St. Ingberler Anzeiger. Dder St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Wei- lage), erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Aboanementspreis beträgt vierteliäbtin Mark 20 R.⸗Pfor. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts nit 15 Pf. fur die viergespaltene Zeile Blauschrift oder deren Raum. NReclanr ea n inmnit 30 Pfg. pro Zeile berechnet. 58 11. 2 * J WBG Sonntaqg, den 21. Janrar ae n J J 1877. 1 JJ J 9* Deutsches Reich. München, 18. Jan. Betreffs der Münzeinlöͤsung erließ das Finanzministeriuun folgende Bekanntmachung: 1) Am 15. Fe—⸗ bruar 1877 wird die Annahme und Umwechslung der Zweithaler⸗ stlücke (Dreieinhalbguldenstücke) sowie der Drittelthalerstücke deuischen Glprages beendigt. Nach diesem Tage werden die ovbengenannten Münzen weder in Zahlung genommen noch umgewechselt. 2) Bis sum 15. Februäar d. J. erfolgt die Umwechsslung bei jedein Rent— aͤmt. Haupt· vnd Nebenzollamt', sowie bei sämmtlichen Kresslassen gegen Reichsmünzen aller Gattungen, Reichskossenscheine und Ern⸗ chalerstücke. Dabei wird der Werth des Doppelthalers auf 6 M. jener des Dritlelthalers zu 1 M. berechnet. 83) Mit Zweithaler⸗ früden und Drittelthalerstücken können bis zum 15 Februar 1877 auch alle Schulbigleiten an das Rentamt oder anderen Staatskassen bezahlt werden. 4) Ducchlöcherte,“ verstümm⸗eite oder verfälschte Mügzen obiger Art sind von der Annahme und Umwechelung aus- zeschlossen. 5) Zweithalerstücke dsterreichischen Gepräges werden bis zum 15. Februar if. J. bei den in Ziffer 2 benannten Kassen zleichfalls umacwechselt.“ Es ergeht dater die Aufforderung, recht⸗ eitig umzuwechfeln, indem nur derjenige in Schaden gerathen wird, welcher die Einloͤsungsfrist versäumt. IJ München, 18. Jan. Wie uns mitsetheilt wird, wird dem nächsten Budgetentwurfe ein zu Gunsten der Beamten in den einzelnen Ziffern abgerundetes Gehaltsregulativ nach der erfolgten Benehmigung des Königs beigelegt werden. — Im laufenden Jahre sollen nach den Etatsrechnungen auf den preußischen Münzstätten un Goldmünzen 475 Millionen Mark zur Ausmünzung kommen, worunter 50 Viillionen in „halben Kronen“ (Funfmartstücke), 25 Millionen in Kronen und 100 Millionen in Doppeltronen; an Silbermünzen 40 Millionen Mark, nämlich 20 Millionen in Zweimark⸗, 10 Millionen in Einmart⸗ und 10. Mil⸗ lionen in Fünfzigpfeanigstöcken. Fünfmarkstücke in Siiber werden für dies Jahr also nicht mehr ausgeprägt. Die gutachtl'chen Aeußerungen über den Patensgesetzentwurf an Zahl nur gering, sprechen sich meist zu Gunsten des Entwurfs aus, und so wird derselbe denn im Ganzen und Großen unver⸗ andert dem Reichsstage vorgelegt werden. Frankfurta. M., 18, Jan. Bei der heute stattgehabten engeren Wahl trug der Candidat der Demokraten, Holthoöf, mit 10,828 Simmmen den Sieg davon. Der notionalliberale Gegen⸗ randidat Varrentrapp erhielt 73544 Stimmen. Elberfend' 18. Jan. Bei der heuté statthehablen engeren MWahl siegte Prell (nvat. lib.) mit 14,4188 Stimmen gegen Hassel⸗ mann (Socialdemokrah), auf welchen 14,245. Stiumen fielen. Die Sozialdemokratie, schreibt die ,Trudünmne“, hat, sobald sie sechs Vertreter mehhtr gewinnt, auf der Tagesordnung des Reichssstages festen Fuß gefaßt und wird den Reichstag mit Anträgen überschwemmen, über deren jeden im güdst:gsten Falle mitdestene eine sozialistische Rede angehört werden muß, Sie wird dann diese Brandreden straffrei burch das Land verbresent vlirfen, ohne daß die Behörden einzuschreiten hefugt sind. Dagegen helfe nur eine energische Geenbewegune. Ausland. Paris, 16. Jan. Im ‚XIX. Sieècle spricht Edmond About sein Bedauern aus, daß er die Elsässer zur Auswandetung nach Frankreich aufgefordert habe, weil dadutch die Deutschen be⸗ lliumendeũ Einfluß auf die Wahlen gewonnen hätten. * Bukarest, 18. Jan Ein Tdeil der rumänischen Kammer, mgeheimer Sitzung bereinigt, beschloß. Alles aufzubteten, um für den Kriegsfall zwischen Rußland und Türkei, Rumaänlen nicht mit uin die