
Mannheim eine zahlreich besuchte und würdig verlaufen Versamm- unsere hiesigen diplomalischen Kreisen nicht glaubenz. man' meint
limg sich für gemischte Schulen erklärte, wurde in Heidelberg die bielmehr. der Zljahrige Bruder- des regierenden Königs vou Por⸗
Diöcesansynode der Städte Mannheim-Heidelberg abgehalten, und tugal, Prinz August, dürfte die meisten Chancen auf den spani⸗
als Hauptgegenstand dieselbe Frage der gemischten Schule behanm schen Thron haben. Es wäre enicht Zunmöglich daß die Leute,
delt. Die Verhandlungen, welche ebenso intercssaut als spannend welche hier in Paris und in London sich so sorgsam nach Thron⸗
waren, und an denen sich fast sämmtliche Mitglieder betheiligten, candidaten umsehen, ihre Rechnung ohre den Wirth, d. he ohne
führen zu dem Veschlusse, an die, beiden Geweinden sich dahindaz spanische Volk machten, obwohl sig nicht läugüen- käßt, daß
zu erklären: daß die geinischte Schule mit dem innersten Wejen dieses Volk ebensogut monarchisch als latholsch ist .5
des Protestantisnuts im Einklange stehen, wenn sie auich unter Wien, 15. Oct. Die Abendpost demeutirt die Mittheilinm
gegebeneu Verhältnissen keine zwingende Nothwendigkeit sei; sie mehrerer Blätter, der österreichische Gesandte in Berlin habe an—
sei wünschenswexih, da 1) die Schule staatlich sei und darum auch geblich preußzische oder russische Agitajionen in Böhmen, uͤnd Gaf
diesen Character rein tragen müsse, 2) da gegenwärtig der Roe lizien zum Gegenstande eines speciellen Berichtes gemacht, sowir
manismus die Spannung der confessionellen Gegensähe planmähig die Augabe von neuerlich statigefundenen Besprechitugen, zwischen
schüre, und wan in der hemischten Schule eine Pflanzstätte fur dem Reichskanzler und dem franzesischen Votschafter in Wien in
Toleranz erblicke, 8) da der Zweck der Schülekein consessionesller Betreff der nordschleswigichen Frage. 7
jondern christlich humaner sei. Besonders befürwortet und ver . Wien, 16. Oct. Der N. Freien Ptresse? wird aus Lon—
heidigi wurde die gemischte Schule von Moll aus Mannheim, don telegraphirt: Die provisorische Regierung in Spanien wird
Siadipfarrer Schellenberg von ebenda und Kirchcurath Schenkes noch vor dem Zufammentritt. der Cortes die Nathwendigkeit der
aus Heidelberg. Gegen dieselbe erklärten sich nur, die veiden monarchischen Regierung proclamiren uud die Kraͤue wahrscheinlich
orthodor gesinnten Geistlichen der Synode, Schwarz. und Greiner em König Ferdinand von Portugal GVater des regierenden Kö—
aue Mannheim, leider aber auch Zillel von Heidelberg, so daf nigs) aubieten. —. 5
is Stimmen dafür und 3 dagegen waren. (Pf. .) , Waen, 17. Och. Abeudhost dementirt die Angabe pol⸗
* Frankfurt, 16. Oct. Für die nächskten Tage wird bei nischer Blätter, wonach Oesterreichs Gesandter vom Czaren schlecht
dem Bankhause d. Erlanger u. Söhne, sowie bei verschiedenen empfangen worden wäre. ,
auswärtigen Häusern die Subscription auf cin fundirtes lant stůndisch Franukreich. r
garantirtes Staatsanlehen des Großfürstenthums Finnland im
Betrage von 2,400,000 Thlr. stattsinden. Es werden 240,000
Stück 10 Tahler⸗Loose zum Emmissionscourse von 9. Thlr per
Stück, wovon jedoch 50,000 Stück für das Inland reservirt sind,
ausgegeben.
Berlin, 18. Oct. Die Kunde von der Petition thürin—⸗
gischer Fabrikanten an das Präsidium wegen Absendung einiger
Kriegsschiffe gn die spanischen Küsten zum Schutze des deulschen
Handels ist bereits nach Barcelona gedrungen und ist
auch dort mit sehr getheiltem Beifall begrüßt worden. Einer der
angesehensten Kauffleute schreibt darüber, es sei seine feste Ueber—
zeugung, daß in dem Augenblicke, wo Napoleon durch seine Agen—
ten in Norddeutschland in Erfahrung brächte, daß das Bundes-
präsidium beschlussen habe, auf die Petition einzugehen, Napoleon
nöthigenfalls ein paar Millionen daran setzen würde, um wiederum
durch seine Agenten in Spanien einiges ——— werben,
welche am Tage der Ankunft des deutschens Schiffes irgend ein
deutsches Lager angreifen, womsöglich demoliren wuͤrden, in der
Voraussetzung, daß das Kriegsschiff, einmal zum“ Schutze abge—
sandt und auf seinem Posten eingetroffen, nicht ruhig bleiben
dürfe. Daraus würden Händel entstehen und mit der Sympathie
der Spanier gerade für Preußen sei es aus. Grade 'so ist die
Sache hier beurtheilt worden. Derselbe Kaufüram richtet die Bitte

1*
        <pb n="496" />
        Wie sehr die Jesuiien in Frankreich jehzt Wurzel gefaßt ha—
hen, geht daraus hervor, daß sie dieses Jahr 52 ihrer Schüler
in die Militärschule von St. Cyr und 27 in die politechnische
Schule brachten.

England.

London, 14. Ochk. Der“ „Morning Post“ wird aus Pa—⸗
rig folgendes gemeldet: „Allgemeine Ansicht ist, daß die entthtronte
stöningin von Spanien in katholischen Staaten nach wie dor
vurch den paäpstlichen Nuntius repräsentirt werden wird, selbst
wenn die neue Ordnung der Dinge in Madrid von den auswär—
figen Regierungen und Souveränen anerkannt sein würde. Unte
soichen Umständen wird es nur ein Akt der Courtoisi⸗ sein, wenn
zin Minisser der auswärtigen Angelegenheiten irgende welchen
Vorstellungen eines solchen Nuntius iun Betreff der Königin. Isa—
della zuhören würde. Es scheint ziemlich sicher, daß die Königin
Isabella dem Beispiele des früheren Konigs Franz von Neapel
solgen und in ihrem Exil fortfahren wird, eine Art Hof zu hal⸗
jen, sowie durch Agenten ihrer Partei mit, solchen europäischen
Regierungen in Verbindung zu bleiben, welche deuselben aus Sym⸗
dathie bei sich Zutritt gestatten würden. Isaballa wird wahr—
jcheinlich Pau verlassen, und sich nach Rom begeben, ihren klei⸗
gen Hof zu halten. Man hört übrigens bereits, daß der päpfst
liche Nuntius in Paris im Namen der Königin bei der frauzösi ⸗
schen Regierung Klage über die Beraubung der Kirche in Spanien
Jeführt habe. Aber wir sind ziemlich sicher, daß die kaiserliche
Rtegierung Frankreich nicht zu irgend einer Politil Spanien ge⸗
genüber verpflichten wird, welche den Anschein einer Einmischung
n die inneren Angelegenheiten jenes Landes haben könnte. —Aus
Cort wird vom gestrigen Datum telegraphirt, daß Patrick Reidy,
als fenischer Führer unter dem Namen Capitän O'Brian bekannt
gestern der Polizei entwischte, als man ihn eben wegen seinen
Waffenplünderung im Gerichtshause zu Mill-⸗Street in Verhör
nehmen wollte. — Das vereinigte Verwaltungs⸗Comite der Anglo
Amerikauischen und Atlantischen Telegraphen-Gesellschaft zu London
hat beschlossen, vom 1. September nächsten Jahres au het Kabel⸗
depeschen nicht mehr wie jetzt Worte und Vuchstaben, sondern nuß
alleinig Worte zu zählen. che“ daekWeet

Spanien.
Wenn man Briefen in der „Gazette de France“ Giauben
schenken dürfte, so hätte der Bürgerkrieg in Spanien bereits be—
sonnen. Dieselbe meldet nämlich, daß der Bischof von Tarragona
in Katalonien) ein Gegen-Pronunciamiento gemacht und an der
—A
Bischofssitzes besetzt habe. Der Bischof hat das Banner des so⸗
zenannten Karl VI. erhoben. Der Prälat wird als ein äußerst
anatischer, verwegener Mann geschildert, der die kriegslustigen
Prälaten des Mittelalters sich zum Muster genommen zu haben
scheint. In seinem Eifer habe derselbe jedoch zu früh losgeschla⸗
gen und gegen die Instruktionen gehandelt, welche ihm vom lar⸗
liftischn Londoner Centralcomite jugesandt worden
waren. J

Es bestätigt sich volllommen, daß die Königin Isabella in
den letzten Jahren die Summa von 900,000 Pfund Sterling in
der englischen Bank hinterlegt haaa..

Madrid, 15. Oct. Demnächst wird ein Decret erscheinen,
welches die Form der Corteswahlen in den Colonien feststellt. Die
Neger werden, so lange die Sklaverei besteht, nicht Wähler sein.
Die Kolonialdeputirten werden mit Vollmacht kommen, um einen
Modus zur Unterdrückung der Sclaverei vorzuschlagen. — Ein
Decret von Serrano ernennt einen Rath von 10 Mitgliedern zur
Verwaltung der Kron⸗ und Patrimonialgüter.

Madrid, 17. Ock. Der Präfident des Obertribunals
hat seixke Entlassung genommen. Der Justizminister hat ver—⸗
fügi, daß jede willkürliche Verhaftung und Verletzung des Domi⸗
cils gerichtlich verfolgt werden soll. Zugleich wurde eine Amnestie
für Preßvergehen erlassen. Es ist entschieden, daß eine Münz⸗
reform stattfinden soll, welche die spanische Münze der französischen
gleich machen würde. Die Blätter melden, daß eine Anleihe von
700 Millionen mit einem englischen Hause auf sehr billige Be—⸗
dingungen abgeschlossen werden wird. Die Colonieen sollen durch
pier Mitglieder in den Cortes vertreten sein.

Madrid, 18. Oct. Hr. Olozaga ist hier eingetroffen
und glänzend empfangen worden. Der General Prim begrüßte
ihn im Bahnhofe. Das Ministerium soll die Absicht, eine Volks⸗
abstimmung über die Regierungsform vornehmen zu lassen, auf⸗
gegeben haben. — Die Municipalwahlen werden am 20. d. M.
porgenommen. Die Junta wird sich wahrscheinlich sofort auflösen.

Maadrid, 19. Oct. In Guadalajara hat Olozaga eine
Rede für Einführung der constitutionellen Monarchie gehalten, füa
welche Serrano und Topeto persoͤnlich ebenfalls gestimmt sind
Zwei Democraten erklärten fich für die Monarchie, falld deren

Annahme das Resullat einer Volksabstimmung wäre. Serrano uund
Topeto waren ihrerseits für Annahme der Repubdlik, wenn solche
aus dem allgemeinen Stimmrecht hrrvorgehen sollet.
Amerika. J
Dem Monatsausweise' des Schatzsecretärs zufolge, beirug die
Staatsschuld der Vereinigten Staaten 2645 Millionen Dollars;
omit ist ein Zuwachs gegen vorigen Monat von 1,750,000 Dol⸗
ars; die Kassenbilanz 110 Millionen, somit ein Zuwachs von
2,500, 000 Dollars
9J— Wernes—

Kaiserslautern, 15. Oct. In der Sitzung det

Zuchtpolizeigerichtz am 13. d. wurde der Gerber Bans von Winn⸗
veiler, der Salzdefrautation angeklagt, zu einer Geldstrafe von
700 fi. und einer Gefängnißstrafe von einem Monat verurtheilt.
Die Staatsbehörde hatte eine viel höhere Geldstrafe und eine
Hefängnißstrafe von zwei Monaken beantragt. — Wie man hört,
oll in der unlängst dahier stattgehabten Sitzung der Vertreter der
ofülzischen Schützengesellschaften beschlossen worden sein, die Abhal-
ung des zweiten pfälzischen Bundesschießens vorläufig auf die
erste Hälfte des Monats Auguft nächsten Jahres festzusetzen uud
Zaiserslautern als Festort zu bestimumen.
7 Frankenthal, 9. Oct. Herr Anwalt Kirchweger von
hier beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geigenmacherkunft
uind bemüht ich die Geheimnisse der alten berühmten italienischen
Meister Amaii, Straduarias, Ruanerius u. a. zu ergründen. Für
die Pariser Ausstellung construirte Hr. Kirchweger eine Viola nach
igenem Systeme, welchem die alte, sogenannte Viola d'amour zu
hrunde gelegt, aber vereinfacht und durch eine sinnreich ange⸗
rachte Mechanik praktikabel gemacht. Das Instrument hat einen
onoren, ausgiebigen, leicht anfprechenden, man möchte sagen zau⸗
zerhaften Ton, und eignet sich besonders für Adagio's und liedev⸗
naßige Piecen. Herr Kirchweger erhielt von der Ausstellungscom⸗
mission den für diese Branche ausesetzten höchsten Preis und
don London aus sind ihm bereits 1000 fl. auf das Instrument
eboten.

Nach einer Bekanntmachung des kgl. Präsidiums der
Pfalz findet die satzungsgemüße Kreisversammlung des landwirth—
shafllichen Vereins der Pfalz pro 1868 am Donnerstag den 5.
November in Dürkheim statt. Die Hauptversammlung be—
zinnt Morgens um 10 Uhr im städtischen Rathhaussaale, und
dverden bei derselben folgende Gegenstände zur Verhandlung kom⸗
men: 1) Rechenschaftsbericht des landwirthschaftlichen Vereins der
Pfalz pro 1868. 2) Ergebniß der Jahresrechnung pro 1867.
5) gebung der Obstbaumzucht mit Rücksicht auf die vom kgl.
Staatsministerium des Handels und der öffentlichen Arbeiten dem
andwirthschaftlichen Vereine gewährte Subvention von 4000 fl.
) Das landwirthschaftliche Fortbildungswesen mit besonderer
Herücksichtigung des Instituts der Wanderlehrer. Etwa beabsich⸗
igte weitere Themata sind längstens den 1. Nov. dem kgl. Prö⸗
idium kundzugeben.

Tübingen, 9. Oct. Gestern Nachmitiag sammelte
ein Mädhen von Lustnau im sogenannten Lustnauer Waldchen
am Oesterberg Eicheln; von einer nicht sehr alten Eiche fielen
einige Eicheln ins Gebüsch zwischen zwei aufrechtstehende Steine;
das Mädchen wollte sie holen, und als sie die Steine entfernt
hatte, fand sie zu ihrer großen Ueberraschung einen großen irde
nen Hafen mit zwei Henkeln, angefüllt mit über tausend alten
deutschen Silbermünzen aus dem Mittelalter, von der Größe einez
Zreuzers bis zu der eines Sechsbätzners mit undeutlichem Gepräge
uind theilweise mit Grünspan bedeckt.

4 Trier, 14. Ock. Es wird uns die merkwürdige That⸗
sache mitgetheilt, daß in einem Garten der Vorstadt St. Pauliu
eine rothe Sparlierrebe, welche Ende Juli, als schon die ersten
Trauben eßbar wurden, zum zweiten Male geblüht habe, jetzt eine
weite Ernte eßbarer Trauben liefere.

Aus Wien schreibt man dem „P. L.“: „Ein Wort,
das dem Minister Dr. Berger (Preßminister ohne Portefeuille]
in den Mund gelegt wird, zeichnet die Lage schürfer als spalten—
lange Artikel. Man soll nämlich Dr. Berger aufmerksam gemacht
haben, daß die Räthe der Krone doch ihres Spruches „Einer für
Alle und Alle für Einen“ gedenken möchten. Dr. Berger sol
hierauf mit der ihm eigenen Schlagfertigkeit geantwortet haben:
‚Wie sollen wir für einander einstehen, wenn wir einandet
nicht Ausstehen können? —

7 Die Wiener „Presse“ erzählt: Ein Bruder des englischen
Admiral Napier, der vor Kurzem in Prag verweilte, lernte daselbft
ein israelitijches Waisenpaar, Bruder und Schwester, die so eben
hren Vater dverloren hatten, durch Zufall kennen und ließ sich
zurch die Mutter der Kinder zum Vormunde derselben ernennen.
In dieser Stellung sorgte er vollstündig für die Familie, ermög—
ichte es dem Sohne, seine Studien fortzusetzen und — verlobte
        <pb n="497" />
        sich endlich mit dem Maͤdchen, das er binnen Kurjem auch wirk-
ich heirathen wird · —W *.
7 Aus Paris wird gemeldet: Dem Kaiser Napoleon liegt
setzt eine Erfindung vor, die bei den vorläufigen angestellten Ver—⸗
uchen sich bewährt haben soll und bestimmi ist,“ die mörderische
Wirkung der neuen Schußwaffen abzuschwächen. Es handelt sich
amlich um ein Gewebe aus Filz, das aus spinnbaren, klebrigen
Nasfen besteht, welche mit gewissen Substanzen durchdrungen sind,
——— eines Italieners Namens Mu⸗
tori, sind. Der mittelst mächtiger Maschinen bereitete Filz wird
wie fiüssiges Metall in eine Form gegossen, und wenn er fest ist,
so bietet er der Kugel den nämlichen Widerstand, wie der beste
Stahl. Bei den gemachten Versuchen hat sich herausgestellt, daß
der Muratorische Filzpanzer die Brust gegen die Bajonneistiche,
ie Sabelhiebe und die Revolverschüsse aus nächstex Nähe schützt.
Die Kugeln der Chassepotflinte dringen nicht durch rinen“ solchen
hanzer, sobald die Entfernung mehr als die halbe Tragweite
heixaͤgt, in jedem Fall ist die Wirkung der Kugel bedeutend ge⸗
schwächt. Von noch groͤßerer Wichtigkeit aber stꝰ dle Erfindung
jur die Marine. Wenn die Kriegsschiffe an Stelle der Stahl⸗
anzerung, durch die sie zu unlenlsamen Kolossen geworden, den
reuen Fuͤzpanzer erhielten, würden sie nicht nur ihre jetzige
Schwere verlieren, sondern auch insofern bedeutend gewinnen, als
die durch den Filzpanzer dringenden Kugeln nicht wie im Stahl⸗
panzer ein Loch machen daß der zerifsene Filz sich sofort zu
jaminenzieht, ähnlich wie Kautschuck. Außerdem hat die neue Erfin
ung noch'den Vor zug, daß sie nur ein Bieriel des Stahles kostet.
7Rochefort erzählt in dem neuesten Heft Nr. 200 jeiner
Lalernet, es sei ihm mitgetheilt worden daß Marfori ihn for⸗
zecn und Isabellens Gemahl bei dem Duell albe Zeuge dienen
derde. Rochefort will aber das Duell nur unter der Bedingung
mnnehmen, daß sie sich mit Angelhaten schlagen. (Mar⸗
Hriss Hauptthätigkeit in den Mußestunden besteht namlch im Angeln.)

Von der Nordwestküste von Helgoland si erschütternde
Schilderuͤngen über die Erplofion einer Naphtaladung des ongl.
Schiffes Tom Volkes eingegangen. Das Schiff war auf der Fahrt
nach St. Petersburg begriffen und hatte 770 Fässer des so leicht
ntzüdlichen Stoffes an Bord. Ungefähr 48 Meilen N. W. von
Heigoland erfolgte die Explosion, welche zunächst der Schiffsmann⸗
schast das Bewußtsein raubie. Da an eine Löschung der in Brand
Jerathenen inneren Räume nicht gedacht werden konnte, hieb man
den Mast um und richtete in fliegender Eile eine Art Gerüst her,
zas ins Wasser geworfen, mehreren von der Schiffsmannschaft als
Hult während des Schwimmens zu dienen hatte. Andere hielten
ich eine zeillang an schwimmenden Verdeckstrümmern über Wasser
Iiz die Flammen wohl gegen 300 Fuß hoch in die Luft prassel⸗
en und die ganze flammende Ladung des Schiffes sich über die
Wogen auszubreiten begann. Mancher arme Schwimmer,“ heißt
zn dem Bericht, „wurde von dem schwimmenden Veuer ereilt
ind doppeltem Tode überliefert.“ Abend und Racht⸗ hindurch
efen die drei Ueberlebenden um Hilfe, bis endlich ein deutscher
Schooner von Hamburg, Kapitän Schon in Sicht kam und Boote
zur Rettiung aussetzte. In Drammen wurden die Unglücklichen
Im 11. Scpt., 8 Tage nach der Katastrophe, gelandet und vom
englischen Consul verpflegt. Augenlider, Braunen und Haare sind
ihuͤen verbrannt und an den Händen und Gesicht tragen sie
chwere Brandwunden.

pLondon. Folgende harxk romantische/ in England
jedoch gar nicht so ungewöͤhnliche Geschichte meldet man aus der
Braffchaft Susser: Die Tocher eines Geistlichen auf einem in der
Raͤhe von Lewes gelegenen Dorfe im Alter von 27 Jahren, fein
zebildet und, wie es heißt, von sehr liebenswürdigem Charackter,
dar dem Kutscher ihres Herrn Papa mehr zugethan, als letzterem
lieb sein mochte. Begleiteie er die Tochter seines Herrn als Groom
auf einem Spazierrilte, so sah man ihn an ihrer Seite traben
und sich lustig mit ihr unterhalten. Auch der Pferdestall wurde
in letzter Zeil von der jungen Dame weit häufiger denn früher
besucht, biß der Herr Papa dem Rosselenker den Dienst aufkün⸗
digte, und dieser einige Meilen vom Hause seiner Donng eine
neue Stelle annahm.“ So weit ging Alles gut. Die Tochter
schien sich mit Ergebenheit in ihr Schicksal zu fügen, und det Va⸗
ler, ob feincs weisen Verfahrens in dieser Angelegenheit erfreut,
erlaubte ihr für ihre Willfährigkeit, eine eintägige NMeise nach
London zu machen, von welcher sie — richtig wieder nach Hause
zurückehrte, aber erst, nachdem sie sich mit ihrein Johann“ hatte
srauen lassen. Die Sache wird dadurch noch interessanter, daß die
unge Dame die zukuͤnfiige Erbin von einigen 50.900 ostl., und
ihr Herr Gemahl nichts weniger als ein Adonis ist.

Ein Madrider Correspondent der „Gironde“ gibt für die
anglaubliche und bis in die tiefsten Volksschichten dringende Po⸗
zularität Prim's folgende Gründe an. Er wverdankt sie zunächst
degendenhaͤften seines Lebenz, und danun seinem Verstaändniß der

Inscenesetzung, wobei er überdieß durch den außerordentlichen
Zeichthum Jeiner Frau unterstützt wird. Vom ceinfachen Paisans
Civilisten) ward er Bandenchef und gelangte rasch zu fabelhaften
———
um Typus des Spaniers gemacht, dann war er dreimal zum
Tode verurtheilt, exilirt, kurz, nichts hat ihm gefehlt, was zur
Popularität führt. Dann weiß er“ dnch die Million“ Einkünfte, die
eine Fraujaährlich aus ihren mexikanischen? Silberminen zieht,
vortrefflich zu gebrauchen. Hunderte von Familien sind von ihnm
in politischen Elende unterstützt worden, Hunderten von Unteroffi-
hat er im Exil nach den letzten Aufständen das Leben ge-
ristete.

F Ueber den Fang des Haifisches, welcher in dem Trie⸗
ster Golf einen Badenden so gräßlich verstümmelt hat, entnimmt
die Bohemia“ einem Privatschreiben Folgendes: Die Fischer des
Züstenories Lucovo hatten große Netze im Meere ausgespannt.
Am 16. Sept. kam nun der Hai auf seiner Wanderung in die
Bucht von Lucovo und ging in's Netz. Alles was Hände und
Füße hatte, betheiligte sich an der Zusammenziehung des schweren
stehes, der Haifisch wurde darin complet eingewickelt und konnte
zlücklichet Weise das Netz nicht zerreißen. Als man ihn mit
Mühe an's Land zog, standen zwei Fischer mit Hacken bereit, die
ogleich auf den Kopf wie Holzhauer loshieben. Er wurde unter
hen stärksten Anstreugungen stückweise zerhackt und heraus gezogen.
der Kopf war uͤber 8 Fuß lang in dem geöffneten Rachen hatte
in Mensch vollkommen Platz. Das ganze Thier war drei Klof⸗
er lang, 18 Centner schwer, die Leber allein wog zwei Centner.
In uem, Magen fand man drei Thunfische von je circa 80
Bfund.“

75 ReweYorlk. In Broollyn ist ein Dodmagain abge⸗
hranni; der Schaden wird auf 120 Millionen Dollars geschaßt.
*3. F' (Aus dem Kaukasus.) Spuren einer alten Stadt find
eine Werst unterhalb des Einflusses der Aragwa in die Kura ge⸗
unden worden. Die Haufer liegen unter einer zwei Faden dicken
ẽrcdschicht, was nach der bei ühnlichen Fällen üblichen Berech⸗
aung'aif ein Alter von 2000 Jahren schließen lassen würde. Es
st daselbst auch ein unterirdischer Gang nach der Kura endedt
dborden. Man sagt, daß die Arbeiter viele Münzen gefunden ha⸗
jen, die aber verzettelt worden sind. Thonurnen, theils mit
Asche gefüllt, heils leer, werden in Menge gefunden.
Nach den Mittheilungen der afrikanischen Post aus Natal
isf noch ein zweites und reicheres Goldfeld entdeckt worden, dessen
Lage östlich von dem zuerst aufgefundenen und in dem Gebiete
——
Bold gegraben wurde.
J Landwirthschaftliches.. 6

Der Samenwechselals ersprieslich für den erlrag⸗
eichsten Pflanzenbau von den praktischen Landwirthen lüngst er⸗
annt und befolgt, hat bis in die neueste Zeit doch der Kennkniß
zerjenigen Rücksichten entbehrt, welche dabei vorzugsweise zu neh—
nen sind. Den Anbauversuchen Schüblers in Christiana und
daberlands in Ungarisch⸗Altenburg verdanken wir einiges Licht
n dieser Frage. Ersterer vermittelte u. A., daß in Christiana
Jezogener Same von Hunderttägigem Sommerweizen in Breslau
ingebaut einen um 200 leichteren Samen lieferte, während aus
Hreslau bezogene Reiskerne in Christiana angebaut, um 8100
chwerere Körner gaben. Aehnliches fand Haberland, der seine Ver⸗
uche auf Waizen, Roggen und Gerste, Hafer, Mais und Lein,
nusdehnte; er berichtet, daß in verschieden hohem Grade der aus
dem Süden bezogene Samen dieser Pflanze früher und vollkom⸗
nener reifende Pflanzen und bei diesen verhältnißmäßig mehr Kör⸗
ner Stroh lieferte, als der im Norden bezogene Same. Eine
geue Besiätigung dessen brachte wie der chemische Ackersmann in
Bezug auf Hafer, nach Anbauvbersuchen, welche in verschiedenen
Theilen des Königsreichs Sachsen angestellt wurden. Aus schwe—
ischem Samen gezogener Hafer wurde dort 17- 240 leichter als
ie Originalsaai. Fehlt es auch heute noh an einer gründlichen
ohysiologischen Erklärung dieser Beobachtungen, so läßt sich doch
ür die Praxis bereits so viel entnehmen, daß es beim Getreide⸗
ban sich empfiehlt, den Samen aus südlicheren, nicht ans nörd—
licheren Klimaten zu beziehen. Wie es sich mit den Hülsenfrüchten.
nit Buchweizen und Karloffeln verhält, werden weitere Versuche
erst lehren müssen. Beim Leinbau dagegen, insofern derselbe auf
Flachs- und nicat auf Körnergewinn gerichtet ist, verdient der Sa—
men nördlicher Gegenden den Vorzug.“ Unstreitig. werden diese
um ans ersien unvollständigen Beobachtungen gezogenen Regeln
ebensowohl Einschränkungen wie Erweiterungen erfahren müs—
en. Jedenfalls lönnen sie nur Geltung haben für diejenigen
Fulturvarietaͤten, welche überhaußt bei uns zur Reife kom—
nen, also z. B. auf den Cangdischen, nicht aber auf den Vierde-
ahnmais.
        <pb n="498" />
        J9 PJF * — —— α — J
Grosso Preisormàssigung. -
e , eee er e j r
51 9V— 1 —D 14 5 F
Tuch- und Buckskin — Lager.
ein 3 — 344 A 2. 0CXLX.,
AI. Atschiiler, am Marktplatze in Zweibrücken
Zaaes · Ordni enmpfiehlt zur bevorstehenden Winterfaison sein reichhaltiges Lager im
Xages⸗-⸗Orduung. .... J Ilitr
Flelschbeschau auf der St. Jagber⸗ * iercoh umnel ————— 6*
er⸗Grube bett. in den neuesten Lambrechter, Niederländer und franzbsischen Fabrikalene babel beachtens.
AIllignement auf der St. Ingberier verlh, mil bedeusend ermiaigten Preifen eine große. Parihle *
Brube beiiit. Feine Winterbuckskin von fl.2. au bis f. 50 pr. Elle.
Polizeistunden und Tanzbelustigen ESchwarze, schwere, feine Tücher von fl. I. 86. fl. I. 48. fl.
illda bett.. 35 bis I. .. 33
Ortsstraße nach der Mariannenthalee Graue — bon — α
Glashütte allda bett. 8Zoppeuns⸗, Jacken⸗ und Mantelstoffe aller Art in allen Farben von
. Verlegung des Fußweges durch diefl. I fl. 1. 24., fl. 1. 45. bis fl. 2. ..
Vopelius'sche Glashütte daselbst beit. Nachtraͤglich noch, eine Parlhie Tuch · und VBucskiü-Reste für““ Knabenanzüg
B.Heimathssvagen betir. unmterm Fabrikspreise. —— *—
.Bürgereinzugsgelder betrt...
St. Ingbert, den 19. October 1868.
d e Dos. Bürgerineisteramt: .
n ins Chandon. u
, ,—
Bekaritmachung
.Am 1. d. Mis. wurden 4 Kinder, die
nuf dem . St. Ingberter Eisenwerkmi
Braschenlesen beschästigt waren durch. dat
ausstroͤmende Gas der u betaubl. daf
—— nchnell herbeigexilte Huülfe
gereites werden konnten. 4:
Das Pürgermeisteramt fühlt sich deshalb
peraulaßt guf Grunde des αα pn eyrt
Abs.des Palzeistraf⸗ Geseßbuches das2
Betreten desjenigen Terrains zu verbieten, — —
an welchein das Feuer noch nicht vollzän·
dig erloschen issstc.
.St. Ingbert den 17. Oectober 18608
, Das Bürgermeifteramt: —
—R CEChandon.

dtollweroku⸗ Brust Bonbons. 5
WGegen Heiserkeit und Hustenreiz gibt es —
— Echt zu haben Pacenenu te K
in St. Ingbert bei J ˖ J. Gretveiig und 8 **
Conditor G. Rickel; n Biies ,lb I..
Avprederis.. J
Diensiog den November F J 80060 fl.
Ia hreMarkt ünd —V ———— Sicherhei
GT B.. anzʒ oder tiheilweise auszuleihen. F
*— in St. Ingbert. u Nabensz bei dem tal. — 6
Eine Sendung
nener Holländer Kronbrand

Aufforderung.
Am nächsten Sonntag fiudet die Verldo—⸗
fung der weiblichen Arbeiten zu Gunsten
des Hospitals, Rachmittags um 3 Uhr im
Stadthaufe staͤftt.
Es ergeht deshalb die Aufforderung
an alle diejenigen, welche noch am Befitze
bon Gaben fürs Spital sind, solche bis
nächsten Freitag Aaend auf dem uuterftr⸗
ligten Amte abzugeben.
St. Ingbert den 18. October 1808
.Das Bürgermeisteramt?:
Ehandon.

De eee I, und gut gemachte
Einlkäufe werden von heute ab, in
meiner Weinstube Weine 4 6,8 und 18
kr. verkaust, dessen Güte jeder Weintrinker
entsprechend dieses Preises bewundern muß.
C. Apprederis.

VoII-FHäringé
Ausschreiben.

ist wieder eingetroffen bei ——

Fritz Panzerbieter.

Ausgqe⸗ ichneter ·

M

in der Weinstube von
..C. Apprederis.

Painz, 16. Oct.

EGruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
ier à. 140 Pfund' fl. — kr. — Rog—
zenmehl ditto fl. — ir. — Weizen (200
pfd.) 12 fl. 18 ir. — 12 f —
Korn (180 Pfd.) JI0 fl. 20 kr. dis To fi. 80
kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fi. 35 kn. bis Ii
I. — ir. Hafer (180 Pson) vef. 38 ir
bis — fs. — kr

In der⸗ Nacht vom 16. auf den 17
Det. abhin wurde auf der kgl. Grube dahier
einem Bergmann eine silberne Cylinder
uhr aus seiner an einem sg., Stock hang⸗
enden Weste gesiohlen. Die Uhr, welche
einen Werth von circa 183 fl. hat, und
noch fast neu ist, krägt auf der. inneren
Seite des Dechels das Zeichen 4683.
Indem ich ver dem Ankaufe der Uhr
warne, ersuche ich Jedermann, der irgendwie
Anhaltspunlte zur Entdeckung des Thäters
geben kann, mir oder der nächsten Poli—
zeibehörde ungesäumt hievon, Anzeige zu
machen.. 3* 1
St, Ingbert, den 17. October 1868.
.Der kgl. Polizeikommifsär⸗
7 8 Bruch.
— ——⏑ —— ——
Nedaction, Druck und Verlaäg pon *

Franfurter Börse
vom 18. Okt. 1868. nn
Geldsorten
Preußische Kaffenscheine . .1442 43
Zreußische. Friebrichsdor ·. 3äαα,
Zistolen .940651
Lolländische 10 sJ.eStͤcke 054 56
Ducaten . .. 3527-839
20Franes⸗ Stuckt 5 281 2
Englische Souvereigns11343538
Gold per zetgnd fein.. — —
Wonenihe ilber per Zollpfurd —
Dellars in Goldi⸗ 2 227-28
——E“ — —— —
in St. Rnähert. 18532 8328—

Wohnungs-Veränderung.
Ich benachrichtige hiermit meine verehr⸗
lichen Kunden,! daß ich von heute an mein
Geschäft in den untern Stos des Hauses
von Joh. Hellenthal, Bäcker, verlegt habe
St. Jugbert, den 15. Oktobet 18686.
Meter Vrill, Seiler.
        <pb n="499" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— ——
Der „St. Jug berter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g.Donnerstag

und Samtag. Abonnementsvpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blaͤttschrift oder deren Raum berechnei.

RNro. 126. Deonnunerstag, den 22. Oetober 3* 1868.
Deutschland.

Mäünchen, 18. Oct. Bei den Schießversuchen in Amberg
hat das Werder'sche Gewehr entschieden den Vorzug vor dem
Werndl'jchen erhalten. In der Trefffähigkeit stehen sich beide Ge—
wehre so ziemlich gleich; aber im Schnellfeuern übertrifft jenes
dieses weit.

Zu der, morgen in Erlangen stattfindenden theorelischen
Slaatsprüfung der nach beendigten Studien in die Praxis über—

retenden Nechtscandidaten sind dieses Jahr 24 Candidalen zuge
lassen, 11 weniger als im Vorjahre.

München, 19. Oct. Der Entwurf eines Gesetzes, die
Aufhebung der Schuld haft betreffend, mil dessen Aus—
arbeitung Herr Ministerialrath Dr. Weis betraut war, is
voslendet und dürfte eine der ersten Vorlagen an die Kammern
bilden.

Muünchen, 19. Oct. Am 17. d. M. ist die neue Rhein ⸗
schifffahrtsacte von Commissären von, Vayern, Baden, Frankreich,
Hessen, Holland und Preußen zu Mannheim unterzeichnet worden.
Schwierige Verhandlungen sind hiermit zu einem glücklichen Ab
schluß gelangt, die Freiheit der Schifffahrt ist jetzt für den ganzen
Lauf des Rheines einschlüssig seiner Mündungen anerkannt. Die
neue Tcte, welche an die Stelle der älteren Rheinschiffahrtsacte
vom 81. März 1881 tritt, unterliegt nunmehr der Ratification
der betheiligten Regierungen. Beigefügt ist derselben eine Schiff—
fahrtspolizeiOrdnung für den Rhein und eine Verordnung über
den Tranusport ätzender, entzündlicher und gesundheitsschädlicher
Stoffe. — Staatsrath Weber, welcher Bayern bei den betreffen⸗—
den Verhandlungen vertrat, ist von Mannheim zurück wieder dahier
eingetroffen.

Karlsruhe, 20. Oct. Zum Präsidenten des Justiz⸗
ministeriums, das seither provisorisch durch Hrn. v. Freydorf ge⸗
leitet wurde, ist Hr. Kreisgerichtsdirecitor Obkircher in Heidelberg
ernannt.

Franbkfurt, 20. Oct. Dem „Frankftr. Journ.“ wird aus
Madrid telegraphirt: „Genetal Prim hat in einem Schreiben an
Girardin erklärt, die constitutionelle Monarchie sei für Spanien
allein möglich, die Republik aber unmöglich, weil die Spanier
nicht republikanisch gesinnt seien.“

Wiesbaden, 19. Oct. Der gestern eröffnete Com⸗
munallandtag hielt heute seine erste geschäftliche Sitzung. — Wie
dem „Rhein. Kurr.“ aus Berlin gemeldet wird, sollen dem im
nächsten Monat zusammentretenden Landtage Vorlagen wegen
Bildung eines nassauischen Provinzialfonds ge—
macht werden.

Baden-⸗Baden, 19. Oct. Der preußische Generalstabs
hhef v. Moltke ist gestern hier angekommen. König Wilhelm und
der Kronprinz gehen morgen nach Berlin zurück.

Berlhlin, 17. Oct. Die den Landtag auf den 4. No—
vember einberufene kgl. Verordnung ist auch vom Grafen Bismardk
mitunterzeichnet.

Die „B. A. C.“ glaubt trotz gegentheiliger Versich erung
officiöser Corresp. behaupten zu können, daß im Staatsministerium
der endgiltige Beschluß gefaßt wurde, dem Landtage eine Vorlage
uüber Einführung einer neuen Steuer zu machen. Das pro 1868
zu erwartende Deficit werde auf 5 Millionen Thlr. veranschlagt;
juk 1869 flehe ein ähnliches in Aussicht. Großer Minderertrag
der Post in Folge Portoherabsetzung, erhebliche Ausfälle bei der
Einnahme der Cisenbahnen, Bergwerken, Forsten, Mindererträge
der directen und indirecten Steuern (in Folge des ostpreußischen
Nothstandes) seien die Ursache.

Wien, 17. Oct. Das Organ des Concordats-Ministers
Leo Thun und Genossen erklärt es für einen ungeheuren Scandal,

daß die Jesuiten aus Spanien vertrieben werden, eher sei es
ange zeigt, daß die Juden überall, wie in Rumänien fuͤr vogelfrei
erklärt würden., Schon früher hat das Organ der ultramontanen
Junkerschuft den frommen Wuunsch ausgesprochen, es möge sich
auch in Oesterreich ein Bratiano finden, der einer Pöbelhetze gegen

die Juden , vom Mislionär an bis zum letzten Haufirer“ keine
hdindernisse in den Weg lege.

Der wegen angeblicher Mitschuld an der Ermordung des
Lriegsministers Lotour im Jahre 1848 in contumaciam zum

Tode durch den Strang veruriheilte Dr. Goldmark kehrte vor
einigen Wochen aus New⸗York nach Wien zurück, um seine Un—
schusd zu erweisen und seine Rehabilitation zu verlangen. Der
competente Gerichtshof hat nun beschlossen, die Wiederaufnahme
des Prozesses wegen Mangels eines jeden strafbaren Thatbestandes
zinzustellen. Dr. Goldmark ist demnach- für schuldlos erklärt. Es
hat aber 20 Jahre gedauert, bis der zum Galgen verurtheilte
Flüchtling mit einigem Vertrauen auf die gebesserie Justiz in sein
haterland zurücktehren konnte
Kronstadt, 14.. Oct. Die Kronst Zig.“ meldet,
daß die in Kronstadt sich befindenden katholischen Geistlichen in
ihrem schriftlichen Vorschlag zu den Verbesserungen in unserer
katholischen Kirche, welchen Vorschlag Bischof Fogarassy abgesor-⸗
dert hatte, den Antrag aaf Aufhebu'ng des dlibalns
aufgenommen haben, und daß das Schriftstück, diesen Antrag
neben anderen liberalen Verbesserungen enthaltend, bereits nach
Karlsburg an den Bischof abgegangen seie.

Trisest, 16. Oct. Auf der Rhede von Smyrna sand am
5. Oct. an Bord des türkischen Dampfers „Tarabulus Garb“,
der mit 680 Soldaten nach Tripoli abgehen sollte, eine Kessel⸗
Explosion statt, wobei 70 Personen verunglückten.

Fraukreich. —

Paris, 17. Oct. „Etendard“ meldet, daß nach Privat⸗
depeschen aus Cuba daselbfi eine gewisse Aufregung herrsche und
bewaffnete Vanden aufgetreten seien, deren Anfuͤhrer sowie Ziele
nan nicht kenne.

Das spanische Jonrnal „La Iberia“ schreibt: „Bei Gelegen⸗
Jeit einer theatralischen Aufführung in Saragossa erregte eine
Declamation des bekannten Dichters Augustin Funes den enthu—
siastischen Beifall des Publikums, und wurde stürmisch da capo
verlangt. Der Inhalt seines Vortrages liefert einen charalteristischen
Beitrag zur Würdigung der großartig entwickelten Freiheits-Idee,
wie sie in der spauischen Nanon zeitweise unterdrückt, nie jedoch
ertoͤdtet werden konnte. In der beredtesten Sprache schildert Funes
die Leiden seines Vaterlandes, das stöhnend in das Gebiß seiner
Tyrannen geknirscht habe. „Unter üderinenschlichen Anstrengungen“
— fährt er fort — schleppte es sich dahin, das Elend saugte
eine Adern aus; doch es schlief ein bei dem klirrenden Schlum⸗
nerlied seiner Ketten. Da in der zwölften Stunde, als Alles
erloren schien, kehrte der Gedanke der Nache in seine Brust zurück,
wuthend raffte es sich auf, und schleuderte den Thron seiner Pei⸗
niger donnernd in den Abgrund. (Endloser Applaus). Dieses
Volk bist Du, mein stolzes Spanien, mein Vaterland!“ Er schließt,
wie üblich, mit einem kräftigen Ausfall auf Isabella, „das Weib
ohne Scham“, die er den nagenden Qualen ihrcs Gewissens
iherläßt, und indem er dringend davor warnt, das eimnal Errungene
wieder aufzugeben, plaidirt er für die Constituirung einer Repudlik.
Auch diese Worte ernteten die begeistertsten Bravorufe. ——

Der „Opinion Nationale“ wird aus Brüssel geschrieben, daß
nan daselbst nicht in Abrede stellt, daß das franzoͤsisch⸗ Cabine
auf Sympathien im Hagg gestoßen sei, welchec muchtig dazu bei⸗
zetragen hätten, den Abschluß eines Offensid— und Deffensibbünd⸗
nisses zwischen der niederländischen Regierung und dem Tuilerien—
Tabinet zu Staüde zu bringeun. Was auch gewisse deutsche und belgische
Blälter sagen mögen, die ohne Zweifel bei dieser Frage interessirt sind,
so ist die Einigung zwischen beiden Regierungen Neine vollendete
Thatsache, welche erst in dem Moment an dier Oeffentlich⸗
leit treten wird, wo die Ereignisse daraus- cine Noihwendigkeit
nachen.

Seit vier Tagen sind. 800 spanische Priester und Mönche in
Frankreich eingetroffen. Dieselben werden in den Klöstern von
Non, Saint Etienne, Toulouse, Limoges und Boutges unterge⸗
hracht. Wie verlautet. kommen diese Gäste dem Kaifer gerade
        <pb n="500" />
        nicht sehr angenehm; man fügt hinzu, daß die Beziehungen des
Kaisers zur Kaiserin in der letzten Zeit nicht die besten ind. Es
scheint, daß dem Kaiser endlich die Augen aufgegangen sind, und
er die Uebelstande einsieht, die aus der clerical⸗reactionären Politif
entsprungen sind, welche die Kaiserin so eifrig begünstigt.

Nach der „Liberte“ hätte Hr. Rochefort gestern mit Marfori
ein Duell gehabt und dieser soll jenem das Schlüsselbein entzwei
geschossen haben.
Schweiz.

Zürich, 15. Oct. Von den deutschen Republilanern in
der Schweiz erging nachstehende Zuschrift: Spanische Republikaner!
Mit lebhafter Befriedigung haben wir den Sturz einer verrotteten
Dynastie vernommen. Wir begrüßen die spanische Revolution um
jo freudiger, als wir in ihr nicht allein das Heil Eures Vater⸗
sands, sondern auch einen kräftigen Anstoß für die Wiedergeburl
des gebrechlichen Europas erblicken. Diese schoͤne Erwartung kann
sich jedoch nur erfüllen, wenn Euer auf der Höhe der Zeit stehen⸗
des Programm zur Wahrheit wird. Wir fordern Euch daher aus
und sagen Euch im Voraus unseren Dank dafür, daß Ihr mit
aller Thatkraft für die Einführung der förderativen Republik wirkel
und insbesondere für die nothwendige Bedingung derselben: Ersetz
ung des stehenden Heeres durch eine Nationalmiliz. Möge die
edle spanische Nation endlich in den Genuß der Freiheil und Wohl⸗
fahrt gelangen und mit ihrer Arbeit zugleich ein hohes Ver—
dienst um Europa sich erwerben. Gruß und Handschlag ihr
wackeren Männer!

Die Freiburger Blätter beschäftigen sich viel mit den Pre⸗
digten, welche der Jesuit Pater Roh gegenwärtig in Freiburg
hält. Es wird geklagt, daß Pater Roh die ausgesprochenste Po⸗
litik auf die Kanzel trage; so soll er vor einigen Tagen in einer
Nede sich in Schmähungen gegen Garibaldi und in Lobsprüchen
für die „tugendreiche“ Isabella ergangen und schließlich das Au—
ditorium beschworen haben, nicht mit der „Canaille“ zu gehen
sondern der Pariei der Freunde der Kirche treu zu bleiben.

Italien.

Florenz, 17. Oct. Der „Gazetia Piemontese“ zufolge
wäre der Zweck der Reise des Prinzen Napoleon nach Turin der
mit dem König Victor Emanuel über die Evdentualitäten der euro
päischen Politik zu conferiren.

Turin, 15. Oct. Der „N. Fr. Pr.“ schreibt man: Es
ist nun sicher, daß zwischen Frankreich und Italien augenblicklich wich—
tige politische Verhandlungen im Gange sind. Der Commis voyageur
der Tuilerienpolitik, Prinz Napoleon, hat rasch nach Turin fahren
muͤssen, um Victor Emanuel zu bewegen, in der spanischen Ange
legenheit gewisse dynastische Velleitäten aufzugeben und sich mehr
den Richtungen der französischen Politik anzuschließen. Dafür würde
Frankreich in Rom nachgiebiger sein, und wenn das betreffende
Protocoll über die Räumung des Kirchenstaates noch nicht unter
zeichnet ist, so ist es jedenfalls Thatsache, daß ein solches vorbe
reitei ist. Menabrea fühlt die Nothwendigkeit, sich dor der Kammer
Einberufung möͤslichst zu beeilen, und seine sonst so phlegmatische
Politik soll jetzt in Paris sogar einige Pression versuchen. Vor
Wichtigkeit ist besonders die Nachricht, daß Benedetti, der franzö—
sische Gesandte in Berlin, für eine besondere Mission nach Jloren;
ausersehen ist, um wahrscheinlich die schwebenden Verhandlungen
zum Abschlusse zu bringen. Wenn man in Paris fühlt, daß Herr
v. Malaret in Florenz, wenigstens für wichtigere Dinge, nicht
mehr verwendbar ist, so kann man daraus schließen, daß Frank
reich den Gefühlen Italiens mehr Rechnung trägt als bisher.

In Bologna haben die spanischen Ereignifse die mazzi
nistische Jugend im hoͤchsten Grade exaltirt. Mehrere Abende hin⸗
tereinander wurden in der Oper republikanische Manifestationen
gemacht. Man rief: Es lebe die spanische Republik! Es lebe
die Republik von San Marino! Es lebe Mazzini und Garibaldil
Rieder Gnaff! (Victor Emanuel wegen seiner aufgestalpten Nase.
Das Publikum im Parterre applaudirte ꝛc. — Der Agent der
offentl. Sicherheit wurde vom Ministerium entseßzt, weil er das
Besetz nicht zur Geltung brachte.

Spanien.

Der Herzog und die Herzogin von Montpensier haben nad
Madrid, Cordoda, in Santander, bedeutende Summen zur Unter⸗
zützung der in den letzten Kämpfen Verwundeten geschictt. —
Die in Madrid wohnenden Protestanten stehen im Begriff, sich
eine Kirche zu bauen. Die Juden gehen mit der Absicht um, sich
eine Synagoge zu errichten.

»Madrid, 18. Oct. Der von der amtlichen Zeitung ver⸗
zffenllichte Beschlußz der revolutionären Junta in Betreff der künf.
tigen Regierungsform lautet folgendermaßen: In Vetracht, daß
die Form der Regierung eine Frage von höchster Wichtigkeit und
eine Regierung um so geachteter ist, je mehr sie als der Ausdrud dee
naiivnalen Willens erscheint; in Betracht, daß die Form der Re
gietrung erst einer eingehenden Discussion unterporfen werden soscl

da sie anderenfalls, wenn die öffeniliche Meinung nicht durch die
Discussion der Regierungtform aufgeklärt würde, nicht der wirk—
liche Ausdruck des nationalen Willens wäret; in Betracht ferner,
daß Angesichts der der Revolution vorbergehenden Umstände das
Volk nicht im Stande ist, sich ein Urtheil über die geeignete
Regierunggfforn und die an die Spitze des Staates zu
stellende Persönlichleit zu bilden, schlägt die Junta der prodisori⸗
schen Regierung vor, zu erklären, daß, in Uebereinstimmung mit
dem Programm von Cadirx, es der conslituirenden Versamm-
lung allein zukommt, die zukünftige Form der Regierung zu
destimmen.

Wer entnehmen einer Correspondenz des „Constitutionnel“
aus Madrid folgende Stelle: „Die Maßregeln gegen die religiosen
Körperschaften dauern fort und verallgemeinern sich. Die Junta
von Sevilla hat soeben 9 Frauenklöster geschlossen und den Non-
nen drei Tage Frist gegeben, um ein Asyl zu suchen. Dieselbi
Junta hat 17 Pfarreien abgeschafft und so den Klerus diese
Pfarreien ohne Anstellung gelassen. In RXeres hat die Zerstörun
von drei Frauenklöstern begonnen. Die Jesuiten haben alle ihr
Institute verlassen, ihr Colleg von Carrion de los Condes, di
erste öffentliche Bildungsanstalt, welche Spanien besaß, ist ge
schlossen. Man spricht auch von der nahe bevorstehenden Schlie
zung des Klostes der Damen vom Heiligen Herzen in Chamartin
in welchem die Moͤbel aufbewahrt sind, welche Napoleon J. wäh
rend des spanischen Krieges gedient haben.“

Madrid, 19. Oct. Die demokratische Versammlung ha
die Förderative Republik als die einzig richtige demokratische Re
gierungsform erklärt. — Hreute ist ein Decret erschienen, welche
viele Kloͤster aufhebt und deren Güter zum Vortheil des Staate
confiseirt.

Die „Opinion Nationale“ schreibt in Bezug auf die Sclaven
frage in Cuba: Auf den Inseln Cuba und Potorico find 800,00
Sclaven und 250,000 Mulatten oder freie Schwarze, welche m
ieberhafter Ungeduld darauf warten, was die in der Metropo
triumphirende Freiheit für sie decretiren wird. Noch mehr, die
Weißen selbst, in der Stärke von 600,000, wünschen und verlanm
zen in der Mehrzahl die Abschaffung der Sclaverei, welche übn
hren Häuptern fortwährende Gefahren schweben läßt.“

Das genannte Blatt ist der Ansicht, daß, wenn die Jun'
sich nicht beeilt, den Wünschen der Bevölkerung von Cuba gerede
zu werden, die Cubaner veranlaßt sein könnten, ihre Unabhängig
keit zu erklären. Die spanische Regierung zog bis jetzt aus Cuba
zjaäͤhrlict 1650 Millionen Steuerun und 15 Miillionen aus
Zöollen.
**3St. Ingbert, 21. Oct. GWerspätei). Vorigen
Sonntag und 8 Tage früher gab der in dem preußischen Rach⸗
harorte Neunkirchen bestehende Gesellenverein hier eine theatralische
Borstellung, am ersteren Sonntage mit einem Nachmittags-Conceri
yon Seiten des dortigen Gesangs-Vereins „Concordia“ verbunden
— und glauben wir nicht unterlassen zu dürfen, die Leistungen,
owohl des Gesellenvereins als auch der Concordia, hiermit öffend⸗
lich anzuerlennen. Wenn wir in Betracht ziehen, daß die Dar⸗
teller keine Schauspieler, sondern schlichte Handwerker sind, die
im Laufe des Tages oft schweren Arbeiten obliegen, oft auf hoheu
Berüsten herumzukleitern haben, so müssen wir lobenswerth den
ꝛegen Eifer und die Tzätigkeit im Streben nach Gemeinsinn,
Bildung und Geselligkeit der jungen Leute begrüßen — wie denn
nuch diese Zeilen für die betr. Mitgieder nur ein Sporn zur
veiteren Vervollkommnung sein möchten. — Nächsten Sonntag
den 25. d. M. soll, wie wir hören (eine Brillant⸗Vorstellun
„Der Elsterwitz“ (im Oberhauser'schen Saale) Statt finden, und
war mit gut besetztem Musikchor. Nach Schluß der Vorstellung
wird unter bengalischer Beleuchtung ein lebendes Bild „Da*
Abendglöcklein“ vorgeführt, und machen wir alle Freunde ge
elliger Abend⸗Unterhaltung auf diese letzte Vorstellung ganz be
onders aufmerksam, da, wie verlautet, auch drei Preiräths
nufgegeben werden sollen, deren eine Auflösung mit kin
ilbernen Cylinderuhr, die beiden anderen mit geringeren Preisen
praͤmiirt werden.
ermischtes.

fKaiserslautern, 19. Oct. Die Nothwendigke
ꝛeiner bessern, allgemeinen und fachlichen Bildung der Jugend trꝛil
gegenwärtig mit jedem Tage mehr hervor. Während im Gewer‘
betrieb überall die Gewerbe⸗, Industrie- und Fortbildungsschule⸗
längst den Uebergang von der Volksschule zur Praxis vermitteln,
und hier auch eine ausgedehnte Benützung dieser Anstalten statt⸗
findet, läßt sich letzteres von den landwirthschaftlichen Lehranstalten
im Allgemeinen nicht sagen, obgleich diese im Verhältniß zur Land⸗
bevölkerung noch dünn gesäet sind. In welchen Umständen dies
auch begründet sein mag, so kommt es eben deßhalb noch allzu—
hanfig vor, daß der angebende Landwirtih das Handwerk seines
        <pb n="501" />
        Baters handwerkamäßig erlernt, ohne über die Gründe seines
Thuns die richtige Aufllärung zu erhalten. Und Dasjenige, was
gie Neuzeit in jeglichem Betriebe anstrebt und in der Industrie
seit 30 Jahren so glänzend erreicht hat, nämlich einen höheren
Zeinertrag durch andere als die gewohnten Mittel zu erjielen,
dünkt ihm unmoͤglich, ja lächerlich. Die Folgen sind unschwer zu
erkennen. Intelligenz und Kapital wenden sich mehr den industri⸗
ellen als Aderbauunternehmungen zu; der Reingewinn hat sich
beim Gewerbe auf bedeutende Hoͤhe gehoben, in der Landwirth⸗
schaft ist er fast allgemein ein außerordentlich niedriger, und letztere
zjeht in Gefahr von ihrem Schwesterbetrieb, dem Gewerbe, voll⸗
zändig überflügelt und zurückgelassen zu werden, was keinesfalls
zur Verbesserung der Volkswohlfahrt beiträgt.

Nicht klein sind daher die Anstrengungen unserer Zeit und
der Regierungen aller Länder, den rationellen Fortschritt im Acker⸗
hau anzubahnen und zu foͤrdern, was anerkanntermaßen nachhaltig
und ächt nur durch allgemeine Verbreitung einer gründlichen Be⸗
cufsbildung zu erreichen ist.

Die landwirthichaftlichen Vereine suchen durch Ortiskränzchen
und Lesezusammenkünfte u. s. w. Belehrung zu verbreiten; allein
Bründlichkeit kann der Natur der Sache nach auf diesem Wege
nicht erreicht werden. Auch Alkademien und Ackerbauschulen konnen
der Kostspieligkeit wegen ihren Zweck nur in ganz beschränkten
streisen erreichen. Das Bedürfniß hat in Folge davon das Feld
des landw. Unterrichtes in der letzten Zeit bedeutend erweitert
und möchten wir das Augenwerk der Landwirthe vorzüglich auf
jene Anstalten lenken, welche die Bestimmung haben, junge Leute
für diesen wichtigen Beruf entsprechend vorzubereiten, welche ferner
durch die Einrichtung und Wohlfeilheit eine allgemeine Benüßung
gestatten, und welche endlich in der Pfalz noch zu neuen Datums
sind, um bezüglich ihres Wirkens und ihrer Aufgabe hinlänglich
belannt zu sein.

Dahin zählen wir die landwirthschaftlichen Abtheilungen an
den Gewerbschulen und die landwirthschaftlichen
Winterschulen.

Was zunächst die erstgenannten Anstalten betrifft, deren Bayern
zur Zeit vier besitzt, so laufen dieselben ganz parallel den eigent⸗
lichen Gewerbschulen; der Unkerricht erstreckt sich wie bei diesen
in drei Jahreskursen über Religion, Realen, französische Sprache,
Mathematik, Zeichnen, Raturwissenschaften und außerdem noch
kber Landwirthschaftslehre auf naturwissenschaftlicher Grundlage.
— Die Aufnahme in den untersten Kurs erfolgt gewöhnlich in
einem Alter von 12-14 Jahren und das nach Absoldirung der
drei Kurse erlangte Maturitätszeugniß berechtigt in Bayern nach
Artikel 40 Abs. 4. des Wehrverfassungsgesetzes zum Eintritt als
Kinjährig⸗Freiwilliger in die Armee. Für die Pfalz besteht eine
landwirthschaftliche Abtheilung an der Gewerbschule zu Kaisers—
jautern (seit 1864).

Besonders wichtig dünken uns die neuestens gegründeten
landwirthschaftl. Winterschulen, weil sie am meisten geeignet und
derufen scheinen, gute Kenntuisse zu verallgemeinern, indem ihr
Besuch nur sehr wenig Mittel erfordert und der Unterricht zu einer
Zeit ertheilt wird, in welcher jeder Landwirth seinen herangewach⸗
senen Sohn entbehren kann.

Bei der Aufnahme werden die in der Volksschule erworbenen
Nenntnisse und ein gereiftes Alter vorausgesetzt; auch sollen die
Zoͤglinge in der landwirihschaftlichen Praxis bewandert sein.
Beide letzte Bedingungen sind nämlich erfahrungsgemäß vom
gunstigsten Einfluß auf den Erfolg des Unterrichtes, welcher mit
—X
jahlreichen Exkursionen zu verbinden ist. Er erstreckt sich über
deutjche Sprache, Geographie nebst Geschichte, Rechnen, Buchfüh⸗
rung, Landwirthschaft und das nöthigste aus der Thierheilkunde,
den Naturwissenschaften und der Geometrie. Die Daner des
Unterrichts fällt in die 5 Wintermonate November bis März und
da Zöglinge an dem Sitze der Schule in bürgerlichen Familien

mohnen und für vollständige Verpflegung täglich 36 bis 48 kr.
zezahlen, ferner an Schulgeld 5 fl. zu erlegen haben, so stelll sich
der Gesammtaufwand für den Schüler po Winter auf 95 — 128 fl.
und mit Hinzurechnung von 25-40 fl. Reise- und andere
Kesten auf 120 - 166 fl.

Schon mehrere Jahre bestanden in Baden Winterschulen, und
da sie gute Resultate erzielten, so hat man ihre Zahl im vorigen
Jahre auf 7 vermehrt.

Auch in Bayern ist man mit deren Gründungebeschäftigt und
vurde für die Pfalz im Laufe der 2 letzten Winter“ein derartiger
Bersuch in Kaiserslautern gemacht. Die Prüfungen dortselbst ha⸗
den die Ueberzeugung hervorgerufen, daß diese Art landwirthschaft⸗
icher Unterrichtsanstalten unseren pfälzischen Verhältnissen vollkommen
entsprechen.

Wir stehen daher nicht an, allen Landwirthen, welche ihren
Sohnen die Segnungen eines gulen Unterrichtes angedeihen lassen

wollen, unsere pfälzischen landwirihschaftlichen Lehranstalten auf'ß
wärmste zu empfehlen, darauf zurüdkommend, daß nur gründliche
hgerufsbildung bei allgemeiner Verbreitung den rationellen Fort⸗
chritt im Ackerhau zu unterstützen vernaig.

Speyer, 16. Oct. Das kgl. Oberpostamt hat die Ein⸗
cichtung getroffen, daß die k. Poßanstalten des Kreises die für
zie k. Rentämter vohh Privaten mittels Postanweisungen ankom⸗
nenden Geldbeträge, zugleich mit den abzuquittirenden Anweisun⸗
jen durch den Postbosten überbringen lassen, gegen eine an den⸗
elben zu vergütende Bestellgebühr von drei Kreuzer. Wer also
an ein Rentamt mittelst Postanweisung bezahlen will, hat außer
dem Betrag der für das Rentamt bestimmten Summe, noch drei
sereuzer mehr, für Bestellgebühr durch den Postboten zu entrich⸗
en. Bei aller Anerkennung dieser Naßregel ist dieselbe doch als
nicht völlig genügend zu bezeichnen, wenn sie nicht, statt blos für
Rentämter gegeben zu sein, auf andere öffentliche Kassen, nament⸗
lich auf Eixnehmereien und Kirchschaffneien, ausg edehnt wird, denn
das Publikum hat auch mit solchen Kassen vielfachen Verkehr und
diele Zahlungen zu leisten, für welche ihm wohl ohne allen An—
stand dieselbe Begünstigung zugewendet werden könnte.

7Speyer, 17. Oct. Der hiesige Arbeiterfortbildungs⸗

berein feiert am 22. kommenden Monats sein erstes Stiftungsfest,
uind da hiezu sämmtliche Arbeitervereine der Pfalz und angrenzen⸗
den Städte eingeladen werden, so sollen der Festlichkeit voraus-
gehend auch ernste Berathungen gepflogen und besonders die Grün⸗
dung eines pfälzischen Arbeiterverbandes in Erwägung gezogen
verden. Einige bekannte Persönlichkeiten wie Sonnemann, Or.
dirchner, Stuttmann, Eichelsdörfer u. A. haben ihre Betheilung
bereits zugesagt. Hiesige Frauen und Jungfrauen sind mit der
Anfertigung einer Fahne beschäftigt, welche dem Verein am glei⸗—
hen Tage übergeben werden soll. Es wäre sonach ein seltenes
Fest der Arbeiter zu erwarten.

fLandau, 19. Oci. Gestern Nacht zwischen 9-10 Uhr
wurde der Soldat Gansl aus Plattling in Niederbayern vom 8.
Inf.“Reg. erstochen auf der Chaussee zwischen Landau und Queich⸗
heim von andern Soldaten aufgefunden. Der Leichnam wurde
ins Militärspital transportirt; die Untersuchung zeigte einen Messer⸗
dich von der rechten zur linken Seite durch das Herz. Der
Thater soll ein Bursche aus Queichheim sein; aber der ködtliche
Stich hatte einem Andern gegolten, einem Sanitätssoldaten, welchet
unangefochten nach Hause kan.

In Kirchheimbolanden fielen bei den Controlbersammlungen
am 16. October rohe Excesse vor, in Folge deren die Haupt ⸗
rädelsführer, Reservisten aus Kirchheim, mit. 14 und 8 Tagen
bestraft wurden.

F. In Abendsberg Miederbahern) kam es am 14. d. M.
bei der Controlversammlung der Landwehrmänner zu argen Un⸗
ordnungen. Schon während der von 10 Uhr Vormittags bis
2 Uhr Nachmittags dauernden Controlbersammlung ließen sich ver⸗
schiedene angetrunkene Burschen gegen die Officiere allerhand Roh⸗
Jeiten zu Schuld kommen. Kaum hatten die Officiere den Saal
nerlassen, so entspann sich zwischen einigen Burschen eine Schlä⸗
zerei, welche sich bis auf den Hauptplatz herunter forisetzte, und
da der Scandal eine immer größere Ausdehnung gewann, so wurde
durch Trommelschlag jene Abtheilung der Bürgerwehr zusammen⸗
gerufen, welche schon vorher zur Bereitschaft commandirt war.
Nun trieben es aber die zügellosen Burschen noch ärger, verhöhn⸗
ten und beschimpften die zum Sammelplazß eilenden Bürger, und
hließlich kam es bei einem Wirthshaus wieder zu einer großen
Schlägerei unter den Burschen, wobei einer derselben durch einen
Messerstich so getroffen wurde, daß er todt auf dem Platze blieb.
Als die Bürger mit der Gendarmerie vorrückten, um die Exceden⸗
sen zu zerstreuen, begannen mehrere Hauptraufer ein heftiges Hand⸗
zemenge mit den Buͤrgern, wobei jedoch die Gewehrkolben und
dachen Säbelklingen ausgezeichnete Wirkung übten. Als endlich
alle Gafihäuser abgesperrt, die Straßen mit Patrouillen durchzogen
vurden, zerstreuten sich allmählich die Rotten und war bis 6 Uhr
Abends die Ruhe wieder hergestellt.

Frankfurt, 18. Oct. Mrs. Lincoln, die Witiwe
des ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln, kam heute mit ihrem
üngsten Sohne Tadd. Lincoln durch unsere Stadt, um sich nach
Wiesbaden zu begeben, ihren Sohn in einer deutschen Pensions-
anstalt unterzubringen und alsdann Karlsbad, Nizza und Neapel
zu besuchen.

In Rirdorf (GHolstein) kam am 53. d. in einer Arbeiter⸗
familie ein Vergiftungsfall durch einen neusilbernen Löffel vor,
der während des Kochhens und der Zubereitung von Kartoffeln

mit saurer Sauce in derselben gestet hatte; der Mann starb,
die übrigen Personen wurden wiederhergestellt.

f In der Grafschaft Pike, Ohio, hat man den Hirnschädel
eines Mastodon's (Vierfüßler der Urwelh) gefunden, der 3 Fuß
in der Länge mißt, 2 Fuß 8 Zoll in der Breite, 2 Fuß zwischen
den Rüftern, und ein Gewicht von 109 Pfund besißt.
        <pb n="502" />
        Bekanntmachungen.
m Grosse xx
Preiseormassigung!

—75 —

Codes· Anzeige.
Allen Freunden und Belannten
hiermit die schmerzliche Nachricht. daß
anser geliebler Gatte, Vater, Groß⸗
und Schwiegervate
Valentin Jischer
am 21. ds. um 7 Uhr Abends im
Alter von 61 Jahren, nach einem
schweren Krankenlager in ein besseres
Jenseits gegangen ist und bitten um
sille Theuͤnahme. —
Su. Ingbeit, den 22. October 1868.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet morgen
Fretag den 23. ds um halb 10 ühr
früh stat.

in
—RB d VH.
sämmklichen Buckskins,
Zeppen und Zacken-Stoffen,
sowio einer PartLhiss
Buckskin-⸗Resten.
Unter Einkaufs-Preii
BL Horz,. Wittwe.

Sammiliche Sleuere und Gemeindegelder ·
Debenton der diesseitigen Eiuneberei; welche
miß Zahlung ihrer schuldigen Beträge sich noch
— andurch
aufgefordert, ihre Schuldigkeif innerhalb
acht Fagen bei Vermeidung von Kosten
anher zu itrichten. — — ——

Eti. Juͤgbett den Vl. October 1868
Die CEinnehmerei
7 Dereum⸗
— Hiermit die ergebene Anzeige, daß
ich von meinet Einkaufsreise aus Frank⸗
reich zurück bin, und das Neueste für die
begimende Saison während einigen Tagen
zur gefälligen Anficht ausgestellt habe.
Elise Schanck.

Z
Eine — ... .
RMarthie

—
„Uln
J Doppelbreite
föino LKleiderstoff-Reste
à 18 kr die Elle; schwarz, braun und grau
„Moiré snter Rocen 30 kr. die
empfiehlt L. Herz, Wiw.

oↄotener
Gimmoldinger Mein
hei Meαι,er.
Ein guter Arbeiter

findet dauernde Beschäftigung; auch kaun ein

hraver Jumnge in die Lehre treten
bei Jak. Theis, Schuhmächermeister.

— —
Petroleumlampen,
alle Sorten Dochte, Glocken, Gläser
empfiehlt zu Fabrikpreisen

Blechschmied Baum ann.

reihige, 4 fl. 13 kr, Spelz 4 fl. 14 kr
—AV
10 kr., — Mischfrucht 5 fl. — kr., Hafet
tbefl. 24 kr., Erbsen 4 fl. 40 kr., Wicken
3fl. 54 kr., Kartoffeln — fl. 42 kr., Heu
zufl. 04 kr, Stroh 1ufl., 22 kr., per
Jentner. Weisbrod 114 Kilogr. 17 kr.
dornbrod 3 Kgr., 24 kr., ditto 2 Kgr.,
I6 kri, ditto 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 29 kri, 1 Paar Weck, 8 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr./ per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
Butter 32 kr., per Pfund.

Eine Senduug
neuer Holländer Kronbraud⸗
VolI-Haringe
st wieder eingetroffen bei
Fritz Panzerbieter.
Eine sehr schöne
düm ise ho DoMο
(auch Ulmer Dogge genannt) Hüudin,
SVJahr alt und ein “e jähriger Hund davon
sind zu verkaufen bei

Whilipp Flory in Zweib rücken.

Derselbe hat auch 2 große, neue,
Oelkasten mit Pumpe
zu verkaufen.

in der Weinstube von
C. Apprederis.
Deg neue billig und gut gemachte
Einkäufe werden von hente ab, in
meiner Weinstube Weine à 6G, 8 und 12
kr. verkauft, dessen Güte jeder Weintrinker
enisprechend dieses Preises bewundern muß.

GE. Apprederis.

Fruchte⸗, Brode Fleisch⸗ ic. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 22. Olt.
Weizen 6fl. 17 hr., Korn 4 flitis8 fr.
Gerste Lreihige, 4 fl. 26 tr., Gerste bier⸗

Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 20. Ott.
Weizen 6fl. 7 kr. Korn öõ fl. öb kr.

Spelzkern 6 fI. 11 kr. Spelz 4 fl.
27 kr., Gerste 5 fl. 19 kr. Hafer4 fIl.
27 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken * fl.
21kr., Linsen 5 fl. 20 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 24 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 13 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 13 kx3ß

—

— — — —VAX&amp;—
Pedaction. Druck und Vetlaag von F.

st annan.

— ⸗
        <pb n="503" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

————
mistiten eagee IWuaee
Oer St. Ingberter Anzeüger“ mit seinem Uükerhaltungeblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Sam 8Aa g. Abonnemenlspreis vierteljährig 45. Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krir. die dreispaltige Zeile
——— Blattschrift oder deren Raum berechnet. *

Samstag, O O. Octobeee * 1868.
D—— I Deutschlaud. —7.... für allgemeine Münzeinheit, Aufgeben der Silberwährung und
München, 20. Och. Im Verlaufe von, wenigen Tagen ausschließliche Goldwaährung mit dem Werth der Rechnungseinheit
harf man wohl mit Sicherheit der Wiederbesezung der durch den gleich dem goldenen Fünffrankenstück ausgesprochen. —
Tod des Staatsrathes v. Heintz erledigten Präsfidenkenstelle des/ Berlin;, 22. Oct. Nach dem „Börsen-Kurier“ beabsichtigte
vbersten Gerichtshofes entgegensehen,da zuverläsfigen Mitthei. die Regiernug, das Deficit für 1869 durch Ausgabe von Schatz⸗
jungen zufolge der dießfallsige Vorschlag des Justizministeriums, an veisungen zu decken, die aus den erwarteten Mehreinnahmen der
der dahin' geht, zum Präsidenten des obersten“ Gerichtshofes den nächsten Fahre zurückgezahlt werden sollen. J
Prasidenten des Appellaltonsgerichts für Oberbayern, Ludwig Die neueste Nummer (vom 14. August) der in der Kolonie
AReumayr. und an dessen Stellenden Director des Oberappel. Sud⸗Australien ersheinenden Deutschen Zrilung von Tanunda, welche
sationsgerlihteg Rudolph v. Metz zum⸗ Präsidentrndes Appel hren Lesern den Schluß des Zollparlamentes und den Rechen⸗
latioasgerichts für Oberbayern zu ernennen, bereits im Kabinete schaftsbericht der süddeuischen Fraction mittheilt, widmet diefen
des Koͤnigs liegt. —In der letzten Sitzung des Ministerrathes Angelegenheiten einen Leiiartikel, dessen Anfang folgender Maßen
lam wie ich hoöͤre, dien Ftage, zu welchem Zeitpunkt der Landtag laulet: Die Verkreter! des Südens haben bewiesen, daß die so, oft
einberufen werden solle, zut Besprechung und: wurde eine Einigung von ihnen gerühmle Liebe zum deuischen Vaterlande, ihr Freiheits
negativer Art dahin erzielt⸗ daß die Einberufung keinesfalls mehr bewußtsein und ihr Patriotismus noch unverstandene Begriffe oder
im Monat November“erfolgen solle. hohle Worte sind. Ihr Streben auf dem Zollparkamente, so ert
in Münschen, 20. Ock.“ Das k. Staatsministerium des In⸗ scheint es uns hier in der Ferne, war in der That kein anderes,
nern hat im Einverstaändnisse mit dem k. Staatsministerium der als den Norddeuischen Bund so viel als moͤglich trocken zu legen,
Finanzen genehmigt, daß Physikatsverwesern für die ganze Dauer hmdie Aufbringung der Erxistenzmitiel zu erschweren und das
der ihnen übertragenen Verwesung die vollen regulativpmäßigen heutsche Einigungswerk zu hindern.“ Alle Deutschen im Auslande
Taggebühren bezahlt und zugleich die Kosten der Reisen, welche verden diese Gesinnungen des Südens mit weit größerem Schmerze
sie aus Anlaß der Stellvertretung von ihrem Wohnorte an den zernehmen, als man ihn im Norden Deutschlands selbst darüber zu
Physikatssitz und zurück gemacht haben, nach Maßgabe der Medis ühlen scheint. Das Manifest, welches eine Anzahl der süddeutschen
zinaitaxordnung vergütet werden. — Das k. Staatsministerium der Pertreier Namens des Südens beim Scheiden von Berlin erlassen
Finanzen hat verfügt, daß die allgemeine Norm, gemäß welcher jat, ist ein Verrath am deutschen Vaterlande, ein Verrath an der
Diätenvergütungen für auswärtige Dienstgeschäfte nur dann statt⸗ zeutschen Nation, ein Verrath an uns Allen, die wir aͤus der
finden dürfen, wenn die Entfernung vom Wohnsitze des Bedienste⸗ Ferne mit heißen Segenswünschen auf die sich vollziehende Einheit
ien mindestens eine geometrische Stunde beträgt, auch auf das deutschlands blicken. Wehe ihnen, wenn durch ihr felbstsüchtiges
Forstpersonal Anvendung zu finden hat. Gebahten diese Einigung verbittert oder wohl gar aufgehalten
München, 21. Dct. Vom Handelsministerium wurder verden könnte! Sie sprechen es offen aus, daß sie eine siautliche
pro 1868 zur Unterftützung der auf Vermehrung und Ausdeh- Finigung Deutschlands wollen, aber Bayern, Würitemberg und
nung der gewerblichen Fortbildungsschulen gerichteten Bestrebun- Zessen dürfen an ihrer Souveränität nicht ein Titelchen verlieren;
gen aus Centralfonds 6000 fl. bewilligt, und zwar für Obere sie gestehen es offen ein, daß der Süden seinem Verhängniffe
bayern und Unterfranken je 1200 fl., Mittelfranken, Oberfranken, nicht entgehen kaun, aber sie wollen sich dagegen wehren, so gut
Schwaben und Pfalz je 700 fl., für die Oberpfalz 500 fl., für und so lange sie können; sie lassen es zwischen den Zelen lesen,
Niedexbayern 300 .. — . daß sie sich lieber an Frankreich, als an Deutschland anlehnen
Die „N. N.“ tadeln mit Recht, daß die Konkrolpflichtigen woslen. Pfui, dieser Schande, von der wir, Gotl sei Dank !'an⸗
in Abensberg fast zwei Stunden über die festgesetzte Zeit auf den nehmen, daß sie nicht das füddeutsche Volk trifft, sondern nur
Beginn der Amtshandlung warten mußten, daß sonach die Ver ine ultramontane Partei, die nun einmal ihr Heil allein in der
saumniß der einschlägigen Beamten die vorgekommenen Erzesfe, Dämmerung vergangener Jahrhunderte sieht, in der sich, als im
die cin Menschenleben losteten, indirelt beföcderte. xrüben, gui fischen Jäßt. Und was treibt sie eigentlich? Wer
Dienstesnachrichten. 44.. bnnte das besser sagen, als ein altes Volkslied:
Die erledigte Lehrerstelle der untersten Klasse der lateinische de de Nauer un —————
Schule zu Kirchheimbolanden ist dem geprüften Lehramtscandidea Ta pewy rrä —9 —
ten Georg Schmied aus Rennerkshofen, Bezirksdamt Donauwörtht Dae — nee bh ð *
in widerruflicher Weise übertragen worden. nd jene ip ifen auertohl. V —
NKarulsrushe, 18. Ock. Der Papft hat den Professor der Ja, sie wollen wohl ein einig Deutschland, aber der Schwa—
Kirchengeschichte an der Universität Freiburg, Dr. Alzog, nach ben Fürst, der Bahern König muß deutscher Kaiser sein. O,
Rom einladen lassen, um daselbst an den Vorberathungen für das Ihr solltet nur die Schamröthe über Euer Gebahren auf den Ge⸗
dkunlenische Concil Theil zu nehmen. ichtern der Deutschen im Auslande sehen! Wir scheren uns den
Frankfurt, 21. Oct. Aus London wird dem „Frankf. dZenker darum, von welchem deutschen Throne der künftige dentsche
Journ.“ teltegraphirt? „Auf eine Anfrage Englands erklärte die Kaiser genommen wird; aber das wissen wir, daß es nur deer
holländische Regierung, daß ein Zollvertrag mil Frankreich weder sein darf, der es versteht, Deutschland mächtig zu machen und die
— Macht besitzt, die deutsche Ehre auf der ganzen Erde zu wahrey.
Berkin, 21. Ock“ Rach der „Krzztg.“ werden im Mimi- Ihr solltet nur sehen, wie das ganze Ausland bis in die fernsten
sterium in Folge der letzten Dentschrift des Kürfürsten von Hessen Winkel der Erde mt Hochachlung, qduf W.lhelm und Bismarck
Maßregeln bezuͤglich der Geldmittel erwogen, welche der Kurfürst sieht. Und watum? Nicht, weil er Koͤnig von Preußen und je⸗
aus preußischen Kassen erhalt. — Die „Prob.“ Coxresp.“ gestehn er sein Minister it, sondern weil Beide mit Macht den Ramen
zu, daß im nächstjährigen“ Staͤatshaushalt ein Deficit vorhanden einer gesunkenen Nation gehoben halen. Und ihr solltet nur wie
fein werde, und fuͤgt dieser Miltheilung hinzu, daß die Regierung wir wissen, wie verachtet die Nation unter den Völkern der Erde
die Deckung desselben nicht? durch dadernde Steuererhöhung, var, und wie groß sie schon seit 18608 dasteht! Ihr solltet nur
sondern durch vorübergehende Maßregeln, möglichst ohne neue Beeühlen, wie seitdem unser Bewußisein sich gellärt, unser Herz ge⸗
jastung, herbeiführen werde. — Die Zeit der Rückkehr des Gra⸗ auchzt, unser Haupt sich hoch g hoden hat und wie wir mit
fen Bismarck nach Berlin ist noch nicht bestimmt. Stolz uns wieder Deutsche nennen. Wir fühlen es jetzt schon,
Berlin, ẽ1. Oct. Der deutsche Handelstag hat in der daß wir ein Vaterland haben: Im weiteren Versolge des Arti
Münzfrage deu Ausschüßantrag angenommen und sich demgemüß lelz wird jedoch guh rühmendederenigen Süddenlschen gedacht,
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        welche sich ihren Brüdern im Norden aus“ voller Seett angeschloss fin der amtlichen.Goceta“ erschienenes Decret verfügl die Aufld—
sen haben, und dem braven Bayer Völk“ vor Allem wird gaus sung der Gesellschaft des Vincenz von Paula. *
der Ferne ein donnerndes Hoch gesandt.“ Paͤris, 22. Oct. Etendarde und „France“ sagen, der

Wien, 49. Qet. Aßur Tagesgeschichte) Der3N. Fr. Pr.“ Kaiser denle-nicht, darin⸗ die xbestehenden Freiheiten zu beschränken
geht aus — heute die Nachricht zu, daß in vertraulicher oder zu erweitern. 4
Weise die Resultale der jüngsten Militär-Conferenz nach Berlin
mitgetheilt worden sind. Diese Mitttzeeilung soll von der Erklär⸗
ang begleitet worden sein, daß die süddeutschen Regierungen sich
der Ueberzeugung nicht verschlössen, wie jedes zwischen ihnen ver⸗
nbarte Defensiv⸗System erst in dem engen Anschlusse an das
Defensiv⸗System des norddeutschen Bundes seine Ergän zung und
seroͤnung erhalte, und daß sie sich deßhalb verpflichtet erachten müß⸗
sen, sobald gewisse im Zuge befindliche Vorbereitungsmaßregeln
zur Durchführung gebracht worden, behufs jenes —Anschlusses — die
entsprechenden Verhandlungen einzuleiten.

Wien, 20. Det. Das Abgeornelenhauswar in sseiner
zeutigen Sttzung schon ein wenig vollzähliger. Die Sitzung selbst
hatte, so weit uns zur Stunde der Bericht vorliegt, nur vorberei⸗
enden Characier. Der Finanzminister brachte eine neue Vorlage
in Sachen der Nationalbank ein, um die Genehmigung, zur Re—
duction des Baulkapitales zu erlangen. Aus der Motivirung ent⸗
ehmen wir, daß die ungarische Regierung in der That sich sträubt,
jrgend eine Beitragspflicht Ungarns zur Staatsschuld au die Bant
und zur Staatsgarantie für die Bank anzuerkennen. Unser Mini
dexium bekämpft diese Weigerung, und wir stehen da vor einem
peinlichen Streile mit Ungarn. In der heutigen Sitzung hal die
Regierung auch das neue Wehrgesetz eingebracht, das in Harmonie
aalürlich mit dem bereits vom ungarischen Landtage votirlen
Wehrgefetze steht. — Gerechtes Aufsehen erregen die Urtheile der
Landesgerichte zu Linz und Prag, welche die bischöflichen Hirten⸗
briefe, als das Verbrechen der Störung der öffentlichen Ruhe be—
Jründend, bekanntlich der Vernichlüng überliefern. Wie daß „Va.
ierland“ heute zu verstehen gibt, wird der ——— Car⸗
zinal Schwarzenberg, das Aeußerste aufbieten, um die Gerichte
zu einem Verjahren gegen seine Person zu provociren. Das „Va.
jerland“ schmeichelt sich die Geruüchte würden dem auszuweichen
bersuchen und am Ende entweder sich auf das Concordat berufen
oder die Herreühauswürde des Cardinals vorschützen. Wir denken.
daß die Gerichte, herausgefordert, die Nachrede der, Feigheit, die
ihnen das „Vaterland“ angedeihen läßt, Lügen strafen werden.
Pesst, 19. Oct. Der Pester Lloyd erhielt aus Bucharest
die positsve Nachricht, Rußland habe mit Rumänien eine Allianz
abgeschlossheennn. 353 — ——
Fraukreich. 3*
Paris, 19. Oct. In Folge beträchtlicher Auschwellungen
der füdlichen Flüsse ist die Telegraphenverbindung zwischen Lyon
Marseille und Nizza unterbrochen.

Die „Corr. du Nord-Est“ tischt das Mährchen bon einem
rufsisch rumänischen Schutze und Trutzbündniß auf, durch wel⸗
hes für einen Kriegsfall der rumänischen Regierung nichts Ge—
tingeres, als der Besitz Siebenbürgens, der Bukowina und
Bulgariens zur Bildung eines großrumänischen Reichs zuge⸗
fichert werde.

Paris, 20. Oct. General Prim soll in seinem Briefe an
den Kaiser diesem das Versprechen ertheilt haben, daß, so lange
er (Prim) an der Regierung bleibe, die Republik nicht procla⸗
mirt werden solle. Er habe sich darin für die Iberische Union
ausgesprochen, aber zugleich auch angedeutet, daß die Anhänger des
Herzogs von Montpensier sich mehren. Der Graf v. Girgenti be—
Jauptet, er habe ebenfalls Aussichten, und die Königin Isabel hat
mit Geld reichlich versehene Agenten nach Spanien geschickt, um
zu Gunsten ihres Knaben, des Prinzen von Asturien, arbeiten zu
lassen. Don Carlos endlich soll bei'm Kaiser um eine Audienz
aachgesucht haben, diese ihm jedoch verweigert worden sein.

Die Königin Jsabel und ihre Familie werden in
Paris erwartet, um dem Kaiserpaar in St. Cloud einen Besuch
zu machen.

Fünf Obersten vom Generalstab reisen am Donnerstag hier
ab, um die Mobilgarde in den Provinzen zu organifiren. Die
Bekleidung ist fertig und nach den Maggazinen gebracht; bis
Ende December müssen die fünftägigen Uebungen geschlossen sein.

Paris, 21. Oct. Der „Moniteur“ sagt: Depeschen aus
Madrid melden, daß die Junta der Haupistadt heute eine Proc⸗
amation veröffentlicht, worin sie erklärt, da die öffeniliche Ord⸗
nung vollständig gesichert ist, komme es fernerhin der Regierung
zu, die Principien der Revolution zur Anwendung zu bringen;
deshalb erklärt sich die Junta für aufgelöst und fordert alle an⸗
deren Junten auf, ihrem Beispiele zu folgen.

Paris, 21. Oct. Der „Gaulois“ veröffentlicht einen
Brief Serranos, der sich ebenfalls für die constitutionelle Mo—
narchie ausspricht. — Die revolutionäre Junta schlägt der revo—
utionöre Neaierung die Abschaffung der Todesstrafe vor — Ein

Vermischte s.

Zur Warnung. Es sind falsche Ein-Guldenstücke
mit der Präge Adolph Herzog zu Nassau und der Jahrzahl 1856
'n Umlauf, welche aus einer Mischung von Blei und Zinn be—
ttehen, dadurch leicht von der ächten Münze sich unterscheiden,
daß sie/ leicht wiegen, nicht helltönend klingen und sich fettig
infühlen. —

fr Aus der Westpfalz wird dem Pf. K. geschrieben:
Die k. Regierung der Pfalz, Kammer des Innern, hat unter'm
J. d. M. in Belreff der Unterrichtsdauer in den dentschen Schulen
ꝛine Verfügung erlassen, die Folgendes bestimmt: 1) Die Unter⸗
cichtszeit hat im Winter täglich fünf Stunden zu umfassen und
war von 8-11 Uhr Morgens und von 2—4 Uhr Nachmittags.
Im Sommer sind täglich mindestens vier Stunden dem Schul⸗
interricht zu widmen. Die Freinachmittage haben in ihrer bis—
serigen Einrichtung forizubestehen. 2) Die Schulferien sind in der
Dauer von sechs Wochen zu gestatten und zwar vom 15. August
dis 1. October. 3) An Ostern darf der Unterricht nur vom
Palmsonntag bis zum Sonntag nach Ostern unterbrochen werden.
1) Die an manchen Orten nach der Frühjahrsprüfung gestatteten
jesonderen Ferien sind nicht zu dulden. 5) Ernteferien, welche
nach besonderem örtlichem Bedürfniß gestattet werden können,
nüssen jederzeit an den Herbstferien in Abzug gebracht werden.
5) Für die Sonntagsschule bleiben die Bestimmungen der Regie⸗
ungsverordnung vom 17. April 1818 Ziff. 1 maßgebend. —
Begenwärtige Anordnungen haben mit dem Schulijahr 1868/609
in Wirksamkeit zu treten. J

F Bei Würzburg haben von der Controlbversammlung
heimkehrende angetrunkene Bursche auf der Straße einen jun—
gen Schmied so mißhandelt, daß er in Folge der erlittenen Ver⸗
kungen starb
        <pb n="505" />
        7 4Am 18. Oct. wurden im königl. Slosse zu Muͤnchen zur
Ernnerung andie Schlacht bei Leipzig 436 Armi gespeist.

F In Bischofsheim a. R- sind am 15. dieses Monat
11 Wohnhäuser, sowie mehrere Scheunen und Stallungen ab
qI brannt· 7..

Das der in Liquidation befindlichen badischen Gefellschaft
für, Tabalsbau und Handel gehörige Hofgut Lilienihal am Kaiser⸗
stuhl, zu mehr als 300, 000 fl, im Werthe angeschlagen, wurde
bon M. b. Haber um 166,000 fl. gekauft; Prinz Ricolaus von
Nassau hatte 160,000 fl. geboten.... 78 7

Reuesten Angaben zufolge beträgt der durch die jüngsten

Rhein⸗Ueberschwemmungen angerichteie Schaden circa 12 Millionen
Franken ——t —
7.Am 18. ds. Mts. wüthete am Bodensee einhefliger
Fohnsturm Fo —

Wie ein Pester Blatt mittheilt, hat der ungarische Räuber⸗
hauptmann Juhaß die Mitglieder feiner Bande auf fixen Gehalit
engagirt; nur in jenen Fällen, in denen das Geschäft besonders
gut gelingt, bewilligt er noch eine Tantieme.'

.7 Bis zu welchen Preisen der Grundbesitz in Paris gestiegen
ist, beweisen die Verkaufe der Bauplätze eines neuen Durchbruches
zwischen dem Platze der neuen Oper und der Rue de Gramont.
An beiden Seiten dieser Straße wird der Quadratmeter Baugrund
mit 1500 Fres. bezahli. —
Die 20. Lieferung der Rochefort'schen Lanlerne enthalt
folgende pikante Phrasen: „Wenn eine Frau in öffentlichem
Ehebruche lebt, so schließen sich die Hauser der ehrbaren Leute vor
ihr zu und die braven Familienmuütter drehen ihrden Rücken.“
Pur ein französischer Magistrat koönnte mir, nach Erwägung dieses
Sates beweisen, daß ich die guten Sitten beleidigt habe. Dem—
ungeachtet ist kürzlich eine Frau bei uns gelandet, die an der
einen Seiten ihren Mann und an der anderen ihren —I
datte. Wollt ihr nun wissen, wer die Frau war, die, anstatt sich
mit Abscheu abzuwenden, sich in die Arme der Ankommenden
ffürzte, ihr ihren Palast, jihre Zimmer und ein Bett für * zwei
Perspnen anbot J Die Kaiserin der Franzosen, Sie erheischte seibst,
daß ihr junger Sohn bei der Landung gegenwärtig sei, und als die—
ser fragte. wer denn der große schnurrbärtige Herr wäre, dem die
Königin immer so liebevol zulächelte, so antwortete ihm jeine
Mutter wahrscheinlich Folgendes: Es ist ihr Liehabec In
einigen Jahren wirst du vollkommen die Bedeutung dieses Wortes
zerstehen und begreifen, welche Anziehungskraft auf die Zuluuft
einer Nation ausüben kann. Vorläufig niagst du nur wissen, daß
jolche Kerle außerordentlich theuer kommen.“
7 London Am dergangenen Freitag wurde die Stad

attingham durch das Entweichen eines Lwen aus der dasev
ich aufhaltenden Menagerie des Herrn Whittington in nick
zeringe Beftürzung verseßt. Auf einer Buͤhne, weiche außerhal
der Menageriebude errichtet war, producirie der Lowe⸗ ein auf
Jewachsener Puma, der allgemein für harmlos gehalten wurde
unter Aufsicht des amerikanischen Loͤwenjägers Metani, seine Kunsie
tücke, als das Thier plößlich sein Augenmerk auf einen Hund
cichtete, den ein junger Bursche in der Zuschauermenge an einer
deine führte. Der Löwe riß sich von seinem Führer los, sprang
nit einem gewaltigen Satze von der Bühne herab auf den Hund
zu und riß ihn in Stücke. Die Menge zerstob mit Angsigeschrei
nach allen Richtungen und ——s— sich bald einen ande⸗
en Hund, mit dem er ebenfalls kurzen Prozeß machte. Mif
3ukerster Anstrengung gelang es Metani, den Foͤnig der Wüst⸗
vieder einzufangen; er führte ihn, den todten Hund im Rachen,
nach der Menagerie zurüd.⸗ Hier mußke die größte Gewalt ange⸗
wendet werden, um dem Lowen seine blutige Beute zu entreißen.
Seltsamerweise kam der Bursche, welcher den zuerst getödteten Hund
ührte, ganz unverletzt, und die Zuschauermenge mit dem bloßer
Schreden davon.
— Für die durch Reberschwemmung veruͤnglückten Schweizer be
der König von Preußes 20,000 Fre. zur Verfügung gestellt; i
Basel wurden für dieselben bis jetzt 170,000, in Vern 40,00
Fre. zujammengebracht; die Königin-Wittwe von Würitemberg ga
1009 Fre. für die Waisen Verunglüdter.
SFrankfurt, 17. Oct. Bei der heutigen Ziehun—
53. Classe der hiesigen Stadtlotterie fielen auf Nr. 14649, 2000 fu.
ruf Nr 17779, 10496, 1741. 12894, 16150 und 83 41 je
1000 fi.; auf Nr. 57483 7204, 24908, 2328 εο.
und 22402 je 300 fl. —
— Ziehung vom 19. Oct. Nre24066, 3000 siß; auf
Nr. 23003, 4000 fl.; auf Nr. 6515, 13168, 16671 und 17751
je 1000 fl.; auf Nr. 754, 2008 3811, 11395, 12825, 18920,
14882 und 25689 je 300 —A
— Ziehung vom 20. Oct.Nr.
Nr. 5885, 2000 fl.z auf Prue 19989,
14942, 1315 und 6100 je 1900 9., aul
2674, 10485 und 6373 je 300 fl.
— FZichung vom 21. Och. P⸗
Nr 17795, 4000 fl.z auf Nr. 1613
1006 fl. auf NRr 16184 12585 700
21326 und 15665 je 800 fl.

2
Bekanntmachungen.

V —— —32
Grosso Preisormassigung
Tuch⸗ und Buckskin-Lager.
I. Altschüler, am Marktplatze in Zweibrücken
empfiehlt zur bevorstebenden Wintersaison sein reichhaltiges Lager in
CIMn
in den neuesten Lambrechter, Niederländer und französischen Fabrikaten 5 dabei beachtens⸗
werth mit bedeutend ermäßigien Preisen eine große Parthie
Feine Winterbuckskin von fl. 2. an bis fl. 5. pr. Eele.
Echmarie ivere feine Tücher von fl. 1. 36., fl. 1. 45., fl. 2.
is fl. 4.
Graue Tücher von fl. 1. * I. 20., flà I 40. bis fl. 2.
Joppen⸗, Jacken⸗ und Mantelstoffe aller Art in allen Farben von
fl. I. . I. 24. ft. J. 458. bis fl..
Nachträglich noch eine Parthie Tuch- und Budskin⸗Reste für Knabenanzüge
unterm Fabrikspreise.

mA-
Eine sehr schoöne
ddänische Pogge
(auch Ulmer Dogge genannt) Hündin,
2 Jahr alt und ein ajähriger Hund davon
ind zu verkaufen bei
Philipp Flory in Zweib rücen.
Derselbe hat auch 2 große, neue, eichene
Oelkasten mit Pumpe
zu verkaufen.

— — —
Ein guter Arbeiter

findet dauernde Beschäftigung; auch kann ein

braber Junge in die Lehre treten
bei Joh. Theis, Schuhmachermeisser.

Wegen Aufgabe meines Detail-Geschäftes verkaufe
ich mein Lager in Tuch, Buckslins und
FlanelIIs in allen Qualitäten gegen-Baar zu
sehr herabgesetzten Preishen.

Zweibrücken, Hauptstraße Lit. RB. WIE 29.
Lud wig Lang,- Fabrikant.

Eine große Auswahl
Winterschuh und Stiefelchen
nen angekommen, empfiehlt
Jaßk. Stief.
Neuer J
Gimmeldingor Moin
dei Westphaelinger.

—
        <pb n="506" />
        Preisermassigungl
nag piot 3* — di
n de ab n 3 2
En W ι᷑ν D.
sammtlichen Buckskins.
26ppen und Zacen-Stoffen.
e er r
Buckskin⸗Nessten .
Unter Einkaufs-Preis

LNHerz, Wittwo.

TRirchweihfest.
Sountag, 28. Oklober * J

Neuhäuseler Kirchweihe.

wozu höflichst einladeeeee—
SGSevrg Vussong.
EZur gule Speisen und Getranke
ist bestens gesorgte

—2 —

Sonntag den 25. Oktober
Abends 8 Uhrp
im Saale des Herru!“ Oberhauser
ehtte iheatratische
Abend-Unterhaltung
des Gesellenvereins von Neunkixchen:
NMach Oaryenune,
unpiel in 3. Acken
mädgut-besetztem Orchester,
dann··;*
Das Abeondg ISAeKIGIin,
» lebendeg Bild mit —
beugaliseher Beleuehtuug.
J Zum⸗ Schluß
Drei Preis⸗Räthsel,
deren erstelichtige Losung imik einer filber—
nen Cylknderuhr, die übrigen mit
geriugeren Preisen prämiirt werdeun
Erster Platz 18 Krzr. zweiter
Platz 12. Arzr.⸗ dritter Platz
9 Krzrr.
Casssa- Erosinung 7 Uhr.
Da Alles aufgeboten wird, den geehrten
Besuchern einen genußreichen Abend zu ver⸗
chaffen, so bitlet um zahlreichen Zuspruch
VDeor lsorstound.“
S5diermit meinenn derehrten Domen
die ergebenste Auzeige, daß ich von meiner
Finkaufsreise zurück bin, und die neucen
— —
Mode⸗ Arlikel
zur gefälligen Ansicht ausgestellt habe.
Elise Vogelfang

——— * 22
* 331 ,* wez!e
2 F
58 *8— *
.*.
V *

ey rr r W
„große Parthie⸗

Dovpelbreiit 8
feino Kléeiderstoff-Reste
à 18 kr die Elle; schwarz, braun und grau
Moiré“ Anuter Roͤten a 30 kr.die
empfiehlt L. Herz, Wiw.
—RRx R — —— *
bans in der iaäate Redleutenide
der 428 2— OIdenHnjan
Erucke * —να IPSM. -
———— — J —
Zurch den bedeutenden Abschlag der Wolle bin ich im Stande eine
große Parthie *

—⸗
ι ur
urenss u
aoldener Jingerring
mit
schwarzem Blättchen
worauf cin blaßer Stein? sitzt, auf drw
Wege vom Hospital bis zur Poost.
Der redliche Finder wolle denselben gegen
angemessene Belohnung in der Expedition
II abgeben J

I J
u's
uu viet niederem Vreise wie bisher verkaufen zu können.. *
schwere feinste Winterbucskin's früher —— kr. jetzt fl. 840 fr.
ffeine Winterbuckskin's 8. 30 kr. fl2 40 tr.
mitlelschwere Zinterbuckskin's il. 2 48 kr. la e kr.
4 uund fl. 148 kr.
schweres nuturgraues Tuch sifl. 2. — Ir. ifl. I.36 kr.
wollene Stoffe sür Kinderanzüge zu fl. 124 kr. bis fl. 148, kr,
schwarze Tücher durchschnittlich.I 8 Kremger per Elle billiger. P
Zweibruikten, im Oätoter 1868. etnt
Wrpare Lanepriß⸗*

Fruchte; Brode, Fleisch⸗ ꝛe. Preise
der Stadi Homburg vom 21, Ott.
Weizen 6 l. 16 ir.; Korn“ 4 A. 47 tr
Spelz 4 fl. 18 kr., Gerste, — Zreihige, — fi
————
ste z3 ir. Cebsen R i
fein⸗ Deflaalt. per gtr Karnbrod, 8Kgr
23 kr., ditto 2 Kgr. 16 T. ditto J Kgr.
3 kr. Kühfleisch.. Oiulal. 14tr., 2. Onal.
A tr. Kalbflcisch 12 kr., Hammelfleisch
dkr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 90 r.
ner Piund. α
x1
24*
—

Hauntstraß
— — —
Nedactinn Druck und Verlagner

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        W 54 7 — — —

5 —— nc 14 6 1 J ——9
M0 4* M 286 V 0
&amp; F . J 5* 4 —V 2;1.7 —W 7 *

e — uet fs * J Ix r i ten — 2. Vi *
Der „St. Fügberter Anzeiger“ mit seinem Unierhaltungsdlatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag. —2
und Sams ba ge Abonnementspreis vierteljährig 48 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mü 3 Krzr. die dreispaltige Zeilr

J *6 Blattschrift dder deren Raum, berechnet..
Dien“

.
r

* 23 —

— — —

57 — —7

1868.
— — — —
Frau Meta Dardwel aus London, anerkannte die Verfammlung
die Zweckmäßigkeit solcher Museen, in deuen die besten ülteren
und neueren Schriften für Frauen auflägen, außerdem Frauen⸗
arbeiten zur Ausstellung gebracht würden, die aber zugleich Fori—
bildungsanstalten wären, indem sie nicht nur für befähigte Damen
Versammlungsorte zur Besprechung wichtiger in das hüuslicht
Leben eingreifender Fragen bilden würden, sondern auch für Töch-
ter und Frauen aus den niederen Volksklassen— hier belehrende
Vocträge zu halten wären; sie machte es deshalb in diesem Sinne
hren Mitgliedern zur Plicht, in ihren Wohnorlen für die Bil-
dung von Localvereinen zu wirken, welche die Errichtung solcher
Museen sich zur Aufgabe machen. In der Frage, bezüglich der
Kleiderreform, Berichterstatterin Frau Mathilde Korn, erkannte
die Versammlung das Bestreben, den Bizarrerien der Mode ent⸗
gegenzutreten, um so mehr als zwedmäßig an, als die Mode in
ihrer jetzigen Gefstalt keineswegs zur Vermehrung des National-
reichthums dient, und beschloß deshalb, den Vorsiand des Vereins
mit Niedersetzung einer Kommission für Kleiderreform zu beauf—
tragen. In Betreff der Frauenwohlthätigkeits-Vereine, Bericht-
erstalter Hauptmann v. Korn, spricht sich die Versammlung dahin
aus, daß es angemessener sei, anstatt die Armen mit Almosen zu
bedenken, das sie erniedrigt, deren Arbeitskräfte zu heben und fie
selbst zur Gewerbsthätigkeit anspornen, und fordert daher ihre
Mitglieder auf, dahin zuwirken, daß überall Frauenvereixe für
den Erwerb statt für die Wohlthätigkeit entstehen, zumal da die
werlihatige Unterstützung Krauker, Altersschwacher und sonst Ar-
beitsunfähiger Sache der Privatwohlthätigkeit qeit und sich Nie—
mead mit einem bestimmten, für gewöhnlich sehrckleinen Jahres«
beitrag an einen Verein von der Pflicht der Hilfeleisuung aan Lei⸗
dende loskaufen sollte. Zugleich spragch die Versammlung aus
daß bei den der Industrie sich widnenden; Mädchen die Sitten⸗
reinheit obenangeslellt werden müsse, und daher darauf hinzuwir⸗
ten sei, daß sie sich möglichst von der Fabrikarbeit abe und mehr
dem kleinen Gewerbe— zuwenden, dem sie zu Hanse abwarten
können, audernfalls aber bei den Fabrikherren dahin zu wirken,
daß die Arbeiterinnen wenigstens hinsichtlich ihres moralischen Ber⸗
haltens unter: gute weiblich? Aufsicht g stellt werden.
Frankfurt, 25. Oct. Aus Lissabsn! wid dem“,, Fkankfe
Joürn.“ telegraphirhen Nachdem der König Don Fernando Edie
jpanische Krone mit aller Bestimmtheit abgelehnt hat, siad Unter⸗
handlungen angeknüpft worden mit dem Herzog von Mont⸗
Se e 2 * pensier, der, wie man sagt, die ihm angetragene Krone an⸗
Se. Majestät der on hat bewogen 8— e hmen wird.“
11. September fd. Is. dem Oberingenieur der pfälzischen 0 J,ihpe g I
eutchetuntet idn y We eteene ihctetn — —
das Rullerlreug j. Klasse des KVerdienstordengz bom beiligen hier eingetroffen, Herr v. pu aus London auf Wittwoch
ichnel zu lehen erwartet. Herr v. Quide soll am —15. Noveniber zur Wieder⸗
Stuttg art, 20. Oci. Die Versammlung des allgemeinen aufnahme der Verhandlungen über Nordschleswig wieder zu—
Vereins sfür Volksecziehung und Verbesserung des Fradenloofesruck sein. —A J
vehandelte gestern in Verbindung mil der zweiten deutschen Frauen⸗ Wien, 23. Ockt. Der Ausschuß des Abgeordnetenhauses
conferenz in erster Linie dis Frage der Kindersterblichkeit und die bewilligte ein Recrutencontingent von 56,000 Mann für 1868,
Miltel und Wege wie jungen Müttern Anleitung zu geben sei, entsprechend der Regierungsvorlage, nachdem die Regierungsvertreter
die physische Ecziehung ihrer Kinder mit Verständniß leiten zu eutschieden an dieser Ziffer festhielten.
sönnen; Berichterstatter war Haubptmann P. A. Korn aus Cann⸗ Wien, 23.Oct. Anläßlich der am 26. ds. staufindenden
stat Sie kam nah eni Don g dem —A— du Subseription auf Actien der österreichischen Nordwestbahn im Be⸗
Müttern zur Pflicht gemacht werden sollte, ihren Kindern d trage von 12 Millionen, sind bei dem hiesigen Bankhause Liebig
Wuttermilch, als natürliche Nahrung, nicht zu eutziehen. daß in is Zeichuungsaufträge für mehr als 8 Milllonen eingelaufen.
Fallen, w Amnnn gehealten wenen, die ndthige Fursorge Voraussichtlich wird eine namhafte Ueberzeichnung stattsinden.
oitn werden solns daß derem Wah gesunde üud zdem ten Die Rerdcrestbahnactien wurden hente mi 4 die Inn e heams
des Kindes angemessen sei, in Faällen aber, wo die Eltern durch andn
Arbeit abgehalten sind, den Kindern die nöthige Pflege angedeihen 8 * W V F
zu lassen, die Gemeinden sogenannte Krippen zur Aufnahme von Wien, 24. Ock. Aus Paris wird der N. Fr. Pr.
kleinen Kindern errichten sollten. Um den Müttern die nöthige kelegraphirt: „Frankreich sucht bei den fremden Regierungen den
Einsicht zur verständigen physischen Erziehung der Kinder zu ver⸗ Grundsatz zur Geltung zu bringen, daß, wie nad der Vertreibung
schaffen, sollte dahin gewirkt werden, daß jede Braut vor Schließ des Königs Otto aus Griechenland, die Regentenhäuser der
ng der Ehe einen geneinfaßlichen ärzilichen Unterricht hierüben Grohßstaraten von spanischen Thron ausgeschlossssen
erhalten solllke. Bezülich der Frauenmuseen, Berichterstatterin sein sollen.“

ee Deutschlaud. 7 ze 7

München, 28. Ock.“ Das oberbahyerische Schwurgericht

hat die sämmtlichen wegen Aufstands bei der Frohberger Contro!⸗
versammlung Angeklagten heute Abend freigesprochen.

Die „Corr. Hoffm.“ schreibt: Ein Münchener Correspondent
hät verschiedenen Blättern mitgetheilt, daß vom Justizministeriüum
der Vorschlag, die erledigte Stelle des Präsidenten des obersten
Berichtshofes dent Präsidenten des Appellationsgerichts von Ober⸗
bayern, L. von Neumayr, zu übertragen gemacht und auch bereits
in das Cabinet Sr. Maj. des Königs abgegangen sei. Die Rich
tigkeit dieser Angabe inuß schon aus dem Grunde bezweifelt wer⸗
den, da v. Neumayr als Abgeordneter und als Referent des
Civilproceßausschusses der Adgeordnetenkammer im Falle einer
Beförderung einer Wiederwahl sich unterziehen müßte. Wenn auch
diese keinem Bedenken unterliegt und schnell erfolgen köunte, so
würde er doch in Folge derselben und bis seine Wiederwahl als
Abgeordneter von versammelter' Kammer geprüft und unbeanstandet
gefunden wäre, an deu Berathungen des Ausschusses für den Civil
proceß nicht Theil nehmen können, der Fortgang der Arbeiten de?
letzteren somit ernstlich geführdet sein. —

Der Vorstand des Gesetzgebungsausschusseßs, Dr. M. Barth
erklärt in der „A. Z.“, der Ausschuß sei sich bewußt, den Ent⸗
wurf über den Civilproceß durchberathen zu müssen, das Urtheil
uͤber die Einführung desselben stehe nicht ihm, Jondern der Kam—
mer zu; die erfte Lesung'sei sseit Jahren vollendet, mit der zweiten
Lesung sei der Ausschuß den Ergebnissen der ersten Lesung des Ausschus⸗
ses der Reichrathskammer stets auf dem Fuße gefolgt ;— die letzten
Wochen sei kein Material zu Ausschußsitzungen vorhanden gewesen,
nachdem aber die Reichsräthe v. Heintzz und v. Bomhard ihre
Referate über das 3. und 4. Buch etscheinen ließen, sej die Wieder⸗
aufnahme der Sitzungen auf 8. November fixirt. Herr M. Barth
erklaͤrt ferner, daß er nicht für ein Abwarten der Beendigung der
norddeutschen Procetordnung, sondern für ein selbstständiges Vor⸗
gehen? in Bayern sei, weil gegen den Aufschub das dringende Be
dürfniß des Landes nach einer neuen Proceßordnung spricht, weil
das einstweilige Vorgehen Dem, was etwa die Zukunft Besseres
bringen: möchte, uupräjudiztrlich ist, amdeweil er die-Ansicht theile
daß eine bis in das Detail gehende Gleichförmigkeit des Civilb
processes in allen deutschen Staaten nicht absolut nothwendig und
danm ausführbar ist. J 8.. J J

Diensteznachrichte. —
        <pb n="508" />
        Frankreich.

Das „Univers“ weist jetzt nach, daß es nicht die Köͤnigin
Ysabella und Marfori wären, die an der Revolution in Spanien
schuld sind, sondern die Doctrinen des preußischen Philo—
s'ophen Krause, der „Krausismus,“ wie es ihn nennt,
welcher seit einigen Jahren n den spanischen Universitäten sehr in
lufnahme gekommen sein soll; dieser „Krausismus“ nämlich sei
die Philosophie der Freimaurerei. Der katholischen Presse und
zen Bischöfen wäre es nun, dem „Univers“ zufolge, freilich nach
sangem Kampfe, gelungen, der um sich greifenden Verführung
Schranken zu setzen, jedoch das Uebel wäre einmal geschehen.
Jeht sehe man, daß die Maurerlogen sich am hellen Tage zeigen
ind die Verfolgung der religiösen Körperschaften im Namen der
Freiheit verordnen. Vielleicht werde man einwenden; daß der
amen Krause höchst wahrscheinlich den Soldaten Serran o's
vollständig unbekannt sei, dies aber beweise durchaus nichts.
Die? Nachricht Pariser Blätter, Girardin begebe sich nach
Spanien, um Prim practischen Unterricht zu geben, wie ein Staat
inzurichten sei, ist eben so wenig wahr, wie das angebliche Duell
wischen Rochefort und Marfori. Thatsächlich dagegen ist, daß
„Don Carlos VII.“ oder wie er in Paris genannt wird, der
Graf von Madrid,“ soeben bei Dentu eine Brochure unter dem
itel „Die spanische Anarchie“ hat herausgeben lassen, die mit
Recht als eine Art Manifest dieses Prätendenten angesehen wird,
Zer dorgibt, in der Verbannung Vieles gelernt und Manches ver⸗
zessen zu haben.

„Ie Bouffon“, ein satyrisches illustrirtes Journal, ist wegen
einer Zeichnung, welche die Abreise der Königin Isabella aus
Spanien dacftellt, und den Titel Wohnungswechsel führt, mit Be⸗
schlag belegt worden. Auf der Zeichnung figurirten Marfori,
Pater Claret, Schwester Patrocinio.

Paris, 22. Oct. Die „Patrie“ dementirt das Gerücht,
zaß französische Agenten in Navarra und Catalonien für die An—
nexion an Frankreich agitirten.

Paris, 23. Ock. Der Telegraph meldet von einer Frie⸗
densrede, die Lord Stanley bei Gelegenheit eines zu Ehren des
Gesandten Johnson in Liverpool statigefundenen Banketts gehalten
dat, und in welcher zum ersten Mal aus dem Munde eines
Slaalsmannes der Gedanke geht, daß der Einfluß der neutralen
Slaalen ein wirksamer sein koͤnnte. Mit dieser Rede mag in Zu⸗
sammenhang stehen, was über die jüngsten Besprechungen wwischen
Lord Clareudon und Napoleon verlautet. Dabei soll sich auch der
Kaiser sehr friedfertig geäußert haben. Das Gerücht von Niels
Fntlassung, wenngleich dasselbe unbegründet sein mag, bleibt im⸗
nerhin bezeichnend in der gleichen Richtung; ebenso die Nachricht.
zaß die Kronprinzessin von Preußen mit ihrer Schwiegermutter
n Compiegne als Gäste erwartet seien. Auch von der jchles⸗
wig'schen Frage wird keine Verwirklichung der Hoffnungen der
stuegeparlei zu befürchten sein, und es wird in derselben bei dem
Beplankel zwischen der „Frauce“ und der „Kreuzzeitung“ sein
Bewenden haben.

Die leßten Nachrichten aus Spanien besagen, daß die Junta
on Barcellona es verweigert habe, sich aufzuldsen, so lange die
Republik nicht proclamirt oder Herzog von Montpensier nicht zum
Zönig ausgerufen sei, Wie ich aus gut unterrichteter Quelle
erfahre, mehren sich die Aussichten des Herzogs mit jedem Tage,
obgleich die provisorische Regierung aus Rücksicht für Frankreich
dieser Candidatur gegenüber sich bisher nicht gerade freundlich
verhielt.

Die Koönigin Jsabel soll seit zwei Tagen incognito in
Paris sein.

Paris, 283. Oct. Aus Bucharest wird gemeldet: Die
Drganisation neuer Banden für den Einfall in Bulgarien
wird wieder lebhafter betrieben in Folge der Ankunft Garibaldi⸗
cher Elemente.
Englaud.

London, 21. Oct. Von London ging eine mit etwa
100 unterschriften von Adeligen, Parlamentsmitgliedern (die
herzoge v. Arghll und Sutherland, Lord Elcho, Bright ꝛc.)
bedeckte Adresse an Kaiseer Napoleon ab, in welcher
am Unterstüßung des Projectes zur Tunnelirung des Kanals
ind einer Eisendahnverbindung zwischen England und Frankreich
gebeten wird.

London, 22. Oct. Ein Privattelegramm aus San Jran⸗
zisco meldet, daß der Geschäftsverkehr durch das Erdbeben nicht
anterbrochen worden sei. In der untern Stadt erblicke man einen
Ruinenhaufen von zertrümmerten Häusern und Kirchen. Die Erd⸗
spalten daselbst zeiglen oft eine Breite von 8 Fuß. Der Schaden
an Schiffen sei unbekannt, der Verlust an Menschenleben unbe⸗
rächtlich. Man schätzt den Schaden, welchen das Erdbeben an⸗
richlete, im Ganzen auf eine Million Dollars. — Aus Newyorlk
onde berichtet, daß sich dort eine Gesellschaft zum Zwecke

des Durghschnitis des Isthmus von Darien definitiv gebil—
det habe.

London, 23. Oct. In Liverpool nahm der Gesandte der
rordamerikanischen Union, Hr. Raverdy Johnson, an einem Ban⸗
lelt der Handelskammer Theil. Derselbe ertlärte in einer Rede,
wei der zwischen England und den Vereinigten Staaten schwe⸗
enden Sireilfragen seien bereits geschlichtet, auch die Erle digung
er Alabamafrage stehe bevor. Hieraus ergiebt sich, daß die Na-
uralisationsfrage als erledigt zu betrachten ist. Lord Stanleh
Jelonle, daß das Ziel der äußeren Politit Englands die Erhal—
ung des allgemeinen Friedens sei; er bedauere die überall be—
riebenen Rüstungen, müfse jedoch dabei hervorheben, daß die Ge—
ahren der Silualion Europa's neuerdings meist übertrieben wor⸗
den seien; die Staatsmänner sämmtlicher Cabinete Europa's ver⸗
bscheuen den Gedanken eines allgemeinen Krieges, und darin liege
ine Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens.

Spanien.

Das Haus Rothschild hat der Regierung 30 Mill. Franken
ingeboten. — Spanien hat 10,994,274 Einwohner, welche mehr
ilz 14 Jahre zählen. Da diesen die neue Steuer zur Last fallt,
velche den Oktroi ersetzen soll, so dürfte jeder Einwohner durch—
chnittlich 20 Realen zu leisten haben. — Die spanisch-portugie⸗
ischen Juden haben den Widerruf des Ediltes von 1492, durch
velches sie verbannt wurden, beantragt; man glaubt hier, daß die⸗
em Antrag werde stattgegeben werden.

Der Herzog von Montpensier wird mit seiner Gemahlin
Schwester der Königin Isabella) demnächst nach Sevilla zurüd—
ommen. Ohne daß es von ihnen verlangt worden, haben sie
hrer Heimkehr die Erklgrung vorangeschickt, daß sie die vollen—
»eten Thatsachen und die Autorität der provisorischen Regierung
znerkennen.

Madrid, 24. Oct. Die Gesandtien Englands, Frankreichs
ind Portugals wurden diesen Abend von dem Minister des Aeu⸗
zeren und hierauf vom Ministerpräsidenten empfangen.

Amierika.

New-Yorhk, 21. Oct. Die demoeratische Partei
st demoralisirt. Die Wahl des Hrn. Grant scheint von jett
in gesichert.
Jermischtes.

Am 185. Okt. ritt Major Frhr. v. Egloffstein und Herr
et. Frhr. v. Berchem nach beendigter Herbstinspicirung in 892
5tunden von Zweibrücken nach dem 26 Stunden entfernten
zpeher. Zwei und eine halbe Stunde wurde zur Rast verwen⸗
et. Den 16. ds. früh 7 Uhr wohnten beide Herren der Be—⸗
ichtigung der dortigen Chevauxlegers bei und wurden bei den
Frercitien mit eingetheilt. Nachmittags traten sie den Retourweg
nach Landau an. Am 17. früh 8 Uhr wurde nach Bergzabern
uind Dahn über Pirmasens heimgeritten. Abends halb 8 Uhr
rafen die Reiter wohlbehalten und die Pferde in bester Condition
nn Zweibrücken ein.

Auf dem Schießstande (Thierhäuschen) in Kaisers⸗
audern fand dieser Tage unter lebhafter Betheiligung der
—„chützen das Probiren eines aus Winterthur empfangenen, nach
Nillbank'schem Systeme in einen Hinterlader umgeänderten Ge—
vehres statt. Es können nach diesem Systeme ca. 50 Schuß in
3 Minuten abgefeuert werden und fiel die Probe so günstig aus,
zaß sich mehrere Schützen entschlossen haben, ihre Büchsen nach
em erwähnien Systeme umändern zu lassen.

Landau, 22. Oct. Gestern weilte ein berühmter
Mann, der berühmte Socialist und Historiler Louis Blanc,
n unferer Stadi. Im Laufe des Nachmittags besuchte er die
Wirthichaft des Hrn. J. Hindenlang GBembes) und begab sich
Abenos zum Besuche eines Verwandten nach Bad Gleisweiler.

fHaßlosh, 20. Oct. Der neue Wein hat bereits ein
Opfer gefordert. Mehrere Männer von hier fuhren von Neustadt
sierher; einer der Mitfahrenden hatte sich bereits unter der Kraft
es neuen Weines so gebeugt, daß er nicht mehr sitzen konnte;
nan band ihn deßhalb an den Wagen und er wurde zu Haus
ils Leiche abgeladen.

— Ein euñtsetzliches Unglück ereignete sich am 24. Oct. Nach⸗
nittags in der Rähe von Herschberg. Bei einem abgehaltenen
kreibjagen wurde das 11jährige Söhnchen des Försters Heffmann
n Herschberg von dem Waldhuͤter Krischeck vom Schauerberger
Forsihaufe erschossen. Das Kind führte den Hund seines Vaters
ind lam in die Nähe des Plahes wo Krischeck stand. Letzterer
zemerkte im Gebüsch den Schweif des Hundes und im Glauben,
s sei ein Fuchs, schoß er sein Gewehr auf denselben ab und
ödtete so den unglücklichen Knaben nebst dem Hunde.

'In Weinheim an der Bergstraße bildete sich vor
iniger Zeit ein Apfelweinclub und hat derselbe Serrano und Prim
u Ehrenmitgliedern ernannt und denselben ein Faß des, spanischen
        <pb n="509" />
        seehlen suwerlich mundenden, Getränkes zugesandi. Einige Schlaue
wollen behaupten, das sei nur „mit Wurst nach der Spedjeite
geworfen,“ da die Generäle sich doch revanchiren müßten und ein
Faß feurigen Spaniers nicht ausbleiben könne.“

rF Fürth, im Oct. Einen eigenthümlichen Akt von Bosheit
hat ein Einwohner von Hammelbach ausgeübt, um an einem
langjährigen Feinde Revanche zu nehmen. Nächtlicher Weise schlug
er die Fenster zu dem im Erdgeschoß befindlichen Schlafgemach
seines Widersachers ein und richtete sein geladenes Gewehr minu—
jenlang auf das durch den Spektakel vom Schlummer erwachte
Ehepaar und drohte mit Erschießen. Nachdam er so das Paar
einige Zeit furchtbar geängftigt, schoß er sein Gewehr jedoch über
das Bett weg ab, so daß die eingeleitete Untersuchung, wie ver⸗
lautet, nicht auf Mordversuch, sondern nur auf Eigenthumsbe—
schädigung gerichtet sein joll. Eine Verlezung von Personen hat
nicht stattgefunden.

In Neustadt (hess. Odenwald) wurden am Versöhnungs⸗
tage auf 4 aus der Synagoge kommenden Judenfrauen Schüsse
abgefeuert; die eine derselbe wurde verwundet.

Bingen, 20. Oct. Eine schauderhafte Mordihat hält die
Bewohner unserer Stadt und Umgegend in schmerzlicher Aufregung.
Heute früh fand man den wegen seines leutseligen, graden und
diederen Characters allgemein beliebten ledigen Jakbob Diehl, 30
Jahre alt, Sohn der verwittweten Besitzerin des Gasthauses zur
„Stadt Kreuznach‘, an der Drususbrücke, unten am ersten
Pfeiler dieser Brücke diesseits der Nahe todt. Die ärztliche Unter⸗
juchung hat conftatirt, datßz derselbe gewaltsam ums Leben gebracht
worden ist. Bei dem Leichname fand man eine zweite, fremde
Mütze. Die Untersuchung ist im Gange. J

x Vor der Strafkammer in Frankfurt a. M. fanden
am 20. October die Verhandlungen gegen einen Schwindler statt,
welche auch in weiteren Kreisen Interesse bieten dürften: Ein
gewisser Borle, genannt Burgthal, aus Wien, 68 Jahre alt, ist
nach Ausweis der Acten im Zuchthaus ergraut. In seiner 14
jahrigen Militärdienstzeit wurde er nicht weniger als 56 Mal
wegen Diebstahl, Betrug und Desertion bestraft. Nachdem er
eine mehrjährige Festungsstrafe, wobei er in Eisen geschmiedet war,
derbüßt hatte, ergriff er den Wanderstab und machle nun mit den
derschiedensten dentschen und außerdeutschen Gefängnissen, zuletzt
wegen Schriftfälschung mit dem Darmstädtischen Zuchthaus Marien⸗
schloß, Bekanutschaft. Am 10. Mai l. J. aus demselben ent
lassen, wandte er sich sofort nach Frankfurt und logirte sich unter
der Vorspiegelung, er sei ein Eisenbahndirector aus Philadelphia,
im „Landsberg“ ein, lebte daselbst nach Ausweis der Rechnung,
wie er sagte, zur Hebung seiner gesunkenen Kräfte, sehr fein, so
daß sich seine Schuld auf 300 fl. beläuft. Zugleich setzte er sich
mit der Direction der Main-Weserbahn in Verbindung, producirte
hier falsche Accreditive und gab sich für den General Intendanten
der Pacific-⸗Eisenbahn aus, Die Direction stellte hierauf dem
Herrn Burgthal, der nebenbei bemerkt, kein Wort Englisch ver⸗
tteht, eine Freilarte aus zur Benutzung sämmtlicher Züge der
Bahn von hier nach Cassel und zurück 1.Classe; außerdem wurden
aoch Freikarten für dieselbe Wagenclasse für die badischen und
einige französische Bahnen, sowie auch ein von ihm gefertigter
Empfehlungsdrief bei ihm gefunden. In demselben wird er bei
einem Bergwerksbesitzer eingeführt und dieser ersucht, dem hochge⸗
ichätzten General-Intendanten die Geschäftseinrichtung und die
Maschinen, für die er sich sehr interessire, zu zeigen. Burgthal
entfernte sich heimlich aus dem „Landsberg“ und suchte nun im
Hotel Petersburg“ und „Hotel Jansen“ einen ühnlichen Pump
anzulegen, was ihm jedoch sehlschlug und endlich zu seiner Ver⸗
zaflung führte. In Änbetracht der Gemeingefährlichteit des Sub⸗
ectes, auf dessen Besserung nicht mehr zu rechnen sei, und geleitet
don der Erwägung, daß man einen derartigeu Menschen so lange
als möglich unschädlich machen müsse, erkannte der Gerichtshof
auf 6 Monate Gefängniß, 100 Thaler Geldbuße, eventuell weitere
35 Tage Gefängniß, Verlust der Ehrenrechte auf 5 Jahre und
Landesderweisung.

t Berent GWestpreußen), 16. Oct. Gexenprozeß.)
Vor einigen Tagen kam vor der hiesigen Kreiegerichts-⸗Depuiation
ein Hexenprozeß, welcher in dem Vorfe Jaschhüfe spielte, in öffent⸗
licher Sizung zur Verhandlung. Der Sachverhali ist kurz fol⸗
gender: Ein Bauer in Jaschhütte bricht bei einer Holzanfuhr
zin Bein und glaubt in seinem leidenden Zustande sich von einer
Frau im Dorfe beherxt, die ihm ihren 25. Teufel, Ramens Peter,
auf den Hals geschickt hätte. Die Hexe wird veranlaßt, in die
Wohnung des Besessenen zu gehen, und von den dort Anwesenden
aufgefordert, dem Behexten von ihrem Blute zu trinken zu geben,
weil dann nur der Teufel Peter den Besessenen verlassen würde.
Auf Zureden erbietet sich die herbeigeeilte Frau, in der Art den
Unglücklichen zu retien, daß sie fich mit einer Nadel die Haut eines
jrer Arme aunfritzen will, um Blut zu erhalten. Allein da dieses

doch kein nalürliches nach Ansicht der Anwesenden wäre, wird sie
von zweien der Anwesenden gezwungen, durch Faustschläge sich das
retiende Blut aus der Nase entlocken zu iassen. Der Versuch
chlägt jedoch fehl. Es wird an ein anderes Mitiel gedacht. Der
eine der Thäter begibt sich auf den Hofraum, besudelt seine Hände
nit Koth, während er gleichzeitig drei Kreuze in dieselben damit
nacht. Neue Faustschläge an die Nase mit den gesegneten Händen
hatten den erwünschten Erfolg. Nun wunde die Hexe gezwungen,
sich über das Bett des Besessenen zu legen und das Blut in dessen
aufgesperrten Mund fließen zu lassen. Der Teufel schien denn
auch zu weichen, denn der Besessene konnte bald darauf die Worte
üußern: „Nu wart mi beeter.“. Vas noch fließende Blut wurde
dann für etwaige Rückfälle in einer Tasse aufgefangen. Die so
nemißhandelte, zwar schlichte, aber dem Anscheine nach recht ver—
cündige und gutmüthige Frau wandte sich an einen hiesigen Arzt
und beantragte darauf Untersuchung. Die öͤffentliche Verhandlung
sand, wie gesagt, vor einigen Tagen hier statt. Im Allgemeinen
konnte man aus den Vernehmungen der beiden der Mißhandlung
Angeklagten nur auf den krassesten Aberglauben schließen, der sich
die größte Rohheit als Mittel zum Zwedk wählt. Daß dergleichen
Fälle von abergläubischen Handlungen, wenn auch in anderer Form,
in unserer Kassubei sehr oft vorkommen, davon wird sich Jeder
überzeugen können, der unser volk thümliches Leben kennt. Auf
den Antrag der Staatsanwaltshaft wurden die beiden Exorzisten
zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, der „Besessene“ jedoch
freigesprochen.

F. Die Berliner Montagszeitung bringt folgende Miltheilung:
„Der in Schönheit und Geisi prangenden Nichte des österrei⸗
hischen Reichskanzlers v. Beust;, Tochter des gegenwaͤrtigen
Chefs des österreichischen Bergwesens, welche bisher von einem
fanatischen Hasse gegen Preußen beseelt war, ist das glückliche
Malheur passirt, sich auf einer Reise in einen preußischen Officier
Leidenschaftlich zu verlieben und sich mit ihm, nachdem sowohl
Vater wie Oheim nach vielem Zaudern endlich ihre Zustimmung
Jegeben, zu verloben. Erwähnter Officier ist noch dazu bürger⸗
licher Herkunft! Viele vornehme Cavaliere Sachsens und Oester
reichs bewarben sich um die Hand dieser interessanten Dame ver⸗
geblich.“

Kinen zeitgemäßen Rechtsgrundsatz hat jüngst das Ober⸗
ribunal in Berlin, der höchste preußische Gerichtshof, ausgesprochen.
Er lautet: „Weder das gemeine deutsche, noch das sächsische Necht
ennt in der Sphäre der Personen niederen Adels Mißheirathen
»der den Begriff don ungleichen Chen an.“ Nach diesem schynen
Brundsatz kann also ein armer Junker ein bürgerliches Maͤdchen,
und wenn es noch so schoͤn und reich ist, heirathen, ohne sich uͤber
eine Mißheirath Gewissensbisse machen zu müssen und umgekehrt
cin adeliges Fräulein einen bürgerlichen Krösus nehmen, ebenfalls
ohne Gewissensbisse. Und zwar um so mehr, da die schonflen
Grundsätze nicht viel werth sind, wenn man sie nicht ausjahrt.
T.In der neuesten Modenzeitung find die jungen Damen
inter die Studenten gegangen; denn sie tragen auf dem aller⸗
dordersten Theile des schönen Kopfes balancirende Cerevismutzchen.
Abgesehen davon, daß man ihnen nicht in die Augen sehen kann,
hat diese Mode den Vortheil, daß Bruder Studio und Fräulein
Schwester nur eine Mütze brauchen.

F, Der Vorstand des deutschen Nechtsschußvereins in London
rläßt folgende Warnung für die deutsche Handelswelt: Es
ind dem deutschen Rechtsschutzverein in London seit feinem Be⸗
tehen so zahlreiche Fälle aus Deutschland zugegangen, in welchen
deutsche Geschaͤftsleute auf schamlose Weise betrogen worden sind,
aß er denselben einen Dienst zu erweisen glaubt, wenn er eine
ffentliche hierauf bezügliche Warnung ergehen läßt. Anzeigen
'n deutschen Blättern, welche von London aus Darlehen und
Beldvorschüsse auf Waaren anbieten; Briefe aus England, welche
die Aukunft von Paketen u. s. w. und die Bereitpillig'eit zuͤr
lebermittelung derselben gegen Zusendung der darauf haftenden
Kosten mittheilen, und Anerbieten zur Einleitung von Geschäften,
velche Seitens deutscher Kaufleute und Fabrikanten eine Eredit⸗
gewährung bedingen, sollten jederzeit unberücksichtigt gelassen werden,
his durch genaue Auskunftseinholung bei Freunden oder bei dent
Mechtsschuzverein Gewißheit über die Respektabilität der Betref—
enden erlangt worden ist. In Fällen absichtlichen Betruges er⸗
veisen sich hier nachträgliche Reklamationen, oder auch gerichtliche
—A—
Borstand des deutschen Rechisschutzvereins.“

In Neapel starb am 8. d. der in den Annalen des
Ballets besibekannte 78jährige Salvatore Taglionie.

Auf dem Ontario⸗See ist am 5. Oct. der Dampfer „Per-
eberance“ verbrannt; vierzehn Personen, einschließlich den
kapitän, damen theils in den Flammen, theils in den Flu—
hen um.
        <pb n="510" />
        Erdmifschungen. Wir haben wieder einen interessanten
A
Ph. Kleinmann von Lodheim schreibt uns: Nachdem ich viele
Jahre hindurch im Winter häufig mein Schiff und Geschirr zu
nancherlei Diensifuhren benutzt und wiederholt gefunden hatte, daß
abei nichts herauskommt, unternahm ich es im vor'gen Winter,
inen streng thonigen Acker zur Hälfte etwa 2 Zoll hoch mit Sand⸗
zoden zu überfahren.“ Ich pflanzte Kartoffeln in dieses Feld und
wvar überrascht durch die ————————— dieser Kartoff lIn,

wuührend diejenigen auf dem nicht besandeten Stücke nebenan seh
parlich wuchsen. Der Ertrag des besandeten Skückes überstie
zenjenigen des nicht besandeten um 17 Centner pro Migbebueg
Morgen. Ich habe es nur zum Erstenmale wieder versu ht Rog⸗
gen in das Feld zu pflanzen; während nun wie immer dasselde
iuf dem nicht besandeten Stüde bereits wieder fast völlig ver—
chwunden ist, steht es auf dem besandeten Stüce sehr schön und
zerspricht den Winter gut zu überdauern.
— — — — * A e
—E — 44 — —* — * VP * 2 J J J e BF — . y * 9 2
Vie Hulfabriß von G. A. Couturier Auszug
———33 — B 8 aus einem Urtheilen des 1. Polizeigerichn
J— ĩm Aweibriclen Blies kaste i vom 28.Nugustidog
wnipfiehlt, um damit zuräumen, einige Hundert Stück feiner Jilz-Hüte, Maria SetdJe ee *
ür deren Güte garantirt wird,n zus bedeutend herabgesetzten Preisen und zwar a , Iy en en
von 1ufl. 46 kr. bis 2 fl. 30 kr. per Stück. därter und Letzteren selbst der ehelichen
Außßerdem empfehle mein mit: dem Neuesten aufs Reichhaltigste assortirtes Frmächtigung wegen, beisammen in St.
Hutlager zu ebenfalls billigen Hreisen Ingbert wohnhaft als Kläger;
o gegen
Carl Kayser, Fabrikarbeiter, daselbfl
wohnhaft, als Beklagten; ꝛc. ꝛc. ꝛc.
Aus diesen Gründen
erxklärt das k. Polizeigericht den Bellagten
Tarl Kayser von St. Inabert der Ehlren—
kränkung der klägerischen Ehefrau für über—
führt und verurtheilt ihn in contumaciam
zu einer Arrestsirafe von drei Tagen und
in alle Kosten; ermechtigk auch die Kläger,
das ergangene Urtheil im Auszuge, auf
Zosten des Beklagten im St. Ingberle
Unzeiger publiciren zu lassen .
Unterschrieben sind: Gugelu. Baqué
ur rich:igen Auszug
dder kgi. Gerichtsbole.
Faßbender.
Markt-Anzeige.
Gebhr. GrOS
aus Zweibrücken
werden wieder mit ihrem bekannken großen
Horren-Rleidor· Lager
den nächsten Markt bez'ehen und' so billis
verkaufen, daß kaum die Stoffe bezahl
werden. —118
Auch haben wir eine bedeutende Aus—
wahl in wolleuen Wämms, Unter—
hosen, Eachenets, Kittel und
Danmen⸗Inacken.

A—

Das Horronkleider-Hagarin,
Tuicn- vnnel Buchkslin-EHEanclung
veon Gebrüder Groh in Bweibrücken,
Anauptstrasse, vis-a-vis dem Conditor Herrn Theysohn
empfehlen ihr reichhaltiges Lager in fertigen Herrenkleidern, von den feinsten bis
uu den gewöhnlichsten Stoffe.
—— juJ von fl 1.12 dis I. 7.80 per Elle
Tuch und Buckskin . ein großes 0 — 2*
Rock- und Hosenzeuge, Hemden, Unterhosen, Cachenets,
Shlips und Cravaten.
Unsere Herrenkleider sind von anerkannt guter und solider Arbeit. F
Bestellungen nach Maaß werden auf das Pünktlichste ausgeführt.
45 —— an , Achtungsvoll —W— 9—
v——⏑ enerr.
m Saale des Herrn Oberhauser.
Mittwoch, den 28. Oktober 1868 zum Erstenmale:
W0 AEAnßerordentlich groꝛüe J
Indian.Athlotisoh·Equiliberistisoho Japanesisoho
p. αν, Voeungggg—
57 der ruhmlichst bekannten Gesellschft des Sulims Starlc, ——8
geannt der starke Bayer cc.
Anmfang prâûcis T Uhr. .
Das Nuͤhere besagen die Tagesprogramme. Es ladet hierzu ergebenst ein
—1* Frαε νule, Director.
SFgiermit meinen verehrten Damen
sdie ergebenfte Anzeige, daß ich von meiner
kinkaufsreise zurück bin, und die neuesten
2Mode⸗Artikel
zur gefälligen Ansicht ausgestollt habe. J

Elife Vogelfaug.

Eine frischmelkige
Kuh mit Kalb
ist zu verkaufen bei
Peter Schwarz, Schmied.

Worn:as den 23. Oct.
Wir notiren heute: Weizen 12fl. 30 tr
bis 13 fl. — kr. RNoggen 10 I. 30 kr.
bis — fl. — kr. Gerste 10 fl. 20tr
bis 10 fl. 30 tr. per 100 Kilo., Hafer
5 fl. 30 kr. bis fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Parkie 10 fl. 80 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl!“ — fl. — kr. bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 11 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Weizenvorschuß 14 fl. 15 kr.
— fl. — kr. Blumenmehl. — fl. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo,, Reps
— fl. — kr. bis — fl. — kr. per 88
ilo. Rüböl ohne Faß 19 fl. —: krw, bis
— fl. — kr. Leinöol ohne Faß — fl.
— kr. bis:* fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
34 fl. 30 kr. bis 835 fl. — kr. per
509 Kilo. Repskuchen — sl. — kr. bis
— fl. — kr. Branntwein 28 fl. 30 kr—
bis — fl. — kr.

Eino möblirte, heicbare Stube
»u dem Preiso von 7 fl. von2
jungon Männern gesucht.

Das Nähere in der Exned. d. Blattes.

7 2
Bige Gesellen
nen sofort gegen guten Lohn
ntreten bei J J
Joh. Feipert, Schneider.

Mainz, 23. Oct.
GEGruchtpreise.) Weißmehl das Mal—
er à. 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
pfo) 12fl. 15t. -2 i 28 h.
dorn (180 Pfd.) 10 fl. 10 kr. bis 10fl. 20
r. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 30 kr. bis 1I.
. — kr. Hafer (120 Pfod.).3 fl. 35 kr.
ois 5fl. 20 kr.

Blumm
n bester

* kr.,
6.8 sir.

—Aõ
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. *
        <pb n="511" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.

—— —

— — ——
der St. Ingberter Anzeiger“? mit seinem Unterhaliungeblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien Stag, Donnerstag

nd Samsfag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blrlattschrift oder deren Raum berechnet.

Dounner stag, den 29. Oetober 1868.

Nro. 129.

Deutschland. Wien 24. Oct. Das Büdget für 1800 wird von der
Mänchen, 21. Olt. Die neuesten Nachrichten schreiben: Regierung erst nach Schluß der Delegationen im Reichsrathe ein⸗
(Ultramontane Feier des 18. Olt.) Den Jahrestag der Leipziger hebtacht werden. Als Nachfolger Herr v. Werther's soll nicht
Sclacht, an welchem das deutsche Volk den Tyhrannen Napoleon herr v. Magnus, sondern der derzeitige preußische Minister Graf
iederschlug und Deuischland von der Schmach der Fremdherr⸗Eulbenburg bestimmt sein. Herr von Magnus soll für
schaft befreite, weiß der „Volksbote“ nicht würdiger zu feiern, als den Posten eines Generalconsuls des norddeutschen Bundes in Peft
ihem er schamlos die Erwartung auf baldiges Erscheinen fran⸗ best:mmt sein. — W
oͤsischer Heere auf deutschem Boden ausspricht. Auf Seite 1051 Die freie christliche Gemeinde in Grat hat ihre eigene Schule,
pricht namlich der „Vollsbote“ von den Protesten, welche die einstweilen mit 26 Kindern eröffnee. —
chemaligen Herrscher von Hannover, Kurhessen und Nassau gegen Wien, 27. Oct. Der „R. Fr. Pr.“ zusolge gab geftern
idre Vertreibung erhoben haben. Der „Volksbote“ sagt dahbei der Reichskunzler v. Beust zur Rechtfertigung der Forderung einer
mortlich: Die vertriebenen Fürsten würden schwerlich so entschie · Kriegsstärle von 800,000 Mann (die schließlich mit großer Mehr—
den hervorgetreten sein, wenn sie nicht wüßten, wie schlecht es um heit bewilligt wurde) eine Erklürung ab des Inhalts: Oesterreich
Hreuhen steht, und daß die französischen Kanonen bald alle ge- unterhalte mit Frankreich und England die besten Beziehungen,
laden sein werden — einschließlich der Kugelspritzen, vor denen auch mit Italien siehe man auf freundschaftlichem Fiß, nur habe
die lapferen Preußen so entfetzlich Respect haben. Ein preußischer Italien nicht immer freie Hand. Gegenüber Preußen werde Oeker—
Dintertheil ist auch nicht viel besser, als der eines Garibaldijüng- reich unverändert an der Politik festhalten, jeder Wiedervergeltung
üngs, um daran Kugelspritze und Chassepots ihre Trefflichkeun zu entsagen. Auch mit Rußland werde man verjuchen, freund-
probiren und Wunder thun du lassen — zum Beften der deuts schaftliche Beziehungen zu unterhalten. Gegenüber der Eventualität
schen Freiheit, die ohne ausgiebige preußische Prugel unmöglicheines Conflicts zwischen Frankreich und Preußen aber müsse Oester-
e Wir bedauern die Stadt München lief, welche wahrscheine reich gerüftet sein, jowohl um der eigenen Neutralität Achtung zu
uͤch die Schmach nicht verdient, daß solche schändliche Niederträch— verschaffen, als andere vielleicht zum Eingreifen geneigte Maͤchte
tigkeit in ihr von Einzelnen zur Schau getragen wird. Aber zurüczuhalten. Schließlich bezeichnete Herr v. Beust die Donau⸗
auch heute müssen wir wieder fragen: Welchen Namen verdient fürstenthümer als einen wichtigen beachtenswerthen Punlkt für die
die Partei, die solche Vertretung duldet und welchen Namen der- Verhältnisse des Orient.
jenige Theil des Kierus, der oͤhne Scham ausspricht; „Was Prag, 21. Oct. Soeben hält der Kaiser Ferdinand seinen
der Voltksbote will. das wollen wir, und was wir wollen, das Linzug. Was mag der greise Fürst sich wohl denken, wenn er
will dir Volksbote? die heutigen Zustände hier erblict und in seinen Erinnerungen
Darmstadt, 28. Oct. Der Gemeinderath hat den Gehalt 20 Jahre zurückgeht, und welche Gedanken mögen wohl diese
der Volksschullehrer auf ein Minimum von 700 fl. und auf ein Menschenmasse bewegen, die eben den Einziehenden stumm begrüßi?
Maximum vdon 1000 fi. sixirt. — Zwei Decennien der so wechselvollen Geschichte Oersterreichs ziehen
Nach der „Post“ wird das darmfädtische Militärberkörpert, gestaltenreich und bewegt wie in einem Zauberspiegel
mit Anfang des nächsten Jahres ganz nach preußischem Muster an uns vorliber.
uniformitt..
Baden-Baden, 26. Oct. Gestern wurde der neuent⸗
worfene Telegraphenvertrag von den Bevollmächtigten
der betheiligten Regierungen unterzeichnet. Die Conferenz ist ge—
schlossen. Der Veitrag wird spätestens mit Juli 1870 in Wirk
jamkeit treten.
Berlin. 26. Oct. Daß der General v. Moltke plötzlich
und unerwartet nach Baden berufen worden ist, wird mit der
Vertheidigung Süddeutschlands in Verbindung gebracht. Ja, man
geht sogar so weit, zu versichern, der berühmte General sei dazu
bestimmt, die Vertheidigung Badens direct zu organisiren, wenn
dessen Eintritt in den norddeutschen Bund beschlossen werde, was
der Fall sein wird, sobrld Frankreich irgend eine Miene mache,
seine Kriegsabsichten gegen Preußen zu verwirklichen. Jedenfalls
ist es jetzt von der höchsten Wichtigkeit, daß die süddeutschen Ver—⸗
heidigungskräfte mit denen des Nordbundes in Einklang gefetz
werden.
Berlin, 26. Oct. Die „sreuzzig.“ erklärt positiv, daß
leinerlei Landtagsvorlagen über einen zuerhebenden Zuschuß zur Ein—
lommen⸗ resp. Klassensteuer zu erwarten seien. — Der norddeutsche
Gesandte in Wien, Frhr. v. Werther wurde heute pom König
empfangen. — Gestern ist der Landschaftsmaler Ed. Hildebrandf
gestorben.
Die Getreide⸗Transportle aus Ungarn und Oesterreich nehmen
bereits wieder solche Dimensionen nach dem Rheine und Frank⸗—
reich an, daß die betreffenden Eisenbahnderwaltungen eigene große
Packwagen in Masse zu diesem Zwecke zur Verfügung siellen
mußten, welche sich durch besondere Inschriften kenntlich machen.
Wien, 23. Oct. Der bisherige spanische Gesandte am
Wiener Hofe, Herr della Torre Ahllon, hat gesiern auf telegra—
ohischem Wege aus Madrid die Benachrichtigung erhalten, daß die
—XV
hm die Weisung zu, die Legation an den ersten Gesaudtschafts-
Attache, Herrn Baquer zu übergeben.

