Sl. Ingberler Anzeiger. A Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Veil lage), erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donxnerstag, Samstag nuund Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlich 1Wacrk 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Recla nen mit 830 Pfg. pro Zeile berechnet. M 209. F Sonntag, den 31. Dee euber — —W 1876. — ⏑— Neujahrs-Gruß. Zerklungen sind der Glocken Töne, Der lauie Gruß dem neuen Jahr; In Wehmuth schaut des Geistes Auge Rach der entfloh'nen Tage Schaar. g einige wenige Männer, hervorragend an Intelligenz und von großem Ansehen bei ihren Parteigenossen, welche es üͤbernahmen, sich an den Mann, auf den sich alle Erwartung stützte, mil der Frage zu wenden, ob n ihm wirklich ernst sei um das Zustandehringen der Gesetze. Auf d'e Antvort desselben, eb sei ihm höchster Ernst damit und der Kaiser dabe selbst das groͤßte Interesse dafür, berieihen fie sich mit den Bertrelern der Regierung und endlich kam es durch wechselseitiges Nachgeben dahin, daß von diesen 17 Punkten sehr bedeutende von Seiten der Regierung zugegeben wurden. Zwar kostete es große Dpfer, aber — und das darf ich mit voller Gewißheit · sagen — eß ist ein großes, mächtiges Werk die deutsche Rectseinheit und rin weiteres Band für das Gedeihen des Landes, Warum uns also solche Vorwürfe von allzugroßer Hinneigung nach dem Mini⸗ zerium und Abhängigleit von demselben ins Gesicht schleudern * Ist ja das Zustandekommen jener: Gesetze wiederum ein⸗ Beweis, daß nuc dearch wechselseitiges Nachgeben eine Bereinbarung gewon⸗ nen werden kann. Blicken wir nur hinüber in das Laud jenseits des Ocean, nach Amerika: Dort hat der schroffe Gegensatz und der Widerstand der einzelnen Parteien Zustände herbeigeführt, die jeineswegs beneidenswerth find. Meine Herrn! Wenn also unsere Vertreter, wenn die Häupter der nationalliberalen Partei die Hand zu einer Vereinbarung mit dem Ministerium boten, so haben sie fich damit den Dank des Vaterlandes erworben, der bereits aus sehr angesehenem Munde ihnen gezollt wurde. Und wir leben der Ue⸗ berzeugung, daß auch das Volk sich daukbar zeigen wird durch die Piederwahl unserer b'sherigen Abgeordneten. Wir stehen vor der Vahl! Könnte sich da unser Wodlkreis undaunkbar zeigen einem Manne gegenüber, der unter erheblichen Opfein nicht nur bezüglich der Annehmlichkeiten des Familienlebens, sondern auch an Zeit und Hheld durch zwei Wahlperioden hindurch und schon früher im Zoll⸗ jarlament unsere Vertretung immer zu unserer vollsten Zufr eden⸗ jeit geführt hat ? Gewiß nicht! Ich widerhole daher: Wir können inserem zur Wiederwahl vorgeschlagenen Reichstagsabgeordneten Ir. Schmidt nur so unsern wärmsten Dank bezeigen, daß wir ihm ortdauernd unser Vertrauen schenlen, das er in so hohem Grad jerdient. Ich bin daher der Ueherzeugung, daß unsere Partei, die isher sich durch pünkiliches Erscheinen am Wahltisch ausgezeichnet jat, es au nichts fehlea lassen wird, um auch diesmal den Sieg avonzutragen. Und so hoffe ich im Sinne Allec zu handeln, wenn ch sie auffordere, mit mir einzustimmen in ein Hoch auf Unseren verthen Reichtagsabgeordneten. Unser Reichta:sabgeordneter Herr Iberappellationsgerichtsrath Schmidt aus München, er lebe Hocht“ Nach Hr. Rosenberger nahm Herr Fabrikant Woiff das Wort ind theilte mit, daß Herr Schmidt sich belreffs der Eijenbahnlinie St. Ingbert -Saarbrücken mit Hr. Herzog, der die Reiche Eifen— ahn? Angelegenheiten zu leiten hat, besprochen habe und auch fer⸗ jerhin die Sache weiter verfolgen werde. Nach diesem kurzen Be⸗ icht des Hr. Wolff, sprach Herr Schanck den beiden Herrn für hre gediegenen Vorträge im Namen Aller seinen Dank aus, was zie Anwesenden