St. Ingberler Anzeiger. —*8* S —— —9 — 7 — — F 14 2*1 Der St. JIugberter Anzeiger und das C.mal m h: li) nde Zauptblalte virbundene“ Unlerhaltuna8blatt Sonntagt mit illustrirter Vei lage), erscheint wöchentlich viermabr Dienatag, Oßanersntag, Sambtazg und Sountag. Der Abssauementszpreis betrãgt vierteljahrlich Mart 29 R.⸗Bfa. Anzeigen werden mit 10 Bige, vori Aanvirts nit 15 Pfr für die bieczesoalkene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Recia nen mit 30 Pfgẽe pro Zeile berechnet.“ 48 173. 4 — Dienstag, den tober — — a, den 31. Oe gr⸗ W Deutsches Reich. Munchen, 26, Oct. Die baherische Kriegsberwallung'bat oehcit unter güuft gen Bedengungen eine Partie von 28,000 Chas—- sepots an die preußische Kriegäverwaltung verkauft iind erhält daßür ine entiprechende Anzahl Carabiner für die Cevbalerse uach dem⸗ Systein M 71 aus der . preuß schen Gewehrfabrik zu Sutzl gelie⸗ ert. . Berlin, 28. Ott. Die am Freitag (27. Okt.) staltgehahted Wahl der 433 Abgeordneten für den preußischen Landtag hatte! olgendes Grcehniz: 117 Natronalliberatt, 86 Uür an vntaue (,Feu- rum“), 66. Angehbrize der Fortschrutspartei, 86 Fre konserdative, 34 Konservative verschiedener Schattiruingen, Föo: Polen, 5 Parti— utlaristen ; dan 15 st De Parl istellung unbestiunnt. Die liberale Kichtung versügt dem ach über eine staxke Mehtheit. VDie mit zrosem Getrommel in den Wahlkampf marschirte deutsch-ronservande Barlei hat, wie man fieht, so gat we Nichs ausgerichttt. »* Berlin, 29. Okt. Ueder die Stellung des F namzmiristers d den Eisenzöllen schrecht die⸗ „Post“, daß Herr Campzausen Felbit m schten Berntsterrath erklärt baben foll, er vermöge ener vorüder⸗ denden Verlbaͤngetgag der Eisenzölle eine princvielle Bodeutuug uicht beizulegen. 388 5 Berlhin, 29. October. Das ‚Berlißer Taqblott“ eldet ud Paris: Der bedauerliche Zwifschenfall, nämlich die schimpfliche Behandlung eines jungen Deutschen ducch seine Mitschiler in der fcole des Beaux Arts,*x) veraunlaßte einen höfl'chen Menungsgus— ausch zvischen dem deutschen Geschäftsträger Grafen Wesdeblen und »eu Hetzoz Decazes. Letzterer veriproch dem gektänkten Deulschen »en wirksamsten Schutz und sprach die Haffkung aus, daß der Zwischen⸗ all Deutschlitud in Hinficht auf die Ausstellungssrege nidt ungünstg ee uflusfen werde. — Der Vater und Vorkäm; fer des deutschen Genossenschaftswesens, ↄculze Delittzsch, hat dem ihnmr vom alliemeinen Vere nstage zu Zanzig ertheilten Auftrage gemäß eire Nobelle zum deutschen Ge— ossenschaflsg setz bom 4. Juti, 1868 ent vorfen, welche gegenwärtig er Begntachtung hervotragender Juristen, auch aus dem Reichs- anzteramte, unterbreitet ift und nach einer Mittheslung von „K. 5. &C.“ schun im der nächsten Session dem Reichskage vorgelegt verden fokl. Die Novelle soll nicht allein die bei Liqaidetion⸗n und Concursett einzelner Genossenschaften hervorgetrete en Mangel »es Gesetzes beseitigen, sondern auch den unrichtigen Euische dungen et Handels esichte bei Eintragungen in das Genossenschaftsregister »urch Deklaration vorbeugen. Zu diesem Zweck schlägt der Ab⸗ jeocdnete Schulze-Delitzsch bei 14 der 72 Paragraphen des Besetzes Aenderungen vor. Ueber die Vetrdältn sse der Lebrlinge, Gesellen und Fabrik— abeitet haben im Laufe des vorigen Jahres an einer großen Zahl— von Orten Erhebungen stattgefunden; die Ergebnisse sind in Proto— ollen niedergelegt und litztere dem Reichskanzleramt eingesendet vorden. Dasselbe hat eine Zisam nenstellung der Erhebnisse, welche zuf Grund de? Protokolle angefertigt worden ist, dem Bundesrath uur weiteren Beschrußfassung vorgelegt. Aussand. Londou, 28 Ott. Die politischen Aussichten lasfen fich voffnungsholler an; dtußland scheint ernzuletken. Gwund' heeiür ind die letzten Niederlagen des serbischen Heeres, d,e Ste gecung er antirusstichen Stimmung in Eutopa und die Furch der rus⸗ ischen Regserung, daß die Slawenpartei des eigenen Landeß ihr ber den Kopf wachse. Die Moruing Post, weiche Beziehungen zu )er türk schen Botschaft oflezt, hofft auf einem Comptomiß detreffé »er Wuffenruhe und auf e nem Coufetenzmodus, wodurqh die Piforte ci der Conferenz beiheiligt, weangleich u'dt stimmfähig wäre. Die Iperationen des türksen Heeres gegen Deligrad siad auch gestern narch Regen vechindert worden. Die Stinmung im serdischen Heere ist gedrückt, Selbstwerstümmelungen,, um den Kriegsdienft zu entgehen, kommen massenhaft por, Loudone 30. Okt. „Reüters Burrau“ meldet aus Konftan⸗ tinopel: Der Sulian hat in der am Sonnabdend Janotieff erlhaͤlien Privataudienz in eine bedingungẽelose Annahme eines sechswöchent⸗ liihen Waffenstillstandes g-willigi 34* Bexmiischtes. 