Paris, 22. Oct. Gestern sprach ganz Paris von einem
gegen den Kaiser ausgeführten Attentate während der Jagd im
Walde von St. Germain; richtig scheint zu sein, daß einem Diener
ungeschickter Weise ein Gewehr losging und einen der in der Nähe
des Kaisers stehenden Jagdgäste (Caumont-Tinguy) verletzte.

Das Gerücht, der nordamerikanische Staatssekretür Seward
habe der spanischen provisorischen Regierung Anträge gestellt, die
Infel Cuba zu verkaufen, ist falsch.

Paris, 28. Oct. Die France meldet, die Regierung sei
geneigt, dem Vorschlag Spaniens, über den Verirag zur Grenz⸗
feststellung Ratificationen auszuwechseln, keine Schwierigkeiten eni⸗
gegen zu setzen. — Moustier empfing gestern Mery, der beauf—⸗
tragt ist, provisorisch die spanische Gesandtschaft zu führen. —
Die „Liberte“ wiederholt ein Börsengerücht, nach welchem Dãne⸗
mark eine energische Note an Preußen gerichtet habe.

Paris, 24. Oct. Frankreich steht also viel ßärker und
ungleich weniger umdroht da, als seit 50 Jahren! Die napole—
onische Karte lehrt es und die inspirirte Presse, sogar die France
ruft dazu: „Es ist dies eine unbestreitbare Thatsache!“ Wie
zanz anders lautete vor dem 17. September, dem Tage von
Fadix die Sprache dieser Neinmalweisen! Frankreich, so lautet
jetzt das Selbstlob der Franzosen, Frankreich hat territorial Alge⸗
rien erobert, Savohen und Nizza „erlangt“; strategisch hat es sich
m Mittelmeer durch seine algerischen Häfen verstärkt, die Toulon
gegenüber, diesen Theil des Meeres beherrschen, in Italien durch
derstellung der Alpenlinie, auf der Rheinseite durch die erlangte
Käumung und Zerstörung der Festung Luxemburg; dipkomatuisch
ist die besjere Stellung Frankreichs in Europa außer Zweifel,
und ist Preußen seit 1866 gröder, so ist doch dafür das alte
System der Allianzen gebrochen, der norddeutsche Bund nur ein
Stück von Deutschland, das vom Süden durch Zeinen Vertrag in
aller Form abgetrennt ist; Preußen ist isolirs und schaut' sich
        <pb n="512" />
        nach Bundesgenossen umz Holland und Luremburg sind dem — 6. Democxalen die Monarchie wicht für unannehmbar hal.
liner Einflusse entrissen. Dies ist die Auslegung der Karte durch ten, so bestehen geringe Chancen für die Republik. Es vermehren
die France“, doch noch mehr: S, Der preußische Militärismus“ sch jedoch die drepublikanischen Zeitungen und die Junta vdon
ist die einzige noch vorhand'ne Beunruhigung Euroba's, und die Barcelong — verweigert, ist entschieden
France“n betont, daß sobald ein preußischer Wachtposten auf der republikanssch.freilich auch schuzzoͤllnerisch. ———
Nehler Brücke erschiene, es losgehen müsse, und würde, das könne In der Mehrzahb der Provinzen gehen die alten Steuern
rin Blinder sehen; die franzosische Regierung habe sich zu dem nach wie vor ein und der Erlds wird regelmäßig der provisori—
Zwecke gerüstet, aber in rein defensiver Absicht; dadurch Jei das schen Regierung zugesandt. Die Provinz, welche ihre Steuern
Gleichgewicht hergestellt, und zwar, wie die „France“ hofft, zu am, regelmäßigsten zahlt, ist Katalonien- ünd. Niemand reclamirt
Frankreichs Vortheil: „Was in Deutschland seit 1815) geschehen, gegen dewisfe Taren, welche unter der Regierung der Koͤnigin
war unserer Politik vortheilhaft, der einzige schwarze Punkt war söchst unpopulär waren. — Die wiederholten Anfälle gegen Per—
die Entwicklung der Macht Preußens.“ Frankreich ist aber jezt onen und Eigenthum, welche in den letzten Tagen sowohl in den
gerüstet genug, und wenn man rings um uns. artig, und beschei⸗ Zrobinzen als zur-der Hauptstadt constalirt worden sing, beun—
den bleibt, so kann der Friede auf geraume Zeit als gesichert bers ruhlgen die Männer aller liberaler Fraktionen. Da es von Wich—
trachtet · werden.“ Welche Sophittereten nscht man den Franzosen igkeit ist, daß man die Sache unserer Revolution nicht durq
auf! Doch die Haupisache ist: Fraukreich wünscht den Frieden, Ercesse besudele, so haben mehrere unserer hervorragendsten und
und es wrägt Bedenken, loszuschlagen; populärsten politischen Persönlichkeiten die Regierung ersucht, alle
Paris, 25. Oct. Der „Monitkeur de Parmee“ verdffent Trcesse nachdrücklich niederzuschlagen. — Am 21. October wurden
licht ein Deeret, vermoöge dessen eine große Zahl von Civii⸗An- die Straßen von NMadrid von einer Truppe Arbeiter durchzogen,
stellungen denjenigen, als Stellverlreter neuengagirten Unteroffi⸗ denen ein Musikchor vorausging und welche Erhöhung des Lobneb
ciexen und Soldaten reponirt werden, welche zehn Jahre gedient derlangten. — Der Correspondencia“ zufolge heißt es, daß der
haben.:: Es wird damit bezwecktt, zu weiteren Engagements als Ifant Don Sebastian an den Mwschall Serrano geschrieben hat,
Einsteher nach fünfjähriger Dienstzeit zu ermuthigen. um ihn zu ersuchen, ihm die in Irun zurückgehaltenen Kisten mit
— Die „France dementirt das Gerlicht, wonuch der fran⸗ Silberzeug ausliefern zu lassen. — In Sevilla herrschte eine
zösische Gesandte in Madrid die Justruetion erhalten hätte, fich zewisse Aufregunge Laut den der prvvisorischen Regierung zuge⸗
wit der provisorischen Regierung in's Einvernehinen zu setzen, um zangenen Rachrichten war es zu einigen Zusammenrottungen ge—
eine Entscheidung Seitens der spanischen Nation zu beschleunigen. lommen, die indeß auf Aufforderung des Alkaden sich zerfreuten.
— Der „Etendard“ berichtigt die Angaben eines auswärtigen Wie es scheint, gingen diese Kundgebungen von Agenlen der
Blattes, indem er sagt, Dänemark habe kein' Manifest an die Reaktion aus, die entdeckt und verhaftet worden sind. — Der
Machte erlassen, welche den Prager Frieden unterzeichnet haben, „Epoque“ zufolge hat der Hof von Rom durch den pöͤpstlichen
jondern eine directe Mahnung an Preußen, den Bestimmungen funtius in Madris zu erkennen geben lassen, daß er der Kul-
dieses Vertrags nachzukommen. tusfreiheit in Spanien feindlich sei (Dagegen wird bekanntlich in
Paris, 25. Oct. Seit zwei Tagen hält sich hier e'n England und Schweden vom Papst die Religionsfreiheit als unver—
Adjutant Prim's auf und soll fich ein anderer nach Florenz be⸗ jährbares Recht gefordert.) Die „France“ versichert, daß die pro—⸗
geben haben. Man bringt diese Mission mit der Eandidatur des visorische Regierung von Madrid der franzoͤsischen Regierung den
herzogs v. Aosta für den spanischen Thron in Zusammenhang, Vorschlag geinachthat, die Auswechslung des neulich zwischen
welche nach der Ablehnung. Dom Fernando's größere Aussicht haben Frankreich und Spanien abgeschlossenen Grenzvertrogs vorzunehmen;
sall. Auch von Olozaga will man wissen, daß er sich für den man sagt, die französische Regierung sei geneigt fich diesem Vor—
italienischen Prinzen erklären werde, falls nicht die Cortes die Re— —0 — — Nationale“ dberichtet,
publit proclamiren. Die provisorische Regierung soll sich an Enge daß dem Courrier de Vahonne zufolge, die Schwester Patrociniv
land mit dem Ersuchen um Beistand gegen Cuba gewendet haben letzten Sonnabend das Karmeliten⸗Kloster und Bayonne, wo sie
von dem britischen Cabinet aber abschlägig beschieden sein. Die ich befand, verlassen hat um sich nach Rom zu begeben. — Ver
Nachricht ist übrigens sebr unbestimmt und zweifelhaft. LLiberte“ zufolge wird die Kirche San⸗Francisco in Madrid iu
Parins, 26. Ott. Die „France“ bestreitet, daß der in Pantheon verwandelt werden, in welchem die Asche berühmter
französische Gesandte in Madrid instruirt worden sei, auf Be— Spanier beigesetzt werden soll. — Die „Liberte“ meldet, daß Ge—
sich beumnigung der Lösung der Frage der Regierungssorm neral Caballeroa de Kodas dazu designirt ist, das Commando bon
hinzuwirken. * Tatalonien zu übernehmen. — Wie die „Temps“ meldet, hat die
—V — — England. e en —* dn reen Consul
e näher der Wahllermin für die Nordamerikanische Präsie eine Peilition etreffs der Cultusfreiheit erhalien. Die Pelitionare
—8** —353 —* ete b die 3 9 »erlangen die Ermächtigung, Kirchen und andere Gebaude für die
Krant's PVräfidentschaft. Europa begrüßt.bis in seine confservativster, Uusüühung ihres Kultus bauen zu dürfen. Die Junta hat durch
Boͤrsenkreise diese Zuversicht, denn die amerikanische Fonds standen ine abjsotute Autorisation geantwortet.
niemals so brisiant wie heute. Während die Italienische Tabars. Auns Rom sind hier vier große Kisten angekommen mit dey
auleihe einen succes destimo davontrug und sogar augenblicich —, Reliquien, vier Körpern von Heiligen unter inen der des
Ziss Do Agio macht, hat Europa nicht nur der tranzatlantischen San Fortunato. Da die Kisten an die Exkoönigin adressirt waren,
Republik Milliarden auvertraut, sondern es freut sich laut, dah lo is beschlosen worden, die Heiligen der unschuldigen Isabel
es einen Theil seines Vermögens so gut placirt fieht. Denn die lachzuschicken.
republikanische Partei, welche in Ulyfses Grant siegen wird, iss
shnonym mit Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit, mit Zahlung der
Zinsen in Gold, während die demokratischen Schwindler uns jeden⸗
falls durch Papierzahlung bedeutend geprellt haben würden. Diese
Goldwährung der amerikanischen Couüpons bedeutet aber drüben
Aufrechterhaltung der Sklaven⸗Emanzipation, Treue für die Prin⸗
zipien des großen sozialen Krieges zu Ehren der Humanität,
ind Anerkennuug der europäischen Sympathie in der schweren Zeit
der Prüfung.

⸗2AEruur ch es.

F Speyer, 26. Oct. Geftern fand dahier die General—
Versammlung des pfälzischen Kunftverritis statt. Der erste Vor⸗
dand, Herr Regierungs-Präsident v. Pfeufer, war dienstlich
berhindert, der Generalversammlung anzuwohnen. Nachdem der
zweite Vorstand, Herr Hil ger, den Geschäftsbericht mitgetheilt
hatte, der binnen Kurzem gedruckt an die Witglieder hinansgege⸗
ben werden wird, wurde vom Kassier, Herrn Konsistorial⸗Assessor
Th. Wand, der Rechnungsabschluß vorgetragen und. nachdem
derselbe die Genehmigung gefunden haite, das Budget für das
Jahr 1868169 feftgestellt. Es fand hierauf dier Reuwahl des
Ausschusses statt und wurde der seitherige durch Akklaͤmation
wieder gewählt. Vei der hierauf erfolgten Verloosung fielen auf
St. Ingbert folgende Gewinne: Herr Dr. Krieger, Oelgemälde
am Zrienzersee“, von Steffen;, und Herr Poshalier Cynradr
„Sauhetze“ von Sniders.

FSpbeyer, 26. Oct. Nach Briefen aus Mum ch e n
wird noch in dieser Woche Herr Graf Zech⸗Lobning, 2. Adjutant
Sr. kgl. Hoheit des Prinzen Adalbert, auf der Villa Ludwigs⸗
Höhe eintreffen, um als Spezial⸗· Curator für den jungen Prinzen
Andwig Ferdinand, den dermaligen Eigenthlumer der Villa letzlere

—

Schweiz.

Bern, 28. Oct. In den letßten Tagen sind neue Be—
weise der Theilunahme, welche das Äusland an dem durch die
letzte Wassernoth über die Schweiz gebrachten Unglücke nimmt,
im Bundesrathe eingetroffen. So hal jetzt auch der Kaiser der
Franzosen gleich dem Khnige von Preußen dem Vundesrathe
20,900 Fr. für die Wasserbeschädigten übermacht. Des Ferneren
langte eine erste Sendung aus Paris im Betrage von 13,000
Fr. an, 20,000 Fr. aus London, 5000 Fr. aus Muühlhausen,
3000. Fr. aus Bremen, denen schon 1000 gr. vorhergegangen,
und 4000 Fr. aus Amsterdam.

Spanien.

Biegegenwärtige Regierung Spaniens enthält
4Liberale, 8 Progressisten, 6 Democraften uinde?2 entschiedene
Republilaner. Da die erfteren zreölf d'ie Republik für unmoͤglich
        <pb n="513" />
        an den? Ke Obersthofmeisterstab Sr. Majestär des regierenden
sonigs zum Eigenthume der kön. Civilliste zu überweisen. Von
der Regierungs⸗ Finanzkammer wurde der Regierungs⸗Assessor Volt
zu den Verhandlungen bezüglich der Uebernahme der Vida Namen⸗
der kön. Civilliste entsendet. (Der Erwerbungspreis soll 170 000 fl
veiragen d. pf. Ztg.)

Warzburg, 28. Oct. Die geiftlichen und weltlichen
Rebel der Reackion, die seit vielen Jahren auf nserer Stad
lagen scheinen sich nachgerade verziehen zu wollen. Am 19. ds
Mts. wurde die Bildung eines Arbeitervereins vollzogen. Derselbe
hat zum Zweck; Gewerbsgenossenschaften ins Leben zu rufen und
ju unterstützen, und nebstdem alle sonstigen Arbeiterangelegenheiten
in den Kreis seiner Berathungen zu ziehen.

Franukfurt;, 26. Oct. Von den nach der jüngst ent
dedten Verschwörung geflohenen türkischen Beamten sind einige in
Deutschland angekommen und befinden sich, wie die „Frankf
Vachrichten“ wissen wollen, theils in Heidelderg und theils in der
Umgegend, darunter Abdül Kerim Pascha, Nedres Pafche, Mum—
taz Effendi, Süleiman Aga, Münif Effendi und Talha Äga. Sie
gehören sämmtlich dem Club der „jungen Türkeie an.

I Köln. In der Sitzung des Apellationsgerichts am 283.
d. M. wurde die Rheinische Eisenbahn verurtheilt, dem Freiherry
d. Los, der bekanntlich vor läagerer Zeit bei dem Eisenbahnun
glück am Centralgüterbahnhof schwer verletzt worden war, eine
Entschädigung von 20,000 Ihlr. zu zahlen.

Einem Mésinzesr. Wagenmeister gefiel es schon seit eini⸗
zen Tagen.in einem Bierlokal so gut, doß er da seine ganze Ta⸗
geszeit zubrachte. Da nuun aber zu Hause viel zu thun waͤr, so
ließ ihm eines Morgens seine besorgte Gattin durch zwei Gesellen
die Hobelbank in fraͤgliches Local bringen, damit er au seinem
Lieblingsaufenthalte auch ferner verweilen könne, ohne sein Ge—⸗
schäft bernachlässigen zu müsisen. —

e Die Morgenpost laßk sich aus Prag, 283. do., telegraphiren
daß ein dortiger Lederhändier Krauß sich ünd seine Geliebte, eine
gewisse Horvath, erschossen habe, in welch lesterer man die
myteriöse Vikli Horvath aus dem Proceß Ebergenyi vermuthe;
nan habe bei derselben die Porträte Chorinsky's und seiner Frau
und das Tagebuch der Ebergenyi gefunden.

F Ein interessanter Rechtsfall wurde am Sonnabend den

10. Olt. vor dem Strafgericht des Klausenburger Comitals ver—
handelt. Der Augeklagte, ein Rumäne, ist eine hohe ernste
Sehergestalt. Er: ist beschuldigt, die Bewohner Erked betrogen, zu
haben, indem er von ihnen ein gewisses Getreidequantum als
Tribut dafür erhob, daß er Hagel und Unwetter von ihren Fel—
dern bannte. Aus der Schlußverhandlung ging hervor. daß die
bemeinde Erked in Folge der häufigen Hagelschläge eine Volks⸗
versammlung abgehalten und aus dieser Sißung eine Deputation
ins Nachbardorfe an den erwähnten Zauderet geschickt hatte, um
ihn aufzufordern, die Wetter zu beschwören. Der Vertrag wurde
abgeschlossen und bestand durch zwei Jahre und wie die Erkeder
dehaupten, blieb während dieser Zeit ihr Gekreide wirklich von
Dagel verschont. Allerdings war dies auch im vorigen Jahre
der Fall, wo der Vertrag bereits abgelaufen war; die guten Leut⸗
lassen es sich jedoch nicht ausreden, daß sie dies dem Zauberer zu
berdanken haben, dessen Vater schon in dem Rufe stand, daß,
wenn er sein Messer unter die Thürschwelle steckte, der Blitz mitten
in seinem Lanfe innehielt, und daß, wenn er mit? der linken
dand die Heugabel in die Erde stieß, ein Irrlicht wimmernd sich
dort in die Erde niederließ. — Der Angeklagte, befragt, ob er
denn an seine Zaubergewalt glaube, bejahte dies mit der Zuver—
sicht eines Sehers, „denn“ sagte er, „strengem: Beten und Fasten
dermag nichts zu widersteßen.“ Das Gericht onnte keine Schuld
finden, und entließ deu Magier mit der Ermahunng, sich in Zu⸗
dunft nichte in die Angelegenheiten des lieben Herrgotts zu
nischen.
Pest. Ju Szegedin hatte sich dieser Tage ein. Istaelit,
Nemens W., welcher sich mit. Wein Einkäufen befaßt, verspätet,
und war gegen 1 Uhr Nachts auf dem Heimwege begriffen. In
der oberen Stadt wurde er von drei Strolchen angefallen. Er
ergtiff die Flucht, die Sitolche setzten im nach, erreihten ihn und
mißhandelten ihn in entsetzlicher Weise; der Unglückliche waͤre er⸗
schlagen worden, wenn nicht auf den Lürm Leut herbeigeeilt wären
und die drei Strolche in die Flucht gejagt hätten.Der Fall
ist an und für sich charakteristisch genug, doppelt überraschend
aber ist, daß die Angreifer nicht etwa Wegelagerer aus Profes—
sion, sondern Industrielle waren; einer von ihnen, den man er⸗
'annte, ist sogar Stadtrepräsentani. Der mißhandelte Ifraelite
ʒehauptet, daß die Thäter ihm aus seiner Boͤrse 80 Gulden ge—
aommen.

. Metz. Einem Berichte der Commission zufolge beträg!
die Geiammsumme der für di⸗ Onfe der ArĩenaleFrylosion eing⸗

Ingenen Saben 76.422 Frs. 60 Cents Mann zahlt unter dei
Tibilbevötterung allein 7s Opfer und 857 Wai sen.

f In Obwalden (Schweiz) hat der Retgierungstath eine
Zundmachumg versffentlicht, wonuch das 8 abakrauchen und
Schnupfen allen Minderjährigen (unter 18 Jahren) bei Gelb⸗
und im Nichtbezahlungsfalle bei Leibesstrafe verb oten ist.

F Luxemburg. 246DetMam ist voll auf mit der Um⸗
vandlung der früheren Capuzinerkirche in ein Theatergebãude
beschäftigtk. Beinr Umgraben des Vodens fand rnan die Ueber⸗
reste mehrerer dort begrabener Capuzinerpatres rit ven Kuten,
worin sie beigesetzt worden waren. Bis die Gebtine einen Plat
auf dem Kirchhofe finden, dienen die Schädel demm Gassenbuüben
zum Kegelschieben, was ganz genau auf die Haruptfache paßte
Umwandlung einer Kirche in ein Theater.

Der älteste Mann in England ist gestorben. Richarð
Purser, ein Taglöhner, erreichte das seltene Alier von 112 Jahrert
und erfreute sich bis kurz vor feinem Tode einer krüftigen Gefund⸗
heit. Seit den letzten 50 Jahren hatte der Verftorbene in Ehef⸗
enham gelebt und sich bis vor einigen 7 Jahren von seiner
dände Arbeit ernährt. — mJ7

In Florenz hal'?die Polizei die Aufführung eines
Stückes: „Eine Konigin in Ferien,“ auf Anlaß der französischen
Gesandtschaft verboten.

. Der Vater des Königs von Porkugal soll einigen Revo⸗
lutionsführern, welche; ihm den spanischen Thron antrugen, ge⸗
antwortet haben: „Sie bi ten mir eine Krone an; ich habe die
neinige mit diesem Panama vertauscht, weil mir das eine be—
juemere Kopfbedeckung‘ zu sein scheint.“ Vei diesen Worten
oͤffnete er das Feusier und, auf seinen Weinberg zeigend.
fagte er: Ich habesmich zu einem Winzer gemacht, ich
mache Wein statt Politik, und das ist besser, denn diese wird
häufig sauer.

tDie Frage bezüglich des Außercours Kommins der fran⸗
‚sischen Franken et. hat zu vielen Irrangen geführt: die Westph.
Ztg. veröffentlicht daher, „gestützt auf die authentischsten Informa⸗
tionen“, Folgendes: „Die aiten französischen, belgischen, ita lienischen
Silbermünzen (Frankengeld) werden bei den oͤffentlichen Kassen iw
Frankreich nur bis zum 81. Dez. d. Is. angenommen, resp. gegen
neue Münzen umgewechselt. Gemäß Artikel 5 der internationalen

Convention vom 33. Dezeniber 1865 sind alsdann diese alten
Münzen außer Cours gesetzt. Die Außercourssetzung bezieht sich
1. auf alle französischen Sil bermünzen (2,1, /3 und a Fran⸗
tenstücke), welche fruͤher als 1864 geprägt; worden sindz 2. auf
alle belgische Silbermünzen, welche mil dem Bildniß Leopold's J.
versehen sind; 3. auft alle italienischen Silbermünzen, welche eine
Jahreszahl vor 1863 tragen, und 4. auf die schweizerischen 2,
luund Us Frankenstückenstücke mit der Jahreszaͤhl 18850 und
1851. Die silbernen Fünffranken⸗Thaler werden von dieser Sache
atcht berührt, sondern bleiben vollginig in Cours und werden
überall zu dem Courswerth in Zahlung angenommen.

.Falsche Thalerstücke. In Magdeburg cursiren
seit einiger Zeit falsche Thalerstücke auz einer klanglosen Metall⸗
omposition mit dem Bildnisse des Königs Wilhelin und der
laufenden Jahreszahl. Am Leichtesten kenntlich macht sie der
Rand; er ist schlecht gefeilt und ohne die Umschrift: Gott
mit ·uns.

Practische Versuche die Steinkohle bei Heizung. von Dampf⸗
kessein durch Kreosotöl zu ersetzen Dorsetts Patent) sollen ganz
erstaunlich gute Ergebnisse geliefert haben. Die Vorzüge dieser
Methode bestehen darin, daß dieses neue flüssige Heizmaterial um
zwei Driitel wohlfeiler ist als Kohle, den vierten Theil Raum
ennimmt und einen großen Theil⸗ der Arbeit erspart.

FNugen der Schw alben. Ein Schwalbenpaar ist
täglich 16 Stunden in Bewegung, und jede Schiwalbe äßt durch⸗
ichnittlich in der Stunde ihre Jungen 20 Mal. Beide Eltern
ind daher täglich 600 Mal beim Reste. Da nun jede der olten
-Zchwalben jedes Mal 10 bis 20 Infecten bringt, so vertilgi ein
ZSchwalbenpaar täglich mindestens 6400 Insecten. Zur cigenen
Nahrung brauchen die Alten etwa 600 Muücken und Fliegen, so
daß durch eine Schwalbenfamilie täglich 7000, in einem Monaut
210,000 schüdliche Insecten vertilgt werden. Brauchen die Allen
im ersten Monate, weunn sie allein snd, 80000 Insecten, so
kommen auf den ganzen Sommer für eine Schwalbenfamilie von
7 Köpfen 576,000 Insecten. Nisten sich nun in einem Dorfe
auch nur 100 Schwalbenpaare ein, so würden diese mit ihrer
Nachkormenschaft in einem Sommer über 37 Millionen Insecten
verzehren.

F.Fraukfurt, 24. Oct. Bri ver heutigen Ziehung
6. Klasse der hiesigen Stadtlolterie fielen auf Nr. ö96, 13163
036, 8692 und 18411 je 1000 jl.; auf Nr. 8138, 21888
1790 14787 und 5020 je 300 jl.

d!leteno narr 285 Oeft Nut . 4482 1596
        <pb n="514" />
        15811 und 219312 je 1000 fi.; auf Nr. 4000, 4844, 7079
I3242, 13807. 21101 und 22202 je 800 I.
Ziehung vom 27. Oct. Nr. 14686 fl. 4000. Nr. 17982
I. 2000, Nr. 3797, 18850, 24317, 8328, 5879. 17638 und
iↄos; je 1000 iI.

ung immer der Herbst oder der Vorwinker ist, indem das Kn⸗—
henmehl (wir meinen hier das gestampfte) immer mehr oder
venig in kleinen Splittern vorkommt, deren Löͤsung eine beträcht⸗
iche Menge von Feuchtigkeit voraussetzt, welche im Frühjahre
sellen in hinreichendem Grade vorhanden ist. Ebenso enthält daß
aus frischen Knochen bereitete gestampfte Knochenmehl nicht selten
noch Fettheile, die die Löslichleit desselben gleichfalls erschweren,
indem dadurch die Einwirkung der Feuchtigkeitstheilchen abge
chwächt wird. — Wo es sich darum handelt, einem Felde, das
arm an Humussjubstanzen ist, Knochenmehl zuzuführen, da geschieht
dieses gewöhnlich am Besten in der Form, daß man das benö—
higte Knochenmehl dem Miste zuseht, wodurch es in seiner Lös«
ichwerdung am raschesten gesördert wird. Von solchem Miffse
zraucht man aber nicht die volle Anzahl von gebräuchlichen Wa
genladungen einer bestimmten Fläche zuzuführen, sondern es ge⸗
nügt meistens nur die Hälfte der Wagenladungen, sofern man
ↄro 10 zweispapnigen Wagenladungen eima 3 Ctr. Kno henmehl
zugegeben hat. TIn gleicher Weise empfielt es sich, das Knochen⸗
nehl, soferne datselbe zur Verbesserung des Graswuchses dienen
oll, dem Compost zuzumischen.

KLTarerthschaftliches
Das Knochenmehl als Düngmittel. Wiewohl
zie Vortrefflichkeit des Knochenmehls als Dungmiitel allgeme in
mertannt ist, so entsteht doch noch oft die Frage, welches die ge⸗
gneiste Art seiner Auwendung sei. Zwar weiß man es, daf
as Knochenmehl vorzüglich ais Düngemittel für Getraidearten
Küben, Grasländereien, wohl auch für Feldgrünfutterpflanzen 3
Z. Klee sich bewährt, allein im Unklaren ist min noch vielfach
arüber, ob das Knochenmehl am Besten pur anzuwenden sei oder
mit Mist und Compost, gemischt. Nach unserer Erfahrung kaun
das Knochenmehl pur angewendet werden auf allen mehr sandar
tigen und lehmsandigen Acerfeldern, ebenso auf solchen thonigen
sogenannten schweren Böden, welche in guter Mistdüngung stehen.
Iedoch müssen wir bemerken, daß die geeignetstezeit der Anwend

Wirklicher
Ausverkauf.
Wegen Aufgabe meines Detail⸗Geschäftes verkaufe
ich mein Lager in Tuch, Ruens und
HMameolIs in allen Qualitäten gegen Baar zu
sehr herabgesetzten Preisen.
Zweibrücken, Hauptstraße Lät. W. M 29.
Luclwice Laomæ, Fabrikant.
Die Hutfabrik von G. A. Coulturier
I —

empfiehlt, um damit zu räumen, einige Hundert Stück feiner Jilz-Hüte,
jür deren Güte garautirt wird, zu bedeutend herabgesetzten Preisen und zwar
bdon 1fl. 45 kr. bis 2 fl. 30 kr. per Stück.

Außerdem empfehle mein mit dem Neuesten aufs Reichhaltigste assortirtes
Hutlager zu ebenfalls billigen Vreisen.

Vĩiehimarict
zu Blieskastel
Dienstag,3. Novemb. 1868
Blieskastel, den 24. Oltober 1868.
Das Bürgermeisteramt:
L. Wies.
Musik-Verein.
In der gestrigen Generalversemm-
rung wurde ausgemacht, dass von
jetzt an der —W

Samstau-Abenmt
als „GRSERLLSCERAFTS--ABEND-
des Véréins angesehen worden soll.
Es wordén desshalb alle NMitgliodor
höstichst eingoladen, sieh am gedach-
ten Abende nach Tisch recht zahl-
reich, nach Belieben auch mit Fa-
milio, im Vereins- Localo einzusfinden.
St. Ingbert, 29. October 1868.
Der Vorstand.

— — — — ——

— — — —

—
— — ——
— — —
Ausgezeichneter
frischgekelterter Most,
noch gauz sfüß; I
federweißer Wein
in der —
Woiustuhe
von OarAανS.
Sehr schönes
Neustadter Kunstmehl
„für die Kirchweihe“ empsiehlt
I. ADP.

2 tüchtige
Schreiner-Gesellen
zum sofortigen Eintritt gesucht von
B. Müller zu Schnappbach.

4 kr. — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
4 fl. 23 kr., Erbsen 5 fl. 8 kr. Wicken
— fl. — kr. Kartoffeln — fl. 44 kr., Heu
2 fl. 04 lr. Stroh Ufl, 22 kr., per
Zentner. Weisbrod 11 Kilogr. 17 kr.
Kornbrod 3 Kgr., 22 kr., ditio 2 Kgr.,
15 kr., ditio 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 28 kr., J Paar Wed, 8 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 18 kr., 2.
Qual. 16 kr., Kalbfleisch 14 kr., Hammel ⸗
fleisch 16 kr., Schweinefleisch 18 krx., per
gfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter
Butter 34 kr., ver Pfund.

—
u
fleißige Gesellen
onnen vosort gegen guten Lohn
Ansa Daiανu. Schneider.

Vino mõhlirto, heiabare Stube
u dem Préiso von 7 fl. von2

Jungen Männorn gesucht.
Nühero in der Exped, d. Rlattos.
der Stadt Zuweibrücken vom 29. Okt.
Weizen 6 fl. 21 kr., Korn 4 fl. 37 r.
Gerste Areihige. 4 fl. 26 fr., Gerste bier⸗
reihige, 4 fl. 18 kr., Spelz 4 fl. 8 kr
Spelzkern 6 fl. — kr., Dinkel 4 fl.

Fruchtpreise der Stadt

Kaiserslautern vom 27. Olt.

Weizen 6fl. 12 kr. Korn 4fl. 49 ir.
Spelzkern 5 fl. 44 kr, Spelz 4 fl.
2 r., Gerste 5 fl. 12 kr. Hafer 4 fil.
21kr., Erbsen 5 fl. 6 fr., Wicken 4 fl.
4kr., Linsen 5 sl. 15 kr. per Zentner.
Brodpreise: 6 Pfd. Kornbrod 23 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod I29 kr. und Pfd.
Weißbrod 12 kr. 4

Shwingmehl per Vsd. 7 kr,
Blummehl per Rfd. 8 kr,
n bester Qualität liee
VIioyy.
oynreweenu

badtehtcnkenMtaveduecct

*
Redaction, Drud und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert. —V
        <pb n="515" />
        9
r

Sl. Ingberler Anzeiger.
ö— — —
Der „St. Ing berter Anmzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien svaig, Dom mers ban
and Sam 31Aa g. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltige Zeite
Blattischrift oder deren Raum berechnet.
— MWeoòe»rlffÿre————
Samstag, den BI. Oetober

Nro. 1350.
1868.

Deu tschland. — Ludwig Bamberger auf den 12. lommenden Monats vor die
5 jecton Bezirksgerie den. — Dr. Ziß
n, 26. Oct. Die Vollzugebektimmungen zur Ver⸗ Strafsect on des Bezirksgerichts geladen wor
——— Dec. 1863 über die — Be⸗ —BRX8 der nachsten Woche wieder nach Amerila Zu
ung und Beradschiedung der Mannschaften vom ersten Unter⸗ Arz4559
ed 3 * —2 unterzogen worden und eß Berlim, 27. Oct. Die Borse war heute elwas 88
wurde ein ¶neuer Tarif ausgearbeitet, welcher die Entfernungen Peil zu einem Alarmartilel — Pariser „Patrie u⸗ 9
llen Landgerichtssitzen, ausgeschie in Bahn⸗ amd — ⸗
ee e e — ———
Reiseentschadigungen filr Sachverstandige und Zeugen ün militäri⸗ nrn e — —
schen Strafsachen benutzt werden kann. Dieser Tarif gilt auch In Inden 7 8 — pe k
für die jeweilige Einberufung und Wiederentlassung der Unter⸗ I enee ee or
iziere und Mannschaften der Landwehr mit Ausnehme der Con- Alle Minitter der Welt walen
Iæ A Uebungen im Compagniebezirke, sie 83 e eeec α de— occ
wobei entgegen der Regel, daß eee I S 8— —* X hem gen, r
nijonsorte bis zum Sitze des Landgerichts des Heimathortes des Unsinn! D —
—— —25 wird, die Andnatmebetim muns sattinden —88 — foll neuerdings Urlaub bis zum J. Vec.
daß die Rriseentjchädigung vom Aufenthaltsorte bis zum Ein e⸗ F F
——
Sinberufung nicht nach dem Compagniesitze, sondern i ein, n R
auderen ersolgt, für welchen keine besonderen Ortsentfernungs deee die esen eeeee vorhelegten
tabellen gesührt werden, so ist die algemeine Rorm maßgebend. iren, *8. u 8 ee
München, 27. Oct. Bei der gestern beendigten theore⸗ Wehrsehesen purtebe — folgende * nuneey — —
tischer Staatsprüfung der Rechtscandidaten (in Erlangen) haben red — - in ———— e b voꝛ
von 21 Eraminanden 16 die Rote der Befähigung zum Cintrits jedem 3 * Re e ie, Ve
in die Proris erhalten. 8 * d w atn * 9 8 ien rx d Veet,
Munmnchen, 27. Oct. Prinz Abalbert, der bekanntlich eine si mrint äα vehr * e edree . beeinnt
Cousine der Exkonigin von Spanien zur Gemahlin hat, ist vor“ 1 ie Pf i an αα *58 Ibe e
einigen Tagen nach Paris gereist, und ein hiesiges Vlau wil wit Ne *8 — e m
wissen. daß die Reise mit der spanischen Thronfrage in Verbin bilich Die Di *. r fäut im Heer und in der Marine
dung stehe, indem eine Großmacht den Njährigen Sohn des Prin. 8* ie pfich rfä Ie ere
zen zum Nachfolger Isabels vorgeschlagen haben soll. u) in 3 Jahre in er Linic, b) in 7 Jahre in der Referve; An
n n gen e a Bie esunu an den 26. Det. der Landcdehr a) in 2 Jahte sar Jene, weiche dach
anberaumte STonferenz behufs Abschluffes —— —A—— seerewrege eeer den
i i er in Berlin zusammentreten lon⸗ 28 * b 3 ue
d e e ur dat edüreget
—— marine vollstreckt haben, sind nicht landwehrpflichtig.
Aus der Pfalz, 29. Oct. Das Unterrichtsministerium Bisen, 28. Oct. Das oserreicijche Corresponden zuureau
(Hr. v. Gresser) hat unierm 2. d. M. nachstehendes Circular an e r ene, mird e rt. yr on—
die Kreisregterungen erlassen: eust im Wehrausschuß die be nnte genwarnge Sage urea
wWie ver Kreisregierung bekannt ist, sind über den In⸗ lediglich zur Begründung des Umstandes heranzog. daß die Wehr⸗
halt ves der Kammer der Abgeordneten vorgeleglen Entwurfet kraft Oesterreichhs nicht hinter der anderer Staaten ee
ines neuen Gesetzes über das Vollsschuwesen dielsach in Wort unt dürfe. Die Rede sei di d gehalten und die Zeun gaenuy
Schrift die unrichnigsten Vorstellungen unter der Bevoͤlkerung, ins— nreee aten * ee für F
besondere auf dem Lande verbreitet und hierwegen gegen die nde peechen ediglich auf Entstellung der rung de⸗
k. Staatsregierung Beschuldigungen und Verdächtigungen ausge. Herrn Beuit.
streut worden, die jeder thatsächlichen Begründung wih en Frankreich. M
Solche Anschauungen hätten kaum einen fruchtbaren Boden finden“! Das „Journal de Paris“ zeigt das Erscheinen einer anony⸗
annen, wenn die Bevöllerung mit dem wahren Juhalt des Schul-⸗ men Brochure bei Dentu an, weiche den Titel führt: „Kurhessen,
gesetzesentwurfes mehr vertraut gemacht worden wäre. Um nun seine Annexion und seine Restauration, vom französischen Stand⸗
dieses zu ernmöglichen und der Bevöllerung Gelegenheit zu geben, punkte aus beleuchtet.“ Diese Beleuchtung ist sicher aus keiner
sich durch Selbsteinsicht über den Schulgesetzesentwurf und dic deutschen Feder geflossen. Dafür bürgt hinlanglich folgende Stellte
demselben zu Grund liegenden wohlmeinenden Absichten der Staats- des „Journal de Paris“: Der anonyme Verfasser deweist die
regierung zu belehren, wird die großtmögliche Verbreitung des ge⸗ nur zu begründende Wahrheit, daß es schlimm für Frantreich ist,
druckten Entwurfes als das geeignetste Mittel erkannt. Zu diesem daß Preußen das Kurfurstenthum Hessen und Mainz besizt.“
Behufe empfängt die k. Regierung hierneben 250 Erempltare des Dieser Passus zeigt, daß der Verfasser Mainz als zum frilheren
gedrudten Schulgesetzesentwurfes mit dem Auftrage, dieselben durch Karhessen gehörig ansieht, ein geographischer Verstoß, der seine
die Districisverwaltungsbehörden unter diejenigen Gemeinden des Nationalität hinluͤngliß documentirt. (Da es zur franzosischen
RXegierungsbezirles, bei denen es vorzugsweise als nothwendig Rationalität gehört, nicht bewandert in der Geographie zu sein).
erkannt wird, unentgeltlich vertheilen zu lassen. Da das „Journal de Paris“ selost gezwungen ist, einzugestehen,
Darmstadt, 25. October. Der wegen einer zur Luther daß die franzosische Brochure von Dunkelheiten und Gemeinplätzen
Feier verfaßten Schrift von der orthodoxen Partei denuncirte Pre wimmelt, so sei eine Thatsache hervorgehoben, die obiges Journal
Riger A. Mißzenius ist durch Spruch des Oderconsistoriums seiner „merkwürdig“ füldet. „Wußten Sie,“ sagt es, „daß die Preußen
Stelle als Geistlicher und Religionslehrer enthoben worden.in den Cartons des Krriegsminister'uns drei oder vier Jufassiona⸗
Main;, 265. Ort. Unter der Auklage, die Staatsregier pfüne in unsere Ofte und Nordprovinzen haben, von denen einer
ung in einem vor der Wahl zum Zollparlament erschienenen von der Hand Fried rich s II. selsst ist Um der even
Flugblatt bel⸗idigt zu haben, sind die Herren Vocob Dierrich uud tuellen Verwirklichnzw dieser Vläne witlen lna Prouen a
        <pb n="516" />
        viel daran KassselSund Mainp direct an seinen Besitz
zu bringen. I 2 7 * 44

Parik,25. Ocih, Mit der Organisatidn ver Mobilgarde
wird gietzt ꝛernsthaft vorgegangen. Der Moniteut enthälbe ein
Decrei, welches A8 Balaillons⸗oder Escadronschefs für die eif
Departements, welcheè das drittés Armeecorps bilden, ernennt.

Die halbamtlichen Blätter sind gar zufrieden mit dem neuen
Ptanifest der spanischen Regierung, da dieselbe darin ihre Sym—
pathieezi- für die amonarchische Regierungsforur in ungiheifelhafter
Weise zu erkennen gibt. Die Versicherung, daß die spanische
Regieruͤng die Beschluͤsse der Cortes auch zu respectiren wissen
werde, falls dieselben sih für die Republik ausspräshen, erschreckt
fie wenig. Aber auch die unabhäugigen Blätler: sind ⸗.mit dem
neuen aus der Kanzlei der spanischen Regiexung herporgegangenen
Actenstück zufrieden und insbesondere erregen die Offenheit und
der Freimuth, mit welcher sie die sFreiheit deg, Cultus ausruft,
die Zufriedenheit derselben. In der That war e8 nauentlich die
unsägliche Undalpsanzleit in Religionsaugelegenheiten, wodurch die
Spamer sich von den anderen Völkern Europas so merklich unler⸗
schieden. „Die. Männer, welcher aß der Wiedergeburt Spaniens ar⸗
beiten, haben das begriffen, und sie suchen diese Kluft auszu—
fuͤllen, sie hegreifen, daß sier nur, auf diese Art Herxren der Ver—
gangenheit. werden können. Auch Dou Carlos wird guf den Rath
einer Freumde die allgeneine Religionsfreihtit in seinem noch
inzmer nicht Vetöffentlichten Manifest verheißen. Man-erzählt hiez,
daß dieser Pruͤtendent ein Anlehen abzuschließen sucht zund die
Finkünfle von .. Cuba als Unterpfand zu geben verspricht
auch an den, Kasser pon Oesterreich soll er sich gewandthaben.
um vonS,M. eine Hilfe an Geld, und Waffen- zu arbitten
amein es ist wohrjcheinlich, daß Fr hergehens an dieseThür
klopfen werde. I

Par iüss 285.Oef. Der „Konstitutisunel“ bespricht den
Enthusiasmus,““ mit welchein das Institut der Mobilgarde in den
Depattements aufgenommen worden sei, und sagt, uiau köune sich
des Gefühles gerechten Stolzes nicht erwehren, wenn man säahe—
izie so biele Zute Bürger einen Theil ihrer Unabhängleit. der
Ehre opfsrn, die jungen, Bataillone zu unterrichten und der noch
aroßeren, sie an die Grenze zu führeu, wenn Krieg ausbrechen
sollle. Das Gefühl der Pflicht und der Hingebung für das Va—
ferland ser. in Frankreich noch nicht erstorben.
Die mehrsach besprochene Karte ist erschienen. Der ihr beige
fuͤgle Tert sagt: Die Vergrößeruug Preußens, habe das Gleich—
gedicht Europas nicht gestört; Frazkreich sei poun ungbhängigen
Staaien umgeben unnd kein Grund zu irgeud einer Befürchtuug
vorhanden. —

Der „Temps“ theilt mil, daß heule Morgen die Passage
Dauphine, in welcher sich die Militär⸗Buchhandlung Dunag ine be⸗
findet, mit einer großen Meuge angefüllt war, welche die schon
berühmte Charte, die Frankreich das Gefühl seiner Lage geben
soll, kaufen wollte. Man wird diesen Zudraug begreifen, wenn
—
mehr als 100,000 Exemiplare belief, Die durch den „Constitu—
tidunel“ so stark aufgestachelte Neugier ist wieder einmal betrogen
worden. Man versichert uns, daß der Verkauf heute Abend be—
ginnen sol. . * —— —
Als Friedenszeichen wird gemeldet, daß der Marquit
de Lavalette gestern eine dreistündige Audienz beim Kai—
j e r hatte.

Paxis, 28. Oct. Der „Moniteur“ meldet, daß nicht
allein Preußen und Italien den diplomatischen Verkehr mit Spa⸗
nien hergestellt haben, sondern auch der päpstliche Nuntius seine
Beziehungen mit der provisorischen Kegierung wieder angeknüpft
hat, nachdem bereits am 23. October die Botschafter von Frant-
reich, Euͤglaud und Portugal mit dem spanischen Staatssecretär
in Beziehungen getreten war.

England.

20don, 24. Oct. Die Projectirte Reise des Prinzen und
der Prinzessin von Wales nach dem Auslande ist nun definitiv
beschlossen worden. Das prinzliche Paar wird ungefähr um Vritte
Nobember England verlassen und sich nach Paris, Deutschland
und Dänemark begeben; späterhin werden Griechenland und ein
Theil von Kleinasien besucht, und schließlich die Nil-Katarakten in
Augenschein genommen werden. Der berühmte Afrika-Reisende,
Sir Samuel Baler, wird die Herrschaften auf dem letztgenannten
Theile der Reise begleiten. — Der Herzog, von Edingburg hat
on der Admixalität die Weisung erhalten, spütestens am 1. No⸗
dember seine Seefahrt anzutreten. Dieselhe dürfte aber noch bor
Ablauf dieses Monats von Statten gehen. Der Herzog hat sich
bereits nach Devonport begeben, wo seine Fregatte, die „Galateat,
für die Kreuzungstour ausgerüstet wird. — Den Theilnehrrern
an den Feldzügen in Abyssinien, Neuseelaud. und an der indischen
Wrenze wird eine allgemeine Kriegsmedaille verliehen werden. —

In Leicester hat am Freitag ein Großes Anki⸗Gladstone-Meetlnq
stattgefunden, wo die Politik des, „Führers der Kirchenseinde“ in
den leidenschaftlichstenLluiisdrücken verurtheilt wurde. Die in diesem
Sinne abgefaßte Resolution der Versammlung. ist Disraeli zuge—
sandt worden. — Aus Penzance läuft die Meldung ein, daß das
Lichterschiff , Devon“ gestern Morgen' an der coruischen Kiülste bei
Lands-End total gescheitert ist, wobei 10 Matrosen und seche
Passagiere ihr Leben eingebüßt haben.

n Ztalien. ie
eFlod ren z. Alle bhmischen Correspondenzen versichern da
in Rom tiefe Trauer herrsche. Bereits mache sich das Ausbleiben
der, bedeutenden Summen fühlbar, welche Isabella ⸗mit größter
Punklichkeit Woche für Woche zur Bestreitung der Kosten: der
apstlichen Armee beigestenert. In den wenigen seit ihrem Sturze
verflossenen Wochen habe sich schon ein merkliches Deficit heraus
gestellt, und Cardinal Antonellisei? dadurch veranlaßt worden
den übrigen Ministern und mehreren Kardinälendie Frage vor—⸗
zulegen: was in dieser neuen drängenden Lage zu geschehen habe
Wahrscheinlich werde man sich. zu Erspanissen in cdem Militär⸗
hudget, verstehen; Antonelli schlage vor, das Heer auf 2000. Mann
Bendarmen unnd eben so viel Linie zu reduciren und zumal dite
zugaden zu entlassen, welche durch ihre Indisciplin Aergerniß ge⸗
zden und dpppelt sasbiel kosten als die anderen Corps. — Der
General Lamarmora ist seit ein paar Tagen nach längerer Ab—
vesenheit hierher zurüdtgelehrt. Er hat in den letzten Wochen »die
deutsch⸗französischen Grenzprovinzen bereist und sich von dem Stand
der Rüstungen in beiden Ländern zu überzeugen gesucht. Seine
Beobachtungen ließen ihn schließen, so hat er seinen hiesigen Freuu—
den erzählt, daß man weder in Deutschland noch in Srankreich
an zeinen baldigen Krieg denlegg —E
«Flomnenz, 27. Oct.: Mriefe aus Rom sprechen »bon einer
daselst eingelaufennen Note dea Kaisers Napoleon an⸗die päpstliche
Regierung, worin-derselbe angeblich erllart, daß die Räumung
Roms vpon zallen Machten derlangt wer de... .

aniEpanien. e eee
— Madrid 87. Det. Preußen und Jtalien haben
die provisorische Regierung anerkannt. Der päpfslliche Nuntius,
velcher dem Minjter des Aeußeren einen Besuch abstattete, führte
ine jehr versoͤhnliche Sprache... 3
Die Coder bes'wahleu werden am 9. November be⸗
Es geht das Gerücht die Koͤnigin“ Jsabel werde n Gunster
des Don Carlos abdaͤnken Naͤchstend joll die Subscripsion aul
eine Nationglanlethe etöffinet wexden F—
Zcherfahre, daß der Herzog d. Montpensier bei der Regier⸗
ung hat anfragen lassen, ob er nach Sevilla zurückkehren könne
Man hat ihm geantwortet, daß ihm dies ganz freistehe, uud daß
die spanische Regierung Niemand proscribirt habe. Zugleich aber
zat man ihm vorgestellt, daß es vielleicht seine Pflicht sei, auf
ieses Recht jetzt zu verzichten, bis das spanische Volk sich ausgespro⸗
hen habe, um so mehr, als seine Candidaiur so zu sagen offiziell
aufgestellt worden sei. —
Einer der Führer der republikanischen Partei, Hr. Castellar
st heute in Madrid angekommen. Einige Abtheilungen National
garde, Studenten, Deputationen ⁊c. sind ihm nach dem Bahnhof
entgegengezogen und man hat: „Es lebe die Republik“ gerufen
ein Ruf, der für Madrider Ohren ganz neu ist. Uebrigens kein
knthusiasmus, keine Erregung. Diese Bevölkerung bleibt hei
alledem gleichgültig, als ob die Urheber dieser Demonstrationen
sich mit den Angelegenheiten Chinas beschäftigten.
Amerika. e eep ee

VDer Missisippi⸗ Dampfer „Hesper“ wurde südwärts von
Memphis von Verkappten überfallen, welche 4000 Muskeiten,
die für die Bewaffnung der Neger in Arkansas bestimmi
waren, über Bord warfen und dann in die Waldungen ent
wichen. *

Neæw⸗York, 27. Oct. (Kabelnachricht. In West—
vierginien siegte die republikanische Partei mit 4000 Stim—
men Majorität.
Jermischtes.

F München, 26. Oct. Es soll in München ein zweites
größres Banketablissement ins Leben gerufen werden mit der
Benennung „Bayerische Vereinsbank.“ Die Gründer derjselben
iind die Herren v. Eichthal, v. Fröhlich, Moritz Guggenheimer,
v. Hirsch, Willmersdörfer in München, Feustel in Bayreuth und
die Anglo⸗Austria⸗-Gesellschaft in Wien. *

Mainz, 283. Oct. Papst Pius IX. hat dem Buchhündler
Zir hheim hier, Verleger der Schriften don Ketteler, Moufang,
Haff ier, Hahn⸗Hahn ⁊c. das Ritterkreuz des St. Sylveflere Ordens
zerlichen.
        <pb n="517" />
        22. In Riedern GBreisgau) wurden zwei barmherzige Schweftern
us wer Schweiz, welche im dortigen Pfarrhofe Absteigquatier ge⸗
Aommen hatten und in den Häusern Geld zusammenbettelten von
Zer Gendarmerie aufgegriffen, und mittels Laufpaß in die Schweiz
In Parra 8 ist das Brodmehl, welches vor einem Jahre
A do Franken Rand, auf 63 Fra 785 .C. und, der Brodpreis
80 Tent. herabgegangen.

vollstaändig zu Grunde gegangen. Nur drei Matxrosen wurden
gerettet. ια

F'London, 26. Det. Auf der Great · Northern ⸗Bahn hat
ein ernstlicher Jusammenstoß zwischen dͤnem von Stodport kom⸗
nenden Personenzuge und einem von Warrington lommenden Gü⸗
erzuge Statt gefunden: Eine große Anzaht von Passagieren
wurde verwundet, elf gefährlich, und der Zagführer des Personen⸗
uges liegt lebens*qefährlich vurletzt darnieder. Mehrere Waggons
wvurden zertrümmert. aee n
7 London. Eine sinwreiche und höchst einfache Dampfma—
shine, in welcher Kolben, Kerummzapfen 2c.“ wegfallen, ist von
herrn Benjamin Franklin ien Westmoreland, Pensylvanien, erfun⸗
den worden. Sie beruht ganz auf Anwendung der Gentrifugal⸗
raft. Die Neibung soll beinahe ganz überwunden fein und fie
—V
en Theil der bisher nothnvendigen Dampfmasse, ungeachtet, das⸗
Abde Quantum Kraft entroickelt wird. Diefse neue Maschine con⸗
zensirt beinahe allen ihrenn Dampf; ihre Herstellung kostet nur
den vierten Theil der bis herigen Dampfmaschine, und bedarf fast
gar keiner Reperatur,.

Der bekaunte Mathemati?er und Opiiker, Hr. Thomas
Coole „der englische Fraunhofer“, ist 62 Jahre alt, in, Hort
zestorben. J

7Frankfurt, 28. Oct. Bei der heute fortgesetzten
Ziehung 6. Classe der 154. Frankfurter Stadtlotterie fielen guf
ar 5, 12 000 fs. auf Nr. 21738 2000 1. auf Rr
19. 067, 18,452, 10,894 1. 15,129, 18,084, 10,288 und 17,663
e 1000 fl.; auf —RX 8463, 24,395, 18, p93, 3357 und 15,195
e 300 fl.

In Paris hat ein ehbemaliger amerikanischer Infanterie⸗
Capitäin Sionor zeinen Kebzusrettungs⸗Apparat
———
iner Jacke aus Kork und einem am Guürtel des Gummigewandes
zefindlichen Schwimmkasten, der für 8 Tage; Vorrath frischen
Wossers eithält, das der im Wasser liegende Mensch durch eine
tummirbhre zu sich neumen kann. Bei einer vor einigen Tagen
u Paris abgeholtenen Probe mit dem Apparate sprang der Er⸗
jinder und ein junges amerikanisches Ehepaar in die Seine, ver⸗
heillen über 2 Srunden in dem Wasser, lasen, wränken Tham⸗
agner, rauchten, aßen, hißten die Nothflagge auf, brannten ein
Feuerwerk ab, schossen Revolver ab, ꝛc. und waren beim Heraus⸗
teigen weder durchnaßt noch ermüdet. 37
7:; Der Patrie“ geht aus Lima die traurige, Nachricht zu,
aß ein neuer Unglücksfalls zu denen, die das Erdbeben in Pern
Ferursacht ha, hinzugekommen ist.Mair hatte durch Sub scription
amhafte Summen fuͤr die Unterstützung der vom Erdbeben Heim«
gesuchten aufgebracht und ein. Schiff mit einem zahlreichen Con-⸗
ingent an Aerzten, barmherzigen Schwestern und freiwllligen
Zranlenwärtern ausgerüstet mit einer ersten Summe von drei
Millionen Franken abgesandt. Das Schiff hat Schiffbruch gelitten,
st mit allen Passagieren und allem was an Bord war

»*
Swo L, eee e»e es . ẽ
4

5*
—4
—
Theilungsbersteigerung.

1
etzt Wiese auf dem Gerstbusch,
Jakob Schein Wtw. und Anstößeru.
PlanNr. 362311, 35840 Dec. Acker
beim Forellenweiher, neben Bäcker Jo⸗
hanu· Hager und Adam Feichtner.
Plansit. 36252,. 32uο, Dec. —
—
md Andreas Grello
PlanNr. 8754, 33 Dec. Wieserin den
puhlwiesen, neben Nicolaus Stich
und Nicolaus Busch.
— 3821 und 8822, 68 Dec.
cker auf Schiffelland, neben Peter
Beorg und Adam Beck. F
Planr. 3864, 2410 Dec. Acker 8
Schiffelland, neben dem Eiserbahndam
ind Heinrich Lindinger.
Plander. 3993, 832 Der. Acker hinter
hobels, neben Georg Franz Hager,
ind Peter Feichtner.
PlanRer. 44893, 28 Dec. Wiese auf
zer Spick, neben Peter Jochum und
tBuhmann Erben. —
PlanNr. 4595, 24 Dec. Wiese unterm
Wohnbacher Weiher, neben Jacob
Zchwarz, Metzger, und Karl Gros jun.
PlanNre. 4628, 14 Dec. Wiese am
langen Stein, neben folgendem Item
und Gesch ister Grell.
PlanNr. 46024, 16 Dec. Wiese allda
neben vorigem Item. *
Horn, kgl. Notar.

neben Witfwe! Leonhart und Johanu
Zimmer. 77777
62 Dec. vder 86 Acerland cin
Schafweiher, neben Theobald Lion und
Jacoh Selzer3 ausplatzen geeignetz

Sorn, ial. Notat.

Montag den, O. November 1 868. Nach⸗
nitiags 2 Uhr, zu St. Ingbert in der
Zehausung des Seifensieders Heinrich Schmitt
verden sämmtliche zum Naͤchlasse der zu
St. Ingbert verlebten Cheleute Nicolaus
Wagner III., lebend Bergmazin und Maria
Anya. Feichtger gehörigen Liegenschaften
St. Ingberter Bannes der Untheilbarleit
Jalber auf Eigenthum pexsteigert, namlich:

12

— 543J *
13.

14

α3
—
Gleich nach dieser Versteigeruung lagt
Beorg Gressung von hier, jeht Buchholter
in St. Johann⸗Saarbrücen in. Eigenthum
dersleigern; St. Ingberter Baunes:
Planser. 1627, 837. Dec. Acker aufmn
Großenflur, 4. Ahnung neben einem
AKirchenstücke nnd Incob Jung.
Sorn, kigh Notar.

15.
. PlanNr. 84 8)8 Decimalen Fläche
mit Wohnhaus, Stall und Hofraum—
sowie fonstigen Zubehörden sammt
PlanNe. 341 b) 8 Dec. Pflanzgarten,
alles gelegen zu St. Ingbert unterm
Forelleuweiher neben Peter Andres und
der Brückfe.

PlanNr. 814, 15 Dez. Wiese in den
roßwiesen, neben Johann Joseph
Beters und Müller Johann Reidiger.
PlanNr. 1600, 30 Dez. Acker aufm
zroßen Flur, neben Bäcker Stief und
Franz Jacob Schmelzer.
planser 3070, 40 Dec. Ader aufm
Mühlenthal, neben Johann Cich und
Beorg Schmitt. —
Plandtr. 3129, 67 Dec. Acker am
Schaafkopf, neben Johann Seel und
Jakob Buhmann. 8
hlanNr. 83446, 3447, und 38448,
38 Dec. Ackeer in den obersten Seyen,
neben Peter Schwarz und Peter Nei⸗
ainger.
Planstr. 3329, 28 Dec. Acker in
iI. Pfuhlwiesenahnung. neben Johann
Adam Beck und Johann Grell.
PlanKr. 85567. 9 Dec. Ader aufm
erstbusch, neben Johann Klam und
Johann Joseph Beßtz.
pᷣlanNr. 3578 und 3579, 16 Dec.
ijcker auf dem Gerstbusch, neben Nico-
laus Blaͤtt und Peter Georg.
Planir?“ 83596, 15 Dec. Acker aufm
Berstbusch, neben Jalob Schein Wittwe
und Jakob Müller·

11. Plander. 8598, 11 Dee. früher Acker

6.

17.

Hierauf lassen die Kinder des derlebten
Toaksmeisters Georg Wolf in Eigenthum
ersteigern : 73
iann 884 23 Nuthen Garten in den
Großgärten mit einem lebendigen Zaun
umgeben nehen Dem Schul garten.
Horn, kgl. Notar.

18

19.

20.

Sodann nach diesen Verste'gerungen läßt
Johann Bosche— Kvirth dahier sein an der
Blieskasteler Straße, neben Johann Schmitt
Witiwe und; Johann Beck gelegenes Wohn⸗
haus mit Hofraum und Varten auf laug—
lährige Zahltermine in Eigenthum wer—
teigern.
Bis zum Versteigerungstage kann das
Haus mit Zugehör auch aus freier Hand
derkauft werden.

* 8.
29

21.

4

äÄÑä M

— ——
Theilungsversteigerung.
Montag den 9. November 1868, Rach⸗
nittags um 4 Uhr zu St. Ingbert bei
Zeifensieder Schrütt werden die zum Nach⸗
asse der daselbst verlebten Eheleute Franz
Theobald und Christiana- genannt Anna
ged gehdrigen Liegenschaften St. Ingber⸗
er Bannes anf Anstehen der Kinder der—
elben in Eigenthum versteigert nämlich:

810 Dec. Fläche, worauf ein Wohn⸗

jaus mit Stall, Hofraum und Pflanz

garten zu St. Ingbert am Schafweiher.

Saorn, Igl. Notar.
An einem nmoch nähse zu bestimmendeu
Tage des Monates Dezember l. J. läßt
herr Doctor Jarob Nink dahier sein
an der Haupistraße gelegenes, 2stöciiges
Wohnhaus auf laugjührige Zahlungstermine
in' Eigenthum dersteigern.

Bis zum Versteigerungstage kann das—
selbe auch erkauft werden. 27

Das Nähere zu erfragen auf der Amts—
stube des igl. Notares Sorn dahier.
        <pb n="518" />
        ——VV — ——A—
Licitation.
Eamstag, den 21. Ntove mi. 1888
Nachmittags8s Uhr
u St. Ingberter Cisenwerke im Sterb⸗
jause des Erblassers, werden anuf Linflehen
der Witiwe und Kinden des zu St. Ing⸗
derter Eisenwerk verlebten Zimmern tannes
Jobhann Jaeob Neumann nachbe⸗
xichnete Liegenschaften St. Ingberter Beannes
uf Eigenthum versteigert, namlich⸗“

1. Pian Nr. 2879, 8 Dez. Pflein zgar⸗
den in den Bruchrechgärten. n eben
Loxenz Offner und Wwwe. Threum;
Plan Nr. 2580, 19 Der. Ader v vhis
an der Saarbrücker Straße, ne ben
Jacob Müllers Erben und folge ndem

Ukeß
Plan Nr. 2582. 46 Deʒz. Ader un ker
ver Saarbrücker Straße, Kleesstück,
neben Jacob Müllers Erben und fol-
gendem Stück;

Plan Nr. 2583, 29 Dez. Acker a lda

aeben vorigem Stüde und Staats⸗

igenthun;

Plan Rr. 2402, 17 Dez. Wiese im

Zruchrech, neben Johann Jos. Fiack

uind Fichter vom Eisenwerk.

Plan Nr. 1799, 40 Dez. Wiese im

hartweiher neben Peter Schmielz ers

Frben und Georg Kiehm.
Horn, kgl. Notar.

Für Tüncher und Schreiner.
Pinsel
iller Art sind wieder neu angekommen.
AIuch bringe in empfehlende Erinerung meine
porzugliche Firnisse und ganz rein⸗
ehaltene Farbenz ferner Terpentinöl,
LZeinöl, Sicecatif, bessien Eölner
Leim, und alle in dieses Fach enschla⸗
gzenden Artikel bei billigsten Preisen.
Fritæ Panxerbieter.
em necten Donnerftag an ist
rische süße Milch
in größeren Quantitäten sowie
Aunsthefe
zu haben bei

Mittwoch den A. Ro
vemnber nächsthin, läßt
Johanun Dahlem den ihm ange
sörigen, au Bahnhof gelegenen
Niederwürzbacher Weiher fischen.
Fischliebhaber werden freundlich
ingeladen. Auf der Mühle if
für gute Speifsen und Getränke
vestens gesorgt.⸗ —*
Markt-Anzeige.
Gebr. Gross
aus Zweibrũcken
werden wieder mit ihrem bekannten großen
Horren-Rleider· Lager
den nächsten Marlt veziehen und so billig
verkaufen, daß kaum die Stoffe bezahliit
werden.
Auch haben wir eine bedeutende Aus
vahl in wollenen Wämms, Unter⸗
hosen, Cachenets, Kittel und
Damen⸗Jacken.
suxgezelehnmeter *
frischgekelterter Most.
ioch ganz süuzßz
federwcißer Wein
in der J J—
MWeinstuhbe
von Qarl A pprνα.
Sehr schnes »z F
Neustadter Kunstmehl
„für die Kirchweihe“ empsfieblt
E. C.

— L. Wohlfart.
Am Unterzeichneten ist am Mittwoch eine
*
ilberne Spindeluhr
iuf der Inseite mit Ne. 11870 gezeich⸗
zet abhanden gekommen.
Vor Ankauf wird gewarnt, und um
Menfallsige Auskunft ersucht
Johann Greischer, Schafgasse.
Ich bringe hiermit zur Anzeige, daß
ich meine
Wirthschaft
heuie Abend wieder eröffnen werde und
neinen Herrn Gästen einen guten Stoff
vorjetzen kaun.
Georg Brünion.
Eine Grube besten Strohdung
bei Heufser.

Sur hevorstehendo Kirchweih empsionlt:
Ditronen, Rin, Punehessene,
Iruc, allo ortean r—, e
TaselaaIæa, feinshen Bens, 3
PrIma Mollumder VolII-Räringe,
marde Hem, marinirte UàAringe,
Dapera, OhocoIadeo, Thæee,
Sehwarrwvãlder Him boerayrup,
Bitronat, Orangende, Mandein,
XEEECEVC —
Hiraohhornsalc,,,,

Ne BGuppensachen, Vunitee
Prima Emmenthaler Beν⏑—⏑
die Material⸗ Jarb⸗ und
zpecere ĩwaarenHandsung
von Pitæ Ponaerbeetoern,.

Uugix Veroip.
In der lotæten Generalversamm
lung wurde ausgemacht, dass von
jotzt an dor

Saumstag Abencoe
als „OESRLILSOBRAFTS-ABEXD-
des vereins angeschen werdon soll.
Ps vwerdôn dosshalh alle Nitgliedor
aoslichst bingeladen, sich am godach-
ten Ahende nach Tiseh recht zahl
——
milie, im Voreins-Locale einzußrden

St. Ingbert, 29. October 1868.

Dor Vorstand.

2 rũchtige T.
Schreiner⸗Gesellen
zum sosortigen Eintrüt gesucht von
D. Müller zu Schnappbach
Schwingmehl per Rsd. 7 kr.
Rslummeßßl per Rsd. 8 kr.,
in bester Onalität bei —
— -
Das früher Vogelsaug'sche hae
Hirteneck ist vom 20. Nodember ab zu
vermieihen. BSeusser.
Montag Abend
5 2.42
EWurstsuppe X
und Wurst mit Bayerisch:Kraut
im Casé GOheranuser.
Vßo rlt
zu Vlieskastel
Dienstag, 3. Rovemb. 1868
Blieslastel, den 24. Oltober 1868.
Das Bürgermeisteramt.
L. Wires.
——
In dem letzten Zweibrücker fyrucht;
und Brod⸗Preije von 29. Oct. soll
n: Korn Afl. 49. Aornbrod
*lar. 24 kEr., 2 Klgr. 10 kr.
nieciun c 55.... —

Timge schone —X
Kanarienmännchen
herkauft noch
Fritz Panzerbieter.

— —

— — —
J ⸗ ⸗
* 8
—
Tuch- und Buckskin-Lager.
IJ. Altschüb—ler, am Marktplatze in Zweibrücken
mpfi ehlt zur bevorstebenden Wintersaison sein reichhalliges Lager in 4
Tunc m Blain
in den neuesten Lambrechter, Niederländer und französischen Fabrilaten; dabei beachtens⸗
werth mit bedeutend ermäßigten Preisen eine große Parthie VV—
Feine Winterbueckskin von fl. 2. an bis fl. 3. pr. Elle.
Echwarze, were feine Tücher von fl. 1. 86., fl. I. 45. A. 2.
bis I. 4. A———
Braue Tücher von e 1. 20. IJ. 1. 40. bis fl. ..
Joppen⸗, Jacken⸗ und Mantelstoffe aller Art in allen Farben von
fl. I., il. 1. 24., fl. 1. 45. bis fl. 2. .
. Rachträglich noch eine Parthie Tuch- und Buckskin-Nefte für Knabenanzuige
unterm Fabrilspreise.
—r —
        <pb n="519" />
        — :* a . ι * * J F 23 — 34 25 27 S i X —* —— — —— J W

I za J * *
Sl. Ingberler Anzeiger.
34— —— ι —* ——— J
der Sti Ingberter Anzeigexr? wit seinent Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensstag, Donners tag
und Sams da g. Abomnementspreis vierteljährig 45. Krzr. vder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr, die dreispaltige Zeile
A —0— J Blattschrift odet deren Raum berechnei. 9*
Nro. 131. J J — J *2ber — F J .
——— — — — —
38 , . errn teger 2 6
6* Deu tschland. ttion, die er mit in's Leben rief, um genau so viel unsere Kräfte
Mäünchein 30. Oct. Die im Kriegsministerium statifinden · übersteigt, als daz Abgeordnetenhaus vor Jahren gusgerechnet
den Berathungen über den Entwurf eines neuen Militärstrafpro- jatte. Nicht Jufall ist es, daß Deficit und Reorganisation beide
esses an welchen als Kommissaͤr des Justizministeriums Ministes auf sechs Millionen sich beziffern; Beweis genug, daß wir ohne
cialrathh DOr. Weis Theil nimimt, nehmen ihren Fortgang und ge⸗ die Vermehrung der preußischen Armee in Friedenszeiten auch
dieh gestern die 1. Lesung der 1. Abtheilung welche don der ohne Deficit wären und nicht neue Steuern auf. uns nehmeß
Organisation der Militärgerichte: handelt, zu Ende. nüßten. Die Reden der parlamentarischen Opposition aus den
Manchen,“ 30. Oct. Der Ausschutß der Abgeordneten⸗ Fatzren 1862 —65 könnten heute als Leitartikel mit der Ueber⸗
ammer zur Berathung des Civilproceßentwurfes wird am 3. Nov. chrift „Gründe des Deficits“ wieder abgedruckt werden. Damaltz
nieder zusammentreten, um die Il. Lesung des III., IV., V. und varf man der Opposition vor, sie wolle das Land schädigen und
VI. Buches des Cipilprozeßentwurfes vorzunehmen. 5vehrlos machen. All ihre Einwendungen blieben unbeachtet,
Münchem., 80. Oct. In einem Schreiben an den König ind was haben wir? Ein Deficit in der Höhe der Summo,
jon Bayern verzichtet Paul Heyse gleichfalls auf den ihm ausge velche das Abgeordnetenhaus für die Orgauisatiori nie bewilligt
seßten Ehrengehalt, da er derselben politischen Ansicht sei, wie dat, weil es das Deficit als unvermeidliche Folge“ voraussah.
seis Freuund Geibel, dem kürzlich wegen seines bekannien Gedichtes Vo sind die natürlichen Mehreinnahmen, auf deren Conto die
an den Koönig von Preußen der bayerische Ehrengebalt. entzogen, Jeereserweiterung erfolgte? Wo ist das „heidenmäßig viel⸗
vorden war, worauf er auch seine Münchener Ehreuprofessur nie⸗ Beld“ nach der Dotation Manteuffels ?. Nur die Opposit ion
verlegte. — Mit Neujahr erscheint hier als Organ der Uih es don damals hat Recht behalten. Sie steht heute an derjelben
ralen Mittelparkei eine „Bayerische Landes⸗ Aufgabe wie damals. Nicht aunders können wir ohne neue Steuern,
qtua die u nerschwinglich sind, um das Deficit dauernd herumkommen,
..Wie der „Pfälz. Kur.“ vernimmt, kamen in der gestrigen als indem die Armee in Friedenszeiten 70,000 Mann weniger
Sitzung des Verwaitungsrathes der Pfälzischen Bahnen mehrere enthält. Jebes andere Experiment neben der dauernden Reduction
Begenstaͤnde · von allgemeinem Inter sse zur Berathung: Die des Frieden Sheeres derschlechtert unsere Finanzen und den Volls
Rrunderwerbungen für die erste Hälfte der Alsenbahn von Hoch- vohlstand außerordentlich .
peher bis Rockenhausen haben zum größten Theile auf gütlichem Berlin, 1. Rovbr. Das Böorsengerücht, Graf Bismarck
Wege zu dem Angebote der Direktion bereits stattgefunden. Es verde gänzlich zurücktreten oder wenigstens das auswaͤrtige Porte⸗
ind nur wenige Renitenten vorhanden, von denen man hofft, daß euille niederlegen, ist unbegründet. Der Koͤnig hatie heute
ie dem guten Beispiele der übrigen Grundbesitzer nachfolgen ine Conferenz imit, dem General v Manleuffel caus
und keine kostspieligen — — duzun —D— d 93 fitlGus
der Winden-Bergzaberer Bahn wurde die Concession mitgetheilt, I3. . 317
aach welcher — Bahnstrecke einen integrirenden Bestaͤndtheit, — welchen Absurdit aten der ¶po·
der Marbahn zu bilden hat, und es soll eine außerordeniliche itische Haß selbst sonst vernünftige Leute flihren kaun, beweist
Veneralversammlung auf, Dieustag. I. Dezemder einberufen wer⸗ in aus Frantfurt an die R. It Pt gerichteter und von der
den, uun die Concission u neccepiten und die sofortige Bauaus. ?Aben verwertheter Enthüllungs. Artikel uͤber ein russisch preußisches
uͤhrung zu beschüeßen.Auch iam die K.Entschließung zur Vor⸗ Heheimbündniß. das bei der le tzten Anwesenheit des eussichen Kai⸗
ae welche die Pro eclürungsconcession für die Line Buieskafter. ers in Potsdam abgeschlossen worden sein soll. und nicht viel
Sharsennd ertheilt —— weniger als eine Reutheilung · Europas bedeuten würde. Nach
434 and 8 h u . 28 Oci. gHier geht das Gerücht, spanisch diesen Abmachungen sollte nämlich Kußtand. das Littorale, das
sounen waͤren in Unterhandlung, die Landgerichtsgebäulichkeiten auf —7 — Ie 8 ig das mit Preußen v⸗
zem Berge in Mallersdorf zu kaufen und dort ein spanisches s and berbündete Ita lien Rom 7. els htyrol erh alten, wah⸗
toster zu elabliren. Sie hätten bereits 130,000 fl. dafür ge— en y ae den Golthard etc. für, sich⸗ behielte,
hoten. Wird seine Schwierigkeiten haben, meint der Kesf. N und Ungarn mit Croatien abgespeizt würde.
ein bloßes Klosterleben, ein sogenanntes Siesta-Halten, wird wohl Wien, 27. Oct. Man legt sich in jüigster Zeit hier Alles
zicht gestattet werden, und der Mallersdorfer weiblichen Jugend Kernstes die Frage vor, ob der „Voltsbote“ nicht ines preüßische
Unterricht im Stricken. und der deutschen Sprache zu geben, müßte Lager übergegangen sei. Mehr Schaden önnte wohl der ensschie—
ben Malleesdorfer Mädchen sehr spanisch vorkommen. eenste: Gegner der partikularistischen und ultramontanen Partei
68 Dienstesnachrichlen.n uimmer zufügen, als der „Volksbote“ seit den letzten Monaten.
— Fin von Berlin unmittelbar besoldeter Journalist würde es kaum
Se. Majestät der König hat sich bewogen gefunden, unterm io gut anzufangen wissen, seinen Feinden den Stachel ins Fleisch
24. Oct. l. J. dem prot. Pfarrer und Dekanatsverweser zu mu drücken, als der „Volksbote“ seiner eigenen Partei. Es gibt
Zweibrücken, Jozann Peter Keieger, in Anerkennung seiner lang- eine europäische Regierung, welche der „Volksbote“ nicht bekämpft,
hrigen auf dem Gebiete der Kirche und der Schule geleisleten ein Regierungsfystem, das er nicht schmäht, keinen Staatsmann,
hreuen und ersprießlicher“ Dienste den Titel' und Rang eines »en er nicht abrauft. Die Well ist voll Bdosewichter, nur der
. prot. Kirchenraths tax⸗ und stempelfrei zu verleihen. Bolksbote“ und sein Häuflein — im Lande repräsentiren sämmt⸗
Der Communal⸗Oberförster Franz Anton Remlein in Haße iche Kardinaltugenden. NMit der: bayerischen Regierung ist der
loch ist in Folge administrativer Erwägung aus dem —— „Volksbote“ unzufrieden und vor dem Fürsten Hohenlshe bekreuzt
ntlassen und an dessen Stelle der Oberförster Florus Vogel von her sich wie vor dem Gott sei bei uns,“ Preußen droht er in
Stiftswald · in gleicher Diensteseigenschaft auf · das Communalrevier ünem Aufall von Authrofagie eines Tages zum Dessert aufzuessen,
haßloch versetzt worden 4. 174 nit Itallen ist er höchst unzufrieden, Großbritanien gilt ihm als
Berlin, 29. Oct.Zum ersten Male seit seiner Persetze elendes Krämervolk, die Russen sind böfe Schismatiker, die öster—
ung nach Konig⸗berg ist General v. Manteuffet heute wieder 4 reichische Regierung hat den Teufel im Leib, bleibt nun die Erin—
Berlin. Es wird ihm ohne Zweifel interessant scin, vom Finanz⸗ nerung an das Spanien der unschuldigen Isabella über.“Kann
ninister zu erfahren, daß nuc ein paar Thaler an den sechs »in sos redigirtes Blatt ferner noch ernst genommen werden?
Pillionen fehlen, die das aufselaufene Deficit beträgt. Nach Meint vielleicht der „Volksbote“ wirklich „auf solche Weise
Manteuffel'scher Doctxin. hatte und hat Preußeni, „heidenmäßig »raktische Zwecke zu erreichen ?. Die —ullvamontane Volkspariei
zel Geld ;“ v'elleicht Lommt der General jetzt von seiner alien hat alle Ürsache, eine. solche Bundesgemeinschaft feierlich ab⸗
Ansicht zurüch und sieht vielleicht sogar ein, daß. die Reorganisa- ulehnen und sich nicht länze: darch die Excesse eines Blaltes

*
        <pb n="520" />
        zas Steuer und Tompaß verloren zu haten scheiut. canpromitiren

u lassen. 8 4157 S3
erne 7 28 Hect a Em Bediete! * neren n
jat sich gtern din freudges Freigniß zugelragen. Die Vercinig-
ing ver Tlubs der verschiedenen. libe ralew⸗ Frachonen ist ünter
z»em Eindrucke deß Feklärungen der Minister gegen die klerikale
Opposition erfolgt. Die Regierung hat somit eine große Majo—
cität im Hause, mit der sie sich nur in innigem Roapport zu hal⸗
en, hat, um die festeste Stüte zu besitzen. Sie wird dies hoffeggt.
lich auch ihun, und ihre bisherige sehr schädliche Schweigsambkeit
zufgeben. Vor“der Hand' hat sie micht eininal eine äußerste Linke
u furchten, denn selbst Rechbaur, Groß ꝛc. haben erklärt, fich der
Pajorizt fügen zu wollen. Die Rolle der Oppositionbleibt allein
n den — der U tramontanen und der Polen, — Nachdem
zer Fürsibischof von Olmütz irotz des angedrohten Ponale von
10,000 fl. die noch nicht ausgelieferten Ehegerichtsakten nicht he—
usgegeben hat, so wurde die angedrohte Strafe über ihn ver—
jaͤngl und ihm ein neuerliches Poͤnale von 20,000 fs. angedroht,
denu die Herausgade der Acten nicht erxfolkht.... .
Wren 30. Oct. Die amtliche Zeilung bringt die Einbe⸗
ufung der Delegationen auf den 12. Rodemder nach Pef.—
Die Debatte“ etfährt, der französische Gesandte in Florenz, Ma—
saret, werde dorthin eine Note uͤberbringen, worin das französifche
Fabinet an die italienische Regierung die bestimmte Frage richte,
zb dieselbe den Bestand des territorialen gtatus quo im Kirchen ⸗
kaate jelerlich und unzweideutig zu garanliren vermöge. Von der
tZeantwortung dieser Vorfrage haͤnge der Eutschluß Frankreichs
iunurs ie vunt anse aeg ongus drertteng.
praga, 20. Deh. Hier sind vier Jesulten aug Spanien
ngetroffen 'und in die hiesige Congregration aufgenommen
worden. — —VVVVV VVV
Pest, 20 Oct. „Pesti Naplo“ enthält einen gegen die
Haltung der römischen Regierung und der rumänischen Regierung
ind der rumänischen Presse gerichteten Artilel. Es heißt darin, das
umanische Volk werde gegen Ungarn aufgehetzi, mit welchem es
och beruͤfen sei, „im Inieresse der Civilisation“ friedlich zusam—
nenzuwirken. Weder die oͤsterreichische Monarchie, noch Ungarn
wollie einen Krieg. Ihre Losung sei der Friede. Ueber dem Traum
eines zu' gründenden Dako⸗rumänischen Reiches gehe der Wohlstand
Rumäniens zu Grunde. Die Verantworklichkeit dafür treffe Jene,
velche das Volk irre leiten. Schließlich hofft „Naplo,“ daß in
den Fürstenthümern doch noch eine nüchterne Politik Eingang
inden werde.
Gise die Czechen Opposition machen.) In dem mährischen
Dertichen Rampersdorf stopfte das dortige Völkchen jintgst einen
Strohmann aus, zog ihm Frack und Cylinder aur (amn ihn als
Deutschen zu charalterisiren, band ihm am Kopf eine deü mäh—
rischen Landtag in anticzechischer Weise schildernde Brochüre an,
wang zwei Judenknabeu, ihn auf den sogenannten Galgenberg
zu schleppen und verbrannte ihn dort; ein Vertreter der Kirche
sang dazu das Miserere ⸗ we

Frankreich. I

Die dret Karten, von welchen in der letztrn Zeit so vielfach
die Rede war, werden von den Pariser Buchhändlern, die sie in
ihren Schaufenftern mit dem Zusatze: „Auf Befehl des Kaisers
Zerkaufte!e dusgehängt haben, stark verkauft, obgleich der Preis
(110 Fr.) ziemlich hoch ist. Es sind , bereits übet 100,000 Erem⸗
blare abgesezt .. 3

Viele aus Spanien vertriebene Jesuiten haben sich in der
Normandie angekauft. *

Pariser Socialisten sandten eine Adresse nach Madrid, in der
äe die provisorische Regiexung aufforderten, die liegenden Gütet
der Kirche nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit für die Ge—
jammtbevölkerung nutzbar zu machen.

Der neue Arzt des Grafen von der Goltz, Dr. Salmon,
aus der Nähe von Cherbourg, ist wieder von Paris abgereist,
nachdem er dem Kranken eine vierzehntägige Cur vorgeschrieben,
in der kalte leichte Speisen eine Hauptrolle spielen. Der Graf
zxträgt außerordentliche Schmerzen mit großer Standhaftigkeit;
jein Zustand scheint ganz hoffnungslos.

Die Exkoͤnigin Isabella hat sich von der Grenze zurückge-
jogen, und ist, wenn die „Epoque“ gut unterrichtet ist, seit dem
27. Oct. in Paris, um nach den einen in der Avenue des
Champs Elysées, nach anderen in der Villa Beauregart bei Por⸗
hefontaine, der ehemaligen Residenz der verstorbenen Misg Ho—
vard, Napoleonischen Andenkens, ihren Aufenthalt zu
nehmen.

Assolant, der demokratische Publicist, schreibt: „Da der
Krieg mit Bismarck unvermeidlich ist, so sagen wir: je eher desto
zesser. Heuer könnten wir uns noch am linken Rheinufer schlagen
venn man noch zwei Jahre wartei, werden wir uns vielleicht um
Lothringen und Elsaß schlagen müssen. Nur ein Keulenschlag wie

Jena lann Bismarck aufhalten.“ usohent denlt gtiesen · Saß dem⸗
— 33 —B66
Die lais * Larte re da,“ schreibt man aus Pa⸗
F und det vpn der Hamd Aapoleons IIL herruͤhrende Text,
d n wesntideder seit einsgen Wage hier umlaufenden
Ver fionen entspringtwerd bereits dvom zahllosen Augen mit der
dupe untersucht. Die Karte selbst ist eine geographische Sudelei
doller Fehler, besonders in ihrer Darstellung der de 7 die
abrigens auch im Texte ganz im Style Giragdigg zgehalten j
Ehdonr Muůnher und 5 r d ——
jen Festuugsstand erhoben! Eine andere Merkwürdigkeil ist, vaf
n der ganzen Schweiz nur zwei Orte bezeichnet sind, Basel und
4. Arenenberg! Dagegen ist es offenbar nur ein schritrbares Verr
ehen. wenn die Farbe des norddeuischen Bundeg 'in Schleswig
zis Jum obersten Raude der Karie hinaufsteigt und dadürch noch
ein kleines Stück von Jütland bedeckt.« Man wollie sich eben
jede Andentung eines Urtheils über Nordschleswig erspuren.“
England. 4
3483 ** — — 1 683
Loundon, 30. Oct. Times“ meinen, die Folge. de
Tommentars zu den bekannten drei franzosischen Karten iß
eine Heexe 3vermindexung. sein. id
ESpanien.
wEin am 29. Det. veröffentlichtes Exposee über den Finr
zuständ des Landes beziffert das Deficit auf 22 Milliarden Re
ilen und constatirt die Rothwendigkeit von außerordentlichen Aud⸗
zaben in Folge der Hungersnoth und des allgemein herrschenden
Arbelsmängels. Durch Decret der Regierung wird deshalb die
ffentliche Subscripfion auf eine Auleihe von 200 Mitlionen
panischer Thaler eroffnet, für welche 1,250,000 Schatzscheine
vusgegeben werden sollen dieselben werden zum Emissions course
zon 80 ausgegeben und bringen 6 pCt. Zinsen, welche vom 1.
Januar 1869 an berechnet werden und am 30. Juni und 31.
December zahlbar sind. Die Amortistrung wird im Jahre 18660
»eginnen und im Jahre 1888 endigen.“ Die Anleihe wird im
Betrage von 2110 Millionen Realen garantirt durch die Kron⸗
züter. Die Regierung wird die Bank aus dem Verkaufsertrag
her genannkten Güter mit den Miltein zu den nöthigen Zahlungen
»ersehen. Die Subscription, welche am 11. Nodember beginnt
und am 25. Nov. geschloffen werden soll, findet statt in Madrid,
nn den Hauptplätzen Spaniens und der spanischen Colonien, fowie
n Paris und London. Für Zahlungen, welche in Voraus ge⸗
eistet werden; wird eine Bomificatiean von 4 pCt gewährt,n
Das Rundschreiben, welches die neue spanische Regierung an
zie auswärtigen Mächte erließ, ist von dem norda erikanischen
Besandten in Madrid in extonso durch den Telegraphen nach New-
HYork gesandt worden. Die Depesche kostete 40,000 Fres.
An den Minister⸗Präsidenten haben 516 Damen von Ma—
drid eine Adresse gerichtet, in welcher sie die Bitte um Conser-
birung der Kirchen, deren Zerstörung noch nicht vollendet fei,
und um Aufrechterhaltung der religiösen Einrichtungen aus⸗
prechen. I
Nach Berichten aus Wien ist ein neuer Kandidat für den
panischen Thron in der Person des Erbprinzen Leopold von
dohenzollern⸗Sigmaringen aufgetaucht. Der Prinz ist mit einer
jortugiefischen Prinzessin verheirathet und soll von dem Vater der⸗
elben, dem Könige Ferdinand in Vorschlag gebracht sein. — In
Sevilla hat eine Demonstration gezen die Orleans Statt gefun⸗
»en. Die Junta dieser Stadt, welche bekanntlich in ihrer Ma⸗—
orität aus Demokraten besteht, hat sich ebenfalls gegen die Thron⸗
jefteigung der Orleans ausgesprochen. Die Einführung der pro—⸗
»stantischen Bibeln nach Spanien ist jeßt gestattet worden.

Havanna, 30. Oct. Es haben sich Junten gebildet und
ür Errichtung einer cubaischen Republik ausgesprochen. Die Einge⸗
zorenen beabsichtigen einen Aufstand; aber der Generalgouverneur
Lersundi wird wahrscheinlich die Oberhand behalten.

Amerika.

Rew⸗NYork, 21. Oct. Die Berichle über die Baum⸗
wollernte in den Südstaaten sind in Folge der besseren Witterung
jiel günstiger. — Aus Mexico wird gemeldet, daß Juarez Maß—
regeln treffe gegen einen Einfall Santa Anna s, der von Cuba
rusgewiesen wurde und nach St. Thomas gegangen ist.

272m
3

*

1
München, 28. Oct. Von der Salinenhaupibuchhaltung
ist dem Generalcomite des landwirthschaftlichen Vereins die Nach⸗
richt zugegangen, daß von unseren Viehzüchtern hie und da statt
des vorschriftsmäßig bereiteten Viehsalzes Gewerbesalz verwendet
vird, und zwar aus dem Grunde, weil das Viehsalz durch Zu—⸗
atz von Ocker und Wermuth verunreinigt aussieht, während das
Hewerbesalz weiß erscheint wie Kochsalz. Man glaubt, je weißer
das Salz sei, desto besser wäre es. Das Gewerbesalz ist jedoch,
        <pb n="521" />
        zamit es nicht zu gnderen Zweden perwendet werden dann, mit! Anfangs ganz natiltlicher Weise durch den Wunsch des, Kauers,
10 Pfund kristallisitten Glaͤuhersalz auf den Kentner versetzt zud ine Taglohnerarbeit aitz erhalten. Wie groß gber wr sein Er⸗
derursacht bei etwas groͤßeren und ofter wiederhollen Gaben Durch⸗ taunen, als er erfuhr. daß der eeeeee ans
al.“ Daß gewissenlose Händter fich das Voruriheil der Landleute dem Englischen, Franzdäischen, Deutschen. Spon schen und d
u Rutzen machen, insonderheit, da ihnen der Verkaut diescs Ger Henischen anzufertigen wünsche. Es war dies der Bauer Iwe
Derhesaͤlzes höheren Gewim bringen solb“ als der- Vertauf des Frociin aus deu Goubernement Jaroslawl. der sich alle — e
Viehsalzes, ist leicht denkbat, und die weitere Verbreirung dieser 3prachen durch Selbststudiam angeeigtiet hat und e ni ur
Industrie wird auf's thätigste hetrieben. Besonders soll dieses Salz ʒefißlsondern Uebersezungeg. qus ihnen u ejner Sprache an⸗
bon Nürnberg, Regensburg und Donauwörih aus verbreitet wer⸗ ertigt, um die ihn maͤncher unserer gelehrten Uebersetzer benei
nes werben deßhalb die Landwirthe und insbesondere die den könnte. Besonders bemerkenswerth ist es, daß dieset Aulo-
Vorstande der Bezirtscomiseeh, auf dieses Vorkommniß aufmerksam idakt bei allenn dem den- Landbau nicht aufgegeben hat und
nahi. Das von mseren Salinen geliefe tie Viehsalz ist, sowohl seinen Meberehungennurß die arbeitsfreien⸗ Slunden widmet.
5 Preis als Bereituiig, jedem anderen an die Seite zu setzen, Uuf den Vorschiag des Buchhändlers hat er jetzt die Ueberfeß⸗
weun nicht vorzuziehen,uud eee zugesetzten — ung eines dexr naturhistorischen Werke des —— 3
Denaturation ist so gering, daß, sie zwar dem Salze die uniernommen.* 5 —
rein weiße Farbe benimmt, senst aber ni ht den geringslen — 24— Ziehuga vomt 20 Oct *. 4821 M. 68,000,
23 4. Der Privatförster Krüschec, welcher pr juugen Hofmaun Nr, ei, eere 14,670, 12,534, 18,8877 10,877,
pon Herschberge exschoß, will ihn für einen Wolß gehalten habell, und Z S je lOο
ist — isüeha gehalm 7 Ftanñtfart, 80. Det IBader heute BVorminag fort⸗
FMannheim? 29. Hch! Heuke sas wurdee dinem Pa⸗geseßten Ziethuung 63 Klaffe 154. Fraplfurter Stadtlottexie —siten
etiräger der. Fahrbost eine Tasche mit einem Pakete ju, Werthe auf olgende Nummern. nachstehende Gewinne: Ni. a
on deilaufig 2000 fl. aus Jelnem Wägelchen, das er vergeffen 16877, 28, 292 6414, 4018 und 7 138 je 1000
jatte abzuschließen, entwendet, Der Thäter, der aus einem Hause
zeobachtet wurde, soll mit einem Uniformsrock bekleidet gewesen sein,
um so leichter sein schlechtes Werk vollführen zu können.
4 Iun iner Apotheke in Mannheim hat sich in diesen Tagen
eitk Gehilfe vergiftet. 3 —*
rWiesbaden; 29. Sct.“ Ein erst kürzlich aus dem
Forrectionshaus entlassener italienischer Orgelspieler, welcher einem
Polizeisergeanten ein Ohr abgebissen, hat destern Abend in Castel
rinem Bäckergesellen im Wirthshaus die Nase faclisch abgebissen.
Die Recherchen nach dem, Bisser sind angeftellt.
FWorms 27. Oct. Aus den soeben erschienenen „Ge—
denlblättern an die Enthüllung des Lutherdenkmals? ist erfichtlich—
hdaß ein vorläufiger Ueberschuß von 18 415 fl. 2kr. (Einnahmen
236,556 fl. 59 fr. Ausgaben 218,141 fl. 57 kr.) vorhanden
ist, welcher zur Gründung ejner Lutherstiftung verwendet
werden sos. ae
f Barmen, 27. Ochz. Für Freiligralh sind im Ganzen
ungefaͤhr 54,000 Thaler eingegangen. 362 74
f Herr v. Rothschild, der vor Kutzem den Weinberg von
Chateau Lafitte un den Preis von 4,300;,000 Fr. gekauft hat,
machte in diesem Jahre 200 Stüch von je 4Ohm. Nun werden
herer· für das Stück durchschnittlich 7800 Fr. bezahlt, was für
200 Stück die Summe von anderthalb Millionen betregen würde.
hiervon 400,000 Fr. als Beschaffungszins abgezogen, bleiben
100.000 Fr., also der vierte Theil des Kaufschillings.
(Merkwürdiges Hasenfutter). Der Mainzer Wildbrethänd⸗
er Rathgeber bezog vor einigen Tagen aus der Gegend von
Nauheim eine Parihie Hasen. In dem Magen eines dieser Thiere
zas wie die andern alle, geschossen war, fand Herr Rathgeber
zeim Ausnehmen zwei mit Kordel aneinandergebundene Schlüssel
nugenscheinlich Caͤssenschlüssel zu einem größeren Geldschrank.
Schlüssel und Kordel sind gut echalten und werden im „Rothen
haus“ in Mainz, wo der Hase zum Frühstück verzehrt wurde
ind wo die seltsame Erscheinung Gegenstand lebhfter Unlerq al.
ung und weitgeheadster Bermuthungen war, dem gut legitimirten
Eigenthümer zurückerstattet. (Jägerlatein 7)
4 In die Ambulanz der Hebra'schen Hlinik zu Wien kam
dieser Tage, wie die „Presse“ erzählt, eine Bürgersfrau mit einem
jebenwöchigem Kinde weiblichem Geschlechts, dessen linker Arm
jon der Schulter bis zur Handwurzel mit dichten, glänzend dunklem
haare besezt war. Der Arm des kleinen Geschöpfes sieht aus,
als ob er mit Pelz bekleidet wäre, ein Fall, den die Kliniker
ils einen sehr schoͤnen betrachten, der aber der Mutter des
tindes, die ihn für sehr traurig und für einen Schönheitsfehler
der einst erwachsenen Tochter haͤlt, Thränen genug kostet. Leider
jann die Wissenschaft hier nicht helsen; den eben so wenig wie
sie die Haare wachsen machen kann, kann fie dieselben auch nicht,
venn sie einmal da sind, wegzaubern. Die Mutter nahm nur
zen dürftigen Rath mit nach Hause, das sonst ganz gesunde und frische
Zind, wenn es zur Jungfrau herangereift, nicht — decolletirt in
die Gesellschaft zu schicken. Emmn eh .me a hünwnhe
73In Paris liegt der hochbejahrte Tondichter Rossini
schwer erkrankt darnieder.
4 Brigham Young, der Mormonenhäuptling, besitzt von
seinen verschiedenen Frauen augenblicklich nicht weniger als 35
Jeirathsfähige Töchter. J
Der Petersburger Correspondent der „R. Z.“
erzaͤhli, daß dieser Tage ein Bauer in den Laden eines der Pe—
lersburger Verlagsbuchhändler gekommen sei und um Arbeit gebe⸗
en˖ habe. Der Inhaber des Magauins erklärte sich diese Bitte

Landwirthschaftliches.

Wiresenbau. Wenn mir gelegentlich meiner pieljahrigen
dandwirthschaftlichen Wanderlehrerthaätigteit die Pflicht delag, mich
urch die Besichtigung der Gemarkungen bon dem Zustande der
dandwirthschaft in den einzelnen Gemeinden zu ünterrichten, so-
bildete gewöhnlich die Kultur der Wiesen den besten Paßstab zur
Beurlheslung der übrigen landwirthschaftlichen Verhältuisse. Ich
aeß mich dabe von der Anficht leiten, daß eins gediegene Wiesen-
rultur. zugleich auf eine gute Viehzucht deute, die noch allerwäris
als die besie Grundläge der soliden Aderwirthschaft angesehen wer⸗
den muß. Leider aber findet man noch gar häufig herrlich ge—
egene Wiesengründe in sehr Ichlechtem Zustande, iheilg nde die⸗
eiben, irotzdem sie leicht mit Wasser versehen werden könnten,
zast völlig ausgetrocknet, theils sind sie trotz des vorhandenen starken
Zefälles in der Art versumpft, daß das Wachssthum guter Grajer
vbllig unmoglich ist, Allerdings konnen die noch vielfach obwalteten
chlechten Wiesenculturverhältnisse sellten einer ganzen Gemeinde d
Ist helegt werden, denn bei der vielsach noch obwaltenden lürken
—0
srebungen einer ganzen Gemeinde heumen. Es muß daher auf
hem Wege der Belehrung mehr und mehr Sorge getragen werd. n,
daß auch die noch allerwärts anzutreffenden, sogenannten „ver⸗
locten Landwirthe, die entweder aus Eigennutz, aus Mißgunst
Der qus Unkenniniß dem Fortschritie in der Wiesencultur hem⸗
nend im Wege sind, für die auszuführenden Verbesserungen ge⸗
vonnen werden. Weil aber nun Beispiele gewöhnlich am besten
velehren, so dürfte es ganz am Ptatze sein, wenn wir alle dieje⸗
nigen, welche sich für die Hebung der Wiesenculiur interessiren
auf die von dem koöniglichen Regierungs- und Departementsrath
Dito Beck zu Trier im dritten Jahrzange herausgegebenen Land⸗
und volkswirthschaftlichen Tagesfragen aufmerksam zu machen,
velche sich dieses Mal sehr eingehend und an der Hand nachah⸗
nungswerther Beispiele über die Ent- und Bewässerungs-An-
agen“ unter dem Motto: „Erst Futter, dann Vich, so verdirbt
der Landwirth nie,“ verbreiten. —F J

Beet baru. Es muß überraschen, wenn man beobachtet,
zaß in vielen Gegenden mit durchschnittlich guten, wenigstens leicht
ntwässerbaren Ackerländereien vielfach noch der Rückenbau vor⸗
verrschi. Häufig hört man dort noch die Behauptung aufstellen,
zaß sich durch die Beetlage schneller die übermäßige Feuchtigle i
oribringen lasse, weil das Regen. und Schneewasser rascheren

Abgang gewönne und weil auch Son ie und Wind besser auf die
Wolbungen, als auf die ebenen Flüchen wirlsam seien. Es be⸗
tuht diese Ansicht aber auf Irtthum. Vergleicht man im begin⸗
enden Frühjahre die mit Rasen oder Fruchtdeden überzogenen
Reele mit den ebenen Lagen, so kann es der Aufmerksamkeit nicht
entgehen, daß die letzteren ein gleichförmiges Grün zeigen. wäh⸗
end die Beetlagen überall, wodurch die künstlich angebrachten
Wassersäcke der Schnee länger liegen blieb als quf den Wol⸗
zungen, oder wo das Wasser stauete und wo die Spãtfroͤste zer⸗
drend einwirken könnten, naburgemäß die Pflänzchen eine todte
raue Farbe zeigen. Diese Beodachtung zeigt fich auch noch bei
paterem Wuchse der Pflanzen, denn in den Veetfurchen findet
man durchweg nur schwache Halmen und leichte Körner, wenn
nicht eine voliständige Auswinterung stattgefunden hätte. Jeden⸗
falis gewinnt man eine sehr unegale Frucht, die sich nicht für
den Markt und noch wenige: für die Aussaat eignet, wenn sie
aicht vorher einer Sortiruag unterworfen wird. Ueberdies sind
die Beetfuͤrchen der Standort einer Menge von Unkräutern, die
im so üppiger wuchern, ie leichter sich die Vflanzen gestellt haben
        <pb n="522" />
        Die internalionale Jurh der letzien Weltausstellin
zu Paris erthellte der Firma Franz Stollwerck —e —
in Köln, für ausgezeichnete Qualität ihrer Dampf⸗ 5*
Thocoladen, die Preis-Medaille. Bon den gangbar· ¶ — 3
sten Sorten dieser rühmlichft bekannten Waare befin ⸗ E —
ben sich Laget in Bt. Inghert bei J. J.
Grewenig und bei Condisor G. Rickelz in
BliesKAstæel bei F. Apprederis. J
: Wirklicher
Ausverkauf.
⸗ r J 7 — n J— —
Wegen Aufgabe meines Detail-Geschäftes verkaufe
ich mein Lager in Tuch, Bucliskins und
FIamelIIs in allen Qualitäten gegen Baar zu
sehr herabgesetzten Preisen. —
Zweibrücken, Hauptstraße Lit. R. A 29.
Lnuelwig Lanæ, Fabrikant.
Das HBHerrenkloider⸗·Magarin,
Tuceh-unid Rueliaslin-Handlung
vPon Gebrüder Groß in Zweibrüchen
Anauptatrasse, vis⸗a-vis dem Conditor Heren Theysohn,
empfehlen ihr reichhaltiges Lager in fertigen Herrenkleidern, von den feinsten bis
zu den ehachen ichn *7
58 vo 1.12 bis fl. 7.30 Elle,
Tuch und Buckskin 33 großes * — .*
Rock- und Hosenzeuge, Hemden, Unterhosen, Cachenets,
.Shlips und Cravaten.
«. Unsere Herrenkleider sind von anerkannt guter und solider Arbeic. *
75. Bestellungen nach Magß werden auf das Pünktlichste ausgeführt. —
ie d —98 * Achtungevoll * J J J
Im Werlage von Fa X. Demetz J —
erscheint im Laufe dieser Woche eine Brochüre
betitelt: — ———
Die eroberte Braut
ven IgF. F.3—
und kann ich dieselbe als eine gelungene
Rovelle aus dem 1866ger Kriege Jeder⸗
mann bestens empfehlen. — 4
— ——

Ann einem noch näher zu
— 2 ee Tage 9
7 WMonates Decemberl.J.
läßt Herr Doctor Rink dahier
sein an der Hauptstraße gele—
genes 2stöckiges Wohnhaus auf
langjährige Zahlungstermine
in Eigenthum versteigern.

BiszumVersteigerungstage
kann dasselbe auch, erkauft
werden. —

Das Nähere zu erfragen auf
der Amtsstube des kgl. Notarẽ
horn dahier.
Empfehlung.
Ich mache hiermit die ergebene Anzeige,
zaß ich unter dem heutigen eine

2
— — —

Bäack e peri
in dem Hause meines Vaters errichte
habe. Gute ausgebackene Waare wird zug—
ichert und empfehle ich mich bestens. F
St. Ingbert, den 1. November 1866.
AcdolIfGrewenig.
Frische Butter und frische GHefe z
haben bei
Carl Schütz, Glaser im Mühlened.
Der in Nr. 129 in der Brodtaxe ein⸗
geschlichene Fehler liegt nicht an der Redas
tion, sondern wurde vom Siadthause zu
Zweibrücken so eingesendet.

Die Redaͤetion.
Mainz, 80. Oct.

(Fruchtp reise.) Weißmehl das Mal—
et à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
zenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
Pfd.) 12 fl. — kr. — 12 fl. 153 B—
storn (180 Pfd.) 10 fl. 10 kr. bis — fi. —
kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 40 kr. bis 11
I. — tfr. Hafer (120 Pid,) 5 fl. 85 k
bis — fl. — kr.

Ausgezelehnetex
frischgekelterter Most.
noch ganz süßß
federweißer Wein
in der —
VV ase beo
von OurlApprederis
Ichen Minumoa und Samstag,
frisches U
gemischtes Brod
bei Adolf Grewenig.

Zur Erheiterung der Winterabende werde
ich von nun ab alle 10 Tage eine erhei⸗
ternde und belehrende Unterhallungsschrift
erscheinen lassen und jederzeit in meinem
Blatte den Tag der Herausgabe veröffent⸗
lichen. Die nächsterscheinende vorzüglich
empfehlenswerthe Schrift: *

„Die Blinde “

Eine Erzäͤhlung aus dem Englischen
xon J. P. OISenIoS,
jalte ich besonders bestens empfohlen.

2Bogen. —

kr. 5
RINMNIM. J

Das neuerbaute 2stöchige

us meines verstorbenen Bru⸗

ellenweg ist ganz oder getrennt

dermietben, durch die Eigenthümerin
EGlic( Haas.

Worms den 80 Oct. “
Wir notiren heute: Weizen 12 fl. 80 kr
bis 13fl. — fr. Roggen 10 fl. 30 kr.
bis —fl. — kr., Gerste 10 fl. 20 kr.
»is 10 fl. 80 kr. per 190 Kilo., Hafen
5 fl. 30 kr. bis — fi. — kr. per 60 Kilo
Mehl per Partie 10 fl. 30 kr. bis —.fi
— ir. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl

ir. Roggenvorschuß 11 fl. — kr. bie
— fl. kr. Weizenvorschuß 14 fl. 15 tr
— ifl. — kr. Blumenmehl. — fl. — kr
bis — fl. T, r. per 70 Hilo. Repe
— — — — fl. — kr. g kr. per 88
24 8Kilo. Rüböl ohne Faß 19 fl. — fr. bis
Sacuücker —fl. — kr. Leindt ohne. Faß — fl.
7 4 kr. bis —fl. — kr. Nohndl ohne Feß
43 1 —F 34fl. 30 kr. bis 85 fl. —ktr. pet
DI 50 Kils. Repskuchen — h. tr his
— fl. — kr. Branntwein 27 IJ. 30 kr.
bei Seinrich Gich, Backer.“ 1his 28 fl. ir

. Kedaction, Druck und Verlag von F. X. Dmesß in St. Ingbert. ——
        <pb n="523" />
        V — D 1287) in — —

R 06 76 * 7 78* — — *8* * — — 5 —J

—— —— —*
e ι * — —
— ͤ e ůOα-Ç * 5
Der „St. Ingberter Anzeüger“ mit semem nntethattunehblatn erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donndr 88u0
and Samsag. Abonnementspreis vierkeljährig 45 HKrzt. oder 13 Silbergr. Anzeigen wetden mit 8 Arzr. die dreispaltige Zeile

WGlaitschtift vdet deren Raum berechnet. i
Rro 132 9 F —3 X Donuerstag, den 5. November 3 * 1838
———— . d ue 37,
vireckionsrath Pailler verireten sein. Derselbe reist heute Abends
nach Berlin — J F — — 9* J ——
Mümchein, 1. Nob. Mitister des Innern v. HObrmann
ist' gestern zurüctgekehrt unb hat heute sein“ Portefeuille wieder
übernommen.
Münch en, 2. Noben. Die gemeinschaftlichen Brutoeinnah—
men an Zollen im Zollverein sür das J. und II. Quartalb 1868
ꝛetragen 13, 100, 183 Thlr./ woxan füt Verwaltungskosten (Zoll⸗
erhebimg, Zollschutz c.) 1,623, 593 Thlr, abgehen, so daß zur
zemeinschaftlichen Theilung 11,476.540 Thlr., sommen. Bayern
hat eine Bruttoveimahme von 713,521 Thlr., wovon 189,893
Thlr. Verwaltungskosten, so daß es 523,628 Thlr. zur gemein⸗
schaftlichen Theilung zu stellen hat, während ihm aus derselben
nach Verhältniß der Bevölkerung 1,488, 473 Thlr. zukommen.
Der Norddeutsche Bund hat 1,289,309 Thlr., Hessen 83,256
Thlr. herauszuzahlen, während Luxemburg 23,179 Thlr. Wuürte
emberg 269,8583 und Baden 114,688 Thlr. zu empfangen
haben. 3 ———
Karlseruhe, 1. Rov. Die Conferenz wegen Abschlusses
eines Postvertrags zwischen dem Norddeutschen Bunde, Badern,
Würtemberg und Baden einerseits, Italien anderseits nimmt, am
2. Rovember ihren Anfang in Berlin. Die badischen, Bevollmäch⸗
ligten Geh. Rath Zimmer und Postassessor Heß sind, gesterg. zu
diesem: Zwecke nach Berlin gereistt. 8
Darmstadt, 31. ct. Königin. Auguste. von Preußen
vurde, von Baden kommend, am Bahnhofe vom Großherzog und
allen hier Anwesendern der großherzoglichen Familie eipfangen:
Nach eingenommener Tafel beim Großherzog erfolgte die Weilar⸗
reise nach Coblenz. ——⏑⏑ — 7 —
Berlin, 2. Rov. Das auch vomTelegraphen, in die
Welt geschickte Börsengerücht von Bismarcks Rüchtritt, warauichts
anderes als eiur Schwindelcombination, die sich gauf die anehrt
fachen Unterredungen des Königs mit dem Genexal v. Mantenel
gründebe, der sich übrigens schon gestern aAuf seinen Postenennäch
stönigsbergzurückbegehen hat. αι .
Wien 2. Nop. Das „Tgbl.“ meldet: Der preußssche
Besandte soll aus Anlaß der Denhschrift des Kurfürstenvon
Dessen vertrauliche Vorstellungen dagegen erhoben haben. daß, der
qönig vonHannpver und' der Kurfürst die Gastfreundschaff Oe—⸗
sterreichs zu preußenfeindlichen Agitat:'onen benutzen. Baron 13.
Beust sandte hierauf eine Vertrauensperson nach Prag, um mit
dem Kurfürsten die Bedingungen seines, ferneren Verbleibens in
Desterreich festzustellen. Die Resaltate dieser Mission sind zur
vollkommenen Befriedigung des Reichskanzlers ausgefallen.
Wien, 2. Nov. Die -Abendpost“ erklärt die Mittheilung
des heutigen „Tagblattes“ bezüglich des Aufenthalts zweier de⸗
possilirter Fürsten in Oesterreich in ihrem ganzen Inhalt für er⸗
funden.

Die officiöse „Wehrzeitung“ bestätigt, daß neulich in Prag
ein preußischer Artillerie-Hauptmann verhaftet wurde, weil-er sich
Nolizen über die dortigen Festungswerke und Munitionsvorräthe
zemacht habe. Er wurde bald nach der Verhaftung wieder frei
zelassen. Die Prager Festungswerke sind übrigens nur von ge⸗
ringer Bedeutung. Auch ist es ein öffentliches Geheimniß, daß
die österreichische Armee höchstens 400,000 brauchbare Hirterlad⸗
ingsgewehre (System Wänzeh) besitzt. Der Gewehrfabrilgujt
Werndl in Steyr, welcher vom Kriegsministerium einen Vorschuß
bon 750. 000 Gulden erhallen hat, kommt seinen Verpfliniungen
aicht nach. Er sollte biß Ende dieses Jahres eine Viertelmillion
Hinterlader seines Systems liefern und mit den Lieferungen im
Fuli beginnen. Jetzt heißt es wieder, daß der Anfang- Im
nächsten Monat gemacht werde; dann werde Werndl wöchentlich
8000 Stück liefern..

— Auch' der Färstbischof von Vreslan hat in seiner. Eigen⸗
schaft als Oberhirk österreichischer Staatsangehörigen einen fulmi⸗
nanten Protest gegen die Maßregeln des Ministeriums, dio Hei⸗
rathsacten betreffend, erlossen.

Deutschland..
Munchen 30.Oct. Ueber die Zussände in der Ober⸗
pfalz gibt die dortige Regierung folgenden grauenerxegender
iiufschluß 2... ,
Bem I.u Oct. 1864 bis leßten Seplember 18608 betrug die
Zahl der Brandfälle 86. vom J. Oci. 1868 bis vahin 1866
87, vom L1. Oct. 1866 his dahin 1867 126, vom 1. Oct
I867 bis setzten Sept. 1868 aber 134, in Sumnmm also 483
don welchen nachgewieseneymaßen 74 in fahrlässiger, 101 in ab—
sichtlicher Brandfftung ihren Grund haben. wahrend in 189
Fallen die Entstehuugsurfache zwar unbekannt blieb, jedoch anzu⸗
hehmen ist, daß dieselben gleichfalle entweder in Fahrlässigkeit
oder rechtswidriger Absicht zu suchen sei. Theils wegen der den
Berichtspolizeibehörden, den Gerichten 0. dadurch erwachsenden
Deschaftslast vielmehr aber noch wegen der sich dadurchconsta⸗
irenden sinntlichen Verkommen beit werden die Di⸗
grictspolizeibehörden aufgefordert, das Volk über die gesetzlichen
Strafbestimmungen eindringlich zu belehren, demselben lebhafte Ab⸗
scheu por so verbrecherischen Thaten einzupflanzen, zur vorsichtigen
Behandlung von Fener und Licht zu ermahnen, Die feuerpolizei
ichen Vorschriften periodenweise zu verlünden, deren Einhaltung
itrenge zu coniroliren und jede Uebertretung zu bestrafen, Ueber
bersicherungen bei Mobiliarfeuerversicherungen und den damit ver—
hundenen Gefährdungen vorzubeugen, die Bildungen von freiwil
ligen Feuerwehten zu befördern und auf Anschaffung der erfor
declichen gulen Löschrequisiten zu dringen. Zugleich werden die
zenaunten Behörden heauftragt, zur öffenlichen Kenntniß zu
bringen, daß nskünftige bei Vrandfällen die Ausdehnung der
Bewilligung zu Sammlungen auf andere Regierungsbezirke ——
mehr bei ganz besonders dringenden Ausnahmisfällen und bei dem!
Nachweife, einer pollstaͤndigen Nichtberschuldung der belreffeüden Be⸗
cheiligten stattfinden mird. euun 133
WM ü n hee n 31 Oct. Das Handelsmihiflertuͤn hat das
Lehrerpexsonal der kechnischen Lehranftalten angewiefen, an dem
Turncurt Theil zu nehinen, der im Winter dahier für Lehr
amtscand:daten abgehalten wird. Die Prüfung für das Lehramt!
der franzoͤsischen Sprache haben von 9 Candidaten5 bestanden.
Die Generaldirection der Verkehrsanstalten giebt bekannt,
daß für Alle, welche als Amtgehilfen in ihren Dienst treten wollen,
tine Prüfung am Sitze eines, jeden Poste imd Bahnamts und
Dberpostamts abgehallen wird, der sich auch die bereits vorhau⸗
denen Privatgehilfen zu unterziehen haben. Die Gesuche um Zu—
lassing hierzu mössen bis längstens 258. Nobember bei der Ge⸗
neraldirection der Verkehrsanstalken eingereicht werden; der Prü—
jungstag wird noch besonders bekannt gegeben.

Da nach den hierher gelangken Mittheilungen die Rinderpest
ecemalen in Ungarn, Galizien, Siebenbuürgen, Niederösterreich aId!
der Bukowina und zwar in Galizien und Siebenbürgen in— ci
zeter Ausdehnung herrscht, und die Gefahr einer Verschleppung!
derselben gegenwärtig in erhöhtem Maße besteht, werden die be—
treffenden oneden Eintriltsorten aufgestellten Vollzugsorgane zitr
punktlichen Handhabung der gegen die oben bezeichneten Länder
erlassenen Einfuhrverboie wiederholt angewiesenß.

Das 'definitive Resultat der Volkszählung im Koͤnigreich
Bahern vom 3. Dez. 1867 wird socben vom statistischen Bureau
bekannt gegeben. Hiernach b an diesem Tage die Seelenzahl
des Königsreichs Bayern 4,824.121, und zwar 1,697, 722 Man
ner und Jünglimge, 1,755, 193 Frauen und Jungfranen,
877240 Knaben und 694 266. RPrädchen unter vierzehn
dalten —

Die Vruttoeinnahme an Salzsteuet im ersten und zweiten
Quartal 1863 beträgi im ganzen Zollberein 4,697,362 Thlr.
nn Bayern 766,6321 Thlr..

München, 81. Ork. Bei der am nächsten Montag in
Berlin beginnenden Conferenz von Bevollmächtigton der norddent⸗
hen Staaten und Italiens, wird Vayern durch den General⸗
        <pb n="524" />
        (Das Jahreseinkosnmen der österreichischen Bischöfe) gibt
ein Prager Correspondent der „Kezutg.“ wie folgt an: Etzbischos
von Olmütz 200,000 fl., Erzbiichof von Prag 100,000 fl. Erz⸗
vischof, von Wien 40,000 fl. Bischof von Vrünn 33,000 fl.
Fizbischof von Salzburg und die Bischöfe von Leitincritz, König
gräß, Seckau und Gurk je 20,000 fl., Bischof von Linz, Laibach
St. Pölten, Brixen, Trient je 15,000 fl., Bischoff von Gör
12,000 fl., Bischof von Triest 7000 fl., Bischosf von Budweit
5000 fl. a* —
Pest, 31. Oct. Dem Vernehmen nach entsendet die Re—
gierung behufs Untersuchung der siebenbürgischerumänischen Grenz—
ttreitigkeiten einen köninl. Commissär.

In Bozen, wo letzten Samstag der Bürgermeister
Dr. Streiter den zu Ehren des zur Firmung eintreffenden Bozener
Fürstbischof errichteten Triumphhogen wieder wegnehmen ließ,
haben unmittelbar vor Aukunft des Bischofs 4 stämmige Münner
denselben wieder vor den Eingang zur Stadt gebracht und auf
4. untergelegte Papierbogen niedergestellt, so daß er den „städtifchen
Grund“ nicht berührte. Der Bischof zog siegreich durch denselben
in die fromme Stadt. 77

Frankreich. Fr em ir

Paris, 30. Oct. Prinz Napoleon ist nach England abge
reissst. — Die „France“ bezeichnet den Artikel der „Neuen Fr—
Presse,“ welcher die Länderertheilung zwischen dem Kaiser von
Rußiand und dem Koönig von Preußen betrifft, für eine excent
rische Trͤumerei. — Dasselbe Blatt meldet, daß in den Verhand
lungen zwischen Frankreich und Tunis wegen der Bezahlung der
französischen Gläubiger ein Resultat nahe bevorstehend sei. —
Ferner sagt der „Etendard“ in Betreff der neuen Karte Europa's
Es ist leicht den praktischen Werth der Mainlinie zu discutirer
und d'e gegenwärtige Tragweite der Verträge zwischen dem Nord
deutschen Bund und den Südstaaten zu übertreiben, im Grund
bleibt es doch ein unstreitbares, nicht aus der Welt zu schaffende?
Factum, daß selbst die volldändige Vereinigung von Nord⸗ und
Süddeutschland angenommen, man doch nur die Hälfte der einst
in compacter Masse gegen uns vereinigten Kräfte vorfindet. —
Die „Patrie“ fragt bei Besprechung des Artilels des „Journa!
de St. Petersbourg““, was dieser Feuerbrand bedeute, welcher in⸗
milten einer Gesellschaft geschleudert wutde, in der Alles nad
friedlichen Zielen hinstrebt.
Paris, 31. Oct. Der, Constilutionnel“ versichert, die
Rathschläge, welche Frankreich Dauemark ertheilt habe, eine ver⸗
soͤnliche Politik gegen das Berliner Cabinet anzunehmen, hätten
in Kopenhagen sehr viel Gehör gefunden. 44

Paris, 31. Oct. Die gestern als entschieden bekrachtete
Eutlassung des Hrn. Marfort wird heute wieder als minder ge—
wiß dargestellt. Man fügt hinzu, die Ktönigin Christine werde
um den Herrn Majordomus nicht zu sehen, noch vor der Hier
herkunft ihrer Tochter Paris verlassen. Die zärtliche Mutter sucht
wohl blos einen Vorwand, da sie überhaupt nicht in sehr zärt
lichen Verhältnissen zu Isabella steht. Gehen doch spanische Blätter
so weit, zu behaupten, die Königin-Mutter lasse für Montpensier
Propaganda machen.

Paris, 2. Nov. Die Koͤnigin Isabel wird erst nach
der Abreise des Hofes nach Compiegne in Paris eintreffen und

noch vor dessen Rückkehr wieder von hier abreisen. Hr. Mon
geht morgen nach Madrid.
Schweiz.

Berrn, 2. Nov. Der Bundesaath hat das sich neu con—
tituirende Spanien im Voraus anerkannt und den diplomatischen
Berkehr mit der Regierung in Madrid wieder aufge
nuommen.
Italien.
Florenz. 2. Nov. Die „Ital. Corresp.“ sagt bei Be—
sprechung der Beust'schen Rede im Wehrausschuß: Die dem Hrn—
v. Beust zugeschriebene Phrase: „aber Italien hat nicht immer
die Hände frei“ — sei nie von dem Reichskanzler gesprochen
worden. Dieser habe, nachdem er constatirt, daß Oesterreich in
guten Beziehungen zu Italien stehe, hinzufügen zu müssen ge—
dlaubt: Man dürfe nicht vergefsen, daß in Tyrol und Istrien
italienische Agitationen stattfinden, welche verhindern zu können
die italienische Regierung nicht in der Lage ist.“ Man ersehe
hieraus, daß Hr. v. Beust weit entfernt, Italien etwas Belei—
digendes oder Unangenehmes zu sagen, nur die Loyalität und
Redlichkeit der italienischen Regierung habe kennzeichnen wollen.

Svanien.

„Don Carlos oder die Republik!“ ist der Wahlspruch der
neu⸗katholischen wie der carlistischen Blätter in den baskischen Pro—
vinzen, wo das Feuer des Aufstandes von Dorf zu Dorf getragen,
bis auf Weiteres aber mit Asche zugedeckt wird. Einstweilen

heerscht in allen Provinzen äußerlich vollständige Ruhe und selbft
die lezte noch vorhandene Junta, in Ferrol, hat die Erllärung
abgegeben, sie habe ihre Arbeiten beendigt.

Frau Prim hat sich an die Spitze einer Adresse gesetzt, in
welcher die Negierung ersucht wird, die Nonnen nicht aus ihren
stlöstern zu vertreiben.“

Zwischen Spanien und Frankreich sind bereils Verhandlungen
vegen Abschlusses eines ueuen Handelsvertrages auf Basis des
Freihandels im Gauge. .. .3 —

Die Regierung wird den Cortes ein Gesetz vorlegen, wodurq
die Armee um 25,000 Mann vermindert wird. Oesterreich und
„chweden haben die Regierung anerkannt. Die Verwaltung det
dirchenpermögens entläßt das Personal der königlichen Kapelle
und alle anderen Haushaltsbediensteten des Patastes. — Die
Bankiers und Creditgesellichaften erklären, beträchtliche Summen
auf das Anlehen unterschreiben zu wollen.

Die Carlisten rühren sich, die Republikaner nicht minder;
beide Bewegungen begegnen sich. Dies provisorische Regierung
schickt. mehrere Infanterie⸗-Regimenter nach Navarra, wo ein
zroßeres Corps unter zuverlässigen liberalen Oberofficieren zu⸗
ammengezogen wird, um die Carlisten und Isabellinos zu be⸗
obachten.

Dem „Gaulois“ zufolge präsentiren sich die Herzöge von
Sesto, von Fernan⸗Nunez und Frias als Kandidaten für die con⸗
tituirenden Cortes. Die spanische Aristokratie fusionirt vollig mit
)er Revolution. — Herr Olozaga, zum spanischen Botschafter in
Paris ernannt, wird noch im Laufe dieser Woche hier erwartet.
— Herr Esralante hat seine Entlassung als Chef der populären
Streitkräfte von Madrid gegeben. — Herr Marfori wird der
önigin Isabella nicht nach Paris folgen. () —*
Madrid, 31. Oct. Die „Gajette de France“ meldet, ein
oreußischer Prinz sei im Geheimen abgereist und habe sich über
Bibraltar nach Madrid begeben.

Madrid, 1J. Nov. Die „Gaceta“ veröffentlicht ein Cir⸗
zular Zorilla's welches den Municipalitäten die Sorge für den
Bolksunterricht dringend anempfiehlt, welcher allein der Unwissen⸗
Jeit von drei Jahrhunderten steuern könnte, deren Folge die
bis in die letzten Zeiten der Bourbonen bestehende Inquisition
— D

Die Nachrichten, welche die KRegierung aus Cuba erhalten
jat, sind nicht die beruhigendsten, und ich glaube, daß in Kurzem
Truppen abgehen werden, um die Ruhe auf der Insel wieder
Jerzustellen. Aber es ist unrichtig, daß auch in die baskischen
Provinzen Truppen gesendet werden sollen aus Furcht vor einer
carlistischen Bewegung. Der Carlismus beunruhigt die Regierung
aicht. Ob Don Carlos in Paris oder anderwärts ist, seine Sacht
wird dadurch nicht besser und wäre selbst in dem Falle verloren,
daß alle baslischen Provinzen sich für fie erheben sollten, was aber
sicher nicht geschehen wird. Es erscheinen hier zwei Journale,
die sich nicht damit begnügen, katholisch zu sein wie der Monde
und das Univers; sie sind zugleich bourbonisch und noch über—⸗
dies carlistisch, und Niemand verhindert sie, zu sagen, was sie
wollen. Diese beiden Blätter haben aber so wenig Vertrauen
zum Erfolg von Don Carlos, daß sie dessen Fahne gar nicht
aufpflanzen und seine Candidatur nicht aufstellen, und da sie einen
liefen Haß gegen das liberale und repräsentative System hegen
wie es in England, Belgien, JItalien ꝛc. besteht, so verlangen
sie, wissen Sie was? — die Republik! Sie hoffen, daß diest
zur Anarchie führe und ihr Candidat dann im trüben Wasser
fischen kann.

Rusland.
Petersburg, 1. Nov. Das angeblich authentische Te⸗
legramm, welches meldete, daß der Papst Pius die Heilige (rus⸗
sische) Synode eingeladen habe, sich auf dem bevorstehenden Con⸗
cil in Rom vertreten zu lassen, wird als Erfindung bezeichnet.
Ein derartiger Schritt des Papstes würde überdies gänzlich er⸗
folglos sein.

Die „Insterb. Zig.“ berichtet von der russischen Grenze:
„Die Zustände in unserem Nachbarreiche, namentlich in den Pro—
binzen, die sich am letzten Aufstande betheiligt haben, sind wahr⸗
haft entsetzlich und erstrecken ihren Einfluß theilweise sogar über
unsere Grenze. Die Hungersnoth beginnt schon jetzt in so bedeu⸗
leuder Weise aufzutreten, daß für den Winter das Schrecklichste
zu befürchten steht. Die Schaaren von Bettlern, die täglich über
die Grenze kommen, sind so groß, daß Privatpersonen genöthigt
sind, ihrer Wohlthätigkeit eine Schranke zu setzen. Vielleicht sieht
auch damit in Verbindung, daß ansteckende Krankheiten, wie Schar⸗
lach, in einzelnen Grenzorten so stark grassiren.“

Amerika.
Newe⸗Yorlk, 31. Oct. Der
hei einem Besuche seiner Vaterstadt

Staatssecretär Seward hiell
Auburn im Staate New⸗
        <pb n="525" />
        Hork nach alter Gewohnheit eine Rede, in welcher er die Wich—
igkeit der bevorstehenden Präsidentenwahl hervorhob. Er ver—
heidigte zwar den von Johnson eingeschlagenen Weg der Re—
ronstruction der Südstaaten und verwarf die Politik der radicalen
Partei, an den ex die gewaltthätige Rückzängigmachung getroffe—
ner, wenn auch unkluger Staatsmaßregeln tadelte, jedoch be—
lennt er sich selbst noch immer zu den sclavereifeindlichen Repu⸗
zlikanern als den Unionsrettern. Der Sieg der Democraten ir
der bevorstehenden Präsidentenwahl dagegen würde die Wiederauf
zichtung der Ruhe und des Friedens im Lande verzögern.
New-York, 3. Nov. Die Indianer geiffen am Sams
jag einen Zug der Pacific⸗Bahn an und beschädigten denselben
ernstlich. Die Bahnzüge erhalien von nun' an militärisches
Beleite.
Vermischtes.

Landau, 29. Oct. Am letzten Samstag ging Lehrer
Keller von Ingelheim nach Barbelroth. Als er in das Müblhofer
Wäldchen kam fiel ein Schuß — Keller hatte 16 Schrot im
BGesicht und der Hase, dem der Schuß galt, lag todt am
58 Ein Bauer aus Mühlhofen war der Held dieses Doppel
schu es.

n Der Sp. Anz. enihält folgende spaßige Anzeige; Ein Land⸗
wehrmann, beinahe verheirathet, sucht zu seiner Ausbildung als
Kanzleidiener eine passende Stelle.

f In Frankfurt wurde am 31. Oct. das Denkmal des
um die genannte Stadt hochverdienten Simon Moriz von Beth—
nann (an seinem hundertjährigen Geburtstage) feierlich ein
geweiht. I J

f Essen, 28. Oct. (Falschmünzer.) Vor circa 14 Tagen
gelang es der hiesigen Polizeibehoͤrde, die Fäden zu einer Falsch
münzerei in di Hände zu bekommen, in Folge dessen hier wie in
Berbeck Verhaftungen von Personen erfolgten, die außerdem durch
die dabei vorgenommenen Haussuchungen noch das Auffinden meh⸗
rerer falscher Münzen, wie auch einiger Bruchstüdde die Formen
herbeiführten. Ein Complice der Falschmünzer, und zwar einer
der wesentlich belastetsten, hatte es jedoch verstanden, sich vorläufig
dem Arme der Gerechtigkeit zu entziehen, bis auch er denn gestern
in Winen hinter Schloß und Riegel gebracht worden ist. Die Fa⸗
brikate beschränkten sich lediglich auf Nachahmung preußischer Ein ⸗
thalerstücke neuerer Prägung.

Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den wegen versuch⸗
jen Mordes angeklagten Stud. jur. Guͤtbier hat in Berlin am 28.
Oct. mit der Freisprechung desselben geendet. Bei seiner Ver⸗
nehmnng erklärte der Angeklagte, daß er aus Verzweissung über
die Untreue und den Lebenswandel des von ihm geliebten Mäd⸗
hens — dasselbe ist schon zweimal ohne Erfolg im Magdalenen⸗
zift gewesen und auch wegen Diebstahls bestraft — sich selbst
jabe das Leben nehmen wollen. Als er dazu die Waffe erhoben,
ei ihm das Mädchen in den Arm gefallen und durch Losgehen
)es Schusses verwundet worden. Die Selbstbeschuldigung habe
r nach der That nur erhoben, weil er das Leben überdrüssig ge⸗
wesen. Seine Aussage vor Gericht gab das Bild eines tief zer⸗
rütteten Seeelenzustandes und machte großen Eindruck, wogegen
zie Vernehmung des mit der größten Dreistigeeit auftretenden
Frauenzimmers einen traurigen Blick in die socialen Zustände
hun ließ. Ihre Aussage war schwankend, bald belastend, bald
beschuldigend, so daß über den Hergang selbst sich nichts JZuver-
iässiges ermitteln ließ. Der Staatsanwalt hielt die Anklage auf
oersuchten Mord aufrecht. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Mun⸗
lel, führte aus, daß der Angeklagte seiner Leidenschaft seine Le⸗
hensstellung, seine Familie, seine Mutter geopfert; als er' sah,
daß dies alles nicht half, habe er beschlossen, sich den Tod zu
jeben, und zwar in Gegenwart des Mädchens, um durch diesen
egten Alt vielleicht noch heilsam auf das Mädchen zu wirken
Ddaß der Schuß nicht ihn, sondern das Mädchen getroffen, sei
ein Glück, denn er sei der Ansicht, daß der Angeklagte noch
so viel sittliche Kraft besitz, um der menschlichen Gesellschaft
noch etwas nützen zu können. Nach verhältnißmäßig kurzer
derathung erklaͤrten die Geschworenen den Angeklagten für
uicht schuidig. Der Verhandlung wobnle ein zahlreiches Damen⸗
Bublikum bei.

Durch eine Explosion schlagender Weiter in dem
Lothschild'schen Kohlenschachte „Wissenschaft“ bei Polnisch-Ostrau
vurden am 29. October ein Bergarbeiter getödtet, drei ver⸗
vundet.
In Pest, ist der dreijährige Knabe der Näherin
A. Platz in dolge übermäßigen Genusses geistiger Getränke plötz
äch gestorben.

t Im Kurhaus zu Meran wurde ein angeblicher Baron
Zaß aus Mainz verbaftet welcher hor einigen Monaten einem

üddeuischen Gastwirih 1300 Thlr. gestohlen haben soll. Der
elbe trug in Meran studentliche Abzeichen. — Es ist dies der⸗
elbe junge Mann, welcher sich als Baron von Scharowski kürz⸗
ich im Bad Gleisweiler aufhielt und am 9. October einer
dame daselbst mittelst Erbrechung aus einem Kleiderschranke
300 Thlr. gestohlen hat. Die Identität der Person ist bereits
estgestellt. Er wird zunächst an das Untersuchungsgericht
rach Mainz abgeliefert, von welchem er zuerst reclamirt
worden war.

“ Henri Rochfort ist ein Taschenspieler. Kaum hatte er
ieine Lalerne in Brüssel geschrieben, so wur, sie schon in Frank⸗
reich in vielen tausend Exemplaren verbreitet. Es. war zum Todt⸗
irgern. Endlich haben die Grenzzöllner herausgehracht, daß sie
Kaiser Naßoleon selber einschmuggelte, er wußie, freilich nichts
davon. Wöchentlich langten aus Belgien und JIltallen große
Transparte von Büsten des Kaisers an und in den Büsten siacken
die Laternen.

F In Graudenz wurde die Tischlerswittwe Tschirichni
aus Jesiorken wegen Gattenmords zum Tode, der Käthner
Jäschke wegen Theilnahme daran zu zwanzig Jahren Zuchthau
verurtheilt.

1 Zwei Engländer, welchen die Stellwagenfahrt von Bozen
nach Trient um fünf Gulden per Siz zu theuer erscheint nud dir
daher die Wiedereröffnung der Bahn abwarten wollen, haben sich
in cinem dem Rendelsteiner Thurme gegenüber an. der Talfer ger
egenen Hause eingemiethet. Als sie nämlich jenes alte, von der
Talfer leßthin bedenklich unterwaschene Bauwerk. bechtigten. be⸗
jauptete der Eine, es werde in 14 Tagen zusam nenstürzen wo—
rauf der Andere sogleich 100 Pfd. Sterling wettete, der Thurm
verde noch seine vollen sechs Wochen aushalten. In dem best⸗
gelegenen Zimmer jenes Hauses stellten sie alsbald nach ihrem
Finzuge einen photographischen Apparat auf, bei dem sie Tag und
Nacht abwechselnd Wache halten, um Rendelstein im Augenblicke
»es Zusammensturzes aufzunehmen. Vor der Hand steht der
Thurm noch.
7 Das ferne Ostaflen hat nun auch einen Musensohn in der
Berson eines jungen Japanesen nach Heidelberg geschickt, der da⸗
elbst naturwissenschaftliche Vorlesungen besuchen will und schon
iemlich gut deutsch spricht.
Der gegenwärtige Sultan besitzt 900 Franen — alle Weiber
des Harems, Odalisken ꝛc. mitgerechnet. Eigentliche Gemahlinne ie
hat Se. türkische Majestät nur drei von ausnehmender Schönheit:
Dournel („die neue Perle“), Hairant Dil Evortrefsliches Herz)
und Eda Dil (., die Eleganz des Herzeus“). Die Zahl der Eunucheñ—,
cammerherren, Pagen, Garden, Kutscher, Pfeifenstopfer ꝛc. be⸗
rägt 2300. Täglich werden im Serail 500 Tische gedeckt,
an denen zweimal im Tage bei 6000 Portionen Speisen ser⸗
virt werden.

f Wien, 2. Nov. Gewinnjziehung der 1860er Loose.
daupttreffer 300,000 fl. erhielt Serie 13094 Nr. 18; zweite
Treffer auf Serie 18832 Nr. 3; dritte Treffer auf Serie 8470
Ar. 1; in 10,000 fl. gewinnen Serie 16754 Nr. 10, S. 6935
Rr. 14; in 5000 fl. gewinnen S. 667 Nr. 10; S. 667 Pr.
15, S. 2020 Nr. 14, S. 5237 Nr. 6, S. 7907 VNr. 14,
5. 8268 Nr. 10, S. 9592 YNr. 3. S. 9731Nr. 1, S. 11890
Rr. 8, S. 11480 Nr. 12, 6. 13278 Nr. 3, S. 15295 Nr,
5. S. 18713 Nr. 5, S. 18328 Nr. 20.
Wer 2uusik liebt
den machen wir ganz besonders auf die Firma J. H. Heller
in Bern aufmerksam, welche Spielwerkle und Spieldosen, fowie
zie verschiedenartigsten Gegenstände mit Musik (letztere fast aus—
chließlich eigene Erfindung) in der größten Mannigfaltigkeit lie⸗
ert. Wenn man die aufs reichhaltigste ausgeftatteten Maga—
ine besichtigt und eine Production der größern Werke anhört, wie
. Beispiel die großen Orchestrions und die electrischen Klaviere,
zeren Spiel, sowie das Sprühen der electrischen Flammen, an's
Unglaubliche grenzt, wird man unwillkürlich von dem Wunsche be—
eelt, ebenfalls ein solches Werk zu besitzen. „Der Wein er—
reut des Menschen Herz“ aber die Spielwerke von J. H.
deller nicht minder. Liebhabern der Musik können wir die—
elbe um so mehr empfehlen, da der Ruf der Heller'schen Spiel⸗
verke sich nicht nur über ganz Europa, sondern bis in die fernsten
Begenden jenseits der Meere erstreckt, rathen aber zu direckem Be⸗
zug, da wie wir vernommen haben, durch sogenannte Vermittler
fielfach unechte Werle untergeschoben werden. Wer daher seinen
ieben Verwandten und Freunden oder sich selbst eine Weihnachts⸗
* machen will, wende sich dirett an J. G. Heller in

ern. e
        <pb n="526" />
        5.8 — 5— 7
Mobiliarversteigeruing.
Freitag den 13. Novembet 1868, Nach⸗
mittags 2 Uhr zu St. Ingbort im Sterb⸗
hause, werden die zim Nachlasse der da⸗
selbit verlebten Barbara Scchinltt!
gewesene Winwe des allda verlebten Fuhr⸗
nannes-Johann Be bgehsrigen. Mo—
diliargegenstände auf Credit versteigert, als:
1 ANleiderschrankePt Käͤcheschtant,1
Tisch A Stühle, 12Bank, 1 Wanduhr,!
l Spiegeh, Bikder⸗Kvollständiges Bett,
Ftauenleider Weißseug sowie sonstige
Haus⸗ und Küchengerthschaften.
Horm tal Notar.

Kirch

veih.
v z —5
Aiusibealisere Unereltrezz
der, rühmlichst bekanuten Musikgesellschaft
Lebethh aus Vöohmen.
Sonvotag und Montag 387
Freimustik. —
Dienbtag: ——4
4 WM .B M L L.. I J I —
wozu höflichst einladet
wh SFS. Oberhauser.
— —— — — — — — — — 222

*
———
—
gSpielwerke
att à dis 48 Stucken worumer Vracht⸗
verke mit Glockenspiel, Trommel und
Vlockenshiel, mit Himmelsstimnien, mit
Mandolinen, mit Erptession u. s. w.
Feener ···
—— 2B 2
Spieidosen

—
J

— *

——

A—
—
— x

*

— d
8

Die internationale Jury der letzten Weltausstellung W
zu Paris ertheilte der Fitma Franz Stollwerck — R
in Köln, für ausgezeichnete Qualitäl ihrer Dampfe 9 8 38
Chocoladen, die Preis⸗Medaille. Bon den gangbar⸗ 3 98 2*
en Sorten diefer rühmlichst bekannten Waare befin⸗ 2528
den sich Lager in Bt. TIngbert bei J. J.
Grewenig und bei Conditor G. Dickelz m
FEliesEAstel bei F. Apprederis.

nit 2 bis 12 Studen, worunter solche
mit Necessaites, Cigarreuständer, Schwei⸗
erhäuschen, Photographie-Albums,
Schreibzeuge, Handschuhlkasten, Cigar—
ren⸗ Etuis, Tabakz⸗ und Zundholzdosen.
Puppen, Arbeilstischchen, alles mit
Musik; ferner Siuhle, spielend, wenn
man sich setzt. Steis das Neueste
zwpflit46
J. S. Heller in Vern.

Zu Weihnachtsgeschenken
eignei sich nichts besser. In keinem
Salon, an keinem Krankenbetite sollten
diese Werke fehlen. Preiscourante
sende franko; guch besorge Repara⸗
juren. Lager fertiger Werle.

Die Hutfabriß von G. N. Couturier
— IV——
empfiehlt, um damit zu räumen, einige Hundert Stück feiner Filz-GHüte,
für deren Güte garantixt wird, zu bedeutend herabgesetzten Preisen und zwar
ns. 15 bis 2 fl. 30 fr. per Stüßf..
.Außerdem einpfehle mein mit dem Neuesten aufs Reichhaltigste assortirtes
hutlager zu ebenfalls billigen Preisen.
Puür ber ehendo xrebvein empfse hlt:
itro nen, Rumi Punehessens,
Irinc, allè Sorten Gewre,,,
Taseisalæ, seinsten Sen,.
Prima Ho Aander VolIi- Iuringe,
dardelter; marinirte Hürinugee,
apern, CGhnocoIade, Thee,
ʒchwaræ wãlder EHimbeersr,,
itronat, Orangende, Mandeln,
Primzæess- Mandeln,
ILrschhornsalæ, —8
Ule Soppensachen, Varill.
prima Emmenthaler Schweirerαα
die Material⸗Jarbe und
zpecereiwaaren-Handkung
von Pitæ Punaerbieter.
Frische
Bierhefo
per Schoppen 12 kr.
vei Geusser.
I ——
Frische Butter
ind aus gezeichnete
Lreuznaoher Bierhefo
iust jederzeit zü haben bei J3*
VL.S- —— A* 83
WMein Bureau wird Sonntag Cari ven ut⸗
Abend zwischen 9 u. 10 ZAhr in — — —
der Yoft geösfnet. Ich bekomme ausgebeine
B8 v. Pudelwitz Frankfurter dehinken.
Existenzgründen Iritz Banzerbieter.