durch Erheben von ihren Sitzen bethätigten. Hie- auf trennle sich die Versammlung. Da ziehen Bilder trub und heiter, An unserm Geistesaug' vorbei, Da schaut aus den entschwundenen Tagen Die Seele schmerzlich mancherlei. — Uvd wer des Schicksals harte Schläge In dem entfloh'nen Jahr empfand: Wie ist sein Blick voll süußer Hoffnung Dem neuen Jahre zugewandt! And wem in den vergangnen Tagen Das Glück gelächelt immerdar, Der ahnet nicht der Dinge Wechsel, Der lauernd schläft im neuen Jahr! D, sei willkommen allerwegen, Du junges Jahr im deutschen Land, Hib uns den heißersehnten Frieden, Streu Gutes aus mit voller Hand! Laß holde Eintracht bei uns walten, Ihr Segen folge jeder Spur, Gib Freude allen Menschenherzen Und segne Berg und Thal und Flur. Vernichte nimmer eine Hoffnung, Wenn edlem Herzen sie entsprang, Dutrockne Thränen, lind're Schmerzen, Mach' froh, was vor dir trüb und bang! So grüßen heute dich Millionen Du junges Jahr, bei deinem Nah'n, Das rechte Heil von dir erwartend, Beginn' und ende gut die Bahn! Eduard ost. Aeutsches Reich. Berlin, 28. Dez. Die offiziöse „Prodinzialcorrespondenz“ hebt in einem Artikel mit der Aufschrift „Kaisers-“ und „Volkes⸗ Dant“ die Bedeutung des Abschlusses der Justiagesetze hervor und demerkt, daß hiermit die gesetzgebenden sträfte des Reiches Muße erhalten haben, sich nun um so mehr anderen wichtigen, namentlich wirthschaftlichen Aufgaben zuzuwenden, fur deren gedeihliche Loͤsung e8 allerdings nothwendig sei, daß Volksbertreter gewaäͤhlt werden, welchen es Ernst ist, eine Verstärd:gung über die Bedürfnisse und JIuderessen des Volkes mit den Regierungen herbeizuführen. Ausland. Mostau, 28. Dez. Die „Moskauer Zeitung nennt die neue türkische Verfassung eine bloße Verspottung der Maͤchte, welche die Noth der Christen legalisire und die Verantwortlichleit der Re⸗ rierung beseitige, nur durch eine ernstliche Occupation und Veilei⸗ hung des Rechtes an die christliche Beboͤllerung, im Frieden Waffen ju tragen, im Falle den Türken dieses Recht nicht zu nehmen sei, oͤnnte die Lage der Christen verbessert werde.. rrGSit. Jugbert, 29. Dez. Schluß des in vor ger Nummer an dieser Stelle gebrachten Vortrags des Hrn. Anwalt Rosenberger.) Das ist die innere Seite dieser Gesetze. Die äußere und hauptsaäͤchliche Seite jedoch ist das Bewußtsein: wir bekommen ein icheres Recht; und daß dieses Werk nicht mißlungen ift, verd nken wir den Häuptern der nationalliberalen Partei, die sich mit Hint- ausetzung aller Schwierigkeiten aufrafften und Tag für Tag gear—⸗ beilet haben, um das große Werk zu fördern. Es hat viele Com⸗ promifse erheischt, bis das Werk so weit gediehen war, daß es in den Reichsstag kommen konnte. Und nun schien es in hohe Gefahr zebracht durch den Widerstand von Seilen der Regierung, und die destimmte Erllärung: diese 17 Punlie sind nicht annehmbar, schien das Schicksal derselben besiegelt zu haben. Da waren es Rermischtes. fSit. Ingbert, den 30. Derz. Gestern wurde in einem hicsigen Laden vecsucht, ein falsches 20 Markstück auszugeben. Da anzunehmen ist, daß der Versuch wiederholt. werd, so ist bei An⸗ ahme von 10 und 20 Markstücken Vorsicht anzurathen. f Vom 1. Januar 1877 ab werden bei— den Bahn-Einnehs nereien Dürkheim, Frankenthal, Homburg, Kaiserslantern Hptbh., zandau Hpibh., Ludwigshafen, Neustadt, Speier und Zweidrücken „Netourbillete“ II. Alasse zu Schnellzügen und III. Klasse zu ge⸗— vöhnlichen Zügen mit 7ägiger Giltigkeit nach München ausgegeben. 4 S. M. dir deutsqhe Kaiser übersandie der ältesten Tochter des Genetals v. d. Tann (Braut des preußischen Militär-Attaches Major von Stülpnagel) zu Weihnachlen eine künstlerisch gearbeitete, uußerst prachtvolle Stockubr.