7 Si. Ingbert, 20. Olt. Unfere nachbarlich: Lage zu deinn preußischen Wahlbezixke Saarbrücken-Ottweiler-St. Wendel aͤtzt es gerechuftrligt erscheinen, den Ausfall der am Freitag zu Otwepler stattgehabten Abgeordaetenwahl an dieser Stelle mitzu— heilen. Durch Compromiß den liberalen und conserdal ven Parteien wurden guvählt: Landgerichtsrath Selhlo von Saarbrücken, Justip— ralh Heyl von St. Johanu und Glashüttenbesitzet R.Vopelius von Sulzbach; die beiden etsten der liberalen ünd der Letzte der jre Konjerbaniven Partei angehör'g. Der Kandidat der Klerikalen erhielt nicht einmal ein Driltei aller abgegebenen Stimmen. Wie dier, Saarbrücker Jeitung“ meldet, versammelte fich nach heendigter Wahl eine große Zahl— re Hstreuer Wahlmaͤnmr'aus den tessen Otsweiler und St. Wendel und prottamirte den Essenhütten⸗ werksbesitzet und Geh. Commerzienratkh Stumm von Neunkirchen zu ihrem Kandidaten sür die hevorstehenden Reichstagswahlen. Nach ben derselben hat fich auch beeets fuͤr den Kreis Saarbrücken ein ↄrobisoriches Comite gebildet, welches für die Wiederwahl des Geh. Bergrathe Pfähber zu Sulzbach als Reichstagsabgeordneter zu wirken gedenkt. — Sit. In gberkʒ 81. Olt. Am Sonntag verüble zu Rohr⸗ bach der Bäcer Kunz auf seine von ihm getreant lebende Ehefrau eia Attentab, indem ec durch das Fenster auf dieselbe einen Schuß abfeuerte und sie. im Rücken, jedoch nicht lebensgeführlichverwün— »ete. Kunz ist flüchtig. „Wie gefagt wird, ist die von seiner Frau zjegen ihm eurgele tete Gütectrennungsklage das Moltid zü seiner ruchtosen That. * 8 — FQuitnbach, 26. Ock. Durch Ealschließung der k. Re⸗ gJerung von 12. ds. wurde der hiesigen Gemeinde die Genehmigum ur Anhaltunz von Pfer demärkten — und zwar zugleich mit Rindviehmärlten am ersten Deitiwoch im März, am dritten Mitl— voch im October und am dritten Mittwoch im November — ertheilt. Es wird damit ennein längft gehegten Bedürfniß abgeholfen, da in er Pfalz ein BPierdemark bisher überhaupt nicht besiand und ungfere Züchter zum Verkaufe ihrer Pferde und Fohlen auf die entlegenen Märkte von St. Wendel und Berkenfeld angewiesen waren. fF Weissenburg (Vittelfranken), 258. Ott. In dem benach— harten Dockfe Kehl hat sich dieser Tage folgender traurige Foll er⸗ ignxt: Ein Bauer hatte Schweine, welche frank wurden. In Foige essen schlachtete er dieselben und machte Würste. Sei es nun in roige der Kraukheit der Thiese, sei es in Folge unrichligen Ver— ahrens beim Wurstmachen, kurz es entwickelte sich Wurstgift in den Würsten und wer davon in recherer Menge genoß, erkraukte und tatrb. Es war d'es zuerst ein 4140 jähriges Kind des Bauern, dann der Bauer selbst, dann dessen Taglöhnetin. Die Bäuerin war Wöchnerin und hatte in Folge dissen keine Wurst zenossen. Möge der Vorfall anzeren zut Warnung dienen! (Fr. K.) F In Frankfurt findet gezenwärtig eine Jendue Controle der zu Marlt gebrachten Lebensmittel statt. F Berlin, 20. Olt. Es sind falsche Einmark— dätscke mit der Jahreszahl 1875. im Umlauf. Die Prägimg ist auschend gut nachgemacht, das Gewicht aber geringer als das der chten Stücke. Sie sind scheinbar von Btet und namentlich an dem hohlea Klange, sowie daran zu ersenren, daß sie auf der Hand gerieben einen schwatzen Strich auf derselben zucücklassen. fF Bestrafter Vorwitz. Als Wrangel zum Befehlshaber ämmtlicher Truppen in der Mark ernannt worden war, erließ er einen Vefehn, welcher den Offizeren das Tragen der vorschrifts— mäßigen Sboren zur Pflicht machte und die sogenannten eigenen u e, Sie wollten ihn, weil er ein Deutschet sei, absolnt zum UAustritt nöo⸗ bigen.