— — — — — —— —
Eine Grube besten Strohdung

bei Heusser,
Das neuerbattte Lftogige
Haus meines verstorbenen Bru—
ders am Kapellenweg ist ganz oͤdet getrenat

t vermiethen, durch die Eigenthumerin

Etise Sans.
Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ec. Preife
zer Stadt Zweibrücken vom 8. Nod.

Weizen 6 fl. 18 fri, Köorn 4. . 47 &amp;t
Serste Lreibige. — fl. — kr., Gerste vier⸗
reihige, 4 fi. 16 kr., Spelz 4 fl. 8 fr.
Zpetzkern — sl. — r., Dinkel 83 f
28 ir., — Milchtfrucht — sl. — kr. Hafer
4fl. 16 kr., Erbsen 5 fl. 14 kr.. Wicken
tfl. 10 kr., Kartoffeln — fl. 44 kr., Her
2 fi. 04 kr. Stroh 11fl., 22 kr., per
dentner. Weisbrod 110 Kilogr. 17 st.
zornbrod 3 Kgr., 28 kr., ditto 2 Kgr.,
6 kr., ditio 1Kgr. 8 kr., Gemischlbrod
Kgr., 29 kr., J Paar Wed, 8 Lolh
kr. Rindfleisch, I. Qual. 18 fr2
Qual. 16 kr., Kalbsleisch 14 kr. Hammel⸗
leisch 16 kr., Schweinefleisch 18 kr., pet
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
Butter 34 kr., per Pfund.
eenchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom 8. Nop.
Weizen 5 fl. 59 kr., Korn 4 fl. 48 k
Spelzlern 5fl. 42 kr., Spelz 4 4.
4tr., Gerste 5 fl. 18 tr. Hafer 4. J.
23 kr., Erbsen 4fl. 51 fr., Wicken 4 1.
14 fr. Linsen 51f. 2 kr. per Zentnet.
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28fr.
3 Pfd. Gemischtbrod 1213 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 12 kr.
Redaction,

Druck und Berlag von F. X. Demeß in St. Inabert.
        <pb n="527" />
        St. Ingberler Anzeiger.

der „Si. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstas

und Samsfag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 133. November 1868.
Deutschland.

Speyer, 4. Nov. Heute versammelte sich in Lyceums⸗
laale dahier der Landrath des Kreises und wurden die dies⸗
ahrigen Verhandlungen von dem Hrn. Regierungspräsidenten
». Pfeufer mit folgender Ansprache eröffnre:—

„In Folge allerhochster Entschliezung Seiner Majestät des
Zönigs vom 10. v. Niis. hatte ich die Ehre, Sie, meine HH.,
zuf den heutigen Tag an den Sitz der Kreisregierung einzube⸗
rusen, damit Sie der allerhöchsten Willensmeinung und dem Ge⸗
eß entsprechend Ihre schon vielfach erprobte Thätigkeit den Be⸗
hürfnissen des Kreises auch für das Jahr 1869 zuwenden. Die
hierauf bezüglichen Vorlagen, welche Ihnen mitzutheilen die Kreis⸗
regierung sich beeilen wird, werden in Ihnen die Ueberzeugung be—
zründen, daß dieselbe gewifsenhast gewirthschaftet und die Inte⸗
kessen des Kreises niemals außer Acht gelassen hat. Sollten Sie
u einer anderen Anschauung gelangen, so bitte ich Sie dringend,
Ihrem Berufe und Ihrer dem Art. 15 üt. 1. des Landrathsge⸗
sehes entstammenden Pflicht rückhaltlos Rechnung zu tragen.

„Eine Vergleichung des Voranschlags für das Jahr 1869
nit dem diesjährigen Kreisbudget ergibt bei den Ausgaben eine
MNehrung von 38,366 fl. Diese Summe entziffert sich — abge⸗
ehenn von dem Mehrbedarf für das Landgeßüt, durch den in Aus—
icht genommenen Bau im Armenhause zu Frankenthal, durch die
n Autrag gebrachten Theuerungszulagen für die Lehrer an den
solirten Lalein⸗ und Gewerbeschulen, und endlich durch die Eri—
jenzbedürfnisse der letztgenannten Anstalten. Der ersterwähnten
ßroposition werden Sie auf Grund der medicinaltechnischen Gut⸗
ichten eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und hierbei Be—
acht zu nehmen haben, daß der Bau den Bedürfnissen auf De—
ennien hinaus zu dienen hat. Bezüglich der Theuerungszulagen
sür die Lehrer an den isolirten Lalein- und Gewerbeschulen wer⸗
gen Sie in Freigebigkeit für Zwecke des Unterrichts und der Er⸗
iehung hinter den Anschauungen des Landtags nicht zurückblei⸗
en wollen. Was endlich die Exigenzbedürfnisse der Gewerbe⸗
chulen betrifft, so erlaube ich mir aufmerksam zu machen, daß das
Wehrverfassungsgesetz, dessen Vortheile von der pfälzischen Bevöl⸗
lerung sehr bald eriannt und gewürdigt worden sind, neben an—
zeren auch die so belangreiche Wirkung des Strebens nach inten-
siverer Ausbildung zur Folge hat.

„In dem Voranschlage für die Einnahmen werden Sie die
Dotationszuschüsse für Gemeinden und Privaten für die Kreisan⸗
dalten zu Klingenmünster und Frankenthal vermissen. Diese Zu—⸗
chüsse erscheinen nur noch in den Rechnungen dieser Anstalten,
nachdem das Budget nach den Grundsätzen des Nettohudgets ent⸗
worfen wird.

Ich habe noch mit wenigen Worten auf eine Feier zurück—
sukommen, welche im ganzen Lande am 26. Mai d. J, in einer!
zer Bedeutung entsprechenden Weise stattgefunden hat. Gerade an
diesem Orte, in dieser Versammlung ist Anlaß gegeben, des Ver⸗
assungswerkes in Dankbarkeit sich zu erinnern. Wenn Sie, meine
derren, einen Rückblick werfen auf Tit. 2 8 1 des Gesetzes vom
38. Pluviose VIII. und auf das Landrathsgesetz vom 15. Aug.
1828, und die Wirkungen dieser Gesetze verglichen mit den Er—
olgen, welche das Gesetz vom 28. Mai 1852 durch die coope⸗
zative Gestaltung des Landrathes, die ihm zugewiesene Competenz⸗
rweiterung durch den Ausschuß und dessen Thätigkeit auch außer
zer Zeit der Jahressitzungen erstrebt und erreicht hat, so werden
ie mit mir darin übereinstimmen, daß durch die Gesetzgebung vom
28. Mai 1852 eine bedeutende Wendung zum Besseren eingetre⸗
en und die Kreisbevölkerung den legislafiven Factoren zu Dantk
zerpflichtet ist. Die Thätigkeit dieser wurzelt aber in dem Staats-
rundgesetze, auf dessen 50jährigen Bestand jeder Bayer mit Stolz
urückblicken darf, und in dessen fester Handhabe und zeitgemäßer
Entwickelung eine um so größere Garantie für die ßaatliche Zu⸗
unft gelegen ist, als dem verfassungstreuen Volke der königliche
Führer voranleuchtet. „Treu dem Vorbilde meiner erlauchten
Ahnen werde auch ich das Banner der Verfassung ho hhalten, mein

höchstes Glück suche ich in dem Glücke meines Volkes.“ Diesen
töniglichen Worten schulden wir Dank. Lassen Sie uns demselben
Musdruck geben durch ein Hoch auf des Königs Majestät, Se.
Majestät König Ludwig V. lebe Hoch!“

Nach Verpflichtung des an die Stelle des f Landrathes und
Zürgermeisters Knaps von Blieskastel getretenen Rentners Hrn.
Zott von Homburg schritt der Landrath zur Wahl seines Präsi—
»enten und Secretärs die auf Hrn. Anwalt Böcking von Landau
als Präsident und Hrn. Notar Schmidt von Otterberg als Se—
cretär fiel. Der Landrathspräsident verlas hierauf zwei Gesuche
her HH. Weis und Reudelhuber um Vefreiung von den diesjäh—
cigen Sitzungen, welche ertheilt wurde, und hielt an die Versamm⸗
ung folgende Ansprache:

„Indem ich Sie zur diesjährigen Versammlung willkommen
heiße, habe ich mit Bedauern zu erwähnen, daß wir auch dieses
Jahr den Tod eines Collegen, des Bürgermeisters Peter Knaps
in Blieskastel, zu beklagen haben. Ehrenmann im vollen Sinne
des Wortes, mehrfach Mitglied des Landrathes und gewissenhafter
Zürgermeister, starb er in noch rüstigem Mannesalter, nachdem
hm noch kurz vorher die Freude zu Theil geworden war, der
Fröffnung der Eisenbahn beizuwohnen, deren Richtung über Blies—
tastel die dortige Gegend zu nicht geringem Theile seiner uner⸗
nüdeten Thätigkeit verdankt. Noch einen weiteren Act der Pietät
laube ich erfüllen zu müssen, wenn auch Derjenige, von dem ich
eden will, zur Zeit seines Todes nicht mehr unser College war:
ZIhilipp Heinrich Krämer, zu Lebzeiten Hüttenwerksbesitzer zu
St. Ingbert. Im Besitze verdienter Ehren, und durch eigene
Thätigkeit erworbener Glücksgüter schlug sein Herz vor allem für
seine engere Heimath, deren Wohl nach allen Richtungen hin bis
zu seinem in hohem Alter erfolgten Tode das Ziel seines Stire—
zens war. Hiervon sowie von dessen wohlmeinender Liebenswür⸗
digkeit unb Unparteilichkeit sich zu überzeugen, hatte Niemand
hessere Gelegenheit als der Landrath, dessen Mitglied und Präsi-

deut er seit einer langen Reihe von Jahren bis zum Beginne
der dermaligen Landrathsperiode war. Mäge beiden in unserem
umd ihrer Mitbürger Gedächtniß ein wohlwollendes Andenken be—
bahrt bteiben. Ich bitte Sie zum Zeichen Ihrer Zustimmung
'ich von Ihren Sitzen erheben zu wollen. Schließlich heiße ich
das neu einltretende Landrathsmitglied Hrn. Heinrich Zott von
»onburg in unserer Mitte herzlich willkommen.“

Hierauf wurde die Wahl der Ausschüsse vorgenommen.
tächste Sitzung am 6. Nov. Nachmittags 3 Uhr.

München, 2. Nov. Die gemeinschaftlichen Einnahmen
don Sal zsteuer für das erste und zweite Quartal 1868 be⸗
trugen im ganzen Zollverein 4,696,630 Thlr., wozu noch
die auf private Rechnung freigeschriebenen Gefälle im Betrage zu
1495 Thlr. kommen, somit im Ganzen 4701,125 Thlr. Die
Einnahme in Bayern belief fich auf 706,554 Thlr., nach dem
Perhältniß der Bevölkerung tkrifft auf dasselbe 606,017, Thlr.,
hat somit hinauszuzahlen 157,951 Thlr.

München, 4. Nov. Eine neue Disciplinarordnung für
ie Gendarmerie ist erschiexken. — Nach den in Art. 83 des
zeuen Wehrverfassungsgesetzes enthaltenen Bestimmungen soll den—
enigen Wehrpflichtigen, welche in die Ersazmannschaft eingestellt
und zum Dienste nicht einberufen werden, den gaänzlich oder theil
veise von der Wehrpflicht Befreiten, ferner denjenigen, welche we—
zen einer die Erwerbsfähiglkeit nicht aufhebenden Untauglichkeit und
enjenigen, welche wegen Unwürdigkeit ihrer Wehrpflicht nicht
achkommen, ein Beitrag zur Staatskasse auferlegt und die Größe,
Frhebung und Verwendung dieses Beitrages durch ein besonderes
Hefetz geregelt werden. Der desfallsige Gesetzentwurf ist im Kriegs-
ninisterium bereits ausgearbeitet. An der endgiltigen Fesistellung
———
Innern und der Finanzen.

Erlhangen., 4. Nev. Gestern Abends hielt Hr. Prof.
Marquardsen vor einer zahlreichen Versammlung einen Vortrag
her das Zollparlament. Der verehrte Redner sprach in der ihm
        <pb n="528" />
        zenthumlichen sesselnden Weise von der nationalen Bedeutung des

Jollparlaments, die in der berühmten durchschlagenden Rede

Bölcks am 18. Mai ihren edelsten Ausdruck gefunden, von ven

Leistungen desselben auf handelspolitischem Gebiete, von der Stel—

lung, welche die Bertreter der bayerischen Fortschrittspartei in der

jo viele Fractionen geschiedenen Versammlung eingenommen, und
don seinem persönlichen Antheil an den Verhandlungen, nament⸗
lich in der Tabaksteuerfrage und bei der Ablehnung der vorgeschla⸗
genen Herabsetzung des Zolles auf Baumwollengespinnste. Er
zeigte, wie die anfänglich ungünstige Position der kleinen Anzahf
der zur Fortschrittspartei gehörenden baherischen Abgeordneten duͤrch

das Nähertreten ihrer zur Mittelpartei zählenden Landsleute im

Hause wesentlich verbessert worden sei, und schloß mit der ein⸗

dringlichen Mahnung, daß die Forischrittsparlei in Bayern ohne

Verleugnung ihrer Prinzipien auch fernerhin mit allen liberal und

national gesinnten Männern im Lande gegenüber den Feinden der

nationalen und freiheitlichen Entwicksung De ischlands auf der
durch die Ereignisse des Jahres 18660geschaffenen Grundlage
treulich zusammenstehen uund zusammenwirken möge. Der höchs
interessante Vortrag, der über eine Stunde dauerle, wurde von
Anfang bis zu Ende mit der größten Spannung angehoͤrt und
erwarb dem Redner allgemein berdienten Beifall.
Dienstes⸗Nachrichten.

Der Schulverweser Jacob Flidinger in Eßweiler ist zum
Schulverweser an der unteren prot. Schule zu Eindd, der Sqhul⸗
dienftexspectant Ludwig Ecarius von Oitersheim zum Schulder⸗
weser an der protest. Schule zu Offenbach, der Schuldienstexspec⸗
jant Isaak Reber von Mutterstadt zum Schuülverweser an der
protest. Schule zu Freckenfeld, der Schuͤldiensterspectant Jakob
Baumann von Dietrichingen zum Schulverweser an der protest.
Schule in Lemberg und der bisherige Lehrer Peter Born zu Rinn—
thal zum Lehrer an der protest. druten Schuie in Bergzabern er⸗
nannt worden. Ferner wurde genehmigt, daß der Priesier Jacot
Diebold die katholische Pfarrei Hauenstein refignire.

Frankfurt, 8. Nov. Nach hiesigem Tageblatt hat
der König zur Restauration unseres Domes ein Geschen!
von zwanzigtausend Gulden jährlich auf 10 Jahre von 1869 ab
hewilligt.

Berhin, 4. Nov. Die Eröoͤffnung des Landiags durch
So. Majestät den König hat soeben fattgefunden. Die Thronrede
zgedenkt zunächst des Slaatshaushalts, in welchem zur vollstandi
gen Deckung der Staatsausgaben außerordentliche Einnahmen an
zusezen waren, spricht die Hoffnung aus, daß eine Vermehrung
der Einnahmen des Bundes nicht ferner versagt wird und
ein lebendigerer Aufschwung des Handels und Verkehrs die Slaaib
einnahmen erhöhen wird.

Die Rede hebt alsdann hervor, die Regierung betrachte eine
Erhöhung provincieller und communaler Selbstständigkeit als ihre
Aufgabe, ohne jedoch die betreffenden bisherigen Einrichtungen auf⸗
jzulösen, ehe anderweite lebensfähige Inslitutsone n geschaffen. Alẽ
Borlagen werden angekündigt: eine Kreisordnung, Vorschriften
über Erwerbung und Verlust preußischer Unterthaneneigenschaft,
Regelung det Communalverhälinisse in den Elbherzogthümern
Schulgesetz. Anstellung im höheren Justizdienst, Expropriations⸗
zesetz, Aenderung der Concursordnung. Reform der Hypotheken
und Subhastationsordnung, einheitliche Regelung der Jagdpolizei
sowie die revidirte Rheinschifffäahrtzacte. Die Rede hebt ferner
herbor, daß der ostpreußische Rethsand überwunden und bei dem
ziesjährigen günstigen Ernteertrage eine Wiederkehr desselben nicht
zu besorgen sei. Schließlich betont die Rede die allseitig befrie—
digenden und freundschaftlichen Beziehungen zum Auslande und
jpricht die Hoffnung aus, es werde Spanien gelingen, durch eine
unabhängige Gestaltung seiner Verhältnisse die Bürgschaft des
Zedeihens seiner Macht zu finden. Der Schlußpassus lautet:
Die Gesinnungen der Souveräne sowie die Friedensbedürfnisse des
Volkes begründen die Zuversicht, daß die fortschreitende Wohl⸗
tandsentwidlung keine materielie Stoͤrung erleiden und don Läh
mungen befreit werde, welche grundlose Befürchtungen und deren
Ausbeutung durch Friedensfeinde ihr bereiten.

Wien, 1. Vov. Das Leibblatt des Cardinals Rauscher
hatte vor einigen Tagen die im Abgeordnetenhause gethane Aeu⸗
zrrung des Justiz: Ministers Dr. Herbst, daß einzelne Bischöfe die
Ehegerichts⸗Acten freiwillig an die Staats-Behörden ausgeliefert
hätten, als „vollständig unwahr“ bezeichnet. Heute kommt es auf
die Angelegenheit zurück, indem es constatirt, daß die Bischöfe ohne
Ausnahme die reclamirten Acten nur unter Protest ausgefolgt
haben. Der Erzbischof von Olmütz ist der hartnäckigste von Allen;
selbst die Anferlegung einer Geldbuße von 23.000 fl. hat seinen!
Troß noch nicht zu brechen vermocht. In das Archiv des Fürstbi⸗
schofs von Brixen konnte die weltliche Justiz nur mit Hülfe eine
Schlossers eindringen. Von Dr. Foͤrster, dem Erzbischof von
Breslau wird erzählt, er habe der Geiftlichkeit seines österreichi⸗

chen Sprengels die Erklärung zugehen lassen, daß sie einzig und
illein von ihm Befehle anzunetzinen habe, nicht aber von dem
Ministerium in Wien. Der Minister des Innern Dr. Giskra
jat nämlich neuerdirgs an den cisleitanischen Kerus die Auffor
derung gerichtet, die Matrikelbücher genau nach den staatsgesetzlichen
Vorschriften zu führen. Ein preußischer Bijschof. welcher oͤsterrei⸗
hischen Pfarrern vervietet, der öterreichischen Regierunj zu gehor⸗
hen, wäre wirklich eine interessante Erscheinung im Jahre 1868.
Dr. Förster kinn wirklich froh sein, daß die schöne bischösliche
Sommer⸗Residenz Johanesberg in Oesterreich Schlesien uad nicht
in Rufnisch-Polen liegt; sonst würde er beim Beireten derselben
anzweifelhaft nach Sibirien spedirt.

Wien 4. Nov. Die „N. Fe. Pr.“ veröffentlicht ein
Schreiben des Chefs der jungtürkischen Partei, Zia Bey, woring
das Programm der Jungtürken stizz rt und diese Pariei gegen
die Anschuldigung von Hochverrathstendenzen verwahrt. Da
Schreiben macht die Umgehung des Sultans für den Verfall de
Reiches verantwortlich und sagt, die jungtürkische Partei strebe
Reformen auf gesetzlichem Wege an.

Aus Graz wird berichtet, daß der dortigen freien Ge meinde
die Gründung einer Schule von der Regierung nicht bewi lligt
worden sei, weil diefse Religionsgenossenschaft die gesezliche An—
erlennung (von heiden Häusern des Reichsraths und dem Kaiser)
noch nicht erlangt habe. — Fur das Schillerdenkmal in Wien
sind bis jetzt 11,102 fl. eingelaufen; für das Maximiliansdenb-
mal in Triest über 56,000 fl.

Frankreich.

Paris, 3. Rov. Im lezten Augenblick geht der Corre⸗
pondenz Havas folgendes Kabel⸗Telegramm aus New-York zu:
General Grant ist zum Präsidenten der Vereinigten Stnaten et⸗
wählt worden und Herr Colfax zum Vicepräsidenten. Die repu⸗
Iikanische Partei hat in fast allen Nord-Staaten mit großer Pe-
jorität den Sieg davon getragen.

Paris, 8. Nov. Prinz Napoleon wird acht bis zehn Tage
in England verweilen, hat aber keine politische Mission. In Tor
quay hat er der Königin von Holland, mit der er seit lange be⸗
freundet ist, einen Besuch gemacht. Dem Grafen v. d. Goltzt
geht es eiwas besser; er lustwandelt jeden Tag in den Tuillerien.
Die Königin Isabel wird den Pavillon Rohan beziehen und Mar⸗
fori über ihren Gemächern seine Wohnung nehmen. Der Jüng
ling Don Carlos hat einstweilen ein „Cabinet“ ge⸗
bildet.

Gegenwärtig macht ie Paris eine Brochure Le spoectro noir
(. Das schwarze Gespenst“), welche den Chef⸗Redacteur des Pahs“
zum Verfasser hat, viel Aufsehen. Nach dieser Brochure trägt
allein Preußen die Schuld des Uebermaßes der Ausgaben für das
Militärwesen, und eben so ist Preußen der Grund der socialen
Propaganda. Damit Frankreich entwaffnen konne, muß Preußen
mit gutem Beispiele vorangehen. Aber Preußen würde nur nach
einer Niederlage entwaffuen oder eniwaffnet werden. Also muß
es befiegt werden. Auch der Socialismus wird durch den ranzösischen
Sieg am Rheine vernichtel. Mithin muß Frankreich seine Armeen

nach dem Rheine führen. „Pays“, „Presse“ und „Liberte“ bilden
die Trias in diesen Vorschlägen. Sie sind gern gesehen in den
Kreisen der vornehmften Chauvinisten.

Die neneste „Lanterne“ schreibt: „Die gute Presse dat
eigentlich nur wenig von dem Besuch gesprochen, den der Kaiser
und die Kaiserin in diesen Tajen der Königin Christine, der
Mutter Ex⸗Isabella's gemacht haben. Wenn Napoleon verrufene
däuser besucht — nun, er ist ein Mann, das ist nicht so
chlimm, aber daß er seine Frau dahin mitnimmt, das übersteigt
alle Begriffe.“
Hollaud.

Haag, 1. Nov. Schon seit einigen Tagen finden in
Rotterdam Abends Volksaufläufe Statt. die hauptsächlich ihren
Brund in der Unzufriedenheit eines Theiles der niederen Volks—
klassen mit verschiedenen Moßregeln der Polizei haben. Gestern
Abend nahmen diese Unruhen einen ernsteren Character an;
es lam zu einem Kampfe zwischen der Polizei und dem Pobel
und es wird von Verwundelen und sogar von Todten erzählt.
Im Polizeibureau und im Stadthause wurden die Polizeibeamten
förmlich belagert, die Fenster und Thüren eingeschlagen, in vielen
Straßen die Laternen eingeworfen, das Pflaster aufgerissen und
sonstiger Unfug verübt. In der Nacht noch wurden Trupben bon
bier nach Rotterdam gesandt.

Spanien.

Die Demecraten in Barcelona haben, wie die Liberle“ wis⸗
sen will, die Absicht, Espartero unter dem Namen Baldomero J.
zum Köntg zu wählen, wenn die conftitnirenden Cortes sich für
die Monarchie aussprechen.
        <pb n="529" />
        Türkei.

Konstantinopel, 24. Oct. Eine belgische Ge
sellschaft will in Konstantinopel ein Spiel -Etablissement nack
dem „Muster“ von Monaco und Homburg errichten und er
hietet sich, dafür alle Straßen zu pflastern und Omnibuslinien zu
rrrichten.

Amerika.

New-Yorl 24. Oct. Die Insurgenten auf Cuba, welch
zdie lleinen Ortschaften verwüsteten, sind von den Regierungstrup
hen geschlagen und zersprengt wordeag.

Washington, 3. Nov. Das Ergebniß der Wahlmän⸗
nerwablen sichert die Erwählung Grant's mit großer Majorität.
Eehmour erhielt in New York 50,000 Stimmen.

—
Jermischte«

4
* Die regelmäßige Generalversammlung des Ausschusses des
Pfälzischen Sängerbundes? findet nächsten Sonntag, den 8. Nov.
in Kaiserzlautern im Locale des Musikvereins (Bierbrauerei des
hrn. Wächter dahier), Vormittags 11 Uhr statt. — Dem „Pfäl⸗
uͤschen Sängerhunde“ gehörten beim Beginne dieses Verwaltungs
sahres 67 Vereine mit 1592 Sängern an.

F Die „süddeu sche Presse“ vom 30. Oct theilt die Garni⸗
sonen sämmtlicher baherischen Armeeabtheilungen mit, wovon hier
die Pfälzer Garnisonen genaunt werden sollen: 1) Speier hat
den Stab, dann die 3., 4. und 5. Eskadron des 5. Chevaulegers
Regiments (Prinz Otto). 2) Germersheim hat den Stab, dann
das 2. und 8. Bataillon des 4. Infonterie-Regiments (vacant
Rumpenberg), den Stab, dann das 1. und 83. Bataillon des 9.
Infanteri⸗ Regiments (vacant Seckendorff); 4 Fußbatterieen vom
4. Artillerie: Regiment und die 3. Festungscompagnie vom Genie
Regimente. 3) Landau hat keinen Stab, aber das 1. Bataillon
des 4. Infanterie-Regiments, dann das 2. Bataillon des 8. In—
fanterie-Regiments mit der Regimentsmusik, 4 Fußbatterieen vom

2. Artillerie-Regiment (vacant Lüder) und die 2. Feftungs-Com
pagnie vom Genie⸗Regiment. 9) Zweibrücken hat das 8. Jäger⸗
Bataillon und die 1. und 2. Escadron des 5. Chevaulegers-⸗
Regimentes. Außerdem befinden sich noch Detachemenis von In⸗
anterie in Ludwigshafen und Kaiserslautern und von Cavalerie
n Germersheim und Landau. Weil die 2 in der Pfalz garni⸗
onirenden InfanterieRegimenter gelbe Krägen und Aufschläge
ragen, so wird die Pfälzer Brigade scherzweise „die gelbe
Brigade“ genannt.
In Baden-Baden wurde ein junger Amerikaner,
FJames Pemberton, wegen eines Duells, bei dem der Name

des Gegnerz nicht bekannt wurde, zu 4 Monaten Gefangniß
zerurtheilt.

Herrn Heinrich Dauer, Mütlbesitzer in Ulm, soll es nun
ie wic hören, gelungen fsein, mittelst einer besonderen Mahlme⸗
jode und Behaudlung der Hülsenfrüchte, was sein Geheimniß isl,
ie letzteren in ganz vorzügliches Mehl umzuwandeln; die im
kleinen und Großen z. B. bei Garnisonen angesteilten Ver⸗
uche sollen sehr günstige Nesultate geliefert haben, und es wären
un dadurch viele Vortheile in der Küche erreicht; man erspart
»ie Umständlichkeilen des Einweichens, Durchtreibens und des
angsamen Kochens. Außerdem soll Herr Dauer auch Schleim⸗
nehle fabriziren, als: Hafer⸗, Karloffel-⸗, Gersten⸗, Grünkern⸗
nehle 2c., welche bisher nur von französischen Fabriken in

Dden deutschen Handel gebracht worden sind, von ihm aber in fei⸗
terer billigerer Qualität geliefert werden können.

In Marburg wurde der Student Schmidt von dork,
velcher im Aug. d. J. den Lieutenant v. Wilkowski im Duell
rschossen hatte, zu 2 Jahr Festungsstrafe verurtheilit.

F. Ueber die Kaiserkarten circulirt in Paris folgendes Böns
not. Man. sagt: Louis Napoleon habe zwar seine Karten aus-
zespielt, es befinde sich aber lein Trumpf dabei.

F Rossini ist krank; in seinem Befinden ist jetzt jedoch, wie
nus Paris gemeldet wird, eine kleine Besserung eingetreten, ob⸗
chon sein Zustaud noch immmer gefährlich ist. Die beiden Aerzte
Zarthe und Vio Bonato sind immerwährend um den greisen
dranken beschäftigt, der bekannt 77 J. alt is.

Wie der „Gaulois“ hört, wäre in Rom an maßnebender
Sfelle davon die Rede, den Proceß zur Heiligsprechung der Ma⸗
ame Elisabeth de France, der unglücklichen Schwester Ludwigs XVI.,

inzuleit en.

7. Zeitz. Bei dem Gastwirth Mennicke in Brachstedt wurbe
m Beisein zweier Personen am 22. October eine Karloffelpflanze
jeerntet, deren Kraut über 10 Fuß lang war und im frischen
Zzustande etwa 30 Pfund wog. Knollen fanden sich 62 va⸗
an, darunter viele voͤn über Faustgröße, die zusammen 2124
gfund wogen. ....

—
uing 6. Klasse der 154. Frankfurter Stadtlotterie fielen auf
aachstehende Nummern die beigesetzten Preise und Prämien:
Nr. 8020 200 fl. und 3000 fie; Ree 5874 2000 fl, Nr.
5501 1000 .; Nr. 18, 454 100 fl. und 600 ft; Nr. —
350 fl.; Rr. 5680 und 5949 je 800 fl. Nt. 6791 280 fu.;
Nr. 17,291 200 J Rt. 22,289 160 fl.; Nr. 24,4638
120 fl.; Nr. 22,694 100 fl.
—
* * *
Licitation.
SZamstag, den 21. Novemb. 1868
Nachmittags 8 Uhr
uu St. Ingberter Eisenwerke im Sterb⸗
jause des Erblassers, werden auf Anstehen
der Wittwe und Kinder des zu St. Ing⸗
zerter Eisenwerk verlebten Zimmermannes
Johaun Jaeob Neumann nachbe—
eichnete Liegenschaften St. Ingberter Bannes

muuf Eigenthum versteigert, nümlich:

i. Plan Nr. 2379, 8 Dez. Pflanzgar⸗
ten in den Bruchrechgärten, neben
Lorenz Offner und Wwe. Thiery;

2. Plan Nr. 2580, 19 Dez. Acker rechts
an der Saarbrücker Straße, neben
Jacob Müllers Erben und folgendem
Acker;

Plan Nr. 2582, 46 Dez. Acker unter
der Saarbrücker Straße, Kleestück,
neben Jacob Müllers Erben und fol-
gendem Stücke;

Plan Nr. 2583, 29 Dez. Acker allda
neben vorigem Stücke und Staats⸗
rigenthum;

3. Plan Rr. 2402, 17 Dez. Wiese im
Bruchrech, neben Johann Jos. Fiack
und Fichter vom Eisenwerk.

Plan Nr. 1799, 40 Dez. Wiese im
Hartweiher neben Peter Schmelzers
Erben und Georg Kiehm.

Soru. kal. Notar

Verpachtung.

Samstag, den 28. November 1868,
Nachmittags 2 Uhr, dahier im Hause des
deinrich Westphaelinger, läßt
Jacob Klemmer vom Eisenwerke
eine Güter hiesigen Bannes auf 8 Jahre
herpachten: 117r
38 Dec. Acer aufm großen Flur, Ite

Ahnung.
38 Dec. Acker allda.
19 Dec. Acker und Wies im Wohmbacher

Weiher.

Dec. Wiese daselbst.

Dec. Acker und Wiese allda.

Dec. Acker auf der Meß.

Tagwerk 11 Dec. Acker aufm rothen

Flur.

81
38
25

J

Horn, kgl. Notar.
212
Mobilien⸗
versteigerung.

Samstag, den 14. November 1868,
Nachmittags um 2 Uhr dahier in seiner
Behausung, läßt Bernhard Weyand
Schlosser dahier, nachverzeichnete Mobilien
auf Zahltermin versteigern, nämlich: 1
unge Kuh, 1 Wagen, Pflug, 1 Secretär,
‚olirter Tisch, Küchenschrank, Schüsselschaft.
Bettung, Getuch, zinnernes und eisernes
Beschirr und sonstige Haus⸗ und Küchen⸗
geräthschaften.

Horn, kal. Notar.

u In einem noch näher zu
duet Tage des
Monates Decemberl. J.
läßt HerrDoctor Rinck dahier
sein an der Hauptstraße gele—
genes 2stöckiges Wohnhaus auf
langjährige Zahlungstermine
in Eigenthum versteigern.
BiszumVersteigerungstage
kann dasselbe auch erkauft
werden.
Das Nähere zu erfragen auf
der Amtsstube des kgl. Notars
Horn dahier.
Empfehlung.
Ich mache hiermit die ergebene Anzeige,
daß i unter dem heutigen eine
WBääckerei
in dem Hause meines Vaters errichtet
habe. Gute ausgebadene Waare wird zuge⸗
ichert und empfehle ich mich bestens.
St. Ingbert, den 1. November 1868.
α—g.
Das früher Vogel sang'sche Haus im
Hhirtenech ist vom 20. Novemder ab zu
dermiethen. EBLVSSGSOT:
        <pb n="530" />
        Kirchweihsonntag:
Freimusik
D emmus
ãeis

ser as dhrkraͤei halb

Brillantes Feuerwerk,
Steigen von Raketen mit Leichtkugeln und
Schuß bei Lud. Weirich.

Kirch

weih.

Samstag Abend:
HMHusilalische Untersaaltung
der rühmlichst bekaunten Mufikgesellschaft
ebeth aus Böhmen.
Sonntag und Montag
Itreimusik.
Dienstag:
LLRALL.
wozu hoöflichst einladet

Kirchweihsonntag :
Bauall.
Montag Nachmittag:
Tanzunterhaltung
is 7 Uhr, bernach
Freimusik
bei G. Jung.
5 In der Mayereschen Brauerei
heute Abend und während der
Kirchweihe
Harmonie-Musik
usgeführt von der
Altenwalder Lergkapelle
Kirchweihsonntag und
Montag
Tanzmusik
Bei TOh. IOAnMm.
Ueber die Kirchweihe noch
zutes Mainzer Sommerlager⸗-Bier per
X ee Se
zu ne ier per Schoppen

F. Oberhauser.
— —
Wirklicher
G83601 F 7
Wegen Aufgabe meines Detail-Geschäftes verkaufe

ich mein Lager in Tuca, Buclaslins und
FlanmelIs in allen Qualitäten gegen Baar zu
sehr herabgesetzten Preisen.

Zweibrücken, Hauptstraße Lit. WB. M 29.

Ludwig Lang, Fabrikant.

Die Verlosung der Pferde u. Reitrequisiten
des Unterzeichneten, bestehend in

—A
sindet unwiderruflich Donnerstag, den 31. Dezember nächsthin Nachmittags 2 Uhr im
e pr aunn at inen A euten nach eine grö A
W *5— sudee un ud ee —
Ernstweilerhof bei Zweibrücken, den 5. November 1868.

J. Scalter.

Fr. Stutzmannu.
Frisch angekommen
Gardinenstangen
nach nenesten Moden. sowie auch
Knöpfe und Halter
bei Fr. Stutzmanut.

gor bevorstehendo Kirchweih emp sienlt·
Ditronen, Rum, Puncehessenæ,
Arac, alle Sorten Gewr⏑
TaselIsa Iz, feinsten Semf,
Prima LIoIIAander VoII-Häringe,
Sardellen, marinirte HArinmge,
Dapern, Ohoceoade Thee,
dehwarzwälder Himboeersyrup,
Gitronat, Orangeade, Hanudeln,
EEEXL
IIXAX
Alle Suppensachen, Vanille,
Prima Emmenthalor Schweizerküäse
die Material⸗Jarbe und
Specereiwaaren -Handlung
von Frit Pounaerbeeter.
Jeden Mittwoch und Samstag
s
0 * * *
gemiseno Brod
nosf Grewenig.
Das neuerbaute Z2stöckige
aus meines verstorbenen Bru⸗
e am Kapellenweg ist ganz oder getrennt
u vermieihen, durch die Eigenthümerin
Esißse Haas.

Spyielwerke
mit 4bis 48 Stücken, worunter Pracht⸗
werke mit Glockenspiel, Trommel und
Glockenspiel, mit Himmelsstimmen, mit
Mandolinen, mit Expression u. s. w.
Feener:

Spieldesen
mit 2 bis 12 Stücken, worunter solch
mit Necessaires, Cigarrenständer, Schwei
jerhäuschen, Photographie-Albums,
Schreibzeuge, Handschuhkasten, Cigar—
ren⸗Etuis, Tabaks⸗ und Zündholzdofen,
Puppen, Arbeitstischchen, alles mit
Musik; ferner Stühle, spielend, wenn
man sich setzt. Stets das Neueste
empflielt

Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛce. VBreise
der Stadt Homburg vom 4. Nob.
Weizen 6 fl. 7 fr., Korn 4 fl. 43 tr
Spelz 4 il. — kr., Gerste, — Zreihige, — N.
—. kr., Mischfrucht 4 jl. 50 tr. Hafer
4 fl. 15 kr., Erbsen — fi. — kr., Kartof⸗
feln 1 fl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
23 kr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditio 1 Kgr.
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Qual.
123 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinesleisch 18 kr., Butter 33 ir.
der Pfund. —
Frankfurter Börse
vom 5. Nov. 1866.
Geldsorten.
Vreußische Kassenscheine. 1447-45.
Preußische Friedrichsddr. 9 38/-594
Pistolen8405 51
Holländische 10 fl.eStücke. 9 54-36
Ducaten. .5 537⸗289
20Francs⸗Stücke. 328 a0/.
Englische Souvereigns. 115438
VBold per Zollfund fein. ,
dochhaltiges Silber per Zollpfund
Dollars in Gold

J. H. Heller in Rern.

Zu Weihnachtsgeschenken

eignet sich nichts besser. In keinem

Salon, an keinem Krankenbette sollten

diese Werke fehlen. Preiscourante

sende franko; auch besorge Repara⸗—
turen. Lager fertiger Werke.

—

27 28
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Dem etz in St. Ingbert.
*
        <pb n="531" />
        —J d —

St. Ingberler Anzeiger.
3t 4 5 A — jt
J 102
m.8
Der St. Fugberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Do nnerste
sind Samsnag. Abonnementspreis vierteljahrig 45 Krzr. vder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeile
, Bvlahischrift oder deren Raum berechnetn..
Rro. 134 a Diienstag, den 10. Noveuber 1868

. .. ⏑ ⏑

—
—— — Deu tichland. yitte für die segensreiche Wirksamkeit
Manchen, 6. Nod. Heute traf hi .3. cgensreiche irksamkeit der Verhandlungen 5c1
zaß die Reise der Kaiserin F ern * —8838 7 anduages des Reichsstages und des —BBS *
e — fehllen und man —— 35 ur.“ en en „Der Erfolg ist abzuwarten,“ faat hhe 7
anitätliche Ru sichten dieser Maßregel zu Grunde li 64 Aub uzuu. „Rh.
A ——— — ae ep der ¶ Autor
— en wen Weenmse Uber die n gemuielhe erene“, hat jeit kurzem hierselbst eine Wohnung
en hah ist dem Regierungsrathe Frhru. v ertin 5.
aͤßsch das Referat, übertragen worde —— n. d. Fei.nß— erlin, 5. Rov. Das Abgeordnetent se kemte feine
RX haben —— Laufe. w ee en te —8 he n
die ieppersuche mit der Gattling'jchen vwe ind t also constituirt. Vor der Plenarsitzu t—
g'jchen Revolverkanone Tonstituirung der * arsitzung haben sich bei
egonnen; sie werden aber mit so Adnn one g der Abtheilungen die Parteien gemessen —
8 p AWer * 2 80 4 * „ und in drei,
nltamerei ausgeführt, daß außer den Mitgii ischer Geheim⸗ von sieben haben die Consexvativen die Ob und in drei
bBroasß 8 gliedern der Prüfungs⸗ in einer allerdi sn die erhand behalten
omm'ssion, an deren Spitze der Generalmaj V — erdings nur durcz Verschulden der in Berli 7
uürtillerie Hutz steht, weder die Officiere d jor und Srigadetde sigen Abgeordneten, die durch Abwesenheit slangt ern
*F 8 ⸗ — J J ä *
och hohert Staboͤbfficiere ad ue ere — mußte wegen eueee Fwe
Dee 8 von diesen Versuchen nichts nedene * franzossche B hhch — enb
das Haupterforderniß eines solchen e eeeteiten ische Boischafler, Hr. Bene qa Picr Anfa
ind Sicherheit es zu ee eee wichstg Wosdz her, erartenn or. Reredeni, vird Ansanat.
worhanden ein soll so daß glatte Zodlfpfünder, mit Kartat c zinam eDin 6. Nov. Situng detßz Abgeordnetenhauses e Der
An den A Wirung aububen fur die 38 — iffert — e de ree * *
ieser Ansicht scheint auch die Thatsache zu s e ß araus ergebende Veficit auf v, 200 000 Th
Alberkenone troß der mi ihr angeß zu sprechen, daß die Re⸗ dessen Deckung aus den mit den ,200. 000. Thlr.,
534 — gestellten Schießversuche 33.3600, 000 neuen Landestheilen überkom
der preußischen Ärmee nicht adoptirt worden ist. auch in 33, 600, Thlrn. entnommen und über rlommenen
F n ist. 57 über deren G zi
Münchem, 6. Nov. Die projectirte hietheilun uns e werden soll. Der aee u ——— 88
Dee in vw selbstständige Armeecorps soll am 1 Iee eg ee —— de p
nit dem Beginne des neuen Etatsjahres in's L ben * soll, sei im näachsten Jahr ein Sleue *
— — es in eben treten; et unvermeidlich. Der Minister führt alsdenn ein Steuerzuschlag
dieses eine kein tat regel welche eine anr nit 167 inister führt alsdaun aus der Etatsquließ
vliederung, daher größere Bewe eee fachgemäße 397,469 Thaler, al zus der Etat schließt
* glichkeit, leichtere Uebersicht Me 4609 Thaler, aljo gegen das Vorjahr
zroßen Massen und des von diesen ein ehnominenen rsicht der Nehr von fast 8 Millionen ab. Der Etaͤk v adt amit inem.
J. —* 38. *77* t J * — p verlaugte *
dattet. Diese Eintheilung unseres He genommenen Raumes ge⸗ jeuerung von 13 Millionen Thaler S at verlaugt eine Er⸗
e penn es hatten wit aus en vorlähri er Schatzscheinen wovon' 10 durch
bis zum Ansange der funfzi ere bat ch schon vorsährigen Krieg, 3 für den N Nnen wovo urch
*7 J ziger Jahte, um welche Zeit sie auf — — r den Nothstand in Ostpreußen us
joben wurde, weil überhaupt eine —A— fie aufge⸗ Jegeben find. Das Haus beschließt in Istpreußenaust
grßere Reduction der Ar 5 die B eßt in Bezug auf die Budgelvote
borgenommen wurde; somit ist es wei der Armiee age die Vorberathung im Hause. Zu fdie Budgelnot⸗
erheistedumg fruherer —2— ——3 33 — gehörk die ie —S ——
rhe 7. RordDer Gro ee, Zeschlagnahme des Vetmögens -des Königs etreent
—
verden at den Ufern des mittelländij Der Minister erwähnte in den gegeben
* negaus dieses Monats ie Weerndwoden J —A dneeen —
rengsten Incognito statt. Wien, 6. Nov. Im Abgeord
uirg'a et Zum wür a atagt Deballe wegen der Verhẽe geordneterhause fand deute die
jadischen —8 v. d en ere dese wy tait. Nachdem der —3 Asx— — für Prag
er württeinbergischen Gesandschaft in nuch cretaͤr bei ung nach officiellen Mittheilungen in nä rklaͤrte. daß die Regie⸗
Srutigari 3 RonDer en, ernaunt worden. Prag vorauszusehen hat Jeilungen in nächster Zeit Ereignisse in
— An „Beobachter“ veröffentli nszuehen atte, bei welchen ein Zuß —6
ine Adresse der „deutschen Volkspartei“ röffentlicht vorden wäre, ihr somi i Zusammenstog gesucht
spartei“ an d is somit nur dir W 3 gefus
Mi eene Was wir euch zu sagen de spagsch 8 . Andnee blieb— e e a ee
ind ein Wort geuügt, um es auszudrücken: 8 ition nicht unlerdrücke, sonder aierung die Opo⸗
ublit!“ — m es duszudrücken:; „Gründet die Re— zewissenhaft wahre, d Den en Verfassuugsstandpunkt
Ae Fräankfurt, 6., Nov. Als vorgestern Abend der Kabel⸗ Haiorint für gerechtferligt utng erorduung mit großer
elegraph das Resultat der Präsidentenwahl aus Washi Der Weltuntergang. z
dei wurd 1h Washington mel⸗ gang.) Aus Ofen wird der N
d seen in der Erwählung des Generals Gran rg w J Folge des in Ihrem Blatte ee ne
md e olfax vor dem amerikanischen Gener eres Herrn Jesu Christi* e n „Briefes
auf der Mainzer Landstraße, das sternbesäete eneralconjulat zarten Dörfer — sämmilid rweigern die Banern der benache
tecn aben peae e, da sternbesaͤete Banner aufgepflanzt. 3. 7h fer — sänmmtlich Deusche, theils Allemar
Zestern a 3 Generalconsulat sowohl, wie die Häu Zachsen. und Frauken — au den S Allemannen, theils
ser in der Rachbarschaft wohnenden amerik wie die Häuser Arbeiten in den Weingärten, den Samstag-Nachmittagen di
dn zürger,“ ärten, weil sie di 9 ie
herren Max Stettheimer, Henry —52 amher Bürger, der hen. Faullenzerei ingärten, weil sie die Zeit zum Beten bri
nan Aund “8 2 enzerei ist überall die er rau⸗
grisauiee erleuchtet. JIm hellen ana n nismus, Armuth 38 erste Wirkung des Ultramonta-
Dee zwischen Blumen Guirlanden und Fahnenschmuch * * —*
d 5 neben den Porträts von Wajhington, Abra In Hoft F Frankbreich.
inco n, Johnson, Seward, Me — n ofkreisen ist das Ge üch 8
—RF u. A. Waͤhrend des Tags De id in kesszuenn Umständen. rücht verbreitet, die Kaiserin befinde
sier ansässigen Amerikaner dem Gener cons Fie emet ve ie Königin Isab
— 58 Generatconsulate ihre Beglückwün⸗ dindern, ist Indetn ele ew ane und ihren
iesbaden, 5. Nov. Das k. Consistori ind im Hotel des Pavi Xopenper Du daris eingetroffen
in sämmtliche Geistliche 5 dn 5 enderium dahier hat ẽlaret und wnen Rohan abgestiegen. Auch ———
me n' des Wiesbadener Verwaltungsbezirkes rigi fori befindet sich in der Begleit 5
6 aun erlassen, wonach fortan in Nassau wie e —— I gleitung der Kö—
rigen Monarchi zalich “ er gan⸗ raf Goltz hat seine Neisenn J
chie allsonntäglich in das Kirchengebet die Für⸗ gerschoben. z hat seine Reise nach Berlin um einige Tage
        <pb n="532" />
        In der letzten Zeitggeht es in den öffentlichen? Versamm—
ungen zu Paxis ziemlich stürmisch zu. In jeder derselben befinden
aãch 100 bis —— Richetörex, zmmer die nämlichen Gesichter, welcht
den Rednet unteybrechen, ihn icht zum- Wort kommen lassen und
aberhauptSctub machen. Esscheint, daß diese Taktik in ven
officiellen Kreisen hefällt; zum wenigsten sind die Polizaicommissare
dis jetzt nie gegen dieselben eingeschtitten. Noch tosler ging es
am 3. d. M. in der Versam nlung zu, welche in Peé aux eleres
Rus du Bac). stattfand. Eimige Redner, und dieses, ghue vor
Rn Polizeicommissaren zum Schweigen aufgefordert zu werden.
jaben sich der Politik hin und beankragten die Abschaffung der
legitimen Herrscher, wobei eine Dame den Antrag stellte, man
möchte einfach Gott abschaffen, da die legitimen Herrscher, die siqh
zuf denselben stützten, dann von selbst zu Grunde gehen müßten.
Der Prafwent machte den Ausschweifungen endlich ein Ende; aber der
Zweck, welchen diese tollen Auslassungen haben sollten, war jeden
fasls erreicht. Wahrscheinlich wird dte Sache bis zu den Neu
oehlen so weit gediehen sein, daß an bei dieser Gelegenheit die
offenirlicher Versaͤumlungen schon abgenntzt hatt.

Pacie z. Nop. Die, aus Spanien vorliegenden Nach-
cichten tragen fortwaͤhtend den Character des Unbesümmten. Die
Fothschriite der r qublikauischen Partel mächen die prvovisorische
stegierung und die Anhänger des Königthums stutzig, und sie
uchen sich bifriger!? eines Throͤncandidaten zit versichern. Es war
viedet von Herzog v. Aosta die Rede; uüber aus Mabrid wird
migetheilt, dan man vort die Aufmerkfamteit' neuerdings quf den
Herzog v. Montpensier kenkt. Die neuesten Madriver Versamm-
Angen haben sich übrigens gegen die Candidatur eines? fremden
Brinzen ansgesprochen⸗ ,6
I 7 2

38 *57 —AVV—,—,—,— England. I Fa

London, 5. Nos. Auf den 11. Nov. ist ein Meeting
der Inhabettaller Artett ausläudischer Vonde in die „London
Tavern“ festgesetzt. Der Zweck dieses Meet ings soll die Wah'
eines Comites für die Vertretung der gemeinsumen Interessen
ein, welchez unter anderem auch dahin witklen soll, daß den aus⸗
andischer Negierungen eiwaige Aenderungen der eingegangenen
Berpflichtungen erschwert werden. Als Urheber dieses Planes
werden: die Londoner und Amfterdamer Börseneomitees bezeichnet.
Baron v. Rothschild ist eingeladen, den Vorsiz iu dem Meeting
zu übernehmen. e

Spanien.
Madribd, 6. Nevd. Gestern Abend fand ein Bankett zur
Fusion der Puogressisten und Unionisten stati; Hr, Olszaga hielt
rine Rede für die Einigung. — Das democratisch-monarchische
Comite hat sein Programm noch nicht festgestellt. — Man
eWeahlenchhernden der Regierung werde morgen
erscheinen. —
en adrid, 7. Nob. Die Gaceta“ verdffentlicht die Ernen⸗
nung Prims zum: Marschall. Dieser hat den Militärs aller Grade
die Theilnahme an politischen Verhandlungen untersagt, weil da
cunter die militärische Disciplin Noth leide.

Außland
Petersburgs. Novp. Anläßlich der Besprechund einer
zvom Unterrichtsminister Tolstoy in Warschau gehaltenen Rede

iber? Pauflavismus bemerkt die hiefige „Börsen⸗Ztqg.“: Im

juteresse seinet eigenen Kraft sei Rußland weit entfernt, sich die

Slavenstämme unterwerfen zu wollen 5yes wünsche weder Bul—

jarien noch Konstantinopel, weder Gilizien noch Böhmen zu be—

itzen; es verlange ledig freie, ungehinderte Entwicklung und ba
lage die „Bedrücung? derselben, in O sesterer e i ch zund der—

Drx kei. —— i —

F Amerika.

New-⸗NYork. 6. Nod. Aus San Francisco wird gemeldet,
daß gestern Adend dort ein heftiger aber ungefährlicher Erdstoß
verspürt worden iittttttt.

New-York, 6. Nob. Nus Cuba wird gemeldet, daß
amtlichen Nachrichten zufolge die Insurgenten aller Orten sich un—
erworfen haben und fernere Ruhestörungen nicht zu besorgen sind.

— — — — — — — — —

Vermischtesßs.
.Zweibrücken, 83. Noo. Heute wurde der Wieder-Be—
zinn der ordentlichen Sitzungen des königlichen Appell itionsgerich-
tes der Pfalz im neuen Justizgebäude, dem durch Pfalzaraf Gu—
tav Samuel Leopold 1720 im Renaisaucestyle erbauten Schlosse
mit einex längeren Rede des königl. Generalstäatsprocurators Hru.

o. Schmitt eröffnet,5

1Auf derBischheimer Treibjagd am“4. Novb. wur⸗
den 156 Hasen geschossen. Das Wetter war sehr ungünstig,
onst waͤre das Ergebniß jedenfalls viel bedeutender gewesen.

Bad Homburg, 24. Oct. Wie man hier gerüchtweise
rzählt, habe einer der Pariser Stadträthe kürzlich an den Spiel⸗
hächter Blanc dahier die drei folgenden Fragen gerichtet mit der
Bitte, sie sofort zu beantworten: 1) Wie viel Fremde sind wäh—
tend der Saison in den Bädern von Spaa, Ems, Wiesbaden,
Baden⸗ Baden und Homburg anwesend? 2) Wie, piel verzehren
ziese Freuiden daselbst täglich im Durchschnitt? 3) Welches iß
die Summe, die die Spieler an den fünf Spielbanken dieser
Bäder verlieren? Blanc habe äuf die erste Frage geantwortet:
vie Zahl der Fremden beläuft sich wenigstens auf 100,000. Auf
die zweite Frage: die Durchschnitiszahl der Ausgaben der Fremden
ist, auf einen Fremden nur 15. Fr. täglich gerechnet, im Ganzen
eine und eine halbe Millien ag Der Verlust der Spieler
während der Saison betrage an den fünf Spielbanken ungefähr
15 die sich folgendermaßen vertheilen: iin Wiesbaden
und Enis werden 493 Millionen verloren, in Homburg ebenfalls
43 Millionen, in Baden⸗Baden 4 Mill., in Spaa2 Mill.,
macht, wie gesagt, 18 Mil.

7 Paris, 4. Nov. Die gestrige kaiserliche Jagd im Ver—
ailler Walde ist sehr glänzend ausgefallen. Es wurden 1387
Ztück Wild erlegt, wovon der Kaiser 284 tödtete. Ihn übertraf
nur Graf de Nieuwerkerkee, der noch mörderischer auflrat, als der
daiser und 297 Stück Wild erlegte. Es scheint, daß er in seiner
Jagdlust ganz die Pflichten eines guten Hofmannes vergaß. Die
Faijerin sand sich Ende der Jagd ein.

225 — 2
——
5 34.
Tuch- und Buckskin-Lager.
J. ISchüler. am Marktplatze in Zweibrücken
mpfüchlt zur bevorstebenden Wintersaison sein reichhaltiges Lager in
Ru cIasIcim
in den neuesten Lambrechter, Niederländer und französischen Fabrikaten; dabei beachtens⸗
werth mit bedeutend ermäßigten Preisen einegroße Parthie
Feine Winterbuckskin von fl. 2. an bis fl. 5. pr. Elle.
Schwarze, schwere, feine Tücher von fl. 1. 86., fl. 1. 45., fl. 2.
bis fl. 4.
Graue Tücher von fl. 1. fl. 1. 20., fl. 1. 40. bis fl. 2.
Joppen⸗, Jacken⸗ und Mantelstoffe aller Art in allen Farben von
fi. i. . 1. 24. fi. I. 45. vis si. 2.
Nachträglich noch eine Parthie Tuch⸗ und Buckskin-Reste für Knabenanzüge
unkerin Fabrikspreise.

HeirathsGesuch.

Ein solider junger Mann im kräftigsten
Mannesalter und angenehmen Aeußern,
der schon seit einigen Jahren ein gut ren⸗
hables eigenes Geschäft betreibt, wenig
oder gar nicht mit der Damenwelt verkehrt,
sucht auf diesem Wege eine Lebensge-
fährtin.

Eine gute bürgerliche Erziehung, un⸗
genehmes Aeußere, Herzensguüte und son⸗
stige Liebenswürdigkeiten verbunden mit
mehreren 1090 fl. Mitgift werden voraus⸗
gesetzt. Photographien und Correspondenz
mit der Chiffre S. H. beliebe man ver—
schlossen an die Expedition dieses Blattes
einzusenden. Strengste Discretion wird
zugesichert.
Meinʒz, 6. Novb.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal⸗
ter à 140 Pfund — fl. — ir. — Rog⸗
genmehl ditto — fl. — ir. — Weizen (200
pfd.) I1 fl. 30 tr. — 12 fl. — in. —
dorn (180 Pfd.) 10 fL. IO kr. bis 10 fl. 15
(r. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 35 kr. bis —
J. — vafer (120 ppfo.) 5 fl. 35 tr.
zis — fi. — fr.

——

Vor circa 8 Wochen ist iir eine Gans
ugelaufen. Der Eigenthümer kann dieselbe
Jegen Bezahlung des Futtergeldes und der

Einrüchungsgebühr bei mir in Empfang
nehmen.
Johannes Selzer.
Redaction. Druck und verlag von FJ. X. Demeß in St. Ingbert.
        <pb n="533" />
        * 38 22
38 —&amp; 22.2 72 22
2— — —z 53253552333 7 8 E
— —2 —8 5 322 2 828
255258 — —J 2 238 538253583 —53 22
2223* 525 2 225 5 55 8 523335358 — 2 *528
58——332 23253 3ñ358 —25253357 2 — *
7 8. . 2 * 2 — * *
A—— 5523 228* z333 2 68—3
2385 25535 ———— * —— — ——— s8 25
— ——— — 2.3* 5 5828 — — ——
22 —3 — * 5* 8 *z82 —55 —A———
523 —5383 z357 52 6235*53 38335* —k
8 522 —— — 222* 7 —E 2 —— 528 SFSe
—78 252——4 23 3— D*»55 28 —835 3235 55
5 —55 23258 —A 52 23 255 5* z 55*
5368338 3538 * 5525 7 —8 —33 2
—XEISI — 2222 —5522 c8 7—
eti * · 2 22 8 — m7 2* z
s 3 — ——8 23 55 : 82 5 35 z752 —9
323535783535— —86 —X3 — 3553*383— 8335 27
2Ecs S —88 — ——
— 38 2 — 5252 53 3 5 — — 752
— — 55 2 8 52—2 2 3* 25 * 528 7
s5ẽ 5 2 528 2*35535 —5 8 2332433353 552 838 53
* — * .532* — * 22 2 — 512 —7 —5
* — —227 * ——— d ae * —— a 2. 2 5 — 8
55 —5 — 25. 3 ; 721758 55 —873358 33325 *
3537 5683 732 55 s55 54— 33 3 3323333
— ———— 2 —35 522* — 53 33 — 5—238 —
5 —— —255 *23—235525 — 322233 —A— —A— 2
* 538 —— *—I 55222 8 ——22cE 2 —
s53s . 35758* 5s— 333
2535 7 —* * 2S8 5 * — * 5 * 2 — 5 — — 2 2*
—25 2 5522 282828532ia. 53* 225 — 75 5*7— *8 237 —— —
—55535 23 3 —5 2 38 * z2323 — 23. *5
8 2* 34 25387 7823235 5558
—2 555 * 2E. —z3 2585 32* —2 2 25 3223 —2
55 — 53 533537 —3 3 8
— 5 c. —— —A — — 5 * 52235 —88 — — 25 1
—A z256 55555 —as 7558
— X 9 2* — 25 S 55 —E—— F
252 —2——
— 28
5 56 533838533568
— 32 2 3
2,5 25 —35353*533 —AFE e
23 3281 3333363 32333
45183 — 2* —ãAä S 2535 27 ———
5 5—4 8* 5 227 3775856
—— * 22235 328* 822538 —
2824 —A — * 2 8 2 22123 8 5—5—222
2 —ck—— 2 5. 5352 32E75 — 3 5 —
3 25325 *22* 7 — 2257 — 25 27 3 3553
* —5*535. * 5 * 2228375 5—558555338
2 232 225 8* — z2353—531325 —32352
8 225553 5 53833 52 835*9 2
— —— s3* 3c3 ——2552532
8* A *23 —— — 2282393 53
86 —5 22 23537 5582 2ERA S —A——————
— * 2 2 552 22 — 5— 8 — 22 — — 5
—7ð — —— 23 22 — — M2222 —— — — ——*22 * 2
— 77 83828* —— 278*8 — 52 752* *—5352385 8 — 5 5 5— 53
2 — — 22 5228227 522 555 * 3 222 2
—E S — — z352438325 —33588
—A—ã 71 82*82 552255 E5832* 335 .X * c28 — —
54—3 3 A 233753873533*
* 87 2* —2 * eñnñ * 232 55 *8 —A 8 32
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der StIngber! er“A n — tmit seinem Unterhaltun⸗ sblatte erscheint wochentlich dreimal! Dfe —J Doir ner⸗ tas
and Samsfag., Abonnementspreigz viexteljährig 45 Krzr.oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit, 8 Krzr. die dreifpaltige Zeile
DVVVVV— Blattschrift odet deren Naum berechnet. J— er e e
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Nro. 135. —* 3 33
—V — — —— 835 —4 A — —— ——— — —
ere J 2 2137 Dentschlanden ——J
e Mauümnchen 8. Nov. Die Ernennung des Hrn. Abgeord⸗
neien und Appellationsaerichtsprasidentend. Neumayr zum Präsidenten
des obersten Gexichtshofes soll gegen Ende Decemberrnach Erle—
digung des Cioilprocesses im Gesetzge bungsgusschuß der Abgeord⸗
nelenkammer erfolgen. νν
Munqhhen/ 8. Nop. Rachdem nunmehr der. Präsengzustand
der Compagnieũ der Infanterse- und Jägerbataillone auf 990 Maun
festgesetzt, und dadurch die Nblihteit größeren Uebungen gege⸗
hen ist. wurde bestimmt, daß während des Winters bei; mur eini⸗
germaßen guter Wilterung so viel wie möglich größere, Märsche—
uͤbungen im Recognosciren, Sicherheits und Kundschaftsdienst
porgenommen werden sollen. Wo in einer Garnison mehrerxe Trup⸗
dengattungen stehen, soll immer mit gemischten Waffen — Infan⸗
zerie, Cavallerie, Artillerie 2*hdüsgerückt werden; bei allen Aus—
rückungen solb die Mannschaftez immer, Feldmäßig adjustirt und
ausgerüstet sein, damit sich, dieselbe an dien Anstrengungen und
Mühen gewöhne und zu Küchtigen kriegsfähigen Soldaten heran⸗
zebildet werde . qν .
Der, Koͤnig hat sich nach Hohenschwangau begeben. —
Die Königin Mutter ist gestern Abends hiereingetroffen. —
Prinz Otto ist von seiner italienischen Reise wieder hierher zu⸗
tückgelehrt. — Der Generalauditor J. v. Schmitt, Referent im
criegsministerium, wurde auf die Dauer eines Jahres in den Ruhe⸗
tand versetzt. iett .
—München', 9. Nos. Der oberbayerische Landrath hat einen
Antrag, höheren Orts die Fregebung der Brodtaxe anzuregen an
genommen.. n e e e e
Münch einn 9. Rov.“ Beider außerordentlichen Wichtigkeit
und- dem Eiuflusse, welche das Eisenbuhne zund Telegraphenwesen
sowohl auf die Kriegführung den Allgemeinrn, als auch auf, die
Eutscheidungsschläge, während« derselben. hat, wurde angeordnet, daß
von den verschiedenen Abkheilungen, besonders dem Genieregi—
mente, Mannschaften der Uddbung hatber im Einvernehmen mit
den betreffenden: iSteslen zur den Eisenbahnen⸗ kommanditt Wwerden
sollen. um so weit ausgebitdet zu werden daß sie bei Militür
zjügen den gewöhnlichen Dienst des Betriebspersonals zu verrichten
im Stande sind; hiezu jotlen jedo Heanur Leute nus der Meservi
genenimen: werden.iel .
33 Im xLiner seiner-letzten Rummernehetzt der saubere Münche⸗
nern Volfshotedie Getirindevorsteheren zum Ungehorsam' gegen
die Bezirksämter auf, und erklärt diee Regierung für“ eine? Partei
gegenüber der Geistlichkeit, ünsichtlicht des Schulgesetzentwurfs! Er
macht die Minister Lächerlich und sucht überhaupt die Staatsau—
totilatꝰ natilrlich zu Gusistender⸗ Autoritut des Tlerus — Iu
untergtaben. .4
utz der West pful z'wird dem Pfalz urfer geschrieben:
In Betreff der Unterrichtsdauex in den deutschen Sqhilen hat.
dienkale Regierunge der. Pfuize Kammerdes Iunern“unter'm'
29. b. M. Leine weisere. Entschließirig erlassen, die alfblantet
Die Entschließung vom 7. Octobet“. Is.'scheint nicht“in“ vlen
hrenf Bestimmnngen dichlig stänben worden zü sein Es wird
deshalb zu deren Erlduterustg folgender bemerkt. Ausgehend von
dege schon Durche 838 den gl. Verordnung wont 17. Dec 1825
die Formation, den Wirkungskreis Ande Demi Geschäftsgang der
obersten Berwaltungsstellezr batreffend, ausgesprocheuen Grundsatze,
daß Die, unmitftelbare- Leitung des Volksshülwesens unter Aufsicht
der Districtsschulbehörden; Den Ortsschulbehörden zueüberlafsen sei,
wurde bezüglich der Regelung derjenigen; Berhältnisse, welche auf
orzugzweiser Würdigung besonderer rtlicher Verhältnisse beruhen,
diesen, Behörden die entjprechender Wirkfambeit überlaffen. Esist
dies insbesondere bezüglich der Festsetzug des Beginnes-der Un⸗
terrichtsstunden und der Gestattung der Ernteferien der Fall. Was
den erfteren Puntt hetrifft, so wurde einfach die Stund nzahl für
den Sommer festgesetzt, wobei die Zeit bon Morgens 6 10. Uhr
als voxzugsmeise geeignetgnns Auhe ngefaßt war. Hlerdurch ist
aqumentlich ein späterer Anfang für die Schüler der unteren Ab⸗

theilung; der ersten Klasse nicht ausgeschlossen AcDie Ernteferien
ind durch den Landrathsabschied vom I3. Mopember 1858
Anth. IV. Ziff. 3 (Amtsblatt 18885Seite 1583) auf Antrag
des Landrathes der Pfalz in der Weise genehmigt worden, daß
da. wo die örtlihhen Verhältnisse es zweckaiüßige erkennen. lassen;
die für die! Ferien gestattete Zeit in Erntenz und Herbstferien abge⸗
cheilt werden-dürfe. Hierbeinsoll aber sorgfältig darüber gewacht
zwerden, daß diese Anordnung michtzu einer-die vorschriftsmäßige
Zeitdauer übersteigenden Erweiterungder Ferien benutzt werde
Bei verständiger Benützung dieser Erlaubniß, welche sich in Ziffer
5. der angeführten Entsrhließung vorfindet, wird ohne Benachthei—
ligung des Unterrichts allen häuslichen Bedürfnissen genügt werden
können. Daß die unmittelbaren Schulaufsichtsbehörden von solchen
Aenderungen jederzeit Kenntniß haben müssen, liegt in der Naiur
der Sache. Die unterfertigte Stelle versiehtsich deshalb von den
rtußeren Schulbehörden eines gewissenhaften: Vollzugs der getroft
fenen Anordnungen, wobei darauf hingewiesen wird, daß es den—
selben jederzeit unbenommen ist, Aenderungen, welche inbeson—
deren örtlichen Verhältnissen begründet sind / bei unterfertigter Stelle
zu eantragen. F
Speyer, 6. Nov. Der, in der Landrathssitzung vom 6.
November gemachte Antrag des Hrn. Rothhaas, die Umwandel—
ing isolirter Lateinschulen in Realschulen betr., lauket:
„Mit der Errichtung von Lateinschulen in den bedeutendsten
Orlen der Pfalz wollte man gleichsamm in allen Theiten des Krei—
ies Gelegenheit zur wissenschaftlichen · Vorbildung bieten. Diese
Finrichtung war s. Z. eine höhst zwechmüßige, denn sicher wäre
manchem tüchtigenejungen Manne die wsseusrhaftliche Bahnn ver⸗
ichlossen geblieben; wenn ihm nicht die Meittel der Vorderritung
so nahe gelegt worden wären. Jetzt aber, wo die Vertkehrsber
hältnesse ganz andere sind. die Eisenbahnen mnach allen Richlungen
gehen, und mit ermäßigter Taxe benützt werden können, bessehl
auch für den Besuch eutfernt gelegener Anstalten keinHinderniß
nehr. Mit Rücksicht hieruuf Und auf den Umpand, daß in neuerer
Zeit das Studium sich weniger den humanistischen und vorwiegend
en Realwisfenfschaften zuwende, dürfen minzehr im Ganzen 6—28
Jateinschulen in der Pfalz voslständig; hinreichend erscheinen. In
Folge der großaxtigen Entwickelung aber der Industrie, des Han⸗
dels; der Gewerbe und der Landwirthschaft, der mächtigen Ent⸗
faltung überhanpt; aller bürgerlichen Lebensverhältnisse, ergibt! sich
die Nothmendigkeit einer erhöhten Bürgerbildung. Diese kann
aber micht in unserer Volksschule, obwohl dieselbe ihre volle Schul⸗
digkeit thut, erworben werden, sondern in ⸗gut organifirten, mit
tüchtig wissenjchaftlich und praktisch gebildeten Lehrkräften bestelb⸗
ten, sogenanuten höheren Bürger⸗ oder Reulschnlen. Der Land—⸗
cath⸗glaubt sohin, daß es im Interesse des allgemeinen Unterrichts
und einer wichtigen Zeitforderung eutsprechend wäre, mindestens
die Hätfte und zwar die minder frequentirten der in der Pfalz
bestehenden isolirten Lateinschuten ijn Realschulen umzuwandeln
AIide —nmit Kreisunterstützung überall solche bürgerliche Fort-
bildungsanstalten in's Leben zu rufen, wo sich das wirkliche Be—
dürfniß und die Bereitwilligkeit der Districte und Gemeinden be—
züglich der Geldmittel darbietet.“ —
Wiensteschacheichlen..ne
Der Schuldienstrxfperkant. Georg Konrad von Dielkirchen ist
um Schulverweser an der prot Schule zue Herschweil er· Petera⸗
reim der Schuldiensterspectant JacobenBertram aus Ukmei zum
Schulverweser au der prot Schule zu Konken, der? Schutverweser
Jakob Pflug von. Westheim zum VLehrer un der prot. Schulezu
Miescubach und der bisherige Schulverweser Johannes Sommer
zu-Haßloch zum Lehrer: am der oberen kath. Schule daselbst ernanm
worden ,. 07
Stuttgaert, O.n. Nov.Wien der „Württemb.Staan⸗
anzeiger“ meldet, ist auf der Geitlinger Steige (zwischen Ulin und
Böppingen, in der letzten Nacht: ein Güterzug verunglückt.“ Die
docomotiue und mehrerey: Wagen wurden zerrrümmert Mehrer
        <pb n="536" />
        Wagenwärter sind theilweise todt, theilweise schwer verwunoei.
Der Gulerderl hr gauf der Streche ist in Folge, dieses Unglügs—
falles eingestellt3338 72 *

Wien, 11. Nov.“ Ptesse“ meidet.⸗daß Verhandlungen
stattfinden zu dem Zweck die Einmischung. einer einzelaen Mu cht
in die inneren Amzebegenheiten der Tonaufürstenttzümer aus zuschlie⸗
hen und demgemäß den betreffeuden Pariser Vertrag abzuũndern.

Am 9. Rov. 1848 wurde Robert Blhumi in der Brigit-
jenau zu Wien erjschossen. uns seine Leiche auf dem Shinderkarren
sortgefuͤhrt und zerscnitten, damit selbst seinen Resten nicht die
Ehrerbielung des Volkes erzeigt wecden könne.

Paͤris 8. Nov. Der „Avenir hatlonat““ und die Tri⸗
hume“ find heitte Peorgen mit Brichlan velegt worden. ¶ Den n ⸗
laß gab die Suhseription für das Baudin⸗ Denkmal, welche den
Fharacter eines Manbvers habe, berechnet, den öffentlichen Frieden
zu suiren, und zu Haß und Verachtungegigendie Regierung auf⸗
ureizen. Mehrve Prwoiüciatblätter⸗ namentlichd en Disoussionꝰ
in Vyon, wurden ebenfalls mit Beschlag belegt. — Wie es scheint
rinimt man es im Ministerium⸗ des Innern mit der gegen: die
weranstalter der Baudin⸗Subscription eingeleiteten Unterfuchung
sehrrernst. Namentlich scheint es mit derselben darauf abgefehen
uu sein, für den bevorftehenden Jahrestag des Stautsstreiches vom
. Dezember mißliebigen Kundgebungen vorzubeugen und über⸗
ynupt die ceintichen Reminiscenzen dieses Ereigunisses, welche durch
gus Buch von Teuoi und die Pamphlete von Rochefort, Ulbach u
.w. aufgefrischt wurden, noch vor der Epoche der allgemeinen
Wahlen zum Schweigen zu bringen.“Die erwähnte Untersuchunc
gründet sich auf Art⸗ 2.desnherüchtigten Sicherheitsgesetzes von
i58, welcher wie folgt Lautet: Mit riner Gefungnißstrafe von
imem Mongatebis zu zwei Iahren und mit einer Geldstrafe von
100 bis 2000 Franken, wird ein jedes Individuum bestraft,
welches rin der Absicht, den öffentlichen Frieden zu. stoͤren, noder
zum Huß oder zur Verachtung der Laisexlichen Regterung aufzu⸗
reizen, Umtriebe angestiftet (pratigue des manoevresoder ein
dinverständucß seies mit dein In⸗“ oder Auslanden uuterhalten
hat.“ CObgloch mit diesein Artikel und dem elastijchenn Wbonte
manooevres jede: Antlage mbglich ist, so liegt doch gewiße ein mert⸗
würdiges Gestäudneß variu,wenn die Reglerung ns einer Hul
digung für Das Gedächtniß eines Opfers des Dez. eine Aufte
gung zum Haß zuud zur Vernchtung gegen sie, die taijerliche Re
gierning crylicken weilrun Nach der Doctriu der gemäß gieͤ Impe
rialisten war der Staatsstreich vom . Dez. ursprünglich etwas
Ungejetzliches, eben ein Staatsstreich, welcher erit Ex post durch
die Squction des Stimmrechtes legalisirt wurden; die. Opfer jenes
Tages waren daher⸗mnach dieser Theorie, wenn nicht Martyrer, so
doch gewiß: voch weniger Verbrecher.“ Dies ist aber, wieses scheint,
nicht die orthodoxe Lesart des Imperialismus und der Igegen oden
Abenir“ aund denMeveil? ringeleltete Proceß führt uns in die
schönsten Tage des Mimifteriums Espinasse zurüch. 4
Der „Conflitutiounet“ ubringt nachnehenden auffallenden Ar⸗
tikel: „Briefe aus Berlin sprechen von einem Comiter preußischer
Patrioten, welches sich zu dem Zwecke gebildet hätte, adie Bevol
lerung des Großherzogthums Luxemburg für die Idee der kunf⸗
zigen Eindverleibnug dieses Landes in Preußen zu gerziunen. Ohuꝛ
diese Beiuhungen, zu welchen, wie man jagt. Privatteute die In
Kialide gtubinmen haben, mehr Bedeutung als wöthig beizulegen,
derdient es mnicht minder bemerkt zu werden, daß französische ve⸗
molratische Blaͤttet giade in diesem Augenblicke viel Aushebens
bon der: luxemburgischen? Verfassung machen, und daß sie die Be⸗
vdlkerung anffordern, dieselbe nicht gegen die —XV
reich einzutauschen: an Preußen wollten sie wahrscheinlich sagen
und damit im Voraus auf die Propaganda des preußischen Eo
mitee's antworten.“: Diese Mote macht sowohl in der parijer po⸗
litischen als auch Finanzwelt einiges Aufsehen, da sie ein sonder⸗
bares Echonnuf die so versöhnliche Thronrede des Königs Wilhelm
zu fein scheint, und im auswärtigen“ Amt unangenehm berühr'
haben soll.

Der in Paris erscheinende ultramontanische „Reveil“ bringt
unter der Ueberschrift: „An die Landleute,“ einen Artikel, worin
er dieselben über die wahrem Bedürfnisse des Landes zun belehren
sucht Aud'iste auf die mancherlei herrschenden Uebelstande auf merk⸗
jam nacht; Er weist ihnen zuförderst nach, daß es die Revolution
war; der sie die Befreiung aus dem Ioche der Leibeigenschaft ver
danken, daß dieselbe aber nicht bei diesem Schritt geblieben ist
sondern, daß fie es auch ist, die ihnen Recht auf Bodenerwerb
haben Wenn Manches nicht sei, wie man berechtigt wäre, es zu
fordern, so liege det Grund darin, daß man den Grundsätzen der
Revolution ungetreu geworden sei. Besonders führt der „Reveil“
das Drückende des Militärdienstes den Landleuten vor, als derje
nigen Classe, welche am härtesten: dadurch betrofsen wird. „Ihr
wißte“ sacts er. daß zu Friedenszeiten die Armee iedes Jahr 401

bis 500 Millionen Unterhaltungskosten erfordert. ohne die verloren⸗
Urbeit van 7—800,000 Menscheu zu rechnen, die in voller Kraft
dastheud, zu Trägteik-der Casrnen oder der Lager verurtheili
ind, und dieser Verl ust stemict unter 7—800 Mull onen, im
Ganzen“ ungefähr 1923 Milliarden im Jahre, 1253 miilltonen
monatlich.“ *We F
In einem „die Reaction“ überschriebenen Artikel äußert das
Siecle“: „Die Reaction, besiegt in Rom, wo sie nur noch
durch die Bajonette. der papftlichen Zaven aufrecht ethalten wird,
besiegt' in Orsterreich. wo mian' das Concordat uber den Haufen
werfl, bestegt in Spauien von der Revolution, hatein Fraukreich
seine Zuflichtstätte aufgeschla jen. Hier ist es, wo ihre Auhänger
ich mustern /7bewaffnen und verschauzen, un zu ——
berlorene Terrain wieder zu gewinnen. Die Reactisn hat bei
ins eine ganze Armnte von Fanalikern, welchẽ sich eiñtkseits im
legitimistischen und clerikalen Lager und andererseits im Lager
der Imperialisten ijynd Autdritäre' recrutirt. Deese Armee hat bis
jetzt mehr Lärmgeinacht als gehaitdelt, allein vien id nichtz desto
weniger gefährlich, weil sie einen Stützpunlt findet an der Furcht,
welche die Verwaltung der Regierung einflbzt. Die Bluitter des
Throues und des Altars mächen gemeinshaftliche Sache gegen die
Revolutionäre und die temporelle Macht des Papftes ist das Schlacht
roß, das reihumglle: reactionären Publicisten besteigen.“
6
iνι Englanud⸗
u Lom'd o n6. Nov. Der irländische Postzug stieß auf
der Great⸗ WesternBahn bei Newham mit einem Viehtrans
portzuge zusammen.!Mehrere Passagiere wurden theils getödtet,
heils detwundet. .... 46
— F Echweiz. ah 2 ** —
Gemif, 3. Nod. Vor den hiefigen Assisen werden am 20
d. die Verhandlungen des Processes gegen die zahlreicher Gifi⸗
morde augeklagte Krankenwürterin. Jeanneret beginnen, welchen
das Publikum mit grötzter Spannung entgegenfihleKürilich
Heitin der uaturwissenschaftlichen: Gejellschaft dis Rantons Grau⸗
Fünden der Forstinspeltor Coaz etnen Vorktapübet die waähr⸗
cheinlichen Ursachen der-heurigemeUeberschlvemmungen,welchene
hauptjüchlich in der Eutho Uzun g dier⸗ Foorate n zu ent
decken gluubt? eine Ansicht, Ddie Mon deasnueisten Sachvesländi⸗
gen geiheilt wird. Dem Verschwinden der Gletswer .willer Va⸗
—
irtigen Unterstittzungen, wesche aus dem In⸗ und Ausland fir
die Ueberschwemmten eingingen, hört man jetzt häufig die Mei⸗
nung aussprechen: Die Eidgeuosseinsch ift Wwerde, um dem furchtbaren
Nothstaud gründlich abzuhelfen, zu einem größeren Anlehen gend⸗
thigt sein, «dae für den Unterhalt von Tausenden von Menschen
bis zur nüchsten Ernte gesorgt werden masse. — J
aenFlloren z, 10. Non. Baron-Hübner ist in Rom angekom⸗
men. — Bei Eröffnung der Kammern wird der Finanzminister
inen Nachtrag zum Budget Zeinbringen, wodurch das Deficit finr
1869 auf 70. Millionen herabgesetzt wird.
Palermo, 9. Nov. Der Polizeichef hat ein reactivnäre
Tomite entdeckt. Proclamationen mit den Worten: „Es lebe die
Selbstständigkeit Siciliens“n wurden mit Beschlag belegt und mehr—
fache Verhaftuagen votgenoumen .
J Evpanien. —
Die Tandidatur des Herzogs von Montp enfer
st — nach der „Liberter — seit zwei Tagen ensjchieden⸗
aufgegeben, da derselbe die ihm gemachten Eröffnuugen nutcht an
genommen hat. 243 H
Madrid, 10. Nov. Das Wahlgesetz ist nunmehr publi⸗
irt, Alle 25jährigen Spanier sind wahlfähig. Die Wahllisten
werden am 25. Nov. geschlossen.
J J Vermischtes. 9 12*24
7.Gestern Vormittag um 11Uhr wurde im Fruchthallfaule
in Zweibrücken dem prot. Kirchenrathe und Decanatsverweser Hrn.
Peter Johann Krieget das ihm von Seiner' Majestät dem Könige
für ehrenvolle fünfzig Dienstesjahre allergnädigst verliehene Ehren⸗
treuz des k. Ludwigsordens feierlich üperreicht.

7Das Zweibrücker Tagblatt bringt eine Zusammenstellung
dessen, was früher auf der bei den Zweibrückern berühmten Buben⸗
hauser Kirchweihe verzehrt wurde.“ Es war dies im Jahre 1882
während der neun Kirchweihtage; 91 Spanferkel, 2alte und 240
sunge Rehe, 22 Hasen, 6Welsch⸗Hahnen und Hühner, 20 Gänfe.
140 Enten, 200 Hähnchen, 86 Pfd. Fische, 18 Stück Schinken,
114 Ctr. Rouleau. Va Ett. Preßkopf, 62 kalte Pastelen, 25 Pfd.
Schweizerläs und für 37 fl. Brod und: Weck. Hierzu wurde ge⸗
rruirten: 4 Obm . Laubenheimer und Niersteiner än Boufteiilen
        <pb n="537" />
        Fuder ordinärer Wein der Schoppen zu 8 kr., 12 Ohm do zu FUnsinnige Wetten. Ein Schweizer ging dir Weite
19 Ir., 4 Ohm do. zu 12 kr. der Schoppen, 2 Ohm rother ein, in 6 Stunden 25 Cigarren zu rauchen: dagwischen durfte ax⸗
varmer Wein, Fuder Kaffee, Thee, Punsch, Limonade, zusam⸗ blos ein Glas Bier trinken. Der Raucher gelangte nur his zunt
nen 189 Pfuund Zucker zc. hierzu. 834 Stück Citronen, und 140 neunten Stück; dann mußte der Arzt geholt werden, der die Spus
Maas Milch zu Kuchen. Nuit, schimpfe man uoch üher: die Ge⸗e ten der gunsiunigen Nigotinvergiftung mit Mühe wieder entjernten
nußsucht dex J tztzeit ! gieeoe Kin anderex führte ich in Folge einer Wette 84. sage vierund⸗

KaiserslauteernzH. Nov. Gestern fand dahier die achtzig Tassen Caffee zu Gemüthe. Auch hier mußte ärztliche Hibft
regelmaͤtzige Generaldersammlung des -, Pfälzisjchen Sängerdundes“ herbeigerufen werdenn7 55 9
statt. Vert e en waren die VereinezBergzabern. Billig jeim, 7Die griechische Kammer hat nunmehr die den Erben der
xᷣdenkoben, Ho bspeyer, Homburg,e Kaiserslautern, Ludwigshafen, verstorbenen Königs O nta für den in Athent von ihm aus
Maikammer, Ott rberg, Spryer, St.Martzin, Zweibrücken und einen Privatmittein erhauten Palast zu leistende Entschädigung
Saandrücken. Nachdem der Jghreshericht entgegengendumen war, zenehmigt.. J 11
wurde dir Frage der Abhaltung gines pfälzischen Säugerjestes im, 7 Die neue Synagoge zu Newyorkist nach zzußerer und in⸗«
Jahre 1869 besprochen. Esmeldete sich keine Stadt zur Ueber⸗e nerer Ausstaitnug ein Prachtbauwerk. Der Teuwel- steht in der
iahme dercselnen Maikammer dagegen erklärte, daß es gesonneu 43 Straße (5, Ahenge)Seine Herstellung kostetn über 6S0. 000
ciz autf Pfingsten ächsten Jahres auf der Kalmit ein Gaufest zu, Dollars, die — für den Wohlstand der israelitischen Cultusgemeinde,
jeiern, zu welddem zahlreiche Einladungen an die Vereine ergehen, ein sprechendes Zeichen wereits gedeckt sind. Kürzlich fond
würden. Diese Mittheiluug wurde mit Dank entgegengenommen die Versseigerung der Sitze statt. Die ersten 20 Sitze brachten
und beschlossen, Ende Mai oder Aufangs Juni nächsten Jahres 140,000 Dollars ein, die nächsten 20 ergaben 114, 000 Dollars,
eine moöͤglichst allgemeine Sängerfahrt nach Dürkheim, resp. Har- und obwohl bis jetzt noch nicht alle Sitze vergriffen ind, üherfteigt
denburg uund Limburg zu veranstalten. Die Rechnungen gaben zu der Erlös die Baukoslen doch schon -um circa 200000 Dollars
ꝛner Erinnexung leine Veranlassung und wurde dem Musikverein Der Tempel ist im maurijchen Stile gehalten, 184. Fuß lang
Naiserslautern die Repision derselben übertragen. Das Vermögen und 104 Fuß breit, und hat zwei in Kuppeln auslaufende hohe
bes Bundes betrügl ca? 18500 fsl.. Thürme, jeder zu 170 Fuß. In seinem Aeußern macht der aus

fMäünchen, 7. Nov. Ein neuer Fall, an welchem Rind- verschiedenen Sandsteinarten gebaute Tempel einen imposanten Ein-
zieh durch einen Hundsbiß wüthend geworden, ereignete sich vor druck; das Innerẽ besticht burch eine äußerst glückliche Farbengrup⸗
cmigen Wochen im Dorfe Plixenried, Bezirksamts Aichach. Dort pirung.-Die Decke ist himmelblau, mit goldenen Siernen Khersäel
wurde ein wüthender Hund getödtet, welcher zuerst durch die Rin- dnd wird durch elegante farbige Bogen gesstüht; Bunte Glatzenster
derheerde des Dorfes Sittenbach, Bezirlzamts Fricbberg, gelaufen assen das Licht gedämpft einfallen ünd bewirken die magischen
war und mehrere Stücke gebiffen hatte. In Folge deéssen würde Tinten in die das Gebäude getaucht isßh.
ain. Stier. in Sittenbach unter furhtbarem Toben ünd Gebrüll im 7 Modernet Sclavenhandel.) Die Amerit. Polg Mmacht
Eihe von der Wuth-befallen und' mußten mehrere Rinder, des- darauf aufmerksam, daß in neuerer Zeit azwischenr Rewyork und
Aben Stalles getödtet werden. * — 33 — 53 ã——
tzf Mach den Zusammenstellungen det letzten Volkszählung sind Mentt. Hauser haben jn Hamburg und Vremen ihre — Agenten
F —Be88 vorher 18,446 Petsonen, 8 meist welche in deutschen Zertun en annonciren, daß 3
dem traffigsten Aiter augehörend, nusgewandert. darunter allein durch ihr Aeußeres sigemsrehlende jenge Mochen gz ISaugez
us der Pfalz 340 Perfonen, also uͤber die Hälfte, während in Unten und Gesellschaftrinuen iut. den angesehenstenn aimerikanischen
den drei Fahren vorher nur 3544 Kersonen aus unserer Provinz aus FJamilien gesuͤcht unde glnzend hoorirt werden⸗ viele Bebildete,
gewandert warei. Ein stärkes Coitingent scheinen die Isracliten. ae ofe PWerchen hhon ruf die e Weise an öffentl. Häuser
ur Auswanderung. gestellt zu haben, da sie sich um, 11,3 pCt de
en e 18532 gab es u he e Ein in Rordamerita Indiana) B—————
m Jahre 1867 uöch 49,840 Israeliten. Iut den Jetztenn T5 olgen de Zaforderung welche wit woͤrtli sa drigken Geehing
Jahren hatsich. die katholische Bevötkerung um 6,1 pCt., die Puolitilniꝰ Gerne sind wir ditch ferner bereit, die ————
wotestant sche. Bevötkerung um 5,9 pPCtevermehrt. gratis zu drucken, binen aber, uns dieselben ijchleunigstiriach odet

rantf ür ta e Reb. Deute n der Frühe, als am Pochzeit Jukommen zu dassen, bepor noch auf Ehescheidung ange ·
Todestage: Ro bert Blanm's. wehte von der Höchsten Spitzt dagen ist. Durch zu späte Mubeung haben wir schon öfter
des Pfarrthurmes eine riesi ge schwarze Fahne, welche von unsicht die — nach erfo gter Auflöjung der u Ehe angezeigk
baren Händen während der Nächt in dem unbewohnten und schwer Vꝛe Red. D *
jugünglhichen Thurme nufzesteckt worden sein muß. Erst nach 8 , Gleine Ausgaben) Die Gesammtausgaben für außeror ·

ühr mar das esige Wahrzeichen dem langen ürme unserer Po- »entliche Bedürfniffe des Repräsentantenhauses zu Washington
n
en uun Tu Lin⸗ . 5 ars. ührten Posten finden wir
eed Wee weds uineh Vhiertane für Ppfropfenzieher. Federmesser und andere „Schreibmaterialien“:
n Gns den Leben eines Vaͤltszlehrers.) Die „Marb. 28550 Dollarxs; Reisetosten für den Sergeant at Arms des
Ztg.“ erzählt: HerrMichasel Kaiser, der seinerzeit als Lehrer zu! d in 28 Dollars wenr er nach der Berechnung norde
Si. Martin bei Wurmberg in den wohlverdienten Ruhestand ver⸗ * ei 7 hnn e gauze Erde hatte
setzt worden, ist 71 Jahre alt und bezieht nundeinen bauven Ge— i ꝑ —————— e ind v ei hefti
halt von tiglich zwet — Kreuzern und auch diese nur in Monaten, — on einem heftigen
velche 30 Tage zählen; der 31. eines Utonats wird gar mecht Edbeben ein Am Samstag “ — ugust sties und fiel die
gerechnet.“ Die Kost erhält der Glücliche von den Genossen der S mit ang woh nt Shue igeit und am 17. wurde ein Erd⸗
Schulgemeinde; er macht die Runde in den vier Gemeinden, — ur e — ——
St Martin eingeschult sind; drei ei . — *—3 amam⸗
————
jedem Tagloöhner. Die Wohnung wird ihm von dem Gemeinde — — von Menschenleben und Vermögen derursacht
dorsteher angewiesen. 887 ben. Die Colonie Tusmuga an der Nordküste der Inseln ist
4In Reuseß bei Coburg wird das Denkmal Friedrich Rü⸗ sanzlich Vn. Deeene un der Platz, worauf e
terts. für welches seit etwa 2 Jahren eifrig geiammelt wurde. , r e eeen —
ä — — inem Geburtetag, enthutt da 4 Wieiten iandeinders. unn an de Fuse shenn
Be Kamburg duneiningische Landes parzelle bej n —— V ee Inden inete diee e erg
wurden kürzlich, Huͤnengräbet aufgefunden. Eins wurde“ geöff- 9 lth — —— ⏑——
net. Man 3 neman α —— von — 8 — — große Quantitat der RKegierung hehodrende
scharf zugeschliffen, einen Knochenpfeil und dergl. —— 4 he.

4 Vvie preußische Hauptbibelgesellschaft verbreitelen im Jetzten / e

Jahr mik ihren 141 Provinzvereinen nicht weniger als
0,000 Bibelnnnn. 7(—,

f In Radomischl (Bohmen) sind dreißig Häuser, darunter
daß Rathhaus, abgebrannt. — —PRC
rPrag 10. Nov. Auf der Eisenhahn von Pilsen nach
Brag, bel Horowitz, hat ein Zusammensioß eines Persouenzuges
nit einem Güterzug statigefungen. Gegen 90 Todte und 60

Zerwundete. J

—D Landwirthichaftliches. —RE
Phosbpha ESehr häufig begegnet man der Klage, daß
die Halmfrüchte von Jahr zu Jahr einen geringeren Körnererirag
lieferze Es ist dieses leicht exllärlich. Die Körnerfrüchte entneh—
men dem Boden forlwähread geringe-Mengen von phosphorfaureim
Kalke, diegihm durch den Stallmist um so weniger ersetzt werden,
alz die oft stark betriebene Jungviehzucht den phosphorsauren
        <pb n="538" />
        dalt⸗Ber Futterstoffern flire die Nnochenbilvung derbraucht. — Be—
denkt man nun, wie sehr lange:schon: Die Felder der: betreffeuden
GBrgenden,cuch schonsinnfolge des hertschenden?“ Dreifeldersystenis
dem Kötnerfruchtbau?dieufen, solb muß eBiueinleuchten daß“nnicht
nur die: Quantitat der Kötnererntellis sonderne anche die“ Qualitstt
derselbeunt instetigenn' Sinken degriffen uͤst.n Dem fäßt sich“ unker
denn (obwaltenden Verhültnissoun unr: dirch diee Anwendung! von
sRnochenmehlpräparaten wirksam begegnen. Die Weweise hiefür
liegen mahe; Ddenn wo mau bis jetziz im Körnevertragé: zurückge⸗
lammene Felder mit solchen Mittehn düngte, ergab sich eine nam—
hafteinid gut / rentirende Bermehrung des Ertroͤges und. wie schon
in manchen Gegenden, so namentlich in Rheinhessen,“ die
Hebung des allgemeinem iWohlstandes⸗ mit dem Verbraucher von
snochen inehhl / Hund in Haud gingrund geht/ so wird es auch-da
geschehen, wo man iber geringen Ausfall der Koörnererträge Klage
— 166

autDiie Pfolhügunge ders Samdbodens!t. Mam“ ist viel⸗
jach noch der Anficht,daß der Sandboden immer nur einer schiva-
chhen Pflugurng bedüvfern Betraͤchtet mun indessen die nakürlichen
Ligenschaften des 1Sandes,* so leüchtet ein, daß der Saͤnd in Folge
sener Thätigkeit die in-ihmn vorhaudeen Dungemittel Ichnell? zur

kbtlichtes bringe. Da 78. ihm aber an der'nöthigen Auffassungs-
eruft fehll, so müssen die gelötzten. Mineralstoffe in ihm mehr
oder weniger versinken iind die organischen Stoffe sich theilweise
verflüchtigen;njg Daß also aus Mangelanletzteren: ͤnsbesondere
au Kohlensäure und Ammonigk, dien in der Krumme vorhandenen
Mineralsubstanzen sich nicht rasch genug in Pflanmzennahrung; um⸗
setzen kamen. Hieraus solgt, daß bei! det vorherrschend feuchten
Bestellungsweise des Sandbodens Luft, Wind und Samenbraud
nicht nur einen dem Pflanzenidclchst hinn nachtheiligen, raschen
Teniperaturwechsel veranlassen,“ sondern auch mehr ünd mehr ver⸗
emend wirkein. Daher ist die Aiefere Vestellurig? der Sandfelder
—— verderblich bezeichnet wer⸗
den, die Ackerarbeiten auf solchem Bopenzu häufig in der“ trockes
nen nnd warmeir Jahreszeit vorzunehmen. weil dadurh nur? der
Berlust der? Winterfeuchtigkeit nud⸗ die rasche Werflüchtigung
der idslich machenden Gase der Dünhgerzersetzung! *beschleu⸗
nigt wird. 2 — — . — 8
tI. A eee a F
eate ei e e 4
ue u erde e ι. I R.
—ttttireb “uαι

v 23 —*— — 1 *
— Wirklicher
ur F J 7— u a p —— — De
—29 — u8 9 e r 1 Bi I 6 *
zan Moßnon NMufsaße meineg il⸗ ä e1Ein Buchdruckere un
— ———
» * 4 38 * 1 24 E 1 UC 8 — 2 2
ich mein Lager in u ltuit n gegen Baar zu gesucht in der Drückerei dieses
FlamelIIs in allen Qualitäten gegen Baar 3u latesßs ttg
—XXII Preisen 1 — D
sehr herabgese sbien 7 träß e!àãt BR. MF 29. grucht⸗ Brod⸗ Fleisch⸗ ee. Preisen
eun Zweibrücken, Haup si raße F * —— der Stadt Zweibrücken vom 12. Neb
—* 7 * 274 3 . IiA. ⸗⸗ e j
r 58 ꝙ a Jee zeat peyeg Weizen 5 fl. 57 fr. Korn4fl. A8tr.
Ludwig Lans, Fabri an —— — vvαι S —— 9*
— —V
Die Verlosung der Pferde u. Reitrequisiten —
a uͤmerzeichneten bestehendenn, 3 tr.. Ris hrucht fl. ulr. Hafen
—— Se f. Is r᷑Xe4 fl tr Widen
—sten il4 t. Kartoffeln · fi An bea
n 31. Dezember nä sthin Nachmittags 2 Uhr im 43 fi. taelt Strot I fli Petr per
d eeen eedegadh. vDedeholromachhs AWltade Iuds w iner.üüe abten rnn Riteeö
d Wn Rnd doi mir und meinen; Agrutens nach, eine groͤßere, Anzahl vorräthig 3232 ——
— * höflichst, eingela dem, 2 r. difto Kgr. 8kr.⸗
— e vee
——— —— Ir udtein . Dut is g
ü - u eeri t enina.
⏑ — leisch Ith kr- Schweinefleifch: 180 ir., per
* J wvurde ein alz Dergange J Stock und zwei ne 24 ir. Biere6. kr., per Liter
anden Vineem schone. Speicherlammern sind zu vermiethen Hinter Ba r per Pfanpe
eldbeutel mi — —ß . — —. —EF —
3 üInhen ditzt Wdein Haust den ¶ herrn Phiüpp Raimtrucherxreise der Siceg
Sladl ud fr p A und kanin sogleich bejsgen werden. 9 eKaiserslautern vom IO. Rab.
nüßiten Eigeuthümer auf den —— — ———
Volizeihurtau hier abzuholen, —— — Wehber Jos 8 Spelzlern hfle 33 kr. Spelß 43
———— — 5
5 26 tr Erbsen 5 A tx.Biden: æc ff
c 1J ARumn hII Sinsenie ir per gentm,
. Brodpreise: 6 PfdKornbrod 28tkr
e . 3Pfd. Gemischtbrod 1214 krx. aid 2 Pfo
Da mehrere Bůcer hlesiger Stadt hagi m⸗. Weißbrod 12 fre ιιν V
ich gegem: den Vertrag vom 5.. Janugr ů— —
1868, denb preußzischen Thaler statt zu Fraukfurter Börfe
Lifl Abtr. u fl 48 kr. beim Verkauf pau— eno Rob b
von Bathertiwuaren annehmen. so nigchen eGeidfortenneein nu
wir diesellen hierntit aufmerksam daß dei Breufische Kassenshannr e e
nochmaligen Vorkommnissen der Art gericht⸗ Preußische Friedrichsdor ι νααα
lich gegen dieselben eiugeschritten werder de en ei —— J
⸗ .elücke 9336
wird. A use n — — — 8 3
oFrancs⸗Siu . 3 28α
EP. Imgbert, 12. November 1868. Panher ————
7 80 “—* * ee 33 7 A
RII qyn— baltiges Silber per Zollpfung —
Mehrere Bäckermeister. un en — ——
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n ιια o Nedactlon, Druck ünd. Verlag von J.“X Dieme tz'in Sh Ingbertn
rtrie——σ
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r zor Mittwoch“ und Saustag
fris es .
gemischtes Brod
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

—VV 9 92

Der „St. Ingberter Anzeigeéer“ mit seinein Umerhaliun sblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Don nerstag
und Samstag. Abomementsbpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbhergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeulx⸗
Blaitschrift oder deren Raum berechnet.

ovem ber * 868
Deut schland. Frankfurt, 10. Nod. Die gestern Abend im Saalhau
Muünchem, 9. NodDie⸗ officidse Mittheilung dah sichere abgehaltene vierte Geuerat Versammlung des religiösen Reform⸗
Anssicht vorhanden, es werde dem nächfsen Landtazo'von der Lerein⸗ für Deutschland war nur schvach besucht. Nachdem Ronge
Staatsregierung auch der Entwurf eier Advocatendrdnung vorge- einen Vortrag über die durch ihu ims Leben gerufene Reformbe—
legt werden, mit welcher dann auch die Frage, ob Freigabe wu in Oesterreich g halten, erstattete der Abgeordnete Schmidi
yder Nichtfreigabhe der Advocatur, ihre Erl digung finden wird, Nus Oberstein Vericht üher die erfolgreichen — des dortigen
enthält durchaus nichts Neues. Es ist damit“die für den neuen keform — en, katholischen Ortsgeistlichen und der
Proceß in Aussicht genommene Advocatenordnung gemeint, welche Abgeordnete Ries aus Höchst üder den schädlichen Einfluß der
als. „Nebengesetz' des neuen Processes auch ohne Rücksicht auf die Jesuiten in Nassau. Heaupt gegeustand der Tagez⸗Ordnung war
Forderung ver Frei abe der Advocatur in Vorlage gekommen wäre ie Berathung über die une läßliche Unabhängigtett des deutschen
und welche, wie wir mittheilen können, den Ministerialrath Weis, datholicismus von Rom, und fabte die, Ve sanmlung, nachdem
einen entschiedenen Gegner der Freigabe, zum Autor hirben wird. sßenge die Sache in einem langern lebbaften Vortrag motivirt
Die Freigabe der Advocatur wird eine andere legislative Behand⸗ A folgenden Beschlußg: „Die Versammlung erklärt, daß
lung erfohren müssen. Sie wird analog der dringenden proces- die Vefreinng von der kirchlichen Fremdherrschaft Roms aus sitt⸗
sualen Frage der Aufhebung der Schuldhaft Gegenstand einer ichen und patriotischen Gründen nothwendig und geboten sei durch
besonderen Gesetzesvorlage werden müssen, damit auch bei dieser das Gesetz des Culturfortschritts und beschließt, daß eine Ansprache
zleichdringlichen Frage das Risico vermieden wird, welches durch an die Katholiken Deutschlands in diesein Sinne und Penicne;
sine etwaige Vereitlung der Civilproceßrorlage sammt ihrer „Ne— an die Abheordnetenkammera wegen der Jesuitenmoral voa Gury
zengesetze“ herbeiführt würde. Der Gesetzeniwurf über e erlassen werden.“ Die übrigen Gegenstände der Tages⸗ Ordnung
der Adbocatur wird lediglich das Princip der Freigabe auszuspre- Anstrebung von Communalschulen und Programm des religidsen
chen, den Einführungskermin zu fixiren und die Erfordernisse für Meform⸗Vereins) mußten wegen vorgerückter Zeit vertagt werden.
die Ausübung der Anwaltsrechte zu bestimmen haden. Diese Ronge schloß die Versammlung mit der eindringüchen Ermahnung,
Borlage wird kurz und einer raschen Erledigung fähig sein. Sollte »am modernen Indifferentismus entgegen zu wirken und zu
die öfficibse Notiz ein Einschläferungsversuch gegenüber der täg- ditsem Zwecke namentlich ein Auge auf Refotm der Schul⸗ zu
lich wachsenden Bewegung sein, so wird derselbe als fehlgeschlagen hab en. (F. J.
zeuen maͤssen. —ie ob ben 10. Nov. Von der hiesigen Koufmannschaft,
Mäünchen, 10. Nos. Die Verhandlungen mit Württem- owie von den Handels. Interessenten der ganzen Moselgegend ist
berg über Herstelluug weiterer Eisenbahn-Verbindungen zwischen eine zweite Petition an das Abgeordnetenhaus nah Verln abge⸗
Bayern und Württemberg sind heute im Ministerlum des Aus-Jangen, um den Bau der wiederholt aufgenomme nen M oe
wärtigen wieder aufgenommen worden. Von eere Eisenbahn bis Trier ins Leben zu rufen und die Staatis—
Seite sind hiezu Oberbaudirettor v. Klein und Finanzrattz Knapp nterstützung für dieses allgemmein nütliche . Bahn Prosc zu be⸗
als Commissäre hier eingetroffen. U an pruchen. F 45777
München, 11. Nov. Der Landrath von Oberbayern hat In Ha unover wurden neuerdings wieder wegen
den schon erwähnten Antrag auf sofortige Freigebung der Advo- Absingen des Kukuksliedes dret Frauen aus Pattensen dann fuͤnf
zatur ohne Rücksicht auf das Zustandekommen einer neuen? Ctvils Uunge Leute von Hannover unter Anklage der Majestätsbeleidig⸗
proceßordnung einstimmig angenommen, resp. beschloss⸗m, beim nig eingezogen. J
Justizministerium die Bitte zu stellen, wo möglich noch?— dem ge⸗ — 11. Nov. Die Eröffnung der Sitzungen des
genwärtigen Laudlssze einen dahin zielenden Gesetzesentwurfe or⸗ Bundesrathes wird am 30. Nov. erfoͤlgen. Graf Bismaͤrk soll
ulegen. J whhler sein, wenn auch sein Befinden noch immer Schonung
Zu dem im Landrath der Rheinpfalz von Hrn. Rolhhaas erfordert. — WV
Jestellten Ansrag in Betreff des Volksschulgesetzes er ee — Ein Artikel der „Provinziel Corr.“ über die Finanzlage
„N. Nachr.“: „Zu wünschen ist nur, daß auch die Landrätheder füͤhrt aus, daß die Friedensbolitit Preußens nicht aus finonziellen
anderen Kreise in ähnlicher Weise sich über die Schulreform aus⸗ Bedrangnisfen entspränge, sondern aus dem Wunsche für friedliches
sprechen, damit in dieser Frage wirklich das erre cht werde, was Bedeihen Deuschlands und freundschaftliche Beziehungen zu den
die Staatsregierung mit Recht erwartet, Auftlärung des Volkes auswürtigen Mächten.
gegenüber den Eutstellungen der ultramontanen Presse.“ Bertin, 11. Nov. Gestern Abend ist der 24 Arlikel um—
ünchen, 12. Nov. Tie „Correspondenz Hoff nann“ erklärt ssende italienisch deutshe Postbertrag unferzeichnet porden Ein⸗
gegenüber Verichten in Wiener Blättern, daß von einem MPiitbes acher Brief nach Italien 11.tr., unfrankirt 18 kr., über
jatzungsrecht oder einer Betheiligung Preußens an der Verwaltung 15. Gramm für je 15 Gramm oder einen Theil davon ein
der süddeutschen Festungen oder endtich einem Ueberlassen derselben acher Portofatz mehr.
an die genannte Mecht weder früher noch jetzt, noch bei den Berlin „12. Nov. In Bezug auf die Interpellation deß
züngsten Peilitärconferenzen die Rede gewesen sei. Abgeordneten Löwe (Cartellkonvention mit Rußland) erklärte der
München, 13. Nov. Der König hat, um dem Staats- Minister v. d. Heydt, die Regierung müsse sich zur Zeit die Be—
minister Fürfsten Hohenlohe einen neuen Leweis seines hohen antwortung versagen, ohne jedoch dadurch spaterer Beantwortung
Vertrauens zu geben, denselben unter die Großbeamten der Krone derselben vorgreifen zu wollen. — Der Abg. Eberty beabsichtigk,
aufgenommen und zum Kronoberstlämmerer ernannt. — Der So— inen Antrag auf Abschaffung der polizeilichen Confiscotion den
rialgesetzgebungsausschuß der Abgeordnetenkammer ist auf den Zeitungen und Zeitsehriften einzubringen.
30. Nov. einberufen. Wi en„II. Nov. Die „Presse“ meldet, es seien Verhand⸗
Darmstadt, 11. Nos. Gegenüber von Zeilungsmitthei- lungen über eine allfällige Wänderung mehrerer Artikel des Pa⸗
iungen erklärt Hr. v. Dalwigk: Er habe keine russische Provinz riser Vertrages im Gange, um für die Zukunft jede Beeinflussung
dem Kaiser ergebener gefunden, als Kurland; die neuerliche strens der inneren Angelegenhesten der Donaufürstenthümer durch einzelne
gere Verfahrungsweise in den Ostseeprovinzen habe vor seiner Rück. Mächte anszuschließen. Durch die fragliche Abänderung soll sich
kehr stattgefunden, und, Versuche, das gute Einvernehmen die Suzeränität der Pforte über die Donaufürstenthümer weniger
zwischen Preußen und Rußland zu stören, seien ihm vollstän- illusorisch gestalten. — 7
dig frend. — — Das „Tagbl.“ meldet aus „verläßlicher Quelle“ :.In
Frankfurt,a. M. Die Frankfurter Bank hah den Tis- Bukarest walte die Absicht ob, am 15. Decenber die vollstͤndra⸗
conid von Z anf 320 pGoet. erhöhht LIuabbängdigkeit Rumäniens zu bprnelamiten
        <pb n="540" />
        Wien, 13. Nov. *as Ab edordnetenbaus hat in der
gestrigen Abendsitzung die Minocuätsauträge abgelehut und mit
zroßer Mehrheit die Kriegsstärke von 800,000 Maun mit zehn⸗
sähriger Dauer der Bewilligung aagenommwe:. Auch der Antrag
auf Fixirung der Friedensstärke wurde abnelehnt uud ein, LOjäh-
iger Verzicht des Reichsrathes auf Abenderung des Conlingents-
zesetzes angen mmen.

Dem Fürst Erzbischof v. Fürstenberg in Olmütz waren
20,000 fl. Strafe angedroht, wenn die Ehegerichtsaeten nicht bis
längstens 6. d. an das dortige Kreisgericht ausgeliefer! wären.
Rach der „N. Z.“ hat fie derselbe am genanuten Tage durch
seinen Secretär übersandt. Von den früher ausgespro henen Strafen
sind 2000 fl. und 5000 fl. bereits rechlszültig, bezüglich der
letztausgesprochenen Strafe von 10,000 fl. ist die Eutscheidung
des Ober⸗eLundesg richts noh nicht erfolght.

Prag, 10. Nov. Auf der Böh nisschen Westbahn hat sich
Jeute ein entsetzliche Un ghücksfall ereignet. Der heute
bdon Pilsen nach Prag abgelassene Personenzug, mit welchem ein
Transport Urlauber vom 26. Juf. Reg. befördert wurde, biieb
‚wischen Bahuhof Zbirow und Horovitz in Schneewehen stecken
und wurde in Fole dessen vom nachfahrenden Lastzuge überraunt,
Vorläufig find 29 ktodte und 61 schwerverwundete
Militär Urlauber konsttirt. Statthaltereirath Skoda in mit meh—
ceren Aerzten au die Unglücksstätte abgegangen. — 10 Uhr Nachts.
Die bei dem Zusammenstoße der Bahnzüge getödteten und ver—
wundeten Personen gehören sämmtlich dem Militär an, da blos
die letzten Waggons, in denen sich Militär⸗Urlauber vom Regi—
mente Großfürst Michael Nr. 26 befanden, mit dem Lastzuge zu—
ammenstießen. Vom Civile wurde Niemand beschädigt, Die
Schwecverwundeten sind votläufig nicht trausportabel. Die Mann—
schaft zweier Sanitats Compagnien, der Stabsarzt mit' 20 Aerzten
ind nach dem Unglücksorte abgegangen, wolhin sich auch Professor
Blazina begeben hat.

Frankreich.

Paris, 10. Novb. Wir lesen im, Gaulois: „Mehrert
Blätter haben angekündigt, dag den Kaclisten gelungen ist, in
Spanien 5000 Chassepots einzuführen und daß die éSyefs dieser
Partei sich jeßt damt beschaftigen, sich zwei Batterien gezogener
Beschütze zu verschaffen. Diese Nachricht ist so seltsam, daß wir
gezögert haben würden, sie wiederzugeben, wenn sie nicht nach
Frankreich von einem Correspondenten der „Patrie“, einem unse—
zer officidssen Blätter, gesracht worden wäre. Alle Welt wesiß
daß die spanischsn Karlisten nicht reich genug und zu auseinander
gesprengt sind, um in einigen Tagen die Anschaffung von 5000
Thassepot⸗Gewehren haben machen zu köͤnnen. Urherdieß werden
in keinem Lande die Kriegswaffen dem einen Besten ausgeliefert.
Wenn die Nachricht, die von der „Patr'e“ in Umlauf gesetzt wor—
den, wahr ist, so mus man daraus schließen daß eine europäische
stegierung die carlistische Bewegung begünstizt. Man fragt sich,
welche Regierung des wahl sein könne.

Paris, 12. Nse. Der „Moniteur“ beurtheilt die Rede
Disraelis über die Veziehurgen zwischen Frankreich und Preußen,
beifällig, indem er sagt: „Wenn auch zugestehend, daß die respec—
tive Stellung Frankreidns und Preußens und die neuerdings be—
werlstelligten beträch lichen Rüstungen Gründe zu einer gewissen
Besorgnis abgeden könntes, hat sich Disraeli doch deeilt, hinzu u⸗
fügen, daß er überzeugt sei, daß die Vermittelung der Mächt

nicht ermangeln würde, jede Veraulassung zur Uneinigkeit zwischen
diesen beiden Regierungen zu entfernen. Disraeli hat seldst die
Opportunität betont, welche für das aus värtige Amt darin liegen
önnte, gegedenen Falles den beiden Mächten, die gegenseilig

zurch kein aggreisives Gefühl beseelt seien, seine guten Diensi

anzubieten.“
Italien.

Die Fürstin von Witt enstein, welche in Rom lebl, ist urn⸗
läutzit das Opfer eines bedeutenden Diebstahls an Kunstgegenstän⸗
den und Juwelen geworden, deren Summe auf 200,000 Francse
deranschlagt wird. Man hat die Tienstboten verhaftet und alle
Vorkehrungen getroffen, damit die gestodlenen Gegenstände nicht
über die Grenze kommen. Die öffentliche Meinung ist sehr unge⸗
halten über die Polijei.

Spanien.

— Die Stadt Reus, der Geburtsort Prim's, hat in
einem Meeting, welchem 3000 Personen anwohnten, sich für die
Republik ausgesprochen. Viele Orten jener Gegenden haben die
Ramen ihrer Pläße, die sich bin jetzt „Constitution“ nanuten, in
Kepublik umgetauft.

Vdadrid, 6. Nov. Heute hat man an allen Straßenecken
pon Madrid Anschläge angebracht, welche die Aufmerksamkeit der
Reugierigen auf sich ziehen, da sie in groden Buchstaben die In—
chrift tragen: Candidatur von Don Baldomero Esparters zum

punischen Thron. — Es scheint, daß zwischen der provdisorischen
negierung und den Democraten wieder Unterhandtungen ijui Gange
sind in Bezug auf das Manifest, von dem man vor sKurzen so
viel gesprochen hat.

— Hr. Tamberlick der Künstler, der so oft das Madrider
Publikum durch sein Talent ergötzt hat. orzanisirt ein Bataillon
Freiwilliger. Die Studenten der Medicin dealden eine Co— npagnie
don Aerzten zum Dienste der Freiwilligen, welche nicht ge⸗
nig Mittel haben sollten, eoit sich ärztliche Pllege verf haffen
u köunen. 9*

Madrid, 12. Nowbe Die Zei znung'n auf die Anleihe
nehmen hier und in &amp;ãu Proeinzen guten Fortgang. — Einem
Hrn. Georg Fitsch ist die Ermächtigung zum Bau einer prote⸗
ttantischen Kirche in Madrid ertheilt worden.

Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten, General
Brant. ist am 27. April 1822 von Eltern jchottissher Ablunft zu
MountsPleasant im Staate Ohio geboren, sieht mithin g genwär—
tig im kräftigsten Mannesalter. Die Bemühungen bes Congreß⸗
mitgliedes S. Hamer verschafften ihm 1840 Line Seesse in der
berühmten Militärakademie in Westpoint, aus wel ger er iin Jahre
1843 mit dem Lieutenuntsrauge in die regelmaßtge Urmee der
Lnion eintrat. Seine er eimilitärishen Lotbeern pflackte Lieutenant
Beant im nordamerikmischemexikauis hen Keiege aͤnm s8. Ma 1446
in Gefechte von Palo-Alto, und er zeichnete sih im weiteren Ver—
nufe dieses Feldzuges bei mehrfachen Geleenheiten so northeilhaft
rus. daß er zum Hauptmann besötdert und in deser Eiseunschaft
1850 vom Congreß bestätiat wurde. Im folgenden Jahre hatte
Hrant die acht Jahre zurückgelegt, die er als 36 ling der West—
ointer; Akademie im stehenden Heere zu dienen verpflichtet war,
er nahm seinen Abschied und lebte als Farmer! in be cheidenen
Verhältnissen bei St. Louis in Missonri. Im Jahre 1830 er—
aff sete er in Gesellschaft mit seigem Viter du Gatena im Staate
Illinois einen Lederhandel, schon im Jahre 1881 trieb aber der
in Süden ausbrechende Aufstand den ehemaligen Officier, dem
Vaterlande seine militärischen Fähigkeiten zur Verfügung zu
tellen, und er wurde vom Gouverneur des Staates Illindis in
Folge dessen am 15. Juni 1881 zum Obersten des 21. Frei⸗
velligen⸗ Regiments ernannt. Von diesem Zeitpunkte an beginnt
Brant eine bervorragende Rolle zu spielen. Schon im August
861 ward er zum Brigadegeneral ernannt und ihm in dieser
Sigenschaft die Bewachung des mittleren Mississippi an den Män—
dungen des Ohio und des Tenesse übertragen, welche Sendung
er mit zeitweise geringen Streitkraften so vollstünnig durchführte,
daß es ihm gelang, am 16. Februar 1862 den Rebellen das
vichtige Fort Donelson zu entreißen, wofür ihm der Rarug eines
Heneralmajors der Freiwilligen versiehen wurde Am 6. und 7.
April 1862 erfocht Grant bei Pittsburg-Landing den für die
Sache der Union so erfolgreichen Sieg über die suüdlichen Gene—
rale Beauregard und Johnston, er nacm wesentlichen Autheil an
der am 30. Mai erfohten Einnahme der Befestigunzen von Ko—
tinth und erhielt im October 1862 das Commundo in dem so⸗
jenunuten Departement des Tenessecflussez, in welcher Eigenschaft
hm nach vielen hartnäckigen Käupfen am 4. Juti 1863 de
xinnahme des für die Südstaaten unberechenbar wichtigen Vicks⸗
»urg gelang, durch dessen Fall sich die Con öderation vom Missi⸗
sippi abgeschnitten und auf die Hülfsquellen der östlichen Pro—
dinzen zurückzeführt sah. Die Eroberung von Vickshurg brachte
Grant den Rang eines Generalmajors der regelmaßigen Armee
und einige Ponate später den Oberbefehl säm utlicher, am Missi⸗
sippi, Ohio, Tenessee und Cumberland stehenden Bundesheere, als
deren Führer er am 24. November über den füdlichen Geaeral
Bragg den glänzenden Sieg, bei Chattanoga erstrit. Am m1.
März 1864 ernannte Präsident Lincoln auf Antrag dez Abgeord—
netenhauses Grant zum General⸗-Lieutenant und Oderhefehlshaber
aller Unionsheere, und eine ausführliche Btog ahre Grants
müßte nun auf saämmttiche Einzelnheiten jener Riesenkämpfe ein—
zehen, welche den Schlutzakt des nordamerikanischen Bürgerkrieges
bildeten, und in denen Graut mit ebenso viel militaärischenn Genie
als wahrer Humanität den vollst indigen Sieg der Union zu er⸗
kämpfen wußte. Am 2. Juni 1865 kounte Graut in einer
schwuugvollen Protlamation an das Heer das Ende des Bürger⸗
krieges verktündigen, und ungeführ ein Jahr spä er, am 28. Juli
1866, verlieh ihm der Kongreß die nach Scott's Tode erledigte
höchste militärische Würde der Union, den Posten eines Armee—
generals, welchen Grant bis zum heutigen Tage bekleidef. Wie
man siehl, hat Graut weder als Volksvertreter noch als politischer
Fachmann je eine hervorragende Rolle gespielt, seine Lebensbahn
var mit verhältnißmäßig geringer Unterbrechung die eines Sol⸗
daten, und in gerechter Würdigung seiner Stellung hat General
vrant es immer vermieden, sich über seine politischen Ansichten
iuszusprechen; um so bemerkenswerther ist die Einmüthigkeit. mit
        <pb n="541" />
        pelcher die große Mehrheit der Norda nerikaner den sch ve'gsanner
beneral zu ihrenn Präsidentschaftskandidaten autruft, und ina
möchte, wie die „N. Allz. Zty.“ bemehkt, beinahe vorausjsetzzen
zaß auch der starre republikauische Sinn der Amerikaner sich en
nächtigen Zauber nicht zu entziesen vermig, den der Ninet be
rühmter Kriegshelden in allen Epochen der GWeschichte auf seim
ee e auf die Nach velt auszuüsen pflegte. Die streng—
echtlichteit Geants, seine unbeugsame Vaterlandsliebe haben ma
zreitig auh das Jgre gethau, un seiner Candiditar zahlre ah
Anhänger zu gewinnen, und es bleibt nar zu wünschen, daß dar
Elück, welches ihn auf dea Schlachtfeldern u adänderlich trer
geblieben, ihn auch in das weiße Haus gelcite und ihn die rich
sigen Wege einschligen lasse, un dem Parteikampfe in den Ver
einigten Staaten ebeuso erfolgreich ein Zel zu setzen, wie er deu
Hydra des Bürgerkrieges mit mähtigen Sh verte bewaltigt ha
g — — — —
Vermischte«e.

Zweibrücken, 9. Nohd. Bei dem kgl. Bezirksgerichte
dahier wird dem Vernehmen nac minächster Zeit ein Civilproce
anbängig gemacht, der wehl nur sehr sellen in der Praxs erlebt
wird. Ein sehr vermögender Mann hatte sich muͤt einer juunge
Wittwe, die ohne Vermögen sein soll erloat. Es wurde Alses
zeordiet, dis Prar aus zerufen und der Trauumstag festgeseß
kUn diesem Tage bewegte sich ein feierlither Hochzeitezug quf das
Bürzermeisteramt, der Heirathsact wurde in aller Foͤrm Mechtens!
zeschriben, da auf einmal verläßt der Bräutigam das Lecal mit
der bestimmten Erktärung, er heirathe nicht. Ob er mohl recht
zehabt? Mun verhingt die Exbraut eine hohe Euischädigune,
wegen gehabter Auslagen, der erlittenen Schande und des cutgan⸗
genen Vorth ils.

— Der langst projectiete Thurmbau auf dem 1904 Fuß
hohen Weinbietberge bei Neustadt wird in der jürngten Numme
der „Neust. Z.“ wieder in Anregung gebracht. Der betr. Artile
schließt mit den Worten: „Hat das gegenüberlie,ende Heidolberg
einen Kaiserstuhl, so wollen auch wir hierinaen der Zeit Rechnung
tragen und einen Winzerstuhl erbauen“

—t Die Trier'sche Volkszeitung berichtet, daß ein Mann in
der Nihe von Saarbrücken, welcher ein Geldstück gestoblen hatte
und dasselbe in der Weise verstecken wollie, dan er es verschluckte,
an diesem ohnehin unverdaulichen Gegenstande durch Erwürgen
den Tod fand.

.In Frankfurt sind bis jeßt 29,500 Ir, faͤr die
Wasserbeschänigten in der Schweiz eingegangen.

*Aus Württemberg, 9. Nov. Aus allen Theilen

es Landes laufen Nachtichten von starken Schneefällen ein ;fo
us Böblingen, wo in Folge der Schneemasse die Biume zu—
ummenbrachen, aus Leonberg (Fuß och). aus Rentlingen, wo
3 seit drei Tagen ununterbrochen schneite und Taufende don
zäumen Schaden litten und theil:veise zusamm ubrachen; (auch
as Sonmnertheater stürzte zusam nen), aus Unterbohingen, aus
zeislingen, von der Alb, Mimsigen, Stuttgart re.

r Die Königin Elisabeth von Preußen hat den Schweizer
Basserbeschädigten 2000 Fre. übe macht.

F In Ber hin starb der Hofratyh Dr. Fr. Förster, der be—
tannte Freund Theodor Körner's, im 78. Lebensjaher.
FeKürzlich fanden Studenten in Paris des Abends einen

hwer betruukenen Mann in der Straße. Sie trugden ihm in
»inen Wagen, ließen ihm auf dem Kopfe eine Tonjur scheeren,
leideten ihn in das weiße Gewand der Augustigenmönche mi
Sandalen und einem Rosenkranze und dann brachten sie Hihn in
das Augustinerkloster in der Rue Enfer. Der Thürsteher nahm
hn auf und die jungen Leute empfgen einen sehr warmen
Dank für ihre Mildthatigkeit. Die Mon he vermutheten, er ge⸗
sre einem Zweige ihres Ordens in Marseille. A.n nächsien
Morgen erwuchte der Trunkenbold in einer Zelle und — ein
Hoͤnch jaß neben seinen Bette, der ihnm Vorwürfe über seine Un—
näßigkeit machte. JIetzt stellie e sich aber herauz, daß man es
nit gar keinem Mönche, sondern mit einem Krser in Paris zu
thun hatte.
FReizend blonmdes Haar. Ein junger Maler von
der Akademie in der 10. Straße in Newyork verli— bte sich in
eine schöne Dame, welche er' häufij am Fenster auf der audern
Seite der Straße sitzen sah. Nich diesem Feaster rihteten sich
eine leidenschaftlichen Beicke, so oft er nach der Akademie ging
»der fie verleüß. Endlich eines Tages erblickte er de Dume Line
Strecke vor sich auf der Straße, jagte ihr nah, stürzte auf fie
zu und sprach, am gaszen Korper zitternd: „O, Frautein, Ihr
eizend blondes Haar! Ihh sterbe, wenn ich es niht malen kannmi
Die Dame machte eine rasche Beweguug mit beiden Händen nach
dem Kopfe und sie dann nach dem Maler ausstreckend, rief sie
hastig: „Da nehmen Sie sie hin und schicken Sie sie mir wieder
venn Sie fertig find, aber hören Sie auf nach meinem Fenster
zu glotzen — mein Mann ist entsetzlich eifersüchtig und würde
Sie Ihre Unklugheit schwer entgelten lassen.“ Der junge Künstler
nahm die „reizend blonden Haare“, Flechten, Bänder und alles
Zugehörige pexplex in die Hände und schickte sie folgenden Tages
der Eigenthümerin zurück. Seitdem ist er nicht mehr auf die
Jagd nach „blonden Haaren“ ausgegangen.“
—
5In einem noch näher zu
hestimmenden Tage des
Monates Decemberl. J.
läßt Herr Doctor Rinck dahier
sein an der Hauptstraße gele—
genes 2stöckiges Wohnhaus auf
langjührige Zahlungstermine
in Eigenfhum versteiger.
Bis zum Versteigerunstage
kann dasselbe auch erkauft
werden.
Das Nähere zu erfragen auf
der Amtsstube des kgl. Notars
Horn dahier.
* *
Licitation.
Sanmstag, den 21. Novemb. 1868
Nachmittags 8 Uhr
iu St. Ingberter Eisenwerke im Sterb⸗
hause des Erblassers, werden auf Anstehen
der Wittwe und Kinder des zu St. Ing⸗
herter Eisenwerk verlebten Zimmermannes
Johann Jaeob Neumaun nachbe
eichnete Liegenschaften St. Ingberter Bannes

zuf Eigenthum versteigert, nämlich: —
Plan Nr. 2379, 8 Dez. Pflanzgar⸗
len in den Bruchrechgärten, neben
Lorenz Offner und Wtwe. Thiery;
2. Plan Nr. 2580, 19 Dez., Acker rechtb

an der Saarbrücker Straße, neben .
Jacob Müllers Erben und folgendem
Ucker;

b. Plan Nr. 2582, 46 Dez. Acker unter
der Saarbrücker Straße, Kleestück,
neben Jacob Müllers Erben und fol⸗
gendem Stückz.

1. Plan Nr. 2583, 29 Dez. Acker allda
neben vorigenn Stücke und' Staats⸗
eigenthum;

5. Plan Nr. 2402, 17 Dez. Wiese im
Bruchrech, neben Johann Jos. diach
und Fichter vom Eisenwert.

8. Ptan Nr. 1799, 40 Dez. Wiese im
Hartweiher neben Peier Schmelzers
Erben und Georg Kiehm.

Horn, kgl. Notar.
Aussfelreiben.
Die Verweserstelle an der kalh. Knaben—
porbereitungsschule zu St. Ingbert ist er—
ledigt und soll demnächst wieder besetzt
verden. — Der Gehalt beträgt 350 fl.
zaar aus der Gemeindecasse. Beheitzung
ind Reinigung der Schule wird von Sei—
en der Stadt besorgt. — Allenfa llsige
ßewerber wollen ihre Gesuche innerhalb
4Wochen persönlich auf dem unterzeichne—
en Bürgermeisteramte einreichen.

St. Ingbert, den 13. Nov. 1868.

Das Bürgermeisteramt:
* Chandon.

Wiener Bier

1 Sgr. per Schoppeun bei 5*
H. Jus. Gaßt.
————
—Ein junger, halbiähriger
schwarzer Hühnerhund
(Hündin) glatthaarig, mit starkem Be—
hang und auf den Namen Isord
hörend, ist uns am letzten Montag
Abend von unserem Hofe entlaufen.
Wer denselben wieder bringt, oder be—⸗
stimmte Anskunft zu geben vermag,
erhält eine gute Belohunung.
I Vor Ankauf wird gewarnt:
Gebr. Porr,

auf Trippscheiderhof. —

6 gute
Schreinergesellen
finden dauernde Arbeit bei —
AI. GQAss.
ings· Anzeige.
Ich wohne jetzt bei Herrn Jato?
Shief in der Kohlenstraße.
Ludwig Paul,
Schneidermeister.
        <pb n="542" />
        2 **
Spielwerke
mit Abis 48 Stücken, wornuter Pracht ·
werke mit Glockenspiel, Trommel uund
Glockenspiel, mit Himmelsstimmen, mit
Mandolinen, mit Exrpression u. s. w.
Feener:
Zpie!ldesen

Wwarnung:

10.. Phbilippine, T. v. Nicolaus Mo⸗
ees, 4J. alt. n d
11., Wilhelm Christian, S. v. Wil—
helm Zimmermann, 6 Me. alt. 7
11., Catharina, T. v. Franz Weber,
723. 8 m. att. ——
11., Magdelera Jung, Mtve. v. An.
Betz 61 J. alt. 4
12., Joserh. S. v. Joseph Jung 19
10 M. alt. J
13., Jacob, S. v. Jacob Samsel, 3
AI. alt.
14., Georg Simon, Schmelzarbeitet,
18 J, alt.
18., Jacob, S. v. Heinrich Kunz, 4
J. 2 M. alt.
Margaretha, T. v. Peter Ochz
2 M. alt.
sg S. v. Peter Würtz, 6 Js
9 M. alt.
Heinrich, S. v. Georg Christian
Birkelbach, 3Z J. 7 M. alt.
Valentin Fischer, Hutmacher, 62
J. alt. *
Joseph, S. v. Heinrich Kunz, 7
J. alt.
Tatharina Klahm, Ehefran von
Joh. Feichtner, 27 J. alt.
Catharina Weber, Wwe. v. Joh.
Busch, 77 J. alt.
Barbara Schmitt, Wtw. v. Joh.
Betz, 68 J. alt. i
Jacob, S. v. Johann Wolf, 3
J. 7 M. alt.
Maria Thierny, Wiw. von Carl
Weyand, 33 J. alt.
Heinrich, S. v. Peter Weis,
1T. alt.
Cathariua, T. v. Val. Zumbrod.
14 3. 6 M. alt.

Da mehrere Väcker hief iger Stadt he im—
lhich, gegen den Vertreg vomn 5. Januar
1868. den preußischere Thaler statt zu
—
heul B cereiwaaren an mehmen, so machen
wir dieirlden hiermit! aufmerlsim, daß bei
—
lich gegen dieselben eingeschritten werden
wird. —

St. Ingbert, EB. November 1868.
Mehrere Bäckermeister.

mit 2 bis 12 Stücken, worunter solche
nit Pecessaires, Cigarrenständer Schwei
zerhänschen, Photographie- Albums,
Schreibzeuge, Handjchuhkasten, Cigar⸗
ren? Etuis, Tabaks-⸗ und Zündholzdosen.
Puppen, Arbeitstischchen, alles mit
Musik; ferner Stühle, spielend, wenn
man sich setzt. Stets das Neueste
empflielt
J. H. Heller in Bern.
Zu Weihnachtsgeschenken
eignet fich nichts besser. In krinei
Salon, an keineui Krankenbette sollten
diese Werke fsehlen. Preiscourante
sende frarko; auch besorge Repara⸗
uren. Lager feitiger Werke.

— ——

—— — —
GCiudilstand
der Stadt St. Ingbert vom Monet
October 1868..
9 —Geborene:
Gustav, S. v. Philipp Emrich.
Johann, S. v. Joseph Motsch.
Frauz, S. v. Andreas Thiery.
Margäretha, T. v. Cland. Morlo.
Jatkob, S. v Peter Jos. Moses.
Nicolaus, S. v. Nicolaus Stolz.
Ludwig, S. v. Karl Eisenacher.
. Kathrina, T. v. Wilh. Felar.
.. Jahann, S. v. Franz Hirsch.
J. „Josephine, T. v. Zohunn Klahm.
q. .Kathar. Sophin, T. v. ilh. Pfeilsticker.
10. .. Beriha, T. v. Phil. Scheimeister
13., Sophia, T. v. Heinrich Schwarz
14., Elifaberha, T. v. Peter Schu—
macher.
Anna, T. v. Georg Spengler.
Joh. Alois, S. v. Alois Holzner.
Maria Catharina, T. v. Georg
Kraus.
Elisabetha, T. v. Joh. Quixir
Friedrich KKarl, S. v. —
Schuff . 5
Elisabetha, T. v. Georg Deffland.
Adam, S. v. Adam Buser.
Wilhrlmina, T. v. Friedrich Neu⸗
mann.
2otharina, T. d. Nicolaus Ziniel.
Flifabetha, T. v. Martin Abel.
Friedrich, S. v. Johann Theis
Geerg, S. b. Peter Uhl. 7*.
Maria,T.v. Michael Vaul.
Heiurich, S. v. Peier Weis.
Magdalena, X. v. Adolph Ehr
hardt. .... 55
dudwig, S.“ v. Johann Georg
Ldeonhardi.
Gestorbeien;:
Katharina, T. Joseph Jung,
5 J. 6 M. alt.
Elisabetha Seel, Wwe. v. Jacob
Knapp, 59 J. alt.
Magdalena, T. v. Calharind
Leiding, 11 M. 15 T. alt.
Heinrich, S. v. Heinrich Les—
meister, 2 J. 2 M. alt.
Wilhelm, S. v. Christian Weber,
1J. 3 M. alt. .
Nicolaus, S. v. Karl Morlo,
2 J. 2 M. alt.
6., Jacob, S. v. Joh. Adam Spohn,
9 M. alt.
9., Peter, S. v. Chriftian Beck,
— 6J. alt.
9. , Pet. Bauer-Schneider, 56 J. alt.
10., Franz Friedrich, S. v. Franz
Antoni, 15 Tage al.
Nedaction. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.

Das früher ogelsang'iche Haus im
Hirteneck ist vom 20. Nobenlber an zu
wermiethen. IISVNS G.

Der ganze zweite Stock und zwei
schöne Speicherkammern sind zu vermiethen
in dem Hause des Herrn Philipp Kling
und kann sogleich bezogen werden.

Peter Jos. Schwarz.
3 Gulden Belohnung
gebe ich denjenigen, der mir hinrei⸗
hende Beweise liefert zur gerichtlichen
Verfolgung des Diebes, der mir die
z obern Stücke eines großen gußeiser—
nen Säulenofens von einem verschlos⸗
senen Speicher gestohlen hat, und
welche, da sie sich bei einer vorgenom—
menen Haussuchung nicht im Hause
vorfanden, alter Wahrscheinlichkeit nach
auswärts als altes Eisen verkauft
wurden .
Schnappbach 79 Nov. 1868.
88.

Getraute:
8. Oct. Johann Hellenthal mit Catha-
rina Schuster.
Franz Joseph Uhl mit Maria
Anna Wagner.
Johann Fichter mit Margaretha
Schumacher. *
22. , Jacob Stolz mit Catharina Stief.
22., Johann Peter Jung mit Maria
Catharina Schwarz.
St. Inabert, den 12. Nov. 1868.
Der Civilstands-Beamte:
Ehandon.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ 1c. Preise
der Stadt Homburg vom 11. Nov.
Weizen 6 fl. 1 kr. Korn 4 fl. 43 fr
Spelz 4fl. 2ekr., Gerste, — 2Zreihige, —M
— kr., Mischfrucht 5 fl. 6utr., Hafer
wfl. 16 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof—
feln 1 fl. — kr. per Itr. Kornbrod, 3 Kgr.
22 kr., ditto 2 Kgr. 15 kr., ditto 1 Kgr.
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. — kr., 2. Onal.
14 kr., Kalbfle sch 12 kr., Hammelfleijd
14 kr., Schweinefleisch 18 kr., Butter 32 kr
voy Mfund..

Bei Un erzeichneten sind zwei
Zimmer zu vermiethen und kön—
nen sogleich oder bis 1. Waärz
bezogen werden. Freanz Foos.
8t. L.
Sountag, den 15. Nov. 1868
inm GCafe Oberhauser.
Etwas zum Lachen!
Gumoristische Vorträge
Qꝛ Lu Saphir.
Von Dre Garl Hertzog.

Alle Piecen sind von dem Vortragenden
jelbst verfaßt, und hier noch nicht gehört.
Also etew aszUnerhörtes.

Anufanug Abends 8S Uhr.