Altion einziehen zu laffen. Belgrade 18. Jan. Heute reiße General Dandeville mit den letzten russischen Freuwilligen ab. Das Verlangen nach einem Separatfrieden wird dier immer allgemein⸗ec. “7 (Fr. 3) Konstantino pel, 18. Jan. Deb Große Rath vbeschloß dem Vernehmen nach einstimmig, die Vorschläge der Mächte,, weil der Integriiat, Uaabhängigkeit und Wuͤrde des törlischen Reiches suwiderlaufend, ahzulehnen. W Jasjsiy, 18. Jan. Alle getroffenen Maͤßnahimen lassen darauf schließen, daß, wenn das russischt Heer den Pruth über⸗ chreitet, das tussische Hauptquactier hach Jossy! verlegt werden vird. Für morgen ist die Ankunft mehrerer hober Offfziere des usfischen Generalstabes angesagt, welche die noͤthigen vorhereilen den Anordnurgen zu ireffen bähen. —4 Bermischtes . F Kaifserslauterne 17. Fan., Die Mitthe lung, daß aus der Eisenbahn: Eir nehmerei-Kasse eine bedeutende Summe ent⸗ wendet wurde, ist vollssaändig erfunden. — Das Juchtpoltzeigericht verurtheilte nicht weniger als 46 Bursche ven hier und gus, der Imgegend wegen verbotenen Schießens in dec Neujahr snacht zu e 2 Togen, Haft und Confiscation der Schießgewehre.n Ebensö wurden einige Sonntagsschülex wegen; Besuchz, van, Tanzmusiben zu dafistrafen verurtheilt.. cν 13 R. S) d Der 97jährige Metzzersohn Moser auts Elnistein wurde am 2. d. im Walde dei Waldleiningen pon einem unbetannsen Manne auberisch angepadtt. Das Bürschchen wehrte sich ader seiner Haut o tapfer, daß der Räuber mit blutigem Kopfe, seine Flucht, exgriff, —7In Rülz heim tritt der Scharlach epidemisch, auf. Von 50 datan erkrankten Kindern sind bis jetzt 3. gestorhen⸗ 66 Quitnba qh. Der erfie Pferdemarkte in diesem Jahre indet am dritten Mittwoch im Februar (21) tait. Au. ae Spvegyer 16. Jan. Die Doizdetsteigerung am 48. d. ührte eiun unter den dermaligen Umständen nicht gehoffteh Resultqt )erbei; während man darauf gefaßt sein mubte, unter, dem Erlos jer Forsttaxe zu bleiben, wurden an diesem Tage ohne —— jelder M. 838599, 50 Pf. gegen die Taxe von M. 2064..93 8 rlöst, also ein Meht von M. 987. 27. Pf.. Den Lomenantheu m diefem Erfolge haben die Pappelstämme erzielt, dieselben, waren u M. 117. 8.64 Pfe verauschlagt und etzielsen R. 1878. AbHe nuch. fur schoͤnes eir en Nutzaplz. wurden sehr, guse Preise bezahn und man metlie, daß unsere Sch sfdauet wieder meht Bestellangeg jaben. . puns 7Speier, 18. Jan. Zu Witliedern des Kreia⸗Pidiciat zusschusses sind, vom 1. Januar angefangen, auf die Dauer von dier Jahren ernannt worden für die Pialz? ver Bezitkzarzte Medt inalrath Dr. J. Beitinger in Frankenthab. die Bernrlsgrzte, Dr. J. teish n Reustadt, Dee K. Martin ih, Sreiet und 5 n Kaiserziautern, der Apolheler Der K. Bernbeck in Germechei ũ ind der Kreishierarg J. Go⸗ing n Sbietrꝰ T— J Mänchen, 14. Jan, Vorgessern Abend 6, Uhr sücs in yer Station Weiden ver don München kommende, Postzug 186 auf wer zurückgeschobene Wogen. Der Zugführer bie Gefabe erten iend, gab alsbald das Noihsingnal und die eingelegle Heberlein'sche Bremsen braͤchtẽ den Zug sofort zum —* und somit wurde ede Gefahr beseit gt. Die Locomolive; deren Kubbelung! gerisf en vat, wurde defech 8 A, 7 Die Manchener Achlenbrauerei „Jumn Lowenẽ Foll far ver· lossenes Jahr eine Dividende von Marht, 22Perr, Aet e, bezahlen, wodei noch M. 40, 000 dem Reservefoads zugemtesen, erden, t Vor einrigen Tagen statb in Bamberg eine an Melan⸗ holie leidende Frau sehr rasch, nachdem sie ä Stunden uvor in elbstmoͤrderischer Absicht 1240 Schoppen Peitroleum getrunlen dotte. Die borgenommene gerichtliche Sekton that uy doß das verschludte Petroleum die Ursoche der raschen Todesarl war und somit werk⸗ iche Petroleumsvergiflung vorlog. Da dieler Fall big jch An der Wifsenschaft einzig dasteht, wird er in der gelehrten Welt hohes Initetesse erregen. —— —— J FAus Franken. Gegen den Lieitenant Fuͤß! in Mez⸗ urg dessen Strenge den Esnjährig- Freiwlligen Lotzenberger zum A her Diensigewalt eingeleitet wordeunun. 424 3.