Fraukfurter Börse
vom 12. Nov. 1868.
Geldsorten

Preußische Kassenscheine.. 1 4474-43*
Preußische Friedrichsdder .. 95824859
Pistolen 94051
dolländische 10 fl⸗Stücke 9 54-856
Ducaten. 2327-39
20Francs⸗Slücke ...228429
Enalische Souvereigns.. 1154-68
Bold per Zollfund fin — —
Hochhaltiges Silber per Follpfund — —
Dollars in Gold . 227428
        <pb n="543" />
        Ingberler Znzeiger.
el g ee t
Der „St. Jnaberter Anzeig erx“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimak: Dien 8tag, D onunersta'g
and Sam2ta g. Abonneinemsbreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltige Zetl e

I Blattschrift odder deren Raum berechnet.. v7
Dienstag, den 17. Novembert, 1868.
F 4—
Dentfchland. dur erhebeinde Freude ugesi chert hade das Bitd elnes ¶ Festes zu
Muünchem, 12. Nob. Durch Entschließung des Justiztnini— e desen Suuariß hegeben von der lebhaftesten sitte
zexiums vom. heutigen werden sämmtliche Appellations⸗ und Be⸗· lichen Kraft eines Volkes. erleer ast r
eee des Konigsreiches aufgefordert, ich dis zum I. Dec. Berkin. I. — den — 888
lachtlich über die Frage der Freigebung der Ädbocatur zu düßeruͤ. zenommenen Schießbroben — in loner mu n
Diese Guͤtachten werden wohl nicht anders lauten als jene der rasseln, dürfen —AA de— anenen auffa F ue
rriden deutschen Juristentage der oͤsterreichischen Appellhöfe und, des der Iinenae e e dire t zun nzu g
lbersten Gerichtshofes zu Wien vom Jahr 1818. brndern mit —333 jung sogar die Gzöllige — ch
—V Fnen In h cn Kampf seldst unl Panserschiffen don sehr bee
daß die Einberufung auf den 7. December erfolgen werde. Der nn en Stärke aufnehmen rönnen dan es gibt zur Zeit in
5 d d eee —— ————— allen üecc re r — d
Malzuchen wre nun o e dnu gt eshastigen gaden F panzer von'über 80 Dicke besitzen. Mit diesem Ergebnd
eine Aufgabe, welche, sich jn. wenig Sitzungen wird erledigen Pe das preusische Gefchutshteindinen Triumphgefeiert haben,
cassen. von dem in Paris wie in Wien wohl Notiz genommen werden
München“14 Nov.“ Der König hat wesern Nachmituga dürfte. J
den österreichischen Gesandten Grafen Trautmannsdorff, in Ab— Erubnissen der Kolks-ühlmng' von 8 Baenabe
nerlassean. um sich aͤber Wien auf seinen neuen Posten nach Romm inwesende Bevöllerung von 29, 738. 382 Seclen; dezu o8 870
m Ausland weilende Ängehörige ergiebt eine Gesammtbebölkerung
oo hret n hres hon 29,857, 491 Seclen n..
Aufenthaltes daselbst dankend abgelehnt. n e 6ccss iere;
Der V Landbotn. sdibr. Wan man seh aber den. Volts hah vuchhge Woe Dcpeptten ue Ste
Wlen unn it se — * en ve we weil Derselbe eine ·gefetzwidrige und staatsgefährliche“ Einrichtung
3 — —— — *23— — Plßa ut ein würde; aus höheren staatlichen Rüchsichten könne überhaupt.
dem Gelde des — uheeine α Ind die Bildung bewaffaeter Körperschaften, die? nicht unter der un
aen Praten ba e and Aen m ß e nittelbaren Kontrole der Regierimng stehen, nicht gestattet · werden.
ten“ tine. Filiale . e eee Phan hne Das Gründungs - Comitee. des verbotenein· Wehrvereins besteht aus
Zeit stellen auch 38 de * Wen d ge ⸗ lauter durch ihre Lohalität bekannten Perfönlichkeiten; seine nächste
)es hannover schen a in VBaun J —* aus Absicht war die Errichtung einer Jugendwehr nach dem Muster
sellt, in nichts weniger als glänzenden Verhä nissen. n ihm der Franffurter und Siutgarier, Der Kommandant der ut. Armee
die e s — rin n wats ine sollte gebeten werden, das Protectorat über
an oberehe einen —gan n puhern saem rrn! dieselhe zu übernehmen.. Und doch staatsgefährlich? — Das
Frankreich da⸗ —18 Sie p wnn n ee Ministerium des Innern hat entschieden, daß nunmehr die Be⸗
dun Tn ie 8 ng erhe! nn 8 — J —— Gesetes uber — —
8
chulden dürfte nun zur der Aufklürung hinreichen, welche Attevon n ticht gesatlet? bond istlichen, resp kattolij
Geschäft'es war, das der,Volksbote“ mit dem Kbnige von Hau— i iett wicht gustanen ddddristnhen. rest. katbelis hen
atze d di areeee — — Vin donfession zum Judenthum überzutreten, und. Personen, die zum
ve oß in 8 ge * sraelttischen Bekenntnisse zurückzukehren wünschen, welches sie fruͤher
ossten int. . , we en äußerer Verhältnifse mit demschristlichen vertauschten, müssen
Der Bischof von Wuürzburg, Dr. Stahl, hat dem ihm e aus 2 n dem ine dieser Beziehung. freieren Oe—
tnterstehe iden Elerus verboten, an dn dort * zu aede san ee
Mädcheninstitut den Religionsunterricht zu ertheilen, weil dässelbe ee .. *8
ern ist, d. h. weil in dasselbe Madchen aller Bekennt— e en — immer noch mwunderbare Dinge
nisse follen aufgenommen werden dürfen. 57 — 4 interrich Immie de ne ee desame en
us ltie eeett :tin!t Volksunterricht reformiren soll, schickt der Arbeiterschule in Floris—
Dienstes-Nachrichten. 6 dorf bei Wien eine Galerie von Heiligenbildern!*— Sämmtliche
Kongregationen der Gesellschaft Jesu auf beiden Seiten der Leitha
erhalten Zuwachs aus Spanien. Die iberischen Jesuiten wollen
hier die Zeit abwarten, bis der junge Don Carlos (1848 in
Tbenzweier geboren, also ein halber Oesterreicher ) fest: auf dem
spanischen Throne sizhe. :ι (Fr. J.
Wiem, 14. Nob. Die „Presse“ sagt int Bezug auf die
von Pariser Blättern dementirte Nachricht uüͤber die eine Revision
»er Pariser Verträge bezweckenden Verhandlungen? es: handele fich
allerdings nichtum eine Revision der Verträge, sonderr um eine
authentische Interpellation der die Donaufürstenthümer betreffen-
den Artikel. A —RXR
.. Pest, 13.“ Nov. Aus Bukarest wird hierher gemeldet,
Ir. Cretulesco sei beaufttragt, in Wien Aufklaͤrungen:über den von
Irn. v. Beust im Wehransschuß bezüglich Rumäniens gebrauchten
Ausdruck (.Arsenal“) zu fordern. e
Fraukreich
Man etzähltr daß Han bimann augenblicklich in sehr be—
rängter Lagensei und« nicht wisse, wo er: das Geld hernehmen

1.
—

Dex Bezirksamtzassessor Th. Sput in Homburg ist An das
e Reustadt verseht und der functionirende Bezirksamts—
issessor uß Reustadt, Accessist Max Alwens, zum Bezixksaints-
ifessor in Homburg ernannie worden.“ — Die am 15. Rovb. ins
Leben getretene Posterpeditisn Altenglan ist den Gastwirth Heru⸗
ich Rumpf, daselbst übertragen word n. J
Der Professor des Realgymnastums zu' Speher Vri Aug. Kurz
ist zunr Proseffor der Physik“ und tleinentaren Mechauit an der
. Maschinenbanschule in Augsburg“ ersannt und der“ oheian
dudwig Zottmann in Ludwigshäͤfeniit- gleicher Eigenschaft zum
Dberpostamt Speher versetzt worden —3
Worms, 8. Nov. Se, e Hoh. der Großhe zog von Baden
jat dem Herausgeber der .Gedenkblätter zur AGrinnerung an die,
Enthüllungsfeier des Luthere Denmals,5. Heren r. Kich, das
kitterkreuz erster Classe des Ordens, vomn ZährirgerLöwen ver—
iehen, um, wie in demg betreffenden Begleilschreiben, gesagteist,
seine volle Anerkennung, für dieses Werk lundzugeben, durch wel
hes der Herausgeber den Lebenden und kommenden unsexer Ration
        <pb n="544" />
        jolle, um seine angefangegen Riesenbauten forkzuführen? Das geh der neue Vertretet der Ciy, der LordeMayor, der. seiur
so weit, daß eiu. Hausbesitzer in Zer Rue Richelieu, dessen Haus periode eroͤffnet, und bei —* stets dre Pusy R
jür den Betrag dou⸗ drei Mionen expropriirt worden ist, sig amvesenden polstischen Noetabilitä en vertreten siud. Dir bi
weigert. dasse lbe den Niederreißern zu üdergeben, so lange er nicht elegraphische Velduug dekannt, hielt bei dieser Gelegenheit der
die zugesicherte Summe exhallen hat, Der⸗ Seineprüfect wollte inguüsche Premier in Beantwoͤrtung eines Trinkspruches auf das
wieder beim Credit · Foncier ein Anlehen von 29- Mitllionen ver. Ministerium eine Rede, der wir nachstehende gauf die allgemeim
suchen, aber Fremy widersetzte sich diesmal und verlangte wenig“ Lage bezügliche Stelle entnehmen. Der Minisier versicherte, die
stens die Autorisation des Kaisers. Haußmann flog nach Com hritische Regierung theile die herrschenden Befürchtuugen ncht und
piegne und setzte dort. ausemander, daß er seine Arbeiter uicht glaube, überhaupt, weder am eine wirkliche Ursache, noch/ an rinen—
mehr.boschaftigen konne, wenn inan ihm die Mittel dazu ver Vorwand für Krieg dann fuhr er fortä57
weigere, daß diefe Leute aber unfehlbar Emuten u. s. ih. her „Ich räume an, diß in dieser Stellung Frankreichs und
vorrufen würden, wenn man ihnen nicht ferner Arbeit gebe. Der Preußens, dieser zwei der hervorragendsten unter den leitenden
Kaisergoceptirte diesen Gedankengang und, Fremy lieh alsdann civilisirien Ländern Europas, zu einander die großeif Rsistungens
micht 20, sondern 389 Mill. Fres. — pr, beider Staaten anscheinend Grund zu Besorgnissen hleken; alleig
Parisz, 13. Nob. Ss enthüllt sich schon, welche Mitlel swie oft im Privatleben —DDD ——
man anwenden will. um aus einer Kundgebung. die wehl ein zvermittelnd eintreten, so, glaurhe ich, kann auch in der gegenwär⸗
Zeschen allgemeiner Unzufriedenheit, aber doch wahrlich- nicht der tigen Lage der Dinge mein edler Freund, der uach dem Zeugniß
Nusfluß einer Verschwöruug ist, ein Staalsverbrechen zu machen dez amerikanischen Gesaudten die Vifferenzen mtder Udion so
Der. Gaulois“,. ein dem Ministerium des Inuern. naheste. erfotgreich“ beendet Lord. Stanken), nichts Besseres thun, alsz sih
hendes Blatt giebt sich schimpflicher Weise zu foͤlgender Denun nit den anderen Großmächten Eiropas zu benehimen! uͤnd zwischen
ciation herꝛ.. . 3.. jene zwei große Länder zu treten, die nach meiner Ansicht, ohne
„Folgendes waren die im gestrigen Ministerrath gefaßten Angriffsgelüste zu hegen, durch eigenthümliche, nicht vorherzusehende
Beschlüsfe. Die, Regierung soll die Beweise für die Existenz eines und selten vorkommende Ereigaisse in ihre gegenwärtig Lage ge«
außerordentlichen Complotles iji Händen haben, das, gegen das rathen sind. Nach meiner Ueberzeugung würde durch“ eine der—⸗
Kaiserthum ale Elemente der Unordnung zu Hilfe ruft: die Presse, artige Dazwischenkunft ein? eben so glückliches Resultat erzielt wer⸗
die offentlichen Versammlungen und Kundgebungen, die alten Par den, wie die Beendigung der Streitigkeiten zwischen den Verei⸗
teien, die alte Rachsucht, den Liberalismus, neueren Datums, um nigten Staaten und unferem Vaterlande; und ich hoffe, wenn ich
eine Umwälzung der bestehenden Ordnung der Dinge zu bewirlen. im nächsten Jahre dis Ehre haben werde, diefen Toast zu erwl⸗
Es handelt sich nicht um eine öffentliche Subscrißtion, die blos dern blauten Beifall' tind Gelächter), Sie an meinetjehigen Bemer⸗
rin Vorwand ist, sonderu um eine wirkliche Verschwoͤrung, deren ungen erinnern zu dürfen und dann von den Botschaftern
Häupter und Mitschuldige und Mauoder man kennt. Das allge- Frankreichs und Preußenz eine ähnliche interessante und
meine Sicherheitsgesetz soll ohne Verzug in seiner ganzen Strenz- vichtige Rede zu hörem wie sie heute der Gasandte der Union
angewendet werden; die oberste Gewalt ist zum rüchsichtslosesten zehalten.“ *
Einschreiten entschloffen, um den feindlichen Parteier zu zeigen L,ond onn, 14. Nos. In einer gestern gehaltenen Wahl⸗
daß sie stark. ihrer Anhängern, daß fie wachsam ist. “erde erklürt Lord Stanley, die Beziehungen Englandz zum Aus⸗
Die Fraͤnrosen mußten wahrlich · die · Milch der frommen land seien vortrefflich; aber die Zuͤkunft Europas fei etwas um⸗
Denkungsart“ stark gewässerk iu deun Adern haben statt des Blutes, wöltt, namentlich seien die inueren Zuständer des türkischen Reiches
wenn fie diese schamiose Verdächtigung ruhig hinnaͤhmen, die man sehr verworren.
ihnen am Tage des Processes ohne Angabe auch nur eines schein⸗
baren Grundes ins Gesicht schleudert .2.4. Denn heute hat vot
den Zuchtpolizeigericht das Verhör der: wegen, der Baudin⸗ Sub⸗
scription Angetlugten stattgefunden, in i
Parst, 133 Rov. Der Moniteurveröffentlicht eine
quu' 4. Novl: von Franukreich, Belgicni Englamd unde den Rieders
landen unterzeichnete DeclaratronzWodurche der Einfuhrzolle auf
raffinirten Hucher in Fraittreich bis Enden 1869 auf 8Fres
83. 6ls. feftgesetzt wird. * Die fficiösen. Bläütter“ dementiren
sämmtliche Wiener Ausstteuungeũ über Rumänienn 3, France!“ he⸗
ertt außerdem noch, es würde die französtsche Regierung delen
digen heißen, wollte man dem Gedanlen Raum- geben, daß sie
irgend einen Theil des Parifer Vertrages werde in Fruge stellen
—
se Parii 8 15. Nov. Die Organisation der Cadres der
mobilen Natio nalgarde schreitet rüstig vorwärts und wird in
Paris am 1. Jeuuar, in ganz Frankreich am 1. Februar
vollendet sein lönnen. 4
Der„Etendard“ dementirt das Gerücht von einer be⸗
vorstehenden Aenderung des Arueegesetzes, wonach die Loosung
aufgehoben unddie all gemeine Wehrvpflicht eiugeführt werden
jolle. —
VDer Deputirte Harien und Baron Rothjschild sind diesen
Morgen gestorben. J
Rossini ist heute Morgen seinen Leiden erlegen.
Auch Larm aert ine soll seinem Ende entgegengehen.
Mehre Zeitungen erwähnen das Gerücht von Reductionen
in den Etats des Kriegs- und Marinemmigeriums. „Presse“ hört
don 13 Millionen für das Marinebüdget allein; außerdem habe
der Kriegsminister mehre seiuer Forderungen fallen lassen, wodurch
das Gleichgewicht im Budget wieder hergestellt worden seil.
In Paxrus erzählt man, es habe vor Knurzem zwischen
Louis Napoleon und Eugenie eine arge Scene gegeben und der
Galte habe der Gattin heftige Vorwürfe gemacht. daß sie ihn so
sirf in die unglückselige Clerical-Politik hineingeritten. Die Kai⸗
—D oder auch Ihr Gast Isabella
kann dem Kaiser bei dieser Gelegenheit folgende spauische Sage
erzühlen ? Es gibt im Himmel einen besonders guten Kuchen,
dem Ehemann bestimmt, der es im Leben nie bereut, sich ver
heitathet zu haben. Der Kuchen ist bis zu dieser Stunde noch
nicht angeschnitten.
Euglanund
gFond'ion⸗, 10.. Nov. Nach altem Btauch fand gestern
Ahend in der Guilehall das glänzende Bankett statt, mit welchem
        <pb n="545" />
        bringen. Die Monarchie soll nicht von goöͤttlichem Rechte hergeleitet
werden und wird keine audere Legitimitäte haben als die der
Volkssouveränetät.“

Ein interessantes Documenl veröffentlicht der⸗, Diario de
Barcelona“, das, wenn es historisch ist, geeignet sein dürfte, dem
Bottesgnadenthum der spunischen Knigsfamilie einen bedentlichen
Stoß zu versetzen: Das fragliche Artenstüch ist eine Beichte, welche
Don Tomas Henriquez Cabrera. Graf von Melgua und Groß
Admiral von Kastilien, dem: Papste Clemens: XI. machte.“ ¶ So
lautet nämlich der vollständige Titel.) In dieser Konfession be—
kennt sich der Graf von Melgua schuidig, nach dem Tode Karl's
III. in Verbindung mit einigen Mitgliederu des königlichen Hau—
— auf die Nach⸗
folge bezüglichen Puncten gefälfcht zu haben, und bittet Gott umd
die-Mauent Karls um Bergebnng für? diefes „aus Verblendung
begangenetwahnsinnige Verbrechen ·;·· y:

Madried, LB. Rov. Vor eiuigertZeit schan hat eine
Anzahl Damen Adressen um Einführung der Cultusfreiheit an die
provisorische Regierung geschickt, doch micht ohne Widerstand der
Geistlichkeit. Am vorigen Sonntag soll in einer Kirche ein Priester
den Schönen Madrids gedroht haben, sie würden ˖ bei Cultusfrei⸗
heit in die sociale Stellung der arabischen und luürkischen Frauer
hinabgestoßen werdenn. reee *57

Donaufürstenthümer...
Butarest, 13. Rov. Heute Morgen um 9 Uhr faud ein
Lußerst heftiger secundenlanger Erdstoß statt..
Stußlaud.

Peter zburg, 12. Nov. Zur Complcitirung“ der Armee
und der Flotte ordnet ein Ukas des Kaisers eine Reder urte n
wushebung im ganzen Reiche von vier voun Tausend
an. Die Aushebung begiunt, am 153. Januar und endet am
15. Februar.

VBernrpmiesichtes.
FrWurse dem Westrich sschteibt die Pf. VolkoZige“ Ein
Herr D. Wagner aus Linden in Westphalen hat in unmiltelbarer
Rähe von Waldmohr bauwürdige Kohleuflötze, aufgefunden und
es ist, wie wir heute jim Kreisamtslatte Nr. 16Pelesen; die nach⸗
gesuchte Concession zur Anlage und zum Betriebe einer Steinkoh⸗
engrube non kate Regierung ausgeschrirben. Die iuduftriegrme
Gegend wird dieses vortheilbringende Unternehmen mit Freuden
hegrüßen. darum demselben ein fröhliches „Glück auf?!“
7 Aus Ludwig shafen, 16. Rov. berichtet der Pfzr, Kur,:
Gestern Abend traf der ume8Uhr 58. Min. Abends von hieß
abgeheude Personenzug beim Passiren des Friesenheimer Wegüber—
zangs in der Nähe von Oggersheim ein mit 6 Perfonen besetztes
Fuhrwerk auf der Bahn und schleuderte dasselbe mit einer solchen
Gewalt auf die Seite, daß der Wagen zertrümmert und 2 der
darin sitzenden Personen verletzt worden sind. Von hier und von
Oggersheim war sofort ärztliche Hilfe zur Hand. und ist von den
sosort au die Unglücksstätte geeilten Directions-Beamten das
Nöthige angeordnet worden. Die bercits eingeleitetes Untersuchung
wird es ergeben, ob von Seite des dort stalionirten Bahnwaärtes
zine Dienstesnachlässigkeit vorliegt, welche das beklagenswerthe
Unglück hervorgerufen hat.
— Naqcschrift: Soeben vernehmen wir, daß von den
beiden schwer Verletzten eine Frau gestorben sei.
7 Vom 1. Oct. 1867 bis . Oct 1868 sind im St. Gott
jard⸗Hospitak 8674 Arme, darunter47 Kranke und Halberfrorene,
verpflegt worden. Die Total-Ausgabe belief sich auf 905,915,
die Total⸗Einnahme auf 893,330 Fr., folglich restirt ein Deficit
jon 12,5853 Frer.
7Die Magenpumpe eine medicinische
dening keiit. Ein im medicinischen— Correspondenzblatt des
württembergischen ärztlichen Vereins, am 11. Juni d. J. enthal⸗
ener Aufsatz von Dr. P. Reich in Stuttgart über die Fischer'—
sche Magenpumpe und ihte Anwendung bei chrouischen Magen—
Abeln verdient der Wichtigkeit seines Gegenstandes willen ünd bei
der großen Anzahl der mit solchen Leiden Behafteten seinem we—
sentlichen Inhalt nach auch in weiteren Kreisen veröffentlicht zu
aerden. Magenpumpen wurden zwar früher schon gebraucht bei
Vergiftungen und bei Geisteskranken, welche sich weigerten, Nah—
cung zus sich zu nehmen. Genannter Pumpe besteht aus einer
messingenen Spitze, welche durch einen sinnxeichen Mechanismus
nit dem Magen mittelst eines Gummischlauches und des Schlund⸗
sohres in Verbindung gesetzt, den Mageninhalt in ein beliebiges
Befäß. eutleert, aus welchen sodaum Wasser oder irgend ein flus⸗
iges Arzneimittel in den Magen einzepumpt wird. Die unmit⸗
elbaren Folgen des Auspumpens sind ein Gesühl von Wohlbe⸗

hagen, Aufhören vorhandener Schmerzen, ein Verlangen nach Nah—
rung bei früherer gänzlicher Appetitlosigkeit. —,

Die „Norddeuische Schutzeitung“ erzählt: Ein preußifcher

Schulrath revidirt eine Landschule und fragt nach beendiater Re—
paision den Lehrer, ob er noch einen besonderen Wunsch habe. Der
Lehrer, dessen Einkommen quch gerade nicht bedeutend ist, wagt
in unterthänigster Devotion die Bittee, um eine Unterstützung von
Seiten der Regierung“, wird jedoch mit der Bemerkung abgewie⸗
m: „Sie hätten lieber“ um den heiligen Geift bitten sollen.“
Derselbe tann woht vom Herrn Schutrathe auf, Bestelktung bezo—
jen werden.)“ Nach knrzer Zeit findet dien Kevision emer andern
FIchule durch denselbeir Revifiznäre statt Es erfolgt““auch hiet
e Frage nach emnem besonderen Wunsche; der Lehrer, durch die
hin' beklannt gewordene Erfaͤhrung seines Collegen klug gemacht/
rklärt mit frommer Miene: „Er habe nur den Einen Wunsch:
der heilige Gesst möge mehr und methhr bei ihm eintehren egicht
Tage duraßf kamt — eine Gratification“ von zehn —A

Solches Altes geschah im Jahre des Heilts 1868 im Staate
der Jutelligezrzz.

Der „Palmerston“, ein eiserner Viermaster mit 437 Aus—
wanderern auf dem Wege von Hamburg nach Newyanrk. wurde in
den Sund von Plymouih bugsirt, nachdem derselbe nach sechs
wöchiger Fahrt, efiwa 200 englische Meilen⸗ westlich von⸗ Seilly
lech geworden war. Sechs Tage lang schwebte der „Palmerston“
(ursprüglich ein Dampfer umter spanischer Flagge), in großern
Gefahr; sämmtliche Passagiert, Münner wir Frauen, mußten ab⸗
wvechfelnd an den“ Pumpen arbeiten. Das Schiff wird zur Aus⸗
ꝛesferung in die Great Western Docks gobracht werden..

*Im Herzen der City von London wurde eine Fabrik für
Wechselfälschungen endeckt. Der Cityh-Solicitor“ gelangle in den
Besitz von 20 Wechseln im Betrage von 5000 Pf. Si., die in—
jerhalh des letzten. Monats fabricits wurden und nicht weniger
als 74 gefälschte Unterschriften tragen; über 50 Geschäßtsstempel
hat man in der Offlin der Fälscher vorgefunden; das jedenfalls
ichon lange betriebene Handwerk scheint nicht allein England, sou⸗
dern auch Dentjchland und den ganzen Kontineut mit seinen Ful—
schungen. überschwemmtk zu. habem. Die Verhandlung gegen die
eingezozenen Fälscher (ßBAusländer: Siegm. Striemer: Gustav
Stowen, Gg. Kunicke) wurde vertagt, unn weitere Beweisuwmenté
»eizubringen· ,, n
7 Woe'rtsh a'u. Einem amtlichene Nachweiser zufolge find
in den ketzten ? Wochen im Gouvernement Radom in 221Ortschafr
en 78 Perfonen an der sibirhschen Pest erkranktz dabon sind 42
jeursen, 22 gestorben und 11 befinden sich noch. in ärztlicher Be⸗
handlung. Vom Rindvieh sind im genannten“ Gouvernement in
den leßten4 Wochen: 248 an der fibirischen Pest erkrankt und
davon 224 gefallent Die furchtbare Seuche greift · immer mehr
um fich und ist im Goubernement Kalisch bertitsn Lis nahe an
die preußische Grenze vorgedrungen.
New-⸗York, 28. Oct. Die Newe Yorker Handels⸗Zig.“
enthält folgende, höchst wichtige Eutscheidumg in Lebensversicherungs⸗
Angelegenheiten: „Die hiesige American Mutual
anes Co. hatte sich geweigert, der Wittwe eines M. W. Gibson
Jen Betrag einer auf dessen Leben abgeschlossenen Versicherung zu
zahlen, weil der Versicherte! Selbstmord beganzen habe:. Dir
Wittwe leitete Klage ein, unddie verllagte Compagnie stellte als
Bertheidigung auf, daß 1) in den gelieferten Belegen die Ursache
des Todes des Versicherten nicht rihtig angegeben sei und daß
2) der Verficherte Selbstmord begangen, und daß 8) der Versicherte
ein Atheist gewesen, Gott n'cht gefürchtet habe zc. Die erste In—
tanz entjchied zu Gunsten der Klägerin, das Appellationẽ gericht
estätigte das Urtheil und stellte datin das Princip fest. daß Le—

ensversicherungs-⸗Policen durch Selbstmord des Versicherten ihre
Rechtsansprüche nicht verwirken, oder mit anderen Wotten, daß,
obwohl Verdacht des Selbstmords eines Versicherten vorliege, dessen
Witlwe und Kinder der ihnen zufaällenden Versicheruugssumme
nicht beraubt werden sollen, gleichviel, pb der Versicherte. Christ
oder Heide gewesen. Zu bemerken ist noch, daß hier in der Regel
die Application zur Versicherung des Gatten von der Frau auͤs—
geht und die Police dem entsprechend lautet, eine Form, die des⸗
Jalb fast ällgemein ist, weil nach den Staatsgesetzen eine so
ausgestellte Police, wenn deren Jahresprämie 800. Vollars. nicht
übersteigt, durch Gläubigert“ des Versicherten nicht angetastet
werden kann.“ J J

7In Chicago sind kürzlich zwei Wochen⸗Idurnale ins
deben getreten, die ausschließlich von Dumen redigirt werdem Eins
erselben nennt sich die Legal News“ und bringt jucistische Mit⸗
heilungen aus den Gerichtshöfen der nordwestlichen Staaten.
Der Redacteur dieses Jouruals ist Mrs. Myra. Bradwell, die
Battin eines Advocaten in Chicago. Das andere Journal führt
den Titel „Sorosis“ (Jgleichzeilig der etwas mystische Name eikes
        <pb n="546" />
        Damenclubbs in Newyork) und“ist gewidmel den Frauenrechten
im Allgemeinen. a
: —— ι_—
ö , 3.7
ιι, Landwirthschaftliches. e

überein. Oben 'an steht, daß es Speculationen aufdie Leichi
gläubigkeit und den Geldbeutel sind, und daß sie zu einem 854
Mal höheren Preise verkauft werden, als die Inhredienzien kosten.
Daun sind es durchwegte Appetit erregende und die Verdauung
heleberde Mittel, die allerdings unter Umftünden (bei herunter⸗
gekommenen Thieren, Appetitlosigkeit, geringen: Verdauungsstör⸗
ungen c.): sich heilsam erweisen konnen⸗oft aber auch bei den
namentlich? genannten Zuftünden/ wo sie zur Anwendung kommen
sollen, nchts nutzen, wie wohl Mancher: schon erfahren hat. Von—
den Gewürzfntterutitteln gilt nur ferner noch, daß nach von Lawes
t dem Thornley'schent Gewürzfutter behandelten.: Thiere zwar
vesser und mehr fraßen, aber weniger producirten, als Thiere, die
n gleicher Weise, aber ohne dieses Kraftfutte⸗ ernährt wurden.
Tochsalz, mit: einigen Gewürzmitteln, wie Kalmus oder Werthmuth,
Rainfarrn, vaun Kümmel, Wachholderbeeren (ür Pferde sehr be⸗
iebt) und ähnlichen Mitteln, die eines das andere vertreten, könunen
dem Landwirthe alle jene Mittel entbehrlich machen,.

Nebex die Gewürzuftte bel der Biehba't
kung, Hierher gehöreun nach, Hauͤhner die sogenaunten Vieh—
pulver, die bei unz als Geheimmitzel. uünted verschicdenen Namen
gehen; dann die in neuester Zeit, von England gusgegangenen
Bewurz⸗ und Kraflfutlermillel. von denen bei ung das von Thornleh
das Befaunteste ist. De Viehpulver sind Geinische qus verschiedenen
»itteren gewürzhaften Pflanzenmitteln, in Verbindung mit Salzen
Koche uünd Glaubersalz), auch noch ein Zusatz von Wachholder⸗
beeren, Schwefelspiesglanz ec.. Die Kraftfutter bestehen aus Mais,
Wicken c. in Verbindung mit Johannisbrod, griechischem Heui⸗
samen, Auis, Kümmel. guch einen Zusatz von färbenden Stoffen,
wie Safran. Alle diese verschiedenen und so mannigfach zusam⸗
mengesetßten Miltel kommen in mehreren Punkten miteinander
Gulden Belohnung
gebe ich demjenigen, der mir hinrei—
hende Beweise liefert zur gerichtlichen
Verfolgung des Diebes, der mir die
5.obern Stücke eines großen gußeiser⸗
ien, Säulenofens von einem verschlos—
enen Speicher gestohlen. hat und
velche, da⸗ sie sich hei einer vorgenom⸗
nenen Haussuchung nicht: im Hause
jorfanden, aller Wahrscheinlichkeit nach
wuswärts als altes Eisen verkauft
vurden. —

Schnappbach, 12. Nov. 1868.
. Lul. Gass.
Ausgebeinte grankfurter
ne

Der ganze, zweite Stock umd: zwei
schöne Speicherkammern sind zu vermiethen
in dem Hause des Herrn Philipp Aling
und kunn sogleich bezogen werden.
Peter Jos. Schwarz.

DDVVV
Versteigerung
von Pappel st ä u men.
Freitag, den 20. November B. I. Nach⸗
—V Alschbach
38 Pappelstämme, die meisten 10
bis 15 Zoll Durchmesser, versteigert.
Blieskastel, den 12. Nov. 1868.
.Das Bürgermeisteramb:
8. Wies.

Bei Aluterzeichnetem sind zwei
Zimmer zu vermiethen und kön—
nen sogleich oder bis 1. März
bezogen werden. Franz Foos.
Geschäfts Emplehlung.
Die Unierzeichneke beehrt sich ergebenst
anzuzeigen, daß sie sich in hiesiger Stadt
in der Wohnung ihrer Eltern im Groo ßi⸗
schen Hause in der Unterstadt als Kleider⸗
macherin und Nähterin eiablirt hat,
und sowohl in als auch außer dem Hause
recht jahlreichen Aufträgen, unter Zusicherung
guier und billiger nach dem neuesten Mo—
den ausgeführten Arbeiten, entgegensieht.
St. Ingberk, im November 1808.
Katharina Lohmer,
Tochter von Bahnwart, Lohmer.

Das früher Vogelsang'sche Haus im
Hirteneck ist pom. 20. November an zu
vermieth n .. TIICVSSCB.

Mainz, 6. Nob vui
Gr uchtp reise:) Weißmehl das Mal⸗
— ————
genmehl ditto — fl. — sx. .Weijen 200
Pfd.) 11fl. BOIr. — 11 fl. Ab l. —
—D—
kt. Gerste (100 hf) 1d s 40 trbis —
fl. — ir. Hafer (120 Pfd)Sefl. 35 fr.

bis Afl. r. d4 *
tam Worms den 80 Ock.“ 7
Wir notiren heute:? Weizen 11 fl. 80 kr.

— — bis 12fl. — kr.“ Roggen 10 fl. 80 kr.
J rer. bis — fl. — tkr. Gerste 10. fl. 40 kr.
—V
Mein, Wohnhaus in der Eck, nahe der 27 . Per. ld, Vaser
Wollbach, bestehend in 4 Zimmern, 1 Küche, 3fle 80 kr. bis vfle — kv. per 60 Kilo.
deller, Stall und Schener, mebst circaß Mehl per Partie 10*fl 30 kt. bis fle
Dezimalen Pflanzgarten!ist sofoit ganz oder Akr. Roggeumehl — fl. — tr. bis fl.
theilweise zu vermiethen. r33
n Franz Wagner, Bergmann. — r. -Roggenvorschuß I1I fl. — kr. bis
wohnhaft bei. Franz Schwarz. Sehmelz⸗ — fl. — r.Weizenvorschuß 14 fl. 45 kr.
arbeiter in der Gasse. —fl. — kr.Blumenmehl. — fl. — kr.
Auch ist Räheres bei Joh. bis — fl. — kt. per 70 Kilo., Reps
Zos.Schmelzer, Ladknecht, — fl. kr. bis — fi. r. per 88
zu ersragen . HKilo. Rüͤböl ohne Faß 19 fl. kr bis
— — fl —Ate Leindtohne Faß fl.
ener ite big e ie Diehnde ene gest
———— 77 77x. — fl. —*ir. Mohnt Faß
Gebergswein
p 50 Kilo. Repskuchen — Fl. — kr. bist
Ichod hen bet —flAx Ar. Branntwein 27 fl. Zo fra
zu Schnappbach. e ae M —X u uy Emrich bis 28 flr. — J
ere Vane ben dex. Deme gcutlet guatit

Ein: junger halbjahriger
x schwarzer Hühnerhund,
(Hundin), glatthaarig, mit starkem Be—
hang und auf den Ramen Ilora
hörend, ist uns am Montag Abend,
d. Nov., von unserem Hofe entlaufen.
Wer denselben wieder bringt, oder be⸗
stimmte Auskunft zu⸗“ geben vermag,
erhält eine gute Belohnung .
I Vor Ankauf wird gewarnt.
Gehr. DPohrr,
guf Trippscheiderhof. .

lESgr. per Schoppeu bei
H. Jul. Gaß.
6 gute

Schreinergesellen
finden dauernde Arbeit bei un

A. l. Gass.
        <pb n="547" />
        Sl. Ingberler Znzeiger.
— e
Der St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhältumzablatte- erscheint wöchentlich dreimal: Dem Statg.e Donnersta
ind Samstag. Abonnementspreis viertehjährig 45 Kezre over 13. Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeit
, Blattschrift oder deren Namm berechuet.
——— — * 57 « — — 9 * —
Donnerstag, den Rovembe 1868

7
55 Deutschland. —vDieꝰ Landräthe von Oberbahern, Unter⸗und Mittelfranken
Muünchem, 14. Novp. Die Mittelpartei wird in deu haben Beschlüsse zu Gunsten baldigster Erledigung des neuen
ichsten Tagen ihre Genossen zu einer constituirenden Versamm- Schulgesetzes gefaßt. i
sung einberufen, welche Dr. Hänle erbffnen wird. Von dem pro Nürubeer gIRod. „Heute Nachmittag hat, hier im
pisorischen Ausschusse ist ein Flugblatt vorbereitet, welches das*Adler“ eine dertrauliche Besprechung, von Landlagsabgeordneten
dandvolk über den Schulgesetzenkwurf aufklären sol.. 8 waren unter Andern anwesend die HH. Abg, Dr. Völt,
München 15. Rob. Im kommenden Jahre wird das Dr. Brater, C. Crämer, Frhr. b. Stauffenberg, Fischer, de Hofit
Ersatzgeschäft zum ersten Male vollstündig und in jeder Beziehung mann, Behringer zc.), Vertrauensmännern und anderen zahlreichsn
anch den Bestimmungen des neuen Wehrverfassungsgeseßzes vom Mitgliedern der Fortschritispartei aus allen Gauen des Landes
30. Januar l. J. vorgenommen; es dürfte daher am Plutze stattgefunden. Hervorzuheben ist, daß die Versammlung siche ein
ein, die diesbezüglichen Bestimmungen den Betheiligten bekannt stimmig für die Durchführung beziehungsweise möglichste Verbesserf
su geben, um vor allem Nachtheile bewahrt zu bleiben.“ Alle im ung des Schulgesetzentwurfes und in Anschlug an früher bereus
Jahre 1848 geborenen und noch zum bayerischen Unterthanenver- aufgestellte und in der Kammer angeregte Gründsätze für Eiu——
zande stehenden Jünglinge werden mit dem i. Januar 1869 führung des allgemeinen directen Wahlrechts in . Berbindung mit
vehrpflichtig; dieselben haben sich in der Zeit zwischen dem einer gesetzlich festzustellenden und correcter zu best mmenden Eing
lJ. und 15. Januar bei der Gemeindebehörde ihrer Heimath oder heilung der Wahlbezirke, sowie für Freigebung der“Advbocatur
hres Aufenthaltsortes, falls sie im Auslande sich befinden, bei ausgesprochen. —5—— A
ersterer persönlich oder schriftlich oder durch Stellverlkreter, welch. Karlsruhe, 13. Noy. Dem „N. C.“* schreibt man
ziezu einer besonderen Vollmacht nicht bedurfen, anzumelden; in von hier: „Ueber die plötzliche Äbreise des Großherzogs nach
der gleichen Zeit hat jeder Pflichtige bei Ve rmeidung des Ausschlusses dem füdlichen Frankreich erzühlen glaubwürdige Personen Fol—
seine etwaigen Ansprüche auf gänzliche oder zeinweise Befreiung Jendes: Schon seit einiger Zeit hafte sich desselben eine gewisse
bon. der Wehrpflicht' oder auf zeitweilige“ Aussetzung seiner Ein- Verstimmung gegen den allvermögenden Kriegsminister v. Beyer
eihung bei der Gesneindebehörde anzunelden und die zur Bebemächtigt, dem eben, seit er das Corpscom nando übernommen
gründung seines Anspruches erfordeltihen Nachweise soweit mög- dat, gar nichts mehr recht ist, wie es in Baden gehalten wird
lich vorzulegen.“ Die von der Gemeindebehördehergestellte Urlisfte Diese Personen wissen sogar von einem Auftritt zu herichten,
vird vom i bis 15. Februar in der Gemeinde zux Einsich! velcher zwischen dem Fürsten, und, dem Minister staltgefunden hätte
iffentlich aufgelegt; Eiusprüche gegen ihre Richtigkeit“ oder Voll- in Folge eines Planes des Letzieren, das badische Officjercorps
ttändigkeit müssen innerhalb, dieser Zeit bei der Gemeindebehörde noslständig mit dem preußischen zu verschmelzen, eine; Planes,
imngemeldet werden. Wehrpflichtige, welche der obenbezeichneten velcher zwar aufgegeben wurde, aber nicht ohne daß von dem
Anmeldepflicht nicht nachlommen, unterliegen einer Strafe bis zu Minister fortwährend eine Anzahl badischer Stabsofficiere nach
10 Gulden. Preußen abcommandirt wird. Wie Primz— Wilhelm, der Vor—
Muümnchen, 15. Nov. Die „Corr. Hoffm.“ meldet: Der jJänger des Geuerals Beher, um seiner Verstimmung über das
önig hat den Stiftsprobst Döllmger und den Gutsbesitzer, Land- Auftreten des Kriegsministers bei Gelegenheit der letzten Mans—
agsabgevrdneten und Zollparlamentsdeputirten Frhrn. v. Gutten- Yer los zu werden, nach Neapel gereist ist, so begibt sich der
zerg zu lebenslänglichen Reichsräthen etnanat. — Die Kaiserin Großherzog, die erschwerte Last der Krone bei Seite legend, ins
non Rußland empfing heute, Vormittag sämmiliche kzl. Prinzen nittägliche Frankreich. Der drilte Bruder, Prinz Karl,“b finden
und Prinzessinnen. — Morgen früh wird die Kaiserin wieder sich in Tiflis bei dem Großfürsten Michael Nikolajewitsch.“ —
cbreisen J Mit dem 1. d. M. ist die neue Verordnung über das Paßwesen
Münschen:. Die Kaiserin von Rußlandist?'am 16. Nov. in Kraft getreten. Ein Paß oder sonstiger Reiseausweis, kaun
in Begleitung des Königs, der sie eine Strecke weit auf der Eisen⸗ von jetzt ab in Baden auch von dem Arbeiter, dem Dienstboten
bahn begleitet, nach Berlin abgereist. an und für sich nicht mehr verlangt werden; die Angehörigkeĩt
» München;, 16. Nov. Gestern Abend kurz nach 8 Uhr zur dienenden, zur arbeitenden Klasse begründet keinen Unterschied
rraf die Kaiserin von Rußland hier ein. Am Bahnhofe wurde nehr vor dem Gesetz.
sie von der Königin-Mutter empfangen. Nachmittags 4 Uhr fiuet, Karlsruhe, 14. Rov.Nach der Karlsruher
Familientafel im Wintergarlen der Residenz statt. Abends wird Zeitung“ finden demnächst Verhandlungen zwischen Baden und
die Kaiserin der Aufführnng der Oper „Die Meistersinger“ beie Preußen statt behufs Regelung der gegenseitigen Gerichtsbarkeits
wohnen, und morgen früh 8 Uhr München wieder verlassen. Der Verhältnisse. J J
Konig wird. sie bis Gunzenhausen oder Nördlingen begleilen, und Hannovber, 11. Nov. Der Kaufmann Jungk hatte in
Ach dann. wieder nach Hoheenschwangau degeben. (Die Großfürstin der Nacht vom 5. August auf dem Bahnhofe beim Abfahren der
Marie. hat fich vrm. Innsbruck nach Wien begeben, und wird erst Kronprinzen das Wort „Mahlzeit“ gerufen und wurde deshälb
in Jüterbogk awieder mit ihrer Mutter zusammentreffen. 56zu 5 Thaler Strafe verurtheilt. Diesem Mandat der hiesigen
323 Zum Director des topographischen Bureau's wurde der Polizeidirection entgegen, hatte das Polizeigericht in der Beruf—
Hauptmann des Generalstabs, C. Orff, unter: Beförderung zum ungsinfstanz auf Autrag des Polizeianwalls Freffprechung erkmim.
Major ernannt. 3 384 7 — Gegen diese Freisprechung hat wiederum die Kronanwaltschaft
.5- VDer- Militärstrafgesetzgebungsausschuß wird morgen seine Berufung erhoben, in Folge dessen die Anklage vor der Stiaf-
Berathungen wieder aufnehmen. kammer zur Verhandlung kam. ZRach Wiederaufnahme des Ver—
— Zum Platzcommandanten von Wülzburg wurde der Ma— fahrens erfolgte auch hier Freisprechung.
sor und Platzstabsofficier zu Würzburg. Karl v. Kramer, ernannt. Wien, 18. Nov. Nach dem „Volksfr.“ hat der Minister—
Dernbisherige Platzcommandant von Wülzburg. Oberst P. Busch, athmit allen gegen Eine Stimme (Graf Poiocki) heschlossen, den
wurde unter Verleihung des Characters als Generalmajor blei- Freimaurerorden auch in Cisleithanien, zuzulassen. „vir habegn
zeund quiescirt. — —— also“, jammert der Volksfreund, „die Errichtung einer Großloge
München, 16. Nov. Das Rescript zur Einberufung in Wien in naher Aussicht; die Foige für unsere holitischen und
des Landtages soll bereits dem König zur Unterschrift vorliegen. socialen Zustünde wird gleichfalls nicht ausbleiben.“.
Auch die letzte vacaute Reichsrathsstelle soll wieder besetzt werden Prag, 14. Nov, Die Bohemia veröffentlicht einen Brief,
ind zwar durch einen Juristen, so daß man glaubt, es werde n welchem erzühlt wird, daß sich in Rumänien 5000 preußische
ver künftige Präsident des obersten Gerichtsbofes dazu ausersehen Anterosficiere aufhalten und daß preußische Fabriken große Muni—
ein. — ionsvorräthe nach Rumänien absenden.
        <pb n="548" />
        In Prag wurde Pater Hauschka, Secretär des dortigen
Erzbischofs, zu 14 Tagen strenger Haft verurtheilt. Er hatté iu
der Clemenstirche gegen die Civilehe gepredigt, welche hauptfäch
ich nichts Anderes sei, als wenn ein Schauspieler Abends im
Theater den Ritter Schnofrenius vorstellte, die Prinzessin Mor—
dulina heirathete und von einem dritten Schauspieler getraut
würde. Ferner hatte der witzige Pater, um die Civilehe recht
anschaulich zu machen, von der Kanzel herab eine Geschichte er—
zählt von der Verlobung des Itzig Jeiteles mit Rosa v. Lilien⸗
lhal, von dem Streit, ob das von ihr geborene Kind getauft
oder beschnitten werden solle, und wie nun die christlichen Kinder
ihrem jüdischen Vater „Hepp, Hepp!“ zurufen und die jüdischen
Kinder ihre eigene Mutter auslachen, weil sie vor dem Kreuze
iniet und betet. Für diese und andere drastische Argumente,
welche direcker ins Geschlechtliche einschlagen, darff nun wie oben
gesagt, der würdige Priester brummen. Es gilt, keine Tugend
mehr in der West. ꝛ —

Fraukreich. 2

Paris, 14. Novb. Der König von Preußen hat — nach
der „Patrie“ — die Entlassung des Herrn v. Goltz nicht ange⸗
nommen, sondern ihm nur behufs einer in Berlin zu nehmenden
stur einen Urlaub von 8 Monaten ertheilt; Herr v. Goltz wird
abermorgen Paris verlassen. Von seiner Ersetzung auf dem Ge⸗
sandschaftsposien ist keine Nede.

Es wird versichert, die mit mehreren fremden Häusern be⸗
züglich der Anleihe von 400 Millionen Realen angeknüpften Un—
jerhandlungen hätten mit dem Hause Rothschild Erfolg
gehabt. —

Die Generale Prim und Serrano werden ehestens eine
große Revue über die in Madrid concentrirten Truppen abhalten.
— Der „Gaulois“ enthält fotgende Mittheilungen: Der Gou—
herneur von Santander hat im Seminar von Corban
ein heimliches Depot von 600 den Carlisten zugehörigen Flinten
enideckt.

Die Journale verlangen, daß die von Narvaez ausgegangenen
Ernennungen zum Marschallat der Generale Concha und Cheste
annullirt werden, weil dieselben keiner der reglementarischen Be—
zingungen genügen, die an diese hohe Würde geknüpft sind. —
Fin protestantisches spanisches Journal ist soeben in Madrid er—
schienen: es führt den Namen “la Revolucion“ und wird
die lutherische Reform und das republikanische Vrincip ver⸗
heidigen.

Paris, 15. Nov. Der „Constitutionnel“ legt der Rede
Stanleys, dessen friedliche Absichten er übrigens anerkannt, nicht
mehr-ais den Character der Wahlrede bei. Die „France“ wür—
digt diese Rede in demselben Sinne. — Das genannte Blatt
zagt auch in Erwiderung des bekannten Artikels der Wiener Presse,
die Artikel des Pariser Vertrags, welche die Lage der Donau—
zürstenthümer regeln, hätten nichts Zweideutiges, das eine neue
Auslegung erfordern könnte. Es sei auch kein Vorschlag in diesem
Sinne an die französische Regierung gerichtet worden. Die „Tri—
bune“ und die „Revue politique“ wurden mit Beschlag
delegt. —

Paris, 16. Nov. Der „Moniteur“ bestätigk, daß der
„Gaulois“ wegen Verbreitung falscher Nachrichten (hier Verschwö—
rung) gerichtlich verfolgt wird. J

Italien. —

Ter Monte⸗Baldo, der sich am Gardasee hinzieht,
droht, sich zun Vulkan umzuwandeln, häufig läßt sich uuterirdi—
sches donnerartiges Geräusch hören, alle Einwohner der Umgegend
huben ihre Wohnungen verlassen, und die Regierung hat sich be—
eilt. eine Commission zu ernennen, welche die etwa nöthigen Hilfs—
leifiugen und Unterstützungen für die Bewohner zu prüfen, zu—
gleich aber auch die wissenschaftlichen Vorgange des Phänomens
zu uutersuchen hat. Auf der anderen Seite des Gardasee's, in
Desenzuno, ist ein Haus in den Erdboden versunken, aber der—
art, daß das oberste Stockwerk noch bewohnt werden kann.

— Ju der Armee wird seit einigen Tagen ein Aufruf, dem
Beispiele des spanischen Heeres zu folgen, und der Monarchie
iu Eunde zu machen, verbreitet.

Spauien.
Madrid, 15. Nov. Die heute abgehaltene große Volks—
sersammlung- welche von 50,000 Menschen besucht war, verlief
roh der Anwesenheit von Polizeibeamten in vollster Ordnung.
Ats besonders wichtig sind die Erklärungen democratischer Reduer
zu betrachten. Martos sagte u. a.: „Bestern wurde das Manifest
des Tentralcomites telcgraphisch in die Provinzen versandt und
uberall jubelnd aufgenommen. Wißt Ihr, welche Antwork die ge⸗
werkreiche Stadt Barcelona ertheilte? Sie unterzeichnete 50 Mil⸗
liovren Anleihe, ein mathematischer Beweis für den vortrefflichen
FTaudruck der Manisestes“ Die Versammlung durchzog die

Hauptstraßen der Stadt bis zum Palast des Präsidiums
der pro⸗isorischen Regierung- deren Mitglieder unter stürmi—
schem Beifalle sprachen. Die Börse begrüßte das Manifest mit
einer Hausse. F J

Eiun Rundschreiben Prim's beantwortet die Forderungen um
Verstärkung der Garnisonen, die von fast allen Generatcapitänen
in den Provinzen gestellt werden, abschlägig. Das Circular sagt,
»ie Regierung zähle auf die Unterstützung des größten Theiles
der Nation; die Verstärkung der Garnisonen würde die Vergröe
zerung der Armee bis zu einer Ziffer nothwendig machen, weit
zrößer als diejenige, welche man dem Lande auferlegen dürfe.
Das Rundschreiben kündigt eine beträchtliche Truppenconcentri-
rung in Neu⸗Castilien an, welche sich, Dank den zahlreichen Ei—
senbahnen und Telegraphen, stets dahin dirigiren lasse, wo es
Noth thue.

—Der Gesammtbelrag der Anlehe beziffert sich bis jetzt auf

5,684,800 Escudos. —WW WW

—Aus Madrid, 17. Nov. wird dder Havas'schen Agentur
zeschriehen: Das so oft angekündigte Wahlmanifest ist endlich
erschienen. Ich will Ihre Aufmerksamkeit nur auf eine Stelle
desselben lenken, aus der hervorzugehen scheint, daß die Unter⸗
zeichner eine nicht erbliche Monarchie anstreben. Diese Stelle
st folgende: „Es handelt sich indessen hier nicht um die Monar—
hie, die wir gestürzt haben, um die Monarchie dynastischen Ur—
prungs, welche über dem Volk zu stehen glaubte und zugleich
eine Souveränität und seine Freiheit unmöglich machte. Diese
Monarchie ist todt für immer in Spanien. Unsere Monarchie
im Gegentheil, die Monarchie, die wir votixen wollen, ist die,
velche aus dem Volksrecht entspringt, die, welche das allgemeine
Stimmrecht consecrirt, die, welche die Souveränität der Nation
yymbolisirt, die, welche alle öffentlichen Freiheiten consolidirt, die
indlich, welche die Rechte des Bürgers personificirt, Rechte, welche
über allen Institutionen und Gewalten stehen: es ist die Mon—
archie, welche radical das göttliche Recht vernichtet und mit die—
sem die Suprematie einer Familie über die Nation, die von de—⸗
nocratischen Institutionen umgebene, die volksthümliche Monarchie.“
Welches Mittel gibt es aber, die Suprematie einer Familie über
die Nation zu vernichten, ohne die Erblichkeit abzuschaffen ? Das
Manitest sagt allerdings gleich darauf: „Wir werden einstimmig
ür die Monarchie mit allen ihren wesentlichen Attributen votiren,“
aber es bleibt zu wissen übrig, ob die Erblichkeit für eines dieser
Attribute angesehen wird.

Amerika. 3*
New-York, 14. Nov. Im hiesigen Hafen sind zwei

Dampffähren zusammeungestoßen; es gab Todte und Ver⸗
vundete.
Vermischtes. wye

In der Nacht vom 18. zum 19. d. wurde in dem Bahn⸗
jofe Bruchmühlbach die Hauptkasse erbrochen und nebst dem gan⸗
en Inhalte fortgeschteppt; ebeuso wurden sämmtliche Schubladen,
'u denen kleinere Geldbetrage aufbewahrt waren, geleeit. Ein
Thäter ist bis jetzt nicht ermittelt. — Ein ähnlicher Einbruch ge⸗
chah in der Nacht vom 13. zum 14. Nov. im Stationsgebäude
Ittweiler und wurden die Geldnorräthe aus der Handkafse des
dassiers und der Theke des Restaurateurs entwendet. Die eiserne
Zauptkasse konnte nicht erbrochen werden. Durch einige vor dem
Stationsgedäude aufgefundene Gegenstände glaubt man den Thä—
lern auf der Spur zu sein. ——

F Bei der am 13. Nov. abgehaltenen Generalversammlung
der Aktienbrauerei Tivoli in Zweibrücken waren 33 Actionäre
mit 238 Actien — im Ganzen sind 360 Actien vorhanden —
anwesend. Aus dem vorgetragenen Geschäftsbericht entnehmen
wir Folgendes: 1. Die Production betrug 1427 Fuder um circa
100 Fuder mehr als im vergangenen Jahre, was besonders am
tarken Absatze nach Paris zuzuschreiben ist; hiervon tranken die
Brauerbursche über 30 Fuder. 2. Die vorhandenen Fässer haben
reinen Werth von nahezu 40,000 fl. 3. Der Reingewinn betrug
nach Abzug der siatutenmäßigen Abschreibungen und der Einlage
n den Reservefonds 23,820 fl., was bei einem Actien⸗Capitale
oon 180,000 fl. eine Dividende von 13 pCt. entziffert. 4. Die
Generalversammlung beschloß jedoch entsprechend dem Antrage des
Verwaltungsrathes nur eine Dividende von 7 pCt. zur Verthen
lung zu bringen, und den Rest mit mehr als 10,000 fl. in, den
Reservefond einzulegen.

F Kaiserslautern, 17. Nov. Herr Dr. A. Wol⸗
dert an der hiesigen k. Kreisgewerbschule erhielt von der bayer.
Regierung auf einen von ihm erfundenen Mantelröhrofen ein
Gewerbsprivilegium auf 1 Jahr, vom 7. November 1868, au⸗
fangend. —0

F Kronach, 14. Nov. Der- auf dem Rosenberg befind⸗
iche Festungssträfling Chorinsky wurde wegen Zeichen von Geistes⸗
        <pb n="549" />
        störung am Gestrigen in das Krankenhaus der Festung verbracht
ind soll nun bei demselben, sicherem Vernehmen nach, die förmliche
Tobsucht ausgebrochen sein, so daß ihm heute die Zwangsjacke
angelegt werden mußte. 5 ——
4 Der Pfarrer Ott von Graͤfling wurde am 11. d. vom
Bezirlsgerichte Deggendoef auf Anklage wegen Amtsehrenbeledig⸗
ung der Regierung und der Abgeordneteikammer und Aufforderung
jum Ungehorsam (verübt in einer öffentlichen Rede über das
Schulgesetz) zu 200 fl. Geldstrafe verurtheilt.“«Der“ Staatsawalt
datte 9. Monate Festungsstrafe beantragt.
7 In Eischst ädt haben seit der Sälkularisation die Nonnen
eineß damals aufgehobenen Klosters im einem“ Privathause nach
hret Ordensrgel und vonder ihnen ausgeworfenen Pension
ortgelebt. Dieser Tage ist die letzt von ihnen, 100 Jahre 8
Monate alt, gestorben, und es gibt jetzt in Bayern keine Nonnen
nehr, als die der Krankenpflege, dem Schnlunterricht- oder der
weiblichen Erziehung sich widmen.
7 Saarbrücken, 162 Nov. Viel Aufsehen und Muth-
maßungen oft der absonderlichsten Art hat ein Patroneu-Transe-
port herborgerifen, der am 14. d. von. Saarlouis aus nach der
iranzösischen Grenzstadt Forbach stattfand. An diesem Tage näm—
lich passirte ein Commando des 70. Infanterie⸗Regiments, beste⸗
hend aus 1 Officier und 18 Mann, von Saarlouis kommend, den
giesigen Bahnhof, um 6000 Stück Zündnadelpatronen nach For—
zach zu bringen, woselbst die Munition von einem Commando aus
Metz abgeholt werden wird. Die Mannschaften, welche neue
Uniformen und Mantel trugen, waren ohne Gewehre und führten
die Munition in ihren Tornistern mit sfich“ Wenn die „Saar—
uind Blies⸗-Zeitung“ recht unterrichtet ist, soll diese Zündnadel—
Munition zu den in Metz anzustellenden Probeschießen mit Zünd—
aadelgewehren bestimmt sein, wie denn auch die französische Mil itär
erwaltung die Munition zu den diesseits mit Chassepot-Gewehren
angestellten Versuchen geliefert hat. bg F
Koln, 17. Nov. Heute Nachmittag vor 4 Uhr wurde
zier an; verschiedenen Stellen eine Erdersschüttenr ung
verspürt.
Görlitz.“ Am 11. d. M. wurde ein Riesenkürbis auf
ansern Markt gebracht.“ Der Kürbis wog nint mehr und nmich
weniger als 83 Pfund.
Der in Wien mit seiner Tochter und drei Söhnen in den
drückendsten Verhältnissen lebenbe Buchdrucker Leopold Seiler er⸗
hielt an verflassenen Sonntag, aus Regensburg die telegraphische
Nachricht, daß ihm der daselbst verstorbene Bischof Andreas Seiler
1 Miill. Gulden vermacht habe. Der Verblichene hinterließ ein
Vermögen von 18 Mill., wovon derselbe 6 Mill. dem Nounen—
loster, 3 Mill. dem Bisthum in Regensburg und 4 Miill. seinein
Broßneffen, dem Leopold Seiler, testirt. (Der Mann muß ein
lucratives Geschäft gehabt haben.)
7(Aus Rochefeari's Lanterne.) 1) Wie kammt
es, daß bei allen passeuden Anlässen immer nur von der Mutter
des Kalsers, der Königin Hortensia, die Rede ist, und nie von
dem Gemihl derselben, dem Könige Ludwig von Holland? —
2) Eine Zeitung wird gerichtlich verfolgt, weil sie ein Capitel
aus der Geschichte des Staatsstreichs veröffentlicht. Ein komisches
Land, wo die Geschichtschreiber, aber nicht die Urheber des
Staatsstreichs verfolgt werden! — 8) Freunde werfen mir vor,
ich sei zu heftig. So? soll ich etwa lustig sein 7. Die Regie—
rung bricht ihren Eid, verhaftet den General Cavaignac in seinem
Betie, rauͤbt der Familie Orleans ihre Güter, confiscirt die
Blätter, wenn sie noch unter der Presse und ehe sie ausegeben
sind, läßt durch ihre Policisten die Studenten niederkeilen und
junge Mädchen in schändliche Kerker schleppen. Bürger nieder—
schießen, don denen man glaubt, daß sie an der beschworenen
Republik hängen; Tausende ohne Urtheil und Recht nach Cayenne
und Lambessa schleppen; — und wenn nun ein Journalist kömmt
und diese Heldenthaten mißbilligt, heißt es, er sei zu heftig! Der
Präfect Pastoureau ließ den vermeintlichen Democraten Martin
Bidaure erschießen, und da er nach zwei Tagen erfuhr, der arme
Martin sei nicht zu Tode getroffen worden, ließ er ihn aus dem
Spitale holen und zum zweiten Mal erschießen. Das ist wahr
scheinlich lieb und sanft und gar nicht „heftig?“ — 4) Der
Pascha von Egypten hat zwei Söhne. Den einen läßt er in
England, den anderen in Frankreich erziehen. Nehmen wir nun
an, der eine bilde sich zum redlichen, biederen, freisinnigen Manne
zus, der andere zum tückischen, freiheitsfeindlichen, rechtsverdrehen⸗
den Gauner, zum politischen Taschenspieler. Frage: wer von
Hnen ist der in Frankreich, wer der in England etzogene? —
5) Tenot hat ein gates Buch über den Staatsstreich geschrieben.
Wenn die Bauern lesen könnten, so würden sie aus diesem Buche
erfahren, daß in Frankreich nach dem zweiten Dezember nicht
veniger als sechsundneunzigtausend Männer theils aus dem Laude
zejagt, theils erschossen, theils in bestimmte Orte eingesponnen

wurden. Jene Manner waren meistens Familienväter, und so—⸗
iach hat di weise Maßregel der De zembristen ungefähr viermal⸗
underttausend Menschen zu Grunde, gerichtet. Bei der Gelegen⸗
Jeit erschienen humane Decrete, wienz. B.; „Folgende, Indi vi⸗
u en werden aus Frankreich geschafft; Victor Hugo, General
Favaignac Emil. z. Girardinu. s. w., Wie hoͤflich und an⸗
tändig!“ —“ 6)! Man will einer Straße-in Paris den Namen
Walewsti· Struße geben. Sehr gut.! Wird aber der Stadthe;
hjörde doppelte Mühe' machen; deun wie lang wird's währen,
zis sie umgetauft wird? —..7). Die Kammexn kommen bald zur
ammen,.“Ehrenschneider hat alle Hände voll mit neuen Gesetz
dorlagen zu thun. Geschwind, Messieurs, ruft er in die getreue
Zchaar hinaus, nicht viel Worte verloren; nichts als abgestimmt,
Hesetzentwurf Nummer Eins: der Generalpostdirector wird —
—
behalten. Angenommen! — Nummer zwein:: Jeder Policist ist
berechtigt, ehrbare Frauenzimmen am Kragen zu packen und zu
derhaften, und sie ein weniges zu prügeln, wenn sie sich wehren.
Ungenommen ! Niminer drei: die Abgeordueten sind unver—
etzlich; sie sind es aber nicht mehr, wenn sie zur Opposition
übergehen. — Will jemand etwas einreden ? Still, Sie dor!
in der Ecke, Sie haben das Wort nicht. Angenommen! Gut,
jetzt können Sie nach Hause gehen und Ihre zehntausend Franu—
kenn Depitirtengehalt mit Ihrer Freundin verzehren.

7 Zu, Taͤlcahuano (bChifi) wogte die See in der Nacht
des 14. September mit ungewöhnlicher Heftigkeit. Das Wasser
var siedendheiß und Fische wurden tu gekochtem Zustande an die
Küste geworfen. e

Ausbach, 16 Nov. Bei der heute dahier vorgenom⸗
nenen vierundzwanzigsten Serien⸗Zehung des Ansbach⸗Gunzen⸗
hauser Eisenbahn-Anlehens sind die nachstehenden 44 Serien-Num-
mern: 145. 193. 271. 301. 571. 780. 857. 1011. 1016.
1081. 1315. 152150 1562. 1602. 1845. 1848. 1975. 2004
20175 2200. 2207. 2238. 2299. 2339. 2504. 2861. 83190
3384. 3704. 3870. 3899. 3950. 4155. 4170. 4283. 4551J.
1650. 4689. 4837. 4853. 4856. 4895. 4899. 4966 erschienen,
welche an der planmäßiz am 15. Dezember d. Is. staitfindenden
Vewinnziehung Thel zu nehmen haben.. *

Landwirthschaftlichesss.
Das Stroh alsz Einstreumaterial. Daß das
Stroh seinen hohen Werth als Einstreumaterial nicht den in ihm
enthaltenen Pflanzennährstoffen, vielmehr seiner physikalischen Wir—⸗
kung, aufsaugend auf den Urin zu wirken, verdankt, ist bekannt;
allein noch nicht bekännt genug scheinen die Methoden zu sein, dit
diese Eigenschaft des Strohes zur vollen Wirksamkeit gelangen
lassen. Fast überall ist es noch gebräuch ich, das zum Eiustreuen
in Verwendung kommende Stroh einmal zu durchschneiden. Allein
venn man bedeukt, daß die hohle Röhre des Strohhalms durch
noten mehrmals unterbrochen ist, so muß es einleuchten, daß bei
diesem Verfahren der Strohhalm nicht seine volle aufsaugende
raft entfalten kann, namentlich nicht, wenn er keine Risse hat;
denn der Urin erfüllt nicht das Röhrenstück von seiner Schnitt-
fläche bis zu seinem Knoteun, weil dasselbe auch Luft enthält, die

nicht alle entweichen kann. .Skudirende an der landwirthschaft-
lichen Lehranstalt in Worms haben vor 5. Jahren einmal fol⸗
jenden Versuch ausgeführt: Zwei große Schüsseln werden mit
Jauche gefüllt und in die eine 1J Pfund- Stroh eingetaucht, das
»on Halmen herrührte, welche 6 mal quer zerschnitten wareü und
in die audere Schüssel wurde 1 Pfund derselben Strohsorte ein⸗
getaucht, das aber nur ein mal durchschnitten-war, das Stroh
olieb 20 Minuten lang eingetäucht; alsdann wurde es auf quer
über die Schüsseln gelegte Stöckchen gebracht und 20 Minuten
lang dem ruhigen Abtropfen überlasser. Das Pfund des 6 Mal
zeschnittenen Strohes halte 284 Pfund, das Pfund das 1 Mat
eschnittenen Strohes aber nür 1h6 PfundJauche festgehalten.
Seitdem dieser Versuch bekannt geworden ist, haben viele Land⸗
virthe das mehrmalige Zerschneiden des Streustrohes eingeführt
und sprechen sich über den so erzielten Dünger sehr vortheilhaft
aus. — Gustav Müller aus Neuhofen i. J, theilt-uꝛs, mit, daß
er im Jahre 1864 zweien seiner Kühe nun mehrmals durch⸗
Jeschnittenes Skroh, zwei anderen aber von gleichem Gewichte nur
Mal durchschnittenes, Stroh eingestreut habe und zwar bei sonit
ooslkommen gleichbleibenden Verhältnissen; der erzielte Mist sei
jeder appart gelagert worden. Nach 10 Wochen habe der Dünger,.
der von dem mehrmals durchschnittenen Streustroh gewonnen wor—
„den sei, wiewohl die Kühe auch dieselben Futterstoffe in ganz'glei—
nchen Ralionen erhalten hatten, 9 Centner mehr gewogen, als der
von dem 1 Mal geschnittenen Streustroh. Sodann habeer diest
heiden Mistforten einem und demselben Acker gegeben, aber ge—
trennt und habe sih überzengt, daß der Mist der ersteren Art in
drei aufeinander folgenden Ernten sich wirkfamer gezeigt habe, utz
er Mist der lekßfteren Arke—
        <pb n="550" />
        Mobilien⸗
Versteigerung.
Somstag, den 21, November 1868.
ves Rachmittans uin 1 Uhr zuSt. Ing—
berter Eisenwerke im Sterbehaufe, werden
die zur Gütergemeinschaft; welche zwischen
dem dasekbst vrrlebten Jimmermanne Ja⸗
kob Neymann und“ seiner hinterbliebenen
allda wohneuden Wittwe Barbara Schnei⸗
der bestanden hat, gehörigen Mobiliarge
genstände auf Zahltermin in Eigenthum
— J
.3 vollständige Betten, 1 Kleiderschrank
1 Commode, 2 Tische, LKllchen⸗
schrank, 1 Schüsselschaft, 1 Sauer.
un frautbütte, 1Bohnenbütte, 12 Stühle
Bildet, Spiegel, eifernes und zinner⸗
nes Gescirr, Porzellan und fonstig⸗
70 Haus- und Küchengeräthschaften. “
BHorn, tigl: Notar.

—0——
Mobilien ⸗
2 ⏑—
Versteigerunug

Samstag, den 285 Nov. 1868, Nach—
mittags 3 Uhr zu St. Ingbert im Sterbe
aufe werden die zum Machlajse der da⸗
elbst verlebten Ehelenke“ Franz Thebbald
—
igen-Mobiliakgegenstände —* auf
Zahlkermin, versteigert, als;
g vollstündige Vetten! mik Veitladen,
1 Kleiderschrank, 10Tisch. z. Stühle,
1. Uhr, 1 Spiegel, Bilder, Weißzeug,
Eisen- und Porzellangeschirr, sowie
jonstige Haus⸗ und, Küchengeräth—
jchaften. —
BS.orn, igl. Nolr.

Bekanntmachung.
J * Die Aushebung der Wehrpflichtigen der Alkersklasse 1848 betr..
— Geinüß 8. 2 der Bollzugsschriften zum Dewrwersussungeaden vom 80. Jamiat
1868 wird hiemjte bekannt, gegeben, daß sämmtliche Wehrpflichtigen der Alterstlasse
—1848, d. h. alle diejenigen, die im Kalenderjahre 1848 gehören worden sind, innerhalb
der Frist vom ——
. F L. 15. Januar 1869 S
sich bei der Gemeindebenörde ihrer Heimath oder ihres Aufenthaltsorteß, — falls sie
sich! im Auslande befinden bei ersterer, — persönlich; oder schriftlich oder durch „Stell⸗
vertreker anzucelden und daselbstbeeein Vrer meeni dung des Aussichbuhset
ihre etwaigen Ansprüche auf gänzliche oder zeitweise Befreiung van der Wehrpflicht —
Art. 11 und 12 des-⸗Gesetzes — oder auf einstweilige; Ausfetzung der, Einreihung —
Artitel 8 des Gesetzes auzubringen und die: zue Begründung: der gemachten An-
iprüche erforderlichen Nachweise so we t möglich varzulegen haben. — Art. 45 und 46
des Gesetzes. — J :,
3Die von den Gemeindebehörden herzustellenden Listen werden sodann vom 1,- 15.
Februar 1869zur Einsicht öfientlich aufgelegt und sind etwaige Einsprüche gegen deren
Richti keit oder Vollständigkeit innerhalb dieser Zeit bei der betreffenden Gemeinbebehörde
anzumelden. — Art. 47 des Gesetzeszt. 4.
Wehrpflichtige, welche der in Art. 45 Absatz 1des Gesetzes festgesetzten. Anmelde⸗
„flicht bis 13. Januar 1869 nicht nachgekommen sind, unterliegea, einer Strafe bis zu
zehn Gulden — Art. 76, Absatz bdes Gesetzess. ueße
Zuweihrücken, den 15. November 186b.. 2
8nigtiches B ezigts a m't, w
Wiener Bier
Egr. per Schoppen bee
H. Jule Gaß.

DTodes· Anzeige.
Allen Verwandten und Freunden
theilen wir mit, daß unser lieber Vater,
Schwiegervater wid Graßvater
Heinrich Holzer,
in einem Alter von 65 Jahren nach
laͤngerein schweren Leiden in ein bes⸗
seres Jenseits abgerufen wurde.
Wir bitten um stille Theilnahme.
St. Ingbert den 18. Nov. 1868.
Die trauernde Familie.
Die Beerdigung findet Freitag
Morgen um 10 Uhr statt:

6 gute
—— ⸗ J
Schreinergesellen
finden dauernde Arbeit biee
I. Iul. Glass.
zu Schnappbach. 9
Frucht.· Brod⸗ Fieisw⸗ zc. Preife
der Stadt Zwveibrücken vom 19. Nor

— — —

5 Eiue frische Sendung *5 ..4

nene Holländische Häringe
pr. Stück 8 und.A Er.

empfeblt n
—

⸗ ebrochene —
racs
pr. Pfund 7 Er. verkauft
P Zepp.

— J uber

7 Uhr

UF8t.

UPPE

mit Sauerkraut
bei Fudwig Weirich.
susverkanf.

Der Unterzeichnete zeigt
hiermit an, daß er sein Waa⸗
reugeschäft aufgibt und, um
möglichst schnell aufzuräumen,
zu bedentend herabgesetzten
Preisen ausverkauft.
Blieskastel im Ryobr. 1868.

Moritz Oppenheimer.

⸗ — —*

Weizen 5 fl. 48 kr., Korn A fl. 50 41.
Gerste, Areihige. — fl. — kr., Gerste vier⸗
—
Spelztern 5. fl. 15 kr., Dinkel 3f1.
28 kr. — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
4 fl. 15 kr.Erhsen 4 fl. 46 kr., Wicker
4 fl. &amp; fr., Karloffeln — fl. 44 kr., Hen
ↄ2 fl. 4 kr.“ Stroh 1fl., 22 tr.. per
Zentner. Weisbrod 1412 Kilogr. 161x.
Kornbrode3 Kgr. 28 kr., ditlo 2 Kgr.,
16 kr., ditio I. Kgr. 8 kr., Gemischtbrs
3 Kgr., 28 kr. J Paar Weck, 9 Loth
2 ir. Kindfleisch, 1. Quat i6 tr.2
Qual. 14 kr. Kalbfleisch 12 kr. Hammel—
Jeisch 14 kr., Schweinefleisch 16 kr., per
pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,
Butter 34 kr. per Pfund.

ʒ Gulden Belohnung
gebe ich demjenigen, der mir hinrei⸗
hende Beweise liefert zur gerichtlichen
Verfolgung des. Diebes, der mir die
53 obern Stücke eines großen gußeiser⸗
nen Sänlenofens von einem verschlos⸗
senen Speicher gestohlen hat, und
welche, da sie sich bei einer vorgenom⸗
menen Haussuchung nicht im Hause
vorfauden, aller Wahrscheinlichkeit nach
auswärts als altes Eisen verkauft

wurden... 7
Stchnappbach, 12. Nov. 1868.
vr

F Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslautern vom, 10. Nor.
Weizen 8 fl. 44 kr. Korn Lifl. AGir
— — —— Sbpelzkern 5 f.29 frie Spetz 8 f.
* 53 59 kr., Gerste 5 fl. 16 kr. Hafer 4*fl
Ein erfahrenrer 23 kr. Erbsens I. IIekr., Wicken 44.
—D— I18 tr. Linfen — f.n--kr. per Zentner
Blechschm ied Geselle 8Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 28 itr.
findet spofort dauernde· Beschüfligung bei —
Bledhschmied Vaumann in St. Ingbert. Weißbrod 12 tr. n
——— —— —
— Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert. 5
        <pb n="551" />
        DVVVV ——— —D— — I pei J 1 9 — D Nu
— J —— — 42

. *—— u n 3 17 P —R N 21 —V

r 558 4 * AM — —F 2 J *2 J —

n 317 . * —6 4 —* c in. * —⏑ ———— m 4 —Ja4a— ν

—— 8 3 — ü

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d ES J g bexrte A n ej ge r“ mit Afsr ä 2 —— J L.n 4
9 ẽE — 5 I r ee —————— — Dimn enstas on merstag
ind F ezathonnementsprezs piereljayrig ir. odet, iß Silhergr, Anzeigen werden zit 3.serzr. „die, drenpaltige Zeil s
α ν— — Vlotischriit, oer deren Raum berechnen 7353
— v er — VVVV—————
J
— , M pt, — 68
— ⸗ —— — — — —
— — — —
, — ιια e ee e— I
vien Deutschland. — tlart gegenüber der Behauptung österreichischer Blätter, wornagh
München, 16. Nevp. Was die »Emführ umig dr Desterreichz Atfspruch auf das unbewe liche Eigenthum⸗ in den
Tar vn u met es xicht s betrifft, so ast uch der Anbahirung der— üddeuts hzen ehe naligen Bundesfestungen baheris herseits als be⸗
elten ia dem Boutus sschuben durch die kürzlich erlassene Ente echtigt gnerkaunt worden were, duß Anfanga Ouober zwar
cleßung des h.Staatsmmivisteriums des: Innern fürirchen⸗ derartiger Anspruch erhohen, Pon⸗der bayeris hen Staatsregierung'
ind Schulaugelegen iten Rechnung getragen.“ Bekauntlicherist än iber jofort auf Geund des Prnger Friedens und der Verhande
vem der Kammier: der Angeordueten vorlicgenden: Entwurfe eines ungen der Liquidatjonsco umission ab elehnt worden sei. i
Bejetzes ii ber das Bolteschulwesen das Turnen! als — Dienstes-Nachrichten:. αι νιν
dehrgegenstand! berets mingenummen. Es wurde jedoch zfur an⸗ ——— vi . e ι
emeffen, exachtetz dem Turnuuterricht schon, jetzt da/ wor esram Ddurqh Eñn hließiig al. Re ierung vom 4. Nap. wurde der
aothwendigsten ist, nemlich in den Städten. Eistgange zu⸗ver isee Joh. Odber zu Kaiserslautern in gleicher Eigenschaft,
— v“ Neustadt versetgt und der kgl Gendarmerien
Fall ist.rnZu diesem Zwecke ist in der erwähnten; Ministeralent⸗ ee — Mayer zu Reustadt zum Verificator für das zl.o
chließzungi Folgendes besstimut: „In den, bis. heute morh nicht ezirksamt Laiferstautern ernannt. 6 *
—— BSexlin 16. Rov. Unter den umlaufenden Geru hien /
zud bon 1811.ist die Pflege der Gymnastik ausdrücklich vorge— rhat ũch besouders hartuächig das vom baldigen Rücktritte des
sehen und muß namentich in den Städlen, wor der Schuljugend Lultitsministers v.. Mubler ahschon positivz Anhaltspunkte dafür
zur körperlichen Bewegung und Uebung so wenig; Gelegenheit niche niryt worie gem .Dptolt in deu hoͤch ten Kreisen etwas vorgehen
hietet, das Turnen der Knaben im Interesse ihrer »Gefundheit zund din Augenblig ein giemlich respluter. Kampfe der Hofparteien⸗
und körberlichen Entwicksung und als heilsames Gegeugewicht kattfinden e wäre es allerdings nicht ganz unmoöͤglich daß
zegen die vorwiegende geistige Beschäftigung und Anstrenguug e jetzige Landtagssession wie die porige ein Opser auf der
jerselben für, höchst nittzlütz und förderlich erachtet werden. Des⸗ inisterbaut finden lönnte. Viel, umterhäll man si he fodann von⸗
zalb hat die königliche Regierung, Kammer, des Innern, schon Pexsonaländerungen in den ho hsten Verwaltungsfeuen der Ost⸗
etzt es sich angelegen sein lassen, die Stadigemeinden ihres Rtenroonzen, dð e ju Folge der augeblich beabsi hugten Beförderunmg
zRierungsbezirkes in jeder Weise, zurEinführung des . Turnunter- des Regierungspräsidenten zu Marienwerder. Grafen Eulenburg,
chts in den männlichen Volksschulen und zur Beschaffung der auf den 3. Z. erledigten Posten eines Chefpräsidenteu der Obet
jiefür erforderlichen Plähe und'. Lokalitäten und der, Mättel, zur chuungskammer und der Wiederbesetzung des erlediten Oberx
sdemunerixung eines Turnlehrers zu exmuntern. Wird von einer prasidiums von Preußen, für welches der bisherige Oberpräsident,
Stadtgemeinde mit Zustimmung der Schulhehörde die. Einführung sdon Posen Hr. Hotn, ausersehen sein soll, nothvendig sein mür⸗
zes Turnunterrichts beschlossen, so können von der lehteren auch den— Dobel sol der bersichtigte Regierungspräsident von Gum—
alle Schüler, welche nicht durch ärztliche Zeugnisse ihre körper dnsten— Hr. v. Maürach, nach Marien erder versetzt: werdeunb⸗
iche Unfähigkeit nachzuweisen vermögen, zur Theilnahme angehal— Inzwis hen giebt sit der Hof dem Vergnügen der Letznger Jag⸗
en werden. Selbstverstäudlich steht dann auch — B—— zn we — A. auh der Großherzog on Shweciu
bie jeder andere Unterricht, unter der Aufsicht der Schulhehörden. iun ddn ete von Sachsen ein getroffen sind. Der Köng'
das Bedürfniß einer geeigireten Lehrkraft wird meist durch die ud selbt konnt morgeü Abend wieder herezn, un die an
Bolksschulltehrer jelbst deftiedigl werden können, da shdit selt dem ddeutsdland bigtrefonde Kaiserin von Rußland zu empfangen,
Fahre 1882 in den Schullehrerseminarien Türnuntetricht ertheilt id an Donuerstar ihre Reise nach Peters vurg foeifetzteRu
wird und sich in Staͤdten mimerhinsolche jüngere Lehrer fiuden, Bertin 12 Row, Einen Provinzias uat sfellt. der
derden, welche eine turnerische Vordildung heuosseii haben.“ Man Blirger uad. Bauerufteitrde seinen Lesern in der, Peison des
darf wohl zur Einsichtder städ tüsschenBehdrden düimbinner Corort uraths Heinrici vot., In einer aͤm 9. Oct
—DDDO—— 8 Lehree Exifereng ertheilte derselbe u. A. den Lehrern
ꝛereitwilligst entgegenkommen und auch der Pflege der körperlichen Lelehrung. wie man die Geschichte der drei Weisen aus den
Frziehung die gleiche Sorgfalt zuwenden werden, wie siezeine Morgenlander tzu ·werst hen hade. wobei es unter Anberm hieß,
piche bisner in auerkeunenzwerther Weise für die Hehumng der ang der Remton viet. Dant Vverdiene mit seiner Berechnung und
geistigen Bildung bekundet haben . 58* estimanum, d Siernbahuen. Dabeiralles sehr schön und präch⸗
Wän hen, 17. Nop. Das heute erschienene Negierungs- “B. pomn demn . Newton, aber der Sterit der den Weisen des Mor⸗
lalt dir. 79 enhau eine konigl. Verordnung über dem Zeiuge zatt alandes vorangegangen, der in Joerufclein als sie nahfrugien bei
ind die Probe der Gold- und Silberwaaren. 7 verodes, wo. Jesus jollte geboren werden, vor der Stadt wartete,
Dex Cpilgesetzgebungsausschuß- der Abgeordnetenkammer hat ud. danu fchließlich kam und stand über dem Octe, da das
scute dus, 33, Haupistück bis zu Art. 37 erledigt; am · Douners dindlein wacr, das scinein ander Ding gewesen⸗ Der Stern'
* —— i jeiner Arbent fenig un werden Am dreieg d imwejo aderen DiensteGoites gestanden, da hörten alle
ait der Gesthöehungsausschuß. der dteichsrathotammer zoieder Beiehe -uf. .n— 347*
—VVV Berinn18. Nov. In der heutigen Sitzung der Bischlag⸗
Nach der Augsb, Ibdzta. wird den Kammern in nächstet ahmerom azission wurde sneheeseitig heantent, de Ftt us
dei auch der, rebidirte Strafproceß vorgele jt werden können, denn cur Bermögen der Depossedurten von Hannover und Kurhessen zu
die zur MNevision desselben im Stautsmcnisterium-der Justiz niedere unsten der · Staatskasse einzuziehein und den 814 des auf daͤs
neseßte Co nontusion hat ihrt amfassande Zurhdeit erbedi gt. Barnsgaen des Krrsürste n von Hessen bezuglichen Gesehedenwiez
Madürchen, I8. Nob. VDurch königl. Verfügung vom dte Wiederaͤufhebuung det Beschlaaguhne heib konigl. Verordnung
4. d. M. ist der Landtag auf den 7. Dec. zur Wiederaufuahme orbehatten“ )czur streichen. —Westert Abend ist De Kaiserin von
iner Arbriten cinberufen. , Rußland hiec eingetroffen. ——
Münmchem., 48. Nop.Auh die Landrathe bon. Ober⸗ Berfimo I8. Nov. Der schele s wi g hoelste rirh *
tanken ung. Sihnnahet Haben sihh (und zwar Her gerstereeinstimen ßropingiauslanndtage wurde gestern. geschlossen.“ Der nag 774*
mig. der letztere mit allen gegen zweie Sthmmen)ezne Gunstrnesech e Gommannllundtagverlange Abschaffing der“ Ledenz—
der Sigatsregierüüg —in Der Schulfrage ausgespronen und diz langlichkeitte, Derz Würgermester und felbsuständige Gemeindebern
—X— Durchführung des Schulgesetzentwurfes altunge iuuzte —D enerudepers
ujr kothwendig ertlärt.. ee e te n u ie st.318. Nob. Die .Pesler Correspondenz“ Mesdet
München, 20, Nov. Die Hoffmann'sche CTorrespondenz den Delegatisnen vorzulegende. iehe dn 27 umet d
        <pb n="552" />
        Nov. erscheinen. Dasselbe lege großes Gewicht auf die Erhaltung schall Mac Mahon ist gestern iu. Marseille angelommen; man
des Friedens ‚und jehe in der Verfossung eine Garantie füc ꝓiee erwartet ihn heute in Poris. —JM ———
Großmachtüelluug der österreichisch-ungarijchen: Montzrchie. —* 13 2Paris, 19 Nov Der Print v. Wales mit Frau ist
— Dem Pater Greuter (Mitgtted. der. Kösterrejchischen Dele- gestern auf der Reise nach Romhitaue wo jetzhder Hof auß. einem
gatioc wur eine Seheagutit zu edacht, die⸗jedoch pott zeilich ver Vulcan danzt) hier durch zekom nen; es wird neuerdiugs bersichert,
hindert wurde. * J auch das kronprinzlich e Vaar von Preusen sei daselbst
Frankreich. erwartet. GSealand
Zaris beschäftigt sich gegenmärtig gusschließlich mit derrr * g Au F et 55
— Winn P a urd uc den gegen Londosi. 17, Non Die Wbaigine ¶cloris V *7
dieselbe getroffenen Redie ungsmaßregelne welche die öffentliche hreibt man der IB. H. aus Bertin —dem Ihztome entsagen
Meidunge in uroße Auftegung verjehen. Far νν falls sie durch dus Ergebuniß der Neuwahlen genöt higt werden
din 3 Dee 1850 won in Frankreich die Republit die ge sollte. bri einer Alle mitzuwirten, wel be den Bestand dor Stagts⸗
jetliche Verfassung des Landes, durch den Staatsstreich wurde Ge— tirche in Irland gefübrdet. Die Vewaltig ng diejer Aufgabe fol
leßß uud Mecht BerletzteWer für die Repirhtet einstafsdeest nid aaf dann jüngeren Händen anvertraut werden. Dem Prinjen von
— D der That keine allzugroßen Scru pel machen.
eg Waterlandes. Als solcher, ssaudeun“ jeuem Tage der Arit Lond,on, 18. Nov! —8 (wie gewönlich) aug
* A, Bandin von Nantua, Vertreter stines heimathliche Depar⸗ Anlaß der Wahlen in Boltton, Briftol, Betfast. Cort und andeven Orten
ements des Ainin der Legislativeehimer! den Bavrikaden.“ Als Pohelexcesse siatt gegeil die menft mitinurisch eingeschrittou werden
—R Trupp Arbeiter zum Katnpf! anfererteh rief einer der— nnßte. In Bristol wurde durch Hünserdemolitung — Schaden
selben ihm zu ten, Gläubst! du, wir! wollten nns für deine 25 Frau⸗— on 15.000 Pfund·Sterl. angerichtenz dir Bank lonnte vor
len Taageldials: Deputirter) uödten lassen ?“ — Bleibt“ noch den Zugdiffen des Wahlmobs beider Parteien noch gerettet ¶ wer⸗
einen Angenbuͤcke“- erwiderte Baudin mit“bitterem Lächeln,, und u. In Belfast wurdedas Gericht shaus gerstört und ein Richter
ihr werdet sehen, wie man für 25. Frauken Tageld stirbt.“ mißhundett, in Cort ein protestantijches Bettzaus demolirt. E⸗
Sprach's und stieg auf die Vartitade, wo er alsbald von 3 Kugeln ehlt nicht an Verwundungen. Auf heute befürchte t man Wieder
edne a blung der Unruhen bei denen in der Regel der irifsche Pobel
WBaudin hatté als Deputirter deit Eid auf die rebublikanifche die Hauptrolle spielte.
Verfassung geschworen und starb den Heltentbd für die Erfüllung 9 Die englische Regierung hat den Plan zu einem wissenschaft·
dieses Eides im Kampfe gegen den, der denselben Eid verletzt ichen Unternetzmen gesaßt, dessen Ziel dre ganze Welt interessiren
hatte; er verdient den Dan? des Vaterlandes, wie je einer, der vird Das Militärdepartement in Loudsn sendet zwei jungere
ar Vertheidigung desselben sein Leben geopfert hat. Am 2, Nov Uerjte, Der. Cunningham umd Do. Lewis nach Ostindiem um sich
25. Is. wurde das Grab Baudin's auf dem Kirchhofe Mont ort nur mit der. Urfache unð der Verbreitungsurt der Cholera
martre euldeckt mid das Vaterlaud schickt fich an, denselben durch zu beschäfti gen. Die beiden jungen Forscheen haben sich vor ihrer
in Denlmal czu ehren. Die franzöfische Regierung erblickt darin Ahreise micht nur mitden hervorragendstennenglischen Fachantork
ein Verbrecheun und“ zieht diejenigen“ vor Gericht, die Hand äten mhs Einvernehmen zu setzen, sie orhielten auch den Auftech/
diqu bielen — ich zur Ortentirung in der Frage über:n dien miktostopschen Pitzt
Wo ist ber Gesetzesparagraph, mit dem sie dieles gerichtliche anr Professor de Bary in Halle— nustrentig der besten Autoritat
Winschreiten monviren kann Er muß noch gefunden' werden, n diesem Zweige der-Botanik, Und Ddaruuchzu Professer! Hallier
Der Richter::scheint sich deßhaltz in nicht geringer Verlegenheit zu Ac Jena zu begebem Ebenso erhieltewoste bine Mission⸗ nuch Mün⸗
befinden. In den Werhoren der Reducteure des,, Avenjt national“ chen, ünnmit Profesfor:vcs Pettenlofer die · Fragen. det örtlichen
und⸗ des: Reveil“; Aer Hetren Peyrat, Descluze und Queutin vor aud⸗zeitluichen Disposition zut besprechen⸗ und sich⸗ wesentlichrnmbet
dem Untersuchtugstichter rüar von der Subjserriptien nicht, dig u Einfluß der Bodenbeschaffenbeeit⸗¶ undedesn Grundwassers
Rede, dagegen scheuit sich aus denselben ziu ergeben. daß zun infotmiren. Fine Annzahl wichtiget⸗ Fragen wirde nun · in
ine Anklane auf Provocätion von Manifesta ionen, Auf. Aufrei⸗ der Heimarthder Choreraneinen griludliche Brüßuung uits Beümi⸗
zung zeum Haffe und zur Vrrachtuug gegen die Regiexung. Nund wortung ersahten. i et — *7 unt itnevereee
auf Theilnahme an Manöyern im Innern, welche die Ruhe des In Dtalien J —V —7
Stoates bedroden, deabcheit wand “when Verieleucr Flor en 4. 12. Nov Dit ehten. Serichge. Ier die adu
Das wahre Motive der angeordneken gerschllichen Verfolgung Palerme entdeckte regckionäre Ve shnbine pae —
soöfl'die Voraussicht seitt, daß es, ohne ein derartiges Einschreiten hem; die Aifiliirten gehörten nuk den unteren Standen au, und
her Rrgiernug, amm 2. Dezember, als am Todestage Baudins, zu jn einer vorgefundenen Proklamafidn wurde der Bnu, bon Wohn,
eirer abermatigen und' zwar sehr hedeutenden Mauisestativn konr äusern, aus den Schädeln der Feitnde versproͤchen. —Ra tazgi
men würde. Däs Ermnste qu der ganzen Sache ist für die Re, st von der Kandidatur zur Prasideutschäft zurück etreteg, im eint
zierung. daß kas Foiferthuim in den 18. Jahren seines Bestundes Spaltung, in den Reihen der Liuken zit berhi dern.
die Erintierurg diteseinen nngesetzlichen Ursprung nicht zu ver. Seil einem Jahre hat Italien aus dem Verkaufe pon Kir⸗
wis chen vermochte. daß derselbe heule noch vor den Gerich en zur hengiltern 6917/3 Mill. Francs gelöst.. — *57
Sproche aien dn mnh die Sache der Freiheit kann durch SEbanien. 3
e Versolgungen nur gewinnegz. 64 7 477*
vir tingeler ete on ð iun wein r e 4Edéelmint h.) Die liberale Presse briugt eine Aeußerung
8. antreichstebt ganz genau aus dem Punkt— b der Exkönigin, dahin gehend, sie wolle Alkes verz ihen, wesnn die
— “ NaiGortes sie zuruckberüfen woliten. Der Noltciere rünen hier⸗
erreich ben so gefäurlich zu werden. wie jeue vann 5* Der —
Republit. 8 vn— die Rollen — I fallen war ind dem Arragonesen zurief: „Wenn' Du mich her⸗
heidigt sich diesmale, gegen einen. bis zur Stunde unlichtbaren ehst. wil ich Dir meide Lebeistettim.“ —
dde eeg ist eben überall und nirgends. Wo man him⸗ Wir wis w Ve meine Lebensrettung micht als Verdrechen
greift, stoßt man auf Haß und Verach ung. Den Prozeß, weschen Uehber die Lage der Dinge in“ Spanien läßt si
man gegen die Publicisten Peyrat, Delescluze und Lonsorten Sierle“ solhedeae pdug g ee ——
ängestrengt, köunnte man mit demselben Recht wenigstens gegen Sludenten don der Maßreget verlegt, welche — —
sieben Achtel des sranzösiichen Volkes anhängig machen. In den u ee e e e Bore jetzt
A 4 am bei den bevorstehenden Wahlen mitstimenen zu können, Es
Provinzen tauhen üͤberall längst vergessene Perfonlichteiten auf,, jst kiar, daß diese Bestim nung reaciibnaren Besorgnissein ihren
deute, die der 2. December nach Cahe uue und Nutahiva devortitt, Ursprung verdaukt. Die ptrov sorische Regierungehaͤt bdie Unter—
die fast verschollen waren, erscheinen wie der Geist Banquo's, nur in ang hefuͤrhiet die eeie n ie
niit dem Unterschied, daß sie noh votler Leben und Thatkraft nij he Idee an der Ingend gefunden haben Rw G nihn 7
ind, so daß ihr Etuügreifen in das öffentliche Leben von Stunde ene encen den inStideen s α del
ju Stunde fühlbarer wird, Namentlich ist es die noch vor kurzer Manifestation or —8 worden, wee * 12. —* 8 in
Zeit so sehr vernachläfsigte Departementalpresse, welche durch jene 55 ga srt olden Welhe an 1. Podremder stattz
Mannerees Lebent nt. gefunden hat und- beit der die Ordnung nicht einen Augenblid
änner neces Leben erhält. gestört worden ist.
Die,. „Epeque“ läßt sich von ihrem Wiener Correspondenten In Vailadolid ist die Bevölkerung mit der monarchischen
nuter allem Vorbehalt mittheilen, daß im Werke war, eine Zu⸗ Wendung, welche die Disige nehmen, unzufrieden? Eige“ Manl⸗
lammenkunft zweschen König Wilhelm und Kaiser Franz Joseph eestation ist von den Freidenkern der Stadt veranstaltet worden;
pi veranstalten, welche durch Varon v. Werther unterhandelt Sonntag, gegen Mittag, erzählt die „Epoca“, ist vot dem Tem—
wurde. Aber ohne daß man den Beweggrund kennt, ist von gel der Freiheit ein Triumphwagen erschienen? auf welchem eine
Berlin plötzlich dem preußischen Gesandten in Wien die Weisung Fahne mit der Aufschrift: Republik! flatterte. Eine ungeheurt
zühegangen, diese Unserhandlung sallen zu lasshen. — Der Mar⸗ Menschenmenge folgte dem Wagen. “
        <pb n="553" />
        die Propinf Ririassheint von der nämlihen Strönung Leitte fich da det don diesem Vorsall dle Station Neunlirchen tels
fortgexissen.Dir prooüiorische Regierung hat var dieser Seite rnphisth zu b nachrichtigen. Hier staf, man sogleich die noͤthigen
— ungen, um!die ankbammende⸗ Mai chiue in einen todten
sie nicht, mitzutheilen. ehe; das Ministeriaim ohder;die offierosen Zar mig anien zu Jassen. Die Maschine kanzi ud aoeg
Jqurnule üch nicht über deren Authenticität gusgesprochen, haben. ⏑⏑⏑———————— Man fand
ũa: handelt ⸗ich. nämbich,agt man, um nichts geringetes als den J auf dH Kodlen des —— 2 — —cc
um die VProclamirung der Republik durch. die. locafen Vehörden! * er jür gst herstor beue Bur vo rn Fac 3v LuR o
Aisos Aroßg ver individneltefe und kollektiwene:Meimungen der Gulß, der fümfte irnd letzte hetlebrlide ver Sohne von Vlehe
jutoritäteinze srimimt ˖ die, Teudenz nach dern Dapublite ule Tue Rothschitd, war 1792 in Frankfünttn ebsrenrmuciö frit 1342 Ann
v — batis firirt, wo er 38.t. K. rösterreichischer Generallonsul wurdq
In Sevillba haben ernste Unruhen Astautgefunden, Seit und hltehe; der Restaurativn war x, hei Aule hen Hort und
oer letzten· R-polution hatte sich nämlich dort eine Bande don icn- Düllse, gab äber 1830 auch 12.000 Fr. für die Juli Vergpuinde,
zefähr 500. Maun Bewaffnetrpegebildet, die vollitandig Herr der eu und unternahm mit Pereire die Nordhatin⸗ welch⸗ seitdem
Stadt wwar. Die neue Behörde boschloß, die selbe aufzulösen und »ine seiner ergiebigsten Mitchkühe war. Beider Theuerung 1847
— entwaffnnen. Die Binde leiftete Widerstand, und es kam zu vwunde er schaxf quf's Korn genommen ud zu Anfaung der Re—
linem furchtbzren Kampfe. Teu Truppeg bl'eb der Sieg. Die volx ion von 1848 plünderte das Landvoik unter heftigen Auf⸗
Die ß jetzt-ruhig, über der Kampf kostete viele Todte und kruten sein Schloͤß Suresnes. Varon James entfloh jedoch nicht
Verwundelteee. 36 aus Paris, soudern land au Caiusidiere einen⸗ Bichuter; er
Das Ver nögen, welches die Erkönigin Isabella im uslaude abelte 59.000.Fr. füt dic iRehtunroner zund woch nicht mehr
igelegt hat, desteht aus 123 Mill paen Gold, wozu noch 40 Mie behell'gt.“ Emll Girardin preist ihr älsz Philantropen, der v
kommen. BGlues gethau, der Iie S ni g se uies. tin Spital gebaut habe,
onen J Amevika. ß wie er Detin e edee ein Stun ven
ew⸗ ⸗ vk 17.. Nod. Aus Cuba wird det — osten ließ. urz, jcues patriarcha ische⸗ ührfe, wie es eine
zaß * I8 Osten der Inselüm Wen be⸗ reteur des 4 Pern umn. m der 5 zu weden
— e 358 königs der Banquijers und deg Banquiers der Könige ud
ben hh Noeus. Nod. Betihte aus Mericonesden Vat der anch der dexotro kingodent war. die der rihe wa
—E —— — — dzu ufunm hat denn Pichesae oige. Es zerlten sih ver
jen einem Ortann der die derwanelez331 ,elbstz daß Varon James das Großkreuz' der Ehrenlegion besaß
dedee8. Now. Das von Savannähe kommen de und Inhaber einer Masse fremder Orden war, lvbie “es ün seiner
Hampffschiff Motanzas, welches mit, Baumwolle beladen war; ist di α e — V— — — — Rie dard
Juf offenen Meere verbrann.“. Nur sechs Personen wurben gre uographeen u den Vontempor ae anhe
—— 8 3— V5 einer Königswürde so lange Zeit allgemeiner gehnldigt. al der
ettet. — Man meldet“ aus Havanna, daß die Insuͤrg enten eine ienigs der Bangun rsuft die Frauce ubes iner d
Sendung des Gougetneurs, dien nach Vortan Prince besfimm Aeses Königs der Bangüllers ruft rie Frauce über hir
—Fr* wrooespehrs der otlichue prnn“ß aus und preist ihn als einen Jredlichen Mann von unendtich
var, wopenenen haben. In er östlichen Provinz der Insel idem G iste und einer natürlichen aristokratischen Würde“, dem
zauert die Hungersnoth fort. ur Seite stand— zein⸗ Engeß der Varmherzigkeit, seine Frau
Tochter des Baron Salomon von Rothschild), die ihn unterrich—
ete und aufeuerte zu Allem, was nützlich, generös und, wahrhaft
ohilantropisch war V
4 .Ein merkwürt iger Furd, der am 17. Oche ber Änlegen,
ines Militär-Schießstaides in Hildesheint gemacht: wurde! erregt,
hesotzders beiz Atterthumsforschern und Sachverständigen das größte
Jurteresse. Etwä 9 Fuß unter der Oberfläche fand man in sol-
her Mofie sitbernes Gerdth, daß dre Schubtartem —
gimg in die Kaserne, kauitansreichten. — gaͤn unstschaͤtz
dittet eiuen coinpleten. UO. Pfund schweren filbernen. ———
det aus einer Aan einzlucx Gefüße: zusa mmengtsebs. ist. die
hejls zu praetiicher Berutziug, Aeila-wohl auch als Schaustücke
Ar Zierde der Tefel ihrre Verrenonng Frt e⸗ Juhrhuaderte.
aaig. muhte dieser· Scratz gelehen-⸗setir, dennn die Lothmafsse befandi—
ich in voll:g oxd irte Zeift indez Zuch das Silbet selbsteist derartig
ingrriffen dag sih erff aun der gicnofülfär scheu n e
naßen verhärtele. De Vryiessrren, Wieieler hon Göltmen urd
dr. Bendorf ertlür en die Gesäße für räm jche Arbeiten der besten
Zeit.Wioglech. daß dieler Scuchh ein den Ruzrnorit, iobaenmümenes
Leutestück eines deutschten Farstens gewesen,de dafselbe degrub,
un es zu Ieeigneler Zeit ank Tagescht wieder Fir, bringen dur h.
ingetretenen Tsd caber daan verhinderk, wurdeßt 3
7. Die Hlagen in Südfragnfer.e ich über, ——
ingetreteien Winter dauerne in fra zosischen Blatlern fott. Am
13. Rob. hatte es in Maisoille start gefroren und im den Alpen“
iegt der Schnee ungewöhmlichn hoch. IFJun den Bergen vond
Allevard (Isere) wurden 8900 Schufe Untern dem Schnee begrar
ben, was für den Besitzer einen Verlust ven wenigstens 120,000
Franken ausmacht. Ju Frankresch sind bereits mehrere Meischen
erfroren. —
F Für das näch— jährige schnezerische Schützenfest- in Zirg
ist eine Gabenrsumme von 300,000 Fr. in Aussicht genommen.
— Inl. Fabre's Sectetär und Varsser Advocct Lecoq'de Bois—
haudran, dessen wih schein iches Verunglücken ĩm Hochwasser Tessius
nan vermuthet, soll zuischen Domo d'O'ssasa und Schpello von
rinem Begleiter ermordet worden seiu; winigstens har das Gericht
von Biellanine Untersuchnng eingeleitet.
r. In Louifsiana ist die Todesstrafe durch folgende
Maßregeln ersetzt worden: Tie Mörder werden in isolirte Zellen
ingesperrt. Vor jeder Zelle ist ein kleiner Raum, wo sie arbete
en dürfen. Der Verurtheilte wird als todt betrachtet für Br-
annte und Verwandte, ja selbst für den Kerkerdiener, der kän
Vort mit ihm wechseln darf. Seine Zelle ist schwarz angestrichen!
die Thüre trägt in großen Buchstaben die Inschrist: „In dieser
zelle ist eingesperrt, um daselbst scin Leben in Einsamkeit und
eue zu verbringen, A. B., überführt des Mordes an E. D.“

mischte
fZweibrücken. Vor der Schwurgerichts-Sitzung detß
4. Quartals l. Is., welche am 23. November beginnt und am
4. Dezember schließen. soll, kommen 9. Fälle zur Verhandlung,
nämlich: 2 wegen Diebstahls mit 5 Angeklagten, 1wegen Braud
sifiung, 5 wegen crimineller Körperverletzung (wobei in einem
Falle der Tod des Verletzten eiutrat), und J wegen Todschlags
(d. h. Tödtung mit der Abiisht, den Verletzten umw KSeben⸗Zat
bringti) dit7 tetzten Sachr mot“ je einent Ungeklkagtenn.Im
Ganzen kommen sonach 12 Personen zur Ablitth iluung ahe nmünn⸗
lichen Geschlechts. Die Verhandluuigen sinden wie wfoügt statt
)j am 232 und L1. Novbember Joyannes- Heinrich uund 2 Kon—
sorten wegen Diedftahr; 2) am. 25. Nov. Iddanies Mooz von
—R
Povp.-Petex⸗ Vatz voa Lingenfeld. wegen; Braudniftuug 4) am
27. Nov. Georg Keen von Gerichjeim“ wegen Körberberlezung;
5) am 28. Novb. Peter Krieg von Neuhoien desgl. 6) am 30.
Rov. (— der 29. ist Sonutag —) Jatob Karn von Gommers-
heim desgl.7 7) am 1. Dezember Christian Bug von Reiskirchen
vesgl. mit nachgefolgtein Tode des Verletzten; 8) aut 3. Decem—
ber Joseph Schuck von Reichenbichstegezz wegen Koͤrperverletzurg
und 9) am 3. und 4. Deceimber Danjel. Mullet vonKroitelbach
wegen Todschlags. — Im Ganzen ueh ien honarh die Verhand
—X
d Uhr. — Eiwa 89 Zeugen sind zu vernehuͤt i. —“ Dar das
neue Schwurgerichtslocal im ersten: Stocke des Juftzaebändes noch
nicht fertig ist, jo finden die Sitzuugen iin alten Locale, nämtich
un Hintergebäude des Stadihsuses, statt. 35
p Laändan, 18. Neb. Großes Aussehen“ erregl das plötz
aͤche Verschwinden des in weiten Kreisee vbekannten Barens
d. G...., der vor etwa anderthalb Jahren mit Hintan—
jetzung der dürftigen Verwaudten des Testakors neben großen schloß
aͤhnlichen Gebärlichkeiten mit den eutsprechenden Einrichtungen«
mehrere Guͤtercompleze von über 300 Morgen erbte,, dabei
der Art hauste, daß dieses kolossale Vermögen kaum zur
Deckung seiner Passjiga ausreichen wird. „Wie gewonnen, so
lerrannen!“
„ rHöshhst, 16. Nov. Gestern wurde vurch eine anitliche
Untersuchung coustatirt, daß die ledige 19jaäͤhrige Th. Schindling
am lehten Donnerstag Abends kurz vor 11 Uhr im Hofe ein
stind geboren hatte; vor der Niederlunft öffnete sie dea Schwein⸗
Jall; das kaum geborene Kind warf sie hinein und wurde das⸗
selbe von dem darin befindlichen Thiere gefressen. —
Nreunkürcheng 173 Nob. Heute frühist ein großes
Auglück gkücklicher Weise verhütet worden. Der Stationsbegamte
n Dtiwener bemerkte, daß eine Maschine nebst Tender ohne Füh—
et von St. Wendel kommend durch den Bahnhof sauste, und
        <pb n="554" />
        6Sekauntmaehung .·
Diejenigen Pferdebesitzer, welche beabsichtigen/ im kommenden Jahre 1869
Privat beschäler zum Zwecke der Zucht gegen Bezahlung der sonstige Vergütung
ju halten, werden hiermit!auf die Besfimmung des F. 5der Allerhöchsten Ver
oxdnung. oii1h.Septeniber 1864 (Amtsbl. S. 1257) zur Darnachachtuug
hlugewiesen und aufgefordert, die vorschriftsnähijge Anzeige nebst dem Zeugnisse
des Bürgermeisteramts über den Besitz des zur Ausübung der Beschälerei ere—
sorderlichen umschlossenen Raumes späfestens am 31.* Dezember l. J. bei der
anterfertigten Behörde einzureichen, da später eingereichte Anzeigen ünberücksich
figt bleiten musentt

71213 weiberücche z, den 17. November 1866.

Köni glächses Bezierebsam.

uderien * mu 73 Da m mi * J * 70 *.

VDeuer
Gebirgswein
zu 8 und 10 ke! pr. Schoppen beiennnn
nirmius,s . —
Philipp Emrich

* 82 * 4 — 9J 1233.3
Spielwerke
mil 4 bis A8 Stücken, worunter Ptacht⸗
werter mit Glocknspiel, Trommel und
Glockenspiel, mit Himmelsstimmen, mit
Maudolnen, mit Erprejfion u. s.n w.
Ferner:r *
BS83piedelen;
J 74 — »/ 3 * —* —* — 5 7775*
BVorschuß Verein St. Ingbert.
en in uun Bilanz pro Ende-October 1868.
ν : ο.
ιν ν., — —⏑⏑D2⏑
— , J fl!“ Ar. — — 3 ι I. iakr.
kossa Conioe447 23 — — ———
Wechsel Conts7883907 eervefands Coute. 5
——3778 Stammantheil-Conto.1877 30
Mobilien⸗Couto ons Zparcassen- Conto . 78559
Conto⸗Corrent· Conto . 1283524 Filiale in Frankfurt und ν—
diverse Vor chuß ⸗ Vereine 138 43. diwyerse Voxschuß Vereine 11480 48
—DV————— — 215875 5 AVVVV—— 21,587 5
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e ie het t Ummsch,l a
pet Monat October fl. 533,556,55. — —
ADie Sparcasse des Votschuß⸗VBereins übernimmt, fortwährend) auch die — . —11 g
kleinsten Beträge-und, vergütet dafür 4. pCt. Zinsen; bei größeren Sorten sind! .. 5 son 2*
ginsen und Ruͤckzablungsfrist zu vereinbaren. ιν pr. Pfund 7 Er. verlauft v 7* *
.. . ... : — * 4 —7 — m. * **
teet 7355. — nel. a — P. Bepp
XEO Ein erfahrener — J J
7 4 m 9 J J J an *
Blichhsduiled-Gesele
— findet sofort dauernde Veschäftigung .be
untee Blechschmied Baumannu in St. Ingbert
mwe rcusche rust uuonbons s e un
das anerkannt vorzüglichste Hausmittel H „Heiserkeit, sowie Hale⸗ Uändi BGßring⸗
——— nene Hollär dische Häringe
ditor G. Nickel, in Rliesbastel bei F. Apprederis. Pr. EStůek 83 und A kr.
Dem verehrten hiesigen und auswärtigen Vublikum meine cindhehit 5
32 —8 ** 779 7577 — 4 8
vSrhönfäörverei, Gιν « — —
Ohemisetae Sunste a lt e dneteue vrne
in reinliche Erinnernmig bringend, geice zu aleiher geit an, dag iheine shon rzrs ge
Auswahl dex moderuften Muster zurx gefl. Ansicht dei Herrn Jakob gStief, shh J
staufmann in St. Ingbert, offen gelegt habe, woselbst jedwede Aufträge entge⸗ ——— Mischfrucht 4 fl. — ———
gengenommen werden:⸗ Reelle und prompteBedienung versprich * aen fli — tr. gruß
l ν νν. a wgy4. 33 feln Iufl. -Akr. per Ztr. Kornbrod,
.. . , Ph. Bloch, Saarlouis V a 3— Kor. is tr., ditto, 5
— ————— — —— — ACHCC. . 8 tr. ftübfleisch. Qual. 14 tri 2. Qual
Freiwilligo Feuerweͤr. Ausverkauf
Monlai. den 33. Norhenter 1308., Der Unterzeichnete, zeg dagegeht. Ie tt.. Gütter goh
24 5348. — —3 —1177 v 2 —2 F —
Nesanitiata dicn edns hiermit au daß er fein Was— graueturter Serse
Jauptübung. D3 rengeschäft aufgiht und, unn a vomddNed, 1868.3
a7* J 7e1 ĩ 5
3 Das Gommando. moöglichst schnell aufzuräumen, e aeent 4
Heute ünd Moren eeeuen e n
* zn ea ren: reisen ausverkäuft?;; 3
42 M 57 —— . ausber au ν: LoFranes⸗ Stuee .1. ————
d 2 33 * — —3 p—, — Enudische Toubekei⸗ —— — 9 3 8
frische Fasten-Bretzeln Blieskaftel im Novor. 1808, u
bei⸗ Adolf Grewenig. v Moritz Oppenheinter. dastant m Sieeriver delekens 5*
Redaction, Drud und Verlag von F. X, Demee zin St. Ingbert. D——

mit 2 bis 12 Stücken, worunter solche
nit Recesfaires Cidarten stander Schwei
zerhäuschen,“Pho ographie⸗ Albums,
Schreibzeuge, Handschuhtasten, Cigar—
reitnEtuis Tabaks und Zündholzdofen,
Puppen, Arbeilstischjchen?, alles mit
Mußta ferver Stühler jpielend,?wenn
man sich setzt. Stets das Neueste
enpfliehltetel.0 (
J. H. Heller in Vern.
Zi Wei hnachtsgefschenken
eignet sich ujchts posser. In. keinem
Salon, an keinem; Kranukeudelte jollten
diese Werke sehlen. Pr⸗iscouraute
jende franko z äuch, besorge. Repara—
turen. Lager fertiger Berke.
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        St. Ingberler AAnzeiger.
22*

J
Der „St. Ingberter Anmzeiger“ mit seinem Unterhaltungéblatie erscheint wöchentlich dreimal: Dien s8ta g, Donnerstaß

und Samstag. Abonnementsvreis vierteljührig 45 Krzri oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltige Zeihe
J Blaͤttschrift oder deren Raum berechnet.

4 7 TTI — 4 92 b*8 n ee s g 5

Nro. 140. —0— Dienstag, den 24. Rovember 4 1868
k“ Deutschland. — Tuhardt, der Schulpracticant.Inkob uSchmitt von Clausen zum
Munchen,-17. Nov. .Der Civilproceß, welcher voraus · Schulverweser an der katholischen Shute daselbst. der Schuldienst.
achtlich während des bevorstehenden Landtages zum kegislativen erspectant Adam Nenubecker von Gerolsheim zum, Shulverweser an
ibschluß gelangt, wird, wie man dernimmt, dann soforl die kgl. er protestautisch. deutshen Schule in Hengsberg, der Lehrer Jo—
Sanchion erhalten und pudlicirt werden. Als Tao,am welchem Jannes Sthherer in Guersheim zum Dhrer au der protesanmsch
derselbe in Kraft treten sol, ist der U. Imi 1870 in Ausfich! deutschen Vorbereitungsschusle zu Landau, vom 1. December an,
genommen, um genügende Zeit zum Studium des neuen Proceß- ernannt. 9J.
Zerfahrens zu gewähren, so daß inzwischen auch: das in Aussicht Freiburgei. B. 23. Rob. Die Majorität des Dom—
zestellte neue Tax⸗Gesetz. wenn nicht wuͤhrenddes bevorstehenden labitels ist nunmehr geneigt, dem Berlangen der Regierung ge⸗
Zandtages, so doch im Herbst 1809 von den Kammern erledigt Uaß die Wahlliste fürdie. Wiederbesetzung des erzbischöflichen
werden kann. — Zum Vollzuge der Bestimmungen über Ernen⸗ Stuhles zu ergänzen, und hat sich mit einem darauf bezüglichen
nung einjährig Freiwilliger zu Officiers-Adspiranten bestimmt ein Votum nach Rom gewendet —
riegsministerial-Rescript vom 14. d. u. A. folgendes: Am 1. „ Pest, 21. Nov. Heute wurde das Rotobuchh den Delega—
März 1869 wird ein militärwissenschaftlicher Curs on der Kriegs⸗ tionen vorgelegt. Dasselbe copstatirb in seiner Einleitung, daß
schule in den seitherigen, durch Kriegsministerial-Rescript vom 24. die innere Neugestaltung eine Kräftigung der Monarchie herbei;
März 1. J. normirfer Schulplan eingeschaltet. Die definitive zeführt habe, und daß diese von einer Frage der allgemeinen
crnennung der in den militärwissenschaftlichen Curs beordert wer⸗ Politik störend berührt werde. Weiter wird gesagt, daß vou
denden einjährigen Freiwilligen zu Officiers-Adspiranten 2. Classe keiner Seite ein Versuh gemaht worden sei, die kaiserliche Re—
afolgt erst nach wirklicher Vellendung ihres freiwilligen Diensi- giexung zur Aenderung der loyal angenom nenen Bedingungen
ahres im unmittelbaren Anschluß am die übernommene Capitu- des Prager Friedens und zu einer dem entsprechenden Haltung.
aion. Am 4. Januar 1869 hat ferner eine besondere Auf- öͤ bewegen. Mit — Sorgfalt wurden mit Preußen,
nahmspruüfung fur den am 1. März 1869 beginnenden Vorbe— dem Norddeuischen Bunde und den süddeutschen Staaten freund-
reitungs⸗ Curs der Kriegsschule und zwar am Sitze dieser Anstalt iachbarliche Verhältnisse unterhalten. Das Schützenfest sei eine
u beginnen. aer A8 88 Wemienen ge⸗
8 p34 20. z 2 vesen; s alb müsse die egierung sic im oraus auf das
* — Rum, den kan Per neeeeerenen der Ab. Bestimmteste gegen eventuen hieraus zu ziehende Folgerungen be⸗
— 0 e ee ae eee erene varen ä
—* 3 —* hu Pird Idiel cht auf ihre
Zunmer jedenfalls noch vor Weihnachten wird erledigk-werden —* e ane vae eeen mdihren
— 3
stdnig von Preußen und der Schinderhannes zusammen— henden Ansprüche, mäßigend —* —* ———
gestellt waren, unter Anklage gestellt und verwundert üch noc uffen der noroschleswig'schen Frage eine Gefahr für den —*—
darüber. ——— »ürde, so sei die Regierung ohue Verantwortlichkeit dafür. Was
a Dienflesnachrichten.u1— n iree —F wnr it Einsetzung einer defiuitiven
65 7348.43*5 2*? 2 Regierungsform ubgewartet, um ie regelmäßigen di ijche
Die katholische Pfarrei Horbach. Bezirksamts Pirniasens, ist Beziehungen mit demselben wieder e Aplowaihen
dem derzeitigen Verweser derselben, Priester J. Mathäß über—
stagen?: worden. — Frankreich. J J
Durch Beschluß kgl. Regierung der Pfalz, kammer des In- Der „Buulos siht-Wir lesen iin „Liberal bayonnais“
aern, wurde der Schuldiensterspectant Edurrd Helter von Herx vom 17. Nov. ünter der Rubrik; „Letzte Nachrichten“ folgendes
heimweiher zum Schuͤlderweser an der kath. Schule zu Müncht Lltsume. Entrefilet: „Im letzten Äugenblick erhalten wir aus Ma—
Deiler, Kanlons Winnweiler, der Schuldienstexspectant August »rid, vom eigenen Agenten des Gen. Prim, folgende Adresse,
Englert von Edesheim zum Schulverweser an der kath. Schule velche jenseit der Pyrenien in grozer Zahl verbreitet zu
Winzingen der Schuͤprakutant Otto Karch von Edernburg werden sheint: Spanier Constituiren wir auf dem Wege des
um Schulberweser an der untern kath. Vorbereilungeschule in! Plebiscits sogleich eine Regierung, um einem schmerzlichen und
Steinfeld, der Isidor Stöckel von Merzalben zum Schuiverweser, unvermeidlichen Staatsstreich vorzubeugen. Um den Thron zu
u Bobenheim am Berg, der Schulpraäctikant Joseph Stambor besetzen, erheben wir zur höchsten Gewalt D. Juan Prim unter
don Landftuhl zum Schulverweser an der kath. Schule zu Ingel⸗ dem Tikel als Kaiser.“ Unter dem Circular sieht man in großen
heim, der kath. Lehrer Adam Buchheit von Riedelberg zum IneerSroeteren die Worte: „Juan J., Kaiser.“ „Wir glauben?““
in der gemeinschaftlichen Schule zu Nanzdiezweiter, der Schulver⸗ sagt der Gaulois, „daß dieses Circulat das Werk eines deliriren—
weser, Joseph Dreyer von Hochdorf, zum Schulverweser an der den Gehirnes sein muß und enthalten uns jedes weiteren Com—
alh, Schule zu Jockgrim, der Schuldiensterspectant Michael Mohr mentats. Eine Person, die soeben aus Wadrid eintrifft, verbürgt
on Scndl zum Sqchulverweser an der kath. Schule zu Pforz, Uns, daß nichts in der Umgebung des Marschalls Prim einen
der Sauldieusterspeclant Christian Umbehr von Altstadt zum' Staatsstreich in Aussicht stellte. I
Schulverweser an der gemischten deutschen unteren Schule in Parris, 202 Nov. Das erwartete Buch des Bischofs von
Detnbach, der Schuldiensterspectant Jacob Kaufmann von Trah⸗ Orleans, Hrn. Dupanloup, über das bevorstehende Concilist er—
veiler zum Schulverweser an der protestantischedentschen 2. Schule schienen. Es ist in Form eines Briefes an seine Geistlichkeit ab—
in St. Ingbert. der Schulverweser Friedrich Wilhelm Weismann gesfaßt und in schwungvoller Sprache geschrieben, welches dem Ver—
n Enkenbach zum Lehrer an der dortigen protestantischen Ober- asser zahlreiche Anhänger verschafft hat. Den extremen Katho—
chule, der Schuldiensterspectant Georg Berrsche aus Haßloch zum liken wird es diesmal nicht viel Beifall ablocken, denn odgleich
Schulverweser an der protestantisch— deutschen unteren Schuͤle in er sich seit einiger Jeit von den gallicanischen Grundsätzen abge—
Frlenbach, der Lehrer Carl Wirth in Göllheim zum Lehrer an! wandt hatte, scheint er doch mit dem vorliegenden Buche wieder
ꝛer protestantisch deutschen Schule in Moorlantern, der Schul⸗ iuzutenken und erkennt an, daß die Kirche den Bedürfnissen der
Practiant Ludwig Engel von Bornheim zum Berweser an der Zeit Rechnung tragen müsse. Hr. Dupanloup treibt es weit
atholischen Schule zu Scheibenhard, der Schulpracticant Jacob jenuz, aber er ist noch lange nicht der Schlimmste unter seinen
Fngel von Zeiskam zum Schulverweser an der kath. Schule zu Brüdern.
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        Paris,. 21. Nos. Der „Figaro“ bringt die »achrich“
daß ein carlistisches Manifest erschienen ist. welches von eine
Tomite ausgeht. das im' Namen des Don Carlos zu handelneb
hauptet. »Dieses Manfest ist vom' Grafen Fuentes, als Präit
denten; von Hrn, Moratis, als Secretär, und von dem Geafe
Samilier und desin Marquis des Camarit, als Mitgliedern de
Tomite, unterzeichnet. Da Document, das dem „Figaro“ zu
EFinsicht vorgelegen hat, besagt, daß Spanien jetzt zwischen de
Monarchie und der Republik zu wählen habe. Wähle es die
letztere, so werde sich Tou. Carlos vor diesem Votum beugen, in
entgegengejetzten Falle aber seien die Karlisten, entschlossen, di—
unbestreitbaren Rechte ihres legitimen Königs Don Carlos gelten
zu machen. Im Momnent, wo die Pariser Journale die Ueber
setzumg dieses Mansfestes bringen werden, soll eine große Meng
Exciuplare davon in Spaäniei berbreitet werden.
Eugland.
Londou 19. Nop. Naͤch einer selegrabhischen Meldung
aus Sligo in Irlaud wurde daselbst heute Morgen der Vice—
Lieutenant des Districts, Kapitän King, von einem Pöbelhaufen
auf offener Stiaße angefallen und erschossen. Drei andere Herren
wuͤrden fürchterlich miß. audelt. *

msihern. Ein gewisser Albert Haus. Azent eine; in oeuinischen
omite's soll Prinm letz en Simztag ein Shrenenn der KWoönigin
erbrüht haben worin cihn dieselbe ãuffordert, jür die Rckkehr
yjrer Dynastte Sorge zu tragen. D'eser Hius.“ so fügt man
iazu, habe aan Sonatag mit Prim gefrühstüft nud sei Dieug.
ias wieder apugereiste. Einer der Vertrauten Brim's habe kurz
arauf Midrid verlassen, um sih nihh Paris zu Aegenen. Prim
i nämlich entichtofsen, sih fjür die Wihl des Pinen vor Attu⸗
en zun Fanige, anter der Bidnguing, diß er jehot. Regent
erden wirode, zu hein ihen. So weit die Gecahee. Benerki zu
erden verdieat no h, daß Prim eine groze Azil vi Trup⸗
)en nach Madrid befohlen hat. Ein Theil derseleen ist in den
klöstern unterebra ht wyrden. Die üsrigen Iung,era: u iñerhalb
— DD
Jaris gehen.

Havanna,20. Non. Die In'urzeiiten liefertenn ein sieg⸗
reiches Gfecht. (Wo — ist in der Originaldepesche nicht gesagt;
—DDDDDD—
Abara eroberte die Stadt Puertorxor eo (2pu de nahen die Gar—
zison gefangen.
V e r mi sich tes. *
214 Zweibrücken, 22. Nov. Zu den Schwurgerichtsver—
—.In Liverpo'ol lief gestern die Nachricht von dem zandlungen des 4. Quartals 1868 als Geschworene einbe«
rotalen Untergange des Schiffes „Clasmerden— eiun. der am ufen: I. Hauptgeschworene: 1) Friedrich Wilheim Pfeiffer, ÄApo-
18. d. M. im Hafen von Atyab erfolgte. Der Kapitän und der heter in Hormah;2) Christiga Hoster, Gastwirth in Winnwei,
größte Theil der Bemannung haben dabei⸗ ihr Leben eingebüßt. er; 8) Johann Philipp Christian Simbgen,n Muͤller im Mobr,
Die Ursache des Unfalles ist nicht angegebeu —J — autern; 4) Georg Zumstein i. Sladireihe im. Durtheim 8)
— In Blhackburn kam' es bei den vorgestrigen Wahlen Lhristoph Frey .. Bürgermeister! in Rheinghuhem; 6) Eduard
wieder zu einem Cravalle, der durch die von Seiten der Liberalen Banß, Bier brauer in Oggersheini 38./. Phitipp Biücher, Bürgere
zu frühzeitig angeordnete Aufbietung des Militärs einen höchst meister in Gräfenhausen 38) Heinrich Häußler, Adjunkt in Kau⸗
bedentlichen Character annahm, und zu einem erbitterten Kampfe delz 9) Adolph Foltz, Rentner in Frankenthal; 10) Johannes
zwischen Liberalen und Conservativen führte, wobei ein Civilist Boos, Bürgermeister in Mauchenheim; 11) Georg Kleinmann,
getödtet und ein Polizeiconstabler durch einen Steinwurf lebens Gutsbesitzer in Roxheim; 12) Jakob Hofmann, Ackerer in Nieder⸗
gefährlich verwündet wurde. Eine Folge des übereilten Vorgehens hausen; 18) Jacob Thomann, Burgermeifster in Ebertsheim: 14)
der Liberalen war die Erwählung der beiden censervativen Valeutin Heinz junior, Ackerer in Mittelbrunn; 15) Georg Jac.
Tandidaten. -ztark, Ziegler und Gemeinderath in Offenbach; 16) Max Fried—
. 24332 ** forität süür die AXvdweiller, Gutsbesitzer und Adjuuck in Fraskenthat 17) Geor
„T Die Anne⸗ erachtet eine bedeutende Majoritat ur die Ienn Metzger, e in Rinnthal; 18) Friedrich ;
Aufl ebung der irischen Kirche als Staatskirche im neuen Hause Ziadiraid in Zweibrücken; 10) Lidig kruer Gusbesibes
jür gesichert. Das „Material“ des Hauses werde aber das alte 5 e * nin — pꝑ aee behe
bleiben. Pan habe nun Beweise dafür vor sich, wie gemäßigt 33 206 Sii nr —— 8 z6 —* 8 *
im Grunde das Temperament der englischen Wahler sei. Ueberal acob. * v nich —— J Jochb, dirinbold, Ad
— unct in Schweigen: 23) Friedrich Diel, Apothefer in Obermo—
hätten die Radicalen vergebens an die öffentliche Meinung appel el lee eet neet
lirt. andererseits aber kein Schwanken zwischen zwei Parteistellu aen Aez —— — * —
Gnade gefunden, man sccebtirte nur den eutschiedenen Liberalen e —88 Wer en 33 Fie
oder den entschiedenen Couservativen. — Gutsbesitzer in Obermoschele;“ 28) Friedrich Graf“ mußee dg
—London« 20. Nov. Disraeli hielt eine Wahlrede, in Gemeinderath in Diellirchen; 29) Christoph Curiftelmanu. Stadi
velcher er die Beziezungen zu den auswärtigen Mächten als rath in Oggersheim; 39) Karl Börsch,k. Notar in Edenkoben.
renndliche bereichnete. England habe das größte Interesfe an 2. Ersatz jej worene: 1) Angust S huler, Kaufmrine; 2) Gabriel
der sriedlichen Wohlfahrt des Continents, verschmähe aber, durch Fscales, Plüschfabrikant ;'3) Wilhelm Kellesdah; 6) V.d vig He⸗
lkostspielige Einnaidung in eiripassche Käudel ein imaginäres “roid, Banquier: 5) Karl F olich, Bauquier; 6) Adaen Kahn,.
Machtansehen anzustreyen. Im Interesse Englands wüuscht er C.chorienfabrikaut, sämmliche von Zweibruͤden.
den europäischen Frieden, und wo dessen Cinfluß die Friedeuser— x Auf dem Kirschoacher Hof in Kanton Hornbach ist am
haltung unterstützen lönne, se! Interveuntion nothwendig; so in 17. Rov. Nachts in einen Sihafspferch ein Schif non einem
Luxemburg. Säamumtliche amerikanische Streitfragen seien einen Wolf zerrissen und bis auf den Fopf und die Kuochen verzehrt
zünst gen, freundschafllichen Lösung nahe. vorden; ein Hammel mußte getbotet werden, da ex ebenfalls
Italien. IFF hwere Bißwunden an sich trug..
Landau, 2). Nob. Als ein Beispiel ungewöhnlicher
Fresserei wird dem Land. Anz. mitgetheilt, daß heute Vormittag
in der Wirthschaft vvn W. Brüderle ein durchreiseuderTaglöhner
mis Speyer in Folge einer Wette 24 Wasseruscke und 8 rohe
Tartoffeln verzehrte, also die Wette gewonnen hat. Wenn sich bei
hm das Sprich vort bewährt: „Wie einer ißt, so arbeitet er
nich“, dann ist er als Taglöhner wohl zu empfehlen.
TZur Warnung. Die Directionder Ftirnkfarter Stadt-
otterie warnt das Publikum vor dem Auknuf sogenannter Antheils⸗
cheine, wie sie anch andern Orts ausgeboten werden. E finden
olche an der Lotteriekasse keine Beachtung. Ebenso ist der Ankauf
ogenannter Heuerloose untersagt.
f Dügseldorf, 18. Nov. Gestern Nachmittag um
3 Uhr 40 Min. wurde hierselbst ein nicht unbedeutender Erdstoß
berspürt. Er war in einigen Theilen der Stadt so heftig, daß
die Bisder an den Wänden schwankten und Gläser unt Tassen
laut zusammenklirrten. Iu der Düsselthaleräraße wurde ein dort
wohnender Herr dadurch so in Schrecken versetzt, daß er sein
Held zusammenraffte und seine Wohnung perließ. In der Nähe
des Rheines, sowohl diesseits wie jeuseits, scheint der Stoß am—
zeftigsten gewesen zu sein. —
Düren, 15. Nov. Heute Nachmittag 5 Minuten vor
1Uhr wurden wir durch einen heftigen Exdstoß, welcher 3. Se—

Die Regierung hat beschlossen, zu Ehren Ro'sini's eine so—
lenne Todtenfeier zu veranstalten, und bei dem Parlament die
Gewehrung der dazu röthigen Mittel zu beantragen, auch wird
sie eine Natioual-Subscription zu einem Denkmale, welches Ros
sini in der Kirche Santa Croce errichtet werden soll, in Auxegun—
dringen.

Florenz, 19. Rov. Der Kronprinz Humbert und seine
Gemahlin sind von Monza heute Früh hier eingetroffen.

— Garibaldi hat einen Brief, datirt vom 10. Nov., welcher
jetzt veröffentlicht wird, an seine Freunde in Spanien ge
richtet. Er gibt darin den Spaniern den Rath, die Förderativ
republik zu proclamiren und sofort einen Dictator auf zwei Jahre
zu ernennen.

22 Sparien.
In Madrid soll in den nächsten Tagen eine großartige
republicanische Manifestotion stattfinden; ihnliche gingen bereits
in Huesca, Malaga, Cadiz und anderen Orten voraus. Falls
der prodijorische Zustand der Dinge noch lange auhalten sollte,
so könnte es sich doch ereignen, daß die Repuüblikaner die Majo⸗
rität in den Cortes erhalten. Was Prim anbelangt, so wird ver
sichert, es sei Thatsache, daß derselbe mit der Königin Jiabella in
Anterhandlungen stehe, um dem Prinzen von Asturien die Krone
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        cunden währte. beunruhigt. Die Bewegung war in der Richtung Directoren von oͤffentlichen Schauptoductianen sollen. diese Gesell⸗
von Südenenqh Norden, wobei die Fenster klirrten, die Möbel schaft Bedeutend benützen. 5* —
schwankten, verbunden mit einem unterirdischen Rollen. Der! F (Eigenthümliche Entdeckung von S heintod.) Vor wenigen
Wind, war nord vestlich, Barometer 23* 50*, Thermometer Nesu⸗ Tagen, so meldet man aus Detroit, Mich.“ verstarb hier die Frau
mur 5 Grade Wärme, der Himmel frübe. Faes sehr achtbaren Handwerkers,und die gewöhnliche Vorberei
7 Karkt Vogt hält gegenwärtig jn Antwerpen Vorträge über kung für Das Begräbniß wurde gemacht. Die Leschen murde in
den vorhi foris hen Menschen. einen Sarg gelegt und benacht. Einer der Leichenwärter Kas in
Bor kurzem sandte ein Berliner armer Arbeiter an den der Nucht, während er bei der hbe wachte. einen. Bericht überx
Brasen Bismark na Varzin ein kurzes Schteiben, in welchein einen Fall von Scheintod nud beschloß aus Neugierde, zu versu⸗
er ihu gauz gehormsamst ersuchte, käglich zvei Pfund Virgemia- chen, ob elwas am dem Berichte wahr sei. Er nahm einen tlei⸗
Tabak zu keuchen; Rer werde dann von seinen Leiden aänztich nen Spiegel und legte ihn auf das Gesicht der rodten Frau Es
viederher steslst werden. Graf Bis narck shiche dis Shreiben danerte nicht lange bis Zeichen von Hauch auf dem Spiegel er⸗
sofort mit einem verhaltnißmäßigen Betrage und der eigenen Rand chienenn, und bei Benutzung eines zweiten Spiegels stellten fich
bemetluge zurucheu Nodessat. möge den“ Imß?ohlenen Tabak guf hailche Symptotit ein, Der Mann theilie: Wäs er gefeh en einer
seine des Biindeskanzlerß Gesimdhen, selbst verrauchen. Frau und einen. Manne mit, welhe gleichfalls wachten, und zu⸗
FeDie Kasserin C arrlotte ist dem PariserMemorisit“ batt wurde die Famille benachrichtigt und der Gatte deschloß, das
zufolge seit dem Aufhören der Sommerditzze in ein efreuljches Brgräbniß under dem dhwaltenden Umständen anfziichieben. So
Stadium der Besserung-netreten. Die Schlaflosigkeit hat siib ge— btieb die Leiche zwel Tage liegen, bis sich Zeschen einstellben, welche
mindert, und die Ruhe, deren sie jetzt genseßen kaun, hat gü⸗istig auf Vorhandensein von Leben? schließen heßen, Musn braͤch e die
auf ihr Gemüth eingecirkt. Sie führt wieder ihre Correspondenz Leiche nun inein Bett, rieb sie und verursachte, daß die Todt—
ind heschäftigt sich mit Masik und. Malere Sie sollsdaar beabe geglaubte eudlicy die Auͤgen offnele unde sprach, worauf“sie in
ichtigen, die Geschichte des Kafferreichs ihres unglücktichen Mannes Ohnmacht fiel. Aetztliche Hülfe wurde sofort aungewandt' Nud dre
zu schye ben und bereits begonnen haben, zu dem Behuf Docu Frau befindet fich jeßt auf dem' Wege der Brsferung..
nente zu sammeln. . Entsetzliches Leichenbegänginißt) Die Ameri—
Triest, 14. Nov. Mit dem gestern aus der Levante anische Post“ schreibt: „Ein schauderhaftes Leichenbegüngniß
eingetroffenen Lloyddampfer kamen, von fürkischen Kamassen escor- 'and neulich in der Nähe von Elmira, im Staate New-PYork, fiatt.
irt, drei Preußen hier an, die sich in Konstantinopel der Fälsch- Als nämlich die Leiche der Frau Carr zu Grabe gebkücht wurde
ing österreichischer und preußischer Banknoten und anderer CTredit⸗ Und der Leichenzug sich über das Geleise der ErieEiseiihahn be—
zapiere schuldig gemacht. Sie wurden, von preußischen Schutze vegte, kam der von Rochester kommende Schnellzug herangebrausr
nännern bewacht, nach Berlin abgeführt. 367 und maͤchte die den Leichenwagen ziehenden Pferde scheun Frau
Paris, 17. Nov. Nach glaubwürdigen Nachrichten-be- Drake, eine Schwester der Verstorbenen, wurde aus einer Chaise
rägt die Hinterlassenschaft des Baron James Rothschild, der im zeworfen, die dem Leichenwagen unmittelbar folgte, und der Eisen⸗
Jahre 1812 mit etwa einer Million Franken im Vermögen nach hahnzug riß ihr beide Beine weg und ein Kind ver Frau Drake
Paris gekommen war, oberflächlich abgeschätzt, etwas mehr als iel, wahrend die Pferde davonliefen, ebenfalls auf das Geleise
2000 Millionen Franken, und eingeweihte englische Finanzmänner und wurde buchstäblich in Stücke zerschnitten. Es ist eine unleug⸗
ersichern, daß im ganzen vereinigten Königreiche sih kein Ver. hare Thatsache, daß ein groser: Theil der jährlich in Amerika
nögen diesem an die Seite stellen lasse. Baron James hin⸗ ereignenden Eisenbahnunfälle durch Anstellung von Bahnwärtern
jerläßt außers seinen hiesigen Wohnhäusern, dem Schlosse in Bois mindestens auden Kreuzungen vermieden werden könutee“ *
»e Boulogde und der prachtpollen Besitzung von Laferrieres noch . t Erxprobtes Mittel gegen Zahnschmerzen.) Man nehme eine
531 groß? Häuser in Paris, sowie verschledene Grundftücke ähnlicher: Messerspitze Kochsalze in ein Siint heu fehr feiner Leinwand, drehe
Art in Den bedeutendsten Stidten Europas. Namentlich in Italten es zu einem Bündelchen, tauche dieses in lauwarmes Wasser. nehme
hat das Grundeigenthum Rothschild sich in den letzten Jahren s sofort heraus und ziehe den angesetzten. Tropfen in die Nase,
»edeutend vermehrt, so daß er in Rom, Neapel, Florenz und so wird ein Kriebeln in der Stirunöder auch Niesen erfolgen
Turin mehrere Paläste und Wohnhäuser besitzt. Diese Einzelheiten und der Zahnschmerz ist fort. Sollte dieses Mittel nicht gleich
ind qus durchaus zuverlässiger Quelle geschöpft. — virken, so versuche man es nach einigen, Minuen zum
* Lille. Dem „Echo du Nord'“ wirs ein merkwürdiger weiten Male und bleibe bei raucher Wäterung einige Stunden im
Fall von Somnambulismit?“ mitgetheilt. Ein junges Mädchen Zimmer.
us der Umgegend von Lille, Sophie M. gehört einer rechtschaf, n
senen und fleißigen Bauernfämilie an; jebe Nacht zu- e ner, beg —
timmten Stunde steht sie aus dem Bette auf, Findet denn an..
macht Kaffte und deckt deu Sisch wie zu einer volltändigen Mahl⸗. — ———
e 8 dabei wede; Löffel, noch Messer und'Gabel; jst daun D ie Ob stbaumzucht liegt troß Aufmunterung Sejitens
zas Gedeck fertig, so legt fie sihh wieder ins Bett. Ungefäühr der Stoatsregierungen und der landwerthschaftlichen Vereine, trotz
eine Stunde darauf steht sie wieder auf, rärmt den Tisch auf, der Staats- und Privathaumjchuten nnd der pomologischen Insti—
tellt Alles wieder an seine Stelle, nimmt einen Besen, kehrt den lute noch gar sehr im Argen. Es ist nicht mir vielfach die Un⸗
Fußboden und steübl die Mobet ab. Un vier Uhr legt sie sich kenntniß des hohen Nuzen-, den ein gut gepflegter Ooftbaum ge—
abermils ins Beit und schläft bis 6 Uhr, welches die Zeit st, währen kann, sondern guch ein verdertettches Festhalten aui Hor⸗
wo ihte Eltern aufstehen. Diese Scene wiederholt sich seit 14 ömmlichen, das die Forderung des Obstbaues nuur langsamen
Tagen. Als man ihr davon erzählte, glaubte sie, man wolle sich Schrittes vorankommen laͤßt. Um so miehr erscheint es als Pflicht
ꝛeinen Spaß mit ihr machen. Das Merkwürdigste dabei aber ist, eines jeden, die ihm bekaunt · gewordenen hetvorragenden Leistungen
»aß Sopve sonst niemals in der Wirthschaft beschäftigt ist, außere Juf diesem Gebiete zuane Zwecke der Nachahmung der Oeffentlichkeit
dem deckt sie auch im ner nur für drei Personen, während die nicht vorzuenthalten. In Wuürgiugen a.nd.E. befand sich noch
Zahl der gewöhnlichen Tischgäste im Hause aus ihr, drei Schwe⸗ dor 25 Jahren aine Genteinde ⸗Oedung von circa 110 Morgen
tern, zwei Vrüdern und ihren Eltern besteht. 35 Größe. Meistens an esnem nach: Sudwesten geeigneten Bergab⸗
Negbpel, 19. Rov. Seit zwei Tagen ist der Vesuv in hange liegend, bestand der Boden dur hweg aus feineren und
jeftigem Ausbtuche begriffen. Am Fnße des großen Kegels öffnes gröberen Geröllsteinen, die die Cultivirtig. degselben erschwerte
ren sich neue Kegel und ergießen sich dieselben in Lavaströnmien. !l und selbst nur einen dürftigen Grasmuchs gestattete. So sehr sich
die Richtung des Lava-Ergusses ist dieselbe wie im Jahre 1856; auch der damalige Lehrer bemühte, die Grueiude zu veranlassen,
vus Maximum der Lavageschwindigkeit beträgt 180 Metres par die ganze Oedung mit Obstbaäumen zu bepflanzen, so schlugen doch
Minute. Die das bebaute Land überströmende Lava wird bald alle seine darauf gerichteten Aunternehmungen, feoͤl. Da jene
»as Meer erreichen. Mehreren Dörfern droht Zerstörnng. Dedung selbst nicht einmal als Schweinetrifft qudti sest war, en
Ne a'pel, 19. Nov. Der Vesuv ist noch in Thätigkeit. bloß sich. der eeerkwih dieselbe an Hettn Eller aus
Das prachivosle Schanspiel lockt wie gewöhnlich Massen von Frem⸗ Aelbbach um den reis wnan er zu vertaufen. Dieser
»en hierher, welche die: Eruption aus der Entfernung in Ruhe derr ließ e bane eor hei Iet oͤden Ftache mit verschie⸗
und Sicherheit betrachten wollen. denartigen Obstbaͤumen Pflanzen, er wendele zu diefem Zwecke
V eine Summe von 9000 Thaler auf Stit ungefähr 6 Jahren
*Newyork. Unter den verschiedenen Arten von Ver— sind die Bäume, die sich eineghetrlichen Wuchses etfreuen, trag⸗
icherungen gegen alles Mögliche gibt es jetzt hier auch eine ge u bar geworden und haben ihrem eifrigen Befitzer schon iwmden letten
en rh
das Regenwetter. Wer z. B. am Sonnabend ein gutes Geschaft Jahren, bei mittlerem Wuchfe eine sährliche —
machen will, wozu gutes Wetter unbedingt nothwendig iß, der sche800 Thalern gefichern e ee
ichert sich Tags zuvor mit irgend einer Einzahlung. Regnet es Hesnt
»ann an diesem Sonnabende, so erhält er von der Cdompagnie
den zehnfachen Betrag ausgezahlt. Wirthe, Kunstfeuerwerker end
        <pb n="558" />
        Auswanderungs-Anzeige.
Der Kaufmann KaͤrlLudwig Philipp
Mathias Strack', 29 Jahre alt, von
St. Ingbert, will mit seiner Familie nach

Framtfurt a / M. auswandein. *

Forderliwgen an denselben sind inner
dalb'14 Tagen bei der unterfertigten Be—
hdrde anzumelden. ———

Zweibrücken, den 19. November 1868.

Pöunigl. Bezirk: amt

Damm. 1

————— 2 —— —“⸗·

. Polizeiliche

Ich bringe nachstehende Bestimmungen
der hiesigen ortspolichen Vorschriften mit
dem Bemerken in Erinnerung, daß gegen
Zuwiderhandel nde unnachsichtlich protocollirt
wird:

Niemand darf Hunde auf Leichenhöfe,!
n öffentlich Wirthschaftslocale,
in Theater, Fleischbänke oder auf Märite
nitnehmen. Niemand darf Hunde während
der Nachtzeit auf öffentlichen Straßen frei
herumtaufen lassen. **

Läufige Hündinnen hat der Hundeeigen⸗
hümer gehörig zu verwahren. Frei lau—
ende Fang⸗ und Metzgerhunde. Bulldoggen,
iberbaupt Hunde größerer Gattung, wenn
ie nicht an der Leine geführt werden,
müssen mit einem wohlbefestigten Maul⸗
sorbe versehen sein. .

St. Ingbert, den 21. November. 1868

Der Igl. Polizeilommisszr:

Bruch.

Licitation.“

Die Verlosung der Pferde u. Reitrequisiten
des Unterzeichneten, beflehend in;·; . 557
J 256GSe,
indet unwiderruflich Donnerstaq,den 31. Dezember nächsthin Nachmittags 2 Uhr im
rruchthallsaale zu Zweibrücken statt. —— — —
Von den Loofen sind bei mir und meinen Ageuten?nach eine größere Anzahl vorräthig
md wird zu deren Abnahme höflichst eingeladen. »2.667
Ernstweilerhof bei Zweibrücken, den 5. November 180868.. — —V—
“ ——2 — —— vI. Staltæer.
n⸗aIs und

hrusleiden

— .33

—* 433

v313

* *

D Sν ——

Das anerkannt Deieee penien gegen Husten, Heiserkeit, sowie Hals⸗

und Brustbeschwerden. Depots in St. Inghéri bei J. J. Grewenig und bei Conu—
ditor G. Nickel, in Blieslastel bei F. Apprederis.
Dem verebrten hiesigen und auswärtigen Publikum meine
S⸗e Oroũ ax
UOEIASM —M-Amαt
in freundliche Erinnerung bringend, zeige zu gleicher Zeit an, daß ich eine schöne
Auswahl der modernsten Muster zur gefl. Ansicht bei Herrn Jakob Stief.,
staufmann in St. Ingbert, offen gelegt habe, woselbst jedwede Aufträge entge—
gengenommen werden. Reelle und prompte Bedienung verspricht

Ph. Bloch, Saarlouis.
Musik-

Vérein.

Neue gebrochene
Erbhsena
pr. Pfund 7 kr. verlauft
BP. Zepp.

DOnneær, 26 NOoV.
Abends 8 Ubr: J J
—A—
imm J
Vereinslocale
xozu alle Nitglieder, des Vereins
fre undlichst ein geladei sind.
Daor Vorstand.
—DDDDDDD———
hi 1 I
8chinten

Mainz, 20. Noc.

(Fruchtpreise.) Weißntehl das Mal—
ter 4 140 Pfund — fl. — kr. — Rog
zenmehl ditio — fl. — kr. — Weizen (200
pfd.) 11 fl. 15 kr. 11 fl. 45 kr. —
Norn (180 Pfd.)Ih fs. 10 kr. bis — fl. —
kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 20 kr, bis —
l. — tr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 30 tr.
bis 5 fl. 35 kr.

Samstag, den 12. Dezember 1868,
achmittags halb 8 Uhr zu St. Ingbert
in der Behausung des Seifensteders Hein⸗
rich Schmitt, werden auf Anstehen der
Wittwe und Kinder des zu St. Ingberter
Fisenwerk verlebten Zimmermannes Johanu
Jacob Neumann nachbezeichnete Liegen-
schaften St. Ingberter Bannes der Abthei A7D.
lung wegen auf Eigenthum versteigert Worms den 20. Nob.
raͤmlich: Wand, Mie unihrene 44
b Planr. 2379, 8 Dez. Pflanzgarten hie petiten heu. Vien h *6 u..
in den Bruchrechgärten, neben Lorenz sl. r. Roggen 10 4. — kr.
COffner Wiw. Thiery; Inaee bis 10 fl. 50 kr. Gerste 10 fl. 809 kr.
2 PlanNr. 2580, 19 Dez. Acker rechts bis 10 fl. 40 fr. per 1900 Kilo., Haser
an der Saarbrücker Straße, neben Ja⸗ 5 fl. 20 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo
9— Müllers Erben und folgendem Mehl per Parkie 10 fl. — kr. bis — fl.
er. — kr.bi hl
— 5 — kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
PlauNr. 2582, 46 Vez. Acker uner —» A8 F f — R schuß 10 . —
Ausverkant. ett
ben Jacob Müslers Erben und folgen— Fer 1terreichnete zeiöt —i nr. eze —
dem Stücke. VDer Unterzeichnete Feigt — fll. — kr.' Blumenmehl. — fl. — kr.
Plansir. 2583, 20 Dez. Adeer allda, hiermit an, daß er sein Wag- bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps
— Stuct und Staais- rengeschüft aufgibt und, um — i. b bis — s. Takt. ber 83
igenthmmm. 3 — —3 333 Kilo. Rüböl ohne Faß 19 fl. — kr. bia
Plandr. 2402, 17 Dez. Wiese mz möli chst shnell aufzuraumen— —— e de en 332
nerd gen Ien des. dit und zu bedeutend herabgesetzten — bis — f. — ir. mi hudi tine Fet
ö. — 1799. —E Fr in Preisen ausverkatift. p ———* * 55
Hartweiher, neben Peter Schmelzers 3 68 dilo. Repskuchen — fl. — kr. bi
Erben und Georg Kiehm. Blieskastel im Novbr. 1868. — fl. — kr. Branniwein 27 fl. — kr.
Horn, kgl. Notar. Moritz Oppenheimer.bis 27 fl. 30 kt.
Aaetian Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Rnabert.

ssi à a
        <pb n="559" />
        St. Ingberler ZAnzeiger.

Der „S i. J ugberter Anm zeager“ mit seinem Unterhaltün 2blatte erfcheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierkelföhrig 43 Krzr odet, 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krirt die dreispaltig Zeile
J Blaottschrift boere derein Madaneu herechnetue 1J
— — , — — — — —— — — —— — — 2 —
—EXE —— ie 8 ben 28538* mvber . * eh ase—2425
RNro. 141. VDonuer brutz ben 2.VNve m ver ——184658.,
5* — — — —— —— — ——E v — — —— —
Az— —A
9 J Deutschlaud. 5 * bberichtet; Wenn die dentsche Bevölkerung uuserer Stadt die mehr⸗
München, 21. Nov. Ver zwischen Bayern urd Würte fach erwähniten Annexibnse Ptaeate! mit Ver vnndeririig und hmio⸗
temberg wegen der Fessung Ulm abgeschlossene Vertrag,tritt. auch ristischen Gosen gelesen Unnd gebührend zurück ewiesen dat. fo dürf⸗
in dem Falle, daß die süddeutsche Miltitärcommission nicht, zu ren denkende Männer doch aufangen. nrueren Sh nipto nen einet
Stande kommt, nuch eininen. unwpesentlichen Möodifichtionen in cheinbar syfte matischen Entnationatistung größere Bedeittung —R
Kraft, d. h. wenun der württembergische Landtag, der fat gleich- ulegen. Zuverlassigen Berichten gutfol ge, siad an sämm lichen hie⸗
zeitig mit dem unfrigen (am 4. wie der Württemb. Staatanz. igen Lhranstalten die Deutschen Unterrichtsmittel seit kurzem größ—
meldet) zusammentritt, den Bestimmungen desselhen seinen Con⸗ eutheils durd französische Schulbücher verdrängt undnselost die—
sens ertheiit.— J jenigen Handbücher nicht beibehalten worden, die hier angestellte
München, 21. Neob. In Personalstand, der Abgeord deutsche Gelehrte zu Verfassern haben. Namoenttich su den Gebieten
nelen find seit der letzten Rahl bedeutende Verändktungen vor- der Geschichte und Geographie haben die deutschen Lehrbücher
gegangen: von den damels gewählten 148 Abgeorduelen sind den französischen weichen minssen. (Da die Leistuirgen Der Fran—
näinlich seitdem, also in einem Zeitraum von noch, nicht ganz osen aut dießen beiden Gebieten welthekanut sind, so können sich
6 Jahren, 21. Abgeordneten gestorben, während 24 andere die Luxemburger diesem Tausche gratulixen.) 3
aus verschiedenen Gründen aus der Kamimer wieder aus ge⸗ Eine der stür anisch ten Voltversammlungen hat in Wien in
reteen sind. Zodbel's Bierhall⸗, unter dem Vo size des in letzter Z it mehrfach
Näürnberg, 21. Nov. Der „Nürnberger Anzeiger“ ist enannten Dr. Tausch aky, stattgefitaden und speciell das Wehrs
wegen seiner Artilel übex die Haltung des Generals Hartmann esetz behandelt. Die einzelnen Redner überboten sich in maßlosen
bei Kissingen im Kriege vou 1866 vor das nächste Schwurgerich! Angriffen auf den Kaiser, die Regierung; uud das Abgeordneten
verwiesen. — jaus.Offen wurde mit einer Wiederholung von 1848 gedroht,
Dienstesnochrichten. —Jalls ein Gesetz in Kraft trete, wetches die Freiheit „erwürge“
nn 5* ind gleichzeitig sich als eine Kriegserklärung gegen die Nachbar-
Der seither probissrisch angestellle Lehrer Nicolaus Schmitt in taaten und gegen das eigene Volk“ darstelle. Ueber den Duft,
Neuhofen ist zum Lehrer an der prot. Schule daselbst in definitiver don welchem die oratorischenErgüsse der Versammlung dufteten,
Eigenschaft ernannt worden. mnag folgende Stelle— ein Urtheil gestatten: „Wenn es zum Kriege
Stutt gart, 23. Nov. Auf den 4. December sind die lommt, dann treten die. Diptomaten zusammen und theilen die
beiden Kammern zliur Eröffnung, die durch den König in Person Länder wie alten Käse, und, dann können Sie die Germaniag, die
geschieht, und auf den 2. zur Ueberreichung ihrer Legitimationen, Slavia, die Hungaria in Spiritus suchen.“ Der anwesende Poli—
einberufen Es stehen lebhafte Verhandlungen bevor. Die demo eicommissar, nachdem er den“Vorsitzenden bergebens ersucht, die
cratische, sog. Volkspartei, wird in ihren Angriffen wider das Redner zur Mäß gang zurückzuführen, erklärte endlich die Verfamu⸗
Ministerium vielfach mit ihren Antipoden, der sog. deutschen Par- lung für aufgelöst und ließ den Saal räumenn.—
tei, zusammengehen. Gleich anfänglich wird jene den Herrn y. Pest, 21. Nod. Das interkonfessionelle und das Gesetz
Varnbüler, der eben von Paris zurückkam, wegen' der argen über gemischte Ehen wurde in den Sektionsberathungen bedeutend
Geislinger“ Kalastrophe interpelliren. 9 9— modifizirt.Die Sections Berathungen über diefe Gesetze sind / zu
— zi 21 Rov. Die Köln. Zig.“ bringt aus Mün⸗ Ende. Nach den neuen Bestimmungen des Gesetzes über gemischte
Hhen eine ziemlich trostlose Schilderung des füddeutjchen Verthei Eyen sind alle gemischten Ehzan vor welch'- Geistlichen immer ab—
digungssyhems an sich sowogl ats in Betracht seines Zusammen' Jeschlossen, geltig. Die mäunlichen Kinder fotgen der Religion
dan es mit' dem allgemeinen deutschen Defensiosy em, in dem e es Vatersdie weiblichen der Religion der Mutter.“
große Lücken lasse. Tem Wunsch. daß ein rascherer und energi. In Le mbe erge wurde durch die Thätigkeit der russischen
scherer Ausbau'der Schütz, und Trutzbündnisse' in politischer for uid⸗ französischen Porizeinene Falschümnzerbande mit patriotischem
wohl wie in militäricher' Hinsicht Platz greifen möge, kann man Zwecke eusdeckt; aller Erlss aus der Speculation sollte nämlich
unbedenklich heistimmen, braucht aber deshalb doch nicht zu über⸗ iuf die Propagända und zu einem Aufstinde gegen Rußlaud ver.
fehen, nech zu unfserichätzen, was der Süden in mihtärischer Hin— vendet werden. Das Unternehmen soll von der polnischen Emi⸗
ficht seit wei Jahren wirtlch geleistet hat.“ Vor ällen Dingen ist Jration auszeg ingen und geleitet warden sein. Eine unmittelbare
die Umbildung der süddeutschen Heereskörper uuf norddrutschen Foige d eser Entdeckung ist eine streuge Ueberwachung der polni—
Fuß um ein Hutes Stück gesördert worden. Während Baden ichen Grenze von russischer Seite her.
bamit ganz und Würtsemberg nahezu ferlig ist, geht die Sache Frankreich.
iti Bayeru zwar eiiwas klangfamer, aber sit geht doch sichtlich. Paris, 22. Nov. Es üst das Gerücht in Umlauf, daß
Und das ist iin Betracht aller mitwirkendei Umstande gewiß nicht Mazzini gestern gesitorben waͤre. — Dem Prinzen von Wales ist,
wenig zu neunen ; und so wollen wir hoffen, daß auch die Ab⸗ wie der Gaulois“ erzaͤhlt, am Freitag auf der Jagh in Com—
machungen der Münchener Militärconserenz nach und nach sich piegne der Unfall passirt, bei der Verfolgung eines Hirsches von
in entsprechenden Thaten verkörpern“ )Resem Tyhiere angegriffen und mitsammt seinem Pferde über den
Berxlim, 28. Nop. Die ; Bank- und Handels-Zeitnng“ daufen geworfen zu werden. Der Kaiser befand sich unter, den
meldet: Die Verhandlungen über die Grundlage eines Postver⸗ Frsten, welche dem gestürzten englischen Thronfolger wieder auf⸗
krages mit Großbritannien führten zur Unterzeichrung eines Prö— jalfen. Es ist nicht die Rede davon, daß dieser Unfall weilere
locolles, demzufolge das Francoporto 21*2 Silbergroschen betragen mangenehme Folgen fün den Prinzen gehabt hat. I
und das Postanweisungsverfahren eingeführt werden soll. Die Die Regierung braucht nur noch einige Ungeschicklichkeiten zu
Verhandlüngen in Betreff eines förmlichen Vertragsabschlusses begehen nach Art des Baudin-Processes, und ihr Ansehen ist selst
werden naͤchstens stattfinden. n sonst gemäßigten Kreisen vollstäͤndig dahin. Im— Nothfalle
Berlins 24. Nop. Die „Kreuzzeitung“. sagt anläßlich eisten freitsch auch die untergeordueten Behörden Erklickliches in
her Stelle des österreichischen Rothbuchs, welche sich auf Rord— Ungeschicklichkeiten, die boses Blut machen, so neulich die Polizei.
schleswig bezieht: Wenn kein Krieg für die Erhaltung Düppels »a sie eine Kiste Brüsseler Pasteten, afn einen Delicatessenhändler
und Alsens geführt werden solle, so würde derselbe ein Aufgebot zu Paris adressirt, in Beschlag nahmen, weil, sie als Füllung der⸗
aller Kräfte des Volkes hervorrufen wie im Jahre 1818 und, esben — RocheforteLaternen dernulthete. —98
glauben wir, auch den Patriotismus Süddeutschlands ent. Der letzte Ministerrath hat sich fast ausschließlich mit der
llammen. Ungelegenheit der Journale beschäftigt. Der Kaifer, dir sehr auf⸗
Der „Koln. gtg.“ wird aus Luxemburg vom 19. November jgebracht gegen die Pariser Preffe und auch gegen die Häaltung
        <pb n="560" />
        der Pariser Advocaten ist, schloß die Sstzung mit folgenden Wor—⸗
ten: Wir wollen jede Herausfo d rung vermeiden, aber auch nicht
die kleiaste Herausforderung dulden.“

— Wie es heißt, soll Herr Rouher den Herzogstite
erhalten. g*

Am 19. November war der Namenstag der Exkönigin Isa—
bella. Sie ließ ihre Getreuen, die sih aber nur in geringer Au—
zahl einstellten, zun Handkuß zu. Der Herzoz von Cambaceres
uüberbruchte der Exkönigin die Glückoünische des französischen Hofe-.
Marfori wohnte dem Empfange ebenfalls an. Derielbe erregt
die Neugterde der Pariser in hohem Grade Wo er erkannt wird,
sammelt sich sosort eine aroße MNenge an. Vor zwei Tagen früh—
tückte ex im Cafe Riche (Boulevard des Italiens), Das Gedränge
Ier demselben wurde so stark, daß der Wirty genöthigt war Pr
cizeimannschaft aufzubieten, um die Zusammenrottung auseinande
treiben zu lass'u. — *

— Die jpauische Botschaft zu Paris tritt äußerst
anti⸗Isabellistisch auf, Sie hat mehrere Kaufleute, auf deren
Läden „Lieferant der Köanigiu von Spauien“ zu lesen war, zwingen
jassen, diese Inschrift hinwegzunehmen. .

Spypanien.

Der „Imperial“vom 20. Nod. meldet: „Das Contingent
zon 4600 Freiwilligen, welches nach Cuba abgehen soll, jst marsch
vereit; ebenso die vier von einer Gesellichaft zum Trunsport der⸗
elben der Regierung zur Verfügung gestellten Schiffe. Am
30. wird von Cadix aus ein imposantes Geschwader in See
dechen, wie es seit lange nicht nach Cuba abgesendet wor⸗
den ist.“

Ein heutiger Maueranschlag verlangt von der Regierung
eine Erklärung, daß der zukünftige Souverüun Spanier sein
nüsse. s

Bei der liberal⸗monarchischen Manifestation am vergangenen
Sonntag waren, trotz des Prim'schen Circular's Generale und
Stabsofsicirre anwesende; democratijche Blätter leiten daraus glei—
hes Recht für repablikanische Knadzednagen ab. — Nah der
.Discussion“ bereitet sich iu Madrid eine republikanische Mani
estation vor; Ort und Zrit kenat man noh ni ht.

Barcelhomna, 23. Nond. Die Majorität der Bevölkerung
zat sich für die Födrrativ-Republik und gegen die Coalitioa der
Progressisten und Unionisten ausgesprochen. *

Griechenland.

Athen, 17. Nod. Es siad franzosische, enlische und
cussische Schiffe von den Escadren im Piräus beordert, de Zu
rückfühßrung der kretischen Emigceirten zu überwachen. Es fehlt
hierzu an Trausportschiffen. Von den 69. 000 Kretern in
Briechenland und auf den Insela sind seit dem 1. Octoben
bis zum 1. November) nicht viel mehr als 83900 zurüchgeführ
vorden.
Mußland.
Petersburg, 20. Nov. Die ru'sische telegraphisch

Agentur meldet, daß die Pforte, unter dem Vorwande von Ge
cahren, die vvn Rumänien ausgehen jolleu, Kriegsrüstungen mach
die rusüsche Agentur fügt hinzu, daß lauge Berathungen in dem
(türkischen) Kriegsministerium statthaven und nach Gerüchten, die
sich verbreitet hatten, inn nächsten Fruhjahre 100,000 Maun au
der Donuu concentrirt werden würden.

Lmeri?a.
Der Aufstand in Cuba scheint tiefgründender zu sein,
als die dortige Regierung zu seben möchte. Während letztere einen
Sieg nach dem anderen melden läßt, sind nach Berichten der
revolutiouären Junta“, die in Hwinna zu sitzen behauptet, alle
Ostbezirke im Ausstande und entschlossen, den Guerillakrieg so lange
ortzujetzen, bis die Injurrectien so weit erstarkt ist, den Truppen
die Spitze hieten zu können; sollte es nöthig sein, so wäre man
est entschlossen, die augenblickliche Freilassung aller Neger zu pro
lamiren, und sie gegen die Spanier zu den Waffen zu rufen;
nd der republ. Ausschuß in Havanna“, wie es scheint mit der
ebvolut. Juäzta im Bunde, schildert in einem umfangreichen
Schriststücke die schwindelhafte küderliche Finanzwirthschaft, die jär—
lich 33 Mill. Dollars aus der nur 192 Miill. Einwohner zäh—
lenden Insel zog, ohne irgend welche Verbesserungen zu machen,
ediglich um Unterdrücker und Schlaraffen zu füttern. Nar wenn
zen (namentlich angeführten) Klagen Cuba's abgeholfen, die
Zclavecei sofort und gänzlich abgeschafft, und in Spanien
die Republik eingeführt würde, wolle man unter der Form
ner „Buudescepublit“ die Verbindung mit dem Muttertande
zufrecht erhalten.

Schwurgerichtssi zug.
IV. Quartal 1868.

Zweibrücken, 23. Nop. Heute wirden die Shwur⸗
gerichtsverhand'ungen für das vierte Quartal 1368 eröffnet. Die
inherufenen Geschworenen waren erschienen, mit Ausnihine der
derren Foltz, Rentner, und Friedrich Heyd veiller, Adjunct, Beide
von Frankenthal, welche, durch Krankheit am Erscheinen verhindert,
nif Grund, ärztlicher Zeuzuisse auf die gauze Dauer der Session

ipensirt wurden, Nach einer von dem Herrn Shweirgerichts-
Zräsidenten k. Appell itionsgerichtsrath Kieffer au die Herren Ge—
hvorenen gerichteten Ansprache wurde zur Verhasidlnig der ersten
aklage geschritten. Angektagt sind: 1) Joyannes: He nrich, 21
Jihre alt, Schuymacher von Herxeim bei Landait, 2) Thomas
Lahres, 23 Jahre alt, Schuhmacher von Kapsweyer, 3) Andreas
sebsanen, 29. Johre al, Schneider von Kaprweyer. wegen Dieb—
taihls, und zwar die beiden Ersteren im Vecrdbrechensgrade, der
Letztere im Vergehensgrade.

Die Angeklagten haben sich heule wegen dreier Diebstähle
zu verautworten. Lahres und Heinrich hatten in Pirmasens als
Zchuster gearbeitet, etwa am 11. November v. J. diese Stadt
miteinander verlkassen und sich einige Tage in Kipsweiher aufge⸗
hutten. Am 17. desselben Monats wurden aus einem unver⸗
ichlossenen Kasten auf dem Hausspeicher des zu Speier stehenden
Wohnhauses von Paul Schweizer 36 Stück Eier gestohlen. Die
diebe müssen von der offenen Scheuer mittels der Leiter auf den
heuspeicher und von da, nach gewaltsamer Erbrechung des vor⸗
jandenen Lattenverschlusses, in den Hausspeicher gestiegen sein.
Die im Haus wohnende Ehefrau Schön sah zwei Bursche weg—⸗
jehen, die sie als die Angeklagten Lahres und Heinrich wieder—
erkanute. Ebenso werden dieseiben von dem Bretzelbuben Daniel
Wasser anerkannt, durch dessen Vermittlung die Eier in der Sick—
chen Bierwirthschaft an die Wirthin verkauft worden waren. In
der Nacht vom 17. auf 18. November v. J. wurden zu Mech—
ersheim aus dem von Schuhmacher Eberhard Hilte brand allda
ewohnten Hause entwendet: ein Paar Hosen, in deren Taschen
ih ein Portemonngie mit 1 fl. 30 kr. barr Geld und ein Ta—
hentuch vefand, ein wollenes Frauenyalstuch, ein Prar Stiefel-
häfte, ein ganzes uid ein halbes Leintach, ein Tischtuhh, ein
handtuch, ein brum vollenes Halstuth, zui Sbüezen, fünf
—
zebethuch und ein hölzernes Kreuchen. Da die Häusthüre ver⸗
hlossen war, mußte der Dieb einen andern Einzarng gesucht
aAben. Mau kann'nun in denm nicht verschließbaren Stall, der
ndem offenen Hofe steht, von der Krippe aus darch ein in der
5talldecke angebrachtes Futterloh auf den oderheilb liegenden
iad sihh über das ganze Haus ausdeh enden Speicherraum steigen
ind von da in das Hius gelangen, in welhen selbst keine Thür
e chlossen wir. Am 18. November kamen Lahres, der früher
»el dem Bestohlenen Hiltenbrand in Arbeit war, nah Rülzheim
mi die Wohnung einer Wittwe Seelinger, wo sie Kaffee tranken
und deren Kindern ein Gebetbuch, ein Kreuzchen und ein Porte⸗
nonnaie schenkten. Diese Gegenstande wurden von Hiltenbrand
s sein Eigeüthum, die beiden Angeklagten von der Familie
zeelinger aber als die Shenker auerkanut. In der Nicht vom
16. auf 27. desselben Monats wurden aus einem von allen
zeiten umschlossenen unbedecken Raume dee Tuchhsabrikanten Ge—
rüder Welhelm und Emit Fräukel zu Bisch veiler im Eisaß 18
Neter sch varzer Satin von den Trockenrahmen abgeschnitten und
utwendet. Die Diebe hatten mehrere Planken aus dem Zaun
jebrochen und waren hier eingestiegen. Der alte Lahres in Kaps-
veyer erktärt, sein Sohn, der Angeklatte, sei vor Weihnachten

3. J. mit Heinrich und Rebsamen aus Frankreich geko umen mit
Tuch, das diese dann unter sich vertheilt hätten. Ebenso wurde
tonnatirt, daß die 3 Angeklagten das Tuh theils verkauft, theils
ul Kleidungsstücken verwendet hitten. Heinrich gesteht die drei
Diebstäͤhle zu und gibt an, Rebsamen habe bei dem letzten Wache
zestauden. Lahres, nach Allem der Hiuptgravirte, läugnet hrt⸗
näckig. Er und Heinrich wurden schon oft wegen Diebßahl
ind anderweitig verurtheilt. Rebsamen hat auh einen schlechten
uf, wurde schon wegen Landstrei herei, bis jetzt aber noh nicht
vegen Diebstahls bestraft. Im Dezember ließen sich Lahres und
debsamen unter die päpstlichen Truppen anwerben, wurden aber
hon im folgenden Monat von den Schaaren Garibaldi's gefan—
zen genommen und über die italienische Grenze durch Oesterreich
idch Bayern geliefert, wo Lahres wegen eines Diebstahls ⁊c. in
lichich am 20. März darauf zu einer Gefängnißtrafe von 3
Monaten und 8 Tagen verurtheilt wurde, die nohh zu verbüßen
st. Die Vertheidigung der Augeklagten, die am 21. begann.
sob im Allgemeinen hervor, daß die 3 in Frage stehenden Dieb⸗
tähle nur deswegen kriminell seien, weil der Werth im Ganzen
00 fl. übersteige und alle 3 mittelst Eiusteizens oder Endruch?
beannden sein sollen: fuille hei einenl dersesoen dieser ershherenv—
        <pb n="561" />
        -zchwert, enem Granitstein und einigen nicht erkennbaren Fie—
uren. pO
7 Dafmzig. Am 18. d. M. ist das russische Barkschiff,
Derehea Schenall“, Cap. G. Brose, aus Liban, von England,
'ommend, init einer“ Ladung Eisen und Coats beladen, nach
Kiga bestimmt, in der Nehrung bei Stegen gestrandet. Der,
Tipitän und 5 Mann ertranken, der Steuermann und 2 Mann
ind gerettte..

F Berlhin, Die modernen Damenhüte sind so klein, daß
nan fie nur noch durch ein Vergrößerungsglas betrachten kann,
ind im Winter so wenig dem Zweck, den Kopf zu schützen und
varm zu halten, entsprechend, daß bei rauher Winerung der,
zrößte Tyeu des weiblichen Gesshlechtz an Shnupfen, Zihnweh!
u. s. w. leidet. In einem hiesigen großen Verein, der zu den
rodelsten in Berlin zählt, ist nun, wie der „Volts-Zeitung'“ mite
getheilt wird, von den weiblichen Mitg'iedern beschlossen worden,“
zöon heute an nur nohh die prackische Capotte, die b's jetzt großen⸗
heils nur zur Theater- und Ball-Garderobe gehörte, zur allge—
neinen Kopfhedeckung der Damen auch'an Tage zu erheben. —
Beschließen ist leicht, aber ausführen schwper! Wir werden sehen,
»b die Damen den Muth ihrer Meinung haben.

Aus Schleswig. Es ist ganz auffallend, wie sich
die Strandungen in diesem Jahre häufen. Ene ganze Relhe
don Fällen ist in der letzten Zeit gemeldet an der jütlandischen
küste, vor Silt, vor Föhr und vor Amrum. Man muß freilich
eiumal dort bei Sturm den Wogenauprall gesehen haben, um die
Wirkungen desselben zu begreifen. Vor einem Jahr schlug bei
Röm einmal eine Welle einen großen Dreimaster, der auf den
Strand gekommen war, auseinander. Leider bleibt es dieses
Jahr sehr häufig nicht bei Verlust von Schiff und Gut, es sind
auch viele Menschenleben zu Grunde gegangen. Die Insulaner
ind immer zu helfen bereits, oftmals ohne Erfolg. Auf der In—
el Silt ist ein eigener Friedhof für die „Heimathlosen“, d. h.
ür die Leichen, die bei Strandungen vom Meer angetrieben wer⸗
zen. Kein Kreuz verkündet hier einen Namen, im schmucklosen
Zarge werden die Unglücklichen der Erde überlassen.

f Aus Potsdam läßt sich das „Fr.-Bl.“ eine gar schöne
Hisorie verme den wörtlich wie folgt: „Es ist kaum zu glauben,

Vermischtes. anñ siih heunzutaze nohh Gespenter sehe lassen und daß ihre
x (Tie allgemeine deutsche Lehrerversammlung) wird in der langeblche Erscheinung unfere ganze Stadt in Aufregung versetzen
Pfinast. voche des nächsten Jahres zu Berlin tagen, und bereits in stann, dergestalt, daß selbst die Polizei sih bewogen gefühlt hat,
die dortige Lehrerwet für die Vorhereitung derselben thätig. Es Recerchen darüber anzustellen. Darum entzieht sich auch dieser
ergeht an Abe, welche auf dieser Versammlung einen Vortrag zu Vorfall nicht der Veröffentlichun. — Spät in der Nacht, es
halten oder schon früher angekündigte Vorträge wieder auf die nochte etwa 12 Uhr sein, kehrte cine junge' Dame, die in der
Tagesordnung gebracht zu sehen wünschen, die Bitte, sich deshalh hähe der Gasnison-Kirche, in der Breitenstraße, wohnt, von einem
bis spätestens zummh. Februar 1869 bei dem Geschäftsführer des Zerrn begleitet, von einem Tanzkränzchen heim und verabsniedete
Ausschusse, Herrn Dr. Moritz Schu ze in Ohrdruf bei Gotha, ich an der Mam nontraße von demselben, da — ich glaube. die
anzumelden. Mit der Anmeldung des Themas ist zugleich eine zofe oder das Dienstmädchen am Horizonte auftauchie. Diese
hurze Ungabe des Gedankenganges und der Tendenz des Vortrages deiden weiblichen Individuen nun waren zu ihrem Schrecken Zeuge
zu verbinden, oder auch die Mittheilung von Thesen zum Abdruck der Gespenster-Erscheinung — nämlich einer bierspännizen Equ page,
in der „Allz. dentschen Lehrerzeitung.. Die Concurrenzarbeiten velche vor dem Portale der Gar uüson-Kirche hielt und in wel he
über die am 21. Juni d. J. gestellte Preisaufanbe: „Wie sind minänlichen Augenblicke eine Dame und zwei Herren, die Kirche
Schule und Leben mehr. als bes jetzt ges hehen, in Eiullang zu brins verlissend, einstiezen. Die shwirzen glügätigigen Rappen zogen
gen?“ sind jpätestens bis zum 1. Jauuar 1869 an denselben an und alle Gasfla nmen, welche den inneren Raum der Kirche
einzusenden. erleuchtet hotten, verldichten mit einen Schlage. — Wie ange⸗
Dem Oekonomen Dahlen von Niederwürzbach wurden in wurzelt standen die beid'in Jungfrauen und wie ein Nebelbild
der Nacht vom Freitag auf Samstag 4Scheafe, dem Michael entschvand den starrenden Augen die Erscheinung der Equ page,
Peter von Biesingen 1 Schaf von einem Wo fe zerrissen und fast der Rosse und der Jusassen. — Natürlich bemächtigte sich die ge—
vollständig verzebrt. shwätzige Zunge der Fama sogleich dieses willlommenen Themas
Loöorg, 18. Novd. Bei dem gestrigen Jahrmarkte war mit ungesschwächten Kräften. Uebertreibungen vergrößerten das
uu mehreren Wirthshäufern dahier Tanz uusik. Hierdei kam der Ereizniß und mau hörte hier uud da geheimnißvoll die Piittheilung,
traurige Fall vor, daß einem Burichen von Lorhhaufen jeine eune Dame wäre die Königin von Spanien gewesen, die sich im
Täuzerin Maria Zimmermunn von Lorch, ein junges Mädchen iefsten Incognito das Grah Friedrichs des Großen besehen habe,
pon circa zwanzig Jahren, mitten im Tanz in den Armeg starb. iigentlich aber nur, um sich mit Marfori trauen zu lassen, denn
Er sah nur, daß sie plötzlich blaß wurbde, im Tanze stockte und der eine der beiden Herri sei Maxrfori, während der andere ein
sodt zusammenbrach. Eine Warnung für Alle, das Tanzvergnügen vertrirbener Jesuit gewesen. — Was an dem Erzählten wahr
uur mit Worsicht zu genießen. »der unwahr ist, keinn jetzt noch nicht entsichieden werden, zumal
T Die Erderichü terungen in Rheinpreußen am 17. Nov. »Re Geschichte uns von nächtlichem Orgelspiel in dieser Kirche
daiten nach der „K. 3.“ ihren Mitlelpunct in Bedburg (a. d. erzählt, worüber man schon lange und vergebens gegrübelt, Abhand-
Erst in der Nahe von Bergheim) wo der ftärkste und zwar verti- ungen und Bücher geschrieben hat. Das Facktum darf jedenfalls
lale Stoß verspürt Hurde und erftreckten sich von da nördlich bis nicht angezweifelt werden (9)). zumal es notorisch ist, daß schon
Crefeld, nordsstlich bis Düsseldorf, östlich bis Mühlheim und ziele dort zur Nachzeit postirte Soldaten diesen Posien verlassen
Kköln, füdöstlich bis Bonn, süslich bis Ciskirchen, jüdwestlich bis jaben, oder gar leblos hingestreckt an der Erde aufgefunden
Zupen und Aachen, westlich bis Jülich und Geilenkerchen, also in vorden sind, verjagt oder belaubt von den augeblich grausigen
einem Strahlenkreise von 5557 Meilen. (Im Jahre 1348 wurde Erscheinungen.“
Jülich durch ein Erdbeben zerstört.) fWien, 21. Nov. Der Bürgermeister von Wien, Dr. Zelinka,
. Das „Wald. Wochenbl.“ meldet: Der Trauring unseres st heute Nachmittag * Uhr gestorchen.
zroßen Reformators Luther besindet sich gegenwärlig zur Repara— f Laut der vomnk. k. Generalstab bearbeiteten Geschichte des
sur im Geschäst des Goldarbeiters Janus, Freiburgerstraße hier- öflerreichischen Krieres im Jahre 1866 betrug der Verlust der
elbst, und wird von deriselben bereitwilligst zur Anicht vorgelegt. aiserlichen Armee in den böhmischen Schlachten bis zum 3. Juli
Der silberne, nur vergoldete ming trägt im Jauera die In- 2400 Officiere, 70,.687 Mann und 7371 Pferde. — Die preu⸗
rift: „D. Martino Luthoro Catharina v. Bora, 18. Juni 1545.“ zischen Verluͤstlisten entziffern 694 Officiere, 16,829 Mann und
Ueußerlich ist er geziert mit einem Cruzifix, einer Leyer, einemn 106 Pferde.
        <pb n="562" />
        7 Bekanutlich wareg die in dem Processe Chor'neky vom
Bericht berufenen Experte über den Seelenzust nd des Grafen ver—
sbiedener, Meinung, namentlich widersprach der Brzt der, Irxeen
anstalt zu Gi sing, Dr. Solbrig, sehr e frig der Ansichi des greisep
franzbsischen Irrenarztes Dr. Norel. welcher seine wiss nschaftliche
Etere zum Pfande seßte, daß Choriusky von Stufe zu Stuie
duken uud schließlich dem Wahnfinn exliegen werde.“ Nun iñ
diese Vorhersage bereits nech wenigen Monaten in Erfüllung ge
zangen, denn. wie schon gemeldet, ist Chorinsty wirklich dem
Wahmnsinn verfollen. Nach einem vom , Nürnb.“ Cor.“ mitge—
heilten Briefe des Gerichtsarztes aus Kronach an den Verth idiger
ꝛes Grafen, hat Chorinsky acht, Tage, laumbei anhallender Schlaf
sosigkeit fasf keine Nahrung zu fich g nammen, Fhrie und fohte in
jürchterlicher Weise und überhänfte den behandelnden Regiments—
Arzt mit den grödßen Schmähungen und Jusulten, jo daß. ihm
d'e Zwangsjacke gugelegt werden mußte. Nachdem die Geistes—
raukheit des Sträflings hinreichend c(onstalirt war, wurde vom
Tommando der Festung die Ueherfährung, desselben in eine Irren—
anstalt beantragt. Am 19. Nov, ift xie Mutter imd der Bruder
)es Geaten in Kronach anzekom nen, imm deu Kranken zu bestchen,

(Einbruchsdiebstahl beim Reichskanzler.), Ins der Nacht zum
Sonnsag ist in dein Gehäude der Staatskinslei iü die pon dem
Rexichskanzler Freiherrn v. Beust persönlich bewohnten Localitäten
nif bisher noch undufgeklärlte We se eingebrochen, und sind aus
deiit Schlefimmer desselben Jämmtliche darin aufhewahrt gewesenen
OIrdensdecorationen eufivendet worden, deren Werth bei dem all—
jeitig bekannten Umstande, daß sich der Reichskanzler einer beden
enden Auzuhl derartiger Auszeichnungen erfreut, im Ganzen ein
eitzeswegs geringer ist. — Nach der Polizeikundmachung bestehen
ꝛiesf destohleuen Ordensdecorationen aus silbernen goldemaislirten
Sternen mit, den betreffenden Emblemen, und zwar: zu den
Großkreuzen des preußischen rothen Adler⸗, russischen Alex inder
Newski⸗, hessischen Löwen⸗, belgischen Leopold⸗, spanischen Karl III.,
—
jarus- und Mauricius-, türkischen Medschidje, hannoveranischen
Huelfen, baierischen Kronen- und Hubertus-, Sachsen-Ernestinischen
daus⸗, Sachsen⸗Weimar'schen Falken-, k. sächsischen Verdienst- und
t. sächsischen Hausordens; ferner aus zwei Decoratiousexemplaren
des Großkreuzes der französischen Ehrenlegion, und einer kleinen

zoldenen Kette zum St. Stephansorden (jim Knopfloch zu lxggen.)
Nußerdem wurde ein Hämmererschlüssel sammt Quase von Golds
eutwendet. Für die Zustandebringung wird eijue Belohnung von
200 fll. zugesichert.

—fLondonzg 21. Nov. Das Liverpooler Schiffj, Bognta“
sst in der Nahe der Insel Tristan d'Acnuha am 12. Zp. mit
einer Schießpu!vor, und Kohlenlidung ein Raubh der Fiammen
nemörden; die Bemannung rettete sich aui einem iranz sischen
Wullfischfahrer.
. (Anbehaaliche GäftesJ Aus dem Känton Wallis, wird ge—
chrieben: Die Ueherschenemmung, hat, eine, aroße Menae von
Schlangen in die vom Wasser heimgeluchten Häuser gaebracht. In
Rargerau nahm eine Familie von ihrer, so aut als wödlich ge—
zuberten Wohnung wieder Besitz und Jedermzunbate sitz zu
Bett beneben. als die Eltern durch ein klägliches Geichrei jhrer
Finder wieder aufzemeck; wurden. Sie eillen mit Licht herbei
und fanden in den Betten der Kinder Nettern. welche ñ h. zu
⸗rwärmen suchten, inden fie sich um die Beine der Knaben
ingelten. 2 J
». Nossini hat'ein Verinögen von 2he Mil. Fraufe; hintere
lassen.“ Seine Biosraphie wird auf den Straßen zu zwei Sous
das Stück verkauft. — F
Man erzählt eine eigenthümnliche Iron'e der Geich' hite der
Fivelisation. Der Moniteur“ berichtet nätnlich von einer Nie—
derlage der Vortuiesen durch die Ein ebornen vrr Nozanubique.
s5s soslen letztere kürtlich mit jenen Europiern in's Gerechht ge—
kommen sein und sih dadei englischer Sider-Hinterlader be⸗
dient haben, die sie von Ergländern erhandelt hatten, während
die Portugiesen, noh mit Vorderladern versehen, natürlich den
stürzeren zogen.

— Ju Cleveland (Ameriky) wird ein Hospital für Frauen
gegründet, die ihrrr Männer überdrüssig geworden. Es wird
sicher bald überfüllt sein.

⸗t0 — Den verehrlen diei irtigen puben a
Stadtrath s-Sitzung. 9J Dem eun hiesigen und auswärtigen Vertiten wne
dieitag, den 27. d. M. Rachnut.“ Seda .Heres
tags um 2 Uhr. O t
Tagesordnung:
Die Aufstellung des Budgets pro
1869 betr. —
Besetzung der Districts⸗-Thierarzt⸗
Stelle bet.
8. Höbere senabenschule beir.
4. Heimathsrechte betr.
5. Erhebung von Bürgereinzugsgeldern
bette. *
Das Gemeindeberechtigungs -Holz
betr. J * 353*
St. Ingbert, 25. Novemb. 1868.
Das Bürgermeister Amt:
COhcAVCCCOM.

in freundliche Erinnerung bringend, zeige zu gleicher Zeit an, daß ich eine schön—
Auswahl der modernsten Muster zur gefl. Ansicht bei Herrn Jakob Stief
daufmann in St. Ingbert, offen gelegt habe, woselbst jedwede Aufträge entge—
gengensmmen werden. Reelle und prompte Bedienung versprich
Hh. Bloch, Saarlauis
In dem an der Straße nach Schnapp⸗
ach neuerbauten Hause dahier, dem
Michaet Geica,, Bergmann zu
Zchnappbach gehörend, ist eine Woh—
aung, bestehend aus 2 Zimmern, der
Hälfte einer Küche, Keller, Stall und
Antheil Garten zu vermiethen und kann
ogleich bezogen werden.
Fruchte, Brod⸗ Fleisch⸗ ic. Prei se
der Stadt Zweibrücken vom 26. Nop!

8.

2 fl. 4. kr., Stroh Ufl,, 20kr., per
Zentner. Weisbrod 1102 Kilogr. 16 kr—
ornbrod 3 Kgr., 23 kr., ditto 2 Kgr.,
16 kr., ditio 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 28 tr., l Paar Weck, 9Loth
2kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr., 2
Qual. 14 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel-
fleisch 14 kr., Schweinefleisch 16 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 tr., per Liter
Butter 34 kr., per Pfurd.

— — — —
Ausverka.

Der Unterzeichnete zeigt
hiermit an, daß er sein Waa⸗
rengeschäft aufgibt und, um Weizen s fl. 46 tr. Korn4 fl. 51 kr

zalichkstsich räu v 2 5 * Spelzkeru⸗— fl. — kir.,, Spelz 4 fl.
möglichst schnell aufzuräumen,
zu bedeutend herabgesetzten zo 23 e, Sibsen tu Bien ä
Preisen ausverkauft . en de Susn 3 Wr kt. den Zentuin
, 29 kr., — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 23 kr.
Blieskastel im Rovbr. 1868. ug e etz p z dt dere *
Moritz Oppenheimer. 3 fl. 47 r. Kartoffeln — fl. 44 kr. Heun Weißbrod 12 fr. —
—BR»úí— 22 — — —D— ——— ——— — —
— Redartion, Druck und Verlag von F. X. Deinetz in' St. Ingbecrt. —— —
        <pb n="563" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
J 22

—V —
2 u.4 45 . RWV— .. * 2
Der „St. Ingbertere Anmzeiger“ mit seinem Unterhaltunablatte erscheint wochentlich dreimal: Dien sta g. Donmer dt as
ind Sam's varg. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krur. oder13 Sitberar. Anzeigen werden mit 3.Krzr. die dreispaltig Zeile,
Blattschrift oder deren Raum berechnet, F
Nro. 142. an vel in. gI Fat. bor Samotag, den 28. Novein bder J —— GB8.
5

Deutschland.
mü'n chen, 20) Nov. Die Entschädigung, we'che Griechen⸗
and an die Erben des Königs Otto zahit, beträgk 6 WMillionen
Hduden und wird tateiweise entrichtet werden. —
München, 22. Nob. Die Frage wegen Nufbesserung der
Zehaltsbezüge des Dien? personals befindet sich, wie ich vernehme,
Zwohl bei den kgl. Verkehrsanstalten als dei den bayerischen Ost⸗
ahnen schon seit geraumer Zeit in Erwägung. Daß die Rege—
ng dieser Angelegenhett nicht so leicht isi, als man sich mancher⸗
seits wohl deuken mäg, wird schon aus der einen Thatsache klar
berden, daßß z. B. die von den beiden Kammern des Landtags zu
riesein Zweck bewilligte Summe von 200,000 f. für das Dienst⸗
hersonal der kgl. Verkehrsanstalten auf etwa 6600 Individuen zu
deriheilen ist. Indessen scheinen zdie mit diesem Gengenstand natur—
Jemäß verbundenen Schwierigleiten nunmehr- so weit überwunden
du sein, daß die Feststellung der neuen Bezüge in nächster Zeit
worlet werden, kann, Sowohl-bei der Generaldirection der
—
ten swden zun diesem⸗ Behuf. gegenwaärtig. Berath⸗
ingen statt —35
Muünchen, —* Nob, Das erste Flugblatt der liberalen
Mittelpattei ist erschienen; es bespricht das Schulgesetz und beweist
zamentlich aus denselben, daß der Angriff. als würde. durch seine
Finführung die Religion, aus der Schule verbannt, durchaus
ungerechtfertigt seza.

Mänden, 26. Nov. Die diesjährige Hee resler⸗
zärnmzungsmaunscchafteder Altersklasse von 1847 be—
rägt 16.360 Mann. Die Infanterie wird am 31. Januar
18609, die Artillerie und Cavalerie am 14. Dezember 1868
einberufen.

ꝛr Dienflebnuchrichten

—
axtiasten Maßstabe in Scene gesetzt.n: Von heute an bis zum
3. Dezember werden täglich in 8 Kirchen 24 Predigten von 6
perschiedenen Orden (Jesuiten, Frauciscanenn. Lazaristen, v Capus
inern und Redemptoristen) abgehalten, nebenbei fäglich noch eine
Zredigt für die Schuie der höheren Lehranstalten in Stis Alban.
zleichzeitig;wird auch das gegenüberliegende Deußze einer Mission.
hdeilhaftig. z
. Ber lin, 25. Nos. Die Provinzial⸗Corresponden;“ mel⸗
et, daßß Graf d. Bismarxd in den ersten Tagen des kunftigen
Monats (wahrscheinlich am A.) hier eintreffen wird. Unter den
nächsten Landtagsvorlagen wird sich auch der Entwurf einer Ktreis
ordnung befinden. Die Beschlagnahme-Commission des Abgeord⸗
reteuhauses hat den »I. Paragraphen des Vrschlagnahmegese tzes
zegen den König Georg angenommen. Motiv: Nichterfüllung des
abgeschlossenen Vertrags Seitenz. Geocgs entbinde auch Preußen
von der Erfüllungspflicht —

Pest, 24. stod, Die erdatischen, Israelilen beabsichtigen.
inen Congreß zu beschickenn.. 3
»Der is raelitüssche Eongreß in Brünn hat beschlossen,
»as Bild des Kaisers Joseph, welcher die Emancipaüüon der Ju⸗
ven anbahnte, in jämmtlichen Schulen der isragelitischen Gemeinden
Mährens aufzustellen, Hinsichtlich des Unterstützungs-Fonds wurde
»er Beschluß gefaßt, daß der Reinertrag theils für die Hebung
zjes Unterrichtswesens, theils für die erwerblosen Urmen verwen-
det werde. . LMC..
Pest, 26. Nov. In der ungärischen Delegallon bean⸗
vottete heute der Secttonschef Brezy die Interpellatjon über die
Haltung der Regierung gegenüber den Vorgängen in den Dongau—
ürstenthümern dahin: Die Reyierung beobachtete diesen Beweg-
ingen gegenüber die größke Unparteilichteit; Niemand; denke an
une Eroberuug der Dongufürstenuhllmer, von welchen nur Achtung
der Verträge verlangt werde.“ Der den Frieden gefäsreude Zu—
tand sei durch die Rüstungen der Fürstenthümer hervorgerufen,
ie auch machtheilgen Einflaß auf⸗ das Bertransv rhaltnic: gur
Türkei ausüben könnten. Die österréichische Regierung folge den
sortigen Vorgängen mit Anjmerksamkeit und sehe jeder Edentualie
at mit, Ruhe entgegeu; Ausnahmevorkehrungen gegen Gefahren,
velche aus den Rüstungen allenfalls für Oesterreich erwachsen könn
eu ha!te sie sürrum dihtg. 1
Frankreich.
In den ru'sischen Kreisen von Paris hat es Aufifehen erregt,
daß die frau ösische Regierung der Militürschule in Toulouse, welche
peciell für die polnishe Emigration gegründet ist, ein: größere
Zubvention wieder gewährthat.“ Man findet dies um so auffal⸗
ender, als bekanutlich die kaiserliche Regierung vor Kurxem in
Folge des Beschlusses der Kammern allen poluischen Inst tu'en. in
Frankreich angezeigt hatte, daß sie künftigkeine Staatsuterstütz⸗
ung mehr erhalten würden, uad maa will darin einen demonstrat
ven Schritt gegen Rußlanud erblicen.
Die „Patrie“ glaugt zu wissen- daß die Budgets von
870jn vergnugener Wocheau den Staatsrath gesandt worden
ind undadaß sie sich sehr wenig von denen unterschesden, die diet
gahr votirt wurden. *
Paris, 2d4. Nob. Man schreibt dem „Sieclt? aus
Nadrid, daß das Maurfestdes republikauischen Comite's an die
Bähler eine große Auzahl Bürger dür. die repablikarnische Sacht
sewonnen hat, welche: vo her zwischen der Republek uad der kon⸗
tütutioneslen Plonarchie hin- und hergejch vankt hatteu.“ Die Mas.
zigung, weiche die Chefs der democratischen Pattei in den Aus
druck ihrer Ideen gelegt haben, hat deren Werkung: bedeutend ver⸗
nehrt. Man hatbegriffen, daß die Regierung das Terrain ist,
ruf dem es für die Parteien noch am Leichtesten ist, sich zu ver—
inigen oder mindestens, mo: sie am wenigsten von einander ge⸗
rennt sind. . Der Schluß des Manifestes wird nicht blos in Eu—
opa, soudern auch jenseits des Deeank ein großes Echo finden
Dirjer Schluß lautet . . 35.

Der bisherige Mathemaliklehrer zu Rothenburg an der Tau⸗
zer, H. Ei Nanelsbach, ist zun Wrofessor der Mathmatik und
Boͤysit am Gymaasiam zu Z veibrücken inprovisorischet Eigen⸗
haft ernannt, jerner ist die erledigte prot.Pfarrstelle zu Fuß
zönhelin, Decanats Speher, dent bishetigen Pfarrer zu Breiten⸗
ach DecanatsHomhurg, L. Ph. Schäffer, und adie erledigte
zrot. Pfarrstelle zu Duchroth, Decanats Obermoichel. dem bis—
herigen Pfarrer zu Haßloch, Decanats Neustadt, J. Wilsch, ver⸗
chen worden. 237

Karlisruhe. Nach einer behördlichen Anordnung wird
mißer: dem⸗ württembergischen und badischen Staatspapiergeld an
zen Eiseubahnkassen nunmehr auch fremdes Papiergeld, nämlich
zayerisches und hessisches Papiergeld, Noten der bay;rischen, preu⸗
zischen und Frantfurter: Bauk und preußische Kassenscheine ange⸗
iommen.. —

Daremstodir. 25. Nov. Freiherr v. Dalwigk hat heute
m landesherrtichem Auftrag den zwanzigsten Landtag mit der
Fttärung eröffnet, daß vorzugsweise finan ielle Auflagene zur Her⸗
dellung des Gleich jewichts in den Ausgabea und Einnahmen des,
Sloales die Stände beshäftigen würden. Er drückte ferner die
hoffnung auf. Erhaltung des Friedens aus und sagte bezüglich
Fer“ Throͤurede des Königs von Preußen bei Eröffnung des Land⸗
— patriotischen Herzen daukbaren Widerhall
jefunden und Bürgichaft für den Vestaud des Friedens biete. .!

Sputtgart. 29, Roo. Der verantwortliche Redakteur
zes hiesigen⸗ Beobachter““ ist wegen Ehrenkränkung Bis.
naricks zu acht Tagen Festung und 30 Gulden Geldbuße
zexurtheilt. 43327

Wuses baden;“24. Nov. Wie aus guter Quelle mitge⸗
cheilt wird, Hat das Ministerium beschlossen, die naussaische
Staalsbahn von Biebrich über Castel nach Gustavsburg (Fort
im kechten Rheinufer und linken Mainufer, vis-44 vis Mainz)
deiter zu führen. Die Vorarbeiten dazu sind jchleunigst zu
zollende.. AU

XAAn. 22. Nov.Der Erzbischof hat eine Mission im groß«
        <pb n="564" />
        .e Republik ist der auf seine natürl'cken Grenzen und! Die Republik ist, die Regierung der ehrlichen Leule, und, man sieht
eeg Iner zurückkefürrte Staat, sie in Beweeise dafur zju aüen Zeiten, die Republiten leben g lange
— sie fallen, wenn sie ve dorbeun
Regierungen fubstituirt. Sie schafft die Todesstrase ab, Vwenn ind. s —8* 224 8 o⸗ Vereiuigten , dene
das Stafrecht, qeht oen so lange umerdrüdten und qusgebeuteten freilich ohne Dictatoren Aber ein Wishin itonk ufe —2—
Colonten ihre Auth womie zurück, reducert das Budget um mehr sind moralishh Dictatoren gewesen, wenn die Bedürfuisse des
als die Hälfte seiner jetzigen Höhe, hebt die indirecten Steuern umerikanischen Vaterlaudes es nothwendig machten.
auf. zuhlt gewissenhast die öffentliche Schuld, aber wandelt sie in Spanien.
une ndige Linsse n hesilgt fur — 9 — Hon cription umd Die klerikalen. Blütter vog Mandriid haben Trauer“ a
die Märine-Inscriptirnn fier berwirkucht mit einem orte da; egt; Die F di — ange⸗
vellstandie Pro ramm der Democratie, und, nen dieses gesegnete * eustanpntummer der FHibextad Christia aa? ist
—D nit ere Rande erschienen und bringt am Eingung in aroßen
audes die Ketten hon Zod Dob Shere i der elae ne othen uchftaben den Erlaß des Justizminsters, durch den die
in der Knechtschaft bleiben töunen im Augeuͤblick wo incn den peng ewen bretedrcshen Kir he in Madiid Zeitattet wird.
Echuter zu aen ui gechnicem anthie Sene a F den ininen. Vorbenalt. daß die Erbauex sich uacu den stadtia
e monarchischen Jimnnibnen boun sich vit. hen Verorduungen bezüglich des Baues von oöffentlichen und Pri⸗
u. Das revolittivnäret Comitervon Madrid hat aͤn die Wähler — F za rahien baden. In.elen Redactivuen der klerikalen
ein neues Neanifest erl ssene Es heißt darin, daß mein mit der Ree uungene werden Prolestationen, gegen, jeuen „gottlosen, und
putlit dien bedeut udsten Probhleme das Jahrhunderts“ kösen wird, Ihen ebr vordereitet. a 3— FELVVA.
7 eee, In Bar celonmng. haben am 22. d. M. nater' be vunbe⸗
nämlich den Bund der“ Democintie cmite der Freiheit und die Muͤrdi Due eeeee vnrt r puwoe
wahro Berwirklichung des gioßey Princips: der Nutional⸗Sonve⸗ pede t zwei große Kundebungein slatftgefnuiden.
änetäte! Wei. Einberufung der Tonstituirenden Cortes wirdes dinn 8 Ten m welche u Brusten det constitutionellen Monarchie
—569 I saenWer rfolgte, betheiligten sich 28, 000 Persouen, bei der andertn, welche
Woahlern zukommen, Deputirte zu senden, welche sagen: „Wer ioig zu, welcht
wollen die Mepubtik vetten,uweilir Alle sie durch unse en Muth r Frvn We en halte n Fasonen an die
errungen: haben; Wwir wollen die Repubtik behalten, weit wir Alle F a ee eee ee —— —————— vrt *
sie uusere Weishe ient: baben.“ Gruß unde Brüder⸗ e ole roerunienVPe Republitaner Iprachen
hee Waghen guudent darm. Gung undSetderir e e
Parisc. 26. Nop.“ Die France““ wmeldet schon wieder i De Anhetdren, als Vertather 88 Vurdae Die Enn
dakß Waffen dim Vunition in die Weadlalch ehe eingefuüͤhr wor⸗ cheidung der Cottes wuͤrde voun ihuen rejbeciirt werdeii
sen —7 e⸗ ——— nAmerika.. νια
e Schweitecece. gIm Newe Orleansn haben! sich beinähe 7000 Flibu tier fue
Berxmn, 20. Nov. Der Thurgauer Verfassungsrath hat sich aine I egee dt dan q Fltusics tue
fuͤr die facliltatide Civilehe entschieden. Der betreffende Artike, DeenHeiltgen am Salzfees“ (Mormoneu)' habra die Vildung
lautet · Die Ehe ist in Beziehung auf alle Kamcuseinwohner ön Cyooperaͤtivgenossenfchaftenr iind Consumveteinen ümer fich der
»en Vorschriften des bürgerlichen Gesetzes ünterworfenn; für deren chlofsen? den Umgang mit den' „Heiden“ wollen sie jedoch aitf
gittge Abschließung kann vie bürgerliche Form pder die kirchliche rommercielle Gebiete beschränken. Als Grund wird die don neuent
Traumg gewählt werden.“ Feruer wurde die Treuuuing der Ge— zur Geltung gelangeinde Furcht angegebem die Heiden möchten üich
walten und die Verantwortlichkeit der Behörden aügenomnen. Nach nach Vollendung der Pacific-Bahn in so starken Zahlen aufiedeln
lauger Discussion sprach man sich gegen die Stiftuug geistlicher daß sie durch ihre Majorität die locale und allgemeine Politit des
törperschaften und für Aufzehung des Klosters St. Katcharinen- Territotiums an sich riffen, und so nach“ Wiederhoͤlung der Un.
thal aus; das Vermögen des aufgehobenen Klosters soll zu einein ruhen wie vor 25 Jahren eine neue Mormonenauswanderung
Bierlel an die katholische Confession zu Schul⸗ und Armenzwecken iothwendig machten. Daher wollen die Heiligen den heidnijchen
verwendet werden. aufleuten ihre Kundschaft entzichen und eine fernere Einwvan—
Italienun. deruug abschrecken.
Der Papst hat einen eienhündigen Brief an die Erxkoönigin
Isabella geschrieben, in welchem er ihr verspricht, alles Mogliche
thun zu wollen, um igre Rechte zu unterslützen. we
Aus VNom wird mitgetheilt, daßz das Cousisloriunn zur Er—
nennung von Cardinälen, welche ursprünglich auf December an⸗
beraumt war, bis kommenden März verschoben worden sei. Der
Parst will danu zehn Prälaten auf eiumal den Purpur verleihen.
un alle Vacanzen im heiligen Colegium vor dem öcumenischen
Tonc: auszufüllen. J
Reom, 19. Nov. Für die deutschen Söldner im päpstlichen
Diensie ist nun nach dem Beispel der übrigen auch ein Vilitär
Cafino gegründet worden, wozu Wilderich v. Ketteler in Deutsch⸗
nand 27,090 Fr. sammelte. — Die Peterskasse erhielt durch
Paderboener Damen aus dem Ertrage einer Lotterie 11,000 Fr.
augewie en.
Fhorenz, 24. Nov. Das heute der Kammer vorgeleqgte
Budaet süt 1869 entziffert O19 Millionen Lire Eiunahmen, 1000
Millionen Ausgaben, aljo ein Deficit von 81 Millionen, das bis
auf 11 Mill.onen durch die erwarteten Einnahmen aus dem Ver—
zauf von Kirchengütern gedeckt werden joll.
Der Brief. den Garibaldi an seine Freunde in Spanien
geschrieben hat, enthält solgende Stelle: „Broclamirt die Foöͤera⸗
tiv-Repnolik und ernennt sofört einen Dictator für 2 Jahre.
Es feglt Spanien keiaes vegs aun rechtlichen Leuten, die dazu
tüchtig si id, es besser zu regieren, als ir jsend ein Reprüsentant
der modernen europaischen Feudaität. Möjzen eure tapferen und
dewunderuugswärdigen Fahrer nicht in denselben Fehrecr verfal⸗
len. wie der gute aber leichtgläubige Lafazjette, der sich hat
zäuschen lassen, und der Frantreich das Erbe zweier Revolutionen
mit der Tycunei hinter ieß. Das rothe Gespenst, dessen sich
mit so großer Gesch cklichkeit die Despoten und Jesuiten bedienen,
ist eutstunden aus den Uebergriffen der großen Revolution von
1789, welche, indem sie den Despotismus haßte und die Idee
der Freiheit erhob, schließlich doch in die Arme eines abentener⸗
ichen Tyrannen stürzte. — Ihr habt bereits durch musterhäfteste
Hälßigung bewiesen, daß Euer System keines Joegs das der Gui⸗
lotine ist, und daß mithin Eure Revolution selbst den Biödsiuni⸗
gen Vertrauen einflößen kaun, die leider immer sehr zahlreich sind.

— — — — —
Schwurgerichtssi zung.
V. Quartal 1868.

Zweibrücken, 25. Noy. Auklage gegen-1) Johaun
Moog, 19 Jahre alt, Tagner von Schrollbach. und 2) Wilhelm
Veber, 18 Jahre alt, Maurer von Mehlbach. wegen wiederhol⸗
en. Diebstahls im Verbee hensgrade, resp. Theilnahme daran—
Kertheidiger des Moog: Hr. Rechtscandidat Jantoa, des Wedber
Jerr Rechiscandidat Schäfer. Zvischen dem 14. und 29, Juli
vurden in Jägersburg, Bruchmühldach, Böshorn, Brucken. Ditt·
veiler und mehreren anderen Orten eine Reihe von frechen Diebe
tählen, meist mittels Eubruches und Einsteigens verubt, wegen
vel her sich alsbalo der Verdacht anf die heutigen Angeklagten,
wei lüderliche, schlechtbeleumundete Bursche richtete. Im Ganzen
iegen den Augeklagten nicht weniger als 12 Dicbstähle zur Last.
don denen jedoch nur 7, weil unter erschwerenden Umnstäuden be—
zangen, den Gegenstand der heutigen Verhandlung bilden. Der
Ungeklagte Moog gesteht zu, 1) am 17. Juli 1868 zum Nach⸗
cheile des Tagners En el von Jägersburg mittels Einbruches aus
einer Kiste einen Geldbetrag von 8 fl. 33 kr.; 2) am 13. Juli
1868, Nachmittags zwischen hilb 2 bis 8 Uhr zu Bruchmuͤhl—
bach zum Nachtheile der Elijabetha Blinn mittels Einbeuhes mid
Einsteigens vers hiedene Effekten im Werthe von 2efl. 18 tr. —J
un nämlichen Tage in Bruh nühlbah zum Nichtheile von Lorenz
Scker verschiedene Kleidungsstüke und Nahrungsmittel; 4) am
21. Juli, Nachmittcgs, zu Bösborn im Hause des Ackerers Kauf
yon da, verschiedene Kleider entvendet zu haben; ebenso gesteht
Moog. die weiter ihm zur Last gelegten Diebstahle in Brücken
um RNachtheile von Petex Dahl,. in Dittweiler zum Nache:heile
des Johaun Becker und zu Moörsbach zum Nachtheile des Atetera
Philpp Vollmar, jämmtliche mittels Eindruches begangen zu
ahen. Der Angetlagte Werer joll den Moog zur Verübung
dieser sämmtlichen Diebstähle angestiftet, die Ausführun derselben
durch Rath und Belehrung ermözlicht und bezie hung sweise durch
Wachestehen u. s. w. erleichtert haven. Die Vertheidigung des
Ungeklagten Moog beschränkte sich bei dem Geständniß. Desselben

arauft, nachzuweifrue, daßt bei dem dritten oben terwähnten
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        Diebstahle Einhrucht nicht zzwiesen sei, da Moog die Thür des Qlei⸗ her dem ihm entzegeneilenden Krüger zu, und da dieser das Wort
derschrankes nus wiel hem v I diehenen Mieidungs tuͤcke entweun⸗ eboiffalls⸗ nicht verstetztz Jod erkoigt atiche kein. Beefsten. Der Rei⸗
— wenig jei sende wird immer ungeduldiger. und da ẽr zu wiederholten Malen
ʒei den pier Diebitählen der ers hwerende Umstand des Einsteigeus /das Wort? Bism ꝛrek ausspricht/ so wird dieses nach dem
ind des Einbruͤches nabgewiesen . Die Vertheidi zung des Ange⸗ SHloss; gemeldet. Es ers heint auch wirktich von dorther Irmand.
lagten Weser- fuͤhrtée us, daßt von einer Austiftung des Moog' der sih mit Seiner Lordschaft verständlich muacht unde nihchdem
zurch Weber keine Rede sein könne, da se sich zwar vor Ver ronstatirt, daß der Besuch nur ein privater üumd tein officieller fel
ibung der Diebstähle werahredet härten, wo sie etwas fänden. zu verden dieselhen auf's freundliche einpfangen und sogar überi Racht
tehlen und xin⸗hestiwnmter Plan zur Ausführung der einzelnen behalten, Umso inehr.Lats ver irische Lvrd die weite Reise nur
Diebstaͤhle weder dannals noh sonter von ihm entivorfen worden gemacht⸗ usn den geistvollften und größten Diplomaten det Gegene
seiz hö uftens ldnme er wegen Theilnahne gestraft werden, weil vart“kennen zu lernen. Vergüngt verließen den iidichften Tag'
er vei verschiedenen Diebstählen des Movge Wache gestanden habe Seine Lordschaft Varzin. Ie
ind einmal demselben beim Einsteigen-heustflich gewbesen sei. Dee 7 Die Erben des verstorbenen Pariser Nothschild'g pu
Beschworenen ertlärten den Moog der Diebstähle zub Nr. 15 2, ülr den Antritt ihrer Erbschaft 10 Mallouen Franken! an die
s. 6, 7 unter den erschwerenden Umftäuden!? des Eiusteigens, ber Staatstasse zu zahlen. R— . ”—
niehungsweise Ernbruchs, sowie der Diebstähle zub Nr'ß und 4 7 Rothschitd in Paris war ein großer Liebhaͤber der
hue ersch diteade Unrt inde füt jch Udig. den Weber der Theil⸗ etwas bedenklichen Offenbach'schen Operetten; der Componist ber⸗yv
nahme an denselben Diebstählen für ütberführt, und wurden beide chaffte ihm qus Artigkeit jedesmal eine Logt au der ersten Vor⸗
Angellaͤsten zu einer Zuchtyausstraft von4 Jahren verurtheitk. gellung. Als aber Rothschild das Weingut Chateau Lafite laicte
— dessen Wein in Fruntreich das ist, was am Rhein der Johnms
verger, da schrieb Offenbach an ihn: Beismeinen Erstlin gen habe
ch immer zuerst an Sie gedacht, Sie werden nicht vergeffen bei
Ihren Erftlingen an mich zu denken! — Umgehendseehielt er
100 Flaschen. * l
DIn der Sscch weiz herrscht ein patriotischer Wetteifer, den
durtch die Flathen· Beschadigten 1zu Higfer zu kommen. Schmie-
zige Filze gibi's gabex üherqq. Ein Naun von 800,000 Franlken
Bexmögen in Luͤzern widmete den Unglückichen in Brar —
abdelegie Hosen.
—Der bekannte Afrika ⸗Reisende Rholfs erzählie in dem so⸗
eben erschiegenen · Werl adaheine gn Erpreitngeunder *
der Bicekduͤig von Aegypitu vor 2Jahren ie erste Abgeorpne
— eroffnete Ahatie man ven Debutirseu vocher gea
sagt, daß man Rechte, Centrum und Linke unterscheiden; mußse,
die Rechte immer für, die Vinkengegen die Regiexung stine und
das Centrumhald, für, bald gegen Als nun Se Boheit die
Versammlung eröffnen und sich mitfeinen Mimstern in den
Sihungssan hegeben wolifee. horis ari gnen furchsdaree n
Uufrubc. Mil Vorsicht wurden die Flügelthuren gedffnet. und
ein Eunuch“ voraügeschickt, um zu erkunden, was c8 gebeDer
Bicelonig glaubte schon an deine Juli⸗ oder Februr Redolution.
venn er überhaupt von dergleichen Dinge Kunde be suß. Aber
Wunder! der Eunuch vernimint mit. Staunen, daͤß azuerft ent
Siteik ünd Drängen statt gefunden habe, wer rechts sitzen solle⸗
oa allee Deputixten der“ Rechten angehören wollten, und daß
adurch eine große Schlägerei und Prügelei entstanden, welche
noch daute. Der Vitekbnig konnte denselben“ Tag die Sitzung'
nicht eröffuen; thels hatteu die meisten Deputirten schwere Ver⸗
etzungen auf ih en glatt rasirten Köpfen erhalten, tixil* hatlen
ie den Schnurrbart ausgerissen, theils auch waren alle Sessel zer⸗
orod en, indem sich die Kämpfenden wegen Mangelsan Waffen deg
Zztuhlbeine bedient hatten.“ —
Wegen Verbreitung falscher russischeke Banknoten, wie ecs
—D importirt, wurd'n aus den gatizischen Orten
Burztyn, Tarnopel uad Brody 14 — meist woblhabende und bis
ezt unbescholtene — Ein-wyner verhaftet.
In Petersburg trifft man. Vorkehrungen, um
)as Meer, wenn es zugefriert, mit Locomotwen und Ver⸗
püguüngs-Zügen zu befahren. Die Idee geht von einem Frau⸗
vosen aus. — J —HVV—— —
—7 Am Dienslag erreigenete sich ein komischer Fall vor den
Surrey⸗Afsisen im London.;, Ein RNann Nameus William King
var angeschuldigt, einen ledernen Veutel mit 3 Pf. S.p. 6 Sh.
ö d. gestohlen zu haben.: Er wax gegeti Bargschaft freigelaffen:
vporden, und als der Fall verhandelt werden soilte, rief der Ge⸗
cichtsdiener den Namen auf. Da aber keine Autwoͤrt erfolgte rief
yerseibe in etwas ärgerlichem Tone: „Jst William King hier
Fin anstädig gekleideter' Maun antworiecie: „Hier bin ich!“
Der Gefangenwärter führte darauf den vermeintlichen Verbrechet
nuf die Anklagebank und der Gerichtschreiber begann mit der Verz
esung der Auklage. Der Angeklagte,“ anscheinende z.uernde vor
Furcht, flüsterte dein Gefangenwärter zu, daß hier ein Jrrthuͤhn
»orivalte. Vetzterer versicherte ihm jedoch, daß durchaus tein Irr⸗
hum vorhanden jei, er jolle nur aufmerksam zuhören. Nachdem
die Aunklageakte verlesen, frug der Richter in gewöhnlicher Weise:
Augeklagter, was sagen Sie Schuldig oder Nichtsjchuldig er
Angeklagter: „Bitie um Emtschuldigung; aber hier herrscht in
Irrthum vor.“ — Richter: „Das wird sich bald herausstellen.
Sind Sie Schnuldig oder Nichtschuidig ? — Angeklagter: Ver⸗
eihen Sir, ich bin einer von den Geschworenen Man kaun
ich das verblüffte Gesicht der Reamten denken und das uigeheuere
Gelächter unter welchein Hr. Lgilliaun Kiug von de— Autlãaeha m
⸗tiernt urde*

Verrmischtere,
tKurhessische Castsemisiche inm'e.“ Nach' einem
ärlasse des Finanzministens werden “die kurbessischen Cassenscheine,
velche unter der⸗ Regierung des vormuligen Kurfürsten ausgegeben
worden, nug noch bis zum Ablaufe dieses Jahres
ei den betreffe nden öffentlichen Cassen in Zahtung angenommen werden.
x. Der Assessor Sxwvaufert in Ger essheim, der Dichter des
——8 Konig* gat ein neues Lustfplel „Die Kaiserlichen
Qurtier *vollendet und dem Wiener Karltbeater zur HAaffuß
rung überlassen. —
F Eine an die lett un Vpallfreunde oeyiv
Ann we ler im Land. Ang, lgutet
3 25 Bittfhet igt
Wir, die gehörsamst gefertigten Spatzen, Finken, Ammern,
Veisen: ul s.aersüchen hienur geziemendst sammtliche Matutt,
khier; und Menscheufreunde, und zwar nicht nur die in den
Ztädten, sondern auch ganz jusbesondere die de Akandwirthschaftl,
Aandes anjetzt mach angebrochener Kaͤlte und kommendem Schnee
znd Eis uns einstweilen als genügsgme Kostgänger; annehmen zu
bollen und an geeigneten Oruͤn don geil zu Zeit ein Paaʒz
hände voll Sämereien. Korn, Hafer, Gexste, auch, getochte“ Kar⸗
pffeln und andere Adfälle hiuzustreuen. Wir“ versprebendarif
insere Eare, solhe mildthätige Handlung damit zit bezahlen, daß
vir zur Feuhlmas: und So ninersz it aAlles vorh inde Ungziefer
vefl seatlieh wegfresseemu id sshean jetzt auf die dacha idened zauhl;
eichen Ranpeunester Laxven und Eier dieses Geschmeißes ennisig
Nud nach besten Kräiten vigiliren. — Namens der hungrigen
Haupiversamm: ung: Der Ceutral⸗ Ausschuß, und in dessen Auftrag
Evperling Secretör.
7 In Schweinfurt wurde' vorgestern die neugegrüudete
Freimaurerloge „Brudertreue am Main“ unter Antheilnaͤhme zohl⸗
eicher Gafte aus Rah und Fern eraffnet, — 3—

F Pasisatu, 18. Nov. Gestern Abend wurde auf dein
sgiesigen Bahnhofe von der Gendarmerie ine seltene Persoöͤnlich⸗
eit festgenommen. Ein Mann mit einem Landwehrhelm auf dem
topfe, mit Seitengewehr und sonst gutem Anzuge“ versicherte ver⸗
jebens, er sei der Kaiser von Oesterreich und habe Geld im Ue—
xrfslusse bei sich. In die Frohufeste verbracht, wurde an ihm
ollends ein Irrsiuniger erkannt, der in diesem Kostüme mit höl
zeruem Sibel die Reise von Oberviechtach mach Passau unter⸗
nahm, wo er so lange detinirt bleibt, bis amtliche Feststellungen
iber seine Heimath hieher gelangt sein werden.

FHannover, 21. Der Schuhmachergeselle L. Dreyer
aus Neustadt und der Färberlehrling Besling sollten durch Nach⸗
pfeifen des Wortes Kuckuck zwei Gedarmen beleidigt habeu. Sie
wurden in der ersten Instanz zu 8 Tagen Gefüngniß verurtheilt,
von der Ber⸗ng““ mer aber freigesprochen. I J

Varzin. Daß Graf Birmartk nicht nur in Preußen und
Deutschland, söndern auch Üüber dem Meere und dort vielleicht
ioch allgemeiner, eine große Poputarität genießt, davon eizählt die
„Schl. Ztg.“ folgenden Beweis: Dieser Tage kam ein irischer
Lord, der kein Wort deütsch, sondern nur seine Multersprache
richt, mit Courier Pferden in der Varzin zunächst gelegenen Post⸗
tation au: Er sagte nur: „two hores sor Varzin““ (33wei
Pferde nach Varzin.) Man versteht Seine Lordschaft natürlich
zicht, da dieselben aber immer und immer das WortBismarck“
nussprachen, so wird ihm eine Posikalesche nach Varzin gestellt.
hier vor dem Schlosse angelangt, wird dem VLord eröffnet, daß
diemarek Niemanden kinsasse. Hierüber entrüstet, ruf er dem
uuütnüthigen hinterpommerschen Postillon das Wort „Pötel“ zu,

und dicser, ohne es selbstverständlich zu verstehen, fährt instintieh
nähig seinen Vassagier nach denn Dorifrge Reefsteab“*nft

—R
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        B— i t
Bekauutmachunug.
5ι — α,
4 Lie Susbebung der Wehryflichti eu —B— 348 —

Sge Gemaß 82 —— zun Wehrvrrfasfungsgesetz vom 36. Jauniar
864 wird iemit bekaunt geaehen, daß jämntliche Wohrpilschtsgen der Alters toss
3 h. zalle diejfuigen, die iin Kalenderjahre 1848 geboren wo deu find inuerhalb
der Frist vom i

Hausversteigerung.
Samistag. den 12. Sezember 1868
bes Nachmittags um halb 4Uhr zu
Si. Ingbert bei Seifensieder Schmitt
lassen Johann Maier, Tagner“ und
hesseu2 Kinder ihr Wohnhaus mit Hof⸗
caum, Stall,“ Keller und Garten im
nscahehal nelen Försier ane auf
lange Zahltermine in Eigenthum ver⸗
steigern. ι
3 A“ Horm kgl Notar.
Eine große Auswahl
Flanell Hemden
wonfh 2. 48 an,
sowie leinene . 738
Herren⸗Kragen

von fl pr. Dyd·
— —— J * *
L. Herze Ww.

ν *i . — . Januat jsus 29 .4 *
sk hei der Gemeindebrobrde ihrer, Heimoih yder ihrrs Nufennoltsorleß — alls fie
sich am Auslande pesinden bei ersieger, personlih voder schriftlich oder duirch Stell
eee ne den uͤnd daselbsteben Veesr gue duug' des Ausshlufseé
ihre Awaigen Ausprüche auf ganzliche oder zejtipeije-Beft iung wen der Wehrpflicht —
dirt, 11. und 12 deßz Gesetzes j oder, auf. Ansstwellige Ausjetzung der Einahungee
Muͤtel 8 des Gesehes —anzubringen und, die zug Begründuuig der genachten Au⸗
spruche erforderlichen Nachweisen so we t moöglich vorzulegen haben. Ar. As und 46
de⸗ Gesebes. —* —V g 1. —3
Die von den Genieindebehorden herʒusiellende n Listen werden sodann vom 1. 215
Febrdor, 1868 zur Esimicht gfientlich aufgelegt und sig n e e dere
ne vr Vonstandiotet iunerhält dieser Zeil el dux belreffeuden Geuinbebehürde
anizuinelden. N An des Giseßi⸗ —D—
Weltpflatzge. weiche derain Art.45 Aosaß des Gesches
vfch bis 715. Janhusr 1869 nich, ia hagelsunmeni ud nierheden
jihn Gulden — Art. 76, Abjatz des Gesehzes. iie pecheartger Ahretyett
2wiri bor udeen, den 15. November 1868. .
—J ut K FX iglichese Bez ur As — A
— — — ——

jestgesezten Anmelde—
einer Strafe bis zzu

—— — — — —— —
Ff empfehle elne schdne Aus wahl von

I— 444—4
belappencaller Arten
ut billigen Vreisen. ιιι
Feeher enpfintt sHryarzen, braunen
Y — und dunkelgrauen —
Krimmerstoft (astrachan),
u Besah süx Dameumäntel.
—rRnann Fischer.

J BA———
sPrn EAstor-⸗·VGoIIo

—— e in allen Farhen 7
DODer Unterzeichnete hat ein großes daa Loth (gewogen) zu dokr.
Lager in empfiehlt 9* J
L.Herz. Ww.

erder⸗ Spiel-
VAA,Aren.

—

SSpielwaaren
angelegt. Die neuesten Artikel in gro—
zer Auswahl, sowie alle
Weihnachtoblichter, buntfarbige
SGlaskugeln zum Ausschinücken

der Ehristbäum
empfiehlt zu den billigsten Preisen

Oarl νr.

» J 24 J
Spielwerke
mit Abis 48 Stücken, worunter Pracht⸗
werke mit Glockenshiel, Trommel und
Glockenspiel, mit Himmelsstimmen, mit
Mandolinen, mit Expressfion u. s. w.
Ferner: 5
Spieldesen

—4
zur Ansicht 58
. und empfeb
zur geneigten Ri
„ahme unter
cicherung so
hihiger
reife
hestens.

*
Strohpapier
ver Vuch 3kr. empfiehlt 7 J
Die Schreib· und Zeichnen-⸗Ma⸗
terial-Handsung ven
. Scuerpe,
u ie— Et⸗ Ingbert.
Diusues DütenLager.
Ausverkauf. —— Am den Ankauf der Düten in
Der Nuterzeichnete zeigt kleineren Abtheilungen zu ermöglichen,
hiermit an, daß er sein Waa- babe ih ei ..4
reugeschäft aufgibt und, um Oommissĩous. Lager
mhuhtchuen aufzuränmen, don Msonen übetnewnen. un.¶den
zu bedeutend her abgesetzten besen r den Felrsere Frucht⸗, Brod⸗ Fleische ꝛc. Preise
, von 100 Stück an abgebe,“wozu nur chte eeeer wWren
Preisen anßverkauft — e e ee der Stadt Homburg vom 25. Nov.
— 15 n Novbr. 1868 ein kleiner Frachtzuschtag kömnmt, Auch Weizen 5.fl. 44 tr. Korn4 fu. 40 n
Blieslastel 8 N.. Beutel, Apotheke⸗ und Conditorei⸗Pa⸗ — ix. herge Zreihige, —n
——— er biere liefere um den Fabrikpreis, Tyn 67 — ——38 o d
Ein neer A St. Ingbert, 28. Rov. 1868. ve * 67 kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kogr.
Blochsoh mied Cesolle Die ohreib⸗ uud Zeiehnent Material- en 2 or. 15 tr. ditto 1 Kon
F —sã WW ie ιι α ιιιναναιαι Z tr. Kühileisch l. Qual. 14 tr., 2. Qual
iindet otort Frere Beschaftigurg — Nandlung von— kri, Kalbfleisch 19 kr. Haummelfleist
— Banniann in cst. Neroc. 6 ——— ——
ugbert.— ß —* oper Pfund.
Nedaction, Druck und Verlag von F. X. Deme in St. Ingbert. eee,

mit 2 bis 12Stücken, worunter solche
mit Necessaires, Gigerrenständer, Schwei-
zerhäuschen, Phoogtaphie Albums,
Schreibzeuge, Handschuhkasten, Cigar⸗
ren⸗Etins, Tabaks⸗ und Zündholzdosen.
Puppen, Ardeitstischchen, alles mit
Musik; ferner Stühle, spielend, wenn
man sich setzt. Stets das Neneste
einpfliehlttt
J. H. Heller in Vern.
Zu Weihnachtsgescheuken
eignet sich aichts besser. In keinen:
Salon, au keinem Krauk eubette sollten
diese Werke sehlen. VPreiscourante
sende franko auch besorge Repara⸗s
furen. Lager fertiger, Werke.
        <pb n="567" />
        Sl. Ingberler Zenzeiger.
der St. Jagberter Anzeiger“ mit seinem Unferhaltun sblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Daͤnners kag
und Samstag. Abonnementsbpreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Ierzr. die dreispaltig Zeil?

I Blattschrift oder deren Raum berechnei. —V
Nro. 1443. Diiendtag, den 1. Deeember 188868,
Deutschland.

Munchen, 27 Nov. Nach den bis jetzt getroffenen Dis—
bositioren wird der König bis 21. Dezember in Hrhenschwaugau
aerweilen.

— Die sammilichen k. Staatsminister begeben sich morgen
zur Feier der Enthüllung, des Deulmals Waximilian V. nach
Landshut.

Muünchen. 27. Nob. Das Kultusministerium hat wie
in der jüngflen Zeit dem Turnunterrichte nun auch dem Zeich—⸗
nungsunterrichte on den humanistischen Gymnasien sein besonderes
Augenmerk zugewendet. Die Aufgabe dieses Unierrichtszweiges
an den Studienanstalten erstreckt sich allerdings zunächst auf die
Forderung des Geschmackes und des ästhetischen Sinnes der Ju
gend im Allgemeinen und bezielt nicht die Ausbildung für tech—
aische Aufgaben. Der Zeichnungsunterricht ist deßhalb nur facul⸗
ativer Ratur und die für denselben gebotene Stundenzahl eine
sehr beschränkte. Die Bedeutung dieses Unterrichts darf jedoch —
abgesehen von der Wichtigkeit der Kenntniß wenigstens der Grund⸗
züge der Zeichnenkunst für jeden Berufszweig — um so minder
unterschätzt werden, als die Studienanstalten und insbesondere die
Lateinschulen vielfach die Vorbereitungs-⸗ und Uebergangsstufen für
technische Lehranstalten bilden, an welchen der Zeichnungsunterricht
schon in den untersten Cursen systematisch und als Hauptlehrgegen⸗
stand betrieben werden muß. Diese Gründe haben das Cuttus-
ministerium veranlaßt, die Frage durch Techniker einer näheren
Prüfung unterstellen zu lassen, in welcher Weise der Jeichnungs⸗
unterricht an den Studienanstalten mit Rücksicht auf die hiefür
zebotene beschränkte Zeit möglichst zweckentsprechend und fruchtbringend
ertheilt werden kann. Es wurden daher die Akademie der bil—
denden Künste und die Dircctionen der Kunstgemerhschulen zu
Dmiüunchen und Nüruberg angeweejen, durch ihre Professoren von
dem dermaligen Stande und Vetriebe des Zeichnungsunterrichtes
in den hamanistischen Gymnasien dieser beiden Städte Einsisbt
naelzmen zu lefsene und auf Grund der hiebei gewonnenen Erfah—
xungen gutachtliche Adutßerung abzugeben, wie weit der Unte richt
im Zeichnen an den Studienanstalten geführt werden soll und
darf, welche Grundjätze hiebei im All semeinen zu deobachten wären
uund woelche Wethode sich hiefür zumeist empfehle.

— Aus München scheeibt man der „A. Abdztg.“: Die Herren
A- eo dueten Kolb und v. Soher habeun ihren Entwurf der pfälzi
en Gemeindeordrung mit Rucksicht auf die unter dem Vorsihze
des Herrn Stoatsministers des Immern in Speyer gepflogenen Be—
sprechnnren vielfuch mrdificirt. Die neue Reaction des Entwurfes
urd gedruckt an die Mulieder des Socialausschusses vertheill
vnd die nächste Grundtage der am 8. ds. Mits. im A schusse
beien uden Berathumgen bilden. Sobald der Ausschuß seine
Vrehungen beendet bat, wird, noch vor Mitte Dezember, die
b. mendrordnung in der Kammer der Abgeordneteu selbst zur
Berathurng gelangen.

Vünchen, 27. Nov. Die Zeitungsnachricht, nach welcher
Frankreich die Verfolgung einiger bayer schen Preßorgane (es war
hauptsechlich von pfalzischen Blättern die Rede) verlangt härte,
ist jalich. —

Viümnchen, 28. Nov. Der diesseitige Bevollmächtigte bei'm

Zrlltaurdesrath zc., Herr, Ministerialrath Berr, reist heute Abeud
d. Berhen aäb.
Aus der Pfalz, 29. Nov. Heute hat in Winzingen
zine Verjon mlung von Advocatanwälten stattgefunden, um über
die Frage der Freigabe der Advocatur zu berathen. Die Ver⸗
anmlung ging von der Ansicht aus. doß kein Bedürfniß vor—
har den jei, die in der Pfalz bestehende Gesetzgebung abzuandern,
sprach sich aber dennoch wit überwiegender Behrheit für Freigabe
der Atvocatur im engeren Sinne, dagegen gegen Freigabe der
Anwalt'chaft und einstenemig für die Localifirung aus, wie aus
den folgenden Resolutionen hervorgeht:

1) Es ist unthuunlich und für die Rechtspflege schädlich, auch

die nach Moßgabe der Proceßordnung dem Anwaliszmang unter
iiegenden Handlungen im engeren Sinne freizugeben. 5

2) In der Plalz besteht kein Bedürfniß' zur Freigabe der
Advocatur im engeren Sinne, jedoch auch kein Grund, sich der⸗
elben zu widersetzen.

3) Es ist undurchführbar und nachtheilig, der Anwaltschaft
»as Recht mündlicher Parteivertretung zu entziehen. s

4) Im Kall auch die Anwaltschaft freigegeben würde, ist es
jänzlich undurchführbar, die Localisirung dex Anwaltspraris auf⸗
ugeben, indem ohne eine solche ein prompter und geordneter Pro⸗
reß gar nicht dentbar ist.

5) Es ist wünschenswerth, daß die destnitive Entscheidung
iber die Frage der Freigebung der Anwaltschaft auf so lang
»erschoben werde, bis das jenseitige Bayern die Wirkungen des
fffentlichen und mündlichen Verfahrenẽ in Bezug auf die Stelluug
»er Anwaltschaft hat erproben kbönnen. Jedenfalls wäre in der
Pfatz die Einführung der vollständigen Freigebung der Anwalt⸗
haft insolange aufzuschieben, bis die Wirkungen dieser Freigabe
aus der Erfahrung beurtheilt werden können. ar.

6) Einerlei, ob die Advocatur in allen Richtungen freigegeben
vird oder nicht, so ist es in allen Fällen nothwendig, daß die
zöchste Unabhängigkeit der Stellung des Standes der Advocaten
ind Anwälte durch eine auf dem Grundsatz der freien Organi⸗
ation beruhende Anwaltsordnung gesichert werde. (Pf3. Kur.)

Dienstesnachrichten..

Die erledigte protest. Pfarrstelle zu Lautersheim, Decnsiats
irchheimbolanden wurde imterm 22,1. M. dem bisherigen Pfar—
er von Rockenhausen* Decanats Obermoschel Kilian Vorenz Vol⸗
er verliehen. Der Steuer⸗ und Gemeride⸗Einnehmer Jacob Bed
vor Altheime winde feinem Ansuchen entsprechend, auf die erledigte
Seuereinnehmerei Otterberzg, der Steuer⸗ und Gemeindeeinnehmer
deinrich Linz in Lamorecht, auf Anfuchen nach Kusel, der Steuer—
ind Gemeindesinneymer Andreas Schlebdurg von Trulhen, seinem
Ansuchen entsprechend, auf die erlediate Einnehnerei Sippersfeld,
ann der Steuer⸗ und Gemeindeesinnehmer Osto Witte zu Bruch—
nühlbach auf Ansuchen auf die Steners und Gemeindeeinnehmerei
Ibermoschel, serier der' Steuer und Gemeindeeiunenmer Joseph
Veber' von Wattenheim, jriner Bitte willf ihrend auf die Steuer⸗
uind Gemeinde innehmerei Oagersheim versetzt. Ernannt wurden
ꝛie Einnehmereicandidaten Wilhetm Aung von Bergzabern zum
Steuer⸗ und Gemeindeeinnehmer in Bruchmühlbach; Ludwig
-chellhaaß von Dahn, z. Z. in Oggersheim, zum Steuer⸗ And
BHemeindeeinnehmer in Trulben und endlich Heinrich Wilh. Alwens
pon Aunweiler zum Steuere und Gemeindeeinnehmer in Mit⸗
elbrunn. n
Die katholische Pfarrci Sondernheim, Berirksamts Germers⸗
jeim, ist dem Priester Georg Lau, Pfarrer jn Feilbingert, Bezir's«
zunts Kir hheimbolanden, übertragen, feruer ist der peusionirte
Zergernt des kal. 4. Infan exie Regimentz Joh. Georg Veoritz,
.Z. in Kindsbach, auf Ausuchen zum Laudgeriatsdiener in
Ot erberg ernaunt worden.

Frankfurta. M. Dem Magzistrat ist jetzt d'e amt⸗
iche Mittheilung zuzegangen, daß der Konig, wie gerüchtwise
chon früher gemeldet wurde, zur Restauration des hirsi gen Do⸗
nes ein Geschenk von jährtich 20 000 Fr. auf zehn Jahre, vom
Jahre 1869 ab, aus seinem Despositions-Fonds bei der General⸗
qStaatstasse mit der Maßgabe bewilligt hat, daß der Bauptan
och näher festzuftellen ist und die, Üeberweisimg der einzelnen
Jahresraten davon abhängig bleibt, daß für jedes Jahr der Bau—⸗
eriode vorab ein gleich hoher Betrag von dem Dombau—⸗Verein
anderweit beichafft und zur Verfügeung. gestellt werde.

Berhin 28. Nov. In der Budgetcommission ist der An⸗
rag gestellt, die Uebernahme des aus.värtigen Ministeriums auf
den Etat des Norddentschen Bundes (pon 1870 ab) zu beantra—
jen. “ Die Beschlagnahme⸗Conimission verwarf den Antrag auf
        <pb n="568" />
        Ueberweisung der Einklnfte des Extdnigs Georg an Sie Slaals⸗
asse. — .
Frankreich.

Paris, 28. RKosb. Pie Agentur Hadas dementirt das an
der Borse verbreitete Gerücht von einer Erkrankung, des Kaisers.
Derfelbe hat gestera“dem Staatstathe präsidirt. —

Die Exkönigin von Spanien het eine Einladung nach Com⸗
hdiegne erhalten und auch an jenommen. Sie figurirt in der dritten
Serie. Sie wird dort unter dem Namen einer Herzogin von
Aranjuez auftreten, welchen Ramen sie auch fernerhin tragen wird.
Ihr Sohn, der Prinz von Asturien, wird in Zakunft den Titel
zines Grafen von Andujar führen. Dieser Namenswechsel soll
nun deineswegs andeuten, daß die Königin sihr in ihr Schicksal
Jügt, sendern er bezwect, der Königin and ihrem Sohue zu ge—
statlen, nint weniger Pomp aufzutreten. Der „Herzog von Ma—
drid“ begibt sich ebenfolls anf's Land. Er geht nach dem Schiosse
de la Gaudiere zur Judd.
Marseihle, 27. Nop. Im Schwarzen Meer und im
zriechischen Archinel haben große Stürme viele Schiffbrüche ver—
anlaßt. Tas RPatetboot von Konstantinopel ist hier a4*4. Stunden
zu spät e ngetreffen. Die mit dem'elben angelangten Brie'se
sprechen von Verstärkungen, die nach Bulgarien abgesendet worden
jeien, da die Aufregung dort in Folge der Auwesenheit der Bande
Tmitri und garibaldischer Abenteures im Ballan fortdauere. Der
Großvezier bat dem gricchiichen Patriarchen erklärt, es sei noth—
wendig, daßz er in die Lostiennung der bulgarischen Kirche trotz
des Widerspruches der Synode willige. Der Patriarch hat sich
entschitden, ein orientalisches Concu einzuberufen. Bereus sin
Tinludungen an die dier auderen Patriarchen ergangen.“

Englaud.

O !Peil, der Praͤsident des Fenierthums hat von Amerika
gaus em neves Manisest an das irische Volk gerichtetr. Dasselbe
beschäfugt sich mit den Neuwahlen und wüthet eben sjo sehr gegen
Gladstone's Politik als gegen die vielgeschmähten Conservativen
und bezeichnet Gludstone's Vestrebungen, Irland zu srinem Reche
ju verhelfen, als heuchler sche Umtriebe, durch die das irische Vort
um sein underäußerbates Recht der Selbstregierung betrogen wer⸗
den solle.

Das Projelt, in London einen zreeiten Tunnel don Tower
zill nach Southwart unter der Themse anzulegen, dürfse sich in
aächster Zeit verwuklichen, da: das ganze erforderliche Capital ge—
jeichnet st. Zur Beförderung von Personen und Gütern zwischen
zen beiden genannten Puncten, welche ünterhalb von Londoubrigde
liegen und sich deshalb, ohn? der Schiffiahrt Eintrag zu thun,
aicht gut durch eine Brücke verbinden ließen, soll ein durch Dampf⸗
kraft bewegter Omuibus dienen, welcher au den beiden Enden
durch hydraul ijche Maschinen hinuntergelassen, beziehungsweise ge⸗
hoben wird.

Italien.

„Die Gesundbeit des Palstes ist sehr angegriffen“, schreibt
man aus Rem vem 13. d. M. Seit der Ausfahrt uach
Fivitavecchia sachte ihn zehm Tage lang ein heftiger Husten heim;
er war am Allerheiligentage, wo er fich nicht abbalten ließ, in
die Sirtiniiche Capelle zu gehen, sehr unwohl. Am St. Karls—
dage fuhr er, gegen die Etiketie, in einem verschlossenen Wagen
nach der Kirche dieses Heiligen. Der Husten hat jetzt allerdings
uufgehört, die Schwäche aber hat zugenommen. In diesen Tagen
antersuchte ihn Dr. Conneau, Leibarzt Napoleon's .; es ver⸗
steht sich, daß man sofort wissen wollte, daß dieser Leißarzt nur
hierhergesandt sei, damit der französische Kaiser genau erfabre,
wie lange der Papst noch leben lönne. Je schwaächer aber Pius,
desto öfter zeigt er sich öffentlich, desto mehr uimmt er feine Kräfte
usammen. Man sagt er sei fest davon überzeugt, daßk er den
Triumph der Kirche über die Revolution noch schauen werde, bevor
u in sein Grab steige, das er sich in Santa Maggiora be—
eeiten ließ.“

SEvanien.

Madrid, 24. Novb. Die „Voz del Siglo“ (d. h. Stimme
zcs Jahrhunderts) meldet: Reisende, welche aus der Havanna
ommen, erzühlen, daß die Consuln von Großbritannien und der
dereinigten Staaten von Nordamerika davon gesprochen haben,
hren Regierungen die Nothwendigkeit vorzusteslen, die Einwohner,
regen welche General Lersundi zu Feld zinht, als kriegführende
Streitkräfte anzuerkennen. Nachdem nämlich die englische und
rordamerikanische Regierung die spanische Revolution auerkann
haben, seien dieselben verbunden, auch diejenigen anzuerkennen,
velche in Cuba für diese Revolution die Waffen ergriffen haben.
Nan wundert sich, daß die provisorische Regierung sich nicht be—
ꝛilt, den General Lersundi abzuberufen. —
Madrid, 27. Nob. Der „Impartial“ veröffentlicht unter

— *
,

der Ueberschrift „Zur Eore Spaniens“ einen Artikel, der den
Mangel, an Opferwilligkeit Seitens der Capitalisten bei den Zeich
nungen auf die Anleihe in sehyr starken Ausdrücken tadelt. (Aljo
in Spanien wie überall) — Die Zeichruigen helaufen sich auf
nahezu Lo0 Mill. Escudos. — Herr Olozaga ist nach Paris
abgereist.

Mad rid, 28. Nov. Morgen findel dahier eine republi⸗
kanische Kuudgebung und außerdem im Prads eine Versunmlung
junger Leute statt. welche gegen den Ausschluß der Bürger vom
20. his 25. Jahre vom Wahlrecht protestiren wollen.

Madrid, 29. Nod. Heute fand vor dem köoniglichen
Palast eine republikanische Demonstration sttt. Ein Redner
rief aus: „Schwöret, daß niemals wieder ein Könige diesen Pa⸗
aft betreie.“ Unter dem Ruf: „Es lebe die Republit!“ zer⸗
treute sich das Volk in dester Ordnung. Die Demo istration soll
am 13. December wiederholt werden.

Türkei.

Konstantinopel, 28. Nov. Gestern hin eine Ver⸗
sammlung des hohen griechischen Klerus slattzefunden, um äber
die Frage der Lostrennung der bulgarischen Kirche zu vergandeln.

Nusßland.
Aus dem Innnern Rußlands langen Nachrichten über xevo⸗
lutionäre Sy nprome unter den Moskauer und Kiewer Siudenten
ein. Es sollen nämlich in Moskau mehre Stndenten dverhaftet
worden sein. weil man sie im Besitze Herzen'scher Flugschrfien
zetroffen. Durch die bei dieser Gegenheit jeutens der Polizei
zorgen mmene Hausdurchsuchung entdeckte jene vuch eine geheime
politische Verbindung zischen Moskauer und Kiewer Siudenten,.
velcher Geheimbund social stische Tendenzen verfolgen soll. Die
cuisijchen Journale beobachten über diese Angelegenheit große Zu⸗
rüchhaltung und haben die Sache noch init keinemm Worte bespro
hen, wie wohl thatsüchlich unter den Studenten in Moskau wie
in st ewem jangster Zeit wiederholt Verhüftungen stattgefunden
haben. Auch unter den Studenten in Wilna find im Luufe det
etzten Wochen bedenkliche Anzeichen bemerkt worden. So hat dort
ein Verb üderungsfest zwischen Studenten polnischer und rujsischer
Rationalität stattgefunden, wobei unter anderm Toaste „auf die
daidige gemeinsame Feeiheit der beioden großen slawischen Nationen
tussen und Polen)“ ausgebracht wurden. Die juugen Leute,
welche diese Tischreden und ähnliche Ansprachen gehalten haben,
vurden zwar verhafiet, aber sie scheinen vorsichtiger, als
ihre Moskauer und Keerer Collegen gewesen zu sein, wenigstens
vard bei jenen nichts, wis sie sonst compromitiren koönnte,
zgefunden.

Amerika.

„Auf eigenthümliche Weise äußert sich das allgemeine Ver⸗
rauen, welches Grant einflößt“, schreibt man aus New⸗NYork.
Die, welche ihn eben noch als einen Dummlopf. einen Saufer,
ꝛiuen Tyranuen, der wie Frank Blair sact, mit der Spitze sei⸗
nes Bayonnetes das Voll an den Boden geheftet hatte, gescheldert,
inden jetzt, daß er gar kein so übler Mann ist, und geben fich
ogar der Hoffnung hin, ihn 4 la Johnson für sich zu gewinnen.
Es geht doch nichts über die Gabe, sich zu trosten. Was nun
Sraut vetrifft, sjo ist jein Benehmen nach der Wahl grade so wie
por derselben. Man wollie ihm in Washington bei seiner RNüd⸗
sehr von Galena eine großartige Ovation bereiten, er aber ver⸗
vat sich die Ehre, kam unerwartet dort an und ging am nächften
Tage ruhig seinen Geschäften nach, gleich als hätte sich seine
Stellung in keiner Weise v rändert. Hunderte von Briefen waren
»ou Aemterjägern eingelaufen. Ohne sie eines Blickes zu wür⸗
zigen, ließ Grant diese Episteln verbrennen und befahl, es mit
ühnlichen gerade so zu machen.“

Havianma, 26. Nov. Lersundi hat eine große Zahl von
Insurgemen, die sich unterworfen haben, amnestiri.
Schwurgerichtssitzung.
IV. Quartal 1868.

Zweibrüchen. 26. Rov. Peter Lutz, Tagner von Lin⸗
Jenfeld, ist der vorsäßlichen Brandstiftung angeklagi. Vertheidi⸗
ger: Herr Rechtskaudidat Erbelding. Der Angetlagte, welcher
in hohem Grade dem Trunke ergeben ist, befitzt mit seinen drei
Zindern ein zu Lingenfeld an der Stafjelgasse gelegenes einstöcki⸗
ges, Wohngebaude in ungetheilter Gemeinschait. Dieses Haus
wurde währ nd der Ehe des Angeklagten mit Rosine Roßwar er⸗
worben, welche vor etwa 6 Jahren gestorben ist;: dasselbe wird
jast ganz ven einem verheiratheten Sohne des Angeklaͤgten, Jo⸗
eph Lutz, bewohnt und der Angetlaste selbst hat nur aͤne kleine
Dachkammer inne. Schon im Jahre 1865 hatte Lutz das er⸗
wähnte Haus durch Anzünden eines Bosen Strob auf dem Spei⸗
        <pb n="569" />
        cher anguztenden · vetsucht die darnaks wegen Sranhisteug gegen n atlen Kafes, Nestaurctionen und fonfliges vffentlichey · Orten
ha ringeieitete Untersuchung endetr jedoch mit Einftelluag des das Gas engezündet werden mußte. Die Witterung iß dabe
Berfahrens. da Lutz nach dem Gutachten des k. Vezircksarztes Dr. ganz gelinde. J »8
VBoph in Landau zur Jeit dieser Brandstiftung in Folge von fLonudon. Dem medvieinisheln Wos henblatte „Lancet“
Truntsucht als unzurechmungsfähig erklart wurde. Am 26. Juli pufol e ist in Rochfor d, Efsr, ein Madchen von noch nicht
3J. tam Lußz, der wahrend mehrerer Tage betrunuken gewesen elf Jahren entbhunden worden. „Mutter und Kind befinden
war, in stark betrunkenem Zustande des Abends gegen 8 Uhr sich wohl.“ J
nach Hause; sein Sohn Joseph ließ ihn jedoch, angeblich aus FLondon, 23. Nov. Während des Gotlesdienstes ver⸗
Furcht, er möge in seiner Betrunkenheit das Haus anzünden, uchte ein junger Mann. dem Aussehen nach Matrose, in einer
nicht ein, so daß er genöthigt war, die Nacht auf einem Hen⸗ Lirche der Cith, seinem Leben ein Ende zu machen. Schon bei
speicher eines Nachbaru zuzubringen. Morgens nach 4 Uhrr kehrte einem Eintritte hatte der Unglüchsiche durch sein unwir sches We⸗
zr von da nach Hause zurück und zündete nach seinem eigenen 'en die Aufinerksankeit der Aawesenden auf sich gelenkt, und als
Beständnisse den einige Schritte vom Wohnhause eutfernten. aus rruunter lauienn Schreien ein großes Messer hersorzog und zum
pier Pfahlen und Wellenhölzern bestehenden Abtritt an; der eut⸗ zalse führte, spran en Mehrere hinzu und brachten izn aus der
Jandene Brand wurde jofort von einem Nachbarn entdect und dirche; doch gelang es ihn. si h eine sch vere Stichwunde beizu—
mit geringer Mühe geldicht. sß daß nur ein Schaden vor Gukr. xringen. so daß an seinein Aufkonmmnen gezweifelt wird. Seinen
entsiand Der sragliche Abtritt stoßt mit seiner offenen Rückseite Angaben nach kommt er vorn Deutschland, und lebt seine Muttet
an einen das Eigenthum des Lutz und eines gewissen Lochdaum iu Süd-Carolina; sein Vater sei im Kriege gefallen. Ueber das
scheidenden todten Zaun und' befindet sich, unmlttelbar an den Motis zu dieset Thal weigerte er k4 dartnäckig Aufjchluß ze
Zaun anlehnend, auf dem Eigenthum des Lochbaum eine größere jcben.
Partie Brennholz welches bis dicht an dessen Wohnhaus sich er⸗ f Genf. 26. Noꝛ. Die Giftindrderin Jainnetet wurde von
red:. Das letztere steut mit dem Luß'schen Wohnhause unker den Assisen als jchuldig erklart, ber mit mildernden y
rinem Dache. Di- Ank aue bedauptet nun. Lutz dabe sich des ind darauf zu⸗ zwanzig Jahren Inchthaus v rurtheilt. ahr⸗
Verbrechens der Brauditiftung nach Art. 347 in Verdindung mit cheinlch ist das Verdict aus Abneigung gegen die Todesiraif
Art. 349 des Straf esetzhuches schuldig, gemcht, da er in der Jervorgegeng e n. —
Absicht, das ihmm und seinen Kindera gemeinschaftiich getzöörige f. Nuruberq, 26. Rop. (Ispienbericht. N. H. 3)
haus ⸗- das aher wegen der bestehenden Gemeinschaft als ein Bei gestriger Zufuhr vn 1120 Billen da nen »u 30) Ballen zum
fremdes Eigentnum anzusehen sei — anz zünden, den Abtritt in Abschlatßz. welhhe meistens 14—18 fl. erzielten, während eine —X
Braud geite di hab⸗, welcher nach seiner Tage und Beschaffenhesl krima⸗Jallerlaner 49 bis 42 fl, eriötz Spalter Laad in in
auch vollstndig gerignet gewesen sei, die erwahnte Absicht zu re⸗ leinen Quautitäden 33 und 37 I. aber auch zu 435 14 I. an⸗
alisiren, und zwar d durch, daß das Feuer vom Abtrutte aus dem zezeigt. Berichte aus den Prodactions ezirkentreffent jbrtich ein,
borerwahnten auf dem Lochbaum'sichen Hofe lageruden Holze sich ie bekunden flaue Stimnung und weichende Preije. Beineinet
mittheilen und von da aus das Lochdaum'sche Wohnhaus und da. iniuhr von 800 Ballen begann auch das heutige Geschäft in fester
durch wieder das Lutz'sche Haus ergreifen konnte. Smimmung, wobei, wie üserhaupt in den letzten Taqgen, zienlich
Die Vertheidigung bestrist in erster Linte, daß das gemein⸗ viele ausweirtine Händler sich hetheiligten. Die Umsäthze in Rarkte
schafiliche Haus als ein fremdes im Sinne des Gesetzes vetrachtet wvanre lauteten meistens zu 15218 fl. und schon bis ——
werden koͤnne; da es zum The'l wenigstens das Eigenttzum des Vormittags war die Zufuhr wergriffen, so, daß die Preiste Aum
Angeklagten und sohin seiner Disposition unterstellt gewesen sei; 223 fl. höher zu notiren sind. In Primaqualitäten ging wenig.
Brandstifiung an der eigenen Sache — efahr für das Eigen- un und sind dios einige Pöstchen Hallerkauer zu — 23
hhum der Nachbarn u. s. w. nicht gegeben seien; Lutz habe übri⸗ iinize kleine Quantitatent Spalter Land gule Siegel zi 40 45 7
zens auch nicht die Absicht gehabt. das Wohngebäude in Brand hie Vage bis zu 20 fl. ab varis zemeldet. 1867er kamen tinjge
zu stecken, vielmehr nur seinen Sohn wegen seines untindtichen ßallen von 8-10 il. zum Verkauf. In Allgemeinen ist die
Benehmens am Tage vorbher eischreden wollen; jedenfalls sei Stimmung eine feste. Spalt verkruite gestern zu vollen Preir
aber das Haupte forderniß des Art. 349 nicht vorhanden, welches sen, V»— 100 fl. und Leihlauf, Weingarten zu 30 fl. und⸗
darin bestehe, daß eine in Brand gesetzzte Sache vermöge ihrer Leikauf.
Lage und Beschaffenheit das Feuer möglicher Weise weiter ver—
breiten dönne. Hierbei sei nothwendig vorausgesetzt, daß die au⸗
zczündete Sache unnntielhar und direct das Feuer auf ein Wohn⸗
gebäude übertrage, nicht aber nur mittelbar; der Angeklagte jei
auch zur Zeit der That unzurechnungsf hig gewesen, seit dem
Jahre 1885 habe sich nämlich seine damals durch den kgl. Be⸗
zirlsarzt von Landau constatirte Krankheit — sog. Dipfoma ie
— bedeutendgesteigert und seien namentlich seine Geisteskräfte
durch hinzugetretene Epslepsie noch mehr zerrüttet. Der Ang klagte
wurde für schuldig erklärt und unser Annahme geminderter Zu—
jechnungsföhigkeit zum zulässigen Minimum von zwei Jahren
Gesangniß verurtheilt.

Landwirthschaftliches. F
Ein Fehler bei der Salzfütterung. Fafs
allenthalbea hiben es die Ladienenn der Gewohnheit, das filr
yas Vieh bestimm“e Salz auf den Boden des Gefüßes u stieuen,
aus welchem das Rindoseh sein Getranke zu si h genömnen hit.
Mam witled mit bekanntlich bezwecken, daß das Vrety rein dus⸗
eckt; alleir man bedentt nicht, daß durch dieses Verfahreu der
Durst der Thiere gereizt wird, wenn man ihn befriedige glaäubt;
denn das Salz wirkt bekanatlich austrock jend auf die Zunge, den
Gaumen ꝛc. ein. Wenn man, wie es häufig geschieht den neuen
Durst sosort durch Darreichnng von Wasser zu befriedigen sucht.
so nehmen die Thiere mehr Flüssigkeit in sich auf, als gut st;
denn fie verlieren dann (wis namentlich bei jungen Thÿrren sehr
zu beachten ist) ihre schöne Gestal, indem sie sackig oder bauch g
werden und überdies wird die Verdauung dadurch fehr geschvacht.
Wenn man aber den durch die unpratt sche Verabreichung des
Zatzes erzeugten Durst nicht befriedigt, so ist dieses eine Taier⸗
quälerei, die sich bitter racht. Die landwirtjchaftliche Lehraäͤnstall
ju Worms veranlaßte wiederholt die Ausführung von Versuchen,
velche stets zum Resultate hatten, daß Kühe von einer bestimm⸗
en Futtermenge mehr Milch erzeugten, wenn man das Salz
mit dem Trockenfutter vor der Träute verabreichte, ats dieselben
Milch gaben, wenn das Salz als Lecke in das Trankjgefaße?
gegeben wurde. J
Das Dämpien der Fukter üben. Nach Versuchen,
velche C. Strudmann mit 8 Hollauder Kuhen augest lthat,
empfieblt sich das Dämpfen der Runkelrüben, zum Futter firr
Milchtühe nich. De Zusammensetzung des Futters war pro Tag
und Kuh z33 Pfund Ranlelrüben, 378 Pfund Rabskuchen. J
—R
Weizenstrohhacksel. Bei der Fütlerung der Rüben in gedampftem
Zust inde war der Milchertrag ir Quantät ünð Qualitai ge·
ringer, als bei der Verabreichung roher Ruben. Wahrende nam⸗
ich bei den ungedümpften Reiden die ßS Kühe im Durchschnitte
zaglich 73 Quart Milch gaben, lieferten ie bei den gedampften

11mischteb.
fSpeyer, 26. Nov. Herr Domcapitular Dr. Molitor
ist wieder nach Rom berufen, und wird nächtens die Reise dahin
antreten.

4 Elberfeld. Am letzten Sountag biß ein junger Mann
im Streite eisnem andern beide Ohren ab, so daß nur noch
Stuͤmpfschen am Kopfe sitzen blieben. PRerkwürdigerweise hat
man den rohen Schlingel nicht sogleich ausfindig machen
önnen.

f Das in voriger Woche in Berin verssorbene Fräu⸗
iein Marianne Saaling hat dem Papste, wie
dem „Fr.Bi.“ erzählt wird, 80.000 Thaler testamenturijch
oermacht. J

4 In Wittenberg ist eine Trichinenkrankheit ausgebrochen
bie schon mehr als 100 Personen ergriffen hat.

xF EtneMittheilung der Wiener Polizeidirection vom 23.
Nov. lautet: „Sämmtliche in der Nacht zum 21. d. Mis. im
Sebäude der Staatskanzlei entwendete Orden (des Reichskanzlers
Frhrn. Beust) sind zu Stande gebracht worden.“ Die Orden
wurden kurz nach vollbrachtem Diebstahl bei einem Trödler von
tinem unbekannten Manne, der sih für einen Kammerdiener eines
sehr hohen Herrn ausgab, um 230 fll. versetzt. Die Effecten waren
asle voslzahlich beisammen. — —

FParis, 26. RNov. Paris ist hente in einen dichten Nebel
zehüllt. Gegen 11 Uhr Vormittagsßs wurde es so dunkel, daß
        <pb n="570" />
        ur 7 20 wahrend feruer beie etsterer Fhternfig 22260 Quart
Milch 1 Pfund Butter üferten, oder ans 100 PfundMiilch
Ic Pfund reines Fett gewonnen wurden, waren bei der zweten
23 Quart Milch fur“l Pfund nöthig, oder“ aus 100 Pfund Milch
wurden nicht ganz 128 Pfund reines Fett gewonnen. 2

— Roggenkleie undKoggenschrot. Die Roggenkleie
dann nach Grouven nahrhafter erachtet werden, als die Wetzentleie
was wohl doher rühren mag, daß betztere vollkommener vom Mehl
korn, sowohl beim Mahlen als beim Beuteln abgeschieder
ju werden pflegen. Sonst besitzen die Kleien den doppelter
Geldwerih des Heues.“ Manchnial jedoch, wenn sie besonders gur
ind, oder wenn das nebenber' gereichte Futter verhältnißmäßig

moas gn fmafstoffakin N, Außern fle wegen ih res rekativ hohen
Nahrstoffzehaltes noch eine gidsere Wirkung, die unter Umftanden
sogar die Nährwirkung der Weizen⸗ und Roggenkörner übertrifft,
von dem sie abstammen. Ein Beifpiel hierfür gint ein von Stod.
ha dt mitgetheilter, in Colditz angestellter Fütterungsversuch mit
Ddämmeln.“ Zwei Stück derselben erhielten waährend 40 Tagen
jaglich 2 Pfund Roggenkleie mit Hächsel sowie 4 Pfund Lutes
Wiesenheu. Zwei andere bekamen da egen 2 Pfund Roggenschrot
und Häckiel und ebenfallzs 4 Pfund Heu. Das Gewicht der Häm⸗
meh zu Aufang und zu Ende des Versuchs lehrte, daß ein Pfum
Fleisch zu produciren gekostet hatte: mit Roggenkleie 150. Pfund
und mit Roagenschrot 30 Pfund. p

J Die Lederhandlung von P. Thüer y in St. Iugbert
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Scheeren, Patent⸗Rasirmesser für jeden Bart, Patent⸗Streichriemen,
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        St. Ingberler ZNnzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerst ag
and Samstag. Abonnementspreis vierteljäahrig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltig Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnei.

Nro. 144. —V Donnerstag, den 8. Decenber —— 1868
Deutschland. Allg. Ztg.“, Ungarn gegen Deutsch-Oesterreich aufzuwiegeln, und
Munche n, 30. Nop. Im Ministerium des Auswärtigen der heutige Artitel der Kreuzztg.“ zu sprechen, welche —uber die
purde heute zwischen dem Fürsten Hohenlohe und dem italienischen Lügen und syftematischen Täuschüngen, die unter den Doe
Besandten die Ratificatisnen des bayerischeitalienischen Auslieferungs- der cisleithanischen Regierungskreise gegen Preußen ver reit e
bertrages ausgetauscht. vürden, Zeter schreit. — Der Artillerie⸗Leutenant v. Scheve, er
In der Ernennung des preuß, Obersten Frhrn. v. Wechmar am zweiten Pfingstfeiertage des vorigen Jahres einen Schuhma⸗
um Obersten des badischen 1. Leibe Grenadierregiments und dem her, seinen Hauswirth, erschoß und vor⸗ einigen Monaten begna-
sebertritte des badischen Rajors Sachs in .preuß. Militärdienste igt wurde. ist jezt aus dem Militärdienste entlassen worden —
pordehantucn seines Rütruuts, wil man eine Bestaigung des Ge- Bei den vor einiger Zeit hier abgehaltenen Verhandlungen mit
rüchts finden, daß in Baden die Stellen vom Major aufwärts nglischen Bevollmächtigten wegen eines neuen Postvertrags zwi—
e Fsici chen dem norddeutschen Bunde und Großbritannien sind nicht
künftighin nur noch von preußischen Stabsofficieren oder solchen — a i
badischen Officieren besetzt werden sollen, welche eine befüimmte los große Erleichterungen des Postverlehrs Ffür das Publi um,
Zeit in preußischen Militärdiensten zubrachten ondern auch zeitgemäte Normen für die Beförderung der Posi-
148 Atschieden männliche kü i i Post⸗ Gebieten verahredet
Gus Aschaffenburg.)“ Das entschieden männliche kücke zwischen den beiden betreffenden Post- G
Auftreten des Regierungspräsidenten Grafen Luxburg bei seiner vorden. ——
üngsten Anwesenheit dahier konnte nicht verfehlen, bei den intelli⸗ Berlin, 80. Nob. Im Abgeordnetenhaus hielt der Justiz⸗
enten, verständigen Kreifen der hiesigen Bevolkerung den günstig- ninister, Hr. v. Leonhardt, bei Vorlage eines Gesetzesentwurfes.
8* Eindruk zu machen. Wenn der Präsident bemerkte, daß Nie- ine aüußers merkwürdige Rede, deren Kern der war: es sei un—
mand zur Agitation für das Schulgesetz veranlaßt, der Beamten⸗ noͤglich, daß der preußische Staat in seiner Gesetzgebung fortan
und Lehrerstand aber vor der unpassenden Agitalion gegen das— ioch irgendwelche particularistische Teudenz festhalten könne, die
selbe gewarnt werden müsse, so kingt das ebenso vernuͤnftig als reußischen Gesetze müßten für ganz Deutschland gearbeitet werden,—
ohal. Leider durchkreuzen die unter den hiesigen Justizbeamten eract, daß ihre Annahme auch jenseits des Maines nur noch eine
eingebürgerten ultramontanen Gesinnungen auch die besten Absichten Frage der Zeit sein könne, die wo möglich nur nach Monalen zu
der Verwaltungsorgane. Wir wollen von dem reactionären Prä⸗— nessen sein müsse. — Die Zeit bis zum Postschluß ist zu kurz, als
ñdenten Heinzelmann, dem Schwager von der Pfordtens, ganz aß ich mich des Weiteren über die wirklich staatsmännische ste de
absehen. Aber der Kreuzzug, welchen Bezirksgerichtsdirector Kurz; iuslassen könnte; ich werde daher morgen darauf zurüdkommen
gegen die Regierung in Scene setzte, bei der Zollparlamentswahl ind bemerke nur noch, daß sie im Hause den tiefsten Eindruck
»eharrlich durchführte und unter Assistenz des größten Theiles sel- servorgebracht hat und bhneinen solchen auch'im Süden nicht
nes Collegiums bis zum heutigen Tage unermüdet fortführte, ist leiben wird.
eine so Luffallende Erscheinung, daß die Thatlosigkeit der vorge- Berlin, 80. Nob. In Abwesenheit des Grafen v. Bis—
setzten Stellen gegenüber einem für die Regierung so verderblichen narck wurde heute der norddeuische Bundesrath durch Herrn von
Beginnen geradezu unbegreiflich erscheint. delbrück eröffnet. J
.6ů2. — Der Bukarester Correspondent der „Post? schreibt, der
Dienstesnachrichten. »3 Ninisterwechsel sei durch den Einfluß der preußischen Regierung
— 2 Aeranlaßt worden, e die rumänische Regierung aufgeforder
Dem Secretär und Registrator des Zrotest. Consistorinms zu —* — y ed F 3. Wernr auzesg d
Speher Ernst Ludwig Dimroth ist der Titel und Rang eines harlündern fernstehe und keinerlei ÄAgitationen fordere, welche die
gl. ahe —— — h Joh. End p Neutralität erschüttern önnten.
Der Steuer⸗ und Gemeinde-Einnehmer Joh. En ers von Berlin, 1. Dec. Der Kreuzzeitung zufolge wird Gra
Morschheim ist nach Oppau und der Steuer⸗ und enapso Bismarck heuie Abend hier Aee ug V d eg
kinnehmer Adam Mayer von Zell nach Morschheim beide auf ihr richt, Preußen habe durch die Androhung, seine Consuln abzube⸗
Ansuchen versetzt, ferner die Steuer- und Gemeinde - Einnehmerei —8 — ———— hebeigefuůhrt wird in ge
Zell dem geprüften Einnehmerei-Candidaten Julius Kuby aus vhnlich gut unterrichteten Kreisen sehr sin bezweifelt Pra—
i i i übertragen worden. α,
daiserslautern, z. Z. in Sippersfeld, ü gen worden. zen hatle“ siets gleichmäßig wie die Westmächte und Ruß—
Der Forstamts· Assistent Franz Anton Ernst in Dürkheim ist ünd, der rumänischen Regierung Mäßigung und Vertragstreue
um provisorischen Oberförster in Schönau, Forstamts Dahn, mpfohlen.
ernannt worden. Man schreibt der „Bresl. Ztg.“ aus Westgalizien unterm
Man schreibt dem „Fr. J.“ aus Darmstadt: Mit Jahres. 24. Robe: „Wiewohl die Lemberger Polizei bezuͤglich der Un—
chluß wird der großherzogliche Staatstelegraph seine Funktionen ersuchung gegen die jüngst entdeckte Falschmunzerbande fehr de—
instelen und es werden kraft der mit Preußen getroffenen Ueber- eimnißroll mat, so bleide kein Zweifel mehr übrig, daß jene im
inkunft nur preußische oder norddeulsche Bundes-Telegraphen— zroßartigen Maßstabe begangene Fälschung russischer Rubelscheine
Bureaus (daußer den Bahn⸗ Telegraphen) im Großherzogthum be⸗ nedirecker Verbindung mit politischen, gegen Rußland gerichteten
tehen. Dem Friedensvertrag zusolge blieb es Hessen unbenom Imtieben steht. Dies soll zumal aus den amtlichen Erhebungen
uen, den Staats-Telegraphen bestehen zu lassen, dessen Einnah— ervorgehen, welche der in Lemberg anwesende franzöfifche und
nen haben sich aber so gemindert, daß, mindestens dvom finan⸗ unfifche Polizei⸗Commissär den össerreichischen Behörden gemacht
jellen Standpunkte aus, das Eingehen von keiner wesentlichen sat die ansauglich gar nicht glauben wollten, daß die von den
bedeutung ist, indem Hessen danu dei der entsprechenden Einnahme herschwörern und Fälschern gelegten geheinen Fäden in Leiberg
»es norddeutschen Bundes mit einer größeren Quote betheiligt usammenliefen. Inzwischen waren aber auch von Brodyh und
st. ⸗ em russischen Grenzamte Radziwillow so positive Anzeigen bezüg⸗
Berlin; 27. Nop. Man sagt, daß Graf Bismardk sich lich der Thätigkeit der Fälscher in Lemberg eingelaufen, daß die
vieder in einer sehr erregten Stimmung gegen Oesterreich bes Jolizei letzterer Stadt fich entschließen mußte, zur Verhaftung der
inde, und von ihm der Befehl eriheilt worden sei, das ganze Ar— hr bezeichneten Personen zu schreiten, die mit Ausnahme einiger
enal der officioösen Presse gegen das Wiener Cabinet in Bewe⸗- Händler, welche die Falsificate in Umlauf brachten — sämmtüch
jung zu setzen. Für die Richtigkeit dieser Nachricht scheinen die sen höheren oder besseren Gesellschaftskreisen angehören, gleichzeitig
jegen Herrn v. Dalwigk, diesen „österreichischen Parteigänger“, ber auch zu den Ultra's zählen und hinfichtlich ihrer Verbindung
jeschleüderten Insinuationen, die erneuerten Versuche der „Nord. ait der rebolutionären Emigration im Auslande eben kein Hehl
        <pb n="572" />
        machten. Ein Wiener Journal wollte bereits wissen, oer vem⸗
berger Polizei sei gelegentlich der Hausdurchsuchungen, die sie vor⸗
genommen, der ganze. Falschungs⸗Apparat, bestehend in Platten,
Pressen ꝛc. in die Hände gefallen, eine Angabe, die indeß nach
späteren Nachrichten sich nicht bestätigt. Es ward nämlich im
Besitze der Verhafteten wohl eine große Zahl falscher Hundert⸗
Rubelscheine, aber keinerlei Apparat zur Anfertigung derselben
gefunden, was der Vermuthung noch Raum gibt, daß vielleicht
die Falfificate im Auslande —, in Frankreich oder der Schweiz
— sabrizirt worden und durch Genossen in Lemberg und Gali—
zien, überhaupt nach Rußland eingeschmuggelt und dort verwerthet
werden sollten. Es fehlt bereits nicht an Stimmen, die Miros⸗
lawski und seinen Anhang mit diesem eigenthümlichen Finanzer⸗
periment in Verbindung bringen; nach andern Angaben wieder
wären seitens der Polizei Spuren entdeckt, die im socialistischen
Lager der polnischen Emigration — deren Chef der ehemalige
Injurgentenführer Haulke, auch Bosak genannt — zusammenliefen.
Wie dem auch sei, Thatsache ist, daß seit der Entdeckung der Fal⸗
sificate und der Verhaftungen in Lemberg und Brody die russischen
Polizei- und Zollbehörden die wolhynische Grenze überhaupt strenge
wWerwachen. ünter anderm ist seitens der Russen der ganze
Grenzstrich von Radziwillow bis Beresteczto am Bug mit einem
verstarkten Zollwächtercordon versehen worden. die nebst Kosaken-
Deiachements längs jener Strecke einen ununterbrochenen Patrouil⸗
lengang unterhalten. Daß unter solchen Umständen anch der Ver⸗
keht der Reisenden aus Galizien nach Wolhynien sehr erschwert
wird, ist selbsiverstündlich, und zumal ist gegenwärtig die Waaren
und Gepäckrevision über alles Maß streng geworden.
Frankreich. J

Paris, 29. Nod. Der Präsident des Gerichishoses von
Clermont⸗Ferrand, ein Hr. Salneuve, hat von Richtern aus
allen Theen des Landes mehr als 2000 3 u stimmungs⸗
ertlaärungen erhalten. — Heute früh ist Herr Berryern
gestorben.

,Avenir“ läßt sich aus Berlin telegraphiren, daß Herr
b. Bismarck gleich nach seiner Ankunft die Unterhandlungen bezüg⸗
lich Nordschleswigs wieder aufnehmen werde, und daß derselbe zu
Concessionen an Dänemark geneigt sei.

Gegenüber den Andeutungen des „Journal des Debats“ ver⸗
sichern die Regierungsblätter, an einen Staatsstreich oder eine Zu⸗
růcknahme der gewährten Freiheiten sei nicht zu denken.

England.

Die Exeesse in Kilbrittain (Irland) scheinen alles bisher an
Wahltumulten Dagewesene zu übertreffen. Polizei und Truppen
versuchten, wie es heißt, vergebens mehre Stunden lang die bei—
— in ihrer Gewal
hatten, zu trennen. Sechs Polizeisoldaten sollen auf dem Platze
geblieben, und es soll eine große Anzahl der Ruhestörer verwun—
det und festgenommen sein. In Bristol wurde ein Apotheker, der
erwiesenermaͤßen das Gesindel auf seiten der Tories zum Fenster⸗
zertrümmern und zu anderm Unfug angeführt hatte, vor die
Assisen verwiesen.

Spanien.

Madrid, 30. Nov. Die Regierung ertheilte den
Präfecten strenge Ordre, die Ordnung um jeden Preis auf⸗
recht zu halten.

Wie die Comite's von Sevilla und Salamanca, so hat
jetzt auch eines der Wehrcomite's von Valencia die Initiative
ergriffen, den Marschall Espartero als Candidaten zum spanischen
Thron anszurufen.

Eine Correspondenz aus Lissabon theilt mit, daß man von
der Caundidatur Don Fernando's zum spauischen Thron kaum noch
spricht. Der König selbst ist von äußerster Zurückhaltung in die⸗
ser Angelegenheit.

Man“niest in der „Discussion“ vom 26. Nov.: „Wir
haben eine Monarchie gestürzt, und wir halten ihre wesentlichsten
AÄlribute aufrecht. Das ist der Grund der Mißstimmung
und des Ekels, die man empfindet, und denen abgeholfen
werden muß.“
Türkei.

Konstantinopel, 80 Nov. Wie verlautet, hat die
Pforte ihren Gesandten Photiades ⸗Bey in Athen angewiesen, ernst⸗
uͤch von der griechischen Regierung die Verhinderung fernerer
Freiwilligen⸗ Zuzüge nach Kreia zu verlangen und im Weige
rumgsfalle die Abberufung ihres Gesandten in sichere Aussich
zu stellen.
Rußland.
Petersburg, 29. Nov. Die internationale Conferenz;
zur Abdschaffung des Gebrauchs der Sprenggeschosse entschied, daß

die contrahirenden Mächte bei See- und Landkriegen die vunwendung
bon Sprenggeschossen aufgeben, deren Gewicht weniger als 409
Gramme beträgt, und die mit Brennstoffen gefüllt sind. Die Ver⸗
pflichtung hört auf, sobald Staaten am Kriege betheiligt find,
die den Tractat nicht unterschrieben haben. Preußens Antrag
auf erweiterte Erörterung der Frage wurde verworfen. Das Pro⸗
locoll unterzeichneten die Verlreter von Oesterreich, Frankreich,
Bayern, Großbritannien, Württemberg, Holland, Griechenland,
Danemark, Jialien, Preußen, Portugal, Persien, Rußland, Türkei
und Schweden.
Amerika.

Auf Cuba flüchten sich die Neger vor den Insurgenten.
Eine aufrührerische Proclamation ist aufqefunden worden, in
welcher die Neger zur Ermordung aller Weißen angespornt wer⸗
den aus der Umgegend von San Jago de Cuba ist eine große
Anzahl wohlhabender Bürger mit ihrem beweglichen Eigenthume
nach Jamaica ausgewandert.

An der Küste von Chili und Peru wurden noch immer Erd⸗
sioße vderspürt, und in Cobija richteten dieselben großen Sch aden
an. Menschenleben gingen nicht verloren.
SEchwurgerht⸗itzung . —
IV. Quartal 1868. 2*

Zweibrücken, 27. Rov. Anklage gegen Georg Kern,
18 Jahre alt, Bahnarbeiter von Queichheim, wegen Koͤrperver⸗
letzung im Verbrechensgrade. Der Angellagte, der bisher einen
zuten Ruf besaß und noch nie bestraft wurde, arbeitete am 13.
Fuli abhin, Nachmittags, mit dem etwas aͤlteren Jacob Hack im
Hhüterschoppen des Landauer Bahnhofs. Letzterer hieß ihn ein
gzisichen hereinthun und schimpfte, als Kern sich weigerte, denselben
einen miferabeln Kerl, einen Lausbuben u. s. w. und soll ihm
hiebei auch einen Stoß oder eine Ohrfeige versetzt haben. Der
vurch Dazwischentreten des Oberaufsehers Rehm momentan abge⸗
chniltene Disput begann jedoch nach einigen Minuten wieder, und
achdem Hack dem Angeklagten abermals einen Stoß oder Schlag
bersetzt und sich dann umgedreht hatte, schlug ihn Letzterer mit
rinem buchenen Prügel derart auf den Kosf, daß er zusammen—
stürzte und versetzte ihm mit demselben noch einen zweiten Schlag
an das Kinn. Außer den Verletzungen an den Zähnen und am
Unterkiefer war der Geschlagene mehr als 60 Tage arbeitsunfähig
und hat derselbe außerdem sein Gehör verloren, was als bleiben⸗
der Rachtheil zu erachten ist. Der Angeklagte will bei dem Vor⸗
fall betrunken gewesen sein. Richtig ist es, daß er etwas Bier
getrunken hatte und dasselbe, wie Hachselbst angibt, gespürt haben
mag. Der Vertheidiger des Angeklagten, Herr Rechtscandidat
Lang, hob hervor, daß Hackschon am 11. August wieder, wenn auch
nicht vollständig, die Bahnarbeiten verrichtet habe, auch dessen
Behoör wohl nicht so schlecht sei, als glauben gemacht werde, auch
vnne sich dasseibe immer noch bessern. Zugleich behauptete die
Bertheidigung, der Angeklagte habe im Zustande des Reizes und
geminderser Zurechnungsfähigkeit gehandelt. Da die Geschworenen
auch unter Bejahung der Hauptschuldfrage diese beiden Milderungs⸗
zründe annahmeu, wurde Kern zu einer Gefängnißstrafe von neun
Monaten verurtheilt.

Zweibrücken, 28. Nov. Anklage gegen Peter Krieg,
30 Jaͤhre alt, Maurer von Neuhofen, wegen vorsätzlicher crimi⸗
neller Körperverletzung. Der als etwas streitsüchtig b ekannte
Angeklagte bewohnt in Neuhofen die eine Hälfte eines Hauses,
dessen andere Hälfte durch die Familie des Schreiners Jakob
Schwarz innegehabt wird. Krieg hat einen Knaben in Pflege,
dem er verbot, mit den Kindern von Schwarz umzugehen, weß,
halb zwischen beiden Familien öfters Zwistigkeiten entstanden. Auch
soll der Angeklagte dem Schwarz schon öfters mit Schlägen gedroht
jaben. Am 3. Mai dieses Jahres strafte der Angeklagte den
bengedachten Knaben, der wieder bei den Schwarz'schen Kindern
jewesen war, ab und äußerte mehrmals: „Warst Du wieder
dei dem schlechten Lumpencorps?“, worauf die in der gemein⸗
schaftlichen Küche beschäftigte Ehefrau Schwarz demselben zurieß:
„Das wird auch Lumpenzeug sein, wie Deins!“ Nun trat der
uͤngeklagte unter Fluchen in den Hausgang, ergriff dort eine Kar⸗
roffelhade und ging damit auf Ehefrau Schwarz los. In dem⸗—
selden Augenblick erschien, vom Larm herbeigezogen, deren Ehe⸗
mann, worauf der Angeklagte sich rasch herumdrehte und diesem
nit der Hacke derart auf den Kopf schlug, daß er betäubt in sein
Zimmer wankte. Der Zustand des Verletzten war im Anfang
Jjöchst lebensgefährlich, der Krankheitsverlauf war aber ein gün⸗
tiger und blos eine totale Arbeitsunfähigkeit von 118 Tagen die
Folge. Außerdem wird der Verletzte wegen des erlittenen Schä⸗
Feltdochenbruchs nie mehr vollständig arbeitsfähig und schwebt stets
        <pb n="573" />
        in der großen Gefahr einer Gehirnentzündung. Der Angeklagte
leugnete anfänglich die That vollstandig, behauptete aber später,
Schwarz habe mit einem Brett nach ihm geschlagen und er nu
abwehrend die Hacke ergriffen und das Brett abzuhalten gesucht
Schwarz wird als friedliebend geschildert, währenb seine Frau
eine etwas bose Zunge haben soll. Der Vertheidiger des Ange—
klagten, Herr Rechtscandidat Heinz, machte die Geschworenen auf⸗
mertsam, daß das Zeugniß der Eheleute Schwarz etras verdach—
tig erscheine und es möglich sei, daß die Ehefrau Schwarz, die
nach der Aufstellung des Angellagten mit einer Schippe ihrem
Fhemanne zu Hilfe eilte, diesen hiemit selbst verletzt haben könne;
jebenfalls habe Krieg nur abgewehrt, sich im Stande der Noth⸗
wehr, wenn auch mit schuldhafter Ueberschreitung der Grenzen der⸗
elben, gewiß aber in dem des Reizes und der durch die Auf—
regung, in welcher er sich befand, geminderten Zurechnungsfähig—
keit befunden. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten
schuldig, jedoch unter Annahme geminderter Zurechnungsfähigkeit,
worauf derselbe zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren ver
artheilt wurde.
Jermischtes.
fLudwigshafen, 1. Dec. Die Generalversnmm—
luug der Marbahn⸗Gesellschaft genehmigte einstimmig den Bau
der Zweigbahn Winden-Bergzabern und die dazu erforder⸗
kiche Erhöhung des Bau⸗ und Einrichtungskapitals um 275,000
Gulden.
Saarbrücken, 30. Nov. Auf der Rhein⸗-Nahe⸗
Bahn hat heute Morgen bei Station Heimbach eine Entgleisung
des Zuges stattgefunden. Unglücksfälle haben sich weiter dabe
nicht zugetragen; eine Verspätung des Zuges ist glücklicher Weise
Alles, was zu bedauern ist. — Auch auf dem hiesigen Bahnhofe
entgleiste der um 2 Uhr 30 Min. von hier nach Trier abgehende
Zug unmittelbar beim Verlassen des Bahnhofs; der Unfall ging
ohne weitere Folgen vorüber. — J
— Aachen, 25. Nov. Ein bedauernswerthes Ereigniß
macht heute in Aachen die Kunde, das uns folgendermaßen er—
zählt wird: Zwei belgische Geistliche kamen mit dem Zuge um
6 Uhr aus der Richtung von Gladbach hier an und wollten den
anschließenden Zug der Rheinischeu Bahn zur Weiterreise benutzen.
Sie begaben sich zu dem Zweck auf dem schmalen Fußwege, wel⸗
cher zum Gebrauch der Passagiere rir den Schienensträngen
der Rheinischen Bahn sich hinzieht, zum Bahnhof der letzteren,
wobei sie unterwegs von einem im Rangiren begriffenen Zuge
eingeholt wurden. Einer der beiden Passagiere hielt sich zu nahe
am Schienenstrang, und als plötzlich ein Waggon zurückprallte
und auf die Beiden zugerollt kam, zog sein Begleiter ihn auf den
Fußweg zurück, stolperte jedoch hierbei selbst und fiel so unglück—
lich auf das Geleise, daß der Waggon mitten über ihn hinweg—
fuhr. Er war sofort eine Leiche.

F Auch in Westfalen ist die Erderschütterung am 17. d. M.
beobachtet worden, so z. B. in der Gegend von Essen, ferner zu
Körbecke, einem Dorfe des Möhnethales im Kreise Soest. Die
zwischen 3 und 4 Uhr statlfindende Bewegung war horizontal und
bon einem eigenthümlich dumpfen, dabei durchdringenden, nicht
näher zu beschreibenden, aus der Tiefe kommenden Getoöse be⸗
gleitet.
f Das Berner Blatt regt den Gedanken an, dem Namen
Schillers auf dem Gedenkstein nächst dem Grütli auch den Rossi—
nies beizufügen, da — wie jener durch seine Dichtung, — so
dieser durch seine Tonschöpfung zur Glorificierung der Tellsage
nicht wenig beigetragen habe.

pLondon. (Ein Hundertjähriger, Zu Greenwich starb
vor wenigen Tagen im berühmten Indalidenhause ein Mann,
der fast ein Jahrhundert lang Großbritanniens Stolz und Be—
wunderung war. Thomas Culliforth hieß dieser Brave und war
seit 20 Jahren Insasse des Marine-Invaliden-Hospitals in er⸗
wähnter Stadt. Es war ein epischer Greis von 100 Jahren,
der ohne Brille las, das heißt hätte lesen können, wenn man es
ihm in seiner Jugend beigebracht hätte, der stolz und schlank wie
eine Tanne einherschritt, trotz seines hölzernen Beins und seiner
bielen Wunden, die er in 49 Schlachten zu Wasser und zu Lande
empfangen hatte und sogar hübschen Misses mit Schlangenlocken
cokette Blicke zuwarf, die ordentlich gefährlich aussahen. Greenwich
und England waren, wie gesagt, stolz auf ihren hundertjährigen
strieger. Man räumte ihm ein eigenes Häuschen als Wohnung
ein, alle Besucher fütterten ihn fast todt mit allen möglichen De—
licatessen, er trank den aäͤltesten Portwein und das schäumendste
Glas Ale und Porter. Jeder riß sich darum, aus seinem beredten
Munde zu hören, wie er 1789 an Bord der „Flower of Mary“
kämpfte, mit diesem Schiff in die Luft sprang und — Gottlob

— wohlbehalten, wenn auch ein bischen „geschunden“ nieder in
däs Salzwasser hineinstürzte, wobei ihm aber später ein Holz—
plitter das Bein zerschmetterte. Nachdem er sechs Stunden tapfer
geschwommen hatte, nahm ihn ein französisches Schiff auf, und
o ward er gerettet. Auch dem berühmten Kampf des „Vengeur“
jatte er beigewohnt, und die französischen Touristen hörten mit
iefer Rührung, wie ihre Landsleute untergingen, indem sie „Vibe
a Republique“ riefen. Die Königin lud unseren Biedermann
ährlich Weihnachten zu sich nach Windsor ein, speiste mit ihm
m einem Tische und schenkte ihm Pulswärmer und andere nette
dleinigkeiten außer noch netteren güldenen Guineen mit ihrem
igenen huldreich lächelnden Portrait, und der Magistrat von
hreenwich verehrte ihm an jedem Neujahrstage ein neues, elegan⸗
tes Stelzbein von Jakarandaholz, schön mit Kupfer ausgelegt,
das gar herrlich im Sonnenschein flimmerte. Nie wurde ein
Breis mehr in „Baumwolle“ gewickelt, als unser alter Held. Er
nachte täglich zwei Stunden zu Fuß, trank seine 10 Pinten Ale
und sein halbes Quart Gin und kitzelte schelmisch die Kinder—
mädchen, die ihm begegneten, in den Nacken. Kein Mensch konnte
begreifen, wie ein Mensch, der über hundert Jahre zählie, noch
so mobil sein konnte. Es war das ein Gottes Wunder und
John Bull sagte stolz: „So was kommt nur in Old England
vor.“ Ach, alles ändert sich oft, si hora mortis, ruit
wie's im alten Liede heißt, d. h. wenn „Hans Klapperbein“ an⸗
lopft und seine Karte unwiderstehlich uns aufdringt. Als Thomas
Tulliforth todt war, wühlte man neugierig in seinen Papieren
uind entdeckte, daß der famose Hundertjührige nur — 67 Jahre
alt war. Seit 20 Jahren ließ er sich unter dem Namen seines
Hroßvaters caressiren, dessen Papiere der schlaue Bursche für die
einigen ausgegeben hatte. Ganz England ist außer sich. Der
dumbug nistet sich selbst im Inbalidenhospital ein, und es gibt
einen „frommen Glauben“ mehr, seibst wo „Jubelgreise“ mit
‚unzähligen Wunden“ erscheinen, in die jetzt jeder ungläubige
Thomas seine Hand legen wird. Aber hatnicht schon mancher
Held“ der Weltgeschichte auf falsche Papiere ———
delt ? Master Culliforth war nicht der erste Schelm dieser Art
und wird auch gewiß nicht der letzte sein

x Man schreibt aus London unterm 27. Nob.: Eine furcht⸗
bare Explosion, die in ihren Folgen das Eisenbahnunglück von
Abergele noch übertrifft, wird lelegraphisch aus Wigan gemeldet.
In der Grube Arley in Hindley Green bei Wigan hatten die
heiden Feuerwaͤchter noch um 6 Uhr Morgens revidirt und Alles
in der Ordnung befunden, um halb 8 Uhr waren sie nebst 83
hrer Mitarbeiter, meist jugendlichen Alters und kaum 10 von
hnen verheirathet, Kinder des Todes. Die Ursache des Unglücks
st noch nicht bekannt, und es bleibt auffallend, daß nicht mehr
Menschenleben verloren gingen, da außer ihnen noch etwa 160
Mann in der Grube beschäftigt waren. Von diesen arbeiteten
150 am östlichen Ende des Bergwerks und entkamen unverletzt,
vährend die 10, welche an der Westseite dem Schicksale ihrer
57 Gefährten entgingen, mehr oder minder gefährliche Brandwun⸗
den davontrugen. Das Emporschaffen der Leichen ging nur lang-
sam von statten, sie wurden nebeneinander auf improvsirte Holz⸗
hänke gelegt, und die darauf beginnende Feststellung der Identi⸗
tät schritt noch langsamer vorwärts, da bei den meisten die Ge⸗—
ichtszüge schrecklich durch Brandwunden entstellt waren. Im
Ganzen wurden bis jetzt 19 Leichen identificirt. Ein Theil des
Bergwerks gerieth in Flammen und machie das Heraufschaffen
der Leichen sehr schwierig. — Außer der obigen melden Morgen⸗
zlätter noch eine ganze Reihe von Explosionen. In einer Koh—⸗
lengrube bei Dudley büßten zwei Personen ihr Leben ein und
am Aufkommen einer dritten wird gezweifelt. — Das norwegische
Kohlenschiff „Nordstein“ wurde durch eine Gasexplosion völlig
zertrümmert, ein Mann blieb todt und ein andrer wurde gefähr⸗
lich verletzt. — Eine Pulvermühle nahe bei Truro gerieth in
Feuer. Die Arbeiter hatten sämmtlich Zeit, zu entkommen, ehe
eine Erplosion den Boden in einem weiten Umkreise zittern kachte
und vier Gebäude zertrümmerte.

Washington. Im Alter von 120 Jahren starb
am 4. d. M. hier ein Farbiger, Namens Moses Smith. Er war
früher Sclave und mit großer Deutlichkeit wußte er sich mancher
kinzelnheiten aus der Revolution zu erinnern. Er hinterläßt
eine Frau, welche 115 Jahre alt ist.

rKarlsruhe, 30. Nov. In der heutigen Serienziehun
der badischen fl. 35-Loose wurden folgende 20 Serien k 50 24
Loose gezogen: Serie 4240, 1777, 3038, 62 2694, 7425,
2324, 2300, 7817, 5303, 6612, 5934, 2518, 799, 7866,
2211, 2601, 1817, 4333, 5718.
        <pb n="574" />
        Bekanutmachung.

Die Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersklasse 1848 betr.
Gemãß 8. 2 der Vollzugsschriften zum Wehrverfassungsgesetz vom 30. Januar
1868 wird hiemit hekannt gegeben, daß sämmtliche Wehrpflichtigen der Altersklasse
1848, d. h. alle diejenigen, die im Kalenderjahre 1848 geboren worden sind innerhalb
der Frist vom

Statt besonderer Mittheilung diene
meinen Kunden, daß ich
ISG7 guten,
reingehaltenen
MWeiĩn pr. Ioctol.
—A
abgebe, um in kurzer Zeit 1868er
angekaufte Weine hierselbst lagern zu
können.
St. Ingbert, 3. Dezember 1868.
GC. Hofmann.
Der nterzeichnete macht hiermi?
die ergebenste Anzeige, daß ser von
heute an nicht mehr bei Frau Ehr⸗
hardt, Wwe.,“ sondern bei Schreiner
herrn Schuster in der Kohlenstraße
wohnt.
Gugen Romelius.
Kappenmacher.

. . I. - 15. Januar 186609

sich bei der Gemeindebehörde ihrer Heimath oder ihres Aufenthalisortes, — falls fie
sich im Auslande befinden bei ersterer, — persönlich oder schriftlich oder durch Stell—
vertreter anzumelden und daselbst bei: Bermeidungedes Ausschlusses
ihre etwaigen Ansprüche auf gänzliche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht —
Art. 11 und 12 des Gesetzes — oder auf einstweilige Aussetzung der Einreihung —
Artikel 8 des Gesetzes — anzubringen und die zue Begründung der gemachten An—
pn erforderlichen Nachweise so weit möglich vorzulegen haben. — Ari. 45 und 46
des Gesetzes.

Die von den Gemeindebehörden herzustellenden Listen werden sodann vom 1.- 15.
Februar 1869 zur Kinsicht öfientlich aufgelegt und find etwaige Einfsprüche gegen deren
Richtigkeit oder Vollständigkeit innerhalb dieser Zeit bei der betreffenden Gemeindebehörde
anzumelden. — Art. 47 des Gesetzes.

Wehrpflichtige, welche der im Aru 45 Absatz 1 des Gesetzes
pflicht bis 13. Januar 1869 nicht nachgekommen sind, unterliegen
zehn Gulden — Art. 76, Absatz Ldes Gesetzes.

— Zweibrücken, deu 18. November 18686..

— Königliches Bezirksamt, — **
Da m m. 3
J — J — I — J. Ssch z fe r. F J

— Agò
Mainzer Handkäschen,

Gute Limburger Käse,
Emmenth. Schweizerkäse,
Parmesankäse—
BVilleroy's Rahmkäse,

—— empfiehlt

— — Die Mater ialien⸗Handlung von
Fritz Panzerbiéter.

—

ans nd
If o iden

———
AMTICv
henrarn

*

40

—RR
Das anerkannt R Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit, sowie Hals—
und Brustbeschwerden. Depots in St. Ingheri beieJ. J. Grewenig und bei Eon⸗
ditor G. NRickel, in Blieslzastel bei F. Apprederis.

4413
AAgsI onbuno,

⸗
—F
Ein erfahrener
Bloohsohmied-Gesello
findet sofort dauernde Beschäftigung
bei Blechschmied Baumann in St.

Ingbert.

—
1865* Pfälzer Rothwein 18kr. per Schoppen,
1868* Feldbeeren-⸗ —— 18 pppen
7*. Schoppen,
1868* Zwetschgen⸗ Branntwein 18 kr. per
J ESchoppen,
Iinn rnS—enerr ⏑
5 — 9— J empfiehlt /
.J. Heinrich.
— Ip habe am hiefigen Platze

Frucht⸗, Brod⸗ Fleifch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 3. Dec.

Weizen 5 fl. 46 kr., Korn 4 fl. 47 ktr.
Gerste Zreihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
ceihige, 4 fil. 28 kr., Spelz 3 fl. 47 tr.
Spelzkern — fl. — kr., Dinkel 8 fl.
20 fr., — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
10fl. 17 kr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
4 ffl. 6 r., Kartoffeln — fl. 44 kr., Heu
2 fl. 4 ir., Stroh lfl. 22 kr., per
Zentner. Weisbrod 1i/ Kilogr. 16 kr.
dornbrod 3 Kgr., 28 kr., ditio 2 Kgr.,
16 kr., ditio 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 28 kr., J Paar Weck, 9 Loth
2 kr. Rindfleisch, I. Qual. 1i6 kr. 2
Qual. 14 kr., Kalbfleisch 12 kr. Hammel⸗
fleisch 14 kr., Schweinefleisch 16 kr., per
Ifd. Wein 24 kr. Bier 6 lr., per Liter,
Butter 34 kr., per Pfund.

e — 28 5 4
dert⸗rtud Weistzeugfabrik
errichtet und empfehle meine Fabrikate, welche nach Muster und nach Maß ge⸗
fertigt werden, unter Zusicherung guter, billiger und schneller Bedienung zur

geueigten Abnahme. J
Zugleich besorge ich ganze Husstattungen und halte daher wohlassor⸗
tirtes Lager in allen Arten Veinen, Gebild, Drill, Bettbarchent, Federleinen,
wollenen Bettdecken, Flaumen, Roßhaaren, Bettfedern, Vorhangstoffen u. s. w
Diejenigen, welche mich mit ihrem Vertrauen beehren wollen, werde ich,
Stoff und Ausführung betrifft, gewiß zufrieden stellen.
Zweibrücken, im Novenber 1866.
c v *
Julius Gentes.

Iruchtpreise der Stadt J
Kaiserslautern vom 1. Dec.
Weizen 5 fl. 45 tr., Korn Afl. 45 kr.
Spelzkern 5 fl. 27 kr., Spelz 3 fl.
57 kr., Gerste 5 fl. 14 kr. Hafer 4 fl.
14 kr., Erbsen 5 fl. 2 kr., Wicken 4 fl.
12 kr., Linsen 5 fl. 5 kr. per Zentner,
Brodpreise: 6Pfd. Kornbrod 22 ir
3 Pfd. Gemischtbrod 12 kr. und 2 Pfd—
Weißbrod 12 kr.
Nedaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Innbert

—
        <pb n="575" />
        Der Sit. Ing berker Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöͤchentlich dreimal. Dienstag, Donnerst ag
und Sams da g. Abounementsbpreis vierteljahrig 46 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 4 Krzr. die dreispaltig Zeile
——— .. Blattschrift odet deren Raum berechnet. IIIIIII
—X z . A zi ete ehe ze 1868
— —— ——
, , 8
habe⸗ ein Rundschreiben, an die Pesfecten hetreffs der Wahlen
erlassen, sind der Patrie zufolge unbegründet.
Jules Favre ist in Trohes, wo er den Propagateure de
Aube“ zu vertheidigen hatte, Gegenstand sehr begeistertet Ova⸗
ionen gewesen. An dem⸗ ihm zu Ehren stattgefundenen Bankette
jaben sich zweihundert zum Theil aus der Umgegend herbeigeeilte
Notablitäten der Bouxgeosje der Champqgne betheiligt. In diesem
einst so Vonapartistisch gesinnten Departement zählt das Kaiser-
reich jetzt zahlreiche Gegnerrr..
England. —

London, 2. Dec.“ Nach dem mimisterlellen Globe! ffeht
noch heute die Abdaukung des Gesamintministerinms devor. Motid
derselben ist die sicher devorstehende Niederlage des Mimisteriums
in der irischen Kirchenfrage. —J J e

Spanien.

Der Madrider Correspondent des „Gaulsis“ schreibt, er sei
von Prim ermächtigt worden, zu erklären, daß derselbe niemals
in der geringsten politischen Beziehung zu den Bourbonen, welchem
Zweige sie auch angehören mögen, gestanden habe oder siehen
werde. errene habe er jemals die Absicht eines Stiaats⸗
streiches gehabt.

Rußland.

Der „Odessaer Bote“ meldet, daß am 13. Nov. um drei⸗
oiertel 10 Uhr Morgens in der Colonie Kubey (Kreis Alterman)
drei ziemlich starke Erdstöße verspürt wurden, welche ungefähr zwei
Minuten dauerten. Die Häuser und die in denselben befindlichen
Möbel, Lampen ꝛec, schwankten, und in einigen Magazinen fiel
das Geschirr herunter und zerbrach. Auch in Odessa wurde das
Etrdbeben verspüut. J

Die Ankunft des jungen Königs von Bayern in Petersburg
wird im December erwartet, Einstweilen soll nur noch die Frage
wegen des Religionswechsels der Braut den Abschluß der Ver—⸗
handlungen verzögern. Bisher traten alle fremden Prinzessinnen
in Petersburg zum griechisch-orthodoxen Glauben über, während
das schüchterne Deusschland. die Reciprocität zu fordern nicht
wagte. Von russischen Politikern wird die Vermählung aus
politischen Gründen sehe wünschenswerth erachtet, weil man da⸗
mit den particulaxistischen Suüden Deutschlands noch mehr stärke.
Der Großherzog pon Hessen ist der Bruder der Kaiserin, die Kö—
nigin von Württemberg des Kaisers Schwester, des Kaisers Toch⸗
tier würde bayerische Könignn.

Fur das kownoschwe, wilnasche und estländische Gouverne⸗
ment steht ein trauriger Winter bevor. Von letzterem sagt die
„Reval. Ztg.“, daß das Elend wahrscheinlich noch größer werden
wird, als im vorigen Jahre. Eine Menge Bettler zieht schon in
ersteren beiden Gouvernements umher, ja viele derselben haben sich
bereits paßlos bis zur Haupistadt durchgebetelt, hier auf Hilfe
hoffend. — *.

Auerifa. JF —VV——
New-York, 1. Dec. Die gerichtliche Verhandlung über?
den von der Vereheidigung Jefferson Davis einbebrachtrn Antrag
ist auf Donnerstag festgesetzt. Der Antrag verlangt die Nieder-
schlagung des Hochverrathsprocefses, weil das vierzehnte Amende⸗
ment der Verfassung nur den Verlust des Wahlrechts als einzige
Strafe für Rebellion feststellt.

— ————
— Deutschlaud. u.
nMünmnch ein, 2. Deenn Se. Maß. der König haben in
Folge Ablebens Er. Hohl des Herzogs Joseph zu Sachsen⸗Alien⸗
burg eine Hoftrauer von agen anzuordnen geruht.
Nüruberg, 29. Nov:. Ein auf heute zum Zweck der
Beschlußfassung über eine an die Abgeordnetenkammer zu richtende
Petition um allgemeines direcies Wahlrecht in die Turnhalle
berusene Versammlung war nicht sehr stark besucht. Es mögen
gegen 400 Theilnehmer gewesen sein, meist Arbeiter. Die Ver—⸗
sammlnug stimmte einhellig und ohne Discussion einem vom be⸗
rufenden Comite vorgelegten Entwurf der Pelition bei, dessen For⸗
derungen dahin gehen: „Hohe Kammer wolle mit allen Milteln
dahin wirken, daß noch vor Ablauf dieser Landtägsperiode ein
neues Wahlgesetz erlassen werde, nach welchem 1) jeder LBljährige
unbescholtene Staatsangehörige activ und jeder 28jahrige passiv
wahlfähig ist; 2) die Äbstimmung eine geheime und directe ist;!
3) in jedem Wahlbezirk nur Ein Abgeordneter ohne Ersatzmann
zu wählen und die Wahlbezirke gesetzlich festgestellt sind; ) die
Wahlperioden auf die Dauer von höchstens 2 Jahren bestimmt;
5) das schan im 1848 Landtagswahlgesetz im Princip ausgesprs
chene allgemeine Wahlrecht nicht wieder von der Abgabe einer
directen Staatsstener abhüngig gemacht, noch durch das Verlangen
einer vorherigen Eidesablegung beschränkt wird.“ Eine lebhafte
—X
die Versammlung mit der Vertretung dieser Petition betrauen
wolle. In Vorschlag kamen Kolb und Crämer. Die Abstimmung
ergab zuletzt, daß die Versammlung in weitüberwiegender Mehrhei
dem Abg. Kolb die Vertretung ihret Petition anvertrauen wolle
indem (bei angestellter Gegenprobe) nur etwa zehn Stimmen sich
dagegen erhoben. —B
Diensiesnachrichte.
Die protest. Pfarrstelle zu Böchingen, Decanats Landau, ist
dem bisherigen Pfarrer zu Katzweiler, Decanats Kaiserslautern,
Wilhelm Stepp, verliehen. *
.Berlin, 2. Dec. Die Beschlagnahmecommission beantragt.
die Verfassungsmäßigkeit der kgl. Veordnung über die Beschlaq⸗
nahme des Vermögens des Königs Georg anzuerkennen und den
Gesetzesentwurf anzunehmen, dagegen die Resolution auf Annul—
lirung des Vertrags mit Georg abzulehnenn.
Frankreich.
Paris, 1. Dee. Sämmtliche Abendblätter besprechen dit
von der Berliner „Post“ gebrachte (von den officiösen aber bereits
dementirte) Meldung, daß der Ministerwechsel in Bukarest dem
oreußischen Eiufluß zu danken sei. „Es isi nichts Unwahrschein⸗
liches in dieser Version,“ bemerkt der „Temps“ dazu. Und wenn
sie wahr ist, läßt sich nicht wohl einsehen, wie dieser Personen⸗
wechsel. hier für einen Triumph der französischen Politik im Orient
angesehen werden kann. Man hat sich schon lange in Wien und
Paris alle Mühe gegeben, den Rücktritt Bratianos zu erlangen,
den man mit Recht oder Unrecht als den Hauptanstifter der Un—
ruheuan der Donau bezeichnete, und man hat nichts erreichen können.
Preußen kommt in der lezzten Stunde, wirft plötzlich in seinem
officidsesten Blatt der moldau⸗walachischen Regierung eine vorgängige
Benachrichtigung zu, handelt dann sofort in Bukarest, und der Fürst
Karl, der sich so lange taub gestellt hatte, folgtigelehrig den gebieteri⸗ — — — —
schen Rathschlagen des Königs Wilhelm und des Herrn v. Vismard.“ (Gedanken eines Schulfreundes.) Die Voltsschue
Wenn irgendwo ein Triumph ist/ so ist es gewiß für diese beiden und hat eine wichtige und hohe Bedeutung. Sie soll micht eiwa blos
nicht für Hrn. v. Moutier oder selbst Hrn. v. Beust. der arbeitenden und erwerbenden Klasse, wie z5. B. dem Bauern—
De Reghernng deinn grone Unruhe wegen der für den oder Handwerkerstande, sondern überhaupt allen Ständen die nö—
3. December von ihr erwarteten Demonstrationen; sie hat die khige allgemeine Vorbildung geben, wodurch die besondere Berufs—
Truppen consignirt. Jedoch haben die Republikaner keine bildung erst möglich wird; sie soll ihren Schülern alle diejenigen
duste Undesonnenheiten zu begehen, die der Regiereng erwünscht Tugenden, Kenntnisse und Fertigkeiten aueignen, die sie für das
sein könnten. noderne Stagtsleben befähigen. Dieses hohe Ziel soll durch
Die Zeitungsgerüchte, Marquis Moustier habe der Koͤnigin zleichmäßige Zucht, durch gleihmäßigen Unterricht erreicht werden
Isabella einen Besuch abgestattet, ferner, der Minister des Innern Uber wie wenig ist diese Volksschule bisher heachteti worden:
        <pb n="576" />
        zleichgültig hat man alls Hindernisse der geistigen und moralischen ietzung des Justus Brauch I. von da, Vertheidiger: onr Rechts⸗
Hebung deg Volkes angesehen, hat sie im Handen einer Partei candidat Rosenbetger. Am Morgen des 10. August Wein
e ie e e en dehrer De ren Zwegce bensder Feit un 6 id verücn det Aannee Juftus vuan v
Jüßlen, und wenn gucht der Staat die Oberaufsicht über ·die) gleiung —— Schneiderz Joh. Petet Schmidt die Wirthschaft zum
A Ewischte Gich ¶derfselde uin o weniger ine die Lowen in Gommersheim, wos er vanläßlich ver Feier des
technische Leitung vetselben, weil, man wähnte, in,den Händen Erntefestes — die Racht hindurch gezecht hatte. Sein Heimweg
des Klerus seien diese Anstalten am bgn berathen. Wie sehr führte ihn an der Wirthschaft zur Pfalz vorbei, wo der Angeklagte
man sich darin täuschte, dürfte jeder einsehen, Ider die Volksschule und verschiedene jüngere Burschen sich befanden. Am Abende vor⸗
mit vorurtheilsfreiem Blicke nur einigermaßen beachten will. — her hatte Brauch üher den Angeklagten geschimpft, ihn inseiner—
Fin zweites Hinderniß, das dem Emporblühen der Bolksschulen Abwesenheitals Bettelbuben u. sJe w bezeichnet. Der Angtklagie
n Wezye stond, warder vorgebliche Mangel an Gesdmitieln. welchem vies hinterbracht worden wür, stellte den Brauch hieruber
Zu Allem hatte der Staat Geld; nur für dieSchülen waren im Morgen des 10. August zur Rede und es entspann sich hie⸗
nig viele Mittel vorhanden. Die große Menge, bemühte sich auch rüber axchen Beiden tin Wortwechsel⸗ be delhem ach in e,
uicht sonderlich, viel darüber nachzudenken, weil man giauvte, diest bissee Manget der sich inzwischen erhenkt hat, sith Abetheiligte
ingelegenhett · wurde uf · den · Landtagen fchon geregett doch wie dehterer · pucie · nach der · Angabe · des · Brannh· diesen · v orge
yft war sie auch da nur Aschenbrödel! Man behandelte die Hdalse, der Angeklagte dagegen stellt auf, Brauch habe den Manger
Schule wie einen Pat:enten, dem man immer vorschreibt, was er jewürgt innd zu Boden geworfen:! a Der Angeklagte entriß nun
su seiner Genesung thuͤn müfse, den man aber —*bewußtrvder inem; Vorübergehenden eineHacke! und 7schlüůg *mit dieser! dem
mibewuht —nie die rechten Mittel verorduete. »—*NMit Recht Vrauch mit solcher Gewalt auf den Kopfedaß derselbe sofort blu⸗
hcben die gewerblichen Innimgem die schwert Anllage gegen die end zusammenstürzte und nach dem-Gutachten des ke Bezirlse
Vollsschte daß sie nicht genug für das Leben vorbilde.— Daß Irztes von Edentoben in Folgs der zrlitten em. Verlezung wathrend
ene bisher gegen die Schule gleichgültig blieben, war der Mangel 3. Monaten arbeitsunfaͤhig war Der, Angellagte genießt im
nn Werihschaͤhung dieser AnstaltenWäre schon früher. die hohe Allgemeinen einen guten Ruf. Die Vertheidigung führte aus, der
Wichngteu ber Vollsbildung begrisfen · worden wurde wan ainge Angellagte habe n Rothwehr gehandelt. da er. mur. zut Wertheit
sehen haben, daß das wahre menschenwurdige Dasein!? eines Volles ʒigung des Manger dem. Brauch— den Sqhlag denseht habo jeben⸗
durch seine Bildung bedingt. sei⸗n daß die Wohlsahrt eines Staates aus sei er im Zustande gemindertex Zurechmingssahigkeit gebesen
et durch sie gesichert werde, z so würde man schon langst über ind zu der That durch. Bele idi gung des Brauch. gerxeigt. worden.
d Hinet zurn Zwece nicht berlegen gewesen sein. — Die Ge die epeer an, der Angeklagie, Habe sich dei Vern
ee Ditee t ws Dund, ben den vhnmächtigen vn Dhng der Tdan n ulande der gemindercn. Zunecnugesahicten
mühungen der politischen und kirchlichen Gewalten um, Erhaltung besanden; und sei überdies zu derselben gereizt worden, Das Ur⸗
— geistigen Sllapenthüms der Menchen. Die heil agutet auj A Jahre, Gefängniß
ünftige Geschichte, wird aber 2.so hoffen wir — die Siege der 83weibrrde n, L. Des Vnllage gegen Christian Bug
Freiheit deschteiben welche die Menschem durch Gründung zuter 34 Jahre: alt, Leinweber in Reislirchen, wegen Kyrperverletzung
Dolloschulen erringen ; Siege mit Waffen, aum denen kein ¶ Men im Verhrechensgrade, Am 7,. October abhin. gegen 10 Uhr
schenblut klebtenund in einem Kampf gegen mittelalterliche· Scho⸗ Morxgens,. dam der, Angeklagte vom Felde heim und beklagten sich
nelien der sascheeende Gein der Menschen fiegreich ine Kinder and sein dei hm wohrnender Issahriger Reffe vuüd-
hewworgeganden istWen erfüllt Det: hochberüchtigte Ruf, an wig, Bug, derl vjähr. Schrhager des. Angeklagten, Jalob Frisch der
müsse, um ein guter Christ zu 8 aufhören, ein gebildeter Mann hes seiner Meuiter in einer Wohnung, unher demselben Dach wie
zu sein“ (Encyclika) nicht mit Elec and Werfe man, einen“ verglei- der Augeklagte, wohnt. habe sie gespritzt und geschlagen. Der—
henden Blick auf die Staaten, unde man wird finden, daß ihre Angeklagte trat guf den jenseits der, Straße stehenden Jalkob Frisch
Nacht/ ihr Nationalreichthum, die Ordnung und Festigkeit ihrer zu und gab ihm mit demKorbe derder Kayste, die er in der
Verwaltung, — aber auch ihre Ohnmacht, Zerrüttung und Aus⸗ Hand hatte, einen Schlag auf den Rücken, worauf dieser davon⸗
„eutung in geradem Verhältniffe stehen zu dem Grade! von Licht uͤef. Der Aige-lagte sprang demselben nach und warf die Karst.
oder Finsterniß, der in ihren Volksmassen herrscht. — Man be⸗ aach ihm, die ihm auch mit der rechten eisernen Zinke derart den
fürchtet von der allgemeinen Aufklärung, von der Vereinigung der dinterropf traf, daß sie in den Schädel eindrang und der. Fnabe
geistigen und fittlichen Macht mit der physischen ein Nebergewicht sofort besinnungstos und heftig blutend zusammenstürzte. Unter
des Volks, vergißte aber, daß nur die Macht eines solchen Volkes dem Ausruf: „Was hab' ich da gemacht?“ hob ihn der Ange—
urchthar ist, weiches in Unwissenheit /aufgewachsen, leicht bethört, klagte auf und brachte ihn in feiner Wohnung zu Bett. Um
ein Spielzeug bliüder Leidenschaflen is·. 1243 Uhr Mittags war Frisch in Folge der erhaltenen' Ver⸗
Die Gefahr nimwi daher in demselben Maße ab, wie etzungen bereits gestorben. Der Angeklagte, der zwar gut be⸗
die Einsicht, die geistige und sittliche Bildung im Vorte! euͤmundet, aber als leicht reizbar geschildert ist, gibt an, er habe
— zunimmt.“ König Heinrich IV. von Frankbreich sagte: seinem davonspringenden Schwager die Karste nur an die Füße
5Aller ReicheHeil, aller Völker Wohl uund der Kirche werfen wollen, das Stielende sei auch auf den Boden gefahren
teichster Segen dängt allein von der richtigen Leitung und und dann herumseschnerrt. Herr Rechtscandidat Lohr,“ der den
Fuͤhrung der Juͤgend ab; dadurch werden die rohen Ge Angeklagten vertheidigte, hob hervor. daß von einer vorsätzlichen
muüther z3nr Leutseligkeit, die ungeschickten und unfruͤchl Handlung nicht die Rede sein könne, indem derselbe den Verlehlen
baren Seelen zur Geschicklichkeit und Nutzbarkeit gebracht.“ * nicht habe treffen wollen, und da er auch nicht den Ersolg
Wer den Zeitgeist erfaßt hat, begrůßt gewiß mit Freuden! habe uoraussehen können, so liege nichi einmal Fahrlässigkeit vor.
ein Schulgesetz; deun nur düf Grund dessen können die Schul- Höchst fubsidarisch behauptete die Vertheidigung das Vorhandensein
Anstalten gedeihen und blühen. Geguer eines guten Schulgesetzes von Reiz und geminderter Zurechnungsfähigkeit. Die Geschwore⸗
sind nauch Felnde“der Schule und des Stautes:; fie meinen es nen erkannten, daß die That nur aus Fahrlässigkeit geschehen sei,
deder mit den Reigire vrenben noch mit den Regiserternn worauf der Gerichtshof eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten aus—
zut, weil sie jeglichen Forischritt hindern wollen. — Es ist im⸗ ĩprach, die jedoch zum größten Theil durch die Untersuchungshaft
merhin eine erfreuliche Thatsache und darf hier nicht unerwähnt abgebüßt ist.
bleiben, daß im Lehrstande trotz der ungünstigen Verhältnisse so
giel geistige Regsamkeit, so viel e eee und uee Vermisschte 6. 12
Streben und so viel warme, tiefwurzelnde Begeisterung fur den! 4Bruchsal, 28. Nob. Der „Kraichgäu⸗ v .
Beruf gefunden werden, und es ist in Wahrheit vom Volk dank⸗ uf A J ne anuu de —— Bote“ schreibt:
— uf esuch st g der Vornahme von Projectirungs⸗
bar onzuerkennen, daß unter den Lehrern noch jener Sinn und ite sur ei Bahn ben Bauchfal vah Geenecahtine t
ifer für ihre eigen il ind das Wohl der Schule ge⸗ Fyff * α ach er im ist dem
Cifer fuͤt . ihre eigene Ausbidung und das. Fifenbahncomite vor einigen Tagen vom großh. Handelsministerium
wahrt blieb, den wir im Allgemeinen bei ihnen finden. — Das n sclaciger Bischeid zueto mnmen het
diesen ehrenwerthen Stand (was in der Neuzeit
e 58— dankbar anerkannt) vernachlässigt. Bayerns Volt 7.Darmstadt, 19. Gestern Nachmittags wurde der Knecht
neshehen nde nemnn Mi 835 eines hiesigen Handlungshauses beauftragt, bei einem Privatmann
hatdiesen Fehler zu sühnen; ein Mittel hiezu rzist dem Landtag lu ei einem Privat.
hoten der underweilten Annahme des Schulgesetes. Bahern 2000 f. zu erheben, Der schon 28 Jahre in diesem Hause zur
* wen n inler andern Staaten (und uner diesen selbs Der großten Zusriedenheit dienende Mann erhob zwar die Summe,
vird gewiß hintet andarn Staaen und un ee git ae dechwand. aher auch damst und haben die sofort. eingpleie
tterreich), die uns in Betreff der Schnle längst voran sind,nicht —
zurückbleiben wollen. Das walte Gott. hese W schungen bis jetzt noch keinen Erfolg
Schwurgerichtssitzung. —— 8 F F Das Frankfurter Journal. bringt in seinem Hauptblatt
— IV. Quartal 18688. yr. 380 vom 27. November folgenden Arkikel: Die deutsche
8 w eibrücken, 80. Nob. Anklage gegen Jakoh KHarn, Feuerversicherung auf Gegenseitigkeit: (deren Sitz kürzlich von
»dicer Taaner von Gommersheim wegen borfüblichetr Körperver⸗ Ludwiashafen nach Nürnberg verleqt wurde) hat beschlossen, neben
        <pb n="577" />
        einer · Nachzahlung. auf die Garankiescheine vie Winzähting gherʒhafe Ir dene Flußt hwamm rine Stre
dreifachen Betrages der Jahresprämien von jämmtlichen Versicher: darin fort und zog sich endlich, nach etwa 5. Minuten, wieder in
ten inzufordern. Es mag dahingeftellt bleiben, ob der Verwal sein bei dem herrschenden Winde jedenfalls äußerst lufliges An⸗
ungsrash hierzu satzungsmaßig befugt iß e sowiel aber is jeden leideverstec quf dem Boete zurüch — zu
falls sicher, daß diese Maßregel der von vorneherein sehlerhaf! bWBr. faub Asrigens sufset dehne —* neuͤseriden Pub⸗
angelegten ·und mangelhaft verwatteten.. Anstalt den Thddesftoß ——
oersetzen muß.. Es, wird sich deshalbe für die Versicherten em⸗ . Der. Bediente e.Turek. aus.Neulitschein,welchet am
pfehleu I.sofort auf ihle Rechte gegenüher? der Gesellschaft zu 29. Sept bei der Gräfin Dembinsia in Wien als Bedienter einge
verpflichten und dieses alsbald gegenüber dem Hauptagenten aus jhr schonn Tags —A Interimsscheine der⸗
drücklich zuerklären 2. dem Nachfchußverlangen des Verwaltungs. Sudbahnactien imi Werthe von 68 — fl. soht —— der
rathes zühen Widerstand zu leister ijnd enduch 8. such ischleunmgss Helder witde wieder gefu mweini h dicuen üh eiv rbrannk haben),
bei einer anderen soliden Austalt gegeig Fenerschaden zu versichern vurde zu 3 Jahren schweren Kerkers werurtheilledi
Die au beineren Orten erscheinenden. Blätter dürften sich manchey feyzey Von einer lustigen Treibjagd wird aus ader· Gegend von
Dank verdienen, wenn sie die Betheiligten auf diesen Stand der Marburg berichtel. Pej derselben wurde mit Ingefähr 20 Schützen
Sache aufmerksam machen wollten. und 16Treibern Fe n Huschere exlest
In Bexhin ist ein bedeutendes Postdiebstahk' verübt e —— —
wotden. üdber den dortige' Blatter Folgendet berichtentenn Der Die unß vorliegende Vr. 2G der eleganten Nlustrirtes Muster
juunge Beamle war · der bel der Post⸗Erpedition am Potsdamer and odgzeituna Verctorrid“ herausgegeben ven N. Haack
Bahnhof beschäftigte Posterpedienten — vnwarter Mayed. Derselbe in Weir Nn, bringt den Anfang “iner neuen preisgekrönlen No⸗
war nicht bei der Anvahme von Gelder, sondern bei der Abfer⸗ velle In Romi pon O. Oito. Q. Wentzel). gus welche wir allt
tigung bedienstet. Sein Verfahren' wat solgendes Et arlirie Freunde der Literatur ———— wollen. Uehrigens ver⸗
sammliche Gerder richtig, ließ die ordnungsmühigen Karten kopiren, dient die ‚Victoxza aee von,. derz Dameuweltᷣ⸗sonderi
pernichtete dann die ersten Karten und fertigte neue an in vweld⸗ uͤberhaupt von edeln Gebiden veständig ———3
letzteren eẽ nur einigẽ Geldbriefe: eintiꝛug und die nicht eingetra. nicht all⸗ illustrirten Journale haben in jeder Nummer so“ wiele
genen unlerschlug. Daher kommt es, daß die Höhe der unter— ——— naentiech dürften die in ge—
schlagenen Geldsummen micht jofort Festgestellt werden dann, sowie, nanntem Blatte nthaltenen Com̃ ———— jeden Musiker von
daß die Untersuchung sehr erschwert wird. Bis jetzt soll fich der Fach, Sünger und Musikliebhaber Inieresse hieien.Die Nr 26
Werth deryunterschlogenen Geldbriefe indessen schon auf 806,000 zringt denn auch wieder ein reizendes Lied?e Er ist gekommen
Thalor belaufen. Wien schlau der Jjunge Mann verfahren, gehln Sturm und Regen,“ Text bon Frledrich Rückert, Musik von
daraus hervor, daß er, wie die Untersüchung erwiesen hat, eine J. Robert. Rückertist nächft Heinne der größte Lyriler unseres
anterschlagene Banknote dadurch gui verwerthen wußte, daß er sich iedereichen Vaterlandes, und das seinem „Liebesfrühling“ entnom—
bei Landsberger den Anzug eines polnischen Indendkzuftteadjvers mine Gedicht Er ist gekommen in Sturm und Regen“ zählt zu
Wechsel soll · er noch vor feiner.Abreise versilbert haben. Als den schoͤnsten Perlen der Poefie. Der geschätzte, CKomponist. hat
Reisegefährtin hat er sich einr Dame des Orphoums · m tenommen damit eineꝛ⸗ —V —— 35 kird wobl bald⸗ saß
Bis jetzt fehlt übrigens dioch jede Spur, wohin“ das edle Pacn LToßstuck die Runde d ri nle Vonceralet achene Schließli
seine Schritte gelenkt hat.“ * — — 57 * wolben· wir noch die⸗ — —— * Ai
Rer.nrgesundheitsahoflel ¶ Censt Naͤhsert hat. sein in üin schönes Zeuhatte fut die Foitsgeie vert ee
früheren Wintern schon ofters im Rhein abgelegtes Wagestück/ am * — J
letzten Sonntag in —— di· w3 Die Lonsumenten w4
derichtet darüber: Zunächst hielt er auf dem Dfteteiche: gꝛ id der Stollwerck] cheit Biuit Wonbnie iplgen — —
eine unabsehbaxe Menschenmenge eingefunden haͤttke, ine vin prache dexvielseitigen Nachahmung der Verpackung veren sich selbst grö—
dann begab er sich in ein Boot, warf⸗sich dort unter dem soeh ggtre Firmen nicht schumen, auf den vollen Ramen und Siegel⸗
felhaften Schutze eines Regemichirmes in das nöthige‘ Badeaͤnstalt⸗ Verschluß der Packele aufmerksam gemacht. *
Pfalzische Pisenbabnen.

Bausversteigerung.
Mittwoch den 16. Dezember 1868,
Fachmittags 2 Uhr, zu Si. Ingbert im
Wirthshause von Heinrich Westphälinger,
läßt Jakob Marx, Schufter dahier, sein
an der Hanpistraße neben Apotheker Wei⸗
gand gelegenes zweistöckiges Wonhaus mit
Hintergebaͤude und Zugehör· auf Lange
Zahltermine in Eigenthum bersteigern
Horen, kgl. Notar.
— — ————— 8r igl * r α
8* st
Hausversteigerung.
Samstagden 12 Dezember“ 1868,
—T——
bert in der Behausung des ·Seifensteders
Heinrich Schmitt, wirde auf Anstehen von
I. Elisahethe Hellenthal, Ehefrau von Pe⸗
ter Abel, Ackerer in Sengicheid wohnend
und diesem selbst, 2. Maria Hellenthal,
ledig. gewerblos in St. Ingbert wohnhaft,
auf Eigenthum versteigert: 4*
P.“ein auf 4 Veye Fläche zu Su Ing⸗
bert in der Eisenbahnstraße neben
Buchdrucker Demetz Nund Michael
Weis gelegenes Wohnhaus mit
Gärtchen
16Dez. Acker auf Mühlenthal St.
Ingberter Bannes.
Horn, kgl. Notar.

Bekanntmachung.
Am 1. Dezember 1. Irs. gelangt für die directe Veförderung von Gütern
zwischen den Stationen der Niederl. Rhein-Eisenbahn, Amsterdam' und Rotterdam einer⸗
und den Pfälzischen Stationen Homburg, St. Ingbert, Zweibrücken und Landstuhl andern⸗
seits ein Reglement nebst Waaren-Verzeichniß sammt Tarifen via Neunkirchen⸗Bingerbrück
zur Einführung. 33 7
Erxemplare des vorbezeichneten Tarifs können bei den genannien diesseitigen Güter⸗
Epeditionen zum Preise von 6 kr, per. Stück käuflich bezogen werden. .
Ludwigshafen, den 80 Nobember 1868. α ιιινι
Die Direction der pfälzischen Bahnen; s ii
— — wh —J—— —9 —D
Bekanntmachung.

Mit Genehmignng der Direction der Pfälzischen Eisenbahnen wurde dem Gastwirth
Johann Schwarz von hier das Rollgeschaft auf hiesigem Bahnhofe bertragen und
ollgende Rollsätze festgesetzt:
für gewöhnliche Frachtgüter vom Vahnhofe nach der Stadtttt

St. Ingbert und vice versa per Cir. 2 kr.
Schnappbhach * d — — in 6
Rohrbach 33337
Ensheim —7 ***
Rentrisch 3
Elwersberg ιXäν
Spiesen 4*

Für Eilgüter kommt doppelter Rollsatz der gewöhnlichen Güter in Anwendung.

Bei Sendungen von 20 Ctr. werden die ersten 20 Etr. für voll berechnet, für das
weitere Gewicht ein Viertel der Rollfracht weniger. Die Bezahlung der auf den Güter
uhenden Frachten ꝛc., sowie Bescheinigung des Empfangs hat bei Annahme sogleich ün
den Rollführer zu geschehen. — — ——

St. Ingbert, den 4. Dezember 1888
Die Bahnhofverwaliung; E i flLe

3 Zimmer, mit oder ohne Möbel,
einzeln oder zusammen, sind zu vermiethen.
Auch werden einige junge Leute in Kost
and Logis genommen.
Georg Klein, Kohlenstraße.

.

—A
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        ισαα . Wααα.αôä äαιαααασ σααι—Aαι
. * J— 7 73

Anm, Arac,
Vun sche sseus⸗
Kirschenwasser,
FCognae,
ee J
Malaga, Citronen,
— 2
Ausgebeinte Frank
furter Schinken,
Fraukfurter Brat⸗
würstchen, * —
Zardelleng
Mar. Haͤringe,
Capern, Vauille,
Thee, Chocolade,
Hafelnüsse,
Randeln mit u. vhn
Schalen.
Zugleich eipfehle meine rein gehaltenen
Farben und Firnisse, Leinöl, Ter⸗
pentinöl und alle in das Material-
Spezerei⸗ u. Farbwaarengeschäft
einschiagenden Artikel bei billigsten
Preisen. J F — F— 21
Frih Panzerbieter.
Zu Lestgeschenken
geeignen empfiehlt 8*
Curtonage-Artiseel
in geschmackvosser Auswahl, als:
andtaschen, Vandscũr be, Necescti-
res, Arbeitsscasten, Hciscet- Btrick-
nacdel-⸗Etuis, Kammlscasten, Schreib-
manpen, Schreib u. Photogramic-
Album, Ponerie, Feu, Ludu-Oom-
paunon, Briefbesehveror, Schreib-
rcrνε, Briefmarscen-Etuis, Naœtlet-
Ptuis, Handschuli-Kcistelien, Ulir-
halter,
Fächer, (das neueste), Wachs-Etuis,
Spaarbüchsen, Schachteln.
Jarbkasten.
Bortefeuilles, Wiener Portemonaies
und Cigarren-Etuis mit vergoldetem
Bügel, Brieftaschen u. s. w.
Maohs-Gegenstando
zum Verzieren der Christbäume in großer
und schöner Auswahl.
WVachsIiceht hen vund
cichthasfter.
Bilderbücher, Jugendschriften ꝛc.
Die Schreib- &amp; Zeichnen-Mateérialien-
Handlung
H. SOBERPF St. Ingbert.
Eine Wohnung in meinem Hinter⸗
gebäude ist zu vermiethen, kann gleich oder
bis Januar bezogen werden. U—
Julius Grewenig.
Frucht⸗, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Homburg vom 2. Dez.
Weizen 8 fl. 42 kr., Korn 4 fl. 40 r
Spelz 8fl. 490 kr., Gersie, — Zreihige, — fl.
— kr., Mischfrucht 4 fl. 50 kr., Hafer
4fl. 14 kr., Etbsen — fl. — kr., Kartof⸗
jeln 1 fl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 3 Kgr.
23 kr., ditto 2 Kgr. 16 kr., ditto 1 Kgr.
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Qual.
— kr., Kalbfseisch 12 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 16 kr., Butter 31 kr
per Pfund.
Arankfurter orse
e lpom' 3. Dez. 1868.)
Geldsorten
Preußische Kassenscheine. . 1144-43
Hreußische Friedrichsdder. .9 8714-58
pistolen ..... 9148-50
holländische 10 fl.⸗Stücken. 9 54-56
Oucaten —X — — 5 37-380
20Francs⸗Stucke.... 27-28
knglische Souvereigg. 54-58
Bold per Zollfund fin. . — —
dochhaltiges Silber zer Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 27—28

igarren, Tabacke,
Achuupftabacke,
AUe Suppensachen,
ucker u. Kaffee,
uckerbohnen
zrustzucker
andiszucker,
arinzucker
dettigbonbons,
acriz Brennoͤl,
ampenoͤl, 2
detrolenunm
alatol, Weinessig,
Ird. EGses
Stearinkerzen,
achtlichter.

Zu Weihnaehtsgeschenken.

——4
MM

— —

Eine große Auswahll
bon Nippfachen und Cartonages wit Parfümerie-⸗Fütterung ˖
Auch ist wieder angelommen? —————— —
feines Haaröä..Ungarische Bartwichsee
feine Seise eu Seuge
Dauerhafte Blechtrommeln, die ich ˖selbst anfertige, loͤnnen
nur dann noch bis Weihnachten geliefert werden, wenn man die⸗
Afelhen rechtzeitig bestell J

*

— οurt Schöffner.
var ιι ιιιιιιιιινιαα

arr⏑
Die Verlosung der Pferde u. Reitrequisiten
des Unterzeichneien, bestehend in n e,., —
25 Gewiunstenn
findet unwiderruflich Dongerstag, den g1, Dezember nächsthin Nachmittags 2 Uhr im
Fruchthallsaale zu Zweibrüden statttt. L..4140
Von den Loofen iind hei mir und meinen Ageuten nach esne größere Anzahl vordäthig
und wird zu deren Abnaͤhme höflichst eingeladen.— —
Ernisweilerhof hei Zweibrügen, den d Robember 18688. 4348
. Erναα.
1860* Pfalzer Rothwein 18kr. per Schoppen,
1868* Feldbeeren ⸗ Branntwein 18 kr. per
1868* Zwetschgen⸗ Branntwein 18 fr. per
S hoppen,
inmn reinge haltener Vaare
,3 — —— 9 — empfiehlt ——
— — α J AJ— 0 * 60 ss
eF l * — cc. 2 8
TgZeh habe am diefnen Plabe eifttfffeeee
Hemden und Weisßzeugfabrik
exrichtet und empfehle meine Fabrikate, welche nach Muster und nach Maß ge—
fertigt werden, unter Zusicherung guter, billiger und schneller Bedienung zur
geueigten Abnahme. .
Zugleich beforge ich ganze NAusslattungen und halte daher wohlassor⸗
tirtes Lager in allen Arten Leinen, Gebild, Drill, Bettbarchent, Federleinen,
wollenen Bettdeden, Flaumen, Roßhaaren, Bettfedern, Vorhangstoffen u. s. w
Diejenigen, welche mich mit ihrem Vertraucn beehren wollen, werde ich,
Stoff und Ausführumg betrifft, gewiß zufrieden siellen. ãA
Zweibrücken, im November 18686. IAxr —J—
Julius Gentes.
Theater imnm St. Ingbert.
Directon von August Schrot h.
Im Saale des Herrn Oberhauser.
Sonntag den 6. Dez. 1868:
* Quastmodo
der Glöckner ee Notre:Dame
a oOoder:
Esmoralda,
das Zigeunermädchen.
Schauspiel in 5 Tablaur und 1 Vorspiel
in 1 Akt von Charlotte Birch-Pfeiffer.

horte Filz und Stroh.

Sohlen, Kautschuk- und

Lederz Gamaschen
billigt bei
ALEPYS.
ederhandlung. 1
— — 7 —— — — c ⏑ —— ⏑⏑ — —
332NRedaction, Druck und Verloa von FJV. Dometß in Ste Ingherit

——
        <pb n="579" />
        * J 2 1 ! i 8 7 UV — — J
8 9— d⸗ * — g. e— —V
—2X J.. —V— — —— — 34 W * J ? J — n, .a 7 icj .
4* J G L LLEB. ι
— J J — —
— — 9 — V . — J —
* *8 I w * — — 0
——[—[ 137 — ..
— —43 4,9— v
An ders

He

iFνι—«

— — — v —
Der „St. Ing berter Anzerger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint woͤchenilich dreimal: Diens ta g, Do u erstag
und Samstag. Abomementspreis vierteljäͤhrig 45. Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8.Krzr. die dreispaltig⸗ Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechueci... — 95*

Nro. 146. Dienstag, de Heeem ber 8* ——— 2 — —— 1868

J5

Aii 3* — S
, e verpe Deutschland. äüιν3 een Lo⸗ e
ae 35 Dez.! Der Kultusminister Fkhieltnien sn Eichelsdoͤrfer's ein neues Bla die Mannheimerd ndzeitung!
A * 23. dr ee e nn als Organ der, badischen Volksparter; sie wird im Geisterdeʒ
— —— d eeede ir ns dur n Beschlüsse der Nürnberger und Stuttgarter Arbeiterversammiuugen
einer ee zu Fune im en we ee en 5—
IS869 zu veranlafsen. Die Ausstellung foll!nicht, wie jene edigirte ede vot daß sie für den da
een e der eeeee ein wird, was der Stutt. Veob.“ für Württemberg ist
vndern auch die Kunstler anderer Staaten! zur Beschicung einge · Darmstadi, 3. Dez. Abgeordneter Metßz bat beantragt
In und aufgefordert werden, auch soll sich das Unternehmen »en Beschluß der vorigen zweiten Kammer aufEintritt non ganz
ucht auf Erzeugnisse der Malerei und Plastit beschränken, fondern Süddeutschlund, And jedenfalls vom ganzen Groß herzogthum Hessen
aAugs Die Produete dos Grabfuchels. der Lithograbhis. soweln soche n. den Rorbdeutschen. Buhd n wdeheen Weitere gAninagt
oon künstlerischerem· Belange, auf bildliche Darstetlungen· Und — uf zeitgemaße Reyvision oer Propdesehen en eneed
ürfe der he unst, auf! di zuestenn Fortschri * nunt, — , ,
3388— voee danunß — In Sturttgart. 4. Dez⸗ Die CThrumrede des Qöuigs küne
e — Kunsigewerbjchulen⸗ aus⸗ igt eine Reihe von Gesetzesvorlagen an, darunter Befeitigung der
* 8 m.. Ein —*2* —* liedern der Akademie der khehindernisse, — eine Maaß⸗
33 n mnn de Manchener n e enieee ind Gewichtgorduung,Aushebung, »er Personal⸗Exetutign in
ee mit den ersten Einleitungen für: das Unternchmen be⸗- Wechselsacheu. verheißt gine zeitgemaͤßze Lösung der Verfafungsan
dusen e n, e eee i eee e
7 iß. 9 die Selbstständigkeit Württeinbergs wa ren, im Einklange init
unge e Sit Sochalaesehathunus ausshun eSunne mahn wennnce e haz e
hat heute seine Sitznngen wiedet aufgenommen And die Vorschlage hͤflichten gegen das weitere Vaterland ireu und“ patriotischen
ber Abgeorbneten Kolb und Soyer bezügbich der Pfälzer Gemeinde⸗ inne aien Pentere Balerland
dnung dur chberathen Do diese Vorschlage fich in vielen Puutz * Stultgart, 3. Ver. Die Kammer der Slandesherren
eu an den unsprünglichen Regierungseniwurf, fowie an ie er zat als Candidaten für das Vicipräsidium gewählt die Fürsten
ultate det hekanntlich unter dem Vorfitze des Staatsministers des Wolfegg, Zeu um Langenburg, und auf den Antrag Naurath's
Junern in Sbeyer gepflogenen Berathungen angeschlossen, s be ꝛeschlossen, eine Antwortadresse auf die Thronrede nicht zu erlaffen.
danden nur wenige Differenzen. Von den letzteren gelangten die⸗ In der Lammer der Abgeordueten kommt die Adreßfrage am
enigen, welche mit den bezüglich der rechtsrheinischen Gemeinde⸗ chnen Ronne u — ——
ordnung noch bestehenden Differenzen indentisch. sind, wie z. B. d —5 en 87 Dcc Gestern Abend kam es hier zu
die Frage über das. Bestätigungsrecht, Aberhaupt nicht zur Be—⸗ iner Säbel⸗Affaire, wobei zwel Soldaten gefährlich verwundet
duna in ehderen Punltan Gnamenttich bezüglich der sahrigen vurden. Civitisten, welche in. Sotdaten in“ Raufhende unett
Wahlberioden hat sich der Ausschug füt die von der Siansee emachtigten fich, als die Solbaten bie Subel zogen deren Waffer
Ang dertretenen Anschauungen extlart. während er bezüglig wer ind wandten sie mit schwerem “Erfolgeauf ihre Gegner an.
erer Differenzen den vorliegenden Antraͤgen der beiden Pfälzer In Esfen fanden am letzlen Sonntag gelegentlich zweier
lnbgenedunt J benetdelen ist· ...... 9 de, Vormittags und Abends) abgehaltener Arbeiterversammlungen
Nach einer Nünchenet Korr. det „Nat.“Z.“ sind unter dem Frawasse fatt, bei dentn— es zuischen Gendarmerie ng —**
dlerus der . Mellnchonet / Erzdideese ¶ Sanuinsungen für den Volls- suerfeus un Cwilisten andererseits zu offenem Kampfe und ehrn
ooten· Extedacteur ¶ Zander im Gange, e , Berwundungen kam; zahlreiche Verhaftungen warden vorgenommen.
J Ducctiegnge a Anlaß hierzu gab ein Polizeierlaß der vas gewählte ? und bisher
* Diensledancahtens , uu ähnlichen: Versammlungen benützte Local hierzu als ungeignet
Die von dem Gerichtsbolen Philipp Weismann in Edenloben ezeichnete. 74 —35 —75
ghetene Werseßungg nach Vergzabern is genehmigt. ferner ist der i n 3. Dez.. Der König hat beim Empfange Bene-
Perificator Georg Schmutt von Zweibrüden auf die erledigie Ve- iten die freundschaftlichen Versicherungen für Frankreich an
rificatorstelle in Bergzabern und auf die hierdurch exledigte Ve⸗ en Tag heleg sulaitreilth
aee fut den Amtsbezut. Zweihrücen der —derzetige 1. »n. Feldtairch 80. Nodr!Das Nreisgericht forberte“ vom
Vadhtmeister beinm. 5. Chebaürlegers-Regiment, Jacob Vlesnger gischof von Brirxen die Herausgabe der Ehegerichtsacten sunerhalb
in Speyer. ernannk worden. — Der. geprüfte Lehramtscandidat iner Frist von acht Tagen im Weigerungsfalle,“ist er mit einer
Beorg Ridthäler von Freinsheini ist als Verweser an der tech⸗ Slrafe von 1000 sü. bedroht. gegesaue, in
nischen Fortbildungsschule zu Kaiferslausern zu errichtenden zwei⸗ ou a a r F
en Lehrstelle für neuere Sprachen und der Schuldiensterspectant SFrankreich. int sn7
Dristiau Victsr aus Kirlel zum Schulverweser an der gemein,· Die „Agence Havas“ vom 8.Dec. mesdet us Paris: Auf
Wastthen Schute du Prantahe Cemiade Dterdort atg nanutn zue are haite sich seit fruhet Morgentnne u
Andetze ded an ggen andermeinig wermeüdete..¶bisbetins. Studien. Ditehehene eingefimdenwelche dorwiehenge e
hrer der drilten Classe an der lateinischen Schule zu Zweibrücken eugierigen bestand und eine durchai passive Haltung veobachtele
Beorg Hoffmänn ist unter Vorbehalt seinerzeitiger geeigneter Wie⸗ gegen Il uhr hate she e —
berverwendung in Vehtamte guim Bymnasialprofessor extrs statum dolizei zurt Räuinung des Kirchhofes schrut,. Die Anwesenden
ernannt, die sich etledi gende Lehrsteile der dritten Klasse der iatei⸗ — — dFole binnende
nischen Schule n Emwahet den. dem Studienlehret an der solirten Individuen, welche verhaftet wurden Nach der Raumung des
Lateinschule — August Netzle in Provisorischer Firchhofes blieben noch einige hundert Personen, augenscheinlich
Sigenschaft verlichen, fzen der Studienlehrer Johannes Dreylorn us Neugier, vor demselben zurüch. Als gegen brer uh Nach
n Zwelbrũcen zmi Gymnasiolprofessor an der Studienanstalt nittags das Promeniten vor dem Kirchhof inen dewonstrativen
Zweibrüͤcken befordert worden. — Die lath. Pfarrei Claufen, Tharacter annahm, zerstreute die Polige die versammelte Menge,
Vezirtsamts Pirmasens, ist dem derzeitigen Verwefer derselben, zhne erheblichen Widerftand zu findem und nahm einige Verhaf.
Priester Friedrich Stabel, verliehen worden.. „. Angen vor. Im Innern der Stadi, wa die Ruht nirgends
Der kgl Forstgehilfe Nicolaus Sauer von Fischbach, Forst⸗ gestört wurde, erfuhr man erst spat ·von diesen Vorfällen.
mi Dihn Forstamtsassistenten am kgl. Forstamte Nen⸗ Es ist falsch. daß Isabella unter irgend einem · Incoguits⸗
tadt a. H. ernannt worden. Namen nach Compiegne geladen worden seie Sie hat mehrfach
        <pb n="580" />
        auf solche Einladung anipielen lassen, aben immer erfolglos. In Madrids6. Dez. Gestern hat in Cadir eine „republika⸗
wischen F sich Don Carlos damit, in einer hiefigen Druckerei nische Kundgebung stattgefunden, wobei die Truppen aufgefordert
Brevets für b6 rnennungen und ———— er alsbald wurdent; die Waffen niederzulegen, Auf die Weigerung der
— Eo —— Truppen errichteten die Republikaner Barricaden. worauf das
cß'aris, 4., VDec.Die Angaben des Figaro »denen zufölge Militär einschritt,“ die Barricaden nahm und die Republtcaner
gestern auf und borc dem Kirchhaf Montmartre etwa 300 Vere zerstreute. *
haftungen vorgenommen seien, werden als übertrieben bezeiunet;
nderweiligen Mittheilungen zufolge, sollen im ganzen 62 Per⸗
sonen verhaftet sein, von denen die meisten wahrscheinlich bald
wieder auß der Haft entlassen werden· J
ga ri's, A. Dez Er Girardimhat von Emilis Gastellar
dem spanischen Republikanerchef, einen Brief erhalten, welcher die
hestimmieste Hoffnung auf Errichtung der Foderativrepublik in
Spanien ausdruckt. Es heißt darin: „Die spanische Revolution
wird nicht sehlschlagen. Wir werden das Problem· Idsen⸗ die
größte Freiheit, die es auf der Welt gibt, mit der umverleßlichsten
Ordnuug zu verbinden“ Es sheißt, daß inn den bedeutensten
Stadten Spaniens Hundgebungen stattfinden sollen, um die Re⸗
gierung zu moglichst schleuniger Einberufung der Cortes zu ver⸗
ainlafsen.“ Die Mumicipalitätswahlen finden bekanntlich ain 18
Dec.·statt; wie man — die · Deputirten für
die conftituirende Versammlung Ende Januar oder Anfang Fe⸗
hruar gewühlt werden, und die Cortes selbst etwa 14 Tage spä⸗
jer zusammenireten.n e Puι
7Die Furstin von Latour d'Auvergne hatte den Oelberg bei
Jerusalem käuflich an sich gebracht, und von Paris ein Haus da⸗
dinbringen lassen, welches fie zu bewohnen gedachten⸗o Der Tod
es Fuͤrsten hat diese Absicht vereitelt, und der Oelberg ist'! nun
zurch einen regelrechten Akr Besitz der Krone Frankreichs geworder
England. 53
Der Sturm der lehten Tage that die Zahl der Schiffbrüche
dieder unn ein bedeutendes vermehrt, und woch immer treffen Nach⸗
richten von solchen an allen Theilen der Küfte ein. An der Küste
hon Rorfolk strandeten zwei mit Banhölzern defrachtete Schiffe,
delen einsz die Bark „Anne Scott“, ein englischsFahrzeug, auf
dem Wege von Memel nach London, war. Alle Mannschaft an Bord
wurde gerettet. Das Schiff „Annandale“ scheiterte unweit der
Meerceymündung, Capitän und MWannschaft wurden gerettet. Die
Rienzi“ von KQuebek nach Liverpool' wurde im atlantischen Ocean
hon ihrer Mannschaft —E
in der Nähe von Queenstown, und die gesammte Bemannung
zing zu Grunde. . J——
Italienn..
SFlooren z. b.“ Dez. Eine Proclamafion. Mazzinis in
dre, Änuag Italiana“ mahnt entschieden wie früher don allen
Versuͤchen ab, Rom durch Parteifractionen befreien zu wollen; 4—
Vefreiung Roms müsse ein Werl nationalen Unternehmens fein.
J 1 Spanien. V ee
Espartero wird von vielen Seiten aufgefordert, einstweilen
die Dictatur zu übernehmen. — ———— — —
TNAus Madrid, 30. Noo., wird der Havas'schen Agentur
geschrieben: „Die große republikanische Demonstration, don der so
lange. gesprochen wurde, hat gestern stattgefunden; aber die Pro—
binzen waren nicht dabei veriteten. Man versichert indeß, daß
dies het; der zweiten Manifestation am 13. Dec. der: Fall sein
wird. Gestern war das herrlichste Wetter; es hatte sich eine
ingeheuere Menge nach dem Pradound in die Straßen begeben,
veiche der republikanische Umzug Ppassiren mußte. Man hoͤrte
icle Mufikchöre und sah viele Banner und Fahnen, auch xothe.
mit, den mannichfaltigsten Inschriften, als: Es lebe die Republik
3 lebe die Förderativrepublik — es lebe die iberische Republik
— .die Un ersalsbrderativrepublik — die Geschichte det Könige
ist die Geschichte der Verbrechen und der Matyrolog der Völker zc.
Vom Prado anß ging der Zug, an dem wohi 10000 Menschen
Theil nahmen, auf den Plaß dei Palacio, wo Hr. Castellar eine
ge und energische Rede damit schloß, daß er das Volk einlud,
g schworen, daß nie mehr ein König den Palast (welchen er mit
den Fingern bezeichnete) bewohnen sollie. Die Rede wurde natür⸗
Ich mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Daum ging der Zug
im Kriegsministerium porbei auf den Platz des 2. Mai, wo die
Frelheusmartyrer gefallen sind; hier sprachen die HH.Orense,
Tastellar, Sorni, Pierrad. Die Demonstration ging in- vollkom⸗
menster· Ruhe und Ordnung vorüber, und es wäre zu wünschen,
daß die Republikaner in den Provinzen stets das Beispiel ihrer
efinnungsgenossen in der Hauptstadt nachahmten-53.
Maͤnrid, 4. Dec. Der, Minister des Innern hat ein
neues Cixcular erlassen, in welchem/ er die Gouverneure der Pro⸗
dinzen auffordert, der gebührenden Handhabung des Vereinsgesetzes
die erforderliche Aufmerksamkeit zu schenken, jedem Mißbrauch aber,
der sich unter dem Deckmantel dieses Gesetzes vollziehe, entgegen
zu treten, und nicht außer acht zu lassen, daß für jede Verletzung
is ibes die entsprechende Strafe festgesetzt sei. u

Türkei.

Konstantinopel, 4. Dec. Die „Turquie“ bestätigt.
daß die Pforte beschlossen, die diplomatischen Beziehungen mit
GBriechenland wegen der Begünstigung des kandiotischen Aufstandes
abzubrechen, den türkischen Gesandien aus Athen abzuderufen
und dem griechischen Gesandten in Constantinopel sere Passe
auszustelleu — — —
Rußland.
Si. Petersburg, 1. Vez. Der „Golos? meldete dieser
Tage, daß man den König hon Bayern im Laufe des Dezember
hien eenharie, In mamichen. Kreifen it hierüber. Roch nichts
beklannt. e 34
Amerika. — —8R ν. 271
New-⸗NYork, 6. Dez. EGabelnachricht) Der VProceß
gegen Jefferson Dapis wurde his zut Maisession des Obergerichts
hon KRichmond vertagte Die Bürgjchaft für den Angeklagten
vpurde erneuert.
Der Darien⸗Canal ist nicht mehr länger Gegenstand. eines
frommen“!: Wunsches, sondern ein⸗ Projeet geworden, an· deffen
aldiger Ausführung lanm meht zu zweifeln istn Durch die Legis⸗
atur des Staoles Rewyork wurde eine Compagnie, „behufs GEre
hanung und Betriebes eines Schiffahrts⸗Canals überden Istha
mus von Darien zur Verbindung odes atlantischen: und Stillen
Sceans“ incorvorirt, die zu ihren Mitgliedeen die gewichtigsten
Männer zählt 4
Die Kossen werden sich nach den genauesten Berechnungen
auf 65, 000,000 Dollars belaufen, und die New⸗NYorker Com⸗
hagnie ist mit dem besten Erfolge bemüht, diese, Summe rasch
durch Subscriptionen zusammenzubringen ie
Nachrichten von seiten der Rebellen auf Cuba inelden, daß
diese täglich an Boden gewinnen und beschlossen haben, mit der
Regierung keinen Compromiß zu schließen, sondern ihr ursprüng⸗
liches Ziel, die Unabhängigkeit der Insel, streng zu verfolgen.
Anders lauten die officiellen Nachrichten, denen zufolge die Insurx⸗
genten bei Santiago de Cuba geschlagen worden wären und jegt
die Ueberbleibsel ihrer Detachements concentrirten.
Schwurgerichtssitzung.
IV. Quartal 18606. —
Zweibrücken, 2. Dec. Anklage gegen Jakob Schuck,
12 Jahre alt, ledigen Weber von Reichenbachstegen, wegen Koͤr⸗
erverletzung im Verbrechensgrade. Der 68 Jahre alte Daniel
Hecker von Reichenbachstegen, welcher gerne Branntwein trinkt und
in Zitterkrampf der obern Extremitäten leidet, kam am 12. Juli
letzthin. Morgens 7 Uhr, zu dem Angeklagten in die Wirthschaft
— Kreuzer Branntwein
gebeu. Anstatt auf den erhaltenen Sechser 4 Kreuzer herauszu⸗
zeben, behielt diese der Angeklagte, mit der Angabe, Becker schulde
noch 8 Krenzer'für Tabak, worüber Beide in Wortwechsel gerie⸗
chen, in dessen Verlauf Becker eineunflätige Aeußerung machte.
Die im Nebenzimmer anwesende Zeugin Billard will diese Aeu⸗
herung, sodann einen Fall and den: Ruf Beckers gehört haben:
Au, mein Bein!“ Letzteret behauptet, der Angeklagte habe ihn
jingeworfen, während diefer sagt, Becker sei, hinter sich gehend,
im Stuhlbein hängen geblieben und gestür zt. Der Anklagte
chaffte nun den Becker zum Haufe hinaus auf einen dort liegen⸗
den Klotz, wo er bis Nachmittags liegen blieb, dann zuerst in
das Haus des Anhellägten und gegen Abend in sein eigenes
verbrucht wurde. Durch dte ärztliche Untersuchung und Behand⸗
ung wurde ein Schenkelhalsbruch des linken Beins ermittelt, der
u feiner Heilung mindestens 3 Monate erforderte und eine Ver⸗
sürzung des linken Beins als bleibenden körperlichen Nachtheil,
ebenso eiue bleibende Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Hert
Rechtscandidat Braun, als Vertheidiger des Angeklagten stellte auf,
daß nicht erwiesen sei, daß der Angetlagte den Verleßten hinge⸗
worfen habe, und wenn er ihn auch auf die unflätige Aeußerung
„or die Thüre habe setzen wollen, so habe er nur von seinem
dausrecht Gebrauch gemacht, höchstens habe er sich eine Fahrläs⸗
agkeit zu Schulden kommen lassen, aber, selbst eine vorsätzliche
ZRb perverletzung zugegeben, habe der Angeklagte hiebei doch im
Zustande des Reizes und geminderter Zurechnungsfähigkeit gehan—
relt. Die Geschworeuen erkannten den Angeklaglen, unter gleich⸗
zeitiger Bejahung der Frage bezüglich der mildernden: Umstände,
der vorsätziichen Körperverletzung schuldig, worauf er zu 6 Mona—
ren Gefängnißstrafe verurtheilt wurde.

221
        <pb n="581" />
        Zweibrücdcen, 8. Dec. Angellagteist, Daniel Püller,
Tagner von Krottelbach der Tödtung des Bergmames Jalkob
Anton von Niederkirchen. Vertheidiger Herr Rechtscandidat Rosen⸗
zerger. Bei Gelegenheit des Kirchweihsestes, welches am B. Sep⸗
ember zu Oberselchenbach gefeiert wurde, kam es zwischen Burschen
von Oberselchenbach, Niederklirchen und Krottlelbach zu wiederholten
Malen zu Reibereien, an welchen sich namentlich der Angeklagte,
zin gewisser Koch von Niederkirchen und Carl Zimmer von Krot⸗
elbach betheiligten. Die erste Veranlassung hiezu war das Beneh—⸗
men des Angeklagten, welcher in dem Wirthszimmer, wo verschie⸗
dene Bursche von Niederkirchen, darunter Bergmann Auton, bei⸗
ammensassen, ein Glas auf dem Tische der Letzteren zerschlug,
jierübher wurde er von einem Burschen zuͤr Rede gestellt und ent
pann sich zwischen Beiden ein Disput. Im Tanzsaale selbst war
es zwischen Karl Zimmer und obgenanntem Koch zu einer Rau⸗
erei gekommen, wobei der Letzte durch einen Schlag mit einer
Flasche eine Verletzung auf den Kopf erhitli.“Eetzuͤhlte dem
Angeklagten, der noch im unteren Wirthszimmetwar,“ er sei
Jeschlagen worden, worauf Beide sich in den Tanzsaal begaben.
Hier padte der Angeklagte den Bergmann Anton, welcher bis
dahin an den verschiedenen Raufereien gänzlich unbetheiligt geblie⸗
ben war, mit der linken Hand und versetzte ihm mit einem
Messer. welches er in der rechten Hand hatte, zuerst einen Stich
in den Kopf und dann noch einen Stich in den Hals, so daß
Anton sofort leblos zusammenbrach. Beide Verletzungen waren
nach dem Gutachten des Experten tödtlich, und, zwar mußte der
Stich in dea Kopf nach 12 bis 14. Stunden, der Stich in den
Hals aber unmitielbar den Tod zur Folge haben. Bei der Ob⸗
duction der Leiche wurde eine abgebrochene Messerspize iim Schä-
delknochen des Anton aufgefunden, welche genam auf das Taschen⸗
messer des Angeklagten paßte. Noch au demselben Abende äußerie
der Angeklägte, er habe einen todtgestochen und wollte nach Frank
reich flüchten. *
32 Der Angeklagte gibt an, er sei betrunken. gewesen' und habe
nachdem er ohne Veranlasiung mißhandelt worden sei, mit seinem
Messer blindlings um sich gestochen, ohne daß er jedoch wisse, ob
er Jemand getroffen habee. —

Der Vertheidiger Herr Rosenberger plaidirte mit großer
Gewandtheit und dem ihm eigenen Scharfsinn auf geminderte
Zurechnungsfähigkeit. Die Geschworenen erklärlen den Angeklagten
ür schuldig jedoch unter Annahme von geminderter Zurechnungs⸗
ähigkeit, worauf ihn das tgl. Assisengericht zu 8 Jahren Zucht⸗
zaus verurtheilte; mit dieser Verhandlung endeten die Assisen-
itzungen des 4. Quartals 1868 3
Vermischtes.

FNeustadt a. H. 2. Dec. Heute tagte dahier der Aus⸗
schuß des pfälzischen Lehrervereins, um die Beschlüsse der Kreis—
versammlung vom 283. September in Vollzug zu setzen. Der
bekannte Beschluß: „Auschluß des pfälzischen Lehrervereins an
den jenseitigen Hauptverein bei Wahrung dar Selbstständigkeit des
ersteren“ wurde dahin interpretirt, daß in allen Vereinsfragen die
Statuten des Hauptvereins auch für den diesseitigen Verein maß⸗
gebend sein sollen, während bei den sich ergebenden allgemeinen
Vereinskosten die pfälzischen Lehrer ihren verhältnißmäßigen An⸗
theil zu tragen haben. Dagegen sollen die Jahresbeiträge der
einzelnen Mitglieder mit je 18 kr. in die Kasse des Hauptvereins
für die Pfalz in Wegfall kommen. Die jenseitigen Hauptversamm⸗
lungen und diesseitigen Kreisversammlungen sollen“gegenseitig
durch Delegirte beschickt werden, welche in der Pfalz durch die
reisversammlung zu bestimmen sind. Zugleich wurden Petitionen
an die Kammer der Reichsräthe und der Abgeordneten vorbereitet
in Betress der baldigen Durchführung des Schulgesetzes bei unver⸗
inderter Annahme des Art. 50 des Gesetzesentwurfs.
München, 2. Dec. Mit dem 1. Januar 1869 werden
wie Franco⸗Couverts bestimut ins Leben kreten:“ Die Couverts“
nüssen neben dem Porio mit 1 Pfennig bezahlt werden. Außer—
dem werden mit Neujahr noch verschiedene andere Bestimmungon
eingeführt, welche dem Publikum große Bequemlichteit daen
Von der Altersklasse 1847 wurden im ganzen Königreiche
25,982 Jünglinge als Wehrpflichtige zur Loosung beigezogen;
von diesen kommen 15,860 als Dienstbare in die active Armee
ind 2530 als Ersatzmannschaften 1. Klasse; hiehon find zur
3. Brigade (Speher) von 4224 Pflichtigen 2497 Mann als
Contingent zu stellen. — 9*
7 0DDie im Bau begriffene Eisenbahn von Mannheim nach
Karlsruhe, für welche die Mannheimer Stadtobligationen-ausge⸗
geben wurden, soll eine Fortsezung nach Rorden über die Orte
důirnheim, Lampertheim, Bürstadt, bis an die Worms- Darmstädter
Bahn erhalten. . —
Mit dem Bau der Offenbacher Bahn resp. deren Fortsezung
in der Richtung nach Hanau zum Anschluß an; die Hanau⸗Be⸗

zraer Bahn wird bald begonnen werden. Das fabrikreiche Offen⸗

„ach mit seinen weltberühmten Erzeugnissen wird dadurch in das

großẽ· Esenbahnnetz gezogen. 133 niet,

*Ji welcher außerordentlichen Weise sich der Kohlenverbraͤuch

eit zwei Jahrzehnten gesteigert hat,“ zeigt das Anwachsen des

dohlenversandts aus dem Zwickauer Kohlenrevier: derselbe stieg
von 393 Millionen Ctr, im Jahre 1850 auf 812 Millionen Ctr,

m Jahre 1837 und 2414 Millionen Ctr. im Jahre 1863.

5Der König von Hannover hat das Gut Konopist in Böhmen

jom Fürften Lobkowitz um 2 Mill. Thlr. gekauft. 5

Am 20. Movember war im Hotel Rothschild in Paris

ie Verfügung getroffen, daß jedem sich meldenden Armen ein

ouisd'or gespeudet werde; außerdem sind an 240900 Dürftige

300,000 Fr. sogleich vertheilt worden..

Der Chef der FirmaF, A. Brockhaus Heinrich Broͤck
jaus, ist am letzten November von riner I8monatlichen Reise, die
zerselbe im Norden bis zu den Orkneys⸗ Shetlands vden Fa⸗
roer⸗Inseln und Island, im Süden nach Algier, Oran, Konstan-
ine bis an —8B der Wüste, Tunis und die Ruinen von

darthagsausdehnte, in die Heimath zurüchgekehrt, 9

!Bei Vialines (GBelgien) stiess wie pire Fr 32 mittheilt

»er Eilzug auf einen mitten im Schienengeleise stehenden 8

eummwagen, so daß daß Petrolenm explodirte und ein Ihe der

Waggons des Zugs Feuer fingen;glücklicher· Welse urde der

Train zum Stehen gehracht undef die Iusassen Drauchgeschwarzt⸗

efreit. 9— —0— 28 24— 34 α

Vor den Assisen in Genf stand dieser Taͤce Aue Ver⸗

recherin deren Haublungen, Motive und; Mitiel ein Räthsel sind⸗

Fealmeret ———— Jahre alt, don“ gutet Herkunft,
ebildet und permogend, lift angeklagi, G—7 Kranke, ditnan berz—
iedenen Orten und zu wersqhiedener Zeit hrex Perege guvertraut,
varen, bergiftel zu haben. Sie pflegte ihre Krauken, von denen,
ie nie inen früher gekanut hattb mit !großer Sorgfalle and Aus⸗
—— beraubte ihre Opfer nie umd bewahrte lieine Andenken
von ihnen liebevoll aus. Sie soll dieselben imit Belladonna und,
Utropin vergiftet haben; sie lernte diese Gifte: in der Anstalt
eines Arztes lennen, dem sie sagte, sie sehe auf dem, einen Auge
aicht, der Urzt sagte, sie täusche ihn. Erst in den letzten Fällen
entstand Verdacht gegen sie, sie wurde unvermuthet verhaftet und
Belladonna und Atropin in Fläschchen. bei ihr gefunden. Eine
wisse nervöse Reizbarkeit ind Hinneigung' zur Frömmelei sind
die einzigen auffallenden Dinge an ihr. Die Geschworenen erklär⸗
en sie sür „Schuldig mit mildernden Umständen“ und der Ge⸗
richtshof verurtheilte fie zu 20 Jahren Zwangsarbeit und 10,000
Franken Schadenersat an die Civilpartelen.

fJu den Zeitungen liegen und fliegen die Millionen nur
o herum: die 2000 Millionen-des Pariser Rothschild, die 14
Millionen des Havin, Eigenthümers der freisinnigen Zeitung
„Siecle“, die 3 Millionen Rossini's, die halbe Million des Wie—
aer Bürgermeisters Zelinka. (welcher dieselbe hauptsächlich als
Idvocat in Processen⸗ wo er als Vermiitler auftrat und eine
riedliche Beilegung erzielte, gewonnen hatte) ꝛc. Es wird einem
irmen Zeitungsschreiber, der sie von Berufswegen zählen muß,
janz schwindlich, um so mehr, da sie schon alle ihren Mann ge—
unden haben. v
eees d utf paunne

Inserale.

Die DampfeEhoeoladen⸗, BoubonsDraͤgées⸗
Mareipan⸗, Traganth⸗ und Zuckerwaaren-Fabrif
von Frauz Stollwerck, Hoflieferaut in Kölnsa / Rh.
hrehrt sich ihre reiche Auswahl anerkannt feiner und feinster Con⸗
itüren angelegentlichst zu ampfehlen.

Die jelt mehr als 30. Jahren sich eines fstets vepmehrten
stufes erfreitenden AS toll werck'jchen Brustbonbonb⸗⸗ sind
—
ind Brustleidentt ne:

Die Choeoladen von ausgesuchter Feinheit unterscheiden
ich von jenen der ersten Pariser Fabriken nur durch ihre Wohl⸗
eilheit. Gefüllte Chocoladen⸗Bonbons und Tafel-Desserts sind
5pecialität der Fabrikqtion.

—n In Knall⸗Bonbons mit humoristischen Einlagen, komischen
Atrappen, sowie? feinen Präsent-Bonbonnideres und⸗ sujets
Surprise stets das Neueste in großer Reichhaltigkeit. In Marci⸗
pan⸗Torten von 24 bis 5 Pfund bieten 800 Dessins in künstle—
ischer Ausführung die Auswahl. Glacirte, candirte und einge—⸗
nachte Früchte. J—— e F — an

Versendungen von' mindestens 30 Pfund erfolgen innerhalb
»es Zollvereins franco bis zu der, dem Bestimmungsorte nächst⸗
jelegenen, Bahnstation. Vollständige Preis-Courante auf frauco
Anfragen. ——

— —— —
— —

F 2 —8*

—— 2 —
        <pb n="582" />
        Counhentionelle
Zwangs⸗ Versteigerung.
Samstag, den 12. Dezembet 1868
Nachmittags uͤm 1Ahr zu St. Ingbert,
in derx Vehausung des Geschäftsmannes
Wesphalinger wird auf . Betreiben
des Johann Schmelzer Schreinermeister
dahier der durch Carl Fleischbein, Küfer
und Essigsieder daselbst, lJaut Haufactes
——
erworhene Hausplatz von 9. Rulh“ aus
Planser. 2884 am Seyenrech St. Ing⸗
herter, Bannes, neben, Peter Kempf und
Peter Becker's Wittwe, wegen Nichthezah⸗
lung des Kaufpreises üffentlich bersteigert
ue Heo rn„gl. Notar
—9* Mobiliar⸗ 27
αα u — —
Vexsteigerung
Nächsteu Samstag den 12
Deember A868
Nachmittags Uhr zu St.
Ingbert im Wirthslocale der
Bebrüder Mayer, werden auf
Betreiben des concessibnirten
naenunes ae
phälinger inSt. Ingbert, nach⸗
beschriebene demselben in Un⸗
leipfand gegebene Wagren
gegen gleich baare Zahluug
oͤffentlich versteigert nämlich:
Verschiedene Stoffe zur Au—⸗
Fertigung von 150 Frauen⸗
kleidernn
60 760 Restẽe verfschiedener
Stoffe, zu Röcken. Jacken
und Kindskleidern geeignet,
einige Dutzend Halstůcher
und fonstige Waaren.
Meu, Agl. Gerichtsbote.

Pfalaische Eisenbahnen.
Bekanntmachung
Mit Genehmignng der Direction der Pfatzischen Eisendahnen wurde dein Gastwirth
Johanu Schwarz von hier das Rollgeschaft quf hiesigem Bahunhofe übertragen und
ollgende Rollsäße festgesetztztz me Weeegehe F
rür gewöhnliche Frachtgüter vom d nach der Stadt 4 2265
m — 2 ugbert und vige verza per Ctr. 2 kry.
Nach inb von den Orkejz; Schnappbach 3
ιια A Rohrbach 9 — e 5* —PR 8 —*
* 3 * * ——— Ensheim güneen de 8 — J Thx,
—— * J ——— 75 Xxutrisch e —* ———— “ꝛ 40 * 5
e Elwersberge ——
D— Spiesen 4 53
Fur Eilgüter kommt doppelter Rollsatz der gewöhnlichen Güter jn Anwendung.
Bei Sendungen von 20 Ctt, werden die eee für voll berechnet, fuͤr dag
weilere Gewichtnin Vierlel der Rollfracht weniger. Die Bezahlung der auf den, Güter
uhenden Frachten c., sowie Bescheinigung des Empfangs hat bei Annahme sogleich an
den. Rollführer zu —— ——
Si. Ingbert, den. . Dezember 1868—
Die Babnhofverwaltung: Esi flet

— — — —— — — — — — — — — *
Dar ünderzeichete macht. viermitnuvm Ohrringe ba e
die ergebenste, Anzeige, daß er von 2016 rringe hen bieen
sade an nicht mehr bei Frau, Ehr⸗ aingefahr g. Tagen.in mietnem . aden
hardi Wwesondern bei drn. Schufter ewede ene actn wel 3
Rrens leister⸗ in der raße * —
erzueer in der KohlenstrastZae ob Echwarz Mehoer
pohnt n. 432 * — 77
— Eugen Romelius. Theater im St Ingbeærvt-
dgebvenneherDureeon don AbgunS nrerh
——— Im Saale des Herrn Oberhauser

Mittwoch, den 9. Dez. 1868:

* ꝑk 45 — 54

Pere — Boktor Wespe —P

—D——— oder:; 3 ba 431

ier fur Binen.

Preis⸗Lussspiel von Roderich Benedigxi

Preise der Plätze: 1. Pläß 24 kr. — 2.

Plat 18 ir 3. Plotz V tr. — Abon-

zjement⸗Billets für den - ersten Platz das
Dutzend zut 4fl. für den zweiten Platz

—
Wohnung bei Herrir Carle Apprederis zu
hhabeu — 6
Kassen-Deffnung 7 Uhr. Anfang 8uhr—
Das Nähere besagen die- Zettel.
— A. Schroth
— —

752 — —

er

Um' wo woglich jedes Jahr —X
ien, habe die Preise glleztußerst gestellt⸗
. Stief.

51 —— 1
Unterzeichnetet hat die Ehre diermit an—
wzeigen daß er demnächst seinen Tanz⸗
Anterricht erdffnen wird, in welchem alle
e pe und. Geseuͤschafts⸗ 3* Worms den 4. Dez.
——————
Schritle i be sqoiisch r 536— —. kr. Roggen 10 . * kre
Polta⸗ Pollar Mazurka u. AN. Fexnerx die J fl 10 tr. Gerste 10 fl.20 kra
unjangsstudien für Eonre⸗danse bis — fl. — tr. per 100 &amp;ilo., Hafer,
Zweiter Curfus8 5P20 kr. bis — fl. — sr. Per 60 Kile
lebung der obigen Tanze. Quadrille Mehl per Partie 9 fl. 30 tr bis — 8*
e aetnee eg wogtenmehl — sue —in bia
Touren:. Quadtille de Lanciers. F Rozaenmeh 7 74* n— shF
Wigc heteen unded — lr. Roggenvorschuß 10 fl. — kr. bis
ʒerrits schon früher den erssen Kursus ab * —J Weizendorjchuß 18 fl. lt.
n batn md Tanze detz 3. — fl. — tr. Blumenmehl. — fl.—kr.
sfturfus be eiben möchten, sind beten. z—fl. — zug Repe
ierüber. Mittheilung bien. in r! * e de
Das Honorar für den Tohzlehrer wird * 8 r. b —
ift. nach beendigtem Cursus entrichtet. en 5 etn Faß 19 fl.lt:. bis—
igtemn Cunus kutt denuee — fl. — ir- Leindl.ohne Faß fl.
dalon bei Herrn bi
5 Juhg — 34 se tr. bis ẽ se ohne daß
9— ee . 33. —— vb — 5* tro per,
on;. Samstag, den 80 Kils. Repatuchen — s. ãutr. bis
Abend fi. aat. Branntwein 24 fl.n- tr.
. l bie — fi. — ir.
— — 72— —— —— —— —
Redaction, Druck und Verlang von Fe ö X in St Ingbert. 5 755

2Zimmerae
Duule i hend, nebst Feller
und Speicher, sind zu vermiethen bei
. direFram; Ganster, großzen Flur
4 — —— ——
TTIS ιιιι
Ganz neue, frisch gewaäfserte F
—. ed lin
Stockfischhe
b. V. Stiet.
— TEECCCOIMNMMMAOSV
83 Zimmer, mit oder ohne Moͤbel,
einzeln oder zusammien, Find zu verntiethen.
Auch werden einige junge Leute in Kost
und Kogis genommeig.eene n
Georg Klein, Kohlenstraße.

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        23 e ee 36 ιια ιιι
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reα n anr in ege: i aι i vua Ieere Pher e : a . eie
der Si. Ingberker Anzei'ger mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donners kat
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 485 Krzra ader 18 Sülbergr. Anzeigen werden-milus-Krzr. die dreispaltig Zeile

itteinn. Blattschrift odet deren: Raum vberechnei.νÇαν
Pro. 147. * — —— * F Donnerstag, den 10. December e n 7 8* 1868
— 25 —— — ——
diucouνιια. —

Dentichland.
—MAn ch e n 7Dee Hoffmanns · Correspondeng· demeniiri
die Zeitungsnachricht, wornach Frantreich gegen die Beschlüsse der
ndenced ien protestirt hätte. 3 687
Man u ch e e7. Dec, Das Kriegsminiftetium hat derfütgt,
daß! von: iner Einberufung heimlich auͤsgewanderter? Reservisten
der Landwehrinänner Lediglich zum' Ziweck“ ihret Verfolgüng! wegen
Deserlion: Umgang? genommen“ werden“ müsse:“ Reservisten Le.
velche sich durch kigenes Verschulden aiißer Stand: setzen, im Fall
ver Mobilifirung oder behufs vorübergehender Diensleistung für
Aufrechthaltung der gesetzlichen Otbnung“ der nc sie nergangenen
Finberufungsordte Folge leisten zu lönnen,“ uinterliegen den Straf⸗
bestimmungen wegen Desertion. Die Nichtbefolgung der Einberu⸗
ungsotdre Seitens solcher Wehrpflichtigen du den Uebungen oder
Fonttolversammlungen begründet nurein disciplinär sivafbares
Verschulden. ,e,
München, 8. Dec. Zum Präsidenten des Obetsten Ge—
richtshofes ist Htn d. Neumayr exnannt, der als Präsident des
berbayerischen Appellgerichts durch den oberfränkischen Appellgerichts-
präsidenten Dr. v. Vogt ersetzt wird, an dessein bisherige Stelle
Oberappellgerichtsdirecior ve Metz ernannt ist, der feinerseits durch
Ministeriakrath Dr. Kutbersetzte wirdenn Staatsanwalte Stenglein
um Beirksgeticht München dist zum. Appellgerichtsrath' mit Verwen
»ung im Justizministerinm befördertn ι ι ιιι_ι
—DB—— z A 8 . ι ι ,
r , Dienstesnachrichten —
Die an der Kreisgewoͤrbschule Kaiserslautern erledigte Lehr⸗
delle füt den landwirthschaftlichew! Unterricht ist deme bisherigen
Berweser dieser Stelle, A.Nipeiller übertraggen, ferner ist der ge⸗
orüfte. Lehramtscandidat Georg“ Schmid? aus Rennertshofender
hm verliehenen Lehrstelle der⸗suntersten? Klasse an der isolirken
zateinschule zu Kirchheimbolanden wiederenthöben!numnd diese Stelle
— ——
ussistenten am Gymnasium /zu. Speyer, Lotenz Köppel us Has-
verau, und · diei erledigter VLehrstelle der J. Claffe des ijblirtehin Lu
einfchule zu Grunustadt Anbwiederuflichet· LWeiser dehnigeprüften Lehr -
amtscandidalen und Assistenten an der Studienalistalt Zweibrücken,
dorenz Bartenstein dus Erlangen, übertrügen worden. — Dic e
Der iSchulverweser Heinrich Hoffmaun in Stonborn ist zum'
Schulverweser:an der ptotest. Schulse in Stauf · und! ver frühere
Schulberweser: Petet Kraus zum Schulverteser ain der tuth. Schule
in Hahnhofen ernamt worden. ι
Kiaer Us ru heizt8. Dec.“ Der Großherzog umd die Groß⸗
herzogin trafen von Stuttgart her wieder Hhier eim. α—
A. Anläßlich der Artikeli dernnu,K. g.n rund wetzinKladd.“, nach
welchen Preußen dem Kurflürsten won Hessen biel WGeld bezahlt
haben soll, verspricht im „Volksboten! Lin“ Kurhesse! binen Preis
hon 1000 Ferire derisch 8 deredemjenigen Mitgliesdes preu⸗
zischen Abgeordnetenhauses, welches machweist, daß!der“ Krurfürst
von Hessen nur einen- Pfennig“ aus preußischen Geldern oder
dassen erhielt.nu ιι
Wien, 5.5 Dec. Mie! Abindblaͤtter! melden bezüglich der
Pachricht: det Turquie“ Uber den Bruch zwischen der Pforte und
Briechenland, die Schutzmächte übennrben eine starke Prefsion“ auf
die griechische Regierung.nnLetztere erllärte es jedoch für: eine Un—
möglichkeit, die Expeditidrien: bon Freiwilligen-nach: Creta zu
hindern. — 7
Wien, 8.Mecaku Nachbem die Blätler innden letzten Ta⸗
zen zur konfessionellen Gesetzgebungs-Frage mancherlei Neuigkeiten
aufgetischt, kommen heute die Ober⸗Officiösen mit der Erklärung,
eine der libeiden: widersprechenden ⸗ Meldungen seiwahr; denn
weder gedenke die Regierung dem Reichsrathe einen Gesetzentwurf
ur Einführung der obligatorischen Civil⸗Ehe vorzukegen, moch
denke die: Regierunig dDatan⸗ die konfefstonelle Bewegung einzu—
dämmen.“DieWahrheiteliege ù*nin der Mitte; das Mimnisterium
erwarte in dieser Fragedien Imnlative des Reichsralhes, uͤm sich
diesem anzuschließen. Hoffeutlich“ läüßt es das Abgeordnetenhaus

.ι i Iytit 31812
gran wicht fehlen · Inzwischen ist der neue Gotschafter? inre Rom,
Braf. Trauttmansdorff,am ⸗Freitag vom MPapste empfungen wor
den.. Eine Meldung, die der römische Correspon dent der Kolnischen
Zeitung mit: dem Zusatze begleitet, daß die Einfludrelchen· in der
imgehung des Heiligen⸗Vaters noch? immer⸗ ander Hoffnung feste
alten⸗eine in i hrem Einne günstige Wendumge Wnue hnenag
Desterreich das Concordat moch retten:¶ Rfro Prise n ———

uirs Dieen, Presse bezeichnet dies von der AVTurquier getnel⸗
ʒeten⸗ Maßregeln . als bis jetzt: blos: in, Aussichi gestellt. Du Die
Neue Fr. Pre“ meldet, gutunterrichtete Kreife in Griechenland
etrachteten den Bruch zwischen der Pforte und Griechenland
ils unvermeidlich. Dien Schittzmächte⸗ seirmneichestrebt,n die fort⸗
hauernde Unterstützung destretischen Aufstamdos eitens Griechen⸗
nnd zu hindern? miuie. t .
Wisem, 6. Deer Die Reue Fr. Pr.“ meldel Sin Auf die
von Bucharest hiereingelangte Notification über die Bildung des
ieuen Cabinets hat die österreichifche Regierung sofort geantwortet,
aß sie den Cabinetswechsel als den Wahren Willensgusbrud be
rachte,/ der Vertragsmäßigen. Stellungindes Landes nach allen
Zeiten hin gerecht zu werden, und daß man berelt fein werde die
vertragsmäßige aber auch begräuzte Selbstständigkeit der Flrfleit⸗
hümer jederzeit zu stützen und zu stütken.

FWien, 8. Dec. Die amiliche Zeitung! publicirt das Wehr⸗
zeseß und einen Armeebefehl des Kaisers, in welchem gesagt ist:
Die Monarchie bedarf des Friedens. Wir müssen: ihn zu erhalten
wissen. Beide Reichsbersammlungen entsprachen meiner Erwartung
m vollsten Maße ind nahmen, von echt patriotischem Gefühl durch-
ungen, das Wehrgeset an.. Die staatsrechtliche Neugestaltung
Jesterreichs Fführte das Reichnzur historischen Grundlagen jener
Jeiten zurück, wo es die schwersten Kämpfe erfolgreich bestande und
länzende Siege exrungen chat Beide Theile des Reiches treten
tzt mit gleichem Interesse für die Größe, die Macht und Sicher⸗
eit der Monarchie ein und die Armee gewinnt durch einen Bun—
esgenossen, der sie im Glück und Ungng kraftvoll unferstittzen
aind. Ich will, daß die Armee, die Kriegsmatine und die unt,
dehr als treue. Waffengefährten zusaimgien haltenee Schwere Miß
ieschicke betrafen die Armee, doch ungebrochen büeb ihr Muth⸗ und
intrfchütterf mein Glaube an ihren Werth. Sien soll die Be
zangenheit nicht verläugnen, sondern die glorreichen Erinnerungen
erselben hinübertragen in die Gegenwart i
Peest hsss Dec. Inen Herrmanfiadte wurden zahlreiche
cumanische Proclamationen welche in Form bon Gebelbueheen enn
Jeschmuggelt worden waren, confiscirt. ιν—3
Penst h6. Dec. In der Nachtsitzung des Abgeordnetenhau⸗
es überreichte der Ministerpräsident Graf Andrassh unter stürmi
schen Eljens die vom Kaiser sanctionirten Gesetze uůͤber dje Wehr⸗
fraft, Landwehr und das Volksaufgeboh. 6
..Fraukreich. 3
Ein an den“, Constitutionel“ gerichtetet Brief aus Maͤdrid
ündigt den Beginn einer rarlistischen Bewegnng in Catalonien und
lxagonien an.. ιινα. ——
:Das „J. d. P.“ berichtet die geftern von ihm gegebene
stachricht wegen der Acquisition! des Oelbergs, Seitens der frane
sischen Regierung dahin, daß die Fürstin von Latour d'Auverglie
jar nicht gestorben ist, sondern sich fehr wohl thefindet, aber die
Lerfügung getroffen hat, daß der ihr Seigenthümlich gehörende
Delberg nach ihrem Tode— Eigenthum der französischen Re—
zierung werde. J

.Paris, 6. Dec. Laut Nachrichten aus Konstantinopel von
zestern geht das Gerücht, daß die Pforte ihre Entschließungen ge—
indert hat und vorläufig nur ein Ultimatum nach Athen richten
vird. — Die Consuls sind von 41 auf 43 gestiegen.

Paris, 8. Dec. Die hierher telegraphirten Nachrichten

»er „Turquie“ werden hier als übertrieben betrachtet. Der Con—
titutionnel meldet, die Vermittelungsmächte hätlen vpon der Hohen
zforte erreicht, daß selbst im Fall einer Weigerung Griechenlands
ie Ausführung der angedrohlen Maßregeln bis zum 12. Dec.
        <pb n="584" />
        verschoben bleibe. Ders, Moniteur“ theilt zn seinem Bulletin mit,
Graf. Bismaxck habe in AUnterredungen mit Zegesrn
e at —E —9 Vertz auey in die Aufe
atan Juer Veziehungen der Großmachte untereinander
ausgéordchen. ⸗
Schweiz.

Bern, 8. Dec. Der Nationalrath hat den Handels⸗
vertrag mit Oesterreich, der Ständerath den mit Italien
genehmigt. 7 50 31 Gn ..

, ν Italien,ιι

Florenz, 7. Dec. Der Großherzog“ Bou⸗ Baden mit
emahlin ist nach Karlsruhe abgereist (cheint also doch nicht
großen Widerwillen vor dem preußischen Blaubari Beyer zu haben).
Beiefe ans RNomnmelden/daßß in Cibita⸗ Beechta wieder meh⸗
rere Kisten mit Flinten ausgeschifft wurden.
un tAgt s Lin giarm d Dec.n schreibte mianidem , BDund
Manzini befinder sich, wie ziemlich alle: Welt weiß, feit: anehreren
Monaten Aeidend hier bei seiner ergeberen Freundin⸗MrsusRtathan
deren Vihlorn Mrs. RNathan,“ ine geborensn Ftalienienerin
Wittwe eines enhlischen Juden, eine belaunte ., Conspiratrice“!
und leidenschaltliche Verrhrerin Mauzzinis, hat diese Willa vor drei
Jahren dem früheren Vesiher, bei Den auch Vogt vor rinigen
Jahren wehnten abgrlaufte Hier also wohnt und lebt“ Mazzini,
ehen Quadri u. Al hier gehen seins Agenten ab uad zu. Seine
Krankheit Foll, nebst einer übschen Amahl Jutzre, in einem mehr;
sahrigen Herzleiden bestehen. das vor etwa zwölf Tagen bei seiner
Freundin und in seiner mächstenUmgebung ernstliche Bedenken
crregte ja das schlimmste befürchten ließ. Gptuun

Aus Warschau geht der „A. Z.“ bestimmte Nachricht darüber
zu, doß nicht nur bedeutende russische-Tuppenmassen am die gali—
zische Grenze concentrirt werden, sondern daß seit einigen Tagen
duch ein großer Vorrath von Schanzgeranhschaften auft der Gisen⸗
ohn nach Fzenstochau: BMefördert witd, weiln umaibes chtossen sei
den schom fruͤher projectirten Bau? verschauzter Kaßernements am
Rahon der galizischen 1Grenge imn nächsten Frühling wirklich in
Angriff zur nehmen. ιαι ι ι

Spamien. — . J——— ——
Mia dri deu zeDec, “Imparkical“ führk ans, daß die
Insurreclionrauf Cuba zu sehr ernsten Bedenken Anlaß gehe und
baß Spamien auch nicht die dußersten Opfer scheuen dürfe, um
der Insurrection ein Enden zu“ mächen und die Insel zu pacifi⸗
riren, vor Allem aber sei es dringend geboten, den Bewohnern
Cubais alle diejenigen Freiheiten zu gewähren, welche sie von der
Revolution erwarten zu durfen glauben.“ Unverzüglich“ müssedie
Regieruug alle irgendwie zulässigen! Reformen in den überseeischen
Bestzungen elnsühren umb namentlich sei daselbst die Sclavenfrage
—
Mead riad, G. Dec.“Meberi die gestern in der Provinz
Andalnsien erfolgten Ruhestörungen? sinde genüuere Nachrichten
eingetroffen.n DieRevolte in Puerto Sania Maria war vor⸗
zugaweise gegen den durch das allgemeine Stimmrecht gewählten
Buͤrgermeister gerichtet, deffen Absetzung die Ruheftörer forderten
Die Ordnung: wurde in Puertse Saͤnta Maria sofort wieder her⸗
gestellt und die Ruhestörer deu: Gerichten übergeben. Allein in
Fwischen war auch unter ·Beuutzung des Umstandes, daß ein Theil
der Garnison nach Puerto? Sänta Maria gesandt war, eine Re—
olte im Cadix nusgebtochen. Der Rest der in der Stadt zurück—
Jebliebenen Truppen ies jedoch der Angriff energifch zuriülck und
schloß dirAuufstaͤndischen nin dem Rathhause“ und einigen benach.
barien Häusern ein.In jallen übrigen Otten Andalusiens herrsch
ebenso wie in allen andetn Provinzen vollstündige Ruhe. 9

Madrid, 7. Dec!e Die Wahlen zu denconfstituirenden
Cortes sind auf den 15.. Januat angesetzt; der Zusammentritt
der Cortes erfolgt am Id. Februar. In-Tarragona wurde
zgestern eine monarchische Kundgebung durch Republikaner gestört,
delche sich des Banners bemächtigten und dasselbe.udeschimpften,
so daß Cavalerie einschreiten und die Ordnung wieder herstellen
mußte Hier in Madrid ist noch keine Ruhestörung vorgekommen,
einige Reugierige bewegten sich gegen das Sonnenthor (Puerta
del Sol'““, das Centrum der Stadt und der Sammelplatz aller
Flaneurs) ohne feindselige Haltung; doch iß die Nationalgarde
anter den Waffen..

Griechenland. —
Athem, 7. Dec. Die Agentur Havas meldet: Als die
Gesandten von England, Frankreich und Rußland erfuhren, was
in Konstantinopel vorgehe, thaten sie gemeinschaftliche Schritte
beim Minister des Asußern. Man hofft, daß die vorhandenen
Schwierigkeiten fich in befriedigender Weise überwinden lassen.

Türkein.

Konstantino pel, 7. Dec. Die „Tuxquie“ erklürt es
für unbegründet, daß die Hohe Pforte ihre ursprünglichen Be—

schlüsse modificirt und ein Ultimatum nach Athen gesandt habe,
— sei vielmehr fesi
nischldfsen, die diplomatischen Reegen mit Griechenlaud ab⸗
ubrechen und alle Schiffe mih, Freischärlern an Bord in Grund
hohren zu lassen.nIn einem vgestern unter gersönlichent Vorfitz
des Sultans abgehaltenen Ministerrathe-/ dem auch mehrere höhere
Officiere beiwohnten, wurden Beschlüsse eines Krieges gegen Grie⸗
chenland gefaßt. Der Admiral Hobbard Pascha ist nunmehr ab⸗
gereist. Es geht das Gerücht, der Sultan werde in einem Ma—
aifest an sein Volk die Motive des Bruchs wmit Griechenland aus
ananderjchen · ——
uee Rußland.

St. Peters burg, 8. Dec. Das eee de
St! Petersbourg“ fordert die Wiener „Neue Freie Presse““ auf,
die angeblich vorhandenen Vewesse über rüssische Intrigüen in
Ungarn beizubringen, widrigenfallz Kie selbst das Zugeständniß
iner ausgesproche nen Verleumdunge huchen würde.

“

σααOæ
2. .. r meh e
p'Ludwigshiafen, a„Dec, Sisher führten die Güter⸗
züge des Pfälzischen Ludwigsbahu⸗ Nr. HOstIaa, von Homburg
eziehuugsweise · Zayeibrücken nach Et. Ingbegt und Nr, 41760
don St. Ingbert ugch Homburg nur Wagen 83. Klasse zur Per⸗
onenbef ox der ang. Einem vom Publikum laut, gewordenen Wunscht
utsprechend, hal die Direction der Pfälzischen Eisenbabnen ange
xdnet, daß diese Züge vomn B. Deceucber abe guch einen Wagen
3. Classe zu führen haben, waß Ppon dem reisenden Publilum
dej der jetzigen Jahreszeit, gewiß mit Befriedigung bernommen
werden wird rie n — α
. Lampoeaun7. Dezun In Folge der Stürme von heute
Lacht sind auf hiesiger Station, die Ielegraphenleitungen in der
Weise zerstört, daß voraussichtlich mehre Tage die Benützung der⸗
elhen unterbleiben muß. i α
a P. In Eisenberg brannte in der Nacht vom 6. hauf den 71
Dee. ein Theil der xrühmlichite, bekannten großen Friederich' schen
Bapierfabrit niedar ιιιÂLνt
FiAis Mannheim, 80. Nop. wird der Allg. Zig. berichtet
In der linkarheinischen Pfalz wird gegenwärtig unter Anordnung
des Regierungspräsidenten v. Pfeufer durch den hiesigen Bildhauex
Hornberger ein bedeutsames Restaurationswerk unternommen. Un—
ter der von Notabeln des Ortes früher vom Schutte befreiten,
setzt im Besitze Hrn. Stumms, des großen Industriellen der Rhein⸗
afalz, befindlichen Burg Landstuhl befindet sich, die Atixche, in
velcher Franz von Sickingen seine Grablege Fand. Eine noch gut
esbare Inschrift hinter dem Altar gab hievon Keuntniß. Sie
autet:: „Hier liegt der edel und Ehrenfest Franciscus pon Sidin⸗
gen, der in Zeit seines Lehens Kaiser Karolen V Rath Kammerer
ind Hauptmann gewesen, und in Belagerung seines Schlosses
dannstein, durch das Geschütz tödtlich verwundet, vollends auf
Donnerstag den 7. Mai anno MDXXDI um Mittag in Gott
hristlich don dieser Welt selig verschieden Rei. P.cp Aus
ihr geht der alte Name für Landstuhl hervor, denn an eine zweite
Burg RNannstein ist nicht zu denken, und zugleich die Rachweisung,
daß Sickingen seiner tödtlichen Verwundung nicht sogleich exleget
ei. Im Glockenthurm aber lag — freilich halb zextrümmert,
jenn der Kopf, der linlke Arm, der rechte Fuß und das linke
Bein fehlen — das Grabmahl selbst, umrahmt von der Ahnen
)robe und gekrönt con dem Allianzwappen, den Ritter jn voller
Tüstung mit Helm, Harnisch, Arm⸗ und Beinschienen, mit gefal⸗
eten Händen darstellend. Ist dasselbe wieder hergestellt und mit
der Inschrift zusammengefügt, so mag sich die Pfalz eines neuen
edeutsamen Denkmals gus verhäugnißvoller Zeit rühmen.
7München, 4. Dec. Im Laufe des Jahres 1869 finden
iachstehende Verloosungstermine für die bayr. Staatsschuld statte
Ram 15. Janugr 1869: 4) Berlposung dor: Milttäranlehens
Sbljgationen à 412 Proz. v. 1855, Verloosung des Eisen⸗
»ahn-Anlehensschuld zu 4 und 3953 Proz. (auf den Inhaber und
uuf Namen); 2) am 1. März 1869 358. Serieuziehung der 4.
yroc. Prämienanleihe von 18663 8) am 15. Maͤrz 1869: Ber⸗
oosung der 4proc. Grundrenten⸗Ablösnugs⸗Schuldbriefe; 4) am
16. März 1869: Verloosung des neuen allgemeinen Anlehens
3 493 Proc. von 1857 (auf den Inhaber und auf Namen);
5) am 14. April 1869: a) Verloosung der 333 und arrosirt
bproc. Mobilisirungs⸗Obligationen der Privaten (auf den Inhaber
und auf Namen); h) Verloosung der 2proc. Obligationen dex
ZStiftungen und Gemeinden; 6) am 1. Mai 1869: 8. Prämiem
iehung der 4proc. Prämienanleihe von 1866; 7) am 80. Oc
ober — : Verloosung der 4proc. Gruudrenten Ablösungs⸗
Schuldbriefe.

F In Koln soll im Jahre 1870 durch ein Consortium von
Kapilalisten und Industriellen und unter gebofftem Protektorate
des Kronprinzen von Preußen eine internationale Ausstellung für
Begenstände des Kunstgewerhes aller Zeiten stattfin dein.
        <pb n="585" />
        In Fritzlar in Kurhessen ist am Montag der Domthurm
eingestürzt und hat Fiele Besucher, der Frühmesse, unter seinen
Truůmmeyne begrabrn. blsNachut ags waren 16VLeichen ausge⸗
graben, 10 wurden noch vermißt. Aus London wird telegraphirt,
daß au der irischen Küfte zahlreiche Unglücksfälle ftattgefunden;
u. a. ist der Dampfer Hiberniau““ gesunken, wobei A8. Personen
verunglückten, 92 gerettet wurden.

b. In diesen Tagen wird in Aix der Proceß der Marjseiller
Shnd perhandelt. —E v 4
Jahren stehen uinler der Anklage“ des fortgesetzten Giftmordes.
Die Sache verspricht pfychologisch interessank zu werden.iιι
PGroßmwarid enn.dLufiges Kriminawerfahren )nnuIn
einer benachbarten Ortschaft wohnten der Vater, die Mutter, der
Schwiegersohn und dessen Frau in einem Hause injteinander. We
zwei Hausfrauen und nir eine Küche ist, da gibt es in der Re—
L so kam eß auch, daß in Folge eines solchen
4 der Herr See eines Tages seinen Schwieger⸗
ater, und . seine Schwiegernuiter⸗ weidlich durchprügelte, HDie
—
den Schwiegersohn quf und dieser wurde gu einmonatigem
Gefängniß verurtheilt, appellirte jedoch gegen dieses Urtheil. Von
zox Verhandlung nach Hause, zurückgekehrt, bat er seine Schwie⸗
zexeltern um Verzeihung, welche jhnt jedoch nur unter der Bedin
zung zugesichert wurde, daß er sich die Schläge zurückappliciren
afse, welche den Gegenstand der Klagen: bildeten. Was war zu
chun d MDer Schwiegersohn willigte ein und bekam dann zuerit
pom Schwiegervater, dann von der Schwiegermutter seine Tracht
Prügel aufgezählt. Nach Beendigung dieser Procedur reichten die
Schwiegereltern eine Petition an die königliche Tafel ein, in
welcher sie im Anschlusse an die Appellation des Schwiegersohnes
um dessen Begnadigung bitten, da derselbe genau dreselbe Strafe
zxlitten, wie das Vergehen warn welches er begangen. Die ge
müthliche, Famisje harrt jetzt der, Entscheidung der Föniglichen Ta⸗
fel entgegen. —V——

F (Versunken). Das reizende Dörfchen Pella am Orta See
in Oberitalien ist von schwerem Unglück betroffen worden, mie aus
Novara telegraphirt wird. Mehrere Gebäude am Marktplatz und
ein Theil des Platzes selbst sind sin den Seel berfünten.

caf Neapel, Die neapotztaujsche Patria“ erzählt von fol⸗
gendein Seemanns-Direll, in Folge dessen einer der Gegner dem
Tode nahe und wahrscheinlich nicht mehr zu retten ist. Die Waf—⸗
fen waren weder Pistol, noch Säbel, noch“ Degen 5 dergleichen
penden Seelente nicht an. Das Terrain, welches sie gewähll
hatten, war das Meer. Nachdem sie sich ihrer Kleider entledigt,
sprangen sie beide zugleich in die See, und es galt, so lange zu
schwimmen, bis einer von den beiden bis zum Tode erschöpft sein
pũxde. So geschah es auch, der eine verlor die Kraft und das
Bewußtsein. Er verschwand. Vier Schiffer, die in einem Kahne
mitgefahren waren, konnten ihn wieder herausfischen, noch lebt er
awuar, aber die Aerzte zweifeln dargn, daß sie ihn werden am
Leben erhalten koͤnnen.

7 In San Francisco soll demnächst ein Passagierschiff von
der Größe des Great CEastern in baulichen Angriff genommen wer⸗
den; dasselbe soll 4mal so viele Pafssagiere befördern, als die
zrößten Auswandererschiffe, statt der unbequemen Schlafftätten or⸗
dentliche Betten, dann 2 Restaurgtionen erhalten, in denen sich
—

Die größte Küche der Welt ist — dem Buenos Ayres
„Standard““ zufolge ⸗— das Etablifsement der Liebig's Fleisch-
Ertract⸗Compagnie in Frah Bentas am Uraguay. Dieselbe be—⸗
deckt 20,000 Quadrat⸗Fuß und ift in eine Anzahl von Räumen
abgetheilt, welche sämmtlich ihrer Bestimmung gemäß construirt
ind.“ Der Besucher tritt zuerst in eine große dunkle, mit Flut—
platten velegte Halle; in welcher das Fleisch ahgewogen und durch
zie Oeffnungen den Schtiesdmaschinen zugeführt wird. Diese, 4
eu der Zahl, sind im Stande, das Fleisch von je 200 jungen
Ochsen ver Stunde au zerschneiden. Aus-diesen Masshinen kommt

das Flejsch in sogenannte, igeratgren ar meichet, dossxlbe mil
inem Dampfdrucke von 75 Pfind pro Quadiatzoll. zexseßt wird.
Sie sind aus Schmiedeeisen angefertigt und, —7 — jfn xwa
soodö Pfo. Fleisch; die Anstall detzt ihren ee
ioch drei writere aufzustellen: Aus, diesen Digeralsren pird die
Flüffigkeit vermittelst Röhren in eine Anzahl Geisße —
velche das? Fett abjondern, und aus dlesei — —
iserne Klärpfannen, deren jede 1090 Gallonen hnteLuftpum⸗
ean, durch Vampfkraft getrieben, hebia die⸗ Fluͤstgteit von hien in
wei Küuhlschiffe, von wo sie nach verschiedenen Filt virpro zessen in
be Berdunstungs⸗ Apparate abfließt, n Kannen gesammelt Zind
Zags: daxauf in großen Behältern dekrystallisirt und vgrpackt wirda
Der Megger det Compagnie tödtet 80. Ochsen pro Fiundd purch
Trennung der vertobrae cerebrae ind 150. Nanu kind anit zoyr

—

zzunne 233 LTandwirthschaftlicheg8g.

VBerwpeithung der Steinköhlenas * Man
zlaubt aflgemein, auf, dem Lande,daße die Steinkohlendsche nicht
nur ungeeignet ist, den Boden zu· důng en und zu derbessern son⸗
dern den ücker sogar unfruchthat; wachtt, In Folge dessen ban
ich die Kaudwirthe derselben auf jede Weise zu entledigen jreuen
ie laugs der Wege, gerade so, als handle es fich um ganz nutz⸗
oje Ueberreste. Die Menge der auf diese Weise zährtich verloxe
nen Asche jit befrächtlich. Dieser Thatsache gegenüber herichtet der
„Cosmos““ vpmn 23. Mai ein interessuntes, von VLandwirth⸗
ausgeführtes Experiment. Er füllte jm Herbste drel Blumentbpfs
nit reiner Steiukohlenasche und saete in den ersten KRoggenz in⸗
den zweiten Hafer und in den fritten Erdbeerlorner. Diese Töpft
vurden dann in eine Rabatte des Gartens vonr wormer Vage
ingegraben und sich selbst überlaffen. Die Keimung vollzog vch
wahrend des Winterg nach Wunsch und im folgenden Marz hatz
len die Pflanzen das beste Aussehen. Im April standen die drei
ßflanzen in üppiger Vegetation. Der Roggen und Hafer kamien
zollständig zur Reife, die Körner waren groß, glänzend und sehr
chwer z· das Stroh hatte beim Roggen eine Höhe von 1,4 Metei-
und beim Hafer 1,1 Meter, Die Erdbeeren waren in fräftigster
hegetation bis zum Oectobet, poo man ste aus den Topfen Neh⸗
sien mußte.“Dieser Versuch zeigt also daß die Steinlohlengsche
ohne Zusatz von Erde oder VSünger gusreicht um bis zut! Reife
deu Roggen und Hafer mit Vrde zu versehen, und die Erdbekren
ein ganzes Jahr lanug zu speisen. Die Steinkohlenasche kanr nuch
in Folge ihrer Beschaffenheit den Boden locker machen und, Jomit
in Fällen von zu festem Erdreich sehr nützlich seinge sien würde
ilso gleichzeitig als Dünger und zur Bodenverbesserirng idienen.
Dieser Schluß folgt aber nicht aus dem- erwähnten Exrperimente
illein, sondern auch aus der chemischen Analyse, die mehrere Che⸗
niker, u. A. Dary, ausgeführt, diese Untersuchungen erggaben, Ddaß
die Steinkohlenasche in verschiedenen Verhältnissen je nach dem
Arsprung, enthält: schwefelsaures Kali, schwefelfauren Kalk, ver⸗
chiedene Verbindungen von Säuren mit alkalischen Erden, kohlen⸗
auren Kall, Thon und Kieselsäucte. 272*7

— —
Rüruberg, 5. Dec. (Hopfenbericht A. H. Z.) Der
Wochenumsatz, über 83000 Ballen betragend, war bei fieigender
Tendenz, die sich seit acht Tagen durch 2—23 fl. Preiserhöhung
ausprägte, doch ein günstiger zu nennen und blieb guch das heu⸗
tige Geschäft in gleich fester Haltung. Bei geringer Zufuhr, kaum
70 Basllen, wurde sür Marktwaare 17219 und 20 25 fl. je
nach Qualität bezahtt. Unter 17 fl. ist nur kranke Waare er—
zältlich. Bei Regenwetter; und bezugsweise Mangel an Vorräthen
purden nur Abschlüsse zu genannten Preisen bekannt. 12 Phr:
Außer den sämmtlichengertugen Qualikäten‘ der“ sogeliannten
Narktwaare kamen auch mehtere Käufe in Hallertauer uü. Spalter
uud zu den Preisen von 2440 jl. ausnahmsweije ˖ zu 42 und
43 fl. zum Abschluß.

Die Lederhandlung von P. Thiery in St. Ingbet
emdpiieblt auch als „Gesrchenke“ besonders geeianet . —
8 AAAMSIXLAILMGC.. 22 5
Messer. Scheeren ꝛe von Gebrüder Dittmar in Heilbronn.
67 MedailIIen. Patente — Preis von 8BO0O DuKkaten für
von Deutsehland- Frau Ixreich Rusirimesser von besonderer
ULuntlamil ete. Härte &amp; Feinheit.
ee Feder⸗ &amp; Taschenmesser⸗ Tranuchir⸗, Tisch⸗ &amp; Dessert-Messer &amp; Gabeln, I
Scheeren, Patent-⸗Rasirmesser für jeden Bart, Patent-Streichriemen,
Garten⸗ S Oeulirmesser, Gartenscheeren, Messerschärfer, Metzgermesser ꝛe.
        <pb n="586" />
        Betanntmachung. —
Dem Handel und gewerbtrei⸗
benden Publikum swird andurch
bekannt gegeben, daß es Jeder⸗
nmaun frei steht, seine Güter auf
hiesigem Bahnhofe selbst abzu⸗
aehmien oͤder durch Dritte abholen
zu lassenz wer dies aber nicht
vorher declarirt, dem“ werden
sie durch Rollführer Schwarz
bermittelt ·.
St. Ingberti 8. Decemb. 1868.
Die Bahnhof-Verwaltung:
Eifler.
Mohiliars
124 7 J5 —722 F
WVersteigerung.
Naͤchsten Samstag den 12.
December 18681
Nachmittags Uhr/ zu ·St.
Ingbert im Wirthslocale der
Gebrüder Mayer, werden auf
Betreiben des roncessionirten
Geschäftsmannes Hrn. West—
phälinger in St. Ingbert, nach⸗
beschriehene demselben in Un—
terpfand, gegebene Waaren
gegen gleich“ baare Zahlung
ͤffentlich versteigert, nämlich:
Verschiedene Stoffe zur An⸗
fertigung von 190 Frauen⸗
kleidern,
60 70 Reste vers chiedeudt
Stoffe, zu Röcken, Jacken
und Kindskleidern geeignet,
einige Dutzend Haͤlstuͤcher
und sonstige Waaren.
4 ——
Meu, gl. Gerichtsbote.
03 — «auf die⸗ Straße ge⸗
2 Zimmer, hend, —————
und Sheichet, sind zurhermiethen bei?
oↄεε Frauz Ganster, Irvße Flur.
Eine Wohnung in meinen! Hinter⸗
Jebaudeist zu vermiethen, lann gleich oder
his Januar dezogen werden. Ie
J Sulius Grewenig.
— —
Direchon wonn Muigust Sucheroth. “—
ImSaale des HerrnOberhauser.
Freitag, den 11. Dez. 1868:
raf Osox·
Trauerspiel in 5 Acten von Heinr. Laube.
Preise der Plätze: 1. Platz 2d kr —2.
Platz 15 kr. — 3. Platz 9 kr. — Abon⸗
iement⸗Billets hür den ersten Platz das
orge l fir den Pweiten Platz
das! Hiuzeud u Lfl 24 etx. find in meiner
Wohnung bei Herrue, Carlt Apprederis zu
Aben4
— Abee —*
Das Nußt.

Ich habe am hiesigen Platze“ eine nn
J 27 — α — —3
Bemden und Weißt zeugfabrik
errichtet und empfehle meine Fabrikate, welche nach Muster und mach Maß ges
fertigt werden, unter Zusicherung aguter, billiger und schneller Bedienung zuv
achtn ninhne53333333
RZugleich beforge ich ganze Nusstattungen“ und halte? daher wohlassor⸗
irtes Lager in allen Arten Leinen, Gehild, Drisl,Bettbarchent, Federleinen,
wollenen Bettdecken, Flaumen, Roßhagaren, Bettfedern, Vorhangstoffene u. J. wẽ
Diejenigen, welchen mich mit ihrem Vertrauen“ beehren⸗ wollen; werdt ich,
was Stoff und Ausführung betrifft, gewiß zufrieden stellen. — 5—
Zweibrüchen, im Novembere 1868. 3
F Fes — 21 —A — v *4 —!; e — —— —J
Die Dampfe⸗Ehveoladen⸗, Bonubons⸗Dragées⸗, Mareipane Tra—
ganthe und Zuckerwaaren⸗Fabrik von Franz Stollwerck;. Hoflieferant
in Köln a /Rh—. beehrt sich ihren reiche Auswahl anerkanntfeinet! und feinster Confitürett
angelegentlichst zu empfehlen ιι —— ⏑ —, —9 ιαα
HDie seit mehr· Algei g0 Jahren sich einesstels: vermehtteneKufet erfrenenden
„Stollwerck'schewnU Brustbonbons⸗ sinddas beste bis!tjetztnbekantte“ Hausmittel
gegen eatarrhalische —R — —— — ννι αι u
Die Choevladen von ausgesuchter. Feinheit unkerscheiden sich von jenen det ersten
Pariser Fabriken“nur durch ihre: Wohifeilheit.n Gefüͤllte ChocoladenBonbons und Tafel⸗
Desseus sind Specigtiat der Fabritctibnee
ud Iñ Knall- Bonbons mit humdristischenn Einlagen:!nkomischenAtrabppen; sowie feinen
Präsent-Bonbonnideres und sujets-dä Vurprise stets das Neuefte'in großer Reichhaltigkeit.
In Marcipan⸗Torten von? bis 5Psund bieten 500 Dessins in“ künstlerischer Aus—
ührung die Auswahl. Glacirte, candirte und eingemachte Früchte.* F
Versendungen von mindestens 50 Pfund erfolgen innerhalb des Zollvereitis franco
zis zu der, dem Bestimmungsorteanächstgelegeneit, Bahnstation.“Vollständige“ Preis
Courante auf franco Anfragen. J F —
I— —8 2—2374 — —2 — 257 „AXXL —
* Mit dem heutigen habe mein ren J J “ — v
Mein und Branutwein-Gesohaft
mit allen Geschäftẽausstaͤnden an die Herren Jacob und Deeter Stief dahier
ibertragen. J dih. e dn un
0 St. Ingbert, 9. December 1868. 23*
Auf Obiges Bezug nehmend, wird das Geschäft unter der Firma“ Gebrüder
—
Vertranen auch guf uns denrigtest übertragen zu wollen.
ιν“ ——— i Gc zet.
— r ug
öWCACCMMS —— 5
un Freitag. den 24. December wurde in wbie sie 28 kr. Spelzseas srs
der St. Ingberter Grube eine — F, dintu⸗ —
ihee Gs e wiercht ile ges
silberne Cylinderuhr A I st. Erbsen 4 4fl. 34 tw, en
nit; Nen 196688 der imnern Seite des 3. 32 ir. Kartoffeln fl.44 kr. c Heu
Deckels gezeichnet, entwendet, t fhikitx, Stroh fle 28 irg per
i Wer mir über den Dieb Auskunft zu —
deben vermag, erhaͤlte eine gute Velohmumg, darnbred 3 Kgr 22 lx-ditto RKox⸗
d der rbednon di nes 3 68tr., ditioIKgr. 8 sr. Gemischtbrod
in der Expedition dieses Blattes. —x In

dr rrnn dez onn gat ven wen et
Vor Ankauf; der Uhr wird gewarnt,. J
ual e aeloslese ide te, Hamimei
Leisch 14 kr. Schweinefleisch Ahrnkr.pe
Pfd. Wein 24 lr. Bier Gekren, per Liter,

Butter 34 kr., per Pfunden

Eine trachtbare Kuh und ein
ljähriges Rind stehen zum
Verkaufin der Wirthschaft
deKrnn Läugenbrunner.

*

t fleißiger Junge von 14
* Jahren findet Arbeit
wEcxerei gegen tägliche Be⸗
erere* *
—XO

n Fruchtpreise der Stadt
Kaiserssautern vom 8. Dee.
Weizen 8s I. ir Korn« Fon

Spelzkern 5 fl. 23 kr., Spetz“ 8*0 ff.

36 fr. 5 —— t J

isehe 3 kr., Erbsen 4 l. 37 kri Wicken 4 fl.

Fruchte, rode Fleische ac Breise Sinsen A ft z7 ten ninen

der Stadt Rweibrücken vom 10. Dec. Broͤdprefksie! vPfid Kornbrod 22 i

Weizen 53fl. 45 kr., Korn 4 fl. 443 le. dPpfd. Gemischtbrod 12 kr. und 2 Pfo

otn Gerste Zreihige, — — tr., Gexste bier. Weißbrod 122r. .
ιιιναRedaction Siick und Verlag'von F. X. Dem e ß' in St. Ingbert. *

Aln

——
        <pb n="587" />
        St. Ingberler An
Ingberler Anzeiger.
— — — —— *
Der St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Anterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerst ag

ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 46 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltig Zeil e
I Blaifschrift oͤder deren Raum berechnet.

J * 22 J — — J * — 1153

Nro. 148. J — Samstag- den 12. — E 1868

Deutschland.

München, 9. Dec. Der „Südd. Telegraph“ meldet:
Fine dex ersten Regierungsvorlagen für den bayerischen Landtag
detrifft die Reorganisation der Kammer der Reichssräthe.

—München, 10. Dec. Beide Kammern hatten heule
Sitzung. Die Reichsrathskammer erledigte die Legitimation ihrer
neuen Mitglieder (Pranckh, Guttenberg, Dollinger, Haubenschmidh,

Kasfel, B1. Dec, Wenn Deutschland sich Musterexemplare
bon Regenten anschaffen will, so muß es dafür sorgen, daß die
Depossedirten — Georg Rex und Kurfürst — baldigst wieder zur
Regierung kommen. Ein Maun, der noch nie für eine Zeitung
geschrieben hat, weiß und bezeugt der Hessischen Volksz.“, daß
heide „wenn sie auch einst Feinde der Freiheit waren, es wenig⸗
dens jetzt nicht mehr sind. Sie wollen allerdings Wiederherftel⸗
jung einer monarchischen Staats-Verfassung für sich selber, aber
eine Vonarchie, die sich überall nur auf democratische Einrichtungen
zu stützen haͤtte.“ Ja, die Depossedirten exkennen nicht bloß das
allgemeine Stimmrecht als Grundlage für ihre Wiedereinsetzung
an, sondern sie „wünschen auch nicht auders zu regieren, als
neben vollberechtigten parlamentarischen Körperschaften, die aus
allgemeinen Wahlen hervorgehen.“ Eag, Deutschland, was willst
Du noch mehr?) ————

Berltin, 7. Dec. Die „Kreuzztg.“ läßt Herrn v. Beust
zar nicht mehr los. Heute bringt sie wieder einen Leitartikel
iber oder vielmehr gegen ihn, worin sie ausführt, daß der Reichs-
tanzler eine kriegerische Politik in der bewußten Absicht verfolge,
nen Staatsbankerott zu riskiren. Ueber das, was sie von dem
ʒsterreichischen Deficit und von der österreichischen Finanzwirth⸗
schaft sagt, ließe sich schon reden, wenn's nur nicht gerade in der
Kreuzzeitung“ stände, welche für die preußische Finanzwirthschaft
Deficit und Militär⸗Etat ein ganz anderes Maß hat. (ß. 3)

Berlhin, 11. Dec. In der gestern Abend abgehaltenen
Sitzung ˖ der Beschlagnahme⸗Commijfion, in welcher über die Maß
regel gegen den Exkurfürsten von Hessen verhandelt wurde, er⸗
klaͤrte Graf Bismarck: Der Kurfürst habe auf einen Krieg ge⸗
rechnet und wiederholte Warnungen unbeachtet gelassen. Die
Kriegsbesorgnisse des vorigen Sommers seien durchaus nicht un⸗
begrundet gewesen und nur durch ein unverhofftes Ereigniß be⸗
seiligt worden. In Hietzing bestehe ein preußenfeindliches Agi⸗
ationscomite aus welfischen, dänischen, hessischen und republikani⸗
schen Mitgliedern. — Die Commission beschloß, die Regierungs-
borlage zur Annahme zu empfehlen.

Die AKreuzz.“ beschuldigt den Grafen Beust in einem Leit⸗
artikel geradezu, eine kriegerische Politik zu treiben und zwar mur
ju dem Zwecke, und „in der bewußten Absicht““, einen Stantsbanke⸗
ott oder mindestens eine Zinsreduction im großartigen Masßstabe
in Scene zu setzen, „welche durch Kriegsalluren gerechtfertigt
werden soll.

Wien, NR. Dec. Der „Presse“ zufolge beträgt das durch
Treditoperation zu deckende Deficit für 1869 nicht mehr als
4 Millionen Gulden. —

Prag. Der des Hochverraths angeklagte Redackeur des
„Narodni Prokrok“, Kveton, wurde wegen nicht erwiesener böser
absicht des Hochverraths micht schuidig erkannt. Der Stiuaauts⸗
auwolt, der 1Aljährigen schweren Kerker beantragte, meldete die
Berufung an. ( Kveton hat innerhalb zweier Monate bereits 11mal
wegen Preßvergehen vor Gericht gestanden, und es sind im ganzen
gegen ihn Strafurtheile lautend auf 4 Jahre 8 Monate schweren
erter, 6 Wochen strengen Arrest und 5600 fl. Cautionsverluste,
ausgesprochen worden JdJdJ. 28—

Fraukreich.

Paris, 8. Dee. Man hört immer Neues übet die Vor⸗
chtsmaßregeln, welche die Regierung für den dritten December
Jetroffen hatte. Nicht nur, daß in Paris und der Umgegend alles
Hrilitar zum Ausrücken bereit stand, auch weiter im Lande waren
die Truppen, marschfertig. Der größte Theil derjenigen, die in

Chalons geweseu sinde hatte Ordre erhalten, für den Morgen des
3. Decemder gerüstet zu sein, und jedem Infanterissen waren 40
—D
ils es gehe an den Rhein. Daß die Regierung wirklich Furcht
jatte, geht duch aus folgender Thatsache hervor; Einige Tage
jor jenem gefürchteien Datum wurde Hrn.“ Julius Favre zu
ryhren in Troyes ein Banket, gegeben. Auch aun die Garnison
ieser Stadt waren Patronen vertheilt worden pude vie Leute
nußlen sich angekleidet auf die Betten legen.. —
paͤrizs 8. Dec.“ Das Bülletin dez Monifeur sagt: Bis—
nard besuchie bei seiner Ankunft in Berlin die Gesandten Frank⸗
eichs, Euglands und Rußlands, und hat im Gespräche sein Ver⸗
rauen in die Aufrechthaliung der guten Beziehungen der Groß—
nächte untereinander belundt.

Paris 9. Dec. Der „Moniteur“ sagt: „Angesichts der
zeunruhigung, welche die Furcht vor Verwickelungen zwischen der
Türkei und Griechenland weges der kretischen Angelegenheit her⸗
gorgerufen hat, haben sich die Gesandten von Frankreich, Englamd
ind Rußland vereinigt und in ihrer Eigenschaft als Vertreter von
—DDD——
Auswärtigen Schritte gethan zu dem Zweck, seine Aufmerksamkeit
uuf die erusten Folgen zu lenken, welche eine agressive Politik
aben bnne, **

ESpanien.
In Saraua gossa hat eine monarchische Manifestation statt⸗
efunden, bei welcher Espartero zum König ausgerufen worden ist.
dächsten Sonntag soll in genannter Stiadt eine republikanische
Manifestation stattfinden, welche Espartexo zum Präsidenten procla⸗
niren wird.

—Madrid, 9. Dee. Die Nachrichten aus Cadix melden,
»aß durch Vermittlung der Conjuln zwischen den beiden kämpfen⸗
den Parteien ein Waffenstillstand von 48 Stunden geschlossen
vorden sei, am die Todten beerdigen und die Frauen und Kin—⸗
er flüchten zu können. Der Waffenstillstand geht morgen zu
ẽnde, worauf die Insurgenten lebhaft angegriffen werden sollen.
die Insurgenten haben den Bagno geöffnet und 700 Galeeren
träflinge befreit, welche von Ynngo, einem zu den Republikanern
ibergetretenen Progressisten, befehligt werden. Drei Fregatten
wnkern vor Cadix, uin, falls die Insurgenten wider stehen, ein
Bombardement zu eröffnen. Das Mittelmeergeschwader ist nach
Fadix beordert.

Türkei.
Konstantinopel, 8. Dec. „La Turquie“ schreibt:
Nächsten Mittwoch wird an Griechenland folgendes Ultimatum mit
ichttägiger Frist abgesandt werden: Zerstreuung der bestehenden
Zanden und Verhinderung der Bildung neuer Banden; Schlie—
zung der griechischen Häfen für den Dampfer „Enosis“; Entschä⸗—
digung der Familien der in Syra ermordeten türkischen Officiere;
Bestattung!!: der Einschiffung der emigrirten kretischen Familien. Die
Ablehnung dieser: Fbrderungen“ würde die sofortige Ausführung
trenger Maßregeln nach sich ziehen.

— Konstantimopet, O. Dec. Heute ist das Ultimatum
nit fünftägiger Antwortsfrist nach Athen abgegangen. Sollte die
Antwort abschlägig Nusfallen, so kritt unverzüglich der förmliche
Zgruch ein.“ Der franzoͤsische und der englische Gesandte unter⸗
tützen die Forderungen der Hohen Pforte.

Amerika.

New-York, 8. Dec, Der Finanzbericht des Finanz—
ninisters Maccplloch zeigt für das am 1. Nov asgelaufene
zinanzjahr eine Vermehrung der Schuld um 35 Millionen Dol⸗
ars an, empfiehlf dem Congreß die Wiederaufnahme der Species⸗
ahlung auf das Jahr 187 1 festzusetzen und die Ausgabe von
300. Heillionen Dollars fünfprocentiger Bouds behufs der Fun⸗—
irung der Staatsschulbd.

— Das Repräasentantenhaus nahm eine Resolution behufs
Beröffentlichung des gesammten Depeschenwechsels in den Alabama—
        <pb n="588" />
        Unterhandlungen an, und verwies eine Resolution — —7Hamburg, s. Dec. Ein Schriftstelley in St. Pauli

»es amerikanijchen Votschasters ia England an die Ausschüsse für welcher wegen Nachdruds der Humboldt'schen „Kosmos“ in eine

nuswärtige Angelegenheiten.“— Untersuchung Seitens der Altonager Staatsanwaltschaft gezogen
wurde, ist gestern in Altona verhaftet worden.

fDas Gailthal (bei Klagenfurt) beherbergt einen Mann,
»er nicht weniger als 12 Aemter und Dienste bekleidet. Derselbe
ist nämlich Schullehrer, Organist, Meßner, Bürgermeister, Ge⸗
neindesekretär, Gemeindediener, Notariatsschreiber, Hauslehrer,
Briefbote, Capellmeister, Winkeladvocat und Klavierstimmer. In
velche komischen Lagen kann dieser vielgeplagte Mann in seinem
Leben und Wirken kommen und wie viel Verstand muß er be—
sizen, wenn der Spruch wahr ist: „Wem Gott ein Amt gibt,
dem gibt er auch Verstand!“ —7

1In Rouen hat sich der Wechselagent Lemercier mit Hin⸗
lerlassung eines Paffivums von 2,900, 000 Fre. aus dem Staube
gemacht.

Granzosische Geographie und Politik.) In der „Revue de
deur mondes“, der bedeutenden französischen Zeitschrift, findet sich
Jahrgang 1868) folgende rührende Stelle, welche wir in wort—
getreuer Uebersetzung unsern Lesern mittheilen: „Nichts ist ko⸗
etter, als diese Eisenbahnen von Baden, Württemberg und
Bayern, sie führen durch reizende Gegenden. Man wird in
Waggons befördert, welche wahre Boudoirs und Salons find.
Man passirt reizende Städte, besonders Umm. Württemberg und
Bayern arbeiten dort an Befestigungen, welche aus Ulm eine der
zroͤßten Festungen Europas machen werden; aber die Befestigun⸗
jen sind so hübsch, daß sie eine Zierde für Ulm und Neu⸗Ulm
»ilden. Bei Ulm entspringt der Rhein und die Donau, welche
zraziöse Flüsse mit durchsichtigem, frischem, grünem Wasser find.
Wenn man das Gesammtbild der Festung Ulm detrachtet, so ge⸗
vinnt man die feste Ueberzeugung, daß trotz der militarischen
Verträge von 1866, Württemberg nnd Bayern wahrlich nicht für
die schönen Augen des Herrn v. Bismarcdk gearbeitet haben, und
»aß, wenn der Krieg kommt, dieser Platz eine feste Basis für
ranzosische und, oͤsterreichische Armeen sein wird.“

FLondon, 7. Dec. Vorgestern und gestern waren wir vom
zeftigsten Sturm heimgesucht; er deckte die Häuser ab, und warf
eine Menge Schornsseine ein. — Aus Birmingham wird telegra⸗
phirt, daß ein solch' heftiger Sturm seit Dec. 1862 nicht ver⸗
pürt worden, und daß die Zahl der Schiffs⸗ und Bootunfuͤlle auf
dem Flusse und in den Dols Legion ist.

FIn Ramsgate geftaltete sich der Sturm zu einem Orkan
ind beschädigte Gebäude in⸗ und außerhalb der Stadt. Im Hafen
cheiterte ein Schiff, wobei zwei Söhne des Kapitäns ertranken. —
Rach Berichten aus Plymouth scheiterte gestern in der Mounts⸗
zucht die Barke „North Briton“, wobei 6 Menschen ihr Leben
inbüßten. Der übrige Theil der Bemannung wurde durch die
seroischen Anstrengungen eines Lebensrettungsbootes glücklich an's
dand gebracht.

Die Kapost (per Dampfer , Celt“) meldet: Das Lon⸗
doner Schiff „Borderer“ ist auf der Fahrt von Penang nach
dondon, am 27. Oct., an einem Felsenriff in der Nähe des Caps
der guten Hoffnung, gescheitert und gesunken. Einem Bote, auf
dem sich der Capitän und 12 Mann befanden, gelang es
die Küste zu erreichen; aber ein anderes Boot mit 12 Nann
vird vermißt.

Der Untergang des „Hibernian“), 700 Meilen westlich
er irischen Küste, scheint noch größere Menschenverluste zur Folge
jehabt zu haben, als man zuerst voraussetzte. Nachdem der
dampfer 10 Tage von New-York auf dem Wege nach Glasgow
var, erlitt er während eines heftigen Sturmes einen bedeutenden
Schaden am Achtersteben, und das Wasser drang mit großer Ge⸗
chwindigkeit ein. Kaum waren sämmiliche Reisende in den fünf
Booten untergebracht. so sank der Dampfer. Das Boot, welches
der erste Steuermaun commandirte, schlug um, 33 Personen er⸗
tranken. Ein auderes Boot, unter Führung des Capitäns, wurde
von dem Dampfer „Star of Hope“ an Bord genommen; ebenso
ein drittes. Im Ganzen ist bis jetzt die Rettung von 52 Per—
'onen belannt; die beiden übrigen Boote mit dem Rest der Rei⸗—
enden vermißt, und man glaubt, daß fie zu Grunde gegangen
ind. In diesem Fall wären von den 138 Personen an Bord
es „Hibernian“ 81 ertrunken. Das Schiff war erst im Jahr
1863 gebaut worden.

. Ein Bild des jüngsten Gerichts, wie man es nach den
Borhersagungen der Bibel mit lebhafter Phantasie ausmalen mag,
vekamen die Ofsiziere eines amerikanischen Schiffes zu sehen, welche
zur Zeit des letzten Erdbebens in Peru im Hafen der zu Grunde
jegangenen Stadt Arica stationirt waren. Tiner dieser Offiziere
childert die betreffende Scene wie solzt: „Um 5 Uhr Nachmit⸗
ags vernahm man ein langgezogenes Brüllen oder Heulen von
iubeschteiblichem Grausen, als wenn unzählige Gefolterte Angst⸗
öne ausstiekken. Die Oijifiziere eilten darob schnell anißs Deck wo

—in 2
Speher,?9. Dec. Gestern Abend verunglückte im

Rhein in der Nähe des Angelhofer Durchstiches der ledige Tagner
CEhr. Günster auf eine eigenthümliche Weise. Beim Ankeraus⸗
werfen riß ihn nämlich das Ankerseil aus dem Nachen und er
oerschwand alsbald von der Oberfläche, ohne wieder aufzutauchen,
vas doch sonst in der Regel bei Ertrin“enden der Fall ist. Nach
angem vergeblichen Suchen zog man endlich den Anker auf und
fand hier den Verunglückten, der in einer Schlinge des Ankertaues
festgehalten war. DV

München, 8. Dec. Dem Vernehmen nach hai der

Nönig dieser Tage von der Kaiserin von Rußland ein Souvenir
zugesendet erhalten, bestehend in einer kostbaren, das Portrait der
Broßfürstin Marie enthaltenden Taschenuhr.

7 Die Postcurs⸗Karte der Pfalz kann gegen 18 kr, bei den
Postexpeditoren gekauft werden. — Zwischen Bayern und den
Niederlanden ist die Postanweisungs-Einrichtung ebenfalls ins
Leben getreeen.

Die k. General⸗Direction der Verkehrsanstalten gibt be⸗
tannt, daß vom 1. December d. J. anfangend, auch nach den

Niederlanden Zahlungen durch Postanweisung bis zu dem Betrage
non 87 fi. 50 Cents, wenn die Auszahlung in den Niederlanden,
uind 87 ssl. 30 kr. südd, wenn die Auszahlung in Bayern er⸗
folgen soll, vermittelt werden. Der Absender hat unter Abände⸗
rung der auf dem vorgeschriebenen Formular vorgedrudkten Be—⸗
eichnungen „Kreuzer und kr.“ auf „Cents“ den in den Nieder⸗
janden auszuzahlenden Betrag in Gulden und Cents der nieder⸗
ländischen Währung in der Postanweisung festzusetzen. Der an
der Postanweisung befindliche Coupon darf vom Einsender nur
zur Angabe seines Namens und Wohnories benützt werden. Die
bon dem Absender bei der Aufgabe zu entrichtende Gehühr be
trägt a) für Beträge bis zu 43 fl. 75 Cents — 14 kr. (4 Sgr.)
b) für Beträge über 48 fl. 75 Cents bis 87 fjl. 50 Cents —
28 kr. (3 Sgr.) ——

F In Frankfurt wurde einem Juwelier ein Brillantschmuck

im Werthe von 10,000 fl.entwendet.

7 Auf dem Rhein ist bei Eltville ein Schiff versunken. Bei
Weinheim sank in der Nacht ein Kohlenschiff; man hoͤrte die auf
demselben befindlichen Personen um Hilfe jammern.

In Ol mütz wurde die Spitze des Rathhausthurms nach
Osten getrieben, die Kuppel der Michaelskirche theilweise abgedeckt.
In Prag, wo der Stum — wie in ganz Böhmen — mit
itensivster Heftigkeit auftrat, wurde durch ihn am Neustädter
Theater das Blechdach aufgerollt und ein Theil der Blechbedach-
ung aufs Feld geschleudert; in der Moldau erirank ein Mann
durch Umschlagen des Kahns.

7 Der Sturm vom 6. und 7. d. hat auch auf der Nordsee,
sowie in Holland und Belgien viel Schaden verüutftt.
7 Durch Kölner Commissäre werden seit längerer Zeit
deutsche Dienstmädchen unter glänzenden Vorspiegelungen nach dem
nördlichen Fraukreich (namentlich Lille) gelockt, woselbst sie, bitter
getüuscht, in's Elend und mittellos meist den gemeinsten Zwecken
zum Opfer fallen. —X
7 Die württembergische Regierung hat der „Deutschen Feuer⸗
dersicherung auf Gegeufeitigkeit“ bereits die Bewilligung zum
Gesellschaftsbetriebe entzogen und die Versicherung bei dieser An⸗
stalt verboftten.

FBerhin. Vor einigen Tagen traf hier aus Breslau
ein Herr mit einer Dame ein, welche in einem Hotel Wohnung
nauhmen und sich im Fremdenbuch als Ehepaar bezeichneten. Sie
beabsichtigten sich einen Tag hier aufzuhalten und dann nach
London zu reisen. Sie waren hier ohne jedes Gepäck eingetrof⸗
sen und wollten den Tag ihrer Anwesenheit in Berlin dazu be⸗
autzen, um Wäsche und verschiedene Kleidungsstücke einzukaufen.
Nachmittags kehrten die Reisenden in ihr Hotel zurück, derichtigten
hre Rechnung und begaben sich nach dem Potsdamer Bahnhof,
vo bereits die eingekauften Gegenstände, in Koffer gepackt, einge⸗
troffen waren. Ihrer Reise sollte sich jedoch ein unerwarteles
Hinderniß entgegenstellen. Kaum haiten die Reisenden den Bahn⸗
hof betreten, als ihnen eine Dame entgegentrat, die sich als Ehe⸗
rau des Herrn entpuppte. Derselbe hatte in Breslau, unter
Mitnahme sämmtlicher Gelder, seine Frau verlassen und war mit
einer jungen Schauspielerin durchgegangen. Die resolute Frau
machte mit ihrem Gemahl kurzen Proceß, sie ließ sich im Restau⸗
rationszimmer die Gelder ausliefern, nahm die Koffer mit den
eingekauften Gegenständen in Empfang und verließ darauf, das
derblüffte Pärchen seinem Schicksal überlassend, den Bahnhof, um
mit dem Nachtzuge nach Breslau zurückzuükehren
        <pb n="589" />
        sie 30 Secunden darauf eine Reihe von Erdstoͤßen ihren Anfang
nehmen fühlten, die bis nach 7 Uhr fortdauerten. Der ersie
Fauerte nach Capitän Gills Berechnung volle 10 Minuten und
war von solcher Stärke, daß, sobald er vorüber, zwei Drittheile
der Gebäude der Stadt Arica der Erde gleich gemacht waren.
Die drei darauffolgenden Stöße, obwohl nicht so lange anhaltend,
waren äußerst heftig. Dabei öffnete ein alter in der Naͤhe lie
gender Begräbnißplatz der Eingebornen aus der Zeit vor Pizarro's
Ainkunft seine Eingedeide, indem sich die Erde spaltete und große
Felsblöcke sich loslösten und das Entsetzen des Erdbebens ward
Jesteigert durch den Anblick einer Todtenversammlung der alten
Inkas, alle in lauernder Stellung mit unterschla enen Beinen
aufrecht aneinander geschichtet. Zugleich erfüllte Schwefelgestank
die Luft und dicke Staubwolken wirbelten aaff

Am White River (Nordamerika) sind neue und reichhaltige
Goldminen entdeckt worden; das aus ihnen geholte Erz ergibt
6000, ja nach angestellten Proben 19 15,000 Dollars per
Tonne; eine Erzmahlmühle ist dereits im Gange.

In Otter 3ville (bei St. Louis, Nordamerila) hat
das Volk zwei Männer, welche einen gewissen Made im Einver⸗
standniß mit der Frau desselben durch Aufhängen ermordet hat⸗
sen, auf dem Wege zum Gefangniß ihrer Bewachung entrissen
und gelyncht, indem sie dieselben ohne Umstande gleichfalls auf⸗
hangien; die Frau entkam der Lynch-Justiz und erwartet mit
jhrem gieichfalls betheiligten Bruder ihr Urtheil

7Die Schwarzen in den Vereinigten Staaten sind frei, doch
scheint man jetzt mit Gelben einen Versuch der Sclaverei machen
ju wollen, wenigstens meldet der „Galveston Civilian“ vom
November ganz trocken, eine Ladung Kulis, consignirt an die
hrn. Heidenheimer u. Comp. (dem Namen nach zu urtheilen, leider
aͤne deutsche Firma) sei eben von China angekommen, welche ver⸗
steigert werden solle, um Fracht ꝛc. zu decken; zwei Drittel seien
Frauenzimmer, eins davon besonders schön.
F Von der Narrheit Chorinstys gibt ein Corre⸗
spondent der „Abdztg.“ folgendes Bild, das er als vollkommen
wahrheitsgetreu versichert. Gustav Chorinsky wurde ohne Zweifel
auf höhere Anordnung nach seiuem Eintreffen auf der Festung
Rosenberg einer sorgfältigen Aufficht unterworfen. In den beiden
ersten Wochen war keine andere auffallende Wahrnehmung zu
machen, als daß er mit einer seiner Lage wiedersprechenden Hei⸗
terkeit sein Schicksal ertrug und nur stets wieder auf seine Liebe
u seiner Freundin Hottowy, die ihn ausschließend beschäftigte, zu⸗
rückkehrte, sowie sowohl seine Familie in unzähligen Briefen, wie
den Festungscommandanten und seine Umgebung mit seinen Hei—
rathsgedanken belästigte. Diese Ideen und seine excentrische Ge⸗
chwätzigkeit wurden Anfangs als Simulation betrachtet, bis sich
hnen auch Handlungen zugesellten, welche das Vorhandensein von
Wahnsinn unverkennbar zeigten. Nachdem er seinen Vertheidiger
ein briefliches Gesuch eingesendet hatte, er möge ihm einen blauen
Frack mit goldenen Knöpfen besorgen, stellte er bald darauf ein
Hesuch an den Commandanten, er möge ihm die Griffe der Thüre
und andere Ausstattungsstücke seiner Zelle vergolden lassen. Daß
dieses Gesuch abgelehnt wurde, erregte ihn auf das Heftigste
Bald darauf kam die fire Idee zum Vorschein, er sei der Messias
uind er empfing eines Tages den Commandanten, nachdem er einen
jeftigen Laͤrm gemacht und ein Fenster eingeschlagen hatte, total
nikleidet und nur mit der in seiner Stube aufliegenden Decke
drapirt. Hiebei trat er auf den Commandanten zu, streckte ihm
seine blutende Hand entgegen und rief: „ich bin der Messias,
küsse meine Wunden.“ Ein andermal rief er stundenlang: „es
zibt keinen Gott, es gibt nur drei Göttinnen, die Jung—
rau Maria, die Hottowy und meine Schwester Pepi.“
Nachdem er drei paar Socken eines Tages in den Festungs⸗
hof geworfen hatte, gab er auf Befragen nach der Ursache dieser
handlung an, daß der Soldat König vom 13. Infanterieregiment
hu brieflich um Fußbekleidung gebeten habe, weil er auf Befehl
seines grausamen Obersten barfuß gehen müsse. Chorinsky legte
ogar eine angeblich wörtliche Abschrift des Briefes vor. welchen
natürlich König nie geschrieben hatte. So verliefen Wochen in
tortwährenden Deklamationen und maßloser Briefschreiberei, bis
er zu Gewaltthätigkeiten an seiner Wachmannschaft überging, weil
ie ihm, der sich nun für den Commandanten der Festung hielt,
ie Uebergabe des Rapportes verweigerte. Diese Excesse wurden
zejeitigt, indem ihm ein beschriebenes Stück Papier regelmäßig
zegeben wurde, womit er sich beruhigte. Zu Ende des vorigen
Monats steigerte sich seine Aufregung, er riß sich die Kleider vom
Leibe, mißhandelte seine Umgebung und hrüllte den ganzen Tag!
wie ein Thier. Gänzliche Schlaflosigkeit trat ein und begannen
die Tobsuchtsanfälle, welche die Auwendung von Zwangsmaßregeln
eranlaßten. Sein Wahnsinn ist eine höchst sonderbare Mischung
von erotischem, mystisch religiösen und Größenwahn. Die Hot⸗
owh, sein Vater, welcher Kaiser von Oestereich sei, und die Mil⸗

lionen, welche er der ehemaligen Geliebien schenke, dann die Jung⸗
rau Maria beschäftigen ihn Tog und Nacht, wenn die Tobsuchts⸗
anfälle vorüber sind, in einer Entseten erregenden Weise. Höchst
auffallend ist, daß nie die leiseste Andeutung eines Reuegefühles
oder klarer Erkenntniß seiner Lage hervortriit. Die Anfangs be⸗
ehenden Vermuthungen obwaltender Verstellung sind durch die
Schlaflosigkeit, durch gänzlichen Mangel au. Appetit, die Tob—
uchtsanfalle und die Zeichen beginnender Paralyse, hauptfüchlich
durch das Schwinden der Fähigkeit, die Ercremente zurüczuthal⸗
sen, vollständig beseitigtt.

7 Wir lesen in der Medicinischen Wochenschrift: „Die Tob⸗
sucht Chorinsky's macht seit einiger Zeit die Runde in den Tages⸗
hlättern und wurde von einigen Seiten mit überstürzter Hast aus⸗
zebeutet, um zu beweisen, daß Chorinsky schon zur Zeit des wohl⸗
überlegten und mit Raffinement durchgeführten Verbrechens geistes⸗
krank gewesen sei; von solchen Voraussetzungen ausgehend, soll
auch sein Vertheidiger Dr. Schauß ein Begnadigungsgesuch so—
jort eingereicht haben. Noch ist die ausgebrochene Geistesstoöͤrung
Fhorinsly's nicht erwiesen, noch liegt kein glaubwürdiges auf
ängere Beobachtung seines Zustandes gestütztes ärztliches Gutachten
por und dieser Umstand legt uns die größte Zurückhaltung in der
Beurtheilung seines gegenwärtigen Tobsuchtsanfalles auf. Wir
onnen es uns aber nicht versagen, die Zeilen, die uns darüber
rin Sachverständiger soeben aus München schreibt, mitzutheilen;
derselbe sagt: „Gesetzt aber, Chorinsthy wäre wirklich iobsuͤchtig,
d entsteht ganz einfach die Frage: Warum follte er es denn nicht
jeworden sein ? Hat er nicht Ehre, Namen, Vermögen und alie
jewohnten Lebensgenüsse verioren ? Statt der letzteren Entsag-
ingen aller Art, Kerkerluft, Ein samkeit und Langeweile? Wären
ↄas nicht hinreichende Factoren zur Erzeugung einer psychischen
krkrankung? Es vergeht kein Jahr, wo ich nicht einen oder meh⸗
ere solche Fülle aus den Gefangnissen beobachtete, ohne daß diese
Zustände im Geringsten' die Zurechnung der incriminirsen Hand⸗
ung präjudiciren. So wäre es auch bei Chorins:y. Wenn
auch zehnmal jetzt pfychisch erktankt, zur Zeit, als er den Gift⸗
nord vorbereitete und ausführen half, war er es nicht. — Diese
dandlung hat auch mit der Tobsuͤcht nichts gemein.“

Landwirthschaftliches.

Zur Cultur der Runkelrüben. Sehr oft
ichon ist die Frage gestellt worden, ob es besser sei die Runkel⸗
rüben nach der neuen Methode, nämlich mit Kernen anzupflanzen,
yder sie, nach dem alten Verfahren aus Setzlingen zu erziehen.
Wie indessen die meisten der landwirthschaftlichen Fragen immer
aur in Rücksicht auf die localen Verhaltnisse ihre richtige Lösung
inden, so ist es ganz beonders auch mit dem dorliegenden der
Fall. Immerhin läßt sich eine bestimmte Regel befolgen, und die
jeißt: ein Boden, der sich im rechten Düngerzust ande befindet,
nicht zur Verunkrautung geneigt ist und sich im Frühjahre schnell
erwärmt, paßt immer am besten zur Besamung mit Kernen, nuter
imgekehrten Verhältnissen ist indessen die Auspflanzung mit Setz⸗
ingen vorzuziehen, weil man die Felder noch düngen und ihn en
)en entsprechenden Bau geben kann. Gewöhnlich eignen sich die
mehr sandigen oder doch lehmigen Felder zur Bepflanzung mit
dernen, während die thonigen, nassen und kalten Böden mehr
ür die Anpflanzung von Seßlingen geeignet sind. Beachtenswerth
ind die Resultate eines Versuchs, den die höhere landwirthschaft⸗
iiche Lehranstalt in Worms ausführen ließ. Ein Feld mit san⸗
digem Lehmboden wurde zur Hälfie mit Kernen eingepflanzt und
zur Hälfte mit Setzlingen bebaut. Wiewohl die Witterung wäh⸗
cend der Aupflanzung der Setzlinge recht günstig war, übertraf
doch der Ertrag von den Kernpflanzungen diejenigen, der von den
Seßlingen erzielt wurde um 27 pCt. In gleicher Weise wurde
ein Feld mit schwerem, thonigen Boden zur Halfte mit Kernen
und zur Hälfte mit Setzlingen eingebaut.

Nüruberg, 8. Dec. (Hopfenbericht A. H. Z.) Das
Beschäft behauptet seine gute Haltung, wenn auch zu unveränder⸗
jen Preisen. Gestrige Zufuhr kaum 60 Ballen, nicht unbedeutende
Abschlüsse, Exportwaare zu 17, 18, 1895 und 19 hBH. Prima
Markiwaare seltener von 19 -24 fl. gehandelt; mehrere Partieen
dallertauet und Spalter Land, Mitiel- und geringe Qualitäten,
vurden von den Lagern genommen, für welche die Preise 20 fl.
zufwärts nicht über 88 fl. lauteten, während Primaqualitäten,
eine Lagerbierhopfen, für welche gerne 56—60 fl. bewilligt wür⸗
den, am Platze nicht vertreten sind. Für 1867er wurden gestern
je nach Qualität 8, 10 bis 12 fl. bezahlt, so daß die Umsãͤtze
an 300 Ballen betrugen. Zum hrutigen Markte wurden 532600
Ballen verladen. Das Geschäft blieb bei andauerndem Regenwetter
iemlich ruhig. Man kaufte wieder zu konstanten Preisen von
6 (nur dunkle Waare), 18 —-20 fl. Prima Marktwaare je nach
Zeschaffenheit bis 24 fl. Hallertauer in verschiede nen Abstufungen
zrlosten 22, 28, 33-37 ji.
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und schöner Auswahl.
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Dies Schroib- &amp; ZeοHnen-Matorialien-
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H. SOEERPF —X Lberiò.

Unterzeichneter macht einem geehrien
hublikum die ergebenste Anzeige, daß seine
Weihnachts⸗Ausstellung
m großer Auswahl mit den feinsten bis zu
den ordingrsten Qualitäten
Conditorei-und LRinder-

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ausgestattet ist und bittet um geneigten
Zuspꝛuch.

Ei. Ingbert, 12. Dec. 1868.

G. Rickel, —XX

Frische Lebkuchen
ur. Pfund 18 kr. in der Conditorei von

G. Nickel.

Hausversteigerung.

Mittwoch den 16. Dezember 1868,
Nachmittogs 2 Uhr, zu St. Ingbert im
Wirthshause von Heinrich Westphälinger,
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in der Haupistraße neben Apotheker Wei⸗—
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Thæenatéær in St. Ingbert.
Direction von August Sroth.
Im Saale des Herrn Oberhauser.
Sountag, den 13. Dez. 1868:
Hinko der Ireiknecht
oder:
König und Scharfrichter.

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Honiglebkuchen
mpfiehln im Großen, und Kleinen fort⸗
vährend 3
Adolf Grewenig.
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verden gesucht?“ Die Expedition dieses
Zlattes ertheilt nähere Auskunft.

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Platz 15 kr. — 3. Platz 9 kr. — Abon—
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»as Dutzend zu 2 fl. 24 kr. sind in meiner
Wohnung bei Herrn Carl Apprederis zu
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Kassen-Oeffnung 7 Uhr. Anfang 8. Uhr.
Das Nöhere besagen die Zettel.
Al. Schroth.
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F

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4
B”,
8 884 —92
1323
1813
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2 2 2 * ist b — * 4 u 18 50
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Umschläge, Eigarren-Beutel, hold per Zollfund feii.. — —
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Blumentopfhulsen, Spe nn Isr Gerste arahige s
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Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltumngsblatte erscheint wöchentlich dreinal: Dienstag, Donnerstag

und Sams fag. Abonnementsbreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krar. die dreispaltig Zeile
J Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Nro. 149. — 1868.

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Einladung zum Abonnemenk.
Mit dem am 1. Janiar 1869 neu zu beginnenden Quartale
wird der St. Ingberter Anzeiger nicht mehr wie bisher dreimal,
sondern viermal woöchentlich, namlich Dienstags, Don—⸗
nerstags, Samstags und Sonntags, mit dem woöchent⸗
lich dresmal erscheinenden Unterhaltungsblatte, das mit
der Dienstags⸗, Donnerstags, und Sonntagsnummerausgegeben.
wird, um den Preis von nur A2 kr. vierteljährig, erscheinen.
Alle Nachrichten aus dem politischen und socialen Leben,
welche für unsere Leser Interesse haben, werden wir bemüht sein,
so rasch wie möglich, zu berichten. a—
Mitiheilungen über Haus- und Landwirthschaft, Handels-
herichte, sowie die Fruchtpreise von den pfälzischen Markten und
senen der Nachbarstaaten, werden wir regelmäßig bringen.
Wir werden uns bemühen für das Unterhaltungsblatt nur
interessante und spannende Novellen zu wählen.
Indem wir zu recht zahlreichen neuen Bestellungen recht
reundlichst einladen, bemerken wir noch, daß denjenigen unserer
Abonnenten von St. Ingbert und Umgegend, welche das Blatt
zurch unsere Träger beziehen, das. Blatt für das kommende
Quartal fortgeliefert wird, sofern sie vor Ende dieses Monats
nicht ausdrücklich abbestellen. Die durch die Post bezogenen Blätter
heliebe man aber rechtzeitig bei deu kgl. Postanfsalten oder den
Postboten zu bestellen, damit der Versandt der Blätter keine Ver—
zögerung erleide.
St. Ingbert im Dezember 1868. n
Die Expedition des St. Ingherter Anzeigers.
Deutschlaud.

München. Wie das „Linzer Tagebl.“ meldet, wird die
Verlobung unseres Königs mit Marie, Tochter des Kaisers von
Rußland, in Petersburg stattfinden. Die Braut wird zur römisch⸗
atholischen Religion übertreten. Der König- wird am 20. d. mit
zroßem Gefolge von München nach Petersburg abreisen. Was an
dieser Nachricht Wahres ist, bleibt natürlich abzuwarten — Die
feit einigen Tagen wieder in Umlauf gesetzten Gerüchte, von einer
bevorstehenden Personalveränderung in der Leitung des Cabinet⸗
Secretariats des Königs, lauten sehr widersprechend. Ein gee
wöhnlich gutunterrichteter Münchener Correspondent des „N. E.“
schreibt darüber: Nach Allem, was man vernimit, dürsten diese
Gerüchte nicht unbegründet sein; es wird aber widersprochen, daß
Herr Staatsrath von Pfistermeister die Leitung wieder übernehmen
vderde. — Die von der Regierung projectirte Reichsrathskammer
fügt den bisherigen erblichen und lebenslänglichen Reichsräthen
auch gewählte Mitglieder bei.

Mäünchen, 10. Dec. Nach fast halbjähriger Vertagung
nahmen heute die beiden Kammern des Landtages wieder ihre
Sitzungen auf, die indeß nur von kurzer Dauer waren. In der
Abgeordnetenkammer begrüßle der erste Präsident, Dr. v. Pözl,
die Versammlung und berührte die Thätigkeit des Ausschusses für
die Socialgefetze, der seine Arbeiten gestern mit der dritten Lesung
des Gemeindegesetzes beendete, und des Gesetzgebungs-Ausschusses,
der den Entwurf des Civilprocesses in zweiter Lesung erledigte,
vährend der reichsräthliche Ausschuß auch bereits in die zweite
Lesung eingetreten ist. Es liegen zwar noch viele Arbeiten vor
and der Zeitraum, während welcher der Landtag noch thätig sein
kann, ist nur mehr kurz; doch sei Hoffnung vorhanden, diese Ar⸗
heiten alle noch zu vollenden, wenn man möglichst schleunig zu
Werke gehe. Dabei habe man sein Hauptaugenmerk darauf zu
richten. daß man, wenngleich nicht das Vollkommene, doch das
Bute erreiche. Es mögen daher manche Wünsche zurückgehalten
werden. Redner gibt nun eine Uebersicht des gegenwärtigen Per—
onalstandes der Kammer, die zwei Mitglieder durch den Tod
berloren hat; für eines derselben ward auch sofort ein anderer
Abgeordneter beeidigt; zwei Austrittsgesuche werden genehmigt

und die Ersatzmänner einberufen. Es sind heute 131 Abgeordnete
inwesend. Der Kriegsminister übergibt einen Gesetzentwurf, der
ie Beiträge bestimmt, welche die von der Wehrpflicht befreiten
Militärpflichtigen an die Staatskafsse zu leisten haben. Nachdem
in Antrag wegen Aufhebung der Schuldhaft für zulässig erklärt
ind dem betreffenden Ausschusse zur näheren Würdigung über⸗
zeben wurde, schloß der Präsident die Sitzung, ohne die nächste
mzuberaumen. — In der Kammer der Reichsräthe widmete der
rste Präsident den seit der Vertagung verstorbenen zwei Mitglie—
ern, General Taxis und v. Heinz, einen Nachruf und nahm
ierauf die Beeidigung der neuernannten lebenslänglichen Reichs⸗
äthe:: Kriegsminister v. Prankh, Generalstaatsanwalt Hauben—
chmied und Stiftsprobst v. Döllinger vor, bei Letzterem jedoch
ur vorbehaltlich der Nachbringung seines Taufscheins, was na⸗
ürlich nicht geringe Heiterkeit erregte. Herzog Maximilian in
zayern erhielt wieder Urlaub aus Gesundheitsrücksichten für die
anze Dauer der Session. Fürst Karl Wallerstein entschuldigt
eine Abwesenheit damit, daß er schon in der württembergischen
dammer sitze und daß er zu allen wichtigeren Sitzungen hierher
ommen wolle. Graf Fugger-Weißenhorn gab auf sein Einbe—
ufungsschreiben gar keine Antwort und wird ihm deshalb die
Ausschließung aus der Kammer angedroht. Die Beeidigung des
jeuernannten aber nicht erschienenen Reichsraths von Gutten berg
oll erst später erfolgen. — Die Neuwahl, welcher sich der Abg.
). Neumayr in Folge seiner Beförderung zu unterziehen hat, wird
hereits nächsten Montag hier stattfinden. — Der vierte Ausschuß
der Kammer der Abgeordneten hat den Antrag, nach welchem die
Zöglinge der „städtischen Handelsschulen“ ohne weitere Prüfung
als Einjährig-Freiwillige zugelassen werden sollen, mit8 gegen
bStimmen abgelehnt. — Die Mitglieder des Schulgefetzgebungs⸗
Ausschusses der Abgeordnetenkammer treten heute Nachmittag zu
einer vorläufigen Berathung zusammen..

Müuürnchen, 11. Dec. Als Termin für den Dienstesantritt
zer Einjährig-Freiwilligen sowohl bei der Infanterie wie bei den
ibrigen Waffengattungen ist durch Verfügung des kgl. Kriegs-
ninisteriums vom 8. d. der 15. März oder J. October desjenigen
Fahres festgesetzt, in welcheni sie ihren einjährigen Freiwilligen—
nienst anzutreten beabsichtigen.,

— Den Forftpracticanten und Eleven, welche als Einjährig—
Freiwillige zum Mi! itärdienst übertreten und dabei die Praxis
'der Forstlehre fortsetzen, wird in Gemäßheit einer neuerlich ge—
roffenen Verfügung des kgl. Staatsministeriums der Finanzen das
Jahr ihres Freiwilligendienstes in die Forstpraxis und Lehrzeit
noll mit eingerechnet. Auf die achtmonatliche Vorlehre zum Ein⸗—
ritt in die kgl. Centralforstlehranstalt Aschaffenburg findet dieser
Brundsatz indessen keine Anwendung. Auch müssen die Einjährig—
Freiwilligen, ebenso wie die zur activen Armee überhaupt einbe—
rufenen Forstpracticanten und Eleven, wenn sie die Reihe zur
Unstellung treffen sollte, vorläufig zurückgestellt bleiben; dieselben
verden jedoch, sobald sie dort disponibel werden im Falle
entsprechenden Verhaltens auf Anmelden baldmöglichst nach⸗
geholt werden.
Dienstesnachrichten.

Dem kgl. Gerichtsboten Konrad Chrischilles in Kirchheim⸗
»olanden ist gestattet worden, den geprüften Gerichtsbotencandi⸗
zaten Philipp Christ von dort als selbstständigen Gehilfen, mit
der dem letzteren eingeräumten Befugniß zur Ausübung der Amts⸗
efugnisse eines Gerichtsboten, auf die Dauer eines weiteren Jahres,
»om 16. December d. J. anfangend, beibehalten zu dürfen. —
der Pfarrer Friedrich Bischof zu Ommersheim ist anuf Ansucheu
von den Functionen eines kath. Districtsschulinspertors für die
rantone Hornbach und Zweibrücken enthoben und solche dem
Pfarrer Jacob Bernatz in Nicdergailbach übertragen worden. —
die Leitung der Fortbildungsconferenzen für die prot. Schuldienst⸗
xspectanten des Kantons Kaiserslautern ist dem Lehrer Karl Phi—
ipp Mayer in Kaiserslautern übertragen worden. — Zum Schul—⸗
        <pb n="592" />
        —A
zum Lehrer an der unteren prot. Mädchenschule in Speyer der
Schulverweser Friedrich Rapp daselbst ernanut worden. *

Berlinn, 10. Dec. In der heutigen Sitzung der Be⸗

ichlagnahme-Commission über das Vermögen des Ex⸗-Kurfürsten
erklärte Ministerpräsident Bismarck: Der Kurfürst habe auf die
herannahende Kriegsgefahr gerechnet und wiederholie Warnungen
unbeachtet gelassen. Die Besorgnisse vor einem Ausbruch des
strieges waren vorigen Sommer nicht unbegründet und wurden
nur durch ein unverhofftes Ereigniß beseitigt. In Hietzing be⸗
stehe ein preußenfeindliches Agitations-Comite, welches welfische,
hessische, dänische und republikanische Mitglieder zähle. Beiläufig
bemerkte der Minister, daß ihm die bekannte Usedom'sche Note
erst durch die Zeitungen bekaunt geworden sei, da sie bei ihrer
Sendung nach dem Kriegsschauplatz verloren ging. Die Regie—
rungsvorlage wurde schließlich mit 13 gegen 1 Stimme GVirchow)
genehmigt mit dem Amendement, daß die Aufhebung der Beschlag⸗
nahme nur durch ein Gesetz zulässig sei. —W
Berlin, 11. Dec. Indem die „Kreuzztg.“ auf die Mit⸗
theilungen verschiedener Blätter über den Vorschlag zurückkommt,
den status quo in Deutschland unter die Garantie der Mächte
zu stellen, sagt sie: Es steht fest, daß Deutschland keine unbe⸗
rechtigte Einmischung in seine Angelegenheiten dulden wird; die
Machte, welche den Frieden zu erhalten wünschen, thun am besten,
den Hetzereien von gewisser Seite entschieden entgegenzutreten.

— Aus Berlin wird unter'm 12. telegraphirt: „In
allen unterrichteten Kreisen wird Preußens Auftreien in dem grie⸗
Visch⸗türklischen Streite in Uebereinstimmung mit den Schutzmächten
sowohl zu Konstantinopel als zu Athen besiätigt. Die Friedens⸗
aussicht wurde dadurch verstärkt. Die türkische Note mit den be—
kannten Forderungen wurde am 10. Dec. mit fünftägiger Frist
in Athen übergeben.
Wien, 11. Dec. Der „Neuen Freien Presse“ zufolge
ist das türkische Ultimatum am 7. d. in Konstautinopel abgegangen.
Rach der „Debatte“ hätte sich dasselbe der Unterstützung Ruͤßlands
nicht zu erfreuen. F
Prag, 11. Dec. Zwischen dem deutschen und dem czechi⸗
schen Clerus steht ein Bruch bevor. Ersterer will sich auf den
berfassungsmäßigen Boden stellen und die „freie Kirche im freien
Staate“ anstreben.

Fraukreich.
Am 10. December waren es volle zwanzig Jahre, daß in
Frankreich das gewaltige Manbver der allgemeinen Abstimmung
Suffrage universelle) ausgeführt wurde; man wollte den „Chej
der executiven Gewalt“, wie man damals sagte, wählen. Ein
Pariser Correspondent der „Köln. Ztg.“ knüpft an die Erwäh—
nung des Jahrestages folgende Betrachtungen: „Der Neffe des
Mannes von St. Helena erhielt 5,8562,834 Stimmen, der ehr—
liche Cavaignac blos 1,469, 166, während 400, 000 Stimmen
zwischen Ledru Rollin und Raspail zersplittert wurden. Wenn
heute noch einmal die Wahl zwischen einem Bonaparte und einem
Cavaignac schwankte, würde jener noch vierfacher Sieger bleiben?
„Der bewundernswürdige Instinkt der Massen“, den die „France“
heute mit votlen Backen preist, ist ein zweischneidiges Schwert
Das Scrutinium des 10. December 1848 war der erste glän⸗
zende Triumph der europüischen Reaction gegen die Februariage
„Ja, Frankreich war nicht republikanisch gesinnt!!“ jubeln die bo—
aapartistischen Organe; aber ist es heute nicht eben so wenig
imperialistisch gesinnt ?“

Paris, 10. Dec. Die Mächte leihen hauptsüchlich zweien
Forderungen der Türkei ihren Beistand, nämlich daß Griechenland
den Werbungen für Creta Einhalt thue und den Cretensern die
Heimkehr erleichtere.

Paris, 11. Dec. Der „Etendard“ sagt aus Anlaß der
bevorstehenden Luxemburger Wahlen: Die Mehrheit des Luxem—
burger Volkes wünsche Anschluß an Frankreich nuͤr für den Fall,
daß die Einverleibung das einzige Mittel wäre, entgegengesetzten
Strömungen zu wiederstehen; darum sei sie auch gegen Verlänge—
rung des Zollverbandes mit Deutschland und wünsche überhaupt
Erhaltung ungeschmälerter Unabhängigkeit.

Paris, 11. Dec. Man behauptet, daß die hiesige Re—
gierung mit der provisorischen Regierung in Madrid vollständig
einig sei. So wäre es also mit den Männern, welchen Spanien
sein Geschick anvertraut hat, so weit gekommen, daß sie vom Bo⸗
napartismus lernen wollen, wie man Völker beglückt! Die Car—
tisten bereiten sich alles Ernstes vor, ein gewichtiges Wort bei
den Unruhen, die sie voraussehen, mitzureden: „Jetzt oder nie“,
cint die „Unione, welche seit zwei Monaten Karl VII. in allen
Tonarten besingt. Ueber den Ausgang des Kampfes in Cadix
weiß man noch nichts. Aber nicht er allein unterhält die Besorg-
niß: im ganzen Lande herrscht eine dumpfe Aufregung, die irgend—

bie mm̃ Auc bruch lommnen muß. Es heißt, General Pierap seir
»on Madrid nach Catalonien entsandi, wo man Unruhen
befürchtet. Der „Moniteur“ hat Briefe aus der Havanna bis
zum 17 Nov., welche etwas günstiger lauten. Die Aufständischen
waren an mehreren Orten besiegt; doch hatte man ihre Banden
nicht zersprengen können.

Baris, 14. Dec. Der „Moniteur“ hat ein Telegramm
nus S. Sebastian vom 13., welches meldet: In Folge einer
energischen Proclamation Caballeros haben sich die Insurgenten
»on „Cadir“ gestern Morgen auf Gnade und Ungnade
ergeben.
Spanien.

Madrid, 10. Dec. Aus Cadix wird gemeldet, daß der
dampf daselbst äußerst blutig war. Derselbe sei dadurch entstanden,
daß der Abmarsch der Truppen nach Puerta Santa Maria ver!
zindert werden sollte, wobei 190 Soldaten getödtet wurden. Der
Waffenstillftand endet erst kommende Nacht. Um das Bombarde-
nent zu verhindern, haben die Aufständischen sich der Abreise der
Tonsuln widersetzt und diese als Geiseln in das Stadthaus ein
jeschlossen. (Ein anderes Telegramm meldet: „Die Lage der
stegierung ist sehr peinlich, denn die Unruhen in den Provinzen
nehmen zu.)

Madrid, 11. Dec. Die Insurgenten von Cadix haben
noch nicht capitulirt. (Ein Londoner Telegramm sagt: Portugal
»ewaffnet alle Forts und die Tajomündung mit gezogenen Kano—
ien aus Furcht, in den Wirbel der republikanischen Bewegquiug in
S„panien gezogen zu werden.)

Die Capitulations · Bedingungen der Insurgenten von Cadixr
ind verworfen. Die Nachricht, daß 800 für Cuba bestimmi⸗
Soldaten sich den Insurgenten angeschlossen haben, wird für un⸗
jegründet erklärt, und ebenso gilt die Mittheilung, daß in Pam—
jelona und andern Orten Ruhestörungen ausgebrochen seien, für
inwahr.

Der Regierung sind Zustimmungsadressen vmn zahlreichen
tädtischen Gemeinden und freiwilligen Wehrvereinen, welche ihre
Unterstützung anbieten und dief Urheber der stattgehabten Unord⸗
iung auf das bitterste tadeln.“ Die Bewachung der Hauptstadt
ind die Aufrechthaltung der Ordnung bleiben nach wie vor aus⸗
chließlich den „Freiwilligen der Freiheit“ anvertraut.

Madrid, 12. Dec. Die amtliche Zeitung enthält auch
heute keine wichtigeren Nachrichten aus Cadir und bemerkt über
die dortigen Vorgänge: Die Regierung, welche nach der Bewilli—
gung des Waffenstillstandes ihres Sseges gewiß ist, hat den An—
griff auf die Empörer nicht überstürzen wollen. um Unglücksfäl⸗
len möglichst vorzubeugen, und den Insurgenten mehr Zeit zu
jeben, der Stimme der Vernunft und des Patriotismus Gehoͤr
zu schenken; die Truppen der Regierung nehmen Stellung ein,
durch welche eine enge Blocade der Insurgenten hergestellt wird,
und sind bereit, mit Tapferkeit und Enthufiasmus vorzugehen. —
kin Telegramm des Gouverneurs von Valencia meldet, daß in
Nieder⸗Aragonien allem Anscheine nach Vorbereitungen zu einem
Larlistischen Aufstande getroffen werden.

Griechenlaud.

Athein, 5. Dee. Die Regierung ist enischlossen, die tür—⸗
lischen Forderungen zurückzuweisen. Die Stimmung ist äußerst
iufgeregt; die Journale sind voll kriegerischer Artikel; man spricht
on der Errichtung von 30 Bataillonen Freiwilligen. Ein Reuter⸗—
ches Telegramm aus Athen, 9. Dec., meldet: „Der türkische
Besandte fordert Bestrafung der Aegineten, welche den mit der
Kinschiffnng der Kretenser beauftragten türkischen Agenten miß—
handelt haben. In der Kammer erklärte heute die Regiernng,
indem sie die Absicht der Pforte, den diplomatischen Verkehr ab—
zubrechen, und die Versuche der Mächte, den Bruch zu verhindern,
mittheilte, daß sie stets im Einklang mit den Wünschen uͤnd der
Würde der Nation gehandelt habe und nächste Woche die Acten—
tücke vorlegen werde. Einem über Wien gekommenen Telegramm
aus Athen nach war die griechische Regierung den Forderungen
der Türkei bis zu diesem Tage noch nicht beigetreten. — Aus
dopenhagen, 13. Dec. wird telegraphirt: Der Konig Chri⸗
tian und der Prinz von Wales haben nach Athen an den König
Beorgios telegraphirt, um diesen zu bewegen, den berechligten
Forderungen der Türkei zu entsprechen, indem sie ihn gleizeitig
auf die Gefahr aufmerksam machten, welche in der gegenwärtigen
Situation für die junge Dynastie liege.

Türkei.
Konstantinopel, 12. Dec. Die „Turque“ schreibt:
Das Interesse der Mächte scheint die Aufrechthaltung der Acte von
1856 zu sein, aber ihre Einmischung in die Ungelegenheiten des
Inlandes wird den verborgenen Zweck zum Vorschein kommen
lassen, das türkische Reich zu zerstören. Denn siets unzeitgemäß
und die Autorität des Sultans verletzend, würde sie die Türkel
        <pb n="593" />
        ‚wingen, Mäßigung im Actionsmomente zu befolgen. Die Stel—
jung der Pforte gegenüber Griechenland, welches in flagranter
Feindseligkeit sich bewegt, ist unertraglich und hat der Tuͤrkei schon
bdiel Menschen- und Geldopfer gekostet. Es war endlich Zeit, daß
die Pforte durch die Haltung, welche ihre Würde ihr angerathen,
Actionsfreiheit erlangte. Dies ist das einzige Miltel vielleicht
eine europäische Conflagration zu vermeiden und der bisherigen
dage, sowohl den Freunden wie den Feinden gegenüber, ein Ende
zu machen.“ —
Unter'm 12. meldet die Russische Telegraphenagentur in
Petersburg ebenfalls aus Konstantinopel: In Folge der
energischen Schritte des russischen Boischafters stellten Frankreich,
England und Preußen der Pforte vor, daß die von ihr gegen
Griechenland beabsichtigten Maßregeln den Frieden bedrohen
Daraufhin verschob die Pforte den definitiven Bruch um
einige Tage, und der russische Botschafter bemüht sich nun—
wenigstens den plötzlichen Abbruch der Handelsbeziehungen ju ver⸗
hüten. Die Türkei concentrirt in Tessalien eine Invasionsarmee
bon 40,000 Maunn. —
Amerika.

Rach dem Monatsausweise des Schazzsectetärs belief sich die
Staatsschuld der Vereinigten Staaten am 1. Dec. auf 2,645,750. 000
Doslats (gegen 26041 Millionen am 1. Nov.). Der Kassenbe⸗
stand betrug 106,705,000 Dollars, davon 88,8500,000 Metall⸗
vorrath.

Am Y. December kraf in Havania die erste Verstärkung von
Truppen aus Spauien ein, die sofort nach ihrer Ausschiffung
gegen die Aufständischen marschirte. J *
— »U244⸗

—eee — — — — —
Uebersicht der in der beginnenden Landtags-⸗Sefsion
zur Berathung vorliegenden ——
1. Gesetze.

J. Gesetz, die privatrechtlichen Verhältnisse der Genossenschaf—
ien betr., („dieses Gesetz soll besonders den neu entstehenden
Credit⸗, Consum- u. dgl. Vereinen zu Gute kommen.“) 2. Gejetze,
die Actiengesellschaften betr, 3. Berggesetz, 4. Gesetz. die Errich
tung eines Verwaltungs-Gerichtshofs betr., 5. Schuigesetz ; G. Ge⸗
jetz, das Eisenbahnnetz betr., 7. Gemeindegesetz (wird voraüssicht
lich von den Kammern bis Neujahr erledigt werden). 8. Armen⸗
gesetz, 9. Vilitärgesetz. — Zu diesen Gesetzvorlagen kommen vor—⸗
aassichtlich noch 1. Gesetz, die Bürgerwehr betr, 2. Gesetz, die
Wehrsteuer betr. 3. Strafproceß, 4. Militärstrafproceß.

J. Anträge von Mitghliedern der
Kammer.

4. Antrag des Abgeordneten v. Stauffenberg (Augsburg
Fortschrittspartei), die Freigabe der Advocatur betr.. 2. Antrag
des Abg. Hirschberger (Landshut, Mittelpartei), Abänderung des
Art. 150 des Notariatsgesetzes (betrifft die Aufhebung der ÄAnmel⸗
decertificate). 3. Autrag des Abg. Dr. K. Barih (Augsburg,
Rechte), das Gesetz, die Jagdübung betr., 4. Antrag des Abg.
Spiegel (Bischofsheim, Fortschrittspartei), Aufhebung, der. Brod—
uud Mehltare betr, 5. Antrag des Abg. Krumbach (Freising,
Mittelpartei), Beitrüge der Brandbversicherungsanstalten für die
Feuerwehren betr. 6. Antrag des Abg. Dr. Brater GNürnberg,
Fortschrittspartei), Erweiterung des Petitionsrechts des Landtag?
ind der Staatsangehörigen betreffend, 7. Ankrag des Abg. Dr
Marq. Barth (Kaufbeuren, Fortschrittspartei), Herabsetzung der
steisegebühren der Abgeordneten, 8. Antrag der Abg. Stenglein
Kronach, Mittelpartei) und Dr. K. Barth (Augsburg, Rechles,)
Abäuderung des Einquartirungsgesetzes betr, 9. Antrag des Abg
). Schultes (Schweinfurt, Mittelpartei), Aufhebung des Jminpf⸗
wanges betr., 10. Antrag der Abg. Croisant, v. Stauffenberg
und Dr. Brater (Fortschrittspartei), Abeanderung des Vereinsge⸗
etzes betr. 11. Antrag der Abg. Jörg und Dr. K. Batth
Rechte), Abänderung des Landtagswahlgesetzes betr., derselbe An-
rag war früher schon von dem Abg. Krämer, (Nürnberg, Fort⸗
chritispartei) gestellt, von der Kammer aber verworfen worden.
2. Antrag des Abg. Spiegel (Fortschrittspartei), Aufhebung des
Art. 38 des Preßgesetzes, (der das Hausiren mit Dtucschriften
»hne besondere Erlaubuiß verbietet) betr, 18.. Antrag der Abg.
Dr. Brater, Krämer (Fortschrittspartei) und Hänle (Muünchen
Mittelpartei) den Art. 40 des Wehrgesetzes betr, 14. Antrag
»es Abg. Dr. Völk (Immenstadt, Fortschristspart i) auf Besteue⸗
ung der aus dem Auslande bezogenen Capitalien.

Bei der Wichtigkeit der zu berathenden Gesetze möge jeder
Staats-Bürger, der Auträge bezüglich derselben zu steüen oder
Wünsche zu äußern hat, bald möglichst an den Abgeordneten
eines Bezirks schreiben.

BVBermischtes.

. Zweibrücken, 9. Dec. Nachdem unterm 7. l. Mis.
n hiesiger Stadt ein brauner Jagdhund getödiet werden mußte,
weil derselbe nach mehrtägiger Abwesenheit mit allen Erscheinungen
der Hundswuth in die Wohnung seines Herrn zurückkam, und
nachdem die Section dieses Hundes nach thierärzlichem Gutachten
das Vorhandensein der Wuth in hohem Grade bestätigte; nach—⸗
dem ferner dieser Jagdhund laut Anzeige während seines herren⸗
losen Umherlaufens auch Menschen und Thiere gebissen hat, so
purde im Interesse der öffentlichen Sicherheit durch die königl.
Districtspolizeibehörde dahier unterm Heutigen eine Hundesperre
in der Daner von 6 Wochen verfügt.

7 Letzten Samstag ereignete sich zu Obernheim⸗Kirchenarnbach
ein schredlicher Unglücksfall. Ein erwachsener Bube nedte sich mit,
dem Knechte; dieser, halb erbost, ergriff eine Haue, um den Kna⸗
zen zu bedrohen, und Letzterer, der auf die Seite springen wollte,
zerieth in die dort stehende Dreschnaschine, welche den Unglücklichen
ofort mit rasender Schnelle herumriß und ihm ein Guied nach
dem andern zerschmetteree. J

7Würzburg, ReDec. Von bayerischen Infanterie- Ge⸗
vehren nach dem Werder'schen System befinden sich dermalen hier
30, von österreichischen nach dem System Werndl 4, mit welchen
allen Schießversuche auf dem Artillerie-Kugelfange und auf der
Infanterie⸗Schießstätte angestellt werden.“ Ein definitives Urtheil
er Sachverständigen über den Vorzug des einen vor dem andern
als Massengewehr hat sich noch nicht festgestellt; doch kommt man
darin überein, daß das Werder'sche Gewehr zwar eine etwas grö⸗
zere Schüssezahl gibt, aber anch leichter Hemnissen und Beschädig⸗
ingen unterworfen ist, von denen die österreichische Waffe bisher
zanz frei blieb, so daß Fortsetzung des Erperimentirens nothwen⸗
dig ist, um zu einem sichern Resultat zu gelangen.

F. Augsburg, 10. Dec. Letzten Freitag wollte eine
Zellnerin Baumwollgarn auf einem Knäul wickeln und nahm aus
Bersehen dazu 52 Stück verschiedene Banknoten ihres Dienstherrn,
der sie aber glücklicherweise bei dieser Wickelei überraschte, ehe
die Banknoten noch ganz verschwunden waren. Bei näherer
Durchforschung ihres Koffers fanden sich noch allerlei Ver—
vickelungen, und so wurde denn die Wicklerin der Polizei
ibergeben.

Auf der allgemeinen Lehrer⸗Versammlung zu Kassel wurd
zeschlossen, die nächste Versammlung zu Pfingsten 1869 in Berlin
ibzuhalten.

Trier, 10. Dec. Vor dem lgl. Assisenhof wurde ge⸗
tern und heute die Sache gegen den Schusterlehrling J. S. aus
Sirzenich verhandelt, welcher angeklagt war, am 8 Sktt. v. J⸗
zu Sirzenich seinen Meister vorsätzlich und mit Ueberlegung ge⸗
rödtet zu haben. Nachdem die Geschworenen das „Schuldig“ aus-
sesprochen, verurtheilie der Kgl. Assisenhof den Angeklagten zur
Todesstrafe.

F Durch eire auf der Zeche Neu⸗Iserlohn am 4. d. entstan⸗
dene Explosion schlagender Wetter wurden 8 Knappen verletzt,
einer jedoch lebensgeführlich .

Immer neue Nachrichten treffen ein, theils über die riesen⸗
jafte Ausdehnung, theils über die außerordenttiche Gewalt des
Sturmes vom 6. auf den 7. Dec. Sehr ins Gewicht fällt dabei
der Schaden, den der Sturm in den neulich schon so empfindlich
urch Schneebruch heimgesuchten Wäldern anrichtele In
düren ist durch die Maht des Stur nes die eben neu erbaute
-zynagoge eingestürzt. In der Umgegend der Porta⸗Westfalika
vurde gleichzeitig (früh zwischen Snd 6 Uhr) ein wellenförmiges
ürdbeben verspürt; auch anderwäris will man Erderschütterungen
vährend des Sturms wahrgenommen haben. Die Zahl der
Todten beim Zusammensturz des Thurmes in Fritzlar wird nun
nuf 25 angegeben.

fParis. Der „Gaulois“ erzählt folgende hübsche Ge⸗
chichte: Hr. v. Z. heirathet aus Liebe seine Consine, eine Taub—
tumme. Sie ist fabelhaft schön, Milch und Blut, mit schönen
zroßen Augen, die träumerisch in die Well schauen, als käme sie
ius jenem „Hain in der Nähe von Athen“, in den Shakespeare
eine Titania versetzt hat. Die junge Frau brachte ein kleines
Löchteichen zur Welt. Nach der Entbindung wird der Arzt un—
uhig. Achten Sie wohl auf die Kranke, sagt er, sie hat etwas
Fremdes im Blick, etwas Unruhiges in ihren Wesen, eine fixe
Idee scheint sie zu quälen, vielleicht eine vorübergehende Seeclen—
törung — sie könnte, wenn man sie allein ließe, irgend eine
Sinnlosigkeit begehen. Man bewacht also die junge Mutter sorg-
ältig. Eines Morgens aber springt sie plötzlich auf, eilt zur
Thür hinaus und in den Garten, sie rafft mit aller Kraft ihrer
leinen Hände einen müchtigen Stein auf. Sie stürzt damit auf
die Wiege ihres Kindes los und läßt ihn dort zur Erde fallen.
Die Kleine fährt aus dem Schlafe, und die Muller fällt auf die
Kniee: Gott sei Dank, ihr Kind kann hören!
        <pb n="594" />
        Mit dem heutigen habe mein
wein⸗-x REranntwein-eεαãst
mit allen Geschäftsausständen an die Herren Jacob und Peter Stief dahier
übertragen.
St. Ingbert, 9. Detember 1868.
Peter Müller.

Eine trachtbare Kuh und ein
ljähriges Rind stehen zum
Verkauf in der Wsadun
der Frau Langenbrunner.
inder-

Zpiel Waaren.

Um wo möglich jedes Jahr aufzu—⸗
räumen, habe die Vreise alleräußerst
gestellt.

P. Stief.
Thæeator im St, Ingbæert.
Direction von Augußj Schroth.
Im Saale des Herrn Oberhauser.
Mittwoch, den 16. Dez. 1868:
Nichte und Tante,

Auf Obiges Bezug nehmend, wird das Geschaft unter der Firma Gebrüder

Ztief wie bisher fortbetrieben und bitten das Herrn Peter Müller geschenkte

Vertrauen auch auf uns geneigtest übertragen zu wollen.
Gebrüder Stief
Kinderspielwaaren.
Wegen Aufgabe dieses Geschäfts em⸗

pfehle mein sehr gut assortirtes Lager zu

norm billigen Preisen.

1000 Stüuͤck der modernsten und schönsten

Ein fleißiger Junge von 14
bis 13 —**— findet Arbeit
in meiner Druckerei gegen tägliche Be⸗
zahlung von 1I8 kr.
—
—XE
Mainzer
Honiglebkuchen
per Pfund 5 Sgr. empfiehlt

Welche ist die Braut.

dustspiel in 2 Akten von Görner,
Hierauf:

Der gebildete Hausknecht

oder

werden don heute ab zu dem halben
Preise verkauft, um fämmtlich aufzuräumen.
g. Apprederis.

v pen

B. Jepp.

O—

— — —

—
Stenarim-ernen, Gries,
RKleine Wachs- Tabacek,
Kerzemn, PDignrremn-⸗
PaAcK-SAre, Iajoram,
Rrust-⸗Zuuclxer, Lorbheerblatter,
MIalz⸗-Ronhons, Hârnrimge,
Rettighonbons, Limhurgerkuse
Himbeeren- IAava-Kassee,
Enckcer, vudelIn,
Gewurea-Ohoeos- Tasel-Reis,
Iade, sagzo
Lacritæ, PerIen-Glerste,
Zucker- Propsem-
Bohnem,—, Kimmoél,
empfiehlt P. LDepp.

Frisch eingetroffen sind wieder:
Frankf. Bratwurstohen
und ausgebeinte J

Schinken,
Sardellen,
Mainzer Handkässchen,
bei

oder

verfehlte Prüfung.

Posse mit Gesang in 2 Akten.
Preise der Plätze: 1. Platz 24 kir. — 2.
Platz 15 kr. — 3. Platz 9 kr. — Abon⸗
nement⸗Billets für den ersten Platz das
Dutzend zu 4 fl., für den zweiten Platz
das Dutzend zu 2 fl. 24 kr. sind in meiner
Wohnung bei Herrn Carl Apprederis zu

haben.
Kassen-Oeffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.

Das Nähere besagen die Zettel.
A. Schroth.
— Das Rauchen ist —
— strengstens verboten. —

FIritz Vanzerbieter.
Bis Montag, den 21. December
sind noch bei mir
L0 OSC
1 Gulden für die am verflossenen
Samstag herumgeführten schönen
Stalter's Hengste
u haben.
Michuel VTuulsc
Hobelsschneider.
Viktualien:
Verschiedene Sorten Saat⸗Erbsen, grüne
und gelbe Bohnen, verschiedene Linsen,
Pfälzer Blum⸗, Schwing- und Gries—
mehl, — Spezerei⸗Waaren jeder Art.
Ligarren, verschiedene Branntweine
ec. ꝛ⁊c. alles zu den billigsten Preisen.
Auch empfehle zu bevorstehenden
Weihnachten
feinstes Confekt und
Lebkuchen.
Wittwe Schnorr
Zwei Kappen wurden gefunden und
nnen abgeholt werden bei Schlosser

NMainz, 11. Dec.

(Fruchtpreise.) Weißmehl das Mal—⸗
er à 140 Pfund — fl. — kir. — Rog⸗
gjenmehl ditto — fl. — kr. — Weizen (200
pfoi) 11fl. 20 fe. — 11 fl. 30 k. —
dorn (180 Pfd.) 10 fl. — kr. bis — fil. —
kr. Gerste (160 Pfd.) 10 fl. 20 kr. bis —
I. — fkr. Hafer (120 Pfd.) 5 fl. 20 kr.
zis 5 fl. 25 kr.

— eh—etñ
Kiegler
werden gesucht. Die Erxbedition dieses
Blattes ertheilt nähere Auskunft.
Unterzeichneter macht einem geehrten
Publikum die ergebenste Anzeige, daß seine
Weihnachts⸗ Ausstellung
in großer Auswahl mit den feinsten bis zu
den ordinärsten Qualitäten
Conditorei-und Linder-

Wormis den 11. Dez.

Wir notiren heute: Weizen 11fl. 30 kr.
hzis 11fl. 30 kr. Roggen 10 fl. — kr.
zis — fl. — kr. Gerste 10 fl. 10 kr.
»is — fl. — kr. per 100 Kilo., Hafer
5 fl. 20 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilo.
Mehl per Partie 9 fl. 30 kr. bis — fl.
— kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.
— kr. Roggenvorschuß 10 fl. 15 kr. bis
10 fl. 30 kr. Weizenvorschuß 13 fl. 30 kr.
— fll. — kr. Blumenmehl. — fl. — kr.
bis — fl. — kr. per 70 Kilo. Reps
— fl. — ir. bis — fi. — kr. per 85
Kilo. Rüböl ohne Faß 19 fl. — kr. bis
— fl. — kr. Leinöl ohne Faß — fl.
— kr. bis — fl. — kr. Mohnöl ohne Faß
34 fl. — kr. bis — fl. — tr. per
50 Kilo. Repskuchen — fil. — kr. bis
— fll. — kr. Branntwein 24 fl. — fr.
bis — fl. — kr.

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert

dpielwaaren
ausgestattet ist und bittet um geneigten
Zuspruch.
St. Ingbert, 12. Dec. 1868.
G. Rickel, Conditor.
Frische Lebkuchen
or. Pfund 18 kr. in der Conditorei von
G. Nickel
—— —
        <pb n="595" />
        St. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dieunstag, Donnerstag
ind Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krze. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 83 Krzr. die dreispaltig Deil e
Blattschrift oder deren Raum berechnet: —

— — — — — — — — —— —— — —— — — — — —æ — — — — — — —— — —— — — —
Nro. 150. Donnerstag, den 17. Deeember 1888.
Dent schland.

Mänuchen, 11. Dec. Der „Abdztg.“ schreibt man: Der
dnig wird Montag den 21. December aus Hohenschwangau sier!
urückerwartet, wo er dann zu längerem Aufenibalt die k. Nesidenz
beziehen wird. Von einer demnächst bevorstehenden Reise desselben
nach Petershurg ist in Hofkreisen nicht das Mindeste bekannt und
et sind auch keinerlei Vorbereitungen getroffen, welche auf eine
derartige Absicht des Königs dcuten könnten.

München, 11. Dec. Nach dem Gesetzentwurf, das Wehr—
geld betreffend, unterliegen einer jährlichen Reluitionsabgabe
Wehrgeld) für die Gjährige Dienstzeit im stehenden Heere alle
dicjenigen Wehrpflichtigen, welche nicht zur wirklichen Ableistung
der Dienstzeit in der acktiven Armee gelaugen. Die Größe dieses
Wehrgeldes wird nach dem Gesammi-Einkommen der Pflichtigen
estgesetzt und zwax auf 3 fl. (Kinkommen von 2090 fl.), 6 il.
201 -300 fl.), 9 fl. (301 - 400 fl.), 12 jl. (401 -500 fl).
15 fl. (501-690 fl.), 18 fl. (601-- 700 ff.), 21 ft. (704 —
00 fl.), 30 fl. (801 — 1000 fl.), 40 fl. (1003 --1200 fl.),
30 fl. (1201 - 1400 fl.) und so fort in der Weise, daß jede
veiteren 200 fl. eine Erhöhung von 10 fl. bilden bis zur Er—
eichung des zMaximums von 100 fl. — Befreit sind die in der
dendarimerie Dieuenden, diejenigen, welche durch im Dienste er—
ittene Beschädigungen von gänzlicher igrfüllung der Wehrpflicht
hefreit wurden, welche ein die Ecwerbsfähigkeit in hohem Grade
zeschränkendes Gebrechen haben-und zugleich vermögenslos sind,
velche ihren Lebensunterhalt theilweise oder ganz von der Armen—
flege empfangen. Aus dem Ertrage des Wehrgeldes werden zwei
jesonderte Fonds gehbildet, von welchen der eine unter der Ver—
vwaltung des Staatsministeriums des Innern zu Kapitulationsver—
zütungen der Gendarmerie, der andere unter der Verwaltung
des Kriegsministeriums zu Kapitulationsvergütungen der activen
Armee bestimmt ist. Dem für die Kapitulationsvergütungen der
Zendarmerie bestnntten Fond wird von dem Ertrage des Wehr—
zeldes ein Averfum von jährlich 60,000 fl. zugewiesen. So lange
zicht 6 Jahrgänze Wehrgeldpflichtiger vorhanden sind, wird dieses
Aversum auf jährlich 10,000 fl. für jeden in die Beitragspflicht
zetretenen Jahrgang festgesetzt. Die Art der Verwendung wird
zurch Verordnung bestimmt. — Das nach Abzug dieses Aversums
erbleihende Erträgniß des Wehrgeldes bildet den unter der Ver—
valtüng des Kriegsministeriums stehenden Fond. Aus demselben
rhalten Kapitulanten, welche Unteroffiziere sind oder in Unteroffi—
ziersrang stehen, für jedes im Laufe ihrer Reserves und beziehungs—
veise Landwehrpflicht mit entsprechendem Betragen im Dienste
oirklich präsent zugebrachte Jahr, vom 1. Januar 1869 an ge—
rechnet, eine Kapitulationsvergütung von 100 Gnlden. *

München, 12. Dec. Der k. Staatsminister des k. Hauses
ind des Aeußern, Fürst Hohenlohe-Schillingsfürst, hat in Folge
illerhöchster Ecmächtigung gestern aus den Händen des k. k. öster⸗
zeichischen w. Geheimeraths Grafen v. Ingelheim das kaiserliche
Schreiben entgegengenommen, welches denselben in der Eigenschaft
ils k. k. österreichischen außerordentlichen. Gesandten und bevoll—
nächtigten Minister am hiesigen Hofe beglaubigt.

— Dem k. württembergischen Staatsrath und Bevollmäch—
igten Württembergs bei den Militärconferenzen der süddeutschen
Staaten, Scheuerlen, wurde das Großcomthurkreuz des Verdienst-
)rdens vom hl. Michael verliehen.

— Dem ek. Staatsministerium der Justiz ist zur Kenntniß
zekommen, daß ein Landgericht auf Anregung des vorgesetzten
Bezirbsgerichts eine Reihe mufangreicher Acten an das nächstge—
egene Archin einsendete, ohne daß zuvor das erforderliche Beneh—
men mit dem k. allgemeinen Reichsarchive, wie es bei den Appel—
ationsgerichten und Kreisregierungen längft in Uebung ist, ge⸗
yflogen worden war. Um der Wiederkehr solcher Vorkommnisse
zu begegnen und zu verhindern, daß die zur Aufnahme der werth—
jollen Archivalien bestimmten Räume nicht durch Ueberfüllung der
Archive mit Acten, deren Inhalt kein dauerndes Interesse bietet,
lerkürzt werden, hat das k. Staatsministerium der Justiz im Ein—

verständniß mit dem k. Staatsministerium des Innern die We—
sung ergehen lassen, daß in allen Fäller, wo Stadt- oder Lande
zerichte und Bezirksgerichte die Abgabe von Acten am die Archivs-
conserpatorien beabsichtigen, vörher die fragkichen Acten in“ allen
Inuptgruppen deutlich verzeichnet und diese Verzeichnisse, wenn es
ich um bezirksgerichtliche Acten handelt/ durch das einjchlägige
Appell ationsgericht, wenn aber Acten der Stadt- oder Landgerichte
un Frage stehen, durch das vorgefetzte Bezirlsgericht mit—
elst einfacher Note an das k. allgemeine Reichsarchiv zur Einsicht
uind Aeußerung eingesendet werden.

— Naͤch dem Gesetzentwurf jber das Wehyrgeld tritt zur
Festsetzung desselben in jedenn Eesaßbezirke ein Ausschuß in Thä⸗—
igkeit, welcher besteht: a) aus dem Vorstande der Dristricksver—
valtungsbehörde (in unmittelbaren Städten dem Bürgermeister)
der dessen Stessvertreter als Vorsitzendem, b) aus drei fständigen
Nitgliedern für den ganzen Ersatzbezirk (aus den füuf bürgerlichen
Zeisitzern der Ersatzcommission durch das Loos bestimmt), ch) aus
dem Bezirksarzte gder einem Stellvertreter desselben, d) je für
die Gemeinde, um deren Pflichtige es sich Jandelt, aus dem Ge—
neindevorstande oder dessen Stellperkretck. beziehungsweise in grö—
zeren Städten aus dem Districtsvorsteher! des trefsenden Stadte
nezirkes oder einem von dem Magistrat zu bestimmenden Stellver⸗
reter desselben. J

München, 13, Dec. Die württembergischen Bevollmäch—
iaten, Eisenbahndirector'v. Klein'und Finanzrash Knapp, sind heute
Morgens nach Stuttgart zirückgekehrt. nachdem gestern Abends im
Auswärtigen der Staatsvertrag wegen Herstellung einer Eisenbahn⸗
verbindung von Rürnberg üser Ansbach nach Crailsheim unter—
eichnet worden. — D eeen an hub der, Abg.-Kammer
riti morgen Vormittags 9 Uhr zusammen — Der Reichsraths-
ammer⸗ Ausschuß hat das I. und lil. Buch des Civilproceßent—
vurfs in zweiter Lesnag erledigt.

München;! 14. Pet. Der Aßgeorduete Mandel beantragt,
»er Gemeindeordnung folgenden neuen' Artikel beizufügen: „Die
Zemeinden sind auch berechtigt, ihre Augehörigen, oder einen Theil
der einzelne Klassen derselbzne durch ottspolizeiliche Vorschriften
u dersönlicher Theilezhu an Feuerwehrübungen unsdr Androhung
er im Art. 175. A0j. 2. 283 Polizeistrafgesetzbuches festgesetzten
Zlrafen auzuhaszRen.

Tienstesnachrichten.

Der Grenzobercontroleur F. Wellnhofer in Habkirchen, Haupt⸗
pslamts Zweibrücken, ist nach Berchtesgaden versetzt und an dessen
Ztelle der berittene Grenzoberaufscher A. Brunner in Rehau er—
zannt worden. .*

Berlin, 18. Dec. Die gestrige Generalversammlung des
Wahlvereins der Fortschrittspartei nahm 4 Resolutionen an, da—
hin gehend: 1. Es ist mit allen Kräften dahin zu wirken, daß
Ari. 25 der preußischen Berfassung, welcher den unentgelklichen
Unterricht in der Volksschule anordnet, endlich ausgeführt werde.
1. Zur Durchführung der nothwendigen Selbstberwaltüung der
Bemeinden, Kreise und Provinzen bedarf es einer für den gqnzen
Ztaat gemeiusamen freisinnigen Gemeindeordnung. 3. Die? eif—
cigsten Anstrengungen sind auf Erhaltung des Friedens und Ver—
ninderung der stehenden Heere (wäre sehr zu wünschen) zu richten
uls erster Anfang hiezu ist die gesetzliche Einführung der 2jähr!
jen Dienstzeit zu verlangen. 4) Als das beste Mittel zur För—
deruug der Austlärung und des Fortschrittes ist die Gewährung
oller Preßfreiheit und zur Wahrung derselben die Verweisung der
Preßprozesse an die Geschworenen unumgänglich nothwendig.

Berlin, 13. Dec. Viel besprochen wird die Reise des
ßrafen v. Bismarck nach Dresden. Dieselbe hatte den Sosten—
ibelen Zweck, dem König Johann die Geburtstagswünsche des
dönigs Wilhelm zu überbringen; man legt ihr aber eine politische
zedeutung bei, da — der erste Vorgang dieser Art — der Bun—
stanzler selbst sich auf den Weg gemacht hat. Jedenfalls liegt
        <pb n="596" />
        darin ein Zeichen der guten Beziehungen, in denen man hier zu— Die Form der Mittheilungen über die Vorgänge in Cadir
dem Bundesgenossen in Dresden steht. rinnert lebhaft an die ersten Tage der September-Revolution;

Wien? 14, Dec. Die „N. Freie Presse“ meldet: Graf edenfalls sind die zu uns kommenden Telegramme Seitens der
Beust soll anläßlich der Erklärung des Grafen Bismarck über die degierung schoͤnfärberisch zugestutzt. Herr der Situation ist die
Hieginger Agitationen eine Depesche nach Berlin gesandt haben, kegierung sicher noch nicht, sonst schlösse sie mit den Aufständischen
Helche desagt, daß der österreichischen Regierung diese Sache unbe— richt einen Waffenstillstand ab, wie mit einer kriegführenden
kannt sei. Dieselbe würde solche Agitationen nicht dulden. Nacht. Nach dem Gaulois ginge die Regierung nur zur Ver⸗

Wien, 15. Dec. Die „Abendpost“ nimmt Notiz von dem neidung großen Blutvergießens so schonend zu Werke. Und dazu
„feindlichen, gehässigen Tone der officiösen Presse Preußens“ und zätte fie wohl Ursache nach den begangenen Mißgriffen, welche die
ommt dann auch auf die angeblich zwischen Paris und Berlin Insurrection provocirten. Jit man auch über die sprrielle Ursache
mittelst Telegroph gewechselte Nachricht über angebliche Vorfstellun⸗ der Vorgänge in Cadir noch nicht ganz im Klaren, so ist doch
zen zu sprechen, welche Oesterreich wegen seiner erregten Behand⸗ jewiß, daß namentlich drei Motive dahei mit virkten: 1) Die (die
uung der orientalischen Anelegenheiten von den Westmächten ge— segierung nicht treffende) Unmoͤalichteit der Fortexistenz der nach
nacht worden seien. Diese Nachricht wird von der „Abendpost“ »er Revolution durch die Gemeinderätsye mit mehr gutem Willen
als eine böswillige Luge bezeichnet, welcher nicht einmal der As Ueberlegung eingerichteten Nationalwerkstätten; die Geldmittel
Schatten eines moͤglichen Mißverständnifses zu Grunde liege, da ind erschöpft, die Opfe willigkeit der Privaten hat nahgelassen,
vweder von Paris noch von London irgend ein Schritt gethan ie vor leeren Kassen stehende Regierung kann nicht beispringen,
vorden sei, der eine solche Deutung zulusse. (Man hatte der xausende von Arbeitern in den Haͤfen von Cadir ꝛc. mußten ent⸗
„‚Weser Ztg.“ aus Berlen geschrieben: Die Vertreter Englands und affen werden; — 2) die durch Dekret vom 17. Novb. verfügte
Frankreichs in Wien seien beauftragt, der österreichischen Regierung deorganisation des Instituts der sogen. „Freiwilligen der Frei—
Horstellugen zu machen über die Gefahren, welche ihr Verhalten seit“, welche eigentlich nichts bezweckte, als dem eigentlichen Volk
im Orient für den europäischen Frieden hervorrufe. Im Zusam⸗ vieder die Waffen zu nehmen, die man ihm unter den ersten
—XDDD Frendenausbrüchen der siegreichen Revolution gewührte; — 3) die
ers in Konstantinopel. An der Beilegung des türkisch⸗griechischen rtlärte officielle Unterstützung, welche die provisorische Regiecrung
Streites werde nicht mehr gezweifelt. hrem ausdrücklichen Versprechen entgegen, der Wiedererrichtung

Pesth, 12. Dec. Der „Pesti naplo“ sagt bei Besprechung einer Monarchie angedeihen läßt. — Regierungsfreunde erklären
der preußischen Politik: Man habe in Ungarn Sympathieen für die Cadixer Insuriection als eine isabellistische und sie berufen
Preußen, die sich aber nur dann mehren und befestigen werden, üch dabei auf die anläßlich dieser Vorgänge energisch zur Ord⸗
venn Preußen nicht über die Schranken des Prager Friedens nung und zur Achtung vor dem Gesetz ermahnende öffentliche Er—⸗
—X klärung des republikanischen Comites von Madrid (unterzeichnet
in Krieg entstehen sollte, würde Ungarn seine Pflicht thun. von Orense), das den Sieg der Republik nur hierdurch, nicht
Man solle in Preußen nicht auf die dem Ausgleiche mit Oestreich zurch Bärgerkrieg erringen will. — Nach dem „Imparcial“ hat
eindliche ungarische Partei speculiren; es gebe in Ungarn kdeine die Regierung Nachricht erhalten, daß — man wisse nicht ob zum
zffentlihe Partei, die auf dem Wege der Revolution oder des Zwecke einer karlistischen oder isabellischen Manifestation — Waf—
Verrathss ihr Ziel erreichen wollte. Die Armee heiße östreichisch⸗ en von der französischen Grenze her in Spanien eingeführt wer⸗
ingarijche Armee“ und im Falle eines Krieges würden die Ungarn den sollen.
hrer Fahne keinen Makel beibringen lassen. Madrid, 14. Dec. Die Insurgenten in Cadir beabfich-

Frankreich. cigten, ihre Waffen dem amerikanischen Consul zu übergeben.

Paris, 11. Dec. Die in den letzten Tagen umgelaufenen Laballero erklürte jedoch. daß die Feindseligkeiten wieder beginnen
Herüchte ber Ministeränderungen accentuiren sich — nach der ee wenn sie bei diesem — nationalen Ehre unwürdigen
Wpoque“ mehr und mehr. ann due verharrten. In Folge eer WVrphn Hgiltung

Demselben Blatte zufolge wird Herr Mon, obgleich ihm übergaben die Inhsurgenten ihre Waffen dem Miililär—
eine Freunde davon abratben, nach Spanien gehen, um die Can. louverneur. Griechenlaud
didatur des Prinzen von Asturien zu unterstützen. — Der Parisern riechenland.

Apellhof hat die von der 1. Instanz gegen 5 Personen wegen Man meldet aus Athen vom 5. Dec.: Vierhundert Stu⸗
Berbrenuung von Rocheforts „Lanterne“ ausgesprochene Strafe von »enten der Universität überreichten dem Könige eine Petition um
JMonat Gefängniß und 100 Fr. Geldbuße auf 3 Monat Befreiung Kretas und Entlaffung Bulgaris. Die Fivilbeamten
Hefängniß und 3500 Fr. Strafe verschärft. — In dem Erdgeschoß jaben schon seit fünf Monaten, die Pensionisten seit sieben Mo-
des Ministeriums des k. Hauses (das in der die Tuilerien und in keinen Gehalt bekommen. Das Budget für 1869 weist
den Louvre verbindenden Galerie liegt) brach heute Feuer aus, 37*2 Millionen Einnuhmen und 35 Millionen Ausgaben auf.

dessen man erst nach einigen Stunden Herr wurde. Das Dresd. Journ.“ bringt ein Wisene r Felegramm

Paris. 13. Dec. „France“ sagt bezüglich einiger von der »om 14. des Inhalts: „Griechenland habe das türkische Ulti⸗
Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“, der Kreuzzeitung“* und der natum beantwortet und der Aufforderung desselben gemäß die
Spenerschen Zeitung“ kürzlich gebrachter Artikel: Niemand denke Freischaaren für Kreta aufgelöst, den Officieren und Beamten die
Haran, sich in die inneren Ängelegenheiten Deutschlands einzu⸗ Theilnahme am Auffstand untersagt und den Emigranten freigestellt,
ischen; 'di er die Interessen, die Beriehungen und die gute Nach- in ihre Heimath zurückzutehren. Andere Punkte der Sommation
‚arschaft beider Lünder, sowie die Wiederbefestigung des allgemeinen Lien übergangen. EEine nach Paris gegangene Depesche des⸗
Pertraizens verlangten, daß Deutschland die Verträge achtet, welche elben Juhalts sagt jedoch am Schluß: „Die anderen Forderungen
»83 unterzeichnet habe; die französische Presse verlange durchaus lehnte Griechenland ͤa6 ß. F
nichts Anderes. Donaufürstenthümer.

Paris, 13. Dec. Der „Moniteur, meldet, daß nach Ab⸗ Bukarest, 12. Dec. In der Kammer erklärte heute der
auf des Waffenstillstandes zu Cadir der Kampf gegen die Insur— Fxminister Bratiano, der Waffentransport aus Preußen nach Ru⸗
denten wieder begann. Die Fremden verließen die Stadt. nänien sei mit Vorwissen des Kaisers Napoleon geschehen. Bei

—ach Bericht des Herrn Haußmann wurden im Verwal- iner Discussion über das österreichtshe Rothbuch beschuldigte der⸗
ungejahre 1867 68 in Paris 3586 Häuser mit 25,601 Woh— elbe die Minister Beust und Andrassy, Rumänien annectiren zu
nungen gebaut, 1764 Häuser mit 11,141 Wohnungen demolirt; vwollen; auch bemerkte er, die Unterdrückung Siebenbürgens könne
on 1832 bis 1868 beträgt die Zahl der gebauten Wohnhäuser Rumönien nicht gleichgiltig mit ansehen.

94,634, die der demolirten 23,7 11. Türkei.
Italien. Aus Konstantinopel, 14. Dec., Abends, meldet das

Florenz, 14. Dec. Hier eingetroffene Nachrichten aus Wiener Telegraphen⸗Cortespondenzbureau: „Es bestätigt sich, daß
Taprera melden daß Garibaldi sich demnachst nach Spanien be⸗ er türkische Gesandte Photiades Bey Athen und der griechische
geben werde. Besandte Deljannis nebst anderen Griechen Konstantinopel heute

Aus Rom wird gemeldet, daß dem Banditen Gasparone, verlassen. In Athen haben enthuiastische Demonstrationen vor
der 49 Raͤubmorde eingestanden hat und zum Tode verurtheilt den Hotels der Gesandten von England, Amerika, Preußen und
worden war, das Leben geschenkt worden ist. Rußland stattgefunden.“ Dasselbe Bureau veröffentlicht außerdem

Spanien das folgende aus griechischer Quelle slammende Telegramm aus
* Athen, 14. Dec.: „Die Regierung wies die türkischen Forderun⸗

Madrid, 12. Dec. Der Gouverneur von Barcelona jen zurück. Hier und in den Provinzen finden begeisterte De—
theilt mit, das republikanische Central⸗Comitéhabe Kenntniß er⸗ nonstrationen zu Gunsten des Krieges statt. Petropolaki ist mit
ungt von reichlichen Geldvertheilungen an Arbeiter, um diese Nacht 000 Freiwilligen in Kreta gelandet.“ (Ein anderes Telegramm
inen Aufstand zu erregen. Der Gouverneur traf Vorsichtsmaß- ius Konstantinopel, ebenfalls vom 14., meldet: „Der türtische
eln und glaubt die Erhaltung der Ordnung verbürgen zu können. Gesandte in Athen hat bier angezeiat. habe vom General⸗
        <pb n="597" />
        gouverneur Kretas die Nachricht erhalten, daß die Einwohner des
Districts Sphakia ihm - eine Petition an den Sultan überreicht
saben. worin sie über ihr früheres Verhalten Reue an den Tag
jegen und ihre Unterwerfung anbieten.“)
Vermischtes.

Zweibrücken, 11. Dec. Die Schwurgerichtssession
für das 1. Quartal 1869 wird am 15. März nächsten Jahres
eröffnet, und Herr Appellationsrath Theodor Foöll ist ernannt, um
solche zu präsidiren. Ohne Zweifel ist diese Fixation geschehen,
um ganz sicher zu sein, daß bis dorthin die Schwurgerichts-Loka⸗
fitäten im Justizgebäude vollendet sind und benützt werden können.
Dauert aber die Session lange — was nicht unwahrscheinlich ist,
schon deßwegen, weil eine lange Zwischenzeit zwischen der letzten
Session von 1868 und der ersten von 1869 liegt. — so reich!
sie dis Ostern und bis zum Ende des Monats März, also gerade
n eine Zet, wo die Oekonomen regelmäßig stark beschäftigt sind
es wäre dies aber für den größten Theil der einzuberufenden Ge⸗
schworenen höchst unangenehm.

. Im Bahnhofe zu Landstuhl hat sich am 11. Dec. ein
schweres Unglück ereignet. Einige Leute drückten einen beladenen
ohlenwagen auf den Eisenbahnschienen hin. Der Ackerer Daniel
Reiber von Kottweiler, der dorten Kohlen lud, half unaufgefor⸗
dert und ohne daß er von den Andern gesehen wurde, fortschie⸗
ben, wobei er untluger Weise hinten am Wagen drückte. Plötzlich
kam ein Kohlenwagen, durch den furchtbaren Sturm in Bewegung
gesetzt, und da an der kritischen Stelle die Bahn abwärts geht
in schnellen Lauf gerathen, von rückwärts her gebrausst und zer⸗
—ä
zeladenen Kohlenwägen eingellemmten Mann. Erst auf dessen
Angstgeschrei hin sahen die anderen Arbeiter zu ihrem Entsetzen
was vorgefallen. Der Verunglückte, ein Mann in den vierzige
Jahren, starb einige Stunden nachher.

F In Niederlahnstein sind am 7. ds. 9 Häuser
abgebrannt.

Aus Trier wird uns unterm 11. Dec. gemeldet, daß Hr.
Stalter vom Ernstweilerhof mit seinen Pferden dort angekommen
ist und letztere durch ihre anerkannte Schönheit schon bei der An⸗
kunft dort allgemeines Aufsehen erregten. Herr Regierungsrath
Beck, der bekannte Förderer des landwirthschaftlichen Fortschritts
sowie das ganze Regierungspersonal haben sich über die Aufmerk
jamkeit des Herrn Stalter, seine Pferde auch dorthin zu bringeu,
jehr gefreut und ihn sehr freundlich aufgenommen. Heute Nach⸗
mitiag halb 1 Uhr wurden auf Regierungsbefehl die Pferde auf
dem Paradeplatze vorgeführt. Bei dieser Gelegenheit hat, da
gerade Parade war, auch Se. Excellenz Herr General v. Barnekow
mit sämmtlichen Offizieren der Garnison sich die Pferde vorzeigen
lassen und auch hier erregten dieselben wie allerwärts, allgemeine
Bewunderung und wurde Herrn Stalter die schmeichelhafteste An⸗
erkennung für seine Verdienste um die Pferdezucht zu Theil. —
Dieselbe Aufmerksamkeit und Anerkennung wurde Herrn Stalter
in Saarbtücken und St. Johann, wo derselbe ebenfalls seine
Pferde vorgeführt hatte.

4 Die „Koͤln. Blätter“ verwandeln sich vom 1. Januar an
in eine Koͤlnische Volkszeitung“, die in 2 Tagesausgaben
erscheinen soll.

4Die Wiener „Neue freie Presse“ theilt folgendes an den
Hofschauspieler Lewinsty adressirtes Telegramm mit:

) Se. Majestat der König haben auf die Bitte der k. k. Hof⸗
burgschauspieler angeordnet, daß dem Dichter Schaufert, in An—
erkeunung seiner poetischen Leistungen, der Urlaub ausnahmsweise
zis Weihnachten verlängert werde. Im Auftrage Sr. Majestät
‚eehre ich mich, von dieser a. h. Verfügung Kenntniß zu geben.
dipowsky, Sr. Majestät des Königs Secretär.“

Ein zweites Telegramm jetzt Herru Schaufert von der Ur⸗
aubsderlängerung in Kenntniß. Herr Schaufert vollendet soeben
in neues Lustspiel: „Ein seltsamer Prinz“.

Wien, 10. Dec. Geftern Abend wurde hier das histo⸗
rische Lustspiel Ihres pfälzischen Landsmannes Hyppolyt August
Schaufert: „Schach dem König“, für welches er den vom Burg⸗
theater ausgeschriebenen Preis erhielt, bei überfülltem Hause ge—
geben. Der Beifall war durchgehend lebhaft und ungetheilt, und
der Dichter wurde nach jedem Akte gerufen. Das Stück verdient
aber auch die gute Aufnahme, denn, trotz mancherlei Mängeln.
ist es mehr als ein gewöhnlich gutes Lustspiel, voll Geist und
Talent, und ohne irgend einen Anklang von Trivialität. Heute
wird das Stuck wieder gegeben und sind schon am frühen Morgen
alle Plätze besetzt.

4 Ein practischer Postillon. Der unerwartet große Schnee⸗
fall hatte kürzlich im sjächsischen Erzgebirge Stege und Wege ver—
schütiet und so dem nach Marienberg fahrenden Postillon plötzlich

Halt geboten. Er kann nicht weiter, er hat sich festgefahren —

und Marienberg verlangt doch Pacete und Briefe. Unser vyeid
ist jedoch resolut, Briefbeutel, Packete, Kistchen und Schachteln
packt er zusammen in einen Tragkorb, nimmt solchen auf seinen
breilen Rücken und wandert, auf dem Posthorn blasend, in Ma⸗
rienberg ein, welcher Einfall natürlich im Städtchen große Heiter⸗
keit erwecte.

4F Rothschild's Hinterlassenschaft. Endlich scheint ein Licht
auf die Hinierlassenschaft des in Paris verstorbenen Barons James
Rothschild zu fallen. Die Erben haben nämlich 10 Millionen
Fraucs Erbschaftssteuer bezahlt. Die französischen Erbschaftsgesetze

zu Grunde gelegt, läßt diese Steuer auf eine Hinterlassung von
einer Milliarde, das find 1000 Millionen Francs, schließen.

Eine Schenkung des Bankiers Herrn Peabody von
100,000 ppfd. Sterl. an die Londoner Armen besteht theils in
Baarem, theils in einem trefflich rentirenden Grundstück von 15
Acres bei Brixton in der Nähe von London. Zusammen hat
der edle Mann der hauptstädtischen Armen⸗Kasse 850,000 Pfd.
Sterling geschenkt — was schwerlich für solchen Zweck je ein
Fürst her eschenkt hat, geschweige denn ein anderer reicher Privat⸗
mann. Dazu seine emsprechend großen Gaben an New⸗York,
Philadelphia und andere Städte der Union. Dabei hat Herr
Ppeabody Kinder; aber er geht von der Ansicht aus, daß den
Zeinigen dennoch großer Reichthum bleibt, sowie von der humanen
xkrwägung, daß große Schätze, die sich durch Glück in den Händen
Finzeiner ansammeln, auf der Arbeit sehr vieler Menschen mit
—X

'London, 9. Dec. Während der vergangenen Woche
wurden 91 Schiffbrüche gemeldet.

FKrakau, 12. Dec. Man telegraphirt der „N. Ir. Pr.“:
Die befürchtete Katastrophe in Wielizka ist eingetreten. Im Franz⸗
Joseph⸗Schacht ist der Boden stark geborsten. Es haben sich
mehrere Risse gebildet. Die Saulen sind eingestürzt. Alles
cflüchtet aus dem Schachte, in welchen sich Niemand mehr hinun⸗
terwagt.

FWarschau. Vor einigen Tagen wurde in einem hie—
sigen Schanketablissement in der Chmielna durch die Polizei eine
Gesellschaft von Gaunern aufgehoben, die sich mit Verbreitung
falscher Geldnoten beschäftigte und der man seit Monaten auf der
Spur war. Es wurde noch eine bedeutende Menge falscher No—
len vorgefunden und confiscirt, aber nicht russische, sondern öster⸗
reichische.

— Ein vor kurzem hier erfolgter Todesfall ist Gegenstaud
der allgemeinsten Erbitterung und stillen Ingrimms, der nur unter
der Herrschaft des Kriegszustands nicht in lauten Schrei ausbre⸗
hen kann. Die vollkommen verbürgte Thatsache ist folgende:
Fines Abends spät hielt ein Polizist einen Mann im betrunkenen
Zustande an und führte ihn nach dem Polizeigefängniß des Be⸗
sirks. Als der Mann, ein deutscher Bäcder, Namens Friedrich
dauschin 50 Jahre alt, Morgens vor den Commissär gebracht
purde, war er unghalten wegen seiner Haft, und drohte gegen
»en Commissar Klage zu führen, daß er ihn, den Bäcker, in einen
euchten finstern Keller wie einen schweren Verbrecher habe werfen
assen. Der Commissär Namens Ryzewski, ein als aufbrausend
»ekannter Mann, befahl einem seiner Polizisten, den Bäcker zu
ohrfeigen, was diesen zu noch größeren Drohungen veranlaßte.
Da verlor der Commissar die Geduld und versetzte dem Lauschin
mit eigner Hand mehre Schläge ins Gesicht und an den Kopf.
Ein heftiger Blutsturz erfolgte, Lauschin fiel hin und wurde eilig
nach dem nahen Hospital zum heiligen Geist gebracht, wo er einige
S„tunden darauf starb. Die hierauf von den Aerzten ausgeführte
Obduction wies den Tod als eine Folge der Schläge nach; allein
ein vom Oberpolizeimeister nach dem Hospital beorderter Oberst
dictirte ein Protocoll, wonach der Tod eine Folge der Betrunkenhett
des Lauschin gewesen sei. Die Erbitterung im Votke war unge—
heuer, wurde aber durch die Arretirung des Commissirs etwas
gedämpft. Was geschah nun dem Commissär? Er saß drei Tage
auf der Wache, kam am 7. d. frei uad übte schon am 8. sein
Polizeiamt wieder aus.

4 In der Nacht des 8./9. Nov. wurde von einem englischen
Schiffe bei St. Helena ein unterseeisches Erdbeben beobachtet;
nach allen Richtungen hörte man ein Geräusch glesch einer ent⸗
cernten Kanonade, die See gerieth in furchtbare Brandung, der
Tompaß fibrirte stark und verlor fast seine Polarität; Fische zeig⸗
zen sich auf der Oberfläche der See und schlugen in unruhiger
Bewegung gegen die Seiten des Schiffes, welches in seinem ganzen
Bau dermaßen erbebte, daß man das Rumpeln und Poltern deut⸗
lich hören und verspüren konnte; die vulkanische Bewegung dauerte
his Sonnenaufgang.
        <pb n="598" />
        J
1

Waaren-Versteigerung.
SEamstag, den 10. December
8638, Miittags 1 Uhr, zu Si—
Ingbert in der Mavwerschen Vrauerei,
wird. auß Betreiben des Herrn Wess—
phalinger zu St. Ingbert die bereits
publicirte Waarenversteigerung fortgesetzt
ind werden gegen baare Zahlung sofort
ugeschlagen: I
eine größere Parthie Stoffe
zu Frauenkleidern, Kinds—
kleidern, Jacken, Unter—
röcken, ferner eine Parthie
Halstücher und sonstige
Waaren. 2*

Neu, kgl. Gerichtsbode.
Theater in St. — *—z
Direction von August S cberot h.
Im Saale des Herrn Oberhqiser.

Freitag, den 18. Dez. 1868:
* 24
Die Waise
aus Cowgod.

i
dee an

Sämmtliche Wagaren der Fabrik werden aus den besten Rohproducter, ohne jede
fremdartige Beimischung, bereitet. Die Tafel-Chocoladen tragen obige Fabriknmarke,
vornuf Käufer zu achten belieben. Man findet die courantesten Sorten auf Lager in
vBt. Inghert bei J. J. Grewenig, in RIegkastel bei Fr. Apprederis
J Den 16. dss Mts. hal fich eine sehr
Kléine Daohbshündin.

Zu Lestgeschenken
geeignet empfiehtt
OCcrtonae-ntikel
in geschmackvoller Auswahl, als:
b amdaascheri, Mandküνα αεεεαι
a, Arhéitskaaton, HMHäaähkel- Atricc-
ruedæt-⸗ It aι Iαιιν ιινb-
nanpen, Seaireib- u. Pliotouramtiie-
Alhaua, Pupeterie, Leu, Lœaudu-Uoim-
un Brriesheasehrveεn Scliroib-
vιι Briefmcricon- Fitacis, Ncœcel-
Ftuis, Homcdæctli-cistchen, Onm-
——
Sächer., (das neueste), Wachs-Etuis
Spaarbüchsen, Schachteln.
Farbkasten.
Rortefenilles, Wiener Portemonaies
und Cigarren-Etuis mit vergoldetem
Bügel, Brieftaschen u. s. w.
Maodhs-Gegenstaände
zum Verzieren der Christbäume, in große'
und schöner Auswahi.
———
ichthalter.
Bilderbücher, Jugendschriften ꝛe
Die Sehroib- &amp; Zoichnen-Matsrialien-
Aandlung J
7
H. —V 5St. TIugubert.
Kinderspielwaar
Wegen Aufgabe dieses Geschäfts em—
pfehle mein sehr gut assortirtes Lager zu
norm billigen Preisen. 8
1000 Studh der modernsten und schönsten
emn
werden von heute ab zu dem halben
Preise verkauft, um sämmtlich aufzuräumen.
y
C. Apprederis.
aBAinderspielwaaren. II
Ueber 300 Stück der allerneusten und
chönsten Figuren, Puppen und sonst noch,
berschiedenartige Spielwaaren werden
dos heute ab zu den allerbilligsten Preisen
verfaufe

schwarz mit braunen Extremifäten, ver—
aͤufen. Wer dieselbe Herrn O. Krämer
St. Insberter Eisenwerk zurückbringt,
der über deren jetzigen Aufenthalt Aus—
unft zu geben vermag, erhält eine gute
Belohnung.

Vor dem Ankaufe wird gewarnt.

— — —

Schauipiel in 2 Abtheilungen und 4 Aecten
mit freier Benutzung des englischen
domans „Jeane Eyre“ vom Currer Bell—
Bearbeitet von Charlotte Virch-Pieiffer.
Erste Abtheilung:

Farnae.

Zweite Abtheilung:

ROcCIEeSe E.
Preise der Plätze: 1. Platz 24 kr. — 2.
Platz 15 kr. — 3. Platz 9 tr. — Abon—
nement⸗Billets für den ersten Platz das
Dutzend zu * fl., für den zweiten Platz
das Dutzend zu 2 fl. 24 kr. sind in meiner
Wohnung bei Herrn Karl Apprederis zu

haben.
Kassen-Oeffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.
Das Nähere besagen die Zettel.

A. Schroth.

perden gejucht. Die Expedition dieses
Blattes ertheilt nähere Auskunft.
Meinzer
Honiglebkuchen
ber Vfund 5 Sar, empfiehlt
W Zepp.

Mol·Maaren
dzur Ansicht ausce-
it und empfehle so⸗
geneigten Abnahm⸗
unter Zusicherung
2 billiger Pr
estens.
VDerembo 1868.
*
3)rich.

Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ec. Preife
der Stadt Zweibrücken vom 17. Dec.

Weizen 5fl. 54 kr., Korn 4fl. 415 E.
Gerste Areihige, 4fl. 50 kr., Gerste vier—
reihige, 4 fl. 6efr. Spelz 3 fl. 47 er.
Spelztern 5 fl. 30 kr., Dinkel 3 fl.
28 kr., — Mischfrucht — fl. — kr. Hafer
efl. 5 kr., Erbsen 5fl. Okr., Wicken
3 fl. 40 kr., Kartoffeln — fi. 40 kr., Hen
2fl. 4 fr., Stroh 1fl., 22 kr., per
Zeutner. Weisbrod biss Kilogr. 16 kr.
ornbrod 3 Kgr., 23 tr., ditto 2 Kgr.,
16 tr., ditio 1Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
3 Kgr., 28 kr., J Paar Weck, 9 Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Quol. 16 kra .2.
Qual. 14 kr., Kalbfleisch 10 kr., Hammel—
fleisch 14 kr., Schweinefleisch 16 kr., petr
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr. ver Liter—
Butter 34 kr.. ver Vfund.

S

— ——
—
X
PRECMGI-Stirre,
Rrst-Tuchar,
—E — — — — —
h otiũs homloouis⸗ Fruchtvreise der Stadt
re Kaifersslautern vom 17. Dec.“
Ker. m. 4
—————— —— J zen r 44 fr., Korn Afl. 43 kr.
m— 26* T. — — —— zppehzkern 5 fl. 30 fr., Spetze
pae J Reine, selbstgebackene 54 tr., Gerste 5 fl. 12 kr 3 s
oe . Honi lehyf . IL kr., Erbsen 4 il. 52tr., Wicken 4 fIl.
— — q iu en iz kr., Liusen — si. — kr. per Zentuner.
olnnen- hei g8h⸗ de reise: 6Psd. Kornbrod 22kr.
empfiehst . Cepp. . 3 Pfd. Gemischtbrod 12 kr. und 2 Pf
— Apeun — — —— — Ad Grewenig. Weißbrod 12 tr. r. rd 2 Wio
Redaction, Druck An — — — — — —
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert

—Z
        <pb n="599" />
        St. Ingberler Anzeiger.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Dien stag, Donnerstag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 18 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Kerzr. die dreispaltig Zeile
Blattschrift oder deren Raum berechnei.

Nro. 151. Samstag, den 19. December — 1868.
— — — — — — — — — — — —
14 —*7 Telegramm des Reuter'schen Bureau's meldet zwei“ Abgeordneten-
Einladung zum Abonnement. Zu im Wahlbezirk Haßfurt wurde Apotheker —* von
Mit dem am 1. Januar 1869 neu zu beginnenden Quartale Prichsenstadt, voraussichtlich der Mittelpartei angehörig, mit 111
wird der St. Ingberter Anzeiger nicht mehr wie bisher dreimal, don 141 Stimmen gewählt; im Bezirk Munchen wurde Herrt
sondern viermal wochentlich, namlich Dienstags, Don v. Neumayr, der sich wegen seiner Beförderung einer Neuwahl
nerstags, Samstags und Sonntags, mit dem wochent.hatte unterwerfen mie reteeen
lich dresmal erscheinenden Unterhaltungsblatte, das mitt üund en 4 — unseres Heeres
der Dienstags- Donnerstags- und Sonntagsunmmer ausgegeben m zwei Deerh , nothwendigen Vorarbeiten im Kriegsmi-
wird, um den Preis von nur 42 kr. vierteljährig, tjhanen üsterium sollen beendigt sein; hiernach soll das erste Armeecorps
Alle Rachrichten aus dem politischen und socialen VLeben, dit seinem Kommandositze in München aus der ersten und zwei—
velche für unsere Leser Interesse haben, werden wir bemüht sein, en Inamericn Diriim— 5.aballerie· und 2.Artillexiee Regimen·
jo rasch wie möglich, zu berichten. n der Laund 4. Sauitats⸗Compagnie, sowie der I. Feldgenie—
Miitiheilungen über Hans- und Landwirthschaft, Handels- Division; das 2. Armeecorbs aus der 3. und 4. Infanterie-Division,
berichte, sowie die Fruchtpreise von den pfälzischen Marklen und , nd rtete Negimente, 8. LaballerieRegimentern,
jenen der Nachbarstaaten, werden wir regelmäßig bringen. * n — npagne und der 2. IA
Wir werden uns bemuhen für das“ Unerhallungsblatt nur h —— des 2. ArmeecorbsJöll nach Nürn—
interessante und spannende RNovellen zu wählen. jerg ey ürz me enmen. F
Indem wir zu recht zahlreichen neuen Bestellungen recht —AAV αα Die Abgeordnetenkammer erledigte
freundlichst einladen, benierken wir noch, daß denjenigen unserer Nute die ersten 48 Artikel der Gemeindrordunng. Ein Regierungs·
Abonnenten von St. Ingbert und Umgegend, welche das Vlatt trag, bei Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Inlander die
durch unsere Träger beziehen, das Vlatt für das kommende Benehmigung des Königs vorzubehalten, wurde abgelehnt.
Duartal fortgeliefert wird, sofern sie vor Ende dieses Monats Dienstesnachrichten.
nicht ausdrücklich abbestellen. Die durch die Post bezogenen Blätter —
»eliebe man aber rechtzeitig bei den kgl. Postanstalten oder den Die kath. Pfarrei Neustadt a. d. H. ist dem Priester Münch,
Postboten zu bestellen, damit der Versandt der Blätter k ine Ver- ßfarrer und Districtsschulinspector zu Otterberg Übertragen
zögerung erleide. vorden.
St. Ingbert im Dezember 1868. p 8 — Ae A. Zelert in Bosenbach Forst⸗
35 * St. In er Anzeigers. nts Lauterecken, ist auf das Revier Ziegelhütten im Forstamte
Die Ernediclon des et In abert r Anzeig Hulmbach versetzt worden. — Das Gefsuchh des t. —* de
Deutschland. Martini — um Zer ugeruns der bestellten Amtsver—
ünchen, 14. Dec. In der heutigen Sitzung des 4. desung und um Bestätigung des als Amisverweser bezeichneten
hee Ie die Art. * bis du —9— des — eprüften Notariatspracticanlen Zudwig Wenner von Dürkheim auf
wurfes durchberalhen. In den Art. 57 und 538 des Regserungs- ie geit bis zum en ist bewillizt worden. — Er—
entwurfes ist bestimmt, daß 4 verschiedene Classen von Lehrern whent wur en Der propisorische Lehrer Philipp
aufgestellt werden sollen, nämlich in Gemeinden bis zu 1000 Ein— Ien en enbühl an der dortigen proi. Schule in defini⸗
wohnern Lehrer 1. Classe mit 400 fl., in Gemeinden bis zu ver igenschaft der Schulnerweser Heinrich Hoffmann in Stock⸗
2500 Einwohnern Lehrer 2. Classe mit 450 fl., in Gemeinden α an der prot. Schule in Stauf und der Schulverweser Carl
mit 5000 bis 10,000 Einwohnern Lehrer 8. Tlasse mit 300 fl, bhilipp von Rödersheim an der kath. Schule zu Stetten; zu
in Städten mit mehr als 10,000 Einwohnern Lehrer 4. Claff⸗ Ih newesetnt die Schuldiensterspectanten August Bartholomä
mit 550 s1. Anfangsgehalt. Nachdem der Referent Gelbert und us eree an der prot. Schule in Hirschthal, Franz Adam
Abg. Fischet ihre Anträge auf heilweise Echdhung zurůcgezogen aus in an — Schule in Neuburg, Friedrich Neumann
hatien, gelangten beide Artikel in der Fassung des Regierungs- Als y an der prot. Mädchenschule in Dreisen, ferner
entwurfes zur Annahme, der Art. 58 jedoch mit einem vom Abg. die Schu pe icanten Johann Vierling aus Harthausen an der
Bischoff beantragten Zusatz, welcher genehmigt, daß in Gemeinden nahver Fomn in Erfenbach, Jacob Martz aus Steint
mit weniger als 2500 Seelen der Änfangsgehalt des Lehrers auf en an er a h. dule in Rammelsbach und Nikolaus Becker
350 fl. festgestellt werde, fofern die Schuͤlerzahl durchfchnittlich aus Rockenhausen an der kath. Schule in Schallodenbach.
nicht die Zahl 25 übersteigt. SFrankfurt a. M. Der Polizeipräsident von Madai macht
Müncen, 14. Dec. Bisher war die bayerische Armee im „Amisblatt der Stadt Frankfurt“ bekannt, daß der Minister
in vier Divisionen eingetheilt. Diese Gliederung soll in der aller, für Handel, Gewerbe und oͤffentliche Arheiten mi Rücksicht auf
aächsten Zeit in der Weise umgestaltet werden, daß sie mit jener den nunmehr schnell vorschreitenden Bau der rechtstheinischen Eisen⸗
in der prenßischen Armee conform wird. Es werden zwei Armee- vahn Siegburg Ehrenbreitenstein zur Hebung des großen und
rorps errichtet, deren Commando's in München und in Nürnberg durchgehenden Verkehrs die Herstellung einer directen und unahb⸗
oder Würzburg legen- Als Commandanten des ersten Armeecorps hängigen Verbindung der Nassau'schen Eisenbahm mit Frankfurt
nennt man den Prinzen Luitpold, als Commandanten des zweiten am Main, in Aussicht genommen und die Vornahme der Vor—
bezeichnet man den General v. d. Tann oder Hartmann. Wie urbeiten für die Erbauung einer Eisenbahnlinie von Mosbach und
man hört, ist es nur die Frage wegen Besetzung der Oberbefehls- Wiesbaden nach Frankfurt durch die Eisenbahndirection in Wies
jaberstellen, wodurch die Ausführung der. Angelegenheit welche im baden angeordnet hat.
Ministerium längst ausgearbeitet ist und als fernere Consequenz Berlin, 15. Dec. In der heutigen Bundesrathssitzung,
des Schutze und Trutzbündnisses mit Preußen gilt, bis jetzt ver⸗ n welcher der Geheime Rath Delbrück praͤsidirte, wurden foldende
zögert wurde. Ist diese bereinigt, so wird die Umgestaltung der Präsidialvorlagen eingebracht: 1) betr. Abschluß einer Ueberein—
Armee sogleich vorgenommen. unft mit Baden wegen Leistung der Militärdienstzeit im Bundes—
München, 16. Dec. Der Schulausschuß der Abgeordneten gebiet und umgekehrt; 2) Gewaͤhrung eines Darlehens an das
kammer hat in seiner heutigen Sitzung eine Bestimmung ange⸗ vangelisch⸗deutsche Hospital in Kouftantinopel behufs Neubanten;
nommen, in Folge deren den Volksschullehrern fünfjährige Dienst- 3) Erfindungspatente; 4) Telegraphenverträge zwischen dem RNord.
alterszulagen nur für Dienste in ein und derselben Gemeinde und »eutschen Bund, Baden, Bahern, Württemberg, Hessen einerseits,
war aus Kreisfonds zu gewähren sein würden. (Ein Münchener mit Oesterreich, Ungarn, Holland andererseits. — Die Er⸗
        <pb n="600" />
        zichtung eins Bundesconsulats in P e st wurde
genehmigt.

Berlin, 170 Dec. Die „Nordd. Allg. Ztig.“ erklärt in
hrem Leitartikel gegenüber den Aeußerungen der Wiener „Presse“:
Preußen kann, will und wird Süddeutschland nicht erobern, wird!
3 aber mit aller Kraft und Energie zu schützen wissen, wenn es
das in dem Prager Frieden vorhergesehene nationale Band mit
dem Norddeutschen Bunde herzustellen entschlossen ist.

Wisen, 13. Dec. Aus dem hannoperijch⸗hessischen Hof ⸗und
Heerlager ist ein neues Kriegs-Manifest hervorgegangen unter dem
Titel Kurhessische Steckbriese.“ Diese in Wien gedruckte und
berlegte Schrift veranlaßt die „Vorstadt-Ztg.“ zu der Erklärung,
daß alle ehrenhafte Deuisch-Oesterreicher sich mit Verachtung von
iner Parlei abwenden, welche eine vaterlandsverrätherische Allianz
mit Napoleon DI. befürwortet. „In vollem Ernst,“ sagt das
Wiener Volksblatt, „muß die deutsche Democratie dagegen pro—
estiren, daß ihr Ruf verunreinigt werde durch Agenten und
Wühler der bedenklichsten Sorte. Solche falschen,„Democraten“
oder gar „Republikaner““ hocken mit den Kammerjunkern und Ge⸗
Jeimraͤthen an exfürstlichen Tischen und schmieden Complotte. um
deutschland mit Hülfe Frankreichs zu „befreien.“ Die Wiener
„Morgenpost“ fordert das Ministerium Giskra auf, den welfischen
und kurhessischen Agitationen ein Ende zu machen.

Waen, 14. Dec. Da nach den Wehrgesetzen beider Reichs⸗
hälften die Strafe der körperlichen Züchtigung und die Ketten-
jstrafe in der Armee nicht. mehr angewendet werden dürfen, so hat
—DDD
des angeordnet: „Die Strafe der korperlichen Züchtigung hat
weder im gerichtlichen, noch im Disciplinarwege mehr verhängt zu
werden. Noch nicht vollzogene Urtheile auf koͤrperliche Züchtigung
iind sammt Acten den Rilitär-Obergerichten behufs Bestimmung
einer Freiheitsstrafe vorzulegen. Die Ketten sind allen Sträflin-
gen soaleich abzunehmen. Die naäheren Bestimmungen werden
nachfolgen“.

Wien, 17. Dec. Das telegraphische Correspondenzbureau
neldet aus Konstantinopel vom 16. Dec.: Das türkische
Ultimatum ist von Griechenland verworfen worden und erhielt in
Folge dessen der griechische Gesandte Delijanos seine Pesse zuge;
stellt. Derselbe Lird morgen oder am Samstag mit dem Post-
damnpfer abreisen, weil fremden Kriegsschiffen die Durchfahrt durch
die Dardanellen unterfagt ist.

Franmroich.

Paris, 15. Dec. Alle Verhafteten des 3. December sind
etzt wieder in Freiheit gesetzt und man weiß noch nicht, eb ge—
richtliche Verfolgung gegen einige derselben eingeleitet werden wird.
Fest steht nur, daß man 72 Personen verhaftet, wie Missethäter
durch die Straßen geführt, während eines Zeitraums von 24
Stunden bis 10 Tagen gefangen gehalten und einer Behandlung
unterworfen hat, der man kaum die schlimmsten Verbrecher unter—
wirft, um dann zu finden, sie seien unnöthiger Weise eingestech
worden.

Es werden gegenwärtig hier Unterhandlungen über einen
neuen Postvertrag mit Italien gepflogen, da der bisherige mit
Ende 1869 erlischt. Italien verlangt dafür dieselbe Grundlage,
duf der die Verträge mit Oesterreich und dem Norddeutschen
ue ruhen; aber es scheint, daß Frankreich Schwierigkeiten
macht.

In Paris ist — wie dem Sch. M. mitgetheilt wird —
wieder starf die Rede von Verletzung des Briefgeheimnisses, her—
vorgerufen durch die den Postbeamten anbefehlenen Nachspürungen
nach der Nochefortschen „Lauterne“, die in Briefform in Frank—
reich eingeführt wird und ohne Eingriffe in das Briefgeheimniß
daher selten oder nie abgefangen werden kann.

Paris, 17. Dec. Die Havas'sche Agentur meldet aus
—
am Montag (14.) ein Telegramm des Gesandten in Athen. Pho—
tiades Bey, eingetrofsen ist, welches die Verwerfung des Ultima⸗—
tums durch die griechische Regierung ankündigt und bemerkt, daß
der Gesandte Vorbereitüngen zu seiner Abreise trifft. Die Pforte
hat zur Erleicht rung der Abreise der grichischen Unterthanen von
hier einen Dampfer zur Verfügung gestellt. Es geht das Ge—
ücht, der griechische Dampfer „Enosis“ sei in den griechi—
schen Geswässern durch ein kürkisches Kriegsschiff angegriffen
worden.“
ESchweiz.

Zürisch, . Dec. In Folge Bundesversammlungsbe—
schlusses vom Juli 1867 hat das eidgenössische Militärdepartement
(Vundesrath Welti) einen vortrefflichen Entwurf einer neuen Mi—⸗
itärorganisation ausgearbeitet, welcher das Bundesheer auf
214,129 Mann (11,355 mehr als bisher) oder 8,4 Prozent der
S.völkerung bringt. Die wichtigsten Grundsätze desselben find:
) gleichmäßigere und vollständige Durchführung der allgemeinen

Wehrpflicht, die vom 20. bis 45. Altersjahre dauert; insbeson⸗
dere sind auch die Volksschullehrer wehrpflichtig und sollen in den
Stand gesetzt werden, der Schuljugend den militärischen Vorbe-
reitungsuͤnterricht zu ertheilen; 2) rationellere Eintheilung der ge⸗
rtammten Streitimacht, die, nach Altersklassen geordnet, in drei
zleich starke Abtheilungen (Auszug, Reserve und Landwehr) zer⸗
allen wird. Die Organisation der gleich starken taktischen Ein—
heiten, sowie der Divisionen, ruht auf territorialer Grundlage;
5) die Officiere bilden nicht mehr einen besondern Stand; nur
'olche, die als Unterofficiere gedient haben, können zu Officieren
vorrücken; die Beförderung zu höheren Officiersstellen geschieht
auf Vorschlag der Officiere selbst; 4 der Generalstab wird reor⸗
zanisirt, um dem Bundesheere für größere Operationen eine allen
echuischen Anforderungen genügende Leitung zu sichern; 5) für die
Erziehung der maänulichen Jugend zur Wehrtüchtigkeit wird theils
zurch Verbindung militärischer Gymnastik mit den Schulen, theils
hurch Anordnungen für die Zeit vom Austritt aus der Schule
bis zum Begiun des militärpflichtigen Alters gesorgt.
Sypanien.

Dem „Constitutionnel“ wird aus Madrid geschrieben: Die
Ereignisse in Cadix sind das Ergebniß eines großen Complots,
au welchem auch 7 Bataillone regulärer Truppen betheiligt gewe⸗
ien se in sollen. Ripero entdeckte die Verschwörung und ließ die
Haupträdelsführer verhaften.

Die Bourbonen rühren sich gewaltig. In Paris hat eine
VBersammlung von Anhängern der gestürzten spanischen Dynastie
nfolge der aus Cadix eingelaufenen Nachrichten über den dortigen
Aufstand stattgefunden. General Pezuela soll sich im Auftrage
diejer Versammlung nach Spauien begeben haben. In Madrid
und Umgegend sind bedeutende Waffenvorräthe, sowie 18 Millionen
Realen, welche Anhängern der Ex-Königin Isabella gehören sollen,
ieitens der Polizei mit Beschlag belegt worden; auch wurden mehre
Personen, welche zu Gunsten der Königin Propaganda machten,
derhaftet.

Madrid, 15. Dec. Die Stellung der Regierung hat
ich durch die maßvolle Bewältigung des Cadirer Aufstandes be—
restigt; weitere Ruhestörungen sind nicht z1 befürchten. —
die Zeiscchn ungen für die Anleihe werden heute ge—
chlossen.

Madrid, 16. Dec. Die Gerüchte über eine Minister⸗
—
stellt; die geflohenen Familien kehren wieder zurück. (Aus London
wird telegraphirt: „Das Comité zum Schutz der Börsenwerthe
protestirt gegen die Notirung der neuen spanischen Anleihe vor
Regulirung der älteren Schuld.““

Wir eutnehmen dem „Gaulois“ eine statistische Notiz über
die Besetzung der königl. Hauskapelle Isabellas. Dem Personal
derselben gehörten an: der Patriarch von Indien, der Erzbischof
don Toledo, zwei Bischöfe, 19 Ehrenpfarrer, 14 überzählige
Priester, 12 Prediger, 56 überzählige Predigers, 12 Diaconen,
3 Alcaden der Kapelle, 5 Acolyten, 30 etatsmäßige und 10
zberzaͤhlige Musiker, 1 Secretär, 3 Beamte des Secretariats und
1 Schreiber, im Ganzen 176 Personen.

Griechenland.

Aus Athen, 15. Dec., meldet das Wiener Telegraphen⸗
Torrespondenzbureauz „Die von Seite der Pforte Betreffs der
Beantwortung ihrer Sommation der griechischen Regierung gesteilte
Frist läuft am 16. Abends ab. Etwas Bestimmtes ist über
die definitiven Entschließungen der griechischen Regierung nicht
bekannt.“

— Aus Berlin wird unter'm 16. telegraphirt, daß die
Provinzial ˖Corresp.“ bei Besprechung des türkischegriechischen
Fonflictes sagt: Preußen schloß sich freiwillig in warmer, von den
Maächten anerkannter Weise den Ermahnungen der Schutzmächte
zum Frieden an und suchte für die Befriedigung der türkischen
Forderungen zu wirken. Es darf bestimmt erwartet werden,
daß die Ermahnungen zur Besonnenheit auf beiden Seiten Gehör
inden und die Besorgniß vor einem Bruch des Friedens im
Drient beseitigt werde.“ — Sodann wird aus Paris 186. tele⸗
graphirt: Der „Moniteur“ sagt, daß alle Großmächte bezüglich
ser griechischen Angelegenheit einig sind und daß diese Einigkeit

ein kostbares Unterpfand des Friedens sei.“

Konstantinopel, 16. Dec., Abends. (Durch das
Wiener Telegr.⸗«Corr.Burxeau.) Es sind Verfügungen getroffen,
wonach alle Griechen, welche von jetzt ab noch 14 Tage auf tür⸗
tischem Gebiet verbleiben, als Unterthanen der Pforte betrachtet
verden sollen. Die Frauen sind von diesen Bestimmungen aus⸗
Jjenommen. Den comprimittirten Persönlichkeiten ist eine Frist
sestellt, binnen deren sie das türtische Gebiet, bei Strafe der
susweisung, zu verlassen haben. (Ein über Paris gekommenes
Telegramm spricht von einer achttägigen Frist. Nach einer mit
er Levantepost eingetroffenen Nachricht übernimmt die italienische
        <pb n="601" />
        —X 200 wegen schwebenden Rechtshändeln
im Gefängniß befindliche Griechen. Auch meldet dieselbe, daß ein
Panzergeschwader nach Volo abgehen sollte, Was die „Enosis“
betrifft, so ist ein Geschwader von vier Kriegsfahrzeugen gegen
dieselbe unter Hobbard Pascha abgegangen. — Aus Berlin wird
ubrigens der „Weser⸗Ztg.“ gemeldet: „Es bestätigt sich, daß die
Grohßmächte übereingekommen sind, auch nach Ablauf der in der
türkischen Sommation gesetzten Frist den Ausbruch von Feind—
jeligkeiten zwischen der Türkei und Griechenland zu verhindern.
Uebrigens sind sämmtliche Forderungen der Türkei von Seiten
Preußens sowohl, als der Westmächte und Oesterreichs in Athen
unterstützt worden.“
Amerika.

New-Yort, 16. Dec. (Kabelnachricht) Der Senat
nahm ein Gesetz an, welches den wieder zur Vertretung im
Congreß zugelassenen Südstaaten die Reorganisation der Miliz
gestattet.

Newyork, 13. Dec. Nachrichten vom 12. aus der Ha—
vanna zufolge, hätten sich 50 Pflauzer mit den Insurgenten ver⸗
einigt. 400 Insurgenten haben sich den spanischen Truppen er⸗
geben. Die Insurgenten sind in einem Treffen bei Manzanillo
geschlagen worden
A
F Herr Molitor von Speyer ist am verflossenen Freitag
mit seinen Collegen, den Domcapitularen Moufang aus Mainz
und Giese aus Münster, nach Rom abgereist, um an den Vor—
arbeiten für das nächstjährige Concil Theit zu nehmen.

7 Kaiserslautern, 13. Dec. In der Nacht vom
11. auf den 12. d. M. wurden in der Porzellanniederlage von
J. Best die Fenster erbrochen, die Diebe stiegen ein und machten
den Versuch, einen eisernen Cassaschrank zu eröffnen, was jedoch
denselben nicht gelungen ist. In der nämlichen Racht brachen auch
Diebe in das Bureau des Kohlenhändlers Riß am Bahnhof ein,
jedoch ebenfalls ohne Geld mitnehmen zu können. In der Nacht
bon gestern auf heute wurden im Locale der Bierwirthschaft von
Karl Orth die Feuster eingebrochen und die Diebe machten den
Versuch, die Casse gewaltsam zu eröffnen, was indeß wieder nicht
gelang. Dieselben nahmen nur ein Bierglas, einen Limburger
Käs und einige Würste mit. Ueberhaupt waren fast jede Woche
derartige Einbruchsversuche an verschiedenen Punkten der Stadt
gemacht, weshalb außerordentliche Patrouillen angeordnet werden
müssen.

Herr Krupp in Esssen hat von Berlin für einen Be—
trag von ungefähr 4 Millionen Thaler Bestellungen auf neun—
zöllige Kanonenrohre erhalten. Die Lieferungsfrist reicht bis Ende
1872. Man sagt, daß Herr Krupp zur Herstellung dieser Ge—
schütze einen neuen Dampfhammer bauen müsse; die Kosten des
selben werden aber sehr verschieden angegeben. Die Schätzungen
schwanken zwischen 400, 000 und 19 Millionen Thaler. Der Preis
eines Geschützrohrs beträgt ungefähr 23,000 Thaler.

fBirkenfeld, 10. Dec. Unsere Gegend ist sehr heim⸗
gesucht durch eine Kinderkrankheit, den Racheneroup; nordöstlich
bon hier sind in vielen Orten die Schulen geschlossen.

f Gießen, 14. Dec. Hier hat sich folgende tragische Ge—
schichte ereignet: Ein junges blühendes, in ihrem Kreise sehr
geachtetes Mädchen aus einem Städtchen in unserer Provinz, das
hier im Dienste einer Herrschaft stand, hatte ein Verhältniß mit
einem jungen Manne aus dem gleichen Orte, der sich hier etablirt
und seine Geliebte zu heirathen denkt. Aber die Eltern des
Mädchens geben ihre Einwilligung nicht. Vor etwa 8. Tagen
gehen die beiden Liebenden noch spät aus der Stadt, ehegestern
find ihre Leichen, fest aneinander gebunden, aus der Lahn gezogen
worden. Bald darauf traf die Einwilligung der Eltern zu ihrer
Verheirathung ein. J

Dem Officiercorps des Garde⸗-Füselier⸗Regiments in Ber⸗
lin wurden aus der Kaserne zwei schwere Kasten entwendet, von
denen der eine das ganze Silbergeschirr, der andere 300 Thaler
baares Geld (die Tischgelder) enthielt.

Im neuesten „Rhemischen Courier“ findet sich folgende
amüsante Annonce: „An das weibliche Geschlecht! Der Zufall
ist ja so oft Ehestifter, auch ich baue auf ihn. Ich bin jung,
gebildet, von einem Aeußern, welches nicht das Aeußerste ist, aber
auch Niemanden in die Flucht jagt, und suche eine Lebensgefähr⸗
tin. Bedingungen sind: Alter zwischen 20 bis 83 Jahren
Aeußeres anmuthig, keine falschen Haare! Von Gemüth treu,
von Character sanft; in der Küche nicht lärmend, kein beständiger
Krieg mit den Dienstboten. Bälle werden in der Ehe nicht be—
sucht, dagegen die Sommerabende gemeinschaftlich im Freien
berbracht bei einem Glas Bier. Mein Einkommen beträg
1000 Thaler.“

7 In der Landesversorgungsanstalt »für Geisteskranle zu
Colditz (Sachsen) hatte ein Waͤrter einen Irren so mißhandelt
(21 Rippen und das Brustbein zerbrochen), daß er nach zwei
Tagen starb; er wurde zu 8 Jahr Zuchthaus verurtheilt.

— Marfori, der Unglückliche, der in Paris von der neugie⸗
rigen Menge in jedes Kaffeehaus verfolgt und bis jetzt noch keine
Promenade machen konnte, ohne einen förmlichen Auflauf zu ver⸗
anlassen, hat mit einem Vertrauten ernstliche Berathungen gepflo⸗
gen, welche Maßregeln zur Verhütung dieser peinlichen Auftritte
ju ergreifen seien. Endlich ist der Gekränlte auf die schnelle Idee
zekommen, sich den Bart stehen zu lassen und sich auf diese Weise
den Blicken der Menge unkenntlich zu machen. Diese Neuigkeit,
die nächst der türkischen Frage gegenwärtig das bedeutendste
Tagesereigniß ist, hat sich indeß so in allen Schichten der Be⸗
polkerung verbreitet, daß das kluge Manöver des Er⸗Intendanten
)ochst wahrscheinlich die beabsschtigte Wirkung verfehlen wird.

7 GEiniges Aufsehen erregt die Nachricht, daß in Sutherland
(Schottland) in dem Orte Kildonann Strath Gold gefunden wor⸗
den sei. Das Factum steht fest, und es handelt sich nur um die
Reichhaltigkeit der neuen Goldfelder, um eine Auswanderung nach
jener Gegend heraufzubesa,wören.

f. Die vergangene Woche mit ihren Stürmen hat die Liste
der Schiffbrüche wieder um 85 vermehrt, so daß ihrer für das
laufende Jahr im ganzen 3269 gemeldei sind.

F Ueber das vermißte Boot des gescheiterten Dampfers
Hibernian“ ist Rachricht eingetroffen. Dasselbe landete mit dem
Steuermann und den überlebenden Passagieren, nachdem etwa
24 Personen den Tod in den Wellen gefunden hatten.

fFLondon. In der Nähe der Küste von Devonshire
cheiterte das Segelschiff „Gosamer.“ 18 Personen, darunter der
Tapitän, fanden den Tod in den Wellen.

f Herr Waylis aus New⸗Orleans hat sich eine interessante
Erfindung patentiren lassen, ein Wagen, durch comprimirte Luft
ortbewegt. Die Luft wird durch Dampfmaschinen auf den Haupt-
tationen in zwei auf dem Dache des Wagen angebrachten Reser—⸗
hoirs comprimirt und setzt eine kleine, auf dem Wagen ange—
orachte Maschine und mu ihr den Wagen selbst in Bewegung.
Die comprimirte Luft in den beiden Reservoirs soll zur Zurück⸗
legung von 10 englischen Meilen hinreichen.

Ludwigshafen, 14. Dec. Die pfälzische Ludwigs—
bahn ertrug im November d. J. 270,474 fl. 57 kr. oder
31,911 fl. 11 kr. mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.
— Die pfälzische Maximiliausbahn vereinnehmte im November

id. J. 58,786 fl. 35 kr., sohin 6,733 fl. 6 kr. weniger als No⸗
vember 1867. — Die pfälzische Neustadt-Dürkheimer Bahn hatte
m November d. J. 6,484 fl. 86 kr. vereinnahmt, mehr 276 fl.
2kr. als im Rovember 1867. — Die pfälzische Landstuhl-
Zuseler Bahn ertrug im November d. J. 5,606 fl. 37 kr.

7 Ansbach, 15. Dec. Bei der heute stattgefundenen
24. Gewinust-VZiehung des Ausbach-Gunzenhausener Eisenbahn⸗
Anlehens sind von den am 16. vorigen Monats erschienenen 44
Serien auf die nachstehenden Serien- und Gewinnsi-Nummern
die beigesetzten Gewinnste gefallen: fl. 8000: S. 1315 Nr. 45;
4. 1000: S. 193 Pr. 9 fl. 300: S. 301 Nr 25; — 3
Stück ä fl. 100: S. 1016 Rr. 44, S. 1562 Nr. 25, S. 2288
Nr. 25, S. 3384 Nr. 3, S. 4551 Nr. 14.; — 10 Stück «
J. 50: S. 145 Nr. 3, S. 193 Nr. 46, S. 301 Nr. 13, S.
357 Nr. 31, S. 1562 Nr. 2, S. 2299 Nr. 28, S. 8190
tr. 30, S. 3384 Nr. 23, S. 3704 Nr. 81, S. 4853 Nr.
36; — 20 Siück 4 fl. 30: S. 193 Nr. 12, S. 271 Nr. 25,
3. 571 Nr. 32, S. 780 Nr. 37, S. 1521 Nr. 24, S. 1321
Nr. 38, S. 1602 Nr. 1, S. 1848 Nr. 2, S. 1975 Nr. 44,
5. 2339 Nr. 47, S. 2504 Nr. 40, S. 3190 Nr. 24, S.
3950 Nr. 11, S. 4155- Nr. 1, S. 4283 Nr. 33, S. 4689
er. 9, S. 4889 Nr. 26, S. 4837 Nr. 15, S. 4837 Pr. 16,
5. 4837 Nr. 27; — 32 Stück a fl. 20: S. 145 Pr. 25,
S. 193 Nr. 8, S. 193 Nr. 15, S. 198 Nr. 22, S. 1011
RNr. 8, S. 1016 Nr. 12, S. 1016 Nr. 38, S. 1081 Nr. 21,
—A
1562 Nr. 8, S. 1845 Nr. 19, S. 1845 Nr. 39, S. 1848
Nr. 32, S. 2207 Nr. 19, S. 2207 Nr. 42, S. 2238 Pr.
39, S. 2299 Nr. 42, S. 2339 Nr. 8, S. 2504 Nr. 26, 8.
3190 Nr. 16, S. 3384 Nr. 11, S. 3870 Nr. 9, S. 3870
Nr. 21, S. 3950 Nr. 2, S. 4170 Nr. 6, S. 4551 Nr. 29,
3. 4650 Nr. 17, S. 4853 Nr. 26. S. 4899 Nr. 7, 8
1966 Nr. 37. Alle anderen Nummern der zum Zuge gekom⸗
nenen Serien erhalten den niedersten bei dieser Gewinnst-FJiehung
sorkommenden Treffer von fl. 9.
        <pb n="602" />
        Serauntmachung.
Die Aushebung der Wehrpflichtigen der Altersklasse 1848 betr.
Gemaß 8. 2 der Vollzugsschriften zum Wehrverfassungsgesetz vom 30. Januga
1868 wird hiemit hekannt gegeben, daß sämmtliche Wehrpflichtigen der Alterstlasse
1848, d. h. aͤlle diejenigen, die im Kalenderjahre 1848 geboren worden sind innerhalb
der Frist vom
1L.-15. Januar 1869 .

sich bei der Gemeindebehoörde ihrer Heimath oder ihres Aufenthaltsortes, — falls sie
ich im Auslande befinden bei ersterer, — persönlich oder schriftlich oder durch Stell⸗
zertreter anzumelden und daselbst bei BVermeidung des Ausschlusses
hre etwaigen Ansprüche auf gänzliche oder zeitweise Befreiung von der Wehrpflicht —
AUrt. 11 und 12 des Gesetzes — oder auf einstweilige Aussetzung der Einreihung —
Artilel 8 des Gesetzes — anzubringen und die zur Begründung der gemachten An—
prüche erforderlichen Nachweise so weit möglich vorzulegen haben. — Art. 45 und 46
ʒes Gesetzes.

Fie von den Gemeindebehörden herzustellenden Listen werden sodann vom 1. - 15.
Februar 1869 zur Einsicht öfientlich aufgelegt und sind etwaige Einsprüche gegen deren
sichtigkeit oder Vollständigkeit innerhalb dieser Zeit bei der betreffenden Gemeindebehörde
anzumelden. — Art. 47 des Gesetzes.

Wehrpflichtige, welche der in Art. 45 Absatz 1 des Gesetzes festgesetzten Anmelde—
pflicht bis 15. Jannar 1869 nicht nachgekommen find, unterliegen einer Strafe bis zu
zehn Gulden — Art. 76, Absatz 1 des Gesetzes.

3Zwenbrücden, den 15. November 1868.
— — Kbonigliches Bezirksamt,
* D ¶ m m.

Schäfer...

— ⸗
— —
7

— — —

Sämmtliche Waaren der Fabrik werden aus den besten Rohproducter, ohne jede
remdartige Beimischung, bereitet. Die Tafel-Chocoladen tragen obige Fabrikmarke,
worauf Käufer zu achten belieben. Man findet die courantesten Sorten auf Lager in
vt. Iughort bei Conditor G. Rickel und J. J. Grewenig, in RBlieskastel
zei Fr. Apprederis.
Optiker Kopelent hat an
X 6 kr. nach Maris! der Ecke der Kohlenstraße und
Hdauptstraße, gegenüber Hotel Laur, die vorzüglichken Punkle der prachtvollen Kaiser—
Jadt und die Hauptgallerien der vorjähriren Weltausstellung in 38 sehr kunstvollen
Blas⸗Photographieen und sehr groß und klhar zeigenden Stereoskopapparaten zur
Schau aufgestellt. Jeder Beschauer erhält die deutlichste Ansicht und Kenntniß von der
zerühmten Koloßstadt Paris und der gewesenen Pracht und Schönheit der Welt⸗
nu ssstelhung ebenso, wie in natura selbst: da der kleinste Gegenstand freistehend,
natürlich, klar und kör perlich zu sehen ist. Voraussichtlich wird diese interessante,
zelehrende und unterhaltende Schaugebung hier eben den Beifall und Besuch erhalten,
vie in Speier, Landau, Zweibrücken und allerorten. Zu sehen von früh 9 bis Abends
d Uhr. Für Kinder 3 kr.
wehrere sehr sgone .
Canarienvögol

Ein brabver, fleißiger
Junge wird in die —**
nenommen bei J. Dercum,
Schreiner.
4Vogelhecken
ind zu verkaufen.

Wo ? saat die Expedition dies. Blattes.
Eine trachtbare Kuh und ein
ljähriges Rind stehen zum

Verkauf in der Wirthschaft

der Frau Langenbrunner.

ILheæateær im St. Ingbert.
Direction von August Schroth.
Im Saale des Herrn Oberhauser.
Sonntag, den 20. Dez. 1868:
Einer von unsere Ceut'.
Tharaktergemälde in 4 Akten von Bellp.

32 *

Ausschreiben.
Barbara Hittinger, 19 Jahre alt, Toch—
er von Peter Hittinger von Ormesheim,
welche wegen Diebstahls in Untersuchung
sich befindet, hat in hiesiger Stadt folgende
Gegenstände zurückgelassen, welche ebenfalls

gestohlen sein dürften:

ein schwarzes/ Orleanskleid,

zwei Ellen braunen Kattun mit weißen

Tupfen,

ein Paar weiße Unterärmel und

ein weißes Krägelchen.

Ich ersuche hiermit Jedermann, der
iber diese Gegenstände Auskunft zu geben
»ermag, mir sofort Mittheilung zu machen.

St. Ingbert, den 18. Dec. 1868,
Der kgl. Polizeikommissär:
Bruch.

Bis Montag, den 21. December, sind

noch bei mir

u *1 Gulden für die am verflossenen
Samstag herumgeführten schönen
Stalter's Hengste
zu haben.
Michaelt Tcule
Hobelsschneider.

EOOSæ

knm, Arac,
duuschessenz,
tdirschenwafser,
Cognaec,
Maßgeubitter,
Malaga, Citronen,
Gewürze,
Ausgebeiute Frank⸗

furcer Schinken,
Fraukfurter Brat⸗

würstechen,
Zardeillen,
Mar. Häringe,
Fapern, Vanille,
Thee, Chocolade,
Haselnüsse,
Mandeln mit u. ohne

-chalen,.
Zugleich empfehle meine rein gehaltenen
Farben und Firnisse, Leinöl, Ter⸗
pentinöl und alle in das Material-
Spezerei⸗ u. Farbwaareugeschäft
inschlagenden Artikel bei beligsten
Preisen. WW

Fritß Panzerbieter.

Tigarren, Tabake,
echnupftabacke,
AUlle Suppensachen,
ucker u. Kaffee,
uckerbohnen,
rustzucker,
Laudiszucker,
rarinzticker,
ettigbonbous,
dacriz, Brennöl,
dampenöl,
Petroleum,
Zalatöl, Weinessig,
Ord. Essig,
Stearinkerzen,
sachtlichter.

Fruchte, Brod⸗, Fleisch⸗ ꝛc. Preise

der Stadt Homburg vom 16. Dez.

Weizen 5 fl. 52 kr., Korn 4 fl. 38 kr.
Spelz 83 fl. 33 kr., Gerste, — Zreihige, —fl.
— kr., Mischfrucht 5 fl. 44 kr., Haser
4fl. 8 kr., Erbsen — fl. — kr., Kartof-
fseln 1fl. — kr. per Ztr. Kornbrod, 8 Kgr.
—A—
8 kr., Kühfleisch 1. Qual. 14 kr., 2. Qual.
12 kr., Kalbfleisch 10 kr., Hammelfleisch
14 kr., Schweinefleisch 16 kr., Butter 80 kr.
der Pfund.
— — — — —

Frankfurter Börse

vom 8. Dez. 18688.
Geldsorten.

Breußische Kassenscheine..1 448/.-45
Preußische Friedrichddr... 937458
bistolen ...921488-50
dolländische 10 fli»Stücke. 954-56
Ducaten ..., 535-37
205Francs⸗Stücke .. 3261/3-271
Englische Souvereigns.. .1153-357
ßold per Zollfund fin.., — —
hochhaltiges Silber ver Zollpfund — —
Dollars in Gold 2 2632 2-271/4
Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.
        <pb n="603" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
4

— —

*
Der „Si. Ingberter Anzeiger“ mit seinem Unkerhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g. Donnerst ag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltig Zeil⸗
Blattschrift oder deren Raum berechnet..

Dienstag, den 22. DeeemBbe 1868.
Deutschland. ?a6 *

Muünchem; 16. Dec. Heute um 1Uhr fand eine Sitzung
des Ministerralhes und um 4 Ühr Nachmittags eine Sitzung des
Staatsrathes statt; mehrere Vorlagen für den Landtag bildeten
den Gegenstand der Berathungen. — Heute erledigte der Schul—
zesetze Ausschuß den Abschnitt über das Einkommen der Lehrer,
indem er die Art. 65—71 incl. durchberieth. Aus dieser Sitzung
ind als wesentlich die Veschlüsse zu Urt. 68, welchet die Bestim⸗
mungen über die Dienstalterszulagen enthält, in erster Reihe her⸗
borzuheben. Im Gegensatze zum Regierungsemwürfe wurde vom
Ausschusse beschlossen, bei der Ausmessung der Größe dieser Dienst⸗
alterszulagen keinen Unterschied zwischen den Gemeinden mit ver⸗
schiedener Bevölkerrng zu machen und die im Entwurfe fuͤr die
Bewährung derselben festgesetzte in fünffährige zu verwandeln, so
daß der Beschluß nun dahin geht, daßirkliche Schullehret, welche
an einer Gemeinde mit entsprechendem Erfolge wirken, bei unbe⸗
anstandetem Verhallen von 5 zu 5 Jahren eine Dienstalierszulage
don je 30 fl., bis zum Gesammtbetrage von 150 fl. erhalten
jollen. Eine weitere und'wohl die wichtigste Aenderung bestehi
darin, daß der Ausschuß bestimmte, es seien diese Dienstalters⸗
sulagen nicht, wie der Entwurf bestimmt, von den betreffenden
emeinden zu bestreiten, sondern auf Ktreisfonds zu überweisen.
Art. 68 — Befreiung der Schullehrer von Gemeindelasten —
und Art. 69 — Bestreitung des Bedarfs für das Lehrereinkom⸗
men — wurden gestrichen, ersterer, weil die betreffenden Bestim⸗
mungen schon in der Gemeindeordnung, letzterer, weil dessen
materieller Inhalt in den früheren Artikeln 54, 55 und 63 ent⸗
halten is.

München, 17. Dec. In der heutigen Sitzung der Ab—
geordnetenkammer legte der Justizminister einen Gesetzentwurf bez.
der Aufhebung der Schuldhaft, und der Finanzminisier einen soi—
hen, die Abgaben von Bergwerken betr, brrr. ——
Munqen, 17. Dec. Heute wurde der neuernannte Praͤ⸗
ident · des obersten Gerichtshofes, Hr. v. Neumayr, durch den
Hrn. Justizminister feierlich in sein Amt eingeführt.
ee Dienstesnachrichten.
Der practische Arzt Dr. G. Reiser zu Rülzheim wurde zum
Bezirksarzt I. Klasse in Lauterecken ernanut. F
Der bisherige Schreibgehilfe bei der Gefangenanstalt Zwei⸗
bͤrücken, Johann Vohmann, ist zum Beiirksgefängnißverwalter da—
jelbst ernannt wordhen. —2

Stuttkgart, 19. Dec. In fortgesetzter Adreßdebatte
erllärt sich Varnbüler für Festhalten an den Verträgen und gegen
den Südbund.

Kassel, 16. Dec. Nach der Kass. Z.“ ist es jetzt ent—
schieden, daß die Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden zu einem
Ober⸗Präsidialbezirke vereinigt bleiben, welcher fortan den Namen
„Provinz Hessen-Nassau“ führt. . J

Koblenz, 14. Dec. Prinz Felix zu Salm ˖ Salm, zuletzt
General in der kaiserl. mexikanischen Armee, dessen Namen durch
die treue Theilnahme an dem Schicksal des unglücklichen Kaisers
Mar bis zu dessen tragischem Ende einen weit berbreiteten ehren⸗
dollen Wiederhall gefunden hat, ist in die preußische Armee zu⸗
rückgetreten. Der Prinz wurde, wie das neueste Militär⸗Wochenbl.
neldet, als Major, aggr. dem hier garnisonirenden 4. Garde⸗
Gren.⸗Regiment Königin. vorläufig ohne Patent angestellt.

Frankreich.

Paris, 16. Dec. Man liest in der „Gazetle de France“
„Wir erfahren, daß auf die Nachricht von dem Aufstande von
Cadir die der Sache der Königin Isabella ergebenen Männer
durch den Telegraphen hierher berufen worden sind. Der General
Pezuella (Graf von Ceste), Gonzales Bravo und andere hervor⸗
ragende Persönlichkeiten sind in Paris im Hotel de Castille zu⸗
sammengetreten, und wenn wir gut unterrichtet sind, so sind

gegenrevolutionäre Emeuten, welche sich auf die Armee ftützen soll⸗
ten, beschlossen worden. Gewiß ist, daß der Generai Pezuesla
Paris am 11. verlassen und, wie man versichert, den größten
doffnungen Ausdrud gegeben hat ···

—Paris, 17. Dec. Der Kaiser ist heute Nachmittag von

Compiegne zurückgelehrt und hat einen sehr frostigen Empfang bei
der Bevölkerung gefunden.
MDie Projecke des Herrn v. Vismarck sind und bleiben das
Stecenpferd der frauzösischen Journalisten. Gaulois? erzählt
jeute, der preußische Premier wolle, um das Band der Uebecein—
timmung in allen Tagesfragen zwischen Frankreich, Oesterreich
ind England zu zerreißen, näͤchstes Jahr zur Zeit der allgemeinen
Wahlen den Krieg gegen Frankreich begimnen.

Dassjelbe Blatt theilt mit, daß zahlreiche Veränderungen
in der französischen Cavalerie vorgenommen werden sollen, da man
ich überzeugt habe, daß sie hinier der preußischen zurückstehe.
Vier besondere Uebungslager für diese Waffe sollen in Lüneville,
Bourges, Tarascon und Vordeaux errichtet werden,

Paris, 18. Dec. Lavalette wurde zum Minister des
Aeußern für Moustier, Forcade In— Roquette zum Minister des
Innern für Pinard, der Deputirte Gressier zum Handels⸗
und Ackerbauminister für Forcade, Moustier zum Senator
ernannt.
Italien.
Mazzini, der schon Todtgesagte, hat ein klares Lebenszeichen
aegeben in einem Briefe, den die Pariser Generalcorrespondenz
mittheilt; er ist von sfeinem Krankenbett aus geschrieben. Der
grollende Republikaner spricht sein Urtheil über die —A
in Rom, indem er bemerkt: „Auf diesen so brutal hingeworfenen
Handschuh giebt es eine einzige und verächtliche Antwort, die
würdig ist: „Rom um jeden Preis zu haben“ und zwar sobald
als möglich. „Rom haben“,muß die Formel eines Lebensrufes
jein, die Definition einer unmittelbaren Pflicht, fire Idee, Fieber
für Jeden von Euch.“ Aber die Monarchie werde nimmermehr
wagen, Frankreich den Krieg zu erklären; das könne nur das
Volk in Waffen, der Willen des Landes. Rom gehört Italien,
Italien muß es wiedererwerben. Das Heiligthum der Nation
nuß befreit werden, nicht durch dee Anstrengung einer Partei, son—
dern durch einen Kreuzzug der Nation Das Werk einer Partei
erfordert Zeit, und eine Partei wird stets die Lager des Auslan—
des wieder in Nom aufgerichtet finden, und mit ihnen einen un⸗
vermeidlichen Krieg. Die Nation wird Rom mit der Schnelligkeit
der Locomotive haben, als vollendete und gebilligte Thatsache.
douis Napoleon ... wird Jtalien keinen Krieg erklären, seid
iberzeugt; er wird, wenn er ihn erklärtdDi⸗ Nation, Herrinn
hrer selbst, die militärifchen, adininistrativen, finanziellen Michte,
die sie besitzt, einigen ergebenen, tüchtigen, kühnen, vom Volke ge—
wählten und vor ihm verantworklichen Männern anvertraut, bevor
eine constituirende Versammlung sich in der Haupistadt Jialiens
pereinigen kann, das ist das Wie, worauf ich ziele, in dem einzi⸗
gen Problem, das heute zu lösen ist, jede audere Lösung ist un—
wirksam.“ —A — — ———
Spanien.
In Navarra ist eine Carlistische Verschwörung entdeckkt;
nehrere Verhaftungen sind daselbst vorgenomnien.
— Auch in Leon ist eine Carlistische Verschwörung entdect;
die in den Straßen verbreiteten aufrührerischen Placate wurden
ohne jede Ruhestörung entferntt.
—Aus Burgona wird gemeldet, daß die Ueberbleibsel der
zersprengten Carlistenbande jetzt verhaͤftet worden sind.
Nach Berichten, welche ous allen Theilen des Landes in
Mad rid einlaufen, sind die auf Grund des allgemeinen Stimm—
rechts vorgenommenen Wahlen zu den Ayuntamientos (nicht zu
den Cortes, wie irrthümlich gemeldet war) in bester Ordnung
derlaufen. J— .*
Die am 18. December begonnenen Wahlen zu den Cortes
        <pb n="604" />
        ind, soweit die Nachrichten bis jetzt reichen, im ganzen Lande, wenn die Türkei sich so anspruchsvoll zeige, so geschehe dies, weil
durchaus ruhig verlaufen. Die in Madrid Gewählten —* sie sich von den Großmächten unterstützt glaube, wäre dies der
fämmtlich dex monarchisch⸗liberalen Partei an. FJall, so wüurde Rußland das Recht haben, bei den gemeinfamen,
Der Gaulois bringt folgende Nachrichten: Dle Vereinigten auf Verhütung cines Conflictes gerichteten Schritten sich reservir—
Staaten von Nordawerila haben dem spanischen Gesandten in stere gu halten.
Washington das Anexzbieten gemacht, eine jede Expedition gegen
Cuba zu verhindern. Beftätigung dieser Nachricht ist wohl abzu⸗
warten.“ Ueber den dortigen Aufstand bringen die „Debats“
Feute einige Aufschlüsse, die nicht ohne Interesse sind. Sie mel—
den, wie folgt: „Die Bewohner dieser Insel bestehen bekanutlich
nus der durch den Boden und die Industrie reichen Bourgeoisie,
den Bauern, welche die Nachkömmlinge der ehemaligen Flibustier
und ausgezeichnete Reiter sind und den Schwarzen. Vor einigen
Jahren schon gaben sich Unabhängigkeits-Ideen' unter der Bour⸗
zeoisie kund und diese traten in der letzten Zeit schärfer hervor.
Die jungen Leute dieser Klasse (Creolen, die Behufs ihrer Aus—
zildung meistens die Collegien in Newe York besuchten) sind im
Ullgemcinen unterrichtet und bis zu einem gewissen Punkte ener⸗
zisch und ritterlich — bilden so zu sagen allein die Elemente der
Insurrection, die, um auszubrechen, auf die gelegene Zeit wartet
Sie wollen die vollständige Unabhängigkeit ihres Vaterlandes;
his jetzt haben sie aber noch leinen ausgezeichneten Führer. Ihr
Organ ist „El Siglo“. Die Insurgenten find Mitglieder der⸗
jenigen Familien, welche vor einigen Jahren, als Dulce, der jetzt
zuch wieder nach Cuba geht, General⸗Capitän der spanischen Co—
lonie war, die graduelle Emancipation der Schwarzen verlangten,
wenn auch nicht aus Princip, sondern um die plötzliche Erschütterung
hrer Interessen zu vermeiden, Bis heute sind das Landvolk und
zie Schwarzen der Insurrection fremd geblieben, die sich haupt⸗
ächlich im Osten der Insel ausgebreitet hat. Die Führer haben
die Absicht, die Injurrection bis zum März hinzuziehen und sich
zis dahin auf einen Guerilleroskrieg zu beschräuken. Im Früh⸗
ahre, wo die Nordwinde aufhören, stellt sich nämlich das gelbe
Fieber ein und sie hoffen mit, Hilfe deiselben Herr der spanischen
Truppen zu werden.“
Griechenland.
Korfu, 16. Dec. (Durch das Wiener Bureau.) Es geht
das Gerücht, das Athener Ministerium habe die Einberufung
der Reserven und die Mobilisirung eines Theiles der National⸗
Jarde beschlossen; es solle ein Studentenbataillon und zehn Ba—
saillone aus im türkischen Unterthanenverhältniß befindlichen Grie⸗
hen und eine Philhellenen-⸗Legion gebildet werden; auch wolle die
Regierung Garibaldi zur Betheiligung einladen. Die Journale
dringen darauf, nach vollzogenem Bruche die Grenze von Epirus
zu überschreiten. Hier und auf Santa Maura eine jonische
Insel) erhielt die Besatzung und ein Theil der Nationalgarde
Befehl, sich kriegsbereit zu halten. —E ——
Konstantinopel, 17. Dec. Amtlich. (Durch- das
Wiener Teh. Corr.Bureau.) Die türkische Regierung ist fest ent⸗
Ih ossen, auf ihren Forderungen zu beharren und die angedrohten
Maßregeln auszuführen. Gestern sind vier türlische Fregatten nach
»em Archipel abgegangen.
Weitere telegraphische Melduͤngen besagen: Der französische
Stationscommandant Forbin habe den Admiral Hobbard Pascha
hestimmt, weitere Instructioneti abzuwarten, bevor er Zwangsmaß⸗
regeln gegen den griechischen Dampfer „Enosis“ anwende. Dieser
soll übrigens zuerst angegriffen haben, indem er auf einen türki—
chen Kreuzer feuerte, worauf er mit zerschossenen Masten und zer—
störtem Schlott in den Hafen von Syrn flüchten mußte. Ju
Paris gibt man die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens noch
nicht auf. Nach einem Berliner Telegramm wird Frankreich,
resp. dessen Gesandter in Konstantinopel, den Schutßz der griechi—
schen Unterthanen in der Türkei übernehmen. Die englische Presse
derurtheilt die Haltung Griechenlands, meint aber, dieses werde,
wenn die Greßmächte fest bleiben, schließlich doch nachgeben
müssen.
Konstantinopel, 18. Dec. Der griechische Gesandt.
ersuchte die Vertreter der drei Schutzmächte, seine Landsleute unter
hren Schutz zu nehmen; der franzöosische Botschafter lehnte dies
»edoch ab. Die Pforte erließ auch nach Bukarest und Belgrad
Ordre, die dortigen griechischen Unterthanen auszuweisen, eine
Maßregel, die viel Besorgniß einflößt. —
Konstantinopel, 19. Dec. Man versichert, daß das
Ministerium Bulgaris in Athen durch ein Ministerium Kommun—⸗
duros ersetzt werden soll. Als Ursache dieses Wechsels wird eine
neuliche Rede von Bulgaris bezeichnet, in welcher dieser eine Ver⸗
tändigung mit der Türkei empfahl. In Paris war am Samstag—
Abend das Gerücht verbreitet, Fürst Gorischakoff habe wegen Grie—
henlands ein Circular erlassen. „Temps“ erklärt sich dasselhe
aus einer angeblichen Unterredung des russischen Kanzlers mit
dem sranzösischen Gesaundten. wobei jener bemerkt haben soll:

Amerika.
Der Moniteur bringt Nachrichten aus der Havanna,

vonach der Aufstand am Verenden war.
Auf Cuba ist infolge der bevorstehenden Abschaffung der
Zclaverei das Menschenfleisch schon bedeutend im Preise gefallen.
Zwölf der besten Feldarbeiter, die vor klaum drei Monaten noch
je 1200 Dollars werth waren, wurden zu je 900 Dollars „los⸗
ieschlagen!. 23
        <pb n="605" />
        trogartig ausgehauene steinerne Särge; nach ihrem Inhalte zu
chließen (Gebeine, Schwerter, Schmuͤctgegenftände, weiche Steine.
von der Größe eines Ziegelsteines mit noch Nleserlicher Inschrift)
gehören sie etwa dem 5. Jahrhundert an. 27*
t Bei Ausrodung eines Waldes bei Backnang (Württemberg)
tieß man auf die Ueberreste eiues römischen Castells, ein paar
aufend Schritte davon soll sich noch ein zweites befinden; das⸗
elbe hält ca. 24 in's Gevierie mit ca. 4 dicken Mauern ; man
hofft, im Innern des noch nicht ausgegrabenen Castells noch man⸗
ches Merkwürdige zu finden. —V — —
Guchen d cut s ch. Die in Stuttgart erscheinende Bür⸗
zerzeitung“ bringt ihren Lesern zuweilen Küchenrecepte, die in
reinem sehr artigen Style abgefaßt sind. So befindet sich in
der „Bürgerzeitung“ vom 10. December woörtlich folgendes Recept:
„GJagdtioße.) 16 Loth Semmel würflich, dann ein Viertelpfund
zeschnittenen Sped zerschmelzen, röstet einige Zwiebeln, wie auch
die Semmeln darin ab, (auch in der Bratenröhre rösten), dann
nn ein Geschirr, Ua oder 3 Kanne Rahm darauf, 10 Loth Mehl,
oder 8 Eier, Petersilie, Salz und Pfeffer daun (eine vrobe
Jemacht), mit einem Löffel läugliche Kiöße formirt, dder in der
Dand mit Mehl glatt gemacht ungefähr 16 Stück, und in bielem
Wasser und Salz 4 Stunde abgekocht, mit brauner. Butier und
Semmel angerichtet. Nachdem alle Klöße geforint find, werden
ne noch einmal in Mehl glatt gemacht, also 2mol, und sogleich
in's Kochende gelegt zugededt und die bestimmte Feit gekocht.Au⸗
Zlöße dürfen nicht locker sein, sonst sind es beim Genuß keine Klößel“
53, Am 2. Decembet, erzählt der ‚ Bürger- und Bauernfreunde,
aͤgie zu Angerburg (Preußen) eine Kreissynode, bei der über
dirchenzucht gesprochen wurde. Bei dieser Gelegenheit ergriff der
As Kirchenvorsteher anwesende Graf Lehndorff⸗Steinort das Wort,
radelte, daß die Kirchenzucht so⸗lar gehandhabt würde und
wünschte unter anderm die Wiedereinführung eines alten Gebrauchs,
wonach in den Kirchen für gefallene Mädchen eine besondere
Bank“ bestimmt sei. Nach allgemeinem Staunen (wir schreiben
nämlich 1868) und kurzer Pause erwiderte der vorsitzende Super⸗
ntendent Paulini, ein alter würdiger Geistlicher: „Gewiß Herr
Braf, dann müßte aber noch eine besondere Bank für die Ver—⸗
rührer dabei gestellt werden.“

F Prof. Fr. G. Welcker in Bonn, der Nestor der deutschen
Philologen, ist am 17. ds: 84 Jahre alt, gestorben.

(Aus der Pariser „Glocke“) Das amerikanische Blatt
.The New-York Times“ gibt, um unsere europischen Civillisten
ins rechte Licht zu stellen, die Ziffer des Gehaltes an, welchen
der Prasident der Vereinigten Staatenrepublik seit Wafhington
bis auf diesen Tag bezieht. Es ist schwer, Journale und einen
großen Marstall damit zu unterhalien. Das Gehalt betrügt 3700
Pfund Sterling, das heißt 92,500 Pfund jährlich. Man fände
in Europa für diesen Preis nicht einmal einen Gelegenheitskönig,
der schon gebraucht ist. Die Minister in Amerika erhalten 13860
Pfund Sterling, d. h. 89560 Frs., also weniger als das Ge⸗
halt gewisser Präfecten. Frankreich hat sich solche Lumpereien
nicht vorzuwerfen. Es gab dem Präsidenten der Republik 500,000
Franken jährlich. Das war schon ganz anständig; aber der kai—
erliche Glanz konnte mit einer so armfeligen Strahlenkroue nicht
urechtlommen. Der Adler hält deu Blitz und jeder Zickzack des
Donners muß eine Goldstange sein. Auch knausern wir nicht und
geben dem Kaiser Tag für Tag 71,282 Frs., was ihm erlaubt,
dündlich 2968 Frs. zu verzehren, d. h. 26 Millionen jährlich.
Wahrhaftig, trotz der Theuerung aller Lebensmitlel ist das ein
Finkommen, welches dem Staalsoberhaupt gestattet, seine Gäste
gut zu bewirthen. Hr. Rouher, der sprechende Minister, bezieht
dafür etwa 200,000 Frs. per Jahr. Für die Auvergne ist das
biel, für Paris ist es nichts.

Der franz. Prof. Renault will durch genaue Beobach⸗
iung von 155 Hunden gefunden haben, daß noch 119 Tage nach
erfolgtem Bisse wüthender Hunde die Wuthkrankheit an dem ge⸗
hissenen Thiere ausbrechen iönne.

London, 13. Dec. Auf einem englischen Dampfschiffe
hat sich jüngst ein Fall ereignet, der gewiß die volle Shympaͤthie
der Deutschen in allen Welitheilen erregen wird.' Drei deutsche
Mechaniler wurden in Havre von Matrosen des engl. Dampf⸗
schiffes „Cella“ veranlaßt, als Blind-Passagiere sich auf dem
Schiffe zu verstecken, um später durch Schiffsarbeit das Passage⸗
geld und die Beköstigung abzuarbeiten. Nachdem sie auf hoher
See sich zeigen mußlen, empfing sie der Capitäu Gleadell mit
einer Strafpredigt, deren mildener Ausdruck verdammte deutsche
Schweine“ war. Zu Wasser und Brod verürtheilt, mußten sie
zu jeder Zeit Kohlen und Wasser tragen, und wenn sie ermatiet
von der Arbeit, überwältigt von der Seekrantkheit, durchnüßt von
dem über das Deck fluthenden Seewasser einen schützenden Winkel
zefunden hatten, wurden sie durch Fußtritte genöthigt, sich nach
)en anderen bedrohten Stellen zu begeben. Nur selten reichte
hnen pie milde Hand eines Passagieres oder der menschenfreund—

liche Steward des Schiffes; ein Deutscher, einen Bissen Fleisch.
Man würde über diese Leiden, welche selbstverschuldet waren,
nicht klagen, wenn der edle Brite, wenn der Capitän der
„Cella“ nach allen diesen Drangsalen, Prüfungen und Strafen,
die armen Deutschen im Hafen von New-York entlassen, wenn
er die Arbeit als: Aequivalent betrachtet hätte. Doch nein!
Im Angeficht der amerikanischen Küste, auf der Fahrt zum
Hafen, wurden die drei Deutsche in Ketten in die untersten
Schiffsräume geworfen, wo sie ohne Tazeslicht bei Wasser
und Brod sieben Tage lang in Gesellschaft der Ratten, welche
an ihren Schuhen nagten, zu verbringen hatten. Die deui⸗
chen Passagiere, unbekannt mit den Gesetzen der Republik oder
ju sehr mit ihren eigenen, Sorgen beschäftigt, schwieg n über
die Angelegenheit. Erfi nis Ddas Schiff! wieder auf offener
See war; wurde der Kerker geöffnet, wurden die Ketien gelöst.
seue Arbeit und neue Rohheit erwartete die Armen. Der Haß
zegen die Deutschen exstickte jin der Brust des engl schen Capitäns
ede menschliche Regung. Es wurden Diejenigen gezüchtigt, welche
Nitleid fühlten, ihnen eine Stunde Rast am warmen Schornstein
ewährten, oder nührende Speisen reichten. Nach einer 19tägigen
Fahrt kam das Schiff in der Themse an; die Ausgehungerten
vurden sofort wieder in Ketten gelegt und zum untersien Schiffs⸗
aum geführt. wo sie drei Tage und Nächte zu verbringen hatten.
Ju den Victoria · Docks löste man ihre Fesseln und brachte sie nach
em Lampenraum, der zu klein war um zu siehen oder zu liegen.
Nach einem zweitägigen Aufenthalte in demselben wurde der Ca—
itän in Folge ihres Jammerrufes genöthigt, fie wieder nach der
Tiefe zu senden, aus welcher sie jedoch durch den menschenfreund⸗
ichen Steward zu entkommen und an das Land zu gelangen
vußten. Als die 2 Kräftigsten sich im Freien befanden, riefen
ie nach der Polizei, während der Dritte, zu sehr entkräflet, nicht
rasch genug folgen konnte und mit Gewalt zurückgeschleppt werden
oͤllte. Sein jammervolser Hülferuf erregte das Mitgefühl der im
Docke Beschäftigten und auch er wurde dem Schutze der Polizei
ibergeben, welche jedoch sämmtliche sofort wieder enlließ, da kein
dläger vorhanden war. Kaum von Lumpen bedeckt, entkräftet
ind daher den vollen Ausdruck des Vagabundenthums tragend,
jatten sie in dem ungastlichen Theile der kallen und starren Welt
tadt sich nach einem Unterkommen, nach einer Schlafstätte umzus
ehen.⸗Es gelang ihnen und durch die bereitwiilige und rasche
That des Besitzers von Markmanns Hotel in Circus, Minories,
purde die preußische Gesandtschaft sofort von dem Fall unterrichtet.
Inzwischen hatte der württembergische Consul die Leute an den
eutschen Rechtsschutzverein gewiesen und dieser ergriff sofort die
nergischsten Maßregeln. Der norddeutsche Bundesgesandte hatte
erklärt, daß das Consulat unverzüglich dabon benachrichtigt wecden
ollte; und letzteres hat auch einen Brief geschrieben, bei dem es
edoch ohne weitere Schritte geblieben ist. Der Rechtsschutzverein
hat dagegen die Sache bis auf die kleinsten Details weiter ver—
olgt und es ist ihm am Freitag Nachmittag gelungen, einen Ver⸗
jaftsbefehl gegen den ehrenwerthen Capitän V. Glaadell von dem
Magistrate in Stratford zu erwirken. Durch die Gerichtsverhand⸗
ung und die Strafe wird es sich hoffentlich herausstellen, ob ein
Fapitän Mensch sein muß oder nicht; ob Deutsche dem Thiere
zleichgestellt werden dürfen oder nicht. Zu bedauern bleibt es in—
dessen, daß die hohe Gesandtschaft des Norddeutschen Bundes in
ꝛondon sich ihrer Schuzbefohlenen im Auslande, namentlich bei
olch eclatantem Falle, wie der vorliegende, in so geringem Maße
inninun.
f.Noch eines von den Booten des in offener See gesunkenen
Dampfschiffes Hibernian hat die irische Kuüste erreicht, aber mit
uur drei Seelenten. Das Boot verließ mit den anderen vier
zas sinkende Schiff am 25. Nop. Anu demselben Tage schon
türzten sich zwei Passagiere über Vord. Tags darauf starb ein
)ritter und am dritten Tage zwei Frauen und drei Kinder. Spůãter
chlug das Boot um und sechszehn seiner Insassen ertranken. Das
Boot trieb vier Stunden mit dem Hiele oben, bis es endlich den
)rei Ueberlebenden gelang, es wirder aufzu richten und hineinzuge⸗
angeir. Ihre Nothsignale wurden von begegnenden Schiffen nicht
»ꝛemerkt. Endlich gelang es ihuen, in Mulroy Bay, an der Küste
Donegal, ans Land zu kommen.
f Nürnberg, 13. Dec. (opfenbericht. A. H. 3.)
Bestriger Marktverkehr ziemlich ruh'g und beschränkt. Zufuhr nur
0 100 Ballen, welche zu 20 fl., meistens 21222 fl., Prima
zis 27 und 28 fll. rasch Nehmer fanden. Für den Rest einer
Partie Württemberger wurde 25 fl. umsonst geboten. Der heutige
Dienstagsmarkt erdffnete bei sehr ruhiger Stimmung und circa
300 Ballen Zufuhr weniger günstig aͤls b'sher. Käufer blieben
ange zurückhaltend, so daß erst gegen 10 Uhr mehrere Abschlüsse
edlisirt wurden. Die gestrigen und voxwöchentlichen Preise konn⸗
en sich bei der geringen Kauͤflust kaum behaupten. Man bezahlte
»on 22- 18 fl., geringste Markiwaare bis 16 sfl. therab,
        <pb n="606" />
        w Dunstuotiz.
EEingesandt). 33

Das kunst⸗ imd schauliebende Publikum wird auf ein zwar
kleinlich aussehendes aber innen reichlich mit Kunstexemplaren aus⸗
gezeichnet. ausgestattetes Schaubüdchen des Herrn Kopelent auf⸗
merksam gemacht. Unter der Firma: „Paris mit der groß—
artigen Weltausstellung“' zeigt Herr Kopelent die Pracht
und S hönheit der Kaiserstadt und die vielen herrlichen Kunst-⸗
ind Andustriegebilde der Weltausstelluug dem Wißbegierigen in
ehr gelungenen Photographie⸗Naturaufnahmen vor. — Die kleinsten

und zierlichsten Gegenstände sieht der Beschauer correck und korßer⸗
ich wie an Ort und Stelle selbst und somit erhält er um 6 fr.
benso eine Ansicht und Belehrung, als Einer, der Hunderke Gul—
den dorthin verreist hat.— Wer sich alfo von Paris einen ge⸗
nauen Begriff verschaffen will und sich gerne an wahrhaft kunst⸗
»olfen und naturtreuen Darstellungen erfreut, der suche das kleine
Büdchen von Kopelent auf!! Kluge Eltern sollten ihre Kin⸗
er von jeder wilden Lustbarkeit fern halten und lieber in solch'
ine gute Schaustellung einführen, denn da wird deren Lerntrieb
ind Schönheitssinn entwickelt. — J J

J Als 1
Meihnaohts-Geschenkeo
J empfehla
Gothe und Schiller's Gedichto,
Prachthand. 3*
öthe's Tausft. ——
Herrmann und Dorothea.
Torquato Tassh.
„ Egmontt.
dehiller's Gedient. 3*
Wallensteiinn.
, Alaria Stuart.
Lessing's Minna von Barnhelm.
WMathun dor Woiss.
Voss Imises. —,
auff's Lichtenstein.
Juugendschriften
in grossor Auswahl, von Hoffmann,
(0bGampeé, Horn ete.
8Spiele als: 7*
Domino, Damenbreètt, Lotto,
Roulotté, Gloek und Hammer,
eduldspiet, Bilderweehsel ete.
Dio Selroib- &amp; Zeichnen-Materialien-
FHandlunz
5. 8herpf
in St. Ingbert.
Kinderspielwaaren. ER
Ueber 3000 Stück der allerneuesten und
chönsten Figuren, Puppen und sonst noch
herschiedenarltige Spielwaarenu wer—
den von heute ab um den halben Preis
zerlaut.. /
K. Schöffler.

Im habe am hiesigen Platze iie —
Hemden⸗ und Weifstzeugfabrik
exrichtet und empfehle meine Fabrikate, welche nach Muster und nach Maß ge⸗
ertigt werden, unter Zusicherung guter, billiger und schneller Bedienung zur
zeneigten Abnahnme..
Zugleich besorge ich ganze Ausstattungen und halte daher wohlassor,
irtes Lager in allen Arten Leinen; Gebild, Drill, Bettbarchent, Federleinen
vollenen Bettdecken, Flaumen, Roßhaaren, Bettfedern, Vorhangstoffen u. sJ. w.
Diejenigen, welche mich mit ihrem Bertrauen beehren wollen, werde ich,
vas Stoff und Ausführung betrifft, gewiß zufrieden stellenn. —
Zweibrücken, im November 1868. *
—D 242 2443
Julius Geutes.
e J J *

Sämmtliche Waaren der Fabrik werden aus den besten Rohproducken, ohne jede
fremdartige Beimischung. bereitet.“ Die Tafeb⸗Chocoladen tragen obige Fabrikmarke,
worauf Käufer zu achten beliehen. Man findet die courantesten Sorten auf“Lager in
at. Inghert bei Condiior G. Rickel und J. J. Grewenig, in RlIieslatα)
bei Fr. Apprederis.
Reine A e eneet

Mainz, 18. Dec.
Gruchthreise.) Weißmehl das Mab⸗
jer à 140 Pfund — fl. — kr. — Rog⸗
Jenmehl vittofl. — ir. — Weizen (200
ʒfd.). I1 fl. 20 kr. -II fl. 30 kx. —
orn (180 pfd.) 10 fs. ⸗r.bis 10 sh10
r. Gerste (160 Pfd.) 10 f. 15 kr. bis 10
i 20 n. Hafer (120 pf) dfl. 20 K.
is 5 fl 25 fhr.

—8 bei

Ein braver, fleißiger
Junge wird in die Lehre
genommen bei J. Dercum,
Schreiner ..

—

Worms den 18. Dez.

Wir nokiren heute: Weizen 111. 13 kr.

zis 11fl. 30 kr. Roggen 10 fl. — kr.

is — f. — kr. Gerste 10 fl. — kr.

ris — fl.—⸗r. per 100 Kilo.,Hafer

5 fl. 30 kr. bis — fl. — kr. per 60 Kilso

Mehl per Partie 9 fl. 45 kr. bis — fl.

— kr. Roggenmehl — fl. — kr.bis — fl.

— fkr. Roggenvorschuß — fl. — kr. bis

⸗fl. tr. Weizenvorschuß 18 fl. — kr.

— fl. — kr. Blumenmehl. — fi. — kr.

bis — fl. — kr. per 70 Kilo., Reps

fl. — kr. bis — fil. — kr. per 83

dilo, Rüböl ohne Faß 19 fl. 13 kr. bis

19 fl. 30 kr. Leinöl ohne Faß — fl.

und — kr. bis — fi. — kr. Mohnöl ohne Faß

4 sh ck W — fl. —Ar. bis — fl. — kr. Per

Voge secken 50 Kilb. Repstuchen — . . u,

ind zu verkaufen — — jl.⸗ kr. Branntwein 23 fl. —tr,

Wo? saat vie Expedition dies. Blattes. Das Nähere besagen die Anschlagzettel. bis 23 fl. 80 kr.
Nedaction, Drudh und Verlag von F. X. Demæe tß in St. Ingbert.

1867 zogen Hunderttausende nach
Paris und in die Welt-Aus—-—
tessung, um diese Prachtstadt und die aus⸗
zestellten Industrieschönheiten, Kunstwerke
ind Merkwürdigkeiten zu sehen und ver—
reisten Hunderte von Gulden. Bei Optiker
dopelemt kane man jetzt allen diese
Pariser Herrlichteiten in sehr kurissvollen
Körperdatslellungen um wenige Kreuzer wie
n natura beschauen; daher scheue kein
dunstfreund, dieses Büdchen mit so zahl—
reich interessantem Inhalt zu besuchen und
ich wahrhaft zu erfreuen.
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        Sl. J ngberler Anzeiger.

Der „St. FJugberter Anzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g, Donners t ag

und Samsag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Krzr. die dreispaltig Zeile
Blatischrift oder deren Raum berechnei. J

Nro. 153. onuerstag, den 24. Deeembler 1bss.

Inhalts, daß in allen — also auch Landschulgemeinden — der
Bürgermeister den Vorsitz führe.

Wie der Abdz. aus München geschrieben wird, hat sich im
vorigen Jahre der bahrische Staatshaushalt recht günstig gestaltet;
die Taxen, Stempel und Forsten blieben zwar unter dem Etat,
die Kapitalrenten⸗ Einkommen- und Gewerbsteuer, der Malzauf⸗
schlag und die Eisenbahn haben dagegen mehr ertragen; es wird
sich im Ganzen nicht nur kein Deftzi sondern einiger Ue berschuß
herausstellen.

WMaümnchenu, 21. Der. Die! Abgeordnetenkammer erledigte
heute 61 Artikel des Entwurfs einer pfälzisischen Gemeindeord⸗
nung. Kolb's Anträge auf fünfjährige Wahlperioden und auf
Bewilligung je einjähriger Repräsentationsgebühr für Bürgermeister
wurden angenommen.

München, 22. Dec. Die Abgeordnetenkammer nahm heute
mit allen gegen vier Stimmen (Jorg, Ruland, Anton Schmidt,
Thomas Völl) die beiden Gemeindegesetze an.

München, 22. Dec. Heute Morgen'9 Uhr ist der Abg.
Herr v. Soher gestorben.

Dienstesnachrichten.

Der Lehrer an der Gewerbschule Speyer, B. Standacher, ist
zum P ofessor der Mathematik und Phyfik am Realghmnasium
daselbst ernannt worden.

Stuttgart. Großes Aufsehen macht die Beschlagnahme
des Stuttgarter „Beobachters.“ Es ist freilich noch nicht lange
her, daß der „Beobachter“ die Lieblingslectüre unserer Minister
war. Seit er über die saftige Polemik, die er gegen die „Preußen
in Schwaben“ stets bereit hat, auch öfter als genehm gegen die
württembergischen Minister richtet, ist er der hoͤhen obrigkeitlichen

Deutschland Verdammniß anheimgefallen.
eu — 234 Der ehemalige Kurfülrst von Hessen hat der deutsch⸗ ebange⸗
Mümchen, 19. Dec, Der 1. Ausschuß der Abgeordneten · lischen Gemeinde zu Prag einen Jahresbeitrag von 1000 Gulben
kammer ist auf n e Montag Abends 5 Uhr zu einer Sitzung zugesichert.
eingeladen, um über den Anfrag des Abgeordneten Hirschberger, Berlhin, 19. Dec. Auf einen di lomati i
Abänderung des Notariatsgesetzes betreffend, ferner über den An⸗ des Conflictes im Orient setzt ae n en 5*
trag wegen Freigabe der Advocatenprarxis zu berathen, sowie einen Freise nur wenig Hoffnung, weil eben die Uebereinstimmung der
Reserenten über den Gesetzentwurf, die Personalhaft betreffend, zu Großmächte allem Anschein vach sehr viel zu wünschen übrig läßt
wählen. — Nach dem Gesetzentwurf über die Äbgaben bonden Als ein besonders gravirendes Elemen wirß der Ausweisungobefehi
Bergwecken soll der Bergbau einer Grubenfeldabgabe unterliegen, der Pforte an Rumamen und Serbien betrachtet, der leicht eine
welche nach Maßgabe desjenigen Raumes best'mmt wird, für Interveution der Mächte hervorrufen und dami den zwischen den⸗
welchen das Recht erworben ist, Andere vom Bergbau auszuschlie- elben bestehenden Riß bloßlegen könnte.
fen. Diese Grubenfeldabgabe soll bei geviertem Felde von jeder Bremen, 19. Dec. die Weser⸗Zeitung schreibt: Wie wir
Hectar (10,000 Quadratmeter) der Oberfläche jährlich 9 kr. be— dernehmen, wird das Postanweisungsverfahren zwischen den Ver—
tragen, bei Langenfeldern von je 20 Meler Länge ebenfalls 9 kr. einigten Staaten und dem norddeutschen Bunde vermittelst des
— Gleichzeitig mit dem dem Landtag bereits vorgelegten Bergge⸗ norddeutschen Lloyd mit dem 1. Januar nächsten Jahres in Wirt⸗
setz soll auch dieses Gesetz in Wirksamkeit treten. Nach dem samkeit treten.
der Kammer der Abgeoroͤneten vorgelegten Gesetzentwurf, die Per— Wien, 23. Dec. Die Presse meldet: ines
sonalhaft betr. soll die Personalhaft (Schuldhaft, Leibeshaft) als RPußland ausgegangenen und * ee
Vollstreckungsmittel, um die Zahlung einer Geldsumme oder die teht eine Conferenz zur Ausgleichung des türkisch⸗ griechischen
Leistung einer Quantität vertretharer Sachen oder Werthpapiere Conflictes in Aussicht. Oesterreich ist geneigt, seine Zustimmun
zu erzwingen, nur in folgenden 8 Fällen statthaft sein: J. Gegen zu geben, und wahrscheinlich auch Italien; was die eeee
Ausländer, wenn sie nicht in Bayern unbewegliches Vermögen de⸗ des Vorschlages bei den Westmäcten betrifft, so ist daruͤber 8
fützen, dessen hypothekenfreier Werth dem Betrage der Forderung nichts bekannt.
entspricht; 2. unter gleicher Voraussetzung auch gegen Inländer, Frankreich.
welche flüchtig oder der Flucht dringend verdächtig sind oder Paris, 18. Dec. die Regierungsblätter betrachten ein⸗
dauernden Aufenthalt außerhalb Baherns entweder schon genommen müthig die Veränderungen in der Zůsammensezung des Ministeriums
haben oder zu nehmen im Begriffe stehen; 3. wenn das gegen als dahin zielend, einen Wechsel in der allgemeinen Politik —*
Schulduer eingeleitete Vollstrekungsverfahren erfolglos geblieben ist, elben herbeizuführen. Der Eleudard erinnec daran daß —
derselbe aber Befriedigungsmittel besitzt, die er dem Zugriffe des sette es war, welcher das berühmte Circulat vom September i86
Glaubigers entzieht. anterzeichnete, worin die Grundzüge der franzosischen Politik gegen
München, 20. Dec. Der Schulgesetzausschuß hielt gestern Deutschlaͤnd niedergelegt sind. „Niemand ist besser als er dan
und heute Sitzungen und hat nunmehr 102 Artikel des Entwurfes angethan, eine Polilik des Friedens und des Foris drittes 8
erledigt. In der principiell wichtigen Frage bezüglich des Vorsitzes Wert zu setzen.“ — Die Patrie und die Fraͤnce sehen ebenfau
in der Ortsschulcommission hat sich der Ausschuß für den Var⸗ in der Ernennung Lavbalettes die Aufrechthaltung der — 28
schlag der Staatsregierung entschieden, daß in Landschulgemeinden litik. Erstere schreibt: Die Bedeutung der neuen Minseee
der Ortspfarrer, in Städien der Bürgermeister den Vorsitz führe. nationen koönnen wir so resumiren: Im Juueru Einheit *
In der Pfalz beantragt der Ausschuß eine Sonderbestimmung des Leitung, im Aeußern Politik des Friedens. t

Einladung zum Abonnement.

Mit dem am 1. Januar 1869 neu zu beginnenden Quariale
wird der St. Ingberter Anzeiger nicht mehr wie bisher dreimal,
sondern viermal wöchentlich, nämlich Dienstags, Don—⸗
nerstags, Samstags und Sonntags, mit dem wochent—
lich dreimal erscheinenden Unterhaltungsblatte, das mit
der Dienstags- Donnerstags-, und Sonntagsnummer ausgegeben
wird, um den Preis von nur 42 kEr. vierteljährig, erscheinen.

Alle Nachrichten aus dem politischen und sockalen Leben,
welche für unsere Leser Interesse haben, werden wir bemüht sein.
so rasch wie möglich, zu berichten. I

Mitiheilungen über Haus- und Landwirthschaft, Handels-
berichte, sowie die Fruchtpreise von den pfälzischen Rarkten und
jenen der Nachbarstaaten, werden wir regelmäßig bringen.

Wir werden uns bemühen für das Unterhaltungsblatt nur
interessante und spannende Novellen zu wählen.

Indem wir zu recht zahlreichen neuen Bestellungen recht
freundlichst einladen, bemerken wir noch, daß denjenigen unserer
Abonnenten von St. Ingbert und Umgegend, welche das Blatt
durch un sere Träger beziehen, das Blatt für das kommende
Quartal fortgeliefert wird, sofern sie vor Ende dieses Mongalé
nicht ausdrücllich abbestellen. Die durch die Post bezogenen Blätter
beliebe man aber rechtzeitig bei den kgl. Postanstailen oder den
Postboten zu bestellen, damit der Versandt der Blätter k ine Ver
zögerung erleide.

St. Ingbert im Dezember 1868.
Die Expeditivn des St. Ingberter Auzeigers.
        <pb n="608" />
        Paris, 19. Dece Die kaiserliche Familie hat gestern den *8 Kon st antinopel, 22. Dece. Die Pforte verständigte
Fxmajestäten pon Spanien finen Besuch abgestattet, der sofort mit, die Regierungen in Bucharest und Belgrad vdn den getroffenen
allem Ceremoniell erwiederi wurbe. ** Nuaßnahmen anläßlich des Abbruches der diplomatischen Beziehun⸗

Paris, 19. Dec, Das Gerucht von der Hierhersendung jen zwischen der Türkei und Griechenland. Anderweitige. Eröff⸗
einer eussischen Depesche verursachte an der Börse eine Baisse. Die nungen wurden nicht gemacht. — Der Weser⸗Zeitung wird aus
France fucht darzuhun, daß jenes Gerücht bei der gegenwärtigen Berlin gemeldet: „Behufs der Aussgleichung der griechisch⸗türkischen
Finigkeit der Machte unwahrscheinlich sei. Angelegenheit wird, wie verlautet, zwischen den vermittelnden Groß⸗

Paris, 20. Dec. Die France sagt, die letzten Mit- nächten über den Zusammentrittt der Conferenz ad hoc verhan⸗
theilungen aus Petersburg seien von den versöhnlichsten und fried delt.“ Aus Wien wird dem genannlen Blatt berichtet, daß der
lichsten Gefühlen durchdtungen. — Bezüglich der Ausweisung der Antrag Rußlunds, den Conflict einer europäischen Conferenz vor⸗
Briechen aus Rumänien und Serbien, sagt das erwähnte Blatt: ulegen, von Preußen unterstützt uad von den Westmächten zur
Diese Maßregel sei, wegen der Schwierigkeilen, welche sie hervorufen Serhandlung angenommen worden sei. Oesterreich und Italien
onnte, im höchsten Grade unpolitisch. Wenu-, Griechenland eine eien damit einverstanden. Die Haltung der Pforte bezüglich
provocirende Haltung angenommen, so sei dies noch kein Grund dieses Antrags sei noch unbekannt, eine Ablehnung desselben jedoch
für die Türkei, ihr Recht durch Handlungen bloszustellen, welche unwahrscheinlich. Der Beginn der Verhandlungen wird im Anfang
ꝛinen übeln Eindruck hervorrufen müßten. — Graf Saint Vallier des neuen Jahres erwartet.“) J
ist zum Gesandten in Stuttgart ernannt, wo er Herrn v. Chateau⸗ Amerika. J
eed welcher in gleicher Eigenschaft nach Dresden geht, ersetzen New⸗York, 10. Dec. Es geht das Gerücht, Spanien
wird. 44 ind die Republiken von Südamerika, hätten den Vorschlag der
Paris, 21. Dec. Nach einem spanischen Blatt geht heute VBereinigten Staaten, ihre Differenzen durch eine in Washington
die Notiz durch alle Zeitungen, daß der Prinz v. Carignan in isammentretende Bebolmächügtenconfereng regeln zu laffen, auge-
Madrid erwartet · werde. Man schließt daraus, daß Cialdinis aummen. — Ferner wird versichert, daß auf Cuba die Rebellen
Unterhandlungen mit der provisorischen Regierung von dem gei ine Niederlage etlitlen.
wünschten Erfolg begleitet waren. Washington, 19. Dec. (Kabeltelegramm aus Reuter's

England. Office) Der Senat nahm eine Resolution an, worin den Spa—⸗
London, 18. Dec. Die Times ist der Ansicht, daß die niern Sympathien für ihre Bemühungen, eine freiere Regierungs⸗
Meinung der Regierung dahin gehe, Griechenland, im Falle es form zu begründen, ausgesprochen, und dieselben dringend aufge⸗
die angestrengte Vermittlung der Westmächte mißachte, der Abfin- fordert werden, die Sclaverei abzuschaffen.
dung mit der Türkei zu überlassen. — Die Morning-Poft glaubtt, Der Präsident von San Domingo, Baez, soll Herrn Seward
daß die Loyalität Rußlands gegen die Westmüchte in dem türtische angeboten haben, auf dessen eigene Bedingungen hin, die Bucht
griechischen Streite keinem Zweifel unterliegen dürfffkr. von Samana auf 99 Jahre an die Vereinigten Staaten verpachten.
Italien. F zuu wollen. Er soll auch augedeutet haben, daß in einer alten

Florenz, 20. Dec. Im Hafen von Genua wird eine Kirche in San Domingo die Asche des Columbus in einem
Fregaite ausgerüstet, welche nach dem Orient abgehen soll, um äsernen Sarge aufbewahrt werde, sein Herz befinde sich jedoch in
m Falle don Feindseligkeilen die italienischen Unterthanen zu Javanna. Baez will, wenn jener Handel zu Stande kommt,
schuützen. gestatten, daß jener Sarg nach Washington gebracht werde.

Florenz, 21. Dec. Die Deputirtenkammer hat sich bis
zum 12. Januar vettagt, nachdem sie noch einen Antrag auf zeit⸗ Vermischtes.
weilige Suspendirung der Zahlung der päpstlichen Schuld mit DFalsche bayerische Zweiguldenstücke mit den Jahreszahlen
211 gegen 111 Stimmen verworfen. — 1849, 1853 und 1855, aus einer zinkartigen Metallmischung,

Spanien. sind in Umlauf; Erkennungszeichen: sie sind viel leichter, sühlen
Madrid, 12. Dec.“ Aus Anlaß der Municipalwahlen;: sich weicher, fettiger an, haben einen matten bleiartigen Glanz
haben in einigen Gegenden, namenttich bei Alicante, Burgos und ein weniger scharfes Gepräge, als die echen.
Malaga, Orense, Lugh Unordnungen leichterer Natur stattgefun⸗ * In Göllheim, Grünstadt, Kirchheimbolanden und Kusel
den Größer scheinen die Ereigniss. von Zamora zu sein, wo vurden die mit den kdniglichen Posterbpeditionen dortselbst ver⸗
Uf Verhaftungen stattfanden uünd die Entwaffuung der Stadf bundenen Vereinstelegraphenstationen mit beschränktem Tages-
angeordnet wurde. dienste eröffnet.
Donaufürsteuthümer. r Die Fränk. Ztg. vom 17. d. schreibt: Aus den früheren
*XIXIISSS.O aenaeen, 22 Ziehungen des Ansbach-Gunzenhausener Eisenbahn-Anlehens
3 Bu .h a rest, 10. Dec. Pfer b3 die rumänische nd Neh weniger als 3016 bereus Fezogene Gabinne in Ge
VNegierung —— —33 d andes e ammtbetrage von 36,000 fl. noch nicht erhoben. Darunter be⸗
Sie tumänische Regierung hat jedoch in etracht der bsrane indet sich ein erster Gewinnst Serie Nr. 1890 Nr. 27 mit
des Neutralitätsprinzißs diese Zumuthung ahwiejen. Die Gone 8,0060 . biner mit 10000sl. Serie Nr. 4288 Ne 14. we1
uln werden die Schritte der zumänischen Regierung respectiren ii je 100 fn, Serie Ner 3437 HNer 23 und Serie Nr 464
und bei ihren Regierungen rechtfertigen. —
Türkei. F Aus Bruchsal schreibt man der „Frankf. Ztg.“, daß
Konstantinopel, 20. Dec. Die Pforte billigte das das Project einer Eisenbahn von Bruchsal nach Germersheim, gegen
Verfahren des Admirals Hobbard vor Syra. Die Boischafter, velches die badische Regierung sich lebhaft sträubt, nun bessere
Euglands, Frankreichs und Oesterreichs lehnten das Gesuch des Aussichten habe, da der Kriegsminister v. Beyer auf dessen Aus—
aAbreisenden griechischen Gesandten Delijannis, die Angelegenheiten ührung bestehe. Aus strategischen Gründen, und weil er einen
der ausgewiesenen Griechen unter ihren Schutz zu nehmen, ab. rieg zwischen Preußen und Frankreich im nächsten Frühjahr für
Photiades Bey ist heute Morgen am Bord eines französischen vahrscheinlich halten sosl, werde der General v. Beyer die Gegner
Postdampfers hier eingetroffen. — (Nach Telegrammen aus Wien, des Projects bald verstummen machen.
Berlin, Paris und Florenz stellen wir noch Folgendes zusammen: F Worms, 17. Dec. Gestern Abend constituirte sich hier
Die Ausweisung der Griechen aus Rumänien und Serbien wird ein Zweigverein des deutschen Protestantenvereins, welcher sich den
in Paris und anderwärts als eine mit unserer Civilisation nicht Ausbau der evangelischen Kirche auf der Grundlage des Gemein—
mehr übereinstimmende Maßregel getadelt. In Florenz will man »eprincips, die Bekämpfung alles unprotestantischen hierarchischen
wissen, daß die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland Wesens, die Erhaltung und Förderung christlicher Duldung und
„bedeutend günstiger“ seien und die Kriegsgefahr als abgewendet Achtung zwischen allen Confessionen und die Foͤrderung christlicher
detrachtet werden könne. In Berlin gibt man, obgleich die Kriegs- Werke, welche die sittliche Kraft und Wohlfahrt des Volkes
»artei in Athen auf einen Ministerwechsel in ihrem Sinne dränge, »edingen, zur Aufgabe macht. IJ
die Hoffnung auf diplomatische Beilegung des Conflicts noch nicht F Darmstadt, 17. Dec. In dem äußeren, zwischen der
auf. Die Wiener „Neue freie Presse“ mendet, Rußland habe den vhriesheimer Chaussee und dem Holzhofe gelegenen Theile des
Vertragsmächten den Vorschlag der Einberüfung eiuer Conferenz Bahnhofes der Main-Neckar-Bahn, wurde gestern ein interessanter
zur Ausgleichung der Affaire gemacht. VBersuch ausgeführt. Es handelte sich darum, den Erfolg des
sKonstantinopel, 21. Dec. Die „Turquie“ sagt: Zusammenfstoßes zweier mit gleicher Kraft und Geschwindigkeit
Griechenland macht erhebliche Kriegsvorbereitungen. Der Levante ineinander rennenden Züge zu ermitteln. Zu diefein Zwecke
Hetald meldet: Die Pforte gewährte für die Abreise der ausge- vurden zwei alte Personen⸗ und zwei Packwagen geopfert. Zwe
wiesenen Griechen eine dreiwöchentliche Frist. Rußland gestattet Waggons wurden aus dem Bahuhof von einer Lecomotive herdusi
zen griechischen Schiffen die Führung der russischen Flogge. Der zeschoben, zwei andere wurden auf demsielben Geleise mit derselbeu
Admiral Hobbard Pascha blockirt den Hafen von Syra mit Heschwindigkeit von einer anderen Locomotive in der entgegenge—
ehan Schiffen — »kten Richtung herangetrieben. Als die Züge so ziemlich in der
        <pb n="609" />
        Mitte des VBahnhofs angekommen, dirigirlen die Locomliven ihre

Dampfkraft rückwärts, und die beiden Wagenpaare setzten allein

ihren Weg fort, um mit einem furchtbaren Gekrach bald darauf

aneinander zu rennen. Der Anblidi, welcher sich nunmehr den

Zuschauern darbot, war ein Bild der gräulichsten Verwüstung

Die direct auf einander gerannten Eckcoures waren

in tausend Splitter und Fetzen zerrissen, die FJedera ge

bogen und an beiden Waggons Sitze, Fußböden und Axen zer—
krümmert. Diese große Zerstörung ist um' so merkwürdiger, als
die Geschwindigkeit der beiden Züge, die schon wegen der kleinen

Strecke, auf welcher man den Verfuch ausführte, gemäßigt werden

mußte, keine allzugroße war. r

r Die Garde der preußischen Armee umfaßt nach dem neuen
Personalausweis gegenwärtig ein 958 Mann starkes Officiercorps.
Rach den Geburtsverhältnissen classirt figuriren darunter 1 Her⸗
zog, Elimar von Oldenburg, 12 Prinzen, 1 Fürst, 91 Grafen,
97 Barone und Freiherren, 664 Edelleute und 92 Bürgerliche.

Der „wegen Unterichlagung in amtlicher Eigenschaft
empfangener Gelder und anderer Vergehen“ steckbrieflich berfolgte
frühere Advocat Dr. Thesmar in Köln veröffentlicht einen langen
aus London datirten Brief, in welchem er die Unterschlagung leug⸗
net und mittheilt, er sei in Hietzing vom Koönig Georg in beson
derer Audienz empfangen worden. Dies erkläre den eigentlichen
Grund der gegen ihn ergriffenen Maßregel.

. Ein Weinhändler unterhielt seine Gaste vielfältig mit
Aneldoten aus dem letzten deutschen Kriege, die er bei Besuchen
bon Militärpersonen gehört hatie. Einer seiner Gäste fragte ihn
daher: „Sind Sie mit im Felde gewesen ?* Ehe der Befragte
uoch zur Antwort kommen konnte, verjsetzte ein alter Gast: Das
eben nicht, aber bei ihm geht es doch immer recht kriegerisch zu
Er selbst hat einen Schuß, seine Gäste gewöhnlich einen Hieb
und seine Weine einen Stich.

„In Brand gerathene Kleidungsstüce.“
Unter dieser Ueberschrift lesen wir in der „Spenei'schen Zeitung
Folgendes- „Einigen jungen Damen theilte ich vor geraumer
Zeit mit, wenn sie das Unglück haben sollten, daß ihre Kleider
sich entzündeten, so sei das sicherste Mittel, zur augenblicklichen
Löschung des Brandes in ein Beit zu springen und sich rasch mit
der Decke zuzudecken. Eine mir theure Anverwandte, deren Kleider
in helle Flammen gerathen aren, verdankt vielleicht der Befolg⸗
ung dieses Rathes ihr Leben, sie erlitt nicht die mindeste Be—
schadigung. Von den Polizeibehörden sollte es befohlen werden
daß auf allen Theaterbühnen, wo sich Unglücksfälle der Art of
ereignen, ein Bett mit Decken bereit zu halten sei. Freiherr R.
Weber v. Rosenkranz.“

* Paris. Nachstehende. aus authentischen Quellen ge⸗
schöpfte Daten über die Hauptbestimmungen des Baronen James
Rothschildschen Testaments liefern den Maßstab von der kolossalen
Hinterlassenschaft des Verblichenen, die in der That eine Milliard
weit übersteigen dürfte. Testamentarisch hinterließ Baron J.
Rothschild: seiner Frau 200 Miill. Fres., ferner das prachtvolle
Schloß Ferridre, dessen Kunstschätze allein auf mehr als 20Mill
Fres. geschätzt werden, und das Haus in der Rue Lafitte in
Paris. Seinem zweiten Sohn Gusiav hinterließ er 200 und
seinem dritten Sohne Edmund 150 Mill. Fres., überdies seinem
Enkel (dem Sohne des verstorbenen Salomon Rothschild) 80 Mill.
FIres. Den reichlich über 500 Mill. Fres. betragenden Rest des
Vermögens vermachte der Erblajser gleichsam als Majorat seinem
ältesten Sohne Alfons als Universalerben. Ueberraschend knauserig
erscheint dagegen die Anordnung zu Gunsten der im Comtoit
Bediensteten, indem den längere Zeit Angestellten testamentarisch
nur der Betrag eines Jahrgehalts und den Uebrigen eine noch
spärlichere Gratification zugedacht wurde.

f Die Agitation zu Gunsten einer vernüuftigeren Aussprache
des Lateinischen und Griechischen in England nimmt in dortigen
Gelehrteukreisen sichtbar zu. Ein Artikel von Herrn Clark in
Cambridge empfiehlt in der letzten Nummer dbes Philological
Journal, daß die deutsche Aussprache der beiden klassischen Spra⸗
hen in allen Schulen eingeführt werde.

FLondon. Ein Dieb erbrach vor einigen Tagen das Got—
teshaus der Baptisten in Stepney-Green, einer Vorstadi. Es war
stockfinstere Nacht. Der Dieb wuͤßte nicht, daß man tags vorher
getauft hatte, und daß die Cisterne, in welche der Täufling zum
Empfange des Sacraments hinabgestiegen war, in der Milte der
sirche weit offen stand. Der Died, keine Gefahr ahnend, schritt
munter fürbaß. Doch man denke sich seinen Schrecken, als er
Ilötzlich kenen Boden mehr unker sich fand und in die mit Wasser
gefüllte Grube hinabfiel. Nachdem er einige Zeit in der größten
Angst in der Cisterne herumgewatet hatte, gelang es ihm endlich.
den Ausgang zu finden. Er zitterte vor Frost an allen Gliedern,
und seine Kleider trieften von Taufwasser. Als er nun hin und
her in der Dunkelheit herumtastete, da fühlte er eine gefüllte
Flasche. Sie enthielt guten Portwein und sollte den folgenden

Tag bei der Communion verwandt werden. Dies war dem im
Bade abgekühlten Diebe ein willkommener Trank, den er gleich
mit tiefen Zügen kostete. Nun schien er auch nach Bad und
Stärkung der Ruhe zu bedürfen; denn am andern Morgen fand
man jhn in einer Ecke der Kirche in tiefem Schlafe, die leere
Flasche bei ihm liegend. Die Polizei der Thames — Street nahm
den sonderbaren Dieb bald in Gewahrsam.

— 7 DVDie Streitträfte Griechenlands sind gering. Bei einer
Bevölkerung von 193 Millionen kann es kaum 30,000 Mann ins
Feld stellen. Die Kriegsmarine besteht in 86 Schiffen: 1 Fre⸗
zatte. 2 Corvetten, 6 Schraubendampfern, 1 Raddampfer uͤnd
26 kleineren Fahrzeugen. Und dabei herrfcht im Staatsschatze
eine Ebbe, daß selbst dem Konige seine Civilliste nicht ausbezahlt
werden kann. Und doch hat Montecuculi gesagt: Zum Krieg⸗
führen gehört Geld, abermals Geld und nochmals Geld.“ An
dem nervus rerum gerendarum mangelt es Griechenland gänzlich
und eben so sehr an Credit, um sich ihn von irgend einer Seite
zu verschaffen. Dieser Umstand ganz allein vermindert die Kriegs⸗
hesorgnisse bedeutend.

Washington. Die Präsidentenwahl hat zu mannich⸗
s'achen Wetten Veranlassung gegeben, wie man sie nur hier zu
dande antrifft. Daß der verlierende Theil seinen Geguer im
Zchubkarren ein oder zwei Meilen weit fahren muß, ist eine sich
bei jeder Wahl wiederholende Scene. Eben so ist das Tragen
ines vollen Mehlsackes oder eines Fasses mit Aepfeln: von einer
Stadt nach der andern innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit nichts
Neues unter der amerikanischen Sonne. Einer der Senatoren
des Staates Cansas aber hatte sich anheischig gemacht, ohne Kopf⸗
bedeckung und in Begleitung eines Musilchors durch die Straßen
der Hauptstadt Leawenworth, in welcher er persönlich von Jeẽder⸗
mann gekanut ist, zu marschiren, falls ein gewisser District keine
republikanische Majorität erzielen sollte. Er verlor die Wette und
mußte, als Mann von Wort, fich dem Spaziergange unterziehen.

7 Wafhington. Eine originelle Art und Weise, Ehen

zu stiften, ist kürzlich hier von einer Dame in Anwendung ge—
dracht. Beim Dessert eines Diners von 50 Perionen macht die
Wirthin des Hauses den jungen unverheiratheten. Damen und
derren den Vorschlag, auf einen Zettel zu schreiben, wen sie am
iebsten zum Gatten, resp. zur Gattin sich wünschen. Niemand
zuudert, die Wirthin nimmt unter dem Versprechen der Discretiou
die zugerolllen Wahlzettel entgegen, prüft sie, und es findet sich
daß acht Paare von jungen Leuten sich gegenseitig verstanden,
ohne jemals sich verständigt zu haben. — Und gleich auf der
Stelle werden die Verlobungen proclamirt. Fünf von den Paaren
haben eingestanden, daß sie sich niemals getraut haben würden,
auf andere Weise sicn zu erklären, als auf diese scheinbar harmlose
Art. — Die anderen Wahlzettel, welche nur bon der Hausfrau
gelesen worden waren, wurden vernichte. J
fNewyork. Die siamesischen Zwillinge haben am 8.
December auf dem Dampfer Jowa ihre Reise nach, Englaud au⸗
getreten, um sich in Paris voneinander trennen zu lassen. In⸗
folge ihrer während des letzten Krieges erlittenen beträchtlichen
pecuniären Verluste beabsichtigen sie, sich vor ihrer Operation eine
zjeitlang in Großbritannien sehen zu lassen. Sollle die Operation,
der sie sich unterwerfen wollen, glücklich vollzogen werden, so be⸗
absichtigt Herr Chang, sein Heimathsland Siam zu besuchen, und
Herr Eng, nach den Vereinigten Staaten zurückzukehren.

Die Schulbehörden von Philadelphia haben beschlossen, sämmt⸗
lich Lesebücher aus den ihnen untergegebenen Schulen zu enifernen,
und zu den Leseübungen die — Zeifun gen benützen
zu lassen.

F Die peruanische Regierung hatte vor einiger Zeit durch
ihre Agenten 300 Einwanderer aus Rheinbayern' der Schweiz,

Tyrol und Italien auwerben lassen. welchen sie durch coutractliche
Verpflichtung mancherlei günstige Bedingungen zusicherte. Jetzt
laufen von dorther zahlrciche Berichte ein. aus denen erhellt, daß
die unglücklichen Auswanderer, für deren Eristenz und Uuterbring-
ung so gut wie nichts geschieht, dem größten Elend verfallen sind.
Viele von ihnen ziehen bettelnd umher, andere liegen krank und
hilflos darnieder und finden nur mii Mühe Aufnahme in einenm
Hospital. —
Laundwirthschaftliches.
—Wiemansich gute Saatfrucht verschafft?
zewiß eine Frage, die jeden Landwirth lebhäft interessiren muß,
denn wenn auch die große Masse noch nicht begriffen hat, daß
der Ernteertrag mit der Qualitaͤt der Saetfrucht steigt und fällt,
io ist es doch im Allaemeinen anerkannt, daß sich eine gute
Saatfrucht unter sonst gleichen Verhältnifsen besser entwickelt, als
ine jolche von geringerem Werthe.“ Zur Gewinnung einer guten
Zaatfrucht ist es unerläßlich, die zur Saatgewinnung bestimmte
Frucht auf dem Halme ihre vollendete Reife erlangen zu lossen,
        <pb n="610" />
        sie vor dem Einheimsen möglichst vor Beregnung zu schützen, sie
n den Scheunen an einen irocknen aber luftigen Platz zu setzen,
zeim Ausdrusche die Maschine langsam gehen zu lassen, die ge⸗
droschene Frucht sorgfältig von allen kleinen verkümmerten Koͤrnen
zu befreien und die als Saatgut bestimmte Frucht auf trocknem
iuftigen Speicher zeitweilig zu wenden. Vom hoͤchsten Werthe ist
ez, aͤlle paar Jahr einmal sich gute Saatfrucht aus einer audern,
vo möglich rauheren Gegend zu verschaffen, als diejenige ist, in
velcher die Aussaat erfolgen soll. Dieses unter dem Namen
Saamenwechsel“ gehende Verfahren ist allgemein bekannt; es

wird aber trotz besseren Wissens noch zu selten in Anwendung
Jebracht, wiewohl es durch den verzweigten Bahnverkehr sehr leicht
jt, davon den umfänglichssien Gebrauch zu machen. Viele Land⸗
virthe nehmen immer noch die Saatfrucht vom großen Haufen;
allein bei richtigem Betriebe muß sie extra erbaui werden und
war auf Feldern, die sich in bestem Baue befinden und unkraut⸗
frei sind, serner auf Feldern, die nicht in frischer Mistduüngung
tehen, sondern, mit phosphorsauerreichen Düngemitteln gedüngt
ind und endlich durch Anwendung von auserlesenen Saamen, der
möglichst dünn gesäet werden muß.

Ich habe am hiesigen Platze eine J

Hemden⸗ und Weistzeugfabrik
exrichtet und empfehle meine Fabrikate, welche nach Muster und nach Maß ge
ertigt ithrden, unter Zusicherung guter, billiger und schneller Bedienung zur
geneigten Maahme.

Zugleich besorge ich gunze Husstattungen und halte daher wohlassor,
tirtes Lager in allen Arten Leinen, Gebild, Drill, Bettbaxchent, Federleinen⸗
sollenen Bettdecken, Flaumen, Roßhaaren, Bettfedern, Vorhangstoffen u. s. w.

Diejenigen, welche mich mit ihrem Vertrauen beehren wollen, werde ich,

was Stoff und Ausführung betrifft, gewiß zufrieden stellen.
Zweibrücken, im November 1866.
Julius Gentes.

——

30 eichene Ba stämme IV. Klasse,

1 elzbeeren Nutzholzstamm II. Kl.

10 aspen Baustämme zu Sparren.

2 buchen Wagnerstangen,

20 Klafter buchen Scheitholz 53
28 Klafter gemischtes Prügelholz,
43600 gemischte Reisserwellen.

Erfweiler, den 23. Dezember 1868.

Dags Bürgermeisteramt.
Braunberger.

Ausschreiben.

In der Zeit vom 19. bis 21. Dezem⸗
ber abhin wurde dem Kaufmann Carl
Schank dahier aus seinem Verkaufsladen
ein Stück schwarzes Taffetseidenzeng, circa
50 Ellen enthaltend und im Werthe von
J. 100, durch bis jetzt unbekannte Thäter
mitwendet.

Indem ich vor dem Ankaufe des gestoh-
enen Zeuges warne, ersuche ich Jedermann,
der über den Diebstahl etwas weiß oder
erfährt, mir oder der k. Staatsbehörde in
Zweibrücken sofort Mittheilung zu machen.

St. Ingbert, den 23. December 1868.

Der kgl. Polizeikommissar:
Bruch.
Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise
der Stadt Zweibrücken vom 24. Dec.

Weizen 5 fl. 54 kr. Korn 4 fl. 48 tr.
Herste Areihige, — fl. — kr., Gerste vier⸗
ceihige, 4* fi. 8 kr. Spelz 3 fl. 47 kr,
Spelztern — fl. — kr., Dinkel 3 fl.
8 ir. — Mischfrucht — fl. — kr., Hafer
fl. 11fr., Erbsen — fl. — kr., Wicken
; fl. 35 kr., Kartoffeln — fi. 44 kr., Hen
fl. 4 kr., Stroh 1fl., 22 kr., per
dentner. Weisbrod 113 Kilogr. 16 tr.
ornbrod 3 Kgr., 22 kr., ditio 2 Kgr.,
5 kr., ditio TKgr. 8 kr., Gemischtbrob
3 Kgr., 27 kr., J Paar Weck, 9Loth
2 kr., Rindfleisch, I. Qual. 16 kr., 2.
Qual. 14 kr., Kalbfleisch 10 kr., Hammel⸗
Leisch 14 kr., Schweinefleisch 16 tkr., per
zfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter.
Zutter 34 kr., per Pfund.

2 CentnerzSäcke
Kochsalz
zu 9 Gulden 42 Kreuzer
ind zu haben und werden auf Ver⸗
angen ins Haus geliefert von
Gebrüder Grell.
Ein braver, fleißiger
Junge wird in die Ie
genommen bei J. Dercum,
Schreiner.

Allerorlen wird über meine
kleine Bude die ersten Tagt
jewitzel; und gelacht; man hat kein Ver
rauen, daß in dem kleinen Raum etwa⸗
Irdentliches zu sehen Jein fönne; später
iberzeugt man sich von der Sehenswürdig⸗
eeit dieser zahlreichen Körperbilder von
zer Kaiserstadt Paris und der Weltaus—
tellungs-Pracht und zuletzt wird mein
Züdchen so überfüllt: daß viele Familien
ziese interessanten und beleyrenden Dar⸗
'ellungen nicht mit Rube besehen oder gar
einen Einlaß erhalten können. — Dieser⸗
jalb bleibt meine Ausstellung noch bis
Nontag Abend geöffnet und ist
räglich schon von 3 Uhr Nachmittag bei
Beleuchtung zu sehen. Da selten so meister⸗
hafte Körperbilder vorkommen, so er⸗
vartet zahlreichen Besuch der
Optiker Kopelent.
Holz-Versteigerung.
Donnerstag, den 7. Januar 1869,
Vormittags 11 Uhr,
werden nachfolgende Holzsortimente aus
dem Gemeindewalde von Ormersheim
Schlag Saueracker und Bettel“ im
zZchulhause daselbst versteigert:

4 aspen Baustämme,
33*4 Klafter aspen Prügelholz,
26*4 Klafter buchen Scheitholz,
27 Klafter gemischtes Prügelholz,

1700 gemischte Wellen.
Erfweiler, den 23. Dezember 1868.
Das Bürgermeisteramt.
Braunberger.

——
Die nach Vorschrift des Königl. Geheimen
Hofraihes und Universitäts ⸗Professors
ur. Harless im Konm gefertigten
SZtollwerck'schen Brust⸗Bonbons
ind à 14 kr. per Pacdket echt zu haben in
dt. Iugbert bei Conditor G. Rickel
ind J. J. Grewenig. in BIiesx astel
bei Ir. Apprederis.

LHheéatei? im St. Ing beν-
Direction von August Schroth.
zm Saale des Herrn Oberhauser.
Samstag, den 26. Dez. 1868:
Auf vieles Verlangen:

Dehorain

Christ und Aüdin.
Kolksschauspiel in 4 Akten von Dr.
S. H. Mosenthal.
Sonntag. den 87. Dezember.

Auf vieles Verlangen:
Der hoösss e Gleist
Lumpacivagabundus,

α
Das lüderliche Kleeblatt.
Posse mit Gesang in 3 Abtheilungen

und einem Vorspiel von Nestroy.

Das Nähere besagen die Zettel.

der?
Fruchtpreise der Stadt
Kaiserslantern vom 22. Deec.

Weizen 5 fl. 39 kr., Korn 4fl. 43 fr.
Zpelzkern 5 fl. 27 kr., Spelz 3 fl.
50 kr., Gerste 5 fl. 10 kr. Hafer 4 fl.
18 kr., Erbsen 4 jl. 36 kr., Wicken 4 fl.
O tr., Linsen — fl. — kr. per Zentner.
Brodpreise: 6Plsd. Kornbrod 22 kr.
3 Pfd. Gemischtbrod 12 kr. und 2 Pfd.
Weißbrod 12 kr.

Holz-Versteigerung.
Montag, den 4. Januar 1869,
Vormittags 11 Uhr,
werden nachfolgende Holzsortimente aus
dem Gemeindewalde von Erfweiler—
Fhlingen im Schulhause daselbst ver
teigert:

»Der h. Weihnachten
*wegen erscheint Samstag
kein Blatt.

Redaction, Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Hierzu als Gratis⸗Beilage „Comptoir⸗Kalender für das Jahr 1869.“
        <pb n="611" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der „St. Ingberter Anzer ger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimal: Diensta g, Donnerst ag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljährig 45 Krzt. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 3 Krzr. die dreispaltig Zeil,
Blattschrift odder deren Raum berechnei. V .*
Dienstag, den 29. Deceember ε, 1868
— ————— — —— — *
.. Deutschland. — Dienstesnachrichten. *
München, 24. Dec. Am 11. faufenden Monats wurde 3*
die von Rußzland in Anregung gebrachte Convention, den Uus.Der Forstamtsassistent H. Becker von Kaiserslautern wurde
schlutß des Gebrauchs von Sprenggeschossen im Kriege betreffend, in gleicher Eigenschaft an das Regierungsforstbureau in Speyer
von den Vertretern sämmtlicher europüischer Staaten (mit Aus- verfetzt und der i. Forstgehilfe 88. S hröder von Wilgartswiesen
nahme Spaniens und des Kirchenstaates), ferner pon Persien, zum Assistenten am k. Forstamt Kaiserslautern ernannt“
in St. Petersburg unterzeichuet. Die contrahtrenden Theile ver Der Telegrapheningenieur Edunts Seifert in Speher ist
pflichten sich, in der Erwägung, daß es den Geboten der Huma-⸗ zum Telegrapheniuspector bei der Generaldirection der k. Ver⸗
mität zuwider sei, den Zweck des Kampfes, die feindlichen Kräfte kehrsanstalten, der Bauassistent Otto Michel in Günzburg zum
möglichst zu schwächen,. mit unnöthiger Weise derwüfienden oder Telegrapheningenienr in Ludwigshafen, ferher ist der Zollinspec⸗
unfehlbar tödtlichen Waffen erreichen zu wollen: auf den Gebrauch dor uͤnd dermaͤlige Vereinscomroleunn hr Hermann Schaller in
aller explodirenden oder mit entzundlichen Stoffen gefilter Pror Breslau auf die erledigte Oberzollinfpectorstelled in Neubrrg a. Rh.
jectile im Gewichte unter 400 Gramm zu verzichten Der Zuirut befördert worden. — Zum Lehrer an da tatholischen Schule in
u dieser Uebereinkunft ist den Staaten. welche fich an derfelben Neuhofen wurde der Schulberweser Phlipp Igel von Mechtersheim
his jetzt nicht betheiligt haben, offen gelassen. Es ist ausdrücklich ernannt. — Der Communaloberförster Kart Gauly in“ Kaifers⸗
hervorgehoben, daß die Bestimmungen des Vertrages nur für lautern ist in den Ruhestand verfeht, auf das Communalrevier
etwaige Kriege zwischen den coutrahirenden Theilen gelten und Kaiserslautern M. der Oberförfier v.— Jäckle von Hohenecken und
auch dann außer Kraft treten sollen wenn einer der letzteren mit an dessen Stelle auf das Revier Hohenecken im Forstamt Kaisers⸗
einem nicht contrahirenden Theile berbündet wäre. Schließlich ist autern der Communaloberforster Franz Anton Steierbrink von
der Vorbehalt ausgesprochen. über die Berückfichtigemg luünftiget Eusserthal I verfetzt; und der Forstamtsassistent und Functionir
Verbollkommungen, in der Bewaffnung, soferne sie sur die Absuhr im Kreisforstbureau zu Speher Juug Rüdle, zum provisorischen
ten der Conventionen in Betracht kommen können, auf Grund Oberförster auf das CTommumnalrebier Eusserthal U. im Forstamte
formulirter Vorschläge ins Benehmen zu treten. — ernannt worden.

Münmschen, 25. Dec. Von einer befreundeien, über die gun3 Wnen werden jett in den Spalten der Koöln. Ztg.
Stimmung in den hoͤheren Kreisen sehr 32Ww883 Person die wohl zu der gegenwärtigen Stimmung
ehalte ich eben eine Nachricht, die ich Ihnen, weil sie auch durch pas 9 aber noch vor kurzer Zert in den Organen
Wahrscheinlichkeitsgründe unterstützt wird, nicht vorenthalten wilf ane * iberalismus mit geringschätzigem Unglauben hinweg⸗
Die Mehrzahl unseret Herren Reichsräthe aus dem Adelsstande 1 hn Hatte. h man dem genannten Blatte unterin
soll nämlich fest entschlossen sein, den Minister Hohenlohe und die 5 z g— nhe des ziorddeutshen Bundes — es ware
diesem befreundeten umd gesinnungsverwandtken Mitglieder des Abel oder Andere darüher käufchen zu wollen· — ist nie⸗
Nabinets noch im Laufe dieser Sefsion zu stürzen (nur Instiz— i gr en, m bodishen dende ud sest wei Jahren
minister v. Luß soll bei den hohen Herren schonuugsvolse Verüa— n Inhten ier Nesnung winer puehr Zurückgeggngen. Unter
sichtigung und warme Anerkennung finden) und in Ausführun —383 — Dhinen Lindrucke der Ereignisse von J8o6 gab fich
dieses Entschlusses zunächst den Ministern bei Berathung der neuen unde e des vor den hatsachen und, den aus den·
Gesetzesvorlagen die möglichsten Schwierigkeiten zu machen. Wer s e gr per diring hervorgehenden Nothwendigkeiten
die politischen Anschauungen und die Lieherige Haltung eines &amp; ir ——u— war micht Hingebung, aber Er—
Thüngen, Zu⸗-Rhein und der zahlreichen aristokrat ischen Freunde ge wr ee damat Fin: Vergicht zu schwer geworden sein
dieser beiden, daun des Herrn Bonzhard studirt umd beobachtet n — d hejtere Gang der Dinge aber hat diese Stimmung
hat, der vermag solche Gerüchte nicht ohne weiteres als müßige u — g geshndnt. Mit der Allmählichen Abnahme des
—D Qur) e anedgeprennunhbet ve übexall in Deutschland, so

F —V —131 ] X* den; ie Hö

M ün ch en 26. Dec. Die officiöse Hoffmanu'sche Corre— Umschau gehalten e daß Vndie vnhe Fboten
spondenz schreibt;: „Die Rede, welche derk. württembergische ganz so siehen, wie es in der erftẽn Ueberraschung mach 3 gu
Staatsminister, Frhr. v. Varnbüler, am 19. Dec bei“ da de Koniggrätz schien. In Baden fehlt freilich jene Art des 88
Adreßdebatte gehalten hat, beurkundet in erfreulicher Weise das dvinciellen Selbstgefähls, welches die schwäbische Opposition cs 38
freundnachbarliche Verhältniß zwischen Bayern und Mürttember; die neue Ordnung der Dinge in Deutschland und gegen di gegn
Frhr. v. Varnbüler sagt: „Ich habe zu constatiren, daß wir spe⸗aus derselben ergebenden Folgerungen kehnzeichnen; b de dr
ciell mit Bayern im besten Einverständnisse stehen, daß es unser Baden ist der deutsche Nationalgeist bei Weilemmit —* d
Bestreben ist, Alles, was fich als gemeinschaftliche Thätigkeit mehr zenug, um dem P.irtikularismus eine ernstliche und u
nützen kann denn als particulare, wo moͤglich gemeinschaftlich zu zeschweige denn eine freudige Selbstverlen ndne h
erledigen.“ Außerdem glauben wir zwei Siellen jener von so Und da' der Eiutritt in den norddeutschen Bin dduenen.
großem Erf lge begleiteten Rede hervorheben zu sollen. Der Jahr und Tag als unvermeidlich darstellte henle eaese r
k. württ. Staatsminister sagte: Die Eingehung des Schutz mehr als eine Sache des unmittelbaren Zoauge⸗ ver 9 —
und Trutzbündnisses und des Zollvertrages war eine nationase erscheint, warum sich nicht alle Moglihlalen dar e nse
Pflicht, sie müssen gehallen werden; weiter zu gehen, ist damals halten? Das ist der Touͤ, welcher heute in der en geen
lein Anlaß g wesen und ist auch heute keiner. Ich habe aber nung des badischen Volkes deutlich durchklingt.“ Stim⸗
öͤffentlich zu erktären, daß von Seite der preußischen NRegierung Frankfurt a. M. Die Framfurer Zeitung“ ist

in gar keiner Beziehung auch nur eine Andeutung oͤder auch nur zeklagt, „die Führer der preußischen Truppen bei der ui r
der Versuch gemacht worden ist, diejenige Grenze zu überschreiten, Frankfurts und die damaligen Milutarbefehlahaber vo raen
welche dem gegebenen völkerrechtlichen Standpunkte auf's genaueste beleidigt und verleumdet zu haben.“Si— emãßt drei n
nspricht.“ Auf die militärischen Verhältnisse speciell übergehend, Leser eine Aufforderung. in welcher sie sagt: 8 en —9* Paer
jagt dann Frhr. v. Varnbüler Folgendes: „Wir sind auf dem steht uns die Einrede der Wahrheit zu und d —* Fe
militärischen Gebiete fortwährend bestrebt, uns in der Weise zu Male Gelegenheit geboten ist, die bei sener —æ deeen
verständigen, daß die süddeutschen Heere, im Falle eines Conflic⸗ menen und so oft abgeleugneten Thatsachen gerichtlich —
es mit dem Auslande, künftig zusammenwirken und ihrem Vater⸗ so ersuchen wir diejenigen Mitbürger, he vr 3
ande Ehre machen können, aber nicht gegen unsere Brüder im sachen per'önliche Kenntniß haben, uus —* 3 3 e
Norden, sondern mit ihnen und für dieselden. üͤber Mittheilung zu mahen, damit wir um so — —
        <pb n="612" />
        eien, in einer Sache, die mehr die Sache der Vaterstadt als die
unsere ist, den Beweis der Wahrheit zu führen“

Berlhin, 24. Dec. Die „Kreuzzeitung“ meldet verläßlich
Folgendes aus Wien: Die Schutzmächte nehmen den Conferenz⸗
vorschlag zur Verhandlung Über den griechischtürkischen Couflict
an. Rußland beantragt die Zurüchnahme der Ausweisungsmaß⸗·
zegel und die Einstellung der Feindseligkeiten für die Dauer der
Fonferenz. Oesterreichs Zustimmung ist zweifellos, diejenige Ita⸗
liens und Griechenlands ist wahrscheinlich. Von einer Entschließ⸗
ing der Pforte ist noch nichts bekannt. Die allseitige Zustimmung
porausgesehßt, wird die Conferenz wahrscheinlich schon zu Neujahr
hre Berathungen beginnen.

Frankreich.

Die französische Regierung scheint sich wegen der in den bei⸗
den schweizer Grenzstädten Genf und Basel herrschenden und immer
mehr wachsenden democratisch- socialistischen Bewegung nach und
nach ernste Besorgnisse zu machen. Sie hat eine schärfere Ueber⸗
vachung der Grenze und sogar des Postverkehrs angeordnet. In
etzterer Hinsicht sei folgender Fall mitgetheilt: J. Ph. Becker,
ꝛiner der hervorragendsten und thätigsten Führer dieser Bewegung
in der Schweiz und in Mittelcuropa überhaupt, hatte vor einigen
Tagen durch die Genfer Post ein Paket revolutionärer Flug-
chriften an einen Freund in San Francisco in Californien ab⸗
gehen lassen. Diese communiflische Sendung nach dem Goldlande
scheint den französischen Behörden unzulässig gewesen. Das Pakei
wurde auf der ersten französischen Station der Genf⸗Lyoner Eisen⸗
hahn, in Bellegarde, confiscirt. Herr Becker ist entschlossen, alle
Dittel anzuwenden, um wieder in den Besitz seines Eigenthums
zu gelangen. Er wird als Schweizer (er ist Bürger des Kantons
Bern) den Beistand des Bundesraths anrufen, und wohl auch
zie Intervention des amerikanischen Consuls Upton in Genf er—
zitten. Die Entscheidung der Sache wird jedenfalls charackeristisch
werden.

Paris, 26. Dec. Wie der „Gaulois“ wissen will, hätten
m letzten Ministerrath die HH. Lavalette und Forcade die Cr⸗
rulare vorgelesen, welche sie an die diplomatischen Agenten resp.
die Präfecken der Departements versenden wollen. Um die Un—
ruhe, welche der hl. Stuhl über die Ernennung des Marquis
d. Lavalette empfinden könnte, zu beschwichtigen, soll General
Dumont, der Commandant der französischen Truppen in Rom,
zum Senator ernannt werden. Die kaiserliche Regierung würde
also zu erkennen geben, daß sie an ihrer Politik in dieser Rich—
tung nichts ändern wolle.

Paris, 27. Dec. Durch kaiserliches Decret sind der
Gesetzgebende Körpber und der Senat auf den 18. Januar
einberufen.

Paris, 27. Dec. Die Abendblätter sagen, daß weder
die Zeit noch der Ort des Zusammentritts der Conferenz feststehe;
zerselbe sei zwar wahrscheinlich, jedoch keineswegs noch bestimmt.
„Patrie“ will wissen, Lord Clarendon habe erklärt, die Integrität
des türkischen Reiches müsse außer Discussion bleiben. — Der
Herzog v. Gramont, französischer Gesandter in Wien, ist hierher
herufen.

Belgien.
In Gent ist am 20. December ein Congreß der Studenten
zröffnet worden, eine Wiederholung des Lütticher Studenten ⸗Con⸗
zresses. Die Eröffnungsrede des Herrn Sartoun ist kühn, ja ver⸗
wegen. „Wir sind Atheisten,“ lautet sein Glaubensbekenntniß,
„und also auch revolutionär. Man hat nicht das Recht, uns
dieserhalb einen Vorwurf zu machen. Unsere Uebherzeugung ist
zas Resultat unserer wissenschaftlichen Studien; die ijsenschaft
hat uns unsern Weg vorgezeichnet und so schlagen wir ihn ein,
hne rückwärts zu schreiten.“ Die Regierung wird eben nicht
erfreut sein, daß ihre Genter Staatsuniversität solche revolutionäre
kFier ausbrütet. Von Paris sind mehre Delegirte in Gent; der
Fongreß wird mehre Tage dauern.

Spanien.
Die Zeitungen verdffentlichen einen Brief des Herzogs von
Montpensicr aus Lissabon, 19. d., in welchem der Herzog sich zu
dem Grundsatze bekennt, daß in einem freien Lande das allgemeine
Stimmrecht die legitime Quelle der politischen Rechte ist. Der
Herzog erinnert an seine unfruchtbaren Bemühungen in den Jah—
en 1859 und 1866 für die Herbeifülrung einer liberalen Re—
rierungspolitik und schließt mit der Versicherung, daß ihn keiu
Ehrgeiz bessele, und er fest entschlossen sei, dem neuen, freien
Zpanien dauernd anzugehören.

— „Imparcial“ versichert, die Candidatur Montpensier's!
»abe eine wesentliche Umwandlung erlitlen. Auf den Rath ein⸗
ftußreicher Staatsmänner würde der Herzog definitiv auf seine
igene Kandiatur verzichten und die seines ältesten Sohnes

Prinzen Ferdinand, geb. 1859) mit einer Regentschaft von dri
Nitgliedern aufstellen.

— Bei den Gemeindewahlen in Barcelona sind unter 47
cfrwählten 36 Republikaner. In Madrid sind 24,000 monarchi-⸗
che und 3600 republikanische Stimmen abgegeben worden.

Donaufürstenthümer.

Bukarest, 24. Dec. In den rumänischen Häfen sind
uͤber 20 Schiffe mit griechischen Flüchtlingen aus der Türkei an⸗
zekommen. Dieselben wurden unter der Bedingnng, daß sie sich
hen Landesgesetzen unterwürfen und aller Manifestation enthielten,
uuf dem rumänischen Gebiete aufgenommen.

Türkei.

Konstantinopel, 24. Dec. Die Pforte hat die für
die griechischen Unterthanen bestimmte Ausweisungsfrist von zwei
auf fünf Wochen erstreckt.

Bezüglich einer eventuellen Conferenz werden neuestens fol⸗
jende telegraphische Mittheilungen gemacht: Die Initiative zu
derselben wurde anfangs Rußland zugeschrieben. Die Wiener
Blätter melden nun übereinstimmend, Preußen habe den Vorschlag
in Paris zuerst und zwar am 20. d. gemacht. Die „Weserztg.“*
chreibt dagegen aus Berlin: „Die widersprechenden Conferenz⸗
nächrichten sind dahin zu berichtigen, daß die Schutzmächté auf
Frankreichs erste Anregnng die Conferenz in Aussicht nahmen.
In Folge dessen beantragte Rußland, unterstützt von Preußen,
die Ausdehnung der Theilnahme an der Conferenz auf die Mächte,
velche den Pariser Vexrtrag unterzeichnet haben. Bei der Pforte
Jat Rußland den Antrag gebracht; diese soll jedoch abgelehnt
Jaben. Nichtsdestoweniger scheint die Conferenz gesichert zu sein.
Nach der „Times“ ist Napoleon einverstanden, ja habe nicht übel
Lust zu einem Congresse. England macht blos die Bedingung,
daß die Conferenz auf die griechischetürlischen Angelegenheiten be⸗
schränkt werde. (Nach dem „Temps“ wären sowohl Frankreich
als England einer Couferenzidee wenig geneigt, sondern zögen
einen einfachen Notenaustausch der verschiedenen Cabinete vor.) —
Die italienische Regierung stimmt zu. Die Zustimmung Griechen⸗
ands ist nach der „Kreuzztg.“ wahrscheinl ch. — Die immer noch
ebhaft fortgesetzten Verhandlungen scheinen sich auf das im Vor—
aus festzustellende Programm zu beziehen. Nach der „Kreuzztg.“
heantragt Rußland die Zurücknahme der Ausweifungsmaßregel
ind die Einstellung der Feindseligkeiten für die Dauer der Con⸗
erenzen. Russischer Seits wird ein auf die Conferenz bezügliches
MNemorandum in Paris und London angekündigt. — Die allsei⸗
ige Zustimmung vorausgesetzt, würde der Zusammentritt wahrschein⸗
ich schon zu Neuiabhr und zwar in Naris erfiolgen.
Verwmischtes.

F In Zweib rücken soll mit dem neuen Jahre ein
Arbeiter⸗Bildungs-Verein ins Leben treten, gegründet
auf Gegenseitigkeit seiner Mitglieder.

München, 23. Dec. Mit Neujahr sollen in Bayern
Franco· Marlen zum Aufkleben auf die telegraphischen Depeschen,
in den entsprechenden Beträgen von 14 und 28 kr. ausgegeben
verden — eine jedenfalls zweckmäßige Einrichtung.

F Ueber den dreifachen Mord in Altötting (in Nr. 152
»es St. Ingb. Anzeigers enthalten) wird der „Landsh. Ztg.“
interm 16. berichtet: Das Moliv zu dieser entsetzlichen Thal war
illem Vermuthen nach eine Bürgschaft, welche der Mann, der der
That dringend verdächtig ist, für einen Andern wegen fünfhundert
Hulden dem nunmehr Ermordeten leistete; da der Schulduner die—
elben nicht leisten konnte, wurden diese nun von ihm gefordert.
Als die von der Abendandacht heimkehrende Magd im Wohnzim⸗
ner Licht anzündete, gewahrte sie die röchelnden Sterbenden, von
denen nur noch die Frau die Worte „ein Mann“ hervorbringen
'onnte und dann auch verschied. Auf dem Tische fand man den
A
naßlichen Thäter führte, einen verheiratheten Schmied von einem
aahegelegenen Dorfe. Bei der Haussuchung fand die Gendar—
nerie alsbald die blutigen Stiefel und Kleidungsstücke bor.

f Die Karlsruher Gasgesellschaft gibt das Gas den stark—
onsumentirenden Staatsbehörden um 2 fl. 54 fkr. per 1000
ub'kfuß.

x In Mainz wurde ein Bahnwärter wegen Verdachts, seine
erste Frau vergiftet zu haben, gefänglich eingezogen.

fLichtenfels, 24. Dec. Aus sicherster Quelle kann
ch Ihnen mittheilen, daß Chorinsky nunmehr in die Kreisirren—
anstalt Erlangen verbracht wird.) Nach dem K. v. u. f. D. ist
dies bereits geschehen.

— Bei Günther in Berlin erscheint von Neujahr an eine
Deutsche Schuhmucherzeitung““ mit dem danlenswerthen Pro⸗
zramm: „Befreiuung von Moden vom Auslande, welche oft
zjenug gegen Gesundheit und natürliche Gestaltung des Fußes
ündiaten
        <pb n="613" />
        Eine höchst scandalöse Scene erreignete sich in der Nacht
zum 18. d. um 2 Uhr auf dem Boulevard des Jialiens am Ein—
gange in die Rue Vafitte, wo sich das bekannte Restaurant
„Maison Dore“, welches die ganze Nacht über offen bleibt, be—
findet. Um die genannte Stunde kamen dort ungefähr sechs bis
acht Reiter an, von denen drei Bediente waren, und versperrten
den Eingang zur Rue Lafit⸗. Ein Kutscher, der in die Straße
einfahren wollte, rief den Reitern zu, Plaß zu machen, worau⸗
man ihm entgegnete, daß er nicht passiren dürfe. Der Kutscher
wollte aber nun doch durch, als einer der Reiter ihm mit der
Peitsche über das Gesicht schlug, und als dieser aufschrie und
fragte, wer er sei, ihm einen zweiten, und zwar so heftigen Schlag
Jab, daß die Reitpeitsche zerbrach, mit den Worten: —Ich bin
der Herzog von Hamilton.“ Die Menge, die sich inzwischen an⸗
gesammelt hatte, schimpfte nun auf die Reiter, es waren faft nur
Engländer, aber diese ritter nun auf das Publikum ein, indem
sie auf alle Diejenigen losschlugen, die fich die geringste Bemer⸗
kung erlaubten. Der Herzog von Hamilton war wie besessen und
schrie ohne Aufhören: „Ih bin Hamilton, ich stehe Jedem zur
Disposition.“ Seine Genossen schrieen mit. Es war ein furcht⸗
barer Lärm. Das Ganze währte ungefähr eine Stunde, ohne
daß sich die Polizei, die, wenn es sich um nicht beabsichtigte De⸗
monstrationen handelt, so schnell zur Hand ist, einfand. Gegen
3 Uhr endlich erschienen vier Polizeidiener und fielen dem Pferde
Hamilton's in die Zügel. Derselbe sprang sofort vom Pferde
herab und' rief den Pollzeidienern zu: „Ich habe keine Kart—
bei mir, aber ich bin Haͤmilton: das dürfte Ihnen genügen.“
Und dies genügte merkwürdigerweise auch den Polizeileuten, dit
fich nun ganz und gar emuͤthlich unter die Menge als Zuschaue
stellten. Von da ab machten die Engländer jedoch keinen Ge⸗
brauch mehr von ihren Peitschen. Nur wollte Hamilton einen
jungen Mann dverhaften lassen, der sein Erstaunen ausdrückte, daß
die Polizei die Engländer nicht fesinehme. Hamilton und sein
Gefolge begaben sich hierauf in die Restauration und die Menge
vberlief sich. Daß die Polizei sich so ruhig verhielt, darf nicht ver⸗
wundern; dieselbe fürchtete den Zorn ihrer Oberen, wenn sie sich
an einem Herzoge und Verwandten des Kaisers vergreifen würde,
wie es denn überhaupt das democratische System des zweiten

Kaiserreiches nicht zuläßt, daß man die hochgestellten Persön⸗
lichkeiten und ihre Nachkommenschoft als einfache Sterbliche
behandeli.

FIn Großwardein wurde 1 Faß, 1 Ctr. Arsenil
enthaltend gestohlen. Man fürchtet, daß das Gift wegen sciner
weißen Farbe und seines süßen Geschmacks für Zucker gehalten
werden und entsetzliche Folgen haben koͤnnte.

FCork. Der „Cork Herald“ berichtet über eine schred—
liche Unthat, die an Vord des holländischen Schiffes, Finnechina
Cabpitän Hotze, auf der Reise von Südamerika nach dem hiesigen
Hafen verübt wurde. Unter der Mannschaft befand sich ein Lon—
doner, Namens Rogers, der entweder aus Irrsinn oder aus Hab⸗
sucht — da er wußte, daß eine bedeutende Contantenladung sich
an Bord befinde — den Plan gefaßt zu haben schien, durch Er⸗
mordung der gesammten Bemannung in den Besitz des Schiffes
zu gelangen. Am vierten Tage nach der Abfahrt des Schiffes
pon Buenos Ayres nahm Rogers eine günstige Gelegenheit wahr,
den ersten Steuermann über Bord zu sioßen. Den Koch, der dem
Unglücklichen ein Rettungsseil zuwerfen wollte, faßte Rogers an
den Beinen und schleuderte ihn ebenfalls in das Meer. Veide
Schiffsleute waren Holländer. Der zweite Steuermann, ebenfalls
ein Holländer, eilte zur Rettung seiner Landsleute herbei, Rogers
aber hielt ihn auf und versuchte ihn mit einem Handbeil zu er⸗
schlagen. Er entrann jedoch, spraug in die Lucke hinab, wo er
den Capitän über den Haufen stürzte, so daß Beide sich am Boden
wälzten. Diesen Umstand benutzte Rogers, um sie abzusperren
und so gefangen zu halten. Zwei Matrosen, ein Amerikiner und
ein Irländer, von denen der eine auf dem Vorderdeck, der andere
auf dem Hinterdecke stand, wußte Rogers durch Todesandrohungen
von einander entfernt zu halten, und nöthigte sie, das Schiff
zurückzusteuern. Vier Tage lang, während welcher Zeit er kein
Auge schloß, blieb der Moͤrder Herr des Schiffes. Der Capitän
jeuerte zweimal seinen Revolver auf ihn ab, ohne ihn jedoch ernstlich
zu verwunden. Insolge einer Beschädigung an dem Compasse
wurde er zu dem Glauben verleitet, daß das Schiff direct auf's
Land zusteuere, in Wirklichkeit aber bewegte es sich parallel mit
der Küste. Am Ende des vierten Tages übermannie ihn endlich
der Schlaf. Der Irländer, diese Gelegenheit benutzend, schlich
—O——
Schlage trennte er fast den Kopf des Schlafenden vom Rumpfe.
Dann befreite er den Capitän und den zweiten Steuermann, und
das Schiff segelte nach Rio de Janeiro, wo nach einer gericht
ichen Untersuchung des Falles die Bemannung ergänzt und die
Fahrt nach Cork angetreten wurde, wo die , Finnechina“ am
Montag eintraf.

f. Die „D. A. 3.* erzählt aus Petersburg: Der dritte
Sohn der Großfürstin Marie Nicolajewna, der kaum achtz ehnjäh⸗
rige Herzog Sergei Marimilianowitsch Leuchtenberg, ist dem
Beispiele seiuer Brüder folgend, im Begriffe, eine · Mesalliance
einzugehen. Es hat sich zwischen dem jungen Herzoge und einem
noch jüngeren Hoffräulein, Fürstin Trübeßkoi, Cousine der ehe⸗
maligen Herzogin Mornh, ein Liebesverhältniß entsponnen, das
durch eine baldige Ehe seinen Abschluß finden wird. — Die
junge Fürstin Putiatin ist diese Woche mit einem Garde⸗Rittmei⸗
ster auf und davon gegangen. Der berzweifelte Ehemann hat sich
an den General⸗-Polizeimeister Trepow gewendet uud ihn gebeten,
Alles anzuwenden, um die Flüchtigen einzuholen. Es wurden
120 Telegramme nach allen Richtungen des Reiches mit dem
Signalement der Flüchtlinge gesendet. —

F Im Hafen von St. Georgen (Militärgrenze) wurde am
16. ds. ein 15 Fuß langer und 20 Centner schwerer Haifisch
gefangen. Das Scelett desselben wird in das Agramer Museum
gebracht.

Ingenieur Felll, der Erbauer der MontCenis-Bahn, will
Anfangs nächsten Jahres nach der Schweiz kommen, um die Frage
der Ueberschwemmung eines oder mehrerer der schweizerischen
Alpenpässe an Ort und Stelle zu studiren und in's Werk
zu setzen. J

— russischen Kreise Rossinowm hat ein Bauer seinen drei⸗
jährigen Sohn lebendig in einen Ameisenhaufen vergraben, um
ihn zu tödten. J

fIn London wurde bei einer Entschädigungsklage zu
Hunsten dreier Waisen, welche durch das große Eisenbahnunglück
in Walis ihren Vater verloren, die Eisenbahngesellschaft zur Zah⸗
lung von 4850 Ppfd. Sterl. verurtheil.

f In Shrewsbury (England) wurden in voriger Woche
mehrere Personen mit Geld- und Gefängnißstrafe belegt wegen
Fluchens und Schimpfens au öffentlichen Orten, gegen das der
Magistrat ein streuges Mandat erlassen hatte.

Das deutsche Hilfscomito in Philadelphia hat dem Bundes—⸗
kanzler Grafen v. Vismarck 1500 Thlr. übersandt. Diese Summe
soll nach Bestimmung der Einsender unter den Schullehrern Ost⸗
preußens, und zwar in Summen nicht unter 10 Thalern vertheilt
verden. Eine unverhoffte Weihnachtsfreude für die Betreffenden.
Im März d. J. hat dasselbe Comits in Philadelphia schon einmal
dem Bundeskanzler 1500 Thlr. für Ostpreußen eingesandt.

F In Kairo arbeiten 6500 Arbeiter Tag und Nacht an
dem neuen Theater, welches der Vicekönig dort für die „Groß⸗
jerzogin von Gerolstein“, Fraulein Schneider, bauen läßt, deren
Bekanuntschaft er während der Industrieausstellung in Paris ge—
macht hatie. Frl. Schneider wird mit 82 Pariser lyrischen dra⸗
matischen Künstlern nach Aeghpten kommen. Sie erhält 50,000
Francs für 15 Vorstellungen, eine Subvention von 20,000 Fres. ꝛc.
Man spricht von einer neuen ägyptischen Anleihe.

Landwirthschaftliches.
—Knochenmehl und Superphosphat. Wiewohl
die Anwendung dieser Düngemittel nicht mehr neu und fast allent⸗
jalben mit dem besten Erfolge gekrönt ist, taucht doch immer und
mmer wieder die Frage aäuf, wie dieselben und in welcher Zeit
ie am besten anzuwenden seien. Wenn wir unsere zahlreichen
Erfahrungen über die Frage Wie? zusammenhalten, so kommen
vir zu der Ueberzeugung, daß es fast in allen Verhältnissen am
vhesten ist, das Knochenmehl dem Wiste zuzufügen, der für den
Acker bestimmt ist; denn hierdurch erhält der Mist nicht nur eine
galere Zusammensetzung, sondern das Knocheumehl selber wird
auch leichter löslich, gelangt daher rascher zur Wirksamkeit. Unsrer
Meinung nach sollten es alle Landwirthe und unler allen Ver⸗
yältnissen so einzurichten suchen, daß man anftalt sogenannter
zanzer Mistdüngungen nur zwei Drittel der üblichen Mistmenge
den Feldern überweist und ein Drittel Ddem Preise nach) durch
Knochenmehl ersetzt. Besser noch ist das Superphosphat als Zu⸗
satzmittel für den Stallmist, deun derselbe erfährt dadurch nicht
nur die nöthige Bereicherung an der dem Miste meistens fehleuden
Phosphorsäure, sondern die in dem Superphosphat nie fehlende
Schwefelsäure wirkt auch bindend anhaltend auf das so leicht
lüchtig werdende Ammoniak. Ueberdies hat das Superphosphat
den Vortheil. daß dadurch den Feldern immer auch eine gewisse
Menge von Gyps zugeführt wird. Hierdurch erhält der Boden
nicht allein den für die Ernährung mancher Pflanzen unentbehr⸗
lichen Schwefel, sondern der Gyps wirkl auch auflösend auf eine
Menge anderer im Boden befindlichen aber schwer löslicher Stoffe,
z. B. auf die Kaliverbindungen leicht löslich machend ein. Daß
z)em so ist, geht daraus hervor, daß in manchen Gegenden, z. B.
in Rheinhessen und der Pfalz, wo seit etwa 13 Jahren das
Zuperphosphat in so starkem Maße angewendet wird, der Gyps,
der in früherer Zeit so auffallend günstige Wirkungen äußerie,

—
        <pb n="614" />
        letzt taum mehr angewendet wird, weil man günstige Exrfolge von zergroschen vierteljährig, bringt den Anfang einer neuen Ppreisge⸗
demselben nicht mehr wahrnimmt. Allein wenn auch Knochens rönten. Nopelle, „In Rom“ von O. Otto (O. Wentzel), auf
mehl, wie Superphosphat am besten dem Stalldünger beigegeben velche wir alle Freunde der Literatur aufmerksam machen wollen.
werden, so gibt es doch immerhin auch Fälle, in denen es gut Urhrigens derdient die „Victoria“ nicht allein von der Damen ⸗
sein kann, diese Düngstoffe Pur oder für sich allein in Anwendung velt, sondern überhaupt von jedem Gebildeten bestündig gelesen
zu bringen. Dies ist namentlich der Fall, wenn es darauf au- zu werden, denn nicht alle illustrirten Journale haben in jeder
ommi, einem Felde, das in Folge von Düngung mil Stallmist summer so viele Originalarbeiten aufzuweisen, und namentlich
genug Humus besitzt, eine Zufuhr von Mineraldünger, insbeson- hürften die in genanntem Blatte enthaltenen Compositionen für
dere von Phosphorsäure zuzuführen. Es ist dann immer rathe eden Musiker von Fach, ‚ Sänger und Musikliebhaber Interesse
am, bei Düngungen im Herbste sich des Knochenmehls zu bedie- dieten. Die Nr. 26 bringt denn auch wieder ein reizendes Lied:
nen, es sei denn, daß die Aussaat erst sehr spät erfolgt, in „Er ist gekommen in Sturm und Regen,“ Text von Friedrich
velchem Falle anch Superphosphat für die Herbstsaat empfohlen Rückert, Musik von J. Robert, Rückert iß mächst Heine der größte
verden kann: im Allgemeinen aber kommt das Superphosphat Lyriker unseres liederreichen Vaterlandes, und das seinem „Liehes⸗
im Frühjahre am besten zur Anwendung, es hat wenigstens vor rühling entnommene Gedicht „Er ist gekommen in Sturm und
dem Kuochenmehl den Vorzug, indem es sich selbst bei halbwegs Regen“ zählt zu den schönsten Perlen der Poesie. Der geschätzte
rockenem Frühjahrswetter noch zu lösen vermag.... Couponist hat damit einenglücklichen Griff gethan und wird wohl

bald sein Tonstück die Runde durch alle Concertsäle machen.

Die uns vorliegende Nr. 26 der eleganten illustrirten Muster⸗ Schließlich, wollen wir noch die voxzüglichen Illustrationen her⸗
ind Modezeitung „Visckori a“ Ivon A. Hagck in« Berlin vorheben, welche ein schönes Zeugniß für die Fortschritt der
jerausgegeben, zu dem außerordentlich hislligen Peeise von 20 Sil⸗Xylographie geben.
Die mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage täglich erscheinende — —— Bekauntmachun g. J F

St. Johanner Zeilung, . ——— Wpunnnndee

—2 * ⸗3 *41 * 9 dadore

zugleich Anzeiger für die Kreise Saarbrücken, Ottweiler u. s5t. Wendel, Thause dahier wird durch den Bezirksthier⸗
ist das bei Weitem verbreitetste Blatt in diesen drei Kreisen und finden daher Anzeigensarzt die ordentliche Visitation der Hunde
ailer Arf in derselben die größte Verbreifung. Auch briügt, dieselbe als amtlich —— —V
hestimmtes Organ alle vom Königlichen Handelsgerichte zu Saarbrücken ausgehende Zu ndieser Vesichtigung sind sümmtliche
Puͤblicañonen, als: Eintragungen in das Handels- und Genossenschafts-Register, Urtheile Hunde mit Ausnahme jener, welche das
iber Falliterklärungen ꝛc.; ferner theilt sie alle Publicationen der Königl. Eisenbahn Alter von 3 Monaten noch nicht erxeicht
direcuon, der Königl. Bergwerks-Direckion, der Königl. Berxginshectionen und Schichte huben, rechtzeitig vorzuführen.
neistereien, sowie veischiedener anderer Behörden mit, die alle für die Geschäftswelt von Wer Hunde dieser Visitation entzieht oder
großem Interesse sind. .36 nicht xechtzeitig unterstellt, wird nach Art.

Ihtrer Teudenz nach ist die Sl. Johanner Zeitung“ als entschieden liberales Organ 142, Ziff. 1 des Polizeistrafgefetzbuches an—
hekannt, welcher Tendenz sie auch fernerhin treu bleiben wird. Geld bis zu 10 Gulden gestraft. .

Besonderen Beifalls erfreuen sich die von derselben gebrachten anerkannt interessanten s. St. Ingbert, den 29. December 1868.
und spannenden Original⸗Feiulletons, für welche auch für die Zukunft Sorge getragen Der kgl. Polizeikommissär:
verden wird. Avun dreihz belcͤci hier bei d F — Brusch.

Der vierteljährliche Abnnnementspreis beträgt hier bei der Erbedition 25 Sgr., bei 3 —IN
den Postanstalten. J Thlrt. — Holz-Versteigerung.

Die Insertionsgebühr beträgt für die vierspaltige Petitzeile oder deren Vaum 1 Sar. Montag, den 4. Januar 18695

Zu recht zahlreichem Abonnement ladet höflichst eiii * Vormittags 11 Uhr,“*

St. Johann a. d. Saar, im December 1866. —*726 — verde 98 48 J

Die Expeditivn der ‚St. Johanner Zeitung“. Verden na hfolgende Holzsortimente aus

* 7. — —— dem Gemeindewalde von Erfweiler⸗

Benachrichtigung. 41 2 Centner-Säcke Ehlingen im Schulhause daselbst ver—

57 — —— teigert::.

— Kochsalz— 300 rLichene Ba stämme IV. Klasse
— eett Ko salz 3een duthciann iu
ib die uder Fanel dallen mere Goaag 4. 190 aspen Baustäume zu S
Zonndacs werden daselbem nur bei der zun 9 Gulden 42 Kreuzer 3 Sparren.
— Ie e sind zu haben und werden auf Ver 20 Klafter buchen Scheitholz 5
Sprung zugelassen und 3 Trinte dangen. ius Frn 28 Klafter gemischtes Prügelholz,

“* angen ins Hau rt 2 xee— Prugelholz,
geld jetzt 6 Kreuzer. geon M dau geiceten r u— 3600 gemischte Reisserwellen.
Peter Badar Gebrüder Grell. Erfweiler, den 28. Dezember 1868.

in der Blieskasseler Straße. Das Bürgermeisteramt.

———— — E Braunberger.

Wandkalender Holz Versteigerung

— Donnerstag, den 7. Januar 1869,

r 18860 6 Vormittags 11 Uhr,
sur . werden nachfolgende Holzsortimente aus
per Stück à 6 Kreuzerꝛ — dem Gemeindewalde von Ormersheim
ind zu haben in der Druckerei d. Blattes. Schlag Saueracker und Bettel⸗im
-Zchulhause daselbst versteigert:
— —— 4. aspen Baustämme
———— 33*4 Klafter aspen Prügelholz,
Die Verschwörung der 262 Klafter buchen Scheithotz,
— 7 27 Klafter gemischtes Prügelholz—
Frauen. 4700 gemischte Wellen.
e een 3—7 Erfweiler, den 23. Dezember 1868
V — 8 44
—2 —— Das Bürgermeisteramt.
Das Nähere besagen die Zettel. Braunberger.
— Redactlon Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. I —

Da heie dem fortwährenden Regen-⸗
und Sturmwetter Kopelent's
Schaubüdchen mit den 838Pruchtkoörper⸗
zildern von Paris nicht, besucht werden
onnte so Pleibt solche noch bis Neujahr
zufgestellt, —
        <pb n="615" />
        St. Ingberler Anzeiger.

— — —
Der „St. Ingberter A nzeiger“ mit seinem Unterhaltungsblatte erscheint wöchentlich dreimnal: Dien stag, Don ners tag
und Samstag. Abonnementspreis vierteljührig 45 Krzr. oder 13 Silbergr. Anzeigen werden mit 8 Arzr. die dreispaltig Zeihe
Blattschrift oder deren Raum berechnet.

Donnerstag, den 831 December

Nro 18ß.

Deutschland. J
München, 25. Dec. In der Ausschuß⸗ Berathung über
den Schulgesetzentwurf entstand dei dem principiell wichtigen Art.

113 eine lebhafte, längere Debatte. Dieser Artikel setzt fest, daß

die Aufsicht über den Religionsunterricht und das religios⸗ittliche

Leben in den Schulen der einschlägige Pfarrer der beir. Confes⸗

sion zu führen hat, er mag Müglied der Schulcommission fein

oder nicht, und daß derselbe in dieser Eigenschaft seiner vorgesetz ·

ten kirchlichen Oberbehörde, welcher verfassungsmäßig das Auffichts
recht auf Religionslehre und religiös sittliches Leben in der Schule
zusteht, verantwortlich ist. Hiefür hatte der Referent (Pfr. Gelbert)
die Einstellung des folgenden Sahes befürwortet: „Zur Beauf
sichtigung des Religions-Unterrichies kann im Eindernehmen mit
der Kreisverwaltungsstelle die kirchliche Oberbehörde jährlich
ordentliche, sowie außerordentliche Visitanionen durch ihre amtlichen
Organe anordnen.“ Von der Vertretung der Staatsregierung
wurde der von ihr schon bei Berathung des Art. 3 entwickeln
Standpunkt festgehalten, daß nicht blos der Religionsunterricht
sondern auch das religisös-sittliche Leben in den Schulen zum
Wirkungskreis der kirchlichen Organe gehöre. Ferner wurde von
dieser Seite geltend gemacht, daß in Arl. 3 nuͤr von Anordnung
und Leitung des Relig'onsunterrichts und des religiösesittlichen
Lebens gehandelt werde, nicht aber von der Aussicht hierauf, und
daß deßhalb hier auch eine Bestimmung in letzterer Beziehung
erforderlich erscheine. Der Abg. Pfr. Reger schlug folgende Fas
sung vor: „Die Aufsicht auf das religiös-sittliche Leben in den
Schulen führt der Pfarrer der einschlägigen Commission, er mag
Mitglied der Ortsschulcommission sein oder nicht. Derselbe us
in dieser Eigenschaft seiner vorg setzten kirchlichen Behörde verani—
wortlich.“ Die Mehrheit des Ausschusses trat jedoch weder dem
Vorschlag der Staatsregierung, noch dem des Referenten Gel—
bert, noch dem des Abg. Reger bei, sondern nahm einen von dem
Abgeordneten Dr. Brater geflellten Antrag au: „Die Aufsficht
auf den Religionsunterricht sieht den kirchlichen Oberbehörden zu.“
Unbeanstandet blieb Art. 114 des Ent vurfes, welcher lauet:
„Die Ortsschulconmissionen sind dem Bezirksschulinspeckor und dem
Bezirksschulamt untergeordnet.“ — In Art. 115 wird ausgespro
chen, daß jeder Kreis in eine bestimmte Anzahl von Schuldezirtken
abzutheilen und für jeden derselben ein Schulinspector bon der
Staatsregierrung zu ernennen ist. Der weiter im Entwurf
enthaltene Zusatz, daß der Schulinspector ‚aus der Reihe der
lüchtigen und erfahrenen Schulmänner“ zu nehmen sei, wurde
gestrichen.

München, 27. Dec. Die nüchstjährige praktische Prüfung
für den Staatsbaudienst beginnt am 1. Februar.

— Die Subcommission des Schulgeseß · Ausschusses tritt
morgen zufammen.

Das Regierungsblatt Nr. 89 enthält eine k. Verordnung
üͤber die Organisation der Gendarmerie in der Pfalz.,

— Der Betrag der monatlichen Peusionen für die Wittiwe

eines Gendarmen ist auf 64 und 6 fl., eines Stationskomman—
danten un“e, eines Brigadiers auf 715. fli, eines Oberbriga—
birrs mit Feldwebelsachtung auf 81 fl., eines Oberbrigadierẽ
mit Junkersachtung auf 18fl. vom 1. Januar 1869 an fest
esetzt.
t Der pfälzische Genossenschaftsverband hat eine Denkschrift
an die Kammer der Abgeordueten eingereicht über die bayerischen
Erwerbs⸗ und Wirthschaftsgenossenschaften und ihr Verhältuiß zum
Entwurf eines bayerischen Genossenschaftsgesetzes.

Aus der Pfalz, 24. Dec., wird dem „Pfälz. Kurier“
geschriebnꝛ Aus den jüngst veröffentlichten amtlichen Berichten
über die Rekrutenprüfungen dieses Jahres geht herdor, daß unter
den pfälzischen Recruten abermals mmehr 'als 10 Procent eine
mangelhafte Schulbildung besaßen, d. h. nicht oder nicht recht
jesen und schreiben konnsen. Ein Zehntel also, ein Zehntel de
Bevbölkerung! denn diese Zahl wiederholt sich Jahr für Jahr

Eine solche Erfahrung ist wahrhaft niederschlagend. Bigher tröstete

man sich noch über diese jährlich wiederkehrenden Ziffern, indem
nan sich vorsagte, daß dieseiben von der allgemein herrschenden

Sitte herrühren, daß die Gebildelen nicht zum Militär einträten,

jondern sich loskauften, so daß nur die untersten Schichten-der
Bevölkerung in jenen Listen ersjcheinen, während dies in den jen⸗
'eitigen Kreisen anders sei: aber im gegenwärtigen Jahr hat keine
Stellvertretung mehr stattgefunden, di Ziffer ist unanzweifelbar.
Wir stehen umnittelbar bei der Oberpfalz (13 pCt) um bei
Niederbayern (12 pict.), wir haben mehr als doppelt so viel
—R jenseitige Provinzen, die als „Alt⸗
bayern“ so gern von uns über die Achfet angese hen werden. Und
hier gibt es keine Entschuldigungen. Wir haben zwar einige
wenige Gegenden mit herumziehender Bevböllerung. allein selbsu
diese ist im Winter, der Hauptunterrichtszeit, großentheils zu
Hause, und außerdem hat fast jeder Kreis seine besonderen Hinder⸗
nisse. Man denke ar die oberbayerischen Sennhütten, an die weit
auseinanderliegenden, im Winter oft eingeschneiten Gehöfte, die
doch wahrlich den Schulunterricht nicht begünstigen; und doch
hat Oberbayern nur etiras über 4 pCt. solcher Halbharbaren.
Dieser nicht zu läugnenden, nicht zu bemäntelnden Thatsache gegen⸗
über erhebt fich nun die Frage: Wo liegt die Schuld? Legi sie
an den Lehrern? liegt sie au den Geistlichen als Shulinspectoren?
liegt sie an den Ortsschulräthen, die den Schulbesuch zu über—
wachen und gegen die Widerspenstigen (sogar gegen die wider⸗
penst gen Sountagsschüler) mit Strafen, selbst Arreststrafen, ein⸗
zuschreiten befugt und verpflichtet sind ? Man darf wohl gespannt
sein, welche Antwort hierauf gegeben werden wird. Und Antwort,
Recheuschaft darf die Pfalz, welche sich ihre Schule dedeutend mehr
losten laͤßt, als alle anderen Kreise, wohl verlangen, wenn ihr
als Lohn für ihre Opfer solche Resultate geboten werden.
Wiesbaden, 20. Dec. Am 10. Januar findet dahier
eine von nationalliberaler Seite veranstaltete Versammlung zum
Bebuf der Vereinigung aller liberalen Elemen in Nassau zu
einer deutschen Fortjschrittspartei statt.

Berlin, 28. Dec. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ und die
„Kreuzztg.“ melden übereinstimmend, daß die Nachricht der „In⸗
dependance belge“, wonach die Einladung zur Conferenz von Sei⸗
ten Frankreichs erfolgte, uͤnd die Conferenz in Paris jrattfinden
solle, degründet ist. — Die „Nordd. Allg. Zig.“ meldet zuve⸗
läjsig, daß die franzoͤsische Einladung zur Conferenz, auf dem 2.
Januar n. J., am 25. December in Berlin überreicht worden ist.

Wien, 25. Dec. Die. „Allg. Ztg.“ schreibt Eine in

ihrer Art interessante Versammlung ist der in Pesth tagende Is⸗
raelitencongreß. Alle Schattirangen des religiösen Judeuthums
sind in demselben vertreten, von der streng orthodoxen Richtung
bis zu dem liberalen Neujudenthum und da die geistige Richtung
der Juden bei uns sich noch in ihrem Aeußern abspiegelt, so sitzen
in der Versammlung Strenggläubige im Kaftan und nit den ge⸗
wissen zwei Locen geziert, und wieder Reformjuden, für welche
sogar schon wie für unsere Aristocratie, der ungarische Anzug ein
üüberwundener Standpunkt. Ob der Congreß für Regelung der
jüdischen Schul⸗ und Religionsangelegenheiten von bractischer Be⸗
deutung sein wird, bleibt dahin gesteut ; die stürmischen Scenen,
velche sich in den ersten Sitzungen abgespiegelt haben, zeigen, daß
zwischen den Strenggläubigen und den Liberaͤlen (etztere sihen aus
nahmsweise diesmai rechts) eine kaum überbrückbare Kluft besteht,
da erstere mit großer Hartnäckigkeit an den allen Formeln und
Bebräuchen fest halten, während die letzteren wie ein alter Rab⸗
biner sagte, schon mit einem Fuße im Christenthume stehen. In⸗
dessen hat der Congreß die äußere parlamentarische Maschinerie
in Thätigkeit gesetzt, daß das Bureau gewählt umd die Clubs
'onstituirt. Die Verathungen sind sehr stürm:sjsch und man glaubt
ich eher auf einer sehr bewegten Boͤrse als in einer Verfamm⸗
ung, die über Religions⸗ und Schulangelegenheiten berathen soll.
Besprochen wird der Ehee halber Ungarisch, Deutsch aber, so oft
s gilt, verstanden zu werden, da gewiß drei Vierilel der Mit⸗
zlieder der Unzarischen Sprach⸗ nicht mächtig sind.
        <pb n="616" />
        Wien, 28. Dec. In diplomatischen Kreisen verlautet als!
zuverlässig, daß Seitens der Pforte bezilglich ihrer Theilnahme
n der Conferenz eine Erklärung an die Großmächte erlassen sei.
Die Pforte acc ptirt principiell den Conferenzvorschlag und ver⸗
langt, daß das don ihr an Griechenland gerichtete Ultimatum-der
Conferenz als Basis diene. Sie verlangt ferner von der even⸗
luellen Discussion jedwede die Integrität des ottomanischen Reiches
herührend⸗, sowie die kretische Frage, als eine innere Augelegen⸗
heit der Pforte auszuschließen.

Dieser Tage langien in Prag auf der Staatsbahn 7 Wag—
zons mit 284 Kisten Hinterlader aus Preußen an. In jeder
Kiste befanden sich 30 Stück Gewehre mit den dazu gehörigen
Bajonneten. Ein achter Waggon desgleichen Inhalts mußte wegen
Beschädigung unterweges zurückbleiben. Di⸗ einzelnen Gewehre
gleichen vollständig den preußischen Zündnadelgewehren. Die
isten trugen die Äufschrift: „An das serbische Kriegsministeriuin
in Belgrad“ und wurden sogleich auf der Staatsbahn nach ihrem
Bestimmungsorte weiter befördert. Uebrigens sind, wie man dem
Wanderer“ schreibt, in Prag noch weiter derartige Waffensen—
Rungen aus Preußen nach Serbien angemeldet. 1*

Fraukreich.

Paris, 27. Dec. Das „Journal des Debats“ spricht
die Anficht aus, daß über die Noihwendigkeit einer monarchischen
dösung der spanischen Frage „so ziemlich alle Welt jetzt einver⸗
stauden sei“ und fügt die mierhin in diesem Blatte bemerkens-
werthe Nachricht hinzu: „Es isl jetzt fast außer Zweisel, daß die
Candidatur des Herzogs von Aosta sehr ernstlich aufgestellt ist
und daß trotz aller Dementirungen die Reise des Generals Cial-
dini nach Spanien in der Hauptsache politischer Art ist. Das
Haus Saboyen hat es uns Franzosen zu danken, daß es über
janz Italien herrscht; ist es auch unser Interesse, es über
cpanien herrschen zu sehen ? Wir möchten das bezweifeln.“

— Die Erkoͤnigin von Spanien und der Prinz vou Asturien
werden in den Tuilerien mit großer Auszeichnung behandelt. Der
laiserliche Prinz sandte dem Sohne der Exkönigin ein prachtvolles
Geschent bei Gelegenheit des Weihnachtsfestes und der junge Prinz
begab sich gestern nach den Tuilerien, um dem Sohne der Kai⸗
srin Eugenie sein Gegengeschenk zu machen. Der Prinz von
Asturien theilt auch die Reitstunden des kaiserlichen Prinzen,
welche drei Mal per Woche Statt finden. Bemerkt wurde auch
noch, daß die Exkönigin Isabella, als sie dem Kaiser und der
Kaiserin ihren Besuch erwiederte, mit einer kleinen Krone auf
dem Kopfe erschien. J

Paris, 28. Dec. Wie die „Patrie“ meldet, haben sich
die Großmächte dahin verständigt, die Berathungen der Conferenz
auf die Prüfung des Ustimatums der Pforte zu beschränken und
die Jutegrität des tkürkischen Gebietes aufrecht zu halten.

Pa'ris, 29. Dec. Das „Journal de Paris“ vill wissen,
der dem norddeutschen Bundesrath vorgelegte Gesetzentwurf bezüg⸗
lich des Militärdienstes der Badenser sioße auf schwere Bedenken.

Paris, 29. Dec. Der „Etendard“ hält den Zusammen—
tritt der Conferenz für gesichert. Auch die „Patrie“ bespricht die
Borsengerüchte in Betreff des norddeutschen Gesehesentwurfs, der
badische Bürger zum Eintritt in die norddeutsche Armee autorisiren
soll; Preußen scheine die Vertagung des Projects zu wünschen.
Die „Patrie“ spricht da von einer Sache, welche die Franzosen
durchaus nichts angeht.)

Schweiz.

Dem schweizerischen General Dufour ist von Oesterreich in
Auerkennung seiner Thätigkeit auf der Genfer Conferenz ein
Großkreuz verliehen worden. Der General hat aber die Annabme
derweigert.
England.

London, 23. Dec. Jefferson Davis ist mit seiner Fa—
milie in der Hauptstadt eingetroffen; er gedenlt sich mehrere Tage
her aufzuhalten, um dann zur Wiederherstellung seiner Gesund⸗
heit nach dem Süden Frankreichs abzureisen.
Die Baumwollspinnerei⸗Besitzer von Manchester haben, ange⸗
sichts der hohen Baumwollenpreise, auf einem zahlreich besuchten
Meeting beschlossen, während Januar und Februar nächsten Jah⸗
res nur 30 Stunden per Woche arbeiten zu lassen, falls die
Hälfte der gesammten Spinnereibesitzer daselbst sich mit demm Ab⸗
ommen einverstanden erklärt.

.Italien.

Floren z, 27. Dec. Die öfficiöse „italienische Korrespon-
denz“ dementirt die Gerüchte von einer Einmischung Italiens in
die spanischen Angelegenheiten. Es sei nicht wahr, daß der Prinz
»on Carignan nach Spanien gehe. — Aus Konstantinopel wird
dom 27. d. als sicher hierher gemeldet, daß die Pforte ihre Theil⸗
nrahme an einer Conferenz verweigere.

Spanien.
Ueber die ijsabellistischen und carlistischen Intriguen lesen wir
im Gaulois“: „Neue Sendungen von Gewehren haben stattge—
sunden, seit der Zeit, wo wir die früheren zär öffentlichen Kennt-
niß brachten. Diese Sendungen wurden von Marsaille aus auf
einem Packefboot befördert, welches die Flagge eines kleinen
Staates trägt, der der geschworene Feind der allgemeinen Frei⸗
Jeit ist. Das Packetboot segelte durch die Meerenge von Gibral⸗
'ar und schiffte seine Ladungen bei Bilbao aus. Andererseits or⸗
janisiren die Generale Isabella's, von denen die meisten ihre
proben erst noch abzulegen haben, den Bürgerkrieg auf dem Pa—⸗
diere. Man versichert uns, daß die Generale Gasset, Reina und
San⸗Roman an der Spitze dieser vorbereitenden Arbeiten stehen,
vir geben indeß diese Nachricht nur als ein wahrscheinliches Ge—
rücht. Man fügk hinzii, daß der Graf von Cheste darauf ver—
ichtet hat, an der isabellistischen Conspiration Theil zu nehmen,
jo lange Marfori im königlichen Rathe Zutritt hat, der im Pa—⸗
billon Rohau seine Sitzungen hält. In Folge dissen soll dem
Beneral Lersundi, sobald er von Cuba in Europa zurück sein
vird, das Oberkommando übertragen werden, ein Fall, für welchen,
wie das Gerücht behauptet, bereits 4 Mill. Franken bereit liegen.
Es bleibt hierbei nur eines zu wissen übrig, nämlich ob der Ge—
neral Lersundi, der jezt eben in der Havanna so glänzende Be—
weise seines Patriotismus abgelegt hat, geneigt ist, die schändliche
Rolle zu übernehmen, die seine frühere Souveränin ihn spielen
lassen möchte. Wir zweifeln sehr, daß sie nach seinem Geschmack
sein wird. — Was Don Carlos betrifft, so ist er jetzt in feine
zweite Manier eingetreten. Auf die wenig kluge Sprache der
ersten Manifeste, die er erließ und die eben so mangelhaft gedacht
als redigirt waren, hat er absolutes Schweigen und gewisse libe⸗
rale Tendenzen folgen lassen. Seine Umgebung gefällt sich darin
zu erklären, daß er den Triumph seiner Rechte nur dem allge-
meinen Stimmrecht anvertrauen will. Wir könnten ihm zu dieser
vetänderten Haltung nur Glück wünschen, wenn sie aufrichtig
wäre. Ullein der Telegraph bringt uns alle Tize so präcise
Details über die carlistischen Complotte in gewissen Provinzen
Spaniens, daß wir nur sehr geringes Zutrauen zu der Reue dieses
Prätendenten haben können, der Spanien gegenüber gern die
Rolle des Wolfs mit dem Lamme in der Fabel spielen möchte.
Mad rid, 26. Dec. Das monarchische Wahls Comite setzte
der Regierung die Nothwendigkeit auseinander, daß sie bei den
nächsten Wahlen in den Provinzen eine Action (72) ausübe. Die
republikanischen Führer gedenken für den Augenblick auf die re—
publikanische Form zu Gunsten Espartero's zu verzichten *
—Madrid, 28. Dec. Der definitive Contract bezüglich
der Uebernahme der Auleihe der Stadt Madrid wurde diesen
Ubend mit dem Hause Erlanger unterzeichnet. Der Conseil der
Madrider Bank hat beschlossen, daß die Bank von Spanien aus—
nahmsweise die Emission für ganz Spanien übernehmen solle. —
Nach der Havanna sind zahlreiche Verstärkungen abgegangen. —
Beneral Caballero de Rodas ist beordert, die Provinzen Sevilla
und Granada durchstreifen zu lassen. B
NDonaufürstenthümer.
Buddkanr est, 29. Dec. In einer vorgestern abgehaltenen
Volksversammlung forderte der Erminister Bratiano schleunige
Rüstung im Angeficht der von Oesterreich und Ungarn drohenden
nahen Gefahren.
Türkei.

Konstantinopel, 28. Dec. Es bestätigt sich, daß
die Türkei den Conserenzvorschlag angenommen hat unter der
Bedingung, daß ausschließlich die fünf Vunkte des Ultimatums
verhandelt werden.
Amerika.

Newyork, 26. Dec. Es wird berichtet, daß die 200
Mann starle Besatzung von Santiago (befestigter Platz auf Cubo
von 10,000 Insurgenten belagert werde, welche Letztere Den Leucht!
thurm von Lucretia Point zerstört haben. I —F

In Cuba haben die Aufständischen sich der bedeutenden
Stadt Holguen bemächtigt und belagern alle anderen Städte irnz
stlichen Theile der Insel. Sie haben eine provisorische Regie⸗
cung eingesetzt und beabsichtigen einen Augriff aus Sant Jago
de Cuha zu machen

*⸗
BRermischtes.
EAußer Cours gesetzt wenden mit dem 31. d. M.: 1. alle
ranzösischen Silbermünzen, welche früher als 1804 geprägt sind
q. alle belgischen Silberünzen mit dem Bildniß Leopoids l.
J. alle italienischen Silbermünzen, welche eine Jahreszahl vo⸗
863 tragen; 4. alle schweizerischen Silbermünzen von 1850 un
1851. Ausgenommen sind jedoch die silbernen Fünffrankenstücke.
welche vollgültig in Courzs bleiben. — Ferner folgendes Papiex—
        <pb n="617" />
        geld: 1. Anhalt Bernburger Staatskassenscheine a 1 Thlr. und
3 5 Thlr. vom 18. Marz 1850, 5. Februar 1852, bezw. 26.
Jumi 18563 2. do. a 25 Thlr. vom 26. Juni 1856; 83. .do
11 Thlr. vom 25. Juli 1839;3 4. Anhalt Köthen ⸗Bernburger

Fisenbahnkassenscheine a 1 Thlr. vom 2. März 1846; 5. Anhalt⸗
Dessauische Kassenscheine — 10 Thlr. vom 1. Oct. 18355; 6)
Zurhessische Kassenscheine aà 1, 5 und 10 Thlr. vom 26. Aug.
1848 und 24. März 1849, sowie 7. Nassauer Landesbanluoten
a L, 5, 25 und 50 fl., die nur noch bei gewissen Kassen ange⸗
nommen werden.

—f München, 24. Dec.!, Auf den⸗bayerischen Ostbahn zwi⸗
schen Isarhofen und Platting wurden vorgestern um halb 1 Uhr
Mittags in Folge des Entgleisens eines belgischen Wagens, aus
roch unbekannter Ursache, worauf derselbe quer über die Bahn
zu stehen kam, acht Güterwagen“ des gemischten Zuges Nr. 18
nehr oder minder zertrümmert und die Bahn so beschädigt, daß
sie erst um Mitternacht befahrbar gemacht werden konnte. Ein
Bremser wurde dabei so verletzt, daß er vier Stunden darauf
verschied. Weitere Verletzungen von Personen sind glücklicherweise
nicht vorgekommen .

f Saarbrücken, 27. Dec. Die Königl. Eisenbahn⸗
Direction macht Folgendes bekannt: Mit dem 1. Jannar 1869
rritt auf der Station Neunkirchen eine besondere Eilguts⸗
Erbedition ins Leben, welche die Verladung und Auslieferung
der Eilgüter auf dieser Station vermitteln wird. Ebenfalls wird
bon dieser Stelle die KohlenExpedition auf dem Ziehwaldstollen
und die Beförderung det loco Neunkirchen aufzuliefernden Stein—
kohlen und Coaks besorgt werden.

rTrier, 28. Dec. Der Wasserstand der Mosel beträgt
heute Morgen 15 Fuß am Pegel. Das Wasser ist zwar im
Fallen begriffen, wenn sich aber die -Nachricht bestätigt, daß
Jestern in Meßß ein Wolkenbruch stattgefunden, der in zwei Stun⸗
den die Mosel 8 Fuß steigen, machte, so dürfen wir heute auch
wieder ein. Wachsen Der Mosel hirrorts erwarten ...

Offenbach, 26. Dec. In der Christnacht gegen 11
Ahr wurde. ein ·junger Mann, bon hier, Portefeuille - Arbeiter
Bos, welcher seine Braut in Rumpenheim besucht hatte, auf dem
Heimmege ermordet, Seine Leiche fand man mit zerschmeitertem
Schädel mitten im Wege. Eine Beranbung scheint nicht beab—
sichtigt gewesen zu stin da- er seine Baarschaft noch bei sich
und die erhaltenen Christgeschenke in Händen hatte. Die Leiche
vurde einstweilen nach Rumpenheim gebracht und eine Unter—⸗
uchung eingeleitete.

FIn *Tyrol treibt ein angeblich päpstlicher Zopfabschneider
iein Unwesen.““ Es ist ein schlauer Italiener, der den frommen
Tyroleriunen ihre langen, schonen. Zöpfe-das Stück zu 12 Gulden
abkauft, und um die Inhaberinnen dem Handel geneigter- zu
nachen, versichert er ihnen mit ernster Miene, der heilige Vater
in Rom brauche die Zöpfe, um die vielen Muttergottesbilder
und die Statuen der audern heiligen Frauen mit dem nölhigen
Haarschmuck zu versehen. Die Polizei läßt auf den speculativen
Beschäftsmann fahnden..

fvLeipzig, 22. Dec. Ein interessanter Prozeß wird sich
möglicher Weise aus dem nachstehenden Vorfalle entspinnen. Vei
einer dieser Tage von der hiesigen städtischen Bauverwaltung ab
jehaltenen Auction von alten Holze und Eisentheilen erstand ein
hiesiger Tischler eine Partie derselben, darunter ein verrostetes,
nit Grüuspan überzogenes, anscheinend aus Eisenblech bestehendes
dreuz von etwa 15 Zoll Höhe. Bei näherer Besichtigung entdeckte
der Ersteher, daß er einen sehr werthvollen Fund gemacht habe,
denn das Kreuz bestand aus massivem Silber im mindesten
Werthe von 300 Thlr. und zeigte aus verschiedenen Inschriflen,
daß es rin Schmuck von dem Sarge des im dreißigjährigen
Kriege in der Nähe Leipzigs gefallenen und hier beerdigten schwe—
dischen Hauptmannes Erich Schlange war, dessen Grab im vorigen
Jahre bei Anbringung von Kischenheizungs-Anlagen entdeckt wurde.
Der Stadtrath hat vorläufig, weil das Kreuz irrthümlich unter
die Auctions- Gegenstände gelangt sein soll, auf dasselbe Beschlag
e·
F In der Stadt Schleswig ist eine Vergiftung eigen⸗
hümlicher Art vorgekommen. Bei dem nach Aufstellung einer
reuen Tabaksfabrik angestellten Richtschmaus sollte noch eine be⸗
ondere Sorte Wein aufgetischt werden, und die Anwesenden
zenossen durch eine unglückliche Verwechslung Nicotin. Ein
Arbeiter ist gestorben; 5 Mann sind mehr oder weniger be—⸗
denklich erkrankt, trotzdem sofort alle Gegenmittel angewandt
wurden.
Gaiserliche Pietät) Zu der Sammlung, welche veran⸗
daltet ist, um dem Erzherzog Ferdinand Max in Triest ein Denk—
nal zu errichten, hat auch Kaiser Napoleon — voll Pietät! —
einen Betrag von 5000 Fres. gesendte.

Bern, 23. Dec. Der durch die großen Ueberschwem

nungen angerichtete Schaden« beträgke nach amtlichem Ausweis
14,200,000 Fr. ohne die Eisenbahnbeschädigung.

7 In und um Petersburg fiel vorige Woche zehn bis
woölf Fuß hoher Schnee; viele Dorfschaften find vollständig
erschüttet.

f Ueber den Ursprung der Gußeisenfabrikalion erzählt man
ich, schreibt die ‚Gemein. Wochenschrift“, daß im Jahre 1700
ein gewisser Abraham Darby, welcher Inhaber einer Messinggießerei
zu Bristol, in Eagland, Versuche ansteilte, um Gußeisen an Stelle
)on Messing zu verwenden; allein ohne Erfolg, bis nachstehendes
Vdorkommniß sich ereignete. Ein waliser Schafhirtenjunge Namens
John Thomas, rettete eine Heerde Schafe aus Schneewehen,
ind später, in dem darauf folgenden Frühling schwamm er
vährend eines starken Regens und Aufthauens von Schnee über
einen Fluß, um rine Heecde Rindvieh aus den Bergen heimzu—
reiben. Nachdem er das Vieh zusammengebracht hatte, fand er
auf dem Rückwege den Fluß so angeschwollen, daß er hoch auf⸗
chäumte. Nichtsdestoweniger setzle er auf dem Rücken eines
IAchsen sitzend, über denselben und brachte die ganze Heerde unver⸗
etzt heim. Aus Dankbarkeit und Anerkennung seines Muihes
chenkte ihm sein Herr vier Schafe von der geretteten Heerde.
Der Hirtentnabe verkaufte erst die Wolle der Thiere, um sich besser
zu kleiden, und mit dem Gelde, das er aus den Schafen eriöst
hatte, reiste er nach Bristol, um sein Lebensglück zu versuchen.
Um zu verhüten, zum Soldat gepreßt zu werden, ersuchte er
einen Herrn, ihn dort einem seiner Verwandten empfehlen zu
vollen, welcher Geschäftstheilhaber? von Abraham Darby war.
RNuf solche Weise kam er in die Messinggießerei,“ bis er ein besse⸗
res Unterkommen finden konnte. Nachdem er eine Zeit lang zu—
Jesjehen hatte, wie die Arbeiter versuchten, Eisen zu gießen, sagte er
inmal zu Darby, daß er glaube, zu begreifen, warum diese Be⸗—
nühnugen bisher keinen Erfolg hatten, und er bot sich an, eine
Methode anzugeben, nach welcher dieß gelingen müßte. In jener
Nacht blieben et und Darbh allein in der Werkstältte, und noch
»or Anbruch des Morgens war es ihnen gel mgen, einen eisernen
Topf zu gießen. Sofort erhielt der arnie Hirtenknabe Anstellung
in der Fabrik und dafür, daß er das Geheimmiß bewahrte, eine
entsprechende Belohnung. Auch bewahrte er dasselbe getreulich,
obgleich ihm andere Fabricanten das Doppelte dessen boien, wa?
ein regelmäßiges Einkommen bildete. Wohl gegen hundert Jahr
ang wurde jene Methode Gußeisenwaaren in einer Form von
Zand mit zwei hölzernen Rahmen und Luftlöchern zu fertigen, in
ener Fabril ausschließlich angewendet und als Geheimniß bewahrt,
wobei die Schlüssellöcher der Werkstätte verstopft und die Thüren
verrammelt wurden. 5

Ju Buenos-Ayres hat sich jüngst eine Conpagnie gebildet
um lebendes Vieh nach Europa zu transportiren, da dern Export,
jon getrocknetem oder eingekochtem Fleisch nicht das gewünschte
Resultat gegeben. Diese Compagnie, waährscheinlich von der An—
icht ausgehend, daß sich ViehDampfer, ebenso gut bezahlen dürf⸗
sen als Vieh-Bahnzüge, beabsichtigt, sieben große Dampfer zu
hauen, von denen jeder für mindestens 1200 Stück Vieh Raum
jat. Hierdurch rückt das Problem, Europa billig mit frischem
Fleische zu versorgen, seiner Losung immer näher.

Laudwirthschaftliches.

Ein Mittel zur Verbesserung der butter—
armen Milch. Ein französischer Laudwirih macht nach der
„Schles: landw. Zeitung“ darauf aufmerksam, daß häufig bei den
dühen der Fall vorkommt, daß ihre Milch, obwohl sie sonst ganz
jut von Qualität ist, doch gerade der butterbildenden Eigen schaften
ntbehrt, und daß d eser Mangel sich in dem Maße als nachtheilig
rweist, daß. wenn man solche Milch mit der Milch von den
ibrigen Kühen vom Kuhsiall zusaummengießt, das Product von
zutter aus dieser zusammengegossenen Milch ebenfalls sehr gering
ind von untergeordneter Qualität auszufallen pflegt.Derselbe
Landwirth bemerkt hierzu, daß nach seiner langjährigen Beobach-
ung selbst solche Kühe, welche gewohnheitsmäßig butierreiche Milch
zeben, troz guter Haltung und Pflege, doch auch Milch von
jeringerer Qualität geben, daß er nachstehendes Mittel als ein
ehr wirksames nud probat gefundenes Heilmittel gegen diesen
lebelstand herausgefunden hat. Es besteht darin, daß man sol⸗
hem Thiere 2 Unzen (1 Unze gleich 2 Loth Zollgewicht) Schwe⸗
elantimon, mit 3 Unzen Koriandersamen zu Puͤlver gemahlen
ind gult untereinander gemischt, verabreicht. Diese Medicin wird
»arauf als sanstes Abendtränkchen applicirt, und man läßt danach
3 Morgen nacheinander einen Trank folgen, der aus einem halben
Quart Weinessig, einem Quart Wasser, einer Handvoll ordinärem
Salz zusammengesetzt und bereitet wird. Schon nach der ersten
Dose davon macht sich die Verbesserung an der Butter bemerkbar
ind hat in stufenweisem aber bessändigem Zunehmen eine immer
zutterreichere Milch zur Folae.

*—
        <pb n="618" />
        Bekanntmachung.“
* Verübung von Unfug in der Neujahrsnacht betreffend. — 4
Im Namen Seiner Majestät des Königs.

Die unterfertigte Stelle *

Nach Ansicht des Art. 71 des Polizeistrafgesetzbuches, der zum Vollzu e dieses Artikels
erlassenen Königlichen Verordnung vom 30. Dec. 1862, des den 8. 1 dieser Verord⸗
X
S. 353 und 363—

In Erwägung, daß dem die öffentliche Ruhe und Ordnung und die Sicherheit der
Personen bedrohenden Schießen in der Neujahrsnacht mit allen gesetzlichen Mitteln
ntgegenzutreten isst, —

Consumenten und Kenner einer reinen
Chocolade geben dem Fabrikate des Hof-
lieferanten Franz Stollwerk in Köln
wegen sorgfaltiger Verarbeitung und vor⸗
züglicher Qualitüt den unbedingten Vorzug

Ich empfehle mein Lager der beliebtesten
Koch⸗ und Eß⸗Chocolade, und zwar Ge—
würz⸗ von 11 Sgr., Gesundheits⸗ von
12 Sgr. und Vanille⸗-Chocoladen von 15
Sgr. per Zollpfund an.
G. Rixel, Conditor in St. Ingbert.

und die Pracht
der vorjähri⸗

gen Weltaus⸗

stellung in 38

meisterhaften Körper⸗-Darstellungen
ist so höchst sehenswerth und belehrend,
daß Niemand es versäumen sollte, diese
Kunstwerke in den letzten Tagen um
das wenige Eintrittsgeld zu besehen.

Bei dem Unterzeichneten ist
schönes kiefern Bau—

holz
in jeder beliebigen Länge uud Dicke,
sowie auch bschuhige
Zaunpfähle, Fichten⸗
—⸗

Stangen zu Rund—
bäumen, Wiesbäu—
men, Heuleitern,

ιια e
Steigleitern u. s. w.
sehr geeianet, zu verkaufen.
V. Aõ In.
Höhhöf, bei Niederwürzbach.
hęẽnter in St. InITæ.
Freitag, den 1. Jannar 1869:
Vanohon Viviéèux,
genannt:
Die Grisse.
oder:
die Zwillingsbrüder.
Ländliches Characterbild in 5 Akten mit
theilweise Benutzung einer Erzählung
von G. Sand von Charlotte Birch-
Mfo⸗iff⸗ar

beschließt:
Der Regierungsbeschluß vom 9. Januar 1883 wird auf die Dauer des 81. Dezem
»er 1868 und des 1. Januar 1869 aufgehoben und tritt somit der 8. 1 der
obenerwähnten Königl. Verordnung vom 80. December 1862 für die bezeichneten
zwei Tage in volle Wirksamkeit.
Die Königl. Bezirlsamter werden beauftragt, diesem Beschlusse durch Einrücken in
die Localbläiter und auf sonst geeignete Weise die möglichste Verbreitung zu sichern,
den Vollzug der Allerhöchsten Verordnung geeignet überwachen zu lassen und bei
Zuwiderhandlungen dagegen neben der polizeilichen Beschlagnahme der verbotenen
Waffe auf Grund des Art. 71 des Polizeistrafgesetzbuches die polizeirichterlich⸗
Einschreitung zu veranlassfßäee.
Die Stellen der einschlägigen Gesetze und Verordnuugen werden bessonders belanu
gemacht und lauten wie folgt:
Artikel 71 des Polizeistrafgesetzbuches.

Wer außer dem Falle des Ar“. 70 den Verordnungen zuwiderhandelt,
wodurch zur Verhütung von Gefahren für die Sicherheit der Personen die Fühtung be—
timmter Waffen bestimmten Klassen von Personen oder in bestimmten Landestheilen
verboten ist, wird neben Confiscation der betreffenden Waffen an Geld bis zu fünf und
wanzig Gulden gestraft, womit im Rückfalle: Arrest bis zu drei Tagen verbunden
werden kann. —* *3

ß. 1 der Königlichen Verordunng vom 830. Dezember 1862.
Die Führung nachstehender Waffen, als: n
1) bon Dolchen, Stileten und andern im Griffe festsiehenden oder mittels einer Vorrichtung
feststellbaren Messern, —
—A
3) von Degenstöcken und anderen Stücken mit verborgenen, auf einen Druck oder
Schwung hervorspringenden Hieb⸗, Schnitt- oder Stichwerkzeugen.
9) von Terzerollen Sachvistolen und Revolvern ist allen unausässigen Personen verboten.
Speier, den 19. Dezember 1868. 7
Königlich Baherische Regierung der Pfalz,
Kammerdes Innern.
Pfeufer.
Benachrichtigung.

Ich bringe hiermit zur Kenntniß des
ziesigen Publikums, daß ich von Neujahr
ib die Gemeinde-Fassel hallen werde.
Sonntags werden dieselben nur bei der
Füiterzeit Morgens und Abends zum
Sprung zugelassen und beträgt das Trink⸗
geld jetzt 6 Krenzer. W
Veter Badage

imn der Blieskasteler Straße.

Tanzunterricht.“
Zur gefälligen Kenntnißnahme det
verehrlichen Herren und Damen, welche
den 2. Cursus mitzumachen wünschen
ergebenste Anzeige, daß bis Montag
den A. Januar 186608
Abends 7 Uhr
der æ. Cursues
für Contre, Quadrille francaise, Qua—
drille de Lanciers ꝛc. ꝛc. beginnen wird
Lade zu ffreundlichem Beitritt er—
gebenst ein.
G. Istand,
Tanzlehrer.

die
Material-&amp; Jarb-
Waaren-Handlung

Frucht⸗, Brod⸗ Fleisch⸗ ꝛc. Preise

der Stadt Zweibrücken vom 81. Dec.

Weizen 5 fl. 45 kr., Korn 4 fl. 44 tr.

Berste Zreihige. — jl. — kr., Gerste vier⸗

— ceihige, 4 fi. 8 kr. Spelz 3 fl. 47 kr.

Spelztern 5 fl. 80 kr., Dinkel — fl.

Dem geehrten Publitkum die ergehbense Srent — — kr.
Anzeige, daß ich vom 1. Januar 1860 0ig tr Elsens e
an im Heuser'schen (früher Vogelsang'-8 fl. 31 kr., Kartoffeln — fl. 44 kr., Heu
schen Hause) im Hirteneck ein 2 fl. 4 kr. Stroh 1 fl., 22 kr., per
8 Zentner. Weisbrod 134 Kilogr. 16 kr.
Küfergeschäft stornbrod 3 Kgr., 23 kr., ditio 2 Kgr.,

F 9JJ 16 tr., ditio Kgr. 8 kr., Gemischtbrod
eröffnen werde und bitte um gütigenn3 Kgr., 28 kr., 1J Paar Wech, 9 Loth
Zuspruch. 2ur. Rindfleisch, 1. Qual. is tr. 2.
„ Nuch halte stets Lager von Qual. 14 kr., Kalbfleisch 12 kr., Hammel⸗
ertigen Dern und Eimern. fleisch 14 kr., Schweiunefleisch 16 kr., per
Pfd. Wein 24 kr. Bier 6 kr., per Liter,

udenbusch. due dir psunv

ynn
Peter Stief
ist auf längere Zeit zu vermiethen.
Ein lediger Mann wünscht Kost
und Logis, am liebsten in einem Pri⸗
»athause. Die Expedition d. Bl. gibt
nähere Auskunft.
Unsern Emil Heuser in Olden⸗
burg ein „Prosit Neujahr? von jeinen
Freunden —

Friedrich uud Franeisco Demet:

— —7—7I
Redaction, Druck und Verlaz von F. X. Demetz in St. Inabert
        <pb n="619" />
        Anseres Eraaͤseree. ihtr die Kauhe Amilwitiexung den Obstbäume
züustig gewesen, wie sie denn Dye den Weinstoc vor
sruͤhretigen Triebe bewahrt hat.Die Greßsercien und die
neaezen veden geen dihte Schlun und diad.
reits gut enlwickell. Ein Biitf gus Ungurn theilk ung w
daß man dort, amit den besten e sjr den guten Ausf—
drs gogenwaͤrtigen Jahrgangs erfült sej; jusbesondere rechne mic
auf hohe Weizenerträge. Auch aus Sdlesfien sfind uns privati
gute Mittheilzingen, geworden. e ιιι_νν “
Lebensluft spendende-Fimmerpflanzen.
n In NoioSairder Gartenlaube äst einen Artikel von Dr. Br
n Deibzig erschienn, welcher namentlich in seinem letztent The
tert⸗s re Verbreitung auch da, wo dieses ausgezeichnete Blo
cht gelesen wird, werdient. Wir theilen deßhalb denselben na
rehend mit. —V — —
e Nochdem HerBock die Entwickeling der Kohlensäure, son
Sauerstoffs und die Wichtigkeit des letzteren für das Leben und die(
undheit der Menschen näher dargelegt hat, fährt excjolgendermaf
rt:“ Die Faͤhigkeit der Pflanze, Sauerstoff im Sonnemlichte zu e
wickeln; konnte recht gict, wie ich meine, zumVortheile derjenin
Menschen angewandt werden, die sich in größerern Zahletägl'
angere Zeit in einem geschlossenen Locale aufhalten und einen
dohlensäure reichlich gefchwängerte Luft athmen müssen.
jesonders dürfte sich für Schulen, welche zur Zeit meiftens n
Zchülern überfüllt sind, außer gehöriger Ventilation, die Aufstellu
yvon Blattpflanzen in den Schulstuben empfehlen. Man beden
vle viele Zeit seines Lebens der Mensch in der. Schule verl⸗
und zwar gerade zu einer Zeit, wo er zur Entwickelung sein
örpers neben kräftiger Nahrung; die beste Luft bedurf. Auched
ufgestelliennePflatzzen würrdegie, sich- ebenso: wie, Schüler in d
Schule recht wohl befinden. Sie könnten sich aus, einer grot
Menge ausgeathmeter und ausgeschwitzter Köohlensänre eine hü
Bekanntmachungen J DV
Zatersrauern
— ! — F — 7 335 e rn 7
In Gemäßheit des Art 40 des Orts⸗ ist wieder frisch angekommen: de Xα
polizeibeschlusses wird bekannt gegeben, daß echter Veru⸗Guano, e, ιν ι
von heute an bei — Knochenmehle, —
In e eeme dhdem reinem RBrima Snperphosphate, Is Ir ——
Wasser zu begießen und die Rinnen jedes 431f34M 6;— I oRL.. 6
mal zuvor auszuspülen sind — und 5 billigst. hei, — — . J. Grewenig
don den nangrenzenden Hauseigenthümern ettice i *in St. Ingbert. ——
cespective Bewohnern bis zur Miiteeeeeeee *
üglich dreimai, Morgens u —— — —
e eegee 12 Uhr und. Heute: Eröffnung der“ - Worms den 8. Mai.
Ubends um r. * Wixr notiren heute? Weizen 16 fl. 43 tr:
Im Amerlossungefaise trifft die Saͤue Garlenwirthschaft vigee eeaezee
migen Geldstrafe bis zu 10 . if. Pefläuratinnvis 14 fh45. tt. Getste i1 f. n,
„St. Ingberte 11. Mai 1888. —— mit Kestauration ———
Hbnigl, Polizeicommissariat: unde— —* 6 fl. A5 kr. bis - fl. — te per 60 Kils
Aegere e Mehl her Partie 14 fl. 15kr. bis — fi
Ehne Ker el⸗ kr. Roggenmehl 14 fl. ir. bis —
9 g9 *7 — kr. Roggenvorschuß 15 fl. — kr. bis
h 164 — sl. F kr.. Weizeiworschuß 19 fl.30 sr
ahn IAfh tx. Blumenmehl. fl. — kr,
* bis — il. I ir. per 70 Kilo Reps
er e e 7AItr. bis fl. r. ber
c.. —raet. Kilo, Rübbl ohne Faß 20 b— kr. bis
Frisch angekominen: us ιν Afl. ft. Leinöl ohne Faß — fl.
französische Oelkuchen und fein *6* Iß ygett. Mohndl ohue dat
gestampftes Auvepenmebl 355 A hu chchen — —* *5
A. Beer jun. fl. — kr. Branntwein 31 fl. 30. tr,
3 Stück Bühnenhäuser, Dzir⸗ bis fl. — Ki en e. 242
wonshäuschen, ein Dreibäubhlße 77757—
und zwei Einbäuder sind zu Mainz/8. Mai.
haben beiJoh. Wack.. Gypuchtdreise,) Weißmehl das Mal—
Aüslle Sorten Tisch⸗Mes⸗ rrd en *F7— F —* Rene
ter und Gabeln Vor—- enmehl.dittb slr — kr. — Weizen (200
egbenecte Taschonmesser, Feder⸗ OAso.) I6 fl. - fl. . le
uesser. Rasirmesser/Echeeren, sorn (180Pfd.) 18 ft. 20 tr. — jl.n*
e . 2e. sind zu sehr billigen Preisen r. Gerste (160 Pfd.) 11 fl. — kr— —
m berkaufen bel .. U. — tr. Hafer (120 Pfd.) 6 fl. 20 tr.
i unWirtheEinriche bis fl. trntd
—
8*

ihrem Gedeihen zu Gemüthe Zziehen
chlich mit Lebensluft bedenken.
ulstuͤben und süberhaupt in bewohnten
er dem genannten Hauptzwecke (nämlich
ju entfernen und Sauerstoff zu ljefern)
nzwecken dienen. Zuvörderst wirkt wohl
und sicherlich auch auf die Lehrer und
schen, gut gedeihenden Pflanzen angenehm
in ließen sich die Pflattzen vom Lehrer
nungs⸗ Unterrichte, ehenso in den nitderen
en benutzen. Die verschiedenartige Ent
Gestgltung. und. Färhüung derselhen,
n der ganzen. Pflaͤnzen uc. dn sicher⸗
der erxegen, wenn sie vorn Lehrer da
werden. Sie werden dadurch die Pflau—
ind in ihtem, spateren Leben fichertiqh
. Auch die Pflege, ihre Ernährung
n Gegenstand nwicht nur des Unterrichts
gung für die Schuler gemacht werden
wvorsichtige Rernigung der Blätter, das
groere Iopfe u. gh. konnte einzelnen
en nud diese, Beschaͤftigung könnte Nei
herborrufen. Man würde mit Freuden
gepflegten Pflanzen die Lieblinge der
zu »Einziähmeqguelle zum Besten der
enzucht iur Schulzimmern werden. Denn
gezeichnet gedeihenden Blattpflanzen wülr⸗
I dafür geloste Geld würde zu guten
ktnnen —7
hieiich zur Aufstellung in Schulstuben
ahfehlen: Epeh en, Guunmt in jBaä ume,
qch drz unnde PhönixPalmen,
An Grerodendren, Galadien

*
54

41. 2 B 2 —*

is der Fabrik don H. Lotz 6 0*
in Kaiserssautern.
ei Joh. Grewenig fun. und s p
vdie. Kimmel. ——
Nedaction, Drück und Verlag bon Fiscu. Memetz in St. Ingberk. iaeu
7 1—S AI ι

—
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